Nr. 207 Erster Blatt 178. Jahrgang Montag, 5. September 1928 trltet!! täflliti.aefctr fecnntaq» »n* Jrol)hia*r rid>tm lw)tl|rr Oietze«. PellAcdtonto. frantlvrl am Blain 116*. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pnd ewb Perlog: Vrühl'fche U«tve7st1Lt»'v»ch' nnö Stetibrederet R. tauge in Gieren. Sdfriftleiting nnö Seschüstrttest^ Schilstrafee 7. SaeabBt w» lajetaca fir bic IxigtenaBBtt bi» jun Nachmittag vorher. Pitt» ter 1 *m höhe gl Wnjeigen ooe 27 mm rtdt firtli* 8, awtmärt» 10 Xeid)»p|tnnig. für Xe» hlamcant.ct jtn non 70mm Preile 35 Rcichspfcnnig, Platzvorschrift 20‘ mehr. (TbtfTtbaldrer Dr Jntbr TDtib Langt. Derantworth* für Dohnh Dr Fr Will) Langt für Feuilleton Dr h Thynot, für btn übrigen led Ernst Slumldjein, für den An» >eigtnttil flurl fyiDmano, iämtltd) in Gtesten Todesflug des französischen Kandelsmimsters Volanowsli. Absturz mit dem Flugzeug kurz nach dem Start. - Flammentod des Ministers und vier weiterer Passagiere. Der neue Abschnitt. Do» vien. Xeparatleneiabr, da. letzte der |og. -chon- bzw. Uebergangsiahre, M am .31. Huault zu Ente gegangen. Nun tritt Deutschland in ba» erste Rorrnalsahr btt Nepa» rationazahlungen etn, di« den Betrag von 2L Milliarden Mark al» Iahresannuität nach dem Daw«»plan ausmachen. Ein kurzer Ueberdllck über die ab gelaufenen vier R«paraiion»jahre 3gen sestgelegten Sinne bieten kann, wird auch das erste Normasiahr für di« zu- künftige Enlwicklung den so nötigen Aufschlutz, der gerade im Interesse Deutschlands liegt, nicht geben können, so dost bi» hinein in die ersten normalen Reparationssahre über Deutschland da» Damokies- ichwert der Reparationen mit seinen ungünstigen Einwirkungen aus Wirtschaft und langjährige Dispositionen, aber auch über der Weltwirtschaft hangen wird. Die Frage, auf die ee innerhalb de» Reporalionvproblems ankommt, nämlich, ob Deutschland auch zahlen kann, sobald e» gezwungen ist. au» eigener straft, d.h. aus wirklichen Ueberschusien einer aktiven Zahlunqs- biianz feine Reparationeleistungen zu pollbrinacn, ist nach wie vor gänzlich ungeklärt. Man kann sich natiirlich auf den Standpunkt stellen, tefe man ruhig die Enimickliing auf dem Reparation»- iKbiete abivarten folle, da ja doch einmal tatsächlich die .strisi» kommen mutz. Aber c» bleibt zu bedenken, dast eine Reoarationekrifis wenn auch keine Wirtict>istskrisi» herbeifuhren. so doch Deutschland winschastlich und politisch in höchstem Maste schaden kann. Die deutsche Reparation-Politik must daher stet» ein positives Urteil über die wirtschaflichen Gefahren der vollen Reparationeleistungen gegenwärtig haben, die sie bann immer einer etwaigen Revision bee Daweepiane» zugrunde legen kann. Unsere Leistungen im vierten Oawesjahr. 'Berlin, 1. Sept. (QB'B ) Der Generalagent für die Reparationszahlungen teilt mit. dast tn dein mit dem 31. August b. 3. ab- schleßenden vierten Jahre beS Lach- vcrständigcnplane» Deutschland alle Zahlungen in vollem Umfange und pünktlich zum Jällipfeltetermln gemacht bat sowie dast im Verlause des 3abre» Transfers in einem Betrage vorgenommen worden find, der den Iahcese.ngängen im wesentlichen gleich» kommt. Die von deutscher Veite innerhalb deS vierten Annuitätsjahrc- tat'achUchein* gegangenen Zahlungen beiden sich auf 17 4 6 M i l li on « n G o l dma rk mit Sin'chlust zweier Zahlungen zur Vollendung der br.tten Annuität bic erst im September 1927 cing.ngen und sich auf 75 Millionen beliefen Die vierte Annuität selbst beläuft sich auf 1750 Millionen Goldrnork, und d.e beiden Zah.ung:n, bic zu ihrer Vollendung notwendig Und. mSgdamt rund 79 Millionen (Bolbmarf. werden im September 1928 süllig. Die erste bider beiden Zahlungen, die bi« letzte Jahresrate für den Zinfendienst der deutschen Gifcnbahnobl.gationen darstellt, ist bereits am 1. September 1925 geleistet worden. Sie beläuft sich au‘ 55 Millionen (Sridmark. <58 bleibt noch die lehre Rate des Iahrestcitroges aus der Vcförderungssteuer zu erlegen, d e nicht vor dem 21. September fällig wird Die ©cfamlfummc ber während des vierten Annuitätsjahres oorgenommenen Transfers beläuft sich in runden Zahlen aus 1739 Millionen Goldmark. D.e Transfers in fremder Mährung beliefen fich insgesamt aus rund 943 Millionen oder 54.23 pari»,?. Sept. (UJIB.) Da, Verkehrsflugzeug, da» den hantelsrninisler Bokanowski, der zv- glcich Leiter der Hantetslustschisfahrt ist, heule vor- mittag von dem Flugplatz Tool zu einer Jlug- ueranflaltang de» Luftfahrtverdande» der Auvergne nach tfermont-Jerranb führen sollte, ist um 9.15 Uhr, zwei Minuten, nachdem e» den Flugplatz verlosten hatte, in 500 Meter Höhe über der Croij de Helge in Brand geraten und ab- geslürzt. Sämtliche Insassen Haden den I o d gefunden, und zwar autzer hontelsmlnister Bota- nowski der Direkt^ der Internationalen Cuft- schiffahrtsgefellschaft, der pilol, der Mechaniker und der Funkenlelegraphist. Maurice B o k a n o w f f i wurde am 31. August 1679 in Le Havre geboren Gr besuchte die Handelshochschule in Marseille und wurde später Anwalt am Appellationsgericht in Paris Am 10 Mai 1914 wurde er alS Abgeordneter deS Seine-DeparlementS in die Stammet gewählt, wo er der republikanisch-demokratischen Linken angehörte. Bei Kriegsausbruch trat Bokanowski als Freiwilliger in das He.*r ein. wurde im Laufe de» Krieges Offizier und machte den ganzen Feldzug in Frankreich und an der Saloniki- Front mit. Aach Kriegsende wurde er Präsident der Zollkvmmisiivn und beeinfluhte in dieser Stellung die IranLösifche DirtschastSpolitik der Rachkricgszeit Auf seinen Anregungen beruhen verschiedene grobe Wirtschafts-> und smanzpoli- tifche Vefetze Frankreichs Berichte von Augenzeugen. Paris. 2. Sept. Heber den Unfall deS Flugzeuges liegen folgende Einzelheiten vor Das Flugzeug legte nach dem Aufstieg etwa zwei Kilometer zurück und befand sich in einer Hohe von 100 Meter. alS der Motor Fehlzündungen hatte. SS stürzte plötzlich senkrecht ab. und alS eS den Boden berührte, geriet eS sofort in Brand. GS handelt sich um einen Spad Doppeldecker mit 420 P. S. Aach Ansicht von Fachleuten soll die Tourenzahl deS Motor» plötzlich nachgelassen haben, und der Führer soll zu einer Notlandung gezwungen worden fein. Gin Augenzeuge schildert den Vorgang sol- pentermaßen ich befand mich an der Grenze deS Flugplatzes, als das Fluozeug in etwa 150 Meter Höhe vorbeiilog. Plötzlich machte der Apparat eine Rechtskurve, man hatte den Gin- druck. alS ob er landen wollte. Lr stürzte steil ab unb geriet etwa hundert Meter von der Strafet, die den Flugplatz begrenzt, in Brand. AIS kurz nachhec 5 Di baten d.s dort Rationierten FliegcrregimentS b?roeiciltcn, konnten sie nur noch einige Ucberrcftc d.'S Flug eapeZ fcststellen. Sämtliche Insassen waren tee.its verkohlt. Die Leiche teS HandelSministers konnte an ter Plallnarmbanduhr lestgestellt werden, die er trug. Als das Flugzeug abstürzte unb in Brand geriet, eilten sofort mehrere Augenzeugen zur Unglücks- ftcllc, konnten aber nichts ausrichten, ba infolge bes Aufschlagens beide Brtnnffoffbcbälter gebarst tu waren unb der au»flromenbe Bdriebefloff btn Flammen neue Nahrung gab. Man mutzte dem Dernichtungsprozeß hilflos zu- sehen, und erst nach einer stunde, als die Flammen erloschen waren, war e» möglich, näherzu- treten. Die Storger der fünf Insassen waren beim Sturz aus dem Apparat geschleudert unb auf biefe Weife unter ihm begraben worben OielehieStundedesMinisters Paris, 2. Sept. Bor feiner Abreise nach Genf hat ber Reichskanzler bein Berliner Vertreter bes ..International News Service" auf feine Frage, welches zurzeit bas w i ch t i g ft e politische Problem für Deutfchlanb sei. geantwortet: Da» ganze deutsche Doll ist sich ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit im gegenwärtigen Zeitpunkt in nationaler Hinsicht in einem Wunsche einig. L» ist die» die Zurückziehung ber auf deutschem Gebiet stehenden französischen, englischen unb belgischen Besahungsarmeen in Stärke van rund 67 000 Mann. Man versieht nicht mehr in Deutschland, weshalb diese Truppen auf deutschem Boten befassen werten, nachdem sowohl aus dem Gebiete ter Reparationszahlungen wie auf dem Gebiete ter militärischen Abrüstung ter Beweis erbracht worden ist. daß «Ine Gntfchließunlg an. in der von der Ersiärung de» englischen Delegierten zu dem Abkommen Jtenntni» genommen wird unb nach ter die englische Regierung, bk sich gegen- über dem Rat als voll verantwortlich wegen der Anwendung ter Mandcttsbestimmungen in Palästina uaö Iranejorbankn ansieht, anerkennt, dah das Abkommen ter englischen Regierung mit Ican»jorbankn mit den Grundsätzen ter Völkerbunds Mandate übereinftimml. Paul-Doncourt gab sodann die Erklärung ab, die Vorwürfe ter Manda t »komm i si ion, die iranzöfische Regierung zeige einen übertriebenen Liberali»mus hinsichtlich ter De» toaftung ter Mandatsgebiete in Syrien und Libanon, mühten als unbegründet zurück- gewiefen werten. Da» Ziel ter Manda^Verwaltung s«i. die Völker dieser Länder zu ctn«r unabhängigen Verwaltung zu erz.ehen. Der Völkerbund allein habe zu entscheiden, n>ar.n i er Augenblick für bic völlige Hnabhängigkeit d efer Gebiete gekommen sei. DiS dahin hätten die Mandatsmächte die Pllich: alles zu tun um die Öeffentllchkeit dieser Länder in der Richtung einer eigenen Regelung ihrer Aufgaben zu entwickeln. Oer Reichskanzler in Genf. Oas deutsche Volk fordert einstimmig die Räumung. Oie Tragödie der „Latham". OieVermutungen über Amundsens Tod anscheinend begründet Tromsö, 1. Sept. (1BB.) Do» Aischerfahrzeug »Bradd-, das oon der SuHeren Vogel-Insel (Fug. lot) jurfitffetjrf, hat den Schwimmer einer Ilogmafchine ausgefisch», der aller Wahrscheinlichkeit nach eia B e st a n d t e i l des von Mmunbfen benutzten Flugzeugs „£ a t ft a m“ war. Der Flugzeugschwimmer Hot graue Aarbe, ist 2,54 Meter lang, 58 Zentimeter hoch und 56 Zentimeter breit. Der Schwimmer besitzt vier kleine, wasserdichte Abteilungen. Lr weist eine wahrscheinlich vor dem Abslug aus Norwegen mit Kupserblech ausgesührle Reparatur auf. Ls sieht auch so aus, wie wenn die Mannschaft versucht hätte, den Schwimmer am Ilügel besser zu befestigen, und dah dies nach dem Abslug aus Tromsö gemacht worden wäre. Vie Offiziere des htlssschisses Michael Sars“ und des franzöfifchen Oeldompsers „Duran«- so- wohl wie verschiedene Photographen erklären, doh der ausgefundene Zlugzengschwinnner lat fach- lich ein Bestandteil der »Calf) am“ gewesen sei. Der Oberbefehlshaber der Bergener warine- station. der das Flugzeug „La Ihorn" bei seiner Ankunft in Bergen In Empfang nahm, erklärte, es sei richtig, dah einer der Schwimmer während des Aufenthaltes in Bergen mit Metallplatten repariert worden fei und dah dieser Schwimmer bleigrau gewesen sei. Kein Zweifel mehr. Oslo. 2.Hept. (XU) Der Schwimmkörper des Flugzeuges Amundsen S. der jetzt von einem Fischdampfer aufgefunden wurde, ist nun endgültig als von dem Flugzeug Amundsens stammend, festgestellt toorten. Professor Hansen in Bergen konnte bestätigen, dah an dem Schwimmkörper des Flugzeuges eine Reparatur des Dackbordfchwimmkörpers vorgenommen wurde, wobei eine Metallplatte daran angebracht worden war. Diese Platte ist auch das sichere Erkennungszeichen dafür, dah es sich um einen Teil des Flugzeuges von Amundsen handelt. Der ausgefundene Teil hat allem Anschein nach schon längere -Zeit im Wasser gelegen. Es wird vermutet, dah der Schwimmkörper bei einer unglücklichen Rotland u n g vom Flugzeug losgerissen wurde. Es erscheint jedoch auch möglich, dah das Flugzeug beim Aufschlagen auf die Wasseroberfläche vollkommen zertrümmert wurde und nur der Schwimmkörper unversehrt geblieben ist. Sachverständige halten es nicht für ausgeschlossen, dah das Fluazrug etwa drei Stunden nach dem Start umgekehrt sei und daß die Katastrophe demnach nahe der norwegischen Küste etngetreten sei. Das Schicksal der „Laiham". Oslo, 1. Sept. (WB.) Der norwegische Gelehrte Hoel pflichtet die Ansicht Sverdrups bei. dah der Schwimmer des Flugzeuges „2a- Lham" fehr leicht bis zur Küste von Fugloe treiben konnte, falls die „Latham" auf dem Flug nach Rorden in« Meer gestürzt sei. Der Gelehrte fügte jedoch hinzu, es bestehe auch die zweite Möglichkeit, dah das Hnglürf Passierte. während die „Lach am" den Versuch unternahm. nach Rorweacn zurückzukehren Der Sn» rektor der War netlugzeugwerke in Hor^n erklärte: Wenn einer der Schwimmer abbrach, wah- rend die „Latham" sich auf dem Meere besanv. dann konnte sich das Flugzeug nut noch wenige Minuten über Wasser halten. Bon allen Leuten, die von den Berichterstattern der 3citungcn befragt wurden, sagte nur ein einziaer. nämitch der Leutnant Am und'en. ein Resse des Forschers. dah er die Hoffnung noch nicht ganz ausgegeben habe. Die Berichte aus Tromsö werden durch Extraausgaben der Blatter und durch den Rundfunk bekanntgegeben. Src werden allgemein mit dem größten Bedauern aufgenommen. D.e meisten Leute hatten allerd.ngs längst die Hoffnung aufgegeben, Amundsen wiederzusehen. Aber es gab auch viele, die sich hartnäckig an den Gedan'en Hämmerten. Amundsen sei in seinem Leben schon so häufig auf wundersame Weise dem Tode entronnen. dah sie die Hoffnung nicht auf geben könnten. Die Abendblätter haben noch keine Zeit gefunden, sich ausführlich zu den Berichten aus Tromsö zu äußern. »Dagebladet" schreibt, cs habe den Anschcrn. alS sei das Flugzeug ins Meer gestürzt und als feien alle, die sich an Bord der .Latham" befanden, umgekommen. Wenn diese Annahme zutresse, habe Aorwegen einen der berühmtesten Männer seiner ®e- schichte. Roald Amundsen. und einen tapferen Flieger, den Kapitän Dietrichson, Perloten. Zhr Untergang werde jedoch dem Romen ihres Daterlandes zur Sh« gereichen. Es falle schwer, die letzte Hoffnung auf irgendeine wunderbare Errettung aufzugeben. aber offenbar sei nun der Augenblick nahe, m welchem man sich mit dem Tod der mutigen, selbftto'en Rorweger und ihrer tapferen französischen Kameraden abfinden müsse. Kapitän Sverdrups Vermutungen. Oslo, l. Sept. (WTB.) Ein Vertreter des RorSk Telegrambyra hcute eine Hntcrrebung mit dem Polarforscher Kapitän Otto Sverdrup. in der Sverdrup, nachdem er über die neuesten Einzelhei.en zu dem Wrackstückfund, insbesondere über die Erklärung des Kommandeurs der Marinestation in Bergen, informiert worden war, erklärte, dah er diese Tatsachen für den endgültigen Beweis des Untergänge« der „LatHam" halte. Er habe keine Hoffnung mehr, dah irgend jemand, der an Bord des Flugzeuges war, noch lebe. Seiner Ansicht nach müsse die Katastrophe bereits eingetreten sein, ehe das Flugzeug die Bären-Jnsel erreicht habe. In der Räbe der Bären-Insel hätten damals viele Fischerboote gelegen, und sie hätten mit größter Wahrscheinlichkeit die ..Latham" gesichtet oder irgendwelche Spuren von ihr gesunden. Ss spreche nichts dagegen, dah ein Schwimmer des Flugzeuges bei der Insel Fugloe antreiben könne. Der Schwimmer sei ein sehr leichter Gegenstand und deshalb spiele für die Windrichtung der Wind eine wichtigere Rolle att die Meeresströmung. Ss sei durchaus möglich, dah ein Wrackstück der „Latham" bi diese Richtung getrieben worden sei, da in der fraglichen Zeit nördliche Winde vorgeherrscht hätten man deutscherseits gewillt ist. den den früheren Gegnern gegenüber übernommenen Verpflichtungen ganj und gar nachzukommen. Ich bart an die Annahme deS DaweS-PlaneS, an die Londoner Abmachungen von 1924 erinnern. Das Reparation-Problem wurde seines politischen Sharakters entkleidet, es ist zu einer Materie rein wirtschaftlicher und finanzieller Ratur geworden, die als solche die Ge- wihheit zu natürlicher und organischer Sntwick- lung in lich trägt, wie die jetzt vierjährige reibungslose Durchführung des Dawes-Planes beweist. Kein Staat hat mehr für die allgemeine Sicherheit getan als Deutschland. Es beweisen dies die Verträge von Locarno, die zahlreich abgeschlossenen SchiedSverträge, die Annahme der Fakultativklausel des WeltgerichtShoses, die aktive Mitarbeit im ®enfer Sicherheitsausschuh und letzthin die sofortige und vorbehaltlose Bereitwilligkeit zur Annahme des Kellogg-Paktes. Deutschland hat mehr als irgendein anderes Land abgerüftet. Doch noch darüber hinaus sind wir bereit, mit unserer ganzen nationalen Kraft an der Verwirklichung weiterer Vorschläge zur Sicherung und Organisation deS Weltfriedens mitzuarbeiten. Das in der Vergangenheit von unS Geleistete, das für die Zukunft von uns Gewollte gibt uns daS Recht, zu fordern, dah die D e - satzungstruppen unser Land verlassen. Ihr Verbleib würde von allen Kreisen in Deutschland alS ungerechtfertigt und dem Geiste des Friedens zuwider empfunden werden. Der französische Kabineitsrai in Sampigny. Paris. 2. Sept. IWD.) Anläßlich des gZtri- gen zweiten Jahrestages des Bestehens des K a - binettsPoincarShat Justizmimfter B a r - thou heule in Sampignh im Romen der übrigen Kabinettsmitglieder Frau Poincarö e.ne Vase auS getriebenem Kupfer überreicht, die die Anschrift trägt: .Frau Raymond Porncartz zur Huldigung respektvoll von den W i t a r b e i t e r n und Bewunderern ihres Gemahles gewidmet" Zu Ehren der Erinnerung an die Ende Juli 1926 erfolgte Konstituierung des Kabinetts Poincare fand ein Frühstück statt. Rach dem Frühstück wurde ein Kabinettsrat ab- gehalten. Die Minister kehrten am späten Abend nach Paris zurück. Innenminister S a r r a u t. der durch die heutige Zugentgleisung bei Ancy-le- Franc am rechtzeitigen Eintreffen verhindert war. nahm an dem Kabinettsrat nicht teil. „OBatin" berichtet, das) der gestrige Mini sterrat in Sampigny drei Stunden dauerte. Lr wurde dadurch eingeleitet, dah Poincare und Briand über die Besprechungen Bericht erstatteten, die sie mit Kellogg und Dr. S t r e s e m a n n hatten. Alsdann habe sich der Ministerrat mit der nächsten Döl- kerbundstagung beschäfttgt, die infolge der Abwesenheit EyamberlainS und Dr. Strefe- mannS etwas von ihrer Bedeutung verlieren werde. Die Befugnisse BriandS seien in dem vom Ministerrat vom 23. August fest gelegten Sinne betätigt worden. Ls erscheine übrigens In Abwesenheit de« eng tischen und des deutschen Außenministers nicht möglich, dah die Frage der Rheinlandräumung besprochen werde. Wenig Hoffnung ‘ auf französische Vernunft. 9 Genf, 3. Sept. (Tll.) Man rechnet hier allgemein damit, dah der Reichskanzler nicht ' länger als eine Woche in Genf bleibt. ES verlautet, dah er an der Tagung des zum 11 September einberufenen sozialdemokratischen Parteiausschusses teilnehmen wird, nröglicherweise jedoch nach Abfchluh der Tagung, falls erforderlich, wieder nach Genf zuruckkehren soll. Es scheinen jedoch bisher noch keine endgültigen Abmachungen getrogen wor- ten zu fern. lieber den Gang der zu erwartenden Verhandlung zwischen dem Reichskanzler und Briand über die Räumung des Rhein- lande s sieht man hier im allgemeinen äußerst schwarz. Auch die Räumung der zweiten Zone wird hier allgemein als wenig wahrscheinlich erachtet. Die französische Regierung rückt, wie hier verlautet. entscheidend die Reparationsfrage und die interalliierte Schuldeprege- I u n g in den Vordergrund und soll eine Behandlung der Räumungsfrage nur im Zusammenhang mit der Regelung der Repara.ionS- frage für möglich erachten. Auch bestehen in Genfer Kreisen vielfach Zweifel, wie weit Briand von P o i n c a r e zu weitgehenden Verhandlungen in Genf tatsächlich ermächtigt ist. 3m allgemeinen muh jedoch festgestellt werden, dah über den Umfang der kommenden Erörterungen der deutsch-französischen Fragen wenig Klarheit besteht. Deutschland soll wieder vorausleiften. Paris, 1. Sept. (WTB.) Der Auhenpolitiker bes „M a l i n" in Genf spricht sich heute über die französisch-deutschen Verhandlungen aus. (Er gibt zu verstehen, dah eine Unterredung des Reichskanzlers Müller mit Briand zwar ftuttfinben werde, dah sie aber keine befände- ren Ergebnisse zeitigen könne, ba Poi n- c a r i und Strefemann ihre Absichten in wei- testgehendem Mähe ausgetauscht hätten. Wie die Dinge sich jetzt darsteUten, habe man französischer- feits zweierlei Arten oonfflegenleiftun- gen für eine völlige Räumung des Rheinlandes ins Auge gefaxt, nämlich Einführung einer b e f o n- beren Kontrolle in der entmilitarisierten Rheinlandzone und vorzeitige Bezahlung der Reparationen. Die erstere Methode werde in Deutschland wenig günstig aufgenommen. Hinsicht- lich der zwelten werde man einwenden, dah sie mit einer Regelung auherorden11 ich großen Ausmahes verbunden fein werde, die nicht nur die Mobilisierung der Lisenbah» und 3nbufkkobllgatloncn des Daroesplanes vorsehe, sondern auch die Beschränkung der Annuitäten und vor allem ein Abkommen mit den vereinig ten Staaten über die Kriegsschuld. Bestenfalls könnten diese Verhandlungen nicht vor Ablauf von anderthalb bis zwei Jahren zum Ziele fuhren. Dann werde die zweite Zone bereits geräumt sein und die Besetzung der dritten Zone nur noch vier Jahre dauern. — ,Hch glaube zu wissen," so erklärt der Auhenpolitiker des „Matin", „dah man den Deutschen einen Hinweis gegeben hat, wie sie die öffentliche Meinung in den alliierten Landern für eine vorzeitige Räumung günstig stimmen können, ohne diese umfassende internationale Regelung abzuwarten, nämlich dadurch, dah sie Beweise ihres Wunsches gäben, die Zahlungen dadurch zu beschleunigen, dah sie ihren Kredit in Anspruch nehmen, nm auf dem Jinanjmartt die in Frage kommenden Obligationen ganz oder teilweise unterzubringen. Dir Deutschen konnten nicht einwenden, daß dies ganz unmöglich sei, denn sie hätten ja mit Leichtigkeit eine sehr grohe Anzahl von öffentlichen und privaten Anleihen in den letzten Zähren angenommen. Man könne sich noch so sehr den Kops zerbrechen, um Lösungen zu finden — man erkenne nicht, wie Briand, der vollkommen mit der von der französischen Regierung eingenommenen Haltung einig gehe, dem Reichskanzler Müller etwas anderes sagen könne. Völkerbund undMnroe-Sottrin. Gens. 1. Sept. (2LTB.) Die Antwort an Kostarika ist heute nachmtttag fertig- gestellt unb nach der in einer Weiteren Gehe imsitzung des Döllerbundsrates erfolgten Genehmigung telegraphisch nach San Ios6. der Hauptstadt Kostarikas, abgesandt worden. Die Antwort besagt im wesentlichen, dah die Monroe-Doktrin im Völker- bundSpakt nur als Beispiel für eine regionale Verständiguna angeführt und nur für jene Staaten verpflichtend sei. die daran beteiligt sind. Rach teilweiser Zitierung der Artikel 20 und 21 deS Paktes, die miteinander verbunden Teten, heisit es in bezug aus die Tragwette der Verpflichtungen, auf die sich der Artttel 21 bezieht: ES ist klar, dah dieser Artikel nicht die Wirkung haben kann, ihnen Sanktionierung ober Rechtskraft zu geben, die sie vorher nicht gehabt hätten. Artttel 21 beschränkt sich darauf, solche Verpflichtungen in Betracht zu ziehen, wie sie bestehen können, ohne sie definieren zu wollen, da der Versuch zur Definierung praktisch dazu führen könnte, ihre Anwendung einzufchräitten oder auSzudehnen. Eine solche Aufgabe lag den Dersafsern des Paktes nicht ob und betrifft nur solche Staaten, die unter sich solche Verpflichtungen übernommen haben. Di« Antwort erinnert an einen ähnlichen Schritt der Regierung von San Salvador und an den Briefwechsel, der seinerzett in diesem Zusammenhang -wischen San Salvador und Washington geführt wurde, und in dessen Verfolg die Re- aicrun-i von San Salvador beschlaft dem Böller bunte palt bcuuirtKn. Seiest!ich lenkt der Rat die Aufmerksamkeit KvstarttaS daraus, dah der Völkerbundsrat ein Ganzes bildet. und daß die Artikel des Dölkerbundspak- tes für alle Dölkerbundsmitglieder mit den gleichen Verpflichtungen die gleichen . Rechte schaffen. um, wie cs in der Präambel des Völkerbundspaktes heiftt, die Zusammenarbeit zwischen den Rationen zu entwickeln und ihnen Sicherheit und Frieden zu gewährleisten. Alle Völker- bundsmitglicder hätten auf dieser Grundlage in einem Geist gegenseitigen guten WillenS zusam- inenzuwirken. um so die Wirksamkeit der Völkerbundsaktionen progressiv zu heben. 3n diesem Geist habe sich der Völkerbundsrat vor einiger Zeit an Kostarika gewandt. Köliigsproklamalion in Albanien. Tirana. 2. Sept. (WTB.) Rachtem die ver- fassunggebende Versammlung Achmed Zogu zum König proklamiert hatte, begab sich eine Kommis ton zu Zogu und bot ihm im Rainen der Rationolvcrsammlung und des Doles die e r b- lichc Königskrone an, die Zogu annahm. Rachmittags fuhr der K^nig. ter den Titel Zogu König der Albaner, führen wird, unter grasten Beifallskundgebungen der Bevölkerung in das Parlament und leistete dort den Eid auf die Derfasiung. Die Gtinnes-Affäre. Berlin, 1. Sept. (WB.) Der heutige Samstag wurde vollständig durch Vernehmungen Berliner und auswärtiger Zeugen in ter Stinnes-Untersuchung ausgesüllt. während Hugo Ltinnes jr. selbst mcht mehr vernommen wurde. Seine Vernehmungen werden erst am Won tag und ten darauffolgenden Tagen wieder fortgesetzt werden. Die Verteidigung von Hugo StinneS wird, tote eine hiesige Korrespondenz meldet, sicherlich noch am Anfang der kommenden Woche die Anberaumung eines Haftprüsungstermines beantragen. Die Vertagung für ten Haft- prüfungslermin für Direktor Re thmann von der Eilen- und Stahl-Ueberlee-Gmr.b.H. ter ursprünglich auf Samstag mittag anberaumt »orten war. steht ebenfalls im Zusammenhang mit ten für die kommende Woche für Hugo StinneS zu erwartenden HaftprüfungStermin. Die Verteidigung. auf deren Veranlassung die Vertagung zurückzuführen ift. hat den Wunsch, dah die beiden Haftprüfungstermine möglichst andern- selben Tage ftattfinten. Haussuchung und Beschlagnahme von Papieren. Laut ,B T." find auf Anweisung des Unter- suchungSrichterS neuerlich Haussuchungen In Mülheim (Ruhr) und in Hamburg Dorgenommen worden, um weiteres □Bäte r ia ( in der Angelegenheit des Krkegsanleihedetruges zutage gu fördern. Auch in dem Berliner Bureau tes StinneS-Konzerns in der Potsdamer Strafte haben heute Haussuchungen stattge- funden, bei denen Papiere, die in Beziehung zur Schuldfrage StinneS stehen, beschlagnahmt worden sind. StinneS protestiert. Wie eine Korrespondenz meldet, hat Hugo StinneS, ter erst in der nächsten Woche ausführlich über daS verhört werden wird. waS ihm zur Last gelegt wird. Protest gegen die Art seiner Vernehmung eingelegt. Er verwahrt sich dagegen, daft daS Protokoll über seine Aussagen zum Teil von dem Re»chS- fommtffar Dr. Heinzmann diktiert warten sei, ter ter Dernehnnmg gröftteniellS beiwohn l«. und er verlangt, daft die Wiedergabe feiner Aeufterungen lediglich vom älntersuchungSrichter formuliert werde. Aus aller Wett. Riftiez und Zimmermann peftarlel. Berlin, 2. Sept. ($11.) Die beiden Piloten A i ft i c z und Zimmermann find' a» heutigen Sonntag um 6.01 llhr mit dem IunkerS- Flugzeug w 33, einem Flugzeug ter Deutschen Verkehrssliegerschule, zu tem Langst recken- flug nach dem Osten gestartet. Ritsennberfchwtmmunq auf Korea. - 3000 Häuser im Waffcr verfunte«. Rach Meldungen aus Seoul ist die Provinz Konkho auf Korea von graften Heber- schwemmungen hcimgcsucyt worden. Mehr alS 3000 Häuser sind im Wasser ver fünfen. 10 Personen ertranken und weitere werten oermiftL Bisher gelang e<, 30 Schwerverletzte zu bergen. Das erste 5bert-Denfmal In Bayern. München. 3. Sept. (WTB Funtspruch.) 3n Ottobr unn bei München wurde gestern vormittag da- von ter Ortsgruppe Ottobrunn bei ReichSbanne SSLw r - ct-gvld er ihtetcPbert- denkmal enthüllt. Den Platz, an dem das Denkmal steht, hat die Gemeinde ten Rumen „Friedrich-Ebert-Platz" gegeben. In der Festrede bezeichnete ter Reichstagsabgeordnete Anterleitner die Enthüllung bei ersten Ebert-DenkmalS in Bayern als einen geschicht- lichen Augenblick. Der fianal abermals durchschwommen. Der Aegypter Helmy, der am Freitag um 14 llhr zur Äanaldurchquerung am Cap (Brie Nez startete, landete, einer Londoner Meldung zufolge, am Samstag um 13.46 Uhr in Folkestone Jftelmn ift der 16. Schwimmer, derdenKanalbezwun gen hat. 10 Personen während des Wochenendes In England gelötet. London. 3. Sept. (DTB. Funkspruch.) Während tes vergangenen Wochenendes ereignete sich «ine große Anzahl von Stra- ftenunfällen. Zehn Personen kamen ums Leben. Am Samstag stürzte ein Moto r o m n i b u s, der sich aus dem Wen« von South ShildS nach Eherter Le Street befand, einen Abhang auf ein Feld hinunter, überschlug sich und begann zu brennen Otne Frau erlitt in den Flammen den Tod 25 weitere Personen wurden verletzt, drei davon so ernst, daft sie nach dem Hospital qÄOCr«orn 14 grdste« Bedeutung zu. Die An- gtei: diese» bodenständigen Diehschlage» --I ist bekannt Mich- Sprechstunden der Siedaltion 12 bi» 1 vhr mittag», 5 bi» 7 vhr nachmittag» Saeetag nachmittag geschloften Knjeigrnaufliäge find lediglich en bte Geschäftsstelle in richten. Für anorrtangt eingejanbte Manuskripte ohne bdgdägfe» Rückporto wird keine Gewähr übernommen. unserer Oemarfung wurde der 11 e b » feftgeft?!lt. Mahnahmen tcre Derbrettung sind eingeleitet. Maiugau. wurde durch die Freiwillige Sanitätskolonnedom Roten Ärru» tn hie Chirurgische Älinll perbta&. — Sin ll.tncr Berk^ctun’all ereignete sich eben- jedrr. bc öfter auf dieser Strecke auch der übrige Verkehr auf ihr gegen den - «in 72 Jahre alter «tau’.iann wurde auf dem Opern- platz von einem Möbel '.uto gegen den Randstein geschlendert, wo er mit einer Kopfwunde liegen blieb. Le verstarb kurz nach feiner (Anlieferung in* Äranfcnbau». Lpd r a n f tu r t a. DL. 31. Hup Eine Ber jommlurq von Vertretern der Lrbeilsaemeinschaft der tianbiDtrte und Milchhändler beschloß oow 1. September ob den Milchprei» uon 30 auf 82 Pfennig im Loden und von 33 auf 36 Pfennig frei Wohnung zu erhöhen. t ro f a n i r a a amten gestellt. leicht vorletzt. Sin in der AS leistete bte erste -Ute Der f Sertiner Börse. Berlin. 3. Sept. (TOT» Funtspruch) Der erftc Frühverkehr der neuen Woche zeigte freund- !'dx ®runbTtfmmung 2lu» Aeuyort war eine feste Tendenz gemeldet worden und sonst lagen ungünstige Momente nicht vor. Äurie tariert man vorläufig auf letzter Bali» Veld. Am De- vi(enmarkt nennt man: Pari» 124.28, Mailand M.66, Spanien 29.19. do» Pfund 485.935 und den Dollar 4 19466. bei relativ hoher Leistung ist ________ . ieiftungsprü'ungen werden tn zahlreichen De- Vu Htulüverstopfirny ricSbrmdti SckwmerpUlvr gebflube sind einige Instandsetzung»ar' au»zuführen. die oom Schulvorstand al» wendig bezeichnet worden sind. Die Ausftl halten werden, Cc-ex : sich jetzt schon au» den Anmeldungen ersehen laß: werden über 200 erst- Haffige Tiere auf getrieben werden. Den Unter- rfienien für Aotvich ist Gelegenheft gegeben, (ich über den Stand der Zucht zu orientieren. De- tannlsich foaunt in der Aachkriq^szeft dem 2vgel»- Ansteigen begriffen ist Kreis Schotten. * Schotten, 2.Sept Der Äret»-2l in- derzuch tverein Schotten für Vogelsberger B'.eh kann in diesem Sabre auf ein 3LHädrige» Bestehen zurücDücken. Ilm der Allgemein- heil einer. Heberblid über den heutigen Stand der Zucht und die Tätigkeit de» Verein» zu trieben durchgetührt Die Durchschnittsleistung aller kontrollierten Tiere im Kontroiljahr 1926 27 betrug rund 3103 K.ogramm Milch mit einem Du rchicharrtsfet: geholt von 8J2 Prozent Der Oberheffens und des Gebietes zwischen Frantfurt'Kassel ^oblenz.Srfurt ist der Gietzenee Anzeiger — Zwei Berkehrsunfälle. An derSckr Goethestraste-Ludwigstraste ereignete sich am Sam»tagnachen.tlag gegen 4 Uhr ein Zusammen- froh zwischen einen Perionetekratrwage: und einem mit zwei Personen besetzten Motorrad. Der Führer de» Motorrades, der Lhauffeur Sonst Meder au» Drehen, der sich gerade auf Fahrt nach Thüringen befand, cdlit durch den Zusammenprall eme Xo; frerlebung mit Gc- himerschüU.rung und einen Unter'chenkelbruch Der Brifahrer sein Bruder, wurde am Kop' Unter 2* ilnafrme einer unübersehbar _ _ Trauergui erndc wurde er gestern zu ® rab e t Xrci» a. L.. 2. Sept. Diefer Tage verlieh Lehrer Sberle. der seit 1906 an der hiesigen Schule zuerst al» Schulverwalter dann al» 3. Lehrer mit Treue und Hingebung gewirkt hat und auch eine Zeitlang virig nl des hiesigen Kirchengefangvercin» und de-' Gesangverein» Liederkranz gewesen war untere Gemeinde, um in Lollar, wohin er seit Iahressrist al» Fort- "lehre' verietzt worden ist. fein neu- blldungrschull.--------—- erbautes ffigentetm zu bezic.)en The besten Wünsche für fein fernere» Wohlergehen begleiten ihn von hier auf seine neue Stelle. - Aachdem die bufige Hebamme Frau Margarete Decker, die kürzlich ihr 40jihrige» Dienstjubi- ILum begehen durfte, ihren Dienst gekündigt hat. ist ihre Stelle zur Wiedribesetzung ausgefchne- den worden. Ss haben sich bereits einige junge Stauen gemeldet unter denen nun Demeinde- rat und Behörde die Ausweh! haben QO Klein-Linden. 2. ö«pt (Eine zweftäglgc San be r u n g führte am Sonntag und Montag etwa 40 Mitglieder der hiesigen evangelischen Iugendvereivigungen an die Edertal- sperre. Mit der Eisenbahn fuhren die Teilnehmer am Sonntag nach Herzhausen, um bann über 8a»- dori. Nieder-Derde. Daldcck nach Hemfurth an die da» Vogelsberger Amb al» Zugtier besonder» geeignet erscheinen Schotten. 2 Sept. Der 29jdbrige Heinrich Stock lll. au» dem benachbarten Burkhard» bat sich vergangenen Montag von seiner Familie entfern! und tft leit dieser Zett s pu rio» verschwunden. Nachforschungen ften 3abee» verfchte- bene Instandsetzungsarbcitrn in der L ehrer - Wohnung vornehmen zu lallen; b) einen neuen Ofen für die Heizung de» SchulfaaleS in der neuen Schule zu beschaffen: c) für die Anschaffung von Lehrmitteln einen gewissen Betragt zur Verfügung zu fteilen; d) wie tm letzten, so auch in diesem Winter wieder Fort- bildungsschulunterricht erteilen zu lotsen; e, zur'Vestreitung der nicht durch eigene Gin- nahm»n gebellten laufenden @cinelnbcbcbürfnMk auf die staatliche Steuer vom Grundvermdgen sowie auf Me Drive ibeertva»- undDewerbrkapilal- steuer einen Zuschiagvon200Prozentzu erheben O Hochelheim. 2. Sept Der Gemelndc- rat beschäftigte sich in feiner fünaften Sitzung mit der Beratung de» Haushaltsplanes für da» AechnungSiabr 1928 und faßte dabei u. a. folgende Vefchlüsse Am Schul- “ Straste n f p errungen. Vom Oberhesfl- fchen Automobil-(Llub E. v. (ÜBT.). Gießen. werden un« folgende Strahensperrungen mitgeieill: Ober^Tschdach Lieder-, r.enbach Im Zuge der Strahe Bad Homburg Kloppenheim siir alle Fahrzeuge bis auf weitere», Umleitung über Lieder-Sfchbach; Fauerbach v d. H. — Langenhain im Zuge der Straste Butzbach — Ostheim — big bezeichnet worben sind. Die Ausfüheun, Arbeiten wurde beldjloffen. Da» Spritzen dem hohen Sisenbahndamm ein Personendurchlast errichtet. Jetzt aber wird schon Ifti Monaten an einem grosten v> rchlast für Fuhrwerkrund Perfonenoerkehr gebaut. Man hofft, diesen In einigen Monaten dem Verkehr übergeben zu können. (!) 6 aeg-ttön», 1 Sept *?lad) dem Kriegc war die Bautätigkeit in ueferem Dorfe besonder» reg. Jenseits de« Bahnkörper», an der Strafte nach rioizheim. ist ein ganz neuer Dorsteil entstanden In den 21 Neubauten, dte hier aufge führt wurden, wohnen jetzt schon nahezu 150 Per jenen. Zur Zeil find wieder zwei Neubauten tn Sn- griff genommen Durch den (tarfen Dagenverkehr nach Wrüntngen und /iolzhetm »st die Holzheimer Straste in sehr schlechtem Z u stände. Huf Klagen der Hnwohncr bat die Ge metndeoerwaltung veichiofien, die btraste auszubes- fern, öic wird zur Zeit bedeutend erweitert, auster- dem wird auf beiden Seiten von Pilasteoardeitem eine breite Rinne hergestellt. rt Langsdorf, 2. oept Unsere Pforr- ft eile ist nun endlich wieder besetzt worden Der neue Pfarrer. Dr Hugo H e t) m a n n , setiher in Rodhetm bei Hungen, wird Mitte d. M den Dienst hier und in Bettenhausen übernehmen Da» ; neue, von der fflemeinbe gekaufte Pfarrhau». da» unweit de» Bahnhof» liegt, ist von dem |eiti)engen Besitzer geräumt und wird zur Zeit instandgesetzt. ri. Äieder-Bess Ingen. 2. Sept. An jugendlichen Alter von 35 Zahvrn wurde un» nach schwerem Leiden unser Lehrer TMbdm Krei» entrissen, nachdem er noch nicht zwei Jahre hier gewirkt, sich aber in dieser kurzen Zeit durch sein treue» Wesen dir Liede ferner Schulkinder und der ganzen Gemeinde erworben hatte getragen und am der Seite feine» Kollegen, unfete» langjährigen Lehrer» Graulich bei- gesetzt Der Ort »geistliche, Stiftspsarrer 8ic. vchorlemmer von Lich. sprach in der Grabrede über da» Wort: .Selig find, die da Leid tragen“. Schulrat Fifcher von Drehen und die Vorstände der Bezirk»lahververcine Lich und Herbstein sprachen ebrcnZk Nachrufe, dte besonders die grobe Gewissenhaftigkeit und da» pädagogische Geschick de» Heimgegangenen hervor- 6oben. Die Gemeinde, der Mrcheiworstand. die Foribildungsschüler und die Schulkinder gedack)ten Ieiner m treuem Gedenken, ebenso der Krieger- peretn, welcher dem Gntschlafenen. der von 1914 an den Weltkrieg an der Front m. gemacht hat. Leutnant wurde und Inhaber de» cJernen Kreuze» erster und zweiter Klasse war. dte mllitäri- fchen Shrrni erttne». Die verwaiste Lehrerstell' wird einstweilen von Schulverwalter Volk au» Zell bei Bensheim versehen. flrctö Büdingen. ch Aidda. 2. Sept. Dor einiger Zeit hatte dte Provinzialverwaltung die Errichtung der Autobuslinie Aidda Obcrloi» unter Hin- wei» auf die Llngeeignetheit der Stroben für unzuläsiia erklärt. Sie hat nunmehr ihre bisherigen - .denken salleiUofsen und sich mit dem versuchsweisen Betriebe einer Omnibutlinie auf der Aundstrecke Äidda — Wallernhausen — Fauerbach — Schwickartshausen — Oberlai» — Michelnau — Aidda einverstanden «klärt. Sie betont davci allerdings, dah au» dieser versuch» tresten Genehmigung der Autolinic eine WS7! Frankfurt o. W. 1 Sept. Der ehrenamtliche Dorsteher eine» Bezirk» de» städtischen Süi'orgtaml» der Kaufmann Heinrich Wulff, Hot einen Betrag non Z000 Mark Pflegegelder in der Weise veruntreut, dah er mit dem Geld nach Berlin gereift ist. angeblich um sich dort eine Tristenz zu gründen Dt^üglich der Deckung hat er auf den Wert seines hic'igrn Geschäfts der nach leinen Angaben 25 000 Mk. betragen soll, verwiesen. Da» fall» am Samstognachmitlag strahe. ötn junge» Mädchen, o. dte Strahc parierte, stürzte. wahrfcheinl»ch infolge salfchen Leberholen». •» erlitt eine Der letung dc» Unterkiefer» wurde von der Frci- wllligen Öanitätlfolonne vom Aoten Kreuz Der- barchen und ärztlicher Behandlung zugc ühr:. " Finanzaml»ver'onalle. Aild: Karl Löffler. " Auftrieb auf dem he u t i g e n F r a n k- furter Schlachtviehmarkt. 1482 Stück Srohvieh, 524 Kälber. 74 Schafe. 6471 Schweine Oberheffen. Landkreis Gießen. Sperrmauer zu wandern, wo in der dortigen Jugendherberge Rochlquartier bezogen wurde. Der Zweite -tag machte die jungendlichen Wanderer mit den Schönheiten des Babes Di Id un gen und der alten Stadt Fritzlar bekannt. Die Rückfahrt erfolgte über Wabern nach Giehcn. L Srotzen-Linden. 2.Sept. Schon immer wurde e» als ein Mangel empfunden, daß nördlich unfrre» Stationsgebäudes die Möglichkeit fehlte, den Eijenbadndamm der Main — Weier- bahn ungehindert mit Fuhrwerken j u pal fieren. Wohl befinde: sich bi rett neben dem Bahnwärierhaus eine ganz fchmale lieberfahrt die aber wegen de» starken Verkehrs auf der Main— Sejcrbabn und weg en des Rangierens oft längere Zeit gefperrt ist. Luch durch die dort eimnünbenbe Bergwerks-Kteinbabn wird der Verkehr osi unter- Hemden Um den Perfonenoerkebr dort nicht auf- hasten zu muffen, wurde fchon vor Jahren unter Verpflichtung der Provinz zu einer Verbreiterung her Fahrbahn oder zur Schafiung von 2u»weich- stellen nicht bergdetei werden bürie. Derartige Matznahnc kämen für die Provinzialverwal- tung erit dann in Frage, wenn sie durch die Entwicklung de» allgemeinen Verkehr» notwendig gemacht teurb. - Die von allen beteiligten Deine inden feeubh' begrüßte Einführung de» Dm- nibu»txrtef*r» ist einem dringend^,' Bedürfnis gerecht geworden. Man möchte die einmal ge* schaflcne Derbindung unter keinen Umständen mehr mifser.. Ls itt also bestimmt zu erwarten, datz aus dem vorläufigen Verkehr recht bald eine endgültige bauernde Verbindung werden wird. Eine Tri rfung dr» allgemeinen Verkehr» bk die ooinAalverwalfung al» Voraussetzung für eine Verbesierung de» in Frage kommenden StraGennefce» nennt, ist nun bereit» durch dir Hinrichtung de» Onuubusver'ehr» in gew'f em Lrade gegeben. Darüber htnau» weist —"*? verkehrt, daß Ufmgen für alle Fahrzeuge vom 3 bi» 10. Sept.. Umleitung über Hieber Mörlen^ Bieber—Königs- Zuge der Straße Dietzen—Hvher.solms- für alle Fahrzeuge vom 5. Sept, bi» 12. Sept.. Umleitung über Fellingshausen -Lrda - Aufgehobene Strabensperrung Vom Oberhessifchen Automobil-Tlub L. Ä. Aus der Prorinzialhaupifiadt. Gießen, den 3. September 1928. Händewaschen von Dr. med. Lharkotte Zschocke. Beritn. Ktcht eindringlich aenup kann man immer inb immer wieder zum riändswaschen aefforbenu Gewiß, <» gibt eine arotze Unzahl Menschen, denen et selbstverständlich st, sich di« chänd« nicht nur mar- gen« und abend«, «onbern auch vor feder Mahlzeit unb bei jeher sonst sich bietenden belegende'! zu waschen. Auch an solche, die also mein Anftui ihrer Meinung nach nicht» angeht, axnht ich mich, und zwar mit der Aufforderung zur Verbreitung der von ihnen geübten guten Wille beizutragen Zur gründlichen Vkeimgung der f)ände benötigt man Darme.. Dosier, weife, Nagelbürste, Nagelpfeile, Handtuch versteht stch von selbst, daß e« von her Beschäftigungsart ab bangt, wann unb wie oft man diele gründliche '.Reinigung oorninmll. 3n olefen Fällen genügt auch falte» Dosier, und m tft auch in rmang- lung von Seife immer noch bester, die tjünoc abzuspüten als auch bas zu unterlassen Auf einer Sonderung J B ift e» mcht nur er- fn end, sondern auch gleichzelltg reinigend, die irgindwo in fsteßende» Dosier zu tauchen, uip sie von Schweiß und 6taub zu befreien. Dirklich gesäubert aber fdnnen hie chonde nur Di rt>en, wenn man die oben genannten ftiffsmitlel benutzt. Anhaftend« Tchmutzteil«, Bakterien, Niech- sioss« können nur mit Seife entfernt werkten, wobei der Prozeß der Berseifuno und der mechanische Einfluß de» Reiben», sowie die Einhüllung der zu ent- fernenben Stosse durch den Seifenschaum eine Nolle spielen Die Sitte, mit irgendwelchen Instrumenten das Esten zum Munde xu führen ((Babel ober Löffel bei den meisten Kulturvölkern, cläbthtn bei den Chinesen) Ift nicht au» ästhetischen, sondern aus hygienischen Gesichtspunkten heraus entstanden. Man wollte unb will soviel wie möglich vermeiden, dte Hände mit dem Csien tn Berührung zu brin- am Da» nicht nur beim Esten selbst, for.Nrn in fteengftem Maße auch beim Zuberelten der Mahlzeiten zu beachten Ist. j^auefrauen, ermahnt tu« Hilfskräfte in der Küche, — Hausangestellte und Kinder — nie an die Vorbereitung der Mahlzeiten pi gehen, ohne unmittelbar zuvor die Hönde gründlich zu reinigen! Schlechte Beispiele verderben gute Sitten — gute Beispiele wirken Wunder tm Hinblick auf schlechte Sitten! In der Zeit der Nohkoft müsien wir mehr denn ft unsere Umpebuna zur Sauberkeit erziehen, denn wenn «» auch nicht appetltild) Ist, zu wissen, daß durch den Kochprozeß mancher Krankheitserreger und mancher Schmutz gewissermuß-n unwirksam Clr unseren Körper geworden ist. vorhanden ist er och noch und muß oerarbeitet unb in irgendeiner Form »Heber ausgeschieden werden. Beim Nohesten von Obst, Salat. Gemüft, wo» ich — nebenbei gesagt — für sehr wichtig halte, ist Waschen unb immer wieder Waschen sehr wesentsich. Zum Schluß noch ein Wort: verlassen 6te nie «ine Toilette, ahne sich dte Härrde gelvoschen zu hoben! (tzeben Sie tn Ihrem House jedem auch dem Gast, die Gelegenheit diese selbstverständliche Hand- lung vornehmen zu können ohne chn erst um Waller, Seife. Handtuch, bitten au lasten. Diese ?siaschgelegendelt muß in jeder Doynuna gebrauchsfertig vorhanden sein. Und fehlt her Platz im Klo- settraum selbst, so richten Sie eine Daschgelegenheit im Vorraum, im Bad oder in der Küche ein, die feder Zelt ftdem genau so zuaSnglich ist, roie da» Klosett! (Ein Bedürfnis de» Körper» bedingt da» andere. In Lokalen verlangen Vie Daschgelegenheiten, wo keine sind! Händewaschen gehört unlösbar zur Benutzung der Toilette, unb es muß durch ganz allgemeine Forderung darauf gedrungen werden, daß do» Hündewofchen In Lokalen keine Gelds rage lehr kann und darf Gtädte'Achter Gießen —Wetzlar. Bet prächtigem Sommerwerter unb tn Gegenwart einer zahlreichen Zuschauerin enge wurde gestern nachmittag auf Oer Lohn der dies- zahrige Auderwettkamps um den Städte- Achter Gießen - B).e bl a t airfgetragen. 3m Wri.lkamp! um diesen gemeinsamen Wanderpreis bet Städte Diesten und Wetzlar standen der Verein Audersport Diesten lfcl3 und bet Wetzlarer Auderklub 1880. Da» Bennen der beiden Achter nahm einen sehr intet» «flanten Deriousi Die Gießener Monnschost lag auf der ganzen Strecke in Führung, die sich ständig vergröberte. Vie Giestener gewannen datzAennen schtiestlich mit zwei fiaren Längen vor Wetzlar xn der Zeit von 5.45 Minuten, wahrend die Wetzlarer Mannschaft 5,54 Minuten drmichte Damit tst der Wanderpret». der 1926 von der Gtestener Andergeielllchah 1877 unb 1927 vom Wetzlarer Xuberflub 1880 gewonnen wurde, erneut nach G esten gekommen, diesmal aber tn die Obhut de» Verein» Audersport Gtesten 1913 Aach dem Aennen begrüßte der Borsitzcnde de» Verein» Audersport. Äauhnann Levermann, bie zahlreichen Gäste und Auder- fteude in einer Ansprache, anschlichend begtilcf- wünichte Dürgermetster Dr Selb tm Hamen der Stadtverwaltung dr« Siegermannschaft, dabei die schönc sportliche Harmonie zwilchen den Wetzlarer und den Grestener Auderveremen be- tonetrd. Beigeordneter Aicharb », Wetzlar, entbot eben fall» der siegenden Mannschaft seine Glückwünsche und feierte die hohe Mission de» deutschen Sporte», inibeknberc de» Ändert Porte», in beredten Worten Taten für tirn^afl, 4 Leptcvtbcr Sonnenaufgang 5.17 llhr Sonnenuntergang 10 Uhr. — Mondausgang ^>.40 älhr. Mond- nr erqang 10.33 älhr. 1769: der französische Schriftsteller francoi» Acn6 Vicomte de Ghatcaubriand tn St. Malo geb. (gest. 1848k - 1824: der Komponist An- wn Bruckner in Ansfelden tn Oberöstcrretch r sgest. 1896); — 1853. der Afrikuforscher v Wistmann in Frankfurt a. d O. geb (geft 1925); — 1870. Prollamierung der dritten französischen Republik; — 1907: der Kompomst Edward Grieg auf Troldhougen bet Bergen ei. (geb. 1843); — 1918. der Dichter Mar uthendev m Malung auf Iava gest. (geb. 1887). — 1922: der Theologe Grnst v. "Droander m Berlln gest. «geb. 1843). Borirotizerr. — Tageskalender für Montag. Lichr- »dielhaus. Bahnhotstrafte .Zwe- rote Aoten - — Astoria-Lichtspiele ,Das Sündenschift". De* unerreichte, wteeenschafti. begründete Mittel für den Haarwucht. Ärztlich empfohlen gegen Haarausfall und Kopfschuppen. Zugleich das erfrischende und Ideale Pfiegemlttel für die Frisur, von höchster Eigenart dar Duftkomposition. Haid Liane Weiterer ZucKerabschlag Per Anzug nur Mark er Nähunterricht sowie Unterricht in sämtlichen 17178a (Yikenwarcn. Rein. 7887 D MM iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimfiir oesi-t Bilder. 7884D neben. Verschiedenes! Kralliger co ne 7879» Kulturfilm in 1 Akt. Sexti I- und Tedergegen/tände Färberei Laden In Giehen: Marktplatz 8, Telephon 1459 (im Abonnement nur Mark 1.50) Besucht die Handels- schule Kanselmann! rote Das Ist Man sdtldd mit denen Sie sich bekleiden oder Ihr Heim schmücken, werden in unserer Färberei u. Chem. Reinigungmeistens Rosen — ein tarier Kuß - noch Immer der schönste Gruß' die Blumen schon am frühen Nora eit. Umtausch alt er Rasierklingen N'Ahoro» dnreh lolmlo-We*. Solingen. Grummeigrasverstrigerung Donnerstag, den 6. Sept. d. J., vormittags A Uhr anfanqend, wird baö Gemeinde- Grummetgras versteigert. Zusammenkunft bei der Ziegelhütte. Mendorf a. b. Lda., 3. Eept. 1928. Hessische Bürgermeisterei Aliendors a.d.Lda. waren- Geschäft, Glas und Porzellan wegen Todesfalls au verkaufen. 7117D W. Weeber, Immobilien, Bntabach. Mädchen tum MUchiragen fo- fort gesucht 1XB8O Milchbandler Reuter, Wteieck, Elcheurüdcr Weg. Billig LN. l dovvcltür. Mich bevirbrnnf, 1 Bor- rntdidiräufrbcu, 1 (Garderobe ständcr l'Jtunb. pol.i, antike Baic, ritalcktiich- eben, ß wertvolle Kristall-Zucker... 0.28 Zucker, fein gemahlen 030 Abhoien und Zusenden kostenlos Amerik. Exprefe-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt 7885a KWZiWkI-Wl> Ail-MfleiWW Dienstag, 4. September versteigere ich im „ßötoen“, Neuenweg 28, nachmittags ab 2 Ahr: * Verschiedene Sorten la Tabake und Zigarren, ferner 1 Büfett, 1 Schreibtisch, 1 Friseurstuhl, 1 Bücherschrank. 1 Warenschrank, 5 Srkerlpiegel, eine Dezimalwaage, 1 Drehbank, 1 Floschen- zug, 1 Ehaiselongue, Sofas, 1 Zimmer- spiegel, Mähmaschinen, 1 «üchenschrank. I Zimmertisch. Herren- und Damen- "Räder u. v. a. r*3D Versteigerung bestinunl Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 :: Telephon 1414 Das Küssen kannst du bei Nacht besorgen. Zvet rote Rosen - ein tarier Kuß Ist für die Frauen der schönste Gruß- Das Ist der Anfang — das Ist der Schluß Zoe! rote Rosen — ein tarier Kuß! Die Presse schreibt: üeherrasekeDde Leistungen werden hier vollbracht. Liane Haid scheint kttnstlerisoh übersieh selbst hlnans- gewachsen and erobert sich mit sleheram Grill einen Fiats in der deutschen Spitsengrappe — nicht nnr dnreh ihre natürliche, jugendliche Anmut, sondern nicht minder durch den darstellerischen Charme, den sie entwickel'. Ausgewähltes Beiprogramm' Die Wochenschau bringt die ersten Aufnahmen von der UnterzeidinaDg des Kellogg-Paktes in Paris Wloll Ww stets nui Vcflcr oder Vlnltelerunn Ber- wendungSstellc H. Treciisler, Lteinslratze 73. n,,D Televb. 1581. Astoria-Lichtspiele Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Das Sündenschiff Das fieltiirlldie Abenteuer eines innöen Mbdibens Sittenfilm in 6 spannenden Akten. In den Hauptrollen eine Reihe erstklassiger Filmschauspieler. Ferner: Die Wunderkur Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Die heilige Woche von Malaga Haus mit Kolonial Lichtspielhaus Bahnhof strafst 34 Ab beute bis eincchl. Donnerstag: Der Schlaffer, den alle Welt Ringt Der Film, den Jedermann Rehen will! Junge als Lehrling gesucht. R. Kolb, Q. Tböruer )iachfa., ^nstallailonvgefchäft Tüchtige Beule 1. Krall, flnbci an» nenebme Dauerstellung. Kost und Vom» im Haufe. 1062x1 Ferdinand Wlftnor, Schade&Füllgrabe Filialen in sämtlichen Stadtteilen Verdingung. Die Gagfah, Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Angestellten-Hl'imstätten, Zweigniederlassung Westdeutschland in Essen, Am .Handelshof Nr. 1, schreibt hiermit die schlüsselfertige Herstellunb ihres Bauvorhabens in Gießen am Wiesecker Weg int Umfange von 20 Einfamilienhäusern aus. 7878 D Ausschreibungsunterlagen sind, soweit der Vorrat reicht, im Baubureau der Gagfah, Essen, Bureauhaus Barmer Bankverein, 5. Stock, geyen Erstattung der Unkosten erhältlich. Die Angebote lind bis zum . 21. September b. )., 17' ,. Uhr , dem Baubureau der Gagfah ein^urcichcu, und zwar mit der Aufschrift: „Angebote für das Bauvorhaben Gießen der Gagfah Essen, Am Lwndelshof Nr. I." Das Angebot muß für die Gagfah kostenlos und unverbindlich sein. Für die Zuschlag. Teilung behält sich die Gagfah volle Freiheit vor. Essen, den 31. August 1928. Ter Vorstand. in rrrttnat burt) TMAHa. TDtaRft *b fxurtimrriniakriW be|eitiQti*nrf Obtaerv« • £*♦*©<* ub aal «r,"' bettb bi<|rlb» rw prU. tefig« 0** wo» ÄÄtÄi: btlonb. ju rapftbl 3« babra I» oC. Tlpofl)- m » Tod. ckrüchen- LNädchen Aunt 16. September gesucht. [7873D Provinzial- Pflege-Anstalt, Vidier Str. 74. Stellengesuche| Gebildetes, kinder hebed Mädel, 22 Jahre, Lyzeum, verfett tm Schneidern und Kochen, sucht vassenden Wirkungskreis. Schr. Angeb. unter 06273 n. d. Gieh.Anz. Südanlage 0 I. | Kaufgesuche | Suche Haus mit geräumiger und beziehbarer Wohn, von 5—6 Zimm, bet gut. Anzahlung vom Besitzer an kaufen. Schr. Angebote unt. 06277 a d. Gieß. An». , » gehen Sic immer, wenn Sie Ihre Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Für 1005Rm. ab Köln (einschlieblicb Bahn, Dampfer,Hotel* und Verpflegung) können Sie eine vierwöchige Vergnügungsreise nach AMERIKA - und zurück machen mit gleichzeitiger Besichtigung von London und Pari« WHITE STAR LINIE Gebt. JaUamaa, Gielen, Babnholstr. 83, Tel. 13*8 und Hajo Schneider, lldlaeea A. Heller'eebe Bnchhandlaig, Bahnbolslreße 5, Telephon 11 und Hermann Wb, Bntibaoh, Hricdler Str esc I, Telephon «11. ttwa MMMMIM in verkchiedenen Grösten. Edgar Novvmam» Zwei rote Roien Eine Liebessymphonie in 7 Akten. Weitere Darsteller: Harry Halm / Trude Hesterberg Alexander Murski / Oskar Marion Teddy Bill / La Jana u. a. m. Nichts ist ansteckender als Musik .. Und die ansteckendste Musik ist der Schlager . . . Eine zündende Melodie, ein Schlager, der die Massen elektrisiert, macht manchmal aus einem armen, unbekannten Musikus über Nacht einen populären Komponisten und vermögenden Mann; das erlebte der Held dieses Films mit seinem 1. Schlager MMUIIilllllilllliMHIMHHnilllllllllUMMtillHIIIIIIIIIIIIIilillMiHimiHUMHlUm Auf der Bühne: I oMn Opernsängerin von der L/Cna naiae Komischen Oper Berlin Hotels Gasthäuser Restaurants Wirtschaften preiswert zu günat. Zablungsbeding. zu verkaufen. 761TD W. Weeber, Immobilien, Butzbach. Klavier für Anfänger geeig- ncL für 150 Hif. zu verkauf. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 7877V | Vermietungen | Kleines möbl. Zimmer mit Kab. z. om. *-m . krankt. Str. 9 v. nilbl. Zimmer t mit 2 ob. t Lett au vermieten 06264 Bavnbosttr. 63111. nilbl. Zimmer sofort an ruh. Herrn au vermieten. """* Ottanlage 27, Hili. | Mietgesuche junges Ehepaar sucht möbl. Zimmer mit Kochgelegenheit, ver fofort. Schrillt. Angeb. unt. 062X5 0. d. Gieß. An». (Stellenangebote) Junger A. Mann oder sifränlein filr Schreibmaschine und leichte Kontor- arbeiten soNncht. Schr. Angebote an Heinrich HochÄr. Dienstag, den 4. September 1.J4., nachmittags 4 Uhr versteigere ich im «asthans zum „Löwen", -rcueuwcg 28 dahier zwangsweise gegen Barzahlung: 7880 D l Nähmaschine, 2 Bufetts, 1 -sprech- maschine, 2 Varcnschränke, 1 Diwan, l ovalen Tisch, 1 Rauchtisch, 1 Schränkchen, 2 Sofas, 1 Bertikow, 3 Chaiselongues, 2 Schreibtische, 1 Schreib- maschim-, 2 Dutzend Hosenträger, i Regiftraturfchrank, 1 Süfersamm- lung, 1 Tischchen und 2 Sessel, l Klavier, 1 Oelgemälde, 1 Trumeau, 25 ^ußbälle, 2 Herrenfahrräder, 10 Paar Skistöcke, 100 Paar Ium- schuhe, 25 Paar Hcrrenschuhc, 25 Paar Svortftrümpfe, 30 Paar Stoffhandschuhe, 10 Lederricmen, 1 Medizinball, 8 Fahrradsättel, 10 srahrrad- tetten, 100 Badeanzüge, 50 Sporttrikots, 40 Paar Badeschuhe, 1 Läuferschwein. Voraussichtlich bestimmt: 10 heliosslaschen, 10 Paar Schneeschuhe, 20 Paar Fußball stiefel, 4 Paar Nennschuhe, 3 Herrenfahrräder (neu', 10 Paar Paddel, 12 Paar Zugstw^I Möll, Gerichtsvollzieher kr. A. in Gießen, Zheringstraße 7. Handarbeiten wird gewissenhaft erteilt. Frau Heinr. Becker Wischeanfertigung mut Olehen« Sei ter «weg W Anmeldungen auch fflr später umgebend erbeten. — Daselbst werden Maschinen Knopflöcher preiswert an gefertigt AttgemeineOriskranken- kaffe Gießen-Gtadt Die rückständigen Beiträge zur Zdran ken- kaffe, Invaliden- und Srwerbslosenver- stcherung für den Monat Juli 1928 können noch bis zum 11. September 1928 ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Einzahlung kann Dienstags von 8 bi« 1 älbr bei unserer Koste, oder aus unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Ar.10833, erfolgen. Diehen, den 1. September 1928 Finkler. Rechner 7881D wieder nie neu! IROVEI^ Bedeutendstes Werk der Branche in Süddeutschland 24« Wettanlage 86 v. Gute ZlüW!lnen werden billig abge- Verkäufe| Haus mit gutgehender Bäckerei Haus mit gutgehender Metzgerei In Kreintadt zu verkaufen. günat. Zah- lungabcding. n,’D W. Weeber, Immobilien, Ontabach. Haus in. ging. Bäckerei f. 20 000, bei 5000 Anz. toi. a. oerk. 3- Baer, CitnnLiiic 29. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Gatten, unseres guten Vaters, sagen wir unseren innigsten Dank. Frau Lina Söhnel Wwe. und Kinder. Gießen, den 3. September 1928. Nr.2vr Sweiler Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 5. Septemder (928 Zenseits der Großen Rauer. Dmi Professor Dr. Waldemar Qehlte. 21* Ich tm Sommer 1924 auf einem her höchsten Wachttürme der Großen d)i n cf i 1 d)cn Mauer ftanb. an einer Stelle zwilchen Teftnq und Äalgan, auf die mich kurz vorder der gerade durch Peking reifende Sven Hebln aufmerfiam gemacht batte — und. milammen mit Qüifltlfad) er und Japanern, htnaMchoute auf die mongelilchcn Oeden. die Anfänge der Wüste Gobi. da dachte lch nicht, baß bitte* cfrttoürbigr Mauerwerk noch im 3.Jahrtaufcnb 'eine* jBc* flehen* fo etwas wie eine neue Politik und Gc- fchtchlc zu i-hen bdomntcn oder gar vielleicht an (ich ielbft erleben würde, denn, militätllch enttDertet. erichien c* mir nur al* der längste, höchste und breitest.' Sew.'is für Goethe* Weisheit. dast alle*, wa* entstehe, wert fet bah e* zugrunde g.hc Dte*feit* d.-r Großen ME lag io alle* dgcnlltch Ehincsifche. und iogar Peking war Süden für fie und für un*. die wir dort oben standen, umbraust von — paradvl aber wahr! - ®üftmtrodmem Höhenwind. ilnt> nun rollt fich die ganze chincf'fchc Frage neu auf jenfeit* der Drosten Mauer. Born Gelben Meer bei Schanhaikwan folgt die Mauer den Bergkämmen über die Quellen bei tzoangho hinweg al* der Landncgel Drohchina» tm engeren Sinn gegen Mongolei und Mandschure, politisch allo auch gegen 3a|>an mit Korea Tun kommen truppweise bte bvllchc- wistisch gehetzten Mongolen von Westen, die Mandschuren unter Tfchang Iso ßtn* Sohn von Horden, die Japaner von Osten und bi: ®i.iefi- fchen Nationalisten von Süden. Die grostc chinesische Mauer wird zum neuen Symbol de* alten »eich* der Mitte Damal* galt un* allen noch Tfchang« man- dschunfches Reich al* der ruhende Pol der Zukunft in der chinesischen Srichoiyungen Flucht Wer der Deist de* toten Sun Bat Öen überstieg von Süden her bk Mauer leichter al* bic rohe Gewalt des Marschall* von Norden, denn er umfaßte, wenn erst auch nur gedanklich. 430 Millionen al* ainfccit; und schon al* Gedanke leigte sich eine solche Einheit unwiderstehlich. Henn man nennt sie Dolk. Die Lhincsen sind politisch noch kein Volk, wir olle wissen c*. und sie werden e* ganz noch in Jahrzehnten nicht fein. Wer dast jetzt jenfett* der 1Nauer und an ihrem Enbe. wo bi? Sowjets drginncn Ehina al* Ganze* erwogen und umstritten tverden kann, wäre un* allen hort oben vor 4 Jahren seh. unwahrscheinlich «wesen. Um Io mehr bedarf ein solche* Jen- feil* der Klärung Der feste allein fulttülirtc Kern jenseit* der Mauer bleibt bi* auf toei-ere* die Mandschurei und hier siegt vor allem auch Japan* einzig? Zukunsttm^lichkeit. *20* Gebirg*- lanb wie Italien ohne öifen und Kohle, ernährt Japan seine unheimlich an wachsend? Devölke- ru na nur noch durch Industrie, die. ohne die mandschurischen »ohstofse verloren ist. Nun hatte aber infolge der Bürgerkriege eine wahre chinesische Völkerwanderung von Süden nach Norden eingesetzt, und die Japaner willen — soeben erst Ta* ich e* wiader in ihrer Presse —: ein Land gehört letzten Onbe» hoch dem. der e* zahlenmässig mit Uebermacht kolonisiert und kultiviert. Der Zahl nach firmen persönlich die Japaner, hie ba* nörbiiche Klima bet Manbschurei noch schlechter vertragen al* da* ihre* eigenen Hok- keido. mit den cintnanb.Tnben Schantung- unb Dschili Shinefen nicht Schritt holten. Ausgeben dürfen politisch weder sie. noch die chinesischen Nationalisten den chinesischen Norden jenseit* der Mauer. Die Besitz- unb Souverönit3t*frage kann dort oben wohl immer wieber vertagt, frieblid) ober nie zu End? gelöst werden unb bazu schiebt sich al* Japan* ewiger natürlicher Feind durch die Mongolei da* alte N u st l a n d in neuer fcnrm — diele* Mal mit weltbrüderli-b au*- eeftredten Armen — h:ran an b?n Pazi'i' Di? Ein Besuch bei Franz von Stuck. Don Dr. Werner Bock. Schon da* Destibüc der im römischen Stil erbauten Billa Stuck* ist ein Erlebnis Jn die marmornen Wände sind Nettes* etnge lallen, au* den Nischen blicken Bildwerke. Die Ichwcrcn Düren in ihrer edlen Linienführung, alle von Stuck llebcvvll entworfen, vervollst irtbigen den monumentalen Gesamteindruck de* frirstlichen Dorraum*. Wir steigen die Marmortreppe empor und werden in ba* mächtige Atelier geführt Luch hier Marmor und wieder Marmor, die Decke kunstvoll gegliedert, an den Wänden niederländische Gobelin* von grösttem Ausmaß. Jn langer Reihe stehen in der Mitte de* Naume* die Silber, die Stuck in der letzten Zeit gemalt hat. Der Meister tritt au* einer Seitentür im Hintergrund ein. Die ganze Erscheinung be* rüstigen Sechziger* in ihrer gedrungenen Krall fügt sich wie selbstverständlich dem antiken Nahmen ein. Man ist erstaunt, daß der Herr diele* Ne.che* in modernem Anzug und nicht in der Toga daherkomm!. Jch erwähne zunächst b:e beiden Bilder Stuck*, bte in der Siebener Sammlung meine* Onfel* hängen: ..Amor triumphator" und .Glühwürmchen". Stuck lagt ..Da* sind srühe B-ldcr. Da* zweite habe ich mehrfach gemalt, auch einmal für den Prinzregenren Luitpold." Jch erwähn daß nmne Frau unb ich uns gegenwärtig von Es s i g sorträtteren lallen, der ernst Schüler Stuck* war Der frühere Lehrer denkt lehr doch von Esi g 5er jetzt :n eine besonder* glückliche Schaslcns- Nit eingetreten fei. Seine flächige" Malwc.sc 'ei sehr schön. Stuck verspricht sich viel von Ssiig* weiterer Entwicklung. Aus meine Bemerkung. in gewisser Hinsicht verspüre man del aller Originalität Win* noch Stuck* Einfluß, meinte der Meister ..Mein Streben ging immer bah in, die eigene Entwlcktung meiner Schüler möglichst ungchindcrt sich entsallen zu lassen. Jeder 'oll die Natur durch fein Temperament sehen, am ba* vielfach zitterte Dort wieder einmal zu gebrauten. Jch wollte immer nur an- regen und hin deuten, ba* Wesentliche must jeder - über bic "Scheutung beS bretonischen unb des bdifdben DolkSteiles Durch ben Weltkrieg unb seine Folgen ist in der Bretagne eine Volksbewegung entstanden, bic ungesähr 1.2 Millionen Menschen ersaßt hat. BefonberS die akabemische Jugend ist für die Jdee gewonnen worden, da* bretonische Nationalgclühl mit Stolz und Werbung zu vertreten. Was dieser Kampf bedeutet, geht au* ber. S:n Dlanzstück ist bic . Straußcnjagd". eine Reminiszenz au* Aegypten. Zwei Fabelwesen jagen auf gelbem Sand vor tiefblauem Himmel einen Strauß Stuck spricht von her unenblich tiefen Bläue be* ägyptischen Himmel*, ber bis in den Horizont hinein von gleicher dunkler Farbe sei. Wie ander* habe .pn dagegen der H.mmel del)Ion* angemutet. wo ein ewiger Wusserdunst säst ununterbrochen alle* einhüllc und alle Ding?, sogar bie Gegenstände im Hause, beseuchle Außer der erotischen Landschaft verdankt Stuck der bayrischen Landschaft viel. Nord- und M. ttcldcullchland kenne er wenig. Gefalle ihn auf feinen Wanderungen ein Naturcindruck. fo mache er ganz feilen eine Skizze. Sr präge sich lediglich das Gesehene fcharl ein und fei bann in ber Lage, tm Atelier alle* haargenau au* der Erinnerung wiedevzugeben. Jch äußerte. SluckS Werk fei ohne Jtalien wohl nicht denkbar. Stuck ..Merkwürd g. daß ich bei meinem edlen Beluch Jtalien* immer ba* Gefühl hatte, al* fei mir alles schon bekannt.- Ich: „Sine Persönlich' feit, bie wie Sie die Antike als ihr eigene» Element empfindet, kann ich mir nicht anders erklären als eine Diedergeburl langst vergangenen römischer (9c- schlechter, bie vor Jahrtausenden in diesem Mrenjlanö einmal gewohnt haben mögen.* Stuck erzählte^darous lächelnd, in seinem Heimatdors sei feine Familie inmitten einer blonden Bevölkerung bie einzig schwarzhaarige gewesen, unb scheint damit meine Vermutung nicht abzulehnen. Ich frage Stuck, ob er auch in seiner Lektüre bie Antike bevorzuge. Er belobt. Gegenwärtig Ide er bie treffliche Schroderfche Uebertragunfl Homers. Heber D o ß sei ober doch seither niemand hinausgekommen. Voß fei eben Homer wesen-verwandt, beide naive Naturen. EHt beim Lesen einer modernen Homer-Uebedetzung'sehe man, wieviel man Voß schulde Stuck suhrt uns nun von Bild zu Bild. Alle Werke machen den Eindruck ungeschwächler vollen bder Meisterschaft. Zwei cturmbilber, in benen bte menschliche Gestalt gleich ben Bäumen vom Setter gezaust wirb. Minotaurus vor dem Labyrinth Zwei Marchengestalten im Salb. Akt mit rotem ludi Der Genchtsengel, ein bämoniidxr Jüngling mit unlagbar grausigem Gesichtsausdruck — Ich Iprach mehr zu mir selbst- „Nicht jeder Maler ist auch ein solcher Dichter" Stuck mit einem feinen Lächeln: ,L>as ist auch nicht nötig!* Am Schluß seiner Führung zeigt uns Stuck in einer Ecke ein Iugendbildnis, das sein Freund Sam- h e r g e r von ihm gemalt habe, als er noch jung unb schmächtig war camberger nennt er „den Porträtisten Mit ihm, Zügel unb Haber- mann verbinde ihn alte treue Kameradschaft Befragt, ob er eben Bilder abgebe, antwortete Stuck verneinend. Erst müßten die Berhällnisse wieder stabiler werben. Ihn reue jebes Bild, das er noch vor wenigen Jahren „verschenkt* habe. Jetzt sei eine schwer beschädigte alte lemperaftubic aus feiner {5ruh’e:t bei Helbing mit 51 Millionen') versteigert worden. Danach müsse er urteilen, wie er wirklich fertige Bilder von heute bewerten könne Wir fprachen fchsicßlich noch über die mir perfon sich bekannten Maler Unger (Dresden) und Tanger (Kassel), bic Stuck beide in ihrer Art schätzt. Ich hielt die Zeit für gekommen, Abschied zu nehmen und wurde mit meiner Frau ebenfalls fo freundlich entlassen wie vorher begrüßt. Höchstleistungen der Menschenkrast. Bei ben olympischen Spiden biete* Jahre* kommen nun bald bie Tage, in benen wir Gelegenheit haben werben, höchste sportliche Sinzel- Icrstangen zu sehen. Diele Wc.tkämpfc werben sich unter gespannter Antdlnahme ber ganzen Welt vollziehen, wie ja die Menschen, bte mit besonderer Muskelkraft ausgestattet und zu Höchst, ldstungen befähigt waren, zu allen Zeiten unb bei allen Böllern die Bewunderung erregt haben Von Herkules, der m feinen zehn ..Arbeiten" ganz außergewöhnliche Kraftproben ablegte unb besten Tarne allen Kraftmenschen in ber Folge- zett beigelegt wurde, weist die Geschichte durch bie Jahrhunderte eine Reihe von Männern au', deren Tarnen unb Können der ganzen Mitwelt bekannt und auch der Nachwelt überliefert wurde. Dr Alfred Lehmann zählt in der „Leipziger JUufinetten Zeitung" etr.c Anzahl solcher Kraft- menschen bi* zu den heutigen Artisten au:. So hob ber Römer Nustieelius, der sich bereit* ben Künstlernamen Herkules beilegte. sein eigenes Maultier hoch unb trug es davon Ein anderer Römer. Fusins Salviu*. nahm ein Gewicht von zwei Zentner in jede Hand bängte sich eben fohl e! an die Füße und kletterte damit auf eine Letter. Einen bleiernen Hannfch von 500 Pfund Gewicht und ebenso schwere Kothurne schleppte Athanotos über die Bühne 2km andern Männern be* Altertums wird erzählt, baß sie sieben ober acht Knaben auf entern Arm trugen. Auch tm Mittelalter waren bie Vorführungen 'olcher Kraftteistungen beliebt. Erwähnt wirb babei das *) Der Besuch fand im Jahre 1923 statt. ber Tatsache hcrrit daß ber Parteitag in (RMtroulm, liä) cntschlollen bat. bei ben nächsten Dohlen als lelhständtge Partei out- utretm. Man lorbrrt tn aller lIef'cntllchseit für bie Bretagne Me Autonomie Wie stark biete Bewegung in Paris auf die Nerven grollen ist kann man u a. daraus ersehen, Nrfj die Berich cdlattcr ber grvttcn Panier Presie haben, ül'ev bie politischen xorherungni d.-r Bretonen sacksiich zu beruhten man Hal vielmehr veduchl. den Leser mit e.ncr oMolul sinbllchen Belustigung über bu? Schikanen zu unterhalten, mit denen bic Behörden gegen bic bretonischen Autonomi- sten porgingcn. S'ic Verweigerung bes Rathauses als Tagungslokal, b-.e Entsernung der He.matfahnen und d'.e iSinquartierung her Äon- grehdelegienen ausgerechnet bei ben Gendarmen, sind dir beliebtesten Themen gewesen Die der Rationalität nach italienischen Äorfcn forhem cbvr'all# di? Autonomie Auch ihr politisches Leben wird von dnem jungen Nationalismus bestimmt, der seine Impulse au* der Geschichte diese* Volk*stamme* erhält. Die Wiberstände gegen Frankreich, die ber junge Bonaparte, al* er von der Mllitärakabemte tn seine Heimat zurückkehrte, vvdand. finb heul? wieder In Korsika wach unb lehenbig. Aus dem Kongreß in Ehälcaulin waren ebensall* Der- iretcr der korsischen Autonom lebewcgung an- wesend, wodurch 6er Wille zu kultureller Zusammenarbeit stark betont wurde. Der Kamps der sranzösischen Minderheiten um ihre elementarsten Forderungen ist noch unent- Ichieden Wenn man sich ein Bild von ben Zu- •änthm machen will, so muß man sich vor Augen ballen, daß die Pariser Regierung z. B. den (31- aß-Lothringern tm Jahre 1919 sage unb schreibe drei Wochenstunden deutschen Unterrichte* zu- gestanden hat Darüber bin au* gibt e* Im Schulunterricht nichts, was an heimatliche Trabitton anknüpft. Dieses Zuaestänbnt* an bic ..wieder- befreite Provinz" gilt aber nicht für bie übrigen Mlnberhctten. Der Rcgionali*mu* in Frankreich weift Zwei Abzwdgungen aus: eine innerfronzösischc Heimatbeweaung. die den Schwerpunkt ihrer Tätigkeü auf di? Pflege be* Heimatgefühl*, de* Land- und Kleinstablleben* legt, unb bic autonom! st Ische Bewegung Der TI in - derhe iten Beibe stehen im Kampf gegen bie Grohftabt. beite lehnen ben übedpannten Zentralismus enttchieben Vit -aux>< , aci LimSh ! > e*dt J c MW w'S’ Sk >AWdt b W-hr^ M mit kbb :ung dir 7 Bericht lulij vrr i lat fr. . in 0Ser-eI n *c öf r ü-rkich M in ."klMo frutzbckch *4*n em c'wnaiurldij - W ? timmt, da IRifglttter llbTfH Äl w k <4 fei *4cn ßanl V>" Aten Riga—Smolensk—Moskau. ebenfalls eine Internationale Streife, welche d,e Lufthansa in gemein, fchoft mit der Deruluft (Deutsch-Russische Luftoer- kehrsgesellfchaft) befliegt Erwähnenswert ist hier der Änichluh um 23.00 Uhr in Belm, wo etnc mehrmotorige Nachtmaschine zum ngt Nach Süden sind ebenfalls sehr gute^Änichlut e gesichert. So haben wir: flehen—^rank^rl M Mannheim-Bafel-Gens. (Landung 17J0 Uhr). Gieren—Stuttgart—Zurich (Landung 15.40 Uhr). ^PYrighi t 18 öonsqv . Ajs ba J» Menfd). « 0trbftu 2-^cn iioa du vie Arte, vf*n ollen *5 Wn 5 u'j®. hoff« ;4, c*mt fmn 3cner (ton o S-- I H ®° ? k# Lnndrs MU«t n b". * htM0l W d e 5-guni > ( JeSkUv jv- Snch c- j'nnenM rittUn.6 H? txutid tc‘. Pr rac.täfra 3om6ow' Rottreuziag in Gießen. Leier des 25jährigen Bestehens der Freiw. Ganiiäiskolonne vom 2Rofen Kreuz 10. Hessischer Saniiäiskotonnentag. O andqerichtsrat I r ü m fr e r t Ix-gin cftmi ns4te bie Kolonne im ‘Hamen der in der Arbeit»- aemeiiifd>aft zusammen geschloffenen militärischen Vereine Gießens. Er erinnerte da bet an die vielen Wohltaten, die von d:n Sanitätskvlonnen draußen im Selbe und auch daheim auÄginflen. Die militärischen Vereine unserer Stadt fühlten sich mit der Kolonne in treuer Kameradschaft verbunden, und sie wünschten ihr auch weiterhin gute und gesegnete Aufwärtsentwicklung. Stadtv Schmiedet gratulierte int Auftrage der im städtischen Xuvn- und Sportau»schuh vertretenen Ium- und Sportvereine, die durch die Ueberrricbung einer Iubiläumsspende von 170 Mk. der Kolonne ihre Dankbarkeit und Verbunden" beit für die bisherige llnterftÜttung au«t>rüden liehen. Zum Wohl der Allgemeinheit möge die Kolonne immer weiter wirken und dabei allezeit Studier »'S .»"S ! S, ed 0*L>r vrrdkn- , äS Ä in Ä Gieren—Stuttgart—München (Landung 16.05 Uhr). Im Ganzen hot der Herbstslugplan des Flughafens (Biehen keine Bermmderung erfahren, im Gegenteil, er hat noch eine Verbindung gebracht, die hier nicht unerwähnt bleiben soll. Kietzen—Lon- don, über Frankfurt M.—Köln—Brüssel. (Ein Basta- gier, welcher in (Liehen um 12.15 Uhr bas Flugzeug besteigt, kann bereit» 19.40 Uhr in Croydon, Flugplatz London, landen. und dem Äolrwmenfübrer Kratz au» An!atz dieker Seiet ein Handschreiben zukommen Neß. <3r gab lobann dem herzlichen Danke bet Stadt an die Kolonne für ihre Opfer- und segensreiche Arbeit für die leidenden Mitmenschen im Verlaufe des ersten Vlertelfabrbunderts des Be- tehens der Kolonne Ausdruck. Die Kolonne habe in ihren Reihen in schöner Weife den Geist gepflegt, den unser Volk lo dringend nötig habe, den Deist der Opferbereittchaft für ein Hobes Ziel. Die Stadt Dietzen grübe ihre Freiwiluae Sanitätskolonne vom Ho ter Kreuz beglückwünsche sie zum Jubiläum und begleite sie auch weiterhin mit ihren herzlichen Wünschen. Oberstudicndirettor a. D. Dr. Vaur als Sprecher des hiesigen Zweiaverein» vom Roten Kreuz, aus d-m die Sanität# foloime hervor- gegangen ist. brachte d?sfen herzlich« Dlückwünsche zum Ausdruck und feierte in warmen Worten die bisherigen Leistungen der Kolonne. Für unsere Stadt fei die Sanitätskolonne nicht nur eine Dinte rfeld. dem früheren Kolonnenarzt. Mcdizinalrat Dr. V ö 11 i che r -Dietzen. daS Ehrenzeichen 2. Klaffe des Deutf chen Roten Kreuzes als Ausdruck der Anerkennung für die grosten Verdienste, die sich der Ausgezeichnete um die Kolonne erworben hat. Das Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit erhielten Wilhelm Steuerwald und Wilh Rink, das Ehrenzeichen für zehnjäbr'.ge Dienstzeit Fr. L e tz u s. Der Redner fehl oft seine Ansprache mit einem gern aufgenommenen Hoch auf die Kolonne Gießen. GanitätSrat Dr. Schlink (Alzeys Inspektor der Kolonnen in Rheinhessen, sprach die Dlück- wünsche des Landesverbands Hessen der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz und der Provinzialinspektionen Starkenburg und Rheinhefien aus. Er zollte dabei den Leistungen der Kolonne Diesten herzliche Anerkennung und gab dann dem Gefühl inniger kameradschaftlicher Verbundenheit zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Gebiete Ausdruck. 3m Anschluß an bic Ansprache erklang spontan der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes. Der Kolonnenführer der Santtätskolonne Mainz fügte den Glückwünschen seiner Kolonne die Ueverreichung eines Bildes, die dortige Saniiätswache darstellend, als Jubiläums- gäbe bei. Sanitätsrat Dr. Hahn (Bad-Rauheim). 3n- spektor der Kolonnen in Ober Hessen, fügte den herzlichen Glückwünschen der oberhessischen Kolonnen warme Worte der Anerkennung für die Arbeit der Männer hinzu, die bisher an der Spitze der Giestener Kolonne standen: den langjährigen Kolonnensührer und jetzigen Shren- kolonnenführer Balser, den jetzigen Vorsitzenden Oberregierungsrat Dr. Hetz, den Äolonnen- führet Kray und die Kolonnenärzte Dr. Gros und Dr. R e u m a n n - S P e ng e l, unter deren Führung sich die Kolonne Diesten eine achtunggebietende Stellung errungen habe und heute nicht mehr zu missen sei. Als äusteres Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Kolonne Drehen haben die oberhesfischen Kolonnen eine 3ubt- läumsspende im Betrage von 150 Mark zu- sammengebracht, die der Redner überreichle. <5)ie Spetrde soll zur Beschaffung von Anschauungsmaterial für den Unterricht verwendet werden. Mit einem Hoch auf Geheimrat von Hahn iDarmstabt». den bisherigen Vorsitzenden be« Landesv?rbandes Hauptmann a. D. Lvtheis« n (Darmstadt), den Kvlonnetwotsitzenben Oberregie- runq«rat Dr. Hest. Ghvenkolonnenführer Bal- s e r Kolomrenfü hrer Kratz und die Kolonnenärzte Dr. Gros und Dr. Reum ann - Spenge l schlost der Redner feine Ansprache Regierungsrat Dr. Braun (Diesten) überbrachte die herzlichen Glückwünsche der Provinz Oberhessen und des Kreises Diesten und Itest dabei der bisherigen Arbeit der Kolonne vollste Anerkennung zuteil werden. , Beigeordneter Dr. Hamm (Gießen) sprach tm Auftrage deS in Urlaub befindlichen Oberbürgermeisters, der Stadtverwaltung, der Stadtver- orbnetenDerfammhmg und der anwesenden Stadtverordneten herzliche Glückwünsche aus. Er begrüßte weiterhin namens der Stadt den 10. hessischen Kolonnenfag. dem er fruchtbare Arbeit und schöne Stunden in den Oltauem unseres Gemeinwesens wünschte. Weiter machte er die Mitteilung, dast die etabttwrorbneten-2'erfamm- lunq mit Freuden der Kolonne Diesten anlästttch ihres Jubiläums eine Spende bewilligt hat und dost der Herr Oberbürgermeister den Gründern Atem und fomft Gröste und Geringheit. die gleichzerfig allen Dingei' des irdischen Daseins eigen. Vielleicht gibt es nicht bl ost dielen einigen Falken am Stephans-Tnnn und es ist ein Zufall, hast ich immer nur diesen einen Vogel da erblicke Vielleicht tyiuft ein ganzer Schwarm von Vögeln au« dieser Falkenfamilie in dem Gestein und zur Zeit meine« Besuche« freift nur ein einziger von ihnen hoch in den Lüsten Gs konnte aber auch fein, dast es in diesem kleinen Vogelstaat ein wohlbefolgte« Gebot gibt, laut dem jeweils einer der Sivpe im Dienste steht und huldigend oder überwachend seine Kreise hier ziehen must. Wenn ich über diese Frage nachdente, komme ich manchmal zum Schiust. dast vielleicht für mich allein dieser einzige Falke um den Turm schwebt und nie verschwindet. Gäbe es einmal hort oben zwei ober drei Falken, oder gar einen ganzen Schwarm von ihnen, ich glaube, auch dann würde mein Auge nur einen einzigen dieser Vdg.ü erfallen und seinem Fluge folgend, die andern nicht erkennen. Und sollte einmal tatsächlich gar kein Falke zu sehen sein, so bin ich sicher, dast sich ein feine« Stäubchen in meinem Auge vor die Pupille legt und mir in zarten Bewegungen, die vom Herzen ausgehen, am Himmel oben einen schwebenden Vogel vorgautelt Betäme übrigen« ein solcher einsamer Vogel nie die Lust, einen AuSflug zu unternehmen in Me Wälder hinter dem Kahsenderg oder jenseit« über die Donau in die wilde Oobau? Freilich mag er auch hier inmitten der Stadt ein ausgiebiges 3aghgebler SanitätSkolonne unb ber .Feuerwehr gedachte unb diese gute Kameradschaft auch für bic Zukunft wünschte. Al« Iubiläum-gabe überreichte der Redner im Auftrage der Freiwilligen Feuerwehr ein Sortiment Verbanbfcheren. Der Kreisausschust bc« Kreise« Diesten gab seiner Anerkennung für bie Tätigkeit ber Giestener Kolonne zum Wohle ber Bewohner des Kreise« Giesten in einer 3uM- läumsspcndc von 100 Mk. sichtbaren Ausbruck Kolonnensührer Kratz bankte im '«amen ber Kolonne Giesten herzlichst für bic zahlreichen Ehrungen und bic vielen guten Wünsche, unb versprach, dast die Kolonne auch weiterhin ihre Pflicht tun werde. Die Nnterhaltnnasdarbietnnqen im weiteren Der laufe des Abend« boten der großen Gästeschar austerordentlich vielseitige ®c- nüsse. Die Giestener Turnerschast erfreute durch wundervoll« Reigenbarbietungen und Fackeltänze der Turnerinnenabteilungen unb am Barren durch wahre Prachtleistungen einet Riege erster Giestener Turner unter benen auch Reuter sich befanb. Die Rabsabrervereine .Die Wanderer". .Germania" und .1885er" zeigten durch erlesene Manuschafteii ihre hohen radsportlichen lfferna- keiten im Reigensahren und im Zweierkunstfahren Die oben genannten Gesangverein« erfreuten noch einmal durch prachtvoNe Ehorgeiänge. Bon der Kapelle Topp wurde recht eifrig unb gut musiziert, unb Musikmeister Topp selbst bereicherte ba« Programm durch ein Pistonsolo in seiner Weise. Sämtliche Sarbtetunacn würben verbientermasten mit reichem Beifall belohnt, der ,Zeugnis gab non der hohen Zufriedenheit ber Gäste Die stimmungsvolle unb genußreiche Abenbveranstaltung wirb noch lange m guter Erinnerung bleiben Sine eindrucksvoll« Kedächlnisfeier bildete in ber Frühe bc« Sonntag« den Auftakt für den eigentlichen Kolonnentag. Zahlreich hallen fich bie Sanitätskolonncn unb Einwohner auf L>cm Landgral-Philipp-Platz eingefunden, wo am Denkmal ber 116er ber Toten gedacht würbe Mit >em , /n.vherlänbifdKn Dank gebet" leitete bie Kapelle Topp die Feier ein, in deren Mittelpunkt leicht noch den Jugoslawen ein spitziger stich bie zum alten Steife! bin. wahrlich, auch bann wäre das alle Oesterreich noch nUbt auf- geiilgt gewesen unb würbe von diesem Mittel- punkte au« weithin wirken, ohne Grenzen in Der Falle von Sankt Stephan. Von Robert Michel Das ist etuc Gewohnheit von vielen Jahren her wenn ich durch die innere Stadt Wien« gebc und in die Rähc de« Stepbans-Dome« gelange. so richte ich c« womöglich immer so em. dast ich durch die gleiche Seitengasse hcrankomme, von der au« man einen guten Blick auf den riesigen gotischen Turin gewinnt. Da bleibe ich bann abki« vom Verkehr in der Seitengafse, stell« mich ganz nahe an bas Hau«, um nicht gestört zu werden, unb blicke am Turm empor, bte dlumenhaften Gebilde au« Stern entlang, bie xn der hohen Perspektive ganz zart erscheinen, bi« hinaus zu ber goldenen Kugel mit dem Doppeladler. Manchmal leuchtet der vergoldete Splyenaussatz in der Sonne und die Dteingebilde beben sich gleichmäßig von einem blauen Himmel ab. Xliib manchmal ziehen Wollen über den Turm hin, schier in Gefahr, von der hohen Spitze zerrissen zu werben; dann wieder kann der Turm in den Rebel embotragen, immer undeutlicher unb unwirklicher werdend, ober er kann bunfcl basteben im Regen ober im Schneegestöber, oder gar im Sturm, wobei mehr denn je zu fühlen ist, vast nach der Vergangenheit hin und In die Zukunft sein Dastehcm non Unterganglibfcit um» Wittert ist. Da« aber meine Augen stet« zuerst zu ersafsen suchen, ist nicht her Doppeladler fron leuchtendem Metall unb nicht ba« Gerank« von Gtritt unb nicht Me BeschaNenheit be* Himmel« — zu allererst Irrt mein Blick sorschend um ben ragenben Bau unb sucht dnen Falten, ich bin veriucht zu sagen meinen Saite'. Erst trenn ich diesen Vogel entdeckt habe, ganz fliegenbaft klein in den Re- Snen be« Scfrfrelablcr« oder «in wenig grbü.'r, te Sch-Ingen unb Krei'c tiefer um ben breiten u ziehend, bann erft ist auch ber Turm für mich ba unb ich kann friite Schönyeit geniesten. Diries Schweben de« Fallen macht für mich ben Turm noch großartiger als er iß. verbindet ibn Mit bem Himmel unb glrichzettig mach' cs ibn auch wiederum erbjebunben unb sonderbar fletn. 3« gibt ihm für meine Empfindung Leben unb »tretet leit »•taunlfl 3U' Xwfi. fttl'a iM 'Mrit ®ti in dir '■ ' Xtii nni xMv burj. Hüb legte «Der. unD Oie geschäftlichen Arbeiten i- >eS Kreisel ifl für Mt tin;- Dohle -er N- in einet M- km Lsbru4 im Hüjiw btt btt Mttitzer n 'SJünidx. unb i) wtstethin ihn *« c VSHrit*, ”*i Qn bu Ä ^amttabl^eb Dtütch- *’>Ä JtAt * hn ■w Im ? fix •air.loilrat L>r. Baumann iKolonnenarzt in F.nf)bodi, Koloimeikühr. Bett strebet lMatnz- Wombachi unb ' nix-rrin« hom loten Kreuz Aua x u n 8 » Deutschen »s 3tt. gvetrins vom Boten Kreuz A, Buchtchlag- durch Den Präsidenten des _ Beten Kreuze- ausaeze.ckmet werden feien HdemDhinbcrw, intzaltretche w etub-enrat Dr Lk Adolph stund. Der lehn er Drui Mi ft Ule Heldentum. MB Mt ÖMÜ- Ltet während des Krieges lo oft Mtfltlebl jajen. mb bet jetzt m bedentung-voller stdedensarbe-.t wchttae loyak volksversöhnende Aufgaben ,u Vsn hat Dabe können btt Diener bei Boten Uten** Kraft schöpfen aus Dem Sorbilb der • ’.rneraben de in schwerem SamanVerdienste tul dem Vchlochtfeide und in den Sasa retten ihr Jebcn ftr bas Luterland, für die Mitmenschen wserten. San-lutsrar Dr. Schli ni (Alsey) legte » Aamen des Landesverbandes der -«'Zischen Kolonnen einen Kran- am Dtnfnwl meoer. und j Kolonnenführer Kräh tat Ms gleiche für die i Otrtzener Kolonne aus deren Bechen der Xoö . ruch schon manche» verdienstvolle Mitglied ab« r .Tttufen hat Da- Lieb vom guten Kameraden schloß dir Feier, und mit klingendem Spiel »na es in stattlichem Zuge nun nach dem Lass jt’o. wo um 4 Ilhr der 10 Kolvnnentag ' des Landrsverbandes der dettilchen strc'.w'.lliaen SaintLtsfvlonncn in dem vis zum lebten Platz ^füllten stestinal leinen Anfang nahm Bon den dO Kolonnen der drei hesfttchen Prov.n-en waren V durch Abgeordnete vertreten ?l.- Lerfamm» ung-le ter eröffnete Samtdtsrat Dr 6 4) 1 i n f tc Tagung mit wertvollen Ausführungen über >e Bedeutung der Santtststolonnen in der Bmc» ^reuz«Arbeit. Dann entbot Geh Bat r» Ha h n vn Gnitz des heMschen Boten Kreuze» an den Kolonnen tag Unter lebhaftem Beifall kannte er i r tttiien. dast mit dem Ehrenzeichen 2. Klaffe Deutschen Boten Kreuma außer Wekn-tnal- -ot Dr. Eduard Bötticher (®ieften) auch noch bette hauptsächlich schon der Delegie r t e at a a l cti Samstag geleistet, über deffen Verlauf unb Beschlüsse Sanitätsrat Dr. Schlink belichtete. Au- der Tagesordnung der Delegier» enfltzung fei mitfleteUt: Die Wahl des alle drei .fahre zu erneuern Den Dorstandes hatte folgendes Ergebnis Ster aus i^esunbheii-rückllchten zurück- betretene seitherige lehr verdienstvolle 1 Bor- ' hende. Hauptmann a. D. Lol helfen, wurde ■tnflUnmlg zum Lhrendorsitzenden ernannt. Urft er tzorfitzenbcr wurde Sanitätstat Dr. Schlink Astzev). ftelliKtirctenber Boriitzender Studirnrat Delst < Babenbaufeni. Schrittlührer Shren?,ug- ' toter Drie - ht mer fDarmstadt». Beisitzer lr die Provinz Ober Hessen Kolonnenführer lr a-(Gießen, 3m nächsten Jahre findet nur 'Ine tekfliertcniagung statt, um die sich Die- Z l'Mrg, Bfeder-Bam'tadt und Birienau beworben tecben Die Wahl ist auf Bi rtena u gefallen. Annahme fand ein Antrag von Mainz, der be- Itlmmt dast aus einer Kolonne ausgeschloffene waui'iufi g*>. t Mt moetxmlZO® ^rrtunba, ung aulbrüde Mil mögt bir > habet euq* teAxaä* hu er In freite dulammfuarwit Iw ifnunvehk dscbast auch für iumiqnbt ütet- Mtglteber nicht ohne weiteres Mitglied einer oberen Kvlmme vvm Boten Kreuz werden kbn- iin. es fei denn dast der Borstand des Hettl- 'dbtn Landes verbMAdes nach Glnsichtnahme in ch» Affen anderweitig beschließt Einen Antrag brr Kolonne Worin. werden die Ko* ■ I Dänen tage aus Starfamkei'-gründen nur noch zwei Jahre abgehalten, hn xstvischenjahre ' t.brt dlost eine Delegiertenfitzung statt. IDeitere JWf^lüffc der Dek^tcrtenfifiung fordern die •in» Zeitlichkeit der Samtätsau-rüstung und der Beeidung aller Kolonnen Eine wichtige Ausfprache lebanbeltc die Methoden der Kolonnen- Alarmierung Mit lebhaftem DeisaU verfolgte die Derfamin- Ijng die Berichte der Provinzial inspefteure. Den «Bericht für Obe rhes sen erstattete erst- i nalig der neue 3nspekteur unserer Provinz. San.- ti! Dr Hahn i Bad-Bau heim) Danach find in Obeiheffen drei neue Kolonnen ent standen, i Gedern. Laubach und Schotten. Aus- Ehrlich behandelte der Berichterstatter die von >n hoigenonimencn Besichtigungen der Kolonnen 3 u h b a d> u.’b Schotten Beide Kolonnen biciiWtn benbe boten br ich Dttlltittflt Ve- tsk erfreute bur» i und fiadtltiiw tnd am Borrr ner Kiche erster ich Ämter fkb Pfe TBantarr i durch eddw MH» . ^wintunHIatP Muine rrimüe» Lhvrgefingr. Tu i)t eifrig unb fft Topp WM deich ein rbiclungcn ttmtde kifall t*lM 3ufritbmbrit btr unb lange m a»in ‘Jlathbrutf verboten. 16 Fortsetzung ,Don allen denke ich auch nicht io ... Von 5ilon, links Charles' 3unmer. ?lad) dem Walde lit die groste Schlafstube, daneben eine Garderobe ij-b das Bad. weist gekachelt und mattblau ge- i Verhängnisse Vornan nen Lirsbek DiN. Copyright by Martin ^euchtwanger. ftaUc lSaale). .jlgten eine gründliche DurchbUdung der Sani- it*maiuifd)uftcn und löftcn die ihnen gestellt«t I bungsaufgaben zur grbstten 3ufricbenl)at des kisvxkleurs und bet anwesenden städtischen unb 5 hcatllArn Beddrdenverireter. Dir Kolonne 'Bad- tiubeh.i hn chr i^jähriges Bestehen gefeiert upd bei C.clcr Gelegenheit zmn erstenmal das T'ankentranspvrtauto. das von der Stadt Bad- 3fncn zum Veitpiel nicht." ..Nun, hofsenilnl, aud) nicht non jemandem fonft meinem Cattje\ sagte Cdarle». Die Alte schwieg Sie stand . m Derbe und hängte den Luppen- :«nel aiii. Die rtiammtn beleuchteten chr hagere». Inges Gestchk. die ipitzgebogene Base, das norge- shoben« Kinn, die ileinen. schillernden «ugen. Wie tr |it mit den dürren Armen in den Kohlen Äschern sah, dachte fr: so mutz eine 5ji«Nn) 7M: recht tnleteHdrtv Tatsachen machte auch der rdetnhesstsche Bericht bdanrn den van -Bat Dr Schlink (Blzey erstattete. Der Bericht, den Kolonnenführer wchmitz (Alzey) sehr anschaulich über den Reichsvertandstag der deutschen Sanitätskolonnen in Bremen gab, be gegnete allseitigein Interesie. ebenso der den Schlutz unb Höhepunkt der Tagung bildende belehrende Bor trag, den Mebizinaliat Dr Bötticher (Gietzenj hielt über das wichtige Thema: „Schutz desSanitätsmanne» selber undSchutz der Allgemeinheit bei infektiösen Er- franfungen durch iachgemätz« Anwendung der Desinfektion nach dem heutigen Stand der Desinsektionslehre." Der ersahrene Redner sprach im besten Ginne des Worte» aus der Praxi» für die Prari». Er gab zu- nächst einen interessanten geschichtlichen Ueberblick über bi« Seuchenbekämpfung Einer Würdigung de» deutschen Gelehrten Robert stoch und feiner genialen Entdeckungen auf dem Gebiete der Seuchen- ertennung und ■t'rtdmpfurg folgte eine aussuhrlictte Behandlung der gesetziichen Matznabmen zur 6eu- chenbekampsunq ter Bedner wünscht auch für Hessen Vorschriften über die sog lausende Devlnjek- klon unb eine Organisierung der Seuchenbekamp- jung nach preutzischem Muster. Einer kritischen Betrachtung wurden zum Schluß die Desinsektions- mittel unterzogen. Die Ausführungen Dr. Bötticher» wurden mit dankbarem Beisall ausgenommen Am Bachmittaq um 2 Uhr versammelten sich die Kolonnen auf Oswaldsgarden. von wo aus sie in geschlossenem 3uae unter slotter Marsch- mus'.k nach dem Düterbahnbos abrückten, wo eine ttebunq Der Gießener Freiwilligen ^anitätskolonne stattsand. Dieter Hebung lag folgende Unfall» annahme zugrunde: Em« Abteilung Militär kvmml mit bet Bahn vom Truppeiaibung-platz zurück. Der Zug toll an bet l.nWelligen Bampe entladen werden. In dem Augenbitck, da der Zug in das Ausladcalei- «urückae'choben wird, kommen vom Bangierberg einige beladene Güterwagen und fahren aui den Militärzug auf. Durch den Zusammenstoß werden einige Da gen .neinaubergetdjotan. entgleisen und ein Daaen gerät In Brand Die Leitung des Bahnhofs ve- orbert den Bettungs-Hilfszug nach d.'m Güter- bahnhv' und ruft gleichzeitig die Freiwillige Can tättioLonne vvm Boten Kreuz telephonisch Aur Unlerflühung. Die Kolonne Dielten ist zum Teil zufällig j-egen Mitwirkung bei einer größeren Beranftaitung versammelt und rückt staffel- weifc nach der llnfa Ufte Ile ab. Die Bettungs- arbeiten des Hilt-zugpersonal- sind bei Ankunft der Kolonne im Gange. Die Kolonne erhält die Aufgabe, die noch in den Daaen befindlichen Derwundeten zu bergen, denselben erste Hilfe zu [eitlen und für den Abtransbort derselben zu sorgen. Der Hilfs-ua kann nicht alle Ber- letzten aufnehmen, uiro da die Gießener Klinik überfüllt ist, mutz eine Anzahl nach dem Krankenhaus in Metzlar verbracht werden Zu diesem Zwecke müssen einige auf dem Bebengleile leerstehende Güterwagen mit Lagerungsvorrichtung veriehen werden und für den Transport bet- gerichtet werden. Die Hebung sollte den Zweck haben, den auf der großen Derlaberoinpe postierten auswärtigen Kolonnen unb Der austerordentlich Aahlreichen Zuschauerfchaft au» unserer Stadt da» Zusammenarbeiten einer SanitütSkolvnnc mit bet Bcichs- bahn-HiNSlolvnne bei einem Unfall praktisch vor Augen zu führen. Dieter Zweck wurde In vollendeter Weite erreicht. Man lernte die Bettung-- einrlchtungen der BeichSbahn für den Jcrfl eine- Bahn Unglücke- kennen, unb konnte mit Dewunde- riing die ttmflcht unb Tatkraft beobachten, mit der di« Sanllüt-tolvnne unb die Beich-bahn- HUfSmanntchaft ihrer Aufgabe gerecht wurden. Hm das Hebungibilb recht wirklichkeit-nahe zu gestatten, war em Güterwagen aus dem Gleis gehoben unb stark zur Selle gekippt worden, ■n einem anderen Wagen hatte man durch schwe- lende Brennstoffe einen Brandherd mit starker Bauchcittw.ck^mg geschaffen, unb dazu Personenwagen verich ebener Gattung, u.a einen l>-Zugwagen, berc-laeftclH, in denen die ..Op^er" Platz naMicn unb dort ihrer Better harrten. Dührend f*e Beichsba^m-Bettung-krsonne mit dem 6mk auf die Derbrauch-güleriubustrwn infolge der Vorbereitungen für das Weihnachtsgefchäst unb auch einer gewissen, yvn der Leivziger Messe au-gehenden Bewegung erstreckt, so kann natürlich au- dieser Tatsache nicht gefolgert werden, ob sich tatsächlich in der koniunktuvellen Entwicklung eine Besserung zeigt. Man muß immer be- denken, daß diese Art Berichte, zumal da man weiß, daß das an bas Statistische Beichsamt angelernte Institut für Konjunkturforschung über ba- umfangreichste stotistifche Material ln Deutschland überhaupt her fügt, von den Gewerkschaften für ihre lohnpolitischeu Maßnahmen beton* gezogen wird. Dir stehen bekanntlich im Herbst vor einer neuen Lohnbewegung, in bte die Gewerkschaften mit der gleiten sorgfältigen Borbereitung hineingehen werden, wie biSyer. Un- fereS Erachten- zeigt die Konjunktur nach wie por recht eindrucksvolle Anzeichen de« Südgang«, die in Anbetracht der der Reichsbahn zugebilligten Tariferhöhung doppelt beachtet werden sollten. DaS Institut folgert aus seinen Feststellungen positiv, daß gegenwärtig für die Geschäftstätigkeit noch ein gewisser Spielraum nach oben gegeben sei. Dieser Folgerung kann auf keinen Fall beigepflichtet werben, zumal da die Landwirtschaft trotz der zu erwartenden guten Mittelernte infolge der stark rückgängigen Getreidepreise am Weltmarkt keine so weitgehende Stärkung ihrer Kaufkraft erhalten wird, daß von dieser Seite die Konjunktur wesentlich beeinflußt werden könnte. • D i e am tl ich« G r oß ha nde lS index - z i f f e r. Die auf den Stichtag des 29. August berechnete Großhandelsindrxzifser des Statisti- schen Reichsamtes ist mit 140,7 gegenüber bet Vorwoche (141,5) um 0,6 v. H. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrar st ofse um 1,5 Prozent auf 135,5 (137,6) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 0,4 Proz. aus 134,9 (135,5) gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren war mit 134,0 unverändert, während diejenige für industrielle Fertigwaren sich auf 159,5 gegen 159,6 stellte. • Konkurse und Vergleichsverfahren im August. Rach Mitteilung deS Statistischen Reichsamts wurden im August 1928 durch den „Reichsanzeiger" 552 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 300 eröffnete Vergleichsverfahren. bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 655 bzw. 342. • Reue Aufträge b e i der AGG. In den letzten Wochen hat die AEG. wiederum «ine Anzahl von Aufträgen für den Ausbau verschiedener Straßen- und Hochbahnen erhalten. Die Hochbahn - Gesellschaft Berlin erteilte für die Rord-Düd-Dahn Berlin Aufträge auf dir vollständige elektrische Ausrüstung für sechs Triebwagen. Die Strahenbahn Chemnitz bestellte 22 Motorwagen-Ausrüstungen mit je zwei Motoren und je zwei Fahrfchallern. Die Strahenbahn Düsseldorf erteilte einen Auftrag auf 15 Motorwagen-Ausrüstungen; die Strahenbahn Trier auf sechs Motorwagen-Ausrüstungen und t/ic Magdeburger Straßenbahn-Gesellschaft auf 20 Motorwagen-Ausrüstungen. — Die AEG. hat ferner den Auftrag, das Ortsnetz der Magdeburger Straßeneisenbahn-Gesellschaft umzubauen, da die Triebwagen dieser Gesellschaft statt der bsherigen Rollend.romabnehmer jetzt Bügel- S omcchnehmer erhallen. Aus dem Aus and bestellten: die Strahenbahn Lissabon—Eascaes die vollständige elektrische Ausrüstung für fünf Triebwagen, die Strahenbahn Osaka 120 Gleichst rom-Wende Polmotoren, die Strahenbahn in Dello Horizonte sechs vollständige Motorwagen- Ausrüstungen mit je zwei gelüfteten Gleichstrom- Wendepol-Motvren und je zwei Fahrfchallern und die Strahenbahn in Buenos Aires 160 Fahrschalter. Frankfurter Börse. Fron k f u r 1 a. M., 3. Sept. Tendenz fester. Die feste Stimmung der Samstagsbörse übertrug sich auch auf die neue Woche. Eine merkliche Be- lebung des Geschäftes konnte zwar auch heute nich, et »treten, da das Interesse des privaten Publikums offenbar weiter gering bleibt, doch konnte Llc Mehrzahl der führenden Papiere ihre Aufwärlsbewegung fortsetzen. Die Speku> fntion nahm einige Häufe vor, und auch aus dem Auslands sollen wieder einige Kauforders einge laufen fein. Die feste Neuyorker Börse vom Sams tag verfehlte ihre anregende Wirkung nicht, da neben verwies man auf die Preußischen Handelskammerberichte, nach denen sich der K o n j u n k - turrückgang im August verlangsamt hat und teilweise eine faisonmäßige Belebung ein trat. Anderseits wurde der neuerliche Rückgang de: Ruhrkohlenförderung und die Zunahme der Feier- schichten nur wenig beachtet und wirkte nur auf die Montanwertc nachteilig. Die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich, doch ergaben sich gegenüber den Schlußkursen non Samstag überwiegend Kursbesserungen von 1 bis 2 v. H. Lebhafteres Interesse bestand wieder für Reichsbank, die erneut 1 v. H gewannen Am Elektromarkt waren (Beffürel mit plus 2 v. H., Siemens mit plus 3 ». H. und AEG. mit plus 2 v. H., letztere auf verschiedene neue Aufträge, bevorzugt. Am Chemie- markt eröffneten Farben nur leicht gefragt, Holzverkohlung 1 v. H. höher, Scheideanstalt unoerön- dert. Bon den Autoaktien zogen Kleyer wieder 2 o. H. an. Daimler und NSU. dagegen wenig verändert. Montanwerte blieben vernachlässigt. Mannesmann verloren 1,25 v.H., da das Bezugsrecht von 6:1 die Erwartungen der Börse enttäuschte. Harpener minus 0,5 v. H. Bon den Zellstoffwerten waren Daldhof 2,75 n ß. erhöht. Schift- fahrtswerte und Banken eröffneten etwa 1 o. H. höher. Deuttche Anlechen waren roeiter befestigt, namentlich Schutzgebiet. Ausländische Remen Aller. Anatolier behauptet. 3m ©erlaufe schritt die Spe- kulation zu Realisationen, und die Tendenz schwächte sich vollkommen ab. Farben verloren 0,75 v. H, Mannesmann weiter angeboten und erneut 1 v.H. niedriger. Die wieder stärkere Anspannung des Geldmarktes, an dem Tagesgeld zu 8 v.H. ge- sucht war, verstimmte. Devisen waren weiter eher angeboten. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1950, gegen Pfund 20,365, London gegen Kabel 4,852750, Paris 124,28. Mailand 92,65, Madrid 29,79, Hol- land 12,1040 Berliner Börse. Berlin, 3. Sept. Auch zu Beginn der neuen Woche blieb die Tendenz weiterhinsreund- l i ch. Schon im heutigen Bormittags- und vorbörslichen Verkehr hatte man von 1- bis 2prozen- Hgcn Besserungen der Kurse gelprochen. da abgesehen von anderen Momenten d e unverändert feste Haltung der Reuporker Börse anregte. An der Börse selbst war die Haltung zwar nicht so fest wie erwartet, doch ergaben sich bei nicht ganz einheitlicher Kursbildung meist Gewinne bis zu 2 Proz. Verschiedene günstige Rachrichten lagen vor. So die zurückgegangenen Kon- kurSziffern für August, der weiter steigende Kaliabsatz. Tie Berichte der Preußischen Industrie- und Handelskammern übten keine Wirkung auf die Börse auS, auch die Genfer Verhandlungen waren eher dazu angetan, eine gewisse Zurückhaltung hervorgcrufen. Das Geschäft war inlolgedes'en nicht erheblich. Cs lagen einige kleine Kauforders des Publikums an verschiedenen Märkten vor. Don einer Beteiligung des Auslandes, wie am Ende der vergangenen Woche, war nichts zu bemerken. Fest lagen bei lebhafteren Umsätzen aus den bereits erwähnten Gründen Kaliwerte. Auch Elektrowerte und Reichsbank waren gefragter und bis 2,5 Proz. höher. Auffallend gedrückt lagen Kunstseidenwerte auf Mitteilungen über die Lage der Snia DiScosa, die verstimmten. Bemberg verloren 3, Glanzstoss sogar 10 Proz. Schwach lagen noch Stöhr mit einem 4prozentigen Abschlag bei geringem Angebot. Schubert & Salzer konnten 3. Aschaffenburger Zellstoff 4,5 Proz. anziehen. Deutsche Anleihen waren kaum verändert. Ausländer gut behauptet. Rur Anatolier etwas nachgcbrnd. Ter Geldmarkt war etwas leichter, jedoch im allgemeinen noch recht angespannt. Tages^e'd mit 7,5 bis 9,5 Proz. gesucht. Monats- ge'd 8 25 bis 9,25 Proz. Warmwehsel 7 Proz. und darüber. Der Verlauf war unsicher und auf Abgaben der Spekulation meist etwas schwächer. Kaliaktien verloren etwa 1 Proz., Reichsbank 1,5 Prozent: Tietz und Glanzstoff dagegen 1 bis 2 Proz. besser. Clektrowerte konnten sich bei allein lebhaftem Geschäft behaupten. 3 vntt/urter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Sept. 3n der neuen Woche verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in sehr ruhiger Haltuna. Das Geschäft mar nach wie vor sehr klein, da Anregungen nicht Vorlagen. Die etwas schwächeren Auslandnotierungen mahnten zur Zurückhaltung. Besonders stark war Weizen angeboten, bei rückgängigen Preisen. Am Futter- Mittelmarkt war Mais für Futterzwecke stärker de- gehrt: Weizenkleie und Roggenkleie dagegen ange» boten und im Preise nachgebend. Es wurden notiert: Weizen 23,75 Mark: Roggen 22,75; Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 26; Hafer, ausländischer, 21,25 bis 22; Mais (gelb) für Futterzwecke 20,75 bis 21; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 33,50 bis 33,75; Roggenmehl 31,50 bis 32; Wei- zenkleie 13,40; Roggenklcie 14,50 bis 14,25; Erbsen, je nach Qualität jür Speifezwecke, 15 bis 95; fen, je nach Qualität für Speisezwecke, 15 bis 95; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 9,50 bis 10; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 3 bis 3,25; Treber, getrocknet 18,25 bis 18,50 Mark. — Tendenz: sehr ruhig. Frankfurter Schlachtvrehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Sept. Auftrieb: 1719 Rinder (darunter 471 Ochsen, 111 Bullen, 632 Kühe, 462 Färsen), 524 Kälber. 74 Schafe. 6471 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen) Bollfeischige, ausgcmästete. höchsten Schiachtwerts (jüngere) 55 bis 59 Mk.; (altere) 51 bis 54; sonstige vollfleischige (jüngere) 46 bis 50; (Dullen): Iüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 52; sonstige vollfteischige oder ausgemästete 44 bis 48; (Kühe): Iüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 45 bis 49; sonstige voilsleischige oder ausgemästete 39 bis 44; fleischige 33 bis 38; gering genährte 25 bis 32; (Färsen — Kälbnmen, Iungrinder —): Doll- sleischige, auSgernästete, höchsten Schlachtwerts 55 ßis 50: vckllfteftchig« 52 bis 54: fleischige 45 bl« 51. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 75; mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71; geringe Kälber 55 bis 64. — Schweine: Fett- schweine über 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78; vollfteischige Schweine von etwa 240 biS 300 Pfund 76 bi« 79: von etwa 200 bis 240 Pfund 75 bis 79; von etwa 160 bis 200 Pfund 74 bis 78; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 70 bis 75: Sauen 62 bis 67 Mk. — Marktverlauf: Rinder rege, nahezu auSverkauft. — Schweine schleppend, 11 everstand - Kälber und Schafe rege, geräumt. Bücheriisch. — Graf Kuno Westarp: Die Regierung des Prinzen Max von Baden und die Konservative Partei 19 18. Als Material zu den Verhandlungen deS Parlamentarischen Antersuchungsausschufses für die Kriegsschuldsr gen neu heraus eicbm. 2. Auflage. Berlin: Deutsche Derlagsgesellfchaft für Politik und Geschichte m. b. H. Preis stell brvlch. 6 Mk. (333). — Das Vorwort stellt eine eingehende Auseinandersetzung mit den Erinnerungen des Prinzen Max von Baden dar. Das Werk selbst schildert die Politik der Konservativen Partei während der sechswöchigen Regierung des Reichskanzlers Prinz Max von Baden. Es beginnt mit der Kanzlerkrifts und dem Rücktritt des Grafen Hertling und endet mit der Darstellung der Revolutionslage 1918. Singeslochten sind eine wörtlich? Wiedergabe des wesentlichen TelleS der konservattven Parteigrundsätze sowie Reden und Aufsätze des Verfassers in jenen Tagen. Durch die Veröffentlichung bisher unbekarmter Dokumente und die erstmalige Bekanntgabe wichtigster hochpolitischer Ereignisse füllt das Werk eine Lücke in der Reihe der historischen Darstellungen jener Zeit. — Fabre-Luce, Alfred: Locarno ohne Illusionen. ((Locarno sans reves.) Aus dem Französischen von Lina Frender. Berlin, Deutsche Derlagsgesellschaft für Politik und Geschichte mit beschränkter Haftung. Steif kartoniert 7 Mark (361). — Alfred Fabre-Luce, dessen Buch »Der Sieg" so großes Aufsehen erregt hat, untersucht in seinem neuen Werk die Locarnopolitik und gelangt zu dem Schluß, daß sie, obgleich sie ein unbestreitbarer diplomatischer Erfolg ist, zu einer vollen deutsch-sranzö'i- schen Verständigung noch nicht führen kann, im besonderen auch deshalb nicht, weil sie keine Lösung der deutsch-polnischen Frage bringt. Der Autor vertritt die Anschauung, daß nur eine »seelische" Annäherung Deutschland und Frankreich dauernd versöhnen könne und daß es die Ausgabe der gesellschaftlichen Kräfte der beiden Länder sei, dazu nach besten Kräften beizutragen. — Laurids Bruun: Eine seltsame Rächt. Roman in vier Stunden. Stuttgart 1928, Engelhvms Romanbibliothek Dd. 1022. Brosch. 1 Mark, Leinen 1,75, Halbleder 4 Mk. (373). — Wie in seinen weltberühmten van Zanten-Roma- nen doch auf andere Art, wirbt der Dichter auch hier für echtes, natürliches Menschentum. In die wenigen Stunden einer mondhellen Sommernacht ist eine geradezu berstende Fülle erregenden und entscheidungsschweren Geschehens zusammengedrängt. Der verschollene, auS konventioneller Feigheit nicht geheiratete Geliebte steht urplötzlich mahnend und fordernd wieder da. Lebenslügen werden offenbar; die unterdrückten Buntes Allerlei. Ausländische Offiziere bei deutschen TTlanöoeru. An den Manöoern der 1. Division werden von ausländischen Offizieren auf ihren Antrag teilnehmen die beglaubigten Militärattaches von «Ähweden, Spanien. Italien, Ungarn, Rumänien. Tschechoslowakei. Rußland, Litauen. den Vereinigten Staaten, Argentinien, Chile. Peru und Iapan. ferner Offiziere der schweizerischen, finnischen und bulgarischen Armee. 20 Personen an Fleischvergiftung erkrankt. Zn Gronau bei Marbach am Neckar sind nach dem Genuß von Fleisch von einem notgeschlachteten Kalb 20 Personen an Fleischvergiftung erkrankt. Der Schnellzug (Benf—Cqon entgleist. Der Schnellzug Genf — Lyon ist, wie aus Paris gemeldet wird, in der Nacht zum Samstag in der Nähe von Dijon entgleist Menschen sind dabei nicht zu Schaden gekommen. Die Reisenden wurden in einem Hilfszug wciterbefördert. Eisenbahnunglück in Polen. Aus Warschau wird gemeldet: In der Rächt zum Samstag sind bei Tschenstochau zwei Güterzüge infolge falscher Weichenstellung auf«!nanbergef altert 14 KoylenwaggonU^ wurden vollständig Zertrümmert. 11 schwei be- schädigt. An der Unfall ftcüe waren die Schienens tast hundert Meter weit aufgeriHen Ein Dahn-r beamtet wurde getötet und zwei f <6 m er verletzt. Ein Eisenbohnzug in Finnland entgleist. Rach Meldungen aus HelsingforS entgleiste an der Küste zwilchen Wiborg und Simola ein Sisenbabnzug. Die Lokomotive überschlug sich nach der Canb* feite zu. während der Tender der Gepäckwagen und zwei Schlafwagen etwa 20 Meter tief i nS Wasser stürzten. Verschiedene Reifende wurden schwer verletzt, doch gelang eS allen, sich nach Einschlagen der Fenster durch ' Schwimmen an Land zu retten Flugzeugunglück in England. London, 2. Sept. iWTV. Funttpruch.i Cm Flugzeug der britischen ßuftftreiiiräftc stürzte« gestern bei Great Glenn in der von Leicester abl und verbrannte nach dem Ausschlag. Ziel Leiche des Flugzeugführers tourt1..1 schwer verbrannt herauSgezogen. docd | konnte der Rame des Verunglückten noch ntu), $ festgestellt werden, da feine .Identifikation«-H papterc verbrannt waren. Letzte Nachrichten. Zusammenstöße in Warschau. Warschau, 3. Sept. (WTB. Funkspruchf Gestern 'Jiadjmutag versuchte eine Gruppe von kommunistischen Zugendlichen, du Transparente mit staatsfeindlichen Aufschriften trugen, im Zusammenhang mit der Veranstaltung der sog. „Kommunistischen Zugcndwoche" zu t-emon- i ftrieren. Zn einer Straße griffen die Demonstranten j einen vorübergehenden Polizeibeamten an, der in der Notwehr von feiner Schußwaffe Gebrauch machen mußte, wobei drei Personen verwundet wurden. Die Demonstranten wurden von der Polizei auseinandergetrieben, wobei wiederum einige Personen verletzt wurden. Zehn Personen wurden verhaftet. Oer Schwimmer der „Latham". Oslo, 3. Sept (WTB. Funkspruch.) Die Arbeiter, die seinerzeit in Bergen die Reparatur ne einem der Schwimmer de» Flugzeug» ,L a t b a m“ ausgeführt haben, erklären, sie hätte« den Steuerbordschwirnmer repariert während der bei Fugloe aufgefundene Schwimmer, brr allerdings ebenfalls eine Reparatur aufweist, ein Backbordfchwimmer ist. Aus die Geruch« hin, daß auch der zweite Flugzeugschwimmer gesehen worden sei, hat der Dampfet „Michael Sare" sich auf alle Fälle an die Stellt begeben, wo er gesichtet worden sein soll. Der mr der Leitung der Hilfsexpedition beauftragte Admi rat erklärte, daß bereits vor einiger Zell beschloß fen worden fei, die Nachforschungen nach Den verschollenen Fliegern am 10. d. N e i n z u st e l 1 e n. Die Auffindung des Schwimmer, hat bis jetzt noch nicht .zu einer Aenderung ber diesbezüglichen Befehle geführt. Auch der Kreuzer „Strasbourg" wird feine Bemühungen am 10. d. M cinfteHen. Mißglückter Start zum Ozeanflug. Paris, 3. Sept. (WTB. Funkspruch) Seit den 29. August versuchen die Unteroffiziere A s s o- kant und Lefevre zu einem Dfleanf lu| zu starten Nachdem in der vergangenen Nacht all» Vorbereitungen zur Abfahrt getroffen waren, oer suchten sie heute früh gegen 7 Uhr den Start. D« Flugzeug bewegte sich auf dem Boden etwa 506 Meter, ohne sich zu erheben, löste sich bann rir wenig vom Boden, ging aber sofort wieder nieder und zwar, mW ,Havas" berichtet, infolge einet Nachlassens der Motoren, was jede Hoffnung auf ein Gelingen des Start« zunächst a u s s ch l i e ß t. Der Ozeanflug soll fpäta wieder versucht werden. liauchvergistungen in der Neuyorker Untergrundbahn. Neuyork, 3. Sept. (WTB Funkspruch.) Auf der Untergrundbahnstrecke Grand Een tral-Astoria brach unter den 300 Passagieren einte Untergrundbahnzuges eine Panik aus, da btt Zug sich infolge eines Kurzschlusses plötzlich mit dickem Rauch füllte, lieber hundert Personen erlitten Rauchvergiftungen, fit konnten aber bis auf drei nach kurzer Behandlung in ihre Wohnung entlassen werden. Die infolge des letzten Untergrundbahnunglücks unter den Passagieren herrschende Nervosität hat zum Entstehen der Panik wesentlich beigetragen. Das Getümmel verursachte zahlreiche Derletzun. gen, wovon jedoch keine schwer sind. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter 6en Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. Frankfurt a. Ti Berlin Schluß- Hure 1-Uhr- Kur» Sd)iu(j fluv» llnfang fiur» Datum 1 9. 3.9. t.s. 3.». B% Dl. 9teld)4anlrlfr b. 1M7 . »t em..Äblöl.-6d)ulti mit Hi* u|..3kd)trn «7.rs 51.t 51.8 87,5 51,1 51 Delal. ohne äullo).*8ied)tc . . . r. zrmiki Hlw.-Yt Soidvt. UN- •unDbat bU 1932 . - 17.65 17,5 — 17.6 - — — — 4h% fibeintlto Hvv.-Banl Cteu • 4Mb»|. . ...... — 4» — B.kt.a. abg. BortrtecMDbUgtrtion., udiablbar 1033 — — - — 4% schwet, iBunbeeb.-flnL. . . • — *' „ CtRenelAildie ük'lbrte. . - 30.15 •— 80,4 — e.Jir'o Dellen. eilbente. . . . — — 3,5 — < > Ceftenetd). einbeiU-W* ■ • - — — — 4r„ UngarliAe ®olbrtc. . . 20,15 — * * 4 UnganfdN Ttaatsr. v. 1910 . • d — 4VS% M*jl. von IJig 4% Ungarin« thonenrte..... i7i I 2.85 8.85 4‘ . lütt. flcUanlrtbe v. 1011 . — — 11.5 *• 4r. turflldjf ®aflbabbabn4!lnl„ icxtr I — — 4% be4gl. Serie 11..... 12.5 — — — 4';,. Rumänen conteri. Nie. . . . 9.5 * — Rumänen «Boltonl. von 1918 :5.9 — 85.75 — tUlfl. teutldw OtirnOabn . «H E Aambuni-.lmenfü Sat t ... 8 Harnd.-^übarn. Tampfftlj. . . 8 —■ 166,75 — 165.5 - - - Aanfo Tamplididl . 10 199.75 Rcrbbeurltier Lloyd.....0 i5ö.25 156 — 157,4 8Ug. teutidx Urei-iMntt. . • 10 141.5 —• 141.25 Ul Barmer Bantbrrehi ... 10 145 — 145.25 145.75 Berliner HankeUgeielllL. . 1t — -SS. 5 284 5 284 Kommeq- und Prival-San! 11 i87,7t 158 lbT.75 159 TarmfL u. 92alü>nalbanl U — 276 874 476 169.5 Deutsche Beni - • >0 lös 169.5 168. u JMltonn>i>e(c3i° l«U 171 170 171 Dbrtdbeutidje creBUhaal ... 8 197,5 — .1 •• 202.25 ...................> 142 - 140.5 — ..............» 305 310 W.? 409.: 3raidrfurt a. M Berlin Schlutz-I Äuri | 1-Ufcr- flurs Sdjiufe Kur. Untang Kur, I 3 9. 1 8.9. a.6.®...........e Berpmann.........«• Slettr. Leerungen.....10 Cidjt und Äraft . . . . . 10 Reiten 4 Guilleaume.....6 ®e|. f. öleirr. Untern. ... 10 (mrr.b. 61cftr. 83ede .... 10 «dein. 6lein......... Schlei. Eletn..... 10 Schucken ....•••••** etemeni 4 (-aUh • • • • • 1$ Srcnlrablo ■ . .•••••• 8 SabmcQcr 4 Co....... 10 DeutILe ErdSI ....... 6 Qhienet ctcinlöN« ...... b (Pdicntircticnex ... t* h 9 4 Harpener 6 O-'tlch ..............6 ?lie Bergbau .••••••• b au'dnermerte ...... - Leln-Reueiie». ....... 9 !Rannc4mani! . ...•••• 4 iKaiufelber.........7 Cberi.iUd. (äfenB. Bebsd . . . 6 Cbendilei. »oMwafe . . 6 Phünii Bern bau . . . Rdeintichr Braunloblen .10 «betnitabl |. % Jade Xitbed Wontan......7,8 vereinigte Ltadlw.....6 Otavi Minen S«h tatt AIcher41eben.....io Rah L.-eiteresein.....10 6alnp#rf €41.L z 284 150 SS 260.5 869.75 218 & 185.1 tfl 150.5 810.65 159,7b 150 805.75 d8l 150.85 178 87.Ii 148.6 131.5 125.85 1.6 110.5 855 I25.2o 137 148.4 114.4 106.5 114 94.5 158 98.9 54.4 276.85 457.8. -67.75 125 107 108.75 163 203.» 186.75 223 151 274 tbü 155.5 841.5 206.75 8C4 151 178.25 67,9 113 130 140 136.75 141.75 113 106 114.5 95,5 482.75 144.9 159 97.75 54.4 274 881.5 463.76 869.75 106.1 Frankfurt a. M Berlin öchluh-^ Nur, 1-Ubr- Mur» Sch.utz Nur» Anfang Äun Datum: 1. 9. 3.9. .... | 3.9. PHOlov Hofmann......7 - 144.75 447.7a ('etbelbcraet Zement .... 10 137 137 d — (Fement Äarlfubt......8 167 — •— — Wayz 4 greitag......10 14H.9 144.6 — G9.5 511 891 75 Bdlftoff «10 24t.•' ’lflt. antomebi! ...... 0 — 81.25 — Crenftein 4 ScPPd ..... 5 — 121.5 12? 75 Leonbaro 2ie* ,.....« 2.8 262 Bamag-Aegutt, ....... v 80 — 19 Rrcnlf. öoid-mea ...... 6 * 70. — 0» eigner..... • • • 11 — — 135 — ('eDltoenflaebl ....... 0 flangban« ........ 4 19.5 37.9 — 88 Lechwerte..... 8 112 * — Ratnhüftroerfr ....... 8 180 — Miag...........40 — 140 HO 140 Nekarfulmet ........ 8 54.5 Teter« Union........8 107.5 * 107 • Okbr- Boeder.......io 124 — • PrUit 4 toeffeer......8 8<0 — 220.5 — Ludd. flutfrr .......8 144 — 143 Banfnoten. tWrtm. i Seotunder Wb v ne- Kmertfamitte ..... 4.178 i 1*8 Pelgr-tx 7?oten ...... 5*.11 5 9.3; Dant'che Tarrn ....... 11 1.63 (19.07 tnciHfie Steten........ •U XV TW \ Berlin. 1 Levf mdcr — ^raniön'che ^orea..... pollLrtbNche Note«...... atnlieniftte Rvken ...... Norwegische Noten..... 2*utff6-Ceftrrr.,6l00Ärmmi Rumänische Noten...... e<6rotbf Ce0,63 61,65 1,088 499 59,067 11,421 7^73 71,07 18.83 61.12 2.180 5.485 4.193 4.261 H 86 168,3/ i.it* »8,39 113.UJ 113.W 112.89 10.67 81, »W «0,171 4.19» 16,395 «.63 49.79 1.93.' 1.601 >9,1*7 12.641 7,187 .1,11 i.a» 18,17 81,46 8,04 >,6V 4.203 4.2»» 86.*