Nr. 209 Lrftes Matt 178. Jahrgang Mittwoch, 5. September 1928 Erich«,», lügl'ch.a-tz" Sowwtoe» *■> S^rrtegi. Miete»: »Ithenrr 5#t*a1 Im Blld TH« Scholl«. BrwatfBtiuespreti; * Keich» »ark und 20 Ä4rt» 10 Reich»pfenntg- ftr 91«* IdÄfnranjetgtn von 70 mm Brett« 3S Reichrpsennig, Platz Vorschrift 20*, mehr. Ehefredakreer Dr. Fnedr Wilh. Lange. DeranttooNlich für Vohhii Dr. ftr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot. Hlr den übrigen Teil Ernst Blamschein! für den Sn- zeigenle.l Äurt AiBmawit, sämtlich in Gießen. Wirffchafisdemokratie. 0)1 rt dem edHüqiDorl WillfchaftsbemokratieE ist in den letzten Jahren allerlei Unfug getrieben worden »Idubigen Massen hat man porgegau* tot. M) «nid» der Ablauf des Winfchaft-leben- einer Olation sich rein mechanisch einfangen lasten werde. . hem Muster. tote da» in ber Demotrattc durch den Stimmzettel geschieht Denn nach der Weimarer Berfa (fang alle Staatsgewalt vom Helfe auSgeht, Io soll daä auch für die wirtschaftlichen Vorgänge gelten. Und die lahnsten gedant.'chen Konstruktionen Haden dazu herhatten müllen, tmtn ®tauben großzuzüchlen. .. .! von innbitdiilli' Ichauungowe,le entfernt ist, wonach nämlich die 'Veleglchalten der grasten Industrien die einzelnen Werfe valttommen beherrschen und nicht nur den Lahn, sondeni auch Umlang und An der Produktion allein bestimmen lallen. Man merkt den starken Emfluh foziaiistifcher Ideologie, bei der nicht da- wirtschaftliche LetstungS- Prinzip, ländern die Lohnfrageim Vorder- qninb stellt Gewiß lind In Deutschland alle diese Bestrebungen noch nicht über die graue Theorie hinau- gediehen. Ulan würde |ich ober täuschen, wenn man an nehmen wollte, dast sie damit eriedtgt seien. Erst ich, wieder bat der eben tagende Hamburger Ärngtcfi des A 11 gern ei ne n Deutschen Gcwerkschafts- dunde» die Fragen der Wirtschaft-- b e m o f r a 11 < in den Mitteipunkt seiner Er- br le nm gen gestellt, und wenn auch die kommunistischen Teilnehmer aus Gründen, die auf einem anderen ®ebicle ..egen, ausgeschlossen wurden. Io darf man trotzdem nicht annehmen, dast die loziattstischen ®ewe. tschastien aus die Verfolgung ihrer Endziele, die in der oben angedeuteten Richtung liegen, wirklich verzichtet hätten Lell'ft bie b »fällige Aufnahme, die die Rebe tr» nolksparteilichen Reich-wirifchaft-minister- Dr E u r t i u s gesunden bat. ist noch kein Beweis dafür Denn der Minister hat zwar eine Analyse unsere» gegenwärtigen Dirlfchaftszu- fianbei gegeben, ist aber auf die Kernprobleme der innerwirtschaftlichen Struktur Deutschlands kaum eingegangen Lediglich am Eingang seiner Ansprache hat er die sicherlich zutreffende, aber doch sehr allgemein gebalienc Formel gefunden, dast hie mittlere Linie, aus dec sich Dirt- Ichatts- und Sozialpolitik einigen mühten, durch das gemeinsam erkannte Ziel der Hebung des allgemeinen Volks wo h stände» gegeben lei Aus einer langen Erlahrungsrcihe willen wir nur AU gut. welche Fülle von Streitfragen sich hinter vieler Formulierung verbirgt. Sie alle münden letzten Endes cm in die entscheidende Problemstellung Soll für die künftige Dirlfchalt-gestal- tui'g in Deutschland der Wagemut des lelbständtgei' freien und unterneh- mung»Iuftiqcn Menschen ausschlaggebend lein, oder loll lic bestimmt werden durch eine Art von Ma ssen willen. zu bellen Bildung der Lohninstinkt ganz natürlicherweile erheblich mehr beitrügt, als die bei uns noch immer sehr bürfiifl enitoldeltc Erkenntnis von der Qlot- wendigfeit höchster vollswirtscha tlicher Leistung? Wir hottcn in den ersten Jahren der Rach- kriegszcit einmal inen er o gver pre enb.-n 2n- 'otz für die Bildung einer neuen Dirt- Ichaftsgetinnung in dr deutschen Olrbctt- nebrncrlchast in dem Sinne, dast dir abfolute Abhängigkeit der sozialen Leistung von Gedeih und 'Verderb iedes AndustriezwizeS auf feiten der Gewerkscha ten anerkannt worden wäre. Das war die Z:lt d r westdeutschen Arbeitsgemeinschaft. die aber aufgekündigt wurde, ehe noch d c Erkenntnis der Schicksals ver- t> un den heil festen Fuß in der Arbeiterschaft las en konnte. Hier hätte sich vielleicht die Möglichkeit zur Entfaltung einer wirklichen Wirtscha tedeino.ratie. die dem Tüchtigen freie Bahn, dem llnfelbständigen ein auskömmliches Dale in gesichert b »tie. geboten. Es wäre denkbar getoden. dast Io allmählich in Deutschland eine neue iSkneration von arbeit nehme m entstand.n wäre, die !id> nach dem vorbildlichen Muster des englischen Arbeit nedmertyp». dellen Gewerkschaften gerade icnt wieder in Ucbereinf i.mmung mit den brittlchen Arbeit- grient einer Politik des industriellenAus- gleich- und der Bekämpfung radikaler AnSwüchle nach beiden Seiten zugestimmt haben, entwickelt hätte. K einliche Sorgen um die Wahrung der Schlagkraft rarer Mal er. Haden damals aber bie deutschen Eewerllchaftssübrer wogen, diese Aus ichlen zu zerstören, Und sie haben auch in der Folgezeit nichts getan, ihren Mosen die notwendigsten wirtschaftlichen Ele- mentarerkenntn lfe zu vermitt In. Gerade aus der einseitigen 1 o b n po 1 i t»I che n Einstellung namentlich der Io ialdrmo'rati'chen Eewerllchaften remitieren aber die groben Schwierigkeiten und Reibungen, mit denen der Reuaufbau d:r deutschen Wirt chast während der letzten Zahre in steigendem Maste zu kämpfen hatte. Die Enwoickl ng un eres Sch ichlungswe ens vom Hilfsmittel tum zulerit allein ausschlaggebenden Instrument, dem alle Verantwortung zu- aeschoben wurde, ist dafür ein überzeugender Beleg. Dewitz auch in h.'n Reihrn der Arbeitgebers cha ft hat man nicht immer so gehandelt, tote eS wünschenswert getrefch wäre und wir denken gar nicht daran, irgendeinen Fehler auf dieser Seite v rdecken oder beschönigen zu wollen. Es ist doch aber unbestreitbar dah das soziale Verständnis in den Reiben der Arbeitgeber während der letzten dreißig Jahre in crl^e? ich stärkerem Grade gestiegen ist. als die wirtlchaftliche 6rfcmxtnid auf der Gegenseite Richtig verstau- Bene Dirtschaltsdemolra'.ie läßt sich nur dann mit Ein Keiertag der deutschen Kulturarbeit. Hindenburg bei der Grundsteinlegung zum Gtudiengebäude des Deutschen Museums. Ä ü n 4 c n , 4. öepl (WTBtt Der Reich». Präsident hat sich beute srüh anläßlich der Grundsteinlegung zum ctubienbau des Deutschen Museums von seinem Lommerurlaubsauscnthalt in Dietramszell mittels Kraftwagen nach München begeben, wo er gegen 10 Uhr vormittags beim Palais des Ministerpräsidenten eintraf. Reichspräsident v Hindenburg wurde im Ministerprösidentenpalais von Ministerpräsident Dr. Held und seiner Gemahlin herzlich begrüßt. Die beiden Kinder des Mi- nifterprdfibenten überreichten dem Herrn Reiche-- Präsidenten einen Blumenstrauß. Die bayerische Landeshauptstadt zeigt ein festliches Bild. Die Reichsgebaude tragen Flaagenschmuck in den Reichs- und Landessarden die staatlichen Gc- baubc haben die bayerischen Landessarben gefetzt, von den ftadtifchen Bauten grüßen die Londes- und Stodtsorden. Huf dem Rolhous rocht zum ersten Mole neben den Lande? und Stodtsorbcn auch die schwarzrotgoldene Reichsstogge und die alte schwarz- weißrote Hahne. Die Straßenbahnen sind in weif; blau und schwarzgelb bewimpelt. In der Innenstadt ist reicher Ilaqgenfchmuck namentlich in den Straßen zu bemerken, die der Reichspräsident berühren wird. Die feienitfte Grundsteinlegung. 3n Anwesenheit des Rcichspräfidenten von Hindenburg, der Rcichsminisler E e v e r i n g. Dr Schähl und H i l s e r d i n g als Vertreter der Re.chsregierung, des bayerischen Desamtministeriums mit Ministerprä'ident Dr. Held an der 'Spitze und eines erldcnen K reifes von Ehrengästen wurde heule vormittag 10 Uhr die sc »erliche Grundsteinlegung zum Studienbau deS Deutschen Museums vollzogen. Der Reichspräsident wurde bei seiner Ankunst vor der Halle jubelnd begrübt. Olach einem etnteitenhen Fansaren- marsch begann der Festakt mit den, Einzug der Zünfte, die die Grundsteinkassetren geleiteten. Das niederländische Dankgebet leitete die Festreden ein. Als erster Redner sprach der Präsident des Vorstandsrots des Deutschen Museum-, Dr. v. Siemens, der u. a. an die Grundsteinlegung des Museums vor 22 Jahren erinnerte, bei der es gegolten habe, den Grundstein zu legen für einen 'Bau. der in seinen Mau rn Denksteine aus den Anfängen deS Zeita.tcrs aufnehmen sollte, in dem wir leben, um fie kommenden General wnen zu erhallen Er gedachte der Zortschr.!tte der Technik in den letzten hundert Jahren, auch auf dem Gebilde der Vochrichtenübermittlung, um zu betonen, dah das. was die Phantasie eine- 3ules Verne als Märchen für die Errungenschaften auf dieser Erde ersann, durch Menschengeift und Menfchensleib bei weitem übertroffen worden sei. 3m Deutschen Museum stehen, so erklärte der Redner, d.e Marksteine die'?r Entwicklung. Diese Markstein« sollen aber nicht nur die Qkrgangen- heit ehren, londrrn auch die M a h n st e i n e fern für dre 3etz.zeü und für kommende GeickKechter, nicht zu ruhen, sondern sich zu bemühen. im ftieblidxn Wettstreit der Doller dem deutschen "Samen Ansehen und Ehre -u erhalten. Der neue Bau soll die historische Entwicklung sesthalten und dadurch unveränderliche geistige Werte vor dem dauernden Verlust bewahren, gleichzciug aber auch dazu dienen, allen Ärcifcn die Möglichkeit zu bieten, au- dem "Beilpicl deS in harter Arbeit Ddcha>fenen Kräfte zu gewinnen zu einem schöpferischen Tun zu Ruh und Frommen und zur Ehre des geliebten deutschen Vaterlandes. Daraus ergriff im Hamen der deutschen Rekchs- regierung Minister Severing das Wort zu e iner Ansprache, in der er u. a ausführte Als vor drei Jahren der Sammlung-- bau des Deutschen Olluseums eröffnet wurde, da klang aus verschiedenen Reden der Wunsch, dah das neuerstandene Werk nicht eine tote Sammlung toter Gegenständ« sein, sondern zu lebendigem Bildung-- und For- schungsmotvr für alle Streife des Dolkes werden möge. Heut« können wir zu unserer großen Genugtuung und Freud« seststellen. dah dieser Wunsch Erfüllung gefunden hat. Dos Deutsch« Museum ist bisher den Plänen seiner Schöpfer durchaus gerecht geworden. Aber daS Belfere ist der Femd des Guten So drängt der Sammlungsbau noch einer zweckmäßigen Ergänzung durch Bibliothek. Planlammlung und VortragSsäle. Dos werden besonders alle diejenigen verstehen, die dos Vesomtwerk immer mehr allen Volks kreisen, insbesondere den minderbemittelten Schichten unseres DolkeS erschließen wollen. Unsere 3üqcnt> und unsere Arbeiter wetteifern in dem Bestreben, mitzuarbeiten an der kulturellen Hebung unseres Volkes und der ganzen menschlichen Gesellschaft. Helfen wir ihnen, indem wir ihnen die Gebiete der Wiffenfchoft und Technik crfdblic- ß c n. Das ist edelster Dienst am Volle. Darüber hinaus hat der heutig« Tag noch eine hohe »deelle 'Bedeutung Die Lasten des verlorenen Krieges legen uns arge Beschränkung auf 21 her darin ist sich das Volk in allen feinen Schichten einig: in seiner Shiltarcntroicflung will es sich nicht znrückschraubea lasse«, und in der Errichtung und ‘BcnroUtonunnung des Deutschen Museums liegt ein so kraftvoller "Beweis von Selbstvertrauen und von dein Will«»» zur Selbstbehauptung, dah un» auch die wirt- fchastlichen Röte unterer Tage nicht zu entmutigen brauchen Reich und Länder und Gemeinden. llntcrncbmn und Arbeiter. zum Schuhe dieses Friedenswerkes stehen sie zusammen. Der bayrische ttuliusminister Dr. (Holdenberger gab zunächst feiner freudigen Genugtuung burüber Ausdruck, dost trotz aller Ungunft der ivirtsä)aft- lichcn Verl)ättnifse de» letzten Jahrzehnt» bu-i Deutsche Museum im lausenden Jahre seinen Samm- lungsbau für Meisterwerke der Naturwissenschaften und Technik fertigstellen ki"iii!e »lud heute Die Grundsteinlegung zu seinem Gebäude für Studien- zwecke feierlich begehen kann. Der Redner wies daraus hin, daß sich an der Ausführung und 2Iu»- Der Reichskanzler heute bei Brians Genf. 4. SepL (D31B.) Die Unterredung de» Reichskanzlers Hermann Müller mit dem fronzösifchen Hußenminisler B r i a n b znr (Einleitung ber Besprechungen über das Rheinland- Problem Iff nunmehr für Mittwoch nach- mittag In Aussicht genommen und foll a m S i h der französischen Delegation ffatfflnben. Besprechungen im größeren Kreise. Dari», 5. Sept. (WIB. Funkspruch.) Dem „Ex- fcljior“ wird au» Genf berichtet, baß noch der heutigen Unter rebu ng Brionb-Müller eine Zusammenkunft der Delegierten der Mächte, die an der Rheinlandbesehung teilnehmen. und de» deutschen Delegierten statt finden werde. L» könne sogar möglich fein, dah alle Mächte, die In der Botfdjaflerfon- seren; vertreten sind, aufgeforbert werden, an dieser Unterredung teiizunehmen. Die gestrigen Genfer Besprechungen. Genf, 4. Sept. (WTB.) Unter den *Be- fprechunaen deS heutigen Abends werden am meisten beacht, t eine längere Un «rrebung zwischen Briand unb dem be'.glichen Außenminister HymanS. di« dem Rheinland- Problem gegolten Halen dürfte, ein "Besuch des österreichischen DundeskanzlcrS Won ignore Seipel bei Lord Cushendun und eine Besprechung zwi'chen diesem und dem chinesischen Hauptdelegierten Wangking Ky. Die Besprechung des österreichifchen Bundeskanzlers wird vorwiegend mit wirtschaftlichen Fragen Oesterreichs in Zusammenhang gebracht, wahrend nach ber Fühlungnahme der chinesischen Delegation mit Lord Eushendun Mtimmt verlautet, dast England den chinesischen Antrag aus sosortige Wiederwahl in den Rot unterstützen wird. Frankreichs Bedingungen? Genf, 4. Sevt. (XU.) 3tn hiesigen unterrichteten Kreisen glaubt man. daß die sronzösische Abordnung in den kommenden Okrfcanblungen für die Lösung der Räumungsfrage zwei B e t> i ii g u n g e r. stellen u> 1. Regelung der Reparationsfrage, wobei man von französischer Seite deutsche Vorschläge erwarte: 2. Regelung der Sicheehe i tSfra ge im Rheinland durch Schaffung einer internationalen ständigen Kommission unter Hin-uziehung eine» Vertreters Deutschlands oder einer neutralen Kommission, bi: die Kontrolle im AHeinianbgebiet auS -ben soll. Zu dieser Forderung holt ntan cs in gut unterrichteten Kreisen nicht für auS,geschloffen, daß pvn französifcher Seite ver acht werden wird, eine Zustimmung Deutschfarlbs für die Ausdehnung dieser Kontrollkommission über 192 5 hinaus zu erreichen. 3n französischen Kreisen verlautet, bah in der Unterredung zwischen B r i a n d und H y w a n S die Richtlinien für die morgen mit Deutschland beginnenden Verhandlungen i;b.r dii R h< landfrage festgeiegl toorhen sind. Zwilchen den beiden Außenministern soll eite oollkon, - mene Uebereinftimmung In dieser Frage erzielt worden sein. Aussicht auf Rutzesiekt für d e beiden Elemente der deutschen Wirtschaft unb damit für die gan,ze Qlation in die Tat umfeyen. wenn auf beiden Seiten der ernsthafte Wille zum Ausgleich vorhanden Kt, Hier f.nben die Gewerkschaften in ihren eigenen Reihen noch ein großes Betätigungsfeld vor. und wir tonnen nur die frci'ich nicht sehr große Hoffnung hegen, daß sie es beackern werden. Die britischen Gewerkschaften gegen die Kommunisten. London. 4. Sept. (WB.) Der in Dundee tagend« brit ische GewerkschastSkvngre h nahm mit überwältigender Vkehrheit eine vom Berbarld der S.sendcehnongest^llten Porgriegte Ent^chllehung an, die ben Generalrat der Gewerkschaften aufforbert. Schritte äj unternehmen, um die kommunistischen Elemente aus der gewerkschaftlichen Bewegung auszulchalten. Deränderung in der Führung der D. D. p. in Hessen. Don der Leitung des LandeSvcrbandeS Hessen der Deutschen Volkspartei wird uils mitgcteilt: Am Frettag. 31. August, und am SamStag. 1. September, ber.el die LandtagSfrak- ti o n der Deutschen Dolksvartei über d-.e Fragen der hessischen Politik und die damit xn Verbindung stehenden Fragen der Reich-Politik, dic während der Sommerpause aktuell geworden faxt». Der Vorsitzende der Landragsfrattion, Herr Re.chstagsabgeord- netcr Ding« Idey. erklärte, dah er mit Rücksicht aus di« bevorstehende Tagung de» Reichstags unb eine persönliche Inanspruchnahme, namentlich auch durch dx« Beratungen des neuen Strasgeietzbuches. gezwungen sei. sich in Ieiner Tätigkeit im hessischen Landtage weitgehende Zurückhaltung aufzuerlegen. Er legte deshalb den Vori.tz der Landtagsfraktion und auch sein Mandat im Finanzausschuß des hessischen Sandtag- nieder. Zum Vorsitzenden ber Lanbtagsfrakrion wurde exnstinxmxg. nachdem Herr Land:ogsabge- ordneter Scholz r.ne Wahl mit Rückftcht auf seine ganz befonbere Ueberiastung durch sonstige ehrenamtliche Tätigkeit ablehnen mußte Herr Abgeordneter Dr. Keller gewählt Zum Vertreter der Fraktion im Frnanzaus'chutz wurde Herr Qlbgeotbnetcr Haury und als dellen Stellvertreter Herr Wgeordneter Dr. Keller bestimmt. Gleichzeitig wurde als dellen Rach- folger xn der Stellvertretung im ®ek$gcbura*- au-schuß Herr Abgeordneter Schott gewählt. Am Samstag. 1. September, trat im Land- tagSgebäude der GeschästSsührendeAus- schuß deS hessischen Landesverbandes der Deutschen Volk-Partei unter dem Vorsitz des Herrn RcichStagsabgeordneten Dinge Idey zusammexx. Herr '.geabqc- orbneter Dingelb« y stellte bem Ge chäftS- führexxben Aus'chust fein LandtagSman- b a t mit Rücksicht auf die besondere lieberlaftung durch feine Tätigkeit in ber bevorfteherxben Session des Reichstags zur Verfügung. Der Gefchäftsführenbe 2ttxskchuh bat Herrn Abgeordneten DiTxgeldey einstimmig, fein LarxdtagS- m an bat doch Io lang?, als er es irgendwie mit ben 3ntereffen ber Partei vereinbaren könnte. beizubehalten unb selbst ben Zeitpunkt zu bestimmen, in bem er es mit Rücksicht auf feine besondere Heber la fttnxg durch d.e T :.gleit in beiden Parlamenten nicht mehr mit ben 3nter- effen ber Partei vereinbaren könne, das Land- tag&nanbat fvrtzufühcen. So bann erstattete Herr Reich-tcgSabgevrbneler Dingelbey ctnc.i fehr eingehend,!, Bericht übet bi« politische Lage im Reich der eine sehr lebhafte, bis in bie späten Rachmitt glstunb.'n bauembe Aussprache auf - löste Der GefchältSführenbe Ausschuß konnte dabei mit großer (Genugtuung feine völlige und einmütige lieber- einftimmunfl mit ber von Herrn Reichstagsabgcordneten Dingelbey vertretenen Polltik. insbesondere mit ber Auffassung feft- fteUcn daß di« Deutsche Volkspartei ün Reich den Versuch machen müsse, eine auf eine sichere politische Mehrheit gestützte, stabile Reichsregierung durch Zusammenarbeit mxt der Sozialdemokratie herzu stellen solange die Möglichkeix besteht, auf diesem Wege ernt verständig« Wirtschafts- unb Steuerpolitik, bie ben LebenSinteresfen ber beut- 'chen Erwerb-stände gerecht w.rd auf lange Sia,t Henaus durchzufü^rcn. befonbert aber die (TTor’c Aufgabe der Staatsverernsachung durch Verfasfungs- und Verwaltung-re- f o r m im Reich und in den Ländern durchzu'etzcn und tie Strefenxannfche Außenpolitik ihrem Ziele ber endgültigen Lösung ber Repa- rotionSfrage ent gegen? uf ähren. Die r-on Herrn ReichstagSabgeorbneten Dingeldey schon ber- schiebenttich herbei geführte unb auch für die Zukunft in Aussicht genommene enge Fühlungnahme mit der hessischen Parteiorganisation unb den Wählern wurde aus das lebhafteste begrüßt. stattrmg des Studiengebäudcs nicht nur die verschiedener. Zweige der Wissenschaft. Industrie und Technik großzügig und opferfreudig beteiligten, und erinnerte an die reichen Barstiftungen der Banken, der Farben., Kohlen- und Eisenindustrie, der Ekel- trotechnik, der Brauindustrie, die nicht geringen Stiftungen des Auslandes. Selbst für di« Bücher- sammlungen lägen bereits wertvolle Bücherspenden von über zehntausend Bänden, teils wertvolle Zu- sagen der Mehrzahl der deutschen Verleger, vor. Endlich haben Herr und Frau Krupp von Bohlen und Halbach ein Kapital zur Verfügung gestellt, aus besten Zinsen alljährlich^ wertvolle Lehrbücher an eine größere Zahl von Studierenden und Arbeiter verschenkt werden können. Der Minister sprach allen, die um das neue Studien- gebäude und dessen Ausstattung sich bemüht und Verdienste erworben haben. Dank und Anerkennung aus und gab sodann bekannt, daß auch in diesem Jahr der M u s e u m s r i n g in Gold an zwanzig und in Silber mit Goldplattc an siebzehn besonders verdiente Persönlichkeiten von der bayrischen Staatsregierung verliehen werden könne, und zwar in Gold u. a. an Reichspräsidenten o. Hinden - b ur g als 'Repräsentanten des deutschen Volkes, Reichstagspräsident Lobe, 'Reichsminister Schätzl. Neichsministcr a. D. Dr. Köhler, den Chef der Marineleitung, Admiral Zenker, Reikbsbank- präsidenten Dr. Schacht, Generaldirektor Dr. ing. Vögler (Dortmund), Frau Berta Krupp v. Bohlen und Halbach, sowie Frau Ge- heimrat D u i s b e r g (Leverkusen). Dr. Golden- b e r g e r beglückwünschte die mit dem Museums- ring Deliehenen herzlich zu diesem Ehrenzeichen und sprach zum Schluß noch den Wunsch aus, daß, mit- über der Ausführung des Sammlungsbaues auch über jener des Studien- und Dibliothekbaues glückliche Sterne malten mögen. Nunmehr führte Reichspräsident v. Hindenburg mit folgenden Worten die ersten Hammer- schlage auf den Stein: „Deutscher Arbeit, deutschem Aufstieg und deutscher Zukunft diene dieser Dau! Alles Streben und Schaffen, das hier geleistet wird, möge geleitet sein von dem Gedanken: Alles fürs Vaterland!" Es folgten der bayrische Ministerpräsident Dr. Held, Reichsminister des Innern Severing, Kultusminister Goldenberger und als letzter Oskar u. Miller. Mit der Nationalhymne endete die überwältigende Feier. Der Reichspräsident war bei seiner Abfahrt Gegenstand begeisterter Huldi- gungen. Rede Hindenburgs beim Festbankett. Heute nachmittag hatten die Reichsregie-- tunfl und di.c bayrische Staatsregic- runfl an bic Ehrengäste der Grundsteinlegung zum Dtudienbau bes Deutschen Museums Einladungen zu einem Festbankett im Ma rinn lianeum ergehen lassen. Während des Festbanketts nahm Reichspräsident v. Hindenburg das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. aussührte: „Es ist mir eine besondere Freude, so Diele bedeutende Männer der deutscheir Wissenschaft, so zahlreiche Führer der deutschen Wirtschaft zusammen mit den Vertretern der Reichs- und • bayrischen Landesregierung als gemeinsame Gäste des Reichs und des Lande- Bayern hier begrüben zu dürfen und mit diesen Grüßen zugleich den Dank zu verbinden für die große, -ta-tl xäf tige Atif e , die Sie alle dem neuen .Unternehmen, desten Grundstein wir heute legten, heleistet haben. In ganz besonderem Maße aber mit auch heute wieder unser Dank dem Manne Vor in zäher Lebensarbeit, mit genialem Blick und in nie erlahmendem Eifer das große Werk des Deutscheir Museums geschaffen hat und verwaltet, Oskar v. Miller. Der heute begonnene neue Studienbau, der der Forschungstätigkeit wie der praktischen Arbeit auf allen Gebieten der Aaturwisfenschaft und der Technik gewidmet ist, wird das stolze Werk des Deutschen Museums krönen und die W«hselwirtung zwischen der reinen und der angewandten Wissenschaft zum Segen deutscher Arbeit mit immer neuen Kräften beleben und fördern. Durch gemein,ame Arbeit aller kreise der wirtschaft und der Wissenschaft, durch vereinte tatkräftige Hilfe des Reiches, des Landes Bayern und der Stabt München erstanden, wird dieser Bau ein Wahrzeichen der Eintracht deutschen wirkens im Streben nach wissenschaftlichem und technischem Fortschritt und nach Erreichung hoher kultureller Ziele sein. Daß das Deutsche Museum und nun auch diese neue Studien- und Forschungsstätte in Bayern und in der schonen Stadt München seinen Sitz erhielt, ist kein Zusall, sondern wohlbcgründet. Bayern und München sind nicht nur vorbildlich auf d c m Gebiete der Ä u n ft, sondern auch von jeher mit besonderem Erfolg auf vielen Gebieten der Wissenschaft tätig. Die schöne alte Tradition gemeinsamer Pflege kultureller Dinge durch Regierung und Stabtoerroaltungcn, durch Wissenschaft und Wirtschaft ist hier auch in den schweren Stürmen der letzten Vergangenheit und in der Notzeit unseres Volkes nicht untergegangen. So haben das Reich und alle deutschen Länder gern und neidlos sich damit einverstanden erklärt und dahin gewirkt, den st atz en Ruhmestempel deut- fcher Wissenschaft und Stchntt, baw Deutsche Museum und als feine Ergänzung den heute begonnenen Sludienbau, in Bayerns f) a u p t ft a b t zu errichten Mögen von hier aus reiche Ströme fruchtbringenden Schassens ausgehen und möge diese Statte auch über die unmittelbaren wissenschaftlichen und technischen Zwecke hinaus eine einigende Wirkung auslösen für bas ganze deutsche Volk'* Ministerpräsident Or. Heid sprach sodann den Festgästen namens der bayeri jchen Staatsregierung herzlichen Willkornrnensgruß aus, insbesondere dem verehrungswürdigen Herrn Rcichspräs identen. Durch ihn bekunde, so er klärte Dr. Held, die ganze deutsche Nation ihr freundliches Interesse an dem großen weltumfassenden Werk, zu dem heute zur endlichen Vollendung des Deutschen Museums der Grundstein gelegt wer den fei. Die hocherfreuliche Tatsache, daß ganz Deutschland in allen seinen Stämmen und Staaten, in allen seinen Kcgtcruny-, wisten- schafls- und wirtschastvlreisen einig sei in warmherziger Opferbereit) chatt für dies,- deutsche Großtat, Lin seltsames Fiasko im Völkerbund. Kein Mut zum Reden. - Ringen um Ratssitze. Genf. 4. Sept. (WTB.) Das Bureau der Dölkerbunbs-Berlainmlung. dem auch Reichskanzler Hermann Müller angehört, war heute nrttag 12 Uhr zu einer Sitzung zulanuneru- getreten, die sich ung.wvhn'.ich lange hin zog und erst kurz nach 15 Uhr zu Ende ging Heber das Ergebnes der Sitzung, die durch ihren Verzicht auf die Mittagspause in allen bisherigen Genier Tagungen einzig dasteht, und u. a. Briand nötigte, zahlreiche zum Frühstück ge» labenc ® ä ft e allein zu lassen, war von den Sitzungsteilnehmern nichts zu erfahren. Die außer- gewöhttl-.che Art dieser Sitzung hatte natürlich in den Wandelgängen des Böikerbundshauies zu den verschiedenartigsten Gerüchten Anlaß gegeben. Don unterrichteter Seife wurde kurz nach Schluß der Sitzung mi'.getetft, daß der Gegenstand der Beratungen fast ausschließlich der von D e u t s ch - land, England und Frankreich gestellte Antrag auf ausnahmsweise sofortige Zuerkennung der Wiederwählbarkeit sür Spanien war Bei den Beratungen, die der Proze- durfragc sür die Weilerbehandlung dieses Antrages galten, hatten sich die vielfach erwarteten Schwierigkeiten eingestellt. Einige Mitglieder des Bureaus wünschten die übliche Heber» Weisung des Antrages an den ersten Dersamm» lirngsausschuß, der die Rechts- und Derfassungs- fragen zu behandeln hat und der der Dollversammlung, wie üblich, einen Bericht über den Dorliegenben Antrag vorlegen sollte. Andere wollten auf eine Heberweilung an den ersten Dersammbmgsausschuß verzichten und direkt durch das Bureau einen ResolutivnSentwurf unterbreiten lassen. Rach dieser Entfchliehung würde die Versammlung sich nach erfolgter Wahl Spaniens als nicht ständiges Ratsmitglied sofort auch über des en Wiederwählbarkeit auszusprechen haben. Dicsc zwevte Auffassung wurde schließlich von dem Bureau zum Beschluß erhoben. Sprachlose Völkerbundsdelegierte. Genf, 4. Sept. (WB.) Die dritte Boll- sihung der Bölkerbundsversamm- lung. in der heute nachmittag mit der Generaldebatte über den Jahresbericht begonnen werden sollte, gestaltete sich sehr kurz, da sich trotz längeren Warlcus kein Redner zum Wort meldete und insolgedessen die Sitzung aus Mittwoch vormittag 1 ,11 il&r vertagt werden mußte. Zu Beginn der Sitzung genehmigte die Der- sannillung die Demission des amerikanischen Mitgliedes des Ständigen Internationalen Gerichts- Hoses im Haag, Moore, dessen Rücktrittsgesuch der Rat im Juni bereits genehmigt hatte. Die Ersatzwahl ist auf Samstag nachmittag angesetzt. Sic ist vom Rat und der Völkerbundsversammlung gleichzeitig, aber in getrennter Abstimmung vorzunehmen Vorher hatte der Präsident einen Bries der chinesischen Delegation ver- 'en. in der diese die sofortige Wiede r- . h l Chinas in den Rat beantragt. Ehina äre. so heißt es in dem Schreiben, glücklich, enn auf der ersten Sette seines nationalen und demokratischen Regimes eine solche Kundgebung des Böllerbundes zu verzeichnen wäre. Das Präsidialbureau der Völkerbundsoer- fammlung hat sich heute abend abermals mit dem Antrag auf ausnahmsweise sofortige Zuerkennung der Wiederwählbarkeit Spaniens in den Völkerbundsrat befaßt. Di« Vera» lungen galten jedoch nur der Abänderung des Ent- schließungsentwurfs, der vom Generaliekretariat nach den heute mittag oufgestellten Richtlinien unterbreitet worben war. Außerdem setzt« das Bureau die nächste Vollsitzung der Bundesversammlung endgültig auf Mittwochvormittag fest, nachdem verschieden« Delegationen sich zum Wort gemeldet haben. Die Verschiebung des Beginns der Generaldebatte, die heute nachmittag zur Notwendigkeit geworden war und allgemein einen recht peinlichenEindruck hinterlassen hatte, war bereits heute vormittag ernstlich erwogen worben. Anstelle der Doll Versammlung füllte der Rat eine Sitzung zur Behandlung des polnisch- l i t a u i j d) c n Konfliktes abhalten. Woldein a r a s ließ jedoch mitteilen, daß die Besprechungen mit den Mächten, von deren Haltung er feine Stellungnahme abhängig macht, noch nicht genü genb fortgeschritten seien. Der polnisch - litauische Streitfall dürfte aber noch in dieser Woche im Rat zur Behandlung kommen, da der Berichterstatter, der holländische Außenminister Bclaerts van B l o o k l a n b , mit den aus Ansang nächster Woche angesetzten Neuwahlen aus dem Rat ausscheidet. Der Gen er Korrespondent des .Daily Telegraph" schreibt zur Vertagung ter Generaldebatte über den Jahresbericht teS VöllerbandeS mangels Wortmeldungen. Da haben nun 50 Staaten Delegiert« aus den vier Ecken der Welt nach Genf entsandt, aber im Augenblick, wo es darum geht, die Arbeit des Völkerbundes zu erörtern, die Fragen von derartig internationalem Interesse umfaßt, da scheint nicht ein Mitglied einer Delegation Öen Mut »u haben, seine Ansicht auszubrücken. Daß das ein Gefühl der D e r b l ü f f u n g in den Wandclgängen des Sekretariats ausgelost hat. ist kein Wunder. DoS Blatt bezeichnet selbst den Vorfall in einer Heberschrist als .Seltsames Fiasko". Spanien soll beftiedigi werden. Genf, 4. Sept. (WTB.) Heber dos weitere Vorgehen bei ter Behandlung des Antrages aus Anerkennung der sofortig en Wieder- wählbarkeit Spaniens verlautet, daß das Präsidialbureau nach den langwierigen Beratungen des heutigen Tages den Antrag Deutschlands. Englands und Frankreichs kich zu eigen macht und der Bundesversammlung einen entsvreche-.tea Entschließungs- enttourf vorlcgen wird. Die Formulierung dieses Entwurfes wurde fertiggestellt und wird in einer ter nächsten Bollsitzungen der Bundesversammlung zur Debatte gestellt. Man nimmt an, daß dabet hauptsächlich von feiten Hollands, dessen Ratsmandat demnächst abläuft, den Bedenken Ausdruck gegebe.i teerten wird, die bei den kleinen Staaten gegen ten Antrag geltend gemacht werten Ein Telegramm Gttesemanns. Genf. 4. Sept. (WB.) Reichsminisber des Aeuhern Dr Stresemann hat telegraphisch für das an ihn im Auftrage teS Präsidenten der Bundesversammlung gerichtete Begrüßungstele- granrm gedankt und der Hoffnung darin Ausdruck gegeben, daß er an ter nächsten Tagung wieder teilnehmen farm. sei ein herzerhebender Trost und eröffne einen hoffnungsfrohen Ausblick au, die nicht minder bebeu- iungsoolle Einigkeit bes ganzen deutschen Volkes in den Angelegenheiten seines Reiches und der feiner Größe und seinem Wohl in edlem Wettstreit dienenden deutschen Länder Der Ministerpräsident dankte dem Herrn Reichspräsidenten für die warmen Worte der Anerkennung der Mission Bayerns für die Entwicklung von Kunst, Wissenschaft und Technik. die für Bayerns Volk ein neuer Ansporn sei, im Sinne seiner Mission weiterzuschasfen und zu gestalten zu feinem eigenen Glück und des Reiches Ehre und Wohlfahrt. Mit Worten herzlichen Dankes gedachte der Ministerpräsident aller derer, die den feierlichen Akt der Grundsteinlegung ermöglichten. „Einheit und Einigkeit des deutschen Volkes im Willen zur glückhaften Tat, das fei die Parole." Dem Herrn Reichspräsidenten als dem Repräsentan- ten des deutschen Volkes und der durch ihn gegebenen Verkörperung des deutschen Tatwillens weihte der Ministerpräsident sein Glas. ReichSbankprösident Or. Schacht führte in sein« Ansprache u. a. auS: In einem nie erwarteten Hmfang nimmt bi? deutsche Jugend und gerate die Jugend ter breitesten Massen des deutschen Dolles an ten technischen Errungenschalten unserer Zeit geistigen u-.d seelischen Anteil. Es ist wie eine Art uemen friedlichen Rationalstolzes da- Drwuzllein über unS gelommen, m welchem Umfange Deutschland zum luItureUcn und zivilisatorischen Fortschritt der Menschheit teig.tragen hat und noch dazu Beiträgt. Wer von Versailles oder Genf in die Hallen des Deutschen Museums tritt, dem wird es mit Händen greiflich, daß 'Flugzeug oder Radio mehr für die Annäherung und Verständigung unter Den Völkern leisten als alle Staatsv«rträg und Völlerbundsrefolutionen je vermögen. Daß an Öen geistigen Großtaten unser deutsche» Volk im internationalen Wettstreit einen führenden Anteil nimmt, erfüllt uns mit dem festen Glauben an die weitere gedeihliche Ankunft unsere» deutschen voterlande». Wir müssen und bür len die Hoffnung auS- sprechen. bah es auch möglich fein wird, das in Angriff genommene Wer! materiell ohne Stocken xur Durchführung zu bringen; benn wir wissen, bah bic beträchtlichen Mittel, bic zu einem solchen Ausbau notwendig find, ten höchsten Zins im volkswirtschaftlichen Sinne tr . grn werden, den man nur je von einer Kapital sanlage erwarten bart. Oer Abschluß des Festtages. Mit einem Festabend im Prinzregenten» tt.ru r fand der ’TKukiumJcfttaq einen glanzvollen Abschluß Reichspräsident v. H i n » b e n b u t a ter bei ter Aöfr.brt vom Hauke des Tlttntftert r31 ■ Denier, in den Zukahrtsftrasten nun Theater und vor dem Theater selbst abermals lebhaft begrüßt wurde, wohnte dem Festabend mi-t Ministerpräfitev« Dr. Held. Staatssekretär Dr. Meißner und fernem Sohn. Major von Hindenburg, bei Zu Beginn des Abends gab Exzellenz v. Miller in ferner gewoh >ten lebendigen, uv gezwungenen Art einen Heberblick über das Werden des Projektes des Studienbaues und di? mit dem Dau verfolgten Ziele. Hntcr te.n lebhaften Beifall tes erlesenen Zuhörerkreises schloß der Redner: .Der Grundstein ist gelegt, nun kommt die gemeinsame Arbei t!" Rach einer Teepause fand ter Festabend seinen Abschluß mi-t ter Uraufführung eines Festspieles von Dr. Mar Halbe .Meister Jörg Michel und seine Gesellen". das mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Rach dem Festabend begab sich Reichspräsident von Hindenburg zum Hauvtbahnhof. Dort hatten sich u. a. Staatssekretär Frank von ter Gruppenverwaltung Bayern ter DeutschenReichS- bohncrcsellfchaft. ferner ter Polizeipräsident, Der bayerische Landestommandant und der Stadtkommandant von München cingefunten. Minister- Präsident Dr. Held und Innenminister Stüh« l. ter Vertreter ter Reichsregterung in München. Gesandter Haniel v. Hainhausen, und der bayerische Gesandte in Berlin. Dr Preger. sowie Crzellmz Oskar v. M i l le r halten dem Reichspräsidenten das Geleit zum Bahnchot gegeben. Der Reichspräsident zog sich nach Herz- llcher Verabschiedung in feinen Salonwagen zurück, der ten fahrplanmäßigen D-ßug angehängt wurde. Hm 23 Hhr erfolgte die Abfahrt nach Berlin. Rücktritt des bulgarischen Kabinetts. Sofia, 4.6ept. (SB.) Da Ministerpräsident Ltaptf che w die unverzüaliche Umbildung des Kabinetts unter Ausschluß bes Krieg». Ministers Wolkow entschieden oerweiaerte, erklärten bic Minister Burow. Ehristow und Boboschewfk' ihren Rücktritt. Minister. Präsident Liaptschcw bat daraus die Demission de.- (Bcfamtfa binette eingereicht. Auslandsreise Tschitscherins. Moskau. 4. Sept. (WTB Funkspruch.- Der StaaiSkommittar für auswär ige Angelegenheiten, Tschitscherin, ist mit cmem dre.monatigen Hrlaub zur Kur ins Ausland obgeretst Rückttitt Lord Birkenheads. London 5. Sept. (DTB Funksaruch.) Der diplomntiick-« 'Berichter lat er des „ ^aiU> ÖIToir bericht, l Te. S taatssekretär für Indien Lord Birkenhead bat tekchlotter, seine politische Laufbahn endgültig aufzugeben, um wichtige Stellungen in der Geschäfts- und Finanzwelt einzunehmen. In gut- un»errichteten Kreisen verlautet, daß Lord Birkenhead ten Premierminister ersucht habe bereits im Rovember zurücklreten zu dürfen. Kellogg auf der Heimfahrt. Paris, 5. Sept. (WTB. Funkspruch.) Staatssekretär Kellogg ist gestern mit dem Kreuzer .Detroit" von Irland tommenb in Ehcrbvurg eingetroffen und hat an Bord des Dampfers .Leviathan" die Rückreise nach den Bereinigten Staaten angetreten. Aus aller Welt. Tic ersten Probefahrten des „Grafen Zeppelin" Mitte Leptembcr. Die Arbeiten am Luftschiff .Gras Zep- pe lin" Juü> in Den letzten Tagen soweit gediehen, daß am Mittwoch oder Donnerstag bw Füllung ter fünf Trag-Gaszellen ihren Anfang nehmen kann. Sie totrb in etwa acht Tagen beendet fein. Der Einbau ter fünf Maybach-Motoren ist bereits abgeschlossen. so bah nunmehr bvmir zu rechnen ist. doh ter erste Ausstieg des Schiffes in ter zweiten Hälft« dieses Monats unternommen werten kann. Da angesichts der noch un- zureichcnten BetrtebSstoffvorräte für die Speisung ter Motoren die Probefahrten gröhtenteilv mit DenzingaS als Betriebsstoff durchgefüprl werten, wird die Zahl ter bereits vorhandenen Benzintanks dutchmr"er von etwa 15 000 Meter oder einen 3nhalt von mehr als 1* . M-.lion Xubt'mettr. wöge aHo runb so viel Tonnen Da« wäre wohl c.w Ernte, bie dir nicht allzuviel Freude bereiten könnte." ä n kleiner 3rr:um brt Kllrbiszüchters. Ab« auch e.n Keiner 3rrium dessen, der beit Anhalt des Riesen lürbttfes errechnet hat. berat er hat eine ganze Anzahl Hullen vergessen, bie in d-.esem Falle eine Holle spielen. SS ist dte'elbe Sache w c in bet Keinen Erzählung vom Schach- bre.t unb bei Darüber nicht die geringsten Gedanken zu machen, wenn nicht eine besondere Frage her in drängte, bx damit in Zu- sammerchang steht. H er kommt man Dem Irrtum auf d.c Spur, man tonn ihn Nachweisen mit Hille < ner einfachen Rechnung und der Fall ist ge- riart. De viele Irrtümer jedoch bleiben als Irrtum bestehen, obwohl fic als Wahrheit an» aenommen werden, und deshalb bestehen, we.l ferner kommen unb sagen tonn: So ist es und mcht anders? Gerade bann, wenn am meisten darauf gepocht to.rb. bah es doch gar keinen Zweifel Darüber geben tonn, falb Die Zweifel am leisten berechtigt. S. Talen für Donnerstag, 6. Leptember Sonnenaufgang 5.20 Uhr. Sonnenuntergang 18.36 Uhr. Hlonbaufgang 21.35 Uhr. Mond- untergang 1354 Uhr 1858 Dr Lasfar-Lohn. Prvfeflor bet Ehemie an bet Universität Königsberg, geboten tvornotizen. Lageskalendet süt Mittwoch: Lchtspte.haus, Bahnhofsttoh?: Zwei rote Rosen.- — Aftona-Lichttpiei«: „Da# Sündenlchift". Fretgabesorbetungen an Amerika anmelben! Es wirb vielfach beobachtet. bah Xeichsang. hönge. welche Anspruch auf Die Herau'gibe ifuos in Amerika beschlag' ahnten 'vermögens haben, sich nicht Darum kümmern. in Der Meinung, haft die amerikanische Regierung von sich aus Die Rückgabe bewirken werbe. Demgroenüber muh Darauf hingewieten tr> erben. dast Die deutschen Eigentümer sich mit einer Eingabe an Den Treuhänder wenden müssen, was unter gewissen Formen zu geschehen hat. bie ausdrücklich die Beantragung auf Rückgabe enthalten muh und welcher die nötigen Unterlagen btiyxfügen hnb Din solcher Antrag must biJ Mim 2. April 192» gestellt fein, sonst geht das Eigenrum enbgüliig verloren Um Fvcm'ch- Irr, die Vorkommen können, gegebenen'cüls noch beseitigen zu können, kann man sich an Den Deutsch»Amerikanischen Wirtschastsverchand wen- Dcn. 'Berlin NM-, 7. Reue Wilhelmstr 12/14. ober an Die amerikanische Abteilung des Dun- Des Der Ausländsdeutschen. Berlin SW. 6. Loutten straft« 28 28. welche bereit sind, auch Aichtmugttedern Auskunft yi ctteilen. •• Pah Mitnehmer Zwischen der deutschen unb der italienilchcn Regierung ist die ^ufbebunfl des E:d)tcrnnfrf5\mangc-» für die deiderseitigen Staatsangehörigen nut Äirkung vom 15 September oeretnbart worden Bei dieser Gelegt nheit wird zur Behebung von Zweifeln, die nach 'Berichten der (BreiuubrrgangsfteUen vielfach noch bei dem reisenden Publinnn au bestehen scheinen, erneut daraus hingew,esen. dast bie Hufbebunfl des Sichtvermerk», zwange» in keinem Falle auch bie Beintipuna des Pastzwange» bedeutet. Die Mitführung . -' s ^eife- paffes ift bei Hu*lanbreifen unerläßlich Jkticnbe ohne Pässe müssen nach den g dienten Vorschriften an der (Srenje zurückgewiesen werden — Postbefdrderungim Graf Zeppelin" nach Amerika. Wie leuierzcit der ..Z. R HI", so wird auch Der _®raf Zeppelin" bei seiner Amerika'ahtt Post nach den Qkreinigten Staaten mttnehmen. und zwar Briefe und Poft- katten, die den Stempel mit „L Z. 127“ erhalten werden Auch b.t amerikanische Poft Verwaltung trifft Dorbereitungen für die Beförderung von Bmespost nach Europa bei der Rückfahrt des Zeppelins von Lakehurft nach Deutschland. — Schulpersonalien. Genannt wurden der Lehrer an der Dolksschule zu Grohen-Linden Heinrich Blast zum Reaüehrer an der Ober» realschul« in Dieften, mit Wirkung vom 1. August ab; der Schulamtsanwärter Georg Jung aus Darmstadt zum Lehrer an der Dolksschulc zu Ober-Ohmen, Kreis Alsfeld. mt Wirkung vom Tage des D-enstantritts. *• Aufgehobene Straft«nsperrun- g e n. Dom Oberhessischen Automobil-Elub E. D. A.V. D.) Diesten, werden uns folgende aufgehobene Strahenfperrungen nntgcteHt: Die Sperrung der Ortsdurchfahrt Schollen nn Zuge der Straste Ridda—Schotten. Die Sperrung Der Straste R dda—Bad Salzhausen. " Fassadenerneuerung am Marktplatz. Am Anwesen der Firma Pfeffer am Marti platz wird zur Zest durch Verkleidung der Pfeiler und Friese mit braunen Marmorplatten eine geschmackvolle und modern aussehende ßabenfront geschaffen. Da gleichzeitig auch der obere Teil der Vorderfront mit einem entfsprechenden Anstrich Der- sehen wird, tritt hierburd) eine weitere Verschönerung Der Häusergruppe am Marktplatz ein. 2 us Dem <8 (ebener Standesamt s- rc giftet. Es uerftarben in Der Zeit vom 16. bis 31. August: 16. Margarete Thärlotie Häuf, 4 Jahre alt. Droster Steinweg 3. 16 Katharine Müller geb (Härtner, 48 Jahre all. Weiden- Sffe 12. 17. Rathan Dünthcr Privatmann. Iah« alt. Walltorstraste 32. 17. Karl Adams. Schneidenneister. 58 Jahre alt. Mottkeftrafte 2 19. Karoline Steuerwald. geb. Hofmann. Witwe. 25 Jahre alt Aster weg 22. 22. H^i'tich Bausch. Oberpostinspektor 52 Jahre alt Schlllerstraste 9. 24. 0corg Lich. Rentner 77 Jahre Aulweg 130. 24 Karl HaaS ohne Beruf. 70 Jahre, Licher Strahe 74. 24. Luisa Gbriftina Balzer, geb. Leun. 43 Jahre. Brau gaffe 6. 25. Wilhelm Roll, Lokomotivführer i. R.. 83 Jahre. Roonstraste 30. 28. Friedrich Wilhelm Söhnel, Schneidermeister. 63 3abte. Löberstraste 2. 29. Äatbarinc Horn, ohne Beruf, 83 Jahre Licher Strafte 74. 30. Rosa Löb. Ober köchln, 59 Jahre. K inikstr. 37. * Deutscher Baust für christlich- evangelischc Erziehung in Hau s und Schul«. Ernster denn je ist heute im Sichte Der schweren. Dun Öen Zett Die Pflicht aller evangeli- fchen (Sftriten. für das wichtige Werk der (Erziehung unterer Kinder ietomg und erstrebt vaterländlfche Erziehung unk-rrt K ader in der Dewistheit. dast ebenlnges Ehri'tentum und JaUrtandsliebe zu- tornmengehöten. Zwei Zeirfchtttten. .Dao Christliche Haus" und .Haus und Schule", werden zu diefem Zwecke von dem Bundesdirektor^ herausgegeben. Die Bundeszentrale ist in Frankfurt an der Oder. Der Deckettigc Präfident des Ban- des ist 5Vrr von Schwerin. Ianow Dom 7. ins 9. Oktober hält der Band in Siesten ferne Reichsbundestagung ob zu der mit einem regen Besuch aus gant Deut chiand gerechnet wird. Heben Zestgottesd cnften in beiden Kirchen finden Dotträge in der Reuen Aula statt, die alle unter Dem Generalthema stehen .Ich will hau.« in Deinem Hause etnfebren." Zu den Bor trägen ftnD hervorragend« Redner gewonnen, Tie Vorarbeiten zu dieser Tagung sind in vollem Gange. •• LandesverbanDstagung der hessischen Gärtner. Der LandesverbandHesfen- Darmstadt im Reiche verband des Deutschen Gartenbaues hielt zusammen mit der Feier des 25jährigen Bestehens des Earlenbauvereins Worms am Samstag und Sonntag in Worms seine 25. Iubiläumstagung ab. In Anwesenheit Der behördlichen Uertrcter begrübt« Der erste Vorsitzende Hch Schneider (Darmstadt) Die Anwesenden, woraus Der DoritzenDe Der Land« wirtschaftstommer, Oetonomierat Hen sei. auf die enge 3ulammenarlK.t zwischen Landwirt- schastskammer und Den Dattenbauverbänden hin- wtes 8r überreichte im Hamen Der Kammer Dem Dorsitzenden Schneider und Dem langjährigen Rechner fttemmlcr, eine Ehrenurkunde Eine gleiche Ehrenurkunde wurde ihnen oom ReichSver^tnd in Anerkennung ihrer hohen DerDienste übergeben. Dem Borkainpfer Der Gartenbauidee. Kreisodstbauinfpettor Maza- r i n. widmete Der Präsident ehrende Anerken- nungswotte. ‘Sürgermeifter Metzler überbrachte die Grüfte Der Stadtverwaltung. Zum Ehrenvorsitzenden wurde einstimmig der langjährige Dortitzende Steinhauer (Bensheim) ernannt. •• Lehrausflug der gärtnerischen Berufsschule (Siesten, vor kurzem unternahmen 21 Schüler Der gärtnerischen Berufsschule Sichen unter gnbrunfl ihre» Lehrers und unter Teilnahme Des Rektors Der Fortbildungsschulen einen Lehrausflug nach Kassel und Dilhelmshohe Geleitet von fach- und ottskundigen Kasseler Werren ging Die Besichtigungsfahrt in Kastel zunächst zur Karlsaue und von Dort in Das Orangerie-Schlcch mit seinen vielseitigen gärtnerischen Beständen. Von hier wurde Der Aue park mit seinen wunderbaren Baumbeständen, Gehölzen unb Koniferen durchwandert. E» ging Dann nach Den sog. „Sieben Bergen", wo man Die wunderbaren larchschasts- gärtnerischen Schöpfungen in Augenschein nahm. Prachtvolle Gruppenpslanzungen in allen möglichen älteren unb neueren Pflanzenarten und Sorten entzückten hier die Besucher. Z)te Wanderung führte nun Hum Ehrenfriedhof, der mit seiner wundervollen tertafienfärmigen Gestaltung, ohne jeden Blumenschmuck und nur in Grün gehalten, einen besonderen Eindruck machte. Daneben fanden die gärtnerischen Anlagen in der Stadt selbst gebührende Beachtung. 3n den Rachmittagsstunden wurde Wilhelmehöhe als Glanzpuntt gartenarchitekioni- Wenn Ihre Empfehlungs-Anzeige m der Samstagsnummer des Gießener Anzeiger» durch sorgfältige und gut wirksame Satz Ausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens am Donnerstag in der Geschäftsstelle aut! >ch«r Schöpsuna besticht und hier alle Einzelhciten neuzeitlicher Vanendaukunsi cingedend vefichttgt. •Du- austerordenllich lehrreiche Bejichligungss^E, die allen Teilnehmern, ii'.sdesondere aber den Be- rujsschülern oiestache beherztgenswene Anregung brachte, kann al» em voller Erfolg bezeichnet werden. Bücheriisch. — 3n 4 Wochen 15 Jahre jünger! non Dr. E ß. Monar und Xw.n Bbhm «. 136 Seiten. 2J0 Mk. Schultze. OlNnbura (237). — Die Derfakfer wollen niemanDen wioer Die Hatirt in seinem Entwicklungsgänge um 15 Jahre Äinüdfurbcln. Sie wollen nur jcDem Helsen, verfrüht« Atterserschemungen an Körper und Geist auszumerzen! Denn wieviel 5raum und Männer erkbemen nicht DeDeutenD älter als Ne in Wird- Nchkeit sind. Trüb« Augen, welke Haut, tchwev- mütige Ol immun gen, schlechte ^>a:tung lassen manchen als lebensuntücht» erscheinen. AN Dies« und noch an bett Attersersche nungen lind aber Durch ganz einfach« und säst kostenlose Mittet zu vermeiDen. Ihre ttchlige unD erfolgreiche Anwendung für Jedermann zeigt Das vorliegende Buch. Auö dem Amtsverkündinungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt 311. 6 4 vorn 4. September cnift.ili: Straftensperre. Dte Zeitschrift .Der Schulfunk". Erzichungsbe- ratung. Dienstnachrichten. Dneffaffen her Redaktion. (Kechtsgutachtrn sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) St. in E>. Dermutlich ift di« primitiv« theatralisch« Kunstübung der Japaner g«meint: das sogenannte Rv, «ine melodramatisch« Tanzpanto- mtm«. berliner Börse. Berlin 5. Sept. lWTB. Funkspruch» Der heutige Frühvertehr liegt bet kleinstem Geschäft saft ohne jede Anregung. Die Stimmung scheint alter weiter zuversichtlich au fein. Die Kurf« tariert man auf gestriger Abenddasi» behauptet. Farben 270 und Girmens 387. Am 'Devisenmarkt nennt man: Paris 124,86, Malland 92,8742. Spanien 29,23, das Pfund 485^25 und Den Dollar 4,195750. Berantworttich für Politik: 3. D.: Ernst Blumschein. Xlßn* tfuwta- du*,**&*$/&$* fovie über Sdmrla» ßitutes. Schreiben Sie uns um unfernProfpekL Sunllcht-JnsHtut der »*r» Sunlicht Gesellschaft Mannheim Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGI* Würze MAG GF Würze und achten Sie genau darauf, daß Jhr Fläschchen aus MAG GF großer Original flasche gefüllt wird. Jn dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als Donnerstag, den 6. September nachmittags ab 2 Llhr, versteigere ich wegen Wegzug ©lelberger Weg 42 Mutiges Biobiliar unD ösnsöaltinfls- 6teealtäaOe: 1 dreiteiliger Kleiderfchrank mit Spiegel, 1 dazu gehdrigeS Bett, komplett mil Lederzcug, 2 Stühle, 1 Schtoszimmcr- bild (Stet tzochzcitsträum), 1 komplette Küche, bestehend aus Schrank. Artrichte. Tisch und Stuhle, 1 Lederdiwan, einen weih emaillierten Herd (faß not), und sämtliches Porzellan und Äfüfccngrräfe, l fast neuen Handwagen. 2 Oekonomie- wagen, 1 -wetteilige Egge, 1 Wagen- Heber, zirka 50 Kilo T£ agenfett — Sämtliche Möbel find fast neu. — Besichtigung ab 1 Hbt- Derstcigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 :: Telephon 1414 9lrbeit Der umerzeichneten Behörde offen, wo- felbjt Lngebotsoordrucke zu erhalten sind.1 Angebol? sind oerschlolien. mit entfgre- chendcr Äufjchrift versehen, postfrri bi» zum Eröffnungstermin am Ssmstag. Dem 15. September 1921. vormittag» 10 Uhr. einzureichen. Zuschlags frist bm Wochen, öieften, Den 1. September 192». Hessische» Äulturbauamt. H. Steinbach. Regierung»-Baurat. Oonucrdtag, den 6. Gspt. 192A, nachmittaas 2 llhr, oersieigere ich im Löwen, Heuemveg dahier, zwangsweise gegen Barzdhlmig: crne Latenemrichtting, em Motorrad, zwei Kaffenschrank^ einen Attenschranb drei Büfette, eine Friseurtoilette, zwei große Darenschränke. vier Schreibtische, eine Rähmaschlne, einen 2usriehtisch. einen Diwan, zwei Sessel, tner Dertiws. anen Bücherschrank, zwei G-fas, tinen Tisch, sechs Stühle, eine Standuhr, eine Kredenz, einen Regulator, vier Spreyel, Korbmöbel (Dsch und zwei Sestel). Voraussichtl.ch bestimmt: 600 Dachziegel, eine komplette Lateneinrichttrng (Ort wird im ^crsteigerunaslokal bctonntgegebenV dem, Serichtsvollzieb. in Hießen ZUCKERKRANK? Dann nur ..liseral", das neue, benror- raueud bewahrte bpexLalmittel. Kein IHAtzwanjr. Einsteirtijre. direkt rer blüffeude Er(ol«e. 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September 1928 und zwar für 1. vormittag» 12, unb für 2. norm. 12* , Uhr an die Adresse: Aeudauleitung II, Giefteu, Liebigstrafte 16, ein^tteuden. Heubauleitung II der Baugruppe des LandeSstnan-amts. Bene flnöfiftDe Blßllelwer bie ab 1. Oktober d. I. voraeschrieben find aür Hausdatttinaen 35 Liter 7.50 JJ2L Für Hoiels. S-edörden. Ohmten us«. GO Uiier io Mark Um fteundUchr Bestellung bittet Sdgav Dovvmann (öieäeaet BfecOemotU £ofe a L* Mark und In Stabt unb Land bet allen voteaoerküotern zu haben und bei Lauerte-Einnehmer Duchacker, Neuen Baue 11 Atedana 90. Semem der 791 fiD Br. lerinis S H Bitbiruk i.LN? Alle anderen Sorten zu den billigsten Tagespreisen!'. rtettbütflinge Kfanb nur Seräuch. Lchellstfche Pfund nur Hooslanz BiklnrtednlL Hühneraugen- Vertilger Tote/c/rer4,| wtrklamues diabitolmiuel! uue Kreuz Trogerie Babadofstrahe 51. ÄirfertignM von Lampenschirmen in allen Farben end GröBen bei billigster Berechnung Modehaus Mellßxch e. K. 41 *4 Scbslltisch a.L 31 Kabsllan a. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Hilfe bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Schorlemer, die ehrenden Worte des Herrn Schulrats Fischer, den Bezirkslehrervereinen Lieh und Herbstein, der Gemeinde, dem Krieger verein, den Schülern und Fortbildungsschülern und dem Kirchen vor«! and Nieder-Bessingen sowie allen Verwandten und Bekannten für die vielen Kranzspenden unseren herzlichsten Dank. Etagenhaus mit Werkstatt, für 16 000 bet 5000.x An», a. nett 1 3-L.- Wohn fof. bez ’*M J. Beer. C'tanl. 29. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 7. September, nachmittags 2.30 Uhr, in Schönstadt statt. Weil nur beste, jeder Hausfrau langst bekannte Lebensmittel, nSmlidi feinste Speiseöle und Fette mit bester Milch verbuttert, bei der Herstellung Verwendung finden. Weil dadurch leichte Verdaulichkeit, grösster Nährwert, Wohl- gesdxmack, Haltbarkeit, Ergiebigkeit und allgemeine Verwendbarkeit zum Backen, Kochen, Braten und ab 11 Brotaufstrich gegeben sind. Friedrich Richard Oie glückliche Geburt eines gesunden Zungen zeigen an Rechtsanwalt und Notar Wachtel und Frau Friedel geb. Äretther Irma Ködding-Müller (Mitgl. d. R. D.T. M.) konservat. gepr. Musiklehrerin nimmt ab 15. Oktober 1928 noch einige Schüler an Klavier, Harmonielehre, Musikdiktat Instrumental- u. Gesangsbegleitung Frankfurter Straße 9 HI Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem schweren Verluste, der uns betroffen hat, sagen wir allen, in besondere den Herren Pfarrer Breuning, Oberbahnhofsvorsteher Hein- zelmann, Sekretär Benner, derii Quartett Flügelrad, dem Gesangverein Concordia und allen, ilie ihm das letzte Geleite gaben, auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Frau Ida Hommel Wwe. und Kind. Existenzmöglichkeit Vertrauenswürdige Leute erhalten von Grohfnma erfltlnF, Kaffee z. Verkant an Private nach „Guifchein.Geschenk» 2nft.‘ i HommiseiOD. Teil, Wunen. in. Rek unt. FH 17633 nn ALA HaalensteinLVoaier Frankfurt a. H. ' ,:A Weshalb „Ahna, die Margarine für Alle" Lena Haide Opernsängerin von der Komischen Oper, Berlin Jeden Abend stürmischer Beifall 1 Statt besonderer Anzeige. Plötzlich und unerwartet wurde uns heute unser lieber Gatte und treusorgender Vater Herr Hermann Erb, HutsinspeMor im 60. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johanna ErhHeh.Snieh und Kinder. .. I, Seiler MW hat preiswert abzu- geben. Näheres in der Geschäftsstelle des Gies;. Anz. Weil .Alma", wie ihre Sch west ermarke .Blauband in .den modernst eingerichteten deutschen Fabriken auf Grund von 50 JAhr. Erfahrungen peinlich sauber hergestellt wird und täglich frisch In den Handel gelangt. 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e« durch . ?owjetgüter" und „ftaalJd).* Morn- fabr len' . welche den kommurnstischen Kern de« Sowjetstaate« endgültig hon der wirtschaftlichen Abhang-.gkeit de« ..rndifiduaUfti^chen Bauern- tum«“ befreien sollte. hatte olfo die Sowjet- reglerung au« elementarem MachterhasiungS- triebe do« getan, wo« fi« tun muhte: fic hatte vor dem Bauer kapituliert Die bauernfreundliche Gruppe R i k o f f « Kalinin siegt» innerhalb der Regierung über die Vabanque-Polittk Stalin« und feiner Anhänger. Aber kam d.e Wiederholung de« be- ^lhmten Rückzugmanöver«. da« Lenin 1922 er- zwang. d esma l nicht zu spät? 3ft da« un- fllr stärker gewordene Mißtrauen de« Dauern gegenüber der ihm nach wie vor so wesensfremden kommun.»i'chen Macht überhaupt noch zu brechen und die so verhängnisvoll au« den Fugen geratene Getreidever'orgung der Städte wieder in Schwung zu bringen? Wie Hai diese« System r>ersagt' Zweihunderttaufend Ton« Brotgetreide wurden bereit« im Ausland gekauft. Unb da« in einem 3abr mit gut-mittlerer Ernte! Weitere Käufe müssen folgen, sofern e« nicht von heut' aus morgen gelingt, den Dauern zu einer wesentlich größeren 'Abgabe zu bewegen, al« fic im 3uli ftaitsand. Die Zeiten haben sich eben feil Lenin« Tode geändert, zumal ein rein taktische« Mond' ?r beim zweitenmal die psvchologifche Wirkung iwrkhlt. Lenin erklärte damals, daß die Freigabe der landwirtschaftlichen Produktion und die Wieder- Julaffung de« Privathandel« „auf lange und un frnst" erfolge Kaum 2 Jahre gingen hin — und der ..Antinep" setzt« mit voller Wucht ein und zerschlug den schüchtern ausblühenden Privat- Danbel saft völl g Ferner waren die Konzes- f-ivnen. hie unter Lenin dem Dauer gewähr den — wenigsten« solange sie in Kraft blieben — umsangreicher und folgerichtiger Der scharfe Gegensatz innerhalb der gegenwärtig regierenden Gruppe wirkt sich au«; Claim selbst erklärte, bah nur von «irrer „teilweisen" Aufhebung der Gewalttnoßregeln gesprochen werden könne, was dem Wortlaut und dem Sinn« de« entsprechenden Erlasse« entschieden widersprach und von der Rikosf-Gruppe wieder al« . Sabotogever^uch" Stalin« (diese« Wort erfreut sich hier überhaupt außergewöhnlicher Beliebtheit) gebrandmarkt wurde. Dor allem aber der ruf fisch« Dauer von 1928 ist nicht mehr derselbe wi« der von anno 1921. Damals genügten klein» Erleichterungen, um bei ihm schon «in Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den „Wohl- taten " der Regierung auftommen zu lassen; heute ist er nicht nur mißtrauischer geworden. Gießener GtaVttheatcr. Bernhard Blumc: „Treibjagd". Mit dem Cchillerfchen Musiku« Mill:r ;u reben: der -anbei wird ernsthast. Wir stehen noch eben im Anfang vom .Hauen Mond September" — da wirft schon die Winterspielzeit ihre tragischen Schatten weit voraus Der Ernst des Leben« und der Bühne beginnt wieder die Stunde ku regieren; man gibt ein literarisches Stück. .Stück in drei Akten", welche« in Rußland spielt. 3m gegenwärtigen, revolutionären, antikapitallstifchen Rußland zwar, aber immerhin, unbestreitbar... unter (Menschen Die« ist eine Feststellung, die verzweifelt alltäglich klingt, von der aber, wie un« scheint, die Bewertung de« Stücke- in jedem Falle au«- zugepen hat. «Da e« übrigen« ernsthafte moderne Stucke gibt, in denen nur Affen ihr Wesen treiben - Schauspieler als Affen vermummt so war schon de«wegen die Anmerkung eben vielleicht nicht ganz überflüssig.) Menschen also. Es kommt bei keinem Drama sn erster Linie darauf an. ob e« In Rußland, rn Deutschland, in England oder Amerika sich begibt, ob e« heutzutage, zu Goethe« Zeiten, tm hellenischen Altertum oder in einem Märchen - jahrhundert der Phantasie spielt -- wichtig ist immer zuerst, daß es irgendwann in einem Menschenlande ausgewach'en ist. All« guten Stücke aller Böller und aller Zeiten wird man so prüfen können. Kostüm, Umwelt. Sprache. Handlung machen nicht da« Entscheidende au«. Auch das russische Stück eines Deutschen ist möglich Aber man muß dann die Rus en gewissermaßen' bi« aus« Hemd ausziehen können, allo daß ihr schlichter menschlicher Adam zum Dorschein kommt. Diesen Adam (ober diele Eva) muß ihan sich an leben. Dann merk: man halb Pb bcr. der ihnen den übern etnblie«. ein Dichter ist oder nicht Wir glauben, daß die Figuren in diesem Stück — ober wenigsten« einige seiner "«Figuren solche «Feuerprobe bestehen k>nnen unb für ihren Schöp'er al« für einen Dichter Mugen. Vielleicht kann man sagen, cs war geschickt. Dinge aufzurollcn. bic von Verfolgung. Unter- suchung imb Flucht handeln: der 3nstinkt des Autors bäte das gegenwärtige 3nlcrcf e für kriminalistische Dinge, für . Fälle' aller Art gewittert unb au«gcbeutet. Aber vielleicht kann man auch lagen: Gestalten unb Ereignis e aus Sowjetruhland anno 1919 liegen un« — u.i«. heute! — gottlob nicht eben am Herzen. Unb man wird fort fahren ist e« nicht felllam. daß man trotzdem mit allem, was geschieht — bis auf wenige Augenblicke. von tKnen zu sprechen fein wird —. mitgebt, mitlebt, mrtffiblt, ja manchmal zitternd dazwifchenfpringen möchte? sondern, wo« mehr :n« Gewicht fällt, er wurde s,ch feiner w t r t s ch a s t l i che n Kraft bewußt, er lernte ertennen. daß alle kommu- n st.'chen Erpenmente daß die Erhaltung be« gesamten foztalisttschen Ueberbaue« lediglich auf Kotzen der breiten bäuerlichen Basis durch- geführt werden tonnte Sollt« aber der neue .liberale" Kur« Erfolg haben, fvllte er tatfächl ch den wirtschaftlichen Ausglech zwischen Stadt und Land verbessern so müßte b* industrialisiert« Stadt dem Dorf« mehr bieten al« bisher Unb gerade hier sind die Aussichten trübe. kommt dabei nicht einmal so lehr auf die statistisch« Tatsache an. daß die in- dustr elle Produktion in den beiden letzten Monaten w eher um 10 Pro- zen t abgenommen hat. sondern vielmehr auf die ei gen hüben Ursachen dieser Abnahme. Selten einmütig und offenherzig wurde von den Sowjettoirffchast.crn höchstselbst diese Ursache sitz- gestellt: Abnahme der Arbeitsleistung, wachsende Disziplinlosigkeit und Demoralisation der Ar- be terfchast Kein geringerer al« der Vorsitzende de« Obersten WirllchaftsrateS. Knibifchefs. schrieb kürzlich in der hiesigen Torgow-Prv- mffchlennaja (ba^cta“ (3nbuftne- und Hanbe!«- ze.kung): ..9« muh unumwunden zu gegeben werden daß n? r ,m dritten C. jähre«, also April bis 3uni) vor einer auffallenden Abnahme der Arbeitsdisziplin stehen."" D.e Wurzel des Hebel« liegt tiefer, als die übliche kommunistische Propaganda, die noch immer im Stil de« Donez-Prozesse« von ..bürgerlichen Schädlingen" spricht, zu bekennen wagt. Die gegenwärtige Lage im Sowjetstaate laßt sich kurz auf die Formel bringen: Zerseyustg der kommunistischen Stadt. Wieder- etftarfung de« bäuerlichen Lande«. Freilich, e« wäre verfrüht, hinter vieler mit elementarer Kraft sich vollziehenden Entwicklung irgendwelche organisierten politischen Kräfte zu vermuten. Sie fehlen noch immer so gut wie ganz.__ Oberhessen. Landkreis wtesten. r. Rüddingshaulen. 4. Sept An den beiden letzten Sonntagen hielt der hiesige Kleinkaliber-Schützenverein sein die-jährtge« Prei«schießen ab. Die Beteiligung war gut. auch au« den Rachbarorten waren viele Schützen erschienen. 3n Erwartung de« großen Andranges hatte der 2krein etwa 30 Preise, in der Hauptsache au« Gebrauchsgegenständen bestehend, be- reitgeftellt. Die Dchußergebnisse waren sehr gut. 36 Ringe wurden von drei Herren des Verein« erschossen. 35 Ringe erreichten 8 Teilnehmer. Der erste Preis fiel Hermann Müssig zu Bei der guten Witterung der letzten Tage hat hier auch die (Brumme: er nie begonnen. Obwohl die Aussichten zu einem nur mittleren Ertrag bi« vor kurzem sehr gering waren, ist man jetzt doch angeneym überrascht über den dichten ®ra«- stand. der sich bei dem seuchtwarmen Wetter der letzten Wochen gebildet bql is. Steinbach, 3. Sept. Wegen Reparatur unb Renovierung unserer Kirche mürben bie sonntäglichen Andachten etwa ein Dierteljahr lang in einem Saale der neuen Schule abgehalten. Gestern, am Kirchweihtag, achtzig Jahre nach der ersten Ein- weihung, konnte bie Kirche nun wieber ihrer Bestimmung übergeben werden. Die ganze Gemeinde nahm regen 'Anteil, außerdem hatten sich noch viele auswärtige Besucher cingefunben, so daß das große Gotteshaus vollbesetzt war. Der Ortsgeistliche, Pfarrer R r o c m c r , weihte die Kirche aufs neue Wer hat da« Stück geschrieben? Der sehr jugendliche Bernhard Blume. 1901 geboren, in Stuttgart. Studierte Philolog c in Tübingen, München und Berlin. War eine Zeitlang Studienreferendar, ging dann von der Schule weg. Lebt jetzt als freier Schriftsteller in Dc;ci- loch bei Stuttgart. Sein erstes Stück »Fahrt nach der Südsce ließ die Kritik sogleich auf- horchen. Dann ein »Bonaparte", über den glänzende Urteile gesprochen wurden. Dann die .Treibjagd'. Ein Lustspiel .Feurio" ist noch nicht aufgefübrt. dn andere«. .Dicke Luft", soll nächsten Monat in Stuttgart herau-kommen. .Treibjagd". Drei Akte Oktober 19 in Petersburg. von einem Abend bi« zum nächsten Morgen. Blume griff, fo ist der Eindruck mit beiden Händen in ein brodelndes Ehav«. in den wüsten Kampswirbel zwischen Roten und Weihen um Petersburg unb um die Macht, in den Herenkesfel zwischen Revolution und Konterrevolution hinein, riß eine Handvoll Menschen In« schwelende flackernde Halblicht einer nebligen Rächt, die erfüllt ist vom Gesang der 3nter- nationale, vom auspeitschenden Trommelwirbel und Taktschritt der roten Bataillone... eine Handvoll Menschen. Die läßt er laufen. Einen nach dem andern. Einen hinter dem andern her. Zwei, drei, vier hinter einem. Eine riesige, unsichtbare Meute hinter einem, zweien, dreien. 3hrer drei sind einqcfeffelt und werden gejagt, gehetzt, erbarmungslos, unaufhörlich mit Trommelwirbeln. mit Schüssen, mit Verdächtigungen unb Dachstellungen unb folterndem Verhör Eine atemverketzende Hetze. Trommeln in der Dacht. Dom Abend bi« zum Morgen Bei blutrotem Mond und fernem Geschrei und knatternden Salven, man mußte gestern immerfort an ein anderes Revolution«- drama denken, das wir schon haben, unb da« beinahe berühmt geworden ist. nicht an da« des hessischen Vüchncr sondern an da« des bäurischen Brecht. Es ist vielleicht das beste Stück, da« diefer Brecht geschr.eben hat — lein erste«. 3edenfalls war c« ein Zeugni« der damals jungen Generation Damals das war erst vor ein paar Jahren Aber jetzt kommt eine noch jüngere Generation, und c« .ft ein gewaltiger Unterschieb zu erkennen. Die Sprache hat sich geändert in ein paar armseligen Jahren. Da« Schwebende. ilngte-Jbarc. die Stimmung unb Atmosphäre einer blutrünstigen hebemben Rervlutionsnach: hat jener Brecht mit so sicherem Gelühl erfaßt, wie biefer Blume. Ader er hat es nicht alles sagen können, wie er es empfand. Seine Sprache war hier und da zwar verblüffend echt unb beut ich. Sprache be« Alltags, bee Schützengraben«, ber Strohe . war aber in vielen Szenen doch nur gelallt, verstiegen unb einfach unverständlich Blume da- ist der mächtige Forlfchritt unb Vorsprung — hat. bis unb hielt die Predigt. Der Gefangnerem . (Germania' leitete die Feier em mit dem (Thorr: „nerr. ich habe heb bie Stätte deine- Haufe»' Der Ge- fangoerein „(Fintro4)t' fang al» Schtußchvi ..Die Himmel rühmen be» Enngcn Chee". beide Vereine trugen in dankenswerter Weile zu ber Feier bei. Die lirbaung unserer schonen Kirche fällt in bie 3ahre 1M2 bi» IMS. Die alte Kirche wurde in 1M2 bei dem großen Brande zum Teil zerstört. Die tetziae Kirche wurde am 3. September IMS ein geweiht Außer einer äußeren größeren Reparatur im 3ahre 1897 stand sie noch non damals. (Fine notwendige innere Reparatur und Renonierung war schon lang vorgesehen. Die 3nffatton hatte aber Me hierzu bereit» angefommehen Kapitalien orrschlun- gen (fine weitere Jiinautfduebung war nicht mehr möglich, da verschiedene, Balken in ber Decke fehler- halt waren. Diese wurden nun entfernt unb da» Dachwerk be» Schiffe» unb Turme» grunbltch au»- gebelfert, so daß feine Feuchtigkeit mehr eindringt. Die Innenrenovieruim macht mit ihren ruhigen färben einen schönen Eindruck Außerdem wurde da» Gebläse für die Orgel mit elektrischem Antrieb ner- sehen. Untere drei Glocken wurden schon vor einigen Fahren durch Stahlglocken ersetzt, da da» alte Geläute durch Ablieferung während be» Kriege» zerstört wurde. T Li ch 3 Sept Der btcltge Kriegerver- ein einer ber rührigsten be« Bezirk« Lich ber Kriegerkameradschaft Haf'ia Petanftaltck gestern auf seinem Schützeirstand auf ber Harbt sein diesjährige« Preisschießen. <3« wurden von jebem Schützen je vier Schuß auf bie 24-Ring- scheibe nut dem Gewehrrnodell 1871 abgegeben Am Abend vereinigten sich bie Mitglieder und ihre Familien zu einem geselligen Abend in Stein« Saalbau. wo ber erste Vorsitzende. Stadtrechner Louis Häuser eine der Bedeutung de« Tages entsprechende Ansprache hi It Die Preis- Verteilung hatte nachstehend. S öracbni«: 1. Preis m;t 88 Dingen Kaufmann Fritz Ztmmer. 2. mit 88 Dingeir Buchhalter Karl Peter. 3 mit 87 Ringen Dachbeckermeister Ehristian Vater 4. mit 84 Ringen Wachtmeister Heinrich Kemps. 5. mit 83 Ringen Meygermeister Christian Ran. 6. mit 83 Ringen Lubwtg Volz I. 7. mit 82 Rin- gen Gisenbahnvorsteher Berk, 8. mit 82 Ringen Stabtrechner Louis Häuser. 9. mit 79 Ringen Heinrich Müller. 10 mit 79 Ringen K H. Heller. 11. mit 79 Ringen S. D. Erbprinz Hermann Otto von Solms-Hohensolms-Lich. 12. nrit 77 Ringelt Kaufmann Willi Hahn. 3n«gesanrt würben 21 Preise verteilt, die Haffia-Shrenscheibe schoß Küsermcister Gustav Ohle muh. Zu derselben hatte Spenglermeister HeinrichW g l z einen Preis gestiftet. Zwei weitere Sbrensch ioen wurden von Schuhmachermeister Heinrich Findt und Ludwig Volz III. geschoben. Gtn sehr schöner Lichtbilberoortrag machte bie Zuhörer mit dem Leben unb Treiben in unserer ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostasrika bekannt. Der Vonragende war ber einstige GouvernementSsekretär Ludwig Dietz aus Darmstadt der längere Zett tn ber Kolonie Deutsch-Ostasrika tätig gewesen war. * Bel le r«heim. 4. Sept. Da« von der Herrschaft Solms-Draunsel« in ber hiesigen Gemarkung abgegebene viedlungs- gelände ist den 'e.chengen Pächtern zum K a u s an geboten worden. Wie man hört, ist von diesen beschlossen worden, zunächst mit dem Staatlichen Siedlungsamt in Verbindung zu treten. um sich über alle S nzelheiten. die bei einem solchen Besitzwechsel in Betracht kommen, zu unterrichten. KreiS Friedberg. pb. Butzbach. 4. Sept. Dieser Tage fanb bie Einweihung be« neuen 3ahnplatze« auf ein paar Ausnahmen, auch sagen können, was er empsanb. er hat klare, gute, unmihver- stänbliche Worte in natürlichen einfachen Sätzen bafür gesunden So schnell vergeht die Zeit: ber ExpressioniSmu« — da« war ,damals", um 1920. Heute hat schon die neue Sachlichkeit da« Wort Unb sie scheint auf ber Buhne mehr Aussichten zu haben al« auf den Bildern. Man kann tr.e Handlung kaum erzählen; e« wäre zu umständlich und ist nicht wichtig genug. Wesent.-cher erscheint, au« einer mit erstaunlicher Vehemenz abrollerrden. gedrungenen und geballten Szenenfolge e.nige« herauszu'chälen. Zwei Gegenspieler ber Revolution hinter einem Tisch ;m Cafe. Gedrückt, gehetzt, umstellt, verdächtig. belauert, auf bcr Flucht. Außer ihnen e.n einziger Mensch im nächtlich leeren Raum, aegenüber am Tisch: das Haupt ber Zentrale, der rote Polrzeichef, der feiner Beute schon sicher ist. Der eine bcr Weißen verliert die Derven, bricht aus. flieht, wird erschossen ... der andere, nut kaltem Blut unb in allen Sätteln gerecht, mmnü den Kamps auf. Etwa« andere«: tue ein Mensch am Fenster steht, auf d:e nächtliche Straße schaut, ein paar Männer au« einem Auto steigen sieht — und fast zufammenbricht vor Angst bei diesem An- bllck. der im Grunde ganz alltäglich ist. Gin drttte«: wie da« Fieber des Äeffeltreihen« schon in die Mcure selbst sich einfrißt. Sin roter Offizier in der' Dacht vor der Schlacht, halb betrunlen, aufgewühll. gierig, hungr g nach allem Leben greifend, das chm noch bleiben kann vor dem ungcw.h bänunernben Morgen, wo es mar- sch eren heißt ... wie der brüllt, um sich zu betäuben, wie er einen dröhnenden Kolakentanz dampft mit klirrenden Sporen zu einem grellen Grammophon, selber en gehetztes armseliges Wild, das bald dran glauben muß .. da bewährt sich die Probe, von der wir lorachen: wenn man dem be Uniform abzieb: bleibt ein Häufchen 6lenb und ein Stück Mensch, außer aller Zett, ganz einfach unb ganz natürlich Tann noch zwei ungewölmlich starke Szene» da» Verhör al« letzte Kraftprobe zwilchen dem roten und we ben Gegen'p.eler. Hrb die Flucht des De hen. der feine ebenfalls bedrohte beliebte mitreißen möchte, indes bet Verfolger Ichon an der Tür rüttelt. Wahrerrd ber We ste durch die geglückte Flucht der Treilqagd ein Ziel fetzt, entzieht sich dte Zurückgebliebene bcr Meute durch den Tod. Die Tänzerin Dalbanowa nimmt Gift, ehe bcr Polizei kvmmisfar Ogan sie verhalten lafe würben 550 Mark gefordert Kalbinnen kosteten 400 Mark. «ge Rinder <*3 bi« 120 Dll. ältere bi« arf. Von den bei der Lanbwrrt- lchaft«kammer zum "Verkauf angemelbden 58 Dullen des hessischen Fleckvtehe« ISimmentaler) waren 47 ausgestellt, ferner zwei Vogelsberger Bullen. Bei der Bersletgerung dieser Ziert zeigten sich nur geringe Gelwte. und bie meisten Käufe würben von ben Besitzern nicht genehmigt. Den höchsten Preis erzielte der Züchter tfbriftlan Äeipp aus Angersdach für e^nen 18 Monate alten Bullen mit 960 ^arf; sonst bewegten sich bie Steiggebote für ein Stück zwischen 500 bi« 800 Marsi Die Schweinepreise hielten sich auf bcr seitherigen Höhe Für H Woch-n alte Ferkel wurden durchschnittlich 12 DIark. für 9 Wochen albe 18 Mark und für Smlegcr 35 Mark pro Kopf bezahlt. Der Schweinezucht- verein Lang-Göns hatte 5 3ber be« deutschen Gbelschwcincs unb der gleiche Verein von &bm- genrob emen Ober des veredelten Landschwems au«gestellt. außerdem waren noch einige andere Züchter mit reingkzogvnen Lbern ettchienen. Für ein Stück wurden 200 bis 250 Mark bezahlt Auch 47 Ziegenböcke und 20 .Hegen standen zrun Ber- kauf. Die Preise für junge Böcke waren sehr schwatcketid und bewegten sich zwischen 40 bl« 103 Mark für ein Stück. Die meisten wurden abgesetzt. Dagegen blieben die Ziegen unverkauft. Unter den meistenteils guten unb sehr guten Bullen, Kühen. Rindern und Ziegen wählte bie PrämiierungSlommisfwn lange unb for.ifältig bie Prämtterungst.ere aus. ®« wurden 10 Simmcn- taler unb 2 Vogelsberger Bullen, 18 Kühe beider seinem Stll zu runden und zu beschließen, (iin Mensch erscheint, sein Gesicht ist fahl beleuchtet in der dunklen Szene, und spricht den ciprcflio- nistisch verworrenen Epilog öinc literarische, unwesenhaste. spukhafte Gestalt, in ben grandiosen Mittelakt schon tote aus Wedekind« Be- zirken verschlagen, spricht dunkle Worte vom Weg in bic Zukunft Vielleicht wollte Blume, es sollte zuletzt versöhnlich ein Licht leuchten in ber Finsternis. Aber er verbarb sich nur den AuSklang eine« starken unb menschlich burch- bluteten Dramas 3ntenbant Dr. Prasch führte selbst Regie. Tine großenteils ausgezeichr.ctc Aufführung, an der mit Pieler Sorgfalt und 5)tn^bung gearbeitet worden ist: ba« war beutlich zu spüren Die beiben ersten Akte rollten mit einer prach'vollen Gebrungenheit unb szenischen Geschlossenheit vor- über. Da war Stimmung. 'Tempo. Farbe. Spannung. sedernder. Dortrcibenber Dialo.) Die Szenen be« roten Offiziers unb des Verhörs waren glänzenb gespielt unb könnten sich an jeder großen Bühne sehen lassen. Die sicher gegebenen Bühnenbilder Löffler« unterstützten die Wirkung des Ganzen vortrefflich Der drille Akt fiel, trotz der furiosen Fluchtizene, die leider zu früh liegt, merklich ab. Die Auftritte nach dem Tod« der Tänzerin sind hem Zuschauer nicht mehr wichtig. Und der stilifllsch ou»brechende Epilog war weder gestrichen, noch gebämpft, sondern vom Scheinwerfer gespenstisch belcuchtet, ohne da- durch sinnvoller zu werden. Die einzige schwache Stelle auch in ber Regie. Der beste Mann in einer durchweg guten unb feinhörig abgetönten Besetzung war A r z d o r f, der hier die reifste Leistung bot, die wie bisher r-on ihm geieben haben. Er war der spionierende „Ge noste Gogolin; mit Energie vollgepackt, wendig, gerissen unh verbissen, brutal, egoistisch, eine ganz scharf profilierte Gestalt, ein leibhaftiges Wesen — tm Gegensatz etwa zu dem literarischen Schatten- nß Lankin, an den Han- Haeser viel Mühe verschwendete. -- Dann aber der primitive Sol- batrnfuhrcr Smigal. von Otto «nur mit sprühendem Temperament zu einer überaus wirklichkeitsnahen Gestalt entfallet. Ferner Desener, diesmal recht belebt, als der ehemalige Offizier, dem Angst, Verzweiflung und .noffnungslofigkell auch die letzte Fluchtstraße verrennen. — Trude Heß: eine kleine, blasse, von ihrer „7chee" besessene Prophetin, sehr fein gespielt. — ®areis, ber Kommissar Ogan: fanatischer Spur- Hund, Mann ber Gewalt mit allen Mitteln. — Life lolle Fuhrmann (Balbonowa): aut in ben zu- fommengerafften, gedämpften Sprech!',;»nen; eine Enttäuschung in den großen Ausbrüchen, die merkwürdig theattalisch und verkrampft wirkten. — Regisseur und Spieler konnten sich zuletzt mehrfach zeigen Dr. Th. 0tt l a m m Nachdruck ocrboten. 18 Sortierung. fäljrL 6te Hoti«' (Bonfarb an und kommt gefun- jetzt? I doch weder ein alte Jacques nicht alle» davon erzählt hat —, wichtig. wichtig", sagte Odette ichnitt da» Filet in Schei dgs kann man sich denken", sagte und belud sich mir den heißen „Gott, ich habe es vergessen, Charles. Du warst auf der Jagd, am anderen Tage war so vieles 311 tun, da ist mir der Brief an» dem Kopf gekommen. Ich hielt ihn auch gar nicht für so „Dieser Brief ist aber sehr Charle» ernst. „Meinst du wirklich? Cs fleht Nome, noch ein Dalum darunter." Stadtverordnetensigung mifgetetlt t soll mit dem Dau des Hollenfchwi „Ach, die allen sie ausgewärmt." ben. „^ürf) bin sie „Io, Madame, hie dicke Marie H Marburg, 4. Sept. Die In der heutigen mitgeteilt wurde. Der Crnestc kann mein Gepäck mitnehmen. Ich gehe. Daran ist nun nichts mehr zu ändern." Da Odette sah, daß dieser harte Schädel seinen Plan gefaßt hatte und ihn keine Bitte und kein 23er- sprechen mehr bewegen konnte, zu bleiben, dachte sie: man weiß nicht, für was es gut ist, wenn sic aus dem Hause geht. Sie stieg die engen knarrenden Treppen wieder herunter, an deren Wänden die Tapeten in Fetzen hcrunterhingen. Das alte Haus .es war Zeit, daß man hier aufräumte, auch mit Artemis. Odette stand in der Küche und schob die Kasserollen hin und her, wie vorher Artemis, und beeilte sich, das Mittagessen für die Gaste herzurichten. Die dicke Flämin strahlte. Cs war ihr Lohnerhöhung versprochen worden. Artemis ging fort. Madame und sie würden allein herrschen. „Ach, Madame", sagte sie, während sie die Teller zusammenstellte, „es war die höchste Zeit, daß die Artemis aus 8cm Hause kam. Denn Sic wüßten, was die alles über Sie gesagt hat, damals. Na, ich will mir den Mund nicht verbrennen, e» geht mich auch nicht» an." „Was hat sie denn gesagt?" „Zum Beispiel hatte sie es immer mit einem Schlüssel.' „Mit was?" „Mit einem alten Schlüssel, den man über die Mauer geworfen hatte und der in Dupont (Barten gefunden wurde, wissen Sie, damal», im Frühjahr, al» sie die Beete umgruben.“ „Ja, und was soll mit dem Schlüssel gewesen Verhängnisse. Vornan von Liesbet Dill. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale-. „Da habe ich sie zurückgclMesen und darauf machte sie mir diese Szene. Aber hmauswerfen sollte inan sie nicht. Ich werde hingehen zu Jl)r." „Nein, bleib", sagte Charles, auf dessen Stirn eine Wolke stand. .Äch will e» nicht. Ich habe cs gesagt und cs bleibt dabei. Sonst wiederholen sich diese Auftritte hier, ich mag das nicht. Wie denn Jacques zu diesem Brlefe?" „Er hat ibn im Sekretär meiner Tante den", sagte Odette. „Und weohalb erfahre ich davon erst fragte er, und sah sie an. - au» jMtnieu ™ tntfb 'M toi bi. 85" ganz recht." „Glaubst du wirklich, das-, der Mord mit dem Briefschreiber im Zusammenhang steht?" „Das weiß der Himmel, Odette. Jedenfalls w 1 ich den Brief feinen Augenblick länger im "am. haben." fein?" „Gott, sie sagte ja nicht» Bestimmte». Sie wußte e» auch schließlich nicht genau." Geschichten, immer wieder werden ganze Sac1)e wieder auf rühren? Soll ich wieder verhört werden und das alle» über mich ergehen?' Jja, davon kann uns niemand befreien", sagte Charles schwer. „Der Brief, von dem nun schon «in anderer weiß — und wer weih, wem der Jacques man uu>» wi-i-u y*u —, den kann ich gar nicht verheimlichen. Der Mann hat Artemis verabschiedete sich. Sie sah au» wie eine Bäuerin, die zu einem Begräbnis säl das schwarze Meid von Madame <------- deren schwarzen Kapotthut auf mit den gelben Pen- see». Sie reichte Frau Odette eine knochige, harte L?' ir fet 5. Ös „Arme Odette, nun mußt du kochen", sagte (Thar- les, der an der Küche oorbeikam, „und ich bin schuld daran. Ader wir werden jemanden suchen. ' Doch das wollte Odette durchaus nicht mehr. Für die paar Monate. „Im Frühjahr ziehen wir schon in unser Haus, dann brauch.' ich niemand mehr. Marie bleibt hier, und der Pächter kann bann in die Rüche stellen, wen er will." „Gerade deshalb. Ober trotzdem. Die Verschleierung des Absenders ist ersichtlich. Der Brief kann uns auf die Spur führen." Er steckte ihn in die Tasche und nahm seine Mutze. „Wohin gehst du?" ,,Auss Gericht. Und zwar sofort." „Aber Charle», um Gotte» willen! Willst du die Ivhnung für gute Leistungen an die Stiemen verteilt wurden/ 3n festlichem Zug zog man am Abend unter den Klängen der Kapelle wieder heim. * EichelSdors, 4. Sept. Am Sonntag fand h-er da» Dekanat-fest für Innere Mission im Dekanat Didda Katt. 3m Seitgottc»bien ft in der Kirche und in gut besuchter Rachversammlung unter den prächtigen Linden bei der Zunkerrnühle schilderte Psarrer Schneider der Direktor der Rie-er-Ram- städter Anstalten. die große Hot feiner Pfleglinge. die christlicher Rächstenliebc ein weite» Betätigungsfeld bietet. 3n d.r Rachvrrsammlung. in der Dekan Scriba-Ridda die Grüße de» Dekanats entbot, stellten sich der Po'auncnchor Wallernhaufen und der Gelangverein ^Eintracht", SichelLdors. in den 'Dienst der guten Sache. Insgesamt konnten rund 100 Wk. an Galen nach Rieder-Rainstadt abgefüfrrt werden. ld. Breunge»hai n, 4. Sept Unter Dorf ist seit langem an einen lehr häufigen Lehrerwechsel aewöbnt. Der Zoll, daß Pfarrer und Lehrer last gleichzeitig unser Dorf verlassen, dürfte allerdings noch nicht in Erscheinung getreten fein. Pfarrer Zimmer siedelt im Lause de» Herbstes nach Dauernbeim über und Lehrer Wedel tritt um biefeloe Zeit eine ihm in Königstädten bei Groß-Gerau übertragene Stelle an. Beide Beamte sieht man hier nur ungern scheiden. V Ober-Seemen, 4. Sept. Au» noch nicht vollständig geklärten Gründen verletzte der Arbeiter M. dahier die beiden Brüder Kneipp durch verfch.edcne M e s s e r.st i ch e. Mährend der eine mit einem Stich in den Oberschenkel davonkam, erh-.elt der andere einen solchen In den Rasen-Augenwinkel und muhte in» Gederner Krankenhaus verbracht werden. Das Befinden der beiden Berlehten ist vorläufig befriedigend. ld. Aus dem vorderen Vogelsberg, 4. Sept. Infolge reichlicher Regenfälle haben sich die im Sommer im Wachstum stark zurückgebliebenen Feldfrüchte sehr gut erholt und stehen nun wieder in voller Frische in kräftigem Wachstum. In den Oberwalddörfem gehl die Fruchternte, die sehr gute Stroh- und Körnererträge bringt, ihrem Ende entgegen. Die Hack- fruchlernte verspricht ein gutes Ergebnis. 2lur der Grünfuttermangel gestaltet die Haltung des starken Biehbestandes äußerst schwierig. Doch dürfte auch diese Rot in absehbarer Zeit behoben sein. Preußen. Kreis Wetzlar. -ä- Dutenhofen, 4. Sept. Die in Unterhaltung der Provinzialstraßenverwaltung ftebenbe Verbindung« st raße von bi er nach Wetzlar, die hauptsächlich dem Autv-Durch- gangsverkehr Gießen—Wetzlar dient, wird gegenwärtig in verschiedenen Abschnitten i n - standgeseht, wobei auch die Ortsdurchfahrt erneuert worden ist. Gegenwärtig ist die Beschotterung der Straße unterhalb unsere« Dorfe» im Gange, die längere Zeit in Anspruch nehmen wird, da diese Straßenstrecke wegen ihre« schlimmen Zustandes eine doppelte Basaltschoiterdecke erhalten soll. Kreis Marburg. Zuchtrichtungen. 14 Kalbinnen und eine Anzahl Ziegenböcke und Ziegen prämiiert. Die Prelle bestanden in barem (Seide. Aach dem Viehmarkte sand nachmittags ei ne Verlosung von 12 Stück Vieh, landwi.t chastl che i Geräten, Ha.shaltungS- gegenständen usw. statt. Hierbei gewann Gastwirt Richard Orth hier den ersten Preis, eine Kalbin im Ankaufswert von 400 Mark. Außerdem fielen von den elf verlosten Bindern noch drei hierher, zwei nach Kohden, zwei nach älnter-Schmitten usw. Die meisten Gewinne waren auf dem Markte angekauft. Der Krämer- markt war ebenfalls gut besucht: sehr zahlreich hatte sich die Landjugend eingesunden, die eifrig dem Tanze auf einem Tanzboden im Freien und in der Turnhalle huldigte. Die von vier Firmen ausgestellten landwirtschaftlichen Geräte und Maschinen erregten bei den Landwirten großes Interesse, namentlich die neuen Systeme der Kartoffelerntemaschinen und da» Modell einer elektrisch betriebenen (betreibe- und Heuabladema- schine. Die Krämer waren mit den Geschäften in ihren Kaufbuden Im allgemeinen zufrieden, und die großen Wirtszelte sowie die Gastwirtschaft xn der Turnhalle waren voll besetzt. Große Anziehungskraft auf die Marktbefucher übten auch die Vorführungen de« im vorigen Jahre hier gegründeten Veit - und Fahrverein» für Aidda und Umgebung mit Preisverteilung auf dem Reitplätze au«. Das Schulreiten, Hindernis- springen, Gewandthertsreiten und Schaufahren für Wagenpferde, ein- und zweispännig mit Kalt- und Warmblutpf er den unter Leitung des Reitlehrer» Guillaume, Oberwachtmerstcr i. R. und jetzt Landwirt dahier, erregten bei der großen Zuschauermenge außerordentliches Interesse, vrcl Bewunderung und lebhaften Beifall. Der rn den letzten Jahren stets zugenommene Besuch unsere» Herbstmarkte» zeigt, daß er sich immer mehr bei den Bewohnern der Wetterau und de« südwestlichen Vogelsberges einführt. ??. Aidda. 4. Sept. Heute vollendete hier einer unserer ältesten Einwohner, Bahnhofsvorsteher i.R. Wilhelm Hammel, in erstaunlicher Rüstigkeit sein 8 8. Lebensjahr. Er ist aus Hungen gebürtig und war viele Jahre Vorsteher der Bahnhöfe Aidda und Grünberg. Ferner gehört er zu den wenigen hier noch lebenden Veteranen von 1866 und 1870,71. Dem beliebten Mitbürger wurden von vielen Seiten die herz- lichsten Geburtstagswünsche dargebracht. An dem DereinSleben AiddaS nimmt der lebensfrohe Mann in jugendlichem Eifer noch regen Anteil. * Ober-WidderSheim, 4. Sept. Die Taglöhnerin Lina Raab bei der von Harnic- fchen Gutsverwaltung auf dem benachbarten Häuserhof konnte in diesen Tagen auf eine 29- jährige ununterbrochene Dienstzeit zurückblicken. Die hessische LandwirtschastSkammer ließ ihr aus diesem Anlaß eine bronzene Brosche mit der Inschrift „güt. treue Dienste" überreichen. Ebenfalls 29 Jahre steht der Knecht Wilhelm Raab in den Diensten der Gutsverwaltung. Ihm wurde neben einer bronzenen Medaille eine Anerkennung-urkunde zugesteut. — Die Mehrheit der Anteilscheine der Pächter de« hiesigen Gern e i n de st e inb r uch s ist in den Besitz deS hiesigen HartbasaltwerkeS übergegangen, wodurch nun auch die Verwaltung durch die GeschäftSfüHrung deS HartbasaltwerkeS geschieht. Dadurch wird eine bessere wirtschaftliche Auswertung de» Bruches ermöglicht, der vor dl km einen vorzüglichen Pflasterstein abgibt. Kreis Schotten. a. Schotten, 3. Sepl. Die Bezirkssparkasse Schotten hielt im RathauSsaal unter Leitung ihres Direktor-, Bürgermeister Menge! (Schotten), ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Ms Vertreter der Aufsichtsbehörde ^wohnte der Krciscirektor. Geh. Reg-Rat Bo eck- jiann, den Verhandlungen bei. Vom Sparkassen- ^verband und der Hess. Girozentrale war der Vorsitzende, Iustizrat A e h. erschienen. De« im letzten Jahr verstorbenen Genrein devertrelers Karl Schütz (Scholten) wurde in Treue gedacht. Die von einer Kommission vvrgeprüfte 1927er-Rechnung wurde genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Der Direktor erstattete einen allgemeinen Utbcrblid über die Lage auf dem Kaptlalmarkt in 1927 und ging an Hand des gedruckten Jahresberichts näher auf die Verhältnisse an der hiesigen Kasse ein. Gin Drittel der allen FriedenSsparkapitalien von etwa 2,7 Millionen Mark sind feit dem Ende der Inflation wieder in der Kaffe angesam- ni e 11 wordew Der Gesamtumsatz der Kasse ist und Asche. Die Scheuer war mit Ernte- Vorräten, meist ungedroschener Frucht, angefüllt. Der angerichtetc Schaden wird auf 12 000 Mk. geschätzt Das Gebäude war versichert, doch nicht in der Höhe des Schadet. In der Aähe liegende Häuter wurden angekohlt, sonst aber nicht allzusehr m Mitleidenschaft gezogen. Menschen und Vieh kamen nicht zu Schaden. Die hiesige Feuerwehr konnte den Brand auf seinen Herd beschränken, fo daß die herbeigerusenen auswärtigen Wehren nicht in Tätigkeit zu treten brauchten. Ärcie Biedenkopf. < Weidenbausen, 4. Sept In der letzten Woche wurden auch in der hiesigen Hütte bk Arbeit nach 41 ^wöchiger Unterbrechung wieder ausgenommen Es ha- den wiederholt 'Verhandlungen stattgefunden, die aber erst Ende voriger Woche zu bfm Ergebnis führten, daß unter denselben Bedingungen wie zuvor die Arbeit wieder angenommen wurde # Holzhausen bei Gladenbach, 3 Sept. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag sank die L u s l w ä r m e derart, daß stellenweise Gurken und Bohnen erfroren. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber (einerlei Verantwortung.) Ein $onntag»erlebni» mit unmanierlichen Leuten Am Sonntag abend mußte ich folgende« erleben: In einem h test gen bekannten Konzert-Cafs läßt ftch neben mir an einem kleinen Tllckchen. das dicht neben meinem steht, eine Familie nieder bestehend au» zwei Damen und einem Herrn Kurze Zeit später erscheint ein Jüngling von etwa 19 Jahren und nimmt nach herzlicher Begrüßung der bereit» Anwesenden an ihrem Iifcbc' Platz. Offenbar ein Verwandter der Herrschaften. Kaum sitzt dieser hoffnungsvolle junge Mann, al» er au» feiner Rocktasche einen kleinen roten Taschenkamm hervorzieht und sich damit eifrigst in seinen Hauptlocken herum f äo r t! Während er sich noch abmüht, sagt die jüngere der beiden Damen zu ihm: Komm, gib mit mal den Kamm!' Sie empfängt den Kamm, der Jüngling beugt fich etwa« über den Disch vor und läßt sich mit kräftigen Zügen fein« Locken ft riegelnl!I Dann steckt er mit dankbarem Lächeln an seine Helferin den Kamm wieder ein. — Einige Zeit später betritt ein älterer Herr mit einer jungen Dame (anscheinend Vater und Tochter) das Lokal. Beide scheinen gute 'Bekannte meiner sich frisierenden Aachbarn zu fein. Darum nehmen sie an meinem Disch« Platz, um sich an der allgemeinen Unterhaltung beteiligen zu können. Kaum sitzt die junge Dame ... (ufw., s. o.l), Sie öftnet ihr Handtäfchchen, entnimmt ihm einen Taschenspiegel und — einen reizenden kleinen roten Kamm und kämmtsich ausgiebigst ihren Bubikopf!! Da kommen mich doch allmählich gelinde Zweifel darüber an, wo ich mich denn eigentlich befinde? Bin ich in einem öffentlichen Lass oder an einem heimlichen Ort?? Meine Zweifel werden noch gesteigert, ate sich im Lause de» QQxnb» noch folgende» er eignet; Die Dame, die den 3üngling so kunstvoll frisierte, fährt urplötzlich mit einer Hand mebr- mal» an ihrem Bein hin und bet Fragt der Jüngling: ..Was hast du gemalt?" Antwortet die „Dame": „Ich hab' mich gekratzt." (I!) Ich sah und hörte esl Solche Vorkommnisse sind leider auch ein Zeichen unserer angeblich so aufgeklärten 3eit Auf der einen Seite ertönt der Schrei nach Htz- gi t ne , nach Licht, Luft, Sonne und Säuberte! t durch alle Gassen und Winkel, unb auf der anderen Seite lassen Menschen, die sich a n - maßen, Bildung zu besitzen, die einfachsten Regeln de« An stände« außer acht' Sie glauben, weil „sie es sind", sich derartige Unanständigkeiten. wie die von mir erlebten, erlauben zu dürfen. Oder gehört e» vielleicht jetzt zum guten Ton. M> bei Tische zumal noch in einem öffentlichen Lokal, zu frisieren und zu kra tzen?? Wenn dem so ist. dann bitte ich höflichst, mir doch Bescheid zu geben, denn ich möchte gar zu gerne auch zu den „feinen Leuten" gehören!! B. etwa viermal so groß wie in der Vorkriegszeit. Der Reingewinn m 1927 wird laut Beschluß der Mitgliederversammlung der Rücklage 3ugef fte i n(, 4. Sept. Ein Ilnglücks- f a II stieß einem 'hiesigen Handelsmann dieser Tage zu. Er wollte mit seinem Wagen von hier nach Schotten fahren und bemerkte schon unterwegs bei den stark abfallenden Stellen, daß die Bremsvorrichtung nicht genügend wirfte. AIS ihm auf der OrtSstrahe in Rudingshain eine Anzahl Kühe begegneten, fürchtete er einen Zusammenstoß, sprang in voller Fahrt vom Wagen und fiel dabei so unglücklich, daß er beide Be ine brach. Da» Fuhrwerk, dem nicht» geschehen war, wurde angehalten und der Bedauernswerte hierher zu feiner Familie gebracht. -- Sine der ältesten Ortsein- wvhncrinnen. Frau Elisabetha Behr- mann. geb. Göbel, die Mutter de« hiesigen Gastwirt» K. Behrmann. begeht am kommenden Mittwoch ihren 8 3 Geburtstag. Geistig und körperlich erfreut sie sich großer Rüstigkeit und ist bei leichteren Arbeiten im Haus noch unermüdlich tätig. - Gin rechter Freudentag für die Schulkinder wie für zahlreiche Erwachsene war das Iugendfest, das die hiesige Schule unter Leitung ihrer Lehrer am Sonntagnachmittag bei schönstem Wetter feierte. Unter Vorantritt einer Musikkapelle ging e*dn stattlichem Zug von der Schule durch die Hauptstraße zum Sportplatz, wo iich nach einer Begrüßungsansprache von Lehrer Kammer ein sröhlick^s Treiben der drei Schulklassen entfaltete. Von den Kindern eingeübte luftige Spiele fanden großen Anllang. Bürgermeister Appel dankte in kerniger Ansprache allen, die sich für da» Gelingen de» Festes eingesetzt hatten. Danach erreichte die Freude ihren Höhepunkt, als bei den verschiedenen Sporlspielen wie Sacklaufen und bgl. die bereit gehaltenen Brezeln und Würste als De- Hand. „Adicu", sagte sie, „das Gepäck fahrt mit Cm,sie zur Bahn ..." „2Le»halb fahren Sie nicht auch mit, Artemis?" Ach, da muß man sich noch bedanken. Ich will nichts geschenkt haben." „Also es ist Ihr Ernst, Artemi»?" fragte Odette. „Ja", sagte Artemis. „Ich wäre sa sowieso bald gegangen, Denn in Da» Hau» Da droben, nein, Madame, da» kann man von mir nicht ocrlanaen. Der H,rr Pfarrer hat auch gemeint, da» könne man mir nicht zumuten." „Was hat denn der Herr Pfarrer damit zu tun?" fragte Odette, der, eine leichte Röte in die Dangen flieg ,Hh. dcr hat manches damit zu tun", sagte arte- mis. „Ich habe ihn oft um Rat gefragt, wenn ich nicht mehr ein noch au» wußte." „Ach fo." ,Ha, es mar nicht leicht für unicreinen, in so einem Hause zu bienen", versicherte Artemis. „Und nun leben oie wohl." Sie schaute sich um. »Herr Charles -st wohl fortgegangen?" ,A>a, er ist in Der Stadt " „Nun, bann sagen sie ihm. daß ich ihm gern noch mal die Hand gedrückt hatte unb ihm nichts nachtragen werde. Ich weiß, er hat'» im Zorn getan Unb Sic werden froh sein, wenn 6te nicht» mehr von mir sehen." Sie nahm ihre Pappschachteln, aus deren einer ein Stück blauweihgestreiste Stufe hercmsfchaute, und ging. Die dicke Marie trug ihr die gestickte Handtakche dis ;ur Ecke. Dann drückten sich die beiden die 5>and lFortsktzung folgt) habe» nach nunmehriger Fertigstellung der Baupläne in den nächsten lagen begonnen werden. Der Bau, der zwischen Elektrizitätswerk und Schlachthof au stehen kommt, wird rund 600 000 Mark kosten. Ferner beschloß die Stadtverordnetensitzung eine Neuei 11 teilungderStadtbezirkc, welche durch die Ausdehnung der Stadt in den letzten fahren notwendig geworden war. |[ Ocker »Hausen, 4. Sept. Die Gemeindever tretung erklärte sich in einer gestern abgehaltenen Sitzung mit 8 gegen 3 Stimmen bei einer Stimmen- enthaltung mit der Eingemeindung nach Ttarburgcinücrftanben. Die Eingemein, düng nach Marburg hängt nunmehr von der Stet- lungnahmc der Stadt Marburg unb den Regierung» stellen ab. • Jronhausen, 5. Sept. Gestern nachmittag gegen 2 ilbr brach in bet Scheune des Landwirte» Vorschlag Feuer au« und legte diese innerhalb 10 Minuten in Schutt Er setzte feine Mütze auf und verließ das Zimmer. Die Küche war leer, das Herdfeuer ßranntc hell, die Kasserollen waren zur Seite geschoben, unb die Suppe, die über dem Feuer hing, roch angebrannt. Artemis war am Packen. Sie stand in ihrer Mansarde, hatte alle Schränke und Schub- sächcr geöffnet und Pappschachteln 00111 Boden ge< holt, in der sie Wäsche legte unb Kleiber stopfte. „Artemis .. „Was ist?" „Ich bitte Sie um Verzeihung, baß ich so heftig war", jagte Obette. „Bitte überlegen, Sie sich bas, packen Ste einmal alles wieder aus." „Wozu? Wenn Ich doch fortgehc ..." „21 d). Sie gehen gar nicht fort, bas ist nicht Ihr Ernst!" „Herr Charles hat mich fortgejagt, Madame kann mich nicht leiben. Die Üinber branden mich nicht mehr. Wozu soll ick; bableibcn' Ich kann heim- gehen zic meinen Verwandten aufs Land, da bin ich besser daran als bei fremden Leuten." „Ader, liebe 'Artemis, es war nur im Zorn von Herrn Charles gesagt." ,,'Jtein, bas war nicht im Zorn gesagt, bas war sein Ernst. Er hat mich satt, ich had's ja gehört, und Madame jepe ich zuviel ..." „Es ist nicht angenehm, Artemis, wenn man fortlvährenb mit Fragen belästigt wird, wegen Dingen, die eigentlich nur uns etwas angehen." „Es ist auch nicdt angenehm, wenn man draußen auf dem Markt und wohin man kommt, an- fiefaUeu wird mit Fragen nach Sarizen, die man ieber aus der Welt schaffen möchte. Was ich weiß, weiß ich. Unb was ich sagen will, werbe ich sagen. Und wenn ich geschwiegen habe, gefchab es wegen Herrn Charles unb her armen üinber.“ Sie setzte sich auf den Strohstuhl vor ihrem Bett und schluchzte. Die alle weinende Frau tat Odette leib, eie ergriff sie beim Sinn unb sagte sanft: Bitte. Slrtemi«, kommen Sie mit herunter — es ift gleich elf — die Leute werden kommen — es ist nichts gelockt — c» ist heute Markt." ,,Wa» liegt mir daran? Dafür müssen sie nun sei her sorgen. Ich koche md)t« mehr, ich gehe. Ja, ich gehe heute noch. Mit dem Mütagszuge fahre ich fort. Jfcr m kmuni MÄa j sich 'ichtb der eiM feierlich1 unb flW spiel als (ich au* lange r vvr für Uch \i. blemi, au* ! man \ - ha Hoot ton 4600« aar. e 3»i‘ Alltag 3tmki Utxrti tictattti dauer a stdplen ’oWjtt ulxrttc vwduz -start 1 unten forJini unb ei von S bat, gi. Sor al trftaun in ®röfj läng« t metnben In zehn allo in twitte hkt T bei ber den ? Seine fdncha Wr fr kann. Die von 1 Versuch W m ch aud lchnllc fiiünbil ^on eil fernbe 1 den Ac Jit inbuHr nun i stell dieser 21^9' ineter brr ff flache (Kboh Wi hüben tcchnik geben Habw emul Sie gesicht fünft Berga in der cs ctf fromm! wenig! tu»: 2 Tellero, dem Fleisch unb ber Sauce Bcarnatse — ,J)ic (tzastc sogen, das fei aber eine andere Sache mit 'JWabames 5focherci . meldete das Madcken, al» e» wiederkam. „Denen t>at et geschmeckt " Und sic erzählte einen Ditz, den ber dicke Aeisende in Baumwolle gemacht batte, während sie bie heiße Blätlerteigpostete füllen hals. Aus Natur und Technik. Deutschlands Radiotechnik - die beste der Welt. Große Zimlausfiellung in Vertin. Von Dr. Giegfried ttorkh. Bor wenigen Tagen wurde bu hrnltt «Drohe Deutsche <'frinfau»fte(lung tn Berlin eröffnet Hu Befriediauiia Unn bte beut’dy Funk- InbuHrlc auf die OnttoUflung der letten fünf 3abtv »utütfNlden; da» zeigt sich uben cniwachlen ist Tn Haden den Vorsprung der ausländischen Radio- lechnik bereits eingepolt; vielleicht sind wir ihr sogar schon um ein gute* Stück voraus Da* gehen unparteiische Beobachter be die letzte Radwausstcllung in Ehikago mit kritischen Blicken gemustert bähen, unumwunden zu Die Schau besitzt gewislermasien em Doppcl- gesicht: verheihungsvoll« Ausblicke in die 3u- fünft unb ein belriedigcnbe» Rückschauen in die Beraange.cheu Judf für bte schnellebige Technik, in der da* Bessere der Feind de* Daten ist. gibt es ein gemütvolles „mcminissc juvat". .S-s kommt, der Ttergangcnheit zu gedenken-, — Den Ausblick in die Zukunft rann man mit ein wenig Optimismus zusammenfassen in dem Aus- ruf- Auf dem Weg zum Fernseben! Die .ANg«entoart" unterer Obren nimmt uns kaum noch Wunder, ist zur Alltäglichkeit geworden Öfter nicht nur für uns« Ohr sott jede (Int- femung schwinden, auch Vid)tcinbrüdc. die in beliebig grober Entsemung entftanben sind, lallen sich llchtbar vor uns« Auge zaubern. Wenn wieder einmal eine Urkunde Vie bet Kellvgg-Pakt feierlich unterzeichnet wird, to«bcn unsere Älnber unb Enkelkinder diesem weltbistorischen Schauspiel als Augenzeugen beiwohnen können, ohne sich aus ihrem Heim zu entfernen. Roch find wir lange nicht ’o weit — aber wie sah es denn vor fünf 3abren mit dem Lundfunk auS! Frei- Iich scheitert die Durchführung manchen Problems, das für den technischen Physiker durchaus lösbar ist, an der Äoftenfrage; erzögt man sich doch, dah in 'Amerika die einmalige halbwegs geglückte — Vorführung Herbert Hoovers im Fernsehen nach dem Verfahren ron hieran berfen die Kleinigkeit von 4VOOOO Mark kostete, unb andere behaupten sogar. es seien 400 000 Dollar gewesen Zwischen dem Bildfunk, der schon .etwas .ilttägliches" geworden ist. unb dem eigentlichen Hemleben liegt noch bas .Fernkino", die Itebcrt Tagung bewegter Biller Der Bildfunk gestattet feststehende Bild« in bestimmter Zeitdauer auf Entfernungen zu übertragen unb als •Xoplen zu ft eieren. Gelingt es acht bis zehn olcher Bilder tn einer Sekunde zu zerlegen, zu übertragen unb tnieber als Diapositivbild zu reproduzieren, so ist das Fernkino da. Professor .Carolus, der m Gemeinfchast mit der Telelunken-Gesellschaft unter Benutzung b« von ihm konstruierten lichtempfindlichen Ritrodenzol-Zelle unb einer auhervrdenttich sinnreichen Qlnorbnung von Spiegeln sein , Fernlchlystem" ausgestaltet bat, gibt Kostproben vom Fernkino b« Zukunft. Bor altem setzt den Beschauer bie BildgrShe in Erstaunen, bie zur Verwendung kommt- Bilder in Gröhe eines Quadrats von ' t Bieter Seitenlänge erstehen hell und deutlich auf der flimmernden Leinwand. Das Bild im Dender wird in zehntausend Bildpunkte zerlegt, es werden also in der Sekunde hunderttausend solcher Bild- punfte drahtlos gesandt Der ungarische Phy- lifcr Miha 1 d will mit feinem .Fernseher-, bei dem eine Wolfram-Pu.iktlainpe eine besondere Bolle spielt, ähnliche Versuche vorführen. Seine durch die Reichspoft vorgcsuhrlen Fern- spvechapparate Welfen den Weg. der vielleicht zur Erreichung des Rundfunksemsehens führen kann. Wie steht es mit der Verschmelzung von Ton unb Bild? Offenbar haben die Versuche zur Vervollkommnung des Sprech!ilmS zu gewissen Gefolgen geführt Eine Sensation ist auch das .Gleichlauskino", das Fortschritte gemacht hat Bei ihm erscheinen die Filmbilder gleichzeitig an verschiedenen Orten; von einer einzigen Steile au* wird der erläutern be Tert ober bie Begleitmusik drahtlos durch den Aetder geschickt. Durch den '»genannten SDnchron-.snrus ist dafür gesorgt. bist Wort und Bild genau ^u,ammenfallen Beim Triergonfilm. der aus ber 3ufammaiarb?it von drei deutschen (Ingenieuren entstanden ist. begleitet bas Bild die entsprechende Tvnichrist Qltemanb kann sich uusmalen. wie in Zukunft der Gefchichtsunt«richt durch solche sprechenden Filme lebendiger werden kann. Ulan kann d c Toten aus ihren Gräbern beschworen, damit he kommenden General onen »eigen, wie Ire sich bewegten und tote sie sprachen. Wem verbauten wir aber im Grutrde all diese Wunder? Der schöpferischen Arbeit des leib« so früh dgb ingeschiedenen groben Forschers Heinrich Herh Mit wehmütig« Dankbarkeit sieht man die Erinnerungsstücke an diesen groben Mann. Man bekommt Einblick in sein gewaltig« Schaffen und ist «staunt, mit wie einfachen Mitteln er den Geheimnissen der Aeihenoellen nachgelpürt bat Heute haben die Kurzwellen, mit denen dieser grobe Sohn Hamburgs vornehmlich «perimentirrte, eine ganz andere Bedeutung gewonnen Die Liebenröhre, die ®m- richtung des ersten Zunkraumes. sic muten uns an. als ob sie aus längst vergangenen Zeiten stammten. Sehr bemerkensweit ist auch bie eigentliche ^Industrieausstellung Da fällt vor allem die zielbewutzie weitere DuräÄtildung aller Funkgeräte ins Auge, besonders aber b:c Ausgestaltung der Empfänger. Schon vor 3ähren begann man. die Bedienung d« Empfangseinrichtung zu vereinfachen; nun ist man auf d.efem Weg erfolgreich vorwärts geschritten. Man hat erkannt. dah vielleicht 99 Prozent aller Rund- funktetInehmcr den Rundfunk nicht als Sport, sondern als bäuslichen Gebrauchsgegenstand an- fehen. der in jede Wohnung gehört und jederzeit auch ohne fachmännische Äenntniffc betriebsklar sein mut Dee Äunbfunl nnrb neben (einen zahl- reichen alten Freunden nur bann neue erwerben wenn « ebentv sicher unb einfach eingeschaltet werben kam, tote z. B bas elektrische Licht Aus bietet Erkenntnis heraus hat man sich mit Erfolg bemüht, die Bedienung des Empfängers io einfach wie nur möglich zu machen, unb die Technik ist daran gegangen, auf einfachste Wette für die noch immer recht unbequemen Batterien Ersah zu schaffen, sei es für d e Anoden!Heilung kt es für die Heizung Es gibt l«ncr einen sogenannten .Rabio-Selbstwähler". einen viereckigen Rasten, auf dem man in einer Reihe zwanz g Änöpfc «blickt. Jeder Knopf dieses Apparates v«bindet den Radiohörer mit einer anderen Sendestatio.i man brauch« also nicht mehr nach den v«fchi ebenen Wellenlängen zu suchen. sondern kann durch eine einfache Einschaltung bie Darbietungen von zwanzig verschiedenen Stationen im Lautfvrechc. ertönen laffen. Für den Lautsprecher selbst gibt es weit mehr fiDftene als bibbct. man hat einen Lautsprecher fonürui«L besten Gebrüll in einer Entfernung von einem Kilometer noch zu Mrcit ist, unb es gibt Apparate, bir ben vollen Ton langer Orgelpfeifen wiedergeben können. Wer auch in her Wiedergabe von Grammophon- platten auf elektrischem Wege aibt es ReueS unb lehr Bemerken-wertes zu sehen, man kann Krafiverstärk« einschalten. bie unglaubliche Klang, rhödunge:. bewirken, denn man hat erkannt. bah jede elektrische Wusiktotedei gatx wesentlich .-o«i b.T Energiemenge abhängt, bie für solche ,/^ede zirn Verfügung gestellt werben kann. 3n dieser g.oi ten Radiv'chau d« Welt gibt es mehr Attraktionen, als aufgrzähtt w«oen können. Den Besuchern wirb aber Zweifellos eine Einrichtung besonders gefallen, die d« Entdeckung neuer Talente dient und die man zweckmäßig das Entbeckungs Mikrophon ber Funk stunde nennen kann Die Einrichprng ist sehr ernsach 3n einem besonderen Aufnahme.aum befindet sich ein Mikrophon jeder, bei ben Drang tn sich fühlt, im Radio nntiutrirfen. kann Zeugnis von seiner Kunst ablegen er darf vortragen, singen, musizieren. Seine Darbietung nimmt cm besonderes Grammophon still auf. um fte toenige Minuten spät« durch Lautsprecher zu verbreiten. Ein befonb«es Richterkollrgium entscheidet batü- b«. wer von diesen Debütanten der Ehre gewürdigt werden «oll. im Rahmen des Abendprogramms des Jterliner Senders feine Künste zu »eigen. OieTrocksnlegung-esMiitesmeeres Don Mass Zisch«. Nachdruck verboten. Lor einiger Zett bat Dbfringcnteui Harry Bae lesse über den *plan berichtet, eine Boden- knfung im (Bebicle der Senufft in der Wüste westlich van Unterägpplen durch einen Kanal mit dem Mittelmeer zu verlnnden unb dadurch einen grasten oec zu schassen; dies au dem Zweck, au» dem infolge der Verdunstung de» See» dauernd fkiestendcn Zuslust 170 000 bi» 300 000 Pferdestärken zu gc- winnen und stc bet ägyptischen Wirtschaft nutzbar zu machen. Do die weitere Hoffnung auf die lauer erfüllt werden wird, da» Land um den See herum fruchtbar zu machen, erscheint immerhin fraglich, weil ber See durch die Derdunstung des Walsers und da» Zurückbleiben be» Salzes bald einen Salzgehalt ausweisen wird, der ihn Aum „toten See* wandeln und zweifellos dem Pslanzenwuchs der Umgebung unzuträglich fein wird 1 Kilometer, unb am Suczkauial in der Breite des Kanals. Dann hätte bas OHlttclmeer fernen nen- i enswerten Zuslust mehr, ha nur ganz unbebeu* tenbe — jedenfalls im Verhältnis zu fein« Fläch« unbedeutende — Flüsse himimnündcn Spanien ent« wässert sich in der Hauptsache nach dem Allan- tischen Ojcan zu. ebenso Frankreich unb Deut'ch- lanb. Selbst auS ber Schweiz flieht ber Rhein der Aorbsee zu. Flüfse wie dec tSbro tn Spanien sinh bei dem warmen Klima wasserarm unb kommen für die Füllung des Mittelländischen Meeres überhaupt nicht in Betracht. Selbst Ströme wie bte Rhone in Frankreich können hierzu nur so wenig beitragen, hast das Mittelmr« fast ganz auStrocknen wurde, wenn es nicht durch bie OlTccrcnje von Gibraltar aus bem Atlantischen Ozean unb durch die Dardanellen auS dem Schwarzen M«r einen ungeheuren Zufluh «• Meer Y/AA Je/z/ges tanrf fy/zZh /Veu/»n einen Süstwassersee von 1375 Quadratkilometer Fläche auf. tim Anfang be» 13. Jahr hundert» wurde der Landriegel von ber Nordsee teilweise durchbrochen, und erst beim chauptcinbruch im Jahre 1927 nahm die Zuidersee im wesentlichen ihre jetzige Gestalt unb Gröste an Run ist man be- fanntnd) augenblicklich Dabei, den früheren Zustand der 3u iberfee wieder herzustellen, d h. sie rote Der trocken zu legen, indem man vier graste Inseln hineinbaut. Freilich schüttet man diese Inseln nicht etwa aus, sondern man baut in die Zuidersee vier Älnflbammc und pumpt das Wasser innerhalb dieser 'Jllnflf au». Man gewinnt allo Land, dessen Lberstache tiefer liegt al» ber Meeresspiegel. Die erste der Inseln wirb schon in sech» Jahren trocken fein, wahrend bie (Befamiarbeitrn voraussichtlich in 24 Jahren abaelchlossen sein werden. Holland qe- roinnt dadurch 224 000 Hektar, also eine ganze Pro- vinz. E» unterliegt keinem Zweifel, dast da» Werk ber Trockenlegung ber Zuidersee zu einem befrie- bigenben Abschlust gebracht werden wird. Denn bie Ausgabe kann eben mit den Mitteln unserer heutigen Technik bewältigt werben So Ist es denn kein Dunbcr. dast weitblickende Märm« l;i< Küsten der ganzen Well DaraufD n absuchen, wo man etwa bem Meere wctt«e ®e- bkte abrmgen könnte; wird es doch in absehbarer Zeit nötig, für bie zunehmenbe Bevölleruny in brr. bewohnbaren Tellen ber Erde neue öieb- lungs- unb Lebensmög'.ichkeitcn zu schiffen. So hat neuerdings Regierungsbaumeister Hermann 6 ö r gel im 3uH in Delhagen unb Klafings Monatsheften bie Frage angeschnirten, ob es nicht möglich wäre, auch das Mittelmeer trocken AU Icocn wenn auch nicht gan^ Io doch teilweise. Tterfchiedcne günstige Umstände lassen Dieken Plan durchaus aus'tchtsvoll «scheinen da das MiNel- meer mit viel kürzeren Dämmen vom offenen Meere abgeschlossen werd.-n kann als bi: Zuldet> fee Der Abschlustbeich der Zuidersee ist von b« 3nsel Wieringen nach Weste i 2.5 Kllvmeter unb nach Rvrdosten bis Frieslanb 30 Kilometer fang. Das Mittelwo« mOfÜe man an drei Stellen ab- schliehen rrämUch bei Dibratear zwilchen Spanien unb Rordafr-cka in einer Breite von 15 KUv-nrler. an beit Dardanellen gegen das Schwarte Meer, an ber schmälsten Stelle in einer Breite ton rund htelte 3n 3taiicn ist anher bem bescheidenen Po überhaupt kein nennenitoerter Fluh vorhanden, beim vom Tiber würde wohl ntcirumb sprechen, wenn er nicht bie Geschichte Rom» oder nach Äu- ficht von Sevenissimus dadurch bekannt geworden tväre. dah die ©parlancr ihre kranken Kinder darin ertränkten. Dem Balkan nsnmt im wesentlichen die Donau das Wass« ab unb führt es bem Schwarzen Meer zu. Kleinasien und Pa- läftina haben nur unbedeutende sich ins Mittef- meer ergiehende Flüsse, und auf der ganzen, fast 4000 Kilometer langen nordafrikanischen Mittel- meerfüftc kommt allein der Rll in Betracht, dessen Wasser aber zum großen Teil zur Bewässerung des Landes verbraucht wird und schon bort verdunstet Wenn man also das Mittelmeer bei Gibraltar an den Dardanellen und am Suezkanal abschtteht. Io braucht man es nicht einmal auäAupumpen wie bk künstlichen 3nfeln In ber Zmderfec. es trocknet vielmehr in bem warmen Erdstrich, in dem es liegt ganz von selbst aus. Regierungsbaumeister Sörgel denkt nun nicht daran, das Mittelmeer ganz auszutrocknen, er will vielmehr seinen Spiegel nur um einen Kilometer senken, indem z. B. bet Gibraltar zehn Sperrmauern hintereinander gebaut werden, deren Ueberläufc nad) bem Mittclrne« zu jeweils um 100 Meter tiefer hegen als bei ber vorhergehenden Mauer Jede JJlIauer hätte daher nur einen Wasserdruck von fOO Meter Höhe auszuhalten; das ist durchaus möglich, denn eS gibt schon jetzt wesentlich hölxrc Staumauern an Talsperren. Zunächst würde nur Me obere Mau« gebaut, ber bann die andern im Lause ber Jahrzehnte unb 3abrbimbauTnetHer S 6 r ge l benh baran. das Wasser In bas Kaspische Meer abzuleiten, beffen Sp.egei zu erhöhen unb so viel von ben unter bem Meeresspiegel liegenden Vanbgebidri zu überschwemmen, dast bet so vetgtdsterte Spiegel zur Verdunstung be» lleberschus'es aus dem Schwarzen Meer ausreicht. Vlan möchte aber boch fast glauben, bafi c» zweckmästig« wenn auch ungeheuer schwierig wäre, bas Lleberschust- wasser be» Schwarzen Meeres bem Roten Meer ob« bem Persischen Golf zuzusühten Einen Teil d7s äledetschusttoass«» des Schwatzen Meeres würde man natürlich wett« durch bie Dardanellen adfltesten lassen, schon um das neue Land zu bewässern, dann aber auch, um das Mtttettneer nidrt ganz austrocknen zu taHen. sondern feinen Spteget eben 1000 Bieter unter dem jetzigen zu halten, endlich aber, um Energie zu gewinnen Denn gewaltige Energiemengen wetten verfügbar, wenn man das aus bem Schwarzen Meer unb au» dem Atlantischen Ozean bei Gibraltar zu- fUeftenbe Waffet sowie bas Wasser der in da» Wrttelme« fliestenden Flüsse 1000 Meter weiter fallen lassen kann lliiübertehbar sink» neben den Üimattfchen bi< pvi.lifchen folgen ein« solchen Hingest all ung de» Wittelmeercs. ®nglaixb wird sich bie Erschwerung des Schiffsverkehrs durch daS Mittelmeet übei Schleusentreppen oder SchiNshebewerke von 1000 Blei« Höhe bet Gibraltar unb Suez unb zur Ueb«14>reituna der jetzigen Meerenge von Wes- ftna taum ohne weiteres gefallen lassen Aber darüber brauchen tote uns vorläufig bie Köpf, iricht zu zerbrechen — weder unsere eigenen not, bie der Engländer —, denn bis da« erste Schiss voll Steine und Erde In die Meerenge von Gibraltar geschüttet wird, wirb noch mancher Tropfen Wasser nun dem Atkantischeii Ozean in da« Mittelmeer fliesten Aus einer fernen Welt. Don Professor Or. Nüfiermann. Nachbntck verboten. Unter ber grasten Zahl der Httnniclslichter erscheinen uns bie Wandelsterne wie hervor- roflenbe Einzelpersönlichketten. Wir kennen ihre Rainen, und von alters her schreibt man jedem von ihnen ein besonderes Wesen zu. Wir brauchen nicht gleich astronomischem Aberglauben zu huldig.m wenn wir für bie Venus Da* Sinnbild einer schönen Frau, für den Merkur da» eines Jünglings, für den Jupiter bas des Herrschers ufto. an nehm en. Ab« bie Fitsterne sind wie da» namenlose Volk, nur ab und zu ragt unter ihren ungezählten Millionen ein besonder* bemerkenswerter hervor. So flub kürzlich bet einem Stern in ber Cassiopeia der freilich bem bl osten Auae nur unter u gungeii wahnrcyinbar ist. recht m«kwütstigc Eigenschaften festgestellt worben. Der scheinbar einfache Stern besteht In Wahrheit aus zwei Riesensonnen, von denen jede einzeln« untere Sonne um das 30- bis 40sach: an Masse unb bas 15- bis 24fache an Gröste üb«raat Diese beiden Sonnen laufen umeinander um. jcd r Umlauf beansprucht 3*/r Tage Dabei ist bie Entfernung ber beiden Körper so gering, dast sich ihre Ob«flächen fast berühren. Sin ähnliches Verhalten ist bisher noch bei keinem anderen Stern testgestellt worben. AH«dings sind beide Giente lehr lock«« Gasbälte. Der Hauptft«n weist nur ungefähr ’/*». ber Dichte unterer Sonne auf. ber anbete etwa 9 Tausendstel, also nicht ganz ein Hundertstel Sonnendichte Diese letzteren Angaben zählen übrigens nicht zu den besonderen Tterhrürbigfeiten unseres Doppel Ilerns, ba Sterne berannt sinb. d«en Ausdehnung noch gröber unb deren Dichte noch gering« ist. Sehr merkwürdig toieb«um sinb bie Angaben über bie Temperatur b« Sterne Sie wird auf ungefähr 28 000 Grad Celsius geschäht, so dast beide Sterne zu ben heisteften zählen Dürften Zum D«gleich lei erwähnt, dast die Temperatur b« Sonne etwa 5000 Grab beträgt. Selbstverständlich ist nur Die Temperatur an ihr« Ober* fläche gemeint; denn bte Temperatur im 3nnem ist nicht einmal bei der Erde mit Sicherheit bekannt. Sterne von lo hoher Temperatur unb so gewaltig« Ausdeh-nrng müssen natürlich gewaltige Lichtmengen in den Weltenraum hinauSsenden 3n der Tat zählen die Sterne zu den an unb für sich hellsten, die wir kennen 3hre fogenannten Absolutheiliakeiten werden zu rund —6 und — 5 angegeben, das heistt folgende-; Denken tou uns die Sterne in einer gerollten Itätmalcnt- femung. bte ungefähr Dizrmal Io groß ist. to’c bie des hellsten Sternes Sirius, so strahlen fic um 5 ob« 6 Gröstenklal en Heller al- Sterne erster Gröste. Sie würben allo, wenn sie aus dies« Ontfemung betrachtet werden, einen Stern wie etwa bie Wega um cdensovicf an Heiligten übertreffen, wie des« die all«lchwachsten mit biostem Auge noch eben sichtbaren Sterne. Wenn es sich nun trotzdem nur um rin ganz schwaches, dem Auge kaum noch sichtbares Stern- ton handelt so kann bte* natürllch nur daran fioyn hab der Stern, ober wir können auch sagen das Stemshstem, von uns sehr weit entfernt ist Da- ist nun in der Tat der 5alL Denn diese Entfernung wird zu etwa 10 000 Lichtjahren angegeben, so daß daS Licht, das In etwa Vr Sekunde eine Strecke gleich dem Erdumfang zurück- legt, oon diesen Sternen brs zu uns 10 000 Jahre braucht Die Astronomen geben die Entfernung eines Sternes häufig durch den Winkel an, unter dem, von dem Stern aus betrachtet, die Entfernung der Erde von der Sonne erscheinen würde. Don den allernächsten Fixsternen aus erreicht diese Gröhe den Wert von etwa 8/* einer Winlelsekunde. von diesem den Wert von ; Sekunde. Das ist nun auch wiederum nicht so leicht vorstellbar. Eine Sekunde ist nämlich der Winkel, unter dem 1 Millimeter aus einer Entfernung von 200 Meter erscheint. Alm den Winkel zu erhalten, unter dem von unserem Stern aus die Erdbahn erscheinen würde, mühte man besagten Millimeter aus einem Abstand von 600 Kilometer betrachten, der genau der Entfernung von Berlin nach Königsberg gleich ist. Kunst und Wissenschaft. Bruno Witte f. Ruf fernem Schlohgut Senftenau am Bodensee ist Dr. Bruno Wille, der bekannte Schriftsteller und Philosoph, im Alter von 68 Jahren gestorben, nachdem er vor noch nicht langer Zeit seinen alten Wohnsitz Friedrichs- Hagen bei Berlin ausgegeben hatte — einstmals eines der Hauptquartiere des jungen Naturalismus — der sich um die Hauptstadt des jungen Deutschen Reichs angesiedelt hatte. 3n der Gegend zwischen Erkner und Friedrichshagen sahen Arno Holz und Johannes Schlaf, Heinrich und IuliuS Hart, Wilhelm Doelsche. Paul Scheerbart, Peter Hille und Gerhart Hauptmann. Bruno Wille, einer der ernstesten Propagandisten der neuen Richtung, griff von Anfang an Über das Literarische in die Gebiete des Sozialen und Religiösen, war Sprecher der freireligiöfen Gemeinde und in der Volksbühne der Führer einer extremen Bewegung, die sich bald von dem alten Stamm abzweigte. Seinem ethischen Bekenntnis nach pantheistischer Freidenker, Romantiker und Sozialist, ist er literarisch eng mit seiner zweiten Heimat Friedrichshagen verbunden. Don seinen Dichtungen haben einstmals seine „Einsiedeltunst aus der Kieferheide" und feine „Offenbarungen des Wachholderbaums" Aussehen erregt, sein Roman „Die Abendburg" erhielt 1909 den von Reclam ausgesetzten Preis von 30 000 Mk. Er ist auch mit einigen lyrischen Bänden hervorgetreten, hat aber seine Hauptarbeit wohl immer in den Kamps um ein freiheitliches Denken und eine gefertigte Lebensanschauung gesehen. Er ist als Begründer der „Freien Dolksbühne", der „Reuen freien Volksbühne" und der ..Freien Hochschule" nicht auS der Entwicklung des jungen Naturalismus fortzudenken. Seine Verbundenheit mit der deutschen Romantik bezeugen feine Ausgaben und Werke über diese Geistesrichtung: in seinen im besten Sinne germanischen Gedichten findet man einen feierlichen orphifchen Klang und aus seinen Hhmnenartigen Naturgesängen strömt die Natur- liebe des Franziskus von Assisi. Die Reihe seiner philosophischen und weltanschaulichen Schriften, Polemiken für brennende, geistige Probleme des TageS, hat mit der Zeit naturgemäß an Bedeutung eingebüht. Hessischer Landgemeindeiag. Der Vorstand des Hessischen Landgemeindetags beschäftigte sich in feiner letzten Sitzung in Lauterbach u. a. auch mit der zufolge Weitung des Reichsfinanzministers durch das Landessinanzamt 'Darmstadt aufgeworfenen Frage der Alebertragung der Di en st - gefchäfte der AIn 1 ererheber auf die Gemeindekaffen. Er vertrat den grundsätzlichen Standpunkt, dah die seit Jahrzehnten in Hessen bestehenden Alntererheberstellen im Interesse der Bevölkerung des flachen Landes unter allen Almständen bleiben müssen. Aus dem gleichen Grunde aber müsse auch vermieden werden, dah die OBeigerung einer Gemeinde zur Aleber- nahme der Geschäfte der Alntererheber eine Aufhebung der staatlichen Kasse wegen nicht ausreichender Beschäftigung des betreffenden Alnter- erhebers oder aus sonstigen Gründen im Gefolge hat. In biefem Falle vertrat der Vorstand die Aussafsung, dah die Gemeinden, wenn auch mit schweren Bedenken, unter den von dem Land- gemeinbetag noch näher festzulegenben ‘Bebin- gungen einer Alebertragung ber Alntererheber» gefchäfte auf bie Gemeinbekafsen zustimmen sollten. Auch bk ‘Tteuaufftetluiig von Ortstafeln. nne fk den Gemeinden letzthin auf Weitung des Ministers des Innern durch Rund- schreiben der Kreisämter angesonnen worden ist, war Gegenstand eingehender Beratung. Es wurde nicht verkannt, daß die Ausstellung neuer, auf weitere Sicht lesbarer Ortstafeln durchaus ein Gebot der modernen Derkehrsver» hältnisse bilde und sowohl im allgemeinen öffent- lichen, als auch im Interesse ber verkehrswerben- den größeren Gemeinden liege. Demgegenüber konnte aber auch kein Zweifel darüber bestei-en, daß die Anschaffungskosten ber Tafeln für die kleineren Gemeinden mit lediglich einigen Hundert Einwohnern eine erhebliche Belastung bedeuten und die- um so mehr, als diese Gemeinden an der Ausstellung der Tafeln überhaupt fein Interesse haben, da dort die bereits seit Jahren vor- handenen Ortstafeln für den Ortsverkehr und den normalen Durchgangsverkehr völlig genügen. Der Vorstand beschloß deshalb, die Aufstellung neuer Ortstafeln auf Kosten der Gemeinden in Würdigung der neuzeitlichen verkehrstechnischen Erfordernisse nicht grundsätzlich abzulehnen, sondern dahin zu wirken, daß den kleinen leistungsschwachen Gemeinden die Anschaffungskosten von der Provinz ersetzt werden. Hinsichtlich des auf dem Lande immer mehr überßsnb nehmenden, das ortsansässige Gewerbe schädigenden Wanderlagerwesens soll tm Interesse der Stärkung der einheimischen Steuerkraft und der Verhütung weiterer Steuerausfälle ber Gemeinden daraus hingewirkt werden, daß die Wanderlagersteuer eine wesentliche Erhöhung erfährt und die Gemeinden zu einem großen Prozentsätze an dem Aufkommen an dieser Steuer beteiligt werden. Wegen der außergewöhnlich hoch erscheinenden Gebühren ber Ober-Rechnungskammer für die Visitation von Gemeindeka ss en und Prüfung der Gemeinderechnungen will ber Land- a einem deka g Schritte unternehmen, um diese Ge- bühren auf ein für die Gemeinden erträglicheres Maß herabgesetzt zu wissen. Wirtschaft. * 5 Millionen Schuldverschreibungen der Kommunalen Landesbank Darmstadt. Das Hessische Gefamtministerium hat der Kommunalen Landesbank in Darmstadt die Genehmigung zur Ausgabe von achtprvzen- tigen Inhaberschuldverschreibung^n erteilt. Die Schuldverschreibungen dienen zur Beschaffung von Mitteln für kommunale Bedürfnisse. Die Anleihe wird ab 1. April 1929 mit jährlich 1 Prozent Be- rücksichttgung der ersparten Zinsen mit gleich- bleibenden Jahresleistungen getilgt. Die Bank kann die Anleihe ab 1. Juli 1933 mit viertel- jährlicher Kündigung ganz oder teilweise auf den nächstfolgenden Zinstermrn kündigen. Die Ein- löfimg erfolgt im Falle der Auslosung oder Kündigung zum Nennwert. Die Befriedigung der Inhaber der Schuldverschreibungen wird vom Staate nicht gewährleiste'. * Der Eisenerzb erabau im Lahn- Dillgebiet und Oberhessen. Die Lage aus dem Erzmarkt im Lahn- und Dillgebiet hat sich im Laufe des Augusts verschlechtert, weil die Nachrichten üüber die Beilegung des Streiks im schwedischen Erzgebiet das Geschäft nachteilig beeinflussen. Schwebende Verkaufsverhandlungen über Lieferung von Lahn- und Dillerzen an die Ruhröfen kamen infolgedessen nicht zum Abschluß. Es muß mit der Stillegung weiterer Gruben und der Ablegung von Bergleuten gerechnet werden, sofern die versprochenen staatlichen Hilfsmaßnahmen noch weiter auf sich warten lassen. • Eiserne Eisenbahnpostwa gen über Sachlieferungskonto nach Frankreich. Wie die Pariser Blätter mitteilen, soll demnächst ein von dem verunglückten Handels- minifter Bokanowski im Anschluß an die Zugkatastroph: von Le ManS außgearbeiteter Gesehentwurs über den Bau von 200 ganz aus Metall bc'tc'-enber Eisenbahnpostwagen von 20 Meter Länge eingebracht werden. 100 Wagen sollen von französischen Firmen gebaut werden und der Rest soll auf Sachlieferungskonto bestellt werden. Die Ablieferung der Wagen habe bis Ende 1929 zu erfolgen. Das Budget des Post- Ministeriums sah ursprüng'ich den Bau von nur 20 Ganzmetallwagen vor. * Gebr. Passavant G. m. b. H., Frank- f u r t a. 9)1. Die Seidenwarengroßfirma Gcbr. Pasiavant in Frankfurt a. M. sucht sich, nach der „Deutschen Kon'eklion", im Wege des Moratoriums mit ihren Gläubigern zu einigen. Die Aktiven wer- den liquidiert und der Erlös, zu dem die Familie Pasfavant nötigenfalls Zuschüsse leisten will, wird an die Gläubiger, denen kein Verlust entstehen dürfte, verteilt. Man hofft, noch diesen Monat eine erste Rate von 20 r. fv »ahlen zu können. Tas Enaros-Unlernehmen von Passaoant wird von der Gebr. E. O. S. Bing G. m. b. S). in Berlin, die mit Pasfavant fusioniert ist, fortgeführt. e Deutsche Linoleum-Werke A.-G. Berlin. Die G.-V. genehmigte die bekannte Kapitalserhöhung um 10 auf 40 Mill. Mark, mit Bezugs recht von 3:1 zu 115 Proz. an die alten Aktionäre und halber Dividendenberech- tigung für bas laufende Geschäftsjahr. Die Verwaltung stellte unter dem üblichen Vorbehalt auch auf daS erhöht: A.-K. wieder 15 Proz. Dividende in Aussicht. Die Kapitalserhöhung dient zur Abdeckung der bestehenden Verbindlichkeiten und zur Verstärkung der Betriebsmittel. 3m laufenden Jahre hat auch der AI ml ah weitere Erhöhungen er ähren. Dec Geschäftsgang bei den ausländischen Konzern-Gesellschaften sei durchaus zufriedenstellend. Frankfurter Börse. Frankfurts. W., 5. Sept. Tendenz: still und schwächer. — Nachdem an der gestrigen Abcnd- börse, wenigstens auf verschiedenen Märkten, feste und lebhafte Stimmung geherrscht hatte, war die Haltung zu Beginn der heutigen Börse sehr lustlos und zurück haltend. Ts machte sich eine gewisse Ains icherhei t bemerkbar. Neue Orders waren nicht eingetroffen, auch baS Auslondinteresse ließ heute anscheinend nach, und die Spekulation zeigte in Anbetracht der Aln- gewißheit über die weitere Geldmarktentwicklung eher Abgabeneigung. Die immer noch feste Tendenz der Neuhorker Börse blieb ohne Einfluß. Obwohl das Angebot nicht groß war. traten bei der herrschenden Aufnahmeunlust und Enge des Marktes überwiegend Kursrückgänge bis 2 Prozent ein, gegenüber der gestrigen Abend- bStfe. Am Elektromarkt waren auf Realisationen AEG und Felten je 0,5 Prozent, (Mfürei 0,75 Prozent, Licht und Kraft 2.5 Prozent und Siemens 1.5 Prozent abgeschwächt. Am Chemiemarkt waren I.-G.-Farben bei nur überaus geringem Angebot etwa 1 Prozent niedriger. Scheibeanstalt gaben 1,75 Prozent nach. Montan werte waren bei wieder nur sehr ruhigem Geschäft schwach, so Mannesmann minus 1,75 Prozent. Für einige Bankwerte erhielt sich 3ntereffc. Berliner Handels- gesellfchall und. Diskonto-Gesellschaft zogen weiter geringfügig an. Dresdner Dank und Reichsbank waren dagegen bis etwa 1 Proz. schwächer. Am Markte der Autoaktien waren Adlerwerke weiter angeboten und 2 Proz. niedriger. Lebhafter gefragt waren Deutsche Linoleum mit plus 2 Proz. auf die Ausführungen in der gestrigen Generalversammlung. Deut ch« Anleihen lagen" still und behauptet. Am AuS!andrenten- markt entwickelte sich in Anatolier sehr lebhaftes Geschäft, bei Kursbesserungen von 0,50 bis 0,75 Prozent. Für Mazedonier wurde die Notiz bis auf weiteres eingestellt. 3m Verlaufe blieb die Stimmung unsicher und lustlos, und bei stillstem Geschäft bröckelten die Kurse überwiegend bis etwa 1 Prozent ab. Lagesgeld war zu 7 Prozent etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dollar 4.1966, gegen Pfund 20.369, London Kabel 4.8525, Paris 124.25, Mailand 92.65, Madrid 29.25, Holland 12.1013. Berliner Börse. Berlin, 5. Sept. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Für heute lagen Anregungen allgemeiner Natur so gut wie gar nicht vor. Im Vormittagsverkehr konnte man eher etwas höhere Taren hören, und in den DureauS war die Stimmung recht zuversichtlich. AIS zu Beginn der Börse sich aber herausstellte, daß so gut wie keine größeren neuen Orders eingetroffen waren, sah sich die Spekulation au Realisationen veranlaßt. Es kam auf fast allen Märkten, wenn auch in geringem Almfange, Ware heraus, die nur zu gedrückten Kursen Ausnahme fand. Eine einheitliche Kürsgestaltung war aber nicht zu erkennen. Es waren meist ein- prozentige Kursveränderungen nach bciben Seiten gegenüber der gestrigen Aoendbörse zu verzeichnen. Obwohl der Geldmarit etwas leichter war, hielt man einen Tagesgelbs ah von 6,5 bis 8,5 Prozent immer noch für reichlich hoch, und beurteilt besonders die Lage des Termingeldmarktes als Aweifelhaft. Von wenigen Papieren abgesehen, war die Umfaß tätig leit sehr gering. Größere Veränderungen hatten Glanzstoff mit minus 8 Proz., Akkumulatoren mit minus 7, Ilse Bergbau und Adlerwerke mit je minus 3 Proz. Julius Berger, bei denen anscheinend die gestrige Aufsichtsratsmitteilung, daß keine KapitalerhöhungSpläne beständen, verstimmte, minus 3.5 Proz. Deutsche Linoleum auf die gestrige Generalversammlung plus 2 Prozent. Deutsche Anteilen sreunb'ich, später abbrodelnb. Ausländer ruhig. Die Notiz für Mazedonier ist bis :f weiteres eingest eilt. da i>tc Haltung der griechllcyrn Regierung betreffs einer 21uftocrtung erst geklärt werden soll. Am Geldmarkt zahlte man für TageSglld 6,5 Proz. bis 8.5 Proz Monats gell» 8,25 oiS 9,5 Proz., Warenwechsel etwa 7 Proz. Der Verlauf neigte weiter überwiegend zur Schwäche, wobei außenpoli tische Betra eß tun gen mit- gesprachen haben dürften. Rückgänge von mehr als 1 Proz. waren aber nur selten festzustellen. So gingen Siemens etwa 2 Proz. und Polyphon etwa 5 Proz. unter Anlang um. Eine Ausnahme machten auch heute die unnotierten Kaliwerte, bei lebhaftem Geschält waren Kaliindustrie mit 252 und KrügerShall mit 215 Proz. gesucht Aranksurter frktrcibeböric. Frankfurt a M.. 5. Sept 2ün heu'igen Markt war die Stimmung lustlos und schwächer. Die Händler bekundeten Zurückhaltung. Da aber anderseits daS Angebot nicht lehr groß war. konnten sich die Preise meist behaupten 25 Pf schwächer lag Weizen, ebenso Werzenktoe und Roggenkleie etwas schwächer Es wurden notiert Weizen 23,50 bis 23.75; Roggen 22.75; Sommer- gerfte für Brauzwecke 25.40 bis 26; ml. Hafer 21.75 bis 22; McnS (gelb) für Futterzwecke 27 75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial- ^1 33.50 5iS 33.75; Roggenmehl 31.50 bis 32; Biteizenkleie 13 25: Roggenkleie 14 Mark Tendenz: flau. Buntes Allerlei. Messerstecherei unter Kindern. 3n Altliehegör icke (Kreis Königsberg in der Neumark- kam es zwischen ftoet 1 2 jah - rigen Schülern zu Streitigkeiten, in dcrcn Verlauf der eine seinen älteren Kameraden durch einen Messerstich in die Brust lebensgefährlich t*rrleßte. Der Täter flüchtete, wurde aber nach kurzer Zeit im Walde festgen immen. Großfeuer. Roßlau, 5. Sept. (WTB. Funkspruch.) ßeutc Rocht entstand in der Holzhandlung und Sägewerk Richard Kohl G. m. b. S)., die 300 Arbeiter beschas. tigt, ein Großfeuer, zu dessen Bekämpfung die Feuerwehren aus Roßlau, Zerbst und Kothen, die flcfnmtc staatliche Ordnungspolizei und die technischc Rothilfe aus Dessau aufgeboten werden mußten Rach vierstündiger angestrengter Tätigkeit gelang er des Brandes Herr zu werden. Da» groß« Lager mit vielen fertigen Fässern, die Reserve Maschinenhalle und ein Teil der Böttcherei ist z e r ■ stört. Man vermutet Brandstiftung. Der Schaden ist sehr groß, aber durch Versichert»», gedeckt. Raubmord an einer Iran. Berlin, 5. Sept. (WTB. Funkfpruch.) 3n Groosdors im Bezirk Schnei demuhl wurde die 53jährige Frau eines Arbeiter» rwn ihrem Sohn mit zertrümmertem Schädel und einem Knebel im Halle tot ausgef unden. Der Frau sind ihre Ersparnisse in Höhe von 300 Mk. geraubt worden. Großes Alnßeil durch scheuende Pferde. Auf der Heimfahrt von Lauen bürg in Pommern nach dem Dorfe Ossel wurden d.« Pferde des Landwirtes Schroder scheu und gingen durch. Schröder sprang vom Wagen und wurde schwer verletzt. Der aus dem Wagen geschleuderte Sohn SchröderS erlitt gleichfalls sehr schwere Verletzungen. 3m Dorfe Ossek überrannten die Pferde mit dem nachschleisenden Wagen Zwei Radlerin- n«n, von denen eine getötet wurde. Die Nachforschungen Im polargebiel. Der Flieger Ts chuchn ows ki orflärlc. einer Moskauer Meldung zufolge, dem Sorder- berichterstatter der Telegraphenagentur her Sowjetunion, daß bei den Nachforschungen im Polargebiet die Schiffe jetzt nicht - mehr ausrichten könnten; die Hauptarbeit falle vielmehr den Flugzeugen zu. Gestern abend verließ der „Krassin" KingSbav, um die Flug- basiS auf den Sieben Inseln vorzubereiten, wohin sich Tschuchnowski mit seinem Flugzeug von KingSbav auS begeben wird. Letzte Nachrichten. Oer Reichspräsident in Berlin. Berlin, 5. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der Re.ichS Präsident ist, von München kommend, heute vormittag wieder in Berlin eingetroffen. JJraithfurt a. TI | Berlin I 5.9. 5. 9. I« 218,4 | 118 130 | 7c,5 89 143.5 164 163,18 163,5 53,13 147.6 L an knoten. 169.65 31 140 I sie i 139 315 113 54 107 171 5 201 139,5 615 »h . 6 . 8 10 . 8 10 10 u 11 12 10 10 10 . k . 6 12 164 199.5 199 155, J 141.5 <8? 188.5 130 114 H 107 349 2C2 <87 607 289 -re lb9 143,5 347.25 301.75 595 509 »89,75 -76 169.5 eug. Trutidx Mentalm Hamdura-«merika «alet . . Homd.-Lüdam. Darnvllch. - Hansa Snrwlfcbtll Rot6beut1d)ft Llovd - - - ttiig. Deutsche Leettranll. • • Bannet iS an hierein . . Betiinii Pandel ^--seüich. . . Commerz- und Petoat-^anl Dannll- u. 9jattonalbanf Deutsche Cani - • ®t#t-’n!£w@r|eai-ch.->!cmik.'che Noten . . Ungarische Noten..... 118.36 31.08 112,00 5t. IN 3,557 112,39 80,9! 69.64 12,44 73.17 TOT 167.6« n.ffi 111.66 58,91 2,537 111.95 198 155 ,141.2a 1 145.5 .488.1-5 1 107.5 «75.5 ; 169 5 69,36 18.38 72.87 »20,5 146.5 166.85 1166.75 171.6 171 125 193.5 105 54. Zj 127.5 246.5 82.4 120.76 260.5 5raukfurt a. M | Berlin 3>eDi|eamaxZl Derlm—FrankfNN a. TL Telegr aphlf ch« AuSzahluna. 155.9 155,13 141.5 141.25 145 Hi3.5 489.75 IM.5 Id8 25 70 131 | 19,5 I graiiMurt a. M Schlutz.. l-Uhr- flur»_8ur» 104,76 iZÜ.25 147.5 Berlin Schiutz . Ilnfang Nur» i Mure Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - ReichöbankdiSkont 7 Prozent, LombardzmSfuß S Prozent. Berlin. 4 Sevvmber _ 146 I 138 167 - 142.5 :i43.2. Sd)lu6-| l-Utjr. Kur» | Kur» Sch.uh- Kur, tünjang Kur» Datum: | 4. 9. 5 9. .... 5.9. ................« Bergmann...... 0 dein. Lieserunge«. • • • • 10 1‘idit und Srasl . • • • • 10 weiten 4 ®utneaumt • • • • . 6 6e|. f.Gleltr. Untern.....10 Vantb. Mette. Werte . • • • 1° Sthein. ..............9 cd-lei. Olein........10 Sternen» .t Hallte . • • • • U Transradio ...•••••• 6 L'abmeocr 4 6o.. • • • • • 10 Buderu» 0 Deutsche Erdöl ..••••• 6 Essener Dtelnlodl» ...... 8 Gelsenkirchener . . 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Otoibvl. un 17.65 17.65 17,5 17,6 kündbar bU 1939 ... 4$«% »ibetnlld* VOP.-Öan! 8tqu.- ■ fci’löpl. • - - — * ■ ■ L a >*• abfl. vorweg»-L-lüigatton., rüdiablbar 1939 — — - - 4% Schweiz Vundced..'Lnl.. — »» - - Oellerreichische Ololbrte.. . . — ■ — 4.90% Ceflen cUberrte ... 3,75 - 2.9 — 4 e Oenerrri» etnbeiU Ku. . 26,15 ■ - 51 4% Ungarische ®i'lbne. . . . - 26.2 26,25 4% Ungarische olb| . . e e • 12 ßeUftoff 81fdialf*nbine (äiadottenburger Sofie . . . 12 . . . 7 Dessauer .768 58.39 168,11 1,763 58,885 58,405 ChEmta Soven do gen Ctodbolm bell agffld Italien. . London. . . Nenvoet . . «Bartl.... e<6nxt| . . 111.81 111.80 112.17 10.55 '1.953 113,02 112,08 21.995 111,86 111,87 112,21 41,955 112,08 112.1» 112,44 40.57 21.995 <0,342 2U.3F2 20,344 80.384 1,1920 60,705 I9.3U 4.2OUI 16,41 90.865 69.74 4.1930 16,37 »0,735 69,53 4,3010 16.41 90.845 69.67 Sapan - - • »Iw tx 3km 1,918 J. 499 1.9X2 9.501 1,913 U.499 1,917 0,501 Bten tat- C9,195 12.4:1 12.411 12,42 1 14.443 7,371 7,385 7,373 7.387 VndoveK. • 73,07 73,21 73,07 73,21 Bu! arten -.02. 3.031 3.047 3.03a yifiabon 18.M 18,87 IS.*8 18.92 Xanda . . v 'rti -nnn. 51.82 2. IM »1,48 2,187 »1.32 8.179 81.48 2.183 HiLa 5.425 6,435 5.425 5.435 fcenaba 4,193 4,201 4.194 4.202 llrnaa» . 4.361 4.269 4.2kl 4.26» Utre ro y N.« rv W - 20.9(3 tketrn. 4 Sevtemder ■»elh t«nrr 8mmtami(6e '•Lotte ■ . . > , t^etgtsche Noten ..... . Täniitbt Noten ...... Englische Untat ....... 4.1h 58,17 111.61 h) 80 4,1-42 58,41 112.05 •i .»