Samstag, 1 Februar 1928 178. Jahrgang Nr. SO Erster Blatt Drohende Tariferhöhung der Reichsbahn Das Echo der Briandreds oberen klaffen hat zur Verringerung der Einnahmen geführt. 3m Wasserst rahenbau habe er, der Minister, sich stark zurückgehalten. Reue Pro- jette seien im Etat nicht enthalten. Eine wertere Drosselung müße zum Schaden des Reiches sich- ren. ^leberwiegend habe die L u s t h a n s a einen öffentlichen Eharakter. Ihre Betriebsmittel er- hält die Deutsche Lufthansa außer aus den Passageeinnahmen zu etwa 70 Prozent vom Reiche und zu etwa 30 Prozent von den Län- dern und Kommunen. Die Finanzgebarung werde scharf kontrolliert. Erwogen werde, wie in diese Prüfung das Parlament eingeschaltet werden könne. Die Entwicklung neuer Motoren erfordere Jahre und Millionen, die mangels von Heer^- austrägen, wie sie andere Länder hätten,^ die Industrie nicht dauernd allein tragen könne. Die Kontrolle der Entente habe unS jahrelang und vor französischer dium der Do ut des. Di« grotze Zwiesprache über die Zukunft der L o c a r n o p o l t t t k ist zwischen Stresemann und Briand wieder in Fluh gekommen. Ueberraschender- DieAnssaffung derWilhelmsiraße Berlin, 3. Febr. (Prioattnformalion.) Die nach Berlin gelangten Berichte über die gestrige zweieinhalbstündige Rede Briands im Senat sind nicht ausführlich genug, um eine sichere würdi- gung der politischen Bedeutung dieser Kundgebung zuzulassen und widersprechen sich außerdem an einigen Stellen. Erst nach dem Eintressen des Wort- lautes wird festgestellt werden können, was zu der Behauptung, daß die im Anschluß an Thoiry erwarteten deutschen Vorschläge ausgeblieben seien, zu sagen ist. Dasselbe gilt von der Stelle der Briandrede über eine angebliche Weigerung, ein S ch r i s t st ü ck mit deutschen Forderungen vor der Unterzeichnung der Locarnoverträge entgegenzunehmen. Bedeutsam erscheint aber unter allen Umständen, dah Briand die Erörterung der Räumungs- frage begrüßt, ferner, dah er die Frage der vorzeitigen Räumung als Geschäft bezeichnet, vor allem aber feine eigene Feststellung, dah Frankreich am Rhein nichts zu fürchten habe. Damit gibt er selber zu, dah die Forderung nach neuen Sicherheiten, und nur diese hat Dr. Stresemann als Heuchelei bezeichnet, unberechtigt ist. Unflarteit besteht noch über das von Briand verlangte Funktionieren des Völker bunds- mechanismus in der entmilitarisierten Zone nach der Rheinlandräumung. Das wesentlichste ist schliehlich, dah die Frage der vor- zeitigen Räumung diskutiert werden soll, wenn auch erst nach den kommenden Wahlen, und dah dabei auch die Frage der v o r m o b i l i s i e - rung der deutschen Obligationen, die durch die Entwicklung der Wirtschaftslage in Frankreich in den Hintergrund gedrängt worden war, wieder eine Rolle spielen wird. Bekanntlich ist das eine Frage, die den Reichshaushalt nicht berührt. Fn der Berliner presse. Berlin, 3. Febr. Zu der gestrigen Senatsrede Briand nehmen die Berliner Blatter ausführlich in Leitartikeln Stellung. Die konservative „K r e u z- Leitung" schreibt: Briands Rede bedeutet, trotz ihrer höflichen Form, in d e r Sache eine ab« olute Absage an D r. Stresemann und eine Ablehnung der von ihm für Deutschland ver- Wie der französische Außenminister sich die Fortsetzung der doch von ihm in Szene gesetzten Locarnopolitik denkt, darüber machte er nicht mehr als einige recht unklare Andeutungen. Ein Mißverständnis" sagt Herr V^and und fällt dabei von hohem Pathos überraschend plötzlich in nüchternste Geschäftlichkeit. Em Mißverständnis soll nun die Auslegung sein, die der deutsche Außenminister dem Locarnovertrag gibt. Briand will seinerzeit in seinem eigenen Rainen und ohne dadurch seine Regierung zu engagieren zu den deutschen Delegierten gesagt Haden, daß der Geist der Abkommen gewisse E r l e i ch - ter un gen zur Folge haben müsse.. ®r werde sich bemühen, sie durch die französische Regierung zur Annahme zu bringen. Stresemann habe gewisse Genugtuungen erhalten, sas stimmt, wenn man die stärkste Betonung auf das Wörtchen „gewisse" legt. Aber damals war die Auffassung, der Briand mit gleichem retho- rischem Schwung Ausdruck gab doch wohl allgemein die, daß Locarno einen Wendepunkt in den deutsch-französischen Bezie^mgen bedeuten sollte. Die Eingliederung Deuhchlands in das internationale Mächtesystem, auf di- sich heute Herr Briand etwas besonderes zugut' tun mochte, war ja eine Zwangsnotwendigleit, die gerade die Lllliierten am allerdringendsten empfanden. Wir haben uns weiß Gott nicht in den -Völkerbund hineingedrängt. Wir tvaren gewiß die Letzten, die den Kreis dieser erlauben Herren durch unsere Gegenwart stören wollten. Aber man hat uns gebraucht. Und heute beeilt man sich, die damalige Zwangslage zu vergessen und zu vertuschen. vermeiden läßt. Sitzungsbericht. Berlin. 3. Febr. (BDZ.) Der Haushaltsausschuß des Reichstags setzte die Aussprache über den Haushalt des R e i ch s v e r k e h r s - m i n i st e r i u m s fort. Reichsverkehrsminister Dr. Koch geht von der gestrigen Behauptung des Abgeordneten Dr. Eremer aus, daß die Reichswasser st rahenabteilung feine Rebenfrau und vielleicht deshalb gerade bevorzugt fei. Er lei der Meinung, daß die Wasserstraßenabteilung im Gegenteil eher st i e f- mütterlich behandelt sei. 3m Berwal- tungsrat der Reichsbahn sehe das Reich daraus, daß ihm kein Sitz verloren gehe. Die Finanzlage der Reichsbahn sei gedrückt. Reben der entscheidenden Bedeutung des Tarifniveaus für die Wirtschaft sei die Rolle der Reichsbahn als des größten Arbeitgebers zu bedenken. Ferner seien 1,8 Milliarden der deutschen Wirtschaft als Aufträge für die Industrie von der Reichsbahn zugeflossen. Es ist richtig, daß die Reichsbahngefellfchaft sich augenblicklich mit der Frage einer Tariferhöhung befchästigt. wenn irgend angan- aiq, muß jedoch eine Tariferhöhung vermieden werden. Ob die für das Beschaffungswesen wichtige Organisation des Eisenbahnzentralamtes ausrecht erhalten werden soll, werde gegenwärtig von einem Ausschuß geprüft, an dem mich der Reichssparkommisfir und Mitglieder des Reichstages beteiligt feien. Die Aufträge hätten allerdings aus finanziellen Gründen eine Zeilang gedrosselt werden müssen. Die Reichsbahn habe auch im Vorjahr keine neuen Strecken ausbauen können. Das Reich habe einige 50 Millionen zur Verfügung gestellt. In diesem Jahre werde das nicht möglich sein. Eine finanzielle Frage sei auch die Frage der Weiterführung der Elektrifizierung. Zunächst würden m Angriff genommene Arbeiten weitergeführt. Es werde erwogen, in den Personen- zügen künftig nur zwei klaffen zu führen, eine Polster- und eine Holzsitzklasfe. Die Fahrpreiserhöhung der beiden Die Befürchtung, daß die Reichsbahn doch wieder zu Tariferhöhungen wird schreiten müssen, um ihre Finanzen in Ordnung zu bringen, scheint sich zu bestätigen. Irn Haushaltsausichuß des Reichstages hat der Reichsverkehrsminister zu- gegeben, daß man sich bei der Reichsbahn m i t der Frage einer Erhöhung der Tarife beschäftige. Er hat zwar hinzugesügt, daß eine derartige Maßnahme wenn irgend möglich vermieden werden müsse. Angesichts der steigenden Reparationslasten, der Mehrbelastungen nach der Reuregelung der Beamtenbesoldung, der gestiegenen Materialkosten und der nachlassenden Einnahmen besteht nicht viel Hoffnung, daß man um weitere Tarifhinauf. sehungen herumkommen wird. Für unsere Wirtschaft, darüber hinaus aber für die gesamte Lebenshaltung unserer Bevölkerung ist das außerordentlich bedauerlich. Es muß in diesem Zusammenhang jedoch anerkannt werden, daß sich die Reichsbahn im letzten Jahre bemüht hat, eine ganze Reihe von Tarifen herabzusetzen. Das hat recht gute Folgen gehabt, die aber wieder verschwinden, wenn es tatsächlich zu einer Tariferhöhung komm.. Man wird deshalb erwarten dürfen, daß die verantwortlichen Stellen der Reichsbahn und der Reichsregierung noch einmal ernstlich mit sich zu Rate gehen, c sich nicht eine so einschneidende Maßnahme, wie es eine Tariferhöhung für alle Kreise der deutschen Volkswirtschaft, Konsumenten so gut wie Produzenten, darstellt, „Do ut des“, ich gebe, damit du gibst, sagt Herr Briand mit Emphase, ein schönes Zitat, das auch wir auf unsere Fahne schreiben. Wir haben gegeben, seit neun Iahren beschäftigen wir uns mit nichts anderem, als mit der Erfüllung des Versailler Vertrages, älnd über den Vertrag hinaus haben wir in dem Garantiebakommen von L o c a r n o die Sicherheit geleistet, die Frankreich damals für seine Ostgrenze notwendig hielt. Wir haben freiwillig auf eine gewaltsame Rückgewinnung der ehemaligen Reichslande Elsaß und Lothringen, auf eine gewaltsame Aende- rung des Status quo im Westen verzichtet. Wir haben schon vorher im Dawesabkommen untr gewaltiger frciai liger cinschr inki ng un'erer Souveränitätsrechte finanzielle Derp Ladungen übernommen, deren wirtschaftliche Tragbarkeit sich heute schon als unmöglich erweist. Wir sind die einzige Großmacht auf dem Erdball, die restlos abgerüstet hat. Trotz aller gegenteiligen Behauptungen überspannter deutscher Pazisisten Furcht irrsinnig gewordener Politiker, die zum Gau- Welt mit gefälschten Dokumenten und unbewiesenen Schauermärchen Fangball spielen. Wir sind die einzige Großmacht, die den Schiedsgerichtsgedan k e n rückhaltlos und in vollem Ausmaße zur praktischen Auswirkung haben kommen lassen. Do ut des, sagt Herr Briand, und wir dürfen zurückfragen, was hat denn Frankreich gegeben, um den Gedanken von Locarno, den Gedanken des Ausgleichs und der Versöhnung in die Tat umzusehen? Die erste Rhein- annet}*« von Auzetgen für bk Tagt» nummer bis zum Nach mittag vorher. Preis für \ mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Re. lckameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig. Platzvorschrift 20° „ mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Will). Lange. DeraMwortlich für Politik Dr. Fr. Will) Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumscheini für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich hi Gießen. weise, denn Wahlstimmung pflegt im allgemeinen , nicht gerade die günstigste Atmosphäre zu jein, ein so , hrikles Thema, wie es die deutsch»französischen Beziehungen nun einmal find, sachlich und nüchtern zu ( erörtern. &o war es auch für beide Außenminister ein rein äußerer Anlaß, gerade heute auf das Problem zuruckzutommen, das viele Monate lang als gefährliches noli me tangere umgangen worden ist. Die Etatdebatte, in Deutschland vor dem Plenum des Reichstags, in Qrantreüh vor dem Senat, gab jedoch eine vielleicht erwünschte Möglichkeit, kurz vor den Wahlen noch einmal aoram publico den Standpunkt der beiden Länder zu präzisieren. Man muß sich natürlich diese eigenartige politisch« Situation vor Augen halten, um das Rededuell zwischen Paris und Berlin richtig zu würdigen. Briand selbst bat sich ja nicht gescheut, dies offen auszusprechen, wenn er sagte: „Im Verlaufe dieses Jahres werden Volksabstimmungen in den hauptsächlichsten ßän- dem Europas ftattftnben. Unsere Debatten werden von dieser Lage beeinflußt. Die Völker müssen vollkommen aufgetlärt werden. Und darum begreife ich es, dah Stresemann im Reichstag über das Rheinlandproblem sich ausgesprochen hat." Wir glauben jedoch, daß Briand sich hier auf dem Holz- wege befindet, wenn er meint, Stresemanns Lo- carnorede fei wahltaktifchen Bedürfnissen entrungen. Der französische Außenminister allerdings hat es nicht ganz verwinden können, ein paar gute Lehren für den deutschen Wähler in seine Rede ein- fließen zu lasten, wozu ihm die außenpolitische Debatte des Deutschen Reichstags ja leider genügend Stoff lieferte. Aber Herrn Briand darf gesagt werden dah in Deutschland die Locarnopolitik gerade bann kräftig vorwärts geflohen werden konnte, wenn der leckende Auhenminister sich auf eine Re- aicrung der Rechten stützte, während in Frankreich die gleiche Politik in dem Augenblick zum Erliegen kam, als ein Mann wie Poincar« die Zuael der Regierung an sich ritz. So werden die Versuche, von Paris aus die Wahlstimmung in Deutschland zu be- einflusten, nicht sehr verfangen. Das deutsche Volk bat in zehn harten Jahren hoffentlich das eine we- nigstens gelernt, selbst zu wissen, von wem es regiert zu werden wünscht. Erfreulicherweis« ist Stresemann nicht in den gleichen Irrtum verfallen. Er hat sich ganz darauf konzentriert, das ßocamoprobtcm, wie Deutschland es aufgefaßt hat, zu umreißen und die Forderungen zu stellen, in denen er sich mit der ganzen Nation eins weiß. Mit einer Schärfe und Entschiedenheit, wie wir sie von der Ministerbank lange nicht inehr gehört hatten, bat der Außenminister das heuchlerische Fangballspiel mit den Begriffen „Siche r- h e i t" und „Adrüstung" beim rechten Namen genannt, wenn er sich dagegen verwahrte, daß der Eindruck entstände, als ob es bei den ganzen Abrüstungsoerhandlungen weniger auf die Sicherung des Friedens, als auf die unmittelbare Vorbereitung der nächsten Kriege ankomme und als ob das Ziel nicht die allgemeine Verständigung, sondern die Verewigung bestimmter Macht- v o s i t i o n e n einzelner Staaten fei. Das war erfreulich deutlich. Und nicht minder erfreulich war ein Protest gegen die Fortdauer der Rheinlandbesetzung, unter der Heuchlern scheu Begründung, Frankreichs Sicherheit sei durch den ßöcamooertrag nicht genügend gewährleistet. Auch hier fand er eine außerordentlich glückliche Formulierung, wenn er darauf hinwies, daß die im Locarnovertrag Frankreich gegebene Sicherheit durch Englands Macht und Englands Wort garantiert fei und daß das Verlangen nach weiteren Sicherheiten eine Beleidigung Deutschlands sowohl, wie Englands sei, weil es sich auf die Vorstellung des Wortbruches beider gründe. Das ist klar. Deutschland lehnt es also nach rote vor ab, ihm bereits vertraglich zugesicherte Leistungen der Gegenseite seinerseits durch n e u e L,e i ft u n g e n au erkaufen. Es erwartet, daß auch Frankreich zu Einern Worte steht und endlich ernsthafte Anstalten macht die Räumung des besetzten rheinischen Ge- tS restlos durchzuführen. Daß unseren Ansprüchen nickt mit einer weiteren Verminderung der Besatzungstruppen um einige tausend Mann und einer schon vor Jahren zugesagten, aber niemals durchgeführten Erleichterung des Ordonnanzsystenis unmöglich genügt sein kann, bat noch am Donnerstag zur gleichen Zeit, als Herr Brmnd vor den französischen Senatoren sprach, der Staatssekretär Schmidt sehr wirkungsvoll im Reichstag E * Schnee a Graupeln e NeDel K Gf>*rer.(§)Windstille. *O-> leichte» Osi massige' Südsüdwest q stürmische* hordwest Oie Piene fliegen mit dem wmdc Die Beiden Stationen dienenden Zalw len geoen die Temperatui an. Die Limen verpmden Orte mit gleichen ruf Meeresniveau umaerechneteo LultdruU Wettervoraussage. Der Einfluß des hohen Druckes aus unsere Wetterlage dürfte nur vorübergehend sein, denn ein neues kräftiges Tiefdruckgebiet getohmt im Raume von 3sland an Ausdehnung und unter seinem Einfluß ist es bereits über den britischen 3nseln zu erneuten Riederschlägen gekommen. Sehr wahrscheinlich dürsie das Druckfallgebiet an Einfluß auf die Wetterlage gewinnen, so dah stärkere Dewöllung und später Riederschläge zu erwarten sind. Die Temperaturen steigen dabei an. Wettervoraussage für Sonntag. Zunächst wenig Aenderung der Wetterlage, später Bewölkungszunahme, milder und Riederschläge. Wettervorhersage für Montag: Wechselnd wolkig, wieder Seniperahirrüdgang und vereinzelt Riederschläge. Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 3,2 Grad Celsius, abends 0,4 Grad Celsius; am 4. Fe- bruar: morgens 0,4 Grad Celsius. Maximum 3,2 Grad Celsius, Minimum 0,4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 3. Februar: abends 0,3 Grad Celsius: am 4. Februar: morgens 0,2 Grad Celsius. — Niederschläge: 0,1 Millimeter. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. Wintersport im Vogelsberg (hoherodskops). Wind: Nord: leichter Schneefall: Temperaturen — 4 Grad Celsius: Schneehöhe: 18 Zentimeter: Sportmöglichkeit: gut. Herchenhamer höhe. Schneehöhe: 8 bis 10 Zentimeter: Temperaturen: — 1 Grad: Ski und Rodel: möglich. Den Herren Lehrern bringen wir hiermit zur Kenntnis, daß der neue Bildwerfer Henioldt-Epidiafkop IA in maßgebenden Fachkreifen folgende Beurteilung erfahren hat: Henioldt-Epidiafkop RM. 400 — Henfoldt-Epifkop RM. ZOO.- HENSOLDT-WERKE /WETZLAR gegründet 1852 I320D Hindenburg O/S., den 10. 9. 27. Zeiflgweg 2 Finna M. Henfoldt nn n r*h t TIMT TUT ihrs RachmittagSkuchen vom Bäder holt. Opfer auf beiden Seiten schaffen die wirkliche aastspiel am Montagabend nicht nur für ihre Hörer, sondern öffentlich ist. und daß cs nicht im Cafe Leib, sondern in der Reuen Aula ^Astoria-Lichtspiele: „Der Todesritt von Liltle Beighorn". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: lij.Die Spielerin". Di? Volkshochschule weist, um 3rr- stattfindet. (Siehe Anzeige.) — Volkstümliches S h m p h o n i e k o n - zert der Volkshochschule und des O r • chestervereins 1 908. Man schreibt uns: Um weitesten Kreisen den Genuß einiger Symphonien des Meisters Schubert zu verschaffen, hat sich der Orchesterverein Gießen der Volkshochschule für einen Konzertabend zur Verfügung gestellt. Wenn die Volkshochschule damit einen Daten für Sonntag, 5. Februar. Sonnenaufgang 7.34 Uhr, Sonnenuntergang 16.55 Uhr. — Mondaufgang 16.17 Ähr, Monduntergang 7.51 Ähr. 1808: Der Maler Karl Spitzweg in München geb. (gest. 1885). — 1861: Der Luftschiffer August von Parseval in Frankenthal geb. — 1875: Pius IX. erklärt die preußischen Maigesehe für ungültig; Exkommunikation der katholischen Geistlichen. — 1881: Der englische Sozialethiker und Geschichtsschreiber Thomas Carlyle in London gest. (geb. 1795). Daten für Montag, 6. Februar. Sonnenaufgang 7.32 Ähr, Sonnenuntergang 16.57 Ähr. — Mondaufgang 17.33 Ähr. Mond- untergang 820 Ähr. 1846: Der oberbayerische Maler Karl Haider in München geb. (gest. 1912). — 1904: Beginn des Russisch-japanischen Krieges. — 1919: Eröffnung der deutschen Rationalversammlung in Weimar. — 1922: Kardinal Ratti wird Papst (Pius XL). — 1926: Der katholische Theologe Wolf Wilhelm Graf von Baudissin in Berlin gestorben. Aus der provinziathauptfiadt. Gießen, den 4. Februar 1928. Oer Sonntag der Hausfrau. Gleichberechtigung der Geschlechter? Davon wird gar viel geredet, und manche Frauen bilden sich tatsächlich ein, sie sei schon eingeführt. Es genügt ihnen, zu wissen, daß sie zur Kraftwagenführerprüfung und zu staatlichen Aemtern zugelassen werden, die der Mann früher für sich allein beanspruchte, daß sie den Reichspräsi- denten und sämtliche Abgeordnete von Parlamenten bis zu den Stadtverordneten herunter wählen helfen dürfen, und hier und da auch im Beruf Vorgesetzte von Männern werden können. Die Hausfrauen Pflegen fich als solche sowieso zu sichlen, unö meinen daher, nachdem es ihre berufstätigen Schwestern auch soweit gebracht haben, sei alles Wünschenswerte erreicht. Darüber merken sie gar nicht, wie benachteiligt sie den Männern gegenüber auch heute noch sind. Erstens blieb es ihnen nach wie vor überlassen, die Kinder zur Welt zu bringen, und zweitens haben sie, gerade die Hausfrauen, praktisch keine Sonntagsruhe. Weitere Punkte wollen wir lieber nicht anführen, um nicht der Aufreizung beschuldigt zu werden. Stur ein Wörtchen über den Sonntag. Zum Tröste der Hausfrauen sei es gesagt: Die Chinesen haben überhaupt keinen, weder praktisch noch theoretisch. Ein schöner Trost, wenn der Herr Gemahl einen Tag lang rein nichts tut als Zeitungen lesen und Zigaretten rauchen? Ja, er begnügt sich nicht einmal damit, sondern verlangt sogar außerdem den Morgenkasfee womöglich ans Bett, das zweite Frühstück, ein besonders reichliches und gut zusammengestelltes Mittagessen, Vachmittagskaffee mit Kuchen und schließlich das Abendbrot. Gr setzt veraus. daß die Hausfrau chm alles das liefert, obwohl Sonntag ist. Wo eine Köchin aehalten wird, ändert sich daran nichts, weil die Köchin ein Recht aus Sonntagsruhe hat. Diese Fälle sind übrigens in der Minderzahl. Die meisten Hausfrauen besorgen notgedrungen alles allein, und das ist eben der wunde Punkt — der Sonntag bleibt für sie Theorie. Diese Feststellung wird vielen Ehemännern peinlich sein, nämlich denen, die es für selbstverständlich halten, daß die Hausfrau ihren Sonntag der ehemännlichen Behaglichkeit opfert. WaS aber ist heute selostverständlich! Höchstetts was aus Liebe geschieht. Das braucht aber nicht ausschließlich den einen Teil zu belasten. Wie-, wäre es, wenn der seine Sonntagsruhe genießende Hausherr hier unt>_ da, so oft es sein Einkommen erlaubt, Vorschläge: „Wollen wir nun zunächst besorgt fragen: „Können wir uns das auch leisten?" Änd dann wird sich finden, daß man es sich wirklich manchmal leisten kann. Es soll sogar vorkommen, daß sich der Ehemann erbietet, zugunsten dieses guten Zweckes täglich eine oder einige Zigarren weniger zu verpaffen! Dadurch wird die Finanzierung des Änterneh- mens oft fühlbar erleichtert. Wenn die Hausfrau dann am zweiten oder dritten Sonntag wieder am Herde steht, wird sie sich nicht ein bißchen darüber ärgern, denn sie weiß sich jetzt wirklich gleichberechtigt mit ihm, der gerade den Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Winterobausstellung G ehen 1928, Turnhalle des Realgymnasiums. — Stadtkirche: 5 Ähr nachm., Afrikanischer Missionsfilm. — Kavallerieverein: 8 Ähr, Vereinslokal, Hauptversammlung. — Bouerscher Gesangverein: 7.59 Ähr, Geseckschasts- haus, Maskenball. — V. f. D.: 19.49 Ähr, „Liebigshöhe", Maskenball. — Dürger-Gesell- schaft: Katholisches Vereinshaus, Maskenball.— Gießener Theaiecvereinigung 1926: 7.59 Ähr, Saalbau Sauer, Maskenball. — Gießener Rad- fahrergesellschaft „Die Wanderer", 8 Ähr, Cafe Leib, Maskenball. — Relchskurzschriftge e.lschaft „Gabelsberger": 8.20 Ähr, Karlsruhe. Masken- balL — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Spielerin". — Astoria-Lichtspiele: „Der Todesritt von L ttle Bighorn". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: 2.30 Ähr nachmittags. „Peterchens Mondsahrt" (Ende nach 5 Ährj. 6 Ähr, „'"Hora" oder „Ein Puppenheim" (Ende nach 8.30 Ähr). —Winterobst-Ausstellung Gießen 1928. Turnhalle des Realgymnasiums. — Stadttirchc: 8 Ähr, Afrikanischer Missionsfilm. — Kaufmännischer Verein von 1873: Cafe Leib. Maskenball. erften Versuch macht, ihre musikalische Volksbildungsarbeit auf ein weiteres Gebiet auszudehnen, so kann sie das nur, weil die vierzig Herren des Orchesters ihre Tätigkeit unentgeltlich ausüben. Der Eintrittspreis konnte daher auch diesmal auf nur 50 Pf. (Vorverkauf) festgesetzt werden. Wenn der erste Abend gut besucht wird, besteht die Aussicht, daß weitere Kottzerte veranstaltet werden. Das Konzert findet Donnerstag, 9. Februar, in der Reuen Aula statt. (Räheres siehe Anzeige.) ** Dank desStaatspräsidenten. Zn der „Darmstädter Zeitung" veröffentlicht Staatspräsident Ulrich folgende Danksagung: „Aus Anlaß der Vollendung meines 75. Lebensjahres sind mir in so überaus großer Zahl Beweise persönlicher Verehrung und Wertschätzung, treuer Anhänglichkeit, sowie Anerkennung meiner politischen und wirtschaftlichen Arbeit zugegangen, daß es mir leider nicht möglich ist, jedem einzelnen zu danken. 9d) bitte deshalb, allen, die meiner gedachten, auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank aussprechen zu dürfen." *• Finanzmini st er Henrich operiert. Finanzminister Henrich, der seit einigen Wochen als Patient im Elisabethenstist in Darmstadt weilt, hat sich dort einer ziemlich ernsthaften Darmoperation unterzogen. Die von Professor Zander vorgenommene Operation ist gut verlaufen. Der Patient befindet sich den Ämständen entsprechend wohl. L.U. Von der Landes - Universität. Der ordentliche Professor für Altes Testament an unserer Universität D. Hans Schmidt hat den an ihn ergangenen Ruf auf den alttestamentlichen Lehrstuhl an der Universität Halle zum Sommer- femefter angenommen. •’ Hofrat Steingoetters Abschied. Es fei auch an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß am kommenden Dienstag, 7. Februar, der Intendant unseres Stadttheaters, Hos- rat Hermann Steingoetter, sich mit einer von ihm selbst inszenierten Aufführung von Shakespeares „Sommernachtstraum" vom Gießener Publikum verabschieden wird. Aus Anlaß dieses Abschieds von Gießen und des gleichzeitigen 25jährigen Direktionsjubiläums von Hofrat Steingoetter wird nach der Aufführung eine Feier auf der Buhne ftattfinden, an der das Publikum vom Zuschauerraum aus teilzunehmen Gelegenheit hat. Die zahlreiche und getreue Theatergemeinde unserer Stadt dürfte es sich nicht nehmen lassen, durch einen besonders starken Besuch dem scheidenden Intendanten an seinem Chrenabend ihren Dank für die verdienstvolle Arbeit zum Ausdruck zu bringen, die Hofrat Steingoetter in fünfundzwanzig langen Iahren für das Gießener Theater geleistet hat. ** Personalien. Ernannt wurden: Der Kanzleigehilse bei dem Amtsgericht Gießen Walter G r o m m zum Kanzlisten, die Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe. Heinrich 25- ch e [ aus Deckenbach, Kreis Alsfeld, und Ludwig Schmalz aus Grüningen zu Gendarmerie- hauptwachtmeistern, mit Wirkung vom 1. Januar 1928 ab; der praktische Arzt Dr. Karl Binsack in Gederir zum Amtsarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Gießen, mit Wirkung vom 1. Februar 1928 ab. * D i e Gießener Kunstsammlung im Reuen Schloß, Eingang Senckenbergstrahe, ist morgen Sonntag von 11 bis 13 Ähr bei freiem Eintritt geöffnet. •• Bauvorhaben der Gagfah (Gemeinnützige Akt.-Ges. für Angestellten-Heimstätten) Gestern abend fand im Kaufmännischen Der- einshaus eine weitere Besprechung der Angestelltenverbände über das geplante Bauvorhaben statt. Die Aussprache erörterte die Geländefrage, den Bautyp und die Finanzierung. Rachdem die Einzelverbände zu dem Bauprogramm Stellung genommen haben, soll mit dem Bauvorhaben alsbald begonnen werden. Man beabsichtigt zunächst eine Baugruppe für Einzelhäuser für ca. 20 Wohnungen zu bauen, die noch im Herbst d. 3. bezogen werden sollen. *• AusdemGießenerStandesamts- r e g i ft c r. Es verstorben in der Zeit vom 15. bis 31. Januar: 16. Marie Kräcker, geb. Magold. 73 3ahre alt. Landmannstrahe 8. 16. Marie Lichtenfels. geb. Metzger. Witwe, 87 Jahre alt, Ludwigsplah 5. 17. Wilhelm Ludwig Herr, Kaufmann, 32 Jahre alt. Bahnhofstraße 57. 21. Wilhelm Euler, Schuhmachermeister. 85 3ahre alt. Asterweg 54. 24. Louis Pfeil, ohne Beruf, 77 Jahre alt. Sicher Straße 74. 25. Heinrich Haas. Schreinermeister, 70 Jahre alt, Bleich- strahe 9. 26. Karola Pflüger, Dienstmädchen. 23 3ahre alt. Kaplansgasse 15. 28. Margarete Pfister, geb. Lauterbach. Witwe. 71 Jahre alt, Plockstraße 14. 29. Johann Konrad Rösser. Schneider. 78 3ahre alt. Walltorstraße 53. 30. Johann Heinrich Driesch. Kaufmann. 46 3ahre alt, Seltersweg 70. 31. Karl Ludwig Hosch, Rentner. 69 3ahre alt, Kreuzplatz 3. 31. Elisa- bethe Schaub, geb. Schubecker. Witwe, 69 Jahre alt, Krofdorfer Straße 21. (weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt.) Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 5. Februar. Septuagesimac. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Missionar Lauk; 11: Kin derkirche für die Matthäusgemeinde, Missionar Laut: 5: Pfarrer Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Zohannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 5: Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrverwalter Dotzert. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Kirchberg. 10; 1.30: Lollar. Dienstag, 7. Februar, abends 8: Lollar. Missionsvortrag, Missionar Bachmann. — Alten-Buseck. 10; 1.--Lich. 9.45: Beichte; 10: Stiftspfarrer Schorlemmer; hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst. Der Nachmittagsgottesdienst fällt aus. — Hausen-Garbenleich. 10: Hausen: 1: Garbenteich. — wahenborn-Stcin- berg. 10: Kinderkirche; 1: Predigt. — Wieseck. 9.45; 11: Kinderkirche. katholische Gemeinden. Samstag, 4. Februar. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, 5. Februar. Sonntag Septuagesima. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 5.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Andacht. — Lembach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. SonntagSv'knst ■>. lernte n. MvotbcFen am 5. 2. 28 S.-N. Dr. Schlievbake. Dr. S. Klein. Htrschnvotheke. Zahnarzt: Dr. Fischer. *D Äerlin W 30, Abt. 29, Lagert. 33 1289D Pro- Vertreter gesucht an Hollmundttrafie 13. 1315D 0860 Gien. Sina Laden Elektroavvarate. 13170 1087D bauten Rasensport WMWW an zwei Lehrlinge Offerten unter B. J. 4255 an Rttdolf Mosse, Dresden iBon hiesigem Geldinstitut werden »u Ostern 1928 Leistungsfähige Weinbrennerei am Rhein sucht für den Verlauf ihrer Qualitä'tserzeug. niste eingeführten Dieser Artikel ist von prominent. la begut- acht., bewährt s. glänzend u. hat sich i. Süd- deutschlb. überall sehr rasch eingeführt. Zum Erwerb d. 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Die „Regenten", die vor Hermann Steingoetter inGießen am Stadttheatcr das Szepter führten, stehen im Buch der Vergessenheit. Roch in den achtziger Jahren hatte das Theater in Giehen mit dem Liebel grober Gleichgültigleit zu kämpfen. Mittelmäßiger Darstellung aus den Brettern, die die Welt bedeuten sollten, kam die Anspruchslosigkeit des Publikums entgegen. Ein Wandel trat ein. als während der Anwesenheit des Erb- grohherzogs Ernst Ludwig von Hessen, der an der Ludoviciana studierte, Intendant Emil C l a a r aus Frankfurt mit seinen Künstlern erschien und eine Reihe mustergültiger Vorstellungen veranstaltete. Manch einer, der d^n Theater abgewandt stand, lernte die feinen Lichter und Schatten, die von der Bühne ausgingen, schätzen. Unter dem Zwang der Verhältnisse stellten die Frankfurter Künstler ihre Gastspiele in Giehen wieder ein. Run war es eine glückliche Fügung, dah Hermann Steingoetter im Jahre 1903 unter 64 Bewerbern ausersehen ward, die Leitung der Theatergemeinschaft Giehen. Marburg und Dad-Rauheim zu übernehmen. Entschlossen, beredt, gewandt, fest von Charakter, sicher in seinem Geschmack, verstand er es. junge bildsame Talente heranzuziehcn und erreichte, keine Mühe scheuend, in ernsthafter Arbeit ein künstlerisch abgerundetes Zusammenspiel. Wir wollen einen Blick auf Hermann Stein- g 0 e t t e r s Lebensweg werfen. Geborener Schwabe, studierte er in Heidelberg. Leipzig und Berlin Rechtswissenschaft und Literaturgeschichte. Inmitten seiner Studienzeit ward der Drang zum Theater in ihm wach. Bald kannte er sich in der Schule des Schauspielers aus. Ein Engagement bei den Meiningern toar_ für ihn von eminenter Bedeutung. Wer die künstlerischen Darbietungen der Meininger erlebt hat. wird ihre elementare Wirkung nie vergessen. Gewiß, daß sie zuweilen Pracht und Prunk auf der Bühne über die darstellerische Leistung setzten, aber das Grundlegende, Llrnwülzende ihrer Wirksamkeit war. dah sie das Virtuosentum auf der Bühne beschränkten und dem fähigsten Schauspieler zur Pflicht machten, sich nicht individualistisch vorzudrängen, sondern sich in das Ensemble einzugliedern. Auf den Gastspielreisen der Meininger war Hermann Steingoetter Gelegenheit gegeben, nicht nur die deutschen Bühnen, sondern auch die großen Theater in Rußland. Schweden und Dänemark kennenzu- lernen. Zwei Jahre gehörte Steingoetter dem Meininger Ensemble an. Dann fand er nach kürzeren und längeren Engagements in Gera. Hanau, Würzburg, Frankfurt am Main. Dortmund, Zwickau in Erfurt eine aussichtsreiche Stellung. Zuerst als Bonvivant tätig, wurde er bald zum Dramaturgen, Regisseur. Oberregisscur, schließlich zum stellvertretenden Direktor berufen. Steingoetters Leitung des Stadttheaters in Giehen, die alsdann folgte, hat den weitblickenden Mann vor Aufgaben gestellt, die viele Eisen im Feuer verlangte. Richt nur, daß er den braven Roderich Benedix, die gute Birch-Pfeiffer und andere Lust- und Rührstücksabrikanten vom Spielplan verbannte und den Zeitgeist erfassend, wertvolle Rovitäten dem Repertoire einverleibte, er stand auch in der vordersten Reihe derer, die alle Hebel in Bewegung setzten, dah in Giehen der Schauspielkunst eine würdige Stätte bereitet ward. Im Sommer 1907 wurde das neue Stadttheater eingeweiht. Das Repertoire zeigte eine immer aufsteigende Linie, das Interesse für gute Werke wuchs, dem neuen Haus strömten Besucher nicht nur aus Giehen, sondern auch von den umliegenden Städten zu. Steingoetters Regie kannte keine Einseitigkeit, er vergaß nie. daß das Theater über eine Abendunterhaltung hinaus den Charakter einer Kunstanstalt wahren soll. Dah die Mitglieder des Gießener Stadttheaters eine ansehnliche Gage erhielten, trug nicht am wenigsten dazu bei, das Ansehen der Gießener Bühne in der Theaterwelt zu erhöhen. Der Krieg brach aus, die Rachkriegszeit war zu überwinden, Epochen, in denen Steingoetter. von Schwierigkeiten bedrängt, das Theaterschisflein glücklich durch Schroffen und Klippen steuerte. Im Jahre 1924 ging der Betrieb des Theaters in die Hände der Stadtverwaltung über, Hermann Steingoetter wurde zum Intendanten ernannt. Künstlerischer Geist hob das Repertoire. Gastspiele der Frankfurter, Darmstädter und Mainzer Oper verschafften den Gießenern Kunstgenüsse erlesener Art. Es ist Steingoetters besonderes Verdienst, dah er erprobte Kräfte für sein Theater zu gewinnen wußte, ohne zu vergesseii, dah Wandel und fallen. Hat doch Bergmann in einer Reihe von Briefen die naive Behauptung ausgestellt, daß Gerichte die ihm gegebenen Summen als „mündelsichere Kapitalsanlage" bezeichnet hätten — und dieser Llnsinn wurde geglaubt! Man nehme nur einmal an, Bergmann wäre kein „Betrüger" gewesen, hätte also aus den ungeheuren Zmsen, die er für seine Darlehen verlangt hat, und aus dem Erlös der von ihm veranstalteten Versteigerungen, bei denen er selbst als Käufer auftrat, seinen Verbindlichkeiten nachkommen können, dann hätten seine Gläubiger kein Geld verloren, sondern ungeheure Summen bei . einem Geschäst verdient. das sie bei einiger ileberlegung wohl selbst als unfittlid) bezeichnen mußten. Dienten doch die Erhebung voii monatlich zehn Prozent Lagergeld und die Art der Versteigerungen nur dazu. Bergmanns Kunden auszuplündern. Wie leichtsinnig übrigens die (Betrogenen mit ihrem Geld umgegangen sind, geht auch daraus hervor. dah sich die meisten von ihnen keine Informationen bei dem größten deutschen Auskunftsbureau eingeholt haben. Einige — aber nicht alle — Auskunfteien wußten nämlich Bescheid: so teilte eins dieser BureauS im Rovern ber vorigen Jahres mit, dah Bergmann wegen Llnterschlagungen vorbestraft ist. und dah gegen ihn im Jahre 1924 viermal ein Haftbefehl ^ur Ableistung des Offen- barungSeides erlasfen wurde. Karl Gillbrück. Dieser firmamenterschütternde Schrei schien sich in die Stämme gebrannt zu haben. Kein anderer Baum trägt diese Zerrissenheit in feinem Leib und Mark. Er fcheint, als der betende Christus feine von Schweiß und Blut überlaufene Wange an die Rinde stützte, von den teuflischen Qualen des Gottessohnes eingeatmet zu haben. Der Olivenpflücker weiß dies nicht: er weiß nur. dah seine Bäume ewig krank sind und immer mit dem scharfen Beil behandelt werden müssen. Mit wildem Hunger friht der Schwamm in ihnen: und der Vater muß oft mitten ins Herz der Bäume schlagen um den Zerstörer und Vampir am Safte zu zerschmettern. Das ist das Geheimnis ihres gespenstischen Seins: gemartert zu werden von Schwamm und Beil. Kein Baum der Erde scheint so zäh und dekadent zugleich zu sein. Ausgehöhlt bis auf die klappernde Schale der Rinde, zerschlitzt zu klirrenden Spänen, verlöchert von gewaltigen Wunden, durch die der Vogel fliegt und der diamantene Abendstern blitzt, abgeschabt, dünnbeinig und entschält, treibt in ihm der Strom des Saftes und des Oeles unentwegt und ungehemmt in die Perlen der grünen und blauen Früchte. Durch Jahrhunderte hindurch hat sich der Wipfel niedergebeugt über die sonnenverbrannte Quadratur des römischen Aequadukts und wenn darin der zersplitterte und ausgelaugte Mund eines Merkurs oder einer Aphrodite ein jahr- tausend altes Lächeln hob, es war und blieb nur da» Rächt- und Herbstnest der Eidechsen und die Grube, in die der Wind die abgestorbenen Blätter zu einem raschelnden und einsamen Spiel trieb. Er ist der Daum der kriegerischen Minerva, die im Mond die Bergwege heraufreitet, als hätte sie einen Karthager zu begleiten, der durch die Steinbrandung der Pässe seine Schlachtkolonnen treibt. Aber davon weih der alte Olivenvater auf seiner schlanken, verwegenen „Scalino" nichts, die nur eine lange Stange ist, aus der auf beiden Seiten kleine, fußlange Sprossen ragen und die mit einer Gabelspitze in den dünnen Grasboden der Terrassen gerammt ist. Hnbefannt sind ihm diese Geheimnisse. Die heidnische Göttin lebt nur im Dunkel der Phantasie. Merkur und Aphrodite liegen verschüttet im Geröll, und die Göttin wird nur lebendig, wenn int Abendschatten die Hirtin und der Hirte sich zur Liebe auf dem warmen Mauerstein niederlassen. . . Die „Berge -es Mitleids". Im Anschluß an den B e r l i n e r L 0 rn- bar d s k a n d a l, der immer weitere Kreise zieht, hat unser Mitarbeiter den „Reichs- verband der Pfandleihenbesitzer Deutschlands" über die Organisation der deutschen Leihhäuser befragt. „Die Betrogenen sind schuldl" Damit faßt der Geschäftsführer des Reichsverbandes der Psandleihenbesitzer Deutschlands E. D. feine Ansicht über den Fall Bergmann zusammen. Mit Recht meint er, daß die Gläubiger des betrügerischen Berliner Lombardhauses bei einiger Lieberlegung eigentlich erkennen mußten, es handle sich um ein Schwindelunternehmen. Wer jährlich 48 Prozent Zinsen bietet, kann kein ehrliches Geschäst betreiben; denn auf ehrliche Weise ist eben, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum der sechste Teil zu verdienen. Das Gesetz schreibt den Pfandleihern vor, welchen Zinsfuß sie in Anrechnung bringen dürfen. In Preußen ist es ihnen gestattet, bei kleinen Darlehen monatlich 4 Prozent, also jährlich 48 Prozent zu fordern: dieser Zinsfuß ermäßigt sich jedoch bei größeren Summen bis auf 24 Prozent im Jahr, so daß man eine Durch- schnittsVerzinsung von 36 Prozent annehmen kann. Ratürlich wird diese Summe, die weit über das hinausgeht, was große industrielle Unternehmungen, Banken ober Handelshäuser erübrigen, nicht völlig verdient. Es muß vielmehr rund ein Drittel der Einnahmen für Unkosten und Propaganda angerechnet werden, und ein weiteres Drittel pflegt man in der üblichen Kalkulation als Bezahlung der Arbeitskraft des Unternehmers anzusehen, so daß für die Derz insung des eigentlichen Kapitals nur noch 12 Prozent jährlich bleiben, ein Zinsfuß, der noch immer hoch genug ist, mit dem man aber unmöglich Kapitalien zu 48 Prozent Zinsen ausnehmen kann, wie es Bergmann getan hat. Die Besitzer der privaten Pfandleihen wollen sich übrigens nicht nachsagen lassen, daß sie für die von ihnen gewährten Darlehen bis zu 48 Prozent „Zinsen^ nähmen. In dem Zinsbetrag, den sie ihren Kunden berechnen, steckt vielmehr die Vergütung für eine ganze Reihe anderer Leistungen. Herr Hof. der Geschäftsführer ihres Verbandes, versteht es, das an einigen Beispielen recht gut klarzumachen. Wenn jemand mit einem größeren Reifekorb auf einem Berliner Bahnhof eintrifft und das Gepäckstück bei der amtlichen Aufbewahrungsstelle abgibt, so werden ihm dafür täglich 5) Pfennig berechnet: falls er feinen Korb erst nach zehn Tagen abholt. muß er also 4 Mark entrichten. Würde dieser Reisende fein Gepäckstück dagegen auf eine Pfandleihe bringen und sich gegen Hinterlegung des KorbeS zehn Mark borgen", so müßte er auf diese Summe für zwei Monate Zinsen byahlen: die Pfandleihen haben nämlich daS Recht, auch bei ganz kurzfristig gewährten Darlehen für volle zwei Monate Zinsen zu nehmen. Abgesehen von dem Vorteil, daß der Reisende nun z^hn Mark geborgt erhält, braucht er aber nach zehn Tagen, während fern Korb kostenlos aufbewahrt wird, nur 80 Pfennig Zinsen zu bezahlen, also den fünften Teil der Summe, die baß amtliche Aufbewahrungsbureau fordert Ein anderes Beispiel: In jeder Theatergarderobe werden mindesten- fünfzig Pfennig dafür verlangt, daß die Garderobenfrau einen Mantel drei Stunden in Obhut nimmt; die Pfandleihe verwahrt dieses Kleidungsstück. auf das sie ein Darlehen von zehn Mark gewährt hat. volle zwei Monate, ist verpflichtet, es sachverständlig zu behandeln, und erhält doch als Gegenleistung nur 80 Pfennig Zinsen. Da nun nach einer Statistik, die die Psandleihenbesitzer ausgestellt haben, das Durchschnittsdarlehen in Deutschland zehn Mark betrügt, also vorwiegend weniger wertvolle Gegen- t u n g s s p e s e n für die ungeheure Zahl der aufbewahrten Waren verhältnismäßig hoch, und man kann nicht den ganzen Entgelt als Verzinsung des Leihkapitals betrachten. stände verpfändet werden, sind die Verwal- 2n früheren Zeiten sind zweifellos Wucher und erpresserische Ausbeutung fremder Rot bei den Pfandleihern an der Tagesordnung gewesen. Die Regierungen erkannten aber allmählich, daß man gesehgeber is che Maßnahmen treffen muß, um die armen Kunden der Leihhäuser zu schützen. Es ist bezeichnend, daß im Italienischen das Leihhaus nach einer im Mittelalter von den Mönchen eingeführten Bezeichnung noch heute den Rainen „Monte di pietä“, „Berg des Mitleids" führt; auch im Französischen bezeichnet man sie als „mont-de- pietä". Arme Leute, die ihren Hausrats „versehen" müssen, sollen eben nicht ausgeplündert, sondern mitleidig behandelt werden. In Preußen wurde deshalb in dem „Pfand- und Leihregle- ment von 1787“ die Höhe der zulässigen Zinsen festgesetzt. Mit der Gewerbeordnung kam die Gewerbefreiheit und die alte Bestimmung fiel fort. Da der Wucher überhand nahm, wurde dann am 17. März 1881 das preußische Pfand- l e i h e g e s e h erlassen, das die Ausgabe von Pfandbüchern und von Pfandscheinen sowie die Versteigerung von Pfändern genau regelt. Leider gibt es keine einheitlichen Bestimmungen für das Deutsche Reich, sondern jedes der neunzehn deutschen Länder hat ein eigenes Pfand- leihgeseh erlassen. Besonders merkwürdig ist es. daß die beiden mecklenburgischen Staaten sich nicht nehmen ließen, entsprechende Gesetze aufzustellen — obwohl sie keine Pfandleihen besaßen. Run hat fick) inzwischen in einem mecklenburgischen Staat doch eine Pfandleihe niedergelassen; aber es gibt immerhin noch ein deutsches Land, das zwar ein Psandleihgesetz, aber keinen Pfandleiher besitzt. In ganz Deutschland zählt man rund 600 private und 60 öffentliche Pfandleihen, von denen 260 private Leihhäuser ihren Sitz in Berlin haben. Diese Llnternehmungen sind zum Teil recht groß; die meisten Pfandleiher betreiben ihr Geschäft im großen Maßstab, und unter ihnen befinden sich viele Kaufleute, die in das Handelsregister eingetragen sind und der Handelskammer angehören. In den Großstädten bestehen sogar mehrfach Pfandleihen in Form von Aktiengesellschaften. Das betrügerische.Unternehmen Dergrnan ns, das soeben in Berlin aufgeflogen ist, gehörte nicht zu den 600 deutschen Pfandleihen, jonbern war ein „Lornbardhau s". Mit Recht weist der Reichsverband der Psandleihenbesitzer Deutschlands darauf hin. daß auch diese Unternehmungen eigentlich konzessionspflich- 11 g sein sollten. Eine Pfandleihe darf nur eröffnen, wer Im Besitz einer polizeilichen Konzession ist. und diese Betriebe stehen bann auch ständig unter polizeilicher Kontrolle. Die sog. .bankmäßigen Lombardhäuser" werden ebenfalls beaufsichtigt, da ihr Inhaber eine Konzession zum Betrieb eines Bankgeschäftes besitzen muß. ES gibt nun aber eine gewisse Zahl von Betrieben, die nur das Lombard- gefchäft zu betreiben vorgeben, tatsächlich aber auch Bankgeschäfte abwickeln oder kleinere Pfänder beteilen, und die trotzdem als einfache „Lornbardhäuser" nicht konzeffionSpflichtlg find. Cs muß gefordert werden, daß die Gesetzlücke, die hier besteht, bald geschlossen wird, damit alle Betriebe dieser Art unter die offenbar sehr notwendige Polizeiordnung gestellt werden können. Run wäre es ganz falsch, wenn man sich der Hoffnung hingeben würde, durch irgendwelche Konzefsionspslicht oder polizeiliche Ueberwachung jede Schädigung des Publikums in Zukunft verhindern zu können. Es gibt immer wieder Dumme, die auf plumpen Schwindel herein- Der Faszismus und die Krisis des modernen Gtaaisgedankens. Einem aus staatswiffenfchaftlichen Greifen geäußerten Wunsche nachkommend, hat unser römischer L-Korrespon- öent über den faszistischen Staat im Zusammenhang mit der Krise des modernen Staatsgedankens, dem Thema, das heute an der Spitze der staatspolitischen Erörterungen steht, eine knappe Abhandlung von vier Artikeln geschrieben, deren ersten wir im folgenden unseren Lesern übermitteln. Rom, 2. Februar 1928. Llebergangsstimmung hat Europa ergriffen. Wir* alle fühlen, daß etwas Reues im Werden begriffen ist, wir sehen einen Reiter mit verhängten Zügeln dahersprengen, Sturmwind im Haar, noch läßt sich in der Dämmerung fein Gesicht nicht erkennen. Ist es derselbe, der im Osten zu Pferde stieg? Wird er feinen Scharlachmantel hinter sich herschleifen? Kommt er aus dem lichten S ü d e n, trägt aber, seltsam genug, ein schwarzes Hemd? Bringt er Erlösung oder Tyrannei? Die Hoffnung geht um, er sei der Geist der Völkerbejahung. Lind ist er es, wird er sich stärker erweisen als der Geist der Rassenvemeinung? So hofften, so fragten wir auf den Trümmern Europas, zwischen den Scherben des modernen Staates, als wir noch fassungslos vor dem Geschehen standen und den Sinn der Zertrümmerung nicht begreifen konnten. Heute wissen wir. daß eine Cnlwicklungsbahn abgelaufen ist und dieser natürliche Vorgang uns vor die Aufgabe gestellt hat, einen neuen Kreislauf mit neuem Geben zu erfüllen. Zerbrach die Form, so wurden poch auch damit aebunbene und vielfach mißbrauchte, zu unnatürlichen Funktionen gepreßte Kräfte frei, die nach vernünftiger Anwendung schreien, neue Kraftfelder und Energieströme wurden erschlossen, (Baumaterial ist übergenug vorhanden, um auf dem europäischen Trümmerfeld etwas Besseres zu errichten. Aber was? In wessen Händen sind die richtigen Pläne? Wir stehen noch mitten in der Krise der Fragestellung, schon erhebt sich ein Berg von Literatur über die heikelsten Probleme, von dessen Spitze aus man bis an die Quellen modernen staatlichen Denken« schauen und unzählige Menschen beobachten kann, die in dem Schutt der Jahrhunderte herumwühlen. Aber wie viele Spuren auch in die grandio e Sche.bengrube hineinführen, nur wenige führen heraus. Rur vereinzelte schmale Wege sehen so aus, als könnte man auf ihnen zu einem Ziele kommen. Dunkel liegt vor allem über ber Zukunft des Staatsgedankens. So viele Baumeister, so viele Ideen. Spricht der eine von der „Krise des Staatsgedankens" (M. I. Bonn), so der andere schon bewußter von der „Krise des modernen Staatsgedankens in Europa" (Alfred -.SLM!aKxnaawt>i cnwMroi—« Wechsel ihre Rechte fordern. Die Altersversicherung für bewährte Mitglieder auszubauen, war Hermann Steingoetters Herzenssache. Den Zusammenschluß mit dem Kurtheater in Bad-Rauheim mehr und mehr zu festigen, hat Steingoetter kein Opfer gescheut. Richt unerwähnt soll bleiben, daß Steingoetter um seiner sozialen Gesinnung willen in den Kreisen der Deutschen Bühnengenossenschast hohes Ansehen genießt, daß ihn das Frankfurter Bühnenschiedsgericht zum Sd)iedsrichter ernannte. Auch als dramatischer Sckiriststeller hat sich Steingoetter vielfach bewährt. Seine Stücke, insbesondere seine Märchendichtungen. sind nicht nur in Gießen, sondern auch an anderen Bühnen erfolgreich zur Aufführung gelangt. Oft hat er es ausgesprochen, daß ihm in schwerer Berufsarbeit seine Gemahlin als treue Helferin und Beraterin zur Seite' stand. Heute, da der Jubilar aus dem ihm liebgewordenen Wirkungskreis scheidet, folgt ihm der Dank feiner Künstlerschar, der Dank der Gießener Bevölkerung. Auch in der ländlichen Stille, die er jetzt aufsucht, wird er nur in begrenztem Maße das otium cum dignitate genießen, tätig, anteilnehmend wird er feinem innersten Gefühl nach immer der Kunst verbunden bleiben. Weber). Der Heidelberger Rationalökonom Ist in diesem Buche als Staatswissenschaftler und Historiker so bewundernswert über den Gesichtskreis der bloß Inneren Politik hinausgewachsen, daß er wie ein Führer erscheint, dem man willig folgt. Wohl meint er skeptisch an einer Stelle, das einzig ganz Sichere am Europäischen sei das Problematische, er entfernt sich aber doch Schritt für Schritt von der Wirrnis und gelangt schließlich an einen Zukunftsland ausfchlleßenden Aussichtspunkt. Reben den Theoretikern, die sich einen guten Grundriß etwas kosten lassen, bevor sie Hand anlegen, gibt es Führer und Bewegungen, denen die Trümmer noch nicht genug sind, die in den Lleberlebenden unter den Staats- und Gesellschaftseinrichtungen Hindernisse sehen, die weg- geräumt werden müssen, um eine völlig freie Dahn zu schaffen. Lind beide Glaubensbekenntnisse, Bolschewismus wie Faszismus, haben sich aufs Einrelßen verstanden, aber nur Mussolini hat ein wirklich Reues geschaffen. Es muß sich freilich erst noch bewähren, bevor wir es als Standardmodell cvnnehmen können. An einem jener schmalen Wege, die aus dem Scherbenfeld der Staatsidee herausführen, steht ein Wegweiser, der nach Rom zeigt. Cs lohnt sich nicht nur, es ist unerläßlich geworden fütf jeden politischen Landsucher, diesen Weg einmal mit nüchternen Augen von Anfang bis zu Ende zu gehen. Die Wanderung wird zweifellos auch für den von Gewinn sein, der, am Kapitol an- gelangt, wieder umkehrt. Was können wir vom Faszismus lernen? Ist das Experiment positiv oder negativ auSgegangen? Sehen wir zu. I. Oie Entwicklung -esFaszismuszurGtaatsform Don stellenlos gewordenen Frontsoldaten als Kri^Serfatz geschaffen, hat die saszistische Bewegung Ihre Gegner mit Blut und Rizinusöl überwältigt und schließlich eine Partei- Mltatur geschaffen — so ungefähr sieht die landläufige Betrachtung die Vorgänge in Italien. Gin auS dem Materialismus unserer Epoche geborener Irrtum, das logische Ergebnis einer auf den Profit ausgerichteten Weltanschauung. In Wirklichkeit hat sich aber etwas abgespielt, was ich eine blitzschnelle Repetition der Geschichte der Staatsentwicklung nennen möchte. Legt man das oben genannte Buch von Alfred Weber in seiner historisch-chronologischen Richtlinie an die Entwicklungslinie des Faszismus, so ergibt sich eine verblüffende Parallele: der Faszismus burd) läuft in einem Zeitraum von einigen Jahren die ganze Geschichte eben so vieler Jahrhunderte, er seht nach feinem Garten der Oliven. Don Anton Schnack. Zwischen Rovernber und Februar ist die Ernte. In der einen Zeit nimmt die Sonne ab und stirbt in den frühen Schatten, in der anderen wird sie noch morgens von der metallenen Schneewand im Gebirge geblendet, aber wenn die Mittagsglocke schlägt, braust der Dampf im Winde über die Spitzen hinweg. Hundertmal und aber hundertmal steigt der alte Vater in die Wipfel der Oelbäume hinauf, die lebendig sind in den heranflutenden Eil- berftrömen des Morgenlichts. Wie ein riefen- Hafter Vogel hat er sich in das schwankende Astwerk niedergelassen, niemals ruhig und stumm, seine wilde, verbrannte und am Ende der Strophe in Schwermut niedersinkende Stimme tönt die Stundet hindurch hoch und fremd in den Gärten des Berghangs. Riedergesunken in die zerreißende Anrufung seines Gottes leuchtet das heilige und bleiche Antlitz des Gottessohnes aus bem kalkhaften Schein der Bäume. „Vater lasse diesen Kelch an mir vorübergehen." gewaltsamen Hochkommen al« staatlicher Organismus an der nämlichen Stelle an wie die Väter des modernen Staatsgedankens, wirst plötzlich ein dynamisches Prinzip in den begriff des stationären Staates, wie er vor Rousseau das Gegebene war, das permanente Tlmsturz- recht neben dem Llmsormungsrecht, bekennt sich zu dem Grundsatz aller Revolutionen, dem Recht, sich eigene Gesetze zu schaffen, gerät durch die konsequente Durchführung des Mehrheitssystems aus den Irrgärten der Oligarchie heraus an einen Abgrund, einen Hohlraum, und baut in ihn hinein, förmlich zwangsläufig, das Gerüst des neuen Staates, äeberwindet also die Krise, in der wir noch treiben, und gestaltet den von Weber postulierten Zukunftsbau. zunächst in Rohzustand. Mit dieser Einschränkung natürliche Es ist der Faszismus, der sich solcherart am Ziele glaubt. Seine Apostel verkünden daher, für Italien sei der FaszismuS die Rettung gewesen, für die anderen Staaten das Licht, das Beispiel. Ans ziemt es, sine ira et studio zu prüfen, inwieweit es uns leuchten kann. Man sollte sich hüten vor der allzu einfach formu- Herten Frage: Ist der Faszismus auch in unserem Lande möglich? Denn „der Faszismus" hat die Fähigkeit, in verschiedener Gestalt aufzutreten. Oft wird man ihn erst an seinen Früchten erkennen. Allen zur Macht strebenden Parteien und Richtungen kann die italienische Bewegung nach ihrer technischen, taktischen, strategischen Seite hin als Vorbild dienen, wie allen zur Einzelgröße strebenden Männern Mussolini als Muster vor- schweben wird. Natürlich darf man es sich dabei nicht so bequem machen wie Vernarb Shaw, der die Aeberlegenheit des saszistischen Systems mit der Tatsache „beweist", daß den Sozialisten die gleiche Menge von Rizinusöl zur Verfügung stand: hätten sie es also ebenso geschickt und entschlossen verwendet, so wären sie nicht unterlegen! Er vergißt dabei nur die Kleinigkeit, daß die rote Partei nach einem Aufschwung mit solchen Mitteln noch vor, den Maschinengewehren der S t a a t s g a l t gestanden wäre, während zum Glück für die schwarze Partei im kritischen Augenblick noch ein König vorhanden war, der ihr die Tore von Rom ö s s n e t e. Dem Ursprung der saszistischen Revolution nachzugehen und die stürmereiche Bewegung bis zum Marsche auf Rom zu schildern, das wäre ein Kapitel für sich. Für unsere staatspolitische Betrachtung wichtig zu wissen ist, daß in dem Augenblicke, wo Mussolini zur Macht kam, der alte Staat in seiner Struktur und Auswirkung noch völlig intakt war, daß alle seine Grundpfeiler noch standen, abgesehen natürlich von den durch Alter und Fäulnis entstandenen schadhaften Stellen aller Art. Gewiß, man konnte die Staatsumwälzung in Italien Voraussagen und wer es, wie ich, auf den Tag genau getan hat, wurde außerhalb Italiens als schlechter Prophet, um die drastischeren Ausdrücke zu vermeiden, verschrieen — aber der Umsturz war nicht so sehr Zweck als Folge der Fasziv- bildung. Die Masse der Schwarzhemden dachte nicht politischer als ein entpolitisiertes modernes Heer, ihr schwebte nur dunkel eine Art von Staatsumbildung oder Staatserneuerung vor. sagen wir eine Reparatur der schadhaften Stellen. Sogar Mussolini versicherte his zum letzten Augenblick, der Marsch auf Rom sei nur geistig, bildlich gemeint, und wenn man darin auch eine diplomatische Finte erblicken kann, so ist doch sicher, daß er kein radikales Programm in der Tasche hatte. Die Bewegung war ihm alles, das Ziel nichts. Ich gehe so weit zu behaupten, daß er ohne das seine politische Anschauung umstürzende Kriegserlebnis danach getrachtet hätte, den sozialistischen Staat aufzurichten. Die Kämpfe, die bis zum Oktober 1922 die Straßen mit Leichen bedeckten, jene so aufdringlich an Guelfen und Ghibellinen erinnern- den Zeiten hatten nichts gemein mit Angriffen aus. die Staatsform und Staatsgewalt, es rang sich nur eine neue Partei durch, die denn auch schließlich wie jede andere ihre Leute ins Parlament schickte. Eine Partei, die noch keinen „Standpunkt" hatte, sondern nur von dem Bestreben getragen war. ans Ruder zu kommen. Man darf nie außer Acht lassen, daß damals die große Masse des Volkes keine Zeitungen las. die Reuerer folglich auf die Straße gehen und sich Anhänger erkämpfen mußten. Auch das, die Bildung der öffentlichen Meinung in Italien, ist ein Buch für sich. Mit Stuhlbeinen und Stöcken, mit Messern, günstigstenfalls mit Trichterflinten war die schwarze Armee ausgerüstet, die vor den Toren Roms erschien: ihre Stärke lag in dem Bewußtsein, daß das königliche Heer nicht auf sie. die Inkarnation des patriotischen Gedankens, schießen würde. And diese Rechnung war richtig, denn der Kampffqszio der Sturmzeit war frei von kapitalistischen Erwägungen, frei von Führeregoismus. frei von Geschäftsgeist jeder Art. Er kannte nur eine Fahne: die Größc des Vaterlands. Rur einen Feind: den un- vaterländischen Internationalismus. Kontrapunktistisch gebunden an die Reinheit der Grundidee, schwebte über der aufrührerischen Melodie immer daS Leitmotiv der Führergewalt, von der man wahrhaft sagen kann, daß sie sich in ihrem dunklen Drange des rechten Weges bewußt war. Als dann der König Mussolini mit der Bildung einer neuen Regierung betraute, genau in Den gleichen Formen, wie alle seine Vorgänger auf der Ministerbank, sah der neue Ministerpräsident, il Presidente del Consiglio. vom Kapitol herunter aus den liberalen Staat, die übliche verfassungsmäßige Monarchie mit ihren Parteien, ihrem Parlament, ihrem Mehrheitssystem. Seine eigene Partei, die faszistische war Durchaus nicht die stärkste, sondern zahlenmäßig eine der schwächsten. Jetzt erst begann die S t a a t s a r b e i t, jetzt erst wurde aus dem duca, dem schwarzen Herzog der Straße, der duce, der Führer der Ration. And hier ist wiederum festzuhalten: er stürzte zwar nach und nach seine sämtlichen Gegner über den tarpeiischen Fels hinunter, aber nach den Vorschriften des demokratischen Staates, durch Mehrheitsbeschluß. Wie dieser Grundpfeiler des modernen Staatsgedankens durch seine eigene Schwere umsiel, wie das Majoritätsprinzip bis zur letzten Konsequenz durchgeführt und dadurch ad a b : u r b u m geführt wurde, wie aus dem liberalen der faszistische Staat entstand, das wollen wir in einem zweiten Artikel betrachten Winterobst-Ausstellung Gießen. Nicht überall gedeiht es gleich, Das deutsche Obst im Deutschen Reich. So wie der allerbeste Wein Ausschließlich wächst am deutschen Rhein, So auch an Obst, dem allerbesten. Das meiste wächst im deutschen Westen. Und will's noch Jemand näher wissen: Am Rhein und seinen Nebenflüssen, Das schönste Obst man finden kann Am Neckar, Main und an der Lahn, Denn hier liegt das Hauptaubau- und Ueberschuß- gebiet, aus dessen Erträgen später einmal die obstarmen Gegenden, besonders aber die obfthungrigen Industriestädte, zu versorgen sein werden. Sie könnten jetzt schon, und besonders in diesem Jahre, bereits einen großen Teil ihres Bedarfs bei uns decken und würden dies auch gewiß recht gerne tun, wenn der Handel in gleicher Weise so verlresf- lich organisiert wäre, wie bei der Konkurrenz des Auslandes. Auch in dieser Hinsicht wird es besser werden. Damit aber bis dahin das Interesse an diesem überaus wichtigen Zweige der Landwirtschaft nicht erlahme, ist die gegenwärtig im Turnsaal des Realgymnasiums stattfindende Winterobst. A u s st e l l u n g veranstaltet worden, und zwar jetzt zu Anfang Februar, weil da der Landwirt von anderen Verpflichtungen und Arbeiten am wenigsten bedrängt ist und Zeit hat zum Besuche dieser Schau. Außerdem sollte sie der städtischen Bevölkerung und den Obsthändlern zeigen, daß wir bei Ausgang des Winters noch über einen großen Borrat an Obst verfügen, das sich in Größe und Farbe mit dem besten Auslandobst messen tann, im Geschmack ihm aber weit überlegen ist. Um es gleich vorweg zu nehmen, kann gesagt werden, daß sie dieses Ziel als erste derartige Veranstaltung in unserer Stadt in ausgezeichneter Meise erreicht hat. Die Auslese allerschönsten Obstes füllt vier 15 Meter lange Tischreihen in gedrängter Menge, fast mehr als im Herbst, denn auch das letzte Eckchen der Turnhalle mußte aufs äußerste ausgenützt werden, damit die Einsender mit ihren prächtigen Früchten nicht aus Mangel an Raum enttäuscht umkehrten. Die Reichhaltigkeit in der Ziikammensiellung gibt ein getreues Spiegelbild der vielen, bei uns am meisten angebauten «orten, aus dem aber alles minderwertige in bezug auf Haltbarkeit von selbst ausgeschieden ist. Doch sieht der aufmerksame Beobachter bereits den Umschwung za einer neuen Zeit. Besonders marktfähige Sorten, wie Schöner von Boskoov, Jakob Level, Gold- rencite von Blenheim fehlen fast in feiner Sammlung und find überall in hervorragender Beschaff fenheit vertreten. Aus Mangel an Raum können wir auf Einzelheiten heute hier nicht eingehen, es wird vielleicht nach Bekanntgabe der Preisverteilung darauf noch zurückzukommen sein. Diese Ausstellung, die Nch im großen und ganzen im Rahmen der üblichen Obstausstellungen hält, vor der sie aber die leuchtende Farbe der Früchte voraus hat. ist jedoch nur ein Teil des Ganzen. Der andere Teil umfaßt die Ausstellung der Oberhessischen Obstwerke Bübingen, die vollkommen neuzeitlich eingestellt sich gut Ausgabe gemacht haben, zu zeigen, was getan werden muh, wenn wir im Obstbau aus Erwägungen und Versuchen endlich zu praktischer Arbeit kommen wollen, bei der die Hauptsache auf den baren Geldgewinn zu legen ist. dem die bessere Pflege der Obstbäume zwangsläufig folgen dürfte. Die Obstwerke nehmen mit ihren Ausbauten den ganzen Hintergrund des Saales ein, und zeigen, wie eine Kiste vorschriftsmäßig verpackt als Handelsware auszusehen hat, wenn sie Anklang finden soll. Reuzeitliche Dauerware aus Aepfeln, Birnen. Steinobst und Beerenfrüchten aus Garten. Feld und Wald dürften besonders bei den vorsorgenden Hausfrauen ungeteilten Beifall finden. Durch die fabrikmäßige Herstellung aus gesundem, einwandfreien Obst aus Oberhessen wird ihr manche Sorge um den täglichen Mittagstisch, wie für die Festtafel abgenommen. Damit aber die Besucher nicht nur nach dem Augenschein zu urteilen vermögen, ist eine Verlosung frischer Früchte und Obft- erzeugnisse vorgesehen, bei der jedes Los gewinnt und jeder Spieler beschenkt und erfreut fortgeht. Bei dieser Verlosung, in der mehr als ein Kraftwagen voll Obst und Erzeugnissen obstlicher Art ausgespielt wird, handelt es sich nicht um die Erlangung eines Aeberschusses, denn man legt ein Drittel darauf, sondern darum, den Genuß deutschen Obstes zu fördern und das Vorurteil gegen deutsches Obst zu bekämpfen. Da es auch bei diesem Glücksspiel nicht an Hauptgewinnen fehlt, dürfte es manche angenehme Aeberraschungen geben. Die (Eröffnung der Ausstellung in der festlich geschmückten Turnhalle des Realgymnasiums, die eine so reiche Fülle an frischem Waldesgrun und leuchtenden Früchten noch nicht gesehen hat, fand heute Vormittag statt. Regierungsrat Wolf dankte im Ramen des Obstund Gartenbauvereins, der Büdinger Obstwerke und des Kreis-Obstbauvereins allen Ehrengästen für ihr Erscheinen, besonders aber auch denen, die sich um das Gelingen der Ausstellung verdient gemacht haben. Er wies darauf hin, daß es nicht gut sei, viele Obstsorten zu ziehen, sondern daß auch auf diesem Gebiete die Meisterschaft in ter Beschränkung auf weniges, aber gutes liege. Er sprach die Hoffnung aus, die Ausstellung möge jeden Besucher überzeugen, daß es unzweckmäßig wäre, das viele Aus - l a n d s o b st zu kaufen und damit die deutsche Valuta noch mehr zu belasten. Möge die Winterobstausstellung mit dazu beitragen, ein^ bessere Absatzmöglichkeit für unser gutes deutsches Obst zu schaffen, damit ihm dadurch die Tür geöffnet werde in jedes deutsche Haus. R. Unterm -lauen Himmel Griechenlands. Von unferm p.-Berichterstatter (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Athen, Januar 1928. Siebe die Sonne Homers, siehe, sie lächelt auch uns . . genau so hell und behaglich, wie ihr Schem selbst in winterlichen Tagen über dem breiten Rücken des Hymettos liegt, strahlt sie zur Zeit auch vom politischen Himmel Griechenlands. Der Dezember hat sich in dieser Hinsicht als ein Rebelvertilger und Woltensauger allerersten Ranges erwiesen! Roch im Rovember heftige Vorstöße der Oppositton. unter der sich besonders Herr T s a l d a r i s. der junge und ehrgeizige Deputierte Athens und Ehef der Volkspartei, hervortar. Jetzt, nach der glücklichen Bereinigung der schwebenden finanziellen und Schuldentilgungsfragen zwischen Griechenland und Frankreich einerseits und zwischen den Vereinigten Staaten und Athen andererseits, nach dem Tlnterdachbringen der Reunmillionenanleihe des Völkerbundes in London sitzen die Herren Minister des Koalitionskabinettes fest genug auf ihren Stühlen. Cafandaris, der Finanzminister zeigte während der Verhandlungen manchmal eine Intransigenz - er hat tatsächlich keinerlei Finanzkontrolle, sondern nur einen technischen Beirat mit nicht ausschlaggebender Meinung akzeptiert —, die zu denken gab. ... Es scheint, daß selbst ein — Rutenbündel bisweilen eine bequeme Rücken lehne abgibt. Der Ministerpräsident Mikhalo - Pu los ist denn auch prompt zum Hüter der fasces n a ch R o m gefahren, um feinen Dank auszusprechen, um, wie Eingeweihte wissen wollen, Mussolini darüber zu befragen, wie weit ihm eine Restauration der griechischen Streitkräfte zur See nid)t unangenehm — vielleicht sogar angenehm — fein würde. Ob der schlaue Advokat aus Patras dabei das Wörtchen ..Dodekanes" ausgesprochen hat? Ob er e6 für richtig gehalten hat, von der durchgreifenden Heeresreform zu sprechen, die sich nun einmal nicht unter faszistischer, sondern unter französischer Hilfe vollzogen hat und noch vollzieht? Die Seele solcher Reform, mit der übrigens schon der von Revanchegeist erfüllte Pangalos begann, ist neben dem General Condylis der Chef der französischen Militärmission, General Girard. Er soll dafür Sorge getragen haben, daß das Offizierkorps entpolitisiert werde und sich nur seinen militärischen Aufgaben widme, was — nebenbei gesagt — mit dem erstklassigen artilleristischen und technischen Material, das den Griechen nur zu bereitwillig geliefert worden ist, ein Vergnügen fein muß. Man kann nur hoffen — auch die Oppositionspolititer haben schon ihre Sorgen deswegen zum Ausdruck gebracht — daß der verdrängte Ehrgeiz der nach Waffenruhm dürstenden gallischen Führer nicht den Griechen eingeimpft werde, die ihrerseits gewiß ungern an die in Kleinasien 1922 erlittene Riederlage denken, die jedoch in ihren Hauptwesenszugen mehr zu friedlichem Handel als zu kriegerischen Verwicklungen geneigt sind. Gewiß kann das Land erleichtert aufatmen, nachdem eine so schreckliche Krise, wie sie durch den überraschenden, gewaltsamen Rückstrom der aus der Türkei vertriebenen Griechen hervorgerufen wurde, in der Haupt- 1 fache überwunden ist. Gewiß kann Griechenland sich rühmen, sowohl eine der homogensten Rationen Europas, wie auch eine der — opferfreudigsten zu fein. Diese Opferfreudigkeit der Privaten eilt förmlich — so versicherte mir eine prominente, diplomatische Persönlichkeit — der staatlichen Initiative voraus. Aber sie erstreckt sich schließlich vor allem auf materielle Ziele oder auf solche ideellen, die viel weniger mit Militarismus und Heroismus, als mit den Gedankengängen der Eplkuräer und Sokratiker zu tun haben. Bis eine völlige Assimilierung- der Flüchtlinge erfolgt fein wird, hat daS solange vom Putschfieber geschüttelte Land noch Jahrzehnte ruhiger und ungestörter Arbeit nötig. Der unter die Heimkehrer aus Anatolien verteilte Ackerboden - man spricht von vier Millionen Strem- mas (1 Stremma Vio Hektar) würde an sich vielleicht genügen; der griechischen Reigung. sich im Erwerbsleben zu betätigen, sowie dem ursprünglichen Beruf der Flüchtlinge entspricht jedoch das S t a d t l c b e n bedeutend mehr, so daß die Städte unter Ueberoölfcrung zu leiden haben. Als großer Vorteil für die Entwicklung der Exportindustrie ist der Aufschwung zu verbuchen, den die Teppichweberei genommen hat. Lieber 30 000 Griechinnen, die in dieser bisher im Innern Kleinasiens ausgeübten Kunst mehr als erfahren waren, dazu Meister und Experten, in deren Familien sich die Herstellungsgeheimnisse bestimmter Farben und bestimmter Muster seit Jahrhunderten vererbten, haben die Türkei verlassen und stellen jetzt munter auf europäischem Boden die „Siwas-" und t)ie „Llschak"-Teppiche her Die Rationalbank gibt den Gewerkschaften, die sich innerhalb der Teppichwirker gebildet haben, besondere Vorschüsse, und schon kann der Ertrag aus dem neu emporblühenden Gewerbe jährlich mit einer halben Million Pfund Sterling eingesetzt werden! Wie sieht es nun mit den lieben Rachbarn aus? Gegenüber Bulgarien macht die Entspannung gewaltige Fortschritte. Die diversen Kommissionen zur Liquidation des Flüchtlingseigentums erfuhren zum Jahresende in beiden Staaten einen wesentlichen Abbau. Allerdings werden die braven Vertriebenen noch entsprechend länger auf eine ohnehin ungenügende Entschädigung warten müssen... Dafür entwickelten sich die Handelsbeziehungen zwischen den griechischen und bulgarischen Märkten, die sich in manchen Beziehungen angenehm ergänzen, so weit, daß Griechenland in Bulgariens Außenhandel schon an zweiter Stelle (hinter Deutschland) steht. Mit Jugoslawien dagegen sieht man nur einen Austausch zwischen Komplimenten und Bücklingen der offiziellen Stellen, wobei man das Gefühl hat, jeder der Außenminister Weiche bei jeder der Verbeugungen weiter zurück, anstatt sich dem anderen zu nähem. Die serbischen Zeitungen sind über den Besuch von Mikhalopulos in Rom. über den die türkische Presse lebhaften Lärm schlug, stillschweigend hinweggegangen. Das beweist nicht, daß die Jugoslawen deswegen weniger an ihre Wünsche bezüglich Salonikis dächten. Ziehen wir das Fazit für Griechenland dahin: es kann augenblicklich eine seiner Rationalspeisen. die gebratenen Maronen, unter blauem und blankem Himmel verzehren. Aber warum sollte es die besagten Kastanien, an denen man sich sowieso schon leicht die Finger verbrennt, noch für andere aus dem Feuer holen, um eines Gewinnes willen, der mehr als problematisch wäre? Aus der Pwviuzialhaupistadi. Gießen, den 4. Februar 1928. Sieuerkalender für Monat Februar. 6. Februar: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer); Abführung deS für die Zeit vom 16. bis 31. Januar, einschließlich des in der ersten Ianuarhälfte einbehaltenen noch nicht abgelieferten Betrages, ohne Rücksicht auf dessen Hohe; unter gleichzeitiger Abgabe einer entsprechenden Bescheinigung über die Richtigkeit der Abführung der im Januar 1928 etnbe- haltenen Beträge. Ohne Schonfrist. 10. Februar: Borsenumsahsteuer; Entrichtung derselben durch die im Abrechnungsverfahren zugelafsenen Pflichtigen. Ohne Echonfrist. 15. Februar: Einkomm ensteuer-orauszahlrrng der Landwirte 2. Rate für das Wirtschaftsjahr 1927/28=V4 des auf Grund des Steuerbescheides 1926/27 angeforderten Betrages. Ohne Schonfrist. — Vermögenssteuer-Vorauszahlung 1. Rate für 1928=74 des gemäß Steuerbescheid 1927 zu entrichtenden Betrages. Ohne Schonfrist. - Kirchen- und Kultussteuer 4. Rate für Rechnungsjahr 1927. Ohne Schonfrist. — Steuer- Erklärungen für Einkommen-, Körperschafts- und Llmsahsteuerpslichtige; Ablauf der Abgabefrist der Erklärungen. Die Vordrucke hierzu sind, falls solche nicht zugestellt wurden, bei dem Finanzamt erhältlich. 20. Februar: Steuerabzug vom Arbeits- lohn (Lohnsteuer); Abführung des für die Zeit vom 1. bis 16. Februar einbehaltenen Betrages, sofern er mehr als 200 RM. beträgt. Ohne Echonfrist. 25. Februar: Vorläufige Landessteuer (staatl. Grund-, Gewerbe- und Sondergebäudesteuer) 4. Rate für Rechnungsjahr 1927. Schon- frift bis 5. März 1928. — Bei allen Posteinzahlungen sind jedesmal die Steuer-Rr. bzw. Solkbuch-Rr. und die bett. Abgabe genau anzugeben. 29. Februar: Einreichung von besonders vorgeschriebenen Lohnzetteln für alle Arbeitnehmer mit einem Arbeitslohn von über 9200 RM. im Kalenderjahr 1927 durch die Arbeitgeber, an das für letztere zuständige Finanzamt. — Einreichung der Belege über den Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer), und zwar: 1. Lohn- steuer-TIeberweisungslisten, Beschönigungen ober Fehlanzeigen für im Tieberweisungsverfahren einbehaltene Beträge, sowie 2. die Steuerkarten mit den Markenblättern unter Angabe deS Wohnortes des Arbeitnehmers am 31. D«em- ber 1927 und der Rr. der 1928er Steuerkarte für im Markenverfahren einbehaltene Beträge. Die Einreichung der Belege hat an das für die Arbeitsstätte zuständige Finanzamt zu erfolgen. Die Vordrucke zu 1. sind bei dem Finanzamt erhältlich. Die zur Erstattung des Steuerabzugs vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) 1927 erforderlichen Antragsformulare mit Merkblatt sind bei dem Finanzamt zu haben. Die letzte Einreichungsfrist zur Stellung der Grstattungsanträge ist bis zum 31. März 1928 erstreckt. Danzig, Polen und btt Völkerbund. lieber dieses Thema sprach am Mittwochabend der Geschäftsführer des Danziger Heimatdienstes, Dr. Theodor Rudolph, in einer oom Ami für politische Bildung der Gießener Studentenschaft einberufenen öffentlichen Vevsammlirna. Der Redner führte u.a. aus: Wenn man sich die wechseloolle Geschichte der Stadt Danzig oevgsgemoürttgt, so tritt uns eines mrverfälscht entgegen: Danzig war und ist eine deutsche Stadt, es hat eine deutsche Seele. Jetzt ist ein neuer Abschnitt seiner Geschichte angebrochen. Danzig hat jetzt das schicksalhafte Los, als deutsche Stadt der polm- scheu Wirtschaft zu dienen. Man schuf die „Freie Stadt Danzig" nicht, weil die Bevölkerung ee wollte, sondern aus den verschiedensten machtpoliti- scheu Gründen. Der neue Staat ist ein künstliches Zweckgebilde, geschaffen als ein Spielball der hohen Politik. Er wird niemals Subjekt, immer nur Objekt fein. Wenn dereinst das Schicksal des deutschen Ostens entschieden werden wird, so wird mit ihm auch das des Danziger Staates zur Entscheidung fotrmen. Das Danziger Staatsgebiet, das im wsientttchen im Mündungsgebiet der Weichsel liegt, ist zweitausend Quadratkilometer groß und zählt nahezu 400 000 Einwohner. Es besteht nicht mir aus dem Gebiet der Stadt Danzig, sondern umfaßt auch noch drei Landkreise, in denen eine blühende Landwirtschaft betrieben wird. Danzig mußte es sich gefallen lassen, daß es vom deutschen Reiche abge- trennt wurde. Es nahm die Bürde auf sich, einen neuen Staat zu gründen. Dies gesah mit der Annahme der Verfassung am 11. August 1920. In Kraft trat die Verfassung erst nach der ZustimmunAS- erklärung des Völkerbundes am 11. Mai 1922. Wichtig ist, daß der Artikel 5 der Verfassung das Gebiet der Freien Stadt Danzig als ein befriedetes, entmilitarisiertes Staatswesen erklärt. Dieser Artikel lautet: „Die Freie Stadt Danzig darf weder 1. als Militär, und Marinebasis dienen, noch 2. Festungswerke errichten, noch 3. die Herstellung von Munition ober Kriegsmaterial auf ihrem Gebiet gestatten." Die Staatsgewalt liegt in den Händen des Volk». Der Volkstag ist das Parlament; derSe- nat ist die oberste Regierungsbehörde. Von den 120 Abgeordneten des Dolkstages find 3 Polen. Das polnische Element spielt cckso keine maßgebende Rolle. In der Verwaltung ist das preußische Muster beibehalten worden. Deutsches Recht wurde ebenfalls mitübernommen. Die Rechtspflege wird ausgeübt durch vier Amtsgerichte, ein Landgericht und ein Obergericht, das an die Stelle des Oberlandesgerichts und des Reichsgerichts getreten ist. Das Verhältnis Danzigs zu Polen ist durch eine Reche von Verträgen geregelt. Auf Grund dieser Verträge besitzt Polen gewisse Rechte, teils wirtschaftlicher, teils politischer Natur; die wirtschaftlichen Rechte erstrecken sich auf die Gebiete des Zoll-, Eisenbahn- und Postwesens. Danzig ist in das polnische Zollgebiet ausgenommen; die Zollverwaltung wird aber von Danziger Beamten ausgeübt. Die Bahnen im Danziger Staatsgebiet sind der polnischen Staatsbahn angegliedert. Die Rechte der Beamten, die vertraglich gewahtt sind, sucht Polen auf alle erdenkliche Art zu kürzen. Zur Zeit herrscht eine starke Spannung zwischen der Beamtenschaft und der polnischen Bahnoerwaltung. Die postalischen Rechte Polens in Danzig beziehen sich nur auf den Hafen. Polen hat das Recht, seine über den Danziger Hafen ein- und ausgehenden Postsendungen abzuwickeln. Darüber hinaus sucht Polen einen regelrechten Post- dienst mit Schalter- und Bestelldienst einzusühren. Das wichtigste Recht Polens in Danzig ist pokiti - jfe Fran Wae Gans tefc. Meyer im Alter von 50 Jahren. Großen-Buseck. den 4. Februar 1928. 1357U IO53s< Telephon Nr. 1055 13320 1150A ,en >er Dieser kann sich im Nebenberuf einen guten Verdienst erwerben. Es kommen nur yer- trauenswerte Personen in Betracht. Schriftl. Angebote unt. 1297D an d.Gießener Anzeiger DRUCKSACHEN aller Art liefert die BrQhl'schc Druckerei selb. Lauterbach. Dutzbach. Homberg e. d Sich. Aites Versicherungs-Institut sucht zum Einkassieren der Prämlengelde: einen passenden Fränletn, Ans. 30er, en., bübidje igdl. Erscheinung, Wäsche u. Aussteuer vorhanden, tüchtig im Haushalt, sucht lieben Lebensgefährten am liebsten Witwer mit Kind, da sehr kinderlb Sckr. Ang. mit Bild u. 0900 an den Gteh. Anzeiger. inspekteur Sanitätsral Dr. Hahn (Dad-Rau- heim) wohnt der Sitzung bei und nimmt anschließend eine Besichtigung der Butzbacher Kolonne vor, die zu dem Zweck eine größere Hebung veranstaltet. Unsere Provinz hat zur Zeit in folgenden Städten gut organisierte Kolonnen: Gießen, Dad-Rauheim. Friedberg, Als« Da- Rätsel der rätselhaften »riefe gelöst. .. Xt urotlkAi d&ck amt uiuyaiqm, catdluLi & arWvMu&iOtrpiL «LLUtÄh uniajoM irnuiw Iwl / /{£ UXrtktU. aIw. dou“- aMuAr Gesucht sofort in allen Orten fleißige, strebsame Personen zur Uebernavme einer 682 Trikolagen- und Strumpfstrickerei auf unserer Feminastrtckmaschine. Leichter und hoher Berdieust. Günstige , Bedingungen. Borkenntnisse nicht erforderlich. Prospekt gratis und franko. Trikotagen und Strumpf Fabrik Neber & Noblen, Saarbrücken 3, Landwirt 40er Jahre, sucht die Bekanntschaft mit einem Mädchen vom Lande. Witwe nicht auSgeschl., zw. spät. Heirat. Schr. Angeb. u. 0875 an den Gieß. An». Gut eingeführtes Versandhaus (Textilien jed. Art) sucht tüchtige Verkäufer zum Besuch von Privat Kundschaft. Instruktion zur Kolonnen-Arbeit wird erteilt. Größte Verdienstmöglichkeit höchste Provision, sof. auszahlbar. Dauerstellung. 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Qln dem Derufs- wettkampf in Gießen beteiligen sich die Lehrlinge der Ortsgruppen Gießen. Duhbach, Friedberg, Sich, Wetzlar. Hirzenhain, Dillenburg. Herborn, Haiger, Marburg und Diedenkopf. Am gleichen Tage werden für die übrigen 74 Ortsgruppen des D. H. D. in Hessen und Hessen- Rassau in weiteren 11 Orten Derufswetttämpfc in gleicher Weise ausgetragen. WER. Hessische Landes-Gewerbe» ausstellung 1929 in Mainz. Der Hessische Landcs-Gewerbeverband wird im kommenden 2ahr eine Ausstellung großen Umfang» in Mainz veranstalten, die die Kunst und Entwicklung des Handwerks sämtlicher Derufsarten in breitem Rahmen zeigen soll. Gestern morgen um 7,5 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unser lieber Sohn Hansi im Alter von 4 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Hans Pfeiffer, Gießen, den 4. Februar 1928. Beerdigung: Montag, denö.Februar, um 2ührnachm 0890 * Rus der Matthausgemeinde wird uns geschrieben: Aus den Missionsabend am morgigen Sonntag, 5. Februar, abends 8 Uhr, in der Stadtkirrhe sei besonders hingewiesen. Missionsinspekwr Laut von Frankfurt a. M-. in Gießen kein Fremder mehr, wird einen Vortrag über die Aufgaben der Mission halten, dem der Film ..Komm und siehe" (Dilder aus der afrikanischen Mission) folgen wird: es werden nicht einzelne stehende Dilder gezeigt, sondern ein laufender Film. Auch im Hauptgottesdienst um Sonntag früh. VzlO Uhr. wird Missions- Prediger Lank sprechen. Man beachte die An^ lC'’l'3u Gunsten der Gießener Student en Hilfe findet am Sonntag, 19. Febr.. in der Reuen Aula ein Wiener Praterabend statt. Man beachte die heutige Anzeige. • • Kaufmännischer Derusswett- kampf. Am morgigen Sonntag veranstaltet der Deutschnationale Handlungsgehilfen -- Verband einen Derufswettkampf für kaufmännische Lehr- Tüchtiger, jüngerer Buchhalter von hiesiger Großhandlung für sofort gesucht. Schriftliche Angebote mit Gehaltsansprüchen und Lichtbild unter 1355D an den Gieß. Anz. -- Freiwillige Sanitätskolonne. Die Kolonnenärzte, Vorsitzenden und Kolonnenführer der oberhessischen Freiwilligen Sanitäts- folonne vom Roten Kreuz haben am morgig« Sonntag in Duhbach eine Tagung, die in o< Hauptsache der Besprechung wichtiger Organisationsfragen dient. Der neue Provinzial- Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 6 Uhr. meinen inniggeliebten Gatten, unseren treusorgenden, unvergeßlichen Vater, Großvater. Schwiegervater. Bruder, Schwager u. Onkel Karl Ludwig Ranft Postagent i. R. nach langem, schweren Leiden im Alter von 66 Jahren zu sieb in die Ewigkeit zu nehmen. Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen Frau Elisabeth Ranft, geb. Ranft und Kinder Beuern, Alten-Buseck, Stockhausen, Gießen und Wetzlar, den 4. Februar 1928. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7 Februar, nachmittags 21/, Uhr. statt, ,95ÖD scher Art. Pot« besitzt nämlich bas Recht, die auswärtigen Angelegenheiten Danzigs zu führen. Die Leitung der auswärtigen Politik Danzigs liegt zwar in den Händen des Senats; die technische Führung der auswärtigen Geschäfte besorgen aber die polni- ichen Organe. Polen besitzt auch Danzia gegenüber ein wichtiges Recht militärischen Charakters. Polen darf nämlich über den Danziger Hafen Munition einführen. Der Versailler Vertrag regelt das Verhältnis Dannas zum Völkerbund. Der Völkerbund soll: L den politischen Schutz der Freien Stadt Danzig übernehmen; 2. die Danziger Verfassung garantieren; 3. Schiedsrichter sein in Danzig-polnischen Streitia- keifen. Das Schiedsrichteramt des Völkerbundes steht in einem inneren Widerspruch zu den beiden ersten Pflichten. Wie kann der Völkerbund die Interessen seines Schützlings vertreten, wenn er in den wichtigen und entscheidenden Fragen eine überparteiliche Stellung einnehmen muh. Praktisch kann also der Völkerbund seiner Schutzpflickst nickst genügen. Polen hat die Absicht, auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig in politischer und wirtschaftlicher Beziehung Boden zu gewinnen. Beweis dafür sind die Anstrengungen, die es macht, um auf dem Gebiete der Bahn-, Post- und Zollverwaltung seinen^Einfluh zu verstärken; Beweis dafür Ist auch die Tatsache, daß Polen etwa 25 Kilometer vom Danziger Hafen entfernt, in Gdingen, einen Konkurrenzhafen erbauen lieh. Danzig setzt in seiner Rot seine ganze Hoffnung aus Deutschland. Gictzener Wochenmarttprcise 66 kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: •Butter 150 bis 170 Pfennig. Matte 30 ms 35. Die Stelle eines besoldeten Mgermeisters der Stabt Lich Gesten) •2800 Einwohner, soll zum 1. April 1928, infolge Ablebens des seitherigen Inhabers, neu beseht werden. — Amtsdauer 9 Jahre. Geeignete Bewerber, besonders solche, die bereits mit Erfolg im Kommunaldienst tätig waren, wollen ihre Äewerbung mit Lebenslauf, begl. Zeugnisabschriften, Lichtbild und Gesundheitsastest bis 25. Sebruar 1928 an die Äürgermeisterei Lich (Hetzen) einsenden, die auch nähere Auskunft über die Gehastsverhältniste usw. erteilt, persönliche Vorstellung nur auf Wunsch. Lich, den 2. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Lich: i.D. Heinrich Heller IV. IBir suchen für einen Teil von Hetzen einen Bezirksbeamten Wir bieten: Zeitgemäße Bezüge in Form von Gehalt, Reisespesen u. Beteiligung am Bezirksgeschäst, unmittelbaren Verkehr mit der Direktion, vorteiih. neuzeitliche Derstcherungssormen. Wir verlangen: pflegeundAusbaudervorhandenen Organisation durch arbeitsfreudi» aen, verkebrsgewandten Fachmann Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Resultatsnachweisen u. Lichtbild an uns direkt erbeten Leipziger Lebensversicherung Leipzig / Postschließfach 104 | Kaufgesuche ] Suche gebrauchte SWWW für Hand- oder Mo- torbetrieb. 0s78 Ernst Borger Londorf llOberb.). Guc erhaltener MW au kaufen gesucht. Schr. Anaeb. u. • »H70 an den Gien. An,. 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Februar 1928. nachm. 21/I Uhr in Hattenrod statt. -321D Todesanzeige. Gestern abend verschied nach kurzem schweren Krankenlager unser innigstgeliebter Sohn u. Bruder Otto im zarten Alter von 10 Jahren. In tiefem Schmerz die trauernden Hinterbliebenen: Familie Jakob Gerhard VII, Schreiner. Steinbach, den 3. Februar 1928 Die Beerdigung findet Sonntag, den 5. Febr. 1928, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. 0894 International. Schatbmeistertumier in Hießen Mitbürger! Zum ersten Male soll in den Mauern Gießens eine jener Veranstaltungen stattfinden, die seither das Vorrecht der großen Städte und weltbekannten Badeorte waren; denn ihre Finanzierung war nur möglich, wenn kapitalkräftige Vereine oder Kurverwaltungen dahinterstanden. Wenn nun trotz Fehlens dieser Bedingungen der Entschluß gefaßt wurde, auch einmal in Gießen ein solches Turnier zu veranstalten, so waren zwei Erwägungen maßgebend: einmal besteht hier ein im Verhältnis zur Einwohnerzahl großer und wegen seiner Spielstärke über Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannter Schachverein, der die technisch-sportliche Ausrichtung wohl durchzuführen vermag, und zum zweiten war es der Gedanke, die Finanzierung in der Weise zu ermöglichen, daß an die Stelle eines kapitalkräftigen Vereins oder Personenkreises oder einer Kurverwaltung die gesamte Bürgerschaft bzw. eine Vielheit von Personen träte, die für die Sache gewonnen wäre: gewonnen nicht allein durch schachsportliches Interesse, sondern vor allem durch die Erwägung — die ja auch der Finanzierung von Meisterturnieren durch Kurverwaltungen immer zugrunde liegt—, daß die Übernahme eines solchen Turniers für die Stadt, das Gemeinwesen, Gewinn in ideeller wie materieller Hinsicht bedeutet Wir haben in mehreren Kundgebungen in dieser Zeitung versucht, diese Bedeutung ins richtige Licht zu stellen, und wir tun es noch eingehender in einem Aufruf, der morgen einem größeren Kreis von Personen zugehen wird, von denen wir annehmen dürfen, Große Winterobst- Ausstellung in Gießen am 4., 5. und 6. Februar in der Turn» Halle des Realgymnasiums vom Kreise Gießen und den Oberh. Obstwerken Büdingen G. m. b. H. Vorträge, Verlosung (jedes Los gewinnt), Konzert Eintritt 30 Pfennig, Kinder die Hälfte Montagnachm. Versteigerung des Ausstellungsobstes |MM Das beste butter kauft man Dehn Wachmann, der auch Skenner ist und alle Mischungen m. seiner Sucht außprobiert, ebenso Vogelkäfige Utensilien Vogclsand niw. nur im 0896 Gießener Vogelhaus Wolkengasse 17. 1243D MllW- MllMWev Adler-, Diamant-, Presto-, Torpedo- Fahrräder 1,9 Triumph-Motorräder GmivnwMiie zu günstigen Zab- lungSbedingungen Jakob Schupp LelterLweg 83 H Nevllrol -McksliMe Gießener Konzertverein Sonntag, den 12. Februar 1928, nachmittags 5 Uhr, in der Aula der Universität: Siebentes Konzert Dr. Paul von Szent-Györgyi (Violine). Am Flügel: Siegfrid Meik. Werke von Vitali, Lalo, Schubert, Kreisler und Wieniawski. Der Konzertflügel ist aus dem Pianolager Aug. Förster, Gießen. Eintrittskarten zu Hk. 4.-, 3 - und 2- bei Ernst Challier und abends an der Kasse. — Studentenkarten zu Mk. 1.— bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweiskarte. 13O3D Nützen Sie DAS >ELECTROLA< RATEN-SYSTEM! DAS BESTE MUSIKINSTRUMENT DIE GERINGSTE BARANZAHLUNG DIE KLEINSTEN MONATSRATEN 28 FEBRUAR moncMche >ELECTROLA< VORSPIEL OHNE KAUFZWANG! .AUTORISIERTE tLECTROLftVtRKAUFSSTEUt D. Kaminka Gießen, Marktplatz 11 Volkshochschule Montag, den 6. Febr. 1928,20 Llhr in der Heuen Aula Tanz-Abend Sans E. Steinbach, Maria Kübel Eintrittspreise: Numerierter Platz: Vorverkauf 1.50, Abendkasse 2.- Mk. Reservierter Platz: Vorverkauf 1.-, Abendkasse 1.50 Mk. Off. Sitzplatz: Dorverk. 0.50, Abendk. 0.80 Mk. Vorverkauf bei Challier. 1301 d Selbst Greise lernen Klavierspielen in 2—3 Monaten. Korrekt nach Noten, jedoch kabelst, leichte Erlernung. Alles überragende Ki flndimp: ein. blinden .TiufiikerH. Prospekt Nr. A15 sofort kostenlos durch MiiHlkhnus Jsler. Lörrach (Badenl. ,MD •jJlIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIllu Bad-Nauheim TÄliaus-KaMesiaurant ab Sonntag, 5. Februar 1928 wieder eröffnet Jeden Sonntag ,zi,v in den dekor, Räumen WMWiMMelt Clublokal des Bad - Nauheimer Motorsportcl. A.D.A.C. Gau Illa Die Lokalitäten sind täglich geöffnet und eignen sich zur Abhaltung v. Festlichkeit, jed. Art = V | = V = | 1 = I I = = Hllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliilllllllimiliiiiiiiiiirn daß sie dem Unternehmen dasselbe Verständnis und Wohl wollen entgegenbringen wie die Unterzeichner, an deren Spitze das Oberhaupt der Stadt steht Die Veranstaltung ist einzigartig und einmalig — dadurch gewinnt sie anderen Veranstaltungen von Vereinen usw. gegenüber ihren besonderen Charakter. Unsere Bitte um einen Beitrag oder eine Stiftung soll niemand in Verlegenheit setzen — ein jeder nach seinen Kräften: viele Wenig ergeben ein Viel! Vertrauend auf die Werbekraft des Gedankens der weithin sich auswirkenden Veranstaltung selbst geben wir der Hoffnung Ausdruck, das die Herren Studenten, die, mit einem Ausweis versehen, die uns zugedachten Spenden abholen werden, überall freundliche Aufnahme finden werden. Wir bitten zugleich aber auch die Mitbürger und Mitbürgerinnen, die unser Aufruf nicht erreicht — denn alle zu bedenken, ist nicht möglich —, die aber ebenfalls zum Gelingen mithelfen wollen, freundlichst um Ueberweisung ihrer Spende auf das Konto des Schachklubs bei der Bezirks Sparkasse. Sämtliche Spenden werden lediglich zur Finanzierung des Meisterturniers verwandt ixmd Möge das Werk gelingen zu der Stadt Ehr’ und Ruhm! Gießen, den 4. Februar. Der gesMsiiitaile AussM Maskenball ng Der Grrrrose des Gesangvereins Heiterkeit findet am Samstag, dem 18. Februar, 19 Uhr 61 Min. in sämtlichen Räumen der Liebigshöhe statt 1328D Herrenkarten Mk, 2.-, Damenkarten Mk, 1,50 ab Dienstag Im Vorverkauf In den Friseurgeschäften von Fr. Büttner, Landgraf-Phlllpp-Platz, W. Pfeil, Walltorstr.. W. Wahl, Neustadt; ferner bei Fr. Arnold, Friedrichstr. und Ad. Deibel, Marktstr. Das Komitee’ Voranzeige! 0908 Eintritt frei! 0879 W! Cafe Amend □ÖOD MHMWMH Jur Ausführung sämtlicher Gasherde Junker & Ruh Schuhreparaturen empfiehlt 60a 1335D MMMkintWen hansüber„Die. chuldlüge"3.Kamerad- 132714. Fr, Löw, Wolldorf M. 23 (Hessen). Edgar Borrmann Eisenwarcn.Werk- zeuge, Gienen. Restaurant Gamhnnus Klinihsira^e 21 /Inhaber Fritz Greilicb empfiehlt sich qkh Wilhelm Hofmann Schuhmacher / Bruchstr. 22 (pari.) Kyffhäuser -Technikum Frankenhausen. Schwach-n.Starkstromt. Aelt für Masch.- u ßonderabt.f. Landm. u.Flugtech. Antomobilban. Mittwoch, den 8. Februar, nachmittags von 3—6 Uhr 2. Kinder-Kostüm-Fest Abends karnevalistischer Abend mit Tanz. Zuckerkranke Wie Sie Ihren Zuckes los und wieder arbeitsfähig werden, teile Ich Jedem Kranken unentgeltlich mit. Seffeniliche HandMehranstatt derZndustrie- und Handelskammer Gießen Abteilungen: 1. Zweijährige Handelsschule für Dolksschüler(innen) und höhere Schüler(innen) mit Obertertiareife. 2. Höhere Handelsschule einjährig, für Schülersinnen) mit Obersekunda- oder Lizeumreife. Oie Schüler der öffentlichen Handelslehr- ansialt sind vom Besuch der Fortbildungsschule befreit. Anmeldungen schriftlich oder mündlich Dienstags und Donnerstags, von 12 bis 1 Llhr, im Schullokal, Gießen, Nordanlage 15 (Kaufmänn. Vereinshaus). Schlußtermin der Anmeldung am 23. April 1928. Heute abend Tanz Voranzeige Mittwoch, 8. Februar, auf allgemeinen Wunfch: 2. kamevaliftifdier Abend unter Mitwirkung des beliebten Mainzer Büttenredners Herrn Schnabel mit fein, neuen Programm Tanz Mittwoch,8.Febr.,abds.8Uhr im Restaur. „3um Postkeller" Mres-SWMsMMliiM Tagesordnung: 1. Geschäftliches (Wahlen usw.) 2.Dortrag des HerrnObersta.D. Klein- chaftliche und musikalische Unterhaltung. 4m vollzähliges Erscheinen der Mitglieder mit ihren Angehörigen bittet der Vorstand. FiliivirtoriiiS mit begleitendem Vovivag über die gegenwärtigenAaturlatastrophen von Fugendselretär Fr. Ääcker. Sonntag, abends 8 Llhr, im Gesangsaal d. Realgymnasiums, Gießen, Ludwigstr. Sonntag, den 5. Februar, ab 8 Uhr: iMrKappenabenil JAZZ Cafe Astoria Heute TANZABEND Heute Samstag, den 4. Februar, 2.61 Uhr große Kappensitzung mii Konzert Es ladet freundlichst ein imid Gufiav Govel, LNZssM Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Nr.30 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 4. Hebruar '928 Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I) Hilfsaktion für Tristan da Cunha! (f) London. Die großen hauptstädtischen Blätter rucen auf zur Hilfsaktion für Tristan da Cunha. Die meisten Briten wissen allerdings mit öieicm poetisch llingend en Flamen herzlich tcenig an zu an gen. Aber die Zeitungen tun ein übriges, um leinen steuerzahlenden Staatsbürger in geographische Verlegenheiten zu bringen und erklären, wobei man u. a. folgendes erfährt: Die Inselgruppe Tristan da Cunha liegt verlassen im Süden des Atlantik, fern von jedem Kontinent und jedem Verkehr, unweit der mittleren Treibeiszone, schutzlos preisgegcben den frostigen Stürmen der Antarktis, Stürmen, die aber letzten Endes wohl doch nur dazu dv sind, um den Union 3ad, der von der höchsten Jnselspihe weht, desto stolzer flattern zu lassen. Und Bri- tannia rules the waves.... Nun sind aber die Tristaner oder Cunhaner — man wähle bitte — in großer Not. Die sieben Familien, zusammen 150 Köp,e, die da am Rande der bewohnten Zone ihr Dasein mit Hilfe von Seevogeleiern, Fischen und Kartoffeln fristen, haben — keine Seife, und ein solcher Zustand ist eines Untertanen Seiner Britischen Majestät durchaus unwürdig. Dazu kommt, daß sage und schreibe nur einmal im Jahre e i n P 0 st s ch i f f an die traurigen Gestade kommt. Zwar legen die Cunhaner durchaus nicht etwa Wert darauf, regelmäßig je nach ihrer politischen Einstellung die „Daily Mail", den „Daily Herold" oder den „Daily Chronicle" zu lesen, von den „Times", die sich für die Inseln besonders einsetzen, ganz zu schweigen — nein, es ist profan, man muß es aber sagen, die Tristaner wollen sich einmal richtig nach Herzenslust waschen können. Deshalb macht man für sie jetzt Propaganda. Einst, so heißt es, hatten sie sich im Kalender verrechnet und das Weihnachtsfest eine Woche später gefeiert. Da stellte ihnen die englische Hochkirche „schnell" eine Kapelle hin. Seitdem geht kalendermäßig alles richtig seinen Gang, und auch der Empire-Tag wird pünktlich gefeiert. Die jetzige Aktion scheint von Erfolg begleitet zu sein, zumal die Cunhaner sofort die Sympathien des britischen Reiches eroberten, als bekannt wurde, daß sie fleißig Cricket spielen. Dazu muß man sich aber doch von Zeit zu Zeit auch reinigen. Das Ehehindernis. (r) Amsterdam. Das Oberste holländische Gericht hat jetzt das letzte Wort in dem Prozeß über die Heiratsfähigkeit des Bankbeamten Georg Hensen aesprochen, in einem Prozeß, der monatelang die Oesfentlichkeit der Vereinigten Niederlande beschäftiat hatte. Besagter Georg Hensen, 26 Jahre alt, wollte zu Beginn des vorigen Jahres die Tochter eines reichen Landwirts heiraten. Den Eltern des Mädchens paßte die Partie nicht und so machten sie von dem in Holland geltenden Einspruchsrecht gegen die Heirat Gebrauch. Als Grund — ein solcher muß doch vorhanden sein — wurde angegeben, der junge Georg wäre nicht energisch genug, um in der Eh« das Zepter zu führen, das aller Voraussicht nach alsbald in die Hände seiner besseren Hälfte überginge. Ja, in Holland ist das eben- ein Ehehindernis. Und in der ersten Instanz entschied das Gericht entsprechend. Eine Frau, die nicht zum Manne aufsehen kann, wird nicht glücklich — basta. Der energielose Georg gab sich aber mit diesem Urteil nicht zufrieden und legte Revision ein. Und das Oberste Gericht fällte folgendes Urteil: „Georg Hensen ist zwar ein schwacher Charakter, der nicht imstande sein dürfte, im neuen Hausstand sofort die Herrschaft über die Frau und später über die Kinder zu führen. Aber man darf nicht vergessen, daß in den m e i st e n Ehen der Mann über kurz oder lang auf seine Hausherrenrechte verzichtet und sich darein findet, daß die Frau stets das letzte Wort behält. Das Oberste Gericht ist daher der An- Cs zogen drei Burschen wohl über den Mein ... ^ Roman von Erica Grupe-Lärche r. 85. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Aufrecht stand sie, kaum auf ihren Krückstock gestützt, da, so stark, so aufrecht, wie Melusine sie feit Jahren nicht mehr gesehen! War es möglich, daß die Freude einem gebrechlichen Greisenkörper eine so aufrüttelnde Kraft verlieh? Monsieur Bouoier richtete sich vom zierlichen Ro- kokojessel auf. Seiner überschwenglichen schwärmerischen Natur war es, als befände er sich in einem Märchen. Dieses schöne Schloß, dessen Stilreinheit gerade jetzt unter den laublosen Aesten der alten Bäume doppelt hervortrat, der Empfang durch den würdigen alten Jean in tadelloser Livree, das Innere des Schlosses, diese Salons in reinstem Ro- kokogeschmack, die Greisin im schwer fließenden schwarzseidenen Kleide, das weiße Haar überspielt von den sanften Lichtreflexen des prismenbehangenen Kronleuchters — das alles formte sich zu einer Atmosphäre, die so fern war dem Milieu seines bisherrgen Lebens: dem Bourgeoistum französischer Provinz! So lag in seinem Benehmen eine Mischung von berechnender Absicht und wahrhafter Ergebenheit, als er der Greisin ihre Fragen und Aeußerungen zu beantworten begann. Er dankte ihr mit schwärmerischer Begeisterung für den Empfang, den sie ihm, einem ihr Fremden, zuteil werden ließ. Er sprach von der unentwegten Treue, der sehnsüchtigen Zähigkeit, mit der jeder in Frankreich das Gedenken an die treuen, einst entrissenen Provinzen festgehalten und lebendig erhalten habe. In dem feinen blassen Gesicht der Greisin stand eine Freude von großer Lebendigkeit. Mon Dieu, dachte Monsieur Jean Paul, in dieser alten Dame lebte noch ein ungeheuer starker Geist, und da war es klug, sich ihre Protektion zu sichern! Zweifellos befaß sie einen starken Einfluß auf ihre ganze Familie. Ganz gewiß würde Monsieur Bouoier hier, wenn er sich jetzt gleich in Straßburg niederlicße, einen weiteren Wirkungskreis und reiches Verständnis für sicht, daß man Georg Hensen aus diesem Grunde die Ehe nicht verbieten kann." — So geschehen in Amsterdam am 15. Januar 1928 nach Christi Geburt. „Hochwohlgeborener Herr Bolksbolc!" (v) Budapest. Das Titelunwesen in Ungarn treibt seltsame Blüten. Eigentlich müßte man „Anredcwesen" sagen, denn wie man angeredet wird, mit dem schlichten Herr, geehrter, sehr geehrter, wohl- geborener oder hochwohlgeborener Herr, davon Sängt die soziale Stellung ab. Diese Bezeichnungen beruhen auf freier Uebersetzung rein ungarischer Wörter, aber sie decken sich ungefähr mit den bei uns üblichen Begriffen: nur mit dem Unterschied, daß wir im Höchstfall ein „wohl- geboren" oder dergleichen auf den Briefumschlag oder an den Kopf des Briefes sehen, während in Ungarn diese Ausdrücke Bestandteil der Anrede sind. Genug, ein geehrter Herr Doktor steht tief unter einem wohlgeborenen Doktor, da letzterer sozial irgendwie dem ersten übergeordnet sein muß. Dies muß man wissen, um zu verstehen, daß die ungarischen Abgeordneten, die jetzt eine Erhöhung ihres „Chrensoldes" — so nennt man hierzulande euphemistisch die Diäten — erhalten, Wert darauf legen, mit „ hochwohlgeboren", statt wie bisher mit nur „wohlgeboren" angeredet zu werden. Darüber sind heftige Debatten entstanden, die so hitzig find, daß die Beteiligten im Feuer des Wortgefechts gar nicht bemerken, wie unsterblich lächerlich sie sich machen. Seltsame Schülersammlungen. (a) Neuh 0 rk. 2n diesem glücklichen Lande verfällt man auf die sonderbarsten Ideen: die ausgefallensten Modetorheiten, die lächerlichsten Versicherungen — und auch die merkwürdigsten Enqueten. So hat jetzt ein Professor einer Realschule des Westens nichts Besseres zu tun gehabt, als eine Statistik über den Tascheninhalt feiner Schüler aufzustellen. Und wie Kolumbus auf dem Wege nach Indien Amerika entdeckte, so stieß auch unser Professor bei seiner „Statistik" auf ein gariA unerwartetes Moment. Er fand nämlich in den Taschen feiner Schüler außer dem üblichen Kram wie Bleistifte, Bildchen, Taschentücher (mehr oder weniger saubere), Bindfäden, Murmeln und dergl. — auffallend viele Medikamente und Drogen, vom Aspirin bis zur Kokaintablette. Das Entsetzen des würdigen Gelehrten war groß und zahlreich die „blauen Briese" an die Eltern, die ihren Kindern derartige Gifte mitgeben, anstatt im Bedarfsfälle den Schularzt (bei Kopfschmerzen und dgl.) zu Rate zu ziehen. Die Eltern antworteten, sie wären über die Mitteilung des Lehrers ebenso entsetzt wie dieser über das Gebaren ihrer Kinder, und ihnen wäre nicht bekannt usw. Nun wurde eine große Untersuchung eingeleitet und das Ergebnis war verblüffend genug. Die Kinder sammelten an Stelle von Briefmarken und Schmetterlingen, wie dies andere anständige Kinder tun — Medikamente. Und unser Professor hatte bald Gelegenheit, auf dem Schulhof während einer Pause zu hören: „Halloh, Smith II, kannst du mir für drei Aspirintabletten eine Drvmpille geben? .. Tclephon-Gczwitscher. (—) Paris. Man hat es sich daheim gemütlich gemacht: auf dem Tischchen steht neben der Havannakiste ein Aperitif ober, je nachdem, die Flasche Haut-Sauternes, — schließlich tut es auch ein Schälchen würzigen Kaffees, — und vertieft sich nun, wohlig, zusrieden, eingebet:in das mollige Gefühl, in seinen traulichen vier Wänden zu hocken, in ein schönes Buch, das bezaubernde Bilder und erhebende Erkenntnisse vor die Seele gaukelt, — da plötzlich: rrrrr: das Telephon. Wie weggeflogen ist alle Verzauberung, die böse Welt meldet sich von draußen, wütend wirft man sein musikalisches Können finden, ermunterte die Greisin ihn. Auch sie empfinde eine förmliche Sehnsucht nach Musik, wo ihr Blick wieder lichter in die Gegenwart und die Zukunft $u sehen vermöge. Jahrelang war kaum ein Ton in ihrem Hause erklungen. Aber jetzt! „Ob er ihr etwas vorspielen dürfe?" fragte er, ihr auf halbem Wege entgegenkommend. Da dankte sie ihm mit leuchtenden Augen. Ihre Gedanken überflogen die Vergangenheit. Ihre jugendliche Elastizität, ihre prickelnde Lebenslust war vorüber, mit der sie einst noch am Hof des dritten Napoleon den frivolen Galopps eines Jacques Offenbach in der „Schönen Helena", den fröhlich-volkstümlichen Melodien einer Mamsell Angnt gelauscht. Aber vielleicht sang er eines der schönen französischen Volkslieder? Er verneigte sich yiftimemnb vor der alten Dome und schritt zum Flügel. Melusine hatte bereits den Deckel aus Ebenholz aufgeschlagen. „Wünschen Sie irgend etwas aus den Noten?" Lächelnd dankte er. O nein! Es stand ihm ja eine solche Fülle von Liedern, von Melodien zur Verfügung! Er schüttelte die Einfälle zu seinen Improvisationen förmlich aus den Aermeln. Melusine zog sich wieder zurück und ließ sich auf dem zierlichen halbrunden Rokokosofa nieder, das, in der Nähe vom Lehnstuhl ihrer Großmutter, eine Ecke des Salons bildete. Hier konnte sie sich ungestört ihren Gedanken und Eindrücken überlassen. Aber die alte Dame war schon bei den ersten Klängen ganz Ohr. In den jungen Jahren ihrer Ehe, die in die letzte Zeit des zweiten Kaiserreiches in Paris fielen, hatten sie intensiv am Musikleben teilgenommen. So hörte sie schon bei den ersten Akkorden, an seinem Anschlag, an der Art seiner Phrasierung, an dieser Vereinigung von Begabung, Kunst und Temperament den Künstler heraus. Er begann nach einem kurzen phantasievollen Vorspiel das Lied von Bäranger „Les Adieus de Marie Stuart". Schon bei den ersten Klängen reckte sich die Greisin in ihrem Lehnstuhl etwas auf. Als er noch einige Stücke gespielt und gesungen, erhob sich Melusine. Es sei Zeit, wieder aufzubrechen und nach Hause zu fahren. Die Grandmama pflege um diese Zeit zu Nacht zu speisen, und zu Hause würde man sie zurückerwarten, da sie nur einen kurzen Besuch auf dem Schloß beabsichtigt habe. daS schöne Buch in die Ecke, und wird sich wieder der schrecklichen Tatsache bewußt, daß man nur ein Teil ist der hastenden, lauten betriebsamen Welt, die einem nicht einmal im eigenen Heim in Ruhe läßt. Tausende und aber Tausende haben deshalb schon das Telephon verwünscht, zumal es sein Dasein durch ein geradezu infernalisches Geräusch kundtut, dieses rasselnde, schreckhafte Klingeln, das einen in der an- melnden Stille wie ein Strauchdieb überfällt. Wie oft mögen sich Männer, die gerade beim Rasieren waren, in das Kinn geschnitten, mögen Dienstmädchen wertvolle Services aus die Erde haben fallen lassen, wenn dieses höllische Rasseln plötzlich hereinbrach... Das soll, wenigstens in Frankreich, jetzt anders werden. Die Franzosen haben sowieso schon die empfindlichsten Nerven Europas, u.,b es ist daher kein Zufall, wenn sie mit dieser Reform den Ansang machen. Hm es kurz zu sagen: im französischen Postininisterium wird jetzt eine technische Erfindung ausgeprobt, die das bisherige Klingeln des Telephonapparates durch — das Gezwitscher etwa des Kanarienvogels erseht. Welche idyllischen Aussichten eröffnen sich hierdurch für den durchaus wahrscheinlichen Fall, daß dieser Plan Wirklichkeit wird! Man stelle sich z. B. einmal vor, welch liebliches Gezwitscher fürderhin etwa in einem großen Derlagshause mit seinen zahlreichen Hausapparaten ertönen wird! Man wird sich wie in einer mit gefieberten Sängern reichlich beschickten Voliere Vorkommen — — Nur einen Haken hat bie Reform, unb auf ihn wirb man doch noch irgendwie Rücksicht nehmen müssen. Denn zweisellos gibt es auch in Frankreich sehr viele Telephonteilnehmer, die gleichzeitig auch Halter von Kanarienvögeln sind. W i e sollen gegebenenfalls diese Leute unterscheiden, wenn ihnen am Schreibtisch plötzlich das verlockende Zwitschern in die Ohren klingt, ob es der Jubel einer kleinen Vogelseele ist, ober aber der ergrimmte ®Iäü6ia?r, der sich zum so und soviellen Male am Fernsprecher wutschnaubend nach dem nächsten oayiungstermin erkundigen will? Die entzauberte Holte. (h) Konstantinopel. Wer die traditionellen Schilderungen der Hölle kennt, wird kaum auf den Gedanken kommen, daß diese eine Grundlage in der Wirklichkeit haben, daß sozusagen eine natürliche Hölle existiert, von der die ursprünglichen Schilderungen der Hölle angeblich beeinflußt sind. Da gibt es nämlich einen Ort nicht weit von Kirkuk im alten Assyrien, wo ein bestimmter Landstrich dafür bekannt ist, daß er nach Pech und Schwefel stinkt. Ein riesiges Feld, das mehrere Kilometer Länge unb Breite umsaßt, ist nicht nur mit Schwefel bebeckt, fonbem auch so stark naphta- haltig, baß bieses in Form von Asphalt (fälschlich Erdpech genannt) an die Lust tritt und die ganze Gegend verpestet. Das Feld hat dabei die Eigentümlichkeit, daß bei feinem Betreten durch nicht ganz aufgeklärte Vorgänge die Gase, die ständig in geringer Menge über ihm liegen, in Brand geraten, was für den Wanderer meist ungefährlich, aber sicher nicht angenehm ist. So wird auch noch das „Höllenfeuer" Wirklichkeit, das man zur Abrundung des Bildes der Hölle nun einmal braucht. Man kann so mitunter ein fabelhaftes Schauspiel erleben; man kann bet günstiger Gelegenheit z. D. auch sehen, daß tatsächlich burtfle Gestalten wie durch ein FeuSrmeer schreiten Diese Erscheinung, die im ganzen Orient bekannt war unb erst in ber sog. Neuzeit in Vergesseirheit geriet, ist nun durch ein Erlebnis ber letzten Zeit toieber in bas Bewußtsein ber Menschen gerückt. Man hat nämlich auf biefem Felde bas erste Petroleum gefunden, das man in Mesopotamien mit den modernen Bohrversuchen überhaupt gefunden hat. „Die Hölle" hat dabei aber, wie ja auch die Presse berichtet, ihren alten Ruf bewahrt, denn als man auf das Petroleum stieß, brach dieses mit solcher Wucht hervor, daß sich sofort riesige Petroleumseen bilbeten, unb von den in ber Nähe toeilenben Arbeitern brei getötet unb über ein Dutzend durch das Petroleum schwer verletzt wurden. Die' Hölle hat ihrem alten Ruf wieder Aber die alte Dame ließ keinen Aufbruch gelten. Längst schon hatte sie auf einen Knopf der elektrischen Klingel gedrückt, der alte Jacques war in (einer lautlosen Art im Salon erschienen, hatte sich zu seiner Herrin herabgeneigt und von ihr in wenigen Worten einige Anordnungen empfangen, mit denen er sich sogleich wieder zurückzorn ohne daß Melusine in ihrer Versunkenheit oder Monsieur in seinem Spiel am Flügel es bemerkt hätte. Deswegen beantwortete sie jetzt den beabsichtigten Aufbruch der Enkelin mit dem unter ein Lächeln gestellten Vorschläge: sie beide möchten doch jetzt ihre Gäste beim Nachtessen sein! — Das wäre ihr eine liebe Abwechslung gegenüber ihren sonst immer einsam eingenommenen Mahlzeiten. Monsieur Bouoier nahm dankend an. Die Gastfreundschaft dieser alten würdigen Dame war entzückend! Und auch Melusine entschloß sich zu bleiben. Wenn man auch ihre Mutter nicht telephonisch benachrichtigen konnte von ihrem- Ausbleiben, da man seit Kriegsbeginn wegen Spionagegefahr keinerlei Telephonverbindungen im Elsaß mehr besaß, so brauchte man sich zu Hause doch nicht über ihr längeres Ausbleiben zu ängstigen. Als der Nachtisch kam, erschien der alte Jacques mit einem silbernen Eiskübel, den er neben der Kredenz postierte. Ueber seinen Rand ragte der schmal zumündende Hals einer Champagnerflasche in goldgelber Staniolumbüllung. Er lächelte diskret, als er Melusine jetzt sagen hörte: „Grandmaman, wie? Du servierst uns Champagner?" In (einem runzeligen, glattrasierten Do- meftifengejidyt lag ein Gemisch von Stolz und Behaglichkeit. Oh, er war verbunden mit der Stimmung und dem Schicksal dieses Hauses, daß er es vollkommen verstand, wie er nun seine Herrin antworten hörte: „Ja, meine Liebe! Es ist mir ein Bedürfnis, diesen Tag würdig auch durch ein äußeres Zeichen zu begehen, an dem es mir vergönnt ist, den ersten Besuch eines Landsmannes, den ersten Gast zu emofangen, den mir mein französisches Heimatland wieder zusenden kann!" Monsieur Bouoier hatte bis jetzt noch kaum Gelegenheit gehabt, in so exklusiv vornehmen Kreisen zu verkehren. Aber mit der dem Franzosen ange- 6orenen hohen Selbsteinschätzung und Selbstsicherheit war er der Situation im Auftreten durchaus gewachsen. Ohne Unsicherheit oder Verlegenheit er» Ehre gemacht, wenn auch nicht zu bezweifeln ist, daß nunmehr die modernen Apparate wenigstens diesem angeblichen llrbilb ber Holle sehr bald ein Ende setzen. Oberhessen. Landkreis Gictzcn. 211 le n b 0 r f (Lahn), 3. Febr. Am Mittwochabend fand im hiesigen Evangelischen Vereinshaus die diesjährige Eoangelisationswoche der hiesigen Christlichen Gemeinschaft ihren Abschluß. Jugendsekretär K r e u z k a m p (Braunfels), der aus früheren Jahren in unserer Gegend gut bekannt ist, hielt allabendlich während dieser Zeit Eoangelisationsvorträge über wichtige religiöse Fragen, die jedesmal von hiesigen, wie auch von auswärtigen Gemeinschaftsgliedern stark besucht waren. Der hiesige Gemischte Chor wußte durch i’ine Liodervorträge die Versammlungen wirkungsvoll zu verschönern. : —: Beuern, 2. Febr. Die gestern-hier ab- gehaltene Nuhholzsubmission ergab folgende Preise: Los 1, Buchenstämme, 3. Kl. 43 Mk., 4. Kl. 45. — Los 2, F i ch t e n st ä m m e, la-Kl. 27, Ib-ÄL 30, 2a-Kl. 34,80, 2b-Kl. 36,80, 3a-Äl. 39,23, 3b-Kl. 41, 4a-Kl. 41, 4b-Kl. 41. — Los 3, K i e f e r n st ä m m e, lb-Kl. 26 85, 2a-Kl. 29,85. 2b-Kl. 33,85, 3a-Ku 45. — Los 4. Fichte n st ä m m e, la°Kl. 28, lb-Kl. 33, 2a-Äl. 35. 2d-Kl. 38. 3a-Kl. 40, 3b»Kl. 42. — Los 5, Fichte n st ä m m e, lb-Kl. 33, 2a-Kl. 35, 2b-Kl. 38. 3a-Kl. 40. — Los 6, Fichtenstämme. la°Kl. 30. lb-Kl. 35. 2a-Kl. 37. 2b-Kl. 40. 3a-Äl. 43.80. 3b-Kl. 45,75 Mk. 5 Saasen. 3. Febr. Am Mittwochabend hielt der ©Dang, kirchliche Frauen- und Jungfrauen-Verein Saas en eine Abendunterhaltung im Saale des Gastwirts Karl Schepp ab. Welchem Bedürfnis der Abend ent» gegenkam. zeigte der Besuch — es wurden 125 Frauen und Mädchen gezählt —. so daß der Saal bis zum letzten Platz besetzt war. Mit dem Choral „Lobe den Herren" wurde die Feier eröffnet, woraus der Leiter des Vereins, Lehrer Herber, bie Ansprache hielt. Er rebete von dem Zwecke des Vereins, der in dem Namen evang. kirchlicher klar zutage tritt. Aus ber Geschichte bes Vereins, ber als Kriegskinb 1914 gegründet würbe unb zunächst Kriegsaufgaben lösen half, der dann vor 12 Jahren dem Qllice- Frauenvereinsverband sich anschloß unb nach Kriegsschluh, besonbers auch nach dem Anschluß an Den Verband evang. kirchl. Frauenvereine einen neuen Aufschwung nahm, entwickelte der Redner die Gegenwartsaufgaben, die so schwerwiegend und bedeutsam sind. Es gilt, durch die Familien unserem so arm gewordenen Volk den Reichtum des Christenlebens aufzuschlichen. Dazu, um dieses teuerste Gut im Leben umzumünzen, forderte der Leiter auf. das ist der schönste Dienst an der lieben Heimat. Dieser Heimat, dem kostbarsten irdischen Gut galt bie Feier, es war ein rechter Heimatabend, der nun nach einer kurzen Pause von Mitgliedern des Vereins unter Leitung des Lehrers Herber unb nach feinem Programm bargeboten wurde. In angenehmem Wechsel zwischen Vorträgen von Gedichten und gemeinsam gesungenen Liedern mit mehrstimmigen Gesängen des Jungfrauenchores ging der Abend wie im Fluge vorüber. Die Schönheit der Heimat, ber Abschied vom Vaterhaus, in der Fremde, die Heimkehr, Mutterglück und Muttersegen, daS alles wurde verbunden durch erflärenöe Ansagen des Leiters den Frauen vor Augen gestellt. Die Jungfrauen hatten, eingeübt unb geleitet von Lehrer Herber, wirllich Gutes geleistet. Nach einem kurzen Schlußworte des als Gast antoefenben Pfarrers von Wirberg, der bie Aufgaben der Frau in der Familie für bie Heimat hier unb broben nochmals unterstrich, gings zum gemütlichen Teile weiter. Er begann nut dem Trinken des Kaffees, wozu das nötige Gebäck nicht fehlte. Damit auch die Seele in diesem Teil nicht zu kurz kam, gab es noch eine ganze Reihe Darbietungen, meist in dialektischer Form. Besonders wollen wir noch erwähnen, daß eines der ältesten ber Mitglieber, bie trotz bes Silberhaares ihren Humor nicht verloren hat, befon- beren Beifall durch ihre Vorträge fand. Das griff er seinen spitzen hohen Kristallkelch, hob das Glas etwas vornüber geneigt erst der alten, bann ber jungen Tischbame zu unb sagte, nacheinander jeher von ihnen tief unb bedeutsam in bie Augen sehend: „Ich danke Ihnen im Namen meiner Heimat? Wenn ich die Ehre habe, von Ihnen, Madame, als ein Abgesandter Frankreichs jetzt betrachtet zu werden, so ist es mir ein tiefes Bedürfnis, aussprechen zu dürfen, welch eine beglückende Freude es für uns Franzosen ist, nicht nur den Boden dieser 'entrissenen teuren Provinzen wieder betreten zu können, sondern auch eine so warme und aufrichtige Anhänglichkeit an das einst entrissene französische Vaterland zu finden! Diese Stunden, die ich heute in Ihrem Hause zum erfteritnal im Elsaß verbringen darf, Madame, werden sich mir unauslöschlich einprägen!" Unb bann zu Melusine geneigt: „Unb ebenso ift es mir eine stolze Freude, mit Ihnen heute auf dem Boden des Elsaß unsere Gläser erklingen lassen zu können, Baronesse! Erinnern Sie sich noch meiner Prophezeiung von damals? Wir würden uns bald im Schatten des Straßburger Münsters Wiedersehen? Aber ich schätze mich in dieser Stunde nicht nur als Patriot glücklich, im Elsaß weilen zu können, sondern ich danke auch meinem persönlichen Schicksal — das mir das Geschenk gab: <5ie Wiedersehen zu dürfen!" Mit kecker Sicherheit setzte er seiner kleinen Ansprache nun noch das funkelnde Lichtlein werbender Verehrung auf! Denn aus einer Anzahl von Beweisen hatte er ja das uneingeschränkte Wohlwollen der Schloßherrin zu seiner Persönlichkeit herausgefühlt. Er ahnte es, in dieser Greisin würde er einen starken Bundesgenossen, eine Hilfe haben, wenn, er ferne Bewerbung um die junge Baronin sortsetzte! Der feine, halbsüße Geschmack des französischen Champagners rann ihr durch die Kehle. Wie ein süßer, schwerer Schleier begann es sich über ihre Gedanken zu legen. Köstlich war doch dieses Zusammensein hier! So ganz anders, als wenn sie Dietwart gegenüber saß und es eine von beiden Seiten peinlich empfundene Unterhalttmg über Dinge gab, die nun einmal nicht zu ändern, unb über Gefühle, die nicht zu beschwören waren! — (Fortsetzung folgt) Velingen de« Abends lag neben dem Leiter bei den Frauen des Vorstandes, die ebenso wie die Wirtin viel Arbeit, aber auch die dankbare Freude des Gelingens hoben durften. Zum ersten Male ist der Verein aus seinem Versammlungsraum, dem Schulsaale des Herrn Herber, herausgegangen, das Fest im Saale des Herrn Carl Schepp war voll gelungen und lofi, so Gott will, übers Jahr wieder eine rechte Feier für unsere Frauen und Mädchen werden. ch Grün berg, 3. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige M u s i k o e re i n seine diesjährige Hauptversammlung ab. Steuerassistent H. Sprankel, der zweite Vorsitzende des Vereins, leitete die Versammlung. Bei der Neugründung des Vereins wirkten Georg Daniel Haas, Karl Jäckel VI., Friedrich Jäckel I. und der Kommandant der Feuerwehr Karl S e i f a r t tatkräftig mit. Herr Sprankel dankte diesen Herren für ihr erfolgreiches Wirken und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch fernerhin die Sache des Mufikoereins eifrig unterstützen. Nach Erstattung des Jahresberichtes gab der Rechner Georg K r e u d e r den Kassenbericht. Di« Kasse schließt mit einem Schuldenbetrag von 187 Mk. ab. (Anschaffung von Instrumenten.) Die sich anschließende Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender A. Sprankel, 2. Dors. Peter Deetz, Rechner Rudolf Hahn, Schriftführer Georg Kreuder, Beisitzer: Karl Trink- aus, Karl Schönhals, Heinrich Hahn, Reinhard Frank, ferner gehören die Herren der Feuerwehr G. D. Haas, K. Jöckel VI., Friedr. IöckelI. und K. Se i f a r t dem Vorstand als Beisitzer an. Die übrige Tagesordnung beschäftigte sich mit internen Angelegenheiten. Mit ermahnenden Worten an die Versammlung, in Zukunft immer das Bestreben zu haben, den Musikverein durch Einigkeit zu weiterer EiTtsaltung zu bringen, schloß der erste Vorsitzende die harmomsch verlaufene Versammlung. • Holzheim. 3. Febr. Der hiesse Gesangverein „Harmonie" veranstaltete im Saale der Gastwirtschaft Eames sein dies-- jähriges Winterkonzert. Die außerordent sich stark besuchte Veranstaltung stand unter dec bewahrte:! Leitung des Dirigenten Sam es. Durch treffliche Gesänge des Chores und ausgezeichnete instrumentale Darbietungen wurden den Besuchern einige schöne Stunden bereitet, an die man gerne zurückbenlen wird. # Hungen, 3. Febr. Das Landwirtschaft s a m t Lich veranstaltete hier im Saale „Zur Traube" einen D o r t r a g s k u r s u s. Die Vorträge des ersten Tages befaßten sich mit dem KapitÄ Tierzucht. Es sprachen Veterinärrat Dr. Stein (Gießen) über „Laien-Geburtshilfe bei unseren Haustieren", Direktor Dr. Lehr (Lich) über .Lungoiehaufzucht und rationelle Milchoiehfütte- rung" und Landwirtschaftsrat Dr. Schneider (Lich) über „Die Bedeutung des Grünlandes für^die Viehzucht". Am nächsten Tags standen auf der Tagesordnung: Direktor Dr. Lehr (Lich) „Die Bodenbearbeitung als Grundlage der rationellen Ackerkultur", Landwirtschaftsrat Dr. Schneider (Lich) „Die künstliche Dungung unter Berücksichtigung der Bodenuntersuchungen", und Landwirtschaftsrat Dr. Fischer (Lich) über „Betriebswirtschaftliche Gegen- wartssraaen". In den sich jeweils anschließenden Aussprachen wurden Fragen aus der Versammlung heraus geklärt. Kreis Friedberg. ■* Friedberg, 4. Febr. (Anmeldung zur Frauenschule, Friedberg). Dir verweisen auf die in der heutigen Ausgabe (Inseratenteil) enthaltene Mitteilung der Hessischen Direktion der Schillerschule zu Friedberg betr. Anmeldung für das neue Schuljahr. 4. Bad-Rauheim, 2. Febr. Die hiesige Freiwillige S a n i t ä t s k o l o nn e vom Voten Kreuz, die unter der Leitung von Sanitcftsrat Dr. Hahn, dem neuen Inspektor der oberheffischen Kolonnen, in den letzten Jahren einen starken Aufschwung genommen hat. kann in diesen Tagen als eine der ältesten hessischen Kolonnen auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wird am -21. und 22. April eine würdige Jubiläumsfeier veranstaltet und in Verbindung damit eine große .Hebung, zu der die ober- hessischen Kolonnen geladen werden sollen. — Die H o t i n a, d. h. die Vereinigung der hiesigen Hvtelindustrie, nahm in ihrer Hauptversammlung einstimmig eine Entschließung an, in der die Rot der Saisonbetriebe eine Darstellung findet und die hessische Regierung um mildernde Maßnahmen ersucht wird. Die Hotina will weiter für steuerliche Entlastung ein treten, erkennt aber auch die Erleichterungen an, die ihr in letzter Zeit auf steuerlichem Gebiete bereits gewährt worden sind. Auch die Tatsache, daß Bad-Rauheim ein eigenes Arbeitsgericht bekommen hat, wird anerkannt. Durch finanzielle Tlnterftühung größerer Werbe- und Verkehrsveranstaltun- o e n will die Hotina wie seither auch in Zukunst zur Hebung der Frequenz und des Passantenbesuches beitragen. Kreis Büdingen. Lpd. Büdingen. 3. Febr. Der Petri- markt, der seit 600 Jahren besteht, findet in diesem Jahre vom 19. bis 2 3. Februar statt. Er wird am 19. Februar durch einen historischen Festzug eröffnet, am 20. und 21. ist Pferde- und Krämer markt, am 21. Rindvieh- und Schweinemarkt, der 22. bringt ein großes Volksfest. „?" Nidda, 3. Febr. Der hiesige Gesangverein „S ä n g e r k r a n z" feiert im kommenden Jahre jein 90jähriges Beste ben und wird damit einen G e f a n g s w e t tst r e i t verbinden. Anläßlich seines 75jährigen Bestehens hielt er gleichfalls einen Wettstreit ab, der unmittelbar vor Kriegsausbruch slattfand. Der Verein beteiligt sich in diesem Jahre unter der Leitung des Justizinspektors D a p - per an dem Wettstreit in Lich. )( Orten berg, 3. Febr. Die Diakonisse der hiesigen K r a n k e n s ch w e st e r n st ation machte im Jahre 1927 in 213 Familien 5013 Krankenbesuche, hielt 13 Naclstwachen und 7 Tagpfleqen. Davon entfallen auf Ortenberg 3694, auf Selters 859, auf Lißberg 456 und auf Wippenbach 4 Besuche. Die Station wurde aus freiwilligen Beiträgen unterhalten: Ortenberg steuerte 567 Mark, Selters 160 Mark, Lißberg 172 Mark bei, außerdem wurde die Station durch Beihilfen der beiden Kreiskassen Büdingen und Nidda, des Vorschußvereins und des Basaltwerkes Ohmtal unterstützt. Auch aus der Schiilervorstellimg an Weihnachten floh ihr ein Beitrag zu. — Aus der kirchlichen Statistik des vergangenen Jahres ist von Interesse: die Gottesdienste wurden an 59 Sonntagen von 7069 Erwachsenen, oder 20 v. H. besucht: an dem heiligen Abendmahl nahmen 444 Personen oder 74 v. H. teil, es fanden 11 Trauungen, 16 Taufen und 11 Beerdigungen statt: 18 Kinder wurden konfirmiert: an freiwilligen Gaben gingen 2210 Mark oder 2,43 Mark auf den Kopf der evangelischen Bevölkerung ein. Kreis Schotten. a Schotten, 2. Febr. Aus der jüngsten G e - meinderatssitzung: Die Stadt hat eine größere Menge Stammholz zum Verkauf ausgeschrieben. Dem Höchstbietenden W. Neumann (Schotten) wurde der Zuschlag erteilt. Es sind geboten für Fichtenstammholz Klasse la: 30,55 Mk., 2a: 34,55 Mk., 2a: 36,55 Mk.: Buchen 3: 45 Mk., 4: 59 Mk., 5: 68 Mark. — Die Straße vom Kreisamt bis zum Bahnhof wird ebenso wie der Bürgersteig mit Kleinpflaster neu versehen. Die ausgeschriebenen Arbeiten und Steinliefe- rungen wurden dem Submissionsergebnis entsprechens vergeben. Mit den Arbeiten wird baldigst be- aonnen, vor dem Kreisamt werden zugleich geschmackvolle Anlagen geschaffen. — Die neue Straße über der Pfarrgalle wird nach und nach völlig ausgebaut. Drei neue Baugesuche liegen vor, die Stadt stellt das nötige Baugelände zur Verfügung. Die Straße wird durchgebaut dis zur alten Frankfurter Straße, die Kanalisation und Wasserleitung wird verlängert. Alle Neubauten, die in 1928 begonnen werden, bleiben nach Beschluß des Gemeinderats, wie auch in den Vorjahren beschlossen, sechs J.hre steuerfrei. — Die Erbse ngasse wird kanalisiert, eine Strecke von ca. 40 Meter ist noch herzuslellen, damit ist die Kanalisation in der ganzen Stadt durchgeführt. — Im Beisein des Medizinalrats Dr. Best als Vertreter des Kreis- gesundheitsamtes und Baurals N o d n a g e l als Vertreter des Bauamtes, wurde der innereAus- bau des Krankenhauses besprochen. Die einzelnen Arbeiten sind ausgeschrieben. Nach dem 24. l. M. (Ablauf der Angebotsfrist) sott in einer weiteren Sitzung der Ausbau nach Maßgabe des Submissionsergebnisses und der Mittel beschlossen werden. Auch die Arztfrage am Krankenhaus ist noch näher zu besprechen. — Vom Bau amt ist für den südwestlichen Teil der Stadt ein schöner neuer Bebauungsplan ausgearbeitet worden. Das ganze Baugelände ist in praktischer Form aufgeteilt, es ist mit neuen Straßen, Queroerbindungswenen und Fußwegen durchzogen. Der Plan fand die Zustimmung des Gemeinderais. — Am Schluffe der Sitzung widmete Bürgermeister Menget dem von hier nach Bensheim versetzten Medizinalrat Dr. B e ft warm empfundene Dank- und Abschiedsworte. Dr. Best verwaltete hier 15 Jahre das Kreisgesundheitsamt: er gehörte längere Jahre dem Eemeinde- rat der Stadt an. Sein besonderes Streben war auf die Erbauung eines Krankenhauses in der Stadt Schotten gerichtet, das ja auch jetzt nach langjährigen Bemühungen endlich zustande kommt. Die besten Wünsche begleiten Dr. Best an seinen neuen Amtssitz. □ Laubach, 2. Febr. Die Geflügel- s ch a u, die dieser Tage in Laubach stattfand, tbar, sehr mannigfaltig. Sie enthielt folgende Bassen: I. Abteilung (schwere Bassen): 1- Barnefelder. 2. Rhodeländer. 3. Reichshühner (weiß). 4. Wyandotten (schwarz, weih, silber). 5. Orpington (gelb). 6. Houdans. 7. Orloff, russische. 8. Sussex, bunt. II. Abteilung (mittlere Dassen): 1. Minorka, schwarz. 2.Rheinländer, schwarz. 3. Italiener, rebhuhnfarbig, gestreift, schwarzscheckig, weiß, schwarz, gelb, silber- halsig, rosenkämmig. 4. Leghorn, weiß. III. Abteilung (leichte Rassen): 1. Hamburger, schwarz. 2. Brackel, gold. silber. IV. Ab teilung (Zwerge): 1. Mille-Fleurs. 2. Vantam, schwarz. 3. Sebrith, Vantam, gold, silber. V. Abteilung (Wassergeflügel): 1. Emdener Gänse. 2. Peking-Enten. 3. Lauf-Enten, weiß, schwarz. 4. Andere Rassen: Khaki, Campbell. VI. Abteilung (Puten und Ziergeflügel): 1. Puten, bronze. 2. Perlhühner, blau. 3. Smaragd-Enten. VII. Abteilung (Tauben): 1. Strasser. 2- Nürnberger Lerchen. 3. K-burger Lerchen, silber. gelcrcht. 4. Kröpfer, hessische, weiß, schwarz, rot. blau, fahl, hessische Berliner, rot. 5. Brünner Kröpfer, weih. 6. Perücken, rot' gemöncht. 7. Starenhälse, schwarz. 8. Starenblassen. 9. Schildtauben. rot. spitzkappig, blau. 10. Latztauben, rot. 11. Gimpeltauben, gold. 12. Schönheitsbrieftauben. dunkel, dunkel gehämmert, blau. 13. Reisebr:-'tauben, blau, mit Flugleistung von ICO bis 500 Kilometer. 14. Reisebrieftauben, ohne Flugleistung, dunkel gehämmert, rot, weiß, dunkel, blau. VIII. Abteilung (Verkaufsklasse): 1. Emdener Gänse. 2. W wndottes. 3. Rheinländer. 4. Italiener. 5. Tauben. Die vom Ober- hessischen Geflügelzucht verband gestifteten Medaillen für die besten Gesa mtlei st ungen fielen an Heinrich H ö g tz lLaubach), I. Rothenberger (Gedern) und Karl Pitz (Laubach). Ehrenpreise wurden zuerkannt (die Ziffer bezeichnet die Rang'olge): 1., 7. Adolf Steul (Bettenhausen). 2. Johann Dörnis (Laubach). 3. Georg Hupfer (Schotten). 4., 22., 29.. 40., 48., 64. Karl Pitz (Lonbach). 5., 61. Friedrich Wolf (Laubach). 6. Bürgermeister Rahn (Altenhain) 8.. 54. Christoph Rühl (Laubach). 9. Theodor Eise (Schotten). 10. A. Schüßler (Schotten). 11., 28., 33., 44., 46. Heinrich Högh (Laubach). 12., 62. Rudolf Kriesel (Laubach). 13., 30. Karl Reitz (Stockhausen). 14. Heinrich Rühl (Laubach). 15. Friedrich Spuck (Laubach). 13., 23.. 42., 45. Wilhelm Biedenkopf l Münster). 17. Gräfin Johanna zu Solms-Laubach. 18. Wilhelm Feick (Gonterskirchen). 19. Karl Spamer III. (Schotten). 20., 59. Wilhelm Velten (Langd). 21. Otto Müller (Henriettenhof). 24. Georg Kohlheyer (Hungen). 25.. 43. Karl Braun (Saubach). 26. Karl Svamer III. (Schotten). 27. Richard Schmidt (Kolbenmühle). 31., 57., 58. I. Rothenberger (Gedern). 32.. 36. Bür- meister Metzger (Röthges-. 34., 56. Karl Rühl (Laubach). 35. Heinrich Karl Silh lLaubach). 37., 50., 52. Wilhelm Horst (Ruppertsburg). 38., 60. Ludwig Emmerich (Röthges). 39., 41. Leibjäger Becker (Laubach). 47. Bernhard Högh (Ruppertsburg). 49. Heinrich Graulich (Laubach). 51. Wilhelm Keil II. (Ettingshausen). 53.. 63. Marie Krautwurst (Glashütte bei Freienseen). 55. Otto Sieg (Münster). Außerdem wurden noch Preise verteilt für Leistungen: Sehr gut I, sehr gut II, sehr gut HI, sehr gut IV, gut II, gut III, befriedigend. )—( R u ppertsburg, 3. Febr. Gestern wurde die hiesige Gemeindejagd verpachtet. Es hatten sich zahlreiche Interessenten eingefunden. Zum Jagdbezirk gehören etwa 1000 Hektar, wovon fast die Hälfte Wald ist. Höchstbietender blieb Hotelbesitzer Gaub von Gießen mit einer jährlichen Pachtsumme von 1700 Mk. — Der Gesangverein „Sang er- b u n ö“ hatte seine Mitglieder und ihre Angehörigen zu einem Farn ilienabend in den Saal des Gastwirts Schlörb eingeladen. Das 1 geräumige Lokal war dicht beseht. Rach dem Eröftnungschor „Dir, meinem Vogelsberg" von QL Fritz begrüßte der Vorsitzende Jakob Bocher die Erschienenen, worauf der Dirigent dem Sänger Heinrich Schad II. für 25jährige aktive Mitgliedschaft ein Ehrendiplom überreichte. 3m Mittelpunkt des elf Rummern umfaßenden Programms stand das sinnige Singspiel „Heimweh", dessen tiefer Sinn und prächtige Liedeinlagen ihre Wirkung nicht verfehlt haben dürften. Jedoch auch die Lachmuskeln kamen zu ihrem Recht. Dafür sorgten die heiteren Stücke. Alle Mitspielenden gaben sich Mühe ihren Rollen gerecht zu werden. Amrahmt waren die Aufführungen von schönen Chören, unter denen besonders der Chor „Du herrliches Land, du mein Vaterland" von Rektor W. S ch a a d - Hungen erwähnt zu werden verdient. Die Pausen füllten heitere Gedichte in Vogelsberger und Wetterauer Mundart, von einigen Mitgliedern gut vorgetragen, aus. — Kürzlich hielt der hiesige Ziegenzuchtverein in der Gastwirtschaft Emil Schön seine Generalversammlung ab. Laut Jahresbericht zählt der Verein zur Zeit 30 ordentliche Mitglieder. Die Rechnungsablage ergab einen Bermögensbestand von 98 Mk. Für das ausscheidende Vorstandsmitglied Wilh. Müller wurde der Weichensteller Heinrich Porr II. gewählt. > Ober-Schmitten, 3.Febr. Die Fortführung des Wasserleitungsstrangs zu einem Neubau verursacht große Schwierigkeiten, da Felsmassen in größerer Breite zu durchbrechen sind. Wegen Gefährdung der angrenzenden Häuser können keine Sprenglöcher gebohrt werden, so daß man sich auf oberflächliche Sprengungen beschränken muß, die, ihrer geringen Wirkung wegen, die Durchführung der Arbeit verzögern. — Das Lichtnetz der Örtsleitung wurde durch drei Brennstellen verstärkt, außerdem verschiedene Lampen an Kreuzungspunkten in die Straßenmitte verlegt, so daß das Dorf jetzt über eine einwandfreie Straßenbeleuchtung verfügt. * Rudingshain, 3. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage seine stark besuchte Generalversammlung ab. Bei bieder Gelegenheit legte der Derinsrechner Friedrich Keil, nachdem seine tadellose Geschäftsführung erneut mit Dank anerkannt und ihm Entlastung erteilt worden war, aus Gesundheitsrücksichten fein Amt nieder, das er 27 Jahre lang in vorbildlicher Weise treu und gewissenhaft geführt hatte. Der seitherig, Kontrolleur Otto Linker wurde an seine Stelle einstimmig zum Rechner gewählt, als Kontrofteur wurde Otto Rahn bestimmt. Der seitherige Rechner Keil verbleibt weiterhin im Vorstand. — Am nächsten Sonntag findet hier ein Lichtbildervortrag statt, den der Kriegerverein veranstaltet. Oberstleutnant a. D. von Hagen- Darmstadt spricht dabei über die Schlacht vor Verdun. I Eichelsachsen, 3. Febr. Dieser Tage hielt der Turnverein einen Vortrags- und Lichtbilder abend. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch zwei schön vorgetragene Lieder des hiesigen Männergesangvereine. Lehrer S t e i n h a u e r erzählte alsdann Interessantes aus Geschichte und Sagenwelt von Eichelsachsen und Umgebung. Das jetzt abseits vom Verkehr liegende Dorf war im Forstwesen des südlichen Doqelsberges vor 200 Jahren von großer Bedeutung. Zeuge aus dieser Zeit ist heute noch das Hofgut Zwiefalten, das einst hessischen Landarafen als Jagdschloß diente. Im zweiten Teile des zlbenbs wurden folgende Lichtbildreihen oorgeführt und von Lehrer Alt erklärt: 1. Eine Seereise nach Südamerika: 2. Erste Hilfe bei Unglücksfällen und 3. Das Leben in der Wüste. Das Gebotene wurde von allen Anwesenden sehr interessiert und begeistert ausgenommen. Kreis Alsfeld. (=) Groß-Felda, 3. Febr. Schon seit längerer Zeit schweben hier Verhandlungen über den Reubau eines Schulhauses, die aber aus finanziellen Gründen bisher nicht zu dem erhofften Abschluß geführt werden konnten. Am Mittwoch wurde nun die alte Schul- scheuer mit Stallungen öffentlich meistbietend auf Abbruch versteigert. Höchstbietender mit 320 Mark blieb Schreinermeister H e d d e r i ch von hier. Die Gebäude werden nun in den nächsten Tagen abgerissen, und damit wird wohl auch der erste Schritt zu dem erstrebten Schulhausneubau getan. Kreis Lauterbach. P. Schlitz, 3. Febr. Von der start besuchten Ee- neralversammllung des Veteranen - und M i l i - tärvereins wurde unser Ortsoberhaupt, Bürgermeister Dr. N i e p o t h , in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verein einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt und ihm eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde überreicht. Aus dem Bericht über das Jahr 1927 sei erwähnt, daß der Verein über 260 Mitglieder zählt und rund 1000 Mark für Wählt ätigkeitszwecke ausgegeben wurden. Um die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen »x- warben sich besondere Verdienste die Kameraden Christian G u n t r u m und Heinr. Armbrüster. Das Ehrenmitglied Gras Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz, und der verdienstvolle Vereinsvorsitzende, Fabrikant Georg Habermehl , wurden mit dein Hassia-Eisenkreuz ausgtzeich- net. Der Vorstand wurde auf Vorschlag durch Zuruf wieder einmütig in seinem Amt bestätigt. ch Eichenrod, 3. Febr. Seit den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, wo die Betg'ocken verstummen mußten, um die umherziehenden, plündernden Horden nicht auf bewohnte Gegenden aufmerksam zu machen, ist es wohl nicht vor- gekommen, daß eine Vogelsberger Gemeinde so lange ihre gesunde Glocke im Stuhl hat ruhen lassen müssen. Einen vollen Monat war derGlocknerposten verwaist. Trotz aller Anstrengungen wollte sich kein Rachfolger finden. Gestern abend läutete die Rachtalocke zum ersten Male wieder. Es ist gut, daß die „glockenlose, die schreckliche Zeit' vorüber ist. Alle Einwohner sind überzeugt worden, daß sich alte Sitten nicht so leicht abstreifen lassen, auch wenn es widrige Hmftänbe noch so begünstigen möchte: und viele, mehr als bisher, sollten sich der hie und da noch geübten Gewohnheit erinnern, die seit alters durch die tönende Glocke angeregt wurde. Dem alten Glöckner, Polizeidiener Konrad Roth, ist zu danken, daß er 40 Jahre lang dies Amt treu verwaltet hat, zuletzt für sehr unzeitgemäße Vergütung: und der Gemeinde ist zu wünschen, daß sie nun, nachdem ein neuer Glöckner gefunden ist, wieder für mindestens 40 Jahre Auste hat, bis der Posten abermals vergeben 1 werden muß. Starkenburg. * Darmstadt, 3. Febr. Gestern starb hier Landgerichtsdirektor i. R. Dr. Ludwig Rü- st e r, der als einer der befähigsten Juristen Hessens galt. Er war seinerzeit auch in die Kommission zur Reform des Strafrechts berufen worden. Lpd. Darmstadt, 3. Febr. Welch mittelalterliche B e l e u ch t u n g s Verhältnisse Darmstadt aufweist, bewies heute abend eine Zwangsmaßnahme der Geschäftsleute der wichtigsten Geschäftsstraßen Darmstadts. Pünktlich um 6 älhr erloschen sämtliche Beleuchtungen in den Schaufenstern und die privaten Lampen, die sonst über den Straßen brennen. Der Erfolg war verblüffend. Die ziemlich belebten Straßen lagen in tiefes Dunkel gehüllt: der Verlehr war beängstigend: man erkannte leinen Menschen auf zwei Schritte. Was die Geschäftsleute bezwecken wollten, war überraschend gut gelungen. Die Stadtverwaltung, die bisher immer behauptete, die Beleuchtung der Straßen sei genügend, ist eines ^anderen belehrt worden. Jedenfalls ist die O-;ftentlich- keit jetzt davon überzeugt, daß die Geschäftsleute recht haben. Ob die Stadtverwaltung allerdings die einzig richtige Schlußfolgerung zieht, bleibt abzuwarten. Rheinhessen. WSR. M a i n z, 3. Febr. Bürgermeister Fuchs in E b e r s h e i m ist vorläufig seines Amtes enthoben worden. Er hat, wie eine Revision ergab, beim Mainzer Arbeitsamt 11 n t e t ft ü t - zungsgelder für Gemeindeangehörige erhoben, sie aber fürs ich behalten. Außerdem hat er Ramen von Unterstützungsbedürftigen in die Liste eingetragen, die nicht existieren. Sein Treiben hat et durch das Mitwissen eines Angestellten des Arbeitsamtes aus- sühren können. Ein gerichtliches Verfahren gegen beide ist eingeleitet worden. Preußen. Bauern Kundgebung in Marburg. LPD. Marburg, 3. Febr. Der Hessische Bauernverein, Kreis Marburg, hatte seine Mitglieder heute zu einer Protestver- sammlung einberufen, die einen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen hatte. Rach eingehenden Referaten des Vorsitzenden, Landwirt M e n k, und des Direktors Fürst über die vom Reichslandbund in Berlin ausgestellten Forderungen schlossen sich die Versammelten diesen Anträgen einstimmig an. Um den aufgestellten Forderungen Rachdruck zu verleihen, proklamierte die Versammlung nach eingehender Beratung den rücksichtslosen Käuferstreik. d. h. daß in Zulunft von dem Kauf von Düngermitteln, Maschinen usw. abgesehen werden soll, wenn eine Barzahlung ohne Aufnahme von Darlehen nicht erfolgen kann. Ferner wurde eine Reihe lokaler Forderungen ausgestellt, die dem Landratsamt, dem Finanzamt und dem Katasteramt durch eine Deputation überbracht wurden. Die Versammelten verlangten stürmisch einen De - m o n st rationszug, um damit den Ernst der Anträge zu kennzeichnen. TJn musterhafter Disziplin nahm darauf ein Zug von mehreren tausend Landwirten unter Vorantritt der Deputation und des Vorstandes seinen Weg durch die Stadt, um dabei den einzelnen Aemtern die Forderungen lokaler Ratur zu überreichen. Die Leiter dieser Aemter hielten kurze Ansprachen, in denen sie zum Ausdruck brachten, daß sie für die Erfüllung dieser Forderungen weitestgehend eintreten würden. Kreis Wetzlar. Z K r o f d o r f, 3. Febr. Infolge Beschwerden hat sich die Kreisstraßenbauverwaltung in Wetzlar bereit erklärt, die Teil st recke der StraßeGieße n— Krofdorf, von der Haltestelle Krofdorf-Gleiberg bis zum Dorfe Krofdorf, im Jahre 1928 mit K l e i n - P f I a ft e r zu versehen. Auch soll die Decke der Hauptstraße hierselbst durch Kleinpflaster verbessert werden. ~ Dornholzhausen, 2. Febr. Der Vertrag über die Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd läuft mit 'bem 31. März ab. Die Jagd soll wiederum auf einen neunjährigen Zeitraum, und zwar vom 1. April 1928 bis zum 31. März 1937, öffentlich-meistbietend verpachtet werden. Die Reuverpachtung findet am Samstag, 18. Februar, statt. (Vergl. die gestrige Anzeige). Diü_ Jagd hat einen guten Reh Wildbestand: Schwarzwild kommt ständig als Wechselwild vor, ohne im Jagdbezirke selbst bisher nennenswerten Schaden angerichtet zu haben. Der Jagdbezirk ist 2163 Morgen groß: Hiervon sind 1424 Morgen Feld und 744 Morgen Wald. Bisher war die Jagd an einheimische Pächter verpachtet. Dillkreis. Lpd. Herborn, 3. Febr. Das große nassauische Bundesfängerfest für Hessen- Rassau sinket in diesem Jahre im Monat Juli in Herborn statt. Dis jetzt liegen schon Anmeldungen von über 150 Vereinen vor, so daß mit einer riesigen Beteiligung gerechnet wird. Die Arbeitsausschüsse haben mit den Vorarbeiten, die recht umfangreich sind, bereits begonnen. Oberwesterwaldkreis. istlichen und in wesentlichen wissenschaftlichen Unter- richts'Gegenständen. Ausgenommen werden Mädchen, die die II b eines Lyzeums oder einer Höheren Knabenschule mit Erfolg durchlaufen haben,- ebenso Mädchen, die im 16. Lebensjahre stehen. Für ältere Mädchen besondere Lehrgänge. Oie Schülerinnen sind je nach ihrer Vorbildung zu besonderen Unterrichtsgruppen vereinigt. Äorzulegen ist das letzte Schulzeugnis. Prospekte durch die Direktion, die zu jeder weiteren Auskunft bereit ist. Bereits angemeldete Schülerinnen betrifft dieses Ausschreiben nicht mehr. Hess.Slreklio» ver SchillMiile Philipps, Oberstudiendirektor. Stämme Stämme Stämme Stämme Stämme Rutz- und Brennhoizversteigerung aus dem Markwald Grüningen-Dorf-Gill am Freitag, dem 10. Februar, vormittags 9'/i Utyc, in der Turnhalle zu Grüningen. 1. Ruhholz. A-Stämme: Liche 4. Kl. 3 St., 1,96 km; N-Sfämme: Liche 1. Kl. 48 St., 7,13 km; 2. Kl. 20 St., 6,48 fm; 3. Kl. 7 St., 3,86 km; 4. Kl. 2 St., 1,16 fm; 5. Kl. 3 St., 5,44 fm; Buche 3. Kl. 9 St., 3,64 km; 4. Kl. 4 St., 2,48 km; Kiefer 2a-Kl. 4 St., 1,68 fm; 2b-Kl. 3 St., 1,62 fm; 3a-Kl. 3 St. 2,86 km; 3b-Kl. 2 St., 1,52 km; 4a-Kl. 1 St., 0,60 km; 4b-Kl. 1 St., 1,13 fm; Fichte la-Kl., 110 St., 18,66 fm; lb-Kl. 139 St., 46,33 km; 2a-Kl. 37 St., 22,19 fm; 2b-Kl. 9 St., 7,01 fm; 3a-Kl. 3 St., 3,49 fm; 3b-Kl. 1 St., 1,73 fm; F-Sfamm: Fichte 3a-Kl. 1 St., 1,06 fm; Derbstangen: Liche 1. Kl. 9 St., 0,92 km; 2. Kl. 23 St., 1,98 km; 3. Kl. 46 St., 2,44 fm; Fickte 1. Kl. 106 St., 11,50 km , 2. Kl. 113 S;., 6,90 km; 3. Kl. 95 St., 3,54 km; Ruhscheiter rm: Eiche 2. Kl. 2; Buche 1. Kl. 4; Kiefer 2. Kl. 2,8; Ruh- knüppel rm: Lärche 12,8; Ruhreisig rm: Achte 5,7. — Das Eichenstammholz im Schlemperwald 18 sowie die blau unterstrichenen Nummern des Fichtenstamm- hoizes und bei ^ichtenderbstangen werden nicht versteigert 115 1 85 2 99 8 476 1 57 214 ol 10 Die Holzversteigerungen der Fürstlichen Obersörsterei Lich Übersicht. dem Wege der Submission aus Stückes 17 50 68 41 19 10 4 bewährt ncgen vorzeitiges Altern. Kräuierhaus Jung Heil- u. Pflegemittel Schulstrake 5. Pstanrcucxirakte i.Vunoc. Herz?Aiere, Leber, Blut re. 1!l‘a Bilanz vom Jahre 1927. Aktiva. An Warenvorrat „ Kassenbestand „ Ausstände „ Sparkassenguthaben „ Mobilar nach 10 v. H. Ab schreibung Freiwillige Versteigerung! Wegen gänzlicher Aufgabe der Landwirtschaft versteigere ich Montag, den6.Febr.,vorm.l0L1hr, sämtliches totes Inventar, bestehend aus mehreren landwirtsch. Wagen, 1 eleg.Halbverdeck, Getteide- u. Grasmäher, Säemaschine, Futterdämpfer, Zentrifuge, div. pflüge, 1 Zuchteber für reinrassige Zuchtschweine und zirka 30 Einlegeschweine können freihändig erworben werden. Salzböden,Haus7lr.6S Donnerstag, den 9. Februar, sollen aus den Waldungen der Gemeinde villingen aus den Distrikten Buchwald, Schlaghaus, Marksteinmühl und Blaustück 1347V Fichtenlangholz la 29,39 km; 47,59 km; 2a 6,07 km; 2b 1,12 fm; Derbstangen 1. Kl. 131 St.; 2. Kl. Teppiche - Läufer ohne Anz. In lOMonalsr. lief Tenplchims Agay 4 Glück, iramdurt/M. Schreiben Slesofortl 741 Groß-Karben Dortelweil bzw. Groß-Karben 1297 Tonnen 2. u. 3. Klasse 37 Stück, 1. Klasse 41 Stück, 2. Klasse 79 Stück, Freitag, den 10. Februar 1928, vormittags 9% llhr, werden im Saale des Gastwirts Ludwig Hofmann in Geilshausen aus den Freiherrlich von Nordeck zur Ra- St.; 3.Kl. 433 St.; Reisslängen 4. Kl. 364 St.; 5. Kl. i St.; 6. Kl. 852 St.; 7. Kl. 65 St.; Eiche 27. Die zur Versteigerung kommenden Eichenstämme sind blau unterstrichen. Das Holz kann schon vorher besichtigt werden. Spätere Beanstandungen werden nicht berücksichtigt. Die mit roter Oekfarbe unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Kornmann in Rüddings- hausen. Londorf, den 1. Februar 1928. Hessisches Forstamt Rabenau. L ö b e r. Allerishausen soll folgendes Nutzholz durch schriftliche Angebote verkauft werden: ............ la-Kl., 2,22 km Reichelsheim bzw. Ranstadt Die Angebotsoordrucke können gegen Einsendung von je 1 Reichsmark für Lieferungen und Fuhrleistungen von der Pro- omzialdirektion Oberhessen, Tiefbau, Gießen, Iohannesstraße Nr. 17, bezogen werden, woselbst auch vormittags nähere Auskunft erteilt wird. 1305D Die Angebote sind, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 14. Februar 1928, vormittags 10 llhr, daselbst einzureichen, wo auch die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter erfolgt. Zuschlagsfrist: drei Wochen. Gießen, den 30. Januar 1928. Provinzialdirektion Oberhessen. Bekanntmachung. Die Anmeldung der mit Beginn des neuen Schuljahres (23. April 1928) schulpflichtig werdenden Kinder hat zu erfolgen 1. für alle Knaben: Montag, den 6. Februar 1928, vormittags 9 bis 11 Uhr, in der Pestalozzi sch ule (Knabenschule), Nordanlage 8; 12806 2. für alle Mädchen: Dienstag, den 7. Februar 1928, vormittags 9 bis 11 Uhr, in der Schillerschule (Stadtmädchen- schule), Schillerstraße 8. Bei der Anmeldung ist der Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburtsschein vorzulegen. Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bis zum 1. Mai 1928 das 6. Lebensjahr vollendet haben. Es können jedoch zu der- fe en Zeit auch solche Kinder angemeldet werden, die bis zum 30. September 1928 das 6. Lebensjahr vollenden und die geistig und leiblich als schulreif erkannt werden. Ein weiterer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt. Gießen, den 1. Februar 1928. Stadtschulamt. I. V.: Dr. Alles. 4. Klasse, Güteklasse A, 5. Klasse, Güteklasse A, 3. Klasse, Güteklasse bl, 19,95 km 4. Klasse, Güteklasse N, 4,46 km ' ’ 17,39 km Stämme --------- . Anmerkung: Ujjter dem Eichen-Gruben- holz sind krumme Stämme der 2. und 3. Klasse enthalten. Zahlung bei entsprechender Sicherstellung des Kaufpreises je ein Drittel am 1. Mai, 1. August und 1. November 1928. Das Holz muß übernommen werden, wie es im Walde lagert. Beanstandungen über die Qualität des Holzes sind ausgeschlossen. 146,82 1608,73 8300,— Nutz- und Brennholz-Versteigerung der Stadt Grünberg am Montag, dem 6. Februar 1928, aus verschiedenen Forstorten. 1351V 9 Eichenst. Kl. 4, Güteklasse A, 6,78 fm; 3 Lichensk. Kl. 5, Güteklasie A, 3,75 fm; 1 Lichensk. Kl. 6, Güteklasse A, 1,13 fm. Ruhscyeitholz: Kiefern 1. Kl. 4 rm, 2 m lang; Kiefern 2. Kl. 2 rm, 2 m lang; Fichte 1. Klasse 12 rm, 3 m lang. Brennholz 1500 rm. Sämtliches hol; wird vorgezeigt. Händler sind zugelassen. Zusammenkunft vormittags 10 llhr am Waldeingang (Spi- talswiese). hessische Bürgermeisterei Grünberg. 23,72 7251,52 Mk. Milch-Transportkannen Drahtgeflechte Öfen, Herde, Gasherde H. Schön, Marburger Sfr. 0864 lb-Kl. 54,57 fm 2a-Kl., 23,56 km 2b-Kl., 7,21km Grubenholz Kiefer: Stämme 3b-Klasse, Abschnitte 4b-Klasse, Abschnitte 5. Klasse, • Fichte: 1743,29 27,24 721,36 3145,90 7251,52 Mm MWum Lieferung von Pflastersand, Basaltsplitt Knob auchsast । “ Anfang und Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am Eingang des Waldes an den drei Hohlen. Das Eichen- und Eschen- Stammholz kommt zuerst zur Versteigerung, während alles übrige Holz im Gro ßen und Kleinen Hausberg gegen 11 Uhr zur Versteigerung kommt. Don der Station Butzbach ist Autooerbindung des Autoverkehrs Butzbach und Umgegend um 8.45 Uhr und 10.30 Uhr nach Hochweisel. Steinberg, den 4. Februar 1928. gonfutnoetein e.S.iM.ö., SteioDerfl. B. Häuser XIV. B. Maid. Gg. Häuser XVI.1 Mittwoch, den 15. Februar 1928, nach- Ein zur Zucht noch tauglicher, mittags 3 bis 4 llhr, findet in der Turn nährter, zweijähriger Ziegenbock Halle der Schillerschule, Schillerstraße 8, Mittwoch, dem 8. Februar d. 3., ein ösfenflicher 3mpftermin statt, in dem tags 11 Uhr, auf dem Rathaus alle in 1926 und früher geborenen Kinder,1 öffentlich meistbietend versteigert für die bis jetzt der Nachweis der erfolg-, Besichtigung eine halbe Stunde reichen Schutzpockenimpfung noch nicht er . ginn der Versteigerung. bracht wurde, dem Impfarzt oorgestellt — - - - MOOO M. Qcnen ll°o Simen auf Hosrette u. Land zn leiben gesucht. Schr. Angeb. u. 0876 an den Gieß. An». Rollwagen sehr guter Beicdas- fenbeit, 30-40 Zrr. trägst äuft. günst. z. verkant, oder gegen leichten Eim'päliner- Kasten- bzw. Einle- roane» au tauschen. Frledr. Achenbach Bodhelm Bieber. M-U 1790. ,„Bp Verschiedenes! werden können. In 1927 geborene Kinder werden in diesem Termin nicht geimpft. Die Impfnachschau findet am Mittwoch, dem 22. Februar 1928, nachmittags 3 Uhr, statt. 13128 Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zum öffentlichen Impftermin zu bringen. Gießen, den 18. Januar 1928. Der Oberbürgermeister. I. D.: Klingspor. Brennhoizversteigerung Donnerstag, den 9. Februar, vormittags 9% Uhr, werden in der Willfchen Wirt schäft zu Treis a. d. Lda. aus den Staatswalddistrikten Scheid, Zipfenwald, Auf dem Busch versteigert: 1248V Scheiter rm: 58 Buche, 11 Eiche, 8 Kiefer. Knüppel rm: 39 Buche, 43 Eiche, 1 Lärche, 37 Kiefer, 22 Fichte, Reisig 1. fo- aang Goeibeiir. u*t0 Bestes ‘™D Grabland 500 qm. sowie ansto- nenbe lOUüqrn Wiese nächstBahnübe» gang Gnamhstr., einzeln ober zusammen zu verpachten. Brück, Schmenb. Wen 191. ....... ...... Das Holz ist mit Rinde gemessen. An- (TidleTsU 9,8; 1,3; Kiefer I.Kl. 7,4; geböte sind bis Dienstag, den 7. Februar Fichte 2 Kl. 0 5; Knüppel rm: Buche 1. Kl. l. 3., nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter 34- 2 Kl 18' Hainbuche I.Kl. 7,7; Eiche Stelle einzureichen, woselbst auch die Be- 1. Kl. 43 9; Lärche I.Kl. 7,4; Fichte I.Kl. dingungen, mit denen sich die Käufer durch 2 3; 2. Kl. 1,5; Reisig 2. kl. (Slammreisiq) Einreichung der Gebote unterwerfen, ein- r'nv Buche 102; Hainbuche 230; Eiche 90;' gesehen werden können; auch werden die- Wenmouthskieser 15; Lärche 61; Fichte 60; .selben vor dem Termin bekanntgegeben. Reisig 3. kl. (Astreisia) rm: Buche 4; Eiche Dis Zahlungsbedingungen sind gun ttg. Allertshausen, den 31. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei Allertshausen. Reinhardt. 1200V benauschen Farstorten Noll 13, 16, 20, 23 Fichte und 24 und Mühlberg versteigert: 1290V c=id)tc Stammholz fm: Eiche 3. Kl., 1,80; 4. Kl. 1,22; 5. Kl. 0,74. Sri eilet rm: Buche 1. Kl. 200; 2. Kl. 16; Eiche 70; knüppel rm: Buche 78; Eiche 39- Birke 2; Reisig rm: Buche 665; Eiche 190; Stöcke rm: Buche 76; Nr. Datum Forst ort Scheit und Knüp. Rm. Stock Rm. Holzmengen nach Schätzung Reiser Nutzholz Fstm. Well. Forst- well. III. Mo. 6. 2. Meilbach.......... 170 85 2800 1500 30 Fichtenstangen i Spalierholz) IV. Di. 7. 2. Holet ............ 200 120 3400 300 12 Eiche-Schnitth., 60 Fichtenstangen (Bau- Spalierholz), 2000 Bohnenstangen 20 Eiche-Schnitt- und Wagnerholz, 20 Fichte V. Mo. 13. 2. Riedwald ........ 90 •120 5000 200 VI. Di. 14. 2. Konzebühl-Gründorn 200 100 4500 _ stanaen 60 Buche-Schnittholz, 20 Eiche-Schnittholz, VII. Mo. 20. 2. Langeberg ........ 30 — 1000 500 Bohnenstangen, Eschenstangen ) VIII. Ti. 21. 2. Fuchsstrauch....... Münchwald....... 80 20 1500 2500 20 Fichtenstangen IX. Mo. 27. 2. 100 40 1500 —— 60 Fichtenstangen (Bau- und Spalierholz) X. Di. 28. 2. Höles- Schwarzwald- Mühlbetg ...... 180 30 3000 — 10 Eschenftamm^ und -stangenholz tfonderrerfanifstagc in Kleidern von heute, den 4., bis Donnerstag, 9. Februar zu auffallend billigen Greisen! J. Sfefler • Gießen • JKatfttplal% 6 .vW ^Sperrholz • 5£'g tn Eiche, Gaboon u. Kiefer 3-2o mm « « » « Breuer und Dielen aller Stärken, Ä “ = • schwedische und bäuerische Hobel' • £ .o breiter, Svalierlatten, Eichen- u. Z o o« Buchen-Schnittwaren liefern in "g äa allen Stärken liS7D sHi engen Bürt Mo.. Siegen S=5£ Televbon 149. Latten ia alltn Starken prompt ll>Ierb«r. 157.1 Rabatt e vom 4.bisl8.Februar auf Damenwäsche, Herrenwäsche, Babywäsche, Kinderwäsche, Tisch- u. Bettwäsche, Weihwaren, Trikotagen Ferner empfehle ich zu aller- billigsten Preisen: Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Samte in großer Auswahl Peter Holling Gießen / Bismarckstraße 6 1322a Feldbrand- Ziegelsteine billigster und bewährter Stein für alle Bauten. Schließe setzt zu Ausnahmepreisen Lieferungen für diese Satfon ab. C. 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Es müsse, so führte sr aus, leider gesagt werden, daß das Jahr 1927 die daran geknüpften Hofsungen und Dünsche nicht erfüllt habe. Wenn sich die Verhältnisse aud) insofern gebessert hätten, als wieder mehr Waren hergestellt worden seien und infolgedessen eine recht erhebliche Zahl von Erwerbslosen wieder in ben Produktionsprozeß eingeschaltet werden konnte, so bliebe doch der Gewinn weit hinter den gehegten Erwartungen z u r ü ck und entspreche keineswegs dem lebhaften Geschäftsgänge in Handel und Industrie. Auch die so notwendige aktive Handelsbilanz sei dem deutschen Volke vom Jahr 1927 nicht beschert worden. Er könne es sich auch nicht versagen, an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang mit einigen Worten auf das Ergebnis einer Umfrage einzugehen, mit welcher sich die Leitung der bekannten Calwerschen Tagesberichte an ihre Bezieher gewandt habe, um deren Urteile über das Wirtschaftsjahr 1927 zu hören. Aus der Fülle des interessanten und reichhaltigen Materials wolle er nur Wenige Aeußerungen als besonders charakteristisch herausgreifen. So werden von dem Leiter einer Großbank die Neubildung inländischen Sparkapitals und die Verminderung der Einfuhr mit gleichzeitiger Vermehrung der Ausfuhr als wichtigste Voraussetzung für die Gesundung der deutschen Wirtschaft bezeichnet. Ein süddeutscher Arbeitgeberverband führt offenbar unter dem Eindruck der gegen Ende des Berichtsjahrs stattgehabten Lohnkämpfe in der Tabakindustrie die Zwangstarife und die übermäßig hohen sozialen Lasten als Hauptursachen an, welche einer Besserung der deutschen Wirtschaftslage und einer gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hindernd int Wege stehen. Eine Zuschrift aus den Kreisen des mittleren und kleineren Unternehmertums stellt die in den einzelnen Industrien sehr starke Beschäftigung als Folge eines Warenmangels hin, welcher durch die Erhöhung der Lebensansprüche der Bevölkerung gegenüber der Vorkriegszeit entstanden ist. Da diese vermehrten ' Ansprüche vornehmlich auf dem Lebensmittel- martt durch einheimische Erzeugnisse nicht voll besriedigt werden könnten, würden allzu viele Waren vom Auslande eingeführt, worin die Passivität unserer Handelsbilanz begründet sei. Eine Verschlechterung der Wirtschaftslage müsse die unausbleibliche Folge sein, wenn die Aus- landkredite nicht me£>r so bereitwillig gegeben würden wie seither und schließlich ganz aus- bfieben. Die Verringerung der Unkosten, vermehrte Produktion in Industrie und Landwirtschaft, Steigerung des Exportes seien bedingungslose Voraussetzungen für einen niedrigeren Preisstand der Waren. — Diesen Meinungsäußerungen könne nur voll und ganz zugestimmt werden. In der Tat sei bei den hohen sozialen Losten, den Zwangstarifen, der in weiten Schichten der Bevölkerung verbreiteten Sucht nach einer besseren Lebenshaltung und dem sich daraus ergebenden starken Import ausländischer Luxusartikel und entbehrlicher Lebensmittel eine Besserung der wirtschaftlichen Lage und eine . aktive Handelsbilanz nicht zu erwarten. Vicht oft und nicht scharf genug könne die Votwendig- keit einer Unkostenersparnis betont werden: das gelte nicht etwa nur für die Wirtschaft, sondern noch in erhöhtem Maße für Staat und Gemeinde. Diese Einsicht müsse Allgemeingut werden: sie allein sei die Voraussetzung für eine großzügige Verwaltungsreform mit dem hohen Endziele des deutschen Einheitsstaates. — Diese Ausführungen des Vorsitzenden begegneten der einmütigen Zustimmung der Versammlung. Der Vor st and der Kammer, bestehend aus Kommerzienrat Schirmer als Vorsitzenden, Kommerzienrat K l i n g s p o r und Kommerzienrat Grünewald als stellvertretenden Vorsitzenden, sowie Carl Vöhr als Rechner wurde burd) Zuruf wiedergewählt. Der im Entwurf vorgelegte Voranschlag Mr das Rechnungsjahr 1928 wurde von der Versammlung genehmigt. Zur Frage des deutschen Einheits- c a t e s erstattete der Syndikus Dr. Zeid- : er ein ausführliches Referat. Die daran sich ^schließende lebhafte Aussprache ergab die einmütige Ueberzeugung von der Rotwendigkeit einer alsbaldigen Neuordnung der staatsrecht- slichen Verhältnisse in Deutschland. Ueber die Dege, welche zu diesem Ziele führen, wurde ein Beschluß nicht gefaßt. Die Versammlung stimmte den Beschlüssen zu, welche die Steuerkommission des hessischen Industrie- und Handelskammertags zu dem Entwürfe eines Kirchen st euergesehes gefaßt hat. Hiernach wird der Vorschlag verworfen, welcher die juristischen Personen zu einer sog. Aird)enbaufteuer heranziehen will, und weiter her Vorschlag als unannehmbar erklärt, wonach als Grundlage der Besteuerung neben dem Einkommen und dem Vermögen auch das gewerbliche Anlage- und Betriebskapital zulässig Parteien überlassen müsse, durch zweckentsprechende Vereinbarung den notwendigen Ausgleich zu schassen. Für die Sitzungsperiode 1928 bis 1934 wurde Kommerzienrat Adolf Klingspor als ehrenamtliches Mitglied des F i n a n z g e r i ch t s bei dem Landesfinanzamt Darmstadt von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. In dieser Woche erfuhr die allgemeine Börsenlage zunächst keine merkliche Qienberung. Das private Publikum veichielt sich weiter außerordentlich reserviert, und bei den Banken war der Ordereingang nach wie vor recht gering. Die Gestaltung der Tendenz war daher im wesentlichen von den Dispositionen der Spekulation abhängig. Etwas regere Anteilnahme wollte man von selten deS Auslands beobachten. So sollen aus der Schweiz auf dem Elektromarlt einige Kaufaufträge Vorgelegen haben. Auch von belgischer und französischer Seite sei eine etwas lebhaftere Anteilnahme zu verzeichnen gewesen. Eine Anregung dazu bot die Aufhebung des französischen Kapitalausfuhrverbvles. Doch fiel die Beteiligung von diesen Seiten kaum ins Gewicht gegenüber der starken Betätigung der Baissespekulation, die, wie man es schon so oft erlebt hatte, die verschiedensten günstigen Momente kaum beachtete und die ungünstigen in den Vordergrund rückte. Die Blancvverkäufe sollen in dieser Woche ein im Verhältnis zu der allgemein herrschenden Geschäftsstille ziemlich großes Ausmaß angenommen haben. Wenig beachtet wurden z. B. die günstigen Monatsberichte der Dresdner und Commerzbank, wonach das Kursniveau keineswegs bereits übersteigert sei. Die Ausführungen des Reichswirtschaftsministers Dr. Cur- ti u s in der Wirtschaftsdebatte des Haushaltsausschusses des Reichstages und die Strese - mannrede befriedigten zwar die Börse, blieben aber ohne merklichen Einfluß. Auch die Abschlußziffern der A.E.G. und die erhöhten Produktionsziffern beim Stahlverein für das 1. Quartal 1928 29 konnten nur auf die betreffenden Werte selbst etwas stärker und nachhaltiger einwirken. Eine weitgehende Llnsicherheil und Zurückhaltung herrschte im Hinblick auf die ungeklärt e Lage des Geldmarktes, der auch nach dem Zahltag, der im übrigen vollkommen glatt und reibrmgslos verlief, namentlich für kurzfristiges Geld ftarf angespannt war. Heber seine Weiteventwicklung bestand vor allem im Zusammenhang mit den kommenden Jnlandemissionen starke Ungewißheit. In dieser Woche soll von kommunaler Seite der Bedarf wieder ziemlich stark gewesen sein. Eine gewisse Beruhigung trat erst ein, als die Reich Sbahn ihr Kommunique über die Ausgabe von zunächst 100 Millionen Mark Vorzugsaktien veröffentlichte. Dabei befriedigte es, daß der Geldmarktsituation weitgehend Rechnung getragen werden soll und die Einzahlung auf die neue Emission auf eine Reihe von Monaten verteilt wird, um am Geldmarkt keine zu eirrschneidenden Wirkungen her- beizuführen. Eine starke Verschlechterung der Stimmung trat dann jedoch ein im Zusammen- hang mit dem scharfen Baissevvrstoh in Berlin gegen die Glanz st off- und Bembergaktien, wobei man auf die Dividende losigkeit der Snia Biscosa verwies, die jedoch auf die Dividenden bei Glanzstoff und Demberg, wie nachdrücklich erklärt wurde, von keinerlei Einfluß ist. Die unerwartet günstige Meldung, wonach der Finanzausschuß des amerikanischen Senats die Frergabevorlage angenommen habe, veranlaßte dann die Spekulation zu überstürzten Deckungen, die 4- bis 7prozentige Kursbesserungen hcrbeiführten, wobei naturgemäß die an der Freigabe beteiligten Werte bevorzugt waren. Die Kursrückgänge, die im Verlauf der Woche eingetreten waren, konnten jedoch zumeist nicht ganz aufgeholt werden. Die Anleihemärkte lagen still. Am Devisenmarkt zog die Mark im Zusammenhang mit der Geldknappheit stärker an. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Zu Beginn der neuen Woche war die Tendenz am Frankfurter Produktenmarkt im allgemeinen etwas freundlicher, da sich die besser lautenden amerikanisd)en Berichte günstig auf den deutschen Markt auswirken konnten. Das Angebot in Getreide war nicht besonders groß, und es machte sich regere Nachfrage nach Roggen bemerkbar, was hauptsächlich der Grund zu einem etwas lebhafteren Geschäft war. Doch trat im Verlaufe wieder eine Derflauung des Marktes ein, da die erneut eingetretene Abschwächung der Auslandnotierungen die Stimmung nachteilig beeinflußte. Daraufhin wurde das Angebot in guten Sorten auch beträchtlich größer, was ebenfalls die Börse ungünstig beeinträchtigte. Die Händler zeigten wenig Unternehmungslust und übten in Erwartung einer weiteren Preissenkung große Zurückhaltung. In Weizen war das Geschäft minimal, da dem regen Angebot kaum Nachfrage gegenüberstand. Roggen, gute Qualität, war auf Nachfrage des Exports gut behauptet. Auf dem ermäßigten Niveau wurden in Gerste, für Brau- und Futterzwecke, größere Hmsähe getätigt. In Hafer war das Geschäft ebenfalls weiter lebhaft, da von feiten des Konsums Deckungen vor- genommen wurden. Das Interesse für Mais hielt weiter an. Futtermais wurde von der Landwirtschaft weiter stark gekauft, auch Mais für Jndustriezwecke war weiter lebhaft umgesetzt, so daß der Preis hierfür stärker anziehen konnte. Das Mehlgeschäft konnte Cin Schreiben, des Landesverbands des hessi- tyen Einzelhandels über Vorgänge bei Ver - jebung von Lieferungen gab zu einer längeren Aussprache Anlaß, die schließlich zu der grundsätzlichen Auffassung der Versammlung führte, daß die Kammer nicht in den Wider- freit der Interessen von Industrie und Handel tingreifen dürfe, sondern es der Selbsthilfe der GT Würze Verlangen (Sie ausdrücklich MAGGI® Würze. Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. Aus Öen 32 Silben. cke — trieb — e — e — ei — en — fei — gel — im — jas — la — lert — me — nat — ne — nor — pe — pis — pos — sei — sei — sens — fix — ftnit — ter — ters — trep — tus — un — ur — Da — wild sind 16 Wörter zu bilden mit folgender Bedeutung: 1. Halbedelstein: 2. Nebenfluß der Saale: 3. nordische Schicksalsgöttin: 4. deutscher Dichter: 5. Stadt in Hannover-, 6. geschmolzene Gesteinsmasse: 7. Gebirgszug im Rheinland: 8. weiblicher Personenname: 9. Stufensteig: 10. Heldengedicht: 11. Der- brecher-, 12. Insekt: 13. Ort in Hessen-Nassau: 14. Papstname: 15. Astronom; 16. Schlangenart. — Sofern die Wörter richtig gebildet wurden, ergeben Anfangs- und Endbuchstaben, beibemal von vorn nach hinten gelesen, ein Sprichwort. Kreuzworträtsel. 11 26 11 25 25 9 12 10 13 21 26 12h 27 ■Äiiä gg Jawa aee saeon Kieeea aesl ml Von links nach rechts: 1. Huftier; 5. amtliches Schriftstück; 9. weiblicher Personenname; 10. andere Bezeichnung für Ton; 12. Getreideart; 13. Amtstracht: 14. tierisches Produkt: 15. abessinischer Herrschertitel; 19. Fluß in Sibirien; 20. geographischer Begriff; 21. nordische Münze; 22. natur- liches Wasserbecken; 24. Stadt in Belgien; 26. weiblicher Personenname; 27. biblischer Frauenncrme; 28. mythologische Figur; 29. Wallensteins Astrolog. Von oben nach unten: 1. Hoherpriester: 2. englische Anrede; 3. Industriestaat im Rheinland; 4. seemännischer Ausdruck; 5. Teil eines Dramas; 6. männlicher Personenname; 7. Bodensenkung; 8. wie 26. wagerecht; 9. das höchste persönliche Gut; 11. letzte Ruhestätte; 14a. weiblicher Personenname; 16. griechische Göttin: 17. alter Mann; 18. Figur aus dem Nibelungenlied; 19. Himmelsrichtung; 21. fettige Flüssigkeit; 22. Teil des Wagens; 24. alko- höfisches Getränk; 25. Raubfisch. Dreisilbige Scharade. Was man dem, der fragt, Oft als Antwort sagt; Was als kurze Frist Schnell verflogen ist; Was vielleicht dein Feld Tausendfach enthält: Wer die drei gefunden Und in eins verbunden. Der hat eine Zeit, Wo es friert und schneit. Synonym. An Stelle eines jeden der nachfolgenden Börtrr ist ein svnonnmes, finnverWandteg Dori zu fetzen. Sind diese richttg gefunden, ergeben deren Anfirngs- buchstaben, zu einem Wort verbunden, einen techni- schen, beim Radio vielfach gebräuchlichen Gegenstand. 1. anmutig; 2. läppisch: 3. keck; 4. schwermütig; 5. ansehnlich; 6. drollig; 7. ehrlich; 8. keusch; 9. reizend: 10. gesittet: 11. nützlich; 12. lauter. Fehlaufgabe. Unter Hinzufügung der Silbe „fe" als zweiter in jedem Worte sollen aus nachfolgenden 16 Silben och? Wörter gebildet werden. Ist die Bildung richttg erfolgt, ergeben die Wörter in ihren Anfangsbuchstaben, zusammengezogen, eine winterliche Nattir- erscheinung. a— ar — da — dom — e — fern — grim — her — ho — i — lei — nik — plan — re — rei — u «bftrichrälsel. In den nachstehenden sechs Wörtern: Halma — Wilna — Gneis — Ernst — Stuhl — Grenze sollen in fünf Wörtern je drei, in einem Wort vier Buchstaben gestrichen werden. Die verbleibenden Buchstaben ergeben alsdann, werden sie miteinander verbunden, eine winterliche fstaturersci-einung. Bilderrätsel. Auflösungen. Kreuzworträtsel. W A Alt R Ml L S W |EJ KiaBßl 0SBBI *raaän I3B0BQ Al! B A ■0* C1QB ÄJa u|l Glil Bffll BBI ■ H BBI o. E E L Silbenrätsel. 1. Intermezzo; 2. Mahagoni; 3. Lichtung; 4. Clement; 5. Bariton; 6. Eveline; 7. Nekrolog; 8. Geranium; 9. Iserlohn; 10. Liane; 11. Titus; 12. Dis tont; 13. Esra. Im Leben gilt der Staerfe Recht. Scharade. Kußhand. Buchstabenversetzung. Duisburg — (Ei sieben — Rastatt — Erlangen — Rostock — Saalfeld — Torgau — Elmshorn — Beuchen — Augsburg — Leipzig — Liegnih. Der erste Ball. Verschmelzungsaufgabe. Selekia — Charlotte — Haarlem — Na jade — Email — Elentier — Fauteuil — Atelier — Lothar — Limonade. Schneefall. Bilderrätsel. Keine Reue ist so schmerzlich rote die vergebliche. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren bom RedaktivnStlsch. Papa BkangeL Papa Wvcmgel inspiziert Truppen In Ruppig Gr ist begleitet von seinem Adjutanten Graf Eulenburg. Die Ruppiner liehen es sich natürlich nicht nehmen, dem verehrten und geliebten Feldmarschall auch die .bürgerlichen Ehren" zu erweisen, und so galt es. zunächst einmal die Kompagnie der (^renfungfraucn abzuschreiten. Die Ruppiner hatten die hübschesten Töchter der Stadt ins erste Glied gestellt, und Papa Wränge! gab jedem der Mädels einen Kuß, die ganze Reihe lang. Als er merkte, daß das zweite! Glied nicht so hübsch sei, drehte er sich zu seinem Lldjutanten um und sagte: „©ule, nu' küß' man du weiter!" In Ruppin auch war es: da sah Wränget einen Offizier, dessen Sporen unvorschriftsmäsiig waren. Wrangel winkte ihn zu sich heran und diktierte ihm vierundzwanzig Stunden Arrest. Der Offizier, der mit Wrang:lä berühmter Güte rechnete, versuchte sich zu verteidigen und machte den Einwand: „Exzellenz tragen ja ebensolche." — „3an3 jut, mein Sohn!" knurrte Wrangel, „da kannst du jleich vierundzwanzig Stunden dazu vor mir mit absihenl" immer noch nicht lebhafter werden. Am Futtermittelmarkt war das Geschäft sehr klein, nur Weizenkleie hatte kleinere ülmsätze zu verzeichnen. Das Kartoffelgeschäft hatte keine besondere Bewegung aufzuweisen. Zum Wochenschluh wurde die Stimmung noch lustloser und unsicherer. Weizen und Roggen, sowie alle anderen Getreidearten waren stark angeboten, ohne daß überhaupt nur die geringste Aufnahmelust bestanden hätte. Auch Futtermittel wurden wesentlich ruhiger. Weizenkleie für soforfige Lieferung wurde weiter noch gesucht. 3m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche waren die Preise für Weizen in, Roggen, int. Hafer, Weizen- und Roggenkleie gut behauptet. Weizen I, Weizen II, Weizen- und Roggenmehl gaben je eine viertel Mark nach. Gerste notierte eine halbe Mark niedriger. Dagegen hatte Mais für Futterzwecke und für andere Zwecke einen Preisgewinn von je einer viertel Mark zu verzeichnen. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 1 24,75, Weizen H 23,25 bis 23,50, Weizen III 22,75 bis 23,25, Roggen 24.50, Sommergerste 27,50 bis 29,50, inl. Hafer 23,50 bis 24, Mais für Futterzwecke 21,75 bis 22, Mais für andere Zwecke 22,50 bis 22,75, Weizenmehl 36,50 bis 37, Roggenmehl 36,50 bis 37, Weizenkleie 14,15 bis 14,25, Roggenkleie 15 bis 15,25. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachtvieh m a r k t war in dieser Woche sehr r u - h i g. Die Metzger nahmen nur zögernd Käufe vor, da der Bestand an Vieh ziemlich groß war. Die Märkte wurden fast alle geräumt. Am Nebenmarkt war das Geschäft in Schafen rege. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1304 Rindern (darunter 283 Ochsen, 67 Bullen, 550 Kühen und 302 Färsen), ferner aus 1670 Kälbern, 535 Schafen und 6667 Schweinen. Verglichen mit dem Antrieb der vergangenen Woche waren 100 Rinder, 54 Kälber und 106 Schweine mehr dem Markte zugelrieben, während 40 Schafe weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen AI 58 bis 62 Mk„ AII 55 bis 57, BI 51 bis 54, BII 47 bis 50, C 42 bis 46; Bullen A 52 bis 55, B 47 bis 51; Kühe A 47 bis 50, B 41 bis 46, C 34 bis 40, D 28 bis 33; Färsen A 60 bis 63, B 55 bis 59, C 45 bis 54: Kälber B 72 bis 76, C 65 bis 71, D 54 bis 64: Schafe A 48 bis 52, B 42 bis 47, C 37 bis 40; Schweine B 59 bis 60, C 59 bis 60, D 58 bis 60, E 56 bis 58. 3m Vergleich zu den Notierungen des Hauptmarktes der vorigen Woche toaren Rinder bis zu einer Mark teurer.- Gegenüber den Preisen des Nebenmarktes der vergangenen Woche hatten Kälber und Schafe einen Verlust von je einer Mark aufzuweisen, während Schweine bis zu zwei Mark höher lagen. Oie Reichsbank Ende Januar. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Januar hat sich die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 362 6 Millionen auf 2557,4 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um hilft in der Küche sparen. Dünne Suppen und Fleischbrühe, Gemüse und Soßen erhalten sofort kräftigen Wohlgeschmack durch Zusatz einiger Tropfen Maggi's Würze. Dorteilhaftester Bezug in großen Originalflaschen zu NM 6.50. I287D 294,8 Millionen auf 2372,8 Millionen Mark, die Lombard bestände um 67,8 Millionen auf 91,2 Millionen Mark angewachfen; die Anlage in Effekten ist mit 93,3 Millionen Mark weiterhin annähernd unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen find 588,2 Mlllionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 568,6 Millionen auf 4251,2 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 19,6 Millionen auf 625,7 Millionen Mark erhöht. Dementsprechend sind die Bestände der Reichsbank an Rentenbank-- scheinen auf 24,9 Millionen Mark zurückgegangen. Die fremden Gelder zeigen mit 497,8 Millionen Mark eine Abnahme um 210,2 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- sähigen Devisen find mit 2161,3 Mlllionen Mark, im einzelnen Gold mit 1865,3 Millionen Mark, deckungsiähige Devisen mit 296 Millionen Mark ausgewiesen. Die Deckung der Roten durch Gold allein betrug 43,9 Prozent gegen 50,6 Prozent in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 50,8 Prozent gegen 58,9 Prozent in der Vorwoche. * Die Wirtschaftslage im Januar. Nach der auf Grund von den Berichten der preußischen Industrie- und Handelskammer und der Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertage in dem preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe zusammengestellten llebersicht hielt die Wirtschaftslage sich im Januar im allgemeinen auf dem Stand des Vormonats. Auf dem Arbeitsmarkt trat eine weitere Verschlechterung nicht ein. Auch die Lohnbewegung kam im wesentlichen zum Stillstand. Die Geldlage erfuhr eine Erleichterung. Dennoch waren die Aktienkurse entgegen den Erwartungen rückläufig. Die Außenhandelsbilanz zeigte im Dezember eine kleine Besserung, da der Einfuhrüberschuß nur 304 Millionen Mark gegenüber 381 Millionen Mark im November betrug. * Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahngesellschaft. Von der Reich sbaick erfahren wir, daß die von einigen Blättern verbreitete Meldung, die Zeichnungsfrist für die neuen Zertifikate der Reichsbank über Vorzugsaktien der Deutschen Reichs- bahngesellschast sei auf den 10. bis 16. Februar festgesetzt, nicht ganz richtig ist. Die Zeichnung wird eröffnet werden, sobald die technischen Dor- arbeiten beendet sind. Diese sind inzwischen so weit fortgeschritten, daß es möglich sein wird, die Zeichnung etwas früher als am 10. Februar beginnen zu lassen. 2 5 Millionen Mark Anleihe des Deutschen Sparkassen- und Girooerbandes. Der Deutsche Sparkassen- und Girover- bapd erhielt die ministerielle Genehmigung, eine neue Jnhaberanleihe von 25 Millionen Mari auszugeben. Die deutsche Girozentrale und die Deutsche Kommunalbank in Berlin legen demzufolge 25 Millionen 8prozentige Deutsche Kommunal-Goldanleihe 1928 zum freihändigen Verkauf auf. Der Verkaufspreis beträgt 96 o. H. zuzüglich Stückzinsen ab 1. Januar 1928 unter Abzug der Kapitalertragssteuer. * liebergang der Südfilm A.-G. an die British International Pictures Co. Die Verhandlungen, die den liebergang der Aktienmajorität der Südfilm A-G. aus den Händen der Emelka-Gruppe an die British International Pictures Corperation bezwecken, sind nach den Informationen des W. T. B. Handelsdienst'in den Grundzügen beendigt; es sind lediglich nur noch die Schlußverträge abzufassen. * Günstiges Wirtschaftsjahr in England. Aus London wird gemeldet: Der Verband der britischen Industrie schließt sich der neulich vom britischen Handelsminister und von Bankleuten gemachten Erklärung an, daß das laufende Jahr sich als das beste seit dem Jahr 1920 erweisen werde. Im Schiffbau, im allgemeinen Maschinenbau und in der Wollindustrie sei eine allgemeine Besserung eingetreten. Auch in der Baumwollindustrie werden die Nationalisierungsbestrebun- gen als ermutigend angesehen. Die Kunstseidenin- -dustrie, die Automobilindustric und die chemische Industrie entwickeln sich günstig. Im Außenhandel wird kein Rückschlag erwartet. Es sind Anzeichen vorhanden, daß der Welthandel sich weiter günstig entwickeln wird. Nur der Handel mit China liegt danieder. Frankfurter Börse. Frankfurt, 4. Febr. Tendenz freundlich. Das Geschäft konnte sich zum Wockzenschluß nicht merklich beleben. Die Stimmung war jedoch nach den ersten Kursrückgängen etwas freundlicher, da die Baissespekulation, die gestern ziemlich viel Material vorgegeben haben soll, weitere Käufe oor- nahm. Eine gewisse Beruhigung brachten die Berichte der Handelskammern, wonach keine Verschlechterung der Wirtschaftslage im legten Monat eingetreten sei. Demgegenüber stand der Bericht der Metallindustrie, der einen Rückgang in der Beschäftigung aufwies. Einer lebhaften Entwicklung des Geschäfts stand auch die weiter reservierte Haltung des privaten Publikums und die im Zusammenhang mit dem zum Montag erwarteten Beschluß des amerikanischen Senatsausschusses über die Freigabebill geübte Zurückhaltung entgegen. Bei der ersten Notierung hielten sich die Kursänderungen gegen die gestrige Abendbörse in allerengsten Grenzen. Es überwogen die kleinen zirka einprozentigen Kursschwankungen, doch konnten Schiffahrts- werte etwas anziehen. I. G. Farben eröffneten nur gut behauptet, gewannen aber im Verlauf ein Prozent. Elektrowerte lagen fast unverändert. Nur Siemens zogen 1 Proz. an. Am Montan^- markt traten Rheinstahl mit plus 2,5 Prozent etwas hervor, während die übrigen Werte dieses Marktes behauptet blieben. Etwa 1 Proz. niedriger lagen Zellstoff Waldhof. Deutsche Erdöl, Zement Heidelberg und Wayß & Freytag eröffneten 1 Proz. fester. Anleihen lagen still und wenig verändert. Ausländische Renten qeschäftslos. Nur in Russen war wieder einiges Geschäft. Im weiteren Verlaus stockte das Geschäft fast vollkommen. Tägliches Geld war zu 7 Proz. etwas leichter. Am D e - oifenmarft konnte sich die Mark behaupten. Man nannte die Mark gegen Dollar 4,19171 gegen London 20,420, London gegen Kabel 5 8705, Paris 124.02, Mailand 92,05, Madrid 25,57. Berlins. Börse. Berlin, 4. Febr. Die ersten Kurse lagen gegen gestern wenig verändert. Eine Beteiligung des Publikums fehlte so gut wie ganz. Die Frage einer Tariferhöhung bei der Reichsbahn wurde offen gelassen. Auch der R ü cks ch l a g an der Pariser Börse trug zu einer gewissen Unsicherheit bei. Der Handelskammerbericht für Januar brachte keine nennenswerten Veränderungen. Bei Schwankungen von 1 Proz. im Durchschnitt waren die Kurse behauptet. Ilse lagen 3 Prozent fester. Bemberg lagen 3 Proz. niedriger. Anleihen lagen behauptet. Ausländer wenig verändert. Russen lebhafter und fester. Pfandbriefe sehr still und noch unentwickelt. Der Geldmarkt war unverändert angespannt. Tagesgeld 7,5 bis 9 Proz. Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Proz. Warenwechsel zirka 6% Proz. Im Verlauf wurde es am Schiffahrts markt und in Siemens etwas lebhafter. Ferner vergrößerte sich der Kreis der Spezialitäten. Rheinstahl und Farben kamen in Zug, so daß die allgemeine Tendenz etwas fester wurde und überall eine Geschäftsbelebung eintrat. Bc .nucr Pri-duktenbörfc. Berlin, 3. Febr. Das inländische Brotgetreide- angebot hat sich keineswegs verstärkt, die starken Ankünfte von Auslandgetreide und überhaupt der Verkaufsdruck der zweiten Hand sowohl für Jnland- als auch für Auslandgetreide hatten eine erneute Verstauung des Produktenmarktes zur Folge, zumal auch das Mehlgeschäft immer noch in seiner Leblosigkeit verharrt. Weizen ist auch bei entgegenkommenderen Forderungen fast unverkäuflich, dagegen findet Roggen in Durchschnitt- und besseren Qualitäten zu etwa 2 Mark niedrigeren Preisen als gestern ziemlich glatt Unterkunft. Minderes Material findet so gut wie überhaupt nicht Beachtung. Am Lieferungsmarkte gaben Märzweizen um 2,50 Mark, die späteren Sichten ebenso wie alle Roggentermine um je L50 Mark im Preise nach. Das Weizenmehlgeschäft stagniert fast völlig, sofort verladbares Roggenmehl ist nur bei stark ermäßigten Preisen unterzubringen. Für spätere Lieferung ist der Konsum dagegen bei etwa 0,25 Mark niedrigeren Preisen als Käufer im Markte. Hafer hat sehr schwieriges Geschäft, die Provinz ist in den Forderungen n>en>g nachgiebig, der Konsum sträubt sich, die Preise zu bewilligen und auch für den Export ist nur noch wenig Nachfrage zu beobachten. Gerste ist unverändert. Es notierten (1000kg): Weizen, märkischer (74,5-kg/bI-Gewicht), 226 bis 229, März 255,50 bis 256,50, Mai 264,75 bis 265, Juli 270 (Brief, matter); Roggen, märkischer (69-kg/bI-Ge- wicht), 228 bis 231, März 255,50 bis 255 bis 255,50, Mai 262, Juli 253 (Brief, ruhig); Sommergerste220 bis 270 (behauptet); Hafer, märkischer, 200 bis 211, März 225,50 (Geld), Mais, La Plata, 213 bis 215 (zollbegünstigter Futtermais, behauptet); Raps 345 bis 350 (stetig); (100 kg): Weizenmehl 28,75 dis 33 (matter); Roggenmehl 29,75 bis 33 (matter); Weizenkleie 15,25 bis 15,30 (still); Roggenkleie 15.25 (still); Viktoriaerbfen 48 bis 55; kleine Erbsen 32 bis 35; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohnen 20 bis 21; Wicken 21 bis 23; Lupinen, blau, 14 bis 14,75; Lupinen, gelb, 15,50 bis 16; Serradelle, neu, 21 bis 24; Rapskuchen 19,90 bis 20; Leinkuchen 22 bis 22,20; Trockenschnitzel 12,90 bis 13; Soyaschrot 21,20 bis 21,60; Kartoffelstöcken 24 bis 24,60 Mark. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 5. Februar, 17.30 bis nach 22.30 Ahr: Die Meistersinger vonRürn- berg. Montag, 6. Februar, 19.30 bis 22 Uhr: Ritter Blaubart. Dienstag, 7. Februar, 19.30 bis nach 22 Uhr: Der Waffenschmied. Mittwoch, 8. Februar, 14.30 bis nach 17 Uhr: Der Freischütz. 19 bis nach 22 Uhr: Der Zigeunerbaron. Donnerstag, 9. Februar, 19 bis 22 Uhr: Die Jüdin. Freitag, 10. Februar, 19 bis gegen 22.30 Ahr: Die Macht des Schicksals. Samstag, 11. Februar, 14.30 bis nach 17 Ahr: Der Frei- schütz. 19 bis nach 22 Ahr: Figaros Hochzeit. Sonntag, 12. Februar, 15 bis nach 17.30 Ahr: Madame Butterfly. 19 bis nach 22 Ahr: Der Zigeunerbaron. Montag, 13. Februar, 19.30 bis 22 Ahr: Jonny spielt auf. Schauspielhaus.. Sonntag, 5. Februar, 15.30 bis 17.45 Ahr: Im Weißen Röhl. 19.30 bis 22.30 Ahr: Kriemhilds Rache. Montag, 6. Februar, 20 bis gegen 22 Ahr: Der Präsident. Dienstag, 7. Februar, 19.30 bis nach 22 Ahr: Cäsar und Cleopatra. Mittwoch, 8. Februar, 20 bis gegen 22 Ahr: Der Präsident. Donnerstag, 9. Februar, 19.30 bis 22 Ahr: Schinder- Hannes. Freitag, 10. Februar, 19.30 bis 22.30 Ahr: Kriemhilds Rache. Samstag, 11. Februar, 19.30 bis 22 Ahr: Schinderhannes. Sonntag, 12. Februar, 15.30 bis 17.45: 3m Weihen Röhl. 20 bis 22.30 Ahr: Schinderhannes. Montag, 13. Februar, 20 bis gegen 22 Ahr: Der Präsident. Rundfunkprogramm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Arnschau".) Sonntag, 5. Februar. 8.30 bis 9.30 Ahr von Kassel: Morgenfeier veranstaltet von der Ev. Gemeinde Kassel-Kirchditmold. 11 bis 11.30: Die Elternstunde. 11.30 12.30: Vorn Zoologischen Garten: Führung durch den Zoo. 2. Teil: Aquarium bis Einhuferhaus. 12.30 bis 13.30: Orgelkonzert. 15 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 18: Kammermusik des Rundfunkorchesters. 18 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Das Grabmal des unbekannten Soldaten", Vortrag mit Rezitationen von Hans Meihner, Direktor des Frankfurter Künstlertheaters für Rhein und Main. 19 bis 20: „Vorn Strahensänger bis zum Heldentenor", Vortrag mit Schallplattenbeispielen von Dr. Wilhelm Heinih. 20.30 bis 21.30: Don Stuttgart: Opernabend. 21.30 bis 22.30: Opernabend. Darauf bis 0.30: Tanzmusik. THontag, 6. Februar. 12.30 bis 13.30 Ahr: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Die Oper der Woche. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 19.30: „Siamesische Musik", Vortrag mit Schallplattenbeispielen von Dr. Wilhelm Heinitz. 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. 19.45 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 22.15: Konzert. Anschließend: Schallplattenkonzert, »Heiterer Abend". Dienstag, 7. Februar. 12.30 bis 13.30 Ahr: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Alte Operetten. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 19: Funkhochschule: »Berufliche und gewerbliche Zahnschädigungen". Vortrag von Dr. Thvluck, Direktor der Schulzahnklinik. 19 bis 19.30: Von Kassel: „Die Entwicklung des Schwimmsportes und dessen Ruhen für die Allgemeinheit", Vortrag von Wilhelm Mehles, techn. Leiter des Bezirks Kassel der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft. 19.30 bis 20: Die Schachstunde. 20: Von Stuttgart: Die beiden Geizigen. Komische Oper in 2 Akten von A. E. M. Gretty. — Die Opernprobe. Komische Oper in einem Akt von Albert Lorhing. Mittwoch, 8. Februar. 13.30 bis 14.30 Ahr: Von Kassel. Mittags- ständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Italienische Opern. 17.45 bis 18.05: Die Dücher- stunde. 18.30 bis 19: „Bhagavad Gital", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19 bis 19.30: Funkhochfchule: „Das deutsche Drama und Theater vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart", Vortrag von Prof. Dr. Franz Schultz. 19.30 bis 20: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertelstunde . „Mangrove-Wälder und ihre Bewohner", Vortrag von Dr. Robert Mertens. 20.15: Der dreizehnte Stuhl, Ein Stück in drei Akten von Bayard Veiller. Donnerstag, 9. Februar. 13.30 bis 14.30 Ahr: Don Kassel: Mittags- ständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16; Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunsorchesters. 17.45 bis 18.05: Dft Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Stunde „Haus und Garten". 18.45 bis 19.15: Don Kassel: „ Fleischvergiftungen", Dortrag von Dr. meb, vet. Dogler. 19.15 bis 19.45: Friedrich Wolf, Dorlesung aus eigenen Werken. 20.15: Aus der Liederhalle Stuttgart: Heiteres Konzert. Anschließend bis 22.30: Don Kassel: Heitere Rezi- tattonsstunde von Gustav Bellin. 22.30 bis 23: Von Berlin: Tanzkursus. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Freitag, 10. Februar. 13 bis 14 Ahr. Schallplattenkonzert: Mozart. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Haussrauen-Rachmittag. Programm u. a.: ..Ein Dutzend Ratschläge für Tapeten, Vorhänge usw.", Vortrag von Dipl.-Jng. M. Mengering» hausen. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Von Kassel: Stunde der <£rau. 18.45 bis 19.15: Stunde des Südwestdeutschen Radio- Clubs: 19.15 bis 19.45: „Lohnsteuerfragen", Vortrag von Hermann Fleischer, Steuerinspektor. 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.05 bis 20.15: Film-Wochenschau. 20.15 bis 21.15: Konzert des Wiener Streichquartetts. 21.15: Von Kassel: Der Erste und der Letzte. Drama in drei Szenen von John Galsworthy. Anschließend: Von Kassel: Spätkonzert der Kasseler Hauskapelle. Samstag, 11. Februar. 13 bis 14 Ahr: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkora-esters: Reue Tanzschlager. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.15: Dorttag Josef Winckler. 19.15 bis 19.45: Vortragszyklus des Gewerkschaftsbundes der Angestellten: „Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer durch das De- ttiebsrätegesetz". Vortrag von O. Schleinitz. 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Saint Simon, der Begründer der Soziologie", Vorttag von Dr. H. Rihmann. 20.15: Der Feldprediger. Operette in drei Akten von H. Wittmann und QL Wohlyiuth. Musik von Karl Millöcker. 22.30 bis 23: Don Berlin: Tanzkursus. Anschließend bis 0.30: Von Berlin: Tanzmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.) Br., Bahnhofstraße. Wir konnten m dieser Sache nichts ermitteln. M.M. Wenden Sie sich an bie Kasse, bei der Ihr Schwiegervater seinerzeit die Zeichnung vorge- nommen hat, und lassen Sie sich dort beraten über die Möglichkeiten, die vielleicht noch bestehen. 3.0. in Gießen. Die Wohnung ist vom Hausbesitzer in wohnsähigem Zustande zu erhalten. Ge» schieht dies nicht, so müsien Sie sich, falls keine Der- ftänbigung mit dem Hausherrn zustande kommt, cm die Jnstandsetzungsst-lle beim Mieteinigungsamt wenden. H. l. Die attgemeine Polizeistunde ist werktags, mit Ausnahme von Samstag, 12 Uhr nachts, Samstags und Sonntags 1 Uhr nachts. Diese Frist gilt für 1111 ivudcruS ........ v Deutsche Erdöl........ Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener . f. *1* I. 4 99 132,25 133.5 186 98.5 131,75 — 98.75 13t 133.5 98 130.5 134.75 — Harpen er ..... . 3 Hoesch Eisen ........ ü Ilse Bergbau ....... .8 1 1 I 186,5 139,5 222 5 187 138.5 225 4*/0 desa'l. Sertr II. 4°,e Rumänen convert. {Rtc. Rumänen Eoldanl. von 1913 13,)h 13 5,9 17,13 18,8 13,2 17 — Klöcknerwerke ....... .5 Köln-Neueffeu .....-51/» Mannesmann .f. •/« I. 4 Mans'elder.......7 Oberschles Eisenb. Bedarf 0 Oberlchles Kolswcrle . 0 Pdönir Bergbau f */• 9 3 Rheinische Braunkohlen 10 120.75 149 1ÖG 120,5 149,9 120,25 140.5 149,65 118.25 105,75 119,25 140,25 149.5 118 106 5 Allo Deutsche rtfendadn <•/. — — 96 96,25 Hamburg-Amerila Palci. 6 149.3 150,5 150 150.65 101 101 100,5 160.9 Hamb -Südam Damvllch _ 215 218 233.5 235 234 165,75 233,5 166 Han la Damvilchifs 6 — R drinstahl 0 Ricbeck Montan .....r. Bereinigte Stablw. f. •/. I 3 Olavi Minen ... 1 sh 16.) 167,5 Norddeutscher ülotjb 6 151.5 154,75 154.. 154.9 — — Allg. Deutsche Credüansl.. 10 — — 145.25 145.2.1 103.5 103.5 103.75 103,75 Barm r Bankverein io 147 —— 147 146 43 43,13 13.13 43,25 Berliner HandelSaeselllch. 12 Lommerz- und Pnval-B: n -- — 269,25 269.9 Kalt Aschersleben . . 10 175.25 174 5 174,5 175.25 173.76 174.5 .RalitBertmgdn . . io Kaliwerk Salzdetfurth 12 184,75 — 183.75 Darmst. u. Nanonalvank 12 231.5 231.5 232 — 251 Deutsche Dank 10 DiSkonto^Geselllchaft Hnf 10 Dresdner Baut 10 Mitteldeutsche Lreditbaick 9 Melollbank...... .8 «etchSbaol • . li) 163.25 161 160.5 194 163.5 161 160 5 127.25 195 163 159,75 160 209 128,5 193,6 163,5 159.75 160 5 209 126,75 195.5 9 ® starben-Industrie zo Dvnamlt Nobel ... . o Scheid, anstatt ........ Goldschmidt ......5 Rurgerswerke......... werallgeiellichak».....jo 260.5 194.5 112,5 96^5 260.75 195 96 179 259 75 126,5 112.5 95,75 260.5 112 95 Frankfurt a. M. Berlin Schlutz i 1-Uhr- Schluß- SInjaiiy Kurs | Kurs Kurs 1 Kur- Datum: 3. 2. { 4.2. 3.2. | 4.2 PVtltpp Holzmann . . . 12 Heidelderaer Lerneut ... 8 Tement Aarlstadt......s 140 — 142 — 137,5 180 138.25 137,75 _ Wavb & Srcrtaa . . . 10 — — SchaUbetS Patzenhofer. . 15 — — 396 396 Istwerte..... . . 12 — — 339 338 Ber. Glanploff........ — — 544.5 543,75 Bemberg...... 8 Zellllolt Baldbof.....12 Zellstoff Lschaftenbura . . 10 Tharlottenburger Doffer. 7 — — 420,25 418 248,75 248 247,5 172 248,5 — 128 128 Teffaner <8aL.....8 — — 174 174,13 Daimler Motoren...... 83 83,25 82.75 84 Demag . ...... v Ldlerwerfe Sleve».....0 — 65 81 80,25 79,75 <— tzodw tzoeirr . .... 1g —- 254,5 — Rai. Automobil ...... e — •— 98 —— Orensteio Sc Kovvel .... 4 •— — 135,75 136 Link Hoimaon .... 0 — — — — Leonhard Tietz ■ .... k — — 199,5 199 6 Bamaa-^iegum...... 0 Snuift Mischin« .... 0 29.5 74 — 29 73.5 — Gritzner ..... 7 Hevligeustaedt..... . 0 128 131 — 30 — — — Jung bans ...... 6 Lcchwerte ....... 8 -Uiaintrafttocrfe ...... 8 87 123.5 — 86 — 118 — — — Miag ....... 10 140.5 — 138.25 — Nclarlulmer ..... 8 98 |00 Ifiü — Peter» Union........ Kcbr. Noeder ...... 1g Voigr & Haeftner .... 6 112 — 112 — 140 — — — 178 — 179,5 — vudd äudtt ...... - 0 142 141 141,75 — Banfnotea Berlin, 3 ^ebr. | 4clb Bnei Amcrifantlchc 'Jioten..... I 1,171 4,191 «elgische Noten...... 58,21 58,45 Dänische Noten...... 111,93 112.37 Englische Noten ....... 20.377 20 457 Devisenmarkt Derlin—Frankfurt a. M. Berlin. 3. ^ebr- (Selb französische 'Jloten...... 17^2 16,58 Holländische Noten...... 168,36 169,04 Italienische Noten...... 22,19 22,2? Norwegische Noten...... 111,0.3 111,47 Deutsch-Oefterr., a 100 Kronen 58,98 59,22 Rumänische Noten...... 2,57 2,59 Schwedtsk^e Noten...... 112,27 112,73 Schweizer Noten....... 80,49 80,81 Spanische Noten....... 71,31 71,59 Tschechoslowakische Noten . . 12,385 12,445 Ungarische Noten . - - 73 05 73,35 Telegraphische Auszahiuna- 3. Febr. 4. Febr. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briet . «mst^Roil 168,67 169,01 168,68 Buen.-Aireö 1,789 1,793 1,788 1,792 Brfl^-Aorw 58,34 58,46 58,315 58,435 LhriMaota 111,93 111,55 111,31 111,53 Koveuhagen 112,12 112,34 112,10 112,12 stockdolm . 112,49 112,71 112,39 112,61 10,565 Helffogfors. 10,552 10,572 10,515 Italien. . 22,19.5 22,235 22,16 22,20 London. . . 20,399 20,439 20,40 20,44 4,1960 Oianwrt . . 4,1900 4,1980 1,1880 Paris.... Schweiz . . 16,46 16,50 16,44 16,48 80,560 80,725 80,o5 .0,71 Spanien . 71,51 71,65 71.42 71,56 Javaa . . . 1,965 1,969 1,96b 1,970 *H'.o de Jan Wien in D-» 0,502 0,505 0,5025 0.5045 Sest. abgest J9,05 69,17 58,96 59,08 12,417 12,437 12,412 12,432 7.371 73,25 7,385 7,363 7,377 vndavest. 73,29 73,21 73,35 Bulgarien 3,030 3,036 ..0Z7 3,033 L'ffäbon 20,88 20,92 19,68 19,72 Danzig - - - .«onst..ntin. 81,54 81.70 81,56 81,72 2,125 2,129 2,131 2,135 Atben. . 5,544 5,556 5,544 5,5ö0 Caaada 4,181 4,189 4,180 4,188 Urn uav 4,286 4,294 4,276 4,284 20.922, 20 965 20.924 20,964 tareatiiilelNläöchenizuGrünherg Anmeldungen fürs neue Schuljahr für alle Klassen Dienstag, 7., bis Donnerstag, S. Februar, vormittags lll/i—12l/e und nachmittags 4-5 Uhr. Schriftliche Anmeldungen jederzeit Vorzulegen sind Schulzeugnis, Ge- »urts- und Impfschein. Aufnahme in Sexta im allgemeinen ■ach 4 Grundschuljahren, in besonderen Einzelfällen bei hervorragender körperlicher und geistiger Entwicklung nach 3jährigem Schulbesuch. — Von Unter-Tertia bis Oberprima lateinunterricht nach dem Lehrplan des Realgymnasiums. 1291D Z5 Die Direktion: Angelberger Frankfurt a. M Restaur. Kölner Hof am Hauptbahnhof rechts Vornehm behagliche Rfluma Anerkannt erste Küche Dortmunder Aktien-Pils und Münchener Hofbräu Große und kleine Räume für Konferenzen u. Festlichkeiten Hotel Kölner Hof Ueber 100 Zimmer mit fließ, warmen und kalt. Wasser von Mark 4.- an. 20 Privatbäder loy^. Drucksachen aller Art W''"stilrein und preiswert Ut SrRhl'lche UalverfULk-vlUckerei. «. ränge. 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Die Kaffeeländer Mittel- und Südamerikas haben das Crbe des Landes Kaffa angetreten. 3m Sommer 1727 brachte der major Francisco de Mello Palhefe 5 Kaffeebäumchen und etwa 1000 reife Beeren nach Para, wo dann die ersten Kaffeepflanzungen entstanden. Beute, nach 200 9ahren wachsen in Brasilien über 1 Milliarde Kaffeestrdudier In endlosen Reihen. Sn diesen Ländern reift die Kaffeebohne, die durch die Kaffee ßag in Bremen vom Coffein befreit wird. Was In den Tropen gut ist, eignet sich noch lange nicht für unsere gemäßigte Zone. Sn unserem sonnenarmen Klima Ist der Stoffwechsel selten stark genug, um das mit dein edlen Kaffee- gefränk von uns aufgenommene Coffein genügend auszuscheiden, deshalb wird der Kaffee coffeinfrei gemacht. Der coffeinfreie Kaffee ßag Ist das Ergebnis hochwertiger Plantagenzucht und die Köstlichkeit seines Aromas Ist unübertroffen. Stro|e > Flame i Ort and Poet; eucseBein | fönl B" die Kaflee Bag Bremen. FQr beiliegend KM - .40 In Briet- £ Bürsten und Pinsel aus üer iman mn : i qt: 1 u dm Hani -in MMÄLMW ■ew-- ;.;n. l 'li’!,.': f i:illl'- !.•■abr.t.gepr.^edermanschetten für alle Llonstr.v. Pump, in jed. Grütze u.Stürke. Alle inöPum- penfach einschl. Reparaturen. Kaiser’s Brust-Caramellen mit den „3 Tannen“. Sie sehen, wie dieser Mann der harten Arbeit auch bei Schneetreiben zufrieden und froh ist, denn seine Gesundheit ist ohne Störung seit er sich vor Erkältungen schützt mit diesen köstlich schmeckenden Hustenbonbons. Jeder Husten, jedes Kratzen im Hals verschwindet innerhalb wenigen Tagen schon bei sofortiger Anwendung von Kaiser’s Brust- Caramelien mit den „3 Tannen“, diesem seit 35 Jahren bewährten und köstlich schmeckenden Hustenpräparat. Scheuen Sie nicht die Kosten, die gering sind, gemessen an der gefährlichen Auswirkung vemadilässichter Erkältungen Paket 40 Pf., Dose 80 Pf. Zu haben in Apoth., Drog. und wo Plakate sichtbar Neue Kurse beginnen am 16. April! 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