Nr. 31 Erster Blatt 178. Jahrgang Montag, 6. Februar (928 Eriche»»» taglt 0931 [Stellenangebote F. G. F G F. F C. Wenzel. 14,1 D Fr. Wenzel. Gießen, den 6. Februar 1928. 1412D Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 7. Februar, nachmittags um 2V2 Uhr, von der Kapelle des Neuen nach langem, schwerem Leiden im 68. Lebensjahre sanft entschlafen. Wir erfüllen hiermit die trajirige Pflicht, die Kameraden von dem Ableben unseres lieben Kameraden, des 2.Hauprm.der Freiw.i Tail’schenFeuerwehr Herrn Heinrich Sauer geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Februar, nachmittags 2‘/?Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Zusammenkunft 2", Uhr am Portal des Friedhofes. Die Kommandos. Drucksachen aller Art Ile »rühl'fche UnioerfitStr-vruckrrei. N. Langt, Siehrn, Schulst" 7. Heute nachmittag 53/4 Uhr entschlief samt nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 72. Lebensjahre unsere geliebte Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tante Frau Margarete Hahn Lehrerswitwe. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emil Hahn, Lehrer. Gießen (Karl-Vogtstraße 15), den 4. Februar 1928. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Februar, nachmittags 3*/, Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag 47, Uhr ist unser lieber Vater, Großvater und Onkel Heinrich Sauer Lehrling für Bau- und Ma- fchincnfchlosserci für Ostern gesucht. ,<„D Louis Becker Schlossermeister, Fron haus en (Lahn) Kinderliebes Wer ihn gekannt, wird unsem Schmerz ermessen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 5 Uhr meinen innigstgeliebten Mann, den herzensguten Vater seines Kindes, meinen lieben Sohn, Schwiegersohn, unseren guten Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Conrad II. Landwirt im 31. Lebensjahre nach kurzem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod zu sich zu nehmen. Anna Conrad geb. Meyer nebst Kind Helene Conrad geb. Backhaus Heinrich Meyer und Frau Climbach, Treis, Lumda, Vilbel, Schmalkalden, Frankfurt, Gießen, Grünberg, Ludwigshafen, 5. Febr. 1928. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Februar, nach- Soziale NWchi ber Ausgeber v. Elellen- ongebolen Ist es, die ein* gegangen ^Sewerbungs- unterlogtn (Zrugnme, Zeugnisabschdst., Lichtbilder u.dgl.Vschnellsiens nirütfiuf.ölt Stellung- luchenden sind dankbar Dafür, wenn man Ihre SemÜlMngen zur Er» I langung ein. geeigneten Täsigteil aus diese Weise unterstützt und sind aus diele selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. Anzelgse >, , V Vertreter s.Holzb.Maich.und Werkz. sucht Berk.- Bureau Frankfurt n. M. f. letftf. .>abr. Nachw. etnges.H.erh. d.Vor^. Schrift!. rtngeb. unt. LMUa.d.Giesi.An». Altersvereinigung 1860-1910 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Heinrich Sauer in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Februar 1928 nachm. um 2'/, Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt' Der Vorstand. i. tagsüber, evtl, auch für ganz gef. I8WD Zu den riWlea 15. Mädchen f. tcm8über gef. Weferftrahe 3 p. Freiwillige Sanitäts-Kolonne vom Roten Kreuz Die Beerdigung unseres Kameraden Herrn Heinrich Sauer findet Dienstag, den 7. Februar 1928, nachmittags 27, Uhr, statt. Antreten F/< Uhr im Depot. Die Führerschaft. yz3 Uhr statt. 1417D Gießen, 6. Februar 1928. 1415D (Gesunder Junge sinder [0922 Friedhofes aus statt. Mitgliedes 14180 i kulanten Bedingungen 1421 Hermann Goldfchmidt, Pferdehandlung n0*D Der Vorstand. Fernruf Nr. 491 Marburg a. Lahn Cappeler Straße 15 schwere Äand-Schleifmaschine m. Exhaustor 1 verlangen. Mulcuto«Werk, Solingen. General Fürst Nikolai Trubezkoj... Alex Murski 1404c 1 1 3 olles fast neu I ,mi >J(/n und geschlossenem Motor KettenfrSsapparal Ott'scher Landsägenlötapparat Ott'sche Hobelbänke mit Werkzeug DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Druckerei ■ Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. Der Vorstand. I419D . Mady ChriHiians Wilhelm Dieterle .....Livio Pavanelli ...........Jean Murat ........... Ida Wüst ... . Lydia Potechina der Kurfl-, Woll° und Weisiwonenbranche sucht Stellung. Schrifiliche Angebote unter 0849 an den Giesiener Anzeiger erbeten. 25 cbm ausgetrocknefcs Fichtenholz sind sofort gegen Barzahlung zu verkaufen. Schriftliche Angebote zur Weiterleitung unter 0926 an den Gießener Anzeiger erbeten. Fürstin Lydia Trubezkoj - Iwan Bogdanow, Verwalter Prinz Stanislaus Oganzky.. Grill ot ................ Madame Kamenskaja. Madame Lorrain........... Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schmerzlichen, unersetzlichen Verlust der uns betroffen hat einzeln zu danken, ist uns leider nicht möglich. Wir sagen daher auf diesem Wege für alle lieben und herzlichen Schreiben und die überaus zahlreichen Blumenspenden, besonders aber dem Herrn Plärrer für die lieben, trostreichen Worte, sowie den Herren Vorsitzenden des Kaufmännischen Vereins, des Vereins der Einzelhändler, sowie des „Edeka" Großhandels für die herzlichen Nachrufe am Grabe, unseren innigsten Dank. Mögen die vielen Beweise innigsten Mitgefühls unseren großen Schmerz lindern helfen. In tiefstem Schmerz: Emmy Driesch Witwe und Kinder. HolzMeitungs IIIWlWM Bin mit großem Transport erStMaSfiger norddeutscher PSerde Oldenburger und oftfriefifche Stuten und Wallache in allen Großen und Farben, fowie auch Münfterländer, ca. 25 Stück, eingetröften. Offeriere dieselben ab Dienstag, den 7. d. 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Februar, nachmittags 2% Uhr, von der Kapelle des Neuen MW« «nui empfohlenes, für uormitla.rS bis nach dem Spulen gesucht 1 "D Bahnhofstr. 491 W rlriegerverelir WHH Lietzen. MX TieBeerdigung unfe- res lieb nKameraden Heinrich (Sauer sindet DienStag, 2'/, Uhr, Steuer Artedhof, statt. ÄegeBeteiligung erwünscht. Die Beerdigung unseres lieben Kameraden fleinridi Sauer findet Dienstagnachmittag um [Stellengesuche] MWc StiKeineigefellt <24 Jahre» tn Bau- u. Möbelfchreinerei firm, jucht passende Stellung »n Glesien oder Umgegend. Schr. Angeb. u. 0917 an d. Giesi.Anz. erb. BraveS, ordentliches mudcisen sucht a. 15. Aebr.-evtl. 1. Marz, Stellung in gutem Hauie, wo ihm Gelegenben gegeben tfi, da? Wochen zuerlernen.Na eres Sieber Str.Slp.oeso VjA a Umtausch alter Rasierklingen oder alter Apparate. Alle Systeme werden zwecke Werbung weiterer Kunden beim Kaufe der neuen hohigeschliffenen Zimmcrftutzcu. Heute Abend: _ 7-cherfchicnen. Stadttheater DienStag, 7. ftebr. 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Der folgende Aufsatz wertet ein interessantes statistisches Material für unser dringendstes wirtschaftliches Problem, die Wohnungsnot, aus. Sn den Schlußfolgerungen, Aenderung des Verteilungsschlüssels für den staatlichen Ausgleichsfonds zugunsten der Großstädte, können wir mit dem Verfasser nicht einig gehen. Wir halten es im Gegenteil für dringend erwünscht, dort Wohnungen zu bauen, wo auch Arbeit vorhanden ist, also namentlich aus dein flachen Lande und in den kleinen Städten. Sm vorigen Sahr ist eine Zählung der im Deutschen Reich vorhandenen Wohnungen erfolgt, sie wurde in sämtlichen Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern vor- oenommen und darüber hinaus in etwa 8000 kleineren Gemeinden und erstreckte sich im ganzen auf 68,6 Prozent der deutschen Vevölke- rung. Die Ergebnisse dieser Wohnungszählung geben wichtige Ausschlüsse über die Wohnungs- Verhältnisse unseres Volkes, vor allem ist der Vergleich mit le. Vorkriegszeit inte.e'sant. Sn der Vorkriegszeit ist auf eine Statistik der Wohnunyen und der Haushaltungen, sowie ihres Verhältnisses zueinander, lein großer Wert gelegt worden. Don einer Wohnungsnot, wie sie uns heule bedrängt, war damals nichts zu spüren. Sm Frieden ftanöen dauernd 2 bis 3 Prozent oller Wohnungen leer und bildeten eine genügende Reserve. Die Zahl der Wohnungen war tm Frieden fast ebenso hoch, wie die der Haushaltungen. Das hat sich nach dem Kriege wesentlich göänder!; Ende 1926 waren kn Deutschland 9 5 0 0 0 0 Haushaltungen mehr vorhanden als Wohnungen, und man wird für die Zukunst mit einem jährlichen Zuwachs von rund 200 000 Haushaltungen rechnen müssen. Dieser Zuwachs wird voraussichtlich bis 1935 anhalten, denn von da ab wird sich der starke Geburtenrückgang in der Rachkriegszeit bemerkbar machen. Der Wohnungsbedarf ist also jetzt und in den nächsten Sahren bedrohlich stark. Zwar bescheiden sich viele Ehepaare mit kleinen Haushaltungen und müssen sich schon deshalb bescheiden, weil ihr Einkommen die Zahlung einer hohen Miete nicht zuläht: auch die Erwerbslosigkeit verringert die Rachfrage nach Wohnungen etwas, weiter beanspruchen namentlich die jungen und jüngsten Ehepaare — seit dem Kriege ist die Zahl der Eheschließungen in den jüngeren Altersklassen ganz erheblich gestiegen — zunächst keine eigene Wohnung, sondern Hausen bei Eltern und Verwandten. Es nehmen auch viele ältere Leute und Einzelpersonen, die eigene Wohnungen haben, unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse in zahlreichen Fällen Ehepaare als Untermieter aus. Aber alles dies genügt nicht, die Wohnungsnot auch nur einigermaßen zu beheben. Dazu kommt, daß alljährlich ein größerer Teil von Wohnungen infolge der Vernachlässigung im Kriege und in der Inflationszeit verfällt und unbewohnbar wird. Cs müssen auch zahlreiche Rot- und Behelfswohnungen in den nächsten Sahren durch Reubauten erseht werden. Die Ergebnisse der Reichswohnungszählung lassen erkennen, daß jetzt mindestens600 000 Wohnungen fehlen und daß überdies jährlich 200 000 neue Wohnungen gebraucht werden. Ratürlich sind dies nur Durchschnittsberechnungen für das gesamte Reichsgebiet und ergeben keinen Anhalt für den örtlichen Bedarf der einzelnen Gemeinden. Der örtliche Wohnungsbedarf ist je nach der wirtschaftlichen Entwicklung, nach den verfügbaren öffentlichen Mitteln und nach anderen besonderen örtlichen Bedingungen ganz verschieden. Vor allem bestimmt die Zu- und Abwanderung den örtlichen Bedarf an Wohnungen weit stärker, als der Haushaltszuwachs im Sahresdurchschnitt. Allerdings kommen für diese Zu- und Abwanderung in erster Linie Sugen bliche in Be- tvacht, die keinen eigenen Haushalt haben, sondern in Untermiete wohnen. Trotzdem werden, wie erwähnt, bis auf weiteres 200 000 neue Woh- Theateranekdoten. Heitere Erlebnisse üus der Welt der Kulissen. Von Hermann Sieingoetter. Der Ausspruch „Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst" wird von gar vielen dahin aufgelegt, daß sie sich das Leben des Künstlers als rosiges Crdenwallen vorstellen. Das ist grundfalsch, denn jede ehrliche Kunst verlangt ernste Arbeit, und wie wenigen ist das „Lache. Bajazzo" ganz erspart geblieben. Dies gilt vor allem für Bühne und Bühnenkünstler. Bei diesen gibt allerdings die Ausübung ihrer Kunst Anlaß zu manch heiterem Sntermezzo, und so seien hier einige kleine Erlebnisse aus der Welt der Kulissen mitgeteilt, die den Vorzug haben, wahr zu fein, da sie der Schreiber dieser Zeilen selbst miterlebt hat. Es wurde da einmal Grillparzers „Medea" mit einem Gast gegeben. Sn einer Szene mit Kindern hat eines zu Sason zu sagen: „Es schilt dich, Gora einen Griechen". Das Kind sagte mit Anpassung an seine Gedankenwelt unverzagt: „Die Mutter schilt uns Kriecher, Vater". Es kostete unendliche Mühe aus den Proben, die „Kriecher" zu vertreiben und die „Griechen" zu Worte kommen zu lassen. Als bei der Ausführung die gefürchtete Stelle kam, erscholl es aber doch mit hoher, heller Kinderstimme: „Die Mutter schilt uns Kriecher, Vater!" Verhältnismäßig kleine Versprechen üben oft ungeahnte Wirkung aus. So erzielte z. V. ein Mitglied, das von der Oper kam, einen lebhaften Heiterteitsausbruch, da es als Mechthild in „Wilhelm Teil" den Knaben vor Geßlers Hut zurief: Dort hängt der Landgraf, hobt Respekt, ihr Buben. Sie hatte den Teil mit dem Tannhäuser verwechselt. Eine andere Dame hatte das Lieschen im „llrfauft“ zu spielen. Die Rollenbücher waren mit der Orthographie des ilr- lextes gedruckt und Lieschen hatte u. a. die Verse „Wenn uns die Mutter nicht nabe lief), Stand sie bei ihrem CB ulen süß." zu sprechen. Snfolge der mißverstandenen Orthographie ward in ihrem Munde aus dem nungen jährlich benötigt. Fast genau diese Anzahl von Wohnungen ist in der Vorkriegszeit alljährlich neu erstellt und es sind außerdem gegen 50 000 abbruchreife Wohnungen durch Reubauten erseht worden, demgegenüber betrug der Zugang an Wohnungen 1924 106 500, 1925 178 900, 1926 204 000 und auf der Ziffer von 200 000 wird er sich weiter halten. Wichtige Aufschlüsse bringt die Reichswohnungszählung auch über die hohen Zahlen der sog. zweiten und weiteren Haushaltungen, d. h. der Haushaltungen, die zwar eine eigene Hauswirtschaft führen, aber mit einer anderen Haushaltung zusammen eine gemeinsame Wohnung benutzen. Solche zweite Haushaltungen wurden 591 000 — das sind 6,4 Prozent aller Haushaltungen in den Gemeinden über 5000 Einwohner — gezählt: dabei ist besonders zu bemerken, daß je größer die Gemeinde, desto höher die Zahl so cher zweiter Haushaltungen ist und in den Großstädten ihren Höhe»- punkt erreicht. Während in den Gemeinden von 5000 bis 20 000 Einwohner auf 25 Haushaltungen erst eine zweite Haushaltung kommt, hat in den Großstädten bereits jede dreizehnte Haushaltung keine eigene Wohnung. Sn Prozenten ausgedrückt, stellt sich die Verteilung der zweiten und weiteren Haushaltungen folgendermaßen dar: in Gerne.nden mit 5- 20 000 Einwohnern 3,9% „ „ . 20- 50 000 . 5,4/0 . „ „ 50-100 000 „ 6,6% „ „ über 100 000 „ 7,5% Doch damit nicht genug. Sn vielen Großstädten ist die An.^äu,ung von mehreren Haushaltungen in nur einer Wohnung noch stärker. So ergeben sich in München 8,2 Prozent, Frankfurt am Main 9,6 Prozent, Hannover 11,1 Prozent, Leipzig 11,2 Prozent, Rurnberg 11,5 P rozent und Hamborn 14,3 Prozent. Wie stark die Wohnungsdichte jetzt in Deutschland ist, geht auch aus den Ziffern über leerstehende Wohnungen hervor. Dor dem Kriege standen im Durchschnitt 2 bis 3 Prozent aller Wohnungen leer. Setzt sind in den deutschen Großstädten Höch st ens 0,3 Prozent Leerwohn ungen vorhanden. Diese Ziffer steigt etwas in den kleineren Gemeinden und betragt in den Gemeinden mit 2000 bis 5000 Einwohner, auf die sich die Wohnzählung erstreckt hat. etwa 0,6 Prozent. Die Wohnungsnot, zumal de. Großstädte, wird noch dadurch deutlicher illustriert, daß von ihrem geringen Bestand an leeren Wohnungen etwa die Hälfte für eine Linderung der Wohnungsnot überhaupt nicht in Betracht kommt, denn 35,6 Prozent der am Tage der Zählung als leer festgestellten Wohnungen waren bereits vermietet und 9,6 Prozent unbeziehbar, das sind zusammen 45,2 Prozent. Weiterhin waren 23,1 Prozent aus anderen Gründen nicht vermietet, hierunter vor allen, die noch leerstehenden Wohnungen in Reu- bauten. Rach alledem konnte nur über 31,7 Prozent der leerstehenden Wohnungen verfügt werden. Diese Ziffern geben zu denken. Die Reichs- wohnungszählung beweist aufs neue, daß die Wohnungsnot in den Städten am größten ist und daß hier an erster Stelle neue Wohnungen gescha fen werden müssen. Unfere Wohnungspolitik muß deshalb bei der Derteilung der öffentlichen Mittel für den Wohnungsbau die e itädtlschen Smete.fcn gebührend berücksichtigen. Seht werden zumal die Großstädte hierbei erheblich beeinträchtig:, 'enn sie erhalten längst nicht die innerhalb ih.es Dezir.es aufkommenden, lür den Wohnungslx.^ bestimmten MietzinS- steuerbeträge, sondern es werden ihnen im Gegenteil ganz erhebliche Teile ihres Mietzinssteuer. auskommei-.s dadurch entzogen, daß sie dem staatlichen Ausgleichfonds zuflieben, aus den.n zumal ländliche S.edlungen gespeist werden. Das ist ein Unöing. Wo die Rot am größten, soll die Hilfe am nächsten sein. Eine Aenderung der Derlei« lungsgrundsähe ist deshalb ein Gebot der Stunde. ts= Der deutsche Ruslaudssieg. Von Or. Paul Rohrbach. Als nach Beendigung des Weltkrieges die Engländer in China sich daran machten, alles was deutjch war unter demütigenden Mi'Handlungen durch farbige Polizisten zusainmenzu- treiben und in die schmutzigen Zwischendecks aller Frachtschiffe zur „Repatriierung" nach Deutschland zu verladen, ■ und sich unter ihnen selbst vereinzelte Stimmen gegen diese Barbarei erhoben, sagte der damalige englische Generalkonsul in Schanghai: „Es ist die letzte Chance, die wir haben, ihren Handel hier für immer zu zerstören, und wir wären Rarren, wenn wir sie nicht benutzen wollten!" Die Chinesen sympathisierten keineswegs mit dein Abtransport der Deutschen, aber sie hatten keine Macht, ihn zu verhindern. Die englischen Konsuln schalteten und walteten auf chinesischem Boden, als ob sie zu Hause wären. Außer der Entfernung der Deutschen und der Zerstörung ihrer Geschäftsbetriebe wurde noch ein anderer Zweck verfolgt: durch ihre erniedrigende Behandlung die Chinesen davon zu überzeugen, daß der Deutsche ein „minderwertiger" Mensch sei, und keine Achtung verdiene. Auch die Lüge vom Aus kochen des Fettes aus den Leichen deutscher Gefallener war von den Engländern speziell auf China berechnet, wo nichts im Stande gewesen wäre, einen größeren Abscheu vor (fitem Deutschen zu erwecken, wie eine solche Schändung der Toten — wenn man die Chinesen dazu hätte bringen können, diese Unwahrheit zu glauben! So wie es in China geschah, so geschah es systematisch auf der ganzen Welt, wo England entweder Herr oder imstande war, die Tertreibung und Enteignung der Deutschen durchzusetzen. Es scheute sich auch niemand unter den Engländern, einzugestehen, daß die dauernde Vernichtung des deutschen Handels in und mit den Lieberseeländern der Zweck dieser Buhlen ein Bulle, mit welcher Wirkung kann man sich denken. Sn der seligen Birch-Pfeiffer Schauspiel „Die Grille", das vor einem Menschenalter überall gegeben wurde, hat der Landry irgendwo zur Fanchon zu sagen: „Du zitterst und bist blaß wie eine Leiche". Dem Darsteller passierte das Malheur, daß er Len Satz verdrehte und mit Emphase behauptete: „Du bist blaß und zitterst wie eine Leiche". Der Unglücksrabe hatte lange an dem Beinamen der zitternden Leiche zu tragen. Dieser Vorfall wie der im folgenden geschilderte, ereignete sich am Stadttheater in W. Als Ludwig Fuldas „Talisman" neu war, wurde er auch an dem betreffenden Theater ein» studiert. Die Darstellerin der Rita hat den bekannten Sah zu sprechen: „Wie kann dich, Herr, das so erbosen? Du bleibst ein König auch in Unterhosen!" Run ist es beim Theater gang und gäbe, für den Begriff: ein Wort betonen oder nicht betonen den Ausdruck zu gebrauchen: ein Wort fallen lassen. Dem betreffenden Spielleiter schien nun bei der Probe die Rita nicht richtig zu betonen und rief ihr zu: „Aber Fräulein, lassen Sie doch die Unterhosen nicht fallen!" Ebenso unvergeßlich wird denen, die ihn miterlebt haben, der folgende Vorfall sein: Am Stadttheater in G. war eine Dame mit Ramen Willig angestellt, die nicht nur ein vorzüglicher Bureauchef war, sondern sich auch sonst, wo es anging, nützlich machte. Es war eine Probe von Humperdingks „Königskindern", und das technische Personal hatte alle Hände voll zu tun. Namentlich fehlte es für die Bedienung der sieben kaschierten Gänse, die alle einzeln von der Unterbühne aus bedient werden muhten, an intelligenten Kräften, denn es wäre sehr unerwünscht gewesen, wenn die eine oder andere Gans ihr Futter mit dem Schwanz statt mit dem Schnabel aufzupicken versucht hätte. Frl. Willig stellte sich bereitwillig für die Bedienung einer Gans zur Verfügung. Bei der Generalprobe, der der Direktor im Zuschauerraum beiwohnte, kamen auf das Stichwort nur sechs Gänse zum Vorschein. Der Direktor, der genau wußte, daß er sieben kaschierte Exemplare des nützlichen Vogels angeschafft hatte, rief zur Bühne hinauf: „Wo bleibt denn die siebente Gans?" Hebung fei. und es war nicht ein in der Leidenschaft des letzten Kampfes und Ha gefaßter Entschluß, sondern ein von Beginn oes Kr eges an entworfener und über eg ter Plan, ^uch hatte es in den ersten Sahren nach dem f»genannten Friedensschluß den Anschein, als ob die englische Absicht erreicht werden würbe, bis auf die wenigen über,e:iid)en Länder, die bis zuletzt im Kriege neutral geblieben waren. An diese Vorgänge muß man denken, wenn man ein richtiges Urteil über den heute sichtbaren, von Tag zu Tag deutlicher werbenden Sieg des deutschen Ueberseekaufmanns über den Anschlag zu feiner Erwürgung von 1919 und 1920 gewinnen will. Gleichviel, ob man in Süd- und Mittelamerika, in Ostasien, in Afrika oder sonst auf der Welt die Deutschen besucht: Heber- all arbeiten sie und überall ist i h r Sieg entschieden. Es gibt sogar Plätze und Länder, wo der deutsche Handel schon bedeutender ist, als vor dem Kriege. Ratürlich ist das nidjt an allen Stellen der Fall, aber die feste Basis ist wiedergewonnen, und babe: lassen sich Beobachtungen machen, die für die Zukunft noch weitere Fortschritte der deutschen Sache versprechen. Besonders eine Beobachtung ist sehr eigentümlich, und auf den ersten Blick könnte sie schwer glaublich erscheinen. Sie wiederholt sich aber an verschiedenen und weit voneinander entlegenen Plätzen in übereinstimmender Weise. Die früher so lebendige Snitiative des englischen Kaufmanns scheint im Ermatten begriffen, und der Engländer selbst gesteht ein: Es fängt an, uns an Rachwuchs z u mangeln! Der starke Strom energischer junger Kräfte, der sich solange.aus England in alle überseeischen Gebiete ergossen hat, mit dessen Hilfe die englische wirtschaftliche Welteroberung ihre großen Triumphe errungen hat — er beginnt Worauf der Theatermeister mit Stentorstimme antwortete: »Fräulein Willig ist noch nicht da!" Tableau! An einem Kurtheater stand alter Tradition gemäß auf dem Theaterzettel der ständigePassus: „Größere Pausen werden durch Fallen des eisernen Vorhanges angezeigt". Als die Mode der „Freilichtbühnen" in Schwung kam, sollten auch in unserem Kurort Vorstellungen im Freien eingerichtet werden. Versehentlich war aber bei der ersten Ankündigung einer solchen Vorführung obiger Passus stehengebliebcn. Ein eiserner Vorhang konnte zwar nicht in Funktion treten, dafür wurden aber um so lebhafter die Lachmuskeln aller, die diesen Theaterzettel lasen, in Bewegung gesetzt. Ein anderer Vorfall, der zwar nicht direktes Theatererlebnis ist, aber doch im Theatermilieu spielt, ereignete sich wiederum am Stadttheater in G. Zu Bismarcks hundertstem Geburtstag fand eine Fest feier statt: das Rednerpult stand über dem Souffleurkasten und unmittelbar daran angelehnt, von Blumen umrahmt, eine Ko- losfalbüste Bismarcks. Sm letzten Augenblick bemerkte jemand, daß die Büste defekt und der Kops nur aufgeleimt war und nicht einmal sonderlich fest zu sitzen schien. Ehe Abhilfe geschaffen werden konnte, war der Festredner bereits hinter das Pult getreten, und die wenigen, die schnell in das Verhängnis eingeweiht worden waren, hatten nun eine qualvolle Stunde zu überstehen. Unglücklicherweise war nämlich der Redner ein sehr temperamentvoller Herr, der bei allen Kraftstellen das Pult weidlich bearbeitete. Die Büste zitterte lebensgefährlich, und den Eingeweihten war bei jedem Faustschlag auf das Pult zumute, als hätten sie einen Kinnhacken von einem Schwergewichtsmeister ein» stecken müssen! Wenn — — es war nicht auszudenken. Run. das Unheil trat nicht ein, und Bismarck behielt seinen Kopf, wie er ihn ja auch im Leben niemals verloren hat. Und nun zum Schluß noch ein Erlebnis, das dem Schreiber dieser Zeilen selbst passiert ist. Cs war in G. und zu einer Zeit, als da noch etwas primitive Theaterverhältnisse herrschten, und als der Theaterleiter unter Umständen im Betrieb selbst mit Hand anlegen mußte. Es war am Abend der Erstaufführung von Kleists „Prin- jetzt dünner zu fließen. England hat schon vor einem halben Jahrhundert eine geringere Geburtenzahl gehabt als Deutschland, und das Sinken der Geburtenziffer war dort schon vor einem Diertcljahrhundcrt deutlich zu merken. Heute gibt es in England nur noch zwischen 18 und 19 Geburten jährlich auf das Tausend der Bevölkerung, noch weniger als in Deutschland, nachdem wir den großen Absturz unserer Fruchtbarkeit seit dem Kriege erlebt haben. Damit verbindet sich die immer stärker aiischwellendc Klage in England, daß es nicht möglich ist, auch nur einen kleinen Teil von der Million Arbeitsloser durch Auswanderung in überseeische Kolonialgebiete abzuschieben, das Mutterland zu entlasten und die Kolonialgebiete zu stärken. Die feiernden Arbeiter bleiben lieber mit 15 Schillingen wöchentlicher Unterstützung zu Hause, als daß sie auswandern. Umgekehrt erlebt es der deutsche Kausmann oder Pflanzungsbesitzer in den Heberseeländern, daß ihm jetzt unter dem Druck der Verhältnisse in der Heimat, von denen gerade die gebildete Schicht, einschließlich der Landwirtschaft, am stärksten betroffen ist, tüchtige junge Leute, mit denen sich etwas anstellen läßt und die auch bald selbst danach streben, etwas Eigenes zu unternehmen, in Menge zuströmen. Heute ist nicht mehr das englische, sondern das deutsche Menschenmaterial für den Aufbau überseeischer Wirtschaftsbetriebe, mag es ein kaufmännisches Geschätt, eine Farm oder eine Pflanzung sein, das überlegene. Was dem Deutschen noch fehlt und was der Engländer noch hat, ist das Kapital, aber es zeigt sich immer deutlicher, daß aus die Dauer doch der Mensch mehr wert ist als das Geld. Sn unseren alten Kolonien Südwestafri- k a s gestehen die aus dem Kapland und den Rachbargebieten gelommenen Engländer und Buren, daß sie es in der Farmwirtfchaft unter südwestafrikanischen Verhältnissen nicht mit den Deutschen auf nehmen können. Sn Ostafrika hat man die Deutschen auch wieder zulassen müssen, weil keine Aussicht war, ohne ihre Hilfe das Land wieder vorwärts zu bringen. Sn dem englisch gewordenen Teil von Kamerun sind so gut wie alle früheren deutschen Pflanzungen wieder in deutschen Händen: die deutschen Vor- besiher haben sie wieder zurückgekauft. Sn den zentralamerikanischen £äi bem sind die deutschen wirtschaftlichen Unternehmungen in guter, zum Teil in glänzender Entwicklung. Sn China ist die Zahl der deutschen Kaufleute heute größer als vor dem Kriege. Al'erdings wird nicht mehr so viel verdient wie da.nals, weil die Deutschen sich untereinander starke Ko.i- kurrenz machen, aber sie bringen vor, während alte englische Firmen stillstehen oder zurückgehen. Am sichtbarsten ist der Rückschlag gegen die Engländer vielleicht in O st a s i e n , wo ihnen die Saat, die sie 1919 gegen die Deutschen auszustreuen gedachten, in einem ganz andern Sinne aufgegangen ist, als sie es erwartet haben. Richt der Deutsche hat in den Augen der Chinesen gelitten, sondern der Chinese folgert jetzt umgekehrt: Wenn der Engländer geglaubt hat, das dem SemJ)e' n antun zu können, der doch auch ein Europäer ist, so brauchen wir uns nicht zu genieren, ihn auch so zu behandeln, sobald wir die Gelegenheit haben. Und die Gelegenheit fand sich, als es um den Boykott gegen den Kattun von Manchester ging, in den Chinas Millionen sich zu kleiden gewohnt waren. Auch ein Blick auf die Schwerfälligkeit, mit der Kohlenbergbau und Vaumwollindustrie in England den Weg zur Umstellung, zur „Rationalisierung", nicht finden können, den die deutsche Wirtschaft erfolgreich beschritten hat, zeigt uns, daß an Dem innem Verhältnis zwischen der deutschen und englischen Wirtschaftsenergie sich etwas verändert hat — und nicht zu englischen Gunsten. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 1 Ufjt nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen Jüt unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigesügtes Rückporto wird feine Gewähr übernommen. zen von Homburg": für die Ausstattung war das Mögliche geschehen, nur die Fahnen für das Schlußbild schienen dem Theaterdirektor nicht effektvoll genug und er halte in letzter Stunde noch hellglänzende Messingspitzen für die Fahnenstangen beschafft. Zur Probe befestigte er eine solche Spitze an einer Stange und eilte damit von seiner Privatwohnung über die Straße in das nahe Theatergebäude. Es herrschte starker Rebel, und die Messingspitze flimmerte an der aufrecht getragenen Stange wie ein kleines Licht. Auf einmal naht ein ähnliches Licht: Cs war ein Laternenanzünder, der den „Fahnenträger" anhielt und ihn im heimischen Dialekt apostrophierte: „Wo willst Du denn hin? Du wirst mer doch nett ins Geschäft pusche wolle?" Er hatte Konkurrenz vermutet. Vielleicht nicht ganz mit Unrecht: ein pflichttreuer Laternenanzünder und ein Theaterleiter, der seinen Beruf richtig versteht, sie sind vielleicht gleichermaßen berufen, dem Publikum ein Licht anzustecken. Spahenzählung in London. Ein britischer Ornithologe, E. M. Nicholson, beschäftigt sich längere Zeit damit, die Zahl der Vögel in den Großstädten zu zählen. In einem Vortrag, den er vor der Londoner natunvissenschastlichen Gesellschaft hielt, betonte er, daß die Vogelkunde noch in ihren Anfängen stehe. Zwar habe man die Klassifizierung und Beschreibung der einzelnen Vögel so ziemlich vollendet, aber sehr viele wichtige Dinge über das alltägliche Leben der Vögel lägen noch im Dunkeln. Wer wisse z. B., wieviel Spatzen es in ganz London gibt? Wenn man jemanden danach frage, so werde dieser gewiß antroorten, sie zählten nach Millionen, aber das sei durchaus falsch. Nicholson hat die Spatzen in Kensington Garden viermal nacheinander sorgfältig gezählt und gefunden, daß sich dort auf jedem acre (gleich 40 Ar) sechs bis zehn Spatzen finden. Da das ganze Gebiet von London 75 000 acre umfaßt, so gäbe es, wenn man die Höchstziffer von zehn auf den acre annimmt, in ganz London nur 750 000 Spatzen. Da aber die Vögel in Kensington Garden ungewöhnlich dicht säßen, so wäre die wirkliche Beoölkerungszifser der Sperlinge noch viel geringer und könnte höchstens auf 300 bis 400 000 angenommen werden. Winterobst-Ausstellung Gießen. Der Gießener Obst- und Gartenbauverein, der Kreis-Obst- und Gartenbauverein Gießen und die Oberhessischen Obstwerke Büdingen können die in gemeinsamer Arbeit hergerichtete Win - ter-Ob st- Ausstellung Gießen in der Turnhalle des Realgymnasiums als einen vollen und wohlverdienten Erfolg buchen. Mit besonderer Befriedigung können Gartenbauinspektor a. D. Fr. Ä e h n e l t-Gießen und Kreisobstbauinspektor Metternich- Büdingen, die beiden unermüdlichen und sachkundigsten Organisatoren und technischen Schöpfer dieser vorbildlichen Ausstellung, auf das wohl- gelungene Werl zurückblicken' mit Recht hob Regierungsrat Wolf- Gießen, der Vorsitzende des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins Gießen, am Samstagvormittag in seiner Eröffnungsrede im Ausstellungsraum die Verdienste dieser beiden Männer dankend und rühmend hervor. Wobei wir aber hinzufügen mochten, daß auch die verständnisvolle und tatkräftige Mitarbeit des Vorsitzenden, Regierungsrats Wolf, höchste Anerkennung wert ist. Die Ausstellung gab dank der tatkräftigen Unterstützung durch die umliegenden Gemeinden und zahlreicher Obstzüchter ein glänzendes Bild von der hohen Leistungsfähig- leit des heimischen Obstbaues. Eine Fülle der schönsten Früchte, in der Hauptsache Aepfel der verschiedensten Sorten — etwa 200 Aussteller hatten rund 1000 Kollektionen ausgestellt — konnte man hier schauen und ihrer Schönheit wegen bewundern. Liebersichtlich ungeordnet, mit Sortenschildern und Angaben über die Züchter versehen, boten die Auslagen zugleich wertvolle Belehrung für die großen Tesucher- scharen, die am Samstagnachmittag und insbesondere am gestrigen Sonntag die Ausstellung geradezu beängstigend füllten. Sehr interessant waren auch die gezeigten O b st v e r - Wertungsprodukte, die von den Oberhessischen Obstwerken in vielfältigster Form aus dem eigenen Betriebe dem Publikum sichtbar fiemacht wurden, bemerkenswert und lehrreich erner die vortrefflichen Obstkisten. Man sagt Das Ergebnis der Preisbewertung. (Die in Klammern beigefügte Ziffer ist die Aus- steller-Rummer.) 1. Preise ä 6 Ml. erhielten: Decker, Ludwig IV., Ruttershausen, (63); Deppler, Lehrer, Daubringen, (41); Bepplec, Konrad, Steinheim, (43); Einhäuser, Karl, Gießen, Weserstraße 9, (131); Görr, Ludwig, Hausen; Helfenbein, Geschwister, Gießen, Marburger Straße (128); Kohl- heher, Gustav, Hungen, (67); Lenz, Karl II., Allendorf a. d. L., (50); Müller, Georg Friedr., Bellersheim, (61); Müller, Karl, Bettenhausen, (17); Pein, Ernst, Rieder-Bessingen; Reinmuth, Wilhelm, Reinhardshain, (49); Rinn, Jak. XXIV., Heuchelheim, (75); Rinn, Philipp I., Heuchelheim, (89); Roth, Hermann; Schmidt, Hofgärtner der Fürstl. Obst Baumschule, Lich, (108); Schmidt, Polizeiinspcktvr, Gießen, S evhanstraße 17 (135); Steil. Ernst, Bettenhausen, (13); Volkmann, Philipp IV., Heuchelheim, (85). 2. Preise ä 5 Mk. erhielten: Acker, Wilhelm, Wieseck, (144); Balser, Wilhelm X., Rödgen (57); Block, Karl, Dettenhausen, (14); Döll, Jakob, Witwe. Alten-Duseck, (126); gelt. Polizeidiener, Watzenborn-Steinberg, (179); Füller, Otto. Hungen, (68); Gräf, Ludwig, Grotzen-Buseck (93); Häuser. Balthasar II., Watzenborn-Steinberg (30); Hofmann, Wilhelm August, Hungen, (69); Jockel, Lehrer, Hungen, (70); Keil, Dalthasar. Heuchelheim, (176); Krämer, Lorenz. Alten-Duseck (116); Leidner, Bürgermeister, Bettenhausen. (10); Müller, Adolph, Bellersheim, (62); Müller Louis III.. Heuchelheim, (79); Münch, Reinhard, Großen-Buseck, (104); Schieferstein, Gg., Betten-" hausen, (16); Schlorb, August, Lauter; Schupps Philipp, Großen-Linden, (64); Schwalb, Karl, Grotzen-Buseck, (105); Seibert, gerb., Wieseck. (164); Vogel, Friedrich, Alten-Buseck. (119). 3. Preise a 3 Mark: Dender, Wilhelm, Watzenbom-Steinberg, (31); Berger. Georg Lich; Braun, Wilhc.m, Daubringen, :3j); C re H inr., Daubringen. (40); Dietz, Ludwig, Steinheim (48); Diez, Wilhelm, Lich; Dörr, Ludwig, Queckborn, (20); Eckhardt, Heinrich, Wieseck, (153); Engelhardt, August, Heuchelheim (86); Euler, Wilhelm. Langewiefe-Grüningen. (3); Faber, Johannes, Großen-Linden, (66); Fink Ludw. VI., Alten-Duseck, (125); Gans, Bürgermeister, Großen-Buseck, (90); Gerlitzer. Gustav, Klein- Linden, (6); Germer, Friedrich, Klein-Linden, (5); Grölz, Karl, Daubringen, (32); Haas, Maria, Wieseck, (155); Happel, Gottfried, Watzenborn- Steinberg (29); Hättche, Adam, Gießen, (137); Heller, Ludwig III., Lich; Herrnbrod, Wilhelm, Steinheim, (45); Hofmann, Adolf, Rodheim an der Horloff, (109); Hohbach, Heinrich, Großen- Linden (65); Klingelhöser, Ludwig, III., Daubringen, (38); Kneipp, Bürgermeister, Langsdorf; Kohler, Adalbert, Langsdorf; Kreiling, Christian, Wieseck, (178); Kreiling, Jakob, VI., Heuchelheim, (88); Lamp, Heinrich, Rieder-Dessingen; Mißler, Heinrich. Ronnenroth; Müller, Heinrich, II., Alten-Duseck, (117); Müller, Lehrer, Ronnenroth; Müller, Ludwig, I., Heuchelheim, (78); Münch, Karl, Grotzen-Buseck (103); Oswald, Wilhelm, Wieseck, (161); Peter, Bürgermeister, Lauter, (73); Pfeifer, August, Großen- Buseck. (107); Rehnelt. Gießen. (136); Reusch- ling, Wilhelm, Heuchelheim. (87); Roth. Heinrich. V., Rieder-Bessingen; Sack, Wilhelm, Polizeidiener, Heuchelheim. (80); Schäfer, Karl, Daubringen, (34); Schäfer. Philipp, XL, Annerod. (142); Schmandt, Heinrich. II., Watzenborn- Steinberg. (27); Schmidt, Bürgermeister, Steinheim, (46); Schmidt, Christian, Grotzen-Buseck, (101); Schöne, Konrad, Lich; Schreiner, Karl, Wieseck, (168); Stengler, Heinrich, Lich; Stoll, Wilhelm, Rindmühle bei Inheiden, (4); Drechsler. Karl, Lich; Wagner, Konrad, Muschenheim, Weller, Gustav. Bäckermeister. Wieseck. (172); Zimmer, Heinrich, VIII., Lich. Lobende Anerkennungen: Lotz, August, Wieseck; Schäfer, Heinrich, VIII.. Annerod; Wolf- Emmelius, Gießen; Verein für chemische Industrie Frankfurt-Main Vertreten durch Daniel Baum hier, für die bewährten Frostschutz-Briletls. Firma I. Himmelsbach, G. m. b. H., vägewerke Ridda, für ausgestellte Muster neuzeitlicher Obstversandkisten zur Einheitspackung von Versandobst. nicht zuviel, wenn man behauptet, daß in dieser Ausstellung der überzeugende Beweis erbracht wurde, daß unser heimisches Obst in jeder Hinsicht mit dem ausländischen Obst konkurrieren kann. Oeionomierat Breidenbach -Dorheim, Vorsitzender des Landwirtschaftökammer-Aus- schusses für Oberhessen, und Regierungsrat von Hahn -Darmstadt als Vertreier der Landwirtschaftskammer, wiesen in ihren kurzen Ansprachen bei der Eröffnungsfeier denn auch nachdrücklich auf die hohe Qualität des heimi^ scheu Obstes hin und betonten, daß angesichts dieser Leistungen unsrer oberhesfischen Obstbauer der Bezug ausländischen Obstes hier nicht mehr in Betracht kommen sollte. Daß diese Ansicht von den Besuchern in weitestem Ausmaße geteilt wurde, konnte man aus zahlreichen Aeuße- rungen der sehr befriedigten Ausstellungsinteressenten entnehmen. Lind so dürfte diese vorbildliche Schau Wohl auch über ihre zeitliche Dauer hinaus ein starker Erfolg für den heimischen Obstbau geworden sein. Die Anzahl der verteilten Preise, die an die Bürgermeistereien geschickt und dort in Empfang genommen werden können, beträgt über hundert. nämlich 19 erste. 22 zweite, 54 dritte und 6 lobende Anerkennungen. Somit ist fast auf jeden zweiten Aussteller ein Preis entfallen, was als Beweis dafür gelten kann, daß im allgemeinen viel mehr Sorgfalt auf die Aufbewahrung des Winterobstes gelegt wird, wie früher. Ein Aussteller, Bürgermeister Müller (Bellersheim), brachte sogar einen Teller tadellos erhaltene Roter Eiserävfel aus der Ernte von 1 92 6. Lieber die Obstprodukte wird von berufener Seite noch berichtet werden, nur sei als etwas Besonderes jetzt schon der vorzügliche Apfelsaft und Wein von Wilhelm Acker aus Wieseck erwähnt. Das rege Interesse für den heimischen Obstbau kam durch den außerordentlich regen Besuch der Ausstellung zum Ausdruck, der allein am gestrigen Sonntag die Zahl zweitausend überschritt. Turnen, Sport und Spiel. Aus dem Turngau Hessen (£). T.) Marburg, 4. gebt. Richt weniger als 83 Turnwarte und Vorturner hatten sich hier zur Bezirksvorturner stunde des I. Bezirks im Turngau Hessen eingefunben. Liebungen und Organisation des Wintergeräteturnens wurden eingehend beraten. Ein wichtiger Punkt der Besprechungen war anschließend die beabsichtigte Lostrennung des 1. und 6. Bezirks vom Turngau Hessen und ihre Zuteilung zum Gau Treysa-Hersfeld des Turnkreises VII (Oberweser). Diese Maßnahme hängt mit den „Dereinigungs"-- und Grenzregulierungsbestrebungen zusammen, die seit einiger Zeit in den Kreisen und zum Teil auch in den Gauen der Deutschen Turner- schaft zur Diskussion stehen. Der VII. Kreis hätte, das ist seit längerer Zeit bekannt, gerne Teile des IX. (Mittelrhein-) Kreises zu seiner Abrundung, und zwar handelt es sich bei seinen Forderungen um alte Kernstücke des Gaues Hessen, für die seinerzeit kleinere Austau'ch- gebiete angeboten wurden. Als die Frage erstmalig austauchte, wurden neben den althessischen Gebieten des 1. und 6. Bezirks (Marburg. Kirchhain. Biedenkopf. Frankenberg) auch Teile des 4. Bezirks (Lauterbach) genannt. Da man sich in der D. T. von Lleberlieserung und geschichtlich Gewordenem, von einmal geknüpften Freunb- schaltsbanden nur schwer trennen kann, dürfte die geplante Bereinigung im gesamten Gau auf Widerstand stoßen, zumal zu den genannten Turnerstäbten in allen Gaubezirken besonders freundschaftliche Beziehungen bestehen. Die erste Gegenmaßnahme zu dem Vorhaben der oberen Leitung hat unser 1. Bezirk getroffen. Die hier versammelten Turnerführer lehnten einmütig einen Liebertritt zum Rachbarkreis ab, nicht nur aus verkehrstechnischen Erwägungen heraus, sondern auch aus ideellen Gründen. Denn Gau- und Mittelrheinkreisführer sind den Turnern Althessens so ans Herz gewachsen, daß ihnen eine Trennung unerträglich wäre. In einem einstimmig angenommenen Antrag, der auf dem Gauturntag des Gaues Hessen am 11. März in Gießen vorgelegt werden soll, wird die Stellungnahme des Bezirks zur Frage der Lostrennung vom Gau Hessen eingehend begründet und der Liebertritt zum Weser-Fulda- kreis abgelehnt. (Man kann die Haltung der Marburger Turner, die sich eng verwachsen fühlen mit dem Gau Hessen und mit ihren hessischen Stammesbrüdern nach wie vor die turnerische Gaueinheit bilden möchten, durchaus verstehen, um so mehr als uns bekannt ist. baß in Fulda schon lange Bestrebungen im Gange sind, vom VII. Kreis loszukommen und zum leistungsfähigen Turngau Hessen überzutreten. Wie wir hören, bestehen auch gar keine Aussichten für Durchführung des Vorhabens. D. Red.) Gchwünmerergnis in Berlin. Das Internationale Berliner Schwimmfest nahm am Samstag tm Wellenbad Lunapark einen prächtigen Anfang. Das Hauptereignis des Abends, der Wasserball - L änderkampf Deuts 6) - land - Belgien, wurde von der deubs.hen Wasserball-Sieben mit 3:2 gewonnen. Besonders in der ersten Spielhälfte zeigten die deutschen Reprä- sentativen ein glänzendes Spiel und lagen bis zum Wechsel mit 2:0 in Führung. In den Schwimmwettbewerben sir gte Arne Borg im 1500-Meter-Freistiljchwimmen natürlich, wie er wollte, in genau 21 Minuten. N e i tz e I - Magdeburg 96 verbesserte hinter ihm mit 22,02.2 den deutschen Rekord, der aber wegen der Kürze d:r Bades keine Anerkennung finden kann. Im 4 0 0 - Meter - Brustschwimmen für Damen stellte Frl. Hilde Schrader (Magdeburg) mit 7.01.8 eine deutsche Höchstleistung auf. „Alle Holländer" und „junge Franzosen". Lebhafter Aufschwung im deutschen Kunsthandel. Von Dr. Walther Hötting. Kürzlich wurden zwei berühmte Bilder, ..Christus und die Samariterin" von Rembrandt und „Die Heilige Familie" von 5)üre r, aus deutschem Besitz an Ausländer verlaust. Diese Tatsache, die in der gesamten Kunstwelt großes, berechtigtes Aufsehen hervoraerufen hat, lenkt die allgemeine Aufmerksam.e t auf die Organisation des deutschen Kunsthandels, der in letzter Zeit eine völlige Umgestaltung erfahren hat. Der deutsche Kunsthandel erlebt jetzt einen Aufschwung, den man noch vor wenigen Jahren nicht einmal ahnen konnte; er spielt heute auf dem internationalen Markt eine weit bedeutendere Rolle als vor dem Krieg. Aeutzerlich zeigt sich das schon dadurch, daß Berlin fast mit einem Schlage eine Art von „Galerien- viertel" erhalten hat, also eine Art Zentrum des Kunsthandels, wie man es sonst nur im Stadtbild von Paris, Rom ober Amsterbam kannte. Allerbings bleibt Amsterdam der wichtigste Kunsthandelsplah für die Werke der älteren Malerei; denn die rasche Entwicklung des deutschen Kunsthandels umfaßt in erster Linie das Gebiet der neuen Kunst, und die Galerien und Kunstsalons, die im Westen Berlins — aber nicht am Kurfürstendamm, sondern zum größten Teil im alten Tiergartenviertel — fast aus dem Boden geschossen sind, wenden ihre Aufmerksamkeit ganz allgemein der Moderne zu. Daneben machten sich freilich auch Sammlerneigung und Kauflust für alte Kunst bemerkbar; besonders erfreuen sich die alten holländischen M e i - ft er einer großen Beliebtheit — aber was davon in Berlin in freiem Besitz, also nicht Eigentum staatlicher Sammlungen und Museen ist. das ist nicht sehr viel und nicht sehr bedeutend. Immerhin werden gerade „alte Holländer" von den kleineren und manchmal auch von den weniger seriösen Kunsthändlern viel ..gehandelt", und aus diesem Gebiet betätigen sich auch die Laien. eum Es ist bekannt, bah sich der Kunstbesitz nicht mehr in so festen Händen befindet wie früher. Viele Generationen befand sich früher ein gutes, altes Bild im Besitz einer Familie. Oft wußte man den Namen des Maler nicht, ober es pflanzte sich von Mund zu Mund die vage Kunde fort, das Werk stamme von Frans Hals oder von Vermer oder gar von Rembrandt. 2n den meisten Fällen waren das sehr ungewiße Angaben; aber es waren Familienstücke, die von einer Tradition umgeben waren — und ans Verkaufen dachte niemand. Die Inflation hat darin gründlich Wandel geschaffen. Der alte Kunstbesitz geriet in Bewegung, Bilder wurden zur Kapitalanlage. Laien, die durch Erbschaft, Tausch ober Kauf in den Besitz alter Gemälde gekommen waren, überschwemmten den Markt mit Bildern, von denen jedes, mit und ohne Attest oder Gutachten, ein Rembrandt ober van Dyck sein sollte. Die Flut hat heute kaum nachgelassen: wer einmal die Direktion des Berliner Kaiier-Friedrich-Mufeums aufsucht, also die kompetente Stelle für die ältere Malerei, der erführt, daß dort stets eine Menge alter Bilder zusammenströmen; aus ganz Preußen, aus Süd- deutschland, ja aus dem Ausland werden wohlverpackte und verschnürte Gemälde eingesandt, für die ein Gutachten verlangt wird, daß es ein Rembrandt ober ein Rubens ober ein Terborch und natürlich einige hunberttausenb Mark wert sei. Wenn bie „Spitzenklöpplerin" bes Vermeer van Delft, die lange im Kaiser-Friedrich- Museum gehangen hat, für einige Hundert- tausende ins Ausland verkauft wird, dann kommen wochenlang Leute mit so vielen „Vermeers", wie es nie gegeben hat. Stets verlangen sie ein Gutachten von Wilhelm von Bode; sie wissen, daß ein Wort Bodes im Kunsthandel Gold wert ist. Meist werden dem Museum - zur Begutachtung oder sogar zum Kauf — Kopien angeboten; in seltneren Fällen sind es Werke guter, aber wenig bekannter Maler, die dann einen — theoretischen — Wert von 1000 oder 2000 Mark haben. Das ist für die Besitzer gewöhnlich eine große Enttäuschung — wenn sie nicht doch hartnäckig an ihrem Glauben festhalten. In Berlin erzählt man sich eine Geschichte von einem neureichen, der eine Kopie von Rembrandts „Mann mit dem Goldhelm" feierlich in seinem Salon aufbewahrt. Das Original hängt freilich im Kaiser-Friedrich- Museum; aber Wilhelm von Bode hatte dem Besitzer der Kopie begütigend gesagt, daß ja auch manche Bilder in den Museen Rachahmungen seien — und seither läßt sich der Mann durch nichts mehr in dem Glauben irremachcn, baß et- ben echten „Mann mit bem Goldhelm" habe. Aber man kann auch Glück haben: der bemerkenswerteste Fall dieser Art ist der neu- entdeckte und durch Friedländer anerkannte Dürer (ein Bildnis eines Jünglings). Eine Berliner Galerie hat dieses Bild kürzlich für 750 000 Mark erworben ur* jetzt für eine Million nach Reuyork verkauft; die große Gewinnsumme verdankt sie sicher in erster Linie dem Ansehen des Gutachters. Seinen eigentlichen Aufschwung hat der deutsche Kunsthandel aber eigentlich aus dem Gebiet der modernen Malerei erlebt — und zwar, so erstaunlich es ist, mit französischen Bildern des 19. Jahrhunderts. Man kann darüber Klage führen, aber man kann nicht bestreiten, daß für deutsche Künstler hohe und höchste Preise — auch für bie Mobernen zahlt man heute Hunderttausende — nur mit Werken Leibls und vielleicht auch Trübners erzielt werden. Paris zeigt ein recht geringes Interesse für Liebermann, der ebenso wie Corinth nur in Deutschland ein gutzahlendes Publikum hat. Zweifellos wird Corinth eines Tages Bedeutung für den internationalen Kunst - handel erlangen; heute aber zögert sogar die Rationalgalerie, die einzelne Aquarelle aus seinem Nachlaß gern erwerben möchte, dafür die geforderten 2000 bis 3000 Mark anzulegen. Corinths Rachlaß ist nämlich nicht verschleudert worden; er gehört zu einem großen Teil seinen Erben, die ihn nicht preisgeben mußten und glücklicher als die Witwe eines französischen Malers sind; denn diese Dame sah sich kürzlich bei einer Versteigerung des Rachlasses einer richtigen Verschwörung der Händler gegenüber, die ihr die Bilder ihres Mannes zu lächerlichen Preisen abjagten, aber schon in wenigen Wochen beim Wiederverkauf enorme Gewinne erzielten. Lim die Förderung des deutschen Kunsthandels hat sich besonders der Schriftsteller Julius Meier-Graefe verdient gemacht. Er hat dazu geholfen, daß der deutsche Kunsthandel sich eine der ersten Positionen aus dem internationalen Markt schassen konnte. Die Galerien, die diese Stellung gerade mit der französischen Malerei eroberten, haben damit — so paradox In der 3 mal 100 • Meter • Freistilstaffel siegte Borussia - Silesia (Breslau) in 3.15 vor Poseidon (Leipzig). In der Großen Bruststaffel 10 mal 50 Meter siegte Hellas (Magdeburg) in 14.26 und in der 4 mal 100-Meter-Lagenstaffel Hellas (Magdeburg) in 5.01. Guten Sport brachten am Sonntag wiederum die beiden Wasserballspiele. Die deutsch« Olympia- Sieben siegte über die tschechische Ländermannschaft mit 4:1. Im zweiten Wasserballspiel zwischen den Städtemannschaften von Brüssel und Berlin führte Brüssel in der ersten Hälfte 2:1 und blieb zmn Schluß nur knapp mit 3:2 siegreich. In den Schwimmwettbewerben des zweiten Tages ragen besonders die Siege des schwedischen Schwimmwunders Arne Borg hervor. Arne Borg war sowohl über 100 wie 400 Meter nicht zu schlagen. Das 200-Meter-Brustschwimmen brachte den erwarteten Kampf, aber nicht zwischen Rademacher und Wisnell, sondern zwischen dem Magdeburger und dem Kölner B u d i g. Der Schwede Wisnell war eine große Enttäuschung und endete unplaziert. Schwimmtrainer Behrens gestorben. In der Rächt zum Sonntag verschied an einem Schlaganfall der Trainer der deutschen Schwimmmannschaft für die Amsterdamer Olympiade, der Magdeburger Kurt E. Behrens, im Alter von 42 Jahren. Der Verstorbene war einer der bedeutendsten Kopfe im europäischen Schwimmsport. Als Leiter der Magdeburger Hellasmann- schast jDoIjnte Behrens am Samstagabend den internationalen Schwimmwettkämpfen in Berlin bei, wo er infolge ungeheurer Aufregung einen Schlaganfall erlitt, dem er dann in der Sonntagnacht erlegen ist. Süddeutsche Fußballmeisterschaft. In der R u n ö e der Mei st er blieben diesmal größere Lieberraschungen aus. Das wichtigste Treffen fand in München zwischen Bayern M ü nchen und der Spielvereinigung Fürth statt, das torlos 0:0 endete. In Frankfurt sicherte sich Eintracht gegen den Fußballverein Saarbrücken durch ein verdientes 5: 1 weitere 2 Punkte. Eintrachts Sturm war sehr schuhfreudig. Wormatia Worms teilte mit dem Sportverein Waldhof die Punkte. Das sehr harte Treffen endete 2:2. nachdem anfangs Mannheim-Waldho" in Führung gelegen hatte. Stuttgarter Kickers verloren dank ihrer schlechten Deckungsarbeit verdient gegen den in bester Form befindlichen Karlsruher F u ß b a 11D e r e i n 2:4. 2n der Runde der Zweiten und Dritten gab es namentlich in der Gruppe Rord w e st sehr torreiche Treffen mit Ergebnissen, die nicht ganz den Erwartungen entsprachen. V. f. L. Reu-Isenburg konnte dank großen Eifers dem Frankfurter F.Sp.V. ein unentschiedenes 3:3 abtrohen. Einen sehr guten Eindruck hinterlieh der F. Sp. V. 05 Mainz in seinem Gastspiel gegen V. f. L. Reckarau in Mannheim. Die Mainzer waren in bester Verfassung und gewannen trotz der vier Gegentore, die ihr Ersatztorwächter passieren lassen muhte, mit 6:4 Toren vollkommen verdient. Auf sehr schlechtem Boden und bei nicht allzu fairem Spiele erkämpfte sich der zweite grauliurter Verein, Sportklub Ro 1 weiß, mit einem verdienten 4:3 gegen Borussia Reunkireden den zweiten Tabellenplatz, nach vier Llnentschieden endlich den ersten Sieg feiernd. Auch die zweite Mannschaft aus dem Saargebiet, Saar 05 Saarbrücken, verlor, wie erwartet, gegen die F. G. 1 903 Ludwigs- b a f e n trotz guter Verteidigung mit 2:4 Toren, bleibt also mit dem anderen Saarverein zusammen am Ende der Tabelle. In der Gruppe S ü b o ft der Runde der Zweiten und Dritten standen diesmal nur zwei Begegnungen auf dem Programm. Der 1. F. C. N ü r n'b e r g gewann zwar gegen den V. f. R. Fürth mit 2:1 Toren, aber der Sieg wurde ihm durchaus nicht leicht gemacht. In einwandfreier Weise triumphierte in Karlsruhe die flüssige Kombination des Frei' b arger Sportklubs über die schlecht disponierte Phönix-Mannschaft mit 2:0 Toren. Sp. El. Freiburg gelangte somit auf den zweiten Tabellenplatz. MB UUUJOTJ- mjli i •- mumm es klingt — den gangbarsten Weg eingeschlagen, auch den großen Deutschen internationale Geltung zu schaffen. Der deutsche Handel, der nun ein gewichtiges Wort auf dem Marit der anerkannten Franzosen miispricht, wird sich jetzt auf den französischen Märkten viel erfolgreicher für Corinth, Liebermann und Slevogt einseZen können. Darum ist die Reihe der Reiwir-, Monet-, Manet- und van Gogh-Ausstellungen durchaus nicht beängstigend, selbst wenn von bei großen Objekten — in der Monet-Ausstellui'.g werden faum Werke unter einem Wert von hunderttausend Marl zu sehen sein — eine ganze Anzahl in Deutschland gelaust werden sollten. Damit rechnen n.aturiich die Händler, denn ohne diese Aussicht würde niemand allein als Der- sicherungsprämi: für eine der genannten Ausstellungen die runde Summe von 60000 Mk. ausgeben. Lim auch nur diesen Teil der Llnrosten — das sind bet weitem nicht alle — hereinzubringen, sind mindestens drei bis vier gute Verkäufe notwendig. Man klagt viel über den „Snobismus" des Publikums, der sich in erster Linie der französischen Malerei zuwcndet. Es gibt aber auch unter denen, die deutsche Künstler fördern, taufen und verkaufen, viele „Snobs". Es gibt heute wenig kaufkräftige, individuelle Sammler mehr: R a e b e r in Lugano, der feine berühmten Zeichnungen zu seinem Schaden gegen Picasso ein* getauscht hat. oder Reinhart in Winterthur. Natürlich gibt sich der Kunsthandel auch um diese einzelnen Liebhaber alben Stils große Mühe, wenn sie in Berlin erscheinen; aber die großen Sensationen machen heu e die Cliquen, die Galerien mit eigener Zeitschrift, literarischer Reklame, gesellschaftlichem Anhang. Hier findet der Künstler die Chance, „lanciert" zu werden, mit Ausstellungen, Porträtaufträgen. Käufern. Der Erfolg hängt viel von gesellschaftlichen Beziehungen ab. Wenige sind so naiv und schlau zugleich — jene Mischung, die die glücklichsten Geschäftsleute ergibt — wie der zu seiner Zeit ziem- lich bekannte Italiener Rosso, der von Paris nach Berlin kam und sich von Geheimrat Arn- hold seine berühmte Sammlung zeigen ließ. „Gewiß," sagte er, indem er alle die großen Rainen gebührend bewunderte, „das ist alles vortrefflich — aber Ihnen fehlt ein Rosso." — Arnhold hat diesen fehlenden Rosso gelaust. Die italienischen Künstler 'waren von jeher ihre eigenen Manager .... Aoch keine Entscheidung in der O. $. B. Pokalzwischenrunde. Dor 50 000 Zuschauern standen sich am gestrigen Sonntag in Duisburg die repräsentativen Verbandsmannschaften von Nord - und Westdeutschland im Wiederholungsspiel gegenüber. Auch diesmal konnte noch keine Entscheidung erzielt werden. Nach Ablaus der regulären Spielzeit staud das Treffen 1:1 (0:1). In der folgenden Verlängerung erzielte jede Mannschaft noch einen weiteren Treffer, und beim Stande 2:2 mutzte der Schiedsrichter das Spiel der eintretenden Duskelheit wegen abbrechen. Voraussichtlich wird das dritte Spiel am kommenden Sonntag in Hamburg ausgetragen werden. Länderkampf Deutschland — Frankreich. In Paris fand am Samstagabend der erste Länderkampf im Ringen zwischen Deutschland und Frankreich statt. Ihrem Rufe entsprechend haben die deutschen Teilnehmer den Kampf durch sechs Siege ohne Niederlage gewonnen. Einzelergebnisse: Bantamgewicht 58 Kilo: O h l (Deutschland) schlägt Francois (Frankoeich) nach Punkten in 20 Minuten, Halbschwergewicht 82,5 Kilo. R u p p (Deutschland) schlägt Elody (Fnankreich) in 4,55 Minuten. Schwergewicht über 82,5 Kilo: E h r i n g (Deutschland) wirft Ed. Dame (Frankreich) in 6,59 Minuten. Federgewicht 50 Kilo: Surth (Deutschland) wirft Rottcnflue (Frankreich) in 4,18 Minuten. Mittelgewicht 70 Kilo: Braun (Deutschland) wirft Iourlin (Frankreich) in 5,07 Minuten. Leichtgewicht 67,5 Kilo: Sterling Deutschland) wirft Carisel (Frankreich) nach Punkten in 20 Minuten. Wagner gegenHeymann unentschieden Der in der Dortmunder Westfalenhalle gestern zum Austrag gekommene Eirtscheidungskampf um die deutsche Schwergewichtsrneisterschaft zwischen dem Exmeister Rudi Wagner und Ludwig H e y - m'a n n brachte wider Grwarten nach Ablauf von zehn Runden ein Unentschieden. Starkenburg. WSN. Offenbachs 4. Febr. In der Nacht zum Freitag hat sich in der Hasenbachstratze das Ehepaar Kreis d'arch Leuchtgas vergiftet. Aus einem hinterlassenen Schreiben geht I hervor, dah das Ehepaar aus wirtschaftlicher Not gemeinsam in den Tod gegan- | gen ist. WSN. Rüsselsheim, 5. Febr. Zur Besichtigung des Projekts des neuen grotzange- legten Opel-Güterbahnhofs auf dem etwa 20 hessische Morgen umfassenden Gelände zwischen dem Vauschheimer und dem Ginsheimer Weg weilten hier höhere Beamte der Reichsbahn. Der neue Opelbahnhof wird 16 neue Gleislinien umfassen. Für die Werksangehörigen werden nach seiner Fertigstellung auf den Strecken Darmstadt—Rüsselsheim. Mainz- Rüsselsheim. Wiesbaden—Mainbrücke—Rüsels- heim Sonderzüge eingelegt werden, die direkt in den Bahnhof einlaufen. Eisenbahnunfatt bei Groß-Gerau. WSN. Grotz-Gerau, 4. Febr. Heute vormittag überfuhr im Bahnhof Dornberg- Groß-Gerau der Durchgangsgütcrzug Nr. 6652 das auf Halt stehende Ausfahrt- s i g n a l, geriet in das anschließende Schuhrumpfgleis und überrannte den Prellbock. Die Lokomotive stürzte die Bö s ch u ng herunter. der Packwagen geriet in Brand und acht Wagen ent g lei st en. Der Zugführer Balentin Mehlig aus Bischofsheim wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Das Gleis Frankfurt—Mannheim war etwa acht Stunden und das Gleis Mannheim- Frankfurt etwa drei Stunden gesperrt. Die Züge wurden über Darmstadt geleitet. Rheinhessen. LPD. Worms, 4. Febr. In der Stadtverordnetenversammlung wurde eine Vorlage besprochen, wonach ein von dem Stadtverordneten Freiherrn Ludwig von Hehl gestiftetes H i n - denburgbild im Sitzungssaal aufgchängt werden soll. Die Vorlage wurde angenommen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und des Bürgermeisters Schulte (@o5.). Preußen. Diehverweriung Kreis Marburg. ' Marburg, 4. Febr. Wie uns mitgeteilt wird, haben sich die Landwirte im Kreise Marburg unter dem Vorsitz von Landwirt Daniel Schäfer II. in Heskem schon seit längerer Zeit eine ,.Diebverwertung Kreis Marburg" eingerichtet, die den Diehkauf bzw. Verkauf ohne Zwischenhandel von Landwirt zu Landwirt mit reeller Garantie und erleichterten Zahlungsbedingungen vermittelt. D e Einrichtung hat sich vorzüglich bewährt. Kreis Wetzlar. XX Krofdorf, 4. Febr. In unserer Kraft- p o st l i n i e herrscht während der Wintermonate Hochbetrieb, verkehren doch am frühen Morgen regelmäßig vier Wagen nach der Stadt, darunter zwei mit Anhänger. Mittags 1 Ufjr finden die Bewohner von Launsbach bequem Anschluß von der hiesigen Haltestelle ab, und auch dieser Wagen ist meist zum Erdrücken voll, fo daß viele sich mit einem Stehplatz begnügen müssen. Da die hiesige Wagenhalle für die auf der Strecke Krofdorf—Gießen verkehrenden vier Kraftwagen nebst Anhänger nicht genügte, mutzte zu deren Erweiterung geschritten werden. Dank der seitherigen frostfreien Witterung steht jetzt die stattliche Halle vollendet da: die Gemeinde wird zu den entstandenen Kosten nach dem früheren Verteilungsschlüssel für Autohallenbau herangezogen. cP Altenkirchen, 4. Febr. Während der Dachdeckermeister Wilhelm Gerhardt aus dem benachbarten Orte Klein-Ahrdt auf dem Dache des hiesigen Gemeinde-Transsor- matorhauses mit Reparaturarbeitcn beschäftigt war. kam er mit der Hochspannungsleitung in Berührung. Der bedauernswerte Mann wurde von dem Starkstrom a u f der Stelle getötet. Er hinterläht seine Witwe und drei Kinder von 6. 4 und 2 Jahren und außerdem seine Mutter, deren letzte Stühe er war. Kreis Kirchhain. LPD. Kirchhain, 5. Febr. Ein Groh- feuer vernichtete in Schweinsberg die Scheunen der Arbeiterwitwe S t ö ck e r und des Landwirts E st o r, sowie ein Stallgebäude. Die in den Gebäuden aufgestapelten Ernte- Vorräte und landwirtschaftlichen Maschinen verbrannten: das Vieh konnte gerettet werden. Während der Landwirt ziemlich gut versichert ist, ist die Brandkatastrophe für die unversicherte Arbeiterwitwe ein harter Schlag. Das Feuer ist, wie festgestellt wurde, durch spielende Kinder verursacht worden. Dillkreis. WSN. Herborn, 5. Febr. In dem Steinbruchbetrieb zu Rodenroth entzündete sich vorzeitig eine Sprengladung. Der Schießmeister Korb wurde in Stücke gerissen. bl. Lickersdors (Dillkreis), 4. Febr. In der Nähe des Forsthauses „Neuhaus" ist ein Grünerdebetrieb im Gange, der im Delitz einer Westerburger Firma ist. Die hier gewonnene Grünerde soll qualitativ gut sein. Lbcrwcstcrwaldkrcis. WSN. Marienberg. 5. Febr. In ausfälliger Weise haben sich in den beiden letzten Wochen die Brände auf dem Wester- wald gemehrt, bei denen eine größere Anzahl von Gebäuden eingcäschert wurde. Bei mehreren dieser Brände besteht Verdacht der Brandstiftung. Die Nassauische Brandver- sichcrungsanstalt zu Wiesbaden hat nunmehr für jeden Brandfall eine Belohnung bis zu 1000 Mark für denjenigen ausgesetzt, dessen Mitteilungen zur Feststellung von Brandstistern und deren Bestrafung führen. Maingau. WSN. Franfurt a. M., 4. Febr. Gestern abend wurde der Hemmschuhleger L i e b l e r aus Frankfurt a. M. auf dem hiesigen Haupt- Personenbahnhof beim ^leberschreiten der Gleise überfahren. Er erhielt an beiden Beinen und am rechten Arm schwere Verletzungen, die seine sofortige Lleberführung in das Städt. Krankenhaus notwendig machte. In der Nacht ist er noch seinen Verletzungen erlegen. Er war unverheiratet und 28 Jahre alt. spinn- l ^TABLETTEN die. uTuißeriroffanen Schmexzsiillerf in allen Apotheken erhÄltlich, v* seit 100 fahren das anerkannt Beste auf dem Gebiet der Zicho rienkaffee - Erjeu gung. venn Jhr Kaiteegetränk nichts schmeckt.wie Sie es wünschen? Nehmen Sie als Zusatz Aechfr Franck, wie Millionen anderer Hausfrauen auch! Dann bekommt Jhr Kaffeegetränk ein feines Aroma und eine schöne, goldbraune Farbe.Versudien Sie es gleich! Aber lassen Sie sich ja nichts anderes geben,nur AechtFranck mit der Kaffeemühle Wir zeigen hocherfreut die glückliche Geburt l unseres zweiten Töchterchens an Studienrat ©r, Fritz Fischer und Frau Margot geb. Cellarius Gießen, den 5. Februar 1926 Mittwoch, s. Februar, abds. 6 im Kath. Deremshaus Lichtbilder-Vortmg Thema: „Nervenkrast und Nervenleiden" Zfiebner: Herr Dr. med. Malten, Baden-Baden (Antritt für Mitglieder 30 Pfennig; für Gäste 50 Pfennig KaturrhersveverttGretze« Restaurant Krokodil, Kaiserallee 22 Morgen, Dienstag, den 7. Februar Bockbier-Abend (Konzert) 3m Ausschank Edel-Bock ( Starkbier) aus dem Gießener Brallhaus. 14000 VoranzeigcF" Sonntag, den 19. Februar 192’8, 19 Uhr Wiener-Prater-Ahend in der Neuen Aula der Universität zu Gunsten der Gießener Studeutenhilfe e. V. 1367D Schule für höheres Klavierspieä imd Vorschule von Minna Körner Westanlage 48 konservatorisch ausgebildet und geprüft, weitergebildet im Klavier bei Bernhard Staven- hagen, Alexander Siloti, Dr. Hans v. Bülow; in Theorie bei A.Ursprudi, Professor Böhme, Dr. Frank Limbert. Lehrfächer der Schule: Gehörbildung. Musikdiktat, Analyse, Primavista- Singen, Theorie, Harmonielehre, Geschichte d.Musik Elementar- u. höheres Klavierspiel (Solo / Ensemblespiel / Hebungen im Begleiten). 1368D O.-Cedar-Mop| Der getränkte Staubwischer! Er staubt nicht und spart das Auf wischen, Wachsen u, Bohnern der Fußböden. Reinigt staubfrei und poliert gleichzeitig O.-Cedar- Mop - Verkaufsstelle Edgar Bomnann ♦ Kietze» Haus- und Küchengeräte | mit separatem Etnaang, 1. Etage, geeignet für Anwalt. Arzt, Zahnarzt ob. Bureau- I zwecke, nächste Räbe vom Markivlatz. zu vermictc'.u Reflektanten belieben tbre Adresse unter sJir. 12u9D an den Gießener Anzeiger gelangen zu lassen. StWöflMtt ^pmünSen liusnnthing Win u. nnteroert öle BrüljlW Unin.-DruWi. u. Lange. Siegen. SlWstt. 7. Violin-Unterricht nach modernen musikerzieherischen Grundsätzen für Anfänger und Fortgeschrittene bis zur vollständigen Ausbildung sowie Unterricht in Theorie, Gehörbildung u. Ensemblespiel erteilt Franz Bauer, Jr. Staatlich geprüfter Musiklehrer ehern. Schüler v. Prof. F. Bassermann, Konzertmeister Heß u. Dir. B. Sottles Dr. Hoch’schen Konservatorium Frankfurt a. M. — Sprechstunden ;l.v.9-ll Uhr vorm., Asterweg 39p 0861 Perser-Teppich und einige Verbinder dringender Zahlungen wegen preiswert verkäuflich. Schriftl. Angebote unter F.T. 15348 an den Gieß. Anzeiger tm iäiD tturt Moosdorf. Gtanzbügeln. Aster weg 20. Die Auöschuftmliglteder werden gebeten, zu dlefer Sitzung oollzähttch erscheinen zu wollen. Der Vorsitzende deS Vorstandes. drei Kastenwagen. Moll. Gerichtsvollzieher k. 21. in Gießen, Iheringstraße 7. Schlvkapatz, Bahlihosstraße. Tagesordnung: 1. Wahl des Ausschutzvotfitzendert 2. Wahl der Rechniingsprüsungö- komini'sion für 1927 3. Verschiedenes. Wer gibt 7jäbr. Jungen nachmittags strenge Aussicht? Schriitl. Angeb. unter 1422D an den Gieß. Anz. A!lg. Ortskrankenkasse Metzen-Stadt Gießen, den 6. Februar 1928. Einladung zur Ausfchutz-Sltzung auf Mittwoch, den 15, Februar d. I., abends 8S Uhr, j Vermietungen | » Zimmer zu vermieten 0925 Kirrbcnvl. 21 II, r. | Mietgesuche j 4 5'3l«t- WM« von ruhiger Familie 14 Erwachs.» gesucht. Schr. Angeb. unter 0928 a. d. Gieß. Anz. mm 3—4 Zimmer, möglichst mit Bad, von finderlosemEhevaar z. 1. April 28 gesucht. Miete kann evtl, auf 1 Jahr tm voraus gezahlt werden. Lchr. Angeb. u. 0921 an d. Wien. Anz. erb. 2 dis 3 möblierte Zimmer ruhige, beste Lage, spät. Küch -Benutze et. Licht, mögt. Lad, Aernfpr. gesucht. Schr. Angeb. unter 0915 an d. Gien. An». [Wohnungstausch] MlllllWlllM Suche Wohnung in (Siesten gegen em neues Eiusamilien' baus mit großem Garten nebü Sial- , lung,StreckeGietzen ! 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Rmnon von Erica Grupe-Lörcher. 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten. In diese eigene, halb müde, halb beschwingte innere Stimmung vaßte die Atmosphäre vortrefflich, die chr aus dem Innern des Wagens ent- yegeirfchlug, als sie später das Auto zur Abfahrt wieder bestieg und Monsieur Bouvier neben ihr Platz nahm. Gestern hatte sie in einem Blumenladen die ersten Rosen, Veilchen, Narzissen und Mimosen entdeckt, die durch die neu nach Frankreich hinüber geschaffenen Verbindungen von den gesegneten Gestaden der Riviera, von Nizza nach Straßburg hereingeschasft worden waren. Einen ganzen Arm voll der köstlichen Frühlingsboten hatte sie erstanden und mit ngch Hause genommen und mitten zwischen das nebelige Dezembergrau des Elsaß hindurchgetragen. Kinder der südlicheren Sonne, gewachsen unter dem strahlenden Himmelsblau am Gestade des Mittelmeers! Einen Strauß von weißen großblumigen Narzissen und schlanken Tuberosen hatte sie dem Chauffeur mit der Anordnung gegeben, die Blumen in die röhrenartige kleine Glasvase im Innern des Wagens zu stecken. Hier hatten die Blumen nun während der Stunden, die Melusine mit dem Gaste bei ihrer Groß- mutter geweilt, das ganze Innere des Gefährts mit ihrem Duft voll süßer Schwere und Betäubung erfüllt! Als der Wqgen aus dem Schloßpark zur Landstraße hinausglitt, blieb die alte Baronin noch eine Beillang am Fenster ihres Salons stehen und sah in die hereingebrochene Dunkelheit hinaus. Der Lichtschein der Autolampen entschwand in der Ferne. Nebenan hantierte noch der alte Jacques in seiner lautlosen Art beim Abdecken der Tafel im kleinen Speisesaal. So ging es Schrill für Schritt vorwärts auf dem Ruhmeswege Frankreichs! O, daß ihr weißes Haupt noch alle diese Stunden mitdurchleben durfte. Und wie im Aeußeren geschehen, so auch im Schicksal ihres eigenen Hauses. Der älteste Enkel einer reichen Fabrikantentochter des Elsaß verlobt, die von ■■»»■■■■«■■nMMPii—liHwilii I imiuaaaigwffriiiMMBrijiaa frühester Jugend an in französischem Geiste erzogen war. Die einzige Enkelin auf dem Wege, eine im- flug, unter der aufbrausenden Lebenslust früher Jugend geschossene Verlooung mit einem eleganten Deutschen, dem selbst ein ungünsttg Gesinnter nicht Schneid absprechen konnte, zu lösen, um ihr Herz einem begabten und temperamentvollen Vollblut- franzosen zuzuneigen. Nur ihr Enkel Raymond schien auch jetzt seine eigenen Wege weiter wandeln zu wollen! Ihr Gesicht überschattete sich. Nie lieh er es der Großmutter gegenüber an Anhänglichkeit, an Ergebenheit fehlen! Aber um seine nationalen Empfindungen zog er gleichsam einen Wall, wenn sie es unter vier Augen wagte, anzupocken. Und sie fühlte es: Hier stand ihr eine ganz andere Auffassung, eine andere Welt gegenüber, in die er sie nie eindringen ließ. Dann begleiteten der Greisin Gedanken wieder die zwei jungen Menschen, die sie eben um sich gesehen hatte. Beim Abscyiednehmen, als Melusine chr nach französischer Gepflogenheit auf beide Wangen einen Kuß hauchte, hatte sie die Enkelin noch einmal kurz und tief und bedeutungsvoll angesehen. Und das junde Mädchen wußte, dieser Blick sollte die Worte der Großmutter von vorhin wiederholen: „Wenn du eine Verbindung mit dem jungen Gaste schließen wolltest, den seine Sehnsucht zu dir jetzt gleich aus Frankreich hertrieb — o, mein Segen wurde auf dir ruhen, meine Liebe! Ja, auf dieser Verbindung könnte mein Segen und meine Zustimmung ruhen!" — Waren es geheimnisvolle Fäden, geheimnisvolle, unsichtbare Gewöllen, die aus den Empfindungen der Greisin jetzt dem jungen Paare folgten? Es war Melusine, als ob ein Wille über ihr schwebe und sie in eine bestimmte Richtung wies und zwang! Die äußere Form der Unterhaltung zwischen ihr und Bouvier war ja im Grunde gleichgültig. Er sprach noch eine Zeitlang mit hochtönenden Worten und mit Begeisterung von der allen Dame. „Welch ein Schwung von Geisteskraft lebt noch in ihr! Welch eine edle nationale Ueberzeugung! Und welch Hauch von Vornehmheit umgibt ihre ganze Persönlichkeit!" Dann aber glitt er geschickt zu Melufinens Persönlichkeit hinüber. Ja, wer eine solche Ahne besaß, der formte sich in seinem aanzen Sein nach dem Dorbilde eines solchen Vorfahren! Schon beim ersten Moment ihres Anblickes damals, als sie ihn beim Gesang der prooencalischen Volkslieder im Hause seiner Großeltern überraschte, fühlte er sofort, sie sei etwas Besonderes. Etwas unendlich Kostbares, das einem sonst nicht im Alltag begegne. Und daß er jetzt in ihrer Nähe weilen dürfe, daß sie ihn gleich für windig befunden, sie zu ihrer herrlichen Ahne hinauszugeleiten und ihn dort vorzustellen, alles das ließe ihn hoffen, auch er sei ihr nicht ganz gleichgülttg? Zuerst ergriff er ihre Hand. Er zog diese süße feingeformte Mädchenhand in dem vornehmen Wildlederhandschuh an seine Lippen. Und dann — sie hätte sich später keine klare Rechensck>aft über das geben können — dann lehnte sie an seiner Schulter. Er hatte sie leise an sich gezogen. Sein Arm umschloß sie. Müde neigte sie den Kopf an seine Schulter zurück. Es war ein« so süße, eine so köstliche Müdigkeit von einer leise einspinnenden Weichheit. Und dann ruhten ihre Lippen aufeinander. Fast wortlos verlief der Rest der Fahrt. Die ganze Umgebung versank rings für sie. Lis ans Ende der Welt hätten sie beide so dahingleiten können in dieser weichen, glatten Vorwärtsbewegung des Gefährts, eingehüllt von den Schatten der Winternacht. Schulter an Schulter gelehnt. Immer wieder neigte sich sein Haupt zu ihr herab, um sie zu küssen. Man war wieder in den Bannkreis der Stadt zurückgekehrt. Immer häufiger und Heller huschten die Lichter der Laternen und Restaurants im Vorbeifahren neugierig in die Fenster. Es war Melusine, als müsse sie sich jetzt von dieser Fahrt ins Traumland, ins Märchenland des Glückes wieder aufraffen. Man wurde gezwungen, sich wieder mit beiden Füßen auf den Boden der Wirklichkeit zu \ stellen. In blendendem Weiß leuchtete der Strauß weißer Riviera-Narzissen vor ihr in der silbernen Röhrenoase auf. Ihr Blick hing an den leise nickenden und schwankenden Stielen. Aber in dieser süßen Verworrenheit voll auf- gepeitschter Gefühle und zitternder Atemlosigkeit blieb keine Zeit zu Reflexionen. Sie fühlte nur, sie mußte für die kommende Viertelstunde das Pro- granim zurechtlegen. Man würde zu Hause den Kopf schütteln, wenn man erfuhr, daß sie einen jungen Franzosen als Gast sogleich mit sich im Auto zur Grandmama hinausgeführt habe. Ihre Mutter hatte sich mit Migräne am Nachmittag zu- rückgezogen. Melusine fürchtete die klugen, fragenden Augen von Raymond in aufsteigendem Miß. trauen. So kam ihr der Gedanke als rettender Aus- weg, Bouvier droben bei ihrem Coulin Alceste einzuführen. Der belaß sicher um so Mehr ein volles Verständnis für die Situation, als sie Alceste bereits schon einige Male von ihrer Bekanntschaft mit den alten Louviers und dem Monsieur Jean Paul erzählt hatte. Schon aus Prinzip und Ueberzeugung würde Alceste einen junaen Gast ms Frankreich gut zu einer Höflichkeitsvisite aufnehmen, wenn auch die Stunde zur Einführung eines Fremden zu spät war. Im Vorüberfahren fing sie das hellerleuchtete Zifferblatt einer großen Uhr auf. Die Grandmama hatte noch immer die Angewohnheit ihrer französischen Heimat bewahrt und pflegte sehr früh zur Nacht zu speisen. So war es jetzt erst acht Uhr. In Eile setzte sie Bouvier ihren Plan auseinander. Er müsse, bevor er in sein Quartier zurückkehre, eine Visite bei ihrem Kusin Alceste machen, der im gleichen Hause wie sie selbst, und zwar im ersten Stockwerk mit seinem Vater wohne. Es |ci gut, den Detter, der von Jugend auf immer jur Seite der Opposition und zu Frankreich gehalten habe, jetzt «inzuweihen und zu gewinnen. Denn sie selbst — sie müsse es ihm jetzt gestehen, sie selbst sei noch an jemand anders gebunden Aber ihre Zuneigung beginne immer mehr zu erlöschen. Und sie sei um so fester entschloßen, sich zu lösen, um wieder frei über sich verfügen zu können, als dieser andere — ein Deutscher sei. Jean Paul Bouvier sah sie mit einem fast sprachlosen Erstaunen an. Beinahe hätte er geäußert: „Ein Deutscher? Nie hätte ich Ihnen eine solche Geschmacklosigkeit zugetralut, Baronesse!" Aber im letzten Moment unterdrückte er die Worte, und er lächelte nur mit vielsagender Gering- schätzung und meinte: „O, ein Deutscher ist es?" Und es blieb ungesagt: ,/Tr wird unterliegen, denn auch hier im Einzelschicksül wird der Franzose über einen Deutschen zu sieg«, Dennc-genr (Fortletznny folgt.) IFfl .......... I1 111 — Abfallholzversteigermig. Mittwoch, den 8. Februar 1928, nachmittags 2 Uhr beginnend, läßt die Stadt Gießen etwa 91 Haufen Abfallholz (Knüppel und Reisig, ein Teil des Reisigs eignet sich zu Erbsenreisern) öffentlich meistbietend versteigern, und zwar: 13928 22 Haufen in der Wiesenstraße; 45 Haufen, darunter zwei Haufen Lindenstämme, in der Dftanlage; 4 Haufen in der Südanlage; 14 Haufen in der Frankfurter Straße und 6 Hausen in der Straße „Am Gten" Die Zusammenkunft findet um 2 Uhr in der Wiesenstrabe und um Uhr iu der Frankfurter Straße, Ecke Klinikstraße, statt. Gießen, den 2. Februar 1928. Der Dberbürgermeifter. I. D.: Dr. Rosenberg. EiraßenhauteKmker zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Derselbe muß ein flotter Zeichner und mit der Aufstellung aller ins Fach einschlaaenden Entwürfe, Voranschläge und Berechnungen betraut sein. 1393D Beschäftigung erfolgt auf Privatdienst, vertrag. Bezahlung nach den staatlichen Grundsätzen. Meldungen mit Lebenslauf und beglaubigten Zeugnisabschriften sind bis spätestens Dienstag, den 14. Februar 1928 einzureichen. Gießen (Iohannesstraße 17), den 4. Februar 1928. Prvvinzialdirektion Dberhefsen. __________Tiefbau.__________ Holzsuvmission. Zwangsversteigerung V Am Dienstag, dem 20. IHärj 1928, nachmittags 3 Uhr, werden auf dem ■jDienfaimmer des Drtsgerichts zu Wiefeck, die im Grundbuche von Gießen, nachstehend cmsgeführten, auf die Namen des Ludwig Krieger II. und Leisen Ehefrau Mari« geb. Phepper in Wieseck, eingetragenen Grundstücke: 1383V blur24, Nr. 99 = 2840 qm Acker, geschätzt auf 710 Reichsmark; Flur 24, Nr. 11 = 1398 qm Acker, geschätzt auf 490 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ousgehängt. . Gießen, den 2.Februar 1928. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: ______Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Holzversteigerung im Markwald Bettenhausen am Donnerstag, dem 9. Februar, vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft an der Lache. Eichenstämme 1. und 2. Klasse 110 St., 20,63 fm. Fichtenstämme la-Klasse 34 St., 5,48 fm; Ib-Klasse 50 St., 15,60 fm; 2a« Klasse 21 St., 10,80fm; 2b-Klasse 7 St., 5,37 fm. Eichenderbstangen 24 St. Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. Klasse 49 St., 2,76 fm. Eichennutzscheit 2,7 rm. 1407V Bettenhausen, den 5. Februar 1928. Der Markvorsteher. ___________ Roth.____________ vrenn- u.Nutzholzversteigerungen im Cleeberger Gemeindewald. Donnerstag, den 9. Februar kommen folgende Mengen Brenn- und Nutzholz an Ort und Stelle aus den Distrikten Herrenwald, Sankhardsberg und Hardenberg zur öffentlichen Versteigerung: Buchen: 9 rm Nutzholz, 1,27 Meter lang; 60 rm Brennholzrundscheit; 166 rm Brennholzknüppel; 5000 Wellen. Eichen: 8 rm Nutzholzknüppel, 2,4 Meter lang; 1000 Wellen. Kiekern: 6 rm, 2 Meter lang; 52 rm Rundscheit und Knüppel. Fichtenstangen: 220 Stück 1. Kl.; 500 Stück 2. Kl.; 700 Stück 3. Kl.; 150 Stück 4. Klasse. Zusammenkunft 9.30 Uhr beim Saat- kamp im Herrenwald, Distrikt 1000. TUontag, den 13. Februar, desgleichen Mts den Distrikten Fuchskopf, 1, 2 und 4: Fichtenftcmgen: 115 Stück 1. Kl.; 1000 Stück 2. Kl.; 6100 Stück 3. Kl.; 2400 Stuck 4. Kl.; 1800 Stück 5. Kl.; 1400 Stück 6. Klaff«. — 20 rm Kiefer- und Weichholzreiserknüppel. Zusammenkunft Fußpfad Bodenrod— Cspa bei Nr. 1, 9.30 Uyr. An beiden Versteigerungstagen Autoverbindung ab Butzbach 7.50 Uhr, ab Weiperfelden 14.05 Uhr. 1397V Cleeberg, den 1. Februar 1938. , Der Bürgermeister: Höhn. Montag, den 13. Februar 1928, vormittags 10} Uhr, werden aus den Wal- düngen der Gemeinde Allendorf a. d. Lda. folgende Holzforttmente im Submifsions- w«ge vergeben. Forst wartei U.- Distrikt Lanaebruch: 3 Eichenstamme 2. Kl., N, 2,97 fm 28 Eimen kämme 3. Kl., N, 19,30 fm 30 Eichenstämme 4. Kl., N, 80,79 fm 9 Eichen tämme 5. Kl., N, 12,99 fm 2 Buchenstämme 4. Kl., N, 2,08 fm Distrikt Rabenauer Straße: Kie em F'chi Fichl iten tamm 5a-Kl., 1,53 fm Kiefern 3a-Kl., A, 3b-Kl., A, 4a-Kl., A, 5a-Kl., A, tamm tämme tämme tämme tämme tämme tämme tämme 1 7 6 3 25 33 30 11 4 2 1 1 10 4 1 2 i tamm i tämme iftämme tämme tämme tämme tämme tämme flämme tämme 5,79 fm 4,20 fm 0,82 fm 13,78 fm 1,06 fm 0,35 fm 0,83 fm 4,76 fm 44,69 fm Fichtenstamm Fichtenstämme Fichtenstämme Fichtenstämme 4,50 fm 0,91 fm 10,91 fm 10,32 fm 3,96 fm 3a-Kl., 1a°Kl., N, Ib-Kl., N, 2a-Kl., N, 2b-Kl., N, 2,35 fm 0,51 fm 5,31 fm 3,63 fm 3,48 fm 1 2 3 9 52 54 15 2 1 6 4 2 2a-KI. 2b-Kl. Ib-Kl. 2a-Kl. 1 Buchenstamam 5. Kl., N, 1,23 fm Buchenstamm 3. Kl., A, 0,86 fm Fichten Fichten Fichten Fichten Fichten Fichten Fichten Kie em Kiefern Fichten Fichten Fichten Fichten Fichten Fichten 1. Kl., N, 0,28 fm Buchenstämme 4. Kl., A, 18,11 fm Buchenstämme 5. Kl., A, 4,49 fm Kiefernstamm 2. Kl., N, 0,68 fm Fichtenstämme la-Kl., 0,64 fm 3 Eichenstämme 6. Kl., N, 1 Eichenstamm 3. Kl., A, 10 Eichenstämme 4. Kl., A, 7 Eichenstämme 5. Kl., A, 2 Eichenstämme 6. Kl., A, 2b-Kl., 31,07 fm 3a-Kl., 40,76 fm 3b-Kl., 19,17 fm 4a-Kl., 8,09 fm 4b-Kl., 4,17 fm itenflw...... ua-jvu, x,< Distrikt Lehmgrube: 3s-Kl., N, 74,02 fm 3b-Kl., N, 22,40 fm 4a-Kl., N, ‘ ' Forstwartei I: 5 Buchenstämme 3. Kl., 3,22 fm 10 Buchenstämme 4. Kl., 16,81 fm 2 Buchenstämme 5. Kl., 2,10 fm Das Holz ist mit Rinde gemessen, und das Nadelholz ist entrindet. 1396V Angebote sind nach Distrikten und Klassen gerennt, verschlossen mit Aufschrift versehen, bis zum obigen Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Vorbehalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Reklamattonen nicht angenommen werden. Der Förster Bing, Treis an der Lumda, Forstwartei I, und Förster Förster Allendorf a. d. Lda., Forstwartei II, zeigen auf Wunsch das Holz vor. Die Verkaufsbedingungen können auf hefiger Bürgermeisterei eingesehen werden und werden im Termin nochmals bekannt- gegeben. Allendorf a. d. Lda., 4. Februar 1928. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. Nutzholzverkauf auf schriftliches Angebot 1394D t» Los Distrikt Holzart Stück Klasse fm Gemeinde Ahrdt 1 2a Eichenstämme 1-3 25,21 2 2a Buchenstämme 3-5 9,78 3 la Eichennutzknüppel (1,50 lang) 15 rm * Gemeinde Altenkirchen 4 Kreuzhege Eichenstämme 1-2 61,77 6 9 Kiefernstämme 1 a-2b 21,96 6 10b Eichenstämme 1-3 49,68 7 10 b Erlenstämme 1-2 1,78 8 15a Eichenstämme 1-3 89,98 9 18a Kiefernstämme la-2b 49,00 10 18a, b, c, Kiefernstämme 3a —5a 6,27 11 3a Eichenstämme 1-2 28,33 12 20 u. 27 b Fichtenstämme 1 a-2a 34,25 13 20 u. 27 b Fichtenstämme 405 1,2,3, 14 3a Eichennutzknüppel (1,50 lang) 109 rm 15 9,10b, 15a, Buchenstämme 2-5 24,83 16 9,10b, 15a, Eichennuhscheit u. Knüppel (2,40 lang) GanzerWald Kiefernknüppel (1,25 u. 2,40 lang) 112rm 17 43rm Gemeinde Bellersdorf 18 3 Fichtenstämme la-3a zirka 110,00 19 lbu.3 Fichtenstämme 34 1 lb-3 Fichtenstämme 22 2 20 Kiefernstämme 1 a-2a 1,95 Gemeinde Gr.-AltenstSdren 21 9a Eichenstämme 1-4 78,28 22 16b Eichenstämme 1 4,27 23 19a Eichenstämme 1-3 9,22 24 16b u. 19a Eichenstangen 31 1,2,3 25 9a u. 10a Buchenstämme 3-5 10,79 26 9a Fichtenstämme 1 a-2b 1,41 27 9a —9c Fichtenstämme 259 1,2,3 28 9a-9c Fichtenreiserstangen 1000 4 u. 5 29 9c Fichtenstämme la-lb 0,65 30 17b Kiesernstämme 2a-4a 1,52 31 19a Kiefernstämme 1 b u. 2b 0,61 Gemeinde Bermoll 32 4b u. 11b Eichenstämme 1-3 92,81 33 4b Duchenstämme 3 1,32 34 11b Erlenstämme 1-3 4,33 35 7c Kiefernstämme Eichennutzscheit und 1 a - 2 b 6,60 36 1/2, 4b, 11c -Knüppel, 2,20 lang 63 rm 37 11b Erlennutzscheit, 2,00 lang 7 rm Gemeinde Blasbach 38 6b Eichenstämme 3a — 6a 4,92 39 6b Eichenstämme 3N-5N 6,76 40 6b Eichenstämme 4F-5F 1,64 41 6b Eichennutzscheit 1,00 u. 2,00 lang 4 rm 42 7 Eichenstämme 4a-7a 5,27 43 7 Eichenstämme 3N-6N 9,41 44 7 Lichennutzscheit 1,00 u. 1,25 lang 2 rm 45 12b Eichenstämme 1 0,52 46 12b Buchenstämme 3 3,12 47 12b Kiefernstämme 2a und 3 b 1,49 48 12b Eichennutzscheit und -Knüppel, 2,00 lang 20 rm Gemeinde Erda 49 32 Eichenstämme 1-3 49,43 50 32 Eichcnnutzk. 2,40 I. 42 rm 51 32 Eichennutzsch. 2,40 l. 56 rm 52 39 a Kiefernstämme 1 a-2a 47,57 53 39 a Kiefernnutzk 2,00 I. 48 rm 54 39 a Kiefernnutzsch. 2,00 I. 4rm 55 Gemeinde Hohensolms 9 Eichenstämme 1-3 7,15 56 9 Buchenstämme 1-3 9,65 57 9 Fichtenstämme 3a 0,71 58 9 Kiefernstämme 3a und 4a 1,21 Das Nadelholz ist geschält, ohne Rinde gemessen und an die Wege gerückt. Angebote sind getrennt nach Klassen, Holzarten und Festmeter (Raummeter) bis 16. Februar 1928, nachmittags 1 Uhr, mit der Aufschrift „Holzverkauf" an das Bürgermeisteramt Hohensolms einzureichen. Zahlungsbedingungen: 1. April und 1. Juli 1928, je zur Hälfte. Verkaufsbedingungen sind bei Gebotsabgabe anzuerkennen. ... _ Auskunft erteilen: 'u ™t®cmeinben Ahrdt, Altenkirchen und Bellersdorf Förster Muller in Altenkirchen; 1 ZMi Bkaüfliim- MMöllM zu verlaufen. 0802 Steinbach Hauptstraße 67. Eisernes weißes Kinderbett u. 2 Holzbettstellc« zu verkaufen. 0920 Stcvbanttr. 34 I. tat Sie« umzugshalb. z. verk. Weatanlago 56 H. II. | Kaufgesuche] Gebrauchte 1 BeifenölegmofiB. 1 stoutflniofdiloe Cilenfdjete möglichst nut erhalte zu kauf, flefudit. "" A. Knorz, Volperls- hansen, Str. Wetzlar. Gut erhaltener Bücherschrank Größe 1.20-1.30 m. nit kaufen gciuckt. Sehr. Stnfleb. u. 0932 an den Gieß. Anz. Gut erhaltene Reitgarnitur zu kaufen gesucht. Schr. Anneb. u. 0799 an den Gieß. 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Nutzhoszversteigemng IHontag, den 13. lfd. 21L, vormittags 8i Uhr beginnend, werden im kl/einen Saale des „Deutschen Hauses" in A/lsfeld aus ben Forstorten Lichterstein 6, $tegen- berg 1, 2a, Zahlenberg 3a, Stockstrüuch 2, Sandrück 1, 2 und verschiedene D-istrikte der Försterei Rainrod, Sartt>rück 6a, Scheuernwald 3a, 3b, Kohlstöck 1b, 1g, 2a, 3f, Kohlhaupt 1b, Winkelseck 3b, Alserberg 4b, 13, 14a, Baaswald 1c und vermiedene Distrikte der Försterei Auerberg, Tiergarten 6, Buchwald 3, Heidwald 1c, Tannenwald la, 4c, Struth 3a, 6a und 8c der Försterei Schwarz, Hcchlgarten 2, Eisenstrauch 2, Heidberg 2, 4b, 4d un|) Pflanze nleith 2 der Försterei Eifa versteigert: Abschnitte Güteklasie A (Schnittholz): fm: Eiche 4. Kl. 3, 2,04; 3. ZN. 3, 2,9.8; Buck)« 5. Kl. 1, 0,45; 4. Kl. 8, 3,58; 3. Kl. 21, 16,61; Hainbuche 3. Kl. 1, 0F4; Kiefer 5. Kl. 2, 1,79; 4b-Kl. 9, 8,14; 4a=S?l. 33, 26,43; 3b-Kl. 58, 38,39; 3a-Kl. 62, 33,66; 2b-Kl. 9, 4,87. Langholz u. Abschnitte, Güte Jftl. N, fm: Eiche 4. Kl. 1, 0,65; 3. Kl. 22,12,94; 2. Kl. 93, 34,2 (Wagnerholz); 1. Kl. 73, 7,13 (Deichseln); Buche 4. Kl. 7, ti,19; Hainbuche 3. Kl. 4, 1,58; 1. Kl. 1, 0,17; Erle 2. Kl. 4, 1,72; 1. Kl. 13, 3,55; Fichte 3a°Kl. 13, 20,91; 2b-Kl. 16, 49,16; 2a-Kl. 46, 34,24; Ib-Kl. 168, 64,50; la-Kl. 301, 55,66 (Sparren); Kiefer 4b-Kl. 3, 5,79; 4a-Kl. 2, 1,64; 3b-Kl. 16, 18,43; 3a-Kl. 16, 19,56; 2b-Kl. 64, 71,9$; 2a-Kl. 93, 65,99; Ib-Kl. 27,-12,49; Lärche 2b-Kl. 5, 5,52; 2a-Kl. 17, 10,19; lb°Kl. 32, 10,49; la-Kl. 16, 3,12; Güteklasse F: Fichte 2b-Kl. 1, 1,11; 2a-Kl. 1, 1,07; Ib-Kl. 1, 0,47; la-Kl. 3, 0,52. Stangen, Stück (Derbstangen): Fichte 1. Kl. 61; 2. Kl. 198; 3. Kl. 316; Lärche 1. Kl. 3. (Reisstangen) Uchte 4. Kl. 233; 5. Kl. 325 ; 6. Kl. 543; 7. Kl. 95. Nuhscheiler: rm: Eiche 2. .ZN. 2 (1,25 m lang); Buche 1. Kl. 13 (1,25 m lang); Hainbuche 2. Kl. 2 (1 m lang). Nuhknüppel: rm: Eiche 26i (2 m lang). Nuhreiserhol;: rm: Fichte 13,6 (Schicht- Haufen). 1395V Aus den Forstorten Zxindrück 1 und Tiergarten 6 kommt sämtliches Stammholz zur Versteigerung. In allen übrigen Forft- orten ist das zur Versteigerung gelangende Schnittholz mit einem Q geschlagen, das übrige Versteigerungsholz blau gestrichen. Nummerauszüge fönnan von uns für 1 NM. je Stück bezogen werden. Das Schichknuhholz, die Stangen und das schwächere Bauholz kommen zuerst zum Ausgebot, das übrige Holz nach Eintreffen der 10-Uhr-Züge. Es wird Besichtigung des Holzes empfohlen, da nachträgliche Einwendungen $egen Menge und Güte keine Berücksichttgung finden. Nähere Auskünfte erteilen die Herren Förster Büttner und Schanz in Rainrod, Stumpf in Schwckrz und Schaaf in Eifa. Alsfeld, den 4. Februar 1928. Hess. Forstumt Alsfeld. Ke tebei. MM Bliilreinifllinas-Tee Entfettungs-Tee Gicht-u. Rhen nia-Lee zur natürlichen WlWWW. Kräuterhaus Jung *""a Schulstraße 5. Wegen FuhrwerkS- ausflabe verkaufe ich 2 Pferde unter vieren die Wahi. 2 Belgier. 4« und Gfäbrtfl, 2 leichte Rassenpferde, lang- schwänz^ Gjäbrlfl. Pe>er Zeitz. ,3MD Ridda. Versteigerung. Mittwoch, den 8. F.ebruar, nachm. 3 Uhr, verstetflere ich an Drt und Stelle in Ltch MksMWeWlor-MWge zwangsweise gegen Barzahlung. Zusammenkunft der Steigliebhaber auf meinem Bureau. 1403V Mort, Gerichtsvollzieher in Lich. Drucksachen al ler Art Hefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und ureiswert die BrühUsche Uote. DruckereL R. Laute Montag. 6. Zebruar 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger för Gberheßen) nt.31 Dritter Blatt Oberhessen. Semeindeverband Wteseik-Alten -duseck. Vom Verbandsvorsteher St Venner werden Wir um Abdruck der folgenden Entgegnung gebeten: Der Gemeinderat und Frattionsführer der sieben bürgerlichen Gemeinderäte Wiesecks, Karl 'Scherer, veröffentlicht in der Hummer 27 vom 1. Februar dieser Zeitung, seine persönliche Stellungnahme zu dem Beschluß des Wiesecker Gemeinderats, betr. Regelung des Wiesecker Anteils am Stammkapital des Gemeinde-Verbandes. Wäre die Darstellung seiner Veröffentlichung nicht geeignet, die Oesfentlichkeit irrezuführen und den Gemeinderat in seiner Gesamtheit in den Augen der Wiesecker Bevölkerung (besonders der Leichtgläubigen) als ein leichtfertiges, unverantwortliches Gemeindeparlament hinzustellen, dann würde ich mich mit den Darlegungen des Gemeinderats Scherer hier nicht beschäftigen. Lediglich diese Erwägung bestimmt mich zu dieser Klarlegung der Angelegenheit. Als die Gemeinde Auen-Buseck im Sommer 1926 an die Gemeinde Wieseck wegen der Weiter- lührung der Krastfahrlinie nach Alten-Buseck herantrat, stellte sich schon bei der ersten Verhandlung des Antrages der gesamte Wiesecker Temeinderat (einschl. Scherer) einstimmig auf den Standpunkt, bah gegebenenfalls ein Zweckverband gebildet werden müsse. Bald folgten die grundsätzlichen Entscheidungen beider Gemeinderäte, und die vorbereiteten Arbeiten zur Bildung des Gemeindevcrbandes tonnten noch im Sommer 1926 zum Abschluß kommen. Kraft hessischer Landgemeindeordnung „Achter Titel Artikel 195 bis 205“ sind die Rechtsverhältnisse eines solchen Berbandes, so weit sie nicht auf gesetzlichen Vor- schristen beruhen, durch Satzungen zu regeln. Die auf Grund dessen geschaffenen Satzungen des Gemeindeoerbandes Wieseck-Alten-Duseck umfassen zwölf Paragraphen und wurden am 11. 9. 1926 im Rathaus zu Alten-Buseck in gemeinschaftlicher Sitzung beider Gemeinderäte beschlossen. Ichbe - tone an dieser Stelle ausdrücklich, daß der Gemeinderat Karl Scherer an dieser Sitzung teilnahm. Der § 7 regelt die Frage des Betriebsvermögens und lautet wörtlich: „Das Betriebsvermögen wird aus 130 000 Rm. festgesetzt. Hiervon hat die Gemeinde Wieseck 97 500 Rm., die Gemeinde Alten-Buseck 32 500 Rm. einzuschichen. Das einbezahlte Betriebsvermögen wird mit 3/4 des jeweils am Schlüsse des Lahres geltenden Reichsbankdiskonts verzinst. Die Gemeinde Wieseck verpflichtet fick außerdem eine Kraftwagenhalle nebst Zubehör zur Unterbringung von zwei Krastwagen, die Gemeinde Alten-Buseck eine solche für einen Krastwagen kostenlos zur Verfügung zu stellen.“ (Inzwischen find aber vier Kraftwagen und ein Sechssiher-Personenwagcn in den Betrieb eingestellt und auch untergebracht!) Vorstehende Sahungsbestimmung hat S ch c r e r, wie alle anderen beteiligten Gemeinderäte, bei der Beratung und Beschlußfassung im Wortlaut Des gesamten Sahungsentwurfs vor Augen ge- habtl ilnb was sagt er diesbezüglich in seiner Veröffentlichung? „Die Anteilsumme der Gemeinde Wieseck wurde mit 97 500 Mk. genannt und bestand in Wagen 1 und 2, außerdem hat die Gemeinde Wieseck die Autohalle nebst innerer Ausstattung gestellt." „Dieser Vertrag“ (d. h. seine Fassung), sagt Scherer weiter, „wurde von beiden Gemeinden unterschrieben und ist von der vorgesetzten Behörde sowohl als vom Ministerium genehmigt." Gemeinderat Scherer offenbart hier doch eine starke Vergeßlichkeit! Wie aus dem klaren Wortlaut des § 7 der Verbandssatzungen hervorgcht, handelt es sich bei dem Anteil der Gemeinde Wieseck am Betriebsvermögen, wie auch bei dem der Gemeinde Alten-Buseck, um in Reichsmark ausgcdrückte Summen. Als die Satzungen vorbereitet wurden, hielt man ein Betriebskapital von 130 000 Mark für erforderlich. Die Verteilung geschah wie 1:3, entsprechend der Devölkerungszahl der beiden Gemeinden. Alten-Buseck zahlte seine 32 500 Mark in bar ein. Wieseck gab seine zwei Sechsradwagen mit Zubehör, einige Reserve- reifen und ^')etriebsstoffvorräte. Barkapital zahlte Wieseck nicht ein. Daß die Vertreter der Gemeinde Alten-Buseck den Verbandsausschuß eines Tages darauf hinwiesen, daß das von Wieseck in die Che des Gemeindeverbandes mitgebrachte Gut doch keine 97 500 Mk. wert sei, hat mich weder gewundert, noch überrascht. Waren doch die Omnibusse im Neukaufspreis nicht nur billiger geworden, sondern auch um eine Iahresabnutzung im Werte vermindert. Herausstellen möchte ich. daß auch der im Verbandsausschuß sitzende Fraktionsgenosse Scherers. Herr Heinrich Werner, einer Regelung der somit streitig gewordenen Angelegenheit, wie sie der Wiesecker Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. Januar 1928 mit allen Stimmen gegen die Stimme Scherers beschlossen hat, zustimmte. Inwieweit nun der Beschluß, wie Scherer in seiner Veröffentlichung sagt, gegen Treu und Glauben verstößt, möchte ich zu beurteilen Herrn Scherer selbst überlassen. Eine Benachteiligung für Wieseck bedeutet die nun endgültig getroffene Regelung aus keinen Fall, 3m Gegenteil: ich betrachte es als ein erfreuliches Zeichen guten Einvernehmens der Vertreter der Gemeinde Alten-Buseck mit denen der Gemeinde Wieseck in der Leitung des Ge- ineindeverbandes, daß die Wertminderung mit nur 14000 Mk. vereinbart wurde. Inwieweit die Schererschen Schlagworte: „Vor droff, die Gemee b'zoahls joa“, d. h. seine Alarmierung der Wiesecker Steuerzahler gegen den Bürgernreister, Gemeinderat und die Vertreter der Gemeinde Wieseck in der Leitung des Gemeindeverbandes, im Zusammenhang mit Kraft- 'ahrlinie und Wiesecker Gemeinderatsbeschlüsse, iiberhaupt Sinn haben, das zu erörtern, möchte ch mir für eine andere Gelegenheit Vorbehalten. Hoffentlich hat bis dahin die von ihm angerufene Behörde — ich wähle seine eigenen Worte — der Angelegenheit ihr Augenmerk gewidmet. Landkreis Gicszen. • Heuchelheim. 4. Febr. Dieser Tage fand abends in der geräumigen Turnhalle das W i n- j e r f e ft des Gesangvereins „Lieder- kränz" statt. Das Programm bestand aus zwei Teilen und muhte in seiner Qualität, in Auf- Buntes Allerlei. Kämpfe von Jliegcrn mit Adlern. Di« großen Steinadler, die Könige der Luft, die im Berner Oberland kürzlich wieder Bauern und Waldhüter angegriffen haben, bedeuten auch eine Gefahr für die Flieger, die über Hochgebirge ihren Weg nehmen. Eine ganze Anzahl von aufregenden Abenteuern, die Flieger mit diesen Tieren zu bestehen hatten, sind bereits bekannt geworden, wie Harry Harper in einem englischen Blatt hervorhebt. Besonders gefürchtet sind die Gebirge Griechenlands, deren Adler hoch in den Lüsten die Flugzeuge beunrrchigen. So wurde kürzlich ein Flugzeug von mehreren dieser Riesenvögel angegriffen: ein Adler stieß gegen den Propeller und wurde getötet, beschädigte dabei aber die Maschine so, daß der Flie^ ger zu einer Zwangslandung genötigt war. In einem andern Fall, in dem ein Pilot von einem Adler angegriffen wurde, erlitt das Flugzeug solchen Schaden, daß nur ein höchst gefährlicher Abstieg dem Flieger noch Rettung brachte. Rächst den griechischen Gebirgen ist die Adlergefahr in den Pyrenäen am größten. Bei einem Fluge von Paris nach Madrid begleitete kürzlich ein riesiger Adler längere Zeit das Flugzeug und umkreiste die Maschine, wie wenn er die verwundbarste Stelle des seltsamen Eindringlings ausspähen wollte. Eine Bewegung, die der Flieger mit den: Kopf machte, siel dem Vogel auf, der nun auf ihn loSstieß. Der Pilot aber hatte vorher seinen Revolver heroorgezogen. und als der Vogel sich näherte, schoß ec auf ihn. Er traf zwar den Adler nicht, aber erschreckte ihn doch so, daß er umdrehte und majestätisch davonschwebte. In den Pyrenäen wurde vor einiger Zeit ein Flieger von einem Adler in 6000 Fuß Höhe angegriffen. Der wütende Vogel folgte ihm bis zu 2000 Fuß herunter und stürzte sich dann auf die Maschine. Dabei brach er sich den Hals an einem Draht und fiel herunter: der Flieger folgte ihm im Gleitflug und lief) sich dann den toten Feind zur Erinnerung an das gefährliche Abenteuer ausstopfen. Richt immer benehmen sich die Adler den Fliegern gegenüber so bösartig, sondern nicht selten hat es den Anschein, als ob der König der Lust mit diesem Rebenbuhler seine Kräfte messen wolle. Stundenlang fliegen die Vogel neben und über den Flugzeugen und geben erst dann unwillig den Wettkampf auf, wenn ft« ermüdet dem „Men- schen-Vogel" nicht mehr folgen können. wilhelm-Busch-Aölschungen. Wilhelm Busch, der große Humorist, ist nicht nur ein genialer Zeichner, sondern auch ein nicht unbedeutender Maler gewesen. Er selbst freilich hat vvn seinen ilebungen mit Pinsel und Farbe nicht viel gehalten, und öfters war er mit seinen Leistungen so unzufrieden, daß er zu ihrer Vernichtung schritt. Wie seine Ressen in ihrer grundlegenden Biographie des Onkels berichten, sonderte er in solcher Stimmung einen großen Hausen bemalter Täfelchen aus und versenkte sie in einen alten Brunnen oder übergab sie den Flammen. Der List der Reffen ist es zu danken, daß viele Kostbarkeiten, die heute Museen zieren, vor diesem traurigen Los gerettet wurden, denn sie verbrannten Attrappen anstatt der Bilder, die der Onkel sie zu vernichten beauftragte, oder holten die versenkten Schätze des Rachts wieder aus dem Brunnen heraus. Erst nach Buschs Tode boten verschiedene Ausstellungen aus seinem Rachlaß einen Heberblid über sein malerisches Schaffen, und seitdem haben viele der Bilder wohlverdiente Ehrenplätze in öffentlichen und privaten Galerien erhalten. In neuester Zeit interessiert sich auch Amerika für den Maler Busch, und zwei Hauptwerke kamen kürzlich in den Besitz des Museums von Indianapolis. Die Preissteigerung, die Buschs Bilder infolgedessen erfahren haben, tiefen aber auch die Fälscher auf den Plan. Wie Adrian Lukas Müller in einem Aufsatz über Busch als Maler in „Wester- manns Monatsheften“ mitteilt, sind zahlreiche Fälschungen von Bildern Buschs im Umlauf. „Rach meinen Erfahrungen," schreibt er. „werden die eigens für unftgnierte Buschsche Gemälde von den Bufchfchen Erben verfaßten und von diesen unterschriebenen Cchtheitsbestätigungen entfernt und auf die Rückseite herrenloser Atelierköpfe und Landschaftsstudien der Münchener und Düsseldorfer Schule, die mit Busch für das Auge des Laien manchmal etwas Gemeinsames haben, geklebt. Auch direkte Fälschungen sind mir bekannt geworden. Es empfiehlt sich daher, in Zweifelsfällen den Rat einer sachkundigen Persönlichkeit. am besten eines Busch-Spezialisten, anzurufen, um sich vor Schaden zu schützen." ftellung und Ausführung mit „Sehr gut "bewertet werden. Die Musik lag in Händen von ehemaligen Militärmusitern. die es vortrefflich verstanden, in bekannten Märschen und feinsten Melodien das dankbare Publikum zu fesseln. Der Chor unter der bewährten Leitung des Herrn Otto G o r 1 a ch brachte Ernstes und Heiteres so schön, daß der Beifall nicht enden wollte. Mit großer Spannung wurden die Theater- und Kostümaufführungen verfolgt, die in bester Weise mit Witz und Ratürlichkeit zum Vortrag kamen. Der Verlauf war vortrefflich. Mit einladenden Tanz- melodien und fast nur deutschen Tänzen fand der wohlgelungene Abend seinen Abschluß. * Oppenrod, 4. Febr. Der Gemeinderat beschloß in seiner jüngsten Sitzung, den Fußballspielern der Freien Turnerschaft das Gelände für einen Sportplatz zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zwecke ist ein Teil Wald niederzulegen, jedoch ist über die Planierungsarbeiten bis jetzt noch keine Klarheit geschaffen. Man hofft, daß die Gemeinde wenigstens einen Teil der Kosten übernimmt. Die Ausführung der Kanalisation im Vornweg wurde im Hinblick auf die finanzielle Lage der Gemeinde mit fünf gegen zwei Stimmenthaltungen zunächst abgelehnt. Die Arbeit ist jedoch vorerst nur zurückgcstcllt worden, bis der bewilligte jährliche Baufonds die Finanzierung ermöglicht. Mit fünf gegen vier Stimmen wurde audi die lieber- nähme des Sprungfeldes für Faselvieh auf die Gemeindekasse abgelehnt. Cs werden demnach die alten Sätze von 4 Mark je Stück Rindvieh und 1 Mark je Ziege weiter erhoben. * Harbach, 4. Febr. Unsere Schule hat nun auch für Zwecke des Unterrichts und zur Verwendung im Dienste der Volksbildung ein Ianax-Epidiaskop der F.rrna Ed. Liese- gang. Düsseldorf angefchafft. Aus den Weihnachtsfeiern, die unser Lehrer Faber in den beiden letzten Iahren mit der Schule veranstaltete, stand zum Kaufe des Apparates ein Betrag von etwas über 100 Mark zur Verfügung. Der Rest des Kaufpreises soll aus den Erträgen späterer Vorführungen abge cag-m werden. Dieser Tage fand im Saale des Gastwirts Herzberger der erste Lichtbildervortrag mit dem neuen Bildwerfer statt, der einen Ertrag von rund 30 Mark brachte. Der Vortragende führte die Gäste im Geiste durch das herrliche Lahntal zum deutschen Rhein. Auch einige Bilder von der 'Bergstraße gefielen sehr. Die Kinder kamen durch zwei gut wiedergegebene Märchenreihen zu ihrem Rechte. Die sehr scharfen und klaren Bilder fanden allseits Beifall. * Leihgestern, 4. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Landwirtschaftliche Konsumverein 1 gegr. 1889 feine ordentliche Generalversammlung ab. Aus deyi Geschäftsbericht ging hervor, daß der Verein in den letzten zwei Iahren gute Fortschritte gemacht hat und finanziell auf gesunder Grundlage steht. Ein Beweis dafür: die Detriebsrücklage konnte auf 1200 Mark und der Reservefonds auf 800 Mark gebracht werden. Trotzdem konnte an die Mitglieder noch eine Warendividende von 9 Prozent verteilt werden. Während des Geschäftsjahres traten wiederum 9 Mitglieder der Genossenschaft bei. Rach Erledigung des geschäftlichen Teils blieb man noch einige fröhliche Stunden zusammen. An manche Mitglieder konn- ten 60 bis 70 Mark und darüber verteilt werden. Bei ständiger Zunahme von Mitgliedern wird der Verein in den kommenden Geschäftsjahren seine Friedensbilanz erreichen. s. 111 b b e, 4. Febr. Dieser Tage hielt hier her Missionar Bachmann von der Herrnhuter Brüdergemeinde einen Missionsvortrag. Er berichtete über Erlebnisse und Erfahrungen in seinem früheren Wirkungsgebiet in der einstigen deutschen Kolonie Ostafrika. Auch verstand er, in sehr fesselnder Weise Land und Leute, sowie deren Sitten und Lebensweise, insbesondere auch ihre Angst vor Geistern aller Art, zu schildern. Die Veranstaltung war sehr stark besucht. Am Ausgang wurde eine Kollekte für die Brüdergemeinde erhoben, für die auch im Gottesdienst des vergangenen Sonntags gesammelt worden war. Kreis Friedberg. sf Friedberg, 4. Febr. Dieser Tage fand eine Stadtverordnetensitzung statt, in der zunächst die beiden auf sechs Iahre wieder- gewähltenBeige ordneten, Kommerzienrat Langsdorf und Dr. Leuchtgens, vom Bürgermeister in ihr Amt neu eingeführt wurden. Die uneinbringlichen Außenstände der Stadt auS dem Rechnungsjahr 1926 wurden niedergeschlagen. An die Unterstützungsempfänger der Stadt werden in 266 Fällen Winterbei- Hilfen gewährt. Dr. Leuchtgens referierte eingehend über die Art der Verteilung, die an Vorschriften des Ministeriums gebunden ist, da Friedberg Staatshilfe in Anspruch nimmt. Es kommen Sätze von 10 bis 50 Mk. zur Verteilung, der mittlere Betrag darf 30 Mk. nicht übersteigen. — Ein Gesuch des hiesigen Verkehrsvereins um Gewährung eines Beitrages zu einem Fastnachls- und Reklamezug wurde einstimmig abge.ebnt, ein Gesuch desselben Vereins um Beihilfe für einen neuen Führer von Friedberg, der kostenlos verteilt werden soll, wird eben alls mit Stimmengleichheit abgelehnt. Der Preis für Urnenerbbegräbnifie wird mit 100 Mari: festgesetzt. Die städtischen Fuhrleistungen werden wie seither freihändig auf weitere drei Jahre vergeben. — Die Friedberger Motorspritze konnte bei einem Brand in Melbach kürzlich nicht rechtzei.ig am Platze erscheinen, da die Leitung der städtischen Betriebe es versäumt hatte, für den in Reparatur befindlichen Lastwagen einen Ersah bereitzustellen. Die sozial- deinolccuische Fraktion hatte eine entsprechende Anfrage an die Verwobung gerich.ei. Als Stadtverordneter Füller in fernen Ausführungen auf Mißstände in dem Friedberger Feuerlöschwesen hinw.es, wurde Schluß der Debatte beantragt. Die Tagesordnung war damit zu Ende. In der geheimen Sitzung wurde zur Frage der Besetzung einer katholischen Lehrer- (teile an der hie'?rem Musterschule Stellung genommen, ein Geländekaufvertrag der Verwaltung nachträglich genehmigt und die Bedürfnisfrage zum Betrieb eines EafeS ohne Alkoholausschank bejaht. Dad-Rauheim, 4. Febr. Im Anschluß an die gestern stattgesundene Hauptversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Dolkspartei sprach in öffentlicher Versammlung Landtagsabgeordneter Oberstudiendirellor Dr. Keller (Büdingen) über die Politik im Reich und in Hessen. Redner wandte sich besonders den Kulturfragen zu. Das Fest- halten an der Simultanscyule sei für die Deutsche Dolkspartei Selbstverständlichkeit, nicht nur in Hessen, sondern auch im Reiche. Interessant waren die Ausführungen des Referenten über die Regierungsbildung in Hessen. Die Voltspartei habe es für ihre Pflicht geholten, in der neuen Regierung positiv mitzuarbeiten, sie habe es auch in den Verhandlungen an nichts fehlen lassen, fei aber letzten Endes doch dem Zentrum unterlegen, das den Sozialdemokraten Zugeständnisse auch in der Schulfrage gemacht habe, die man eigentlich nicht erwarten konnte. Run bleibe der Dolkspartei nichts anderes übrig, als Wei terhin in sachlicher Opposition zur Regierung zu stehen. Der Redner erntete lebhaften Beifall, den Kaufmann R i ck e l als Der» fammlungsleiter in Worte des Dankes umsehte. Kreis Büdingen. △ Aus dem Kreise Büdingen, 4. Februar. Seit einigen Wochen besteht im Kreise wieder dieW anoer Haushaltungsschule, die etwa 6 bis 7 Wochen an einem Orte bleibt und bann wieder an einem anderen Orte ihren Lehrgang beginnt. Der betreffenden Gemeinde erwachsen ganz wenige sachliche Kosten. Richt allein Mädchen des dritten Fortbildungsschuljahres nehmen an dem Kursus teil, sondern auch solche, die schon dem fotbildung-schul- pslichttgen Alter entwachsen sind. Während der Sommermonate bis zum Spätherbste ruht der Unterricht und wird mit Beginn des Winters wieder aufgenommen. Jnfolgedeffcn findet diese Einrichtung bei der ländlichen Bevölkerung weit mehr Verständnis und Interesse als die ständige Kochschule, die in unserem Kreise nicht ins Leben getreten ist. Durch den Besuch der Wanderhaushaltungöschule ist dem dritten Pflichtjahre der Rlädchenfortbildungsschule Genüge geleistet. Reben dem Lehrgänge im Kochen wird auch gründlicher Unterricht in Handarbeiten, Anstandslehre usw erteilt. Man ist mit dieser Art hauswirtschaftlicher Unterweisung auf dem Lande zufrieden. # Berstadt, 4. Febr. Zur Verpachtung der hiesigen Iogd hatten sich verhältnismäßig wenige Liebhaber eingesunden. Für die Feldjagd erfolgte für 940 Mark der Zuschlag an Karl Dölbel von hier, während die Waldjagd an Steinbruchbesitzer Iohs. Ricke 1, Ober-Wid- dersheim, zum Preise von 1260 Mark überging. # Bisses. 4. Febr. Zur Verbesserung des Geländes in der Horloffniederung nimmt die hiesige Wassergenossenschaft große Entwässerungsarbeiten vor. Im ganzen werden nahezu 30 000 Meter Drainagerohre gelegt, für die 10 570 Mark veranschlagt sind. Die Pläne sind vom Kulturbauamt Friedberg ausgearbeitet worden, das auch die Ueberwachung der Arbeiten vornimmt. Kreis Schotten. >' Aus dem Kreise Schotten, 4. Febr. Um die Heimatgeschichte besser Alt erforschen, hat man den Kreis in fünf Bezirke geteilt, die sich nach den vier Himmelsrichtungen um die Kreisstadt gruppieren. In jedem dieser Bezirke wird nun die Heimatgeschichte in Angriff genommen. Es soll zunächst mit der Sammlung der Flurnamen begonnen werden. Damit die Arbeit nach einheitlichen Gesichtspunkten geschieht, ist für jeden Bezirk ein Leiter bestimmt worden. Für Ulrichstein und den Rorden des Kreises ist dies Fortbildungsschullehrer Steinmann, für die Laubacher Gegend Lehrer Debus in Ruvpertsburg, für Schotten und das Riddertal Lehrer Würz in Eichelsdorf, für den Osten des Kreises und die Gemeinden des früheren Gerichts Burkhards Lehrer Ries in Sichenhaufen und für den Südkreis Schotten Lehrer Sauer in Ober- Lais. Für eine Reihe von Gemeinden liegen bereits die Sammlung der Flurnamen vor. Auch die Schulgeschichte ist mancherorts vollständig gesammelt. Es wird nun daran gedacht, im weiteren Verfolg zunächst einmal die Geschichte und die territoriale Entwicklung, die für den Kreis Schotten sehr vielseitig und interessant ist, zu behandeln und dann die Geologie, Prähistorie und Pflanzenkunde. Alle diese Vorarbeiten sind nötig, um für jede Schule eine entsprechende Chronik bzw. ein Heimatbuch an- legen zu können. Die Ausführung dieses Heimatwerkes erfordert große Rebenarbeit, wird aber von der Lehrerschaft im Hinblick auf die gute Sache gern geleistet. # Freienseen, 4. Febr. Zur Zeit findet in den Küchenräumen der hiesigen Turnhalle ein vierwöchiger Hauswirtschaft s- k u r s u s im Auftrage des Kreisschulamts Schotten statt. Die Teilnehmerinnen stellt der dritte Jahrgang der Mädchenfortbildungsschulen aus Freienseen, Altenhain, Lardenbach und Groß- Eichen. Wie groß daS Bedürfnis nach einem derartigen Lehrgang in der ländlichen Devökk- rung ist, beweist die überaus rege Beteiligung auch ältere Mädchenjahrgänge. So mußte ein Teil der bereits gemeldeten auf einen späteren Kursus verwiesen werden. Kreis Alsfeld. e. Alsfeld, 4. Febr. An Stelle des auf sein Rachsuchen in den Ruhestand reichten Schulrats Huss wurde der Rektor Karl Rausch von der Goetheschule in Offenbach a. M. zum Schulrat des Kreises Alsfeld ernannt. Rausch ist in Maar (Kreis Lauterbach) geboren. Er ist Mitgljed der sozialdemokratischen Partei, ohne aber sich im politischen Leben besonders hervorgetan zu haben. Rausch genoß in hohem Maße das Vertrauen dec Offenbacher Lehrerschaft: er war lange Iahre zweiter Vorsitzender des Offenbacher Lehrervereins und ist jetzt zum ersten Vorsitzenden gewählt worden. Außerdem gehörte er dem Vorstände des Hess. Landes-Lehrerverbandes und dem schulpädago- gischen Ausschuß an. Strafkammer Gießen. • Gießen, 27. Ian. Im Sommer v. I. fuhr in der Walltorstraße, Ecke Asterweg, ein hiesiger Handwerksmeister mit seinem Kraftwagen einen aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Radfahrer derart an, daß dieser erhebliche Verletzungen davontrug und längere Zeit arbeitsunfähig war. Auf die Berufung des Angeklagten, der wegen fahrlässiger Körperverletzung zu hundert Mark Geldstrafe, evtl, zehn Tagen Gefängnis unter Auferlegung der Kosten der Rebenklage verurteilt worden war. wurden jetzt nochmals sämtliche Zeugen über ihre s. Z. gemachten Wahrnehmungen vernommen. Es ergab sich wieder genau dasselbe Bild, wie in der Verhandlung vor dem Amtsgericht. Das Gericht kam gleichfalls zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte in der Leitung und Bedienung seines Kraftwagens nicht die erforderliche Sorgfalt be- ' obachtet und dadurch den Zusammenstoß und den Unfall des Radfahrers verschuldet hat. Seine Berufung wurde daher kostenfällig verworfen. Ebenfalls keinen Erfolg mit seiner Berufung hatte ein bereits vorbestrafter Händler, der des Betrugs angellagt war. Durch falsche Angaben über seine finanzielle Leistungsfähigkeit verstand er es ohne irgendeine Anzahlung, sich in den Besitz eines Waggons Weißkraut zu bringen, um dessen Wert der zu vertrauensselige Lieferant geschädigt ist. Unter Einbeziehung einer anderen bereits rechtskräftigen Strafe wurde der Angeklagte zu einer Gesamtstrafe von 2 Monaten zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Unter Ausschluß der Oeffentkichkeit verhandelte das Gericht gegen eine Frauensperson wegen Gewerbsunzucht. Reben der Verurteilung zu einer Haftstrase von sechs Wochen hatte das Amtsgericht Gießen die Angeklagte auch der Landespolizeibehörde überwiesen. Wegen dieser Rebenstrafe verfolgte sie Berufung. Mit Rücksicht auf das äußerst schamlose Treiben wurde das erstinstanzliche Urteil in vollem Umfang bestätigt, so daß die Angeklagte nach Verbüßung der Haftstrafe für längere Zeit in einem Arbeitshaus untergebracht werden wird. Wirtschaft. Erhebliche Anspannung der Reichsbank zum Zanuaruliimo. Der am Samstag gemeldete Ausweis der R e i ch s b a n k zum Januarultimo zeigt eine erhebliche Anspannung, die sich in der Zunahme des Wechselbestcmdes um fast 300 Mill. Mark, der Zunahme der Lombards um fast 70 Mill. Mark, der Abnahme der Giroguthaben um 210 Mill. Mark und der Zunahme des Rotenumlaufs um fast 570 Mill. Mark kennzeichnet. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf Ultimo Januar stellt sich damit auf rund 5,9 Milliarden Mark. Der vorliegende Ausweis der Reichsbank, der. wie die Abnahme der Girogelder zeigt, vor ollem infolge des saisonmäßigen Geldbedarfs der öffentlichen Kassen angespannt ist, läßt die Hoffnungen auf eine Ermäßigung des Diskontsatzes wieder etwas schwinden. Hierzu trägt auch die bisher nicht erwartete Erhöhung der Reuhorker Diskontrate. die zwar unmittelbar auf den deutschen Geldmarkt keine Wirkung hat, bei, auch die heutige Börse war durch die Reuhorker Diskonterhöhung verstimmt. Daß selbst in Bankkreisen mit einer Ermäßigung des Diskontsatzes gerechnet worden ist. geht aus der starken Zunahme der Lombardbestände hervor, in dem die Banken in der Einreichung von Wechseln Zurückhaltung geübt haben, um im Falle einer Diskontermäßigung nicht mit einem höheren Zinssatz belastet zu sein. Die Banken dürften auch vor ollem mehr kurzfristiges Wechselmaterial eingereicht haben und dadurch sind die Aussichten auf einen schnellen Rückfluß von Zahlungsmitteln zur Reichsbank recht günstig. Absolut betrachtet, d. h. ohne den Zusammenhang mit der in der letzten Zeit so häufig diskutierten Frage einer Diskontänderung, kann der Reichs- bonkousweis trotz der eingetretenen Anspannung Befürchtungen nicht auslösen. Denn man muß bedenken, daß die Ausdehnung des Zahlungsmittelumlaufs zum großen Teil auf den Abzug der Girogelder zurückzuführen ist, die jedoch, da der Geldbedarf der Kasse nur vorübergehend so hoch ist, bereits beim nächsten Ausweis wieder zunehmen werden. Jedenfalls scheint der Ultimo Januar diesesmal gleichmäßig durch Wechseleinreichungen und Giroabzüge finanziert worden zu sein, was natürlich den Umlauf an Roten stark beeinflußt hat. Der Reichsbankstatus beweist unseres Erachtens zweifellos, daß die Reichsbank wieder feste Fühlungnahme zum Geldmarkt zurückgewonnen hat. die während der letzten Wochen auf Grund der Entwicklung der Geldmarktsätze nicht mehr vorhanden gewesen war. Die Grundentwicklung hat nach wie vor ein günstiges Gesicht, wenn auch, wie bereits gesagt, infolge der eingetretenen Festigkeit an den internationalen Geldmärkten die Frage einer Dis° kontermätzigung in den Hintergrund getreten ist. Ausbau der bayrischen Elektrizitätsversorgung. Die Bayernwerk - A. -G. in München hat die Aktienmajorität der Bayerischen Braunkohlen-Jndustrie» T*2L - in Schwandorf (Aktienkapital 5 414 400 Mk.) erworben. Es ist beabsichtigt, bei Schwandorf ein großes Dampfkraftwerk zu errichten, nachdem eingehende Untersuchungen ergeben haben, daß sich das dortige Braunkohlenvorkommen nach Art und Menge, sowie hinsichtlich der Lage besonders gut eignet zur Errichtung eines großen Dampfkraftwerkes. Die Errichtung dieses Dampfkraftwerkes stellt für die bayrische Landeselektrizitätsversorgung die billigste Möglichkeit dar, sich ständig mit hochwertiger elektrischer .Energie zu versehen und bereitet damit den Boden für den späteren Aufbau weiterer eigener bayrischer Wasserkraftwerke. Gleichzeitig wird dieses Dampfkraftwerk bei fortschreitender Elektrifizierung der Reichsbahn über Regensburg hinaus für diese ein wertvoller Stützpunkt sein. • Kommunale Landesbank Darm- ft a d t. In Auswirkung des soeben gestellten Antrages der Einführung der Reihen 3, 4, 5 und 6 der Schuldverschreibungen der Kommunalen Landesbank in Darmstadt wurde dem Institut genehmigt. den Zinssatz seiner Schuldverschreibungen, Reihe 5. von 6 Prozent auf 8 Prozent zu erhöhen. Ueberzeichnung der 4-Millionen- Mark Preußische PfandbriefbankPfandbriefe in Amsterdam. Die Subskriptionen auf die in Amsterdam durch die In» casso-Dank, sowie die Bankhäuser Vermeer L Co. und S. Schönberger & Co., Amsterdam aufgelegten 4 Millionen Mark 7prozentigen kapitalertragssteuerfreien Pfandbriefe der Preußischen Pfandbriefbank, Berlin, sind in einem Maße ein- gegangen, daß nur eine geringe Zuteilung erfolgen kann. * D i e amtliche Großhandelsindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag des 1. Februar berechnete Großhandelsindexzisfer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche von 138,4 auf 137,9 oder um 0,4 v. H. zurückgegangen. Aus der Mafchinenindustrie. Die gegenwärtige Lage der Maschinenindustrie ist noch immer durch die am Jahreswechsel eintretende übliche Zurückhaltung seitens der Verbraucher. die in ihren Dispositionen sehr vorsichtig sind, gekennzeichnet. Wenn auch die Beschäftigung gegenwärtig noch normal ist, so zeigt der Auftragseingang teilweise einen Rückgang, der nicht zuletzt durch die Auswirkungen des Schiedsspruches des Reichsarbeitsministers hervorgerufen ist. Die Verhandlungen wegen der Erhöhung der Eisenpreise, die sich erst auf die gesamte Unkostenkalkulation auswirken werden, und die zur Zeit noch bestehende Ungewißheit über die Gestaltung des Jnlandsmarktes haben eine gewisse Zurückhaltung in der Auftragserteilung veranlaßt. * D i e Rationalisierung bei Daimler-Benz. Die Berwaltung der Daimler- Benz A. G. gibt bekannt: Der Umsatz im 'Jahre 1927 hat die Höhe von 121 Millionen gegen 67 Millionen Mark im Jahre 1926 erreicht. Die heutige Belegschaft beträgt 16 000 Arbeiter und Angestellte, gegen 9500 Ende 1926. Diese außerordentliche Steigerung der Belegschaft erwies sich als notwendig, weil die Massierung der rückständigen Aufträge auf die neuen Modelle zu größter Leistungsspannung zwang. Rach- dem die Produktion mit der lausenden gesteigerten Rachfrage in Einklang gebracht worden ist, wurde in der Ausschußsihung des Aufsichtsrats das diesjährige Fabrikationsprogramm festgelegt, das eine Steigerung der Produktion noch über die des Jahres 1927 hinaus ermöglicht. Infolge der Rationalisierung der Betriebe wird das Programm mit einer um einige hundert Mann verminderten Arbeiterzahl durchgeführr werden. Das Verkaufsgeschäft hat angesichts des bevorstehenden Frühjahrs bereits erfreulich an- gezogen. * Anschluß von Leverkusen an die Ferngasversorgung aus dem Ruhrgebiet. Vor kurzem ist zwischen der A.-G. für Kohleverwertung und der J.-G.»Farbenindustrie ein Vertrag über die Ferngasversorgung des Leverkusener Werks unterzeichnet worden. Mit dem Bau der Anschlußleitung von dem Ortsrohre von Hamborn aus wird in nächster Zeit begonnen. Die Aufnahme der Ferngasversorgung wird voraussichtlich noch im Laufe des Jahres erfolgen. Das Gaswerk der J.-G.° Farbenindustrie wird dann stillgelegt werden. Damit würde auch der von diesem Gaswerk belieferte Ort Leverkusen, mit dem Verträge allerdings noch nicht abgeschlossen sind, zum Anschluß an die Ferngasleitung genötigt sein. * Siemens & Halske, A.-G. Die Betriebe der Siemens & Halske, A.-G., waren, wie im Geschäftsbericht ausgeführt wird, während des lausenden Geschäftsjahres ausreichend beschäftigt. Die Gesellschaften, an welchen sie dauernd und maßgebend beteiligt ist, haben angemessene Ergebnisse erzielt. Es kann daher, wie bereits gemeldet, die Verteilung einer Dividende von 12 Prozent vorgeschlagen werden, womit wieder der Borkriegssah erreicht wird. Sowohl die im Geschäftsjahr eingegangenen Bestellungen, als die Ablieferungen der Betriebe haben sich gegenüber dem Vorjahre nicht unbeträchtlich erhöht. Die Zahl der Beschäftigten bei dem Gesamtkonzern hat die Ziffer von 100 000 wieder überschritten. Vom Gesamtkonzem wurden im abgelaufenen Jahr 182 Millionen Mark als Gehalt und Lohn an die in den deutschen Betrieben beschäftigten Angestellten und Arbeiter bezahlt, für gesetzliche und soziale Leistungen 17,6 Millionen Mart. Die Aufwendungen für Pensionen sind seit dem Jahre 1924 um mehr als 100 Prozent gestiegen. Rach Vereinbarung mit der Elektrizitäts-A.°G., vormals Schuckert & Co. wurde die Umwandlung der Siemens-Schuckertwerke G. m. b. H. in eine Aktiengesellschaft beschlossen und durchgefiihrt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 6. Febr. Tendenz: schwächer. — Die Börse eröffnete die neue Woche in ausgesprochen l u st l o s e r und schwächerer Haltung. Das Geschäft war sehr still und beschränkte sich wieder fast vollkommen auf die Tätigkeit der Kulisse, die einige Abgaben vornahm, während von einer Beteiligung der Privatkundschast kaum etwas zu bemerken war. Die Stimmung war vor allem wieder unsicher im Hinblick auf die weitere Entwickelung der Geldmarktlage und eine im Zusammenhang damit nicht mehr wahrscheinliche DiskontermäßiAung der Reichsbank. Demgegenüber konnten die künftigen Abschlüsse im Siemens-Kon- zern nicht weiter nachwirken, auch der erhöhte Kaliabsatz blieb auf die Allgemeintenoenz ohne Einfluß. Die ersten Kurse lagen gegen Samstag-Schluß fast durchweg 1 bis 2 o. H. schwächer. Stärker angeboten waren I. - G. - F a r b e n (minus 3 v. H.l und am Elektromarkt Gesfürel, Schuckert und Licht und Kraft, die je 3 v. H. nachgaben. Don Montanwerten verloren Rheinbraun 3 v.H., Rheinstahl 2,5 v. H. Zellstoff-Wal-dhof büßten 3,5 v. H. ein. Im Zusammenhang mit Hoffnungen auf eine baldige Erledigung der Freigabeangelegenheit blieben Schiffahrtswerte behauptet. Scheideanstalt konnten 1 v. H. anziehen. Holzverkohlung erneut plus 2 v. H. Rach den ersten Kursen stagnierte das Geschäft fast vollkommen. Deutsche Anleihen gaben bei stillem Geschäft etwas nach. Ausländer fast umsatzlos. Später tonnte sich die Stimmung allgemein etwas bessern, ausgehend von Schiffahrtswerten, die je 1 v. H. anzogen. Das Geschäft wurde vorübergehend etwas lebhafter, und die führenden Werte konnten sich bis zu 1 v. H. befestigen. Am Geldmarkt mar Tagesgeld etwas leichter, der Satz ermäßigte sich auf 6,5 v. H. Im Devisenverkehr stellte sich die Reichsmark gegen Kabel auf 4,1923; gegen London auf 20,425. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,10, Madrid 28,60, London gegen Kabel 4,873/i<$. Berlinc Börse. Berlin, 6. Febr. Die Geschäfts stille der letzten Woche hielt auch zu Beginn der heutigen Börse unvermindert an. Orders von Publikumsseite lagen überhaupt nicht vor, und die Spekulation beobachtete Zurückhaltung. Pressemeldungen, nach denen in der Freigabeangelegenheit neue Komplikationen eingetreten sein sollen, und Zusatzanträge zur Freigabebill, sowie Ausschließung der Zahlung bis zur Entscheidung der Schiedskommission rufen eine gewisse Beunruhigung hervor. Auch die Nachricht, daß der Reparationsagent eine Summe von 50 Milliarden genannt haben soll, verstimmt die Börse in größerem Maße. Der Geldmarkt ist weiter angespannt. Die international anziehenden Geldsähe blieben auch auf dem hiesigen Markt nicht ohne gewissen Einfluß. Tagesgeld 7,5 bis 8 Prozent, Monatsgeld 7,25 bis 8,50 Prozent, Warenwechsel 6,90 Prozent. Zu den ersten Kursen lagen Kaufaufträge nicht vor, die Spekulation nahm geringe Abgaben vor, die bei dem kleinen Geschäft und der fehlenden Aufnahmelust das Ge- samtkursniveau um 1 bis 2 Prozent, vereinzelt auch bis 3 Prozent senkten. I. G.-Farben, Elektrowerte und Zellstofs-Waldhof lagen bis 4 Prozent schwächer. Fest waren nur Schubert & Salzer, sowie Bemberg, die 4 bis 6 Prozent anzogen. Deutsche Anleihen schwächer. Ausländer überwiegend nachgebend. Bosnier fast minus 1 Prozent, Türken dagegen etwas fester. Pfandbriefe vollkommen still. Rach den ersten Kursen schritt die Spekulation zu Deckungen, die eine Erholung der Kurse bis zu 1 Prozent zur Folge hatten. Svenska gewannen 5 Mark, Bemberg plus 11 Prozent, Schiffahrtswerte konnten 1 bis 2 Prozent anziehen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 6. Febr. Jnlandweizen wurde infolge starken Angebots für die erste Sorte um 0,50 Mark ermäßigt. Futterweizen blieb im Preise unverändert, Da dieser Artikel begehrt ist. Roggen unverändert. In Weizenmehl ist das Angebot stärker geworden, der Preis mußte um 0,25 Mark ermäßigt werden. Kleie ist unverändert und für prompte Lieferung noch gesucht. Mais liegt fest. Futter- und Rachmehle sind nur mit Preiskonzessionen zu verlausen. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs, 24,50; Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Proz. Auswuchs. 23,25 bis 23,50; Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Proz. Feuchtigkeit, 22,75 bis 23,25; Roggen 24,50; Sommergerste für Drau- zwecke 27,50 bis 29,50; Hafer, inländ., 23,50 bis 24; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Mais (gelb) für andere Zwecke 22,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0? 36,25 bis 37; Roggenmehl 33,50 bis 35,25; Weizenkleie 14,15 bis 14,25; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 60; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 105; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 8 bis 8,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 4,50; gebündelt 3.25; Treber, getrocknet 17,75 Mk. Tendenz: Flau, Mais und Kleie fester. Frankfurter Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Febr. Auftrieb: 1348 Rinder (darunter 298 Ochsen, 64 Bullen. 644 Kühe, 342 Färsen), 500 Kälber. 186 Schafe. 6184 Schweine. — Rinder (Ochsen): Doll- fleischige, ausgemästete, ij" f)? cn Echlachtwerts (jüngere) 58 bis 61 Mk., Ircre) 54 bis 57; sonstige vollfleischige (jüng 50 bis 53, (ältere) 47 bis 49; fleischige o.s 46. (Bullen): Jüngere, vollfleischige, hoch,.e.i Schlachtwerts 52 bis 55; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 47 bis 51. (Mhe): Jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 49; sonstige vo!!fleiso)>^ oder ausgernästete 40 bis 45; fleischige 33 bie 39; gering genährte 25 bis 32. (Färsen — Kalbinnen, Jungrinder —): Vollfleischige, ausaernästele, höchsten Schlachtwerts 58 bis 62; vollfleischioe 53 bis 57; fleischige 44 bis 52. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76; mittlere Mast und Saugkälber 65 bis 71; geringe Kälber 55 bis 64. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 50 bis 54; mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und chtt genährte Schafe 42 bis 49. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 60 bis 61; vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 59 bis 61; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 58 bis 60; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 55 bis 59; Sauen 50 bis 56 Mk. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 1. Febr. Der heutige Sitzungstag war ausgefüllt durch zwei Anklagen wegen Sitt- lichkcitsverbrechens, zu denen umfangreiche Zeugenladungen ergangen waren. In beiden Fällen war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Ein Landwirt aus Grohen-Linden war der Rotzucht in zwe4 Fällen angeklagt. Er konnte dieser Verbrechen nicht überführt werden, da ihni bewußte Gewaltenwendung nicht nachzuweisen war; da er aber die angegriffene Frau schwer beleidigt hatte — er bot ihr Geld an —, wurde er wegen Beleidigung z u sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Freigefprochen von der Anklage der Blutschande wurde trotz hohem Verdacht ein Schriftsetzer von Gießen. Da die Hauptbe- lastungszeuginnen naher Verwandtschaft wegen ihre Aussage verweigerten, war es nicht möglich, den die Beschuldigung bestreitenden Angeklagten einwandfrei zu überführen. Büchertisch. Zeitungs-Katalog Rudolf Mosse 192 8. Die 54. Ausgabe dieses populären Führers auf dem Gebiete der Zeitungs- und Zeitschriftenreklame ist soeben erschienen. Sein redaktioneller Teil unterrichtet den Inserenten über alle den Anzeigenteil der Zeitungen und Zeitschriften betreffenden Fragen. In dem hieran anschließenden Anzeigenanhang haben die! Verleger Gelegenheit genommen, den reklameverbrauchenden Firmeit die besondere Eignung ihrer Organe für die jeweiligen Zwecke zu schildern. Einem vielfach geäußerten Wunsch zu genügen, ist diesmal dem Katalog ein 30 Seiten umfassendes Kartenwerk beigegeben, das die Länderkarten des Deutschen Reiches sowie des gesamten übrigen europäischen Kontinents bringt. 43 In der Faschingsnummer der Leipziger „3 ll u= ftrierten Zeitung" (Verlag I. I. Weber) schildert u. a. Gustav Herrmann den Faschingsbetrieb mit seinem lächelnden Llnbeschwertscin. Den Münchener Fasching im besonderen hat sich Ernst Hoferichter in seinem lustig erztzhltzn Bilderbogen aufs Korn genommen. Einen Beitrag ernsterer und zarterer Art bietet Ossip Kaienter mit feiner Venediger Karnevalsgeschichte „Der gelbe Mantel". Als Vertreter des grotesken Humors haben Hans Reimann usnd Joachim Ringelnah aus ihrem Bereich beigesteuert. Das Neumeyer Piano bildet eine Qualitätsklasse für sich. Vertreter: August Förster * Gleisen Bahnhofstraße 65 B 59a Fernruf 1367 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ___________Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Fraubsurta. M Berlin Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Berlin. 4. ft-ebr.__________ Geld Brief , Schluß' Nur» 1-Uhr- Kur» Schluß ! Anfang Kur« ! Kur- Schluß- Kurs '-Uh» Kurs Schluß^ Kurs Anfang Kur« Schluß-! 1-Uhr- Kurs I Kurs Schluß-^ Ansong Kurs 1 Kur- Hranjöstsche Roten...... Holländische Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Lefterr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . Devisenmarkt Berlin Telegraphische 16,505 168,38 22,185 111,10 59,00 2,57 112,24 80,54 71,31 12,375 72 98 —Frankfur 2lu szah 16.&65 169,0« 22,265 111,54 59,24 2,59 112,68 80,86 71,59 12,435 73,28 a. M. lung. Datum: 4.2. 6.2. 4.2. 6. 2. Datum: 4 2. | 6.2. 1 4.2. ! 6.2. Datum: 4.2. 1 6.2. I 4.2. I 6.2 */« Di Reichsanleihe v. 1927 Dk Anl Ablos Schuld mit Auslos -Rechten . . Dtsgl. obre Auslcs.-Rrchten 5°/° Franks Hyv.-Bl. Go.dpf unkündbar bis 1932 . . . •Wo Rheinische Lvv -Bank «iqu -®olbpf AEG abg BorkriegS-Ob liflationen, rückzahlbar 1932 >"> Schwei;. Bundeöb.-Anl. 4°/e Oefterelchischc Goldrte 4.20°/j Dtftcrr id). Silberne <°/o Oesterreich, einbenl Rte Ungarische Goldrir «°/o Ungarische Sta-Utzr. v 1910 <*/»% dcsgl. von 1913 *°/o Ungarische Kronenrte . . <’/, Türk. Zollanleihe v 1911 Türk. Bagdodbahn-Rnl. Serie 1. 4°/o deögl. Sertr .'l *°o Rumänen converl. Rte. *‘/e°/o Rumänen Goldanl. . von 1913 BUfl Deutsche Eisenbahn <>/, Hamburg-Amerika Palet. . 6 pcimb-Südam Damvisch b Hansa Dampfschiff . 6 Norddeutscher Llohd 6 Allg. Deutsche Treditansl.. 10 Barm, r Bankverein 10 Berliner Handelsqcsellsch. 12 Eommerz- und Pnvat-Bk. 11 Darmst. u. Nationalbank. )2 Deutsche Bank 10 Diökonto-Gesellschaft llnt 10 Dresdner Bank . 10 Mitteldeutsche Lreditbank 9 Metallbank......... 8 Aeichsbank.........J> i S 8 =? «= lg| 3 »1 1 i | 1 l g 1 g l £ g. S £ äfe -1 1 111 ।। 1 । i i i i i i i i y» i 8<ü»So.o.88*SC:y5ö.k । i > i-L «81 1 81 I 1 f ' 1 > «8 § 8 , - s i i ss । i in । i i i i i ii i > । f -s 11 8L6 9. Bergmann Elektr. Li« Licht und gelten & C Ges. f- Eie Hamb. EI« Rhein. El Schlei. 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Bulgarien Lissabon Danzig. - Qonftantiu. 168,68 1,788 58,315 111,31 112,10 112,39 10,545 22,16 20,40 • .1880 16,44 80,55 71,42 1.966 0,5025 58,96 12,412 7.363 73,21 3,087 19,68 81,56 2,131 5,544 4,180 4,276 20.924 169,02 1,792 58,435 111,53 112,32 112,61 10,565 22,20 20,44 4,1960 16,48 0,71 71,56 1,970 0,5045 59,08 12,432 7,377 73,35 3.033 19,72 81,72 2,135 5,550 4,188 4,284 20,964 108,70 1,789 58,325 111,35 112,12 112,39 10,546 22,16 20,404 4,1885 16,44 80,56 71,28 169,04 1,793 58,445 111,57 112,34 112,61 10,566 22,20 20,444 4,1965 16,48 80,72 71.42 1,969 0,5045 69,095 12,432 7,385 73,35 3,033 20,72 81.72 2,127 5,556 4,188 4,284 20 965 JungbanS . ...... 6 Lechwerkc ....... 8 Matnkraftwerke ...... 8 154 144.ö 146.5 LOS 174.25 231 163 159,5 160,5 208 128 195 154,75 144.5 174 231.25 162.25 158.5 159,25 127 194.5 231 165, 102 43 174 257 111 23 75 75 ,9 25 52 75 ,9 95 Mtag ....... 10 Rekarkulmer ........ 8 Peters Union ....... s ßkbt. Roeder ...... 10 Bcngt A Haeffner .... 6 8üdd Zocker......0 Ban 140,5 100 113 141 178.75 141,25 knoten. 141,5 137,5 100 112,5 179.5 140.25 1 1 1 1 1 1 ___ 1,965 0,5025 ü8,975 12,412 7,37t 73,21 3,027 20,68 81,56 2,123 5,544 4,180 4.276 20.925 Berlin. 4 Febr. 1 eielD Briet Amerikanische Raten..... Selgischc Noten...... Dänische Noten ...... Englische Noten ....... I 4,169 58,21 111,90 1 20,37 4,189 58,45 112,34 20,45 Athen . Eanado llrnnaD 6*» - - -