»3?S®äs SB e * ::3cic«2.J' - -O’-nSüä"^ -»Zv 3 8» o»ZA ~5 2 m o » F^2 2 2,5.- u3 ‘ 2. Mittwoch. 4. April 1928 178. Zahrgang Nr. 8* Erstes Blatt poincare und das Reparaiionsproblem DieSestechungMärebeimAeichsbahnzenlralamt Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". ikorn- ■amte seinerzeit die Ratifizie- den Alliierten Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer Dts zum Nachmittag vorher. Preis für i mm höhe für?lnzeigen von 27 mm Brett« örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20° mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wich. Lang«. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange-, für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Mo »kau , 3. April, (prio.) Der vom deutschen Botschafter nach Rostow am Don entsandte Lega- tionssekretar Dr. Schliep Hai folgenden Bericht telegraphiert: Ich hatte am 3. April im Gefängnis der GPU.. in dem Maier. Otto und B a b ft i e b e r unter- gcbracht sind, in Gegenwart dreier Beamten der GPU. eine Unterredung mit den verhafteten, die auf zehnMlnnten beschränkt war. Die verhafteten, die einzeln vorgefiihrt wurden, erklärten, daß sie feit dem 15. März in Linzelzellen untergebracht feien, und daß feitbem bic Unterbringung keinen Anlaß zu Befchwerben gebe. Sauberkeit. Wafchgelegenhelt. Toilettenverhältniffe und Esten feien zufriedenstellend. Maier klagte über feine Unterbringung vor dem 15. März. Bis dahin feierineinemengenRaum mtt 1 5 Ulann jufammtn gewesen. Auch Babftleber bezeichnete seine Unterbringung bis zum 15. März als sehr beengt; doch seien, nachdem eine Kommission erschienen war, Erleichterungen, insbesondere die Unterbringung in Linzelzellen angcorbnet worden. Otto erklärte dagegen, er fei auch anfangs, als er mit Russen zusammen untergebracht war, bevorzugt behandelt worden. Der Gesundheitszustand von Otto und Badstieber ist gut Maier erklärte, am Samstag nach seiner Vernehmung einen Rervenchock erlitten zu haben, so daß sein linker Arm bewegungslos sei. Lr suhle sich matt und liege den ganzen lag. Maier, der 52 Iahre alt ist, erklärte, daß er früher niemals krank gewesen sei. £ega- tionssekretär Dr. Schliep beantragte beim Unter- § zus icherten. Die Anschuldigungen find im einzelnen bekannt, und durch die Veröffentlichung der „‘Boffi- schen Zeitung" weitestgehend auseinandergeseht worden. Man kaim selbstverständlich jetzt noch nicht überblicken, inwieweit all diese Anschuldigungen zutreffen. Der Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, hat jedoch schon jetzt erklärt. daß rücksichtslos durchge- grisfen werden solle, wenn auch nur der leiseste Verdacht bestätigt würde. Die vorläufige Amtsenthebung und die Einleitung des formalen Disziplinarverfahrens gegen Direktor Reumann ist ein Zeichen dafür, daß man auf feiten der Reichsbahndirektion vor keinem Wittel zurück- schreckt, um die Angelegenheit restlos aufzuklären. Es ist jedoch vollkommen verfehlt, drese Affären zu prinzipieller Stellungnahme heranzuziehen. All diese Angelegenheiten, deren Anfänge zumeist in die Jahre der Inflation zurückreichen, sind immer rwch Symptome einer Zeit, in der es in Deutschland nicht so recht nach Gesetz und Wahrheit vor sich ging. Es ist traurig, daß diese Zeit über Deutschland hereinbrechen mußte, und manche Existenzen erfaßte, die vielleicht in beruhigteren Zeiten nicht aus dem Sattel geworfen worden wären. Vielleicht wird der Reinigungsprozeh, den der allmähliche (Er|d)etnttaghd),anbei Sonntag» snb Feiertag» Beilagen Gießener FamiliendlSttei Heimat im Bild Die Scholle Wonair.Bezvgrpreir. 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- fche inen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Sttjeiget Gieße». Postscheckkonto-. Krankfurt am Main 11688. Berlin. 4. April. Wieder einmal steht eine Affäre im Wittep>unkt der öffentlichen Erörterungen, die keinesfalls geeignet erscheint, den Ruf der deutschen Beamtenschaft zu förderm Es wäre aber verfehlt, von derartigen Einzelfällen auf die Allgemeinheit zu schließen, zumal bis jetzt auch noch nicht die Angelegenheit geprüft ist und zum anderen doch eins nicht außer acht gelassen werden darf, nämlich daß all solche Fälle überall vorkommen können und selbstverständlich bei derartigen Verwaltungsstellen. wie das Reichsbahn-Zentralamt, erhöhtes Aufsehen erregen. Rach der Affäre Schulze und dem Fall Müller ist nun der des Direktors bei der Reichsbahn, Reumann, gek men. Die Beschuldigungen gegen diese Be< find zu einem Teil von Kreisen der Industrie erhoben worden, die sich zurückgesetzt fühlt. Man behauptet, daß die Verteilung der Aufträge nicht lediglich nach rein sachlichen Gesichtspunkten erfolgt sei. sondern daß zwischen maßgebenden Beamten und Industriefirmen Abmachungen bestünden, die den Leitern der Beschaffungsabteilung private Vorteile Die Hast der deutschen Ingenieure. Der Bericht des LegaiionSsetreiärs Dr. Schliep über seinen Besuch in Kostow. Die Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau. Essen, 3. April. (WTD.) Die Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau verliefen ergebnis- l o s, weil über die Anträge der Gewerkschaften, die neben anderen Abänderungen der Lohn- El N Bündnis Aman tlllahs mit England? DaS politische Ergebnis des Londoner Besuchs des Afghanenkönigs. (Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Bettln. 4. April, wie die „Boff. Ztg." au» Conbon meidet, wirb König Aman llllah am Donnerstag von Conbon an» über Paris bic Reife nach Konstantinopel an treten. 3n gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß eine u m f a f f c n b e politische Decftänbigung zwischen (Englanb und Afghanistan, und zwar auf Grund eine» Vertragsentwurf», den König Aman Allah eigenhändig aufgesetzt haben soll, zustande gekommen Ist, nachdem englische Vorschläge über einen Vertragsabschluß zunächst von afghanischer Seite recht küht aufgenommen wurden. wenn die in Umlauf befindlichen Rachrichten über den Vertrag zutreffen, so stellt ereinengtische» Vffensiv. und Vefensiv-Bündnis mit Afghanistan gegen Rußland und die Türkei bar. Englische Offiziere sollen bic Ausbildung der afghanischen Truppen und die Anlagen des Wegebaues, der Eisenbahnen und der Flugplätze in Afghanistan übernehmen. Die Bewaffnung des afghanifchen Heeres soll, nachdem König Aman Ullah in Birmingham eingehend persönlich die neuen Modelle der Handfeuerwaffen für das indische Heer ausprobiert hat, mit der Bewaffnung des indischen Heeres in Ueberein ft immung gebracht werden. Um die industrielle Aufschließung von Afghanistan zu erleichtern, erhält die afghanische Regierung bas Recht, größere Anleihen in regelmäßigen Zwischenräumen in Conbon zu emittieren, für bic die englische Regierung die Zins- und Tilgung »garantic übernimmt Eine indirekte Bestätigung dieser Rachrichten — der Vertragsabschluß soll bis zur Rückkehr Aman Ullah» »ach Kabul ..geheimgehalten" werden — Ist in der optimistischen Stimmung englischer Militärkreise zu erblicken. Rack der Inspektionsreise des englischen Kriegsministers an der indischen Rordwestgrenzc urteilte man über die Möglichkeit Indien gegen äußere Angriffe, vor allem von Rorden her, zu verteidigen, sehr pessimistisch. von Flugplätzen in Afghanistan aus konnten die großen Bevölkerungszentren Indiens, Kalkutta. Bombay und Delhi, in Tagesslügen von 6 bi» 12 Stunden Dauer erreicht werden. Ferner machte die Rekrutierung eines zuverlässigen eingeborenen Soldatenmaterials immer mehr Schwierigkeiten, da die nationalistische Agitation bis in die entlegensten Dorfgegenden, die bisher die zuverlässigsten indischen Truppen geliefert haben, gedrungen ist. Afghanische Truppen unter cnglisck)er Führung würden bas Rekrutierungsproblem am günstigsten lösen, ba bic afghanischen Berg- ftämme seit Jahrhunberten gegen bic inbische Bevölkerung Todfeinbschaft hegen, so daß es schwer fallen würde, sie für eine von Indien ausgehende nationalistische oder panasiatische Bewegung zu gewinnen. Wiederaufbau Deutschlands durchmacht, noch andere Affären auf decken, man darf nur hoffen, daß es bei den bisherigen verbleibt. Aber gerade, daß man jetzt in der Lage ist, diese Affären aufzudecken, ist doch ein Zeichen dafür, daß wir in Deutschland wieder geordnete Verhältnisse'haben. Die eingesetzte Prüfungskommission, der Leute wie Schmalenbach und der Reichssparkommissar Saemisch angehören und in der führende Vertreter der Industrie sitzen, wird sicherlich alles restlos aufklären können, so daß keinerlei Verdachtsmomente mehr vorhanden sein werden. Hoffentlich werden aber die Vorfälle ein Lehrbeispiel dafür bleiben, wie es nicht gemacht werden darf. Dienststrafverfahren gegen Direktor Reumann. Berlin, 3. April. (WTB.) Die weiteren Untersuchungen von ilnregelmäfcigtciten beim Reichsbahnzentralamt haben dazu geführt, daß gegen den Direktor bei der Reichsbahn, Reumann, das Dienststrafverfahren eingeleitet und die vorläufige Amtsenthebung verfügt worden ist. Der unter der Führung des Präsidenten. Freiherrn v. E l h, Karslruhe. stehende Untersuchungsausschuß der Deutschen Reichsbahn wird im engsten Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft arbeiten und für restlose Aufklärung Sorge tragen. Die Ermittlungen werden voraussichtlich geraume Zeit in Anspruch nehmen, da das Material sehr umfangreich ist. Die Voruntersuchung gegen den Regierungs- und Baurat Hugo Müller in Göttingen hat bisher den Verdacht einer ftraf^ baren Handlung nicht bestätigt, ist aber noch nicht abgeschlossen. Hüter Benutzung sämtlichen bei der Staatsanwaltschaft und der Hauptverwaltung der Reichsbahn eingehenden ilnter- suchungsmaterials wird die Angelegenheit in strafrechtlicher Hinsicht von der Staatsanwaltschaft. in wirtschaftlicher Beziehung durch die von der Hauptverwaltung der Reichsbahn eingesetzte Hnterluchungskommission geprüft. Die Steuersenkung in den Vereinigten Staaten. Washington, 3. April. (WTD.) Schatzsekretär Mellon teilte im Finanzausschuß des Senats mit, daß die vom Senat beschlossene Steuerherabsetzung im Betrage von 290 Millionen Dollars nicht durchführbar sei. Man müsse sich mit einer Steuersenkung von 201 Millionen, vielleicht sogar von 182J2Rulionen begnügen. Die zuletzt genannte Summe ist sogar geringfügiger als die vom Repräsentantenhaus im vergangenen Jahre in Vorschlag gebrachte. Der Schatzsekretär erklärte, cs sei weniger wegen der Verminderung der Staatseinnahmen. sondern wegen der Zunahme der Staatsausgaben notwendig geworden, auf eine Steuerverminderung in dem beschlossenen Ausmaße zu verzichten. Die Hetze gegen Calonder. Polens Kampf in Lbcrfchlcfien. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, -1. April. 2n Oberschlesien, wie überhaupt in ganz Polen, ist seit einigen Wochen eine maßlose Hetze gegen den Präsidenten Ealonder im Gange, der in einer Entscheidung erklärt hatte, daß cs u n z u l ä s s i g sei. von den Schulkindern deutscher Rationalität daS Singen des berüchtigten Haßliedes „R o t a“ zu verlangen. Täglich werden Massenversammlungen abgcbaltcn. die Resolutionen annehmen, worin man so weit geht, daß sogar die Abberufung Ealonders verlangt wird. Der Schweizer. der sich in der Vergangenheit stets als ein tapferer Mann gezeigt hatte, wenn ihm auch derartige Angriffe stets sehr nahe gegangen sind, wird sich sicherlich durch diese polnische Hetze nicht einschüchtern lasten, sondern weiter auf seinem Posten zum Ruhen der ihm anver- trauten deutschen Bevölkerung ausharren. Zu bedauern ist aber, daß man in Genf bisher nichts unternommen hat, um diesen Bevollmächtigten des Völkerbundes in Schutz zu nehmen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 4. April. Wider Erwarten ist das gesamte Reparationsproblem, das nach den ursprünglichen Dispositionen an und für sich wohl in diesem Jahre einer eingehenden ileber- prüsung unterzogen werden sollte, in den Mittelpunkt der öffentlichen Auseinandersetzung gestellt worden. Rlcht zuletzt dürften die Aeuherungen des franzost- schen Ministerpräsidenten P o i n c a r 6 dazu beigetragen haben, daß man dieser Frage erneut daS Interesse zuwendet. So weih der ..OH a- tin" heute bereits zu berichten, daß angebliche internationale Verhandlungen zwecks Regelung des Reparationsproblems und der interalliierten Schulden schon geplant seien. Es soll sich darum handeln, den Gesamtbetrag der Reparationen auf 32 Milliarden herabzusehen. wobei dieser Schuldbetrag Deutschlands durch die Emission deutscher Bonds in entsprechender Höhe gedeckt werden würde. Die Hälfte, also 16 Milliarden, würden aus den 11 Milliarden Eisenbahn- und 5 Milliarden Industrieobligationen aus dem Dawesplan bestehen. Der Zinsendienst (5 Prozent) und der Amortisationsdienst (1 Prozent) dieser Bonds würden durch die Einnahmen aus der Reichs- eisenbahn und gewissen deutschen Industrien reichlich gesichert sein. Die übrigen 16 Milliarden Goldmark würden zu Lasten des deutschen Budgets gehen, was im Vergleich zu den Dawes-Annuitäten eine Reduzierung um 40 Prozent ausmachen würde. Der Ertrag aus der Placierung der Eisenbahn- und Industrieobligationen würde dazu benutzt werden, die interalliierten Echul- d e n zu liquidieren, während die übrigen 16 Milliarden Goldmark Frankreich und Belgien auf Reparationskonto gutgeschrieben würden. Man nehme gemeinhin an, daß der gegenwärtige Wert der zur Tilgung aller Schulden bei Amerika vorgesehenen Zahlungen 16 Milliarden Goldmark nicht übersteigen dürfte. Die Verquickung des Reparationsproblems mxt dem Schuldenprvblem war allgemein zu erwarten. Trotzdem scheint der Artikel des Matin, der von dem Pariser Korrespondenten der Rew Bork Times verfaßt worden ist, mehr ein Versuchsballon zu sein. Interessant ist aber in diesem Zusammenhang, daß auch die Rew Bork World in ihrem Kommentar zu der Rede Poin- carc-s betont, daß die amerikanische Regierung angesichts der Opfer, die fettens der europäischen Alliierten bei Fixierung der Reparativnssumme gebracht werden müßten, ihren gegenwärtigen Widerstand gegen die Revision ihrer Schuldforderungen fallen ließe und eine den realen Rotwendigkeiten mehr entsprechende Haltung einnehmen würde. Man erkennt daraus, daß die Beratungen über den Gesamtkomplex dieses Problems in Fluß gekommen sind. Es wäre indessen verfehlt, schon jetzt nach irgend einer Richtung hin optimistischen Hoffnungen Ausdruck zu geben. Das Reparationsproblem als solches ist eine Frage, die gerade deutscherseits der strengsten Zurückhaltung bedarf und deshalb auch nur mit größter Sachlichkeit angefaßt werden kann. Wir haben von jeher den Standpunkt vertreten, daß der Dawes- plan einer Revision bedürfe, vor allem was die Silierung der Endsumme anbelangt, damit sich die deutsche Wirtschaft ihrer Belastung klar sei und dementsprechend disponieren könne. Die Reise des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht nach Amerika wird ja schon jetzt vielfach in Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen gebracht. Es ist aber irrig, bereits anzunehmen, daß konkrete Verhandlungen bevorstünden. Alles ist vielmehr noch so in Fluh und bedarf vorsichtigster Erwägungen, ehe endgültige Verhandlungen einsehen können. Die Wiederaufnahme der Thoiry-Pläne durch Poincare zeigt jedenfalls daß man auch auf dieser Seite erkannt hat, daß nur auf diese Weise eine Lösung gefunden werden kann. Amerikanischer Optimismus. Washington zur Rede Poincarss. Reuhork. 3. April. (WB.) Die „Times" meldet aus Washington, amtliche Krerse erwarteten nicht, daß für den Rest der Amtszeit von Eoolidge irgendwelche Entscheidungen und Schritte im Zusammenhang mit der Revision de' Dawes- planes erfolgen können. Dagegen meldet „Herold and Tribüne", daß der Rede Poincare s namentlich auch in Kongreßkreisen größtes Interesse entgegengebracht werde, und das auch dos Schatzamt Porncares Vorschläge prüfe, obwohl amtliche Kreise befürchteten, daß eine allgemeine Erörterung über den Revisionsplan gegenwärtig Jbem Erfolg der Verhandlungen eher schaden könnte. Ein m Washington weilender prominenter Reuhorker Bankier habe bemerkt, falls die vorgesehene Dondsemission zu 4 Prozent erfolgen könne, wäre eine Fixierung der Reparationssumme auf 10 Milliarden möglich, während sie bei 5 Prozent acht Milliarden betragen würde. . Die „World" bezeichnet die Rede Pomcares in Carcassonne als Akzeptierung der Wirklichkeit und weist darauf hin, die Ankündigung der Bereitschaft zu Verhandlungen über Reparationen und interalliierte Schulden erfolge ein Vierteljahr nach Parker Gilberts Besuch in Paris und seinen Vorschlag zur Fixierung der Reparationssumme. Eine derartige Erklärung seitens eines der ausgesprochensten Rationalisten Europas und entschiedenen Verteidigers des Versailler Vertrages liefere den besten Beweis für den 11 m - schwang in der Haltung, die die politischen Führer Europas nunmehr gegenüber den Finanz- problemen der Rachkriegs^eit einnehmen. „World" meint, die bekannte Stellungnahme des Staatsdepartements gegen eine Verbindung der interalliierten Schulden mit dem Reparationsproblem fei insofern suchungsrichter die sofortige ärztliche Untersuchung Maiers und seine Uebersüh- rung ins Krankenhaus, und es wurde Dr. Schliep zugesagt, daß Maier noch heute zu diesem Zweck ärztlich untersucht werden solle. Maier steht im Briefwechsel mit seiner Frau, die fick in Rutschenkowo befindet und hat auch von ihr einen Brief erhalten. Er bittet die deutsche Bolschaft, sich seiner Frau anzunehmen. Badslicber und Otto haben von der Genehmigung.des Briefwechsels mit ihren Angehörigen keinen Gebrauch gemacht. Otto bittet, feinen Angehörigen mitzuteilen. daß er gefunb ist. Babftieber bittet" mitzuteilen, bah et vorläufig gut aufgehoben fei. Maier erhielt eine Gelbuntersiühung seitens ber Botschaft, während Babftieber und Otto mit Gelb genügenb versehen sinb. Diese beiben baten um Unterhaltungslektüre. Sämtliche verhafteten beantragen bie Bestellung eines verteibi- g e r s. Die Beamten ber GPU. erklärten auf eine Frage Dr. Schliep», baß eine Lntfcheibung über ben Termin unb den Ort ber Gerichtsverhanblung noch nicht getroffen sei. Todesurteile in Rußland. Moskau, 3. April. (9BBJ Telegraphenaaentur der Sowjetunion. In einem Prozeß gegen sechs Konterrevolutionäre, ehemalige Sozial revolutionäre, stellte das Gericht Kungur (Ural) fest, daß bie Angeklagten 40 Sowjetfunktionäre an Kol- tschak, als dieser sich im Ural befand, a u s g e l i e - fert hatten, und verurteilte Ryzew unb Tscha stichln zumTode unb bie übrigen zu verschiedenen Freiheitsstrafen. -c 5 2.5,.^» 7 jy" 2-3 e 0‘2-p J v v> SASo- Mi verständlich, als die Regierung größten Schwierigkeiten hatte, die r u ng der Schuldenabkommen mit zu erreichen. Immerhin fei Grund vorhanden, anzunehmen, die amerikanische Regierung werde angesichts der allgemeinen Opfer, die seitens der europäischen Alliierten bei der Fixierung der Reparationssumme gebracht werden müßten, ihren gegenwärtigen Widerstand gegen eine Revision ihrer Schuldforderungen fallen laf- s c n und eine den realen Rotweirdigkeiten mehr entsprechende Haltung einnehmen, ebenso wie dies seitens der Regierung PoincareS geschehen sei. i-ZM- § -.x^5 2-= 5 " 6 tt-E-; 3 j- S-2 2,6 « • s-=$e« «inr.S n O o 0 ” av»3 Ü3-s£'1 o GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen vniS Md Verlag: vrühi'sche UviversitSIrVvch. Md Zletndruckerei R. Lange in Lietzen. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchnlstratze 7. EWA' 's - iS 5 0: »W „ y-2- S 5 2^-5 92' fl 3 5 C 3 Sö-ZS-Ax O 3 n 9 _ o'5'2< SV 5^5 £ orfonung eine Lohnerhöhung von 1,50 Mk. für jeden Arbeiter von 20 Jahren und darüber forderten, eine Einigung nicht erzielt werden tonnte. Der Zechenverband hat eine weitere Belastung des Ruhrbergbaues, die sich auf Grund der gesamten Forderungen mit reichlich 200 Millionen im Jahr auswirken würde, adgelehnt. Die Echlichtungsverhondlungen finden am 11. April im Rathaus zu Essen statt. Die Gehaltstarife der kaufmännischen und technischen Angestellten im Auhrbergbau sind heute beim Zechenverband zum 31. Mai gekündigt worden. Die landwirtschaftliche Aothilse. Die Verteilung der Reichsmittel. Berlin, 3. April. (TU.) Nach einer Meldung des „Berliner Börsencouriers" Hot der Reichsernäh- rungsminifter dem 28er Ausschuß einen Entwurf der Richtlinien unterbreitet, nach dem die 30 Millionen Mark für die Landwirtschaft verteilt werden sollen. Darin heißt es, daß die bereitgestell- ten Reichsmittel und die Garantieübernahme des Reiches für Darlehen der Organisation des Diehauf. triebs, der Förderung von Einrichtungen zur Schlachtvi^oerwertung der Förderung des direkten Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch zwischen Erzeugern und Verbrauchern, der Entlastung des In* iandmarktes durch Gewinnung neuer Absatzgebiete für Schlachtschweine sowie für Schweinefleisch und der Rationalisierung der Schweinewirtschaft dienen sollen. Zur Durchführung dieser Maßnahmen wird eine Gesellschaft mit beschränkter tyjftuna gebildet, an der die Spitzenkörperschaften der Landwirtschaft, die Zentralstellen der genossenschaftlichen Biehverwertung, die Schweinezüchter, die Viehhändler, die Fleischer, die Fleischwarenindustrie, sowie die Derbraucherorganisationen beteiligt werden sollen. Ein Re i ch s k o m m i s s a r soll für das Reich in diese Gesellschaft eintreten. Grundstücke und Fleischwarenfabriken soll diese Gesellschaft in der Regel nicht erwerben. Darlehen für die das Reich eine Garantie übernimmt, sollen möglichst für längere Ze i t und zinslos oder zu einem niedrigeren Zinssätze gegeben werden; so weit erforderlich und möglich, sind zur Zineermäßigung Reichsmittel hcranzuziehen. Die Darlehen sollen vorzugsweise an Viehabsatzorganisationen, an Fleischworenfabriken und an genossenschaftliche Einrichtungen, die sich mit dem Absatz von Schlachtvieh und Fleisch befassen, sowie an genossenschaftliche Einrichtungen zur Rationalisierung der Schwsine- wirtschast gegeben werden. Diplomatische Gorgen. Berlin. 4. April. Zwischen Deutschland und der Schweiz hat es einen langen Rotenwöchsel gegeben. der einer uninteressierten Oeffentlichkeit einmal zeigt, mit welchen Sorgen sich die europäische Diplomatie abzuquälen noch Zeit hat. Seit altersher heißen in der Landwirtschaft die Betreuer der Kühe Schweizer, vermutlich, weil vor Jahrzehnten die Schweiz die Führung in der Milchwirtschaft hatte und die deutsche Landwirtschaft deshalb aus der Schweiz Angestellte kommen ließ, um ihnen ihre Geheimnisse abzulauschen. Aus irgendwelchen Gründen fühlen die Schweizer sich in ihrer Rationalehre verletzt durch diese Bezeichnung und haben nun auf diplomatischem Wege eine Abänderung herbeizuführen versucht, was ihnen auch wenigstens •für die Statistik gelungen ist. Das Statistische Reichsamt hat jetzt auf Vorstellung des Aus- l wärtigen Amtes Anweisungen ergehen lassen, daß in der deutschen Arbeits- und Berufsstatistik * die Bezeichnung „Oberschweizer" durch „Kuh- , meister" und die Bezeichnung „Schweizer" durch „Melker" und „V i e h p f l r g e r" ersetzt werden sollen. Allerdings soll für eine Liebergangszeit die alte Bezeichnung in Klammer noch beigefügt werden. Vollständig ist der Sieg der Schweiz also noch nicht, aber sie hat doch olle Aussichten, daß sie in absehbarer Zeit auch die Klammern noch ausmerzt und dann vollständig zu ihrem Recht kommt. Die Diplomaten in Bern und Berlin aber dürfen befriedigt den stattlichen Aktenband, der über dieses Thema inzwischen entstanden sein dürfte, beiseite legen in dem beruhigenden Bewußtsein, daß sie etwas Rützliches für den europäischen Frieden getan haben!... Oie Bozener Siegesfeier verschoben. Berlin, 4. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die Feier zur Einweihung des Sieges- denkmales in Bozen, die ursprünglich am 24. Mai ftattfimben sollte, ist jetzt von der italienischen Regierung auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Mangelhafte Vorbereitung wird als Ursache angegeben, doch ist noch keineswegs geklärt, ob dies der wahre Grund ist. Bekanntlich haben besonders englische und amerikanische Blätter gegen die Siegesfeier Stellung genommen und weiter verlautet auch, daß die italienischen Behörden und die Polizei in Bozen den Besuch Mustolinis mit einiger Nervosität erwarteten. Nach einem Londoner Funkspruch spricht „Daily Expreß" in einem Leitartikel tiefe Befriedigung über die Meldung aus, daß die Einweihung des faszistischen Denkmals' „aufgeschoben" worden sei und sagt, dieser schlecht beratene und herausfordernde Plan habe die öffentliche Meinung der ganzen Welt erregt. Ttuffolinis Beschluß sei zweifellos verständig. Oie internationale Bereinigung der Lehrerverbände. Bereits vor dem Kriege gab es Bestrebungen, internationale Zusammenschlüsse der Lehrer zu schaffen. Rach verschiedenen Anregungen, die auS der Schweiz, auS Belgien und aus Frankreich kamen, gelang es, anläßlich der Weltausstellung in Lüttich einen ersten internationalen Volksschulkongreh zu veranstalten, auf dem die Bildung eines ständigen internationalen BureauS der Lehrervereine beschlossen wurde. Die begonnene Zusammenarbeit wurde aber durch den Krieg zerstört und auch kurz nach dem Kriege gelang es nicht, die Fäden wieder an- zuknupfen. Erst im September 1926 konnte die erste große unpolitische internationale Lehrer- organifation wieder unter dem Ramen Internationale Vereinigung der Lehrer» verbände zusammengeführt werden. Diese internationale Vereinigung, der von deutscher Seite der Deutsche Lehrerverein und die Lehrerorganifationen fast aller europäischen Staaten angeboren bat sich auf den Standpunkt Das Ergebnis dertzönigsbergertzonferenz Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 4. April. Die Aussprache zwischen dem polnischen Außenminister und dem litauischen Diktator in Königsberg hat wie das Hornberger Schießen geendet: ober zeitgemäßer würde man heute wohl sagen, wie eine Völkerbundstagung: sie hat nach einigen schönen Reden drei Kommissionen eingesetzt, die den näheren Tatbestand zu prüfen haben und vielleicht einmal nach einen halben Jahr zu der Feststellung kommen werden, daß siesichnichtverständi- g e n können. DaS einzig Positive, was sich dieser Aussprache nachrühmen läßt ist also, daß sie nicht zerplatzt ist, sondern wenigstens die technische Möglichkeit zur F o r t f ü h r u n g der Ver- handlunaen gegeben hat. Aber ba£ ist auch alles. Sonst ist der polnisch-litauische Konflikt in den fünf Monaten, seit er vom Völkerbundsrat den Rächstbeteiligten zur unmittelbaren Erledigung überwiesen wurde, nicht um einen Schritt weiter gekommen. Riemand sieht auch, wie er befriedigend erledigt werden soll, dazu sind die Schwierigkeiten, die in der Materie liegen, zu groß. Durch den Gewaltstreich von Wilna ist Litauen um die wertvollste Hälfte seines Landes beraubt worden, es hat damit zugleich seine Hauptstadt eingebüßt und Herr Woldemaras weiß gut genug, daß seine Herrlichkeit in Litauen an demselben Tage erledigt ist, wo er sich mit dem Verluste Wilnas auch nur mittelbar erfindet. Die Polen haben es leicht, da einen Richtangriffspakt anzubieten, das wäre schließlich genau dasselbe, wie wenn Frankreich die ganze Lombardei besetzt und für die ilefcer- reste den Italienern großmütig den Schutz ihrer Grenzen gewährleisten wollte. Die Polen sind also in der angenehmen Lage, daß sie die Dinge an sich herankommen lassen können. Dank französischer Unterstützung find sie eine starke militärische Macht, der Litauen nicht entfernt etwas Gleichwertiges entgegensetzen kann. Sie sind auch heute noch das verhätschelte Kind der europäischen Diplomatie, sie haben sich schließlich territorial nach der litauischen Seite hin mehr als saturiert: während Litauen lästige Forderungen stellt und zudem noch immer mehr in die Rolle eines Friedensstörers hineinkommt, nachdem der Völkerbundsrat nicht den Mut aufbrachte, den Polen den Raub von Wilna ab- zunehmen. Was Woldemaras unter diesen Umständen übrig bleibt ist also weiter nichts als eine Politik der Grenzschikanen und der zollpolitischen Nadelstiche, wovon er auch ausgiebig Gebrauch macht. Er sperrt den Polen den Wasserweg, den sie zur Ausnutzung des Wilnagebiets unbedingt brauchen, ab und gibt sich auch fönst begreiflicherweise alle Mühe, dafür zu sorgen, daß die Polen ihrer Beute nicht froh werden. Ware Woldemaras klug, dann würde er aus dieser erzwungenen Konstellation die Folgen ziehen und sich mit Deutschland d e r ft ä n folge n , um unsere Unterstützung zu gewinnen, die ihm vielleicht einmal wertvoll werden könnte, denn daß unsere Sympathien gefühlsmäßig auf litauischer Seite liegen, ist selbstverständlich. Was für Litauen Wilna ist, ist für uns der Korridor und noch so manches andere, schon vom Standpunkt der Gerechtigkeit aus müßten wir es also begrüßen, wenn die Litauer in ihrem Kampf gegen Polen einen Erfolg erzielten, da aber heutzutage nicht die Gerechtigkeit, sondern die Macht entscheidet, find die Aussichten Litauens außerordentlich gering. gestellt, daß ein dauernder politischer Friede als Grundvoraussetzung eine Erziehung der Kinder aller Länder im Geiste der Völler- versöhnung hat. Die Internationale Vereinigung der Lehrerverbände wird in der Zeit vom 12. bis 17. April im Verein mit dem Berliner Lehrerverband ihren diesjährigen Kongreß abhalten, nachdem die Vorbereitungen nunmehr ihrem Ende entgegengehen. Zeitungsschau. Zum Kapitel „Wahlen und Außenpolitik" schreibt Fr. Klein in der „Deutsch. Allgem. Zeitung": Der Wahlkampf wird mit voller Stärke erst nach den Oftertagen beginnen. Die letzte Woche des alten Reichstages brachte nur ein bescheidenes Präludium. Während bei der Bismarckseier der vstpreuhischen Regimentsvereine am Sonntag Dr. Strefemann und der deutsch- nationale Reichsminister des Innern v. Keu- dell gemeinsam als Redner auftraten, und der harmonische Verlaus der Festlichkeit durch keinen Mihton gestört wurde, bot sich in der vergangenen Wnhe am Platz der Republik ein anderes Bild. Zwischen dem deutschnationalen Fraktionsführer. Grafen Westarp, und dem Parteiführer der Deutschen Dollspartei fand ein Rededuell statt, das wir bedauern, well es die öffentliche Meinung der Erkenntnis der wesentlichen außenpolitischen Dinge auch nicht einen einzigen Schritt näher gebracht hat. Die auswärtige Politik muß nach unserer Auffassung in dem gleichen Sinne von wechselnden Regierungskonstellationen unabhängig werden, wie das die englische ist. Herr Maedonald hat dem britischen Weltreich keine grundsätzlich anderen Richtlinien gegeben als fein konservativer Kollege Baldwin, und umgekehrt. Sollten die Deutsch- nationalen aus der kommenden Regierungskoalition ausscheiden, was am heißesten von ihrem eigenen rechten Flügel ersehnt wird, so werden sie demnächst wieder in die Derantwor- hing zurücllehren müssen, und über die Lebensdauer der deutschen Reichskabinette bestehen ja wohl nirgends Illusionen. — Es ist ein Fehler mancher Kritiker der deutschen auswärtigen Politik, ausschließlich davon zu sprechen, welche Trümpfe wir früher aus der Hand gegeben hätten. Die Geschichte wird darüber urteilen, wer in dieser Auseinandersetzung recht und unrecht hat. ilnfere Ausgabe ist eS heute, nach neuen Trümpfen für spätere Verhandlungen zu suchen, und es ist ebenso verkehrt, zu behaupten, daß solche Trümpfe nicht vorhanden sind. Alle anderen Völkerbundsmitglieder, und insbesondere Frankreich, halten eS mit ihrer Mitgliedschaft in Genf für vollkommen vereinbar, sich auf dem üblichen diplomatischen Wege die politische Hilfe zu sichern, die sie benötigen. Warum soll Deutschland das verwehrt fein? Wir sind dem Völkerbund gegenüber zu derselben Ehrlichkeit und Loyalität verpflichtet wie die Staaten, die ihn gegründet haben und in ihm den Ton angeben. In der „Täglichen R u n d s ch a u" schreibt Heinrich Rippler zum gleichen Thema: Die anfechtbarste der Wahlreden, die in den letzten Tagen im Reichstag gehalten wurden, hielt diesmal der Führer der Deutschnationalen Gras Westarp. Sein Vorstoß gegen die auswärtige Politik der Reichsregierung hörte sich um so seltsamer an, als die Deutschnationale Partei und ihre Minister, wie heute selbst die deutschnationale Pressestelle zugibt, die volle Verantwortung für die deutsche Außenpolitik im letzten Jahre mitgetragen hat. Sie störte aber auch die für die ausländische Beurteilung ungeheuer wichtige Einheitsfront des Reichstags sowohl in dem Wunsche der friedlichen gegenseitigen Verständigung, als in der Unzufriedenheit über den durch den Mißerfolg der Genfer Abrüstungskonferenz wiederum zutage getretenen mangelhaften Willen der Mächte, dieser Verständigung durch ehrliche Einhaltung gegebener Versprechen und Verpflichtungen zu dienen. Der Reichsaußenminister hatte schon am Tage vorher aus dem Bankett der auswärtigen Presse in staatsmännischer Rede alles gesagt, was über die Nichterfüllung gerechter deutscher Ansprüche zu sagen war, aber er hat allerdings nicht, wie es Graf Westarp zu wünschen schien, das ganze Werk zu Boden geworfen oder mit teeren Drohungen gearbeitet, sondern er hat nüchtern aber fchars den Tatbestand vor der ganzen Welt fest- gestellt und damit die Zustimmung der öffentlichen Meinung der Welt gefunden, lind er hat weiter den Faden, der zu zerreißen drohte, neu anzu- spinnen versucht und damit neue Möglichkeiten geschaffen. Wenn die Weisheit der Politik nicht zuletzt in der Geduld beruht und in der Festigkeit, ein Ziel zu verfolgen, auch wenn der Partner immer wieder abzuirren und auszubrechen droht, so hat Dr. Strefemann politisch gehandelt, während die Westarpscho Drohung mit der Grenze der Geduld, dem Bruch und sonstigen Maßregeln mehr in das Gebiet der Wahlagitation fallt. Wenn die Koalition noch bestände, so würde Graf Westarp, der ja weder an dem Verhalten unseres Vertreters in Genf, noch an der Rede des Reichsautzenmintsters etwas aussetzen kann, sondern sich mehr an die wirklich heute nicht lohnende Kritik von früheren Maßnahmen der Regierung hält, seinen Vorstoß nicht gemacht haben. Warum aber ist eine Sache gut oder doch erträglich, solange die Deutschnationalen in der Regierung sitzen, und nicht mehr gut und erträglich, wenn sie aus der Regierung ausgeschieden sind? Die Rede des Grafen Westarp war die aus der deutschnationalen Presse längst ersichtliche Ankündigung, daß die Deutschnationalen den Wahlkamps mit der Kritik der auswärtigen Politik zu führen gedenken — ein sehr gewagtes Unternehmen, denn auch dem biederen Landwähler wird es schwer einleuchten, daß man eine Politik verdammen muß, die man sünsviertel Jahre lang durch die Reichstagsfraktion und vier deutschnationale Minister gebilligt und verteidigt hat. Es ist eines der größten Verdienste des nunmehr geschlossenen Reichstags, daß sich während seiner Wirksamkeit immer fester eine Einheitsfront in den Fragen der auswärtigen Politik gebildet hat, und daß durch sein Zusammenwirken das Ausland weiß, daß hinter den Worten und Handlungen der deutschen Reichsregierung in der auswärtigen Politik die ganze Ration geschlossen, auf eine Erkenntnis und einen Willen zuscunmengeschweiht steht. Es wäre bedauerlich, wenn diese Einheitsfront durch den Wahlkampf zerrissen würde und das Ausland sich wieder bei seinen Ausflüchten und seinen vorgetäuschten Befürchtungen auf die sogenannte nationale Opposition beziehen könnte. Zudem wäre der Wahlkampf um die auswärtige Politik zwecklos, da eine andere Politik als die bisherige nicht zu fuhren ist. Die wird von jeder Regierung übernommen werden müssen. Für eine Katastrophenpolitik der Rechtsradikalen würde sich im nächsten Reichstag und voraussichtlich auch in künftigen Reichstagen nicht nur keine Mehrheit, sondern nicht einmal eine irgendwie beachtenswerte Minderheit auftreiben lassen. Aus aller Welt. Die Zinsen der Bergmann-Gläubiger. Der mit der Liquidierung des durch seinen sensationellen Zusammenbruch bekannt gewordenen Lvmbardhauses Bergmann betraute Konkursverwalter hat jetzt in einem Rundschreiben alle Gläubiger, die an. Bergmann Darlehen gegeben und bereits kürzere oder längere Zeit die von Bergmann versprochenen 30 bis 40 Prozent Zinsen für daS von ihnen investierte Kapital erhalten haben, zur Rückzahlung dieser Zinsbeträge ausgefordert und droht im Weigerungsfälle mit Klage. Er stützt sich dabei darauf, daß die Annahme übermäßig hoher Zinsen gegen d i e guten Sitten verstoße. Aus Kreisen dieser Darlehensgläubiger beabsichtigt man, diese Frage zum Gegenstand eines durch alle Instanzen durchgeführten Rechtsstreites zur prinzipiellen Klärung zu machen, da die Darlehensgläubiger, die i h r e i n - gelegtes Kapital durch Bergmann verloren haben, die Forderung einer Rückerstattung der Zinsen als unbillig empftnden. Zwei Opfer ihre» Beruf». In Angora ist der Professor für Tierheilkunde, Ahmed, infolge einer Infektion bei feinen Untersuchungen über Fäulnisbazillen gestorben. Sein Assistent war wenige Tage vorher einem gleichen Unfall zum Opfer gefallen. Caroineuunglürf in Oesterreich. Auf der Schwarzen Wand nächst der Kürsinger Hütte im Benediger Gebiet wurden wer Touristen von einer Lawine überrascht. Während drei der Bergsteiger sich retten konnten, wurde der 24jährige Paul Söllbacher aus Rürn- berg getötet. Ctn« Bergungserpedition ist an die Unfallstelle ab gegangen. Ein verhängnisvoller papierforachen. Aus MiskolcS (Ungarn) wird gemeldet, daß dort der Papierdrache zweier spielender Kinder mit der elektrischen Stromleitung in Berührung geriet und sich dort verfing. Ein zu Hilfe gerufener Mann riß mit solcher Kraft an der Schnur des Drachens, daß die Drähte des Starkstroms mit denen der Lichtleitung 'm Berührung kamen. Gin dadurch verursachter Kurzschluß brachte in einem teil die elektrische Beleuchtung zum Erlöschen. Mehrere Personen erlitten Brandwunden, zwei davon schwerere. Ein Mann, der in seiner Wohnung das Licht andrehen wollte, wurde von dem Starkstrom getötet. Zwei Personen vom Blitz erschlagen. In der nordfpanischen Gemeinde Rugica wurde während eines furchtbaren Gewitters ein junger Mann in feiner Wohnung vom Blitz erschlagen. Ein anderer Blitz schlug in eine Gruppe Fußballspieler, die vom Spiel zurückkehrten, tötete einen von ihnen und verletzte drei schwer. * Deutschland hat 1857 Aerztinnen. Don den 1857 Aerztinnen sind 511 als Fach* ärztinnen tätig. Davon sind 245 Kinderärztinnen. 57 Frauenärztinnen. 10 Frauen- und Kinder- ärztinnen. 44 Spezialistinnen für Augenkrankheiten. 47 für Haut- und Geschlechtskrankheiten. 42 für innere Krankheiten. 3 für Kinder- und innere Krankheiten, 27 Psychiaterinnen und Rer- venärztinnen. weiter: Spezialistinnen für Chirurgie und Kinderkrankheiten 3, fürJSbirurgie und Orthopädie 1, für Frauenkrankheiten"?, sür Haut-, Geschlechts- und Rervenleiden 1, für Öungcn- leiden 12, für Ohrenleiden 11. Der Frauenüberschuß in Deutschland. Nach der letzten Volkszählung im Jahre 1925. deren Ergebnisse in ihren Einzelheiten erst jetzt allmählich errechnet werden können, hui sich ergeben, daß der Frauenüberschuß zur Zeit in Deutschland 2,1 Millionen beträgt Weiter konnte festgestellt werden, daß dieser erheblich« Frauenüberschuß nicht so katastrophal wie die Gesamtziffer das annehmen lassen könnte, für die so entscheidende Frage wie Ehe und Mutterschaft ist, da nämlich der weitaus größte Teil des Lieberschusses nicht mehr zu dem üblichen heiratsfähigen Alter gerechnet werden rann. Backhaus in Paris. Der auch in Gießen gut bekannte Pianist Backhaus hat im Laufe der diesjährigen Saison in Paris Di er eigene Konzerte veranstaltet und ist in drei Orchesterkonzerten als Solist aufgetreten. Er hat damit einen Rekord ausgestellt. Backhaus gab einen Beethoven einen Schubert- und einen Schubert- Schumann- Abend und spielte gestern abend Dach, Brahms und Liszt. Der deutsch« Künstler erzielte einen auherordenllich starken Beifall. Er begibt sich jetzt auf eine Konzertreise nach Eowjetrußland. Jährlich 5000 Opfer der Kurpfuscher. Berlin, 4. April. ($1L) Wie eine unmittelbare Anfrage bei Präsidenten deS ReichS- gesundheitsamtes ergeben hat, sind bei einer 1909 veranstalteten, aber nicht vollständigen Zählung des Heilpersonals im Deutschen Reiche 4486 nicht approbierte, mit Behandlung kranker Menschen berufsmäßig beschäftigte Personen ermittelt worden. Die Ergebnisse einer neuen Erhebung für das Deutsche Reich aus dem Jahre 1927 befinden sich noch in Beaickeitung. In Preußen allein betrug die Zahl der im Jahre 1925 amtlich gemeldeten, nicht approbierten Krankenbehandler 6183. In wieviel Fällen Kurpfuscher «sundheitliche Schädigungen oder den Tod von Kranken verursacht haben, darüber liegen amtliche Erhebungen nicht vor. Die vor einiger Zeit verbreiteten Rachrichten, wonach bi: Kurpfuscherei in Deutschland jährlich 5000 Opfer fordere, finden danach in dem statistischen Material des Reichsgesundheitsamtes keinerlei Rechtserii- gung. Oie Wetterlage. Sio<*i d«n ^womtnto. o wnt». o Mß e#« r. Oetker's Backpulver„BadcfciMas Sie ebenso wie Dr. Oetker s Puddingpulver, Vanillin-Zucker Gustin usw. stets frisch in allen Geschäften whalten. — Viele neue und wertvolle Anregungen tum Backen bietet Ihnen das neue färb, lllustr. Oetker-Rezeptbuch, Aasg. F, das f. 15 Pfg. m allen Geschäften erhältlich ist. Sie erfahren aus dem Buche auch Näheres über d. vorzägl. Backapparat „Küchenwunder", mH dem iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Achtung! Achtung! Für Ostern! Sriicder Spargel. Blumcukobll ttovi Salat. Feld-Salat, ©ttttrn, Apfelsinen Aeviel, Birnen. 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Dabet war Markert seinen Schülerinnen nicht nur Lehrer, sondern auch ein väterlicher Freund und Berater Ss wird wenige seiner Schülerinnen -»eben, die stch seiner nicht daS ganze Leben tzrndurch gerne und dankbar erinnerten. Für die Hebung der Mädchenbildung ist.Prof. Dr. Markert allezeit mit ganzer Kraft ein- gc treten; so arbeitete er besonders für den -aue- bau unserer höheren Mädchenschule »ur Studienanstalt. Gr sollte noch sehen, tmc diHS Ziel erreicht worden ist. wenn es ihm auch selbst nicht mehr vergönnt war. an der Stu dien anstatt Studienrat Professor Dr. Markert m Aiefctn ist, wie gestern berichtet, mit dem Schlüsse Les Schuljahrs aus dem Dienst auSge- schieden. Mit ihn. tritt ein weit über die ®ren- ;cn unserer Stadt bekannter praktischer Schulmann vom Schauplatz seiner beruflichen Tätig- keit ab. Während dreier Jahrzehnte hat er an der Diehener höheren Mädchenschule gewirkt. Viele unserer Diehener Frauen sind durch seine Schule gegangen und verdanken seinem Unterricht Belehrung und Anregungen für tat ganze Leben, denn in seinen Hauptfächern, Chemie und Biologie, ging er vor allem darauf Haushalt praktisch Verwertbare *• Straßensperre. Wegen Vornahme von Kanalisativnsarbeiten ist die Provinzialstrahe Aonnenro t H-D rü n b e r g int Orte Röthges bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt worden. •* Äarf teitagf eiet im ötadtthe - ater. Man schreibt uns: 3m Diehener Stadttheater wird in diesem Jahre erstmalig am Karfreitag eine dem Wesen und der Würde dieses Tages entsprechende Feier stattfinden. Unter Leitung von ilniversitätS-Musikdirektvr Dr. Stefan TemeSvary wird der Akademische Gesangverein Glucks „be prosundis" und den Schluh- chvr auS der .Mathäuspassion" von Johann Sebastian Bach zu Gehör bringen. Zur Der- vollständigung des musikalischen Teiles dieser Feier wurde ferner der in Giehen rühmlichst bekannte und beliebte Pianist Eberhard Delp gewonnen. Bon Mitgliedern bc6 Stadttheaters werden an diesem Abend Mitwirken Fräulein Maryela Baumann, Fräulein Susanne Heim und Herr Karl (Bold. Die von diesen Herrschaften vorgetragenen Dichtungen sind die „Versuchung am Kreuz" von Eduard Reinacher, , Gethsemane" von Anette Droste-Hülshoff und eine kurze Auswahl aus dem 8. und 10. Gesang von KlopstockS „Messias". Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Die Feier beginnt um 20.15 Uhr abends und findet, um Jeder- mann den Besuch zu ermöglichen, bet ermäßigten Preisen statt. •* 10. Hess. SanitätSkolonnentag 1 928 in Giehen. Am 1. und 2. September findet in Giehen der 10. Hess. Sanitätskolvnnen- ‘ Ute richtige Stimmung Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen, braten u. kochen können. In vollständ. neuer Bearbeitung ist Dr. Oetker s Sthulkoch- buch, Ausg. C wieder erschienen. 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Ül) Die eine un« räflbenten des Reichs- bat, sind bei rinet icht vollständigen Zäh. im Deutschen Leich, t DehandlMg Kanter chästigte Personen et« raffe einer neuen St« Rejch aus dem Jahre in Bearbeitung. In e Zchi der im Jahre lchi approbierten Kran- viel Fällen Kurpfuscher en oder den Tod von , darüber liegen amt- ror. Die tor tätiget fen, tronad) bi: Sur« hrlich 5000 Otftt fot» statistischen Waterial j teineriei Rechtfrrii- 8eben seiner beruflichen Tätrgkett hat Prof. Dr. Markert seine Kraft stets gern in den Dienst der Mlgemeinhett gestellt. Im Äretfe seiner DerufskolLgen nimmt er eine sehr geachtete Stellung ein. Viele Jahre berief ihn chr Ver- trauen tn den Vorstand deS Diehener und des Hess. PHUvloaenvereins. Vom Jahre 1903 bis zum Kriege wirkte Warkert tm Vorstand der hefigen Gesellschaft für 8rb- und Völkerkunde. Sine ihm inge- tvagene Wiederwahl in den Vorstand dieses Vereins muhte er mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand ablehnen. Seit 20 Jahren gc- M>rt Markert dem Vorstand des Diehener Lese hallen-Vereins an. Sine eifrige Tätigkeit entwickelte er als Mitglied der hiesigen Freimaurerloge „Ludewig zur^reue , deren Vorsitzender Weister vom Stuhl er vom Jahre 1924 bi» $u feiner Erkrankung war. Auch publizistisch war Markert tätig. Er veröffentlicht« hn Laufe der Jahre im „Diehener An- teiger“ eine Reih, von Aufsätzen naturwissen- ichaftlichen Inhalt», oder au» dem Gebiet bes Mädchenschulwesens. Bekannt sind seine Aufsätze die er gelegentlich des 100 jährigen Geburtstages deS Shemikers A. D. von Hofmann über dessen Beziehungen zu seiner Vaterstadt Giehen schrieb. . Aus dem LebenSgang Markerts seien folgende Daten hervorgehoben; Sr Wurde am 20 März 1868 in Kassel geboren. Dort besuchte er von Ostern 1874 bis Herbst 1879 die Höhere Bür^r» schule in der Hedwigstratze. Vom Herbst 1879 bis Ostern 1887 war er Schüler der Realschule ozw. des Realghmnasiums in Giehen. An dieser 9lnftalt legte er Ostern 1887 die Reifeprüfung ab Da er sich daS Lehramt als Qe6en8beruf er wählt hatte, studierte er in den Jahren 1887 bt» 1892 an den Universitäten Giehen und Marburg Raturwissenschaften. Sr gehörte als Student der Marburger Turnerschaft Saxonia an. Im April de« Jahres 1892 legte er daS Staatsexamen ab. Zu seiner Vorbereitung für da» Lehramt wurde er von 1892 bis 1893 dem pädagogischen Seminar am Gymnasium zu Giehen überwiesen. Sein Probejahr verbrachte er 1893 bis 1894 am Diehener Aeal- gymnasium, dem er auch als Volontär bis zum Januar 1896 angehörte. Während feiner Tätig- leit am Realgymnasium war Markert auch zeitweise Assistent am Geologische n I n- stitut der Universität. Am 31. August 1896 promovierte er zum Dr. phil. auf Grund Das „schönste Osterei" ist ein 3618u pholo-Apparat Große Auswahl in jeder Preislage Central-Drogerie und Photobaus, Schulstraße. Geiucht zum 1. Juli 1928 oder trüber Bureau refp. 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Kleidung: Schwarzer dicker Tuchmantel mit drei großen Knöpfen, weinrotes Manchesterkleid, schwarz» und weihkariettes Leibchen, alte leinene Hemdhose, neues leinenes Hemd, schwarze Strümpfe und schwarze Spangenschuhe mit Einfassung, sämtliche Kleidungsstücke waren ohne Monogramm. Die Leiche kann etwa 2 bis 3 Wochen im Wasser gelegen haben. Alle Personen, die über die Unbekannte Angaben machen können, werden ersucht, sich sofort mit der Kriminalpoluei in Gießen ins Benehmen zu fetzen. •• (Hn verkehrsunfall ereignete siäi am Dicnetagmittaa aegen zwölf Uhr in der Licher Strohe. Dort stand das Fuhrwerk des Bäckermeisters De u k e r von Steinbach vor einem Hause, als sich dem Pferde aus beiden Fahrtrichtungen Auto» näherten. Das Tier scheute vor dem einen Straft» wagen und sprang dabei mit dem anhängenden Bäckerwagen heftig gegen das andere Auto an. Hierbei wurde das angefahrene Auto am vorderen Kotflügel und an der Windschutzscheibe beschädigt während der Bäckerwagen umkippte und mit den Bädern nach oben auf den Bürgersteig zu liegen kam: Brot und Brötchen machten dabei unfreiwillige Bekanntschaft mit der Straße. Das Pserd riß sich beim Umstürzen des Wagens los und stürmte davon, konnte aber bald darauf wieder eingefangen werden. Menschen sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Der Sachschaden dürfte verhältnismäßig gering jein. Der Borlall hatte natürlich eine riesige Menschenansammlung zur Folge. ’• Ober hessisches Ausstellungs- vieh. Die Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, die vom 5. bis 10. Juli in Leipzig stattfindet, wird seitens der Provinz Oberhessen mit Vogelsberger Rindvieh und Saaneitziegen beschickt werden. Die Sammlung der Vogelsberger Ainderrasse besteht aus 2 Bullen, 3 jüngeren. 3 älteren Kühen und 2 Kalbinnen. Die Tiere sind je zur Hälfte aus den Kreisen Gießen und Schotten ausgesucht. Die Abteilung der Sganenziegen umfaßt 25 Tiere, davon 7 Böcke und 18 Ziegen. Der Zahl nach verteilen 'ich die Tiere auf folgende Kreisziegenzuchtvereine: Alsfeld 9, Lauterbach 8, Gießen 6. Friedberg 2. ♦* Die oberhessifchen IungvieHwei den der Landwirtschaftskammer werden Anfang Mai den Weidebetrieb eröffnen. Die Meldungen an Jungtieren sind so zahlreich eingelaufen, daß es wahrscheinlich nicht möglich sein wird, sämtliche Tiere aufzunehmen. Es sind rund 170 Fohlen und 700 Rinder gemeldet für die fünf Iungviehweiden Lau terbach, Zell»Romrod, Warthof bei Grünberg, Tier garten bei Hungen und Wenings bei Gedern. Berückfichtigung von Krieger- sühnen bei Ein sie II ungen in die Reichs» wehr. Wie eine Korrespondenz meldet, hat das Reichswehrministerium angeordnet, daß bei der Tin stellung in die Reichswehr Söhne von Kriegsteil- nehmern und Kriegerhinterbitebenen besonders bc- rücksichtigt werden sollen wenn sie den gesetzlichen Voraussetzungen für die Einstellung in das Heer gerecht werden. Berliner Börse. Berlin, 4 April. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr besteht weiter Aealiso- tionSneigung. Für den heuttgen Reichsbank- ausweiS rechnete man schon gestern mit einer sehr starken Anspannung, die in dem QuartalS- uitimo ihre Begründung findet. Vorläufig ist nur ein FarbenkurS mit 255,5 bis 256 zu hören. Ölm Devisenmarkt nennt man Paris 124,02. Mai- i land 92,40, Spanien 29,01. daS Pfund 488,20 , und den Dollar 4,1805. einer Arbeit über: ..Die Flossenstacheln von 2lcan- thias". Don 1896 biS 1898 war Markert Vektor an der Höheren Bürgerschule in Babenhausen. 2m 1. April 1898 wurde er an die Höhere Mädchenschule nach Gießen berufen. An dieser Anstalt wurde er am 1. Dezember 1898 definitiv angestellt. Ihr galt hinfort die Arbeit feiner ManneSjahre: mit der Geschichte dieser Schul« ist fein Harne untrennbar verbunden. Im 3a- nuar 1926 warf ihn eine schwere Krankheit darnieder. deren Folgen den Sechzigjährigen nun zwangen um feine Verletzung in den Ruhestand nachzusuchen. Jeder, der Prof. Dr. Markert kennt, wird beteuern, daß fein Gesundheitszustand ihn die An- sirengungen des Unterrichts nicht mehr ertragen läßt. Daß aber seine geistige Arbeitskraft noch außerordentlich rege ist. beweist u. a. sein Artikel: „Die Höheren Mädchenschulen in Giehen", den er vor kurzem im .Gießener Anzeiger" veröffentlichte Und so darf man hoffen, daß unser Gemeinwesen feiner reichen pädagogischen Erfahrung noch manche Anregung verdanken wird. So wird Prof. Dr. Markert selbst dafür sorgen. daß sein Auhestand ein Otium cum digitale wird. Daten für Donnerstag. 5. April. Sonnenaufgang 5.27 llhr. Sonnenuntergang 18.39 Uhr - Mondaufgang 18.59 H&r, Mond- untergang 5.59 llhr. 1588: der englische Philosoph Thomas Hobbes in Malmesbury geb. (geft. 1679); — 1828: der Buchhändler Georg Joachim Goschen in Hohn» städt bei Grimma gell. (geb. 1732); — 1840: der Silhouettenschneider Paul Konsuka in Greifswald geb. igest. 1870); — 1846: der Schriftsteller Michael Georg Evnrad in Gnodstadt in Franken geb. Bornotizen. — TageskalenderfürMittwoch. Stadttheater: 8 Uhr, „Brand im Opernhaus" (Ende 9.45 Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Luther". — AstoriarLichtspiele: „Belphegor", 2. Teil. — Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Am Ostersonntag, nachmittag« 3 Lhr, findet die letzte Aufführung von Shakespeares ^Sommernachtstraum" unter Mitwirkung der Reichswehriapelle statt. In dieser Borstellung Wird Fräulein Trude Heß vom Landesthcater Detmold, die vor einiger Zeit im „Konzert" mit so großem Beifall gastierte, die Rolle der „Titania" spielen, um auch in einem klassischen Werk eine Probe ihres Können- abzulegen. Perser-Teppiche auegesuchi schöne Stücke Deutsche Teppiche in allen Qualitäten Teppichhaus Hochstatter Mäusburg tag iRoteS Kreuz» statt. Mit der Tagung ist die Feier des 25jährigen JublläumS der Gießener Kolonne verbunden. Das vorläufige Programm sieht vor: Am ersten Tag Delegiertensitzung, Kommers in der Dolkshalle. Zweiter Tag: Trauerseier zu Ehren der gefallenen Kameraden, sanitätswisfenschastliche Vorträge, Hebung am Güterbahnhvf. Vorbeimarsch vor den eingeladenen Gästen, Abschiedsfeicr. Die Ausschüsse sind mit den Einzelvorberettungen. über die von Zeit zu Zeit berichtet wird, beschäftigt. •• Reingefallen ! In unserer vorigen Samstagnummer brachten wir eine Mitteilung aus ch e u ch e l h e i m , die sich mit den dortigen Wasfer- leitung&Iorgen beschäftigte und die Erlösung von aller Wasfernot durch die Entdeckung sehr starker Wasseradern an der Heuchelheimer Mühle ankün- dtgte. Wer die Nachricht mit nur einigermaßen tri« ttschem Blick prüfte, konnte natürlich sofort erkennen, daß die ganze Meldung nichts anderes war, als ein — Aprilscherz. In .Heuchelheim ist dieser „Quellenfund- mit tarn angeschlossenen „Wasserfest" viel besprochen und belacht worden; der kleine Scherz hatte dort also seinen Zweck erreicht. Anders aber war der Eindruck der Nachricht bei dem Gießener Berichterstatter der „Neuen Tages »eitung" in Friedberg. Dieser hellhörige Zeitgenosse gab dem genannten Friedberger Blatte die Nachricht als eine todernste Angelegenheit weiter. Prompt siel die „N e u e T a g e s z e i t u n g" auf die „interessante" Meldung hinein, _ so datz also zwei Uebcrdfrige sich in den Spott teilen können, den sie nach dem Schaden ihres Rein» falls seht ernten. Die „Neue Tageszeitung wird hoffentlich ihren Lesern nun auch noch mitteilen, daß die starke Wasierquelle in Heuchelheim immer nur am 1. April fließt. •• Staatliche Gewerbe- und OH a - schinenbauschule Gießen. Das Schuljahr 1927 schloß am 31. März mit den Abgangsprü- jungen in den Abteilungen: Maschinenbauschule, Baugewerbe, Schreinerfachschule, Malerfachschule und vchuhmacherfachschule. Der Besuch in yiesem Schuljahr war wiederum als „sehr gut" zu bezeichnen, wenn auch bei ausreichenden Schulräumen mit einer bedeutend größeren Schülerzatzl zu rechnen gewesen wäre. Die Anstalt wurde besucht in sämtlichen Abteilungen von insgesamt 614 Schülern, hierzu kommen noch zahlreiche Kurse, wie Elektrokursus. Dreberkursus, Sonntagskursus für Mechaniker, Schlosser usw., Beiz- und Polierkursus, Schweihkursus, Sonntagszeichenkursus für Schreiner, Schornsteinfeger- kursuS, Vorbereitungskursc für die Meisterprüfung u. a. m. mit über 300 Teilnehmern. Wie wir erfahren, sind die Pläne für den Erweiterungsbau vollständig fertig, so daß die Arbeiten bem- nächst ausgeschrieben werden können. Das neue Semester beginnt am 1. Mai. •• AuS demGießener Standesamtsregister. Es vcrsiarben in der Zeit vom 15. bis 31. März: 19. Klara Koch. geb. Geese, Witwe, 60 Jahre alt, Ludwigstrahe 6. 19. Heinz Konrad, 2 Jahre alt, Steinstraße 70. 20. Else Franz, 2 Monate alt, An dec Margaretenhütte 1. 21. Gustav Haustein. Kaufmann, 68 Jahre alt, Schulst raße 5. 22. Philippine Grossart. geb. Groß, 74 Jahre alt. Krosdorfer Straße 4. 25. Marie Baum. geb. Biedenkopf, Witwe, 38 Jahre alt, Wir verkaufen /fli 1181 fi bes.Ttark.^achen Rand und solange Vorrat mBOOHO ’Xl IU Hl DI aÄÄfS den SO beliebten V—.-mu. GröB.z.Vorzugspreis,perPaar w 0 4T^. A Ein großer Posten e zu Ostern Kinderstrümpfe 100 schwarz, braun u. meliert, ■ w I Strumpf 3637a _______ Sonder-Angebot Gießen / Schulstraße 4 RM. Pf. Pf. 30 63866690 RM. 2000000 1800917 86 „ 1000000 15579926» 88 69149992 1.U589664 98209 742206534 18 12000000 — 25000000 ' — O2662| 02660 ncfud)t. 1410923047 ' 42 Statt Karten. Gewinn- und Verlust-Rechnung 1987 ’pt. RM. 1200000 2500000 3620V Wetzl nr. 2186313 32 70054970 | 66 strafte 2. [0263! Gießen, den 2. April 1928. 36161 Dreisen 02621 l ALITÄT noch süchtige 3624V larrogono 1.4? Ml finmos.... 1.50 1.60 Baumwolle 135, 0.95, 0.60 Waschseide 3.50, 2.95,1.65 er ist der allerbeste I 3615a Julius Schulze Pfund 3.20, 3.52, 3.80, 4.00, 4.20 ThamS^GarsS Kreuzplatz Gegründet 1859 3633e Mäusburg 3 Walliorstrahe 12 SPEZI 1.75 0.65 i 75 14 Mako, Gebraudisqual.. - 230, 2.10,1.85 Seidenüor, solide Qual. 230, 2.25, 2.10 13500000 656756 217674 Mlagll Dienheimer Hheinroein Apfelwein. RM. 135000000 48000000 Pf. 33 50 10 41 0644894 1 68 24200847 I 99 Besondere Reserve .... Hierzu Überweisung aus dem Reingewinn . . . Für die warme Teilnahme an unserem Schmerz danke ich, auch im Namen meiner Kinder herzlich. Eigene Wertpapiere Konsortial-Beteillgungen Beteiligung bei der Norddeutschen Bank in Hamburg............. Beteiligung bei dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein A.-G........... Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen........... Schuldner in laufender Rechnung. .... 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Man wird Viesen — was den Ehrgeiz und die Willenskraft von Frau Käthe Stresemann betrifft — teilweise mcht unberechtigten Scherz diesmal bestimmt unterlassen müssen, denn nichts ist im allgemeinen Wechsel und Wandel dieses Frühjahrs sicherer, als daß Dr. Stresemann auch weiterhin der Inhaber der Räume des Auswärtigen Amts bleibt, mit denen sich auch seine Gattin inzwischen ausgesöhnt hat. Obwohl gerade der Außenminister immer wieder darauf hinwetit machen können, wenn diese Kostbarkeiten den zu der Mission gehörenden Damen gehört hätten: das behauvleten aber die Russen auch nicht und weigerten sich trotzdem, die Koffer zu öffnen und die Wertsachen zu verzollen, was Italien fordern konnte, weil die Wahrscheinlichkeit bestand, daß die Russen die Perlen, Steine und Pelze zu Geld machen und — das fürchtete man besonders — damit in Italien Propaganda treiben wollten. Diele Tage lang lagen die Koffer auf dem Zollamt und wurden nicht ausgeliefert, die Russen beriefen sich auf ihre diplomatische Eigenschaft, die Italiener auf das Unerlaubte einer solchen Einfuhr unter diplomatischer Flagge — schließlich wurde unter Protest der Russen der Komvromißweg eingeschlagen und die Hälfte der Koffer geöffnet. Dabei fand man die Perlenkette und die wertvollen Pelze, die nun neben vielem anderem diskreten Eigentum der Russen der Oefsentlichkeit durch die Pressephotographen preisgezeben wurden. In allen anderen Fällen würde von diplomatischen Beziehungen nach einem solchen Vorfall nicht mehr die Rede sein -- aber die Russen protestieren zwar sehr laut, haben aber am Ende eine eigentümlich dicke Haut. Uvll VVIV Viv 1 £ £ . oder vielmehr ihre Gattinnen in Europa gekauft haben, mit sehr hohen Zöllen. Beim Eintritt in das Land, in das er ent- sandt worden ist, unterliegt das Gepäck, ia, das ganze Umzugsgut eines Diplomaten keiner Zollkontrolle. Ausnahmen gibt es immerhin. Cs war *. B. bekannt, daß die erste r u s s U ch c diplomatische Mission, die unter der Führung des späte- ren Botschafters Worowski nach Rom tarn, in ihren Koffern wertvolle Perlen, Edelsteine und Pelze mitführte. Dagegen hätte man nichts Hochschulnachnchten. Der an der Universität Marburg neuerrichtete Lehrstuhl für Prähistorie ist dem Direktors - assistenten am Römisch-Germanischen Zentral- Wuseum in Mainz und Privatdozenten an der Universität Innsbruck Dr. Gero Wer hart von Dernegg angeboten worden. — Hofrat Professor Dr. Hans v.Haberer in Graz hat Llmzug in der Wilhelmstrahe. Reichskanzler mit großem Gepäck.-Das leichte Bündel des Junggesellen. Gtresemanns letzte Zuflucht.—Zollsorgen der Diplomaten. Oberheffen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 3. A-ril. Aus der hiesigen Volksschule werden in diesem Iahre 65 Kinder entlassen. Davon sind 40 Buben und 25 Mädchen. Die Konfirmation dieser Kinder findet am zweiten Osterfeiertag statt. X Wiefeck, 3. April. Am Abend des Bußtags lieh eine andächtige Gemeinde in unserer Kirche ein hohes Lied auf die Mutterliebe auf sich wirken, wie es aus den Rudolf Schäfer- schen Bildern ..Aus dem Leben der Mut- t e r“ in einer Reihe von Lichtbildern des Evangelischen Filmdienstes zu Auge und Herz spricht. Das Lied von der Heimat der Seele bildete die ^Oberleitung zur Passionsliturgie „O Haupt voll Blut und Wunden" aus der Reihe „Die Kunst im Dienste des Evangeliums". Echrift- iporte aus der Leidensgeschichte, gemeinsame Passionslieder und Gedichte von Konfirmandinnen begleiteten Bilder von Dürer. Holbein, Grünewald. Leonardo da Vinci, Rubens, Schnorr von Carolsseld und Rudolf Schäfer: dazu auch gute Wiedergaben aus dem Gebiet der Plastik von Adam Kraft und Michelangelo. Zu einigen wurden auch kurz erläuternde Dildbetrachtungen gegeben. So sind diese Abende sicherlich geeignet, neben dem Erbaulichen auch daS Dollsbildnerische ^^A^Nen-Buseck. 3. April. Aus Anlaß des Abschlusses seiner winterlichen Tätigkeit veranstaltete der Frauen missions - V e rein einen wohlgelungenen Unterhaltungs abend. Rach einer Ansprache des Leiters des Vereins, un- sereS Ortspfarrers Hartmann, in welcher besonders aus die Aufgabe und Bedeutung der Frauenmissionsvereine hingewiesen wurde, kamen einige sich in den Rahmen der Veranstaltung vortrefflich einfügende und von jüngeren Mitgliedern des Vereins mit großem Geschick gegebene Theaterstücke zur Aufführung, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Einige gemütliche Stunden bei Kaffee und Kuchen beschlossen in üblicher Weise den schön verlaufenen Abend. „ w _ 2g. Grotzen-Duseck, 3. April. Am Sonntagabend fand im Saale des Gastwirts Druck eine Schulen tlassu ngsfeier für die Konfirmanden statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz beseht. Auch Kreisschulrat Fischer (Gießen) war anwesend. Rektor Inderthal begrüßte die Erschienenen und wies auf den Zweck der Veranstaltung hin. Im ersten Teil fangen und sprachen die Kinder von ihrem Gott- nertrauen und ihrer Liebe zur Heimat. In einer Ansprache brachte Schulrat Fischer zum Ausdruck, daß es für ihn und das Kreisamt von Wichtigkeit sei, einmal zu erfahren, was in einer solchen Veranstaltung gebracht werde. Er sei von dem Gebotenen sehr befriedigt und könne Kindern, wie Lehrern seine volle Anerkennung aussprechen. Darauf sprach er von der Bedeutung einer guten Schule für den Aufstieg des deutschen Volkes und von der Wichtigkeit guter Beziehungen zwischen Elternhaus unb Schule. Der ft arte Bcluch der Feier lasse darauf schließen, daß dies in Großen-Buseck der Fall fei. Der zweite Teil handelte von der rechten Feier des Sonntags. Defonderen Anklang fand das Theaterstück „Sine SonntagSüberrafchung". Obwohl es große Anforderungen an die Kinder stellte, wurde es frifch und gefällig gespielt. Reben den Kindern gebührt der Lehrerin Fräulein Frei, die sich mit der Einübung große Mühe gemacht hatte. Dank und Anerlennung. In einem ©eiteren Theaterstückchen wurde von den Fortbildungsschüleriiinen gezeigt, wie wichtig für das Eheglück es ist, daß die Hausfrau daS Kochen richtig versteht. Der Posannenchor verschönte die Feier durch zwei Lieder. Der sicher erhebliche Reinertrag ist, wie der Rektor zum Schluß bekannt gab. zur Beschallung eines Sichtbildapparates bestimmt. : Beuern, 3. April. Nachdem die hiesige daß er, in weiser Voraussicht, wie plötzlich man in der Wilhelmstrahe ..entbehrlich" werden kann, in den nun bald fünf Iahren feiner Amtsdauer als Minister feine Privatwohnung in der Tauenhienstraße immer beibehalten hat. so daß er also in der Lage ist. einem etwaigen Rachfolger sehr bald Platz zu machen. Einmal, wenn auch nicht jetzt, wird der Tag wohl kommen, an dem Dr. Stresemann wieder die Wohnung beziehen wird, in der er als Deichstagsabgeordneter gehaust hat. Man wird sich fragen, ob er mit feinen Ansprüchen an „Geselligkeit im kleinen Kreise" sich nicht persönlich dort wohler suhlen würde als in dem offiziellen Palais, in dem seine Gattin die ganze Saison hindurch das ziemlich turbulente Gesellschaftsleben entfaltet bat. gegen das sich der Außenminister in öffentlicher Rede gewandt hat. Sicher ist jedenfalls, daß Stresemann als Privatmann nicht die repräsentative Lebensführung großen Stils fortsetzen wird. denn, wozu er sich heute widerwillig unter dem Zwang des Amtes und zum Schaden seiner Vermögensverhältnisse versteht, dazu wird er. wenn er wieder einmal in die alte Privat- wohnung umzieht, laum mehr zu bewegen fein. Wahrscheinlich wird er dann überhaupt die erste Gelegenheit finden, die ihm von den Aerzten feit vier Iahren anempfohlene Reife nach Aegypten auszuführen. Auch Dr. G e hier hat bei feinem Llmzug persönlich gewiß das Hauptaugenmerk auf die Rotizen zu seinen interessanten Memoiren gerichtet und im übrigen sofort eine Erholungsreise angetreten. Die neuernannten Diplomaten werden m nächster Zeit auch an ihre Heberfieblung denken müssen. Herr von Baligand, der neue Gesandte in Lissabon, lernt m der Zwischenzeit Portugiesisch und will bei seiner Ankunft die Sprache schon beherrschen. Wenn man ihm gc- glauvi hätte, daß die ersten Meldungen über I seine Ernennung nach Lissabon aufgelegter Schwindel seien, daß er selbst viel lieber in Berlin bleiben und Lissabon wahrscheinlich nicht unterhaltend finden würde, wie er jedem sagte, der es hören wollte, — dann müßte der neue deutsche Gesandte in Portugal über den bevorstehenden Umzug etwas unglücklich sein. Aber man kann zur Beruhigung das Gegenteil fest- ftellen und den Schluß ziehen, daß Herr von Baligand wirklich ein — Diplomat ist. Vor kurzem hat der rumänische Gesandte R a n o , der jahrelang in Berlin akkreditiert war. Deutschland verlassen. Er hat bei seinem Umzug seinen kostbaren Besitz, seine Kunst- und Antiquitäten- sammlungen, die er überall auf seinen diplomatischen Missionen zusammengebracht hat, nicht mitgenommen, sondern einem großen Berliner Auktionshaus übergeben, wo sie dieser Tage zur Versteigerung kommen. Natürlich liegt der Grund zu der Trennung von den liebgewordenen Dingen, die auch das Entzücken seiner Freunde bildeten (besonders einzelne Gobelins. Möbel, China- und Iapankunst). auf finanziellem Gebiet. Natürlich konnten auch die Gefahren und Kosten des Umzuges abschrecken, aber für Die letzten wenigstens kommt ja immer der Heimatstaat auf, und vom Zoll, der gerade für Kunstwerte überall sehr hoch ist, ist der Diplomat durch feine Exterritorialität meist ausgenommen. Sein Hei- matftaat allerdings muh diese Exterritorialität I die er selbst verliehen hat. nicht respektieren, und | so belegen z. D. die Amerikaner bei der Rückkehr blau die Konturen des Eisengestänges der Brücke gemalt ist. klar wie mit Wasserfarben, wo Lehm- streifen im noch nicht ganz bewachsenen Userhang leicht aufsitzen, wo vieles leer gelassen ist, dem Aether zuliebe. Tausendmal klarer und weiter ist der Blick als in dem Nebenbildchen „Blick von der Butte" in das wieder die ganze Koloritpalette ein- gesttckt erscheint. „Seine-Brücke" ist wirksam, aber für das gewittrige Motto zu leicht in der Technik. Heißer und stärker aufgesetzt „Das Haus in Arles , bas in der Jahreszeit Frühling und Sommer zu vereinigen scheint. So stark ist es im Licht unb in seinem Spiel der Farben. Das Allee-Herbstmotiv „Les Aliscamps ist zu karg nur auf Fläche berechnet, eine zu wollige Technik' Aus Hunderten von Farbenadern besteht das St Weben „Rotkohl mit Zwiebeln", einheitlich m der Wirkung wie eine Novelle. Bewegungstechmsch sind die hellblau gefüllten Figurinen „Der Mäher" und „Der Holzhacker" interessant. Genial gewellt, aber zu literarisch, zu philosophisch für den Maler sind die Bilder „Olivenhain' und „Steinbruch". Noch ein Blick auf die stürmischen Blütenkerzen der Kastanie „Blühender Ka- stanienbaum", die Dolden des Birnbaumes „Blühender Birnbaum". - „ Und dann beginnen vom „Weißen Haus an Die abstrakten umnachteten Dinge. In diesem Bild hegt schon Blut in den Fenstern, die Sonne beginnt zu kreisen, das Feuevmeer gibt den Bäumen und der Landschaft jenen wahnsinnig-großartigen Kurs. Wie zu Faust II., weil er an Bühnenwert geringer ist als Faust I, die Interpretation und Kommen- tierung einzusetzen hat, so müßte bei diesen letzten Bildern, weil sie malerisch hinter idealischer Kraft zurückstehen, die Biographie des Wunderlebens ixmGogh als gestaltender Ersatz beginnen abgestumpfte Farben sind in ihr eingewebt zu innerem Licht'. _ ... „ „Einsamer Pflug" erinnert in der Technik an „Heimkehr". Ganz mit Lichtgrau gedrosselt: Farben zeigen einen Pflug auf weitem Ackerfeld. Durch aufgewühlte Konturen schwarzer Pinselstnche ist: das Ackerland in starker Bewegung. Zuaoenkopse (88/dll): das eine Bild trotzig, fast van Goghsche Selbstpor- träiphysiognomie, aus einem weißen Hintergründe ausspringend, das rote Käppi so frech, daß es nicht mehr auf dem Kopf sitzt, sondern an die linke Ge- ,'ichlshäliie obgerutscht ist. Das andere Portrat m abqeschliffenen Farben ruht behäbig auf seinem Hintergrund (Mauerstreifen neben Dhoengrun). Beide Bilder ornamental in den Uniformen der Zuavenbrüste. . m .... . Dann das grausam - wahrhaftige Porträt Der Irrenwärtersgattin". Konturenhart hebt sich der Kopf auf dem grauen Hintergrund ab, der — man sieht es in der Nähe — aus schmutzig weißen und ; grünen Farbenfäden besteht. Nicht so verfponnen, aber mit hochgeschlagenem Kragen und stter geöffnetem Mund, noch eine Zigarette im Mundwinkel: Der Einäugige". Das eine Auge, das heller steht Äs zehn, in der Bildmitte ... eine wasferhelle, grüne Kugel mit einem karminroten Punkt (Augapfel). Ein toller Bursche, der Einäugige. Drei Seldftporträts: Am geputztesten das Nr. 18 (88). Tausend Punkte blühen als Hintergrund. 'Nr. 20 (88) aufgelöster, kränker, das Rot des Bartes nicht so steche ich auf der Erdfarbe seiner Bildwand. Ohne Nummer das Selbstbildnis im yenfter. Die Punkte des Hintergrundes zu einem Regenbogen, zu einer Kolorit-Sonne geformt, von der sich der Kops abhebt. Auf das schön gemalte Gesicht sind noch einmal in haardünnen Strähnen Farben gelegt. „Le pere Tanguy", mit holländischer Bauernart fast puritanisch als Porträt zu einem phantastischen Szenenhintergrund: Wechsel japanischer Motive. Die Frau mit dem Tambourin" — ganz in französischer Art — kokettiert auch schon stark mit grellem Kolorit. . Start, ganz undramatisch, gekonnt aus Dem französischen Naturalismus heraus, kühn wie moderne Romane, sind die Landschaftsbilder: „Die Zugbrücke" in der neu gewaschenen Fruhlingsluft. Wo die Häuser ziegelrot lachen und im kecken Dunkel- Kvchfortbildungsschule unter Leitung der Kochlehrerin Frau Schneider von Großen- Buseck das abgclauiene Schuljahr mit einer Prüfung beschlossen hatte, fand eine Ausstellung der im Handarbeitsunterricht gefertigten Arbeiten im Saale der neuen Schule dahier statt. Die Arbeiten waren klassenweise geordnet und zeigten erstaunliche Fortschritte der Schülerinnen auf diesem wichtigen Unterrichtszweig. Schon die zierlichen Arbeiten unserer Achtjährigen zeugen von dem Interesse, das die Lehrerin Frau Sommerlad ihren Schülerinnen beizubru-«en versteht. So konnte sie mit Stolz das Ergebrn« einer Jahresarbeit der Öffentlichkeit unterbreiten -- Arn Samstagabend fand im hiesigen Schulfaal eine Entlassungsfeier im Rahmen eines Elternabends statt. Zur Entlassung gelangen in diesem Iahre sechs Knaben und sechs Mädchen. Lehrer Edelmann richtete herzliche Worte des Abschieds an die aus der Schule ausscheidenden Kinder und gab ihnen Ermahnungen mit auf ihren Leben-Weg. Einige von den Schülern vorgetragene Gedichte, sowie einige Volkslieder trugen sehr zur Verschönerung der Feier bei. Zwei ernste Stücke aus der Steinzeit, sowie ein Bühnenstück „Der Gliicks- geber", von den Schülern gana vorzüglich herausgebracht. gaben dem Abend ein besonderes Gepräge und ernteten reichen Beifall. Dem Zweck des Elternabends, innigere Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus, dürfte man ein gutes 1 Stück näher gekommen sein. wn. W e i ck a r t s h a i n, 3. April. Dieser Tage fand unter Leitung des Lehrers Reihl im Saal des Gastwirts Hock eine Abschieds - feier der hiesigen Konfirmanden statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz beseht. Die Feier wurde verschönt durch die Aufführung von zwei wohlgelungenen Theaterstücken. Verschiedene schöne Lieder wurden inzwischen gelungen und reizende Gedichte vorgetragen. Zum Schluß hielt Lehrer Reihl noch eine Ansprache und ermahnte die Konfirmanden für ihren weiteren Lebenslauf. -D Lich, 3. April. Da von nicht weniger als drei Seiten gegen die am Do-m^rstag, 22. März, vorgenommene Dürgermeister- wahl Einspruch eingelegt worden war,weilte gestern Oberregierungsrat Dr. Heß vom Kreisamt Gießen hier, um Untersuchungen in der Angelegenheit vorzunehmen. Auf Grund des fest gestellten Materials wird nun das Kreisamt Gießen zu entscheiden haben, ob die jüngste Vürgermeisterwahl als gültig oder ungültig an- zuseAn ist. _ . T Steinheim, 3. April. Riefer Tage fand im hiesigen Gemeindewald die einzige diesjährige Brennholzversteigerung statt, zu der sich eine verhältnismäßig große Zahl Kaufliebhaber eingefunden hatte. Obwohl der größte Teil der Ortseinwohner feinen Holzbedarf in den staatlichen Waldungen gedeckt hatte, wurden gegenüber Versteigerungen in der Umgegend außerordentlich hohe Preise erzielt. Buchcnscheit- holz, teilweise etwas anbrüchig, kam je Raummeter auf 14 bis 17 Mk.. Buchenmischreisig kamen 4 Raummeter auf 10 bis 16 Mk., Duchenknüppel (Astknüppel) 12 bis 15 Mk.. Buchenstöcke 8 bis 9 Mk. Fichtenrundscheit kam je ein Doppelraummeter aufxl3 bis 19 ML, Fichtenknüppel 10 bis 16 Mk.. Fichtenreisig 3 bis 6 Mk., F'chten- stöcke 4 bis 11 Mk. Eichenscheitholz kostete ,e den Rus auf den Lehrstuhl der Chirurgie an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf als Nachfolger von Professor Ed. Rehn angenommen. _ , . Der durch die Emeritierung des Geh. Medi- zinalrats R. Beneke an der Universität Halle erledigte Lehrstuhl der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie ist dem Ordinarius l)r. med. Hermann Be i hke an der älniberfität Graz angeboten worden. Der Lehrstuhl der Ehemie an derLeipziger Universität ist dem ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Zürich, Dr. Richard Kuhn angeboten worden. — Der Privatdozent für deutsche Rechtsgeschichte, deutschesPrwatrechi, bürgerliches Recht, Handelsrecht und Rechtsver- gleichung an der Königsberger Universität, Dr. jur. Hans Oppikvser, hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Rechtswissenschaften an die Handels-Hochschule Mannheim erhalten. — Als Privatdozent für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten habilitierte sich in der medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt a M. Dr. med. Hans Leicher, Oberarzt an ber Hals- und Nasenklinik, mit einer Schrift „Die Vererbung anatomischer Varietäten der Nase, ihrer Nebenhöhlen und des Gehörorgans". — Der durch das Ableben des Prof. H. Prehsing an der Universität Köln erledigte Lehrstuhl der Ohren--, Hals- und Nasenkrankheiten ist dem ordentlichen Professor Dr. med. Alfred Güt - tid) in G r eif swald angeboten worden. Professor Dr. Gregor Wentzel in Leipzig hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der theoretischen Physik an der Universität Halle abgelehnt. Professor Dr. Iohann Sölch in Innsbruck hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Geograph an der Universität Heidelberß als Nachfolger des Geheimen Hofrats A. Hettner angenommen. _ Das durch das Ableben des Professors Dr. W. Schachenmeier an der Technischen Hochschule in München erledigte Ordinariat für Statik der Baukonstruktion und Eisenbau ist dem Derzeitigen Rektor der Technischen Hochschule in G r az, Professor für Brückenbau Dr.-Ing. h. c. Georg Kapsch angeboten worden. Der hochpolitische Akt der Reichstagsauf- | IBfung hat eine ziemlich alltägliche und sozu- I lagen private Kehrseite: in der Wilhelmstrahe und da und dort in den Ministerien werden einige Wohnungen „gekündigt" und müssen zu einem vorläufig noch unbestimmten Zeitpunkt von den derzeitigen Inhabern Mieter kann man I wohl nicht sagen - - geräumt werden Man weih, dah Bismarck, als er Die Wilhelmstrahe — damals allerdings nicht wegen einer Reichstagsauflösung — verlassen muhte, einigermaßen gedrängt wurde, und daß schliehlich der Umzug mit einer Eile bewerkstelligt wurde. Die Den Reichskanzler, der jahrzehntelang in Der Wilhelm- ftrafk gelebt, gearbeitet und geherrscht hatte, lebhaft verstimmen muhte. Auch heute wird das Reichstanzlerpalais wieder frei. Es hat in Den letzten Iahren manchen Umzug erlebt, und Die Auguren Der Wilhelmstrahe pflegen aus Der Art und Dem Umfang des Mobiliars, das der .neue Mann" mitbringt, Schlüsse auf die mut- mähliche Dauer der Kanzlerschaft und des Kabinetts zu ziehen. Diese politische Wetterkunde rechnet allerdings weniger mit Den Staatsmännern als mit ihren Gattinnen Man erinnert sich sehr gut. Daß seinerzeit ffrau ®r. Euno eine so vollstänDige Einrichtung ans Hamburg nach Berlin ins ReichskanzlerpalaiS mittiahm daß sie den unbedingten Eindruck des „Hier sind wir. und hier bleiben wir!" berDorriet Diesen Dillen zu einer mehrjährigen Kanzlerschaft Cuno trug Frau Dr. Cuno ungeachtet Der abmahnen- Den Vorsicht ihres Gatten zur Schau — und man weih, daß in diesem Fall Die Auguren durch die Zeichen getäuscht worden smd. Em Junggeselle wie Dr. Wirth ist natürlich mit verhältnismäßig leichtem Gepäck eingezogen. Denn Die amtliche Einrichtung Des Reichskanzlerpalaiv ist ja vorhanDen: Der Hauptraum, Der „Kongreß- (aal“ in Dem Der Berliner Kongreß tagte, hat I heute noch dasselbe Ameublement wie m der Bismarck-Zeit, ebenso die übrigen Empfangsräume. in denen sich unter Den Einrichtungs- acgenstänDen manches Erinnerungsstück befindet, und Der Reichskanzler selbst arbeitet am Schreibtisch seiner Vorgänger. Der unverrückbar als Hort der Kontiunität und Der Tradition stehen bleibt. 2LÜ$ Dr. Marx zum erstenmal als Reichskanzler in Der Wilhelmstrahe einzog. hat er eine An- ordnung getroffen. Der er damals wohl nur vorübergehende Bedeutung beimah: er hat von dem Recht Gebrauch gemacht, Bilder aus den Berliner Galerien leihweise zur Ausschmückung Der Räume des Reichskanzlerpalais heranzuziehen, und er hat dabei gute Werke älterer religöser Kunst gewählt. Diese seiner bestimmten Sinnesart entsprechende Aenderung hat er wohl dauernd im Bild Des Reichskanzlerpalais eingefügt, und sie wird auch jetzt beim — voraussichtlich endgültigen — älmzug von Dr. Marr aus Dem Reichskanzlerpalais laum mehr verschwinden. Im iibrigen hat auch Reichspräsident von Hindenburg beim Einzug seinem persönlichen Geschmack in Der Ausschmückung des Präsidentenpalais Ausdruck gegeben, indem er es mit Militär-, und Kriegsbildern aus den Gemäldebeständen des Staates San Gogh-Ausstellung in Frankfurt. Diese Biwsammlung (der Galerie M. Goldschmidt & Co.) ist mit knapp fünfzig Gemälden ganz privat und salonarttg. Zn nur drei Räumen hat sie eine äußerst intime Kraft. Sie bedeutet deshalb em (Ereignis für Süddeutjchland Der Beschauer wird nicht eklektisch vorgehen und wie in efner großen Raumausstellung nur einzelne Werke beurteilen. Der Querschnitt des gesamten Schäftens Dinzent van Goghs ist in solch imponierender Art gezeigt, daß man weder das brennende Bild des Olivenhains noch das metaphysische des Steinbruchs oder eines der Seldstporttats bevor- zugen Darf. Denn es sind ja noch da die unaus- spLchlich schöne Landschaft, oder die Gärten mit der arbiqen Punkttechnik, oder gar das Meisterstück I , Haus in Arles" mit dem Preußischblau eines feenhaften Himmels. Man suche keinen Mittelpunkt. Pro Tag eins, oft zwei Bilder, ergeben für die Jahre 1888/89/90 (seine letzten Iahre) weit über Tausend. Neun Jahre nur hat van Gogh im Gan yn gemalt, und mm — dies Kammers Piel vo.t fünfzig Bildern. Aus Der Borzeit klassischer Tönung (niebcrlän di sch) ein paar Exemplare (1885/86), bei Denen im „Stilleben mit Bibel" Die ersten Kolorite auffallen. Schwer, klotzig, leuchtend durch öldicke Farbslecke „Der Stuhl von Gauguin". Ein Requistt von unheimlicher Monumentalität, ganz die Apotheose sei- iies Besitzers. Ein Teppich mit farbigem Geblume. zieht fast ohne Perspekttoe bis zur Bildmitte, wo fein Rand abschneidet gegen eine dunkelgrün gefleckte Wand, ßints oben in der Biwecke eine offene Gasflamme, deren Licht m einem Scheibenkreis ein = gesperrt ist — fonnengelb wie Das eine Der Bücher, die auf dem Stichlsch liegen. Zu Eck hängt ein konträres Gegenstück seines Schaffens: .Heimkehr". Zartblauer Ton, fast zeichnerische Malerei, selbstverständliche Perspekttoe gestatten Das Motto vornehm wie in einem Gobelin. (Heimkehr eines Daueruehepaares. Die Frau reitet auf einem Esel.) Die emsige Strichtechnik der Piusel- sührung ist aufgegangen in Der Landschaft. So viel Blick in die Zeitschriften 31. Fortsetzung. Nachdruck verboten k n, wir für bte! (Fortsetzung folgt.) V „Wir lassen uns nix mchr gefallen. Dinier sich schon vormals zur Wear setzen muff*: fetzen uns nu wieder zur Wehr. Verfluchte ®t*i* em! Wir taffen uns mt das letzte ouspreffen U «i! 1 3-nuo rothL von N -i-rrcr AillkoM tan arn Icgrühun dargcbrac die sy -icrau! mensgrus fall- rin mcindr. und en>< Raummeter 10 bis 14 Mk, Eichen knüppel 5 bis 9 Ult., Eichenstöcke 7 bis 9 Mk,. Eichenreiser 0,50 bis 2 Mk. Besonders begehrt waren Äiefern» Stöcke, die, vollständig erdfrei, mit 9 bis UM. je Raummeter bezahlt wurden, während Kiefern- knüppel auf 9 bis 13 Mk. und Kiefernreisig auf durchschnittlich 1 Mk. kamen. Lärchenknüppel kamen aus 11 biS 12 Mt. je Raummeter. Billig waren die Preise bei der anschließenden R u h - Holzversteigerung. Fichtenderbstangen erzielten je nach Stärke und Qualität einen Preis von 1 bis 4 Mk., FichtenreiSstangen 1. Klosse kam das Stück aus 20 bis 30 Pf. und Bohnenstangen erhielten je 100 Stück für 5 bis 6 Mk. den Zuschlag, ein Preis, der als ausgesprochen billig bezeichnet werden muh, zumal es sich um gute Ware handelte. s. ältphe, 3. April. Am letzten Schultage fand in der Schule eine Entlassungsfeier für die diesjährigen Konfirmanden statt, an der die Eltern und zahlreiche Angehörige der Kinder, sowie der Gesamtschulvorstand teilnahmen. Es wechselten Gesänge und Gedichtvorträge. Um auch einen Einblick in die Arbeit der Schule zu gewähren, kamen schristliche Arbeiten sowie die im Handarbeitsunterricht von den Mädchen gefertigten Gegenständ? zur Vorlage. 3n einer kurzen Ansprache ermahnte Lehrer Arnold die zu Entlassenden zur Treue gegen ihren Gott, ihr Volk und ihre Heimat. gck. G r o h e n - ' .3. April. Die in zwei Sälen der neuen Schule vorgrnommene Ausstellung von Handarbeiten aller Klassen t>er Volks- und Fortbildungsschule war außerordentlich stark besucht. Besonderes Interesse fanden die schönen Kleider und Knabenanzüge, welche die FortbilbungSschul- klassen angefertigt hatten. GS zeigte sich, daß die beiden von der Gemeinde angeschafften Ääh- maschtnen sich gut bewähren. Die Handarbeitslehrerin, Frau Sch n e t d e r, wie die Schülerinnen köirnen mit Befriedigung auf ihre Jahresarbeit zurückblicken: sie ernteten allseitige Anerkennung. Auch die von der gewerblichen Abteilung der Knabenfortbildungsschule ausgestellten Zeichnungen fanden besonders bei den Handwerksmeistern starke Beachtung. Mreid Büdingen. * Ridda, 3. April. DaS Ueberland- werk Oberhessen erwarb von Bauunternehmer Drott hier einen Bauplatz in der Ludwigstraße. Auf diesem soll ein Dienstge- b ä u d e für den Betriebsleiter des Bezirks Rid- da errichtet werden, dessen gegenwärtige Dienstwohnung in einem dem Ueberlandwerk gehörigen Hause im Iohanniterhof zu anderen Zwecken der Verwaltung Verwendung finden soll. — Die hiesige Realschule i. C. wurde im abgelaufenen Schuljahr von 96 Schülern besucht, von denen 46 von auswärts stammten. Die im vorigen Jahre neu gegründete Unter-Sekunda besuchten 21 Schüler, die alle entlassen wurden und größtenteils in Vollanstalten in Gießen und Friedberg eintreten. Reuanmeldungen sind bereits so zahlreich eingegangen, daß der letzt- jährige Schülerbestand etwas überschritten wird. An der Anstalt wirkten seither 3 Studienräte, 1 Studienassessor, 1 Lehrer, 1 Lehrerin und al« Hilfslehrer die beiden evangelischen und der katholische Pfarrer von hier. Den Unterricht für Handarbeiten erteilte die an der hiesigen Volksschule angestellte Lehrerin. "/ Kreis Schotten. □ Laubach, 3. April. Dieser Tage hielt der hiesige Schühenverein unter dem Vor- sitz deS Schützenmeisters Kaufmann Kreiker . im Gasthaus „Zum Wettertal" eine auheror- 5 deutliche Versammlung ab, um die Einzelheiten der Tagung des Gau-Schühenverbon- '' deS, die hier vom 15. bis 17. Juli abgehalten wird, festzustellen. Man beschloß, die Kapelle de« hiesigen Musikvereins zu nehmen. Der Dirigent Diehl wird seine Kapelle durch auswärtige Kräfte verstärken. Weiter beschloß man, den Schühenverein beim Amtsgericht eintragen zu lassen. Dann wurde mit der Ausgabe der Aktien zur Erbauung der Anlagen in Höhe von 2000 Mark begonnen. Dis jetzt sind 20 Ehrenpreise seitens der Mitglieder aestiftct. Die Holzschneidereien Schmidt (Laubacher Wald) und Rühl (Schvttener Straße) haben sich erboten, ihre Maschinen zur elektrischen Beleuchtung deS Festplatzes zur Verfügung zu stellen. Die Schießhalle am Ringelsberg Höft einschließlich des Wohnhauses inlrümmer, nur die Grundmauern ragen noch an der Unglücks stelle empor. Der Schaden ist sehr groß. Zum Glück herrschte Windstille, sonst wäre der ganze, eng aneinandergebaute Block von Häusern ein Opfer der Flammen geworden. Starkenburg. WSR. Griesheim b. Darmstadt, 3. April. Gestern spielten aus einem freien Platze mehrere Knaben Fußball. Dabei kam der 14jährige Gernand zu Fall, wobei ihm ein feststehende« Messer, das er bei sich trug, in die Brust ging. Die herbeigerufenen Arzte konnten nur noch den Tod des Knaben feststellen. ««»$ Ä pocht?» Schlo'»» Wrl. » p'lES teilet, »nrtt Olli tklik>e hältlu sich geir -ic «v taMslt fluitirn ii. dgl. । man die ein Sri lastens c eingemr liegen Msterb> Dien« tvirderhi letzten ■ der tun lvald» gelegen! einer ff ObctpoH von der serunj Sonnt Postzug Frau!" Als er ihr nahe kam, spürte sie seinen Atem. Und der roch nach Wein. — An der ganzen Mosel stand ee gleich schlecht mit dem Verkaufen; so wie 93 re mm warteten viele. Und im Rheingau und in der Pfalz sollte es ebenso sein, man las davon in der Zeitung. Simon Bremm dachte daran, was der junge Breis damals zu ihm gesagt hotte, als er sich äußerlich und innerlich gesträubt, dessen Darlehen anzunehmen: „Wir Winzer müssen Zusammenhalten." Jo, das müssen wir, deichte Bremm, und er überlegte, zu was es wohl führen könnte, wenn sie einmal alle zusammen vorstellig würden. Vereinzelte Notschreie waren schon oft genug laut geworden, aber sie waren verhallt. Ob ungehört? Es verlautete etwas von 93er» Handlungen im Reichstag, es sollten Slbgeorbnetc austzeschickt werden in die Weinbaugebiete, um sich u» informieren. Pah, was hatte das wohl für einen Zweck?! UeberaU fanden sich noch einige große Leute, die die Abgesandten zuvorkommend aufnah men, es gab gut zu essen, nock besser zu trinken, mit rotglänzenden Gesichtern standen die Herren von der Tafel auf und fanden zuletzt, daß die Winzernot doch nicht so groß sei. Und sie war groß. Oh, daß die Herren von Berlin doch nur einmal einen einzigen Tag bei dem weniger großen, bei dem kleinen und klemsten Winzer verweilten! In der kinderreichen Stube säßen, in der die Kleinen nicht Schuhe, nickt Strümpfe anhaben, auf dem kahlen, gestampften Lehmboden der Säuglina ohne wärmendes Höschen mit nackten Schenken herum- rutscht! So war's bei dem Loesenich, und so war es bei vielen. Oh, daß sie jene Stufen hinabkröchen, die, finster und ausgetreten, in jene Keller führen, die nach nichts, nach gor nichts ausfehen, und doch voll sind von Fässern mit Wein, von unverkäuflichem Wein. Ahr Herren, das müßt ihr sehen! Und dann müßt ihr nicht in die Tasche fahren und der niedlichen Kleinen in das blaugefrorene Händchen ein Geldstück stecken: „Da, die Mutter soll dir ein Paar warme Strümpfe dafür kaufen!" Ha, darum geht's nicht! Mit einem Almosen ist nickts gedient. Was sollen uns die fünfundzwanzig Reichsmark pro Morgen, die die Winzerhilfe jedem zuweist, der Antrag darum stellt?! Ein Bettelgroschen. Und der Winzer bettelt nicht; er will nur fetn Recht. Schöne Worte wollen wir auch nicht — Worte sind feine Stüber. Wenn es heißt, die Regierung dächte Tag besonderer Frachtdamvfer. Prof. Dr. Hans Tietze beleuchtet das Verhältnis Albrecht Dürers zur deutschen Rachwelt. Sommertage an der portugiesischen Küste erleben wir in Zeichnungen und Worten Walter Wellensteins. Scherenschnitte und der Schmuck der modernen Frau finden interessante Würdigung, und vieles weitere Schöne erfreut uns immer von neuem beim Durchblättern des reichhaltiaen Monatsheftes, das man eigentlich mit größerer Berechtigung ein Monatsbuch nennen könnte. — 3m Daheim (64. 3ahrgang Rr. 27, Del- hagen & Klasina) beginnt ein neuer Roman von Max Dreyer, „König Kandaules". Menschen aus der Heide und vom Strand des Meeres, hoch und schlank, mit weizengelbem Haar, mit blanken Augen und klaren Stimmen treten darin auf. Dem Gedächtnis Dürers und dem Gedenken BiSmarcks sind zwei ausführliche Aufsätze gewidmet. Deutsches Land schildert Ludwig Finckh in „Mein Bodensee". Mit einer aktuellen Frage beschäftigt sich die 'Abhandlung über deutsche Arbeit im gegenwärtigen Rußland. Eine selbständige Rovelle „Frau in der Kirche" von Susanne Tornwaldt ist weiterhin aus dem abwechslungsreichen Inhalt des HefteS hervorzu- heben. — Reue Musik-Zeitung. (Ernst-Klett- Verlag in Stuttgart: 3ahrg. 49; Heft 9, 10.) — Das neunte Heft ist der Bühne gewidmet. Der Dresdener Oberspielleiter Dr. Otto Erhardt, einer unserer bedeutendsten Operndramaturgen entwirft einen deutschen Muster- (und Meister-) Spielplan. Fritz Tutenberg, Kiel, bricht eine Lanze für die vielfach unterschätzte sog. „Prvvinz- oper". Dr. Wilhelm Heinih erwartet von der vergleichenden Musikwissenschaft klärende Ausschlüsse über mancherlei Tatsachen der Opem- geschichte, „inwieweit alle exotischen Elemente, die man aus angeborener Romantik unserer westlichen Opernkultur auszupfropfen Pflegt, triebhaft organische Bedingtheiten oder bloße modische Tlebermalungen sind, die unS weder vor- noch rückwärts bringen“. Alban Berg, der Komponist des „Wozzek". äußert sich zum Opernprvb-lem: „nicht unbedingte Weiterentwicklung, sondern zu gutem Theater schöne Musik zu machen, oder so schöne Musik zu machen, daß — trotzdem — gutes Theater daraus wird." Der „Verfall der franz. Oper" (Aubrs Coeurvh, Paris), „Oper in England" (Ferruccio Douavia, London), „Einige Aamen zur Operngeschichte ber Tschechoslowakei" (Dr. Erich Steinhard, Trag), Gesangsstudium und Opernverhältnisse tn Amerika" (Herbert Viehle, Berlin) vervollständigen daS Bild von der Gegenwartsoper. Das zehnte Heft bringt einen Brief Franz Werfels an die Schriftleitung, in dem er sich von dem Dorwuuf der angeblichen Verunglimpfung Beethovens in feinem Verdi^Roman reinigt. Eine der eigenartigsten Persönlichkeiten zur Wende deS 17. Jahrhunderts, den Musiker. Diplomaten und hohen geistlichen Würdenträger Agvstinv Steffani schildert A. Einstein. Otto Ursprung schreibt über daS ihm ureigenste Gebiet: „Rangordnung und Zeitftil in der katholischen Kirchenmusik“. Zeitgenössische Opernszenenbilder im 9. Heft: im 10. Heft erstmalige Veröffentlichung einer Eanzo- nette für zwei Soprane von Earissimi und eines LiedeS 3ohann Philipp Kriegers: „Dom Jagen“. — Albrecht Dürer, dem großen deutschen Meister, dessen Andenken anläßlich seines 400. Todestages in ganz Deutschland grfeiert wird, ist auch die neueste Rümmer 4333 der 3Hilft r i r t e n Zeitung (3.3 Weber, Leipzig) gewidmet. 3n zahlreichen einfarbig und farbig reproduzierten Kunstwerken und den verschiedensten Beiträgen lebt das gewaltige Schaffen Albrecht Dürers wieder vor unseren Augen auf, und wir erhalten ein zum Ganzen abgerundetes Bild von DürerS künstlerischer Persönlichkeit. Mit Stolz nennt ihn Prof. Dr. August Grisebach in seinem Beitrag Dürer den Deutschen, denn trotz des italienischen Einflusses blieb Dürer im Grunde seines künstlerischen und menschlichen Empfindens ein Deutscher bis zuletzt. Mab auch seiner engeren Heimat: Rürn- berg, ist er bis zu seinem Tode treu geblieben. So schildert Dr. Theodor Hampe. wie Dürer die vorteilhaftesten Angebote fremder Städte ablehnte, weil er zu innig mit seiner Vaterstadt verbunden war. Die künstlerische Anregung. die diese ihm geboten hat, zeigen die im Rahmen dieses Beitrags wiedergegebenen A> rrelle auS Rürnberg und seiner Umgebung. Wie Rürnberg seinen großen Sohn schon zu seinen Lebzeiten geehrt hat, so hat es ihm auch immer ein treues Andenken bewahrt, treffen wir doch in dieser alten deutschen Stadt auf so manche Dürer-Gedenkstätten, von denen ebenfalls einige in Abbildungen gezeigt werden. — 3n den Schriften der Hessischen Hochschulen erschien in Heft 2 deS 3ahrgangs 1928 der wegen seiner Grundsätzlichkeit auch für die Allgemeinheit bedeutsame Vortrag, den auS Anlaß der Reichsgründungsfeier Geh. Baurat Professor W a l b e an der Technischen Hochschule in Darmstadt über Landschaft, Geschichte und Baukunst gehalten hat. Der unseren Lesern auch als geschätzter Mitarbeiter an unserer „Heimat im Bild" bekannte Verfasser erläutert daS Werden der Baukunst aus Landschaft und Geschichte an zahlreichen Beispielen unserer heimatlichen Kunst. — „P a n t h e o n", Monatsschrift für Freunde und Sammler der Kunst. Herausgegeben von O. von Falke und August L. Mayer. (Verlag F. Druckmann A.-G.. München. Preis 7,50 Mk. vierteljährlich. Elnzelheft 3 Mk. DaS dritte Heft festigt die Aeberzeugung. daß mit der Zeitschrift etwas Vollendetes geschaffen wurde. Eine Mille von Leitaufsähen wertvollsten Inhalts, illustriert durch reiches (auch farbiges) Bildmaterial in vorbildlichster Ausführung, lieber den Inhalt sei kurz angegeben: Einem Aufsatz von Wilhelm von Suida über Paolo Veronese mit der Besprechung wenig bekannter Werke folgt eine kurze, reich illustrierte Würdigung der Galerie Huldschinsky und ein längerer Aufsatz Ernst Buchners über Hans von Kulmbach. O. von Falke bringt uns einen sassanidischen Elsenbeinkasten, und L. Scher- mann spricht übet den alten Rationalindischen Buddhachp. Tin Aussatz Marc Rosenbergs über oströmischen Golbfchmuck sowie eine Besprechung 3ean Guiffreys über das Vermächtnis Moreau- Relaton beschließen den Teil der Leitauffähe. — „WestermannS Monatshefte" find in ihrer AprilauSgabe wieder von ungeahnter Vielseitigkeit. Farbensatte Bilder umrahmen Plaudereien über die verschiedensten Themata. Wir lesen Reues, Ungenanntes über den Bau ser aufgetrieben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 16 biS 22 Mk. und für Springer 28 bis 35 Mk.. je nach Qualität, bezahlt. DaS Geschäft war gut, der Handel sehr flott. Trotz deS überaus großen Angebotes blieb fast kein Lleberstand. Kreis Alsfeld. (=) Ober-Breidenback, 3. April. Am Palmsonntagmorgen gegen 9 Uhr brach auf dem Grundstück des Landwirts und Schmiedemeisters Krieger Hierselbst Feuer aus. Obwohl die hiesige Feuerwehr und die Wehren aus Nieder-Drei- denbach und Strebendorf rasch zur Stelle waren, konnte den Flammen nicht wirksam entgegengetreten werden, da die Wasferleitung versagte. Die Frauen und Mädchen des Dorfes trugen nun eifrig Wasser aus den Brunnen herbei, jedoch konnte damit eine wirksame Brandbekämpfung nicht durch geführt werden. Das Feuer, das anscheinend in der Schmiede ausgebrochen war, legte das ganze G e - Wirtshaus gehen, wenn sie zusammenkommen wollten. Und da war es auch warm. In den Stuben der Häuser wurde nicht geheizt, nur in den Küchen, und da drängten sich Frauen und Kinder zusammen. In diesem Jahr hätte man mehr Feueruna gebrauchen können, in der Nässe froren die Menschen. Den Männern blieb es auch in der Wirtsstube kalt, trotzdem der Eisenofen rot glühte, und alle Viertelstunde einer ging, die Ofentür aufriß und noch ein« Schaufel Kohlen nachfeuerte. Wie Todeskälte kroch ee sie alle an, wenn Simon Bremm ihnen tlariegte, wie traurig es um die Sache der Winzer stand. Wo war für die das Interesse? In Berlin bei der Regierung? Man wollte es hoffen. Aber das war nvck nicht genug, was saate das ganze Deutschland baw? Was sagten Sachsen, Pommern, Holstein, Ostpreußen? Mußten nicht alle wie aus einem Munde rufen: »Hilfe den Winzern?!" Aber kein« Rufe und lauter taub« Ohren, lauter kalte Herzen. „Die ziehn ihre Kartoffeln, die bauen ihr Korn, die haben kein Herz für uns,“ saate Bremm traurig. Und all« nickten bekräftigend: so war es. Allein stand der Winzer, ganz abseits. „Laß ihn verrecken,“ sagte der Loesenich mit bitterem Lachen, und Nepomuk Reiter verslärkte das noch: „Je eher, je lieber. Dann find ein paar tausend Fresser weniger im Deutschen Reich, und der Bauer, der nit Wein baut, setzt desto mehr Fett an!“ Bremm hob wehrend die Hand: „Dem nebm ich nix übel. Ich bebauet et nur. Die ihn nit besser belehrt haben, nit dafür gesorgt haben, bat der Ackerbauer nit taub is, wenn der Weinbauer ,Zu Hilf schreit, die klagen wir an. Wir haben all bat gleiche Vaterland, wir müßten uns nur viel besser kennen.“ Wenn Bremm so ruhig sprach, blieben auch sie ruhig. Aber wenn's ihn hinriß, wenn er aus des Loesenich kahler Stube kam, wo die Frau kränkelte und das Brot schon feit fast einem Jahr auf Borg gehott iverden mußte, wenn er selber, da er mit den letzten Steuern in Rückstand geraten war, fürchten mußte, gepfäicket zu werden, dann sprach er heftig, und dann wurden sie noch viel heftiaer. wird in dieser Woche in Angriff genommen; die Schieß stände sind bereits fertlggeftellt. — Der „Zweigverein Laubach des Vogelsberger Höhenklubs" unternahm vorgestern unter Führung des Obersekretärs Elbe seine 3. Wanderung in diesem DereinS- jahr. Man wanderte, der regnerischen Witterung wegen, die Staatsstraße nach Schotten, sodann über Michelbach und Breungeshain zum Hoherodskopf. Hier nahm man teil an der stimmungsvollen Dismarckfeier, bei der Studiendirektor H e r t s ch - Schotten die Festrede hielt. Alsdann wanderte man über die Herchenhainer Höhe zur Station HartmannS- hain, von wo der Abendzug zurückführte. Die Stimmung war aehoben, wenn auch der starke Rebel die Wanderung teilweise sehr beeinträchtigte. Y Gedern. 3. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 803 Ferkel und Läu- Ach, solch ein verlassener, verabsäumter Berg ist schrecklicher als ein am Wegrand Ermordeter! Die Bremm schauderte: und war das heute ein Wetter, so ungetrost und trübselig! Das Herz wurde einem |o schwer davon. Und wenn sie auch nicht an das Gespenst im Zuckerberg alaubte, ihr war es nun doch, als käme es von daher wie Unglück. Es blies sie was an. Und vom Fluß wehte cs plötzlich auch unheilverkündend und schaurig. Es lief ihr über den Rücken, fröstelnd fuhr sie zurück und sOoß eilig die Haustür. Wo blieb Bremm? Er ließ sich lange nicht sehen. Die Frau hatte schon mit den Kmdern gegessen, als er wieder die Küche betrat. Aber er sagte: „Laß, ich essen nix," als sie ihm Kartoffeln auftun wollte Er war im Keller gewesen. Und besserer Stimmung war er heraufgekommen, als er hinuntergegangen war. Es war doch etwas Herrliches um den Wein, etwas Leib und Seele Erhebendes! Gott fei gedankt, das der den Wein wachsen ließ. Und auch dem alten Noah gedankt, der die erste Weinrebe pftanzte. So ein alter Schlaumeier, der hatte lang peinig trocken in feiner Arche gesessen, der wollte nun trinken. „Wahrhaftig, mer sitzt beinah hier setzt auch wie in der Arch'j" Die Bremm sah ihren Mann ganz verwundert an: das war doch nichts, um so zu lachen. Aber sie freute sich viel zu fepr feiner besseren Stimmung, als daß sie nachgedacht hätte: woher kam die? Er sing wieder von der Geschichte beim Loesenich an; aber setzt nicht mehr so aufgebracht, nur ganz welchmütig und rührselig. Und zuletzt sagte er: „Wenn du et entbehren kannst, Anna, wär et mir lieb, du gabst dem Loesenich feinem Kleinsten täglich wat Milch ab." Ja, das wollte sie tun! Gutherzig ging die Frau sogleich darauf ein. Allzu viel Milch gab die Kuh ia nicht, denn es mangelte ihr an Kraftfutter, aber doch immer genug, um den Kindern bei Lövenichs abzugeben. Da zog er sie an sich: „Bist 'n gut Die goldenen Berge. Vornan von Clara Diebig. Eophrlght by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. Rheinhessen. WSR. Osthofen. 3. April. DaS zehn 3cchre alte Töchterchen des Arbeiters Adolf Heß war nachmittags allein zu Hause und arbeitete in der Küche. Dabei kam eS dem Herd zu nahe, die Kleider fingen Feuer und im Ru stand daS Kind in gellen glommen. ES eilte Hilferufenin drn Hof, wck^ein Rachbar die Flammen erstickte. Die Brandwunden des bedauernswerten KindeS waren jedoch so schwer, daß es in der Rächt verstarb Auch der hilfteiche Rachbar hat erhebliche Brandwunden davongetragcn. Preußen. Kreis Wetzlar. WER. Wetzlar. 3. April. Die 3ndustrie- und Handelskammer Wetzlar beabsichtigt. mit Beginn des SommersemesterS eine höhere Handelss chule mit zweijährigem Kursus und täglichem Unterricht zu eröffnen. Man sieht ein Bedürfnis für eine solche Anstalt für gegeben an, da die städtische höhere Handelsschule Gießen ein sehr starkes Kontingent von Schülern aus Wetzlar aufzuweisen hat. i Wetzlar, 3. April. Der weithin sichtbare Stoppclbergturm ist vorige Woche wegen Baufälligkeit gesprengt worden. Die Stabt Wetzlar hatte den Abbruch im Wege der Vergebung einet hiesigen Daufirma übertragen. Ein halbes Menschenalter hat der hölzerne Turm, den seiner Zeit der TaunuSklub errichtet hatte, Tausenden von Wanderern die Schönheiten der engeren und weiteren Heimat gezeigt, bis der Zahn der Zeit seine einst starken hölzernen Pfosten morsch und mürbe gemacht hatte. Die Stadt Wetzlar beabsichtigt nunmehr, mit Hilfe eines KreiszuschusseS einen neuen Turm an gleicher Stelle zu erbauen, der voraussichtlich in Mauerwerk aufgesührt werden dürfte. Hoffentlich wird dabei, ähnlich des DünSbergturmeS. auch eine kleine AnterkunftShalle mit erbaut. XX Kinzenbach. 2. April. An gestrigen Palmsonntag wurden hier nur sechs Knaben, keine Mädchen, konfirmiert. 3m Schuljahr 1926 27 erreichte die hiesige Schule mit nur 92 Kindern ihren tiefsten Stand. Auch in Kinzenbach haben die Kriegsjahre ten Nachwuchs stark vermindert. Zur Zeit des SchulhauSneubanes. im 3ahre 1907, betrug die Schülerzahl 130 und wuchs in der Folgezeit sogar bis auf 160 Kinder. 3eht sind die unteren Jahrgänge wieder so stark, daß im neuen Schuljahr wie früher, eine dreiklassige Schule mit zwei Lehrern eingerichtet wird. -t- Groh-Rechtenbach. 3. April. Roch Fertigstellung der im vorigen 3ahre an der Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach erbauten Landjäger-Dienstwohnung ist die durch den Wegzug des OberlandjägerS Simon verwaiste L a n d- j ä g e r st e 1 le unserer Gemeinde seit dem 1. April durch Oberlandjäger B a r t e 11 auS Hohensolms wieder neu besetzt. ~ Klein-Rechtenbach. 3. April. Bei der Verpachtung der Fischerei in dem Schwindbach der hiesigen Gemarkung blieb Leht- bietenber mit 27 Mark 3ahrespacht Fritz Geiß- I e r (Gießen). Die bisherige Pacht betrug 20 Mark. Die Pachtdauer beträgt 6 3ahre. Der Pächter ist verpflichtet jährlich 1000 Stück Forellenbrut oder eine hierzu im Verhältnis stehende Anzahl Setzlinge auSzusehen. -L- Lützellinden, 2. April. Am Palmsonntag wurden in unserer Gemeinde 2 4 Kinder konfirmiert, und zwar 10 Knaben und 14 Mädchen. 3m vorigen 3ahre zählte man hier 30 Konfirmanden. und Nacht darüber nach, wie sie dem Winzerstand aufhelfen könne, so ist uns das ganz egal. Tut was dafür, tut alles dafür, daß mir verkaufen! Nicht betteln wollen wir, verkaufen wollen wir, verkaufen! Und sagt dock nicht: der Kleinbesitz, der ist unrentabel, der ist die Wurzel von allem liebel. Damit gebt ihr jedem von uns einen Schlag ins Gesicht. Der Kleirckesitz soll keine Berechtigung haben, warum nicht?! In Simon Bremm flammte es auf: hatte nicht der geringste Wurm das Anrecht, über die große Erde zu kriechen, der kleinste Vogel flog berechtigt frei in der weiten Luft — nur dem kleinen Winzer wollte man fein Plätzchen verwehren? Ha, nur so ein paar hundert Stöcke! Aber er hat sie ererbt. Und er hat nichts anderes erlernt, als sie zu betreuen. Und es liegt ihm im Blut — er kann sich kein anderes geben — das Hal nun einmal die Liebe für sie. Seine paar Stöcke! Sie sind ihm fein Leben, nimmt man sie ihm, so schlägt man ihn tot. „Mord, Mord," grollt es in des Mannes Seele. Bei Gott, es war an der Zeit, daß sie sich alle zusammentaten! Alles was Wein baute an Mosel und Rhein, an Saar und Nahe, überall wo Reben wachsen, mutzten sich Hände erheben: „Der Herr soll un» vor Ei gen hilf bewahren — Doch sind wir auch bereit. — Simon Bremm war nie ins Wirtshaus gegangen, jetzt ging er öfter dort hin. Wo sollten sich die Männer denn auch sonst treffen? Es regnete, es reg- nente; als wäre der Himmel droben ein Riesenbottich voll Wasser, der überlief, so war es. Kein Gewitterguß des Sommer« war heftiger, und der hört binnen kurzem doch auf, laue Luft kommt und trocknet, aber jetzt war kein Fußbreit trockenen Landes mehr da: vom Hunsrück, vom Hochwald, von der Eifel, wo es um diese Zeit sonst längst hott gefroren war, auch moselaufwötts von den Vogesen strömten Bäche herab, die früher nicht da zu finden gewesen waren. Sie strömten all« ins Mosel tal. Und die Mole! machte sich breit, breiter als sie sonst gegen’s Frühjahr war, wenn die Schneefchmelze begonnen hatte. In naßkalter Luft zittetten die Wein- stöcke unb schauten frierend von ihrer Höh« ins regengrauende, nebelbrauende Wassettoch des engen Tales zwischen den Bergen. Am Moselufer, rote wohl sonst noch um biefe Zeit, hätten die Männer sich nicht b^prechen können, sie mußten in das ? der ß;n Jün> TlÜL urg. kiML ** Xnabtt Re«. rtiiä’ft 3«Jr Jtorh 0. Var. Abbruch im >fl? btt ^lustma übttitootn. r ha« der hvl-nnt TaunMub errichtet anderem die Sch«,, teren Heimat aezeiat. cinkt starken höhmlen - Macht hatte Die nuntn^t, mit Hilse ' ueuei, türm an n, der vvrausWIich verden bOtfk. Ment- des DüntberalumeS. rkunft-halle mit Onduftnr- y- .W“ Haiideltschule ^omingent von M6, en bat. ^er. ^yin sichtbar, vorige Loche vraen "not tDhrf»n V April. An gestrigen nur secht Änoben, litrt. 3m Schuljahr sige Schale mit nut tanb. Auch in Äituen- - kn AachvuchS stark i Schulhautneubaaet. e Schülrrzahl 130 eit sogar bis aus 160 tat Jahrgänge wieder Schuljahr wie früber, til Mi Mrm ein- ach, 3. 2»rL Aach ngen Jahre an btt —Danach erbauien ,H die durch den Des- mvn verwaiste Lank nrindeseit dml.Aprii :tell aui is« SÄ %til «■. W* : Demeink " Kin^ ü***'^*2 Ä4'E' nur in w» ’ n n^L'jer SU« isssflö kalte l)er»en- ^-n, H>- 1° ®“' R' i Dann und k ..xf 3ti *\.. 150. 0.95.0.70 Korsettschoner SdlllipfhOSen Mako, la Qaalltlt.8.10. 250,1.95 schöne moderne Farben. 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Hillebrandstrafae 2 JBL * wBL* w ä eL 35991 EL Zum Morde in Offdilln weiter unb wir- durch den Briefträger bestellt. Der Werktagszug 3 509. an Höhn 13.52. bringt Poft, die am Zug« abgeholt wird, befördert aber nur die Poft weiter, die man selbst in den Briefkasten der Bahnpoft wirft. Außerdem hat die O.P. D. die Anbringung eines weiteren Briefkastens zugesagt, dahingegen hat sie die »weite Zustellung und die Verlängerung der Schalt er stunden — der Schalter ist geöffnet von 8 biS 10.30 und von 15.30 bi» 1730 LIHr — abgelehnt. ~ Hörnsheim. ?. Avril. ^eht wurde btc «ifcherei in den öttentttchen GewWem der hiesigen Gemarkung trtleebach. Schwindb^) und Mühlgraben) auf eine fechsiähnge Sritbauer neu verpachtet. Es Hieb Lehtbietender mit einet ZahreSpacht von 156 Mark H. Rosenthal I Wetzlar,. Die bisherige Pacht betrug 51 Mark jährlich. Scr Pächter muh alliabrlich 1000 etüd Sorellcnbrut. oder eine entsprechende An- zahl Setzlinge au»setzen. . 8 * Hochelheim. 3. Aprü. Bet der Der- pachtung de» S i sch e r e i rech tS in dem Schwtndbach der btdiflen »marfung blieb Höchftbietender mit jährlich 300 Mark L. Todt ,Wetzlar, Der Zuschlag wurde im Berpachtungs- ffÄML Die bi.b«ri,eP°ch. bekug 1-0 Mark Dem Pächter ist vertraglich die Der- Pflichtung auferlegt, jedes ^ahr 1000 Stück Forellenbrut oder eine entsprechende Anzahl Setz- linge auszusehen. Die Pachtdauer beträgt 6 Sabre Drlttrcis. U Sisemroth. 2. April Die ^it dem 1 Januar unbesetzte P f a r r st c l l e S i s e m- roth ist seit gestern durch Pfarrer Werner von Höchst a. Main besetzt worden. Der neue Ssarrer traf am Donnerstag hier em. Zum willkommen des neuen Seelen Hirten wurde diesem am Freitagabend durch die Gemeinde die Begrühung in Form eines feierlichen Dtändd>ens dargcbracht. Der hiesige Posaunenchor verschonte die Feier durch den Dortrag einiger Choräle^ Hierauf sprach der Kirchenkuster den DiNlom menSgruh. Pfarrer Werner hieltdann eben» fall» eine Ansprache an seine zukünftige De mcindr. er dankte für die feierliche Begrüßung und erbat sich da» Vertrauen der Gemeinde. Lberwesterwaldkreis. D H ö h n, 3. April. Die in den Nachkriegsjahren getroffenen S p a r m a b n ahm en d er P o st haben, wie vielerorts, so auch hier eine bedeutende Verschlechterung der Po st Verhältnisse im Vergleich S^r Vorkriegszeit mit sich gebracht. Sine Driefträgerstclle ist abgebaut, die zweite Bestellung ist aufgehoben, die Sonn» togSbeftellung ist gefallen, die Schaltcrdienst- stunden der Agentur sind wesentlich verringert u bfll. m. Roch vor nicht langer Zeit konnte man die unglaubliche Beobachtung machen, daß ein Brief, der nach der Entleerung des Brief- kostens am SamStag nachmittag um 6 ilbr eingeworfen wurde, bis Montag abend 6 Ubr liegen blieb, dann mit dem Postzug nach Westerburg befördert wurde, von wo er erst am Dienstag vormittag weiterging. Aus wiederholte Reklamationen hin sind im Laufe der letzten Zeit kleine Besserungen eingetreten. 3n der jüngsten Zeit hat sich der hiesige Wester- toafb- und BerkehrSverein der Angelegenheit angenommen und nach Sammlung einer großen Reihe von Unterschriften an die Oberpostdircktion nach Frankfurt gewandt. Die von der O. P. D. in Aussicht gestellten Besserungen sind nun in die Tat umgesetzt: der S o n n t a g s v o r m i 11 a g s z u g 6.29 llhr ist Postzug für ankommende und abgehende Post Lleberfall auf eine Frankfurter Steuerkaffe. Die Tat eines maskierten Räubers. Selbstmord bei der Festnahme. Lpd. F r a n k s u r t a. Tt, 3. April. Heute oonrnb tag gegen 12 Uhr drang der 25jähr,ge Fabrikarbeiter Albert Zimmermann aus der Wingert- ftraße 7 in die R ie d e r m ä 1 de r S tc u e r zahist e 11 e in der Konrad-HLHnisch-Schule ein. Don befanden sich zurzeit gerade die Mietgelder von den städtischen Hausern der Rieder- mald-Kolonie. Zimmermann, der sich mit einer schwarzen Maske unkenntlich gemacht hatte, bedrohte die Beamten mit vorgehaltenem Revolver und floh mit einer größeren Summe geraubten Geldes auf feinem Rade. Der gerade vorbeikommende Polizeioberwachtmeister B lasche verfolgte, unterstützt von einem Zivilisten mit Motorrad, den Fllichbgen. Mehrere Schüsse wurden gewechselt, von denen aber keiner sein Ziel erreichte. Als die Unebenheit des Geländes eine weitere 2ierfolgung mit dem Motorrad unmöglich machte, gab der Beamte fünfzehn Schüsse aus seinem Revolver auf den Fliehenden ab, die jedoch ihr Ziel verfehlten, da Zimmermann fortdauernd im Zickzack fuhr. Der Beamte, der seine ganze Munitton versd)ossen hatte, nahm jetzt die Verfolgung zu Fuß auf, konnte aber den Räuber, der durch die Straßen nad) der Innenstadt roste, nicht mehr erreichen. Mittlerweile wurden die Polizeireviere der Innenstadt verständigt und von allen Seiten setzte nun die Verfolgung ein. Erst auf dem Borne- platz wurde der Flüchtling von einem Marktarbeiter namens Otto Lang vom Rade gerissen. In diesem Augenblick brachte sich Zimmermann einen Schuß in die Schläfe bei. Er mürbe schwerverletzt ins Heilig-Geist-Hospital trans- portiert, wo er um 1.20 Uhr verstarb. Don dem geraubten (ffe1d in Höhe von 6635 Mark war nichts verloren. Der Betrag wurde der Eteuerkasse wieder zurückerstattet. Lpd. Dillenburg, 3. April. Die Ermittlungen in der Mordsache Ortmann haben " ergeben, daß der Tater zur Beseitigung seines Opfers Blausäure angewandt hat. Obgleich der verhaftete Jakob Schadt noch leugnet, das Derbrechen an der Witwe Lina Ortmann verübt zu haben, reichen die anqeR«TT- ten Ermittlungen doch zu seiner Llcberführung aus. Das hessische Steuervorauszahlungsgesetz. Der Amtliche Hessisch« Pressedienst teilt mit: Der Landtag hat das Steuervoraus- zahlungsgeseh nunmehr beschlossen. Hiernach sind die hessischen Landessteuern (staatliche Grundsteuer. Gewerbesteuer. Svndergebäudesteuer) in der seitherigen Höhe auch für 1928 zu entrichten. Sie werden durch besonderen Steuerbescheid angefordert werden, der dem Steuerpstichtigen im Laufe der nächsten Wochen zugestellt wird. Das Steuervvrauszahlungsge. seh enthält in seinem zweiten Abschnitt die Borschrift. daß die Dorauszahlungen auf die Grund-. Gewerbe- und Sondergebauoesteuer für 1927. ebenso wie die vorläufige Gewerbesteuer für 1926 vom Ertrag und vom Bermdgen und die vorläufige Gewerbesteuer für 1925 vom Ertrag al» endgültige S t e ue r s ch u l d i g ke i t dieser drei Jahre gelten. Zur Abwicklung der seither bis zur endgültigen Veranlagung gestundeten Steuern find folgende Anordnungen ergangen: Aicht zu erlassen sind diejenigen Posten, bei denen die Stundung den Zweck hatte, die Zahlung nur einstweilen hinauSzuschieben. 3ft aber die Stundung von dem Finanzamt genehmigt worden, weil dem Steuerpflichtigen ein Steuererlaß gewährt worden wäre, wenn ihm Rechtsmittel gegen die Dvraus- zahlung zugestanden hätten, oder weil noch Ansicht des Finanzamts die endgültige Steuerveranlagung zu einer Verminderung der Steuerlast führen mühte, so ist nunmehr der Erlaß im Billigkeitswege insoweit auszusühren. als er berechtigt erscheint. Gewerbesteuern 1926 von Anlagen und Betriebskapital sollen im allgemeinen im DiMgkeitSwege dann erlassen werden, trenn wenigstens ein Viertel des grundlegenden Vermögensbetrages verloren gegangen ist. Die vorläufige Gewerbefteucr 1925 oder 1926 vom Ertrag ist auS Billigkeitsgründen dann ganz zu erlassen, wenn nachweisbar in dem betreffenden Steuerj.ihr oder Geschäftsjahr keinerlei Ertrag erzielt worden ist. wobei als Erttag das gewerbliche Einkommen im Sinne des Einkommen» und Körperschaftssteuergesetzes, jedoch nach sinngemäßer Berichtigung gemäß den Vorschriften des Gewerbesteuergesehentwurfes für 1928 zu gelten hat. Hat ein Steuerpflichligrr durch hohe Entnahmen oder sonstwie absichtlich dazu beifletragen. daß kein Gewerbeertrag im steuerlichen Sinne vorhanden ist. so wird die Entscheidung über einen Billigkeitserlaß an Gewerbeertragssteuern in der Regel abschlägig lauten. Ist zwar ein Gewerbeertrag erzielt worden, steht er aber außer Verhältnis zur Ge- werbeertragssteuer. so sollen sich die Finanzämter danach richten, ob die staatliche und kommunale Gewerbeertragssteuer zusammengerechnet den Gewerbeertrag zu hoch belasten würden. Höher al» 20 Prozent soll der Ertrag nicht belastet (cm. Demgemäß würde anteilig n Episodenrollen vorzüglich gewählte Besetzung. Eugen Klöpfer als Luther gibt eine schauspielerische Leistung von bedeutendem Format: er bringt schon im Gesichtsschnitt und in seiner äußeren Erscheinung fast mehr, als man von einer Historienrolle erwarten darf. Und wo der Film innerlich in den großen Vorwurf hineinwächst, ist dies immer entscheidend von seiner imponierenden Gestaltung bedingt, die das grüblerische, kämpferische und bekenntnisfrohe Wesen des deutschen Reformators wuchtig und überzeugend zum Ausdruck bringt. Von den vielen Der Wunderdoktor des Films. Ein Besuch bei Sam Wachmann. - Amerikanische Methoden für unsere Film industrie. — Oie deutschen Stars bleiben in Hollywood. Don Siegfried Ascher. Schwitzcrei den geschminkten Gesichtern der Darsteller geschadet hat. Also wird noch einmal nachgeschminkt... Die Statisten beginnen zu meckern, ihr Durst ist größer als ihr Interesse für den Beruf geworden. Der Regisseur mimt Ruhe. Aber seine Hand zittert, während er die Uhr zieht, und sein rechter Fuß trommelt so eine Art Radcykymarfch. Seufzend verlischt eine Quecksilberlampe. Schmidtke, Mädchen für alles. Burcaufaktotum im Atelier, naht beschleunigten Schrittes, soweit es die Beinchen und die Körperfülle zulassen. Tuschelt mit dem Regisseur. „Geht nicht, sagen Sie, geht nicht, absolut unmöglich — in 'ner halben Stunde vielleicht!" — Schmidtke saust ab. Kommt wieder, tuschelt wieder. Der Regisseur braust davon. Ein hageres Männlein, gepflegt gekleidet, mit viereckiger Intelligenzbrille, benutzt die Gelegenheit. den Stars die Szene zu erklären, wie e r sie sich denkt: der Autor! — Asta will nichts davon wissen, weil sie dann angeblich nicht wirksam genug „herauskommt". Küßtner sagt zu allem gelangweilt „Ia" und denkt an die Kabarcttszene, die er heute abend spielen wird. Rebenan sägen und hämmern plötzlich die Zimmerleute, daß der Autor es aufgibt, sich verständlich zu machen. Der Regisseur kommt zurück, wendet sich an die Komparsen. „Wer soll heute beim Cslimono- silm arbeiten?" — Vierzehn Mann melden sich. Dem Regisseur stehen die Haare zu Berge. Zurück rast er ans Telephon. Gegen Erstattung der entstehenden Kesten erklärt sich der Eskimonofilmkollege bereit, auf die Komparsen für heute zu verzichten. Oer Luther-Film. Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Hans Kyser, der Verfasser und Inszenator diese« Films der deutschen Reformation, ist bekannt geworden durch seinen, gemeinschaftlich nut dem Regisseur Murnau unternommenen und nicht eben glücklich ausgefallenen Versuch, den Fauststoff für den Film zu erobern. Mit dem.,L uther". zu dem er selbst das Manuskript lieferte und den er auch persönlich in Szene setzte, hat er. wie zugestanden werden muß. einen besseren Griff getan. Obwohl die von vornherein gegebenen, im Stoff begründeten Schwierigkeiten eines derartigen Unternehmens hier nicht wesentlich geringer erscheinen mußten, als seinerzeit beim ..Faust". Wer einen Luther-Film schaffen will, der künstlerisch crnstgenommen zu werden verdient. sollte unseres Erachtens zuvor nicht an der bedenklich stimmenden Ueberlegung achtlos vorüberkommen, worauf es zurückzuführcn sei, daß es eine große, gültige, das Riesenthema geistig durchdringende und erschöpfende Gestaltung des Luther-Stoffes mit literarischen Mitteln bisher noch nicht gibt. An solchen Erwägungen wird die außerordentliche Aufgabe des Filmschöpfers — geistige Dinge, innere Kämpfe, Dramatik aus weltanschaullchcn Gegenpolen bilö- haft und unter möglichst weitgehendem Verzicht auf die Hilfen des Wortes glaubwürdig zu gestalten — am leichtesten im ganzen Umfang erkennbar. Und von hier aus gesehen, indem man den Film in allen Teilen als einen (ohne Zweifel nut Temperament und mit einem großzügigen technischen Aufwand unternommenen) Versuch wertet, wird man der Leistung Kysers die Anerkennung nicht versagen dürfen: Anerkennung vor allem, daß er sichtlich und auch nicht ohne Erfolg bemüht war. über die unzulänglichen und mit oft fehlgreifenden Mitteln erzielten Ergebnisse des Faust-Films hinaus zu Wesentlicherem vorzudringen. Kyser hat den ungeheuren Stofs in kluger Abschätzung chronologisch beschränkt und sich im Allgemeinen an Luthers Iugendzeit gehalten. Dies bot zugleich die Ehance. die großen Gegensätze des Reformationsjahrhunderts in dramatisch betonten und bildhaft auszuwertenden Einzelzügen zusammenzufassen. Er zeigt also Luther als jungen Magister und im Augustinerkloster zu Erfurt, die in pomphaften Szenen ausgemalte Wohl selten ist in den Direktionsbureaus der deutschen Filmgesellschaften so eifrig debattiert worden, wie gerade in den letzten Tagen, als die Ankunft Sam Rachmanns. des vielgenannten amerikanischen Filmfachmannes, bekannt wurde. Roch größer aber wurde das allgemeine Rätselraten, als man hörte, daß Rachmann in Berlin ein Bureau eröffnen und seine Geschäftstätigkeit längere Zeit in Deutschland ausüben wolle. Hatte doch Rachmann, als er im Iahve 1921 in Berlin auftauchte, geradezu revolutionierend in der deutschen Filmindustrie gewirkt. Großzügige Transaktionen zwischen deutschen und amerikanischen Filmgesellschaften hat er damals abgeschlossen, deutschen Filmstars wie L u b i t s ch, Pvla Regri und Iannings amerikanische Engagements mit phantastischen Gagen verschafft, und wenn ihm vorgeworsen wird, daß er die besten deutschen Filmkünstler nach Amerika „exportiert" habe, so muß man ihm doch wieder zugute hatten, daß er der erste war. der dem deutschen Film nach dem Kriege in Amerika Eingang zu schaffen versucht hat. Großes Aufsehen erregte es, als Rachmann das größte Kinotheater der Alfa nach amerikanischen Plänen einrichtete und auch den Spielplan nach amerikanischen Methoden gestaltete. Lange Zeit hörte man dann in Deutschland nichts mehr von diesem höchst betriebsamen Geschäftsmann, und es ist daher nicht verwunderlich, daß sein plötzliches Auftauchen geradezu sensationell wirkte. Was will Rachmann in Deutschland?, dis ist die Frage, die man sich heute in den maßgebenden Kreisen der deutschen Filmindustrie vor- guten Chargen seien nur Lcttinger und Elsa Wagner (Luthers Eltern). Kraußneck(Stau- pih) und Tied tke (Tehel) mit besonderer Anerkennung namhaft gemacht. —r— paßte Musik werden dann zum Entsetzen des Dirigenten plötzlich heillos auseinandergeraten. Zunächst muh einmal der ganze Film ablaufen, stumm. Der Illustrator gewinnt Aleberblick: allgemeine Musikeignung des Ganzen, besondere Angriffsstellen. Verlauf der Gefühls- und Span» nungskurvc, Lage des Höhepunkts. Denn nicht jeder Film ist gleich musikfügsam. Ie wertvoller ein Film, desto mehr bietet er meist dem Illustrator. Richt nur durch die Anregung, die von ihm ausgeht, auch durch die wirksam geführte Linie seiner dramatischen Steigerung, seinen lyrischen Gehalt: die eigentlichen Gegenstände der Tonkunst. Dann geht's an die Ausarbeitung, abschnittweise. Ein Lichtsignal zum Vorführer nebenan, der Apparat steht still. Aufgabe des Illustrators ist es nun. sich etwas einfallen zu lassen, ein Musikstück. Musikfragment, das sich im Ausdruck mit der vorgeführten Szene möglichst vollkommen deckt. HUfSmittel: die Rotensammlung und nach Schlagwörtern und Komponisten geordneten Kartothek: neuerdings das sinnreich angelegte, thematische Verzeichnis nach musikdrarnatischen Gesichtspunkten in Erdmann- Decces zweibändigem Handbuch der Filmmusik. Das Wichtigste aber bleibt die stets gebrauchsbereite Registratur im Kopf, die Fähigkeit, durch zweckvolles Auswahlen, geschmacksicheres Anpassen. Verknüpfen dem Film ein musikalisches Gewand anzumessen. das, obwohl sertige Konfektionsware, doch wie nach Matz zugeschnitten wird. Der Illustrawr dikttert seine Anweisungen. probt die Szenen am Klavier mit den Darstellern auf der Leinwand, bessert, ändert, wirft ein paar Aleberleitungstakte aufs Papier. Irn Kopistensaal werden die Orchesterstimmen zusammengestellt oder ausgeschrieben. Striche, unzählige Anmerkungen eingetragen. Dirigiert der Illustrawr nicht selbst, so kann der Kapellmeister vieles verderben. Die „Piano-Conduc- tur"-Stimmen und mit vielen Rotstiftzeichen markierten Rotenblättchen zu verfolgen, die für ihn die Partitur bedeuten, stetes Beobachten des Filmverlaufs, um beim Dildwechsel, bei Geräuscheeffekten, beim Einsatz von gefilmter «Bühnenmusik' genauen Synchronismus zu wahren, das gibt schon eine hübsche Konzentrationsauf- aabe. Hat sie ihren Daseinszweck erfüllt, des Illustrators Schöpfung, löst sie sich eilig in ihre Bestandteile auf. Zur Wiederkunft unter veränderter Gestalt wird er ihnen bald neues Wie eine Jilmmusil entsteht. Eine Filmvorführung ohne Musik verliert ein gut Teil ihres Lebens. Erst in der Vereinigung von Gesichts- und Gehörseindrücken vollzieht sich jener magische Eindruck, der im Kino hervorgerufen wird. Deshalb ist die musikalische Begleitung deS Films von einer Wichtigkeit, die vielfach noch immer nicht erkannt ist. Man hat besonders in den, letzten Iahren versucht, das musikalische Clement im Film ebenso zu mechanisieren wie das bildliche. Gewiß haben die mechanischen Musikinstrumente im Kino eine große Zukunft, mögen sie nun vollständig mit der Filmvorführung verknüpft sein oder in Grammophonbegleitung bestehen, die durch einen Lautsprecher verstärkt wird. Bei uns in Deutschland hat diese mechanische Filmmusik noch nicht die Fortschritte gemacht, wie in andern Ländern, besonders in England. Die Schwierigkeiten, ein annehmbares Filmorchester zusammenzustellen, sind nicht so groß, und das Publikum wehrt sich mit gesundem Instinkt gegen die Seelenlosigkeit der mechanischen Musikvorführungen. 2Iber mit dem „menschlichen" Clement in der Filmmusik sehen zugleich die menschlichen Unvollkommen- heiten ein, und so läßt denn auch bei uns die musikalische Begleitung im Kino gar manches zu wünschen übrig. Wohl gibt es einige Glanz- fllme, zu denen eine besondere Musik geschaffen wird — hat doch sogar Richard Strauß selbst für den Rosenkavalier-Film die Partitur geschrieben — aber gewöhnlich mutz zu dem fertigen Film Hals über Kopf eine Musig verfaßt werden, und da hat der Filmkomponist eine schwierige und undankbare Aufgabe. „Aus der Werkstatt des Filmmusik-Illustra- wrs" plaudert Dr. Franz W a l l n e r allerlei in der Leipziger „Illustrirten Zeitung" aus. _Zum ersten Male sieht der Illustrawr den neuen Filln im Vorführungsraum seines Theaters," schreibt er. „Hat er Glück, ist's zwei Tage vor der Premiere: hat er Pech, ist's einer. Hat er Glück, ist's die Kopie, die später auch das Publikum sehen wird: hat er Pech, ist noch in letzter Stunde daran herumgeschnitten worden: Bild und die vordem haargenau ange- Ein Tag im Film-Atelier. Von Erich Effler. Rege« Leben herrscht im Filmatelier seit den frühen Morgenstunden. Es soll heute eine besonders interessante Aufnahme gedreht werden, zu der man auch die Presse geladen hat. Bei dem Wunsche, zu arbeiten, bleibt es vorläufig. Alles ist nämlich da: die Arbeiter, die Beleuchter, der Regiestab, der Direktor, die Komparserie. die Darsteller... Halt, nicht alle: eine Person fehlt, die Hauptperson: die Diva! Eine halbe Stunde lang bemühen sich der Hilfsregisseur. der Regisseur und der Direktor. Tic durch freundliches, telephonisches Zureden zur Eile bei der Toilette anzuspornen. Schließlich bekommt sie einen Wutanfall, droht, daß Kopfschmerzen im Anzuge seien und — antwortet nicht mehr Der Direktor rauft sich die Haare, denn die Ateliermiew ist hoch — der Regisseur überrechnet, was die unausgenutzte Komparserie bereits kostet — der Hilfsregisseur, dem morgens bereits eine schwarze Katze über den Weg gelaufen war. ahnt stürmisches Atelierwetter, obgleich die Sonne glühendheiß auf dem Glashause brennt und die Kehlen durstiger macht als es der Geldbeutel verträgt. Gerade al« der Direktor den Entschluß gefaßt hat die Diva höchstpersönlich abzuholen, rasselt der Fernsprecher. Asta Haris Chauffeur meldet eine Panne. Der Direktor flucht, eilt im 80-5tilo- metertempo zu Hilfe. Eine Viertelstunde später steht Astachen. süß und harmlos lächelnd, Hand in Hand mit ihrem Partner auf der Freitreppe deS Filmschlosses, dem Objekttv der Filmkamera gegenüber, um ihren Einzug als glückliche Braut von Pleitopolis. der Phantasiestadt des Filmautors. auf daS Zelluloidband bannen zu lassen. Durch lange, verstaubte Hallen, durch ein Gewirr von Kisten. Kulissen. Lichtkabeln und 6ägc- spänen hindurch, hat sich die Presse inzwischen zur eigentlichen Aufnahmehalle hindurchgearbeitet. Rach feierlicher Begrüßung ist alles so weit, daß man — endlich! — beginnen kann die Kulissen stehen — die Klavierspielerin ist zur Stelle — die Beleuchter sind auf ihren Plätzen, der Kameramann hat die beste Einstellung gefunden. Der Regisseur erklärt noch einmal die Szene, dann greift er zum Megaphon. „Licht!" — Surren, Zischen, Summen. Brummen... Ein Lichtmeer. — Rur die beiden Hauptdarsteller stehen im Schatten. Aus luftiger Höhe tönt eine Stimme: ..Auf- hellen — Mensch, det Kabel!" — schscht. . t! — AuS! — Kurzschluß: die Lampen sind durch- gebrannt. Duft, den weder Leichner noch Dralle geliefert haben' Untersuchung. Beseitigung des Fehlers. Die Zeit rast, der Hilfsregisseur auch. Gr hat Mühe, die schwitzenden Komparsen zusammenzuhalten, die mit List und Tücke einen Durchbruch in die Durstlöschstation, die Kantine, versuchen. Der Hilfsfriseur umtänzelt Herrn Kützt- ner. eilt zum Friseur. Palawer. Beide nähern sich dein Star, der feinen Helm in der Hand hält: ..Erlauben Sie einen Momangl" — Kamm und Ondulationsschere restaurieren das Kunstwerk. Der Hilssoperateur petert am AufncHrne- apparat. Des OperawurS AlnmutSfalte wachst. Er stürzt auf feinen Mitarbeiter zu. „Iunge. vermassel mir da- Bild nich! — Ratürlich: siehste denn nich. daß jetzt die Hellebardiere da oben nich mehr mit drauf kommen? Mensch, deine Pfoten benutze zum Rasebohren, aber nich zum Cinstellen des Apparats!" — Er behebt den Fehler. Der Hilssoperateur dreht sich gekränkt ab. Was jetzt gemacht wird, ist ihm schnuppe. Endlich Ordnung. Scheinbar! — Schein ift hier eben alles.. Bei der Lichtfülle bemerkt der Hilfsregisseur, daß die Hitze im Atelier und die dadurch bedingte legt, und die phantastischsten Kombinationen wer- ben erzählt und auch — geglaubt. Einen Chirurgen der Filmindustrie nennen ihn seine Anhänger, einen Doktor Eisenbart seine Gegner, als Helfer der deutschen Filmindustrie begrüßen ihn seine Freunde, während seine Feinde in ihm den skrupellosen Geschäftemacher sehen, dem es toeniget auf den künstlerischen als auf den finanziellen Erfolg ankomme. Riemand aber würde in dem untersetzten, älteren, ein wenig müde aussehenden Mann, der in seinem mächtigen Lehnstuhl fast verschwindet, den allmächtigen Filmmann erkennen, der alle maßgebenden Leute kennt. „Ich bin nach Deutschland getom» men, um der deutschen Filmindustrie zu helfen, denn sie ist krank", so erflärt Rachmann, zu dessen Allerheiligstem sich der Besucher erst durch einen Kordon von Sekretären und Sekretärinnen durchkämpfen muß. Dor allem möchte ich in Deutschland neue Talente für den Film entdecken, die ich dann managen will. Ich habe ja stets ein Auge für große Künstler gehabt, so habe ich auch vor dem Kriege Otto R e u 11 e r, die 6a b are t. Ernst Lubitsch, Harry L i ed t- k c, Pvla Regri, Harald Lloyd, Max R e i n - Hardt, Ernst Dupont und Emil Iannings teils entdeckt, teils gestartet, als ich noch meine Künstleragentur besah. Daneben werde ich vielleicht einige Filmtheater eröffnen, die ich nach amerikanischen Methoden aufmachen und führen will. Dagegen werde ich keineswegs. Wie man mir zuschreibt, eine eigene Produktionsgesellschaft gründen, und auch diejenigen, die von mir großzügige finanzielle Transakttonen er» Endlich — endlich — kann die Szene steigen. Sie wirkt wunderhübsch. Schade, daß das Bnnle der Uniformen, die stilvolle Farben-usammenstel lung der Interieurs, nicht später auf der Leinwand zu sehen sein wird! Der Regisseur bläst ab. Das gequälte Stirn- mungsklavler verstummt, seine Bearbeiterin die in einer halben Stunde höheren Töchtern K.avicr- unterricht geben muß, türmt im Laufschritt. Endlich war das Mühen von Erfolg gekrönt und — die Presse hat etwas zu sehen bekommen! „Rur die Ruhe darf man nicht verlieren, meine Herren!" meint der Regiegewalttge lächelnd — ein gewohnter Sieger. Da tritt der Hilfsregisseur auf ihn zu. „Ra — was haben Sie denn?' fragt er jovial. „Verzeihung. Herr Regisseur — war diese Szene nicht als Fortsetzung zu dem gedacht, was wir gestern drehten?" — „Ratürlich, lieber Freund!" - „Ia. aber dann — geht es doch nicht, daß Fräulein Asta Hari heute ein anderes Kleid trägt als gestern!!" Der Regisseur ruft „Astachen" heran. Sie wird bläßlich, lotocit man bad unter der Schminke erkennen kann. Ia. es stimmt: ©cftcm trug sie ein anderes Kleid, die Sinnlosigkeit der Umkostü- micrung begreift ihre Eitelkeit nur schwer. — Der Regisseur schnappt nach Luft, sinkt zu einem Häufchen Unglück zusammen. Er kann nicht mehr, feine Rcrven versagen. Matt winkt er ab. Techni sches und künstlerisches Personal feixen. Der Oberbeleuchter brüllt „ Feierabend"! Auf teure Ucberstunden wird verzichtet. Also wird man morgen versuchen, die verpatzte Szene noch einmal zu drehen... warten, werden fich täuschen. Selbstverständlich will ich den deutschen Filmindustriellen meine Erfahrungen, die ich in AmerUa gemacht habe, zur Verfügung stellen, aber die finanzielle Unterstützung. die so mancher fanicrungSrcife Betrieb von mir erwartet, wird audblciben. Rach wie vor aber will ich auf Grund meiner Beziehungen versuchen, dem deutschen Film in Amerika ein Absatzgebiet zu verschallen, und einige Filme, die in letzter Zeit in Reuyork mit großem Erfolg gelaufen sind, bestärken mich in der Hosf- nung, daß meine Bemühungen von Erfolg gefront fein werden". Die schwierige Lage, in der sich die öeutfdjc Filmindustrie augenblicklich befindet, glaubt Rachmann auf die Kapitalknapp- heit zurückführen zu müssen, unter der dieser Industriezweig leidet. „Geld spielt in der amerikanischen Filmindustrie überhaupt keine Rolle", erklärt er, „und die geradezu märchenhaften Gagen, die Amerika seinen Filmdar- Kellern, Filmregisseuren und Filmdichtern zahlt, sichern der amerikanischen Filmindustrie die besten Kräfte der Welt Einen Konkurrenzkampf mitderamerikanischenFilminduftrie auszunehmen würde ich für überaus töricht halten, es gibt eben wie auf allen anderen Gebieten nut einen Ausweg: weitestgehende internationale Zusammenarbeit. Die augenblicklich zwischen deutschen und amerikanischen Gesellschaften bestehenden Interessengemeinschaften haben sich durchaus bewährt, so daß ein weiterer Ausbau der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit wünschenswert ist." Wenn auch so manche Persönlichkeit der deutschen Filmindustrie den amerikanischen Geschäfts- methoden. wie sie Rachmann in Deutschland ein- sühren will, skeptisch gegenübersteht, so wird doch niemand das amerikanische Uebcrgewicht auf dem internationalen Filmmarkt leugnen können. Wenn so mancher auch auS persönlichen Motiven Sam Rachmann als Lehrmeister ablehnt, so muß man doch heute mit Amerika als mit einer Macht rechnen, die unangreifbar und unbesiegbar ist, von der man aber vieles lernen kann. Besitzt doch dieses Land 30 000 Kinotheater, während cs in ganz Europa nur 22 000 'Lichtspieltheater gibt. Die Einkünfte dieser Filmtheater sind enorm, sv vereinnahmte das Reu- Yorker Strand-Theater in einer Woche, in der Chaplins „Zirkus"-Film lief, nicht weniger als 325 000 Mark. 715 Millionen Dollar, also fast 2,9 Milliarden Mark, zieht die amerikanische Filmindustrie jährlich aus ihren Lichtspielhäusern, dazu kommen noch die (Stnnabmen aus den Filmen, die die amerikanische Filmindustrie nach Europa exporttert. und welche riesenhaften Transaktionen in der amerikanischen Filmwelt vor sich gehen, erkennt man schon daraus, daß eine einzige amerikanische Gesellschaft, die Fox-Film-Corporatton, allein 300 Theater gleichzeitig erwarb, die einen Wert von etwa 100 Millionen Dollar repräsentieren. Bon den amerikanischen Gesellschaften kann die deutsche Filmindustrie vor allem eins lernen: die rechtzeitige Disposition über die herzustellenden Filme. Ist doch die Produktion der amerikanischen Fox» Film-Gesellschaft, die 112 Filialen besitzt, bereits auf fünf Iahre im voraus festgelegt. Auch den Grundsatz der amerikanischen Kinobesitzer, ihren Besuchern nur das Beste an Musik und Film zu bieten, sollte man sich in Deutschland zu eigen machen. Ebenso wird der Filmfachmann in Deutschland auf junge, aufstrebende Talente achten müssen, denn entgegen anders lautenden Berichten ist mit einer baldigen Rückkehr der augenblicklich in Hollywood befindlichen deutschen Künstler nicht zu rechnen. Keine deutsche Filmgesellschaft konnte ihnen berartige Gagen bieten, wie sie sie in Hollywood erhalten. Künstler mit Weltruf beziehen dort Einkommen, die zwischen 2 und 4 Millionen schwanken, während Iannings beispielsweise in Deutschland ,,nur“ ungefähr 350 000 Marl im Jahr verdiente. Allerdings erhielt er sein tägliches Honorar von 1 000 Mark, ganz gleich, ob er spielte oder nicht. Auch Pola R e g r i, die augenblicklich in Amerika mehr als zweieinhalb Millionen jährlich verdienen soll, wird in Deutschland wesentlich billiger gefilmt haben. Diese Gagen kann allerdings nur Amerika zahlen, das heute ungefähr 80 Prozent der Weltfilmproduktion herstellt. Siebzig verschiedene Rationen sind Abnehmer für die amerikanischen Filme, und in sieöenunddreistia verschiedene Sprachen werden die amerikanischen Filmtitel überseht. Schon im Jahre 1926 hat Amerika Filme im Werte von 950 Millionen Mark ausgesührt, und die „Eastman Codak Co." liefert allein im Jahr rund 300 000 Kilometer Filmstreifen für die amerikanische Industrie. Ein besonderer Treffer war der amerikanische Film „DieGroße Parade", der kürzlich auch in Deutschland vorgeführt wurde und seinen Herstellern einen Gewinn brachte, der mehr als die zehnfachen Herstellungskosten betrug. Zwar hoben auch einige deutsche Filme in Amerika Erfolg gehabt, das war aber nicht — wie man annehmen könnte — auf die Anpassung an den amerikanischen Geschmack zurückzuführen, sondern auf die brutsche Eigenart, die aus diesen Filmen sprach, und für die das amerikanische Publikum Interesse und Verständnis besitzt. Vor allem foUte man in Deutschland nur künstlerisch hochwertige Filme Herstellen und von der Produktion verfilmter Operetten und Volkslieder absehrn. Das internationale Filmpublikum will heute keinen Kitsch mehr, und mehr denn je erweist eS sich, daß nut wertvolle Filme ein gutes Geschäft sind. Wirtschaft. Oie Reichsbank Ende März. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. März hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 777,8 Mill, aus 2830,9 Mill. Mk. erhöht. Im einzelnen sind die Vestände an Wechseln und Schecks um 724,4 Mill, auf 2652,0 Mill. Mk.. diejenigen an Lombards um 53.5 Mill, auf 84.9 Mill. Mk. angewachsen. Die Anlage in Effekten blieb mit 94,0 Mill. Mk. annähernd unverändert. An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 767.7 Mill. Mk. in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 750,1 Mill, auf 4513,2 Mill. Mk., derjenige an Renten» bankscheinen zusammen sind 769,7 Mill. Mk. xrhöht.. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbonk an Rentenbankscheinen aus 26,2 Mill. Mk. vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 532,6 Mill, eine Zunahme um 37,4 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen sind insgesamt mit 2119,6 Mill. Mk., im einzelnen Gold mit 1930,7 Mill. Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 188,9 Mill. Mk. ausgewiesen. Die Deckung der Roten durch Gold allein betrug 42.8 Prozent gegen 50,7 Prozent in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige De- . vifen 47.0 Prozent gegen 56,8 Prozent. Darmstädter und Nationalbank Die gestrige Generalversammlung der Darm- l städter- und Rationalbank K. G. a. A. erledigte die Regularien. In der Debatte traten als F Redner nur der Vorsitzende des Deutschen Bankbeamtenvereins, Fürstenberg, sowie der amerikanische Rechtsanwalt Lamarc auf. Fürstenberg trat für eine Erhöhung der Gehälter der Bankbeamten ein und wies auf den Rekord- gewinn des Jahres 1927 bei der Gesellschaft hin. Lamarc beantragte eine Erhöhung der Dividendenzahlung. Dankdirektor Goldschmidt erklärte, bah man die Verhältnisse einer deutschen Dank mit denen englischer oder amerikanischer Banken nicht vergleichen könne, da die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern eine wesentlich andere sei und dementsprechend auch die Konstruktion der Banken selbst. Im übrigen machte er längere Ausführungen gegen das Schiedsgerichtssystem in Deutschland und trat für individuelle Ausgestaltung auch der sozialen Fürsorge ein. Das neue Geschäftsjahr sei infolge der großen Kreditinanspruchnahme von Handel und Industrie bisher unvermindert gut verlaufen, so daß die Entwicklung als den Erwartungen entsprechend für normal und befriedigend trotz des sehr stillen Börsengeschäftes bezeichnet werden könne. * Roch immer keine Genehmigungstätigkeit der Anleihe-Beratungsstelle. Entgegen Meldungen, die von der baldigen Wiederaufnahme der Genehmigungstätigkeit der Beratungsstelle für Auslandanleihen im Reichsfinonzministerium in der zweiten Hälfte des Monats April wissen wollten, erfährt WTB.» Handelsdienst an zuständiger Stelle, dah dies nicht den Tatsachen entspricht. Wenn auch die Beratungsstelle zur Zeit täglich Sitzungen abhält, um die vorliegenden Anträge auf Aus- landanleihen zu prüfen und alsbald zu einem abschließenden. allerdings rein informatorischen Ergebnis zu gelangen, so ist mit der Genehmigung einzelner Anträge vorerst noch nicht zu rechnen. * Vorzeitiger Zeichnungsschluß der Frankfurter Inlandanleihe. Wie wir erfahren, ist die zur Zeichnung aufgelegte 5proz. Frankfurter Schahanweisungsanleihe im Betrage von 20 Mill. Mark bereits jetzt so stark überzeichnet, daß die Zeichnung mit dem gestrigen Tage vorzeitig geschlossen worden ist. * Philipp Holzmann A. » G., Frankfurt a. M. Für 1927 werden aus dem nach 1 221 416 (930 238) Marl Abschreibungen sich ergebenden Reingewinn von 1 670 747 (im Vorjahre ohne Vortrag 1 259 143) Mark der auf den 27. April cinoerufenen G.-V. 7 Prozent Dividende auf die Stamm- und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien vorgeschlagen. (3m vorigen Iaht" wurden 12 Prozent Dividende für 1925 und 1926 verteilt.) Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr werden als befriedigend bezeichnet. * Weftbank A.-G.. Frankfurt a. W. Die G.-V., in der 2,99 Mill. Mk. Aktienkapital mit 149 500 Stimmen vertreten waren, genehmigte debattelos den bekannten Abschlust mit 6 (i. V. 5) Prozent Dividende. Reu in den Aufsichtsrat gewählt wurden die Herren Rudolf Stechlin-Basel, Direktor Karl Schäfer-Frankfurt a. W. (Metallgesellschaft) und Franz H. Ha äsen-Frankfurt a. M. Mit Ausnahme des Börsengeschäftes könne der bisherige Verlauf des neuen Geschäftsjahres befriedigen. * Frankfurter K r e d i t a n st a l t A.-G. i n Frankfurt a. M. Der Aufsichtsrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung, für 1927 eine Dividende von wieder 4 v. H. in Vorschlag zu bringen. * Friedrich-Krupp-A.-G., Essen. Wie WTB.-Handelsdienst ersährt, hat die städtische Straßenbahnunternehmung der Stadt Rotterdam der Firma Friedrich-Krupp-A.-G., Essen, die Lieferung von Chassis und Motoren für 14 neue Auto-Omnibusse übertragen, die haupl- sächlich für die Herstellung der guten Verbindung zwischen dem Mittelpunkt der Stadt und dem Ausstellungsgelände der Rotterdamer internationalen Industrieausstellung 1928 dienen sollen. Der Auftrag wurde gegen starke ausländische Konkurrenz zu einem Gesamtpreis von 127 500 Gulden der deutschen Firma zugewiesen. Die Karosserien für die erwähnten Auto-Omnibusse wurden bei einer Rotterdamer Kavvsseriefabrik bestellt. * Kündigungen bei der Dortmunder Union. Die Verwaltung der Dortmunder Union (Abteilung der Vereinigten Stahlwerke) will laut „D. Z." ihren Betrieb weiter einschrän- fen und hat 2000 Arbeitern (etwa ein Viertel der Belegschaft) am 1. April gekündigt. Außerdem werden infolge Auftragsmangels in dieser Woche zwei Feierschichten eingelegt. Seit einiger Zeit hat das Werk nut noch »toei von vier Hochöfen in Betrieb. Die betroffenen Arbeiter haben beim Betriebsrat Beschwerde eingelegt. Ende der Woche wird ein Regierungskommissar prüfen, ob die Entlassungen durch die wirtschast- liche Lage gerechtfertigt sind. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 4. April. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.) Tendenz: freundlich. — Rachdem sich an der gestrigen Abendbörse Realisationsbedürfnis geltend gemacht hatte, eröffnete die heutige Börse wieder in s e st e r e r Stimmung. Bei den Banken sollen weitere Kausorders von feiten des privaten Publikums Vorgelegen haben, und auch das Ausland beteiligte sich wieder am Geschäft. Die Umsatztätigkeit war jedoch merllich kleiner als an den Vortagen, da die Spekulation in Anbetracht der mehrtägigen Unterbrechung des Börsengeschäfts durch die Osterseiertage etwas größere Zurückhaltung übte. Etwas verstim - mend wirkte ferner der heute erschienene R e i ch s b a n k a u s w e i s, der die außerordentlich starke Anspannung zum Quartals-Ultimo anzeigte. Einen günstigen Eindruck machte dagegen die Besserung der Arbeitsmarktlage, außerdem der Marktbericht der Metallindustrie, wonach die Beschäftigung weiter befriedigend ist. Anregend wirken jedoch vor allem weiterhin die Vorschläge zur Aeuregelung des Schuldenavkom- mend. Da aber verschiedentlich von feiten der Spekulation Glattstellungen erfolgten, wat die Kursentwicklung nicht einheitlich. Für die letzt- tägigen Favoriten ergaben sich jedoch meist Kursbesserungen von 1 bis 2 Prvz. So bestand am Montanmarkt für Rheinische Braunkohle mit plus 2.5 Proz., Rheinftahl mit plus 1 Proz. und Phönix mit plus 2 Prvz. Interesse. Gefragt waren vor allem Elektro- werte. von denen GeSfürel 3, AEG. 2,12, Siemens und Felten je 1,5 Proz. anziehen konnten. I. - G. - Farben eröffneten gut behauptet 3.-G -Bonds 144.25 bis 144,50 Proz. Aber Scheideanstalt 2.5 Prozent und Holzverkohlung 1,5 Prozent schwächer. SchiffahrtS - werte und Danken lagen bei stillem Geschäft knapp behauptet. Danatbank jedoch 2,5 Prozent niedriger. Holzmann gaben auf die enttäuschende Dividende von 7 Prozent weiter leicht nach. Zell stoss Waldhof eröffneten etwas höher. Lebhaft gefragt waren Rudolf Karstadt mit plus 6,25 Prozent. Reubesih-An- leihen lagen geringfügig fester, gür Türken machte sich etwas Interesse bemerkbar. 3m weiteren Verlaus war das Geschäft allgemein sehr ruhig. Größere Kursveränderungen traten meist nicht mehr ein. Rur Karstadt blieben verlangt und zogen erneut 1,25 Prozent an. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tägliches Geld 8 Prozent. Am Devisenmarkt lagen Devisen etwas erholt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,18, gegen Pfunde 20,418, London gegen Kabel 4,8830. Paris gegen London 124,02. Mailand 92,40. Madrid 29.00. Holland 12,1175. Berliuc. Börse. Berlin, 4. April. Im Gegensatz zum Aor- mittagsverkehr eröffnete die heutige Börse in leicht widerstandsfähiger Ha lt u n g. Der Reichsbankausweis, der bei einer ®efamtan|pannung von 777 Millionen und einer Vermehrung des Notenumlaufs um 750 Millionen eine Verminderung der Deckung um 8 bis 9 v. H. brachte, hatte doch, obwohl er schon gestern in diesem Ausmaße erwartet worden war, bei der Spekulation Realisations- Neigung hervorgerufen. Hinzu kamen die bevor- stehende Unterbrechung des Verkehrs durch die Feiertage und die verschiedenen ungünstigen Meldungen aus der Industrie über Lohnverhandlungen und Aussperrungen. Das Geschäft war wesentlich ruhiger. Der Orderseingang war nicht einheitlich. Während die hiesige Kundschaft eher glattstellte, kaufte das Ausland weiter. Bevorzugt waren einige Elektropapiere. Besonders AEG., Schadeaktien, und Gesfürel hatten große Umsätze und waren 1 bis 4 v. H. höher. Sonst hielten sich die Veränderungen in Grenzen von 1 o. H. Mitteldeutsche minus 3,5 d. Sy, Polyphon minus 3 v. H. Schlesische Bergwerk Beuthen minus 3 v. H. Die feste Haltung dieser Spezialwerte regte an. Anleihen ruhig. Ausländer fester. Bosnier bis 1 v. H. höher. Pfandbriefe still. Geld eher etwas leichter. Tagesgeld 7,5 bis 9 v. H., sonst unverändert. Auch im Verlaufe blieb das Geschäft lebhaft, und die Kurse lagen unter Schwankungen ziemlich fest. Löwe gewannen im Zusammenhang mit Gesfürel 6 v. H. Deutsche Atlantische lagen 3 v. H. über Anfang. Danatbank und Polyphon konnten ihre Anfangsverluste wieder aus- gleichen. Schadeaktien zogen, um 2 Mark an. Holzmann waren 2 v. H. fester. Phönix, die schon zu Beginn auf die nahende Aufsichtsratssitzung und die Dividendehoffnungen von 6 v. H. netto etwa 2 v. H. höher notierten, zogen weiter um 1 v. H. an. Oberbedarf plus 2 o. Sy, Karstadt plus 2,5 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M. 4. April. Tenben^: ruhig. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte in freundlicherer Haltung, da die höheren Auslanb- notterungen einen günstigen Eindruck hervorriefen. Die Händler traten daraufhin etwas aus ihrer Zurückhaltung heraus, doch blieben die Umsätze klein auf die mehrtägige Unterbrechung durch die bevorstehenden Dfierfeiertage. Weizen und Mais waren reger angeboten. Nur Roggen blieb weiter etwas lebhafter gefragt. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 v. H. Auswuchs, 26,50 Mk. : loggen 27,50; Hafer, inländischer, 26,75 bis 27,25; Mais (gelb), für Futterzwecke, 24,25; Mais, (gelb), für andere Zwecke, 25; Weizenmehl, füddeupches, Spezial 0, 37,50 bis 38,50; Roggenmehl 37,50 bis 38,50; Weizenkleie 14,75; Roggenkieie 15,75 bis 16,25 Mark. Frankfurter Lchlachtvieftmartt. Frankfurt a.M., 4.April. Austrieb: Rinder 54 Stück, Kälber 1083. Schafe 83. Schweine 279. Kälber: beste Mast- mrd Saugkälber 81 bis 85 Mark; mittlere Mast- und Saugkälber 75 bis 80; geringe Kälber 67 bis 74. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 52 bis 54. Schweine . Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 52 bis 55; vollfleiichigc Schweine von co 240 bis 300 Pfund Leberwgewicht 52 bis 55; von co. 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 52 bis 55; von ca. 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 52 bis 55; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 52 bis 55 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schafe lebhaft. Schweine schleppend, aus- verkauft. Amtsgericht Gießen. Gießen. 27. März. Ein junger Mensch von hier hat auf einem Gang nach Heuchelheim einen Revolver getragen. Es war chm deshalb wegen verbotenen Waffentrager.5 und weil er mit diesem in einer Wirtschaft herumhantierte und sonstigen Unfug getrieben haben soll, ein Strafbefehl über insgesamt 30 M k. zugegangen. den er rechtskräftig werden lieft. Unterwegs hat sein Begleiter der heutige Angeklagte, den Revolver kurz vor dem Betreten der Wirtschaft an sich genommen, um, wie er behauptete. ein Unglück zu verhüten, zumal der Eigentümer der Waffe angetrunken war. 3n der Wirtschaft entnahm ihm bet:-Eigentümer den Revolver wieder aus der Rocktasche. Der Angellagte will die Absicht gehabt haben. Ne Waffe anderen Tags an die Polizei abzullesern. Das Gericht hat den nicht widerlegbaren Angaben des Angeklagten Glauben geschenkt und ihn f r e i g c s p r o ch e n . da eS unter den ge- schilderten Umständen ein strafbares Tragen von Waffen bei dem Angeklagten nicht annehmen konnte. Ein starker nächtlicher Tumult, der etwa vor Jahresfrist in der Räche der hiesigen Schulftrafte entstanden war und an dessen Entstehen zum Teil der heutige Angeklagte Ne Schuld trug, stand zum dritten Male zur Verhandlung, da der Aufenthalt des Angeklagten jetzt erst sest- gestellt wurde. Dieser hatte argen Skandal verübt und war damals von der Polizei festgenommen worden. Seine drei Mitangellagten wollten ihn mit Gewalt auS den Händen der Wachtmeister befreien und benahmen sich dabei gegen diese derart brutal und unbotrnäftig, daß die Polizei von ihrer Waffe Gebrauch machen mußte. Eie sind bereits abgeurteilt und haben wegen Gefangenenbefreiung Gefängnisstrafen erhallen. Der heutige Angellagte kam glimpflicher davon. Er hat den Beamten, die ihn festgenom- men haben, ebenfalls Widerstand geleistet, indem er sich, um seinen Transport zum Revier zu verhindern, gegen den Boden und die Bordsteine des Bürgersteigs stemmte, sich auch an ein Haus anllammerte u. bgl m. Ec ist, im Gegensatz zu seinen drei Mitangeklagten, noch nicht vorbestraft. Auch ist seine Tat milder zu beurteilen, da er offensichtlich durch deren Verhalten der Versuchung erlag, auch seinerseits Befreiungsversuche zu machen. Es gelang ihm schließlich, während des Tumults zu entweichen. Wegen Ruhestörung erhielt er eine Geldstrafe von acht, wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt eine solche von 50 Mk. Eine weitere Verhandlung drehte sich um eine Bagatelle. Der Angellagte. der sich wegen groben Unfugs u. dgl. zu verantworten hatte, war der vielfach vorbestrafte und deshalb gerichtsbekannte Gelegenheitsarbeiter H. B. Der Ausgang der Verhandlung war überraschend um deswillen, weil ein eidlich vernommener Entlastungszeuge wegen dringenden Weineidsverdachts auf Anordnung des Gerichts unmittelbar ngch der Sitzung in Haft genommen wurde, insbesondere wegen Kollusionsgefahr. RähereS anzugeben verbietet der Unter- suchungszweck. D. wurde zu 3 Tagen Haft verurteilt. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * DaS AmtSverkündigungSblatt Rr. 24 vorn 3. April enthält: Straßensperre. — Verhütung von Wildbränden. Fleischbeschau. Abrechnung für daS Rechnungsjahr 1927. Dienstnachrichten. Vermischtes. welche ist die längste Eisenbahn? Die längste Eisenbahn ist die europäisch- sibirische. bic von Lissabon über Paris Berlin. Moskau. 3rkutsk nach Wladiwostok führt. 3hre Länge Beträgt 15 500 Kilometer. Zur Zurücklegung biefer Strecke braucht ber Schnellzug mit einer mittleren Geschwindigkeit von 85 dis 75 Kilometer ohne Anhalten 200 Stundew Da die Schnellzugsgeschwindigkeit der russischen Bahnen nur etwa 35 bis 40 Kilometer beträgt, braucht man in Wirklichkeit bedeutend länger, nämlich 450 Stunden, etwa 19 Tage. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die 'hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe, der zuletzt beschlvffenen Dividende an. — Reichsbankbiskont 7 Prozent, Lombardäinsfuh 8 Prozent. Frankfurt a.M Berlin Frmlksurt a. M Berlin 3renlfutt a. M. Berlin Schluh- 1-llh» 5932 »»/,"/. Rheinisch, 6dd -Bant 2tqa .Go'.bvl MED ad« DorlrtegS-Ob' fiaationcn. hidteblbar 1932 - - - - Felten A SMUeamne . 6 ®d- f. Elcter Unreal . 10 Hamb Slcttr. Werte . . 10 Nhetn. Etekrr. . .. .« Schles. Etettr. .....io Schuckert ...... .7 126 287 181.5 127,5 290 160 182 75 128 128.75 286.75 !289,60 ISS 157.73 157,25 Ifil 192 ,190.25 183.5 180 90 0d>eltbcti . is Oftwerte .... 12 Brr .... 15 Nero berg....... . . 8 JcERcit Dalbdor. . 12 Sdlßcft «schoffenbirro . 10 Lhariottendnrger Saffet. 7 277^6 176 I 278 - 356.5 894 723 518,75 878.fi 180,25 354,25 894.Ä 722 517.5 -78.4 177.5 l‘/> Schwei,. BundrSd.-AnI. — . - Steinen» k HxUsSe ... 16 286.5 288 287.75 ,887.90 — 125.5 126.75 <°/e £>eftenkhttebt Oofbrte. ».20% Ctften ich. Silberne - Zransrablo..... — 152.5 ! 151.5 Vcffantr <3a3 . ... 8 195.25 193,75 — — 4.1 —. Labore ver *<»......... 167 166 ; 167 Daimler Ma'orea .... v 93,25 92.5 02.3 92 »'/, Oesterreich. etnbtttL Rte — BuderuA . . ......0 97.75 97,5 97 Demag ..... v Adlerweete tfctet. .... 0 — 51.25 53,23 <% Ungarisch! Goldrte •24,55 24.6 24.70 Deutsch« Erdöl .... .6 132.75 132.60 133,65 132 88,5 88,73 89,13 4*/o Ungarische StaaiSr. d. 1910 — — — 26 CEffaret Steinkohle - . . .8 -- — 145 145.75 _ 261.5 <*/»•/. beSgl. von 1013 i°/o Ungarische flroncnrft . . Türk, ^ollanleihe v 1911 «"/. TüN Vagdadbadn-Lnk Serie «. .. < °/o de«gl. @trN 11. < °e Rumänen convert. 9ta. < ’/»•/« Rumänen Soldani ■ 13,«5 18.9 18 18 1.0 12,7 12J IM i«l Lelseoktrchencr f. *4 9- 4 Harpen« ..... .8 HoefchEisert........ b Ilse Vergdaa ....... .8 «lückntNvcrkr ........ b Söln-Nenrffen .....»h 2)kanneLmann f. 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April 1 >8eld 193 1 i—rm 4 185 138 1!» 135.25 192. 216 ISt 194,25 182.73 194,9 Goldschmidt .••»..& Bürger «werte . . ......o ®tfraH«rreai**.....w 112.5 101.25 1*1 102 179,5 US 111.5 102.25 1103.13 Belgische Loten ... ... Dänische Roten...... Emrttlch e 9ote« . ...... 1 *i 1 A «.33 11.78 .853 88.46 112,22 W.432 . Berlm.3 Lpnl ■^nF französische Roten...... Holländische Roten ..... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Le sterr.. i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Note«....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . - Ungarische Noren SMt>i)eisautz£i Derkm r«l«grapbU