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Jahrgang Zreitag, 5. Oktober 1928 Erschein! lügliL.cmtzrr Sonntag» en» Feiertag» Beilagen: (Bießtner ftamiltenblfltiti Heimat im Bild Di» Scholle monati-BtjngspreU; 2 Reichsmark unb 20 Reichspfennig für Trüge» lohn, auch bet Nichterscheinen «tnzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsse: 51, 54 unb UL Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehe», posischeckkonlo: gtanffurt am Main 11688. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck «nd Verlag: vrühl'sche Untverfilütr-Vuch. and Stctnörnderei U. Lange tu Stehen. Schrtstlettung und SeschSstrftelle: Zchulftrahe 7. Lnuahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20“ „ mehr. Chefredakteur Dr Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Äurt Hillmann. sämtlich in Gießen Das Genfer Ergebnis. Die Verhandlungen im Auswärtigen Ausschuß. Berlin, 5. Oft. (DDZ.) Der Auswärtig« Ausschuß des Reichstages setzte in Gegenwart deS Reichskanzlers Müller und des Staatssekretärs v. Schubert die allgemeine Aussprache über die Genfer Räumungs- und Abrüstungsverhandlungen fort. An der Aussprache beteiligten sich die Abg. Dernburg (D.), Stöcker (Ä_), Dr. Kaas ($.), Dr. Bredt (WP.), Emminger (DD.) und Crispin (S.). Abg. von Lindeiner-Wildau (Dn.) kritisierte die Haltung der deutschen Delegation in Warschau bei den Handelsvertragsverhandlungen mit Polen. Staatssekretär v. Schubert stellte verschiedene Ausführungen des Vorredners richtig. Es wurde dann über verschiedene Anträge und Entschließungen abgestimmt. Unter Ablehnung eines kommunistischen Antrages, der der Regierung wegen ihrer Haltung in Gens das Mißtrauen aussprechen sollte, wurde eine Entschließung der Deutschen Dolkspartei, des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei, der Sozialdemokraten, der Demokraten und der Wirtschafts- Partei angenommen, worin der Auswärtige Ausschuß der deutschen Delegation für die in Genf geleistete Arbeit seinen Dank ausspricht. Der Ausschuß bedauert jedoch, daß die beiden großen, das deutsche Volk in allen seinen Schichten bewegenden Fragen der Räumung desAhein- l a n des und der Ab rü st un g, nicht so gefördert worden sind, wie es Deutschland aus rechtlichen und politischen Gründen erwarten konnte. Der Ausschuß ersucht die Reichsregierung, entsprechend ihrer bisherigen Haltung auch fernerhin auf beschleunigte und befriedigende Lösung dieser Fragen hinzuwirken. — Außerdem wurde eine Entschließung derselben Parteien mit folgenden! Wortlaut angenommen: „Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages gibt feiner Besorgnis über die Entwicklung der Lage der Minderheiten Ausdruck. Er fordert die deutsche Regierung auf, im Völkerbund dafür einzutreten, daß die für die Befriedung der Völker so bedeutungsvolle Frage des Schuhes der Minderheiten verstärkte Aufmerk- samkeft und Sorge sindet." Schlechte Aussichten für die Räumung. Mit der Neparationsfrage verknüpft. London, 4. Oft. (TU.) Rach Abschluß der Besprechung der deutschen Reichsregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder wird in diplomatischen Kreisen mit der Möglichkeit der baldigen Ll e be r s e n d u n g einer deutschen Rote cm Großbritannien, Frankreich, Italien. Japan und Belgien gerechnet, in der die Einleitung von Räumungsverhandlungen vorgeschlagen wird. Rach Auffassung des „®aiü) Telegraph" werden die Verhandlungen sehr schwierig sein, da die deutsche Regierung jede ausländische Lleber- wachung des Rheinlandes ablehne, die über den 10. Ianuar 1935 hinausgehe und Poincare auf Reparationszahlungen bestehe, die groß genug seien, um die gesamten Kosten für denWiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs zu decken und für die Abtragung der gesamten französischen Kriegsschulden an England und Amerika ausreichten. Präsident Cvolidge und Schahsekretär Mellon wiederum lehnten jede Verminderung der französischen Schulden an Amerika a b. Unter diesen Umständen sei es schwierig, eine schnelle und endgültige Lösung der Reparationsfrage zu ermöglichen, die mit der gewünschten Räumung verknüpft sei. In Pariser Berichten wird mit der Möglichkeit einer Zusammenkunft der Finanzsachverständigen Deutschlands und der alliierten Mächte in Paris anfang Dezember gerechnet. Aufs falsche Pferd gesetzt. Amerikanische Enttäuschung. Washington, 4. Oft. (WB.) „Philadelphia Public Ledger" kommt in einem Leitartikel von neuem auf den Plan Poincares zu sprechen, demzufolge die 2lll>ierten von Deutschland die Gesamtsumme der alliierten Kriegsschulden und dazu einen angemessenen Betrag für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in Frankreich erhalten müßten. Das Blatt, das den Plan Poin- cares in seinen Grundzügen billigt, erklärt, unter einem angemessenen Betrag verstehe es die Höhe der Zinslasten, die Frankreich für d.e für den Wiederaufbau aufgewandten (Summen zahlen müsse. Damit solle Frankreich sich zufriedengeben, die Festsetzung der Gesa-mtschuld Deutschlands müsse in der Weise erfolgen, daß Deutschland sie in 62 Jahren abtragen könne. Die „Detroit Rews" nehmen in einem Leitartikel zur Abrüstungsfrage Stellung und erklären, daß Frankreich zwar den Kellvggpakt unterzeichne 1 h be, ab.rseinLandheernicht beschränken wolle. Wilson habe ganz recht gehabt, als er ein Jahr nach feiner Rückkehr von Versailles sagte: „Ich glaube, wir haben aufs falsche Pferd gesetzt.“ Der Flug des „Graf Zeppelin" und das Ausland. Zweierlei Meinung in England. Freundliche Einladung und Kriegspsychose. London, 4. Oft. (TU.) Der erfolgreiche Probeflug des .Graf Zeppelin" wird vom .Daily Telegraph" in einem Leitartikel gewürdigt. Vor vier Iahren, als das Flugzeug mehr und mehr den Luftverkehr in Deutschland zu beherrschen begann, habe eine Schließung der Luftschiffwerft in Friedrichshafen unvermeidlich geschienen. Aber Dr. Eckener habe es verstanden, das Werk des Grafen Zeppelin zu erhalten. Auf Einladung des britischen Luftfahrtministe- riums sollte das Luftschiff Großbritannien einen Besuch abstatten. Man habe auch erwartet, daß es in einem britischen Luftschiffhafen landen werde. Diese Einladung bleibe bestehen; da nur ungünstige Wetterbedingungen Dr. Eckener zu einer Kursänderung veranlaßt hätten. Rach diesem Probeflug bestehe kaum noch ein Zweifel, daß .Graf Zeppelin" das erste Luftschiff sein werde, das in den regelmäßigen Uebersee- dienst eingestellt werde. Das Blatt bezeichnet das Wiederaufleben der Zeppelinluftschiffe zu friedlichen Zwecken als ein Beispiel für die bewundernswürdige technische ßeiftung Deutschlands. Im Gegensatz zu diesen freundlichen Ausführungen steht ein gereizter Artikel der „M o r - ningPost", die schreibt: Wir wissen nicht, was die Veranlassung dazu gab, uns, England, eine solche Erinnerung an diefurchtbaren Kriegsereignisse zukommen zu lassen. Aber der Besuch erscheint uns nicht als taktvoll zu einer Zeit, da man uns versichert daß die Geistesverfassung Deutschlands sich vollkommen geändert habe und daß jede Vorsichtsmaßregel unnötig sei. Da noch immer Zeppeline gebaut werden und da sie offenbar noch immer unsere Küste entlang gesteuert werden können, ist es wichtig, unsere Verteidigungseinrichtungen nicht zu vernachlässigen. Der Klug über das besetzte Gebiet. Die französifcheBesatzuugsbehörde moniert. Friedrichshafen, 4. Ott. (WB.) Wie der Sonderberichterstatter des WTB. erfährt, hat die französische Desatzungsbehörde darauf aufmerksam gemacht, daß der „Graf Zeppelin" auf seiner letzten Fahrt über Wiesbaden gefahren sei, obwohl die Ueberfllegung des besetzten Gebietes nach den Bestimmungen nicht gestattet sei. Dr. Eckener hat dem Reichsverkehrsministerium darauf mitgeteilt, daß me-teoro logische Gründe ihn gezwungen haben, den Kurs über Wiesbaden zu nehmen. Es ist anzunehmen, daß die Angelegenheit damit erledigt ist. Uebrigens ist „Graf Zeppelin" auf seiner Fahrt den Rhein entlang voneinem französischen Flugzeug begleitet worden. Amerika rüstet sich zum Empfang. Großes Interesse für die Probefahrt des „Graf Zeppelin". Reuhork, 4. Oft (TU.) Die Probefahrt des „©raf Zeppelin" hat hier das allergrößte Interesse geweckt die Rachrichten hierüber werden von den Blättern in großer Aufmachung wiedergeben. Rewyork Herold er flaut, es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß, wenn der Zeppelin den Ozean überfliege, sich das öftent- liche Interesse wieder dem Luftschiff zuwenden würde, das seit Kriegsende vernachlässigt worden sei. Der Zeppelin fülle eine Lücke aus, die das Flugzeug nicht überwinden könne. Es sei anzunehmen, daß bei der in nächster Zukunft bevorstehenden Einrichtung des überseeischen Handels-Luftdienstes das Luftschiff vor dem Flugzeug den Vorrang haben werde. Der „Amerikan" bezeichnet den Zeppelin als einen neuen Triumph deutschen. Unternehmungsgeistes. Der Luftschiffhafen in Lakehurst ist zum Empfang des „Graf Zeppelin" bereit. Die Luftschifthalle ist zur Aufnahme des Zeppelins groß genug, auch wenn „Los Angeles" darin bleibt. Wahrscheinlich wird die „Los Angeles" jedoch nach Texas fliegen, vorausgesetzt, daß die Wetterverhältnisse es ihr nicht gestatten, dem Zeppelin entgegenzufliegea. Bei der Landung des „Graf Zeppelin" werden 317 Marinssoldaten behilflich sein. Eine weitere Kompagnie ist jedoch angefordert. Anwesend werden die höchsten Vertreter der Marinebehörden, darunter vielleicht auch Marinesekretär Wilbur, fein. Gimm auf dem Atlantik. Schlechte Aussichten für die Amerikafahrt. London, 4. Oft. (TU.) Auf der direkten Schifffahrtsstraße zwischen England und Amerika herrscht nach verschiedenen Schiffsfunksprüchen seit über 24 Stunden ein Sturm, wie man ihn seit drei Jahren in diesem Teil des Ozeans nicht mehr erlebt hat. Auf einem Gebiet von annähernd 6—7000 Quadratkilometer rast der Sturm aus allen Richtungen. Der Cunard-Dsmpfer „Carrania" berichtet von einem Standort 1100 Meilen westlich er Irland von Winden in einer Stärke, die sich mit den Orkanen vergleichen lassen, die kürzlich in Amerika und auf den westindischen Inseln so riesigen Schaden angerkhtei haben. Die gegenwärtigen Wetteroerhältnisse sollen dieFolgeneinessehrflachenTiefs sein, das sich langsam in ostlicherRichtung bewegt. Wettersachverständige sind der Auffassung, daß dieses Tief die Folge der kürzlichen Tornados in Ame- rika ist. Man glaubt, daß der Höhepunkt erreicht werden wird, bevor das Tief die europäische Küste erreicht. Was ist Blaugas? Das geheimnisvolle Trcibgas des neuen Luftschiffs. De.i be-n Flügen des neuen Zeppelin h-ai das sogenannte Blaugas eine wichtige Rolle gespielt, denn mit ihm ist zum ersten Male ein Luftschiff mit Gas angetrieben worden und zwar, wie es aus den Aeußerungen Dr. Eckeners her- vbrgeht, zur vollen Zufriedenheit der beteiligten Techniker und Chemiker. In Publikumskreisen herrscht allerdings über das Wesen dieses neuen Detriebsgases noch ziemliche Unklarheit, so daß es angebracht scheint, einmal die Eigenschaften des Blaugases aufzuzeigen. Das Blaugas ist ein Aethytengas mit der chemischen einfachen Formel C2 H4 und ist ungefähr ebenso schwer wie Luft. Aethylen ist ein Kohlenwasserstoffgas, das bei der Trockendestil- latton von Steinkohle, Holz und anderen organischen Substanzen en-tsteht und somit einenScii des Leuchtgases bildet. Das wesentliche dabei nun aber ist, daß es als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren benutzt werden kann und daß es infolge seines Gewichtsverhältnisses von günstigem Einfluß auf die Manövrierfähigkeit eines tenkbaren Luftschiffes ist. Da nun aber auch der Heizwert eines Kubikmeters Blaugas, also die Wärmemenge, die bei der Verbrennung entsteht, höher als der von anderen Betriebsstoffen ist, so zeigt das allein schon einen wesentlichen Vorteil. Darüber hinaus bedeutet aber auch die Verwendung von Blaugas einen nicht unerheblichen wivtischaftlichen Vorteil der Verwendung von anderen Brennstoffen gegenüber. Iedes verbrannte Kilogramm Benzin nämlich erleichtert das Schiff und es muß nach einiger Zeit ein Ausgleich zwischen Traggasmengen und Last erfolgen, damit das Schiff seine FahÄ- und Steuereigsnschaften behält. Dieser Ausgleich ist nur möglich, indem man das kostbare Wasserstoffgas a b b l a f e n läfrt, und zwar in großen Mengen. Der der Verwendung des Blaugases als Betriebsstoff kann nun aber das Gewicht des verbrauchten Gases, weil es genau so schwer wie Lust ist, einfach durch Luft ersetzt werden, und die Rotwendigkeit, teueres Traggas abz-ublasen, fällt somit fort Unb darin liegt die größte Bedeutung des neuen Blaugases. Heuer Skandal am mimischen Königshof. Oer Liebesroman des Prinzen Molaus. —Ln den Fußstapfen seines Bruders. B u b a p e ft, 4. Ott. (Prlv. Tel.) „Pesti Naplo" veröffentlicht eine aus Großwardein datierte Meldung, wonach in Rumänien Gerüchte darüber im Umlauf seien, daß der 25jährige Prinz R i f a - laus, Mitglied des Regentschaftsrates und Vormund des minderjährigen Königs Michael, der jüngere Bruder des' Exkronprinzen Carol, mit einer jungen Aristokratin aus Rumänien heimlich nach dem Ausland g e r e i st ist. Der Prinz befand sich seit längerer Zeit nicht mehr in Rumänien, seine Abwesenheit fiel aber nicht auf, da man erklärte, der Prinz habe sich zwecks Erholung ins Ausland begeben. wie das Blatt weiter berichtet, hat Prinz Rikolaus mit seiner Geliebten in Paris beim Exkronprinzen Earol Absteigequartier genommen. Der neue Liebesroman des königlichen Hauses Hal in politischen Kreisen Bestürzung hervorgerufen. Den Blättern wurde strengstens verboten, über die Angelegenheit zu berichten. Die ausländischen Telephon- und Telegraphenverbindungen, sowie die Post werden einer strengen Kontrolle unterworfen. Der rumänische hos, die beiden übrigen Mitglieder des Regentschaftsrates und die Regierung geben sich alle Mühe, um den Liebesroman des Prinzen Rikolaus geheimzuhalten. Rach Paris wurden Kuriere an den Prinzen entsandt und die Königinwitwe Marte hat in einem Brief den Prinzen Rikolaus gebeten, sofort nach Bukarest zu- rückzukehre n. Dieser Brief blieb aber unbeantwortet. Die Königin-Witwe soll auch an den Exkronprinzen einen Brief gerichtet haben mit der Bitte, er möge seinen Bruder überreden, nach Rumänien zurückzukehren. Rikolaus soll denn auch tatsächlich, nach einem Funkspruch aus Paris, die französische Hauptstadt nach einem Besuch bei (tarol verlassen haben, um, wie man in Paris annimmt, nach Rumänien zurückzukehren. Reue Steuern. Die Pläne des Reichsfinanzminisiers Hilferding. Eigene Drahtmelbung des „Gießener Anzeigers^. Berlin, 5. Oft. Roch bevor das Reichsfinanzministerium die für das Budget von 1929 notwendigen Steuererhöhungen bekannt- gegeben hat, setzt bereits der Kampf um die angeblichen Pläne der Finanzverwaltung ein. Im Vordergrund der Angrif'e, die schon jetzt eine Vorahnung von dem geben, was geschieht, wenn Dr. Hilferding seinen bisherigen Ab ichten entsprechend im Rovember mit seiner neuen Steuerpolitik herauskommt, steht die Frage der 'Bier- steuererhohung. Besonders von ba eri'cher Seite werden zahlreiche Stimmen gegen eine Erhöhung der Biersteuer, die eine beträchtliche Steigerung um 200 bis 300 Prozent erfahren soll, laut Es tarnt gar kein Zwei e! sein, daß die mit einer solchen Erhöhung verbundene Drosselung des Einkaufs vonWeizen u n d G e r st e sich auch irgendwie auf die Landwirtschaft gewi, er Gebiete Deutschlands aus- wirken muh. Aber andererseits steht der Finanz- minister vor der Rotwendigkeit, die Eingänge des Staatshaushaltes zu erhöhen, und da die Einkommensteuer, wie überhaupt alle direkten Kapitalertragssteuern, für diesen Zweck — darüber ist man sich wohl in Deutschland einig — so gut wie gar nicht in Betracht kommen, bleiben kaum irgendwelche anderen Auswege offen. Zudem ist noch zu berücksichttgen, daß die deutsche Bier- und Alkoholsteuer im Vergleich zu anderen Ländern, wie z. D. England, wesentlich geringer ist. Als weitere Quelle für die Erhöhung der Einnahmen steht zur Zeit im .Finanzministerium, wie wir erfahren, noch das Branntweinmonopol, das bisher vom Reichstag noch nicht erledigt wurde, immer noch zur Diskussion. 5>er Kampf, ob der alte Gesetzentwurf in unveränderter Form beibehalten werden soll, oder ob entscheidende Rrformen vorgenommen werden, hat noch keinen Abschluß gefunden. Allem Anschein nach wird man auf jeden Fall das Monopolgeseh von 1926 mit scharfen Bestimmungen ausstatten, die die bestehenden Lücken schließen und besonders die immer noch wahrscheinlich sehr umfangreiche Steuerhinterziehung aus diesem Gebiete verhindern sollen. Eine Entscheidung über Diersteuer und Dranntweinmonopolgefetz wird aber erst Ende des Monats fallen, da der Staatssekretär Dr. P o p i tz von seinem Urlaub noch nicht zurückgekehrt ist und der Minister ohne diesen kaum endgültige Beschlüsse fassen wird. Oie Kommunaiwahlen in Preußen. Berlin, 4. Ott. (VDZ.) 2m Gemeindeausschuß des Preußischen Landtags war am Mittwoch bereits beschlossen worden, daß die Wahlen für die kommunalen Körperschaften im Herbst 1929 bis zum 1. Oktober stattfinden sollen. 2n Zukunft soll grundsätzlich für sämtliche Wahlen ein einheitlicher Termin maßgebend sein. Ferner soll in bestimm- ten Fällen, wenn die Wahlzeit für die P r o v i n - Aia llandtage ein Fahr vor dem regelmäßigen Ablauf beendet wird, die Neuwahl auch für die abschließende Periode gelten, so daß sie in diesem Falle fünf 2ahre betragen wurde. Für die Guts- bezirke wird der Minister des 2nnern als zuständiges Organ noch Bestimmungen treffen. Das Volksbegehren -es Stahlhelms. Eine erläuternde Erklärung. Berlin, 4. Oft. (S.U.) Rach einer Mitteilung der „Kreuzzeitung" beschräntt sich der Verfassungskampf des „Stahlhelms" auf die Verstärkung der Macht des Reichspräsidenten und die Begrenzung der Immunität der Abgeordneten. Die Erklärung des Stahlhelms hat nach der „Kreuzzeitung" hierzu folgenden Wortlaut: „Wir fordern erstens Verstärkung der Macht des Reichspräsidenten, dahingehend, daß er allein Minister ernennt und entläßt und daß der Einfluß des Parlaments auf d i e Regierung ausgeschaltet wird. Wir begründen diese Forderung mit dem Hinweis darauf, daß in anderen demokratischen Staaten, welche eine unabhängige Regierung haben, dieses System sich als das weitaus bessere erwiesen hat. Wir fordern zweitens, daß die Immunität der Abgeordneten begrenzt wird, wenn es sich um Landesverrat, Meineid, Sittlichkeits-und Eigentumsverbrechen handelt. Wir begründen diese Forderung damit, daß wir ein anständiges Parlament haben wollen. Das alles ist so klar und einleuchtend, daß uns die Störungsversuche unserer Gegner kalt lassen. Wir gehen unseren Weig unbeirrt weiter. Wir be« MrenHrS, Köst- ixdist Maparz HordO>«n. 10 Os» locfch. ADtroetn- La Conina Donnerstag, d. 4. Okt. 1928,7naDdS. Wien q /sch tok ° \o ° int Ne oon &flr Haut Für Hoi „ .ei Vva rfiel igßlXll > keM Uneti Orter anb«’ Qlll ist ? ipollt E oermfl' LcmP° Sag1 ötünjn Stil' billig nein W' W lverdo sättig regur eure Ause unö sM Sie^ untiS euch D: Verte euch - kommt d«nh daS 5 jene • dieH die je billigt nimm! zen rr nicht n Leben! rsveri chr Der rast, c' und t werdet betrog leim Tob einer gram Seich zu S, Wens' steHen, unfern unfern Menfti gefetzt KM ob w rafen leicht । großen mehrt ferne € des & r Soi Uhr. 14.48 164 Docho reiten unseren Angriff vor. Erfolgen wird unser Angriff, wenn uns die Stunde dafür günstig erscheinen wird. — 3n der Oeffentlichkeit ist die Auffassung verbreitet worden, als ob der Stahlhelm bei der Vorbereitung und Durchführung seines Vorhabens eine besondere Bindung mit der Deutschnottonalen Volkspa r t e i eingegangen sei. Um allen Mistdeutungen zu begegnen, wird ausdrücüich festgestellk, daß der Stahlhelm das Volksbegehren unter keinen Umständen im Bunde mit einer einzigen Partei durchführen wird, sondern ohne Hilfe iraendwelcherPar- tei oder mit der Hilfe aller Parteien, die in der Auffassung mit ihm einig gehen, dost die Grundschäden des parlamentarischen Systems rücksichtslos beseitigt werden müssen. Oer protesianteniag gegen ein Konkordat. Eisenach, 4. Olt. (LU.) Die Donnerstag- sihung des Deutschen Protestantentages brachte zunächst die einmütige Annahme zweier Kundgebungen durch die Mitgliederversammlung. Die eine nimmt Stellung zur Konkvrdatsfrage: „Die aus ganz Deutschland in Eisenach auf dem Deutschen Protestantentag versammelten Teilnehmer drs deutschen freien Protestantismus erfahren in ernstester Sorge, daß die preußischen Verhandlungen mit dem Vatikan über Abschluß eines Konkordats weit gediehen sind. Wir wollen konfe ssionellen Frieden I Ein Konkordat dient dem nicht. Abgesehen von der Erfahrung, daß Konkordat ost in der Auslegimg Diskordat zwischen den Vertragsschließenden wird, muß jedes Konkordat rr.varitätisch wirken. Einen dem völkerrechtlichen Vertrag mit dem Papst vollwertig entsprechenden Vertrag mit den evangelischen Landeskirchen gibt es nach der Eigenart des Protestantismus nicht. Wir wollen einen solchen Vertrag auch nicht, denn wir wollen keinerlei Klerikal-Herrschaft, irgendwo im deutschen öffentlichen Leben noch in der evangelischen Kirche. Wir lehnen jeden völkerrechtlichen Vertrag zwischen Staat und Kirche ab. Die Beziehungen zwischen Staat und Kirche sollen und müssen unter voller Wahrung der kirchlichen Interessen geregelt werden, aber nur durchkorrespondierende Staats- und Kirchengesetze. Wir richten deshalb an alle verantwortlichen Stellen in Reich und Ländern die dringende Auslorderung: Schließt kein Konkordatl“ Oas Kultusministerium dementiert. Kein Abschluh der KonkordatSverhandlungcn in Preußen Berlin, 4. Okt. (WB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt: 3n letzter Zeit sind von verschiedenen Seiten Rachrichten in die Presse gelangt, die von einem A b s ch l u h der zwischen dem Kultusminister und dem hiesigen apostolischen Runtius geführten Verhandlungen und von der Fertigst ellung einer Konkordatsvorlage wissen wollen. Dies« Rachrichten sind offenbar im Zusammenhang mit den parlamentarischen Erörterungen über die Erweiterung der Preuhenkoalition entstände. Die preußische Staatsregierung hat durch den Minister Dr. Decker bereits wiederholt im Landtag erklären lassen, daß es gerade vom Standpunkt der staatlichen Interessen durchaus erwünscht sei, das Dertragsverhältnis zwischen Staat und katholischer Kirche gemäß den durch die Reichsver- sassung geschaffenen veränderten staatsrechtlichen Verhältnissen neu zu regeln. Die hierüber seit geraumer Zeit schwebenden Verhandlungen sind beiderseits unverbindlich geführt und keineswegs abgeschlossen. Unter diesen Umständen hat das preußische Kabinett zu der Materie noch nicht Stellung nehmen tonnen. Gegenüber den auf dem Schulgebiet geäußerten besonderen Besorgnissen wird ausdrücklich erllärt, daß eine Vereinbarung zwischen Staat und Kirche, die die Staatshoheit auf dem Schulgebiet einschranken könnte, nicht in Frage kommt. Oie Reuenmgen bei der Reichsbahn. Dorpmüllcrs Programm. Berlin, 5. Oßt. (Priv.-Tel.) Heber die Sicherheit auf der Reichsbahn und die bevorstehende Einführung des Zwei» klassensystems erklärte Generaldirektor Dr. Dorpmüller einem Mitarbeiter der „Voss. Ztg." u. a.: Es ist ausdrücklich festzustellen, daß die Reichsbahn prozentual viel stärkere Ausbesserungsarbeiten leistet, als vor dem Kriege. Die in der Denkschrift des Untersuchungsausschusses vorgeschlagenen Verbesserungen sind von uns zum großen Teil schonindieWege geleitet worden. Dies bezieht sich besonders auf die bayerischen Verhältnisse. Die langen Dienst- und Feierschichten sind traditionell in Süddeutschland überliefert. Das Per- tonal hält mit großer Zähigkeit an dieser Einteilung fest, ich bin aber entschlossen, wenigstens auf stark befahrenen Strecken das normale Schichtsh st em einzuführen. An den Haupt- brennpuntten des bayerischen Verkehrs ist di« neue Diensteinteilung jetzt schon durchgeführt. Zugleich mit diesen Maßnahmen bemühen wir uns, die Signale auf allen deutschen Strecken zu vereinheitlichen. In der Denkschrift ist darüber Klage geführt worden, dast das Schie- nenmaterial nicht mehr so haltbar sei wie früher. Die Schienen werden den schärfsten Prüfungsmethoden unterworfen und genau auf Zug und Druck untersucht. Von jeder Schienenliefe- ru'.eg werden Teile abgeschnitten und bis zum Zerreißen gezerrt. Außerdem wird «ine schwere Stahlkugel unter hydraulischem Druck auf den Schien.enlopf gepreßt. Generaldirektor Dorpmüller ging dann auf die Einführung des Zweiklassensystems ein. Da wir in Deutschland rund 30C00 Wagen /. Klasse haben, können diese Wagen nicht mit einem Ruck aus dem Betriebe gezogen werden. Wir haben deshalb vom Reichsverkehrsmini- stcrium die Erlaubnis eingeholt, diese Wagen vorläufig weiter verwenden zu tü-fe-. Die neuen Typen dieser Wagen ähneln schon sehr Denen der 3. Klasse. Künftig werden wir alle 3. - K l a ss e - W a g e n in den De- Oie Wetterlage die charakteristischen Eigentümlich, deutschen Stämme und damit den weit deutlicher zum Ausdruck dient und ketten der volkswillen C a r b e, der Generalbevollmächtigte der Firma Mosfe (Berliner Tageblatt), das Wort, um die Kollegen aus dem Reiche in Berlin herzlich willkommen zu heißen. Cs gibt in Deutschland, er- llärte er, keine dominierende, das Land mit einer Einheitsmeinung regierende Großstadtpresse. IBit haben in Deutschland, gottlob, an allen Oct en und in allen Landern und Gemeinden eine baden ständige tüchtig und interessant geleitete Presse, die den Bedürfnissen und den Anschauungen des eigenen Gebietes weit besser Ein Fest der deutschen presse. OerJreichökanzlervordenZeitungSverlegern.-OieBedeutung derprovinzpreffe. dem Arbeitsgebiet des Zugbegleitdienstes liegt. Bei den Fahrten von und zum Zuge, beim Rangierdienst und solchen Diensten, die nicht direkt vor dem fahrende Zug geleistet werden, ist nur ein Mann auf der Lokomotive. Erst kürzlich fuhr eine durch den plötzlichen Tod des Lokomotivführers führerlos gewordene Lolomockve durch den Münchener Bahnhof und wurde erst durch eine starke Mauer der Werkstättenräume aufgehalten. Di« bisher geringen Erfahrungen auf diesem Gebiet stützten sich auf eine sehr geringe Anzahl von e'ektrischen Lokomotiven. Würde die Anzahl derselben höher sein, so würde unsere Auffassung, daß die Betriebssicherhell gefährdet ist, stärker hervortreten. bringt, als das jemals eine zentralisierte Groß- stadtpresse könnte. Wir, die Großstadtpresie, die wir im allgemeinen vaterländischen Interesse, nach Weltgeltung ringen, haben ganz andere Aufgaben und wollen mit niemand im Lande konkurrieren. Mehr denn je haben unsere Zellungen in heutiger Zeit eine Kulturmission und eine aroße politische Mission zu erfüllen. Die schweren Zeiten, die wir in unserem Beruf durchlebt haben, haben wir nur dadurch überstanden, daß wir einig wie ein Mann der klugen Führung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger gefolgt sind. Schweres haben wir durch Einigkeit vollbracht. Schwereres steht uns bevor. Vollbringen werden wir es nur, wenn Deutschland einig ist in all seinen Stämmen, einig kann es nur sein, wenn wir, die Manner der Presie, die Führung nicht aus der Hand geben, wenn wir, mögen wir Bayern, Preußen, Württemberger, Sachsen, Hessen, Ostpreußen, Rheinländer, Mecklenburger, Pommern oder Schlesier sein, Männer von der Wasserkante oder aus Deutschlands Süden uns brüderlich, trotz Wahrung jeglicher Stammesart ohne Ueberfieifte« rung politischer Meinungsverschiedenheiten die Hand reichen. Aus aller Wett. Hiu Dresdner Gattenmordprozetz. Dresde», 4. Okt. (WB.) 3m Prozeß gegen den Fabrikanten Treiber, der beschuldigt ist, sein« Frau von einer Felsplatte im Großglockner-GebietindieTiefege- stoßen zu haben, um eine Versicherungssumme in Höhe von 30 000 Dollar zu er- I langen, wurden heute zunächst ein« Reihe von Personen aus dem Absturzgebiet vernommen, darunter die österreichischen Revierinspelteure und ein Bergführer. Aus der Vernehmung ging hervor, baß di« Sicherung am Unglückstage für eine so ungefährliche Bergtour völlig ausreichend war. Die alpine Ausrüstung des Ehepaares Treiber genügte ebenfalls vollkommen. Der österreichische Landgerichtsrat Dr. Vorbeck, der die Exhumierung der Leiche der । Frau Treiber im Juli 1928 beaufsichtigt hat, sagte aus, die Obdultivn der Leiche hätte nichts ergeben, was auf eine vor dem 'Unfall vorhandene Krankheit hätte schließen lassen. Die Wirttn des Seebichelhauses, wo das Ehepaar Treiber vor dem Absturz der Frau Treiber gerastet hatte, erzählte, beide Eheleute seien nach zweistündiger Rast gegen 14 Uhr noch einmal aufgebrochen. Treiber dagegen behauptet, daß es 16 Uhr gewesen sei. Der österreichische Revierinspektor K ö l b l aus Althofen kam bei seinen Ermlltlungen zu dem Ergebnis, daß ein Absturz auf dem von Treiber gewählten Weg unmöglich war. Auch hülle sich nach seiner Ansicht die Leiche bei einem Absturz an einer anderen Stelle befinden müssen. Der Revierinspektor Teng aus Althofen, der die Aettungsexpeditivn lellete, schilderte die Auffindung der Leiche. Unter großer Spannung wurde nunmehr eine Büste der Toten in den Saal gebracht, bei der der Zeuge die von ihm beobachteten blutunterlaufenen Flecke mit Blaustift einzeichnete. Auf Befragen «rflarte er, daß über das Leben des Ehepaares in Herligenblut nichts Rachteili- ges zu erfahren war. Eine Krankenschwester R o r a ck aus Gera, die sich am Absturztage in Heiligenblut aufgehalten und die Leiche der Frau Treiber zur Beerdigung zurechtgemacht hatte, sagte aus, daß der Gesichtsausdruck der Toten grauenvoll und hart gewesen sei. Diese Angabe ist insofern wichtig, als die Verunglückt« bei Lebzellen einen äuherst lebens- l u st i g e n Gesichtsausdruck hatte. Um 18 Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen. Für morgen sind insgesamt 21 Zeugen geladen, darunter auch die drei Geliebten Treibers, Die er schon zu Lebzeiten seiner Frau gehabt hat. (Eine ganze Familie das Opfer eines Autounglücks. In Oberkärnten stieß ein Auto mit dem Motorrad mit Beiwagen des Betriebsleiters Reicher zusammen, Der mit Frau und seinem sechsjährigen Kinde nach Villach fuhr. Reicher, seine Frau und das Kind wurden getötet Schweres Flugzeugunglück in den Pyrenäen. Ein Flugzeug der Linie Barcelona — Perpignan—Toulouse mit Passagieren und Post aus Cassablanca an Bord ist abends infolge Nebels bei (Berona, etwa 100 Kilometer nördlich von Barcelona, im Gebirge ab gestürzt und verbrannt. Die Drei Insassen kamen ums Leben. Schweinepest.Skandal in Schlesien. Aus dem niederschlefischen Städtchen S ch l a w a an der polnischen Grenze wird über ein Schweine Massensterben berichtet. Ueber 1000 Tiere sind von der Schweinepest befallen worden. Es sind schwere Verfehlungen gegen das Viehseuchen- und Rah- rungsmittelgesetz festgestellt worden. Ott* Molkerei-Genossenschaft verheimlichte die Krankhell seit Juni mrd verkaufte eine groß« Menge der Tiere nach Berlin als Schlacht- Ware. Der tierärztliche Fleischbeschauer in Schlawa behauptet die Krankhell die bekanntlich sehr leicht erkennbar ist, nicht bemerkt zu haben. Mll der skandalösen Angelegenheit beschäftigt sich nun die Glogauer Staatsanwaltschaft. Großer Fabrikbrand in Bart In einem Vorort von Dan brannte eine große Wattefabrik, die zum größten Teil einer französischen Gesellschasit gchört, vollständig nieder. Der Brand dauerte 15 Stunden und war bis Freitag früh nod) nicht vollständig gelöscht. Das Feuer entstand in einem Lum- penlager, das sich im 3. Stocüverk der Fabrik befand. Mllitär und Feuerwehr ist es gelungen, den Brand zu lokalisieren und eine benachbarte Seifenfabrik vor dem Uebergreifen des Feuers zu schützen. „Dautons Tod" unter Zensur. In Budapest wurde di« Erstaufführung des Stückes .Dantons Tod", unseres großen hessischen Landsmanns Georg Büchner, gegen das die Polizeibehörde aus Gründen der öffentlichen Ruhe und Sittlichkeit Einwendungen erhoben hat, aufgeschoben. Es findet zunächst eine nichtöffentliche Generalprobe vor einer behördlichen Kommis sion statt. Don der Entscheidung dieser Kommission wird es abhängen, ob die Erstaufführung stattfinden kann. Die Theaterleitung versichert, daß den behördlichen Bedenken gegen einige Szenen vollkommen Rechnung getragen worden sei. Sieht so ein Adamskostüm aus? In einer Bekanntmachung der Polizei zu Rordhausen heißt es u. a.: „In den Waldungen zwischen Benneckenstein und Tanne treibt sich ein junger Mann im Adamskostüm herum und belästigt Frauen und Mädchen. Es wird gebeten, ihn festzunehmen. Er ist 20 bis 30 Jahre aßt und mit grauem Rock und dunkler West« bekleidet." Man mutz der Polizei von Rordhausen großen Dank zollen für die Enit- deckung. daß Adam im Paradies einen grauen Rock und dunkle Weste trug. Es ist jetzt endlich ein festumrifsener Begriff für das „Adamskostüm" gefunden. (Ein Dauerredner startet. An der gleichen Stelle, an Der vor Jahr und Tag einst Jolly der Hungerkünstler seine Künste dem Publikum präsentierte, wird in einigen Tagen auch ein Dauerredner versuchen, Die Weltmeisterschaft dieser neuesten „Sportgattung" zu erwerben. Es ist ein junger Schauspieler, Der sich Den schönen Namen „Parlatus zugelegt hat und sich mit Der Absicht trägt, 132 Stunden ununterbrochen zu reden und nur nach jeder Stunde eine kurze Pause von einigen Minuten eintreten lassen wird. Konnte Jolly seinerzell mangels nötiger polizeilicher Vorschriften das Handwerk noch nicht gelegt werden, so sollte man bei diesem neuen Unfug doch rechtzeitig das ganze Unternehmen durch eine entsprechende Abordnung untersagen, das ohne Frage dazu angetan ist, in kurzer Zeit erneut einen Rattenschwanz von DouerreDnerretorben mit sich zu bringen. Boxer Tuuney heiratet. In Rom fand in einem Hotel die Vermählung des Dorers Tunney mit Fräulein Lauder statt. Zu der Feier hatten sich auch Vertreter der Botschaft und des Konfulates der (Bereinigten Staaten eingefunden. Berlin, 4. Oft (WTD.) Auf dem Bankett, das der Verein Deutscher Zeitungsverleger anläßlich seiner diesjährigen Hauptversammlung beute abend gab, hielt int Anschluß an die Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Kommerzienrat Dr. Krumbhaar, Reichskanzler Hermann Müller eine Rede, in der er die Grüße und Wünsche der Reichsregierung sowohl als auch der preußischen Regierung Der Tagung des Vereins übermittelte. Wir leben, so fuhr der Reichskanzler fort, in einer Zeit gesteigerter Intensität, und ich habe volles Verständnis dafür, daß die Presse unmer bestrebt ist, rechtzeitig die Absichten der Regierung zu wissen. Allerdings mutz die Presse der Regierung auch die notwendige Zeit zur Selbstbesinnung geben. Wer von der Bedeutung der Presse noch nicht überzeugt ist, der wird durch jene großen Ausgaben belehrt werden, die uns jetzt zur Lösung vorgelegt sind. Ich erinnere nur an Genf. Es werden in der nächsten Zeit außer- or dentlich wichtige Verhandlungen eröffnet werden, die für das deutsche Schicksal entscheidend sind. Die deutsche Preise hat nun die Aufgabe, in der nächsten Zeit das Beste zu leisten, damit die notwendige Aufklärung über das Deutschland, wie es ist, geschaffen wird. Es handelt sich jetzt nicht nur darum, die deutsche Wirtschaft für alle Zeit durch die Lösung der Reparativ n s f r a g e sicherzustellen, sondern auch darum, die gesamte 'S o uve r ä n i t ä t am Rhein und an der Saar wiederzucrlangen. Ich unterschätz« die Schwierigkeiten nicht, die der Lösung dieser Probleme entgegenstehen, sie müssen aber überwunden werden, und dazu muß sich das deutsche Volk in den Teilen zusammenfinden. die positiv zum Staate eingestellt sind. Rach dem Reichskanzler nahm der Vorsitzende der Vereinigung großstädttscher Zeitungsverleger, Dr. M. trieb einsehen, so daß also ein großer Teil der 4.-Klasse°Wagen entbehrlich und für die Reserve frei wird. Wir werden dafür sorgen, daß mit größtmöglicher Schnelligkeit ein einheitlicher Typ für die Holzllasse geschaffen wird. Die neuen Wagen sollen, was die Bequemlichkeit, Innenausstattung und Form der Sitze anbetrifft, den v-Zugwagen der 3. Kl. gleichen, allerdings mit Einzelabteilen und ohne die langen Durchgangskorridore. Wir erwarten, daß besonders in den dicht besiedelten Gebieten, hauptsächlich in den Industriezentren, eine Auswanderung in die 2. Klasse stattfindet, die sich ja im Preis nun nicht mehr so viel von der 3. Klasse unterscheidet wie früher. Wir haben deshalb schon jetzt bedeutend mehr 2.-Klasse-Wagen al« bisher in diesen Gebieten eingesetzt Lokomotivführer und Reichsbahn Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Bezirk Frankfurt a. M., sendet uns folgende Mitteilung: Die Reichsbahn-Gesellschaft hat über ihren Personalbestand selbst Auskunft gegeben. und zwar zunächst in einer Denkschrift über die wirtschaftliche Auswirkung der Reu- orbnung des Werkstättenwesens vom Mai 1928. Sie sagt hierbei über die Veränderung des Loko- rnotivpersonals folgendes: Bestand im Jahre 1913 63 839. 1926 65 779. Dann heißt es ferner: Für den Vergleich 1926 zu 1913 müssen dem tatsächlichen Aufwand für 1913 Zuschläge für verlängerten Urlaub um 4 v. H. und für Erleichterung aus den DDV. 5 v. H., insgesamt also 9 v. H. hinzugerechnet werden. Daraus ergeben sich folgende Dergleichswerte: 1913 69 585, 1926 65779. Das sind für das Jahr 1926 3806 Köpfe weniger, und nicht, wie die Hauptverwaltung sagt. 5000 Köpfe mehr. Diese Zahlen haben sich auch für das Jahr 1927, welches zum Vergleich angezogen wird, nicht wesenllich geändert, sondern in bezug auf die Leistung des Personals erhöht Für das Jahr 1913 waren auf 1 Million Bruttotonnenkilomeler 0,333 Köpfe, für das Jahr 1926 0,294 Köpfe erforderlich. Daraus geht die Steigern ngderLei st un - gen des Personals hervor. Wenn die Reichs- bahn-Gefellschaft weiter ansührt, daß die L o k o - motivkilometer von 1913 bis 192k um 7,4 Prozent zurückgegangen sind, so sei demgegenüber bemerkt, daß die Betriebsbruttotonnenkilometer von 1913 von 208 547 003 auf 245 410 000 im Jahre 1927 gesteigert worden sind, das ist eine Steigerung von 8.6 Proz. Wenn einerseits der technische Fortschritt an den Lokomotiven zur Erhöhung der Leistungen beige tragen hat, so muß andererseits in Rechnung gestellt werden, daß die größeren Lokomottven in den Dorbereitungs- und Abschluh- dienstzetten eine ze itlich hö Here Inanspruchnahme des Personals mit sich bringen, die in der Fahrleistung, d. h. den gefahrenen Bruttotonneulilometern, nicht zum Ausdruck kommt. Hierin liegt im wesentlichen die stärkere Belastung des Loko- mottvpersonals und die daraus gezogene Schlußfolgerung der Generalversammlung der Gewerkschaft Deutscher Lokomottvsührer in Frankfurt. Es sei aber ferner erwähnt, daß der Kernpunkt der Verhandlungen in Frankfurt a. W. di« größere Einstellung von weniger erfahrenen Hilfs- und Aushilfskräften betrat und daß in den von der Verwaltung bekanntgegebenen Kopfzifsern sich eine große Menge Zeitarbriter befinden, die im Lokomotiv- dienst beschäfttgt werden müssen, um den erforderlichen Personalbestand sicherzustellen. Heber die Darstellung der Rcichsbahn-Gesell- schaft. daß sie bei der Einmannbesetzung Der Lokomotiven die Betriebssicherheit als durchaus gewahrt ansieht, bemerken wir folgendes: Der sogenannte T o t m a n n s k n o P f der elektrischen Lokomotiven bielet keine unbedingte Sicherheit gegen das Versagen des Lokomotivführers. Dieser kann mit seinem Kttper, je nachdem von welchem Unfall er betroffen wird, auf den Totmannsknopf fallen, und Der Zug läuft nach wie vor weiter. Wir haben Beispiele in Der Praxis, die diese Möglichkeit bestätigen. Die Darstellung Der Reichsbahngesellschaft, daß sich stets zwei Mann auf der Lokomotive befinden, ist irreführend, da der zweite Mann Dem Zugbegleitpersonal entnommen wird und dessen Tättgkeit vorwiegend auf Gwontenroi ® neuer, »nare oedeett» woMo, e eedem «neae^ * Schnee ^Graupeln e HeDel "KOewll-^r,^Windstille.Senf leichte« Os» nisstoe« 5Qd$udWe»i Q MOrmschr nordwesi vie Piene fliegen mit dem winde. Oie oeiaen Stationen itcneooen Zahlen geben die Temperatur an. Oie Limen verbinde» Orte oM.gleichet» a«t neeresmvea» omaereetweten utUdmc» Wettervo i Aussage. Das westlich« Hochdruckgebiet hat sich ncuer- dings gekräftigt und auch über Skandinavien ausgebreitet. Wir liegen an der Westseite des Hochs und trockenes, vielfach nebeliges Wetter herrscht vor. Auch während der vergangenen Rächt kam es wieder zu verbreiteten leichten Bodenfrösten. Durch die Stauungen des hohen Druckes gewinnt das westliche Fallgebiet nur langsam Einfluß auf die Wetterlage. Voraussage für Samstag. Zunächst wenig Aenderung der Wetterlage, dann Bewölkungszunahme, wärmer, einzelne Äiederschläge nicht ausgeschlossen. Aussichten für Sonntag. Wolliges Wetter, T«nperaturen wenig verändert, wettev- hin einzelne Riederschläg«. Lufttemperaturen am 4. Oktober: mittags 12,1 Grad Celsius, abenDs 5,7 GraD Celsius; am 5. Ott: morgens 1,6 Grad Celsius. Maximum 12,1 Grad Celsius, Minimum —1,1 Grad Celsius. — ErDtempe- rnturen am 4. Oktober: abenDs 8,9 Grad (Ccljius; am 5. Oktober: morgens 5,6 Grad Celsius. — Sonnen- scheinDauer \XA StunDen. Aus der provinzialhaupistadt. G ieß en, den 5. Oktober 1928. Llebersättigt. Wehr Erleben! rufen die einen. Wir haben technische Mittel genug, um die Zeit um ihren raschen Lauf zu Ertrügen, wir besitzen Möglich- keilen genug, um unfern Hunger nach Reuem, Unerhörtem zu stillen! Tempo tut es an allen Orten. Tempo! Die Zeil wollen wir auSkosten, anders als die vor uns! Qii^ noch Stille gibt es im Lande, Menschen. au denen dieser Ruf noch nicht gedrungen ist und die verwundert fragen würden: Was wollt ihr eigentlich? Irgendwo in abgelegenen Orten leben ne. und der neue Tatenmensch, dem das Auto mit 80 Kilometer Stundengeschwindigkeit als Schneckengang erscheint, schaut ein wenig geringschätzig auf di« „Zurückgebliebenen" hin. Tempo! Och habe keine Zeit! Dagegen werden nun immer wieder mit Recht Stimmen laut, die gerade diesem Leben der Stille ihre Achtung bezeugen, ihm Werte zubilligen. Und dies« Stimmen kommen von Männern und Frauen, die nicht mit einer Handbewegung abzutun sind, oder die doch wenigstens Anspruch erheben dürfen, gehört und beachtet zu werden. 3f)t seid übersättigt, sagen sie, über- sälligt von all den vielen An gelegen Herten, Aufregungen und Freuden des heutigen Daserns, und eure aufgeregten Nerven schreien nach weiteren Ausregungen, weil sie den Segen der Stille und Sammlung, des Insichnchens, der bescheidenen Arbeit, der strengen Pflichterfüllung, di« doch nicht- gemein hat mit nervösem Hasten und Hetzen, nicht mehr kennt. Entfremdet habt ihr euch vom natürlichen Leben, das sich im Kleinen Werte schasst. Von dem Unerhörten erhofft ihr euch Befriedigung. Möglich, daß ihr sie bekommt. aber das viel Wichtigere, die Zufriedenheit. bekommt ihr nicht, die nötig ist, wenn das Dasein Sinn und Inhalt haben soll. Richt jene Zufriedenheit ist damit gemeint, die lässig die Hände in den Schoß legt, sondern jene andere, die jedem Ding und jedem Dasein sein Recht zu- bllligt, für sich selbst auch die Recht? in Anspruch nimmt, die zuzubilligen sind, aber auch die Grenzen und Schranken achtet, die zu überschreiten nicht nützlich sein kann, weil jedes Geschöpf in dem Lebenskreise bleiben muß, der ihm entspricht, oder es verkommt und wird zertreten. Ueber'ättigt seid ihr von den tausend kleinen Dingen, zu denen ihr rast, als ob es um des Lebens Glückseligkeit ginge, und von denen ihr doch stündlich enttäuscht werdet. So seid ihr schließlich gerade um das betrogen, was ihr wünscht und sucht: des Daseins Erfüllung. Solche Worte müssen nicht immer in die Enge einer spezialisierten Weltanschauung, eines Programms. einer Gruppe führen, die damit wieder Geschäfte machen will. Sie können und sollen zu der großen Lebenslänie hinführen, di« dem Menschensein Inhalt und Wert gibt. Wo wir stehen, ist schließlich gleichgültig, wenn wir nur unfern Anteil an den Lebensfreuden erhalten und unfern Tribut an Pflichten entrichten, die dem Menschen als GemeinschaftSwesen vorgesetzt sind. ES ist auch gleichgültig, welch« Kleider wir tragen, welche Arbeit wir verrichten, ob wir im Auto und Flugzeug durch die Welt rasen oder hinter dem Pflug gehen. Ja, vielleicht hat der schlichte Mann, der abseits von der großen Rennbahn des Daseinskampfes geht, weit mehr von seinem Dasein, weil sein Auge und alle seine Sinn« aufgeschlossen sind den Erscheinungen des Lebens. 8. Taten für SamStag. den 6. Oktober. Sonnenaufgang 6.08 Uhr, Sonnenuntergang 17.27 Uhr. — Mondaufgang 22.11 Uhr, Monduntergang 14.48 Uhr. v , 1648: Sieg der Kaiserlichen über die Schweden bei Dachau: — 1847: der Bildhauer Adolf von Hildebrand in Marburg geboren: — 1870: der Kirchenstaat wird dem Königreich Italien einverleibt. Holzierdiepolster. Betrachtungen zur Eisenbaßnrcform. Frau Geheimrat stnd«t e8 entsetzlich unfein, „Holz" stabt „Dritter" zu sagen. Die Anhänger neuer Sachlichkeit sind entgegengesetzter Meinung. Aber, wie wird dos Kinnen: „Einmal Holz Bad-Rauhe im!", oder: „Fünfmal Polster Offenbach!"? Wird man jemals nach Holzminden fahren können, ohne in den Derdacht des Stotterns zu kommen? ilnb wird nicht auch dem Schalterbeamten um« underscheidbar das dumpfe O im Ohre rollen? Richt lieber so: „Einmal weich Wiesbaden!" und: „Einmal hart Hannover!"? Die Kegler werden ihren Gruß „Gut Holz!" nicht mehr für sich behalten können. Denn, „Gut Holz", das sind doch wohl die alten 3.-Klasse- Wagen — „Rund-Holz" tonnte man auch sagen — und „Gut Holz!" wird man seinen Freunden vor der Reis« wünschen, bevor sie in den Kampf gehen, der um die „Gut-Holz-Wagen" — wer sieht es nicht voraus? — nach jeder Zugeinfahrt enilExtennen wich. Was vor allem werden die Frauen dazu sagen? Ist es etwa angenehm, sich zu den „Holz-Frauen" zu wünschen? Aber „Polster- Frauen"? Welche Dame schlanker Linie möchte dahin wohl gerechnet sein? G. KL Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadt- tbeotcr: „Ingeborg", Komödie von Kurt Götz, Anfang 8 Uhr. — Lichtspielhaus: Bahnhofstraße: „Angst". — Astoria-Lichtspiele: „Der Polizeiflieger von Kalifornien". *• Die Warnungsschilder „Achtung! A u t o a u s f a hr t!" verboten. Rach einem Erlaß des hessischen Innenministers sind die an Torfahrten und vor Grundstücken angebrachten Warnungstafeln „Achtung! Autvausfahrt!" im Interesse des allgemeinen Durchgangverlehrs von den Grundstückseigentümern zu besci igen. Die Ausfahrt eines Kraftfahrzeuges ist künftighin zur Warnung der Passanten und des übrigen Straßenverkehrs durch Personen mit einer roten Flagge bemerkbar zu machen. ** Bauvorhaben der Gießener Wohnungsbaugesellschaft in der Schube r t st r a tz e. Dor einigen Tagen ist in der Schubertstraße zwischen Beethoven- und Händel- straße mit der Errichtung eines größeren Baukomplexes begonnen worden. Es kommen dort zwei dreistöckige Einzelhäuser und ein dreistöckiges Reihenhaus xur Ausführung. Davon enthalten di« Einzelhäuser je 3 Dierzimmerwohnungen, das Reihenhaus 9 Dreizimmerwohnungen, insgesamt also 6 Dierzimmer- und 9 Dreizimmerwohnungen, nebst allem Zubehör. Die Häuser in ansprechenden Dauformen sollen aus Bruch- und Ziegelsteinen erstellt und mit Verputz- und Ziegeleindeckung versehen werden. Es ist beabsichtigt, die Rohi>auarbeiten noch in diesem Herbst zu vollenden. Der Bauentwurf stammt von dem Architekten Phil. R i c o l a u s, der auch die Bauleitung innehat. Die Erd-, Maurer- und 'Beton- arbeiten kommen durch die hiesigen Firmen G. Decker, Birkenstock & Schnei der und H. Weimer zur Ausführung und bieten einer großen Anzahl Arbeitern für längere Zeit Beschäftigung. . •* Führungen durch unfer Krematorium werden auf Veranlassung der Deutschen Feuerbestattungskasse „Flamma" in Berlin jeden ersten Samstag eines Monats veranstaltet, zu denen jedermann kostenlos Zutritt hat. Die Führungen beginnen nachmittags 4 Uhr, zum ersten Male am morgigen Samstag. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. — Feuerbestattungen auf dem Gießener Friedhof. Im abgelaufenen Vierteljahr wurden im hiesigen Krematorium 25 Einäscherungen vorgenommen, gegen 15 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Im Jahre 1928 betrug die Gesamt- zahl der Einäscherungen bis jetzt 75, gegen 51 im Vorjahre. ** Exhumierungen in Gießen. Auf dem hiesigen Kriegersriedhof der fremden Soldaten mürben gestern die sterblichen Ueberreste von zwei Sol- baten aus Portugal ausgegraben. Es erfolgt lieber- führung nach Portugal, wo ber sterblichen Hülle dieser Solbaten ein Grab in heimischer Erbe bereitet werden soll. Auf den beiden Kriegerfriedhöfen unseres Neuen Friedhofes ruhen jetzt noch 276 Deutsche und Oesterrreicher, ferner 167 Russen, drei Rumänen und ein Krieger unbekannter Nationalität. Außerhalb des Ehrenfriedhofes find noch zwölf deutsche Soldaten gebettet. ** E s kann wieder gewogen werden. Die Sperre der Fuhrwerkswaage in der Frankfurter Straße ist aufgehoben, da die Reparaturarbeiten beendet sind. •• Promenaden-Konzert am 1 16er- Denkmal. Gelegentlich des D^rbandstages der ehern. 116er findet am nächsten Sonntag, 7. Oft, von 11.30 bis 12.30 Uhr ein Promenaden-Konzert am 11ber-Denkmal vor der Zeughauskaserne mit nachstehendem Programm statt: 1. Alexander- Marsch (Parademarsch des 116. Rats.) von Leonhart: 2. Ouvertüre zur Oper „Banditen- streiche" von Suppe; 3. Parademarsch Rr. 1 von Möllendorf; 4. Potpourri «Dom Rhein zur Donau" von Piefke; 5. Gardeschützenmarsch. ** Naturschutzausstellung in Darmstadt. Das Ministerium für Kultus und Bildungs- mefen veranstaltet im November in den Raumen des Landesmuseums eine Naturfchutzausstellung in zwei Teilen, „Naturschutz und Schule" und „Naturdenkmäler unserer Heimat". Während der Ausstellung, die voraussichtlich am 10. November eröffnet wird, sind ferner ßidftbilfcerDorträge und die Vor- führung des Vogelsberg-Films geplant. Freunde der heimischen Natur, die Bilder usw. besitzen, die sich für die Ausstellung eignen (besonders Der- größerte Photographien), werden im Interesse der guten Sache gebeten, diese für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen und sich baldigst mit der Aus- stcllungslcitung (Professor Dr. Spilger, Darmstadt, Pädagogisches Institut) in Verbindung zu setzen. ** 9JI i t „L. 5 9" nach Afrika. Auf Einladung des Bundes der Kolonialfreunde, Ortsgruppe Gießen, sprach gestern Abend in ber Neuen Aula ber Meteorologe Dr. Förster (Leipzig) über bte weltberühmte Kriegsfahrt bcs Zeppelinluftschiffes „L. 59" im November 1917 von Iamboli (Bulgarien) nach Afrika. Das Marineluftschiff sollte bamals bekanntlich den unter Lettow-Vorbeck in Deutsch-Ostafrika kämpfenden deutschen Truppen Kriegsmaterial und sonstige Hilfsmittel für den Felddienst überbringen, es wurde jedoch auf ber Höhe von Chartum burch einen Funkspruch ber Abmiralität aus militärischen Grünben zurückgerufen unb flog roieber nach Jam- boli. Der Redner behandelte in etwa eineinhalbstündigen Ausführungen das erst vor gut Jahres- frist hier in ber Aula von Ingenieur Göbel erörterte Thema sehr fesselnb. Neue Momente vermochte Dr. Forster allerbings nicht zu bringen, ba ber erste Vortragende schon vor einem Jahre diesen denkwürdigen Flug noch allen Richtungen hin sehr gründlich besprochen hatte. Die zur Illustration des Vortrags gezeigten Lichtbilder brachten ebenfalls viel Bekanntes, sie wurden aber in geschickter Gruppierung gezeigt unb erweiterten namentlich bis Kenntnis der technischen Einzelheiten unseres Zep. pelinlustschiffbaues. Der Abend fand seinen Äus- klang in einem Appell des Vortragenden an die Besucher, allezeit den kolonialen Gedanken und die Erinnerung an die Helden des „L. 59", die mit diesem bekanntlich im April 1918 in der Straße von Otranto untergingen, hochzuhalten. Dem Vortragenden wurde reicher Beifall gezollt. Der Besuch des Abends war leider sehr schwach, bei dem bereits erschöpfend bekannten Thema allerdings kein Wunder. w Der Deutsche D au schulbun d, Ortsgruppe Dießen, unternahm gemeinsam mit dem Technischen Verein am vergangenen Sonntag eine Besichtigung der modernen Frankfurter Wohnhaussiedlungen und der neu errichteten Großmark'.h Le. War auch die Witterung dem Unternehmen nicht allzu günstig, so hatten sich doch etwa 50 Personen eingesunden und wurden von den dortigen DundeSbrüdern empfangen. Als Erstes wurde die Siedelung Riederrad, im Vol smunb , Zickzackhausen" genannt, eingesehen. Diese Anlage fand nach eingehender Besichtigung, auch der zentralen Wasch- und Heizungsanlage, mittels deren man 650 Wohnungen beheizen kann, den ungeteilten Beifall der Teilnehmer. Weiter wurden einige in der Räh« liegende Wohnhaussiedlungen kurz gestreift und dann unter Führung des städtischen Marktirrspeltors die Großmarkthalle mit ihren ausgedehnten Kellern, der Kühlanlage und dem eigenen Bahnhof angesehen. Anschließend ging die F h . t durch die Sied, lung:n Rie. erwe ld. Ruß- berg und Römerberg. In der letzteren hatten die Besucher Gelegenheit, eine Reihe Stockwerks» wohnungen von zwei und drei Zimmern mit Zubehör, sowie auch Einfamilienhäuser mit größeren Wohnungen zu besichtigen. Die mitanwesenden Damen interessierte besonders die fogenaamte Frankfurter Küche und ihre Einrichtung; allgemein wurde lobend anerkannt, daß jede Wohnung mit Bad versehen ist. Der Rachmittag war der Geselligkeit im Kreise der Frankfurter Dundesbrüder gewidmet. Zusanunenfassend kann gesagt werden, daß die Veranstaltung einen schönen Verlauf genommen und di« Besichtigung der neuen Bauwerke unserer größeren Rachbarstadt für jeden Fachmann nur vorteilhaft sein kann. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbinblichkeit der Schriftleitung.) 0. D. C. Sie sinb zur Abnahme bet von Ihnen bestellten Waren verpflichtet. Ein Widerruf ber Bestellung ist wirkungslos. Es ist einerlei, ob Sie den Kaufvertrag mit einem Beauftragten ber Firma ober bereu Inhaber abgeschlossen haben. Berliner Börse. Berlin, 5.Ott. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühoerkehr wurde die Stimmung im Anschluß an das erholte Ausland wieder freundlicher, das Geschäft bleibt aber sehr klein, doch schien die Spekulation, die gestern sehr stark ausverkaust hatte, decken zu wollen. Man taxiert AEG. 192, Polyphon 502. 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Lebensjahre, mein innigstgeliebter, treuer Mann, unser lieber, guter Vater, Großvater, Bruder und Onkel SmenWiiMe-Ws x. Wenmlg W Sieben. Seitetsweg 58.1 ireeee. Morgen abend Kneipe mit Altem Herren- Abend. Wegen dem bevorstehenden 47jährlgen Stiftungsfest vollzähliges Erscheinen erforderlich. 8800V Der Vorstand. Morgen, Samstagabend auf allgemeinen Wunsch nochmaliges Auftreten des Herrn Meves 1870-1920 Samstag, 6. Cft., abendS 8'/, Uhr: HaoptversamniluDg im Hotel Victoria. AlterSbr. K..., Of- fenbach, anwesend. Der Vorstand. Lagerraum inklusive Keller und Garage. Aeuherste Angeb. u. K. L. 4388. an Ala Haasenstein ft Vogler, Kassel. Hoben Verdienst ohne Brauchet, er*, jeder, d. d. Vertr. in. konkurrcnzl.btll.7ür- n. Wagenschilder, sowie sonst. Neuheiten. Ctto Siedrecht, ©armen. R7«V 1875-1925 Samstag, 6. Cft.. abends, Ljusammcn- kunft b. Schovven- ickmid, Löwenansse. Tüchtiger Spengler an« jnftoiioteorgeöllie ob. Heizungsmon teur »ür sofort in Dauerstellung ges. 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Zunächst wurde eine Eingabe des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten. Zweigverein Gießen, wegen Ausgleichung von Härten bei der Anrechnung der Militärdienstzeit und eine Eingabe Dr. Otto He h l e r - Darm- stadt behandelt, aber bis zur Vorlage des Stellenplanes z u rü ck ge st e l l t. — Eine Eingabe tc8 Verbandes der Hessischen Justizbureau- Beamten und deren Anwärter. Sih Mainz, ivegen der Vergütungen an die Kanzlei- und Vureaugehilsen wird durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. 3n dieser Antwort wird den Beschlüssen des Verbandes entgegen- gekonunen. — Bei der Prüfung des Bahnpro- iektes Bensheim— Lindenfels haben sich bezüglich der Rentabilitätsberechnung Widersprüche ergeben, die die Einholung eines Ober- autachtens erforderlich machen. Da die Kosten für dieses Gutachten zahlenmäßig nicht ange- Bwerden können, erteilt der Ausschuh.grund- । Genehmigung der Ausgabe. — 3n der egenheit der Anbau- und Ausnutzungs- nwglichkeiten der 3uccapflanze in Hessen berichtet erneut der Minister für Arbeit und Wirtschaft unter Vorlage verschiedener Proben von bisherigen Versuchen. Der Ausschuß wünscht noch ergänzende Unterlagen über die industrielle Verwendungsmöglichkeit und die Rentabilität der Erzeugung. — Die Frage des Bestehens des Großen Kurorchesters in Bad-Ra. u- heim während des Winters kam auch heute nicht zur Entscheidung, da noch ergänzende Erhebungen angestellt werden sollen. Zur Zeit besteht der Zustand, daß im Winter ein kleines Orchester (sogenanntes Tanzorchester) tätig ist. Die Regierung will jedoch versuchen, ob es nicht möglich ist, das große Orchester auch den Win te r über zu halten dadurch, daß es eventuell In benachbarten Städten bei Konzerien, Theatcraufführungcn usw. mitwirkt. Eine in der gleichen Frage vorliegende Antwort wird ebenfalls zurückgestellt. 3n der Aussprache über die Ausführungen des Finanz-ministers wegen der Ard e i t des Sparkommissars in Hessen und den kommenden Etat 1929 begründet Abg. Leuchtgens (Tbd.) seinen von uns gestern mitgeteilten Antrag auf Einsetzung einer Kommission, bestehend aus Vertretern der Regierung und des Parlamentes, die dem Landtag Sparvorschlage unterbreiten soll. Von selten der Regierung wird mitgeteilt, daß sie sich dem Antrag nicht anschließen könne, weil die zur Zeit laßenden Erhebungen des Sparkommissars Reichssache sind, so daß sie also den Abgeordneten die gewünschten Unterlagen noch nicht geben könne. Ein Arbeiten der gewünschten Kommission aber ohne Unterlagen müsse resultatlos bleiben. Der Antrag wird schließlich bei drei Stimmenthaltungen mit der Annahme eines Antrages erledigt, der besagt: „Der Finanzausschuß hat keine Befugnis, über die Einberufung des Landtages zu entscheiden. Er verweist deshalb den Antrag Leuchtgens und Glaser an den hierfür zuständigen Ael testenrat und lehnt ein Eintreten in die materielle Beratung des Antrages als hierfür unzuständig ab. Damit war der Ausschuß mit seinen Beratungen zu Ende. Er wird wahrscheinlich erst kurz vor dem Zusammentritt des Landtags wieder zusammenlommen. Wie wir schon mitteilten, werden die Beratungen des P lenums voraussichtlich erst Anfang Rovember beginnen. Wir glauben auch nicht, daß der Antrag Leuchtgens und Glaser den Präsidenten und den Aeltestenrat veranlassen wird, den Landtag vorher zufammenzuberufen. Evangelisch-Soziale Tagung. WSN. Darmstadt, 4. Oft. Zur Zeit tagt in Darmstadt der Neichsausschuß d e s G e - samtoerbandes der deutsch en cua n g c • lischen Arbeitervereine. Gestern abend sand eine Begrüßungsfeier statt, zu der auch Minister Korel!, Oberkirchenrat Dr. Büchleri Pfarrer Vogel, ein Vertreter des Kultusministeriums und der Stadtverwaltung erschienen waren. Nach der Begrüßungsansprache erinnerte Minister Sore II an die Zeit seines Eintritts als junger Pfarrassistent in den Darmstädter evangelischen Arbeiterverein vor mehr als 31 Jahren. In seinen Ausführungen über sein soziales Programm erklärte sich der Minister auch für die Heilighaltung des Sonntags. Am Buß- und Bettag in Hessen dürfe kein Laden mehr geöffnet sein. Am Heiligabend müsse ebenfalls das Geschäftsleben zeitig schließen. Am schwierigsten sei das soziale Bau- Programm, das allerdings nur auf dem Lande und in Heppenheim von ihm direkt geleitet werde. Im Laufe des nächsten Jahres sollen mindestens ivwjumimiMiiigBgKa 66,75 v. H. von den ihm zur Verfügung stehenden 9 Millionen Mark für Kleinwohnungsbau in den größeren Orten Verwendung finden. Der Minister gedachte dann in ehrenden Worten der Opfer, die Arbeiter- und Beamte im besetzten Gebiet auf sich genommen haben. Pfarrer Vogel sprach dann für die Pfarrvereinigung und die evangelischen Gemeindeorganisationen. Er erklärte u. a., die Pfarrer mußten heute immer wieder betonen, daß der Sozialismus als eine neue ethische Idee nicht nur die Arbeiterschaft, sondern die gesamte Menschheit angehe. Weiter sprachen noch Direktor Nöhrig für den Landesverein der Inneren Mission, Pfarrer Berger für den Evangelischen Bund, Frhr. von Heyl z u Herrnsheim als Präsident des Landeskirchentages und der Vorsitzende des Gesamtverbandes der Evangelischen Arbeitervereine Pfarrer Werbeck. Fiebertage in Oesterreich Von JRene Kraus, Wien. Des Land ohne Liberalismus. Bliebe nicht der Trost, daß angesagte Revolutionen niemals ausbrechen, wäre der ärgste Pessimismus, was den Verlauf der nächsten Tage in Oesterreich betrifft, durchaus gerechtfertigt. Die beiden großen w:hrhasten Organisationen, der Bauern und der marxistischen Arbeiterschaft werden am siebenten Oktober in dem Wien vorgelagerten kleinen 3ndustriestädtchen Wiener-Reustadt gegeneinander aufmarschieren. Wer den Haß kennt, der da und dort am Werk ist, und wer zudem die räumliche Enge berücstichtigt, unter dem der Massenaufmarsch auf beiden Selten voristatten gehen wird,, kann sich den schwersten Befürchtungen nicht entziehen. 3n diesen Tagen und Stunden wartet alle Welt auf das Wunder, das eine Wiederholung der Ereignisse vom 15.3uli des vergangenen 3ahres — bekanntlich des Tages, än dam es in Wien zu den schwersten Ausschreitungen des verhetzten Pöbels kam — verhindern soll. Die Sozialdemokraten, deren österreichische halbkommunistische Spielart, der sogenannte A u st r om a r x i s - m u s, trotz allen aufgeklärten Doktrinen plötzlich wundergläubiger sind, denn religiöse Mystiker, möchten gern, daß die Regierung des Prälaten Seipel dieses Wunder wirke: sie fordern von der Regierung ein Verbot der beiden Kundgebungen, obwohl ihnen sehr gut bekannt ist, daß eine gesetzliche Handhabe zu einem derartigen Verbot nicht besteht. Sie wären freilich bereit, eine solche gesetzliche Handhabe durch ein Augenblicksgesetz zu schaffen, durch eine Bestimmung, zufolge der alle Aufzüge der Verbände und Organisationen zu beiden Seiten, mit Ausnahme der sportlichen Veranstaltungen, für die Dauer eines 3ahres, schon vom siebenten Oktober an, verboten werden sollten. Richts kennzeichnet deutlicher die Wandlung der Verhältnisse in Oesterreich als diese sozialdemokratisch e Anregung. Die Austromarxisten, dieselbe Führerclique, die nicht oft genug betonen konnte, daß sie nur deswegen keine bolschewistischen Methoden anwende, weil die Zeit dafür noch rächt reif sei, obwohl sie. wie immer wieder versichert wurde, nichts als oie Methode von den Bolschewisten unterscheide, dieselben Austromarxisten, deren oberster Grundsatz seit dem Bestehen der jungen Republik immer wieder der Terror in den Betrieben, in denen ihre Anhänger, und in jenen Verwaltungskörpern, in denen sie selbst an der Macht waren, gewesen ist, Hetzer, die immer wieder die Drohung mit der Straße als letztes Argument bereit- hielten, und die die Straße tatsächlich zehnmal in jedem 3ahre aufhetzten — dieselben Männer als jäh gewandelte Gegner der Argumentation der Straße int politischen Kampf, ist allerdings eine groteske Vorstellung Eine Vorstellung, die trotzdem jedem Oesterreicher, der an der aufrichtigen Demokratie hängt, wunderschön erscheinen muh — nur leider: zu schön, um wahr zu sein. Die sozialdemokratische Anregung ist von Regierung und Mehrheit nicht auf gegriffen worden. Man merkt zu deutlich die Absicht, die hinter ihr steckt. Vor allem die Absicht, sportliche Veranstaltungen der Verbände gesondert zu behandeln, beziehungsweise zu erlauben, wenn andere Auszüge verboten fein sollen. Die Sozialdemokratie, deren österreichischer Organisationsapparat zweifellos der überhaupt beste auf der Welt ist, kann ihre Anhänger jederzeit durch Vermittelung ihrer sportlichen Organisationen aufbieten, während Bürgertum und Bauernschaft natürlich keine parteipolitisch angeblich sportlichen Organisationen besitzen. Damit wäre also der alte Zustand wiederhergestellt, daß die Straße einseitig dem Austromarxismus gehört. Mit di es ent Zustand in den letzten Monaten gebrochen zu haben, ist das unbestreitbare Verdienst der Heimwehren, mit deren Leitung man als besonnener Bürgerlicher sonst nicht in allen Punkten übereinstimmen muh. Die Heim- wehren, die ursprünglich zum Schuh der Grenzgebiete gegeit Angriffe aus den annexionslüster- nen Nachfolgestaaten geschaffen waren, und zwar spontan aus den Kreisen der Bauernschaft und des ländlichen Bürgertums heraus, haben später die Aufgabe übernommen, dem Hebergreifen des roten Terrors aufs Land entgegenzuwirken. Seit den fürchterlichen Ereignissen des letztvergangenen Sommers, namentlich seitdem ein im Zusammenhang mit den 3uli-Ereignissen mutwillig herauf» beschworener Verkehrs streik das wirtscha>t» liche Leben der Bundesländer aufs schwerste schädigte, hat die Organisation »des bürgerlichen Selbstschutzes, die keiner Partei nahesteht, keinerlei reaktionäre Ziele verfolgt und außer öem allen Oesterreichern ohne Ausnahme selbstverständlichem Ziel, am Anschluß mitzuwirken, nur einen einzigen Zweck: die Demokratie auf dem Lande zu schützen und den roten Terror zu brechen. Lind deshalb hat sie ungeheuren Zulauf. Die Heimwehren sind nun in ihrem organisatorischen Aufbau so weit, daß sie sich in ruhigen, straff disziplinierten Kundgebungen auch in den Industriestädten zeigen können, aus denen bisher jedes andere Danner außer dem roten streng verpönt war. Ein derartiger Aufmarsch in der sozialdemokratischen Hochburg Wiener-Reustadt kann nunmehr nicht verboten werden, nachdem er monatelang vorher ordnungsgemäß an» gemeldet worden war, nachdem sozialdemokratische Aufzüge ohne Zähl genehmigt wurden und stattfanden und insbesondere mit Rücksicht auf die Tatsache, daß auch dieser Aufmarsch in aller Ruhe sich hätte abspielen können, hätten die Sozialdemokraten nicht durch die später erfolgte Ansetzung einer Gegenkundgebung am selben Ort und zur selben Zeit die Lunte ins Pulverfaß geworfen. Mit einem Verbot bet» I der Kundgebungen wäre lediglich das sozialistische Ziel erreicht, die Veranstaltung der Heimwehren I unmöglich zu machen — und daran mitzuwirken Das Gsslsnproblem des modernen Menschen. . Anläßlich der fünften 3ahrestagung des 3 n- ternationalen Verbandes für kulturelle Zusammenarbeit in Prag sprach am Mittwoch Prof. C. G. 3ung über ^D a s Seelen Problem des modernen Manschen". Er führte u. a. folgendes aus: Der •noöerne Mensch steht am Rand der Welt; über sich den Himmel, unter sich die Rebel einer unabsehbaren Geschichte. Solche seelische Haltung Slfßtoeti höchstmögliche Bewußtheit, daher sind die wirklich Modernen wenige und einsame Menschen. Haben sie sich doch aus dem schützenden Mutters choß der Llnbewußtheit, in dem mit grab» 'en Abstufungen auch die Kulturvölker leben, —-gerungen und sind im tiefsten Sinne ^unhistorisch" geworden. Freilich darf der, der so alle vergangenen Bewußtseinsstufen in sich überwunden hat, nicht verwechselt werden mit jenen Auch-Modernen, die als Entwurzelte an seiner Seite auftauchen, wie Gespenster, und den Begriff des Modernen von jeher gefährdet haben. Höhere Bewußtheit ist Schuld und kann nur von einem im besten Sinn „tüchtigen" Menschen ertragen werden. Bloße Leugnung der Vergangenheit bleibt üble Spekulation, weshalb die besten unter den Modernen sich eher altmodisch geben und ihr Gegenwartsbewußtsein höchstens als ein Geständnis stolzer Armut und die Enttäuschung 3ahrtausende alter Hoffnungen ansehen... Die Seele des modernen Menschen hat eine fatale Erschütterung erlitten und ist wesentlich unsicher geworden. 3ch spreche als Arzt, erkläre aber keineswegs die ganze abendländische Menschheit für krank. Zudem ist mein Urteil um so einfeiliger, als die Problematik der Seele auf der inneren Seite liegt. Wohl gab es Völker und Zeiten mit festen ideellep und rituellen Formen, in denen sich die Seele geschlossen nach außen offenbarte (Aegypten), und die also unpsychologisch, „seelenlos" waren. So blieb die Entdeckung der Psychologie der neuesten Zeit Vorbehalten, weil erst ihre Spezialisierung die Rot der Seele akut werden lieh. Wir sind uneins mit uns selber geworden und haben die Seele als ein Fremdes, ja Feindseliges entdeckt (Freud). Das Unbewußte hat heute, wo die Seele nicht mehr Teil eines festen 1 metaphysischen Systems ist, Eigengewicht bekommen und bedroht unseren Glauben an uns selbst.. | Die sichere Ruhelage des mittelalterlichen Menschen ist uns verloren und unser Ersatz, die Humanität, schwer beeinträchtigt durch die ringsum aufgetauchten Katastrophenaspekte. Die dunklen Hintergründe der Seele faszinieren den heutigen Menschen ungeheuer, wie der Aufschwung von Psychoanalyse, Spiritismus. Theosophie usw. beweist ... Der Bolschewismus steht vielen Menschen heute näher als kms Evangelium, und die Welt trägt ein häßlicheres Gesicht als je. So lockt uns das Außen gewiß nicht mehr fort von der eigenen Seele. 3mmer fällt der moderne Mensch — man denke an Einstein und die jüngste Atomthevrie — aus der kausalen Welt der Phänomene auf die einzige seelische Realität zurück. Der Abendländer ist durch seine ganze Vergangenheit schwerer belastet als irgendeine Rasse: „3hr habt so scharfe Rasen, so dünne grausame Lippen, wir halten euch arte für verrückt — sagt mir ein indischer Freund über die Weißen. Der arische Raubvogel sucht überall Beute und es ist kein Wunder, daß die Ausgrabung unserer seelischen Komplexe, wie Freud sie betreibt, kein sehr wohlriechendes Geschäft ist. Lind doch kann in Aner Bewegung, die solche Leidenschaften erweckt, nichts so Schlechtes und Llntaugliches sein. Hinter Perversität und Aberglauben kündet sich, trotz des ärmlichen Anblicks von heute, ein Besseres an. Roch sträubt sich das allgemeine Bewußtsein gegen die grausame Strenge letzter Selbsterkenntnis, und zwar aus einem gesunden 3nstttckt der Selbsterhaltung. Dem Abstieg ins Dunkle und Häßliche muh das Helle und Schöne folgen. Licht wird immer aus Rächt geboren und keine Sonne bleibt ewig am Himmel stehen, wenn die menschliche Seele es will. Warum gleich an Zerstörung aller Werte denken? Die Welt des Westens legt ein rascheres, das amerikanische Tempo ein. Ein unerhörter Gegensatz beginnt zwischen Außen und 3nnen zu spannen. Aeuherlich betrachtet vielleicht ein letzter Wettlauf des alternden Europa mit dem jugendlichen Amerika, psychologisch betrachtet vielleicht ein gesunder oder verzweifelter Anlauf, der Macht dunkler Raturgesetze zu entrinnen und einen noch größeren, noch heldenhafteren Sieg des Wachseins über den Volkerschlaf zu erfechten..« Lichtspielhaus Bahnhofstraße. 3m Lichtspielhaus lauft seit gestern ein großer achtäktiger Film, der nach einer Rovelle von ©liefan Zweig gearbeitet ist: er heißt „A n g st", de,r Untertitel ist schlecht stilisiert und entspricht nicht der vornehmen und literarischen Haltung des Werkes. Es ist uns nicht gegenwärtig, welche Rovelle gemeint sein könnte, es kommt auch nicht so sehr darauf an; entscheidend ist, daß es sich um ebnen literarischen Film handelt. Lind es kann auch hier nicht übersehen werden, daß er, wie die meisten seiner Ari, die Schwächen ausweist, die nur in seltenen Fällen vermieden werden: was nämlich die Filmtechnik vor der Erzählertechnik voraus hat, genügt nicht, so bestechend es oftmals wirkt, den Vorsprung aufzuholen und auszugleichen. den diese wie jede gute Erzählung stets vor dem Film hat, der sich der gleichen Fabel bemächtigt. (Was schon äußerlich in der Tatsache zum Ausdruck kommt, daß fast nie eine Rovelle nach einem Film geschrieben wird, sondern fast immer umgekehrt.) Lind weil der Erzähler Stefan Zweig die Li- nvenführung aller seiner Rovellen ganz von innen heraus modelliert, aus dem Seelischen und oft aus unbewußten ober unterbewußten Bezirken seiner Gestalten heraus, — deshalb wird auch der beste Film künstlerisch immer schwächer bleiben, weil er die feinen und zarten Linien, die die Rovelle innerlich aufbauen, mit seinen Mitteln unvermeidlich vergröbern muh. Falls man sich dieser Abstände bewußt bleibt (auf die grundsätzlich immer hin gewiesen werden sollte), kann zugestanden werden, daß es sich hier um ein gutes und geschmackvoll inszeniertes Filmwerk handelt, dessen Regie (Hans Steinh o f f) zum mindesten sichtlich bemüht ist, die ungemein schwierige Psychologie dieser Ehegeschichte behutsam im Szenischen aufzulösen und im bewegten Bild zu spiegeln. Er hat eine gute, stets weitertveibende Spannung in feiner Komposition, er verfügt über eine gepflegte und. ausgeglichene Technik und stellt eine sauber ab» gestimmte und eingespielte Besetzung, in der die sympathische und ausdrucksvoll spielende Clga Brink in einer Hauptrolle hervorsticht. Daneben die Herren Edw ards, Fröhlich und Kastner (der manches von feiner einstigen „Lin» widersteblichkeit" eingebüht hat), die Damen Bi» vian Gibson und Margit Manstad. -r- haben Mehrheit und Regierung, abgesehen davon, daß ihnen auch die gesetzliche Handhabe fehlt, begreiflicherweise kein 3>rtereffe. Hoffentlich wird der Katzenjammer unter den Austromarxisten. der auf dem eben abgelaufenen großen Parteitag deutlichen Ausdruck fand, genügen. um sie zu einem gewissen Einlenken zu veranlassen und so den gewaltsamen Zusammenstoß der Gegner zu verhüten. Das große Llnglück für Oesterreich ist eben, daß das Land keinen politisch wirkenden und wirksamen Liberalismus hat, der hier feine menschliche und historische Rolle a 1 s Vermittler zwischen den Extremen z u beiden Seiten zu spielen hätte, obwohl die ganze geistige Struktur des Oesterreichers den Liberalismus besonders begünstigen müßte. Möglich, daß der liberale Grundzug des österreichischen Menschen einem besonderen politischen Liberalismus keinen Spielraum mehr läßt. Möglich, daß der Liberalismus unter den Oeste.rreichern zu selbstverständlich ist, als daß er als politisches Programm genügen würde. Daß es aber trotzdem zu schweren Erschütterungen kommen kann, wie zur Erschütterung dieser Fiebertaae, die einen Bürgerkrieg in greifbare Aussicht stellt, beweist, daß die verbindende Macht des politischen Liberalismus doch für ein demokratisches Staatswesen unentbehrlich ist. Wieso es zu so schweren Erschütterungen kommen kann, woran es liegt, daß wohnungs- und arbeitslose Proletariermassen sich von radikalen Demagogen leicht und so weit verhetzen lassen, daß ihr Druck einen noch schärferen Gegendruck auf der anderen Seite gebiert — das ist eine Frage, die man den Männern von Versailles vorlegen müßte, die Europa die fratzenhafte Maske von heute gegeben haben. O-erheffen. Landkreis Gießen. DLollar, 4. Okt. Zwei hiesige Einwohner weiden in diesen Tagen 7 5 Jahre alt. Weißbinder- meister Franz laubert vollendet heute, Rektor a. D. Georg Karl Sehrt morgen das 75. Lebensjahr. Beide erfreuen sich auch guter geistiger und körperlicher Gesundheit. * Linden st ruth, 5. Oft. Dis zum 11. Oktober ist die Straße von Reiskirchen in Richtung Grünberg bis zur Abfahrt nach Harbach für alle Fahrzeuge gesperrt. Die Kurve hinter Lindenstruth, an der vor einigen 3ahren das Denninhoffche Auto verunglückte, wird wesentlich verbreitert und gepflastert. Der Verkehr wird über Hattenrod-Harbach geleitet. «c* Stangenrod, 4. Okt. Ein Unfall, der leicht noch schwerere Folgen hätte haben können, ereignete sich dieser Tage in unserer Gemeinde. Der Landwirt Friedrich Döll fuhr mit seinem Gespann Kühe ins Feld. Plötzlich scheuten die Tiere und Doll kam so unglücklich zu Fall, daß die Kühe auf ihn traten und ihn übel zurichteten. Schwere Verletzungen am Kopf und an den Deinen, Rippenbrüche usw. waren die Folgen für den bedauernswerten Mann. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 4. Okt. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Die Ausstellung einer Schuldurkunde über ein Staatsban - darlehen für Rechnungsjahr 1928 in Höhe von 43 500 Mark wurde genehmigt. Desgleichen wurde die Ausfertigung eines Schuldscheines in Höhe von 11000 Mark für ein vom Mathilden- stift gewährtes Darlehen gutgeheißen. Dasselbe dient zur Ablösung eines Zwischenkredites, der vom Reich zur Erbauung eines Deamtenwohn- hauses gewährt und am 1. Oktober 1928 zu» rückzuzahlen war. — Der Eisverein, der am Ebersgönser Weg eine Eisbahn Herrichten will, wird ein Darlehen im Betrage von 3000 Mark gegen 5 Prozent Zinsen und selbstschuldnerische Bürgschaft der Herren Ludwig Braubach jr., Dr. Speth und Christ. Wießler genehmigt. Die Bauleitung übernimmt unverbindlich und kostenlos die Stadt Butzbach. — Für die wieder als Vollanstatt eingerichtete Land- Heue keuische Ausgrabungen in Palästina. lieber die Orabungsarbeiten, die Dr. Welter im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts bei Balata, etwa 100 Meter östlich von Nablus und am Berge Gerizim vorgenommen hat, wird in der „Times" berichtet. Balata wurde mit dem alten Shechem identifiziert, das im Buch der Richter, Kapitel 9, Bers 4, erwähnt wird: es scheint aber eher der nahegelegene Ort Migdal Shechem zu fein, von dem im Buch der Richter, Kapitel 9, Vers 49, die Rede ist. Die Hauptentdeckung bestand in einer breiten stumpfen Pyramide von 131 Quadratfuß, die auf einem Sockel von 16 Fuß Höhe erbaut war und augenscheinlich den Teil eines Turms zur Befestigung bildete. Darüber befand sich vermutlich der Tempel des Baal, der im oberen Teil der Pyramide lag. Es ist ein Raum von 85 zu 68 Füß mit 16 Fuß dicken Mauern, von zwei Türmen flankiert. Nahe dabei find würfelförmige Keller, die den Kornspeichern ähneln, die zu Pithom in Aegypten gefunden wurden. Unterhalb der Befestigungen stieß man auf Spuren einer älteren Stadt, die aus der Zeit um 1700 v. Ehr. stammt und von Mauern umgeben war. Diese Stadt wurde 1300 v. Ehr. zerstört kmd darüber entstanden die zuerst entdeckten Befestigungsanlagen: die Häuser der Bewohner lagen außerhalb der Mauern. Auf dem Berg Gerizim wurde in der Nähe des samaritanischen Opferplatzes die christliche Kirche freigelegt, die der Kaiser Zeno 484 baute nach der Niedermetzelung der Christen durch die Samariter. Aus der Fülle der Einzelfunde läßt sich die Anlage dieser Kirche genau erkennen. In der nächsten Saison will Dr. Welter die später von Justinian angekate Befestigung und den samaritanischen Tempel erforschen. Hochschulnachrichten. Der durch das Ableben des Geh. Regierungs- rades 3oh. Gadamer an der Universität Marburg erledigte Lehrstuhl der pharmazeutischen Chemie ist dem ordentlichen Prof. Dr. Phil, et med. bet. Peter Danckwortt an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover angeboten worden. — Der a. o. Professor für klassische Philologie an der deutschen Universität tnPrag, Dr. Theodor Hopfner, ist zum ordentlichen Professor dieses Faches ernannt worden. Wirtschaftsschule ist die Anschaffung von 12 Schulbänken erforderlich, wofür die of.cn in Höhr von 750 Mark genehmigt werden. gesundheitlichen Gründen und auch aus Ersparnü'gründcn soll das Lahntorschulhous mit W a r m w ass e rh e i z u n g versehen werden. Die Einrichtungskosten belaufen sich auf etwa 4000 Mark. Der Vorstand des Kugelhausfonds, dem das Schulhaus gehört, ist bereit, die Warmwasserheizung durch die Stadt auf seine Kosten einbauen zu lassen, und bittet um ein Darlehen in vorangegebener Höhe, das er zu 5 v. H. verzinsen und mit 1 v. Sy tilgen will. Dem Antrag wird entsprochen. — Im Voranschlag für 1928 ist ein Betrag von 4000 Mark für die Autoverkehrsgesell schäft vorae- sehen, der an die Firma ausgezahlt werden soll, so- weit die Einnahmen zur Bestreitung der nötigen Ausgaben nicht ausreichen. Dieser Betrag ist seither voll in Anspruch genommen worden. Da bis setzt keine Möglichkeit für Butzbach und die übrigen Gemeinden bestand, die Einnahmen und Ausgaben in ausreichendem Maße nachzuprüfen, und ein Ein- luß auf die wirtschaftliche Führung des Betriebs ür die aeldgebenden Gemeinden nicht gegeben ist, oll ein L e i st u n g s v e r t r a a mit der Firma auf die Dauer von 5 Jahren abgeschlossen werden, der die jährlichen Zahlungen der Gemeinden regelt, und außerdem die gegenseitigen Rechte und Pflichten der beteiligten Gemeinden und der Autoverkehrsgesellschaft regelt. Weiterhin konnte die durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 16. Dezember 1927 für die Autoverkehrsgesellschaft bewilligte Bürgschaft von 10000 Mark bis letzt nicht geleistet werden, weil die Gesellschaft sich weigerte, Sicherheit zu stellen. Um die Gemeinden für die zu leistenden Bürgschaften etwas zu sichern, ist ein Sicherung s- und Uebereignungs- vertrag mit der Firma abzuschließen. Durch diesen Vertrag übernimmt Butzbach im Einverständnis mit der Firma Freitag eine Bürgschaft von 10 000 Mark. Die Versammlung stimmte den vorliegenden, am 2. Oktober zwischen der Autoverkehrsgesellschaft Butzbach und Umgegend, sowie den Gemeinden Hochweisel, Kleeberg, Langenhain, Münster, Dornholzhausen, Niederkleen und Fauerbach v. d. H. abgeschlossenen Verträgen zu. In die nach §3 des Leistungsvertrages zu bildende besondere Kommission werden gewählt: Bürgermeister Dr. Jansen, Beig. P l o ch, die Stadtv. Hadermann, Jantz, Linkmann und Speer, während die übrigen Gemeinden je einen Vertreter stellen. Kreis Büdingen. h. Bad Salzhausen, 4. Oft Am Sonntag wurde die diesjährige Badesaisvn geschlossen. Im Kurhaussaale fand ein sehr gut besuchter Schluhball statt, bei dem zwei Gesangvereine die Pausen durch Dorträge schöner Lieder ausfüllten und Ansprachen von den Vorsitzenden der Vereine, Steinbruchbesiher Nickel aus Ober- Widdersheim und Ingenieur Roth aus Frankfurt a. M.. gehalten wurde. Im ganzen genommen kann die nun beendete Dadesaison als.gut bezeichnet werden. Die Pensionen und Gasthäuser waren immer beseht, ebenso das Kaufmannsund das Blindenheim. Letzteres beherbergt noch einige Gäste weiter. /^Geiß-Nidda, 4. Okt. Hier ist die K a r - toffelernte gut ausgefallen. Die Landwirte bekommen für den Zentner 4,50 Mk.; für Industrie werden 5 Mk. bezahlt. In der angrenzenden Gemarkung Bad-Salzhausen ist die Feldbereinigung soweit beendet, daß Äe Zuweisung der neuen Grundstücke erfolgen kann. Man wünscht, daß es baldigst geschieht, weil von hier viele Landwirte dabei interessiert sind. s. Berstadt, 4. Okt. Die Obstversteigerung an der hiesigen Provinzialstraße fand unter außerordentlich starker Beteiligung statt. Im Gegensatz zu sonstigen Jahren sah man unter den Steigerern auch viele Obstzüchter, die Heuer nicht einmal ihren eigenen Bedarf geerntet haben. Obwohl der Stratzenzug von hier bis Inheiden zu'den bestbehangenen des Kreises gehört, erreichten die Preise eine seit langen Jahren nicht gekannte Höhe. Die meisten Bäume kamen auf 30 bis 42 Mk. Dabei stellte sich der Zentnerprers für Goldparmänen auf etwa 16 bis 20 Mk. Kreis Schotten. Schotten, 4. Oft. In einer Versammlung der Wassergenossenschaft Oberwald, in der als Sachverständige Regierungsbaurat Steinbach vom Kulturbauamt Gießen und Oberforstmeister Dr. Baader (Schotten) zugegen waren, wurden weitere Maßnahmen erörtert, die zu einer Besserung derWasser- verhältn.isse der Nidda führen sollen. Um die Abwässer des Hochmoors im Oberwald nutzbar zu machen, soll ein Entwässerungs- und Zuleitungssystem geschaffen werden. Die größtenteils versumpften Quellen in der Nähe der Nidda und ihrer Dachläufe will man fassen und für geeignete Zuleitungsgraben sorgen. Der untere von den beiden Forellenteichen, die fett Jahrzehnten trockengelegt sind, soll wieder mit Wasser gefüllt werden, da dir Auffassung, es werde dadurch der Nidda Wasser entzogen, nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Leider der- -fügt die Wassergenossenschaft nicht über die -Mittel, die zur Durchführung der als notwendig erachteten Maßnahmen ausreichend wären. Sie -hofft aber, daß sich auf andere Weise Deckungs- moglichkeiten erschließen lassen werden. Kreis Alsfeld. w Nieder-Ohmen, 4.Okt. Auf dem gestrigen Ferkelmarkt waren etwa 200 Tiere aufgetrieben. Die Preise bewegten sich zwischen 17 und 26 Mark, je nach Alter und Qualität Der Markt wurde ziemlich geräumt Auch einige Stück Rindvieh waren aufgetrieben und wurden gehandelt. Mit dem Viehmarkt war wieder ein Krämlermarkt verbunden. Kreis Lauterbach. Lauterb ach, 4. Okt. Aus der jüngsten Gerne i nde r a tssi hun g ist u. a. zu berichten: Für di« Freiw. Feuerwehr ist die Anschaffung von 200 Wir. Hanfschlauch erforderlich geworden. Die Versammlung stimmte dieser Anschaffung zu und bewilligte die erforderlichen Mittel in Höhe von etwa 520 Mk. Die Reichszentrale für Heimatdienst be- absichllgt auch in diesem Jahre, voraussichtlich im Laufe des Monats November, staatsbürgerliche Blldungstage in hiesiger Stadt zu veranstalten. Es wurde beschlossen, hierfür einen Zuschuß bis zu 50 Mk. zu bewilligen. In einer früheren Sitzung war beschlossen worden, in der „W-iilhelmshohe" (Haus Lindenstrahe Nr. 67) eine Wandererherberge einzurichten.Bür- germeiister Walz verlas den zwischen der Stadt und dem in Frage kommenden Hausbesitzer abgeschlossenen Mietvertrag, der vom Gemeinderat gr>nehmitzt wurde. Am Schlüsse der Sitzung gab der Bürgermeister davon Kenntnis, daß sich di« Provinzialdirektion Oberhessen be- Auf in den Kampf, Torero! Oer Matador erzählt au6 seinem Leben . Von Jüan Der Autor dieses Artikels ist der berühmteste spanische Stierlampser und gilt als der bedeutendste Torero aller Zeiten. Er trägt den Beinamen „el Fenomeno“, das Phänomen. Im allgemeinen liebe ich es mehr, in der Stier.cm, ,c.r na zu fechten als vv i .r u spr chen. Wenn ich tro.ch.'M einmal eiaeAusn hiernach«, um dem deutschen Publikum einiges vom Stier- kampse zu erzählen, so tue ich dies, um auch im Auslands das Interesse für den Kampf in der Arena zu wecken. Das Leben des Stierkämpfers bedeutet dauernde Nervenanspannung: trotzdem ist das Vorhandensein des seelischen Gleichgewichts und unbedingte Ruhe nach außen hin die erste Voraussetzung für ein glückliches Bestehen des Kampfes. Jedesmal, wenn ich mich zu einem Stierkampf begebe und von meinem Weibe Abschied nehme, sage ich zu ihr: „hasta luego“ (Leb wohl). Ich spreche so ruhig, als ob ich zu einem Spaziergang ginge, wenn ich auch niemals weih, ob ich mein W^ib noch einmal Wiedersehen werde. Da ich mitunter bis zu hundert Engagements in der Saison hatte, wiederholte sich diese beklemmende Abschiedsszene, die äln- gewißhcit -der nächsten Stunden auch hundertmal im Jahre. Ich glaube, ich kann es jedem meiner Leser überlassen, sich selbst ein Bild meiner Lage zu machen. Die Frauen der meisten Toreros bleiben dem Schauspiel des Staerkampfes fern, wenn der Gatte selbst den Helden der Arena spielt Auch meine Frau ist nie anwesend, wenn ich kämpfe: sie sitzt zu Haus, betet und erwartet, wenn ich in einer anderen Stadt kämpfe, fiebernd das übliche Telegramm „Nichts Neues". Wie leicht aber kann einmal dieses Telegramm statt der harmlosen Worte die inhaltsschwere Botschaft bringen „Bin verwundet, erwarte Dich". Oder noch Schlimmeres. Mit Wehmut denke ich heute an den Beginn meiner Laufbahn. Meine Familie war sehr arm und der Ausblick für meine Zukunft äußerst trübe. Mir waren vom Schicksal nur zwei Wege vorgezeichnet Entweder muhte ich versuchen, ein berühmter Stierkämpfer zu werden, um schnell zu Ruhm und Geld zu gelangen oder ich muhte mein Leben in dauernder Armut und Not verbringen. Mein lebhaftes Temperament, mein ungebändigter Ehrgeiz trafen die Entscheidung. Schon mit 16 Jahren versuchte ich mich zum erstenmal in Valencia in einer Arena. Ich besaß damals wohl den nötigen Mut um mich dem Stier entgegenzustellen, hatte aber noch nicht einmal einen Sticriämpferanzug, den ich mir erst von einem harmlosen Varietetomiler leihen mußte. Ich kämpfte gegen einen bösartigen und daher gefürchteten Stier und hatte bei meinem ersten Auftreten noch nicht den von mir gewünschten Erfolg. Als ich darauf die Flinte ins Korn werfen wollte, ermunterte mich zu meinem Glück ein alter Picador zu einem erneuten Versuche, indem er mir gleichzeitig llar zu machen versuchte, daß ich alles Zeug in mir hätte, ein großer Torero zu werden. Der alte Picador war ein guter Menschenkenner und verstand etwas von seinem Beruf. Ich habe es nie bereut, daß ich ihm gefolgt bin. Nach erfolgreich bestandenem zweiten Kampf ging mein Aufstieg sehr schnell vor sich. Man mag mir verzeihen, wenn ich die Ansicht vieler meiner Kritiker wiederhole, wonach ich die Kunst des Stierkampfes direkt revolutioniert habe. Nie zuvor hatte sich ein Torero so nahe an den Stier herangewagt, nie hatte er die Nähe des gereizten Tieres förmlich gesucht. Man behauptet von mir, daß ich sozusagen zwischen den Hornern des Stieres arbeite. Meine von den Hörnern des Stieres zerfetzten Anzüge legen Zeugnis von meiner Arbeit ab. Tatsächlich hat sich das Publikum an diese von mir eingeführte, äußerst gefährlich aussehende, nervenaufpeitschende Kampfesweise so gewohnt, daß es sie stets aufs neue zu sehen verlangt. Zwei junge talentvolle Torervs — Dallesteros und Carpio — mußten ihr Leben in der Arena lassen, als sie meine Kampfesweise nachzuahmen suchten. Ich selbst bin bei der Ausführung meines gefährlichen Berufes ost genug verwundet worden. Belmonte. Glücklicherweise nie ernsthaft. Eines TageS entging ich nur wie durch ein Wunder dem Tode. Ich floh vor einem rasenden, bereits verwundeten Stier, den: ich durch kurze Wendungen zu entgehen suchte. Als mir dies nicht weiter gelang, wollte ich mich über die Schranke in Sicherheit bringen. Der Stier jedoch kam mir zuvor und in seiner blinden Wut stieß er mit voller Wucht mit seinen Hörnern gegen diese Schranke, die er zu beiden Seiten meines Körpers förmlich zerhackte. Ein Zoll nach rechts oder nach linls und ich wäre auf der Holzbarriere angespießt gewesen, wie ein Schmetterling auf dem Pappkarton. Ja, der Tod lauert stets in der Arena, und es erschüttert mich stets von neuem, wenn ich von den tödlichen -Unfällen meiner Kameraden oder Mitkämpfer in der Arena höre. Glücklicherweise war ich nicht anwesend bei jenem denk- .würdigen Kampf in Talavera, in dem mein bester Kamerad, Ioselito, ein wirllich genialer Torero, unter den Hörnern des Stieres sein Leben lassen mußte. Ioselito und ich hatten bereits in mehreren hundert Stier kämpfen Seite an Seite gestanden. Er war ein Kämpfer von klassischem Körperbau und besaß ein ausgeprägtes Eelbst- bewußtsein, das ihm das Gefühl unbedingter Sicherheit verlieh. Don einigen Schrammen bei Beginn seiner Laufbahn abgesehen, war er noch nie ernstlich verletzt worden. An jenem unglücklichen Tage mußte irgend etwas ihn in besondere Erregung verseht haben. Er kämpfte unsicher, unüberlegt, und ehe wir uns recht bewußt waren, was geschahen war, hatte ihn der Stier aufgespießt. Äe spitzen Hörner drangen ihm in den Unterleib und verletzten ihn töd- , lich Einige Tage später trat ich in Madrid auf. Der übliche Jubel empfing mich, aber die Zurufe und Schreie, die Musik und die mit äußerster Spannung geladene Atmosphäre der Arena riefen mir die Erinnerung an meinen toten Kameraden — mit dem ich ursprünglich an dem Tage zusammen auftreten sollte — in mir wach Die Erinnerung an Ioselito ergriff mich so mächtig, daß ich plötzlich wie ein Kind weinen mußte, während die Menge vor Begeisterung tobte. Wenige Minuten später stand ich vor einem riesigen Stier. Nie habe ich all meine Seelenkräste mehr gebraucht als in jenem Augenblick, nur unter Anspannung aller Energie gelang es mir, mich soweit zu konzentrieren, daß ich den Kampf siegreich bestand. An diesem Tage kannte die Begeisterung der Zuschauer keine Grenze. Gleich stark lebt die Erinnerung in mir an den tragischen Tod Gaviras, eines vielversprechenden Stierkämpfers. Der arme Kerl war nie glücklich in seinen Kämpfen, und es gelang ihm trotz größter Anstrengung nie, wirkliche Popularität zu erringen. Er lebte mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in recht dürftigen Verhältnissen. Schließlich forderte man ihn auf, in einem Stierkampf in Madrid aufzutreten, den die Madrider Presse veranstaltete. Hätte sich Gavira an jenem Tage durch besondere Tapferkeit hervorgetan, so wäre sein Ruhm gesichert und damit natürlich auch seine bisherige Not beendet gewesen. Dies wußte er, und er strebte daher danach, sich besonders auszuzeichnen. Er liebte seine Frau abgöttisch, und der Gedanke an seine Frau muß in seinem älnterbewußtsein vorherrschend gewesen sein, denn seine Nervosität war so groß, daß ihn der Stier beim ersten Angriff töten konnte. So erhielt die Frau, die sich bereits zu dem Festschmause angekleidet hatte, statt der Freudenbotschaft von seinem Erfolg die Trauerbotschaft von seinem rühmlosen Tode. Vielleicht ist das, was ich gefaxt habe, dazu angetan, die Abneigung des Auslandes gegen den Stierkampf noch zu vertiefen. Ich gebe auch gern zu, daß es brutale Momente im Stier- kampf gibt, und ich will keineswegs leugnen, daß er ein höchst gefährliches, nervenanstrengendes Schauspiel ist. Trotzdem glaube ich, daß der Stierkampf edler und ästhetischer wirkt als z. D. ein Boxkampf, der doch die beliebteste Schaustellung von Millionen und Abermillionen ausländischer Sportfreunde ist. veiterklärt habe, im Saufe des nächsten Jahres b;tvf« um» Anordnung dieses ^Unterrichts aus.- Im sprach der Vorttagende, der bereits als Heimatforscher hervorgetreten ist, über die Ortschro- n i k, wobei zwei Forderungen aufgesteltt wurden: 1. nicht nur Registrierung, sondern auch Beurteilung der Ereignisse, 2. Niederschreiben von Beobachtungen und Erfahrungen. In der Aussprache wurden die neuesten Bestimnmngen der Kirchenbchörde hinsichtlich der Benutzung der Ortschronllen bekanntgegeben, wonach ein Ausleihen der Ortschronit durch die Pfarrämter nicht gestattet und auch die Einsichtnahme durch andere Personen nicht erlaubt ist: dagegen sind die Pfarrämter verpflichtet, Interessenten Auskünfte Wer das in der Ortschronik Niedergelegte zu erteilen. Pfarrer Dornscheuer (Schotten) berichtete sodann über dm derzeitigen Stand der Dekanatsbibliothek und deren Kasse. Pfarrer Römer (Schotten) sprach über dm evangelischen Kreiswvhl, ahrtsdienst. Zum Schlüsse gab Dekan Volp die behördlichen Verfügungen bekannt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 6., und Sonntag, den 7.Oktober: Laubhüttenfest. Samstag: Vorabend 5.45 Uhr, morgens 8.30; nachmittags 4. Sonntag: Vorabend 6.45; Jugendgottes- dienstmitPredigt; morgens 8.30; nachmittags 6; Festesausgang 6.35 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Freitag, den 5. Oktober: morgens 6.15 Uhr. — Samstag, 6. Okt., und Sonntag, den 7. Oktober: Hüttenfest ende und Gesetzesfreude. 1.lag: Vorabend 5.25; morgens 8; nachmittags 4. 2 Tag: Vorabend 6.40; Jugendfeier; morgens 8; nachmittags 4; Festes- ausgang 6.35. — Wochengottesdienft: morgens 6.30; abends 5.30 Uhr. Korsetts Vorteilhaftes Angebot ab Aafä Leib. Der Vorstand. Statt Karten! Verlobte Mk. 5.65, 87?6D Mk. 1.90, 2.GO Statt Karten! 8779a Frdr Ü7J36] Frankfurter Straße MARKT 16 Bahnhofstraße Vermählte Gießen, den 6. Oktober 1928 Marktstraße 2 Landmannstraße 12 07039 Helene Werner geb. Büppel Gießen, plockstraße 11 87981$ RASSOL Warme Schuhe, enorme Auswahl, billige Preise Wetzlar Lahnstraße 3" Framersheim Rheinhessen Gießen Bahnhofstr. 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Vormittags von 11.30 bis 12.30 Uhr Promenade-Konzert am 116er-Oenkmal, nachmittags 2.30 Uhr Ausflug nach dem Schisfenberg mittels Autos Fulda Aschaffenburg Würzburg .Marktstraße 17 Landingstraße 6 Augustinerstraße 1 Markt 3 I 1 i I f KW -W I W MU-- W Schuhe; Autpmqntel ^sonstige Lederartikel färbt nacK neuestem Verfahren Färberei Braubach 8 Fischer ■ \ STOFFE Sommerprossen Seltersweg 68a. 7448A 50 50 50 5.75 4.50 8.75 liiiliiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiii! ilHiiiiiihiiiiiiiiiiiiiiiiihiiiiiiiiiiniiiiiu Sehr große Auswahl in Mantelfutter sowie Plüsche für Besätze zu besonders billigen Preisen I erwe Was viele noch nicht wissen Besichtigung ohne Kaufzwang! LUDWIG Teppiche Tisch- und Diwandecken zu günstigsten Preisen und Bedingungen Beachten Sie bitte unsere Schaufenster und Passage mich t. den hartnäckigsten Fällen werden in einigen Tagen unter Garantie durch das echte unkchädl. TeintverschönerungSmuel ^BcnuS" Stärke 6 iges. gesch.« beseitigt. Preis 2.75 Mk. Keine Schälknr. 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Staatsangehörigkeit des Wohnungsuchenden; 8. jetzige Wohnung, Straße, Hausnummer, Zahl der Zimmer, Küche, Bad, Kammer usw.; 9. Wird die Wohnung im Haupt- oder Untermietver- hä^nis bewohnt?; 1(1 Name des Vermieters; 11. Friedensmiete der Wohnung; 12. Gesuchte Wohnung. 87836 Die mündliche Erneuerung und Ergänzung der Wohnungsgesuche wird auf dem Geia-äftszimmer des Städtischen Wohnungsamts, Lonyftraße 21, in der Zeit von 9 bis 12 und 16 läs 18 Ahr entgegengenommen von den Wohnungsuchenden, deren Familienname beginnt mit dem Buchstaben: A: Dienstag, den 16. Oktober 1928; B, C und D: Mittwoch, den 17., und Donnerstag, den 18. Oktober 1928; E, F und G: Freitag, den 19. Oktober 1928; H und I: Montag, den 22. Oktober 1928; K und L: Dienstag, den 23. Oktober 1928; M und N: Mittwoch, den 24. Oktober 1928; O, P und Q: Donnerstag, den 25. Oktober 1928; R: Freitag, den 26. Oktober 1928; S: Montag, den 29. Oktober 1928; Sch: Dienstag, den 30., und Mittwoch, den 31. Oktober 1928; St: Donnerstag, den 1. November 1928; T, U und V: Freitag, den 2. November 1928; W: Montag, den 5. November A928; X, Y und Z: Dienstag, den 6. November 1928. Die bis zum 15. November 1928 nicht erneuerten Dohnungsgesuche werden für ungültig erfrört Wohnungsuchende, die in der Kartei des Wohnungsamts noch nicht eingetragen find, können ihre Eintragung in der Zeit vom 15. bi» 20. November 1928 bewirken. Gießen, den 4. Oktober 1928. Der Oberbürgermeister. I. D.: Eh-. Hamm. Arbeitsverqebrmg. Nachstehende Arbeiten zum Neubau der Heilstätte für Tuberkulose der oberen Lust, roege in Gießen sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: Glaserarbeiten, a) Hauptgebäude. 1. Zirka 685 qm Fenster mit Glasung; 2. zirka 40 qm eichene Balkontüren; 3. zirka 120 qm Verglasungen; b) Wirtschaftsgebäude. 1. 95,50 qm Fenster in Eichenholz; 2. 5,60 qm Balkontüren. Im Ganzen oder geteilt in mehreren Losen. Die Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen im Bureau des Architekten Bourat h. Meyer, Frankfurter Straße 5, zur Einsicht offen. 87690 Die Angebote auf Vordruck sind bis zum Eröffnungstermin Freitag, den 12. Oktober 1928 vormittags 11 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen daselbst einzureichen. Zuschlag^frist: 14 Tage. Gießen, den 5. Oktober 1928. Der Heilstättenoerein für Hessen. Ä Ur 255 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 5. Oktober 1928 Turnen, Sport und Spiel. Frühzeitige körperliche Erziehung Schon früh zeigt sich im Kinde der Hang zum frohen gemeinschaftlichen Spiel. Do schwer es ist, dem einzelnen Kinde Interesse und ßuft am Spiel ernzustößen, so viel leichter ist es, Iugend- liche in noch schulpflichtigem Alter zu gernein- fchastlichen Spielen heranzuziehen. Nachahmungstrieb und der Eifer des Kindes, es anderen gleichzutun, geben dem Erzieher die zur Durchführung notwendige Unterstützung. Die Entwicklung hat es mit sich gebracht, dah heute nur noch wenige Eltern während der Schulzeit ihre Sprößlinge — zumeist dann auch nur aus verständigen Gründen — dem gemeinsamen Spiel fernhalten. Begrüßenswert find vor altem die Bestrebungen her interessierten Kreise. Knaben und Mädchen im gleichen Umfange heranzubilden, indem man sie zu einem in seinen Anforderungen allmählich steigenden systematischem Turnen heran- zieht und ihnen Gelegenheit gibt, bei Spiel und Turnen die kleinen, in der Entwicklung befindlichen Körper zu stählen. Erholender, fester Schlaf begünstigt die folgende, vorübergehende körperliche Ermüdung zu günstigem Stoffwechsel, der, durch Muskelermüdung verursacht, zum Nutzen der werdenden Organismen wirkt. Das sich stark bemerkbar machende Hungergefühl ist nur eine Folge der richtigen, sich in mäßigen Bahnen bewegenden Anstrengungen, und ist allen künstlichen Medizinen für schwach entwickelte Jugendliche vorzuziehen. Alle Kinder zeigen durchweg einen verschiedenen, angeborenen Grad von Muskelbildung; nur sind die einen von früher Jugend an nicht gehindert worden, ihre Kräfte zu nützen und zu üben, während die anderen mit Bedacht davor bewahrt werden, sich auch nur in geringstem Maste anzustrcngen. In zweckentsprechender Weise sind die Deinmuskulaturen der Kinder entwickelt, da alle Laufen und ihre Körperlast tragen gelernt haben. Mangelhaft entwickelt sind dagegen meistenteils die Muskeln der Arme unö der Schulter, sowie des Rückens aus dem einfachen Grunde, weil sie eben viel zu wenig betätigt werden. Die Folge davon ist so manche fehlerhafte, schlechte Körperhaltung, die, vom Erzieher rechtzeitig erkannt, noch durch zweckmäßige Körperausbildung des Kindes zu beheben ist. Asm beachtenswertesten ist jedoch, daß die langsame Entwicklung der Körpermuskeln Hand in Hand mit der Heranbildung der wichtigen Herzmuskulatur gehen muß, die den Sportleistungen der Menschheit die feste Grenze zu setzen vermag: versagt doch stets eine zurückgebliebene Körper- und auch Herzmuskulatur, selbst bei verhältnismäßig geringen körperlichen Anstrengungen. Im Krankheitsfall sind gut ausgeblldete Herzmuskulaturen der beste Widerstand. Außerordentlich groß ist daher die Bedeutung der frühen körperlichen Heranbildung der Jugendlichen, der sich die Erzieher und Eltern unseres Nachwuchses stets bewußt sein müssen, um mittels praktischer turnerischer Gymnastik, und anregender Sportspiele die mit schwächlichen Muskeln bedachten Kinder rechtzeitig und planmäßig zu stärken. F- V. Fußball in Süddeutschen-. Auch am kommenden Sonntag gibt es bei den Fußball-Derbandsspielen der süddeutschen Bezirksliga besonders wichtige Zusammentreffen im Bezirk Main-Hessen. Die Gruppe Main läßt mit Rotweiß und Eintracht ihre beiden Spitzenvereine um die fernere Führung in der Gruppe kämpfen. Rein spielerisch mag man' Eintracht bevorzugen, aber der Vorteil des eigenen Platzes hat gerade in diesem Falle schon einmal alle Berechnungen über den Haufen geworfen. Man muh den Ausgang des Kampfes daher abwarten. Noch ein zweites Ortstreffen geht in Frankfurt vor sich. F. Spv. spielt gegen Union Niederrad. Auch hier ist eine Voraussage sehr schwierig. Vielmehr sollten die Niederräder noch etwas bessere Ansprüche auf den Sieg haben. Die Offenbacher Kickers wollen sich von der F. Dgg. 03 Fechenheim natürlich den Ruhm. der älnbesiegbarkeit auf eigenem Platze nicht nahmen lassen. Außerdem können sie nur durch einen Sieg den Anschluß an die Spitzengruppe aufrechterhalten. Beim F. C. 1893 Hanau stimmt die jüngste Niederlage in Aschaffenburg etwas mißtrauisch. Trotzdem kann man an keinerlei Gefahr seitens des Ortsrivalen, Sp. Dgg. 60/94, glauben. Sehr hart wird in Aschaffenburg um den Sieg gekämpft werden. Viktoria wird sich Germania Bieber nicht ohne weiteres beugen wollen. In der Gruppe Hessen pausiert der Spitzenklub Wvrmatia Worms. Alemannia Worms hat in dem D. f. L. Neu-Isenburg den Tabellen- zwellen zu Gast. Ein etwaiger Sieg der Isenburger kann bei der annähernden Gleichheit der Parteien nur sehr knapp ausfallen. F. Spv. 05 Mainz braucht sich vor der Sp. Gern. Höchst Wohl kaum zu fürchten. Weit vorsichtiger muß sich schon der 1. F. C.03 Langen gegenüber der Sp. Vgg. 04 Arheilgen verhalten, wenn er nicht noch mehr ans Ende der Liste geraten will. Hassia Dingen kann nach Lage der Dinge gegen den Sp. D. Wiesbaden nur Zufallschancen in Anspruch nehmen. Bezirk Bayern. In der Gruppe Nvrdbahern sollte der 1. F. C. Nürnberg vor einem weiteren Siege über den F. V. 04 Würzburg stehen. Auch die Sp. Dgg. Fürth wird von Bayern Hof nicht mit Punktverlusten zurückkehren wollen.Franken Nürnberg scheint sich in dem Maße gebessert zu haben, in dem D. f. R. Fürth nachlieh. Das macht das nunmehrige Zusammentreffen der beiden mäßigen Mannschaften zu einer offenen Sache. Der 1. F. C. Bayreuth wird dem A. S. D. Nürnberg lebhaften Widerstand bieten und vielleicht sogar eine Lleberraschung bereiten. In der Gruppe Südbahern darf man sich diesmal wohl ohne Einschränkung an die Münchener Vereine halten. Es handelt sich um die Treffen Bayern München gegen den D. S. V., welch letzterer noch nichts Gleichwertiges gezeigt hat, Wacker München gegen Schwaben Augsburg und Schwaben Hirn gegen S. D. 60 München. Fußball in Hessen-Hannover. Der Hessen-Hannover-Bezirk hat am nächsten Sonntag in der Gruppe Nord die Kämpfe Hessen 09 gegen Tura und Göttingen 05 gegen Spielvevein angeseht. Den ersten Kampf dürften die Hessen, den anderen Spielverein gewinnen. In der Gruppe Süd wird auch Germania Marburg gegen B. E. Sport Kassel wenig Siegesaussichten in Kassel haben. V. f. B. Die Ligamannschaft fährt am kommenden Sonntag nach Dillenburg, um mit der dortigen Liga um die Punkte zu kämpfen. Man tonn der D. f. D.-Mannschaft einen glatten Sieg über Dillenburg zutrauen. Allerdings darf sie den Gegner nrcht unterschätzen. Die 0:11-Niederlage, die die Dillenburger am vergangenen Sonntag in Wetzlar erlitten, kann leicht zu einer ähtter- schähung ihrer tatsächlichen Spielstärke führen, die sehr deutlich durch ihren nur wenige Wochen vorher in Dillenburg errungenen Sieg über den Sportverein Wetzlar zum Ausdruck kam. Die unerwartete Durchschlagskraft der Dillenburger auf ihrem eigenen Platz hat schon mancher spiel- staicken Elf Zrie unangenehmsten Lleberraschungen bereitet. Dasselbe gllt für die Ligareservemannschaft, die ebenfalls auf dortigem Platz Der- bandsspielgegner der Dillenburger Ligareserve ist. Auch sie sollte einen klaren Sieg mit nach Hause bringen können, wenn sie von Beginn an mit denselben Leistungen aufwartet, wie sie sie in der zweiten Halbzeit des Vorsonn- Geld fällt vom Himmel. Roman von Paul Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wenn er sich vorbeugte, konnte er Inge sehen, deren Züge von Melancholie leicht überschattet waren. Was konnte ihr fehlen, die von ihrem Vater verwöhnt wurde, wie die ganze Stadt wuhte? In diesem Augenblick wandte sie sich ihm zu, und ihre Blicke trafen sich. Er sah, dah sie errötete, und ein Ozean von Glück überschwemmte ihn. Mit einem scheuen Blick zu ihrem Bater hinüber wagte er es, sein Glas gegen sie zu erheben. Sie dankte mit einem kleinen Lächeln, das gleich wieder verblaßte. Von da an hatte Brodersen einen flörer weniger. Nach einer Weite kam Blinsky zu ihm und nahm auf einem Hocker nebenan Platz. Grottecks gute Laune verschwand. Er hatte das Gefühl, daß dieser Mensch ihn beaufsichtigen und von weitern Vertraulichkeiten gegen die Tochter seines Chefs zurückhalten wollte. Sie sprachen in halblautem Ton Gleichgültiges, Blinsky immer sein japanisches Lächeln um die dünnen Lippen, Grotteck vorsichtig, immer auf der Hut. Allmählich glaubte er zu verstehen, daß Blinskn einen Auftrag erfüllte, indem er ihn ins Gespräch nahm und ablenkte. 9m Kreis um Brodersen hatte sich das Thema geändert. Vielleicht war nur der Faden wieder auf- genommen, der bei seinem Dazukommen fallen- gelassen war. Er hörte von internationalen Finanzaktionen, von boschewikischer Propaganda in den Dftftaaten und Rumänien, von Kriegsvorbereitun» f|en an der litauisch-polnischen Ärenze, von bevor- tehenden Umwälzungen in Anaora. Mitten in ihrem privaten Zwiegespräch wandte sich Blinsky bisweilen an seinen andern Nachbar, einen schweigsamen, eleganten Herrn, und übersetzte einige Wendungen jener Unterhaltung ins Englische, was jedesmal mit höflicher Kopfneigung quittiert wurde. Blinsky folgte also Brodersens Worten, während er Grotteck unterhielt oder — ablenkte. Grotteck empfand das Ungewöhnliche mit veini- gendem Schmerz. Er wandte sich gereizt an feinen Nachbar: „Sie erfüllen Ihre Aufgabe gut." „Welche Aufgabe?" fragte Blinsky mit hoch- gezogenen Augenbrauen. „Natürlich die, mich von der Sprachbegabung des Russen zu überzeugen. Sie sind doch Russe? „Man sagt es. Aber es ist schon so lange her, daß ich es selber kaum glaube. „Sie können nicht zurück?" Ein flüchtiges, ironisches Lächeln umfloa Blinskys Mund. „Oh, ich könnte wohl zurück. Aber, was wollen Sie, Herr Baron? Ich habe hier eine so gute Stellung — wie kann ich da an eine Rückkehr denken?" .Ich dächte, die Heimat fei das Beste des Menschen?" „Meine Heimat ist die Welt, die Menschheit", sagte der Rüste langsam, feierlich, fast wie ein Bekenntnis. „Bravo. So ungefähr sagt es die Hapag ja auch. ,Mein Feld ist die Welt', nicht wahr? Sie haben sich weite Ziele gesteckt, Herr Blinsky." Er erhob sich lachend, ohne den finstern Blick des andern zu beachten, und ging auf Inge zu, die an der Balkontür stand. Die Gesellschaft halle ihr Gefüge gelodert und stand dicht davor, sich aufzulösen. Beide traten auf die breite Plattform und schauten über die blumengefüllten Basen hinunter auf die Lichterketten der einschlafenden Stadt. Ein zweiter Sternhimmel war da unten ausgebreitet. Dichtere Lichtbündel verkündeten den Bahnhof, einige schnurgerade Lichtlinien neuere Straßen und die Allee, die zum Fluß führte. Don den Höhen der ferneren Umgebung schimmerte es schwach wie ein Gruß. Ein kühler, würziger Hauch kam vom nahen Wald herüber. „Wer ist dieser Blinsky eigentlich?" fragte er unvermittelt. Inge zuckte die Achseln. „Wer.er ist? Ein junger, strebsamer Mann, der bescheiden und anstellig ist und die rechte Hand meines Vaters. Irn übrigen hat er Talent zu allen möglichen Dingen." „Ich weiß: er lithographiert, malt und kann verschiedene Sprachen." „Er will mich malen." „Aber Sie erlauben es nicht?" fragte er hastig und erregt. tags zeigte. Nach diesen zu urteilen, darf man sogar ein recht hohes Resultat erwarten. Die 3. Mannschaft fährt zum Verbandsspiel nach Qucrfborn. Dank ihrer größeren Spiel-Erfahrung sollte sie in der Lage fein, ihrem Gegner mit Erfolg die Punkte streitig zu machen. Unter normalen Voraussetzungen kann ihr Sieg ein recht hoher sein. Nach einem Ruhesonntag greift auch die V. f. B.- Jugend wieder in die Pflichtspiele ein. Die 1. Mannschaft steht in Wetzlar dessen 1. Jugendelf gegenüber. Trotzdem sie nach längerer Zeit zum ersten Male wieder in bester Besetzung antritt, wird sie gegen die spielstarken Wetzlarer nur im besten Falle einen knappen Sieg herausholen können. Die 2. Iugendmannschaft hat im Pflichtspiel gegen die 1. Jugend Leihgesterns den Vorteil des eigenen Platzes. Sicherlich wird sie ein besseres Ergebnis erzielen, als die dritte Jugend, die vor kurzem gegen Leihgestern 0:8 verlor. Zu einem Sieg gegen den körperlich überlegenen Gegner wird es jedoch kaum reichen. Auch die 2. S ch ü- lerrnannschaft wird sich im Gesellschaftsspiel auf hiesigem Platz der 1. S ch ü l e r e I f von Leih- ?e ft e r n beugen müssen, da auch hier die bessere örperliche Verfassung den Ausschlag geben wird. Spielvereinigung 1900 Gießen. o. Am nächsten Sonntag wird die Spl^lvereini- gung 1900 erstmals mit allen Mannschaften in die Meisterschaftsspiele dieser Saison eingreifen. Der Verein Spiel und Sport Oranien 1914 Frohnhausen (Dill) erscheint mit Liga- und Ligareservemannschaft, sowie den Allerjüngsten, der Schülerelf, in Gießen. Die Frohnhäuser Liga, die in der letzten Verbandsspielsaison recht gut abge- schnillen hatte, hat diesmal einen schlechten Start gehabt, denn auf eigenem Platze unterlag sie dem Liganeuling Burg mit 3:0 Toren. Die 1 900er Liga sollte jedoch auf Grund dieses Ergebnisses nicht auf den Gedanken kommen, die Begegnung am kommenden Sonntag als eine untergeordnete mit leichtem, glattem Sieg zu betrachten. Die Spiel- Vereinigung 1900 konnte ihre seitherigen Treffen mit Frohnhausen siegreich gestalten, allerdings bewies der Unterschied im Resultat (8:1 und später 3:2), daß die Frohnhäuser im Aufstieg begriffen sind. Man kann in die Gießener Spieler das Vertrauen setzen, daß sie die Partie zugunsten des Platzvereins, wenn auch nur knapp, entscheiden. Im Spiel der Ligareserven glaubt man, auf Grund des seitherigen Abschneidens, mit einem Sieg der Einheimischen rechnen zu dürfen. 1900s 3. Mannschaft trägt ihr zweites Verbandsspiel in Ettingshausen aus. Sind die Gießener mit gewohntem Eifer bei der Sache, so sollte auch hier der Sieg über Ettingshausens zweite Elf errungen werden. Den Reigen der Jugendspiele eröffnet die zweite Jugenb im Pflichtspiel gegen »Teutonia" Steinberg erste Jugend. Anschließend trifft 1900’8 erste Jugend auf die erste Jugend vom Sportklub Wetzlar-Niedergirmes. Dann folgen die ersten Schülermannschaften von 1900- Gießen und Aßlar bei Wetzlar. Zwischen dem Spiel der Ligareserven und der Ligamannschasten bestreitet 1900’8 dritte Jugendmannschaft ein GeseUschastssPiel gegen die Schüler- elf von Frohnhausen an der Dill. Obwohl alle Jugendmannschaften der Spiclvereinigung 1900 ersatzgeschwächt antreten, kann man mit günstigem Abschneiden rechnen, da der Vorteil des eigenen Platzes für die Gießener sehr ins Gewicht fällt. Fußball in Großen-Buseck. Am nächsten Sonntag ruht die erste Mannschaft aus. Die „Zweite" des F.C. 1926 Großen-Buseck hat am nächsten Sonntag die gleiche Mannschaft von L i ch zu Gast. Da sich beide Mannschaften an Spielerfahrung ziemlich gleichwertig sind, so wird der Ausgang demgemäß zu beurteilen sein. Die 1. Jugend ist für Niederweisel verpflichtet, ein Sieg der Mannschaft wird möglich sein. Sie sah ihn mit überraschtem Lächeln an. „Ich hatte bisher gar nicht darüber nachgedacht." Er hatte eine andere Antwort erwartet und fühlte sich enttäuscht. „Wahrscheinlich ist er auch so ein ehemaliger russischer Fürst, wie?" höhnte er. „Alle Russen, die sich in unserm Vaterland breitmachen, sind ja Prinzen oder Fürsten gewesen. Es muß ganze Bataillone davon gegeben haben." Sie lächelte noch immer über die Gereiztheit seiner Stimme. „Ich glaube nicht. Dazu ist er ein viel zu fleißiger Arbeiter. Denken Sie, er arbeitet sogar oft nachts. Er experimentiert viel." Grotteck wollte sagen, daß er vielleicht Dinge tue, die das Licht des Tages zu scheuen hätten, aber er sagte nur: „Hoffentlich fabriziert er keine Bomben." „O nein. So altmodisch ist er nicht. Er sagt, er sei einem neuen Steindruckoerfahren auf der Spur." „Also ein genialer Erfinder?" „Genial? Ach nein. Er hat wohl nur Talent. Aber eins haben ja alle Russen, die zu uns kommen. Wenigstens schwören sie selber darauf. Kennen Sie übrigens die Geschichte vom Maler Pett- kow in Paris?" „Nein." Er wollte sagen, daß er eigentlich ganz andere Dinge mit ihr zu besprechen habe. Wer sie erzählte schon lachend weiter „Also der große Pettkow malte Bilder, und zwar nur im Riesenformat. Sie verstehen, weil Rubens und Michelangelo es geradeso gemacht hatten. Er malte eine Sündflut mit Dutzenden lebensgroßer Unglücklichen darauf, denen man das Sterben wahrhaftig gönnte. Und er mietete ganze Säle zur Ausstellung und stellte rechts und links von den Schinken Lorbeerbäume und empfing die Gäste bei unsichtbarer Harmoniummusik in priesterlicher Gewandung. Wie einst sein Landsmann Wereschtschagin." „Ein glücklicher Mensch, dieser Pettkow! „Nein, denn er hatte bisweilen lichte Augenblicke. Und in einem solchen stöhnte er zu mir über die Schwierigkeiten, die ihm bas Aktmalen bereitete. Da prägte er das treffende Wort: »Komposition kann sein idealisch, aber Akt gibt kein Pardon ..." Wider Willen stimmte er in ihr helles Lachen ein. „Also Blinsky ist nicht genialisch?" „Sind Sie noch immer bei Blinsky?" fragte sie verwundert und mit ein wenig Spitzbüberei m der Stimme. „Sie wissen doch, wer er ist?" Fußball in Heuchelheim. Nachdem der Sportverein Heuchelheim das Aufstiegspiel zur Liga nicht für sich entscheiden konnte, ist er gezwungen, weiter in der A-Klasse zu spielen. Am kommenden Sonntag findet das erste Verbandsspiel in Heuchelheim gegen Ettingshausen statt. Auf eigenem Platze müßte Heuchelheim Sieger bleiben. Arbeiter-Tum- und Sportbund. In der ersten Vezirksklasse treffen sich am kommenden Sonntag N a u n h e i m 1 und W e tz l a r l in Naunheim. Hier werden die Plah- besiher überlegen sein und den Gästen eine empfindliche Niederlage bereiten. — Gießen Ib fährt nach Marburg, um gegen die dortige E r st e anzutreten. Nach dem in den letzten Spielen gezeigten Eifer dürften auch aus diesem Spiele die Gäste als Sieger hervorgehen. — Auf dem Wiesecker Sportplätze stehen sich W lese ck l und Heuchelheim! gegenüber. Wieteck, das eine längere Ruhepause hinter sich hat, darf die Gäste nicht unterschätzen, wenn es seine gute Position in der Tabelle nicht aufs Spiel setzen wi'll. In der zweiten Vezirksklasse stehen sich in Naunheim Naunhe imll und Niedergirmes! gegenüber. Wer aus diesem Tressen ckls Sieger hervorgehen wird, ist nicht vorauszu- sagen. — Wieseckll ho! Rodheiml zu Gast. Ob es hier den Einheimischen gelingt, den Gästen ein ebenbürtiges Spiel zu liefern, hängt vom vollständigen Antreten der Mannschaft ab. — Kinzenbach! geht nach Leun, um gegen die dortige Erste anzutreten. Hier treffen zwei gleichwertige Gegner auseinander, wovon der glücklichere Sieger bleiben wird. — Oppenrod! hat Alsfeld!! zu Gast. Hier werden die Einheimischen überlegen sein. — Sau* bringen! hat Hungen! zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner treffen hier aufeinander, wovon Daubringen den Vorteil des eigenen Platzes für sich hat und wohl glücklicher Sieger bleiben wird. In der Jugendklasse stehen sich Naunheim und Gießen in Naunheim gegenüber. Hier werden die Gäste ein Plus für sich haben und wohl Sieger bleiben. — W i e s e ck hat Treis zu Gast. Hier dürsten die Plahbesitzer die Desseren sein und wohl Sieger bleiben. — Klein-Linden fährt nach Groß-Seel- h e i m und wird sich von der dortigen Jugend den Sieg nicht nehmen lassen. — Grünberg hat Leun zu Gast. Ob es den Einheimischen gelingt, die Gäste mit einer Niederlage nach Hause zu schicken, hängt von ihrem Eifer im Spiel ab. Aeue deutsche Alugwettrelorde. Auf dem ©elänbe des Hamburger Flughafens errichteten am Mittwoch vormittag der Pilot M a s s e n b a ch und sein Begleiter Petersen auf einem Leichtflugzeuge der Klasse C „Bäu- mer-Sausewind B !V A“ eine Stundengeschwindigkeit von 214 Kilometer und überboten damit die von Paul Bäumer am 10. Juli 1927 in dieser Klasse mit einem Passagier aufgestellte Welthöchstleistung von 191,959 Kilometer ganz beträchtlich. Auf „Sausewind" stellten am Donnerstag auf dem Hamburger Flugplatz Fuhlsbüttel die Pi^o en Petersen und Dr.-Jng. Langsdorfs einen neuen Höhenflug-Weltrekord auf. Die Flieger erreichten eine Höhe von etwa 6100 Metern. Den alten Rekord mit zweisitzigen Leichtflugzeugen hielt der Engländer de Havil- land mit einer Höhe von 6054 Metern. Aus der Schwimmbewegung der O. T. Auch im schlechten Sommer des Jahres 1927 hat der Besuch des Schwimmens in der D. T. zugenommen. 1925 pflegten es 2269 Vereine mit 1 524 786 Besuchen: 1926: 2921 Vereine mit 1 972 203 Besuchen: 1927 : 3152 Vereine mit 2176 617 Besuchen. Die Besuche des letzten Jah- Er blickte schweigend auf die tausend Lichter der Stadt unten, auf die Hügel, die sich in die Straßen hineinschoben und sich nun tiefer verdunkelten. Er bekam es in diesem Augenblick nicht fertig, sie an- zusehen: wie hatte er nur seine Eifersucht, die ihm selbst bis jetzt unbekannt war, zeigen können? Er konnte vor Inge Brodersen nicht lügen. Das war es. Sie betrachtete ihn aufmerksam, und endlich begann sie leise: ,Jynen ist diese Landschaft fremd wie mir. Ist es nicht sonderbar, daß wir dennoch hier Wurzel geschlagen haben?" ,Ja, wir sind von verschiedenen Strömungen in den gleichen Hasen getragen worden. Ist es ein Zufall?" Sie errötete und war froh, daß er es im Dunkeln nicht bemerken konnte. In ihren Händen zer- blätterte eine Klematisblüte. Sie fühlte sich schwach und unendlich glücklich. Aus dem Zimmer, wo die Gäste jetjt in losen Gruppen umherstanden, auf das Signal zum Auf- bruch wartend, knallte eine Lachsalve in die feierliche Stille. Inge blickte zurück und sagte schnell, im leichten Plauderton: „Es gibt keinen Zufall. Jeder Schritt, den wir gehen, ist in uralten Gesetzen vorgeschrie- ben — jeder Atemzug — jedes Lachen, jede Träne. Wissen Sie das nicht?" Kurt Grotteck fühlte erstaunt den Unterschied der ernsten Worte und des konventionellen Tons. Da sah er Blinsky an der Balkontür stehen, halb abgewandt, unauffällig. Nun begriff er Inge, und er antwortete im gleichen Tonfall: „Also ist es Bestimmung, dah ich Sie liebe, Inge?" Sie legte den Schal fester um die Schultern. „Es wird kühl. Ich muß hinein." Verwirrt folgte er ihr. Hatte sie mit ihm gespielt? Hatte die Nähe des Lauschers sie abgeschreckt? Aber was ging sie dieser Angestellte Ihres Vaters an? Plötzlich fiel ihm fein Reichtum ein, der drunten in der Stadt in einem lächerlichen Bersteck schlief. Er war nicht mehr der mittellose junge Mann aus guter Familie, er konnte um Inge Brodersen werben und ihren Weg glatt und eben halten. Konnte er es denn? Gehörte ihm denn dieser Schatz schon? (Fortsetzung folgt.) res verteilen sich auf 1 068 815 Turner. 428 451 Turnerinnen, 427 815 Knaben und 251 536 Mädchen. Da jedoch 6552 Turnvereine, wenigstens im Sommer, eine Schwimmgelegenheit haben, sind es noch nicht einmal 50 Prozent der Turnvereine, die das Schwimmen ausnutzen. Eigene Badeanlagen haben jetzt 35 Turnvereine geschaffen. Wirtschaft. * Stand der deutschen Spareinlagen Ende August Ende August 1928 betrug der Bestand an Spareinlagen bei Den deutschen Sparkassen 6252,3 Millionen Mark, gegen 6074,5 Millionen Mark Ende Juli 1928. Die Zunahme stellte sich mithin auf 177,8 Millionen Mark, während im Juli eine Steigerung um 153,1 Millionen Mark zu verzeichnen war. Die Giro-, Scheck-, Kontokorrent- und Depositeneinlage betrugen Ende August 1365,0 Millionen Mark, gegenüber 1334,5 Millionen Mark Ende Juli. • E i n Verein zur Erhaltung der Frankfurter Wesse. 3n der Frankfurter Handelskammer fand gestern die Gründung des Vereins zur Aufrechterhaltung der Frankfurter Meßen statt. Den Vorsitz übernahm Geheimrat Dr. h. c. A. von Weinberg. Ramens der Messe- und Ausstellungsgesellschaft sprach Stadtrat Dr. L i n g n a u dem vorbereitenden Ausschuß den Dank aus. Weitere prominente Persönlichkeiten des Frankfurter Wirlschaftsl.bms gehören dem Vorstand des Vereins an. Die Höhe der bis jetzt gezeichneten Beiträge bestätigt in vollem Mähe die in die Gründung des Vereins gefetzten Erwartungen und dokumentiert gleichzeitig die Bedeutung, die in Wirtfchaftskreisen der Frankfurter Messe beigelegt wird. * Verein für Chemische 3ndustrie, Frankfurt a. M. In der angekündigten Auf- sichtsratssihung wurde die bisherige Verhaute lungsgrundlage zur gütlichen Beilegung der Dif- ferenzeir mit der Rortt Mij. genehmigt, doch sind noch einige Besprechungen mit der holländischen Gesellschaft notwendig. Es ist wohl anzunehmen, daß wieder eine Interessengemeinscha t. allerdings in anderer Form als die bisherige, zu- standekom "t. * Zus mmenfchlußverhindlangen in der F^uerwehrgeräteindustrie. In Weimar sand eine Zusammenlunft der Firmen statt, die in der Herstellung von Feuerwehr- geräten maßgebend sind. Man hat über Maßregeln zur Gesundung dieses Industriezweiges beraten. Die Branche tlagt über ungesunde Konkurrenzverhältnisse: vor allem beanspruchen unter den Abnehmern die kommunalen Verwaltungen lange Ziele, während der Fabrikant Löhne, Gehälter und alle sonstigen älnkosten, Steuern und Zinsen prompt bezahlen müsse. Die führenden Firmen streben nach geordneten Verkaufs- und Zahlungsbedingungen. Man will die kleine Zahl führender Firmen, die in dieser Branche in Frage kommen, zu einem Trust zusammenschließen. Wie hierzu mitgeteilt wird, werden die Verhandlungen noch fortgesetzt. • Vene Fusion im Warenhausgewerbe. Die Katz-Textil-A.-G. in Bielefeld hat, wie WTD.-Handelsdienst erfährt, eine Ka- pitalerhöhung vorgenommen, die dem weiteren Ausbau des Katz-Konzerns dienen soll. Der größt« Teil der Wtien wurde von dem Kölner Kaufhaus Michel & Co., QL-®., übernommen, das Sitz im Aufsichtsrat und Vorstand der Gesellschaft erhält und gleichzeitig Konzern-An- schluhfivma mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. ab geworden ist. Der Harne der Bielefelder Firma wird in ..Katz L Michel, Deptil-A.-G." mngeändevt. Zweck des Zusammenschlusses ist, durch Erhöhung der Konsumentenschaft die Tätigkeit der Gesellschaft auf breiterer und einflußreicherer Basis weiterzuführen. Diesem Erwei- terungsplan dient «in umfangreicher Neubau in Bielefeld, der bereits im Oktober fertiggestellt und noch in diesem Iahr« bezogen werden soll. Das umfangreiche Gebäude genügt auch für einen evtl, weiteren Ausbau des Unternehmens. Zur Ausgestaltung der bereits bestehenden Eigen- fabrckation wurde ferner eine Interessengemeinschaft mit der Bielefelder Herrenwäschefabrik L. I. Hirschfeld beschlossen. Mit anderen Fabrikationsunternehmungen wird wegen weiterer Anschlüsse verhandelt. Die vor einiger Zeit gegründeten Verkaufshäuser und Vertretungen in Chemnitz, Plauen und Apolda sollen durch ein in Berlin geplantes E-inkaufshaus größten Stils ergänzt werden. * G ründung des belgischen Tabaktrustes. Unter Mitwirkung der Sociste ®6nerale und der Banque Teige pour l'Gt a ger, sowie der Banque Italo-Belge wurde nunmehr der belgische Tabaktrust (Tabacofina) errichtet. Die neue Gesellschaft wird mehrer« große Tabak verarbeitende Firmen aufnehmen und die Rationalisierung der Produktion und des Verkaufs durchführen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. OIL, 5. Oft. Tendenz: unsicher. - Die Börse eröffnete in stiller Haltung. Bei dem fast vollkommenen Fehlen der zweiten Hand war die Kulisse weiterhin zu Abgaben geneigt und die allgemeine Stimmung war l ust - los und ziemlich unsicher. Einige günstig« Momente konnten kaum eine anregende Wirkung auf die Tendenz ausüben. So wurde di« Zunahme der deutschen Spareinlagen im August, die günstigen Kaliabsatzzifsern und der Bericht des Stahlwerksverbandes, der eine Besserung des Auslandgeschäftes feststellt, nur wenig beachtet. Auch die Erhöhung der gestrigen Auslandbörsen und die starke Entspannung des Reuyorker Geldmarktes konnte die Stimmung nicht nennenswert beeinflussen. Lediglich nach einigen Spezial- papieren b. stand einiges Intcresse. Vor allem nach Karstadt, die 55 Prozent höher tagen, weiter gefragt waren außerdem Deutsche Linoleum mit plus 1,25 Proz., Berliner Handelsgesellschaft mit plus 1,13 und am Elektromarkt Siemens mit 1,25 Proz. Die übrigen Elektrowerte blieben gut behauptet. An den übrigen Märkten traten zu den ersten Kursen meist Qlbschwächungen bis zu 2 Proz. ein. Farben eröffneten 1,60 Proz. niedriger, während Scheideanstalt auf dem erhöhten Kursniveau ter gestrigen Abrndoörse behauptet blieben. Zellstosfwerte gaben je 1 Proz. nach. Am Bankenmarkt tagen Danatbank, De utsche Bank, D i s c o n t o ge s e l l s ch a f t und Dresdner Bank je 1 Proz. niedriger, Reichsbank und Barmer Bank 2 Proz. gedrückt. Montanwerke tagen nicht einheitlich, Rhe in st a hl mit minus 2,5 Proz. stärker angeboten, Mannesmann minus 1,5 Proz., wächrend Klöckner 0,75 Proz. und Rhein. Braunkohle 1 Proz. anzogen. Am Markte der A u t o a k t i e n gaben RSÜl. 1 Proz. nach, Kleher waren behauptet, Daimler leicht erhöht. Von variablen Werken waren Wayh & Freitag 1 Prozent schwächer. Verein für chemische Industrie behauptet. Deutsche Anleihen gaben etwas nach. Von Auslandrenten Anatolier rückgängig, ungarische Renten etwas verlangt. Im Verlause wurde die Haltung allgemein schwächer, da die Spekulation weiter zu Verkäufen schritt. Bei kleinsten Umsätzen gaben Farben, AEG., Daimler und Reichsbank je 1 Prozent nach Siemens verloren 2,75 Prozent. Am Geld- m a rkt war Tagesgeld zu 6,75 Prozent wieder knapper. Am Devisenmarkt' nannte man Mark gegen Dollar 4.1982, gegen Pfund 20.361, gegen London Kabel 4.848 250, gegen Paris 124.02, gegen Mailand 92.63, gegen Madrid 29.70, gegen Holland 12.0920. Berliner Börse. Berlin, 5. Oft. Die schwachen Börsen der letzten Tage und vor allem die starken Schwankungen in Neunork und an den übrigen Auslandbörsen haben die Unsicherheit zu Beginn des heutigen Vormittags- Verkehrs noch verstärkt. Fehlenden Orders standen weiter Entlastungsk;ufe gegenüber, so daß sich die hohen im heutigen Vormittagsverkehr genannten Kurse nicht behaupten konnten, sie wurden auf einige günstige Nachrichten bei kleinen Umsätzen herauf- gesprochen, vielleicht war auch seitens der Spekulation, die gestern starke Abgaben vorgenommen hatte, wieder gedeckt worden. Ein guter Bericht des Stahlwerksverbandes, der eine Besserung des Ausland- geschästes aufweift weiter steigende Tendenz der Spareinlagen im Reiche, neue Verhandlungen zur Schaffung eines europäischen Oelmonopols, gute Kaliabsatzziffern für September regten anscheinend, ebenso wie der feste Neuyorker Börsenschluß, bei erleichtertem Tagesgeldsatze von 6^5 v. Sy an. Die Abschwächungen zu Beginn der Börse begründete man mit ungünstigen Meldungen in den Reparationsverhandlungen, vor allem dürste aber die Interesselosigkeit des Publikums ausschlaggebend gewesen sein. Eine einheitliche Tendenz setzte sich nicht durch, die Veränderungen gegen gestern mittag waren im allgemeinen klein, vereinzelt konnte man aber Abschwächungen bis zu 3 v. H. feststellen. Darüber hinaus verloren Schlesische Bergwerk 3,5 d. Sy, Svenska 4 Mark, Bembera 4 und Schuckert 4,5 v. Sy Relativ fest eröffneten Deutsche Waffen, Deutsche Linoleum, Karstadt und Polyphon. Deutsche Anleihen waren eher schwächer. Altbesitzanleche wegen der Auslosung nicht notiert. Ausländer geschäftslos. Pfandbrief- markt gehalten. Roggenpfandbriefe schwächer. Der Geldmarkt war weiter leichter. Tägliches Geld 6 bis 8 v. Sy, Monatsgeld 8,25 bis 9,25 v. H. Warenwechsel etwa 7 v. Sy Der Verlauf neiate weiter zur Schwäche. Eine Ausnahme hierbei machten Glanz- ft o f f, die, angeblich auf Deckungskäufe, 6,5 v. Sy über Anfang umgingen, Erdöl, Polyphon, Karstadt und R h e i n ft a h l, doch hietten sich die Befferungen bei diesen Papieren im Rohmen von 1 ü.Sy F rrkfurter Getreidebörse. Frankfurt a. OIL, 5. Oft. Der Frankfurter Prvdufteurnarft verkehrte zum Wochenschluß in weiter freundlicher und fester Haltung. Auf die abermals erhöhten Auslandmeldungen konnte sich heute die festere Tendenz der Woche weiter fortsetzen. Namentlich Weizen und Roggen, die gestern geringfügig angeboten waren, zogen heute 0,25 Mk. an. Hafer und Mais schlossen sich dieser Preisbewegung ebenfalls mit 0,25 ML an. Futtermittel lebhafter gefragt. Es notierten: Weizen 23,25 bis 23,50; Roggen 22,75 bis 23; Sommergerste für Brauzwecke 25,50; Hafer, inländischer, 22,75 bis 23,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,25 bis 21,50; Weizenmehl süddeutsches, Spezial 0, 33,75 bis 34; Roggenmehl 31 bis 31,25; Weizenkleie 14,25 bis 14,40; Roggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. Oft. Das verhältnismäßig kleine Inlondangebot von Brotgetreide, namentlich von Weizen, und die geringe Kauflust der Mühlen, die nach wie vor über schleppendes Mehlgeschäft klagen, halten die ülmsatztätigfeit am Platze rn engen Grenzen. Dagegen besteht nach der Küste weiter gute Frag« für Weizen zur Deckung erfolgter Exportabschlüsse. Die Forderungen waren ziemlich unverändert. Gebote waren jedoch unter Dem Eindruck der schwächeren Auslandmeldungen nur auf ermäßigtem Preisniveau zu erhallen. Roggen hat, da das Exportgeschäft noch nicht wieder voll in Gang gekommen ist, schwierigen Absatz. Mehle werden nur für den laufenden Bedarf getauft, bei Geboten sind die Mühlen zu Preiskonzessionen bereit. Hafer wird am Platze vom Konsum vorsichtig gekauft, das Angebot ist jedoch weiter klein, da die Küste nach wie vor zur Komplettierung der für den Export verkauften Partien Ware an sich zieht und auch höhere Preise b w lügt. G.rsten haben unr«.ändert ruhiges Geschäft. Der Lieferungsmarkt verkehrte für beite Drotgetreitearten in matterer Haltung. Roggen und auch Weizen hatten Preiseinbußen bis 1,50 Mark zu verzeichnen, besonders gedrückt lag Oktoberroggen bei einem Preisverlust von 2,50 Mark. Bon den heute besichtigten 30 Tonnen Weizen und 240 Tonnen Roggen konnten nur 30 Tonnen Weizen und 60 Tonnen Roggen für kontraktlich lieferbar erklärt werden. Es notierten für je 1000 kg: Weizen, märt., (74,5-kg/bl-Ge- wicht, östliche Stationen über Notiz) 208 bis 211, Oft. 222,50 bis 222, Dez. 232,50 bis 232, März 238,75 B.; Roggen märt, (69-kg/tü-Gewicht, östliche Stationen über Notiz) 206 bis 209, Oft. 219, Dez. 227, März 235,50 (matter); Braugerste 231 bis 251 (stetig); Futtergerste 200 bis 211; Hafer, mark., 194 bis 205, Oft. 209 bis 207. Buntes Allerlei. Tödlicher Schlag mit der Tapelenrolle. Auf einem Berliner Aeubau schlug bei einer harmlosen Hänselei ein Tapezierer seinem Kollegen im Scherz mit einer Tapetenrolle auf den Kopf. Beite arbeiteten dann weiter und besuchten sogar nach Feierabend 7wch eine Wirtschaft, um ein Glas Bier zu trinken. Am nächsten Tage erkrankte ter Geschlagene schwer und starb noch im Laufe des gleichen Tages. Bei ter Obduktion ter Leiche wurde festgestellt, daß ter Tod durch Gehirnblutung herbeigeführt worden war. Wahrscheinlich hat der leichte Schlag teSbatb so verhängnisvolle Folgen gehabt, weil ter Getötete sich früher einmal bei einem Sturz mit dem Motorrad eine Kopfverletzung zugezogen hatte. Entlarvung eines falschen Rechtsanwaltes in Wien. Die Verhandlung eines Erpresserprozesses in Wien, die Dienstag stattfinden sollte, nahm eine ungewohnte Wendung, da der Richter mitteilen mußte, daß der von den beiden Angeklagten bestellte Verteidiger, der angebliche Anwalt Dr. Josef Löwenstein, vor einigen Tagen als Betrüger entlarvtund verhaftet worden sei. Wie das „Neue Wiener Journal" dazu mitteilt, hat Löwenstein nicht nur in diesem Prozeß, sondern in einer ganzen Reihe anderer, die teilweise über ein Jahr zurückliegen, die Rolle eines Verteidigers gespielt, ohne irgendwie dazu befugt *u fein. Darunter befand sich eine Reihe größerer Prozesse, die seinerzeit Aufsehen erregt haben. Dor allem eine Verhandlung, die mit den Wiener Juliunruhen im Zusammenhang stand. Die Folgen der Schwindeleien Löwensteins seien noch gar nicht abzusehen, da unter Umständen Dutzende von Urteilen hinfällig werden würden. Besonders pikant sei auch der Umstand, daß Löwenstein schon seit Jahresfrist von dem gleichen Gericht wegen Betrugs steckbrieflich verfolgt ist. Dos Blatt meint. Löwenstein habe sich in dem Augenblick, wo der Steckbrief gegen ihn erlassen wurde, sozusagen i n bie Höhle des Löwen, das yeißt, in das Landesgericht selbst begeben und wahrscheinlich aerobe beshalb sich seiner Verhaftung entziehen können. Die Entlarvung Löwensteins erfolgte b u r ch einen Gerichtsdiener, dem der angeblich« Rechtsanwalt verdächtig oorgefommen war. Er verlangte ihm die Legitimation ab. Löwenstein war derart überrumpelt, daß er sofort über feine wahre Persönlichkeit Auskunft gao. Die lelephonfreudigen Schweden. Rächst San Fra n z i s k o, in tem auf je hundert Einwohner 31 Lelephonabonnenten kommen, besitzt Stockholm proz«ntual die meisten Fernsprecher, nämlich 29 auf j« hundert Einwohner. Trotzdem nimmt die Zahl der Telephonabonnenten noch ständig zu. Allein in diesem Iahre hat sie sich in der schwedischen Hauptstadt um 15 000 vermehrt. 79 neue Telephonzentralen mußten im Lande eingerichtet werden. DaS gesamte in der Telephonindu- strie investierte Kapital beläuft sich auf 310 Millionen Kronen und verzinst sich regelmäßig mit 6,48 Prozent. Kunst und Wissenschaft. Die Genossenschaft deutscher Tonseher ehrt Richard Strauß. ... Die Genoss«nschaft deutscher Ton- f«tz e r in Berlin hat in ter Versammlung ihres erweiterten Dorstantes am Mittwoch Dr. Richard Strauß, der anläßlich der Erstaufführung sein:r »Aeghptischen Helena" zurzeit in Berlin, weilt, für seine 25jährigr ehrenamtliche Tätigkeit als Vorsitzender der Genossenschaft deutscher Tonsetzer ein« Goldene Medaille nach einem Entwurf von Prof. Ernst W e n ck als besondere Ehrengabe und Anerkennung für seine Verdienste um die Genossenschaft überreicht. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Notruf aus Klein-Linden. * Klein-Linden, 4. Oft. Seit Wochen ist es den Bewohnern der unteren Frankfurter Straße, namentlich in den Rächten zum Sonn- und Montag, nicht möglich, zu schlafen. BiS zur Mitternachtsstunde ziehen Gruppen junger Leute beiderlei Geschlechts singend und johlend ohne Unterbrechung diese Straße herauf und herunter. Hierbei werden die schamlosesten, zum Teil selbst gedichteten Lieder zu Gehör gebracht. Die in jener Straße zahlreich wohnenden Eisenba hnbed ien- n et en , deren verantwortungsvoller Dienst zu jeder Tages- und Rachtzeit beginnt, sind gezwungen, diesen Dienst unausgeruht anzutreten. Die maßgebenden Stellen würden sich großen Dank erwerben, wenn sie ihr Augenmerk einmal auf diesen standalösen Zustand richteten und dem Unfug ein Ende bereiteten. Viele Anwohner, die nachts gern schlafen möchten. Rundfunkprogramm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag, 6. Oktober. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Rach Stuttgart: Schallplatten-Konzert: Buntes Programm. 14,35 bis 15 35: ©tunte ter Iugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 18,05: Rach Stuttgart: Klassische Operetten, Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 19: Briefkasten. 19 bis 19,30: Stenographischer Fortbildungskursus füp Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 19,30 bis 20: ©tunte des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Sport als Erziehungsmittel", Vortrag von Direktor Dr. Hans Geifow. 20 bis 21: Von Stuttgart: Hausmusik auf alten Instrumenten. 21: Rach Stuttgart: Operetten- Abend. Anschließend bis 0,30: Tanzmusik. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenauftröge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höh« der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Deichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Jranhfutt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Berlin. 4 Oktober (Seid Brief Franzöliiche -Jloieu..... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norivegische Noten..... Deuksch-Oesterr, A too Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweiler Noten ....... Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten • • . Devijenmartt Berlin Telegravhilche 16,3h 167,86 22.04 111.60 58,93 2.53 111.95 80,54 68.31 12,385 72.94 —Arankfuri 3 u 6 a a b nns 168,49 22.09 112,04 69,17 2,55 113.39 80,96 68.59 12,445 78.24 a. 23. b n a. Schluß» Kur» I»Uhr» flure Schluß- Kur» Ansang Kur» Schluß-, Kur» | 1-Uhr- Kur» Sdjiutp Kur» Anlang Kur, Schluh- knrs l-Uhr- Kur» Schmh^ Kurs Anjang Kurs Datum 4. 10. 5. 10. 4 10. ! 5. 10. Datum: | 4 10. | 5 10. | 4. 10. 5. 0. Datum: 4. 10. 5. 10. | 4. 10. | 5. 10. 6% Li. ReichLou leihe o. 1927 . Dl. 8lnl.-tibldi.-Sd)ulb mtl 8u6- los.-Rechten - • DeSgl. ohne AuSlos^Rechle . . . 7% yranlf. Hyp.-Bt Soldps. unkündbar bi» 1932 . - iy,% Rhein«che Hyv.-D-mk Ltqu> Soldps. . . 8LS. Z96 170 7«, 164.5 172 210.25 139 302,5 16.5 2,45 159,5 192.2t 152.13 138,5 144.5 >04. l, 191.25 295 170 75 U4.25 172 210 138. i 301,2 c -A.E.S...........8 Eleklr. Lieferungen.....10 Licht und Kraft ...» - 10 Helten ch Guilleaume. • • • . 6 Ges. f. Eieltr. Untern.. . • • 10 Hamb. Elektr. Werte .... 10 Rhein. Elektr...... • . . 9 Schics. Elettr. . ...... 10 Schuckert . ........ 8 Tranüradio ....... 8 Labmeher L To.. ..... 10 Buderur .......... 6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... J. H 3- 4 Harpener. . ........ 6 Hoesch Eisen. ........ 8 Ilse Bergbau ....... .8 klöcknerwerke . ...... 7 Köln-Neuesten ...... V Mannesmann . ....... 8 Mansselber .......7 Oberschles. Eisenb. Bedarf... 5 Oberschles. LoUwerke . . . S Phönix Bergbau ... b'/r Rheinische Braunkohle» ... 10 Rheinstahl t. % Jahr 4% Krebeck Montan .....7,3 Vereinigte Stahlt». ..... 6 Otavi Minen . ..... t sh Kali Ascher-leben ..... 10 Kaki Westeregeln ...... 10 Kaliwerk EaUdetswNH ... U> 3. ®. garbeu-IndastN, ... 13 Dynamit Nobel ....... 5 Scheideonstalt..... . f 9 Goldschmidt ....... 6 OlütflctltDcde Moiallgesellschaft......U 190.5 208 226.5 157 272.5 213.25 401 176 87.5 127,5 260 121 132,75 117 95.5 286 .148,5 95.5 297.5 299 <90 164,75 213.5 103 103.35 190 208.5 314 402,25 Ul,75 131.25 116.4 95,5 287 146 363,13 212 192 190.75 207 181.25 327.75 156.5 272.5 152.5 163.26 211.25 213.5 100.5 152.75 173 87,25 142 128 152.5 135 260 130,5 131.4 131.5 139 113.13 115.ö «5.Ö 286,25 147,25 151 95.5 54 296.5 298.5 488.25 364,9 103.5 106 189.5 207 180 226,25 271,13 153.25 163.25 241.75 401 86.75 142 127.25 151,25 134 258 121 130,5 131.25 117 116.26 95,6 287 145,5 95,5' 54 296 298 489,5 263.25 125.25 104 106,25 Philipp Hoizmann ...... 7 Heidelberger Ccmeul .... 10 Cemeni Karlstadt ...... 8 Wayß L Freitag ...... 10 Schultheis Patzenholer ... 15 Okwerke....... • 12 Der. BlmySoss ...... 18 Bembcrg...... 14 Kellstoss Waldhos.....12 Zellstoss Ajchassenbur- ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer GaS..... 8 Daimler Motoren ...... 0 Adlerwerke Klever ...... 5 Luvw. Loewe . ...... 10 Nat. Automobil ....... 0 Cicnfldn 4 Koppel . .... 5 Leonhard Tietz ...... 8 Bamag^Meguin . ...... 0 Franks. Maschine« ...... 6 Griyner ■••••• 11 Heyligenstaedt ....... o IunghanS. ....... .4 Lechwerke. . ....... 8 Mainkrastwerkr ....... 8 Miag ...... 10 Nekms ulmer .....8 Peters Union . 4 ...... 8 Gebr. Roeder . ...... 10 Botgl ch Haeffna ...... 8 Eüdd. Buder ........8 Baut Hl 137 170 142,5 297 318 126 17 5 77 126 89.5 120,13 110.5 128 216 150 taoten. 187.5 141,1 296 317 93,75 126 35 140.75 u-7- 341 296 554 480 «96 217 1-675 201 93,13 51.26 126.13 260,5 73 115.75 279 18.5 74.75 126 25 89 140 34 109 216 149 2 11' l il»| 115'1111 cn X — *T 'M . • .-M •-£> M 3 $3 2^ - 4. Oktober 5 Oktob r Amtliche (tzcld Noli-runa Briei Amtliche Nolieruna «Äeld ; Briet Smst^Rott. Buen^AireS Vrss.-Antw- Christianta Kopenhagen etodbolm fcelfingronl. Italien. . . London. . . Neuvork . . Parts. . .. Schwell . . Svauien . . Japan . . . mio de Fan. Wien In D - CtfL abgell Prag • • . Belrrad . . Budapest. . Bulaariev LGabon Darutg. . . Konstantin. 9ltben. . . Canada Ura aas > feto ... li>8,17 1,763 58,29 111,79 111, 112,19 10,56 11.94 20,342 1955 16,40 80.73 68 45 1.915 1.6015 -9,02 12, m3 7,370 <3,15 3,027 18.93 84.32 2.170 5.425 4.19 4.26 29.86 168,3t 4,767 58,4t 112.01 112,09 112.41 10,58 <4.98 20,382 4.2035 16.44 80.89 68.69 1,919 0.503- 09.14 12.45 7,384 73,29 3,033 18,97 81,48 2,174 5,435 4.20 I 30» ÖÖ 168,47 1.7h3 58.29 111.76 111,62 412.17 10,559 51,95« 20,339 4,1950 16,39 >0,72 68,41 1.913 0.5015 69,010 42,434 7,368 73,145 3,030 18,93 81.29 2.168 5.425 1,193 4.266 -0.86 168,51 1,767 58,41 111.98 111.04 112,39 10,679 21. »95 20,379 4,2030 46,43 80,88 68.55 1.917 0.6036 09,135 12,454 7,384 78,285 3.036 18,97 81.45 2.173 6,435 4.201 4,274 N.W 4% Ungarische Siaatsr. v. 1910 . 4%% besgl. von 1913..... 4% Ungarische Kronenrte..... 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . . 4% luetische Bagvadbohn-Anl., Serie 1 . . 4% de«gl. Serie 11 .... 4% Rumänen converi. Rte. . . - V/,% Rumänen Goldonl. von 1913 Ollß. Deursche Eisen'xrhn . 4% tzamburg-Ainerika ßatd . . . 8 Hamb.-Slibam. Dampstch. ■ • 8 Hansa Dampsschiss . • W Norddeutscher Lloyd .... 8 Slllg Deutsche Sreditan 8. - . 10 Barmer Baalverein ... 10 Berliner Handelsgesellsch. . 12 Commerz- und Privat-Bank. 11 Darm st. q. Nationalbanl . . 12 Deutsche San! ... 10 Ditlonto-GeseUschaft Aut.. . 10 Dre«dner Ban! ... 10 vttttrldeutsche Creditbaol ... 9 Metallbau! . . .......8 ...... 12 Berltti, 4. Oktober <^elv Brie» Ämerikainichc No«» ..... Belvischc Noten ....... Dänische Noten ........ Snylrsch« »oten........ 4,176 58,20 111,58 30,322 68,44 112,02 20,403 Serie C Serie B Serie A 39 ° 29 ° 19-° niniiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Einige Hunderte schöner Stücke sind zu dieser großzügigen Sonder-Veranstaltung übersichtlich auf Ständern zum Aussuchen und gelangen während der vier Tage zu nebenstehenden günstigen Preisen zum Verkauf. Es handelt sich nur um wirklich gute Qualitäten; Garantie für guten Stoff, für gute Verarbeitung und fürtadellosen Sitz wird übernommen! 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