Ur. 5 Erster Blatt (78. Jahrgang Mittwoch, 4. Januar 1928 Erich«»«» taghd),aeb<: Sonntag» en» Jeicrtag». benutzen. •lebten FamMendlL«« Heimat rm Bild Di« Scholle N»nat»'kej»tz»rret»: 2 5Uid»»mark und 20 2td4)«ptmeig f*r Träger» lohn, and) bei Ntchler- scheinen einzelner Kammern Infolge höherer Gewalt. Fernsprechanf chlüss«: 61, M enb 112. >,fchrif» sllr Drahknach» richten Anzeiger »ifhou Pollf*<(f!onto; SrtmMnrt am mein 1168t. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: Vrühl'sche Ustiverfilütr-Vuch' Hnb Stetnöniderel rr. Lange in Gießen, rchristlettnng und GeschSstrstekle: Zchnlltraße 7. AiiahW« ne Bnjetatn für die lagrsnummct t>t» t»m Nachmittag vorher. Preis 1er \ mm Höhe Hta Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Betchspiennrg^ für 'Rt. klameaniftqen von 70mm Brette 35 Betchspfennig, Platzvorfchnft 20* . mehr. (Tbefrtbakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich lut‘Politik Dr. Fr. Witt) Hangt; für Feuilleton Dr fylbgnot; für den übrigen Ted Ernst Blumfchetn, für den An» zeigenteil )*urt Tillmann, fflmthd) in Gtetzen. Das amerikanische Flotienbauprogramm. Wilburs Wunschzettel als Aufiatt einer neuen Seeabrüstungskonferenz? (Dachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Don unferem A. O. A.-Äorrefoonbenten. Reuh or k. 30. Dezember 1927. Dor vier Monaten, unmittelbar nach dem Fiasko der Genfer Marine-,.Tlbrüstungf-Konferenz, gab eine Meldung der größten amerikanischen Dachrichtenagenlur, der Associated Preß, in groben Umrissen da- voraussichtliche Programm, das der Kongreß im Dezember vom Marineamt erwarten durfte. Darin war von zehn Kreuzern von je 10 000 Tons die Rede, deren Dau die gesamte Kreuzer-Tonnage auf 225 000 gebracht haben würde. Don Zeit zu Zeit 1auch:cn andere Prophezeiungen auf. All bie'e mehr oder minder auf "Vermutung begründeten Pläne haben jetzt feste Gestalt angenommen. und zwar in dem vom Marinesekretär Wilbur dem Repräfeutantenhause des Kongresse- vorgelegten Wunschzettel. Fünfundzwanzig Kreuzer, nich: zehn, dazu fünf Zlugzeug-Mutlerschise, neun Torpedozerstörer-Führer und -weiunddreißig Un- terseeboole. Herr Wilbur sagt, eS sei unmöglich, die künftigen Daukosten genau festzulegen, er deutet aber an, dah die Reubauten rund 750 Millionen Dollar kosten würden. Auf solcher Grundlage ist die- Programm da- zweit- gröhte, da- je dem Kongreh vorgelegt wurde, und Herr Wilbur erklärt, es habe die Zustimmung des Dudget-Direktor-, und „wie gemeldet werde, widerspreche es auch nicht dem Finanzprogramm des Präsidenten". Lor einem Jahr lag Herr Eoolidge mit dem Kongreß In Fehde, um die Annahme eine- bescheidenen ZlottenprogrammS zu verhindern, do- die Marine um drei Kreuzer zu bereichern beabsichtigte. Man fragt sich vergebens, welch plövliche neue Bedrohung der .Sicherheit de- Lande- ' am Horizont erschienen wäre, die da- gröhte jemal- in Friedenszeiten ausgestellte Flottenprogramm rechtfertigte. Don solcher .Gefahr" ist zumindest die breite Qessentlichkeit nicht unterrichtet. Amerika- Deziehungen zu Japan find noch auhenhin freundschaftlich. Die Beziehungen zu England sind noch immer die vernünftiger Leute, wenn auch der zwischen beiden Ländern liegende Atlantik leicht gekräuselt ist von Wellen, die durch gewisse Gegenströmun- gen und Gegenwinde hervorgeruien sind, und wenn auch In manchen Punkten keine Einstimmigkeit zu erzielen ist. 3m Süden war vor einem Jahr viel die Rede von einer .bolschewistisch inspirierten mexikanischen Hegemonie am Panamakanal", aber da weder Ruß- land noch Mexiko nicht viel mehr al- eine Kriegsflotte aus dem Papier haben, ist kaum anzunehmen. das) Amerika seine Kreuzerstärke verdreisacht. um zur "Verteidigung des Kanals gegen die Bösewichte gerüstet zu sein. Man schaut sich vergebens nach einer Kriegsgefahr um. die dringend genug wäre zur Begründung eines fibtten' regramms. dcb in feinem Umfang nur von dem Wilson- im Jahre 1926 übertroffen wird. Tatsächlich ist denn die- Programm auch nicht das Resultat irgend einer Kriegsgefahr. Seine Bedeutung ist nicht ohne weiteres klar. Letzten Sommer schickten die "Bereinigten Staaten ihre Delegaten nach Gens, um mit denen England- und Japan- über eine weitere S c c - wehr-RüstungSbeschränkung -u verhandeln. Die Abgesandten vermochten sich nicht zu einigen. Da- amerikanische Marinekollegium hat es nunmehr unternommen, dies FiaSko voll au-zudeutem Ls ist nicht damit zufrieden, dah Amerika in Genf die Gleichstellung mit England und da- 5 zu 3 Stärkeverhältnis zu Japan i m Prinzip erneut zugestanden wurde. Richt zu- trieben, auf Grund dieser Bestätigung den Dau derjenigen Schiffe zu empfehlen, die Amerika für feine eigenen Zwecke im Pazifik. Atlantik und im karibischen Meere l rauch', und die Frage der sonstigen Gleichstellung Li allen anderen SchissStvpcn wei'cren Konferenzen und möglichen weiteren Uebereinkünften zu überlassen. Es besteht vielmehr auf Parität im buchstäblichen Sinne de- Wortes. Wäre die Genfer Konferenz niemals zusam- mengetreten. hätte sie nicht mit einem Fehlschlag geendet, so hätte daö U. S Marinekollegium sicherlich niemals daran gemacht, mit einem Wunschzettel, wie er dem Kongreß zu W'ih- nadv.cn 1927 vorgelegt wurde, hervorzutreten. Cs ist schon ein Stückchen Schlcksalsironie. dah Herrn Eoolidges 'Bemühungen auf Weltabrüstung und Welt-Befriedung jetzt ein Rüstungspro- gramm gezeitigt haben, wie eS in ähnlichen Ausmaßen bislang nur von einer einzigen Regierung geplant Worten ist. und zwar mitten im Weltkriege. Dies Programm schlägt allem ins Gesicht. Wader Präsident in bezug auf Mäßigung, auf Sparsamkeit g aat und gepredigt hat. Man muh schon nach nich direkt an der Odersläch? liegenden Gründen suchen, die bri dem so besonnenen, nüchternen, sriedftr.igen, haushälterisch n Präsidenten der "Bereinigten Staaten einen solchen Sinneswechlel hervorgerufcn haben können. Könnten wäre vielleicht besser. Die Frage ist nämlich, ob man überhauv. von einer llmkehr sprechen darf. Uni» hier tritt ein Moment in d e Erscheinung, das gewifsermahen als d^ Rä scls Lösung an gesprochen werden - Lum. Das dem Kongreß voraelegte neue Bauprogramm ist nickt befristet, seiner Durchführung sind keine zeitlichen Grenzen gezogen. .3ch vermöchte rricht einmal zu fugen,“ erklärt der Dorsi Yen de deS RepräsentcnUenhaus-Ausschusses für Marine- angelegenheiten, .ob dies n:ue Programm groß oder nein ist. Wir können diese Sch.fse innerhalb eines Jahres oder auch innerhalb eine- Jahrhunderts auf Kiel legen." Der Kongreh könnte für den Anfang, d. h. fürs erste Iahr. 750 Dollar. 750 000 Dollar oder auch 750 000 000 Dollar bewilligen. Somit verbleibt die „neue Flottenpolitik" vorläufig auf dem Pa pier, die Schisse bleiben Ziffern — selbst dann, wenn der Kongreh dem Programm seine Zustimmung erteilen sollte, — bi» öle Gelder tatsächlich bewilligt stnd und das Marine- amt zum Bau ermächtigt ist. Dah die Mitglieder der nationalen gesetzgebenden Körperschaft einen so tiefen Griff in Onkel Sams Keldkiste tun werden, ist nicht anzunehmen, so entschieden sich auch die ,Iin- goeft", die Heißsporne, die „Big Navy Men" dafür einfesten werden. Sollte Herr Toolidge etwa die Absicht haben, jetzt, da er seinen zweifellos grundehrlichen 2lbsichten mit einem, wenn auch wahrscheinlich vom Kongreh etwas zusammengestrichenen Wunschzettel ft ä r f e r c n Nachdruck zu geben oermag, abermals eine Konferenz einzuberufen oder durch irgendeine befreundete Nation einberufen zu lasten? Als im Zahne 1922 die Washingtoner Harding-Hughes-Kon- serenz einberufen wurde, war Amerika mit der Durchführung eines Flottenprogramms beschäftigt, das ihm zur See die Ueberkegenheit über alle anderen Nationen gesichert haben würde. Amerika hatte etwas, womit es die anderen Teilnehmer „überzeugen" konnte. Zn dieser Lage ist es setzt wieder. Und wenn keine derartige Konferenz stattfindet, dann dürste es mit der Verwirklichung feines Pro- gramms „in UcbereinftimnTung mit dem, was es für geboten halt", fortfahren, was gleichbedeutend^ mit der Feststellung ist, dah dcnui-die Vereinigten Staaten ben 21 n ft o z u neuem Wettrüsten gegeben haben würden. Oie Stellung des Parlaments Washington, 3. Ian. (WB.) Die kürzliche Tauchbvotkatastro'-He veranlahte den Ma- rincausschuh des Hinterhauses, zwei moderne Rettungsschiffe in das neue Marine- Programm einzufügen. Dagegen soll, wie in Kongrehkreisen verlautet, der Ausschuh beabsichtigen, das Programm des Admiralstabes zu k ü r- zen. und zwar sowohl waS die Zahl der neuen Schilfe als auch was die jährlichen B a u k o st e n betrifft, indem die Zeit der Kiellegung um fünf bis sieben Iabre verlängert und dadurch die Bauausgaoe auf etwa 100 Millionen Dollars jährlich ermäßigt werde. Gs macht sich ferner Opposition geltend gegen den PassuS des RegierungSentwuries. der dem Präsidenten gestatten will.^das Bauprogramm isderzeit selbständig abzuändern oder aufzuheben, falls eine neue Marineabrüstungskon'erenz stattfinden und positive Ergebnisse haben sollte. 3n dieser Ermächtigung sicht man im Repräsentantenhaus einen Ile bergt Hf auf die Rechte des Kongresses. Der PassuS dürste dachet wohl gestrichen werden. Oer Antikn'egspakt. Tie Antwort des Ltaatssckrctärs Kellogg an Briand. Ivafhinglon, 3. Jan. (7VT8. Junffprud).) Jn feinem Briefe an die französische Regierung, betreffend den amerikanischen Gegenvorschlag über einen Anti-Kriegsoertrag, schreibt Staatssekretär Kellogg, er habe die Frage forgfätfig erwogen, und erwidere im Namen des amerikanischen Volke» von Herzen „die erhabenen Gefühle der Jreunö- schast", die Brianö oeranlafjt halten, feinen Vorschlag zu machen. — Staatssekretär Kellogg regt dann an, „dah die beiden Regierungen, anstatt sich mit einer zweiseitigen Erklärung zu be- j gnügen, einen bemerkenswerten Beitrag zum Jrie- ' den der Welt leisten könnten, indem sie sich ; u - fammen schlichen in einer Bemühung, die Zustimmung sämtlicher Hauptmächte der Welt zu einer Erklärung zu erlangen, worin auf den Krieg al» Instrument nationaler Politik verzichtet wird, wenn eine derartige Erklärung von den Hauptmächten der wett zur Durchführung gebracht würde, so würde sie naturgemäß ein eindrucksvolle» Beispiel für alle anderen Rationen der Welt fein und es wäre denkbar, dah sie diese Rationen dazu bringen würde, ihrerseits das gleiche Dokument zu unterschreiben, wodurch c ne Vereinbarung, die bi»her für Frankreich und Amerika als vertragsfeilhaber angeregt war, sich auf alte Mächte der wett aus- öefinen würde. Kellogg schreibt: Die Rcg-erung der vereinigten Staaten ist daher bereit, mit der französischen Regierung Rat zu pflegen im Hinblick aus den Ab- schfuh eines Vertrages unter den Hauptmächten der w^ik, denen vnterzcicknung allen Rationen frei flehen würde, wenn die sranzösifchc Regierung gewillt ist. sich dieser Bemühung anzufchliehen und mit den vereinigten Staaten und den anderen Hauptmächten einen geeigneten Kollektiooertrag einzugehen, werde ich mich freuen, sofort B e - fprechungen im Hinblick auf die Vorbereitung eine» Vertragsentwürfe», der den von Brianb vor- geschlagenen Richtlinien folgen würde, aufzunehmen. der dann von Frankreich und ben Bereinigten Staaten gemeinsam den anderen Rationen der Welt unterbreitet werden würde. Zurückhaltung im Senat. Washington. 2. Jan. (WTB) 3n Senat-kreisen wurde dem Dertreter des WTB. erflärt. man müsse sich vor Augen halten, dah da- Angebot von "Brianb komme und das Staatsdepartement nach langem Zögern seinen guten Willen dadurch bekundete, dah es einen Entwurf formulierte, der ba® Maximum dessen darstellte, wa» di« "Bereinigten Staaten zugestehen könnten. Wenn Frautreich da- nicht genüge, so sei es jedenfalls dem amerikanische Senat ebenso recht, wenn kein "Bertrag geschlossen werde, denn di« Bereinigten Staaten gewännen nicht« durch solche "Berträge, sondern legten sich lediglich Bindungen auf, deren Tragweite gröber sein könnte, als es im voraus abzusehen sei. Das Problem sei also zur Zeit nicht die Annahme eines amerikanischen Angebot«, sondern der Bescheid Frankreich- mit dein SchiedSvertrag. Don einem besonderen Freundschast-vertrag mit Frankreich könne keine Red« sein. Kriegsschulden und Reparationen. Oie Schulden der Anderen. (Eigene Drahtmeldung des „(Siebener Anzeigers". Berlin, 4.3an. Es ist in der letzten Zeil Im Zusammenhang mit der Frage einer Revision des Dawesplanes und mit dem Bericht Parker Gilbens so häufig von unseren eigenen K.i gs- schulden die Rede gewe'en. dah es sich empfiehlt, schon zur Erleichterung des GentülcS, einmal ble- jenigen der Anderen wieder anzufeyen. Heber die Höhe der deutschen Au-landschulden siebt noch nichts fest, aber unbeschadet der Rede PoincaröS in der französischen Kammer, in der er die Phantasiezisser des Londoner Diktat-, die 132 Milliarden, wieder hervorbolte. dürfen tott zuversichtlich damit rechnen, dah im Ernst niemand unS eine höhere Gegenwart-schuld als etwa 34 bis 37 Milliarden im Höchstfall auferlegen will. Skmgegciiübcr hat Großbritannien zur Zeit eine Gesamtschuldenlast von 150 Milliarden Kriegsschulden, wovon allerdings 128 inländische Schulden sind. Bei unS ist eine Staatsschuld in entsprechender Höhe infolge der Inflation auf den Rullpunlt zusammengcschmolzen und nur durch die verschiedenen AufwertungSgcseye in beschränktem Um lange — je nach der DerechnungSweise handelt es sich um; 2 biS 6 Milliarden — wieder aufgelegt. Aber immerhin besitzt England gegenüber einer inneren Schuld von 14.4 unö keiner Ausland chuId vor dem Kriege heute neben den 123 Milliarden inneren auch runde 22 Milliarden auswärtige Schulden. Bei Frankreich ist das Gesamwerhältni- günstiger, insofern der heurige Rechnungswert seiner Gesamischulden nur 75.2 Milliarden Mark beträgt, und zwar mit 45,6 Milliarden inneren und 29,6 Milliarden äußeren Sch ilden angesetzt ist. Dabei ist freilich zu berücksichtigen, daß die Schulden gegenüber Amerika hier nach dem Mellon-Deringer-Abkommen angesetzt sind, davon Frankreich nicht ratifiziert mürbe. D elleicht etwa» günstiger im Endeffekt bleibt doch die Gesamtschuld Frankreichs In annähernder Höhe bestehen. Dor dem Kriege hatte auch Frankreich keine äußeren Schulden und nur 27,5 Milliarden innere Schulden. Italien hat heute eine Schuldenlast von 31 Milliarden, wovon 17 Milliarden auf die inneren und 14 auf die äußeren Schulden entfallen. Durch die Stabilisierung wird die Summe der inneren Schuld, die bei dieser Berechnung zum AprilkurS vorllegt. freilich noch um ein paar Milliarden höher. Auch Italien hatte vor dem Kriege keine auswärtigen Schulden und nur 16 Milliarden innere Schulden. In-gesamt hat sich also die Schuldenlast Großbritanniens mehr als verzehnfacht, diejenige Frankreichs fast verdreifacht und die Stallen« durch den Krieg verdoppelt. Dabei ist allerdings in Betracht zu ziehen, dah alle drei Staaten zusammen mit einer Reihe anderer an den deu t schen Reparationsleistungen partizipieren und auch untereinander wieder erhebliche Rechnungen haben. Aber auch, wenn man diese KrtegSguthaben, die besonder- bei Großbritannien beträchtlich sind. txm der Last der eigenen Schulden abzieht, bleibt für jeden unserer drei europäischen Hauptgegner eine recht ansehnliche Schuldenlast übrig, die durch keine Reparationszahlung jemals voll gedeckt werden kann, Innerhalb 62 Zähren, die für die englische und italienische Abzahlung an Amerika festgesetzte Frist, würde demnach Italien 15, Frankreich und Großbritannien je 44 und Deutschland nach dem heutigen Plane 50 Milliarden abzuzahlen haben. 01 ton sieht also auch, daß die Gewinner des Krieges, mit Ausnahme der Bereinig;en Staaten, ihr Reparations- päckchen zu tragen haben. Parker Gilberi in Amerika. Beratungen mit Eoolidge. Washington, 3.Ian. (WD.) Parker Gilbert, der am Samstag mit D a w e s in Washington cingct raffen war, suchte heute sriih den Staatssekretär K e l l o a g auf und wurde heute mittag von Präsident Eoolidge zum Bortrage über die Ergebnisse des letzten Jahres seiner Tätigkeit in Berlin empfangen. Im Anschluß an den Vortrag beim Präsidenten erklärte er dem WTB.-Vertreter, er müsse der delikaten Natur seiner Stellung wegen sehr vor- sichtig sein- wer jedoch seinen letzten Jahresbericht genau lese, werde darin eine vollständige Darstellung seiner Stellung zu den finanziellen Problemen Deutschlands sinden. Er habe wirklich nichts verschwiegen und beabsichtige nicht, hier im gegenwärtigen Augenblick Verhandlungen über eine etwaige Aenderung der Reparativnspositik zu führen. Er liebe Berlin und würde gern noch längere Zeit dort tätig sein, könne aber jetzt über tue Dauer feiner dortigen Tätigkeit nicht» sagen. Er fahre jetzt nach Neuyark und werde am Freitag mit der „Aqni- tania“ die Rückreise antreten, auf welcher er in Paris Station machen werde. MeinsandräumungundSicherheü Auch die deutsche Sozialdemokratie lehnt neue Leistungen ab. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzetgers". Berlin, 4. 3an. Mit Beginn de- neuen Jahre- ist die öffentliche Debatte übet das Problem der Rheinlandräumung wieder recht lebbart geworden, wobei je nach der politischen Einstellung d.e verschiedenartigsten Stellung rahmen zum Ausdruck kommen. Eine vollkommene Derkennung der Lage scheint jedoch bei der Kommentierung einer Erklärung der deutschen Sozialdemokratischen Partei zu Aeuherungen Paul-Doncour - durch den Berliner Korrespondenten des Manchester Guardian vorzuliegen, er schreibt, daß die Ansicht über bic Rheinlandräumung. die von dem Auswärtigen Amt vertreten werde, von der Sozialdemokratischen Partei nicht vertreten würde. Dieselbe sei bereit, auf das. was das deutsche Auswärtige Amt als ein Recht ansehe, nämlich, daß die Räumung der Rhcinlande schon letzt aus Grund des Dcrsailler Det- tragcs fällig sei. zu verzichten und eine baldige Räumung des Rheinlandes durch Annahme eines besonderen Regimes im Interesse einer angeblichen Sicherheit zu erkaufen, eines Regime-, für das der Friedensvertrag keine Genehmigung erteile, und das sich kaum dem Dölkerbund anempfchlen könne. Don führender 8 rite der sozialdemokratischen Partei wird uns dazu erklärt, dah dies eine völlige Derkennung des Standpunktes der sozialdemokratischen Partei bedeute. Die so- zraldemokratische Partei vertrete vielmehr die Ansicht, daß eS vollkommen unzulässig sei. bie Frage der Räumung zu einem Handelsgeschäft zu macken und fte irgendwie mit der Frage der Sicherheit auf dem Wege neuer materieller Leistungen zu verknüpfen. Die sozialdemokratische Partei sei bereit. alle Garantien zu geben, daß von leiten Deutschland- kein AngrissSkrieg erfolge, lehne aber jede dauernde Kontrolle tm Rheinlands auf da- entschiedenste ab. Insofern unterscheide sie sich allerdings von der Ansicht Paul-Doncours. der nach seinen letzten Aeuherungen ja immer wieder die Rheinlandfrage mit der Frage der Sicherhett und anderer materieller Leistungen verknüpft wissen wollte. Sie habe diesen Standpunkt auch immer vertreten und vor allem seinerzeit auch deutlich zum Ausdruck gebracht, als nach ihrer Ansicht das Auswärtige Amt sogar bereit gewesen wäre, sich auf neue Leistungen einzullrisen. um die vorzeitige Rheinlandräumung zu erreichen. Zu diesen Aeuherungen ist zu beinerten, daß auch daS Auswärtige A m t niemals die Möglichkeit ins Auge gefaßt hat, die R'umung der Rheinlande durch neue materielle Leistungen zu erlaufen, sondern vielmehr nach wie vor den Standpunkt vertritt, daß Art. 431 des Dienstag, den J Oa n. ftabtnd^ E — ul die ® ORfT doch nt d füi Satra au mcht« w pücht. *i Sara« l*r ücyn luyn 'chvm T fte Wtß Dan m d nf-ci d Io tH fltWH vv rilegtn, twriniat trfflje r txrr 5#i l cu4 firan Ä-üMll« öit fit un Stibt btiu nacht? 01 sü Deren, uni Der 6nmD 2ta ich ■ eat. sti .Prttrch bueot1 «n 5 U 'Ls Die atctflam c Iti in De •’n q hijj ®Mii ÄS, VC . ft'S ’4tn O| ym t Die' * bei «richten ttdcMü t 6ta formte tttt Au * tfctnfa 'MtnD i 'I'Botbtfi Jkt tot ’lffl all yc ibet < 5 3£ 2 U «L w»% 3t$i * lovdt «« Hilft schl- 's;« »k L-n^ ix- cmN» * awttt. i' LÄ rjr. lond chnkn bt( Jfcort. d fff ^■ftn •rolt3|| 2L?art & J(frt u| ^,2 n i Ä ty* it । >^'k fiq »feM UtaJUf o sSw SvV Ää“' sLS«. «Srfoige füfrrtn »erben. Dir l^effcrlage. «■' "««rtv-Xtl» UI|«M Tangen 4>ung da» infolge rfnei lut , r p einer unter« die die "crf) anbi-ngm abgebrochen. Morgen soll der Derfuch flf macht werden, eine Regierung au» Sozialderno- fralen. Zentrum unb allen liberalen CHitter- baöc.en zu bilden. Rach der b sher »gen Stet- lunanahme der bürgerl.chm Par.eien muh e« fraatid) erscheinen, ob diese Bemühungen zum Oie Danziger Heflierungtftntfrunfl gescheitert. Dresden. S.Ian. (WB.) Nachdem durch Ablehnung der Sd)teb»fprüd)c für ... sachliche fiülteninbuftrie durch Arbeitgeber unb Ar beltncbmrr zunächst ein vertrag loser Z u st a n d eingetrelen war, haben deute vormittag bc< den Mitteldeutschen Sloblmerfen A G in (Brub.vi die Arbeiter der ersten Schicht, ihrem gestrigen Be 'chluh entsprechend, nach acht Stunden den De- trieb verlassen Nach nochmaligen, ergebnis losen Verhandlungen wurde daraufhin der Betrieb in Gröbitz geschlossen. Auch in Niesa soll in mehreren Betrieben den Arbeitern die 8 ü n b t • fl u n g in Aussicht gestellt worden sein. eWls-Wtiiraimifigei! erfordern Heute eine lorgfälilge TextgeHmtg unb Sc^ansfanung. (Bäte Sc-1.1 Hungen sind nur erreichbar. trrnn die flnsfigew Mtieitlg genug enfgegeöen werden. Der BnnaHmeschlutz für alle Anzeige» im Siebener Anzeiger entfällt auf den Nach, mittag vor der Ausnahme. Lmpfehtnnga« anzeigen müssen, je nach Umlang unb Satz. ichwierigkelten. zwei bis drei Tage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen Mein ttn mmIMs Grfalg» giftung mit «rlenif. verwech lang an Stelle von »en verwendet wurde Gespannte Lage in der sächsischen Hüttenindustrie. September und Oktober am 96,9 MM fron fee iuge?ommt". während die franz.fische Lusfuhr nach Deutschland um 114,9 MUI Franken stieg. Leider Haden sich auch die HandriSdezrehungen IVurfdUanb» ju Nutzlanb nicht den zemochten Spffnungtn entsprechend entwickelt. Vie deutsch« (iamtaasfuhr nach ftutzlanb ist für 1927 leicht finkend. Vit Einfuhr au» ftutzland betrug in den erftea neun Monaten be» vergangenen Jahre» 304 3 5R n Mk, dagegen konnte Deutschland nur im Berte von 218,6 Mill Mk nach Nuhland au»- führen. Bedauerlicherweise ist auch für da» Jahr 1927 die Handelsbilanz Deutschland« gegenüber Amerika wieder stark passiv Deutschlands Anteil am russischen Wiederaufbau. Hamburg. 3 Jan. iWTB.» Sin Mitarbeiter be« Hamburg r .S-Uhr-Ab nbbl rt « h't!e eine Unterredung mit dem Botschafer Kr.ftin'ki, in der dieser u. a an-führte: Die fr-'unb^chafl- sichen politischen unb wirt'chasllichen Dezi--Hungen zwischen der Sowie union unb Deutschland befinden sich in einem S ab.um erfolgreicher Entwicklung. Die deutsche Industrie spielt beim Wlederaufbru der rass.schm Industrie d.e wichtigste "Rolle, besonder« die Maschinen- bau- und d,e elektrotechnische Industrie. Die Sowjetunion nimmt zur Zeit den ersten Plast cU Abnehmer fr-uttch^ elek rotech- nischer Artikel ein. Aach dir k u 11 u r e 11 - n De- ziehungen zwilchen dm Dottern und der Sowjetunion haben sich in den legten Iähren ständig vertieft. Amerikas Mirischafisaussichien. Präsident Coolidgr erwarte! rin neue« Jahr der Wohlfahrt. Washington. 3. Ian. (WTD) Präsident Loolidge, der Heut2 trornittafl Prcss^o.mlreter empfing, gab der Ansicht Ausdruck, dnh die Der- einig en Staaten all.m Grund hätten, mit einem neuen Iahre der Wohlfahrt zu rechnen. Diese Ansicht gründe sich auf die im Weihen Hause em gelaufenen Berichte. Eoolidge wie« dann auf die allgemeine Besserung de« A r b e i t« m a r k t e S, die G r. igth it der Eisen- bahngesellschasicn zu gröber n Eisenbahnmate- rial ufträgen, die gröbere L - ijr.it in der Automobilindustrie und auf die grobe Geldslüss.gkeit hin und betonte besondere. d.:h die Zinsen t u r ft re bi t e v. rnüni tig - wei c niedrig gehalten würden. Die« alle« habe Industrie und Handel die Möglichkeit a^g.'ben. sich in der gewünschten Weise auszud eyn m. Die im allgemeinen bezahlten Lohne enliprächen den höchsten je in FriedenSzeiten gezahlten Löhnen. Aach seiner Ansicht liege kein Grund vor. anzunehmen. bah hierin in der nächsten Zeit eine wesentliche Aenderung eintreten werde. Die Revision des Datvesplans. Lir Josiah Slamp für eine baldige Ucbcrprüfung. Barl». 8. Jan (WB.) Die Miltaaszeitung „Pari» Midi' oerosscntlicht in ihrem Wirtfchaft»teil Erklärungen, die vir Zofiah Stomp, einer der englischen Unterzeichner des Dawesplan», einem Korrespondenten des Blattes abgegeben hat. Danach habe er auf die Frage, ob man den Dawesplan revidieren werde, geantwortet, man werde doch wohl zu einer allgemeinen Revision kommen müssen. Er denke nicht nur an die Besonderheiten de» Dawcvplan». Man werde soweit gehen müssen, die bis jetzt angewandten Methoden zu prüfen. Jedoch werde man diese Aenderunaen nur in einem rein wirtschaftlichen Geiste ohne jeden politischen Gedanken erörtern müssen Auf die /trage: Raffen Sie die» alle» für b t e nahe Z u - k u n f t in» Auge?, habe Sir Josiah Stomp geantwortet, man dürfe nichtallzulangewarten. 3 Ian. iWDD > Dte Der ha., k- b«e Dckdung einer nreen Aegierrmg inb freute natfcnv. tag wider ®rcxirten gelchei- crt. Dran> hierfür ist bie Haltung der 3enttum|:raftion. Ne Die Deranrtoon- bang gebracht werden mühte, nsch dem die 3Läuzramg der Ahe.nlande dann ftatrzulinLen habe aÜD vor Ablauf der vertrag-mähtgen Fristen, wenn Deutschland feinen Lerstungen nachgekommen sei. Ohne Frage kann kneser Standpunkt auch nach keiner verte hrn aufgege- bex werden. Für die Aheinlandräumung. rZcitgemSste ikrtitaerunq eine« amerikanischra Vlatleö. «enYork, 3. Ian. iWD.i Da« demokratifche Parteiorgan .World- schreibt, da« Empfinden der Mehrheit de« amerikanischen Dolke« sei. bah Hindenburg im Rechte fei. toenn er herauf bringe, dah da« Aheinlanb in diesem Iahre von den sranzdslschei. Truppen fl*räumt werde. M sei schwer er lchllich. welche Grunde zugunsten der TkrMimrrung der Desetzung gel- tenb gemacht werden könnten. Dor ernigen Monaten hätten Fvch und einige andere französische MUltaristen anaebltche aeheime Ttu* ft u n a e n Deutschland« angeführt Diele« Arzu- ment zerplatzte jedoch al« die Aotwendigk^ be« Beweise« eintrat. Der Bewet« fet nicht au erbringen gewesen, wodurch offenbar geworden fei, dah der Inhalt solcher Behauptungen nur in der Phantasie derer eilftierc. die sie auf- fterilnv Die französischen Staat»männer würden gut daran tun. sich an die Fehler der amerikanischen Aordstaaten nach de.n Bürgerkriege zu erinnern. Der Süder, sei bereit gewesen, dte Bitterkeit de« Kriege« zu verg len dagegen nicht die Demütifluna durch dte lange Besetzung. Frankreich begehe vielleicht jetzt einen ähnlichen Fehler 3e eher die Räumung erfolge, desto 6e ff er lei Mc« für Europa. Oenkmalsschändmig in Zweibrücken. -rtucAutzfchrttlungenfranzöftschercffizicre Zweibrücken. 8. Ian. (XU.) In der Aachl zum Freitag gegen 12 Uhr kamen etwa 15 jüngere Offiziere der Befayung au« dem am Bi«marckplah gelegenen von der Be- fatzung-behörbe beschlagnahmten JiüilfafinD herauf. deren Stimmen in der stillen Aocht weithin hörbar waren. Aach Umfletterunq der Umzäunung de« Bismarckdenkmale« wurden S e k t - flaschen gegen da« Denkmal geschleudert und der Sockel durch Derrichtung der Dot- durft an drei Stellen beschmutzt. Aus dem Guggenheim-Brunnen am Hallplatz durchsprang eine Anzahl Offiziere die gärtnerischen Anlagen einer ber Beteiligten hielt In französischer S rache ei e Hebe die von bet übrigen mit Beifall ausgenommen wurde. '21 eben sonstigem Unfug wurde Auhestörung mit einer ftinderirompete verübt. An der Herzogbrücke wurde eine Warnungstafel abgerissen und in der Hauptstrabe ein Labenschild auSgebängt, wobei auch die Glocke an der Apotheke Tn Bewegung gesetzt wurde Alle diese Dorgänge wurden einwandfrei beobachtet. Weiter wurde sestgestellt. dah ein Augenzeuge der Dorgänge, ein ftesselschmied au« Münchweiler, von den Offizieren mitgenommen und über Dacht bi« zum nächsten Dachmittag um 4 Uhr in der ftaferne fest gehalten wurde. In der Bevölkerung herrscht grobe Erregung, besonder« über die Besudelung be« DiSmarckdenkmal« und die Beschädigung be« Weihnacht«baumeS der Stadt. farbige Truppen im beschien (Gebiet. MaInz, 3 Jan. Der letzte Uebersall farbiger Truppen auf deutsche Frauen lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf da» Vorhandensein von ftolonioltruppen im I'«-setzten Gebiet Mic von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, beläuft sich deren Zahl Immer noch ,-nb 1000 Mann In l; a n d a u befl sich ul» geschlossene Formation noch .300 Mann, in Kaiserslautern 50 Mann. Andere Abteilungen sind in Hohlen« und Trier stationiert Der Hielt wird al» Burschen, Ordonnanzen und Wacht- petfoihil verwendet Demokratische Anträge zur Derfaffungsresorm. Berlin. 4. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die bemokratische DeichStagSsrakiion hat drei Anträge zur Forberung be« Einheitsstaates eingebracht. In bem ersten Antrag wird dos baldmöglichste Derlchwinden Der zahlreichen in Tcut’djlanb vorhandenen Ginschluhgebiete tEn'iavcn) gefordert. Der zweite Antrgg er- sucht um Einleitung von Berhandlungen der AeichSregicrung mit dem vreuhischen Llaats- minifkrium über da« QI u f g e b e n des preust i s ch e n Oberverwaltungsgericht« in ein DeichSverwaltungSgericht unb ferner um die Eröffnung von Derhanblungen mit den Regierungen der anderen deutschen Län- Vom Mühlenrad gdölrt Inftieder-Hosenbach (Nahe) begab sich der Landwirt Haub irr geichaftiichen Angelegenhe.ten tn die Mühle Hier glitt er auf bem vereisten au» und fiel in da» Mühlenwasser. Er wurde vom Mühlenrad ersaht und durch da» Rad gezogen. Dabei erlitt er einen Gemckdruch, fo daß der Tob sofort eintrat. Im Lüden erstreck: sich eine Hochdruckbrücke von dem französischen nach dem östlichen Hoch bin. cic wird Kbod) fernen wejenUichen Einlluß auf unkte Wetterlage gewinnen, vielmehr dürften die hn Borden vorüber ziehenden Tiefönufftörungen mit chver Südseite unsere' Witterung bcfr.mmen. Unter süd- n>e4ilutt)ufubr steigen zunächst die Temperaturen noch etwa» an. so daß sie auch nacht» meist über den Gefrierpunkt zu liegen kommen. Beben stärkerer Bewölkung muß auch mit einzelnen Niederschlagen gerechnet werden. Wettervoraussage für Donne.r«- taß: Wolkig bi« bedeckt. Temperaturen meist über bem Gefrierpunkt, vereinzelt leichte Degen- fälle W i 11 e r u n g « a u «s i cht e n für Freitag- Fortdauer des herrschenden Witterung«- charakter«. Lusttemperaturen am 3. Januar: mittag» — 1,2 «rab Celsius, abends — 1,1 Grad Celsius, am 4.3a- nuar: morgen» — 1,2 Grad Celsius Marimum — 0/< ^rab Celsiu», Minimum 5,2 Grab C.-Isiu». — Erdkern peraturen in 10 cm Tiefe am 3. 3anuar: abends — 1^ Grad Celsius: am 4 Januar: morgen» — \#> ®rnb Celsius — Sonner.'dieinbauer: 3V, Shinhen. Aus aller Wett. Auf einet Ei> cholle in« Meer abgetrieben. DierJtafl nachmittag um 4 Uhr find vom Wilhelm«bavener Strand lech« ftinder mit einer Ei^'cholle bei Eintritt der Flut abgetrieben worben. Die Marinewerft traf sofort Mastnahmen zur Dettung der ftinber. Cahr- »euge suchten, foweit e« die Ei«verhälmtlle gestatteten. da« Zahrwa ser in Lichtung bei Seit- dämme« unb be« Dangaster Fahrwatter- ad. Gegen 6 llhr konnten ausgestellte Megaphon- posten b a e Schreien der ftinber au« der Tlinnc de« Ceitoamme« noch Horen. Dem Schlepper ..Ame" war e« gegen 9 Uhr abent« gelungen, drei ftinber zu retten, die sofort von einem an Bord be« Sch epper« befinblidjen Arzt In Pflege genommen wurden. Die Marine hat.e in- zwi chen noch den Flotlentender .Heia" und den Lotsendamper ..Düst rin gen" au«ge aabt, die mit ihren Scheinwerfern da« E.« absuchten. während vom Strande au« ein großer fahrbarer Scheinwerfer sie unterstütz e. Die drei übrigen ft Uber trieben währenddes e.t auf bem Eise nach Barel zu und mach en sich durch laute« Schreien bemerkbar. Der Sch'.epper ..Arne" stiest weiter durch da« Ei« vor. konnte bie ftinber durch Leuchtraketen entdecken unb sie ebenfall« an Bord hoi en. Der Schlepper konnte jedoch vor- läufig nicht nach Wllhelm«haven zurückkehren, da er durch den inztvi'chen cinfctjenbcn Ebbstrom im Eise feftfam. Sr wirb erst M.trtooch früh Wieder In den Hasen einlaufen können. Ueberschwemmungen In England. Infolge de« Sauwetter« unb be« Degen« steigen die Flüsse England« von Stunde zu Stunde. Diele sind schon über die Ufer getreten und haben ihre Umgebung verwüstet. Mehrere Dororte Londons stehen bereit« unter Wasser, in«besondere die östlichen Borvrte am Flübchen Lea. Die Themse selbst ist in den letzten 24 Stunden um fast ein Meter gestiegen und steigt noch durchschnittlich um drei Zentimeter je Stunde. 24 mit Waren beladene Boote haben bei Kingston an der Themse ihre Seile zerrissen, mehrere gingen unter, andere fticjcn gegen Brückenpfeiler und richteten schweren Schaden an. Die Ueberschwemmungen haben mehrere Eisenbahnen und DerbindungSstrahen zwischen Wichtigen DerkehrSzentren unterbrochen. Beim Eislauf ertrunken. In Schwerin liefen zw.i Schüler be« Deal- ghmnaüum« trotz eindringlicher Warnungen ihrer Eltern über bm Schweriner See nach ftaninento Tb?r. Beide brachen kurz vor dem Ziele ein. Einem Manne gelang e«. den einen Schüler mit Hilfe eine« ihm zuge- wvrsenen Mantel« au« dem Wasser zu ziehen, während der andere in den Fluten versank. Btförberung be» General» von Kretz. Die die „ftaffeler Post" au« zuverlässiger Quelle meldet, hat der Deich«präsident v. Hindenburg den neuen Oberbefcbl«babcr der Gruppe II in ftassel. Generalleutnant ftrtb v. ft r ef s e n st e i n. mit Wirkung vom l.Ianuar 1928 ao zum General der Artillerie befördert. veisehung der Mutter de» Reich»wehrminister». In Lindenberg (Allgäu) tourje die am Deu- jahrstage im Alter von 82 Iahren gestorbene Mutter de« Deichswehrminister«. Frau fta - rolinc Gehler, zu Grabe getragen. Hinter bem Sarge schritt in Begleitung des DetchS - wehrmtnister« Detchsarbeitsm.nister Dr. Braun«. Geistlicher Dat und Stadtpfarrer 6-gger entwarf ein Bild de« Wullen« der Entschlafenen. die im Familiengrab an die Seite ihre« Gatten und ihrer beiden Enlelkinder zur letzten Arche gebettet wurde. Reichswehrminister Dr. Dehler fährt am Freitag toiAer von Lindenberg üb. Ein Dornier-Superwal für Italien. Die Dornier Metallbauten haben am Dienstag einen neuen Superwal an die italienische Lustfahrtgesellschast nach Genua obgeliefert. Da« Flugzeug ist mit vier Motoren versehen unb vermag 20 Personen auszunehmen sowie 3600 Liter Brennstoss. Es erreicht 220 Kilometer Höchstgeschwindigkeit in der Stunde. Der neue Superwal, von dem Ehespiloren Wagner ge- steuert, durchslog die Strecke Friedrichshafen—Genua in zwei Stunden. Zwei Räuber In Osioberschlesien erschossen. Mehrere gut bewaffnete maskierte Banditen versuchten einen Uebersall auf bie Station»- ko sie be» Orte» Zomkowicze, her jedoch infolge der Wachsamkeit der Cisenbahnbeomten erfolglos blieb. 3n C chenou wurden bie Verbrecher von ber Wojwodschaftspolizei gestellt unb e» kam zu einem regelrechten Feuergefecht, wobei zwei Der brecher erschossen und ein dritter Bandit schwer verletzt wurde. Ein vierter konnte sestgenommen werden Von maskierten Räubern überfallen. Ein schwerer Bankraub wurde in ber Zweigstelle Waltrop ber Äreiebanl Becklingshausen verübt Zwei maskierte Verbrecher fuhren im Auto vor, drangen in ba» Gebäude ein unb zwangen ben anwesenden Beamten mit vorgehaltenem Revolver zur Herausgabe ber Barschaft von 6000 Mk Dann verliehen sie ba» Gebäude, schlossen von autzen ob unb fuhren baoon. Die Polizei nahm sofort bie (Ermittelungen auf unb bat bereit» einen ber Tater verhaftet E»n« verhängni»volle Verwechslung. Am Reujahrstage erkrankten in Bernsdorf (Schlesien) der Schaffner Opitz, feine Dirtfchafterin und lerne zu Besuch bei ihm weilenden verwandten unter heftigen Schmerzen unb Brechreiz Opitz unb ‘eine Schwiegertochter verstorben halb D-- übrigen mürben In ba» ftranf« nbou» übergefühn. wo am anderen Morgen noch bie Wirk'chafterin be» Opitz starb Der Zustand ber übrigen Er •ranrten ist ernst Nach den öryllchen Feftstellun- 7rii handelt e» sich wahrscheinlich um eine ver - Deutschlands Außenhandel. Tie Snlivicklttng brr Hanbrlhbrzirhitnsten zu dr» rtnzrlnrn tänbrrn. Eigener Drahtbericht de» ..Lietzener Anzeiger»'. Berlin. 4. Ian. Sehr interessant ist eine Liebersicht die gestern abend über die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschland« zu den anderen Dölkern in ber Berliner Presse erfdr.en Drrauerkennt man. bah Deutschland bereit» jetzt schon mit f a st der ganzen Welt wieder in engen Handelsbeziehungen sicht. Dclatw a m besten haben sich die Einfuhr- und Ausfuhv- verdältnitte mit einigen kleineren Staaten entwickelt. So übertraf -. B. die deutsche Ausfuhr nach Iugvslawien von 3anuar bi« September v. I im Wert von 80 700 000 Mark bet Weitem bie Einfuhr von IugoNawien nach Deutschland, die mir 58 500 Mark im gleichen Zeitraum auSmachte. Ebenfall« recht gut haben nch die Wirtfcha HbeAlebungrn mit England entwickelt. Hier zeigt dte Einfuhr au« England ; Ui der lebten Zett eine leicht füllende Tendenz. I während die deutsche Au«fuhr «ich auf der auf- steigenden Linie befindet Im Zeitraum vom 1 Januar bi« September 1927 führte Deutschland Daren Im Werte von 864.4 Mtll.onen nach England au« und bezog dafür eine S nfuhr im ®ehnmwerte von VS8 4 Mill. Mark Wetter sind noch die DirtschaftSbeziehungen mit e.nigen fld- neven Ländern zu nennen, wie z. B Olonvegen, Schweden. Schwei, und Portugal. Sürlei. die In ber letzten Zeit im allgemeinen e.ne aktive Handel«difan.i zugunsten Deut'chland« au w e'en L'etber hat sich nicht mit allen Landern ber In ber Rachkneaezeit günstige Slanb für Deutsch- lanb hallen lassen So ist B unsere Handel .. dilan.» mt Chile, die noch 192A aktiv wer. in- zwischen mit 2M Millionen im Jahre 19*7 palfw geworben Ebenso hat sich brt‘e. Rach b.-r R'fl-’lua waren die Varl am ~n arifchm bem D-/»rage gtg "über ©c.antwort- -alle ei ct Xwftritt« brr Regierung Aos der Provinzfalhauptsiadi. Di eh en. brn 4. Januar 1928. Auf Rachtpatrouille. Scharfer Oft Pfeift über die Dächer frn, weht em die Türme der Kirchen und fegt durch die Straften die ron der Recht umfargen finit. Da und tert ein matt erleuchtetet Fenster, verhallend« Tritte später Heimkehrer. Sin girrendes Lachen kommt die Strafte entlang: 5unge Mädchen, die über einen Scherz lachen. Don anderer Seite tta Zuruf In der Ferne kläfft ein Hund Dann liegt die Straft« wieder still und verlassen da, und blinkend« Sterne schauen in sie hinein. 3m bellen Licht der Laternen, di« im Dinde 'chwingen. tauchen vermummte Gestalten auf. Uniform. Schwere Stiesel flohen ausbarte P läster. seste Schritte nähern sich, langsam, gleichmäßig. Die zwei Wächter der Dacht, Hüter der Ruh«. Ieht bleiben fl« stehen und blicken rinasum. soweit ein Menschenauze die Dunkelheit durchdringen kann. Man hastet vorüber, denn die Xälle schneidet in- Gesicht, brennt in den Ohren, zwickt in den Fingern. Scheinbar unberührt vom schneidenden Wind stehen die Beamten da. lauschen auf einen von ^rn?»wv aufspringenden Ton, der die Dachtstille durchbr cht. Weiter. Dom andern Snd« der Stra < Geschrei. Der Streit Zweier, die -u tief in» Glas geschaut. Gelassen schreiten die Deamten darauf au. fordern zum Weitergehen aus. ernten aber keinen Dank dafür, sondern mit ungehaltenen Worten wird ihnen begegnet. Sie tun. als hätten sie sie nicht gehört, benn die Ablenkung hat di« beiden De- -echten veranlaftt, sich -u trennen. Sin paar jungt Leute kommen mit Gesang daher. Die Deamten fordern auch sie auf, sich ruhig zu verhalten: wie es die feindlichen Drüder von vocher getan, werden w eder unwirsche Sntgeg- nungen zuteil.. Ulrich hier nimmt man sie zunächst hin. als waren sie nicht geschehen, schreibt fit jugendlichem Unverstand zu und entschuldigt sie. Menschliche Schwächen! Wer will alle» auf die Goldwaage legen? BiS ihnen schließlich einer doch allzu ungehobelt entgegentritt und sie es für angebracht halten, einmal schärfere Saiten aufzuziehen. Auch hier stoische Ruhe, nichts von Nervosität, keine Aufgeregtheit. Pflicht, nicht» weiter. Immer stlller werdm die S'rahen, Menschenleer liegen fr, die Häuser schauen mit erloschenen Augen darein. Gleichmäßig hallt w?iter der schwere Tritt fester Stiefel auf die Pflasterung. Die verkörperte Gl.ichmütigleit. Man macht sich wenig Gedanken btrüber, denn es erscheint wie em? Selbstverständlichkeit. daß es so ist. Ist es aber so selbstoerständlich, wie es einem vvrkommt? Wenn dir and'rn der Ruhe pflegen, oder wrnn sie in froher Geselligkeit vereinigt sind, wird hier unberührt von allem strenge Pflicht erfüllt. Sollten die Männer, die hier bei strengem Frost Im Di rnste ft eben, nicht auch einmal hinauf bilden, wo sie die Ihren im Schlummer wissen? Oder hinauf zu den andern, die si« um die Annehrnlichknt der gemütlichen Stube beneiden, die warmer Lampenschein traulich macht? Oder soll! en sie nicht auch vergleichen mit denen, die au- fröhlicher Gesellschaft heim- kehren und noch ganz erfüllt sind vom Klang der Stunde, die ihnen geschenkt wurde? S—r. Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Am Sonntag, 8. Januar, findet eine weiter« Wiederholung von „Peterckens Wondfohr t" als Fr«m- benvorstelluna statt, bei einem Anfang um 5 Uhr und einem Gnde gegen 7.45 Uhr. lAuf diesen 5-Uhr-Aafang fei besonders aufmerksam gemacht!) Das entzückend« Märchen bietet in der Gießener Aufmachung und Darstel- luna so überaus viel für Äug' und Ohr, und deshalb wirb eS auch von jung wie alt gleicher- maften besucht. Dir beste Gmp'e')!ung ist wohl, daß die letzten Aufführungen deS Werkes völlig ausverkauft waren, so daß leider brr Dachfrage nach Eintrittskarten bei weitem nich! entsprochen werden konnte. AuS diesem Grunde ist eine weiter« Aufführung des Märchens am Samstag, 14. Ianuar, eiugeschoben worden, di« ebenfalls um 5 U h r beginnt und dementsprechend um 7.45 Uhr endet. Da auch für dies« Aufführung lebhafte Rach rage entstehen dürste, ist Dorbestellung emvfehl nötrett. Eine weitere Qfcnterung des SpielplanS hat sich als notwendig erwiesen, indem für die an- gemnbigte Ausführung von „Zigeuner- baton" am Sonntag, 15. Ianuar. eine einmalige Ausführung der beliebten Iarno - fchen Operette „D ie Försterchristel- angesetzt worde.r ist. Gewiß wird bie'c Av- wechllung im Spielplan begrüßt werden, Aumal Fräulein Itter, die alles für die „Förster- <0 r t ft e I“ mitbringt, die Ti.elpartie fingen wird. Auch diese Ausführung gilt als Fremden - Vorstellung. Vornotizen. — TageskalenderfürMittwoch. Stabt- theater: 7.15 Uhr, „Der Soldat der Marie" (Ende nach 10 Uhr) — Lichtspielhaus, Vahnhofftrafte: „Dl« letzt« Rocht". — Aftoria-Lichtspiel«: »Der Bezwinger der 1000 Gefahren". — Z u dem literarischen Werbe- abend des Goethe-Dundes am 5. Ia- nuat wird uns geschrieben: Dem Dienst am Deist und an der Seele de» deutschen Dolles ist in unserer Stadt die Arbeit des Goethe- DundeS gewidmet, der immer strebend sich bemüht, in ständiger Weiterentwicklung feinet Kräfte und feines Willens dem fort'chreckenden Äulturftanb unserer Zeit zu dienen, Anregung auf allen Gebieten der Literatur, Kunst und Wissenschaft zu vermitteln, die das Leben der Gegenwart bewegen. Erfreulicherweise hat das Werk und daS Zielstreoen des Goethe-Dundes gerade in den letzten Monaten immer größere Anerkennung gefunden. Aber noch immer fehlen viele Schichten unterer Emwohnerfcha t. obwohl die restlose Erfüllung der hohen Ausgaben des Bundes da» Interesse aller verdient. Eine große, für jedermann unen gelllich zugäng >ch? literarische Ab«idseier — „Ein Abend deS Goeche-Dundes" betiteü — soll weitere Devöllerungskreise unserer Stadt den Weg zu dem Bunde finden lassen. Die Vertreter sämtlicher hiesigen Staats-. Stadt- und UniversitätÄ»ehörden. der Presse, der Studentenschaft und sonstiger Körperschasten. sowie die literarisch interessierten Preise unterer Bürgerschaft lädt der Doethc-Bund zu dieser kulturellen Kundgebung ein. Eingele.tet wird der Abend durch einen Dor/rag de» bekannten Literaturhistor.ker» Dr. Hann» Martin Elster auS Berlin über „Die Lage der Dichtung und Kunst in der Gegenwart". Dr. Elster wird in seinem Dortrag über die Dotwendig- keit der Pflege des deutschen Geisteslebens und deutscher Kulturgüter in der Gegenwart sprechen. Ferner wird der in Gießen bestens bekannte Dichter Dudvls G. Dinding aus eigenen Werken vor lesen. Der Dichter hat bereit» bei einem Dichterabend im Iah re 1920 in unserer Stadt großen Beifall gefunden. Umrahmt wird der literarische Teil durch Desangs- vvrträge von Frl. Martha Bruttel vom Landestheater Karlsruhe. Der Goethe-Bund gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Abend des 5. 3anuar bei allen Teilnehmern die Freude und den Willen zur Mitarbeit an dem Wer! des Go:.h.'-Bundes w.'cken wird We n to alle Kreise unserer Bürgerschaft dazu beitragen, das geistige Leben unserer Stadt auf eine Höhe zu führen, zu der ihre Größe und Bedeutung verpflichten. dann ist der Goethe-Bund feinem höchsten Ziel eine große Wegstrecke näher gekommen. (Siehe gestrige Anzeige.) ••yonben®iebenerÄraftpoftlinien. Die endgültigen Zahlen der aus den Kraftpostlinien unserer Stadt im Manat Dezember 1927 beförderten Personen betragen: für die Linie Gießen — Krofdorf 19 478, für die Linie Gießen — Hochelheim 6295. In unserem Aufsatz „Gießener Kommunalbilanz 1927" in Nr. 306 vom 31. Dezember waren die Derkehrsziffern dieser Linien nür bis zum 26. Dezember angegeben. •• Das Gießener D e r keh r S b u r ea u im Iahre 1 9 2 7. Die Inanspruchnahme des Derkehrsbureaus des Gießener Derkehrsvereins im Torhaus am Seltersweg in der Zeit vom 1. Oanuar bis 31. Dezember v. I belief sich auf 1921 mündliche DelseauSkünfte. 996 Prvspekt- abgaben, 1623 mündliche Auskünfte über Gießener Angelegenheiten, 1028 Benutzungen der öffentlichen Fernsprech stelle und 2473 mündliche Auskünfte diverser Art. Bei diesen Ziffern find die telephonisch und schriftlich erteilten Auskünfte also nicht berücksichtigt, so dah man wohl Tagen kann, daß daS Derkehrsbureau in der kurzen Zeit seines Bestehens eine außerordentlich starke Inanspruchnahme zu verzeichnen hatte, eS sich als ein brauchbares Mittet unserer Derkehrs- toerbearbett erwiesen und damit seine dauernde Beibehaltung gerechtfertigt hat. "HeuteletzterFerientag. Unsren Buben und Mädels ist heute der letzte Tag der goldenen Weihnachtsferienzeit beschieden. Von morgen ab heißt es wieder täglich mehrere Stunden lang fleiß g und aufmerksam im Schulzimmer sitzen und bann den Nachmittag mit Schularbeiten ausfüUen. Diese Tätigkeit ist für unser Jungvolk jetzt um so wichtiger, als es nun auf Ostern und damit auf die Versetzung (ober auch nicht!) losgeht. •• GärtnerischeHerrichtungdesLud- wigsplatzes. Dor einigen Tagen gaben wir einer Anregung Raum, in ber die Neuherrichtung der gärtnerischen Anlagen auf dem Ludwigsplatz als ein Gebot dringlicher städtischer Derschönerungs- arbeit bezeichnet wurde. Wie wir jetzt von unterrichteter Seite hören, ist die gärtnerische Neuherrich- hing auf dem Ludwigsplatz für den kommenden Sommer vorgesehen. In welcher Weise die Anlagen i.eugestoltet werden, steht bis zur Stunde noch nicht fest, es soll aber auf eine allseitig befriedigende Aus schmückung des Platzes Bedacht genommen werden. •• Evangelisch-kirchliche Statistik in Gießen. Die evangelische Kirchengemeinde Gießen veranstaltete im Iahre 1927 im ganzen 263 Gottesdienste: davon entfie'en auf die Stadt- lirche 123, auf die Iohonne3kirche 130. auf die Kapelle des Alten Friedhofs 9 und auf die Ka- bdl« des Heuen Friedhofs 1 Gottesdienst. Getauft wurden tn den einzelnen Gemeinden — die Zahl der in der Frauenllinll Getauften wird hier nicht berück! ich t tat — 376 Km der, 70 in der Matthäus-. 65 in ber Markus- 149 tn der Lukas- und 92 in der Iohann «sgemeinde, di« qcofoe Zahl der in der Lukasgemeinde getauften Kinder erklärt sich nicht nur au» der Seeienzahl der Gemeinde, sondern besonders au» dem Umstande, daft im Bezirke der Gemeind« das St. Ioseph- Krankenhaus liegt, in k«m vi«le Kinder auswärtiger Eltern geboren und getauft werden. Getraut wurden 174 Paare. 43 in der Matthäus-, 35 in der Markus-, 67 in ber LukaS-, 29 in der Io- hanneSgemeinde. Kirchlich beerdigt bzw. eingt- äfchert wurden 294 Personen, davon 61 in der Matthäus-, 60 in der MarkuS-. 95 in der Lukas-, 78 in der Iohannesgemeinbe. Unter den Eingeäscherten befanden sich einige, die auswärtigen Ge.neiirden angehörten. Konfirmiert wurden 477 Kinder, 108 in ber Matthäus-. 100 in der MarkuS-, 159 In ber Luka»-. 110 in bet Io- hanneSgeineinde. deutsche Ware; •• Lanbeskirchcnrate. Gemäß Beschluß ber Kirchenregierung erhalten deren parlamentarische Mitglieder bie Bezeichnung „Lanbeskirchenräte". •* Personalien. (Ernannt wurden ber Referendar Heinrich Nachtigall aus Ovenhausen zum Regierungsassessor: der Kanzleigehilse Karl Rühl in Schotten zum Kanzlisten bei dem Kreisamt Schotten. ,e Aus dem Gießener Stande»- amtsreaister. Es vetstarben in der Zeit vorn 15. biS 31. Dezember d. I.: 16. Dezember Iakob Werther. Weichensteller i. R., 85 Iahre alt. Landgras-Philipp-Platz 10; 17. Alin« ®erhöbe, geb. Deuvner, Wittoc. 88 Iahre. After- weg 29; 17. Imanucl LaudituS Fritz Evmpter, Eieueraffistent i.R., 91 Iahre. Alicenstroße 22a; 20. Iohann George Pairan, Stadtbauoberinspektor. 49 Iahte, Sicher Straße 125; 21. Ludwig Fuhr. Kaufmann, 81 Iahre. Sonnen strafte 25; 21. Karl Heinrich Hermann Hainer, 1 3abr. Aoonstraße 36; 21. Heinrich Friedrich Müller. Bäckermeister, 54 Iahre, QL'uentoeg 2 22. Elife Amend. geb. Schmidt. 61 Iahre. Dahnhosstrafte 67; 23. Ehri- stine Anna Schmehl, geb. Wöll, Witwe, 80 Iahte. Stephanstraße 47; 24. Katharina Koch, geb. Klein, 70 Iahte, Asterweg 50; 24. Professor Dr. Wilhelm Kneif, .Kreisveterinärarzt, 51 Iahte. Wil- helmstrafte 21; 25. Kaspar Lenz. Maurer, 62 Iahte. Reustadt 31; 25. Iohanna Schulze, geb. ©rünberg, 74 Iahre. Wiefenstrafte 1; 26. Helene Stammler, ohne Berus. 58 Iahte, ßubtoig- straße 6; 26. Henny Hoog. geb. Hintze, 56 Iahte, Tarnmsttaße 46; 27. Martin Helserich, ohne Beruf, 65 Iahte, Kaplansgasse 13; 23. Mari« Güler, geb. Thamet, Witwe, 59 Iahte. Stein- straße 35; 29. Philipp Sahl. 5 Stunden, Selter»- weg 71; 29. Friederike Katharine Slifabethe Eim, geb. Daubel, 64 Iahte, Friedrichstraße 14; 30. Antonie Luise Gaspary, geb. Blödner, 42 Iahte, Plockstrafte 8; 31. Frieda Anneliese Page», geb. Meier, 64 Iahte, Marburger Str. 58; 31. Günter Iohann«» Dogl, 6 Monate, Kreuz- platz 6. •• Frauen im Aichteram 1. Bei dem Frankfurter Amtsgericht sind jetzt drei Damen im Richteramt tätig. Lftr ber Sitzung des Großen Schöffengerichts am Dienstag faß erstmalig eine Dame Im Richlerotnat als Beisitzerin mit GS handelt sich um Frau Dr. Dann, die schon als Referendarin in Frankfurt tätig war und inzwischen geheiratet hat. Bisher übte sie ihre rich'.erliche Tätigkeit, wie auch ihre beiden Kolleginnen, in einet Zivllabteilung de» 2lml8- gericht» au». Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. ft. L. Bei Ihrer jetzigen Arbeitslosigkeit kommt für Sie eine Wartezeit nicht in Frage. Nur wenn Sie länger als sechs Wochen wieder beschäftigt gewesen sind, hätte eine Wartezeit eingehalten werden müssen. h. D. in v. (Kreis Biedenkopf). Wenn Sie nur Ihre auswärtige Kundschaft besuchen, so genügt eine Legitimationskarte. Suchen Sie aber bie Einwohner anderer Orte vonHauszu Haus auf, um ® e • stellungenzu sammeln, so müssen Eie einen Gewerbeschein haben. Die Legitimationskarte wird bei ber Ortsbehörde ausgestellt, der Wandergewerbeschein wird bei ber Ortsbehörbe beantragt und von einer höheren Derwattungsstelle erteilt. ft. h. in £). Wenden Sie sich an bas städtische Wohlfahrtsamt, Stadthaus (Gartenstraße). Berliner Börse. B e r l i n, 4. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Stimmung ist, wie schon im gestrigen Spätabendverkehr, etwas ruhiger geworden. Bis setzt sind Umsätze über- Haupt noch nicht zustande gekommen. Man hört nur rein nominell einen Farbenkurs von 286 bis 287. Am Devisenmarkt hört man London gegen Paris mit 124,01, Mailand 92,40, Madrid 28,30 und Lon- don gegen Kabel mit 4,8-515. Was die Reparaiionskommisston kostet. Zur Durchführung ber Daweszchl ng?n nach dem Londoner Adkmmen beftckn in Paris und in Berlin bi« beiden größten BureauS der Re- parationskommission. Rach einer örflänmQ im Unterhaus gehören zu ber Pariser Organisation 237 Perionen, die zusammen an (Behältern runb 2 250 000 Mark pro Iahr beztehen. Der lettenbe Kommissar des Panier Bureau» soll jetzt kürzlich Sparmaßnahmen beschlossst habeir. mit benen er seinen Etat auf 2 Millionen Mark herabfehen will. Rach derselben Feststellung, bi? Efturchill auf eine Anfrage von Derireteni der Arbeiterpartei tveoeben hat, besteht das Berliner Bureau au» 130 Angestellten dir im Iahre an Gehältern und Löhnen 2 640 000 Mari verbrauchen Die höherr Summe trotz des Nl deren Personalbestandes aegenüber dem Pariser Dur.au «rlläri sich durch die höheren Einzelgehälter, bie tn Berlin bezahlt werbrn müffen. Hier bekommt ber Reparalionskammissar. Harker Gilbert, sein Gehalt, bi» allein schon mehr al» 200 00 0 0'i a r k im Jahre beträgt. Die Dehäl'er und Kosten b*r g'famt.m Ret>tra- tionSkommisiion gehen zu Lasten ber Annuität, nur bie Reichsbank hat für 5. die Reichsbahn für 9 Personen Im Iahre 1926 bk entsprech.mben Gehälter au tragen gehabt. So erwächst der deutschen Regierung im allgenxttnen aus der Reparalionskontmiffftrn keine besondere Belastung und die Gläubiger selber sind daran interesiiert, daft die P7rsonalau»gaben sich auf keine z u hohe Summe steigern. Oie Besatzungslasten. Ds ist schon oft die Frage an di« Entente gerichtet worden, weshalb denn eigentlich noch immer Im Rheinland eine bewaffnete Macht unterhalten wird. Die Antworten waren entweder ausweichender oder nicht»fag«nder Ratur. ,'ür England und Belgien mag gelten, dah sie ihre Zonen nicht den Franzofen überlaffen möchten und deshalb folange wie die franzöfifchen Armeen am Rhein bleiben. Frankreich aber kann doch wirklich keine Gründe mehr in» Feld führen, um die Aufrechterhaltung der Besatzung zu rechtfertigen, um so weniger, als wir entwaffnet sind. Es verdient aber, aufs neue gerade den Gläubigerstaaten Frankreichs, die ja auch unsere Repara- tionSglaubiger sind, auseinanderzusetzen, welche Summen diese überflüssige Besatzung bisher verschlungen hat. Rach deutschen Berechnungen haben wir seit dem Tage des Wassenstillstandes rund sechs Goldmilliarden für bie Unterhaltung der Truppen und der Miiitär- kommissionen aufbringen müffen. Das ist eine Summe, die, wenn man sie vernünftiger angelegt hätte, Frankreich über alle WährungSforgen mit einem Schlage hinweggeholfen haben würde. 2ll>er in Paris ist man anderer Anficht und hält eS für vorteilhafter, auch weiterhin viele hundert Millionen zur Aufrechterhaltung der Be- fatzung nutzlos zu verpulvern. Äermischies. Unterschlagungen bei einer Sparkasse. Große Unterschlagungen tourten nach einer Meldung des .B. T." bei der Spar- und Bor» fchuhkaffe Ostritz bei Görllh aufgedeckt. Eine unerwartet Dor genommene Revision ergab, daß ein Betrag von 60 000 Mark unterschlagen worden ist. Die Dumme stellt nicht weniger als die Hälfte deS gesamten Genosienfchafts'apitalS dar. Der ungetreue Geschäftsführer soll geflüchtet fein. Schwerer Unfall Im Hamburger hochbahnbetrieb. Aus Hamburg wird gemeldet. Zwischen den S alionen Hgmburg-Haupto lhnftof und Birkhof überfuhr am Frritag ein Zug zwei auf der Strecke beschäftigte Arbeiter, die tödlich verletzt tmirben. DaS llnglüd ist wahrscheinlich auf unvorschristsmäßiges Der halten der Arbeiter zurückzuführen. Lin neuer Straßenbahnunfall in staffel. AuS Kassel wird gemeldet: An der Ecke Zeughaus- gnd Weserstrafte stießen wiederum zwei Wagen der Kasseler Straften- bahn zusammen. Beide Wagen sprangen aus den Schienen, die Plattform de» einen wurde völlig eingedrückt und ein ge Scheiben sprangen entzw i. Dem Umstand, dah die Wagen nur schwach besetzt waren, ist es zu verdanken, dah nur zwei Leichtverletzte gemeldet werden. Oie Zierde einer jeden Frau Ist ihr vrachtoolleS Vaar natb einer Waichung mit VauaienfalA. Man hole tn einem Fachneschäfi 10 g, löie diese Menge tn 250 u b. aller aut uno si otnere bis zur gründlichen Schaumlnldung. Das Haar zeigt sich danach in einer duftigen, ieivenweichen fVüQe. or^. Simmet Im Partt, mit seo. Eingang, f Bureau In verkehrsreicher € träne a. 1. II. vr vermieten. Schrint. Anaedote uni, ICO nn den t9,en. 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Mvelslag, öen 5. joooor 1928, U0WHIW 2 Hhr versteigere ich im ^ööwen-.Deuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: a) zwe^assenschränke. ein Klavier, «inen Sisichrank, zwei Büsells, zwei Schreibfische. eine Schreibmaschine, 1 Bücherschrank, einen Kleiderschrank, ein vollständiges Bell, einen Waschtisch, fünf Sofas, eine Tbaiseiongue, fünf Vertikos, drei Spiegel, einen Gasherd, 1 Wanduhr, zwei Aöbtischchen, einen Regulator, eine Rähmaschine, eine Ladeneinrichtung mit Theke, eine Dezimalwaage, einen grossen Kastenwagen, ein Damen» sahrrad. ein grosses Bild, vier Gin- leglchweine, einen Wtnterpalefof, 13 Kartons Knöpfe, 50 31 Likör, 32 Dosen Sfangenspargel, 27 Schlachtmester. d) Bestimmt: 1 neuen Kammgarnanzug. Dem Gerichtsvollzieher in Giessen Steinstratz« 13. 176D lodnunq. |1®D Äaücraflf 11. Die Wahlakten über die am 1 Januar 1928 ersolgte Wahl des Vorstandes der Israelitischen Religionsgemcinde Giessen liegen während dem 4., 5. und 6. Januar 1928 in der Wohnung des Unterzeichneten G. m. b. h. D i n chlapp. — Marktplatz 7 — zur Einsicht der De- ...... 131D Bremer Bordeaui- ■ Imporlhans sucht cingeführten u. zuverlässigen Vertreter gegen hohe Provision. Rührige, (Mehner Tbeiier-feretiltni mVint Sonntag, den8 Januar 192S, SaalkaeSezer Theater-Abend Zur Äuffübrnng gelangt Die Liehe höret nimmer auf! Lchaufoiel in 4 Akten und einem Boriotel beabstchtigt feine alte Hockey- Abteilung wieder eriiebe» au lasten. Wir bmen die .InirTfirn-rn. l,ch Samstag, 7. (Ian., gdend.i h", Ubr, tm Tamtiuiamer b rnityiibtoifl, zwecks MkkLUllg dort elastnden au Veriretev von ruchfavnk. lur diIekle Lieferung an >vrloaie u >chnetder. gesucht. Aür Herren mtt ^rbinbunnrn Helmverträge, die vor dem August 1914 abgeschlossen wurden, sowie deren militärische Bedeutung genau studiert und ins rechte Licht gesetzt. Ferner geben wir eine eingehende Darstellung aller Vorgänge von militärischer Bedeutung in den kritischen Juli- und Augusttagen 1914 sowie Stärke und Ausmaß der einzelnen Streitkräfte nebst Datum und Stunde ihrer Mobilisierung. Wir zeigen auch z. B. inwieweit Rußland seine Mobilisierung im geheimen betrieb. SS besteht eine weitgehende und durchaus bemerkenswerte Verschirdenyeit zwischen der Aufnahme der Rachricht von der Mobilisierung Rußlands in Frankreich und In England. In Frankreich wußte man ganz genau, daß diese Mobilisierung den Krieg bedeutete. Man wußte es gleicherweise auch in Deutschland. Wir haben weiterhin den Einfluß deS General st abs auf die Politik Deutschland- und Rußland- eingehend erörtert. Es sind in dem Werke u. a. der Bericht v. MoltkeS an den Kaiser über seine Unterredungen mit dem österreichischen Generalstabschef v. Hoehen- dorss sowie seine Aufsasiung über Praeventiv- kri-ge enthalten. Weiter finden wir darin die Protokolle über die Verhandlungen zwischen den An der Auffübrung, die T e l e k y inszenierte, konnte man zweierlei bestätigt finden: waS für ein ausgezeichnete- Theaterstück — von allem andern einmal zu schweigen — die „Rora" ist; und wie ganz modern, ja wie aktuell oft viele- in diesen brillant gebauten Szenen auf unwirkt, in denen kein Wort zu viel und kein- zu wenig fällt, wo jedes notwendig, bedacht und am rechten Ort gebrochen werden muß. Das erfordert Klarheit, Dlszlplin und Dichte im Tlalog; und die Regie scheint bemüht gewesen zu fein, solchen 2lnfori>erungen. die unS in einer modernen Inszenierung am wichtigsten fein müssen, gerecht zu werden. In den ersten beiden Akten gab es jedenfalls manche gute und bunbgearbettetc Szene: der Schlußakt, vom Ganzen auS gesehen, fiel merklich ab. Die Rora hatte man Sulanne Heym gegeben. Sie spielte aut. aber sie spielte — wenigsten- in den ersten vriden Akten — durchaus und mit jedem Wort, in jeder Bewegung eine Rolle, eine psychologisch 'zweifellos interessante Rolle, oft sogar sicherlich im Sinne des Dichters, obwohl aiub an manchen Stellen zu backsischhast. zu Hatterig und zu nervös — aber sie stand jederzeit zwischen den Kulissen und vor einem, übrigen- vollbesetzten Parkett. Und man verlor k inen Augenblick das Bewußt sein, im Theater zu sitzen. Erst im Schlußakt, nach der entscheidenden Szene, wuchs au- der Rolle der ganz t^eaterlerne Umriß einer Menschengestalt; dies waren die besten AugenZlic^. Umgekehrt ®effers, der den Helmer gab. Er brachte feine Auitritte in den ersten Akten mit Geschmack, auch mit leichtem Humor, wußte fast so etwa- tote schüchterne Sympathien zu erwecken — unb endete mit ganz äußerlichem Theater, wo ein wilder Au-bruch und ein unhetliches Zu'ammenfallen kommen mußte. Sine feine, fefir sicher behandelte Eborge bot Vo l ck als Günther, der eS erfreulicherweise peinlich vermied, einen billigen Kulissenintrigan- ten zu mimen. Zwei brauchbare Rebenfigur en: T e l e k h S Dr. Rank, in dem schon die „Gespenster" Dorf pulen, und die ThristiNe Linden (Maryela Baumann), die wie auS einem Bilde von Edvard Munch herausgeschnitten wirkte. — Die gestern zugrundegelegte Ueberiehung ist miserabel und ganz veraltet. Dr. Th. g. n von der ich sprach. deS über das Grützen im der Völker. Viemand deinem Lehrling. Aber auf die gruhest, kommt es an, nicht auf einer Formel. Kannst du nicht höflich grützen, o, so unterlasse kein Gruh ist gewiß besser sage das auch Art, wie du die Erfüllung freundlich und cs doch, denn wei ins Oberheffen. tcinMrcie Wirken den. Io datz die Tagung erst tki-’t *!\\- adgehallcn werden tonn Der ehrmoltgr der 23 Jahre alt« Berthold Dorndorf z Stich« in dir Brust und «inen Stich Sparern und Mitgliedern der Kass? frnidig be- arützt werden, und fit ist wohl auch di? wirksamste 2' ----- .unter: am d tl am Bdendmahl nahmen teil: 1172 I7I.hr trr. 1*6.’ Frauen. An dieser Stelle ist gelehrte Abhandlung Wandel der Zeiten und wird sie erwarten. gangen ist. Denn darin ist ein Verlust von Herzensbildung zu erblicken. kein Raum sür eine Trutzes kommt eS an bei Mann und Frau. Der verinnerlichte Gruh bringt die Menschen, die Volksgenossen zusammen, gestaltet so die Formen deS nutzeren Lebens zugleich freundlicher. Der Trutz fei frei von Hinterhältigkeit, er fei kein TäufchungSmittel. And tausendmal besser ist kein Trutz, wenn etwa einer den anderen schwer verletzt hat, al- der Grub der Falschheit. Der von Herz en kommende und z u Herzen gehende Trutz ist der wahre Trutz. Er gleicht Gegensätze auS, unter denen die Menschen leben, bekundet wechselseitiges Verstehen. Mitfreude und — soll eS so sein — auch Mittrauer' Der Gruh eines Menschen entschleiert den Reichtum oder die Armut feiner Seele. Grützen wir uns alle hiernach doch im besten Sinne. Dann ist unser Trutz das wahre Grützen. Delegierten te» französischen und refft- sch«n Generalstates und di« Uetcrr dünge- zwischen französischen und britischen sowie englisch-belgischen Generalstäblern übet mMtärische Hilfe Im Falle eines Kriegs Wir haben uns ferner bemüht, festzustellen, welchen Einfluss Rüstungen im allgemeinen aus den Gang der politischen ffreiznille haben. Wir glauben auf Grund unserer Studien bewiesen zu haben, datz Deutschland sehr unklug handelte als es Oesterreich in jenen kritischen Julitogen des Jahres 1914 frei« Hand lief) Das von uns gesammelt« Watertal »eiat endlich dass d a » f r a n z ö f i' ch- russische Bündnis in den späteren Jahren keinem anderen Zweck diente als einer Zusammenarbeit tm Sinn« politischer Ziele wobei bereits die Auffassung bestand, bah diese Politischen Ziel« s e l b ft a u , d i« G «s a h r « i n« s n Krieges gegen den pvll» e r erreicht werben mühten. samste Anregung, die in der jetzigen Zeit zum Sparen gegeben werd n lan.t Die Kasse, die in der )^>rkrt«g»zrtt gut fundiert war. ist svm t auf dem besten W»g. ihr früheres Vertrauen Gott grübe dich! Wenn dieser Trutz so recht von Herzen geht, gilt bei dem lieben Gott der Trutz so recht als ein Gebet." 2a. auf die Art und den A u S d r u ck gemeinsam«! tischen Gegner erreicht toerl Wir hassen, doh uns der Völkerbund eines Dages die freiwillig übernommen« Arbeit obnehmen wird Dann mag dos von uns ge- geistete Werk die weiteren liniert Übungen erleichtern bei en Wir haben nur getan. waS vir als untere Pflicht ansahen Wenn wir es erreicht haben, die wi'fentcha!tlichen Unter uchungen über de, Ursprung des Weltkrieges anzuregen und zu sördern. 'o bedeutet dies bereits «ine hohe Genugtuung für uns. ♦ 0 I d). 1 3dn Der von d.m Hessischen Ar- ttllertebund sür di« nördlich« Ittettvrau ang,- •efete H rllllerlflenlog, über den vor einigen lugen un „ttirfwner Anzeiger' dertchlel worden war. findet nicht. wie oorgeleben. in Mang-Oerf sondern In 8 Id) statt Auch ruhte der urtpunc t jeflgeltgle lermin, 13 Januar. ' iH« n als ein schlechter, verletzender und ein solcher, bei dem das Herz nicht mitspricht. Man sagt, dah im südlichen Vaterlande die Menschen zuvorkommender, höflicher, herzlicher seien als im unzugänglicheren Vörden. „®rüefj Gott" erklingt's freundlich bei den Gebirglern. Bei ihnen quillt unS der Strom deS Herzens lebenswärmer entgegen, rascher sind wir mit ihnen vertraut. Und der Thüringer Dichterpsarrer Iulius Sturm, der von seiner Heimat aus, von hoher Warle, nach Vord und Süd schaute, Well und Gott kannte, hat deshalb so freundlich und lebenswahr gesungen: .Gott grütze dich! Kein andrer Gruß Sleicht dem an Innigkeit. iott grütze dich! Kein andrer Gruh paht so zu aller Zeit. X D I e | e d, 3. Jan JmNeujatzrsgottes- bien ft wurden, wie hier üblich, bei den Ankundi- gungen unter Beigabe passender Bibelstellen folgende Zahlen au» der 6 I a t i ft I f bekonnlgegeben: Im Jahr« 1927 wurden gelaust 59 Kinder (1926: 54), konfirmiert 07 (&2), getraut 84 Paare (31), kirchl.ch beerdigt wurden 44 (38) Gemeindealleder. Am teil'- «bendmalil nahmen teil 980 (887) Personen. Mainzlar. 3. 3an. Die hiesige Spar- und Vorschuhkass« hielt dieser Tag' ihre Generalversammlung im G inet r.d-rat - Maivgau. DSV Frankfurt a. W . 3. Jan. Vergangen« Aacht suhr «in Motorradfahrer. von Aeu-Ifenburg kommend, auf einen ’n gleicher 1 Wavenborn-Stelnberg. 3 Ian. In hiesiger Pfarrei landen im Iahre 1927 stakt 48 Taufen. 21 Trauungen 27 Veerbigun- gen. konfirmier! wurden 41 Prophet mit diesem Grütze leinen vorgesetzten Minister beehrte wulch die'er ihm den Kopf. Vielleicht von Rechts wegen. Darüber mag sich jeder leinen Vers machen. Und Sstlich muh es andererteitS gewesen lein, als ein wi'senschast- lich hochgebildeter jüngerer Herr in einem groben Dienftgebäude einen alten Diener, der einmal geruhsam auf einer Bank lab. der Dinge harrend, di« da kommen sollten. schneidig fragt«: .Warum grüben Sie nicht?“, und in unver- fSl'chlem oberhesii'chen Deutsch di« ehrliche, aber klassische Antwort erhielt: .Bei uns grieht. wer kimmt." _ __ 3a. so sollte «8 Wohl fein. Vicht: Der zuerst kommt, nimmt zuerst, sondern: Wer zuletzt kommt, grübt zuerst. Vehmen wir uns diese köstliche Lehre des letenSwetten Alten doch alle zum Vorbild. Und ein anderer, dem es an Herzensbildung nicht sehlte. tagte: Im Grützen soll mir keiner zuvor kommen. Von lalaten- baftem Benehmen war trotzdem keine Spur bei ihm zu finden. ($g wär« wohl lächerlich und töricht, eine bestimmte Trutz orm vvrfchreiben zu wollen. Der Bauersmann auf dem Land« ober der Hand- werkSmann in der Stadt, der in der Hand fein Werkzeug trägt, deren beide schwielige Hände den ehrenden Staub der Arbeit an sich tragen, können ihre Mütze nicht abziehen. Viemand wird e» ihnen verübeln. Aber du Städter, der du hinauSkommst ausS flache Land, dessen Sitten noch lange nicht Io flach sind, wie du vermeinst. ober gar wie die deinigen — ich liebe die Offenheit — wirst du es jemals dort sehen, datz sich die schicksalSverbundenen Leute nicht im Vorübergehen grützen? Und dah sie nicht auch dich, den Volksgenossen, nicht grüben? Darum folge der guten Sitte der Landleute, und grütze den Mann da braunen tm Kittel ober seine Frau im Mutzen — grübe sie zuerst, denn du „f imm ft“ und bist bei ihnen zu Gaste. Oder du begegnest dem Vächslen im Hausflur, sage ihm doch „Outen Tag" oder .Guten Abend", denn vielleicht gleitest du schon auf der nächsten Treppenstufe auS unb bist „frember“ Hilfe bedürftig. Meister, Genick erhielt. Der Schwerverletzte wurde ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr besteht anscheinend nicht. Rheinhessen. Lpd. Mainz, 3. Jan. Durch Entschlietzung de» Landesamtes für da» Bildungswesen wurde der Studienreferendar Schwestef M. Euphemia aeb. Kath. Görsch zu Mainz zum Studienassessor ernannt. Schwester Euphemia gehört dem hiesigen Jnslitul derEngllschenFraulelnan. WSN. Mainz, 3. Jan. Der 24 jährige Hilf» arbeiler Hans R« d e r und der 20,ahrlg« Kraft- Wagenführer Willy T h e i » st a h I e n in der Rhein- allee ein Personenauto und fuhren in der Richtung nach Langen-Schwalbach davon. An einer Kurve verunglückte da» Auto, die beiden Diebe wurden herausgeschleuderl und schwer verletzt. Sic wurden in da» Wiesbadener Krankenhaus eingeliefert, während da» schwer beschädigte Auto abgeschleppt werden mubte. Lpd. Viernheim, 3.Ian. Bei einer im Käser- tHaler Wald abgehaltenen Treibjagd, an der 2 7 Jager beteiligt waren, wurden nur drei Hasen erlegt. Preußen. Ärcio Wctzkar. XX KiNzenbach, 3. Ian. Die Zabl der den biefigen Vereinen zur Verfügung stechenden g r ö • ßeren Säle war seither immer noch ungenü- Send, so dah von umfangreicheren veranstaltunaen berhaupt abgesehen werden muht«. Diesem Urtel- stand hat nunmehr Gkrftmirt L. Peusch abgebolfen. indem er feine Baumttcht eilen für derartige Oer ar ftaltungen erweitert bat. Daher war e» dem hiesigen Turnverein an den oerilosienen Festtagen zum «rttennxü vergönnt, zu seiner Dinterfestllchikeit um- fargreiebene Einladungen ergehen zu lassen. — Michlenbesitzer Da11weh von der Kinzen- bacher Mühle bat da» in der Mitte de» Dort«» gelegene Anwesen des nach der Mark Branbenburg verzogenen Landwirt» Adam Ferber käustlch er worben, um darin eine Bäckerei zu begründen Kreis Marburg. ]( Marburg. 3.Ian. Am hiesigen Land grasenschloss« werben seit einiger .^.t Aus- oesserungsarbetten und baulicheVer- änberunaen vorgenommen. MU ketzeren beschäftigt« (ich in seiner jüngsten Hauptversammlung derOberhessisch Tebirgsverein Ts wurde folgende ffntsch'.ietzung angenommen ..Mit grobem Bedenken sieht ter Cb Gebirgsverein den Weiterungen an dem Dach- und Gcktürmchen am Marburger Schloss« eiu siegen. Gr erwartet in Anbetracht der ff reguna tn ter Oeffentlichkei: von dem Herrn Dez.rks- konservator, dah er di« bis jetzt erfolgten, sowie btt weiteren Arbeiten öffentlich rechtfertigt.- toicter zurtlckzugcwlnnen. F rncr wurde beschlossen, di« Sparbücher zwecks Ömtragurig dem 2«dmer Schlapp sofort vor;ulegen. (Man beachte di« Bekanntmachung Im heutigen Anzeigen- teil.) 8Alt«n-vu|eck,S. Ian. Al, vor zwei Lahren In der Stlvesternacht auch In unserer Gemeinde zum erstenmal die Knchenglockcn den Anbruch des neuen Zahre » verkündeten, freuten sich wohl alle Einwohner darüber, datz diese schone eitle endlich auch bei un» Eingang gefunden halte. Um so guter war die Enttäuschung für die Elnwohnei schatt, nie sie In der dievsayrlgen i>ieujahrsnacht, wahrend au» der ganzen Umgegend feierliches Geläut ertönte, o e r g e b I i ch auf da» Einsetzen unserer Blrd)englodrn warten mutzte. — Der Konsumverein Gietzen und Umgegend veranstaltete am *Jl#u|abr»tage für seine zahlreich erschienenen Mit- aileder im vpperschen Saale eine F 11 m o o r st « l - luna, bei welcher besonder» die Vorführung der Grotzschiachteret sowie de» Kinder-Erholungsheims Hasskrug der Genossensdraft „Produktion'' in Hamburg mit grotzem Interesse ausgenommen wurde Bg. T r o tz e n - B u s e ck , 2. 3an. Testern wurde bei Erweiterungsbau des Saalbaues Wagner eingeweiht. 'Jleben den hiesigen Pertinen waren auch zahlreiche auswärtige Gaste erschienen. 3n Ansprachen de» Tastwirt» Wagner und gritz Fuhr wurden die Raume ihrer Bestimmung übergeben. E» kann gesagt werden, datz sowohl Besitzer w,e Architekt ihr möglichste» getan haben, um im Rahmen der Berhältnisse neuzeitlichen Ansprüchen zu genügen. Harmonische Farben und tlu,Haltung machen den Aufenthalt in den Bäumen angenehm Da» machte sich auch alsbald bei den Oberau» zahlreichen beiudjern bemerkbar, die durch Ehäre der «Befangnerem« .^mlrachl". wDclttrhit", Harmonie" und „Sangerkranz", so- w e öurd) die vorzüglichen Musikvortrage der Ko- pdle ehemaliger Mlsitärmusiker auf da» beste unterhalten wurden. (B r ü n b t r g, 3. Jan. Die bereinigten G e - stugelzuchtvereiiie Grimberg. ?tieder-L>hmen, Homberg, tflefelb, Lauterbach und vchlitz veranstalten am kommenden eametog und Sonntag hier eine Gefluaetaussteltung in gröfcerem Umfange Die Beschickung mit Trotz- und Äkingeflügel ist recht gut Die Ausstellung umfatzt etwa 500 verschiedene Wummern, darunter die verschiedensten Kassen an Hühnern. Tauben und Ulallergeilugel. Bei dieser Auestellunt die nur da» beste Zuchtmaterial zur Sdkiu bringt, ist eine gute Gelegenheit zum A n . kauf von Zuchttieren geboten Die Ausstel- lung»lething hat die Vorarbeiten aut durchdachi. lo datz mH einem vollen Gelingen zu rechnen ist, und der Besuch der Au»stellung nur empfohlen werden kann. zetz verwickelt, der wegen der von „1832—1835 statt- gefundenen hochverräterischen Bestrebungen" gegen Weldig und seine Schüler angestrengt wurde. “Das Gesamturteil, da» 183« vom (Siebener Hofgeriäst erlassen wurde, lautete für Marguth auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Au» der Haft entlassen, wanderte er 1841 nach Amerika aus, woselbst er al» Klavierbauer in größeren Betrieben angesehene Vertrauensposten bekleidete, u. a. arbeitete er In Veuyork auch eine Zeittang mit dem berühmten Klavierbauer Heinrich Stein- weg zusammen, der 1850 aus Braunschweig ausgewandert war. 1859 kehrte Georg Andrea» Mar- guth in seine Vaterstadt Butzbach zurück und wld- inete sich daselbst eifrig der Herstellung von Pia- nino». Er starb am 3. März 1897 al» angesehener Bürger unterer Stabt. ftrrt« Büdiiige«. • ?" V i d d a, 3. Ian. Wegen Mangels an Rundholz sollten von ter Himmelsbach- f d)«n Holzindustrie an ten Feiertagen weiter« 30 Arbeiter zur Entlassung kommen. Durch Vermittlung de» Betriebsrates wurde ter Termin aber vorläufig hinausge- fchoben. um abzuwanen. ob eine Betterung in der Holzzufuhr «intreten werte. Tht Anlieferung von Buchenstammhvl.^ au» ter Fällung dieses Winters hat bereits eingesetzt, aber die Mengen sind noch nicht genügend, da» Werk voll zu te- < big. dpdad> ich in ten lanqnhrrigen Pro ter auf tem halben Heimwege liefen. Ein zufällig von Gelnhaar nach Hirzenhain helmkehren- ter Flettchdeschauer fand ihn und sorgte dafür, datz er nach Hause gebracht wurde. Arcit Schotte». ± Grod-Gichen. 3. 3an. Statistische» aus der Pfarrei. 3m Iahr« 1927 wurden in unserer Pfarrei 17 Kinder getauft und 20 konfirmiert. ffetraut wurden 9 Paare, verstorben sind 14 Pertvnen. Der Tvltesdienstbesuch betrug an 62 Sonn- und Festtagen 4509 männliche. 48L0 weibliche Pertonen und 39?2 Kinder. Am hl. Abendmahl nahmen teil: 476 männliche und 473 weibliche Personen. Die ffhrist«n'es,re wurde von 19 Mädchen und 33 Jungen besucht. An Taben und Kollekten für kirchlich« Zwecke und Zwecke ter christlichen Vächstenliete gingen ein 917,91 Mk.. an Gaten für die Basler Mission 89 Mk. ± Lardenbach 3. Ian Statistisches aus der Pfarrei. In unserer Pfarrei wurden im Iahre 1927 6 Kinder grtaust und 11 konfirmiert. Getraut wurden 2 Paare, und verstorben find 6 Personen. Der Gottesdienst-dourte an 61 Sonn- und Festtagen von 2887 männlichen und 3023 weiblichen Personen besucht. Am hl. Abendmahl nahmen 291 männliche und 2LS weibliche Personen teil Die Shrtstenlehre wurde von 16 Mädchen und 15 Iung ' besucht. An Taben und Kollekten für kircss „x Zwecke und Zwecke der christlichen Vächsteuliete gingen ein 514.16 Mk. lür die Basler Mission 92,95 Mk e Sellnrod. 3. Ian Don beteiligtet Seite wird uns geschrieben: Der Bericht über die ..äleberschwemmungskatastrophe in Sellnrod" ist nicht nur stark aufaebauscht, sondern auch in seinen Ginzelheiien durchaus unwahr. Zur Vichtigstelluna sei folgendes mitgetcilt. 3m Saal« der 2. Klasse war ter Hahn der eingefrorenen Schulwasserleitung — die mit der Leitung zur Lehcerwohnuirg üterhaupt nicht in Verbindung steht — wahrscheinlich von feiten eines Kindes geöffnet und nicht wieder geschlossen worden. Beim Umschlag ter Witterung in ter Vacht vom 21. auf 22. Dezember konnte da- Abfluhbecken daS auSlretente Wasser nicht alle fassen: diese» ftelUe sich im vchulsaal bis zum Vachmittag gegen 4 Uhr, wo es die Dutzsrau merkte, einen Fub hoch. Da» verursacht«, oab sich einz«lne Teile ter Deck des darunter- liegenden Schlafzimmers ter Lehrerwcchnung lösten, daS Waiser nachdrängte und di« Betten und ein Schwank nab wurden. Dank Gingreifens zahlreicher hilfsbereiter Vachbam war ter Schaden balo behoben. Die Beschädigung ter Wände, die schwinimenden Möbel und das wasserspeiente Schulhaus sind Phantasie. (Und war jener Bericht von dem als zuverlässig bekannten WSV - Vachrichtenbureau übermittelt worden. D. Ved.) Kreis Lauterbach. WSN. Schlitz, 3. Jan. Seit dem zweiten Weih nachtsfeiertag wirb «in hiesiger älterer Mann, her im Spital wohnte, vermisst. Er wurde zuletzt nachts in einer Strasse stark angetrunken oufgefu den und in den Hof des Spitals gebracht. Seit dieser Zeil ist er spurlos verschwunden. Man befürchtet, dah der Mann in die damal» Hochwasser führende schlitz gefallen ist. Alle Nachforschungen blieben bisher ohne Erfolg. Starkenburg. WSV. Offenbach. 3. Ian. In enter Wirtschaft in der Gustav Adolf (krasse kam es am Abend teS 1. Januar zu Streitigkeiten, bei denen Vom wahren Grüßen Von Franz Gros. ßenerol Exzellenz von Kleinschmit hat sein Erscheinen an dem lag zugesaal. Nähere Mittel- lungen erfolgen im Anzeigenteil des „Giessener An- Zeigers'. Kreis Kricdberg. 0 Butzbach, 3 Jan. E» dürfte vielen nicht bekannt |eln, bah unter den angesehenen A11 - Butzbacher Familien auch einige sich befinden, die im 17. Iahrhunbert um ihre: evangelischen Glauben» willen au» Frankreich vertrieben worden sind. Die Ramllien Marguth (früher angeblich Maraqut», Io u tz, Sarafin, Tramerdlng (einst (Branbmartin) sind solche hugenottischen Auswanderer, die hier eine neue Heimat gefunden haben. In den von Geh. Hofrat Profesior Dr. Hermann Haupt (Giessen) berau»gegebenen „H e f f i s ch e n B 1 o g r a p h I e n", In denen im 19. Jahrhundert verstorbene Hessen, die sich besonder» hervorgetan haben, Aufnahme finden, bat ter Herausgeber In dankenswerter Weile von Georg Andrea» Marguth ein fesselndes Lebensbild entworfen. Der Genannte, der der obenerwähn- entstammte, und d kommen und Berwandte heute noch In unjerer Stabt und auch in Bab?lauh.Im leben, war Klavierbauer hau» ab ffinziger Punkt ter Tagesordnung war bte Aufwertung der durch die Inflation berlotmg.g-mfl nen Spareinlagen. Die Kasse, die vor tem Krieg? ung'sähr ' , Millimr Sapiermark Spareinlagen brto"). hat die'e Gingen zum Teil in Kriegsanleihrn an^e.cgt. Da nun ter en Aufwertung endgültig g r-g lt ist. stehen ihr wiederum ung -fdor 26 003 Mk. zur Verfügung. Au» ausaewertrtvN Hypotheken form» ten ebenfalls tem Aufw rtungSlvndS 29 000 Mk. xuodübt. werten. Vacd den Ausführung m teS Aechner» Schlapp kommen zur Ausw-rtung anvätemb 270 OX) Papiermark. Demgnnäst beschloss die Verfam'nlung auf Vorschlag des Vorst ante» einstimmig, die Spareinlagen mit 20 Proz aufzuwerten. Die Verzinsung tert eiten beginnt mit tem 1. (Januar 1928 voraussichtlich zu 2 Proz Auch alten tethirftlgen Sparern will man nach Möglichkeit entgegen- kommen Diese Aufwertung wird tvohl von allen l Vachdruck verboten-) In ter Jetztzeit scheinen viel« Menschen das Grüssen verlernt zu haben, das wahre Grüssen. Ich weih nicht, ob ich selbst den anderen den rechter. Gruss entbiete, wenn ich ihnen auf ter Strass« begegne, mil ihnen unter dem gleichen Dach« zusammentresfe. ob ich ihnen mit dem Grusse eine Freute bereite, Wittreude an ihrer Freute. Anteilnahme an ihrem Leid« Aage, oder ob ich he nicht gar durch ein falsche» Grüssen verletz«. Man sagt, aus tem Grusse eine» Menschen. — s«i «r Weib ober Mann. Kind ober Greis — fei auf fein Srzogensein, ja auf feinen Kultur- ftanb zu schliessen. Da» gelte sogar für ganze Völker, deren kulturelle Ver assung nicht allein nach ihrer .Bildung', im Sinne des Besitzes toiffenfdia ilicher Kenntnisse, sondern auch nach ihrem äusseren Gehaben eingeschänt zu werten pflegt Zu letzterem gehört gewiss in hervorragendem Masse der Austausch des Grusse». Dem Wissen stehen untere hohe Güter. Religion und Sitte zur Seite. Ich kenne keinen Menschen, der aus sein Menschentum etwa» hält, ter von sich sagen möchte, er verzichte auf diese drei Dinge Del Wissen und Sitte wird sich nierranb auf» Abstreiten verlegen. Vur bei ter '■Religion wirb » mancher versuchen. Ob mit Erfolg ? ffr wird sagen, dah er die wahre Veli- gion in sich trage, dah i h m etwa ein Gang in die Vatur ober gute Musik die Religion ersetze, ilnb schon neigt er sich vor tem Schöplung»- willen. ber da war vor dem Ergebnis und vor unergründlichen Offenbarungen und zeigt damit, bah eS ihm am Besten nicht fehlt, bah er wahrer Herzensbildung zugänglich ist. die allein entsteht im edlen Schmelzvrozch von Wissen, .Religion und guter Sitte. Aber wie komme ich dazu, von solch' hohen Dingen zu reden, ba ich doch nur vom bescheidenen Druhen sprechen will? Mit Verlaub, weil ich der Meinung bin, dah der Gruss, das Grüssen, beider Art. Form und Wesen, ein Au» luh wahrer Herzensbildung ist, und darum mag eS so tief bedauerlich fein, bah daS wahre Grühen so vielen unsere» Volkes verloren ge- Die HerzenSbilbung, . äussert sich gewisslich nach zwei Seiten hin. nach Innen und auhen. Der stille Wohltäter 3U<6tung fabrtnbte Möbelwagen auf. Der Führer de- Motorrades, ein 22]adriger Äauf- wann Han- Verlach von hier, wurde so schwer verletzt, daß er aus dem Transport Ini Äranlcn- haus verstarb. Sein Beifahrer Theodor Burkhard erlitt leichtere 'Verlegungen, muhte aber ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert werden. — Troy aller Mahnungen in der Tagespreise und Vekanntaabe im Radio ift es dem Paketabaabeschwindler Liebscher in den letzten Tagen wieder gelungen, einer Hausangestellten in Abwesenheit ihrer Herrschaft ein Paket mit wertlosem Inhalt oufzuschwätzen. wofür der Schwindler eine angebliche Rachnahme« aebühe von 200 SHL verlangte und von dem leichtgläubigen Mädchen auch erhielt. Liebscher ift ein ganz geriebener Dauner. Wenn ihm ein Soup gelungen ift. verlädt er schleunigst Frankfurt. um neue Opfer an anderen Orte, zu suchen. LPD. Frankfurt a. M.. 3. Ian. Die Gemeinnützige Heimstatten-Akti enge s e l l s ch a s t Frankfurt a. W., an der als Ak ionärt die Stadt Frankfurt a. 'M. und die Gemeinnützige Ges llschaf. für Angestellten-Heim- ftä len In Berlin beteiligt sind, hat m t einem neuen Bauvorhaben begonnen. 3n ttn- mltt (barer Bähe des Licht- imb Luftbob?« an der -icherSheimer Landstraße werden rund 130 Wohnungen mit vier drei und zwei Z.m- mem, mit neuzeitlichen Ginrichtungen versehen, au-geführi. In diesen Baublock sollen auch etwa 30 Ginfamilienhäufer mit je Drei- und Sechs zimmertoohnungen au'gmornmm werden. Die 5er Igflellung der Häus.rgruppe ist im Herbst dieses Jahres zv erwarten. Zu dem gleichen Termin sind die Wohnungen bezi hbar. In erster Linie werden die B dürsnisse der Pr.vatangestell- ten berücksichtigt werden WEN > nttreie pretowwt cnte Irisch von der See: Mellon o.fiopl daS Pfand 26 Pfennig Schade & Süllgrabe 'Baunbofitraiie2G, Viiblotnhrahc 20 Walltorstrane 24. Nriedrichltr. 14 Kaiierallec 20 lS6c Frische Seefische Donnerstag früh elntreffenb: I» Cchcllssiche ohne Kovl la Kabeljau ohne Rouf la Seelachs ohne Kopf la Moldbarsch ohne Kovf la Pratichellstsche Irische Siirtifotclctt# Prima Volllett Bückinge Echte flfranllnrtcr Würstchen iietS Irisch, da» Paar &0 Psg. Ab diele Woche wieder laufend jeden Donnerstag u. dretiag frische Milche »um billigsten rageSvretS. Gebr.Männche Lebensmittel. Feinkost. Drogen vlebia-.EckeWtlfonstrafte Del. 1330 ______________________________________177 Inventur-Ausverkauf Sporthaus Schneider --- ---------------------- ■ in IrOher Mk 36.00 GIESSEN Neuenweg |fl Gröfltes Spezial- Sportnau» in Oberhessen und fettloser Ausverkauf aller Wintersportgeräte 15 bis 25% Rabatt! vom 5. -20 Januar auf meine festen Katalogpreise Schnee-Schuhe und Ski-Stiefel, prima Qualität tieqinn: in unsrem' .Inventur Riem DIE PREISE DIE LEISTUNGEN - Samstag, den 7. Januar Nur QualitMta-Ware! Mlueburg12 (neben Mlusbarg 12 Transportable Ehamotte hellelöien feuerfeft unverwüftlidi billig Nr. S Dritter vlatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger ffr Oberhessen)Mittwoch, 4. Januar 1<)28 Aus Natur und Technik. Gin Riesenfernrohr... ... leider auf Reparationölonto. von tkofdlor Dr Paul Kirchberger. (Rachbruck. auch mit Quellenangabe, verboten') Sir Deutsche dürfen e» ohne Ruhmredigkeit für uns in Anspruch nehmen, daß wir nicht nur in der Wissenschaft öcr Sternkunde stets an der Spitze oller Muüuroöiret gestanden, sondern auch insbesondere In ihren technischen Grundlagen, nämlich im Fernrohrbau, Au allen Heilen Hervorragende» geleistet haben. E» Ift schließlich überall der ®et(t, der sich den Körper baut, und so sind auch für die Leistungen in der Sternkunde wenige die dufteren Bedingungen maßgebend, die ja für uns Jjinten im Norden" und unter meist trübem Himmel Geborenen nicht allzu günstig sind, sondern vielmehr die geistigen Veranlagungen. In der Sternkunde erfordern diese vor allem eine Durchdringung der Wissenschaft und Technik, und diese können wir wohl als unser Erbteil ansehen. Daß wir nun untere Fähigkeiten in den Dienst der „■Reparation" stellen müssen, ist natürlich ein Kapitel für sich, aber un» der Leistungen unserer Industrie freuen, das wollen wir trotzdem Vas neue Riefenfernrohr, von dem wir sprechen, ist von der Firma Carl Zeitz in Jena gebaut und für die Sternwarte Meraie bei Como, die eine Tochlerfternwarte von Mailand ift, geliefert. Das Fernrohr gehört zu den größten der Welt und zeichnet sich außerdem noch durch eine große Diel- feltigkeit in feiner Verwendbarkeit aus. Um die» zu verstehen, müssen wir etwa» weiter ausholen. Alle Fernrohre zerfallen in zwei große Gruppen: die sog. Refraktoren, bei denen da» Bild durch Brechung des Lichte» in Linsen zustande kommt, und die Reflektoren, die auf der Spiegelung de» Licht» durch Hohlspiegel beruhen. Beide Arten von Fernrohren sind etwa gleichzeitig Im Anfang des 17. Jahr- mindert» in Gebrauch gekommen, und bald wandte sich die Aufmerksamkeit der Astronomen gerade den Reflektoren, also den Hohlspiegelfernrohren zu, weil bei ihnen eine namentlich für jene Zeiten sehr große Schwierigkeit der Refraktoren wegsiel, nämlich die Farbenzerslreuung. Linsen brechen ja nicht nur das öicht, sondern zerstreuen es auch nach seinen Farbett, was bei der Splegelung nicht eintritt. Heutzutage kann man freilich durch die sog. achromatischen Fernrohre, die auf passender Zusammenstellung verschiedener Glasarten beruhen, auc' bei den Refraktoren die Farbenzerstreuung vermeiden. Damals aber bot dies noch ungelöste Schwierigkeiten, u,nd so beruhen beispielsweise die großen Erfolge Herschel», dessen kühner Fernrohrbau vor nunmehr bald 200 fahren allgemeine Bewunderung erregte, ausschließ 25 Jahre Morse-Alphabet. Von Dipl.-Ing. Dr. Arthur Hamm. 3m Jahre 1832 fuhr ein unscheinbarer, kleiner M«m. der sich in Europa zu geschäftlichen Zwecken aufgehalten und dabei die neuesten Fortschritte de. Elektrizität le.raengelernt hatte, mit bem Schiss „Sully" nach Amerika zurück, älnterwegs erzählte er den Mitreisenden von dem, was er in Europa Reues gesehen hatte, und sprach von der unaeheueren Geschwindigkeit der Elektrizität in Drähten. Dabei kam er auf die 3bec. diese Geschwindigkeit zur Kon- ftnifHon eines Telegraphen auSzunützen. der in ganz anderer Weise gebaut sein sollte als die Telegraphen, die er in Europa getchen hatte. AIS er am 15. November an Land ging, machte er sich sofort an den Bau eines Modells und erfand gleichzeitig ein besonderes Alphabet für seinen noch gar nicht eriftierenber. Telegraphen. DaS war der Anfang des internationalen Morsealphabets, das heute in aller Welt verbreitet ist, und das auch von der rmter ganz anderen Bedingungen arbeitenden drahtlosen Telegraphie unverändert übernommen worden ist. Es kommt feiten vor, daß eine technische Schöpfung ein so langes Geben hat. und eS lohnt sich daher Wohl, die Entstehungsgeschichte diekeg eigenartigen Gebildes nachzu- zeichnen. Die AnfangSgefchichte der elektrischen Telegraphie kannte noch kein selbsNötiges Aufschreiben der telegraphische., Zeichen. Die meisten Telegraphen waren sog. Radelt ttegraphen, d. h. vor einem Zifferblatte, das die Buchstaben deS Alphabets, die Grundzahlen und einige wichtige Zeichen trug, spielte eine Radel, die durch den elektrischen Strom in Bewegung gesetzt wurde. Zeder Stromstoß brachte sie um einen Schritt weiter, und so konnte sie in ruckweiser Bewegung daS ganze Zifferblatt umkreisen. Der Buchstabe, vor dem sie etwas länger stillhielt, galt al- telegraphiert und wurde ausgeschrieben. SS Ist selbstverständlich, daß es auf bitfc Meise endlos lange dauerte, bis ein Latz zusammenkam. Ging »in solches Telegramm gar über die Landes- klch auf Reflektoren. Denn nun auch heutzutage jene Schwierigkeit überwunden ist, so spielen dvch die Reflektoren im yemrohrdau immer noch eine höchst bedeutende Rolle, und sie haben den Refraktoren gegenüber den Vorteil, daß man zu viel größeren Deffnungen übergehen und dadurch auch bedeuten- dere Vergrößerungen erzielen kann. Den Refraktoren gegenüber haben nun die Re flektoren den Nachteil, ober sagen wir vielleicht bester die Unbequemlichkeit, daß bei ihnen da» Licht nach der Richtung zurückgcworfen wird, von der er- stammt. Würde man also keine besonderen Kunstgrifte anwenden, so stände der beobachtende Astronom sich seist im Lichte und finge einen Teil des sonst in den Hohlspiegel gelangenden Lichte» ab. Um diese Schwierigkeit zu vermelden, sind nun mehrere Systeme im Gebrauch, von denen die Hauptfach lichsten die beiden folgenden sind: Reflektor nach Rewton. Das Rewton-Shstem beruht darauf, daß den von dem Hohlspiegel bereits gesammelten Strahlen kurz vor ihrer völligen Vereinigung ein unter einem halben rechten Winkel geneigter ebener Spiegel in den Weg gestellt wird, der daS Straylenbündel seitlich ablenkt. Reflektor nach Gastegrain. M Haupthohlspiegel mit dem Brennpunkt F, S zweiter Spiegel mit bem Brennpunkt 1 O Okularlinse. DaS Tassegrainsystem löst die oben erwähnte Schwierigkeit dadurch, daß es den Strahlen nicht einen ebenen, sondern wiederum einen gekrümmten Spiegel in den Wcg stellt, dessen Achse mit der Fernrohrach c zusamincn- fällt; er wirft die Strahlen aijo nach dem Hohlspiegel zurück: um sie nun in- Freie gelangen zu lassen, wird der Hohlspiegel in der Mitte durchbohrt. Durch diese Bohrung hindurch können die zu einem Bild vereinigten Strahlen durch die sogenannte Okularlinse beobachtet werden. Aeußerlich wirkt also das Cassegrainsystem insofern ähnlich wie ein Linsenfernrohr als der Beobachter hinter dem Fernrohr steht und in der Richtung auf den Stern blickt. Da- Fernrohr, von dem wir h.er sprechen. Hal nun die Eigentümlichkeit, sowohl als Eassegrain- wie auch als Rewtonsernrohr benutzt werden zu können. Es hat außer dem für beide Derwen- dungsarten gemeinsamen großen Hohlspiegel sowohl einen wölbigen Spiegel für die Easf-egrain- verwendung. als auch einen ebenen Spiegel für die Verwendung nach dem Rewlonversahren. Gewaltig sind die Ausmaße des neuen Fernrohrs Der Durchmesser des Haupt- s p i e g e l s und damit die dem Stern zugekehrte Oefsnung des Rohrs beträgt 1 e t e r. Der Spiegel Ist ein sogenannter Parabolspiegel, d. h. die spiegelnde Fläche ist nicht ein Teil einer Kugelobersläche. sondern ein Teil eines sogenannten ParaboloidS, weil nur bei dieser Form die vom Stern kommenden Lichtstrahlen zu einem scharfen Bild vereinigt werden. Der Spiegel allein wiegt nicht weniger als 370 Kilogramm. Die Bohrung in der Mitte für das Lassegrain- shstem hat einen Durchmesser von 17 Zentimeter, was ungefähr den 35. Teil des ganzen Spiegels au-macht. Mitsamt seinen Roheinbauteilen wiegt der Spiegel gar 3500 Kilogramm. Unser Bild gibt einen anschaulichen Eindruck von der Größe des Fernrohres. Es zeigt eine Ausnahme während des Baue- in der Stern- warte au Merake. Die große, mitten durch da» 3ilb gehende Achse, die auf zwei festen Lagern ruht, fällt In die Richtung der sogenannten Weltach'e. d. h. sie ist mit der Achse der Erdumdrehung gleichlaufend. Wird das Fernrohr um diese Achse herumgedreht. so folgt es den Bewegungen der Sterne und kann diesen durch ein Uhrwerk nachgeführt werden. Außerdem kann sich daS Fernrohr um die zur Weltachse senkrechte Achse drehen. waS man .Bewegung In Deklinationen' nennt, während man die erste Bewegung auch als .Bewegung in Stunde" bezeichnet. Die in Deklination beweglichen Teile einschließlich des Gegengewichtes wiegen 6300 Kilogramm, die in Stunde beweglichen Teile 8200 Kilogramm und ein besonderes .Ent- lastungsgewicht in Stunde" 1400 Kilogramm. 3n Europa hat da- neue Fernrohr nur ganz wenige seinesgleichen. Einen noch größeren Spiegel zeigen von europäischen Fernrohren nur drei, nämlich eines vom Observatorium Bircastle in Irland mit 183 Zentimeter Spiegeldurchmesser und je eines auf den Sternwarten zu Berlin- Jleubabelflberg und zu Paris mit je 120 Zentimeter. Der größte Reflektor der Welt ist nach wie vor der auf dem Wount-Wilson-Obser- vatortum in Kalisornten von nicht toenlgct als 2.58 Meter Spiegeldurchmesser Hierzu muß aber bemerkt werden, daß die Oefsnung eines Fern- rvhreS mit den BeobachtungSbeoingungen im Einklang stehen muß. Rur bei ganz ungewöhnlich ruhiger und klarer Lust kommen so gewaltige Maße, wie die deS Mount-Wifton-Observato- rlums. daS auf einem Berg von über 1700 Meter Höhe steht, in Frage. Es bat sich indessen gezeigt, daß trotz der unvergleichlichen Bedingungen. unter denen die amerikanischen Sternwarten. namentlich die Dergstemwarten. arbeiten die europäische Sternkunde immer noch einen sehr wirkungsvollen Wettbewerb mit ihnen führen kann. Da» neue Fernrohr wird das selnige hierzu beitragen, indem eS wenn auch in frem- dem Lande, den Ruhm deutscher Wissenfchast und deutscher Technik verkündet. Technischer MMick auf bas Jahr 1927 Buchmann. chcrn und von der hydraulischen Speicherung Gebrauch gemacht worden. Sv entstehen bei Hengstey in Westfalen und in Riederwartha bei Dresden Pumpspeicherwerke, die bei geringem Kraft - verbrauch am Tage und besonders in den Rächt- stunden Walser In ein Hochbecken pumpen, daS beim Spitzen bedarf wieder zur Krafterzeugung herangezvgen wird. Im VerbrennungSmotorenbau verdient der Vorschlag des Dresdner Ingenieurs Arno Dörner Beachtung, in jedem Zylinder drei VerbrennunmSkammern und zwei Kolben unterzubringen. Durch einfache Regelung der DaSzusuhr zu den einzelnen Zhlinderkammern würde eS möglich fein. Ne Leistung de« RlotorS In einer größeren Anzahl von Stufen zu regeln. Zur Erforschung des •tbtnnern und zum Aufsuchen von Lagerstätten find verschiedene elektrische und akustische Verfahren in wesentlichen Einzelheiten weitergebildet worden, so daß bk Sicherheit der Lagerbestimmung bedeutend zu- genommen hat. Bei Schachtförderanlagen bürgert sich jetzt auch in Deutschland da» Gesäßförder- system ein: Anstelle von Förderkörben zur Ausnahme der einzelnen Kohlenwagen werden große Kübel verwendet, die unter Tage au» Bunkern gefüllt und über Tage durch Kippen oder Oeffnen eine- BodenverschlusseS entleert werden. Die Förderleistung kann durch da» neue System erheblich gesteigert werden. In der chemischen Industrie ist daS Berginverfahren zu Darstellung von Oelen au» Kohle in größerem Maßstäbe eingeführt worden. Der (Zeche Moni Eenls Ist ein neue» Stickstoffverfahren geglückt, und zwar wird der Stickstoff mit dem Wasserstoff bei verhältnismäßig niederen Drucken und niedrigen Temperaturen durch Katalyse zu Ammoniak vereinigt. Die bedeutendsten Ereignisse im Hoch- und Tiefbau waren die Eröffnung der 55 Meter langen Eifenbahn-Hubbrücke über die MaaS in Rotterdam, die In einer Minute 41 Meter doch gehoben wird, so daß selbst Ozeanriesen darunter hindurchfadren können, und die Inbetriebnahme de» 2,/1 Kilometer langen Doppeltunnels unter dem Hudson. Wichtige Fortschritte bat auch das Verkehrswesen zu verzeichnen. Die AEG. baute die erste Kohlenstaublokomotive für die deutsche Reichsbahn. Umfangreiche Versuch? mit selbsttätiger Zug Neuerung wurden in Deutschland und Amerika gemacht: daS letzte Wort ist darin noch nicht gesprochen. Im Krast- sahrzeugbau ist die Verwendung von Hochdruck- damps bei einem OmnibuS in Amerika mit Erfolg versucht worden. Auch im Flugzeuawesen erzielte man mit einer besonderen Rennmaschine eine neue Von Wilhelm (Rachdruck verboten!) Zieht man den Jahresabschluß aus der Entwicklung der Technik, so lallt es auf. daß wohl auf vielen Gebieten wesentliche Fortschritte gemacht wurden, daß aber wie im Vorjahr nur wenige grundsätzlich bahnbrechende Reuerungen zu verzeichnen sind. Immerhin lohnt sich ein Rückblick auf die Leistungen und die erreichten Erfolge. TaSBestreben, die zu Gebot stehenden Kraftquellen wirtschaftltch zu erfaßen, hat einmal dazu geführt, Kraftwerke mit Immer größeren Einheiten, sowohl an Kessel- wie auch an Stromerzeugerleistungen. zu errichten, und zum andern den Wirkungsgrad, insbesondere im wännetech- nlschen Teil, zu heben. Maristeine in dieser Entwicklung sind daS im Frühjahr abgelieferte Großkraftwerk Klingenberg in Derlin- RummelSburg und der Erweiterungsbau der Hell-Gate-Station in Reuyork. Während im Kraftwerk Klingenberg der bedeutendste Fortschritt im Großkesselbau liegt — jeder der mit Kohlenstaub befeuerten 16 Kessel hat eine Heizfläche von 1750 Quadratmeter — sind beim amerikanischen Kraftwerk die Leistungen bet neuen Maschineneinheit sehr beachtenswert. In der Dainpferzeuguna schreitet die Entwicklung immer mehr zum Höchstdruckdampf. Eine ganze Reihe von Versuchsanlagen mit Trucken von 100 bis 221,2 Atmosphären (kritischer Truck) wurde erstellt. Besonders bemerkenswert find die Kessel von Atmos, Hartmann, Löffler und vor allem ein ganz neuartiger Hochosenkessel, der nach dem von den Siemens-Schuckertwerken 21.-0. benutzten Bensonoersahren arbeitet. Der Kessel für dieses Verfahren, das bekanntlich Tantpf unter dem kritischen Druck und der kritischen Temperatur erzeugt, gestattet eine Dampfentnahme von stündlich 33 000 Kilogramm. Bei dem dauernd zunehmenden Krafthunaer rücken neben der gesteigerten Ausnutzung Der Wasserkräfte avC) alte und neue Möglichkeiten in den Vordergrund. Besonders bemerkenswert ist der Plan, Die Gezeiienbewcgung in den dienst der Krasterzcugung zu stellen. Zu diesem Zweck entsteht an der Ost lüste RordamerikaS ein großzügig angelegtes Flutkraftwerk, daS jährlich 2.5 Milliarden Kilowattstunden erzeugen soll. Ein Kapitel für sich ist die Frage der Deckung der Leistungsspitzen, die nur wenige Stunden am Tage oder im Jahre auftreten. Würde man die Kraftwerke so groß bemessen, daß sie dauernd in Der Lage wären. Die volle Höchstleistung absugeben. so würde dahineingesteckte Kapital in der größten Zeit brach liegen. Von den bestehenden Möglichkeiten, sich für die Spitzenleistung einen Krastvorrat aufzusparen. ist im verflossenen Jahr insbesondere von der Wärmespeicherung in Ruthspei- grenze. so war die Sache noch viel schlimmer. Denn im 2lachbarlande touren natürlich andere Apparate Im Gebrauch, so daß der Beamte der Grenzstation das Teleg.amm aufschreiben und dem Beamten des anderen Landes zum Weitertelegraphieren übergeben mußte. Häufig arbeiteten beide in demselben Raume, das änderte nichts an Dem Verfahren. Dagegen kann man heute von London bis Bombay oder Peking durchtelegraphieren, weil die Leitungen zusammengeschaltet werdet, und die Apparate zusammen paffen. Die älmständlichleit des ganzen Systems veranlaßte viele Erfinder, nach einem Telegraphen zu suchen, der die übermittelten Zeichen selbständig aufschrieb. Es war daher ein aroher Fortschritt, als es den deutschen Fordern 6 teinbeii und Stöhrer gelang, schreibende Telegraphen zu konstruieren. Sie lieferten ein aus zwei Zeilen zusammengesetzes Alphabet, aber während bei S.einheil nurPuickte zur Zeichenbildung dienten, hatte Stöhrer schon den Gedanken, der seitdem die Alleinherrschaft errang- er baute sein Alphabet nämlich auS Punkten und Strichen auf. Rur machte die Anordnung in zwei Zeilen die elektrische Sm- richrung noch recht verwickelt. Allen Schwierigkeiten dieser und ähnlicher Art machte der Telegraphenapparat von Samuel F. B Morse ein Ende. Er war von einer derart verblüffenden Einfachheit, daß kaum eine Möglichkeit bestand, ihn in den einzelnen Ländern verschieden auszuführen, und fo wurde er in verhältnismäßig kurzer Zeit international. An einem zweiarmigen' Hebel war auf der einen Seite ein eiserner Anker, auf der anderen ein Bleistift angebracht. Dem Anker stand ein Elektromagnet gegenüber: floß durch feine Draht- Windungen Strom, so zog er den Anker nach oben, tnwlgedessen ging der Bleistift nach unten und machte einen Punkt oder Strich, je nach der Zeitdauer des Stromstoßes, auf einen Streifen Papier, der durch ein älhrwerk unter ihm weggezogen wurde. Rach feiner Landung machte sich Morse sofort an den Dau eines Modells, wobei er aber den merkwürdigsten Schwierigkeiten begegnete. Als er versuchte, einen Elektromagneten zu kaufen. war ein solcher schlechterdings ia ganz Amerika nicht auf5utrdbeii, wobei man allerdings berücksichtigen muß. daß Amerika damals nur ein schmaler Streifen an der Ostküste war, wahrend der größte Teil des Kontinents von Indianern bewohnt wurde Als er sich ihn dann selber anfertigen wollte, konnte er keinen isolierten Kupferdraht bekommen, und mußte auch diesen erst an fertigen lassen, um seinen erfinderischen Gedanken zu verwirklichen. Die Zwischenzeit nun benutzte er, um für seinen noch gar nicht eyiVieren ben Telegraphen ein Alphabet zu erfinden, und so wurden denn die letzten Wochen des Jahre- 1832 die Geburtszeit des ersten und eigentlichen Morse-Alphabets. Mit dem heutigen Morse-Alphabet hatte es freilich kaum eine Aehnlichkeit. D.e Umständlichkeit, mehrere Worte oder gar einen Satz telegraphisch -u buchstabieren, hatte in jener Zeit schon zur Einführung der heute so gebräuchlichen Codes geführt. Eine Gruppe von etwa fünf Zahlen bedeutete einen ganzen Satz, der sich so in vergleichsweise kurzer Zeit telegraphieren ließ. Dem paßte auch Morse sein Alphabet an, das nur auS Punkten bestand. Fünf Punkte. im gewöhnlichen Abstande von einander geschrieben, bedeuteten z. D. die Zahl 5, schrieb der Apparat sie aber mit großem Abstande so bedeuteten sie eine 10. Cs fetzte also immer noch die Verwendung der dickleibigen Codebücher voraus. Erst einer von Mörses Mitarbeitern, Bail, erfand ein aus Punkten und Strichen gebildetes Alphabet. das die Codes überflüffig machte. AuS ihm wurde unter wesentlicher Mitarbeit eines hamburgischen Telegraphenbeamten, Clemens G e r k e, daS heutige international eingeführte Mvrst- Alphabet entwickelt. Der im Jahre 1850 gegründete Deutsch-Oesterreichische Telegraphenverein, eine Vereinigung der Tefegraphrnverwaltungen aller deutschen Staaten, führte dieses Alphachet dann im Jahre 1852 offiziell ein. Diese bevorzuge Stellung hat es noch heute inne. ‘Jüan hätte erwarten können, daß die gewaltigen technischen Wandlungen in diesem dreiviertel Jahrhundert auch andere Alphabete erfordert und das Morse-Alphabet beseitigt hätten. DaS ist nicht geschehen, und dies zeigt, daß man mit feiner Schöp ung ein Maximum an Einfachheit und Anpassungsfähigkeit getroffen hat. Freilich haben sich Teilgebiete der Telegraphie entwickelt, die daS Morse-Alphabet nicht kennen. Ein solches Teilgebiet Ift z. D die Telegraphie auf unterseeischen Kabeln. Solche Kabel haben die Eigenschaft, unglaubliche Mengen (lleftUltät m sich als Ladung auszuspeichern, sie gewissermaßen zu verschlucken. 3nfolgcbe(kn kommt ein bineinaefanbter Stromstoß gleichsam nur als schwacher Hauch am anderen Ende an. Er hat nicht mehr die Kraft, einen Elektromagneten zu betätigen. Es ist, als ob man In einen großen See einen Stein würfe und am anderen älfev durch die fo entstandene Welle noch irgendwelche Wirkung auslösen wollte. Rur gant feine und höchst empfindliche Apvarate sprechen daraus an. Infolgedessen wurden für die Kabeltelegraphie besonders empfindliche Schreibapparate entwickelt, die eine feine Dchlängellinie schreiben, deren Abweichungen nach der einen oder anderen Seite die Buchstaben bedeuten. Sin aitdereS Gebiet. das dem Molke-Alphabet nicht unterliegt, ist die Schnelltelegraphie. So rasch auch ein geübter Telegraphist mit dem Mvrsetaster arbeiten kann, den modernen Ansprüchen des Massenverkehrs genügt es nicht. Hier sprang der Maschinentelegraph ein. der eine um ein Vielfaches höhere Geschwindigkeit erzielte. Bei rhm werden bte Buchstaben durch Löcher gebildet, die in fünf Reihen in einen Papierstreifen eingestanzt sind. Dieser Streifen wird mit großer Geschwind iglest zwischen einer Metalldrahtbürste und einer Metallplatte durchgezogen. Das Papier isoliert beide voneinander, em Loch aber läßt die Drähte der Dürste die Platte berühren und gibt so Anlaß, zu einem Strom stoße. Durch einen kehr komplizierten Mechanismus werden diese Stromstöße auf der Gegenseite unmittelbar a ls Buchstabe gedruckt. Reuerdings ist es auch gelungen, diesen Maschinentelegcaphen in die drahtlose Telegraphie einzuführen. Trotzdem werden noch heute die meisten Telegramme im Morse- Alphabet gegeben, wie viele Besitzer von Rundfunkapparat en, namentlich in der Rähe der Küste, ihrem Leidwesen täglich erfahren. Die Bedeutung der gronffurtcr Meffe. DSV Frankfurt a. 'm.. Z. Ian Die Industrie- unb 5V.nMfl!()mnifr Frankfurt a. M.- Hanau hatte die Prelle zu einer Besprechung eingeladen, um sie über ihre Stellungnahme von 523 Kilometer in der Snwde. wonntman bald an der Grenze der für einen Menschen noch erirägluchen ®d4otn£>t^rU beim Durchfahren von Kurv« dürile. Der Sommer brachte Guropaflüge, die außer m technisch^ Hinsicht j-^ch nur fponlich gewertet werden kLemen. da SnT«t«6r auf kein «öglich erscheint. Boll Stolz können wir de« Dauerrekord«« einer Iunke r « - maschine gedenken der der L.iftungsfähigkeU und Zuverläl'tgkett der Deutschen Nu^g- und Motorenindustne da« beste Z^gm« auSstell . An Stelle de« Fluazeuae« scheint da« Luft' schiss zunächst dazu berufen zu leim den Schnett. Weltverkehr zu übel nehmen. In -rr-.-chrtchshaien wird do» >ppel,nlust'chiff L. A. 127 V.bau'stda« für den Verkehr von Spanien nach öuMmcnra bestimm, ist S« wird ein Fällung« vermögen von 105 000 Kubikmeter fyabm und an Stette von Benzin mit Da« betrieben werden. da Seewesen ist die Leistung Zx« deutschen Bermel,ung«,chisf« .Meteor^ ruhmend zu erwähnen. da« in zweijahriaer Forschungsarbeit den südlichen Dell de« Atlanti'chenOzean« er- kündet hat. Vicht weniger al« «7 000 Lotungen sowie ein. große daßl anderer Beobachtungen wurden gemacht Dabei haben sich die von deut- schen .Firmen durchgebildeten Scholotver; ähren auf« glänzendste bewährt; ohne sie wäre e« «ans undenkbar gewesen, die gewalttge^Ardei der kartographischen Ausnahme de« Meeres- grunde« -ine« so riesigen Gebiete« in der ver- hältni«mähig kurzen 3rti durr)»usühren. Mit die lebhasteste Sntwicklung hat da« Vach- r tchtenwesen zu verzeichnen. Deutschland er- hielt nach dem Krieg« sein erste« neue« Amerikaka del. da« von Emden über die Azoren nach den Bereinigten Staaten fuhrt. Die Telegraphiergeschwindigkeit konnte darin aus 1500 Buchstaben in der Minute gesteiaert werden. Der 2u«bau der Fernsprechsernkabel hat in Europa und besonder« in Deutschland weitere Fortschritte gemacht. Bemerkenswerte örcitrnUk waren die Inbetriebnahme der Fernkabel Berlin-Wien und Berlin -Dari«. Mit Riesenschritten ist die drahtlose Telegraphie fortgeschritten. England eröffnete den Aichtsunkdienst nach Kapstadt. Drahtlose« Fernfprechen gelang einwandfrei zwischen Berlin und Bueno« Ai re« über 12 000 Kilometer sowie .wischen Holland und Ostindien. Die Bedeutung der kurzen Wellen ist immer mehr erkannt worben. Die Rundsunkaeräte haben wichtige Fortschritte zu verzeichnen! in Deutschland wurde die Wechftlftromröhre eingeführt; die Geräte sind durch Vereinfachung der Bedienung durch einwandfreie Entnahme de« Strome« au« dem Veh vervollkommnet worden. Bemerkenswert« Ereignisse in Funkübertragungen waren der Beriuch vom Taucher zum Flugzeug zu sprechen und die Uebermittlung de« Welt- meisterschaftSborkampse« au« Amerika. Der Zugfunk dehnt sich weiter auf die Streike Berlin München au«, auch in Italien werden einige wichtige Steeden damit versehen. Die Bildtelearaphie ist soweit durch- gebtldet worden, hast sie in Frankreich und neuerding« auch in Deutschland (Berlin-Wien) in den öffentlichen Dienst eingestellt werden konnte. Daneben wurden wohlgelungene Versuche durchgeführt. zwischen Berlin und Vio de Janeiro Bilder drahtlos zu übermitteln. Der Fernseher wurde erstmalig im Frühjahr zwischen Veuhork und Washington vvrgesuhrt, und zwar wurde mit und ohne Draht übertragen. Tie technisch-wtssenschastliche Forschung zeitigte eine neue Kathodenstrahlröhre, die ausserordentlich kräftige Strahlen zu erzeugen gestattet. Wichtig scheint auch die Erfindung eine« neuen ruhenden Gleichrichter« zu sein, der im wesentlichen nur au« Kupfer, Kupserorid und Blei besteht und der niedrig gespannten Strom mit verhältnismastig hohen Stromstärken gleichrichten kann. Die Ausnahme- und Wiedergabe- verfahren für Sprech Maschinen haben insbesondere durch Einführung elektrischer Mittel außerordentlich an Reinheit und Klarheit gewonnen. so daß In Zukunft wohl mir noch elrf- irisch bespielte Platten erzeugt werden dürsten. Einen beachtenswerten Schnti tat der russische Professor T h e r « m i n mit seiner .W eilen- muH T. bei der die Töne auf elektrischem Wege durch Kopplungsänderungen hon Schwingunqs- kreisen erzeugt werden Darin dürste ein bedeutsamer Ansang sür die zukünftige Entwicklung einer Aundfunkinusik liegen. zur Bkessesrage W mterd4*rn und Me Gründe darzulegen. dsees der Kammer al« dringend forderlich scheinen lallet nach tme vor für die Frankfurter Meffe Hn- zutreten. Die wirtschaftlichen Berhällnüse der Inflationszeit und der Stabilifierungsbnf« »unten ferne Grundlagen für Me Vrurteillmg der Bedeutung der Frankfurter Me-fen bilden. Dre Frankfurter Meilen de« Jahre« 1^27 hätten Lwieien, dah sich die Meffe m stimmten Branchen einen festen Aussteller- und Einkäufer- kreiS erworben hab«, der eine gesunde Grundlage für eine auS ichtSreiche Sntwidlung der Metten bilde. Da« Bestehen der Meffe habe dazu geführt, dah in Frankfurt a. M. zwilchenstaat- liche WirtfchaftSvertretungen errichtet werden konnten .-gung an der Börse weiter zum Stillstand. Die T c n t> c n 3 war überwiegend ctwaS schwächer, da die Spekulation weiter zu Realisationen schrill. Di<- Berliner Arbitrage soll ziemlich viel Material auf den hiesigen Platz geworfen haben, daS jedoch noch perhältntsniäßig glatt auf genommen werden konnte, da wieder einige Publikum«- aus träge Vorgelegen haben dürften. Gegenüber der starken Beachtung, die der Reich«bs eusmt« etn «fi( K» ♦ . Uric»”®« tlelbm u. — ■■ I.U —- —B —— _ — 34.7 _ # v I1U ’A 4 34.5 •'d-»« r.-r i ,■ i «B — — *« »renrnrN . *• l»n J.-aentcbe • ISII • ne I L<1 14.4 14~* I.U 14.13 1.» 14 X l».l — IS.75 IS S ♦ hni e«* ii 14.« 14 tu 14.9 cmwrl »,« m »cixai S.l — - i*e >»>» IS. 4 16 ■Uj r<»n<: eiknl46a 4 . — —— Aae*»urv-.w -*n*i P.,k" . * ist s BL» BITS IM.13 » r:s c* OerH - raruf« - • • 317 flee» e «a« ic IST »*». 5 1 4.5 137 IJö ISO 1 ISO t IMnfSerttn Io IS4 IXi.S 154 1X1.5 1 CMH?« 11 Ml • 361 »1.5 1 - ®»n- l i'l W 171.< inrt ■ «jrleralMit 13 xr <33 L» S) rat'* f IQ '»te«t--Se'rUtch«v Änt 10 ITO 71 IM 71 ITO ITO 14.1 1*3 1*1 M3 3> ■rtlenn VIo «43 X IO» IM. 75 ix) : • JutriNet'®« , w- Q4 fttatltanf 1 14* 1*1 7t 145 6'), 73 .-*• S cto 73 2*7 S (sintb «rlth- fttrtr . . 10 — ' 154 •85cm ^teftr ... ■ * —— 140 160 ■ <6!d. wurtr....... 10 — 1 — 173,5 >72 Schu.lrn ...... .7 1*4.73 I»3 5 195 193 5 ^•rewrj * C*4i*b . . . 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