Marineoffiziere, die ebenfalls an Bord Frankfurter Allee im Ost fink Wiese warf das Luftschi sten der Stadt, an der Weber- Aus Berlin kommen schlechte Wetter an-- Unveränderte Lage im AusspeMngsgebiet t> / I . , --- -.-,.,-)iff einen $ oft beutel für Wolffs Telegraphisches Bureau ab, der von einem eilfertigen Finder im Auto dem Empfänger binnen einer knappen Viertelstunde überbracht wurde. Nach Beendigung seiner ungefähr eine halbe Stunde dauernden Schleifenfahrt über Berlin entschwand das Luftschiff wieder in Richtung Staaken. Anuahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschnft 20° , mehr. Chefredakteur Dr Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr fj.Thgriot, für den übrigen Ted (Ernft Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt hillmann. sämtlich in Gießen. 3n der Unterhaltung, die einen größeren Teil der Gäste die ganze Rächt zusammenhält, wird hie Frage des Ortes für den künftigen Luftschiffhafen lebhaft erörtert. Die di da tu r Berlins dürste in Stadtbaurat Dr. Ad - l e r einen sehr beredten Fürsprecher gesundeir haben. Es scheint jedoch, daß klimatische Bedenken dieser Wahl entgegenstehen. Dr. ®cfener, soll auf dem Standpunkt ftefyen. daß erst die neue Halle und das größere und stärkere Luftschiff gebaut werden müßten, ehe diese Frage überhaupt zur Entscheidung kommt. Der jetzige „Gras Zeppelin" wird ja den Ozean nicht mehr sehen. Die Fahrt geht weiter über Marburg und Kassel, es ist 6.30 Tlhr und am östlichen Himmel zeigt sich der erste Schimmer des Tages. Run schieben sich aber auch d i e Morgennebel zwi'chen das Luftschiff und die Erde und ein frischer Wind saust um seine Flanken, nachdem die ganze Nachtfahrt unerhört friedlich gewesen war. Braunschweig bleibt zur Linken. Die Fahrt geht direkt ostwärts. Lim 8.20 Llhr wird d i e Elbe bei Tangermünde überflogen. Die Sicht läßt zu wünschen übrig, aber trotzdem wachsen immer noch die Eindrücke, die die wundervoll durchgeführte Fahrt bei jedem Teilnehmer hinterläßt. So geht es dem Festtage entgegen, den Berlin dem Luftschiff und seinen Helden — in Wahrheit Helden— bereiten will. //Gras Zeppelin" besucht die Neichshaupisiadi. Nächtlicher Start in Friedrichshafen. - In aller Frühe über Gießen. - Nach siebenstündiger Fahrt über Berlin.-tim 9tihr46 in Staaken gelandet. n a ch r i ch t e n. die mit einigem Kummer aufgenommen werden, weil sich alle auf den in Aussicht gestellten Empfang freuen. Umsomehr kann das Luftschiff sich Zeit lassen. Der Kurs wird also auch jetzt nicht schnurstraks auf Berlin genommen, sondern über Darmstadt, dos um 4,50 Llhr, über Frankfurt a. M., das um 5,10 Llhr überflogen wird und über Gießen, das man 5,40 LIHr passiert. Immer wieder unvergeßliche Eindrücke, die die Fahrt zu einem wahren Erlebnis machen. tieber Berlin. Von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Staaken, 5. Koo. (IBIB. Funkspruch.) Schon im frühen Morgengrauen bot der Flugplatz Staaken, wo heule der Zeppelin landen soll, ein lebhaftes Bild. Zahlreiche Autos und Autobusse rollen heran. An allen Straßenkreuzungen steht ein großes Aufgebot von Schutzpolizei, die in muffer- haster weise den Anmarsch der Massen regelt, viele Fußgänger kommen, die es sich trotz des schlechten Wetters nicht nehmen lassen wollen, bei der Ankunft des Luftschiffes am Platze zu sein. Man sieht viele bunte Schülermühen, auch viele Angehörige der Reichswehr. Die eintreffenden Nachrichten ließen eine so frühe Ankunft des Luftschiffes kaum erwarten. Um so größer war die Freude, als plötzlich um 8.45 Ahr das Luftschiff aus der grauen Wolkenbank auflauchle; ein ungeheurer Jubel erhob sich auf dem von Tausenden umlagerten Platz. Das Luftschiff überflog den Flugplatz in 200 Meter höhe unter dem brausenden Jubel der Menge und fuhr in Richtung Berlin weiter, kurz vor 9 Uhr erschien der Zeppelin über der Stadt. Trotz des regnerischen Wetters waren die Dächer beseht mit Schaulustigen, die das Luftschiff mit Jubel begrüßten, das seine Schieisenfahrt über dem Offen und Norden der Stadt fortsehte und dann nach Staaken zurückfuhr. Oer Empfang in der Neichshauptstadt. S e r (i n, 5. Nov. (WTB. Funkspruch.) Angesichts des den ganzen Sonntag und die ganze Nacht über anhaltenden regnerischen Wetters, herrschte unter dem Publikum allgemein die Befürchtung, daß der „Graf Zeppelin" seinen Besuch in Berlin verschieben werde. Als dann heute früh im Rundfunk die ersten Nachrichten über die Fahrt bekanntgegeben wurden, und die zu ihren Arbeitsstätten Eilenden die Beflaggung der öffentlichen und Privatgebäude sahen, war die Freude um so größer. Das Luftschiff, das kurz vor neun Uhr, von Staaken kommend, über dem Westen der Stadt erschien, wurde von der begeisterten Menge auf den Straßen und Plätzen m i t brausendem Jubel begrüßt. Zahlreiche Schaulustige waren auf die Dächer der Geschäftsund Wohnhäu er gestiegen, um von dort aus das erwartete Luft chiff zu sehen. Durch die Ansammlungen, die be anders stark waren, da die Ankunft des Luftschiffes in die Zeit des Geschäftsbeginnes fast aller größerer kaufmännischer Betriebe fiel, traten an den Hauptverkehrspunkten teilweise Stockungen im Verkehr ein. Leider enttäuschte das trübe Wetter viele, die erwartungsvoll von Plätzen und Dächern nach dem Luftschiff ausschauten, da bei dem undurchdringlichen Regenschleier der silbergraue Leib des Luftschiffes nur in näch ster Nähe z u sehen war und man in vielen Fällen mit dem Anhören des Motorengebrumms zufrieden fein mußte. Heber der den am schwersten arbeitenden Menschen in den Eisenhüttenwerten ihre niedrigen Löhne mit eitoa 50 Millionen Mark aufgebessert werden können. Die Llnkernehmer an der Duhr arbeiten gegenwärtig mit juristischer Spitzfindigkeit. Damit kommen wir nicht werter. Der Kamps an der Ruhr ist ein Vorgang von ungeheuerer politischer und wirtschaftlicher Tragweite: die- deutsche Wirtschaft kann in den nächsten Jahren keine ähnlichen Kämpfe, wie den englisch:n Dergarbeiterstreik von 1926, ertragen. Wenn die Autorität des Reichsarbeitsministers zur Beendigung des Kampfes nicht mehr ausreicht, dann muß bre Autorrtät des Reichskanzlers und der Reichs- tegierung eingesetzt werden. Massenkundgebung der christlichen Gewerkschaft. Essen, 5. Dov. (TU.) Das Gewerkschaftskartell der christlichen Metallarbeiter veransta tete am Sonntag im ganzen Ruhrgebiet Kundgebungen gegen die Aussperrung. Bezirksleiter B urgar h - Duisburg hielt in Es en einen Dortrag über die Lage. Er suchte den Rachweis zu führen, daß das Recht auf feiten der Arbeiter sei und brachte reiches Material vor über die Gestehungskosten der Werke und ihre Verkaufspreise, um darzutun, daß die Rordwestwerle die festgesetzten Lohnerhöhungen tragen könnten. Er führte u. a. aus: Das Fallen des Znlandbedarses und die Steigerung der Ausfuhr im 2ohre 1928 werden von den Unternehmern als preis- und gewinneinschränkend bezeichnet. Es sei unbestritten, dah die Znlandauf- träge gestiegen seien und die Preislage des deutschen Jnlandmarltes in Belgien und Frankreich nicht erreicht werde. Immerhin ständen aber auch die Auslandpreise in den genannten Ländern weit über den Gestehungskosten der deutschen Werke, so daß auch bei die em Geschäft ein Gewinn bleibe. Die Löhne ständen gegenüber anderen Tarifgebieten erheblich niedriger. Eine Entschließung, des Gewerkschaftsrings. Essen, 5. Dov. (T.-U.) Der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände aus Rheinland und Westfalen hielt am Sonntag eine Kundgebung ab, die sich vor allem mit dem Arbeitskampf der nordwestlichen Gruppe der Eisenindustrie beschäftigte. Die Kundgebung fand ihren Abschluß mit der einstimmigen Annahme einer Entschließung, in der es heißt: „Die von feiten der Arbeitgeber in der Gruppe Dordwest nach der VerbindlichkeitserHärung des staatlichen Schiedsspruchs widerrechtlich vorgenommene Aussperrung bedeutet einen ernsten und gewollten Vorstoß gegen die Hoheitsrechte des Staat es und das von ihm geführte Schlichtungswesen. Damit ist der Lohnkampf zu einem Kampf der gesamten deutschen Arbeiterschaft geworden, in dem es um ble Wahrung der Staatsautorität, um Recht und Ordnung geht. Don dec Reichsregierung erwartet die Kundgebung, daß sie mit geschlossenem Willen jeder Störung der Arbeit zur Wahrung der Staatsautorität und zur Sicherung der sozialen Staatseinrichtungen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln entgegenwirkt. Oie Landung in Staaken. Arn Ankermast festgcmacht. Staaken, 5. Nov. (WTB. Funkspruch.) Um 9.25 Uhr traf das Luftschiff „Graf Zeppelin" in Begleitung einer Flugzeugstaffel wieder über dem Flugplatz Staaken ein. Um 9.25 Uhr sandte es folgenden F u n k s p r u ch an die Leitung des Flugplatzes: „Da Landung bei ungünstigen Windoerhätt- nisfen und ungeübter Haltemannschaft Schwierigkeiten und Gefahren hat, werden wir a b f l a u = ende Winde aboarte n." „Gras Zeppelin" erschien um 9.46 Uhr zum dritten Male über dem Flugplatz Staaten und warf das Landungs- tau ab. Um 9.48 Uhr setzte die Führergondel zur Landung auf. Die Landung erfolgte 300 Meter vom Ankermast entfernt. Das Luftschiff liegt quer zum Ankermast. Oie Begrüßungsfeier. Berlin, 5. Nov. (WTB. Drahtbericht.) Die Befestigung des Luftschiffes am Ankermast verzögerte sich eine kurze Zeit, so daß die Ausschiffung der Vor dem Start. Friedrichshafen, 5. Dov. (TU.) Doch um Mitternacht liegt das kleine Bodenseeftädt- chen Friedrichshafen in tiefer Ruhe und nichts deutet darauf hin, daß noch in der Dacht ein Start des „Graf Zeppelin" erfolgen soll. Die Werst ist in nächtliches Dunkel gehüllt und nur in der Funkstation ist man eifrig an der Arbeit, um noch die letzten Wettermeldungen hereinzubekommen. Allem Anschein nach ist während der Fahrt mit starker Kälte. Winden und schlechter Sicht zu rechnen. Die Temperatur beträgt zur Zeit zwei Grad. 3n Mitteldeutschland sind in der Dacht Regengüsse zu erwarten, denen in den Morgenstunden Debel folgen werden. Infolgedessen wird die Schiffsleitung die Fahrtroute etwas weiter westlich von der beabsichtigten Strecke ein- halten. Der Navigationsoffizier des Luftschiffes, v. Schiller, ist der Ansicht, daß das Programm trotzdem eingehalten werden kann. Diese Fahrt nach Berlin sei seine 300. Er habe aber noch niemals eine solche Sturmfahrt wie bei der Rückkehr von Lakehurst nach Friedrichs- Halen, als das Schiff über den Deu undlondinseln mit dem furchtbaren Ortan kämpfen mußte, mitgemacht. Kurz nach 1 Tlhr rollen bereits die ersten Autos heran, die die Passagiere zum Schiss bringen. Das große Osttor ist bereits geöffnet, und von den hohen Bogenlampen in ein grünes Licht getaucht, liegt das Riesenschiff gespenstisch in der Halle. Die Führer des Schiffes sind bereits anwesend und leiten die letzten Arbeiten. Für den nächtlichen Start sind umfangreiche Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Da für die Msperrung keine Polizei zur Verfügung steht, ist kein Publikum zum Flugplatz zugelassen worden. Dur die Werftange^rigen und die Pressevertreter erhielten Zutritt zum Gelände. Der Start des Luftschiffes wird auf der Ostserte der Harle erfolgen und durch Scheinwerfer unterstützt werden. An der Fahrt werden u. a. teilnehmen Dr. Maybach, der Konstrukteur des Schiffes, Dr. Dürr, Kommerzienrat C o l s - mann, Dr. Lemperts, Regierungsrat B i e - s e r (Stuttgart) vom Württembergischen Wirt- schaftsministerium, Stadtbaurat Adler (Berlin) sowie einige Werftangehörige, insgesamt 24 Passagiere, so dah das Luftschiff mit der Besatzung von 39 Mann 63 Personen an Bord haben wird. Start zur Nachtfahrt. Fünf Nhr 40 Minuten über Gießen. Friedrichshafen, 5.Nov. (WB.) Nach einer kurz vor dem beabsichtigten Start durch auskommenden Bodenwind hervorgerufenen Verzögerung wurde das Schiff aus dem Osttor der Halle gebracht und stieg 2 Uhr 17 Minuten mit dem Bug gegen die- Halle auf. Lin kräftiger Aufwind unterstützte die. Startmanöver, der das Luftschiff rasch in d i e h ö h e hob. Nach einer eleganten Schleife über dem See und der Stadt verschwand es in nordöstlicher Richtung. Der Riesenkörper hob sich gegen den dunklen Himmel kaum ab. Nur die hellerleuchteten Kabinenfenster und die Positionslaternen zeigten den Weg des Schiffes. Aus den Motorengondetn winkten die Insassen den Zurückgebliebenen den 2lb- schiedsgruß mit Handlaternen zu. Das Lufsschiff nahm seinen Weg über Stuttgart — Darmstadt — Frankfurt a. M. — Gießen (5.40) — Kassel, das um 6.30 Uhr überflogen wurde. Das Luftschiff hat um 7.10 Uhr Goslar in Richtung Braunschweig überflogen. Der bisherige Verlauf der Nachtfahrt ist glänzend. Die Ankunft in Berlin wird gegen 10 Uhr erwartet. Oie Nachtfahrt. Eiüdrücke an Bord des Luftschiffs. An Dorddes „Graf Zeppeli n“, 5. Dov. (Funkspruch.) Der Mond im letzten Viertel steht am Himmel, Sterne leuchten in der stillen Ro- vembernacht. Das Wetter ist also für die Fahrt des „Graf Zeppelin" nach der Reichshauptstadt sehr viel günstiger geworden, als man erwartet hatte. Lim 2.20 Llhr setzte sich das Luftschiff in Bewegung, um 2.30 Llhr erhebt es sich in sein Element. Da wir Zeit haben, können wir uns einen ilmtoeg leisten, den auch die Wetter- meldungen nahelegen und überfliegen um 3.20 Llhc Stuttgart. Ein Anblick von unerhörter Schönheit. 3m Salon hat sich iirzwischen reges geselliges Leben entwickelt. Dr. Eckener selbst begrüßt seine Gäste, die von seinem anmutigen Töchterlein und seiner freundlichen Sekretärin mit einem Glase Schaumwein und Kaffee bewirtet werden. 3m übrigen sammeln sich die Gruppen um Dr. Dürr, den Erbauer des Luftschiffes, um Kommerzienrat Dr. Colsmann, den kaufmännischen Leiter des Zeppelinwerkes, um Dr. Maybach, den Schöpfer der berühmten Motoren, die sich so glänzend bewährt haben, um den württembergischen Finanzminister Dr. D e h l i n g e r, um die drei amerikanischen 6r|d)etnt lü glich, autzei Sonntags anb Feiertag». Beilagen; ölefcener FamiliendläUer Heimat im Bild Die Scholle Monals.Bezvgrprel»; 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träge» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüsset 61, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gieße», possschecttomo; firanlfurt am Main 11686. Passagiere erst gegen 11 Uhr vorgenommen werden konnte. Um den Gewichtsausgieich für die aus- steigenden Passagiere herzustellen, stiegen für jeden Herauskommenden ein Polizeibeamter in die Sabine. Als Dr. Eckener aussticg und sich zu der aufgebauten Rednertribüne begab, wo er von dem Reichsminister v. Guörard und Oberbürgermeister Dr. Böß begrüßt wurde, brach die nach Zehntausenden zählende Menschenmenge auf den Flugplatz in nicht endenwollend n Jubel aus. Rcichsminister v. Guörard überbrachte im Namen der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung die Glückwünsche und Willkommensgrüße an das Luftschiff und feierte die Leistungen Dr. Eckeners, des Konstrukteurs des Luftschiffes Dr. Dürr, des Kommerzienrates Colsmann und Professor Maybachs um den Luftschiffbau. Deutschland habe neu gezeigt, daß es der Tatkraft Eckeners und dem Können der Besatzung gelungen ist, trotz aller Widrigkeiten die Ozeanfahrt zu vollbringen. Die Fahrt sei ein Markstein für den transozeanischen Luftverkehr. Im Namen der Bürgerschaft und der Verwaltung Berlins begrüßte Oberbürgermeister Dr. Böß das Luftschiff, seine Führer und seine Mannschaft. Er sprach die Hoffnung aus, daß der Zeppelin bald hausier die Reichshauptstadt besuchen werde und Berlin bald einen Hafen des Weltiuft- schiffverkehrs erhalten möge. Die Berliner werden mit Dr. Eckener durch dick und dünn gehen. Zum Schluß brachte Dr. Böß ein dreifaches Hoch aus, in das die Menge begeistert einstimmte. Dr. Eckener dankte dem Reichsverkehrsminister o. Guörard und Oberbürgermeister Dr. Böß für ihr Willkomm und die Ehrung durch den Empfang. Er gab seiner Freude Ausdruck, Berlin besuchen zu können und unterstrich auch seinerseits die Hoffnung des Oberbürgermeisters, Berlin in einen regelmäßigen Luftschiffverkehr einzubeziehen. Nach der Begrüßung fuhr Dr. Eckener, die offiziellen Vertreter der Behörden und Vertreter der Besatzung des Luftschiffes im Kraftwagen zum Empfang beim Reichspräsidenten. Berlin, 5. Nov. Wie der „vorwärts" erfährt, ist bis zum Samstag seitens des Arbeitgeberverbandes Nordwest noch feine Feststellungs- klage beim Reichsarbeitsgericht oder bei den sonstigen in Frage kommenden Arbeitsgerichten in Essen oder Düsseldorf darüber eingereicht worden, ob der Schiedsspruch vom 27. Oktober rechtsgültig ist oder nicht. Die Frage der Wohlfahrtspflege und Unterstützung der nicht organisierten Arbeiter wird dem genannten Blatt zufolge im ganzen Ruhrreoier einheitlich geregelt werden. 3» diesem Zweck wird in der nächsten Woche eine Versammlung der Oberbürgermeister, der Finanz- und Wohlfahrtsdezernenten stattfinden. Die freien Gewerkschaften veröffentlichen einen Aufruf, in dem die Arbeiterschaft zu strengster Disziplin ermahnt wird. In dem Aufruf heißt es u. a.: Versammlungen und Demonstrationen, die nicht von der Organisationsleitung veranstaltet sind, sind von den Mitgliedern des Deutschen Metallarbeiterverbandes und den übrigen freien Gewerkschaften entschieden zu meiden. Dir lehnen jede Veranlwortung für Schäden, die aus solchen Veranstaltungen entstehen, ab. — Der Stillegungsprozeß nimmt feinen Fortgang. Während die Hochöfen der Hüttenwerke noch nicht ausgeblasen sind, sondern vorläufig unter Dampf gehalten werden, sind bei den meisten Hüttenwerken inzwischen die Martinöfen erkaltet. Sie stehen vor dem Zusammenbruch. Der Neuaufbau der Martinöfen wird mindestens sechs Tage in Anspruch nehmen. Stegerwald zum EjsenkonWt. Nürnberg, 4. Rov. (WB.) 3n einer Massenversammlung der Christlichen Gewerkschaften Nürnbergs führte Ministerpräsident a. D. Dr. Stegerwald über den Eisenkonflikl an der Ruhr u. a. aus: 3n England besteht für die Arbeiter in der Großeisenindustrie schon seit 25 Fahren der Achtstundentag. 3n Deutschland ist er erst, wenn man von einer vorübergehenden Revolu- tionserscheinung abfteht Ende 1927 zur Einführung gelangt. Bei der Zwölf st undenschicht habe,l die Arbeiter leidlich verdient. Bei der A a) t st u n d e n s ch i ch t gehörte ein großer Teck der Cisenhüttenarbeiter mit zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitergruppen. Die Christlichen Gewerkschaften lehnen im Zeitalter des Tolksstaates die These ab, daß die am schwersten arbeitenden Menschen am längsten arbeiten, oder sich mit den kärglichsten Löhnen begnügen müssen. Wenn die deutsche Eisenindustrie gegenwärtig mit weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und sie diese nachweisbar aus eigener Kraft nicht überwinden kann, dann müssen diese Schwierigkeiten auf dem Wege über d i e allgemeine Wirtschaftspolitik überwunden werden. Es darf eben nicht mehr Vorkommen, daß A r b e i t s -, W i r t s ch a s t s - und Finanzministerium an.'.a t einheitliche Po litif zu machen, jedes für sich und dabei nicht selten entgegengesetzte Politik betreiben. Wenn zur Verbesserung der Lage der Beamten Reichsbahn und Aeic^post die Wirtschaft mit 400 Millionen Mark durch Tarif - und Portoerhöhung belasten dürfen, dann müssen sich auch Mittel und Wege finden lassen, die General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Pttlafl: vrLHI'sche liiliv-rMts-vuch. nnd StetnOraderei B. Sange in Siehrn. Sdjriftleitung und S-schästssteae: Schnlstrahe l Ur. 261 Erstes Matt 178. Jahrgang Montag, 5. November 1928 Gietzener Anzeiger tiayen- Röst- Stydbf 'NordoyÄC ItocMi.- ’anKt, la Cohina“ 5onnta g. gs 4. NoVt>, 1928, 8"mg5L WIDO - fo (8)5 Derim QM Ml ber - S'e, Sri ^-ben; Nb mann fanden jbt S« M m< wrfüäl Man nicht ric Ärbeilfl all das Lehrer fiert Hal bet W Stuber nung' btrltll in onl Kräfte Arbeit eine N dankt. Noch Solbflc liches £ wähnte tuesse jimigr famntlu Somm/i imb blt sleisch im Wer 1 barmst ttalbflti gegebet Das in schw der Rei Bereit« die ihm Sine ■Hebe z, griechis der fd Stimm/ »innen, chische g lSemäl Ofs Selb ö«n es q D ln Ober-Z bricht IN'?! Q/- ^'ftbieten M K7 $* 192 ^k.n ur> Dienst Milbig»; Menroe bnrzahlu drei a z-veili ziehtilc ein E Äorbfe Äklbei Awan Mtr, Weint schrank, Wim Rroupor ^v'ih «Met 'M Ältokr, Wie in Amerika einpräsident gewählt wich. Oer 6. November, em Volksfest erster Ordnung. — Wahlrummel und Reklame.— Politik als Volksbelustigung. - Was kostet ein Wahlkampf? Von Fred E Dillinger (Sin Gipfelpunkt im amerikanischen Leben ist der erste Dienstag nach dem ersten Montag im November, der Tag. an dem in jedem vierten Jahr der höchste Beamte der Bereinigten Staaten vom Volk gewählt wird. Zwar stimmt man nur über die Zwischen- kandidaten ab, doch fällt damit gleichzeitig auch die Entscheidung über den künftigen Bewohner des Weihen Hauses. Das ist eine Gelegenheit, die der senfationshungrige Amerikaner auszunutzen versteht. Nach den aufregenden Wahlen in den Nationalkonventen der demokratischen und der republikanischen Partei, die im Hochsommer tagen, nach einem Wahlkampf, der die Erregung des Volkes mit allen Mitteln moderner Reklametechnik täglich zu steigern versteht, werden am 6. November alle kleinen und großen Boltsredner, alle Agitatoren und Propagandisten noch einmal aufgeboten, um an diesem entscheidenden Tag das Höch st e zu oollb ringen, was an „Betrieb" überhaupt geleistet werden kann. Die letzten großen Wetten werden abgeschlossen — diesmal bieten leidenschaftliche Spieler Wetten von 5 zu I für Hoover an. Durch die Straßen ziehen unaufhörlich Trupps von De mon st ranken, die ihre Wahlparole brüllen und z. B. ohne Pause schreien: „who, who, who will be our next President? Hoover, Hoover, Hoover!“ Früher schrie mon bei solchen Gelegenheiten: „Keep cool with Coolidge!“ oder „Coofidge and Prosperity!“ Um den Wahltrubel zu erhöhen, werden riesige Plakate von den Demonstranten mitgeführt, und überall sieht man — auf Bildern, in kleinen Skulpturen und zuweilen sogar in ausgestopfken und natürlichen Fellen — den Esel und den Elefanten, die Symbole der beiden streitenden Parteien. Wie ein großes Sportereignis wird der Wahltag gefeiert. Man will über den Fortgang des Kampfes ununterbrochen unterrichtet werden, und darum sind über ganze Häusermauern Leinwandflächen gespannt, auf die mit großen Projettions- apparaten die ersten Stimmberichte aus allen Teilen der Union geworfen toerben. Don den Wolkenkratzern schallen durchdringend die Stimmen der Lautsprecher, die teils Dor- berichte mitteilen, teils die Stimmung durch letzte Aufrufe zu heben versuchen. Jede Partei will die andere mit kleinen Einfällen überbieten, mit geschickter Lichtreklame oder mit dem „Himmelsschreiber", der die Namen der Kandidaten m 11 Rauchwolken ans Firmament heftet, mit Krach und rücksichtslosen Lichteffekten, die schon rein physiologisch die Menschen aus ihrem Gleichgewicht bringen. Bald wird die Aufregung so allgemein, daß kein ^ilensch mehr in seinem Haus bleibt und einzelne Banden die Städte durchziehen, um den noch nicht errungenen Sieg vorweg zu feiern. Tres en sich feindliche Parteien bei dieser Beschäftigung, so kommt es natürlich auch manchmal zu Schlägereien, zu Zwischenfällen, die die Stimmung der Zuschauer erhöhen. Es ist ein Tag, an dem der sonst recht ordnungsliebende Amerikaner seinen Gefühlen freien Lauf läßt. Deutsche Wahlen sind, verglichen mit einem solchen Novembertag, unheimlich still, farblos, „ohne Sportsgeist , wie der echte Pankee sagen würde. In Deutschland ist dabei der politische Kampf und der politische Haß viel stärker: denn es würde in Amerika niemals vorkommen, daß man Plakate des Gegners von den Mauern reiht, schon deshalb, weil diese Kundgebungen ja zur Erhöhung des Trubels beitragen und das Bild dadurch bunter wird. Der Wahlrummel kostet natürlich sehr viel Geld. Alles bezahlt man aus dem sogenannten „Schweinesettsaß", der Korruptionskasse, die jede Partei unterhält, und mit der alle maßgebenden Leute „geschmiert" werden müssen. Aus diesem Fonds werden die Fackelzüge. die großen Dersammlungen und all die „Scherzar'ikel" bezahlt, die dem Wahlkampf die amerikanische Würze geben. Da die Parteien sich politisch zu wenig voneinander unterscheiden, muh auf diese Weise die Leidenschaft der Wähler-' massen geweckt werden, um sie überhaupt an die Urne zu bringen. Es muh dem Volk sinnfällig gezeigt werden, daß von der Wahl etwas ab- hängt: die Indifferenten werden durch einen richtigen Reklamefeldzug für den AuSgang eines sportlichen Kampfes begeistert, bei dem es in ihrer Macht steht, den Sieg zu beeinflussen. Dor allen Dingen muh man aber die Bevölkerung unterhalten, vergnügt machen, zum Lachen bringen, damit niemand traurig beifeite steht: dann werden auch die Gleichgültigen den Zettel, den man ihnen in die Hand steckt, zur Urne tragen und damit der Form Genüge tun, die über das politische Schicksal einer Großmacht entscheidet. E i n geschickter Manager ist gerade für einen solchen Tag unbezahlbar. Er muh die Eigenschaften eines Reklamefachmanns mit denen eines Conferenciers verbinden, schlagkräftige Ideen erfinden und die Fühlung zwischen der Partei und dem Dolk etwa in der Weise Herstellen, wie der Zirkusclown die Zuschauer zum Klatschen anregt, wenn ein Akrobat ober ein Löwenbändiger seine Leistungen vorführt. So wird in Amerika ein Präsident gewählt. Reue Lustschiffpläne. Englisch-amerikanische Konkurrenz. London, 5. Rov. (TU.) Rach der erfolgreichen Ueberquerung des Ozeans nach beiden Richtungen durch das deutsche Luftschiff „Gras Zeppelin" werden von amerikanischer und englischer Seite Ankündigungen laut, die von der Herstellung neuer Bauentwürfe von Riesenluftschiffen sprechen, an denen die beobachteten Erfahrungen des „Graf Zeppelin" Berück!ichtigung finden sollen. So bereitet die englische Airship Comp. auf der Basis des feiner Dollendung entgegengehenden Burney Rolls Royce-Luftschisses einen Bauplan für ein Verkehrsluftschiff, das Raum für 186 Passagiere und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 Meilen (eine englische Meile = 1,6 Kilometer) pro Stunde haben soll und jedem Atlantiksturm trotzen kann. Das Schiss, dessen Kosten auf 10 Millionen Mark geschätzt werden, sott die Reise London — Reu York in 48 Stunden und die Rückreise vorbehaltlich guter Windverhältnisse in 36 Stunden absolvieren. Rach Meldungen aus Washington dagegen beabsichtigen die Goodyear ZeppelinComp. zwei Riesenluftschiffe zu.n Preise von 30 Millionen Mark zu bauen, die alles bisher Dagewesene überbieten sollen. Die Maschinen und sämtliche Diensträume sollen im Ballonkörper untergebracht werden. Als besondere Neuerung wird das Schiff noch im Innern über einen Flugzeugschuppen für die Aufnahme von fünf Kleinflugzeugen verfügen, die vermittels eines Fahrstuhles fahrtbereit gemacht werden können. Ferner sollen die Zeppeline, deren Geschwindigkeit unter Berücksichtigung des Strom- liniensystemS bedeutend erhöht werden soll, einen Aktionsradius von 9000 Meilen besitzen. Die Propeller werden an beweglichen Achsen befestigt sein und so nach allen Richtungen arbeiten können. Hierbei soll der Aufstieg durch Horizontalstellung der Propeller beschleunigt werden. Minister Grzesinfti Über seinen Amerikaflug. Der Empfang in Lakehurst. Berlin, 3. Rov. (WB.) Ein Vertreter drs WTD. Hütte Gelegenheit, mit dem Preußischen Minister des Innern Grzesinski über seine Luftfahrt nach Amerika zu sprechen. Gleich zu Beginn der Unterhaltung betonte der Minister ausdrücklich daß er lediglich a l s Privatperson mitgeslogen fei. Er wollte die Gelegenheit, schnell nach Amerika zu kommen, benutzen, um in den wenigen Tagen, die ihm zur Verfügung standen, sich einen persönlichen Eindruck von den Polizei- und Der- kehrsverhältnissen in Amerika zu verschaffen. Der Minister schilderte weiter, wie grandios und überwältigend der Empfang tn Amerika gewesen sei. Richt hunderttausende, führte er aus. sondern Millionen Menschen haben dem .Graf Zeppelin" zugejubelt. Ungeheure Menschenmassen haben tagelang in Lakehurst zugebracht, und. da die Lebensmittel schließlich ausgingen, gehungert und gedurstet, um nur den historischen Augenblick nicht yi verpassen. Allen Teilnehmern der Fahrt wird tedenfalls der Flug über den amerikanischen Städten unvergeßlich bleiben. Mit lebhaftem Bedauern sprach der Minister von den kleinen Unzuträglichkeiten, die sich bei der Abwicklung der notwendigen Paß- und Zollformalitäten in Lakehurst ereignet haben und die von vielen Leiten unnötig aufgebauscht worden seien. ES handele sich dabei um Mißgriffe unterer Aushilfskräfte, die 50Stunden ununterbrochen Dienst getan hatten und aus Nervosität und Uebereifer über das Ziel hinausgeschossen seien. Don einem tätlichen Dorgehen gegenüber den Passagieren, die von einem Kordon von Sicherheitsmannschaften umschlossen waren, könne jedenfalls entgegen anderen Darstellungen — nicht gesprochen werden. Peinlich waren, erklärte der Minister, der weite Weg Weg zu der Halle und die dort vorgenommene Pah- und Zollkontrolle, die sich stundenlang ausdehnte, obgleich das Gepäck der Passagiere, bedingt durch die Grenze der Tragfähigkeit des Luftschiffes auf ein Mindestmaß beschränkt war. Die zuständigen amerikanischen Behörden haben dann selbst die Art und Wei e der Zollkontrolle als höchst unzulänglich empfunden. Jedenfalls bin ich von meiner Amerikafahrt mit Eindrücken heimgekehrt, die ich mit zu den tiefsten meines Lebens rechne. Hessen und die Neugliederung des Reiches. Die Einsetzung eines Landtagsausschusses beantragt. Darmstadt, 3. Nov. (WHP.) Dem Hessischen Landtag ist folgender Antrag der demokra^ tischen Fraktion zugegangen: Der Landtag wolle beschließen, einen Ausschuß einzusetzen mit der Ausgabe zu prüfen, welche praktischen Schritte von Hessen alsbald getan werden können, um die aus nationalen und finanziellen Gründen erstrebte Neugliederung des Reiches zu fördern und vorzubereiten. Der Ausschuß soll feine Vorschläge nach Anhörung von Vertretern uer Berufsstande, des Hessischen Städte' und des Landgemeindetages, von Staatsrechtslehrern und anderen geeigneten Persönlichkeiten machen. Angesichts der Lutherscken Vorschläge für eine Reichs, reform und der lcohaften (Erörterung dieser Frage in der Oeffentlichkeit erscheint es dringend geboten, daß der Hessische Landtag nicht untätig z u - sieht, sondern eine eigene Initiative entfaltet, um Einfluß auf die Entwicklung zu erlangen. Die Gteuervorauszahlungen für 1929 in Hessen. Ein neuer Gesetzentwurf. WSN. Darmstadt, 4. lllov. Der hessische Finanzminister rechnet damit, daß zu Beginn des Rechnungsjahres 1929 die Landes st euer- beschelde noch nicht zugestellt sein werden. Dies gelte namentlich für die Gewerbe- (teuer, die für 1929 nach dem Stande des Betriebsvermögens am 1. Januar 1929 und nach dem im Kalenderjahr 1928 erzielten Ertrag zu veranlagen sein wird. Fraglich ist auch, ob die auf Grund neuer landesgesetzlicher Dorschriften neu zu veranlagend» Sondergebäudesteuer bereits zu Beginn des Rechnungsjahres 1929 erhebungsreif sein wird. Da die Staatskasse eine Stockung in den Steuereingängen nicht verträgt, wird auch in diesem Jahr ein Steuer- vorauszahlungsgesetz notwendig, in das auch die Grundsteuer einbezogen wurde, und daS jetzt dem Landtag zugegangen ist. Der Gesetzentwurf schließt sich in seinem Wortlaut eng an das vorjährige Gesetz an. Rach Artikel 1 sind bis zur Zustellung der Landes- steuerbefcheide über Grundsteuer, Sonde r- gebäuöefteuer und Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1929 Dorauszahlungen auf diese Steuern nach den auf Grund der Gesetze und Verordnungen für das Rechnungsjahr 1926 zuletzt festgesetzten Besteuerungsgrundlagen und Steuersätzen zu entrichten unter Berücksichtigung der für 1927 gewährten Stundungen, wenn wegen Fristversäumnis für 1926 eine Steuerermäßigung nicht mehr in Frage kommen konnte, und der Aenderungen, die nach Artikel 4 des vorjährigen Steuervorauszahlungsgesetzes eingetreten sind. Heber die Höhe der in sechs Raten zu entrichtenden Vorauszahlungen erhält der ©teuer- pfl'.chtige schriftlichen Bescheid, gegen den das De- rufungsverfohren gemäß der Reicl)sabgabrnord- nung vorgesehen tft. Die Dorauszählung an Sondergebäudesteuer erhöht sich um 26 v.H. des sich errechnenden Betrages, falls der zugrunde gelegte Steuerwert 7 000 Mark übersteigt. Soweit die Gewerbesteuer nach dem Gewerbesteuergesetz 1928 veranlagt ist, tritt an die Stelle der sich sonst errechnenden Gewerbesteuervorauszahlung eine solche in Höhe der für 1928 veranlagten Gewerbesteuer, wenn diese um mehr als ein Fünftel von der ersteren abweicht. Auf Anordnung des Innenministers sollen d i e Gemeinden berechtigt sein, bis zur Zustellung der endgültigen Steuerbescheide die Grundsteuer, Sondergebäudesteuer und Gewerbesteuer vorläufig nach den Besteuerungsgrundlagen für die Ctaatssteuervorauszahlungen zu ergeben. Die Erhebung einer vorläu igen Gewerbe st euer vdm iandwirtschaftlichenAnlage- und Betriebskapital nach dem Gemeindeumlagengesetz hat zu unterbleiben. Die vorläufigen Steuersätze bei der Eondergebäudesteuer dürfen für Gemeinden und Gemeindeverbände zusammen 77 Pf. je 100 Mk. Friedenswert nicht übersteigen. Den Steuerpflichtigen ist von den Gemeinden und Gemeindeverbänden ein vorläufiger Steuerbescheid zu erteilen, da für die Gemeinden keine Steuervoraus'»ahlung, sondern eine vorläufige Steuer in Frage kommt. Artikel 7 bestimmt, daß die staatliche Grund- und Sonder- gebäubeftever 1928 ab gegolten ist. Diise Bestimmung soll auch auf die Erhebung der Steuer durch die Gemcinden, Gemeindeverbän^e und auf die Umlagen anderer öffent ich-recht ich:r Körperschaften, für deren Umlagen diese Steuern den den Maßstab bilden, ganz oder teilweise für anwendbar erklärt werden. Römische „Siegesfeier". Italien hat den Krieg gewollt sagt Mussolini Rom, 4. Rov. (Agenzia Stefani.) 62 000 ehemalige Krieg-teilnch.ner hatten sich zur Siegesfeier in Rom versammelt. Um 9 Uh vormittags eröffnete der König im Beisein Mussolinis und der Spitzen der Behörden das Haus des Derbandes der Kriegsbeschädigten. Anschließend bewegte sich em langer Zug ehemaliger Kriegsteilnehmer, dessen Spitze die Kriegsbeschädigten bildeten, nach der Pia^a Venezia. Vom Ballon des Palazzo Venezia hielt Mussolini eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß dem italienischen Dolk der Krieg nicht durch einen plötzlichen Angriff ausgezwun- gen worden sei, sondern das italienisch« Dolk habe vorsätzlich den Krieg gewollt. Der Eintritt in den Krieg sei ein spontaner Akt seines eigenen Willens gewesen. Etwa zwei Millionen Italiener hätten ihr Blut vergossen, um das neue Italien zu schaffen. Der Krieg sei ein glänzender Sieg Italiens gewesen. Gr sei der erste große historische Augenblick gewesen, an dem sich das ganze italienisch Dolk beteiligt habe. Der Krieg habe gezeigt, welcher Taten die Kämpfer Italiens fähig seien. Mussolini erinnerte dann an den Marsch auf Rom und fuhr fort, die historische und revolutionäre Bedeutung des Krieges und der Revolution der Schwarzhemden beruhe darin, daß es nun endgültig von den Alpen bis Sizilien ein einiges Volk gibt, das in Eintracht und Disziplin vereint entschlossen sei, das Vaterland au Große und Macht zu führen. Mussolini schloß mit der Frage: Werdet ihr, wenn es notwendig sein sollte, morgen das noch einmal tun. was wir gestern getan haben? Die Menge antwortete unter F-Hnenschwenlen und mit dem römischen Gruß mit einem tausendstimmigen Ja. „Dann", fuhr Mussolini fort, „tragt den Widerhall dieses Gelöbnisses in alle Winkel des Vaterlandes. Es lebe Italien!" Kabinettskrisis in Rumänien. Bratianu zurückgetreten. Bukarest, 5. Rov. (Priv.-Tel.) Der rumänische Ministerpräsident Bratianu hat plötzlich seine Demission eingereicht. Sein Schritt kommt insofern überraschend, als seine Stellung nach dem Abschluß der Stabilisierungsanleihe als doppelt gefestigt galt. Es müssen aber Kräfte gegen ihn am Werke sein, die sich im Augenblick noch nicht klar erkennen lassen, die aber doch stärker waren, als er vielleicht selbst vermutet hatte. Jedenfalls hat sich der Regentschaftsrat nicht nur darauf beschränkt, ihm seinen Dank für den Abschluß der Stabilifierungs- an.'eihe zu übermitteln, sondern gleichzeitig nahe- oulcgen, von fernem Posten zurückzutreten. Bra.mnu hat denn auch keine Minute gezögert, die Regierungsgeschäste niederzulegen. Das bedeutet natürlich nicht, daß er nunmehr die Waffen strecken wird. Er wird vielmehr seine Liberalen von neuem gegen seine Gegner ins Feld führen und die erste sich bietende Gelegenheit benutzen, die Regierungsgewalt wieder an sich zu reißen. Vorläufig scheint aber die nationale Bauernpartei das Feld zu behorchten, mit der auch der Regentschastsrat sympathisiert. Völlig unzutreffend dürfte wohl die Vermutung sein, daß Prinz Carol die Hand im Spiele hat und daß auf ihn der Sturz Bratianus, seines erbittertsten Feindes, zurückzuführen ist. Carols Rolle in Rumänien ist ausgespielt, er besitzt in seiner Heimat keinen nennenswerten Anhang mehr. Die Regentschaft hatte am Sonntag Besprechungen mit den Parteiführern. Bratianu wird erst am Montag empfangen werden. A v e r s c u, I o r g a und Lupu setzten sich für die Bildung einer Konzentrationsregierung ein, die die Stabilisierung und unter Umständen im Januar Neuwahlen durchführen müßte. M a n i u forderte eine Regierung der nationalen Bauernpartei mit Titulescu als Außenminnister. Wie verlautet, würde die Regentschaft eine Konzentrationsregierung unter Führung TilulescuS am liebsten sehen. Sine solche Regierung sott auch den ausländischen Bankiers am liebsten fein. Die nationale Bauernpartei, die unbedingt der Regierung angehören mutz, zeigt bisher wenig Neigung, an einer Konzen» tratiDnSregicrung teilzunehmen. Eine Konzentrationsregierung würde nur bis zu denReu- Wahlen bestehen bleiben. Die künftige Regierung wird sich dann aus der Zusammensetzung des neugewählten Parlaments ergeben. Sollte die Äonaentrationßregierung nicht zustandekom- men, so ist nur eine Regierung Mcmiu möglich. Die Bildung des neuen Kabinetts ist erst Ende dieser Woche zu erwarten. Aus aller Wett. Tas Urteil im Mordprozetz Gioth Frankenthal i. d.Psalz, 3. Rov. Das Schwurgericht Verurteilte h ute Mitternacht nach fünftägiger Verhandlung den des dreifachen Mordes und dreifachen Mordversuchs angelegten Elektriker Franz Gioth, der nach erfolget Entlassung aus dem Ludwigshafener Werk der I.- G -Farbenindustrie am 18. April in das Werk eingedrungen war und ausRachezweiMei- ster und einen Kalkulator erf c£ offen und drei andere Personen verletzt hatte, wegen dreier Verbrechen des Totschlages und dreier Verbrechen des Totschlagsvcrsuchs zu einer Gesa mtzuchthaus strafe von 15 Jahren und Aberkennung her bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren. Der Staatsanwalt hatte wegen dreifachen Mordes Verurteilung zur Todesstrafe (dreimal) und wegen dreifachen Mordversuchs eine Zusahstrafe von 15 Jahren Zuchthaus sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebengszeit beantragt. Thorr-Gedenkfeier dec Landwirtschaftlichen Hochschule Poppelsdorf. Anläßlich des 100. Todestages des Begründers der Landwirtfchaftslehre, Albrecht Thaer, hielt die Landwirtschaftliche Hochschule Poppelsdorf eine Ge- denkseier ab. Außer den Spitzen der Behörden hatten sich die Chargierten sowie die Studenten und sonstigen Anaehörigen der Landwirtschaftlichen Hochschule einaefunben. Der preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Dr. Steiger, behandelte in einer Rede das Geben und Wirken Thaers und die Frage des Aufstieges der Landwirtschaft, den nach Kräften zu förbem Die Absicht der Regierung sei. Diesem Ziel solle u. a. die Errichtuna einer Musterdomäne dienen. Der Landwirtschaftlichen Hochschule wurde zur Unterstützung bedürftiger Schüler eine Thaer - Spende in Höhe von zehntausend Mark übermittelt. Alsdann verbreitete sich Professor Beckmann über „Hundert Jahre westdeutsches Bauerntum", worauf die Ehrenpromotionen bekanntgegeben wurden. Zu Ehrendoktoren der Landwirtschaft wurden promoviert der preußische Staatsininister und Mi- m|ierpräfiöeiit Dr. h. c. Otto Braun, der preußische Staatsminister und Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Dr. h. c Heinrich Steiger, der Reichöernährungsminister u. D. Earl Schiele, der Präsiüeitt des Neichsverbandes der . Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschafteu, Landesökono- mierai Peter Johannsen, der Geh. Iustizrat Professor Dr. Schumacher, der Universitätsprof. Dr. Carl Diehl, ferner der Geh. Realcrungsrat Prof. Dr. K ö n i g , Prof. Dr. Heinrich Kleebahn, Landesökonomierat Joseph Krewel, Direktor der Moorversuchsanstall Prof. Dr. Bruno Tacke und Rittergutsbesitzer Freiherr ClemenevonLöe. Oie Wetterlage. OVontenioi. 0 neuer o ntn eeeernt » wenig. e Moeai • Regen # Schnee o Oraupei* ■ Nenei K 6*wnter.©Winditiiit. •O' seM leichter O$i massiger Sudsuovesi ö sturmacner nordves» ftfe Pfene fliegen mit dem winde Oie er een Stationen stenenden za* fen gehen sie Temperatur an 0-e Limen eerbiaac» Orw «Ul gleichet •ui neide mit Wirkung vom 1. Oktober an. "ZweiAchtzigjährige. Ihren 80. Geburtstag begehen morgen unsere Mitbürger Georg O ck e l. In Löbers Hof 5 wohnhaft, und Heinrich D e m u t h, Ludwigsplatz 3 wohnhaft. Die beiden allen Herren sind Veteranen von 1870/71. ** Sanitäts-Ausbildungs kursus. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz beginnt am kommenden Donnerstag In ihrem Kolonnendepot, Sonnenstraße 2, mit einem neuen Ausbildungskursus in der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. ** Tra gisches Ende einer Gießener Familie. E neu ergreifenden Abschluß fand in der letzten Aacht der g mrinsame Lebensweg eines hiesigen Ehepaares. Der Gatte, eine in Gießen und Umgegend hochgeachtete Persönlichkeit, war seit einiger Zeit schwer krank und verstarb in der letzten Vacht. Die Gattin, die nrtt inniger Liebe an ihrem Lebensgefährten hing, glaubte diesen schweren Verlust nicht überwinden zu können und folgte bald nach dem Hinfcheiden chreS Gatten diesem freiwillig in den Tod nach. Das bedauernswerte Ehepaar lebte In kinderloser Ehe. •• D ie Buchhandlung der Pilaer- Mission weist im heutigen Anzeigenteil auf die Wiedereröffnung der renovierten Ladenräume hin. Im Jahre 1909 gegründet, entwickelte sie sich in ungeahnter Weise und konnte im Jahve 1919 ein eigenes Geschäftshaus in der Plockstr. 4 beziehen. Don der Evangelischen Svnderschau aus der Pressa in Köln erwarb sie die Einrichtung der Evangelischen Musterbuchhandlung und hat diese jetzt in ihren Räumen In geschmackvoller Weise aufgebaut. Die Buchhandlung lädt hx der heutigen Anzeige alle Freunde des guten BucheS zur Besichtigung ein. ** Austrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtviehrnarkt: 415 Ochsen, 82 Bullen, 708 Kühe, 481 Färsen, 502 Kälber, 102 Schafe, 5199 Schweine. mit Menthol wirken schleimlösend > und erfrischend $ | Empfehlungen"! 8U76V | Verkäufe | [Vermietungen Zu foriaiilea weniger 107840 Kaufgesuche") Taubere,fleißige Ctbenilictieß WA mW hander 07843 nefuebt 07846 9755 D nefuebt Ludwig str. 61 p U. Kirchner, MUatznuigsberglö. Resluuklml Jns Lotze' SetterSroeg. Schenkst du auch viel und mancherlei, ein gutes Buch sei stefs dabei. 9759L) FühreudetzFuchblatt sucht bezirkskundige Herren ob. Damen zum Abschluß von Abonne- mente levlt. auch Inserate«. Guter Verdien»! Ref. erforb. Off. u. F. L. R. 345 durch Badoll Bloss*. Frankiert a.M. t?MV Suche f. brav, stellt beaabt. Jungen mtl zeichn. Geschick Lehrstelle bet Weißt-.- u. Malerm.Lehrherr m. f. Kost tt. Logis niift; Kleider it. Schuhe u. mittz. Lehrgeld werd. negeb.Gimriitfotort. Ebenso 1BJ. MSdeaen m.swt. Benehmen w. ein Beamienfam. als Haustochter vergeb. Monalt.Verg.10 15u* Auskunft albt Vertrauensmann d. W. u.J. 2). Lehrer Js'iob t.O.-Besstooen/^.Vito Stutenr sucht zum t. Dezember mövl. Zimmer tn besserem Hause. Schrtttl. Angev. mti näheren Angaben u. 07845 a. d.Gieß.An». Radio-Geräte. Meldkt. mit fleugn. und Ausweisen Lindcnplatz 1 flimmer 203, Peo$. tifaoti b"™ Sonn. möbl. Zimmer, ute Küche. TeU 1085. Für den Vertrieb von Autobetriebsstoffen In Gießen und Umgebung sucht erste Hamburger Lmportgcseilscbalt gut eiogef. u. leistungsfähigen Drucksachen aller Art ffi'ÄWÄS die vrüdl'sche Unlvettliätr-Vrockerci, H. tauge, Gießen. SdmUtr. 7 Wir suchen für den Bezirk Gießen VEKTHE TKK der Kolonialwaren-, Drog.-, Backer- u. Vorkost,teschäfte besucht. Es bandelt sich um Mitnahme eines ganz leicht verkauft. Massenariik. der auch stand, infolge feiner Qualität ».Billigkeit nackiges, w rd. vube Vroö. «auch für Nachbestellungen« sofort. Abrechnung. Off. um. H. L. 677 an Annonten-Lsndsberger, Breslau 1. g143V Dre,eitriger KleidßrschraDk mit ovalem Spiegel, vrels ert obaugeb. ""l> Steinttr. 78. Wirklich billig und gut sind unsere WüöW.Mseüeku dopp. gewaschen, gevein- staubfrei, ferner unsere fertigen Betten foto. iierrl.Daunendecken! Ober- o er Unterbetten, dick gefüllt, gutes rot.Jntelt, Mk.t3.- m.-vlaum» ruvi Mk. 26.-, m. f't.Halbd. Mk.39.-, Kissen, editrot. dick gefüllt, Mk. 4.80. im Viereck 7.80,12.50, Daunendecken, bcrrl. geblumt u. glatt, St. 42 -, 66.- u. 69.—. Füllfedern, grau. '13fb. 1.10, nlaumruof 2.90, Schietiifl. 3/20, fste. Haibdaunen 4.80,6.80, reine Daunen 8.80 u.l2.5o.äb91Anschläger> für sofort gesucht. 97451) H. Lmcbhorn, Schlosseret und Elekirotechntk, WMlsrshsüs,£berö. Ein bet einer dar- tigen Svedtlions- sirma siedendes Piano weiches rotr zurück« nevmen, soll für 850 Mk. anderweitig verkauft werden. Auf Wunsch flahlungSertetchierg. Lichtenstein, Frankfurt a. M., fletl 104. Teppiche ohne Anzahlung, in 12 Monatsraten liefert Speziaihaus. Erbitten Sie nnverbind! Vertreterbe- such unter 9748V an den Gieß. Ans. BucitedliN der Piliemnüion, Gieren, PlocMtr.4 Unfere neuhergerichteten LadenrSume sind wieder geöffnet. Allen Freunden christ- licher Literatur und Kunst, Kirchen, Derelnen und Gemeinschaften empfehlen wir unser gut und reichsortiettes Lager in Bibeln, Llnterhaltungs- und Erbauungsliteratur, Danb- sprüchen, Postkarten, Bildem, SonntagSschulartikeln usw. Zu einer Besichtigung laben wir recht herzlich ein. Jedes nicht vorrätige gute Luch wird schnellstens besorgt. Vertreter auf Provision» Grundlage mit Speeenzuechuß. Herren, die über ein Motorfahrzeug verfügen. erhalten den Vorzug. Angebote mit Bekanntgabe der früheren und augenblicklichen Tätigkeit, Belegen für Verkaufe- Erfolge unter Beifügung v. Zeugnisabschriften, wenn vorhanden, und Aufgabe von Referenzen erbeten unter 9744D an WiUiamWillieiis, Hafflüurg Ballinhaus. 2 Kastenwagen 1 leichte Federrolle MsPtziiPM ieschirre Näheres durch Treu- Versteigerung. Gemäß § 273 HGB. werden im Wege des «elbsthilfsverkaufs auf Kosten dessen, den es angeht, am 9761D Dienstag, dem 6. November, nachmittags 4 Uhr in Ober-Mockstadt durch das dortige Ortsgericht zwei 9Ibenburger dunkelbraune Stufen lzirka vier und fünf Jahre all) öffentlich meistbietend versteigert. Hessisches Orfsgerlcht Ober-Mockstadt. Den Pelzmantel Gießen (Lindenplah 1), den 5. November 1925 9752D Bad-Nauheim, Melbach, Offenbach am Main, Bremen, Münster i. W., den 5. November 1928. 9751D Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. 9736D Sl,5 «Breitem.» Tel. 22964 Mannheim 8654 A von 15 Herren der Kapelle Weller. ES Schotter und Splitt 0495A Telephon Grünberg Nr. 9 9756V Leib-mdMm-aschen M Modehaus Carl Nowack Gießen ■ Seltersweg 85 Donnerstag, k. November Donnerstag, 22. November Besucht tlie Handels* sebnle Kunxelmann! Bahnhofs- Restaurant DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl’eche Drucr.erel Charlie.................. Die Kunstreiterin . Rex, König der Seiltänzer Der Zirkusdirektor....... Wertvoller dunkelbrauner Murmel Kaninmantei ganzauf laMoirö ft/JO gefüttert.......6a Lichtspielhaus Bahnhofstrabe 34 Heute Die grobe Premiere Heute Basallwerk Saasen G.m.b.H. liefert preiswert Pflaster - Steine Goethe-Bund Donnerstag, den 8. November 1928, abends 8 Uhr, Nene Aula der Universität 1. Dichterabend FeiixTimmermans Lier in Belgien liest aus eigenen Werken. Mitglieder haben bis zu zwei Platzen mit Angehörigen freien Eintritt (rcte Einlrittskarien). — Nichtmltglieiler: Karten zu Mk. 2.00 in der tiusikalienhandlurig Cballier und an der Abendkasse. Stndentonkarten zu Mk. 1.00 gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Kitter, Universitätsgebäude. Neuanmeldungen bei Cha Hier. Mitgliedsbeitrag Mk. 5.00 im Vierteljahr. 'nsD Astoria - Lichtspiele Ab heute bis einschl. Mittwoch: Das grobe Doppelprogramm 1. Schlager: Der Ueberfall auf den Südexprefe Großer Sensations- u. Abenteurerfilm von Soldaten und Banditen in 6 spannenden Akten. 2. Schlager: Die Heiratsfalle Eine Komödie in 6 Akten. I. d. H.: Hilde Maroff, Robert Garrison, Ludwig Templer. 9739c WlM-WWk ausgeführt 97400 (Wilk CuAplin * ZIRKUS der größte und beste Film seit Eröffnung des Lichtspielhauses. Personen des Spiels: Nr 261 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Montag, 5. November (928 Don imfcrem römischen L.-Korrespondenten. R om, Rovember 1928. Die QuaLrigen des neuen Kapitols, die den Hügel des alten daneben hoch überragen, jagen durch die Wollen. In der kolossalen Säulenhalle unter den Dronzerädern ist der Siegesbericht des Feldmarschalls Diaz in Marmor emgemeihelt, säulenhoch. Don hier aus muh man viele, viele Stufen, alle aus weißem Marmor. herabschreiten, um zu dem zyklopischen Solle! zu gelangen, einem Dloll aus weißem Warnror, auf dem ein Reiter steht, gewaltig wie der Mythos. Cs ist der erste König des geeinigten Italiens. Wieder gewundene Warmor- stufen. Triumphsäulen, nun halten wir vor der Statue der ewigen Roma. ’jtaUad Athene, bewacht sie, die Gruft, in der ein unbekannter Soldat, der Milite Ignoto, der Auferstehung entgegenschläst. Hier ist der „Altar des Vaterlands", der heiligste Marmor des neuen Italiens. Immer brennt zu beiden Seiten geheimnisvolles symbolisches Feuer. Heute aber hat man davor Aw ei Scheiterhaufen aufgerichtet. Eine Hexe soll vor der Oessentlichleit verbrannt werden. Der Duce selber stellt das Feuer an. Das Voll hat das Brenn- material dazu beigetragen. Königliche Artillerie, Luftschiffer, Matrosen, Carabinieri, Metvopoliiani (das sind die Polizisten) und natürlich saszistische Miliz haben einen bunten, von Dajonetten überblitzten Ring gebildet. Alle Minister sind da, alle Spitzen der faszistischen Hierarchie. Senatoren, Herzöge, Präfekten. Die Führer der Dankwelt, des Handels, der Volkswirtschaft. Dahinter die Tausende von Ramenlosen. ... Jetzt schrillt ein dreifaches Signal, die Gewehre fliegen hoch, die Truppen präsentieren: Der Duce. Varhäuptig, feierlich nähert er sich dem Grabe des Unbekannten, grüßt ihn mit dem römischen Gruß. Dann wendet er sich um, tritt an den ersten Schellerhausen heran — eine Flamme schießt hoch — der Cäsar hat ein Papier inderHand, ein Dokument, scheint es — wirft esins Feuer. Ein kurzes Aufflallern, bas sich am andern Scheiterhaufen wiederholt — hundertvierzig Millionen sind zu Asche geworden. Di« Hexe war ein Hexerich: der Götze Geld. Das Papier die ordnungsgemäß ausgestellte Quittung über getilgte 140 664 100 Live der öffentlichen Schuld in Titeln der Liktoren an leihe. Das Volk hat sie mll derselben Degeisterung, mit der es vor zwei Jahren zeichnete, dem Vater des Vaterlands zurückgegeben, um ben Fiskus zu entlasten. Um sein Teil zur Erleichterung der Schuldenlast beizutragen. Ueberall in der Well wollen die Leute etwas vom Staat, hier geben sie ihm etwas. Ein Schauspiel, das den Reid, wenn nicht der Götter, so doch mancher Finanz- Minister wecken kann. Sie denken nun vielleicht, das sei alles doch nur Fassade, Wache. O nein, Mussolini geht dem Feuer auf den Grund. Dor dem Altar des Vaterlands verbrannte er nur, um die Feierlichkeit der Handlung nicht durch industrielle Reben- geräusch« zu stören, die Quittung, die er von der Amortffationskass« erhallen hatte, als er seinen Rainen in das Gran Libro della Riconoscenza Nazionale eintrua, in das Goldene Duch der nationalen Dankbarkeit, in dem alle Spender von Staatspapieren mit Hamen eingezeichnet werden, der Reiche mll seiner halben Millron wie bie Witwe mit ihren hundert Lire. Dann folgte er in Person der Mass« von vollgestopften Säcken, die unter starker mllllärischer Dewachung zu dem eigentlichen Scheiterhaufen geschleppt wurden, zu den Hochösen des Gaswerks. Ich mutz gestehen, mll hat das Herz doch ein wenig gepumpert, als dieser merkwürdige Staats- lentet den Befehl gab, den ersten Sack zu öffnen und den sauber gebündelten Inhall in den Molochrachen zu schütten Schon folgt der zweite, der dritte ... der Widerschein des Feuers rötet Mussolinis befriedigte Züge ... während droben der Reichtum in Myriaden von Aschenstäubchen über die unveränderlich ruhige Roma hinzieht. „So handelt das faszistische Italien!" Es ist etwas Großes, gänzlich Unmodernes um dieses Voll. Wer richtig verstehen will, was das heißt, Geld zum Verbrennen herzugeben, der muß wissen, daß so manche Arbeiterin zufrieden ist, wenn sie fünf Lire im Tag verdient, daß die untersten Beamten mit rund 500 Lire im Monat auskommen müssen, daß ein Staatssekretär das fürstliche Gehalt von monallich 1500 Lire bezieht und ein General sogar etwas über 2000. Daß ein bescheidenes Zimmer 300 Lire im Monat kostet und eine Vierzimmerwohnung zwölftausend im Jahre. Gewiß gibt es auch Funktionäre mit einem jährlichen Einkommen von zweihunderttausend Lire, gewiß verdienen manche Geschäftsleute Unsummen, und bei Handwerker, den man ins Haus ruft, fängt unter einem Stunbenlohn von 12 Lire gar mcht an, aber die große Masse der dem Duce eingeschickten Staatspapiere kam doch von Leuten, die es nicht danach haben. Es ist aber auch etwas Großes um die Art, mit der Mussolini soziale Probleme löst, die anderen rinder und besonders die neugebackenen, mit sich hochzufriedenen Demokratien Kopfzerbrechen verursachen. Da wäre zum Beispiel di« Arbeitslosigkeit. Was macht so ein Reaktionär, so ein Arbeitertöter wie Mussolini damll? Er hebt die Arbeitslosigkeit, indem er den Arbeitslosen Arbeit gibt. Raid, wie? Zweieinhalb Milliarden Lire sind allein für diesen Winter ausgesetzt, um willigen Händen Verdienst zu schaffen. Anderswo geht der Arbeitslose „stempeln", das heißt, er verbraucht die staatliche Unterstützung ohne jeden Ruhen für das Gemeinwohl. Mussolini finbet diese Methode unzweckmäßig. Er läßt lieber Sllaßen, Dahnen, Häuser bauen. Indem er Häuser bauen läßt, löst er zwei Probleme zugleich, das der Wohnungsnot und das der Arbeitslosigkeit, denn der Wohnungsbau gibt allen Schichten von Arbeitern zu tun. Anderswo tut man sich dagegen etwas darauf zugute, daß man die Hausbesitzer entrechtet, damit die Daukätigleit unterbindet und zahllose Famllien des Ur rechtes auf ein eigenes Heim beraubt. Es ist schon Wahres an der einfachen Formel, die Mussolini gefunden hat: Um die soziale Frage zu lösen, muß man den Sozialismus vernichten. Alle diese Leinen Deamten und Arbeiter, die bisher in unwürdigen Höhlen hausten und sich jetzt mit Staatshil.e ein eigenes Haus bauen dürfen. in dem das Badezimmer nicht mehr wie ein Luxus angestaunt wird, alle die Besitzenden, die sich von dem Dogma deS lusso in tasca, des Luxus in der Tasche, das heißt der Freude am nichtarbeitenden Kapital losgemacht haben, alle die Leute, die Geld zum Verbrennen hergegeben haben, taten es in dem Gefühl, daß Mussolini den Scheiterhaufen in ihrem Interesse anzün- den, daß aus chrem kleinen Opfer nicht nur eine Flamme so hoch wie chre Vaterlandsliebe, sondern auch ein größerer Ruhen für den Staat, für das Völk erstehen werde. Sie betrachteten das wunderliche Feuer nicht mit den Augen des Theaterbesuchers, sondern mit den Augen des Fackelträgers. belliftt, zur letzten Kategorie der am wenigsten belasteten Verwaltungen, zu denen übrigens seit ihrem Zusammenbruch auch Oesterreich und Ungarn gehören. Wahrscheinlich wird der Schweizer Bundesrat, der vertragsgemäß nach Prüfung ihrer wirtschaftlichen Lage die Beillagsquoten der Mllglieder festseht, auch Afghanistan als vierundacht' igstes Vereinsland dieser letzten Kategorie zuweisen. Die Unkosten der einzelnen Mllglieder können allerdings nicht groß sein, da der jetzt geltende Weltpostvertrag die jährlichen Spesen des Bureaus in Bern auf höchstens 300 003 Schweizer- franten (240 000 Mark) begrenzt hat. Diese Summe, die vom letzten Kongreß in Stockholm im Jahre 1924 genehmigt wurde und vom nächsten Kongreß (1929) wieder neu festgesetzt wird, gibt tu ihrer Bescheidenheit keinen Begriff von den Leistungen, die die „Zentrale" des Weltpostvereins den einzelnen Ländern und Verwaltungen! bietet. Eine „Ueberorganffatwn" dieser Zenllale hat sich erfreulicherweise während den vierundfünfzig Jahren seines Bestehens nicht ergeben. Der Leiter des Bureaus, zugleich der höchste Funktionär des Weltpostvereins, ist der „W eit» Postdirektor", der von der schweizerischen Postvcrwalteng ernannt w rd. Trabi i nsgemäh werden auf diesen hohen Ehrenposten verdiente schweizerische Vlagistratspersoncn gewähll: meist waren es ehemalige Bundesräte, also Mitglieder der eidgenössischen Regierung, während der jetzige Weltpostdirettor, Garbani-Rerini, ein Parlamentarier und Richter aus Lugano in der Italien ffchen Schweiz ist. Ein führender schweizerischer Parlam.ntarter to.r euch der gegentoär.t ,e Welttelegraphendlllltor Räber — beinahe ein Anlaß zum Reid für die Parlamentarier anderer Länder, denen nicht wie ihren schweizerischen Kollegen außer Regicrun 'ssesseln auch noch internationale „Direktorenposten" in Aussicht stehen. Di« Grundlage der Organisation und der Tü ip* feit des Weltpost'terllns ist der W e l t post- vertrag, der auf dem alle 5 Jahre abgehaltenen Kongreß mit den sich ergebenden AenderunZen und Erweiterungen neu abg schlossen wird. Obwohl er ein knapp gefaßtes Dokument ist, das mit allen Zusatzverträgen wie dem Gepäckstückabkommen und mit den Anlagen nur einen mittelstarken Band darstellt, regell er doch den internationalen Driefverkehr, um den es sich ja hauptsächlich handelt, bis in alle Einzelheiten. Man muh sich vor Augen halten, daß die'« Vertrag, der im gleichen Wortlaut in 83 Ländern mit ebcnfoöiel Verwaltung:n gilt und in fast allen in den Staatswesen der Well üblichen Sprachen abgefaßt ist, eine verpflichtende Rorm darstellt: überall in dem einhEtlichen Wrltpost- gebiet sind die Postbeamten über seine Destim- mungen unterrichtet, und nicht mll Unrecht hat man den Weltpostvertrag eine Art „Bibel des Weltverkehrs" genannt. Von der Festsetzung des Gewickstsatzes von 20 Gramm für einen einfachen Brief im internationalen Verkehr bis zu der genauen Bestimmung des Verfahrens mll Briefen, di« der Absend« vor der Aushändigung an den Adressaten wieder zurückv«langt, enthüll bet Vertrag einen wahren „Kanon" des Post- dienstes. Da gibt es Ausnahmebestimmungen für manche Länder-, so sind z.B. statt des sonst Im Weltpostverein gellenden Dezimalsystems für das Britische Reich, seine Dominions und Kolonien die englischen Gewichte gültig, so daß der englische Rormalbrief einige Gramm mehr wiegt als di« der anderen Vereinsländer. Reben diesen vertraglich festgelegten Ausnahmen zeigt sich insofern eine gewisse Lockerung der Bestimmungen, als in der Zell bei noch nicht überwundenen Währungsstörungen bet Portosatz für den einfachen Brief nicht mehr absolut scharf bestimmt ist, ein Mißstand, der wohl eher Wied« behoben sein wird als di« Schwierigkeiten, die sich vor dem großen Ziel des „Pemiy-Driefes", auf» türmen, dem man vor dem Weltkrieg nahe war: damals forderte man den Wegfall der Landes- grenzen im Briefverkehr und die Beförderung der Briefe in der ganzen Welt zum „Inlandsatz . Die Verwirklichung dieses Zieles würde zugleich eine ungeheuere Vereinfachung Beim Weliposidirekior. Oie Zentrale für den Briefverkehr von 1850 Millionen Menschen. - Afghanistan, Hedjas und Nedjd, die neuesten Mitglieder des Weltpostvereins. Von Werner Falcke. Unser Mitarbeiter, der das Bureau des Weltpostvereins in Bern besucht hat, schll- dert im folgenden die Wirksamkeit dieser wichtigen Zentralbehörde. Seit der im Jahve 1874 erfolgten Gründung der „Union jaostale“, wie der Weltpostverein in seiner französischen Amts prache heißt, ist die Well tatsächlich ein einheitliches Postgebiet für den Driefverkehr, zu dem auch die postalische Versendung der ‘.$>rud aefcen und sogar der Werk« in B'inbmschrift gerechnet werden. In dem halben Iahrhund«t, in dem sich die Menschheit des Desches die er Institution «freut, ist der Weltpostverein beinahe eine SelbstLerständ ichkeit geworden. Oie auch durch den Weltkrieg nicht er» schüllert wurde, sondern im Gegenteil mit dem Roten Kreuz gemeinsam die Organi a ton der Kriegsgefangeneipost durch üfvren tonnt?. Heute umfaßt der Well Postverein 83 Postverwaltungen, die auf ihrem Gebiet den Verkehr von insgesamt 1848,5 Millionen Menschen vermitteln während die entsprechende Organisation des Telegraphenwesens, der noch etwas ältere Welttelegraphenverein, vorläufig nur 70 Verwaltungen mit rund 1600 Millionen Devölkerung verbindet. Das bescheidene „Heim" des Weltpostvereins in ber Schwarztorstraße in Vern würde nicht verraten, daß es einer Organisation dient, die die Kontinente umspannt, wenn nicht dieser univer.elte Gedanke in allegori cher Form zum Ausdruck gebracht worden wäre, es gibt nämlich in Bern ein Weltpostdenlmal, das als zwar gutgemeintes, ab« unbeschreiblich geschmackloses Monument der schwei «ifchen Bundeshauptstadt leider nicht zur Zierde gereicht. Daß der Weltpostv«ein von Anfang an seinen Sitz in d« Schweiz hatte, hat historische Gründe: ist doch die Initiative zu seiner Gründung, an der in hervorragendem Maße auch der Deuffche Heinrich von Stephan beteiligt war, von der Regi«ung der schweizerischen Eid- genvsienschast ausgegangen. Seither üben die schweizerische Postverwaltung und der Dun- desrat sozusagen die Funktionen des „Treuhänders" und diplomatischen Mllllers für die internationale Institution aus. Anträge von Staaten und Verwaltungen auf Abänderung der Organifa ton ober Revi ion des Welchostvertrags mühen, wenn sie in ber Zwischenzeit zwischen zwei Weltpostkongres en gestellt werden, auf diplomatischem Weg dem schweizerischen Bundesrat zur Kenntnis gebracht werden, ebenso die Beitrittserklärungen von Staaten und Postverwaltungen. die der Union noch nicht angebären. Ebenfalls auf dem diplomatischen Weg übermittelt die schweizerische Regierung diese Anträge den übrigen DercinSländern. In dies« international vermittelnden Rolle der Schweiz ist der Grund dafür zu suchen, daß di« meisten Staaten, schon lange bevor die Eidgenossenschaft den Dölkevbund bebettergte, in Bem kreditierte diplomatische Vertret« hatten. Staaten von Bedeutung, die dem Weltpostverein nicht angehören, gibt es heute nicht mehr. Auf seiner Europarei e hat König A m a n u l l a h einen Besuch in Bern dazu benützt, die notwendigen oft titelten Schritte beim Bundesrat zur Aufnahme Afghanistans in den Weltpostverein zu tun. Für die Einführung dieses Königreichs in den Kreis der Zivilisation ist das zweifellos ein entscheidender Akt, der sich wahrscheinlich nur so lange verzögert hat, weil Afghanistan nach dem Wegfall der britischen Vormundschaft jahrelang jeg.ichen diplomatichen Zusammenhanges mit ber europäi chen Welt entbehrte. Inzwischen sind auch d e beiden seit dem politischen Aufstieg des Wahabitenfürsten Ibn Saud bekanntgewordenen arabischen Staaten Hedjas und Redjd dem Welpostverein bd- e' ten. Das ist verhältnismäßig billig gewesen; die beiden arabischen Reiche gehören, was den Unkostenbeitrag zur Verner Zentral« an» Gießener Stadttheater. Sturm und Bachwitz: „Liebe und Trompetenblasen". Schon der Film, der vor einiger Zeit unter derselben spassigen Überschrift erschien, erwirkte einen großen Erfolg. Es war also eine nicht übte Idee, das Gleiche als Operette zu wiederholen. Es haben sich viele Leute dazu zusammen- getan; das Manuskript stammt von Hans Sturm und Hans Dachwitz, die Verse sind von Fritz Rotter und Otto Stransky, die Musik ist von Marc Roland. Der macht hier das Rennen. Er ist ein Talent, vom Film h« („Fri- dericus", „Der Welttrieg") schon vorteilhaft bekannt. Er bringt nicht überall Reues, aber was « bringt, ist ausgesprochen melodiös und trifft die richtige Mischung. Die Mischung ist so: gut instrumentiertes Blech, in strammen Warsch- rhychmen, mit militärischen Akzenten; ein wenig Wienerwalzer; ein wenig Csardas und Zigeuner- musik. Das zieht. Das Libretto ist alsdann Rebensache. Sturm und Vachwih bringen ihre Schwankroutine mit, und Rotter und Stransky tragen dafür Sorge, daß sich d« Text gelegentlich reimt („oder ich freß dich"), ein paar Witze, ein Paar gute Gruppenszenen, hübsche Tanzfiguren und die leicht österreichisch-ungarisch gefärbte Gesamtaufmachung tun ein Uebriges. Dom Inhall ist nicht viel zu erzählen. D« ist wie in allen Operetten. Der Höhepunkt im Wittelall. Der Schluß wird nicht gesungen, sondern (im Stil ber allen, aber, wie man sieht, noch immer wirksamen Vorkriegs-Militärposse) gesprochen und dient, tote üblich, ber Entwirrung eines im Mittelall künstlich angestisteten Durch- einanbers und ber glücklichen Vereinigung bet beiden obligaten Paare. Es wird viel geliebt und ausgiebig geblasen und getrommell, es gibt ein Freifraulein und eine CLnzerin, welche als Gräfin und Kamm«- iimgfer frisiert und mit Ausbau« untereinanb« vertauscht werden. Es gibt die zugehörigen habsburgischen Dragoneroffiziere („schneidig san m« net, ab« fesch"), einen versoffenen Festungs- kvmmanbanten und eine sächsisch redende Ordonnanz. (in Operetten darf das unmöglichste Spra- chentohuwabohu herrschen; Hauptsache ist, daß die Ceute ihren Spaß haben Sie hatten chn auch) Richt zuletzt an sechs niedlichen Girls in kurzen Röckchen und mit Trommeln bewaffnet. Die Aufführung (Regie: Oberregtffeuc Adolf Wiesner) war szenisch geschckt und — bis auf den Schlußakt, ber sich etwas in die Länge zog — sehr flüssig. Orcheft« (am Pull: Kapellmeister Kurt Harder) und Tänze (Hans Hein- Kl ü f € r) brachten die musikalischen Pointen d« hübichen Op«e11e vortrefflich zur Geltung: es wurde ein groß«, stellenweise stürmisch« Erfolg; und es Ware doch zu üb«tegen, ob man die Aufführung statt der erheblich schwächeren „Gräfin Eva" nicht durchs Abonnement laufen lassen könnte. Der beste Mann im Ensemble war — gesanglich, darstellerisch und tänzerisch — Rorbert Fels, der diesmal ausgezeichnet in Form war und hi« die beste Leistung vorführte, die wir bish« von chm «lebt haben Gr holte sich sogar mll einem Geigensow etliche Sonderappläuschen. Auch Mario H a i n d o r f f (Rittmeister Ottokar) als sein äteberskreuzpartn« wirkte in sein« ausgesprochenen Operettenrolle sehr angenehm. Der Festungskommandant, Wiesner, war am besten in dem schmissig instrumentierten Terzett des Mittelalles. Don den Damen: Lh O t t m a r(Rinon), eine etwas fabarettmäfjig anmutende Soubrette, und Mizzi Prach, naive Liebhaberin, die gesanglich alterdings nur in den Hauptszenen des zweiten Alles befriedigen konnte. — Es wurden etliche Wiederholungen herausge- llatscht. Dr.Th. Henny Porten im Querschnlttsilm Lichtspielhaus Bahnhofstraße. .Das Auge ber Welt", Berliner Bühne für Kunst und Leben im Film, gab in zwei Sondervorstellungen sein «stes Gastspiel im Lichtspielhaus. Es wurde ein Querschnittfilm in sieben Akten geffielt, mit Henny Porten — in ungefähr 40 Hauptrollen. Als ihre Partner bekommt man außerdem in diesen sieben Akten etwa zwei Dutzend der besten und bekanntesten deuffchen Schauspieler vorgcführt. Unter ihnen: Abel, Bassermann Decarli, Deuffch, Diet«le, Curt Götz, Hartmann, Iannings, Kortner, Krauß, Liedtke, Loos, Thimig und Winterstein Es handelt sich hier um eine ganz originelle 3bec (von Dr. Oskar Kalbus) — man sieht etwas, was man bisher im Film noch nie zu sehen bekommen hat, und das will immerhin etwas heißen Wan sieht nämlich Henny Porten bin ter» einanbertoeg in den wichtigsten Rollen, bie sie von etwa 1910 bis zur jüngsten Gegenwart gespielt hat. Don ihren allerersten, blutigsten Anfängen, unmittelbar nach ihr« Entdeckung (jeder FUmstar muh eines Tages entdeckt werden).... bis zur vollen und stellenweise unvergleichlichen Meisterreife ihr« Kunst von 1928. Man begreift sofort die Möglichteiten, die hter geboten werden. Der Film wird zur Chronik, « wird zum Lehrfilm im Gewände eines außerordentlich amüsanten Spielsilms, « schlld«t mit unübertrefflicher und unbestechlich« Wahrhclls- liebe eine Entwicklung, die darum so erstaunlich wirkt, weil sie in einem unwahrscheinlich knappen Zeitraum wirkliche Revolutionen künstlerisch« und technisch« Art gezeitigt hat. Entwicklung sowohl des Films an sich (von der Vorstadt- und Iahrmarktschnitere, vom komischen Kitsch der «sten vorsichtigen und rührenden Experimente des „Kinematogrcchhentheaters" lange vor dem Krieg bis zur regiemäßig, darstellerisch und technisch vollkommenen und raffiniert gesteigerten Kultur der zeitgenös ischen Film- Paläste-; — außerdem, ebenso interessant und ebenso verblüffend, bie künstlerische Entwicklung ein« hervorragend begabten schauspielerischen Persönlichkeit. Der Querschnitt, d« hier durch das Schaffen ber Porten gelegt wird, soll mit anderen berühmten Leuten von Reubabelsberg und "oll Wood toub r'oll to rbca, fü: ti Gesar. tj entwicklung wird das natürlich jedesmal mehr ob« minder das gleiche Bild ergeben, für die Einzelpersönlichkeit aber jedesmal andere, jedesmal neue, interessante, bisher unbekannte ob« längst v«gessene Stationen von ihrem Wege zur Höhe festhalten. Also, ein Bild von erstaunlicher und ost verwirrender Dielfälligkeit: die Pötten als Schauertragödin — in ein« ergreifend komischen „Robe", mit phantastischen Hutgebäuden — in einem der vor zwanzig Jahren überaus beliebten Kurzdramen (Marke „Verkannt^ oder „Vater, dein Kind ruftl oder so ähnlich.) ... Die Pötten als Heldin und als Komikettn, als Gräfin und Dioa,_ als Hochstaplerin und Kuhmagd, als Dienstmädchen und Krankenschwester, als Monika Vogelsang und Kohl- Hiesel-Tochter, als Anna Boleyn (Aänzend, mit Hannings) und als Rose Bernd, — in einer erschütternden Mens chengestallung. Man begreift die ungeheuren Abstände in den regiemäßigen, technischen und mimischen Mitteln zwischen der Darstellung um 1910 und um 1928. Man bestaunt den rücksichtslosen Mut dieser Schau- fpielerin, die es wagt, fern jeder weiblichen Eitelkeit, sich zum abstoßend häßlichen Scheusal umzuschminken, und man bewundert ihre in zahllosen Rollen und vor allem in den berühmten Doppelrollen erprobte fabelhafte schauspielerische Wandlungsfähigkeit. (Die Auswahl und Zusammenstellung der sieben Akte war gerade in dieser Hinsicht sehr geschickt und von großer Anschaulichkell.) — Höchst unbcstiedigend war dagegen der langatmige und miserabel stilisiette SegleitDortrag, der mit veralteten Mitteln, mit einer oft unerträglichen Sentimentalität auf ein mehr als harmloses Publikum und auf den Geschmack der Kinobesuch« von anno dazumal zugeschnllten war. Wozu macht man das? Cs zieht den interesianten Film in die ßängc und unterbricht die Musik. Wer Augen im Kopf hat, sieht ja deutlich genug, worum cs sich handelt, und was durchaus gesagt werden soll, das konnte in ein paar knappen und sachlich formulierten Zwischentiteln — wie bei jedem gewöhnlichen Spielfilm — viel bester angebracht werden. Man soll eine gute Idee nicht mit unzulänglichen Mitteln um ihre Wirkung bringen. In diesem Sinne sehen wir dem nächsten Duer- schnittfilm mit einiger Spannung entgegen. -r- Hochschulnachrichien. Oberingenieur Ludwig Dürr in^ Friedrichs- Hafen, der geniale Konstrukteur der Zeppelinllist- schiffe, ist von der naturwissenschaftlichen Fakullät der Universität Tübingen ehrenyalber zum Dollar der Naturwissenschaften ernannt worden. Dr. Dürr ist bereits Ehrendoktor der Technischen Hochschulen in Stuttgart und Graz. — Prof. Dr. med. Wern« Gerlach in Hamburg hat den Ruf auf den Lehrstuhl der allgemeinen Pathologie und patholo- glichen Anatomie an der Universität Halle als Nachfolger des Geh. Medizinalrats R. Beneke angenommen. — Der Privatdo^ent für Volkswirtschaftslehre und Finanzwistenschaft an der Universität München, Dr. Georg Halm, rft zum a. o. Professor für Sozialpolitik, Sozialfuilorae, Statistik und Dersicherungswissenschaft in der rechts- und staats- wistenschastlichen Fakullät der Universität Würzburg als Nachfolger von Professor Ferdinand Graf von Degenfeld berufen worden: seine Ernennung zum planmäßigen Cxttaordinariu» in Würzburg ist bereits erfolgt des Weltpostvereins mit sich bringen. Eine seiner Hauptaufgaben ist naturgemäß die Kostenver- teiluno aus dem internationalen Lttlstausch. Für den Verkehr Im Weltpostgebiet sind in den Anlagen des Vertrages bestimmte Formulare mit französischem Text enthalten, die durch eine lieber- sehung ergänzt werden dürfen. Mit Hilfe dieser Formulare können z. B. die chinesische und die türkische Poftverwaliung miteinander verkehren, ohne daß ihre Beamten das Französische beherrschen. Die chinesische Postverwaltung funktioniert übrigens sehr zuverlässig und erweist sich als die stabilste Instrtutivn im China des Bürgerkrieges. Stadtstaaten? Auch ein Beitrag zur ReichÄverfassungsreform. -Ueber die Riesenstädte und Mittelstädte schreibt im letzten Heft des »Reichsstädtebundes" Oberbürgermeister Kiwit u. a. folgendes: „Die Bildung von Riesenstädten bringt grobe staatspol.rische Gefahren 3ft das ganze Industriegebiet in wenige Großterritorien auf geteilt, so wird die Gefahr entstehen, daß diese Städte eine übergroße Macht im Staate und im Reiche erlangen zum Rächt Kl der Mittel- und Kleinstädte, der Landkreise und Landgemeinden und zuletzt auch der Staatsgewalt selbst. Im Industriegebiet sitzt sowohl die Wirtschaft wie auch die Arbeiterschaft mofsiert. Trotz drr großen Gegensätze von Wirtschaft und Arbeiterschaft in den Städten werden die Vertreter beider zusammenstehen, wenn es gilt, vom Staate möglichst unabhängtg zu sein und auf dem Gebiete der Steuerüberweisung und der Zir- weisuna von anderen Vorteilen bevorzugt berücksichtigt zu werden. Bei der Schwäche der Staatsregierung, die in bem häufigen Wechsel der Minister, sowie in dem häufigen Wechsel der Parteikonstellalionen zu erblicken ist, wird man einem gemeinsamen Druck dieser Riesengebiete, wenn er durch die politische Vertretung der im Industriegebiet massiert sitzenden Wirtschaft und Arbeiterschaft unterstützt wird, nur schwer widerstehen können. Es werden sich in der praktischen Auswirkung Stadtstaaten bilden zum Rachteile aller übrigen kommunalen Gebilde, sowie der Autorität deö Staates selbst. Das Werden von Stadtstaaten zeichnet sich jetzt schon, wenn auch 'erst in schwachen Konturen, erkennbar ab. Wenn einige Städte schon dazu übergegangen sind, eigene Vertretungen in Berlin zu unterhalten, die meistens geleitet sind von einflustreichen Parlamentariern, und wenn die Stadt Köln eine neue Universität erhalten hat, obwohl die Universität Bonn vor den Toren liegt, wenn Städte, die vor dem Kriege keine Messe-Einrichtungen besaßen, diese nach bem verlorenen Kriege geschaffen haben, obwohl die in Friedenszeiten schon vorhandmen Messe-Einrichtungen für ein blühenderes Wirtschaftsleben ausreichend waren, so ist das nicht Reichs- Politik, sondern stark betonte städtische Politik. Diese kraftvolle Initiative der Städte hat zweifellos große Vorteile gebracht und ist sehr zu begrüßen: denn überall, wo Kraft und Entschluy- fveudigkeit ist, ist Fortschritt. Da aber andererseits jede Kraft das Bestreben hat gegen ihre G renzen zu drücken, so entsteht damit auch für die Allgemeinheit die Gefahr eines übergroßen Einflusses, wenn durch Schaffung von Riesengebilden überstarke Kraftzentren, die Stadtstaaten gleichen. geschaffen werden. Die Äotwendigkeit, im Industriegebiet auch Mittelstädte zu erhalten und flnaiuftarf zu machen, ist schon durch die geschilderten Rachteile, die bei Aufteilung des ganzen Industriegebietes in einige wenige Stadtgroßterritorien kommen würden, ausreichend begründet. Aber auch positw betrachtet sind Mittelstädte au erhalten wegen der aus ihrer Eigenart, nämltch der engen Verbundenheit der Bevölkerung mit der Verwaltung, sich ergebenden Vorteile für die Einwohnerschaft. In einem kleineren Gemeinwesen entfaltet sich leichter der Begriff des Bürgers, auch ist leichter das Interesse für die Aufgaben der eigenen Stadt zu Wecken, da in bem kleineren Gemeinwesen der Bürger den Erfolg seiner eigenen Mitarbeit besser erkenn.n kann." Die Ausführungen find, im Hinblick auf die bevorstchrnden groß n Umgeineindungen in Rheinland-Westfalen, besond rs beachtlich, fie werden aber auch im Hinblick auf die Reichs- Geld fällt vom Himmel. Roman von Paul En-erling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 35 Fortsetzung 'Jlathbrutf verboten Aus dem Nebengarten klang die Stimme der Gräfin. Miß Lawrence beklagte sich bei einem Unsichtbaren darüber, daß Spaz»ergänaer bei ihr Blumen beschädigt hatten. Die einstige Löwenbändigerin chien auf ihre alten Tage sentimental geworden zu ein. Er gab den Gedanken, sie auszufragen, ebenso chnell auf, als er ausgesticaen war, und ging fort. Der Duft von Nelken und Narzissen strömte aus den feuchten Gärten. Wie still hier alles war! Man mußte seinen Herzschlag hören können — Ohne einen Plan zu fassen, ging er die Treppe hinunter, die er damals mit den Gasten Brodersens gegangen war, die soviel abenteuerliche Geschichten über ihn zu erzählen wußten. Als er auf einer Trambahn unten den Namen Steinstratze las, fiel ihm ein, daß dort Martha Rebmann wohnte. Kurz entschlossen stieg er ein. Unterwegs fiel ihm ein, daß sie krank sei. Er stieg aus, taufte Blumen, Obst und eine Flasche Sherry und ging durch den Regen weiter, da keine neue Bahn kam. An ihrer Tür muhte er mehrere Male klingeln, ehe sie sich, durch eine Sicherheitskette abgesperrt, eine Handbreit öffnete. »Wer Ist da?" fragte eine zitternde Männerstimme. „3d) wünsche bei Fräulein Rebmann einen Krankenbesuch zu machen." „Krankenbesuch?" klang es flchllich erleichtert zurück. „Wie heißen Sie?" Zornig nannte Grotteck seinen Namen. Es hätte nicht viel gefehlt, daß er seine Sachen abgestellt hatte und fortgeganaen märe. Drinnen schlurften Schritte. Er horte Klopfen, dann seinen Nomen, dem ein kleiner entfernter Aufschrei folgte. Endlich öffnete sich die Tür. „Sie üben die Tugend der Vorsicht , sagte er höhnisch au dem Mann, der ihn aus ängstlich verzerttem Gesicht ansah. Verfassungsreform von besonderem Interesse sein, enthält doch die Denkschrift des Preuß'.schen Referenten, Ministerialdirektors Brecht, dem äußerst bedenklichen Vorschlag auf Einrichtung von reichsunmittelbaren Städten. Für das mittelrh.ftnische Wirtschaftsgebiet tarne Frankfurt in Frage, dessen Expansionsbestrebungen vor Wiesbaden nicht haltzumachen scheinen. Oie Deutsch-österreichische Arbeitsgemeinschast. Die vor drei Jahren gegründete Deutsch-österrei- dsische Arbeitsgemeinschaft hielt In Müncl)en ihre Jahresversammlung ab, au der prominente Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben Deutschlands und Oesterreichs erschienen waren. Der zweite Vorsitzende, Freiherr von Branca, berichtete über die Entwicklung der Vereinigung im abgelaufenen Jahre und die erfolgreiche Arbeit der elf Fachausschüsse. Das Schwergewicht der Arbeit der Organisation habe in den ersten zwei Jahren in dem Studium der wirtschaftlichen Differenzen der beiden Lander bestanden. Für die Landwirtschaft beständen nunmehr zwei Fachausschüsse ein norddeutscher mit dem Sch in Berlin und ein süddeutscher mit München als Zentrale. Der Austausch von Junglandwirten habe sich durchaus bewahrt. Der Fachausschuß für Handel und Industrie habe eine wertvolle Untersuchung über die Bedeutung einer deutsch-österreichischen Zollunion für die reichsdeutsche Wirtschaft veranstaltet. Der landwirtschaftliche Ausschuß habe eine achttäajge Studienreise durchgeführt, deren Erfolg auch für die anderen Ausschüsse die Deranstaltung solcher Studienreisen nahelege. Der Ausschuß für Verkehrs- wesen habe sich mit Verbesserungen im Straßen- wesen, Erleichterungen im Paßwesen und der Zusammenarbeit im Fremdenverkehr besaßt. Aus den Ausführungen des Redners alng weiter hervor, daß sich die Arbeitsgemeinschaft bemühte, den Weg positiver großdeutscher Arbeit weiterzugehen, wie dies vor drei Jahren als Ziel der Organisationsgründung bezeichnet worden war. Im Namen der Oesterreich-deutschen Arbeitsgemeinschaft versicherte Nationalrat Drechsel (Wien), daß auch auf österreichischer Seite alles getan werde, um den Anschluß gründlich vorzubereiten. Man könne froh fei», daß der Anschluß nicht schon früher in einer übereilten Stunde abgeschlossen worden sei. Dem Anschluß- gedanken müßten in forgfättiger gemeinschaftlicher Ueberlegung die Wege in allen einzelnen Fragen geebnet werden. Entscheidend fei die Feststellung des österreichischen Bundeskanzlers gewesen, der in Gens der Welt erklärt habe, daß Oesterreich zum Deutschen Reich gehöre. Konsumverein Gießen und Umgegend. Zur diesjährigen ordentlichen Dertre- terversammlung hatten sich am gestrigen Sonntagnachmittag 66 Vertreter im Saale vrs Gewerkschaftshauses eingefunden. Der Vorsitzende des Aussichtsrats, Fr. Vetters, gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Verhandlungen von gutem Erfolg für die Genossenschaft begleitet fein mögen. Zu Ehren der im letzten Jahre verstorbenen Genossenschafter erhoben sich die Anwesenden von den «Ätzen. Den Bericht des Vorstandes erstattete der Geschäftsführer Fr. Diener. Er führte u. a. aus, daß das 27. Berichtsjahr (vom 1. Juli 1927 bis 30. Juni 1928) ein Jahr genossenschaftlichen Aufstiegs und genossenschaftlicher Erinnerung sei, und verbreitete sich in längeren Ausführungen über die 25. Iubiläums- tagung des Zentralverbandes deutscher Konfum- vereine. Der Umsatz der dem Zentralverbande angeschlossenen Konsumvereine belntj 1927 982 Millionen Mark, das seien rund 3 v. H. des auf 30 Milliarden geschätzten Verbrauchs in Deutschland. Die Großelnkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine habe 1927 einen Gesam.unsatz von 373 041 885 Mark, also eine Steigerung von 38,2 v. H. aufzuveiseir Die Zahl der Eigenbetriebe fei auf 48 gestiegen, dazu kämen die GEG.-Wühle in Magdeburg, die Fleifchwaren- fabrik in Oldenburg (früher Bolts A.-G.) und das Landgut Osterholz in der Rähe von Stendal (Altmarkt). Der Umsatz im Konsumverein Gießen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 3 016 603 Mark, im Vorjahr 2 785 309 Mark, also mehr 231 294 Mark. Der Durchschnittsumsatz je Mitglied erfuhr eine Steigerung von 270 auf 298 Mark. Der Bäckerei, der eine Konditorei angegliedert wurde, ist mit 422 834 Mark (i.V. 396 040 Mark) am Gesamtumsatz beteiligt. Verbacken wurden 135 604 Pfund Weizenauszugsmehl, 1 216 970 Pfund Brotmehl und 3725 Pfund tiefe. Diese Mehlmengen ergaben: 198 374 Stück Brote 1. Sorte (je 4 Pfund), 106 536 Mischbrote, 94 302 Roggenbrote, 8974 Weißbrote, 1 360 077 Brötchen und Feingebäck, 4768 Kuchen. Die Bäckerei lieferte außerdem an das Zentrallager bzw. die Verteilungsstellen 537 900 Pfund Weizenauszugsmehl, 321 700 Pfund Brotmehl und 9202 Pfund tiefe. Die Kaffeerösterei erzielte einen Umsatz von 46 970 Pfund (i. V. 41 020 Pfund). Die Kohlenabgabe an die Mitglieder wurde im abgelaufenen Jahre ebenfalls weiter ausgebaut. Die oparabteilung hatte am 30. Juni 1928 einen Bestand von 468 703,33 Mark; dazu kommen an Zinsen für neue «Spareinlagen 22 135,59 Mark, aufgewertete Spareinlagen 1946,32 Mark, zusammen 4 92 785,24 Mark. Kür die Versicherungsabteilung und die «ach- und Feuerversicherungs-A.-G. „Eigenhilfe" wurden im Laufe des Jahres 170 Neu- anträge ausgenommen. Am 30. Juni 1928 war ein Bestand non 604 Versicherungen vorhanden. Die Zahl der Verteilungs st eilen wurde um eine vermehrt (in Nieder-Morlen), so daß jetzt in der Stadt Gießen 8 und in den Orten der Umgegend 29 Verteilungsstellen bestehen. Für die Verteilungsstelle Ober-Roßbach ist ein Neubau vorgesehen. In dem Konsumverein sind insgesamt 121 Personen beschäftigt. Die Rückvergütung an die Mitglieder beträgt für 1927/28 118 220.56 Mark. Den Kassenbericht erstattete der Kassierer Jakob Günderoth. Er führte einlettend aus, daß die Bilanz eine Umstellung erfahren habe. Die Bilanz weist folgende Summen aus: Aktiva. Betriebsbestände (Vorräte 26 9 451,79 ML, Einrichtungen 118 292 Mk.) 387 743,79 Mark: Grundbesitz 456 643 Mk.: angelegte und flüssige Werte 332 121,60 Mk.: Forderungen 1 272,82Mk., zusammen 1 177 781,21 Mk. — Passiva: Eigene Mittel (Geschäftsguthaben 192 918,92 Mk., Reserven (Reservefonds 214 803,41 Mk., Spezial- refervefonds 7790,73 All., Baufonds 10 279 Mark) 425 792,06 Mk.: Grundschulden 27 716,55 Mark: Laufende Verpflichtungen (Spareinlagen- Aufwertung 37 707,60 Mr., Spareinlagen 455 077,64 Mk., Sparmarten 2215 Mk.. Liefe- rantenschulden 60 202,62 Mk., Pensionsfonds 17 890,30 Mk., Kohlen 4946,05 Mk.. Umsatzsteuer 5162,60 Mk.. Anteil ausgeschiedener Genossen 4129,89 Mk., Rabattguthaben 118 220,56 DHL, noch zu zahlende Unkosten 2 833,57 Mk.) 708 385,83 Mk.: Erübrigung 15 886,77 Mk.. zusammen 1 177 781,21 Mark. Die Gewinn- und Be r lüft rechn »in g setzt sich zusammen: Soll: Allgemeine Unkosten 102 380,39 Mk.. Steuern 32 371,87 ML, Zinsen 22 033,07, Lohn und Gehalt 219 424.52. Kraft- wagenunkvsten 21 389,61, Fuhrwerksunkosten 3124,55, Abschreibungen 34 012,06, Reinertrag 15 886,77, zusammen 450 622,84 ML Haben. Wareirrohertrag 437 285,18 ML, Leergut 5669,60 Mark, Diskont 7668,06 ML, zusammen 450 622,84 MarL Der Mitglieder st and war am 1. Juli 1927: 10 304, Zugang 631. Abgang durch Austritt und Ausschließung 852. Mitg iederstand am 30. Juni 1928: 10113. Das Geschäftsguthaben der Mitglieder betrug am 1. Juli 1927: 163 584.02 ML, am 30. Juni 1928: 192 918,92 ML, mithin ein Mehr von 29 334,90 Mk. Die Haftsumme, betrug am 1.. Juli 1927 309 120 ML unb erfuhr durch Austritt ufw. eine Verringerung um 5730 ML: Haftsumme am 30. Juni 1928: 303 390 ML Für den A u f f i ch t s r a t erstattete des en Vor- sitzender. Fr. Detters. Bericht. Er erwähnte u. a. die von dem Derteilungsstellenkontrolleur des Südwestdeu! scheu Verbandes vorgenommenen Revisionen der Ver'eilungsstel'en. Die vorge'un- denen Mängel waren leichter Ratur. Der Kontrolleur gab am Schluffe seiner Befriedigung über den Befund der Derteilungsstellen Ausdruck. Eine vorn Aufsichtsrat bestinmte Kommission habe die Prüfung der Bücher und der Kasse vvrgenvnv- men und alles in bester Ordnung gesunden. - Die folgende Aussprache war äußerst rege. Von allen Rednern wurde die Rot Wendigkeit öer ^linfatzsteigerung betont und darauf hinzielende Maßnahmen in Vorschlag gebracht. Geschäftsführer Diener ging in seinem Schlußwort auf die Ausführungen der einzelnen Redner ein und versicherte, daß der Vorstand bestrebt fein werde, die gemachten Anregungen zur Durchführung zu bringen. Darauf wurden der Geschäftsbericht, sowie Bilanz und Gewinn- und Vertu st rech nung einstimmig genehmigt und der Gesamtverwaltung Entlastung erteilt. Der vom Vorstand vorgefch agenen Verteilung des Reinertrages von 15 886,77 Mark (Reservefonds 10 000 Mk., Spezialreservefonds 1379 Mark, Danfonds 1^21 Mark Pcn- sionssonds 1500 Mark, Verwaltung 1236 77 ML) wurde zugestimmt. Die Rückvergütung für 19 28/2 9 wurde ebenfalls auf 4 v. H. festgesetzt. Die Ersatzwahlen zeittgten die Meder- wahl der ausscheidenden Mitglieder (Vorstand: I. Moutarde: Aufsichtsrat: Fr. Detters. H. S ch n e i d e r, Gg. Fischer). Sobann wurden zwei vorliegende Anträge dem Vorstand als Material für die Sahungsneuberalung übettrtefeiL Oberheffen. Landkreis Gießen. X W i e s e ck, 5. Nov. Gestern wurden in der Kirche im Anschluß an den Gottesdienst die neuge- wählten Mitglieder der K l r ch e n g e m e i n d e - Vertretung nach einer Ansprache des Ortsgeist- lichen über Röm. 12, 7b verpflichtet: ebenso Lehrer Schneider, der als Kirchenrechner (er hat auch einen Teil des Organistendienstes übernommen) auf Vorschlag des Kirchenvorstandes einstimmig noch in die Kirchengemeindeoertretung aufgenommen wurde. Bei der folgenden Kirchen vor- standswahl wurden wiedergewähtt: Landwirt und Wagner Wilhelm Schäfer II., Landwirt tiein- rich Weller XII., Landwirt Ludwig Ihm I.» Landwirt tieinrich Will, Landwirt Philipp tieinrid) Wank, Oberschaffner i. R. Ludwig Oswald IV., Lehrer i. R. Friedrich Müller, tiinzuaewähll wurden: Ludwig Kirchner, Kaufmann, Dr. Willy Kling, Nahrungsmittelchemiker, und Karl Poft, Bäckermeister. Bekanntaegebcn wurde, daß am 18. November ordentliche Kirchenvisitation durch den Superintendenten von Oberhessen, Oberkirchenrat W a frn e r, ftattfinbet. Unter der Voraussetzung, daß eine Taxation des Kirchenoorstandes mindestens erreicht und so das Einkommen der Pfarrei nicht geschmälert wird, soll demnächst probeweise der W i e« senbesitz der Pfarrei verpachtet werden: hiermit wurde der Wunsch vieler erfüllt. Zur (Er örterung kam auch die immer noch schwebende finanzielle Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Gemeinde. Man stimmte dem Kirchenvorstand zu in seinen Bemühungen, einen neuen Rechtsstreit tunlichst zu vermeiden. * Lollar. 4. Rov. Gestern fand wie1 Zeichensaal der neuen Schule der Eröffnungsabend der Volkshochschule Lollar statt, in dessen Mittelpunkt die Rezttation von Schillers Rovelle »Der Verbrecher aus verlorener Ehre" durch den Leiter der Volksboch- schule Gießen W. Sega r, und eine Ausdeutung derselben von der Grundlage der modernen Seelenkunde her durch Dr. Reumann (Gießen) stand. ES war ein Genuß, dem in sprachlich einwandfreier Form von H e g a r bat* gebotenen Vortrag zu folgen, und erschüttert erlebte man ein Menschenschicksal mit. das unter ähnlichen Umständen das eines jeden Menschen sein fennte. Der in jedem Menschen vorhandene Gegensatz von Verkettung und Schuld, Ursache und Wirkung stand auf und rüttelte an den Grundlagen des nwralischrn Denkens im einzelnen. Was Dr. Reumann anschließend zu sagen hatte, war ein Stück Seelenlunde, das »richt oft genug vor ernsten Menschen behandelt werden kann. Kaum jemand der Hörer dürfte ohne Gewinn nach Hause gegangen fein. Z Rödgen, 4. Rov. Am Samstagnachmittag wurde der Altbürgermeister Ludwig Kraushaar, der nach über dreimonatiger K-inikbehand- lung im Alter von 62 Jahren am Donnerstag starb, zu Grabe getragen. Der Gesangverein „Es sind schlimme Zeiten", stammelte Dekepper. Verwundert betrachtete Grotteck den überfüllten Korridor, durch den er sich hindurchzwängen mutzte, so schlank er war. Und warum starrte dieser Mensch ihn so wahnsinnig an? Matthä Rebmann lag auf dem Sofa, eine rot- gewürfelte Steppdecke bis unter das Kinn hinauf- gezogen. „Danke!" jagte sie inbrünstig, chm die tiande entgegenstreckend. Ihr glückliches Lächeln rührte ihn, und er begann, etwas entfuannt, die Geschenke auszubreiten. .Habe ich nicht alle Anlagen zu einem Weihnachtsmann?" „Oh, die schönen Blumen!" Sie sah nichts als die Blumen. Sie preßte ihr Gesicht hinein, sog den Duft wie etwas lange Entbehrtes auf und kühlte ihre heißen Augen mit den frischen Blüten. „Fieber?" Er faßte ihren Puls und zog die Uhr. Er hatte gar keine Ahnung, wieviel Pulsschläge die Fieberkurve anzeigte. Aber das sah man auch so, daß das Mädchen krank war. „Etwas. Ich habe mich in letzter Zeit etwas überanstrengt, Kurt." Er zuckte zusammen, als sie ihn bei seinem Vornamen anredete, und ließ ihre Hand aus der feinen gleiten. „Darf ich so sagen?" fragte sie zuckend. „Und du? Nur dies eine Mal? Nur dies eine Mal?" Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Er bekam es nicht fertig, ihr den Wunsch zu verweigern. Dielleickt war es das letztemal, daß er sie sah. „Keine Aufregung, Kind. Du bist mir doch eine gute Freundin — warum sollten wir uns da nicht mal für ein Weilchen du nennen?" Mit einer raschen Bewegung, die er nicht hatte verhindern können, zog sie feine tianb an ihren Mund, tieiße Küsse brannten darauf. „Na aber!" machte er verlegen. „Ich bin schon wieder ruhig, chab' feine Angst. Und mit dem Fieber ist es nicht so schlimm, tiast du draußen lange warten müssen?" „Ziemlich. Dein Wirt braucht verzweifelte Sicher- heitsmahregeln. Ist denn bei ihm so viel zu holen?" „Er ist verstört seit einiger Zeit . " Sie verbarg ihr Gesicht unter den Blumen. Sie gedachte des furchtbaren Tages, da sie diesem Brod Einlaß in die Wohnung gewahrt hatte. Es dauerte eine Weile, bis sie sich zu einem Lächeln zwingen konnte. Denkst^ du noch an unfern Spaziergang zum „2a, das würde dir gut tun heute: Wald und Sonnenschein ..." Er dachte nur daran, daß er damals Inge getroffen Hütte. „Und Liebe", vollendete sie feinen Satz. Er sah sie erschreckt an und begann in seiner Verwirrung einen Pfirsich zu schälen. „Er kommt aus Kalifornien, denk mal! Braune, vielleicht auch schwarze Manner, mtt großen Sombreros auf den wolligen Köpfen, haben ihn gepflückt. Vielleicht auch Kinder oder ein Mädchen wie du. Und er wurde in Watte gepackt und quer über ganz Dollarika geschickt und über den Allanttk, durch Nebel und Sturm, und bann trug ihn die Bahn, ach, die don- nembe Bahn, bis hierher. Bis hierher", wiederholte er, die traurige Oede des unbehaglichen Zimmers mit einem traurigen Blick umfassend. Sie lauschte lächelnd und folgte bann argwöhnisch feinem Blick. »Es gefällt bir hier nicht, Ich weiß, du bist Besse- res gewöhnt." „Besseres? Meinst du, daß die Zimmer bei Mutter Zedlitz mehr Kultur aufweifen?" Er dachte: Immerhin hättest du die beiden grauenhaften Bil- der da von der Wand reißen können, diesen Wilderer Im Kerker mit Weib und Kind — „Sei Gott, du, mit der roten tianne!" — und diese verlogene Moorlandschaft mit der Limonadenfarbe. „Wem, man um Geld arbeiten muß, hat man feine Zeit, sich wohnlich einzurichten", llang es scharf herüber. „An der Zeit liegt es wohl nicht allein." Martha richtete sich halb auf. Ein böses Leuchten glomm in ihren Augen auf. „Du meinst, eure sogenannte Kultur gehört dazu? Ich pfeife auf eure Kultur, sage ich dir. tiungere mal erst, wie ich es getan habe!" Grotteck stand auf und ging ans Fenster. Am beste» war es wohl, fortzugeyen. Was sollte er hier? Die Traurigkeit des Regens draußen machte fein tierx noch schwerer. .Hungern?" sagte er endlich. „Ich habe auch gehungert, in meiner Äon» feroatoriumszeit, wenn ich meinen Vater nicht mehr um Geld angehen konnte. Ader ich habe es immer mit Grazie getan. Kein Mensch hat es mir angemerkt, daß ich tagelang von Brötchen lebte. Und den letzten Groschen gab ich noch einem Bettler, weil ich mich genierte." „Man wird schlecht, wenn es einem schlecht geht, verstehst du das? Eine Frau wird schlecht." Er antwortete nur mit einem Kopfschütteln. Nein, das verstand er nicht. Ihre Augen funkelten, als sie heroorstteß: „Deins Mutter wär« auch anders geworden, wenn sie ..." Mit einem Sprung war er bei ihr. „Meine Mutter darfst du nicht erwähnen. Ich verbiete es dir." Sie duckte sich. „Willst du mich schlagen?" Grotteck erschrak: er war dicht daran gewesen. Beschämt trat er zurück. „Das gehört wohl auch zu deiner berühmten Kultur?" höhnte sie. Aber als sie sah, daß er nach seinem tiut und Mantel griff, um zu gehen, sprang sie mit einem Schmerzensschrei vorn Laaer auf, rannte ihm nach und Hämmerte sich an Ihn. Ihr Körper, den nur das Nachthemd deckte, glühte. Ihre Arme warfen sich um seinen tials. „Bleib'I Bleib'! Schlag mich, aber bleib'! Ich kann ja nicht ohne dich leben, und ich quäle bid) ja nur, weil ich dich liebe ... Oh, wenn du wüßtest, was ich alles um meiner Liebe willen durchgemacht habe! Fühlst du das nicht?" Langsam schob er sie vor sich her, zum Sofa zurück. „Du bist krank, Kind. Ich fürcht«, kränker, als ich dachte." Ihre tränenüberftrömten Augen hingen an ihm. Ihr roter Mund näherte sich dem seinen. „Leg dich! Sonst gehe ich." Da gehorchte sie mit niedergeschlagenen Augen. Sie wickelte sich wieder in die Decke und nahm den Pfirsich, den er ihr bot. Eine kurze Zett klang nur das gleichmäßige Plätschern des Regens, Der auf bas Fenster fiel. Endlich bat sie: „Verzeih' mir. Ich werde nie wieder fo sein. Aber sich' mich nicht so an! So geringschätzig, so verächtlich! Ich oln es ja nicht wert, daß du mich liebst, ich weiß es ja ..." Wie sie litt! Wie sie seinetwegen litt! Ein tiefes Erbarmen überkam ihn, der ihr nichts andres bringen konnte. „Es ist so schade," sagte er langsam, „daß fein Mensch dem andern helfen kann. Aber glaube doch nicht, daß ich dich verachte. Wie sollt» ich das?" (Fortsetzung folgt) Turnen, Sport und Spiel 25 Lahre X Z. Gießen n.it 10 034. 5. Hamburg mit 14 847, 6. mit 13 081, 7. Hannover mit 10 884, München 8. Stutt- 10. Dürn- des erden Darmstadt, Friedberg. Hanau, Frankfurt. Offenbach, Hungen, Butzbach, Fulda, des Unteroffizier* korps unserer Garnison und der Damen des Vereins Giehen. Dabei wurden dem Iublläums- verein zahlreiche wertvoll« Geschenke als Ludere Zeichen kameradschaftlicher Verbundenheit überreicht. Der weitere Verlauf des Abends brachte noch zahlreiche famose Darbietungen der Militär- kapelle, ausgezeichnetes Turnen deS Männer* turnvereinS, fesselnd« Tänze von Herrn 2 ä u l k e und FrI. SpieS, sowie Liedergesang von H. 2 e ch st e i n. Den Abschluß deS Festes bildete Tanz. gart mit 10 473, 9. Vremen mit 10 294, berg mit 9016 Turnern. Unter den 51 deutschen Großstädten mit über 3n der Gruppe D ordb ayern konnte der 1. F. C. Dürnberg sein 10; 0 aus hem Vorspiel gegen Franken Dürnberg nicht wiederholen und mußte sich mit einem 5:2 begnügen. Doch bescheidener war die Sp. Vgg. Fürth, die sich 1. F. C. Bayreuth gar nur mit einem 1:0 wehren konnte. Daß der D. f.D. Fürth _ F. V. 04 Würzburg schlagen werde, lag nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit, daß es ihm mit 4:0 so glatt gelang, beweist, daß die letzten Leistungen der Würzburger zu Ueberschähungen Anlaß gaben. Doch mehr überraschte der F. C. zur Beschaffung von Dureaumobi- liar zur Beratung. Der Gemeinderat genehmigte 1200 Mark. * N i d d a, 4. Nov. In der in Nr. 259 des „Gieß. Anz." von hier gebrachten Dotiz über die Gewerblich« Fortbildungsschule ist ein Druckfehler unterlaufen. Ds muh heißen: in 5 Klassen werden 110 Schüler unterrichtet, nicht „elf". — Hier wird die Gründung einer Freiwilligen Sanitätskolonne vom Voten Kreuz geplant, wozu mindestens 12 Mann erf >rderl:ch sind. 2i8 jetzt haben sich 6 Mitglieder des Voten Kreuzes für diesen wichtigen Dienst gemeldet. Man hofft, daß weiter: Meldungen baldigst erfolgen, damit die Ausbildung der Leute im Winter erfolgen kann. — Das am Vergweg nach Vad Salzhausen gelegene W o h n - Haus „Luginsland" des früheren Besitzers der Kraftschen Brauerei hier, L. Calvi in Spaa in Italien, ging für 15 000 Mk. in den Besitz des Steuersekretärs Wagner, am Finanzamt Didda beschäftigt, über. Der neue Besitzer wohnt bis jetzt noch in Effolderbach. Rheinhessen. WSN. Mainz, 4. Nov. In Mainz und Nachbarschaft sind in letzter Zeit mehrfach O pje rstock- hiebe aufgetreten, die in katholischen Kirchen die Opferstöcke erbrachen und deren Inhalt raubten. Neben einem in Mainz festyenommenen Johann Heiden blut, der bereits cm Geständnis abgelegt hat, kommen noch zwei andere Per- fönen in Frage. Die Staatsanwaltschaft Mainz erläßt hierzu eine Ausschreibung, in der es heißt: In Verdacht kommen ein Russe, Joseph Andreoff, etwa 28 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, schmale Statur, dunkelbraune Haare, glatt rasiert, trägt hellen Sportanzug, braungrauen Gummimantel und graue Sportmütze, auf der rechten Hand ist ein Stern tätowiert; ferner ein Pole, Joseph Wischnewski, etwa 30 bis 33 Jahre alt, Preußen. Zeder 7. Hanauer wird von der (Stabt unterstützt. WSN. Hanau, 4. Nov. Wie bereits milgeteilt, ist mit einem Fehlbetrag von 580 000 Mark im städtischen Haushalt zu rechnen, der durch Bewilligung eine Nachtragsetats gedeckt werden soll. Die Hobe Summe des Fehlbetrages ist nach der Stadtverwaltung zum Teil durch bas Anwachsen der sozialen Lasten entstanden. Um die Oef- fentlichkeit über die sozialen Verhältnisse zu informieren, hat die Stadtverwaltung den Stadtverordneten eine Statistik zugehen lassen, aus der hervorgeht, daß im Monat August d. I. in Hanau 5411 Personen unterstützt wurden. Das sind bei der Einwohnerzahl von 39 251 fast 14 v. H. oder mit andern Worten ausgedrückt, jeder siebenteHanauer w i rd v o n d e r S t a d t u n t e r st ü tz t. Die unterstützte Bevölkerung setzt sich zusammen aus 1019 Wohlfahrtspfleglingen, 458 Sozialrentnern, 176 Kleinrentnern, 294 Kriegsbeschädigten, 663 Krieger- Hinterbliebenen, 195 Wohlfahrtspfleglingen, 1201 Ausgesteuerten, 465 Krisenunterstützungsempfängern und 940 Arbeitslosenunterstützungsempfängern. Oie großen Vereine der O. T. Die Deutsche Turnerschast zählt unter ihren fast 13000 Vereinen 21 Vereine, welche über 2000 Mitglieder zahlen. Dagegen beträgt die Zahl der Vereine, welche das dritte Tausend überschritten haben, nur fünf. Es sind dies 1. die 'Berliner Turnerschaft mit 5460 Dereinsangehärigen, 2. der MTV. v. 1 8 7 9 München mit 4473, darunter allein 1155 Frauen; 3. die Hamburger Turnerschaft von 1816 mit 4110; 4. der Turnllub Hannover mit 3171 und 5. der ATV. Leipzig mit 3071 Mitgliedern. Zu den Zweitausendern gehören: TSG. Leipzig-Lindrnau 2336. TV. 18 4 6 Dürnberg 2800, TD. 1846 M annhe im 2738, Turngemeinde in Berlin 2632, Ulmer Turnerbund mit 2506, TD. Vorwärts Breslau 2498, TV. 1 834 Pforzheim 2391, ATV. Dresden 2382. TV. 1860 Fürth 2254, TV. 1860 München 2237, Musterturnschule Hannover 2231, TD. D. u. A. Dresden 2179, TG. 1867 Dresden-Laubegast 2135, MTV. 1860 Alienburg 2089, TD. Forst 2035 und TD. Eintracht Dortmund 2008. — Die meisten Turnerinnen weisen Berlin, Leipzig, Dresden, Hamburg, Hannover, Frankfurt a. M. auf, die meisten Männerturner Berlin, Leipzig, Frankfurt, Dresden, München, Stuttgart, die meisten Knaben Berlin, Dresden, Hamburg, Leipzig, die meisten Mädchen Berlin, Dresden. Leipzig. Hamburg und Hannover. Deutschlands Turner-Siädte. Es gibt nur wenig Städte in Deutschland, in denen ein Turnverein nicht besteht. Heber das ganze Reich verteilen sich die fast 13 000 Vereine der Deutschen Turnerschaft, zu denen dann noch die Vereine einiger weiterer kleinerer Turn- verbände kommen, die ihr Verbreitungsgebiet hauptsächlich in West- und Süddeutschland haben. Datürlich ballt sich die Masse der Turner in den Großstädten zusammen. An der Spitze steht hier die Reichshauptstadt Berlin, die bei ihren über vier Millionen Einwohnern mit 37 481 Turnern die Höchstzahl aufweist. Es folge i dann die eigentlichen Hochburgen brutschen Turnens, die sächsischen Großstädte Leipzig mit 21202 und Dresden mit 20971 Turnern. Auch Frankfurt a. M. mit 16 034 Turnern bei 470 000 Einwohnern hat eine ausgezeichnete Prozentziffer. Es Übertrifft damit b?i toct'e.n die Reichshauptstadt, die bei mehr als achtmal soviel Einwohnern noch nicht dreimal soviel Turner als Frankfurt aufweist. In dieser De tehung ist die „Rangliste" jedenfalls nicht ganz richtig. Die Liste der erstell zehn deutschen Turnstädte hat folgendes Aussehen: 1. Berlin mit 37 481, 2. Leipzig mit r 0.02. 3. Dresden mit 20 971, 4. Frankfurt a. M. Bayern Hof durch fern 4:2 gegen eine so stark« Mannschaft, wie sie her A. 6. D. Dürnberg besitzt. In der Gruppe Südbahern siegte der S. D. 60 München über Schwaben Hirn mit 6:0 in der etwa erwarteten Höhe. Das 4:2 des D. S. V. München über die seither erfolgreichen Schwaben Augsburg bedeutet eine große Leistung der Münchener. Jahn Regensburg und Teutonia München teilten sich mit 2:2 die Punkte. Berlin schlägt Oslo 2:0. Mit feinem Fußballspiel gegen Oslo hatte Berlin am gestrigen Sonntag tein Wetterglück. Der den ganzen Tag anhaltende starke Regen machte den feuchten Platz zu keinem angenehmen Aufenthalt, und der zwar spielfähige, aber vollkommen durchweichte Rasen erschwerte beiden Mannschaften ihre Aufgabe. Trotz des unfreundlichen Wetters hatten sich bei Spielbeginn dennoch etwa 18 000 Zuschauer ein dings waren sie auch vom Pech verfolgt, da sie schon in den ersten Spielminuten einen Verteidiger verloren, der bei einem Zusammenstoß mit einem französischen Spieler ernstlich am Knie verletzt wurde und vom Platz getragen werden muhte. Dachdem die Seiten torlos gewechselt waren, konnten die Pariser bei der Fortsetzung bei zwei schnellen Vorstößen jedesmal ein Tor erzielen. Handball Stuttgart - Frankfurt 10:4 (6:2). Die Frankfurter Sieben stellte gestern mit Ausnahme des Verteidigers der Frankfurter Fuß* bailsportverein. Die auffallendsten Figuren des Spielfeldes waren der Frankfurter Torwart, der sich blendend gegen die unzähligen Schüsse der Stuttgarter hielt, und der Stuttgarter Spieler Meyer-Kirres, der sieben von den zehn Toren schoß und vielleicht der beste aller Spieler war. Frankfurt hatte sich zuerst schnell zusammengefunden, kam in Führung und brachte nach dem Ausgleich der Stuttgarter wieder den Führungstreffer ein; dann aber waren die Stuttgarter bedeutend besser und schneller und erzielten das überaus hohe Schiußresultat von 10:4 Toren. BezirksligasPiclc dcr T.S.V. in der Gruppe Main-Hesse». Gruppe A. HSV. Frankfurt — Polizei Du zbach 7; 0. Gruppe B. Spv. Wiesbaden — Alemannia Worms 7:2. Hakoah Wiesbaden — Sp.-Kl. Wiesbaden 5:4. Kastel 06 — Wormatia Morins 1:1. Germania Wiesbaden gegen Polizei Wiesbaden 0:6. Tagung des Deutschen Gchwimmverbandes. Die von den Mitgliedern des Hauptvorstandes und den Vertretern sämtlicher Kreise beschickte gestrige Tagüng des Deutschen Schwimm- Verbundes in Dresden wurde mit den Berichten der Kreisvorsitzenden und Fachdezernenten eingeleitet. Ergaben auch die Kreisberichte keine nennenswerte Zunahme an Mitgliedern, so boten sie doch ein eindrucksvolles Bild der wachsenden Arbeit und des steigenden Zusammenhalts im Verbände In allen Kreisen war trotz der wirtschaftlichen Nöte reges Leben festzustellen. Die Jugend- und Werbearbeit wird durch besondere Tagungen und Kurse eifrigst gefördert. Ebenso wird den Belangen der Frauenarbeit erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt. Der neue Etat des Derbandskämmerers wurde einstimmig in Einnahmen und Ausgaben genehmigt auf der Basis der vorjährigen Kopfsteuer. Die Einrichtungen des Verbandes, die Geschäftsstelle, Bäderbauberatung, Sportunfallunterstützungskasse, fanden allseitige Zustimmung. Aus dem Bericht des Schwimmwarts ist heroorzuheben, daß künftig das Crawlschwimmen die Grundlage des Schwimmunterrichts bildet, und daß beson- bere Leitfaden über die Tätigkeit der Vereinr- schwlrnmwarte, über üeistungsprüfungen im Der- band, Heranziehung aller Mitglieder zur sportlichen Betätigung und über einheitliche Schiedsrichterprü- fung herausgegeben werden. Der Vorstand beschloß die Verleihung des ^hkenbrtefes an den früheren Schriftführer' der Decbandes, K a r o ß, und der Ehrennadel an Re- QSertreter brachte Prof. Dr. Bürker als Vertreter Sc. Magnifizenz des Rektors der Landes-Universität die besten Wunsche und Grüße der Hochschule für die Arbeit des Reichsbundes und seiner Gießener Organisation zum Ausdruck. Der Redner betonte, daß eine ganze Anzahl von Vereins- und Bundesmitgliedern im Dienste der LandeSunipersität stehe, die ihrerseits allen Gruiid habe, die Arbeit des Bundes und seines Gießener Vereins zu fördern. Die Universität werde auch fernerhin gerne Versorgnngsberechtigte in ihre Dienste nehmen, weil sie wisse, daß sie in diesen Männern gute Kräfte bekomme. Landgerichtsprasik»ent Reuen- hagen überbrachte die Glückwünsche der Gießener und der Justizbehörden der ganzen Provinz Oberhessen, wieS darauf hin, daß auch in feinem Amtsbereich bereits eine große Anzahl von Dersorgungsberechtigtcn angestellt sei und betonte, baß er auch künftighin imierhalb seiner Möglichkeiten mit besten Kräften die wohlbegründeten Forderungen der Zivildienstberechtigten berücksichtigen werde. Regierungsrat Krüger sprach als Vertreter des Provinzialdirektors und des Kreisamtes Gießen Glückwünsche aus und hob gleichfalls hervor, daß auch in diesem Amtsbereich eine ganze Anzahl Dersorgungsberechtiate tätig fei. Das warme Interesse der Kreisöehörde werde auch fernerhin den Zielen und Bestrebungen des Bundes gelten. Ebenso selbstverständlich fei es, daß der Staat seine Pflicht tun werde, wenn es sich darum handle, die Dersorgungsbercchtigten aus dem Soldatenstand in den Zivilbienst zu übernehmen. Beigeordneter Iustizrat Dr. Rosenberg übermittelte die Glückwünsche und Grütze der 6taöf> Verwaltung und wünschte, dah aus dem Soldatenstande noch viele tüchtige Beamte für Deich, Staat und Kommune, auch für die Stadt Gießen, hervorgehen möchten. Hauptmann von Stock- Hausen sprach in Vertretung des durch Trauerfall am Erscheinen verhinderten Kommandeurs, Major L ü t e r s, die besten Wünsche unserer Garnison für den Reichsbund aus, mit dem weiterhin im besten Einvernehmen zu stehen der Wunsch der Ganison sei. Nach einem Gesangsvortrag von Heinz B ochst e t n, einer weiteren ausgezeichneten musikalischen Gabe der Militärkapelle und famosen Tanzdarbietungen von Herrn B ä u l k e und Frl. Spies fand die feierliche Ehrung der Jubilare statt. Der Bundesvorstand verlieh das Bundesehcen- abzeichen für besondere Verdienste den Mitgliedern Fenchel, Breuning, Friedrich und Schmidt. Die Auszeichnung wurde durch das Bundesvorstandsmitglied Mosbach (Berlin) mit einer ehrenden Ansprache überreicht. Der Verein Gießen ernannte in dankbarer Würdigung ihrer Verdienste um den Verein und die Bundcssache die Kam. Ritter zum Ehrenvorsitzonden, Breuning, Lotz, Schröbel und R e i tz zu Ehrenmitgliedern. Mit dem Bundesabzeichen für 25jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet die Kam. Waas, Hofmann, Thiel, Kramer und Schott. Dem aktiven Kameraden, Obormusikmoistec L ö b e r, wurde anläßlich der Silberhochzeit ein Präsentkorb als Dankeszeichen des Vereins überreicht. Der Ehrenvorsitzende Ritter dankte im Namen aller Ausgezeichneten und versprach dem Bunde und dem Verein weitere treue Mitarbeit. Dann folgte eine lange Reihe von Glückwunschansprachen namens des Landesverbands Hessen und der Kameradenvererne Mainz, Wetzlar, Am Samstagabend beging der Verein Gießen des Reichsbundes der Zivil- dien st berechtigten im Saale des Cafe Leib die Feier feines 25jährigen Bestehens. Zahlreiche Ehrengäste, darunter eine Reihe von Behordenvcr- tretern, und die Ortsgruppenmitglieder mit ihren Angehörigen bildeten eine so große Festgemeinde, daß der Saal vollbesetzt war. Nachdem unsere Militärkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters ß ö b c r den Festabend mit dem Parademarsch des ehem. 18. Husaren-Re- glments eingeleitet hatte, hielt der erste Vorsitzende des Gießener Vereins, F o n ck e l, die Begrüßungsansprache, in der er den Ehrengästen besonderen Gruß entbot, dann auf die in einem Festbuch vor- liegende Dereinsgeschichte Hinwies, und zum Schluß unter den Klängen dos Niederländischen Dankgc- bete dem Reichsbund namens der Gießener Mitglieder ein erneutes Treugelöbnis ablegte Das Mitglied des Bundesvorstandes, M o s • bach (Berlin) gab bann in einem Festvortrag einen Ueborblick über die Wünsche und Bestrebun- bungen des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten. Der Bund sei nicht nur der Standeswünsche und des Standesegoisrnns wegen da, sondern sein Wirken gelte auch der Gesamtheit des Volkes. Wenn der Bund sich heute noch allerdings dem Kampf und der Abmehr widmen müsse, so nur deshalb, weil der Staat, d. h. die Gesamtnett der deutschen Staatsbürger, ihre Pflicht gegen die alten Soldaten nicht erfüllt habe. Die Sorge des Staates um die Sicherung der Zukunft der aus dem Heere ausgefchiedenen Staatsbürger fei bisher vielfach vermißt worden. Kaum ein Staatsbürger fei so gründlich umfassend für den Dienst bei den Zioilbehörden uorgcbilbct, wie gerade dec Soldat. Dor Redner wies hier auf die Tätigkeit der Heeresfachschulen hin. Der Einwand, die Vorbildung her Soldaten fei nicht ausreichend, fei hinfällig. Die Zivilbehörden handelten nur in ihrem Interesse, wenn sie möglichst viele Ver- sorgungsanwärter In ihren Dienst nehmen würben. Es könne nicht verlangt werden, daß die alten Soldaten ihre vielen Dienstjahre für den Staat umsonst hingeben. Das Interesse dec Volksgesamtheit erfordere die Einstellung der Dersorgungsanwär- ter bei den Zivilbeborden nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst. Wer die Wehrmacht in diesem Staate bejahe, der müsse auch die Sicherung der Zukunft dec Wehrmachtangehörigen bejahen. In diesem Sinne arbeite der Reichsbund, ebenso der (Siebener Verein für die Versorgungsanwärter. Der Gießener Verein, vor 25 Jahren mit 25 Mitgliedern gegründet, 60 Mitglieder nach Kriegs- sch'.uß zählend, stehe nach dem Stand vom 1. April dieses Jahres mit 254 Mitgliedern da. In seiner 25jährigen Arbeit habe der Gießener Verein schwere Arbeit zum Nutzen seiner Mitglieder und des Standes der Zivildienstberechtigten geleistet. Es müsse aber im ganzen Reiche und auch in Gießen noch viel getan werden, wenn den berechtigten Ansprüchen dec Bersorgungsanwärter genügt worden solle. Zum erfolgreichen Ausgang dieses Kampfes um eine bessere Berücksichtigung der Forderungen der ZivUdienstberechtigten sei es aber nötig, daß der Geist der Interessen- und Standesgemcinschaft, der den Vorstand des Gießener Vereins in so vortrefflicher Weise auszeichne, auch unter allen Mitgliedern herrschend werde und diese zu regster Mit. arbeit für das Wachsen, Blühen und Gedeihen des Bundes und damit zur Verbesserung der eigenen ^Ä^efizgrundlage anfeure. (Lebhafter Beifall.) Bei den Ansprachen der Behöroen- 100 000 Einwohnern befinden sich 50 «Stab:«, die über 1000 Turnvereinsangehörigc haben, nur Münster mit 106 418 Einwohnern hat bie Tausenb noch nicht erreicht. Kußball in Hessen-Hannover. Im Bezirk Hessen-Hannover ließ sich gestern Hessen 09 Staffel vom S. C. 05 Göttingen 0:2 schlagen. Das Ortstreffen in Kassel endete mit 6:2 zugunsten von S. C. 03, der den S. V. schlug Her- niannia Kassel ließ sich von Kurhessen Marburg 2:3 schlagen, dagegep verlor Germania Marburg gegen Kurhessen Kassel 1:7. Fußball in Güdbeuischland. Wie überall in Süddeutschland, so fanden gestern auch Im Bezirk Main-Hessen, wichtige Treffen statt, deren teilweise überraschendes Ergebnis auf bie Tabellen uno bie ferneren Aussichten nicht ohne Einfluß ist. In ber Gruppe Main hielt sich Eintracht Frankfurt burd) einen knappen, aber verdienten Sieg von 3:2 Toren über Union "2t teberr ab für bic Dieberlage im Vorspiel schadlos. Auch der F. Sp. V. Frankfurt gewann diesmal mit 2:0 Toren gegen Rottveih Frankfurt, ber im Vorspiel Öt hatte. Die Offenbacher Kickers ruckten ihren 2:1-Sieg über bie ebenfalls sehr gut spielenbon F. C. 93er Hanau auf den zweiten Tabellenplatz vor. Sehr angenehm überraschte bie F. Vgg. 03 Fechenheim durch ihr 3:0 gegen bie gefürchtete Germania Bieber. In Aschaffenburg kam es zum Treffen der beiben Tabellenletzten, Victoria Aschaffenburg unb Sp. Vgg. 60/94, bas von ben glücklicheren Hanauern 1:0 gewonnen wurde. Beide Abstiegskandidaten tauschen hierdurch ihre beiden Plätze. In der Gruppe Hessen bekam nunmehr auch Wormatia Worms ben Schmerz der ersten Diederlage zu kosten. Sie war seither der einzige süddeutsche Verein, der noch keine Diederlage oder Punktverlust zu verzeichnen hatte. Diesmal unterlagen bie Wormser aber dem eifrig kämpsen- ben Leuten vom V. f. L. Deu-Is.nburg mit 3:4 Toren. Der F. Sp. V. 05 Mainz würbe punktgleicher Tabellenzweiter mit Deu-Isenburg zusammen ba er bie Sp. Vgg. Arheilgen glatt 3:1 schlagen konnte. Die "Begegnung Alemannia Worms mit Hassia Dingen ergab mit 2:2 Toren bad erwartete Remis. Dagegen schüttelle ber S. V. Wiesbaben mit seinem 2:0 gegen ben F. C. Langen einen hartnäckigen Konkurrenten ab. Sp. Gem. Höchst war ohne Gegner. Bezirk Bayern. Konkordia unb zahlreiche Glieder unserer Gemeint- beteiligten sich am Begräbnis des Verstorbenen, der ein aufrechter, g'radrr Mann war, ein Mann von echtem Schrot und Korn, der fern Amt elf Jahre, von 1914 bis 1925, gewis enbaft unb treu verwaltete und der besonders un K.wge iebermann ohne Unterschied treu zur <5dtc stand. Für bic Gemeinde legte Dürgenncister "Wagner einen Kranz nieder, für dm Gesangverein Konkordia Landwirt Bellos, für den Wahlverein Flurschütz Z i m m e r m a n n. Die Sanger der Konkordia fangen auf dem Friedhof ihrem Ehrenmitglied ein letztes Lied. )( L i ch 3 Dov. Gestern abeiid sand in ber Turnhalle ein Familien-undGemeinde- abenb unserer evangel. Gemeinde statt. Trotz Werktags waren die ®emcinbeglieber in großer Zahl der ©inlabung gefolgt, sv daß die geräumige Turnhalle fast besetzt war. Dach einem Vorspiel des Posaunenchors, der auch den übrigen musikalischen Teil des Abends bestritt und die Begleitung der gemeinsam gelungenen Choräle übernommen hatte, hielt dec neue Direktor des Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht- Darmstadt, einen kurzen Vortrag über „Die moderne Kcüppelfürsocac". Der Redner stellte das dreifache Ziel solcher Fürsorge klar heraus: 1. die Heilung b?s körperlichen Leidens, 2. bie Schulausbildung, 3. die Berufsausbildung. 3m Anschluß an diesen Vortrag wurde der Film „Der hilligc Vorn" voryesühct, der die Arbeit an ben Verkrüppelten in ben großen Volmarsteiner Anstalten zeigte. 3n der Pause wurden durch junge Mädchen Postkarten und Schriften verkauft. Mit einem Schlußwort von Stiftsvfarrcr Lic. Schorlernrner, einem Lied unb Vortragsstück des Posaunenchors schloß ber Abend, dessen Reinertrag die Höhe von 181 Mk. der neuerbauten Krüppellehrwerkstätte des Hessischen Landesvercins für Innere Mission in Dieder-Ramstadt überwiesen wurde. Kreis Friedberg. COAusderWetterau,4. Nov. Infolge dec Berunreinigungdurchte^r haltige Ab- wässer geht Der Fisckbestand dec Nidda unterhalb der Horloffmündung Immer mehc zurück. Die tiefen Stellen, die immer große Fische bevölkerten, sind ganz leer. Oberhalb des Eintrittes der verschmutzten Horloff ist die Nidda sehr fischreich. Die Verunreinigung soll durch Abwässer des Schwelwerkes in Trais-Horloff herrühren. Kreis Büdingen. !! Bübingen, 4. Dov. Der Gemeinde- rat perhanbllte in seiner jüngsten Sitzung zunächst über dm Antrag des Kreisseuerwrhr-- inspektors Höckel, betr. ben Einbau von zwei weiteren Feuerhybrandhen. Es würbe beschlossen, einen neuen Hybranthen zwischen beni Wohnhause Walselb unb der neuen Klippe in ber Hämmerstcaße einzubauen. Ein weiterer PmHt hatte die Verlängerung des Pachtvertrages mit dem Scha'besitzer Heß in Düdelsheim zum Gegenstand. Die Verlängerung des Vertrages bis zum 31. März 1.029 wurde genehmigt. Weiter stand ein Antrag der Bürgermeisterei auf Bereitstellung eines Kredites gierungsrat Dr. Sturm (Arnsberg), lieber den Fina-Kongreß 1930, der in Deutschland stattfindet, wurde eingehend gesprochen. Die Äbhaltuna durch den Deutschen Schwimmverband wurde festgelegt. 3m Gegensatz xu Presseäußerungen halt der 93er- bandsvorstand Die Kreisgrenzenänderung nicht für notwendig, lieber die Olympiakämpfe in Amsterdam und die deutschen Meisterschaften wurde unter Zustimmung des Vorstandes referiert Für die sportärztliche Untersuchung in den Vereinen sollen vom nächsten Derbandstag größere Mittel angefordert werden. Höchste Pflege der Beziehungen zur Deutschen Lebensrettungsgesell- schäft und tatkräftigste Unterstützung derselben wurde unter allgemeiner Zustimmung den Kreisen, Gauen und Vereinen zur vornehmsten Pflicht gemacht. Der nächste Verbandstag 1930 in Braunschweig wurde eingehend besprochen. Er soll durch eine besondere Festsitzung zu einer eindrucksvollen Tagung mit werbendem Charakter für den Deutschen Schwimmverband ausgestaltet werden. Das 93er- bandsfest des Jahres 1929 findet vom 2. bis 4. August in Breslau, die Strommeisterschaften voraussichtlich am 18. August in Glogau statt. Wirtschaft. flüssige Geldmarktverfaffung. Der Ultimo Oktober ist diesmal leicht verlausen. Die Anspannung des Wechseldiskonts der Reichsbank durste sich nach Lage der Dinge in normalen Grenzen gehalten Haden, wenngleich auf der anderen Seite bei den öffentlichen Kassen ein erhöhter Geldbedarf ein getreten ist, der sich in größeren Abzügen der Giro- guthaben bei der Reichsbank ausgedrückt haben wird. Die leichte Abwicklung des Ultimo ist vor allem darauf zurückzuführen, daß die Danken, wie auch an den Ultimos der vergangenen Monate, sich vorher stark eingedeckt haben, um allen an sie gestellten AnsprücAn zu genügen. Man kann sogar von Heberdisposittv- nen der Danlen sprechen, da Tagesgeld selbst am Ultimo zu Sätzen, die unter den offiziell genannten lagen, nur schwer unterzubringen war. Wie flüssig die gegenwärtige Geldmarrtlage nach dem Ultimo ist, kennzeichnet sich besonders am Privatdiskontmarkt, an dem in der vorigen Woche eine zweimalige Herabsetzung des Diskontsatzes, und zwar auf 6,5 Prozent und auf 6,375 Prozent, vorgenommen werden konnte. Damit ist der Stand vom Februar des Jahres wieder erreich', und diese Tatsache deutet darauf hin, daß die Ü.timo- Anspannung der Reichsbant, die — wie gesagt — als normal aiuusprechen ist, in schnellem Tempo wieder zurückgehen wird. Was die Hebet- dispositionen der Danken anlangt, so muß bei einer Kritik der Heberversorgung des Geldmarktes, die sich insbesondere dagegen richtet, daß durch die Heberversorgung die Verbilligung der Geldsätze verhindert wird, die heute eigenartige Geldmarkt- und Kapitalmarktsiiuation überhaupt beachtet werden. Es ist sicher nicht sehr schwer für die Danken, den Geldbedarf von Dörse und Wirtschaft richtig einzuschätzen und entsprechend chre Griddispo ittonen vorzunehmen. Hinzukommt, daß die Danken, solange sie ihre Gelder aus kurzfristigen ausländischen Kreditquellen beziehen, nur schlecht disponieren können, da sie ja diese kurzfristig geliehenen Gelder zu einem großen Prozentsatz langfristig ausleihen. Die Danken müssen also mit Rücksicht auf ihre kurzfristigen ausländischen Kreditquellen ganz besonders auf ihre Liquidität achten, und hieraus erklären sich wohl auch die in den letzten Monaten stets in Erscheinung tretenden Heberdispo- sitionen der Danken zum Ultimo. Trotzdem sollten die Danken in Anbetracht des gegenwärtigen hohen Standes unserer Auslandsverschuldung, noch dazu vor dem bevorstehenden Iahresultimo, sich bei der Aufnahme neuer kurzfristiger Auslandsgelder Zurückhaltung auferlegen. Die Lage am Kapitalmarkt hat sich dagegen ungünstiger gestaltet, da bekanntlich die aus dem Auslande geflossenen Anleihen nur spärlich sind. Wie ungünstig hier die Derhältnisse liegen, zeigt die Tatsache, daß die Kommunen häufig von Emissionen Abstand nehmen mußten, da ihre Emissionsbedingungen nicht durchzuführen sind. Deispielsweife betrug der Emissionskurs der achtprozentigen Hannoverschen Provinzial- Goldanleihe 95,5 Prozent, der Einführungskurs tatsächlich 91,5 Prozent; am nächsten Tage war diese achtprozentige Goldanleihe mit 90,75 Proz. angeboten. Die Hnterpari - Notierungen des Rentenmarktes kennzeichnen die ungünstige Lage des Kapitalmarktes. Von den Schlachiviehrnärkien. Das Geschäft an den deutschen Schlachtviehmärkten zeigte in der vorigen Woche Ansätze zu einer Delebung. Dem durchweg nicht unerheblich verringerten Angebot stand eine bessere Nachfrage gegenüber, wenngleich der Handel auch ferner recht langweilig blieb. Die Ausfuhr ins Dinnenland war nicht erheblich, und auch die Frischfleischmärkte verliefen ohne besondere Anregung. Die Märkte waren durchweg recht vorsichtig befahren. Rinder waren in 22 200 (gegenüber 25 000), Kälber in 18 100 (17 700), Schafe in 8800 (9100) und Schweine in 78 000 (84 500) Stück angeboten. Am Rindermarkt gestalteten sich die Preise in fast allen Qualitäten und Gattungen leicht zugunsten der Verkäufer. Die Kälbermärkte erfreuten sich gleichfalls im allgemeinen eines besseren Zuges als in der Vorwoche; die Aufschläge betrugen 1 bis 2 Pfennig, doch waren vereinzelt auch Einbußen im selben Ausmaß festzustellen. Die Schafmärkte brachten zumeist altes Geld. Prima Stallmastlämmer waren recht knapp. 5>ie besten Qualitäten vermochten die Preise leicht aufzubessern. Die Schweinemärkte verliefen ebenfalls im ganzen etwas freundlicher. Fette schwere Tiere wurden wieder bevorzugt, leichte Sachen werden mit in Kauf genommen. Sauen biteben vernachlässigt. Die Preisgestaltung war nicht einheitlich, Aufschläge und Einbußen von 1 bis 3 Pfennig hielten sich die Wage. Nachstehende Preise in Pfennig per Pfund Lebendgewicht: Rinder Kälber Schafe Schwerne Berlin 17-54 40-94 28-66 70-86 Bremen 22-50 40-80 30-55 50-74 Breslau 16-54 45-72 45-62 68-82 Chemnitz 20-55 55-86 35-53 63-83 Dortmund 25-58 45-90 35-60 60-80 Dresden 24-56 60-88 35-67 64-82 Düsseldorf 20-56 48-85 — 60-76 Elberfeld 20-56 50-85 — 60-78 Essen 25-57 50-115 35-56 62-78 Frankfurt M. 22-60 55-75 26-43 62-79 Hamburg 15-53 33-90 20-63 62 -80 Hannover 15-56 40-90 40-55 60-74 Husum 18-53 — 35 51 —- Karlsruhe 42-56 50-79 — 73-83 Kassel 20-58 2-67 — 60-77 Kiel 18-47 38-84 31-57 50-76 Köln 16-57 45-110 35-54 59-78 Leipzig 23-55 40-77 20-68 65-82 Magdeburg 18-58 63-*2 — 60-80 Mannheim 15-56 45-76 42-46 64-80 München 18-58 63-82 — 60-80 Stettin 15-52 30-78 20-55 60-79 Stuttgart 14-54 54-77 — 59-84 Zwickau 15-54 60-82 40-60 70-83 Eine neue Kreditaktion für die Land- wirtschaft? Heber eine unter Beteiligung der Reichsbank im Gange befindliche Aktion zur Desserung der langfristigen Kreditversorgung d er Landwirtschaft bringen die Mitteilungen des Genossenschaftlichen Giroverbandes der Dresdner Dank einige interessante Einzelheiten. Danach handell es sich hierbei um Pläne, die sich heute noch im Stadium der Qtorbereituug befinden. Ref sortbesp rech ungen, an denen außÄ dem Reichsarbeitsministerium und dem Landwirtschaftsministerium auch die Deichsbank teilnimmt, finden in der nächsten Zeit statt. Beabsichtigt ist die Heranziehung der Gelder öffentlicher Der- sicherungsanstal en zur Realkreditversorgung der Landwirtschaft in höherem Grade als b^her. Gedacht ist bei der jetzigen Aktion vor alllem an eine Fortsetzung der bekannten Hm- schuld ungsaktion, bei der sich gezeigt hat, daß die Hmschuldungskredite, die in Höhe von etwa 110 Millionen Mark zunächst zur Verfügung standen, in Süd- und Westdeutschland meist zur Deckung des dringendsten Bedarfs ausgereicht haben, während besonders in Ostpreußen, Pommern, Brandenburg und Hannover dcr Bedarf durch die bereit gestellt en Mittel bei weitem nicht gedeckt werden konnte. Auch die Fälligkeit eines Drittels der Golddiskontbar.kanleihe im 3uni nächsten Jahres läßt die Notwendigkeit einer besonderen Aktion besonders deutlich erscheinen. Ob und in welchem Hm fange dieR ea l- kreditinstitute zur Durch uhrung der Transaktion herangezogen werden, steht nodj nicht fest. Man denkt vielleicht daran, die Gelder der öffentlichen Versicherungsanstalten in eine zentrale Hand zu leiten, welche auf Grund der Ausleihungen an die Landwirtschaft ein besonderes Emissionspapier herausgeben soll, das von den Versicherungsanstalten zu Anlagezwecken zu verwenden ist. Dabei dürfte auch die Frage der Kapitalertragssteuer erneut aufgerollt werden. Eine direkte Aus- lechung von Dersicherungsgeldern durch die Anstalten selbst dürste nicht in Frage kommen. Zur Weiterleitung an die Landwirte selbst wird man sich wohl der bestehenden Realkredittnstitute bedienen. Eine Heranziehung der privaten Versicherungsgesellschaften zu dieser Aktion dürfte kaum in Frage kommen, da gerade die privaten Versicherungen schon vor einigen Jahren auf Anregung des Reichsaufsichtsamtes für Privatversicherung größere Kredite an die Landwirtschaft freiwillig gegeben haben. * Die amtliche Grohhandelsindex- ziffer. Die aus den Stichtag des 31. Ottober berechnete Großhandels in dexzi^fer des Stattstischen Reichsamtes war gegenüber der Vorwoche mit 140,0 (139,8) nahezu unverändert. Von ben Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,7 v. H. auf 134,6 (133,6) gestiegen und diejenige für Kolonialwaren um 1,4 v. H. auf 130,0 (131,8) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren weist einen Rückgang um 0,2 v. H. auf 133,1 (133,3) auf, wäh.end die Indexziffer für industrielle Frrttg- waren unverändert auf 160,0 liegt * Weitere Rationalisierung im Co» k o m o t i v b a u. In der Frage der Rationalisierung der Lokomotioindustrie haben die Besprechungen zwischen der Hohenzollern A.-G. für Lokomotivbau in Düsseldorf und der Maschinenbauanstall Humboldt in Köln-Kalk zu einem Uebereinfommen geführt, wonach zwischen den beiden Werken ein Arbeitsaustausch ftatffinöet, in dessen Rahmen der Lokomotivbau von Humboldt auf die Hohenzollern A.-G. übergeht. 'Der Kaliabsah im Oktober. Aach dein Wochenbericht der Gebr. Dammann Dank entwickelt sich der Kaliabsatz entsprechend den ©rtoartungen. Der Monat Oktober dürfte mit etwa 750 000 (g?gen 637 000 Doppelzentner im Oktober 1927) ab schließen. Auch die Vorschützung des Kalisyndi'ats für den laufenden Monat zeigt mit 750 000 eine Steigerung gegen den gleichen Monat des Vorjahres (633 000 Doppelzentner). — Wie verlautet, sollen die jungen Artten bei S Izdttfu.th im Verhältnis von 4 :3 bei Afcher- leben und 'Westeregeln ün VerhältniZ von 3 :1 zu einem wenig über pari liegenden Kurse angebot m werde::. * Keine Finanztransaktionen in der Siemens-Schuckert-Gruppe. W T.B.- Handelsdienst et, ährt von maßgebender Stelle, daß die Gerüchte über Finanzt.arsakttonen zwischen der Siemens & Halske-A.-G., der Elektr i- zitäts-A.-G., vorm. Schuckert & Co., oder der Siemens-Schucke twerte-A.-G. jeglicher G a ndl g: entbehren. Es haben hierüber weder Besprechungen stattgefunden, noch sind solche Absichten vorhanden. 5raiu,urtcr Böric Frankfurt, 5. Roo. Tendenz fester. Nachdem vorbörslich eine gewisse Unsichsrheit bemerkbar war, wurde die Tendenz zu Beginn des offiziellen Verkehrs wieder etwas fester, wobei die Haupt- anreaung von der plötzlich einsetzenden lebhafteren Nachfrage nach einigen Spezialwerten ausging, und zwar namentlich von der Nachfrage nach der Siemensaktie. Die Ungewißheit über den weiteren Verlauf des Konfliktes in der Eisenindustrie und die Tatsache, daß die Gerüchte über eine bevorstehende Dermittlung-aktion bis jetzt noch nicht bestätigt mürben, konnten der Börse ihre zuversichtliche Stimmung nicht nehmen. Auf die Erklärung, daß keine Anschlußverhandlungen mit Schuckert im Gange seien, hielt nur die Aufwärtsbewegung von Schuk- kert auf, die auf Glallstellungen 2,25 v. H. niedriger eröffneten. Aus ben meisten Märkten hielt dagegen die K a u f n e i g u n g an. Im Vordergrund standen Siemens mit plus 5.25 o. H. Don sonstigen Elektro- werten gewannen AEG. und Licht und Kraft je etwa 1 o. H. Schuckertaktten jedoch, angeblich auf Abgaben im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten der Züricher Bankfirma, leicht gedrückt. Regeres Intereffe bestand für Kaliwerte, auf die der Jahreszeit entsprechend günstigen Kaliabsatzschätzungen. Westeregeln konnten 4,5 v.H. anziehen. 1 bis 2 v.H. höher eröffneten J.-G.°Farben, Waldhof, Schiffahrtswerte, Karstadt und Zement Heidelberg. Banken und Montanwerie blieben vernachlässigt bei meist nur wenig veränderten Kursen. Am Markte der Autoaktien zogen Kleyer und Daimler, die schon am Schluß der Samstagbörse lebhaft verlangt waren, weiter etwas an. NSU. Dagegen waren infolge der Ungewißheit über das Ausmaß der bevorstehenden Sanierung angeboten und wei- I tere 2 v. H. gedrückt. Etwas gefragt waren Deutsche | Linoleum mit plus 3 v. H. Deutsche Anleihen lagen still. Arn Auslandrentenmarkt Türken weiter gefragt I und stärker anziehend, ferner Bosnier fester. Im Verlaufe ging von der ungewissen Lage im Eisen- konflikt doch eine gewiße Zurückhaltung aus. Das Geschäft war recht st i l l. Die Kurse bröckellen verschiedentlich leicht ab. Siemens zogen dagegen weiter geringfügig an. Ferner bestand für Zellstoff Waldhof auf die morgen stattfindende Aufsichtsratssitzung, aus der man evtl, eine Kapitalerhöhung erwartet, einiges Interesse. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld 7 v. H. Devisen waren gefragt und fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2007, gegen Pfund 20,364, London gegen Kabel 4,8485, gegen Paris 124,1150, gegen Mailand 92,60, gegen Holland 12,09. Soll liier Börse. Berlin, 5. Noo. Der heutige Dormittagsoerkehr zeigte zu Beginn der neuen Woche ein sehr ruhi. 9 es Aussehen. Umsätze kamen kaum zustande, und die Tendenz war bei leicht nachgebenden Kursen abwartend. An der Vorbörse blieb die Stimmung eher etwas nachgebend, doch zu Beginn des offiziellen Verkehrs wurde es wieder etwas freundlicher. Anregende Momente gab es heute nicht. Die Ungewißheit über den Ausgang des Eisenkonflikts ließ noch immer kein lebhaftes Geschäft aufkommen, und es herrschte trotz der freundlichen Grundstimmung doch eine abwartende Tendenz. Die Kurs- entwicklung war zu Beginn nicht einheitlich, doch überwogen Kursbesserungen bis zu 2 v. H. Das Dementi der. Siemensverwaltung über die Gerüchte eines Anschlusses der Schuckertwerke bewirkte zwar em leichtes Abgleiten des Schuckertkurfes, doch hielten die Käufe in Siemens von Großbankseite an und bewirkten hier eine fast 5 v.-H. Steigerung. Wieder standen die Kaliwerte im Vordergrund. Man stellte neue Kombinationen an; besonders bei Krügershall, die etwa 13 v. H. gewannen, während die übrigen Kaliwerke bis 5,5 v. H. höher lagen. Sehr fest lagen Kunstseidewerte, auf die internationale Bewegung in diesen Werten. Bemberg konnten um 20 o. H., Glanzstoff um 13 v.H. anziehen. Die Käufe "'zu Beginn waren zum großen Teil Deckungen der Spekulation, doch wollte man an einigen Märkten cttvas Aus- lanDbeteUigung beobachten. Rükgerswerke hatten bei etwas größeren Umsätzen bis 2 o.-H. Gewinne auf- zuweisen. Auch Waldhof, bei denen man im Zusammenhang mit der morgen stattfindenden Auf- sichtsratssitzung Gerüchte über eine Kapitalerhöhung horst, lagen 2,5 v. H. höher. Elektrowerte waren bis auf Siemens eher etwas schwächer. Zu erwähnen sind noch Mitteldeutsche Kreditbank, Soenska, Ilse Bergbau und Rheinische Braunkohlen, die 2 bis 3 v. H. fester lagen. Deutsche Anleihen zogen leicht an. Ausländer überwiegend fester, vor allem Türken, Bagdad und Bosnier. Pfandbrieftnarkt und Geldmarkt unverändert. Tagesgeld gefragt 7 bis 9 v.H., Monatsgeld 8 bis 9 v.H., Warenwechsel etwa 6,88 v. H. Nach den ersten Kursen wurde es überwiegend etwas schwächer, doch konnten sich im späteren Verlaufe, angeregt durch die feste Haltung an einigen Märkten, Kurserhöhungen durchsetzen, so daß das Anfangsniveau wieder erreicht wurde. Berger plus 5,5 v.H., Glanzstoff plus 6 v.H. Frankfurter Geireivebörse. Frankfurt a. M, 5.Nov. Auf di« ruhige und stetige Verfassung der Vorwoche, eröffnete der Frankfurter Produkt emnarkt heute auf die unveränderten Aus-'undnotterungen in ebenfalls ruhiger und teilweise abgeschwächter Tendenz. Weizen verlor 0,25 Mc., ebenso war geringfügig abgeschwächt, während sich Mehle und Futter- mittel halten konnten. Es wurden notiert: Weizen 23,50 M!., Roggen 22,25 bis 22.50. Sommergerste (für Drauzwecke) 24 bis 24,50, Haser (inl.) 23 bis 23,25, Mais (gelb) 22 bis 22,25. Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 33 75 bis 34,50. Roggenmehl 29,75 bis 30.50, Weizen-' kleie 13,75, Rogger.k.eie 14,25, Erbsen (je nach Qualität, für Speisezwecke) 32 bis 62, Linsen (je nach Qualität, für Speisezwecke) 65 bis 115. Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 12,50 bis 13. Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 5 bis 5,25, (gebünbelt) 3,50 bis 4,50, Treber (getrocknet) 20 Mk. — Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtv'e' markt. F r a n k f u rt a. M., 5. Noo. Auftrieb: Rinder 1743 Stück, darunter 415 Ochsen, 82 Bullen, 708 Kühe, 481 Färsen; Kälber 514; Schafe 153; Schweine 5299. Rinder. Ochsen: vollfleischige, aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 54 bis 57, ältere 50 vis 53, sonstige oollfleischige jüngere 45 bis 49; Bullen: jüngere vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 47 bis 51, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 44 bis 46; Kühe: jüngere, vollfleisll iae, höchsten Schlachtwerts 43 bis 47, sonstige vollM- schige oder ausgemästete 36 bis 42, fleischige 30 bis 35, gering genährte 22 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 54 bis 58, vollfleischige 49 bis 53, fleischige 43 bis 48. Kätbe r. Beste Mast» und Saugkälber 70 bis 75, mittlere Mast, und Saugkälber 64 bis 69, geringe Kälber 55 bis 63. Schwein e. Fettschweine üoer 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, oollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 77 bis 80, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 72 bis 76, Sauen 60 bis 66. — Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausoerkauft. Schweine ruhig, geringer Ueberftanb; Kälber und Schafe mäßig-rege, geräumt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angelührten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinssutz 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Sd)lub-I 1-Uhr- Sch.uh Kur» ülniang Kur, nur. ftur. Datum 3 11. 5. 11. 3 11. | 5 11. 6% Dl «eichsanlelhe o. 1927 87,2a — 87.25 d tt «nI.-Adlöl.-SchulV mü OuS- lo).-.h'ed)len 50,75 — 50,o 50,9 De<>gl otjnr Auswf.-Recht, 14,4 — 14.25 14,5 1% (jtanll. Hyp.-Bk Goldpf. im- kündbar bi» 1932 90 _ — 4H% Siheinssche Hhp.-Bank Liou.- «oiddl 76.13 _ • * V-S-B abfl. LorkriegS-Obttgation., tüdiablDM 1939 — — — 4% Schweiz Iöunbrtb.-Ä1L. 96 — — — 4% üefterrrtdtffdK ©olbrte.. . . — — — — 4^0% Gelten Silberne. - - - — — *• — 4% Celteneid) einheitL — 4% Ungariidje GoldNe. . - - 26.4 — — — 4% Uiiflarijrfje StaalSr. v. 1910 — — * VA% oe«fll. von 1913 — — 29,75 — 4% Ungarische ßtonenrte.. . 1.9 — 1,95 12.9 — 4% tUrt. Hollanleche v. 1911 . . 4% lütfifae Bagdadbahn-Anl., Serie 1 . . 13.25 13,75 _ 12.75 — 12,65 14 4% betflL Serie II ..... 12..'5 13,7 12,8 13,75 4% Rumänen conflert tRU. . . . 9,5 4%% Rumänen QolbanL Bob 1913 22.9 — 22,5 — Sllg. Deutsche ifitleo-xibD . . VA Hamburg-Amerika Paket . . . 8 Hamb.-Lüdam. Dampflch. . . 8 Hansa Dampfschiff ... 10 — — — 145.5 146.5 145,13 145,75 — — 177,75 _ Norddeutscher Lloyd .... 8 142,9 144,25 142,9 143,75 Slllg Deutsche Creditanll. . . 10 135.25 — 1j6.2j 136 Barmer Bankverein . . 10 l40.o — 140 140,5 Berliner Handelbgelellfch. . 12 286 286 285,75 285,5 Lommerz- und Privar-Banl . 11 1.4) 186,5 187 167 Darmst u Nattonalbanl 12 188.75 289,5 289,25 289,u Deutsche Bank . . 10 105.25 — iuA.4 Dirkonto-Äesell,chatt tot. . 10 101.25 161,75 lol,5 161,5 Dresdner Bank . . . io DHttelbeutlcbe itiebübenl ... 9 168 Io7,7. 107.5 167,. — — 017.25 210 Kelallbanl...... • • 8 134.5 -— 134.5 135,5 ................18 301 — 300,25 "01 Frankfurt a. M Berlin Schlich- flurs 1.Uhr- Kur» Sch.uh. Kur» Anfang Kur» Datum: 3. 11. 5 IL | 3. IL | 5 11. . 8 181.25 184.6 _ 184,4 . 9 216 216 214.75 215 Elektr. Lielerungr». . 10 167 166 169.25 165,5 Licht und Krast . . gelten 4 Guilleaume. 6e|. f. Elektr. Untern.. 10 235 235.75 235 234.4 . 6 151.75 — 151,5 151 10 267,5 — 268.5 267 Hamb. Elektr. Werke . Rhein. Elektr. . , 10 — — 145.5 — . 9 1-56.5 157.5 157 157 Schiet. Elektr. . . . 10 • 227.25 227.5 Schuckert . . , . 8 228.75 226.5 228.5 227,25 Siemen« i HalLk» . « 12 398 401.25 .98.75 403,5 Transradio . . • . 8 — 143.75 143.5 Lahmet,er » Ev.. . , 10 162,5 — 161.25 162,5 Buderur . . , . 6 86 86.5 86,25 86.25 Deussche Erbil . . « . 6 134 — 133,9 135.9 Essener Steinkohl» . . . 8 — — — — Geltenkirchener . , . V b 3 4 122.5 122 122.25 135,5 122.25 Harpenei ...» Hoelch Essen. . . . , - 6 134.5 — 135,5 . 8 — 129 —— 240 237 239 . 7 108,75 — 109. o 108,25 Küln-Neuessen. . . . . 9 — — 126.o . * 125,9 12.5,6 126 126 Mansfelder ... . 7 117 — 116,65 115.75 OberfdM «tenb. vebari . . v 108 — 108 108.5 Obertchlet. Robioeric . 6 w. — 109,5 110 Phöntr Bergbau 91 91,25 91.5 91 Rheinische Vraankohlen. . 10 274 273 275 Rhetnssahl 1. % Jahr 4VJ 1 1.75 13.5 133,75 134,5 filebed Montan . . 7.2 Bereinigte Stohlro. . . 6 92 — 92,25 92 Otavi Minen . . e M Isb — —— 56,7« »all Sichersiebe» . . 10 277 —- 275 279,5 Kaliwerk Sahdettrach • • • 2S 277 485 281.5 275,5 486 281 189.25 j. ® Sarven-ZabaKM e e 13 253.6 43,6 -52.25 -53 . 6 E — 119 ScheibeanssaU . . • • • • e . 9 4)8,5 — — (Soldichmidt . e • • • e . 8 — 100 _ Sütfleriroetie . . • • MetallgeiellichaD. . • • • e . • 101.6 103.6 102,25 104 • • e n 186 — Frankfurt a. M Berlin Schlich- Kur» l-UH» Kur» Schuh' K»rr Anfang Kur» Datum: 3. 11. 5. 11 3. 11. | 5. 11. -LHUipp Hotzmann . . 7 129.5 — 129.5 Oetbelberget Cement dement Äadltabt 10 . 8 135 177 136 Wavß 4 ffreitag . • • 10 131,25 131 132 — Schultheis Batzenhofa 16 — — •>20,5 -21 Clhoerte..... 12 — —- 273 273 Ver. Glanzstofk . . • 18 — 550 562 Bemberg .... • 14 — — 470 490 Zellstoff Waldho, . * 12 282 284 281.5 284 Zellstoff Afchaffenbur Charlottenburger Wa M 12 208,5 209 203.5 M . 7 — — 124.25 — Dessauer A . 8 — 190.75 187,5 Daimler Motoren . • e . 0 82 82.5 82.5 83 Demag ... Adlerwerke Kleber . e e . 0 — 49 • • . 6 110 111 107 111,5 Lubw. Loewe . . . Rat. flutomoHl . . 10 — 242.5 —r e . 0 — — 68 59,75 Otenflein 4 Äoppd • . d — 108,5 108.13 Leonhard Tietz . 6 — 280.5 2.84,75 Bamag-Meguin . . Ä . 0 18.5 — 19,5 — grankf. Maschine» . e Q . 6 74 — 73.75 — tzlriyner . . e A 11 — — 122 —- Heylchenstaebt . « ZunghanS. . . • ♦ • . 0 . 4 84,75 — 84 Lechwerte. . . • • Mainkraftwerl» . . • M . 8 — — — • e . 8 117 _ — — Mag . . . e e 10 — — 135,75 136 Rekarfulmer . . , e e . 8 24 22 23.13 Beter» Union . . . e A . 8 106 105 _ Sehr. Roeder . . . 10 123,5 _ Voigt 6 Haeffner . e e . 8 209 __ — _ 6übb. 8udet . . . • • . 8 148.25 — 148,6 — Banknoten. _ Berlin. 3. SRobember '*eU> ‘■Öner Lrnerikaniiche Vlotte..... 1,171 09? Belgflcht Roten ....... Däntiche Roten . ....... öä.15 111.60 68,89 112.04 knalrsch, Slaie» 20,305 20.S85 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt o. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin. 3 November (Selb '"Met ' ^ratczöiische Noten 16,35 TC771 Holländische Noten...... 167,86 168.64 fttalienische Noten ...... 21,91 21 99 Norwegische Noten..... 111.55 111,99 Dentsch-Oesterr-, i 100 Kronen 58.91 69.15 Rumänische Noten ...... 2,535 2,655 Schwedische Noten ...... 111.83 112,27 Schwerer Noten ...... 80,49 80,81 Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten > . 67,46 12,39 67,74 12,45 Ungarische Noten 72.91 73,21 3. November 5 Novemb r Amtliche Noti.runa Amtliche Nocieruna Geld 1 «ne' Geld 1 Briet Ämst.»Rott. 108,17 168,51 168,23 168.5V Buen^SireS 1,768 • 1,772 1,768 1,772 58,415 Brss.Antw 58,27 58,39 58.295 Ehrifttanto 111,76 111,98 111.76 111.98 Kopenhagen 111,82 112,04 111,82 112,04 Stockholm . 111,98 112,30 112,11 112,33 HelnngforS. 10,549 10,569 10,55 10.57 gtalten . . . 21,96 22,00 21,965 22,00.5 London. . . 20,339 20,379 20,337 20,377 Nennork . . 4,1945 4,2025 4,1955 4.2035 Pari«.... Schwei, . . 16,375 16,415 16,385 16,425 80,71 80,87 80,715 60,875 Spanten . . 67,71 67,85 i>7,71 67,85 Japan . . . Nio de gan. 1,959 1,963 1,960 1,964 L5OO5 0.502.) u.500 0.502 Wien in Ctfl. abfleft. 58,99 59,11 69,11 Prag . . . Belgrad . . 12,42 7,36? 12,44 7,381 12,432 7,370 12,452 7,384 SnboDcfl . . <3,09 73,23 73,10 73,24 vui arten ■>,027 □ ,033 ■>,030 3,026 Lissabon 18.98 19,02 18,88 18,92 Danjig. . . 81,30 öl,46 81,33 81.49 Ponftattttit 2,119 4,123 2,111 2,115 Athen. 5,422 5,435 5,425 5,435 Tanada . 4,192 4,200 4,1916 4,1995 Urn aao . 4,26b 4,274 4,266 4,274 Latrv . . . 20.86 40.90 20.86 20.90