Nr 82 Erster Blatt 178. Zahrgang Donnerstag, 5. April 1928 Erscheint tüglich.auhei Sonntags nnb Feiertags Beilage«; Gießener FamUiendlättei Heimat im Bild Die Scholls monats-Bepigsprets: 2 Reichsmark und 20 ReichspfeRnig für Träger» lohn, auch bet Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61, M und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Lazeiger Gieße«. poRfchecNonto: trentfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prwf mtDtriofl: vrthl'schc Utth>ertKtts-Buaft alles Weltgeschehen geht, jener Weg, der Dom tiefen Leben durch den Tod zum hohen Ächte führt. Richt du, nicht ich, nicht deines Lebens, meines Lebens Enge ist Schluß und Dauer unse- i res Seins, es ist eine Bereitung, ein Wandern in jenem höheren Leben, das hier webt in der iation, im Vaterlande, in der Gemeinschaft ber Geister, dort im ewigen Leben. Was ist .Vaterland" anderes als Summe aller höheren ? Leben seiner Kinder, und was anders ist »höheres Leben" der Christen als Heimkehr I «us der Verbannung ins Vaterland? Rur im I »Stirb und Werdet ist beiden Dauer befchie- -• Den, nur im heiligen Opfer, das hier einer für < «lle brachte, dort alle bereit sind, zu bringen 'iir Eines, und es bringen täglich, stündlich, in ■ Der blutenden Rot, durch die mir als Volk schreiten. Das Opfer, das der kindliche Glaube spendete zur Versöhnung der zürnenden Göt- < ter, es wächst zum freien Tatwillen, der den lob überwindet, und in der Hingabe des ganzen Selbst an die Einheit ihr Leben und Blut । gibt. Selbstaufopferung wird so zur Neugeburt, | tur Blutersüllung dessen, für den sich der Wille 1 §um Eigenleben opfert. So steigt aus dem Tode ; Vas Leben, Jo klingt vom Kreuze das „Stirb und ©erber als ewige Verheißung. Das Kreuz steht auf lichter Höhe, ein Sinnbild uns, das Kreuz ruht auf toter Helden Ärust, und um die Lippen des einen, der tau- fenb Tode starb, damit wir leben, schwebt demütig, stolz und rein das stille Wort: „Es ist vollbracht!" Die Schneeglöckchen lauten, der Frühling hebt seine jungen Hände und wälzt den Stein. Es will Ostern werden, darum muß Karfreitag fein! SerLavell-ZilmfüpLon-on freigegeben London. 4. April. (TTl.) 3n einer fünfzehn - stündigen Sitzung, die bis heute morgen sechs Ahr dauerte, hat der Londoner Stadtrat bc- 'chlossen. das Aufführungsrecht für den Film „dato n" freizugeben. Ein Ergänzungsantrag, der die Haltung der Filmzensurstelle beanstandete, wurde mit 56 gegen 52 Stimmen abgelehnt, während ein zweiter Antrag, der sich gegen die beochsichtigte Streichung der Hinrichtungsszene wendet, mit 60 gegen 37 Stimmen verworfen wurde. Die Aufführung des Films ist nach dieser Entscheidung allen Kinos in London erlaubt. Oie Rückreise -es Königs von Afghanistan. London, 4. April. (WB.) Der König und die Königin von Afghanistan werden morgen London Dtrlaifen. Sie begeben sich zunächst inkognito nach Paris und dann nach Berlin, wo der König, S«r an einer Mandelentzündung leidet, einen Spe- sialarzt konsultieren will. Von da wird die Reise über Warschau und Riga nach Rußland und schließlich über Angora nach Tehe - ran führen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 5. April. Schon jetzt läßt sich bei der Ausführung des landwirtschaftlichen Hilfsprogrammes ziemlich deutlich erkennen, daß man bei der praktischen Ausarbeitung in zwei Etappen vorgehen wird. Zunächst hat man besonders mit d^m Problemkreis begonnen, der die Organisation und Förderung des Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch betrifft und zu dem bereits einige Richtlinien aufgestellt und bekanntgegeben sind. Allerdings kann man annehmen, daß diese Richtlinien noch wesentliche Aenderungen erleiden werden, da sie zunächst nur vom Ministerium ausgearbeitet wurden, mit den Jnteressenver- tretern erst oberflächlich besprochen werden konnten und nun zuerst in den zuständigen Reichs- ratsausschuh, wahrscheinlich am 16. April, kommen, um gleichzeitig oder kurz nachher auch vom Achtundzwanzigerausschuß des Reichstages beraten zu werden. Am heftigsten umstritten wird dabei wahrscheinlich die praktische Verwendung der Darlehen an Vichab- satzvrganisationen für die Regelung des Marktauftriebes und des Absatzes für Schlachtvieh und Fleisch, wie die Abgabe von Darlehen an Fleischwarenfabriken und Schlächterei- organisationen sein. Hier stehen sich die Jnteressenvertreter der Landwirtschaft und der Fleischerorganisationen gegenüber, da man in den landwirtschaftlichen Kreisen anscheinend befürchtet, daß die Gelder direkt nur den Fleisch» wcrrenorganisationen, d. h. also den Schlächtern und Fleischern zugute kommen werden, ohne daß wirllich eine Gewähr gegeben ist. daß das Ziel möglichst stabiler Preise dabei erreicht werden kann. Allerdings ist das gerade ein besonders schwer zu lösendes Problem, das auch den auftänfrigen Stellen die größten Sorgen bereitet, da hier die Möglichkeiten eines wirksamen Eingriffes bei der Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 5. April. Gleich nach dem Osterfest wird die Vorbereitung für den bevorstehenden Wahlfeldzug, die durch die Feiertage unterbrochen wird, fortgesetzt werden. Im großen und ganzen ist man in den einzelnen Wahlkreisen so weit, daß die wichtig st en Parteien ihre Kandidaten auf gestellt haben, und zum Teil ist auch bereits die Reichs» und Landesliste fertiggestellt. Den Beschluß dieses Stadiums machen dann mehr oder weniger groß aufgezogene Parteiveranstaltungen. denen die Aufgabe zufällt, den Wahlaufruf und die Wahlparole der betreffenden Partei zu entwerfen und zu erlassen. Don Reichslisten sind bis jetzt bekannt die der Deutschen Dolkspartei und der Deutsch-Demokratischen Partei, wenigstens insofern, als nach Beschlüssen des betreffenden Parteivorstandes die Spitzenkandidaten benannt worden sind. Bei der Deutschen Dolkspartei stehen der Parteiführer Dr. Stresemann und der all* verehrte Senior der Reichstagsfraktion, Geheimrat Dr. Kahl, an der Spitze. Bei den Demokraten auffallenderweise nicht der Parteiführer Dr. Koch-Weser, sondern Frau Gertrud Bäumer. Dr. Koch ist vielmehr als erster Kandidat in Berlin auf gestellt, wobei sich ein nicht uninteressanter Zwischenfall abspielte. Es war versucht worden, den bekannten Professor an der Berliner Handelshochschule Bonn an zweiter Stelle unter^ubringen. doch wurde diese Kandidatur mit sehr großer Mehrheit durch die Ausstellung des Malermeisters Kloenke geschlagen. Die endgültige Aufstellung der Reichs- und Landesliste der Deutschen Dolks- partei soll in einer Sitzung des Reichsaus- schusses am 21. April erfolgen, und am nächsten Tage, dem 22. April, wird eine Parteitagung in Berlin stattfinden, die den Wahlaufruf er» lassen soll. Die Zentrumspartei wird ähnliche Veranstaltungen, wenn auch in geringerem Umfange, am 10. und 11. April abhalten. Daß bei den Deutsch nationalen Graf Westarp wiederum die Reichsliste und die Wahlliste in Berlin anführen wird, unterliegt wohl keinem Zweifel. Hoffentlich gestaltet sich der Wahlkampf so. daß Mißstände, die früher leider auf der Tagesordnung standen, verschwinden. Sehr zur rechten Zeit hat der Reichsinnenminister v. Keudell die Mahnung erlassen, den Wahlkampf so zu führen, daß persönliche Beleidigungen und Beschimpfungen des politischen Gegners unterbleiben. Diese Mahnung verdient ernstlichste Beachtung. Besonders interessant verspricht diesmal der Wahlkampf in Bayern zu werden. Dort war bis^r die Deutschnationale Dolkspartei durch den Großadmiral v. T i r p i h vertreten, der auf seine Wiederwahl verzichtet hat. Statt seiner hat die Partei den bekannten General v. Lettow- D o r b e ck. den ruhmvollen Derteidiger Ostafrikas, aufgestellt. Man mag verschiedener Ansicht darüber sein, ob man dem politischen Leben dient, wenn man Heerführer in die Volksvertretung entsendet, denn allzu gute Erfahrungen haben wir eigenartigen Struktur dieses Marktes und seiner Ware praktisch sehr gering sind. Dor allem fehlt hier bei dem Absatz der Ware jede Voraus- sehung. durch weitgehende Typisierung oder Rorrnalisierung, wie etwa beim Brot, dem Handel einen gewissen festen Rückhalt zu geben. Trotz der schon ziemlich weitgehend formulierten Richtlinien sieht man in der Frage der Regulierung des Dich- und Fleischmarktes bisher noch keine unbedingt wirksame Methode auch nur andeutungsweise entstehen. Zur Zeit finden im Reichsernährungsministerium mit den verschiedenen Interessenvertretern eingehende Berhandlungen statt, die aber nicht vor Mitte des Monats abgeschlossen sein dürften. Mit der Behandlung des zweiten großen Pro- blemkreises, der vor allem die Fragen ber U m - schuldung und einer zu schaffenden Ausfassungs- Organisation für finanziell bedrängte oder in Konkurs geratene landwirtschaftliche Betriebe betrifft, wird man er ft nachOstern beginnen können. Es dürste aber in kurzer Zeit dringend werden, auch über diese Fragen zur Klarheit zu kommen, da gerade die Monate Mai und Juni für die Landwirtschaft besonders schwer zu sein pflegen und man zudem schon jetzt hört, daß in einigen Teilen Deutschland die Wintersaat durch ungünstige Witterung beträchtlich gelitten hat, so daß die Landwirte Gefahr laufen, die Felder eventuell wieder umpflügen zu müssen. Wenn hier die Krise, die in diesem Fall ja auch in einem gewissen Sinn saisongebunden ist, einsetzt, wird es notwendig sein, daß man die dafür als Abwehrmaßnahmen gedachten Organisationen auf Grund des landwirtschaftlichen Notprogramms schon in Gang gebracht hat. Wahrscheinlich wird man auch hier, ähnlich wie bei der Regulierung des Schlacht- und Dich- marktes, den Poften eines Reichskommiffars schaffen, der als Treuhänder der Regierung die praktische Ausführung des landwirtsck)aftlichen Notpro- grammes zu überwachen und zu leiten hat. in dieser Hinsicht nicht gemacht. Aber eine Persönlichkeit wie die des Generals von Lettow-Dorbeck heischt größten Respekt auch vom politischen Gegner. Ihm wird in den beiden bayerischen Wahlkreisen der Führer der Deutschen Dolkspartei Dr. Stresemann gegenüberstehen, und man kann daher erwarten, daß der Wahlkampf dort zwar ein heißer sein, aber mit Waffen geführt werden wird, die der beiden Kämpen würdig sind. Zweifellos wird gerade da ganz besonders neben der Außenpolitik auch die grundsätzliche Frage des Föderalismus im alten Sinne oder der organischen Fortentwicklung zum Einheitsstaat im Vordergrund stehen. Dielleicht wird man später einmal diesen Wahlkampf in Bayern als einen Wendepunkts in der innerpolitischen Geschichte des Deutschen Reiches bezeichnen können. Siresemanns Spihenkan-idaiur in Bayern. München, 4. April sich, wie amtlich mitgeteftt ttnrb nm di- 7t«- Das sterbende Preußenparlament dieser an scheu Der wegen Beteiligung an der A u t o n o m i st e n beweg ung unter Anklage gestellte, im Auslande weilende Baron Ley hat an den Präfekten des Departements Unterrhein ein Schreiben gerichtet, in dem er seine Kandidatur für die Kammer wählen im Wahlkreis Colmar für die „Liga für die Volksabstimmung" aufstellt. Ein Südtiroler Wirt verhaftet und nach 2Rom verbracht. Innsbruck, 4. April. (TOB.) Am IS. März wurde der Rücklenwirk in kollmann namens Union kaslatter auf das ftarabinierifom- mando nach Maidbruck bestellt, dort nach feinem Eintreffen gefesselt und dem Bezirksgericht in Klausen vorgesührt. Man warf ihm vor, er habe Druckschriften, die ihm vom Anstande übermittelt worden seien, an feinen Freundesund Bekanntenkreis weilergcgeben. Kas- latter wurde am 21. März nach Rom verbracht, und es wird dort gegen ihn vor dem Sondergerichtshof zum Schutze des Staates die Anklage wegen Hochverrates erhoben. Vie Verhand- lang soll am 11. April stattsinden. schwerden gegenüber dem Reich vertrat und sich damit selbst in« Unrecht setzte. Sine erfreuliche Episode der preußischen Geschichte sind daher diese Jahre der Weimarer Koalition nicht. Wir stehen stark unter dem Eindruck, daß auch da« Zentrum diese Empfindung hat, obwohl es selbst zum größten Teil die Verantwortung dafür trug, da es, eben um ein Gegengewicht gegen seine Ehe mit den Deutschnationalen im Reich zu Kleine politische Rachrichten. Die Kreisbauernschaften haben -en Reichs- kvmmissar für die besetzten Gebiete, Freiherrn Langwerth d. Simmern, gebeten, bei der Besatzungsbehörde vorstellig zu werden, damit die Schießübungen, die im Guelser Bezirk stattfinden sollen, unterbleiben. Auf den Schritt des Reichskommissars bei den Be- sahungsbehörden ist ein« endgültige Antwort mxh nicht erfolgt. Bis jetzt sind nur die Schießübungen in dieser Doch« abgesagt worden. gulierung eines kleinen Gebirgsflufse« in den südfranzösischen Alpen durch ein Staubecken zur Elektrizitätserzeugung. Das Projekt ist mehrere Jahre alt; die Ausführung scheiterte an der Finanzierungsfrage. Durch die neueste französische Gesetzgebung wird eine Handhabe zur schnelleren Abwicklung geboten. Die Sachlieferungen und di« Verwendung deutscher Arbeiter stellen einen Wert von 11 Millionen dar. Es sollen fünf- bis sechshundert deutsche Arbeiter beteiligt werden. Deutscherseits sind kleinere und mittler« Firmen an dem Projekt interessiert. haben, mit unbegreiflicher Zähigkeit Kondition festhielt. Wahlpropaganda auf Staatskosten. Merkwürdige Maßnahmen der preutzifche« Regierung. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers-. Berlin, 5. April. Kurz bevor der Preußische Landtag auöeinanöerging, hielt der Wohlfahrtsminister H i r t s i e f e r im Rainen der Staats- regierung im Landtag eine längere Rede, die den Charakter eines Rechenschaftsberichtes hatte, aber doch auf den Ton abgestimmt war, die Arbeiten der Weimarer Koalition und ihres Kabinetts in das beste Licht zu .rücken. Die Preußische Regierung scheint von dieser Rede Hirtfiesers so begeistert gewesen sein, daß sie an die Regierungspräsidenten eine Anweisung hinausgehen ließ, den Zeitungen in ihrem Amtsbereich d i e Rede zum nochmaligen wortwörtlichen Abdruck gegen entsprechende Bezahlung anzu- bieten. Diese Verfügung ist natürlich nicht geheim geblieben. Die preußischen amtlichen Stellen erklären jetzt, daß die Rede lediglich als b e - fahlte Beilage in den Zeitungen erscheinen ollte. Sie geben also zu, daß hier Steuer- gelber verwandt werden sollten, um für die Preußische Staaisregierung Propaganda zu machen. Darüber läßt sich doch nicht streiten, daß dieser sogenannte Rechenschaftsbericht alles daS verschwiegen hat, was der Regierung unbequem ist, und daß er infolgedessen zum Kampfmittel für die bevorstehenden Wahlen geworden ist. In Preußen will man es natürlich nicht wahrhaben, daß hier die Gelder der Steuerzahler in den Dienst der Weimarer Koalition gestellt worden sind. Man sucht sich mit folgender Argumentation zu rechtfertigen: Es könne sich bei der Rede Hirtsiefers um feine Art von Wahlpropaganda handeln, sondern nur um einen rein sachlichen Rechenschaftsbericht über die von der jetzigen preußischen Regierung im letzten Jahre geleistete Arbeit. Mit der bezahlten Verbreitung dieser Rede in der Provinzpresse habe die Regierung nur eine möglich st sachliche Aufklärung des Publikums über die Verwendung der Steuergelder erregen totalen, indem sie gleichzeitig damit das staatsbürgerliche Interesse im Voll zu steigern hoffte. Die Gegner aber behaupten, daß eS sich hier, möge man auch noch so sehr die eben angebeuteten Motive der Preußischen Regierung anerkennen, wohl kwch um eine unzulässige Verw en - bitng staatlicher Mittel zum Zwecke einer einseisigen Wahlpropaganda handele. Wer noch einigermaßen objektiv zu urteilen vermag, wird zugeben müssen, daß wir eS hier mit einer Handlung der Staatsregierung zu hm haben, die sich nach keiner Richtung hin vertreten läßt. Von unserer Berliner Redaktion. Gleichzeisig mit dem Reichstag will auch der Preußische Landtag seine Arbeiten beschließen, um sich würdig auf die Reuwahlen vorzwberei- ten. Die preußische Regierung hat aber den Ehrgeiz gehabt, daß der Landtag wenigstens in Schönheit stirbt, sie hat deshalb die letzte Gelegenheit benutzt, um eine Art Rechenschaftsbericht über die Erfolge ihrer Tätigkeit auszuarbeiten, und da der Ministerpräsident erkrankt war, durch den Dohlfahrtsminister verlesen lasten. Preußen ist jetzt in der angenehmen Lage — angenehm wenigstens vom Standpunkt der Stabilität aus —, daß eS in den letzten drei Jahren nur eine Regierung gehabt hat. Unmittelbar nach den Wahlen trat die Deutsche VollSpartei aus: nach einer mehr als unerquicklichen monatelangen Krisis fand sich die Weimarer Koalition zusammen, die ursprünglich nur als ein Verlegenheitsbehelf gedacht war, sich aber dann in einen solchen Glauben an ihre Vorzüglichkeit hineinredete, daß sie sich mit mehr Taktik als Kraft durch alle Schwierigkeiten hin- durchwand: um jetzt nachträglich zu behaupten, daß sie nicht nur Preußen, sondern auch daS Reich gerettet habe. Das ist etwas kühn und eine allzu reichliche Epekulasion darauf, daß der Preußische Landtag sich selbst eigentlich vollkommen aus dem öffentlichen Interesse au 8 - geschaltet hat. Wer die Dinge etwas näher verfolgte, der hat nur Mitleid für di« Art gehabt, wie in Preußen Politik gemacht wurde und gemacht werden muhte, weil di« Koalition mit einer Mehrheit von höchstens einer Stimme gär nicht imstande war, positive Arbeit zu leisten, sondern von dem guten Willen der Opposition abhängig blieb. Hatten sie den Weg zu den rechts stehenden Parteien gesucht, so wär« er gar nicht schwer zu finden gewesen, der Wille zur Obstruktion war niemals vorhanden. Aber Ministerpräsident Braun wollte in keiner Weise von rechts abhängig sein, deshalb hat er sich lieber die Unterstützung der Kommunisten ausgeliehen und so politisch di« ganzen Jahre hindurch von der Hand in den Mund gelebt Geleistet ist in Preußen nichts. Man hat verwaltet aber nicht regiert. Das ganze Programm der Weimarer Koalition ist zerschlagen, von der großen Verwaltungsrefvrm ist nichts übrig geblieben als ein Gelegenheitsgesetz über die Auflösung der Gutsbezirke, das reine Freud« nur den Kommunisten macht. Und als Illustration für die Stärke dieser Regierung haben die Rechtsparteien in den letzten Tagen noch wiederholt die Deschlußunfähigkeit des Landtags herbei- aeführt, weil sie nicht wollten, daß die Organisation der P r e u ß e n k a s s e' ins Parteipolitische umgebogen wurde. Richt einmal das ist möglich geworden, daß Preußen endlich zu einer einheitlichen Abgabe seiner Stimmen im Reichsrat kommt, weil hier die Koalition in sich auSein- anverfiel und das Zentrum irgendwelche Bevormundung der Provinzialstimmen durch die Preußische Regierung ablehnte. Es ist deshalb mehr alS eine unrichsige Auffassung, daß im Zeichen dieser Regierung Preußen der Hort und Kern deS Reiches gewesen sei, im Gegenteil. Preußens Einfluß hat sehr erhebllch gelitten, er ist im Reichsrat durch den Gegensatz zwischen der Regierung und den ProvinKialstimmen auf einen Bruchteil heruntergedruckt, er ist auch sonst mrrückgegangen durch Me schroffe Art, die der Ministerpräsident aus sachlich berechtigten Be- Englands Macht in Aegypten. Eine neue englische Note. Kairo, 4. April. (WB.) Der englische Ober- kommisiar für Aegypten, Lord Lloyd, hat dem ägyptischen Premierminister, A a h a S Pascha, die Antwort der englischen Regierung auf die ägyptische Rote vom 30. Mär) übermittelt. Die britische Regierung erklärt, daß sie die von Rahas Pascha in feiner Rote vertretene Auffassung über die Beziehungen zwischen Großbritannien und Aegypten und über die daraus sich ergebenden Verpslichsimgen für beide Teile nicht al« zutreffend anerkennen kann. Die englische Rote gibt dann eine Schilderung der staatsrechtlichen Lage nach englischer Auffassung und stellt fest, daß die englische Erklärung vom 28. Februar 1922 die darin zugestandene Änabhängigkeit Aegyptens von vier Vorbehalten abhängig gemacht hat. Danach habe England sich Vorbehalten, folgende Fragen gänzlich nach eigener Entscheidung zu regeln. 1 .den Schuh der Verkehrswege des Britischen Reiches in Aegypten, 2 die Verteidigung Aegyptens gegen alle Angriffe und direkten oder indirekten Linmifchungsverfuche oom Ausland her; 3 . Schuh der ausländischen Interessen in Aegypten, sowie der Minder, heilen: 4 . die Frage be# Sudan Dies« Borbebalte sollten in Kraft bleiben, bis über die betreffenden Fragen eine Vereinbarung zwischen den beiden Regierungen zustande gekommen sei. Die englische Regrerung, so erklärt die Rote, habe in dem Vertrag, über den sie mit dem vorigen ägyptischen Premierminister verhandelt habe, ein Mittel zur Lösung dieser Frage gesehen. Da aber bet Vertrag von Aegypten zurückgewiesen worden sei, bleibe der Status q u o ante bestehen, und die englische Regierung behalte sich hinsichtlich der vier angelührten Punkte Jeßc Entscheidung vor. Die ägyptische Regierung könne eine unabhängige RegierungsgewaU nur unter der Voraussetzung ausüben daß sie den engsiichen WünDer kürzlich ergangene Schiedsspruch für das Baugewerbe, der ab 1. April eine Erhöhung von ö Pfennigen pro Stunde für alle bau gewerblichen Arbeiter norfieht. ist von beiden Seiten ab gelehnt worden. Die Entscheidung liegt nunmehr beim Tarifamt für das Baugewerbe, das in der nächsten Woche Zusammentritt und sich über die etwaige Berblndlichkeitserllänmg schlüssig werden wird. Der Oldenburg!sche Landtag beschloß feine Auslösung mit Wirkung vom 19. Mai. Dos Etaatsministerium wurde ersucht, die Neuwahlen zum Landtag zugleichmitdenReichsiags- wählen am 20 Mai anzuberaumen. Reichsminister a.D. Hermes Hal auS Anlaß seiner Wahl zum Präsidenten der 'Bereinigung der deutschen Bauernvereine dem Herrn Aeichsauhemninister sein Amt als Führer der deutschen Delegation für die deutsch polnischen Handelsvertrags Verhandlungen zur Verfügung gestellt Auf Vorschlag des Reichsaußenministers hat das Die Wetterlage. Reichskabinett den Auftrag deS Herrn Dr. Hermes erneuert. Dieser hat den Auftrag angenommen. I « .ntC (Jfld? '■ u -A- eworxtnros oroter.® mim nettem ® rvontrg. ® oedetn «Rejee * Sehnte a Graupeln, e rte»ei IC Ge ntf* meeen »n et® witat P» eetden ukmnen itenenden Za* cen ge»tn die Temperatur an. OK Linien rerpmdtn Ortr mu gleiche» >pfl Ml 3^ .Höhepunkt • 1 -NI jtirien. Seelen Aust« u^tunfl unk' letrnnitnlt Aus aller Welt. Seim Motorradunfall ertrunfee. Auf der nach Lvlonnowska (Oberschlesien) führenden Kunststraße ereignete sich ein schwere« Motorradunglück, das zwei Todesopfer forderte. Gin Bauunternehmer fuhr auf seiner Maschine in raschem Tempo in die Kurv« cm der Brücke nach Malapane. Das Motorrad prallte dabei mit solcher Wucht gegen das Brückengeländer, daß ein auf dem Soziussitz fahrender Briefträger in hohem Dogen in den Fluß geschleudert wurde, wo er, bevor Hilfe herankam. ertrank. Der Führer der Maschine erlitt bei dem Anprall einen Schad el- bruch und andere schwere Verletzungen. Er wurde später von Passanten in bewußtlosem Zu>stande ausgefunden und in das Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf gestorben ist. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert. Ein Schrankenwärter wegen Arbeitsüberlastung sreigefprochLn. Wegen des schweren Sisenbahnunglücks bei Muldenstein, bei dem am 2. Dezember vorigen Jahres der Berliner O-Zug in einen Last- autozug hineinfuhr, die beiden Führer des Last- autvzugeS getötet unb der Lokomotivführer und der Heizer deS v-ZugeS schwer verletzt wurden, stand jetzt der Schrankenwärter Zahn vor Gericht. Der Angeklagte konnte in der Verhandlung nachgewiesen, daß er dienstlich völlig überlastet war. Er hatte nicht nur den Bahnübergang zu bewachen, sondern eine Fahrkartenausgabe und «inen Telegraphenapparat mit vier Leitungen zu bedienen, und schliehllch auch noch die Reinigung des Bahnüberganges, den täglich 50 Züge passieren, zu besorgen. Weiter wurde festgestellt, daß daS Läutewerk nur ganz schwach wirkte und erst neuerdins durch ein neue« zweites außerhalb des Bahnhäuschens ergänzt worden ist. Angesichts dieser Bet» bältnisse kam daS Gericht zu einem Frei- sPruch. Groß beschlagnahmt. Die im Malikverlag erschienene Mappe von George Grosz „Hintergrund" mit den Entwürfen des Künstlers für die Piscatvr-Schwejk- Inszenierung ist beschlagnahmt toor&en, und zwar wegen dreier Blätter, nämlich Abbildung II ..Geiftlichrr mit auf der Rase tanzendem Kreuz". Unterschrift: „Sei untertan der Obrigkeit!", dann Abbildung Rr. IX „Geistlicher speit Granaten aus". Unterschrift: „Die Ausschüttung des Helligen Geistes". Abbildung Dr. X »Christus am Kreuze mit Gasmaske". 41pterlchrift „Maulhalten unb Weiterdienen". Diese Zeichnungen allein und in Verbindung mit den Unterschriften werden alS öffentliche Beschimpfung von Einrichtungen 9er christlichen Kirche (Ehristusverehrung, Pre- bigtamt, Priestertum) im Sinne des § 166 des DGB. betrachtet und sollen deshalb gemäß § 41 des StrGB. der Unbrauchbarmachung unterliegen. Folgenschwere Explosion eines Granatzünders. In Sosnowice fanden spielende Kinder auf einem Grundstück den Zünder einer französischen Granate. Der Zünder explodierte, und fünf von den Kindern wurden derart schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. -es „J'Mlna ? tyra ’Mnfang 'Freiherr ">'! bi Atz jiP *h btt ’ fontjer »• in'-r«n an 4 ?'inh(2err G Am I Wettervoraussage. Kost ganz Deutschland bracht« das ausgedchntr ü-gengebie» des nördlichen Tiefdruckgebietes er« giebige Niederschläge. Wilhelmshaven meldete heute morgen 3V Millimeter, Nordhorn 20 Millimeter Unter dem Einfluß der Westlust an der Südseite des Tiefs bleibt öa? peränbertidje Wetter bei auf* frischenden Winden forkbestchen. Eine Besserung der Wetterlage steht .zurzeit nicht bevor, denn westlich von Irland macht sich bad Herannahen einer neuen Tiefdruckstörung bemerkbar. Wettervoraussage für Freitag: Dor übergehend wechselnd wolkig mit Aufklaren, später wieder Bewölkungszunahme, vereinzelt etwas Regen. Auffrischende westliche Winde. Witterungsau ssichtenfürSamstag. Wolkig, auch zeitweise bedeckt, etwas milder und vielfach Niederschläge. Lufttemperaturen am 4. April: mittag» 8,6 Grad Celsius, abends 7A Grad Celsius; am 5. April: morgens 7 Grad Celsius Maximum 9,4 Grad Celsius, Minimum 5,1 Grad Lesims. — Crbtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 4. April: abends 7,3 Grad Celsius; am 5. April: morgens 6>1 Grad S>elsius. — Niederschläge: 14,8 Millimeter p rd bericht' ^sischer Är -u Lehrer llBMksch« Geters 2a I schweres 8k t3ezflwnbcfen refcn seinem sLivblassig g H SdW I Stieben. 3n enböifl Tich lästigen Zot die Tochter \ r uch. Ter 2 ‘oitb fie eim Last bei 6or Rolen ahnen . (»wftieg. § t stm ttfknmc chmr Ärhchr allen io b® '^ai Am schüchtern > >ir. ob sie i brer Fehl 1 Dürfe. Ich f flirt: .M j wir verzage Äott des Jnb das Le ; eben, ob ei , Wlichei mi f ttfütlte ihre Äuoen wen ®laiu chim.- Das 16. ui "atiich gebu Kelimon. die »ü Dcge dx Mt. entdeck •rt Vlauben und den Au Leiden * 2ugsbur ^dchrrrBott alle Rt< 9Ümben tmde, fiÄ : derlei ®Q| Teufel 'Dirmp/' SÄ'; KL Achäu» hilft er eu M Lv Lllherord« s i Z Dunkelste in feinem Sterben ist. daß et meint, vii'habe bie Hand von ihm abgezoaen. Nie kam j| einem Menfchenrnunde ein Ausichrtt, so _ «MAirt Li* AT T erlogt. 4,1815. -es Gießener GchachkiuLs Kirchliche Tlachrichien. Evangelische Gemeinden. Karfreitag, den 6. Apttl ch), Dr. i b f o n , Fäuste gegen ihn unb lästert ihn. Am Kreuze -laibct ec eine völlige Aieberlage, sein -Ctert ein« SraaehöMk». i iptttente ffinber wf der einer ftonjcW erte, unb fünf van den er verletzt, M st' iw n mutzten. stiegen werden. Berliner Börse. »US der Provinzialhaupistadi. Sieben, den 5. April 1°28. Karfreitag. Unter Hinweis auf die Anzeige im b-ntigen Blaue Ile. nochmal, die Aufmerksamkeit der vchachfreunde auf bi* Veranstaltungen gelenkt, bic am Freitag tren Anfang nehmen. 2m Vordergründe des Inter- -sies steht natürlich — so schreibk man nns --- das Belftertiirnier, an dem bekanntlich die Dll t'r Freiherr v. H o l z h a u s e n , Zl m o ch Or, »ach. Reit, S ä m i s ch und Dr. T a r ^kower eilnehmen. Außer 'dnen spielen vom ^chachklub siencn lnit die Herren Dr. Ad. K r a t m er, der vnnnk Problemkomponist und Hau pttiunt er. vieler rmic Dr. Bechstedt aus Wesilar ber ehenMg .aoi. tn Houptturniersn mitgefpiett hat. Das Gieße- icr I-nnter, bie erste Deranftottung d'e,ei Art n - lien, reiht sich an die großen Turniere non Berlin 0 Wien an ; wenn es hinter diesen auch natur - temäfi in der Zahl der Teilnehmer }uru Kühner auf fremden Gnmdftücken angenmte:. Schaden ist zu erfetzen. Eme eventuelle An^n- - gegen den Eigentümer der Hühner wird ter jWi schütze entgegemtehmen müffen. o. C. 100. Die Bienenhaltung ttegr "" aügenwnen wfttfchöfttichen Inferrsie. Sie körmen Ihren Nachbarn nicht hi'wern, ein Bienerchaus zu -Warnen. Sic müffen auch butten, daß bw Dienen in Ihren Gar ten stiegen. Der Schaten, den fw an überreifen1 Obst anttchten. wird im Verhältnis zum Nutzen (Befruchten ter Blüten) sehr geringfügig iem. ,jieh' ein Bienenschwarm aus, to wird er '«ch den Pa raarophe.i Wl, 962 des BGB. herrenios, wem, mdi; bet Eig.ntümer ihn unverzüglich oerrolflt. oder wenn te- Eigentümer die Verfolgung au-gibt Hiernach müf' n Sie dem Nachbarn das Betreten Lres tiartOT» zum Zm-«° d«r ZurliAch-tt-m w nes Bienenfchwanns erlauben. Für den btnm w treten des Grundftücks etwa anaerichieten schaten ist Erfaß zu leisten. Hecken ober 3äune Wen über Häschen beobachten. . So könnte man aus dem Verlauf des Srute fahrS die Hoffnung auf ein gutes Hasen,ahr haben Das letzte Jahr hat uns leider gezeigt, bah die schäbigenden Einflüsse in Gestalt von Seuchen solche Hossnungen gründlich zerstören können. Schutz des Jungwildes gegen Raubzeug wildernde Hunde und zweibeinige Feinte ist dringend notwendig. . Der Rahrungsbedatt beim Raub wild ist jetzt betonter« groß Denn Fuchs, OTarber und Iltis Hecken, unb die Fähe hat ihre hebe (Hot, ine nötige Rahrung für bic Kleinen zu schatten. Wer mit Rücksicht auf bie Rietet- jagb dos Fuchsgeheck nicht auslaufen laffcn will, gräbt nun ten Bau. Ein Abschießen der .'sähe ohne gleichzeitige- Graben ter Jungen heißt diese zum Hungertod verurteilen oder AaSiägerci treiben. , Ganz besondere Aufmerksamkeit sollte der kJa- ger dem großen Wieicl oder Hermelin widmen da« für Jungwild wie für brütonte Hermen in gleicher Weise jur Gefahr wird. 8in Abschuß kommt kaum in Frage. Hier farm nur bie Kastenfalle, die an feinen LieblingSplätzen. Hecken, Steinhaufen Gräben ufw. eingebaut wird helfen. Ebenso geföhttich ist bie Krähe Die Ueter- zeugung von ter Schädlichkeit ter Rabenkrähe für bie Landwirtschaft und die Jagd hatten den Plan entstehen lassen, auch tn Hessen eine große Vekämpsungsaktwn durchzufühten. Leiter konnten die Vorbereitungeu nicht mehr rechtzeitig durchgefühtt werden, so daß sie in diesem Ausmaße verschoben ist, während auch in diesem Jahre wieder oe triebe ne norddeutsche Gebiete gegen diese immer mehr zunehmende Plage por- aeben wetten. SS ist aber mit bet Möglichkeit zu rechnen, daß in Teilgebieten Hessen« emo Bekämpfung der bei mi« brütenden Stand- krähen hn Apttl flattfintet. SS toure ba^t allerdings notwendig, daß sich kein 3agbtX'd)tcr ausschließt und die geringen Mühen und Kosten scheut. Die bessere Rieterjagb gleicht die« alles voll au«. _ . . „ , Die Frnhiahrsarbeiten im Revier drangen nch nun Zusammen. Die Salzlecken sind zu erneuern oder auszusttschen. Pittchsteige sind das teste Mittel, da« Revier ohne Störung des Wildes ju überwachen. Gleichwichtig ist bie Anlage guter Hochsitze. Der junge Hund wird auf Paathuyner geführt unb zeigt aus Iugendprüsungen, was tn ihm steckt. Durch öftere« Ansuchen von Klee- ädern sucht man Rebhühner dort zu vergrämen, damit sie ihr Gelege an anderer Stelle machen, wo sie ter Gefahr te« Au «mähen« nicht so sehr ausgesetzt finb. 5 über tu«. ä LonSdale. deutsch von Betstl zur Aufführung. In den Hauptrollen find beschäftigt die Damen Hevm. Baumann, Jüngling, Marcks und die Herren Batts. Goll. Gehre. T a n • n e r t. THc Spielleitung hat Han« X a n n c r t. • ** Das Amtsgericht und das Landgericht bleiben am Samstag, 7. April, geschloffen. — 2lu«legung der Stimmlisten zur | Reichstagswahl. Der Reichsminister des Innern hat beftimmt. daß die Stimmlisten und Stimmkarten für die Reichstagswahl vom 29. Apttl bi« einschließlich 6. Mai auszulegen smd. In ten Gemeinten Preußens, in denen mit dw- stimmung ter preußischen Landesregierung mit der Reichstagswahl die Gemeindewahl verbunden wird, werden die Stimmlisten und ©timmfarteten dvm 15. Apttl bi« einschließlich 28. April ou«- setegt »• Personalien. Ernannt wurden der Var stand ter Zentralstelle für die Landesstotistik, Mmf. stenalrat Dr. Otto Meller zu Darmstadt, vom 1. März 1928 an zum Ministerialrat bei tem Mim- stettum ter Finanzen. — Durch bie ftxrd)eiwtgit: rung wurde tem Pfarrer Philipp Buhle r zu Bingenheim die evangelische Pfarrftell« zu Londors, Dekanat «rünberg, übertragen. •* Die Feuerbestattung im Freistaat Hessen halte kn abgelaufenen ^alenteriahr 828 (tincidjerungen zu verzeichnen von denen 106 auf Darmstadt, 50 auf Friedberg. 76 auf Gießen, 256 auf Mmnz und 331 auf Offenbad) entfallen. — Im Deutschen Reich, einfchl. ter Freien stabt Darv zig. mutten 1927 in 81 «rematonen tm ganzen 45759 gegen 40 066 im Jahre zuvor, feuer Ro tharnel (Gießen). Ein zweite« Turnier. daS ohne Befchränkung auf Hessen ftarfetc Spl«- Icr aus den benachbarten Städten aufweist, wird gleichzeitig gespiell. Am Abschluß dfefer beiden Turniere totrö etn Festabend im »afc Leib die Turn^rteil- nehrner mit den Mitglieteni tes Schachklub« und Ihren Angehörigen und Gästen zu einer dem Anlaß des Feste« gewidmeten Feier vereinigen. Auch Vertreter der Stabt, der Um- t«rfitat ter Schachverbände und Schachveteme werten anwesend sein. Begrüßungen und Festrede sind nach dem Programm umrahmt von musikalischen Darbietungen der Kapelle Topp unb GesangSvorträgen von Konzertsängerin Frau S. Vessers, begleitet von Frl. M. Kör- ner. Sin Lustspiel. „Die Bllndpartie . von einem Mitglieb de« Schachklub« sür die Feier geschrieben unb von Damen unb Herren des Stadtcheater« bargeftettt. wird dem Fest die heitere Rote einfügen. unb sich ani-chfleßenvet Lanz wird der Jugend ihr Recht geben. Taten für Freitag, ♦». April. Sonnenaufgang 5.25 Uhr, Sonnenuntergang 18.41 Uhr. - Mondaufgang 20 06 Uhr, Monduntergang ^1528^Älbrecht Dürer in Nürnberg geftorben (ge boten 1471). Taten für Laurhtag, 7. April. Sonnenaufgang 5.23 Uhr, Sonnenuntergang 18.43 Uhr. — Mondaufgang 21.17 Uhr, Monduntergang ß Uht 1814: Navolean I. entsagt ter Krone und wird nach Elba verbannt: - 1898- der Wafserbaume,,ter Otto Baensch, Erbauer des qaiser-W.lhelm^anals, in Berlin gestorben (geboren 1825); — 1906: Ende ter 'Matokkokonferenz (Beginn 16. Januar). Gietzener Wochenmarktprcife. Es kosteten auf dem heutigen Wechenmatkt Butter 190 bi« 200. Matte 30 biS 35. Äafe (10 Stückl 60 bis 140. Witting 40 Weißkraut 25. Rotkraut 40 bis 45, gelbe Archen 25, rote Rüben 15 bis 20. Spinat 35 biS 50. ^"^Kohl- rabi 12 bis 20, Grünkohl 40 bi« 45. ^dfalot 150. Tomaten 130, Zwiebeln 25. Meerrettich 40 bis 100. Schwarzwurzeln 60 bis Affeln r bis 5 Aepfel 10 bis 20. Honig 35 Suppen- Hübner 120 bis 130 Pf. das Mund; Sier 12 bis 13. Blumenkohl 60 61« 180. Salat rS btS 50. Snlataurfcn 120 bis 140, Lauch 10 bis 25. Sellerie 30 bis 100, Tauben 90 bis 100 Pf. bai Stück; Radieschen Bd 20 6t8 30 Pf. Borirotizen. Oberbürgermeister Or. Göttelmann t WSN Mainz, 4. April. Der ehemalige Mainzer Oberbürgermeister Dr. Sötte [mann ist am Dienstagvormittag im Alter von 69 Jahren an einer Blinddarm und Lungenentzünduna fleftorben Dr. Göttelmann mürbe in Wörrstadt geboren unb 1904 zum Beigeorbneten in Mainz mit tem Titel Bürgermeister aewählt. Nach tem 190' erfolgten Tobe bee Dberbürgctmciftere Dr^Gatzne, würbe Dr. Göttelmann durch Beschluß bei Stadtver ordnetenversammlung zum Oberbiirgennttsier et nannt. Staatspräsident A d e l u n g hat an die Wikwe des Verstorbenen folgendes B e i l e i d s t e l e g r a nun gerichtet: „Aus Anlaß des Dahinfcheidens Ihres Ge mahl? entbiete ich Ihnen und Ihren Verwandte'! mein herzlichstes Beileid. Der Dahingegav flene war der Verwaltung der otabt Main) in ! schwerster Zeit ein zielttarer Leiter und Führer, dessen innere Treue beispielgebend gewirkt bat. 3d) werde dem Verstorbenen stets tm dankbares An denken bewahren." Brlt. Set SübTorT^t lll ten m «t in M itänötz 'rt sa. to^n*efhing I^lnunglüds bet •4^55 5& ? Wttt bti 8$ btt 6*?e,r ’nagabt unb mu« 11 »il 6it,% fchließlich aud) no* 7! Deistr ' ßSutetoerf ny M durch Michis bititt n -u einem Frei. Mhml. Hienene Mppe w ^u n d" mit den fcb ö« Pilcator-Lchvöl. toorten. olatttt, lvmüch N- auf btt Haft tdmjtn. ; >Tei untenan bet ng Olt. IX .Driftiichn iteridmft: „Die AuS- led". Wildmig 2r X iLkmajkc'.llMschiiit bienen“. Dide Zrich. nbung mit dm Unter- lssrnlliche Je« nsidjtungen der hristusvwMng. «rt« AM» bei § 166 bei n be^alb gemib f 41 rauchbarmachung bestattet. •* Die Frühjahrsmesse in Gietzen findet vom 9. bis 16. April auf OswaldSgarten statt. Sine Anzahl Mcsseun Vernehmungen fürt- tzigcn im heutigen Anzeigenteil ihre Anwefenteit au? tem Messeplatz an und bitten um regen Besuch der Frühjahrsmesse. "Gärtnergehilfen Prüfung für Ober Hessen. In Ergänzung ter Notiz in der Dlenstag- nummer unseres Blattes, daß von den 16 Cebrlingcn einer mit der Gesamtnote „sehr aut beswnden hat, teilen wir noch mit, baß dieser, Richard Bender, seine Ausbildung in dem anerkannten gattnenfchen Lehrbetrieb des Tierzuchtinftituts erhielt. *♦ Sin kleiner Brand Eand gestern nachmittag gegen 5,30 Uhr in der Werkst all des FadtradgZchäfteS von Lyncker m der Ludwigstrahe. Dort ging em Quantum Benzin, das sich auf einer Psanne neben einem zur Reparatur in ter Werkstatt stehendem Motorrad befand, auf noch ungeklärte Weife auf. M- rasch h-rbAge-ilf- 8««itoe5r brau*te nicht mehr einzugretfeit. da der Inhaber oes G^chättes mittlerweile dir Flammen mit emem HaEeuerlöfcher unterdrückt hatte. 1 •• DieRachunterfuchunaderK r i e g s- befchädig ten. Siner Gntschlrehimg desAelchs- ;aacs entfpcechend hat ter Reichsarbettsuumster onaeorönet, daß die von Amts wegen vorzuneh- menten Raa) Untersuchungen ter Ärxegöbeidjabig- ,en bis zum 31. Dezember 1»28 emzuttellen lind. Der betreffende Erlaß wird m ter nächsten Rümmer teS ReichsvettorgungSblatte« veröffent- ^da« 16. und da« 17. Jahrhundert waren dog- kmatifch gebunden, heute streben vie^ nach einer ' ReliAn. die fich nicht mehr durch DlanteEtze die Lege weifen läßt. Wer ledoch zu lesen vergeht, entdeckt in ten alten BekenntniSfchrrften DlautenSfätzen das Gold de« retnen Glau- tw« unb den llaffifchen Ausdruck Der chttstlichen Gewißheit Diese Wissenden fmten wenn sie an Jesu Leiten und Sterten denken, bestätigt was He Augsburgische Konfession sagt, daß Jesus wahrer Gott und wahrer Mensch... ewig herrsche ftter alle Kreatur und regiere, daß er alle so an tte glauben, durch den heiligen Geist heilig^ I reinige, stärke, tröste, ihnen auch Leben und • ^Kerlei Gaben unb Güter anstelle unb ratter ixn Teufel unb wider die 6ünte schütze und be- chirme." OaS Zubüäum üatholifche (Bemeintefl Karfreitag, ten 6. Apttl. Gießen 7.30 Uhr: Aussetzung des Allerheiligftev Darauf ftUle Anbetungsstunten; 9: oetftonc JÄeH< nut Predigt, abends 6: Andacht. — Lich 9^0 Meise; Passion mit Predigt. Karsamstag, ten 7. Apttl Gießen. 7 Uhr: hl. Weihen . 8 30: Hochamt Gouma^vienttd.Aeeztt^APstßetz» - " ^İri§ÄU''r htztttzlich w>e ter .Mein Gott, mein Gott, mtum hast du mich verlassen?' Jutzerordentlich wie ter Tod l^esu sind auch idie Wirkungen. Sein Tod hat tem k Babn gebrochen. Für einen Heiland, der al« vn Sonntagstind und Sieger, freudig und' glan° seinen Weg gegangen wäre. Hütten die Tentoen feinen Sinn gehabt, ter große Schmer- .i-mann nm Kreuze hat |te An ten Diesen ihrer fcele ettchüttett unb gepackt. Da« ÄteiM, clnft I, verachtet wie im Mittelalter in Deullchland Gakgen. ter Rabenstein, tourte zum Stege«- tri Ehrenzeichen, in aller Welt raai e« aut. fhe religiöse Dichtung erreicht in ten Liedern die dem gekreuzigten Heilande hanteln, ihren M immer füllen sich tn ter üttsivnszeit unb besvnterS am Knttreitage die ♦irien. unb im Tode Christi finden angefochtene keelen Aufttchtung. Aufrichtung ,m Leite und Auf° üentuna unter dem Drucke des Getoiffens. In tem tJannten BolkSbuche. ter .Fröfchweiler Ghronik . birb berichtet, wie ein bei Worth verwundeter nutfcher Krieger tert im Lazarett«' stirbt. Es »st tht Lehrer aus Berlin, tem kurz nach fernem laSmarfche ein Kind geboren worden ist, das btcb. .All ©unb* hast du getragen, sonst muhten ItHr verzagen! Erbarm dich unser, o 3efu. Da« I Dort des Herrn: ..Ich bi« die Auf ersteh una unb teS Leben, wer an mich glaubt, ter wird !oben. ob er gleich stürbe." und was wir- formst i ähnliche« mltelnanter innig und ruhig tefprachen. Ierfüllte ihre Sette mit ter teligftcn freute... jityie Augen leuchteten dabei in «'nem wunder- baren Glanze, ter nicht mehr von dieser Welt tv- SS®1-** ilttssag^ Schote (,V're*”y ,.fl: edeckt' Hsgs Tgprti- iü)atu faW' a j (Brot W MW JS-- SiaMflrcte- 9JO Uhr: Pfarrer Mahr: «eid)tt unb hl. Abendmahl für Matthäus und Markusgemeind-. 6: Pfarrafsistevt Hertel; Liturgischer Sottesdien b - 3ohanne»kirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannes Gemeinde; 11-15: Kinderkirche für die Lukasgemttndc karrer Bechtolsheimer; 6: Pfarrer Ausfew Litt r I gj.chcr Gottesdienst. — Kapelle Des Allen Friedhof* gÄ? Pfarrer Lenz; 11: Äindcrkirche , Plärrer Änz ' ' 3: Pfarrer ßenV - wiejeck. 9.30: »n A."chluß Fe^er des dl. Abendmahls. Opfer für bas vyrllcye Waisen hn«« in Jerusalem. — kvahenborn Slernbera. 9.1a dichte; 9.30: Predigt; im Anschluß hl. Abendmad! der Allen. — Haufcn-Garbenlttch. l0. Hausen, hl hl. Abendmahl für die allen Gememdeplieder itie and? ein Mensch 'ich-uIejus stellen mag i« e-kennt jeder, ter Gttchehn'sse ohne Vor- ltrtle überschaut daß lein Sterben etwa» ganz Iterordentliches ist. Wan Ipricht oft von toSem Sterben. Schwer stirbt eine Mutter, die cnünbige Kinder hinterlassen muß und^sich ,l«t noch klar macht, daß nach 'hrem ^ote »wand mehr da ist, ter in Siebe unb Fürsorge ihren Ämtern waltet. Ein im Jahre 1914 Italiener hessischer Laudwehrmann hatte nach- ,1 ihm das Geschoß getrofsen. noch simf Witten zu leben. Da sagte er zu s^nen Kameratem paget meiner Frau, daß mir Da« ©teröen tete p^r geworden ist." Kein Sterben war so schwer. das Sterben Jesu. Er hat es als feine Auf« .-uv angefehen. ter Wett Frraten zu br-ngen ter Liebe die Dahn zu bereiten, nun toirb ID fangfam zu Tote gemartert. Äolonialfolöaten f ixi ter Unterdrückung fremder Stamme und ' Leatemachen jedes nienfchli^ Defuhl ter- ™ h°bm. treiben <6™, 3670a kaufen Ihren feschen Mantel in modischen Stoffen Markig.— 29.— 39.— 49— 59 — nur bei d M Spezialhaus für moderne M 1 UlfllnkWl Damenbekleidung MakanfertiKunK ohne Preisaufschlag Zum 356/» Kolonne Gießen 02703 Eintritt 50 Pf. Saalöffnung 7 Uhr Gießen (Großer Sieinweg 24 p.), 4. April 1928 02701 Nähschule Lang-Göns, den 5. April 1928. 3666V Bettvorlagen pachten. Näheres [02699 gebeten. 0261'6 in jeder Preislage 3651a TeoDithhans Mstättef billigst bei [02674 SMMMlMWUN litt Ich an einem blässen artigen möchten. 3643V gesucht 02692 WW | Mietgesuche gesucht. 02695 3668 gesucht 02689 Babnbofstr. 51111. Dr. Unblutigs Erlebnisse Fortsetzung folgt? Aufheben! I« Vauchlavven Btd. 0.76 le Kalbfleisch Psd. 1.10 la Mettwurst Pfd. 1.30 EamStaa,7.Avril, 8" abends bei 'Livs, Kaiserallec. [3671D Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen danken herzlichst Sängertaz Kirfreilae-AnsIlDß fällt aus! Der Vorstand Karfreitag: Wanderung nach Braunfels. Abf. 8.09 n. Wetzlar. Der Vorstand. Hrch. Mühlich Wagnermeister, Dammstr. 22. LamStag. 7.Vvril, abends 8' . llbr, MonatsYersammlunq im Vereinslokal. Der Vorstand. 9* wandt« 6(e »«rschtrbenfirn Mittel der-edlich an. Darch e^aumauflagt ÄArhrt-Ä/UfA mil 0berm«yn7 ^Sillione' Manner, 1* werden M wenig^^ Die es em land der 2 Jedoch b sage uicht wngsvoll Vvd) vielme Mer 2lui lis^er D Lad»' 3a4 englist Selch eine [ich sein. ® diesem Gele gibt es svzu ohne jedes Mselbständ' Leben ausg Abgrenzuns besitz, die tr Rein Dun das Gesetz, taust, das Snttvicllun! Wirkungen aber nimmt Sie Ansb gehen dun! zeigen sich Abgeordnete Opposition, vor allem d binette tatsc stabilisiert, Ansertigunk Solches D möglich lein natürlich c: die Liberal' Durchführm doch im tot und weil Ltärluntz 1 Liberalen vatiden ui dass sie si eigenen 5 Häuptlinge Die §rc hältnisse i überhaupt Weiterung entscheidend über, wie ist im ®n man meine über entsch sicher, daß rechtes nie Als ich noch jung und schön war, da beschnitt man die Hühneraugen mit dem Rasiermesser, in schwereren Hallen mit der Laubsäge, oder man machte andere, gefährliche (2p perimente, wonach sie beträchtlich anschwollen und nach geraumer Zeit entweder abgerissen werden konnten, oder auch nicht Auch Hühneraugenfellen gab eS, und wer sie an wandte, der hörte die Sngel im Himmel fingen, die Hühneraugen aber behielt er Jetzt beseitigt man dreHÜhneraugen undHornhaut ganz schmerzlos, unblutig und gefahrlos mit dem ärztlich empfohlenen, vtelmilllonenfach bewährten Nukirol-Hühneraugen-pstaster. Kukirolen Sie! -Das sind die 75 pfg., die Sie für eine Packung Kukirol- Hühneraugen-Pfiasier in der nächsten Apotheke oder Drogerie ausgeben, gegen die Schmerzen von 12 Hühneraugen'? Das Kukirol-Hühneraugen-Pflaster ist ganz dünn Es drückt deshalb niemals und trägt auch nicht auf, wie die in neuerer Zeit angebotenen Hühneraugen-Hinge. Denn Sie S richtig, also der Gebrauchsanweisung entsprechend anwenden, bann wird jeder Schmerz In 2 Sekunden aufhören. Qlne ganze Kukikol-Zutzpflege-Kur kostet Mk 1.90 beginnen Sie Ihren Füßen zuliebe sofort damit! ftirfirohftabrif Kurt Rriap, Dad Galzeimen. 2-Zimm.Wohng. m. Küche, Erdgeschoß, befchlagnahmesrei, auch für Bureau- zwecke, 9iäbe Bahnhof, sof. z. vermieten. Schrtstl. Angeb. unt- 02667 a. d. (stiest. Llnz. Drei erstklassige, svrungfähige, 7 Monate alte [3606 D reime 6öelf6roeio-6Oet sowie ein svrung- fähiger, 8 Mon. alter omöelter £üo6l(öa)eln-6öet preiswert zu verk. Otto Spengler, GkUkltl'SlWlMiM. Tel. RetchelShetin 52 Natur- u. 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Diese Tendenz des neuen Gesetzes wird aller, dings nun noch dadurch vermehrt, daß die englische Frau eine besondere Vorliebe für klare Entscheidungen hat, und daher im allgemeinen dem verwaschenen Standpunkt der Literalen keinen Geschmack abzugewinnen «am-tag.7.Avni, abcndS s1 Uhr. ÜMlilMMj Im Bcremslolal. Der Borfland. Viertes inner WZ >nw ftunltt °267 ■net Wt erbeten. wrto Wrtslliii fällt aus! Der Vorstand 9r 1928, 3678D tarn rg. ia punlt uack. 9. INI in. ag ecbüit. inb. Bulgariens einziger Freund. Politik und Gesellschaft. - Italienische Klugheit. - Getauschte Hoffnung auf England. Von unserem W. S. V.-Derichterstatler. Stadttheater ÄS n. 2ü'/< b. nachUhr «ttWftifl UÜS-L mein, ßettunu- Ars u gmÄKlL- Ä7» I M Siefeniopn Dann. '«ui wünsch, wer. 5, N tutet yunaa.Moril »ojimiiinn« 4 Uhr. Qu* die tüebifl6b$ gebeten. Utt hatte und sich auch mit dem Balkan vertraut machen konnte. Er ist ein unermüdlicher Arbeiter, der ganze Buchte zum Entsetzen seiner Sekretäre am Schreibtisch verbringt und zu dem der Journalist auch in später Abendstunde noch Zutritt hat. 3n den letzten Jahren hat Italien in Dul- garien auch beträchtliche Fortschritte gemacht und der letzte große Erfolg Italiens war die Lieber« tragung der großen Wasserleitung der Stadt Sofia an eine italienische Gesellschaft, die die vorgesehene Devise von 560 Millionen Lewa um 3 Prozent unterbot, während deutsche Firmen sie bis zu 38 Prozent überschritten. Natürlich bekommt die italienische Gesellschaft ihren Bücken vom italienischen Staate gesteift und wird auch auf jahrelange Zahlungsausstände der armen Stadt Sofia warten können. Das Wesentliche ist, daß der größte offizielle bulgarische Auftrag dieses Jahres an Italien vergeben wurde. , Der eingangs erwähnte enge Zusammenhang zwischen Italien und der bulgarischen Heermacht hat Bulgarien auch Vorteile gebracht. Ein Lei- denskapitel des Landes ist seine Armee, die nach dem Vertrag von Neulich nur aus 20 000 Soldaten und 10 000 Gendarmen, angeworben auf 10 Jahre, bestehen darf. Bulgarien hat schon immer darauf hingewiesen, daß die Lasten dieser Söldnerarmee ein Vielfaches der Summe darstellen, die Bulgarien im Frieden für sein 80 000-Mann-Heer auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht ausgeben mußte. Die Gründe hierfür sind in Deutschland zu gut_ bekannt, als daß man sie wiederholen müßte. Bulgarien sieht sich aber einer zweiten Schwierigkeit gegenüber, die in der Eigenart des Landes begründet ist. Der Bulgare ist zwar ein lapserer, ausdauernder und zäher Soldat, er ist aber in erster Linie, wie dies auch seine Vorfahren waren, ein Bauer. Als solchem fällt ihm nichts schwerer, als lange Jahre auf seine Scholle verzichten zu müssen, zumal es wenig Knechte, aber viel kleine Güter gibt, die von dem Besitzer und seiner Familie selbst bewirtschaftet werden. Der Großgrundbesitz ist aufgeteilt worden. Dem Staat steht zur Bekrutie- rung seines Heeres die Bauernbevölkerung, die so ersteht ihm eine Freundin, die ihn mner- lich ganz erfaßt und zur Vertraute seines innerlichen Kämpfens und Gestaltens wird. Mathilde Wesendonk. Sie läßt die Wotannatur in ihm wach werden und die Skizzen zrmi Vorspiel der Walküre tragen die Zeichen: „G. S. M." (»Gesegnet sei Mathilde"). Dieser starke persönliche Einschlag bringt darum Wagners Schassen erst zur vollsten Erscheinung. Hier in der „Walküre" erst vermag er alle die letzten Fesselli der Konvention von der Oper her völlig abzustreifen, und im naturgewaltigen Erleben ersteht der Stil, der für das Werk der Nibelungen lennzeichneiid geworden ist. irr löst sich völlig aus dem überlieferten Rezttatl- vischen. Sein rezitativiseher Stil gewinnt durch die Beziehungen der Harmonik em organisches Gepräge: seine Musik wächst aus der Handlung heraus und erhebt sich mit ihrem inneren Ge- schehen zur Aufballung und Steigerung m Hohe- punkten. Es ist ein ständiges Weiterenlloickeln in feinem musikalischen Fluh, ohne das Abbrecyen durch konventionelle Formen, wie es die Oper mit sich brachte. So wird das ganze Werk zu einem organisch erwachsenen, architektonischen Gebilde. Wagners dramatisches Geichehen stellt Die Zuspitzung auf einen Höhepunkt hin nicht so scharf heraus, wie es uns auf der Buhne oft entgegentritt und wie wir es ertoaiten möchten nach traditioneller Einstellung. Ihm liegt mehr daran, die Entwicklung der Handlung rn allen ihren innersten Phasen durch den Geist der Musik vor uns lebendig und in uns wach werden zu lassen. Vieles im Geschehen, was er nicht durch Worte begrifflich erläutert, wird durch Die Gebärde der Darstellenden veranschaulicht, und den betrachtenden Anteil des Chores, der sonst die Wirkung wiederspiegelte, übertragt er dem Orchester, und so gewinnt dieser Klangkörper einen organischen Anteil an der Gesamtwirkung, wie er ihm vorher noch nicht beschieden worden war. Nicht der sinnliche und ästhetische Effekt sondern die wahrheitstreue und omnit auch die umfassende Auswirkung ist das Ziel Waqnerscher Darstellung. Wagners Szenenbilder sind nicht etwas künstlich ZusammengebauteS. sondern sie stellen etwas in Schaffensekstase Erschautes Mr, Das sich gleichzeitig mit der Musik der ^eü kündet. Seine szenischen Bemerkungen sind also nicht 85 Prozent der Gesamtbevölkeruna ausmacht, zur Verfügung. Bauern aber laifcn sich nicht auf i ehn Jahre an die Kaserne binden, nach zwei, irei Jahren lausen sie weg und ins Dorf zurück Woher also den MannschastSersatz nehmen? Aus den Neihen der städtischen Arbeitslosen kann man eine verläßliche Armee nicht zusammenstellen. Es bleibt der Negierung nicht- anderes übrig, als ein Auge zuzudrücken und stets neue Rekruten einzustellen und die Lleberschüsfigen nach ein paar Jahren zu entlassen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Sofia, Ende März 1928. Der bunte militärische Rock, der auch jetzt in Bulgarien wieder getragen wird, spielt im gesellschaftlichen Leben der Hauptstadt so gut wie keine Rolle. Seine Träger treten, mit geringfügigen Ausnahmen, nirgends hervor. Frack und Smoking beherrschen die Bilder sestlicher Veranstaltungen. Dieses Manko hängt zum Teil damit zusammen, daß der Offiziersersah heute nach anderen Grundsätzen als früher gehandhabt wird und daß das historische Lorgnon des früheren Zaren Ferdinand nicht mehr unbarmherzige Musterung abhält. Das harte, unerbittliche Auge dieses königlichen Dlltators wird überhaupt oft schmerzlich vermißt. Die winterliche Geselligkeit in Sofia besitzt ihre Höhepunkte in den Nachmft- tags- und Abendempfängen einiger Gesandtschaften. Auch hier herrscht das Zivll vor. Nur eine Ausnahme gibt es, wobei man Llmsormen in großer Zahl sieht. Das sind die glänzenden Veranstaltungen, die der italienische Gesa n d t e in regelmäßiger Folge gibt, um hierfür einen würdigen Hintergrund zu schassen ist das Palais der ehemaligen k. k. Gesandtschaft, das jetzt den Italienern gehört, mit dein für Sofia unerhörten Aufwand von 15 Millionen Lewa neu aufgearbeitet worden. Vom Kriegsminister angefangen bis zu den schneidigen Garderittmeistern im silberverschnurten, blauen Husarenrock gibt sich die Armee bei Herrn Pia- centini ein Stelldichein. Warum der Berichterstatter dies vermerkt? Weil der Vorgang bezeichnend ist für den K o n - takt, den das offizielle Italien m Sofia, im Gegensatz zu den meisten anderen Gesandtschaften, mit allen Kreisen Bulgariens und nicht zuletzt auch mit der Armee hält. Es war auch fern Zufall, daß, während in den Jahren nach dem Krieg von den Großmächten in Sofia keine Militärattaches akkreditiert waren, Italien stets einen solchen hatte. Der heutige Leiter der italienischen Politik in Bulgarien, Renato Piacentini, ist ein ausgezeichneter Orientkenner, der noch während des Weltkrieges in Korfu und Albanien wichtige militärpolitische Posten inne- vermag. Sie will ein klares 3a und ein klares Nein. Wird die Frau aber zum entscheidenden Faktor, so müssen auch die Wahlprogramme klar gehalten sein. Die unklare Haltung, die die Liberalen gerade in der Rußlandfrage — die innerpolitisch mit pro- oder antibvlschewistisch gleichgescyt wird — einnehmen, könnte ihnen das somit in der Tat zum Verhängnis werden, weil die Frauenmehrheit Im komme.iden Wahlkampf zweifellos in Engla d ArbeitsFrieden und Ruhe, d. h. eine Politik, die auf guten Verdienst ausgeht, will. Lind das eben deckt sich doch sehr weitgehend mit den Absichten Baldwins, der für Arbeitsfri?den und wirtschaftlichen Ausbau ist. Denn nach dem Einsatz der Kommunistischen Partei, die im 3cchre 1929 zum erstenmal mit 50 Kandidaten in den Wahllamps auf Geheiß Moskaus cinzieht, bleibt ja auch der Arbeiterpartei nichts anderes übrig, als sich gegen Moskau zu wenden, so daß in der Tat nur die Liberalen als „Ruhla d reunde" übrig bleiben. Die Gefahr, die für die Liberalen besteht, haben diese auch klar er.annt; nicht umsonst hat Lloyd George die ruhlandieindliche Politik der Konservativen letzthin ausdrücklich gebilligt! Aber ob man ihm das im Lande glaubt? Man hat dazu zuviel Umfälle des „kleinen He enmeisters aus Wales" gesehen! 3nfofevn hat das neue Wahlrecht auch eine hochpolitische Bedeutung. Es wird zweifellos seinen Teil dazu beitragen, England noch ruhlandfeindlicher zu machen als bisher! Aufwallen in Tatwillen und hinreißender Seiten« schastlichkeit. Er sowohl wie die ihm zur Seite stehende Sieglinde (Rose Landwehr) wuchsen mit dem Fortschreiten der Handlung zu stärkster innerlicher Entfaltung. Rose Landwehr fand ihren Höhepunkt im Visionären des zweiten Aktes und im Lewußlwerten des Mütterlichen im dritten Akte. 3m Liebesgesang hätte man ihrer Stimme mehr Klangkraft und plastische Gestaltung wünschen mögen: in ter Höhe des Affektes gab iie Großes. Die Hüterin der Sitte, Fricka, fand in Anna Jacobs eine typische Verkörperung. Sie verstand es, ihrem Einwirken auf Wotan überzeugenden Ein« druck zu verleihen und damit als treibende Kraft in die Handlung einzugreifen und die gesangliche Linie fein zu pointieren. Die Gestalt der Brünnhilde (Rose Merker) wuchs sich erst im letzten Akt zu vollem Maße aus, im Banne der Leidenschaftlich, (eit. Für die Todesverkünderin fehlte ihr der große Zug, wie man ihn bei prominenten Vertreterinnen (Helene Wildbrunn) bewundern kann. Der Wotan 3oh. Bischoffs war eine abgeklärte Leistung, die den Allvater in seiner Ohnmacht und Gebundenheit und im letzten Akt in der Wandlung von Rachegefühl zu Väterlichkeit und überströmender Liebeswärme offenbarte. Die Erzählung im zweiten Akt wußte er sehr geschickt aufzubauen, und es war erstaunlich, was er feinem nicht mehr jugendfrischen Organ an Kkangschattierungen abzuringen vermochte. Hunding, ter im ersten Akt das Geschehen beeinflußt, fand in Alfred Karen nicht den Vertreter, den man gern erhofft hätte. Als Darsteller des Prinzipes ter Lieb- lost gleit mochte er vielleicht befriedigen, als Singer nicht. Das Walkürenensemble, eines der ältesten Stücke des Nibelungenentwurfes, war innerlich be- wegt und somit dem szenischen Vorgang angegiichen. Eine starke und nachhaltende Wirkung wäre nicht denkbar gewesen ohne den Anteil des schon oft bewährten Orchesters, das in klanglicher Ausgeglichenheit und vornehmer Differenzierung feinster dyna- Mischer Abstufung und gewalttger Auffteigerung unter ter Leitung von Max Rudolf Erlesene« bot. Das mit der Aufführung des „Nibelungen". Ringes von dem Intendanten des Stadtcheaters übernommen« Wagnis ist mit den beiden ersten Abenden zum großen musikalischen Ereignis für Gießen geworden, mögen den noch ausstehenden Teilen des Ringes ebensolche Erfolge beschieden sein! zugute kommen wird. Sollte andererseits Baldwin durch die endliche Einlösung seines Der- prechens hoffen, fich ter Dankbarkeit der Wahle- rinnen versichert zu haben, fo dürfte auch dies ein ziemlicher 3rrtum fein, da bekanntlich nichts o wankelmütig ist wie die Wählerschaft^ Dagegen wird — und auch in konservativen Kreisen rechnet man damit — die Umgestaltung der Wählerschaft in ter Hauptsache den Arbeiterparteien zug t- kommen, u ter Umständen ogar aus Kosten ter Liberalen. Man kann daher die kolportierte Version, daß mit dem Frauen- timmrecht das sogenannte „Zweipartelen- b ft c m", immer noch das A und O der inner- politifchen Weisheit Engla.-.ds. gestärkt werden und der „kleinen Partei" ter Liberalen der Garaus gemacht werden soll, nicht von der Hand weifen. So viele Niederlagen die Konservativen bei den Nachwahlen zu verzeichnen gehabt haben, fo wenig läßt sich bestreiten, daß alle Siege der Opposition immer nur mit ganz geringer Stimmenmehrheit erfochten wurden. Werden somit die Wählerstimmen im einzelnen Wahlkreis um ca. 20 Prozent vermehrt, so kann es leicht sein, daß die geringfügigen Mehrheiten der Opposition Gießener Gtaditheater. Gastspiel des Hessischen Landcstßeaters Darmstadt: „Tie Walküre." Als Wagner den Plan faßte, seine Helden- ober „Siegfrieds Tod" in drei große Handlungen und ein Vorspiel aufzulöscn, war für ihn oe- sonders bestimmend, das dem letzten .Wie vorausgehende Geschehen nicht mehr Durch einge- schaltete Erzählungen zu verdeutlichen, sondern selbst als Handlung miterleben zu lassen: „Denke Dir die wunderbare unhellvolle Liebe Siegmunds und Sieglindes: Wotan in seinem tiefgeheimnis- vollen Verhältnis zu der Liebe: in seiner Entzweiung mit Fricka: in seiner wütenden Selbst- bcAiDingung: als er, ter Sitte zulieb Siegmunds Tod verhängt: endlich die herrliche Walküre Brünnhilde, wie sie Wotans innersten Gedanken erratend, dein Gotte trotzt unD von ihm bestraft wird." (Wagner an Liszt.) Wirkte das Rheingold als Exposition erschütternd durch di« Wucht seines Geschehens, m Walhalls Hohen und in der Tiefe des Nibelheims, zeigte sich hier die Dämonik ungebändigter Natur, so mußte tee Handlung der „Walküre" die rein menschliche Anteilnahme erwecken mit ihrem Weh und ihrer Freude im Banne ter Leidenschaften. Blochte auch Wagner nach Vollendung der „Rheingold- Skizzen an Liszt berichten: „Glaub mit, so ist nod) nicht komponiert worden, meine Musik ist furchtbar, es ist ein Pfuhl von Schrecknissen. So packt ihn innerlich doch noch weit mehr tee menschliche Leidenschaft im „Waltüren"-Geschehen: „Die Wallüre ist angefangen: Du, jetzt geht es doch -edl los." . , Denn die konflikttragenden Momente in der Walküre waren ihm in seinem eignen Leben offenbar geworden. Wie Wotan durch die ottte an Fricka gebunden und den Zwang der Äon* vention verfallen ist, fo trägt Wagner die Fesseln ter bürgerlichen Ehe mit Minna, die ihn in der Entfaltung feiner Persönlichkeit und somit in seinem künstlerischen Schaffen hemmt. Das Weib wird ihm zur Löserin. Als Flüchtling betritt er das Haus Jessie Laussots, einer Verehrerin, die sich aus spießbürgerlicher Ehe fort- sehnt. Mit ihr will er fliehen wie Siegmund mit Sieglinde. Und wie Wotan mit Drünn- hllte das ahnende, ihn verstehende Weib findet, Dies bedeutet natürlich eine stete Verletzung des Friedensvertrages, di« ich sozusagen offen unter den Augen ter Interalliierten Kommifsion und ter Militärattaches der kleinen Entente vollzieht. Aus die Dauer ist ein solcher Zustand unmöglich, und die bulgarische Regierung hat darum im Laufe des letzten Jahres begonnen, Sondierungen darüber anzustellen. ob nicht doch d i e allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt werten könnte, unter Beibehaltung des festgesetzten Kontingents von insgesamt 30 000 Mann. Anfänglich kamen aus Paris und London glatte Ablehnungen, nur Rom lieh Verständnis durchblicken, ohne sich aber exponieren zu wollen. Gelegentlich der Genfer Tagung vom September 1927 befragte ter bulgarische Außenminister Buross seine englischen, sranzösischen und italienischen Kollegen noch einmal und sand bei den Engländern ein gewisses Entgegenkommen. Auch Briand kleidete seine tatsächliche Ablehnung in eine hübsche Form, die einer Zusage ähnlich sehen sollte, tatsächlich aber weit davon entfernt war. Gin italienischer Diplomat nannte sie „briandesque“. Sie lautet: „Frankreich ist zu jedem Entgegenkommen an Bulgarien bereit, wenn auch die Staaten ter kleinen 8 n - t e n t e damit einverstanden sind." Und da diese Staaten, an der Spitze Jugoslawien, kaum zu Erleichterungen zu bewegen sind, so ist auf Frankreich nicht zu hoffen. U m f o mehr auf Italien. Mussolini lieft dem bulgarischen Ministerprä,identen Liaptfchesf flar und eindeutig mitteilen, daß Bulgarien in der Militärfrage aus Italiens rückhaltlose Unterstützung rechnen kann, sobald die Frage einmal offiziell angeschnitten werden wird. Der Außenminister Durosf fragte darauf noch einmal bei Briand an und wollte wifsen, ob nicht etwa die Befürchtung, Deutschland würde in einer militärischen Erleichterung sür Bulgarien einen Präzedenzfall erblicken, Frankreich abhalten könnte, fich für Bulgarien einzufetzen. Briand sott dies entschieden verneint und die Ansicht vertreten haben, daß der Frieda von Versailles und jener von Neuilly zwei getrennte Dinge seien, die mindestens juristisch keine Zusammenhänge hätten, so daß also eine Leistung an Bulgarien nicht unbedingt eine gleichgestellte Forderung Deutschlands im Gefolge haben könnte. Es ist also kein Wunder, daß die italienische Stellung in Bulgarien heute starker denn je ist. sehr zum Mißfallen Frankreich, das sich bemüht, die italienifchen Anstrengungen zu parieren, und zwar bewegen fich die französischen Bemühungen auf ter Linie ter f e r - Unseren Bemühungen ist es ge« lungen, die Aufzeichnungen eines Deutsdien über seine überaus interessanten Erlebnisse im Dienste der Entente als Telephonist der Interalliierten KontrolLKommission in Berlin zur Veröffentlichung im „Gießener Anzeiger" zu erwerben» Mit dem Abdruck der spannenden und aufschlußreichen Artikelserie werden wir in unserer Osternummer am 7« April beginnen» mit den landesüblichen Anweisungen der Regie gleichzustellen, und eine Spielleitung, die sich nur allein an die szenischen Bemerkungen halten würde, wäre weit entfernt, die dem Werk zugedachte Kündungsmission zu erfüllen. Mit besonderer Berechtigung hatte darum Bayreuth seine Ausaabe zu erfüllen, die Erlebnisse des Meisters Realität werten zu lassen. Don Augenzeugen wird es berichtet, wie Wagner als Spielleiter jede Geste, jede Bewegung, die nicht ganz seinem Wollen entsprach, berichtigte und meist in sehr temperamentvoller Weise vorführte. Und erst durch dieses lebhafte innerliche Dabeisein ter Ausführenten vermag das Wagnersche Werk die ihm zugeteilte Tendenz zu erfüllen. Die Inszenierung durch Hairs-Esdras Mutzenbecher war bei der Gießener Aufführung vor eine besonders schwierige Aufgabe gestellt durch die veränderten szenischen Verhältnisse. Dennoch wurde dem Werk völlig sein Recht zuteil, und die Darstellung durch die einzelnen Künstler wurde lebenswahr durch ein, stärkste innere Anteilnahme und stärkstes inneres Erleben kündendes Handeln. Was aber der szenische Apparat der Gießener Bühne vermochte, das gab er mit besten Kräften. Wenn Wagner seinen Ring gern für Bayreuth hatte reservieren wollen, fo wollte er damft den Aufführungsmängeln begegnen. Was hier in Gießen geboten wurde, ließ die Absichten des Werkes durchaus klar heroortreten, wenn man von geringfügigen Unzulänglichkeiten absieht. Besonders die Beleuchtungstechnik (Ludwig Keim) war durchaus auf der Höhe, und so konnte der szenische Grundimpuls des Sturmes, der sich im ersten Akt zum Naturzauber der Fruhlingsnacht lichtet, sich im zweiten Akt von der Helle des Tages zum Dunkel des unheilbringenden Wetters verdichtet und im dritten Akt von stürmischer Erregthett zu ftiedlicher verklärender Abendröte be- fänmgt, dte Akzente ter Handlung bekräftigen. Roch in letzter Stunde hatten durch Erkrankung die Rollen Siegmunds und des Hunding umbesettt werden müssen. Gustav D e h a r d e wirkte als Siegmund sowohl durch seine frische naturgewachsene Erscheinung als auch durch die innere Bewegtheft seines Spiäes und nicht zuletzt durch die heldische Kraft seines Organs, das er den weichsten lyrischen Regungen der Partte ebenso dienstbar zu machen wußte, wie dem mannhaften kraftvollen Erlebnisse- $orMung st, bdfÄÄtn er, m anf^S,;, ober «d i Sie* Ajfirol* von 12An; 6Rt m •f w*. ttr. 82 Zweites Blatt ---' Oie Erweiterung des Frauenwahlrechtes in England. Don unserem f-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, Ente März. I Nach jahrelanger Verzögerung hat dre Regierung Baldwin sich nunmehr endlich entschlossen das Gesetz über die Erweiterung des Frauen- wahlrechtes im Parlament einzubringen, und das Parlament hat die Vorlage auch inzwischen an- genommen. Während b is he r nur F r oue n über 30 Jahre das Wahlrecht hatten sollen künftig alle Frauen unter ten gleichen Bedln- aungen wie die Männer wählen dürfen, d. h. ?om vollende ten 21. Lebensiah re ab. wenn fU* eine feste Wohnung haben Landbesitzer sind oder Land gepachtet haben, bzw. mit Männern verheiratet sind, auf die diese Voraussetzungen zutressen. Diese Bestimmungen werten über 5Vi Millionen Frauen, die bisher nicht wählen dursten, in das politis^ 2e- ben miteinbeziehen. Die Gesamtzahl der Wähler wird sich von rund 21 Millionen auf rund 26 Millionen erhöhen, und von ter Gesamt- wählerschast Großbritanniens werden ca. 12 500 000 Männer, 14 500 000 Frauen sein. Die Stauen werten somit in ter Wählerschaft der Zukunft, wenigstens zahlenmäßig, die st ar ke re n sein. ! Die es ein Witzwort will: Die Bill wird Eng land der Weiberherrschast unterwerfen. Jedoch liegt die politische Bedeutung der Dor» läge nicht allein in diesen Zahlen, fo bedeutungsvoll sie an sich fein mögen. Man muß sich vielmehr vor Augen haIten, daß noch englischer Auffassung dreies Gesetze-i di«-letzte lo gische Konsequenz des GeDankens demvkra- tif 4er Volksvertretung ist. der größten 3tee um die ter Kamps seit ter ersten Reform teS Wahlrechtes im Jahre 1832 gegangen ist. Aach englischer Vorstellung wird nach Dem neuen Gesetz eine weitere Demokratisierung nicht möglich fein. Die Demokratie erschöpft fich mtt tiefem Gesetz: alle sind gleich. Sondervorrech e gibt es sozusagen nicht mehr, da nur noch Leute ohne jedes Einkommen und wirtschaftlich völlig Unselbständige von ter Teilnahme am politischen Lebeii ausgeschlossen sein werden — eine letzte Abgrenzung des Besitzes gegenüber tem Nicht- besitz, die man auch wohl kaum je aufgebe,i wird. Kein Wunder, wenn daher die englische Presse das Gesetz, Die „leMc Der Res o rmb i U « tauft, das Gesetz tatsächlich ter Schlußstein einer Entwicklung ist, die bekanntlich weitgehende Ruck- Wirkungen auf den Kontinent gehabt hat Die aber nunmehr als abgeschlosse n geltenkann. Die Ansichten über die Wirkung des Gesetzes gehen durchaus auseinander. Am skeptischsten Aciaen sich die Liberalen, bei denen einige Abgeordnete nicht übel Lust zu verspüren schienen Opposition gegen das Gesetz zu machen weil es vor allem die Herrschaft des gegenwärtigen Kabinetts tatsächlich d i s zum N oDember 9 29 stabilisiert, da infolge der Notwendigkeit der Anfertigung neuer Wahllisten nach Qlnna^ne des Gesetzes Wahlen technisch vorher einfach nicht möglich sein würden. Im übrigen freite Dabei natürlich auch die Tatsache eine Nolle, daß die Liberalen ter konservativen Regierung Die Durchführung Dieses Gesetzes nicht gönnen, das doch im wesentlichen liberalen ^deen entspricht, und weil sie vielleicht Durch das Gesetz eine Stärkung der anderen Parteien, nicht aber ter Liberalen befurchten. Denn während die Kvnser- vativeii und Arbeiterparteien offen erklärt haben, daß sie fich von dem Gesetz eine ©tärfung ihrer eigenen Stellung versprechen habeii liberale Behauptungen dieser Art bisher auf älhg gefehlt. Die Frage, wie sich die innerpvlittfchen Verhältnisse in Englmid nach Annahrne der Bitt überhaupt gestalten werden, wird durch Die Erweiterung des Frauenwahlrechtes ja wohl auch entscheidend berührt, und das Rätselraten darüber wie die Frauen stimmen werten, ist trn Grunde doch wohl nicht so müßig, wie man meinen mag, obwohl nur die Praxis Darüber entscheiten kann. Jedrnsalls ist es wohl sicher, daß Die Erweiterung des Frauenwahl- rechtes nicht unbedingt den Liberalen 19 bis 22,80 Mk., Knüppelholz: 24 Mk., Eiche 15 bis 18 Mk., Kie Buche 20 bis ge- fein Körb Denn dieser alte, dünne Hadschi ist ein großer und guter Dichter. Sr hat seine Aufgabe, die Gäste zu unterhalten, klassisch persisch gelöst: Eine schöne Geschichte, ein Loblied auf die persische Seele und eine Kritik an der fränkischen Herzlosigkeit: und das versöhnliche Ende. Ich horte das Märchen von der armen Myrsa, so wie ich es hier wiedergegeben habe, in einer kleinen Kaffeeschenke in Omanlik-Hifa in Kurdistan am Bairamfest (Ostern) deS Jahres 1927. 24 Mk., Eiche 15 bis 18 Mk., Kiefer 19 bis 21,80 Mark, Esche 16,40 Mt.; Stockholz: Buche 20 bis 24 Mk., Eiche 16 bis 20 Mk. je 2 Raummeter; Reisholz: Buche 13 bis 16 Mk., Eiche 10 Mk. je 5 Raummeter. — Die Zahl der zur Entlassung gekommenen Schüler der hiesigen Volksschule beträgt 27, und zwar 12 Knaben und 15 Mädchen. Reu ausgenommen werden 29 Abc-Schüler. x hat geendet und Zuckerwerk in Ostermärchen. Von Friedrich Koch-Wawra. „Gr hatte sie vom Emir bekommen, als Lohn für feine Mühe, als er unten im Tal von Hammam Lif mit einem Birkenstab das reiche Silberbett gewiesen hatte. And er hatte sie mitgenommen nach seinem nebligen Land. Schottland nennen es die Franken. Dort lebten sie auf einem Felsen, in einer grauen Büro am Meeresufer; aber es gab dort elektrisches Licht und ein Bad mit warmem Wasser, genau wie im Palace Hotel in Teheran. Dort lebten sie beide; er in seine Gelehrsamkeit vertieft, sie von Marmorkuppeln träumend, die über unseren goldenen Städten wie weihe Glocken stehen. Gib mir noch einen Kaffee, Sidi! And neuen Tabak auf die Wasserpfeife —!" „Weiter, Hadschi! Weiter! Weiter!" „Was soll ich euch sagen, Freunde! Sie lebten also dort. And in langen Rächten tobte der Sturm um Tore und Säulengänge, und die See seufzte und der Schaum schlug hoch, und von dem nahen Strand, wo schwache Lampen schimmerten, denn es ist ein nebliges Land, dieses Schottland, hörte man den Schrei der Fischer, die kämpften mii Wind und Flut. Anterdessen arbeitete er. Er arbeitete und er suchte die Quadratur des Zirkels und die Schätze der Weisheit und er wurde älter und älter. Gewiß, er hatte sie lieb. Aber nur wie ein reiferer Freund. Denn er verstand sie nicht. Er verstand nicht ihr Sehnen, wenn sie an unsere Rosengärten dachte, wo die Wärme schwillt über die roten Felder und Kamele mit Augen der Ergebenheit auf die Knabenhand warten die ihr weiches 'Fel! streicheln will. Aur einmal ward ihr ein Licht aus dem Morgen zuteil. DaS war, als der persische Gesandte mit seinem Sohn zu dem gelehrten Mann kam, der nicht ihr Mann war. DaS war an jenem Abend, alS der Sohn sich zur Ruhe zurückzog und seine Augen zum Gute-Racht-Gruh Liebe sangen. (Aber er war von dannen gegangen mit seinem Vater, und sie wußte, daß die beiden wieder nach London zurückkehrten und von dort heimwärts in unser heiliges Vaterland. So ward sie wieder einsam, und ihre jungen Tage grauten wie müde Menschenscharen. Wer zahlt mir den nächsten Kaffee? Du. Omar den Ehaloum?----" „Weiter, Hadschi! Erzähle weiter. waS kam dann?" Amständlich rückt sich der Märchenerzähler auf seiner Binsenmatte zurecht, als fürchte er. seine Glieder zu zerbrechen. „Das Bairamfest kam inS Land. Denn ihr müßt wissen: Auch in Schottland feiern sie den Ramadan; sie nennen es Ostern Aber es schien nicht die Sonne. Einem Eisvogel glich der Wind der aus weißen Schwingen Schneewogen schlug, und sie schlief nicht auf ihren Kissen. Anterdessen arbeitete er. Er hörte nicht das Seufzen des Windes, noch das Seufzen der Frau, die ein Kind war in seinen Augen. Er dachte an Ziffern, an Tangenten und an die Linie, die wiederkehrt in sich selbst, darin das All sich ewig rundet. Aebrigons, was ich sagen wollte. Ich äße gern etwas Zuckerwerk zum Kaffee. Wer zahlt mir ein paar Bretzeln? Du, Mohammed ben Mustafa?" „Ja, ich zahle dir's. Aber beim Heiligen von Jspahan, erzähle weiter! Was kam dann?" Mit viel Wohlbehagen knabbert der Märchenerzähler an einer Zuckerstonae. Leise murmelnd, die Kadenzen betonend, mit durchgeistigten Händen immer wieder nach Westen weisend, läßt der Gelehrte auf der Binsenmatte die Phantasie der Kasfeegäste recht lange bei dem unglücklichen Ehepaar verweilen. „WaS soll ich euch sagen. Freunde! DaS Feuer ihrer Seele erlosch. And sie wurde weißer als die Blumen, die der Rachtwind in ihre Fenster schneite. Das Feuer ging aus und die Lampe verlöschte, und als der große Wisser aus seinem Wachen erwachte, do war die Windflut vorbei. And in das Turmgemach schien das fahle Licht, das zarter ist als die Sonne. And aus den Kissen des Diwans lag die tote Frau. Am ihre Lippen war das Lächeln, das der Morgen auf Teherans Rosengärten legt! Das ist die Geschichte der unglücklichen Mhrfa. Ich aber sage euch, Freunde, auf mich ist in diesem Monat Ramadan das Glück der Welt gefallen." „Wieso ist das Glück der Welt auf dich gefallen, Hadschi?" „Als ich heute morgen erwachte, kamen vier Soldaten deS Emirs und schleppten meine geliebte Tochter weg. Ich flehte sie an. Vergebens. Ich warf mich dem Emir zu Füßen, vergetens. Tessor, meine geliebte Tochter, wurde in daS Frauenhaus eingcschlossen, um weggeführt zu werden in namenlose Verbannung. Ich aber wurde in« Gefängnis geworfen und bekam mein Todesurteil verlesen, weil ich mich aufgelehnt hatte gegen einen Befehl de« ®miv. And ich wäre sicher enthauptet worden. Doch daS Glück der Welt rettete mich." Das römische Osternest. Don unserem römischen ^-Korrespondenten. Man muß schon Rest sagen, denn es ist ein ganzes Gelege von Ostereiern, was, umgrünt unb umblüht von Gänseblümchen und Rar- zissen, in diese zehn Tage gebettet wird. Richt nur das gute Lamm vertauscht die Weide mit der Festschüssel, nicht nur das brave Huhn gibt sich, vom Gi angefangen bis hinauf zum gemästeten Truthahn, dem opfernden Menschen hin, sogar die Fische steigen aus der Tiefe, ihr nicht minder tiefe« Verständnis für kulinarische Genüsse zu beweisen. Blutfrisch kann man das alles haben, oder auch au« Schokolade, Marzipan und Zucker. Was für die deutsche Welt die Osterhasen, da« sind für Italien die Fische, und wer etwas kulturhistorisch gebildet ist, merkt sofort, daß die Römer dem Christentum offenbar näherstehen als wir, denn der Jchthtzs bedeutet in der altkirchlichen Bildersprache das Symbol Christi, waS ein Gang durch die Kata- kvmben zeigt, während der Hase seine Abstammung schämig verschweiat oder den Streit darüber den Gelehrten überlätzt. Immerhin wird auch er als schmackhaft empfunden. Ratürlich gibt eS auch Kuchen, die köstliche pizza, und Salami und Wein, viel Wein. Solchermaßen gerüstet, mit Blumen überschüttet, harrt die Tafel deS Geistlichen, der mit seinem Wedel von Haus zu Haus geht und das Mahl durch Besprengen mit Weihwasser segnet. Jetzt ist der Bann gebrochen. — Man will doch nicht umsonst gefastet haben. Am Morgen nach jener letzten Rächt, da man dem Fleische Lebewohl gesagt hat, carne vale, wurden die Palmblätter vom vorjährigen Palmsonntag, daS heißt die Olivenzweige. verbrannt, und man streute sich die Asche, den Mittwoch entsagungsvoll zu begehen, auf« Haupt. Dann wurde, so wird behauptet, in dieser Düßerübung fvrtgefahren, bis am neuen Palmsonntag der Großpönitentiäc in den vier Hauptkirchen Roms erschien und die Deichte abnahm, ein Bekenntnis, daS nicht hinter dem Vorhang geflüstert werden darf, sondern vor aller Oeffentlichkeit laut abgegeben werden muß. Am Gründonncrs- tag gar werden die Lichter mit wenigen Ausnahmen gelöscht und die Glocken „gebunden", in sieben Kirchen ist das heilige Grab aus- gerichtet und der Hochaltar wird gewaschen, mit Wein, getrocknet und neu gedeckt. 3n Santa Croce find die Reliquien der Passion ausgestellt, das Volk pilgert in frommem Schauen. Kaum aber ist der schmerzensreiche Freitag vorbei, so sieht man förmlich den Frühling in den Menschen ausschlagen, nicht nur in den leuchtenden Judasbäumen auf dem Palatin. Jetzt werden den Glocken die Klöppel und den Ä intern die Füße gelöst. Es ist eine rührend naive und göttliche Symbolik in diesem Zusammenklingen, wenn die kleinen Strampler, zum erstenmal auS den Wickelbantern befreit, ihre sieghafte Lebenslust in das himmlische Geläute hinetnjauch- zen. Auferstehung, Oftem . . . Die Fremden stauen sich. Schwer in das Baptisterium hineinzukommen, denn dort wird ein echter Heide, meist sogar ein farbiger, getauft, den die Missionare schon im Sommer im dunkelsten Afrika oder im gelbsten Ehinesenland ousge- wählt haben. Hingegen ist die Petrrskirche noch nie überfüllt gewesen, und diran merkt man immer wieder, wie riesengroß sie doch sein muß, toerm es aus den ersten Blick auch gar nicht so scheint. Den Papst freilich, wie so viele glauben, sieht man an diesem seligsten Tage ter Christenheit nicht die Messe lesen. Gr verrichtet seine Gebete in einer ungestörten HauS- kapelle. Viele Geschenke treffen in diesen Tagen im Vatikan ein, aber daS geheimnisvolle Osterei aus Elfenbein mit einem Dotter aus purem Gölte, jedeSmal ein Vermögen wert, denn eS fehlten auch die Diamanten nicht, bleibt feit Jahren aus. Man hat nie erfahren, wer ter Papstverehrer war. Wer „Ostern in Rom" erleben will, darf über den Kirchenfeiern und den leiblichen Genüssen nicht vergessen, daß ihm Gott selber noch einen ganz anderen Tisch gedeckt hat. Draußen vor den Toren. Weit draußen - denn um die alten Mauern herum lärmt und ötet längst wie in allen Großstädten die Vor« stadt. In der Eampagna aber läutet der Frühling mit abertausend Glocken. Sr blüht um die rotwarmen Ruinen herum und au« den Augen verlegener Mädchen, die auS dem Bauernhof, ter sich auf einem riesigen antiken Grab an- gesietelt hat, heruntersteigen, dem Wanderer Trinkeier anzubieten. Aeber die Via Appia zieht eS wie ein Hauch au« dem Buch ter Bücher und eS ist noch immer möglich, dem Heiland zu begegne,-.. Auf die Frage: „Quo vadis ? Wohin gehst du?" antwortet er nicht mehr wie einst. Er lächelt und wandelt in das AuferstehungSwunter hinein. Oberheffen. La.rskreis Gießen. u. Klein-Linden, 4. April. Der hiesige Männergesangverein ,Cintrach t", ter älteste am Platze, hielt dieser Tage in seinem Vereinslokal, ter Gastwirtschaft von Friedrich Rinn, seine diesjährige Generalversammlung ab. Die von dem VereinSrechner Jung ausgestellte Jahresrechnung wurde genehmigt. Der gesamte Vorstand mit August Böcking als erstem Vorsitzenden wurde wiedergewählt. Eine Kommission, die die nötigen Vorbereitungen treffen soll zur Durchführung einer von vielen Seiten gewünschten Fahrt an den Rhein, wurde zufammengestellt. Der Besuch der Singstunden war im allgemeinen gut, auch die Weiterentwicklung des Vereins zeigt guten Fortschritt. Während 2 Mitglieder ausschieden, darunter einer durch Tod, konnten 10 Reuaufnahmen erfolgen, so daß die'Zahl der aktiven Sänger 60 überschritten Hot. Die musikalische Leitung deS Vereins liegt in Händen von Chormeister Fritz EurtbS-Gießen. 2 R ö d g e n, 4. April. Dieser Tage ist bekannt geworden, daß Schwester Lina, unsere Kleinkinderschulschwester, zum 15. d. M. von hier weg nach Elberfeld geht. Diese Kunde wird in unserer Gemeinte allgemein bedauert, besonders von ten Müttern kleiner Buben und Mädchen; denn war das kleine Volk in der Kleinkinderschule, so wußte es jede Mutter bei Schwester Lina gut aufgehoben. Sie verstand es vortrefflich, die kleinen Geister zu leiten, sie so zu behandeln, daß sie alle gern und freudig zu ihr kamen. In der Zeit ihrer hiesigen Wirksamkeit (vier Jahre ist sie jetzt in Rödgen) hat sie die ganze Gemeinde für die Kleinkinterschulsache gewonnen. Fast jede Familie hat ihre Kleinen ter Schwester in Obhut gegeben. Es ist selbstverständlich. daß versucht worden ist. die Schwester der Gemeinde zu erhalten. Ob ein letzter Schritt noch zum Ziele führt, daß nämlich das Mutterhaus von seiner grundsätzlichen Einstellung abgeht, nach einer Reihe von Jahren die Schwestern an anderen Orten zu beschäftigen, erscheint ungewiß. LDau bringen, 4. April. Die erjte Klasse der hiesigen Mädchenfortbildungsschule veranstaltete eine Entlassungsfeier, zu der die Eltern ter Entlassenen, das Lehrerkollegium, sowie ter Schulvorstand fast vollständig erschienen waren. Schulrat Fischer, der seine Teilnahme zugesagt hatte, war leitet in letzter Stunde am Erscheinen verhindert worden. Rach kurzen Begrüß ungsworten des Vorsitzenden des Schulvorstandes tourte ein von den Mädchen vortrefflich zubercitetes Essen gereicht, das von ihrem im Kochunterricht unter ter Lehrerin Fräulein Täu - bett (Gießen) erworbenen Können Zeugnis ablegte. Fortbildungsschullehrer Eberle hieß hierauf die Erschienenen im Ramen der Fortbildungsschule willkommen. Er erläuterte ten Zweck derartiger Veranstaltungen, sowie ter Fortbildungsschule. insbesondere ter Mädchenfvribildungsschule und richtete warme Worte des Tlbschicds an die zur Entlassung kommenden Fortöudungsschüle- rinnen. Der Gemeindebehörde sprach er den Dank ter Fortbildungsschule aus für das Interesse, das dieser hier wie in wenigen Gemeinden entgegengebracht wird. Im weiteren Verlaufe ter Feier wechselten Gedichtvorträge und mehrstimmige Gesänge der Schülerinnen, Liedervorträge der Lehrerin Fr!. Täubert und Klaviervorträge des FortbildungSschullehrers Eberle einander ab. Bürgermeister Preis ermahnte die Abgehenden, tüchtige Hausfrauen zu werden und das In der Fortbildungsschule Gelernte im Leben fleißig anzuwenden. Lehrer Henkel zeigte dann noch einige Lichtbilder. Bei Kaffee und Kuchen beschloß man die schön verlaufene Feier. cis Alle ndorf a. d. Lda., 4. April. Bei der gestrigen letzten diesjährigen Holzver steige- rung im hiesigen Stadtwalde hielten sich die Preise auf ter Höhe der vorhergehenden Versteigerung. Es kosteten: Scheitholz, Buche, 24 bis 29 Mk., Eiche 20 bis 22 Mk., Kiefer 24 bis 27,60 Mk., Fichte ö Garbenteich, 4. April. Dieser Tage veranstaltete die hiesige Schule einen Elternabend, verbunden mit feierlicher Entlassung ter Konfirmanden. Schulleiter Deisel begrüßte die Eltern und die übrigen Gemeindeglieter und hob in seiner Ansprache u.o. hervor, wie die Schule Die Kinder oom fröhlichen Spiele leise hinfichre zur steilen Bahn der Pflicht, ihnen aber auch noch manch kurzen Sprung ins Reich ter Freute gönne, bis sie das Leben ruft, das sie braucht. Demgemäß folgten nun drei Kinderspiele. Die Kleinsten ergötzten unter Leitung von Lehrer M ö r s cy e l durch ein munteres Hasenspielchen, die mittleren Jahrgänge führten in schönem flottem Spiel — Leiter Lehrer Selzer — „Dornröschen" auf, und die Konfirmanden ließen den „Enget der Heimat" über die Bühne ziehen, ein Stück mit tiefernstem Inhalte, frei von jeglicher Sentimentalität, wie es dem Ernst der Scheidestunde entsprach. Hieran schloß sich die eigentliche Entlassung, umrahmt von Gedicht- und Lietervorträaen der Scheidenden. Daß die Schule mit dieser Veranstaltung ten richtigen Ton getroffen, geht wohl daraus hervor, daß sie als finanziellen Gewinn 142 Mark buchen konnte, die nach Abgang der geringen Unkosten zur Anschaffung eines Epidiaskopes Verwendung finden sollen. Dem Schulvorstand gebührt für seine tatkräftige Unter- stützung besonderer Dank. chLich, 4. April. Allenthalben wird an den Vorbereitungen zum großen Gesa ngswett st reit des Gesangvereins „Cacilia" gearbeitet. Nickt nur in den einzelnen Festausschüssen, sondern auch in der Stadt selbst rüstet man auf das große Fest. Weißbinder und Anstreicher haben reichlich Arbeit, und manches Haus wird noch bis zum Fest ein neues Gewand erhalten. Hoffentlich beginnt nun auch bald die Stadt mit der K l e i n p f l a st e r u n g der Oberstadt, damit diese Arbeiten bis zum Festtermin beendet sind. D Lick, 4. April. Zirm Feldhüter und Flurschützen unserer Gemarkung wurde Fried- rich Drechsler durch das Kreisamt Gießen er« normt und verpflichtet. — Das achte Volks- s ch u l j a h r verliehen hier in diesem Jahr 23 Kna- ben und 36 Mädchen, von denen aber eine ganze Anzahl noch weiter am Unterricht in der Ktosst auf erweiterten Lehrzielen teilnehmen. Am K o n f i r - mandenunterricht beteiligen sich aus Lich 25 Knaben und 36 Mädchen, einschließlich derjenigen, die eine höhere Schule in Gießen besuchen, ferner aus tem benachbarten Filialdorf Nieder- Bessingen 2 Knaben und 2 Mädchen. Auch 10 Zöglinge tes Rettungshauses in Arnsburg sind dem Konfirmandemmterricht in unserer Pfarrei zugeteilt. Die Konfirmation ter hiesigen und Arns- burger Jugend findet am weißen Sonntag, tem Sonntag nach Ostern, in unserer Stiftskirche statt. T Aus der n ördlichen Wetterau, 4.April. Ein Massenangebot an Fett- sch wein en ist allerorts festzustellen. Metzger und Händler be^rhlen für ten Zentner Lebendgewicht 50 bis 52 Mark. Diesen verhältnismäßig niedrigen Dreisen gegenüber sind di« Preise für Ferkel beständig im Steigen begriffen. Für sechs bis acht Wochen alte Ferkel werten gegenwärtig 20 bis 25 Mark bezahlt. er. Röthges, 4. April. Mm einer weiteren Verunreinigung tes Trinkwasfers vorzuteugen, beschloß ter Gemeinderat eine Kanalisation um das Wasserhaus zu führey. Die Arbeit wird gegenwärtig durch Bauunternehmer Heinrich Pauli (Villingen) ausgesührt. LJ Ronnenroth, 4. April. Die hiesige Kanalisation tourte der Firma Heinrich Koch, Baugefchäft in Hungen, übertragen und soll sofort nach Ostern begonnen werden. # Langd, 4. April. 6inen schönen Festtag feierte dieser Tage unsere Dorfgemeinde. Der Schulvorstand hatte zu einer Schulentlassungsfeier eingelaten, zu ter neben den Mitgliedern tes Schul- und Orisoorstantes die Eltern und Angehörigen der Kinder vollzählig erschienen waren, so daß ter Schulsaal bis zum letzten Platz besetzt nxir. Nach einem Einaangslied und einer Begrüßungsansprache zeigte Lehrer Müller in je einer Unterrichlsdarbietung in Geschichte (Die Entlassung Bismarcks) und biblische Geschichte (Der verlorene Sohn) ten Beiried in einer cinf torfigen Volksschule im Sinne ter Selbsttätigkeit tes Arbeitsschulgedan- fens. Nachdem die unteren Jahrgänge ten 3d)res* schätz ter auswendig gdernten Gedichte ausaesagt hatten, wurde nach tem Vortrag mehrerer Abschieds« gedichte den zur Entlastung kommenden Seilern und Schülerinnen dos Lied „Zieht in Frieden eure V'ote" gesungen. Die in allen Teilen wohlgelungene Feier machte einen tiefen Eindruck auf die Teilnehmer. — Eine sinnreich angeordnetete Ausstel - lung der Handarbeiten der Schülerinnen vom zweiten bis achten Schuljahr zeigte tee praktische Einstellung des Unterrichts und bewies tüchtiges Können, emsigen Fleiß und geschmackvolle Gesamtausbildung. Viel bewundert wurden auch di« ausgelegten Zeichnungen und graphischen Darstellungen. die den Beweis erbrachten, daß auch dieser Unterrichtszweig im Zeichen der Arbeitsschule sicht. F Steinheim, 4. April. Am Sonntagnachmittag eröffnete in Gegenwart der Mitglieder deS Schulvorstande- und der gesamten Elternschaft Lehrer Bersch, als Vorsitzender tes Schulvorstandes, die im Schulfaalc her ersten Klasse un vergeb rächte Ausstellung der Handarbeiten. Gedichtvorträae und Schülerchöre umrahmten die Eröffnungsfeier. Auf vier langen Tischen hatten die Schülerinnen ter VvlkS- und Fortbildungsschule in geschmackvoller Weise ihre Arbeiten auSgebreitrt. während die Fvrt- bildungsschüler mit schriftlichen Arbeiten teS Deutsch- und Rechenunterricht- und der Land- wirtschaftslehre, und mit Modellen der verschiedenen Deredlungsartm dienten. Die führenden Dünge- und Pflanzenschuhmittelfabriken hatten Proben ihrer Erzeugnisse in etwa 100 Packungen zur Verfügung gestellt. Auch waren sämtliche angefertigten ^ichnungrn zur Einsicht der Interessenten offengelegt. Dir Ratelarbeiten der Schülerinnen zeigten. wir die Handarbeitslehrerinnen ter Volks- und Fortbildungsschule, Frau Lehrer Bersch von hier und Fräulein Becker von Didda, mit großer Geduld und künstlerischem Verständnis an ihre Ausgaben her- ongetreten sind. Anderseits muß auch der große Eifer und die Geschicklichkeit und die Ausdauer, mit ter die Schülerinnen an die Herstellung dieser praktischen Gegenstände durchführten, lobend erwähnt werden. Während die Flick-, Stick-, Stopf-, Häkel- und Deißzeugarteiten bei den Müttern besonders viel Interesse fanden, wurden di: aufgelegten Gegenstände ter Schüler und ter Fabriken hauptsächlich von den Vätern und ten Burschen in Augenschein genommen und untersucht, wobei besonders die neuesten Erzeugnisse tes Düngermarltes viel interessierten. AuS ter Mitte ter Versammlung heraus tourte ten Lehrkräften ter Dank der Eltern ausgesp'-ochen. Die Ausstellung hatte einen außerordentlich starken Besuch zu verzeichnen. Streid Friedberg • Friedberg, 4. April. Die beim Arbeitsamt Friedberg gemeiteten Arbeitslosen haben in der Zeit vom 15. bis 31. März erfreulicherweise weiter abgenommen. Der Gesamtobganq beträgt rund 400 Unterstützungsempfänger. Am 31. März befanden fick im Kreis Friedberg 1471, im Kreis Büdingen 450 Arbeitslos- in Unterstützung. An Krifcnsürsorgeempfängern mutten außerdem im Kreis Friedberg 130, im Kreis Büdingen 7 Personen gezählt. In Notstands- arbeiten befanden sich 304 Arbeiter. In den letzten 14 Tagen haben sich rund 290 Personen erneut zur Unterstützung angemeldel. Eine Festigung des Arbeitsmarktes ist im großen und ganzen n o ch bild) - bulgarischen Verständigung. Die Haltung Belgrads hat aber zu wiederholten Malen gezeigt, daß sich Frankreich hier auf tem Holzwege befindet und an Erfolge kaum denken kann. Eino bemerkenswerte Abkühlung hat d a s b u l - garisch-englische Verhältnis erfahren, das ausgezeichnet war. solange England rückhaltlos hinter der italienischen Mittelmeerpolitik stand. Inzwischen liegen ober Anzeichen dafür vor, daß England die italienische Expansion auf dem Balkan doch nicht mehr so unbedingt unterstützen will. Früher war man in Sofia felsenfest d-von überzeugt, daß Bulgarien z. D. in der mazedonischen Frage, die bestimmend für das Verhältnis zu Jugoslawien ist, auf Englands Unterstützung rechnen kann. Der als großer Serbenfreund bekannte englische Gesandte in Belgrad, Kennard, hat aber, im Verein mit tem Gesandten tes eoHS.-Staates in London, Dschu- ritza, erreich!, daß das Foreign Office nicht mehr so wohlwollend auf Bulgarien sieht. Schuld daran sind auch die zahlreichen mazedonischen Attentate in Südserbien. Es scheint den Jugoslawen mit ter Llnterstuyung Kennards gelungen zu sein, London davon zu überzeugen, die bulgarische Regierung, an deren Spitze bekanntlich ter Mazedonier L i a p t f ch e f f steht, lasse die Attentate zu. ohne den Versuch zu machen, gegen die mazedonische Bewegung aufzutreten. Dor mehreren Wochen überreichte ter jugoslawische Gesandte in Sofia, Reschitsch, ein Memorandum, daS eine Liste von Personen enthielt, die entlang ter Grenze wohnen und die von den Serben als der revolutionären mazedonischen Bewegung an gehörig bezeichnet wurden. Er sprach gleichzeitig die Bitte aus. man möge diese Personen in« Innere des Landes deportieren. Die Bulgaren gaben auf diese Liste keine Antwort, da sie der Meinung sind, keine Regierung könne sich von einer anderen Regierung administrative Maßnahmen gegen die eigenen Untertanen vorschreiben lassen. Cs verstrichen einige Wochen. Eines Tages aber sprach ter englische Geschäftsträger auf dem Außenministerium in Sofia vor und überreichte eine Liste von Personen, die sich bei näherer Durchsicht als — eine Kopie ter früheren jugoslawischen Liste entpuppte. Liaptschefl war erstaunt und entrüstet und zum Schlüsse niedergeschlagen. Gr mußte erkennen, daß nun auch England, aus das er immer große Hoffnungen gesetzt hatte, den Belgrader Standpunkt zu teilen beginnt und sogar diplomatische Vorstellungen Belgrads in Sofia übernimmt. Sofia hat natürlich auch auf englischen Druck hin nicht Zwangs- maßnahmen gegen seine mazedonischen Bürger unternehmen können und sich dadurch prompt das Mißfallen Englands zugezogen, trotzdem England genau wissen muß, daß Mazedonier- dsportierungen in Bulgarien das Signal zu schweren inneren Unruhen bitten würden. Die Verschlechterung in den englisch-bulgarischen Beziehungen fand ihren Ausdruck anläßlich der Antrittsaudienz des neuen englifchen Gesandten Rowland Sperling, der sich in drei Sähen vorstellte und merkwürdig kühl war. Richt weniger kühl war die Ertoiterungsansprache des bulgarischen Zaren Boris, ter sonst als großer Verehrer ter englischen Ration bekannt ist. Die Abkühlung, die zwischen den beiden Staaten eingetreten ist, hat sich auch an ten Genfer Finanz- Preisen bemerkbar gemacht, die in diesen Tagen die Entscheidung über die neue bulgarische Vol» kerbundsan leihe zu treffen haben, deren Bedingungen hart sein werden, wenn die An- Ueifc überhaupt zustande kommt. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigesügle? Rückporto wird keine Gewähr übernommen »Wie wurdest du aerettet. Hadschi?" .Ich wurde vom Glück ter Welt gerettet, das mir nickt allein heute morgen zugefallen ist. Jontern das beinahe täglich über mich kommt. Das Gluck ter Welt ist nämlich, daß solche Dinge, wie beinahe täglich nicht 8Q Ä, 6et Arbrüsich^ s fis3& **Su?«ä »Ä?at keschmackvller M, Ä" jfcÄ’S yNmifeöabtitn usm"e in tttea 100 flc'telÜ, Auch warm Jn*^ Mty *■ ®i? arbeiten Me HanLarbritt, ö -vrtbil-ungSl-ule, hier uni Fräulein grotzer Geduld und u ihn Hingaben her- M auch btt grob? it und die LMun an die Heilung iftän&e durchführwi, Während die Flick., !d Deißzeugar-.'iten viel Interelle fanden, senstände der Lchilln lich von den Mnn schein genommen und die neuesten folget interessierten. Aus ig hrrauS wurde den Titern aurgesvrochTN. i außerordentlich iiar« tdöerg Die beim Arbeit»' len Arbeitrtosen haben Kürz erfreulicherweise Der Sesornlad-ony de. ;img»empiäW‘- fttei» Äriedderz «n 450 SiAtiMok in esoraeempsänsern ®w« ritbwrg 130, ki Ml Hit. 3n Mionti- )4 Arbeiter. Oo kn letz« rtb 290 Nonen Dornholzhausen, 4. April. In der Umlegungssache der hiesigen Gemeinde ist nunmehr der Auseinandersetzungsplan rechtskräftig festgestcUt. Als Zeitpunkt der Ausführung ist nom Kulturamt in Wetzlar der 1. März 1928 bestimmt worden. Insbesondere ging zu diesem Zeitpunkte da» Eigentum nn den Abfin. bungtlänberetcn an die Abgefundenen über. Veränderungen im Grundbuche, einschließlich der Belastungen, können bis zur späteren Berichtigung de» Grundbuchs nur auf Grund vom Kulturamt in Wetzlar ausgestellter Abfindungsbescheinigungen vorgenommen werden, an deren stelle nach dem Inkrafttreten des neuen Grundsteucrkatastcrs Planübei- weisungsatteste des Siulturamto treten werden. Dies gilt auch für die ^ahlreidjfn, zum Ilmlegungsver- fahren von Dornholzhausen gehörigen Grundstücke der Gemarkungen Hochelheim und Niederkleen. DillkreiS. Lpd. Dillenburg. 4. April. 3m benachbarten Lechsfeeldcn vergnügten sich einige Jungens damit, an dem Ufer der Dill nach Enteneiern zu suchen. Hierb.i Riefe brr 12 jährige Karl Held aus Donsdach. der b:i seinen Großeltern in Dechshelden zu Besuch weilte, auf einen Stplosionskörper. der krepierte. wobei der Sungc schwer »erlebt wurde. Der 3unge kam in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus. Leine Kameraden kamen mit unbedeutenden Splitterverletzungen davon: vermutlich haben die Kinder anstatt eine- Enteneies eine Eierhandgranate oder einen Zünder gefunden. Maingan. WSR. 5r anff ur t a.aH. 4. April. Der Fabrikarbeiter Zimmermann, der gestern einen Raubübersall auf die Steucrzahlstelle im Riederwald unternahm, etwa 6603 HIL raubte und sich dann aus der Derfolgung durch die Polizei einen tödlichen Schüfe beibrachte, hat bereits 1925 einen Postraub im Postamt l in der Dackenheimer Landstraße auSaeführt. Sträubte damals aus einem Postsack 2 3 0 0 0 Rk t. und flüchtete in das besetzte Gebiet. Später wurde er in Leipzig verhaftet und zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis verurteilt. Rach seiner Entlassung auS der Strafanstalt war er als RotstandSarbeiter tätig. Turnen, Sport und Spiel. Gchmeling deutscher Schwergewichtsmeister. D e r 11 n. 4. April. (WTB.) Bei dem heut- abend im Deriiner Sportpalast audflelrcgene.t Berufsboxkampfen siegte im Hau^tkamvf des Abends uni die deutsche Schwer- gewichtsmeisterschaft der Europameister im Halbschwergewicht, Max Schmeling. über den Verteidiger des Titel», Franz Diener, in einem 15-Runtenkarnps nach Punkten. # Ober-Widdersheim, 4. April. Gestern feierte der Postagent Louis Geist sein 2 5. D i e n ft- j u b i l ä u in. Der Zubilar gilt ul» äußerst pflichttreuer Beamter und wird wegen seines gefälligen Wesens allgemein geehrt. Der Bezirk der hiesigen Postagentur, der ursprünglich nur Ober- unb Unter- Diddersheim umfasste, ist im Lause der Zeil noch um die Dörfer Steinheim und Borsdorf oergröfjert worden. Der Iahresumiatz ist hauptsächlich infolge der guten Lage der Basaltindustrie in dauerndem Steigen begriffen und betrug im Jahre 1927 nahezu eine Million Mark. . 1:l Gelnhaar. 4. April. In der diesjährigen ordentlichen Generalversammlung des hiesigen Konsum- und Kredit- Vereins konnte dem gesamten Vorstand Entlastung erteilt werden. Bei der Bilanz wurde fcftgeftellt. dafe die Kasse mit einem Reingewinn von 844.30 Mk. gearbeitet hatte. Die von einem Mitglied abgegebene Kleinverkaufs • stelle soll beibehalten werden. Zum ersten Maie waren auch die Frauen aller Mitglieder zugegen, die den Reingewinn mit verteilen Helsen 5treis Alsfeld. X Alsfeld, 4. April. Ans ter Stadt- dorstandsfitzung: Sn ter jüngsten Sitzung wurde zunächst über die Vergebung der Kanalarbeiten verhandelt. Rachdem der Antrag auf Gewährung eines Zuschusses und Darlehens aus Mitteln ter wertschaffenden @r- werbslosenfürsorge endlich genehmigt Worten ist, kann nunmehr mit ter Ausführung ter vorgesehenen Arbeiten, die auf etwa 50 000 Mk. veranschlagt sind, begonnen werten. Ts wurde beschlossen, beten Ausführung dem Unternehmer Ludwig Schneider II. in Heuchelheim zu fei- Krisenfürsvrge 24 beschäftigt. XX Kinzenbach, 4. April. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse hielt dieser Tage ihre Hauptversammlung ab, zu ter auch Detbandsrevisor Dr. H i 11 e m a n n aus Darmstadt erschienen war. Rach dem Geschäftsbericht des stellvertretenten Vorsitzenden, Landwirts Albert Mandler, hat die Kasse in dem verflossenen Safere gute Fortschritte gemacht. Mit nur 14 Mitgliedern im Safere 1900 gegründet, hat sie gerate in ter Rachkriegszeit einen erfreulichen Aufschwung genommen; sie zählt heute 146 Mitglieder. Rach dem Bericht des Kassenführers, Maurermeisters Ludwig Hofmann, sind die Spareinlagen im abgelaufenen Safer auf 90 000 Mk. angewachsen, wovon jugendliche Personen durch Sparkarten allein rund 3800 Mk. einlegten. Die Kasse ist in der angenehmen Lage, den Mitgliedern auf ihre Geschästsguthaben 12 Prozent gewähren zu können. Die Aufwertung, bisher auf 10 Prozent festgesetzt, soll bis zum Safere 1930 nochmals um 5 Prozent erhöht werten. Es wurde erneut beschlvs- „icht «noctreien. Dem Abgang an Unterstützungsempfängern steht ein erheblicher 3ugong aegennter. i Namentlich nn Baugewerbe ist ein a»stallend flenn- Äln der Peschisttguna festzustellen lloer i auA in anderen Berufen ist im Vergleich zu ftuhe- I ren Saferen die Zunahme ter Tätigkeit reifet gering. Di» Arbeitsvermittlung arbeitet recht rege. Der Arbeitsnachweis konnte ii ter MV»Leute in Ar- bett unteibringen, io bei der Reichsbahn al» Zeit- okbeiter S'> Personen. Auch die -Vteimndustrie war m beschränktem Mähe aufnafemeiafeig. Der Beten , ün landwirtschaftlichen Arbeitskräften ist immer noch ungedeckt, obwohl gerade feier eine oeryo"nismatztg echebliche Bemrittfimg einsetzte _ -D6R. Friedberg, 4. April. Der Zweck- verband Klein-Karben-Ren del, eine ter jüngsten Krattwagenlinien Oberhesfens. stellte in ter vergangenen Doche den e c n 0 m n t * busin Dienst. Heute zeigt sich schon, hafe dieser eine Wagen den Anforderungen nicht genügt. Die Benz-Werke haben bereits Auftrag zur Liese- rung eines zweiten Wagens erhalten Die Land- und werktätige Bevölkerung stellt auch feier den Hauptteil der Fahrgäste / Dad-Rau heim. 4. April. Eine weitere günstige Aufwärtsentwicklung hat die hiesige Ern st-Ludwig-Schule (Oberrea.ichule und Reformrealgymnasium i.E.) genommen. Der Sahresbericht beweist das zahlenmävig Danach war die Anstalt im abflclaufenen Safer von 284 Schülern besucht, darunter 75 Mädchen. Aach dem Glaubensbekenntnis verteilen sich die Schuler wie folgt: 207 evangelisch. 66 katholisch. 11 israelitisch. Die überwiegende Mehrheit «r Schüler (231) hat ihren dauernden Wohnsitz m Bad-Rauheim. Die Reifeprüfung hoben am 28. Februar 9 Abiturienten mit »rfolg bestanden. Auster Oberstudiendirektvr Dr. M olz. dem Ostern 1927 die Leitung ter schule übertragen wurde, mitten an ter Anstalt 13 Studienrate, 2 oberreallehrer und 6 aufeerordentliche Lehrkräfte. Sn der Geschichte ter Ernst-Ludwig- Schule. die sich aus ter 1905 ron Durgerineister Dr. Kayser gegründeten Höheren Bürgerschule in verhältnismafeig kurzer Zeit biS zur Dollanstalt entwickelt hat. ist das abgelausene Safer ein vesonters bedeutungsvoller Ma r kstem , wurde doch die Umbildung ter Oberrealschule zu einem R e f o r m r e a lg Ymn as ium cingcleitet Don der Umstellung nach den Planen dieses neuen SchulMPS wurden im vergangenen ^afer bereit- die Kl allen Unter- und Obertertia erfastt. Sm neuen Schuljahr beginnt in ter iluterfefunöa der Lateinunterricht als verbindliches .^ach mit l vier Wochenstunden. Sm allgemeinen bewahrt bat sich ter sechsstündige Vormittagsunterricht, ter tm Schuljahr 1927 23 erstmalig durchgcfufert wurde Zum erstenmal wurde im vergangenen Safer auch der Versuch des Klassenaus- t a usch S einer Klasse der Anstalt mit ter Dürerschuke in Dresden gewagt, und zwar mit zufriedenstellendem Ergebnis. Sberstudiendirektvr Dr. Molz behandelt im Sahresbericht in einem längeren, sehr lesenswerten Aussatz diese wertvolle schulerzieherische Einrichtung, die « im -Anschluss an die gemachten Erfahrungen kritisch würdigt. Studienrat W a l d t, der Führer der Austauschklasse (Alnt«Vtima). gibt eme sehr interessante Beschreibung über den V«lauf ter LlnterrichtSfahrt nach Dresden. m Butzbach. 4. April. Unsere Stadt hatte auf dem Gebiet des Bauwesens im vergangenen Safere eine Höchstleistun g auf- zuweisen. wie sie wohl kam« von einer anderen Stadt tn ter Drohe BuybachS erreicht wird. Sn der Landgras-Philipp-Strahe wurde ein ganzer Häuserkompler. bestehend aus 5 Einfamilienhäusern. vollendet und bezogen, ebenso am Land- Ölilipp-Play ein Doppelhaus. Ein weiterem auS entstand feier im Rohbau. Sn ter Svlmser Straße wurden 2 Einfamilienhäuser er- tiggestellt und bezogen. Ein weiterer -Hauser- kompler entstand in ter unt«cn Taunusstrahe. in der Rähe des Bahnhofs, wo drei Wohnhäuser begonnen unb noch bezogen wurden, ein Einfamilienhaus und 2 Zweifamilienhäuser. DaS 4, ein Einfamitienhaus, entstand im Rohbau. Zwei Wohnhäuser in der mittleren Taunusstrahe, ein (Sin- und ein Sechesamilienhaus, touroen im Rohbau feergestellt, während in ter oberen Taunusstrahe ein Einfamilienhaus begonnen und vollendet tourte. Angefangen und bezogen wurden weiter zwei Einfamilienhäuser in der Romer- strahe. eins in der Cleeberg« Strahe, zwei an ter neuen Schule unb eins am Ostbahnyos. ^m Bohbau wurden noch ausgestellt je em Einfamilienhaus an ter Wetzlarer Strahe an ter Main-Weserbahn und in der Waldstrahe. Von den aufgezählten Wohngebäuden tragen drei ftrtiflfleUcHtc und ein im Rohbau befindliches bie Baumarke der Deutschen Dau- und SiedlungS- gemeinschaft mit ter Snschrtst: D. B. S. 1927 die schon zwei Baudarlehen zinslos an die betret- DAS MARKENRAD AB FABRIK Ostern auf dem Rade Kaufen Sie sich Ihr Rad noch vor Ostern. Fahren Sie in den Feiertagen hinaus ins Freie, machen Sie sich unabhängig von allen anderen Verkehrsmitteln. Der Radsport wird Ihnen neuen Lebensmut für den Alltag geben. In 44 verschiedenen Modellen erhalten Sie die Mifa-Marken- räder in den Mifa-Fabrikver- kaufstellen direkt von der Fabrik für Wochenraten von 2,50 RM an. wollten. M Dindsachsen . 4. April. Rachtem unser Gesangverein „Liederkranz" säst zwei Safere rufetc, tourte jetzt auf Anregung einiger (Jünger beschlossen, wieder mit den Singstunden zu beginnen. Ein neues Harmonium wurde an- gelchasst. Lehrer Hünergarth - Gelnhaar hat sich bereit erklärt, die Leitung der S.ngstunten zu übernehmen. _ „ , • Wenings, 4. April. Am Abend des Palmsonntags veranstaltete der hiesige Ä ir cfe en • gefangoeretn aus Anlaß seines 40jäfengen Bestehens ein Kirchenkonzert. Außer dem .lltr- chengesanguerein, der unter der Leitung von Pfarrer Lizentiat W i h m a n n steht, wirkten noch mit Lehrer Kauß von Wenings an der Orgel und Heinz Hardt von Darmstadt mit feiner wundervollen Violine. Die Dortragsfvlge umfaßte in geschickter Verteilung und Steigerung 16 Nummern und bot in der Hauptsache klassische Musik von Johann Sebastian Bach, Pietre Nardini, Fr.Thomö sowie von unserem hessischen Kirchenmusikmeister Arnold Men- delsofen. Cs war eine Feierstunde von eindrucksvoller Weihe und liefe. Gepackt lauschten die Besucher des vollbesetzten Gotteshauses. Die Leistungen der So listen und des Chores waren alles Lobes würdig, zumal einzelne Stücke ganz erhebliche Schwierigleiten und besondere Anforderungen an das Können stellten. Die Veranstaltung, zu der auch Gaste des ve- । nacfebarten Gederner Kirchengesangverems und Gl.e- der der Filialgemeinde Merkenfritz gekommen waren, oab den Beweis treuen Fleißes unb zielbewußter, hingehender Arbeit. Sie gereicht allen Mitwirkenden zur' Ehre und hat ihr besonderes Verdienst in der Geschichte des Kirchengesangvereins Wenings. Kreis Schotten. wr. Sellnrod. 4. April. Am Schluffe dieses Schuljahre« tourten auS ter Volksschule Sellnrod 13 Schüler entlassen, und »war 7 Mädchen und 6 Knaben. Sine schöne Entlassungsfeier vereinigte nochmals die Schüler, Eltern und Lehrer und nahm einen I würdigen und eindrucksvollen Verlauf. Aach einer Ansprache teS Klassenführers. Lehrer Reuhl, trugen die Schüler DeNamativnen und schön zu Gehör gebrachte Lieder vor. Die De- flamationcn und Lieder waren stimungsvoll dem Werdegang des Kindes angepaht. AuSgehend von ter Familie zum Heimatdorf«, vom engeren Vaterland« zum großen Deutschen Reich« I erweiteten sie zum Schlüsse den Blick für die große weite Welt, so daß ter zuletzt gebrachte Lichtbild«rvortrag über das Deutschtum im Aus- I lande gut eingestimmt war. Sm tarnen des Schulvorstands dankt« das Schulvorstandsmltglied Herr Traum den Kindern und dem Veranstalter ter Feier in kurzen, herzlichen Worten. Warum ärgern Sie sich immer wieder, daß Ihre Zahnpasta beim Gebrauch ,o spritzt unb Ihnen jedes,nat 3fere Sachen be.chmutzt? Versuchen Sie einmal die NiOX-llllDkr^-Zahnpasta, sie besitzt diesen Fehler nicht, sie ist bester und dabei bedeutend ipariamer. BiOXULTRA Die sfarkschäumende toueatoff-ZahnpZ5t. wird von vielen Zahnärzlen als beste extslierenoe Zayi pafta bezeichnet n. iclbft benutzt. Kleine Tube 50 Ps. Bullrich-Magen-Salz •jlur e*t In blauer *paAung mH dem Bilde bei Ertznder». 100 Oabre unübertreficn geflen folgen schlrchier Derdauung unb bobbreiinen. Korbern Sie grads unb Iranho «probe mt , OPT/KER SleiffliBerlanf. Düiigetflll gemahlen, inBapier- säcken sämtliche Sotten . SnnllMet emofleült ab Lager oder angelieiert auv BerwendungSstelle H. Trechsler Tieinitr.73 Tel. 1581 gesehene Chaussierung des Zellerwegs am Zehnstein wurde dem SustuS Merle in Alsfeld zum Preise von 80 Pf. pro Quadratmeter übertragen. — Der vorgelegte Voranschlag über den diesjährigen Prämie n in a 11 L worüber ter Beigeordnete Weih Bericht erstattete, wurde in ter vorgelegten Form genehmigt ebenso ter Voranschlag über die sportlichen Veranstaltungen anläßlich des Prä- mienmarttTS. Der Prämienmarkt und das Pferderennen sollen zum ersten Male In d.esein Safere an zwei verschietenen Tag.n abgehalteii werden, imd zwar das Reiterfest am Sonntag und der Prämienmarkt am Montag. — Die Reuwafel der Mitglieder für die Wofenungs- d e v u t a t i o n wurde entsprechend den Vorschlägen d.'s Hausbeiitzervereins und des Mieter- schutzverrins auf die Dauer von zwei Saferen vorgenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag, die Dahl der Mitglieder nur auf ein Safer vor- zunehmen, tourte abgelehnt. — Sn nichlöfsent- ticher Sitzung tourte beschlossen, für den in Alsfeld wohnhaften Äontrollbcamtcn ter LandeS- versicherungsMistalt Hessen ein Wohnhaus auf dem städtischen Gelände an ter Bachstraße zu erbauen, wozu die Landesversichcrungsanstalt ein Baudarlefeen ytoäfert. — Dem Ankauf von mehreren Massegrundstücken auS ter Feldbereinigung von geringem Wert, zwecks An- laae als Bogelfchutzgehölz, wurde zu- gestimmt. Preußen. KreiS Wetzlar. —5— Aus dem Kreise Wetzlar, 4.April. Die Zahl der Erwerbslosen im Bezirke des Arbeitsamtes Wetzlar ist im Laufe des Monat) Mär; wesentlich Aurütfgegang en, was darauf zuräckzuführen ist, daß mit dem Einsetzen der diesjäferigeii Bausaison wieder zahlreiche Arbeitskräfte Verwendung sanden. Während zu Beginn des Monats 1661 Hauptunterstützungsempfänger mit 795 Frauen und 1446 Kindern in der Erwerbslosen sürsorge standen, betrug die Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger am Ende des Monats 1332 mit 622 Frauen und 1032 Kindern. Hiervon entfallen auf die S t a d t W e tz l a r 153 Hauptunterstutzungs. empfanget, 84 Frauen und 102 Kinder, auf die Landgemeinden des Kreises 880 Hauptunterstützungsempfänger, 491 Frauen und 773 Kinder, auf die zu dem Bezirk des Arbeitsamtes gefeoriaen Gemeinten des Kreise« Biedenkops 199 HauPtunterstühungSempsänger. 77 Frauen und 157 Kinder. Sn ter K r i s e n s u r s o r g e tourten zu Ente tes WonatS März HO Hauptunter- stützungsempfänger, 64 Frauen und 120 Kinder unterstützt, gegenüber 134 Hauptunterstühungs- empfängern, 77 Frauen und 154 Kindern zu Beginn des Monats. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 42 Hauptunterstützungsempfänger, 22 Frauen und 40 Kinder, aus die L a n d g e m e i n- den tes Kreises 65 Hauptuntcrstühungscmpsän- ger 40 Frauen und 74 Kinder und auf die Gemeinten tes Kreises Biedenkopf drei Hauptunterstützungsempfänger, 2 Frauen und 6 Kinder. RotstandSarbeiter tourten Ende März in ter Ertoerbslosenversicherung 45. in ter fmmerimer Cster-Xaffee In auserlesenen QualltAten wieder eingetroffen RM. 4-80. 3.60, 230, 140 Während der Osterwoche sdienkenwir M Einkauf '/> Pfand Kaffee von L4O an v4 Pfund Oster-Eier! Emmeri eher Waren-Expedition Glefcen. Settenwe« 39 Teleptwe 1M7 gönnen. Arei» Büdingen. Preis 20 Pfennig Seht einmal her, so muß man’s machen. 1. Scheuerlappen anfeuditen 2. etwas „A t a" aufstreuen 3. Gegenstand reinigen und 4. sorgfältig trodtenreiben. Das ist die ganze Scheuerkunst Neu bleibt alles durch — /ITA Heiakel’s bewährtes Putz- u. 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M. ab unter Abzug von 107, Kapitalertragssteuer, also für die Aktien h UM. 100.— mit RJI. 10.80 für die Aktien ä, 1131. 120.— mit HM. 12.96 gegen Einreichung des Dividendenscheines Nr. 2 zu den Aktien Nr. 1-33000 über je RM. 100 - der ehemaligen Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien, Nr. 8 zu den Aktien Nr. 1-50000 über je RM. 120— der ehemaligen Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien, Nr. 8 zu den Aktien Nr. 33001-190000 über je RM. 100.- der ehemaligen Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien, Nr. 15 zu den Aktien Nr. 1-350000 über je RM. 100 - der ehemaligen Bank für Handel und Industrie, bei der Darmstädter und Nntionalbank KoinmandltgeeellBChaH auf Aktien. Berlin W 8. Behrenstraße 68/70 und deren sämtliche:! Niederlassungen. Die Dividendenscheine sind auf der Rückseite mit dem Firmenstempel bzw. dem Namen des Einreichers zu versehen. Wir sind auch jetzt noch bereit, die Aktien der ehemaligen Aktiengesellschaft in Firma Nationalbank für Deutschland (ausgegeben vor dem Jahre 1920) sowie die Gulden-Aktien der ehemaligen Bank für Handel und Industrie unserer früheren Aufforderung entsprechend in Aktien unseres Institutes umzutauschen. Berlin, den 4. April 1928. Darmstädter und Nationaibank Schirme in großer Auswahl, zu billigen Preisen. Heinrich Sack, Mrttstraße 19. Reparaturen. ,M0D Auti-leeb 1790. „,,D Umtausch alter Ras.erklingen Näheres durch Makuto - Werk, Solingen. Aktiva RM. Pf. Kasse, fremde Gcldsorten, Kupons und Guthaben bei Noten- und Abrechnungs- (Clearing-) Banken ................. 65267783 10 Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen. 427710409 67 Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen . . 217656628 84 Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere............... 109607231 96 Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen 130687335 50 Eigene Wertpapiere............. 23214781 80 Konsortialbeteiligungen........... 23941556 32 Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen................ 21491676 82 Debitoren in laufender Rechnung....... 727395270 38 Bankgebäude ................ 25000000 — Summa der Aktiva 1771972674 39 Passiva RM. Pf. Aktienkapital............... 60000000 — Reserven ................. 50000000 —— Kreditoren................. 1563908407 52 72564766 71 Pensions-Fonds für Beamte.......... 3000000 — Sonstige Passiva.............. 6228947 08 Gewinn-Saldo............... 16270553 08 Summa der Passiva 1771972674 J9 Soll RM. Pf. Verwaltungskosten............. 55128043 57 Steuern.................. 9386958 98 Gewinn-Saldo ............... 16270553 08 80785555 63 Haben RM. Pf. Provisionen................ Wechsel und Zinsen einschließlich des Gewinnes 40161618 32 auf Kupons und Sorten.......... 33345985 22 Effekten- und Konsortial-Gewinne..... . 5000000 — Gewinn-Vortrag von 1926 .......... 2277952 09 80785555 63 Wir verkaufen solangeVorrat den so beliebten Medalia-Strumpf extra prima Seidenflor mit bes. stark,,4-tachen Rand und Extra-Verstärk. f.Strumpfhalter alle Modefarb. u.schwarz i. all. Groß. z.Vorzugspreis, per Paar 95 Modehaus Salomon — Alleinverkauf für Gießen Ileisch-Räucher- Aufbewahrungsschränke von 40Mavr°n Teilzahlung iu 1 Jahr Preisliste gratis und franko Äackofen-Industrie Gustav Kunz Lauterbach 220 in Hessen. 2954D Gartenkies alle Sorten billigst C. Rübsamen 8970 Telephon 1659. / Für das f gute Schulzeugnis \ eine 3497» Phlolr. 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Der bekannteste von ihnen ist der sich auch die ttfUWOW f X' ^2- Nachbruck verboten. 32. Fortsetzung. schrie ihn wütend an. uns gestundet werden! Die bat in Reben (^Jupiter «O/Murn /TEffNß/L DER: S ft OSZE BUCH-, /TABEN /ferne: ff/eine Buch' staben allgemeinen der Dienst in geschlossenen Formationen bei gemeinsamer Unterkunft. Zum Aufrucken in eine höhere Stellung darf eine eingeschobene Probedienstzeit nicht länger als neun Eonnenausgang von 5.40 bis 4.35 Uhr. Sonnenuntergang von 18.30 bis 1950 Uhr. LichtgestaltendeSMondes Dollmond am 5. um 5 Uhr. 3. Viertel am 13. um 9 Uhr. 1. Viertel am 26. um 23 Uhr. Die beiden hellsten Wandelsterne, nämlich der Jupiter und die Venus, sind in diesem Monat unsichtbar. Beide stehen der Sonne zu nahe. Vicht viel besser steht eS mit dem Mar s. Der die 24 Stund-«zahlen »wi Mitter- nacht bie Mitternacht ernst Taft» enthaltend! Kreit und die dich punktierte Linie, der sogmennts Hontent, und fest- stehmd zu denken Der Sternhimmel dreh eich »amt dem auf Mitternacht zeigenden dings nicht sehr beträchtlichen größten Höhe nähert, die dieser Stern erreichen kann, so haben wir die hellsten Fixsterne dieses Monats erwähnt. Wir möchten einmal auf einen Punkt aufmerksam machen, der einem oder dem anderen Betrachter unserer Sternkarte vielleicht Schwierigkeiten bereiten könnte: Sn unseren Beschreibungen ist gelegentlich von »rechts" und ..links' die Vedc. Das ist immer in dem Sinne gemeint, wie man den Sternhimmel in Wirklichkeit sieht, wobei der Horizont ja immer unten ist. Will man also die Bezeichnungen »rechts" und »links' richtig verstehen, so must man die Sternkarte stets so drehen, daß eine vom Polarstern durch die bezeichneten Sterne oder Sternbilder gedachte oder gezeichnete Linie nach dem Beschauer zeigt. Tut man das nicht, so ist für die obere Hälfte der Karte — wie es in dem bekannten Studentenlied heiht — »rechter Hand, linker Hand, alle« vertauscht". Kü st ermann. „Tt soll nur wieder einer kommen und pfänden, bann prügeln wir ihn zum Dorf heraus!" «Sawohl, bat tun wir!" Sie schrien alle will) durcheinander. „ „Wenn wir unfern Wein verkaufen können, nef Bremm, „bann können wir auch Steuern bezahlen, nrtb dal wollen wir auch!" Wirtschaft. Verschärfung der Sclbstkostenkrise des Huhrbergbaucs Selbftkostenkrise im Vuhrbergbau jüngster Zeit eine Verschärsung erfahren, anderen Momenten spielt hier vor allem ger der Himmelruhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gelogenen Pfeile einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingeteichnete Horizont umrahmt die ru der Stunde, auf die der gerade Pfeil engt. um die Mcnatemitte eicht• hären Sterne. Unsere Karte geigt also den Zustand um Mitternacht der Monatemitte. Will man zu einer anderen Stunde hob achten so denke man eich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil eo gedreht, daß dieser auf die Beobachtung! stunde zeigt; dadurch werden die n dieser Zeit eichtbarm Sterne m den nicht mitzudrehenden Horizont hin- etngedreht. Für je 5 Tage vor der Monatemitte ist der gerade Pfeil *1$ Stunde früher, für je 5 Tage nach der Manatsmitte *13 Stunde später zu stoßen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond rammt die gezeichneten Stelhm- X) wat!" Der Loesenich schrie ihn wütend an. Aste rückständigen Steuern müssen niedergeschlagen werden, die fälligen müssen uns gestundet werden!" Der Staat sollte statt der paar Groschen Beihilf en" ordentlichen Kredit geben," meinte nachdenklich Kaspar Dreis, der auch herübergekommen war. Bremm nickte ihm zu: „Sa, bat is noch n Vorschlag! Einen Kredit. der et uns möglich macht, unsere Wirtschaft aufrechtzuerhalten.' „Bild't euch rnr ein - so 'nen großenKredtt?! Haha!" Reiter höhnte. „Die werden sich huien. Wat die Weinsteuer einbringt, bat mußten sie unter uns ■je^jonne \)t Vierter ^£)Vo/imond (Z J Viertel der zwar weiter von der Sonne entfernt ftc^t, aber auch nur gut eine Stunde vor ihr ausgeht und also gleichfalls unsichtbar ist. Als einzig sichtbarer Wandelstern erscheint der Saturn, zu Anfang des Monats nach, dann kurz vor Mitternacht. . , _. . So bleibt für den Sternfreund tn erster Lime die Betrachtung des F i x st e r n h i m m e l s. Cr zeigt in diesem Monat eine gewaltige Veränderung: Während zu Anfang des April die Hellen Wintersternbildcr im Westen noch über eine Stunde lang zu sehen sind, sind sie gegen Ende des Monats verschwunden: nur die Zwillinge sind noch voll sichtbar. Als eigentliches Frühlingssternbild können wir wohl den Löwen an- sprechen, den man leicht am Himmel findet, wenn man ihn sich in eine Sichel mit dem Haupt- stern Vegulus und in ein rechtwinkliges Dreieck zerlegt denkt, an dessen links gelegener Spitze der Stern Denebola erstrahlt. Der Vame Denebola heiht Schwanz des Löwen", wie denn der Olame Deneb", d. h. Schwanz, bei verschiedenen Sternen und Waisengeld ein Betrag ausbezahlt wird, der den letzten Dienstbezügen des verstorbenen Beamten entspricht. Alsdann tritt die gesetzliche Hinterbliebenenversorgung wie für die übrigen Staatsbeamten eht Dis zur Vorlage eines neuen Dienststraf- g e s e h e s für die staatlichen Polizeibeamten gelten einige Sondervorschriften des Polizei- beamtengesehes. sowie die alten Vorschriften des Disziplinargesetzes für nichtrichterliche Beamte. Für die am 31. März 1926 bereits der Schutzpolizei angehörenden Beamten werden einige eigene Xlebergangsbestimmungen geschaffen. In Zukunft werden sich also die verschiedenen Dienstzweige der Polizei aus der Bereitschafts- Polizei ifrüher Schutzpolizei) ergänzen. Die E \ n- stellung des jungen Polizeianwärters erfolgt mit durchschnittlich zwanzig Jahren auf der Landespolizeischule, wo er vorgebildet wird. Alsdann erfolgt Ueberführung tn einem geschlossenen Polizeikörper als Llnterwachtmelster . in die Praxis. Dis zum 7. Dienstjahre dauert im 16. Kapitel. „Weißt du, wo unsen Vater is?" fragte die Bremm ihre Tochter. Maria zuckte die Achseln, sie sagte gleichgültig: ,Lch weiß ntt." Ob er wieder im Keller faß? Anna Bremm watete durch den schwimmenden Hof hin bis zum Keller, eingang — die Tür war geschlossen, aber unten flinzelte matter Lichtschein. Sie \ah es durch bie Ritzen der morschen Bretter heraufschimmern, aber als sie anpochte und laut rief: „Bremm, bist du unten?" war auf einmal kein Lichtgeflinzel mehr da. Sie mußte sich getäuscht haben: dieses Mal wohl, aber doch nicht immer. Was machte er fo oft ba unten? Hafte er denn immer noch im Keller zu tun9 Sie wußte nicht, was sie davon denken sollte, jetzt hatte der Winzer dach nichts mit dem Wein zu tun. Und der dunkle Keller mit ,einem Dunsten nach Schimmel, nach Faß, nach Most und nach Feuchtigkeit war doch kein Ort zum längeren Aufenthalt. Sie hatte Brenmi oft schon gefragt: „Wat haste bann immer noch unten zu tun? Daraufhin hatte er sie bloß flüchtig angeiehen, hatte etwas gemurmelt, was nicht zu verstehen war, und deutlicher nur gesagt: „Stimmer dich mt drum! Die Frau war sich nicht klar bewußt, warum er herunterstteg, aber es machte ihr Unruhe. Snbrün» ftig betend lag sie vor der heiligen Sungirau un Grau der Kirche auf ihren Knien: sie konnte sich ost kaum von hier trennen. Hier war der einzige Ort, an dem die Dielgeplagte ein wenig mehr Ruhe sand: her Mann finster, die große Tochter gleichgulttg, die Kinder unartig, weil sie nicht hinaus konnten wegen des Regens — ober war es darum, weil fie den beiden etwas geschehen? Etwas, was nicht sein oll? Sa, ach ja! Und das nahm sich die Maria nun so zu Herzen und schämte sich, es zu bekennen. Ein großes Mitleid mit der Tochter kam die Mutter an, sie vergaß, daß sie allen Grund hätte, böse zu ein. „Sag doch nur," bat fie, „ich jagen dem Bater ja nix davon. Und wenn et denn so sein sollt, bar- über fannfte wenigstens ruhig sein: der Dreis is'n rechtlicher Mensch, heiraten tut er dich." „Der —?!" Die Tochter schrie auf: es klang wie in wilder Abwehr: „Nie heirat der mich! Nie heirat ich den, et kann ja nit fein!" Die Hände vors Gesicht haltend, lief sie hinaus. Das hessische polizeibeamiengeseh. Der Hefsischc Landtag hat am 29. März das | ton der Negierung vorgelegte neue Polizei- beamtengesetz verabschiedet. Die Hess, che Polizei war seither in drei Polizeikörper gegliedert die staatliche Ortspolizei, die Schutzpolizei und die Landesgendarme r i e. Dach den Forderungen der Entente mußten bie drei Gruppen in eine Staatspolizei unter Eingliederung in das allgemeine Beamten- recht verschmolzen werden. Abweichungen sind nur da getroffen, wo diese auS der kündbaren Stellung der Bereitschastspolizci und deren Kasernierung erforderlich waren. Das neue Gesetz entspricht den Vereinbarungen der Deichsund Länderregierungen mit der Entente und tritt am 1. April 1928 in Kraft. Einige die Allgemeinheit interessierende Teile des 61 Artikel umfassenden Gesetzes seien nachstehend heraus- gezogen. Polizeibeamte im Sinne des Gesetzes sind die staatlichen Beamten der Sicherheitspolizei (Einzeldienst- und Dereitschaftspolizei) der Kriminalpolizei, de« Polizeiverwaltungsdienstes und der Landesgendarmerie. Jedem Polizei- beamten steht nach Maßgabe seiner Bildung. Fähigkeit und Leistung der Aufstieg in alle Stellen Der Polizei offen. Beamte d" SU>o und Polizeianwärter bedürfen zur She f ließung einer Erlaubnis, wenn sie das sechste D'enstiahr nicht vollendet haben. Beamte der Sipo find während der Zugehörigkeit zur Landespolizeischule und Dereitschaftspolizei kaserniert, wobei allerdings Ausnahmen durch den Innenminister Hauptstern im Sternbilde deS Schwans, das zu Beginn dieses Dlonats etwa um Mitternacht, gegen Ende zwei Stunden früher, über dem Dordosthorizont erschienen ist. lieber dem Schwan steht die Helle Wega, die als eigentlicher Som- merftern nun auch schon höher und höher emporsteigt. Bemerken wir nun noch, daß der Arktur im Bootes sehr hoch am Himmel steht, und daß Spica in der Jungfrau der aller- hungrig waren? So schwer wie in diesem Winter war es auch noch niemals gewesen. Wohin man sah, wohin man hörte, bei jedem dasselbe: bei dem einen große, bei dem anderen weniger große, aber überall Not. Ob in ganz Deutschland die Not gleich groß war nxe hier an der Mosel? Sicherlich, sagte die Frau sich. Denn sonst wäre hier doch geholfen worden. ,,»ru= ber, liebet euch untereinander," darüber hatte der Herr Pastor so schön gepredigt, ferne Stimme hatte vor Rührung gezittert — alle, die es hörten am Sonntag, waren ergriffen — es war, als ob ber alte Mann dabei weinte. Sa, ber Herr Pastor war ein guter Mann, ber gab, was er geben konnte: er - hatte nur selber nicht viel. Aber er schrieb immer I Frau plötzlich. verteilen!" _ . . , ~ . Die 'Weinsteuer, ha, bie Wemfteuer'. Das Wort war gefallen. Die Weinsteuer, die war das Unglück. Sie brüllten alle aus: die mußte zuallererst weg, die war von aller Ungerechtigkeit die allergrößte. Die verfluchte Weinsteuer, die ruinierte noch mehr ais der Auslandswein, den man herein!,eß. Wenn die Weinsteuer nicht fiel, bann —! Es erhoben sich drohende Fäuste. „Beruhigt sie," flüsterte Kaspar Drets, öimon Bremm am Aermel zupfend. Und dann, als die Versammlung, unruhig scharrend und murrend nun auseinander gegangen war und er mit bem zielte- ren noch für ein paar Augenblicke brausten im ftro= menben Regen stand, fragte cr: „Meint Shr, dat die Weinsteuer wirklich die Hauptschuld hat an der Wm- wrnot? Sch meinen bat nit. Aber ich laß mich gern belehren. Shr wißt et sicher besser." „Ich weiß et auch nit," sagte Bremm teile. Und eine hilflose Traurigkeit verbreitete sich über sein Gesicht, über seinen ganzen Menschen. „Et is 'n Schänd," Nagte die Frau, „wat soll ber Herr Pastor von uns denken! Haste dann in ber Stadt ganz deine Religion, deine Pflicht vergessen? O, hätt ich dich doch nie nit babin getan!" „5a, hattste bat nit," sagte Maria. Und fie sagte bas so seltsam, daß die Mutter stutzte. Was war mit ber Maria? Die Tochter tarn ber Mutter schon lange verändert vor, jetzt aber roar es ihr plötzlich ganz klar: die hatte was auf ber Seele. Eine Schuld? Nein, die Maria tat nichts Unrechtes, davon war sie fest überzeugt, aber un- glücklich war die. Sehr unglücklich. Und die Bremm begann zu forschen. Es konnte nur etwas mit dem Kaspar fein — warum kam der denn auch nicht? Er mied das Haus sichtlich. Waren die zwei sich böse? Hatten sie sich so erzürnt, daß bie Maria nun dachte, es wäre aus und vorbei mit ihm, und sich darum grämte, immer seltsam unfroh, schier men- ichenfcheu war? Ach, daß bei Liebesleuten me eines dem andern das erste Wort gönnen will! tjrau Bremm beschloß, sich der Sache anzunehmen. Sie setzte ber Tochter hart zu, sie wollte durchaus für die Verstimmung des Mädchens den Grund finden. Sie fragte, sie quälte, sie scyatt, sie bat flehentlich, aber immer bie gleiche stumme, sie jetzt auf einmal be- ängftigenbe Abwehr. Mit Schrecken überfiel es bie | Frau plötzlich: Sesus Maria, war vielleicht zwischen der ilmftanb eine Dolle, daß die Abschreibungen, Dückstellungen usw. in bei bisher vorgeiiommenen Höhe als viel zu niedrig sich herausgeftcllt haben. Ausschlaggebend ist hier der in mancher Beziehung sich geradezu überstürzende Gang der Technik. Maschinen und sonstige Anlagen, die erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit angelegt worden sind, haben sich jetzt bereits als so veraltet erwiesen, daß der Zwang zur Modernisierung unabwendbar ist Diese Tatsache gilt besonders für den Kokereibetrieb, wo erst vor 6—7 Jahren errich- Hessisches Krüppel-LehrlingSheim. WSD. Darmstadt, 4. April. Der hessische Minister für Kunst und Dolksbildung gibt in einem Dunderlah an die Schulämter und Lehrer bekannt, daß in Anlehnung an die Epileptikeranstalt Dieder-Dam st adt bei Darmstadt demnächst ein K r ü pp e l - Le h r lin y s- heim eröffnet wird, das zur Berufsem- s ch u 1 u n g schulentlassener jugendlicher Krüppel aller Konfessionen Gelegenheit geben will. Die Anstaltsleitung teilt mit, daß für die Heranbildung der Jugendlichen neben fachärztlicher Betreuung es weder an einem bewährten Erzieher, der als Spezialist auf diesem Gebiet gelten kann, noch an besonders tüchtigen Handwerksmeistern fehlen wird._________________ wieder nach Koblenz, machte Eingaben und Bittgesuche für feine arme Gemeinde. Anna Bremm hatte Vertrauen in feine Güte, alle hatten Vertrauen, und doch war die Frau er- schrocken, als ber Pastor sie heut auf der Straße ansprach. Der geisttiche Herr hatte sich herausgemacht trotz des Regens, er kam von einem Kranken, den er besucht hatte. Er fragte sie nach ihrem Mann, nach den Kindern, zuletzt fragte er sie nach ber Maria. Warum kam die Maria denn nicht mehr zur Beichte? Die Frau flatterte etwas und war sehr verlegen: das hatte fie nicht gewußt, bah die Tochter nicht pünktlich zur Beichte ging. Ganz aufgebracht kam sie nach Hause: fie, sie mußte sich so etwas sagen lassen?! „Warum gehste nit in bie Kirch, warum beichtfte nit, wie ’t sich gehört?" Sie stand vor der Tochter, ihre sonst so sanften Slugen sprühten in beleidigtem Unwillen. Maria war sehr bleich: fie hatte, wie so oft letzt, nur ein stummes Zucken ber Achseln. tetc Anlagen durch völlig neue ersetzt werden müssen: ähnliches gilt beispielsweise auch für die Dampfwirtschaft. wo die Verwendung hochgespannten Dampfes zu ganz neuen Anlagen zwingt. Von den weitgehendsten Folgen ist jedoch die Erkenntnis, daß die Schachtanlagen »cutiger Größe nicht mehr rentabel und produk- iv genug sind, daß vielmehr die Zusammen- aflung mehrerer kleinerer Anlagen zu einer Grvhanlage von 4 —5000 Tonnen Tagesförderung unbedingt notwendig ist. Die für diese Zwecke notwendigen Mittel stehen -aber wohl keiner Zechengruppe zur Dersügung. da bisher die nötigen Abschreibungen und Dückstellungen vom Deichswirtschaftsministeriuin nicht zugelassen worden sind. Die erforderlichen Mittel sind außerordentlich hoch: auf die Tonne Kohlenförderung gerechnet muß für Deuanlagen unter Tage ein Betrag von 50 Mark investiert werden, und für Kokereien ein solcher von 25 Mark ic Tonne. Erschwert wird bie Situation noch durch die Aufwendungen der Bergschäden, die ebenfalls bisher nur ungenügend berücksichtigt worden sind Man kann onnehmen, daß infolge der dichter gewordenen und noch werdenden Desiedelung. infolge der umfangreicheren und komplizierteren Verkehrsanlagen usw.. die alle den Umfang der Bergschäden stark gesteigert haben, der Sah für Bergschäden, auf die Tonne Förderung gerechnet, verdoppelt werden muß. Im Zusammenhang mit diesen Dingen steht der Umfang der Forderung des Duhrbergbaues. Die letzthin vertretene Ansicht, daß die Kapazität des Duhrbergbaues um 30 Prozent zu hoch sei. ist abwegig. Die Zeit des englischen Streiks hat gezeigt, daß der Umfang der Förderung zeitweise sogar unzurcichend gewesen ist. um die Anforderungen in vollem Ausmaß zu erfüllen. Aus diesem Grunde hatte der Deichskohlenkommissar sich auch eine Zeitlang veranlaßt gesehen, durch zwangsweise Beschränkung der Ausfuhr dem Inland die notwendigen Mengen zuzuführen. Eine andere Frage ist allerdings, ob die durch den verhältnismäßig hohen Absatz in das Ausland erzielte Selbst- tostenverminderung nicht durch die hohen Preisnachlässe für die Auslands - lieferungen ausgeglichen ober gar überzogen wird. Aus diesem Grunde wird teilweise die Ansicht vertreten, die Ausfuhr nach den be ■ sonders ungünstigen Absatzgebieten in einem gewissen Umfange zu drosseln und in diesen Gegenden nur insoweit im Markte zu bleiben, als es die Kontrolle der Konkurrenz notwendig macht. Aus die Gesamtförderung umgerechnet, könnte es sich aber auch bei der Durchführung dieses Gedankens nur um einen verhältnismäßig geringen prozentualen Betrag handeln. Eine erhebliche und gleichzeitige Einschränkung der Förderung auf allen Zechen Würde dagegen die Selbstkosten in einem solchen Ausmaße erhöhen, daß sich zwangsläufig enorme Verluste ergeben mühten. Etwas anderes ist natürlich die Stillegung solcher Zechen, die untpirtschastlich arbeiten. Aus den oben erwähnten Gründen scheint es so, als ob die • Zahl dieser Zechen sich bald erhöhen wird. : und zwar besonders dann, toerm neue Selbst - - ko st en st eigerungen eintreten. Die eine Tat- i fache steht jedenfalls fest, daß der Zwang, einen . den hohen Selbstkosten entsprechenden Ausgleich zu schaffen, als umfo notwendiger sich Es war ein schwerer Gang, den die Mutter sich vorgenommen hatte zu gehen. Aber ba der Kaspar Dreis nicht zu ihnen mehr tarn, mußte sie zu ihm tommen. Heimlich macht« sich Anna Bremm auf. Ihrem Mann, der erstaunt fragte: „Bei dem Regen?" hatte sie getagt, sie ginge drüben den Sta- tionswcg am Klosterberg hinauf zu ihren Gräbern: es ließ ihr feine Ruhe. Und damit hatte sie auch keine Lüge gesagt: es ließ ihr. wirklich keine Ruhe. Die Maria war, seitdem sie mit der gesprochen hafte, völlig verstört. Das Paulinchen, das mit der Schwester oben die Kammer teilte, beklagte sich: es konnte keine Nacht mehr ungestört schlaien, die Maria warf sich immer herum und seufzte. Auch Peter und Paul fiel es auf, sie lachten noch jungenhaft, aber doch schon mämv Uch bewußt: .Haste Liebeskummer, Maria?" „ßafjt se in Ruh," wurden sie von der Mutter zu- rechtgewiesen. „Et is ihr nit gut." Und sie strich dabei der Tochter über das Haar. Sie war froh, daß die Tochter nichts davon gewahr wurde, daß sie ging, und wohin sie ging. Maria hätte sie nie und nimmer gelassen. Aber klar mußte man sehen. Entschlossen hatte sich die Bremm ans andere Ufer übersetzen lasten: die Motel ging hoch, von Regen und Wind gepeitscht, schlugen Wellen über den Bootsrand, aber sie zog in ihrer drängenden Unruh diese Ueberfahrt mit dem Nachen der großen Fähre vor, zu der sie noch eine halbe Stunde Wegs hatte. In ihr war Eile, und sie furch- 'ete ja ihre Mosel nicht: die tat nur so, als ob fie wild wäre. (Fortsetzung folgt.) ' möglich sind. Kündbare Polizeiböamte find Poltzcwffi- riere bis zur Vollendung einer zehnjährigen Dienstzeit und alle übrigen P"fizc.beamte bi« au ihrem ilebergang in eine unfirndbare Stelle. Kündigung kann erfolgen bei Dienstunfahigkeit. d h. wenn nach ärztlichem Urteil Wiederherstellung nicht binnen eines Jahres erfolgt außer- dem bei Vergehen im Dienst. Verurteilung zu Gefängnisstrafe. Verstößen gegen die Manneszucht oder das Ansehen der Polizei, bei Mißbrauch der Dienstgewalt, bei Verweigerung einer Probedienstzeit bei Aebernahme in eine höhere Stelle usw. Dach zwölfjähriger Dienstzeit werden die Polizeibeamten unkündbar angestellt oder auf Antrag entlassen, ebenso können fie tn die Geheimpolizei eintreten. (Dicht als »Pofizei- öiencr“ j Die Beamten deS Polizeivollzugsdienstes (nicht die Offiziere) treten drei Monate nach dem 60. Lebensjahr in den Ruh c ft an ö. Die Ruhestandsaltersgren^en für Offiziere und ihre Grade werden noch bestimmt. Die P e n s i o n wird dann entsprechend den Vorschriften über das Pensionsgeseh der Beamten festgesetzt. Das Ruhegehalt der Polizeioffi-iere und 'beamten Tann bis zu 80 Prozent des ruhegehaltsfähigen Diensteinkvmmens steigen. . Die 11 n f a 11 f ü r f o r g c »st bei den besonders gelagerten Verhältnissen der Polizeibeamten von den übrigen Staatsbeamten für sich geregelt. Sn Fällen eingetretener Hilfslosigkeit kann die ^Insallpension 100 Prozent des Gehaltes erreichen. Zur Erleichterung eines Berufs- | Wechsels, zum Erwerb von Grundbesitz, beim i -Anschluß an ein Dau- oder Siedlungsunternehmen können Ruhegehaltsempfänger Kapi- talabf inbungen ihres Ruhegehaltes ge- ivährt werden. Diese Abfindungssumme kann, wenn sie nicht innerhalb der bemessenen Frist bestimmungsgemäß Verwendung sand fturüd- gesordert werden. Ebenso kann sie aber auj zurückgegeben werden, so daß die RuhegehaltK- zahlung weiterläuft. In diesem ^alle ist die ausgezahlte Abfindung nur zu einem bestimmten Teilbetrag zurückzuerstatten. Auch »st eine teil- weise Kapitalabfindung möglich. Die ohne Ruhegehalt oder Unfallpension ausscheidenden Polizeibeamten erhalten sogenanntes Entlass u n g s g e l d von 2500 Mark oder 5000 Mk. nach Lage des Falles. Das Gesetz sieht außerdem verschiedene Sondervergütungen vor, sowie Um- zugsentschädigung und Versorgung bei Entlassung aus besonderen Gründen. Die H^uter- bliebenenversorgung sieht vor. daß die ersten drei Monate des Bezuges von Witwen- Oje goldenen Berge. Vornan von Gtara Biebig. Eopyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 'enu/ yerausgestellt Hot. je sorgfältiger und eingehender die angestellten Untersuchungen gewesen sind. Oie Llltimobeanspruchung der Reichsbarik. 2er gestern berichtete Reichsbankausweis jum Duortalsuhimo zeigt eine Rekordbeanspruchung, die die höchste seit der Stabilisierung sein dürfte. Die Zunahme der Wechsel und Schecks beläuft sich allein auf 724,4 Mill. Mk., und an Reichsbanknoten und Rentcnbontscheinen sind 769,7 Mill. Mk. neu in den Zahlungsmittelocrkehr abge- stossen. Der Reichsbankausweis erklärt die in der letzten Woche herrschende Erleichterung des Geldmarktes, denn die Anspannung zeigt, dass sowohl Banken, als auch öffentliche Institute in sehr starkem Moste in ihrer Geldversorgung auf die Reichs- bank zurückgegriffen Haden. Da die Giroguthaben nur eine geringfügige Erhöhung um 37 Mill. Mk. bei ihren an und für sich sehr niedrigen Stande aufzuweisen haben, muß sestgestellt werden, dost zum ersten Ouartalsultimo des Jahres 1923 der Bar- geldbedarf wesentlich gröster war, als Ende 1927, wenn auch heute der Zahlungsmittel- umlauf noch immer um 160 Mill. Mk. und die Wechselanlage um rund 500 Mill. Mk. unter dem bzw. unter der Ende 1927 liegen. Zu untersuchen ist bei einer solchen Rekordbeanspruchung vor allem die Frage, ob sie der Ausfluß natürlicher Wirt- «chaftserpansion ist. Zunächst haben üblicherweise Landwirtschaft und öffentliche Hand zum Quartalsultimo erhöht« Ansprüche. Hinzu kommt als ein wesentlicher Faktor die im Vergleich zum Vorjahr eingetretene Steigerung des Preisniveaus und entsprechend die Ausdehnung des Kreditvolumens der Wirtschaft. Irgendwclck)« Rückschlüsse aus der stärkeren Kreditinanspruchnahme der Reichsbank auch auf den Zahlungseingang hinsichtlich einer Verzögerung halten wir im gegebenen Augenblick noch für verfehlt. Infolgedessen läßt sich ein Urteil, wie weit konjunkturelle Einflüsse mastgebend gewesen sind, nicht fällen. * * Ford-Motor-Company. Zu der vor kurzem mitgeteilten einstweiligen Verfügung des Gerichts, durch die der Ford-Motor-Company untersagt wurde, in ihren Ankündigungen zu behaupten oder behaupten zu lassen, der neue Ford-Wagen bzw. die Fordwagen neuen Typs entsprechen dien gesetzlichen Vorschriften in Deutschland hinsichtlich der Vremsvorrichtung und infolge Gutachtens des Dampfkessel-^Ieber- wachungsvereins sei der neue Fordwagen einwandfrei zulässig, auch bereits in Berlin zugo- lassen worden, wird uns von der Ford-Motor- Company in Frankfurt a. M. mitgeteilt, daß diese einstweilige Verfügung von der 9. Kammer für Handelssachen des Landgerichtes I Berlin in ihrer Sitzung vom 10. März aufgehoben worden ist. Ein neuer Antrag auf Erlast einer einstweiligen Verfügung tourte zurückgewiesen. Mit den Kosten des Verfahrens wurden die Antragsteller belastet. Es besteht hiernach zur Zeit keine einstweilige Verfügung gegen die Ford-Motor-Companh Ä.-G., der Reichsverband der Automobilindustrie ist mit seinem Verlangen vielmehr kostenpflichtig abgewiesen worden. * Zunahme der landwirtschaftlichen Genossenschaften im März. Die seit Jahresbeginn zu beobachtende steigende Tendenz in der Gründungstätigkeit im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen hat sich auch im Monat Matt in besonders starkem Maste bei 39 Reu- gründungan fortgesetzt. Die Molkereigenossenschaften stehen wiederum an erster Stelle und .weisen für sich allein 25 Zugänge auf, denen nur 2 Auflösungen gegenüberstehen. Besonders l stark ist der Zuwachs in der Gruppe der fon- - stigen Genossenschaften, wo nach der Statistik 5 des Reichsverbandes der Deutschen landwirt- , schaftlichen Genossenschaften für den Monat März ' 56 Reugründungen, denen 35 Abgänge gegen- überstehcn, sestgestellt wurden. Bei den Spar- und Darl.hnskassen werden 18 Zugänge und 15 Abgänge, bei den Bezugs- und Äbsahgenossen- schaften 4 Zugänge und 8 Abgänge ausgewiesen. 3m Reichsverband der Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften waren am 1. Steril d. 3. im ganzen 40 166 landwirtschaftliche Genossenschaften vorhanden. * Der Eisenerzbergbau im Lahn-. Dillgebiet und Oberhessen im März. Die Lage auf dem Eifenerzmarkt weist etwa das gleiche Bild auf, wie im Februar. Die Preislage ist unverändert, dagegen hat die Nachfrage nach Rot. und Brauneisenstein nachgelnsien. Bedenklich erscheint es, daß die Frage der Schaffung eines Ersatzes für die fortgefallenen Inlanderzabsatzprämien nicht vorwärts kommt. Ans der Basaltindustrie des W e st« r w a l d e S. 3n den Westerwaldbrüchen, in denen während der Wintermonate der Betrieb nahezu stillstand, regt es sich wieder. Anscheinend liegen schon Aufträge für Kommunen und Eisen- bahn vor. denn eine Reihe Basaltarbeiter ist bereits wieder eingestellt und auch der Abtransport mit den Westerwaldbahnen nach der Sieg und dem Rhein zu hat sich merklich gehoben. Rach fachmännischem Urteil dürfte die Konjunktur in den Westerwälder Basaltvrüchen auch in diesem Jahre wieder gut werden. Phönix A.-G Bergbau - und Hülten- betrieb, Düsseldorf. In der gestrigen Auf- sjchtsratssitznng wurde beschlossen, der am 2. Mai in Düsseldorf stattfindenden Generalversammlung eine Dividende von 6,5 v. H. aus das Aktienkapilal von 205 Millionen Mark vorzuschlagen. * Aktienerwerb der Friedrich- Krupp-A. - G. Wie wir bereits meldeten, hat die Friedrich-Krupv-A.-G. vom Stahlverein in Düsseldorf 43 Prozent der Aktien der Rord- deutschen Hütte in Bremen gegen ein Grundstück in Duisburg übernommen. Die Friedrich- Krupp-A.°G. hat nunmehr 50 Prozent der Aktien der Rorddeutschen Hütte in ihrem Besitz. Sie beabsichtigt weiter, die im Besitz der Firmen Hoesch und Klöckner befindlichen Aktien zu erwerben. so dast sie dann etwa 60 Prozent der Aktien der Rorddeutschen Hütte besitzt. Anleihe der Stadt Heidelberg. Die Stadt Heidelberg hat mit einer Bankengruppe eine Anleihe von 5 Millionen Mark in 5-o.-H.-Schatz- anmeifungen abgeschlossen. Diese Schatzanweisungen sind innerhalb drei Jahren zu gestaffelten Kursen rückzahlbar und können dann in siebenprozentige langfristige Stadtanleihe urnaetauicht werden. * Reckar - A.-G. Rachdem die Abnahme der Reckarwasscrtraftwerke Oberestlingen, Cannstadt- Horkheim, Rackarsulm-Kochendo^. Heidelberg- Weiblingrn u.ib Ladenvurg schon seit längerer Zeit gesichert ist. hat die Reckar-A.-G. mit Zustimmung der beteiligten Regierungen nunmehr auch sür die elektrische Energie der Staustufen zwischen Heidelberg und Reckarsulm-Äochenburg langfristige Verträge mit dem Rheiniscb-West- sälischen Glektrizitätsweri u.id der Hessischen Cisenbahn-A.-G. abgeschtossen, und zwar zu Verkaufs- und Stromabsatzbedingungen. die die Reckar-A.°G. von jedem finanziellen Risiko für den Bau. den Betrieb, die Unterhaltung der Krostwerksanlagen befreien und auch die Amortisation der Schisfahrtsanlagen auf der gesamten Strecke vor Ablauf der der Reckar°A.°G. zur Ausnutzung der Wasserkräfte erteilten Konzession ermöglichen. * Süddeutsche DlSkontvgesellschoft A. - G., M a n n h e i in. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Bilanz und be- schlost aus dem Reingewinn von 2 126 264 Mk. auf die Stammaktien eine Dividend« von 8 Prozent zu verteilen und 576 274 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Auf Anfrage erklärte Direktor Fulk, dast die Umsätze sich weiter erhöhten, das Börsengeschäft immer noch gering, das Pla- cierunosgeschäft, vor allem 3nlandanleihen. nicht ungünstig seien. * Inlandanleihe der Stadt Berlin. 'Die Verhandlungen über eine neue Inlandanleihe der Stadt Berlin sind im wesentlichen abgeschlossen. Anstatt der ursprünglich geplanten Höhe von fünfzig Millionen wird die Emission sich auf den Betrag von 25 Millionen beschränken. Di« Anleihe erfolgt m Form von Goldschatzanweisungen, die mit fünf Prozent zu verzinsen und nach fünf Jahren mit 110 Prozent rückzahlbar sind. Der Zeichnungspreis wird voraussichtlich 95,25 Prozent betragen. Das emittierende Konsortium steht unter Führung der Preußischen «Staatsbank und der Deutschen Bank. * Deutsche Bank A. - G.. Berlin. Die Generalversammlung der Deutschen Bank genehmigte einstimmig die Jahresbilanz, sowie die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent. Gegenüber den Ausführungen des Vertreters des Deutschen Bankbeamtenvereins betonte Direktor Wassermann, daß eine Bank mit derartig großen Außenständen, wie die Deutsche Bank, stille Reserven ansammeln müßte, die nichts anderes als die Versicherungsprämie für schlechte Zeiten darstellten. Sie könne Gewinne weder an die Aktionäre, noch an die Angestellten und Beamten voll ausschütten. Der Vorwurf, den ein anderer Aktionär der Verwaltung gemacht hatte, daß sie für den Kurssturz der Stahlvereinsaktien im Oktober vorigen 3ahres mitverantwortlich gemacht werden müsse, sei zu- rückzuweisen, da die Deutsche Bank zu der fraglichen Zeit im Aufsichtsrat des Stahlvereins nicht an führender Stelle gestanden habe. * Polyphonwerke A.-G.. Leipzig. Der Mschlutz der Polyphonwerke A.-G.. Leipzig, zeigt nach Vornahme der üblichen Abschreibungen einen Reingewinn von 2 046 834 Mk. (i. V. 797 261 Mk.). Der G.°V. soll vorgeschlagen werden, 90 000 Mk. (i. B. 0) zur Abrundung dem offenen Reservefonds und 400 000 Mk. (i. B. 0) dem allgemeinen Abschreibungsfonds zuzuführen und eine Dividende von 14 Proz. (9 Proz.) auf das A.-K zu verteilen. Die Umsätze sind auch im lausenden 3ahre wieder erheblich gestiegen. Arantfurter Börse. Frankfurt, 5. April. Tendenz freundlich. Wie man erwarten konnte, war die letzte Börse vor den Feiertagen allgemein stiller. Die Stimmung blieb jedoch im Grundton fest, da sich nach verschiedenen Spezialwerten weiter Nachfrage bemerkbar machte. Sowohl das Ausland, als auch die private Kundschaft sollen wieder mit Kauforders am Markt gewesen fein, während die Spekulation weiterhin Gewinnsicherungen vornahm. Zur Zurückhaltung mahnte dabei die Tatsache, daß am Geldmarkt kurzfristiges Geld immer noch gesucht war. Die gestern etwas vernachlässigten Farben- aktien traten heute wieder in den Vordergrund. Farben eröffneten 2,40 Pro;, höher, I.-G.-Farben- Bonds mit 146 bis 146,5 Pro;, fester. Lebhaft gefragt blieben die E l e k t r o w e r t e, für die sich vor allem stärkeres Auslandinteresse zeigte. Siemens gewonnen erneut 1 Pro;. Schlickert 2,25 Proz., Licht und ftraft 0,5 Pro;.. Gesfürel jedoch nach der Steigerung an der Abendbörse auf Realisationen 1 Pro;, gedrückt. Stärker gesucht waren an diesem Markt heute die Nebenwerte, von denen Lahmayeyr 5 Prozent, Rheag 1,5 Prozent und Bergmann 2 Prozent anziehen konnten. Deutsche Erdöl konnten ihre Steigerung mit 2,25 Proz. fortsetzen. Am M o n t a n m a r k t lagen Laurahütte 4 Proz. höher. Sonst gab es meist nur kleine Kursgewinne bis etwa 1 Pro,;. Merklich erholen konnten sich Holzmann mit plus 5,5 Pro,;. Von den Zellstoffwerten lagen Waldhof 2,25 Pro;, gebessert. Schiffahrtswerte und B a n« t e n waren vernachlässigt und wenig verändert. Bei Danatbank und Dresdner Bant kam die Dividende zum Abzug. Miaa 4 Proz. erholt. Frankstirter Maschinen zogen 2,5 Proz. an. DeutscheAnleihen lagen still. Auch ausländische Renten verzeichneten nur geringe Umsätze bei wenig veränderten Kursen. Gleich nach den ersten Kursen konnte sich die Tendenz weiter etwas b e f e st i g e n. Späterhin schrumpfte das Geschäft jedoch start zusammen, und die Kurse bröckelten oerschiedentlich leicht ab. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 7,75 Proz. geringfügig leichter. Am Devisenmarkt waren die Kurse wenig verändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1815, gegen Pfund 20,418, London gegen Kabel 4,8827, Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,00, Holland 12,1175. Bc. Börse. Berlin, 5. April. Trotz der bevorstehenden Unterbrechung des Börsenverkehrs war der offizielle Beginn lmeder ziemlich lebhaft. Schon heute Vormittag konnte man für Spezialwerte Interesse bemerken, unb die für diefe Werte genannten höheren Kurse konnten sich im allgemeinen behaupten. Nur Polyphon enttäuschten stark. Aus die guten Adjchluhzisfern war der Kurs im Freiverkehr bis 360 Prozent gestiegen, während sich die erste Notiz auf 352 Prozent stellte. Wieder waren Kaufverträge des Auslandes eingetroffen. Auch die Provinz bekundete eher Kaufneigung, ivährend die sogenannte Wechselstubenkundschaft kaum vertreten sein dürfte. Die internationale Spekulation, die durch die starken Schwankungen an den ausländischen Börsen sbeson- ders in Neuyork) etwas unsicher geworden ist, scheint sich nach Ansicht der Bolle wieder ftärter für deutsche Aktien zu interessieren. Im allgemeinen 1 bis 2 v. H. höher, konnten Spezialwerte, rote Mansfelder, Marimilianshütte, Farben, Gesfürel, Mag, Wcttdhos, Spritwerte, Dessauer Gas, Deutsche Erdöl, Rudolf Karstadt, Berger, Holzmonn, Hom- merfen und Norwreutsche Wolle bis 6 v. H. gewinnen. Schade-Aktien plus 8 Mark. Bei den Aktien der Adea, Danat und Dresdner Bank ist heute der Dividendenabschlag zu berücksichtigen. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer ruhig. Bosnische Eisenbahn plus 1,25 o. H. Auch Ungarn auf angebliche Frankfurter Käufe und Lissaboner Stadtanleihe fester. Der Pfandbrief mark, still, aber freundlich. Farben-Bonds 146. Der Geldmarkt war unverändert. Taaesgeld 7,5 bis 9 v. H. Monatsgekd 7,5 bis 8,25 v. H. Hm Verlaufe wurde die Tendenz sehr uneinheitlich. Einige Spezialwerte Hieben lebhaft uitb fest. Laurahütte plus 3 o. H., Deutsche 'Ißaffen plus 2 v. f)„ Deutsch? Erdöl plus 3 v. H., Drenftein plus 3 v. H., Charloiienburg Wasser und Glanzstoff plus 6 v. H., Svsnska plus 2 Mark. Sonst zumeist auf Realisationen der Spekulation vor den Feiertagen 1 bis 2 o. H. stbrvääfer. Große Umsätze roaren noch in Deutsche Atlantische festzustellen, ohne daß lich der Kurs wesentlich veränderte. Berliner Prs-rr§tenHörsc. Berlin. 4. April. Heute waren im Zusammen hang mit der gestern bekannt gewordenen Insolvenz weitere Dcckungskäufe am Lieferungsmarkte ,gi beobachten. Da auch die Auslandmeldungen etwas Letzte Nachrichten. Zum Leichenfund in der Lahn. Heute vormittag fand aitf dem Reuen Friedhof die gerichtsärzlliche Sektion der am Dienstag aus der Lahn gelandeten Frauenleiche statt. Es hat sich dabei ergeben, daß als Todesursache die Möglichkeit eines LlnglückslalleS ober freiwilligen Ausscheidens aus dem Leben nicht ausgeschlossen ist. Lieber die Personalien der Toten fehlen auch heute noch jegliche Anhaltspunkte. fester lauteten, und die ffifOfferten für Weizen und Woggen eine Erhöhung aufwiesen, machte sich eine testete Grundstimmung geltend, ohne daß aber da» Effektiogeschäst eine Belebung aufweisen sonnte. Das inländische Angebot von Weizen und Wog gen hält sich weiter in mäßigen Grenzen, bet Weizen ist prompte Verladung schwer verkäuflich, für spätere Abnahme besteht dagegen einige Nachfrage. Roggen ift zum Export nach Polen gefragt, dje Forderungen und Gebote gehen aber sehr wett (wsefltbnter. Die Lieferungspretse stellten sich für Weizen und Roggen für alle Sichten um 1 bis 1,50 Mark höher. Am Mehlmarkte ist die Nachfrage etwas reger geworden, die abgegebenen Gebote taffen den Mühlen aber feL ten Rechnung. Hafer liegt sehr fest. Bei sehr knappem Angebot ist rege Nachfrage zu beobachten, da» Konsumgeschäft ist ziemlich lebhait. Gerste unverändert still. Es notierten (1000 kg): Weizen, märti- idjer (74,5kg/hl.@emid)t), 249 bis 252, Mai 274,75 bis 275,25, Juli 285,50 bis 286,25, September 265 b>» 266 (fest): Roggen, märkischer (69-kg/bl4Be= wicht), 260 dis 262, Mai 283,50, Juli 266,50 (fester), September 245,50 bis 244,50; Sommergerste 234 bis 280 (behauptet); Hafer, märkischer, 240 bis 247, Mat 265 bis 266, Juli 270 (fest): Mais, zollbsoün stigter Furtermais 238 bis 240 (stetig): (WOkg): Weizenmehl 31,25 bis 35 (stetig), Roggemnehl 34,50 dis 37 (fest): Weizenileie 17 (fest): Roggenkleie 17 (fest): Viktoriaerbsen 46 bis 57; kleine Erbsen 35 bis 37; gurte re rbfen 25 bis 27; Peluschken 24 bis 25,50; Ackerbohnen 23 bis 24; Wicken 24 bis 26; Lupinen, blau, 14 bis 14,75; Lupinen, gelb, 15 bis 15,80; Serradelle, neu, 25 bis 28; Rapskuchen 19,60 bis 19,70; Leinkuchen 24 bis 24,20; Irockenfchnistel 14,40 bis 14,80; Soyaschrot 22,10 bi» 22,50; Kor- toffelflocken 25,90 bis 26,60 Mark. Eingesandt. s Für Form und Znhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wagneropern io Gießen. Gießen macht Fortschritte und kommt zu manchem, was sich viele in früheren Zähren herzlich gewünscht haten Wir hören Lymphoniekonzerte. die in wirklich schöner Weise diese erhabene Kunst vermitteln, und wir haben Opern, die nun immerhin einem größeren Kreise zugänglich sind. Wenige von uns 3üngeren tnerben viel Gelegenheit gehabt haben, Wagneropern zu hören, das tägliche Leben kostet so viel, da bleibt keine Möglichkeit des ReisenS in größere Städte. Aeltere Leute hatten darin mehr Glück, und daran mußte ich gestern deuten, als in her .Walküre" eine schon recht alte Dame vor mir sah, die in den Pausen lebhaft erzählte, bah sie die Oper gewiß zum zehnten Male höre, von Bayreuth, München und Wiesbaden vorschwärmte und ent der hiesigen Aufführung nur immer zu rügen und zu tadeln fand. Da fragte ich mich, und nur der Respekt vor ihrem Alter verbot mir, es auszrrfprechen' wärest du. alte Dame, nicht besser zu Hause geblieben und hättest den seltenen Genuß einer Wagneroper In Gießen einem anderen, 3üngcren gelassen, dem er dos hätte sein können, was er mir gewesen ist. die Verklärung langer arbeitsreicher Winterwochen, die Offenbarung einer neuen schöneren Welt und eine göttliche Weihe für die kommenden Tage? HS. Amtsgericht Wetzlar. ü Wegen Betrugs hatte sich ein Einwohner Dauborn zu verantworten. Der Angeklagte saß eines Abends mit andern in einer Gastwirtschaft in Rauborn. AlS einer der Gäste aufstand. trat er auf eine Geldtasche, hob sie auf und gab sic dem Angeklagten mit der Frage, ob sie sein sei. Dieser steckte sie ein und verschwand bald darauf. Erst als ber richtige (Jigeiv Hinter den Verlust der Geldbörse merkte und erfuhr, wer sie habe, suchte er sofort den Angeklagten aus unb verlangte feine Geldtasche zurück. Der Angeklagte wollte aber nur fern» Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Strlln Frankfurt a. M. | < 4 'S 4 Datum: iSMi 161 148.25 148 137 DevijerurttwU Derim Franks«« 93.3 34,7 21,9 88.75 11.7 137.25 231 12,9 137 17.25 155 153.25 145 151.25 154 181 134,75 135 Dankno ten. 153,5 iwa Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe bet zuletzt beschlossenen Dividende an. 13.1 12,8 182 W, 13 «1.5 182 134.4 200 6 10 10 12 r 12,9 138.5 60 103 53 89,35 «7.9 178,5 134.5 2 12.75 I 74 137,75 24 85.5 120 11«.5 139 58 KM 5,8 j 17,25 I 359.5 <98 718.5 tPtttafwrffjnexÄ Maa 'P . jn firtf r Ster« Ukubj bt. Roeder . vimb -Südam Damvfsch oanfa Damrfidjtff WorbOcutltter fcioDb • MHq. Deutsche (trebitantt. Borat: i Bantvrrrin 143 58.5 154,5 227 233 154.65 117,5 150.4 257 181.5 247.5 169 151.73 163.5 215 132.5 191,35 6 .8 113,22 30.44 12 10 7' . - 8 0 0 0 IG Dtstontv-Sesellschast Hm. LmLbner Boni Mitteldeutsche tobttbant Pktanbant...... WdMbMtf...... 155 227 ।331.75 154.6 139 150.6 257 I 183.5 237.25 169 1152.2» 8 8 tu . 45 . 12 15 195,75 12 10 10 10 9 .8 W «8,75 26 73.5 334,5 «2.5 722 6U 276..; 180 131 197,73 97 53,25 87.75 266.5 93.5 137.25 1U, 78 eo.N 181.75 248 170 | 151 164.75 1 3 24,75 Ma Deutsche Eisenbodn «'/, Vombura-Lmerita •Dates ^doerttanlsche «men .. ödgildte Soten .. . Ttmische «oten .... enoHfcbe Wotrw . . . . 1.75 ?Ml 480 ! 180.75 Pstilwv Reumann peidelberarr €tmcnt 4tment ÄariQabt . . "ov» A Steitaa Sch-Udets P«6reWn . Cfttocrfr Ber Waniftoff . Sem berg ...... Zellstofs Zellftost Sscha Kbarlsntnbargtt Ttfianet e v. 1927 ®t Hnl Hblöf Schuld mit 87,25 — 87,ß - Auslol -Rechten . DeSLl ohne AuSIns-Rechten 52 13,7 52 62 15,6 52 15,9 T*/« Stantl Hyp.-Bk. Goibvk untiinbbor b<4 1932 . . 8.63 Vt.SG Nlimänische Noten...... 2.63 ?,65 Schwedische Noten...... 111.95 112.39 schwerer Noten....... 80,10 80.73 Spanische Noten....... tschechoslowakische Noten • - 70.26 12.35 70,54 12.41 Ungarische Noten 71 80 73,10 4. Avril 5. AvrÜ Amtliche ’Äottruna Amtliche: ««N» enrr »tn> Srrci LwlU-Nou 168,32 168,66 168,31 1.786 lti.65 Lmu^Ltrek 1. <86 t,<90 l,".W Brst^21nnv 48,33 J3.44 58,315 58.465 EV-istianiu 111.58 111,80 Ul,61 112.10 Ul.83 jtotenbaarr 112.04 112.36 U2.32 CwLrolm 112.19 112.41 118,14 10,518 112.36 helfmgfor*. (8,519 «0.539 10.53S Italien. . .'2.08 £1,12 22.10 20.397 20.437 20.397 26.437 Nemrark . . 1.1776 4,1855 1,1755 4.186.5 -BariS.... 16,45 16,49 16.46 16.49 30.505 78,27 W.665 70,41 80.49 70,36 90.65 70.44 Qn . . . -Ätr be Ian 1.998 t. 50.15 2.0U2 8.5055 2.002 ..3025 2.006 0.6046 Srcn hi •»8,76 CdL abae t 68,88 ■>8,78 58.90 Brog .... 12.38 (2,40 12,378 12,398 Belgrad . . 7.35.5 7.369 7.461 7,3*1 Ludavest. . arten 73.96 3.019 73,10 äS 75,10 5,0'25 3.025 t*rflabon 17,83 17,87 17.73 17.77 xonuajnxn. 81,53 .J08 81.68 8,143 81,54 2.1» 81,70 3,134 äibtn. . . 6.504 5,606 5.544 5.556 ! 1 m . 4.130 4,138 4.334 4,180 4.321 4,1® 4.339 4.336 Mn - 20.925 20.965 20.92 20.96 Schichte von Die ®efdnd>t< Ht UO bif 22j0: io,. K alte »amt. Für A.B.C.-Schützen! markt (Neffe) in Gießen, 3476D Nachlässe RASSOL M Rabatt 41157, 6714V, Äeine Scbältur. 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Gießen, den 4. April 1028. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandairlage und L tröstend ahn der Stobt Gießen Stoltc. 3662D jUiTfVGoshcrdc, neueste Modelle III Nil in spars. Gasverbrauch nicht ' ü V übertr. Kohlenherde. Oefen. Friedlich He?il A Sohn nnlttbWtlubril hit btm xi Decanllvvttung.) Sießni. inift lsmml zu man« wi Iahrni herzlich kymphonidvnzertr, ife hielt nhabtiu haben Dm, die :m Kreist zugSng- Jüngeren werben n. Hamtrvbem w tot |o viel, da bleibt i in größere StSdte. t mchr Sluck, und tatfen, all m der alle Same vor mir jft erzählte, daß ft n Male böte, m lbadenvorschirSwitc rmg mit immer zu 183,Ö a,TO 411,77 B.Ä tag SS Ihr kleiner Liebling soll während seine» ersten Lebensjahres viel schlafen. Sorgen Sie deshalb durch richtige Nahrung dafür, daß ihm nicht Verdauungsstörungen den Schlaf taubem geben Sie ihm NESTLE spinn P TAB LETTEN die aiulßertroffQ.nen * Schmenzstillerf In allen Apotheken crMithd«. am 9,2 Ml,2 11 llt« U w lt,1t U >« $ *"Kt boi S,** schwarzen Duden. 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Die Inhaber der genannten Emlagebucher, bzw. des Hrnter- leaunasscheines werden hiermit aufgeiordert, chre Ansprüche an diese binnen drei lÄonatce vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an bei uns geltend zu machen, anderenfalls die straftlos- erklärung der Sparbücher, bzw. des Hinterlegnngsschemes, «v Kunsteis in jeder Menge wird abgegeben werktäglich von 7 bis 16 Uhr an Private und Gewerbetreibend« in Gießen und Umgegend im Schlachthof Gleisen in Blöcken zu 50 Pfund Zentner RM. 1.40 Bel gröberer Monatsabnabme hohe Sä - QtitoSjQlL den« . ober ». al!' d«, nofl) leg, ’S i I g folgen wird. Gießen, den 5. Lpril 1928. Der Borstand der Bezirksspartoste Gießen AacheiL. ÄWQ sich ein SinNnut Der W etn in «"« S [8 einer tot agtcn mtl Mr BW- ie st- «jAJ* ls der richtige «iM dMitk * $ , a sofort den W seine DeldtM^ le atot nm W schaulichc Bildwirfung. klarer Tert und buNdx Ausstattung lennzeichncn den Wert dieses Buches Der Zuckerhase. Lustige O,rergetchtchten Mit vielen farbigen und schwarzen Bildern von Th Brauer Gehaben geprägt und ausgestanzt. 1.60 Ulf Dieser Zuckerhase mit seinen bunten Ostereiern im Tragtord und seinen farbigen und schwarzen D'ldern luftigen Ostergeschichten und kindlichen Dedichten bat den Kindern noch jedes Jahr große Freude bereitet und wird auch diesmal zu den beliebteften Osterbüchern gehören. Neu und eigenartig sind die S ch r e i b e r s ch e n Struwwelpeter-Malbücher' Ar l: Die Geschichte vom bösen Friederich und Die Geschichte vom Srrppen-Kaspar. Ar. 2 . Die &e- schichte vom wilden Jäger und Die Beschickte Daumenlutscher. Sr. 3: Die auch m den harmäcktasten >,allew werden in einigen Tagen unter (Garantie durch Vas echte unschädlicheTeliiverschönerungS- mttiet «.Ve n o *»** Stärke B («es. g«sch.l Semünftigt SRÜtttr unterstützen M« Schule in ihren hyoienischin vesttebungen zur Schtd-Zahnpflege und schenlen ihren Heinen A. B. L.-Schützen nach dem ersten Dana zur Schule einen passende, (heschenllarlvn sür Ml. l.€* Thlorodont, 1 Thlorodont-Zc glas. 2n allen Chlorodoru»! Bücheriisch. — Die Osterbilderbücher des Berlages 3. F Schreiber, Estlingen a. TL. werden in weitesten Familienkreisen öingang finden. Diesmal seien erwähnt die Aeuerscheinung Ostersreude. 9 farbige Bilder mit Tcft von Gertrud Kopp- Aomhildt. Auf Pappe aufgezogen 1.70 Mk. Sin Bilderbuch voller Sonnenschein. Hier waltst me Ostersreude im lustigen Spiel zwischen Osterhasen und Kindern. Das Ostereierbuch. Drlder und Text von Ali.te Stickel. Mit 6 farbigen Vollbildern und vielen schwarzen Abbildungen im Text. 2 Mk. Drollige Geschichten von Heimen, die nicht weist«, sondern farbige Gier legen. An- Kanne mit hcistem Wasser in der Hand, das sie über den Täter auiwuttete. Dadurch gelang es ihr. den Eurbrecher einige Seit abzuwehren Al» dieser wieder auf he eindrang, kam es zu einem heftigen Kampf Zwilchen beiden den das Mädchen durch eine List beendete Aach einer aufregenden Jagd durch die Gärten der Aachbargrundstücke konnte der Täter ein 2S jähriger Arbeitsloser, festen o m m e n werden. Gr hat durch da- heiße . SaHcr erhebliche Brandwunden erlitten Aus der Ostsee ertrunken. Der 22|atjrme Werner Schweigert und der 2tsah- riiie Richard Gehrke, beide aus Zinnowitz, fuhren mit einem leichten s e l b st gebauten 'boot von dort noch Aoieroro. Dabei lenrerte bat Fahrzeug und, obwohl ihre Hilferufe am Lande gestört wurden, konnte den Derungiütfloi keine Rettung mehr gebracht werden. Die beiden Leichen sind noch nicht geborgen. Starke ^requen; des deutsch-amerikanischen Sprechvcrkchrs Sn der kurzen Zeit des Deftehens des deuttch- amerikanischen Sprechverkehrs hat es sich flCAeigt. baft diele neue Einrichtung tatsächlich b e s o n - ders für Dank- und Sndustriekreise ein DedürfncS mar. da die Ginrtchtung bisher schon austerordentlich stark frequentiert worden ist. Die kürzliche Gebührensenkung hat außerdem noch ein wesentliches dazu beigetragen, um den Sprech- oerkchr zu beleben. Während in den ersten Tagen nach der Dctriebseröfsnung täglich etwa drei bis vier Gespräche von Derlin nach 2leuvork und um- aekehrt geführt wurden, hat sich jetzt diese Zahl beinahe verdoppelt. Verurteilung zweier truutionsschwindler. DaS Erweiterte Schöfsenoericht Derlin-Schöne- becg verurteilte die beiden Inhaber der früheren .Tttma _Dr. Stande & Ev.". Gotthard Stande und Paul Ernst Müller, und zwar Stande wegen gemeinschaftlichen Betruges zu sechs Monaten Gefängnts. wegen bauern her unberechtigter Anmaßung des Doltortitels zu vier JlBodjen Hast und wegen Vergehens gegen das Stellenvermitt- lungsgesetz zu 50 Mark Geldstrafe, und Müller zu neun Monaten (Sefängnis. Die beiden Ange- klagten hatten unter der schwindelhaften Dorspiegelung. dast die Gelder zu Kautionen bestimmt seien, zahlveicben aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Polizeibeamten die bei her Entlassung erhaltenen Abfindungsgelder abgdodt und veruntreut. w. ä*7 *- J!1 tu, M bit SV* etfl6iv haben Srft alS der Eigentümer der boltMi MtUeüung machte, erhielt er die ver- lorene Geldtasche durch die Schwiegermutter des Angeklagten wieder. Der Ang^lagte will tatsächlich da er an dem Abend auch 'etne Geldtasche verloren hatte, im Glauben gewesen fein, es wäre Dl« seinige gewesen. Aus Grund der xkugtn- aussagen sah das Gericht den schon wegen Otgen- tumsvergehens vorbestraften Angeklagten als überführt an und verurteilt« ihn zu « i n M o n a t Gefängnis unter Derfagung mildernder Ahn- stände. Die chemifche Alntersuchung einer bei einem Gastwirt in IS istmar aus einem Fast entnommene Schnapsprobe ergab einen Arinder- alkobolgehalt von über 2 Proz. Hierin erblickte das Gericht eine Akberttetung des Aahrunysmittel- gefehe« und verhängte gegen den Gastwirt durch Strafbefehl eine Geldstrafe von 20 Mark. evtl, vier Tage Hast. Sein Einspruch gegen diese 6nt- sch»idung hatte den Erfolg, bah er vom Einzel- rechter treigesprochen wurde. Das Gericht schloh sich den Ausführungen des AngeNaaten. wonach her Mindergehalt an Alkohol auf Verluste durch die lange Lagerung zuriich^ufuhren lei. welche Eingaben auch der als Sachverständiger geladene Direktor des chemischen Alntersuchungs- amts Giehen bestätigt«, an. Bekanntmachung. Die Lieferung van 300 Zentner Hafer una 200 Zentner drahtgepreßtem Roggen- und Weizenstroh ist zu vergeben. Bedingungen tonnen bei der unter zeichneten Verwaltung emgesehen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift .Angebote für die Hafer- und Strohlieferung- mit dem Muster für Hafer bis zum 14. April 1928, vormittag? 10 Uhr, einzureichen. Zn den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Zufchlagsfrist fünf Tage. Das einzureichend« Hajermuster, 1 kg enthaltend, muß getrennt von dem Angebot verpackt mit der Aufschrift „Muster zum Angebot für Haferlieserung" versehen sein. Gleichzeitig ist der im Rechnungsjahr 1928 zum Anfall kommende Dünger zu vergeben. Angebote mit entsprechender Anschrift iüti) ebenfalls btt zum 14. April 1928, vormittags 10 Uhr, emzureichen. Gieße«, den 3. April 1928. Berwaltunr der Beterinär-Sliniten und Institute. 3642D mengen. Verlangen Sie nur echte« Rastol in Originalflaschen u weisen Sie Nachahmungen zurück. Mein. Herstellern LngeU apotheke Giehen. 3» Haden in alten Apotheken. Vermischtes. Die 2agd nach dem Aanbmörder Hennig. Die aufregend« Jagd auf den CBanlräubec, der am Sonntag eine Berliner Dankstllale gesucht halte, ruft die Erinnerung an toe Flucht und Verfolgung des Raubmörders Henmg die in der deutschen Kriminalgeschichte einzig dastehen dürfte wach Der Berliner Kriminalpolizeirat Kling ha mm er erzählt Grüber folgendes: Hennig hatte den Duffetier Gternoth unter ber Vorspiegelung nach dem Grünewald gelockt, er könne ihm dort in einem Lokal die Stellung eines Buffetiers verschaffen und ihn ausgefordert, eine Kaution von 500 Mark 'nitzubnngen Giernoth erschien auch mit einem Svarkafsen- ouch über 500 Mark und wurde von Hennig, nachdem beide ein Stück Weges zusammen gegangen waren, niedergeschossen. Durch dieses Sparkassenbuch und andere Umstände, die sich au» seiner Betätigung als Heiratsschwindler ergaben, wurde Hennig bald als der Mörder sestgestellt und nach einer wvchenlangen aufregenden und romantischen Iagd eines Tages beim Mieten eine» möblierten Zimmers von der Kriminalpolizei f e st g e n o m m e n. Die Frechheit diese» Mannes war so weit gegangen, dah er sich dem Berliner Lokal-Anzeiger gegenüber öffentlich als Im Besitze der dem Ermordeten gehörigen ßcgitimation»- paviere bezeichnete und mit der Redaktion in Verbindung trat, um ihr gegen Entgelt diese wichtigen Dokumente auszuliefern. Den ihn sistierenden Kriminalbeamten trat er so sicher und mit Beschwerde über seine ungerechtfertigte Festnahme drohend entgegen, dast diese ihm nicht die Handfesseln aniegten, sondern ihn höflich baten mit auf da« Polizei- rcvier zu kommen. Dort wußte er die Beamten durch sein sicheres Auftreten so zu verblüffen. Aufforderung Fotgeupe Einlagebücher der Bezirkssparkasse Gießen sino abhanden gekommen: Nr. 50S70, lautend auf Stamen Wilhelm Leun, Gießen, Eder- Vesuchl den Frühjahrs-^ »°n« " w x " Uamen Kleider daß diese ihn nicht genügend bewachten und Hennig in einem und«achteten Augenblick zu entkommen vermochtc D.« Beamten letztm ihm nach, und cs entwickelte sich die grbf ic Verbrecherjagb. die jemals ine deutsche Kriminalpolizei vvrzunebmen hatte. Die bei dem letzten Bankeinbruch wurde der ganze ®c- böudekompler durch die Polizei ab- gc l ch l o s s e n, so dah es nach menschlichem Ermessen nickt möglich war. den Kordon zu durchbrechen Alle Mieter der Häuser wurden unter Vorhaltung der geschlichen Bestimmungen iBegünstigung. Eidespflicht) befragt, ob ein frem- der Mann Vorgesprächen habe oder gar verborgen gehalten werde. Sämtliche Mieter wiesen den Verdacht mit arößter Entrüstung zurück. 3m Parterre des Hinterhauses wohnte ein braver ?chuhmachcr. der ganz besonders unter Hinweis aus seine einwandfreie Lebensführung den Verdacht von sich wies. Da hiest es plötzlich, Hennig habe den Kordon durchbrochen und man stellte nun fest, dah während die Beamten den Schuhmachern.cister befragten der Taubmöröer seelenruhig bei i h m in derWerkstatt gesessen hatte und 'ich unter Hinw'.is darauf, das) er feit einigen Tagen im Haufe wohne schnell sein einziges Paar Stiefel mit neuen Hacken versehen lassen wollte Während der Meister beschäftigt war, legte Hennig unbemerkt seine Oberkleider ab, ergriff ein Paar lang- schästige Stiefel und suchte damit das Weite. Während die Beamte» überall eine Beschreibung des Mörders bekannt gemacht hatten, ging dieser a ls Schustergeselle mit den über die Schultern gelegten Stiefeln seelenruhig an den Beamten vorbei und enttarn. Später wurde er dann doch bei einem kleinen Diebstahl geiaht, zur Derantwortung gezogen, es folgte seine Verurteilung wegen Aaubmordes zum Tode und seine Hinrichtung. Die Religionen der Bell. Bon den Einwohnern der Erde bekennen sich als Katholiken 295 Millionen, als Pro- testanien 188. als Ortbobor e (tzriechisch- Katholischel 126. als Juden 13, als Qllobam- mebaner 207. als Brahmanen IHindusl 210. als Buddhisten 125. als Konsuzia - ne r 240. als T a d i st e n und Shin toi st en 49, als Heiden (Feiisdranbeter) IOC. al« Sonstige 11 Millionen Die Verteilung der Einwohner aus die verschiedenen Aeligionsbekenntnisse läßt sich nur schätzungsweise ermitteln, da genaue Zählungen nur bei den christlichen Staaten (und auch da nicht in Grohbritannien und den Bereinigten Staaten) stattfinden. Etwas mehr als die Hälfte der Menschheit glaubt an einen Gott. Die Brahmanen. Buddhisten. Konfuztaner, Ehintoisten — der Ehintoismu« ist die Staate» rcligion der Japaner —, Tadisten (in E-Hina) und Heiden gehören dagegen zu den Poly- t h e i st e n . d. h. sie glauben an mehrere Götter. heiße» Wasser gegen Linbrechec. 3n der Wohnung eines Kaufmannes in Wilmersdorf überraschte am Sonntagnachmittag eine 25 jährige Hausangestellte einen Einbrecher, ber sich in i h r Zimmer e i n g e s ch l i ch e n hatte. Der Berbrecher griff sie sofort an. entriß ihr einige Geldscheine und wollte flüchten. Zufällig aber hatte das Dienstmädchen eme 'hÄ”* 3öi uchken 24 bis 25> 24 b>» 26; Üuovni/ gelb, 15 bis JL Wir emofehlen Z.M. Schulhof Unser Total Für die Feiertage 354 ID Ausverkauf dauert nur nodi bis zum ßirhenusasser WÄhrend der leisten Tag« Sonder Rabatt Neue Kurse ungeheuren Preisreduzierung Gl eben Herborn Jetzt kaufen!!! Sdiuhhaus - Vi Dose voll . 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