Nr. 130 (Krftes Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 5. Juni 1928 Erich«««» tfigitd),aefe«t Sonntags inb Feiertag» Beilagen. Tietz,ner Fam Ulend läU« Heimat im BilD Bi» Scholle Toeais-Btjigsprtls; 2 Bvuch. und Stetnörnderet R. fange tu Stehen. SQr.ftletning und SeschäftrKelle: Zchulfttahe 7. 3inal?ec von lijetae« für die Tage»nummer bis zum 'Jiadtmthag vorher. Preis ler | mm Höhe fir Anzeigen von 27 mtn Breite örtlich 8. auswärts 10 Relchspsenmg für Re» ltlameanzeigen von 70 mm Brette 36 Reichspfennig, Platzoorschrifi 20*. mehr. Cbefrebaktnir Dr. Fnedr Dich Lange. Verantwortlich fürBolmit Dr Fr Dich Lange |ür Feuilleton Dr h. Thyrrot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein, für den An» geigenteil Kurt hillmann, sämtlich in (Biehen Die Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Großherzoglichen Hause. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags lehnt die Regierungsvorlage ab. Darmstadt, 5. 3anl. Der Finanzaosschng des Hefjljchen Landtages trat am Montag jur Beratung der noch eloygangenea Vorlagen zusammen. Er genehmigte zunächst gegen zwei Stimmen die Regierungsvorlage, an Stelle von Lastwagenanhängern f ü r die Schutzpolizei zwei Lastkraftwagen anzufchaffen. Rach kurzer Beratung wurde die Regierungsvorlage zur Anschaffung einer gemeinsamen Ferns prech- Selbst- wähier-Anlage für die staatlichen Behörden und Dienststellen In Darmstadt und die Regierungsvorlage über das Kurorchester In Bad-Rauheim zurückgestellt. Einstimmig wurde die Regierung ermächtigt, aus der erhöhten Reichssteuerüberweisung zum Haushaltsvoranschlag 1927 über einen Betrag von 200 000 Mk. zu verfügen. Der interessanteste Punkt der Tagesordnung war der Gesetzentwurf über die endgültige Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Grohherzog. hier gab es eine lebhafte Debatte. Das Ergebnis war dann, daß bei der Abstimmung mit 6 gegen 5 Stimmen und bei zwei Enthaltungen die Regierungsvorlage a b g e l e h u t wurde. Dagegen stimmten Kommunisten und Sozial- demokraten, dafür Zentrum, Deutsche Volkspartei und Demokraten, während sich der Bauernbund der Stimme enthielt. Trotz der Ablehnung im Finanzausschuh glaubt man in politischen Kreisen, dah sich trotzdem bei der endgültigen Abstimmung im Plenum des Landtags eine, wenn auch nur knappe Mehrheit für die Regierungsvorlage ergeben wird. Die Regierungsvorlage. 3n die Regierungsvorlage ausgenommen ist ein« Hcbereinhmft zwischen dem DolkSstaat Hes- fen und dem ehemaligen Grohherzog, daS auf der Vereinbarung vom 5. Mai 1919 basiert und ein Veletz, das diese Heberemlunft gesetzlich fest- legt. D>« Tkreinbarung von 1919, die eine vorläufige Maßnahme dar stellte, wurde in der Hcbereinhmft ausdrücklich bestätigt und weist folgende Hauptpunkte auf: Dem vormals regierenden Drohherzog stehl auf die Dauer feines Ledens im Schloß Romrod ein unentgeltliches Wohnrecht zu. Rach dem Erlöschen des Wohnrcch.es sind Schloß und Gelände spätestens innerhalb eines SahrcS an den hessischen Staat zurückzugeben. Dem Volksstaat Hessen steht das „Familien- ei gen tum des grohherzog lichen Hauses", ins» besondere alle dazugehörigen Liegenschaften, Rechte, beweglichen Bestandteile und Zubehör als volles, durch Rechte deS vormaligen Großherzogs und seines Hauses nicht beschränktes Staatseigentum zu. Der vormals regierende Grohherzog verzichtet für sich und sein Haus, a) auf die Zivilliste; b) auf die Ausnutzung der Objekte der Äron Dotation, einschliehlich deS HosmeiereifondS; c) auf den Anspruch auf die zu den DeDürfnissen des grobherzoglichen Hauses und Hofes erforderlichen Summen (Art. 7 der alten hessischen Versa ssungsurkun de vom 17. Dezember 1920); d) auf die ihm zustehendcer Oagdrechte und D om a ni a l ja g d Pachtungen. Der DolkSstaat Hessen erfüllt die Verpflichtungen, die ihm nach der Vereinbarung vom 5. Mai 1919 obliegen durch Zahlung von zwanzig S a hreSbeträaen von je 400000 Doldmark als Äapitalabtragung und eben [ft. zwanzig Ilahresbc trägen von je 190 000 Goldmarl a l s Verzinsung, zusammen also non jährlich je 590 OCX) Goldmarl. Die 3obre»betrage laufen von 1. Januar 1928 an. Aus den vormals regierenden Grohherzog geben a l S freies Eigentum über das Sagdschloß WolfSgarten nebst dem dazugehörigen Gelände, die beiden Dienerwohnhäuser Bessunger Straße Rr. 33 und 40 in Darmstadt und das etwa 11 100 Geviertmeter große Do- manialgrundstück, welches innerhalb der Einfrie» digung deS das Schloß Kranichstern bei Darmstadt umgebenden Gartens liegt. Zur endgültigen Absindung aller Ansprüche, die dem vormalS regierenben Grohherzog und seinem HauS aus Grund der früheren Rechtsverhältnisse sowie der Vereinbarung vom 5. Mai 1919 für die Zeit bis zum Ablauf oeS Kalenderjahres 1928 etwa zustehen. zahlt der VolkSstaat Hessen den Betrag von 1 Million Gold- mark. Die Zahlung dieses einmaligen Kapital- betraget dient insbesondere auch zur Abfindung dafür, dah der vormals regierende Grohherzog die Verpflichtung zur Zahlung aller Apa- nagen und Wittümer, die auf dem .Fa- milientigentum des großherzoglichen Hauses" etwa hasten, persönlich übernimmt Aus den Betrag von einer Million Goldmark werden die Leistungen, die der Vvlksstaat Hessen für die Zeit bis zum Ablauf des Kalenderjahres 1927 bewirkt hat und noch zu bewirken hat nicht an- gerechnet, ebenso werden noch nicht erfüllte Ansprüche des hessischen Staates an den vormalS regierenden Großer,og für denselben Zeitraum nicht aufgerechnet Sie gelten vielmehr als erlassen. Sämtlich« Gegenstände, die gegenwärtig Bestandteile des LandeStheaterS sowie der öffentlichen Sammlungen des Landes, insbesondere des Landesmufeums und der Landesbücherei sind, werden als volles und unbeschränktes Eigentum des Volks st aateS Hessen anerkannt. Mit dieser ileberclntunft werden alle noch nicht endgültig entschiedenen Rechtsftreillgkeiten zwilchen den Beteiligten für erledigt erklärt Die Sommertagung des Landtags. Ausnahmeweise begann der Hessische Landtag seine Beratungen bereits am Montag, um feine noch recht Interessant gewordene Tagesordnung zu erledigen. Das Plenum selbst nahm zunächst Kenntnis von den Ausführungen des Staatspräsidenten Adelung, was die hessische Regierung wegen des Einspruches der Besatzungsbehorde gegen den weiteren Bahnhofsumbau in Rüsselsheim getan habe. Er hofft, daß es den Bemühungen des Auswärtigen Amtes in Paris gelingt, baldigst die Genehmigung zum Weiterbau zu erhalten, damit die drohenden Gefahren für das Leben und die Weiterbeschäftiaung der 14 000 Opel- Arbeiter und der verbundenen Industrien abgewendet werden. Darauf begann die Bewältigung der umfangreichen Tagesordnung mit der Annahme ver- schiedener kleinerer Vorlagen. Die Landwirtschaft fühlt sich durch die neue Verkehrsordnung, wonach auch alle landwirtschaftlichen Fahrzeuge vom Eintritt der Dunkelheit ab beleuchtet werden müssen, beschwert und gab dem durch die Abg. Weckler (Zentr.s und Dr Mül- ler (Cbb.) Ausdruck. Minister Leuschner will jedoch keine generellen Ausnahmen zugestehen zur Sicherung der landwirtschaftlichen Fahrzeuge und ihrer Insassen selbst, aber lokale Milderungen wohlwollend prüfen. Don nun an beherrschten eigentlich nur noch die Kommuni st en das Feld, deren ein Dutzend Anträge zur Schule und zur Wohnungs» not den Rest der Sitzung ausmachten. Gegen ihre Uebertreibungen wandte sich Wirtschaftsminister Korell, der die bereits von ihm unternommenen Hilfsmaßnahmen barlegte unb versprach, bis zum Herbst noch weitere eingrelfenbe Hilfe zu bringen, worin «r bie Zustimmung bes Hauses fanb. Mit ber Annahme ber Regierungsvorlage über Ribba unb Ribber ist das Wichtigste der heutigen Plenarsitzung aufgezählt. Das Gesprächsthema in den Wandelgängen bil- bete jeboch die von ber Regierung überraschend eingebrachte Vorlage, über die endgültige Abfindung des ehemaligen Großherzogs, die heute nachmittag bereits auf der Tagesordnung des Finanzausschusses steht. Am Montagnachmittag werden auch alle Fraktionen zu der Vorlage endgültig Stellung nehmen Abgelehnt wird der Vergleich von den Kommunisten und Sozialdemokraten, denen die Belastung zu hoch ist; aus der anderen Seite ist die Haltung bisher noch ungeklärt. Eines- teils ist man grundsätzlich zur Zustimmung bereit, möchte aber andererseits auch den Koalitionspar- teicn die Verantwortung nicht abnehmen. Auch bei den Demokraten ist bie Meinungsbildung noch nicht fertig. Klar wirb man erst sehen, wenn bie Par- teien am Montag zur Entscheibung gelangt sind. Da aber über dem ganzen Hause ber Wunsch liegt, bie Frage in positivem Sinne zu lösen, wirb wohl ein Teil ber Kommunisten bei schwacher Besetzung bes Hauses währenb ber Abstimmung bräu- feen bleiben. Sitzungsbericht. Darmstadt, 4. Sunt Präsident Delp eröffnet daS noch schwach besetzte Haus um 10,15 Ufcr. Abg. Reiber (Dem ) bringt eine Kleine Anfrage ein wegen des Einspruches der Besatzungsbehörde gegen die Fertigstellung des DerladebahnhofS der Opelwerke in Rüsselsheim und will wissen, was die Regierung getan habe bzw. was sie zu tun gedenke, damit diese Maßnahme r ü ck a ä ngig gemacht wird, die geeignet ist, die Wirtschaft des ganzen BrückenkvpfgebieteS erheblich zu schädigen. Staatspräsident Adelung: Es ist richtig, daß die Fortführung der Erweiterungsbauten am Rüsselsheimer Bahnhof in Frage gestellt ist. Rach Artikel II der Ordonnanz 282 sind die Pläne aller an den Eisenbahnen vorzunehmenden Arbeiten, soweit es sich nicht lediglich um Llnterhaltungsarbeiten handelt, der Interalliierten Feldeisenbahnkommission in Wiesbaden zu unterbreiten. Die Arbeiten können erst begonnen werden, wenn die Antwort der Kommission ein- gegangen ist. Bei den Rüsselsheimer Erweiterungsbauten waren die Pläne für den ersten Bauabschnitt von der Kommission ohne weiteres gutgeheißen worden. Als die Plärre für den zweiten Bauabschnitt zur Vorlage gelangten, wurde in Wiesbaden erklärt, die Entscheidung könne nach neuerdings eingegangener Weisung nicht von der Feldeisenbahnkommission getroffen werden, vielmehr müsse Paris entscheiden. Bei dieser Sachlage drohen — schon infolge der zu erwartenden starken Verzögerung — der Firma Opel die schwerwiegendsten R a ch t e i l e. Die Bahnhofsverhältnisse sind infolge der Entwicklung der Firma in den letzten Jahren derartig unzureichend geworden, daß eine Vergrößerung insbesondere Der GeleiSanlagen des BahnhvfeS, der 1863 gebaut wurde, unerläßlich ist. Die An- und Abbeförderung der zahlreichen Arbeilerzüge (bie Belegschaft beträgt zur Zeil 13 bis 14 OOO Köpfe) sowie der Transport der an- und abrollenden Güter ist zur Zeit a u s daS stärkste gehemmt und es sind in den letzten Monaten wiederholt schwere 11 n - fälle bei der Abfertigung der Arbeiterzügc vorgekommen. Die Erweiterungsarbeiten sind deshalb mit größter Beschleunigung in Angriff genommen worden und sind, soweit sie die Firma Opel auf eigenem Gelände zu erstellen hat (1. Bauabschnitt), nabeAU vollendet. Die Anlagen müssen nunmehr Durch Aus ührung der von Der Reichsbahn übernommenen Arbeiten betriebsfähig gemacht werden. Sn biefem Augenblick bedeutet die Unmöglichkeit, die Erweiterungsbauten alsbald zu beenden, eine Schädigung von nicht zu übersehender Tragweite. Wird Der derzeitige Zustand nicht beseitigt, so muß jedenfalls Die für Die nächste Zeit beschlossene weitere Vergrößerung Der Betriebseinrichtungen und die damit im Zusammenhang stehende Vermehrung der Belegschaft unterbleiben, fo daß auch schwere Schädigungen des A r be l t S m a r k t eS unvermreiolich toärmi Die Belegschaft der Werke und ihre Vertretung beobachten seit Monaten mit größtem Sntereffe den Fortgang Der Arbeiten. Sie müssen bei Der Stillegung der Erweiterungsbauten mit einer Einschränkung der Fabrikation und mit einem Abbau Der Beiegschaft rechnen. Die hessische Regierung hat sich bei dieser Sachlage. Die die starken Beschränkungen der wirtschaftlichen Entwicklung im besetzten Gebiet erneut vor Augen führt, alsbald an das Auswärtige Amt in Berlin mit dem Ersuchen gewandt, durch diplomatische Schritte in Paris auf die unerläßliche schleunigste Erledigung der Angelegenheit mit allem Nachdruck hinzuwirken. Die Vorlage zur Herstellung deS Gesandt- schaftSgeoäudes In Berlin mit 6000 Mark wird gegen die Kommunisten angenommen. — Der Zentrumsantrag auf Zahlung von Zuschußrente an Arbeiter der ehemaligen HeereSbetriebe wird durch die Regierungsantwort, die Detrossenen müßten gegebenenfalls Anträge an die DersorgungSstellen richten, für erledigt erklärt. — Der deutschnationale Antrag auf Wiederherstellung der Unter st ützungS- stelle für Ausgewiesene soll nach dem AuSschuhbeschluß für erledigt erllärt werden. — Abg. Reiber (Dem.) fragt den Antragsteller, auf welche Tatsachen er sich gestützt habe. Rach der Antwort des Abg. Böhm. Abg. Kindt sei zur Zeit krank, er wisse nichts von neuen Ausweisungen. erklärt Abg. Reiber, es handele sich hier also um einen neuen Agitationsantrag der Deutschnationalen. Zu einem Zentrumsantrag, den landwirtschaftlichen Fahrzeugen die Deleuchlung svflicht zu erlassen, vertreten die Abg Winkler (Z.) und Abg. Dr. Müller (Bbd.), der sich besonders gegen die schikanöse Auslegung der Der- kehrSordnung durch Polizei und Gendarmerie wendet, die Vorlage. Minister Leuschner wendet sich gegen Den Antrag. GeraDe im Sn» tereffe Der Landwirtschaft Hessens, das in großem Maße Durchgangsverkehr habe, liege es. wenn auch hier klare Vorschriften beständen, die gerade das Leben und Eigentum Der Lan dwirte schützten. Für lokale Milderungen möchten entsprechende Anträge gestellt werden. — Der Antrag wird Darauf an Den Ausschuß zurückverwiesen. Abg. v. d. Schmitt (Korn.) vertritt seinen Antrag auf Entmilitarisierung der staatlichen Polizei. Minister Leuschner erklärt, bei der Polizei herrsche im normalen Dienst ebenfalls Der Achtstundentag. Eine Kasernierung wie Der Minister sie haben wolle, werbe Den Beamten eine Erleichterung bringen. Polizeibeamte, Die kommunistische Propaganda trieben, würden genau so behandelt wie Die .Faszisten". Der Ausschuß hat beantragt. Die Anträge Der Kommunisten auf weitere Herabsetzung ber Preise für Licht- unb Kraft- strom ber Heag Durch Die Regierungsantwort für erledigt zu erklären. Das Haus stimmt dem zu, ebenfalls Dem AuSschuhbeschluß, Die zu frühe Obsternte an Den Provinzialstrahen zu verhindern. Acht kommunistische Schulantr ä g e werden verbunden und sollen gemäß Ausschufebeschlufe ent- weder für erledigt erklärt oder der Regierung als Material überwiesen werden. Abg. H a m m a n n (Korn.) verteidigt seine Anträge in langen Ausführungen. Ministerialdirektor Urstadt verweist auf die Reichs- und Landesbestimmungen unb kommt auf die einzelnen Wünsche des Vorredners zu sprechen. Schwarze Akten über Lehrer würden von der Regierung nicht geführt. Leider könnte die Regierung viel Wünsche, die sie selbst durchsetzen wolle, wegen der gespannten Finanzlage nicht ver- wirklichen. Von der Möglichkeit der Wahl von (Elternbeiräten sei nach seinem Wissen bisher kein Gebrauch gemacht worden. Abg. Frl. Birnbaum (DVP) wünscht ebenfalls Herabsetzung der hohen lassen, besonders in den Grundschulklassen. Sie bringt einzelne Beispiele aus Giefeen und Rheinhessen. Wenn das jetzt im lausenden Schuljahr nicht möglich sei, müße es unbedingt kommende Ostern erfolgen. Die Pflicht st undenzahl, besonders der Asses» s o r i n n e n , sei viel zu hoch, während die Gehalts- etnstufung häufig ungerca,. sei. Abg Galm (5t) legt einen Fall auS Offenbach Dar. wo ein lljäyriger Knabe in schlimmster Welse mißhandelt worben sei. Dieser perverse Lehrer müsse unbebingt entfernt werben. — Das HauS beschließt ben Ausschußanträgen entsprechend. Der Antrag Hammann wegen ber Entlassung verheirateter weiblicher Beamten wirb abgelehnt; ein Antrag Birnbaum (DVP.). baß bei Vorlage entsprechenber Gründe bie entlassenen Beamtinnen wieder eingestellt! werben bürfen, wirb angenommen. — Die Anträge wegen Der Herausgabe von Jahresberichten Der höheren Lehran st alten toerDen In Der Fassung Keller (DVP.) angenommen, Daß vor Herausgabe von SahrcS- berichten Die Genehmigung Der Die Kosten tra- genben Stelle eingeholt werben müsse. Die Regierungsvorlage über bie Regulierung von Ribba unb Ribber in ben Kreisen Bübingen und Friedberg wirb nach Berichterstattung burch Den Abg. Dr. LeuchtgenS (BbD.) einstimmig angenommen. Aba. Gall (Korn.) wendet sich gegen Die Oluf Heilung von Eisenbahnwagen für auSgesetzte Mieter. Minister Korell wenDet sich argen Utberttci- bungen DeS Vorredners. Wenn Die Lage auf dem Finanz- und Baumartt nicht so trostlos sei. hätte Hessen mit seinem Bauprvgramm in drei Jahren die gesamte Wohnungsnot auf Dem CanDe beseitigen können. 3n Hessen seien insgesamt 102 Eisenbahnwagen ausgestellt. Sein Ministerium habe jetzt einen Fragebogen an alle Woh- nunaSämter gehen lassen, um seftzustellen, aus welchen Gründen Die (Exmittierungen erfolgt feien. Die Aufstellung von Waggons sei sehr beDauer- ltch Sein Ministerium sei entschlossen, ab Herbst Dieses Sahres keine Waggons In Den OemeinDcn mehr aufstellen zu lassen. Zweifelhaft fei. cb eS heute noch wirtschaftlich sei. Baracken auszustellen statt richtiger Wohnungen. Sm Herbst werbe er erneut zu Dieser Frage Stellung nehmen. Hessen habe jetzt gegen1 Die Lockerung Der WohnungSzwangSwirtschast gestimmt, um solche Wirkungen zu verhindern. Oie Regierungsbildung. Empfang der Parteiführer durch den Reichspräsidenten. Berlin, 5. SunL (XU.) Wie Die .Tägliche Rundschau" berichtet, beabsichtigt der Reichspräsident am Freitag Die Fraktions- f ü&rer Des Reichstages zu empfangen, um ihre Auffassung über Die parlamentarische Lage zu hören. Die Besprechungen sinD ebenso wie die kürzlich erfolgte Unterredung mit Dem Reichs- taggpräfiDenten Löbe als informatorisch zu betragen. Der Reichspräsident wünscht cm möglichst umfassendes und vollständiges Bild ber Fraktionsmeinungen zu gewinnen, um einigermaßen übersehen zu können, in welcher Richtung sich die Versuche einer neuen Regierungsbildung bewegen werden. Dementsprechend wird Der Reichspräsident dann zu Beginn der kommenden Woche den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen. Wie der Demokratische Zeltungsdienst berichtet, besteht in demokratischen Kreisen die Auffassung, daß Der Versuch einer Regierungsbildung im Reiche a u f Der GrunDlage der Großen Koalition gemacht werden müsse. Da eine Koalition, bestehend aus Den Sozialdemokraten, Dem Zentrum und Den Demokraten, selbst unter Hinzuziehung Der Deutschen Bauernpartei, ein absolut unsicheres Gebilde sei. Die Demokratische Partei hat ihren Parteivorstand für kommenden Donnerstag einberufen. Reuerungen bei der Reichspost Ausdehnung des Päckchcnverfands. Stuttgart, 4. Sunt (WB.) Die Tagung des Verwaltungsrats der Deutschen Reichspost hat heute im neuen Oberpoäöiref- tionsgebäude unter Dem Vorsitz des Reichs post- ministers stattgefunden. Unter den Deratungs- gegenftänben nahm die Vorlage über Die Einführung einer Kleingutseridung eine bevorzugte Stellung ein. Beschlossen wurde Die Zulassung eines Briefpäckchens bis zum Gewicht von einem Kilogramm, das in größeren Abmessungen als das bisherige Päckchm gegen eine Einheitsgebühr von 60 Pf. mit der Brief- post befördert werden soll, unb ferner als neuen „ersenduagSgegenstand öle Schafsuug eineL m i t der Paketpost zu befördernden Päckchens im Gewichte bis zu zwei Kilogramm und mit Abmessungen Don oO X 20 X 10 Zentimeter oder 40 z 25 X 10 Zentimeter gegen eine Einheits- gebühr von 60 Pf. Beide Gebührensätze gelten für alle Entfernungen. Die Neuerungen fanden groben Anllang bei allen Beteiligten, ins- besondere auch bei den Vertretern der Wirt- schait. wenn auch diese in einzelnen Punkten ihr Bedauern über die Unmöglichkeit der Berücksichtigung weitergehrnder Wünsche zum Ausdruck brachten. Bombenatientat auf Tschangtsolin. Ter Marschall verletzt. — Kritische Lage in Mukden. Tokio, 5. Juni. (TU.) wie schon in einem Teil der gestrigen Ausgabe gemeldet wurde, wurde aus Marschall Tschangtsolin ein Bomben- attentat verübt, wahrend et sich auf der Fahrt von Peking nach Mnkden befand. Das Bombenattentat fand unmittelbar bei der Einfahrt in Mukden statt. Als der öonderzug des Marschalls die Brücke bei Laotaokoo postierte, wo die füdmanfchurifche Eisenbahn. die Tientsin- und Mukden-Lisenbahn kreuzt, explodierte unter dem wagen Tfchoogtsolins eine Bombe, die diesen und zwei andere wagen schwer beschädigte. Tschangtsolin wurde durch Splitter im Gesicht verletzt, ebenso der ihn begleitende General wutschung- tsung. Auch von den zur Begrüßung erschienenen Persönlichkeiten wurden eine ganze Anzahl verletzt, andere getötet. Unter den Getöteten befindet fich der japonifche Major G i g a, der sich als Ratgeber bei Tschangtsolin befand. Tfchanglfolin wurde sofort im Auto in sein Mukdener Schloß gebracht, wo er ärztlich behandelt wird. Rach dem Attentat spielten sich beispiellose Szenen ab. Die Lisenbohnbrücke geriet in Brand und die Leibwache Tschanglsolins eröffnete ein zielloses Feuer noch allen Seiten, wie es heißt, find eine Reihe von Todesfällen hierauf zurückzuführen. Der Bombenanschlag hat in japanischen Kreisen ungeheures Aufsehen erregt, da man besürchtet, daß der Bombenanschlag das Signal zu einer allgemeinen Erhebung angeben wird. Der Täter ist noch nicht ermittelt. Gerüchtweise verlautet, daß die Urheber des Attentats mit einem Ausschuh zur Befreiung der Mandschurei in Verbindung stehen. Die japanische Polizei hat die Leitung der Untersuchung übernommen. Bon chinesischer Seite werden heftige Anklagen gegen Japan laut. Die Japaner werden beschuldigt, den Zwischenfall hervorgerufen zu haben, um Tschanglsolins Berschwinden von der Bildfläche zu sichern. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch der Landwirtschostsminister der Pekinger Regierung, wutschungscheng, der Gouverneur von heilunkiang, soll seinen bei dem Bombenanschlag auf Tschangtsolin erlittenen Berlehungen erlegen sein. Die Nachricht seines Todes wird aber geheimgehalten, damit die Moral der Truppen in . Hcllungtlang nicht gefährdet wird. Marfchall Tschanglsolins Befinden ist ernst. Aus aller Welt. Der „eifernc Gustav" in Paris. Der Berliner Droschkenkutscher Gustav Hart- mann, der am 2. April mit seiner Pferdedroschke die Fal, rt von Berlin nach Paris angc- treten hat, als Krönung feiner 43jährigen Berufs- laufbahn, ist Montag nachmittag 4 Uhr durch die Porte de Pantin in die französische Hauptstadt e i n- gezogen. Seine Ankunft mar von lebhaften Sympathiekundgebungen begleitet, bei denen auch Hochrufe auf Deutschland laut wurden. Die reich mit Blumen geschmückte Droschke, in der der Berliner Journalist Theobald die Fahrt mitgemacht hatte, wurde auf ihrem Wege durch die Boulevards von einer zahlreichen fpalierbildenden Menge lebhaft begrüßt. Der Platz vor der Oper und die Stufen der Madeleine und die Fenster und Balkons der benachbarten Häuser waren vo n ‘Neugierigen überfüllt. Laute Bravorufe und Händeklatschen begrüben den alten Kutscher, der mit feiner in den französischen Farben dekorierten Peitsche nach allen Seiten hin unaufhörlich dankte. Nach Schluß der Läden und Bureaus um 6 Uhr abends schwoll die Menge derart an, daß b i e Absperrungen durchbrochen wurden und das Gefährt, dem sich eine Abordnung alter Pariser Kut- scher sowie Studenten anschlosfen, nur mit Mühe zur Rue Royale gelangen konnte, wo die Zeitung „Paris Midi" einen ersten Empfang für Gustav Aartmann veranstaltete. Der rasende Aulobus. Gin aufregender Vorfall, der um Haaresbreite au einer Katastrophe hätte werden können, spielte sich in der Potsdamer Straße in Berlin ab. Dort war bei einem in voller Fahrt befindlichen Autoomnibus die Bremsvorrichtung beschädigt worden, so daß der Wagen nicht zum Halten gebracht werden konnte. Der Führer mußte notgedrungen in schnellem Tempo durch die verkehrsreiche Straße fahren und den stark besetzten Wagen zwischen zahlreiche andere Gefährte hindurchlenken, bis es ihm gelang, den Wagen zum Stehen zu bringen. Zahlreiche Fahrgäste sprangen von dem Wagen, der jeden Augenblick mit einem ihm entgegenkommenden Fahrzeug zusammenzustoßen drohte, ab. Fast alle trugen leichtere Beschädigungen davon. Einer Insassin wurde in dem furchtbaren Gedränge eine frische Operationswunde aufgerissen, so daß die Frau schwer verletzt zu einem Arzt gebracht werden muffte. Die Polizei hat den Kraftwagen beschlagnahmt, um die Ursache des unglaublichen Dorkommnisles festzustellen. Einzig der Geistesgegenwart des Führers ist es zu danken, daß die tolle Fahrt glinrpflich abgelaufen ist. Enn besonderes Glück war es. daß die Straßenkreuzungen, die der bremsenlose Autobus überqueren mußte von vassirrenden Fahrzeugen frei waren Die Strecke. Die der Autobus ohne Bremsen zurückgelegt hat, mißt über 800 Meter. Liu Lastaulornobil vom Schnellzug erjagt- Der internationale Schnellzug Linz—Prag hat bei Bienendors lBezirk Budweis) ein mit Markt- fahrern voll be'etzies Lastautomobil beim lieber- queren der Bahnübersetzung ersaßt. Dabei wurden drei Personen getötet und eine Person leicht verletzt. Der Kraftwagen wurde zertrüm- mert Der diensthabende Bahnwärter wurde verhaftet, da et den Unfall dadurch herbei- geführt hoben soll, daß er die Bahnschranke trotz des Herannahens des Zuges für das Durchfahren des Automoblls noch einmal geöffnet hatte. Gesangenenausbruch. Als im Schwabacher Amtsgerühtsgesängnis der stellvertretende Gerichtswart 2 e f den Gefangenen das Abendessen reichen wollte, wurde er yon einem ^ah^en Olntersuchungsgefangenen und einem 20jährigen Strafgefangenen zu Boden geworfen und schwer mißhandelt. Die Meuterer entrissen ihm den Schlüsselbund, öffneten die Zellentür und flüchteten aus dem Gr ängnis. Der schwervor.etzte Beamte wurde von dem später heimkehrenden Oberwachtmeister in der Zelle e i n g e s ch l o s s e n aufgesunden und mußte m das Krankenhaus gebracht werden. Don den beiden Entwichenen fehlt bis jetzt jede Sour. Zwei Münchener Touristen tödlich abgestürzt. Wie der Bergwacht aus Hinterbärenbad gemeldet wird, stürzten im Saifergebirge die beiden Münchener Touristen Julius Marschall und Georg Rassler tödlich ab. Die Leichen der beiden Berun- glückteo wurden nach Hinterbärenbad gebracht. llm die Tariferhöhung der Reichsbahn. Vor der Entscheidung des Reichskabinetts. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 5. Juni. Je näher der Zeitpunkt rückt, zu dem die Entscheidung über die Tariferhöhung bei der Reichsbahn fallen muh, um so mehr häufen sich die Gerüchte darüber. Jeden- alls wird das alte Kabinett in seiner Dienstag-Sitzung nochmals die Frage behandeln und dabei bas gesamte Problem einer eingehenden Prüfung unterziehen, um in einer ausführlichen Antwort seine Stellungnahme zu dem Antrag der Reichsbahn zu begründen. Man scheint aber auch in diesen Kreisen noch nicht ganz einer Meinung zu sein. Gewiß ist das Problem nicht ganz einfach. Daß manche Kavitalien ür einen weiteren Ausbau der Reichsbahn not* vendig wären, läßt sich nicht leugnen. Anderer» eits sind die Einnahmen der Reichsbahn durchaus nicht schlechter geworden, so daß vor allem der Reichsverkehrsminister auch heute noch auf dem Standpunkt steht, baß eine Erhöhung der Tarife inkeiner Weise in Frage kommen könne. Der Reichswirtschaftsminister, der morgen zum erstenmal wieder für die Kabinettsentscheidung zur Verfügung stehen kann, und der ich in der letzten Zeit noch einmal ziemlich aus- ührlich und eingehend mit'dem gesamten Problem befaßt hat und dabei vor allem auch den Auswirkungen einer solchen Maßnahme auf die gesamte Wirtschaft nachgegangen ist, wird aller Wahrscheinlichkeit auch morgen wieder seinen ablehnenden Standpunkt zur Kenntnis bringen. Namentlich eine Erhöhung der G ü t e r t a r i f e ist für die Wirtschaft untragbar und kann von keiner zuständigen Stelle verantwortet werden. Trotzdem tauchen merkwürdigerweise auch aus Kabinettskreisen Meinungen auf, die stutzig machen. So sagt man, daß eine Erhöhung der Gütertarife wohl nicht in Frage kommen könne, daß man aber eine Erhöhung der Personentarife wohl cTtoägcnStDert hielte, denn, und hier kommt der Trugschluß, die Erhöhung der Personentarife, die zu gleicher Zeit mit einer Einführung des Zweiklassensystems verbunden wäre, brächte für die 3. Klasse, die sog. Holzllasse, doch keine nermenswerte Erhöhung und der Aufschlag auf den Taris der 4. Klasse wäre schon zu ertragen. Dieser Standpunkt, und darin sind sich alle interessierten Kreise einig, muß a u f das energischste z u r ü ck g ew ie se n werden. denn die 4. Klasse ist gerade die, die a m meisten frequentiert wird und die deshalb bei einer Erhöhung auch die unangenehmsten Folgen für das Publikum bringen würde. Jedenfalls erwartet man aber trotzdem einen negativen Beschluß des Reichskabinetts. Der R e i cd s f i n a n z m i n i st e r hat sich zudem bei seinen Besprechungen mit dem Reparation s- agenten ebenfalls mit der Frage beschäftigt, zumal ja die Reichsbahn bei dem gesamten Reparationsproblem eine wichtige Rolle spielt. Irgendwelche Entscheidungen sind natürlich bei dieser Unterredung nicht getroffen worden: es kam vielmehr daraus an, sich über die gegenseitige Ansicht zu informieren. Am kommenden Samstag tritt auch der Berwal- t u n g 5 r a t der Reichsbahn zusammen, der dann auch zu der Antwort des Reichskabinetts Stellung zu nehmen hat. Er fleht ja nach wie rar auf dem Standpunkt, daß eine Erhöhung notwendig fei. Ob er sich nun mit den Vorschlägen des Reichs- kabinetts, aufeineandereWeisedie Finanzmittel hcreinzubringen, einverstanden erklären wird, ist noch sehr fraglich. Es steht zu erwarten, daß er unverzüglich dem neuen Kabinett einen neuen An- trag vorlegt. Oie Genfer Ratstagung. Stresemann und Briand fehlen in Genf. Genf, 4. Juni. (WTD.) Der Dölkerbunds» rat ist heute vormittag unter dem Vorsitz des kubanilchen Ratsmitglieoes und Gesandten in Der- lin. Aguero Bethancourt, der turnusmäßig die nächsten drei Monate die Funktionen des Ratspräsidenten ausüben wird, zu seiner 50. Tagung zusammengetreten. Deutschland und Frankreich, die seit der Ausnahme Deutschlands in den Döllerbund im September 1926 für jede Ratstagung ihre Außenminister Dr. Stresemann und Briand nach Genf entsandt hatten, sind diesmal durch Staatssekretär v. Schubert und Paul-Doncour, den zweiten Delegierten Frankreichs beim Völkerbundsrat. vertreten, während für Engi a n d wiederum S i r Austen Chamberlain am Ratstisch Platz genommen hat. Auch die meisten anderen Ratsstaaten haben die gleichen Vertreter entsandt, denen sie bereits in den letzten Tagungen ihre Vertretungen übertragen hatten. Die Tagung wurde, wie üblich, durch eine nichtöffentliche Sitzung zur Genehmigung der Tagesordnung und Regelung einiger Verwaltungsfragen eröffnet. Die Hauptfragen Der neuen Ratstagung, die Beilegung des Zwischenfalles von St. Gotthard, der ungarisch-rumänische Optantenstreit und der Stand der polnisch-litauischen Verhandlungen werden erst in der zweiten Hälfte dieser Woche zur öffentlichen Behandlung kommen. Der erste Teil der Tagung wird im wesentlichen nur wegen Der Entscheidung über Die schwebenden Minder* hejtsklagen, besonders wegen der deutschen Minderheitsschulen in Polnisch-Oberschlesien, von Interesse sein. Man erwartet bereits für den Anfang Der Tagung zahlreiche Besprechungen mit Dem litauischen Ministerpräsidenten Woldemaras, Der, wie allgemein angenommen roirD, fich Diesmal vermehrten S chw i e r i g k e i t e n bei Der Vertretung feines Standpunktes gegenübersehen wird. Die polnisch-litauische Frage wird frühestens am Mittwoch und der Optanten ft reit kaum vor Freitag ,ur Debatte gestellt werden. Obwohl Rumänien bei feinem Widerstand gegen Die März- entscheiduna des Rates bleibt, glaubt man in ungarischen Kreisen annehmen zu Dürfen, daß der Rat nunmehr Durch Die Ernennung Der beiden neutralen Zusatzsachverständigen in das ungarische Schiedsgeri cht zur Verwirklichung seines Beschlußes schreitet. Die öffentliche Sitzung wurde von dem neuen Ratspräsidenten Bethencourt mit einer kurzen Ansprache eingeleitet, in Der er u. a. Der Zuversicht Ausdruck gab, daß Quinones de Leon bald wieder im Rat mitwirken werde. Spanien und seine Regierung haben, so erklärte der Ratspräsident. durch Wiederaufnahme ihrer Mitarbeit im Döllerbund der Welt ihre unerschütterliche Treue zu dem Ideal des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit bewiesen. DaS Anwachsen der Arbeiten des Rates und der Versammlung, die in den achteinhalb Jahren ihrer Tätigkeit insgesamt 1> » Jahre tätige Zusammenarbeit von ungezählten Delegierten gebracht habe, sei der beste Beweis für bic Erstarkung des neuen internationalen Lebens. Es wurden sodann die Berichte über Kinderschuh und über die Tätigkeit des Hy g iene- auss chuf ses genehmigt Der Hhgienebericht verzeichnet ein erstmaliges praktisches Singrci en zugunsten tuberkulöser griechischer Flüchtlinge und ferner die Mitarbeit Der Hhgieneabtcilung des Völkerbundes bei der Hilfsorganisation zugunsten der von dem Erdbeben betroffenen Bulgaren. Außerdem wird im Zusammenhang mit der vom Völkerbund nach Frankfurt einberufenen Tagung zur S tandardi sier ung der Heilsera den deutschen und preußischen Behörden der Dank für die gewährte Gastfreundschaft ausgesprochen. Auf Antrag Rumäniens wurde noch beschlossen, die Berichte des Sicherheitskomitees, bekanntlich eines vom Vorbereitenden Ausschuß abhängigen Ausschusses, auf die Tagesordnung der näch ten Völkerbundsversammlung zu setzen. Die nächste öffentliche Sitzung wurde auf Dienstag vormittag eingesetzt. Für morgen ist außerdem eine geheime Sitzung anberaumt zur Kenntnisnahme des Berichtes des Dreier-Ausschusses über die Untersuchung des Zwischenfalles von Et. Gotthard. dessen öffentliche Behandlung am Donnerstag erfolgen sollte, falls sich nicht neue Schwierigkeiten ergeben. Genfer Besprechungen. ® enf, 4. Juni. (Priv.-Tel.) Der heutige Rachmittag brachte verschiedene Einzelbespre- (jungen der Delegationsführer. So stattete Staatssekretär Dr. v. Schubert dem englischen Staatssekretär des Aeuhern Sir Austen Chamberlain einen halbstündigen Besuch ab, bei dem die politischen Punkte der Tagesordnung einschließlich der oberschlesischen Minderheitsfragen kurz erörtert wurden. Außerhalb der Tagesordnung stehende Fragen wurden nicht berührt. Gegen Abend begab sich der litauische Ministerpräsident Woldemaras zur deutschen Delegation und hatte mit Staatssekretär v. Schubert eine eineinhalbstündige ilnterrebung. Bei dieser Besprechung, von der, wie verlautet, sich der litauische Ministerpräsident sehr befriedigt zeigte, wurden auch die schwebenden deutsch-litauischen Verhandlungen gestreift. Woldemaras gab der Presse gegenüber der Meinung Ausdruck, daß die Entwicklung der Memel» frage in den in Berlin zwischen Reichsminister Dr. Stresemann und ihm besprochenen Sinne weiter gute Fortschritte mache und die kleinen Schwierigkeiten immer geringer werden. Des weiteren erklärte er auf Befragen, daß er nicht die Absicht habe, in der gegenwärtigen Ratstagung auf die polnische Rote tragen Wilna, die heute in Abschrift den RatSmitgliedem überreicht wurde, zu antworten. Die politischen Fragen. 3t. Gotthard und Ailna Genf, 4. Juni. (WTB) Der erste Tag Der Ratstagung läßt trotz Des ungewöhnlich ruhigen Auftaktes bereits heute abend erkennen, Daß auch diesmal um Die Weiterbehandlung Der politischen Punkte Der Tagesordnung zunächst ein Ringen eingesetzt hat. Zwei Fragen stehen heute im Vorder- grunbe Der Tagung: Die St. Gotthard- Affäre und Der polnisch-litauische Aon- flirt. Der Durch Die Zustellung einer polnischen Rote wegen Wilna an die RatsmitglieDer eine Verschärfung zu erfahren schien. In Den Abendstunden jedoch macht sich mehr und mehr Die Auslastung gellend, daß auf beiden Seiten keine Lust besteht, die Wilna-Frage zu forcieren, Die der Rat ja bekannttich auch bei seinem ersten Beschluß im Dezember aus Dem Spiel sehen wollte. In dieser Frage Dürfte sich Der Rat auf eine erneute und noch dringlichere Empfehlung zur Pflege direkter Verhandlungen beschränken. Die 5 t Gotthard* Affäre, Ser zweite Punkt, auf Den sich am heutigen Abend das allgemeine Interesse konzentriert. Dürfte in Der für morgen angesetzten ©eheimfiyung zu erheblichen Auseinandersetzungen führen. Da Der Bericht des Dreierausschusies bet Der Kleinen (Entente auf entschiedenen Widerspruch stoßt. Unterstützt von Frankreich, wollen ihre Vertreter versuchen, wenigstens Den Schlußfolgerungen des vorliegenden Berichtes eine Schärfe zu geben, durch die ihrer Mißstimmung gegen Ungarn Rechnung getragen und ihr Schritt beim Dölkerbundsrat wenigstens moralisch gerechtfertigt würde. Der Entscheidung über die von Frankreich im Zusammenhang mit der St. Gotthard Angelegen- beit aufgeworfene Frage Der Erweiterung Der Befugnisse des Ratspräsidenten will Frankreich nunmehr selbst Durch eine Vertagung aus Dem *2T;ge gehen In welcher Richtung die französischen Absichten in Wirklichkeit gehen, erhellt Daraus. Daß Paul-Boncourt heute abend Der französischen Press« gegenüber von Der notroenDigen Verkoppelung Dieses Fragenkomplexes mit den im Sicherheitskomitee geplante« ^Kricgsver- Hütungsmaßnahmen unD feinen Arbeiten im allgemeinen gesprochen hat. Hilferufe Robiles? Verschiedene Funkstationen haben einen verstümmelten Hilferuf aufgefangen, den man Roblle »uschreibt. Es wird angenommen, daß er an der nordsibirischen Küste oder auf einer der vorgelagerten Inseln nieberge* gangen ist, so daß vielleicht doch noch die leise Hoffnung besteht, ihn retten zu können. Die Hilfsexpeditionen, soweit sie auf Spitzbergen eingetroffen sind, haben ihre Rachforschungen schon ausgenommen. Alpenjäger sind unterwegs, um den nördlichen Teil Spitzbergens abzusuchen, die .Draganza" versucht, durch das Packeis hindurchzudringen, um möglichst weit vorstohen zu können. Außerdem sind auch schon die Flieger an der Arbeit. Die nach Rorden und Rordosten strahlenförmig auS- schwärmen werden. Es wird natürlich nicht leicht sein, sehr rasch irgendwelche Spuren zu finden, da ein ungeheures Gebiet abzusuchen ist und unter Umftänbcn die Flüge bis in das Eismeer selbst hinein ausgedehnt werden müssen. — Die ,Hobb h" ist um 6,30 Uhr nachmittags mit einem Wasserflugzeug, Lützow Holm, vier Italienern, Hunden und deren Führern an Bord nach der Mosselbay via Amsterdam- Inseln ausgelaufen. Das Schiff ist mit einer Radioanlage versehen. Es wird voraussichtlich Donnerstag oder Freitag zurückkehren. — Spät in der Rächt zum Montag fing ein Radioamateur in Tre Ile borg auf ungefähr 900 Meter Wellenlänge folgenden Funlfpruch auf: .Hallo, hallo, Italia Robile, S. O. S., la Commission Rome, Kingsbay invisible, Radio Bordeaux." Die Meldung wurde etwa SOrnal wiederholt. Aehnliche Signale wurden auch von anderen Radioamateuren aus gefangen. Ein Radioamateur namens Schmidt in Wosnessensk hat auf der Welle 33 bis 35 Meter, welche der Wellenlänge der .Italia" entspricht, folgenden Funks pruch auf genommen: .Italia — Robile Franz Josephsland S. O S. S. O. S. ö. 0.6. gelanoeL' — Die schwedische Radivsta- tion in Hernesand hörte um 4,13 il&r nachm. einen kräftigen Kurzwellensender, der das Luftschiff .Italia" anries und folgenden Funkspruch auf französisch auSsandte: Wir haben die Rach- richt bekommen, daß Sie aus Franz Jofefsland sind. — Die Meldung wurde mehrmals wiederholt. Man nimmt an. daß es sich um eine russische Station handelte. Die Wetterlage. .0 «m, -^♦-20 /<», vO* ’rviD— rftoi Tnon/ag, den 4 Juni W2* _______ 7 * abends__ o ■ —iv rU/tn---- ©woicoioi 9 eenn Q a<>* eter-t ®«ei'» • »taten -«XH » Schnee o. (.rivpei» • "<»« X »ewtter .Q-. se* eeichier Ost >veiu«* Hn gehen i't Te«ecr«luf «• P't l-r en eeren^ee Ort» «n giocMM «Ml ei>ur«<.BMU« UufUrM» iveitc woi aue j age. Das nordeuropäische Drucksallgebiet hat sich infolge starker Temperaturgegensätze weiter vertieft und südlich ausgebreitet. Sein Kern lag heute morgen über dem Botnischen Meerbusen und Finnland. Die an der Rückseite der Störung vordringenden kühleren Luftmassen führen zu veränderlichem Wetter mit Regen in Form von Schauern, und lassen zunächst keine Erwarmung auf kommen. Wettervoraussage für Mittwoch: Wechselnd wolkig, kühl, zeitweise etwa- Regen. Witterungsaussichten f. Donners- tag: Roch kühleS, wechselnd wolliges Wetter mit vereinzelten DiedcrschlSgen. Lufttemperaturen am 4. Juni, mittag» 26,5 Grad Telsius, abends 17 Grad Celsius am 5 Juni, morgens 10,6 Grad Celsius. Maximum 27 Grad Celsius, Minimum 9,8 Grad Celsius. — (ErDtemperaturcn am 4. Juni: abends 22,3 Grad Celsius: am 5. Juni: morgens 18,3 Grad Celsius. — Niederschlag 0,3 Millimeter. — Sonnenscheindauer 9% Stunden. 3 rÄ «” Ssi$ L'! *s °» S i fC* Bf liAmann (W laufreim), Wm a!8 treue Zeugen t Mmu8 sum ». von Lhrißuswrb tiSen" verschnen fcinW 3“ "ö Aunbertc an. otm ihren vredigtea. ei totfwierßen M ftentye, die von v' dort in Oberem Menschen, die m g«sen und Drten s lud) aui dem ! Dünner nach Obi bifltn Glauben 1 dieser Danner to bai Komitee der' schona, ihnen e ihnen in Iibe.'stin chen diene. 6o U fionar nach Lision, mit ihrem Hau^tgelchäss in Dieben, 'jModfttotie 4. und ihren Filiale:, in granflurL Bafel. Kön.g. der» ift au» der deffifchen ^ugermiflioniarbeit hervor- gegangen. Der Verband der Hessischen PUacrmiiiions-gc- mernschaiten hat fich zum ulel seiner Arbeit die Pflege der Gemcinschait nach Apostelgeschichte 2.42 gelebt. C;c will dem Beispiel ihre- Mci- sters folgend lidb der Armen und TKUi^'enen in besonderer "ZB-cifc an nehmen. Al- nächste- Ziel hat sie sich die Schasfung eine- Alter-Heime- und eine* Waisenhauses DorgeftdIL In fehlerem sollen auch sittlich Gefallene bi» lut Enkwöhnuna chrer Kinder, und die Kinder bis zur Schulentlassung Ausnahme finden. Gaben zu Dietern Zwecke können auf da- Poft- scheckkonto Ä. Peters Mücke Frankfurt 18 259 mit Zusatz .Heimat für Heimatlofe" tingc- ädhlt werden Die 52 tätige Festschrift zu 50 Mennig bä der Buchhandlung der Pilgermisfion, Mockflrahe 4, und am 10. 3uni an den Kaffen der ftädl. Fefthalle zu haben, gibt näheren Aufschluß über da- Wesen und Daseinsrecht der Gemeinschaften, über die Ziele der Pilycrrnts- fion und die Entwicklung der beff Arbeit der- feiten. 3n der städi. Fellballe soll am 10. Juni fs.ehe Anzeigen> da- Jubiläum gefeiert werden. • < T^osinfest in öcr Bolkshalle. Aus der provinzialhauptfiadt. Sieben, den 5. Juni 1928. Straßenbahn Gießen-Wieseck. Lachdem der .Siebener Anzeiger" schon vor einigen Jahren die Schaffung einer Straßen- bahnverbinduna Gießen — Weseck angeregt hatte, bk daraufhin zwischen (Sieben und Wieseck gepslogenen Verhandlungen aber gescheitert waren, ift nunmehr diese 5ray wieder in den Vordergrund bei kommunalen Ialeresses gerüdt worden. Dor einigen Dagen hat eine De- sprechung zwischen Burgerm ifter Dr Seid und hem Direktor d?s 6täJt Elrktrizilät-werks und her Stra enbahn Stolle ali Berträer der ©tabt Gießen, und Bürgermeister Schomber als Vertreter der Gemeinde Wieled stattgesunden. die sich um die Weiterführung unterer Strassenbahn nach Wiefeck drehte. In dieser ____ christliche Erholungsheime. H> .Bethesda", Frankfurter Straße 37. und H. .Bethel", Lindenstraße 1' . ,031 bei beim Z l enf u ng e rh o f" Station Mücke gebärt auch zu der Pilgermiflionsartett. In ihm können 70 Gäste für Leib und Seele Stärkung finden. In einem Iugendbund mit eigenem VereinSorgan .Die christliche Jugend' find Jungens und Mädels zusammengeschloffen. Der Alicesrauenverein vom Boten Kreuz veranstaltete am Sonntag, von nachmittags 3 Uhr ab in der Volk-Halle ein Rosen- f e st für xinber Der Verein bereitet bekanntlich alljährlich zu Weihnachten den Kindern unserer gefallenen Krieger eine schöne Weihnachtsfeier, bei bet sie bewirtet und reichlich beschenkt werben. Der Reinertrag des Rosenfeste- am Sonntag soll dem Verein die Mittel in die Hand geben. Oab er den Kriegswaisen auch in biesem Jahr wieder diele lieh der ihnen widerfahrenen Gnade. Heute stehen auf 20 Hauptstationen mit 141 Aubenorlen 24 Evangelisten und 4 MisfumS- schwestem im Dienst der Pilgermission in Hessen Ss konnten 25 Gemeinschastshäuser und Säle gebaut werden. Beim Bau blefer Häuser offenbarte sich sehr oft ein bewundernswerter Opfersinn. Auch in Sieben hat die P ilgermiss ion seit 1898 in der Stadtmifsion Löber- Ecabe 14 eine Arbeit. 3n Bad-Rauheim »nnten 2 chästliche Erholungsheime. Haus ►au» mußte. Auch für dufe Darbietung dankte das J3u- bhfum bu:d) ftünni*d)cn De'fall. Im oberen solchen mar ein Safperlettzeater ausgemacht, besten Sorfubrungen alt und iuntz sehr viel Freude mack-» len und sehr beifällig ausgenommen mürben. Auf her Buhne wurden noch allerlei muntere »reis- spiele und 'Helgen ausgcsührl. und die Musik 'pielte fleibin ihre flotten Weisen frar zu rasch oerflof.en die schancn ötunben; der erste Teil de» Feste» ging au Ende _ . Der Abend war »ür die Erwachsenen und die schulentlassene Jugend bestimmt. Letztes hatte sich erfreulicherweise in lehr großer Zahl ein- gesunden. Ausgiebig wurde dem Tanzvergnügen gehuldigt An dieser Stelle fei mit besonderer Anerkennung bet waderen Sanitäter von der SrdtPiHigen San tätSkolonne vom Roten Kreuz gedacht. Wahrend des ganzen Feste- waren sie überall mit Umsicht und »mügteit tätig, während te- Tanzens hatten sie den ganz besonder- schwierigen Ordnungsdienst übernommen. Glanzpunkte des abendlichen Programm- waren die XanMorfübrungen, die Tanrlchrer Ewald Väulke mit seiner Partnerin Fräulein Anni Besprechung die nicht vor dem Forum der Oeffentlichleit stattfand, über die aber in befremdender Weife von anderer Seite Mitteilungen in die Oefsentlichkeit gebracht wurden, erörterte man zunächst einige Vorfragen. Der nächste Schritt dürfte in einigen Tagen zu erwarten sein, jedoch steht die ganze Sache noch durchaus im Stadium der allerersten Fühlungnahme. Wir begrüben die erneute Anknüpiung der seinerzeit abgerissenen Fäden, halten e- aber im Isttercs!« t * .7- . ‘/_ auf: Erzählende Literatur 745. Zeitschriften IN, Jugend'chriiten 98. Gedichte und Dramen 6, Länder- und Völkerkunde 55. Kulturgeschichte 11, Geich.chw und Biographien 55. KunstgSchichte 4. Raturwissenscha t und Technologie 20. Heer- und Gewesen 1. Religion und Phtlo ophie 12. SlaatS- wissenscha t 6, vprachwislenscha t 7. Fremd pr übliche- 3 Bände Rach auswärts fanen 7 B..nde. " Sine Zusammenkunft des ehemaligen Landwehr-Infanterie-Re- gimentSRr. 116 fand am Sonntag in Frankfurt a. M. bei einer Beteiligung von etwa 250 Kameraden a us Obcrfccf en und Starkenburg statt. Fr. S ch n e i de r - Gießen sprach herzliche Te- grübungitoorlc. Kamerad Heb' Frankfurt hieß die Kameraden willkommen. Prof. Dr. Sgcr- Gießcn hielt einen Vortrag über Kr.eascrlednisse in 1914 und 1915. Anschließend wurde der gefallenen Kameraden gedacht Heber den Antrag, einen großen RegnnentSiag 1^33 in Gießen abzuhalten und damit daS 10. Stiftung» est der Land- wchrvercintgunz G e'-en zu verbinden, cntwtckelie fich eine lebhafte AuSfprache. Der Antrag wurde angenommen und ein Ausschuß gewählt, der die Tagung vorbereiten fall. Zum Ausschuß gehören ic drei Surren aal Gießen, Offenbach und Bad- Rauheim. Der Tagung ging eine Zusammenkunft der Offiziere deS Regiment- voraus, zu der sich auch der ehemalige Regimentskommandeur Oberst a. D. Kötfchau einfand " Fivgerabdrudverfahren bei Zigeunern. Unter .nach Zigeunerart herum- ziehenden Personen', von denen nach einem Runderlaß de- preußischen Minister- de- Innern Fingerabdrücke zu nehmen find, find Personen zu verstehen, die ohne Erwerb von Ort zu Ort ziehen und über deren Persönlich'eit Zweifel bestehen. D:e der Amil. Preuß. Pressedienst einem neueren Runderlab de- preuf). Innenminister» entnimmt. sindet jener Erlaß auf Hausierer, Schausteller und andere Gewerbetreibende selbstverständlich keine Anwendung, zumal, wenn sie sich im Besitze ordnungsmäßig aulgeftefiter Ausweise lWandergewerbeschein) teiinten. Mißgriffe. die vereinzelt bereit» vorgekommen find, müffen unter allen ilmftänben vennieden werden. WSR. Zur Vorbeugung gegenRubr. Zur Veerenzeit und aut Zett des reifenden Obste» liegt eine besondere Gefahr für Erkrankung an Ruhr vor. Diese Krankheit entsteht, wenn Magen oder Darm durch Otiältung in Einordnung geraten sind und dann nicht mehr den eindringenden Ruhrerregern genügest en Widerstand leisten. Auch die scharfe Säure unreifen Obste» kann den Darm so angreifen, daß die Ruhrerreger einen günstigen Boden finden. Die Ruhrerreger gelangen durch den Mund in den Magen und Darm. Sie finden sich öfter- auf der Schale deS Obste-, Auch können sie durch Fliegen auf Nahrungsmittel gebracht werden und so in den Magen und Darm gelangen. Man schützt sich also gegen diese schmerzhafte und gc* sährliche Krankheit, indem man sich vor Erkal- lung hütet, kein Obst genieht, da» noch nicht aus- gereist ist, die Rahrungsmittel vor den fliegen bewahrt und vor allem dadurch, daß man das Obst vor dem Genuß wäscht. Jeder Darmstörung muß Beachtung geschenkt werden. Freude bereiten kann. ES darf vorweg gesagt werden, daß die Veranstaltung, die sowohl nachmittags alS auch am Abend aus allen Kreisen der Bevölkerung sehr stark besucht war, einen prächtigen Verlaus nahm Die Oberleitung des Festes lag in den Händen der verdicnstvollen Dorfitzcndcn des Altcesrauen- Vereins. Frau Prof. D r. Kramer. Es war dem Verein gelungen, alle Frauenvereine der Stadt Gießen zur Mitarbeit bei der Vor- berettung und Durchführung des Festes zu gewinnen. So fah man das erhebende Bild, daß Angehörige aller BevölkerungSschichten, aller Parteien und Konfessionen sich zu selbstloser Arbeit im Dienste der edlen Sache zusammengcsun- den hatten. Es war gut so. denn die Ltebes- täiigleit und Fürsorge an den Hinterbliebenen der im Weltkrieg Gesottenen darf nicht Sache einzelner Stände und Parteien sein, sie ist eine Angelegenheit des gesamten deutschen Volkes und mub es auch bleiben. Die Volk-Halle war mit Fahnen, insbesondere aber mit Rosen und Girlanden prächtig geschmückt. Da» frische Grün der Maien, daS man an den Säulen angebracht hatte, gab dem Schmuck eine besondere Rote. In zahlreichen Verkaufsständen, die durchweg eine geschmack- volle Ausmachung zeigten, wurden den Besuchern Erfrischungen und Genüsse aller Art in reicher Auswahl und sehr wohlfeil angeboten. Unablässig und mit stets gleichbleibcmder Freund- lichkeit waren die Damen, die sich in sehr großer Zahl zur Bedienung der Gäste zur Verfügung gestellt hatten, bemüht, ihre Gaben unterzubringen. Der größte Teil bet zum Verkauf angebotenen Gegenstände und Erfrischungen war von (Siebener Bürgern zu diesem Zwecke gestiftet worden. Unter den Klängen eines von der Kapelle Topp gespielten Marsches erfolgte der Einzug der Üfnderschar, die berufen war, den ersten Teil de» Programms zu bestreiten. Es waren Mädchen und Knaben aus allen Schulen Gießens, insbesondere aber die Kleinen, die man in den verschiedenen Kindergärten unserer Stadt betreut. Es war ein überaus reizvolles Bild, das die festlich gekleidete Kinderschar bot, die, Überreich mit Blumen geschmückt, Aosen im Haar, und Rosenkränze oder Girlanden tragend, geführt von zahlreichen Helferinnen, in die Halle einzog. In überraschend kurzer Zeil gelang e, den geschulten Hilfskräften, den Damen aus Den einzelnen Kindergärten, die jugendliche Schar auf der Bühne zu gruppieren, so daß alsbald die erste Programmnummer, das Märchen- spiel „Dornrösdien" gezeigt werden konnte. Als der Vorhang sich hob, bot sich 6en Besuchern ein über- wältigender Anblick. In malerischen Gruppen umstand die rosengeschmlickle Kinverschar das Dornröschen, alle in tiefen Schlaf versunken, bis der Märchenprin; sie erlöste. Lebhafter Beifall dankte den jugendlichen Darstellern und ihren Helferinnen für die prachtvolle Leistung. Rach einer Pause, in der die Kinder Gelegenheit hatten, sich zu ihren (Eltern zu begeben und Erfrischungen einzunehmen, wurde von vier Paaren kleiner Kinder in entsprechender Tracht ein „Biedermeiertanz" ausgeführt. in her östenttichen Erörterung dieser außer- or deutlich schwerwiegnrden Angelegenheit zunächst mit größter Zurückhaltung und Vorsicht verfahren wird Zünftig Jahre pilgermissionsarbeit in Hessen 1878-1928. 3a der Mitte des 19. Jahrhundert« waren es die Pfarrer Stein in Riederkleen. Pfarrer Bichmann lösch), Pfarrer Münch i'Bab- Rauheim), Pfarrer listig (Pohl-GönS), die al» treue Zeugen Gottes, allem toten Raiioualis- Ü»mu» zum Trotz, das ungebrochene Evangelium von Ehrtstus verkündigten. Sie waren al» .Pietisten" verschrien und hatten viel Spott und Feindschaft zu erdulden. Ader ihr Zeuoni» zog Hunderte an. Stundenweit tarnen die Leute zu ihren Predigten. Sie hielten neben den offiziellen Gottesoiei sten Bibelstunden und AtendgotteS» dienste. die von vielen besucht waren Da und dort in Oberhessen en standen Heine Kreise solcher Menschen, die in Privattzrbauungi.stunden mit Lesen und Beten sich in Gottes Wort vertieften. Auch au» dem gesegneten Wuppertal kehrten Männer nach Oberhessen zurück, die zum lebendigen Glauben erwacht waren. Sine Anzahl dieser Männer wandten sich im Jahre 1878 an da» Komitee der Pilgermission St. Shri- fchono, ihnen einen Missionar zu senden, der ihnen in Bibelstunden, Haus- und Kranlentesa- chen diene. So kam Der erste Pilgermisst o n a r nach Lich. Sr sand freudige Aufnahme in den kleinen Kreisen der mit Ernst Christen sein wollenden Menschen. Aber auch um so größere Feindschaft von manchen Veiten. Man nannte ihn einen Sektierer, der die kirchliche Ordnung störte. Diese „unnötigen Neuerungen und Ahwärmerei muffe man unterdrücken" war die Parole. Obwohl die Pilgermisfion ganz auf dem Boden der Reformation und alten Kirchenväter steht und die Bibel al» einzige Richtschnur anerkennt, sand ihre Arbeit große Feindschaft und Ablehnung von feiten der Kirche. Wa« Luther in feiner deutschen Messe (1526) al» Kirchenideal binftefite, „daß alle diejenigen, welche mit Ernst Christen sein wollten, sich einzeichnen, und in einem Hause sich zum Gebet. Lesen und Sakrament versammeln sollten", das strebt die Pilgermission an. Sie will Speners Rat, daß es von einer Reformation der Lehre zu einer Reformation deS Lebens kommen muffe, befolgen. Zu diesem Zweck suchen ihre Boten das ungefüllte Evangelium von der Gnade in Christo Jesu den Menschen aus mancherlei Weise nahezubringen. So taten auch die ersten Boten ihre Arbeit. Immer neue Orte erschlossen sich Dis in» Biedenkopfsche, den Kreis Marburg und den Vogelsberg kamen die Missionare. Oft dem Evangelium ganz fremde Menschen, ja Spötter erlebten die Kraft de» Wortes Gottes und wurden in ihrer Umgebung Zeugen Spie», zeigte. Unter stärkster Aufmerksamkeit bewunderte das Publikum die fabelhafte Beweglichkeit und das erstaunliche Geschick des tanzenden PaareS, und dankte ihm durch rauschenden Beisatt. Mit großer Spannung wurde auch daS unter der Leitung der Herren Bäulke stehende Tanz-Turnier reriolgt. Acht Paare halten sich dazu gemeldet, die drei vorgeschriebene Tänre aussühren mußten. Es wurden folgende Prei'e verteilt: 1. Preis: Fräulein Klein und Herr Gröninger. 2. Preis: Stäulein Schmittgall und Herr Seipp. 3. Preis: Fräulein Kehler und Herr Bue», 4. Preis: Fräulein Schmidt und Herr Hübner, Trostpreis Fräulein Weidenbach und Herr Schilling. Rach Mitternacht erst fand das in allen Teilen wohlgelungene Fest fein Ende. Taten für Mittwoch. 6 Zuni. Sonnenaufgang 3.46 Uhr, Sonnenuntergang 20.11 Uhr, — Mondaufgang 23.09 Uhr, Monduntergang 5AöOö^ber Dramatiter Pierre Corneille in Rouen geboren (gestorben 1684); — 1799: der Dichter Alexander Sergej Puschkin in Moskau geboren (ge- fiorben 1837); — 1869: der Komponist Siegfried Wagner in Triebschen bei Luzern geboren; — 1875: der Schriftsteller Thomas Mann in Lübeck geboren; — 1908: der Geograph Rudolf Credner in Greifs- wald gestorben (geboren 1850); — 1916: Lord Bit- d)ener an Bord de» Panzerkreuzers „Hampshire' mit seinem Stabe bei den Vrkneyinseln unter- gegangen (geboren 1850). tticsjener Wochcnntarktpreise Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35, Wirsing 25, Spinat 20, Römischkohl 20 biS 25, Spargel 50 bi» 120, Erbsen 25, Tomaten 120, Zwiebeln 18 bis 20, Meerrettich 100, Rhabarber 20, Kartoffeln 4 bis 5.5. Aepfel 20 bis 60, Kirsch-n 70 bis 120, Stachelbeeren 40, Erdbeeren 240, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; «afe (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Eier 11 bi» 12, Blumenkohl 80 bis 160, Salat 10 bis 15, ßalat- gurfen 60 bis 80, Ober-Kohlravl 25 bis 40, Rettich 20 bis 30 Pf. das Sjück; gelbe Rüben 30 bis 100, Radieschen 10 bis 15 Ps. das Bund. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater Gießen: Gastspiel bei Kurtheaters Bad-Rauheirn: „Qlrm wie eine Kirchenmaus. Anfang 19.45 llbr; Ende gegen 22 Uhr. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße .Was Kinder^den Eltern verschweigen". — T ft ria-^ich fp e e: Freibeuter der Prärie". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns gefchlirben: In der heutigen Abendvorstellung .Arm wie eine Kirchenmaus' wirken mit die Damen Krahmer und Scherer und die Herren Baste. Gehre, Goll, Link- mann . Tannert. Wesener. Die Spielleitung ist in Händen von Adolf T e l e k h. Gewerbeverein Gießen. Rächst:n Donnerstagabend im Gewerbe Haus Hauptversammlung. (Siehe Anzeige.) « Hk. Der Gießener pharmakologische Lehrstuhl. Wie die .Hochschul-Korrespondenz" hört hat der ordentliche Professor der Pharmakologie an der Medizinischen Akademie in Düssel- dort Dr. Fritz Hildebrandt einen Ruf an die UniDer.ität Gießen erhalten. " Oesfentliche Bücherhalle. Im Wal mnrbtm 1134 Bände auSaeliehen. Davon kamen Serliner Börse. Berlin, 5.Juni. (WTB. Funkspruch) Im heutigen Frühverkehr ist e» vorläufig noch sehr still. Der auf 7 o. H. erhöhte Satz für Tagesgeld und der flaue Schluß der Reuyorker Börfc hatte eine merkliche Unsicherheit hervorgerufen und die Spekulation zu Abgaben bereiter gemacht. Siemen» härte man 370 (Brief) und Farben 287 (Brief) Am Devisenmarkt ift die Tendenz sehr undurchsichtig. Zuverlässige Kurse sind nicht zu hören. Man taxiert Paris 124,20, Mailand 92,65, das Pfund 488,25 und den Dollar 4,1785.__ llräger Stuhlgang. (Eine Gefahr für die Gesundheit. Bon Dr. meb. Thraenharl, Freiburg. Die verbreitetsten und zugleich unangenebrnfien Cer« dauungSbefchwerden find Ltuhtoerftopfung und träger. unuireidjenber £ nblgang. Die unor tuchbaren Bestandteile der dem »örver Aimefübrten ^nbruna»- mt.tel werden zu lang'am ausgeiwteden und bleiben habet im Dann liegen. Diese Anbäu'ung »eileitet Spei le reite im Darinkanal kann die verschieden- antauen eschwerden beröornifen. Der "etb wird gespannt und aufgebläht, man »lihlt stch unbebaglich, leidet an dein Gei übt der Bälle und an Appetitlosigkeit. Uiuiandrang. Eingenoinmenfein de» Kaufes und leichte Scbiuinoelaciüble machen fku bemerkbar. Deshalb muü unbedingt trägem Stuhlgang vor- gebeugt ober bereits eingetretene Sinhlverstopiung befeinat werden. Hier ist nach dem Urteil bedeutender Vertreter der mebhmntbeti Wtssenichail der längere Gebrauch eines vilanzltchen AblllbrmtttelS angezetgt. Zn den beüen dieser Mittel gebären »do- ibeker Btchard Brandt » Lchweizerptllen Durch ihre rein vstanziiche Zuiainmenietzung wirken sie unbedingt znve> lässig abtlltzr end und zugleich bernbtgend und lindernd auf Magen und Darm. Der Brei» von einer Mark und illnstia Biennigen für die in jeder Ävoibeke erbälilttbe Schachtel bedeutet nur eine geringe Ausgabe. (4115s« Koblenz a.Rh. Auf Ihrer Hhein-Reise finden Sie im Hotel M rilta Schwein“ Am Plan 16 schöne preiswerte Fremdenzimmer und beste Vei pfl «ung. Garage im Hanse. Für Vereine, Klubs n. Wochenendgäste Vorzugspreise. «siD Inhaber: H.Isenbürger Restaurant und Cafä I. Etage Höhenhaus-Bierstube im Parterre 04249 Beamte ohne An; xahlung Herren» und Damenkonfektion WIMM 18 eine Treppe Gtzi Seefische irische und gevauchevie Sische in großer Auswahl zu mäßigen Preisen im ziWSmi'iWrsWMk» Tel. 2417 Marktstrahc 14 Tel. 2417 Fnfchnfch kann bis *ur gewünschten Zeit g»i (Lia liegen bleiben. S"42a Frische Fische! 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Schwester, Schwägerin, Nichte, Kusine und Enkelin Frau Auguste Gilbert geb. Büttner im Alter von 28 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Gilbert und Kinder Familie Adam Büttner und Angehörige. Gießen (Marktplatz 8>, Neuyork. Heuchelheim. Ratingen bei Düsseldorf, 5. Juni 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag. 7. Juni, nachmittags 2'/, Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. _______________________________________________________ 04285 Knitze Wohlfabrls-Wert-Lotlerie zom Besten der Pensionsanstalt der Genossenschaft Deutscher Bflhnenanßebörifier 5. Juli Arbeitsvergebung. Unter Zugrundelegung der ReichSvcr- dingungSordnung sollen für den An- und Umbau der Echillerschule nachfolgende Arbeiten vergeben werden: 5560 B AUXOLI KOPFWASSER Em Los nur 50 Pfennig Em Los nur 50 Pfennig Hauptgewinn Ein Wochenendhaus wird erbaut am Wohnslti des Gewinners t Hauptgewinn 1 Schlafzimmer und Küche Krieger-Verein Kietzen Die Beerdigung unseres Heben Kameraden Heinrich Priefe Ebelstr., findet Mittwoch, 6. Juni, 3 Uhr nachmitt, auf dein Neuen Friedhof statt. Bitte Orden und Ehrenzelcii. anleg. Der Vorstand. Sonntag morgen 10*'< Uhr verschied plötzlich nach kurzem schweren Leiden mein lieber guter Mann, treusorgender Vater seiner Kinder Bäckermeister Heinrich Priel im Alter von 55 Jahren. in tiefer Trauer: Frun Kat h. Prieß geb. Jung nebst Kindern. Gießen (Ebelstraße 2), den 5. Juni 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Juni, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04281 Statt Karten! 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Das iji der Äachlriezsze len die Jrrchulle, bv Qtbf es keine lech Iichen Drohiaien, o non sich konzenlrie vorwärtsdrängende deraufbaukurve. 5 Planmäßige Außer tlvere Ziele als di daß irgendeine K ^ven Organismus «lies kann es in W weil jeder na ^latenten, oft z oilflosigkett, wie g Nr. 150 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 5. Juni (928 Oesterreich. Don Ren6 Kraus»Wien. Die nachfolgenden Aufsätze gewinnen für den Reichsdeutschen vielleicht gerade dadurch ein besonderes Interesse, daß sie österreichische Probleme vom Standpunkte eine- österreichischen Journalisten zeigen, der reichlich Gelegenheit hatte, sein Vaterland von drinnen und draußen zu sehen. AuS diesem Grunde enthalten wir unS jeder eigenen Stellungnahme. Folgende Nachrichten auS Oesterreich gingen in den letzten Togen durch die deutsche und vtel- foch auch durch die internationale Presse: Heute - der Republikanische Schutzbund (in Deutschland dem Roten Frvntkämpfcrbund eher vergleichbar als dem Reichsbanner Schwarz-Rvt- Gold) beschloß, in Hinkunft Scharfschießubungen au veranstalten, da die Heimwehr-Organisation der Bauern angeblich auch bewaffnete Manöver abhalten Gestern — zur Erinnerung an den Kriegsausbruch, der die bekannte Verstümmelung Tirols Aur Folge hatte,-flaggte das italienische Deneraltonsulat in Innsbruck. Die stürmischen WiderspruchSlundgebungen der Bevölke- t g muhten durch eine Abteilung deS österreichischen BundeShcereS, die den italienischen Farben den Ehrensalut erwies, desavouiert werben. Liebrigens war ein Einvernehmen zwischen den Parteien des Tiroler Landtages bezüglich einer Protestresolution nicht herzustellen, so bah diese unterbleiben muhte. Vorgestern - in der alpinen Montangesellschast. dem einzigen großen Industrieunternehmen Oesterreichs, dessen Aktien- mehrhckt sich übrigen- in reichSdcutschen Händen befindet, kam es zu einem politischen Streik, hervorgeruleu durch die Weigerung der Direktion, Arbeiter zu entlassen, die sich der sozialistischen Gewerkschaft nicht anschliehen wollten. Lind, all die Tage hindurch und alle anderen Sensationen überragend: Frau Marie Ieritza, der vergötterte, vor allem selbstvergöttcrte Star der Diener StaatSoper. drohte, ihre Beziehungen zu diesem Kunstinstitut ab^ubrechen, da sie bei einer Orden-Verteilung nicht besser behandelt worden war, alS die anderen Primadonnen auch. Festgcstellt sei, bah der Konflikt, der sich an diese Drohung einer unverstandenen Diva knüpfte, in der Oefsentlichkeit weit lebhafteren Widerhall sand. alS alle Staatskrisen zusammen. Denn Oesterreich ist ein müdes Land und politikmüde ist seine Bevölkerung vor allem. Man schirnvft aus die ganze Weltgeschichte, an deren unerbittlichem Ablauf der Staat und der Wohlstand seiner Bevölkerung zerbrachen. Man ist Jtoirdeur gegen die eigenen Partcisührer. die von ihrer Hilflosigkeit im Sachlichen durch agitatorischen Radikalismus ablenken wollen. Trotzdem ist die Wahlbeteiligung stärker, trotzdem sind die Gegensätze schärfer, trotzdem sind die Zusammenfi öhe und Katastrophen zahlreicher als in irgendeinem anderen Staat, in dem es keine nationalen Reibungen gibt. Hart im Raume stohen sich die Dinge. Der Raum, in den die Oesterreicher zusammengepfercht sind, i st zu klein. Das ist allgemein-deutsches Schicksal der Nachkriegszeit. Aber in Oesterreich leh- Icn die Impulse, die die Grenzen sprengen. Hier gibt eS keine technischen und keine wirtschaftlichen Drohtaten. aus die die Energie einer Ration sich konzentrieren könnte. Hier gibt es kein vorwärtsdrängendes Tempo und keine steile Wic- derausbaukurve. Hier gibt eS nicht einmal eine planmähige Außenpolitik, die größere, konstruktivere Ziele als dieses haben könnte: vermeiden, daß irgendeine Funktionsstörung des europäischen Organismus gerade uns verletzt. Das allcv kann es in Oesterreich gar nicht geben. Und weil jeder nach außen gerichtete AuSbruch der latenten, oft zur Verzweiflung gesteigerten Hilflosigkeit, wie gerade ein Beispiel aus den letzten Tagen erwiesen hat. zu keinem anderen Ergebnis führen kann. alS zu dem. dah öster- retchlsches Militär den Generalmarfch spielen muß zu einer neuen Demütigung, die uns an- Setan wird, ist eS schon ganz gut. wenn alle Enttäuschungen und alle Veäntterung sich in inneren Frrtiwnen auswirken, so wenig dieke auch fachlich begründet erscheinen mögen. Die Kämpfe, die Oesterreich nicht zur Ruhe kommen lassen, find immer Machtkämpfe und niemals solche, die sich auS sachlichen Meinungsverschiedenheiten ergeben. Obwohl beide Parteien. zwischen denen der Kampf geht, ausgesprochene Weltanschauungsparteien sind — die eine vertritt den Marxismus, die andere den katholischen Klerllalismus. beide viel intransigenter, alS ihre Bruderparteien im Reiche —. handelt eS sich in ihren Auseinandersetzungen doch nie um Fragen von prinzipieller Bedeutung Die Sozialdemokratie sucht immer neue Einflußsphären zu erobern. Die Christlichsozialen bemühen sich zu retten. waS zu retten ist. Auf diese Formel läßt sich die ganze österreichi- sche Innenpolitik bringen Man kann sie nicht verstehen, ohne der spezifischen Eigenart der österreichischen S o - ztaldemokratie gerecht zu werden. Ihre theoretische Schule, ans der übrigens auch Männer hervorgegangen find, die später in der rcichs- deutschen Partei eine große Rollen spielten, wie Hilferding. nannte man früher den .Austromarxismus". Diese Bezeichnung hat mittlerweile ihre Bedeutung gewandelt. Heute bedeutet der Ausdruck .Austromarxismus" nicht mehr die Jung-Wiener Schule der marxistischen Geisteswissenschaft. Heute ist er die Bezeichnung für den radikalsten, intransigentesten, bestorganisierten, machthungrigsten, gefchicktesten. skrupellosesten politischen Sozialismus der Welt — eben für den österreichischen. Der Austromarxismus ist kleinbürgerlich und bolsche- wistelnd zugleich. Er organisiert die Staatsbeamten wie alle anderen Kategorien von Lohnempfängern. deren Unterbezahlung seine Agitation ausnützt, genau so wie die Mieter, auch die Besitzer ganz großer Wohnungen, die an der Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes, in dem überhaupt keine Mieten gezahlt werden, interessiert sind. 11 nß gleichzeitig reklamiert er, wie sein intellektueller Führer Dr. Otto Bauer ausdrücklich auf dem letzten Parteitag erklärte, die .halbkommunistischen Wildlinge" für sich, also jene Elemente, die die unglückseligen Zwischenfälle vom vergangenen Juli provoziert haben. Diktor Adlers, des genialen PaNeigründerS. Taktik, die Einheit der Aktion und der Bewegung um jeden Preis zu wahren, wird hier mit einer Meisterschaft befolgt, die einer größeren Sache würdig wäre Den Grundsatz .Lieber mit den Massen irren, alS gegen die Massen recht behalten!" haben beinahe gleichzeitig der Führer der reich-deutschen Sozialdemokratie Wels und der Führer der österreichischen Genossen Dr. Dauer au-gefprvchen. Während Wels diesen Grundsatz jedoch nur als Dersammlungsphrase gewertet wißen wollte, wie aus der Tatsache hervorgeht, daß er ihn im offiziellen Bericht über feine Rede unterdrücken ließ, ist diese zynische Phrase für Bauer e in Glaubensbekenntnis. da- er nicht oft genug wiederholen kann. Ers kommt ihm eben nicht darauf an, ob man recht habe Daß man recht behält. daß man der Mächtigere ist — daS ist alles. Die Sünde des Austromarxismus liegt in seinem skrupellosen Kampf gegen die Staalsautori- tät Dieser vollständige Mangel an Autorität ist ja das Leiden Oesterreich- an sich. Der Staat ist außeroroentlich unpopulär. Außer den Verfassern des sogenannten Friedensvertrages von 6t. Germain hat lein Mensch ihn gewollt. Die Bevölkerung fühlt sich in diesem ungeliebten Staat wie in einem Konzentrationslager Ihre Strahendemonstrationen, ihre Schießübungen und ihre Streiks find Ausbrüche der Stacheldraht- krankheit. Und ohne Rückficht auf die Folgen, lediglich von seinem hemmungslosen Willen zur Macht geleitet, bläst der AustromarxiSmuS in- Feuer, das den Körper Oesterreichs durchglüht. DaS Tauziehen der beiden Parteien, das Ge- Seneinanßertegicren bet Bundes-, Landes- und »emeindebehörden, die psychische Depression der Bevölkerung, der Mangel an Autorität im Innern und nach außen, die Politik der Habel- stiche. benen Oesterreich bon seinen lieben Rachbarn fortwährend ausgesetzt ist. die bekannten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die in der schwer passiven Handels- und Zahlungsbilanz und in der besorgniserregend hohen Arbeitslosigkeit zum Ausdruck kommen, charakterisieren die Dauerkrise dieses Staates. Wie unendlich viel trotzdem geleistet wurde, wieviel angestrebt wird und von einer Wandlung der Verhältnisse noch zu erhosfen ist. soll ein nächster Aufsatz skizzieren. Geschichten aus aller Wett. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Tas Hochzcitsschiff „Empreh of Australia". (a) Reuhork. DaS kanadische Schiff „Empteh os Australia" hat eine merkwürdige Berühmtheit erlangt. Alljährlich unternimmt es eine Weltreise, während der seine Passagiere weiter nichts zu tun haben. alS die Schönheiten der Srde zu betrachten und sich wähvend der Fahrt an Bord zu unterhalten. Jetzt ist die ..Smpreß os Australia" wieder nach Kanada zurückgekehrt, und alS das Schiff in den Hafen einlief. wurde der Kapitän befragt, was denn das bemerkenswerteste Ereignis während der Weltreise gewesen wäre. Rach einigem Besinnen antwortete bet Kapitän: ,.2 ch habe während dieser Fahrt zwölf Chenge stiftet,daSi st,bitte.einRe- kord. Ss kommt nämlich vor. daß Damen und Herren, die sich auf dem Schiffe kennenlernen, die Rückkehr des Dampfers nicht abwarten, sondern sich schon während der Fahrt verloben und durch den Kapitän, der dos Recht hierzu hat, trauen lassen. Diesmal war solches also sogar mit 12 Paaren der Fall." Soweit der Kapitän. Als diese Nachricht durch die Presse ging, geschah das Sonderbare, daß wenige Tage später sämtliche Kabinenplätze für die nächste Weltreise belegt waren. Aber der Kapitän hat wenig Hoffnung, diesmal seinen bisherigen Rekord in der ©bcftiftung au brechen, ja er glaubt nicht einmal, bah er ihn auch nur im entferntesten erreichen wird. Unter den neuen Passagieren der „Empreß os Australia" befinden sich nämlich, wie die kanadische Presse meldet, über 90 Prozent zwar äußerst heiratslustige, jedoch in ziemlich vorgeschrittenem Alter befindliche Damen. Der Einbrecher unterschreibt eine Quittung. — Pari-. 2n einem kleinen Saal des Postamtes von H., der ausschließlich dem Gelbverkehr diente, arbeiteten zwei Beamtinnen kurz vor Schluß der Dienststunden an der TageSabrechnung. Da erhielten sie einen verspäteten und wenig willkommenen Besucher: einen maskierten Herrn, der die Damen, mit dem Revolver in der Hand, höflich ersuchte, ihm die Gelder auszuzahlen. Die eine Dame wurde beinahe ohnmächtig vor Schreck, die andere jedoch hielt eine kleine Ansprache an den Einbrecher: „Da Sie uns mit der Waffe zwingen, wäre ein Widerstand zwecklos. Ich würde Sic aber bitten, eine kleine Quittung zu unterschreiben, denn wir müssen den BcweiS erbringen. daß unter Leben gefährdet war, sonst wirb daS Geld vom Gehalt abgezogen." Rach kurzer Heberlegung erklärte sich der WaStierte bereit, die Quittung zu unterschreiben. Die tapfere kleine Postmeisterin forderte nun ,hve Kollegin auf. das Dell) tn der Kass« -u zahlen, und stellte ein Formular auS. Während der ganzen Zeit hielt der Besucher den Revolver hoch und bat wiederholt um größte Eile. Die ..Abrechnung" wurde denn auch ball) fertig, der Mann sollte 507 Pfund erhalten Die Post- mcifterin reichte ihm da- auSgefüllte Formular hin und der unvorsichtige Banbtt legte die Waffe auf den Tisch, um den Federhalter ergreifen zu können. In diesem Augenblick hielt ihm die Postmeisterin seine eigene Waffe unter die Rase: „Hände hoch!" Der Gefoppte sab ein, baß er auSgespielt hatte, ergriff die Flucht, wurde aber — dank der energischen Ikr’olgung des schlauen kleinen Fräulein- — gefaßt. SS stellte sich heraus. daß der Mann bereits mehrere Postämter mit Erfolg erleichterte, bevor ihm die ..Quittung" den Hals brach. Sr wurde zu elf Monaten Zwangsarbeit verurteilt, wahrend die ebenso pfiffige wie bclbenmütige Postmeisterin ein größeres Geldgeschenk von ihrer vorgesetzten Behörde erhielt. Ein ‘Mrrnlbrnmfl. (r) Amsterdam. Schauplatz Medan in Niederländisch Indien. Erster Akt: Sin Ehinefc — der Raine klingt wie ein paar Gongschläge und tut nicht- zur Sache - erhält von einem Schuldner an Zah- lungsstatt das gesamte Inventar für eine Arrak- brcnncrci. Diese nützliche und für viele Mitmenschen so erfreuliche Xätigtett ist in Qliebcr- ländisch-Indien an eine ziemlich kostspielige behördliche Lizenz gebunden. Aber eS wäre doch jammerschade, alle diese Retorten und Bottiche unbenutzt verrosten und verschmutzen zu lassen. Infolgedessen beginnt unser Chinese heimlich mit den ersten Prozeduren der auch anderswo beliebten Schwarzbrennerei. Sine neue Person tritt just in diesem ungeeigneten Augenblick auf: „Master OppaS" (der Herr Aufpasser«, wie die joviale Bezeichnung deS Polizeirechercheurs in Niederländisch-Indien lautet. Er erwischt den Ehinesen aus frischer Tat vor einem Bottich mit gegorenem ReiS Schweigen aus beiden Selten. Dann ein laute-, gutturales, beschwörendes Lamento des Ehinesen. „Master Oppas' bleibt stumm, beginnt dann aber säst unmerklich mit einer sehr bedeutsamen Zeichen- imb Gebärdensprache. Der Chinese stutzt, lächelt bann und erwidert auf dieselbe Art und Weise. Die Pantomime wird heftig in dem Moment. da .Master Oppas" zwischen zwei Wolken aus der Shagpseise die beiden Worte »hundert Gulden" murmelt Der Chinese macht Anstalten, sich verzweiflung-voll den Zopf au-zureihen. „Master Oppas" bleibt unerschütterlich und erklärt sich schließlich mit einer Abmachung einverstanden. auf der Stelle zehn Gulden Anzahlung imb den Rest des Schweigegeldes in wöchentlichen Raten zu empfangen---- Zweiter Aufzug: Der Chinese brütet Rache. Leidenschaftlicher Monolog In den penetrant duftenden Räumen seiner Schwarzbrennerei. Dann leuchtet auf der gelben Stirn ein Entschluß auf. Der Mann vom Reiche der Mitte läuft spornstreichs zum Polizeibuveau und denunziert in blumenreicher Sprache und mit unzähligen Kotau- den bestechlichen .Master Oppa-", der bisher schon insgesamt 60 Gulden empfangen habe. Ra- türlich ist diese Befchuldigung eines Beamten gleichzeitig eine Selbstanklage. Aber lieber die auf Schwarzbrennerei stehende einmalige Strafe als ewig in den Händen der Erpressung! Das Protokoll wird genehmigt und unterschrieben, der bezopfte Unterzeichner gleich in Gewahrsam gebracht, und zwei Polizisten machen sich auf Bruckner-Symphonie und „Meistersinger" - Vorspiel. jum bevorstehenden Volkökonzert ded Konzenvereins. Hatte das vorjährige Dollskonzert Beethoven- Gipfelwerk, die neunte Symphonie, geboten, k> gelangt diesmal in Anton Bruckner ebenfalls ein Großer zu Worte, der in seinen Werken aber eine andere Welt kündet. Bei Beethoven steht der Mensch im Mittelpunkt der Kunst, der von Sehnsucht nach Freiheit beherrscht ist. der als Held den Ausgleich zwischen Notwendigkeit deS Schicksals und innerer Freiheit erkämpft, ilnß aus dem Kämpfer Beethoven wird durch da- Ringen der Sieger Beethoven. Bruckner- Inneres ist frei vom Zwiespalt: ohne Ringen, voll von dem Bewußtsein der Gotteskindschaft und voll von Gotteserleben. Daher sind die Themen bei Beethoven in den Hauptsätzen energiegeladen und rhythmisch gestrafft, bei Bruckner schwebend, breit, strömend. Bei Beethoven ein Ringen mit der Form, eine in sich gespannte Architektur, bei Bruckner ein naives Sich-Ausströmenlassen au8 einem inneren ilrtricb, aus dem gefühlsmäßigen Erleben des Religiösen, ein gänzlich zu Musik umgewertetes inneres Empfinden, das in seiner Naturhaftig- leit fast unbewußt die größten Formen au- sich heraus organisch sich büßen läßt. In der Naturhastigkeit feiner Erfindung kann man Bruckner als wesensverwandt mü Franz Schubert ansehen: ihn aber zum Wagner-Epigonen stempeln zu wollen, wäre trotz der Einflüsse Wagner- auf seinen Orchesterklang durchaus verfehlt. Denn die Weltanschauung beider ist grundverschieden, dort eine Auseinandersetzung mit der Welt, hier ein inneres religiöses Suchen nach Erfassung des Göttlichen im All. Wagners Thematik ist in Verbindung mit dem Worte gezeugt. Bruckners Themen dagegen sind rein gefühlsgebunden. Die 7.Symphonie Bruckners (E-Sur) war berufen, den Namen des Meisters der Well bekannt zu geben und ihm die Stellung anzu- bahnen, die ihm fein Wirkungskreis Wien nicht hatte zuerkennen wollen. Es war ein Verdienst des damals neunundzwanzigjährigen Leipziger Theaterkapellmcisters Arthur R i k i s ch, der dieses Werk gelegentlich eines Konzertes zugunsten eines Richard-Wagner-Denkmals Im Dezember 1884 zur Uraufführung brachte. Der Erfolg übertraf die Hoffnungen des Meisters. München lernte wenige Monate später die Symphonie kennen: Bruckner selbst berichtet darüber: „Der Erfolg in München war der höchste meine- LebeiÄ." König Ludwig II. nahm die Widmung des Werkes an. Als nun aber die Wiener Philharmoniker an eine Wiedergabe der Siebenten dachten, da war Bruckner dagegen: „Ich protestiere gegen eine Aufführung meiner siebenten Symphonie, da dies in Wien wegen Han Slick und Konsorten keinen Zweck hat." Aus dem Tremolo der Geigen schwingt sich ein zerlegter Dreiklang aus der Tiefe zur Höhe, zum Licht empor, der t n einem leidenschaftlichen Nachsatz stch auSbreitet und zur llanglich gesteigerten Wiederholung des Haupttbemas führt. Rach Bruckner- Aeußerung habe ihm der verstorbene Linzer Kapellmeister Dorn das Thema im Traume angegeben. Ist die erste Themengruppe mehr harmonisch fundiert und männlich dramatisch gerichtet, so erhebt sich das zweite Thema linear, weiblich lyrisch, eingeführt durch Klarinette und Oboe; kvntrapunktische Sequenzen führen zu seiner Wiederkehr in bet Gegenbewe- gung: hinzutrclende Bläser steigern es zu einem klanglichen Höhepunkt, und das dritte Thema, rhythmisch belebt, tritt pianissimo ein, und nach seinem Aufwallen Hingt es mit einem friedlichen Abgesang aus. Die Durchführung nützt alle drei Themengruppen in ihrer klanglichen Wertung auS, gelangt zu neuen Bildungen, besonders wird das erste Thema in seiner Umkehrung und kontrapunktischen Verarbeitung zum klanglichen Grpselpunkt. Die Reprise läßt die Themen gewandelt erscheinen und ist reich an klanglichen Feinheiten: die Koda erhebt sich zu höchster Feierlichkeit über einem Orgelpunkt auf dem E (54 Takte lang). In klanglicher Glorie sttahll der Satz aus. Das Adagio steht ganz unter dem Eindrücke des Todes Richard Wagners (13. Februar 1883). Wie ein Ah en zieht es sich durch den schon im Januar 1883 begonnene Satz. Zu seinem Schüler Felix Mottl äußerte sich Bruckner: „Einmal kam ich nach Hause und war sehr traurig; ich dachte mit, lange kann bet Meister unmöglich mehr leben; ba fiel mit bas Cis-Moll-Adaaio ein.“ Man kann diesen Satz wohl als den geistigen Mittelpunkt der ganzen Symphonie ansehen, „als ein hohenpriestetliches Gebet, aufquellenb aus den tiefverborgenen Gründen des Herzens". Düstere Tubenklänge versinnbildlichen den Schmerz, schon klingt ein Ahnen des Trostes hinein, der seine Kündung im zweiten Thema durch die Violinen findet. Die Durchführung ist an- fänglich durch das erste Thema beherrfcht; die älntuhe, die sich im Wechsel der Tonart zeigt, findet ihren Halt in beständigeren Harmonien. Aus ihnen erwächst der Choral in den Bläsern, dessen Gedanken das zweite Thema fortführt. Das Hauptthema kehrt wieder, umflort von Sextokenbewegungen der Violinen und gipfelt auf dem Quartsextakkorb von 0-Dur. Dis hierher war Bruckner gelangt, als ihn die Nachricht von dem Tode Wagners traf. Die sich anschließende Koda steht ganz unter dem Eindrücke der Trauet: der Schmerz mildert sich unter verhallenden Klängen der Tuben und Hörner und zartem Pizzicato der Streicher zur Verklärung. Das Scherzo zeigt den Weister wieder dem Leben zurückgewonnen, voll ungebrochener Naturkraft und Urwüchsigkeit und ruhiger, verinnerlichter Melodik im Trio. Der Schlußsatz steht mit seinem Eingangsthema dem ersten Thema des Kopfsatzes nahe, nur daß der scharfe Rhythmus mit seiner treibenden Kraft einer Lösung zubrängt; da- zweite Thema trägt Choralcharakter und führt mit seinem verinnerlichenden Abklang zur Durchführung, die mit wuchtendem älnifono eingeleitet wird. Ein sinniger, beruht genber Abschnitt wirb durch bas sich wieder meldende erste Thema auf getürmt; das zweite Thema erfährt in der Durchführung bereits seine Reprise mit Orgelpunktwitkungen. Wieder führt der zuckende Rhythmus des Hauptthemas zur Steigerung, die zur Wiederkehr führt und nur von ßcm ersten Thema beherrscht wird und in einer wuchtigen Koda zu höchster klanglicher Majestät erwächst. — Rach den niederdrückenben Erlebnissen bes Pariser Aufenthaltes, währenddessen Wagner die Weistersingerdichtung niederschrieb. war ihm die Schaffenskraft zur Ausführung des Werkes geschwunden. Eine Reise, die er mit Wesendonks nach Venedig unternimmt, führt ihn vor Tizians Gemälde der »Himmelfahrt Mariä". Dieses übt eine Wirkung .erhabenster Art" auf ihn aus. .so daß ich seit dieser Empfängnis in mir meine alte Kraft fast wie urplötzlich wieder belebt fühlte. Ich beschloß die Ausführung der Meistersinger." Nachdem durch Amnestie es ihm wieder ermöglicht worden war. sich nach so langer Abwesenheit wieder im Vater lande auf Inhalten, beliebt er in Biebrich ein Sommerhaus dicht am Rheim (Frühjahr 1862.) .Beim Heranna.-en der schönen Jahreszeit kann mir, unter derartigen gemütlichen Eindrücken, zu denen die häufigen Promenaden in dem schönen Parke des Biebricher Schlosses das ihrige beitrugen, endlich auch Me Arbeitslaune wieder an. Bei einem schönen Sonnenuntergänge, welcher mich von dem Daikon meiner Wohnung aus den prachtvollen Anblick des „golbenen" Mainz mit dem vor ihm dahin- ftrömenßen majestätischen Rhein in verklärender Beleuchtung betrachten ließ, trat auch plötzlich das Vorspiel zu meinen Meistersingern, wie ich es einst aus trüber Stimmung als fernes Lustbild vor mir erscheinen gesehen hatte, nah und deutlich wieder vor die Seele. Ich ging baran. das Vorspiel so aufzuzeichnen, und zwar ganz so. wie es heute in der Partitur steht, demnach die Hauptmotive des ganzen Drama- mit größter Bestimmtheit in sich fassend." War so die Arbeitskraft in Italien wieder erwacht, da- gefühlsmäßige Erleben der wiedergewonnenen Heimat lieh Wagners deutschestes Werk erfteben. Könnte man nicht geneigt sein, hier eine Parallele zu dem Schaffen Albrecht Dürers zu ziehen, das uns gerade in diesem Jahr in seiner ungebrochenen deutschen Kraft ent gegen tritt. Das Weistersinger-Vorspiel bildet den Gang der Oper shmboluch ab, al- die Auseinandersetzung zwischen der Gesetzlichkeit de- Hergebrachten, den Jeges tabulaturac" der Meisterfinger- xunft und dem frei aus der inneren Eingebung yeraus schaffenden Künstlertum, die beide erst durch Verschmelzung ihrer Kräfte zur höchsten Entfaltung gebracht werden können. Die Gesetzmäßigkeit dÄ Zünftigen findet ihre Abbildung in dem geregelten Dahinschreiten der marsch- artigen Rhythmen des Eingangsthemas und bet rhytbmischen Gleichmäßigkeit des ZunftthemaS: die beide auS der diatonischen Skala herauswachsen und überlieferte Motive des Meistergesänge- aufnehmen. Dem stellte sich als lyrisches Thema eine Vorbildung von Walter Stolzings Meisterlieb entgegen, das Erwachen ursprünglichen Liebesgefühl'.s, .der ewig neuen Jugend" Zünftige Kleinlichkeit, verkörpert in der parodierenden Wiedergabe des HauptthemaS durch verkleinerte Roten werte und klangliche Abschwächung durch die Holzbläser, stört bie Herzensergießung. .Das Voll mrscht sich hinein, eS entsteht Gedränge und Gewirr, da springt Hans Sachs, der den Liebes- aesang sinnig vernommen hat, dazwischen, ersaßt hilfreich den Sänger, und zwischen sich unb der Geliebten gibt er ihm seinen Platz cm der Spitze des ZeslzugeS der Meistert Liebeslied, Weistetweise und Zunftthema ertönen gleichzeitig in thematischer Ueberbauung Pedanterie unb Poesre sind versöhnt und verschmelzen zur Einheit in bet Schluß avotheose des strahlenden O-Dur. Dr. H. Den Weg zur Verhaftung bet biederen »Master Oppas". Dritter Aufzug: Gerichtssitzung in Medan. Der Gerichtsdiener ruft eine neue Sache auf: ein Doppelverfahren, gegen einen Ehinesen wegen Schtrorzbrennerei und einen Polizeirecherchcur wegen Bestechlichkeit in derselben Angelegenheit. Der abgespannte Richter blättert mit gefurchter Stirn in den Akten: Die beiden Angeklagten werden hereingeführt. Da hebt der Dertteter der Aemesis den Blick und — fährt entgeistert auf: Vor ihm steht als angeklagter Schwarzbrenner der kleine freundliche Chinese, von dem er in den letzten Wochen wiederholt an der Haustür ein, zwei Flaschen vorzüglichen Arraks gekauft hat. Vierter Aufzug: Wird demnächst — auf persönliche Anzeige des sich als befangen, aber völlig schuldlos erklärenden niederlärtdischen Richters vor dem obersten Kolonialgericht in Ostindien vor sich gehen. — Pflichten der Ehefrau. (v) Budapest. Eva hat im Aachkriegs-Ungarn zweifellos einen schweren Stand. Man erinnert sich sicherlich auch des Aufsehens, bas seinerzeit erregt wurde, als nach einer Gemeindeverordnung in Budapest eines Tages die Polizisten auf den öffentlichen Straßen und Plätzen aus den Uniformtaschen ein Zentimetermaß hervorholten und die Rocklänge der flanierenden, nach der Mode „kurzgeschürzten" Damen zu messen begannen: nach dieser Vorschrift muhte der Rocksaum mindestens zwei Zentimeter unterhalb des Knies liegen! ilnö nun wird in demselben Ungarn, besten Hauptstadt früher in der männlichen Lebewelt Europas gewissermaßen einen „haut-goüt" genoß, ein neues bürgerliches Gesetzbuch vorbereitet, das dem schönen Geschlecht allerlei Ueberraschungen zu bereiten verspricht. So hat z. D. nach Inkrafttreten dieses neuen Gesetzbuches der Mann in allen Grsrnde-Anae- legenheiten bas letzte Wort. Er darf also bestimmen, welche von den Bewerberinnen als neues Dienstmädchen angenommen werden soll,— eine Aufgabe, der er sich, wie man die Männer kennt, sicher gerne widmen wird. Und wenn die Gnädige die dreist gewordene Kammerzofe an die Lust sehen will, kann sie es nicht ohne die Zustimmung des teuren Ehegatten. Welche interessanten Konflikte für den Lustspieldichter werden sich aus diesem einzigen Gesehesparagraphen ergeben! Dagegen aber hat der Herr des Hauses nach diesem Gesetz gefälligst den Schnabel zu halten, sobald es sich um Bestimmungen und . Entscheidungen handelt, die mit dem Budget des Haushaltes — was diesmal kein Pleonasmus ist! — zu tun haben. Und das beschwört nur noch interessantere Komplikationen herauf. Denn dadurch ist es z.D. der Frau anheimgestellt, der von ihrem Gatten bevorzugten Bewerberin um den Posten des dienstbaren Geistes nur die Hälfte des veranschlagten Lohnes anzubieten, was in den meisten Fällen die gesetzliche Macht des Mannes wieder amrulliert! Welcher Rattenkönig von Ehelvnflikten, Prozessen. Streitigkeiten und juristischen Tüfteleien wirb wieder dieser De- stimmung bas Dasein verdanken! Aber die einschneidendste Bestimmung des neuen ungarischen Eherechts foroert, daß die Frau dem Manne bei der Ausübung seines Berufes in jeder Weise praktisch behilflich ist zu dem Zwecke, daß sie ebenso wie an den Ausgaben der ehelichen Gemeinschaft an deren Einnahmen Anteil hat! Welches Mädchen wird z fürderhin in Ungarn etwa einen Schornsteinfeger heiraten wollen? I ------- "Die Gießener Volkshochschule Zu dem Aufsatz „Die Volkshochschule in ihrem Verhältnis zum öffentlichen Bildungswefen" von Oberschulrat Professor Dr. August Messer in Rr. 127 des G. A. vom 1.3uni geht uns folgende Zuschrift mit der Ditte um Abdruck zu: In dem Aufsatz von Herrn Universitätsprofessor Dr. August Messer: „Die Volkshochschule in ihrem Verhältnis zum öffentlichen Bildungswesen" werden die Fragen der Popularität und der Finanzierung der Volkshochschule im allgemeinen aufgerollt. Es dürfte nun von Interesse sein, wie diese Fragen sich in unserer Gießener Volkshochschule gestalteten und welche Resultate sich in neunjähriger Arbeit in unserer eigenen Stadl ergaben. Das Interesse zeigt sich bei durchschnittlich 300 Hörern pro Semester als gering, aber nicht etwa geringer als in anderen Städten auch. Den Klagen Herrn Prof. Messers über die finanzielle Rot sei jedoch entgegen- gehalten, daß die Gießener Volkshochschule bis zum Frühjahr 1927 sogar 1000 Marl Barvermögen besaß: und daß die Lehrer an den Abendkursen zwar nicht übermäßig, aber durchaus zufriedenstellend bezahlt wurden. Da Stadt und Staat ihre festgesetzten Zuschüsse stets gaben, so waren die finanziellen Grundlagen des Vereins Volkshochschule Gießen durchaus gesund. Die Lehrer stellten zwar keine Auslese dar, haben aber in neunjähriger treuer Arbeit recht erfreu- / licheS geleistet. Daß die Gießener Volkshochschule sich keinen hauptamtlichen Leiter nach der Besoldungsgruppe eines GhmnasialdirektorS leisten konnte, lag z.T. an der noch zu geringen Besucherzahl. z.T. daran, daß die Arbeit wirklich nebenamtlich geleistet werden konnte, wie Beispiele der vergangenen Semester zur Genüge erweisen. Selbst eine so große Stadt wie Mainz hat keinen hauptamtlichen Leiter. Also, mit ein wenig Idealismus wird die Gießener Volkshochschule auch weiterhin bestehen, zumal sie in ihrer kurzen BestehenSzeit eine ganze Reihe solcher „ FranziSkusnaturen" besaß, die in selbstloser Hingabe an das wirklich große Werk der Volksbildung in allen Fällen oie „pädagogische Kal- hdation" der kaufmännischen voranstellten. Uebri- gens trägt sich ein Kursus, wenn er etwa zwölf Teilnehmer umfaßt, und diese Zahl dürfte sich doch bei Themen von cvirklich allgemeinem Bil- duugSwert leicht erreichen lassen. Wenn der Lehrer allerdings den kaufmännischen Gesichtspunkt in den Vordergrund rückt, so täte er wahrlich besser, einem 6eftaner Aachhilfestundcn zu erteilen, schon Im Interesse der Lehrerauslese für die Volkshochschule. Die Volkshochschule Gießen ist sich ihrer hohen Kulturaufgabe bewußt und ist sich auch dessen bewußt, daß sie allen Schwierigkeiten zum Trotz wÄterbestehen und weiierwirken wird — dank der geistigen Krast der »FranziSkusnaturenE, die keine kaufmännischen Hemmungen kennen. QHcbt das Geld wird sie erhalten, sondern der Geist! eint alte Hörerin Landesverband des Hessischen Einzelhandels. WER. Bingen, 3. Juni Der diesjährige Verbandstag des Hessischen Einzelhandels begann am SamStagvormittag in der Festhalle in Bingen mit den Vorstands- und Ausschußsihungen. Rachmittags tagte die Sondergruppe des Hessischen Textileinzel- Handels. Dabci referierte Derbandssyndikus Dr. Moeßner über die ^Regelung des Ausverkaufswesens in Hessen", das unbedingt einheitlich geregelt werden müsse. Ueber den Stand der Rabattsrage berichtete der Vorsitzende K a l b f u ß (Darmstadt). Der bisherige provisorische Vorstand des Texttleinzel- handels wurde einstimmig wiedergewählt. Außerdem wurden zwei Beisitzer aus Rheinhessen ßu- gewählt. Iahresrechnung und Geschäftsbericht fanden einhellige Billigung. In der anschließenden Sitzung des Glas- versicherungsvereins des Einzelhandels wurden die Regularien für das abgelaufene Geschäftsjahr, das mit einem erfreulichen Lleber- schuß abschließt, genehmigt. Die Umlagefestsetzun- gen für das abgelaufene und das neue Jahr wurden bestätigt. Rach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder des anschließend tagenden H e s s. L e- bensmitteleinzelhandels durch Medicus (Gernsheim) hielt Frau Dr. Rösiger (Karlsruhe) einen sehr aufschlußreichen Dortrag über das Lebensmittelgesetz und die Verordnung über die äußere Kennzeichnung von Lebensmitteln. Verbandsshndikus Dr. Moeßner besprach die Frage der Rabattmarken im Lebensmittelhandel und gab wertvolle Anregungen. Am Abend fand in der Dinger Festhalle ein stimmungsvoller und harmonischer „Rheinischer Abend" statt. Am Sonntagvormittag begann dann der ordentliche Verbandstag des Landesverbandes des hessischen Einzelhandels, der sich eines zahlreiches Desuches erfreute. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. den hessischen Arbeits- und Wirtschaftsminister Korell, Ministerialrat Dörr für den Minister der Finanzen, für das Innenministerium und das Kreisamt Dingen Dr. v. Frentz, Oberregierungsrat Schneider, Oberpostrat Jahn, Oberbahnrat Gäckel, Vertreter der Industrie- und Handels- fammem von Darmstadt, Worms, Mainz und Dingen, der Handwerlslammer, die Abg. Schott (D. V.), Donath (Dem.) und D l a n f (Zentr.). VerbandSvorsihender Kalbfleisch eröffnete die Sitzung mit einer herzlichen Begrüßung der Gäste, besonders des hessischen Wirtschaftsministers. Cs fei das erstemal, daß auf einer Cinzel- handelstagung ein Minister anwesend sei. Gr zeichnete dann ein Bild von der Wirksamkeit des Landesverbandes und der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels zur Durchsetzung der Wünsche seiner Mitglieder bei Reichs- und Landesregierungen. Wirtschaftsminister Korell überbrachte die Wünsche der hessischen Etaatsregierung und seines Ressorts. Gr komme selbst, erklärte er, um sich von den Röten und Wünschen der einzelnen Berufsstände zu unterrichten. Ebenso wie die Landwirtschaft und andere Berufsstände leide auch der Detailhandel ganz besonders unter den Rachwirkungen des verlorenen Krieges, der gesunkenen Kaufkraft, der schlechten finanziellen Verhältnisse, der Politik der großen Lieferverbände uni) der allgemeinen (5 t e u e r I a ft. In dem Rühmen, der einem Länderminister gezogen sei, habe er bisher alles versucht, um den berechtigten Wünschen des Einzelhandels nachzukommen. Das neue Hessische Gewerbesteuer gesetz bringe auch einige Erleichterungen. Die modernen Warenverteilungsmethoden erschwerten gerade dem Einzelhandel das Leben, der eingekeilt sei einerseits zwischen den großen Syndikaten, anderseits den Gruppen der Derbraucherorganisationen aller Art. Diele Wünsche, die ihm vorgetragen worden seien, scheiterten an den reichsgesetzlichen Bestimmungen, so das von ihm augestrebte Verbot des Autowarenhausierhandels. Er erklärte weiter, daß er ein von ihm gefordertes Gutachten, wie er sich als Wirtschaftsminister dazu stelle, wenn Kommunen Konfumver-. einen bei treten, in ablehnendem Sinne beantwortet habe, weil die von Staat und Gemeinden zu beobachtende Qieutralität zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen dadurch verletzt werde. Der Minister erklärte, er wolle gemeinsam mit dem Einzelhandel Auswüchse der modernen Konkurrenz bekämpfen, die an sich allerdings auch sachliche Fortschritte bringe. Er versicherte zum Schluß, daß er wie das gesamte Kabinett stets für die Belange des Kleinhandels Gehör und. was noch mehr sei, Derständnis aufbringe. Oberregierungsrat Schneider vom Landes- sinanzamt Hessen streifte hierauf einige wichtige steuerliche Momente und die dem neuen Reichstag vorliegenden neuen Gesetzentwürfe zum Steuervereinheitlichungsgesetz und Gewerbesteuerrahmengesetz, sowie das hessische Gewerbesteuer- gesetz. Für die Oberpostdirektion Darmstadt sprach Oberpostrat Jahn die Bereitwilligkeit der Post aus, den Wünschen des Einzelhandels nachzukvm- men, soweit sie nicht im Lause des letzten Jahres erfüllt worden feien. Er erinnerte an die vermehrte Landbriefzustellung, verlängerten Schalterdienst, die Motorisierung und Automatisierung der einzelnen Postzweige. In sehr herzlichen Worten begrüßte sodann Beigeordneter Sieglitz die Anwesenden in den Mauern der Stadt Dingen, die stolz auf ihren kräftigen Einzelhandel fei. Für die hessischen Industrie- und Handelskammern sprach Dr. W i d u w i l l (Dingen) kurz zu den großen Ausgaben, die von der heutigen Entwicklung an die Verbandsleitung des Einzelhandels berangetragen würden. Auch die verschiedenen Äachbarverbände von Rassau, der Pfalz und der Hauptverein sprachen ihre Glückwünsche auS. Die anwesenden Abgeordneten Schott, Donath und D l a n k brachten für ihre Fraktionen lebhafte Anteilnahme an den Sorgen und Wünschen des Einzelhandels zum Ausdruck. 3n gleichem Sinne sprachen noch Vertreter der Hessischen Handwerkskammer, des Der- bandes der hessischen Grwcrbs- und WirtschastS- genossenschaften, der Dolksbank und des gast- gebenden Vereins, der In sehr herzlichen Worten für das bekundete 3ntereffe an den Kollegen im besetzten Gebiet dantte. Anschließend wurde der seitherige Vorsitzende, 1 Kalbfuß (Darmstadt). Mitglied deS vorläufigen ReichswirtschaftSratS, einstimmig wiedergewählt. Der Leiter der Derkaufsberatung der Haupt- gemeinfchaft deS deutschen Einzelhandels hielt denn einen eingehenden Dortrag über die Praxis der Rationalisierung im Einzelhandel. Den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr erstattete Syndikus Dr. M o h - nc r. Er legte die einzelnen Wünsche deS Einzelhandels dar und verlangte von der Regierung die Umänderung deS Arbeitszeitgesetzes durch Ausdehnung der Anerkennung der Arbeitsbereitschaft im Kleinhandel, stärkere Beteiligung des Kleinhandels im Reichswirtschaftsrat, wo er nur drei Eitze habe, während die Konsumvereine mit nur etwa 10 Proz. des Umsatzes des Kleinhandels vier Sitze haben, keine Steigerung der sozialen und sonstigen Belastungen. baldige Reform der Reichs- und Landes- steuern. baldige Verabschiedung des Eteuerver- einheitlichungsgesehes, wohlwollende Prüfung der Eteuererlässe für das 3ahr 1925 und 1926 bei der Gewerbesteuervorauszahlung durch das hessische Finanzministerium, bei der Filialsteuer Anlehnung an das preußische Gesetz und Beseitigung der hessischen Lehrlingsverordnung. Die Versammlung stimmte diesen Forderungen unter stärkstem Beifall zu. Rachdem noch, gemäß Antrag der Prüfungskommission, dem Rechner Entlastung erteilt worden war, vereinigten sich die Anwesenden zu einem gemeinschaftlichen Mittagessen und anschließend zu einer Rheinfahrt nach St. Goar und zurück. Abends traf man sich zu gemütlichem Zusammensein. 47. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenclubs H Ridda, 3. 3uni. Die in dem schön gelegenen Städtchen R i d d a abgehaltene 4 7. Hauptversammlung des D. H. E. sand bei außerordentlich starker Beteiligung aus den Kreisen des V. H. C. statt. Am Samstagnachmittag ging eine Sitzung des engeren Vorstandes und des Beirates voraus, die sich mit dec Vorbereitung der Hauptversammlung und deren Hauptgegenständen befaßte. Am Abend veranstaltete der Zweigverein Ridda seinen zahlreich erschienenen Gästen, welche die hübsche neuerbaute Turnhalle dicht gefüllt hatten, einen BegrüßungS- und Unterhaltungsabend, der durch ein flott gespieltes Theaterstück, Volkstänze und turnerische Vorführungen eine reiche Abwechselung erhielt. Mehrere auswärtige Zwei, vereine wirkten dabei mit. Am Sonntagmorgen fand bann in der Turnhalle die Hauptversammlung unter der Leitung des langjährigen Vorsitzenden, Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein), statt, die von der Mehrzahl der Zweigvereine besucht war. Ramens des Rhönklubs überbrachte dessen Vorsitzender, Iustizrat Dr. Pfeiffer aus Fulda, Grüße. Aus dem Geschäftsbericht vom 3ahre 1927 ging hervor, daß das Vereins leben im allgemeinen in den Zweigvereinen recht rege war, daß aber bedauerlicherweise tn vielen Vereinen ein Rückgang der Mitgliederzahl zu verzeichnen ist, dem entgegengetreten werden müsse. Die Hauptversammlung beschloß daher, einen Ausschuß für Werbetätigkeit zu bilden, bestehend cmS je einem Vertreter der Zweigvereine Alsfeld, Frankfurt, Gelrchausen, Gießen und Schlüchtern, der geeignete Maßnahmen zur Werbung von Mitgliedern treffen soll. Als Vorsitzender wurde Hühn (Gelnhausen) bestimmt. Den Bericht über den Iung - D. H. E. erstattete der Obmann der 3ugend, Pros. Bender (Frankfurt), in gewohnter, vorzüglicher Weise. Cs fehle noch vielfach an geeigneten Führern für die 3ugenb, die Jugendbewegung sei aber gesund und auf dem richtigen Wege. Das Jugendheim auf der Herchenhainer Höhe habe sich im ersten Betriebsjahre recht günstig entwickelt, es habe einen starken Besuch aufzuweisen gehabt. Die Versammlung beschloß sodann bei der Beratung des Voranschlages, den Einbau einer Zentralheizung in den Klubhäusern auf dem Hoherodskopf zu genehmigen und die Ausführung der Firma Schaff st aebt G. m. b. H. in Gießen zu übertragen. Der Kostenvoranschlag bafür beträgt etwa 6000 Mk. Ferner wurde noch als dringlicher Punkt auf die Tagesordnung gesetzt der Ankauf des Dr. Iagerschen Hauses auf dem Hoherodskopf. Der Besitzer. Zahnarzt Dr. 3äger (Gießen), hat das Ha's dem D.H. C. zu sehr günstigen Bedingungen cng »boten. Die Versammlung war einftimmig für )c artigen Ankauf des Hauses und beschloß, diesen auch zum Preise von 15 000 Mk. einschließlich des gesamten Inventars, welcher Beschluß mit stürmischem Beifall begrüßt wurde. Bei der Dorstandswahl wurde der feitherigeDorstand einstimmig wiedergewählt und ihm der Dank für seine seitherige verdienstvolle Tätigkeit ausgesprochen. Als Ort für die nächste Hauptversammlung wurde Gelnhausen bestimmt, nachdem Mainz seinen Antrag zugunsten von Gelnhausen zurückgezogen hatte. Die Herbfiausflüge sollen fünftig nach der Horchen Hain er Höhe gemacht werden und damit eine alljährliche Gedenkfeier für die Gefallenen am Ehrenmal stattfinden. Rach Erledigung der Tagesordnung fand in der Turnhalle gemeinsames Mittagessen statt, am Rachmittag war ein gemeinsamer Ausflug aller Teilnehmer nach dem benachbarten Bad Salzhausen, da- in herrlichem Sonnenschein unh Frühlinasgrün prangte und wo man noch einige gemütliche Stunden verlebte. G.D.A.-Gautag in Bad Homburg WSR. Bad Homburg, 3. Juni. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten, Gau Hessen, hielt am Samstag und Sonntag im Kurhaus Bad Homburg seinen 8. Gautag ab. In den geschäftlichen Derhandlungen erstattete der Gauvorsteher Reu de r t - Frankfurt den allgemeinen Bericht über die wirtschaftliche Lage und wieS auf die immer noch erhebliche Zahl bet erwerbslosen Angestellten hin. Anschließend berichtete der Gau-Geschäftsführer (Seiner, daß die Witgliederzahl im Gau um 3000 gestiegen sei und eine Gesamtzahl von über 20 000 Mitgliedern erreicht habe. In der Geschäftsstelle Frankfurt wurden über 1700 Rechtsauskünfte erteilt und im ganzen 131000 Mark rückständige Gehälter erftritten. 817 Stellen wurden vermittelt und 48 500 Mark Zuschüsse zur SrwerbSlosen- unterstützung gezahlt. Als Ort für die nächste Tagung wurde Darmstadt gewählt Samstag abend fand eine Begrüßungsfeier statt an der auch die Dertreter der staatlichen und städtischen Behörden, sowie der wirtschaftlichen Verbände teilnahmen. Georg B o r ch a r d vom Bundesvorstand Berlin sprach in seiner Festrede über die Geschichte und Ziele des G. D. 2L Künstlerische und gesellige Unterhaltungen ergänzten das Programm. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen am Sonntag stand ein Vortrag Dorchards, der über Freie und Richtung der Dildungs- arbeit sprach. Er räumte auf mit der irrigen Anschauung, daß die Gewerkschaften lediglich für die Regelung von Lohn«- und Arbeitsverchält- nissen einzutreten hätten, vielmehr sei cS eine ihrer vornehmsten Aufgaben, eine eigene Stan- deskultur zu schaffen. Im Sinne dieser Ausführungen wurde eine ganze Anzahl von Anre- (jungen für die Bildungsarbeit in den einzelnen Ortsgruppen gegeben. Den Schluß des Gautages bildete ein Vortrag des Geschäftsführers Dehner- Frankfurt, der in drei Entschließungen gipfelte, die einstimmig angenommen wurden. In der ersten Entschließung wird der Ausbau der Angestelltenversicherung Einschränkung der Wartezeit auf 60 Herabsetzung der Altersgrenze auf das 60. Lebensjahr verlangt. Die zweite Entschließung besaßt sich mit der Rationalisierung und Gehaltsfrage und verlangt. „daß die Arbeitgeber ihre kurzsichttge. der Wirtschaft wenig zur Ehre gereichende Vehalts- politik aufgeben." Die dritte Entschließung fordert baldige Verabschiedung eines Gesetze- zum Schuhe älterer Angestellter. Mit Besichtigungen der Kuranlagen und der Saaburg fand die Tagung ihr Ende. Erster Schwerer Arlilleristenlag WSR. Frankfurt a. M.. 4. Juni. Der Waffenring der Deutschen Schweren Artillerie, in dem mehr als 25 000 ehemalige Angehörige der alten Waffe in 225 Vereinen und 13 Landesverbänden zusammengeschlossen sind, ist in diesen Tagen zum erstenmal mit einer großen W i e d e r s e h e n «f e t e e in Frankfurt a. M an die Öffentlichkeit getreten. Mehr alS 4000 Teilnehmer aus allen deutschen Gauen sind erschienen. In dem Ehren- ausschuß befinden sich führende Persönlichkeiten der ehemaligen deutschen Rüstungsindustrie, die bedeutendsten Deschützkonstrukteure, die höchsten Kriegskommandeure der Waffe, sowie verdiente Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Das Reichswehrministerium hatte die Hergabe der alten Regimentsfahnen genehmigt, die von ihren jetzigen Standorten durch ehemalige Regimentsangehörige nach Frankfurt geleitet wurden. Ein DegrüßungSabend in der Festhalle am Samstag leitete die WiedersehenSfeier mit Konzert, Einmarfch der Fahnen und einer Begrüßungsansprache des zweiten Vorsitzenden deS WafsenringeS, Oberstleutnant a. D. Traut- ma n n, ein. Dieser begrüßte neben den Vertretern der Behörden und Der verschiedenen militärischen Vereinigungen besonders die zahlreich aus dem besetzten Gebiet gekommenen ehemaligen Arttlleristen, denen er Dank für ihre Treue zum Vaterland aussprach. Am Sonntag vormittag versammelten sich Die Festteilnehmer bei strahlendem Sonnenschein aut Dem Festhallengelände, wo die einzelnen lands- männischen Artilleristenvereinigungen Ausstellung genommen hatten. Eine Ehrenbatterie geleitete die alten Fahnen vom Römer nach Dem Fest- plah, auf dem sich außerdem eine große Zahl von ehemaligen Artillerieoffizieren unter Führung deS letzten Inspetteurs Der Artillerie General v. Lauter eingefunden hatten. Musik und Ansprachen deS evangelischen Pfarrers Struckmeier, der über .GotteStreue und deutsches Volkstums sprach, und des katholischen Divisionspfarrers a. D. Pfeifer, Der Der Gefallenen gedachte, leiteten Die Feier ein. Der erste Vorsitzende des WafsenringeS, Generalleutnant a. D. Zieteh hielt Dann Die Festansprache. Aufgabe bet Angehörigen DeS Waffenringes sei eS in erster Linie, für Den Gedanken Der Wehrfähigkeit aller Deutschen unD für die Wieder- erstehung Der schweren Artillerie zu wirken. Rach Dem RieDerländischen Dankgebet und dem Deutschlandlied folgte ein Vorbeimarsch vor der Generalität. Am Rachmitiag trafen sich Die Teilnehmer zu einem geselligen Zusammensein in Der Feschalle. Ein Ausslug am Montag nach Bad Homburg und Der Saalburg beendete Die erste Wiedersehensfeier Der schweren Artillerie. (Sau Vogelöberg-Süd des Hess. Gängerbundes. Ridda, 4. Juni. Die gestern hier i . „Stern" tagende Vertreterversammlung des Gaues Vogelsberg-Süd de- Hess. Sängerbundes wurde von Dem 1. Vorsitzenden Storck- Altenstadt eröffnet und begrüßt. Mit Bedauern muhte festgestellt werden, bah verfchiedene festliche Veranstaltungen, wie der D. H. C.-Tag in Ridda, daS Motorradrennen in Schotten und das Sängerfeft in Glashütte n die Beteiligung stark beeinflußten. Zum Gau- Ehonneister wurde D i e h l - Ober-Schmitten, alS Stellvertreter Riedel- Gedern gewählt. Eine Bestätigung dieser Wahl soll dem Gautag in Gedernam 16. September Vorbehalten sein Die Versammlung faßte den Beschluß. ein ®au« Wer tungss ingen jede- zweite Jahr zu veranstalten. In Der Zwischenzeit soll eS den einzelnen Bünden überlassen fein, an Der gesanglichen Weiterbildung ihrer Sänger nach eigenem Ermessen zu arbeiten. Doch soll auch hier daS bewertete Singen, daS allein gesangliche Erfolge verspricht, bevorzugt werden. ES wird empfohlen. verdiente Sänger, Die 40 und mehr Jahre treu zum deutschen Liede standen. Dem Gauvor- siyenden zu melden, Damit er den Ehrenbrief des Hesk. Sängerbundes für sie erwirken kann. Die Ehrung wird bei besonderen Veranstaltungen vorgenommen. Rachdem verschiedene wettere ©c- fang&ercinc Dem Bunde bei getreten, hat sich die Zahl der Dem Gau angeschlossenen Vereine auf 40 erhöht, so daß er mit zu Den stärksten des Hess. Sängerbundes zählt. Etwa 1500 Sänaer sind ihm angeschlossen. Die jährlich ftattfinbcnDcn Tagungen sollen so verteilt werden, daß tunlichst alle größeren Plätze im Bannkreis de» GaueS gleichmäßig Berücksichtigung finden. Den einzelnen Bünden wird aufgegeben, die Mttglieder- verzeichnisse auszufüllen und die fälligen Beiträge an den Gaurechner abzuführen. Rach 2l/i Stunden war die Tagesordnung erledigt, und der Vorsitzende schloß mit Dankworten die Ver- famn rufen, oder chrn do» Amt des Provinzialdirektors der Provinz Starkenburg zu übertragen An seine Stelle soll der sozialdemokratische Londtagsabgeord- nete und Bürgermeister von Vilbel. Vernhard Ille cht hie n, als Leiter des Kreisamt» Friedberg treten. Das Zrühlingslreuzlraut auch im Kreise Sichen. Nach einet Mitteilung auS Wohnbach ist da« Frühlmgskreuzkraut dort feftgestellt worden, im Kreis« Drehen aber sollte e« noch nicht vorkommen, wenigstens war e- hier noch nicht gesehen wvrderr. Leider ist die«, wie uns au« Bellersheim berichtet wird, nicht der Fall. 2« ift dort auf mehreren Lruernenäckern zu sehen, und e« besteht die Gefahr, dass diese« übet* auf lästige Unfraut sich weiter verbreitet. Do c« sich brer bi« jetzt nur in Luzerne findet, ist doch wohl die Annahme berechtigt, dah es durch Luzernensamen eingeichleppt wurde. Die Pflanze ist sehr widerstandsfähig, bildet mehrere Stengel und lässt ihre Samen, die wie die Samen de« Löwenzahnes mit einer Haarkrone versehen sind, zu Tausenden vom Winde fvrtlragen. Sine Massenverbreitung ist dadurch ermöglicht. Da di« Pflanze bi# jetzt nur noch vereinzelt vorkommt, ober beteil« schon teile Samen hat, ist ihre Bekämpfung Pflicht de« Landwirte«. Die Pflanzen müssen auSgerupft, sofort in einem Sack gesammelt und dann vernichtet werden. Aus- rupfen und Liegenlassen aus Wegen oder am Standort würde nutzlos sein, da die Samen Nachreifen und die Weiterverbreitung dadurch ermöglicht würde. Die auSgerupflen Pflanzen ndlffen verbrannt oder durch Heber ft reuen von Kalk oder sonstigen ätzenden Mitteln vernichtet werden. Wie gefährlich die« Hnkraut bei Massenaustrilt werden kann, haben die Landwirte in Nheinhessen leider erfahren müssen. Man Hot dort sogar die Beobachtung gemacht, dah bei stärkerem Auftreten unter Futterpflanzen sich beim Dich eine Ledererkranlung einstellte. Da die Pflanzen bi« jetzt nicht, wie bet Hederich, durch Bespritzen, sondern nur durch Au«- rupsen zu bekämpfen sind, heiht es rasch handeln, trenn der Landwirtschaft nicht durch Derbreitung diese« unliebsamen Gaste« groher Schaden erwachsen soll. Landkreis Wichen. 00 Klein-Linden, 4. Juni. Der im Brand- Weg von der Firma Behren« im vorigen Jahr begonnene Neubau einer Zigar- rensabrik wurde in den letzten Tagen beendet, so dah die neuen Räume nunmehr bezogen werden konnten. I. Hungen. 4. Sunt. Zum heutigen Schweinemarkt waren 169 Ferkel auf getrieben. Infolge der geringen Anzahl war der Handel gut. so dah der Markt ziemlich au«verkauft wurde Bezahlt wurden für Tiere bi« zu 6 Wochen alt 12 bis 15 Mk. 7 bi« 8 Wochen alte 16 bi« 21 Mk., 9 bi« 10 Wochen alte 22 bi« 26 Mk., 10 bi« 12 Wochen alte 27 bi« 30 Mk. Der nächste Markt, mH dem auch ein Ziegenmarkt verbunden ist, findet dahier am 6. August statt. Kreis Friedberg. DSR. Friedberg, 4. Juni. Seit einigen Tagen ist der Reifende P. einer hiesigen Gross- firma nach Hnterschlagung von rund 3000 Mark flüchtig. Dor längerer Zeit wurde derselbe Reisende angeblich auf der Land- sttahe überfallen und um etwa 1200 Mark beraubt. Man vermutet jetzt, das; dieser Raub- Überfall fingiert war. Der Flüchtige genoss da«' volle CBcrtrauen seiner Firma. «reis Alsfeld. =er. Homberg a. d Ohm, 4 Juni. 3n Gontershausen bei Homberg hat sich vor einiger Zeit ein Kleinkaliber-Schützenverein gebildet, der am gestrigen Sonntagnachmittag seine erste Schiessübung abhielt. 3n ent- gegeruommenber Weise hat der dortige Kriegerverein seinen Schiehstand dem neu gegründeten Schützenvevein zur Derfügung gestellt. — Am nächsten Mittwoch, 6. 3uni. findet dahier zum zweiten Male Prämienmarkt statt, äu dem alle Borbereitungen getroffen sind. Zur Prämiierung werden zugelassen Pferde de« belgischen Arbeitsschlagc« und de« Olbenburger Wagenschlagc«. sowie Händlerpferde. Don Rindern werden nur Tiere anerkannter Rassen zugelassen (Vogelsberger und Ober hessisches Fleck- pieb). Zugelassen werden ferner Ziegen der hom- lofen, weihen Saanerrafse. Für Unterhaltung ist Sorge getragen; u. a. wird der Reiterverein am Rachmittag mit seinen Darbietungen aufwarten. * Nieder-Gemünden, 4. Juli. Am gestrigen Sonntag veranstaltete der hiesige Schützen- verein sein diesjähriges erstes Nrcis scheiben- schieben. Die Beteiligung war recht aut. Den 1. Preis mit 33 Ringen errang Julius Schlosser (Nieder-Gemünden), 2. Heinrikb Stroh (Rieder-Gemünden), 3. Wilhelm Wöll (Nieder Gemünden), 4. Ernst Scholl (Nieder-Gemünden), 5. Ludwig Diehl (Hainbach), 6. Johannes Wagner (Nieder- Gemünden), 7. Karl Fett (Homberg), 8. Wilhelm H o r st (Nieder-Gemünden), 9. Adolf Wagner «Nieder.Gemünden), 10. Julius Stumpf (Nieder- Gemünden), 11. 7-ilhelm Decherk (Bernsfeld, 12. Karl Otterbein (Burg-Gemünden), 13. Bahn- meister Hilz (Nieder-Gemünden), 14. Sehrt IBernsfeld), 15. Kar Horst (NiederGemünden), 16. Willy Jakob (Nieder-Gemünden), 17. Heinrich Rauh (Otterbach), 18. Wilhelm Werner (Burg- Gemünden). Preußen. (Sustav-A-olffest in Kloster Attenberg | Wetzlar, 3. Juni. Wie feit einigen Jahren, feierte auch am heutigen Trinitatissonntag die Synode Braunfels unter zahlreicher Beteiligung, auch aus der Synode Wetzlar, ihr diesjähriges G u st a o - A d o l f f e st in der alten Kloster- kirche zu HofAltenberg. Wohl an zweitausend Menschen hatten sich eingefunden. Die geräumige Klosterkirche konnte nur einen Teil der Be- wcher fassen, so daß ein Parallelgottesdienst im Freien abgcballen werden muhte. Rach Schluß der Goltesdienste perfammelten sich die Festteilneh- mer in dem von alten, mächtigen Bäumen bewachsenen. wundervollen Stlofterparf, der von der Gut»- Verwaltung zur Verfügung gestellt worden war. Hier lagerten sich teil» unter den Bäumen, teils auf ber großen Wiese die Schoren, um von einer mit Tannengrün ousgeichlagenen Rednerbühne Ansprachen und Berichte über dos Leben und die Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins entgegenzunehmen. Man hörte hier die Begrühungswone der beiden Superintendenten der Synoden Wetzlar und Braunfels, man vernahm ernste Worte über die Tätigkeit des Vereins bei den Riederrheiniichen Gemeinden untenn Kreuz von Pfarrer Schmidt (Wetzlar), lauschte dem Bericht von Pfarrer Läufer (Dillheim) über die Gustov-Adolfarbeit. besonders auch in den gefährdeten Gebieten des Aus- lande», wie Nussland. Polen, Tschechien usw. Ge- bei und Schlüssigen durch Pfarrer Schneider (Derdorf, beendeten die Nachoersammlung. Gottesdienst und Nochoersammlung wurden verschönt durch Gesänge des Kirchenchorv von Wetzlar- Niedergirmes und eines Posaunenchors. Der Llebernlhaler Mädchenmörder nicht geisteskrank. LPD. Dillenburg, 4. Juni. Unter der Anklage, im August v. I. die 18 Jahre alte Paula Pfeiffer aus Uebernthal im Dillkreis ermordet zu haben, stand kürzlich der 22jährige Maurer Ernst Per er aus Uebernthal vor dem Schwurgericht in Limburg. Ueberraschenderweise erklärte im Laufe der Schwurgerichtsoerhandlung der als Zeuge vernommene Dater des Angeklagten, ein naher Verwandter feiner Familie fei an Geistes- krankheit gestorben und die Vermutung liege nahe, daß sein Sohn erblich belastet fei. Deshalb muhte seinerzeit die Verhandlung ausgesetzt wer- den, um den Angeklagten auf seinen Geiste »zu- ftanb untersuchen lassen zu können. Die Un- tersuchung ist nunmehr abgeschlossen; noch dem vor- liegenden Sachverständigengutachten kann jedoch der §51 des StGB, auf Peter keine an- Wendung finden. Peter befindet sich nunmehr wieder im Gerichtsgesongnis in Limburg und sieht seiner Aburteilung demnächst entgegen. Kreis Wetzlar. -6- Hörnsheim. 4. Juni. -Begünstigt von prächtiger Witterung wurde hier am gestrigen Rachmittag das 3ahresfest der hiesigen Christlichen Gemeinschaft gefeiert, dos sich eines außerordentlich starken Besuches, auch au« den umliegenden Orten, erfreute. Al« Fest- prediger waren erschienen Prediger Stöhr (Giessen), Prediger Meng (Grvhen-Linkxm) und Pfarrer Koch (Lützellinden), die in ihren tiefgründigen Ansprachen über verschiedene Bibelworte den aufmerksamen Zuhörem Wertvolles zu sagen toufiten.' Das Fest wurde durch Lieder- vorträge deS hiesigen Gemischten ChoreS unter Leitung des Dirigenten Albert Kuhl (Hörnsheim) verschönt, auch hatte sich der hiesige Pofaunenchor unter Leitung des Dirigenten Friedrich Kuhl (Hörnsheim) in den Dienst der guten Sache gestellt. Kunst und Wissenschaft. Albrecht-Dürer Gedenkmünze 1528—1928. Da« Bayer. Hauptmünzamt hat anlähllch des 400jährigen Todestages Albrecht Dürer« eine Gedenkmünze nach dem besonders ansprechenden künstlerischen Entwurf des Münchener Bildhauer« 3osef Beinhart geprägt. Diese Denkmünze, in Form und Gröhe mit einem Fünfmarkftuck übereinstimmend, gelangt zur Eröffnung des . Albrecht-Dürer-J ahre« Nürnberg 1928" in begrenzter Auflage zur Ausgabe. Sie zeichnet sich durch eine schöne und reine mit Stempelglanz versehene Prägung au« und trägt auf der Dor- derseite das scharf geschnittene Brustbild Dürers mit seinem Monogramm, auf der Rückseite die Wappen Durer« und der Stadt Rümberg, mit der Aufschrift .Ehrt Eure Deutschen Weister". Dem bekannten Selbstbildnis unsere« deutschen Meisters nachgefühlt, im Sinne der Renaissance gestaltet, stellt diese Münze ein Meisterwerk plastischer Kleinkunst dar, das jedem Deutschen ein wertvolle« Andenken an Dürer sein wird. Der Attngolfsbund auf der Wartburg. Zum 37. Male kehrte der Wingolfsbund in der Pfingstwoche in Eisenach ein, um sein traditionelle« Wartburgfest zu feiern. 3n Erkenntnis der vaterländischen Rotwendigkeit körperlicher Ertüchtigung für die akademische Jugend begann die Tagung unter starker Beteiligung mit Turn- und Sportkämpfen. Ernster Arbeit an der Junge kademikerschast waren die Aus- schus.sihungen über Hochfchulpolittk und Grenzlandarbeit und die internen Berbandsverhandlungen gewidmet. Rach einem Degrühungsabend sprach am ersten Tage zu Fühen der Wartburg Uniöerfi- tätsprofessor D. Strathmann, Erlangen (M. d. R.) in einer .Ernsten Feier" von den Aufgaben und der Sendung des Wingolfs. Am Abend hielt Dr. Schweitzer. Spandau, einen Dortrag über .Der heutige Akademiker in feiner geistigen Umwelt'. Wie stet«, bildete den Höhepunkt de« Festes die Feier auf der Wartburg. 3m zweiten Hof der Burg drängte sich die Schar der alten und jungen Wingolfiten, um hier eine Weihestunde christlichen und deutschen Geistes zu erleben. Dann ging der Festzug zum Gefallenendenkmal. wo in Ehrs urcht der 520 im Weltkriege gefallenen Wingoissbrüdcr gedacht wurde. Am Abend zeigte der Kommers daS Bild echter studentischer Freude' er fand seinen Ausklang in dem Treuschwur für das Daterland. Deutsch-englische akademische Vermittlungsstelle In London. Wie der Amtliche Preussische Pressedienst einem Erlass be« Preussischen Kultusministers entnimmt, hat der Leiter der deutsch-englischen akademischen Vermittlungsstelle (An?lo German Academic Bureau in London. Prof. Brenner) mitgeteilt, dass die Vermittlungsstelle ihre Tätigkeit nun- mehr in vollem Umfange ausgenommen hat. Aufgabe der Vermittlungsstelle wird es fein, in ständiger Fühlungnahme mit allen in Frage kommendem dämchen und englischen Stellen deutsche Staatsangehörige, die sich zum Studium nach England begeben, sowie Engländer, die in Deutschland zu studieren beabsichtigen, zu beraten. Die Vermittlungsstelle hat ferner die Vertretung des Akademischen Austauschdienstes und der Alexander von Humboldt-Stiftung in England übernommen. 3hre Anschrift ist: 2onbDn,wC 1. Ruttel Square 51. Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimm!en Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redallion des .Giessener Anzeiger«-. Problem Nr. 164. Don 0. V.mo. Schwarz. Weih zieht und fetzt in drei Zügen matt. Weih: 5 Steine. Kf7; Dd5; Sd6; Bf4, g3. Schwarz: 6 Steine. Kg4; Tal; Ba6, g2, h3, h6. 8 6 5 3 2 4 7 a L I h 8 6 5 7 3 2 4 b c d e a b __ d e f g h Weiss. Partie Nr. 106. Schwarz: Dr. Bechstedt, Wetzlar. Se3-g4 Kgl -h2 Die folgende Partie, welche in der letzten Runde des Mttlelrheinischen Weisterschaftstur- niers zu Bad SmS gespielt wurde, ist von dem Führer der schwarzen Steine sehr fein behandelt worden. Wir geben dieselben wegen ihrer Länge nur mit kurzen Anmerkungen. Unregelmässig. Weiss: Prof. Mannheimer, Frankfurt a. M. 36. 37. 38. (Es drohte 39. . 36. 37. 38. 39. f2, Dh3+. 41. Kgl, Sc24- usw.) Lc5-d4 h7-h5 De7-e6 .... Txf2+ 40. DX 1. d2-d4 1. e7-e6 2. c2-c4 2. U8-e7 3. Lcl-f4 3. d7-d6 4. e2-e3 4. b7-bö 5. Sbl -c3 5. Lc8-b7 6. Sgl-f3 6. Sb8-d7 7. e3-e4 7. Sd7-f8 8. Lfl - d3 8. Sf8-g6 9. L(4-ß3 9 Sg8 - f6 10. Tal -cl 10. 0-0 11. Ld3-bl 11. Sf6-h5 12. Sf3-d2 12 Sh5 — f4 13. Lg3xf4 13. Sg6-f4 14. Ddl-g4 14. e6-e5 15. Sc3-d5 15. Lb7-c8 16. Dg4-f3 16 Sf4-g6 17. d4xe5 17. d6xc5 18. Tal-dl 18. Le7-d6 19. Sd2-fl 19. Dd8-g5 20. Sfl-e3 20. Lc8-eö 21. g2-g4? 21. Sg6-h4 22. Df3-g3 22. Le6xd5 23. TdlxdS 23. Ld6-b4 + 24. Kel-e2| 24. Sh4-g6 25 Se3-g2 25. c7-c6 26. Td5-d7 26. Sg6-f44- 27. Ke2-f3 27. Sf4-e6 28. Sg2-e3 28. Se6-d4+ 29. Kf3-g2 29. Sd4-e2 30. Dg3-f3 30. Se2-f4-f- 31. Kg2-gl (besser Kg3!) 31. Tf8-d8 32. Td7xd8 32. Ta8xd8 33. h2-h4 33. Dg5-e7 34. g4-g5 34. Td8-d2 35. d2-d3 35. Lb4-c5 39...... 39. De6-d7 40. Tel —fl 40. Dd7-e6 (Zeitnot ) 41. Se3-f5 41. Ld4-c5 42 Sf5-e3 42. Lc5xe3 43. Df3xe3 43. Td2-e2 44 De3-f3 44. De6-d7 45. Df3-c3 45 c6-c5 46. Kh2-hl 46. a7-a5 47. Khl-h2 47. Kg8-f8 48. Kh2-hl 49. Khl-b2? 50. Dc3>d3 51 Hl-dl Ausgegeden, da verloren geht. 48. Te2-d2 49. Td2-d3! 50. Sf4xd3 51. Dd7-d4 mindestens noch eine Figur Losung be« Problems Ir. 161. Do» P. F. Blake. I. Db3-a4ü usw Lösung des Endspiels Ar. 55. Don Graf 3. de Dille »ende. 1. Lb5-c6, Sc7xc6 2. DeS -e3 !!, Tg7xg6 (Der einzige Zug. da 3 Dxh6-t oder DH34- droht) 3. De3-h3+. Tg2-h2 4. Dh3-f3-f-, Tg6-g2. (Sonst 5. Dh5-*- u. gern) 5. Df3xc6, b6-h5. 6. Dc6-a8, h5-h4. 7. DaS-13, h4-h3. 8. Kfl-el!, Khl-gl. 9. Df3—fl matt. -luv der Lchsichwclt. Der 8. Äongreh des Mittelrheinifchen Schachbunbes. Da- am DienStag, 29. Mai, beendete Meister- schastSturnier brachte besonder« noch in den beiden lebten Runden spannende Momente 3n der letzten Runde stiessen die Spitzenkandidaten Prof. Mannheimer — Dr. Bechstedt und Dr. Wolff gegen Walter auseinander. Da Pros. Mannheimer sehr rasch seinen Königsflügel zerrüttete, gelang e« Dr Bechstedt durch seine« Spiel bald, diese Ehanee zum Siege auszunutzen: hierdurch schied Mannbeimer al- Anwärter auf den ersten Preis au«. Die Entscheidung musste nun die Partie Dr. Waller brinaen; sali» Walter gewann. war et alleiniger erster: dagegen genügte Dr. Wolff zum ersten Prei« ein Renn«. Dr. Wolff, der wusste, was auf dem Spiele stand, spielte umsichtig und sicherte sich hierdurch da« Remis, welche« er zum ersten Prei« benbtiate. Der Schluhstand ist folgender: Dr. Wolfs, Katzenelnbogen (Bad Emfer Schachklub), 4 Punkte, erster Prei«: Dr. Bechstedt, Wetzlar. 3'/, Punkte, zweiter Preis: Pros. Wannhcuner, Frankfurt a. M., 3’/i Punkte, dritter Preis: Walter, Koblenz, 31/? Punkte, preisloS. da nach dem System Sonne- mann-Derger gewertet wurde. HiüeShe m, Kreuznach, 3 Punkte: Svenson. Wiesbaden 2'/, Punkte: Hartmann, Koblenz-Lützel, 1 Punkt. Das Hauptturnier, welches bet zwöls Spielern in zwei Gruppen audgelragen wurde, ergab in der ersten Gruppe ben Sieg Menget, Frankfurt am Main, mit 41/« Punkten vor Peter, Reuwied, mit 3 Punkten, und in der zweiten Gruppe- (bei gleicher Punktzahl), erster Älauer, Baumbach, vor Rothamel, Giessen, je 3l/i Punkte. In der ersten Sieger gruppe des Rebenturnttrs gewann Denkner, Frankfurt a. M., mit 2 Punkten: in der zweiten Gruppe Portugal!, Daumbach, mit P/i Punkten. Turnierleiter wat der Schacht meister W. Orbach. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren bom Redakttonstisch. Lieselotte und der Tiger. Lieselotte ist ein artige«, gute« Kind, nur etwa« feige. Der Dater sieht das nicht gern und gibt sich grosse Mühe, ihr da« Fürchten abzuaewöhnen. So schickt er sie eines Abend« tn« dünkte Rebenzimmer, wo sie seststellen soll, ob die Fenster geschlossen sind. Lieselotte hat gerade ihr Liebllnastter. einen Tiger aus Seldenplüsch, im Arm. Mit ihm be- wassnet, überschreitet fie um ein Schritt lein die Schwelle, kehrt dann aber um und sagt strahlend zum Dater: »Es geht nich, Papi, der Tiger fürcht' sicht" (Lust. Dl.) Die Bedingung. Zum Direktor de« Dariet6« kam ein gut auS- feben her Mann: .Ich bin Fress-Künstler." .Wie, Hüe?r »Fresskünstler! Ich vertilge pausen- und mühelos hintereinander 12 Tassen Kaffee und 40 Brötchen, 18 Rühreier, dazu 34 Dvuletten und anschliessend 37 Mohrenköpse mit Schlagsahne." .Wundervoll! 6ie können am Ersten bei mir auf treten, — daS heisst: e« geht nicht! Da« ist ein Sonntag, und zweimal am Tag. nachmittags und abend«, können Sie wohl nicht auf* treten? I” .Doch, wenn ich dazwischen Zeit zum Abendessen habe!" (Lust. Dl.) Die Jagd im Juni. Der Juni spielt im Jagdjahr be« deutschen Weidmanns eine grosse Rolle. Fast in allen Landern ist die Jagd aus den Rehbock frei Der Dock hat verfärbt und leuchtet rot in der Sonne. Hat er nun auch noch ein braves Geweih geschoben, so stellt er das Wild dar. dessen Erlegung für die Mehrzahl deutscher Weidmänner hohe Jagd ist. Seine Jagdzeit ist lang, und es empfiehlt sich, gute Ddit vrilhl'sche llnioerHtSU-Vrudrrci, B. tai-e, -irtzes, Schilßr. 7. INGENIEURSCHULE Altenburg th. STAATSKOHHIIAAA. MASCHINENBAU * ELEKTROTECHNIK AUT0H0BIL-U.FLU6ZEUGBAU e Wegen Aufgabe meines Ladengeschäftes VOLLSTÄNDIGER AUSVERKAUF meiner gesamten Möb 6 I-Lagerbestände 20-40% Preisermäßigung Es kommen zum Verkauf: Ca. 50 komplette Einrichtungen von Speise-, Herren- und Schlafzimmern, Wohnsalons In klassischen Stilarien und neuzeitlichem Geschmack In bekannt erstklass. Ausführung. Ferner Polstermöbel, Klein- und Einzelmöbel jeder Art, Antiquitäten, Bilder, Beleuchtungskörper, Kunstgegenstönde sowie Teppiche, Kissen, Bezugs- und Dekorationsstoffe Auf Wunsch Zahlungserleichterung! HCH. MOLZAHN FRANKFURT A. 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Und diese Tradition — das kann man ruhig sagen — ist eS auch gewesen, die die Veranstaltung von ©leben 1900 am Sonntag wieder zu dem gemacht hat. wa» sie werden sollte: ein SreigniS ersten Ranges Infolge der Ausgeglichenheit des KrastverhältnisseS gab es in fast allen Wettbewerben scharfe Kämpfe bei guten, zum Teil sogar ausgezeichneten (Schröder im Kugelstoben 14,6c MeterI) Leistungen. Leider wurden die Ergebnisse In den Laufwettbewerben durch die noch weiche und infolge der Trockenheit sehr staubige Bahn stark beeinträchtigt. Die Abwicklung war stynell und ohne Tadel, ein Beweis sorgsamster Vorbereitung und geschickter Durchführung Ergebnisse: Offene Wettbewerbe. 100 Meter: 1. Esser, 6. C. 94 M.-Gladbach, 11,5 Sek.. 2. W. Schmalz, S. C. 80 Frankfurt, 11,6 Set.; 3. Freund, Hessen-Preußen Kassel, 12 Sek. Der Gladbacher, ein bekannter westdeutscher Sprinter, halte alle Mühe, sich Schmalz und Freund vom Halse zu halten. 200 Meter: 1. Schaurig, Hessen Preußen Kassel, 23,3 Set ; 2. Esser, M.-Gladbach, 23,8 Sek.: 3. R. Fischer, B. f D. Gießen, abgestoppt. Der Olympiakandidat und westdeutsche 400-Meter Meister war der erklärte Sieger in diesem Rennen. 1500 Meter: 1. Walpert, Hessen-Preußen Kassel, 4:25,2 Min.: 2. Kaufmann, F. Spo. Frankfurt, 4 25,5 Min.. 3. Reichmann, Sportfreunde Siegen, 4:26,1 Min Der Kampf war äußerst hart, bei besserer Dahn wäre auch eine günstigere Zeit von dem erst kürzlich von Teutonia Berlin zu Hessen-Preu- hen Kassel zurückgekehrten Walpert erzielt worden. 5000 Meter: 1. Obelode, D. s. B. Wissen 16:15,4 Min.: 2. Paul, Sportfreunde Siegen, 16,29 Min.: 3 Klärner, Schwarz Weiß Barmen, 16,48 Min. Westdeutsche Waldlaufelite! Der diesjährige Meister Obelode gewann sicher und in schönem Stil. Weitspruna: 1. Harz, Hessen Frankenberg 6,67 Meter: 2. Esser, S. C 94 M.-Gladbach, 6,56 Meter: 3. Stille, B. S. C. 99 Offenbach, 6,30 Meter. Der talentierte kleine Frankenberger sand viel Beifall. Diskuswerfen: 1. Mohl, D. f. B Gießen, 33,46 Meter: 2. Baler, S. C. 94 M.-Gladbach, 32,97 Meter: 3. Frey, Gießen 1900, 30,84 Meter Mohl befindet sich auf aufsteigender Linie. Der 1900er zeigte nicht das Erwartete. Kugelstoßen. 1. Schröder, Dortmund 95, 14,66 Meter, 2. Mohl, v s D Gießen, 12,25 Meter, 3. Schaber, Fußballspv Frankfurt, 11,87 Meter. Der deutsche Meister 1926 bewies, daß er alle Aus- ficht hat, nach Amsterdam zu fahren. DreKampf (100 Meter, Weit, Kugel): 1. Esser, S E. 94 M Gladbach, 183,74 Punkte: 2 Petersson, Gießen 1900, 183,31 P.. 3. Harz. Fronkenberg, 174 P. Wenn der sympathische 1900er nicht solches Pech beim Weitsprung gehabt hätte, wäre ihm niemand gefährlich geworden. Allerdings zeigte Esser auch schone Leistungen (z. B. 100 Meter in 11,3 Sekunden). 4xl00-‘2Helcr-6laffcI: 1. Sportclub 1880 Frankfurt. 46 Sek.: 2. Sp-Dg. 1900 Dießen. 46.4 Sek.: 3. Sssen 99. Die 1900er in geschwächter Auf- stellung (ohne Seipp, ©uyot und Müller, die alle an Verletzungen laborieren) hielten sich recht gut. Olympische Staffel: 1. Hessen-Preuhen Kassel 3:47.9 Min.: 2. Schwarz^Deiß Barmen, 3:52,9 Minuten: 3. Fußballsvortverein Frankfurt, 3.55 Minuten. Walpert und Schaurig taten schon das ihrige, damit ihr Derein den schönen von der Stadt Dießen gestisteten Ehrenpreis mit nach Kassel nehmen konnte. Junioren-wettbewerbe: 200 Meter: 1. Pfeiffer. Siegen. 24.9 ©et: 2. O. Müller. Gießen 1900. 25 Sek: 3. Groß. Schwarz-Weih Barmen. 25.2 Set Sin rafsiaer Kampf, den der kräftige Siegener knapp für sich entscheidet. 400 Meter: 1. Blum. S. E. 80 Franksurt a. M.. 53.9 Sek.: 2. Gelbert, Gießen 1900. 55.2 Sek.: 3. Diesterberg. Weilburg. Das von dem Frank- surter angeschlagene Tmnpo konnte der Spielvereinigungsmann nicht ganz durchstehen. 800 Meter. 1. Peters. Gießen 1900. 2:03.9 Minuten: 2. Brandenburg. Altendiez. 2,08 Min.: 3. Alpermann. Hessen-Preußen Kassel, 2,09 Min. Peters erwies sich wieder einmal als 19008 stärkste Wasse. Bei besserer Dahn hätte er bestimmt die zwei Minuten erreicht. Weitsprung. 1. O. Müller. Gießen 1900. 6.13 Meter, 2. Maus. Dießen 1900, 5,90 Meter: 3. Jüngst. Siegen. 5,90 Meter. (Durch Stechen entschieden.) Speerwerfen: 1. Hubert, Siegen, 47,70 Meter: Langlotz, Dießen 1900, 44,99 Meter: 3. Baier, M.-Gladbach, 44,50 Meter. Für eine Junioren» konkurrenz ganz glänzende Leistungen. 4x400-Meter-Stafsel: 1. Sp.-Dg. Gießen 1920 (Delbert, Peters, Seisert, PeterSson) 3.47 Min.: 2. Schwarz-Weiß Barmen 3: 51,1 Min. 1900 kann auf feine Junioren stolz sein. Mnfänger-IDcltbcroerbe: 100 Meter: 1. Petersson, Dießen 1900, 11,9 Sekunden: 2. Stern. Schwarz-Weih Barmen, 12 Set: 3. Schwab. Gießen 1900, 12,1 Sek. Pe- tersson gewann mühelos. Hochsprung: 1. Stern, Schwarz-Weih Barmen, 1,68 Meier: 2. Schwan. Schwarz-Weiß Barmen, 1,61 Meter: 3. Sobottka, Hessen-Preußen Kassel, 1,52 Meter. Der Sieger bot eine für die Anfängerkonkurrenz kaum glaubliche Leistung. Diskuswerfen (beidarmig): 1. Petersson, Gießen 1900, 60,77 Meter: 2. Hubert, Siegen, 58.59 Meter: 3. Sobottka, Hessen-Preußen Kassel, 49,32 Meter. Die beiden ersten auch wieder über alles Lob erhaben. 4xl00-Meter-Stassel: 1. Schwarz-Weiß Barmen 47 Set: 2. B. S. C. 99 Offenbach 47,5 Set: 3. Sp.-Dg. 1900 Gießen. Den Einheimischen wäre zu raten, sich demnächst besser einzuwechseln. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 — Allo. Gießen 0:3 (0:1). ö. Bei dem schönen Wetter hatten sich am SamStag zahlreiche Zuschauer aus dem 1900er Sportplatz eingesunden. Das Spiel konnte in Punkto Schnelligkeit und Sian kaum befriedigen, waS sich allerdings teilweise durch die Hitze entschuldigen läßt. Der Sieg der Turner uxtr verdient auf Grund besserer Zusammenarbeit und größerer Ausgeglichenheit der einzelnen Mannschaftsteile. Der Mw. trat mit seiner stärksten Elf auf den Plan, während die Spielveveinigung drei Leute zu ersetzen hatte, die tagS darauf bei den Rationalen Wettkämpfen an den Start gehen mußten. Und man ist sicher, dah dies, ohne die Leistung d:S Ww. schmälern zu wollen, für den Ausgang des Kampfes entscheidend gewesen ist: mit der kompletten ersten Mannschaft hätten die 1900er mindestenst ein Unentschieden erreicht Zum Spielverlaus selbst bleiot wenig zu sagen. In der ersten Hälste verlief der Kamps durchaus offen. 1900s Halbrechter warf einen Ml plazierten Ball an die Latte. Sine geringe Feldüberlegenheit der Turner machte sich bemerkbar, die bald daraus zum erstenmal unhaltbar wurde. Dann war Halbzeit. Aach Wiederbeginn waren die Turnen dauernd leicht überleben, so daß die Hintermannschaft der 1900er schwer zu arbeiten hatte. Da sie von ihrem ersatzgeschwächten Sturm, der sich kaum zu einer einheitlichen Aktion aufraffen konnte, nicht entlastet wurde. Der Turnverein verwandelte einen Strafwurs, nach dem sich der Spielvereinigungswrmann vergeblich warf, dann erzielte fein Halbrechter unhaltbar Die W mit öen fieben Mein. Roman von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig. ' 23. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Warten Eie einen Moment, ich hole meine Mütze", sagte Cody, indem er sich erhob. Mit meinem blanken Schädel könnte ich mir bei diesem feuchten Wetter doch eine Erkältung zuziehen'." Er strich sich lächelnd mit der Hand über die Glatze. Sybil nickte stumm. Ein wirbelndes Gefühl der UebelfeU lähmte ihr die Zunge. An der Tür drehte sich Cody noch einmal um. Mit einem Aechzen hielt Sybil sich am Rande des Tisches fest. Ähr Gesicht war totenbleich, ihre Augen hatten einen gläsernen Blick. . Gott, Miß Lansdown, was fehlt Ihnen? rief Cody. Da sank sie ohnmächtig zusammen. _ Halb trug er sie, halb schleppte er sie zum oofa, schob ein Kissen unter ihren Kopf und betrachtete sie mit stillem Triumph. Dann ging er auf Zehenspitzen zum Zimmer hinaus und schloß die Tür sorgfältig hinter sich zu. 19. Cody fand den Chauffeur auf der Terrasse. Er hatte ein Bein über die Brüstung geschlagen und rauchte eine Zigarette. Er dachte gar nicht daran, seine Haltung zu ändern, als sein Brotgeber er- schien. „Wo ist meine Frau?" fragte er scharf. Der Unwille rötete seine Stirn. Aber er roagte Tom Cawler nicht zu sagen, wie sehr ihm seine Haltung mißfiel. „Wo soll sie fein? Doch wahrscheinlich auf ihrem Zimmer." „Geh hinauf und sag ihr, daß ich sie sprechen muß." „Geh selber hinauf", erwiderte Cawler ungnädig und zertrat die glimmende Zigarette. Der Zorn stieg Cody zu Kopf. Es zuckte in seinen Fäusten, aber die Feigheit hemmte ihn. Mühsam würgte er seine Wut nieder. „Dann geh ins Dorf und besorge mir ein paar Briefmarken. Ich habe eilige Post. „Ich denke nicht daran. Ich bleibe hier und bewache den Eingang. Wo ist die junge Dame?" „Sie hat sich niedergelegt. Sie hatte einen heftigen Anfall von Migräne." „Sie sah nicht nach Migräne aus, als sie herkam. Wann fährt sie heim?" „Heute wohl nicht, Tom. Sie bleibt unter Gast, bis ihre Schmerzen sich gelegt haben, und so ein Anfall dauert oft vierundzwanzig Stunden. Ich kam heraus, um meine Frau zu bitten, daß sie die Betten im Fremdenzimmer bezieht." Tom Cawler erwiderte nichts, aber feine Augen redeten eine drohende Sprache. Unter diesem Blick kroch Cody zusammen, und mit der lärmenden Wut, die dem Feigling eigen ist, polterte er los: „Was stehst du hier auf der Terrasse und hälft Maulastcn feil? Scher' dich in die Küche. Da gehörst du hin. Ich habe deine Tante geheiratet, nicht dich!" „Ja — das hast du — Esel, der du warft! Aber du hättest besier daran getan, des Teufels Groß- mutier zu heiraten!" Cody keuchte vor Zorn. „Wie, du Schurke, du wagst, so von deiner ein- zigcn nahen Verwandten zu reden? Haft du denn gar keinen Respekt?" Cawler verzog die Lippen und schob das Unter- finn vor. „D doch, ich habe Respekt vor der Niederttacht deiner Frau. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der so kaltherzig gemein sein kann. Unterbrich mich nicht, Cody. Sieben Jahre habe ich den Mund gehalten, aber jetzt habe ich das Schweigen satt. Meine Tante und ich, wir gehören keiner Fa- milie an, mit der man Staat machen kann. Ein verdammt böses Blut rollt durch unsere Adem. Aber das sag ich dir, trotz allen Reichtums mochte ich mit Mrs. Cody nicht tauschen. Habgierig ist sie wie ein Drachen, der in der Hohle über seinen Schätzen brütet. An ihren schmutzigen Händen klebt das Geld wie Pech. Für einen Schilling verkauft sie ihre Seele an den Satan ... was würde sie erst für ein Vermögen tun!" Er schloß die Augen. Dann öffnete er sie wieder, und solch ein Blitz des Haßes schoß aus feiner Lid- spalte hervor, daß Cody zurücktaumette. „Sie bildet sich ein. daß ich ihr Dank schulde. Dank für was? Mit Hunger und Prügel hat sie mich großgezogen." Er lachte wild und schneidend. das dritte Tor. Der Schlußpfiff machte dem durchweg fair verlaufenen Spiel ein Ende. Run haben die 1900er die geringere Chance, das Rückspiel auf dem kleineren Mtv.-Platz günstiger gestalten zu können. Die Mannschaft des Siegers war recht gut disponiert, tonnte sich im Sturm mit fernem kurzen 2nnenspiel nicht so recht durchsetzen. Die Hintermannschait erledigte ihre Arbeit äußerst sicher. Die Spiekvereintq: ng halte ihre Stärke in der Derteidigung. Der Tormann arbeitete fehlerlos: die drei Tore konnte er nicht verhindern. Die Derteidiger spielten sehr sicher, trotzdem sie stark beschäftigt waren. Mittel- läuier und rechter Läufer waren in der gewohnt zuverlässigen Form, der linke Ersatzläuser fügte sich gut ein. Der Sturm gab sich redlich Mühe, produktiv zu wirken, aber es blieb bei Ansätzen. Linksaußen und Halbrechts spielten auf reichlich ungewohntem Poften, sie sind beide Derteidiger. Der Rechtsaußen blieb unter der gewohnten Form. Das Fehlen der schnellen linken Sturmfeite machte sich stark bemerkbar. Mittelstürmer und Halblinks (sonst HalbrechlS) konnten sich durch das Fehlen der gewöhn.en Rebenleute ebenfalls nicht durchsetzen. Schiedsrichter Kunze amtierte einwanbsrei, beide Parteien waren mit ihn zufrieden. B. f. B. Liga — Sprendlingen 1:3. Ligareserve — L'ch I 5:2. 21. j). — 21. f). Wetter 10:1. 1. Jugend — 1. Iugei.^ D. f. B. Marburg 8:0. Die Ligamannschaft war durch besondere Umstände gezwungen, ihre Reise nach Sprendlingen am Sonntag mit reichlich viel Ersatz anzutreten. Daß es ihr trotz der verhahltnismäßig „schwachen" Aufstellung gelang, dem Gegner ein weit günstigeres Resultat abzuringen, als die fast in stärkster Aufstellung spielende Mannschaft im Torfpiel, ist um so anerkennenswerter, als das Treffen auf dem Platz des Gegners ftattfand, und sie außerdem eine durch das ungewohnt heiße Wetter stark ermü- dende Bahnfahrt hinter sich hatte. Unter Berück- sichtigung der angeführten Begleitumstände und im Verhältnis zum Vorspiel-Resultat von 2:8 darf die 1:3-Niederlage als ein recht gutes Ergebnis ge- wertet werden. Bei Halbheit führte Sprendlingen durch ein Eigentor des rechten Detteidigers, der durch die Sonne geblendet, den Ball ins eigene Tor köpfte, mit 1:0 Nach der Pause erzielte die Platzmannschaft noch zwei reguläre Tore, denen Gießen durch Halbrechts nur eins entgegensetzen konnte. Der außerordentlich eifrig und energisch, dabei stets fair kämpfenden D. f. B. - Elf gelang es, das Spiel trotz des etwas besieren Zusammenspiels des Gegners durchweg offen zu halten. In wenig überzeugendem Stil schlug die Liga- r e f e r d e die erf,e Mannschaft des Sportvereins L i ch mit 5:2. Die Gäste zeichneten sich durch lobenswerten Eifer und recht gute Spielauffafsung aus, kamen jedoch gegen die technisch befjere Platzmannschaft nicht auf. Bei etwas weniger Eigen- nützigkeit des rechten Verteidigers des Halblinken und des Mittelläufers der Platzmannschaft, die hierdurch jede Homogenität verlor und vollkommen zusammenhanglos spielte, hätte das Resultat wesentlich hoher lauten können. Die in stark veränderter Aufstellung, ohne eine Anzahl vom Verein selbst gesperrter Spieler antretende erste Iugendmannschaft kam gegdn die in stärkster Besetzung und in jeder Beziehung bessere erste Jugend der „Vereinigten Marburg nicht auf und mußte sich mit 0:8 geschlagen bekennen. Arbeiter-Turn- und (^pnrfbunh. Lollar I — Alsfeld I 5:3. Lollar hatte Alsseld aoerinals zu Gast. Das Spiel, das schon einmal aabgetragen wurde und das Lollar seinerzett 5: 4 gewann, wurde damals für ungültig erklärt. Leicht erklärlich war es daher, daß das Spiel nur den Charakter eines Punktspieles tragen konnte. Der Schiedsrichter „J)aft du je von meinem Zwillingsbruder Johnny gehört? Ich habe die letzte Nacht von ihm geträumt, und seitdem kann ich sein Bild nicht mehr loswerden. Er war ein kleiner Knirps von sieben Jahren, als er spurlos verschwand." „Als er starb", verbesserte Cody leise. „Starb er wirklich? Meine Tante behauptet es. Ich selber habe ihn nicht sterben sehen." Sein Atem kam und ging. Eine tiefe Furche rann quer durch seine Stirn. Bis zur Tür wich Cody zurück und hob die Hand schon zur Klinke, als Cawler ihm mit einem Tigersprung den Weg zum Rückzug verstellte. „Bleib hier und höre, was ich dir zu sagen habe. Mit meinen eigenen Augen habe ich gesehen, wie sie den kleinen Burschen um ein Nichts so lange geprügelt hat, bis ihn die Besinnung verließ. Wie ein Sack fiel er zu Boden. Und er soll eines natürlichen Todes gestorben sein? Deine Frau wird schon wissen, warum er starb ... Und der lag wird kommen, wo sie Rechenschaft oblegen mutz. Wenn sie ein Mann wäre, da wüßte ich, was ich täte — keine Stelle an ihrem Körper bliebe heil. So, das wäre meine kleine private Abrechnung, nach der es mich schon lange gedürstet hat ... Und jetzt hole ich das Auto. Du bist gewarnt, Cody!" Bertram Cody starrte ihm nach. Sein Gesicht war fahl geworden. Die Knie schlotterten ihm. Die Angst hatte jeden Gedanken an Widerstand erstickt. In der Halle blieb er stehen und wischte sich die Schweißtropfen von der Stim. Dann flieg er die Treppe zum ersten Stockwerk hinauf und gelangte keuchend ins Zimmer seiner yrau. Die Tür knallte ins Schloß. Zwei Stimmen tobten gegeneinander, in grellem Diskant die eine, dumpf polternd die andere. Ein Gegenstand fiel krachend zu Boden. Jäh über« schlug sich die helle Stimme und endete in zornigem Schluchzen. Dann wurde alles still. Nach einer Weile kam Mrs. Cody heraus. Ihre Augen waren vom Weinen geschwollen, ihre Züge verzerrt, die Sippen verkniffen. Sie ging leise die Trevpe hinab, blieb vor dem Wohnzimmer stehen, lauschte mit verhol- tenem Atem und drückte dann die Klinke vorsichtig nieder. Snbil saß auf dem Sofa. Sie hatte ihren Kopf in die Hände gestützt und stöhnte. Ihre Augen hatten einen leeren, verschwommenen Blick. Sie war nur halb bei Befilmung. balle denn auch keine leichte Aufgabe zu erfüllen. Rach Anstoß aufgeregtes Spiel. Jn der 15. Minute konnte Alsfeld durch v5I metcr in Führung geben, doch in der nächste i Minute konnte Lollar den Au-gleich schon berftellcn. Dis Halbzeit weiter aufgeregtes Spiel, in bem Lollar noch drei, darunter ein Selbsttor. Als eld nur noch ein Tor erzielen konnte. Rach Seitenwechsel noch schärfere- Spiel. LoUar konnte durch eine schöne Ecke sein fünfte- Tor erzielen. 3m weiteren Verlaus bespiele- mußten zwei Spieler von Lollar und einer von Alsseld da- Spiel eld verlassen. Alsfeld gelang es nur noch einmal, den Ball ins Rey zu senden, es mußte sich abermals mit 5: 3 geschlagen bekennen. Kassel-Krumbach I — wiesrck I 4:6 (2:3). W.e eck- 1. batte eine Rci.e in ben 13. Krei- unlemommen, um ein fälliges Rückspiel auszu» tragen. Dereits kurz nach Anstoß führte Wie- scck 1.0. Durch Elfmeter konnte Krumbach aus- gleichen. Trotz der körperlich überlegenen Mannschaft des Platzbesitzer- konnte Wieseck durch feine technische Ueberlegenheit bei Halbzeit bereits 3:2 führen. Rach Halbzeit konnten die Einheimischen den Ausgleich Herstellen und durch ihr körperliches Spiel zur Führung kommen. Doch nicht lange währte ihre Freude, denn die Gäste schassten abermals den Ausgleich. Di- Schluß spielte nun Wieseck überlegen und verließ mit obigem Resultat als Sieger Den Platz. wieseck II — Ccun I 2:4. Wieseck II hatte Leun l zu Gast und mufole sich nach eifrigem Spiel mit obigem Resultat geschlagen bekennen. wieseck (Jugend) — Klein-Linden (Jugend). Wieseck konnte den körperlich weit überlegenen Gegner nach schönem Spiele mit einer 4:1 Riederlage nach Hause schicken. Gießener Tennis-6lub. pflngfl-filubfurnler 1928. Die Entscheidung für den ersten Platz ist gefallen. Dipl. K m. Walter Kirchner gewann feine zwei noch ausstehenden Spiele gegen Dr. Fischer und Roll in überzeugendem Stil und errang damit, ohne eine Riederlage aufzuweilen, die Klubmeisterschast für 1928. Da Hamann gegen Dr. Fischer siegreich war, Dr. Fischer jedoch gegen Roll, Roll wiederum gegen Hamann. so ist die Besetzung des 2.. 3. und 4. Platzes noch offen, let)genannte drei Herren haben noch einmal gegeneinander zu spielen. Gießener lennlsflub 1922 II gegen Tenniskiub „Grün-weiß" Fulda I 11:6. Am Sonntag trafen sich diese Mannschaften auf den Plätzen des Gießener KlubS zu einem Städtewettkampf. GicßenS 2. Mannschaft errang einen schönen Sieg über die Fuldaer erste Besetzung, sie gewann mit einem klaren Dorsprung von 5 Punkten. 3m Herren-Gin,el verdient vor allem das Spiel von Grenz, Fulda, Erwähnung, der In gutem Stil daS Svriyenspiel für Fulda gegen Dr. Dönges, Gießen, getoann. Fr. Lsonie Dü11mann sicherte das Spriyenspiel im Damen-Sinzel dagegen für Gießen, die anderen Gießener Damen hatten ebenfalls wenig Müh«, ihre Gegnerinnen zu fdjlagen. Gute Leistungen im Herren-Doppel zeigten Grenz-Knips, Fulda, da- schönste Stiel des Tgges war jedoch daS 1. Mftedspiel. in dem Sri. Li Stückra th — K. Fischer (Gießen) zu großer Form auflie en und die starke Fuldaer Kombinatton Frl. Heuser — Grenz in drei schweren Säten schlugen. Frl. Stückraih zeigte ein gutdurchdachtes. wohlplafterteS Spiel, Fischer sichere, produkttve Flugbälle. Ungefähr in derselben Aufstellung tritt Gießen- 2. Mannschaft nächsten Sonntag der 1. des Wetzlarer Tennisklub entgegen. Das Wettspiel findet ebenfalls in Gießen statt und dürfte einen sicheren Sieg Gießens ergeben. Ty. Wortlos packte Mrs. Cody sie am Arm und zerrte sie empor. Sie legte die eine Hand unter ihre Achsel, mit der anderen schob sie das Mädchen vor sich her. Es dauerte lange, ehe die Treppe zum oberen Stockwerk, noch länger, bis die Stiege zur Mansarde erklommen war. Vor einer roh gezimmerten Tür blieb Mrs. Cody stehen. Sie stieß sie mit dem Fuß auf und warf Sybil auf die schmale Feldbettstelle, die dicht unter dem schräg auffteigenben Dache stand. Sybil lag reglos mit geschlossenen Lidern. Mrs. Cody schenkte iyr keinen Blick, während sie in der Kammer hantierte. Die Nacht war bereits hereingebrochen, als sie die Tür von außen oerriegelie, ihre Schritte in der Tiefe des Hauses verhallten. Sybil vermochte sich an nichts zu erinnern, als sie mit berstendem Kopf aus ihrer Betäubung erwachte. Alle Pulse am Hinterkopf und an der Stirn hämmerten mit bohrendem Schmerz und dumpfem Drohnen. Aechzend richtete sie sich auf. Ein Tischchen war an das Bett gerückt. Eine Nachtlampe brannte darauf mit trübem Schein. Daneben stand ein Glas Wasser. Sie griff gierig zum Glase und entdeckte eine geöffnete Hülse, aus der ein paar Aspirin- tabletten auf ihre Hand tropften. Instinktmäßig nahm sie zwei davon auf die Zunge und spülte sie mit einem langen Schluck Wasser hinunter. Danach lag sie eine lange Zeit, ohne sich zu rühren und lauschte auf das Pochen ihres Blutes, das ihre Schläfenadem zu sprengen drohte. Allmählich nahm die Kraft des Hämmerns ab, das Drohnen in ihren Ohren wurde Aum leisen Gesumm, und plötzlich hoben sich Nebelschwaden von ihrer Erinnerung auf. In die Dauer einer Sekunde preßte sich alles, was sie erlebt hatte, Herzensangst ballte sich zusammen und steigerte sich zu einem furchtbaren 23er- stehen ihrer gegenwärtigen Lage. Langsam richtete sie sich auf. Aber noch nahmen ihre Augen nichts wahr, die Winkel verschoben, überschnitten sich, ein gräßliches Schwindelgefühl stürzte sie in bodenlosem Abgrund. Doch auch das ging vorüber. Die Linien bogen sich zurecht, die Gegenstände rückten an ihren Platz, und sie sah, daß sie sich in einem Mansarden- stübchen befand. Ein schwerer dunkelbrauner Schrank füllte die eine Breite des Zimmers aus. Das Waschgerät stand in der Nähe des Tischchens, ein Stuhl am Bett. Auf dem Boden lag ein schäbiger Läufer. (Fortsetzung folgt) besieht mehr Aufnahmeneigung. gen BCT' •t Sozialdemokratischen Partei wurde Rech- den hessischen La dtag und zum Proolm I i=»h Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse = ■ n ft. befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. die der ter der thien in Devileamartt Berla Srankwn Telegrarh'Ich« AuSzahI wesentlich nichtiger. Diesem Umstand war es wohl in der Hauptsache zu verdanken, das; die Geschäftslage sich weiterhin im allgemeinen nicht ungünstig gestaltete. Besonders in Kalbfleisch ist der Konsum weiter gestiegen. Aufgetrieben wurden Rinder 14 603 Stück gegen 18 600 in der Vorwoche. Kälber 14 620 gegen 33 400. Schafe 8800 (8400), Schweine 76 000 (105 700). Der Geschäftsgang am Rindermarkt war im großen und ganzen als mittelmäßig zu bezeichnen. Die Preise stellten sich eher etwas niedriger. Kälber gingen flott, beste Mast- und Saugkälber zogen bedeutend, mittlere und geringe Kälber etwas weniger im Preise an. Schafe behaupteten bei ruhigem Handel etwa die vorwöchigen Quotierungen. Am Schweinemarkt setzte sich die Aufwärtsbewegung fort. Aufschläge bis 10 Pf. waren nicht selten. Fettschweine gingen weniger lebhaft. Man notierte in Pfennig per Pfund Lebendgewicht: Briefkasten der Redaktion. Stammtisch Cämmdje. In dieser Sache können wir Ihnen hier keine Auskunft geben Bringen Sie die Angelegenheit bei dem Obermeister der Innung vor. entgegen und wurde nur einmal von den weich spielenden spanischen Stürmern bezwungen. -n— ee.ue M.8* !,■ 111.17 N.M •1.79 11.41! 73.00 (9elv IM 21 er oo 111.73 58.64 2. 47 111,73 40.34 ä,;i 11.355 n 70 Entsprechend dem nach den Festtagen ringerten Bedarf waren die Auftriebszahlen an den Schlachtviehmärkten in der Berichtswoche Wirtschaft. Don den Gchlachtviehmärkien. herauskommende Material auf. Maggonweizen in guten Qualitäten ist weiter spärlich angeboten und rege begehrt, in geringer Daee dagegen reichlich vorhanden und nur vereinzelt zu Futter- Ätoeden verkäuslich. Das inländische Roggenange- bot hat gleichfalls nachgelassen, für Äapnlahun» 1 = 5 ccq = « =XS = Oq.;“ c «EjJc* zialtag der Provinz Oberhessen gewählt, ferner gehörte er dem Prooinzialausschuß der Provinz Oberhessen an. Mitglied des Hessischen Landtags ist er seit 13. Februar 1919. Mit ttreisdircktor Rech thien tritt die erste politische Persönlichkeit auf Grund der bei der Bildung des Kabinetts Adelung zwischen den Regierungsparteien oereinbarten Richtlinien in die höhere Staatsverwaltung ein. Tschangtsolin gestorben? Tokio. 5. 3uni. (IU.) Japanische Zeitungen geben eine Nachricht aus TNukden wieder, wonach her Marschall Tschangtsolin feinen Verletzungen erlegen ist. Die Agentur Toho will eine Bestätigung dieser Nachricht erhalten haben und führt aus, daß die amtliche Bekanntmachung noch nicht erfolgt sei. weil man politischen Verwicklungen Vorbeugen will. Der Sohn Tschangtsolin». der sich in Tientsin befindet, hat sich im Flugzeug nach M u k d e n begeben, von chinesischer Seite ist eine Bestätigung dieser Nachricht noch nicht erfolgt. Letzte Rachrichten. Kreisdirektor Gebhardt provinzialbirektor von Starkenburg. Abg. Rechlßien Srciebireltor in Krikdberg. Darmstadt. 5. Juni. (DIB Eigner Draht» bericht.) Wie wir hören, ist der seitherige flret»« direktor von Friedberg, Gebhardt, zum Pro. vinzialdirektor von Starkenburg er» nennt worden. An seine Stelle in Friedberg tritt der der Sozialdemokratischen Partei angehorende Bürgermeister R e ch t h i e i." von Vilbel. Provinzialdirektor Gebhardt ist cm Sohn des bekannten früheren Amtsgerichtsdllektors, Geh. Iuftizrats Gebhardt in Gießen. Er Turbo am 6 März 1873 >,u Alsfeld geboren, besuchte von Ostern 1879 bis 1891 die Vorschule und das Gymnasium in Gießen, studierte Jura von 1891 bis zum Win» ter 1894 auf den Universitäten Gießen, Münster und Leipzig, legte im Wintersemester 1894 da» juristische Fakultatsexomen in Gießen ab und de- stand im Frühjahr 1899 in Darmstadt da» juristische Staatserameu. Als Regierungsassessor war er bis Ende Mai 1900 freiwillig bei dem Kreis« amt Gießen tätig. Hierauf wirkte er bis 31. Okto« der 1905 als Regierunasasteffor und Polizeiamt mann in Darmstadt, anschließend bis 31. Juli 1907 als Kreisamtmann in Lauterbach, sodann bis 15. Mai 1910 als Kreisamtmann in Mainz. Hier« auf kam er wieder nach Gießen, wo er dis zum 31. Mai 1919 Vorstand des Polizeiamtes war. Er ging dann als Polizeidirektor und zweiter Beamter beim Kreisamt nach Offenbach, wo er bis zum 31. Mai 1921 verblieb. Vom 1 Juni 1921 bis 30. November 1924 stand er als Kreisdirektor dem Kreisamt Dieburg vor. Seit 1. Oktober 1924 war er als Kreisdirektor in Friedberg tätig, von wo er nunmehr als Provinzialbirektor der Provinz Star« tenburg nach Darmstadt übersiedelt. Der neue Kreisbirektor Rechthien kann auf eine ungewöhnliche Laufbahn zurückblicken. Er würbe am 30. Dezember 1876 zu Rieste, Kreis Bersenbrück in der Provinz Hannover, geboren. Er besuchte bie Volksschule, erlernte bann bas Weder- hcmbwerk und arbeitete hieraus in oerschiebenen Städten Deutschlands. Vom 1. April 1909 bi» 31. August 1919 war er Angestellter der Freien Gewerkschaften, und zwar wirkte er vom 1. April bis 30. September 1909 als Hilfssekretär im Ar« beitersekretariat in Osnabrück, vom 1. Oktober 1909 bis 30. März 1914 war er in Bielefeld Geschäfts« fütjrer des Deutschen Textilarbeiter-Verbandes, bann vom 1. April 1914 a6 Arbeiterfekretär in Worms. Seit 1. September 1919 steht er als Bürgermeister an her Spitze her Verwaltung des ober« hessischen Städtchens Bildet wo er erst vor einigen Wochen nach Ablauf seiner ersten Wahl« periode, wiedergewählt worden war. Als Dertre« *UeberzcichnungdeutscherAnleihen in Amerika. Die gestern in Ncuyork von Rollins & Sons und der (Equitable Trust Co. aufgelegten 5 Millionen Dollar 6,5 o. H. Hypothekenbonds der Märkischen Elektrizitätswerk P.-G. wurden sofort stark überzeichnet, so daß die Zeichnungslisten bald geschlossen werden konnten. Wie der Vertreter des WTB. erfährt, gingen Zeichnungen aus allen Landesteilen ein. Auch die zur Auslegung gelangte Anleihe her Königsberger Zellstofsfabriken und Chem. Werke Koholyt A.-G. in Berlin wurde überzeichnet. • 3Mil lionen schweizerische Frank- Anleihe der Stadt Konstanz. Die von der Schweizer Bolksbank übernommene 6 Prozent-Anleihe der Stadt Konstanz im Betrage ton 3 Millionen schweizerischen Franken, die dieser Tage aufgelegt worden ist, ist dreifach überzeichnet worden. Die Anleihe, beten Zeichnungskurs 95 Prozent ist, dient ausschließlich für werbende Zwecke. 3n erster Linie sollen die Leitungen zur Versorgung benachbarter schweizerischer Gemeinden mit Gas durch das Gaswerk Konstanz ausgebaut werden. Auch zur Verbesserung der Verkehrslinien innerhalb Der Stadt soll ein Teil der Anleihe Verwendung finden. * Die Deutsche Landerbank A.-G, B e r - l i n, die zu in I.-G.-Farbenindustriekonzern gehört, schlägt die Verteilung einer Dividende von 8 v. H. (7 v. H.) vor. Frankfurter Börse. Frankfurt, 5. Juni. Tendenz schwächer. — Au der heutigen Börse kam die starke internationale Verpflichtung der Spekulation wieder deutlich zum Ausdruck. Auf bie im Verlaufe stark abgeschwächte Neuyorker Börse war die Stimmung zu Beginn unsicher, und bie Spekulation schritt zu Elaltstellungen. die aus den m elften Marktgebieten Kursrück a ä n g c zur Folge hatten, da auch heute wieder Kaufaufträge des Auslandes nur in geringem Um fange Vorlagen. Im Verlaufe konnte sich bie Stimmung leicht erholen. Man verwies auf die Erfolge der verschiedenen deutschen Anleihen in Neuyork. Bei der ersten Notierung waren jedoch noch über ?=06i ....... Ttigt. i*ne flutlol -fHrdjtc . . . 7% ittantf Hyp «k. »oldvl. in hinDbar bte i832...... 4H“e ;llhetnllrtrtr<|l.Cblt(|atieu. rlidAobWar 1933 . . 4% $d'n>fU tiunbrtb Ant.. . LiitcmrtcblldK ütoibrie.. . . 4,eu% Cehin. €Kt*r«e. . . . 4‘ o Ccflerre«. tmbiil ^t». . 4% Unonnidir ..... i"; llnflflnlfif 5taal«t. o. 1910 4'.; ,, ui-n 1918 . . . 4% Ihidpnldn- »ronenric..... 1% iurl. HvUunleOje u. »SN . i 0 l urtildic iBoobabbabiftlnl. 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