‘Sy» °4derL D>- lttag n .wsGr Dr '^i),t Manb L L" gte töQ. ‘g 2m», »Äfe an\Ä * di' A Ä J.Mngungtn, D» ärS»« tml Ueberlegw^ £ !9VTnat3| dn. LJj.W"«. dah P In Durch M JW Wurde der or- mangel. Quoten ^ngefiagten ° yj® mtlcheidender intdlelhiell sehr stark andererseits auf der Eben. 3n der Cnt- n. und dos Schallen. Iligkeil Lor für sein «n&. Der Eachvechän- den Lebensumständcn ? befand, da- Leben ces empfunden hätte - sich dann zur Frage ’ctonle, öafj das Der- t hierfür fern Merk« Bedeutung sei. Sen fasse er nicht ali m, sondern als eine e Frage der Fnrech. nicht von den ge!- i machen, die Schwere handelte, sei nicht zu Fassung -es jetzt 75 3. genüge nicht mehr medizinischen, Gebiet »er Angeklagte habe t. Der Tachr.rMn. gen des forschenden einer Graphologin ch. Dr. Diese wird, ngeklagten von 6er ourde, als Zeuge über .geüagte bezüglich der c machte, vernommen, kam, dah die Frau es scheu Schritt getan hat. ge Pros Dr. Iaecke, nicht als einen geistig Aus der Art der Tv- »ndere Brutalität an* Mng fehlte, und man m AMzustand ®* ige md klare lieber- ung noch WV® vurde die Derha« * A'b-rse. Sen. auch ^leri £ Mern '5 6i8 2825 %rf fmisO „ ,, (HI8. »"* w* be”;!2 „ M W'*1 nMi jot(d)l«9S , »ernt® U*,b'° neun l«)''1 4. gut' tfi 58.39 1H.9J UJ-£ iitj 10.5*! 80.39 4,H$ 1631’ >0.63 60-0 1.S13 >8,96 l?Ä ;?$ 301» 18-S «1,55 iS iS j,916 ISA i,ii» 48.51 118,16 UI-» üiS 10.51? ä,v» 80,U 4.19 16-^ 80,'» <9.81 ,31! 1,400 0t(ö_J---- Ü b |7 13 i» 15 1b 60 05 41 iül ,09 121 186 ,0? il33 ,81 ,14 139 43’ 180 211 06* 169,1 22,16 118.12 -8 112.56 SO,« 68.* 11,44 JS.Oo (L ‘S- »,0Z S%g 18.8 82-L1 2.1 tS 20.»* 168,43 22,0* 11!,5 ö,s /> IlM» 68,68 12.38 72,7- .Zranksv^ 2«sz-b^- Nr. 156 Erstes Pfaff 178. Jahrgang Donnerstag, 5. Jul! 1028 Erich« 'n, lügUch.autze, Sonntags and Feiertags Beilagen: Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Schalle Ulonati-Bejugsprels; 2 Reichsmark und 20 Reichspfennlg für Trüger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Liehen. Polscheckkonto: fitanffurtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche UntversilSlr-vuch- vnd Steinöruderet n. Lange in Sietzen. Schriftlettrmg und Seschaftzftelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Ncichspstnnig- für Re» Hameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20\ mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für PoIink Dr. Fr. TJilt) Bangt; für Feuilleton Dr H.Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den An» zeigenteil tturt hillmann. sämtlich in (Rieften Die große politische Aussprache im Reichstag. Oie erste Garnitur. Don unserer Berliner Redaktion. Die «ochenlange Regierungskrise hat wenigstens das eine Gute gehabt, daß alle Parteien den Wunsch haben, die Aussprache niöglichst ab zu kürzen: wozu vielleicht auch die Hitze der letzten Tage und die Ferienschnsucht hinzukommen mag. Jedenfalls hat der Aeltestenrat sehr scharfe Kontingentierungen getroffen, die Parteien haben nur eine Redezeit von zwei Stunden, die sie aber nicht einmal auszunützen gedenken, weil sie sich zum Teil mit kurzen Erklärungen begnügen. Nur die Fraktionssplitter kommen dabei schlecht weg, weil ihnen im ganzen nur die Redezeit einer Fraktion bewilligt ist, was auf die Gruppe gerade zwölf Minuten ausmacht. Es ist verständlich, daß sie sich dagegen wehren, aoer gegen den Mehrheilsmillen kommen sic nicht auf. Man sieht in der Aussprache eine Reihe neuer Gesichter. Zunächst stellt sich Herr Breit scheid in seiner Würde als srisch gebackener Fraktionsvorsitzcnder vor. Er hat etwas unerträglich Gespreiztes in seiner ganzen Redeweise, hat freilich auch keine leichte Aufgabe, denn das Kunststück, die Regierungserklärung mit dem sozialistischen Parteiprogramm in lieber» cinstimmung zu bringen, ist mehr als auch der Redegewandteste vermag. Was er zu sagen hat, ist denn auch mehr eine Entschuldigung des Reichskanzlers vor den sozialistischen Wählern und der Trost, daß alles ganz anders werde, wenn einmal die Sozialdemokraten die Mehrheit im Reichstag haben. Ganz auf Kritik eingestellt ist Graf W e st a r p. Trotz der Reichhaltigkeit des Regierungsprogramms find.'t er immer noch einiges, was gefehlt hat: die Krise der Locarno-Politik, die Zurückweisung der Kriegsschuldlüge: aber er ist doch boshaft genug, den öffentlichen Anschlag der Rede des Reichskanzlers vorzuschlagen, weil diese Rede so anti» sozialistisch und agrarsreundlich gewesen sei, daß den Genossen draußen im Lande die Augen übergehen würden. Das Zentrum begnügt sich mit einer kurzen Erklärung, die allerdings noch stark von dem Groll über den Ausgang der Regierungsoerhandlungen durchtränkt ist und einige Spitzen gegen die Sozial Demokratie enthält: mit dem Gesamtergebnis, daß das Zcntruni sich seine politische Stellungnahme von der Haltung der Regierung abhängig macht. Auch die Kommunisten schicken einen neuen Mann vor, Herrn E w e r t h (Thüringen), der ein Mißtrauensvotum einbringt, mit seinem Urteil aber schnell fertig ist und die neue Regierung samt ihrem Programm als einen Betrug an den arbeitenden Massen abtut. Für die Deutsche Lolkspartci gibt Herr Scholz die Erklärung ab, daß sic die Taten der Regierung abwarten und sich ihre Kritik Vorbehalten wolle, während die Demokraten als einzige eigentlich durch Hern Haas ihr uneingeschränktes Vertrauen aussprechen lasten. Die W i r t s cha f t s p a r te i will Gewehr bei Fuß stehen. Auch die Bauern behalten sich alles vor. Die Hoffnung der Regierung auf ein Vertrauensvotum wird sich also nicht erfüllen, Herr Müller wird froh sein müssen, wenn er ein von großer Mehrheit getragenes B i l l i g u n g s » votum herausholt. Darüber wird am Donnerstag die Entscheidung fallen. Sitzungsbericht. Berlin, 5. Juli. (V. D. Z.) ?(uf der Tagesord nung (tobt die Besprechung der Erklärung der Reichs- regierung. Der Präsident teilt mit. daß nach den Beschlüssen des Aeltestenrates diejenigen Parteien, die keine Fraktion bilden, in der zweiten Redncr- rcihe mit einer Redezeit von zusammen zwei Stunden sprechen sollen. Abg. Dr. Frick (NS.) protestiert gegen diesen Beschluß des Aeltestenrats unp beantragt eine Stunde Redezeit auch für die Nationalsozialisten. — Abg. Stöcker (SU unterstützt den nationalsozialistischen Antrag. — Präsident Loebe: Die Bestimmung, daß die fraktionslosen Abgeordneten in der zweiten Rednerreihe spre- chen, ist vom Reichstag der Vorkriegszeit übernommen worden. — Abg. G o e b • bei (NS.) ruft: Wozu habt ihr denn die Revolution gemacht? (Schallendes, minutenlang anhal- tcndes Gelächter im ganzen Haufe). — Präsident Loebe: Nachdem so das Haus geantwortet hat, bin ich der Antwort enthoben. — Der nationalsozialistische Antrag wird gegen die Antragsteller und die Kommunisten abgelehnt. In der nun folgenden Aussprache nimmt als erster Redner Abg. Dp. Breiischeid (Soz.) das Wort. Die Wahlen, so führt er aus, haben die größte Niederlage den Deutschnationalen, den großen Gewinn den Sozialdemokraten gebracht. Die Re- gierung mußte deshalb umgebildet werden. Wir So- zialdemokraten haben die Führung bei dem Versuch der Bildung einer großen Koalition gehabt. Wenn die Große Koalition zunächst scheiterte und nach mancherlei Irrungen und Störungen eine andere Form für das Kabinett gewählt wurde, so ändert das wenig in der Sache. (Zuruf bei den Kommunisten: „Soll das ein Kabinett der Köpfe fein?") Nein, nur die Kommunisten könnten ein Kabinett der Köpfe bilden, bei denen freilich die Sprechwerk- zeuge die Hauptsache wären. In der Sache ist natürlich auch die jetzige Regierung an die Fraktionen gebunden. Die Regierungserklärung atmet den Geist der Koalition. Wir hätten bestimmtere Formulierungen in manchen Fragen der Sozialpolitik und Steuer- polittk gewünscht. Wir begrüßen das Festhalten an der Verständigungspolitik. Wir wollen nicht den gewünschten Wechsel mit engerer Annäherung an Italien und Ungarn. Die von uns weiter verfolgte Verständigungspolitik mit den Westmächten wird leider noch immer gestört durch den Fortbestand der fremden Besetzung deutschen Gebietes an Rhein und Saar. Wir verlangen auch in dieser Stunde als unser Recht die Räumung des besetzten Gebietes (Beifall). Der französische Sozialist Auriol hat kürzlich in der Pariser Kammer sich diesem Verlangen angeschlossen und erklärt, durch die Bildung der neuen deutschen Reichsregierung mit einem Sozialdemokraten an der Spitze seien die letzten Vorwände für die Nichtligui- bierung des Krieges beseitigt. Von uns Sozialdemokraten, die wir starken Einfluß in der Regierung haben, weiß man auch drüben, daß wir alles tun, um den Frieden zu sct-affen unter Anerkennung des deutschen Rechts. Wir haben Anspruch auf sofortige Räumung nach Deutschlands Eintritt in den Völkerbund und nach dem Locarno-Pakt (Beifall). Wir begrüßen auch das unzweideutige Bekenntnis der-Regierung zur Republik und zur Weimarer Verfassung. Die Deutsch- nationalen und Herr Lambach haben sich zum Monarchismus bekannt. Wir wollen keinem die monarchistische Uebeneugung nehmen, aber wir wollen und werden verhindern. daß dieser Monarchis- mus einen Ausdruck findet, der der Republik nach, teilig wird. Das müssen wir vor allem von den Beamten der Republik verlangen. Abg. Gras Westarp (On.): Die letzten Koalilivnsverhandlungen haben eindeutig gezeigt, daß unser Regierungssystem wieder einmal vollständig versagt hat. Äe Tätigkeit des Derfassungsministers Severing wird ab- zuwarten sein. Mit Schlagworten des UnitariS- mus und der demokratischen Patentlösung des Einheitsstaates ist die Frage der Verfassungs- und DerwaltungSreform nicht zu lösen. Die Re- Schivece Sturmschäden in Mitteldeutschland. Eine Windhose über dem Harz Lchwcrc Verwüstungen. Halle. 4. Juli. (TU.) Uebcr Mitteldeutschland lobte, nachdem in der vergangenen Nacht zwei schwere Gewitter mit wa'kenbruchartigcm Hegen die Hitzewelle beendet hatten, am Mittwoch noch ein heftiger Sturm. Um 11 Uhr vormittags zog oomBrorfcn bis nach Blankenburg durch den ganzen harz mit furchtbarer Gewalt eine Windhose, die großen Schaden angerichket hat. Bei Dreiannen- hohne ist der Wald buchstäblich umgelegt worden. Bäume von einem halben Meter Durchmesser wurden umgestürzt. Lange Wegstrecken sind mit abgerissenen Baumkronen bedeckt. Die Obstbäume haben großen Schaden erlitten. Besonders groß waren die Verwüstungen durch den Sturm auch in Bitterfeld und Umgebung, von einer größeren Anzahl von Häusern wurden die Dächer vollständig oder zum Teil abgcdeckt. Groß ist die Zahl der enlwurzellen Bäume. (Eine Starkstromleitung wurde zerrissen. Der Telephonbetrieb muhte teilweise siillgelegt werden. Auf dem Flugplatz Wernigerode Halle man ein gerade angefomme- nes Verkehrsflugzeug, nachdem Pilot und Fahrgäste ausgestiegen waren, fest verankert. Die Windhose riß das schwere Flugzeug hoch in die Luft und schleuderte es wieder zur (Erbe, so daß es stark beschädigt wurde. Das Unwetter hat am schlimmsten im Kessel von Bad Grund geroület. Ganz unabsehbar ist einstweilen der enorme Schaden, der in ben wälbern bes ganzen Oberharzes verursacht worben ist. Au; dem Giteller Berg bei Bad. Grunb wurden allein fünf Hektar Wald glatt niedergeschlagen. Die Gruben des Oberharzes find in großer Gefahr zu ersauf e n, da die Maschinen ohne elektrischen Strom sind und nicht arbeiten können. 3n Bad Grund hat der Orkan zahlreiche Häuser zer- ft ö r t. Eine Gothaer Dame wurde getötet, zahlreiche Personen verletzt. Die sofort alarmierte Feuerwehr sucht die Wölber ab, ba noch mehrere Kurgäste vermißt werben. Die Kurverwaltung hat alle Veranstaltungen abgesagt. Zn der Reichshauptstadt. Berlin, 4. 3uIL (SU.) Der ungewöhnlich heftige 6türm, der am Mittwoch in der zweiten Rach.nittogSstunde Berlin und seine Umgebung heimge ucht hatte, hat in f a ft allen Stadtteilen erheblichen S ch a d e n - angerichtet. Das volle Ausmaß dieser Schäden wird sich allerdings erst am Abend über'ehen lassen, da die Feuerwehr, die irmerhalb kur^r Zeit etwa 200maI zur Hilfeleistung geraten wurde, m i t den Aufräumungsarbeiten noch immer nicht fertig ist. Am stärksten hauste der Sturm im Westen und Südosten der Stadt. Die Zahl der vom Wind umgcstürzten Räume ist noch nicht annähernd abzuschähen. An verschiedenen Stellen wurden Baugerüste an Hausfronten vom Sturm in die Tiefe gerissen, Turmaufbauten der Häuser stürzten zusammen. zahllo'e Fenster wurden eingedrückt. Sehr mitgespielt wurde auch den Zeitungs- Verkäufern, deren Stände vom Sturm umgeweht wurden, wobei Zeitungen und Zeitschriften in alle Winde zerstreut wurden. Aach einem Augen- zeugenbericht gerieten die Türme der Ai- i'ol ens reiheit und dem Elternrecht entspricht. Zu den von der Regierung angekündigten Maßnahmen zum Schuhe und zur Förderung der Familir wünscht die Erklärung der Fraktion eine ernsthafte Prüfung des Planes zur Schaffung einer Clternschastsversiche- rang. Reben die wirtschaftliche und wohnungspolitische Sicherung müsse die posittve Arbeit der staallichen Gesetzgebung für die Erhaltung der sittlichen und geistigen Grundlagen unseres Volkslebens und ein geistig kultureller 3ugendschutz gesetzt werden. Die Erttärung wendet sich vor allem gegen jede Erleichterung der Ehescheidung. Die Forderung einer sozialen Bildungspolitik werden wir mit Aachdrack unterstützen. Die Zentrumssraktion will ihre Mitarbeit nicht versagen. Sie behält sich aber doch im einzelnen ihre Stellungnahme vor. Abg. Ewert (Koin.- erllärt. nach dem Wahlsieg der Arbeiterparteien sei die neue Regierung und ihr Programm ein Betrag an den arbeitenden Massen. Diese Begierung sei eine Fort eyung der Bürgerblockregierung mit sozialdnnolratischer Beteiligung. 3n dieser Koalition werde der vergebliche lversuch gemacht, die sozialistische Reform aufzuhalten. Abg. Dr. Scholz (D.V.p.) führt aus, feine Freunde hätten sich die Regierungsbildung anders vorgestellt. Man hätte nur wenige große Probleme an die Spitze des Re^ie- rangspiogramms stetten sollen. An erster Stelle stehe das weltwirtschaftliche Problem der interalliierten Schuldenregelung im Zusammenhang mit den Tributlei st ungen Deutschlands. Hier hätte sich eine Einheitsfront nalional-wirtschai li^er 'Verteidigung von ter äu ersten Rechte i bis zu: äuhcr en Limen bilden sollen. (Unruhe bri den Kommunisten.) Die Deutschnationalen hätten mindestens ebenso leicht wie die Deutsche Volkspartei für eine solche wirtschaftliche Ausgabe eine Koalition mit den Sozialdemokraten bilden können. 3n solchen Dingen stehe die Deutschnationale Volls- partei ihrer Zusammensetzung nach den Sozialdemokraten näher als die Volkspartei. 3n der Frage der Derwaltungsreform hätte die Voltspartei bestimmtere Zusagen in der Regie- rangserttärang gewünscht Die Voraussetzung für eine wir ferne Re'orm sei die Homogenität der Regierungen des Reiches und Preußens. Mit der Derwaltungsverein- fachung sollte bei der Odeichsregierang angefangen werden. Reben dem Reichswirtschastsministerium sei ein besonderes Arbeitsministerium und ein Landwfittscha tsministe.ium überflüssig. Das 3ustizministerium könnte mit dem 3nnenministe- rium vereinigt werden und auch das Postministerium sei entbehrlich. (Heiterkeit. Olog. Torgler (Kom.): ^Liquidieren Sie doch den ganzen Laden!") Das zweite große Problem ist her Fi- nanzausgleich. Wir sind Anhänger des dezentralisierten Einheitsstaates. Wir wollen keinen Finanzausgleich, der nur dazu Dient k- bensunsähige Staaten künstlich ausrechtzuerhalten. Die Lösung wäre vielleicht so zu ^nten dah sich daS Reich auf die Emnabmen aus Zollen und indirekten Steuern beschrankt und den Gliedern des Reiches wieder die volle finanzielle Selbstve ran twor- tuna gegeben wird. Wir wollen auch letzt ver- antwortliche Staatsbürger, denen man nicht die Hälfte ihres Einkommens wegsteuerb Wir wollen die Fortsetzung der Verständigungspolitik unter der Voraussetzung der allgemeinen ^brustimg und der schleunigen Freiung ter Rh.mlai^ Mit großer Genugtuung haben wir bte Satze der Regierungserklärung über die Ro t derLand Wirtschaft gehört. So eindringlich waren solche Erklärungen noch von keiner früheren Regierung abgegeben worden. Wenn der Landwirtschaft hrl'en wollen dann darf Deutschland auch nicht mit Z o l l s e n k u n g e n v o r a n - neben, sondern muß den Vortritt den Wirt sthastlicy stärkeren Ländern lassen. Wir verlangen ettre Rentnerversorgung durch Gesetz unter Herausnahme aus der Fürsorge. 3n ter Steuerpolitik wünschen wir eine © e n tu ng des Einkommensteuert arifS in den unteren und mittleren Stufen, dle^Berechnung nach dreijährigem Durchschnitt und ein Steuervereinheitlichungsgesetz mit dem Ziel einer fühlbaren Senkung der Realsteuern DaL Programm einer Koalition^egierung toirb immer Kompromisse enthalten. Di« Kreise des Gewerbes und des Mittelstandes sc' lten überlegen. ob sie ihrer Sache nicht besser dienen, wenn sie ihren Einfluß durch Beteiligung eiE solchen Koalition stärken. Wir werden die Taten der Regierung abwarten und uns das Recht der Kritik Vorbehalten Unsere Krtttt wird ab«, sachlich und aufbauend seinentspr^ chend den Leitworten ter Deutschen Bollsparter „national" und „liberal". Abg. 0r. Saas (Sem.) bebauet! die nach dmm bei d« Dildung der neuen Regierung gearbeitet wo den sei Fraktionen seien nicht geeignet em Regierungsprogramm auszuartetten. Es merkwürdige Auffassung, wenn lichdas^entrum nicht für diese Regierung verantwortlich Qlurh der Volkspartei scheme die Anwesenheit Dr Sämanns noch nicht zu genügen nm eine Verantwortung für das Kabinett uter nehmen zu können. Die Regierung ™ alitionsregierung wie iede srndere Fraktions« aierung auch. Di« Demokratische Partei lei mit tem Inhalt der Regierungserklärung einverstanden und begrüße die klaren Aeußerungen der Außenpolitik. Erfreut sei leine Partei auch über den Willen der Regierung, auf dem Wege zum Einheitsstaat weiterzugehen Dank gebühre der Regierung auch dafür, daß lie klar zum w*. daß für Mittelstand und Bauernschaft gesorgt werden müsse CBe sonders eilig sei eine Beseitigung des steuer Heben Unrechts an den Dauern. Die Demo- krattscte Partei Lasse keinen Zweifel darüber u,% d^ Berussbeamtenlllm ersten Netten müHe Seine Fraktion erwarte, daß die Reffte- runq der sie Vertrauen entgegenbrmge. die r^ublrkanischen, demokratischen und sozialen Wünsche der Partei fördern werde. Abg. Drewitz (D.p.) weist den Vorwurf zurück, daß sich die Wirt- sthaftspartei bei der Uebernahme der Derant- wortung hätte drücken wollen. Es sei ein toefent Ucher Teil der Forderungen ter Reichspartei des deutschen Mittelstandes in das Programm ter Reichsregierung aufgenommen worden Dermryr würde von seiner Partei indessen noch eine bestimmte Zusage über di« Herabsetzung der Real- und S on d e r st euern und auch Die unbedingt notwendige Zusage der Regierung, daß die Hauszins st euer, solange sie erhoben wird, ausschließlich für den Reu- ba-u von Wohnungen und kleinge- werblichen Räumen, keinesfalls aber zu Verwaltungsausgaben Verwendung findet. Auch sei eine klare Aeuherung über die Aenderung des Finanzausgleichs tn dem Sinne, daß den Ländern und Gemeinden die Verantwortung für ihre Finanzwirtschaft zurückgegeben wird^ zu vermissen. Die Wirtschaftspartei werte sich ter neuen Regierung gegenüber solange ab* wartend verhalten, bis Klarheit darüber besteht, in welchem Sinne sich die sehr theoretisch gehaltene Erklärung der Reichsregierung praktisch auSwirke. Weiterberatung Donnerstag. Die Billigungsformel. Berlin, 5. Juli. (DDZ.) Die hinter der Regie- rUnn stehenden Parteien werden noch heute folgenden Antrag einbringcn: „Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung und geht über alle anderen Anträge zur Tagesordnung über." — Da dieser Antrag von allen Regierungsparteien unterzeichnet ist, gilt seine An- nähme als gesichert, lleber die komkpunistifcl>en und deutschnationalen Mißtrauensanträge sowie über einen nationalsozialistischen Dertrauensantrag wird nicht mehr abgestimmt werden. Oie Lohnsteuersenkung. Berlin. 4. Iuli. (Priv.-Tel.) Entgegen ter Meldung, daß Steuerfragen in ter gegenwärtigen Session des Reichstages nicht mehr behandelt werten. schreibt der „Vorwärts": Die Erklärung ter Reichsregierung hat zwar die Prüfung ter Senkung des Tarifs ter Einkommensteuer erst für den Herbst in Aussicht gestellt, sie hat jedoch ausdrücklich hinzugefügt, daß um die Frage, wieweit bei Einkommen bis 8000 Mr.. die dem Lohnabzug oder ter veranlagten Einkommensteuer unterliegen, eine Erleichterung an- «strebt werten soll, vordringlich erscheint. Das bedeutet zweifellos, daß die Reichsregierung ter Meinung ist, mit ter SenkungderLohn- steuer brauch« man nicht bis zum Herbst zu warten, sie könne bereits letzt, vor ter Vertagung des Reichstabes beschlossen werden. ReichSsiilanzminister Dr. Hllferding hatte bereit« mit den Parteiführern eine Besprechung über die Besteuerung des Einkommens bis zu 8000 Mark. Die Sozialdemokratie hat in der Sitzung erklärt, daß sie, um die Lohnsteuersenkung nicht an formellen Schwierigkeiten scheitern zu laf’cn. bereit sei. ein Initiativgesetz einzubringen. Oos Grcherhettsproblem. Tas Ergebnis der Genfer Äomiteeberatungen. Genf, 4. • Iuli. (WB.) Die dritte Tagung des Sicherheitskomitees ist nach der tn erster Lesung erfolgten Annahme des Muster- totlektivvertrages über die deutschen Vorschläge zum Ausbau ter im Pakt enthalte» nen kriegsverhütenden Maßnahmen abgeschlossen Worten. Das Ergebnis der Tagung läßt sich wie folgt zusammenfassen: Die Entwürfe von Schiedsgerichts- und Vergleichsverträgen sowie von Verträgen über gegenseitige Hilfeleistung gehen nunmehr ter Bundesversammlung zu. Die Entschlieyung über die weitere Behandlung des Problems ter finanziellen Hilfeleistung (finnischer Vorschlag) bleibt ter Bundesversammlung Vorbehalten. Die Beratungen über die deutschen Vorschläge vom März d. 2. zur Krieasverhütung haben zur Aufstellung eines Modell Vertrages geführt, der als Kollektivverttag für eine möglichst große Zahl von Staaten gedacht ist. In Artikel 1 ist für die Unterzeichner die Verpflichtung vorgesehen, im Falle eines Streites die vorläufigen Empfehlungen des Völkerbundsrates hinsichtlich des Streitgegenstandes crnzunehmen und miszuführen, die Maßnahmen ter Parteien terh'iten sollen, die eine nachteilige Rückwirkung auf 'eine endgültige Regelung haben könnten. In Artikel 2 verpflichten sich die Vertragsparteien, sich weiterhin aller Maßnahmen zu enthalten, die den Streit verschärfen könnten. In Arttkel 3 verpflichten sich die Unterzeichner für den Fall, daß bereits Feindseligkeiten zwischen den streitenden Parteien ausgebrochen sind, den Empsehlungen des Rates auf ©in» tellung ter Feindseligkeiten Folge zu leisten. Diese Empfehlungen werden für den Fall eines Eindringens von Streitkräften auf das Gebiet eines der beteiligten Staaten die Zurückziehung ter Streitkräfte und die Achtung der Souveränität enthalten. Gleiches gilt ür etwaige demilitarisierte Zonen. Die Anordnungen des Rates hinsichtlich ter Einstellung der Feindseligkeiten sowie die etwaigen Kvntroll- maßnahmen können nur einstimmig be- chlossen werten, wobei jedoch die Stimmen der in die Feindseligkeiten verwickelten Parteien nicht mitgezählt werden. Die ursprünglichen deutschen Vorschläge enthielten noch für den Fall der Kriegsgefahr vor Ausbruch der Feindseligkeiten den Vorschlag einer vertragsmäßigen Verpflichtung der Parteien, Empsehlungen des Rates auf Auf recht erhalt un g oder Wiederher stell u n g des normalen militärischen Frie- denszustandes nachzukommen. Lieber diesen Vorschlag hat sich keine Einigkeit erzielen lassen. Die deutsche Delegation hat in einer Erklärung auf den Zusammenhang dieser Frage mit den Abrüstungsarbei ten hingewiesen und sich ausdrücklich Vorbehalten, darauf zu gegebener Zeit zurückzulvmmen. Lleberdies gab Staatssekretär v. Simson in ter Schlußsitzung die Erklärung ab, daß die Verwirklichung tes für den Augenblick unberücksichtigt geblieben wertvollen Teiles ter deutschen Vorschläge, nämlich über die Aufrechterh altung oder Wiederherstellung tes militärischen Status quo in güoissem von dem Ergebnis ter Abrüstung sv Diarbeiten abhängt. Dieser Umstand liefere jedoch nur einen neuen Beweis für die Rotwendigkeit, die AbrüstungSvorarbei- ten in ter tatkräftigsten Weise zu fördern. Die in ter Kontrollfrage angenommene Formel stellt ein nach mühsamen Verhandlungen gefundenes Kompromiß dar, insbesondere zwischen ter von den englischen und italienischen Delegierten vertretenen Ansicht, die sich gegen eine Kontrolle überhaupt richtet, unb die gegenteilige Ansicht, die die Kontrolle möglichst verstärken wollte. Die Arbeiten des Sicherheitskomrtees sind damit zunächst abgeschlossen. Die Entscheidung über die Weiterbehandlung des Motellvertrages unb die deutschen Vorschläge steht ter Bundesversammlung zu. Ein deutsch-chinesischer Zwischenfall. Beschlagnahmtes Funkgerät im Pekinger Gcsandtschaftsviertel. London, 4. Juli. (Privatmeldung.) Der Pekinger Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet, daß die deutsche drahtlose Station im Gesandtschaftsviertel von der chinesischen Regierung beschlagnahmt worden ist mit der Begründung, daß sie zum Verkehr zwischen der Mukdenregierung und ihrem Pekinger Agenten benutzt worden sei. Der deutsche Direktor, I. Plaut, hat den Apparat ab geb aut und ihn den Militärbehörden übergeben. Die chinesischen Blätter hatten gemeldet, Plaut sei, da er keine Ex- territorialrechte besitze, in Gefahr, verhaftetund gerichtet zu werden. Das Material wurde am Eingang des Gesandtschastsviertels den Chinesen übergeben. Der Korrespondent sagt noch, die Trans- ojeanftation habe zu der Fengtien- (Mandschurischen) Partei gehört und sei von einer Nachrichtenagentur gekauft worden. Tatsächlich ist ter hier von britischer Seite ge- meltete Vorgang ein wesentlich anderer. Alm dieS gleich vorauszuschicken, es ist alles auf dem friedlichsten Wege verlausen und ter Zwischenfall konnte auf freundschaftlicher Basis beige legt werten. In Peking hat die Transozean- Geselllchaft eine Filiale, von wo sie ihren Oft* asiendienst betreibt. Das dazu benötigte Funkgerät hatte sie aber seinerzeit von der Pekinger Zentralregierung geliehen. Run ist inzwischen ter Umsturz in China gekommen unb die Südregierung hat von Peking Best» ergriffen. Selbstverständlich interessierte sie sich nun ganz besonders für die'e Funkapparate und ersuchte deshalb ten Leiter ter Transozeanfiliale in Peking. Herrn Plaut, um sofortige Zurückgabe des Funkgerätes, da dasselbe ja doch nur von ter nicht mehr bestehenden Regierung tes chinesischen Reiches leihweise abgegeben worden wäre. Etwas Schwierigkeiten machte allerdings die Zurückgabe in technischer Hinsicht. Die Trans- ozeanfllialc liegt im Gesandtschafts- viertel und auch die Südregierung kann ja in diesem Gebiete nicht selbstherrlich schalten und wallen. Rach freundschaftlicher Verständigung über die Form der Zurückgabe hat deshalb Herr Plaut die Geräte abmontiert, sorgsam verpackt und am Tore des Gesandtschaftsviertels ter Abnahmekommission der Südregierung übergeben. Es steht zu ertoarten, daß man in einer anderen Form mit der Südregierung ein anderes Arrangement in bezug auf die Funkanlage der TranSozeanfiliale treffen wird. Jedenfalls entsprechen alle Meldungen, die von einem unrech tmäh igen Eingriff ter neuen südchinrsischen Regierung wissen wollen, nach keiner Richtung hin den Tatsachen. Auch mit der neuen chinesischen Regierung besteht das- elbe Einvernehmen, wie es Deutschland mit ter bisherigen sog. Zentralregierung gehabl hat. Regierungskrisis in Südflatmen. Rücktritt des Kabinetts — Tie Kroaten fordern Autonomie. Belgrad, 4. Iuli. (Tel.-Un.) Der Ministerrat hat heute vormittag ten Rücktritt tes ge- amten Kabinetts beschlos en. Ministerpräsident Wukitschewitsch begab sich um 11 Uhr zum König, ter den Rücktritt angenommen hat. Wan befürchtet, daß sich die ^Rezierungskri e zu einer Staatskrise entwickeln wird: denn die Kroa« ttsche Bauernpartei ist entschlossen, der Bildung eines Sammlungskabinetts dadurch Schwierigkeiten zu bereiten, daß sie mit rroßer Entschiedenheit einschneidende Berfas- ungsresormen verlangt. Es handelt sich batet um die Forderung nach einem selbständigen kr- tischen Landtag und nach Bereinigung aller kroattschen Provinzen. Diese Provinzen sollen dann unter eine besondere Regierung in Agram gestellt werden, so daß sich dann, da die Regierung in Belgrad für Serbien bestehen bleibt, zwei autonome Verwaltungsgebiete ,n einer Staatseinheit befinden. Die Slowenen finb gegen eine solche dualistische Staatsform und lehnen eine Erörterung dieser Frage von vornherein ab. Ein rumänischer Panamaskandal. Verkauf staatlicher velfclder an englische Gesellschaften. Wien, 4. Iuli. (TU.) Eine neue Panamaaffäre in Rumänien erregt in Bukarester politischen Kreisen großes Aufsehen. Es handelt sich um die Petroleumfelder von Trga- viste, die Staatseigentum waren und auf Grund gefälschter Urkunden an private Persönlichkeiten abgegeben wurden, die sie an englische Gesellschaften weiterverkauften. So ist der größte Tell dieser Felder zum Preise von drei Milliarden Lei in fremde Hände übergegangen. Die Betriebe haben bereits einen Vorschuß von 70 Millionen Lei erhallen. Hohe De^irksbeamte von Trgaviste, hohe politische Persönlichkeiten in Bukarest sowie Abgeordnete und hohe Beamte vom Wirtschafts - und Handelsministerium sind in die Angelegenheit verwickelt. Bisher wurden fünf Verhaftungen vorgenommen. Als Pächter trat ein Bekannter eines ehemaligen ausländischen Gesandten in Bukarest auf. Die Pachtverträge sollen allerdings ungültig sein, da solche Verträge nur durch eine staatliche Beleihung geschlossen werten können. In ter am Donnerstag stattfindenden Sitzung des Ministerrats hofft man die Angelegenheit svwell führen zu können, daß festzustellen sein wird, ob Verhaftungen von Abgeordneten erfolgen werten und die Aufhebung der Immunität ter betreffenden Abgeordneten zu beantragen ist. Aus aller Wett. Dr. Eckener beim Reichspräsidenten. Der Herr Reichspräsident empfing Dr. Eckener, ter ihm über die Fertig stellung des neuen Zeppelin-Luftschiffes L. Z. 127 und die Pläne für die ersten Fahrten dieses Schiffes Vortrag hielt. Der Herr Reichspräsident, ter sein lebhaftes Interesse an dieser Reuschöpfung tes deutschen Luftschiffbaues zum Ausdruck brachte, sprach Eckener seine testen Glückwünsche für die künftigen Fahrten tes L. Z. 127 aus. Die laufe des neuen Zeppelins. Die Taufe des neuen Zeppelin» Luftschiff es ist nunmehr endgültig auf ten 9. Iuli festgesetzt worden. Die Verzögerung um einen Tag — am 8. Iuli hat bekanntlich Graf Zeppelin feinen Geburtstag — erfolgt mit Rücksicht auf die Tagung des Deutschen Luftfahrtverbandes in Konstanz. Die Taufe vollzieht Gräfin Zeppelin. Außer ten Regierungsvertretern werden die Abgesandten verschiedener Luftsahrtvereini- gungen mrwesend sein. Die Bauarbeiten tes Luftschiffes sind an sich vollkommen beendet, nur die Motoren sind noch nicht eingebaut, außerdem konnte mit ter Füllung noch nicht begonnen werten. Die Arbeiten gehen rüstig vorwärts, so daß man Ente des Monats mit den ersten nötigen Gasmengen rechnen kann. Die reinen Werkstätten- führten können dann in den letzten Tagen des Iuli ausgenommen werten. Größere Fahrten kommen erst im August in Frage. Deutsche Rettungsaktion für die „Italia"-Mannfchast. Der bekannte Flieger Udet hat ter italienischen Regierung angeboten, mit leichten Utet- Flamingo-Flugzeugen eine Aettungsexpedttion für die auf dem Eise fest gehaltene Italia-Mannschaft vorzunehmen. Es würde für ihn nicht allzu schwierig sein, mit diesen leichten Flugzeugen, sobald sie mit Kufen versehen seien, auf lleinstem Raum auf dem Eise zu landen und die Besatzungsmitglieder dort einzeln abzuholen. Die italienische Regierung hat diesen Vorschlag Bidets wärmstens begrüßt. Utet toirö mit zwei Flugzeugen, einem zweiten Piloten unb einigen erfahrenen Leuten unter _ Führung tes bekannten Rordpolfahrers Kapitän Ritscher von Hamburg mit einem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie nach Spitzbergen abfahren. Die Reichsregierung hat die Förderung dieses Rettungsunternehmens übernommen. Wit Rücksicht auf die Fahrtdauer nach Spitzbergen ist mit einem Einsetzen ter Rettungsaktion nicht vor zehn Tagen zu rechnen. (Eine deutsche Familie in Holland durch eine dn- stürzende Mauer erschlagen. Vergangene Rächt stürzte während eines heftigen Sturmes in der Ortschaft Weer (hollän- dische Provinz Limburg) die Mauer eines Getreidespeichers plötzlich ein und fiel mitsamt großen Getreidevorräten auf ein unter ihr steh^ides dreistöckiges Haus. DaS obere Stockwerk, das von dem Derriebsleller mit feiner Familie bewohnt war. tourte vollkommen zerstört. Der 84jährige deutsche Betriebsleiter Heinz Iellenmaher, ein gebürtiger Bayer, der erst im März dieses IahreS aus Köln nach dort gekommen toar, sowie feine 27jährige aus Köln stammende Ehefrau und chr fünf Monate altes Kind wurden unter Öen Trümmern begraben und erstickten. Sie konnten ttotz so'ort angeftellter Rettungsversuche nur als Leichen aus den Trümmern geborgen werten. Sechs Kinder bei einer handgranatenexploston getötet In Tarnowitz sanden Kinder beim Spielen eine Handgranate, die explodierte. Sechs Kinder im Aller von drei bis zehn Iahren wurden sofort getötet, vier Kinder schwer verletzt An dem Aufko'.nmen der Schwerverletzten wird gezweifelt. Die Poftzeillchen Ermittlungen sind sofort aufgenommen werden. Die polnische Presse benutzt diesen bedauerlichen Unfall zu einer neuerlichen Hetze gegen die Deutschen, intern sie behauptet, daß die Handgranate in einem Hause gesunden worden sei. In dem in ter Abstimmungszett ein deutsches Abstimmungskommissariat eingerichtet war. Die Bch.uptung entbehrt >eh^ych jeder Grundlage. Der Caubru von Marseille. Der Frauenmörter Reh ist, von Algier kommend, in Madeille eingetroffen und ins dortige Gefängnis verbracht worden. Die llnlersuchung gegen ihn wird nunmehr burchgeführt werten. Bis jetzt sind Rey drei Morde nachae- wiesen, doch spricht man, wie bereits berichtet, von etwa fünfzehn verschwundenen Frauen, die mit Rey in Beziehung gestanden haben. Ein Lastauto fährt in eine Volksmenge Am späten Abend fuhr ein Lastauto in Eplnay an der Seine bei St. Denis in eine Volksmenge hinein, die gerade der Vorführung eines- Wanderkinos unter freiem Himmel beiwohnte. Der Chauffeur des Lastautos konnte in der Dunkelheit die Volksmenge nicht rechtzellig bemerken und überfuhr, da er mit ziem'icher Geschwindigkeit herankam, einen Teil der Zuschauer. Zwei Personen rouren getötet und 22 verletzt, davon eine schwer. von Motorradfahrern überfahren. In Miltenberg überfuhr ein bis jetzt noch unbekannter Motorradfahrer das fünftährige Söhnchen Hermann tes Landwirts Knapp. Dos Kind wurde zu Boden geworfen und schwer verletzt. 2lls ter neunjährige Bruder te4 verletzten Knaben ten Unfall bemerkte, eilte er über die Straße, um feinem Brüderchen zu helfen. Im gleichen Augenblick kam ein zweiter Motorradfahrer und überfuhr den älteren Bruder. Auch dieser wurde schwer verletzt. Beide Motorradfahrer kümmerten sich nicht im geringsten um die Opfer, sondern setzten ihre Fahrt in beschleunigtem Temp o fort. Die Gendarmerie nahm sofort die Suche nach den beiden unerhört rücksichtslosen Motorradfahrern auf. Vulkanausbruch auf einer Philippinen-Insel. In Legaspi (Luzon) ein getroffene Flüchtlinge berichten Einzelheiten über die Zerstörung der Stadt ßi bog durch einen AuSbruch deS Vulkans Rayon. Die Stadt zählte etwa 7000 Einwohner. Rach dem Ausbruch tes Vulkans wurde die Bevölkerung von einer Panik ergriffen. Der Zerstörung ter Stadt folgten starke Epidemien. Die Behörden treffen Maßnahmen, um eine Ausbreitung ter Cholera zu verhindern. Beim Rettungswerk verunglückt. Bei dem Versuch, ihr Kind zu retten, dar beim Baden in ein Wasserloch gefallen war, ist die 38jährige Frau Macken in Kiel ebenfalls ertrunken. Oie Wetterlage. Ä 2 Z: 165 wehÄ • Vkn / X a \ Wirtrweh, den 4 Juii &2£ 7* aferxfc. ©wortemw O«ener.Onarc oed«*t ®woMa®owecn. * Schnee o-trauoeia « whel XC^r^u.mJjUfie. -O leichte- o-.i d ■nassioe' 5äd»adNt>i b starmoche. -«ordwesl tue Piene fi.eoen-n.t dem wmd«. 0.. °v den sht^en jttnenttn len cetxn d-t Temperatur an 0>c Limen verlad« Orte mit gleiche» tu< neeresniveau umoerechneteo Lufldtiicx Wettervoraussage. Unter dem Einflüsse hohen Druckes hat bereits in ten gestrigen Rachmittagsstunden Be- wölkungsabnahme eingesetzt und die Wetterlage sich beruhigt. Die Hochdruckwetterlage ist nur vorübergehend, denn die neue ozeanische Störung nätert sich mit ihrem barometrischen Minimum Aordschottlaud. Ihre Warmlust an ter Südseite beginnt nach Deutschland vvrzudringen. Sie führt bei uns zu Temperaturanstieg, verbunden mit Wolkenauszug und späteren Rleterschlägen. Wettervoraussage für Freitage Bewölkungszunahme, wärmer, später Untergang zu Rleterfchlägen Lufttemperaturen am 4. Juli: mittags 16,4 Grad Celsius, abends 12,7 Grad Celsius: am 5. Juli: morgens 14,6 Grad Celsius. Maximum 19,2 Grad Celsius, Minimum 8,2 Grad Celsius. — Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 4. Juli: abends 20,2 Grad Celsius; am 5. Juli: morgens 15,6 Grad Celsius. — Niederschlag 3,7 Millimeter. — Sonnen- fcheindauer 6K Stunden. Aus der Pnwmzialhaupfsiadi. Diesen, den k 3u(t 1928. Zweites volkstümliches Symphonie- Konzert der Volkshochschule. Drr Volkshochschule stellte sich fleftern abenb der Giestener Orchestervcr«in -um »weiten Wale in anerkennenswerter leite zur Tkxfüaunfl. War der erste Abend dem C.dächt- nii Franz Schuberts g« widmet. ft> hörten toir diesmal nur Mozart. Das Programm wies die Ouvertüre zur „Zauku r'lötc da» Alle^rsttv aus dem Divertimento Ar. 2. sowie die Jupiter- Sinfonie (O£)uc) auf. Die Oper ..Di« Zaubers löte". deren Tert wahr- schein!ich von dem Schauspieldirektor Schrkaneber stammt, yiflt den »insluh der Frelmaur.rn. der Mozart wie Schikaneder anqehörten. Die Komposition fällt in das 3ahr 1791. bi« Solche 3u nehmen, macht bitte (• matfholt und oirti ncrtniuungurtgtlnb und «sördernd. tfin Deisuch m l ,Nuft.fe-Suppt'—Noch- vorschrisitn Hegen jt6er Dose bei - wird auch <3lt w einem übtrjcugltn Aohüngtr machen. nahehaft u.bekömmlich! Sonnengebräunt wirdlhr Körper wenn Sie ihn vor Luft, und Sonnenbädern, vor Fahnen und Wanderungen mit NFVEA-CREME einreiben. Nivea»Creme verstärkt die bräunende Wirkung der Sonnenstrahlen und vermindert die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes: aie allein enthält das hautpflegende Eucerit Aber trocken muß Ihr Körper sein: Sie dürfen ihn niemals naß den Sonnenstrahlen aussetzen. 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MW Wilk Sellecsroeg 26 Wnöet 1798 zutragcn haben. Lang-Göns, den 5. Juli 1928. Bürgermeisterei Lang-Göns R o m p f. - 63730 E niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitHiiiiiiiiiiiiiuiiiif; können Sie alle Erlebnisse festhalten. Schaffen Sie sich deshalb noch rechtzeitig vor Ihrer Reise eine solche an. Grolle Auswahl auch io Bedarfs-Ärlikeln Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lang- Göns für das Rechnungsjahr 1928 liegt vom 6. bis einschließlich 12. d. M. auf dem Geschäftszimmer der Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten und etwaiger Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker bei- Hebbel, Gerichtsvollzieher in (Sieben, Dammstraste 241, Telephon 239 Ich habe mich in der früheren Zahn-Praxis des verstorbenen Herrn Graef niedergelassen. Erich Schmidt, Dentist staatlich geprüft nach § 123 RVO Gießen, Bahnhofstraße 38 p. 04969 Gestern früh um 3 Uhr verschied plötzlich und unerwartet unsere liebe Mutter, Schwester. Schwägerin und Tante Frau Luise Schmoll Ww. geb. Schmidt im Alter von 62 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Erich Schmall — Fran Elias Pimper geb. Schmidt 0<1”° Emilie Schmidt. Gießen l Aster weg 16), den 4. Juli 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 6. Juli, nachm. 2V?Uhr. von d. Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag unserer Gemeinde für 1928 Rj. liegt vom Freitag, b^nt 6. bis einschl. Donnerstag, dem 12. d. M. auf dem Bürgermeisterbureau zur Einsicht offen, woselbst Einwendungen mündlich oder schriftlid) vorgebracht werden können. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der nud) die Ausmärker bei- Junger für Kontor nach Gießen gesucht. Bedingung: ftlotte Schrift, perfekt tn Stenographie und Schreibmaschine. Schrtftl. 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Zuli Frühschoppen mit Konzert und Gesangsvorträgen Festzug, Tanz, abends Feuerwerk Eintrittspreise: Dauerkarte 0.80 Mark, Samstag 0.30 Mark, Dr.Neomann-Sjentel Gartenstraße 17. Treppen Türen Korridor'fchta Schaufenster- ; Eiserne Rolläden billig aozugcben. tiebr. Baer. Marktstr. 29. 5-7-Zimmerwohnung in guter Lage, sofort gesucht. Schr. Ang. u. 04946 an den Gieh. Anz. Beschlag nähme freie 3-ZimuierwoliniiBg von pensioniertem Fräulein gciucht, evtl, mit Baukosten« zuschuh. Schr. Ang. u. 04973 a. d. G. Anz. GwßeMöbel- Versteigeruug Freitag, 6. 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VII. oe- sehleesen. 1 Uhr, Johen- nlstesL 63520 'o o Nr. 156 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mir tkhmml. rrtnr . « ui ■ i Donnerstag, 5. Juli 1928 Löwen. Belgien und Deutschland. Don unserem B-Korrespondenten. Brüssel, 3u(i 1926 In Belgien scheint inan die zehn Jahre, die seit Kriegsende verflossen find, verschlafen zu haben. Denn war man Zeuge der deutsch-feindlichen Demonstratio neu bei dem Streite um die Inschrift deS neuen BibliothelgeböudeS in Löwen, so muhte man den Eindruck gewinnen, daß Belgien Deutschland immer noch als seinen grimmigsten Feind betrachte«. Belgien ist vielleicht zuviel gesagl. denn die offiziellen Stellen Hollen eine begrühenswerlc Zurückhaltung an den Lag gelegt, und der Rektor der Universität in Löwen, Ladeuze. hat durch sein mannhaftes Eintreten gegen die deutsch-feindliche Inschrift ihre Anbringung verhindert. Die Menge aller« dmgs und voran die Studenten Überboten sich gegenseitig an glühendsten Demonstrationen gegen Deutschland. Sie stürmten daS vor der Einweihung stehende Bibliothekgebäude, und nur ein großes Polizeiaufgebot konnte weitere Gewalttaten verhindern. So würe es denn beinahe zu einer zweiten Zerstörung des verhängnisvollen Gebäudes gekommen. CEBic »st die Dorgeschichte des Bibliothekneu- baueS und seiner Inschrift? Das Gebäude wurde bekanntlich 1914 von den in Belgien einziehenden deutschen Truppen zerstört. Lieber die Schuldfrage ist so viel böseS Blut gemacht, dah es besser ist, an das Vergangene. das besser vergessen sein sollte, nicht mehr zu rühren. Die Belgier, immer unterstützt durch die französischen Dachbarn, sind aber klein im Vergessen und groß im Hassen. Mit Wollust werden immer wieder die alten Greuelmorchen breitgetreten, die Zeitungen bemühen sich, durch immer neue Aus- wLrmung der Ereignisse der Kriegsjahre tnc Leidenszeit der belgischen Bevölkerung nicht in Dergessenheit geraten zu lassen. Zur gleichen Zeit, als der Kampf um die Inschrift an dem Bibliothekgebäude in Löwen tobte, wurde in einem kleinen belgischen Orte ein Denkmal enthüllt für die kleine Bvonne DieSlet, die. neunjährig, von den deutschen Soldaten erschossen worden sein sollte, weil sie einem französischen Kriegsgefangenen ihr Brot gab. Vichts von dieser Greuelnachricht ist bewiesen, aber ein Denkmal wird eingeweiht. um das neunjährige Mädchen zehn Jahre noch Beendigung des Krieges zur Märtyrerin zu stempeln. Man kann sich vorstellen, wie die öffentliche Meinung in Belgien und insbesondere die Gefühle der Massen immer wieder systematisch durch solche Taten zu einem unversönlichen Deutschenhah angestachelt werden Die Inschrift, um die ein solcher Kamps entbrannte, stammt üon Kardinal Mercier. Sie wurde von ihm bei einem Bankett deS Jahres 1921. das zur Feier der Grundsteinlegung des neuen DibltothekgebäudeS gegeben wurde, formuliert. Damals waren auch Poincars, Marschall Foch und andere prominente Franzosen zugegen. Diese Inschrift lautet: „Furore teutonico diruta, dono americano restituta.“ Zu deutsch: „Durch deutsche Barbarei zerstört, mit amerikanischer Hilfe wieder erbaut." Es ist nicht zu leugnen, dah diese Inschrift von dem Kardinal Mercier stammt, der vor zwei Jahren gestorben ist und der grobes Ansehen nicht nur In Belgien genoß. Aber es ist auch nicht zu leugnen, dah 1921 der Hah gegen Deutschland noch frisch war, und dah immerhin zwischen 1921 und jetzt Locarno und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund sich ereignet haben. Der Vektor der Llniversität Löwen, der bei dem Bankett des Jahres 1921 anwesend war, weist in einem offenen Brief an den amerikanischen Architekten M. Whitney Warren, der in seinem Deutschenhah unerbittlich ist, aus seine eigene Gesinnungsänderung in diesen sieben Jahren hin. Auch kann er sich auf Kardinal Mercier berufen. Von der Purpurschnecke zum Indanthren. Die Schifärberei im Wandel der Zahriausende. Von Or. E. Ehambon, München. So lange es Menschen gibt, ist ihnen farbiger Schmuck ihrer Person und ihrer Mmwclt immer unentbehrlich gewesen. Farben sind dem Menschen kein Luxus, sondern ein unabweisbares V^ürsnis. Aus unserem Leben können die Farben ebensowenig weggedacht werden wie mrs der uns umgebenden Vatur. Goethe sagt in der Farbenlehre: „Da die Zierde des Men-» scheu erstes Bedürfnis zu sein scheint unö ihm fast über dos Votwendige geht, so war d»e Anwendung der Farben auf den nackten Körper und zu Gewändern bald im Gebrauch." Eine Farbe erfüllt ihren Zweck jedoch nur dann, wenn sie bleibt wie sie ist. CGknn sie sich durch äußere Einflüsse verändert, genügt sic ihrer Bestimmung nicht und verliert rasch an Wert. Daher zu allen Zeiten und bei allen Völkern die Wertschätzung der echten Farben. Dieser Wertschätzung liegt neben praktischen Rücksichten, die natürlich mitsprechen. ein gefühlsmäßiges Moment zu Grunde: die Freude an der Farbe, deren Beständigkeit die Dauer des Lustgefühls verbürgt. Eine Farbe nennen wir echt, wenn sie so lange gegen äußere Einflüsse beständig und unverändert bleibt, wie das Material, mit dem sie verbunden ist, aushält. Für die Erzeugnisse von Menschenhand, von denen wir hier reden wollen, also für farbige Gespinste und Gewebe, tritt zu der obigen Definition der Echtheit noch die Bedingung der sachgemäßen De- Handlung hinzu. Eine absolut echte Farbe gibt es nicht, jede Farbe kann schließlich durch unzweckmäßige Behandlung zerstört werden. Als unbedingt gültiger Leitsatz steht fest: Jede Färbung muß sich nach dem Zweck des farbigen Gegenstandes richten. Für alle Garne, Stoffe und Gewebe, in deren Bestimmung Dauer liegt, dürfen nur echte Farben verwendet werden, welche den äußeren Einflüssen, denen das farbige Stück bestimmungsgemäß ausgesetzt ist. standhalten. Eine Farbe, die am Licht verschießt oder in der Wäsche ausläuft, ehe die Gebrauchs- sähigkeit des Gewebes erschöpft ist, entwertet das Stück und schädigt den Besitzer materiell und gefühlsmäßig. der in den letzten Jahren feines Lebens die von ihm selbst formulierte Inschrift desavouierte. Bedauerlich ist cs, dah gerade der amerikanische Architekt, der für den Bau des Bibliothek- gebäudes die runde Summe von 1,5 Millionen belgischen Franken einsteckte, der lautest: Ruser im Streite für die Hahinfchrift ist. Er steht in feinem Lande ungefähr als einziger da. Die gesamte amerikanische Presse geißelt in scharten Worten das Verhalten des Architekten, und große Verbände, wie der Friedensverband amerikanischer Kirchen und der „Amerikanische Welt- verband für internationale Freundschaft'. haben telegraphisch dem Rektor ihre Bewrmderung für sein Verhalten und dem Architekten ihre Miß- Lieber die Färberei des Altertums sind wir nur mangelhaft unterrichtet, weil das Gewerbe des Färbers als ein schmutziges und eines Freien unwürdiges betrachtet wurde. Das sagt Plutarch ausdrücklich und Pinius äußert sich ähnlich. Immerhin läßt sich aus verschiedenen Quellen, aus Gräber- und Mumienfunden schließen, datz die Färbe-Kunst der Völler des Altertums keineswegs gering war. Am besten sind wir über den berühmten phönizischen Purpur unterrichtet. Wir wissen heute, daß er ein bromhaltiger Indigo war, der aus gewissen Meerschnecken gewonnen wurde. Er färbt auf Wolle ein nicht besonders lebhaftes, rötliches, sehr echtes Blau. Wahrscheinlich wurden die Färbungen mit einem Rot überseht um sie lebhafter zu machen. In der Odyssee spinnen die Kömginnen Wolle, die „veilchenblau" oder „meerpurpurn" genannt und als etwas kostbares hingestellt wird. Es bleibt unentschieden, ob damit der Pflanzenindigo, den die Alten ebenfalls kannten, oder der Farbstoff der Pur- ptzrrschneckc gemeint ist. Wie aus einer Stelle bei Horaz hervorgeht, wurden die Purpurfärbungen in Aquinum. einem Städtchen bei Rom. gefälscht, wahrscheinlich mit einem unechten Flechtensarbstofs. Ferner kannte das Altertum einen Farbstoff, den wir noch heute schätzen und gebrauchen, die Färberröte. Mich Krapp, heute Ali za rin genannt. Plinius berichtet darüber in einer Weise, die jeden Zweisel ausschließt. Als dritte berühmte Farbe kommt das mit Safran gefärbte Goldgelb dazu, das den asiatischen Völkern als der Ausdruck des Lichtes und der Majestät erschien und dem Purpur gleich geschätzt wurde. Die griechischen Tragiter erwähnen es an verschiedenen Stellen. Göttinnen und Königinnen werden mit dem Krokusgelben Kleide gedacht. Außerdem benützte man allerhand blaue und violette Flechten- farbftoffe, Hölzer und Beeren für Gelb. Galläpfel für Braun und mit Cisenbeize für Schwarz. Rot lieferte ein Insekt. Einen einheitlichen Farbstoff gab es nicht. Grün wurde aus Gelb und Blau gemischt. In der Hauptsache blieben die genannten Farben sehr lange in GÄorauch. 3m Laufe des ersten Jahrtausends verschwanden allmählich Safran und Purpur. An ihre Stelle traten leichter zu beschaffende gelbe Pflanzenfarben. der indische Indigo und die in Europa angebaute indigohaltige Waldpflanze Die Entdeckung Amerikas brachte der Färberei zwei wichtige billigung ausgebrückt Airdcre Inschrif.cn wurden vorgeschlagcn. So vom Rektor der Llniversität: „Im Kriege zerstört, im Frieden wieder erbaut." Aber der starrköpiige Architekt weigerte sich, irgendein Kompromiß zu schließen. Aber ebenso gelang es ihm nicht, die Haßinschrifl durchzu- setzen So wird das neue Bibliothekgebäude in Löwen, das dem Frieden und der Wissenschaft dienen soll, infolge eines unverftänblidjcn Halles ohne Inschrift cingeweiht werden. Immerhin ist es nützlich, von Zeit zu Zeit zu erfahren, wie tief der Deutschenhaß in manchen Herzen und Völkern noch wurzelt, und wie viele Locarnos noch nötig fein müssen, um die Reste des Krieges ganz zu beseitigen. Farbstoffe: die scharlachrote Ehochcnille, die ein tierischer Farbstoff ist, und das Blau- oder Campe cheholz für schwarze und blaue Nuancen. Letzteres wird noch heute benutzt. Einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte der Echtfärberei bildet die Täsigkeit des französischen Ministers Colbert (1619—1683). Colbert war der erste, der den Begriff der Echtfarbigkeit scharf ausgesprochen hat. In seinem Edikt vom März 1671 sagt er: Es genügt nicht, daß die Farben schön sind, sie müssen auch gut sein, damit ihre Dauer derjenigen der Stoffe gleichkomme, für welche sie angewendet werden." Derselbe Eolbert machte sich auch um die Go bei in Weberei verdient, die vor allem echte Farben erfordert. — In hohem Ansehen stand jahrhundertelang die Indigoküpe. Sie verkörperte gewissermaßen die Echtfärberei. Ansatz und Führung derselben waren das Meisterstück des zünftigen Färbers. Der Indigo war der herrschende Farbstoff. Eine umstürzendc Aenderung der gesamten Färberei trat durch die Erfindung der ..Anilinfarben" — richtiger Tccrfarben — Mitte vorigen Jahrhunderts ein. Die Teerfarben wurden anfänglich in England und Frankreich her- gestellt, in kurzer Zeit ging aber die ganze Farbenindustrie in deutsche Hände über, und deutscher Wissenschaft und Technik ist die Entwickelung unb der Aufschwung dieser wichsigen Industrie ganz allein zu verdanken. Die ersten dieser Farbstoffe, die von Produkten des Stein- kohlcnteers stammen, zeichneten sich durch eine bis dahin unbekannte Schönheit aus. Die Echtheit dagegen ließ in vielen Fällen zu toün- schen übrig und die deutsche Farbenindustrie erkannte rasch, dah Schönheit der Farben ohne entsprechende Dauer nur einen bedingten Wert hat. Sie richtete alsbald ihr Augenmerk auf die synthetische Herstellung der alten, echten Farben, des Krapprotes und des Indigos, um die Textilindustrie vorn schwankenden Ausfall der Ernten unabhängig zu machen. Die synthetische Herstellung des Krapprotes, des Ali- zarins und seiner Verwandten gelang 1868, die des Indigos erst 1697. Beides sind Ruhmestaten deutscher Wissenschaft und Technik. Ausdrücklich hervorzuheben ist. dah die synchetisch hergestellten Farben mit den von der Pflanze stammenden durchaus und in allen Stücken wesensgleich sind. Eben dasselbe, was die Pflanze in ihrem Lebensprozeh erzeugt, schafft menschliches Wissen und Können planmäßig. Sein Erzbifchos ist zugleich der PrimaS deS Landes Die kirchliche Gewalt Tolcdos war zeitweilig fo einflußreich, daß sie in Streitigkeiten mit der weltlichen geriet. Lim ihrer Bevormundung sich zu entziehen, verlegte Philipp II. fetre Residenz von Toledo nach Madrid. Es ist kein Wunder. trenn die Macht der Kirche, die sich hier konzentrierte, auch ihren AuSdruck fand in einem außerordentlich impofantcn Bauwerk, der Kathedrale. die von Ferdinand dem Katholischen auf den Trümmern der zerstörten Moschee a!S ein Siegeszeichen errichtet würde. Eine Inschrift im Kreuzgange der Kathedrale erwähnt den Gorenkönig Reccared als den Stifter einer Kapelle, die hier stand, und nennt das Jahr 587 ale daS der Grundsteinlegung. Die Geschichte brachte dann die erwähnten Wechsel mit fich. Die Mitte der Kathedrale nimmt ein großer Ehor ein. der zum Hauplallor hin sich öffnet, der von einem hohen kostbar gearbeiteten Gitter abgeschlossen wird. Die bildlichen Darstellungen dcS Altars, dem Reuen Testament entlehnt, sind in Lebensgröße ausgesührt. In den Seitenschiffen der Kathedrale befinden sich zahlreiche Kapellen. In einer derselben, der Ca* pilla Mczarabe. die durch ihren kostbaren Wosaik- schmuck ausgezeichnet ist. findet heute noch Gottesdienst nach westgotischem Ritus statt, der in gewissen Punkten von dem römisch-katholischen ab* weicht. Am frühen Vachmittage fallen die Strahlen der Sonne durch die kleiden bunten Fenster in die Kapelle und erzeugen in ihr eine wunderbar gedämpfte Harmonie der Farben. In der Schläfrigkeit des Vachmittags, in der großen Stille des Domes tönen auf den Mosaiken deS Fußbodens leise klingend einzelne Kupsermünzen. Zwei Chorknaben in ihren weißroten Meßgewändern vertreiben sich auf ihre Art die Langeweile und spielen „Kopf" oder „Wappen" mit den Münzen der Almosenschale. Vatürlich geht es nicht ab ohne heftige Debatte und daS si, senor und no, senor — gesprochen mit jener unnachahmlichen Würde, mit der spanische Kinder fich mitunter „Mein Herr" titulieren — wird immer bestimmter, schließlich endigen ein paar gegenseitige kräftige Armstöße das Spiel und die Münzen wandern wieder zurück in die Opserschale. Vielleicht beginnt es noch einmal. Aber für den Augenblick hat eS geendet dieses Spiel — leider, denn das seine, monotone Klingen der Münzen auf dem Mosaike der Kapelle wirkte so wohltuend einschläfernd in der kühlen Vische eines mächtigen Pfeiler- des dunklen Domes ... t> B. J. Unterstützungen an deutschstaniniige Jerträngte aus Rußland. Aus dem Härtefonds des Kriegsschädenschlusr- gesehes ist dem Reichsminister des Innern ein Betrag von 3 Millionen Mark zur Verfügung geftelli worden, aus dem deutsch- stämmigen Geschädigten, die wegen ihres Deutschtums in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Krieg aus Rußland verdrängt worden sind, Beihilfen oder Darlehen gewährt werden foimen. Eine derartige Llntcrstühung darf nach der Verordnung des Reichsministers vom 6. Juni 1928 nur gewährt werden an Personen, die zu ihrem wirtschaftlichen Forllommcn einer Hilfe dringend bedürfen und bei denen die Gewähr für eine den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit entsprechende Verwendung der Llnterstühung gegeben ist. Sie werden grundsätzlich nur für den Aufbau, die Wiederaufnahme, Aufrechterhaltung. oder den Ausbau einer im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse liegenden wirtschastlichen Tätigkeit gewährt. Die Beihilfe soll in der Regel 500 Ml., das Darlehen 1500 Ml. nicht übersteigen. Die Hingabe des Darlehens erfolgt meist nur gegen Stellung einer geeigneten Sicherheit. Für die Verzinsung und Rückzahlung des Darlehens sind die besonderen Llmstände des Einzelfalles maßgebend. Anträge auf Bewilligung einer Unter* Es würde zu weit führen, die Entwicklung der deutschen Farben Industrie in den letzten fünf* Ätg Jahren auch nur in flüchtigen Umriffen zu schildern. Die Tage, in denen uns der Zufall einen Farbstoff in ine Hände spielte, sind längst vorüber. Die deutsche Farbenindustrie kann mit vollem Recht daraus Hinweisen, daß sie in planmäßiger Arbeit jetzt Farben beroor6ringt. die weit echter und zuverlässiger als die natürlichen Farbstoffe und dabei auch noch schöner und mannigfaltiger als diese sind. Wenn wir die Echtfärberei bis 1900 in großen Umriffen bezeichnen wollten, so könnten wir etwa von der Purpursärberei des Altertums und von der Herrschaft des Indigos, die viele Jahrhunderte dauerte, sprechen. Aber die Ansprüche an die Textilwaren und damit auch an die Farben waren andere geworden. Zu dem gefühlsmäßigen Bedürfnis nach echten Farben treten gewichtige wirtschaftliche Rücksichten, welche frühere Zeiten kaum gekannt halten. Die wichtigste Spinnfaser für die moderne Menschheit ist die Baumwolle geworden, wichtiger als alle anderen Falerarten zusammen, einschließlich der Wolle. Und gerade für die Baumwolle fehlte es an echten Farben, an einer echten Dreifarbigkeit. die über Krapprot und Indigo bin* ausgehend, der Baumwolle die Verwendung ermöglicht hätte, die ihren guten Eigenschaften entspricht. Wieder war es die deutsche Farbenindustrie, die den OHangei erkannte und ihm erfolgreich abhalf. Wir müssen alle Baumwolle im Auslände kaufen, es ist also eine wirtschaftliche Votwendigkeit, sie möglichst lange gebrauchsfähig zu erhalten. Unechte Farben entwerten ein farbiges Stück vor der Zeit, nämlich solange die Faser noch gebrauchsfähig ift; echte erhalten es tauglich bis zur völligen Ausnützung. Diese Folgerung ist bündig und zwingend. Anfang dieses Jahrhundert begann für die Echtfärberei die Aera der Indanthrene. die als Farben für Baumwolle, Leinen, Kunstseide und z. B. auch für Seide auch im Laufe der Jahre einen heute von keiner Seite mehr bestrittenen Erfolg davongetragen und ganz von selber auch für die Echtfärberei der Wolle einen nachhaltigen Anstoß gegeben haben. Wie die Baumwolle für uns die wichtigste Faserart ist, so sind die zu ihr gehörigen Indanchrene heute durch ihre echte Vielfarbigkeit die wichtigsten Farben. Sv können wir die Echtfärbung im Wandel der Jahrtausende etwa auf die Formel, Antiker Pur- tnn, Indigo und Indanthren bringen! Spanische Reisebilder. II. In Toledo. Von Madrid trägt der Schnellzug den Reisenden in etwa drei Stunden nach Toledo. Die Fahrt geht größtenteils durch ziemlich eintöniges Gelände, vorbei an Aranjuez, das bereits nach einer Stunde erreicht wird. Seine grünen Parke und fruchtbaren Felder, bewässert durch den Tajo, wirken wie eine Oase in dem sonst so trockenen Kastllien. Gerade Alleen mit Platanen bestanden oder mit hohen Mimen spenden in den heißen Sommermonaten willkommene Kühle. Vach zwei weiteren Stunden hält der Zug auf dem Bahnhof von Toledo, unb im Omnibus geht es über die aus der Maurenzeit stammende Alcantara-Brücke, über den Tajo zur Stadt, die aus einem schroffen Felsen gelagert, von drei Seiten vom Flusse umspült wird. Einst Hauptstadt von Kastilien, bevor Madrid diese Rolle endgültig zufiel, ist Toledo heute ein stiller Provinzort. der ungestört von seiner einstigen Bedeutung träumen mag. Ost wird Toledo als die spanischste Stadt bezeichnet und vielleicht trifft dies Mrteil in mancher Beziehung z. B. im Hinblick auf seinen Menschenschlag und dessen Lebensart. Reich ist in jedem Falle die Zahl der historischen Erinnerungen, die sich mit der Stadt verknüpfen. Die Stadtmauern, wie die von Tarragona, fast noch vollständig erhalten, verdanken ihre heutige Grundform dem Goten- könig Wamba, der die von Vatur gegebenen Derteidigungsmöglichkeiten durch menschliche Befestigungskunst noch vergrößerte. Trotzdem fiel auch Toledo später in die Hände der Araber. Während der maurischen Herrschaft blühten in Toledo verschiedene Manufakturenzweige, vor allem die Fabrikation von Hieb- und Stich» toaffen. Voch heute genießen die Toledollingen den besten Ruf und eine besondere Fabrik an den Mfem des Tajo arbeitet für Hecresbedarf. Gleichfalls geht zurück auf die Zeit der Fremdherrschaft eine besondere, seine Art von Goldarbeiten, für die von den Fremden viel Geld zurückgelassen wird, die aber, aus gleicher Quelle stammend, in Madrid ober Barcelona billiger erworben werben lönnen. In Tolebo besinben sich verschiebene kleine Werkstätten, in denen diese Arbeiten angefertigt werden unb deren Meister den Fremden gerne den Gang der Fabrikation zeigen, um ihre Kauflust anzuregen. In der Vähe der Sinagoga del Transito liegt eine solche, hart an der steil abfallenden Schlucht des Tajo. In einem kleinen Raume arbeiten mehrere Gehilfen. Mit scharfen Messern werden zunächst die Linien der gewünschten Muster in den Stahl geritzt — es sind zumeist arabische Motive, mit ihren unendlich feinen, graziösen Dcrschnörkelungen — dann wird bas Gold in Gestalt bünner Fäben in bie Verkiesungen eingeschlagen mittels Hammer unb Stichel, so daß eS schmälere oder breitere Windungen bildet, oder gar verschieden abgetönte Flächen. Dieser Schmuck findet in fast jeder Gestalt Verwendung: als Ohrgehänge, Manschettenknvpse. Gürtelschnallen usw. Eine ganz kostbare Arbeit stellen auch bie auf diese Weise verzierten Scheiden von Prunkdegen unb Dolchen bar. Auf der Plaza Zocodover, der nut einigen Palmen bestanden ist, unb den Mittelpunkt des Verkehrs und der Unterhaltung bildet, halten die Omnibusse, welche die Reisenden von der Station den steilen Berg zur Stadt hinausgebracht haben. Führer, und Dolmetscher, die meistens dort aus tauchen wo sie überflüssig sind, drängen sich auch hier an die Wagen Aber cs fehlt auch nicht die Stratzenjugend, die sich gerne für Führerdienste einiges Geld verdient. Lind cs ist erstaunlich unb unterhaltend, wie sie alle Sehenswürdigkeiten kennen, bis zu ben staubigen Museen mit ihren cingcrahmten Männern. unb wie sie ihre Erklärungen geben, mit ber überlegenen Selbstverständlichkeit, eigen ihrem Lllter. So habe ich nichts bagegen, wenn mein Führer — ein echter spanischer Straßenjunge - mich zuerst zu bcm Hause bes Greco schleppt. Es enthält allerdings nur drei Bilder des griechischen Künstlers Tycotvläpuli, dafür findet sich die Mehrzahl seiner Werke vereinigt in dem nahen Museum, das auf alten Gewölben aus ber Römerzeit ruht, besten Besuch wir uns in gegenseitigem Einverständnis schenken. Museen gibt es ja in ber ganzen Welt. Man kann Stunben verbringen, durchwanbernb bie engen, getounbenen Straßen ber Stadt, bic darin ganz den maurischen Einfluß bei ihrem Ausbau verrät. Die nicht geradlinig angelegten Straßen sollen einen Schuh gegen die sengenden Strahlen der Sonne gewähren, denn sie bieten an einer Seite stets Schatten. Außerdem sind die Häuser recht hoch, entsprechend ber süd» lichen Bauweise. DieS aus dem gleichen Grunbc. Hier läßt sich am besten das Bollsleben beobachten, benn zu großem Teile spielt es sich an ber Straße ober auf ihr ab. Die kleinen Läden sind stets geöffnet unb man kauft gleich von der Straße aus. Biele Lieferanten bringen auch ihre Waren an die Türen; Holz, Kohlen. Wein. Obst und Gemüse werden meist auf diese Weise eingekauft. Das Lasttier hierfür' ist natürlich der kleine graue Esel, kunstgerecht vollgepackt zu beiden Seiten, damit die Last nicht rustcht. Am praktischsten ist der Einkauf ber Milch, bie sich jeber nach Bedarf selbst melken fann, wenn die Ziegenherde vorbeikommt an seinem Hause. Zahlreich sind die crhaltengebliebencn baulichen Erinnerungen aus ber Zeit der Mauren. Schon erwähnt wurde die Mcäntara-Brücke. Der gleichen Epoche gehören an das Sonnentor und das alte Bisagrator, ferner mehrere ehemalige Moscheen, z. B. die Heine Moschee El Er ist o de la Luz. aus dem Anfänge des 10. Jahrhunderts, deren Säulen einer gotischen Kapelle entnommen wurden. Santa Maria la Bianca, fünfschiffig, mit 32 Pfeilern, maurischen Hufeisendogen läßt eine Mischung zwischen romanischer und maurischer Bauart erkennen. Aus etwas späterer Zeit stammt die Sinagoga del Transits, die in ber Rahe ber Gebctsnische noch zahlreiche hebräische Inschriften ausweist. Tolebo ist seit der Vertreibung ber Mauren der Mittelpunkt des kirchlichen LcbenS Spaniens. (Sieben zahlreiche schäft. Kreis Friedberg. auswärtige Wehren. <=CTr--Ä | ich gestern heimlich auf und davon, heute hätte ich | cs nicht mehr können.' Nachdruck verboten. 6 Fortsetzung. getroffen, hier, der ftützung find bis spätestens 31. Juli 928 | an die Kreditgeineinschast gemeinnütziger ocibft = httfeorganisationen Deutschlands in Berlin N 24. Montbijouplah 3, zu richten. Nur ausnahmswe.se tonnen Anträge berücksichtigt werden, die bis zum 30. September 1928 eingehen. Für die Anträge ist ein besonderes Formblatt zu benutzen, das von der Kreditgemeinschaft unentgeltlich bezogen werden kann. Möwe im Sturm Vornan von (Sophie Kloerß. der Gastvereine. Die Festrede hielt #err Weber (Odenhausen). i. Ettingshausen, 4. Juli. Wie in der ganzen Gegend, gingen auch über unserem Dorfe gestern abend schwere Gewitter nieder. Der Blitz s ch l u g i n d i e K i r ch e e i n. Außer einigem Scha den am Dach und an drin Innenverputz des Kirchenschisses richtete der Blitzschlag kein Unheil an. ton. Weickartshain, 4. 3uli. Gestern abend zwischen 10 und 12 Uhr entluden sich hier einige schwere Gewitter. Gegen 11 ilfcr schlug der Blitz in das Transformatorhäuschen der Gewerkschaft „Louise" und zerstörte hie elektrische Lichtleitung für die Bewohner der Scenbrücke, die an das Lichtnetz angeschlossen sind. Das entstandene F e u c r in dem Häuschen wurde durch den Nachtwächter der Gewerkschaft mit Hilfe einiger Nachbarsleute gelöscht. , r < Holzheim. 4. Juli. Nach alter Lieber- lieferung wurde heute auf dem alten Friedhof neben der Kirche das weithin betannte Holz- Heimer Missionsfest gefeiert. Begünstigt durch das klare Wetter des Nachmittags, hatte sich aus diesmal, wie in den Borjahren, aus nah und fern eine gewaltige Menschenmenge eingefunden. Die Veranstaltung bezweckt von altersher die Förderung und Vertiefung des Missionsgedantens und läßt bedeutende Persön- lichteiten auf dem Gebiete der inneren und äußeren Mission zu Worte kommen. So waren für diesmal die bekannten Redner, Pfarrer Knab. Gustavsburg, und Pfarrer Köhler. Darmstadt, gewonnen. Außerdem sprachen Mft° sionsinspektor Flicker. Barmen, und Missionar Haibach. Herborn. Der Ortsgeistliche. Psar^ rer Weber, der die Leitung des Festes hatte, sprach das Schlußgebet. Umrahmt und verschönert wurde das Ganze von Darbietungen des Holzheimer Posaunenchors und deS Gemischten Chors. 3n einer Kaffeepause bewiesen die Holzheimer ihre von altersher bekannte Gaslfreund- Stromfpcminmg von 127 Bott auf 220 heraufzusetzen, so daß in der ganzen Provinz die Spannung die gleiche wird. Die Auswechselung der Lichtbirnen. Bügeleisen usw. erfolgt gleichfalls durch die Ueberlandzentrale. Den Stromabnehmern erwachsen dadurch keine neuen Kosten. Der Umschaltwig auf eine höhere Spannung geht eine gründliche Erneuerung der Ortsnetze voraus, wobei gleichzeitig Mängel abgestellt werden. Auch die Ortsbeleuchtungen erfahren einen zweckmäßigen Umbau. Das Einschalten auf die neue Spannung soll bezirksweise erfolgen. —^3n den tiefer gelegenen Gemarkungen unseres Tales ist die Heuernte ziemlich beendet. Durch die planmäßige Düngung der Wiesen, wie sie seit einigen 3ahrcn durchgeführt wird, ist der Ernteertrag wieder recht gut, so daß es vielfach schwer hält, den Heusegen unterzubringen. Aus diesem Grunde wird auch schon Heu abgesetzt zum Preise von 2,60 bis 2.80 Mk. Auch die neue Ernte wird den Landwirt zu gesteigerter Viehhaltung, wie sie schon allgemein eingesetzt hat. veranlassen. Kreis Schotten. - _L Ober-Lais, 4. Juli. Während im Jahre 1927 im ganzen nur fünf Trauungen im Kirchspiel Ober-Lais-Glashütten stattfanden, find in diesem Halbjahr bereit? e l f P a a r e getraut worden. Auffallend gering sind in beiden Gemeinden die Geburtszahlen. — Trotz Heuernte, die doch bei dem herrlichen Wetter fast alle Mann auf die Beine bringt, roeirt der Autoverkehr Nidda— Wallernhausen — Fauerbach — Schwickartshausen — Ober-Lais — Michelnau — Nidda viele Reisende auf. Allem Anschein nach hat sich das langersehnte Auto schon gut eingebürgert. I Herchenhain, 4. Juli. Dieser Tage st a r b hier der in weiten Kreisen Oberhessens — besonders in Pfarrhäusern — bekannte Kolporteur Sebastian Appel. Er war überall ein gern gesehener Gast. ' Er hatte ein Alter von 77 Jahren erreicht. Kreis Alsfeld. MSN. Alsfeld, 4. Juli. (Ein Ockfc der Bierbrauerei Wallach geriet in ein Schaufenster in der Mainzer Gasse. Das Tier rannte mit aller Gewalt Hegen die große Erkerscheibe, zertrümmerte sie vollständia und konnte von dem Gespannführer nur mit Mühe von weiteren Demolierungen ab- gehalten werden. V Grebenau, 3.3ult Am Sonntag feierten die Schulen des Gründchens (Schwarz. Grebenau, Udenhausen und 'Sieben) — zum erstenmal gemeinsam ihr diesjähriges 3u- gen h f c ft. Ein 300 Kinder zählender Festzua bewegte sich von der Schule durch den Ort und bot den zahlreichen Erwachsenen, die besonders auch von auswärts gekommen waren, ein schönes Bild! denn blumenbäränzte und -geschmückte Kinder mit freudestrahlenden Gesichtern marschierten unter den Klängen einer Musikkapelle. Der Fest- Platz war in der Schwarzenbach, wo auch die Dereinsfeste häufig staltfinden, hergerichlet, und er hätte fast nicht ausgereicht, um die viele Hunderte zählende Festgemeinde zu fassen. Die Musik leitete die Feier ein. Ein Mädchen sprach in vorzüglicher Weise einen Borspruch und dann begrüßte Lehrer Lichtenstein die Hest- gemcinhe. Die Rede ging auf drei Dinge näher ein, denen der 3ugrndtag dienen tofll: eine fröhliche Schularbeit. Zusammenarbeit non Schule und Familie und Ameit an der deutschen Botts - gemeinschaft. Danach kamen die kleinen und größeren Künstler zu Wort. Gedichte, Lieder, Bottstänze und kleinere Spiele kamen in bunter Neihenfoilge zum Bortrag und erwarben sich, da durchweg gute Leistungen geboten wurden, immer wieder den Beifall her Gäste. Der zweite Teil der Beranstaltung brachte Sport. Er konnte infolge der vorgeschrittenen Zeit nur verkürzt aus- geführt werden, aber auch hier zeigten htc Kinder, daß sie Gutes zu leisten vermögen. Eine 40X60x80X100-Meter-Stafette gewann die Schule von Schwarz, die damit den Wanderpreis- Wimpel an sich brachte. Da alles bei herrlichstem Sommerwetter vor sich gehen konnte, wurde das 3ugendfest ein voller Erfolg. Kreis Lauterbach. WSN. Lauterbach, 4. Juli. In der gestrigen Generalversammlung beschloß die Schneider- Zwangsinnung für den Kreis Lauterbach ihre Auflösung. Es roirh beabsichtigt, eine Freie Bereinigung der selbständigen Schneidermeister in Lauterbach zu gründen. MSN. Friedberg. 4 3uli. Die Reichsbahn- direktion Franlsurl a. M. teilt mit: Heute morgen 6,25 ülhr verunglückte in Rodheim vorder Höhe bei Friedberg ein 1 7 j ä h r i g e s Mädchen bei dem Versuch, auf einen fahrenden Zug zu springen. Dabei geriet es unter den Zug, wobei ein Bein abgefahren wurde. Das Mädchen ist >urz nach der Einlieferung in das Krankenhaus feinen Berletzun generlegen. ' Friedberg. 4. 3uli. Kleber die Arbeitsmarktlage in den Kreisen Friedberg und Büdingen ist zu berichten: Die Zahl her Unter- stühungsempfänger ist in der Derichtszeit. der zweiten Hälfte des 3uni, weiter gefallen. 3nsgesamt sind noch 622 Hauptunterstützwrgs- empsänger gezählt. Bon diesen sind 498 im Kreis Friedberg und 124 im Kreis B ü - dingen, außerdem 31 Krisenfürsorgeempfänger. 3nzwischen sind feit der letzten Zählung mehrere Steinbruchbetriebe stillgelegt worden. so daß eine nicht unerhebliche Zahl von Neuanmeldungen vorliegt. Don den Erwerbslosen wird voraussichtlich ein großer Teil bei den in Aussicht genommenenN ihhoregulie rung et- ar beiten beschäftigt werden können. Man rechnet damit, etwa 200 Erwerbslose vorerst bei der Regulierung, die als Notstandsarbeit durchgeführt werden sott, unterbringen zu können. Bad-Nauheim, 4. Juli. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer gestrigen Sitzung die Errichtung eines Wohnhauses mit zwölf Zweizimmerwohnungen in der Homburger Straße aus den Mitteln, die zum verbilligten Zinsfuß für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Ein ähnlicher Bau mit zwölf Zweizimmerwohnungen, der im Frühjahr begonnen wurde, ist vollendet. Für Herstellung von asvhaltierten Fahr, bahnen in Teilen der Haupt-, Karl- und Kur- straße wurden 30 000 Mark bewilligt. Für dar am 4. und 5. Slugust stattfindende Neit-undFahr- t u r n i c r wurden 1000 Mark, für das vom 16. bis 19. August stattfindende Tennisturnier 200 Mark zur Anschaffung von Preisen zur Verfügung gestellt. In die Verkehrskommission, der zur Zeit nur ein Stadtverordneter angehört, wurden zwei weitere Mitglieder des Kollegiums entsandt. Beschlossen wurde, die Bad-Nauheimer Kirchweihe am 30. September und 1. Oktober zu feiern. WSN. Wölfersheim. 4.3uti. Aus dem Nebengelände des hiesigen Kraftwerkes geriet gestern mittag der Elektro-Praktikanl Schmalz aus Hungen bei Montagearbeiten auf „Vielleicht wäre es besser gewesen bei den Urju lincrinnen." „Oh!" Erschrocken sah sie die Schwester an. „Ich kam doch falsch. Sage es nur. Und ich hatte mich so gefreut. Immer dachte ich, wenn es so schlimm war unterwegs: Elena, Elena. Bald bin ich bei dir." Leidenschaftlich schlang die Schwester die Arme um sie. „Du kamst nicht salsch. Du bist wie ein hei liger Gruß aus jener Zeit, wo noch alles klar war und gut und rein. O wenn du wüßtest, was du bist, Maria!" „Ein langes Mädchen, arm wie eine Kirck-enmaus. Nicht ein bißchen so schön wie die süße Schwester. Aber" — wie ein Bekenntnis kam es leise von den Lippen — „so viel Liebe bringe ich dir mit, Elena. Ach, so unendlich viel Liebe." Da brach di« schöne blonde Frau in Weinen aus. In ein Weinen, das sie rüttelt« und schüttelt«, prefotc den Kopf an di« Schulter der schlanken größeren Schwester und konnte kein Wort über die Lippen bringen. Und die Jünger«, die gekommen war, hier eine'Zuflucht zu suchen nach schweren Jahren der Not und Einsamkeit, strich ihr fast mütterlich über das seidenweiche Goldhaar und redete gute weiche Worte. „Was haben sie mit dir gemacht, Elen? Sind sie so schlecht mit dir gewesen? Du bist ja ganz zerbrochen. Du bist ja ganz aus den Fugen gerissen. War Sergei nicht lieb mit dir? — Ach, ich hätte dir jo gerne geschrieben, schon lange. Im vergangenen Jahr faßte die alte Exzellenz Mierendorf, weiht du nicht, wir sagten früher immer: Tante Inno- zentias letzter Kavalier, — der sagte, und sie dachten, ich hörte es nicht: Elena lebt mit ihrem Manne als Baron und Baronin Biron in Venedig. Aber wie ich die Tante fragte nach deiner Adresse, wollte sie sie nicht wissen. Nur gut gehen sollt' es dir. Elen wenn es dir so schlimm ging, was schriebst du nicht einmal?" „Ich habe geschrieben. Zweimal habe ich geschrieben. Dann kam ein Brief von der Tante —" Wie der das Aufweinen. „Ihr wolltet nichts mehr wissen von mir, bat drin gestanden." Mario zog sie mit sich zu einer Chaiselongue, hockte sich nnr sie auf die Erde, so hatte sie es gemocht, als sie noch ein Kind gewesen, legte die ver- Oberhessen. Landkreis (ließen. ... Klein-Lindem 4.3uli. Ein hiesiger Einwohner wollte mit einem Luftgewehr < noch Spatzen schießen. Sein dreijährrges Söhnchen kam unversehens an den Abzug, so daß der Bolzen herausflog und dem Vater in der rechten Hand stecken blieb. Gr mußte sich in die Klinik begeben, wo her Bolzen herausgeschnitten werden muhte. „Ist die Baronin z» sprechen? Sagen Sie ihr, ihre Schwester wäre gekommen." „Mario! Grundgütiger Heiland, Mario!' „Elena! Elena!" Der Jubel in der Stimme! Die weichen Arme, die um ihren Hals lagen, die zärtlichen Lippen, die sich auf iyre Wange preßten — und dabei dieser grauenvolle Schrecken im Herzen. „Woher kommst du, Maria? Wie ist dies möglich —" Ganz heiser war ihre Stimme. „Von Wien, geradeswegs von Wien. Zu dir, du mein Einziges, du mein Liebes. Endlich, endlich. Ach, Elena, du bist ja ganz blaß. Komme ich dir denn ungelegen?" „Nein, nein, o nein." PZas sollte sie nur anfan- gen? Das Kind hier — Sie schob die Schwester ein wenig von sich und sah sie an. Ein Kind hatte sie verlassen vor neun Jahren, ein junges Weib stand vor ihr, trotz seiner blassen Haut blühend und gesund. Und die Augen waren noch die gleichen mit dem warmen Leuchten, mit der geraden Ehrlichkeit unb Reinheit in iyrem Grunde. Sie spürte den Schlamm unter den Füßen und schauerte zusammen. „Ich hab dich' zu sehr überrascht. Ader ich konnte ja nicht telegraphteren, ich wußte ja gar nicht deine Adresse. Erst hier habe ich sie erfragen müssen. Von der Polizei." „Von der —" „Darum brauchst du nickt zu erschrecken- Stephan, der ist uns treu geblieben bis zuletzt — ja, der riet es mir. Der brachte mich an die Bohn, der wußte drum, daß ich zu dir wollte." Sie waren eingetreten in das Schlafzimmer der Baronin. Mario löste den Trauerhut unb_ atmete tief auf. „Ach. dos erzähl' ich dir alles. So nach und nach. Ja, du siehst mich jo an, die Trauer, dos ist wegen Tont« Innozentia. Sie ist vor fünf lagen eingeschlafen. Es war ihr zu gönnen Und mich rooll ten sie zu den Ursulinerinnen tun, mich, wo ick doch im Glauben meiner Mutter getauft bin — Da ging karest. Die Leute haben Uni'ummen verdient im Krieg. Besonders die Schweinezüchter. Fleisch war teuer/ Ach, Mario, ich bin manche» Mol hart dran gemeßen, ihren Rat zu befolgen, wenn die Leute, di« zu ihr kamen, nur ein bißchen besser ausgeschaut hätten. Aber ich war so verwöhnt. Weiht du — Sergei — er Hot seine Fehler, Gott weih, er hat st« — aber doch er bleibt immer der vornehme Mann, und wenn er Karren schieben müßte. Sie hatten so dicke Hände und so kurze plumpe Finger, und wo- man auf der Straße sah von eleganten Hofherren, das tarn nicht zu der alten Bibesca." „Aber dann? Dann kam Sergei und erlöste d«ck „Ja, er fand mich heraus. Und fein Jienbnetfter kam, ein weißer Rabe war der, denn er brachte uns einen Teil der Juwelen, die wir auf ^askolna vergraben hatten, als ich flüchten mußte. Was 'ck der mir gehabt, das hatten sie mir unterwegs geftonlen. Davon konnten wir einen Teil verkaufen und hierher ziehen. Sergei hatte hier Freunde gefunden in Venedig —" Sie brach ab. _ „Und nun geht es wieder auswärts, Elena ? Das Haus sah mich erst so übel an, aber hier bet dir, hier ist alles so behaglich, fast l° etwa» rote früher daheim." „ „Ja ja. Es läßt jich ertragen. Was brauchte bic Schwester zu erfahren, daß die Teppiche noch nicht bezahlt waren, daß die Vorhänge von einem Kaufmann stammten, der mit ihnen seine Spieljchulden einlöste, daß die Schmuckiochen falsche otelne führten» —' Dabei gingen ihre Gedanken wieder zu dem Schlangenring. dem letzten Stück au» der guten Zeit. Sie seufzte. Dann sich zusammenretßend: „O was bin ,ch für ein« schlechte Schwester! Seit gestern abend bist du qereift. unb ich lasse dick hungern und dursten. Giu- iietto, (Blulietta, wo bist du? Ah do, die hat sicher hinter der Tür gelauscht, nur gut, daß sie fein Deutsch versteht. Also höre, der Koch soll sofort ein hübsches kleine» Essen bereiten und heraufsendcn. Io, hierher, in dos kleine Zimmer nebenan. Und du bedienst die — wie nennst du dich Maria? Es tut nicht gut, mit seiner Herkunft zu prunken, rocrni man in solchem Hause wohnt." „Ich nenne mich von Erdmannsdorf, noch dem Besitz meiner Mutter." (Fortsetzung folgt.) schlungenen Hände in den Schoß der Schwester und sah zärtlich zu ihr auf. „Nichts von dir wissen? — Ah, sie hat sich's leicht gemacht. Weißt, sie war nie Sergeis Freundin. Er lag ihr nicht. Und sie wußte schon nicht, womit sie unser bißchen Leben bestreiten sollte. Wir haben nicht viel zu lachen gehabt, die Jahr« her, Elen." „Ach, Schäfchen, meinst du, ich?" „Die dicke Florentine und der Stephan, das war unser ganzer Hofstaat. Ich mußt' die Tank' frisieren, wenn sie ein bißchen adrett aussehen sollte, und die Knöpfe mußt ich mir selber annähen, und wie einmal die Florentine krank lag, mußt' ich sogar am Herd stehen. Es ist auch danach geworden. A Saufraß, sagte die lantc Innozentia." „Wir wären manchmal für einen Saufraß dankbar gewesen," murmelte Elena. „Und wie ich hergefahren bin — dir will ich es sagen, wirst nicht drüber reden — dritter Klasse bin ich gereift." Ein hartes Auflachen. „Im Viehwagen sind wir über die russische Grenze gekommen nach Rumänien. Es hat uns mancher darum beneidet, daß wir überhaupt herauskamen." „Du Armes, du Liebes." „Wo Sergei war —, wirft du fragen." So fuhr nach einer kleinen Pause Elena in ihrer Erzählung fort. „Zwei Jahre lang hab' ich es nicht gewußt. Ich war da in einem Zug mit Frauen und Kindern, die noch grab herauskamen, ehe der letzte Zusammenbruch eintrat. Und ich, ihre älteste Prinzessin, hatte doch Zarin werden sollen, das sagte man ganz offen in Petersburg, das war die verheißene Belaß nung für Rumäniens Abfall vom Dreibunde — ach, wer dachte daran, als wir so elend und arm in Bukarest eintrafen. Habe noch dankbar sein müssen, daß ich endlich bei der alten Fürstin Bibesca als Gesellschafterin unterschlüpfen konnte. Vorleserin, Kammerzofe. Prügeljunge —" Plötzlich in aller Erre gung ein Auflachen: „O du hättest sie kennen müssen, Ioujou. (Eine alte Zigeunerin. Sie schnupfte. Ihr gtünfeibener Morgenrock, in dem sie den gan zen Sag hcrumschlnrftc. der war voller Flecken. Unb wenn sie nicht schnupfte, rauchte sie dicke Zigarren. Unb mir sagte sie jeden Tag: .Schaffen Sie sich einen Freund an, mein Kind. Für Ihren Rang und Ihre Herkunft gibt Ihnen kein Mensch mehr einen roten Heller. Es sind reiche Kavaliere in Bu- £ Wi eseck, 4. Juli. Vom Blitz Der Arbeiter Karl Valentin von sich gestern Abend gegen 11 Uhr während des schweren Gewitters mit seinem Fahrrad auf dem Nachhauseweg befand, wurde kurz vor seiner elterlichen Wohnung vom Blitz getroffen und zu Boden geworfen. Ein Begleiter kam unversehrt davon. Valentin, der sofort von herbeigerufener Hilfe in die Wohnung gebracht wurde, hatte die Sprache verloren. Der sofort hinzugezogene Arzt, I)r. Schmidt, leistete die erste Hilfe. Während des heutigen Tages lag Valentin schwer darnieder, doch tonnte der Arzt heute Abend gegen 7 Ahr feststellen, daß er wieder auf Fragen reagierte und im Flüsterton antwortete. Das Augenlicht, das allem Anschein nach schwer gelitten hatte, scheint auch wieder in Ordnung zu fein. I' Mainzlar, 4. ^luli. Bei der hiesigen letzten Heugras -V4r st eigeru ng waren trotz starker Beteiligung die Preise sehr ■ niedrig. Zum größten Teil handelte es sich auch um saure«, auf sumpfigen Wiesen gewachsenes Gras, das nur zu Streuzwecken verwendet werden kann. Gs tarnen durchschnittlich der Morgen auif 2 bis 3 Mk. Die Heuernte ist dank der guten Witterung nunmehr saft vollständig beendet. Der Ertrag steht fast um ein Drittel hinter dem vorjährigen zurück, ha infolge der kalten Witterung deS Frühjahres die Untergräser mel- fad) fehlten. — Auf dem hiesigen Werk von Scheidhauer & G iehing verunglückte ein verheirateteter Arbeiten aus Daubrrngen sschwer. Er wurde von einem vottbeladenen Vollwagen gegen einen Steinstoß gedrückt, so daß er mehrere Nippenbrüche unh innere Verletzungen davontrug. 0 Climbach, 4. Juli. Am Sonntag sand hierin Verbindung mit dem .">. Stiftungsfest des hie sigen Gesangvereins Lieder kränz" das W e r t u n g s s i n g e n des L u m d a t a l Sängerbundes statt. Nach einer Gedenkfeier für die Gefallenen am Sonntagmorgen eröffnete der Bundes- vorsitzende, Lehrer Ziegler (Kesselbach), um 10 Uhr mit Worten der Begrüßung bas Singen. Die Leistungen der Vereine standen nach Aussagen des Wertungsrichters, Reallehrer und Chormeister Blaß' (Gießen), durchweg auf beachtenswerter Höhe und zeigten, gemessen an denen der Vorjahre, gewaltige Fortschritte. Der Nachmittag brachte im Anschluß an den Fcstzug und die Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Backhaus das pingen hem Leitungsmast mit dem Kopf in die Drähte. Da der Strom aus bisher noch nicht geflä ter Ursache nicht abgestellt war. fiel der junge Mann demselben zum Opfer. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Kreis Büdingen. t. Nidda. 4.3uli. Am Freitag sand in dem Schulsaal, in dem Lehrer Domm jahrzehntelang unterrichtet hatte, eine einfache, schlichte Feier statt, wie sie Lehrer Do mm bei seinem Scheiden aus 45j ä fori gern Schuldienst gewünscht hatte. Der Schulsaal war mit Laubund Xanncngrün und Blumen geschmückt. Zur Feier hatten sich eingefunden der Stadtvorstand, der Schulvorstand, das Lehrerkollegium und Freunde des scheidenden Leyrers. Die beiden oberen Klassen der Voltsschule grüßten ihren langjährigen Lehrer mit dem Liede ..Bis hierher hat mich Gott gebracht, durch seine große Güte", sowie durch zwei zur Feier passende Gedichte. Nektor G a tz e r t. als langjähriger Freund und Mitarbeiter von Lehrer Domm. würdigte in eindrucksvollen Worten die Verdienste seines 'Freundes um die Schule, Beigeordneter Hu 11- m a n n sprach im Namen der Stadt dem Scheidenden den Dank aus für die treue und gewissenhafte Arbeit an den Kindern. Tiefbewegt dankte Lehrer Domm allen, die zu dieser Feier beigetragen hatten. Man merkte auch ihm an, wie hart das Gesetz über die Altersgrenze hie Beamten, Lehrer usw. trifft, die noch rüstig sind und gerne noch mehrere 3ahre arbeiten könnten. Mit einem Liede der Schüler schloß die Feier. — Am Montag hielt der Krankenpflege- verein, der nun schon 32 Jahre in unserer Stadt segensreich gewirkt hat, seine Generalversammlung ab. Nach Begrüßung der erschienenen Mitglieder trug der Vorsitzende, Nektor Daher t. den 3ahresbericht von 1922 vor und betonte besonders, daß die Tätigkeit einer zweiten Schwester, die zugleich auch Dekanatsschwester ist, dem Verein sehr dienlich gewesen ist. daß aber auch ihre B^ahlung durch den Verein mit fast 550 Ml. von den Mitgliedern des Vereins mehr tatkräftige Unterstützung erfordere. Schuhmachermeister L a m p a s trug das Ergebnis der Nechnung für 1927 vor. Die Gesamteinnahme betrug 2448,29 Ml., die Gesamtausgabe 2401,09 Mk. Es verbleibt somit für 1928 ein Nest mit 47,20 Mk. Nidda, 4. 3uli. Gestern wurde hier unter sehr starker Beteiligung der Landwirt Karl Reinhardt zur letzten Ruhe bestattet. Er hat sich um das allgemeine Wohl seiner Mitbürger sehr verdient gemacht. Er war 44 3ahre lang Mitglied des Kriegervereins und viele 3ahre im Vorstand eifrig auf das Wohl des Vereins bedacht. Weiter war er 25 3ahre lang Kommandant her Freiwilligen Feuerwehr und fast ebenso lang Kommandant der Pflichtfeuerwehr. Die vielfachen Verdienste des Verewigten wurden durch Ansprachen am Grabe in gebührender Weise gewürdigt. — Der heute hier abgehaltene Somme r m a r k t war mit Ferkeln und Einleger schtoeinen gut befahren. Der Auftrieb betrug etwa 400 Stück, war dagegen an Pferden unbedeutend. Bei der großen Zahl von Kauflustigen, unter denen sich nicht nut Landwirte, sondern auch viele Arbeiter, Handwerker und Geschäftsleute befanden, die sich für ihre Hausschlachtungen im kommenden Winter ihren Bedarf an Ferkeln zur Weiterfütterung und Mast jetzt zu Beginn der Frühkartoffelernte anlegen, blieben die Preise fest auf dem seitherigen Stand und & sogar einen kleinen Aufstieg. Sechs alte Ferkel kosteten durchschnittlich 40 Mark, acht bis neun Wochen alte 50 Mark und zwölf Wochen alte 60 Mk. das Paar. Die Händler brachten ihre Ferkel zum Teil mit Vieh- transportautvs zu Marke, eine bisher hier noch kaum beobachtete Neuerung. Nachmittags sand auf dem Marktplatz der Stadt em mäßig besuchter Krämermarkt statt. Die hiesige Bruderschast des 3ungdeutschen Ordens hatte hier einen Vortragsabend über Löns Werke veranstaltet, der sich eines guten Besuches erfreute. Die Künstlerin, Frau Traute Fuld- n e r, Mitglied der Gesellschaft für Volksbildung in Berlin, trug in erhebender Weise Abschnitte aus den bedeutendsten Werken von Löns und einigen anderen deutschen Geistes Helden vor, die reichen Beifall fanden. : Nidda. 4. 3uli. Das II e 6 e r t a n h toe r I Wölfersheim geht jetzt dazu über, die vor hem Kriege angelegten Ortsleitungen mit einer • Heuchelheim, 4. 3uli. Unsere Freiwillige Feuerwehr kann in diesem 3ahre auf ihr 50jähr iges Bestehen zurückblicken. Gegründet mit dem Grundsatz der Pfttcht- ersüllung und Nächstenliebe, hat sie diese schönen Tugenden in den fünf Jahrzehnten stets geübt. 3n Organisation und Ausrüstung ist sie der Zeit und den Erfordernissen unsrer Gemeinde gefolgt, so daß sie jederzeit wohlausgerustet dasteht. Die Anteilnahme der Einwohnerschaft an hem Fest, das aus diesem Anlaß am nächsten Samstag, Sonntag und Montag auf dem Fest- platz „Geiersberg" gefeiert wird, ist allgemein, sie findet ihren besonderen Ausdruck in her Stiftung eines Banners durch die Frauen und Jungfrauen unseres Ortes. Sämtliche Ortsvereine haben ihre Mitwirkung bei her Feier zugefagt. Da mit hem Fest her Kreisfeuerwehrtag des K r eises verbunden ist. erscheinen hier auch Starkenburg. • Darmstadt. 4. Juli <$u der im .Gieß. Anx." vom 25. 3uni veröffentlichten Meldung tes WSR -Bureaus über die Bevölkerungs- zahl von Darmstadt geht uns von der Darmstädter Stadtverwaltung eine Berichtigung zu, in der es u. a. heißt Darmstadt hat leit den Volkszählungen von 1910 und 1925 dauernd 'einen Bevölletung-stand erhöht, trotzdem cS die Garnison von 4800 Mann verloren hat. die im Jahre 1910 mitgezählt wurde. Die Einwohner- zahlen lauten 1910 (mit 4800 Mann Darmfon) 87 089. 1925 (ohne Garnison) 89 465; Dezember 1927 89 897. Die .Dauerbevölkerung" hat sich also konstant vermehrt. Was in der fraglichen Meldung herangezogen und verwertet wurde, sind die variablen Wahlen, die in jeder Wohnstafiftik austauchen. Darmstadt besitzt diese als beten tente Hochschulstadt in großem Maße. Der Verlust von 580 'Personen im ersten Ka- lendervierteljohr 1928 ist lediglich darauf zurück- zuführen, daß viele Studenten, die auswärts beheimatet sind, am Schluß des Wintersemesters 1927 28 Darmstadt verlassen haben. Zu Beginn des Sommersemcsters tritt dann ein Ausgleich ein Diese Erscheinung ist periodisch und jedem Fachstattsti ter betonnt. Für War 1928 ist bereits wieder eine BevSlkerungszunohme von 210 Per- Ionen gemeldet Diese Bevötterungsschwankungen linb demnach kein Gradmesser für das Wachstum einer Stadt. Auch in bezug auf den Geb arten- ü der sch uh kann sich Darmstadt in der Zeit allgemeinen Geburtenrückgangs immerhin noch sehen lassen. Allerdings behauptet der Artikel- schreibe!, daß .dieser kleine Geburtenüberschuß von 18 Personen" im Februar bevölkerungspolitisch völlig unzureichend sei. 3m Jahre 1927 betrug ter Deberschuß 109. im 3anuar 1928 8. im Februar 1928 = 18. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR W e h l a r. 3. 3ult 3n der Herrn ann- fteiner Straße wollte ein L a st k r a s t w a g e n aus Groß-Karten einen Radfahrer überholen. Als sie auf gleicher Höhe waren, kamen (ich die beiden in schnellem Tempo befindlichen Fahrzeuge zu nahe, der Radfahrer wurde vom Rate geschleudert und fiel vor den schweren Wagen. Er wurde erst eine Strecke mitgeschleift, Seiet dann mit einem Bein unter die ollgumm (reifen, die ihm das Fleisch von dem Schenkel abpreßten. Mit dieser fürchterlichen Verletzung, die großen Blutverlust und schreckliche Schmerzen verursachte, wurde der Bedauernswerte, ein Arbeiter aus Klein-Altenstädten, in daS Krankenhaus eingeliefert. Die Schuld soll den Wagenführer treffen Hörnsheim, 3. 3uli. Am Sonntag sand hier das diesjährige Kreisjünglings - und Posaunenfcst statt, das sich bei günstigem Wetter eines Besuches von etwa 3000 Personen erfreute. Da- Fest begann um 9 U|jr vormittag- mit einer Probe der Posaunenchöre unter Leitung des KrciSdirigenten 3ohannes Kuhl lBrandoterndorf), an der etwa 200 Posaunen- bläser teilnahmen. Anschließend fand eine Probe ter Männerchöre unter Leitung von Altert K n h l (Hörnsheim) statt, an der sich etwa 100 Sänger beteiligten, ilm 11 Uhr vormittags sand ein F e st g o t t e s d i e n st in der Kirche statt, in tem Buntessekretär Dornemann (Dillenburg) die Festpredigt über das Dibeiwort 2. Könige 6, Der- 6, hielt, ilm 1 ’j Uhr begann die Aufstellung des Festzuges, der sich bald darauf in drei Gruppen durch den Ort bewegte. 3n der Aachmittagssestversammlung fanden zunächst Schristverlesung und Gebet durch den Ortsgeistlichen. Pfarrer Koch (Lützellinden) statt. Die erste Festansprache hielt Professor Pfarrer Deidt (Herborn) über Ieremia 20. Vers 7. Er brachte an Hand des alttestamentlichen Wortes eine Schilderung der verschiedenen Gottesmänner und dann des Sieges 3efu Ehristi am Kreuze. Die zweite Festansprache hielt Bundessekretär Dorne mann (Dillenburg) über 2. Korinther 5. Der- 4. Seine Worte gipfelten darin, daß das Evangelium eine Botschaft für alle Klassen und Schichten und für alle Völker und Rassen sei. Als dritter Festredner sprach Prediger Meng (Großen-Linden) über Llpostelgeschichte 1. Gr Hochschulnachrichten. Aus Anlaß der Tagung des Rheinischen Pro- vinzialau-schusses für Innere Mission ist der Defängnisaeistliche Pfarrer 3 u st in Düsseldorf. als Leiter der Rheinisch-Westfälischen Defängnisaesellschaft, von ter evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn zum Ehrendoktor ernannt worden. — Der Direktor ter Kunstgewerbeschule in Halle, Professor Paul Thier sch, ist zum ordentlichen Professor an ter Technischen Hochschule in H a n - nover ernannt. Prof. Thiersch übernimmt in Hannover den Lehrstuhl für Raumkunst und Ornamentik als Rachfolger von Geheimrat G. Halmhuber. - 3m Alter von 46 3ahren ist ter Privatdozent für Ohrenheilkunde an der Wiener Universität, Dr. med. Oskar B e ck. einer ter hervorragendsten jüngeren Vertreter der Wiener otiatrischen Schule, gestorben. — Dem kürzlich in ter medizinischen Fakultät ter Universität Frankfurt habilitierten Privatdozenten Dr. Han- Leiche r wurde selten- der Gesellschaft Deutscher Hals-. Rasen- und Ohrenärzte der Eiebenmann-PreiS für feine Arbeit Der Einfluß ter Vererbung auf die Pneumatisation der Rasennebenhoßlen und Warzenfortsätzen" verliehen. — Ein Lehrgang für dörfliche Lebensgestaltung wurde von der Volkshochschule Thüringen unter Leitung von Rcgie- r'.ingsrat Dr. Buch Wald in tem Volksh och» schucheim Dreihigacker bei Meiningen veranstaltet. 3m Mittelpunkt der Arbeitsgemeinschaften stand das aus ter Erziehungswissenschaftlichen Anstalt ter Universität Jena hervorgegangene Buch von Dietz über ..Das Dorf als Erz.ehungs- gemeinte". Bei der Aussprache wurde vor allem die besondere Eigenschaft des thüringischen Dorfes behandelt, wozu die Teilnehmer aus ihrer eigenen Erfahrung viel Material beibringen konnten. Der praktische Teil ter Woche umfaßte Muiikpslcge und Tanz, wofür ter Herausgeber der .Musikalischen Arbeiten ter Volkshochschule Jena", Audolf Schäfer, als Lehrer gewonnen war. -Due vier Tage war endlich Direktor Koch aus Langendors bei Weißenfels gewonnen,' ter einer der ersten deutschen Fachleute für die Frage des Gesellschaftsspiels und des Zimmerspiels ist. dem alle Deutschen aus unbesetzten wie besetzten Das durch die Emeritierung des Geh. Rats uebbefe an der Technischen Hochschule München stellte Jesus als leuchtendes Zukunftsbild hin. Weiter sprach Prediger Tripplcr i©ror>rcj)- tenbach) über 5. Moses 33. De.s3. Das Schlußwort sprach Pfarrer Koch (Lützellinden' über 5. Moses 32 „3(6 will den Rarncn des Herrn preisen" usw. Er sprach allen Beteiligten die zu tem guten Gelingen tes Festes teigeiragcn patten, insbesondere auch ter Gemeinde für die bereitwillige Hergabe ter Quartiere für die auswärtigen Festteilnehmer ten herzlichen Dam ter Festleitung aus. Die am Schlüsse erhobene Kollekte war für die Bunteslache bestimmt. 3m übrigen wurde das Fest durch Pos umenchöre. gemeinsame Gesänge ter Feftgemeinde sowie Ge- langvorträge des Männerchors verschönt - - .Hochelheim. 3. 3ult. 3n ten ausgedehnten Kirfchbaumanlagen unterer Gemarkung ist die Frühkirschenernte b e c nd e t. Trotz ter_ reichen Blütenvracht ter Kirfchbaume im Frühjahr ist die Ernte nur alL mittelgut zu bezeichnen Auch die Spätkirschenernte dürste kaum ein anderes Ergebnis bringen, obwohl manche Bäume einen sehr reichen Behang aufweisen Der Preis für Fruhlirlchen stellte sich durchweg auf 50 Mark r>ro Zentner. Untere und die Rachbargemeinde Klein-Rechtcn- bach, die gleichfalls über größere Kirschbaumanlagen verfügt, sind die einzigen Gemeinden im südlichen Kreis Wetzlar, wo die Kirschbaumzucht noch erwerb-mäßig betrieben wird •c» Lützellinden. 3. Juli Während die Bautätigkeit in unserem Orte in ten letzten 3ahren nur ganz geringe Ergebnisse brachte, hat sie in diesem 3ahre stark an Umfang angenommen. Außer landwirtschaftlichen Umbauten und Reparaturen ist bereits mit tem Bau von zwei Wohnhäusern begonnen Worte... weitere drei Wohnhäuser sollen in Kürze erstellt werden Für zahlreiche hiesige Bauarbeiter ist Beschäs- tigungsmöglichleit bis zum Spätherbst vorhanden. Mrcie Marburg. WER. Marburg, 4.3uli. Rach tem Beschluß der Marburger Stadtverwaltung werden die diesjährigen Festspiele auch noch im Monat 3 u l r fortggesetzt, und zwar mit einer Veränderung des Spielplans. Reben dem Spiel von ..St. Elisabeth" ist jetzt noch ..Der Widerspenstigen Zähmung" von Shakesveare einstudiert worden. Auch die anläßlich des Marburger Schlohfestes eingeschobenen Hans-Sachs- Spiele haben solchen Anklang gefunden, daß sie am kommenden Freitag wiederholt werden sollen. ][ Marburg. 4. 3uli. Gestern abend und vergangene Rächt tobten hier schwere Gewitter mit orkanartigem Sturm und strich- weisem Hagel. 3n ten Partonlagen in der Rähe des Schlosses und im Dammelsberg, sowie an anderen Stellen sind eine ganze Anzahl b i de Bäume umgeknickt. Ebenso ist auch an den Lichtleitungen viel zerstört. Oie ,,Bkemen"-Zlieger in Frankfurt. WER. Frankfurt a. M.. 4. 3uli. Die „B r e m e n" - F l i e g e r haben die Einladung ter Stadt Frankfurt a. M. angenommen und werden am 10. 3uli Frankfurt besuchen. Es ist beabsichtigt, die Flieger bei ihrer Ankunft mit ter „Europa" um 11.30 Uhr auf tem Flugplatz offiziell zu begrüßen und sie nach einer Fahrt durch die Stadt zum Rathaus zu geleiten, wo ihnen Gelegenheit geboten wird, sich in das „Goldene Buch ter Stadt Frankfurt" einzutragen und ten Römer zu besichtigen. Um 13.30 Uhr wird auf Einladung ter Stadtverwaltung ein Frühstück im ..Frankfurter Hof" statt- ftnten. Um 17.30 Uhr sind die Flieger vom ..Verein für Luftfahrt" zum Tee tm Flughafen- Restaurant oder bei schlechtem Wetter in einem Hotel eingeladen. Für ten Qlbcnb haben die Flieger einen Vortrag angekundigt, den sie voraussichtlich um 20 Uhr im Hippodrom halten werten. Kirche und Schule. -L Ridda. 4.3ult. Am Montag fand hier eine Dekanatskonferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats Ridda statt. Sie wurde mit Gebet und Schriftlesung durch Pfarrer Wolf (Ranstadt) eröffnet. Dekan Scriba begrüßte die fast vollzählig erschienenen Amtserledigte Ordinariat für Mineralogie und Geologie ist tem ord. Professor Dr. Walter Schmidt in T ü b i n g e n angeboten worden. Prof. Schmidt erhielt seine Ausbildung an ter Universität seiner Vaterstadt Wien sowie an der Montanistischen Hochschule in Leoben, erhielt dort die venia legendi und später die Ernennung zum a. o. Professor. 1926 dozierte er vertretungsweise in Göttingen und siedelte Ostern 1927 nach Tübingen über Vor einigen Wochen erhielt Schmidt ein etatsmäßiges Ordinariat — Von den diesjährigen "Reisestipendien te-> Archäologischen ZnstitutS tes Deutschen Reiches sind die Stipendien für tlassische Archäologie Dr. Walther H a h l a n d, Marburg, Dr. Hans Klumbach, zur Zeit Rom. Dr. Harald K o e t h e. Marburg, Dr. Wilhelm K ratter, Mannheim, Dr. Emil Kunze, Athen, das Stipendium für Architekten Dipl.» 3ng. Günter M a r t i n y, Dresden. verliehen worden. — Zur Wieterbesetzung des durch den Weggang des Prof. Heinrich Scholz erledigten Lehrstuhls ter Philosophie an ter Universität Kiel ist ein Ruf an ten ord. Professor Dr. Richard Kroner an der Technischen Hochschule in Dresden ergangen. Pros Kroner ist Begrünter und Herausgeber tes .Logos", 3nternat. Zeitschrift für Philosophie ter Kultur. Von seinen Werken nennen toir: „Kants Weltanschauung" 1914. „Das Problem tes Historischen in ter Biologie" 1919. "Don Kant bis Hegel" 1921 bis 24, II. Bd — Zum Rachfolger des Geheimrats B. Haendcke auf tem Lehrstuhl ter Kunstgeschichte an ter Universität Königsberg ist Professor Dr. Wilhelm Wo r ringer von ter Universität Bonn ausersehen. Worringer studierte in Freiburg L B_, München, Berlin und Bern und begann seine akademische Laufbahn im 3ahre 1909 als Privatdozent an der Universität Bern. Fünf 3ahre später siedelte Worringer in gleicher Eigenschaft nach Bonn über. Seit 1915 stand er im Felde und hatte 1918 einen Lehrauftrag an ter deutschen Universität in Dorpart. Er veröffentlichte „2utad CranachMonographie 1907. „Abstraktion und Einfühlung". Ein Beitrag zur Stilpsychologie. 9. Ausl. 1920, „Formprobleme ter Gotik". 19. Aull. 1927, ..Altdeutsche Duchilluftra- tion“, 2. Ausl. 1920, „Anfänge ter deutschen Tafelmalerei" 1924 .Aegyptische Kunst" 1926. — Der Privatdozent für Kriegs- und Heeresge- schichte an ter Münchener Universität Dr. Eugen v. Frauenholz ist zum etatmäßigen Regie- krüder mstelo.itecc Pfarrer K u l l m a n n (Berstadt». ter nad) längerer Krankheit zum erstenmal wieder an einer Konferenz teilnebmen konnte Rach ürlebigun?. ter geschäftlichen Angelegenheiten. wie Stellvertretung im Dekanat. Feier ter kirchlichen 3ahresfeste im Dekanat u. a._ hielt Pfarrer W o l f «Ranstadt» einen Vortrag über »Die Führung der Ortschronik Die Ausführungen zeigten, daß das Referat über diese sehr wichtige Angelegenheit in ten testen fänden lag. 3n ter lOO-Meter-Stafsel sah n ter Burschenschaft Frankonia ten überlegenen Sieger wahreird die olnmpisch« Staffel durch das gute Laufen ihres 800-Meter- Mannes für die A. T. D. Rheinfranken cntichieten wurde Sie Beteiligung der Ge- samlstutentenschalt dürfte noch besser fein. E»n Faustballspiel zwischen ter A. T. B. Rhetnfranken uni) ter Hasso-Rhena- nia , lowte die Reiworsührung der a k a b e m. Reitabtellung erweckten große» Interesse. 3n den Einzelkämpfen dominierten öle aus der Spiclvereuugung 1900 bekannten Franko« en Langlotz und G e l st. Okach ten Wettkämpfen trat die Fußballmannschaft ter Universität ter Liga- mannfchaft tes B. s. B Gießen gegenüber. Schien es anfangs, als ob die QUatemifer das Spiel zu thren Gunsten entscheiden würden, so änderte sich das Bild nach Halbzeit völlig. Die Mannschaft der Universität spielte immer zerfahrener unb ließ sichtlich nach Mit 4:2 Toren gewann ter B. f. B. Die Liegerverkündigung nahm Se. ONagnifizenz ter Rektor ter Landesunivcrlltät Prof. Dr Rosenberg am Montag abend während ter Universitätsfeierlichkeiten vor. 100-Meter-Lauf: 1. Sieger: Deist-Frankonia, 11 Sek. 2. Langlotz-Frankonia. 3. Erk- mann-Palatia. 200-Meter-Lauf: 1. Sieger: Geist-Frankonia, 24 Sek. 2. Düker-Frankonia 3. Guyot- Ehattia. 400-Meter-Lauf: 1. flieget: Guvot- Ehattia, 58,4 Sek. verhalten. 2. Wagner-Hasso- Rhenania. 3000- M t r. - L a u f: 1. flieget: Gantenbetg- Unitas-Eheruskia, 10:25 Min. 2. Scdwöbel-Frankonia. 3 Kleemann-A. T. B. Rheinftanken. Hochsptung: 1. Sieget: Düker-Frankonia, 1,55 Meter. 2 Dombr^wsky-A. T. B. Rhein- franken. 3. Klös-Frankonia. Weilsptung: 1. flieget: Langlotz-Ftan- Ionia 5 98 Meter 2. Düker-Ftanlvnla 3 MauS- Freistutent. 4X100-M«ter-Staffel: 1. flieget: Frankonia. 46 Sek. 2. Ehattia. 3. Hasso-Rhc- nania. Speerwerfen. 1. Sieger Langlotz-Frankonia. 42,40 Meter 2. Guyot-Ehattia. 3. Dom- bowfkY-A T. B. Rheiusranken. Kugelstoßen. 1. Sieger. Langlotz-Frankonia, 10,38 Meter 2. Gouteaud-Arm' nla. 3. Mehger-A T V Rheinsranken Drei kam pf: 1. flieget Langlotz-Frankonia, 172 Punkte. 2. Deist-Frankonia. 3. Mehget- A. T. V. Rheinfranken 4. Düker-Frankonia. 5. Riemann-Wingols. 6 Doubeaud-Arminia. 1 0X 1 00-Me te r - fl t a f fe l. 1. fl eger: Frankonia, 2,07 Minuten. 2. Ehattia. 3. H 'so- Rhenania. Olympische Staffel: 1. Sieger: A. T. V. Rheinftanken. 2. Ehattia. 3. Hasso-Rhenania. Den Preis St. Magnifizenz für ten Mannschafts-Dreikampf gewann die Burschenschaft Frankonia. Gießener J^afrfabrerüerein 1885. Am vergangenen Sonntag fand in Wißmar, veranstaltet von tem Radfahrerverein . Germania", Wißmar, das Sommerfest tes Süd- bezirks be6 Gaue« 73 Lahn, Bund Königsberg Dr. Erich Caspar hat einen Ruf an die Universität Freiburg i. B. als Rach- folger tes verstorbenen Geh. Hosrats Georg v. Below erhalten EasparS Arbeiten betreffen mittelalterliche Geschichte Deutschlands und 3ta- lienS. befonteT6 des Papsttums. Potsdamer von Geburt, studierte Easpar in Bonn bei Ritter, v. Bezold unb Hampe, später in Berlin als Schüler Scheffer-Boichocsts, bei tem er promovierte. Dann arbeitete er an ter Ausgabe her älteren Papsturkunten durch die Göttinger Gesellschaft ter Wissenschaften mit und war seit 1908 Mitarbeiter ter Monumenta German iac historica. 1907 erhielt er die venia legendi in ter Berliner philosophischen Fakultät, später das Prädikat Professor, und siedelte 1920 als ord. Professor nach Königsberg über. — Die Universität Frankfurt ist vom Preußischen Ministerium für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung ermächtigt worden, die Doltordiplome ter Universität Straßburg für solche Dolloranten auszustellen, die vor tem Kriege oder während tes Krieges bei der Universität Straßburg die Dottorvrüfung bestanden, aber infolge ter politischen Verhältnisse kein Doktordiplom mehr erhalten haben. Professor Dr. med. Herma,m Dold. Regierungsrat im Reichsgelundheitsarnt und Privatdozent an der Universität Berlin hat ten an ihn ergangenen Ruf aus den Lehrstuhl der Hygiene an der Universität Kiel als Rachfolger tes verstorbenen Pros. A. Korfs-Pe- :?r'er angenommen. — Prioatdozent Dr. med. dent. Hans Heinr o th ist zum ordentlichen Professor ter Zahnheilkunte der Universität Halle als Rachsolger des Geheimen Rate2 H. Koerner ernannt. — 3m Alter von 59 3afrren verschied am 29.3uni ter leitende Arzt der inneren Abteilung teS Krankenhauses der Barmherzigkeit zu Königsberg i. Pr.. General- Oberarzt Professor Dr. med. FranzS innhuber. — Professor Dr. 3van S ch i ch rn a n o v ist in Oslo, wo er als bulgarischer Delegierter am internationalen Kongreß tes Pen-Clubs teilnahm. einem Herzschlag erlegen. Der im 67 Lebensjahre stehende bulgarische Gelehrte absolvierte feine Universitätsstudien in Genf, 3ena und Leipzig, wo er bei Wundt promovierte. Dann war er Professor für veraleichende Literaturgeschichte an ter Universität Sofia. Dop 1903 bis 1908 wirkte Schichmanov als Unter» richtsminister. Deutscher Radfahrer, statt. Der Gie- ßener Radfahrerverein 1885 nahm mit einem Teil seiner Straßen- bzw. Saalfahrer an den verschiedenen Wettbewerben teil und konnte auch hier wieder sehr schöne Erfolge erringen. Ergebnisse: Straßenrennen: „Rund durchs mittlere Lahntal. 100 Kilometer" (gleichzeitig zweiter Lauf für die Dezirksmeisterschaft). Das Rennen wurde überlegen von dem Mitglied des Vereins W. Düringer vor seinem Dereinskameraden K. Rieger gewonnen. Döringer gewann bereits am 22. April in Weilburg den ersten Lauf der Dezirksmeisterschaft über 50 Kilometer und ist somit Bezirksmeister 1928. Jugendradball: In diesem Wettbewerb wurde von den drei entsandten Mannschaften Keppler—Ploum, Wissner—Schneider, Grämlich— Faust der 1., 2. und 3. Platz belegt. Achter-Jugendreigen: Die Mannschaft Grämlich, Faust. Schneider, Wissner. Plaum. Keppler, Hofmann, Fischer fuhr einen schönen Reigen und errang den 1. Preis. Sechser-Jugendreigen: Der von den Domen Spatz, Schmittgall, Euler. Kremer, Dlum, Wissner gefahrene Reigen konnte bei sehr starker Konkurrenz den 3. Platz belegen. Jugend-Korso: Die Jugendfahrer des Vereins konnten auch hier bei einer Beteiligung von sechs Vereinen den 1. Preis für den Verein erringen. paulus-Wehlar Olympiakandidat. WSR. Wetzlar, 4. Juli. Der bekannte westdeutsche Leichtathlet, Sportlehrer Ernst P a u - l u s, Wetzlar, befindet sich nach den letzten Aufstellungen auf der Liste der deutschen Olympia-Vertreter. Paulus hatte vor einiger Zeit einen Diskus-Weltrekord aufgestellt und zuletzt Hoffmeister, Hannover, den seitherigen deutschen Diskusmeister, zweimal geschlagen. Sein letzter deutscher Rekord ist 47,52 Meter. Man stellt seiner Weiterentwicklung und damit auch seinem Auftreten in Amsterdam in Sportkreisen eine günstige Prognose. Paulus startet am kommenden Sonntag bei den englischen Leichtathletik-Meisterschaften in London. Acht Jahre Gefängnis für Wichmann. WSR. Frankfurt a. M., 4. Juli. Am Mittwochvormittag begannen die Plädoyers. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Berndt kam nach einigen allgemeineren Ausführungen auf die Frage zu sprechen, welcher Vorfall der Beurteilung obliege. Auf Grund der Angaben des Angeklagten, der Abschiedsbriefe und des objektiven Befundes lasse sich zunächst feststellen, daß Wichmann seine Frau getötet hat, und zwar auf ausdrückliches Verlangen der Frau. Außerdem glaube er die Feststellung treffen zu können, daß die Eltern ihre drei Kinder töteten. Hätte die Familie in einem Hause gewohnt, in dem es Gas gab, dann brauchte der Angeklagte nicht vor den Richtern zu stehen. Die Frage der Vorsätzlichkeit bejahte der Staatsanwalt. Für das Äeberlegungsmoment spreche, daß der Angeklagte bei der Tatausführung den Riemen von dem Hals des einen Kindes löste, dann ein Loch in den Riemen bohrte und schließlich diesen Riemen seiner Frau um den Hals legte. Aus dem Munde sämtlicher vier Sachverständiges habe man aber gehört, daß der Angeklagte bei .der Ausführung der Tat sich in innerer Erregung befand, daß der Angeklagte, ein ausgehungerter, von einer schwangeren Frau getriebener Mensch, in einem solchen Affekt weilte, '.daß man nicht feststellen könne, er habe mit Lieberlegung getötet. Bewußtlos war er in jener Rächt nicht, und dafür, daß er sich in einem derartig krankhaften Zustand der Geistestätigkeit befunden habe, der die freie Willensbestimmung ausschloß, dafür habe man keine positiven Beweise. Er, der Staatsanwalt, glaube also, daß W. verantwortlich zu machen sei. Den Angeklagten treffe der Vorwurf, daß er als Mann nicht genügend handelte, um seiner Familie Unterstützung zuzuführen. Alles in allem könne man diesem Mann das menschliche Mitgefühl nicht versagen, und er bitte um Zubilligung mildernder Llmstände. Er beantrage eine Gesamtstrafe von neun Jahren Gefängnis und glaube, daß man dem Angeklagten auch die Untersuchungshaft anrechnen könne. Der Staatsanwalt schloß mit dem Hinweis, daß man aus dem Fall lernen könne, daß die Menschen sich gegenseitig besser verstehen und einander helfen, und andere nicht lediglich der öffentlichen Wohlfahrtspflege überlassen solle. Die beiden Verteidiger plädierten auf Freisprechung, worauf sich das Gericht zu einer 4* ._> stündigen Beratung zurückzog. Rach dem Wiedererichcinen des Gerichts verkündete der Vorsitzende, daß der Angeklagte wegen Totschlages in zwei Fallen und wegen Tötung auf Verlangen in einem Falle zu einer Gesamtstrafe von acht Jahren Gefängnis verurteilt werde, auf die drei Monate Untersuchungshaft angerechnet werden. — In der Urteilsbegründung heißt es u. a.: Wenn auch Umstände dafür sprechen, daß die Tat nicht nur geplant, sondern auch mit LIeberlezung begangen war, so verneint doch das Gericht, daß Lieberlegung Vorgelegen hat. Mildernd wirkte die außerordentlich große finanzielle Rot des Angeklagten, die ihm nicht zu widerlegen ist, und teilweise erwiesene Schwierigkeiten beim Wohlfahrtsamt, die Schikanen der Vermieter, die eigene seelische Verfassung. Besonders mildernd angerechnet mußte ihm der Wille seiner Frau zur Tat werden. Cs war aber anderseits zu berücksichtigen, daß er nicht alle Mittel erschöpfte, um seine Kinder vor dem Furchtbarsten zu bewahren. Das Gericht beschloß die Fortdauer der Llntersuchungshaft. Der nächste Haftprüfungstermin soll in drei Monaten statt- finden. Versorgungsdienststellen und Versorgungsberechiigie. Der Reichsarbeitsminister Wissell hat, wie WTB. berichtet, alsbald nach seinem Amtsantritt seinen unterstellten Behörden seine Auffassung von dem sozialen Empfinden kundgegeben, das sie den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen gegen, über in die Tot umzusetzen haben. Er hat den seinerzeit von der Oeffentlichkeit sehr lebhaft begrüßten Erlaß seines Amtsvorgängers über den Verkehr zwischen Versorgungsdienst st ellen und Versorgungsberechtigten eindringlich in Erinnerung gebracht und die Erwartung ausgesprochen, daß die Arbeit der Behörden und Beamten von dem Bewußtsein ihrer hohen sozialen Aufgabe getragen werde. Grundlegend für die gesamte Versorgungstätigkeit müsse die Auffassung fein, daß die Beschädigten und die Hinterbliebenen über förmliche und gesetzliche Ansprüche hinaus ein Recht auf werktätige Hilfe hätten. Richtschnur für den gesamten Dienstverkehr sei demnach: Stete Sorge für das Wohl der Versorgungsbegehrenden und unermüdliche Hilfsbereitschaft auch in den kleinsten Dingen. Die Ausführungen des Ministers bringen weiter beachtliche Fingerzeige über die vertrauensvolle Gestaltung der Beziehungen zwischen den Versorgungsdienststellen und den Organisationen der Versorgungsberechtigten. Wertvolle (Fr^bniffe ließen sich insbesondere durch gründliche mündliche Aussprachen und gegenseitigen Erfahrungsaustausch gewinnen. Wirtschaft. Angespannter Halbjahrsultimo der Reichsbank. Der gestern berichtete Ausweis der Reichsbank vom 3 0. Juni zeigt eine Zunahme des Wechselkontos um 616 Mill. Mk., die Gesamtanspannung beträgt rund 715 Mill. Mk. An Zahlungsmitteln sind insgesamt rund 800 Mill. Mk. in den Verkehr neu geflossen, und der gesamte Zahlungsmittelumlauf erreicht mit etwa 6320 Mill. Mk. einen Rekord st and, der bisher noch nicht seit der Stabilisierung erreicht worden ist. Damit hat sich der Zahlungsmittelumlauf, verglichen mit dem Jahresultimo 1927, weiter vermehrt, die Halbjahresultimo- Ausweisung des Geldverlehcs geht auch über die des April- und Maiultimo, sowie des Quartalsultimo hinaus. Die Wechseleinreichungen sind als recht hoch zu bezeichnen und werden nur um rund 100 Mill. Mk. von denen am Quartalsultimo Übertrossen. Vergleicht man die jetzige Ziffer des Zahlungsmittelumlaufs mit der vom Dezemberultimo 1927, so bleibt zu beachten, daß die Gold- und Devisendeckung der Reichsbank in der Zwischenzeit trotz Ausweitung des Rotenumlaufs von 40,7 Prozent auf 44,4 zugenommen hat, was vornehmlich auf die im ersten Halbjahr 1928 von der Reichsbank getätigten starken Gold- und Devisenankäufe zurückzusühren ist. Die G o l d- bestände haben seit Beginn des Jahres von 1865 Mill. Mk. auf 2084 zugenommen. Die Devisenbestände, die zu Beginn des Jahres 296 Mill. Mk. ausgewiesen waren, h^ben, nachdem sie vorübergehend im April auf 168 Mill. Ml. heruntergegangen waren, wieder die Höhe von 250 Mill. Mk. erreicht. Der Umlauf an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen hat sich von 4876,9 auf 5252,5 im ersten Halbjahr 1928 gesteigert Einen unverändert relativ niedrigen Bestand weisen seit Beginn des Jahres die Girv- guthaben auf. die nur eine geringe Erhöhung von 498 Mill. Mk. am 31. Januar auf 525 am 30. Juni erfahren haben und damit um die 500-Millionen-Grerue herum liegen. Die Tatsache, daß am 30. Juni größere Einreichungen auf Lombardkonto stattgefunden haben (Steigerung um 111,1 Millionen Mark), deutel auf die vornehmlich kurzfristige Versorgung der Danken hin. Wie wir hören, weisen auch die Wechseleinreichungcn der Danken kurzfristige Fälligkeiten auf, so daß mit starken Rückflüssen im Laufe der nächsten Wochen zu rechnen ist. Anderseits wäre das Wechselangebot der Danken wahrscheinlich noch größer gewesen, wenn nicht in ihren Kreisen mit der immerhin bestehenden Möglichkeit einer Diskontsenkung gerechnet worden wäre. Das Reichsbankdirektorium hat sich mit der Frage einer Diskontsenkung bisher noch nicht befaßt, es wird Umfang und Tempo der Rückflüsse ab- toarten, ehe es überhaupt diese Frage zur De- ratung stellen dürfte. Jedenfalls sind, wie wir von vornherein angenommen haben, die Ansprüche der Wirtschaft am Halbjahrsultimo sehr groß gewesen, wohl auch in Zusammenhang mit der nachlassenden Kreditsicherheit (steigende Insolvenzen). Auch dies wird für die Diskont frage zu berücksichtigen fein, in demselben Maße wie die Reichsbank, was wir bereits ausgeführt haben, auch die internationale Geldmarktlage zu beachten hat. * Gründung einer internationalen Finanzierungsgesellschaft. Wie der WTD.-Handelsdienst erfährt, wird eine unter Führung der Rederlandsche Handel Maatschappij Amsterdam, von Mendelssohn & Co. Amsterdam und M. M. Warburg & Co. Hamburg stehende Korporation unter dem Ramen Rederlandsche Crediten Financierung Maatschappij mit dem Sih in Amsterdam sich aus internationalem Gebiet mit der Einräumung von Krediten und der Durchführung solcher Finanzierungen befassen, die außerhalb des Rahmens des Bankgeschäftes der beteiligten Firmen liegen. Einstweilen wird der Trust Mittel in Höhe von fl. 12 000 000 zur Verfügung haben. Zu den mitwirkenden Danken gehören ferner: Simon Hirschland, Essen, A. Levy, Köln, sowie eine Anzahl internationaler Dankhäuser. * Ludwig Loewe & So., A.-G. in Berlin. Auf Antrag eines Bankenkonsortiums sind 5 Millionen Mark neue Aktien und 5 Millionen Mark 7-v. H.-Teilschuldverschreibungen, Ausgabe 1928, der Ludwig Loewe & Co. A.-G., Berlin, zum Handel und zur Notiz an der Berliner Börse zugelassen worden. Nach dem Prospekt beschäftigt die Ludwig Loewe & Co. A.-G. zur Zeit 665 Angestellte und 2913 Arbeiter. In den letzten drei Jahren betrugen die Umsätze 1925: 11 743 564 Mark, 1926: 6 721 175 und 1927: 13 576 059 Mark. Der Auftragsbestand hat gegenüber dem Vorjahre bisher nicht nachgelassen. Ueber die weitere Entwicklung des Geschäftsjahres lassen sich Voraussagen noch nicht machen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 5. Juli. Tendenz: schwach. Raturgemäh stand der rätselhafte Flugzeugunfall des Bankiers Löwenstein im Mittelpunkt lebhafter Diskussionen. Die Stimmung ist außerordentlich unsicher und nervös, da man namentlich für die Kunstseidenwerte Kursrückgänge befürchtet. Tatsächlich hörte man bereits vorbörslich allgemein um mehrere Prozent abgeschwächte Kurse. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs erwies es sich jedoch, daß die Börse die zu erwartende Abschwächung besser ertrug, als man vielfach angenommen hatte. Es wurde der Beweis erbracht, daß die allgemeine Börse n l a g e gesund ist, und infolge der meist nur kleineren Spekulationen waren die Kursdrückungen nicht übermäßig groß. Immerhin traten natürlich für die in letzter Zeit favorisierten Werte Kurseinbußen von 5- bis 10 Prozent ein, da die Baissespekulation die unsichere Stimmung zu Lire- verkäufen benutzte. Das Gros der Papiere war aber nur etwa 1 bis 3 Proz. abgeschwächt. Man nahm daher an, daß von interessierten Kreisen interveniert worden sei. Im Zusammenhang mit der schwachen Haltung der Kunstseidenwerte waren Zellstoffwerte angeboten, von denen Waldhof 9,75 Proz. und Aschaffenburger Zellstofse 9 Proz. einbüßten. Starkes Angebot herrschte ferner am Elektromarkt, obwohl man annahm, daß die von Löwenstein erworbenen Elektrowerte nicht sofort auf den Markt geworfen werden. Chadeaktien waren 13 Mk. Siemens 9,50 und Gesfürel 8,50 Proz. abgeschwächt. Am Farbenmarkt war das Angebot nicht sehr bringenb. J-G.-Farben verloren 6 Prozent. Merkliche Rückgänge lagen sodann bei den Kali- aktien vor, wobei der gute Kaliumsatz im Juni zunächst nur wenig beachtet wurde. Lieber 3 Prozent gaben Rheinische Braunkohlen nach. Deutsche Anleihen und Auslandanleihen lagen fast umsatzlcs bei ebenfalls schwachen Kursen. Im Freidertchr Hörle man die Kunstseidenwerte re i83i5 169,04 22,16 117,22 59. W 2.58 112.47 81,06 69,09 12,44 73,07 a. an. ho Schluß, flurs l-Uhr- Kurs Schlich- Kurs Ansang Kur» Schlrch- Kurs l-Uhr- Kur» Schluh fiurs Ansang Aut» Schluh- kur. Ä Schllch kur» Anfang kur» Datum 4.7. 5.7. 4.7. - - 5. .. Datum: 4. 7. 5 7. 4. 7. 5.7. Datum: 4. 7. 5. 7. 1 1 6% tt. Reichkmttelhe v. 1927 . . D>. Aul.-Ablvi.-Lchuld mit MuG- 4o|.»9irtf)tcn......... De»gl. ol)nc LluSlos.-Rechto . . . 7% Jranlj. H»v-Bk. Goldpf. un lünbbat bis 1932...... 4YS% Rheinische Htw.-Bank Liqu.. Golds.'!............ A.E.G. abg. Borkriegr-Obltgation., lüttzahlbar 1932 ....... 4% Schweiz. Bunvesb.-Anl.. . . 4% Ocftcrrcldjlfdie Goldrte.. . . 4,20% Coden. Silberrio..... 4% Oesterreich, einheitt. Rtc. . . d% Ungarische Goidrte...... 4% Ungarische StaatSr. o. 1910 . 4H% bedgl. von 1913..... 4% Ungarische fltoucnrtc..... 87.25 ' 51.85 1 17,65 - - 8,25 26.13 29 1 1 l 1 1 1 1 1 1 1 1 83 । 87,5 51,4 18 30,4 3,4 26,13 □ 26,1 A.E.G............8 Bergmann.........9 Elektr. Lieferungen.....10 Licht und Straft......10 Reiten & Guilleaume..... 6 Ges. (. Elektr. Untern.....10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Eleklr..... 9 Schics. Elektr. ....... 10 Schnttert ......... 8 Siemens & Halske • • « • . 12 TranSradio . . . ...... 8 Lahmeher & (So...... . 10 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... f. % g. 4 ^-8 .« 11 in 22?» 1 ij 175 201.4 171 254,5 201,5 856,5 178,65 206 172 284.5 132.25 262 160,25 156,25 216,75 206 366,25 156 81.5 141,25 127.75 139.75 158,75 175 801.25 172 230,5 130 ■254.9 157,25 i54 239 201 356 79 138,5 124.5 139 155,5 Philipp Hofmann . . tzeidelvergcr Ceinent . Gement Hnrliiabt . . Wayb & Freitag . . . SdmltbeU Payenhofer Ostwerke...... Der. Glanzstoff . . . Bemverg...... gellstoss Waldlos . . gellstoss.Ischassenbura Charletienbiirger Masse Dessauer <>)js .... Daimler Motoren . • Demag...... Adlerwerke Riebet . . Ludw. Loewe .... Rat. Automobil . . . . 7 10 . 8 10 16 12 18 11 12 12 i 8 . 0 . 0 . ü 10 . 0 152 141 178 — ne,75 238 109 111 150 140 145 :'O9 i29 108 109,75 150 - 362,5 322,5 689.5 620 317.5 235 131 214.25 108.5 58,5 111.25 87,75 355 315.5 651 593 309 230,25 127,5 201.25 los 55.5 HO. 5 234,5 8»7 4. Juli 6. Juli : r?. । : 1 1 amtliche Notterung Geld Bne- rimtltche Notierung i^eld । Brte, bu.r» 140 158.5 SSI 1 Ämst.-Rott Bnen.-BtreS Brsf.Äntw Chrtstiania - Kopenhagen Stolkholw - S.-lfingfori- Uiaiien. . • 0 ndon- - • ’j: ent)ott - • Paris. - » Schwei» . - Spanien - No^ Jan «tcn in D-- Ctft. abgest Prag .... Belgrad . . vodavesi - - Bulgarien . Lissabon . . Danüg. . . 168760 1.771 68.39 111,94 111,06 268,91 1,778 68,51 112,16 111,28 168,54 1,773 58,385 111,94 11:,03 168,88 1,777 58,50.5 112,16 112,25 11.iT 11,25 21 165,5 157 116,75 276 188.25 276.5 166,75 163,25 167 146.25 Harpener..........6 Orenftetn A Äopvd . Leonhard Ttey . . . Bamag-Meguln . . • Krankt. Maschinen • • Grihner ...... Hevliaenktardt ... Iunghan». ..... L'ccbrverte ..... Main traf tioerke . • • Miag........ Nekcüsulmer .... Petero Union .... Gebt. Roeder .... Boigt 4 Haesfner . . Siwd. gutter .... . 6 . 6 . 0 . 6 11 . 0 . 4 . 8 . 8 10 . 8 . 8 10 . 8 . 8 Jan 122.8 120 4% Türt. goUanleihe v. 1911 . - 4% Tu etliche Bagdadbahn-Anl., Serie 1........... 4% dcsgl. Serie II....... 4% Rumänen convert. Rte. . . . 4y,% Rumänen Goldonl. von 1913 Mg. Deutsche Eisenbahn . . 4% vamburg-'AmerUa Pate! ... 8 Hain'.l.-Südam. Damvsich. . . 8 Hansa Tampsschiss ..... IC Norddeutscher Lloyd.....8 Vlllg. deutsche Ereditanst. . . 10 Barnier Bankverein .... 1C Berliner HandclSgcscllsch. . . 12 vom merz- und Privat-Bau! . 11 Darmd. u. Nationalbank . . 1$ Dt.-t.'nio Geiellschast Ank.. . 10 Dresdner Bank..... K ffhitcibeulithc Lreditbcwl . . » l> MslaUbanl.........8 1 l | i I 1 1 3 i 1 ig^ffS^l 1 S ” 11,18 12.6 11,25 21 165,25 208,75 156 139,73 146.25 114.4 188.25 475,65 166,75 163 166.25 145,25 »8S8:.. I L. 1 l M 1 - Hoesch Eisen.........8 Ilse Bergbau........8 Klöcknerwerke........7 Koln-Neuessen........9 Mannesmann..... 8 ManSselder.........7 Oberschlei. Eisenb. Bedarf . . . 6 Obcrschles. KokSiverke .... 6 Phönir Bergbau......5’/« Rheinische Braunkohlen... 10 Jlbetnffabl ... f. % Jahr 4V, Riebett Montan......7,2 Bereinigte Stablw. ..... 6 LtaviMinen..... .2sh 'to'l Aschersleben.....10 KaN SLekteregeln......10 Kaliwerk Solzdetturtb ... 16 g. ®. yarbcn.InduvrU ... 19 Dynamit Nebel ....... 6 Scheide an stall . ...... .9 '»olvschmidt ........ 6 «Utner.metle........6 §38 Ä , 5 re L-c* 1 s. So-S 1 I 1 1 O'Ü 1 1 a» 1 1 w 1 1 1 S 1 $22 l f 1 S! । 1 । 1 1 3 l 5 « । 1 S 3" " £ 5 137.25 256,5 129.65 134.5 137.25 115,75 107,18 111,4 94.13 296 154.5 52.13 264 271.5 457 270.5 128 98.13 IUU.9 136.25 127 133 135,75 113,25 105.25 110 9J 291,75 151,5 155 95,75 52 255,5 266,5 446,5 264.5 125,25 2": 96.25 ps.5 76 134,5 25 85 113 120,5 147 67 11? 210 155 ‘noton f 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ' III Er, 1 y I 1 1 131 1 1111 i5i 11111 <31 112,23 10,527 21,985 20,39 4.1835 16,415 80,62 69,07 1,943 0.498 ■*8,96 12,396 7,363 72,89 3,019 18,83 81,55 2,138 5,415 4.171 4,266 112,45 10,547 22,025 20,43 4,1915 16,455 »0,78 69.21 1,947 0.50'J 59,08 12,416 7,377 73,03 3,025 18,87 82,71 2,142 5,425 4,179 4,274 112,24 10,522 21,985 20,039 4,1800 16,40 80,605 Le 99 1,938 ),4985 68,97 12,397 7,363 72,89 3.022 18,83 81,52 3,140 5,425 4,171 4,866 112.46 10,54' 22,025 20.043 4,1920 16,44 80,766 69.13 1,942 0,5005 59.09 12,417 7.373 73.03 3,04« 18.87 81,68 2,144 5,435 4,179 4,274 Berlin. 1. 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