Nr. 29 Erstes Blatt |78. Jahrgang Freitag, 5. Februar 1928 Eriche,nl täglich,außer Sonntags unb Feiertags. Beilagen; Eiebener Familiendlätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark unb 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüsse: 51, 54 unb 112. Anfchrist für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen povschecNonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvrk und Verlag: vrühl'sche UnwersitütL-vuch- und Sieindruckerei ».Lange in Gießen. Schristleitung und Gefchäftrftelle: ZchnlM'aße 7. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friebr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen Briands Antwort an Stresemann. Käst einstimmige Billigung der Briandschen Außenpolitik durch den französischen Senat. Paris, 2. Febr. (Wolfs) 3m französischen Senat erklärte in der Debatte über die außenpolitischen Interpellationen der der republika- Nischen Vereinigung angehörende Senator L Hopiteau: Je mehr man Deutschland zugestehe, um so größere Forderungen stelle es. Locarno und Thoiry seien zweideutig gewesen, für Briand sei es ein Mittel gewesen, für Stresemann ein Zweck. Schon heute erkläre man, Locarno und Thoiry seien für Deutschland ein Köder gewesen, seien sie es aber für Frankreich nicht gewesen? Jedenfalls aber liege ein Mißverständnis vor und bas habe nicht dazu beigetragen, den Geist der Verständigung zu heben. Deutschland fordere unter Bezugnahme auf Locarno nne Politik der Versöhnung, also die Räumung der besetzten Gebiete. Stresemann zcia-- sich nach au e ver öh li h. aber er er l irt? zu gl i )er Zeit day er mit Denen übcreiniumme, iHv ,ia) in Deutschland aus dem Gebiete des Rationalismus am meisten hervortäten. Ein deutsches Sprichwort sage: „Mit dem Hute in der Hand, kommt man durch das ganze Landl". Stresemann habe in Locarno und Thoiry den Hut in der Hand gehalten, aber kaum hätte er diese Stätten verlassen gehabt, als er ihn schnell wieder auf- setzte. Deutschland habe dank einer aus Gefälligkeit auf höheren Befehl ausgestellten Bescheinigung eine Quittung erhalten, die es im Hi blU a f seine En w ffnungZverps .ch un en gewünscht habe, es habe aber in ungeheuerem Maße wieder gerüstet. In Deutschland werden die Friedensworte mit Kriegslärm ausgenommen. Die Friedensworte, die Frankreich gutgläubig ausspricht, führen nur zu kriegerischen Gebärden. Frankreich hat a l s effektive S r» cherheitsgarantie nur die Rhern- landbesehung. Deutschland wird kernen Angriff unterrrehmen, solange es befürchtet, daß der Krieg sich auf deutschem Gebiet abspielen würde. .. Senator Henry be 3ouoenel (Radikal) bemängelte, daß weder England noch Italien sich einem Abkommen hinsichtlich Osteurop a s hätten anschließen wollen. Ihre Llnterschrift müßte unter einem neuen internationalen Vertrag stehen, wenn man wolle, daß der Friede nicht nur am Rhein, sondern in ganz Europa garantiert sei. Deutscherseits möge man fernen Friedenswillen zeigen und sich einem solchen Vertrage anschließen, dann könne man dasRhem-- land räumen, woran Frankreich das gleiche Interesse habe wie Deutschland. Deutschland behaupte, daß es das meiste für die Entwaffnung getan habe, aber habe es das a u s eigenem Antrieb getan? England wolle die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit nicht, während Deutschland sie annehme, aber alle beide lehnten die Sanktionen ab, das sei es, was die Lage beleuchte. Wenn man wirtliche Friedensprobleme lösen wolle, müsse man Kontrollmahnahmen, Entwasfnungsmaßnahmen unb Schiedsgerichtsmaßnahmen treffen, statt zu späte Koalitionen schaffen, damit die Menschheit sich gegen die Feinde des Friedens organisieren könne. Außenminister Briand führte dann u. a. aus: Locarno ist nicht ein von den Rachkricgsoerträgen getrennter Vertrag. Er ist in den Rahmen des D e r s a l l l e r Vertrages ein gefügt und beeinträchtigt diesen in keiner Weise. Die Locarno-Vertrage enthalten Versprechen, aber nicht sämtliche Sicherheiten. Cs hat sich aus diesen Vertragen eine Art Mystik herausgebildet, die nicht unbeachtet bleiben darf. Ich versuche, Mystisches und Praktisches miteinander in Einklang zu bringen unb hoffe, zwischen diesen becden Gefühlen den Frieden hergestellt zu haben. Aber ich bleibe davon überzeugt, daß man, wenn man den Frieden will, nicht vor dem Worte Angst haben darf. Man muß öfter vom Frieden als vom Kriege sprechen, Dre Menschheit hat den Frieden niemals sehr hoch geschätzt. Die Manner, die vom Frieden sprechen, haben kaum m irgendeiner Epoche Ermutigung erfahren. In Wirklichkeit hat man sie verhöhnt. Sie Rationen hielten sich an die Formel: »si vis pacem, para bellum!“ Ich fürchte, daß diese Formel nicht sehr wirksam gewesen ist, wenn ich nach den blutigen Spuren urteile, die ich auf allen Seiten der Geschichte bemerke. Als ich in meinem Arbeitszimmer Gruppen von jungen Leuten cm» treten sah, die alle bie fürchterlichen Spuren unb Verletzungen aus dem Kriege trugen, und als ein junger blinder und armloser Oesterreicher auf mich zutrat und mir erklärte: „Lassen oie sich nicht von Ihrem Werke abbrmgen, ich sage Ihnen das, im Ramen von 5 Millionen Kriegs- verlehten", da habe ich in mir die Fähigkeit gefühlt, gewisse Angriffe gegen mich zu mitz- 2Han hat die Locarnopolitik kritisiert, aber ich erwartete, daß diejenigen, die Kritik üben, einen anderen Weg, den man befolgen konnte, anqäbcn. 3n dem Abkommen von Locarno muß man den Geift und den B uch staben berücksichtigen. Außenminister Stresemann zieht es vor, auf der Seite des Geistes zu bleiben und nicht auf der Seite der Realit aten des Paktes. Ich bin seiner Loyalität sicyer und er wird es nicht unberücksichtigt lassen, daß auch ich nicht die Interessen meines Landes außer acht lassen darf. Stresemann ist ein positiver Geist, aber er neigt zu der Tendenz, im Garten der Oelbäume von Locarno spazieren zu gehen, in dem er die Hand ausstrcckt zum Nehmen, aber nicht, um zu geben. (Heiterkeit.) Deutschland muß sich eben Rechenschaft davon ablegen, daß — bevor man zu einer vernünftigen Durdybringung der gegenseitigen Interessen gelangt — die beiden Völker eben auf Schwierigkeiten stoßen. Man sucht aus Locarno alle Art Dinge herauszuinterpretieren, aber Locarno ist ja erst seit eineinhalb Jahren in Kraft und hat vorerst zum Ziele gehabt, den Vertrag zu humanisieren. Der Dawesplan ist bis letzt ohne Zwischenfall aus- geführt worden. Die Repko hat den guten Willen Deutschlands anerkannt; man hat den deutsch-französischen Handelsvertrag abgeschlossen; das sind die Folgen von Locarno. Bedeutet das etwa nichts? Was Stresemann von der Heuchelei gesagt habe hinsichtlich der Sicherheitsfrage, bedauere er. Aber Stresemann habe den alten kriegerischen Geist, der vielleicht noch nicht ganz tot sei, stets bekämpft. Aber ich, so fuhr Briand fort, muß mich an Stresemann wenden, und ihm sagen: Sie behaupten, daß die Haltung Frankreichs eine Erniedrigung für Deutschland ist. Nein! Im Verlaufe dieses Jahres werden Volksabstimmungen in den hauptsächlichen Ländern Europas stattfinden. Unsere Debatten werden von dieser Lage beeinflußt. Die Völker müssen vollkommen aufgeklärt werden. Und darum begreife ich es, daß Stresemannn im Reichstage über das Rheinlandproblem sich ausgesprochen hat. was die Folgen von Locarno anbetrifft, möchte ich daran erinnern, daß die deutsche Delegation nach Locarno eine Liste von Forderungen mitbrachte. Ich habe dieses Papier nicht angesehen und verlangt, daß bedingungslos unterzeichnet werde. Nachher könne man ja sehen. Ich habe in meinem eigenen Namen und ohne dadurch meine Regierung zu engagieren, zu den deutschen Delegierten gesagt, daß der Geist der Abkommen gewisse Erleichterungen zur Folge haben mühte, die ich mich bemühen werde, durch die französische Regierung zur An- nähme zu bringen. Stresemann hat gewisse Genugtuungen erhalten. Die Besetzung hat ihren Charakter vollkommen g e - ändert. Ohne Zweifel bleibt sie noch für die Deutschen eine unangenehme Sache. Sie ist auch ein Hindernis für gewisse Realisierungen, aber sie hat sich geändert. Annehmen zu wollen, daß die Be- etzung ein Vergnügen sei, liegt mir fern. Die Franzosen wünschen auch nicht, daß sie eine Demütigung bedeute; das liegt nicht im Charakter der Franzosen. Wenn Stresemann sagt: Wir haben nichts gewonnen, und man ist enttäuscht worden, so ist das unrichtig. Deutschland ist von allen internationalen Regelungen ausgeschlossen gewesen. Es arbeitet jetzt mit den Mächten und es hat nicht das Recht, die Lage zu verkennen, die es jetzt einnimmt. Was die entmilitarisierte Zone betrifft, so wendet Frankreich nur den Versailler Vertrag an. Deutschland erklärt, daß Frankreich jetzt alle notwendigen Garantien für seine Sicherheit besitze. Wenn Deutschland von seinen Wünschen spricht, so muß es immer bedenken, daß es nicht genügt, sie auszusprechen, um ihre Erfüllung zu erlangen. Man begreift, daß Deutschland das Ende der Rheinlandbesetzung herbeiwünscht, aber ich kann diese Frage nicht so einfach sehen, wie man sie in Deutschland sieht. Stresemann habe in Thoiry hinsichtlich der Frage der vorzeitigen Leistung der Reparationszahlungen erwidert, er werde sie mit den Finanzsachverständigen prüfen und Vorschläge unterbreiten. Diese Vor- schläae habe Briand aber niemals erhalten, also sei die' Frage der Kompensationen für die vorzeitige Räumung seit Thoiry, obgleich Stresemann selbst sie damals gestellt habe, nicht weitergekommen. Die allgemeine Lage des Finanzmarktes der Welt hat Stresemann sicher davon abgchalten, die angekündigten Vorschläge zu unterbreiten. Auch heute weigert sich Frankreich nicht, das Räumungsproblem aufs neue zu prüfen, aber wohl verstanden, nur im Einverständnis mit seinen Alliierten. Stcest- mann sagte im Reichstage, wir werden nicht über den Rahmen des Versailler Vertrages hinaus zugestehen. 3d) verlange das von ihm auch aar nicht, hier handelt es sich um ein Geschäft, um ein do ut des. Deutschland ist em wirtschaftlich durchgebildetes Land und wird schon mittel finden, um im Rahmen des Versailler Vertrages zu einem Resultat zu kommen. Was die Sick)erheit anlangt, so ist gewiß, daß der Versailler Vertrag nach dieser Richtung hin Garantien gibt, aber nach 1935 muß der Versailler Vertrag in der e n t m i l i t a r 111 c r t e n Zone funktionieren. Es handelt sich hierbei nicht um Kontrolle durck) Hunderte von Kontrollbeamten. Diese Zone ist über nicht nur im Interesse Deutfchlands, sondern auch Frankreichs errichtet worden. Der vorgesehene Garantiemechanismus muß eben spielen, und zwar in dem vom Völkerbund vor- gesehenen R a h m e n. In dieiem Geiste will ick) mit dem Vertreter Deutschlands verhandeln. Bri einem gemeinsamen guten Willen werden wir ,chon zu einem befriedigenden Ergebnis kommen Wenn wir Franzosen das Rheinland verlassen können. werden wir es ohne Bedauern tun. Unser Volk weiß sich zu schlagen. Das hat es bewiesen. Aber es ist kein Volk, das eine Besetzung gern durchführt. Wir werden deshalb, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, gerne unsere Geneigtheit zu einer Annäherung an Deutschland zeigen. Wenn dann die entmilitarisierte Zone gesichert ist, ist das ganze Problem gelöst. Ich kann erklären, daß hinsichtlich des Zustandes in der Reparationsfrage das Jahr 1928 nicht zu Ende gehen wird, ohne daß diese ernste Frage in ihrer Gesamtheit geregelt wird, und zwar so, daß hierdurch die Hoffnung auf den allgemeinen Frieden konsolidiert wird. Im Anschluß an die Rede Briands hat der Senat mit allen gegen eine Stimme die Tagesordnung Marraud angenommen, in der es heißt: Der Senat spricht der Regierung das Vertrauen aus, daß sie immer mehr die Friedensgarantien verstärkt, die Achtung vor den Verträgen aufrechterhält und die nationale Sicherheit gewährleistet, und billigt die Erklärungen des Ministers des Aeußeren. Oer Widerhall in der presse. Paris, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenpresse begnügt sich in der Hauptsache damit, Briands Ausführungen im Senat im allgemeinen zu beurteilen ohne auf eine Analyse seiner Ausführungen einzugehen. „Echo de Paris" erklärt: Trotz der etwas verschwommenen Form feiner Rede hat Briand sich gestern klarer ausgedrückt als gewöhnlich. Er lehnte es ab, das Problem durch ein Ja oder ein Rein zu lösen. Er willigte ein, es evtl, zu prüfen, aber er zählte die Bedingungen auf, die bei der Regelung erfüllt werden müßten, Llebrigens könne lein wahrhafter Staatsmann Pessimist fein. — „Oeuvre" schreibt: Es handelt sich um einen Austausch von Beschuldigungen ohne Bitterkeit. Briand und Stresemann stehen in einer Erörterung, die öffentlich über die sehr präzise Frage anhebt: „Was bietet ihr uns als Austausch für die Räumung?" Morgen werden wir ermessen können, wie weit Deutschland aufrichtig ist. — „Volont e" vertritt den Standpunkt, daß nunmehr nach Briands Rede bie fran< zösisch-deutschen Beziehungen mehr denn je an der Tagesordnung sein werden. Die Wähler müssen nunmehr entscheiden, ob man einer Verständigung oder einer tragischen Einstimmigkeit entgegengehe. Diejenigen, die die Verantwortung tragen, sollten diesseits und jenseits des Rheins bereit fein, ihre Annäherungstätigkeit zu beschleunigen. — Der „Figaro" findet, daß Briand vom Gefühl und Stresemann vom Geschäft spreche. Des letzteren Rede sei hervorragend durch ihre Offenheit und Präzision gewesen. Er denke an den Ruhen, den er aus seiner Politik ziehen könne. Briand bleibe aber trotzdem Anhänger von Locarno, obwohl seine Argumente nicht gerade für diese Politik sprächen. • Oie Leiden des besetzten Gebiets. Berlin, 2. Febr. (VDZ.) Der Reichstag beginnt die zweite Beratung des Haushalts des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete. Abg. Witte (Soz.) führt Klage darüber, daß das Auftreten der Besahungsbehörden noch immer die schwersten wirtschaftlichen Schäden für die Bevölkerung dieses Gebietes zur Folge habe. Die Arbeitslosenzahl sei dort um 30 bis 50 Prozent höher als im übrigen Reich. Reich und Staat sollten diesem Gebie! wirksamere Hilse leisten, vor allem durch eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und des ganz unhaltbaren Zustandes der Straßen. Bei der Verteilung des Kulturfonds sollte das besetzte Gebiet gerechter berücksichtigt werden. Wir ersehnen den Tag, an dem an Stelle der Trikolore am Rhein unsere schwarz- rot-goldene Reichsfahne flattert. Staatssekretär Schmid vom Reichsministerium für die besetzten Gebiete erklärt, die Regierung bemühe sich, den schweren wirtschaftlichen Druck, der auf der Bevölkerung des besehten Gebietes lastet, zu mildern. Wünschenswert wäre es, wenn auch die Länder diesem Gebiet öffentliche Aufträge in größerem Umfange zuweisen würden. Die Be- sahungsverminderung hat zur Freigabe von 436 Wohnungen geführt, denen aber immer noch über 8600 beschlagnahmte Wohnungen gegenüber ft e£en. (Hört! Hört!) Die französische Militärjustiz zieht noch immer jährlich rund 1500 deutsche Bürger vor ihre Schranken, meist wegen Bagatellsachen. Die Anwesenheit von weit über 1OOO farbigen Soldaten auch heute noch i n dem französischen Besahungskontingent erregt nach wie vor die öffentliche Meinung. Die weit über das vom deutschen Militär her bekannte Maß gesteigerten Schießübungen der Besahungstruppcn im Gelände und ihre im größten Stile durchgeführten Herbstmanöver sind eine wahre Landplage für die ohnedies unter schweren Verhältnissen seufzende rheini'che Landwirtschaft. Die Musterungen der Zugtiere und der Kraftfahrzeuge mit ihren demütigenden und toirt» schaftsschädigenden Einflüssen sind trotz intensivster Bemühungen der Rcichsregierung von der Besatzung auch in diesem Jahre wieder angeordnet worden. Die Ordonnanzverhand- lungcn sind immer noch in der Schwebe. 3d) erklärte wiederholt, daß wir an einer Aenderung des Befahungsstatuts nur dann 3nteresfe haben, wenn die Neuerungen einen wesentlichen Abbau der vorhandenen Lasten und Einschränkungen für die Bevölkerung bedeuten, und so auf die völlige Räumung des besetzten Gebietes Hinweisen und sie oor- bereiten. (Zustimmung.) lieber einhundert ernstliche Ausschreitungen fremder Soldaten gegen die 'wehrlose deutsche Zivilbevölkerung waren auch 1927 zu beklagen. (Hört! Hört!) Die unter dem Namen „Suretö" bekannte Geheimpolizei der Besatzung entfaltet zum Teil eine Tätigkeit, die vom Standpunkte der deutschen Staatssicherheit auf das schärfste beanstandet werden muß. Auch die Begünstigung der Rekrutierung der französischen Fremdenlegion durch Nachgeordnete Besatzungsstellen hat nicht aufgehört. (Hört! Hört!) Der Staatssekretär geht dann auf den .Kulturfonds ein, der verstärkt werden solle, um den Fortbestand der Theater und Orchester im besetzten Gebiet zu sichern. Bis Ende dieses Monats werde das Reich auch die Mittel für den Grenzfonds an die Länder verteilen, damit die Bevölkerung des besetzten Gebietes möglichst bald In den Besitz dieser Mittel kommen könne Die Entschädigungsregelung müsse nun endlich abgeschlossen werden. Für die Aufrechterhaltung mittlerer und kleinerer Existenzen im besetzten Ge- biet seien im ganzen 160 Millionen aufgewandt worden. Der Staatssekretär spricht zum Schluß die Hoffnung aus, daß der verständniswidrige Anachronismus der Besetzung und damit auch die Tätigkeit der Reichsverwaltung für die besetzten Gebiete möglichst bald ihr Ende finden möchten. Abg. Dr. v. D r y a n d e r (Dn.) lehnt Bestrebungen auf Zerschlagung Preußens und rheinische Autonomie auss schärfste ab. 3,5 Millionen Deutsche ständen nun seit acht 3ahren unter kriegsrecht ohne Rechtsgarantien. Das Rheinland habe in der ganzen Kaiserzeit nie so große Manöver erlebt wie 1927. Niemand wisse, ob die zugesagte französische Truppenverminderung vollständig erfolgt sei. Das Mainzer Kriegsgericht habe vor wenigen Tagen zwei Mainzer Kaufleute wegen Spionage zugunsten einer „fremden Macht", nämlich Deutschland, zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Dabei fei Deutschlands von Mainz ausgehend, mit einem Spionageneh überspannt. Die Eupen-Malmedy-Frage müsse im kritischen Benehmen mit Belgien einmal ihre Lösung finden. Abg. Dr. Kalle (D. Vp.) meint, die französische Regierung zeige in ihrem Besehungs- shstem einen unglaublichen Mangel an psychologi- schein Verständnis. Während Deutschland immerwährend, zuletzt durch den Abschluß des deutsch- sranzösischen Handelsvertrages, die Hand zur Versöhnung gereicht habe, werde durch den Be- sehungsdruck von Frankreich immer neue Verbitterung geschaffen. Cs bestehe der dringende Verdacht, daß die französische Besetzungsbehörde auch die Handelsspionage betreibe oder fördere. Bei Vergebung von staatlichen Aufträgen sollte das wirtschaftlich leidende besetzte Gebiet besonders berücksichtigt werden. Rotwendig seien vor allem Derkehrsverbesse- rungen. Abg. Dr. Schücking (Dem.) erklärt, der Friede von Versailles sei ein Unglück, nicht nur für Deutschland, sondern auch für die Siegerftaaten. Einer seiner übelsten Bestandteile sei die aus der Zeit des 30jährigen Krieges übernommene Methode der Besetzung. Das Opfer des Locarnooertrages fei von Deutschland gebracht worden in der Hoffnung, daß dadurch das Unrecht der Besetzung verschwinden werde. Die Fortdauer der Bsetzung widerspricht der Bestimmung des Völkerbundes daß die Beziehungen der Länder untereinander nach den Grundsätzen der Ehre und Gerechtigkeit geregelt werden sollen. Der Redner wendet sich dann gegen die von Poincars vertretene Rechtsauftassung in der Besetzungsfrage. Die Bevölkerung des besetzten Gebiets sei mit dem Außenminister darin einig, daß eine vorzeitige Aushebung der Besetzung nicht erkauft werden dürfe durch eine dauernde deutsche Verpflichtung über den Versailler Vertrag hinaus. Deutschland müsse die Verknüpsung der Sicherheitsfrage mit der Besetzungsfrage durchaus ablehnen. Das deutsche Bürgertum habe sich auf den Verständnisgedanken eingestellt, jetzt müsse die Antwort von Frankreich kommen durch die Aushebung der milifätifd)cn Besetzung des Rheinlandes. Abg. Iürssen (W. Dg) verlangt steuerliche Erleichterungen für notleidende Mittelstandsexisten- Ookumentenfälscher. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 3. Febr. Es ist noch in aller Erinnerung, daß der Reichsauhenminister Dr. Stresemann auf einer der letzten Ratstagungen sich mit schärfsten Ausdrücken gegen deutsche Pazifisten vom Schlage eines Friedrich Wilhelm Förster wandte. Seine damalige Rede erregte allgemeines Aufsehen, ihre Gründe hierfür hat jetzt der Prozeß gegen den Dokumentenfälscher Schreck enthüllt. Ihm war es zu verdanken, wenn man uns vom Ausland gerade in der letzten Zeit immer wieder zu verstehen gab, daß man die Ehrlichkeit unserer Friedenspolitik in Zweifel ziehen müsse. Das Auswärtige Amt kam auch sehr bald dahinter, weshalb man im Auslairde immer wieder behauptete, daß die Reichswehr für einen Revanchekrieg gegen Frankreich rüste. Sie kam in den Besitz sogenannter Dokumente, die aus der Fabrik des jetzt zu fünf Zähren Zuchthaus verurteil.en Schreck stammten. Dieselben Dokumente hatte Schreck auch an die deutschen Pazi- f ist en verkauft, die sich in der Liga für Menschenrechte zusammengefunden haben. Wir alle haben ihre Tätigkeit in der Vergangenheit zur genüge kennengelernt, die nur darin bestand, Deutschland zu verdächtigen, niemals aber ein Wort über die ungeheuren Rüstungen namentlich Frankreichs zu verlieren. Diese „Pazifisten" nun erkannten sofort, daß es sich bei dem^ Material, das ihnen Schreck in die Hände gespielt hatte, um Fälschungen handelte, sie taten aber nichts, um die „Dokumente" als das zu kennzeichnen, was sie waren. Sie haben also ein noch größeres Verbrechen am deutschen Volke begangen, als Schreck, weil sie wußten, daß Schreck ein Fälscher war und daß sein Material dem Deutschen Reich außenpolitisch ungeheuren Schaden bereiten muhte. Ist es da ein Wunder, wenn man das Rheinland nicht räumt und wenn man immer wieder die eigenen Rüstungen mit der „deutschen Gefahr" begründet? Uns will scheinen, als sei das Leipziger Urteil noch viel zu milde. Ein Mann, der sich in den Dienst deS Auslandes stellte, der die feindliche Spionage belieferte. der Mai.rial zur Aufrechte,halturg der Rheinlandbesatzung anfertigte, würde auch mit lebenslänglichem Zuchthaus noch milde bestraft fein. Wer ein Sechzig-Millionen-Volk fortgesetzt -en im besetzten Gebiet. Vit der rücksichtslosen Ein- heibung der alten Steuerrückstände müsse Schluß gemacht werden. Die Verteilung des 800 000 Mark- Fonds sollte nicht allein den Gewerkschaften überlassen werden. Der gewerbliche Mittelstand müsse auch feinen Anteil erhalten. Abg. Dr. Q u e s s e l (Soz.) forderte eine stärkere Beteiligung des hessischen besetzten Gebietes an den ausgeworfenen Mitteln. Er begründet einen sozialdemokratischen Antrag auf Erhöhung des Kulturfonds um eine Million auf vier Millionen. Abg. K u b c (Rat.-Soz.) meint, der hessische Landtag habe ja dem sozialdemokratischen Staatspräsidenten einen großen Fonds zur Verfügung stellen können. Abg. Dr. Q u e s s e l (Soz.) erwidert, der Fonds von 4000 Marl sei vollständig aufgebraucht, zugunsten der notleidenden Familien des besetzten Gebiets, die sich an den Staatspräsidenten direkt mit Unterstützungsgesuchen wandten. Abg. Kühe (Natt-Soz.) erwidert, er glaube an die Richtigstellung erst, wenn sie von den hessischen Regierungsstellen selbst komme. Er nennt auf einen Zwischenruf den Abg. L a n d s - berg (Soz.): „Moische Landsberg' und erhalt dafür einen Ordnungsruf. Einen Ordnungsruf erhält auch Abg. Künstler (Spz.), der den Abg. Kube in einem Zwischenruf als „Dreckschleuder" bezeichnet. Der Etat wird angenommen. Das Haus vertagt sich auf Dienstag. MeRegienmgsbildimg mHessen. Um die Neubesetzung der Ministerien. Von unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 2. Febr. Die sozialdemokratische Landtagsfraktton veröffeittlrcht über die gestrige Besprechung der Fraktionen der Deutschen Vollspartei. der Demokratischen Partei und der Sozialdemokrattschen Partei die folgende Mitteilung: „Die Sitzung, die von der sozialdemokrattschen Fraktton mit den Fraktionen der Deutschen Dolkspartei und der Demokraten für Mittwoch vereinbart worden war, ist ergebnislos verlaufen, nachdem die Demokraten und nach ihnen die Deutsche Volkspartei erklärt hatten, daß sie weitere Verhandlungen zunächst für aussichtslos hielten. D'.e sozial- demotrattsche Fraktion hat daraufhin den bereits am Montag bekanntgegebenen, im Einvernehmen mit den Vertretern des Landesausschusses gefaßten Beschluß erneuert, nunmchr die weiteren Verhandlungen im Rahmen der Weimarer Koalition zu führen. Die nächste Sitzung der Unterhändler findet Frettagnach- mittag statt. Die Fraktion hat ferner mit großem Bedauern von der Erklärung ihrer bisherigen Vertreter in der Regierung, der Genossen II l - r i ch und Raab. Kenntnis genommen, daß diese beiden hochverdienten Führer Her Partei nicht mehr in der Lage seien, eine Kandidatur für einen Ministerposten anzunehmen. Die Fraktion hat ihren scheidenden bisherigen Ministern den herzlichsten Dank für ihre aufopfernde Tätigkeit ausgesprochen und mit Freuden davon Kenntnis genommen, daß die Genossen Ulrich und Raab sich bereit erklärt haben, im Rahmen der Fraktion und der Parte, alle ihre Kräfte auch weiterhin zum Wohle des arbeitenden Volkes und der Partei einzusetzen." Für die Aeubesetzung der durch diesen Beschlich freiwerdenden Ministerposten werden bereits Damen genannt, und zwar der deS Demokraten K o r e l l für das Arbeitsministerium, der des Landtagspräsidenlen Adelung (Soz.) für das Amt des Staatspräsidenten und der des sozialdemokratischen Abg. L e u s ch n e r, Gewerkschafts- sekretär in Darmstadt, für das Innenministerium. Dem Vertreter des Zentrums, Kirnberger, verbliebe dann das wenig begehrte Finanzministerium. Nach anderer Lesart soll dieses jedoch dem demokratischen Pfarrer K o r e l l und das Arbeitsministerium dem Zentrumsmann Kirn- berget zugedacht sein. Schließlich hört man noch die Version, daß das Zentrum den Posten des Staatspräfidenten für sich beanspruche. Die nächsten Tage dürften wohl endlich über die Zusammensetzung des Ministeriums Klarheit bringen. England fordert Revision des Arbeitszeitabkommens. Ein Vorstoß im Benvaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts. Genf, 2. Febr. (WTB.) Im Verwaltungsrate des Internationalen Arbeitsamtes gab der Sekretär des britischen Arbeitsministeriums. B etter t o n, eine Erklärung üb ex die Stellungnahme der britischen Regierung zum Washingtoner Abkommen über den Acht-Stunden-Tag ab, in der es u. a. heißt: Die britische Regierung erkennt voll und ganz das in Washington vollbrachte Werk an, doch glaubt sie, daß der Text der Konvention etwas in Eile und ohne genügende Erfahrung über die Auswiriung einer Herabsetzung der Arbeitszeit sestgelegt worden ist. Die britische Regierung glaubt, daß der Augenblick gekommen ist, um eine Revision des Washingtoner Abkommens vorzunehmen, anstatt sich an den gegenwärtigen mit Interpretationen überlasteten Text zu llammern. Ich schlage daher dem Verwaltungsrat vor, den Beschluß zu fassen, die Revision der Washingtoner Konferenz auf die Tagesordnung der Internationalen Arbeitskonferenz von 1929 zu setzen. Das Ratsbureau soll beauftragt werden, den Entwurf eines Berichtes über die Anwendung der Konvention vorzubereiten. Dieser Entwurf wäre dann in der Aprilsession dem Vevwaltungsrate vor- zulegen. Wird er angenommen, so soll er allen Mitgliedsstaaten mit dem Ersuchen um Stellungnahme und Formulierung von Revisionsvorschlägen vorgelegt werden. 2 o u h a u x vertrat demgegenüber den A r- beitnehmerstandpunkt. der dein der bri- ttschen Regierung völlig entgegengesetzt ist. Er verwies darauf, daß sich die kontinentalen Länder auf der Washingtoner Konferenz der englischen Auffassung anzuschliehen bemüht hätten, um etwaige Hindernisse zu beseitigen. Er hob hervor, daß die britischen Delegierten ohne Vorbehalt dem Text z u st i m m t e n , der von der Konferenz angenommen wurde. Die Stunde sei gekommen, nicht für die Anpassung der Konventton an die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern dafür, daß die bri- ttsche Regierung, nachdem sie ihre Verpflichtungen eingegangen fei, für ihre Unterschrift ein st eh en solle. Der deutsche ReAierungs- vertreter, Geheimrat Feig, erklärte: Die deutsche Regierung werde diese Frage mit aller Sorgfalt prüfen, denn sie habe einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der die Ratifikation der Konventton vorsehe. Der Delegierte verlangte, daß der Entscheid des Verwaltungsrates über den britischen Vorschlag auf die Aprilsestton vertagt werde. Der französische Vertreter, Piquenard, ersuchte den Verwaltungsrat, die Geschäftsordnungskommission zu beauftragen, ihm in der nächsten Session einen Bericht über das Vorgehen bezüglich der Vorschläge auf eventuelle Revision von Konventionen zu unterbreiten. Erst auf die Tagesordnung der nächsten Session des Verwaltungsrates solle die Frage gesetzt werden, ob die Revision der Washingtoner Konventton auf die Tagesordnung der Konferenz von 1929 zu fetzen sei. Der englische Regierungsdelegierte, Vetter- t o n, erklärte hierauf, daß er den Vorschlag -Piquenards annehme und hoffe, dieser werde vom Verwaltungsrat gutgeheihen werden. Albert Thomas stellte fest, daß die Diskussion ergeben habe, daß die achtstündige Arbeitszeit allgemein anerkannt werde. Er sei der Auffassung, der Vorschlag der britischen Regierung sei aus verschiedenen Gründen verfrüht. Bevor man an eine Revision heran- treten könne, müßten die allgemeinen Regeln für das Verfahren festgelegt werden. Im Rheinland steht Frankreich nicht allein. Auch die Alliierten stehen dort, und Frankreich kann allein nicht über die Aufrechterhaltung oder Beseitigung der Besetzung entscheiden. Man darf also nicht bei dieser Frage heute von Heuchelei sprechen. Ebenso täuscht man sich auch, wenn man behauptet, daß man in der Welt die Haltung Frankreichs in dieser Frage nicht versteht. Am Rhein ist nichts zu fürchten. Aber man kann unmöglich die Solidarität verkennen, die mit dem anderen Teile Europas herrscht. dem Ausland ausliefert und dafür Sorge trägt, daß deutsches Land unter feindlichem Druck bleibt, kann nicht schwer genug bestraft werden. Oer finanzpolitische Ausschuß der Länderkonferenz. Berlin, 2. Febr. (WTB.) Der finanzpoli- ttsche Ausschuß der Länderkonferenz hat heute unter dem Vorsitz des Reichsministers der Finanzen Dr. Köhler seine Arbeiten aufgenommen. Er hat sich in erster Linie mit den praktisch gebotenen Schritten zur Herbeiführung größerer Durchsichtigkeit der Finanz g e b a h r u n g der öffentlichen Körperschaften und mit den Möglichkeiten beschäftigt, die es gestatten sollen, die Haushalts- • führung von Reich, Ländern und Gemeinden (Gemeindeverbände) mehr als bisher vor nicht notwendigen Belastungenzu schützen, die Arbeiten werden mit dem Ziel fortgeführt werden, so schnell wie möglich zu wirksamen Maßnahmen der beteiligten Körperschaften zu gelangen. Oas Reichsschulgesetz.— Initiative des Reichskabinetts? Berlin, 3. Febr. massiger Südsüdwest Q stürmische- Nordwest die biene fliegen mit dem Winde Die beiden Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatur an. Pie Limen verbinde® Orte mlf.gleichem auf neeresniveau umaercchneten Lultdrua Wettervoraussage. Ein Ausläufer des nördlichen Tiefdruckgebietes greift südwärts bis über Fraickreich vor und hat bereits zu stellenweisen Niederschlägen geführt. Die an der Rückseite des Tiefs folgenden kühleren Luftmassen sind im raschen Vorwärts- schrciten begriffen. Infolgedessen haben wir morgen wieder mit veränderlichem Wetter zu rechnen. Dabei sind Niederschläge, jedoch nur strichweise, nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen ändern ihre Werte nur wenig, so daß es weiterhin zum Auftreten von leichtem Bodenfrost kommt. Wettervoraussage für Samstag: Wechselnd tooltig mit Aufheiterung, Temperaturen weiterhin nachts um- den Gefrierpunkt unter 0. Nur vereinzelt Niederschläge. Witterungsaussichten für Sonntag: Wolttg-nebeliges Wetter, stellenweise auch aufheiternd, Temperaturen wenig verändert. Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags 5,1 Grad Celsius, abends —0,1 Grad Celsius; am 3. Februar: morgens — 1,4 Grad Celsius. Maximum 5,2 Grad Celsius, Minimum 1,7 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 2. Februar: abends 0,3 Grad Celsius: am 3. Februar: morgens 0,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer. 4% Stunden. Wintersport im Vogelsberg (hoherodskopf): Wind: Oft: Temperaturen: —5 Grad Celsius: Schneehöhe: 18 Zentimeter: Beschaffenheit: verharscht: Sportmöglichkeit: gut. herchenhainer höhe: Schneehöhe: 8 Zentimeter, verharscht: Temperaturen 0 Grad: Sportmöglichkeit für Ski und Rodel: möglich. Sauerland (Winterberg): Temperaturen: —2 Grad: Rauhreif: Schneehöhe 15 Zentimeter; Sportmöglichkeit für Ski und Rodel: gut. Willingen (Sauerland): Temperaturen: —3 Grad: in Höhenlagen 10 bis 20 Zentimeter Schnee; Sportmöglichkeit für Ski und Rodel vorhanden. rar, Yvr der« und t- rwfi 0 o Hchnre tour« mgeKrzt. )ie Stärk »fing ton i, die Dom fr. Isa chrs erhängen' ^abe, der iU6. " ft tsihpf' *?< gsi %. li» » chlagr" £ z jolgenM (Borwärl^ "jähen 0>" W« / jedoch »ur Beraturen eS ll-ei'er- Podensron g, LemP^ jeftierpun« r Sou"' ntneiK/4 xänticn- mittags P ?de ein lberg bei 11 ausge. ^Ursache uzfMe, Tehirn- schule 'ehr ans strengen eckt. Ks ^chtoun« auf der her, ofar 2 er, toie Morgen Samstag den Gießener Anzeiger erbeten. 126Qss wirki sofort und gl bi samm erweichen Teint ichlcln tu 20.30.60. 120 PI :- mästereien unterliegen der -regelmäßigen Heber- wachung "durch den beamteten Tierarzt. Soweit für die genannten Betriebe die Führung eines Kontrollbuches nidjt vorgeschrieben ist, haben die Inhaber der Betriebe über das Vorhandensein, den Zu- und Abgang von Tieren, die der Beaufsichtigung unterstellt sind, oder sich in den ihr unterworfenen Betrieben befinden. Buch zu führen. Die hiernach der Bc- aufiichllgung unterliegenden Gastställe sind von den Ärcisämtern zu bestimmen. Die Kosten fallen dem Besitzer aber Unternehmer zur Last und werden zur Staatskasse eingezogen. Die Höhe dieser Kosten wird besonders festgesetzt. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden bestrast. Die Anordnung tritt am 1. Februar 1928 'm Kraft. " Winterobst-Ausstellung Gießen. Am Samstqg, nachmittags 4 Ahr, spricht Landes- Obstbauinspektor Pfeiffer (Darmstadt) über „älrnpfropfen". Ein Besuch an diesem Tage dürfte sich für alle diejenigen besonders empfehlen, die großes Gedränge nicht lieben. (Man beachte die heutige Anzeige. ** Derkehrsverein Gießen. Zu dem Bericht in unserer Mittwochausgabe über die Jahreshauptversammlung des Derkehrsvercins ist berichtigend zu bemerken, daß die Zahl der Tlbmeldungen im verflossenen Jahre 8 (nicht 18, wie berichtet wurde) betrug, bei 53 Veuanmel- öungen mithin ein Reinzuwachs an Mitgliedern von 45 zu verzeichnen ist. Die in unserem Bericht vom Dienstag enthaltene Angabe von 18 Austrittserklärungen war allerdings von dem Vorsitzenden, jedenfalls infolge Irrtums, in der Generalversammlung gemacht worden. Ferner ist dem Bericht noch nachzutragen, daß Oberreallehrer Hch. Will (Gießen) als Vertreter des VHC. ebenfalls dem Ausschüsse des Verkehrsvereins angehört. ** Allerlei Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: Am Mittwoä) wurden aus einem Hofe in der Nordanlage nachstehende Wäschestücke entwendet: 5 Paar gelbe Makounterhosen, gez. W. St. und A. St., 1 Paar graue, 1 Paar braune und 1 Paar hellgraue Herrenstrümpfe, gez. A. St. und K. 5t., 1 Paar braune und 1 Paar graue Damenstrümpfe, gez. M. St. Anfangs Dezember wurden auf dem hiesigen Bergwerk (Unterhof) ein Grubenhemd, blau- weiß tariert, und in der Nacht zum 12. Januar zwei leinene Damenhemden aus einem Garten gestohlen. — Entwendet wurde am 24. Januar aus dem Universitätsgebäude ein hellgrauer Stoffgummimantel. Auf der Innenseite des Mantels befindet sich mit Tusche der ausgeschriebene Name des Eigentümers. In der Realschule wurde ein dunkelbrauner, zweireihiger Mantel gestohlen. — In der Nacht zum 18. Januar wurde zum Nachteil des Zentraloerbandes der Angestellten hier im Bureau, Johannes- ftraße 15, ein Einbruchsdiebstahl ausgefübrt und aus einem verschlossenen Schreibtisch eine Kassette mit 170 Mark Bargeld mitgenommen. — Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. " Sichergestellt wurden zwei Fahrräder, Marke Diaman .t und Marke Unbefanru. Die recht- mäßigen Eigentümer werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei Gießen ins Benehmen zu fetzen. ♦* Der Zuchtverein i ü r schwarzbuntes Viederungsv ieh in der Provinz Oberhessen hält am 14. Februar in Friedberg im „Deutschen Haus" seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Verein hat im abgelaufenen Jahre gute Fortschritte gemacht, über 200 Herdbuch.iere sind neu eingetragen worden. Zum ersten Male finden sich unter biefen Tieren zahlreiche selbstgezogene Jungkühe, die frischmelkend bis zu 20 Liter Tagesleistung aufweisen. Es ist geplant, wie aNjährlich um biefe Zeit, einen gemeinsamen Ankauf von Zuchttieren in Ostfriesland vorzunehmen, d. h., wenn die zur ftolmfihtD mit Sitr Neu« lucbt für ihr bE'OIuijlV LerkausSkont. b. d.emschlaatg. Stunoftbatl nachweislich gut etnaefübrte Vertreter für Sveiieöl und flüssiges Backsett in Fässern und Kannen sowie Pflanzenfett in Piundtafeln. 124/c Bekond, günstige Gelegenheit für ©tonnten sowie Herren ob. Firmen die Sicherheuen stellen tönnen, zur Anlehnung oder »um Auf- und Ausbau des Geschäfies, evtl, für eigene Rechnung oder auf Proomonsbasis. Zuiiellungsmögltchketl durch Lastwagen und Lager erwünscht. Nur ausführliche, seriöse Angeboie unter Klarlegung der Berbälmme und Referenzen erbeten unt. 1,3548 an Annoncen« Foerster, Düsseldorf 9 ' Heute kein Theater! Wie uns vom Stadttheaterbureau unmittelbar vor Re^aktioiis- schluh mitgeteilt wird, muß die heutige Aufführung von „Peer Gynt" wegen plötzlicher Er- frantung der Herren Sanncrt und Goll ausfallen. ** .Das Gießener V i e h h o f p r o i e k t war gestern nachmittag Gegenstand einer Beratung im Stadthaus, Bergstraße, an der Vertreter der Stadtverwaltung. Vertreter der Regierung und Vorstandsmitglieder der Viehhändler- Vereinigung teilnahmen. In längerer Arbeit wurde das bedeutsame Projekt einer eingehenden Prüfung unterzogen, als deren Ergebnis die Vornahme einiger Abänderungen für wünschenswert bezeichnet wurden. Mit der Errichtung dieses wichtigen Baues wird begonnen werden. sobald die Finanzierung ermöglicht ist. •• Der Zutritt z u den öffentlichen Stadtverordnetensihungen wird künftig nur noch gegen Dorzeigen von Eintrittskarten gestattet, lieber die Ausgabestellen dieser Karten gibt eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil Auskunft. Jeder Interessent erhält nur eine Karte. ** Die Anmeldung der schulpflichtigen Kinder muß am 6. und 7. Februar erfolgen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. ** Amtstage beim Kreisamt Gießen find nur Dienstags und Freitags vormittags jeder Woche. Während der übrigen Zeil sind die Dienstzimmer des Kreisamts für das Publikum geschloffen, Zeit im Kreise Friedberg herrschende Maul- und Klauenseuche diese Absicht nicht vereitelt. ** Viehseuchen. In der Gemeinde Arnshain (Kreis Friedberg) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die getroffenen Sperrmaßnahmen find aufgehoben. In Selters (Kreis Büdingen) ist Die Schweinepest ausgebrochen. Die erforderlichen Sperrmaßregeln wurden angeordnet. WSR. Fünf Tage Gefängnis wegen Tierquälerei. Das Amtsgericht in Groß- Gerau verurteilte einen Pferdehändler aus Oberhausen wegen Tierquälerei zu fünf Tagen Gefängnis, weil er 17 Pferde in einem uirzureichenben Eisenbahnwagen verladen hatte, so daß ein Pferd unterwegs abgeschlachtet werden mußte und die übrigen Tiere in jammervollem Zustand in Groß- Gerau ankamen. Die Strafe ist eigentlich nod) zu milde. Starkenburg. LPD. Darmstadt, 2. Febr. Die Sarin- städter Cinzelhandelsvereinigung hat beschlossen, zum Protest gegen die mangelhafte Beleuchtung der Straßen am Freitagabend ab 6 Ahr alle Schaufenster- und Sc« klamebeleuchtung auszuschalten, so daß die Straßen nur noch von den städtischen Anlagen mit elektrischem und Gaslicht versorgt werden. Dieses Vorgehen soll dartun, tote mangelhaft die derzeitige Beleuchtung von ' Darmstadt ist. • Darmstadt, 2. Febr. Gestern abend wurde einem Herrn aus München, während er sich Zigarren faufie, das Auto gestohlen. Es handelt sich um einen braunlackierten Brenna- borwogen mit der polizeilichen Kennzeichnung II A 6038. Oer Frankfurter Bücherdieb in Salzburg verhaftet. WSR. Frankfurt a. M„ 2. Febr. Der Privatgelehrte Dr. Kogler, der nach der Aufdeckung seines aufsehenerregendenDücherdieb- stahls bei der Frankfurter Stadt- b i b l i o t h e k nach Oesterreich abgereist war. ist fehl auf Grund eines Haftbefehls in Salzburg verhaftet worden. Dillkrcis. LPD. Dillenburg. 2. Febr. Ein Unfall, dessen Opfer ein kleines Mädchen von 5^2 Jahren wurde, ereignete sich hier. In her Marbachstraße spielte eine Kinderschar Dall- wersen. Im Eifer des Spieles lief das Töchterchen des Schreines Herzog dem davonrol- lenden Ball nach, stolperte über einen Bordstein und kam zu Fall. Dabei schlug die Kleine derartig unglücklich auf den Boden, daß eine schwere Gehirnerschütterung und ein Bluterguß i/m Kopse eintrat, an deren Folgen das Mädchen kurz nachher starb. Berliner Börse. Berlin, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die plötzliche Erhöhung des Diskontsatzes der Qleu- yorker Reserve-Bank von 3,5 auf 4 Prozent und widersprechende Gerüchte über den Stand der Freigabe-Angelegenheit ließen im heutigen Frühverkehr zunächst nur Triefkurse hören. Die Spekulation war in Erwartung des heute erscheinenden Reichsbanlausweises wenig aufnahmelustig, zumal auch die gestrigen Auslassungen des Geheimrats Dulsberg vor der Handelskammer Solingen wenig Anregungen boten. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,00, Madrid 28,52, London-Kabel 4,8710, Reichsmark gegen Kabel 4,1920. Man hört J.-G-Farben mit 259 bi« 260, Siemens etwa 283,50 bis 284. Lager- und HMWW Kellerräume für Textilwaren gegen hohe Provision gesucht. Schriftliche Angebote unter 1254D an DIE SEIT SO JAHREN BEWÄHRTE BESTEKERNSEIFE 1267D Telephon Ar. Ö29 1257a Konserven Drucksachen aller Art Srühl sch« Orntf«r«t 1228V Stämme. 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Februar, 10>L Uhr vormittags, in der „Traube" zu Laubach: 1. aus den Distrikten Wetterauerstrauch, Wetterauerberg, Jmsenhau, Ziegenberg, Kreuzseenerberg, Eichelgarten, Hoherain und Heinzeberg 1, 2b des Försterbezirks Freienseen: rm: Scheiter 34 Buche 1. und 2. Klasse, 1 Ahorn, 3 Kirschbaum und Birke: Knüppel 23 Buche 1. Kl., 48 2. Kl., 4 Esche und Ahorn, 16 Eiche und Birke 1. und 2. Kl., 30 Nadel- und Weichholz 2. Kl.; Stöcke 32 Buche; Rei- serknüppel 65 Buche, 30 Eiche, Birke, Kirschbaum, 6 Weichholz. Kohlreiser und Lesholz flächenweise. Nähere Auskunft erteilt Förster Krautwurst zu Glashütte. 2. Aus den Distrikten Schornberg, Wintersberg, Peterswald, Nasserwald und Kendelrain des Försterbezirks Oberseen: rm: Scheiter 3 1. Kl. Buche, 13 2. Kl., 1 Esche, 1 Ahorn; Knüppel 77 1. Kl. Buche, 14 2. Kl., 41 Esche, 14 Ahorn, 35 Eiche und Kirschbaum, 8 Erlen, 9 Fichte 2. Kl.; Stöcke 10 Buche; Stammreifer- knüppel 93 Buche. 1262D Nähere Auskunft erteilen Förster Schrei- ner, Altenhain, und Forstgeyilfe Flick, Freienseen. Dienstag, den 7. Februar, 10% Ahr vor- mittags, im Gasthaus _3ur Traube" zu Laubach aus nachstehenden Distrikten des Försterbezirks Gonterskirchen: Weingärtnerskopf und Forstwiese: rm: Buche 360 Scheiter, 130 Knüppel, 90 Stöcke, 400 Ast- reifer. — Birken und Brühl: Knüppel 45 Buche (abständig), 12 Eiche (abständig), 2 Fichte; Stöcke 10 Fichte; Reiserprügel 11 Buche (abständig). — Scheppmalsdickung und Eselskopf: Scheiter 20 Buche; Stammknüppel 162 Buche (teils dürr), 87 Eiche, 90 Nadel- und Weichholz; Stöcke 68 Buche; Reiserknüppel 165 Buche, 45 Eiche, 40 Nadel- und Weichholz. — Giehern und Betten: Sd)eiter 7 Buche und Eiche 2. Kl., 14 Fichte 2. Kl. ; Stammknüppel 65 Buche (teils dürr), 20 Eiche, 19 Nadel- und Weich- holZ; Stöcke 26 Buche, 36 Fichte; Reiser- knllppel 78 Buche. 12 Eiche, 16 Nadel- und Weichholz. — Giehern: Bnchenabtrieb: eine Abteilung Kohlreiser. Blau unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Förster Melchior, Gonterskirchen._________________ yutzmrnd Bremcholzverfteigeunq. Oberförsterei Brandoberndorf versteigert Mittwoch, den 8. Februar, 10 Uhr, im „Deutschen Haus", Brandoberndorf, aus den Distrikten 43 und 47a (Sankhardt), 51c (Gönsrod): 224 Stück Fichtenstangen 3. Klasse, 27 rm Eichenscheit und -knüppel, 136 rm Buchenscheit und -knüppel, 4810 Buchen Wellen. 12590 Ml letan helfen Bonbons wohl Beinusien^ f । wenn auf der Packung steht wo IVI Sie tun sehr rasch den Husten lindern bei Dir und auch bei Deinen Kindern! Orig? Paketch.50 Pf. in jeder Apotheke u.Drogerie Hersteller: Chemische Fabrik, Rassolwerk, Gießen. Samstag, 4. 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Die Voten der beiden Regie- i ungen, die anfangs nut in längeren Zwischenräumen gewechselt wurden, folgten sich zuletzt Zvag um Lag, so daß bereits der Eindruck ent« sicnd, man befinde sich in einem erbitterten .iveikampf. Obgleich in der diplomatischen Form sehr liebenswürdig gehalten, lieh der Inhalt )ec Voten doch keinen Zweifel darüber, dah Sic beiden Partner sich immer weiter von einem jetncinfamen Ziele entfernten. Ganz gut .unterrichtete Politiker wollen wissen, dah Bri« and dieser Mißerfolg vor Beginn der Verhandlungen von seinen französischen Kollegen vorher- ;rsagt wurde. Wie dem auch sei, man hat am Quai d'Or- ivierzigsten Glas, und Da Die anderen Kapitäne, Die in Forenskens TodDyhall um Den großen achteckigen Lisch herumsaßen, gerabc mal die zusammen schwiegen, hielt er seine Stunde für gekommen. „Tjä. was ihr Da von Spökkram uni» so erzählt, ist ja man gruselig, aber das gruseligste, sag ich, ist immer, wenn man es mit (timen fünf Sinnen klipp und klar begreift. Wenn nun an Spök und so auch glaubt, so'n büschen ?d>eifelt man doch immer. Aber wenn man anner flattert weißen Wand steht. Hände und Füße in Eisen, und zwanzig Gewehrläufe sind auf einen gerichtet, und der Off'zier brüllt grabe »Feuer", Dann zweifelt man an gar nichts mehr. Und das ist, sage ich, ’nen verdammtes Stück gruseliger als alle Klabautermänner und Spöken- Mer zusammen." Käpt'n Klaus schwieg. „Va, Denn man to“, tiefen Die anderen, als er keine Anstalten machte, beiter zu erzählen: „Sie haben an der Wand gcsianden, und der Offizier hat Feuer gerufen?" ' „Und ob", sagte Klaus, rührte in feinem Glas, füllte Whisky nach, aber fein Wasser, und als dies muksmäuschenstill war, fing er an: „Tjä. angefangen hat die Geschichte spökig und hnderbar genug. Wir waren mit der Alberta, im alten 5000-Tonnen-Dampfer. der jetzt bei öligen liegt, so an Finisterre hemm. In der Askaha war es gut gewesen, aber hier, wo es sonst immer wie Oel ist, knackte der alte Kahn, M einem Angst und Dange wurde. Wind- Vi rtc 10. Va, das war genug für Die Alberta. W stand auf Der Brücke und überlegte gerade, ich Vigo anlaufen sollte. Das Barometer flieg zwar, aber was hatten Die gottverdammten, troffeten Vielen Der Alberta mit dem Daro- neler zu tun? Aber schließlich wollt ich s doch kis Porto versuchen. Der Rudergast hatte mach shon immer angestiert. Als ich sagte „Kurs lallen", schüttelte er den Kopf und brummte irgendwas. Ich wollte ihm gerade übers Maul (ihren, da merkte ich, daß Der Kahn backbord cbfam. „Kurs halten", schrie ich noch mal. „Sud- rüd-Ost!" Der Rudergast sah auf den Kompaß tnb drehte das Rad. Aber anstatt, daß die zösischen Staatsmännern Kopfzerbrechen macht und die wichtige Kolonialfrage, die Mussolinis Politik seit langem beherrscht. Die handelspolitischen Deziehungen zwischen den beiden Vachbarländern und manches andere mehr kommt hinzu. Der französische Dotschafter in Rom, de Beaumarchais, der in Paris den Ruf eines besonders geschickten Diplomaten genießt, ist in Rom mit großer Herzlichkeit empfangen worden. So wenigstens berichten die französischen Blätter Als seine erste und wichtigste Aufgabe wurde bezeichnet, Mussolini für das in Den Grundprinzipien fertig vorliegende Tanger- Abkommen zu gewinnen, das. genau genommen. außer England keinen Staat restlos befriedigen dürste. Dor allem werden Spanien und Italien ihre Ansprüche sehr wesentlich herab- schrauben müssen. In den italien^ch-französischen Verhandlungen geht es aber, wie schon erwähnt, um Wichtigeres. Frankreich würde gern seine Südostgrenze durch ein neues Locarno gesichert sehen, Italien scheint dagegen zu so weitgehenden Abmachungen nicht gern bereit. Das große Problem zwischen Frankreich und Italien bleibt die Bevölkerungsfrage. Die französische Bevölkerung. Die heute etwa 39 Millionen Köpfe zählt — während Italien bereits 42 Millionen Einwohner haben dürfte —. Darf auf eine weitere Vermehrung kaum hoffen, sollte es nicht gelingen. die Weltanschauung und Moral des französischen Mittelstandes und der Llnierschicht völlig zu ändern. Der Bürger und Arbeiter Frankreichs ist und bleibt auch nach Dem Kriege der typische Kleinrentner, der sich mit 45 Jahren am liebsten zur Ruhe setzt, woran ihn eine zahlreiche Nachkommenschaft unzweifelhaft hindern würde. Das italienische Volk dagegen bedarf Der Ansiedlungs- möglichkeiten in Den afrikanischen Kolonien und droht Südfrankreich durch seinen Aus- wanderstrom langsam aber sicher auf friedlichem Wege zu erobern. Die ständige Zunahme Der italienischen Bevölkerung in Südfrankreich bedeutet naturgemäß eine ernste Gefahr. Ob es gelingen wird, für diese Probleme, die mit Der Stärke eines Naturereignisses sich geltend machen, eine Lösung zu finden? Durch Verhandlungen wird man es schwer verhindern können, daß die italienische Bevölkerung schon in etwa 25 Jahren um 50 Proz. die französische übertreffen wird. Mit lebhafter Aufmerksamkeit werden die von der kleinen Entente in Genf gegen Ungarn erhobenen Vorwürfe verfolgt. Nicht, daß man sich besonders über die ungarische Politik beunruhigt. aber man will in der Lösung dieser Frage durch den Völkerbund ein Beispiel dafür schaffen, wie in allen ähnlichen Fällen in Zukunft zu verfahren sei. wobei man natürlich deutsche Verfehlungen und ihre Sühne im Auge hat. Deshalb erscheint es der französischen Regierung auch von besonderer Bedeutung, daß der Völkerbundsrat in Ungarn energisch eingreift und ein für gllelnal beweist, daß er es mit seiner sogenannten Investigationspflicht ernst meint. Man kann sich leicht eine Vorstellung davon machen, in welchem Maße in Paris die Mitteilung verstimmt hat, daß in England. Italien und Deutschland die ungarische Affäre sehr anders beurteilt wird als in Frankreich. Mißbehagen erregte auch andererseits Der Besuch des rumänischen Außenministers Titulescu in Rom, da man mit der Möglichkeit rechnete dah Mussolini auf die rumänische Regierung einen Druck auSübtc. 1 Ein Ereignis von besonderer Bedeutung war ohne Zweifel der Besuch des früheren Reichskanzlers Wirth in Paris. Man fragte sich unwillkürlich, ob man es bei Wirth mit dem Manne der neuen Koalition nach den kommenden Wahlen zu tun hätte. Da man eine Antwort nicht wußte, war man auf alle Fälle vorsichtig und überbot sich in Empfängen und ßiebenstoürbigfeiten für ihn, die noch bei weitem das übertrafen, was seinen demokratischen Vorläufern Erkelenz, Haas und Koch geboten wurde. Man hatte den ehemaligen Reichskanzler noch in freundlicher Erinnerung und würde fein arotmapem i in iw 11 n ■ — •suminwvmn i ■m-wni nr Alberta nach Süden drehte, ging sie noch einen Strich nach Osten. Sie hielt genau auf Vigo zu. ..Kerl", schrie ich, „bist Du mall", sprang an das Rad und riß es herum. Aber Die Alberta reagierte nicht." Käpt'n Klaus machte eine Pause, blickte Den Tisch runD und fuhr fort: „Ich ließ Die Ruderkette nachsehen. Ich ließ die Steuermaschine nachsehen. Alles in Ordnung. Ich lieh das Handruder einscheren: ich brüllte von der Brücke „Steuerbord I". Aber die Alberta blieb stur auf Ost-Süd-Ost. Jetzt merkte ich, daß ich käsebleich wurde. Die Mannschaft war nicht mehr zu gebrauchen. Sie machte die Boote klar und wartete. Weiß Der Teufel, worauf. Vier Stunden manövrierte ich mit Dem Ruder. Die Alberta rührte sich nicht. Bis wir im Hafen von Vigo waren. Da war mit einem Schlag alles vorbei: Der Kahn reagierte auf 'nen Diertel- strich. Fein säuberlich machten wir an Schuppen 5 fest. Ter Maschinist türmte. Der Steuermann meldete sich kraul. Mir war auch nicht so. So kam es. daß wir länger blieben, als für die Heber- holung Der Ruderleitung nötig war. Die war natürlich in bester Ordnung gewesen. Aber die Leute, die an Deck herumstanden, sahen nicht so aus, als ob sie nun schlankerhand wieder mit in See gehen wollten. Es sollte aber noch besser kommen. Ich zog also an Land, um mal auf andere Gedanken zu tnmmen. Die Mannschaft bekam Urlaub. Nur zwei Mann blieben an Bord. Ich goß mir ordentlich einen auf. Die Leute mochten das auch getan haben. Jedenfalls, als ich so um Klocker zwei nachts an Den Kai komme, stehen die Kerls da herum, halb besoffen, aber doch so'n büschen anders als sonst. „Käpt'n", sagen sie, „wo ist Die Alberta?" „Die Alberta?" lache ich. „wo schall woll die Alberta fien?“ Aber wie ich an Den Kai komme, sehe ich wohl Den Schuppen 5, wo wir vertäut hatten, aber — das Schiff war weg. „Was ist das?" sagte ich und war mit einem Schlag quicknüchtern. Wir gingen nach der Hafenpolizei. „Wo ist die Alberta?", fragte ich. und mir mochte wohl der Schreck so in die Glieder gefahren fein, daß ich 'nen büschen grob wurde. Der Beamte guckte mich an. „Wo Die Alberta ist, Kreuzdonnerwetter", schrie ich. „Wozu ist hier Polizei, wenn ein 5000-Tonnendampfer spurlos aus dem Hafen verschwinden kann?" Wiederauftauchen im Vordergrund der politischen Tribüne nicht ungern sehen. Eine Vergleichsmöglichkeit bot sich andererseits nicht, da die so gefürchteten rechtsstehenden deutschen Politiker nur ausnahmsweise nach Paris kommen. Und wenn einmal einer von ihnen erscheint, so unterläßt er es sicherlich, sich der Oefsentlichkeit zu zeigen oder sich an maßgebenden Stellen einführen zu lassen. Wirth aber bleibt in den Augen der Franzosen Der Vertreter jenes anderen Deutschlands, mit Dem sich verhandeln läßt, wobei vergessen wird, daß alle Die Schritte, Die Deutschland und Frankreich einander politisch naherbrachten, stets nur von deutschen Regierungen gemacht wurden, in Denen sich Männer Der Rechten befanden. Französische Freiheit und Weligewiffen. Es hat einmal eine Zeit gegeben, so schreibt die „Politische Wochenschrift" u. a„ in der das Weltgewisfen sich über Den eines freien demokratischen Zeitalters unwürdigen Zustand auf« regte, daß der kaiserliche Statthalter in Elsaß- Lothringen für gewisse Fälle zum Schutze des Grenzlandes mit diktatorischen Vollmachten ausgerüstet war. Kein Weltgewissen erregt sich mehr Darüber, daß der französische Ministerrat elsäfsische Zeitungen traft diktatorischen Entschlusses verbietet, weil sie das als Grundlage des Weltfriedens feierlich proklamierte Selbstbestimmungsrecht zu fordern wagten. Zu keiner Zeit ist es Der deutschen Verwaltung eingefallen.' das Erscheinen französischer Zectungen. Zeitschriften und Bücher selbst im rein deutschen Sprachgebiete zu verbieten. Den Franzosen ist es Vorbehalten geblieben, Die deutsche Muttersprache der Elsässer als rechtlose Fremdsprache zu öerfemen und das Erscheinen aller deutschgeschriebenen Zeitungen mit einem Federstrich in Frage zu stellen. Aber kein Weltgewissen nimmt davon Notiz. Keine deutsche Dehörde hat dem Auftreten französischer Künstler im deutschen Reichslande Schwierigkeiten bereitet. Im Gegenteil, wenn sie spielten, ehrten sie die Spitzen der Beamtenschaft und des Heeres durch Den Besuch ihrer Vorstellungen. Die Franzosen machen selbst Deutschsprechenden Schweizer Truppen Schwierigkeiten, lassen den Besuch solcher Vorführungen durch eine Armee von Spitzeln überwachen und setzen Die Teilnehmer auf die schwarze Liste. Qlber das Lied, Das Lied hat Flügel 1 ilnb eines konnten Die Franzosen nicht verhindern. Daß die Elsässer und Lothringer mit Wonne ihre Rundfunkhörer auf die Deutschen Sender in Freiburg. Stuttgart und Frankfurt einschal- ten. Auch konnten sie nicht verhindern, daß diese Sender neben anderen Dichtem und Komponisten Die zeitgenössischen Elsässer und Lothringer zu Gehör bringen. Die ganze Welt kann sie hören und Darf sie hören. Nur die Elsässer und Lothringer nicht. Denn so oft diese Sender arbeiten, läßt Der Kulturstaat Frankreich einen Störungssender einschalten, der Freiburg übertönt und Frankfurt und Stuttgart verzerrt. Befohlene Ausführende dieser französischen Kulturleistung sind Die tapferen Fliegerofsiziere auf Dem Flugplatz Enzheim bei Straßburg. Die nichts anderes zu tun haben, als den Elsatz-Lothringem das Hören des deutschen Rundfunks zu verderben und die diesem Lausbubenspvrt mit Leidenschaft obliegen. Das geht freilich das Weltgewissen weniger an. als das gute Gewissen Der glorreichen „Sieger", das von unS aus so bleiben kann. Reich und Lustfahrt. Auch für das Jahr 1928 sieht der Etat des ReichSverkehrsministeriums M.ttel zur Förderung und Lknterstühung des deutschen Luftverkehrs vor. Leider ist es nicht möglich gewesen, Summen frei zu machen, Die im Einklang mit den jüngsten Fortschritten stehen. 1M- mehr mußten auch hier allerlei Abstriche vorgenommen werden. Trotzdem soll versucht werden, Dem Deutschen Luftverkehr im nächsten Haushaltsjahr eine verstärkte Llnrerstühung angedeihen zu lassen, allerdings weniger in Form von Subventionen für die Luftverkehrsgesellschaften — Die bisherigen staatlichen Zuschüsse find mit Rücksicht auf die allgemeine Finanz läge des Reiches gekürzt worden —, als in der Förderung der wissenschast- lichen Forschung. Die langjährige Praxis unserer Verkehrsfliegerei und unseres Flugzeug» bauS haben ergeben, daß die Luftfahrt nur gedeihen kann, wenn Der InDustrie fortlaufenD Material zur Verbesserung ihrer Typen an Die Hand gegeben wird, Damit von vornherein nur die besten 2lpparate zur Verwendung gelangen, die jede technische Neuheit ebenso wie die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse berücksichtigen, was um so nottoenoiger ist. als dadurch die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der deutschen Maschinen steigt. Cs darf aber nicht übersehen werden, daß Die deutsche Luftfahrt einschließlich Der Flugzeug- inDustrie eines gewissen Rückhaltes beim Reich nicht entbehren kann, weil die Konkurrenz Des Auslandes außerordentlich schwer ist. Deutschland kann schon wegen seiner geographischen Lage nicht beiseite stehen, es ist vielmehr dazu berufen, ein Knotenpunkt für den gesamten europäischen Verkehr zu werden. Infolgedessen muß es auch Maschinen zur Verfügung stellen, Die mit den ausländischen wetteifern tonnen. Die ausländische Industrie befindet sich der Deutschen gegenüber dadurch im Vorteil, Daß sie über reichliche Heeresauf- träge verfügt und dadurch recht kapitalkräftig ist. Dagegen sind Die Deutschen Werke nur auf die spärlichen Privat auf träge angewiesen, so Daß im vergangenen Jahre verschiedene Firmen Deichszuschüsse in Anspruch nehmen mußten. -Unterftüljungen kommen aber in Zukunft nicht mehr in Frage, dafür soll versucht werden, eine gewisse Planmäßigkeit in Nachfrage und Absatz zu bringen, um auf diese Weise der Flugzeugindustrie einen regelmäßigen Auftragsbestand zu sichern. Wenn auch der Etat für 1928 zeigt, daß Dem Reich nach allen Seiten hin die Hände gebunden sind, daß es überall sparen und sogar Verkehrs- einschränkungen vornehmen muß, so geht aus ihm doch der feste Wille des Verkehrsministeriums hervor, mit Den vorhandenen Etatsmitteln höchste Leistungen äu erzielen und Die deutsche Luftfahrt wieder ein Stück vorwärts zu bringen. Der Obstfegen von 1927 und das trostlose Ergebnis der Verwertung dieser Rekordernte. Die Rekordernte Der Provinz Oberhessen vom Jahre 1917, Die bei Der Damaligen ZwangS- bewirtschaftung nahezu vollstänDig erfaßt tourD^, ergab eine Menge von etwa 700 000 Zentner Aepfel im Werte von etwa 8 bis 10 Millionen Reichsmark. Die Ernte des Jahres 1927 kann auf die gleiche Menge veranschlagt werden. Die Verwertung dieser großen Obst- massen war ein vollständiger Mißerfolg, der Der Provinz Oberhessen einen Ausfall von vielen Millionen Reichsmark gebracht und Dem Obstbau DaDurch Die größte Enttäuschung bereitet hat. Von Dem Jahre 1913 bis heute ist Die Einfuhr ausländischer Aepfel jedoch um das Dreifache gestiegen, und zwar von 10 auf 30 Millionen Zentner und einem Werte von 100 auf 350 Millionen Reichsmark. Wie ist so etwas möglich? Ist die oberhessische Goldparmäne etwa schlechter, als der nordamerikanische Jonathan, oder der oberhessische Boskoop weniger schmackhaft und haltbar, als der amerikanische Baldwin?! Was ist die Llrsache dieser traurigen Zu- „Tie Alberta", fragte der Wachthabende, „5000' Tonnen?" Lind er blätterte in feinem Buch. „Die ist hier ja gar nicht eingelaufen!“ Einen Augenblick waren wir wie versteinert. „Herr!" schrie ich. „können Sie mir vielleicht sagen, wie wir hierher kommen, ich, der Kapitän von Der Alberta, und hier, meine Mannschaft?!" „Oh ja“, sagte der Wachthabende, Sie kommen wahrscheinlich aus Der deutschen Bodega, haben um fünfzig Prozent zuviel Schnaps getrunken und machen jetzt schleunigst, dah Sie aus Dem Hafen kommen!" Lind Damit ftanDen er und Die anderen Polizisten auf. Was nun eigentlich passierte, weih ich selbst nicht recht. Jedenfalls schrie ich los, und meine Leute schrien los, und eins, zwei, drei hatten wir die Polizisten beim Wickel, und vertooackten sie, daß - „Tjä". unterbrach sich Käpt'n Klaus plötzlich nachdenklich. „Gottsverdori", brummelte es an der Tafelrunde, „und Dann?“ „Dann“, fuhr Klaus fort, „dann fanD ich mich im Gefängnis wieder, und bann — was soll ich da lange erzählen — es war gerade 'nen büschen Revolution in Spanien, dann verurteilten sie meine Leute zu Zwangsarbeit, und mich — zum Tode. Weil ich nun mal der Anführer war", setzte Klaus stockend hinzu, und weil man mir überhaupt kein Wort glaubte. Lind am nächsten Tag, da stand ich an der weihen Wand, und zwanzig Gewehrläufe waren auf mich gerichtet, und da dachte ich, Leusel noch mal, dachte ich, die ganze Spökerei und Die ganze Gruseligkeit auf Der Alberta, das ist doch man ’nen Kinderspiel dagegen, wenn man so anner weihen Wand steht, und zwanzig Gewehrläufe —" „Na, unb?“ riefen bie anderen, Denn Käpt'n Klaus hatte immer langsamer gesprochen. „Tjä", sagte Klaus, „dann tommanbierte ber Off'zier, und so viel Spanisch kann ich nun doch, daß ich verstand, dah er „ Feuer" rief." „Lind bann?“ „Tjä“, sagte Klaus und stand auf „bann haben sie mich — erschossen." Der Mars im Lichte verschiedener Farven Die M a r s f o r s ch u n g ist in ber letzten Zeit sehr tätig gewesen unb hat wichtige neue Aufschlüsse gewonnen burch bie Versuche, ben Planeten im Lichte verschtebener Farben zu photographieren. Solche Zarbenphotographien sinb nach einem Bericht ber „Naturwissenschaften" von Wright in großem Umfange auf ber Lick- Sternwarte burchgeführt worben, unb zwar in sechs verschiedenen Farben. Es wurde die bereits früher gemachte Erfahrung bestätigt, dah bie mit bem Auge beobachteten Ober» fläche nmerkmale auf ben roten Bilbern sehr deutlich erscheinen, währenb sie auf ben violetten gänzlich fehlen. Die violetten Bilder sind aber durchaus nicht ganz kontrastlos: auf ihnen treten fast immer wolkenartige Helle ober dunkle Merkmale auf, bie jeboch im Gegensatz zu ben permanenten roten Merkmalen entstehen unb vergehen. Diese violetten Wolken verschwinden immer nach kurzer Zeit: manchmal treten mehrere Tage hintereinanber über bemselben Gebiet zu berfelben Mars-Zeit Woltenbilbungen auf. Man kann barauS schließen, baß bie meteorologischen Veränberungen auf bem Mars eine große Rolle spielen. Iebenfalls ergibt sich aus biefen Farbenphotographien bie Tatsache, bah ber Mars anscheinend eine Atmosphäre besitzt, die für langwellige Strahlen durchlässiger ist als für kurzwellige, so dah wir im violetten Licht nur Die äußersten Atmosphärenschichten, Im roten aber bis auf ben Grund ber Atmosphäre sehen können. UebrigenS zeigen auch Aufnahmen beS Jupiter, bie in berfelben Weise burchgeführt würben, Llnterschiebe zwischen ben Bilbern oerfdjiebener Farbe, boch sinb bie optischen Eigenschaften bet Jupiter-Atmosphäre ganz anberS als beim Mars. Lieber bie soviel umstrittene Frage ber Mars-Kanäle sind ebenfalls neue wichtige Beobachtungen gemacht worben. Man hatte in letzter Zeit geglaubt, bah biefe Kanäle auf ungenügenbe optische Mittel zurückzuführen sinb und überhaupt nicht bestehen. Die photographischen Aufnahmen Trümplers mit gelben und roten Filtern, bie mit einem ber größten Refraktoren, bem ber Lick-Sternwarte, gemacht wurden, führen jedoch zu einem anderen Ergebnis. Trümpler hat auf Grund von 1700 Aufnahmen eine neue Marskarte hergestellt die alle sicheren Merkmale verwertet. Auf dieser Karte tritt das „Netzwerk" der Kanäle sehr deutlich hervor, und zwar nicht nur Die breiteren Streifen, sondern auch die feineren „Kanäle“, die nach Lrünrplers Beschreibung feine glatten geometrischen Gebilde sind. stünde? Hierauf gibt eS nur eine eindeutige und klare Antwort, es fehlt an jeglicher Organisation beider Ernte und beider Verwertung unseres oberhessischen Obstes! Wie kann diesen Mißständen abgeholfen werden? Unsere oberhessischen Oostzüchter sind nicht in der Lage, bei der Kleinheit ihrer Betriebe und bei der Aroeitsüberhäufung zur Zeit der Ernte den Anforde- rungen einer modernen Obstoerwertung gerecht zu werden. Die Oberhessischen Ob st werke in Budin gen haben es sich unter dem Druck dieser Ver° hältnisse zur Ausgabe gemacht: die Obstzüchter genossenschaftlich zusammenzuschließen, auf eine sorgfältigere Aberntung des Obstes hinzuwirken und durch zweckentsprechende und möglichst hohe Bewer-, tung des Obstes den Obstbau zu fördern und die Obstzüchter zu weiterer intensiver Arbeit zu ermutigen. Die von den Oberhessischen Obstwerken erworbenen Mengen werden den heutigen modernen Erfordernissen entsprechend sortiert, verpackt und den Ver- brauchsstellen zugeführt. Die für den Frischversand nicht geeigneten Früchte werden fabrikmäßig zu Dauererzeugnissen verarbeitet und den Verbrauchsstellen in veredelter und dauerhafter Form als Apfelmark, Gelees und Marmeladen zu geleitet. Neben den Apf elp rod ulten spielt die Verwertung von Beerenobst eine große Rolle. Es werden erzeugt: Himbeer-, Brombeer-, 2o- harmisbeer-, Stachelbeer-Süfte, Gelees und Marmeladen. Auch die Bereitung von Obstweinen ist ausgenommen. Durch eine derartige moderne Verarbeitung des Obstes wird eine re st lose Ausnutzung gewährleistet und dadurch die höchste Wirtschaftlichkeit in der Obstverwertung erzielt. Alm den Erzeugern und Verbrauchern die neuzeitlichen Verwertungsmöglichleiten des Obstes vor Augen zu führen, haben die Oberhcssischen Obstwerke in Büdingen zusammen mit dem Kreis- und Ortsobstbauverein in Gießen von Samstag, 4. Februar, vormittags 11 Uhr, bis zum Montag, 6. Februar, mittags 12 Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums in Gießen (Lud- wigstrahe) eine Ausstellung veranstaltet. Es werden hierbei den Besuchern die schönsten, haltbarsten und schmackhaftesten Früchte unserer ober- hessischen Heimat, sowie die daraus hergestellten Obsterzeugnisse gezeigt. Oberheffen. Landkreis Gießen. kß Lollar, 2. Febr. Aus der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssihung ist u. a. zu berichten: Als Vertreter der Gemeinde für die Bczirlssparkasse Gießen wurden Bür- gerineister Schmidt und Beigeordneter Seipp bestimmt. — Die Erschließung von Baugelände „Auf dem Stein" wer der wichtigste Punkt der Tagesordnung. Laut Beschluß des Gemeinderates in der Sitzung vom 11. Januar sollte das Angebot der Gemeinde, für den Quadratmeter 1,70 Mark zu zahlen, aufrechterhalten werden. (Die Eigentümer hatten 2 Mark gefordert). Hiermit haben sich jedoch nlir 5 Eigentümer einverstanden erklärt. In mündlichen Verhandlungen durch Beigeordneten Seipp mit den übrigen Besitzern des Landes wurde erreicht, daß diese sich gegen Zahlung .eines Preises von 1,85 Mark zur Abgabe bereit erklärten. Der Gemeinderat gab nach eingehender Aussprache seine Zustimmung dahin, daß alles Land zum Preise von 1,85 Mark für den Quadratmeter erworben werden soll. Die Zahlung des Kaufgeldes soll in 3 gleichen Iahresraten, beginnend am 1. Juli 1928, bis zur Restzahlung unverzinslich, erfolgen. Die Bäume werden — entsprechend dem Anträge der Eigentümer — durch eine dreigliedrige Kommission, bestehend aus einem auswärtigen Obstbausachverständigen, je einen Vertreter der Ge- imeinde und der Eigentümer, abgeschätzt und besonders bezahlt. Die Angelegenheit soll sofort in Angriff genommen und derart gefördert werden, daß im Frühjahr die Zuweisung der Bauplätze an die Liebhaber erfolgen kann. Rach dem vorliegenden Bebauungsplan entstehen 39 Bauplätze mit einer einheitlichen Straßenfront von je 14 Metern. Ein Ortsstatut für dieses Gebiet soll aufgestellt werden. Alle Bau- Frobenius-Anekdoten. Von Suse von Hoerner. Reisegeschichten kann jeder erzählen. Vielleicht erzählte darum Leo Frobenius, der Afrika- forscher, bisher so wenig von seinen zahlreichen kleinen und großen Erlebnissen. In seinen vielen Büchern und Schriften ist kaum die Rede davon und nur gelegentlich, wenn er besonders gut gelaunt ist, erwähnt er einmal kurz und knapp dies oder das. In einem Mosaikbilb ist der kleinste Stein von Wichtigkeit, und auf das lebendige Bild eines Menschen wirft oft die unscheinbarste Handlung plötzlich ein Helles Licht. Hier seien ein paar kleine Begebenheiten erzählt, die den Gelehrten allerdings nicht wie in seiner Studierstube erscheinen lassen. Koloniale Höflichkeit. Es war im Iahre 1910 in Afrika, auf einer Fahrt durch Rigerien. Deutsche Forschungsreisende, die mit ihren Ausgrabungen Erfolg hatten, waren bei den Söhnen Englands nicht eben beliebt. Frobenius öffnete seine Reisetasche. Der Engländer im anderen Eck des Eisen- bahnwagens sah ihm mißmutig zu. In der Mitte des Abteils stand ein kleiner Tisch. Frobenius legte fern Notizbuch darauf. Er legte einige Zerren urch frische, appetitliche Fruchte dazu. Der Engländer legte auch etwas auf den Tisch, um» zwar — seine Füße. Dann gähnte er, lehnte sich zurück und gab vor zu schlafen. Er schnarchte. Frobenii^ besah sich seine appetitlichen Früchte auf dem Tisch, die schmutzigen Stiefel daneben und den schnarchenden Engländer dahinter Gewalttätig werden? - Nein; sich die Hände dabei beschmutzen? — Nein. Der Mensch in der Ecke sollte seine Pedale selbst hecunternehmen. Und zwar sehr schnell. In der Handtasche lagen zwei schöne gelbe Wachskerzen. Die Beleuchtung im Zug war sowieso schlecht. Also schnell die Kerzen hervorgeholt, angezündet und auf den Tisch gestellt Die eine vor die linke Sohle, die andere vor die rechte Sohle. Zur Sicherheit noch ein wenig an- aelehnt.... gesuche für diese- Geländestück sind dem Gemeinderat vorzulegen, der die Zuteilung der einzelnen Plätze vornehmen wird. Grundsätzlich soll die Bebauung von Süden nach Norden anschließend erfolgen. * Lollar, 2. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt dieser Tage ihre Hauptversammlung im Vereinslokal ab. Nach der Begrüßungsansprache des ersten Kommandanten Rohrbach, die auch dem — wie immer — anwesenden Bürgermeister Schmidt galt, wurden zwei im letzten Iahre verstorbene Kameraden in der üblichen Weise geehrt. Ueber die Tätigkeit und den Stand der Wehr im letzten Iahre berichtete der erste Kommandant. Hierauf erfolgte die Rechnungsablage des Korps und der Musik; während für das Korps die Geldverhältnisse sich günstig gestalteten, waren die der Musikkasse nicht die günstigsten, und es wurde deshalb von dem zweiten Kommandanten, Heinrich, die Opferwilligkeit der Wehr angerufen. Die hierauf folgende Wahl des Gesamtvorstandes ergab in allen Fällen Wiederwahl. Nach Erledigung einiger weiterer Punkte gab es eine rege Aussprache über die vorhergegangenen Führerkurse in Gießen, auch wurde der Brand in Mainzlar bei der Firma Scheid- hauer & Giebing belehrend den Kameraden erklärt, ebenso wurde die Alarmierung der. Wehr durchgesprochen. Bürgermeister Schmidt dankte den Kommandanten, den Zugführern und sämtlichen Kameraden für ihre freiwillige Tätigkeit; für die dazu nötigen Mittel hätte der Gemeinderat stets ein offenes Ohr. Die fünf anwesenden Gründer der Wehr wurden noch besonders geehrt, ebenso einige Kameraden von zehn- und zwanzigjähriger Dienstzeit. Nach Schluß des geschäftlichen Teils blieben alle Kameraden bei den flott gespielten Weisen der 25 Manu starken Musikkapelle noch einige Stunden gemütlich zusammen. Die Stärke der Wehr war am 31. Dezember 1927: .140 Mann aktiv, 50 passiv und 40 Ehrenmitglieder, zusammen 230 Mann. : Linden st ruth, 3. Febr. In unserem Dorf ereignete sich ein Auto Unfall, der leicht hätte tödliche Folgen haben können. Ein Auto durchfuhr von Gießen her die Dorfstraße, auf der eine Schar Kinder spielte. Der achtjährige Knabe des Schlossermeisters Sch. wollte kurz vor dem Auto noch die Straße überqueren, wurde aber von dem Wagen erfaßt. Im letzten Augenblick zog der Führer des Wagens die Vierradbremse und brachte den Wagen sofort zum Stehen. Der Knabe wurde nicht überfahren, aber doch ein kurzes Stück vor dem Vorderrad hergehoben und erlitt einen doppelten Beinbruch. Das Auto kehrte um ünd brachte den Knaben sofort nach Gießen in die Klinik. * Garbenteich, 2. Febr. Der Gesangverein „Frohsinn" dahier feierte bei sehr starkem Andrang von hier und auswärts jetzt sein 50jähriges Stiftungsfest. Aus der Begrüßungsansprache ging u. a. hervor, daß von den Gründern des Vereins nur noch der Zi- garrenarbeiter Karl Panzer am Leben ist. Er gehört dem Verein 50 Iahre ununterbrochen an; ihm wurde für seine Treue herzlicher Dank gezollt. Das 50jährige Iubiläum des Vereins soll in Gestalt eines Gesangswettstreites am 3., 4. und 5. Iuni gefeiert werden. Die Einladungen zum Delegiertentag am 19. Febr. sind bereits ergangen. Das Programm des Abends war sehr geschickt zusammengestellt. Es war ein Genuß, den fein ausgearbeiteten und sauber vorgetragenen Chören des Vereins unter Leitung feines Dirigenten Harnifch zu lauschen; es war weiter ein Genuß, der Aufführung der eingelegten Theaterstücke beizuwohnen. Sie legten Zeugnis davon ab, daß bei geschickter Spielleitung und geeigneten Kräften auch die Dorfbühne mit Stücken von gediegenem Inhalt Erfolge erzielen kann. = Lich, 2. Febr. Eine definitive Lehrerstelle an der hiesigen Volksschule wurde Lehrer Georg Schön übertragen, der seit einigen Iahren schon als Schulverwalter hier tätig ist und sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Besonders der Turnverein, dessen Oberturnwart Lehrer Schön ist, begrüßt es, daß sein bewährter Mitarbeiter hier verbleiben kann. df Langsdorf, 2. Febr. Am Samstag soll .hier eine wichtige Sitzung zwischen Gemeinderat, Kirchenvorstand und den Vertretern des Kirchenamtes stattfinden. Schon anderthalb Iahre haben wir keinen Pfarrer, und Rach einigen Sekunden xpd) es sehr schlecht im Raum und immer schlechter. Frobenius zündete sich eine Zigarre an. And nach kaum einer Minute — die Sohlen waren noch längst nicht durchgebrannt — nahm der Engländer seine Füße vom Tisch, und zwar sehr schnell und mit einer ruckartigen Bewegung. Gesprochen wurde kein Wort dabei. Später beim Aussteigen verabschiedete man sich ungemein höflich. Auf dem Gang stieß man zufällig zusammen. „Excuse me, Siri“ sagte der Engländer. „Ich bitte um Verzeihung", sagte zu gleicher Zeit Frobenius. And auch draußen auf der Station hatten die Mitreisenden Gelegenheit, eine geradezu vorbildliche internationale Höflichkeit an den beiden zu beobachten. Perlhuhnschießen am Kassai. Mit den B a p e n d e ist nicht zu spaßen. Besonders schwierig war es vor zwanzig Iahren, als dieser Stamm der Eingeborenen noch wenig mit Europäern bekannt geworden war. Aber an dem Flusse Kassai gab es die schönsten Perl- Hühner zu schießen, und der Weg dahin ging durch ein großes Dorf der Bapende. Es war bekannt, daß die Forschungsreisenden Pvgge und Wißmann am Durchzug von den Eingeborenen kriegerisch verhindert worden waren. Run — Leo Frobenius will Perlhuhnschießen gehen. Will er, dann will er; da ist nichts zu machen. Einige seiner Assistenten warnen ihn. Erinnern ihn an die ganz vergeblichen Versuche seiner Vorgänger. Raten endlich zu umständlichen, weniger gefahrvollen Amwegen. Aber bei solchen Gelegenheiten kann Frobenius Augen machen wie ein zwölfjähriger Knabe, zu dem man Spanisch spricht. Große, weit aufgerisfene, maßlos erstaunte Augen. Er versteht dann auch wirklich kein Wort. Vorgänger! Was gehen ihn denn vergebliche Versuche von Vorgängern an? Aeberhaupt: „Vergebliche Versuche" — was heißt das? — Er will Perlhuhn schießen gehen. Das ist doch ganz einfach. And er geht Perlhuhnschießen. Sehr frühzeitig, mitten durchs Dorf. Ein verschlafener Reger prallt entsetzt zurück. Ein Kind schreit. Zwei Frauen blicken neugierig durch Matten- turen und verschwinden wieder. Das ist zuerst mal alle«. — wie es scheint, will man die Besetzung der Pfarrstelle von einem Pfarrhausneubau abhängig machen. Man ist daher hier auf den Ausgang der Sitzung recht gespannt. Im voraus kann gesagt werden, daß hier keine Neigung besteht, einen Neubau zu erstellen, weil man weiß, daß das jetzige Pfarrhaus besser ist, als es verschrien toftb. — Gestern abend fand im Rathaussaal vor einem zahlreich erschienenen Publikum die Vorführung des landwirtschaftlichen Films „Grünland ist not" durch Diplom-Landwirt- schaftslehrer Gagel statt. Nach einleitenden Worten über Düngungsfragen zeigte der Film, der in Schlesien aufgenommen ist, wie durch richtige Düngung die Erträge und die Güte der Futterstoffe vermehrt werden können. Dazu gehört selbstredend auch eine richtige Bodenbearbeitung. Dor allem sollre der Film die Vorzüge des wasserlöslichen Phosphordüngers, also des Superphosphats, darlegen. Wenn er also vornehmlich Reklamezwecken diente, so war er doch sehr lehrreich; die Aufnahmen durchweg schön. Anschließend sand eine Aussprache statt, an der sich auch der Leiter des Landwirtschaftsamts Lich, Dr. Lehr, beteiligte. Aus der Zuhörerschar wurden noch einige Fragen über Dunger- mengen gestellt. Allgemein kann gesagt werden, daß unsere hiesigen Landwirte an Düngungsfragen und der Verwendung künstlichen Düngers interessiert sind. Wenn die Dünger an und für sich auch billig sind, so spielt die Geldfrage, bzw. Geldknappheit bei ihrer Beschaffung doch eine große Rolle. — Die Winterobst aus- Teilung im Realgymnasium zu Gießen wird von sechs hiesigen Obstzüchtern veschickt. Kreis Friedberg. Bad-Nauheim, 2. Febr. Die 85. General- ver,ammlung des Gesangvereins „Froh- s i n n", des ältesten Vereins unserer Stadt, berichtete von einer regen Vereinsarbeit im verflossenen Jahr. Der Verein zählt 330 Mitglieder, wovon 78 aktiv dem vom Oberreallehrer Bechtolsheimer geleiteten leistungsfähigen Chor angehören. Die Singstunden wurden insgesamt von 2237 Gängern besucht. 50 Jahre aktiver Sänger ist der Fuhrunternehmer Ernst Fritzel, dem vom Hessischen Sängerbund die „Goldene Medaille" überreicht wurde. Oberreallehrer Bechtolsheimer, der länger als ein Menlcl)enalter den Dirigentenstab im Verein führt, wurde durch Ernennung zum Ehrenchormeister ausgezeichnet. * Steinfurth, 3. Febr. Am heutigen Tage begehen die Eheleute Conrad Fink und Frau Katharina, geb. Schmidt, das Fest der goldenen Hochzeit. Sie können in körperlicher und geistiger Frische auf ein arbeitsreiches Leben zurückschauen. Der Iubilar betrieb lange Iahre eine ausgedehnte Rosenkultur, durch welche er auch über die Grenzen Deutschlands, insbesondere in Oesterreich und Rußland, Geschäftsverbindungen unterhielt. Krcis Büdingen. △ Nidda, 2. Febr. Der Verein für das Deutschtum im Auslande, Ortsgruppe Nidda, hatte gestern abend zu einem Vortrag über „Bilder aus Südafrika" Einladung ergehen lassen, der die Einwohner von hier und den nahen Dörfern in so großer Zahl gefolgt waren, daß der Saal, die Tribüne und Vorräume im Gambrinus voll beseht waren. Der Redner, Dr. E. R e u n i n g aus Gießen, ein geborener Niddaer, ist ein ganz hervorragender Kenner Südafrikas, da er fast 20 Iahre dort gewohnt, als Geologe das Land durchforscht und die Verhältnisse durch eigene Erfahrungen und Anschauungen kennen gelernt hat. Nach einem kurzen Aeberblick über die Entdeckung und Besiedlung des Landes schilderte der Vortragende unter Benützung selbst aufgenommener Lichtbilder die Entwicklung der Staaten Südafrikas und ging dann auf die gegenwärtigen Verhältnisse näher ein. In zweistündigem Vortrag führte der Redner die wichtigsten Städte, die erstaunlichen neuesten Industrieanlagen, die Verkehrswege, die Bewohner und ihre Lebensweise vor und gab ausführlichen Ausschluß über den Handel, die Bodenschätze, Bodenerzeugnisse und Industrieergebnisse, wozu vorzugsweise die Diamanten gehören. Dem Redner wurde reicher Beifall gezollt. Kreis Schotten. V Gedern, 2. Febr. Dr. Binsack von hier ist mit sofortiger Wirkung als Amtsarzt nach Gießen verseht worden. In den Frobenius geht allein mit seinem schwarzen Träger, — erreicht den Platz, wo die Perlhühner sind, pfeift sich eins, freut sich, ist glänzender Laune. Liegt auf der Lauer, hockt hinterm Busch, zielt und trifft und hat gute Beute. Mit dem Gewehr auf dem Rücken tritt er am Nachmittag den Rückweg an. — Als er dem großen Dorf nahe kommt, wundert er sich über die leere Straße. Die ersten Häuser scheinen unbewohnt zu sein. Aber auch weiterhin ist alles wie ausgestorben. Nun hat er das Dorf durchschritten. Biegt um die letzte Häuserecke und bleibt im nächsten Augenblick erstaunt stehen. — Eine Menge von etwa zweitausend Bapendemännern, mit Pfeil und Dogen bewaffnet, steht da in feindseliger Haltung, lauernd und gespannt daraus, was der Weihe nun wohl tun wird. — Der Weiße tut nichts. Er steht still und blickt sich das Bild da vor ihm ruhig an. Auch die Schwarzen tun nichts. Stehen mißtrauisch, abwartend und still. Sie scheinen Schweigen verabredet zu haben. Da aber kann sich ein empörter Negerknabe nicht mehr bezähmen. Er droht mit seinem Dogen und schreit ein unflätiges Schimpfwort dem weißen Manne entgegen. Das ist nicht so schlecht für den weißen Mann. Denn es gilt auch dort als unpassend, wenn Knaben erwachsene Männer beschimpfen. Auch hat der Knabe das Schweigen der Aelteren gebrochen. Das war nicht recht. Aber immerhin, es ist ja ein Dapende-Knabe. Alle Männer stehen still und warten. Der weihe Mann tut plötzlich etwas ganz Anerhörtes: er nimmt fein Gewehr von der Schulter —. die Schwarzen greifen fester nach ihren Dogen —, aber nein, falsch gedacht —, der Weihe gibt das Gewehr seinem Träger und schickt ihn damit fort. Staunen. Der weihe Mann kommt langsam, ganz langsam näher. Rust dem Knaben zu: „Was hast du gesagt?" — Der Knabe schreit das Schimpswort noch einmal, nicht ganz so laut wie das erstemal. Immer näher kommt der weiße Mann. Steht dicht vor dem Knaben, sagt: „Was willst hu, Dengel, eigentlich?" Nun sagt der Knabe nichts mehr. Aber der weiße Mann hat ifm außerordentlich schnell er- Iahren seines hiesigen Wirkens hat er sich die aufrichtige Sympathie und das volle Vertrauen unserer Dürgerschast und der Bewohner der Amgegend erworben, so daß fein Weggang von hier allgemein bedauert wird. Gutem Vernehmen nach wird Dr. Simon- Grebenhain die hiesige ärztliche Praxis übernehmen. (-) Stumpertenrod, 2. Febr. Der hiesige Gemischte Chor hat jetzt beschlossen, aus d«n Ergebnis einer Ortssammlung in Höhe von 700 Mark eine Vereinsf ahne anzu- schaffen. Die Lieserung wurde der Firma H i s - gen in L i ch zum Preise von 650 Mark übertragen. Die Weihe der Fahne soll in aller Stille erfolgen. (-) Köddingen, 2. Febr. Wie nunmehr feststeht, findet das diesjährige B u n d e s s e st der Schwalm-Antrift-Fe lda-Sän- gerbercinigung 14 Tage nach Pfingsten hier statt. Der hiesige Männergesangverein hat 76 auswärtige Männergesangvereine und mehrere andere Vereine dazu eingeladen. Zahlreiche Anmeldungen sind bereits erfolgt. Not Kundgebung der Landwirtschaft. Alsfeld, 2. Febr. Eine große Kundgebung der Landwirtschaft fand gestern hier im großen Saale des „Deutschen Hauses" auf Einladung des Kreisoorstandes Alsfeld des Hessischen Landbundes statt. Der große Saal war bereits vor Beginn der Versammlung völlig überfüllt, viele Landwirte konnten keinen Platz mehr finden und mußten zum Teil im Vorplatz stehen; die Teilnehmerzahl wird auf über 1000 angenommen. Die Versammlung wurde mit einer Ansprache des Kreisvorsitzenden, Landwirt Steuernagel- Eudorf, eröffnet, in welcher dieser in eindringlichen Worten auf die katastrophale Lage der deutschen Landwirtschaft hinwies. Als Referent sprach alsdann Landtagsabaeord- netcr Dr. v. Helmolt über das Thema: „W elche Maßnahmen sind zu treffen, um die Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren?" Der Redner ging von der Feststellung aus, daß die trostlose Lage der Landwirtschaft sowohl die großen, wie die kleinen Betriebe treffe. Erschreckend sei die hohe Neuverschuldung der deutschen Landwirtschaft nach der Inflation, die 7 Millionen Mark betrage, ohne daß neue Vermögenswerte hinzugekommen seien. Als Ursache hierfür bezeichnete "er die schlechten Ernten der Jahre 1924, 1926 und 1927 und die niedrigen Preise für die Produkte der einheimischen Landwirtschaft, die teilweise unter Vorkriegs- preis lägen. Heute arbeiteten die landwirtschaftlichen Betriebe fast alle mit Verlust. Die Landwirtschaft könne nur dann vor dem Zusammenbruch gerettet werden, wenn es gelinge, sie wieder rentabel zu machen. Die erste Forderung der Landwirtschaft fei daher ein ausreichender Schutz der heimischen Produkte gegen die Aüslandkonkur- renz durch Gewährung eines angemessenen Schutzzolles. Ferner forderte der Redner Herabsetzung der untragbaren Steuern und der hohen Zinssätze und äußerste Sparsamkeit des Reiches, der Lander und Gemeinden. Besonders scharf wandte sich Dr. v. Helmolt gegen die soziale Fürsorge, deren Lasten für die Landwirtschaft unerträglich seien, geradezu unsinnig seien aber die Auswirkungen des neuen Arbeitslosenversicherungsgesetzes, die in der Landwirtschaft zu einer großen Erbitterung geführt hätten. Die Landwirtschaft müße vor allen Dingen versuchen, in den maßgebenden Parlamenten der Gememden, Länder und des Reiches mehr Einfluß zu gewinnen, um ihre Lage zu uerbeffem. Nur ein starker, einmütiger Zusammenschluß der Landwirtschaft verbürge einen Erfolg. Die Ausführungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. An die Ausführungen schloß sich eine längere, teilweise lebhafte Aussprache, in welcher die steuerliche Belastung immer wieder in den Vordergrund trat. An der Debatte beteiligten sich auch der Amstsvorstand des Finanzamts Alsfeld, Regie- rungsrat Korfmann sowie Kreisdirektor Dr. Stammler, welche verschiedene Aufklärungen gaben. Zum Schluffe wurde eine längere Entschließung angenommen, welche die hauptsächlichsten der von dem Redner aufgcfteöten Forderungen der Landwirtschaft enthielt und worin insbesondere zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Landwirtschaft künfttg die Zahlungen von Steuern aus der Substanz heraus ablehnt, ebenso die Ausnahme neuer Kredite. griffen, legt ihn übers Knie und verdrischt ihm mit seinem eigenen Dogen die Rückseite, daß der Bogen kracht und die Splitter fliegen. Der Bann ist gebrochen. Die Männer brüllen, lachen, schnalzen mit den Zungen, schlagen auf ihre Schenkel. Weiber kreischen. So endete das Perlhuhnschießen am Kassai im Iahre 1905. Sorgen vor Timbuktu. Kein Geld in der Kasse und dabei den E?pe-. ditionsstab erhalten. Das ist wirklich kein Vergnügen. Es ist im Iahre 1909. Leo FrobeniuS fährt auf dem Schiff nach Timbuktu. <3t rechnet und bemerkt, daß die sogenannte „verzweifelte Lage" wieder einmal eingetreten ist. Wenn Frobenius in irgendeine schwierige Lage kommt, dann tut er für gewöhnlich dies: Sm blickt er um sich. Dann blickt er in sich. Ano dann tut er etwas. — Zum ersten braucht er die meiste Zeit. Das zweite und dritte geschieht meistens sehr schnell und blitzartig hintereinander. Immer aber wird er zuerst um sich blicken. So auch hier. Er blickt auf das Ufer, auf den Fluß, auf die Boote, als wenn von irgendwo plötzlich Geld hervorschießen sollte. Da fahren leere Boote den Fluß hinunter. Nach Timbuktu. Leere Boote. Wozu leere Boote? Frobenius fragt den eigenen Dootsführer. Der weiß nichts. Er fragt alle Bootsleute. Irgendeiner weiß etwas: Die leeren Boote holen Salz. Salz aus Timbuktu. — Womit bezahlen sie? — Manchmal mit Geld, meistens nimmt man es auf Kredit von den Tuareg! So! Also auf Kredit. Einen kleinen Augenblick lang blickt FrobeniuS in sich. Dann hat er es plötzlich ungemein eilig. Das Schiff soll fliegen! Die Ruder sollen sausen! So und soviel soll der Dootsführer und seine Leute mehr Lohn erhalten, wenn das Schiff eher in Timbuktu ankommt als die leeren Boote. And das Schiff kommt eher an. Die leeren Boote treiben gemächlich den Fluß hinab. 5ro* benius aber kauft in Timbuktu das ganze Steinsalz aus der Sahara. Auf Kredit — versteht sich! And verkauft es später mit einem Aufschlag den Führern der leeren Boote — aber nicht auf Kredit. And hat wieder Geld in der Kasse. Sonder-Angebote Vorteilhafte Braun. Damen-Span^ensdiüh Brauner Damen-HalbsM 95 Rindbox-Stiefel 595 31 35 6.75 27/30 Oesen und Agraffen 95 11.50, 8.50 Gewerkschaftskartell. 1275V in großer Auswahl, zu billigen Preisen. obcnds 8 IIbr, im Bercinslokal. Aeparalurcn. I243dE 1271c MWMIMülMmMsHMHNn ! Unseren Mitgliedern wird der Besuch der Winterobst-Ausstellung dringend empfohlen. 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Für Schüler läuft der Film auch am SamStag, dem 4.Februar, nachmittags 5 Uhr. Eintritt 20 Pfennig 1240 l) GIEBR.WEIIU^ADT Ich fein ibuftn-* nannte.vo agetytea» fS$ »»ft! -artig W „ sich 61i? $5* W N sv« SZ n. Wv !.!tz f*. £-\ f Bitte besichtigen Sie unsere Fenster! tywigmanii X Bahnhofstr. 58 Lahnstr. 37 Marktstraße 1/ Landingstraße b Markt 10 Königin Luise Ab morgen bis einschließlich Sonntag; Cafe JCebstreit Samstag, den 4. Februar 1928 Grobes Schlachtfest ab 9 Uhr Wellfleisch mit Kraut Abends 6.59 Uhr Äappcnsitximg mit Jazzmusik ‘Tw Samstag, den 4. Februar 1928, abends pünktlich 1961 Uhr, in sämtlichen Räumen der Turnhalle am Oswaldsgarten, großer Masrenvatt MehrereMusikkapellen, gr.Uberraschungen sowie Prämiierung der schönsten Masken. Eintrittskarten im Vorverkauf 1,50 Mark, an der Abendkasse 2,- Mark. Die preise sind ausgestellt bei Klee Aachf., Znhu Ad. Deibel, JUarktsiraße 2 Vorverkauf: Wilhelm Stephan, Zigarrenqeschäft, Äahiihofstr. 24 - Friseur ^G. 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Alle Mitglieder der WslMMM werden In eigenem Interesse zum Besuch der Winterobst-Ausstellung besonders eingeladen. 1284D SW- ii. wutwetein Giehen Mn liir Bmpppiete e. V, Mm (Gegründet 1908) S a m s t a g, den 4. Februar 1928, findet der große V.f.B.-Maskenball verbunden mit Prämiierung der schönsten Masken in sämtlichen Räumen der Liebigshöhe ab 19« Uhr statt. Eintrittskarten werden von den Vorverkaufsstellen nur gegen Vorzeigung von Ehf- ladungskarten abgegeben. JOHANNA VOGT Kia vier- Unterricht Musikdiktat, Harmonielehre 0693 GIESSEN Goethestr. 32II Herren-Halbschuhe fl95 16.50. 14.90, 13.50. 9.75 Herren-Stiefel ft90 in verschied. Ausführungen, 16.50,14.50.12.50 Beachten Sie bitte unsere Fenster 1165a FEDERN SONDIER» ANGEBOT Prüfen Sie selbst. Ihre Anwesenheit beim Füllen ist uns erwünscht Damen-lachSDanßen moderne Formen ">95 14.90. 12.50. 9.95 < Damen-Brokat-SDanaen- schuhe R5o 11.50, 10.50, 8.90 O lMttausch Sommt! “ Lusammcnkunft Sonntag, 5. 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Zebruar 1928 Turnen, Sport und Spiel t g a r t e r X Fuhballv erein werden dem Karlsruher Nachdruck verboten. 34 Fortsetzung. die Hände zu. „Meine Liebel Wie schön, d^ß du dich wieder nach mir umsiehst! Wie? Du fragst, ob mir der Tag neulich gut bekommen sei? Ausgezeichnet, sage ich dir! Es ist, als ob von dieser entsetzlichen Steifheit in meinen Gliedern etwas zu weichen beginne, — und wenn ich Schmerzen habe, — dann vergesse ich sie jetzt leichter, wenn meine Gedanken untergehen in der Erinnerung an jenen großen Tag!" Gerade war sie im Begriffe, die Enkelin aufzufordern, Jackett, Muff und Pelzbarett abzulegen, als Melusine sich ihr auf dem Stuhle, den sie neben die Greisin herangezogen, etwas entgegen neigte und ihr halblaut sagte: „Grandmaina! Ich habe dir einen ganz unerwarteten Gast mitgebracht! Ich glaube, du wirst ihn freundlich aufnehmen. Es ist Monsieur Jean Paul Bouvier. Du erinnerst dich: der Enkel von jenem alten Ehepaar Bouvier, daß ich damals in Frankreich kennenlernte, als ich für ein paar Tage Raymond im Lazarett besuchen durfte — Die dunklen Augen der Greisin wurden immer größer und erstaunter: „Natürlich erinnere ich mich jener Episode, von der du mir erzählt hast! Und nun ist der Enkel der alten Leute hier? Aus welchem Grunde?" Melusine erklärte ihr die Ursache seines Kommens. Das alles klang natürlich, begreiflich, nicht überraschend. Aber der feine Frauentastsinn griff auch bei der alten Baronin den Hinweis auf: „Und trotz der Kürze seines Aufenthaltes kam er sogleich, um dich zu begrüßen, Melusine?" Sie errötete bis unter die Haarwurzeln. Das Herz tat einige schwere, mühsame Schläge vor aufschießender Erregung. Der Wunsch stürzte sich förmlich über sie: in dieser lebenserfahrenen Greisin eine Beraterin, eine Mitwissende in ihren Herzensnoten zu suchen. Aber drinnen im kleinen gelben Salon wartete Monsieur Jean Paul, und es war unschicklich, ihn nicht bald herein zu bitten. Deswegen lag eine gewisse Hast neben all der unterdrückten Erregung, als sie fortfuhr: „Grandmama, er hat mir eben auf der Herfahrt gesagt, die Sehnsucht habe ihn getrieben, mich jetzt wieder zu fcfyfn." . „Melusine!" — War es wirklich nur eine Frage, war's nicht fast eine Freude, ein Ahnen der Greisin? Das temperamentvolle franzoitzche Blut, Sas noch in der Greisin rollte, drängte sie, die,e plötzlich Zutt (1900 Gießen). Bor diesem Spiel stehen sich die 1. Jugend von Gießen 1900 und vom B. f. R. 07 Limburg gegenüber. Der Ausgang ist offen. 1900 2. Jugend empfängt die 2. Jugend vom D. f.B. Gießen im Diplomspiel. Die Schüler von 1900 spielen gegen die Schüler Klein-Lindens in Klein-Linden. Die Ligareserve fährt nach Marburg zum B. f. B. Kurhessen Marburg. Süddeutscher Fußball. 3n der Runde der Ersten greift die (Zs zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. gung 1900 ein Liga-Lluswayiiplei jigii, zu oem uie Ligaspieler von Gießen und Wetzlar, sowie einige Spieler von Butzbach zusammengerufen sind. Das Rückgrat der Auswahlmannschaften werden die beiden Gießener Ligavereine 1900 und 23. f. B. stellen. Die Leitung des Spiels hat Schiedsrichter richt entschieden nachgelassen hat. Aber die Kirchhainer haben sich doch kolossal herausge- macht und nehmen jetzt einen guten fünften Platz in der Tabelle ein. Der kommende Sonntag steht im Zeichen des Kampfes der Tabellenletzten. Frohnhausen gegen Butzbach haben beide ein gesteigertes Interesse daran, vom Tabellenende wegzukommen. Dabei steht allerdings Frohnhausen mit weniger Spielen relativ bedeutend besser. Butzbach hat mit diesem sein letztes Spiel auszutragen. Es wird also einen harten, schweren Kampf um den Sieg geben, in dem wir Frohnhausen als Plahverein um eine Kleinigkeit besser halten. Im zweiten Spiel des Sonntags stehen sich noch Ockershausen und Kirchhain gegenüber. Ockershausen zeigte am letzten Sonntag in Wetzlar, daß es über eine Elf verfügt, mit der in jedem Falle zu rechnen ist. Den bisherigen Leistungen nach sind sich aber beide gleichwertig. Als besondere Veranstaltung bietet der 5. Februar noch ein Auswahlspiel zur Ermittlung der besten Besetzung für die aufzustellende Gaumannschaft. Die Auswahl findet aus dem 1920 - P l a h statt, die Spieler werden gestellt von B. f. 2. und 1900 Gießen, Wetzlar und Butzbach. m. w. Liga-Auswahlspiel in Gießen. vorgezogen werden müssen, auf eigenem Platz werden die Kickers die Punkte für sich beanspruchen. Das wichtigste Treffen der Runde findet in München statt, wo die Bayern mit der <^p i e l v e r e i n i g u n g Fürth um die vorläufige erste Anwartschaft auf die süddeutsche ' Meisterschaft kämpfen. Die Ergebnisse der jüngsten Zeit lehren, daß man nicht blindlings auf die Nürnberg» Fürther Hochburg schwören soll. Auch am kommenden Sonntag werden sich die Fürther einen etwaigen Sieg schwer erkaufen müssen. Bor allem kommt es darauf an, mit welcher Mannschaft sie den Kampf zu bestreiten gedenken. Runde der Zweiten und Dritten: Die Gruppe R o r d w e st sieht alle Mannschaften im Kampfe. Der Futzballsportverein Als Auftakt zu dem am 4. März stattfindenden Jugendheim-Opfertag des MSB. findet am kommenden Sonntag auf dem Platze der Spielvereinigung 1900 ein Liga-Auswahlspiel statt, zu dem die Ausdem Tumgau Hessen (D. T.) Spielen . o - Der 1. Gauverband (Main-Lahn) hielt am Sonntagnachmittag seinen ordentlichen Derbandsspieltag im „Deutschen Haus" zu Butzbach ab. Der 2. Gauvertreter, K. Schneider (Butzbach), hieß in de alten Turnerstadt Butzbach herzlich willkommen. Die Tagung stand unter der Leitung des 1. Ber> bandsspielwartes Rudolf Klinge (Frankfurt). Dieser gab eine ausführliche Darstellung von der Tätigkeit im Derbandsspielausschuh und in den Spielabteilungen: danach ist die Spielbewegung innerhalb des Gauverbandes im stetigen Fortschritt begriffen, insbesondere bei den Turnern, weniger bei den Turnerinnen. Hinsichtlich der Spielstärke haben sich hervorragend entwickelt die Frankfurter Turnerschaft und der Gau Main-Offenbach-Hanau: mit gutem Erfolg sucht der Gau Hessen dort schon seine Gegner, während der Kinziggau noch im Ausbau begriffen ist. Der nächstjährige Berbandssp ektag fällt dem Kinziggau zu und wird in Gelnhausen zusammentreten. In den Berhandlungen wurde bestimmt, daß die Sommerspiele dieses Iahres am 10. 3 uni zu Frankfurt innerhalb des Berbandstages zur Entscheidung gebracht werden sollen. Der Beginn der M e i st e r s ch a f t s s p i e l e i m H a n d° ball, zu denen vom Gau Hessen auch der Turn- und Sportverein Butzbach gemeldet ist, Wurde auf den 26. Februar festgesetzt. Mit Rücksicht auf die vorbereitenden Arbeiten für das Deutsche Turnfest in Köln sollen die Lehrgänge diesmal nicht, wie üblich, in den einzelnen Gauen, sondern als Gesamtlehrgang für den Verband erst Ende August stattenden. Eine äußerst lebhafte Aussprache entwickelte sich bei den übrigen Verhandlungsgegenständen, die man dahin zusammenfassen kann, daß man auf allen Seiten bemüht ist. die Härte beim Spiel zu mildern. Dieses Ziel erfordert, daß jeder Spieler schon in keinem Verein mit den einschlägigen Bestimmungen ' er Deutschen Turnerschaft und der Kreisspielordnung genau vertraut gemacht wird, und daß die Spielleiter selbst zahlreich an den entsprechenden Lehrgängen teilnehmen. Der Entwurf der neuen Kreisspielordnung regelt in eingehender Weise das umfangreiche Stoffgebiet und soll in den einzelnen Spielabte.lungen durchberaten werden, damit Anträge auf Abänderungen- noch vor seiner Verabschiedung auf dem diesjährigen Kreisturntag zu Hanau (22. April) gestellt werden können. Der Gauverband wird dann seine eigene Spielordnung derjenigen des Mittelrheinkreises angleichen. Auf die Ausbildung von Schiedsrichtern muh schon in den Vereinen entscheidender Wert gelegt werden. Aeltere, durchaus erfahrene Spieler sollten sich in größerer Zahl diesem verantwortungsvollen Amt widmen, damit die akttven Spieler nicht mehr dazu her- angezogen zu werden brauchen. Einstimmig wurde ein Antrag angenommen, daß bei der Pflichtspielreihe 1928/29 die Schiedsrichter für die Weisterklassen in den vier Gauen au S- oetauscht werden sollen. Auch der Eintritt in die Verbandssonberklasse beim Handballspiel ist stark umkämpft. Anträge, statt seither sechs in Zukunft acht Mannschaften zuzulassen. oder die Sonderklasse in zwei Bezirke zu je sechs Mannschaften einzuteilen, wurden ab- gelehnt, einmal weil die Wettspielordnung z. Z. nur sechs Mannschaften vorschreibt, und zum andern. weil ja eben die Sonderklasse nur die besten Spieler Herausstellen soll. Dagegen wird als Antrag weitergegeben werden, die Wettspiel» vrdnung bei der nächsten Nachprüfung entsprechend zu ändern und ferner festzusehen, daß me zwei ledesmal absteigenden Mannschaften mit den zwei aufsteigenden in besonderen Bewährungsspielen um den endgültigen Eintritt in die Sonderklasse kämpfen sollen. Allgemein und eindringlich aber wurde darauf hingewiesen, daß es ja nicht das letzte Ziel der Deutschen Turnerschaft sei, Spielgröhen zu züchten, sondern das Spiel, und gerade das besonders, zu einer gern gepflegten B o l k s s a ch e auch in der Form der Freundschaftsspiele zu machen. Akademische Skiwetikämpse auf dem Hoherodskops. Am kommenden Sonntag finden auf dem H o h e - rodskopf die diesjährigen akademischen Skiwettkäinpfe statt. Da von den Universitäten Marburg und Gießen, ferner von der Technischen Hochschule Darmstadt die besten Läufer gemeldet ind, verspricht das Rennen sehr interessant zu wer- )en. Gleichzeitig werden die Skiwettkämpfe der hessischen Sicherheitspolizei zum Austrag kommen. Sieg ör. peltzers in Amerika. Neu y o rk, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Dr. D e l tz e r, der gestern im 1000-Pard-Rennen in der Hallenbahn startete, siegte über 9 amerita- nische Gegner. Sein Sieg rief bei der Zu- fdiauermenge den größten Jubel hervor. Die Musikkapelle spielte das Deutschlandlied. Peltzers Erfolg brachte in den letzten drei Runden einen aufregenden Endlampf gegen den amerikanischen Exmeister und früheren Olympia-Läufer Ray Dodge. Pelt- $er, der über eine größere Reserve an Kraft verfügte, konnte jedoch schließlich mit 6 Pards Vorsprung vor seinem Gegner und der Gesamtlaufzeit von 2 Minuten 18g Sekunden durchs Ziel gehen. Nachdem Oberbürgermeister Walker den Startschuß abgefeuert hatte, geriet Peltzer zunächst ins Gedränge, entwand sich ihm aber rasch und übernahm die Führung. Die 12 000 Zuschauer, die das Rennen mit größter Anteilnahme verfolgten und Peltzers Start mit anfeuernben Zurufen begleiteten,* bereiteten dem siegreichen Läufer eine Riesenovation. Obwohl Peltzers Zeit mit 6 Sekunden hinter dem von Hahn aufgestellten Hallenrekord zurückbleibt, ist der Sieg angesichts der Sachlage als eine Glanzleistung zu betrachten. peltzer crfiätf sieben Siartan^ebote. Wie aus Neuyork gedrahtet wird, hat der Stettiner Meisterläufer Dr. Otto P e l tz e r bis jetzt insgesamt sieben Startangebote erhalten. Der deutsche Weltrekordläufer verspürt große Neigung, allen diesen Einladungen nachzukommen. Es erscheint jedoch ziemlich ausgeschlossen, daß die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik außer den genehmigten noch drei weitere Starts Peltzers in Amerika zuläßt. Handball der Sp.-Vg. 1900. ö. Dem harten Strauß vom Vorsonntag wird für die 1900er übermorgen ein aller Voraussicht nach nicht minder harter folgen. Die Mannschaft tritt nämlich zum Rückspiel um die Bezirk s m e i st e rs ch a f t von Hessen-Han- notier dem Sportverein Kurhessen Polizei Kassel auf dessen eigenem Platz gegenüber. Obwohl die Spieltiereinigungsleute beim Vorspiel den Beweis erbracht hatten, daß sie den Kur- hessen kaum nachstehen, sind doch die Aussichten aus Erfolg alles andere als günstig. Schon allein aus Grund der Tatsache, daß eS bis jetzt herzlich | wenigen Provinzmannschaften gelungen ist, auS Kassä Punkte mitzunehm-n. Den einzigen Hoffnungsschimmei: für die 1900er bedeutet eine komplette Läuferreihe. Sollte der Mittelläufer noch nicht mit von der Partie sein können, so wird man sich der Kasfelaner nur unter Aufbietung des Aeußersten erwehren können. 2. Bezirksklasse Lahnkreis. Der Spihenführer V. f. B. K u r h e s s e n Marburg befestigte am vorigen Sonntag seine Positton und schlug leicht und sicher die Frohn- Häuser „O r a n l e r“ mit dem eigentümlichen Ergebnis von 7:4. Bei gleichen Leistungen blieb der Wetzlarer Sp. V. mit 3:1 Toren vor Ockershausen in Front, diese damit endgültig auf den 4. Tabellenplatz verweisend. Der Neuling Kirchhain blieb ebenfalls erwartungsgemäß Sieger mit 3:1 über Fran- fenberg, welches nach dem Weggang Diet- aufschießende Möglichkeit klar zu erfassen: „Und du, Kind? Ist er dir sympachisch? Wie ist dein 23er- halten ihm gegenüber? Mehr, als die Herkömmlichkeit einer frisch geschlossenen Bekanntschaft? Baronesse Melusine preßte die Hände in den grauen Wildlederhandschuhen zusammen. Sie war gequält. „Er hat eine ganz unwiderstehliche Macht über mich gewonnen, Grandmama. Schon damals in Frankreich! Ich weiß nicht, worin der große Charme liegt, der ihn umgibt! Der mich einspinnt, daß ich ihm immer zuhören möchte, und keinen Widerstand finde! — Es ist etwas Unaussprechliches!" Die alte Frau lächelte keile. „Weil du bis letzt wenig mit Bollblutfranzosen freundschaftlich verkehrt hast, meine Liebe! Sonst wäre dir dieser Charme nichts Ungewöhnliches. Und er ist obendrein ein Südfranzose! Ein Kind der sonnendurchgluteten Provence, in der es an allen Ecken und Enden singt und klingt von Melodien —" Sekundenlanges Schweigen. Ein alter Groll stieg in der Baronin auf: „Du bist unter diesem Regime der preußischen Herrschaft hier ausgewachsen, Kind! Nach diesem hat sich dein Geschmack gebildet. Und das Resultat dieser Geschmacksrichtung von dir war deine 23erlobung mit dem Sohn einer hohen deutschen Beamtenfamilie! — Einem deutschen Adeligen. Der als deutscher Offizier den Krieg gegen Frankreich mitgemacht hat!" Und wieder ein kurzes Schweigen. Melusine zog leise den erregten Arm ein. „Ich habe dich immer zu tief geliebt, Kind, um dir diese Verlobung mit einem lauten Protest zu stören. Aber gram war ich dir in all diesen Jahren, Melusine, das muß ich dir in dieser Stunde sagen! Und deswegen gib mir jetzt in dieser Stunde, in der du dich plötzlich zu meinem Vertrauen flüchtest: gib mir klar Antwort: „Sßjrit du jenen Deutschen heiraten? Hast du ihn so heb, wirst du die Kraft haben, hier alles aufzugeben, um ihm über den Rhein zu folgen?" „Nein!" antwortete sie jetzt leise, doch ohne Zögern. Und was sie ihrer eigenen Mutter, auch dem Bruder bisher nicht zu gestehen gewagt, das vertraute sie der greifen Großmutter an. Die Grandmama verstand sie aus tiefster Seele. Sie neigte einige Male das schneeweiße Haupt unter der kostbaren schwarzen Spitzenhaube und sagte baiui zum Schlüsse: Frankfurter Eintracht nach längerer Pause wieder in die Kämpfe ein. Sie hat in dem Fußballs Portverein Saarbrücken vermutlich den leichtesten Gegner den sie voraussichtlich glatt besiegen wird, zumal die Frankfurter Mannschaft nun ausgeruht sein sollte. WormatiaWorms hat tm Sportverein W a l d h o f wiederum einen Gegn»r, bei dem sie Farbe bekennen kann. Nach ihrem Unentschieden gegen Fürth ist die gute Meinung von Worms wesentlich gestiegen, und doch traut man dem Erfolg immer noch keine Beständigkeit zu. Nach dem Verhalten gegen Waldhof wird man in bezug auf WormS elyet klar sehen können. Dor- | läufig muh man noch zu den Mannheimern I Vertrauen Haden. Die Stuttgarter Kickers Er brach mit inniger Befriedigung ab. Denn er sah sie eine Bewegung machen. Eine ganz impulsive. Entsprang sie einer Freude, einer lieber- rafchung? Jedenfalls war es von ihm klug gewesen, noch dieses Lichtpünktchen in seine Unterhaltung zu setzen, die ihre wohlberechnete Wirkung aus ihre weibliche Eitelkeit nicht zu verfehlen mochte. O, er war ein gewiegter Frauenkenner! Und wenn er auch sofort übersah, dieser eleganten jungen Baronesse anders begegnen zu müssen als einem der handfesten, heißblütigen, naturfrischen Mädels unter der Glutsonne der Provonce, so schlummerte boc£ die weibliche Eitelkeit in ihnen allen. Und welche Frau, welä-es junge Mädchen war nicht nur zu bereit, zu hören, daß es geliebt wird? Als das Auto dann das große schmiedeeiserne Gitterportal passierte und in eleganter Kurve das große Blumenrondell vor der Freitreppe des Schlosses umschrieb, fragte Monsieur Bouvier seine junge Begleiterin, ob es nicht taktvoller sei, er würde in einem anderen Zimmer einige Augenblicke allein warten, damit Melusine ihre Großmutter auf den völlig unerwarteten und fremden Besuch vor- bereite? _ Melusine fand den Vorschlag gut. Sie zweifelte allerdings nicht an einer wohlwollenden Aufnahme, weil Bouvier Franzose war. Aber schließlich fielen bann doch die ersten peinlichen Momente befremdenden Erstaunens weg. Wie seit Jahr und Tag saß die alte Baronin wieder in ihrem Lehnstuhl am Fenster, das einen herrlichen Blick auf den Park bot, das Feuer knisterte im offenen Kamin, die kleine goldene Uhr unter dem Glassturz schwang ihren Pendel Sekunde um Sel*:be, wie immer! — Und doch war es, als ob ein leises Erwachen über diesem Schlosse läge, über allen Räumen, über jedem seiner Bewohner. Mit einer Lebhaftigkeit, einer Elastizität, wie Melusine sie seit Jahren nicht mehr an ihrer Großmutter bemerkt, wandte die alte Dame sich bei ihrem Eintritt der Enkelin entgegen und streckte ihr Frankfurt wird in Neu-Isenburg auf lebhaften Widerstand des Vereins für Leibesübungen stoßen, aber am Siege wird er kaum zu hindern fein. Auch dem Sport- i Hub Notweih Frankfurt darf man in ' Neunkirchen einen Sieg über Borussia schon zutrauen. Allerdings wird Rotweiß sein bestes Stürmerspiel zu Hilfe nehmen müssen. Der Verein für Leibesübungen Neckarau wird sich vom Fußballsportverein 1905 Mainz nicht von fernem zweiten Tabellenplatze verdrängen lassen, wenn auch hier wiederum der Sieg nur bei äußerster Anstrengung aller Kräfte gewährleistet sein totrti. Saar 1905 Saarbrücken wird trotz eigenem Platze gegen die Fuhballgesellschas t 1903 Ludwigshafen den kürzeren ziehen. Man darf sogar mit einem deutlichen Torunterschiede rechnen. — Die Gruppe S ü d o st schickt nur vier Mannschaften ins Rennen. Der 1. Fußball- Club Nürnberg wird seiner Erfahrung aus den Derbandsspielen eingeb.nf bleiben müssen und darf den Verein für Rasensport Fürth nicht leicht nehmen. Die Fürther be- finden sich gerade in sehr guter Form so daß Aeberraschungen gar nicht ausgeschlossen _ sind. Noch offener ist die Begegnung des Phönix Karlsruhe mit dem Sportklub Freiburg. Phönix hat zeitweilig enttäuscht, dann aber wieder gute Leistungen zuwege gebracht. Sein Sieg über Freiburg liegt im Bereiche der Möglichkeit. Fußball in Heuchelheim. Am nächsten Sonntag hat die 1. Mannschaft des Sportvereins 1920 Heuchelheim die 2. vom Spielverein Wetzlar zu Gast. Die Frage nach dem Sieger muh offen bleiben, da beide Mannschaften einen guten Fuhball spielen. Das Vorspiel konnten die Wetzlarer mit 4:2 gewinnen. Vorher spielt die 2. Mannschaft des Plah- vereins gegen die 3. von Wehlax. Freie Turnerschaft Gießen. Kommenden Sonntagnachmittag tritt Rodheims 1. Mannschaft gegen Gießens 2. Mann- schast im Rückspiel an. Darauf folgt das Treffee der 1. Mannschaft Leuns und der Ib-Mannschaft von Gießen. Leun wird Gießen ein gleichwertiger Gegner sein, da sie als spielstarke Mami- schast bekannt ist. Die Iugendmannschast spielt in Butzbach und wird voraussichtlich mit einem Siege heimkehren. Handball im Gau Hessen der O. T. Nach Abschluß der Verbandsspiele im Gau Hessen, in der die erste Mannschaft des Männerturn • Vereins Gießen hinter dem Turn- und SpvrtoereinButzbachan zweiter Stelle kam, war es vorläufig noch nicht möglich, Spiele für die erste Mannschaft sicherzustellen. An den kommenden Sonntagen jedoch wird die Mannschaft durch namhafte Gegner auf die Probe ihres Könnens gestellt werden. Da diese Mannschaften anderen Gauen angehören, deren Spielweise und Spielstärke zudem noch als äußerst gut bekannt sind, dürfte das Äbichneiden der Gießener ein« Prüfung des Stärkeverhältnisses den anderen Gauen gegenüber darstellen. Am vergangenen Sonntag trug die zweit« 5 l f des M t o. Gießen ein Freundschaftsspiel gegen die erste Mannschaft des To. Heuchelheim aus. Der 2(usgang 2:0 für die zweite des Männerturnvereins entspricht wohl dem Spielverlauf, hatte aber etwas höher werden können, wenn die Würfe auf das Tor flacher und nachdrücklicher gewesen wären. Vor allen Dingen aber ist die feine Art, mit der beide Mannschaften kämpften, lobend hervorzuheben. Bei Gießen lag die Schwerkraft im Sturm, während die besten Leute bei Heuchelheim in der Verteidigung und im Tormann waren. Oer Sieger im internationalen 3000-Mr.Lauf. Reuhork, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) 3m internationalen 3000-Meter-Lauf gewann Hinkel in 12 Minuten 59 Sekunden. Zweiter wurde Schwab. ____ „Sei stark, Kind! Schaffe dir Klarheit in deinen eigenen 5) en en, so wie es auch hier in deiner Heimat, im Elsaß, jetzt endlich eine gereinigte Atmosphäre gibt!" Sie erhob sich aus ihrem Lehnsessel. Ihre Linke umfaßte den Krückstock. Ihre Rechte legte sich auf die Schulter der Enkelin. Es breitete sich wieder ein Hauch von Feierlichkeit über ihre Stimme, über ihre ganze Haltung:'„Sei klug und führe dein junges Leben dem wahren Glück entgegen! Der Sonne Frankreichs! Verbinde dein Schicksal mit demjenigen von Frankreich — wie dein heimatliches Elsaß es getan hat!" Melusine senkte das Haupt. Etwas in ihr lehnte sich auf. Das Gewissen sprach: „Kann es dir Glück bringen, wenn du über bas Herz eines Menschen hinweggehst, der dir nie etwas Geringeres als.seine große, seine treue, seine vornehme Zuneigung entgegengebracht hat? Der dir um seiner selbst willen nie die kleinste Berechtigung gab, ihn aufzugeben! Kannst du das?" Aber diese ganze Atmosphäre hier in der Umgebung der Greisin, die Großmutter selbst, die schwingende innere Erregung, in welche sie der plötzliche Anblick von Jean Paul Bouvier versetzte, dieses undefinierbare Fluidum, das während der Fahrt, so unmittelbar ihm Seite an Seite, wieder sie umhüllte und einzuspinnen begann — es war stärker als die Empfindung der Moral und des Gewissens! Köstlich erschien ihr deswegen die 23erheißung, wie nun die Greisin, etwas zu ihr herabgeneigt, sagte: „Mein Segen würde auf dir ruhen, Melusine! O, welch ein Glanz von Freude, von Genugtuung wäre das noch in meinem alten Leben, wenn du — dich aifti) mit deinem persönlichsten Schicksal Frankreich zuneigen würdest! Ja! Bei einer solchen Verbindung könnte mein Segen auf dir ruhen!" —- Melusine hob erst wieder den Blick, als sie die Grandmama mit ihren weichen, trippelnden Schritten über die Teppiche durch den Salon gehen hörte. „Was willst du tun, Grandmama?" Die Baroni« öffnete langsam nun selbst die Tür zum gelben kleinen Empfangssalon: „Ich öffne Frankreich meine Türen! Ja, ich bin mir vollkommen der Freude bewußt, jetzt den ersten Gast aus meiner französischen Heimat bei mir begrüßen zu können!" (Fortsetzung folgt) Wirtschaft. Einspruch der Eisen-Verkaufsverbände. Die Verbände der Eisenindustrie haben dem Reichswirtschaftsminister C u r t i u s unter dem 1. Februar 1928 ein Schreiben zugehen lassen, in dem sie zum Ausdruck bringen, daß sie in seiner Verordnung vom 26. Januar einen unbegründeten Eingriff, eine schwere Schädigung ihres Ansehens in der Oeffentlich- keit, einen Südfall in die Zwangswirtschaft und eine Schädigung der gesamten deutschen Wirtschaft erblicken. 3m einzelnen wird hervorge- hobcn, daß seit nahezu drei Jahren die Verbände der Eisenindustrie eine Preiserhöhung trotz fortgesetzter Steigerung der Selbstkosten, trotz Lohnerhöhungen und der Arbeitszeitverkürzung nicht vorgenommcn haben und der Index der Eisenverkaufsprcise mit 125,2 in keinem Verhältnis zur allgemeinen Teuerung und dem Lohnindex steht. Das derzeitige deutsche Eisenindustriepreisniveau sei das niedrigste aller Eisenerz erzeugenden Länder mit Goldwährung. Das Vorgehen des Ministers sei umso unbegreiflicher, als der einzige wichtige Streitpunkt, Äe Preis- stcllung für Süddcutschland, bekanntlich einem besonderen Ausschuß im Einvernehmen mit der „Avi" zur Erledigung überwiesen worden sei. Die Verbände haben aus Grund dieser Sachlage und da eine Berufungsmöglichkeit auf Grund des Gesetzes nicht gegeben ist, beschlossen, gegen die Einstellung Einspruch zu erheben, die aus dem Verhalten des Ministers hervorgeht. Beihilfen für den Erzbergbau an Sieg, Lahn und Dill. Gelegentlich der Haushaltsberatunaen im Re ich s- roirtschastsministerium hat der Abg. Dr. Reichert (Dtntl.) di« Aufmerksamkeit auf diese lebenswichtige Frage des Erzbergbaues gelenkt und dabei etwa folgendes ausgesiihrt: „Der Abg. Schlack habe in feinen Ausführungen in der letzten Sitzung auf die Notwendigkeit der Verbesserung der Handels- und Zahlungsbilanz hingewiesen und als eines der Mittel zur Förderung der Handelsbilanz eine stärkere inländische Rohstoffgewinnung empfohlen. Das sei völlig richtig. Man könne hinzu fügen, dasselbe gelte für die inländische Nahrungsmittelgewinnung. Wie sehr man es aber an der Unterstützung der inländischen Wirtschaft fehlen lass«, zeige ein Beispiel, nämlich das des Erzbergbaues an Sieg, Lahn und Dill. Dort hätten mäßige Regierungsbeihilfen des Reiches, Preußens und der Reichsbahn den in Not befind < liehen Bergbau wieder leistungs- und konkurrenzfähig , gemacht. Nun wolle man dem Bergbau wieder die Unterstützungen entziehen, obwohl mit den Beihilfen des Fiskus die Allgemeinheit ein noch besseres Geschäft gemacht haben dürfte, als der Bergbau selbst, und zwar durch Ersparnis an Erwerbslosengeld-rn einerseits, durch Steigerung des Verkehrs, erhöhte Steuereinnahmen ufw. anderseits. Deswegen halte er es für angebracht, in eine erneute Prüfung ein- zutreten, ob diesem notleidenden Bergbau weiter geholfen werden törme." Reichsverband der deutschen Schuhindustrie. Der Reichsverband der Deutschen Schuhindustrie hielt in Frankfurt eine stark besuchte Hauptausschuhsitzung ab. Die Versammlung befaßte sich zunächst mit Arbeiterfragen. Hierzu wurde mitgeteilt, daß der geltende R e i ch s t a r i f v e r t r a g für die Schuhindustrie (Hauptvertrag nebst Lohnabkommen) seitens der Gewerkschaften zum 31.März d.3. gekündigt worden sei. Mit der weiteren Behandlung dieser Angelegenheit wurde die zuständige Tarifverhandlungskommis- fion beauftragt. Das 3nteresse der Versammlung konzentrierte sich sodann auf den wichtigsten Derhandlungsgegenstand, die Preisbewegung am Häute-, Leder- und Schuhmarkt. Die aus der Verteuerung her Rohware fich ergebende erhebliche Steigerung der Lederpreise muhte auch eine Steigerung Der Preise für Schuhwaren zur Folge haben. Bisher ist die Anpassung der Echuhpreife an die stark gestiegenen Lederpreise im entsprechenden Verhältnis noch nicht erfolgt. Dieser -Zustand lasse sich jedoch, wie betont wurde, weiter- \nicht mehr aufrechterhalten. Eine nicht unerhebliche Steigerung der Schuhpreise sei deshalb unumgänglich. Dem Gedanken einer „Deutschen Lederschau für das 3ahr 1 9 2 9" der gesamten deutschen Leder- und Schuhwirtschaft, einschließlich der deutschen Lederindustrie, sowie sämtlicher in Betracht kommenden Groß- und Kleinhandelsverbände stellte sich die Versammlung sympathisch gegenüber. In den von den beteiligten Fachverbänden gebildeten Arbeitsausschuß, der die Prüfung der notwendigen Unterlagen und des in Betracht kommenden Ortes vorzunehmen hat, wurden zwei Vertreter entsandt. Das Zustandekommen der „Deutschen Lederschau 1929" wurde von der Bedingung abhängig gemacht, daß die Sperre des Deichsverbandes der Deutschen Schuhindustrie über alle anderen Messeveran- staltungen aufrechterhalten bleibt. Der Stahlwerksverband über die Marktlage im 3anuar. Rachdem sich im Dezember die Abnehmer im Hinblick auf die drohende Stillegung der Werke reichlich ein- gedeat hatten, verlie' das Jnlandgeschäft in der Derichlszeit ruhiger. Die Werre sind, im ganzen gesehen, mit Arbeit für mehrere Monate versorgt. Das Auslandgeschäft zog in der zweiten Hälfte des Monats etwas an, die Preise tonnten fich teilweise befestigen. * Schramm Lack- und Farbenfabriken A. G. Offenbach. Rach dem Geschäftsbericht 1926/27 sind die Betriebe voll beschäftigt gewesen, so daß eine wesentliche Erhöhung des Umsatzes cingetretcn sei. Von 1,13 (i. V. 0,93) Mill. Wk. Ueberschuß beanspruchen die Unkosten 897 000 (793 000), Abschreibungen 69 000 (48 000), so daß 159 000 (92 000) Mt. Reingewinn verbleiben, woraus bekanntlich 10 Prozent (i. V. 7 Prozent) Dividende verteilt werden sollen. 3m neuen 3ahr ist der Absatz gut, so daß ein zufriedenstellender Abschluß erwartet wird (G. V. 9. Februar). * Verein für Zellstoff-Industrie A.-G.. Berlin. Die Gesellschaft beruft eine außerordentliche Generalversammlung auf den 27. Februar ein. Auf der Tagesordnung steht die Erhöhung des Aktienkapitals von 3,8 Millionen bis auf höchstens 8,1 Millionen Mort. Wie der WTB.-Handelsdienst hört, beabsichtigt die Gesellschaft den Erwerb des Hauptteiles des Kapitals der dem Hartmann-Konzern gehörigen Kostheimer Cellulose- und Papierfabrik A.-G. Mainz-Kostheim, die wegen Besatzungsschwierigkeiten längere Zeit stillgelegen und seit der Wiederinbetriebnahme nur mit Verlusten arbeiten konnte. Die Fabrik soll durch einen umfassenden Ausbau und modernste Rationalisierung wieder auf die alte Höhe gebracht werden. * Erhöhung des Rediskont satzes der Federal Reserve Bank os Rew Bork. Die Federal Reserve Bank os Re v Bork hat den Rediskontsah von 3‘2 auf 4 Prozent erhöht. Die Ermäßigung von 4 auf 3V? Prozent war am 31. August vorigen JahreS erfolgt. Ein ungünstiger Tag der Börse. Frankfurt, 3. Febr. Tendenz: Schwach. Am heutigen Dörsenmarkte trat eine wesentliche Verflauung ein, da eine Reihe ungünstiger Momente einen starken Druck auf die Stimmung ausübte. Ueberraschend kam vor allem die Diskonterhöhung der Reuyorker Federal-Reserve-Dank. Hinzu kamen, die etwas ungünstiger lautenden Freigabemeldungen, wonach ein endgültiger Beschluß im Senatsausschuh noch nicht gefaßt worden sei. Ferner verwies man auf das langsame Fortzchreiten der deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen und den Streikbeschluß der Berliner Metallarbeiter. Ein toeiterer ungünstiger Einfluß ging außerdem von den schon an der gestrigen Abendbörse gerüchtweise bekanntgewordenen Aeuherungen des Geheimrats Duis - berg in Solingen über die wirtschastliche Lage aus, wenn auch darin kaum etwas neues gesagt wurde. Das herauskommende Material fand bei dem fehlenden Privatpublikum nur unter merklichen Kursabschwächungen Aufnahme. Gegenüber der zum Schluß schon abgeschwächten Abendbörse, büßten die Mehrzahl der Papiere bei der ersten Dotierung 2 bis 4 Prozent ein. Besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurden die Elek tro- werte, von denen Siemens 5, Licht & Kraft 4, Schuckert 3, AEG. und Gesfürel je 2 Prozent verloren. 3.-G.-F a r b e n lagen 4 Prozent gedrückt. Scheideanstalt konnte sich jedoch knapp behaupten. Lebhafter angeboten waren amM o n- t a n m a r k t Harpener — 4 Prozent und Rheinstahl — 4,50 Prozent Deutsche Anleihen lagen still und etwas schwächer. Türkische Renten verzeichneten trotz der Einigung in der Kuponfraae der Ottomanischen Staatsschuld nur geringe Umsätze. 3m weiteren Verlaus entstand auf dem ermäßigten Kursniveau etwas Deckungsneigung. Gesfürel erhielt sich mit 1,25 Prozent. Die Stimmung blieb jedoch unsicher. Auch heute zeigte der Geldmarkt keine An- zeichen einer Anspannung. Am Devisenmarkt lag die Mark wieder im Angebot und schwächer. Auch das Pfund lag international schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1939, gegen Pfund 20,4235, London Kabel 4,8695, Paris 144.02, Mailand 92,05, Madrid 28.45. '3erli.ii Surec- Berlin, 3. Febr. Eine Fülle vorliegender u n - günftiger Nachrichten veränderte das Bild der heutigen Börse von Grund auf. Heute morgen überraschte die Diskonterhöhung der Neu- yorker Federal Reserve - Bank von 3,5 auf 4 v. H. Auch der Stand der F r e i g a b e b i l l war gestern im ersten Eifer wohl etwas zu optimistisch beurteill worden. Hinzu kam ein schlechter Reichsbankau v n> e i s , der eine Wechselanspannung von ca. 360 Millionen brachte und eine Vermehrung des Notenumlaufs um ca. 560 Millionen. Auch die Deckung hat sich mit 7 bis 8 o. H. wesentlich verschlechtert. Das Angebot zu den ersten Kursen war nicht sehr groß, trotzdem gingen die Notierungen durchschnittlich 3 bis 5 v. H. lind bei Spezialpapieren bis 10 v. H. zurück. Freigabe- werte relativ gut erhalten. Anleihen schwächer. Ausländer geschäftslos. Anatolier und Mazedonier 0,13 bis 0,25 v.H. niedriger Am Pfandbriefmarkt' nachlafsendes Interesse und eher schwächer. Der Geldmarkt ist unverändert angespannt. Nach den ersten Kursen wieder schwächer bei Abschlag von 1 bis 2 v. H. Deutsch« Waffen 2 v.H., Gesfürel 2,5 v.H. Später trat allgemein sine klein« Beruhigung ein, und die Kurse erholten sich um ca. 0,5 v. H., doch lagen sie immer noch unter Anfangsniveau. tiruciifiirt?r Gctre dcbörse. Frankfurt a. M., 3. Febr. Die Weizen- Preise sind noch etwas zurückgegangen. Besonders Lapaweizen ist reichlich zu ermäßigten Preisen angeboten. Ankommende Mengen finden kaum Unterkunft. Das Geschäft stockt vollständig. Der Mehlabruf ist sehr Elein. Futtermittel ' liegen ruhig. Kleie ist nach wie vor gesucht. Es wurden notiert: We zen 1. gut, cesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs, 24,75; Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Proz. Auswuchs, 23,25 bis 23,50; Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Proz. Feuchtigkeit, 22,75 bis 23,50; Roggen 24,50; Sommergerste für Brauzwecke 27,50 bis 29,50; Hafer, inländ., 23,50 bis 24; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,75 bis 22; Mais (gelb) für andere Zwecke 22,50 bis 22,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 36,50 bis 37; Roggenmehl 33,50 bis 35,25; Weizenkleie 14,15 bis 14,25; Roggenkleie 15 bis 15,25 Mark. Tendenz: Die allgemeine Marktlage ist ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 2. Febr. Die etwas festeren Auslandmeldungen brachten heute nach der langen Baisseperiode eine kräftige Reaktion, allerdings vorerst in der Hauptsache am Lieferungsmarkte. Der Mehlabsatz hat sich noch keineswegs gebessert, die Forderungen der Mühlen lauten für Roggen- und Weizenmehl unverändert, ohne daß sich Geschäft entwickeln konnte Das inländische Brotgetreideangebot übersteigt nach wie vor den vorhandenen Bedarf, die Eigner zeigen aber keine Neigung zu weiteren Preiskonzessionen. Am Lieferungsmarkte war Weizen auf Deckungen stärker erholt, Roggen konnte ebenfalls einen Teil der letzttägigen Preisverluste zurückgewinnen. Am Hafermarkte hielt sich die Umsatztätigkeit in sehr engen Grenzen, der Konsum sträubt sich weiter da gegen, die geforderten hohen Preise zu bewilligen. Gerste in guten Qualitäten weiter gefragt, mittlere und geringere kaum beachtet. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5-kg/dl-Gewicht), 226 bis 229 Mark, März 258,50 bis 258, Mai 267 bis 266,25, Juli 272 bis 271,50 (nach festerem Anfang abgeschwächt); Roggen, märkischer (69-kg/bl-Gewicht), 229 bis 232, März 257,50 bis 257, Mai 264,50 bis 263,50, Juli 255 bis 254,50 (stetig); Sommergerste 220 bis 270 (stetig); Hafer, märkischer, 200 bis 211, März 226 (behauptet); Mais, La Plata, 213 bis 215 (zollb. Futterm., fester), Raps 345 bis 350 (stetig); (100 kg): Weizenmehl 29 bis 33,25 (ruhig); Roggenmehl 30 bis 33,25 (ruhig); Weizenkleie 15,25 bis 15,30 (behauptet); Roggenkleie 15,25 (behauptet) Buntes Allerlei. was der Pariser Modekönig Poiret prophezeit. Es ist unglaublich, Poiret prophezeit der Damenwelt die Hose als weibliches Kleidungsstück. Dicht die üppige Türkenhose, sondern dos strenge Herrenbeinkleid. Sie sagen „unmöglich" — meine Damen? Ich sage: Wir werden die Herrenhose für die Weiblichkeit genau so haben, wie wir schon den kurzen Haarschnitt haben. Allerdings wird es bis zu dieser Entwicklung noch einige Zeit brauchen, bis dahin werden inzwischen die Röcke länger und weiter getragen werden und die Taille auch wieder zur normalen Höhe zurückkehren. Das Ende der schlanken Linie ist nahe, etwas mehr Fülle wird wieder Mode fein. — Wenn sich Poirets Voraussagen auch mir teilweise ersüllen, bann darf man der ferneren Entwicklung der Domenmsde allerdings mit gekannter Erwartung entgegensehen. Schutzleute, lächelt! An der Ecke der Grand Street und Lafayeth- Street in Deuyork regelt ein weihbehand- schuhter Schutzmann den Verkehr. Aber er regelt ihn lächelnd. Sv konsequent lächelnd, daß die Automobilisten manchmal einen Amweg machen, um ihr Herz an dem strahlenden Gesicht des Verkehrsgewaltigen aufzuheilem. Dieser Verbreiter von Optimismus, namens Oskar Hettler. ist belohnt worden. Ein großes Unternehmen hat auf Long-Jsland ein Haus für 25 000 Dollar bauen und einrichten lassen und es „Haus des Glücks" getauft. Sodann hat es sich durch die Zeitungen an das Publikum gewandt mit der Frage, an wen das Haus fallen solle. Der lächelnde Polizist wurde als Kandidat aufgestellt und blieb mit 2 300 000 Stimmen siegreich, ilnb nachdem das Resultat bekanntgegeben worden war, stoppten so viele Automobile und auch Fußgänger an der Ecke der Grand Street, um dem braven Schuhmann Glück zu wünschen, daß der Verkehr vollkommen stillgelegt wurde. Das kommt davon, wenn man lächelt. Am den Tiiagaca-JaU. Aus Ottava wird berichtet: Der Staat Kanada und die Vereinigten Staaten haben sich zusammengefunden, um der fortschreitenden Ein buhe des Riagara-Falls Einhalt zu tun. Es scheint, daß sich die Wasser immer tiefer in die Felsen einwühlen, daß sie sich ein tieferes Flußbett ausgraben und daß sich dadurch die Gewalt der Fälle und die Höhe ihres Absturzes allmählich vermindert. Man fürchtet, daß auf diese Weise die Kraft und Schönheit des Falls in einigen Jahrzehnten erheblich gelitten haben wird. Eine Kommission von amerikanischen und kanadischen Ingenieuren ist 'ich jetzt über die Maßnahmen klargeworden, die hiergegen zu treffen wären. Man müßte, ist beschlossen wor den, die Fluten aus ihrem alten Bett zu den noch nicht ausgehöhlten Felsen der kanadischen Seite ableiten. Diese Arbeiten werden viele Millionen kosten. Betrügerische Wohnungsoermittler. In der letzten Zeit haben sich in ganz ungeheurem Maße beim Zentralwohnun.-isamt der Stadt Berlin die Klagen über gewisse private Wohnunosvermittlungsinstitute gehäuft, deren Auftraggeber sich übervorteilt fühlten. Diese Klagen haben zu einer gemein1 einen Aktion des Zentralwohnungsamtes und des Polizeipräsidiums geführt, als deren Ergebnis die polizeiliche Schließung von ungefähr einem Dutzend dieser Betriebe zu verzeichnen ist. Die Inhaber dieser Betriebe sind, wie sich hinterher herausstellte, 'fast durchweg schwer mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestraft. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. ft aghturt a. M Berlin tz.anksun a. M Berlin Sd)1u6 figrs 1-Uhn Kurs uß i 'Ünsang Kurs Kur' Lchlub Kurs l.Ubr. Kurs |Sd) utz 1 Kurs Ulnjän Kur Datum: 2 2. 3.2. 2 2. ! 3.2 Dalum- 2 2. | 3 2 | 2.2. | 3 2 P/e Neichsanleche v 192? T- — 87,5 — L.E Ä 7 165.5 164,.i 1675 164,25 Aul :Ubtoi Schuld mit ibergmann .... .8 18'>,75 183 Auklol -Siechten W 52 62 feiettr Lieferungen . . 10 -w — 172.5 170 Lesgl. Ausl 1 »Rechten 16,5 16,25 16.4 16,25 Licht unö firaft . . 10 224.5 280,6 224 220,5 1°' > frrauti Hnp -Bl Go bpf unfünbbar biv i932 Selten L feuill autnr Gcs ' feiet r Untern .6 124,6 125 122,25 93 —r * 10 265 263 267.75 263 83 180 182.75 179 5 % Schweiz BnndeSd.-Anl. 96 — z- ■ Siemens 4 Halfike . . . 16 486 ■281 285 ö 280 75 4% Orfleretchllchr Goldrle 34,25 Iran raöio , , , . 8 133,5 ßabmecer A La- - . . 4,20% Defterr ich Hilvcrne i io Ceftetretd) «m ein vlle 4,25 —— 9 167 — 165,25 — — - Buder.'S ..... u 101,25 98.25 >0? 98 <° ■■ Ungarische Goldne 25,15 - 25,25 Deutsche ferdöl..... ■ 6 132,25 130 132.9 129.5 4^Ungarische Siaotfir d 191u rv — Essener E ctntohle ■ . . 8 — 145,75 •Vi0/ deogl von 1913 — V 1- Gelsenkirchener f. *1» A 4 134 — 135 26 133 Ungarische Kroncnrie —— —y- . 1.65 1.7 Harpener . . 8 190 186 190.25 185 5 4-7 Türk SollaitlctUe v 1911 13.13 13,1 13,2 — fcoeid) fersen ...... - $ 142 14'1 Hua Drmiche fenenbabn 4'<- — 13.9 Oberschlei Kokswerte 0 -r- — 97 94 25 HamburA-Slinerika Palei o Hamb -Sudam Taaiv.ftf) k 149.25 147,25 149.5 Ul Phvnir Bvrgogu f »/, I 3 101 99.5 101.75 99.9 — — 1 214 212.5 fiaemische Brauntoblen 10 236,6 233 237.5 233 5 Hansa Damotichift 6 — 216 214,25 Rbeinstahl 0 167,5 >63 169 163 uiorddeutscher xltaoo 6 Lllg. Deutsche ferediiansl. 10 153 150,75 153.75 150.. fiiebett Montan .... 6 — — -1 145. 144,7. Bereinigte StablW- f. *U 9 3 104.75 103.25 104.25 103 Bann r Lanlveccin io tto — 148 14b.lu Olavi Wüten 1 Sh -er- - 43,4 12 75 Berliner HandelsgloUsch. 12 Kommerz, und Prival-Bl li — . 268, ;> 266-75 fiali «schersleden 10 178 173.75 177 75 174 174 175.5 173,0 dtflli2£cn«ege(H 10 187.5 184 186.75 182,6 Larmll. u fiatimtalbanf 12 232,76 229 Kaliwerk ©aUhertartb 12 — 255 250 5 Teutiche Bank w Tibkonto^Gesellschali Änt iu 164.5 160 162 158.5' 161,4 160.5 161.5 158,75 3 ® Farben Jndustru Dvnamu Nobel . . 10 0 162 75 ^58,75, 264,75 129 269 Dresdner Bank lu L.ttteldeutsche Urrbitdank 9 161 1.9,5 161 dl 159 209 Scheid an Halt . , . . c-wldichmidi .... .8 .6 192 114 191.25 112.75 115 H2.13 94,13 Dkeiallbank 8 Neickübanl 1 > 129 196 128,25 194 129 11'4.5 194 SiutgerSwerß« . ..... MeiaUaeleU chakt .0 10 98 95,5 97.13 Banknoten. 3" auhfurt a. M Berlin Schluß K»r» । l'Ubr« I Kur, lsRtr । An,an. Datum« 2. 2. ; 3.? i22 ’| 3. 2 Plnlipp foUmami . — 139,75 142 Heidelderaer feeincnt 8 137 25 136 75 (Eemcm Karlstadt 8 180 — _ '■t:an6 4 itreitoa 1( 136,75 — — SchnlchetS Patzendotrr. 15 1. _ 398.5 342,5 395 339 Ber felmuftoft . . . 15 — 555 545 Hemberg ...... 8 12 _ 429 419 246 deDftOf' Walddof. . . 262,6 247 251,9 Jellftoff Aschaffenbura 10 febadott nburger Wasser - — 129 5 127 efiauer feaS 8 — — 176,5 173,25 Daimler Motoren . . , . 0 83,4 82j 84,75 82 0 0 67 64,5 79.5 Adlerwerte Äteoee. ■ . . 83 f 80 »2 8udw toeice . ., . fiat Auiomovtl . . . 1 — 258.75 252 6 — - 100 Orenst. in & Kovvel . . . . 4 — — 136 133.75 Linke Ho manu . . . . 0 — — — — 2eonbard Tiey . . . , Bamaa»1 eginn . . . Franks M. schinep . . . . f — 200 199 V 30 29.25 0 75,76 76 74 5 —- 1 Hevliaenftaedt ...... 0 29 — _ Aunabans ...... Lechlverke . ...... 6 87 * 87.75 — 8 122 — iviaintraskwerte ...... 8 116,13 — — —- 10 8 140 101 98 139.76 101 — •Beterfi Union ®ebr Roeder ...... 8 Id 112 — 111.6 — Dotgt L Haefmer .... 6 178 — 179 5 _ Sndd Älter .... 0 141,5 140.25 — Berlin. 2 Febr. 1 '«elö ' iAnei " ' Ämeritanischc Oiptcn..... 4,17 4,19 Belgische fioien ... 58,18 58,42 Dänische fioien..... 111,88 112,32 Englische fiotev 20.37 20.45 Telegraphische Auszahlung. Berlin. 2. ^eor- Held SBrief---- ftransöiifchc ’JZoteu . . iöTaS 16,56 Holländische fioteit 168 55 169,23 Italienische fioten..... 22,215 22.295 fiorwcgische fioten..... 111,13 111,57 Deuisch-Oesterr-, ä 100 Kronen 58.97 59.21 fiurnänische fioien...... 2,585 2,605 Schwedische fioten..... 112,16 112,69 80.59 80,91 Epanische fioten....... 71.41 71,69 Tschechoslowakische fioten . 12.385 12.445 Ungarische fioten - • 73 05 73,35 . Devisenmarkt Berlin —Frankfurt 8.46 febriftiania 111.36 111.58 111.93 111,55 Ropenbaocn 112,14 112.36 112,12 112.31 Stockdolm 112,40 112,62 112,49 112.71 Helsingforfi. 10,545 10,565 10,55.2 10,572 Italien - 22,19 22,23 22,195 22,235 London. . 2O,JO4 20,141 20,399 20,439 fieubort . . «,188.> 4,I96j 4,1900 4,1980 Paris.... Schivclz . . 16,45 80,j6 16,49 0,72 16,46 80,560 16.50 80,726 Spanien - 71 58 71.72 71,51 71.65 Japan . . 1.960 1.970 1,965 1,969 -nio de Ian 0,6025 0,5045 0.502 0^305 Äien in D - Deft. abgeil 59,00 69.12 ->9,05 69,17 Be??räd 12,411 12,4.31 12,417 12,437 7,363 7,377 7,37t 7,385 ®n6apfO . 73,21 73,38 73,25 3,030 73.29 Bulgarien 3,027 3,033 3,036 Lissabon 19,78 19.82 20,88 20.92 Damig. 81,59 81,75 81,54 81.70 Konst.nktn 2,125 2,1’9 2,125 2.129 Ätlren. 5,571 5,580 5,544 5,556 Lanada 4,180 1,188 4,181 4,189 Urn uav 4,276 4,284 4,28') 4,291 Sstro W og? '9.972 20.925 20 965 CREME MOUSON