Nr. 83 Erstes Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 3. April 1928 Erschein« täghd),aubet Snnntags nnd 5«iertags BtUaftn; ©lefjener ffamflienMätteT Heimat im Bild Die Scholle. Moeatt'vezngrpretr; 2 Reichsmarl, and 20 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Richter« scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Draktnach» richten: Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: ffewffuTt am Main 1168t. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk »mb vertag: VrLHI'sche Ukiverfitätr-Vuch' und Stetaönideret B. Lange in Gießen. Schriftleiwng und Seschaftrstelle: Zchlllsttaße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesmtmmet Dis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Hitze für Anzeigen von 27 mm 'Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne« hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20 X mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Kurt tzillmonn, sämtlich in Gießen. Das erwachende Aegypten. Die Engländer kommen aus ihren Sorgen um Me Sicherung des Weges nach Indien nicht heran-. Was eigentlich in Arabien vor sich geht, wissen sie unS geheim za halten, sicher ist nur. bah dort sich ein Prozeß vorbereitet, dessen Stoß gegen England gerichtet ist und den Suezkanal von Osten her gefährden könnte Gleichzeitig haben sich aber auch die Dinge in Aegypten so stark zugespitzt, daß zwischen Kairo und London ein regelrechter Rotenkrieg geführt wird. Die Aeghpter verlangen ihre Unabhängigkeit: gerade wegen deS Weges nach Indien kann and will England ihnen dieses Zugeständnis nicht machen. Die Londoner Diplomatie ist vielmehr ganz darauf eingestellt, den Schein einer ägyptischen Selbständigkeit herzustellen, dte aber Prak« tisch doch eine englische Vormundschaft bedeutet. England will für alle Fälle seine Hand auf Aegypten halten und sich sämtliche strategischen Möglichkeiten sichern. Es will deshalb seine Truppen dort stehen lassen, will den Suezkanal dauernd von englischen Kanonen bewachen lassen, will auch die ägyptische Außenpolitik beeinflussen und vor allem seine Machtstellung im Sudan nicht ausgeben, weil es von dort aus auch im schlimmsten Fall Aegypten in Schach halten kann. Das ganze soll in die Form einer Allianz gekleidet werden und soll auch den Aegyptern die Möglichkeit eine- Eintritts in den Völkerbund geben. Eine Unabhängigkeit, deren vollständige Fesselung durch einen geschickt ausgezogenen Vertrag nach außen hin vertuscht wird. Für England unbegreiflich, wollen die Aeghpter sich darauf nicht einlassen. Sie haben jetzt ein Ultimatum nach London gerichtet, worin sie einmal ihre völlige Unabhängigkeit verlangen, sie wollen nicht mehr Mitglied des britischen Reichs, sondern nur Verbün- bete Großbritanniens sein und haben endlich die kühne Idee, den Suezkanal mit eigenen Armeen unter eigene Bewachung au stellen. Begreiflich genug, daß dieses naive Ansinnen in Downing Street einen Sturm der Entrüstung hervoraerusen hat. Aegypten ist nun einmal der Pfeiler der englischen Weltmacht, der keine Erschütterungen verträgt. ohne das ganze Gebäude zu gefährden. GS ist auch kein Gedanke daran, daß den Aeghp- tern so weitgehende Zugeständnisse gemacht werden können. Und wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird von London aus jetzt der Versuch gemocht werden, durch Anlegen von Daumenschrauben die Regierung von Kairo gefügig zu machen. Eine offene Unterstützung von außen hat Aegypten nicht zu erwarten. Allerdings, e i n Mittel haben die Aegypter in der Hand, das mehr wirtschaftlicher Ratur ist: die englische Einfuhr steht bei weitem an erster Stelle, sie geht in die Hunderte von Millionen und wenn jetzt nach dem Dorbilde Indiens ein Boykott englischer Waren durchgeführt .touret, bedeutet das für den englischen Handel einen starten Ausfall, der auch auf die Politik Rückwirkungen haben könnte und noch ein anderes kommt hinzu, Amerika interessiert sich einmal wirtschaftlich sehr stark für Aegypten, auch Italien sieht es nicht ungern, wenn die Engländer dort Schwierigkeiten haben. Hinten herum wird vermutlich alles geschehen, um den ägyptischen Widerstand zu verstehen, aber politisch ist England wohl doch noch stark genug, um seinen Willen durchzusetzen, allerdings unter Aufopferung seiner bisherigen wirtschaftlichen Machtstellung. Der Abschluß der polnisch-litauischen Konferenz. Einsetzung dreier Kommissionen. Königsberg, 2.April. (IBIB.) Die polnisch- lilouische Konferenz fand heule nachmittag ihren Abschluß. 3n der Rochmittagssihung beschränkte man sich auf die Einsetzung folgender drei Kommissionen: Kommission für w i r t s ch a f t und Verkehrsfragen. Kommißion für Sicherheilsfragen, kommifflon für den örtlichen Verkehr. Die Vorsitzenden dieser Kommissionen sollen am 20.April in Berlin Zusammentreffen nnd den Beginn der Arbeiten vereinbaren. Ls ist in Aussicht genommen, daß die erste kommißion in k o w n o. die zweite in Warschau und die dritte in Berlin tagen wird. Am Schlüsse der Sitzung sprachen die Delegationsführer den deutschen und den Königsberger Behörden ihren Dank für den gastfreundlichen Empfang aus. Mvüsterpräsident Woldemaras gewährte dem Vertreter der Lelegraphen-Tlnivn heute noch eine ilntcrrebung, in der er den Abschluß der Königsberger Konferenz als einen Schritt vorwärts bezeichnete. Die Konferenz sei n i ch t abgeb rochen worden, sondern die Kommissionen würden weiter tagen und deren Vorsitzende würden sich demnächst zu einer Vorbesprechung treffen. Die Arbeiten seien allerdings sehr schwierig und man müsse sich darauf gefaßt machen, daß eine Klärung der vorliegenden Fragen nur im Laufe einiger Monate erzielt werden könne. Es komme hinzu, daß Litauen am 16. April gleichzeitig Verhandlungen mit Deutschland aufnehmen müsse, die einen Teil feiner Sachverständigen beschäftigen würden. Die Konferenzarbeiten würden zweckmäßigerweife dort geführt werden, wo sich das einschlägige Material zu den vorliegenden Fragen befände. Das Kovx Oie Vorgänge im Berliner Reichsbahnzentralamt. Reue Enthüllungen über merkwürdige Vertrage. Berlin. 2. April. (WB.) Lieber die von einem Sonderdezernat der Berliner Staatsanwaltschaft durchgeführte Untersuchung der Geschäfte des Reichsbahnzentralamtes wird berichtet, daß die Rachforschungen sich auf eine Reihe großer Firmen sowie auf eine Bank in Frankfurt a. M. ausgedehnt haben. Der dringende Verdacht bestehe, daß außer den schon bekannten Geschäften des Reichsbahnoberbaurates Schulze noch weitere Lizenzgeschäfte vorgekommen sind. Im Mittelpunkte der Untersuchung steht zur Zeit eine Frankfurter Bank, die in gewissem Sinne der Repräsentant einer Reihe großer Unternehmen der Eisenbranche ist. Der Reichsbahnbeamte Müller in Göttingen, der eine Verbesserung der Lagerung von Lokomotiv-Kolbenstangen gemacht hatte, die äußerst brauchbar war, hatte sich mit der Vank in Verbindung gesetzt, um durch Verwertung der Lizenz auf sein Verfahren s i ch ein Rebeneinkommen zu sichern. Die Bank gab das Verfahren an eine Karlsruher Maschinenfabrik weiter. Müller geriet jedoch sehr bald in Differenzen mit der Bonk, da ihm, wie er jetzt aussagt, deren Berliner Vertreter einen Teil der ihm zustehenden Beträge vorenthalten hat. Bei der Verwertung der Müllerschen Erfindung geriet die Bank und mit ihr die Karlsruher Firma in einen Konkurrenzkampf mit einer DerlinerIn- dustriefirma. die ebenfalls die Müller- sche Erfindung erworben hatte. Die Dank hat dann anscheinend versucht, leitende Beamte des Reichsbahnzentralamtes wiederholt dazu zu veranlassen, die verbesserten Kolbenstangenlager nur aus Karlsruhe, nicht aber aus Berlin zu beziehen. Tatsächlich scheint das auch erfolgt zu sein, obwohl dem Reichsbahnzentralamt offenbar aus Betreiben der Berliner Konkurrenz« firmo eine Mitteilung gemacht worden war. daß die Erfindung von einem ih'rer Beamte n herrühre und daß dieser erhebliche Lizenzgebühren dafür erhalte. Bei der Prüfung dieser Angelegenheiten ist man auch auf Verträge des Reichsbahnzentralamtes mit anderen großen Konzernen gestoßen. So veröffentlicht die „Voss. Ztg." weitere Enthüllungen, die sie mit der Bemerkung einleitet, es bestehe der Verdacht, daß der Leiter des Referates S. des Reichszentralamtes, Reichsbahndirektor Reumann, von einzelnen Firmen, die durch Vertrage begünstigt zu sein scheinen, Vorteile erhalten hat. Es wurde, so schreibt das Blatt, festgestellt, daß Reumann eine Villa in Reubabelsberg von einem Vertragskontrahenten erhalten, von einem anderen auf die Villa eine Hypothek hat eintragen lassen. Rachdem das Blatt dann zunächst festaestellt hat, daß der zuerst bekanntgewordene Fall deS Reichsbahnoberrates Schulze nur eine Episode innerhalb einer langen Kette gewesen ist, gibt es eine ausführlichere Schilderung einzelner von dem Reichsbahnzentralamt abgeschlossener Geschäfte. Das Reichsbahnzentralamt habe im Jahre 1924 der Firma Dr. Kämpfer L Eo. in Gliesmarode bei Braunschweig reichseig ncs Altmetallzur Umarbeitung übergeben. Als die Firma in der zweiten Hälfte des Jahres 1925 Metalle im Werte von 400 000 Mark zurückliefern sollte, war sie dazu nicht in der Lage. Sie befand sich damals in Zahlungsschwierigkeiten und ist heute in Konkurs. Die Firma H. Schoyer in Eharlottenburg, deren Mitinhaber Pfeiffer mit Reichsbahndirektor Reumann persönlich befreundet war, und die Firma Asred Drehfuh in Eharlottenburg sind dann nach der „Voss. Ztg." an das Reichsbahnzentralamt mit dem Anerbieten heran- getreten, die Forderungen an die Firma Dr. Kämpfer zu übernehmen. Dafür wurde den beiden Firmen der größere Teil des Altmelall- abfalls zum Zwecke der Umarbeitung auf die Dauer von fünf Jahren zu hohem Umarbeitungslohn und sehr günstigen Rücklieferungsbedingungen zur Verfügung gestellt. Das Konsortium übernahm dafür die Forderungen der Reichsbahn, die aber nicht in bar bezahlt, sondern langsam aus dem Guthaben verrechnet werden sollten. Aus diesem Vertrage sollen die Firmen einen Iahresverdienst von rund zwölf Millionen Mark erzielt haben. Aber die Seltsamkeiten häuften sich: zunächst verlautete gerüchtweise, daß Reichsbahndirektor Reumann, der eine schlohartige Villa in Reubabelsberg besitzt, zu Dr. Kämpfer, mit dem er seinerzeit den Verwertungsvertrag geschlossen hatte, inpersönlichem Verhältnis stand, und daß der Firma Dr. Kämpser & Eo. die 400 000 Mark, die sie der Reichsbahn schuldete, auf dem Gnadenwege geschenkt worden seien, da der obenerwähnte Schoher- Vertrag die Forderungen der Reichsbahn übernahm und sie aus eigenem Guthaben abbuchte. Jetzt stellte sich aber heraus, daß die Villa in Reubabelsberg, die ehemals Besitz Dr. Kämpsers war. dem Reichsbahndirektor Reumann zunächst als Mietshaus überlassen und dann von diesen: zu überaus günftigen Bedingungen erworben wurde. Der Erwerb geschah mittels einer Hypothek, die der ehemalige Direktor der Frankfurter Gesellschaft, Heinrich Warning, auf das $au£ hatte eintragen lassen, Warning, der bis zum Jahre 1924 Berliner Vertreter der Frankfurter Metallgefellschaft gewesen war | und als solcher vielfach mit dem Reichsbahnzentralamt zu verhandeln hatte, hatte im Jahrs 1924 eine selbständige Gesellschaft gegründet, an der die Frankfurter Metallgefellschaft als stiller Gesellschafter beteiligt war. Durch persönliche Verhandlungen Warnings mit Reumann wurde erreicht, daß die Firma Heinrich Warning Treuhänderin für die Verschrott ung sämtlicher zu verschrottender Lokomotiven wurde. Während der Jahre 1924 bis 1926 sollen etwa 4—6000 Lokomotiven zur Verschrottung gekommen sein, und der mit Warning geschlossene Vertrag soll außerordentliche Gewinne für Warning vorgesehen haben. Wie behauptet werde, soll er bis zum Jahre 1926 60 v. H. des Wertes erhalten haben, während zur Zeit die Quote 30 v. H. für Warning, 70 v. H. für die Reichsbahn beträgt Reichsbahndirektor Reumann soll sich für diese Verträge Rückendeckung bei dem damaligen Präsidenten des Reichsbahnzentralamtes beschafft haben. Zusammenfassend kommt die „Voss Ztg." zu dem Schluß, daß Reichsbahndirektor Reumann zum minöeftcn eine u n - glückliche Hand gehabt hat. und daß die Verträge, die er schloß und die möglicherweise unter den damals herrschenden wirtschaftlichen Bedingungen formell nicht zu beanstanden toaren, heute der Reichsbahn schwere Rachteile gebracht haben. Auffällig aber und schwer belastend müsse der Villen kauf in Reubabelsbcrg erscheinen. Oie Geldsorgen -er Reichsbahn. (Statt Tariferhöhung Auflegung einer Anleihe zur Beschaffung neuen Anlagekapitals. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 3. April. Seit der französische Reichsbahnkommissar seinen Bericht über die finanzielle Lage der Reichsbahn veröffentlicht hat, tft wiederholt das Gerücht aufgetaucht, das Direktorium biefer größten deutschen Gesellschaft beabsichtige eine Erhöhung der Tarife. Oft genug ist das dementiert worden, bis jetzt ganz überraschend der Derwaltungsrat der Reichsbahn mit der Erklärung an die Oeffent- lichkeit trat, die Finanzbedürfnisse der Reichsbahn seien so angespannt, daß sie unbedingt durch Erhöhung der Tarife einen Mehr- ertrag von 250 Millionen Mark herauswirtschaften müsse. Leider hat die Reichsbahn ihr Begehren nur recht notdürftig motiviert. Sie hat darauf hingewiefen, daß die Löhne und Gehälter ihrer Angestellten erheblich gewachsen seien, und daß die allgemeinen Unkosten eine bisher unbekannte Höhe erreicht haben. Diese Begründung ist aber völlig unzureichend und keineswegs überzeugend. Mit Indexziffern, wie sie der Verwaltungsrat bekanntgegeben hat, läßt sich schließlich alles beweisen. Der Plan hat daher in allen Kreisen Ablehnung gesunden: Die Wirtschaft weiß, daß die Erhöhung der Tarife eine Verteuerung aller Waren nach sich zieht. Reichstag und Reichsregierung sehen ein, daß eine weitere Belastung für die Allgemeinheit nicht tragbar sei. Die Reichsbahn kann nicht gut behaupten, ihre Finanzlage sei so angestrengt, daß sie die fehlenden Mittel gerade durch eine Erhöhung der Tarife ein- bringen müsse. Sie betont einseitig die Ausgabenseite und arbeitet nicht einmal dabei mit absoluten Zahlen. Von der Einnahmeentwicklung der Reichsbahngesellschaft während der letzten Jahre ist mit keinem Wort die Rede, und gerade sie ist interessant, weil der Ertrag des Jahres 1927 mit 5040 Millionen Mark außerordentlich gün- sti g gewesen ist. Gewiß muß zugegeben werden, daß das Beschaffungsprogramm des rer- rloffenen Jahres so umfassend war, daß die liquiden Mittel möglicherweise recht knapp geworden sind. Dies hat aber einmal schon zu einer Verringerung des Bauprogramms für 1928 geführt: wenn aber darüber hinaus die fehlenden Mittel durch Erhöhung der Tarife beschafft werden sollen, so hat sich die Reichsbahn die Suche nach Geld doch etwas zu leicht gemacht Normalerweise soll jeder Anlage- zuwachs aus Anleihen finanziert werden. Es sei ohne weiteres zugegeben, daß eine Inlandanleihe in der notwendigen Höhe im Hinblick auf bevorstehende andere Emissionen den Kapitalmarkt vielleicht zu stark beanspruchen. Aber ein Unternehmen vom Umfange und von der Bedeutung der Reichseisenbahngesellschaft findet Kredit im Auslände viel leichter als irgendein Elektrizitätswerk. Maa sein, daß der Derwaltungsrat auch über diesen Ausweg nachgedacht hat, jedenfalls deuten gewisse Anzeichen darauf hin, daß zwischen der Reichsbahn und dem Reparationsagenten, der ja praktisch in alle deutschen Finanzangelegenheiten das Recht der Einrede hat, ein Schriftwechsel in biefer Richtung geführt worden ist. Doch scheint dabei so etwas wie ein Verbot Parker Gilberts her- ausgekommen zu fein, den Kapitalmarkt des Auslandes für die deutsche Reichsbahn in Anspruch zil nehmen. Nun behaupten zwar die Juristen, Parker Gilbert besäße rechtlich gar keine Handhabe, um der Reichsbahn die Aufnahme einer Auslandanleihe zu verbieten. Aber schon das Bekanntwerden seiner Be- denken genügt, um das ausländische Kapital zu veranlassen, eine deutsche Anleihe nicht zu zeichnen. Dennoch gilt es, die Bedenken Gilberts unter allen Umständen zu zerstreuen, denn es ist nicht möglich, eine Tariferhöhung der Reichsbahn durchzuführen, wenn gleichzeitig ein Anschwellen des Preisniveaus in Deutschland vermieden werden soll. noer Archivmaterial über die Enffchädigungs- ansprüche ließe sich schwer an einen anderen Ort bringen. Woldemaras zeigte sich über das Entgegenkommen polnifcherseits befriedigt— Woldemaras verläßt heute abend mit dem Kow- noer Zuge Königsberg. Ministerpräsident Za- l e s k i reift morgen ab, um die Ostertage i n Venedig zu verbringen. Vom 13. April ab wird er als Gast Mussolinis in Rom weilen. Polen schlagt einen Nichtangriffspakt vor. Eine Note Zaleskis Königsberg, 2. Avril. (WB.) Der polnische Delegationsführer, Minister des Aeußern Z aleski. hat heule dem litauischen Delegationsführer, Ministerpräsident Woldemaras, eine Rote mit dem Angebot eines Nichtangriffspaktes zugehen lassen, in der es u.a. heißt: Die Klagen, die Sie gegen die polnische Regierung erheben, betreffend das Vorhandensein von militärischen Drganifationen der litauischen Emigranten in Polen und betreffend die Verbindung litauischer Terrorffteu mit polnischen Behörden sind gleicherweise schleckt begründet und beruhen offensichtlich auf falschen Informationen. Um in Zukunft die litauische Regierung vor derartigen Informationen sicher- zustellen, kann ich mir Eure Exzellenz dazu einladen, einen Vertreter Litauens in, Warschau zu beglaubigen, damit er in der Lage sei, der litauischen Regierung genau und zuverlässige Nachrichten über diese Angelegenheit zuzustellen. Was Ihren Vorschlag betrifft, einen p o ln i s ch e n A n g r i f f gegen Litauen „wenig wahrscheinlich" zu machen, so erlaube ich mir, Sie daran zu erinnern, daß die polnische Regierung zu wiederholten Malen für ihre friedlichen Absichten gegenüber der Republik Litauen die Probe abgelegt hat. Ich lenke auch die Aufmerksamkeit Euer Exzellenz auf die Tatsache, daß die polnische Regierung vor dem Dölkerbundsrat in aller Form erklärt hat, daß die Republik Polen die politischeUn- abhängigkeit und die territoriale Unversehrtheit der Republik Litauen anerkennt und achten wird. Ich kann Sie übrigens versichern, daß die polnische Regierung den Wunsch hegt, nicht nur jeden Angriff gegen Litauen unwahrscheinlich zu machen, sondern, daß sie geneigt wäre, jeglichen beiderseitigen Angriff völlig unmöglich zu machen. Zu diesem Zwecke schlage ich Ihnen vor, unverzüglich einen Nichtangriffsoertrag zwischen Polen und Litauen abzu schließen. Angesichts des Obigen erhebe ich keine Einwendung, daß die Frage der Sicherheit des litauischen Staates dem Programm unserer Konferenz eingefügt werde. preußische Personalpolitik. „3m Interesse der Festigung der republikanischen Staatssorm" verabschiedet Berlin, 2. April. (211.) Rach dem amtlichen Preußischen Pressedienst sind auf Grund deS preußischen Gesetzes vom 31. Dezember 1922 „im Interesse der Festigung der verfassungsmäßigen republikanischen Staatsform' folgende Beamte in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden: die Vizepräsidenten bei der Regierung v. Redern in Gumbinnen, Schlössingk in Potsdam, Dr., von Keudell in Erfurt, Wellenkamp in "Lüneburg, Dr. D y ck e r h o f f in Aurich, Dr. Wer - n c r in Minden. Zu Vizepräsidenten sind ernannt worden: bei der Regierung in Gumbinnen der Landrat Dr. Steinhoff in Zeih, in Potsdam der Oberregierungsrat Dr. Mayer im Polizeipräsidium in Berlin, in Minden der Regierungs- Vizepräsident Dr. v. K r a u s e von der Regierung in Oppeln, in Lüneburg der Oberregierungsrat Dr. Beermann vom Oberpräsidium in Hannover. in Aurich der Oberregierungsrat Dr. P e u k e r t vom Preußischen Ministerium des Innern, in Erfurt der Landrat F i s ch e n i ch aus Stuhm. Das Dorgehen der preußischen Regierung stützt sich auf ein Landtagsgesetz vom 31. Dezember 1922 zur Abänderung der Verordnung betreffend Me ftetonds. nw» einstweiliae Versetzung der unmittelbaren Staatsbeamten m den Ruhestand vom 26. Februar 1919. Dessen einziger Artikel besagt: Auf Grund des Artikels 3 des ReichSgesehes über die Pflichten der Beamten zum Schutze der Republik vom 21. Juli 1922 werden in Paragraph 3 der Verordnung vom 26. Februar 1919 folgende Absätze zwei und drei eingefügt: „3m Interesse der Festigung der Verfassungsmäßigen republikanischen Staatsform können jederzeit einstweilen in den Ruhestand versetzt werden: Ministerialdirigenten, Oberpräsidialrate. Ober» regierungsräte bei den Regierungen als erste Vertreter der Regierungspräsidenten usw. Dabei ist es unerheblich, ob die betreffenden Beamten vor oder nach dem Inkrafttreten der Reichsver- fassung angestellt worden sind." — Gleichzeitig ist im Bereich der preußischen Justizverwaltung der Oberstaatsanwalt Frackenpohl in Altona auf Grund des Paragraphen 3 der Verordnung vom 26. Februar 1919 mit sofortiger Wirkung in den einstweiligen Ruhestand verseht worden Der Anschluß Waldecks an Preußen. DerTiaalsvertrag in 2. Lesung angenommen Arolsen. 2. April. (Landespressedienst.) In der heutigen Sitzung der Waldeckschen Landes- Vertretung stand als einziger Punkt bie zweite Lesung des Gesetzes betreffend den Staats- vertrag mit Preußen vom 23. März 1928 und die Verlängerung der Wahlperiode der Waldeckschen Landesvertretung bis zum 31. März 1929 aus der Tagesordnmrg. Abg. Barn- Ha g e N betonte, daß doS Äusgehen in einen größeren Staatsverband für Waldeck unab- w e n d b a r fei und dah bei der Aufstellung des Schluhvertrages alles erreicht worden sei. was nur erreicht werden konnte. Die Regierung habe bei den Verhandlungen die Tätigkeit eines ehrlichen Maklers entwickelt. Artikel 1 und 2 des Gesetzes wurden sodann von den anwesenden 15 Abgeordneten einstimmig angenommen. Die namentliche Abstimmung über das Gesetz als Ganzes ergab ebenfalls einstimmige Annahme. Auf Antrag der Landbundfraktion und des Abg. Euler wurde dem Landesdirektor Dr. Schmieding, dem Präsidenten der Waldeckschen Vertretung, sowie den Beamten der Regierung und Domänenkammer Dank und A n e r k e n N u N g der Landesvertretung für die bei den Anschluß- verhandlungen aeleistete aufopfernde Tätigkeit ausgesprochen. Der Landesdirektor dankte für diese Anerkennung und gab der Hoffnung Ausdruck. dah der Anschluhvertrag dem Lande Waldeck zum Segen gereichen möge. Hiermit nahm die denkwürdige Sitzung ihr Ende. Oer Kampf um den Familiennamen der Frau. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers' . Berlin, 3. April. Hebet die Frage der Be- rechtiaung der Frau, den Familiennamen des Ehemannes den eigenen Familiennamen anzu- fügen, wird schon seit geraumer Zeit ein leb- hafter Kampf geführt. Rach den bestehenden Gesetzesbestimmungen ist es erst auf Grund einer besonderen Erlaubnis, die zu ertnirfen außerordentlich schwierig ist und nur in den seltensten Fällen erteilt wird, möglich, eine Namensänderung in dem erwähnten ©inne du«hzuführen. Die großen Frauenorganisationen lowohl. wie einige politische Parteien haben ihsktfeits schon des öfteren versucht, eine Aende- nmg herbeizuführen, ohne daß es ihnen freilich gefangen wäre, mit ihrem Standpunkt durch- zuhrinsen. 2 m Preußischen Landtag ist erst vor kurzem von den Demokraten bie Angelegenheit erneut aufgegrifsen worden und zum Gegenstand eines Antrags gemacht worden, in dem gefordert wird, auf die Reichsregierung dahin einzuwirken, daß bei den einschlägigen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches eine entsprechende Ergänzung eingefügt wird. Der Antrag ist in den verschiedensten Ausschüssen des Preuhifchen Landtags heftig umstritten wor- den, ist aber schliehlich doch zur Annahme gekommen. Rach dem Antrag soll Doraus- sehuna eine Erklärung der Frau sein, die vor dem Standesbeamten obzugebm ist. vor dem die Ehe geschlossen wurde. Die Erklärung soll aber auch nach der ® U e 6 u n g abgegeben werden können. Der Mann soll Vas Recht haben, bei Vorliegen wichtiger Gründe der Frau die Zufügung des Familiennamens zu untersagen. Bei Widerspruch soll das Amtsgericht zu entscheiden haben. Man wird abwarten müssen, wie sich die Reichsregierung zu diesem Vorschlag, der jetzt von Preußen au»- geben wird. Stellung nimmt, und ob es gelingt, eine Aenderung durchzusetzen. Oie Reichstagskairdidaie».! des hessischen Zentrums. Mainz. 2 April. (Wolfs.) Die heute in Mainz abgehaltene LandeSausschuhsitzung der hessischen Zentrumspartei stellte für die bevorstehenden Reichstagswahlen folgende Kandidaten aus: Dr. Dockius. Rechtsanwalt, Mainz, Wilhelm Knoll, Regierungsrat. Darmstadt, Dr. Bauer. Generalsekretär des Hessischen Bauernbundes, Lorch (Hessen). Lorenz Diehl, städtischer Beamter in Mainz. Heinrich D realer, Architekt. Lorch (Hessen). Frau Elise Hatte m e r , Professorenwitwe, Darmstadt. Joseph Ludwig. Landwirt. Gonsenheim bei Mainz. Dolksparielliche Anträge zum hessischen Wohnungsbau 1928. Darmstadt. 2 April Die Deutsche Vvlks- Partet hat im Hessischen Landtag folgende Anträge gestellt: I. Der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ermächtigen, auf dem Anleihe- Wege Mittel flüssig zu machen, um durch Gewährung verbilligter Baudarlehen die Errichtung von Wohnungen auch im Rechnungsjahr 1928 in dem notwendigen Umfang zu ermöglichen. 2. Sonder-Gebäude st euer. Wir beantragen. den für die Zwecke des Wohnungsbaues zu verwendenden Betrag aus der Gebäudesteuer aus doS Doppelte des seitherigen Satzes, also auf 30 Prozent der Friede uSmiets, zu erhöhen. 3. B a u d a r l e h e n a n B e a m t c und S e - bien stete. 2m vorigen 2ahr ist d':s Regierung durch einstimmigen Landtagsbelchluft ermächtigt worden, einen Teil des für Errichtung von 'n' Vie Kolmor. auf die Eifenteile abgebrannt, mußte, da die elektrische Fahrleitung bauer, dessen Schwägerin Agnes Egge mann, Dr. Ricklin, Charles Baumann, sowie die in Deutschland lebenden Baron Ley und Redakteur Dr. Ernst. poincare und Deutschland Vie Gonniagsrede von Carcassonne. Aus aller Well. Neue Erdstöße im Wilajet Lmyrua. Angora. 2. April. (W. T. D. Funkfpruch.) Gestern wurden im Wilajet Smyrna schwache und heute früh wiederum starke Erdstöße verspürt, die aber nur von kurzer Dauer waren. Weder in Torbali noch in Smyrna sind neue Verluste an Menschenleben oder neuer Sachschaden zu verzeichnen. Rach amtlichen Meldungen wurden 14 Dörfer von der Kataftrovhr heimgesucht. Es wurden 1700 Häuser zerstört, davon in Tvrbali allein 1M3. Der deutsche Bot kann, so ist doch gar kein Grund dafür vorhanden, nun gleich in Jubelhymnen auszubrechen, wie es ein großer Teil unserer Presse prompt ge- tan hat. Einmal sind die diesbezüglichen Aeuße-- rungen deS französischen Ministerpräsidenten noch immer s o unbestimmt, daß man ihnen schließlich jede beliebige andere Deutung geben kann, wenn es notwendig erscheinen sollte. Zweitens sinden wir auch ’n dieser am Schluß mit Friedens- und Berstänbigungsheteuerungen gespickten Rede Poincares andere Stellen, die nach wie vor zu scharfer Kritik herausfordern. Heber das Fiasko der Abrüstungsverhandlungen in Genf tagte er z. B., die Ablehnung der russischen Dor> schlage sei nicht erfolgt, weil Frantreich nicht der Mittel für einen Angriff beraubt werden wollte, sondern weil es eine Methode der Ab- rüstung für falsch halte, die die kleinen Völker in Vie Hand der größeren gebe. WaS soll das heißen? Frankreich ist heute die weitaus stärkste Militärmacht in Eurypa und hat damit die kleinen und die ent* wasfneten Völker in der Hand. Gerade zu ihrem Schuh gegen die Hebermacht der in Massen starrenden Länder verlangen die ent- wafsneten und hie im Weltkrieg neutral gebliebenen Völker die Abrüstung auch der anderen, die überdies ihre Abrüstung feierlich versprochen haben. Es wäre töricht, um die Dinge Herumreden zu wollen, jeder Franzose und jeder -- Pole weiß, was er damit und mit dem neuerlichen Verlangen nach Sicherung meint. Ohne daß er es sagt, besteht Poincare aus dem. was man fälschlich als das Locarno des Oste n s bezeichnet, und dazu können und werden wir uns nimmermehr verstehen. Deswegen halten Frankreich, Polen usw. ihre Rüstung aufrecht und deswegen kann Europa nicht zur Ruhe kommen. Trotz aller Vorbehalten begrüßen wir einen jeden Fortschritt, den unser Gegner Poincare in der Richtung wahrer Verständigungs- und Friedenspolitik macht. Aber wir warnen dringend vor einer Hebers^ätzung dieser plötzlichen Verständigungs- und ^riodensrede. die zugleich eins Wahlrede in dem Teil Frankreichs war. wo der Verständigungsgedanke stark Wurzel geschlagen hat. Wenn gar schon in einem Teil ber deutschen Presse aus Grund der Poincare- schen Rede von einer Finanzkonferenz noch in diesem Jahre gefaroefan wird, dann ist das ganz verkehrt. Vor den amerikanischen Wahlen im Rovember und vor der Einführung des neuen amerikanischen Präsidenten im März 1929 ist an eine entscheidende Wendung in d?r Haltung ber amerikanischen Regierung nicht zu denken. Der Plan selbst wird sich einmal verwirklichen müssen, weil dies unumgänglich nötig ist. Aber von heut auf morgen geschieht das nicht, weil die Zeit noch nicht reis dafür ist. auch wenn Poincare ausnahmsweise einmal etwas verständiger spricht. 0vomcMv«»u umerrechMtee U»nare<0 Wettervorau-sage. Das neue isländische Tiefdruckgebiet hat sich unter kräftigem Varometersall südwärts bis über die britischen Inseln ausgebreitet und seine Warmlast an der Vorderseite beendete die Zufuhr polarer Luftmassen. Somit werden bei uns bei südwestlichen Winden die Temperaturen zum Anstieg kommen und außer Bewölkung vereinzelt auch wieder Riederschläge austreten. Wettervoraussage f ü r Mittwoch Meiü wolkig. Temperaturanstieg, später wieder Hebergang zu vielfachen Riederschlägen. Witterungsaussichten für Donnerstag: Weiterhin wolkig, mild, vereinzelte Rieder- schlüge. Lufttemperaturen am 2. April: mittag» 5,2 Grad Celsius, abends 5 Grad Celsius; am 3. April: morgens fi Grad Celsius. Maximum 6,7 Grad Celsius, Minimum 4,5 Grad Celsius. — Erbtempecaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 3. April: abend» 6,4 Grad Celsius, am 3. April: morgens 3,6 Grad Celsius. — Niederschläge .3 Vtilhmeter. Oie Deutschen in der Tschechoslowakei. Eigene Drahtmeldung des «Gießener Anzeigers'. Berlin. 3. April. Zu dem kürzlich vom tschechischen Parlament angenommenen Gesetz zum Schutze des heimischen ArbeitS- marktes erscheinen jetzt Durchsührungsverord- nungen. die. soweit man bis jetzt sehen kann, einige Besorgnis erwecken dürsten. Zwar hat bei den Verhandlungen über die Aufhebung des Visums im Reiseverkehr nach der Tschechoslowakei dieses Gesetz schon eine gewisse Rolle gespielt, doch schien man anzunehmen, daß seine Bestimmungen, für die es Parallelen in verschiedenen anderen europäischen Ländern gibt, und die vor allem einen Zustrom deutscher Arbeitsloser nach der Tschechoslowakei per. hindern sollten, deutsche Interessen nicht allzu sehr gefährden würden. Bei den jetzt erschienenen Durchführungsverordnungen erregt besonders ein Passus die größte Aufmerksamkeit. Gr bestimmt, daß Ausländer, Vie vor dem 1. M a i 1 92 3 in der Tschechoslowakei ansässig waren, gezwungen sind, um eine neue Aufenthalts» bewillig ung bei den tschechoflowakischen Behörden nachzusuchen, wenn sie länger als drei Wochen hintereinander oder sechs Wochen während eines Kalenderjahres außerhalb der Tschechoslowakei geweilt haben. Man befürchtet, daß die Auswirkungen dieser Be- timmung besonders deutsche Industrie- d i r e k t o r e n , Ingenieure und kaufmännische Angestellte, vor allem auch der s u d e t en d.eu t s ch e n Industrie, sehr bedenklich treffen kann, da gerade die Inhaber folcher Posten oft auf längeren G e - schäftsreisen länger als drei Wochen hintereinander im Ausland weilen. Rach einer tschechischen Statistik befinden sich augenblicklich rund 37 000 deutsche Angestellte in der Tschechoslowakei, während allerdings di« Wanderungen Deutscher nach der Tschechoslowakei, die dort Stellung suchen, in her letzten Zeit nicht sehr erheblich ist, |o dah man in diesem Zusammenhang keine be sonderen Besorgnisse über bie neue tschechische Aiifenthaltsrogelung hegt. Weiter wird noch berichtet, dah im Rahmen des neuen tschechischen Gesetzes zum Schutze des Arbeitsmarktes auch die sog. Manipulationsgebühren, die die Behörden für die Genehmi- •gung ber Anstellung ausländischer Staatsangehöriger von den betreffenden Firmen ober von den Ausländern erheben, jetzt ihre gesetzliche Sanktion er- fahren. Diese Gebühren sind im Durchschnitt sehr hoch und betragen rund 1000 Kronen. Vorläufig muh man aber noch die endgültige Durchprüfung dieser tschechischen Bestimmungen von deutscher Seite abwarten, ehe man abschließend zu ihnen Stellung nehmen kann und Vars. AnNageerhebung gegen 22 Autonornisten. Auf seine erste Wahlrede in Bordeaux vor einer Woche hat Poincar 6 die zweite in Earcqssonne folgen lassen. Die erste hatte bei uns und anderwärts starken Anstoß erregt, weil daraus ganz ber alte Poincars mit feinem Mangel an Weitblick in Fragen der europäischen Politik sprach. Inzwischen hat er anscheinend etwas gelernt, was bei einer Persönlichkeit wie Poincare geeignet ist, Erstaunen und Verwunderung hervorzurufen. 2n den vielen 2ahren seiner politischen Tätigkeit hat der jetzige französische Ministerpräsident in bezug auf die Außenpolitik Frankreichs immer nur eine ganz starre Linie verfolgt, von der er nicht abgewichen ist: Deutschland hat den Weltkrieg verschuldet. Deutschland ist an allem schuld, was sich seither ereignet hat und Deutschland hat das arme Frankreich durch die Aichtinnehaltung feiner Verpflichtungen zum Ruhreinbruch gezwungen. Run spielt plötzlich Herr Pmncare auf einer anderen Saite feiner Geige. Es ist davon hie Rede, daß gerade im Laufe der letzten Woche Pierpont Morgan und andere amerikanische Finanzgrößen in Paris gewesen sinh und sich in derselben Richtung ausgesprochen falben wie schon srüher der Repara- tionsagent Parker Gilbert. Sie scheinen in der Tat Poincare die Wendung nahegelegt zu haben, bie er vollzogen hat, nämlich den Gedanken, daß aufeinerneuen internationalen Finanzkvnferenz das große Problem der Festsetzung der Endsumme, die Deutschland als Kri^senlschädigung befahlen muh und im Zusammenhang damit, die Regelung der Amerika zustehenden Kriegsschuldenzahlungen besprochen und gelöst werden soll. Das ist nun freilich nichts Reuss, denn derartige Pläne find seit langem Gegenstand von öffentlichen und nichtöffentlichen Aussprachen zwischen Männern her Finanz und der Wirtschaft gewesen, bisher aber gerade von der Regierung der Vereinigten Staaten ab gelehnt worden. Diese hat sich stets mit großer Entschiedenheit Dagegen ausgesprochen, dir Reparationsfrage mit den Kriegsschulden Frankreichs und Englands an Amerika irgendwie zu verquicken. Diese offizielle Auffassung besteht auch heute noch im amtlichen Amerika, obwohl sich deutliche Anzeichen geltend mache», daß sich auch dort sine Wandlung vorbereitet. Der Zwang der Entwicklung drängt förmlich dahin, hie Schuldenverhältnisse als Kriegssolge nicht nur einseitig im Lichte des Reparntivnsproblrms, wie es bei dem DaweSabfommen von London der Fall war, sondern im größeren Umfang, sozusagen als Austauschproblem, anzusassen. Damit müßte selbstverständlich eine Mobilisierung bet deutschen Eisenbahn- und 2ndustrieobligationen Hand in Hand gehen. Dazu hat sich jetzt anscheinend Herr Poincare bekehrt, wobei wohl auch bet Einfluß Briands mikgosprochen hat. Wenn man somit einen gewissen Fortschritt in der Entwicklung des Herrn P-vincars feststellen amtenmietwohnungen zur Verfügung gestellten Kredits als BaudarlHen — sog. Arbeitgeber da riehen — an Beamte und Bedienstete zu verwenden. 3n dem Voranschlag 1928 wird für diese Zwecke ein Kredit nicht beantragt. Wir beantragen daher, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ermächtigen, eine halbe Million Reichsmark aus Anleihemitteln flüssig zu machen und diese Mittel als Baudarlehen an Beamte und Bedienstete zu verwenden. Eine Hheinlandlotterie gegen die Winzernoi. Berlin, 3. April. Nach langen Vorarbeiten ist es hem Reichsverband der Rheinländer in Berlin gelungen, für eine Rhcmlandtotterie zugunsten des notleidenden Winzerftandes die (Genehmigung her zuständige» Stellen zu erhalte». Der Gedanke stellt sich dar als eine Hilfsaktion für das gesamte besetzte Gebiet. Die Gewinne bestehen ausschließlich aus Wein. Der Reichsoerhand der Rheinländer erbittet die Unterstützung aller Kreise des deutschen Volkes. Es gilt der „Verbundenheit mit dem besetzten Gebiet" sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Die einkommenden Mittel werden restlos dem Weinbau des besetzte» Gebiets zugute kommen. Gerichtliches Nachspiel der Kyritzer Ausschreitungen. Berlin. 2- April. (Priv.-Tel.) Die Ausschreitungen. die sich am 13. März bei der Demonstration des Landbundes i»,Kyritz ereigneten, werden zu einem gerichtlichen Rachspiel sichren. In Kyritz ist ein Untersuchungsrichter aus Reuruppin emgetros- fen, um die Vorgänge, die sich vor dem dortigen Finanzamt abspielten, eingehend zu untersuchen. Gegen 31 Teilnehmer der Demonstration soll, wie di« ^Doss. Ztg." meldet, Anklage w e- gen Aufruhrs und LandfriedenS- b r u ch c s erhoben werden. Feuer zerstört worden war. bis zur Ankunft einer Dampflokomotive auf der Station verbleiben. Grvhfeuer in Oberöfierreich. In ber Orychaft Fraundorf bei Kläffer im Obermühlviertel wurden neun Bapern- anwefen eingeäschert. Der Schaden dürfte 120 000 Schilling betragen. Man vermutet Brandstiftung. Sturm und Aeberschwemmung in Venedig. Bei schwerem Sturm kenterte bei Venedig eine Segelbarfe. Die sechs Insassen sind ertrunken. Die tiefer liegenden Stellen der Stadt Venedig sind überschwemmt. Wegen des hohen Seegangs und des Sturms ist auch in den Kanälen der Motorverkehr erschwert. Durch eine herabstürzende Glocke getötet In dem Augenblick, wo eine Prvzeffion vor ber Kirche San Jsidoro bei Salamanca in Spanien vovbeizog. löste sich eine schwere in vollem Schwung befindliche Glocke vom Turm ab und fiel auf eine Gruppe von junge n Mädchen, von denen drei getötet und mehrere verletzt wurden. Veruntreuungen bei einer polnischen ftranknlafHt. 2n Sosnowice ist bei der Krankenkasse eine Reihe von Verfehlungen aufgedeckt wvrden. Beamte der Kaffe vaben mit größeren Privat" sinnen gemeinsame Sache gemacht und falsche Liften für diese Firmen geführt. 3n die hinterzogenen Summen teilten f i ch sydcmn hie Kasfenbeamten und die Firmeninhaher. Zwei Rechnungsbeamte, denen bereits jahrelange Betrügereien nachgewiesen wurden, wurden verhaftet. Die Berluste ber Krankenkasse werden auf mehrere hunderttausend Zloty angegeben. Mit weiteren Verhaftungen fall gerechnet werden. Sammlung zur Unterstützung neUeibenher Bergleute in England. Die drei Lvrdmahors von London, ($ar- biff und Rewcastel haben einen Aufruf zur Unterstützung ber notleidenden Bergleute und ihrer Familien in den von der Arbeitslosigkeit schwer betroffenen Bezirken erlassen. Der König eröffnete die Zeichnuirg mit 500 Pfand Sterling. Schulkreuzer „Berlin“ in ftllung. Der Schulkreuzer »Berlin" ist in Kilung (F v v* mvsa) eingetroffen und wird am 10. April nach Kobe (2apan) in See gehe». Schweres Autounglück in Madrid. 2n Madrid fuhr ein Auwmobil aus den Bürgersteig, zertrümmerte eine Schaufensterscheibe und tötete 4 Kinder. Außerdem erlitten mehrere Kinder Verletzungen. Paris, 8. April. (WB.) Wie bereits berichtet, hat ber Untersuchungsrichter in der Autpnvmistem Angelegenheit die Voruntersuchung abgeschlossen. Gegen neun in bie Untersuchung verwickelte Personen ist die Anklageerhebung fallen gelassen worden, da die ihnen zur Last gelegten Taten nicht schwerwiegend genug feien, um die Aufrechterhaltung her Anklage z» rechtserst- & Gegen 22 Angeschuldiate erhöht her Unter ngsritfaer Anklage bei Der Anklagetammer in ______ Die Verhandlung wird in der nächsten Schwurgerichtsperiode, die am 30. April in Kolmar beginnt durchgeführt werden. Unter den 22 Personen, gegen die die Anklage aufrecht erhal» ton bleibt, befinden sich der snchere Schuldirektor Dr. Roos, Pastor ch i r tz e l, Bankier P i n ck (diese drei sind flüchtig), ein Straßburger Buchdrucker namens ch a u ft , ber frühere Abbö Faß - fchastsrat hat im 2fam«n bet deutschen Regierung dem Ministerium des Aeuhern sein aufrichtiges Beileid aus Anlaß der Katastrophe ausgesprochen. Zeupr im Orientexpreß. 3n Flums (Kanton Graubünden) mußte ber Orisnt-Expreßzug. der von Zürich i« ber Richtung Thur fuhr, angehallen werden, da ein Wagen mit Abteilen ber ersten und zweiten Klasse in Brand geraten wat- Die Reisenden eines erster Klasseabteils, eine dreiköpfige englisch« Familie, konnten sich mit knapper Rot ins Freie retten. 2hr Gepäck wurde ei» Raub der Flammen. Den Reisenden der zweiter Klasseabteile gelang es. sich mit ihrem sämtlichen Handgepäck in Sicherheit zu bringe» Bevor der brennende Wagen vom Zuge abgekoppelt werden konnte, griffen die Flammen auch auf bie benachbarten Wagen, einen Speise- unb einen Gepäckwagen, üher doch konnten diese noch durch die Ortsfeuerwehren gerettet werden. Der erster imb zweiter Klassewagen ist bis Aus der Provinzialhaupistadi. Dietzen, den 3. Aprtl 1928. Eine Amsel rief... Heute früh war's. Der Tag war eben erwacht und sah srAchtern über die Dächer zu den Fenstern herein. Die Gardinen wehrten dem andringenden Licht, denn e« war noch viel zu früh. Sin leiser Windzug glitt zwischen den offenen. Fensterflügeln hindurch, brachte Regcnlust mit und ein wenig Duft vom Frühling. Die Dächer glänzten feucht, und der Himmel leuchtet« nicht verklärt von Morgenglanz, fonbem blickte trüb drein. Don der Strohe heraus drang fein Laut. Kein Schritt eines Wanderers, kein Hasten eines Menschen, der »ur Arbeit hetzte. Stille ringsum. Dur der Tag schlich näher. IcmtloS, auf Sohlen, die den Doben nicht berührten, auf Schwingen, die seidenweich durch die Zeit fichrten. Do schlossen sich auch die Augenlider wieder. ilnb eben in diesem Augenblick flog vom First gegenüber ein kleines Amsellied nieder. Schmefe rernd klang eS, hüpste von First zu First, hob 'ich empor, dem Licht entgegen, imb fiel melodisch nieder in die einsam«, ft tue. aushorchende Straße. Kam zu dem offenen Fenster herein und stahl sich schmeichelnd und lockend in« Ohr. Die Lider hoben sich nicht wieder. Warum sehen, wenn Ohr und oeele ganz aufgeschlossen Hub? Warum an den 2intag erinnert sein, wenn ein Lied vom Frühling singt, der mit dem schüchternen Morgen über die Dächer hereinblickt? Die kleine Amsel lockte und rief. SS war noch ein Stümper, ein Lernender Manchmal Nana eS. wie wenn ein Schüler einige Takte auf der Dioline übt. von seiner Fertigkeit unbefriedigt ist, abbricht und nach einer Pause der Ueberleguna von vorn beginnt. Dein. eS war gewttz kein Künstler, der dort oben dem Frühling and dem Morgen fein PreiSlied sang. Und es war doch eine Verkündigung, schön und verheißungsvoll. war doch ein Lied, da- wie ein Segensgruh an den Tag war. der über die Welt hinschreitet. toi« Tausend« hingeschritten sind und noch viele über diese Srde geben werden. <36 war auch nicht das einzige Amsellied. daS diesen Morgen begrüßte Doch viele solche Sänger werden zu afeicher Stunde ihr Lied angestimmt haben. Unb jede» war ein Gruß an den Tag, eine 3uM* Hymne, datz allen Bewohnern der alten Mutter Srde d iefer Tag geschenkt ist. Sanz plötzlich schwieg der Heine Singer. Da war es. als ob in der Stunde etwas zerriß. Immer wieder sprang der Gedanke vor: Jetzt, in der nächsten Minute muh der Auf wieder durch das Fenster kommen. Sr kam nicht. Ab« ein häßlich hupendes Auto brauste über das Steinpflaster, schwere Schritte kamen näher und verloren sich in der Ferne. Der Tag war «r< wacht ®- Daten für Mittwoch, 4. April. Sonnenaufgang 5.29 Uhr. Sonnenuntergang 18.38 ilfjr. — Wondaufgang 17.51 ilf>r. Mvnb- untergang 5.44 Uhr 1520: Luther tritt feine Reise nach WornrS an; 1785: die Schriftstellerin Bettina v. Arnim in Frankfurt QL M. geboren (gestorben 1859); — 1823: der Ingenieur K. W. D. Siemens in Lenthe geboren (gestorben 1883); — 1828: der Verleger und Philgntrop Herrmann IuliuS Weyer in Gotha geboren lgestorben 1909). Wietzener Wochenmarktpreise. Vs kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt daS Pfund. Butter 180 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35. Käse HO Stück) 60 biS 140. Wirsina 40 bis 50. Weißkraut 25 bi« 30. Rotkraut 40 bis 45, gelbe Rüben 25. tote Rüben 15 bis 20, Spinat 40 bis 50, Gitter-Kohlrabi 12 bis 20. Grünkohl 40 bis 45, Rosenkohl 80. Feldsalat 150 bis 200, Tomaten 130. Zwiebeln 25 biS 30, Meerrettich 50 bi« 100. Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 12 bis 20, Honig 45. Suppenhühner 100 bis 120, Endivien 100 bis 120: das Stück: Gier 12 bi« 13, Blumenkohl 60 biS 200. Salat 35 bis 45, Lauch 15 bis 30, Sellerie 30 bi« 100, Radieschen (Bd.) 20 bi« 30 Pfennig. Voraotize». — Tageskalender für Dien«tag: Stadttheater: 6.15 Ahr .Die Walküre" iSndc gegen 10.30 llhe). — Lichtspielhaus Bahnhof' (trabe: »Luther'. — Aftvria-Lichtlpiefe: .Belphegor' 2. Teil. •• Zur Vorbereitung der Reichstaas- watzl such die kommunalen Verwaltungsbehörden durch Verfügung bet Staatspräsidenten angewiesen word-n, mit der 'Anlegung dcr Wählerlisten und fßohlfarteien unverzüglich zu beginnen und als Stichtag für die Aufnahme der Wahlberechtigien den 20. Mai vorzufehen. •• Gegen die Schmiersinkerei bei der Wahlagitation. Der Landesverband de« hessifchen Einzelhandels hat sich kürzlich mit einem Schreiben an das Hessische Ministerium des Innern gewandt und gebeten, dafür zu sorgen. daß bei der bevorstehenden Wahlagitation das Bekleben der Häuser und Schaufenster mit Plakaten und Zetteln, sowie da» bringen von Farbeninfchriften ohne die Zustimmung de« Geschäftsinhabers zu unterbleiben hat. Das ftrei«- amt Gießen gibt daraufhin gemäß ministerieller Anweisung, im neuesten Amtsverkündiaungsblait bekannt, daß bei Meldung der gesetzlich ange- drohten Strafen Druckschriften ohne Unterschied nur an solchen Stellen öffentlich angeschlagen werden dürfen, die von der Ortsvolizeibehdrdc als hierzu geeignet bezeichnet worden sind Zu° Widerhandlungen haben die Polizeibehörden un- nachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Die Ber- unreinigung der Häuser durch die rücksichtslose AettelanNeverei und Farbenschmiererei Ist hiernach unter Strafe gestellt. Allzu eifrige Agitatoren mögen sich das in den kommenden Wochen immer vor Augen halten. •* Personalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Studienrat an der Dtudienanftalt zu Gießen Professor Dr. Markert auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. April ab. — Ernannt wurden der Oberförster Dr. Gustav Zimmer zu Friedberg zum Forstmeister des Fvrstcimtes Rabenau! der Arbeitersekretär Heinrich Zinnkann zu WormS mit Wirkung vom 15. März 1928 an zum ständigen Hilfsarbeiter beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft mit der Amtsbezeichnung „Regierungsrat." •• Dienstjubiläen bei der Reichsbahn Der bei dem hiesigen Bahnbetriebswerk beschäftigte Werkmeister Wilhelm Grau konnte am 1. April auf eine 30jährige Tätigkeit als Beamter bei der Reichsbahnverwaltung zu- rückblicken. Ebenso konnte an demselben Tage der bei der gleichen Dienststelle tätige Werkmeister Philipp Raumann sein 2Sjähriges Dienstjubiläum feiern. Den beiden, bei Vorgesetzten, Kollegen und Untergebenen gleichermaßen beliebten und geachteten Beamten wurden an ihrem Subeltag herzliche Gratulationen zuteil. Die besondere Wertschätzung von Kollegen und Mitarbeitern wurde durch die Ueberreichung von Geschenken zum Ausdruck gebracht. ** Cin Anlagenkonzert unserer M i - litstrkapelle findet morgen.Mittwoch, 4.30Uhr (bei günstiger Witterung) in der Südanlage statt. Die Mustkfolge ist: 1- Marsch I, Nr. 1 von König Fried» rich II. (1741). 2. Ouvertüre zu „Ein Sommer- nachwtraum" von F. Mendelssohn-Bartholdy. 3. Armeemarsch II, Rr. 210, „Der Torgauer Parademarsch". 4. Große Fantasie au# der Oper „Die Götterdämmerung" von R. Wagner. 5. Armee- marsch II, Nr. 207, Bombardonmarsch aus Motiven der Oper „Das goldene Kreuz" von Brüll. •* D i e Gießener Geldinstitute geben im heutigen 'Anzeigenteil bekannt, daß fie am kommenden Samstag (Ofterfamstag) für jeglichen Der kehr geschlossen sind. *♦ A m Krematorium auf dem Friedhof am Rodberg wurden im ersten Quartal dieses Jahres 20 Einäscherungen, gegen 17 im gleichen Zeitraum des Vorjahres, vorgenommen. 3m ganzen fanden seit Bestehen dieser Einrichtung, seit August 1926 bis heute, 124 Feuerbestattungen in Gießen statt. _______ * Ein ungeeigneter Gefängnis- Ersatz. 3n Homberg a. d. Ohm hat Hd) vor einigen Taoen ein Vorfall ereignet der nicht zu den Alltäglichkeiten gehört. Dort kamen am Donnerstag- nachmittag zwei auf der Flucht befindliche Zigeuner- ramitten im Wagen von Neustadt über Alsfeld und Kirtorf an. Durch Fernspruch mar noch Homberg gemeldet worden, daß sich unter den Ankömmlingen ein wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausaang bereit» (eil zwei Lchren von einer lyrischen Staatsanwaltschaft gesuchter Zigsuner befinde, der zu verhaften sei. Unter den fahrenden Gesellen fand man denn auch einen, der wegen verschiedener Delikte von einer hessischen Justizbehörde gesucht wurde, und man vermutete, daß dieser mit dem „Freund" der Bayern identisch sei. Der Zigeuner wurde verhaftet. Nun ist aber da» Hornberger 9e- richisgefängms wegen Penstonierung des seitherigen ®efangenenauf(ebers bereits feit einem Vierteljahre Ben, und da die Berhaftung auch erst in der leit Dorgeiwmmen werden komtte, wurde ber Festgenommene entsprechend der jüngsten Gepflogenheit voreckt in der Herberge untergebracht, um ihn anderen Tage» dem Hornberger Amtsgericht zur Bernehmung oorzuführen und dann ins Gerichtsgefängnis in Alsfeld einyiliefern. Nachdem der Berhastete etwa eine Stunde lang in ber Herberte gesessen hatte, gelang <• einem andern Zigeuner, in einem unbewachten Augenblick den primittoen Tür Verschluß zu öffnen und dein Festgenommenen die goldene Freiheit wiederzugeben. Die beiden 3igem ner oerbufteten natürlich schleunigst, und auch die Wagenkolonne mit den Zigeunersamilien setzt« sich fchnellftens in Trab. Die verfolgende Gendarmerie botte Ne Wayen bei Bernsfeld ivieder ein und gab die ganze Gesellschaft der Ortsoolizeibehörde für die Nacht in Verwahrung, jedoch befand sich keiner der beiden Homderger Hauvtalteure aus der Zigeunerschaft unter den Festgeyaltenen. Dank des ungeeigneten Hornberger Gefängnis-Ersatzes war es also einem langgesuchten „Freund" der Justiz möglich, dieser wieder ein Schnippchen zu schlagen. ** Der Schlachthof-Gebührentarif hat jetzt einen Rachtrag über die Fleischbeschau- aebühren erhalten. Interessenten seien aus die heutige amtliche Bekanntmachung hingewieien. •• Gärtner - Gehilfenprüfung für Oberhessen. Dieser Tage hielt die Land- Wirtschaftskammer für Hessen die diesjährigen Gehilfenprüfungen für Oberhessen in Gießen in der Gärtneret Wilhelm Moser ab. Es unter« zogen sich der Prüfung 16 Lehrlinge, die sämtlich die Prüfung bestanden, darunter einer mit der Gesamtnote „sehr gut". Die Prüfungskommission, die aus zwei auswärtigen Praktikern und dem Fachbeamten der Landwirtschaftskammer unter dem Borsitz eines Dorstandsmitgliedes der Landwirtschaftskammer bestand, waltete ihre« Amtes mit strenger Sachlichkeit. Die Prüfungen bienen in erster Linie ber Hebung des gärtnerischen Rachwuchses und bilden die Grundlage für das Fortkommen im gärtnerischen Berufe. Es ist daher wichtig zu wissen, daß zu diesen Prüfungen nur solche Lehrlinge zugelassen werden, die in Gärtnereien ihre Lehre absolvierten, die von ber Oandwirtschafts- fammer al« Lehrbetriebe anerkannt sind. WSN. drauenabtcile in den Liege wagen 3. Klasse. Da es öfter oorgekommen ist, daß alleinreisende Damen in den Liegewagen 3. Klasse mit männlichen Reisenden zusammen in einem Abteil untergebracht werden mußten, hat die Mitropa, wie sie der Reichsvereinigung ber Reisenden und Vertreter im Gewerkschaftsbund der Angestellten auf eine Anfrage milteilt, diesem Uebelftanbc dadurch abgeholfen, daß sie zwei Abteile für Damen in jedem Wagen freihalten läßt. Die Reisebureaus und die Schaffner haben die Möglichkeit, Herren und Damen getrennt unterzubringen. Die Einrichtung ist seit einiger Zeit erfolgt, und Klagen sind seitdem nicht mehr oorgekommen. •• ReisaauSwei« zum 14. Deutschen Turnfest mttbrlngenl Der Reichskommis- sar für die besetzten rheinischen Gebiete teilt dem Hauptausschuß für das 14. Deutsche Turnfest die Regelung der Einreise ins besetzte Gebiet wie felgt mit: »Alls Personen, die ihren gewöhn- Nchen Wohnsitz 'm Deufichltmst haben Berat ohne Rücklicht auf Ihr» Staatsangedörigfett -* in der ganzen Ausdehnung des besetzten Be» biete« und zwischen dem besetzten Gebiet mtb dem unbesetzten Deutschland frei verkehren, sofern fie, wenn sie älter al« 16 Zähre sind, entweder mit einem Personalausweis beliebigen Musters, der von einer zuständigen deutschen Behörde ausgestellt und unterzeichnet ist. oder mit einem von ihrer heimischen Behörde aungeteilten und visierten Paß versehen sind' Demzufolge muß also ber Ausweis von der zuständigen amtlichen Stelle, in der Regel von der Polizeibehörde de« Wohnorte« ausgestellt werden. Die Festkarte zum 14 Deutschen Tumfeft ist al« Ausweis nicht ausreichend. Kirchliche Nachrichten. JfraclUifdx Refigionsgemeinde. Gottesdienst tu der Synagoge (Sübanlagc). Donnerstag, 5., und Freita» ft. April Donnerstag: Paffahfest Vorabend 7 Uhr: morgen* 8.30, P r c b i g t. Yreitag- vorab«ich 7; morgens 8.30. Samstag, 7. April. Vorabend stt morgens 8.30; abends 7.15 und 7.55 Uhr. Israelitisch« AeligionsgcseUschnfl Donnerstag. 5., Freitag st April Passahfest. 1 lag: Vorabend ft.50 Uhr. vormittags 8; Predigt ; »achmlttaas 4. 2. Tag: Vorabend 7.50; vormittags 8. — Saobott feier den 7. April. Vorabend 6.40; vormittags 8: nachmittags 4; Sabbatausgana 7.55. — Wochen- gottcsdienst morgens 6.30; abends 6.30 Uhr i/t die Wahl eines erftklaffigen und em*ündfveien V3> HautpflegemitteL.^^— dem täglichen Wajdiwd/Ter zugefetzt erfrftht, reinigt, klärt und befähigt die Haut aus eigener Kraft gefund und fchön zu fein. Heinrich Mack Nacht., Ufm a.D. Bullrich-Magen-Salz Nur In blauer Packung mit hem vilpe de» fr finitere. 100 Fa-r« unübertroffen gegen Folgen schlechter Verdauung und Sobbrenneu Fordern bte gratie und franko Vrobe mV Gebraucheanwelsuno. Pulver 250 g O *l, Tabletten 0 26 und 1.50. 33«l> IW, i C. W. BUllrich, Berlin W M Frühjahr «kur nir und Nervöe-Brachöpfte. SpexlattaranetaU Hetotira ie Töonee bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch Dr, M. Schulxe - Knhleyei, Nervenarzt. Entfettungskuren im Frühling sind besonder« erfotnverfvrechend. Allen korpulenten oder zum Starkwerden veranlagten Vefern u. Leserinnen roten wir wahrend der iVrübiabrSmonate morgen«, mittag« und ndend« 2 roluba-Kerne zu nehmen. Sie erhalten bte echten Toluba-.storne schon tn Diengen von 30 Gramm tn den Apotheken. 1 Würfel für 2 Teller 13 Pfg. MAGGI5 Erbs Suppe und weitere 27 Sorten Ger-Sternchen Ger-Nudeln Erbs "/Speck Ochsenschwanz Reis-Julienne Erbs m/Reis Windsor US IV. Erbs Schinken Grün kern, Königin Mockturtie Reis Reis ”YTomaten Pilz Blumenkohl Spargel Eier-Riebet e Rumford Tomaten Nahrhaft - Reiner natürlicher Geschmack aller Art nach den Ausstattungshaus Salomon AnlertiM von Gardinen Neue Kurse Gieben, Seltersweg 81 neuest. Entwürfen Rührungen von • Aussteuerhaue Salomon • Oieben, Selters weg 81^ Bekanntmachung $n unser Handelsregister Abteilung A wurde eingetragen: Am 14. März 1928: Die Firma Moritz Köhler in Gießen. Inhaber ist der Äaup mann Moritz Köhler m Gießen. üm 20. März 1928: bei der Firma Lösch & Trünkner in Gießen Die ^inna heriger Firma weiter. Gießen, den 20. Mürz 1928. Hessisches Amtsgericht. beginnen am 16. April 1 Vbgtscbe Handelsschulen Ot«b*n Herbere Verlanden Sie eaeführttebe DrcdudMltt O 44 voo der Sdmllettant Qteben, Ooethe-trabe 31 3874a Natur- Wein teilt, für freft u. Kur KräoterbausJung Hell-, Diät-, Lebensmittel, Schulstr. 5. aieö«iro6ei5iii5ü6Milflo Achten Sie auf unser Angebot m der DonnerStag-Rummer! Gebvüdev Lakob FaMrtk lein. Fleisch- «.Wnritwerea ?!enenweg 10 Lelepbou 1160 Um unsere Kundschaft vünkl lieb zu bedienen, bitten wir um rechtzeitige Bestellung SlVlWMlvec 08Ö ftfimenelartmtoim sowie Eiuzelmöbel lnbesterAnsfübrung und zu günsttgen Zabiungtzbedingun- gen liefert Drucksachen aller Art Erleichterung : Steiners Paradies-Betten Suche sofort oder zum 15. Avril für mein bürgerliches Neftauram eine 02588 tüchtige Köchin Angeb. mit Zeugntkabschr. u. Loduang. an V.Hecks,»ZurWaldluft^,Bad Nandeiw Fachmann emefieblt stchtnAutz- ist erloschen. Am 27. Mar) 1928: a) bei der Firma Philipp Weiler Nachfolger in Gießen: Die Firma ist erloschen, b) Bei der Firma Älffen & Co. in Gießen. Willi Arnold zu Gießen ist aus der offenen Handel«- gesellschast auLgeschieden und diese er- loschen. Ferdinand Msfen führt das Geschäft als Einselkaufmann unter fest Zaumvsi^e.^Na'b' I Rudolf eine,. in der Geschäftsstelle MSdettchretuere, de« Gieß. An- [<**13573D Steiustr. Nu^ und Seefisch- gewasserte Stockstiche xwd LSKleinhenn Bahnhofstraße 69 Teleph. *6 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Landjudensckaft der Provinz Oberhessen für das Rechnungsjahr 1928 liegt zur Einsicht der Beteiligten acht Tage lang auf dem Bureau des Unterzeichneten, Alicenstraße 2, offen. Nur während dieser Frist können gegen den Inhalt Einwendungen erhoben werden. Gießen, den 2. April 1928. 3564D Der Vorsteher der Landjudenschaft der Provinz Oberhessen. Louis Marcus. teöenöe fiarpln 5dilPten zimeaik. ZlliM löelnfolm 5teel8eaö-5alm Hot-3ungen 9tilöalt.5e«unm SeeMti. llusiia. sowie alle anderen Sorten Seefische treffen Mittwoch und Donnerstag nur fite. Qualität etn 2319D 11 So® «folget. Hlnebg.16, Tel. 1813 Wir werden Dich nie vergessen! in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 2 April 1928. Nordanlage 18 02596 3563 D Portal des Neuen Friedhofes aus statt. 3577V Hofes aus statt. 02620 Wieseck, Rodheim, Alten-Buseck, den 2. April 1928. 3576 D Lollar, Gießen, den 31. März 1928. 3548D 3583B 02617 II. (Verschiedenes | stein & Boaler, Berlin W 35. 3560A mittags 21/? Uhr, in Aliendorf a. d. L. statt. Nadiruf. gesucht. 3580D Königsberg (Kreis Biedenkopf), den 2. April 1928 3595V I Mietgesuche | Weg 15. 135921) Zum | 3567» ."S Neuen Baue 7. Teleph. 612. 45D Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige PilichUhre A.H.A.H. und A.M.A.M. von dem Ableben ihres lieben Bundesbruders a. B. Mittwoch, den 4. April 1928, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 (int Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung^ Pens. Brandl Sona. möbl. Zimmer, getextete. Tel. IW. Gießen (Wilhelmstraße 46), den 2. April 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. April 1928, vom Tieferschüttert beklagen wir den Verlust dieses sich durch die besten Eigenschaften auszeichnenden Vorgesetzten, dessen warmes Herz für seine Untergebenen ihm ein unvergängliches Andenken bei uns gesichert hat. Zur letzten Fahrt entbieten wir ihm ein stilles Glückauf. Niederlage aller Harken - Schokoladen Prallnd-Oeiohenkpaeknngen (ticken, den 2. April 1928. Der Oberbürgermeister. I. B.: Kling spor. Großen-Linden, den 2. April 1928. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. April, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehausc Schustergasse 7 aus statt. Die Belegschaft und Beamten der Grube Königsberger Gemarkung. | Vermietungen | Zum 15. 4. ob. 1. 5. 2 bis 3 Simmet mit Küche in ruhig. Hause, bester Lage, au vermieten. Schr. Angeb. un».3597V an d.Gtetz.Anz.erbeten. Die Tumerschaft Arminia r. A.: A. Zerbe F.V. Wäschemangel fast neu, erstklassiges Fabrikat, 3 Walzen, billig au verk. 02614 laiaerallee S, pari. Stadttheater Mittwoch.4.Avril, 24.Mkmoüi-AV.-Vrtt. von 20 bis 21' < Ubr Brand im Opernbaus Drama in 3 Akten von Georg Kaiser. Heute nachmittag entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Elis. Bocher geb. Fischer jm Alter von 68 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen.- Heinr. Bocher. Gießen (Sonnenstraße 3 1), den 2. April 1928. Die Beisetzung findet Donnerstag, den 5. April, nachmittags 21/, Uhr, vom Portale des Neuen Fried- In tiefem Schmerz: Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die uns erwiesene Teilnahme beim Heimgänge unseres teueren Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Familie Heinrich Rain Familie Heinrich Espich Familie Karl Waldschmidt. Wohnungs-Tausch Schöne «rohe 4-Ztmmer-Wohnung im SeUersweg^zu vermieten. — Hübsche 3-Zimmer-Wobnung muh zum Tausch vorhanden fein. Schriftliche Angebote unter 02601 an den (Siebener Anzeiger Heute mittag um P/2 Uhr entschlief sanft im 64. Lebensjahre, unsere liebe, gute Mutter Frau Luise Marchand geb. Kruppenbacher In tiefer Trauer: Eduard, Milli und Hans Marchand im Alter von 41 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Ernst Hermann, Schreinermeister nebst 4 Kindern. \ oöer 2 möbl. Zimmer mit zwei Betten in gutem Hause gesucht. Schr. Angeb.u. 02591 an d. Gieß. Anz. erb. Schöne 3-3immet-lDoljog. am Kugelberg gegen 4-3immet-lBoBno. im Stadtlnnern zu tauschen gciucht. Schristl. Angeb. unt. 02602 and. Gieh. Anz. WWM für alle 14 Tage Kräftiger Junge achtbarer Eltern, der L'uft har, die 135701) Mmel zu erlernen, kann aus Ostern eintreten bei Mctzgermeistcr Hartmann, Stockheim iOberh.). SlkMWW gewandt in Steno- gravbie u. Schreibmaschine für sofort gesucht. Schriftliche Angeb. mtl GehaUSansvr. unter 02619 an den Gieh. Anz. erbeten. Tausche meine 5-3. Wobn., Bad, Mans- billige Miete, in Gießen Nähe Universität. aeg. 3-Zim. Wobn. in Jrankfurt a. M.. wenn Umzug verg. Schr.Sngeb u. 02603 a d. Gieh Anz. erbet. Mem gemahlen, in Papierskicken sämtliche Sorten toWnget empfiehlt ab Lager oder angeliefert zur VerwendungSstelle Junges, gebildetes Rädchen sucht Stelle als Haustochter zur Erlernung des HauOhalteS in gutem Hause. Schr. Angeb. unter 3603V an den Gieh. Anzeig. erbet. MW in prima Qualität empfiehlt billigst Am 31. März d. J. entriß uns der Tod unseren lieben Obersteiger Herrn Friedrich Adolf Groos Die Liebe höret nimmer auf. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen Sonntag abend 7 Uhr meine Hebe gute Frau, unsere herzensgute stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Luh geb, Steinmüller nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden, im Alter von 64 Jahren, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Philipp Luh IIL, Bahnbeamter i. R., Friedrich Luh, Gemeinderechner und Familie, Albert Luh, Hilfsförster. Aliendorf a. d. Lahn, Kraftsolms, den 2. April 1928. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 4. April, nach- Christian Schäfer stud. med. Heute morgen 2 Uhr entschlief sanft nach langem schweren, mit Geduld getragenem Leiden unser lieber, unvergeßlicher Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Herr Heinrich Kümmel II. im 74. Lebensjahre. Vertretung! Eingeführte Hamburger Oelgrohfirma sucht tüchtige Vertreter für die Erweiterung ihrer Organisation. Fleißige Herren, die bet der Industrie und Landwirtschaft eingesührt find, wollen sich zur Bekanntgabe der Konditionen melden. Besitzer von Auto ober Motorrad werden bevorzug!. Gefl. ausführliche Zuschriften unter H. G. 606 au Ala Haasenftein & Vogler, Hamburg 36. WlsMeler zur Abonnentenwerbung f. führende Auto- und Motorrad-Fachzeitung, nur seriöser Herr, gegen gute Bezüge u. Spesenzuschuß gesucht. Offerten unt. 11316 Ala Haasen- Ausstellung schöner OWescheoke Neu eingetroffen: Bonbon- und Cakesdosen Weinkaraffen / Saftkannen Kuchenteller, Jardinifcren Salat- und Kompottschüsseln Vasen in allen Gröben Weingläser / Römer etc. etc. — Besichtigung ohne Kaufzwang — Spezialgeschäft I. echtes Bleikristall Fran Martin Dörr Wwe. iAiito-Neeb I 1790. ,,,9d l Grammophon, 1 Schreibtisch mit Stuhl, 1 Chaiselongue, 2 Schreib- maschmen, 1 Tisch, 1 Rohrsessel, 1 Robr- tisch, 2 Ladenthelen, 1 Holzkasse, 1 Partie Sekt, 1 Partie Spargel, 1 Büfett, 2 Bücherschränke, l Rauchtisch, 1 Vertiko, 4 Stühle, 1 Zimmer- tcppich, 1 Damensahrrad, 2 Kleider- schränke, 1 Partie Wirtstischc und Stühle. Bestimmt: 12 Kopfkiffenbezüge, 1 Partie Strickwolle, 1 Fahrrad, 2 Nähmaschinen, 1 Schreibmaschine, Mignon (neu), 1 Büfett (nutzbaumpoliert). 359OD Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Goethestraße 29. ten-Falirrad fast neu. billig zu verkaufen. Anzu- sehen Dtenstagabd. zwischen 7—8 Uhr. Neuenweg 18 1. Gut erhalt, blauer Kinderwagen sowie Laufgitter zu verkaufen 02597 Bi-marckttr. SS. Ein fast neuer Kinderwagen steht preiswert zu verlausen. [02598 Attcrweg 391. Frau Amc « d, Babnbofstraße. Bess.. kinderliebes Mädchen für Haushalt gesucht Fran Am end, Babnbosstr. 66. Suche f. 15.Avril ein Tagesmädchen (evtl, auch für ganz) nicht unter 18Jahren. das schon in befferem Hause gedient hat u. gute Zeugnisse auf weisen kann. Angeb. an Frau Leopold Blum, Wetzlarer Sauberer. fleißiges Mädchen tagsüber fürd.HauS- halt gesucht 02613 Babnbosstr. 37 II. ^uche iiitn 15. 4. sleiß., ktnderliebend. Mädchen in kleinen Haushalt. Krau Dr. Berger, Grube Messel b. Darmstadt. [35961) [Stellengesuche) Für brav, jungen wird Lebrstelle bet Friseur gciucht.Sa- mtlienanschl. Lehrgeld k. gezahlt werd. SInfr.o.Vebter Jakeb In Ober * Bessingen ,Vertrauensmann d.WohlfahrtS- aintS Darmstadt. Kontoristin nut allen Bureauarbeiten vertraut, lucht sich alSbald zuverandern.Schr. Angeb. unter 02600 an o. Gieh. Anz. erb. Wale BortoiW Mslall für Maturum. Latinum, Graecum, Vrimaretfe. 3585V ffieflee, Boetbestr.M, Dr. Boeee. Fräulein mit Kind, aus guter Familie, sucht Bekannlschafc mit solidem, ansländ. Herrn zwecks später. Heirat. Schr.Angeb.strengst. Diskretion unt.02594 an den Gieh. Anz. Suche für meine Schwester. Norddeutsche. ÄJ., Brün- nette. von angenehm. Aeuheren. au» guter Bürgersam.. m. aut. AuSst. u. Barverm DafLCeDeuslameraöen Off. unt. B. M. an die HerSsZtg-HerSfeld. erbeten. 3531D WImlkW Sohn achtbarer Eltern, gesucht 3580 D Cafe Amend. Schreinerlehrling für nach Ostern ges. 2lnton Schmidt, Mäbelschreineret, LangSdorf. oiem 5-t-LaWagea mit Mangel fährt d. Woche leer zurück nach Wiesbaden. WM genmit (Eilofferten: Fincher. Wlembadcn. Friedri chfrtrnße 29. 358ID Nachtrag zum Gebührentarif für den Schlachthof der Stadt Bietzen. Aus Grund der Artikel 193 und 194 der Städteordnung und unter Hinweis auf die Ortssatzung über den städtischen Schlachthof in Gießen vom 28. März 1910 wird auf Beschluß der von der Stadtverordnetenversammlung hierzu ecmächtigten Schlacke Hofdeputation vom 20. Februar 1928 nach Anhörung des KreisauSschusseS und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 21. März 1928 zu Nr. M. d. I. 11/2733 zum Gebührentarif des städtischen Schlachthoss vom 8. Avril 1924 folgender Nachtrag erlassen: § 1. B. Flcifchbefchaugebühreu. Für ein Stück Großvieh . . . 2.— 3UL „ „ Pferd oder Fohlen. . 3.— „ » h Schwein......1.— „ § 2- Dieser Nachtrag tritt mit dem aus seine Verkündigung folgenden Tag in Kraft. Gestern abend 10'/, Uhr entschlief nach schwerer Krankheit meine Hebe, unvergeßliche Frau, unsere herzensgute, stets treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante ’ Schaub Hlööi. Wohnung ßZimm^evtl.Kiichen- benutzung, an nur bess. Ehep. ob. auch lÜrGefch.-Zwecke für 1. Mai zu vermieten. Schristl. Angeb. unt. 02592 p. d. Gieß. Anz. ————— 5d)ön mööi. Zimmer mit ob. ohne Pension zu vermieten 02609 Gr. Eteintvcg2Lp. Stellenangebote Gesucht ansehnlicher junger Mann von gewandtem Auftreten zur Kundenwerbung a. d. Lande, Motorrad Vorhand^ führerscheinsrei. Schr. Bewerbung m. kurzem, aber lückenlosen Lebenslauf u. 36001 >a.d. Gieß. Anz. Hohen dauernden Nebenverdienst finden Damen und Herren mit gr. Bekanntenkreis dch.Ver kauf von Strümpfen zu Engrospreisen. Stuft, erb. an [3033D Schließfach 136 Leipzig 8. 3, 17. Suche für sofort einen jüngeren SMeögeleöen. Lebuiua II., Schmiedmeister. Eckartsbaufen (Str. Büdingen). 3569D Sofort gesucht jung. Mr 150 Silben Kurzschrift und Maschine. Bewerbungen mit Lebenslanf.ZeugntSt Abschr. n. AnsprÜch. unter 3604O an den Gieß. Anz. erbeten. Großhandlung sucht intelligenten, braven UM Schr.Angebot. unter 02611 a b. Gieß. An». Neuen Anzug 10.50: s- MrloHeln Edeltraud, 1. Absaat und Hasfia. gibt ab solange Dorratreicht fernerl Schrotmühle, wenig gebraucht, gut erhalte 30er Steine, gibt billig ab J587D Wilhelm Zinner IX., Vllllngen. | Kaufgesuche | IMeMM (Diplomat), noch gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schristl. Angebote unt. 02606 an den Gieß. Anzeiger. Empfehlungen | Schlacken- sand prompt ab Station Niederdreisbach bei Betzdorf [3389A MIvkUbM. Hagen i. Wettf. Fernsprecher 27269. lüäftl ♦ 6®ter ♦ r Mmeher ♦ ♦ Gönner ♦ r ßhenet ♦ ; looaefott r * Gomembect ♦ z Qmmentöslec; ♦ ohne Rinde X t Btie r ; Bomaöout ; r mbnM r ♦ stet« frisch in t besten Quali- X täten ♦ ♦ empfiehlt ♦ [Heinrich: : Driesch: ♦ SclletsroegZO ♦ ♦ 3557a X ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Chauffeur sicherer Fahrer und guter LZagenvfleger. sucht Stellung. Andere Arven wird mit übernommen. Gute Zeugnisse find vorhanden. Schristl. Angeb. unt 02587an d. Gieß. An;, erbeten. Verkäufe | Zwei Afbeitspserde unter vier die Wahl zu verkaufen. 02583 Hch. Neuling, Telephon 939. Wieiecker Weg 40. Acker n. Wiese in der Lichtenau. an der Straße nach Wtßmar. 12000 qm, geeignet f. Backstein- macherei, im ganzen, auch geteilt a. verk. Hch. Neuling, Wie secker Weg 40.°^ N.A.G.- Sporlmiiffl 10/40 P. 8. bervorrag. Läufer, erstkl. tu Ordnung, zum Festpreis von Mk. 3500,— zu oerfnuien. [02615 Gieße», Postschließfach 22. WN sehr gut erhalten, zu verkaufen. Zu erfr. bei (41. Ebert, Silo* viermack.ploeksLll. 25pelWer O.25lillDhiOIIII. in Eiche, fowte einigeSchrcibtische vreiSwertabzugeben Schristl. Sinneb. unt. 02608 a. d. Gieß. Anz. Einz. berufstätige Dame sucht 2—3 - Zimmer- Wohnung mit Küche. Schristl. Angebote unt. 02577 a. d. Gieß. Anz. erb. Sofortiger M Schöne, geräumige 4-Zimm Wobng., gute Lage, gegen gleiche abzugeben. Schristl. Angeb. unt. 02595 n. d. Gieß.Anz. Ur 89 Zweites Blatt Aichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffeiß Dienstag, 3. April 1928 >u- so homerisches Ge- Die Fazit Im geteilt wurde zwischen den verbotenen Streichen und einem sporenllirreirden Leutnant, der erstaunlich oft bei uns zu sehen war und sich sehr rasch zu meinem anertannten Verlobten auswuchs. 2lber mein korrekter Vater schätzte bräutliche Zärtlichkeit wenig, und so zogen wir uns denn recht häufig unter dem Vorwand, das Igele zu besuchen — einer Mutter hätte man das ja kaum Weismachen können! — in das dämmerige Gartenhaus zurück, wo ich, von den dunklen Qleuglein meines kleinen Kameraden freundlich bewacht, die ersten Küsse junger Liebe gab uni» empfing, lind diese Mitwisserschaft band mich nur nodj fester an meinen seltsamen, kleinen Vertrauten. ■216er das Igele kam in die Jahre. Es lief nicht mehr so behende über die begrünten Wege seinen unerfindlichen Zielen nach, sein kleines, spitzes Gesicht wurde trübe und alt. lind eines Tages kam es nicht mehr zum Abendbrot. Ich suchte es mit schwerem Herzen und fand >es schließlich tief unter dem Stroh seines Winterlagers vergraben. Es war schon starr und kalt. Mit der keuschen Scheu, welche die Tiere in der Stunde ihres Todes überfällt, hatte es sich verborgen, auch vor mir, und war einsam seinen letzten Weg' gegangen. Ich stand in bitteren Tränen neuen ihm und sann dieser fremden, kleinen Existenz nach, aus deren Qleuglein eine so freundliche Seele geglänzt hatte — diesem grotesken kleinen Stachelball, der für viele eine Sache war, ein Vichts, und der es verstanden hatte, eine so große Leere zu hinterlassen. Mit dem Igele endete auch die Kinderzeit. Es kam das vielgestaltige Leben, Ehe kam und Tod, Glück und Leid und Weite der Welt. Der alte Garten der Kindheit versank. Olber so oft ich irgendwo einen Igel sehe, stehen die blauen Tage wieder auf: die heimatlichen Däume rauschen im leichten Seewind, meine Taschen sind sehr schwer von Vachbars besten Olepseln, und in meinem Schoß, vertraulich mit mir speisend, sitzt das Igele. Zeiiungsschau. ..Kölnische Zeitung" zieht folgendes der bisherigen Koalitionsarbeit: Kamps um das Versailler Friedensdiktat SM« ■ftlel«?,! dem Voden gewachsen, das Igele neben mir, ein kleiner, stachliger Gnom, und verlangte mit spitz emporgerecktem Schnäuzchen auf meinem Schoß zu sitzen. . Für platonische Liebe habe ich noch nie etwas über gehabt, auch damals nicht, und daß das Igele jeden Versuch, zärtlich zu ihm zu werden, infolge seiner Stacheln nolens volens ablehnte, bereitete mir viel Kummer. Qlber wir fanden einen Olusweg: ich legte meine Hände flach auf den Voden, das Igele, mit gespreizten Pfötchen, kletterte darauf, während es mit freundlichen Qleuglein für die Unliebenswürdigkeit seiner Oberseite um Entschuldigung bat, es wurde auf den Schoß gehoben, und sa sahen wir Stunden und unterhielten uns aufs vortreffichste, sehr auf Kosten der widerwärtigen Handarbeit. Die ganze Familie liebte das Igele, und ich beobachtete ost mit Freuden meinen Vater, wie er seine Staffelei verlieh und, die Palette^ in der Hand, andächtig in irgendeinem Gesträuch herumkroch, wo das Igele fein Wesen trieb. Es mußte auch bald überall dabei sein, und als einst anläßlich einer italienischen Vacht in unserem Garten Otto Julius Vierbaum in splendid Isolation in einem Rosenbeet stehend, mit viel Betriebe. Man hat von einem Zusammen- bruch des Bergbaues gesprochen: wir stehen mitten darin, ohne c8 zu merken, denn bieiec ou- sammenbruch vollzieht sich nicht als eine plötzliche Katastrophe, nicht als ein elementarer Schlag, der die gesamte Kohleninduftrie mit einem Male zum Stillstand bringt, sondern als ein langsamer Qlbsterbeprozeß. Die beteiligten Werke sind in ihrer wirtschaftlichen Struktur sehr verschieden, bei den einen braucht es längere, bei den anderen füttere Zeit, ehe ihnen der Ottern ausgeht, aber in ihrer Existenz bedroht sind sie alle. Der Süden des Ruhrgebiets, also alles was südlich von der Linie Bochum-Dortmund liegt, ist schon so gut wie tot, aber auch nördlich von diesem Trümmerfeld sind dem Qlbsterbeprozeß bereits einzelne Gruben verfallen, und nur ein durch die Tatsachen nicht begründeter Optimismus kann hoffen, daß sie die einzigen Opfer bleiben werden. Mund schloß. Des Qlbends, wenn wir alle auf der ebenerdigen Veranda beim Vachtmahl saßen, kam es trab, trab herein, und das Igele, mit spitzem Schnäuzchen witternd, setzte sich freundlich zwischen uns zu einem Schälchen Milch. Es kam stets pünktlich wie eine llfjr um 7.30 Hfjr, und hatten wir uns einmal auf einem Qlusflug verspätet, so wartete es, schlecht gelaunt, auf der Veranda, begrüßte uns nicht und „mukschte". Es wohnte in einer alten Laube, wo das ©artengerät aufbewahrt wurde: jeden Herbst, wenn wir die Villa verliehen und nach ■München zogen, bekam es einen frischen Hausen Stroh, und unter diesem Berg vergraben, hielt es seinen Winterschlaf. Welche Sorgen die langen Monate hindurch, ob das Igele das nächste Jahr wohl noch erleben werde, welche Freude, wenn es im Frühjahr bei unserem Einzug klein und stachlich, seine Honneurs machte! Und bald wuchs es aus der Rolle eines beschützten Lieblings in die eines Beschützers und 'Vertrauten hinein. Denn die Zeit kam, wo ich Schleifen an meine wilden Zöpfe band und mein Interesse stark 'gioin; Schwung eigene Strophen vortrug, sah plötzlich das Igele zu feinen Füßen, mit dunklen Qleuglein zu ihm emporhimmelnd, und in das feurige Liebeslied prasselte ein so homerisches Gelächter. daß der Dichter, der die Anwesenheit des stachligen Störers ignorierte, verletzt den bestanden bctic". Von ihnen erwiesen H6 35 | mit einer Belegicyasi von ungefähr 48 OC. 2.'. v. nicht mehr als lebensfähig, darunter Werke, die au, eine lange ruhmreiche Vergange"heit zurück- blickten und teilweise noch vor wem,en Jahr- zehnten zu den besten ihrer Art gegärten. Die Oesfentlichkeit pflegt über -diese Tatsachen mit ziemlicher Gleichgültigkeit hinwegzugehen, sie gibt sich leine Rechenschaft, was eine Stillegung ve deutet! Im ganzen ist über 91 Werke das Todesurteil gesprochen, mag auch bei vereinzelten noch ein Abbau von der benachbarten Schachtanlage möglich sein. Der Fleiß von Jahrzehnten ist nutzlos vertan, Millionen Summen, die die Anlagen gekostet, sind völlig verloren, und an 80 000 Arbeiter sind brotlos geworden oder können wenigstens an ihrer bisherigen Arbeitsstelle ihren Erwerb nicht fortsetzen. Wenn man sich diese verheerende Wirkung vorstellt, so muß man sich die Frage vorlegen, gab es für diese Werke in der Tat keine Rettung mehr? Mußte diese Schädigung zahlloser Familien und dieser Verlust emtteten, der nicht nur die Dergwerkseigentümer, sondern mit ihnen daS gesamte Volk betrifft? Gewiß, in vielen Fällen war die Schließung unvermeidlich: da handelte es sich um Werke, die der veränderten Wirtschaftslage in keiner Weise gewachsen waren, um Anlagen, die nur auf die Fortdauer der Kohlennot spekulierten. In anderen Fällen dagegen — und das ist das schmerzliche.— wird man zu der Antwort kommen, daß die Stilllegung hätte vermieden werden können. Sie beruht auf keiner objektiven Votwendigkeit, sondern vielfach hätte ein geringes Entgegenkommen der Gewerkschaften schon genügt, um das nunmehr endgültig Verlorene zu erhalten. Aber diese wollten leinen Kompromiß, sie bestanden auf ihrem Entweder-Oder, und da das Entweder nicht möglich war, so blieb nur das Oder, d. h., es mußte ein großer Strich durch die Rechnung gemacht werden. 1 Die Werke sind an ihren Unkosten, an der Höhe der Steuern, der Lohne und der sozialen Qlbgaben zugrunde gegangen. Alle drei Posten haben sich seit der Vorkriegszelt wesentlich erhöht. Die Steuern auf die Tonne Vuhförderung betrugen vor dem Krieg 31 Pf., im Jahre 1926 dagegen 117,8 Pf., die Beiträge zur Sozialversicherung haben sich in derselben Zeit mehr als verdreifacht und stiegen von 79 Pf. aus 2.49 Mark auf je eine Tonne, und wenn auch die Erhöhung der Löhne nicht in demselben Ausmaß erfolgt ist, so hob sich doch der nominelle Schichtverdienst des Bergarbeiters von 5,73 Mark (1913) auf 9.35 -Mark (1926) und der reale auf 6,62 Mark. Eine Verminderung der Hn!often kann, wie die Verhältnisse zur Zeit liegen, nur durch eine Kürzung des Lohnes oder eineVerlängerungder Arbei t s- z e i l erfolgen. Die Arbeiter, die die Schwierigkeit des Bergbaues aus eigener Erfahrung kennen, waren für ein derartiges Opfer wohl zu haben, aber die Gewerkschaften lehnen grundsätzlich jedes Entgegenkommen ab. Sie sehen darin einen Bruch des Tarifvertrages und einen Vorstoß gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Fiat Justitia, pereat mundus! Mag wieder ein Werk stillgelegt werden, wenn nur der Tarifvertrag in seiner ganzen Starrheit erhalten bleibt! Die Frage ist neuerdings bei der Zeche Johan n D e i m e 1 s b e r g der Adler A.-G. aktuell geworden. Sie konnte durch ein Einvernehmen der Unternehmer und Arbeiter vor der beantragten Stilleoung-bewahrt werden, indem die einen das erforderliche neue Kapital aufbrachten, die anderen durch ihre Mehrleistung seine Rentabcll- töt sicherten. Die Gewerkschaften traten dem entgegen, und damit ist auch dieses Werk dem Untergang geweiht. Cs wird leider nicht das letzte fein. Je großer die Belastung des Bergbaues durch Steuern und Löhne wird, um so mehr wächst die Zahl der nicht mehr lebenssählgen Bei zahlreichen Gruben war das nicht der Fall, .'s lohnte nicht, neues Kapital in sie zu stecken. |ic waren rettungslos verloren und es blieb daher nichts übrig als ihre Stillegung. Man zog das Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende vor. Das Schicksal der Stillegung betraf naturgemäß in erster Linie die wenigen gutfundierten Veugründungen aus der Kriegs- und Vach- sriegszeit. die ihren Betrieb nur unter dem Druck des zeitweiligen Kohlemnangels ausgenommen hatten. Zu dieser Klasse gehörten im ganzen 41 Lchachtanlagen mit einer Belegschaft von 29 000 Mann. Qlber der Qlbsterbeprozeß machte bei ihnen nicht Halt, sondern suchte sich auch Opfer unter den Zechen, die schon in der Vorkriegszeit Das Igele. Von Sofie von llhde. Womit ein Igel, crinaceus curopacus, gemeint ist, ein ausgewachsener Igel. Denn dieses Diminutiv bezieht sich nicht auf seine Körperlichkeit, cs will vielmehr geistige Beziehungen dokumentieren, zärtliche Wertschätzung einer illustren Persönlichkeit, die unserem Herzen nahesteht. Qlls ich meine Bekanntschaft mit ihm anknupste, befand ich mich noch in dem einzig guten und berechtigten Stadium, in dem man mit ewig aufgelösten Zöpfen, mit unergründlich schmutzigen Händen und einem allzeit schwer belasteten Gewissen sich fröhlich durchs Leben schlägt, lind ich war eben im Begriff, mich zwecks Bimen- fiauend bäuchlings unterm Gestrüpp in den Vach- fcargarten zu schieben, als ich auf den Igel stieß. Ich schrie erbost, er rollte sich zusammen, lind so waren zunächst die Auspizien für einen ireundschaftlichen Verkehr keineswegs günstig. Qlber man war ja noch in dem interessierten Alter wo auch die kleinste Begebenheit von Wert ist. lind so wartete ich denn, Platt auf der Erde liegend, bis der Igel sich wieder aufrolicn wurde. (Sr tat es, und da mußte es ihm passieren, daß ct, vorsichtig sein spitzes Väschen tn die Luft steckend, direkt aus nächster Vähe m zwei Men« lchenaugen blickte, und das verblüffte ihn so. daß er ganz vergaß, sich wieder in sein Junges zurückzuziehen. Sv starrten wir uns em Weilchen an, und diese stumme Kritik fiel auf beiden ©eiten günstig aus: denn obgleich er bald in aher Ruhe seinen unterbrochenen "Weg fortsehte und auch ich weiter meinen anfechtbaren Zielen nachgmg, betrachteten wir uns fortab als Bekannte, begegneten uns auch alle Tage, wobei freilich weniger der Zufall als ein unermüdliche» Suchen von meiner Seite die Hand im Spiele hatte. Sehr bald fing das Igele an, mich zweifellos zu schätzen, was zunächst nicht so sehr den Meriten meiner Persönlichkeit als dem Umstand zuzuschreiben war. daß ich ihm täglich die erlesensten Leckerbissen verehrte^ die ich mit mei List in der Vorratskammer für ihn stahl. Vach wenigen Wochen schon kam das Igele, wo immer cs sich auch befand, eilends angerannt, wenn ich vfiff, und nahm sein Hehlergut in Empfang, und bald hatte ich es nicht mehr nötig, zu pfeifen: das Igele fand mich überall, lind wenn ich irgendwo mit einem Buche oder infolge höherer Gewalt auch mal mit einer bemerkenswert schwarzen Handarbeit im ©arten versteckt saß. so hockte nach wenigen Minuten, wie aus öS? KÄSS Mat. anden^—-- Sss höht hatten. Unter diesen Umständen war es nur emo Frage der Zeit, wann eine der wichtigsten, ) vielleicht die wichtigste Industrie Deutschlands, dtzr Steinkohlenbergbau, zum Erliegen kommen würde. Ohne Gewinn raucht kein Schornstein, lautet das treffende Wort August Bebels. Der Staatsbetrieb kann darauf verzichten, benn hinter ihm steht die Steuerkrast des gesamten Landes, ein Privatunternehmen muß zusam- »len brech en. wenn es keinen Vuyen erübrigt. Sollte der westfälische Bergbau gerettet werden, so mußte man versuchen, einen Gewinnausgleich zwischen den Unkosten und dem Erlös herzu- stellen, und das konnte nur mit Hilse einer groß- angelegten Rationalisierung geschehen. Die Bedingungen für eine solche waren im Bergbau günstig, da die gesamte Kohleninduftrie des Ruhrgebiets schon zu einem Syndikat zu- «ammengefaßt war. Ein einheitliches Vorgehen war daher möglich und es bedurfte nicht erst langwieriger Verhandlungen, um die toniurric- renden Interessen auszuglcichen. Das Ziel war eine Verbilligung der Unkosten. Cs sollte durch einen weitgehenden Ersatz der übersteuerten Menschenkrast durch die zwar nicht billigere, aber sparsamer und intensiver arbeitende Maschine erreicht werden. Während 1913 durch Hand und Schießarbeit 97,3 Prozent der Kohle und nur 2,2 Prozent durch Maschinen gewonnen wurden, entfielen 1927 auf die erstere nur noch etwa 15 Prozent gegen 85 Prozent aus die letztere. Das Ruhrgebiet verfügte 1913 nur über 10 716 Bohrhämmer, dagegen über 36 481 im Jahre 1926, und die Zahl der Qlbbauhämmer stieg in derselben Zeit sogar von 230 auf 49 345! Dieser kostspielige Umstollungsprozeß konnte nur in solchen Fällen vorgenommen werden, wo eine mehr oder weniger sichere Aussicht bestand, die Werke wieder rentabel zu machen. haben die Franzosen das Schlagwort von der unsichtbaren Besetzung, im Kampf um die deutsche Politik hat der Reichsminister des Innern das Schlagwort von der unsichtbaren Führung geprägt Beide Schlagworte zeichnen ein Trugbild, aber sie unterscheiden sich im Kern: die französische Besetzung am Rhein ist noch immer recht sichtbar, weil sie tatsächlich besteht: die inner- politische Führung durch Herrn v. K e u d e 11 ist unsichtbar gebileben, weil sie n i e m a l s vorhanden war. Wäre die These des Ministers, daß die Führung der Reichsgeschäfte unsichtbar bleiben müsse, zugleich ein Maßstab für den Wert der, Führung, dann hätten wir zu keiner Zeit eine bessere Führung gehabt als im letzten Jahr. Was der Minister in seinem Schwanengesang vor dem Reichstag über die Ergebnisse seiner Führung zu sagen wußte, widerlegt aber These und Schluß, denn er konnte nur negative Erfolge nachweisen. Vor allem sind die beiden wichtigsten Probleme, die er zu lösen versuchte: Reichsschulgefeh und Reichs- reform, nicht gelöst worden, llebrig geblieben ist die peinliche Erinnerung an einen verunglückten Gesetzentwurf und an eine fruchtlose Länderkonferenz. Das ist etwas wenig für eine Ministerlaufbahn, auf die doch wohl die Parteifreunde des Herrn v. Keudell einige Hoffnungen gesetzt hatten. Die Opposition des dritten Kabinetts Marx hat jedoch keinen Grund, zu frohlocken, denn ihr hat der Reichskanzler — einst ihr Wann und sogar ihr Kandidat für die Reichspräsidentschaft — keine geringere Cnttäu- täuschung bereitet als Herr v. Keudell der Regierungsmehrheit. Bei beiden — Marx und Keudell — ist die Führung der Reichsgeschäfte unsichtbar geblieben, aber sichtbar ist geworden, daß sie selb st die Geführten waren. Von dem Augenblick an, wo der Reichskanzler auf dem Katholikentag zu Dortmund fein unvorsichtiges Bekenntnis zur Omnipotenz der Bischöfe ablegte, war eS Har, daß er sich im Dienst einer geistigen Macht fühlte, die in der Klerikalisierung bet Schule den entscheidenden Schritt zur Klerikalisierung des Staates tun möchte, lind von dem Augenblick an, wo der Reichsminister des Innern sich in seinem Kamps gegen die preußische Regierung ins Anrecht setzte, war es klar, daß er als Beauftragter einer sozialen Macht handelte, die in der Wiedereroberung der Herrschast über Preußen ihr vornehmstes politisches Ziel erblickt. In einem andern Sinne, als es gemeint war, kann man also das Schlagwort des Herrn v. Keudell doch an- nehmen, insofern nämlich, als eine „unsichtbare Führung" tatsächlich vorhanden war, aber eine Führung, die außerhalb von Regierung unb Gtillgelegte Zechen. Professor Or. M. J. Wolff, Serlin. Vach der Stabilisierung der Währung und noch der Umstellung aus Gold, die sich aus ihr nl- eine Votwendigkeit ergab, befand sich die deutsche Industrie in einer seht schwierigen Lage. Die Gefahr eines allgemeinen Zusammenbruchs btohte Die Steuern erreichten eine erdrückende .Höhe und die Ansprüche der Arbeiter und Angestellten wuchsen beständig, die bei der Machtstellung, die sich die Arbeiterschaft errungen bette trotz der Ungunst der Situation befriedigt werden mußten. Die Unkosten nahmen in er- 'Dreckender Weise zu. so daß viele "Werke mit cmer Unterbilanz arbeiteten. andere gerade bestehen konnten und nur ganz wenige einen Vuhen cidwarsen. der aber selbst in den günstig.ten Fällen so gering war, daß er keinen Anreiz zl der dringend notwendigen Investierung und neuem Kapital bot. 3m Ruhrbergoau beispielsweise war die Ausbeute auf die geforderte Tonne Kohle, die 1901 1,35 Mk. und 1913 noch ]£6 Mk. betragen hatte, im Jahre 1924 auf 0j07 Mk. zurückgegangen, während sich die Löhne iil derselben 3eit ungefähr um 30 Prozent er- Brotfeier. Von Gustav W. Eberlein. Rom, Ende März. Am Sonntag Estomihi, der noch nicht lange zurückliegt, hatten wir die Reisfeier. Es regnete Reishymnen. Reisbefehle, Reisrezepte, Rers- portionen. Zur irdischen Glückseligkeit, dachte man am Qlbend dieses patriotischen Vationalreistages. braucht es eigentlich nicht viel: nur Reis, italienischen Reis. Dabei bleibt man gesund unb vor Parlament stand und feine gesetzliche 'Verantwortung vor den: Volk trug. Daran ist die Ksa- lillcn g:sch:i'.:rt unb irui’te sie scheitern. Sie war gebildet worden zu sachlicher Arbeit Tut die Volksgemeinschaft, aber nicht zur Aufrichtung llerikaler und sozialer Kastenherrschaften im Staat. Die unsichtbare Führung hat das Zentrum auf das ganze Schulgesetz verzichten lassen, als es einsehen mußte, daß cS sein Ziel nicht erreichen würde. Und die altpreuhischen Konservativen in der Deutschnationalen Partei gingen, als sie ihre Felle davonschwimmen laben, sogar so weit, daß sie die auswärtige Politik, die sie u m eines andern Zwecks willen gebilligt und ein Jahr lang mitgetragen Hatter, zum Schluß verleugnen ließen. Cs ist das große Verdienst der Deutschen Dolkspartei, daß sie durch ihre Hugo Haltung in der Schulfrage dieses Doppelsviel durchkreuzte unb dazu beitrug, die geheimen Kräfte blohzulegen. So ist flar geworden. daß mit dem Zentrum keine deutsche Kulturpolitik und mit ben Deutschnationalen keine deutsche Außenpolitik möglich ist, solange die Fraktionen der beiden Parteien sich nicht frei machen von ihren außerparlamentarischen Qlb- hängigkeiten. Die große Mehrzahl der Deutschen lehnt unsichtbare Führungen in jeder Form ab, gleichviel ob es sich um kirchliche Behörden ober ostelbische Standesgemeinschaften, um kapitalistische Kartelle oder gewerkschaftliche Organisationen handelt. Wir wollen überhaupt keine unsichtbare, wir wollen eine recht deutlich sichtbare Führung der Reichs- undStaats- geschäste, und wir verlangen nach einer Führung, die nicht rückwärts, sondern vorwärts weist. DaS zu erreichen, ist ein wichtiges Wahlziel. Zur Wirkung der Todesstrafe. Zu dem Aufsatz: „Abschaffung der Todesstrafe" geht uns von sehr geschätzter Seite folgende intcr- essante Mitteilung zu: Vor einigen Jahrzehnten wurde der Karlsruher Fabrikant Mathis in einem der Renchtalbäder das Opfer eines Raubmordes. Der Mörder war aus dem Elsaß herübergekommen. Er gestand, daß er den Mord in Baden verübt habe, weil dort die Todesstrafe niemals vollzogen wurde. Oberhessen. Lan-7-rick Gießen. L OB ief cd. 3. April. In der gestrigen G c - meinderatsihung wurde Friedr. Becker für den ausgeschiedenen Gemeinderat Heinrich Kümmel in den ©emeinberat eingeführt. Der Aufwertung von Darlehen der Hess. Lanbeshypothekenbanl Darmstadt und der Bezirkssparkasse Gießen wurde entsprechend den gegebenen Unterlagen zugestimmt, da der Beschluß des Gemeinderats vom 12. Mai 1927 auf Grund reichsgesetzlicher Regelung und Reichsgerichtsentscheidung nicht aufrechtzuerhalten war. Demgemäß erhält die Landeshypothekenbank noch an Aufwertung 19 312,50 Mk., rückzahlbar in zehn Jahresraten nebst 5 Prozent Zinsen ab 1. Januar 1926 unb 11 760 Mk., rückzahlbar in zwölf Jahresraten nebst 5 Proz. Zinsen ab 1. Januar 1926. die BezirkSsparkafse ca. 19 000 Mark, rückzahlbar in 30 Jahresraten mit 5 Proz. Zinsen. Eine längere Debatte entspann sich über das Gesuch des Mehgermeisters Wilh. Haas betr. den Ankauf des Gemeindeback- Hauses neben seinem Anwesen in der Gießener Straße. Hier kam man nach langem Hin und Her zu der Auffassung, daß man dem nicht entgegen sein soll, nur sollen der Bauausschusi und der Finanzausschuß mit dem Gesuchsteller verhandeln und dem Gemeinderat das Ergebnis mitteilen, damit dann dieser endgültigen Beschluß fassen kann. Bemerkt sei noch, daß der gesamte Gemeindevorstan d zu dem Ergebnis allem schlank. Estomihi, sangen wir: Sei mir ein starker Fels! Für den Sonntag mit dem noch schöneren Ql amen Ouasimodogeniti hat der Duce nun aber doch etwas noch Schöneres entdeckt: das Brot. Seine Proklamation lautet: Italiener! Liebt das Brot, das Herz des Hauses, den Duft des Mahles, die Freude des Herdes! Achtet das Brot, Schweiß der Stirne. Ehrgeiz der Arbeit, Hymne des Opfers. Ehrt das Brot, den Ruhm der Felder, Geruch der Erde, Fest des Lebens. Verschwendet nicht das Brot, den Reichtum des Vaterlands, das süßeste Geschenk Gottes, den heiligsten Lohn für menschliche Mühe! Muß man nicht einfach Brot essen, wenn die Mauern erbeben unter solchen Lobgesängen? Wenn es Blüten und Karten schneit, die sowohl den symbolischen wie den materiellen Wert des Brotes preisen? r r ..... , Muß man nicht einfach biefe cartclh kaufen, zu 2 Lire das Stück, und dem lieben Nächsten in die Hand drücken, auf daß er der Poesie bewußt werde, die er mit jeder Krume zu Munde führt? Kann man sich satt stellen, wenn süße Mädchen- Hande panini anbieten. patriotische Vationalfeier- tagsbrötchen. die sogar nur die Hälfte kosten? O, es wird ein herrlicher Sonntag werden, der nach Ostern! Wir werden des edlen Brotes voll sein, wir werden uns verjüngt fühlen, fingen vor Seligkeit. Ouasimodogeniti! Ja, so werden wir singen, denn das heißt: Wie die Veugeborenen! Die Dlumensprache des Orients abgezogen, bleibt überdies, aanö abgesehen von der ja auch in anderen Ländern längst erkannten Heiligkeit des Brotes, ein Vuhwert von sogar außenpoftti- scher Bedeutung zurück. Die Brotfeier dient nicht nur der Getreideschlacht, sondern der Politik der italienischen Balkandurchdringung, der Annäherung an Bulgarien. Dort soll intensive „Penetration und Expansion" getrieben, ein italienischer Lehrstuhl für Landwirtschaft errichtet werden. Der Sekretär der faszistischen Partei, Turati. hat bereits alle Verbände mobil gemacht, Post und Eisenbahn, Industrie und Deamtenschast, damit die Brotfeier in den Dienst des Unternehmens Pro Oriente gestellt werde. Wer also am 14 und 15, April sein panino ißt, hat nicht nur das Recht, sich wie die neugeborenen, sondern auch gleich als aktiver Politiker zu fühlen, der den Flug der römischen Adler unterstützt. kam, daß für unser Dorf zwei Backhäuser genügen, da doch zur Zeit nur zwei benutzt werben, allerdings das an der Gießener Straße gelegene am meisten in Anspruch genommen sei. Das Gesuch des Herrn Aug. 2 u e s von Gießen betr. Badeanstalt in der Ludwigstraste konnte nicht erledigt werden, da hierüber noch genauere Erkundigungen notwendig sind. Wenn auch allgemein anerkannt wird, daß die Einrichtung für Wieseck eine Notwendigkeit ist, so gingen die Meinungen über die Uebernahme auseinander, und manch guter Dorschlag mußte zurückgcstellt werden, da sich der Gemeinderat zuerst über die eventuelle Unterbringung der Einrichtung genau unterrichten muß und die Angelegenheit der Badeanstalt vielleicht mit der Beheizung der Roten Schule zusammen er'edigen will, damit hier gleich etwas Ganzes geschaffen wird. Gin Antrag, der besagt, der Badeanstalt als einem gemeinnützigen Unternehmen das Wasser für 1928 kostenlos zu über lassen, fand gegen drei Stimmen Annahme. Der steuerlichen Begünstigung, wie in den vergangen nen Zähren für die in 1928 begonnenen Neubauten, wurde allgemein zugestimmt. Gemeinderat Decker tritt in die von seinem Dorgänger inncge&abten Ausschuhposten ein. Eine weitere Anfrage über die kostenlose Abgabe des Wassers an den Zweckverband Wie- seck-Alten-Buseck wurde dahin beantwortet, daß doch letzten Endes der Zweckverband die Gemeinde und auch der geringe Derbrauch gar nicht ausschlaggebend sei, ferner bereits durch die Miete des Grundstücks die Gemeinde genügend entschädigt sei. ■ Lollar, 2. April. Gestern konnte der Bahnhofswirt Eduard Kordes auf sein 40jähriaes Gcschäflsjubiläum zurückblicken. Sen 39 Zähren ist Cordes Pächter und Inhaber der hiesigen Bahnhofswirtschaft, er erfreut sich als solcher der Wertschätzung weitester Kreise. u. Klein-Linden, 2. April. Unsere M ä d - chenfortbildunasschule entließ in diesen Tagen den ältesten Jahrgang mit 27 Schülerinnen, von denen elf aus Allendorf a. d. Lahn waren. Die Mädchen nahmen an dein technischen Unterricht, wie Kochen. Hauswirtschaft undHandarbeit, teil und waren die ersten, die drei Zahre lang die hiesige Pslichtfortbildungsschul« besuchten. Der regelmäßige Schulbesuch bewies, daß die Schüler und ihre Eltern dem Unterricht großes Interesse entgegenbrachten. Als Abschluß wurde ein Ausflug nach Friedberg und Bad- Nauheim gemacht. Die Ausstellung der Arbeiten findet am Sonntag nach Ostern statt. Zu Anfang des neuen Schuljahres rücken 28 Schülerinnen in die letzte Klasse auf. s) Lich, 2. April. Der Landwirt Philipp Iakob Keck und seine Ehefrau Anna Marie geb. Zung, Hierselbst, feierten dieser Tage in seltener geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit. fovm Friedberg =- Bad-Nauheim, 1. April. Der Landesverband Hessen der Deutschen Demokratischen Partei veranstaltete gestern und heute hier eine Schulungstagung für die bevorstehende ReichStagswahl. Etwa 50 Parteiangehörige auö allen Teilen Hessens nahmen an der Tagung teil, die von Schulrat Fischer (Gießen) im Auftrage des Parteivorstandes mit einem warmen Nachruf für den verstorbenen Kreisvorsihenden des Kreises Friedberg, Rektor Koch (Friedberg), eröffnet wurde. Dr. Ehlermann von der Parteizentrale in Berlin behandelte in ausführlichen Referaten die poli- l tischen Zeit- und Zukunftsfragen. Beim ösfent- I i ch e n B e g r ü h u n g s a b e n d, den die hiesige -'Ortsgruppe der Demokraten gestern abend veranstaltete, war außer den meisten Mitgliedern 'r des hessischen Parteivorstandes auch der demokratische Spitzenkandidat für Hessen, Staatspräsident a. D. Prof. Dr. Hellpach, zu Gast, der nach einer Ansprache des Partei- Vorsitzenden Oberamtsrichter Schreiber (Dil- bel) ein längeres programmatisches Referat hielt, das mit lebhaftem Beßall ausgenommen wurde. Er bezeichnete den ReichstagSwahlta npf als einen Kampf an der Grenzschei^ der Entwicklungen. Die republikanische Staatsform als solche dürfe als gefestigt und gesichert erscheinen, bedeutungsvoll sei aber, welchen Inhalt ihr die zukünftige Entwicklung gebe. Eingehend beschäftigte sich der Redner mit dem Zentrum, das durch seine Bie goldenen Berge. Vornan von Clara Viebig. Cophright bh Deutsche DerlagS-Anstalt Stuttgart. 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten 15. Kapitel. Der Herbst dieses Jahres war eingeholt, die Lese vorüber. Wie der junge Winzer es schon einge- schätzt hatte, ein Dreivicrtelherbst, so war's auch geworden. Man konnte mit der Menge zufrieden fein und auch mit der Reife. Bei Kaspar Dreis drüben in Mundener Kellern fing es erst an zu gären, Simon 23remm war in diesem Jahr vorauf, er probierte schon den Feder- weißen. Er hatte es eilig: so rasch wie möglich verkaufen! Dieses Jahr muhte er schon den Most verkaufen, er konnte nicht warten, bis der Wein so weit war, der Kommissionär würde den dann fertig machen. Das war ihm hart, aber für die Zuckerung und das Abwarten hatte er kein Geld übrig. Wenn nur der Feiden käme! Aber der Feiden ließ sich nicht sehen und auch nichts von sich hören. Während der Lese hatten sich wohl ein paar Händler gezeigt, ganz kleine Leute, auf die man mit Verächtlichkeit sah. Denen eo auf den Hacken brannte, die hotten freilich an die ihre Trauben verkauft, aber es wurde so wenig für den Zentner geboten, daß sich kaum das Lesen verlohnte. Eine Empörung über dieses Angebot bemächtigte sich der Winker, statt der bei der Lese — und fei sie auch nicht glanzend — sonst allgemein gastlichen und heiteren Stimmung herrschte eine dumpfe, hinter- bältige Verbitterung. Die Winzer schimpften. Es hätte nicht viel Hefehit, und der Loefenich, den seine frühere Gelassenheit verkästen hatte, hätte die kleinen Händler an der Gurgel gepackt. Die waren froh gewesen, heil boDon^utommen ohne Prügel: die Por- tener seien ein übles Pack, bas schrien sie aber die ganze Mosel entlang. Der Kommissionär, mit dem SB rem m schon so viele Jahre in Geschäftsverbindung gestanden hatte, blieb auch fernerhin aus. „Schreib doch mal an ihn," drängte die Bremm ihren Mann, „mach ihm cm Angebot." Der Keller war gut besetzt, die Fässer, bie Bremm besaß, waren voll, er hatte sich sogar noch ein Faß vom Loesenlch borgen müssen. Es kam bie Fran eine Angst an, wenn sie an all ben lagernletzte KoaMionSpolitik viel an Ansehen eingebüßt und unter Marx und Köhler im letzten Zahre feit seinem Bestehen die schwerste Niederlage erlitten habe. Die vom Zentrum und seiner kirchlichen Obrigkeit angestrebte Konfessionalisierung der Schule sei gescheitert, aber schon die nächste Regierungsbildung könne wieder eine Schulparvle bringen. Diese Gefahr bestehe besonders für den Fall, daß eine starke Linlswelle kommen sollte. Aus innerpolitischen Gründen müsse daher die Demokratische Partei im bevorstehenden Wahlkampf auch nach links schauen und bei aller Verbundenheit mit den republikanischen Parteien mehr als seither an sich denken und sich anstrenge.i, gestärkt aus dem Wahlkampf hervorzugehen. Als große Aufgaben der kommenden Regierung betrachtet der Redner vor allem eine vernünftige Gliederung des Reiches und die Aenderung des Wahlrechts. -d. Bad-Nauheim, 2. April. Eine größere öffentliche Entlassungsfeier veranstaltete nach altem Brauche die hiesige Stadtschule zum Schluß deS Schuljahres in der Turnhalle des Turnvereins 1860. Rektor Stau- bach gab den zur Entlassung kommenden Schülern in gedankentiefcr Ansprache wertvolle Lebenshinweise mit auf den Weg beim Eintritt in Beruf und Lehre. Für die Leistungsfähigkeit der Schule sprach überzeugend das unter Leitung von Lehrer Wagner sehr frisch dargestellte Zugendspiel „Eine Sonntagsüberraschung" von O. Wehner. Der unter der bewährten Leitung von Lehrer Diehl stehende Schülerchor der Stadtschule belebte und ergänzte die Bühnendarbietung und trug dazu bei. daß die schöne Schulfeier bei den zahlreichen Besuchern die besten Eindrücke hinterließ. Büdingen. < Büdingen, 2. April. Am Samstag fand im Saale des Hotels zmn „Siern" die diesjährige Schlußfeier der hiesigen Gewerbeschule statt, die einen sehr würdigen Derlaus nahm. Der Feier ging unter Führung der Lehrerschaft ein Besichtigungsrundgang durch die im Schulgebäude eingerichtete, sehr reichhaltige Ausstellung von Schülerarbeiten voraus, wodurch die zahlreichen Besucher ans Eltern- und Handwerkskreisen in vollem Umfange befriedigt wurden. Mit ungeteiltem Beifall wußte man die von großer Sachlichkeit, konstruktiver Präzision und sicherem Gefühl getragenen Arbeiten zu würdigen. Besonderen Anklang fanden die zahlreichen großen und kleinen Modelle, die ganz besonders geeignet sind, die teilweise recht komplizierten Konstruktionen überzeugend zu erläutern. Auch die Ausstellung der gewerblichen Fortbildungsschule fand volle und verdiente Anerkennung. Die Anschaulichkeit wird auch hier durch zahlreiche Schülermodelle stark erhöht. Schreiner, Wagner, Schmiede, Sattler, Schneiderinnen. Schneider und Schuhmacher zeichneten sich besonders ans. Bei der Schlußfeier sprachen Bürgermeister H i l d n e r im Namen des Aufsichtsrates der. Schule und der Stadt Büdingen. Kreisschulrat Gockel als Vertreter der Schulbehörde warme Worte der Anerkennung. Rektor Müller gab sodann in seinem Jahresbericht das Ergebnis der diesjährigen 2lb° gangsprüfung bekannt, wonach 3 Schüler mit „sehr gut", 5 Schüler mit „gut“ bestanden und 7 Schüler die Prüfung „bestanden" haben. Nach Ansicht der Prüfungskommission verdienen die Leistungen der Prüflinge volle Anerkennung. Für besondere Leistungen erhielten 4 Schüler Ehrenurkunden. Zm Laufe des Winterhalbjahres haben 75 Schüler die Gewerbeschule und 200 Schüler die gewerbliche Fortbildungsschule besucht. Außerdem wurden durch die Lehrer der Schule zwölf Meisterkandidaten auf die Meisterprüfung vorbereitet und noch Donderkurse abgehalten. Die neueingerichtete Maschinenabteilung wurde von 12 Schülern besucht und hat sich vorzüglich bewährt. Der gemütliche Teil der Veranstaltung verlief sehr anregend. Gin unter Leitung des Lehrers Dipl.-Ing. Saab von Schülerinnen und Schülern aufgesührles Lustspiel sand großen Beifall. Gesang, Svlovorträge und Musik wechselten in bunter Folge ab. h. Nidda, 2. April. Die hiesige Realschule veranstaltete Freitagabend in d:r Tum- halle eine öffentliche Schlutzfeier, verbunden mit der A b s ch i e d s f e i e r für ihren in Ruhestand getretenen Lehrer Küfer. Mit den Schülern und deren Angehörigen waren auch sehr viele ehemalige Schüler des scheidende Lehrer- von hier und sogar aus weiter Ferne erfchicnen, um ein Wied.riehen unter sich mit ihrem früheren beliebten Lehrer zu feiern. Der erste Teil der Veranstaltung war ausschließlich der Schule gewidmet. Größere Musikvorträge einer vorzüglichen Kapelle hi^iger Musikfreunde, Deklamationen, wohlgeschulte Schülerchöre und Klavier- und Diolinvorträge einzelner Schüler boten abwechselnd genußreiche Unterhaltung. Auch zwei von Schülern und Schülerinnen der Anstalt vortrefflich gespielte Thea ter stückchen fanden außerordentlichen Beifall. Zn einer warmen Ansprache begrüßte der Leiter der Realschule, Studienrat Lauckhard, alle Gäste, besonders die ehemaligen Schüler, die Vertreter des Kuratoriums. der Stadtverwaltung, und hob kurz die Verdienste des Zubilars in und um die Schule hervor, deren Entwicklung er in seiner 45jährigen Lehrtätigkeit miterlebt hat. Unter den besten Wünschen für die Zukunft überreichte der Redner dem Gefeierten ein prachtvolles Blumenbukett, von den derzeitigen Lehrern und Schülern gewidmet. Nun hieß in begeisterten Worten Lehrer Wolf von Unter-Schmitten, ein früherer Schüler Küfers, alle seine einstigen Mitschüler aus der Ferne herzlich willkommen, gedachte der großen Zahl, die nicht zur Feier erscheinen konnten und der im Weltkriege gefallenen Lehrer und einstigen Schüler der Realschule. Die Anwesenden ehrten ihr Qlnbmien durch Erheben von den Sitzen. Auch dieser Redner rerstand es meisterhaft, Herrn Küfer für ackeS Gute und alle Mühen zu danken, die er mit ihm und allen ehemaligen Schulkameraden gehabt habe. Zum Andenken überreichte er dem geliebten Lehrer ein Kunstblatt, eine Landscha t im Abendfrieden. Tiefempfundene Gedanken der Liebe, Verehrung und des Dankes waren, die Grundtöne eines Gedichtes, das Geh. Zustizrat Röm Held hier verfaßt hatte und das sehr ansprechend von Frau Dr. Koch jun. vorgetragen wurde. Zn ergeben- bet Weise schilderte Professor L a m p a s aus Friedberg die ausgezeichnete Lehrtätigkeit seines ersten Lehrers, der seinen Schülern sein Herz und seine Liebe gab, uiT) brachte ein begeistert aufgenommenes „Hoch" auf Lehrer Küfer und Frau aus. Bürgermeister Ringshausen würdigte die Verdienste seines früheren Lehrers und dankte dafür im Namen der Stadt und im Auftrage der Regierung. Lehrer Ganz von Ober- Widdcrsheim gedachte der Tätigkeit des Zubi- larS während seiner langen Dienstzeit als eifriges Mitglied des Bezirlslehrervereir.s Nidda. Für alle erwiesenen Ehrungen dankte Lehrer Kufe r in herzlichen Worten und schloß mit einem dreifachen ..Hoch" auf das weitere Wachsen, Blühen und Gedeihen der Realschule Nidda. KrciS Schotten. Q L a u b a ch, 2. April. Gestern sand die Stichwahl zur Besetzung des Ehrenamtes eine# B e igeordneten zwischen dem Landwirt Wilhelm Pitz II. und Kaufmann August Em melius statt. Stimmberechtigt waren 1283 Personen. Hiervon stimmten insgesamt 681 ab; 4 Stimmen waren ungültig. Landwirt P i tz erhielt 410 Stimmen, fein Gegner 267. Es haben also nur wenig über 50 Prozent abgestimmt. Da Landwirt Pitz Mitglied des Gemeinderats ist, so wird Lehrer i.R. Weil an seine Stelle im Stadtparlament rücken. • Groß-Eichen, 2. April. Am Samstag fanden hier die Generalversammlungen der Molkereigenossenschaften „Groß-Eichen" und „Vogelsberg" statt. Die Versammlung der Molkereigenossenschaft Groß-Eichen leitete der Aufsichtsratsvorsitzende. Dürgermeister Rühl (Ober-Seibertenrod). Als Vertreter des Verbandes wohnte Oberrevisor Hartmann (Gießen) den Verhandlungen bei. Die Zahres- rechnung ergab an Aktiven 18 703,91 Mk., an Passiven 17 787,03 Mk., mithin einen Reingewinn von 916,88 Mk. Der Genossenschaft geboren 141 Mitglieder an. Zm Geschäftsjahr 1927 wurden 761 995 Liter Milch angeliefert, von denen 759 757 Liter verbuttert und 2238 Liter verkauft wurden. An Butter tonrben 33 086 Kilo hergestellt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Bürgermeister Rühl (Ober-Seibertenrod) und Bürgermeister G u l e r (Ober-Ohmen) wurden einstimmig wiedrrgewählt. Nach Erledigung der Tagesordnung sprach Oberrevisor Hartmann der Genossenschaft zu ihrem jetzigen 25* jährigen Bestehen die Glückwünsche und Grüße des Verbandes aus. Der Redner wies dabei auf die Not der Landwirtschaft hin und ermahnte den Wein dachte, an die drei Fuder Neuen von diesem Jahr, der sich noch nicht gesetzt hatte. Wenn der nun nicht verkauft wurde? Ader sie hoffte. Wenn cs Zeit für den ersten Abstich war, dann würde im neuen Jahr der alte Kommissionär auch erfeh einen, ein rechtlicher Mann, auf den man sich verlassen konnte. Es war ja noch lange bis dahin, man ging jetzt erst in den Christmonat hinein, bis Januar, Februar konnte sich vieles ändern. Und gut wurde der Diesjährige, schon der Federweiße schmeckte angenehm, Bremm hatte sich einen regelrechten Rausch davon angetrunken. Das war noch nie vorgekommen. Die Frau hatte ihn zu Bett bringen müssen. Und der Federweiße rumort« auch noch tagelang mächtig in ihm, aber er sagte, das schade nichts, fo wäre er doch einmal lustig gewesen. Bon Herzen luftig, das sagte er nicht. Anna Bremm sah ihren Mann jetzt manchmal von der Seite an: was war mit ihm? Was lag in ihm wie auf der Lauer und wartete bloß auf einen Anstoß, um hervorzuspringen? Er hatte zu sehr gearbeitet, das war's, fast Uebermenschttches geleistet in der letzten Zeit. Das rächte sich nun, seinen Kräften roar zuviel zugemutet, an seinen Nerven war zu lange gezerrt: nun brauchte er Schonung, Ruhe. Die konnte er ja jetzt haben: es lag nichts Dringendes vor, es waren keine Setzreben zu schneiden, denn er würde kein neues Gesetz anlegen in diesem Jahr, er sagte, er hätte so schon übergenug, was sollte er noch mit mehr leidigen Stöcken? Einen Dreck waren die wert. Die Frau horte es immer mit Kummer, wenn er so sprach: war ihm der Weinberg verleidet? O weh, wenn das wäre, dann wäre es freilich bester, er schlüge alles los, und sie zögen fort, irgendwohin, wo man sie nicht kannte und nicht wußte, wie sie einst dageftanden hatten: dann mußten sie eben versuchen, sich durch irgend etwas anderes ein kärgliches Brot zu erringen. Wenn Anna Bremm solche Gedanken kamen, kommen mußten, denn der Mann war allzu un- luftig, dann weinte sie bitterlich. „Was hast du?" fragt« dann zuweilen Maria, aber sie fragte es ohne das richttge Mitgefühl, das merkte die Mutter, und jo schwieg sie. Was sollte sie auch die Tochter be- heiligen, die war ohnehin so ganz anders geworden, wurde dem Vater elaentlich ähnlicher, war wie der so verschlossen. Oh, daß die faulige Jungfrau doch den Feiden herbrächte! Sehnsüchtig sah öle Frau nach ihm aus. In diesem grauen/ verregneten Winter war der Gedanke an den vertrauten Kommissionär mit dem braungebrannten gutmütigen und doch erschlagenen Gesicht ein Ausblick wie auf die lieb« Sowie. Aber die ließ sich ja auch nicht sehen. Es regnete, regnete Tag und Nacht, und der Himmel war verhangen, als gäbe es keine Sonne mehr in der Wett. Sonne hatte man im Sommer doch so viel, oft allzu viel, warum denn jetzt nicht wenigstens ein klein bißchen? Ach, ab und zu ein Strählchen nur, dah man doch merken konnte, sie war noch da, sie schien, wenn auch nicht hier, doch in Afrika auf den Joseph. Die Bremm sah in ihrer Küche und schütte Kar- toffdn zu Mittag. O weh, die faulten arg bei der nassen Witterung! Mit Schrecken hatte sie eben gesehen, wie rasch di« abnahmen: gut, daß sie dies Jahr kein Schwein hatten, das sie ihnen wegfrah. Bremm trat ein: sie merkte es gl ei 4, daß er erregt war. Er lieh sich auf uinen Schemel fallen und hing den Kopf auf bie Brust. Mit finsteren Augen stierte er vor sich hin; so sah er und saß. Sie war längst mit Schälen fertig — allzu mel durste sie ja nicht schälen, so.mußte cs eben genug sein — aber sie wagte es nicht, aufzustchcn. Endlich stand sic doch auf und setzte die Kartoffeln aufs Feuer. Da hob er den Kopf und sah sie an, als käme er aus weiter Ferne, al» mären Jeine Gedanken da herumgeirrt zwischen allerlei Möglichkeiten. Nun sprach er. Er sprach ganz leise, sie mußte gut aufhorchen, daß sie ihn verstand: „Sie haben den Loefenich schon wieder sekiert — und, wat meinste, uoat er nu hat zugeben müssen?!" Sie zuckte die Achseln: der hatte wohl nicht viel mehr, roas man ihm pfänden konnte. Da schrie der Mann plötzlich so laut, daß sie erschrak: „Die Stuf), die flut) haben sie ihm versteigert!" Sie sah ihn fprachlo; an; bas konnte doch wohl nicht möglich sein, der hatte ja kleine Kinder, Amber. die Milch noch so nötig brauchten. Ungläubig schüttelte sie den Stopf: das war mal wieder ein Dorfklatsch, etwas, an dem nachher kein wahres Wort ist. Ader Bremm sagte: „Ich hab ihn selber gr sprachen. War bei ihm drin, die arme Frau sitzt und weint. Das Jüngste hat sie ja noch an der Brust, aber wat gibt sie dem Mädchen von zwei und dem Jung von drei? Eine Gemeinheit, eine unerhörte Gemeinheit!" Man sah'e, es kochte in die Landwirte zu festem Zusammenschluß, denn nur hierdurch könnten sie die jetzig? schwere Zeit überstehen. Weiter betonte er die Wichtigkeit der Lieferung von Qualitätsware, da nur solche sich dauernd auf dem Markte durchsetzen könne. Zn der Generalversammlung der Molkerei ^Vogelsberg" zeigte die Rechnungsablage eine Aktiva von 26 469.85 Mk.. eine Passiva von 24 244,80 Mk.. mithin einen Reingewinn von 2225,05 Mt. Die Mitgliederzahl der Genossenschaft belief sich am 31. Dezember 1927 auf 183. Zm Geschäftsjahr 1927 wurden 1 002 546 Liter Milch angeliefert, von denen 980 301 Liter verbuttert und 22 245 Liter verkauft wurden. An Butter wurden 43 945 Kilo hergestellt Der seitherige Direktor Scho m der t (Groß-Eichen) (»qte mit Rücksicht auf sein Alter sein Amt nieder. An seine Stelle wurde Karl Kratz (^roß-Eiä;en) gewählt. OberrevisvrH a r t m a n n wünschte der Genolle.schalt unter der Leitung ihres neuen Direktors eine weitere gedeihliche Aufwärtsentwicklung. A 'gesichts der gegcnwär- tigen Not der Landwirtscha t ist in der Bevölkerung die Ansicht verbreitet, daß es wohl zweckmäßig sei, die beiden Genoss earsL asten an einem Orte zu vereinigen, damit auf diese Weise eine rationellere Milchverwertung im Znterefse aller Beteiligten erzielt werde. >' Gedern, 2. April. Als würdigen Abschluß des Schuljahres veranstaltete die hiesige- Volksschule eine einfache Dürcrfeier, in deren Mittelpunkt ein von Lehrer Häusel gehaltener Lichtbildervortrag stand. Nachdem der Vortragende die LebenSgcschichte des großen Meisters geschildert hatte, zeigte er mittels Epidiaskops eine große Anzahl der bedeutendsten Kupferstiche, Holzschnitte und Gemälde des Künstlers, aus denen sowohl daS fleißige und gewissenhafte künstlerische Schaffen als auch das Streben Albrecht DürerS nach immer größerer Vollendung deutlich zu erkennen war. Am gestrigen Sonntag sand eine Ausstellung der im Laufe des verflossenen Schuljahres angefertigten Handarbeiten der Schülerinnen der Volks- Fortbildungs- und Städtischen Höheren Schule statt. Die Reichhaltigkeit und die gewissenhafte Ausführung der Arbeiten hinterließen bei den zahlreichen Bs- fuücrn den denkbar be lci Eindruck. Die technische Lehrerin. Frau Kuhl, kann aus das gute Gelingen der Ausstellung stolz sein. Kreis Alsfeld «w Nieder-Gemünden, 2. April. Nachdem in unterer Gemeinde die Durchführung der Feldbereinigung beschlosfen worden war, sand jetzt eine Versammlung der Grundeigentümer statt, in der die einheimische Vollzug s k v m m i s s i o n gewählt wurde. Diese besteht aus den Ortsbürgern Heinrich Horst III und Karl Becker 11. Die Vertuimnluny ermächtigte die VollzugSkommifsion, bis zum bafcre 1930 zwecks Deckung der F.ckdberrinigung^kosten 1 Mark pro Morgen und Zahr zu e*-beben. Weiter wurde die Kvmmtsiion beauftragt, nach Bedarf ein langfristiges Darlehen aufzunehmen, dessen Zinsen und Amortisation von den Grundeigentümern aufzubringen sind. An Massegrund- stücken wurden von der Versammlung 1,5 Prozent bewilligt: hinzu tritt noch der Abzug für Wege, dessen Höhe im Voraus nicht festzustellen ist. Die zur Deckung der Kosten aufzubringenden Gelder sollen je zur Hälfte auf den Flächeninhalt und auf den Bonitätswert der Grundstücke ausgeschlagen werden. Rheinhessen. WER. Mainz, 2. April. Die Mainzer Polizei halte den Auftrag, ein aus der Zwangserziehung entlaufenes Mädchen wieder in die Fürsorge zurückzubringen. Als ein Poli;ei- beamter sich zur Erledigung deS Auftrags in ein Haus in der Welschnonnengasse begab, wurde er von mehreren Burschen, die anscheinend von dem Auftrag Kenntnis hatten, a n gefallen und auf8 schwerste bedroht. Der Beamte sah sich gezwungen, von seiner Hiebwaffe Gebrauch zu machen, wurde aber daran durch einen Angriff von hinten gehindert und zu Boden geworfen. Als er sich des Angreifers entledigt hatte und nochmals gütlich zur Herausgabe des Mädchens aufforderte, drangen die Burschen mit schweren Schlaginstrumenten auf ihn ein. Zn höchster Notwehr mußte der Beamte den Revolver ziehen und verletzte einen der Burschen durch einen Schuß am Hals._________ ihm; er ballte die Fäuste. (Ein paarmal rannte er in der Küche auf und ab, dann ging er hinaus. Wo ging er hin? Draußen strömte der Neye». Im Haus war er nicht geblieben. Unruhig spähte die Frau aus der Haustür: fein Mensch auf der Straße, kein Hund, keine Katze. Völlig vereinsamt das Ufer, von den Bergen jenseits des Flusses gar nichts zu sehen. Berg, Mosel, Uferlanö alles ein undurchdringliches graues Nah. Nur diesseits der Juckerberg mit seiner 'Zuckerhutspitzo hob sich aus Regenschleiern und schaute verdrießlich aufs Dort hin. Wie unheimlich der aussah! Nichts war trostloser und nichts war verlassener. Wenn Anna Bremm auch fein Wort von dein glaubte, was man im Dorf sich erzählte, so überlief sie es doch — Das Pricsterseminar zu Trier hatte Zakob Bremms Schenkung nicht angenommen: was sollten sie mit diesem Zuckerberg, der besser Essigbera hieße? Es war überhaupt niemand da, der ihn mochte. Nur die Naben mochten ihn: die halten auch hier die Lese gehalten. Während überall fonft die Menschen schafften, schafften im Zuckerberg die Vögel: schwarzes Raubgesindel, das unablässig frech krächzte. Don keinem Stein rau rf ließen sie sich ver- ch-uchen, sie waren hier in ihrem guten Recht. Ratzekahl hatten sie die Trauben aufgefreffen. Und bann mar über Nacht ein Wind «kommen, der hatte feine Fanfaren geblasen — überall Windfoll — im Zuckerberg aber hatte er sich verfangen, hatte wahrhaft verheert. Wie auf dem Schlachtfeld ge^ fallen« Leiber, lagen hier Stöcke. Kein Mensch rity tete sie wieder auf und band die Ruten an; wenn man mal später Stöcke brauchte, bann würde man bingeben und sehen, was noch gut davon war. Aber jetzt hatte keiner die Zeit, in den Zuckerberg zu gehen, uni) auch nicht die Lust; denn man mochte cs glauben ober nicht glauben, im Zuckerberg ging der Iakob Bremm um. Den ließ es nicht ruhig schlafen, daß sein Berg nicht versorgt mar. Wenn der Mond schien, konnte man deutlich sehen, wie sein altes bleiches Gesicht über ben Berg Isinspähte, und wie er sich mühte, mit dünnen zittrigen Fingern feine gefallenen Stöcke wiederum aufzurichten. Und meinen hörte man ihn dabei^ förmlich heulen: ,Hui, hui, huhuhuhuh! Die Schommer, die faitte bas zuerst gesehen und bei ihrer Seligkeit es beschworen: der alte Geizhals ging um. (Fortsetzung folgt.) 'd sda^'Äei, arktr nur Oie TKx4*6!» ».65 T1* ,-?ln ein?]] V!nt :"Ä ?UL ?L^-Hr ?fe*88 M m?, 8 tzruL. !-‘y ö teilte « ',/Bhl 6er be. l^nüie un^ m y ta 6a< ^leristzr 6Mm Aicrs Mj) utl,$ »u ethr.tn nnö eine Qtui« rrfloflenen ejul- ^beiten der fortbitbung«. unb »°tt. Di? Aejch. Aussühiuiig der -ahlreichm "8t, ruL Die kchüsche luj bei gute Dein. d. April. Nachdem »ut(biiibrung der >!len toorten Var. der Dninbeigm- nheimisch: 2vll- i Wurde. Diele be» Hinrich -vrlt III Deriunimluna er« vn, dis zum bafort to:ttinigungefolkn Jahr xu erheben, n beauftragt, nach ichen aulzunchmen, m von den örunb« ). Dn QHalkgtunb* ’amlung 1,5 Prc» och der Qfi>$ug für is nicht fefU'-iMIen >ßen achubrinacn- « auf den Fischen- jtoert der Srund« m. dieWainrerPvI'nci i der Zwangs- lbd)tn ttitbct in [ Us ein Pol'»«'' j H Auftrag» ;n Efse begab, wurde lchen. die anfche'- tni3 hatten, angr- M®erW nCr Hiebwaffe tft» r daran durch «men •rt und zu Dvden ängt«l«6.««W Ut Herausgabe des -n die Durren md menten auf >hn hte der 2«Ete den etztr einen der Dur fett. —. n paarmal l-n'nt« «r feg er6nÄ M trrft' Phl ^ inna 11 irf VsW »'b«6 2. f«* ,s »""•'S i» »«■ ’rt 6*” JÄ* ? ip" Sn. «"* •?&*$! i'nfl vM* LM -HS- Preußen. Kreis Wetzlar. WSÄ. Wetzlar. 2. April. Am 1. April waren 2 5 Jahre vergangen, seit der Stadtteil Niedergirmes in die Stadt Wchlar auf- flegangen ist. Die damals an die Eingemeindung geknüpften Erwartungen haben sich voll- aus cpfüllt Heute ist Niedergirmes ein wichtiger industrieller DestandteilWetz- lars. mit der Hauptgcmeinde durch weitzügige moderne Wohnungsblocks an den Verbindungs- strahen verknüpft. Die ganze städtebaulich« Entwicklung drängt nach dieser Nichtung, so daß dieser Stadtteil noch eine verheißungsvolle Zukunft haben dürfte. Wetzlar hatte im Jahre 1900 ohne Niedergirmes 8906 Einwohner, im 2ahre 1905 mit Niedergirmes 11 679 Einwohner. Heute beläuft sich die Einwohnerzahl beider Gemeinwesen auf etwa 18 000. Turnen, Sport und Spiel. Tagung der Gaufchwimmwarle des Mttelrheinkreises S. T. —o— Diesten, 2. April. Zu einem erhebenden Dreiklang turnerischen Lebens wustten der Kreis- schwimmwart Emil Bitsch (Frankfurt a. M.) und die G i e st e n e r T u r n c r s ch a f t die ordentliche Tagung der Schwimmwarte aus den 26 Gauen des Mittelrhein, l r e i s e S in Giehen zu gestalten. Der derzeitige Vorsitzende der Gießener Turner- schast, LIniversilätSoberinspektor Erle (Diesten), betonte in seiner Begrüßungsansprache am Sarns- tagvormittag. daß Diesten nicht nur eine geographisch günstige Derkehrslage für diese Tagung mitbringe, sondern dast auch schon seit vielen Jahrzehnten das Schwimmen in der freien Lahn und im städtischen Volksbad gepflegt werde, dast die Giehener Turner auch erfolgreiche Schwimmer im Dau. Kreis und in der D. T. stellten und letzten Ende« die edlen Ziele der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in ihre eigene Aus- btlbury mit ausgenommen hätten. 3m Laufe der Tagung dankte Kreisschwimmwart Bitsch der Aiehener Turnerschaft und insbesondere dem Gauschwimmwart Franz Sauer (Diesten) für die umsichtige Borbereitung. Dost das Schwimmen auch im großen Nahmen der turnerischen .Hebungen an geachteter Stelle steht, zeigte die Anwesenheit deS KreisobertUrnwartes Georg Frey (Mainz) und des Gauoberturnwartes Wilhelm Will (Gießen). Der Kreisbericht für daS abgelaufene 3ahr weist an Besuchern der Hebungsstunden nach: 113 552 Turner, 42 330 Turnerinnen. 35 507 Knaben, 17 406 Mädchen, zusammen 208 795; das sind 36 693 mehr als im Vorjahr. Gelegenheit zum Schwimmen ist bei 570 Vereinen vorhanden, davon für 70 Vereine auch im Winter; einen geordneten Schwimmbetrieb haben bis jetzt 36b Vereine eingerichtet. Eigne Bäder besitzen sechs Vereine. Der Bäder-Bauausschuß des Mittel- rhcinkreises geht bei der Erstellung von neuen Anstalten jeder Ari mit sachkundiger Beratung zur Hand und hatte im Kaufmännischen Vereins» Haus eine reichhaltige Ausstellung von Plänen und Badeanlaaen veranstaltet, die auch von Diestener einschlägigen Firmen beschielt war. Von den 26 Gauen des Kreises hatten 19 ein eignes Gauschwimmfest, 11 einen Gau-Lehroang, fünf haben ein Stromschwimmen durchgeführt. Don der Tagung der Deutschen LebenSret- tungs-Desellschast in Mannheim berichtete der Schriftführer Franz Stürmer (Traben-Lrar- buch). Einen großen Naum nahmen ferner die Verhandlungen über die Durchführung des Deutschen Turnfestes in Köln ein, zu dem, wie bekannt, eine große Rheinstaffel hinführen soll, die auch die Nebenflüsse (Lahn) mH einbegreift. Genaue Richtlinien über dieses Werbeschwiinmen der D. T. werden nach Ostern veröffentlicht. Die Feierstunde, die am SarnStag vormittag olS Auftakt der Tagung im Kaufmännischen Ver- einshauS stattfand und von Musik und gebundener Rede umrahmt war, galt der Führerpersönlichkeit von Mar Schwarze, dessen Vermächtnis auch in dieser Stunde von dem Redner, KreiSschwirnmwart Bitsch, in den Mittelpunkt seiner Ansprache gerückt wurde. 3n einen kurzen, scharfgeprägten Vortrag sprach Hniversitätsprosessor Dr. Huntemüller am Samstagabend über den Einfluß des Schwimmens auf die Körperbildung. Er führte il a. aus: Das Schwimmen ist eine der vielseitigsten Leibesübungen. Belm Wechsel der einwirkenden Temperaturen ist das »Turnen der Hautmuskeln" entscheidend für die Regulierung der Wärmewirtschaft des Körpers, die Bildung eines Fettpolsters als Wärmeschutz ist typisch für den Schwimmer. Der Widerstand de« Wassers löst kräftigere Bewegungen und erhöhten Stoffwechsel aus, insbesondere ist der Sauerstofsderbrauch sehr stark, so daß alle Organe, die mit der Atmung zusammenhängen, stärker auSgebildet (Lunge, Brustkorb) und die Gefahren der Tuberkulose wirksam bekämpft werden. Auch da« Herz muß bei dem starken Energieverbrauch kräftiger arbeiten, insbesondere Wird die Rücklaufbewegung des Blutes durch dir Denen aus ihrer Trägheit herausgeführt und dadurch Erkrankungen des Blutkreislaufes vorgebeugt. Allerdings bedeutet eS eine oft lebensgefährliche Belastung des Herzmuskels, wenn man im Anschluß an stärkere Anstrengungen, also schon ermüdet, zum Schwimmen geht. DaS Essen muß man sich oufheben bis nach dem Schwimmen. Schließlich wird die gesamte Kör- vermuskulatur an Armen, Beinen, Rücken und Bauch äußerst vorteilhaft beeinflußt, und dadurch der Grund zu einer schönen Körperbildung gelegt. Reicher Beifall dankte dem sachkundigen Redner Unter der Leitung des derzeitigen Dorsitzenden der Gießener Turnerschaft entwickelte sich am Samstagabend nach getaner Arbeit im ,.Post- leller" eine echt turnerische Geselligkeit. Bei ernsten und heiteren Tischreden, Musik und gemeinsamen Turnerliedern wuchsen die Gäste auS den verschiedenen Gauen untereinander und mit den Gießenern bald turnbrüderlich zusammen; den Höhepunkt aber bildete der Dortrag eigener mundartlicher Gedichte durch Georg Heß aus Leihgestern. Den Schluß der wohlgelungenen Tagung bildete der 4. KrelSlchrgang zur Ausbildung von Schwimmwartea und Dorschwimmern, der am Sonntagvormittag in der Schwimmhalle des städtischen Volksbades abgehalten wurde. Don den 27 Gauen des großen Kreisgebieteö hatten nahezu alle Vertreter entsandt. Es erfüllte aber auch mit Freude und Genugtuung, daß auch auf heimischem Boden der Schwimmerei, wie sie die Vereine der Deutschen Turnerschaft pflegen, Anerkennung erwiesen wirb. Dem Lehrgang wohnten bei Prvvinzialdirektor Graef als Vertreter der Provinz und des Kreises. Deine Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Rosenberg als Vertreter der Universität, der Leiter des Instituts für Körperkultur an der Hniversi- tät Prof. Dr. Huntemüller, ein Vertreter des 3ns.-Datl. 1./15, ferner Schulrat Fischer für das Kreisschulamt Gießen. Vertreten waren die Schulen: Real-Gymnafium, Oberrealschule und Studienanstalt, die Goethe-, Schiller- und Pestalozzischule. Direllor Sie ding, der Leiter deS Städtischen Volksbades, hatte neben seinen Pflichten als Hausherr auch die Stadtverwaltung zu vertreten. Die Deutsche Lebensrettungs-Ge- fellschaft war durch ihren zweiten Vorsitzenden, Regierungs-Daumeister Mangold, und der Gießener Schwimmverein durch seinen Rechner Lang vertreten. Seitens der Turner waren anwesend der Kreisoberturnwart Frey, Mainz, und der Kreisgeschäftssührer R ö b i g, Frankfurt-Rödelheim; vom Gau Hessen Gauoberturnwart Will und die Turnausschußmitglieder Paul und Sauer; die Gießener Turnerschaft durch ihre Vorsitzenden Erle und Kling. 3m städtischen Vvlksbad trat am Sonntagvormittag die praktische Seite in den Vordergrund. Der Plan des Lehrganges zeigte die Art und Weise des gesamten Schwimmbetriebes, wie er in der Deutschen Turnerschaft gepflegt wird, er zeigte aber auch die grundsätzliche Einstellung Der D. T., die auf einfach« Formel gebracht, in folgender Fassung gelten dürste: Der Schwimm- ausschuß der Deutschen Turner, chaft legt weniger Wert auf die Heranbildung sogenannter ^Kanonen", dagegen legt er größten Wert auf die Ausbildung möglichst vieler, der breiten Masse: erst in zweiter Linie soll den Schwinunem und Schwimmerinnen, die sich für den Wettkampf eignen, der Weg hierzu offenstehen. Die Arbeit deS Lehrganges mußte sich demnach in zwei deutlich voneinander zu unterscheidende Teile gliedern, die einerseits in dec „Körperschule", den Gewöhnungs- und vorbereitenden Hebungen, den Trockenübungen für das Brust- und Handüber- handschwimmen (Hühschwimmen); anderseits in den -Hebungen, die die beiden Echwimmarten vom Stilschwimmen bis zum Weltlampf fördern, in Erscheinung traten. Die geleistete Arbeit war durchaus hochwertig und wurde in geschickter Weise an die Lehrgangsteilnehmer herangebracht. Besonders erwähnenswert waren die Hebungen, die mit den deS Schwimmens unkundigen Turn- schülern geübt wurden. Auf höchst einfache, spielende Art wurden die 3ungen an das Wasser gewöhnt, und es war sicher für alle Teilnehmer ein Genuß zu sehen, mit welcher Freude die kleinen Kerlchen dem Leiter bei allen Hebungen, vom Spielen, Tauchen zu den ersten Schwimm- versuchen freudig folgten. Diese ersten Versuche des Fortbewegens im Wasser sollen dem Schwimmwart oder dem Lehrer richtunggebend sein für die Art des Schwimmens, die er mit seinem Schwimnrschüler pflegen soll. Während man früher nur dem Brustschwimmen den Vorzug gab, sucht sich jetzt der Ruf, sich frei vom starren Schema zu machen, Geltung zu verschaffen. Wenn die Leitung des Diesjährigen Lehrganges besonderes Gewicht aus das Brust- und Hühschwimmen gelegt hatte, so sollte doch auch den Teilnehmerin über alle Gebiete des Schwimmens etwas mitgegeben werden. 3n einem geregelten Riegenschwimmen wurde diesem Rechnung getragen. Man konnte sich nur wundern, was alles auf einmal in unserem Volksbad betrieben werdcm kann, wenn der Raum geschickt ausgenuht wird. Eine Riege übte Brustschwimmen, die zweite Seitenschwimmen, die nächste Rückenschwimmen, während man die vierte Hcmd- überhandschwimmen sah, die fünfte Riege wurde im Tauchen unterwiesen, die sechste sprang am 1-Meter-, die siebente sogar am 3-Meter-Brett, die achte Riege erhielt Anweisung in sportlicher Massage und eine neunte Riege hatte Hebungen der Körperschule au erledigen. Sine Fülle nützlicher Arbeit wurde erledigt. Kreisschwimmwart Bitsch (Frankfurt) hatte sich in Stürmer (Traben-Traaach), Henkel und Kraft (Offenbach, und Trost (Nieder- Ramstadt) tüchtige Mitarbeiter verpflichtet, die alle durch die Art ihrer Arbeit Anerkennung und Dank verdienen. Auch alle Aiegenführer fügten sich mit Geschick in das wohlgelungene Gesamtbild ein. Der praktisch« Teil de« vierten Schwimm le hrganges hat sicher viel Gutes und Nützliches den Zeitnehmern übermittelt. Eine rege Aussprache am Nachmittag trug zur Vertiefung des Erarbeiteten wesentlich bei. Kreisschwimmwart Bitsch, der rührige, verdienstvolle Vorkämpfer des TurnerschwiminenS, schloß mit Worten des Dankes und Der Freude den 4. Lehrgang des Mittelrheinkreises. V. f. B. Liga — „Germania" Fulda 4:4. A. H.-Mannsch. — A. H.-Postsportv. Frankfurt 1:4. 1. Jugend — 1. Jugend V. f. B. Frankfurt 7:0. In Der Vorschau war irrtümlich angegeben worden. daß die Ligamannschast gegen „Borussia" Futda spielen würde, was dahingehend berichtigt werden muß, daß nicht „Borussia", sondern „Germania" Fulda der Gegner war. Die „Gennanen" gehören Der 2. Bezirksliga klasse an und zählen zu Den iührenden Vereinen ihres Kreises, in besten Tabelle sie an zweiter Stelle stehen. Der noch nicht fertiggestellte Platz Des Gastgebers war in außergewöhnlich schlechtem Zustand und beeinträchtigte mit seinem schweren Lehmboden das Spiel beider Mannschaften stark. Trotzdem fand sich V. f. B. zuerst unb konnte nach kurzer Zeit leichter Uederlegen- beit auch das Führungstor erzielen. Durch einen Strafstoß und einen Elfmeter getane es „Ger- mania" noch vor Der Pause gleichzuziehen unb seine rseil s Die Führung zu übernehmen. Rach dem Wechsel stellte D. f. B., ebenfalls durch Elfmeter, das Resultat auf. 2:2. Einen taktischen Fehler der zu weit ausgerückten D. f. B.-Derteidigung ausnutzend, sicherte sich Fulda abermals einen Borsprung von einem Tor und vermochte bald darauf wiederum durch Hand-Elstneter auf 2:4 ui erhöhen. Von diesem Zeitpunkt an drehte Gießen mächtig auf und war feinem Gegner bis zum Schluß weit überlegen. Cs erzwang durch zwei weitere Tore wenigstens noch ein Unentschieden. Den Gesamtleistungen nach hacke 23 f. B einen glatten Sieg verdient, den er auch bei etwas weniger Peck) (Lattenschüsse usw.) errungen hätte. Immerhin Dari man in Anbetracht Der Spielstarke des Gegners auch mit diesem Resultat zufrieden sein. Da es gegenüber Den letzterzielten eine merkliche Formoerbesserung der B. f. B. - Elf erkennen läßt. Die Alte-Herren-Mannschaft mußte von der besser eingespielten A.-H. des Frankfurter Postsportvereins eine 1:4-Nie- Derlagc hinnehmen. Einen überzeugenden Sieg errang die zum vorletzten Male in ihrer bisherigen Besetzung angetretene erste 3ugendmannfchaft. indem sie die 1. 3ugend°Elf deS D. f. B. Frankfurt nach prachwollem Spiel mit 7:0 schlug. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die „Alte H e r r e n e l f" der Spielvcreini- gung 1900 Gießen unternahm am Sonntag eine Wettspiel-Reise nach Franksurt a. M. Die Aussichten der Gießener waren keine rosigen, da zwei Spieler ausgebliebcn waren. Der Gegner, „Union Niederra d", stellte eine gut durchtrainierte AHe-Herren-Elf, in der Torwart unb zwei weitere Spieler noch keine „Alte Herren" waren. Der Hnionplah war wenig spielfähig und stellte an die beteiligten Mannschaften hohe Anforderungen. Der Spielausgang 5:2 für „Union“ rechtfertigt nicht den Spielverlauf, ein „Unentschieden" wäre Dem eher gerecht geworden. Die Spielleitung hatte ein junger Mann vom Plahverein, der mit der Materie nicht vertraut war. Das Spiel war vollständig ausgeglichen. Gießens Hüter war der beste Mann auf dein Platze. Arbeiter-Turn- und Sporibund. Gießen I — Heuchelheim I 4:1. 3n Heuchelheim trafen sich diese Mannschaften zum Pflichtspiel. Die Platzverhältnisse ließen viel zu wünschen übrig und beeinträchtigten das Spiel sehr. Heuchelhetm trat mit Ersatz, Gießen komplett an. Kurz nach Anpfiff konnte Gießen in Führung gehen, dem bald daS zweite Tor folgte. Dann bekam Heuchelheim einen Elfmeter zugesprochen, der verwandelt wurde. Bis Halbzeit konnte Gießen seine Torzahl auf vier erhöhen. Rach Halbzeit wechselvolles Spiel. Dießen versiebte die sichersten Chancen. Einmal nr»ch gelang es. Den Ball durch die Maschen zu jagen. jedoch entschied der Schiedsrichter: auS. Damit fand das SpieL, das nichts von besonderen Leistungen aufzuzeigen hatte, sein Ende. Marburg I — Lollar I 1:3. 3n Marburg standen sich diese Mannschaften gegenüber. Rach wechselvollem Spiel, in dem Lollar zeitweise überlegen war. konnten die Gäste mit obigem Resultat Sieg und Punkte mit nach Hanse nehmen. IVieseck II — Kinzenbach I 1:3 . Kinzenbach konnte auch dieses Spiel für sich entscheiden. Wicseck trat wiederum nur mit neun Wann an, von denen noch zwei Spieler während des SpielS ausschieden. So sand das Spiel wegen Spielunfähigkeit der Mannschaft ein vorzeitiges Ende. Daubringcn I — Burkhardsfelden I 3:0. Daubringen konnte auf eigenem Platze, der durch den Regen in jämmerlicher Verfassung war. die Gäste mit diesem Resultat abfertigen. Leun (Jugend) — Diescck (Jugend) 0:6. 3n Leun konnte die 3ugend Wiesecks einen einwandfreien 6.0-Sieg über die Platzbesitzer erreichen. V. f. B.-Handball. Die junge Handballmannschaft hatte sich durch d ie Verpflichtung deS Turnvereins Großen-Buseck als Gegner anscheinend doch etwas zuviel zugemutet. Nach anfänglich recht gutem Spiel kam sie nachher gegen die wettspiel- erfahreneren Vusecker nicht mehr recht aus und mußte sich trotz lobenswerten EiferS mit 1:4 geschlagen bekennen. Der Sieg der Turner war verdient, jedoch nicht ganz in dieser Höhe. berliner Börse. Berlin, 3. April. (WTD.-Funkspruch.) 3ft daS Geschäft im heutigen Frühverkehr auch noch sehr ruhig, so ist die Stimmung doch entschieden weiter freundlich. Sv besteht heute für Montan- und Schisfahrtswerte etwas mehr Nachfrage. Man nennt Farben 154, Paket 161, Lloyd 155, Gelsenkirchen 138,5, Mannesmann 152,75. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,02. Mailand 92.40, Spanien 29,03. das Pfund 488,22. den Dollar 4,1815. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 155. Don H. Nanz. Aehhausen. Original. Schwarz, a b c d e f g h a b c u e r <> h Weiß. 8 8 6 5 5 3 3 2 Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 11 Steine. Kf7; Dbl; Tc8, e8; Le2; Sb5, f5: Ba2, c5, d3, e5. Schwarz: 6 Steine. Kd5; Lg2, g5; Sb2; Bb4, dö. Partie Nr. 54. Die nachstehende kurze und elegante Partie wurde im internationalen Turnier zu Kecskemet gespielt. Französische Partie. Weiß: Dr. Tartakvwer. Schwarz: Muller. 1. e2-«4 1. «7-e6 2. g2~g3 2. d7-d5 3. Lf! — g2 Die „hypermoderne Spielweise". 3. ... 3. d5Xe4 Hier war es richtiger durch 3.....c6 die Diagonale des fianchettierten Königsläufers geschlossen zu hallen; nach dem Textzug erlangt Weiß ein ausgezeichnetes Spiel. 4. Sbl-c3 Der e-Dauer läuft nicht davon, denn auf 4. ..., f5 wird Schwarz sich nicht gut einlassen können. 4..... 4. Sg8-f6 5. Sc3xe4 5. Sf6xe4 6. Lg2Xe4 6. Sb8 —d7 7. Sgl-e2 7. Sd7-f6 8. Le4-g2 8. e6-e5 9. 0-0 9. c7-c6 10 d2-d4 Sin guter Zug. der den Halt des schwarzen Spiels tm Zentrum erschüttert 10. ... 10. eöxd4 Auf 10..... e4, erlangt Weiß durch 11. Le3, c4, Sf4 nebst evtl. Dc2 und Tadl ein gutes Spiel. 11. Se2xd4 11. Lf8-e7 12. b2-b3 12. 0-0 13 Lei — b2 13. VdS-ab Um durch 14..... La3 einen der drohenden Läufer zu tauschen 14. a2-a3 14. Ix8-ß4 15. Ddl-el 15. Da5-c7 Da die schwarzen Figuren etwas deplaciert stehen, hätte hier der Nachziehende lieber den Damentausch wählen sollen, um fo vielleicht ein Remis erreichen zu können. 16. h2-h3 16. Lg4-c8 Hm Sf5 zu vermeiden. 17. Del-c3 Hier steht die Dame ausgezeichnet. 17..... 17. Sfo-eß Schwarz gerät nun in eine feine Tariakowersche Falle. 18. 33-24! Die Vorbereitung. 18. .... 18. Le7-f6 19. Lb2-a3 19. SeS-db oder 19....., Lc7 20. Sb5, Dd8 21. Tadl, Ld7 22. Lb2, Lf6 23. Sd4 mit weitaus überlegenem Spiele. 20. Dc3-c5 20. Tf8-d8 21. Tal —dl Wit der Drohung 22. Sxc6 21..... 21. Lf6xd4 22. Dc5xd4 Aufgegeben, da der Springer verloren geht. Lösung des Problems Nr. 152. Don B. Hülfen. 1. Sa5-b3!. Kc3-b3 2. Sd3-cl+, Kb3-a3(a4) 3. De4-a8 matt. 2. . .., Kb3-c3 3. De4-d3 matt. 2......Kb3xc4 3. De4-c6 matt. I...... Kc3xc4 2. Sd3-b2+, Kc4-b5 3. De4-b7 matt. 2....., Kc4—c3 3. De4-d3 matt. 1...... Kc3-c2 2. Sd3-cl-h usw. NuS der Schachwclt. 3m Wiener „Hakoah-Turnier" siegte Richard R6ti mit größerem Vorsprung vor Tartakower, Prof. Becker, Spielmann und Gcünfeld. Der Wiesbadener Schachklub plant dieses 3ahr wiederum die Veranstaltung einer Schachfestwoche, welche im August ausgelragen werden soll; die Wiesbadener Kurverwaltung hat für diesen Zweck bereits 3000 Mk. bewilligt. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktlonStisch. Eine gediegene Sprache. 3n Südamerika lebt ein Snöiancrftamm, dessen Sprache auch den besten Sprachforschern harte Nüsse zu knacken gibt. Es ist fast unmöglich, diese Sprache 3u enträtseln. Die Methode der Wortbildung ist besonders in der Sprache Der Lengua Indianer sehr gesucht, was zu den unglaublichsten Ausdrücken und Zusammenstellungen führt. So heißt zum Beispiel das Wort „achtzehn" in Der Lengua-Sprache: sohog-emek-wakthla-mokemimik- anthala-ma. Wörtlich übersetzt, bebeutet Dies: Nimm beide Hände, einen Fuß unb zahle Drei hinzu. Diese umständliche Aufzählung Der Finger und Zehen, Die bei Den Lenguas als Zahleneinheit gelten, ergibt, unter Hinzuzählung von Drei, die Summe von acht- zehn. Welche Wortzusammenstellung würde sich erst ergeben um 100 oder gar 1000 anzudeuten? Auch andere Begriffe sind nur aus Umwegen auszudrücken. Die Butter zum Beispiel heißt: waitkyaramanku- kiugininikikpithmuk. 3n gut Deutsch wiedergegeben: Das Felt von dem Saft aus Dem Euter Der Kuh. Wie wird erst das Wort für Margarine lauten müssen.' M. N. Milzuleilen. Wust hot jemandem eine Wurst geschenkt. Irgendeinem armen Kerl. UcberaU erzählt Wust von der geschenkten Wurst. Am Stamnuisch. Beim Kaffee. In Der Straßenbahn. Tagelang, wochenlang, monatelang. Immer mieber. Bis es einem zu dumm wird. „Wenn man schon einmal einem armen Menschen eine Wurst schenkt, so redet man nicht dauernd Darüber, sondern macht das im Geheimen." ,3hr seid eben gottlos", reckt sich Da Wust in die Höhe, „ich lebe nach Der Bibel. Dort steht aroh und deutlich: Wohlzutun unb mitzuteilen vergeßet nicht." J.H.R. Bildung. Pietsch betucht die Pinakothek in München. Beguckt alle Bilder und vergleicht ihre Nummern fleißig mit den Nummern seines Bädekers. Bei sedem Sternchen verfällt Pietsch in Andacht. So macht er drei läge in Bildung. Zufällig sieht er am vierten Tage auf die Titelseite seines Bädekers. „Nanu?", steht Pietsch Dumm, „jetzt bin ich doch so gut Drei Tage mit ihm ausgekommen, und auf einmal sehe ich, daß es der Bädeker von Dresden ist." 5. f).K MLLZL I Kunsteis 3i Statt Starten llnsere Vermählung geben wir hiermit bekannt r Gießen (Südanlage 10), den 3. Apn'l 1926 Sezirlssparlasse Gießen 3476D Nachlässe Reichsbankstelle Gießen 3578V Die neuesten Mo- 025'6 delle in Hamen, Herren und Kinder in Gummi, Gabardine, Loden usw. Nur ausgesuchte Qualität in großer Auswahl Sehr niedrige Preise 3566* Kurhaus Luginsland 3559V iederholung der kostenlosen Der bequeme dem 7ilr die Dame entzückende ScfyufymodetCe Telephon Gießen 2504. iteit. 02610 «ttbar 1200 VerAaufs/tetfen im In- und. Gus fand f 358216 Srhulstvatze IC. 356ID nachgcohmF- nie «rreichH 'XV vorm. Fritz Nowack vorm. Fritz Nowack Lommerz- und Privat-Zan! Aktlengesellschast, Zi!ia>e Gießen Damstädter und Rationalbank Kommanditgesellschaft aus Attien Zweigniederlaffung Gießen Dieter OrnMiaun liegt bei Schotten ünVogelsberg a. der Kreis- Straße Schotten—Gedern mitten in Wald u. Wiesen empfiehlt sich: als Ferienaufenthalt, zum Wochenende, f. Auto-Ausflüge. als Touristenstation Ernst Bieler und Frau Marie verwitwete Kommeffer > Loba Parketi Jhr Bohner* ^achs Mitteldeutsche Lreditbank Male G.eßen Wachstuche hübsche Muster, verseh. Breiten Modehaus Salomon, Scholsiraöe Ahotd^n und Dro. ' gtvtm. befthrnnt bft« Drogerie E. Karn, Schulstratze, Drogerie C. Seibel, Drogerie Hans Nol!,2ndwigSV1atz u. Neustadt, Dro gerieOttoWinter- b off, Streu^nl. 9 10, HansHiudendurg, H. ElgeS, Seilersweg 68 a, Kaifer- drogerieErnstNoll. Liudrnvlav, Drogerie Gedr.Mittiel, Walltorttr.2S.l-»0 Gutbürgerlldie Küche, gepflegte Weine tu Biere, eigene Konditorei Fernruf - Schotten Nr. 10 Besitzer: Paul Lehmann 3579 D______________________________ Gasherden sind etngelrofsen. Bequeme Tctlzahlg. H. Schön, Marburger Slratze. Die unterzeichneten Geldinstitute geben hiermit bekannt, daß ihre Kassen und sämtlichen Geschäftsräume am Samstag, dem 7. April 1928 (Ostersamstag) für jeglichen Verkehr geschlossen sind. in jeder Menge wird abgegeben werktäglich von 7 bis 16 Uhr an Private und Gewerbetreibende in Gießen und Umgegend im Schlachthof Gießen in Blöcken zu 50 Pfund Zentner RM. 1.40 Bei größerer Monatsabnahme hohe off nochgcohmf- nie grrcichH Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. Gießen Alleinverkauf: Ludwig Vernhardt NeeiÄiisuns. Bertr. Anzeige des Mannergesangvereins Cacilia in Lick: 1 «SchietzhaLle 1 SrblasbMnmev zu vergeben. ES muh richtig beißen: 9. bis 11. Juni nicht Juli. 3340D Wer mag«! * Und abgth>annt Ist. feine Snerate zur Arbeit ausbrinärn tonn, mach« eine erfolgrdcte HauStttr mH- Bem cchte«, Verreist vom S.bis einschließlich 10. April Or.med.G.Schwbarth homöopath. Arzt Bahnhofstraße 6* (neben CaföAmend) Lastwagen B Zentner Tragkraft, fährt am 4. Avril leer nach Mainz zurück Stückgut kann mitgenommen werden. Magcnve sch werben, «ätafEnatelt asw. Die Wirkung über» Direktion der Disconto-Gesellschafi Zweigstelle Gießen Von der Reise zurück Dr. dir. deot. Holdes in Am. promov. M-Kränze :Äier -Handschuhe -Wäsche 3567a Modehaus Salomon «hofft Ihnen Hohe vor unwillkommenen Eindringlingen. Er schützt Ihr Anwesen, Ihren Obstgarten, Ihre Grundstücke auf Jahre hinaus, ohne daß Sie nennenswerte Unterhaltungskosten hätten. Ein Drahtzaun ist leicht aufzustellen, wegen seiner Dauerhaftigkeit billig und beim Einkauf von Drahtgeflecht, Bindedraht und Stützen bekommen Sie bei mir alle Anweisungen und alles nötige Handwerkszeug dazu. I.B.Häaser,Bie8en Am Oswaldsgarten,Teleph. 660 Osterfelds > Edeka-Geschäften tätigt. Durch Groß-Einkauf von ca. 35000 Geschäften erhalten Sie erstklassige Qualitäten zu billigsten Preisen 3589a------------------------------------------ ----—— Vorführungen « Sioffmalerei mit den waschechten Schoenfeld-Farben mmd amMiiwoch,dem4.April während des ganzen Tages in meinem Hauptgeschäft. Ernst Balser, Mäusburg 11 Versäumen Sie diese Gelegenheit bitte nicht! Für die Glückwünsche, sowie alle zahlreichen Geschenke anläßlich unserer silbernen Hochzeit, t sagen wir hiermit allen herzlichsten Dank. (Maurermeister Heinrich Hofmann und Frau geb. Traum. Gießen, Nahrungsberg 23, den 3. April 1926. t 02599 für Nr. 89 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesten) Dienstag, 5. April (928 Wirtschaft. Von den Schlachtviehmärkten. Auf ben deutschen Schlachtvichmärkten entsprach in der Berichtswoche die Rachfrage in keiner Weise dem starken Angebot. Trotz der an sich schon niedrigen Preise ging das Geschäft langsam, teilweise schlecht. 3n allen Gattungen verblieb zumeist Aeberstand, mit Ausnahme von Kälbern, in denen die Märkte durchweg geräumt wurden. Die Austriebszahlen stellten sich wie folgt: Binder 18 000 gegen 16 300 in der Dorwoche. Kälber 22 800 gegen 20 800, Schafe 8000 gegen 8100 und Schweine 100 300 gegen 109 700 Stück. Die Preise verschoben sich für Großvieh durchgängig um Kleinigkeiten nach unten, während Kälber entweder ihre letzten Dotierungen behaupten, oder sogar etwas anziehen konnten. Schafe neigten überwiegend zu kleineren Preisnachlässen. Am stärksten gedrückt lagen die Preise für Schweine. Einbußen von zwei bis vier Pfennig bildeten hier die Regel. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert: Rinder Kälber Schate Schweine Berlin 19-61 40 - 84 30 - 63 47 - 54 Bremen 25-63 40-83 60-68 40-50 Breslau 18-55 56-82 40-61 44-54 Ehemniy 22-57 40-88 55-62 45-55 Dortmund 25—63 45—120 - 42 — 56 Dresden 24-57 56-92 40-66 46-55 Düsseldorf 20—63 48 - 83 - 45—60 Elberfeld 20 - 62 50 - 85 - 50 - 85 Essen 25-60 47-120 - 45-56 Frankfurt M. 25-62 56-81 33-56 45-56 15-61 32-88 20-62 40-52 29 - 60 45 - 90 25 - 65 43 - 52 18-61 59-84 — 41-58 25-64 55-85 - 45-54 20 - 53 29 - 87 28 - 65 38-51 20-63 45 -110 50-65 48-60 23-60 45-82 40-64 40-54 18 - 58 40-135 40 - 56 40 - 52 16-62 52-84 42-48 44-56 20-58 60-88 - 36-54 15 - 55 35 - 80 20 - 55 40 - 53 14 - 60 50 - 80 - 38 - 58 20 - 56 50-90 46 - 64 48 - 56 Oie Dresdner Bank über die Wirtschaftslage. 3n dem Monatsbericht der Dresdner Bank wird über die Wirtschaftslage u. a. ausaesührt. Liegt auch vorderhand lein Anlaß zu Befürchtungen vor, so ist doch alles in allem ein Stillstand in der Aufnahmefähigkeit des Inlandmarktes wohl nicht zu bestreiten. Der weitere Ablauf der wirtschaftlichen Ereignisse wird in erster Linie durch die Kap i- c a l f r a g e beherrscht sein. Wenn auch die Kapitalbildung in Deutschland, insbesondere im letzten Jahr, ersreulichc Fortschritte gemacht hat, so hält doch die Kapitalknappheit im Derhältnis au der inzwischen eingetrctmen Ausdehnung des Wirtschaftsvolnmens unvermindert cm, und die Konjunktur bat nach wie vor — allerdings auf einem erheblich erhöhten Wirtschaftsnivecru — infolge der noch nicht gelösten Kapitalprvbleme ihre Labilität beibehalten. Die Bereitwilligkeit des Auslandes, der deutschen Wirtschaft Mittel zur Verfügung zu stellen, besteht zwar unvermindert fort. 3m Februar sind langfristige Anleihen im Betrage von rund 110 Mill. Mk. im Auslande untergebracht worden, und im März hat sich die Aufnahmewilligkeit der Aus- landmärkte trotz der stärkeren 3nanspruchnahme für die Frühjahrssinanzierungen durch die eigene Wirtschaft eher noch verstärkt, aber auch der ouftrom kurzfristiger Auslandgelder hat ange- balten. Diese K a p i t a l b e w e g u n g vom Auslände nach Deutschland hin. die normalerweise in eine Konvertierung in langfristige Schulden cinzumünden pflegt, ist in der letzten Zeit teilweise wohl durch Vorschüsse auf de amerikanische Freigabe verstärkt worden. 3mmerhin ist nicht zu übersehen, daß die Zunahme der kurzfristigen Valutakredite auch durch die Anleihesperre veranlaßt ist und daß sie in ihrem jetzigen Ausmaß vom Standpunkt der Liquidität alle Aufmerksamkeit verdient. Besondere Bedeutung im Rahmen der Kon- junkturbeobachtung gewinnt jetzt der AußenHamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart handel, sowohl was die Kennzeichnung der innerdeutschen Wirtschaftslage als die Beur- teilung der Entwicklungsmöglichkeit einer E? - Portkonjunktur betrifft. Das i t letzter Zeit hervortretende 3nteresse des Auslandes an deutschen Erzeugnissen ist doch ein Beweis dafür, daß es der deutschen 3ndustrie trotz aller zoll- und handelspolitischen Hemmnisse gelungen ist, auf dem Weltmarkt er olgreich zu konkurrieren und durch ge steigerten Auslandabfah in gewissem Umfange einen Ausgleich für eine etwaige rückgängige 3nlandkonjunk- tur zu schassen. • Konkurse und Vcrgleichsverfah- ren im März. Nach Mitteilungen des Statisti- jchen Reichsamts mürben im März 1928 durch den Reichsanzeiger" 791 neue Konkurse — ohne die wegen Masfemangels abgelebten Anträge aus Konkurseröffnung — und 266 eröffnete Vergleichs verfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Monat Februar stellen sich auf 699 Konkurse und 226 Vergleichsverfahren. * Roch keine Auflegung der Reichs- p o st a n l e i h e. Rach dem WTB.-Handelsdienst ist mit der Auflegung der seinerzeit angekündigten Reichspostanleihe von 150 Millionen Mk. im April nicht zu rechnen, da der Geldbedarf der Reichspost nicht so dringlich ist. • Metallbank und Metallurgische Gesellschaft. Frankfurt a. M. Eine auf den 26. April einberufene außerordentliche Generalversammlung soll die Genehmigung eines Abkommens beschließen, wonach die im englischen Besitze befindlichen Vorzugsaktien der Serie II gegen Zuzahlung von 20 Proz. des Rennwertes in Stammaktien umgewandelt werden. Ferner soll auch an sämtliche übrigen Vorzugsaktionäre der Serie II diese Aufforderung zur Umwandlung in Stammaktien unter Zuzahlung von 20 Proz. ergehen. Die neuen Stammaktien sind zu Optionszwecken im Zusammenhang mit der bekannten 750 000-Pfund-Anleihe der Metallbank erforderlich. * PetersUnion, A.-G., Frankfurt a.M. Wie wir erfahren, haben die ersten fünf Monate des neuen Geschäftsjahres gegen die gleiche Zeit des Vorjahres eine weitere Umsatzsteigerung um 25 v. H. gebracht, obwohl diese Zeit noch nicht in das Saisongeschäft siel. * Fusion Lazard-Speher-Ellissen. Frankfurt a. W. E. S ch l e s i n g e r - T r i e r & ($ d., Berlin. Der Zusammenschluß der Firma Lazard-Speher-Ellissen, Frankfurt a. M. und C. Schlesinger-Trier & Co. Commanditgesellschaft aus Aktien. Berlin, kommt nunmehr in der Form zur Durchführung daß die beiden Firmen in einer neuen Gesellschaft unter dem Ramen: Lazard- Speher-Ellissen Kommanditgesellschaft auf Aktien ihre Geschäfte und Betriebe vereinigen. Die C. Schlesinger-Trier & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien wird in Liquidation treten; in einer demnächst einzuberufenden Generalverfammlung sollen entsprechende Anträge zur Deschluhfas- sung vorgelegt werden. Das Kapital der neuen Gesellschaft wird 25 Millionen Mark betragen, eingeteilt in 20 Millionen Mark Kommandit- Kapital und 5 Millionen Mark offene Reserven. Der Sitz der Gesellschaft ist Frankfurt a. M. unb Berlin. _ r r • Hamburg-Amerika Paketfahrt A.-G.. Hamburg. 3n der Generalversammlung der Hamburg-Amerika Paketfahrt A.-G., Hamburg, wurde die Dividende einstimmig auf 8 Prozent festgesetzt. Uebcr die Aussichten im neuen Geschäftsjahr wurde mitgeteilt, daß die Erträgnisse weiter befriebigenb seien, und daß wiederum mit einem günstigen Ergebnis gerechnet werden könne. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 3. April. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Tendenz. fest. — 3n Rachwirlung der P o i n c a r e-R e d e, wobei namentlich die Anregung zur Folge be$ Reparationsprogramms begrüßt wurde, blieb die Stimmung auch an der heutigen Börse f e st. 3n verschiedenen Werten konnten sich im Anschluß an die bereits regere Abendbörse ziem- lich lebhafte Umsätze entwickeln, da von Seiten des Auslandes weiter Kauforders Vorgelegen haben sollen. Aber auch das private Publikums scheint durch die festen Börsen der letzten Tage angeregt zu fein und kommt verschiedentlich mit Orders an den Markt. Ferner befriedigt es, daß die R e i ch s p o st für den Monat April noch nicht an die Auslegung einer Inlandanleihe denkt, zumal am Geldmarkt kurzfristiges Geld heute immer noch ziemlich knapp war Der in den Berichten der Preußischen 3ndustrie- und Handelskammern erwähnte Rückgang in den Schlüsselindustrien konnte kein: ungünstige Wirkung ausüben. Die Spe ulation be- nutzte jedoch verschiedentlich die erhöhten Kurst' zu Realisationen. Trotzdem waren auf den meisten Marktgebieten Kursbesserungen im Ausmaß von ein bis zwei Prozent zu verzeichnen. Das Hauptinteresse wandte sich heute dem Farbenmarkt zu. Z.-G.-Farben eröffneten 4,25 Proz. fester. 3.-G.-Ponds nannte man mit ca. 145 Proz. Weiterhin waren am Elektromarkt Siemens mit plus 4 Proz.. Felten mit plus 3 Proz.. Licht und Kraft mit 2.12 Proz. und vor allem AEG. mit plus 3.5 Proz. stärker verlangt. Am Schiffahrts- rnarkte konnten Hapag auf die Erklärung in der gestrigen Generalversammlung weitere 3 Proz. anziehen. Rorddeutscher Lloyd plus 0.5 Proz. Am Montanmarkt bestand für die an der gestrigen Abendbörse favorisierten Werte etwas Rea- lifationsneigung. So lagen Buderus 1,25 Proz.. Harpener 3 Proz. und Rheinische Braunkohlen 0.5 Proz. gedrückt, dagegen konnten 3lfc Bergbau. Mannesmann. Klöckner. Rheinstahl 1.5 Proz. bis 3.5 Proz. anziehen. Echeideanstalt lagen erneut 1 Proz. höher. Bon den Zellstoffwerten zogen Aschaffenburger 2,5 Proz. an, Waldhvs jedoch 0,5 Proz. schwächer. Bauunternehmungen eröffneten eher abaeschwächt. D eu tsche Anleihen lagen still. Bon Auslandrenten waren Türken verlangt. Ferner erhielt sich für Goldrumänen das Interesse. Rach der ersten Rotierung schritt die Spekulation zu Gewinn- mitnahmen, und die höchsten Kurse konnten sich nicht ganz behaupten. So gaben 3.-G.- Farben zirka 1 Prozent nach. 3m weiteren Verlauf wurden vonseiten der Spekulation verschiedentlich Realisationen vorgenommen, so daß Kurs- a b s ch w ä ch u n g e n bis zu 1 Prozent eintraten. Das Geschäft wurde etwas stiller und beschränkte sich i'n allgemeinen nur noch auf Spezialwerte. R^ einstahl wurden lebhafter verlangt und lagen im Kurse weiter erhöht. Tagesgeld war nfit 8 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dollar 4.18. gegen Pfunde 20,41. London gegen Kabel 4,88175, Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,02, Holland 12,1165. Scfliuci Börse. Berlin, 3. April. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Das Bild der heutigen Börse hat sich etwas verschoben. Während in den letzttägigen Favoriten eher Realifations- neigung bestand, waren andere Märkte stärker in den Vordergrund des 3nteresses gerückt. Die vorliegenden Momente sanden kaum Beachtung. Aus der Plusseite wären zu nennen: Eine Einlösung der Reichspostanleihe kommt im April wohl kaum in Frage. Die Zndustrie- belastungsrate per 1. April in Höhe von 150 Millionen ist restlich beglichen. 3n Reu- York hört man von einer Besprechung über die Rotierung führender deutscher Werte. Der Preußische Handelskammerbericht für März spricht von fjetner wesentlichen Aende- rung der Wirtschaftslage, während andererseits auch die starke Zunahme der Konkurse, ebenso wie der immer noch angespannte Geldmarkt keinen Einfluß hatte. Bei den Banken soll der Eingang von Publikumsaufträgen heute geringer sein, dagegen ist die Beteiligung der Privatbankiers immer noch ziemlich stark, nur kann man nicht unterscheiden, inwieweit hier Deckungen für eigene Rechnung zur Ausführung kommen. Verschiedentlich konnte man Tauschoperationen beobachten. Stärkere Beachtung fanden heute Schiffahrtswerte, auf den guten Abschluß für Hapag, Montanwerte und die schon länger vernachlässigten Farbenaktien und damit verwandten Werte. Die ersten Rotierungen waren nicht einheitlich, sie brachten überwiegend Steigerungen, die vereinzelt bis zu 5 Proz. gingen. Farben plus 5,5 Proz., Paket plus 5,12 Prozent, Schade-Aktien plus 7 Mk. Während die Abschwächungen kaum über 2 Prozent hinausgingen. Anleihen ruhig. Ausländer uneinheitlich. Rumänen weiter fest. Pfandbriefe still. Farben-Bvnds 144,5 Prozent. Am Geldmarkt war Tagesgeld unverändert 8 bis 9,5 Prozent. Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Prozent. Warenwechsel 7,5 Prozent und darüber. 3m Verlaus wurde es zunächst unsicher. Die Kursentwicklung war geteilt. Schiffahrts« werte weiter sehr lebhaft, aber eher schwächer. Waldhof und Farben minus je 1 Prozent. Polyphon minus 2,5 Prozent, dagegen Oberbedarf plus 2 Prozent. Rheinische Braunkohlen plus 2 Prozent usw. Später wurde es wieder allgemein fester und lebhafter, besonders am Elek- trcmarlt AEG. erneut gesteigert bi« plus 3 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 3. April. 3m Hinblick auf die bevorstehenden Ostcrieier'.age war das Geschäft auch am heutigen Markt ziemlich stark. Durch die etwas schwächeren AuSlandnotierungen neigte die Tendenz eher etwas zur Schwäche. Hafer mußte erneut 50 Ps. im Preise nachgeben. Ferner büßte Mais 25 Ps. ein. Auch Weizen lag eher etwas schwächer. Tendenz ruhig. Es wurden notiert: Weizen 1. gut. gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26,50 Mk Roggen 27,50, Hafer, inländ. 26,75 bis 27,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 24.25, Mais (gelb) für andere Zwecke 25. Weizenmehl, südd. Spezial 0 37.50 bis 38.50. Roggenmehl 37.50 bis 33,50, W.izen- rieic 14775. Roggenkleie 15,75 bis 16,25 Mk. Kunst und Wissenschaft. Burfchcnfchaftlichc Lchulungstagung in Effcn. Vom 28. März bis 2. April veranstaltete die Deutsche Burschenschaft in Essen eine Schulungswoche für alte und junge Angehörige. Aus der Erkenntnis heraus, den zersetzenden Kräften der Zeit einen Damm entgegensetzen zu müssen, untersuchte sie das Problem „Freiheit und Bindung" in seinen hochschulpolitischen und allgemeinpolitilchen Auswirkungen. Die Gedankengänge der grundlegenden großen Vorträge, von denen die meisten auch der Oeffcnt- lichkeit zugänglich waren, wurden in engeren Arbeitsgemeinschaften weiterbehandelt ., Freiheit und Bindung", in sittlicher und politischer Beziehung, waren auch die Themata der Ansprachen des Generalsuperintendenten D. Älinacmann- Koblenz und des Oberbürgermeisters Dr. Zar- res- Duisburg auf dem von mehreren Tausenden besuchten Kommers, und des Dompredigers Pfalzgraf - Bremen bei dem feierlichen Gottesdienst. Dem einzelnen legt die Verantwortung gegenüber seinem Volke gewifsensmäßige Verpflichtungen für seine sittliche Lebensführung auf. Sie hat in blutmäßigen und geistig-idealistischen Bindungen ihren letzten und tiefsten Grund. Sie verlangt unter dem Gesichtspunkt der Rassen- hygiene, um des Volkes willen, Reinheit der Lebensführung und Kräftigung des Familienlebens als der das Volk erhaltenden menschlichen Gemeinschaft (älniv.-Prvfefsor Bauer- Göttingen). Sie verlangt aber auch ein sittliches Handeln, das seinen höchsten Maßstab in einer idealistisch begründeten Ethik findet (Ge- neralsuperintendent D. Klingemann). Daraus ergeben sich Richtlinien für jungburfchen schastliches Handeln in Hochschule, Staat. Volksleben und Völkerleben. Der Lebenskreis des jungen Studenten liegt nicht allein im engen Rahmen der Verbindung, sondern im Gemeinschaftsleben der Hochschule. 3m Kampf der Deutschen Studentenschast um ihre staatliche Anerkennung als rechtliches Glied der Hochschule handelt es sich um die lebendige Gestaltung dieser Hochschulgemeinschaft und um die Forderung der Anteilnahme der Gesamtheit der Studierenden an diesem Gemeinwesen (Vorsitzender der Deutschen Studentenschaft, Schmadel -Berlin). Das soll vorbereiten auf das Wirken des Akademikers im öffentlichen Leben, in dem ihm im Zeitalter des Volksstaates besondere Pflichten zuwachsen (Assessor Dr. S a m r a u -Hagen). Rach innen gesehen, wird es auf eine Reuordnung des Staates anfommen; der Akademiker wird durch feine Mitarbeit die im Gang befindliche Einheitsstaatsbewegung in starkem Maße an- regen können. Voraussetzung aber hierfür ist die positive Einstellung des einzelnen zum Staat, die zugleich auf der Achtung vor der Vergangenheit und der lebendigen Sorge um die Zukunft des deutschen Volkes beruht (Ministerialdirigent im preuß. 3nnenmmifterium Bachmann und Oberbürgermeister Dr. Zar- res- Duisburg). Rach außen gesehen (Dr. Walter Kolbe-Berlin) wird Mitarbeit jedes einzelnen am Reubau des Reiches zur Reuge- ftaltung Mitteleuropas gefordert, nach dem Grundsatz des Rechtes der Volkspersönlichkcit auf den eigenen Staat im geschlossenen Siedlungs- I raum: „dem deutschen Volk das großdeutsche Reichl" Datum Datum: 161.5 165.9 Yt/iltpp «poljmann . 139.3 139,5 282.75 I 282,25 179,25 । 181,5 10 3. April 91 । 93 88 i 89 6 226 85 121 140 139,5 0- S S- S 58.885 12.395 Id Vanknoten. £ lii 8 Lombardzi Tfraiikfurt a. M Berlin 8 5 8 8 5 0 8 0 0 o v 6 0 0 165 149 .7 .8 10 10 .6 10 10 . V . 6 . 8 . 8 . 10 . 8 . 8 . IC 6 0 8 . • 8 . 10 . 15 . 12 . 15 . 8 - 12 10 145.5 59 1(12 179 134,25 226 26 71 137,13 123.75 194.25 90.5 53,75 88 254.5 95.5 110 168,24 1.785 58,285 111,53 111,99 112,12 10,515 22,065 20,386 '.17.-5 16,435 60.465 70 23 2,002 357 297 724.5 520 282 181 125 196.5 ßofokbnribt > . . Rvtgerrwerk» . . ötiaHeefca*» .....sv. .f. I 4 iRatnlraftWafe . dJHao . . Diele rinln» . ». ikttrt Union . , Sebt Roeder . . fMOt & Haeffnrr -8,78 12,379 7,348 72,96 3,019 18,13 81,54 2,120 5,594 4,180 4,326 20,909 M.,5 89 258 95.5 140 'M Amtliche Notierung Octb Brief 178 । 134.5 | 136,5 166.5 i 149 Lderichlei ttfcnb- Bedarf 0 Lderschlei »otitoerte . 0 Harpener Hoefch Eiten . Ilse Bergbau Älöctnerwerfe Löln-Neneisen Mannesmann ManS'eldrr. ■ 354 296 722 517 231.9 Lavß A ftreitaa • • • Schilt dets BeeexWn Dftroerft ...... 8er Glanptoff..... Bem berg........ äeUfton walbbot - . • »llstoff A'chcmenbora . 25.5 73 | 134 75 24 88 120 117.5 I 145.5 60.5 102.5 । A.E » Bergmann . . . . 6kftt. Lieferungen. L'chi und Straft .leiten A ÖniDcamne Set f. Stellt Untern. Aamb Sicht tßerfc Rhein Elektr. Schiet. Elekrr. . . . Schubert ... Siemens A HalSk» . ... 16 Tran-radio ...... 8 Labmeoer 4 <*...... .9 Buderus ...... 0 Teuft$c Erdöl.......6 fläieiter e etnlobU.....8 iScltenkirchener . f. 9 4 i$K B 1,789 68.405 111,7o 112,21 112,34 10,535 22,105 20,426 4,1835 16,«75 80,625 70.37 2.006 0,5045 68,90 12,399 7,362 73,10 3,025 18,17 81.60 2,1.4 5,606 4,188 4,334 20.049 Jiii Ücharloncnburger Boiler ^estaner GaS Tatatex McLaren. . ... Demag ...... Adlerwerk ........... Ludw. Loeirr . .. . •Jiat automobil...... Crcnftcto A Lovvel. ... Linke Hormann . . .. . ' d Tietz....... Megnm . . » . . . Mclchin« . . . . Ok ID tss.l- 1,786 58.305 111,53 111,98 112,15 10,512 22,07 20,385 4,1770 16,44 80,465 70,17 1,998 0,502 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7 Pro? SRttbed Montan.......6 vereinig» Slabte), t *Z» 9 3 Ctatn Minen . 1 ib Halt ÄscherLleben.....10 HaliWefterrgeln ... 10 Äaltaert eaUbctfurtb . . 12 g S ffarden-Snvnürte 10 Dvnanm Röbel.....0 amft-. Stott. $uen-»Htre6 Brft^Äntw (EÖrifHanta - Hopendagen etodbolm - HclüngforS. Hielten . . . London. . . ‘J.'eunorf . . Paris.... Schweiz .. Spanen . Kapan ■ . . *lto de Jan- Wien in D- Cefi- aboeft Prag ■ • . Belgrad . - Bndaprü. - Bulgarien. Litt ab cm Danzig. . . Honftäitta. SUben. . . C/rnnhzi Uea»MP . . «d* • • Bric' 168,5.") 1,790 58.425 111,73 112.20 112,37 10,535 22,11 20,42.5 4,1800 16,48 80,625 70.31 2,001 0.504 2.4. 1 3.4. I 2.4. I 3.4, 2. April Amtliche Noii.rung Berlin. 2. «vril Weib «riet fttansönftbc 'Jlotett...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegltche Noten...... Deutsch-Qeftrrr-, i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweitcr Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten 'Berlin Telegraphische 16,51 167,88 22.4t 111,32 58,70 2,63 111,90 80,38 70,21 12.358 72 75 —Frankfurt 2lu«zah 10757 168,56 22,49 111.76 58,94 2,65 112,34 80,70 70,49 12.418 73,05 tlntang Kur» Kur» ftnrs Kur- Datum 2. 4. 3.4. 1 3.4. Ff, ®t NetchSanleihe D. 1927 Dt Aul Üblot Schuld mit 87,5 — 87,5 — LuSlol -Rechten 52,1 — 52 — Legal, ohne SuSlof.-Rechten M» »rann Hyp.-Bl. Go dpi untunbbar bis >SS2 15,75 15.8 15.75 * • - * <’/•*/• Rbeiniiche LdP -Bau! Ltqu -Äoldpi — — - — B 6. ® aba Borkriegö-Ld Haanonen. ru&ablbar 1932 — — - — Schwer; BundeSd.-Lnl- — - - — 4ty» Oefteretchische Goldne — — — Oesterr. ich- Silberne 4 — — — 4®/» Oellerreich einbeht Rte 2 — — — <*/o Ungarische Solbrte 24.3 — 24.6 — ^/«Ungarische SiaatSr v 1910 — — — 26 4'/»°.'.. bcfegl von 1913 — — — Unganldte Äroncnrte - 1,85 — 1.85 1.9 4 /- lürt. Zollanlcihe p 1911 i’/j.Iürt Bagdadbahn-Lnl Lene 1. — — 12.6 — — 12,9 13 — <•/. desgU feertj 11. — — 13 */• Rumänen conbert. Rte 4V»°/o Rumänen (Solbam 5,13 - — - von 1913 16,9 16 - Alla Deunche Eisenbahn .4’:, — —• 159.13 164.25 6ambura-ainen(a Palet. 6 vamb -Südcnn Lampisch 8 161.25 164.4 228.5 230.75 Hansa Dampfich'N 6 — 232.5 Norddeutscher “Iota ■ . 6 155,5 156 153 155,5 «Ug Deutsche LredÜanÜ.. 10 148 148 146 147.5 Bann t Bankverein 10 151,5 — 150.5 150.9 Berliner HandetSgelellich. 12 Lonnnerz. und Privat-Bk 11 Darmft. n. Naeionalbank. 12 Deutsche Ban! 10 Diskonto-Tesellschakt Hat. 10 182,4 182,5 256 181.9 258.75 182.5 247.5 .'50 247.75 249.75 168.5 168.75 168 5 168.5 153 153.75 152,5 152.5 Dresdner Bank - 10 163,75 164 163.9 164 Mitteldeutsche Kreditbank 9 — — 217 218.5 Pctallban! . 8 MeidUbee?.....1> 135.25 135 135.5 136 192,5 194,25 191 193.5 8 l krmac« rann, ritzns eviiaen TöIQQflJ Berlin. 2. ipril I «Seid | Brte' Smerikanische Noten..... 4,168 | 4.188 Äclgüche Boten...... 58.21 58,45 Dämlche Noten...... 111*73 20,347 | 112,17 Englische Noten ....... 1 20.427 „Mit meinem selbstgebackenen Ostenkuchen begeistere ich meine Lieben schon beim Ostermorgen-Kaffee" Wissen Sie, woher das kommt, liebe Leserin? Vom „Mondamin“! Ich nehme nämlich statt 1 Pfund Mehl nur */< Pfund Mehl und '/< Pfund Mondamin und vermische beides gründlich durch mehrmaliges Sieben. Dadurch ist im Handumdrehen der lockerste, köstlichste Festkuchen bereitet, der je die Augen einer Familie aufleuchten ließ Alle Kuchen, ob sie Neue Rezepte finden Sie in dem entzückenden Mondamin - Backbuch, das Sie bei ihrem Kaufmann um 10 Pfennig erhalten Napf-, Streusel-. Osterfladen, Wickelkuchen oder wie immer heißen, sind bei mir ohne Mondamin nicht zu denken. Manchmal, so beim Nußkuchen und bei der Sandtorte, bleibt das Mehl sogar überhaupt fort, um eine biskuitartige Wirkung zu erzielen. Aber Kuchen ohne Mondamin — einfach undenkbar. Eine von den Millionen» die auf Mondamin schwören. Direction der Disconio-Gesellschaft Berlin. - ~ Der auf unsere Kommanditanteile für das Geschäftsjahr 1927 entfallende Gewinnanteil wird mit RM 10.— für die Stücke von RM 100.— RM 100.— für die Stücke von RM 1000.— unter Abzug von 10% Kapitalertragssteuer vorn 31. März 1928 ab gegen Einlieferung des Gewinnanteilscheins Nr. 2 bezahlt in den üblichen Geschäftsstunden bei der Direction der Disconto-Gesellschaft in Berlin, der Norddeutschen Bank in Hamburg, Hamburg, oder dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein A.-G. in Köln oder in Gießen bei der Direction der Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen, sowie bei sämtlichen Filialen oder Zweigstellen der vorgenannten Banken an anderen Plätzen. Unter Bezugnahme auf unsere Umtauschbekanntmachung vom 31. Dezember 1927 weisen wir die Inhaber unserer Kommanditanteile zu RM 40.-, 50.-, ISO -, ISO. und 400.- nochmals darauf hin, daß zunächst der Umtausch dieser Stücke vorzunehmen ist, da die Auszahlung der Dividende nur auf Grund des ersten an den neuen Anteilen zu RM 100.- und RM 1000,- haftenden Dividendenscheines Nr. 2 erfolgt. Berlin, den 30. März 1928. 35tiD Direction der Disconto-Gesellschaft MW 3571a SAAstweine 1926er Mettenheimer 1.1.40 Gegr. 1868 WEIMAR Staatsaufsicht 03431 26er Dürkh.Heuerberg.1.40 23er Roussillon 1.60 Alle Kreise verstehen sich einschließlich Flasche. '/.Fl- Weimar, den 31. März 1928 363ks Norddeutsche Grund-Credit-Bank. 23er Veaujolais, Burg. 2.00 23er Mdoc,Vordeaar 2.20 25er pounard.Vurguvd.. 2J0 Rotwein: Tafelrotwein Montagne 1.30 1.50 1.60 2.00 1924er Ober-Ingelheimer .. $1.1,50 Weinstube v. Weinhandlung fragt sich -pialc.d auf (Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken) Norddeutsche Grund-Credit-Bank '/.Masche .-1.30 1.40 tätigt. Durcw 3589a_____________ V Alles in bester Äeschaffenheit stets frisch ' „Fl. 1.90 ,. 2.SQ „ 4.50 , 4.15 , 5.75 „ 5.30 Kronenhummer Gänseleberpastete Selsardinen Nordsee-Krabben Lachs, Filetheringe i.Veill.Mayoollaste.ronilll. Ochsenmaulsalat Fleischsalat niiimflnonnone Fst.Braunschweiger Wurstwaren Türk k Pabsts echte Franks. Würstchen Viele Sorten Käse 1.59 1.60 180 2.00 2.00 Wein vom Saß: SB » » Oie Psiege und Flaschenfüllung der Weine erfolgt In unseren mustergültigen, mit modernen Maschinen und Einrichtungen ausgestatteten Kellerei-Anlagen. Für die Osterfeiertage empfehle folgende gutgepfiegte und preiswerte 95%. Zinsschoine: April/Oktober. Stückelung: 100, 500, 1000, 5QQ0 Gold mark. Zeichnungen nahmen wir durch Vermittlung von Banken und Bankiers, Spar- und Girokassen bis zum 20. April 1928 einschlieh- licb entgegen. Früherer Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten Prospekte sind bei a.llep ß.ankfirmen und Sparkassen erhältlich. weine 1926er Aisterweil.Dogeisang. $1.1.20 »IliuinveneiumSw zur schnellwirkenden Kmeuarung, be- währt gegen Arterienverkalkung, hohen Blutdruck. Beschwerden der Wechseljahre, Schlaganfälle, viele Gesundheitsstörungen und vorzeitiges Altern [M,la Kräuterhaus Jung, Sciiulslrale 5 Heilmittel,Reform-.Nähr-u Kräftigungs- mittel. Artikel zur persönlichen Kultur Irische Fische Mittwoch und DvnnerSiag elnt,eneno: Pa. Angelschellfische Schellfische o. Bratschellfische Labltau, Seelachs, Rotzungen Fischkoteletts Liesorung für den Stadtbezirk hei HauS UOWWO Babnbokttr. Ä7 Aeruivr. 1631 _________________________ aroia und - nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1933 ((Börsenkurs z. Z. 9S,S0Q/„) zum Vorzugskurse von empfehlenswert: 1924 er Winzenheimer ViN- 1924 er Ingelheimer ,, r Fröhliche Ostern könn.Sie nur bann feiern/ wenn Sie fich einige gute Flaschen Wein von mir zulegen. — Als besonders J-Maffee ist außerordentlich preiswert, von besonderem Wohlgeschmack und Ausgiebigkeit. Zahllose Hausfrauen wissen seit Jahren seine Qualität -u schätzen und kaufen ihn immer wieder. Pfund 4.60 4.00 3.40 3.20 2.80 1922 er Langenlonsheimer.. 1922 er Rüdesheimer...... 1922 er Mandler Schlvßberg Rotwein: Oberingelheimer , Wallportsheimer.......... Montagnac, Äurgunder.... Beaujolais, Äurgtmder.... Sekt: Obstselt................. Iohannisbeersyft 3thein-7liesling........... Orachenblut, rot Aßmannshauser, rot Hochheimer Trocken AM WM Seltersweg 70 1.1 I.I.- I WP ICALODERMA-SEIFE VON DEN GUTEN DIE BESTE Zu Ostern finden Sie neue Modelle Herren-, Damen- und Kinder-Schuhe in großer Auswahl zu billigsten Preisen im Schuhhaus Konrad Weidemann Gartenkiese in verschiedensten Sorten. Farben und Körnungen. jederzeit prompt ab Vngev lieferbar. Lieferung in einzelnen Zentnern. Fuhren und geschlossenen Waggons. Gebrüder Kahl Telephon S7. 3466D Schadr-Mgrabr Filialen in allen Stadtteilen Bel. Kalbfleisch Liebigstroße T\> Fernsprecher M. 1685 k Lieferung frei in das Haus ...... Einladung zur Zeichnung auf je 3 Millionen Goldmark unserer amtlich an der Berliner Börse bereits eingeführten, nach Thür Gesetz mündelsicheren NW fiolfl-PMMe Em. H nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1933 (Börsenkurs z. ?• 98°/0) zum Voraugskurse von 97,75% wersweßur '/»Flasche Weißer Aschwer» 1.25 25er Edenkobener...,.1.45 26er Oppenheimer 1.70 25er Aierfteiner Vomtal 2.00 25er Liebfraumilch 2.20 2ier Hambacher Fever 2jo 25er MB Herrgott 2.00