Nr. 260 Trstes Blaff 178. Jahrgang Samstag, 3. November 1928 Lr«che«„' lü glich.außer Sonntag» anb Feiertag». Beilagen (Bteßener Familiendlätt« Heimat im Bild Die Scholle Monalr.Vezvgrvretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trügen lohn, auch bei Richter» scheinen eingelncr'Jhimmem infolge höherer (Bemalt Fernsprechanl chlüss«: 61. 64 und 112 Anfchttft für Drahrnache richtew Anzeiger Gietze«. poKschetNoltto: grenffnrtam Main 11688. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen VrvS vnd Verlag: vrühNsche UniverfttSir-Vvch' mrd Sleindruckerel «.Lange tn Gletzen. Schrlftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Lnuahme von Snzelgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag oorfoer. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig^ für Re- ülameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° . mehr. Thefredakteur Dr Friedr Will) Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst B^umschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Bietzen Oer Kampf im Westen. Das Herz der deutschen Wirtschaft, das rheinisch- westfälische Industriegebiet, steht am Beginn eines Wirtschaftskampfes von gigantischen Ausmaßen. Annähernd 220 000 Arbeiter der norbrocjt- deutschen Eisenindustrie sind am 1. November, nach der Derbindlichkeitserklarung des im schwebenden Lohnkonflikt vom örtlichen Schlichter ergangenen Schiedsspruchs durch den Reichsarbeitsminister, ausgesperrt worden. Weitere hunderttausend Metallarbeiter der Randbezirke haben durch die sie vertretenden Gewerkschaften die Lohn- abtommen gekündigt. Der Konflikt ist nun nicht nur deshalb weit über seinen eigentlichen Rahmen hinaus von größter Bedeutung, weil er sich in einer der führenden deutschen Industrien abspielt, und sein Austrag und Ausgang unabsehbare Folgen für die gesamte deutsche Volkswirtschaft, ja auch für die Entwicklung wichtigster politischer Probleme haben kann, sondern auch, weil er eine Reihe grundlegen- der Mangel unseres Schlichtungswesens und offen- sichtlicher Lücken unserer Arbeitsgerichtsbarkeit bloßlegt, deren Beseitigung und Ausfüllung eine der dringendsten sozialpolitischen Aufgaben sein muß. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal kurz den Gang der Ereignisse, die schließlich zu der folgenschweren Maßnahme der Aussperrung von mehr als zweihunderttausend Metallarbeitern führte. Den Ablauf des Lohntarifs in der nordwestdeutschen Eisenindustrie haben die Gewerkschaften benutzt, um gleichzeitig mit der Kündigung eine Lohnerhöhung von 15 Prozent für die gesamte Belegschaft zu fordern. Der Arbeitgeberverband hat diese Forderung mit der Begründung abgelehnt, daß die daraus für die nordwestliche Gruppe der Eisenindustrie entstehende Belastung von rund 100 Millionen Mark für die davon betroffenen Betriebe untragbar fei, daß die Eisenindustrie die Erhöhung der Reichsbahntarife ihrerseits ohne eine Preiserhöhung für ihre Produkte habe vorübergehen lasten und daß vor allem die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Eisenindustrie auf dem Weltmarkt durch eine erneute Erhöhung der Gestehungskosten auf das schwerste bedroht werde. Da es über die Einwände der Arbeitgeber zu feinen Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften kam, wurde der gesamten Belegschaft der nordwestdeutschen Eisenindustrie zum 1. November gekündigt. Die Gewerkschaften haben darauf den Schlichter angerufen, der am 27 Oktober einen Schiedsspruch fällte, in dem der Belegschaft eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 5 bis 6 Prozent zugebilligt wurde. Während die Gewerkschaften diesem Schiedsspruch zugestimmt hoben, obwohl er nur einen Teil ihrer ursprünglich geltend gemachten Forderungen bewilligte, haben die Arbeitgeber ihn abgelehnt. Es kam dann erneut zu Verhandlungen, und zwar diesmal vor dem Reichsarbeitsminister als letzter Schlichtungsinstanz, dem es jedoch ebensowenig gelang, die streitenden Parteien auf eine Formel zu einigen. Reichsarbeits- minifter Wiffell hat darauf am 31. Oktober den Essener Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Der Arbeitgeberverband hat indessen den Schiedsspruch aus formellen wie materiellen Gründen als nichtig und daher auch die Verbindlich- keitserklärung dieses Schiedsspruchs durch den Reichsarbeitsminister als gesetzlich unzulässig angefochten. Er hak eine Feftellungsklage beim Reichsarbeitsgericht eingereicht und für die gesamte Belegschaft der Betriebe der nordwestdeut- schen Eisenindustrie die Aussperrung angeordnet. Für die Beurteilung des Konflikts ist es wesentlich, die Gründe kennenzulernen, die beide Parteien für ihre Haltung ansühren. Die Gewerkschaften behaupten, daß die gegenwärtig in der nordwc st deutschen Eisen- und Stahlindustrie gezahlten Löhne unter dem allgemeinen Lohnniveau lügen und daß die Steigerung der Lebenshaltungskosten eine allgemeine Lohnerhöhung gebieterisch fordere. Die Arbeitgeber wenden dagegen ein, daß die Durchführung des Schiedsspruches für sie untragbar sei, besonders auch angesichts der — übrigens auch vom Reichs- arbeitsminister in der Begründung seiner Ver- bindlichkeitserklärung offen zugestandenen — Verschlechterung der Wirtschaftslage namentlich für die eisenverarbeitende Industrie, der durch die erneute Erhöhung ihrer Gestehungskosten der Absatz ihrer Produfte im Auslande wie auch im Inlands so gut wie unmöglich gemacht werd» Aus formal-rechtlichen Gründen tomden sich die Arbeitgeber gegen den Schiedsspruch und seine Verbindlichkeitserklärung, weil er grundsätzliche Bestimmungen des geltenden AahmentarifVertrages — es ist ja lediglich der Lohntarif von den Gewerkschaften gekündigt worden — verletze durch Neuregelung der im Manteltarif geordneten Akkordlöhne, ferner weil nicht die Schlich- ttmgskammer, sondern lediglich deren Vorsitzender allein den Schiedsspruch gefällt habe. Sowohl der Reichsarbeitsminister wie die Gewerkschaften bestreiten die Stichhaltigkeit dieser Einwände des Arbeitgeberverbandes mit Argumenten aus dem Wortlaut der Schlichtungsverordnung und ihrer Ausführungsbestimmungen wie aus der bislang von bilden Tarifparteien geübten Praxis. Da dieser Streit vor dem Reichsarbeitsgericht airhängig gemacht ist, erübrigt es sich, vor dessen Entscheidung auf diese rechtliche Seite des Konflikts näher einzugehen. Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Par- 1e«n bestehen weiter auch in der Frage, ob den i*m e ocactu w Schnee graupeln e nebcl K Gewitter^)Wi»dMilic.O^ st® «rntn O$i naiyae* SudSMweji Q iiurmoenei Rordwesl ait Preut fliegen mn dem wmdc Pie oeiden Stationen stenenden U» ten pesen die Temperatur an. p.e Ulmen eeromdeu Orte out «leitMÄ nf rv-ertsmeeau umÄerttnnrttD UrfUruco Wettcrvo; ^usjage. Das mitteleuropäische Tief hat sich weiter abgeflacht, ist jedoch immer noch stationär geblieben. Sein Kern lag heute morgen über dem Kanal. An seiner Rückseite werden uns weiterhin Kaltluftmassen zugeführt, bie die Temperaturen, besonders nachts, noch niedrig halten. Vereinzelte Regenschauer können dabei zunächst noch auf* Bisher Hai die Rationalisierung den Werken tn erster Linie stark erhöhte Ztnslasten gebracht, während die Erträgnrsse in Verbindung mit den ständigen Lohnerhöhungen unb Qlrbeitä- zeitverkürzungen sich stetig verminderten. 3n- folgebeffen sind die Früchte der Rationalisierung lediglich den Arbeitern, nicht aber den mehr und mehr verschuldeten Werken zugefallen. Von einer schlechten Lage der Arbeiterschaft im Ruhrgebiet kann nach den tatsächlichen Feststellungen nicht gesprochen werden. Die Monatsverdienste für den Durchschnitt der Delegschasten einschließlich der Jugendlichen bei einem Hüttenkonzern sind bis zum August 1928 auf 231 Mt gestiegen, obwohl die Arbeitszell tn den Hüttenwerken stark verkürzt wurde und die Produktionsleistung sich je Kopf stark verringerte. Im übrigen sind feit Anfang 1927 die Tariflöhne um 11 v. H. herauf gesetzt worden. Die tatsächlichen «Verdienste sind leboch gleichzettig um 15—16 v. H geftieflen. Auch nach der rechtlichen Seite hm sei bie Degründung bes Reichsarbeitsministeriums in keiner Weise stichhaltig. Die Auffassung des Reichsarbeitsministeriums könne lediglich als Die einer an dem Streit interessierten Verwaltungsbehörde gewertet werden. Die Äichtigkeits- klage seitens deS Arbeitgeberverbandes sei bereits eingereicht worden. Eine Erklärung der sreihettlich- nallonalen Geiverkschasien. Derlin, 2. Rov. (WB.) Die Spitzenorgani- sation der freiheitlich--nationalen Gewerkschaften, zu denen auch bie deutschen Gewerkve reine Hirsch-Duncker gehören, erläßt eine Erklärung, wonach der Gesamtvorstand des Ge- werkschaftsringrs deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände in ber Aussperrung ber rheini'ch-westfättschen Eisenarbeiterschaft einen Tarifbruch erblicke, für ben die beteiligten Unternehmen alle Verantwortung zu tragen hatten, insbesondere auch alle rechtlichen, moralischen unb staatspolitischen Folgen. Die Instanzen ber ArbeitSgerich.sbarkeit mühten im beschleunigten Verfahren den ernsten Verstoß gegen ben Rechtsgedanken feststellen, um eine rasche rechtliche Abwicklung des Konfliktes zu ermöglichen. Der Staat habe seinerseits bie Pflicht, mit unbebingter Entschlossenheit ander Idee des staatlichen Schlichtungswesens fest zuhalten. Die Mitglieder ber im Gewerllchaftsring zusammengeschlossenen frei- tzeitlich-nationalen Arbeiter- unb Angestellten- Derbänbe stäuben in kameradschaftlicher Solidarität an der Seite ihrer von der Kampfmaßnahme der westdeutsch:n Großeisen- inbuftrie betroffenen Kollegen und würden ihnen jede nur mögliche Unterstützung zuteil werden lassen. Die Frage der Arbeitslosenunterstützung. Bor der Entscheidung der Reichsanstalt. Berlin, 3.Nov. (TU.) Der Spruchsenat der Reichsan st alt für A r b e i t s l o s e n v e r- fidjerung wird noch am Samstag über die Frage der Interpretation des Paragraphen 94 des Reichsarbeitslofenoersicherunasgesetzes sowie darüber, ob im vorliegenden Falle Aussperrungoder Arbeitslosigkeit in Frage kommt, Beschluß Aus aller Wett. Oer Moidprozeß Siolh. Am Donnerstag kamen die Sachverständigen zu Wort. Dipl.-Ing. Liebmann der J.-G.-Farben- inbuftrie erstattete ein längeres Expose über das Akkord- und Lohnsystem der I.°G.°Farben, dabei besonders betonend, daß es das gute Recht der Arbeiter sei, sich zu beschweren, wenn sie sich benachteiligt fühllen. Die von Gioth angezogenen Fälle eien in ber J.-G.-Farben üblich. Er, der Sachoer» tänbige, habe gefunden, daß Gioth mit b e Co n • ) e r e r Vorsicht behandelt worden sei. Medizinalrat Dr. Kuntz (Nürnberg), der Gioth sechs Wochen in dem dortigen Krankenhaus beobachtet hatte, erklärte, er stehe auf dem Standpunkt, daß Gioth für seine Tat voll und ganz verantwortlich fei. Gioth habe niemals im Wahn ?ehandelt, sondern es liege eine Affekthand - u n g vor. Oberarzt Dr. Roesch, der Gioth im Gefängnis beobachtete, faßte sein Gutachten dahin zusammen, daß bei Gioth keine Geistes- k r a n k h e i t festzustellen war, die die Anwendung des Paragraphen 51 rechtfertige. Gioth sei wohl ein Psychopath, müsse aber seine Tat mit U e b erleg u n g ausgeführt haben. Ministerialrat Dr. F r a n tz (Frankenthal), bekundete, daß bei Gioth nicht die geringste geistige Störung vorliege und Gioth den Paragraph 51 nicht für sich in Anspruch nehmen könne. Auch an der freien Willensbestimmung habe es Gioth nicht gefehll. Am vierten Deryarä>i.ungstag erklärte sich der AngeKagte, der schon in seiner Zelle Szenen ge* ü 75 o o o Wnkln — SicLern. tmS einen. KUR ARK aOARETTEN r/z. ^»“liinuuS "/"'V Zu den Mühlen Wir haben Teppidie Fährt auch alsAuS- btlfe. Schr. Angeb. u. 07799 n. d. Gtest. Anz. Echte B01ICI6 die vorzüglichen Strapazier»Tepp. 250/3 Oca.2CO/3CO Woll-Plüsch die altbewährten Qualitäts-Tepp. 2$0'350ca.200?300 Wohnzimmer Shapaz -Teppiche moderne Muster 250/350« .200/300 Not L Stock. Kein Laden. 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Otto Hoehsch, o. Prof, der Geschichte on der Universität Äerlin, M. d. Ik. Unfer ständiger außenpolitischer Mitarbeiter. der sich auf der Rückreise von seinem Studienaufenthalt in den Vereinigten Staaten befindet, zieht in diesem Aufsatz das Ergebnis seiner amerikanischen Erfahrungen. namentlich mit Bezug auf die Einstellung Amerikas zum Reparations- p rechtem. Wan wundert sich, wenn man die amerikanischen Zeitungen Lest, wie wenig in ihnen über Europa und Deutschland zu finden ist. Das wird man für die Zeitungen des mittleren und fernen Westens begreiflich finden. Es ist sicher eine der stärksten Lehren für einen Reisenden im fernen Westen, zu sehen, wie dieses Amerika in sich selbst ruht, wie ungeheuer viele neue Aufgaben im Innern noch vor ihm liegen, und wie das ganz besonders für den ferneren Westen gilt; sowohl oben an der Grenz« von Kanada, wo man in Seattle eine gewaltige Entwicklung vom Hinterland nach dem Stillen Ozean vor sich sieht, wie namentlich und vor allem in Kalifornien. Das ist ja nicht nur das Land des ewig blauen Himmels und wundervoller Sonne und (was der Europäer ja wissen wird) der Mittelpunkt der Filmindustrie der Welt. Das ist in seinem südlichen Teil, in und um Los Angeles, ein Gebiet von erstaunlicher, allerneuester Entwicklung; Oel vor allem, aber auch Stahl und andere Schwerindustrie, Pläne großer Damm- bautem usw. Da ist es kein Wunder, wenn man nicht viel fragt, wie es in Europa wussieht und der Reifende begreift das und freut sich, wenn er gleichwohl herzliches und lebhaftes Interesse für sein Heimatland findet. Aber das ist doch merkwürdig, daß die Riesen- -eitungen von Reuyork, deren Ramen man überall in Europa kennt, so wenig über Europa und natürlich auch über Deutschland bringen. Ich habe immer danach gesucht und mich oft gefragt, wozu eigentlich diese Reuyorker Zeitungen ihre großen Bureaus und ihren großen Stab von Korrespondenten in Der.in unterhalten. Jedenfalls ist es völlig unmöglich, aus einer ameri- kani chen Zeitung, auch aus einer Reuyorker Zeitung, irgendein Bild von dem zu gewinnen, was in Europa vorgeht. In diesen Wochen meiner Reis« habe ich in den Zeitungen nur gefunden: Telegramme und Artikel über Genf und das englisch-französische Flotlenabkommen, dann wohl überall den dummen Streich, den die Kommunisten in Berlin dem „Dorwärts"-Redakteur Schwarz gespielt haben, und — ganz ausführlich und immer wieder — die Zeppelin-Fahrt, ihre Vorbereitung und Durchführung. Daneben auch, was zum Teil in dasselbe Kapitel schlägt, Rach- richten und Betrachtungen über den Bau der beiden neuen Aie-sendampfer des Lloyd in Dre- men. Diese Beobachtung einer, wie man glauben könnte, Aeußerlichkeit regt doch viele tiefgehende Fragen an. Wieviel erfährt überhaupt das amerikanische Volk von den Sorgen und Röten Europas, für die dieses die Hilfe Amerikas erhofft? In welcher Weise erfährt es das? Mit welchem Interesse nimmt es das auf? Wie kann überhaupt Belehrung über di« Welt „Abroad" hier auf Erfolg rechnen, Belehrung und, was damit zusammerchängt, Propaganda? Wie weit toirfi eine immer noch vorhandene englisch-französische Propaganda, für die nach wie vor viel Geld zur Verfügung steht, auf die amerikanische öffentliche Meinung, di« auch von diesen beiden Staaten recht wenig weih und auch über sie, in ihren Zeitungen sehr wenig findet. Denn man kann nicht sagen, daß Deutschland allein so stiefmütterlich behandelt würde. Auch die anderen europäischen Staaten erscheinen ebensowenig und ebenso undoll» ständig in den Rresenspalten der Zeitungen, für deren Beförderung am Sonntag man eigentlich immer einen kleinen Handwagen braucht. Vicht diese Fragen aber sollen hier vertieft werden, sondern die Tatsache, dah die Fahrt des „Gesang ist Leben." Don Feodor (Schaljapin. Der berühmte russisch« Sänger erzählt hier aus seinem Leben. Seltsam die Schicksalskraft, die dem Gesang verliehen ist! Vermögen unsere Lippen ein Liedchen zu formen, so haben wir den Sorgen die Schwere, dem Unglück den Stachel genommen. Cs ist nur zu begreiflich, dah auch der Derufs- sänger sich diesem geheimnisvollen Einfluh nicht entziehen kann und mag. Wenn ich hn Konzertsaal singe, so vergesse ich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich befinde mich in einer anderen IBelt; ich sehe niemand von meinen Hvvern und lebe nur in meiner Stimme. Auch aus der Bühn« denke ich nie an das Publikum Ich sehe selbst nicht die Theaterbesucher in der ersten Parkettreihe. Weder Freunde noch Verwandte existieren dann für mich. Trotzdem empfinde ich nur zu gut, dah ich nicht allein bin. Ich stehe unter dem Einfluß einer geheimnisvollen Kraft, im Banne eines wunderbaren Fluidums, das die wahre künstlerische Inspiration schafft. Die Anwesenheit der vielen Zuschauer bedeutet mir einen einzigen großen Impuls, und in meinem Gesang verschmelzen Künstler und Zuhörerschaft zu eins. Es ist wie der Pulsschlag eines mächtigen Herzens, das in Berlin und Paris, in Reuyork wie in London ziemlich gleichmäßig schlägt. Singe ich nur in kleinem ausgewählten Kreise, so habe ich das Gefühl, dah jene seäische Kraft, die von einer großen Zuhörerschaft ausströmt. mich nicht in gleichem QEaße umgibt. Im alten Rußland sang ich oft am Zarenhofe. Ich fang vor Kaiser Wilhelm, vor König Georg von England und vor König Alphons von Spanien. Alle diese Herrscher waren äußerst liebenswürdig zu mir. Sie überschütteten mich mck Anerkennung, aber trotz all ihrer schmeichelhaften Aeußerungen über meine Kunst waren doch wohl die Urteile künstlerisch hochstehender Persönlichkeiten von größerem Wert für mich Einmal fang ich vor Tolstoi und später unterhielten wir uns. Seine Ansichten über das Leben und über die Kunst bedeuteten außerordentlich viel für mich. Was er mir über Musik und Gesang sagte, hatte einen großen Einfluß auf meine künftige Laufbahn. Girtzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, z. November 1928 ---------------J_________1 ........ ........ ■■■■■! . I Zeppelin und Dr. Eckener in Amerika aufmerksam verfolgt und von lebhaftestem und leidenschaftlichem Interesse getragen waren Ohne Vor- behalt ist das zunächst ein Grund zu aufrichtiger Freude für jeden Deutschen und namentlich für den, der dies« Tage selbst hier mit erlebt hat. Es ist ein deutsches Werk, dessen Gelingen gefeiert wurde, und es ist ein richtiges methodisches deutsches Werk. Aber, wenn man über rauschende Festlichkeiten und Begrüßungen, die verbrausen, hinausdenkt, die Freude ist es vor allem und die Bewunderung über das Werk der Technik, das [o konstruiert wurde und die Probe bestand, und über die. wie wiederholt sei, methodisch-exakten wissenschaftlichen Vorbereitungen und Durchführung des ganzen Werkes. Das ist die Sicherheit und die Bürgschaft für Weiteres, und das imponiert. Das ist ja auch nicht abhängig von Geld und Handelsbilanz und dergleichen; das ist eben etwas, was wir haben unb unter allen Umständen erhalten und fördern müssen. Dann mündete natürlich der Eckener-Flug in den ganzen Strom der deutsch-amerikanischen Beziehungen herein. Daß man darüber auf einer längeren Reise durch die Staaten nachdenkt und Beobachtungen sammelt, das ist für einen politischen Menschen ijur selbstverständlich. Ich habe, wie bekannt, für den Dawes-Plan gestimmt. Ich habe oft hervorgehoben, daß mir die Hauptsache dabei war, über alle bekannten und von mir geteilten sehr schweren Bedenken hinweg, die Tatsache der Rückwendung der Vereinigten Staaten von Europa und die Förderung ihrer Bereitwilligkeit, Europa und Deutschland zu helfen Meine Eindrücke auf dieser Reise haben, so dars ich sagen, mir bestätigt, daß das ein richtiges Gefühl Wan Europa und im besonderen Deutschland brauchen die Mitarbeit und di« Hilf« der Vereinigten Staaten von Amerika, die nun einmal in jeder Beziehung die erste und mächtigste Macht der Welt geworden sind. Und was man auch mit Recht über das Bedenkliche und Schwierige in bezug auf di« amerikanischen Anleihen in Deutschland sagen mag, diese amerikanischen Anleihen seit 1924 haben den finanziellen Wiederaufbau Deutschlands zu einem großen Teil« ermöglicht. Die Frag«, wie das nun weiter gehen wird auf dem Geleise der Revi ion des Dawes-Planes, wie auf dem Geleise des Kellogg-Pakts. enthält die verwickeltsien und schwersten Probleme der deutschen Außenpolitik. In zahlte ea Gesprächen habe ich das erörtert und sehr oft den deutschen Standpunkt vor sehr verchieden'r ieen. fast ausschließ ich onglo amcrikaaiichen Kreisen, vertreten können. Es ist so selbstverständ ich wie irgend etwas, daß kein Deutscher vergessen kann und wird, wie die Bereinigten Staaten in den Krieg hineingezogen wurden, wie sie feinen Ausgang zuungunsten Deutschlands allein entschieden haben und wie Deutschland mit den 14 Punkten des Präsidenten Wilson und der darauf aufgebauten Poli.ik betrogen worden ist. Und auch zwischen Amerika und Deutschland steht heute immer noch die große Frage der Kriegsschuldlüge. Gerade in diesen Tagen ist ein großes und, wie man mir sagt, sehr aufschlußreiches Werk darüber hier erschienen, von dem Geschichts- Professor Fay an der Harvard Universität: „Origins of the World War“. Der Amerikaner, der sich sowieso nicht gern mit der Dergängenheit beschäftigt, sondern immer vorwärts drängt, denkt heute Immer weniger an den Krieg, und er denkt in seinem Verhältnis zu Deutschland, soweit er sich überhaupt damit beschäftigt, ganz zwei ellos heute mehr an das, was er mit Deutschland gemeinsam hat, als an das, was ihn von Deutschland trennt. Gemeinsam in den Fragen der ^Sicherheit' und der Organi'ation des Weltfriedens und gemeinsam auch in den Fragen einer abschließenden Ge amt'ösung der finanziellen Kriegsfolgen, die ja doch einmal kommen muß, die sicherlich und bestimmt innerhalb der vier Jahre des neuen, am 4. März nächsten Jahres beginnenden Präsidentschaf ts-„Terms" zustalck)«- gebracht werden muß. Und nun noch eins zu diesen zunächst sehr allgemeinen, aber mit vielen Beobachtungen be» Als ich noch ein kleiner Knabe war, befaß ich einen Freund, einen Schmied, der oft an seiner Esse fang. Eines Tages lag ich auf einer Wiese auf dem Rücken und blickte in den blauen Himmel hinauf. Ich verfolgte die ziehenden Wolken am Horizont mit meinen Augen, sah die Lerchen immer höher ins Aetherblau ft eigen; ich fühlte mich glücklich. Erst leise, dann etwas lauter begann ich zu fingen. Ich stand ganz im Banne meines Gesanges und hatte nicht darauf geachtet, daß mein Freund, der Schmied, zu mir herangekommen war. Plötzlich sah ich chn und hörte auf zu fingen in kindlicher Befangenheit. „Fahr nur fort, mein Junge", sagte der. „Das Lied hat Flügel. Es trägt den Sanger In himmlisch« Gefilde. Es ist ein Vergnügen, nicht nur dem Gesang zu lauschen, sondern auch von eigenem Reiz, den Sänger zu beobachten." Das waren die Worte eines einfachen Schmiedes im Ural. Ich habe oft an -sie im späteren Leben denken müssen. Meine größte Freude war es, als ich das erste Engagement in einer kleinen Stadt im Ural erhielt. Ich wurde für den Chor an genommen und erhielt eine Gage von 20 Rubel in der Woche und 6 Rubel Vorschuß. Was für eine Unmenge Geldes bedeutete mir diese Summe damals! — Seit dieser Zeit habe ich viel Geld durch meinen Gesang verdient. Ich habe sehr wertvolle Kontrakte unterschrieben und hohe Summen als Vorschuß erhalten, habe jedoch nie mehr das Entzücken verspürt, das mich damals erfaßte, als ich in dem unscheinbaren Bureau der Keinen Uralstadt das erste selbstverdiente Geld in Händen hielt. Diese 6 Rubel bedeuteten einen neuen Abschnitt in meinem Geben, sie ermöglichten wir die Verwirklichung meiner sehnlichsten Hoffnungen. Mein Vater wolfte ursprünglich, ich sollte Tischler werden; bann wollte er einen Schuhmacher aus mir machen und endlich wollte er mich als Schreiber in ein Regierungsbureau stecken. Mein Herzenswunsch dagegen war es stets gewesen, ein Sänger zu werden. Diese ersten verdienten 6 Rubel nun stimmten meinen Vater um, denn sie gaben ihm den greifbaren Beweis, daß man auch durch Gesang Geld verdienen kann. Dis zu meinem 28. Lebensjahr habe ich nie außerhalb Rußlands gesungen. Zu dem Gedanken, ich könnte ein Engagement im Ausland erhalten, verstieg ich mich in meinen kühnsten legten Sätzen, indem wir zu dem am Anfang Gesagten zurückkehren. Das Hauptproblem ist nicht so sehr eine Gegnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu überwinden. sondern das Hauptproblem ist. die Kenntnis und das Verständnis auf der anderen Seite zu gewinnen, die di: Voraussetzung jedes Entschlusses ist, wie wir ihn von Amercka erhoffen. Ich habe in sehr viel Diskussionen gesehen, daß die leitenden Männer der Politik in beiden Parteien, in der Wirtschaft und in der Finanz, nid>t nur im Osten ber Vereinigten Staaten, sich darüber fiar sind, daß Amerika sich nicht von Europa isoliert haften kann, und wenn citoad dieses Verständnis auch Im mi.tleren und fernen Westen gefördert hat und fördert, so ist es eine sehr reale Tatsache, nämlich die: daß recht viele Anlagen in Deutschland aus dem Westen gekommen sind, und daß die Frage, inwieweit diese Anlagen in Deuffch'and sicher seien, recht viele Menschen, etwa in Denver, ober St. Louis, oder Chikago, oder auch in St. Franzi sko, sehr lebhaft intercf.'iert, weil sie für den Inhaber deutscher Bonds dort allerdings höchst praktisch ist. Aber, wie zu Anfang hervorgehoben, das Land ist noch lange nicht an die Grenzen seiner Aus- Hoffnungen nicht. Mein Vater war arm, und so hatte ich keine Gelegenheit, ausländische Sprachen zu lernen, und eS fiel mir nicht einmal leicht, ein fehlerfreies Russisch zu sprechen. Wie also sollt« ich damit rechnen, vor einem ausländischen Publikum fingen zu können! Zu meinem größten Erstaunen — ja ich möchte beinahe sagen Entsetzen — erhielt ich eines Tages ein Telegramm von einem Impresario, der mich einlud, in der Mailänder Skala zu fingen. Widerstreitende, Empfindungen durchzuckten mein Hirn. Was, fo fragte ich mich, wird mir diese neue Welt bringen. Ich fühlte instinktiv, daß abermals ein neuer Abschnitt in meinem Geben angebrochen war; aber ich war in Sorg«, ob ich mich auf das Instrument, das ich in meiner Kehl« besaß, auch wirklich verlassen formte. Richt das Erscheinen vor dem großen, mir unbekannten Publikum fürchtete ich. sondern die Mögllchkeit einer Indisposition. Gott war mir gnädig, denn an jenem schickfalsvollen Abend gab meine Stimme alles her. was sie zu geben in der Gage war, und mein Erfolg war gesichert. Auch heute bin ich noch sehr darum besorgt, ob meine Kehle stets ihren Dienst verrichten wird. Ich zittere, wenn ich daran denke, daß meine Stimme eines Tages ihren Dienst versagen könnte. Ich vermeide jeden Sport mit Ausnahme des Schwimmens und mit Ausnahme von längeren Spaziergängen, um so der Gefahr einer Erkältung zu entgehen. Ich weiß, daß eine schwere In- dispofitivn, die. mich zwingen würde, das Zimmer zu hüten, die Pläne meiner Impresarios sehr erschweren würde, die ihre Hoffnung und ihr Geld auf mich gesetzt haben und durch meine äinachtsomkeit ruiniert werden könnten. Mein Geben wird von meinen Managern geregelt. Ich weiß nie, welche Programme si« für mich entwerfen. Ich folge ihnen, wohin sie mich auch dirigieren mögen. Ich reife Hunderte von Meilen und weiß ost nicht, weshalb ich gerade in das von meinem Impresario gewählte Land muß. Trotzdem finde ich mich mit diesen Schwierigkeiten und mit den Anstrengungen meines Berufes ab. denn die Freud« am Gesang macht alles leicht. Gesang ist mehr als Kunst. Gesang ist Elementar- getoalt, die den Menschen der irdischen Riede- rungen enthebt und ihn näher zu seinem Gott bringt. Für mich bedeutet Gesang Geben, Gesang ist meine Weltanschauung. gaben und Möglichkeiten im Innern herangekommen. Es wäre ein Irrtum, anzunehmen, die Vereinigten Staaten müßten heute schon ängstlich In der Welt Umschau halten, wo sie ihren Lieberschuß an Automobilen oder dergleichen ab- sehten. Am ehesten stellt sich diese Frage mit Bezug auf das Gold, das in den Kellern der Federal Reserve Banks ruht. Don einer dringenden Rotwendigkeit, sich mit den deutschen und europäischen Fragen zu bc- fas.cn, ist noch keine Rede. Die dringendste Rotwendigkeit stellt vielmehr Aufgaben, die buchstäblich auf der Straße, vor der Tür, liegen. Daher ist auch die öffentliche Meinung im ganzen, der sog. „QlZann auf der Straße", nicht übermäßig bereit und vorbereitet, Erörterungen über europäische Fragen entgegen*un?ßmen und noch weniger daraus die Praktischen Kon equenzen zu ziehen. Darin liegen ganz besondere Schwierigkeiten für die deutsche Politik gegenüber Rordamerika. Sie sind nicht gering. Aber, die Ueberjeugung nehme ich mit. bei Energie und Geschick auf unserer Seite sind sie überwindbar, und schließlich kommen uns die ps.)chelogischen Voraussetzungen hier auf der anderen S ite — soviel kann man sagen — doch auch entgegen. Oer Gorilla im Schlafwagen. Ein etwa vierjähriger Gorillajunge, der sich jetzt im Berliner Zoo befindet und auf den Ramen „Bobby" hört, ist zusammen mit seinem Spielgefährten, einem Schimpans n von imfercm Mitarbeiter Paul Eipper nach Ber in gebracht worden. Prof. Brandes, der an dieser Reise teilnahm, schildert die Fahrt in der Zeitschrift „Der Zoologische Garten". Die Herren hatten mit den beiden Tieren an der italienischen Grenze ein eigenes Schlafwagenabteil erhalten, und die Rächt verlief ohne besondere Ereignisse. Am Morgen aber waren die beiden Affen in ihren engen Kästen sehr ungebärdig, und so beschloß man, sie herauszulassen; fie nahmen denn auch ganz manierlich auf den Sitzpolstern Platz. „Ich saß an der Fensterseite," erzählt Brandes, „und hatte „Bobby", der sich von Anfang an sehr für die Gandschaft zu interessieren schien, bald meist auf dem Schoße, weil er von dort aus am besten Ausschau halten konnte; feine großen braunen Augen richtete er bald in die Tiefe, bald auf die schneebedeckten Höhen, und man sah deutlich, daß beide Assen „interesftert" die wechselnde Gandschaft verfolgten. Sehr interessant war das Verhalten des Tieres gegenüber den vie en Tunnels, vor allem insofern, als es nicht durchweg dasselbe blieb. Anfangs sprang Bobby, sobald wir in einen Tunnel einfuhren, ausgelassen umher, klaffchte — sich mit durchgedrücktem Kreuz hochreckend — gegen die Wände und trommelte auf sein« Brust; später verhielt er sich gerade umgekehrt. Sobald es um ihn dunkel wurde, flüchtete er an meine Brust, steckte den Kopf fast unter den Rock und verharrte so ganz ruhig, bis es wieder hell wurde. Bobby Vertrieb sich neben dem Ausschauen — wie es viele Reisende tun — ine Zeit durch andauerndes Fressen, unb auch die Art des Verzehrens, z. B. eines Apfels, war ganz die Art eines nicht eigentlich aus Hunger, sondern aus Gangeweile Essenden. Er blickte in die Gegend, führte nebenbei ganz „gleichmütig" den Apfel zum Munde und ließ nur kleine Häppchen hinter den Lippen ver- totoinben.“ Professor Brandes behauptet zum Schluß, daß er niemals eine lange Reise kurzweiliger verbracht habe, als mit diesen beiden, bald liegetoonnenen Reisegefährten. Deutsches Schicksal in JenM-Süd-Weß. Hans Grimms „Dreizehn Briefe" aus Südwestafrika. — Oer Mandatsgedanke als Prinzip moderner Kolonialpolitik. — Ltebernationale Böikerbundsherrschast für den schwarzen Erdteil! Von Or. Werner WirihS. „Dreizehn Briefe" schrieb Hans G r i m m, der Verfasser von „Volk ohne Raum" als Ergebnis einer Reise durch das nachlriegs- zeitliche Deutsch-Südwestafrila. das ihm ehedem, vor Krieg und Kriegsnot, wie so manchem Deutschen, zweite Heimat geworden war. Grimm trat, wie er selbst gesteht, sein« Fahrt ins weite afri» kanische Land in der Meinung an, sich in Süd- West für eine Weile „hinter Romantik und Aben- teuer vor deutscher Wirtlichkeit verstecken" zu können — inib sah' sich daselbst erst recht a n eine deutsche Front verhetzt, wo sich sehr viel Wichtigeres abspiele, als der Reichsdeutsche, ja, als die Menschen von Südwest selbst wußten. Unter dem neuen Erlebnis der unter burisch-englischem Druck so stark veränderten ehemaligen deutschen Kolonie, drang der alte Afrikaner in die Problematik des deutschen kolonialen Denkens vor, nahm er den Kampf auf gegen Vorurteile und falsche Auffassungen, die moralische Seite der kolonialen deutschen Angelegenheit zumindest ebenso wichtig nehmend wie di« politisch-wirtschaftliche, diewell man im heutigen Deutschland deutsche Kolonialpolitik oft leichthin mit dem Hinweis« abzutun pflegt, sie sei ja doch unrentabel: „Es ist für ein Voll nötig, daß feine „reinlichen" Abenteurer nicht zu Zuchthäuslern und Amolläufern werden vor lauter Verhemmtheit; es ist für ein Voll nötig, daß bas Blut seiner Unruhigen und Ungewöhnlichen, daraus die Führer kommen, ihm erhalten bleibt, statt anberen Böllern zugeleitet zu werden; eS ist für ein Doll nötig, daß es «ine Gelegenheit für Tüchtigkeit hat, für nichts alS für angeborene Tüchtigkeit, unabhängig von gellender Prüfung und geltender Partei und irgendwelcher Art vorbestimmter Rechtgläubigkeit und irgendwelchen herrschenden Zufällen; das Kolonialland ist für ein Doll nötig w ie der Turnplatz für die Schule.“ — Das Beispiel Englands, dessen „destrullive" Elemente in den Küllmien „konstruktiv" wurden, unterstreicht nachdrücklich dies« Sätze. Roch ein anderes hebt Grimm gleich zu Anfang seiner „Briefe" hervor: daß aktive überseeische Kolonialpolitll eine aktive Ostpolitik, das heißt «in bewußtes Erweitern und Festhallen unserer Grenzlandschaften, kei - neswegs ausschließt. Es handelt sich bei beiden um anderes Menschenma terka l und eine andere Mentalität. Treiben wir n'cht seit tausend Jahren Ostpolitll, und ist unsere Kolonialpolitik nicht erst rund dreißig Jahre alt? Es kommt immer auf das Wie an, auf di« gute oder schlechte Ostpolitik, auf die gute ober schlechte Kolonialpolitik. Aber es fragt sich auch, ob die Deutschen heut«, um ihrer selbst und um der Welt willen, trotz des Verlustes der Kolonien auf Kolonialpolitik verzichten lönnen und dürfen. Dämmerung des kolonialpolitisch:n Zeitalters? Afrika erwacht? Grimm antwortet: Afrika und Asien sind n'cht vergleichbar. Afrika aber ist der einzige wirkliche koloniale Erdteil, weil hier die zivilisa- tori'che Angleichung der schwarzen Bevölkerung an die weißen Methoden die Abhängigkeit von Europa insofern großer machte und macht, als der Schwarz« je nach dem Kolonialgebiet, in dem er wohne, Portugiese, Franzose ober Engländer werd« und — so wenig Gleichberechtigung der Rassen auch bestehen möge, so sehr der Farbig« als Engländer, Portugiese, Franzose zweiter Klass« behandelt werd« — seine Bedürfnisse nach dieser neuen Zugehörigkeit entwickelten. Mit anderen Worten: Afrika ist kein« schwarz« Sphinx; auf Afrika wurde der «uropäi'che Rationalismus und die europäischen Wirtschafts- kämpse übertragen; auS den Farbigen werden europäische Rationalisten. Die große Mahnung dieser „dreizehn Briese" ist: d i e ,. n e u e F o r in", die den deut'chen Kolonien durch das Friedensdiktat wider den deutschen Willen gegeben wurde, anders als bisher in die Rechnung aktiver deutscher Außenpolitik zu sehen. Die Form des Mandats ist allgemein verbindlich und si« besitzt inn«rhalb Eteutsch- Südwestnrikas ihre besondere Bedeutung, weil hier nicht, wie in den anderen Kolonien, das Deutschtum schon vor der Mandatserteilung fast völlig vertrieben wurde. Diese Ausnahme geschah freilich nicht, wie oft in Deutschland zu hören ist. aus der Sympathie des Durentums für Deutschland, sondern aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen, und heute ist, was auch in Deutschland gern übersehen wird, bet Bedränger des Deutschen in Südwest nicht so sehr ber Engländer als der Bur. Die burffche Politik Südafrikas geht trotz Man- datsverpfsichkuna mö etkn 5HWMFn betonet ftoe» auf aus, Deutsch-SüLwest in den südafrikanischen Staat einzugliedern. DaS deutsche Volk feiner» seits hat sich mit einem gewissen Recht daran gewöhnt, den Wandatsgedanken einen Betrug zu nennen, vom Feinde für den Feind erfunden, als Dorwand, die Annektion der deutschen Kolonien zu verschleiern. Sn der Tat haben alle Mandatsstaaten durchaus dieses Ziel — im ausgesprochenen Widerspruch zum § 122 des Der- sailler Diktats. Aber ergibt sich aus diesem Widerspruch von Recht und Macht die Berechtigung des deutschen Verzichts? Es sollte vielmehr die deutsche Aufgabe sein, sich nicht mit dem bösen Willen der Gegner abzufinden, sondern olles zu tun, damit der Mandatsgedanke sich durchsetzt und verwirklicht wird. Nichts wirkt, so hebt Grimm auf Grund seiner Reise hervor, verhängnisvoller als die Auffassung. Südwest sei durch Krieg und Frieden englisch-burisch geworden. Daß auch die deutsche Politik diesem Verzichtgedanken unterlag, erwies das Londoner Abkommen, das den Deutschen in Südwest, die theoretisch noch immer ausgewiesen und enteignet werden konnten, „neue 8“ Recht zu verschaffen suchte. Sie wurden, sofern sie nicht ausdrücklich vorauf verzichteten, stillschweigend britische Untertanen Südafrikas, als ob sie in einem britischen Dominion und nicht in einem Wandatslande wohnten, das n u r g l e i ch - berechtigte Bürger kennt. Damit wurde der englisch-burischen These Vorschub geleistet, jener These, der auch deutsche Schiffahrt und deutsche Wirtschaft durch englische Beschriftung ihrer Waren zuweilen allzu gefügig Rechnung trug. Sn einem übernationalen Mandatsgebiet also, wo alle Rationen gleiche Rechte Haden mühten und die Hälfte der Bevölkerung, und dazu die Kulturschicht, aus Deutschen besteht, muh das Deutschtum noch immer um die Gleichberechtigung kämpfen. Seine Lage wird von Grimm sehr interessant mit der der Buren in Südafrika zwischen 1902 und 1910 verglichen, nur daß in Deutsch- Südwest der Dur heute die Rolle des Engländers spielt. Denn der Bur ist der Träger jener Politik geworden, die Devöllerungsverhältnisse unter widerrechtlicher Begünstigung einer Ein- Wanderung aus Südafrika auf Kosten des Man- datslandes umzuwerten. Wie weit das schon gediehen ist, zeigen die Bevölkrungszahlen: 40 Prozent bodenständigen Deutschen (die Hälfte der deutschen Bevölkerung wurde vertrieben) stehen heute 10 Prozent Engländer und 50 Pro zerrt Duren gegenüber: aber, wir Grimm weiter feststellt, fibertoiegen im Alter von 35 bis 40 Zähren noch immer die deutschen Einwohner, ja. gibt es im Alter von 40 bis 50 doppelt so viele Deutsche als Duren im Lande. Trotzdem ist die deutsche Sprache nicht einmal als Amtssprache anerkannt: „Wenn drei Worte über den gegenwärtigen südwestafrikanischen Zustand gehören, dann heißen sie: Unredlichkeit, Unvernunft, Undank." DaS Deutschtum in Südwest ist, angesichts per allgemeinen deutschen Machtlosigkeit, auf sich selbst gestellt. Gerade deshalb muh sich die öffent- liche Meinung tm Reich davor hüten, einer wohlbedachten englischen Propaganda wieder einmal inS Garn zu gehen. .Mit Hilfe der einst deutschen Diamanten wird die Unterdrückung der Deutschen im Lande wie der fortwährende indirekte Kampf gegen den Mandatsgedanken bezahlt, anglo-amerikanilches Kapital und tüchtige deutsche Arbeit liefern ohne Willen die Mittel dazu: daS nennt man Schicksal." Mit einem untrüglichen Sinn für d:e Wahrheit geschrieben, dienen diese Briefe einmal der Klarstellung der Entwicklung, warnen s'e vor dem beliebten deutschen Op imismus von der Gleichberechtigung des Deutschen in der Welt. Zum andern geben sie ein anschauliches Bild der Lage des Deutschtums wie des südwestafri anischen Landes überhaupt, feiner Wirtschaft und seiner Zukunft. Grimm ist sich der augenblickllchen Bedingtheit eines Gebietes, das anderthalbmal so groß ist wie das Deutsche Reich, aber (nach dem Stand? von 1926) von nicht mehr als 24 200 Weihen und 235 000 Farbigen bewohnt wird, immer bewußt: aber er hütet sich, angesichts der Unerschlossenheit dies s Raumes. Gug vor rosigen oder pes imistischen Prophezcih-mgen. Und er vergißt nie, daß es in Südwest, wie er sich ausdrückt, um ein „Stück politischer Moral der Menschheit und der Zukunft" geht. Deshalb stellt er den Mandatsgedanken in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Roch in den 14 Punkten Wilsons wurde ja eine Verteilung der Kolonien nach den wirklichen Bedürfnissen der europäischen Länder geordert. Auch dieser schöne Punkt versank mit dem deut'chen Zusammenbruch. Doch gerade weil et „noch SchsimmereS verhütete", ist der Mandatsgedarlle vielleicht als Fortschritt zu werten, als eire neue Möglichkeit kolonisatorischer (Betäli-umg, sofern man überhaupt noch an ein europäisches Zivilisationsbewußtsein glauben kann. Grimm schreibt: „Sn Afrika sind die dorthin übertragenen europäischen und politischen Grenzen, insofern nicht nationale Staaten bestehen, wie Aegypten und Abessinien und die Südasrllanische Union, samt den dorthin übertragenen europäischen Wasfenkämpfen, samt einer gelegentlich übertragenen kapitalistischen Politik nicht nur kein Segen, sondern e In Unfug gewesen und Jinö Unsegen und Unfug geblieben. Ein Versuch über politische Grenzen und nationale D.schränlunaen und europäische Waffenkämpfe hinaus sollten die Mandatsländer werden. Und wirtlich ist eine afrikanische Reuordnung nach dem allgemeinen europäischen Bedürfnis — eine Reuordnung, die kommen muß, wenn ein europäischer sozialer Zusammenbruch aufgchalten werden soll — ohne Verlust des Ansehens jener einzelnen Macht nur dadurch möglich, daß das ganze afrikanische Land, außer Aegypten und Abessinien und der Union, übernational wird, daß in Ganzafrika, außer Aegypten und Abessinien und der Union, der Völkerbund souverän wird bei höchster Entwicklung einer unverfälschten S e l b st verwal- t u n g m den einzelnen Teilen, daß die drei oder vier großen Kultursprachen Amtssprachen werden, daß aus den großen Kulturnationen die besten Beamten paritätisch entnommen werden. daß jeder gesunde Weiße Einwanderer b e i völlig gleichen Rechten und Pflichten willkommen ist." Angesichts der Versuche der Rutznieher des Weltkrieges, auch den Mandatsgedanken völlig durch den reinen Machtgedanken zu ersetzen und die Mandatsgebiete den Kolonien der Mandatare rechtswidrig einzugliedern, mag eS recht verfrüht fein, diesen Gedanken nachzuhängen. Doch ergeben auch sie sich zwangsläufig aus brr Einführung der Mandate selbst, führen auch sie, Oer frankfurter Dühnenpwzeß. WSR. Frankfurt a. M., 2. Rov. Zu Beginn des vierten Derhandlungstages in dem Proz« ß gegen Müller-Wieland stellte der Der ihende fest, daß ihm die Zivllprozeß- aften der Städtischen Bühnen-A.-G. gegen Müller-Wieland vorliegen, woraus sich ergibt, daß die Rückzahlung eines Vorschusses von 5600 Mk. verlangt wird. Der Vorsitzende verlas ein Schreiben des Anwalts des Angeklagten an den Vertreter der Dühnen-G^ell- schaft. Der Angeklagte erkennt darin die Schuld von 5600 Mk. an und verpflichtet sich, sie abzu- fragen. Der Staatsanwalt verlangte Aufschluß, wann der Angeklagte den Vorschuß bekam, wie die Rückzahlungsbedingungen waren, wieso es kam, daß die Rückzahlung nicht erfolgte, und wann die Klage eingereicht wurde. Der Angeklagte weiß die genaue Zeit, wann der Vorschuß gegeben wurde, nicht mehr anzugeben. Der Angeklagte hat, wie man hört, schon einmal einen Vorschuß, und zwar 1800 Mk., erhalten. Die bann ihm bewilligten 6000 Mk. sollte er in Monatsraten zu 250 Mk. zurückzahlen, es sind aber tatsächlich nur 400 Mk. zurückgezahlt worden. Der Vor'chuß wurde an sich zinslos gegeben, aber als die Raten nicht gezahlt wurden, .forderte man nachher Linsen. Dann wurde das Zeugenverhör fortgesetzt und der Buchhalter der Genossen- schaftsbank, Meixner, vernommen. Als der Scheck von 16 500 Mk. erhoben wurde, befand sich auf dem Konto der Zentrale für gemeinnützige Kunstpflege noch ein Guthaben von 12 500 Mart. Es lag bei den gegenseitigen Beziehungen keine Veranlassung vor, noch 4000 Mk. vorzulegen. denn es gingen ja jeden Tag Gelder von der Zentrale ein. Der Zeuge Dr. Schüller soll Auskunft über die an den Angeklagten vom Rundfunk gezahlten Gelder geben. Der Rundfunk überwies die Zahlungsbeträge an die Bühnengesellschaft in ganzen Summen, daß davon ein Teil an den Angeklagten ging, war nicht befaitnt. Der nächste Zeuge, Dir. Dr. Flesch von der Sudweftdeutschen Dundsuntgesellschaft ist der Auffassung, daß der Angeklagte sich um die Opern- übertragungen verdient machte, dir andern deutschen Obetnübertragungen überlegen geween seien. Der Zeuge Bücherrevisor 'Allecke soll über die Vernwgensverhältnis e der Zentrale für gemeinnützige Kunstpsle^e, über seine Revision und deren Ergebnisse und die Beziehungen zwischen Zentrale und Bühncnges.llfchaft Aus un't geben. Der Zeuge wurde am 6. Dezember 1926 vom Generalkonsul Kotzen berg zur sofortigen Revision der Bücher der Zentrale gebeten. Die Revision erstreckte sich auf das Geschäftsjahr 1928 bis zum Prüfungstage. Die ihm von 1926 vorgelegt« Bilanz wurde von ihm berichtigt, sie zeigte ein Lieberwiegen der Schulden über die Vermögensteile von 34 500 Mk. Sn der Bilanz waren 21 767 Mk. Schulden an die Bühnen- gefellschaft verzeichnet, in den Büchern.stand diese Schuld nicht. 1926 war eine Rückzahlung an die Bühnengesellschaft nicht erfolgt, erst später sind 2000 Mk. zurückgezahlt worden. Dis 31. August 1927 hatte sich die Lage der Zentrale gebessert. Der Fehlbetrag war nur noch 25 760 M?., der Reingewinn betrug 9051 Mk. Dieser Reingewinn hätte sich vermindert, wenn die Bühnengesellschaft Zinsen beansprucht hätte. Die Liquida iionsbi! an-, ergab einen Gewinn von 11124 Mk., so daß sich der Fehlbetrag a uf 14 700 Mk. vermindert:. Don der Bühnengesellschaft wurden monatlich 500 M k. abgehoben, und zwar zunächst mit Quittungen in Schreibmaschinen- schrif t, die letzten Qulltun er standen aber auf Formularen der Bühnm^ef.lsicha t. Der Ge- schästsführer Wartenberg hat de.n Zeugen gesagt, daß die Quittungen früher anders gelautet hätten, und daß sie nachher erseht worden seien. Rach einigen Fragen des Vorsitzenden und den Antworten des Angeklagten wurde dann der frühere Geschäftsführer der Zentrale, Richard Daum, vernommen. Der Zeuge will dem An- gellagten wiederholt nahegelegt haben, die Zentrale zu übernehmen, weil sie eine gute Schutz- truppe für die Bühnen war. Gr habe auch schließlich durchaesetzt, daß Müller-Wieland die Seitung übernahm. Der nächste Zeuge war der Konsul Dr. Kotzenberg. Gr äußerte, daß er erst, als die Sache zum Klappen kam, davon erfuhr, daß der Angeklagte von der Zentrale eins monatliche Vergütung Don 500 Mark erhielt. Dors.: Hätten Sie denn als Vorstand wissen mstssen, daß er 500 Mark bezog? Zeuge: Eigentlich ja. Der Zeuge hat den Bücherrevisor mit der Revision beauftragt, ein Mißtrauen gegen den Angeklagten lag nicht vor, aber es lag schon etwas in der Luft. Auch der folgende Zeuge, Vorstandsmitglied der Zentrale Sutter bekundete, daß er erst kurz vor dem Ausscheiden des Angeklagten erfuhr, daß Mül- ler-Wieland ein Monatsfixum bezogen hatte, der Angeklagte machte davon in einer Sitzung Mitteilung. Der Zeuge und Dr. Kotzenberg beantragten damals, möglichst viel an die Bühnengesellschaft zurückzuzahlen, und es sind dann jene 2000 Mark zurückgezahlt worden. Sowohl der Zeuge Sutter, wie der Zeuge Dr. Kotzenberg erklärten auf Befragen, daß der Angeklagte an sie mit einer Geldforderung nie herangetreten fei. Nach der Mittagspause wurde der Zeuge Baum nochmals vorgerufen und vom Staatsanwalt oer- nomnien. Dem Zeugen wurde ein Abkommen vorgelesen, das zwischen ihm und dem Angeklagten zustande kam, als Müller-Wielayd' die Geschäftsfüh. rung der Muku übernahm. Darin wurde die Bürgschaft, die Baum ehemals übernommen hatte, getilgt. Der ehemalige Kassierer der Städtischen Dühnen- A.-G. bekundete, daß der Angeklagte für das entliehene Geld, wofür der Angeklagte den Scheck hin- geaeben hatte, Zinsen insgesamt von 212 Mark bezahlt hat. Auf dem Bureau fei man allgemein der Ansicht gewesen, daß der Angeklagte die Sommer- gastspiele auf eigene Rechnung veranstaltete. Der Angeklagte habe damals erklärt, daß die Gelder für die Sommergastspiele über sein Konto dirigiert wer- den sollten. Der Zeuge hatte keine Bedenken, dem ftattjugeben, insbesondere deshalb nicht, well ein Aufsichtsratsbeichluß Vorgelegen hatte, aus dem sich ergeben habe, daß Müller-Wieland die Sommergast- spiele in eigener Regie übernehme. Die Derhandlung wurde dann auf Samstag vormittag vertagt. aus anderer Richtung, zum gleichen Ziel tote die Betrachtung des gegenwärtigen rechtlosen Zustandes der Deutschen in Südwest, welche diesem Lande noch immer den Charakter geben: zu einem einheitlichen gesamtdeutschen Standpunkt in der kolonialen Frage, der angesichts der Verworrenheit der Begriffe bitter not tut. Aus der provinzialhaupistadi. Gießen, den 3. Rovember 1928. „Was die können, das kann ich auch!"" .Last du schon gesehen, daß Müllers Ilse einen neuen, seidenen Mantel hat?" fragte Frau Meyer ihren Mann. Dieser schüttelte ahnungslos den Kopf. Unb Frau Meyer fuhr fort: „Ratürlich muß unsere Elsbeth nun auch einen neuen Mantel haben: wir nehmen aber nicht braun, sondern lila!" Herr Meyer seufzte und versuchte daran zu erinnern, daß doch seine Frau Gemahlin noch vor furjem, als sie felbft einen Mantel bekam. erklärt hatte, daß der von Elsbeth noch einmal einen Winter „mitginge". „Sa, aber nun können wir doch nicht anders, das muht du doch einsehen!" behauptete Frau Meyer. Wenn der Herr des Hauses es auch nicht einsah. so sagte er doch nichts weiter: denn wenn seine Frau schon die Farbe des neuen Mantels bestimmt hatte, dann war nichts mehr zu machen. Er stellle in Gedanken einen entsprechenden Posten für den nächsten Monat ein. Als Lehmanns einen neuen Sechssitzer gekauft hatten, ruhte Frau Schulze nicht, bis auch ihr Mann einen ähnlichen Wagen erstanden hatte, trotz der fürchterlichen Ratenzahlungen. Aber sie konnten doch unmöglich zurückstehen. Was sollten denn die Leute denken? „Das sind wir uns schull>ig: Was Lehmanns können, das können wir auch!" Herr Schm.dt hatte vor einigen Wochen, als sich die Herbstausgaben so häuften, erklärt, er wolle sich diesen Winter noch einmal mit seinem alten Fi^hut behelfen. Am Montag aber er chien fein Kollege Petersen mit einem neuen, tadellosen Hut im Bureau. Er wurde von allen Seiten bewundert, der Hut natürlich. Richt lange danach hatte auch Herr Schmidt einen ähnlichen Hut, wenn auch in etwas anderer Form und Farbe. Wollen wir die Beispiele noch vermehren? Soll ich daran erinnern, was mein Freund W. neulich sagte, als wir einen Ausflug machen wollten? „Wir können natürlich unmöglich Holz- klasse fahren, das geht jetzt nicht mehr. Die andern fahren auch Polster. Das Opfer muß man seinem Stand bringen.“ Also fuhren wir Polster. Es geht aber sehr oft um ernstere Dinge. So z. D., wenn die Kinder nach diesem Rezept in öie höhere Schule geschickt werden. Da wird überhaupt keine Rücksicht darauf genommen, ob der Sunge oder das Mädchen gut veranlagt sind. Es heißt einfach: Müllers Heinz und Fabers Snge gehen in die höhere Schule, unsere Kinder können das auch. Also losl Wenn sie sitzen bleiben, erhalten sie Rachhilfestunden. — Und das Ende vom Liede? Den Kindern wird ihre Schulzeit zur Hölle, und vor der Zeit, ohne abgeschlossene Bildung müssen sie die Schule verlassen. Aber sie sind in der höheren Schul« gewesen. Man hat sich nichts vergeben. Sa, merken wir denn nicht, daß wir nut Sklaven und Rachahmer sind, wenn wir beständig sagen: „Was die fönnen, das kann ich auch?" Wo bleibt da daS ruhige, sichere Schreiten? Es ist ein Wettrennen im kleinen, aber kein schönes, und viele bleiben auf der Strecke. („Sie haben über ihre Verhältnisse gelebt!") Sch will nicht übertreiben und will mich nicht auf den Standpunkt jener Frau stellen, die einst verlangte, daß eS von der Behörde verboten werden müsse, daß sich arme Leute so kleiden könnten wie die reichen! (Es war übrigens eine Bauersfrau, im Vollbesitz ihres großen Reichtums, doch nicht im Vollbesitz sehr großer Geistesschätze.) Aber an ein altes, leider oft vergessenes Sprichwort will ich erinnern. Das heißt: Wer sich nicht nach der Decke streckt, dem bleiben die Füße unbedeckt. Sa, dieses Sichnachderdeckestrecken, das haben viele vergessen. Man schaut zuviel nach den andern, verliert die innere Festigkeit und wird unsicher. Kann man nicht Echtes erstehen, greift man zum Kitsch. Sch denke dabei an Möbel, Bilder usw. Rur well der Rachbar ein Bild von einem Meter Breite hat, muß man auch so ein großes haben. Es haben noch gar viele die Angewohnheiten des Herrn Reureich und der Frau Raffke an sich. Rur ein? haben sie nicht, was jene Herrschaften derein.r besaßen, das i!st das Geld. Mancher sollte bescheiden sagen: „Das kann ich mir nicht erlauben." Dafür hört man viel mehr das hochnäsige „Was die können, daS ...." ES gibt Posten, an denen wir nicht sparen ollen und nicht sparen dürfen. Das ist die Sorge ur unsere Gesundheit und für die Zukunft un- erer Kinder. Gesund fein und fröhliche Kinder haben, die einst sagen können: „liniere Ottern haben selten an sich gedacht, alleS für uns getan," 'ist doch wohl erstrebenswerter als die neueste Hutform oder das schönste Auto! Diese Dinge überlassen wir ruhig denen, die es „öa#u haben". Sich nach der Decke strecken, ist ein gute8 Sprichwort, und wir sollten es mehr befolgen. Sft einmal etwas Geld übrig, was ja auch einmal vorkommt, soll man an das andere Wort denken: Spare in der Zeit, so hast du in der Rot! Geben wir unserer Sugenb, die ja leider durch eine trübe Zell hindurchgegangen ist und gar oft nichts vom Sparen weiß, ein gutes Beispiel, und zeigen wir ihr, daß wir unbehindert durch Tagesmeinungen und Torheiten unfern Weg gehen, ohne nach links oder rechts zu schauen. Kommt aber jemand mit dem Hinweis auf die andern, dann sagen wir: „Wenn alle ins Wasser springen, müsien wir es nicht auch tun!“ L. M. Doriragsvereinigung Gießen. Sede llebergangsKeit, jede künstlerische Krise hat eine ilmgeftaitung der Formen und Mittel im ©efotge. Probleme und Forderungen erheben sich, und so überstürzen sich heute die Rufe nach neuen Ausdrucksmllttln, neuenSnstrumenten. Man fordert von ihnen vor allem neue Klangfarben, neue Tvnsysteme (Teilung ter Oktave in kleinste Telle) und Erweiterung teS Tonumfangs nach oben und unten. Alle Bestrebungen scheiterten bisher an der Gebundenheit der bestehenden fi turnen tc durch das temperierte System. Physiker und Techniker arbeiten unaufhörlich an neue« Konstruktionen, und heute haben wir bereits erkannt, daß die elektrische Tonerzeugung hie, einen Weg in die Zukunft weist (Leo Theoemiq und Sorg Mager). Der Vortrag des Physikers W. P a u <1 (Berlin), ten die Vortragsvereinigung für Donnerstagabend gewonnen hatte, führte zunächst in die elektrischen Tonerzeugungsmöglichkeiten ein. Sn leicht verständlicher Weise sprach der Vortragende über Entstehung und Erzeugung von Wechselströmen und ihre Wirkungswelle beim Hervorbringen von Tonschwingungen. Es toüvba zu weit führen, hier die einzelnen Versuche nochmals aufzuzeigen. Die lehrreiche Demonstrierung vermittelte den Hörern einen geschloßenen und deutlichen lleberblick über die wesentlichsten Elemente und Apparaturen. Die praktische Bor- führimg einer Schallplatte, bei der die Schwingungen der Radel durch eine neue Schalldose, die Spule und Magnet enthält, und einen Verstärker auf einen Lautsprecher besonderer Konstruktion übertragen werden, war ein ausgesprochener Erfolg. DaS wiedereegebene Orgelspiel Prof. S i 11 a r d s klang überzeugend naturgetreu und ausdrucksvoll. Der bann zu Gehör gebrachte Männerchor des Berliner Lehrergesangvereins war zwar auch sehr , klar, ober dis Klangfarbe war nicht fo natürlich, wie bei der Orgeqjlatte. Sm weiteren Verlauf des Vortrags wurden den Hörern in interessanter Weise das Wesen 6er Tonschwingung und der Schallwelle durch ihre Sichtbarmachung erläutert. Die Projektion der Wellen einer Grammophonplatte an die weihe Wand gab ein gutes Blld. Zum Schluß kam der Vortragende noch auf die Bestrebungen Leo Theremins zu sprechen, lieber das Für und Wider dieser Versuche ist schon viel geschrieben worden. Eins steht aber wohl fest: Deo Thererninsche Apparat kann ^toar die verschiedensten Klangfarben hervorbrmgen und erlaubt auch — ipobon sich der Schreiber gelegentlich des „Sommer der Musik' in Frankfurt mehrfach überzeugen koimte — Sntervallverbindungen. ohne die Zwischentöne hören zu lassen, ist aber doch in seiner vorläufigen Form nicht als neues brauchbares Musikinstrument zu toerlen. Der außerordentlich starke Besuch des VorttagS zeigte das große Snteref.e, das man allgemein dem Problem der elektrischen Tonerzeagung entgegenbringt Reicher Beifall dankte tem Vortragenden die interessanten und lehrreichen Ausführungen. Dale« für Sonntag, 4. November 1928. Sonnenaufgang 6.58 Uhr, Sonnenuntergang 16.29 Uhr. — Mondaufgang 22.33 Uhr, Monduntergang 14.08 Uhr. 1575: der italienische Maler Guido Reni in Bo- logna geboren; — 1743: Eröffnung der Universität Erlangen; — 1891: der Dichter Klabund (Alfred Herrschte) geboren. Daten für Montag, 5. November 1928. Sonnenaufgang 7 Uhr, Sonnenuntergang 16.27 Uhr. — Mondaufgang 23.52 Uhr, Monduwirrgang 14.34 Uhr. 1414: Konzil zu Konstanz; — 1494: der Dichter Hans Sachs zu Nürnberg geboren. • ** Gchulperfonolien. Ernannt wurden der Schulamtsanwärter Karl Nothnagel aus Ober- Gleen, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volksschule zu Nieder-Modau, Kreis Dieburg; der Lehrer Otto L o h zu Deitshain, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksschule zu L'idhecken, Kreis Büdingen. ** AusdemGiehener StandesamtS- re gift er. Es verstärken in ter Zeit vom 15. bis 3L Oktober: 17. Karl Wilhelm Orbig. Rentner, 83 Sahre alt, Rittergasse 17. Stephan Pfeffer, Polizei-DerwastungLinspeitor t R., 76 Sabre alt, Kaiser-Allee 16. 19. Margarete Marie Wilhelmine Roth. 2 Monate all. An der Mar- garetenhütte Block 16. 21. Heinrich Ruth. D?r- wallungs-Obrras istent, 33 Sabre alt, Druchstr. 22. 22. Emilie Stohr, geb. Frech, Witwe. 80 Sah« alt, Weserstraße 29. 23. Mathilde Möhl, geb. Busch, Witwe, 75 Sahre alt, Loberstraße 10. Professor Ernst Kutsch, Oberstudienrat t 2U 72 Sahre alt, Ludwigstr. 33. Elisabethe Spaar. gebe, Lotz, 57 Sahre ait, Schifsenberger Weg 30. 24. Ludwig Cemittier, 1 Stunde alt, An der Margarctenhütte 60. Willi Bendt, 4 Monat« alt, Steinstraße 23 A. 27. Anna Wagner, geh. Schmidt, 31 Sahre alt, Kirchstraße 11. 28. Georg Thront, Privatmann, 77 Sahre alt, Hofmann- straße 1. 30. Heinrich Pfeil. Metzger. 47 Sahre alt. Wolfstrahe 11. 31. Sohanna Luise Prybill. geb. Löhr, 36 Sahre alt Liebigstraße 80. Katharine Schneider, Stütze. 50 Sachre alt DUHelm- strahe 19. •• Der Verband „Deutsche Frauenkultur". Ortsgruppe Gießen, veranstaltete am Dienstag int Eafe Astorta einen Vor- tragsnachmittag über daS Thema: „Wie führe ich mein Kind in die Musik ein?" Die Vortragende, Musiklehrerin Fräulein Decker (Gießen), sprach über die Tonika-Do-Methode als den besten Weg dazu. Shre theoretischen Ausführungen legten dar, daß dieses in England aufgekommene, in Deutschland mehr und mehr sich ausbreitende Lehrsystem in ganz einzigartiger Weise geeignet ist, das Gehör zu schulen und daS Kind zu treff- und taktsich:rem Absingen von Liedern Au erziehen. Sinnreiche Darstellungsmittel, bie sich an die verschiedensten Sinnesgebiete gleichzeitig wenden, wie Handzeichen, Farben, Silben, Schriftzeichen. Figuren, veranschaulichen in echt Pesta- lozzi-FröbelschLr Weise Tonbeziehungen und Takt- werte. Eine Reihe von bestgelungenen praktischen Vorführungen mit etwa 10 Schülerinnen im Alter von 7—14 Sahren bestätigten in glanzender Weise den Wert und ®rfoig der Methode. Es war erquickend zu fehen, mit welcher inneren Anteilnahme und Freude, und welcher verblüffenden Sicherhell die Kinder sangen. Sichere Stmnn- sühruna im zwei- und vierstimmigen Kanon, da« Akkordsingen als Begleitung einer Solostimme, stets unter Hinzufügung der Handzeichen, waren ebenso bewundernswert wie 5er llebergang zur Rotenschrift, die guten Leistungen im Wusikdiltat und die Treffsicherheit auf der Klaviatur. Man kann Frl. Decker beglückwünsche zu diesen schönen Erfolgen der Tonika-Do-Wethode. um so mehr, als Ja ft alle ihre vorgeführten Schülerinnen keinerlei Musikinstrurnent zu Hause besitzen und erst verhältnismäßig ku«e Zell (Vp bis l1/» Sahre) nach dieser Mechooe unterrichtet werden. Den lehrreichen Darbietungen wäre ein besserer Besuch zu wünschen gewesen. Der Leitung der Ortsgruppe gebührt Anerkennur^ dafür, daß sie auch solche wichttgen Erziehungsfragen in den Bereich ihrer Tättgkeit aufnhnmt Run-funkprogramm btS Frankfurter Senders. (3u8 der „Radio-Umschau".) Sonntag, 4. November. 830 bis 9.30 Uhr: Katholische Morgenfeier. — 10 bis 11.30: Don der Panlskirche: Kirchen- Konzert. - 11.30 biS 12: Glternstunde. - 12 bis 13: Konzert des Arberter-Gesangverems „Liederblüte", Dotzheim. — 15 bis 16: Konzert deS Arbeller-Gesangvereins „Sangerlust", Syai- tersheim. — 16 bis 17: Stunde der Jugend. — 17 bis 18.30: Konzert des Rundfunkorchesters: F. Wendelssohn-Dartholdy. — 18.30 bis 19.30: Stunde des Landes. — 19.30 bis 20.30: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Gustav Frentzen — eine künstlerisch« Vorlesung aus seinen Werken und ein Wort zu seinem 65. Geburtstag (19. Oktober 1928)“ von UniversitLtSlektor Roedemeyer. — 20.30 bis 22.30: Konzert des Rundfunk-Sinfvnie-Orchesters. — Anschließend: Sportnachrichten. — Darauf: Tanzmusik. Montag, 5. Rovember. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. — 13 bis 14: Schallplatten-Konzert: Aus Opern. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 1535 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue TLnze. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 1830 bis 19: „Einführung in GoetheS „Faust", erster und zweiter Teil: 1. Entstehung und Leitidee", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. — 19 bis 19.30: Vortragszyklus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. W.-Hanau: „Aktuell« Steuerfraaen", Vortrag von Dr. Köbner. — 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. — 19.45 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. — 20.15 bis 21.15: Von Stuttgart: Sinfonie-Konzert. 21.15 bis 22.15: Von Stuttgart: „Er ist an allem schuld", Komödie von Leo Tolstoi. — 22.45: Heitere Stunde. Dienstag, S. November. 6.30 Mr: Morgengymnastik. — 13 bis 14: Mittaasständchen des Rundfunkorchesters. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15.55 biS 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Von Stuttgart: Konzert deS UundfunkovchesterS. — 18.10 biS 1830: Lesestunde: Aus dem Roman ..Maler Rollen" von Eduard MSrike. — 18.30 bis 18.45: Von Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. — 18.45 bis 19.15: Von Kassel: Vortrag. — 19.15 biS 19.45: Vortragszyklus deS Deutschnationalen HandlungS- gehilfen-Derbandes: „Gemeinschastshäuser des deutschen Kaufmanns", Vortrag von Gaublldungs- obmann Ludwig MartenS. — 19.45 bis 20.15: Stenographischer FvrtblldungSkursus für Anfänger und Fortgeschrittene. — 20.15: Rach Stuttgart: Bunter Abend. Mittwoch, 7. November. 630 Mr: Morgengymnastik. — 12.45 biS 13.15: Schulfunk: Deutsch. Szenen aus Goethes „Faust", mit vorangehenden Erläuterungen, vorgetragen von Lehrer Reumann. — 13.15 bis 14.15: Schall- platten-Konzert: Märsche, Walzer, Charakterstücke. — 15.05 bis 1535: Stunde der Jugend. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 biS 18.05: Rach Stuttgart: Konzert deS Rundfunkorchesters: Peter Tschalkow kh. — 18.10 bis 18.30: Dücherstunde. — 18.30 bis 18.45: Von Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. — 19.15 bis 19.30: Senckenbergviertelstunde: „Die Pflanzenfarben", Vortrag von Geh. Reg.-Rat Professor Dr. M. Möbius. — 19.30 bis 19.45: Französische Literaturproben. — 19.45 bis 20.15: Französischer Sprachunterricht. — 20.15: Rach Stuttgart: „Herr LambertHier", drei Mte, von LouiS Verneuu. Donnerstag, 8. November. 6.30 Mr: Morgengymnastik. — 13 bis 14: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 1535 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 1830: Lesestunde: „Zwischen Himmel und Erde" von Otto Ludwig. — 18.30 bis 19: Don Kassel: Vortrag. — 20.30 bis 21.30: Don Stuttgart: Mllitär-Märsche. — 21.30 bis 2230: Rach Stuttgart: Die neue Zeit. Freitag. -.November. 630 Mr: Morgengymnastik. — 13 bis 14: Schallplatten-Konzert: BunteS Programm. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15.55 bis 18.08: Hausfrauendienst. — 16.35 M8 1735: HauS- frauen-Rachmittag, veranstaltet vom Franffurter Hausfrauenverein e. D., Frankfurt a. M — 1735 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert deS Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lese- stunde: Aus den Briefen Rapoleons. —18.30 biS 19: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs. — 19 biS 1930: Esperanto-Ilnterricht. — 1930 biS 1930: Zwanzig Minuten Fortschritt« in Wissenschaft und Technik. — 20 bis 21: Von Berlin: 1. Unvollendete Sinfonie in H-Moll von Schubert: 2. Ansprache des Reichsinnenministers Severing; 3. Ouvertüre zu „Sgmont" von Beethoven. — 21 bis 22: Orgelkonzert. — Anschließend: Don Kassel: Spätkonzert. Samstag, 19. November. 6.30 Mr: Morgengymnastik. — 12.45 bis 13.15: Schulfunk: „Ein Besuch deS Zoologischen Gartens". — 13.45 bis 14.15: Rach Stuttgart: Mittags- konzert des Rundfunkorchester«. — 15.05 bis 1535: Stunde der Jugend. — 1535 bis 16.05: Haus- frauendienst. - 16.35 bi« 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Operettenmusik. — 18.10 bis 1830: Lesestunde: Aus dem Roman „Auf zwei Planeten" von Kurt Laßwih. — 18.30 bis 18.45: Briefkasten. — 18.45 bis 19.15: Schachstunde. — 19.15 bis 19.45: Stunde des Kulturkartells der modernen Arbeiterbewegung: „Iung- Hebbel", Vortrag von Alfred Auerbach. — 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Vollsblldung: „Was bedeutet uns Schlller heute?", Vortrag von Dr. von den Steinen. — 20.15 bis 22.15: Gastspiel Robert Koppel. — An- schl behend bis 0.30: Don Berlin: Tanzmusik. Berliner Börse. Berlin, 3.Rov. (WTB. Funkspruch.) Soweit im heutigen Dormittagsverkehr die Situation bis jetzt zu überblicken ist, scheint sich die freundlich« Tendenz auch heute zu erhalten. Es sind natürlich noch wenig Umsätze zustande gekommen. Für Elektvowerte besteht vor allem wieder Interesse. Die zu hörenden Kurse liegen etwa 1 Prozent hoher. Schuckert 225 bis 225,50, Siemens 394, 2.-G.-Farben 249 bis 250. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,12, Malland 92,60, Madrid 30,68, M Pfund 4,8496 und den Dollar 4,198250. Seide muss mit Sorgfalt werden! Welche Enttäuschung für Sie, wenn ein zartes, seidenes Kleidungsstück seine Farbe und Schmiegsamkeit schon nach einmaligem Waschen verliert 1 Gewöhnliche Waschmittel taugen nichts für solche feine Wäsche; zu ihrer Reinigung braucht man reinen milden Seifenschaum—-den Schaum der Lux Seifen-* flocken. Sie bieten den besten Schutz fü« Ihre köstliche Wäsche. LUX Doppd^kel SEI FEN FLOCKEN 8UNLICHT GES. A.O. MANNHEIM Ihr Fettansatz wirb vermindert bei Gebrauch der echten To tu ba-Ke rne. 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November 1928. beseit, üblen Mundgeruch u. ^niOrQQOni häßlich gefärbten Zahnbelag Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler, den Vereinen für die so warm empfundenen Nachrufe bei der Kranzniederlegung am Grabe des treuen Entschlafenen sprechen wir hiermit unsem tiefgefühltesten Dank aus. In Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen : Familie Elisabethe Müller. Kyffhäuser -Technikum Frankenhausen. Schwach-Q.Starkdtiomt. Aalt fOr Hasch.- □. Sontfarabt f, Laadm. o. noflftch. Aqtomobilbaa. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden anlähiieh des Hinscheidens meiner lieben Frau sage ich allen auf diesem Wege herzlichen Am Sonntag, dem 28. Oktober 1828, starb in Brotterode plötzlich mein lieber einziger Bruder Rudolf Liczewski Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Friedrich Bierau, Landwirt sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Lollar, den 3. November 1928. Selbstinserrnt! Selbständiger Kaufmann mit gutem Einkommen, Mitte 30er, 1,75 m grob, schlank, sucht auf diesem Wege, da es ihm an passender Geiegenheii bis jetzt gefehlt hat. eine treue Lebensgefährtin, von angenehmem Aeußeren. Vermögen erwünscht. Blldofserten erbet, unt. F.HT.R.386, befördert Rudolf Moste, Frankfurt a. M. — Anonym zwecklos. 9709V Tapezieren vro Nolle 0.60 NM. mii Tavetenlteferg„ Matratzen billigst. Zahlungs- erteichterung. u7*» Hermann Schmillgall, Mtttelioeg 9, i. Sr. Teievbon 1623. flioüe Wellen liefern jedes Quantum fr?t Haus oder Garten H. Sauer & Co Kehlen und Landes- Produkte Telephon 1154 ^el) Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet stall: 9694C Dienstag, 6. November 1928: Rindvieh. (Nutzvieh.) Markt; Mittwoch, 7. Rovember 1928: Schweinemarkt. Auftriebszeit an beiden Markllagen von 8 bis 9% Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutz- geimpst. Gießen, den 3. November 1928. Der Oberbürgermeister. 9.23.: Dr. Rosenberg. Sonder-Angebot für Gastwirte! Wegen Platzmangel grötk Anzahl gebrauchte, gut erhaltene EleKIrisdie Pianos uodOrcbeslrions zu bedeutend herabgesetzten Prelsen.SämtUchelnstrumente gründlich durchrepariert. Für einwandfreie Funktion wird garantiert. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten Pianobaus R. Schönau Gleiten, Seltersweg 91 OrößtesSpezialhaus für elektr. Kunst - Spiel - Instrumente in Hessen und Hessen - Nassau. Generalvertretung d. Hupfeld- Oebr. Zimmermann A. G. 6982A Bekanntmachung. Ab Montag, den 5. d. M., werden an den nachstehend genannten Hallestellen der städtischen Straßenbahn die Straßenbahn- 1 wagen je nach der Fahrrichtung an oer- 1 schiedei en Stellen hallen: 9692V Haltestelle Ludwigsplatz Hallestelle alle Bürgermeisterei (Garten- ' siraße), Hallesielle Walltor (Nordantage) und ! Haltestelle Hehler (Frankfurter Straße- Wesianlage). Die neuen Halteplätze sind durch neue i Hallestellenschild, r mit Pfeil kenntlich ge-! macht. Der Pfeil kennzeichnet die Fahr- richtung des an dieser Stelle haltenden Wagens. Gießen, den 3. November 1928. Direktion der Straßenbahn. Stolle. Achtung! Mittwoch, den 7. November, nachmittags 2 Ühr, werden in Altenburg bei Alsfeld (Dbert).) durch Hess. Orts- gerichi eine Lafvetie, geeignet für Handwerkers Bauplätze, ca. zwanzig Morgen erstkl. Acker« und Wiesen- land freiwillig, einmalig versteigert. Die Versteigerung findet auf dem Gemeinderatszimmer statt. 9680V Brennholz Anmachholz Sagemehl zum Räuchern ,4RD Jul. Wellhöfer .Fernsprecher 743. 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Diese Einrichtung steht jedem, der Auskunft und Rat bedarf, unentgeltlich zur Verfügung. 9690C Die Sprechstunden finden täglich wäh. renb der Dienftftunben im Gebäude des Wohlfahrtsamts, Gartenstraße 2, Zimmer Dir. 2, statt. Gießen, den 1. November 1928. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Abteilung Gesundheitssürsorgeamt. Bekanntmachung. Betr.: Ergänzungswahlen zur Industrie- und Handelskammer Gießen. Auf Grund des Gesetzes vom 25. Juni 1925, die Industrie- und Handelskammern betreffend, haben Ende dieses Jahres Ergänzungswahlen zur Industrie- und Han- delstammer Gießen stattzufmden. Cs scheiden aus: im Wahlbezirk Gießen- Stabt die Herren Kommerzienrat Heinrich Schirmer Bergwerksdirektor Robert Liste und Kaufmann Carl Röhr: im Wahlbezirk Gießen - Land: Herr Fabrikant Ludwig Rinn, Heuchelheim, und im Wahlbezirk Grünberg: Herr Fabrikant Georg Stamm- ler Grunberg. 9700D Die Ausscheidender sind wieder wählbar. Es wird dies mit dem Anfügen bekannt- gemacht, daß vom 5. bis einschließlich 14. November d. 3. die Listen der Wahl- berechttgten für die Wahlbezirke Gießen- Stadt und Gießen-Land auf dem Sekretariat der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystraße 7, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr r rmiliags und 3 bl» 5 Uhr nachmittag», und die für den Wahlbezirk Grunberg auf der Bürgermeisterei Grün- berg während der üblichen Amtsstunden zur Einsicht ost.'n liegen. Einwendungen gegen den Inhalt der Listen sind innerhalb der zehntägigen Frist bei der unterzeichneten Industrie- und Handelskammer schriftlich oorzubrtngen. Gießen, den 2. November 1928. Industrie' und Handelskammer Gießen. Schirmer, Kommerzienrat. i? ■ ■W len unseren o 9666A 9666A Gieflener Konzertverein Markus-Gemeinde Sonntag, den 4. November 1928, nachm. 16‘/4 Uhr in der Universitätsaula. Erstes Konzert Professor Joseph SZI6ETI (Violine) Am Klavier: Boris Golschmann Werke von Tartini, Bach, Schubert, Szymanowski Debussy, Paganini und de Falla-Kreisler Eintrittskarten: RM. 6.—, 4.— und 2.50 bei Ernst Chai Her und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1.50 nur im Vorverkauf bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. Abonnement* für alle 10 Konzerte 1. Platz RM. 35.—. 2. Platz RM. 25.— laut Abonnements-Be dingungen in der Musikalienhandlung Ernst Chaliier. Neuenweg 9. — Die bestellten Abonnements können von Montag ab abgeholt werden. Herzliche Einladung zum fünfzigjährigen Jubiliäum des Oberhess. Vereins für Innere Mission Sonntag, den 4. November, nach mittags 2 Uhr Gemeindefeier in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Eintritt frei Jedermann ist herzlich eingeladen. Für den Kirchenvorstand; Becker, Pfarrer.9105D Bahnhols- Resta^rant Montag, 5 Nov., ab 18.30 Uhr Has im Topi mit Spätzle Mk. 1.50 8654 A Llniversiiäis-Restaurant (Onkel Franz) Akademischer Gesangverein Proben stets Montags um 8 Uhr abends im großen Hörsaal der Universität / Studiert zur Zeit Beethovens missa solemnis. Damen und Herren, die sich beteiligen wollen, willkommen. Anmeldungen in den Proben bei Musikdirektor Dr. Temesvary. 9691D Professor Seeteer von der Reise zurück 97230 % < " 0783) Morgen Sonntag, 4. Nov. Gebe hiermit bekannt, daß ich meine Der. lobung mit Herrn Studienassessor Karl Lull gelöst habe Liselotte Willmann Undenheim (Dheinhessen) 07798 Statt Karten! Für die uns anläßlich unserer Vermählung er- wiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Ludwig Kröck und Frau Lina geb. Schleenbecker Heuchelheim, den 3. November 1928 97I4D und zur Jahresversammlung des Hess. Landesvereins für Innere Mission u. d. Landesverbandes der Inneren Mission in Hessen in (rieben am 6. und 7. November 1928 I, Dienstag, den 6. November, vormittags 10.30 Uhr JahreHverHommlung des Oberhessischen Vereins für Innere Mission im Saal der Johanneskirche (Südanlage) L Morgenandacht. 2. Festbericht. 3. Rechnumrsablage. 4. VorstandswuhL 5. Verschiedenes, ß. Vortrag des Herrn Professors I). Cordier über: „Die Krisis der modernen Wohlfahrtspflege und. die Innere Mission.“ Abende G Uhr: Feetgotteedlenet in der Stadtkirche. Festprediger: Der Direktor der Niederramstfldter Anstalten, Herr Pfairer Schneider. Abends 81« Uhr: Farn11lennbend im .Cafö Leib*. Wallto. straße 3(5. Vortrag von Professor Veidt-Herborn über: „Innere Mission und soziale Frage“ II. Mittwoch, den 7. November, im Saal der Jo- hannenklrc ie. vornil.tag* 1 1.30 Uhr; Oeflent- licherVorirag des Vereins;: eistllchen für Innere Mission in Frankfurt a. M.. Pfarrers Schuhmacher, über: „Wie rBiten wir ans au! das kommende Wandergesetz?" Nachmlt ag* 3 Uhr: Vortrag des Herrn Direktors Victor vom Win schaftsbund gern innü’ziger Wohlfahrt s- einrichtungen Deutschlands über: „Zweo'x und Ziel den Zusammenschlusses der Ausladen der Inneren Mission im Wirtscha.tsbnnd.“ Alle evangelischen Gemelndcglieder sind herzlich eingeladen! Eintritt frei! 9681 d MMDmIllMMlllM Sonntag, den 4. November 1928 findet im Saale zur Deutschen Eiche unser diesjähriges Winterfest statt. (§s ladet ergebenst ein der Vorstand 8665V Ab 4 Llhr Tanz! Verlosung! Lichtspielhaus Bahnholstraße 34 1,’BWNE FÜR KUNST WaUBeNIHtlln -mMiiiiiiiitiiimiiiiiiiiiiiiiiiiieiiiiiimmiiimi* 1. Gastspiel | Henny Porten | 1. Gastspiel Leben und Laufbahn einer Filmkünstlerin, ein Querschnittfilm in 7 Akten mit Begleitvortrag und Begleitmusik Ein Maskenfest der Porten, eine Parade der Prominenten Das In terewean teste. was der Film bisher gezeigt hat! Ein wertvolles filmisch. Kulturdokument! Aus dem Inhalt: Henny Porten als Achtzehnjährige — Der erste Gatte der Porten — Jannings, der Verführer von 1917 — Henny als Hofdame — Relnhqld Schünzel vor 10 Jahren — Henny in Hosenrollen —Die Filmdiva im Gefängnis — Die häßliche Henny Porten — Die tragische Porten mit Albert Bassermann, Ernst Deutsch, Fritz Kortner, Werner Kraus. — Ein trauriges Atelier-Eiiebnis — Henny Porten von 1928,usw. nur am Samstag, 3. Nov., abends 10.45 Uhr, Nachtvorstellung sowie am Sonntag, 4. Nov., vorm. 11.15 Uhr, Frühvorstellung — Kartsavorvorfcmif an der Tageskasse des Llchtspfelhaaeas — 9595C Samstag und Sonntag MKnzeBt Reichhaltige Speisekarte 07810 Cale Astoria Heute Tanzabend Voranzeige! Donnerstag, d. 8. November Militärkonzert ausgeführt von Mitgliedern der Reichswehlkapelle des I. R. 15 Geöffnet bis 4 Uhr! 07818. ui m ■iy Unsere Herbst-Generalversammlung findet Umstände halber nicht am 10., sondern am 17. Nov. abds.S'/tUhr. im Postkeller statt Der Vorstand Halt! Wollen Sie einen gut gepflegten Bubikopf so kommen Sie zu mir. BilL Preise Georg Meißner Damen- und Herrenfriseur Neustadt 4fl 9nBl > Roter Laden ausnahmsweise keine Sprechstunde! Naumann Asterweg 14, Telephon 2545 Stellwerk-, Feo- dora-, Cailler-, Gala Peter Gvostes vlerstöMkges Lagerhaus ganz oder geteilt sofort zu vermieten. Schristliche Angebote unter 9424D an den Gießener Anzeiger erbeten. Mauxion-, Kant- Trumpf-, Ceno- vis’Schokoladen und Pralinen. — Ferner: 61740 Bäuerische Bonbons, Waffeln und alle einschlägigen Süßwaren Uefert zu Original - Preisen in größter Auswahl an Wiederverkäufer Ernst Muth, Gielen Schokoladen-Großhandlung Ludwlgstraße 42 Fernruf Nr. 721 Für 1005Rm. ab Köln (einachlieblich Bahn, Dampfer, Hotels und Verpflegung) können Sie eine vierwöchige Vergnügungsreise nach A\MIEIRIHKA\ und zurück machen mit gleichzeitiger Besichtigung von London und Parts WHITE STAR LINIE Gobr. JallmaM, Gießen, Bahnäoistr. 85, Toi. 1542 und Beno Schneider, Büdingen A. 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Allerdings nur für — Dettler. Auch dort, im Lande der ausgehenden Sonne, halben sich nämlich die Dettler nach amerikanischem Muster organisiert, und der „Dettlerreichsverband" ist bestrebt, di« „materiellen und moralischen (I) Interessen" seiner mehr als zahlreichen Mitglieder mit allen erdenklichen Mitteln zu fördern. Die Einführung des Dreistundentages geschah zum Schuhe der materiellen Interessen. Es gibt eben zuviel Dettler in Tokio, und die Herrschaften gefährdeten sich gegenseitig die Existenz. Der Dettler vergeudet mitunter viel Zeit, da andere Kollegen — die Frühaufsteher! — das Feld vor ihm abgegrast hatten. Warum sich derartigen Reinfällen unnötig aus- setzen? Der Reichsverband sollte helfen, und er tat es denn auch auf geradezu vorbildliche Weis«. Run wurde Tottv in Reviere eingeteilt, und die Mitglieder der Dettlergenossenschaft dürfen nur die für sie bestimmten Bezirke „bearbeiten", ganz so wie die Geschäftsreisenden. So wurde die Tageseinnahme gesichert, Arbeit und Zeit erspart, und sogar das „moralische Riveau" gewahrt. Es kann in Zukunft nicht mehr Vorkommen, daß eine Hausfrau beim Anblick eines Bettlers verzweifell ausruft: „Sie sind heute Sie ihn am Rundfunk drüben verfolgt hatte? Er hatte sich nicht einmal von ihr verabschiedet. Aber der Brief war so rührend, daß er den auf- steigenden Aerger niederdrückte. Sie schrieb, daß sie entlassen sei — Quevedo habe jetzt eine bayrische Kapelle in Landestracht — und daß sie krank sei. „Aber Geld brauche ich nicht. Deswegen schreibe ich nicht. Das dürfen Sie nicht von mir denken! Kommen Sie bald zurück?* Natürlich noch echt weiblich eine Nachschrift, und sie enthielt das Wichtigste des ganzen Briefes: „Es wäre gut, wenn Sie bald kämen! Ich glaube, es ist dringend nötig!" Seid fällt vom Himmel • Roman von Paul Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. „Fahren Sie doch schneller!" schrie er den Chauffeur an, der achselzuckend auf die Steigung und die Kurven wies. Endlich stand er vor dem großen gelben Haus, das ihn fremd und feindlich anftarrte. Sein Atem ging stoßweise: plötzlich wußte er, daß etwas geschehen war. All sein Mut verließ ihn, als er vor der Tür des Gartengitters stand. Es kostete viel Anstrengung, den Klingelknopf niederzudrücken. Das Läuten der Gwcke war vom Innern des Hauses her deutlich in der Stille zu vernehmen. Angespannt lauschte er den Schritten, die sich endlich — endlich — endlich hören ließen. Der Diener, den er schon kannte, öffnete ein wenig die Haustür und fragte, ob eine Depesche da sei. „Nein, zum Teufel", schrie Grotteck. „Erkennen Sie mich denn nicht?" Der Diener trat heraus. Er hielt die Hand vor den Hals, und Grotteck bemerkte, daß er keinen Kragen trug. Das nahm ihm den letzten Mut, er wußte selbst nicht, warum. „Sie wünschen?" fragte der Diener mit derselben Ruhe und Würde, mit der er oben in der Halle servierte. „Ist Herr Brodersen zu sprechen?" „Bedaure." „Aber es ist eine dringende Angelegenheit. Rich- ten Sie das aus." Die Ruhe des Dieners wirkte aufreizend, aber es galt, sich zusammenzunehmen. „Schlafen die Herrschaften denn schon?" Die Frage war lächerlich zu dieser Stunde, aber er klammerte sich an die Möglichkeit, daß Brodersen sich nicht wohl fühle und deshalb keine Besuche empfangen wolle. zurück""' ®rOb€rfen ift "och gar nicht Zurück? Von wo?" et < r,r -Fersen ist verreist. Mit dem gnädigen Fraulein. „Verreist? Wohin?" "Bedaure. Das darf ich nicht sagen." Der Diener verneigte sich korrekt und ging zum Haus zurück, m?1 „ f€*n«n schneller, als beim Servieren. Wußte dieser Mensch denn nicht, was er ihm eben gefaßt hatte? Stand ihm die Verzweiflung nicht auf dem Gesicht, das er erstarren fühlte? (Fortsetzung folgt.) Grotteck dachte: Wie beurteilt man mich denn setzt, wo die Kunst in die Binsen gegangen und Hausgebrauch geworden ist? Ach, ich fürchte, ich werde kein Examen mehr bestehen, sei es, was es sei. Gott sei Dank war der Bahnhof in Sicht, und er konnte mit dem Versprechen eines baldigen Besuchs dem friedsamen Gespräch entfliehen und dem abseits gelegenen Bahnsteig der Kleinbahn zuzustreben. Die langsame Fahrt schien kein Ende nehmen zu wollen. Er begleitete sie mit tausend Flüchen und wunderte sich am Ende, daß er über- Haupt noch in Niederstein aussteigen konnte. Während er vor dem „Fröhlichen Westpreußen" wieder den Braunen bestieg, zeigte ihm der Krugwirt den russischen Maler, der bei ihm einquartiert war. Es war ein müder, welker Mann mit weltfremden Augen und ebensolchen Manieren. Nein, der hatte keine schlimmen Absichten. Erleichtert nahm er sich vor, ihm, wenn er wicderkam, eine einer sauber aquarellierten Landschaften abzukau- en. Wenn er wiederkam ... Wann würde das ein? Unterwegs auf der Chaussee überholte er den Landbriesträger. .Haben Sie was für mich?" Der alte sehnige Mann mit dem Krückstock öffnete bereitwillig die Ledertasche. „Paar Drucksachen für die Mama", sagte er gemütlich. ,Ia, und ein Briefchen für Sie. Von einer Dame", setzte er schmunzelnd hinzu. Inge! — dachte Grotteck, und sein Herz schlug chm bis zum Hals. Er drückte dem Alten ein reichliches Trinkgeld in die Hand und setzte den Braunen in Galopp, bis Pluto herangestürmt kam und das Pferd beinahe scheu machte. Erst als er in gelinderm Trab zum Herrenhaus bog, wagte er es, den Brief näher zu betrachten. Es mar eine fremde Schrift, eine unruhige, kleinliche, nervöse Schrift. Nie hätte Inge Brodersen so schreiben können. Aber der Stempel war aus der Stadt, die er verlassen hatte. Er war froh, daß die Mutter im Garten beschäftigt war und daß er nicht Rede und Antwort stehen mußte. 2Hs er sich in seinem Zimmer eingeschlossen hOtte, riß er den Brief auf. Enttäuscht ließ er ihn niebergleiten. Er war von Martha Rebmann. Wie kam sie dazu, ihm zu schreiben und ihn bis hierher zu verfolgen, wie ift «uk weitere Angelegenheit, di« der regsten f <_.r. städtischen Stellen bedarf: um in dieser Hrnsicht nur «in Beispiel zu nennen, fei auf Die wiederholt angekündigte, bisher aber immer noch nicht durchgeführte Um- und Reu- gestmtung der Westanlage verwiesen. Zur Er- wagung geben wir ferner anheim, am Ausgang ™ SeUersweges in der Richtung nach der Srantsurter Straße zu und an dem Straßen- kveuz Dahnhosstraße-Westanlage je einen Park- platj für Automobile zu schaffen, da über bi« letzigen Verbote des Parkens der Kraft- Wagen an diesen stark frequentierten Straßen- teilen lebhaft und Wohl nicht mit Unrecht ge- nagt toirb. Wär« es nicht möglich, z. B. die ohnehin nicht bedeutenden Anlagenzipfel beiderseits der Seltersweg-Torhäuser in Parkplätze für ^lvtos umzugestalten? Das Stadtbild würde wohl durch die Kassierung dieser turnen Grasslächen niq>t allzuviel verlieren, anderseits aber hätte man doch die Möglichkeit geschaffen, die Lastwagen an dieser lebhaften Verkehrsstelle parken zu lasten, ohne dadurch die Flüssigkeit des Ver- kehrs in den Skraßenzügen selbst zu behindern. Erwünscht wär« es für den Fahroerk.hr Wei er, toemi am Standort der jetzigen Richtungsschilder ns den Anlagen und in Den Ausfallstraßen für Dte Abend- und Nachtstunden beleuchtete W « g w « i s e r aufgestellt würden. Wiederholt haben toir die Wahrnehmung machen müssen, daß Kraftfahrer in den Abendstunden ratlos halten mußten, weil für sie nicht erkennbar war, m welcher Richtung sie ihre Wegstrecke durch die Stadt zu nehmen hatten. Wegweiser in Form von Glaskästen, ähnlich den Licht-Transparenten des Elektrizitätswerks, ausgestallet mit starkem G.as, entsprechender elektrischer Beleuchtung von innen her und mit deutlicher Beschriftung, toür* t>en von den Interessenten des Fährverkehrs llcherlich begrüßt werden. Zum Schuhe gegen Zerstörungen durch mutwillige Elemente könnte vielleicht ein Ueberzug der Kästen mit dünnem Maschendraht erfolgen. Bei der Aufbringung der Kosten für eine solch« Einrichtung dürften vielleicht-di« am Verkehrswesen interessierten Organisationen mit sich redien lassen. Auch bei diesem Wunschzettel an die Stadt haben wir heute nur einige besonders dringlich erscheinende Punkte verzeichnet. Wir sind sicher, daß deren Derwirllichung allgemeine Genugtuung auslösen wird. mal ist, empfiehlt sie, eine Verbesserung der Be- leuchtung evtl, durch die Stadt Gießen herbeizuführen, und zwar durch Wiederanbringung der an der Endstation der Straßenbahn früher befindlichen Lampen. Wir sehen allerdings keinen Grund dafür, daß die Stadt Gießen eine Verpflichtung auf sich nehmen soll, die von Rechts wegen nur der Reichsbahn als Grundeigentümerin obliegt. Jedenfalls wird man auch in dieser Hinsicht an den guten Willen der Reichsbahn erst bann glauben können, wenn man sieht, daß von ihr wenigstens die drin- genbftcn Notwendigkeiten im Interesse des Publikums erfüllt werden. Neben diesen beiden Taaesfor- derungen an die Reichsbahn stehen natürlich noch die weiterreichenden Forderungen, die eine U m - g e ft a 11 u n g unserer gesamten Dahn - hossverhältnisse von Grund auf zum Ziele hoben. Daß Die heutigen vielfachen Unzulänglichkeiten in unserem Dahnhof, Die u. a. auch Darin zum Ausdruck kommen, Daß beinahe jeden Tag irgendwo im Dahnhof ein Wagen entgleist oder eine Karambolage erfolgt, in absehbarer Zeit schon beseitigt werden, wagen wir einstweilen nicht zu hoffen. Die Reichsbahn muß sich aber darüber klar sein, daß Di« nach großzügigen Gesichtspunkten vorzunehmende Umgestaltung unserer gesamten Bahnho'sanlagen eine Forderung ist, di« seitens Der Gießener Bevölkerung immer energischer erhoben werden wird, je länger Die Reichsbohnverwaltung Die Erfüllung Dieser Aufgabe hinausschiebt. Für heute wollen wir auf Diese Seite Des Wunschzettels an Di« Reichsbahn aber nicht näher eingehen in der Erwartung, daß in ganz kurzer Zeit wenigstens Die beiden obengenannten dringlichsten Tageserfordernisse ihre Erledigung finden. Auch bei der Stadtverwaltung wären einige Wün'che vorzubringen. Zunächst mochten wir ein« beschleunigte Durchführung des gesamten Ve r b e s se r u ng s p r o g r a m m s für unser« Straßenbeleuchtung empfehlen. Es kann nicht damit getan sein, daß nur einige Hauptstraßen beschleunigt eine umfangreichere Beleuchtung erfahren, es muh vielmehr mit allem Nachdruck auch Darauf hingewirkt werden, daß in den anderen Straßen und vor allem in den Außenbezirken Di« Straßenbeleuchtung so schnell wie nur irgend möglich erweitert wird. Die Neuherrichtung unserer Straßen durch umfassende Erweiterung und beschleunigte Durchführung des Strahenerneucrungsprogramms schon Der Dritte!" Und sollte es ein Geizhals doch wagen, den organisierten Bettler so unfreundlich zu empfangen, wird er bestimmt zu Höven bekommen: „Entschudigen Sie gefälligst, das kann nicht stimmen. Ich bin von meiner Ortsgruppe her geschickt worden, und bin der erste!" Clara Bows Baler hal's nicht leicht. (a) Neuhork. Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Die Wahrheit des Buschschen Sinnspruches bekam vor kurzem der Herr Papa von Elara Bow au fühlen. Papa Dow besitzt ein kleines, bescheidenes Wirtshaus in der Provinz, dellen Geschäftsgang viel zu wünschen übrig ließ. Da kam der alte Herr — als waschechter Amerikaner — auf die Ide«, die Volkstümlichkeit seiner Tochter, der neuentdeckten roten Schönheit der Paramount-Gesellschaft, auszunützen. Er taufte allo seine Wirtschaft, Die bis dahin „Zum fröhlichen QJanfee" oder so ähnlich hieß, in »Clara Bows Steak House“ um. Die Reklame verfehlt« ihre Wirkung nicht, und Der alte Dow toar froh, eine so „anziehende" Tochter zu haben. Deine Freude Dauerte aber nicht lange: der Rechtsbeistand der Paramount-Gesellschast teilte ihm mit, daß er «in« Derartige Reklame nicht anwenden dürst«, und überdies schadenersah- pstichttg gemacht werden würde. Da halfen die Argumente des alten Dow, Der beteuerte, Daß Die schön« Elara nachweisbar an die zwanzig Jahr« in dem Hause ihre „Steaks" «innahm, nicht viel, es wurde ihm ein für allemal unter- fagt, seine eigene Tochter zu Rellam«zwecken zu verwenden. In Anbetracht der mildernden Umstände erließ man chm hingegen die Zahlung der Schadenersatzsumme: Die amerikanischen Richter fmD eben großzügig und sehen es ein, daß «s ein „mildernder" Umstand ist, der Vater von Clara Dow zu fein. ... Churchill ist kitt vollwertiger — Maurer. (0 London. Der Schahkanzler Englands gehört bekanntlich zu Den vielseitigsten Menschen Des Jahrhunderts: zumindest weiß die englische Presse von Zeit zu Zeit von immer überraschenderen »Nebenbeschästigungen" des Herrn Churchill zu berichten. Daß Winston Churchill ein erfolgreicher Schriftsteller und ernstzunehinender Kunstmaler ist, sind allgemein bekannte Tatsachen: neuerdings stellte es sich aber heraus, daß er nicht nur mit Den Musen kokettiert, sondern auch weniger ideelle Arbeiten mit Vorliebe verrichtet. So soll der Schahkanzler an jeder Bauarbeit, Die auf seinem Gut« getätigt toirb, als aktiver Maurer teil* nehmen. Kaum veröffentlichten die Journale diese Sensation, meldete sich Der Generalsekretär Der englischen Maurergenofsenschast bei Churchill, und forderte diesen mit Hinweis auf Die Zeitungsberichte in aller Form auf, Der Derufsvereini- gung als orDentliches MitglieD beizutreten. Churchill fanD Dies ganz in Ordnung, reichte fein Aufnahmegesuch ein und toartete Dann (wohl nicht übermäßig ungeduldig) auf Den Beschluß Der Aufnahmekommission. Die Maurermeister teilten sodann dem Schatzkanzler brieflich mit, daß seiner Aufnahme nichts im Wege stünde. „Zwar ist Der Gesuchsteller," so hieß es wörtlich im Denkwürdigen Schreiben Der Genossenschaft, „heute noch kein vollwertiger Maurer, und gewiß außerstanDe, jede Facharbeit einwandfrei auszuführen. Man könnte aber annehmen, Daß sich feine Leistungsfähigkeit im Laufe der Zeit vervollkommnen toirbI“ Warum auch nich.! Einem genialen Finanzmann, Strategen, Schriftsteller und Maler Dürfte es sich nicht allzu schtoer fallen, auch Den Anforderungen Der Maurergenossen- fchaft gerecht zu werden. Ter gcschäftsuntüchtige Beamte. (r) Wien. Ein bekannter ungarischer Schriftsteller gab unlängst im Budapester Iournalistenklub folgende Variante einer alten Anekdote zum besten: Kommt Da ein ungarisches Bäuerlein an Den Fahrkartenschalter einer kleinen Eisenbahnstation. „Wieviel macht's Dritter Klasse nach Debre- czin?" »Zehn Pengö sechzig" lautet Die Antwort. „Hm, Herr Beamter, ich habe aber nur vier Pengö!" Aergerlich knurrt Der Beamte, Der offenbar feine Leutchen kennt, zurück: „Bei uns wird nicht gehandelt!" llnd wirft Den Schalter zu. Das Bäuerlein geht zur Seite und seht sich fünf Minuten tieffinnierenD auf eine Dank. Dann klopft er wieder an den Schalter: „Run Denn, um Des lieben Friedens willen, ich gebe freiwillig sechs Pengö!" Der Beamte würdigt ihn überhaupt keiner Antwort. Di« Abfahrtzeit rückt immer näher, und schließlich scheint Der Bauersmann einen heroischen Entschluß gefaßt zu haben. Er erscheint wieber am Schalter und schiebt acht silberne Pengö zu Dem Beamten hin. .Hi«r sind acht Pengö für einmal Dritter nach Debreczin!" Wütend wirst Der Beamte Das Geld zurück und verbittet sich weitere Alfanzereien. In diesem Augenblick läuft der Zug in Die Station, nimmt einen einsamen Passagier mit unD Donnert weiter. Der Dahnhof liegt verlassen wie vorher, und nur Das Däuerlein steht mit triumphierenDem Gesicht wieder vor Dem Schalter und höhnt den Beamten: „So, DashabenSienunDavon! Was haben Sie nun für ein Geschäft gemach t?" Bier Frauen und viermal Pech. (V) Budapest. Ganz Ungarn spricht heute von dem unglücklichen Stephan Takacs, einem Landwirt aus Die Logik des Blattes hatte etwas für sich — Die aber, wenn es eine höhere Logik gab, aus einer andern Perspektive heraus? Hatte der Wille zur Vernichtung je nach Logik gefragt? Er sah nach der Uhr. Es war Zeit, zum Bahnhof zu eilen, wenn er heute noch heimlommen zollte. Er riß die Seiten aus, die die gefährlichen ^°chrichten gebracht hatten und stopfte sich damit di« Manteltaschen voll — wie damals die Scheine, er. Und die dunkle Ersühlung eines rätselhaften Zusammenhangs jagte ihn hinaus, daß er auL &er ~rcPPe immer zwei Stufen auf einmal nahm und keuchend in die Trambahn stieg. Onnnen begrüßte ihn nach einigem Zaudern ein $Lrr: wenn ich nicht irre?“ ,,3a, Herr Professor." Er war sein Mathematik- lehrer gewesen, damals, als er auf der Schulbank des Gymnasiums in der Weidengasse sich mit Logarithmentafeln und Wurzelziehen abgequält hatte, »ic alt der Professor geworden war — war das !chon so lange her? »Wie geht es? Was macht die Kunst?" „Die Kunst geht nach Brot, Herr Professor. Ich ö letzt vor auf meinem Gut zu bleiben und ^hl und Ruben zu bauen." Wie ich lügen kann 7V dachte er —, wie sollte ich nun die Ruhe Inden? -Bleibe im Lande und nähre dich redlich" !ch«rzte der alle Herr. „Denken Sie noch manch- mal an ihre Schulzeit? Sie war doch gar Glicht so übel, wi«? Was Sie auch damals geschimvlt toben mögen." „Sie war herrlich, Herr Profesior, trotz aller Prü- lunasarbeiten. Es war meine friedlichste Zeit." ..'Atze Abituriurn hing an einem seidenen Faden, Men Sie das noch?'" ^Ja, und die Seide war noch schlecht. Wenn Sie » T Zugedrückt hätten ..." »•Gr A"dcn, mein lieber Herr Grotteck. Einen Estler muß man anders beurteilen, haben Olt beschlossen." Gießener Verkehrsnoiwendigkeiien. lieber die Dringlichkeit einer regen Derkehrswer- bung besteht auch in unserer Stadt bei dem größten Teile der Bürgerschaft keine Meinungsverschiedenheit. Das ist eben eine Aufgabe des kräftig vorwärts- ftrebenben kommunalen Schaffenswillens, über die man vom grundsätzlichen Gesichtspunkt aus heute nicht mehr zu debattieren braucht. Notwendig ist aber noch bei Gelegenheit eine Erörterung der Frage, ob es nicht möglich wäre, die bisher für diese Aufgabe bcreitgefteUten Mittel der Stadt zu erhöhen, um den Anforderungen im Städtewettbewerb noch besser als bisher gerecht werden zu können. Davon soll aber heute nicht die Rede sein. Wir wollen vielmehr die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf Notwen, digkeiten hinlenken, denen von der Reichsbahn und der Stadt zum Nutzen für die Gießener Verkehrsbelange baldigst entsprochen werden sollte. Nehmen wir zunächst den Wunschzettel an die Reichsbahn vor. Auf ihm finden wir leider immer noch eine ganze Reche von Forderungen, die selbst unter den gegenwärtigen Verhältnissen schon längst hätten erfüllt sein können. Wir denken hier vor allem an die dringend notwendige U m g e st a l • tun^j der Halle im Bahnhofsgebäude. Für den stark gestiegenen Publikumsverkehr ist diese Halle schon seit Jahren zu klein. Das macht sich ganz besonders in den Stunden des Arbeiter-Nahverkehrs bemerkbar. Durch die Verlegung der Gepäckabfertigung aus der Bahnhofshalle in seitliche Räume nach dem sog. Fürstenpavillon zu könnte verhältnismäßig leicht Abhilfe geschaffen werden. Auch die Bahnsteigsperre inmitten der Halle und die dadurch bedingte zlbriegeluna eines beträchtlichen Teils des Hallen- raumes und der Wartesäle vom freien Verkehr ist durchaus unhaltbar. Die Bahnsteigsperren könnten mit Leichtigkeit an die jetzigen Ausgänge der Halle zu den Bahnsteigen verlegt werden. Wohin sie auch schon aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen gehören! Durch die Beseitigung dieser beiden Verkehrshindernisse in der Halle wird cs möglich sein, den berechtigten Ansprüchen des Publikums auf mehr Raum in der Bahnhofshalle und auf ungehinderten Zugang zu den Wartesälen gerecht zu wer- den. Die Reichsbahndirektion Frankfurt hat sich bisher trotz zahlreicher Vorstellungen immer wieder geweigert, diese Forderung, über deren Berechtigung gar kein Zweifel bestehen kann, zu erfüllen. Mit gar nicht zu hohem Geldaufwand könnte sie dem Verlangen des Publikums genügen. Aber die Reichsbahn- Direktion erklärt, sie habe kein Geld. Gegenüber dieser Einwendung muß darauf hingewiesen werden, daß Die Frankfurter Direktion für den Frankfurter Bahn- Hof bisher immer Geld bereit hatte, auch für recht kostspielige Bauten. An anderen Stellen, darunter auch im Bahnhof Gießen, will man aber selbst den Dringendsten und gar nicht allzu kostspieligen Erfor- Dernissen nicht gerecht werden können. Man darf sich angesichts dieser eigenartigen Haltung bei der Direktion in Frankfurt nicht wundem, wenn hier in weiten Deoölkerungskreisen der Eindmck entsteht, daß es bei Der Bahnleitung in Frankfurt wohl vor allem am rechten und ernstlichen Willen zur Abhilfe fehle. Wenn die Reichsbahndirektion diesen Eindruck bei Der Gießener Bevölkerung verwischen will, so möge sie den schon lange bestehenden, heute erneut hier ausgesprochenen Wünschen auf Umänderung der Verhältnisse im Gießener Bahnhofsgebäude endlich Rechnung tragen. Sie täte damit durchaus nicht etwa was Besonderes, sondern sie würde ganz ein* fach einer sehr dringlichen Notwendigkeit gerecht. Weiterhin könnte die Reichsbahn auch dafür sorgen, daß die Beleuchtung des Bahnhofsplatzes, für die sie als Eigentümerin des Ge- löndes ja zuständig ist, endlich besser und zeitge- mäßer wird. Schon wiederholt sind die zuständigen Stellen der Reichsbahn vom Verkehrsverein auf die mangelhafte Beleuchtung des Bahnhofsplatzes hin- aeroiefen und um Verbesserung ersucht worden. Als Antwort wurde aber nur der lakonische Bescheid erteilt, daß die Beleuchtung des Bahnhofsvorplatzes „nach diesseitigem Dafürhalten vollständig ausreichend" fei. Die zuständige Gießener Reichsbahn- stelle kann doch im Ernst nicht glauben, daß die Beleuchtung des Bahnhofsplatzes in der jetzigen Art den berechtigten Erfordernissen des Verkehrs genügt. Aber geschäftstüchtig, wie die Reichsbahn nun ein- 3n derselben Nacht fuhr Kurt Grotteck fort. Don seiner Mutter hatte er sich mit ein paar Zeilen verabschiedet, die er auf ihren Nachttisch gelegt. Es wäre zu schwer gewesen, in ihre fragenden Augen zu sehen. Er würde ihr alles schreiben, wenn es so wett war, und sie würde ihm verzeihen, wie sie alles verziehen hatte. Er drängt« alle Gedanken fort, um den Kopf frei ZU halten für das, was da unten auf ihn wartete. 3nge! Warum hatte sie nicht geschrieben? Auch daran durste er jetzt nicht denken. Aber er konnte es nicht verhindern, daß der rollende Rhychmus der Räder immerfort fanq: „Inge Brodersen ... Inge ..." Es war ein glücklicher Zufall, daß er in Berlin einen Platz im Flugzeug bekam, weil ein angemeldeter Passagier wegen Krankheit abgesagt hatte. Es eme stürmische Fahrt, die keinen Raum zum Grübeln ließ. Ueber dem Thüringer Wald erhoben sich Böen, die das Flugzeug um Hunderte von Meter niederdruckten, um es dann ebenso hoch emporzuwirbeln. Der Pilot mußte große Umwege machen, die Grotteck, der mit einer aufsteigenden Uebelfeit zu kämpfen hatte, verwünschte. Man sprach schon von Notlandung. Aber es ging ohne das ab. Regen fiel nieder, als sie auf dem Flugplatz landeten. Bei Beginn der Dämmerung brachte sie das Auto in die Stadt. Grotteck sprang auf dem Schloß- Platz ab und fuhr gleich auf die Höhe, zur Ruckert- straße. Eine unsinnige Sehnsucht nach Inge erschlug alle andern Gedanken. All die zurückgedrängte Angst um sie flatterte auf wie ein losgebundener Vogel. ;2-;6 s "6325 S'S" pH =Ä0n5° rrpj i <72 ■-£ M 3.VZ = 'm* ^3 3 Vs ^»5 >-^2. 91»= e3e = n3-o SB;»*-. “ = 2. -■ er 2 oc, - -2x^2 0 ’ Jj 2 o .= L22. MS1I ogen und der häuslichen Derhällniste die Test- nehmerlisten zusammenzustellen. Die Kinder erhallen je einen halben Schoppen Milch und ein Brötchen. Kreis Lauterbach. P. Schlitz, 2. Rov. Kirchentoorstand und Kirchengemeintevertretung hielten dieser Tage im Evangellfchen Gemeintesaal eine gemeinsame Sitzung ab. Rechtem Oberamtsrichter Dr. S a ck und Lehrer W e g e l als Vertreter des Kirchrn- cbors b^to. des Evangelischen Bundes in die Kirch:ngemeintevertretung berufen worden waren, wurde die Kirchenvor st andswahl vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatte: Wietergewählt wurden Geh.-Rat Wahl, Hutmacher Hühn, Portier Eisenbach, Fabrikant Baumgärtner, Kaufmann Kirch.r, Kantor Bohl und Schreinermeister Fend, während als achtes Mitglied Kaufmann Wahl neu eintrat. Preußen. Gustav Nagel f. WSN. Hersfeld, 2.Nov. Nach einer Meldung der „Hersfelder Zeitung" ist ter „Ncllurapostel guftaf nagel in Farnroda vom Schlage aetroffen worden. Er hatte die dortige Kirmes besucht, wurde dann aber von einem landarmen gebeten, den Platz zu verlassen, damit kein Mem schenauflauf entstehe und die kirmesordnuna nicht gestört werde. Darauf ging Nagel In der Richtung nach tem Gasthof Wittgenstein weiter. Vor der Tür des Gasthofes traf ihn der Schlag; er fiel tot um. lviaingau. WSR. Frankfurt a. M., 2. Rov. Die Bilanz nebst Gewinn- und Der ustrechnung tet Städtischen Bühnen A.-G. für das* Geschäftsjahr 1927/28 schließt un er Berück ichtigung des aus 1923/27 borgetra^e ei Ver ustes von 389 6c2 69 Mk. und d:r b:wil igten Subventionen mit einem ungedeckten Betrag von 124 795,79 Mk. ab. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 4. Rov.. von 18 bis 22'/, Uhr: Der Ring d:s Ritelungen. Erster Tag: Die Walküre. Monlag, 5.. von 20 bis 23: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag, 6., von 19'/, bis nach 22*/3: Manon. Mittwoch, 7.. von 19'/, bis 22'/4: Fidelio. Donnerstag, 8.. von 20 bis 22%: Amelia oder Ein Maskenball. Freitag, 9.. von -191/, bis gegen 22'/,: Cosi fan tutte. Samstag. 10., von 19'/, bis nach 22'/,: Margarethe. Sonntag. 11., von 19'/, bis nach 22'/,: Der Zigeunerbaron. Montag. 12„ von 20 bis nach 22’/,: Der Troubadour. Schauspielhaus. Sonntag, 4. Rov., von 15'/, bis 18 Uhr: Alt-Heidelberg. Don 20 bis nach 22: Dantons Tod. Montag, 5., von 20 bis nach 22; DantonS Tod. Dienstag, 8., von 20 bis nach 22: Gelegenheit macht Liebe. Mittwoch, 7., von 20 bi8 gegen 22'/,: Die Liebe auf tem Lande. Vorher: Der erste Branntwein- brenncr. Donnerstag, 8., von 20 bis nach 22: Dantons Tod. Freitag. 9.. von 20 bis gegen 22'/,: Der brave Soldat Schwejk. Samstag, 10.. 20 bi® nach 22: Gelegenheit macht Liebe. Sonntag. 11„ von 15 bis 17'/,: Schinderhannes. Von 20 bi- gegen 22'/,: Der brave Soldat Schwejk. Montag, 12., von 20 bis gegen 22'/, Der brave Soldat Schwejk. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittag». 5 bi» 7 Uhr nachmittag«. Samstag nachmittag geschloßen. Anzeigenauftröge sind ledigllch an bK Geschäfts st eile zu richten Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügte» Rückporto wird (eine Gewähr übernommen. fotts, bttQjjj Statt l. flitaW *' Su leben. — Prise — ■ Alibi — ief. i. Hunde. >pt. Mtionttlffl, sage ich dir - «esehm hast." •en HÄLen" mer aiv. „Da V kett. ■ von Büchern er ftinna vor /Rille, Rainer 6, «nchaüen- Jdnn. von drr d vvm lebe.“ iTüm, tne ganz rxi bollte am int sein? chieden. : 'Kotbcn - so chlt - steht eine bpses der Le- Äonigtn. Lust i, ein urberliner zgl die Wirtin mit eingestemm- iort wie sie im Jee, nctl An t Weechen an/ Knf Aee, bei ad augetrauf/- et. vor du Tür et fttl lot um. Hon. Die 21' usNehnung der 9 für das Se- -Betüdtitipifl t Qktulti von ten SulDtnlknat yttrag von ttWttt DD., von 18W Jungen. W von 20 biS Z- j, 6.. von i Varga' ’m®'M 12„ von 4 M-, von g. 20 bli itag- 7‘ « von ÄS i.Sr Ä ft leb Für Stadt und Land! 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H., in Lieh i. 0. als Aufwertungsstelle der 1. Spar- und Darlehenskasse e.G.m.b.H. in Lieh 2. Lieber Spar- und Credit - Aktiengesellschaft in Lieh 3. Volksbank Lieb e.G.m.b.H.in Lieh hat die alten Spareinlagen, Geschäftsanteile und Aktien der vorstehend genannten Kassen freiwillig, jedoch ohne Anerkennung eines Rechtsanspruches mit Wk v. Golimarkwerie anttewertet Wir fordern die Inhaber v. alten Sparbüchern bzw. Anteilscheinen hiermit öffentlich auf,dieselben zur Umschreibung währendder Geschäftsstunden bei uns vorzulegen. Für die Inhaber von alten Sparbüchern in Lieh werden die Tage für die Vorlage der Bücher noch ortsüblich bekanntgegeben. Lieh i. 0., den 3. November 1928. Lieber Bank e. G. m. b. H. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Hr.260 viertes Blatt Samstag, 5. November (928 Der Zeppelintaumel in Amerika. Moment bilder vom Zcppelinempfang in Neuyork. Aus unserer Leserschaft wird uns in dankenswerter Weise der launige Brief eines sungen Gießeners zur Verfügung gestellt, der den groß, artigen Empfang des „G af Zeppelin" durch die Amerikaner miterlebt hat und seine Eindrücke an den für die Deutschen Neuyorks wohl besonders fcstlichcn Tagen des Eckener-Besuches außerordentlich fesselnd und anschaulich schildert. Der Brief lautet: Neuyork, 17. Oktober 1928. Meine Lieben! (Euren lieben Bries habe ich erhalten und daraus ersehen, daß es Euch gut geht. Mir geht es soweit auch ganz gut, auch das Geschäft läßt sich gut an. Sehr viel Neues kann ich Euch nicht berichten, außer dal ganz Neuyork nur von unserem Zeppelin spricht. Es war aber uuch einfach wundervoll. Ich hatte gestern schon alle Hoffnung auftegeben, daß einer von Euch so klug wäre, mir einen Brief mit „Zepp" (wie er hier genannt wird) zu schicken, und ich war furchtbar freudig überrascht, als ich gestern abend nach Hause kam und einen lieben Brief von Gert vorfand, den er mir mit dem Zepp geschickt hat. Also, meine Lieben, wie ich Euch schon sagte, es war direkt ein erhebendes Gefühl für einen Deutschen, mitzuerleben, wie (eint Landsleute hier gefeiert wurden. Am Sonntag wartete alles schon fieberhaft auf die Ankunft des Zeppelins they all were disappointed, as she didn’t come. Mondav aftemoon, at 4 o’clock suddenly all steamers on the waler gave their signs and all the people was running to the roofs of the buildings and I, naturrally, did the same, und als ich auf dem Dache ankam, flog unser Zeppelin majestätisch über die Stadt, und zwar so niedrig, daß man fast die Leute sehen und erkennen konnte, die aus den Fenstern der Kabin' heraussahen. Und die Begeisterung hättet Ihr sehen müssen, die Leute wußten einfach nicht, was sie alles vor Freude machen sollten. Es war ein wundervoller Anblick, als der Zeppelin, der wie Silber am Himmel glänzte, begleitet von vielleicht hundert Flugzeugen, seinem Hafen Lakehurst zustrebte, wo er um zirka 5 Uhr landete Am nächsten Tage war Parade am Broadway und auf der fünften Avenue, und alles schrie und tobte fürchterlich. Ihr könnt ja sicher auch bald alles im Kino sehen, wie ich hier auch. Nämlich gestern abend waren wir in der Nachtvorstellung im Capitol, wo mir die ganze Fahrt von Friedrichshafen bis Lakehurst schon im Film sehen konnten Es war eine E^tra-Mitternachtsvorstellung aus Anlaß der Begrüßung der deutschen Luftfahrer: es waren zirka 7—8000 Menschen in cm einen Theater. Plötzlich gegen 12 Uhr wurde es hell, und unter brausendem Jubel zogen Dr. Eckener und die anderen alle in das Theater ein. Und kaum waren olle da, als die Musik ansetzte und 8000 Kehlen einstimmig, ob Deutscher ober Amerikaner, das war kein Unterschied, Deutschland, Deutschland Überall-s sangen. Dann wurde die amerikanische Nationalhymne gesungen und einige Ansprachen gehalten. Auch Dr Eckener einige Worte an das American people, und die Begeisterung fand keine Grenzen. Es war Uhr, als alles vorbei war, und mir gingen nach Haufe, stolz darauf, Deutsche zu sein. Meine Lieben, bas hättet Ihr sehen muffen, es war wirklich herrlich. And now, 1 will dose my fetter und verbleibe mit den herzlichsten Grüßen und Küssen Euer Euch liebender W. Gchwmdelfirmen und Bekämpfung des Schwindelwesens. Große Leichtgläubigkeit, wenn nicht gar noch mehr, sind die Ursachen wirtschaftlicher Schäden^ die die Here'.ngefallenen, seien es kaufmännische Firmen, feien es Privatpersonen, alltäglich durch Schwindelfirmen und Schwindler, die Immer die Maske von Biedermännern tragen, erleiden. Auch der Staat ist fast immer dabei der leidende Teil. Denn die Entlarvung von Schwindlern, die zur Anzeige gebracht werden, wenn es meist schon zu spät ist, nimmt die Kräfte des Staates — Polizei, Staats- Neue Bücher. — Franz Werfel: Der Abiturienten 1 ag. Die Geschichte einer Jugendschuld. 325 Veiten 8°. Paul Zsolnay Verlag, Berlin, Wien, Leipzig, 1928. (435) — Das ist ein sehr merkwürdiges Buch. Man liest es, dick, wie es ist, in einem Sitzen von der ersten bis zur letzten Seite durch: man kann nicht aufhören damit, und wenn man es gelesen hat, kommt man tagelang nicht davon los: immer wieder kehren die Gedanken zu den Gestalten und Ereignissen dieser unheimlichen Erzählung zurück. Virileicht konnte nur Werfel dies schreiben, jedenfalls scheint uns die Formulierung der Fabel gerade für ihn un- §emein charakteristisch zu sein. Werfels erster teman führte den ungewöhnlichen Titel: »Vicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig". Sein (bisher) letzter Roman heißt „Der Abituriententag": er könnte aber, an jenes frühere Werk anklingend, ebenso umständlich aber mit gleicher innerer Berechtigung also überschrieben sein: Vicht der Angeklagte, sondern der llntersuchungsrichter ist schuldig. 3n solchem sittlichen Relativismus (wie der Frankfurter Literarhistoriker Vaumann das zu nennen pflegt) — in solchem Schwanken und stetem Derwischtsein aller Wertbegriffe im Charakter eines Menschen scheint uns die ganz besondere Eigenart dieses Buches im Sinne seines Schöpfers vor allem begründet zu srin. 3n dieser Fragwürdigkeit moralischer Grenzen und Gesetze — ähnlich jener, wie sie von E.nstein auf andere, materiellere Dinge des Lebens bezogen wurde, — scheint sich gerade Franz Werfeä Weltgefühl am entschiedensten zu offenbaren. — Die Fabel ist. in aller Kürze, etwa so zu pointieren: der mit einer Morduntersuchung beauftragte Richter wird durch die zufällige verblüffende Aehnllch- kit des Angeschuldigten mit einem Schullameraden und durch eine am Abend des ersten Verhörtages stattfindende Versammlung der zu würdigen Männern h.rangereiften Al llnrienttn sei es Jahrganges dazu gebracht, unter einem unerklärlichen. visionären Befehl in fein früheres Leben zurückzuleuchten, die schwere Schuld knabenhafter Verfehlung (begangen an jenem Kameraden, den Oer Sternhimmel im November. Sonnenaufgang von 6.55 bis 7.50 Ahr. — Sonnenuntergang von 16.30 bis 15 53 Uhr. Lichtgestallen des Mondes: 3. Viertel am 4. um 15 Uhr, 1. Viertel am 20. um 15 Uhr, Vollmond am 27. um 10 Uhr. Hoffentlich bringt uns der Vovember einen klaren Sternhimmel, was lrei'ich eine Ausnahme wäre, die sich aber in bleiern Jahre lohnen würde. denn In diese n Monat gibt es besonders viel zu schauen. Der Sternschnuppenschwarm der dann bei günstigen Bedingungen am Südost- horizent b. obachtet werde.i. Dec folgende Wandelstern. die Venus, erscheint als Abendstern, was im Herbst für die Sichtbarkeit immer ungünstig ist. Eie wird daher trotz ihres vechältnis- mäßig großen Sonnenabstandes erst gegen Schluß des Monats bef er sichtbar. Sie größte Aufmerksamkeit werden hingegen die beiden äußeren Wandelsterne, der Mars und der Jupiter, beanspruchen. Don ihnen hat der Jupiter den Merkur (Qjup/fer <^pJafurn J7ERNB/L DER: 6R0SJE BUCH-/*, J-TABEN / / Jkerne: iTfe/ne Buch- \ staben 3*^Jonne y 1 Vierte/ (?) Vot/monet C J. Vierte! Der die 24 Stundenzahlen een Witter - nacht He Mitternacht einte Tages enthaltend« Kreis und die dich punltierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest- stehend tu denken. Der Sternhimmel dreht sieh samt dem auf Mitternacht geigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinns des gelogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der ein gezeichnet« Horizont umrahmt die tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte eicht- laren Sterne. Unser« Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde bedachten so den Ire man eich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtung s stunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterns in den nicht mitzudrehenden Horizont hin- eingedreht. Für jo 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatemitte 1/3 Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. Leoniden zwar erscheint jedes Jahr um diese Zeit. Auch der schnei e Fortschritt der Wintersternbilder. die sich na ment ich in dem früheren Ausgang des Orion zeigt, der gezen Ende des Monats schon vor 23 Uhr voll sichtbar ist, ist nichts Besonderes. Aber über die Wand lste ne ist desto mehr zu erzählen. Da ist zunächst die Sonnenfinsternis in den Morgenstunden des 12. Vovember, bei der allerdings nur etwa ein Drittel des Sonnendurchmessers ver instert wird, die immerhin aber clls merkwürdiges Ereignis angelprocheu werden kann. 14 Tage später ist eine Mondfinsternis, die wir allerdings nicht zu sehen betommen. weil der Doll nond bei Tage eintritt, wo er natürlich unter un erem Horizont steht. Auch von den übrigen Wandelsternen sind vier sichtbar. Der Merkur geht am 9. fast zwei Stunden vor der Sonne auf und kann alS- Zeitpunkch-der günstigsten Sichtbarkeit, die sog. Gegenstellung zur Sonne, die am 23. Oktober eintrat, unmittelbar hinter sich, w'i en) ihn der Mars vor sich hat. Sie Helligkeit de; Jupiter nimmt demnach langsam ab, was fr.i ich bei ihm seiner nur wenig veränderlichen Entfernung wegen nicht sehr ins Gewicht fällt, währ:nd die des Mars stark zunimmt, weil sich '"ei e Entfernung von der Erde verringert. Mit dieser Siel- lung der beiden Sterne hängt es zusammen, daß der Jupiler erst kurze. s:ät rhin längere Zeit vor Sonnenuntergang aufgeht und da er gegen Schluß des Monats schon in beträcht icher Höhe in der Dämmerung sichtbar wird, wählend der rötliche Mars erst nach Sonnenuntergang aufgeht und daher am Abendhimmel noch e.was länger auf sich warten läßt. anwaltschaft und Gerichte — ganz außerordentlich in Anspruch. Untersuchungen, Buchprüfungen. Zeugengebühren usw. verschlingen alljährlich Rie- sensummen, die der Staat tragen muh, weil von einem verurteilten Schwindler bekanntlich in den allerseltensten Fällen auch nur ein Pfennig Ersatz zu holen ist. Wie viele derartige Ausgaben könnten bei der Rechtspflege gespart und für andere Dinge verbraucht werden, wenn es nicht der leichtgläubige, allzu lerchtgläubige Teil der Geschäftswelt oder Privatpersonen wäre, durch deren Verschulden den Schwin' lern immer wieder Gelegenheit zu ihren Raubzügen geboten wird. Cs ist in der breiten Oeffentlichkeit viel zu toenicj bekannt, daß der Verband der deutschen gemelnnütz'gen und unpartesi ch n Rech sau3tunst- stellen. die sich ohne G.winnabsicht und ohne Verfolgung von Vebenzwecken die Rechtsberatung der minderbemittellen Bevölkerunaskreife zum Ziele gesetzt haben, bei seiner Geschäftsstelle eine Zentralstelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen besitzt mit der Aufgabe, das zum betagten Zwecke geeignete Material zu sammeln und es durch Mitteilung an andere Rechtsauskunftstellen, an Gerichte, Rechtsanwälte oder an die Geschädigten feEbft, sowie durch Rechtsgutachten und warnende Veröffentlichungen er im Angeklagten wiederzusehen glaubt) — aufzuspüren und zu bekennen... vor sich selbst. Die Lösung ist überraschend und nicht voll befriedigend zugleich: im zweiten Verhör stellt sich die Verwechselung heraus: der Angellagte ist nicht jener verschollene Mitschüler, sah ihm nur erstaunlich ähnlich. Und also bleibt tut Grunde alles wie zuvor. In dieser Erzählung, die für eine Vovelle zu breit ist, für einen Roman aber nicht Raumtiefe genug besitzt, erzwang Werfel nicht völlig die ergreifende Abgeschlossenheit und innere Gedrungenheit, wie sie im knappen Bericht vom „Tod des Kleinbürgers" so unvergleichlich gelang: aber sie besitzt im gleichen, ja vielleicht höheren Grade eine oft unheimlich anmutende Kraft sich einwühlender Psychologie, die Gabe, feinsten, verborgensten Regungen. Zusammenhängen, Verkettungen im Seelenleben, im Unterbewußten, Unbewußten und Jenseitigen nachzuspüren, ... eine Fülle tiefer, in Schuld und Schicksal verstrickter Menschlichkeit bringt aus der Erzählung auf den Leser ein; niemand kann unberührt bleiben von diesem fremden Erleben und fremden Geständnis, irgendwie klingt immer wieder Verwandtes, Eigenerlebtes, unausgesprochen, uneingestanden, nicht gewußt oder nicht bedacht, vom Gelesenen her im Leser an und macht ihn befrei fen. Und selbst wenn er im Persönlichsten sich nicht irgend einmal angerührt oder angeredet fühlte, wird jeder, der dies liest, das hohe Ethos anerkennen, die menschliche Güte, Wahrhaftigkeit und Leidenschaft (zu bekennen und im Bekenntnis zu bessern, zu Helsen und auszuglrichen) — womit dies Buch ein Werk nicht nur der schönen, sondern auch der guten und im edelsten Sinne erziehe- rischen Literatur geworden ist und bleiben wird, — Herbert Gulenberg: Zwischen zwei Männern. Eine Lebensdichtung. Stuttgart 1928. I. Engelhoms Vachs. Kart. 4,50, Leinen 6 Mk., Halbleder 8.50 Mk. (505) — Kann eine Frau zwei Männer zur gleichen Zeit lieben? Und kann sie dabei mit ihnen in harmonischer Gemeinschaft leben? Die Beantwortung dieser in der Geschichte der Menschhell immer wieder auf* tauchenden Fragen hat Eulenberg in feinem neuen Buch auf verschiedenen Wegen zu geben versucht. Das Problem entzündet sich an fünf verschiedenen in der Presse zum Ruhen der Allgemeinhell zu verwerten. Schwindler und Schwindelftvmen beuten hauptsächlich die Leichtgläubigkeit und Unerfahrenheit minderbemittelter Volls- kreise aus, die besonders geschützt werden müssen. Das geschieht am besten durch die genannte Zentralstelle, die ihre Aufgabe aber nur dann erfüllen kann, wenn ihr einschlägige Mitteilungen über Firmen usw., die der schwindelhaften Ausbeutung Shritter verdächtig sind, schnellstens gemacht werden. Bei der großen Bedeutung, die einer planmäßigen Bekämpfung der gemeinschäd- lichen Tättgkeit der Schwindelfirmen zukommf, muh die Aufmerksamkeit wellester Kreise auf die vorgenannte Zentralstelle, die ihren Sitz in Lübeck hat, gelenkt werden. Aus dem Amisverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr, 80 Dom 2. Vovember enthält: Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1928/29 an den landwirtschaftlichen Schulen bei den h ssischen Land- wirtschaftsämtem; Uebertoeifung von Fortbildungsschülern; Schulfunk: She Schrift „Mein Weg ins Leben 1929"; Lehrbücher für den Haus wirtschaftlichen Unterricht in der Fvrtblldungsschule. weiblichen Figuren des Romans, vor allem an dem unabhängigen jungen Mädchen, das zwischen dem rassigen Flieger und dem charaktervollen Bibliothekar schwaE, und an der erschütternden Gestalt der Herzogin, die in ihrem Herzenszwiespalt mitschuldig wird an der Ermordung ihres Geliebten. Ein besonderer Reiz des Buches ist die kunstvolle Verflechtung dieser beiden Handlungen, deren eine in der Gegenwart spielt, während die andere sich allmählich aus vergilbten ©rinne» rungsblättern offenbart und immer wieder geheimnisvolle Schotten — oder Erkenntnislichter? — auf das Geschehen der Haupthandlung wirft. Das Buch kann als ein Gegenstück und innere Umkehrung des vor zwei Jahren erschienenen Romans „Zwischen zwei Frauen" von Eulenberg angesehen werd.n, der seinerzell auch in unserem „Büchertisch" besprochen wurde. — Wilhelm Stücklen: Das Tulipane n s ch i f f. Romain 278 Sellen. Ganzleinen- band 6.50 Mark. Verlag der I. G. Cottaschen Buchhandlung Rachfolger, Stuttgart und Berlin. (524.) — Stücklen, der sich durch eine Reihe von vieles prellen Theaterstücken und namentlich durch fein über zahllose Bühnen geführtes Schauspiel „Sie Straße nach Steinatzch" einen llterarischen Vamen machen konnte, hat hier einen Roman geschaffen, der ihn auch auf diesem ihm neuen Felde als jungen Meister erweist. Gestalten von großer Eindringlichkeit stehen hier im Rahmen einer stürmisch fließenden, hinreißenden Handlung auf der Szene. Sehr gelungen ist auch das Bild Amsterdams, auf dessen Boden der Roman spielt. Bankviertel und Hasen, Ju- denstadt und SHanumtenborfe, Blumenmarkt und Ftschh. llen, alles kommt gleichermaßen zur Geltung, so daß es beim Lesen fast ist, als durch- wandele man an der Seite der handelnden Gestalten die wunderbare Stadt, in der um Denkmale einer klassischen Vergangenheit das moderne Leben pulst. — Sophie Hoechst etter: Königskinder. Roman. 296 Seiten 8°. Ganzleinen 6 Mk. K. F. Koehler, Leipzig 1928 (504). — Ein dankbarer Stoff: die bewegten Jugendjahre Friedrichs des Großen uird ferner Lieblingsschwester Wilhelmine, der nachmaligen Warkgräfw von Datz- Amtsgericht Gießen. • Gießen, 31. Ott. In der Rächt vom 8. zum 9. Juli L I. wurde ein Kaufmann aus Klein-Lindcn, der auf dem Heimweg von Grvhen- Linden begriffen war, und sein Fahrrad wegen der dortigen Steigung auf der rechten Selle des Fahrdammes der Straße drückte, in der Rühe der Waldschenke plötzlich von einem hinter ihm herfahrenden Motorradfahrer, dem heutigen Angeklagten, angefahren, so daß er samt seinem Rade zu Fall kam und in bewußtlosem Zu st and in in e;nem Auto nach Hause transportiert werden mußte, wo bei ihm einige nicht unerhebliche Verletzungen festgestellt wurden. Ein heute an Ort und Stelle unter Zuziehung der Zeugen vorgenommener Augenschein und die sich unmittelbar daran anschließende Haupt Verhandlung ergab die Schuld des Motorradfahrers an dem Xlnfall, den er aus Fahrlässigkeit infolge Außerachtlassung einer Reihe von Derkehrsvorfchriften veranlaßt hat. Er hiell zwar, ebenso wie der Fußgänger — ein geeignetes Bankett kam nicht in Betracht — die rechte Seite des Fahrdammes ein, wollte diesen auch nach Vorschrift links überholen, nahm aber den Bogen zu kurz und berührte ihn seitwärts durch einen heftigen Stoß, der die oben beschriebenen Folgen nach sich zog. Ser Angellagte. wie dies oft bei derartigen Situationen geschieht, behauptete, der Verletzte habe gerade im Augenblick des äleberholens nach links gehen wollen. Qtber selbst wenn diese von dem letzteren entschieden bestrittene Behauptung richtig wäre, trage der Angellagte die Schuld. Er hatte mit derartigen Eventual.tät n unter den gegebenen Verhältnissen rechnen und einen weiteren Dogen machen müssen. Raum war noch hinreichend vorhanden, und der Angeklagte wurde auch an diesem weiteren Dogen nicht durch das Auftauchen zweier Spaziergänger gehindert, da diese auf der anderen Seite des Fahrdammes ganz am Rande desselben gingen. Immerhin war dadurch die Situation eine etwas schwierige. Der Angellagte erhielt wegen fahrlässigerKörper- verletzung eine Geldstrafe von 50 Mark; er erkannte das Urteil sofort an. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 4. November. 22. Sonntag nacn Trinitatis. Reformntionsfesl. Sladkkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker; 5: Pfarrer Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. — llohanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld; 5: Pfarrer Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesaemeinde; 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal: Pfarrverwaller Dotzert. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Elifabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrverwalter Dotzert. — Dieseck. 9.30; Opfer für die Gustav-Adolf-Stiftung. — Alten-Duseck. 9.30, Beichte; 10; 11: hl. Abendmahl; 1.30. — Haufeu-Garbenteich. 10: Garbenteich 1: Hausen. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte für den Gustav-Adolf-Verein; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Staufenberg; 1.30: Mainzlar. — Watzenborn-Steinberg. 1: Predigt; Opfer für den Gustav-Adolf-Derein; 2: Kinder- kirche. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Lia Schorlemmer (Mitwirkung des Posaunenchors); HL Abendmahl; 12 45: Kindergottesdienst: 2: Stiftsdechant Kahn (Kollekte für den Gustao-Adolf-Verein). katholische Gemeinden. Samstag, den 3. November. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Deichte. Sonntag, 4.Nooember. 23. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt: 5: Christenlehre und Andacht; 7.30: Clisabethenoerein. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen: 18: Andacht. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Rldda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt._____________ Sonnta-uwe-uft j. icr’.teu. .'(uotücfcn am 4.11.28 Dr. S. Klein. Dr. W. Klein. Ennelavolheke. Zahnarzt: Dr. Jäger. *D reuth. Im Mittelpunkt der berühmte Fluchtversuch, die Gefangenschaft in Küstrin und Katies Erschießung. Das Ganze mit viel Verständnis und gutem Gefühl für die seelischen Grundlagen der Fabel, auch fliehend und spannend, aber in einem oft sehr spröden, schwunglosen und geradezu banalen Papierstil geschrieben, was den an sich nicht unsympathischen Gesamteindruck des Duches, besonders gegen Ende hin, erheblich abschwächt. —Suzanne de Callias: Crbfeind- schäft. Versuch einer Annäherung. Vovelle. 119 Sellen 8°. älebersetzung von Ams Rothe. Geh. 3 Mk., geb. 4,50 Mk. Paul List, Verlag, Leipzig. (493.) — Man sagt, diese Erzählung sei eine französische Antwort auf Bruno Franks „Politische Rovelle"; es man fein. Die Autorin: versucht hier, den an sich fruchtbaren Gedanken: einer versöhnlichen Angleichung wesensfremder Rationen als das Schicksal einer Liebe zwischen einer französischen Aristokratin und einem deutschen Adligen zu gestalten: Versuch einer Annäherung, toobei die beiden Partner jeweils beispielhaft für ihre Völker denkend unö handelnd aufgefaßt sind. Leider erweist sich dies als ein Versuch am untauglichen Objekt: die Partner sind zu ungleich, die Französin ist der weitaus wertvollere Mensch, der Deutsche ist im wesentlichen noch immer aus ter französischen Karikattr- perspektive vor 1914 gesehen. Er steht unter dem Durchschnitt, sie darüber. Der Versuch scheitert künstlerisch an der mangelnden Objektivität der Suzanne de Callias: sie müßte gewissermaßen auf der Grenze stehen, zwischen den Völkern, zwischen den Seelen. Aber sie hat nicht aus ihrer Haut heraus gekonnt, und ihr Buch ist zu sehr vom ftonzösischen Standpuntt aus geschrieben. Das ist sehr schade, benn an sich ift der Gedanke, der dem Buche zugrunde!iegt. wertvoll und könnte segensreich wirken, und außerdem ist der unpolitische Tell der Rovelle. sind die reinen Liebesszenen außerordentlich gut und fein geschrieben. Auch die Hebersetzung von Rothe ist von erfreulicher Sicherhell, die Der-# legerische Ausstattung untadelig. Wirtschaft. Oie Reichsbank Ende Oktober. Nach dem Ausweis der Reichsbant vom 31. Oktober hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 448,3 Millionen auf 2537,0 Millionen Mk. erhöht. Die Bestände an Wechseln und Schecks stiegen um 384.5 Millionen auf 2348.3 Millionen Mk.. die Lombardbestände um 64,3 Milliviren auf 95t2 Millionen Mk. Die Effektenbestände blieben nut 93,5 Millionen Mk. weiterhin unverändert. An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 681,4 Millionen Mk. neu in den Verkehr abgeflossen' im einzelnen hat der -Umlauf an Reichsbanknoten um 637,3 Millionen auf 4672,0 Millionen Wk., derjenige cm Rentenbankscheinen um 44,1 Millionen auf 542,7 Millionen Mk. zugenommen. Demzufolge ist der Bestand der Rttchsbank an Rentenbankscheinen auf 15,5 Mlllionen Mk. gesunken. Die fremden Gelder nahmen um 235,4 Millionen auf 493,9 Millionen Mk. ab. Die Bestände an Gold unddeckungS- fähigen Devisen msSesaant stieoen um 22.2 Millionen auf 2696.1 Millionen Wk., tm einzelnen Sid die Goldbestände mit 2532,8 Millionen Mk., e Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 163,3 Millionen Mk. ausgewiesen. Die Deckung der Roten durch Gold allein betrug 54,2 v. H. gegen 62,2 v. H. in der Vorwoche, diejenige an Gold und deckungsfähigen Devisen 57,7 v. H. gegen 66,3 v. H. Handel und Gewerbe im Oktober. 3n der auf Grund von Berichten der Preußi- schen Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und GewerbekammertageS im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe zusammengestellten Uebersicht über „Handel und Gewerbe tm Oktober 1928“ wird u. a. ausgeführt: Eine geringe, z.T. saisonmähig bedingte Delebung in einzelnen Wirtschastszwei- gen Iaht noch keinen Schluß auf einen Stillstand int Konjunkturrückgang zu. In der Eisenindustrie wgr der etwas lebhaftere Absatz auf die Sorge vor einem ArbeitSstillstand an der Ruhr zurück- zufv.b'-^n. Im Baugewerbe trug dos gute Wetter zur Belebung bei, in der Textll- und Lederindustrie, sowie den Papier und Holz verarbeitenden Industrien dürfte die geringe Belebung durch den Beginn des Winters zu ertfären sein. Der stark verminderte Inlandabsatz an Fertigwaren, der sich besonders in der Maschinen- und Werkzeug- Industrie zeigte, konnte durch vermehrten Aus- landabsah nicht ausgeglichen werden. Die Zahl der Erwerbslosen steigt leicht. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. An der Börse herrschte auch In dieser Woche große Geschäft» stille. Bei weiterer Intercsselosigleit von Publikum und Ausland war die Spekulation im wesentlichen auf sich selbst angewieen. Zum Pramienerklärungstag kam noch etwas illtimoware an den Markt, da verschiedentlich Se bsterekutionen vorgenommen wurden. Wenn daS Angebot auch nicht dringend war, so ergaben sich doch auf den meisten Marktgebieten neue Kursrückgänge. Die Börse hielt nunmehr den Ultimo für überwunden und schritt unter Bevorzugung von Spezialwerten zu neuen Käufen. Die Stimmung wurde allgemein zuversichtlicher, wobei das niedrige Kursniveau die Kaufneigung der Kulisse begünstigte. Die Hauptanregung bot aber das d'.e Erwartungen der Börse angenehm enttäuschende, recht günstige Bezutzsrecht im Saldetsurlh'onzern. Daraufhin entwickelte sich in den Kaliaklien unter Führung von Salzdetfurth, die 14 Prvz. gewannen, ziemlich lebhaftes Geschäft. Regere Nachfrage bestand ferner nach Montanwerken, da man in Börsen kreisen hinsichtlich ider Beilegung des Konfliktes in der Äsenindustrie ziemlich optimistisch gestimmt war. Außerdem konnten Elektrowerte allgemein etwas anziehrn, wobei dir bekannten Hoffnungen und Gerüchte von Fu- sionöplänen in d?r deutschen EVtroindustrie. die auch diesmal vollkommen der Begründung entbehrten, wieder austauchten. Bald jedoch trat ein Stimmungsumschwung «'n. Die nach der Fällung des Schiedsspruches für die Eilen- industrie im Reichsarbeitsministerium abgehal- tencn Verhandlungen der Parteien ver'ielen ergebnislos und mußten abgebro^en werd'n. Diele Tatsache trug eine merkliche Un icherh it in den DörsenverkeA. die stark zunahm, als bekannt wurde, daß die Arbeitgeber auch nach der Ver- blnd'ichkeitserklärung d s Schied'sprühe? durch den Reichsarbettsmint'er auf ihrem Standpunkt beharrten und zur GesamtauSfperrung schritten. Dazu kam die Gisahr einer baldigen Tar.flundigung in b t säch ischen Textilindustrie, nachdem kaum der Konflikt im München Gladbacher Bezirk beige'.egt worden ist. Den Fortgang der Besprechungen über dir Neuregelung der Reparationsfrage ver'olgte die Börse zwar mit Interesse doch konnte angesichts der unsicheren Aus ichten eine stärkere Wirkung hiervon nicht ausgehen. Anderseits hielt dir Verstimmung an über die Ungewißheit hinsichtlich der näheren Einzelheiten drr grplanten Kapital- erhöhung deS Norddeutschen Lloyd, namentlich hinsichtlich des Degebungskurses und des Standes der Freigabeangelegenheit. Außerdem wurden verschiedentlich Befürchtungen laut, daß die an der Neuyorker Börse zu beobachtenden Kursschwankungen Mo Vorboten eines Tendenz Umschwunges seien. Stark verstimmt war man ferner über die Erklärung der 2.-G.-Farbenindustrie, daß die Einführung der Farbenaktie an der Neuyorker Dürfe gegenwärtig nicht mehr verfolgt werde, während von dem Dementi der angeblichen ungünstigen Äußerungen Geheimrat Duis- bergs in Solingen kaum eine Wirkung ausging. Die Spekulation schritt auf den meisten Marktgebieten zu Abgaben, die auf einen nur wenig aufnahmefähigen Markt trafen. Gegen die Vorwoche traten daher überwiegend merkliche Kursrückgänge ein. Der Abschluß der Klock- nerwrrke mit 6 Prcz. Dividende gegen 7 Proz. im Vorjahre entsprach ungefähr den in dem Bericht der Vorwoche angeführten Erwartungen. Für Mansfelder und Otavi Minen bestand, angeregt durch die neuen Kupferpreiserhöhungen, einiges Intcresie. Deutsche Anleihen lagen schwächer. Am Markte der Auslandrenten waren Türken bei anziehenden Kursen etwas gefragt. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zunächst recht flüssig zu 5 Proz. Erst am Zahltag, drr im übrigen keine Schwierigkeiten bereitete, trat eine stärkere Anspannung ein, und drr Satz mutzte auf 8 Proz. erhöht werden. Monatsgeld blieb unverändert knapp. Wochenbericht vom Sranffurfer produktenmarkt. Zum Beginn der neuen Woche machte sich eine allgemeine Erholung am Frankfurter Produktenmarkt geltend. Die Tendenz war freund- lrcher unZ> die Stimmung war zuversichllicher, doch Mieb das Geschäft trotz der großen Zuversicht der Händler ziemlich klein Die günstigen Berichte der übersmischen Märkte und das weiter geringe Angebot von Inlandgetreide waren in erster Cime die Stütze des Marktes. Das an den Markt kommende Material wurde nur zögernd ausgenommen, da die beteiligten Kreise am Produktenmarkt zeitweise größere -Zurückhallung zeigten und nur im Bedarfsfälle zu Deckungen schritten. Nur für Brotgetreide machte sich verschiedentlich größeres Interesse bemerkbar, und zwar von feiten der Mühlen und der Exporteure. Der hier von der Provinz geforderte Preis wurde glatt bewllligt,' während sonst bei den übrigen Getreidesorten die Forderungen nur zögernd bewilligt wurden. Im Verlaufe der Woche machte sich jedoch wieder eine größere Lustlosigkeit bemerkbar. Die wieder schwächer gewordenen Auslandnotterungen verstimmten stark, so daß sich die Zurückhaltung bei den Händlern noch mehr Derftärfte und dir Umsätze aus diesem Grunde sehr bescheiden wurden. Die Folge davon war, datz bei fast allen Getreidsarten Verluste zu verzeichnen waren. Nur für Weizen und Roggen erhielt sich einige Nachfrage, und der Preis hierfür blieb gut behauptet. Auch Hafer wurde verschiedentlich in größeren Posten umgesetzt, da der Konsum größeren Bedarf hierin zeigte. Sommergerste, die in der vergangenen Woche lebhaftes Geschäft hatte, war in dieser Woche stärker angeboten und vernachlässigt. Der Bedarf der ^Brauereien bat beträchtlich nachgelassen Am Mehl markt blieb das Geschäft ebenfalls sehr gering. Besonders Roggenmehl war stark vernachlässigt: ebenso Weizenmehl. Am Futtermitlelmarkt machte sich im Verlaufe der Woche nach Mais für Futterzwecke wieder größere Nachfrage geltend, so daß der anfänglich eingetretene Verlust wieder auf* geholt werden konnte. Die Landwirtschaft hatte ihren größer gewordenen Bedarf hierin cinzu- decken: auch wurden schon verschiedentlich für die Wintersaison Käufe vorgenommen Weizenkleie war dagegen stark angeboten und vernachlälligt, hier kamen Abschlüsse nur schwer zustande. Ium Wochenlchluh blieb daS Geschäft im großen und ganzen klein Nur die schon oben erwähnten Getreidesorten fandm weiter Beachtung. Die allgemeine Tendnz kann jedoch als freundlich betrachtet werden, da die wieder erholten Aus- landnctierungen einen guten Eindruck machten. Im Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche tonnte Weizen 0,10 Mk. und Roggen 0.15 Mk. anziehen Hafer und Mais für Futterzwrcke Llicbcn gut bchrupttt, • * Die Hessische Landesbank — Staatsbank — in Darmstadt empfiehlt ün heutigen Anzeigenteil ihre reichsmündelsicheren 8 o.-H. Gold«Hypothekenpfondbrlefe und 8 v.-H. Gold-Schuldoerschreibungen zur Kapitalanlage. • D i e 1 0 - M i l l io n e n - B o ll a r - A n- leihe der Preußischen Elektrizitäts- A.-G- In Wallstreetkreisen in Neuhork rechnet man für die nächste Zeit mit der Auflegung der 10 Mill.-Dollar-Anleihe der Preußischen Glektri- zitäts-A.-G. mit einer Verzinsung von 6 Prozent bei 25jähriaer Laufzeit. Wie verlautet, dürfte ein beträchtlicher Teil der Anleihe in London untergebracht werden. Die WTB-Han- delsdienst hierzu erfährt, ist es noch nicht endgültig entschieden, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe der Londoner Platz an der Auflegung beteiligt wird. Die Anleihe wird voraussichtlich nicht mit dem vollen Betrag auf einmal emittiert werden. • Hafenmühle in Frankfurt a. Main. A.-G. Die G.-V. der Hafenmühle in Frankfurt am Main A-G. beschloß einstimmig, aus dem Reingewinn von 167 956 Mk. des Geschäftsjahres 1927/28 nach Zuwendung von 11 500 Mk. an die Reserve und Abzug von 17 020 Wk. für Tantieme, sowie 30 000 Mk. für Delkredere-Konto 5 Prozente Dividende zu verteilen. Wie im Geschäftsbericht erwähnt, ist die Produktion auf mehrere Monate hinaus verkauft, allerdings lieh zunächst die Abnahme der Derfauften Mengen zu wünschen übrig. Die DTD.»Handelsdienst erfährt. hat sich die Lage insofern etwas geändert, als sich in den letzten Wochen Anzeichen für eine Belebung ergeben haben. • Rheinische Hypothekenbank, Mannheim. In der gestrigen AufttchtSrats- sitzuna wurde beschlossen, der auf den 7. Dezember einzuberufenden ao. G.-V. die Erhöhung des seit der Goldumstellung mit 6 Mill. OH art unverändert gebliebenen Stammallienkapitals auf 12 Mill. Mark vorzufchlagen. Die Erhöhung ist Im Hinblick auf die gesetzlichen Vorschriften über die Pfandbriefumlaufgrenze geboten und soll auch sonst dem Institut weitere Möglichkeiten schäften. Die neuen Aktien sollen von einem Konsortium übernommen und den alten Aktionären im Verhältnis 1:1 angeboten werden. Wit Rück.icht auf die Einbuße, welche die Aktionäre durch die Inflation erlitten haben, ist ein günstiger De- gebungskurs von Voraussicht ich etwa 115 Proz. nebst Kosten in Aussicht genommen. Auch hin, ich t- lich der Modalitäten der Einzahlung sollen die Interessen der Aktionäre nach Möglichkeit gewahrt werden. * Norddeutsche G r u v d. C r e d i t - B a n k in Weimar. Das zur Gemeinfchaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken gehörige Institut legt nach erfolgtem Ausverkauf der 10 Millionen Goldmark umfassenden achtprozenttgen Gold- Pfandbriefe (Emission XXI) eine neue Serie acht- prozentiger Gold-Pfandbriefe (Emission XXII) zur Zeichnung auf. Die Pfandbriefe sind vor dem 1. Januar 1935 nicht rückzahlbar. Der Zeich- nungskurS stellt sich auf 97,50 Prozent. Gleichzeitig bietet die Dank neue achtprozentige Gold- Kommunal-Schuldverschreibunaen (Emiss. XXIII), die vor dem 1. Juli 1934 nicht rückzahlbar sind, zum Zeichnungskurse von 94,50 Prozent an. Pfandbriefe und Schuldverschreibungen der Gesellschaft sind auf Grund thüringischer gesetzlicher Bestimmungen mündeLsicher. Wegen näherer Einzelheiten wird auf die heutige Anzeige verwiesen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. Nov. Tendenz uneinheitlich. — Die Somstagbörse verkehrte im allgemeinen in stiller Haltung, da der Ordereingang unverändert minimal war, doch blieb die Stimmung im Anschluß an die etwas freundlichere geftrige Abendbörse freundlich. Die starke Anspannung der Reichsbank zum Ultimo Oktober ging nicht über die urmar^ hingen hinaus, veranlaßte aber eine etwas stärkere Zurückhaltung. Die Ungewißheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Eisenkonflikt verstimmte. Die Nachfrage, die sich nach einigen Spezialwetten erhielt, bot dem Martte jedoch eine Stütze. Günstig ausgenommen wurde auch die weitere Zunahme der Spareinlagen. Die Kursentwicklung mar wieder nicht einheitlich. Interesse bestand vor allem weiterhin für Schuck ert, die erneut 1 o. H. anziehen konnten. Auch Siemens waren weiter leicht erhöht, während AEG. und Licht & Kraft behauptet blieben. Am Chemiemarkt lagen Farben auf dem etwas erhöhten Abendbörsennioeau gut gehalten. Auch Sch e i b e a n ft a 11 behauptet. Etwas gefragt und 1 bis 1,5 v. H. höher waren Z e l l st o f f W a l d- hof, Daimler und Rütgerswerke. Schwächer eröffneten dagegen S ch i f f a h r t s w e r t e , die 1 bis 1,5 vH. verloren, ferner Kali Westeregeln mit minus 2 o. H., Salzdetfurth und P h ön i x mit minus 1 v. H. Im übrigen märet die Kursveränderungen gering. Deutsche An- leihen waren vernachlässigt. Von Auslandrenten Türken verlangt und fester. Im Verlause konnte sich die Haltung etwas bessern, da Spezialwette weiter gefragt waren. Sch udert blieben bevorzugt und konnten abermals 1 v. H. anziehen. Aber auch I.-G.-Farben lagen bei etwas regerem Geschäft 1,25 v. $). fester. 21m Geldmarkt war Tagesgeld zu 7,5 o. f). etwas leickter. Am D e - Difenmar ft nannte man Mark gegen Dollar 4,1990, gegen Pfund 20,360, London gegen Sabel 4,648750, gegen Paris 124,12, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 30,05, gegen Holland 12,09. BerUuer Börse. Derlin, 3. Nov. Der feste Grundton, der gestern u.d auch im heutigen Dormittagsverkehr erkennbar war, konnte sich zwar auch zu Beginn der heutigen offiziellen Börse erhalten. Vie Umsatztätigkeit war aber geringer als erwartet und litt wie üblich unter dem «amstag. Seitens des Publikums Herrschte Zu« rückhallung in Anbetracht des Anhaltens des Lohn- konfliktes und im Zusammenbang mit den bevorstehenden nordamerikanischen Präsidentschastswahle«. Auch von der Neuyorker Dorbörse war eine schwankende unb unsichere Tendenz gemeldet worden. lagen einige Auslandorders für Spezialwette oor, die die Spekulation zu Deckungen veranlaßte. Auch Prämienware soll bei einigen Werten stark verlangt worden sein. Man sprach von Nochgeschäften, durch die sich die Paissepottei zu decken suchte. Beherrscht wurde das Börsenbild von dem anhaltenden Interesse für S ch u ck e r t a 11 i e n. Die Umtauschgeschäfte gegen Siemens erhielten sich. Man hätte von zwei Versionen. Einmal sprach man von einem Verhältnis von 2:3, ein andermal von einem solchen von 1:1, wobei die Schuckettaktionäre 125 o. H. zuzu- zahlen hätten. Auch in den unnotierten Äall• a 11 i e n war das Geschäft wieder lebhafter, während die amllich notierten Kaliwerte auf den rückgängigen Absatz im Oktober um 2 bis 3 o.H. nachgaben. Der heute erscheinende Reichsbankausweis mit einer Wechselzunahme um 384 Millionen, einer Erhöhung der Lombardbestände um 460 Millionen, einer Abnahme der Fremdengelder um 235 Mil- lionen, einer Notenzunahme um 680 Millionen, einem Rückgang der Deckung um 8 bis 9 v. Sy, ist als Ultimoausweis als nicht schlecht zu bezeichnen, war aber der Börse noch nicht bekannt. Etwa auf Frankfurter Abendbörsennioeau gehalten, überwogen zu den ersten Kursen gegen den gestrigen Mittaasschluß 1- bis 2-v.H.-Besserungen. Bemb e rg, Ze llsto f s Wald Hof, Ostwerke, Karstadt, Be r - linerHandelsgesellschaft und S ch u ck e r t gewannen bis 3 o.H., dagegen verloren Polyphon und Kali papiere im gleichen Ausmaß. Anleihen und Ausländer, auch Pfandbttefe ge- schäftslos. Goldpfandbriefe und Rentenbriefe eher schwächer taxiert. Der Geldmarkt war uiwer- änbert Tagesgeld 7 bis 9 v. H., Monotsaeld 8 bis 9 o.H., Warenwechsel Airfa 7 o.H. Nur für Elek trowerts erhielt sich Interesse, doch konnten sich auch hier die Anfangekufte nicht mehr voll behaupten. Zeitschriften. — Der „Äunftmarf (®. D. W. Tallwey, München) begann mit dem Oktober-iHest seinen 42. Jahrgang. Gedichte eines neuen Lyrikers, Richard Billinger, geben den Auftakt. Weiter sind zu nennen: ein lebensphllosophischer Essai in Briefform von All»ert Irentint, eine scharfsichtige Betrachtung des Schicksals der Kunst von August Detter, eine Plauderet über „Die neue Form und das (Blas* von St Kurt Eberlein mit mehreren Abbildungen schöner moderner Gläser, eine scharfe Auseinandersetzung Wilh. Michels mit dem Kritiker Hugo Ball gelegenllich der Herausgabe seines Buches „Flucht aus der Zeit", eine eingehende literarische Musterung der .Lungen, jüngsten und anderen Deutschen^ von Paul Al- Derbes; in den „Losen Slätenv Proben aus „Jupp Brand" von Otto Brües und Gedichte von Albrecht Schäfter. . — Welt — Staat — Weltstaat nennt sich das Thema von Heft 6 der Internationalen Zeitschrift „Sie Böttcher-Straße" (2Ingd- sachsen-Derlag ®. m. b. H., Bremen). Zur Entstehung des Weltreichsgedankens In der Antike und über seine Entwicklung bis zum Ausgang des Mittelalters schrieb Viktor Engelhardt einen lesenswerten Beitrag. — Was Hermann Platz (Bonn) über die „Perspektiven der abendländischen Idee" sagt, ist eingehender Beachtung wett. — Linier den übrigen Beiträgen des HefteS seien erwähnt: QL MendelSsohn-Battholdy, „König und Reich"; Arthur Höllischer, Amerikanismus alS Schicksal": Maximilian Claar, „Theorie und Praxis des Faschisten-StaateS"; Ernst Nölting, „Der Inbustriebürger im Weltstaat"; und ein außerordentlich interessanter Aufsatz von F. Gilbert (Tokyo) über „Ehina-Blld-Schttft als Wetthilfsschrift". Kurszettel der Berliner und Franksurler Börse. Die hinter den Papieren angeiübtten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchlosienen Dividende an. — AeichSbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Frandiun a. M Berlin Frandsutt a. M Berlin Berlin. 2 November Äeld Brief Hranioniche Noten öollanvtsche Note« ...» Ztnlienische Note« ...... Norwegische Noten . ... Deuisch-Ocsierr, * 100 Kroae» Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Echwener Noten ...... Svanische Noten....... Tschechoslowakische Noten ■ • Ungarische Noten Devisenmarkt Berlln- Telegraphische 16,15 167,91 21,90 111.58 58.595 • 16.41 168,59 21.98 112,02 59,115 80,81 7.72 12.45 '1,10 a. m. u ng. Schluß-s 1-Uhr- flur» Schuh. Rur» Hnjang Kur. Lchluh'l Äurs I.Uhl- Kur» 5Obligation, rüdiaülber 1933 4% Lchweq itiunottb.-ilnL 4% Ceftrnfidiifd« «olDrte. 4,20% Gelten Silberne. 4% Ceflertrlcb ein belli 8tte 4% Ungarildje (Bolotte. 4% UngartidK SiaatM e. IB1O 4h% de «gl vor, 1918 4% Ungartidie fironenrtt. 4% türt. rtollanlelbe o. 1911 4% lettische Bagdaddobtl-Lnl., 90 75.8 M 3 28.4Ä 1,^ 12.75 2 i 1 1 1 i M 8 l l 1 Eo= I k »s • । i t i i । •* । *a*. 50,- 14.2 J 23,3 12,9 ..... 8 Bergmann ....... 9 Gleltr. Lieserunge».....10 Licht unb Kraft .... 10 gelten 4 (Suillcaume.... 6 Sei- f. (Sein. Untern.. ... 10 Hamb (Eletn. Werke .... 10 Rhein. Olettr. . ..... 9 Schlei. Eletir. ..... 10 Schuckert ...... 8 Siemen« 4 HalU» ..... U Buveru» ...... . 5 Deutsche ....... 6 Essener Stein tolle......8 Geilenkirchen« ... J. H 3- 4 Harvener ........ 6 Hoeich Eisen. ..... 8 311e Bergbau ....... 8 182 212.7a m 149.5 267.2.5 225.5 194.5 163.13 84.5 133.5 132,5 136 240 ö oc C* öt 1 i 1 ■ 1 t 1 1 1 8» 1 1 1 r i 1 SCI- 181,5 21O.7j 166,4 4.12 150,25 265,7. 14.5,25 136 222,9 J22.9 .93„> 143,25 84,5 1.2.9 121,5 U2 135 129 237 182.13 212 167.25 232,6 150,9 265,7o 156.5 223 226 .95.7o 142.75 85.5 132,6 122 128 336.7.> Bdtiwv Hmgmann......7 Heidelberger Cement .... 10 Teinenr ffarlftaöt .....8 Oao6 4 f^teüng .... 10 LchuUbeti -Baeenliolet . . 15 Cftwerfe 12 •3er. «langftoff ..... 18 Bemberg ........ 14 BeUftofl Waldbv, .... IE fleUrtofl 9Hdiaf1enbuM ... 12 Charlottenburger Wassa ... 7 Dessauer Äa4 8 Daimler Motoren . ..... 0 Demag . ...... 0 Ädlerwerte Rieset . ..... v Luvw. Qnetre ..... 10 97aL antomobll ....... 0 Crenftdn 4 ffovvck ..... 6 Leonbaid lieg ...... 6 g - P M 1 | | CUL. | I 1 ) S! | O" 1 1 81» Illi 1 § SS 128,5 132,5 19 269,5 □49 469 274 201.75 124 187.5 80 48.75 105,25 240 57.75 109 278 19,25 72.5 122 84 135 24 25 105 148 129,4b” 319 271.75 550 471 277.5 203 124 187.5 81 48."j 107 241.5 57.25 109,5 280 2,53.5 111.88 80,49 67.44 12.39 72.W —Jranffurt Auszahl 2. Novemb.r 3 Novemb r iumltdje Uiori nutg Geld i Brtc' Änttlichc Notierung Geld i Brie' lutiUlRoti Vven.-rltreS «rg.-Tlnkw ithrisUanta Sooendag-n etotfboün 168,19 1,767 58.275 111.76 111.81 112.09 t68,53 1.771 58,395 111.98 112.03 112.81 168.17 1,768 58,27 111,76 111.82 111.98 168,51 " 1.772 58,39 111,98 112,04 112.30 Serie 1 4% deegl. Serie II 4% Rumänen ton nett Äte. Rumänen »olbanL eee 1918 Olig Deutichc Ullea'xiDn 4H hamvutg-'Amerlla Safet 8 Hamb -Süvam Damoffd). 8 Hansa DamvIIchill 10 Nordbeutschet Llouv 8 ■2111g Deutsche UreDtiaell 10 8atmet Bankverein W Berliner Hanvei»gelellich. 12 Lommetz- und Privat-Ban! 11 $ arm ft u Nationalbank IS Deuiiche Bank 10 Diakdnlu-iAeleMchaN Dti.. K vtesvnct Bank • • U vriiieldeutsche (SteBiWanl ... 9 vieialldank .......6 v ■ ch,bart' .......1$ U.6 9.65 2i,i 1*6.5 1*3.13 283 186 2*7.75 105.5 161 l»7.7. 1 8,5 301 im i-»» i i i ta isti i i i 12.65 12,7 ■ 1*5.65 182,5 178 1*3.2» 135.7» 139.5 -83 löti 483 1 5.25 IU.25 lb7,v 20k 132,5 00,25 12.6 12,75 145,5 177 142,9 1^6.2.. 1*1 285... l*ti 288,7.) iDä.ü RlMnerroerte ..... 7 .................... . 1 Mannesmann ....... 8 Manefelder 7 cbetschlel Grien», «ebert... 6 CberlttH. Itottroerfe ... 6 Pdönii Bergbau 6% Nheinische Qrauntofclen 10 «heinstakl 1. % 3* <¥i Niedeck Montan ... 7,2 Bereinigte ®tabto. .... 6 Otavi Minen ... . Weh ff all Äschereie den .... io »aN Sefteregeln .....W ffaUoerf SalxDetfettl • • 15 3 <8 Katven^lnbuKrM. . 18 Snnamh Nobel ...... 5 EdielBeanftal: ...... 9 Golbschmiv: ....... 6 ffiatgetimcrie . ....... * MetaffaeleMchaft......11 8 I 35 M । S 1 8 ' ZYs« ZZ 3 g Ü Z G to k Ä - b» Ö* ' e. 1 8 ■ S SL- I 1 i 1 1 1 1 11«.- 126,25 125,4 116.25 107.5 108.0 91 274 i>4 1*1.0 92.25 »6.6. 279.5 479,5 185 -49 99 100,5 109 125.5 117 108 109 373.5 134 56.6 276,75 182,25 450.5 99 101,75 Bomag-Mcgum ...... 0 Franks. Maschine» ...... 6 ®rt|net ...... U ßenltaenlinebt ....... o 3uitgn8,-85 •2,431 .,367 <3,07 .031 18,93 81,33 -.118 5.425 t, 191 4.256 20.8! 10.Ö16 22.00 20,376 4,2020 16,42 10,80 1-7.69 1.968 0.5025 09,1-5 12,4.51 7,381 73,21 >,037 18,97 81,49 2,122 5.435 4,199 4.264 20.90 1U.549 21,96 20.339 4,194.5 16,375 »0,71 »7,71 1,959 4.5005 »8,-9 12.42 7,367 i3,UO >,027 18.98 81,30 2,119 5,423 4,192 4.28i> 20.86 10.51.9 ti.00 20.379 4.2025 Ui.415 80,87 67,85 1,963 0.5023 59,11 12.44 7,381 73.23 •>,033 19.02 '1.4, 2.1'3 5.435 4,200 4.274 10.90 1'1.5 167,5 M7 301 tkrlrn. 2. November ■Ueli) §rre Ämerikaniiche Noten..... Belgische Noten ....... Dänische Roten ...... Englische Raten........ 4,175 58,15 111.63 20,295 4.1K ' 58.39 U2.07 40.375 Norddeutsche Onmd-tredilBm Weimar Staatsaufsicht Gegründet 1868 Neue Kurse rar ZeldmemÄ auf. Jetzt braucht man Strümpfe, Unterzeuge und Handschuhe Damenstrümpfe n nr kräftige Qualität.... 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Wer es diesen Winter in seiner Bauernstube gemütlich haben will, der schafft sieh so einen praktischen Ofen an. Zwanglose Besichtigung erbeten. Kinderschlüpfer n oe m. gerauht Futter von UaVt? an Damenschlüpfer gis Kunstseide, gerauht.. 2.30 £■ Unterziehschlüpfer 4io 1.30 I Korsettschoner 0» 0.50 D.-Hemdhosen 9 00 gewebt...........2.60 L Normaleinsatzhemden AQO gute Qualität......425 H" Besuchen Sie rasch noch den großen, billigen 4 f\oi Q_. Sonderverkauf für Strümpfe u. Handschuhe mit ■ Nachlaß Schulstraße 4 0737 A — 0008A = ....................................................................................................................1111111............................................................................. Normalhosen gute Qualität.....2L0 Normalhosen in extra Weiten ...3.40 Futterhosen feste Qualität.... 4.00 Einen großen Poften ASIM W gibt billigst ab lojetenDoos W.MW Verkauf nurGoetHestr.7 S557A Fälligkeit der ersten Zinsscheine -. 1. Juli 1929. Für die Zelt bis zum 31. Dezember 1928 werden 8% Stückzinsen vergütet. Stückelung: 1OO, 500, 1OOO, 2000 und 5000 GM. Prospekte sind bei allen Bankfirmen und Sparkassen erhältlich. Weimar, den 1. November 1928. Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypotheken-Banken Aktienkapitalien und Reserven: 77 Millionen Reichsmark. Gesamter Umlauf an Pfandbriefen u. Schuldverschreibungen 1,2 Milliarden GM. Norddeutsche Grund - Credit - Bank 5313V Wolle In großer Auswahl Stricksachen aller Art 07833 Unterwäsche in la Qual. Hildebrandt