Dienstag, 3. Juli (928 178. Jahrgang Nr. 154 Erstes Liatt (Er|d)etnt tägltd),en Bürgertums knüpfte. 3eber Teilnehmer dieser Versammlung war der Ansicht, daß alle Redsn sowohl wie die zum Schluß widerspruchslos angenommene programmatische Entschließung auf einem hohen geistigen, kulturellen und politischen Riveau standen. Es ist schwer, hier einer bestimmten Persönlichkeit die Palme zuerkennen zu wollen. Vielleicht war besonders interessant, daß sich ein Vertreter der studentischen Fügend in ausgezeichneter freier Rede — ein Vor nid für die meisten Reichßtagsabgeordneten — über den Sturm und Drang seiner Altersgenossen äußerte. Man kann es wrchl verstehen, tote gerade in der Heranwachsenden Generation, die vor wenigen Wochen zum erftenmoi an der Wahlurne ihrer Bürgerpflicht genügt hat, die Hnsicherheit und Hnklarheit unserer politischen Verhältnisse. die Zersplitterung und Zerklüftung der Parteien sich widerspiegelt, wie sie selbst hin und her schwankt und nicht recht weiß, wie und wo sie festen Boden unter die Füße bekommen kann. Sein eindringlicher Mahnruf an die ältere Generation, den R a ch - fahren ein Erbe zu überlassen, mit dem sie etwas anfangen könnten, fand sehr starken Widerhall, und es war ein glückliches Wort des Derhandlungsleiters, als er in seinem Dank her- vorhob, daß die Rede des 3üngsten sicherlich nicht die schlechte st e Rede des Tages gewesen sei, und das wollte wirklich viel heißen. Ein anderes Moment verdient hervorgehoben zu werden. Zn ungemein geistreicher Weise schilderte der berühmte Heidelberger Professor Dr. Bergius. der Erfinder des Bergin-Berfahrens zur Verflüssigung der Kohle, wie sich die deutsche Wirtschaft durch schärfste Rationalisierung, d. h. Zusammenlegung und Ausmerzung nicht lebensfähiger Betriebe, zur Gesundung durchgekänipft hat, unter großen Opfern einzelner. Die Schlußfolgerung lag nahe. Auch in der Politik muß eineRationali- s i e r u n g erfolgen, wenn wir nicht im Kleinkram des Parteihaders ersticken und zugrunde gehen wollen. Wir wiederholen: Mit Achselzucken und oberflächlichem Spott ist eine solche Bewegung nicht abzutun. Eine andere Frage ist es, was für praktische Folgen für die nächste Zukunft zu erwarten sind. Die Antwort darauf muh trotz allem leider lauten: keine. Der alte Professor Kahl hatte schon recht, wenn er aussührte, das bisher noch alles am Widerstand der Fraktionen und der Parteiorganisationen gescheitert sei. Die Liberale Vereinigung, die Veranstalterin der Kundgebung und die Vorkämpferin des Zusammenschlusses des liberalen Bürgertums. hat besonders auf ihr Programm die Wahlrefvrm geschrieben. Hier muh der Hebel angesetzt werden. 3n beiden liberalen Fraktionen sowohl, wie bei den Rachbarn rechts und links muh die Forderung nach einer gründlichen Reform des Wahlrechts durchgesetzt wer- den. Gerade recht unerfreuliche Erfahrungen der jüngsten Zeit haben gelehrt, daß sich m den Fraktionen sowohl wie in den Parteiorganisationen eine Art von Bureaukratie, tagen wir ruhig, von Parteibvnzentum entwickelt hat, das jedem gesunden Fortschritt im Wege steht und mit großen Besorgnissen für die nächste Zukunft erfüllen muh. Wenn erst einmal die Macht dieser Parteiklüngel gebrochen werden kann, dann werden sich von selbst große 3deen durchsetzen, die erfüllt werden müssen, wenn überhaupt unser politisches Leben nicht weiter jedes ideellen 3n- halts bar fein soll. Wenn also zunächst etwa von einem Zusammenschluß der Dollspartei und der Demokraten keine Rede sein kann und wird, so eilt es doch in beiden Parteien, mit dem Schutt aufzu- räumen, der sich in jüngster Zeit ange ammelt hat. Es ist ein reichlich Mah davon vorhanden. Aber hierbei muh auch eins aufrichtig gesagt werden. Gerade bei den Demokraten einer ganz bestimmten Kategorie sind wir seit langer Zeit einer Heberheblichkeit und einer Anmaßung begegnet, die ganz naturgemäß ihre Reaktion in der Verschärfung des bei der Deutschen Volkspartei vorhandenen Widerstandes findet. Der einzige Redner, der bei jener Kundgebung trotz glänzender Diktion aus dem Rahmen fiel, war der bekannte Geschichtsforscher Prozessor Meinecke. Es zeugt nicht gerade von richtiger Erkenntnis der Verhältnisse, wenn er die Gelegenheit benutzte, um ter Deutschen Volks^artei väterliche oder vielmehr onkelha te Ermahnungen mit auf den Weg zu geben. So fordert man das Einverständnis oder wenigstens das gute Einvernehmen zwischen den beiden Parteien nicht. Hnd wenn man von der Deutschen Dolkspartei verlangt. daß sie Rück'icht auf den Rachbarn zur Linken nehme, so sollte man bei sich selbst anfangen und nicht den Rachbam zur Rechten zu- muten, auf das zu verzichten, was ihm besonders ans Herz gewachsen ist. nämlich die Symbole des alten Reiches, ohne damit die der heutigen Repu- blick zu mißachten. Gerade h er muß noch viel nützliche Kleinarbeit getan werden. aller Orden und Auszeichnungen zu. ausgenommen Orden und Auszeichnungen für Soldaten für Tapferkeit vor dem Feinde. Diese Orden wird er auch nach seiner Amtszeit beibehalten. Ferner wird ausdrücklich bestimmt, daß die Staatsbürger mit Bewilligung des Präsidenten ausländische Orden und Auszeichnungen annehmen können. Diese Bestimmung bezieht sich auch auf die vor dem Erlaß dieses Gesetzes verliehenen Orden und Auszeichnungen. Der Entwurf bestimmt ferner, daß der Präsident der Republik, die Regierung oder ihre Mitglieder einem Staatsbürger für hervorragende Verdienste im öffentlichen 3nteresse ihre Anerkennung aussprechen können. Durch Regierungsverordnung können auch entsprechende Titel für jene bestimmt werden, die nicht berufsmäßig Funktionen in der öffentlichen Verwal - tung oder im Gerichtswesen versehen. 3n der Begründung des Entwurfs heißt es, daß die Aenderung mit Rücksicht auf die internationalen Beziehungen des Staates notwendig fei; ferner zeige die Erfahrung, daß die demokratische Republik in großem Maße die Mitwirkung der Bürgerschaft in der öffentlichen Verwaltung und im Gerichts- wesen erfordere, und daß eine geeignete Form erwogen werden müsse, durch die die Anerkennung für hervorragend e Verdi e n st e im öffentlichen Leben zum Ausdruck gebracht werden könne. Die Bergwerkskatastrophe in Roches-la-Moliöre. Noch weitere LVLPfer? - Heftige Anklagen gegen die Verwaltung. Paris. 2. 3uli. (121.) wie zu dem Grubenunglück in Roches-la-Molttre noch weiter bekannt wird, soll die Grube, in der sich das Unglück ereignete, nach Aussagen der Ingenieure besonders gesähr- d e t sein. Der letzte Brand war im Jahre 1925 aus- gebrochen, konnte aber damals ohne Verlust von Menschenleben eingedammt werden. Rach der in der „Oumanltr wiedergegebenen Auffassung eines der geretteten Bergarbeiter soll das Feuer seit drei Jahren nie gelöscht worden sein, so daß sich die Kohlengase in den Stollen ansammelten. Das gleiche Blatt will im Gegensatz zu den amtlichen Feststellungen wissen, daß in der Grube noch 20 Arbeiter eingeschlossen seien, für deren Rettung keine Hoffnung mehr besteht, die Zahl der amtlich mit 48 angegebenen Todesopfer würde sich dann auf gegen 70 erhöhen. Die Mehrzahl der Todesopfer sand durch Erstickung den Tod. ein namhafter Teil der Bergleute auch dadurch, daß sie sich auf der Flucht vor den Gasen in der Dunkelheit und in der Angst an den Grubenhölzern und wanden die Stirn einrannten. Rach einer Erklärung des Arbeitsminister» T a r - dien waren alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen in der Grube ergriffen, doch behält er fein Urteil einer späteren Prüfung des Unterfuchungs- ergebnistes vor. kardinal Maurin, Erzbischof von Lyon, verrichtete an den Särgen die letzten Gebete für die Opfer. Die meisten Verstorbenen waren verheiratet und hinterlassen insgesamt 55 Kinder von weniger als 13 Jahren. Einige Bergleute hinter- lassen eine Frau mit sieben bi» neun Kindern. Der internationale Vergorbeiterkongreß von Elermont- Ferränd beschloß, eine Unterstützung für die hinler- bliebPnen. von den Toten sind 31 Franzosen, elf Polen, vier Marokkaner, ein Italiener und ein Tschechoflowak. Außerdem sind noch neun Schwer- verletzte geborgen worden. Die kommunistische Kam- mergruppe hat eine Interpellation über die Schuldfroge bei dem Grubenunglück eingebracht. In einem weiteren Antrag fordert sie sofortige Unterstützung der Hinterbliebenen. In der Kapelle von Beaulieu fand Montag nachmittag unter Beteiligung von vielen Tausenden die Trauerseier statt. Rach der Totenmesse kamen vierzehn Redner zu Wort, wie havas berichtet, wurde dabei von den Bergarbeitern inheftigenwoc- ten Kritik an der Direktion des Bergwerks geübt, besonders aus dem Munde der kommunistischen Vertreter. Inhaltlich ebenso scharf äußerten sich die Vertreter des Allgemeinen Gewerk- schastsbundes, während der Vertreter des Ministers für öffentliche Arbeiten eine rücksichtslose Untersuchung zusagte. Die Beisetzung der Opfer, zu der Fahrzeuge der verschiedensten Art als Leichenwagen verwendet werden mußten, fand hierauf teils auf dem Ortsfriedhofe, teils in den benachbarten Ortschaften statt. Das Pitsudfki-Fnierview. Der Diktator und das Parlament. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 3. 3uIL Diktatoren lieben es, von Zeit zu Zeit mit ein paar Kraftausdrücken um sich zu werfen, sie können sich das auch leisten, weil sie keinem Menschen über ihre Worte Rechenschast ablegen müifen. Wir brauchen uns nur einige Mussolini- Reden, die glücklicherweise recht spärlich geworden sind, zur Hand zu nehmen, um sehr bald auf Wendungen zu stoßen, wie sie im Hmgang mit den Mitmen chen oder anderen Völkern nicht immer üblich sind und stets nur Verärgerung und Verstimmung auslösen. Von Pilsudski konnte man bisher nicht behaupten, daß er sich gehen lieh und seine Worte nicht auf die Goldwage legte. 3etzt hat er aber der Oeffent- lichkeit ein unterbiete zur Verfügung gestellt, das angeblich die Gründe seines Rücktritts von der Ministerpräsidentschaft enthalten sollte, in Wirklichkeit aber eine einzige Schimpfkanonade gegen das polnische Parlament bayftellt, wie sie wohl noch niemals zu verzeichnen war. Man ist sprachlos über die Grobheiten, die er den Parlamentariern an den Kopf wirft und die in schlimmste und ärgste Beleidigungen ausarten. Wir können es verstehen, wenn er mit dem Sejm und seinen Mitgliedern durchaus nicht zufrieden ist. Auch wir haben am Parlamentarismus in seiner Gesamtheit ebensoviel auszusehen, wie an der Tätigkeit einzelner Abgeordneter. speziell wenn sie zu jener Gruppe Volksvertreter gehören, die durch unwürdiges Betragen das Parlament der Lächerlichkeit ausliefern wollen. Pilsudski aber überschlägt sich förmlich, fein 3nterview stellt einen Wutausbruch dar, dem allerlei gewichtige Vorgänge zugrunde liegen müssen, wenn nicht aus feinen Worten bereits der Helle Wahnsinn spricht. Man munkelt so mancherlei über den Gesundheitszustand des Marschalls; wie es scheint, nicht mit Hn- recbt. Wenn ein Staatsmann, mag er noch so verbittert fein, öffentlich eine Volksvertretung als „Landtag der Prostituierten" und die Abgeordneten als „Schweine und Lumpen" tituliert, dann wird man gut daran tun, ihn als einen Menschen zu bewerten, der nicht mehr im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte rst. Ausfallend bleibt, daß ihn von feinen engeren Mitarbeitern keiner in b:n Arm gefallen ist. Es ijt vielmehr festgestellt worden, daß bei der Ausgabe b:s 3nterbiews durch die polnischen Behörden den oppositionellen Blättern ausdrücklich ans Herz gelegt wurde, feine Zelle der Ausführungen Pilsubllis zu streichen, auch nicht die unglücklichen Wendungen, deren er sich bedient hat. Daraus läßt sich eigentlich der Schluß ziehen, daß 3ntrtganten am Werke sind, die die Entgleisungen Pilsudskis dem Parlament gegenüber benutzen wollen, um daraus für sich g egen den Mars chall Kapital zu schlagen. 3hr Vorgehen kann nur so gedeutet werden, daß sie ihren Zeitpunkt für gekommen halten, um gegen ben Diktator loszuschlagen und ihn beim polnischen Volke in Mißkredit zu bringen, bdmit es dann mit Hilfe der allgemeinen Empörung nicht schwer wird, dem Marschall auch noch das Kriegsministerium abzunehmen und ihn auf seinen Altenteil zu sehen. Der Diktator hat jedenfalls bei den ehrgeizigen polnischen Politllern abgewirtschaftet, denen kein besseres Geschenk als dieses (Interview in den Schoß fallen konnte, mit dem sie nun sehr rasch die schon um Pilsudskis Hals gelegte Schlinge zuziehen werden. Aus aller Wett. Der Kempf mit dem Polareis. Rom, 3. 3uli. (WTB. Funkspruch.) Rach einem von zuständiger Stelle mitgeteilten Funk- spruch der „Gitta di Milano" ist die drahtlose Verbindung mit der Dru ppe Vigliere wesentlich besser geworden. Die Gruppe befindet sich heute 80 Grad 24 Minuten nördlicher Breite und 28 Grad 50 Minuten östlicher Länge von Greenwich. Die Eisverhältnisie wechseln. 3nsolge des ©infenS der Temperatur besteht wieder die Möglichkeit einer Landung für kleine ApPa - rate. Gestern früh versuchten die schwedischen Flugzeuge, die ihren Standort in her Hinlopen- Skraße haben, über das Lager der Gruppe Dig- lieri zu fliegen, aber sie wurden durch Rebel daran gehindert. Dagegen gelang es ihnen, die Verbindung mit den beiden Mitgliedern des Alpenllubs herzustellen. Die .Draganza" ist heute in der Virgobah eingetroffen und wird in der Rächt nach KingSbay weiterfahren, wo sie neuen Proviant an Bord nehmen und,„Ar- beiten an den Dampfkesseln vornehmen muß.'Die Apparate Larsens und Lützow Holms teerben an Bord der „Hobby" gebracht um an der Suche nach der „Latham" (Amundsens Flugzeug) tellzunehmen. Der Eisbrecher „Krassin" befindet sich jetzt im Kanal zwischen den sieben 3n,e(n und der 3nsel Soresby, wo er sehr ausgedehntes und festes Packeis angetroffen hat. Gr arbeitet sich mit einiger Schwierigkeit vorwärts. Zwischen Rvrwegen unb Spitzbergen befinden sich Ersatzmotoren für die italienifdjen Flugzeuge, die schon eine große Zahl von Flugstunden hinter sich haben, auf dein Transport. Ein von Deutschland gemachtes Angebot zweier Spezialapparate, die mit Gleitkufen versehen sind und auf einer Fläche von weniger als 50 Meter Ausdehnung landen Ennen, hat man dankbar angenommen. Außerdem hat der bekannte deutsche Flieger Hbet seine Mitarbeit unb die seines besonders ausgeblldeten Personals zur Verfügung gestellt. Eine Südpolexpedition. Der Rorbpolflieger W i l k i n s, der mit seinem Begleiter Eyelson in Reuyork eingetroffen ist, bestätigt in feinem 3nterview, daß er die Absicht habe, einen Flug in das Gebiet des Südpols zu unternehmen. Er betonte, daß die von ihm geplante Expedition nicht mit der von Byrd, der die Erforschung des südlichen Teils des Südpvlg^ietes beabsichtige, kollidieren werde Wilkins wlll sich auf die Erforschung der E i s k ü st e beschränken, unb zwar komme es ihm, wie er sagte, hauptsächlich barauf an, einen geeigneten Platz für bie Errichtung einer meteorologischen Station ausfindig zu machen. Er plane, vom Südpol aus die Westrüste Südamerikas und RordamerikaS entlang sich bis nach Alaska durchzuschlagen und von bort über Sibirien nach 3apan zu gelangen und schließlich nach Australien heimzukehren. Auf die Frage, was er von der Meldung halte, daß englische Wasserflugzeuge den Befehl erhallen hätten, sich an der Suche nach Amundsen zu beteiligen, meinte WilkinS, er bezweifle, ob sich Flugzeuge für diese Aufgabe überhaupt eigneten. Seiner Meinung nach hätten die Eisbrecher allein Aussicht, eine Rettung zu bewerkstelligen. 65jährige Ehe-Jubelfeier. Der preußische Ministerpräsident hat den Eheleuten Werner unb Katharina Frölich in Flensburg anläßlich ihrer 65jährigen Ehe-Jubel- feier ein Glückwunschschreiben und ein Ehrengeschenk überreichen lassen. 7* abends. ■Jan naytn Zrrr 3)25 -e* MM! Oie Wetterlage. GWOlKtnlt^ Onriter a Mto oedtcxt. e WOlKlfl • Otdcctl * Schn« AOrauoem w Medel 'O' kichtfr a$i d nasyflt» SMsuewtn Q uw«oc>e» iordwc$t Bic Piene fliegen mit gern wmde. P< oe den Stationen stehenden raffen geoen d,e Temperatur an. 0-t Limen «ev-.de- Orte mit e«KhCÄ i»t reeresniveau umacrechnetee uilldrut* tticttcrwiiiuefaflc. Unter dem Einfluß hohen Druckes dauert in Deutschland das heitere und warme Wetter fort, ungehinderte Sonneneinstrahlung und weitere warme Luftzufuhr ließen die Temperaturen kräftig ansteigen, so daß sie überall einen sommerlichen Stand erreichten. Da es an der Rückseite des skandinavischen Tiefs neuerdinos zur Verlagerung polarer Luftmassen nach Mitteleuropa kommt, die aber bereits schon stark erwärmt sind, so stehen Störun- gen, die sich in Gewittern auswirken, bevor; allgemeiner Rückgang der Temperaturen wird außerdem die Folge sein. Boraussage für Mittwoch. Aufkom- mende Bewölkung, warm, Gewitterstörung und Ab- kühlung. ßufttemperaturen am 2. Juli: mittags 24,9 Grad Celsius, abends 17,2 Grad Celsius; am 3. Juli: morgens 16 Grad Celsius. Maximum 28 Grad Celsius Minimum 9,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 2. Juli abends 25,1 Grad Celsius; am 3. Juli: morgens 18,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 14% Stunden. Der Mordprozeß Wiechmann. BS'Jt. Frankfurt a.M. 2.Juli. Im Zeu- gen verhör wurde heule fortgefohren und der Gendarmeriebeamte vernommen, der Wiechmann in Schweigen bei Bergzabern feftnahm. „Ich habe es aus Not getan", sagte Wiechmann damals und erwähnte auch, daß man gemeinsam aus dem Leben scheiden wollte. Er habe mit seiner Frau in sehr gutem Einvernehmen gelebt, eine Person, em Mann, dessen Namen er verschwieg, sei eigentlich an der ganzen Sache s ch u Pb gewesen Seine Frau habe chm erzählt, daß dieser Monn sie verfuhren wollte. Der damals tief erschütterte Angeklagte kann sich der bei seiner allerersten Vernehmung gesprochenen Worte nicht mehr entsinnen, bestreitet aber, daß von „Verführen" die Rede war. Wenn es ober geschah. so sei damit lediglich der Zeuge Sommer gemeint gewesen. Polizeiarzt Dr Kohl hatte nut W.echmann im Untersuchungsgefängnis zu tun. Wiechmann habe da u o geäußert, seine Frau sei in anderen Umstanden gewesen und das hat uns in unserem Verhalten bestärkt" 'Wiechmann behauptet, daß nicht er. son dern der Arzt zuerst von der Schwangerschaft der Frau gesprochen habe, da er ja gar nicht wußte, daß seine Frau in anderen Umständen war. Dr Kohl der bei seiner Aussage bleibt, erwähnt dann, daß der Angeklagte bei seiner Einlieferung sehr herunter war. daß man ihm Brotzulagen gab. weil er em starkes Untergewicht hatte. Auch Milch erhielt er ertro. Am lO.März wog Wiechmann 124 Psund. am 29 Mai 146 Pfund. Zeuge Äriminalrat Hader erzählte, tote eS am Tatort auSsah. 3m Zimmer war alles ziem- lich sauber, die Schlüssellöcher waren mit Papier verklebt. 3m Kinderwagen lag daS jüngste Kind, die beiden andern im Kinderbett. Frau Wiech- mann log in ibrem Bett auf dem Lücken, bis zum HalS zugedeckt. das Gesicht etwas nach der Wand geneigt. AIS man ausdeckte, sah man. daß sie ein schwarzes Samtkleid, aber keine Schuhe an hatte. Die Kinder hatten Tagkleidung an, waren aber schuh- und strumpslos. Die Frau hatte den Halsriemen fest zugezogen um den Hals, es steckte ein Taschentuch dazwischen. Dem kleinen Hans waren die Händchen gefaltet. Der Tatbestand lieh anfangs verschiedene Auslegungen zu: eS konnte auch Dergiftung vorliegen, da eine Flasche mit einer Flüssigkeit auf dem Tisch stand. Als Wiechmann nach Franksurt kam. gelangte er ins Pol^eipräsidium. Der Zeuge erkundigte sich beim Oberstaatsanwalt, ob er W. vernehmen 'olle, es hieß aber: ..Lein, führen Sie ihn gleich dem Richter vor." Aus der Zeugenaussage des Kriminalrats geht hervor, daß er doch an W. Fragen richtete Der Zeuge wird darob von der Verteidigung sehr angegriffen, weil er da dienstwidrig gehandelt habe. Der Zeuge führt an. daß es sich aber um keine Vernehmung, «andern um eine Unterhaltung gedreht habe. As'istenzarzt Dr. Müller, der an den Tatort gerufen wurde, bekundete, daß überall schon Leichenstarre eingetreten war. fo daß der Tod allerspätestens um 9 Uhr morgens ersolgt sein muhte Es wurden dann noch Zeugen auS Egelsbach gehört, wo der Angeklagte verstört anlam und im Gesicht zuckte. Die Verteidigung stellte noch eine Reihe von Veweisantrügen, und eS kam zu längeren Erörterungen auch über die Frage der Ladung einer Graphologin. Rach mehr als einstündiger Beratung des Gerichts über diese BeweiSanträge der Verteidigung erklärten die Verteidiger, dah sie mit Rücksicht auf den Zustand des Angeklagten, der durch die tagelangen Verhandlungen sehr angegriffen ist. sämtliche Beweisantrage zurückzögen bis auf die Punkte, die sich auf die Unterhaltung des Angeklagten mit dem Stadtsekretär Bode auf dem Wohl- sahrtsamie beziehen. Das Gericht unterstellte insoweit die Angaben des Angeklagten als wahr. Der Antrag der Derteidigung auf Ladung der Graphologin wurde nicht abgelehnt, es soll später hierüber vom Gericht Deschluh gefaßt werden. Das Gericht beschloß bann, einen Brief des Angeklagten, den Wiechmann nach der Gegenüberstellung mit dem Zeugen Bode vor dem Untersuchungsrichter an den Verteidiger Dr. Fürst gerichtet hatte, auszugsweise verlesen zu lassen. Darin schildert der Angeklagte, dah Bode. alS er. Wiechmann, ihn, gegenübergestellt wurde, zusammenzuckte und zugab, dah er Wiechmann wiedererkenne und mit ihm auf dem Wohlfahrtsamt verhandelt hat. Auf die Frage de» Untersuchungsrichter», wie oft der Angeklagte bei Bode vorgesprvchen habe, wich Bode aus oder er antwortete: .3ch entsinne mich nicht mehr!" Bode muh auf Vorhalt auch zu geben, dah in dringenden Füllen sofort Unter- stühungen gezahlt werden usw. Hebet den Settionsbefund der vier Leichen berichtete bann am Schluß ber WontagSverhandlung Gerichtsarzt Professor Dr. Dorla st ner. Der Ernährungszustand der Leichen war verschieben. Die Kinder waren nicht einmal so schlecht genährt, sie wie'cn noch ein ganz schöne- Fettpolster auf. Der Zustand ber Frau Wiechmann war weit entfernt von dem Zustand berj trügen Leute, bic Hungers sterben. Dagegen war Frau Wiechmann sehr unterernährt unb wies nut ein ganz geringe» Fettpolster auf. Als Todesursache wurde Ersticken sestgcstellt. Rur bei dem Kind Friedel lieh sich eine Todesursache überhaupt nicht feststellen. Der Befund dieser Leiche war vollkommen negativ. Da ber Gerichtsarzt die Möglichkeit einer Todesursache durch Gift erwog, ist in diesem Falle eine „Giftsektion' gemacht worden, die aber vollkommen negativ verlief. GS ist anzunehmen, daß das Kind Friedel erbrof'e't worben ist. Dom me- bizinischen Etanbpunkt sei aber hier bic Todesursache nicht sestzustel'en. Tie Darstellung des Angeklagten über die Tötung des Friedel könne durchaus zutreffen. Am Dienstag sollen die Sachverständigen ihr Gutachten erstatten. Vorsicht beim pilzesammeln! WSN. Nach den reichen Niederschläaen der letzten Zeit und dem Eintritt sommerlicher Wärme ist in den Waldungen ein rasches Wachstum unserer köstlichen Speisepilze zu erwarten, die für den Kenner eine Bereicherung der lafeffreuben bedeuten. Der Unkundige hüte sich aber davor, wahllos oder nach Gutdünken Pilze für Eßzwecke zu sam mein, denn es gibt eine Reihe von giftigen Pilzen, deren Genuß schwere Schäden an der Gesundheit, ja, unter Umständen den Tod herbeiführen können. Ein sicheres Mittel, giftige Pilze von eßbaren zu unterscheiden, wie das fälschlicherweise oft empfohlene Mitkochen eines silbernen Löffels oder einer Zwiebel, gibt es nicht. Das beste ist immer noch, sich von einem Fachmann praktisch in die Pilzkunde ein» führen zu lasten. An der Hand eines guten IUI* duches kann man bann allmablich seine Kenntnisse vervollkommnen, wenn man sich nicht auf die leicht erkennbaren Steinpilze und Pfifferlinge beschränken will Bei ersteren hüte man sich vor Verwechslungen mit dem sehr ähnlichen Teufel», ober Satanspilz. Der Pfifferling ist nach Kenntnis seines Hauptmerkmals, der unregelmäßigen Lamellen, nicht leicht mit einer anderen Pilzart zu verwechseln. Oos Heimatmuseum in 'Dillenburg. WER. Dillenburg, 2 3ull 3n ben letzten Tagen ist in ben oberen Räumen der kürzlich eingeweibten Jugendherberge auf dem Schloß berg bas neue Heimatmuseum eingerichtet worden. Zunächst wurden bic bisher im Wilhelmsturm untergebtachten alten Lbrv- ntlen, Urkunden unb Altertümer hierher über* geführt, da die holländische Regierung, die Erbauerin des TurrneS. diesen einzig und allein alS Gedächtnishalle für ben Befreier ber Riedcr- lanbe. Wilhelm ben Schweiger in Anspruch nimmt Weiter fanben hier Aufstellung bic anläßlich ber Gewerbeausstellung von kaufenden von Besuchern mit großem 3ntcreffe betrachteten .Bodenschätze beS Dillkreises Diese geben einen umfassenben ilcberbltd über bic Geologie unserer weiteren Heimat unb zeigen in geschickter 2In- orbnung. alS wären sie naturgewachlcn, die cha- rakteristtschen sechskantigen Basaltsäulen von Beil- stein, bic verschiebenen Kalkvorkommen bn Dillkreis (Erdbach, Buckcrsbors. Dicken Hüger). Wissenbacher Schieser. bann ganz seltene Dorkommen, wie Rickel. Kobalt, Mangan, Zinnober u. a. m. aus Deilstein. Hirzenhain unb Breitscheib, sowie bic hochwertigen Erzeugnisse ber einheimischen Farbenindustrie. Borkum De* Heilbad In der deutlichen Xordwee! 12. August: Pferderennen. 16. Aucrust: Heimat- spiele. 16.—19. August: Tennisturnier. Prospekt durch die Badedirektion. 4558D Fufe 63)31 MerMMWW Bellersheim, Utphe, Gießen, Gladenbach, Münzenberg und Homberg a. d. Ohm, den 3. Juli 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. Juli, nachmittags 3.30 Uhr, vom Trauerhause in Bellersheim aus statt Keinerlei Kaufzwang! Separater Beratungsraum Kommen Sie möglichst vormittags Der MtzWrls-Meiie LeMer WvMWWgtt vauptocrotnn. 1 Wochenendhaus Schlafzimmer, Küche ufro. Lose nur 50 st!vf. noch zu haben bei Zigarren haus Reuter strüher Buchackerl,Neuen Baue 11 Spezialist kostenlos Rat und Auskunft über alle Fußleiden auch hinsichtlich der Wahl richtig passenden Schuhwerks Todes-Anzeige. Heute nacht starb mein herzensguter Mann, unser geliebter Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel HerrSamuelWetterhahn nach vollendetem 91. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen Mäusburg 12 / Femspr. 210 62*» y Nur noch Dienstag, den 3. Juli und Mittwoch, den 4. Juli erteilt ein von den Deutschen Scholl-Werken entsandter Freitag, 6. Juli: Ziehung der Hess. Flieger- Geld-Lotterie Lose ä 1 BM. und noch zu haben bet Reuter. 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Der vom Gemetnderat durchberalene Voranschlag der Gemeinde Alten-Buseck sür Rj. 1928 liegt vorn 3. Juli bis einschl. den 9. Juli 1928 aus hiesiger Bürger- meisteret zur Einsicht aller Interessenten offen und können Einwendungen während dieser Zeit mündlich oder schrifllich gegen denselben vorgebracht roetben. Die Erhebung einer Umlage, wozu auch die Ausmärker beizuttagen haben, ist beschlossen. 631 IO Alten-Buseck, den 3. Juli 1928. Bürgermeisterei Alten-Bufeck. ^Bekanntmachung. Dec Borait'wlag ber Gemeinde Hungen jur Rj. 1928 lieg* von Mtttwoch, den i. Juli 1928 bis einschl. Dienstag, den 10. Juli 1928, auf unserem Amtszimmer v,.t Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist lönnen bei uns Einwendungen schriftlich . _vr mündlich zu Protokoll vorgebracht .verden. Es tst die Erhebung einer Um- uze beschlossen, zu der auch die Ausmärker ränge zogen werden. Hungen, den 2. Juli 1928. Bürgermeisterei Hungen. Fendt.6308 D Kons umverein Bielen n.I)m6.e.B.m.KB. Markenablieterunl erfolgt in den Verteilungsstellen vom 5.-20. Juli 1928 Am 30. Juni geht das laufende Geschäftsjahr zu Ende. Den Mitgliedern wird die Ersparnis wieder auf Grund des Umsatzes zugeteilt Die Mitglieder erhalten die Vorteile ihrer eigenen Arbeit Hat das Mitglied e seine Pflichten gegenüber der Genossenschaft restlos erfüllt ist diesem auch ein großer Erfolg beschieden Mitglieder liefert Marken und Anteilkarte pünktlich ab, damit die Verrechnung der Rückvergütung ohne Störung und Zeitverlust erfolgen kann DER VORSTAND M75» MscheZische Mittwoch und Fretrag etmrestend Da. Schellfische, Cabliau und EeclachS im Ausschnitt, frische Brat-Lchcllfischc, Koteletts und »tlctt — Reue Salzgurke». ”* MkdSMAO Badoboftrr. 27, Serulvr. 1631. AllgememeOttskranken-1 kaffe Gießen-Gtadi Die rückständigen "Beiträge zur Krankenkaste, 3nvaliden- und Grwerbslolenver- sicherung für den Monat Mat 1928 können noch biS zum 10. Juli d. 3 ohne Kosten bezahlt werden. 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Aach einer Sitzung des Derwaltungsrats fand in der Kleinen Aula des Universitätsgebäudes die Hauptversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden der Gesellschaft, Provinzialdire'tors G r a e f - Gießen, bei sehr zahlreichem Besucht statt. Zunächst erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht des Vorstandes für 1927, in dem zuerst der verstorbenen Mitglieder Divisionspfarrer a. D. Büttel- Schleswig, Kaufmann L. D a h - Gießen. Prof. Dr. E. W. Mayer -Gießen und Prof. Dr. Wiener» Leipzig, gedacht, ihrem Andenken die übliche Ehrung erwiesen wurde. Dann wurde mitgeteilt, daß die Hochschulgesellschaft das Jahr 1927 mit 626 Mitgliedern begonnen und es mit 637 beschlossen hat. Die Zahl der Mitglieder betrug im Jahre 1920 440, 1921 = 566, 1922 - 661, 1923 = 565, 1924 = 544, 1925 - 579, 1926 -- 626, 1927 637. Der Stand am Jubiläumstage betrug 726 Mitglieder. Die Werbung neuer Mitglieder sei nicht leicht. Rur der persönlichen Werbearbeit von Person zu Person sei der bisherige Aufstieg zu verdanken. Am besten sei das daraus zu ersehen, daß es dem Geheimrat Prof. Dr. König gelungen sei. aus den Kreisen seiner früheren Schüler 15 neue Mitglieder zu gewinnen. Ihm gebühre der wärmste Dank der Hoch» schulgesellfchast. Die Tätigkeit des Werbeausschusses hatte sich in den letzten Jahren grundsätzlich der planmäßigen Ersas unq aller akademisch gebildeten Beamten und Angehörigen der freien Berufe in Oberhessen zugewandt. Das Ergebnis ist leider noch bescheiden geblieben. Bis jetzt gehören fünf Verbände ..Alter Herren" der Universität Gießen der Gesellschaft an. Auch hier kann noch sehr viel geschehen, sowohl hinsichtlich der Gewinnung von Verbänden, als auch von Einzelmit- aliedern aus den Korporationen. Wenn man bedenkt, daß etwa */, der Alten Herren der Korporationen an der Technischen Hochschule in Hannover der dortigen Hochschulgesellschaft angehört, so geht daraus hervor, was auf diesem Gebiet der Werbearbeit noch erreicht werden kann und muß. Es sollte ein Ansporn sein, hier mindestens daS Gleiche zu erreichen, wie in Hannover. Dec Werbeausschuß setzte seine im Vorjahr schon vorbereiteten Versuche fort, in einzelnen größeren hessischen Städten durch Bildung von Keimzellen die allmähliche Entstehung von Mitgliedsgemeinden zu gewährleisten. Die Ergebnisse dieser Werbearbeit sind noch nicht völlig zu übersehen. Ein hervorragendes Beispiel dafür, was hier zu leisten möglich ist. bietet die Stadt Worms. Dort ist es der verständnisvollen, planmäßigen und glücklichen Art des Mitglieds deS Vcrwaltungsrats, Oberbürgermeister Bahn, gelungen, in ganz kurzer Zeit säst 100 Mitglieder zu werben, ein Er olg, der die Erwartungen weit übertroffen hat. Oberbürgermeister Rahn sei für seine Wirksamkeit herzlichster Dank auszusprechen. Vach dem großen Erfolg in Worms werden die Versuche, auch in anderen Städten Ortsgruppen zu bilden, fortgesetzt. Auf dem Gebiete der Werbung neuer Mitglieder kann und muß noch viel gesäxhcn. wenn cs jedem Mitglied der hochschulglscUschasl gelingt, in diesem Jahre nur c i n neues Mitglied zu gewinnen, dann kann die Milgliederzahl verdoppelt werden. '21 Uc Mitglieder der Gesellschaft müssen sich noch mehr als bisher anftrengen, durch eifrige Werbung die Mitgliederzahl zu steigern. Der Redner wies dann auf die geistige Verbindung der Mitglieder durch die „Nachrichten der Gießener Hochschulgesellschaft" und auf die Borträge von Dozenten der Landes- Universität in den verschiedensten hessischen Städten hin. Vorträge wurden in Alsfeld, Altenstadt, Bü- dingen, Friedberg, Hanau und Worms gehalten. Das Jahr 1927 zeigt auch in finanzieller Beziehung einen weiteren, wenn auch geringen Aufstieg. Das Jahr 1926 schloß mit einem Dermögensstand von 32 380 Mark ab, am 31. Dezember 1927 konnte ein Vermögen von 32 725 Mark ausgewiesen werden. Am Schlüsse des Berichts heißt es dann: „Nachdem sich die Finanzen der Hochschulgcscllschaft auch in den letzten Jahren wieder gebessert haben, sind wir in der Lage, für die Bedürfnisse der Wissenschaft in etwas höherem Maße als seither — allerdings immer noch in sehr bescheidenem Rahmen — Mittel zur Verfügung zu stellen. Wir sind von dem Ziel, das man sich bei der Gründung der Gießener Hochschulgescll- schaft gesteckt hat, noch sehr weit entfernt. Vielgestaltig und mannigfaltig sind die Bedürfnisse unserer Landesuniversität, die befriedigt werden müssen, wenn die Universität in dem Wettkampf mit den Nachbaruniversitäten ehrenvoll bestehen soll. Hierzu kann jeder sein Scl-erslein beitragen, wenn er Mitglied der Gießener Hochschulgesell- schast wird. Wir müssen auch im neuen Jahre die Zahl unserer Mitglieder zu steigern suchenFund dadurch das In- teresse für unsere Bestrebungen in immer weitere Kreise tragen. An alle richte ich auch heute wieder die dringende und herzliche Bitte, uns mit Rat und Tat zu unterstützen, dann wird es uns auch gelingen, weiter vorwärts zu kommen." Anschließend wurde dem Vorstand und dem Ver- maltungsrat einstimmig E n t l a st u n g erteilt. Ein Antrag des Vorstandes auf eine Satzungsände- r u n g fand einstimmige Annahme. An Stelle des in den Vorstand einaetretenen Hüttendirektors Dr. Humperdingk (Wetzlar) wurde Kammerdirektor B r ä u n i g (Darmstadt) in den Vcrwaltungsrat gewählt Als Schlußpunkt der Tagesordnung folgte nun- mehr die Ueberreichung einer Iubiläumsspende an die tlniversitäi. Der Vorsitzende >rovinzialdirektor G r a e f, warf einleitend einen kurzen Rückblick auf das erste Jahrzehnt der Gießener Hochschulgesellschaft und erklärte, man dürfe ohne Ueberhebung sagen. daß die Gesellschaft in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens der Universität nützliche Dienste geleistet und in mancher Beziehung deren wissenschaftliche Arbeiten dadurch erleichtert habe, daß sie zur Erfüllung ihrer Aufgabe Mittet zur Verfügung stellen konnte. Damit sei die Gründung der Hochschulgesellschaft in vollem Umfange gerechtfertigt. Das zehnjährige Bestehen der Hochschulgesell- schaft sei ein willkommener Anlaß gewesen, auf ihre Bestrebungen erneut hinzuweifen und zu versuchen, einen größeren Jubiläumsfonds anzusammeln, der es der Landesunivcr- fität ermöglichen soll, dringende Bedürfnisse zu befriedigen und lang zurückgestellte Wünsche zu erfüllen. Die Lieberzeugung, daß im deutschen Dolle trotz allen Unglücks der letzten Jahre doch eine starke Lebenskraft und der Wille zur Selbstbehauptung vorbanden feien, und daß trotz aller Rot der Zeit bei den alten und neuen Mitgliedern der Gesellfchaft der Sinn für ideale Bestrebungen sich erhalten habe, veranlaßte den Vorstand, zur Sammlung einer Jubiläumsgabe aufzurufen. Es erfülle die Hochschulgesellschaft mit großer Freude, daß die Werbearbeit einen schönen Erfolg gehabt habe und man heute in der Lage sei, der Canbeeunioerfitäl einen Jubiläumssonds von 61 000 Mark zu überweisen. Zu dieser Spende haben folgende Firmen und Einzelpersonen beigetragen: Firma Bänninger G. m. b. H., Gießen: S. Bock & Co. Gießen: Duderus'sche Eisenwerke. Wetzlar: Gießener Brauhaus Denninghosf. Gießen: J.-V.- Farbenindustrie A.-G., Frankfurt: Dr. Georg Gail, Gießen: Waggonfabrik Gebr. Gastell und Dipl.-Jng. Otto Gastell, Mainz-Mombach; Gewerkschaft Gießener Braunsteinbcrgwerke vonn. Fernie, Gießen: Bankdirektor Gotpchalk u. Bankdirektor Grießbauer, Gießen: Kommerzienrat Franz Hesselberger, München: Firma Cornelius Hehl QL-® und Ludwig Freiherr Hehl zu Hermsheim - Worms, Firma Gebrüder Hevne G.m.b.H., Offenbach: Generaldirektor Hildebrandt, Zillertal (Schlesien): Kommerzienrat Josef Himmelsbach, Freiburg: Firma Brauerei Jhring» Melchior, Lich: Dr. med. Kurt Koch. Gießen: Landesversicherungsanstalt Hessen - Darmstadt: Buchdruckereibeiitzer Richard Lange, Gießen: Firma Dr. Emst Leih, Optische Werke, Wetzlar: Dr. jur. Otto Liebmann. Berlin: Mannesmann- Röhrenwerke, Gießen: Generalkonsul Karl Mayer: Firma E. Merck und Familien Merck, Damistadt: Ministerium des Innern, Darmstadt: Fabrikant Arthur Pfeiffer, Wetzlar: Fabrikant Ludwig Rinn, Gießen: Firma Stahlwerke Röchling-Buderus A.-G., Wetzlar: Kommerzienrat Schassstaedt und W. und C. Schu- chardt, Gießen: Freiherr Willfried Schenk zu Schweinsberg-Wäldershausen: Kommerzienrat Schirmer, Gießen: Graf Schlitz gen. von Görtz- Schlitz: Firma Wegener, Dliyenrod; Direktor Will, Mainzer Verlagsanstalt. Mainz: Bankdirektor Wolsskehl, Gießen: Fabrikant Dr. Zöpp- rih, Magelstetten. Aus warmem Herzen dankte er allen Spendern, die zu diesem Fonds beigetragen haben. Dieser Gabe sei eine besondere Bedeutung beizumessen. wenn man brden.e, daß die Mittel gespendet wurden in einer Zeit wirtschaftlicher Schwierigkeiten, und daß sie nicht aus dem üeberflufo gekommen feien, sondern daß sie Opfer waren, zu denen sich die Spender bereitgefunden haben in der Erkenntnis, daß es Dinge gibt, die höher einzuschätzen sind als Geld: die Förderung deutscher wissenschaftlicher Arbeit, die in der ganzen Welt anerkannt wird und nicht entbehrt werden kann, die Erhaltung der deutschen Kultur, der Glaube an Deutschlands Zukunft. Der Redner machte sodann darauf aufmerksam, daß die Hälfte der Jubiläumsspende durch Bindungen seitens der Stifter für bestimmte Zwecke vorgesehen ist. Die Gabe der Landesversicherungsanstalt Hessen soll dem weiteren Ausbau der Lupusheilstätte in Gießen dienen, die Gabe der Mannesmann-Röhrenwerke soll für den Veuausbau des Geologischen Instituts Verwendung finden, Dr. Otto Liebmannnin Berlin wünscht seine Gabe für Zwecke des juristischen Seminars der Landesuniversität verwendet zu sehen, die Spenden von Buchdruckereibesitzer Richard Lange und Fabrikant Ludwig Rinn sotten zum Ankauf von 2 Sammlungen unveröffentlichter griechischer Papyri benutzt werden Für die andere. Hälfte der Spende (30 500 Mk.) soll der Landesuniversität das freie Derfügungsrecht ^ustehen, jedoch sotten die Mittel nicht zur (Befriedigung vieler Wünsche verwendet und dadurch in viele kleine Spenden aufgelöst werden, sondern fic sollen vorzugsweise zur Erfüllung eines größeren Zweckes, der dec Landesuniversität besonders am herzen lieg', Verwendung linden. Falls nicht andere, größere, in höherem Maße unterstätzungSbedürftma Zwecke der Universität bekannt geworden fein sollten, würde die Hochschulgesellschast es freudig begrüßen wenn insbesondere der einzige, ihr bisher bekanntgewordene solche Zweck. daS von Professor Dr. Aubin angeregte Institut für hessische Landesforschung. auS den Mitteln der Jubiläumsspende gefördert würde, unter der selbstverständlichen Voraussetzung. daß auch der hessische Staat und die Rotgemeinfchaft das Zustandekommen dieses Instituts durch Bereitstellung entsprechender Mittel sichern. Insoweit auS den Mitteln deS Jubiläumsfonds. oder aus laufenden Zuwendungen der Hochschulge'ellfchaft Bücher befchasit werden. soll in oiefen darauf hingewiefen werden, daß sie aus Mitteln der Hochfchulgefellfchaft beschafft worden find, um für alle Zeiten die Tätigkeit der .Hochschulgesellschast hervorzuheben. Mit der ilebcriDeifung des Jubiläums onds an die Universität verbinde die Hochfchulgesellfchast den Wunsch, daß der Fonds dazu beitragen möge, die wissenschaftliche Arbeit zum Segen unserer Landesuniversität und unseres Landes weiter zu fördern. Als Vertreter Sr. Magnifizenz des Rektors Professor Dr. Rosenberg, der durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, nahm der Ex-Rektor, Professor Dr. Zwick, die reiche Iubiläumsspende der Hochschulgesellschast mit herzlichen Dankesworten entgegen und sprach der Geberin gleichzeitig herzliche Glückwünsche zum Jubiläum aus. Wenn wir, so sagte der Redner unter anderem weiter, heute zn- rückblicken auf die bisherige Tätigkeit ber_ Hoch- fchulgesellschaft, so muß die Mnmerfität als Empfangende dankbar bclenr.cn,, daß die Leistungen, die die Hochschulgesellschast vollbracht ha:, weit größer und umfangreicher sind, als man sich bei der Gründung versprach, daß sie weit hina. .» gehen über das gesteckte Ziel. Von den zays» reichen und mannigfaltigen wissenschaftlichen Bestrebungen und Ausgalen, die unserer ilniDci;-- tät zugefallen sind, gibt es nur wenige, die noch nicht von selten der Hochschulgesellschast Unter» stützung und Förderung erfahren hätten. Der Redner zählte dann eine Anzahl der hervorragenden Leistungen der Hochschulgesellschast Ur die Landesuniversität auf und erklärte weiter, der Dank der Hnioerfität für diese reiche Förderung bekunde sich in der verbesserten Ausbildung unserer Studenten und in einer Reihe eifrig durchgesühöter Forschungsarbeiten, die Zeugnis dafür geben, daß durch die Spenden dec Hocy- schulgefellschast die Arbeitsfreude und der Arbeitsmut durch diesen Ansporn noch kräftiger als bisher wieder gewachsen seien. Die Universi- tät werde auch in Zukunft in dem Sinne der Stifter die Mittel verwenden zur Mitarbeit am Wiederaufstieg unseres Volkes und Vaterlandes. Als Jubiläumsgabe der Universität an die Hochschulgesellschaft habe er im Auftrage Sr. Magnifizenz des Rektors eine größere Anzahl von Beitrittserklärungen zu übergeben, die der Rektor unter den Professoren. Privatdozenten. Assistenten und Beamten dec UniDerfität geworben habe, die bisher noch nicht Mitglieder der Hochschulgesellschaft waren. Zur ganz besonderen Freude gereiche es ihm (Redner) aber, hier verkünden zu können, daß der Gesamtsenat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen habe, den hochverdienten Vorsitzenden der Gießener Hochschulgesellschast. Provinzialdirektor G r a e f zum Ehrensenator der hessischen Landesuniversität zu er- Bei den Pyramiden. Von Max Brod. Die Sphinx und die Pyramiden, um derentwillen ich nach Aegypten gekommen bin, habe ich überhaupt nicht gesehen. Ich war während der gaiucn Zeit, in der mir diese Denkmäler ur- ältester Vergangenheit zum greifen nahe waren, ausschließlich mit dem Problem beschäftigt, Bakschisch zu geben oder nicht zu geben. Zwei Rebenbemerkungen: ich bin überzeugt, daß es den meisten Aegyptenreifenden so geht wie mir. Denn der Dakschischruf bei den Pyramiden ist eine elementare Macht, die alles niederwirft, was man zum Schutze gegen ihn etwa vorbereitet hat — inklusive Baedeker- und etwaige archäologische Kenntnisse —. Rur will man es nachher nicht eingestehen, daß man faktisch nichts gesehen hat. Die Pyramiden existieren nur auf Bildern. In Wirklichkeit sind sie unsichtbar. Vielleicht tauchen sie bei einem zweiten, dritten Besuch schüchtern aus der Wüste auf. Aber zu dem nehmen sich wohl die wenigsten Touristen Zeit. Schon deshalb nicht, weil sie sich nicht eingestehen, daß sie beim ersten nichts gesehen haben. Ferner: — es ist kein Wunder, daß jeder, der über den Orient schreibt, zunächst auf das Thema „Bakschisch" gerät. Alles andere tritt bei dem Erlebnis in den Hintergrund. Unnatürlich wäre es, von Moscheen, Minaretten. Liwanen zu reden, eh: man die acht bis zehn Mann gebührend gewürdigt hat, die sich in die Aufgabe teilen, einem vor Betreten des Heiligtums die gelben Lederschlappen über die 6hefei zu binden. Einer ist Aufseher, einer kontrolliert den Aufseher, zwei »erben nxggejagt, einer sucht die Pantoffeln aus und einer reißt sie ihm weg. einer begleitet das Werk mit weisende den. einer schaut stumm zu, einer belehrt mehrere Knaben über den Vorgang. So setzt sich die Arbeit ins Unendliche fort. Und diese Arbeit von „lausendem Band", die dem Europäer gänzlich neu ist, übertrifft im ersten Eindruck an exotischer Wirkung alles, was er an Sehenswertem zu sehen bekommt. Bei den Pyramiden von Gizeh aber überschreitet der wohlorganisierte Vorgang feine eigenen Grenzen. Er verschlingt die Sehenswürdigkeit, er wird zum Selbstzweck. Die Pyramiden sind an Ort und Stelle gänzlich unwichtig und die Dakschisch-Angelegenheit allein regiert am Rande der Wüste. Wie anders hat man sich die Sache vorgestellt. Auf den schönen Aegypten-Briefmarken, die man als Kind mit besonderer Vorliebe gesammelt hat, liegt sauber und ordentlich das rätselhaste Sphinxhaupt vor den drei -perspektivisch abgestuften Pyramiden. Später hat man so viele Bilder gesehen, so viele Beschreibungen gelesen, daß man glaubt: diesmal kann doch der Eindruck solch geometrischer einfacher Gebilde von der Phantasievorstellung nicht allzusehr abweichen, obwohl man ja die Erfahrung gemacht hat, daß das Erwartete und das Wirkliche nie zusammenstimmen. Diese Erfahrung bestätigt sich mit verdoppelter Wucht. — Das Mena-Hause-Hotel mit feinen blumigen Grasbeeten, seinen Loggien und Baikonen entspricht zwar noch so ziemllch dem Gedachten. (Man hat es sich vielleicht nur noch etwas eleganter vorgestellt, mit Rücksicht auf die sündhaft noblen und kavaliermähiaen Liebes- gefchichten. die von Romanciers hierher verlegt werden.) Aber schon die lange Reihe kniender Kamele, mit bunt aufgepuhten. rot betrobbclten Sätteln, jahrmarktmähig hergerichtet, wie man späterhin im ganzen Orient fein Tragtier mehr sehen wird, also ausschließlich für den Fremdenverkehr hergerichtet, — schon die mit ihrer Schar von Beduinen, die als Treiber Dienst leisten, stören das Bild denkmalmäßiger Ruhe und "Brief- marfenortmung. Die Kamele liegen zum Aussuchen da wie geschlachtete Gänse in der Markthalle. Roch ehe man überhaupt den Wunsch ausgesprochen hat, sich auf solch ein Kamel oder — bescheidener und feiger — auf eines der geduldigen Eselchen zu setzen, die gleichfalls bereitftehen. noch ehe man überhaupt zum Bewußtsein gekommen Ist, verhandelt der Führer, den man für den Ausflug gemietet hat, mit einem der Scheichs. Wildes Getümmel unter den Beduinen. Jeder hat sein Kamel, fein Eselchen anzupreisen. „Aber ich möchte zu Fuß fou den Pyramiden hinauf" — diesen Wunsch traut man sich gar nicht auszusprechen. Er würde auch gar nicht gehört werden. Denn der Schlachtlärm der Araber hat sich so gesteigert, daß man überhaupt nichts hört. Ein riesengroßer Mohr, ägyptischer Polizist in dunkler Uniform, mit rotem Tarbusch und zwei Wetattschttden an den Schultern. — der eine zeigt unsere, der andere die arabischen Ziffern — bewirkt durch fein bloßes Rähertreten Mäßigung. Aber leise, durch Zeichen geht der sinnverwirrende Streit weiter. Der Führer hat sich nunmehr ganz auf die Seite unserer Gegner geschlagen, et verhandelt nur „wieviel", nicht „ob". Einwände versteht er nicht, ober gibt vor, sie nicht zu verstehen. Und doch wäre der Hügel, der der Cheopspyramide zur Basis dient, und hinter dem die Sphinx sich befindet, mit ein paar Schritten zu erklimmen. Auch unser Auto könnte den Weg hinauffahren. Vergeblicher Protest. Schon sitzen wir auf den Reittieren, die Treiber stoßen gutturale Rufe aus, vorwärts. Diesen Ritt vergesse ich nie. Der mir zugeteilte Treiber, ein junger, schöner schwarzer Kerl mit blitzenden Zähnen, immer lächelnd, scheinbar äußerst gutmütig, dabei aber von letzter Zweck- befliffcnpeit, läßt mich keinen Moment in Ruhe. Ob ich englisch spreche? Ober französisch? Ja, unb ba$ sei die Pyramide. Die grellen Stein- slächen stoßen wie ein Gebirge vor, die Hitze, das gelbe Wüstenlicht vibriert längs der ungeheuren Masse, zu der ich gern aussähe. — aber das Tier setzt sich in Trab, es ist nicht leicht, sich festzuhalten. Und der Treiber hält inzwischen schon bei deutschen Brocken. Seltsames Gemisch, dessen Bestandteile er in mehrjähriger Pyramidenpraxis zusammengeklaubt hat: „Dank schön, dank schön, guter Baron, Deutschland über alles, lein Geschäft, auf Wiedersehn, vielleicht übermorgen". Das also war der Eindruck der Cheopspyramide. Zu den beiden anderen reichte der Blick, seltsam gelähmt, überhaupt nicht hinüber. Indessen hat einer aus unserer Reisegesell- schast, mürbe durch die Bettelei, bereits ein Fünfigpiasterstück hervorgeholt und feinem Treiber gegeben. Die drahtlose Telegraphie ist erstaunlich, mit deren Hilfe diese Rachricht allen Beduinen, die uns begleiten, im Augenblick »eitergegeben wird, obwohl wir in großen Abständen reiten. Verstecktes »Dank schön' setzt ein; die Antizipation, von der entsprechenden Geste begleitet, wirkt kindlich, einschmeichelnd, suggestiv. Und gibt man, so ist man nicht etwa befreit, sondern es wird einem Erstaunen, Unwillen gezeigt, ein höheres Geschenk gefordert. Abweisen hat keinen Zweck, prallt ab an dem ewigen zähnefletschenden Lächeln. Aber nun verstärkt sich der Anstumt. Ein Photograph tritt auf. Widerspruch gilt nicht, dazu ist es auch viel zu heiß. Und kleine Jungen in blaugestreiften Hemden tanzen einem vor der Rase herum, geben kleine gelbe Rippesfiguren, Alabaster-Sphinxen, verlangen schreiend ein Pfund, oder ein halbes, je nach dem Gesichtsausdruck des Fremdlings. Diese Heinen Sphinxe erinnern mich daran, daß ich vermutlich in die Rähe der berühmten Sphinx gelangt bin, des Löwen mit dem Kopf des Königs Chefren. Richtig, da unten — in der Sandgrube ein gelbbrauner riesiger Kopf. Haubenflügel, auffallend dünne Lippen — und schon werde ich »eitergeriffen. Es geht zurück, den Hügel hinauf, dann zum Mena-Hause-Hotel hinab. Das war also die Sphinx. Ich gestehe, nachher einen Heinen Wutanfall gehabt zu haben. Man hat uns geprellt. Richt nur um Geld, das wäre zu ertragen, das ist Schicksal des Reisenden, — hier aber hat man uns das ganze Reiseziel einfach wegeskamotiert. Zu spät merken wir es. Aber wer brächte in dieser Sonnenglut die Energie auf. die ganze Prozedur — mit zweifelhaftem Erfolg — zu wiederholen. Mit dem Bakschich-Wesen hat mich dann später ein Augenblick versöhnt. — Es »ar in El Arisch. Alle Schrecken der Hitze verhundertfacht auf diesem ausgedö raten Wüstenboden. Dattelpalmen verstauben, und das nennt man „Oase". Rechts und links die unendlichen Sandwellen, von grauen Grasbüscheln gefleckt. Englische Militärhäuser, eins wie das andere, Ziegelhäuser, wie aus derselben Form gegossen. Man begreift den Heroismus der Leute nicht, die in dieser Einöde dienen. Elend: Lehmhütten der Eingeborenen. Während wir halten, steht ein kleiner Bursch in gelbem Mantel und weißem Turban auf dem Perron, streckt das schwarze Händchen vor. ganz apathisch, und die Lippen flüstern leise „Baksis. Daksis". Vielleicht spricht man hier im Dialekt, vielleicht hat der Junge einen Sprachfehler; das Wort Hingt jedenfalls in dieser Aussprache wie neu. Man hat es zum Ueberdruß gehört. Plötzlich rührt es mich Der Knabe bettelt ja gar nich.. Riemand beachtet ihn. er sucht auch durch gar (ein Mitt l die Aufmerksamkeit auf sich zu len.en, ganz schläfrig und felbstve.gessen steht er im weißgelben Wüstenlicht da, streckt nur schwach die Hand aus, — der Zug ist einige Meter weit entfernt. Die Traumhastigkeit und Hoffnungs- lofigfeit dieser Geste ist ergreifen!). Das Ganze sieht aus, als sage der Knabe einen Gruß auf, als wiederhole er nur aus Höflichkeit, aus Pflichtgefühl, zur Begrüßung dieser unbegreiflichen Fremden, die auf andere Art nicht begrüßt sein wollen, nicht begrüßt fein können, als wiederhole er nur als Zeremonie fein leises eintöniges Gemurmel „Dapfis". Die Beduinen bei Gizeh sind auch nicht anders erzogen worden als zu dieser Art von Verkehr mit Europa. Es ist nicht ihre Schuld, daß man von den Pyramiden nichts sieht. nennen und ihm damit die höchste Auszeichnung zu erteilten, die die Gesamtuniversität zu bergeben habe. Möchte der unermüd.iche und verdienstvolle Vorsitzende noch lange mit gleicher Kraft und Hingabe wie bisher die Gießener Hochschulgesellschast leiten! Vach herzlichen Dankesworten des Provinzial- direktors Graes, denen er die Versicherung an- schloß, daß die Gießener Hochschulgesellschast auch in Zukunft nicht ermüden werde in der Förderung der Landesuniversität, wurde die denkwürdige Hauptversammlung geschlossen. Sie Festsitzung in der Reuen Aula vereinigte ein zahlreiches Publikum, dem der Vorsitzende Provinzialdirektor Graes zunächst mitteilte, daß die Mitglieder der hessischen Regierung zu ihrem Bedauern am Erscheinen verhindert seien, ihre Glückwünsche der Gesellschaft aber schriftlich übermittelt hätten. Auch vor diesem größeren Kreise von Freunden der Gießener Universität sprach Provinzialdirektor G r a e f die dringende Bitte aus, allezeit eifrig zu werben für den Beitritt zur Gießener Hochschulgesellschaft, um dadurch die Förderung unserer Landesuniversi- lät noch stärker als bisher gestalten zu können. Hierauf sprach Generalmaior a. D. Professor Dr. Haushofer (München) über das Thema „Das Ringen ozeanischer und kontinentaler Mächte in Ehina". Der Vortragende übermittelte zunächst die Glückwünsche der beiden Münchener Hochschulen und der Deutschen Akademie, anschließend daran wandte er sich in tiefgründiger und außerordentlich fesselnder Weise der Behandlung seines Themas zu. Er gab seinen zahlreichen Zuhörern ein ganz neuartiges Bild von ben außerordentlich starken Kräften, die im chinesischen Volkstum, wie überhaupt in den Bewohnern Ostasiens schlummern, und deren Lebendigwerden seine Wirkung auch bis über Europa hinweg ausüben wird. In eindrucksvoller Weise schilderte der Redner den wunderbaren Ausstieg der Japaner zur Vormachtstellung In Ostasien, dem eine Parallele in Ehina als durchaus möglich, ja wohl als sicher zur Seite gestellt werden kann, denn in beiden Völkern ist der Drang zum Meere und ein seiner Werte vollbewußtes Volksbewuhtsein erstaunlich tief verankert. Daß auch die geistige Welt Europas und insbesondere die geistig führenden Schichten Deutschlands aus dieser Entwicklung in Ost asten Lehren zu ziehen haben, kann man nach den Überzeugenden Ausführungen des Vortragenden als absolute Gewißheit ansehen. Der etwa zweistündige Vortrag, der in seinem zweiten Teile durch zahlreiche gute Lichtbilder das gesprochene Wort illustrierte, fand den starken Beifall der bis zum Schlüsse gespannt lauschenden Zuhörer. Ein geselliger Abend in den Räumen des Gesellschaftsvereins hielt die Teilnehmer nach gemeinsamer Tafel noch einige Stunden in schönster Harmonie beisammen. Bei Tisch entbot Provinzialdirektor G r a e f den Ehrengästen des Abends, Ministerialdirektor Urft q b t als Vertreter ber Regierung, Bürgermeister Dr. Frey als Vertreter bet Stabt, und dem Festredner Prof. Dr. Haushofer den Gruß bet Hochschulgesellschaft. Generalmajor a. D. Dr. Be th ke - Gießen feierte bie Damen unb bat auch sie um ihr reges Interesse für die Bestrebungen der Hochschulgesellschast. Generalmajor a. D. Dr. Haushofer bankte im Hamen ber Gäste und schloß seine launige Ansprache mit einem Hoch auf bie Hessische Landes- Univessität. Jahresversammlung des Llniversitätsbundes Marburg. ][ Marburg. 1. Juli. Am Samstag und Sonntag hielt ber Un i ver f it ä t Sb u n b Marburg unter bem Vorsitz von Geh.-Rat Dr. h. c. Haeuser - Höchst a. M. seine Iahres- versammlung ab. Rachdem eine Vorstands- und VerwaltungsratSsihung mit internen Beratungen vorausgegangen, trat am Samstagnachmittag im Landgrafenhaus die Hauptversammlung zusammen. Geh.-Rat Haeuser wies in seinen De- grüßungsworten Darauf hin, bah sich bet Bund im letzten Iahre gut entwickelt habe. Aus dem Möwe im Sturm. Zfioman von Sophie Kloerh. 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Nie hat uns bie Sehnsucht noch dem Süden Glück gebracht. Nie war Italien zuverlässig und treu als Freund und Bundesgenosse — und trotzdem-- Seit die Grenze wieder überschritten werden darf, pilgern aufs neue die törichten Nordländer hinunter nach Rom und Neapel, als hinge ihr Seelenheil dw von ab. Wir sind das Volk, das nie klug wird." „Sie und ich — wir fahren auch hinein in dieses Land." „Was Sie herführt, gnädiges Fräulein, weiß ich nicht. Sie werden schwerwiegende Gründe haben, da Sic in tiefer Trauer reisen. Ich — ich bin her- geschickt von einem Münchner Blatt, Zeichnungen zu einem Roman anzufertigen, der in der alten Lagunenstadt spielt." „Maler sind Sie?" „Nur Illustrator. Ich bin der dritte Sohn einer alten Hamburger Kaufmannsfamilie. Der erste wurde allemal Nachfolger des Vaters im Geschäft. Der zweite studierte Rechtswissenschaft, konnte, wenn er Verstand und Glück hatte, Senator werden. Gnä- diges Fräulein wißen wahrscheinlich gar nicht, was ein Hamburger Senator ist?" Sie schüttelte den Kopf. „Ia, und doch sind diese Herren von höchster Würde, und aus ihrer Mitte wählte man seit alten Zeiten den Bürgermeister, deren Erster Fürstenrang hatte. Tempi passati. — Run, und der dritte Sohn wurde, wenn er nicht durchaus Kaufmann fein wollte, Offizier. Als ich in Frage kam, meine Zukunft zu entscheiden, schrieben wir das Iahr sied- zehn. Ich war achtzehn Iahre all, und es gab für mich nur den einen Weg. Ich ging ihn ganz selbst verständlich, trat bei den Jägern ein unb kam nach Frankreich. — Er deutete auf die rechte Schulter. „Im letzten Sommer erwischte mich ein Lungen schuß, davon trage ich noch in der hängenden Schul- ter eine Erinnerung. Er brach ab. Was brauchte er der Fremden da- von zu reden. Es war wohl auch nur der Wunsch, sie zu entgegnender Offenheit zu veranlassen, der ihn aus sich herausgehen liefe. Aber sic verstand das nicht ober wollte cs nicht verstehen. von Geh.-Rat Prof. Dr. Troeltsch erstatteten Jahresbericht ist hervorzuheben, bah sich ber Bunb in ben letzten Iahren hauptsächlich mit ber Sammlung der zum Bau des I u b i l ä u ms- inst i t u t s benötigten Summe beschäftigte unb sich nunmehr mit voller Kratt anderen Aufgaben zuwenben kann. Der Mitglieder st and beträgt gegenwärtig 3099 in 23 Ortsgruppen, darunter Marburg mit 386. unb Kassel mit 310 Mitgliedern. 11. a. würben im letzten Iahre in Biebenkopf unb Frankenberg Ortsgruppen gegründet. Der Kassenbericht des Schatzmeisters Dr. Pfeiffer- Kassel ergab ein gün- sttges Bild. Letzterer gab ferner noch bie Bewilligungen des Verwaltungsrates bekannt, darunter 10 000 Mk. zum weiteren Ausbau des Kunstinstituts. und eine ganze Reihe wissenschaftlicher Beihilfen. Die sayungsgemäß ausdemDer- waltungsrat ausgeschiedenen Mitglieder wurden wiedergewählt. Abends fand im großen Stabt» saal «in gut besuchtes Konzert statt. Die Festversammlung am Sonntagvormittag in ber Universitätsaula trug zum erstenmal den Charakter eines feierlichen akademischen Aktes. Rach einleitendem Mu-sikstück des Collegiums musicum begrüßte Geh.-Rat Haeuser die Versammlung unb führte aus. bah bi« offiziell« Teilnahme ber Studentenschaft bas Zusammengehörigkeitsgefühl von Studentenschaft unb Universitätsbund bekräftige. Der Rektor ber Universität, Prof. Freiherr v. Soden, überreichte Geh.-Rat H a e u s e r - Höchst. Dr. Pfeiffer-Kasser unb Sanitätsrat Sardemann- Marburg in Anerkennung ihrer Verbienste um die Universität und den Bund eine neugeschaffene Plakette mit dem Bildnis Landgraf Philipps am Band des alten hessischen Ordens. Weiter wurden Prof. Huhn unb Dr. Mengel von ben Höchster Farbwerken zu Ehrensenatoren ernannt. Dr. P f e i f f e r - Kassel erhielt ferner von ber philosophischen Fakultät bas Diplom eines Doktors ber Philosophie. Anschließend fanden zwei wissenschaftliche Vorttäge statt. Prof. Fr ied lande r-Marburg sprach über „Die Entdeckung der Erde durch die Griechen" unb Direktor Dr. Steindorf- Höchst über „Moderne Schädlingsbekämpfung in ihrer Bedeutung für die Landwirtschaft". Mit einem gemeinsamen Festessen fand die Tagung ihren Abschluß. Aus der pwvinzialhauptstadi. Gießen, den 3. Iuli 1928. Oer nasse Tod. Kaum hat die Badezeit eingesetzt, so muh man auch schon in erschreckender Häufung aus zahlreichen Orten von Todesfällen beim Baden hören. Man sollte doch meinen, baß die Aufklärungsarbeit von Schwimmverbänden und Gesellschaften, von Schule unb Haus, endlich die selbsterlebten Erfahrungen Über das gesunde Baden und Schwimmen derartige Unglücksfälle auf ein Mindestmaß herabgesetzt hätten. Dah trotzdem, besonders bei jungen Leuten und Jugendlichen, das Spiel in den Wellen zu einem tödlichen wird, beruht nicht selten auf Leichtsinn unb Ueberanstrenguna. ber der Körper nicht gewachsen ist. Ein .großer Teil der Todesfälle im Wasser läßt sich auf übersteigerte Leistungen zurückführen, denen das Herz nicht mehr gehorcht. Plötzlich seht der Herzschlag auS. der Körper geht unter und der Unglückliche ist eine Deute des nassen Todes. Man vergißt allzusehr, daß der Aufenthalt im Wasser an sich schon einen gewissen Kräfteverbrauch beansprucht. Ebenso oft geht der Badende erhitzt ins Wasser, ohne sich abgekühlt zu haben. Verhältnismäßig selten rafft der Tob einen Schwimmer dadurch hinweg, daß plötzlich der gefürchtete Krampf die Glieder befällt. Dagegen muß man wieder häufig feststellen, daß manche Erttunkene sich an gefährliche Stellen wagten, zumal sie vielleicht des Schwimmens gar nicht kundig waren. Wieviele junge Menschenleben rafft alljährlich so ber Tod hinweg! Freudig unb nach Erquickung sich sehnend eilen sie an bi« Ufer der kühlen Gewässer, um dem Körper Labung unb Kräftigung zuzuführen — und am Abend trug man ihr« toten Körper ins Haus der entsetzten Eltern. Und wie oft hat der nasse Tod nicht einmal diese Gunst gewährt, wenn des Ertrunkenen Körper fortgeschw^mmt — und dann erst nach Tagen und Wochen irgendwo aufgefunden wurde! Sollte es nicht doch möglich sein, es in alle, die es angeht, tief einzuvrägen, daß gerade im Wasser prahlendes Kraftbewuhtsein leicht in lähmenden Tod verwandelt werden kann, daß auch hierfür gewisse unübersehbare Regeln gelten? Die Meldungen von den zahlreichen Unglücksfällen reden eine mahnende unb erschütternde Sprach« und machen, umflutet vom sommerlichen Leben, bas alte Wort wahr, das da heißt: „Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen." Jahresfeier der Universität. Die gestrige Iahresfeier der Landesuniversität nahm den gewohnten feierlichen Verlauf und hinter liefe dadurch wiederum bei den Teilnehmern einen starken Eindruck. Eine besondere Rote erhielt die gestrige Feier durch die Beteiligung des hessischen Staatspräsidenten Adelung unb Sr. Magnifizenz des Rektors der Technischen Hochschule Darmstadt Prof. Dr. Kammer, denen Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität Prof. Dr. R o se n be r g am Beginn seiner Festrede ben besonberen Gruß ber Alma mater Ludoviciana entbot. Als Thema für seinen Festvortrag hatte Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Rosenberg aus seinem Fachgebiet eine Betrachtung über „Die Gründe der Rochtsbildung "gewählt. Bei der Bekanntgabe der Chronik teilte Se. Magnifizenz u. a. die gestern schon mitgeteilte Ernennung des Ministerialrats Dr. h. c. ß 6 b I e i n (Darmstadt) zum Ehrensenator der Hessischen Landesuniversität Gießen mit. Aus technischen Gründen mußten wir ben eingehenderen Bericht über ben Festverlauf bis zur morgigen Ausgabe zurückstellen. D. O. A.-Tagung in Bad Aauheini. Unter Leitung von Staatsrat Block, Darmstadt, fand am Sonntag tn Bad-Rauheim ein« wichtige Besprechung der Landesverbände Hessen-Darmstadt, Hessen-Rassau, Sachsen, Thüringen, Rheinland, Württemberg, Baden und Oesterreich des Vereins für das Deutschtum im Ausland« (VDA.) statt, der von ber Hauptleitung in Berlin ber geschäftsführend« Vor» sitzende, Admiral a. D. S « e b o h m, und ber Leiter der Iugendaruppen, Dtudienrat Rumpf, beiwohnten. Einführende Referate hielten Ober« stubiendirektor Dr. Küster, Kassel, Direktor Dr. T r« u t und ber Vorsitzende des österreichischen Landesverbandes Harth, Wien. Längere Ausführungen, die für die erfolgreiche Weiterarbeit richtunggebend sind, machten u. o. Reichsminister a. D. Dr. Külz, Dresden, ber Reichskommissar ber Pressa, Stirdienrat König, Gießen und Studienrat D u r a ch, Dresben. Daten für Mittwoch, 4. Juli Sonnenaufgang 3.50 Ufer, Sonnenuntergang 20.18 Uhr. — Mondaufgang 21.47 Ufer, Monduntergang 4.34 Ufer. 1715: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Hainichen geboren; — 1776: Unabhängigkeitserklärung Nordamerikas, — 1807: der italienische Nationalheld Giuseppe Garibaldi in Nizza geboren; — 1826: der amerikanische Staatsmann Thomas Iefferson in Montecollo gestorben; — 1844: der Kunsthistoriker Karl ®oermann in Hamburg ge boren; — 1851: der Geograph Joseph Partsch in Schreiberhau geboren; — 1868: ber Schriftsteller Rudolf Presber in Frankfurt a.M. geboren; — 1888: der Dichter Theodor Storm in Hademarschen gestorben: — 1910: ber Astronom Giovanni Schiapa- relli in Mailand gestorben; — 1920: ber Bildhauer und Maler Max Klinger in Grofejena gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Faschingskönig". 22.30 Uhr Nachtvorstellung: „Das erwachende Geschlecht". — Astona-Lichtspiele: „Kleinstadtsünder". — Volkskonzert der Volkshochschule. Die Volkshochschule bittet uns, nochmals auf das morgige Volkskonzert hinzuweisen. Näheres siehe heutige Anzeige. ** Straßensperrungen. Dom Ober hessischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.), Gießen, werden uns folgende Straßensperrungen nritge- teilt: Alsfeld — Eifa im Zuge ber Straße Alsfeld—Hcrsfcld für alle Fahrzeuge bis auf werteres. Umleitung über Berfa—Elpenrod; Gießen — Krofdorf im Zuge der Straße Gießen—Krofdorf bis auf weiteres für alle Faßw- zeugc, Umleitung über Abendstem; Wetzlar — Ra uborn im Zuge der 5träfe« Wetzlar— Schwalbach—Riederquembach für alle Fahrzeuge bis 15. Iuli, Umleitung über Steindorf—Oberndorf ; Wetter-Münchhausen im Zuge der Strecke Marburg—Frankcnberg für alle Fahrzeuge bis 25. Iuli, Umleitung über Grvßfelden— Wetter; 113 bis 12 Kilometer in der Gemarkung Mühlbach im Zuge der Straße Limburg- Rennerod—Bürbach für alle Fahrzeuge bis 11. Iuli. Umleitung über Obertiefenbach— Allendors—Mehrenberg; Romrod — Alsfeld im Zuge der Straße Gießen—Alsfeld für alle Fahrzeuge bis auf weiteres, Umleitung über Angenrod—Leusel; Eberbrücke Gemeinde Battenfeld im Zuge ber Straße Biedenkopf - Franken berg bzw. Winterberg für alle Fahrzeuge bis 14. Iuli, Umleitung über 45>riineii- wald; in Her mannstein im Zuge ber «kraße Wetzlar-Raubvrn für alle Fahrzeuge bi« 6. Iuli. Umleitung über Leun. •* AusgehobeneStrafeensperrungen. Vom Oberhessischen Automobtt-Tlub E. V. (2L v. D.) Gießen werden uns folgende "Aushebungen von Strafeensperrungen mttgeteilt: Nieder-Weisel—Nie- der°Mörlen und Ortsdurchfahrt Nieder-Mörlen im Zuge der Straße Gießen-Friedberg. Dildel-Landesgrenze im Zuae der Straße Friedbera—Frank- Furt a. M.; sämtliche bisher gesperrten Teilstrecken im Zuge der Straße Lauterbach—Fulda. • * Reue Gebühren. Di« Anschlußgebühr für Gasbezieher unb der neue, erhöhte Wasser- preis sind im Anzeigenteil unseres gestrigen Blattes öffentlich verkündigt toorben. Demnächst werben nun unseren Hausfrauen bie Rechnungen mit höheren Beträgen präsentiert und von ihnen hoffentlich nicht mit allzuviel Unwillen ausgenommen werden. * • Kindertransport an die See. Gestern abend verließ ein Transport erholungsbedürftiger Gießener Kinder unsere Stadt zu einem sechswöchigen Erholungsaufenthalt in dem Ostseebad Arendsee-Brurrshaupten. Der Kindertransport wurde vorn städtischen Ingendarnt entsandt. • • Arb eit sj ub iläurn. Am 1. 3uü tonnte ber Mühlenfuhrmann Karl Röhm auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Gd. Klinke! & Söhne zurückblicken, nachdem er bereit- zehn Iahre bei dem vorherigen Besitzer bet Mühle in Arbeit stand, so daß er jetzt 35 Jahre in demselben Betrieb tätig ist. Der Iubilar, der im Bäckerhandwerk in Stadl und Land allgemein bekannt unb beliebt ist, und nicht zuletzt bei ben Tierfreunden wegen seiner schonenden Behandlung der Tier« größte Wertschätzung gemefet, wurde in würdiger Weise geehrt. •• Einbruch in «in Gartenhaus. In ber Rächt -um 29. Juni wurde ein Gartenhaus am Rahrungsberg erbrochen und daraus nachstehend« Sachen entwendet: 1 grauet Gummimantel, 1 blaue Arbeitshose, 2 Tischdecken (weiß unb rosafarbig), eine Anzahl Messer, Gabeln unb Löffel mit Rickelgriffen, eine Hängematte, eine Anzahl Teller ein halbes Dutzend Tassen unb Untertassen. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen, bie zur Festnahme des Täters führen, nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. •’ Der Eisenbahner-Verein Giefeen unternahm am Sonntag bei herrlichem Sommer- wettet seinen diesjährigen SommerauSslug nach Bad Homburg. Um 11 Uhr vormittags verließ der Sonderzug mit rund 1000 Personen den hiesigen Bahnhof. Heber Butzbach, Friedberg unb Friedrichsdorf ging die Fahrt, die gegen 12.30 Uhr in Dab Homburg endet«. Am Bahnhof hielten bereits mehrere Straßenbahnwagen, die den Verein nach dem Taunusdörfchen Dornholzhausen brachten, wo Einkehr gehalten wurde. Hier entwickelte sich bald ein frohes Treiben. Für Unterhaltung forgten die Kapelle Mank -Wie- seck, bie der Verein mitgenommen hatte, unb das Quartett .Flügelrad". Bei Konzen, Liedervorträgen unb Tanz flogen bie Stunden nur so bahin und jedem war es leib, als auf- gebrochen werden mußte. Einzelne Teilnehmer benutzten ben herrlichen Rachmittag zu Ausflügen „Unb bann? Dann konnten Sie nicht Offizier bleiben, nicht wahr?" „Wir haben unser Vermögen in ben Kriegsjahren verloren. Für uns aus ben deutschen Seestäbten, gnäbiges Fräulein, bedeutet ber Verlust ber Kolonien zum großen Teil den Untergang des alten Hauses. Es hat keinen Zweck, davon zu reden. Was wir durchmachten, mußten Tausende durchmachen. — Und ich fjabe cs noch gut dadurch, daß ich von Kind auf ein tüchtiger Zeichner war. Es liegt das in der Familie meiner Mutter, und das Schicksal war so freundlich, mir diese Gab« zu vererben. So lebe ich jetzt in München, halb lernend, halb schaffend. Wenn man bas schon Schaffen nennen kann. „Ja," sagte sie, als wären ihre Gedanken an einem einer Worte hängen geblieben, so etwas haben Tauende durchmachen müssen. Aber wer so gar nicht danach erzogen ist--So dumm und ungeschickt teht man im Leben. Was jede Arbeiterfrau kann, lochen und waschen und nähen und reinemachen und selber noch Brot in das Haus schaffen — uns hat man nichts davon gelehrt. Denken Sie, man hat uns einmal Zeitungen in das Haus geschickt, sie sollten uns kränken, gewiß, in denen stand, wir wären Drohnen. Drohnen im Bienenstock ber Völker. Mit Pech unb Schwefel sollte man uns ausräuchern. — Wir waren erst sehr empört, aber ich hab' es nicht vergessen können. Unb je mehr ich baran buchte — es ist doch etwas Wahres daran. Meinen Sie nicht?" Ernsthaft sah sie ihn an, ein großes Kind, das die Dinge der Welt, des täglichen praktischen, fordernden Lebens wie unheimliche Märchen aus der Ferne betrachtet. Und keiner ist da, solchem weltfremden Kinde die Augen zu klarem Schauen zu öffnen. „Es ist doch nicht nur die Arbeit ber Hände, die bem Leben Inhalt gibt." „Aber geistige Arbeit verstehe ick auch nicht. Ein bißchen malen, das hab' ich gelernt Und ein wenig Geigenspiel. Und Spitzen klöppeln, wenn die Jungfer das Muster angefangen hat — das ist doch alles nichts? Unb wieder ber fragende Blick. „Es sollen heute der Frau viele Wege offen stehen. Ich sehe in München ganze Scharen von jungen Mädct)«n, bie in die Gewerbeschulen, in Ateliers und Zeichenschulen gehen. Wieviel sie können unb was sic einmal erreichen, das kann ich nicht sagen. Was malten Sie, gnäbiges Fräulein?" „Ach, so ein bißchen Blumen, unb bisweilen auch etwas Baumschlag — aber die Leinwand war so teuer und di« Farven —" Sie brach ab unb errötete. Wie konnte sie sich so gehen lassen und von ihrer Armut reden. „Hunaer ist nicht schlimm," sagte die Tante Jnnozentia. „Aber von seinem Hunger reden, das ist unfein." Man kann sagen, daß man Millionen verloren hat, aber nicht, daß es an zehn Gulden fehlt. „Wenn gnädiges Fräulein ben Wunsch haben, solche Gabe weiter auszubilden — ich möchte nicht aufdringlich sein, nur vielleicht einen Rat geben —, in München würden Sie immer den besten Unterricht finden. Man sieht den Schüler dort nicht nur als Zahlobjekt an. Man sieht ihn menschlich. Ich könnte in solchem Fall« die Namen von Professoren geben —" „Ach, ich weiß nicht. Ick fahre nun zu meiner Schwester. Sie lebt in öeneolg. Unb wir werden zusammen beratschlagen, was zu tun ist." „Jebenfalls bitte ich. Ihnen meine Karte geben zu dürfen. Die Adresic ist darauf vermerkt" Sie liefe sie in die Jackentasche gleiten, ohne einen Blick daraufzuwerfen. Hatte er es anders erwartet? Morgen würde sie ihn vergessen haben, den glcich- , gültigen Reisegefährten, ber ihr nur die selbstver stündlichen kleinen Dienste geleistet, bie eine vornehme Frau von jebem gebilbeten Manne erwartet. ' Und was blieb ihm? Die kleine Skizze, die er bei J i dem unsicheren Licht ber Gaslampe während der Nachtzeit gezeichnet, als sie schlief. Venedig nahte. Der helle Frühlingsabend ließ kaum die ersten goldenen Lichter über die Ebene . gleiten, alles stand in weichem Duft, man ahnte die ■ Nähe des Meeres. „Darf ich behilflich sein, ober werden gnädiges Fräulein erwartet?" „Nein, niemand weife, bafe ich komme. Ich muß । erst bie Abresse meiner Schwester erfraaen. Auf ber ; Polizei, nicht wahr, da wissen sie, wo jeder wohnt?" ; Das hatte ihr der alte Diener gesagt. „Aber Sie können doch nicht selber dorthin fah j ren? Wollen Sie mich im Wattesaal erwarten, so ■ werde ich so schnell wie möglich nachfragen. Vielleicht ist es telephonisch zu ermitteln." „Sprechen Sie denn Italienisch?" „Es reicht zur Not." „Sie sind sehr liebenswürdig. Ja, wenn Sie bas erfragen können, wo" ein kurzes Zaudern — „wo die Baronin Biron wohnt. Baron unb Baronin Biron. Man wirb es Ihnen doch sagen?" ,/Ich wüßte nicht, warum man es mir oerheim- lichen sollte." Baronin Biron. Das war also bie Schwester. Unb wie hieß sie? Aber danach fragen konnte er nicht. „Und wenn man wißen will, für wen Sie anfra* gen — Maria von Erkmannsdorf." Konnte sie anders heißen als Maria? Ihm war, als hätte er bas schon längst gewußt. Eine halbe Stunde später konnte er sie an die Gondel geleiten, ihr Gepäck hineinbugsieren unb bem Gondelier sagen: „Eanale Eorbooa. Dann sah er das schlanke schwame Fahrzeug im Gewirr ähnlicher Fahrzeuge nerschwinden, stand und starrte ihm nach, und sagte leise vor sich hin: „A rivederci, Maria." Unb mit einemmal würbe ihm ganz jugendhast übermütig zu Sinn. Er hatte ihren Namen. Er hatte wenigstens einen Faben durch die Anschrift ber Schwester, er hatte ihr Bild als Zeichnung in seiner Mappe, und mit leuchtenden Farben gemalt in seinem Kops — Herz wollte er doch nicht gleich sagen. — Ach, das Schicksal war ihm seit zehn Jahren so viel schuldig geworden, er mußte es einmal ernsthaft angehen, sich auf feine Spenbepslicht zu besinnen. „Auf Wiedersehen, süße Maria." Es war nicht ber Eanale Grande, an bem Elenas Palazzo lag. Es war ein elendes schmales dunkles Wasser, aus bem Mauern voll Moder stiegen, über dem ber Dunst aller Fäulnisse hing, die hier feit Hunderten von Jahren langsam und träge den Gang zum Meer gezogen, in bem aller Unrat ber Stadt sich langsam zu Boden senkte, vergraben unter ewig blauen Wogen. Marios Augen wurden groß und dunkel, als die Gondel einbog in diesen Wasserlauf. Ihre Nase krauste sich, Ujr Herz zog sich zu- fainmen. Warum nur war sie so sicher gewesen, daß Elena in Glück und Wohlstand leben müßte? Waren sie nicht alle im Elend, die aus Rußland hatten fliehen müssen? Hatte die Tante Jnnozentia nicht immer diese Abneigung gegen Sergei gehabt? Konnte man sich auf sie verlassen, wenn sie etwas 3e, was ihrem Interesse entsprach? War damit, sie mit diesem abweisenden Hohn um ben Mund igt hatte: „Ob Elena lebt sich einen guten Tag. Leute row Sergei Wladimirowitsch fallen gleich den Katzen immer auf die Füfee —" war damit wirklich eine Gewißheit gegeben? (Sortierung folgt) nach der Stadt Bad Homburg nach dem Hirtchgar- tcn oder nach der Saalburg. J.n 2O.i5 il^r rt? ter Jug Bad Homburg uib traf um 21.30 1V,1 in Gießen wieder ein. Gleichzeitig halten ülj' Mc Eifenbahnerrcreine Marburg und Tittenburg' Hatger ihren Ausflug nach Bad Homburg unternommen •• Nürnbergs ahrt der Hessischen Dolkshochschuleir Die hessischen DolShoch- schulen untern-bm en eine Fahrt nach Nürnberg zur Dürergedächtnisau-stellung GS war der erste Dersuch. Menschen, die sich nicht kannten, zu einer gemeinsamen F h t zusammenzufassen Der Dersuch ist aus« beste geglückt Es zeigte sich, daß gcrabc da« nur von der Sache her bestimmte Zusammensein, nämlich Nürnberg mcd die Dürer- gedächtniSausstcllung zu sehen, auch tür das Gesellige beste Dorbedingung war. Die ^Führung bemühte -fidj. au« der alten Stadt und der Ausstellung .Dürer" und .Deutsche Kunst der Gegen- wart ' da« wesentliche herauSzunehmen und dieses wenige wirk-tch erleben zu lassen. Ts ist bei solchen Fahrten unwichtig, viele Namen und Zahlen genannt au bekommen, die man ja doch wieder vergißt. Wichtiger dagegen ist zu sehen. Die zwn Zage in Nürnberg waren vollkommen auSgesüllt Der Sonntag führte die Teilnehmer zunächst auf die Burg, um einen üeberblid auf die ganze Stadt au gewinnen, dann durch die alten Straßen und Psähe, in die Kirchen St. Lorenz unb St. Sebald und in eine Neihe von alten Höfen. Der Abend vereinigte die meisten Teilnehmer in die H ans-Sa chss viele. Der Montag war den beiden Aufstellungen gewidmet, tie herzliche Fröhlichkeit der Rückfahrt zeigte. Mfi alle Teilnehmer von der Fahrt befriedigt waren und sicher wieder an solchen Dolkshoch- schulsohrten sich gerne beteiligen werden. Oberheffen. Landkreis ließen. (.) Lang-Gons, 2. Juli. Ein U n g l ü ck s f a ll ereignete sich am Samstag in der hiesigen Ziegelei Wilhelm Fischer (Wiesbaden). Beim Ausfahren des Lastautos wurde ein junger Arbeiter aus Niederkleen, als er den Anhänger befestigen wollte, st a r k gequetscht. Dr. Schäfer von hier leistete die erste Hilfe. Doch sind die Wunden und Quetschungen nicht lebensgefährlich. I. Trais-Horloff, 2. Juli. Die Kirchengemeindevertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, das Innere unserer Kirche renovieren zu lassen. Zunächst soll der Kirchenraum geweiht und dann in Oelanstrich erneuert werden. Da diese Herstellungsarveiten schon seit langer Zeit sehr notwendig sind, wegen anderweitiger dringender Inanspruchnahme deH Mittel bisher aber immer wieder zurückgestellt werden muhten, wird der jetzige Beschluß der Kirchengemeindevertretung allgemein begrüht. tötete Friedberg. Lpd. Bad-Nauheim 2. Juli. Hier wurde eine angebliche Malerin aus Aachen v e r h a f t e t, die vor einiger Zeit in einem Frankfurter Hotel, aus dem sie unter Hinterlassung einer größeren Schuld plötzlich verschwunden war, Betrügereien verübt hatte. r. Kirch-Göns. 2. Juli. Das Jahr 1928 ist das erste Jahr, in dem unsere Gemarkung nach beendeter F e l d b e r e » n i g u n g ein ganz anderes Gesicht bekommen hat. Ueberoll sieht man neue Wege und größere Grundstücke. Nördlich des Bahnhofes wurde die Uebcrfahrt durch eine neue Detonbrucke erleichtert. eine ähnliche Drücke soll weiter südlich noch erstehen. Die Kosten der Feldbereinigung sind durch den Berkaus von Mastegrundstücken, die zum Teil sehr teuer waren, gedeckt worden. Die Privat- jt räucher (Waldparzellen in Privathänden) sind bei der Bereinigung verschwunden und in Aecker Der wandelt worden. Der Naturfreund wird freilich die reizvollen Abschlüsse an dem Wald, die besonders im Herbst in bunten Farben prangten, sehr oermisien. Auch die Kinder, die hier Blumen, Erdbeeren und Brombeeren in Mengen pflücken konnten, sehen jetzt nur noch Kartoffeläcker. — Winter- und S o m- mer frucht steht glänzend, und wenn kein Unwetter kommt, verspricht das erste Jahr nach der Bereinigung eine reiche Ernt . Bon den Aepselbäu men haben nur die spätblühenden etwas ongesetzt. Birnen bringen eine gute Mittelernte. — Der Mo- nat Juni hat auch in unserem kleinen Dorfe u n - gewöhnliche Todeso pser gefordert. Drei Personen, im besten Aller stehend, wurden hinweg- gerafft. WSN. Reichelsheim, 1.Juli. Der Fahrrad- Händler Robert Sprengel fuhr hier mit seinem Motorrad, aus einer Nebenstraße kommend, in das Lastauto einer Darmstädter Firma Er wurde bei dem Zusammenprall zur Seite geschleudert und erlitt ernste Verletzungen. Das Motorrad ist stark beschädigt, die Schuldfrage noch nicht geklärt. törete Büdingen. „r* Nidda. 2. Juli. Die Wiederher- stellungsarbeiten an der evangelischen Kirche, für die etwa 15 ODO Mark vorgesehen, haben im Laufe der vorigen Woche begonnen. Sie werden fast ausschließlich von einheimischen Geschäftsleuten auSgeführt und sollen bis zum Herbst beendet fein. Inzwischen werden die GotteSdienstr in den unteren Daumen des Kasinos abaehalten. — Der innere Ausbau des Realschulneubau« macht gute Fortschritte. so dan die Einweihung jedenfalls noch vor den öerbftferien erfolgen kann. Unter dem Vorsitz deS Studienrats Dr. Kraft hat sich eine Tetcini-iuna der ehemaligen Schüler gebildet, die die ki.nst e ische Au fchmückung der verschiedensten Räume übernimmt. tötete Atefcld. M AlSfeld. 2. Juli. Dom schönsten Som- mertretter begünstigt, fand am Sonntag die E i n- weihung d.'s vom Dogelsberger Höhenclub. Zweigv^rein Alsield, errichteten und der Stadt geschenkten AussichtStcmpels aus dem Dölsingberg statt. Unter den Klängen der Musikkapelle Meinhardt marschierte der Als- selber Zweigverein des D. H. C. vom Marktplatz in stattlicher Zahl nach dem hübsch über der Stadt gelegenen neuen Aussichtstempel. Für den D. H. L. sprach Schulrat Huis, der das errichtete Werk als eine Ehrung für den derzeittgen Dor- sitzenden deS Dercins. Bürgermeister Dr. Dölfchg, und als ein Geschenk für die naturliebende Allgemeinheit der Bewohner von Alsfeld feierte. Namens der Stadtverwaltung übernahm Bürger- meister Dr. Dölsing den Aussichtstempel in die Obhut und älnterhallung der Stadt, wobei er darauf hinwies, daß der Alsfelder D. H. E. ein, wenn auch bescheidenes, Denkmal rühmenswerten, bürgerlichen Gemeinsinns für die Stadt Alsfeld geschaffen habe. Es sei ein erfreuliches Zeichen, daß allmählich in weiten Dolkskreisen der Sin- iür di: Schön).sit.". der freien Natur erwacht f ?(. der tn 6er. icgen Del ach der von ter Stadl in deren Umgebung geschaffenen An- . gen zum Ausdruck komme Die von Lehrer Heidt (Leusel» geleitete Gesangsabtcilung des D. H. E. umrahmte die schlichte, aber stimmungsvolle Feier durch einige schön oorgetragenc Ehöre im Derein mit Musikstücken der Kapelle Meinhardt. Don dem Aussichtstempel, der in Naturrundhvlz nach den Plänen des kürzlich verstorbenen Stadtbaumeisters Egner errichtet ist, genießt man einen prächtigen Rundblick in die weitere Umgebung der Stadt. Bei der Feier wurde zum ersten Male das von dem verstorbenen Alsfelder Lokaldichter Ludwig Sondermann verfaßte und von Mufiklehrer Meinhardt vertonte Alsfelblied gesungen, das von nun an bei allen festlichen Gelegenheiten zu Gehör gebracht werden soll. Nach Beendigung der Feier begaben sich die Teilnehmer in geschlossenem Zuge nach dem schön gelegenen Wäldchen in der Steinfaute. woselbst man noch bei Mufii und Gesang einige schöne Stunden der Unterhaltung genoß »er. Nieder-Ofleiden, 2. Juli. Das hiesige Basa11werk der Mitteldcutschcn Hartstein- Industrie hat im Laufe der letzten Monate einen großen Betonneubau mit Eisenkonstruk- t i o n errichtet. Für die zu diesem Neubau führenden Drahtseile wurden neue stärkere Träger erbaut, weil diese nunmehr Förderkörbe mit einem Kubikmeter Inhalt tragen sollen, während die alten För- derkörbe nur i Kubikmeter faßten. Die Errichtung eines zweiten Betonbaues in denselben Dimensionen ist geplant. Statt der bisherigen drei Tagesschichten läßt die Firma nach der Inbetriebnahme dieser neuen Anlage nur noch eine Schicht arbeiten. V Otterbach, 2. Juli. Am gestrigen Sonntag veranstaltete der hiesige Schützenoerein sein diesjähriges Preisschießen. Bester Schütze wurde Heinrich H a n i t s ch aus Hainbach mit 35 Ringen, Zweiter war Wilhelm Musch (Hainbach), ebenfalls mit 35 Ringen; den 3. Preis erzielte August Decher (Hainbach) mit 35 Ringen. Starkenburg. 40 Jahre Darmstädter Freiwillige Sanitätökolonne. WEN. Darmstadt, 2. Juli. Am Sonntag beging die Freiwillige Sanitätö - Haupt-Kolonne vom Roten Kreuz in Darmstadt die Feier ihres 40jährigen Bestehens. Bei dem offiziellen Festakt hielt nach einleitenden musikalischen Dorträgcn Professor Dr. Eugen Köfer die Festrede, in der er auf die hohe Bedeutung des Tages hinwies. Mit Andacht und Ehrfurcht blicke man auf die Männer. die in uneigennütziger Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft das Wort ..Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" täglich, ja stündlich bewahrheiten. Hoch llinge der Hymnus vom braven Mann. Der Redner ging dann kurz auf die Geschichte der Kolonne seit ihrer Gründung ein und gedachte der Männer, die in Ausübung ihrer Pflicht ihr Leben ließen. Auch ein Der- treter der hessischen Regierung ergriff in anerkennenden Aeußerungen das Wort. Namens des Hessischen Landesverbandes vom Roten Kreuz beglückwünschte dessen Präsident Geheimrat von Hahn die Kolonne und überreichte eine Uyft- voll ausaeführte Ehrenurkunde, ferner daS vom Hessischeck Landesverein gestiftete Ehrenzeichen an einige Kolonnenmitglieder, und brachte ein begeistert auf genommenes Hoch auf die Kolonne aus. Am Nachmittag fand eine öffentliche Sanitätsübung auf dem Flugplatz statt, die einen sehr interessanten Derlauf nahm. Zu der Deranstal- tung waren viele Kolonnen aus Mainz, Offenbach und anderen hessischen Städten und Otten erschienen. Rheinhessen. WSN. Mainz, 2.Juli. Die Stadtverordnetenversammlung gab gestern einstimmig ihre grundsätzliche Zustimmuna zu dem Bau einer gewerd- lichen Knabenberufsschule und einer K u n st g e we r b e f ch tt le auf Fort Martin mit einem vorläufigen Kostenaufwand von 2,5 Mill. Mk. Ferner wurde beschlossen, zum Andenken an den verstorbenen Oberbürgermeister Göttelmann eine Straße Göttelmannstraße zu benennen. Heffen-Rassauischer Kurzschristverband. WSN. Mainz, l. Juli. Dom 30.3uni bis 2. Juli tagte in Verbindung mit der Feier des 20jährigen Bestehens der Stenographenvereinigung Mainz der Hessen-Nassauische Kurzschriftverband Die Deroandsver- treterversammlung am Samstag beschloß, den 49. Verbandstag im Jahre 1929 in Wiesbaden abzuhalten. Der Derband zählte am 1. April 1928 15? Dereine mit 11 300 Mitgliedern. Der Dorstand wurde in seiner Gesamtheit wiedergewählt. Beim Derbandswettschreiben am Sonntag, an dem sich über 1000 Mitglieder beteiligten, konnten verteilt werden 70 Ehrenpreise, 636 erste, 152 zweite und 78 dritte Preise Don den Spitzenleistungen seien erwähnt: 320 Silben: Böh - mann (Darmstadt) erster und Ehrenpreis, 300 Silben: Qhigufti* Hock (Mainz- erster und Ehrenpreis. Die Ehrenpreise »ertnlten sich unter 64 Ginheitler und sechs Gabelsvergeraner. In der Festve sammlung am Sonntag, zu der Vertrete r der hessischen Regierung, der Reichs- und städtischen Behörden sowie de: Wirtschaft unb der Schulen erschienen waren, hielt der Dundes» vorsihendr, Regierungsrat Dr. Blaue rt, vom Stenographischen Landesamt Dresden den Festvortrag Preußen. Mreid Wetzlar. Lützellinden, 2. Juli. Dieser Tage fand an der „Holzburg" die Versteigerung der dies- jährigen Kirschenernte der Kirschbaumanlage unserer Gemeinde statt, die verhällnismäßia gut besucht war. Die Gebote für den einzelnen Baum bewegten sich durchschnittlich zwischen 2,50 Mark bis IL50 Mark, so daß der Zentner Kirschen am Baum schätzungsweise mit 30 bis 40 Mk. ersteigert wurde G, Niederkleen, 2. Juli. Der Gern e i n d e r a t beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit dem Umbau des hiesigen Schuthauses. Der bauliche Zustand des Schulhauses ist feit einigen Jahren ein derart schlechter, daß die Gemeinde zur Domahme um» fangreicher Reparaturarbeiten gezwungen ist. Die Arbeiten sollen nach einem von dem Kreisbauamt aufgestellten Kostenvvranschiag ausgeführt und sofort öf entiidb ausgeschrieben werden. Die Kosten des Umbaues belaufen sich auf mehrere tausend Mark. Das Dach des Schulhauses ist bereits im Dorjahre einer gründlichen Instandsetzung unterzogen worden - Die burev den hiesigen Ort führende Provinzialstrahe 'oll in die'em Jahre von feiten der Prvvinzial- straßenbauverwaltung vom Backhause bis zu der Michelschen Wohnung mit einem neuen Pflaster versehen werden. Die Provinzialstraßenbauverwaltung macht hierbei zur Bedingung, daß die Gemeinde auf der zu pflasternden Straßenstrecke auf der einen Seite einen Bürgersteig anlegt, um den Fußgängerverkehr mit Rücklicht auf den Durchgangsverkehr von der Fahrbahn ab- Auleitcn. Der Gemeinderat ist nicht abgeneigt, den Bürgersteig anzulegen, wünscht jedoch vorher die Ausstellung eines Kostenvoranschlages durch die Kreisstraßenbauverwaltung, der sich auf die Anlegung des Bürgersteiges bis zum Dorf aus- gang nach Dornholzhausen erstrecken soll. — Die Gemeinde hat bei dem Mathildenstift zu Butzbach zur Ausbringung der Kosten für den Wasserleitungsbau ein Darlehen von 20 000 Mark ausgenommen, dessen Tilgung solange auSgesetzt werden sollte, bis daS von Reich und Staat aus Mitteln der produktiven 6r- werbslofenfürsorge gewährte Darlehen für den Was'erleitungsbau abgetragen ist Die Aufsichtsbehörde bat sich hiermit nicht einverstanden erklärt. verlangt vielmehr den sofortigen Beginn der Tilgung dieses Darlehen-, und zwar aus der Entschödiauna. die der Gemeinde aus der Abgabe des überschüssigen Wasser- für die gemeinsame Wasserversorgungsanlage der Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim zuslieht. Da die Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim mit dem Wasserleitungsbau noch nicht begonnen baten und auch noch nicht fest loht, von welchem Zeitpunkte ab der hiesigen Gemeinde die Entschädigung für die Wasserabgabe tatsächlich au- fließt, behielt sich der Geme.nderat spätere Beschlußfassung über diese Angelegenheit vor. Tilltrcie. bl Herborn, 2 Juli Jrn nahen Herbornsee l b a d) stürzte der über 70 Jahre alte Bergmann Karl G 0 rzeI von einem Heuwagen. Der bedauernswerte Mann ist an seinen schweren Verletzungen g e ft 0 r b e n. C bc no cfterronlb trete. WSN Hachenburg, 2. Juli. In dem hier zur Zeit gastierenden Zirkus Hagenbeck verletzte ein Tiger während der Vorstellung den Tierbändiger durch B i s s e u n d T a tz e n h i e b e an Schulter und Hand. Durch das Eingreifen einiger Tierwärter und das besonnene Verhalten des Dompteurs konnte die Vorstellung zu Ende geführt werden. Berliner Börse. Berlin, 3.3uli. 88 278.5 190 276 188 Darmst. u. Raitonawank . . 12 wo — 879,65 277 Dcuische Bank......10 168 . - 168 167 163.25 TiLkonto-Scsellschafi «nt.. . 10 164 166 164,25 Dresdner Bank......10 167 — 167.25 209.5 166... Mitteldeutsche Lreditban! ... 9 — — 208.25 Metallbau! ....... 8 —— 145 147.5 «eWtol........12 ?80 276,5 Frankfurt a.M j Berlin Schluh» Kurs lS£ Schlich- Kurs Anfang Kurs Datum: | 2. 7. 3 7. | 2.7. 3.7. 2LC.0........ . 8 180,5 178,5 180,75 177,75 Bergmann..... . 9 — 205.25 209 205,25 Eleltr. Lieferungen. . 10 —— 173,5 174.5 — Licht und Kraft . . . 10 226,75 225 227,5 — Felten 4 Guilleaume. . 6 152,5 — 132,5 132 Äes. s. GIcttr. Untern.. 10 2156.5 266,5 262,5 Hamb. Gleltr. Werke . 10 —- — 160,25 159,25 Rhein. Elektr..... . 9 — — 158 155 Schlei. Elcktr..... Schuckert...... 10 250,5 - . 8 211.25 210,25 207 Siemens & Halske . . 12 367.5 363,75 368.5 363 TranSradio..... . 8 — — 157,13 155,5 Lahmeher 4 Lo.. . . 10 — — Buderus...... . 5 — 81,5 84.25 80 Deutsche Erdöl . . . . 6 142 139,75 142,5 HO Essener Steinkohle . . . 8 — 128 Geilenkirchener . . . 3-4 141.75 — 143 HO.5 Harpener...... . 6 159 — 158.5 156,5 Hoejch Eisen. .... . 8 — — 137 136 Ilse Bergbau .... . 8 — — 253.5 248 Kldckncrwcrke .... . 7 132 — 132.5 130 Küln-Neuesscn. . . . . 9 136.5 135 ManncSmann .... . 8 139,5 — 139 137.25 Manvfeldcr..... . 7 — 116 116.75 115.6 Lberschles. Eisend. Bedarf . 6 109.13 107 Lberschles. KokSwcrkc . Bhönir Bergbau . . . Rheinische Braunkohlen . 6 — — 112,5 110.5 5y, 10 95,5 301.5 94,25 294,25 95,5 100,25 94 293 Rheinltam . . i. % Jahr iyt 157 155 5 156 154,75 Rtcoeck Montan . . . 7,2 159 - 158 Bereinigte Stahl». . Ltavt Minen . . . . 6 2 sh 97 — 97,25 52,9 96,75 Kalt Aschersleben . . 10 261 — 262^5 260 9 ßofi Westeregeln. . . Kaliwerk Salzdetfurth 10 15 267,5 265 269,5 453 266.5 452 y. ®. Yarber.Industrie 12 271.5 269.75 273 870 Dynamit Nobel . . . . 6 — — 129 Scheidcanstalt.... . 9 — 205 Goldschmidt . . . . . 6 99 98.25 _ RülgerSwerke . . . . . 6 102,75 101 102.75 101 Metall Gesellschaft. . . 11 - - - Frankfurt a. OT. Berlin Schlutz- ÄllT» ! 1-Uhr- » Kur» Schiutz- Kur, Anfang Kur« Datum: r. 7. | 3.7. 1 1 3- 7. Dhiltvv Holz mann......7 Heidelberger Eemcnt .... 10 Gement Karlstadt ...... 8 Wayb 4 Freitag ...... 10 Echulthei- 'Laycnhofer ... 15 Cfirocrfe....... • 12 Set. Glanzstoss ...... 18 Bemberg.........14 Zellstoff Waldhos.....12 Zellstoff Aschafscnbura ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas........8 Daimler Motoren ...... 0 Demag...... * • • • 0 Adlerwerke Kleber ...... 5 Ludw. Locwe.......10 Rat. Automobil ....... 0 Crenflcin 4 Koppel ..... 5 Leonhard Tietz . ...... 6 Bamag-Meguin ....... 0 Franks. Maschinell ...... 6 Grchner...... • • • 11 Hevligenstaedt ....... 0 juiißbanv. ......... 4 Lechwcrke. . . ...... .8 Mainkrastwerke ....... 8 Miag..... 10 Nekarsulm« ........ 8 Peter« Union ........ 8 Gebr. Roeder ....... 10 Boigt 4 Hacffner......8 Südd. Zucker . ....... 8 L4«k 154 173 148 318 235 110,5 114 - _ M 77,o 138,25 113,25 122 150 66 111 208 156,25 eottn. 147 5 316 233,5 109.75 112 155 154 364.25 326,25 691 626 318 238.5 133 215.75 110.25 57.5 114 88 123.5 284 24,25 76.5 135 88 150 112 155 152 360 325.25 682 617 317 235 130,5 213.9 109 55,5 113 240 88 122,5 272 148 yerltn, 2. Juli •9elb Amerikanische Note» ..... ^cigrschc Noten...... . Tonische Noten........ Türkische Roten........ 4,161 »8,53 111,80 20,364 4,181 68,77 113,24 20 444 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. W. Berlin, i Onli Held | Brief Französische Wotcn...... 16,435 16.495 Holländische Noten...... 168.<6 168,94 Italienische Noten...... 22.08 22,16 Norwegische Noten...... 111.65 112,09 Denssch-Oefterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... 59,05 2,54 59,29 2,56 Schwedische Noten...... 112,03 112,47 Schwei,er Noten....... 80.57 80,89 Spanische Noten....... 68.81 68,09 Tschechoslowakische Noten . . 12.365 12.425 Ungarische Noten..... 72.69 72.99 Telegraphische AuSzahtung. 2. Juli 3. Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld «riet (s»e(& «riei »Mst.-Rott- Bvcii'AtreS 168,56 1,777 168,90 1,781 168.66 1,775 169,00 1,779 Brsf.-Äntw 58.395 58.515 58,42 58,54 Edrisiiania. 111,92 U2.14 111,1.4 112,16 Kopenhagen 111,08 111.30 112,08 112,.:o Stcxfholm . 112,18 112,40 112,024 112.046 pelstngsors. 10,62 10,54 10.527 10,547 Italien. . . 21,985 22,025 21, j9 22.03 London. . . 20,383 20,429 20,398 20,438 Neuyork . . 1,1820 1,1900 1,1845 4,1925 Paris.... 16,42 16,46 16.42 16.46 Schweig .. 80,61 80,77 »0,65 8-,50 Spanien. - 68,96 69,10 6C 91 69.0o »Fan. 1,943 0.499 1,947 0.501 1,943 ' .499 1,917 0,501 in D-- ■'8,915 68,035 Lest, abgest 58,97 59.09 Prag .... Belgrad . . 12,325 12,465 12,401 12,421 7,365 7,379 7,372 7,286 vndaprst. . Bolaarien . 72,87 3,019 18,83 73,01 3,025 72,93 3.027 73,07 3,033 Ltffobon . . Damig. . . .Qnnftanttn. 18,87 18.83 18,87 81,52 82,68 81.58 81.74 .',135 2,139 2,135 2,139 Alben. . . 5,425 5,435 5.425 5,435 Tanado . 4,169 1.177 4,172 4,180 Urn .uaD . . 4,266 4,274 4,266 4.274 6*08 . . . 20.912 20.W2 *.924 90.963