Nr. 252 Erstes Blaff 178. Jahrgang Dienstag, 2. Oktober 1928 Lrlchr.n! tagli(h,aufcei Sonntags anh Feiertag» Beilagen; Dietz euer FamUiendlättei Heimat im Bild Die Scholle monats-BcjUflsprels; 2 R«chsmarK und 20 Retchspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter» scheinen eingelner’Jlummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsser 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnach» richten; Anzeiger Siehe» Postscheckkonto: granffurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnitk und Verlag: vrützt'sche UnweLsitärs Buch- und Stetnörudcrct K. Lange in Liehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchuf^trahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re. Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen Ehrfurcht und Größe. Dem Reichspräsidenten zum 2. Oktober. Von Or. G. Rothe. Steilauf aus dem Meer der Menschheit tagen, mächtigen Felsen gleich, die großen Per- sönlichkeiten. Rings um sie her wechseln die Fluten, heut feindlich donnernd, weih auf- schäumend aus schwarzer Nacht, — morgen heiter spielend und lächelnd im Sonnenglanz. Ewiger Wechsel ihr Sein, Formlosigkeit ihr Wesen, alles Feste ihr Hatz. Ihr Haß darum auf jene Gewaltigen, die chnen trotzen, gefestigt durch formgestaltende Kraft. „Was ist's" — so tönts aus dem Chaos tief unten — „was ist's, das euch so hoch erhebt über uns, das euch so festmacht, so unwandelbar?" Eine älrfrage ist's, bewußt oder unbewußt aufrauschend aus dem brandenden Meer der Menschheit seit Jahrtausenden. Worin liegt die Eigenart des wahrhaft großen Menschen? Was zeichnet chn? Tlnd wie erkennt man ihn? Zunächst: Selten oder niemals an seinem Alltagskleid. Denn Georg Fock hat recht: „Großen Gebäuden und großen Menschen schadet di« Nähel" Wollen wir Klarheit finden über das Geheimnis der Menschengröße, so gilt es, scharf zu scheiden: Große Männer und große Menschen. Große Männer zeichnet chr Werk — große Menschen ihr Sein. Große Männer brauchen nicht große Menschen zu sein — Napoleon zeigt das —, und umgekehrt sind große Menschen nur selten große Männer. Das Reich der einen ist die Tat, das der andern das Wesen. Die einen lassen Spuren in der Welt der greifbaren Dinge, die andern in der Welt der Geister. Der einen Größe, nach außen gekehrt, wird überall erkannt: sie gleicht der lodernden Flamme. Der andern Gröhe ist wie die Klarheit des Herrn, leuchtend und warm und nur wenige sind es oft, denen sie strahlt. Tlnd weil solche Menschen-Gröhe nut daheim ist im Reich des Geistes, darum gilt sie nur, solange es Geist gibt, der sie erkennt, Mutterboden, dem sie entwuchs. Menschengröße ist kein absoluter Wert, kein Ding an sich. Jede Kultur, jede Geisteswelt hat ihr eigenes, mit ihr geborenes, schicksälhaft ureigenes Gefühl der Gröhe. 3n bllihenden Zeiten einer Kultur ist dies instinkt- haste Empfinden für Menschengröße allen eigen, unbewußt, unreflexiv — in Verfallszeiten wird das instinkthaste Empfinden dafür selten, wird Gröhe anderen Last, Vorwurf, Haß. Denn sie fassen sie nicht mehr. Die Frage danach, was ein Volkstum mehr als Menschengröße wertet, ist zugleich die Frage nach den bestimmenden Zügen dieses Volkstums überhaupt. Die großen Menschen eines Volkes, einer volksgebundenen Kultur, sind die Verkörperungen der Idee dieses Volkes, dieser Kultur. Das deutsche Volk schuf sich sein Ideal in dem Begriff: Seelenadel. Der bestimmende Zug dieses Ideals ist die Ehrfurcht. Der Sinn des Wortes Ehrfurcht hat sich losgelöst von den ethymologischen Stämmen, aus denen es erwuchs. Ehrfurcht ist uns heut ein Höheres, als das „Ehre erweisen aus Furcht". Ehrfurcht ist int tiefsten Sinn mit Religion verwandt. Gottesfurcht, in gleicher Weise über den ursprünglichen WortsMn erhoben, ist Ehrfurcht vor Gott. Faßt man die Gottes Idee in ihrem weitesten Sinne, hinausgehender über das auf ethischer Grundlage erstandene Vernunftsapostulat eines Gottes, so kann man sagen: Ehrfurcht ist die Anbetung der Offenbarung Gottes, die uns allüberall wird, wo unser Geist nach den letzten Wurzeln der Erscheinungen sucht. Tlnd weil dieses Suchen ein Grundzug in unseres Volkes Wesen ist, so wird diesem Volke notwendig die Ehrfurcht zum bestimmenden Maßstab in der Wertung der Menschengröße, und damit in der Ausprägung der Idee dieses Volkstums. Darum kam der größte Geist dieses Volkes mit schicksalhafter Notwendigkeit auf der Stufe seiner Vollendung zu seiner erhabenen Religion der vier Ehrfurchten. Man braucht indes die Ehrfurcht nicht in ein System zu 6ringen; es genügt, sie in innerster, verstandesmähig nicht mitteilbaren Gestalt zu erfassen. An der Fähigkeit, Ehrfurcht zu empfinden, scheiden sich heute die Geister. Wer nicht mehr fähig ist, sich in Ehrfurcht zu beugen vor Gottes großen Offenbarungen rund um uns her, wem nicht mehr „am Ende der Erkenntnis ein ehrfurchtsvolles Schweigen steht", der hat sich losgelöst aus der Gemeinschaft der deutschen Kultur, der wird ihres Segens nicht mehr teilhaftig, — der ist ihrer unwert geworden. Nichts kennzeichnet schärfer den Einfluß, den fremdes Empfinden auf die Menschen deutscher Herkunft heute gewann, als das Schwinden der Ehrfurcht in unserem Volk. Die Internationalisierung der Vorstellungswelt innerhalb des abendländischen Kulturkreises, das Hin streben aus einen einheitlichen Typus des Empfindens ist eine Tatsache, an der kein Denkender mehr vorübergehen kann. Dieser verflachte Empfindungs- thp ist aus vielen Bestandteilen erwachsen — die deutsche Krrltur hat auf ihn keinen nennenswerten Einfluß gehabt. Hm so notwendiger ist es darum, wieder und wieder die heiligen Quellen aufzufinden, denen die Ströme der deutschen Kulttrr entbrausen. Die am tiefsten rauscht, heißt Ehrfurcht. Aus diesem tiefen Born quillt alles weitere von selbst, das die großen Menschen zeichnet. Ehrfurcht vor allem Gotteswerk führt hin zu der großen Geruhsamkeit, zu der Alliebe und zu dem All- verstehen, die großen Menschen eigen sittd. Ehrfurcht vcr dem Wunder des Lebens ist es, das die selig macht die reines Herzens sind. England in der Zwickmühle. Ausgabe des Flottenpakts mit Frankreich oder neues Wettrüsten mit Amerika. Die Rote, die Herr C o o l i d g e nach Paris und London geschickt hat, ist in ihrer Art ein Meisterstück: sie ist kühl, höflich und bestimmt, verzichtet aber doch darauf, die Empfindlichkeit der Gegenseite allzu sehr herauszufordern, indem sie einen neuen Kompromißvorschlag macht. ilnb nun ergibt sich das eigenar.ije Bild, daß England und Frankreich versucht haben, sich einig zu werden über das, was nach ihrer Meinung die Bereinigten Staaten an maritimen Machtmitteln für ihre Sicherheit beanspruchen können, daß der Präsident der Bereinigten Staaten mit einer einfachen Handbewegung diesen „gutgemeinten" Vorschlag beiseite schiebt und nun mit einem Korn omiß kömmt, der England in eine Zwickmühle hi: einbringt. Er gibt die -Anregung, daß als Höchst- tonnage für die Kreuzer 300000 Tonnen festgesetzt werden sollen, daß aber die einzelnen Staaten selbst darüber verfügen können, wie sie diesen Spielraum verteilen wollen. Das würde für Amerika den Bau von dreißig großen Kreuzern zu je 10 000 Tonnen bedeuten. England wollte von dieser Sorte in Genf nur zwölf bauen, hätte gern also noch 180 000 Tonnen zur Verfügung, woraus sich 36 kleine Kreuzer zu 'je 5000 Tonnen konstruieren liehen. Das ist aber wieder für England zu wenig. Es hat darauf bestanden, daß ihm mindestens 70 kleine Kreuzer zugebilligt werden müßten, well bei der starken Verteilung seiner Machtzentren zur Sicherung der Verkehrswege und zur Sicherung des Handels diese Zahl das Minimum bedeute. Derartige Bedürfnisse bestehen bei den Vereinigten Staaten nicht, weil ihre Machtbasis zentralisiert ist und sie höch- stetts nach ihren Inselgruppen im Großen Ozean größere Patrouillenschiffe brauchen. Bei der Durchführung seines Vorschlags würde also Amerika den doppelten Vorteil haben, daß es einmal in der Klasse der großen Kreuzer bett Engländern weit überlegen wäre und dwß auf der anderen Seite England die erstrebte Tleber- legenheit bei den kleinen Kreuzern nicht erreichen tarnt. Es ist also eine böse Nuß, die Coolidge den Englättdern zu beißen gegeben hat, zumal dahinter ja mehr oder weniger uneingestanden der ganze englisch-amerikanische Gegensatz ausgefoch- ten wird. England hat nut widerwillig den Zweimächte-Standpunkt, den es bis 1914 vertrat, und der ja der tiefere Grund seines Krieges gegen Deutschland war, ausgegeben, weil es gegen die unbegrenzten Finanzkräfte Amerikas nicht mehr konkurrieren konnte, hat aber auf Umwegen jetzt sein Ziel zu erreichen gesucht, indem es • zunächst Frankreich an sich band und dann auch Japan zu gewinnen suchte. Ein englisch-japanisch-französisches Flottenbündnis aber würde nicht nur eine Einkreisung der Vereinig ten Staaten bedeuten, sondern auch auf der Seite der englischen Bundesgenossenschaft das alte Verhältnis des Zweimächtestandards w ie d e r h e r st e llen.' Grund genug für die Vereinigten Staaten, dazwischen zu fünfen und in London zu verstehen zu geben, daß die Zeiten, in denen England das Meer beherrschte, endgültig vorüber sind. Es ist vielleicht für die englische Marine die bitterste Erkenntnis, daß sie den Krieg gewonnen, aber doch verloren hat, indem sie zwar den vermeintlichen deutschen Gegner vernichtete, aber dafür den sehr viel gefährlicheren amerikanischen Gegner großzüchtete. Ehrfurcht gibt uns großes und größtes Erleben im Kleinen und Kleinsten, und wiederum — Paul von Hindenburg hat es ausgesprochen — macht großes Erleben ehrfürchtig und im Herzen fest. Ehrfürchtig und im Herzen fest: so steht dieser große Mann und große Mensch — im Gegensatz zu anderen, die nur große Männer, nicht große Menschen sind — inmitten unserer kleinen Zeit als eine Menschwerdung per Idee des Deutschtums. Sein unablässiges ^Mahnen an unser Doll, s ich auf sich selbst zu besinnen, soll nicht ungehört verhallen. Darum: allen, denen es ernst ist um das Leben unserer Kultur, sei es höchste Aufgabe, in beit Menschen deutschen Stammes, besonders den Heranwachsenden, die Ehrfurcht auf* erstehen zu lassen; nur dann wird das tiefe Unbefriedigtsein, das einen so bezeichnenden Zug in der Geisteswelt unserer Zeit bildet, wieder von uns weichen. Denn nur das Heilige macht das Leben lobenswert. Nicht int Sinne einer engen kirchlichen Dogmatik, sondern als Inbegriff der großen Gottesoffenbarungen, die überall um uns her offenliegen für den, der schauen gelernt hat. Lernen wir wieder Ehrfurcht, und unsere Zeit wird aufs neue einen Reichtum gebären an großen Menschen. Hindenburgs Geburtstag im Spiegel der presse. Berlin, 2. Oft. (TU.) Die meisten Berliner Blätter widmen dem Reichspräsidenten von Hindenburg zu seinem heutigen Geburtstag Gliickwunschartikel. Die „D A Z." feiert Hindenburg als das Symbol der Einheit von Altem und Neuem, den Hort der Einigkeit Kritik an Chamberlain. Das Flottcnabkommen — eine Erneuerung des Vorkriegsbündnisses - Für eine „Atlantikentcnte". London, 1. Ott. (Eig. Meld.) Die Sonntags- blätter nehmen in ausführlichen Artikeln und Sonderabhandlungen zu der amerikanischen Note und der englischen Politik in der F.ottenfrage Stellung. Der „Obscrver" erkennt den sachlich in der amerikanischen Note niedergelegten Standpunkt sehr weitgehend an und betont, daß die Frage der Verständigung mit Amerika nicht eine Angelegenheit der Routine einzelner Regierungsabteilungen, Memoranden der Admiralität oder Noten des Foreign Office sei, sondern eine Frage des ganzen britischen Volkes. Für bie Geheimpolitik d^s Kabinetts trage aber der Mann von ber Straße nicht die Derantworlung, diese falle allein dem Außenminister Chamberlain zur Last. Was chn aniange, so sei seine Vorliebe für Frankreich bekannt; niemand wolle auch di: Freundschaft mit Frankreich aüfgeben. Aber sie dürfe nicht um den Preis eines neuen Hasses erkauft werden. Di se Gefahr müsse endgültig ausgeschaltet werden. — An anderer Stelle vertritt Philipp Kerr rm „Observer" die Ansicht, daß das Flottenabkommen von der Erwägung eines Fehlschlages des Locarno- Ideals ausgehe und mit dem dann unvermeidlichen Bemühen Deutschlands verbunden sei, sich Verbündete zu schaffen. Insofern könne das Flottenabkommen als eine Erneuerung des französisch-englischen Vvrkriegs- Militärbündnisses angesehen werden. Glücklicherweise scheine aber diese dem Abkommen gegebene Auslegung z u weit zu gehen. Immerhin gibt der Verfasser die Gefahren zu, die im Verlauf der Bemühungen um eine Neuverteilung ber Kräfteverhältnisse in Europa entstanden sind und sagt, daß ohne den kürzlich unterzeichneten Kellogg-Pakt die gegenwärtige Lage außerordentlich gefährlich wäre. Für Grvßbri.ann.en könne es nur eine Politik g.ben, von dem Flot- tenabfommen mit Frankreich zurückzutreten und sich auf den Boden des Völkerbundsstatut es zu Reuen. — Die „Sunday Expreß" führt die eng'ifch-amir.kanischcn Me nungs e schiede h i en auf die britischen Bindungen m Europa zurück und verlangt in konsequenter Befolgung ihrer Isolattonstheorie die vollkommene Zurückziehung Großbritanniens aus Euro p a. — In der „Sunday Times" wird ter Abschluß einer 2111 a nt i f e n t en t e zwischen Großbritannien und Amerika vorgeschlagen, die bie allein entscheidende Frage der Sicherung dec Verbindungen in Kriegszeiten regele. Britische Llebertegungen. Die unangenehme Bindung an Frankreich. London, 2. Olt. (WB.) Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph schreibt: In Londoner amtlichen Kreisen bestand am Samstag die Neigung, mehr Nachdruck auf die Höflichkeit als .ins die Festigkeit der americanischen Rote zu legen. Die Anregung eines weiteren Meinungsaustausches wird aufrichtig begrüßt. Es gilt aber nicht als wah - scheinlich, daß ein wesentlicher Fortschritt in ber Angelegenheit möglich ist, bevor das Kabinett zusammentritt, was anfangs der nächsten Woche ber Fall sein dürste. Bei dieser Gelegenheit werden zahlreiche wichttge Punkte zu erledigen sein, nämlich 1. ob die ursprüngliche brittsche 2tote an Washington veröffentlicht werden soll, 2. ob der Wortlaut des englisch-sr zösischen Abkommens nur auszugsweise .- r auch mit den technischen Anlagen veröffentlicht werden soll, 3. ob die neuen Verhandlungen von Großbritannien und Frankreichs mn—n—in m »i inrjMnim.wu«ujr Die Deutschlaudsahrt des„GrasZeppelm" Der Start. - In flotter Fahrt über Franken und das Nheinland auf Holland zu. Friedrichshafen, 2. Okt. (MTB. Funkspr.) (Dom Sonderberichterstatter des WTB.) Ls ist heute wie eine große Probe zur Amerikafahrt. Heber dem See und den Bergen liegt noch herbstliches Dämmerlicht. Friedrichshafen ist lebendig. Autos rasen durch die Stadl zur Werst, Arbeiter strömen hinaus. Um 6.30 Uhr schon wird das Luftschiff klargemacht, sollen Besatzung und Gaste an Bord fein. Alles scheint heule ein bißchen nervös vor der ersten großen die der „Graf Zeppelin" anlrilt. Um 7.05 Uhr startet das Luftschiff. Um 8.15 Uhr erreicht es bereits, von Ulm kommend, Heidenheim, um 9 Uhr Nürnberg. Als das Luftschiff sich Nürnberg näherte, startete einFlug; eug mit Oberleutnant Croneiß, dem Direktor der Nord- bayerischen Derkehrsflug G. m. b. h., und ein zweites Flugzeug mit dem Führer Müller, um den „Graf Zeppelin" zu begrüßen. Nördlich von Nürnberg gelang es den beiden Flugzeugen, das Luftschiff, das sich in flotter Fahrt vorwärts bewegte, für kurze Zeit zu erreichen. Don den Flugzeugen aus konnten die Fahrgäste des „Graf Zeppelin" sehr gut b e - ob achtel werden. Zwischen den beiden Flugzeugen und dem „Graf Zeppelin" fand eine Begrüßung durch Zuwinken statt. Das Luftschiff änderte dann überraschenderweise seinen Kurs und passierte um 11 Uhr Würzburg. Frankfurt a. M., 2. Okt. (TU. Drahlmeldung) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" passierte von Würzburg kommend in einer höhe von 600 Meter Frankfurt a.M. 12.34 Uhr und nahm seinen Kurs in nordwestlicher Richtung. Um 12.50 überflog „Graf Zeppelin" Wiesbaden, um 12.55 Mainz. Die Fahrt geht dann weiter über Köln—Düsseldorf nach Amsterdam, während der Rächt wird das Luftschiff über der Nordsee kreuzen, am Mittwoch England anfliegen und dann den Kurs über Helgoland nach Hamburg nehmen, von wo er der Reichshauplstadt den anfangs schon für heule beabsichtigten Besuch abstatten wird. Ueber die weiteren plane, deren Aenderung das schlechte Wetter nötig machte, kann noch nichts mit- geteilt werden. und das Vorbild deutscher Pflichterfüllung. — Die „G e r m a n i a" weist daraus hin, daß Hindenburg mit vorbildlicher Treue und nie erlahmendem Pflichtgefühl, wie sie nur ein tief im Sittlichen verwurzelter Sinn dem Menschen zu geben vermöge, dem Dienste unseres Volkes lebe. Das deutsche Volk blicke heute mit höchster Achtung und Anerkennung auf das Werk eines Mannes, der bis an die Grenze feiner Tage i m selbstlosen Dien st e am Vaterland verharre. — Der „Loka la nz." hebt hervor, daß der Reichspräsident in geradezu mustergültiger Weise mit einer Objektivität, die auch diejenigen bewundernd anerkennen, die ihn während des Wahlkampfes jeder Unparteilichkeit für unfähig erklärt hätten, während der 32 Jahre feiner Präsidentschaft seines Amtes gewaltet habe. — Der „Tag" hebt hervor, daß heute Millionen deutscher Männer, die sich um den Reichspräsidenten sammelten, heute wußten, daß die letzten hohen Ziele, um derentwillen sie stolz seien, Kämpfer für ein neues großes, freies Deutschland zu sein, dem großen Leben dieses Mannes Reichtum und Fülle gegeben hätten, und daß in ihm die Treue, die Pflichterfüllung, die Hingabe an das Gemeinwohl die Staatsgesinnung uns in ehrwürdiger Gestalt enigegentrete. — Die „B ö r f e n z ei t u n g" sagt, daß wir Deutschen immer stärker empfinden, welche tief innere Größe die Persönlichkeit dieses Greises ausstrahle in ihrer sittlichen Klarheit, in ihrer Liebe und Pflichterfüllung für unser Volk. So wirke Hindenburg schon heute als die 23 er» förperung der nationalen Idee, als der Hüter bester Ueberlieferung, als der Fels, an dem sich die Wogen alles innerpolitischen Haders brechen. — Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt, daß an der Spitze des von Parteisucht zerrissenen deutschen Volkes ein Mann steht, der nur ein Wahrzeichen kenne: das Vaterland zu erretten. Daß Hindenburg an der höchsten und sichtbarsten Stelle des Reiches, dem verirrten Geschlecht dieser Tage das große Beispiel preußischer Pflichterfüllung bis zum äußersten vorlebe, daß an der Spitze der deutschen Republik ein Mann stehe, der nicht nur selber mit allen Fasern feines Herzens deutsch fühle, sondern auch den deutschen Gedanken leuchten lasse vor Europa und der ganzen Welt und daß dieser größte Deutsche unserer Zeit zugleich in rein menschlicher Gröhe über alle hinausrage, die heute als Führer von Staaten und Nationen gelten, das sei ein Wert und Gewinn für Deutschland, dessen Größe nur verkennen könne, wer sich durch die Nöte und Sorgen des Tages zu kleinmütiger Verzagtheit niederdrücken lasse. Ein Erlaß an die Reichswehr. Berlin, 2. Okt. Der Chef der Heeresleitung, General Heye, hat aus Anlaß des 2lbschlusses der Reichswehrmanöver einen Erlaß veröffentlicht, in dem es httht: „2lm Ende der Herbstübungen drängt es mich, Führern und Truppe meinen Dank und meine Anerkennung für ihre Leistungen zu Tagen. Der Herr Reichspräsident wie der Herr Reichswehr mini st er haben gelegentlrch ihrer Anwesenheit auf dem Manöverfelde ihre hohe Befriedigung über das, was hier geleistet worden ist, ausgesprochen. Die Zwil- bevölkerung hat allerorts und in allen ihren Schichten der Reichswehr eine glänzende und freudige Aufnahme bereitet. Ich sehe darin ein Zeichen der engen Volksverbundenheit, auch des neuen Heeres. Ich bin überzeugt, daß das Rcichsheer innerhalb der ihm gezogenen Bindungen alles das leisten wi.d, was das Vaterland angesichts dieser Schranken von ihm fordern kann." gemeinsam mit den Vereinigten Staaten geführt werden sollen, ober ob gesonderte Verhandlungen zwischen Washington und London bzw. zwischen Washington und Paris stattfinden sollen. Der Korrespondent fügt hinzu, es werde in offiziellen Kreisen zugegeben, daß das britische Zugeständnis an Frankreich bezüglich der Richtberücksichtigung der ausgebildeten Reserven bei der Berechnung der Kriegsstärke eines Landes aufrechter halten bleiben mutz, ohne Rücksicht aus die nötig gewordene Preisgabe des englisch-französischen Marineabkommens. Es ist allerdings fraglich ob mit dieser Preisgabe Großbritannien volle Bewegungsfreiheit bezüglich der Einschränkung oder Richteinschränkung derkleinen Klasse von H-Booten wieder beanspruchen kann oder beanspruchen sollte. Amerikas Floitenpolitik. Der Kampf um das große Schiffsbauprogramm. Washington. 1. Oft. (Eig. Meld.) Die Veröffentlichung der amerikanischen Flottenab- rüstunasnote hat in diplomatischen Kreisen eine Senfanon hervorgerufen, wo das Gefühl vorherrscht, datz die amerikanische und englische Flottenpolllik unwiderruflich auseinander gehen. LNlgemein ergeht man sich in Erwägungen über die Wirkung der Rote auf die amerikanische Flottenpolitik, besonders im Hinblick auf die bisher mächtige Kleinflvttengruppe. 'Der Gruppe sei eS in der IcRLcn Kongrehtagung gelungen, die Forderung des Marincbepartements zur Ermächtigung eines großen Flottenprogramms zu Fall zu bringen. Die Grobflottenbefürworter erklären jedoch, durch die Ablehnung des englisch-französischen Flotlenkompro- misses durch Präsident Coolidge ermutigt worden zu sein, ein Gesuch an den Kongreß einzureichen, für den Bau von 29 statt 15 10 000-Tonnen-Kreuzern. Die hauptsächlichste Furcht der amerikanischen Marinebehörden scheine die zu sein, daß England fern Flottenabkommen mit Frankreich aufgeben könne und damit das Hauptargument für das Gesuch zur Flottenvermehrung hinfällig mache. Die Regierungskceise sollten mit der Aufnahme der Rote in Großbritannien und Frankreich zufrieden sein. Mussolinis BüudmspMik auf dem Balkan. Rumänien und Ungarn. Budapest, L Ott. (WTB.) Die Zeitung „Az Esi" berichtet von einer bedeutsamen Unterredung, die in Bukarest zwischen B r a t i a n u , und dem polnischen Diktator, Marschall Pilsudski. stattgefunden haben soll. Der rumänische Mlnisterprasi- dent habe mit Entschiedenheit darauf hingewiesen, daß Rumänien eine p o l n i f ch - u n a a - rische Annäherung nicht gutheißen und an keinerlei Möchtegruvpierung terlnehmen könne, der auch Ungarn angeydre. Dratianu habe den Wunsch ausgesprochen, datz Polen auf derartige Bestrebungen verzichte, um die Gefühle Rumäniens nicht zu verletzen. — In Bukarester politischen Kreisen ist das Gerücht verbreitet, Marschall Pilsudski habe aus Initiative Mussolinis der rumänischen Regierung vorgeschlagen, einer neuen Mächtegruppierung beizutreten, deren Mitglieder außer Rumänien und Polen noch Italien, Bulgarien, Ungarn und die Türkei wären, die als Verbündete in außenpolitischen Fragen eng Zusammenarbeiten sollten. Der kritische 2. Oktober in Oesterreich. EinBerbotdesfozialdemokratifchenUmzugs Wien, 1. Ott. (LU.) Die niederösterreichische Landesregierung hat die Wien-Reustädter Polizeibehörde beauftragt, den sozialdemokratischen Umzug am 7. Oktober zu verbieten. Das Verbot ist formell wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erfolgt. Eine Zurückziehung des Verbots würde nur möglich fein, wenn die Sozialdemokraten die pollzer- liche Aufmarschordnung einzuhalten versprechen. Die Erlassung dieses Verbots bedeutet jedenfalls eine neue und wichtige Wendung in der ganzen Angelegenheit des 7. Oktober. Das Verbot, das nach allgemeiner Auffassung auch ein Verbot des Aufmarsches des Republikanischen Schutzbundes involviert, wurde sehr rasch bekannt und löste namentlich bei den Arbeitern große Erregung aus. Die Sozialdemokraten erlläven, datz sie keinesfalls zulassen werden, datz am Sonntag nur der Heim- wehr-Aufmarsch ftattfinbet; wenn ihnen auch verboten werde, geordnet und organisiert in Wiener- Reustadt zu erscheinen, würden sie sich doch in den Strahen einfinden und sie sperren, um den Heimwehr-Aufmarsch unmöglich zu machen. Die Arbeiter von Wirner-Reustadt wollen sich sogar schon am Samstag aus die Straßen begeben, um eine Art Blockade gegen den Heimwehr-Aufmarsch durchzuführen. Für Mittwoch ist eine große Versammlung deS Republikanischen Schutzbundes einberufen, in der zu der neuen Lage Beschluß gefaßt werden soll. Reber die Sicherheitsvorkehrungen, die die Regierung und die Wiener Stadtbehorden für den 7. Oktober zu treffen gedenken, ist noch nichts bekannt. Dagegen weih man, datz die Garnison von Wiener-Reustadt morgen aus der Stadt abziehen und durch Wiener Militär erseht werden wird. 3n einigen Familien von Wiener-Reu- stadt werden bereits Vorkehrungen getroffen, um die Frauen und Kinder während der kritischen Tage nach auswärts zu bringen. Eindrücke von einer Oeuischlandreise. London, 1. Okt. (WD.) Das brittsche Parlamentsmitglied Sir John Sandeman Allen ist mit der von ihm geführten Gruppe konservativer Parlamentsmitglieder von einer Studienreise durch Deutschland zurückgekehrt. In einem Interview erklärte er: Es ist klar ersichtlich, datz dir britische Industrie sich gründlich organisieren und modernisieren muh, wenn sie dem deutschen Wettbewerb standhalten soll. Dies ist besonders wichttg, weit der volle Druck des deutschen Wettbewerbs auf dem Weltmarkt nochnichtwirk- •Scydlst iberdeei Montag, d.t Okt 1928.7haDdS. Es Oie Wetterlage Keine Reichsmittel für die Technische untergegangen sind. Berlin. 2. deS Innern der Technischen Nothilfe. Ott Der Reichsminister Wicklung der Teno bereitgestellt. Der vom Reich zur Unterhaltung der Teno zur Verfügung gestellte Betrag beläuft sich auf rund 2,5 Millionen Mark. 2. Oktober: morgens 6,8 Grad Celsius. Sonnen« fdjeinbauer 3% Stunden. — Niederschlag 03 Milli' 3. Plutokraiische Einflüsse auf die Volksvertretung, dieVeherrichungderpartelen durch Truste und Konzerne muh ohne Ansehen der Partei beseitigt werden. 4. Aufsichlsralsmitglieder privater Enverbs-Ge- fellfchaslen dürfen nicht Volksvertreter fein. 5. Das koalitionsrecht aller Stande und Berufe muh für Arbeitgeber wie Ar- beitnehmer in Arbeilgeberoerbönden, 3nnun- gen und Gewerkschaften gewährleistet sein. Der Iungdeutsche Orden betont zum Schlutz, daß der neue Weg des Stahlhelms ihn mit ernsten Bedenken erfülle. Deutsche Volkspartei und Stahlhelm. Berlin, 2.Okt. (Priv.-Tel.) 3m Reichstag hat gestern zwischen Vertretern des Partei- vorstandes dec Deutschen Dolkspartei und der beiden volkspartellichen Fraktionen des Reichstages und des preußischen Landtages eine Besprechung stattgefunden, in der man sich mit der Stellungnahme zum Stahlhelm beschäftigte. Endgültige Entschlietzungen in dieser Sache werden aber möglicherweise erst von der n äch st en Zentralvorstanbssitzung der Deutschen Dvlkspartei zu erwarten sein. Drei Touristen im karwendelgebirge tödlich abgestürzt. Drei Innsbrucker Alpinisten erweiterten die Nordostwand deS Lafaischers. Die Hütten- poincare und Deutschland. Die neue Sonntagsrede. — Son Locarno zurück zu Versailles Frankreichs Interesse an baldigen Verhandlungen. Aus aller Welt. Schwere Sturmschäden an der belgischen Küste. __Hai eine Zett gegeben, in der Poincarö a l l w ö ch entlich ein neues Gefallenendenkmal eingeweiht unb uns Sonntag um Sonntag eine neue Rede beschert hat. Der fran- hat laut „Vorwärts" dem Leiter Rothilfe unter dem 1. Oktober Mitteilen lassen, daß die bish-r zur Verfügung gestelltem Reichsmittel ab 1. Avril 1929 nicht mehr ausgezahlt werden. Von diesem Termin an werden lediglich noch Mittel z u r A b- s a m geworden ist. Das Bemerkenswerteste in Deutschland ist der allgemeine Wille zu harter Arbeit. In politischer Beziehung scheint man sich im allgemeinen in Deutschland mit der Lage abgefunden zu haben, außer bezüglich gewisser Grenzfragen und der Frage deS polnischen Korridors. Die belgische Küste wurde in der Nacht zum Montag von einem schweren Sturm heimgesucht, der großen Schaden anrichtete. In Zecbrüggc wur- bcn die Strandbefestigungen schwer beschädigt. In N i e u p o r t wurde ein provisorischer Schleusen- pfeiler fortgeschwemmt. Dadurch entstand eine Bresche von 40 Meter Breite, so daß das Wasser ungehindert eindringm konnte. Weite Strecken Landes wurden unter Wasser gesetzt. Zahlreiche Bauern- gehöfte sind von jedem Verkehr abgeschnitten. Viel Vieh ist ertrunken. Mehrere Kompagnien Soldaten sind entsandt worden, um den Schaden auszubessern. Ihre Bemühungen waren bis jetzt vergeblich. Am Montagnachmittag wurde die Lage noch immer als sehr ernst geschildert. An der Küste sind vielfach Schiffsteile und Schiffsgüter ange chwemmt worden. Man schließt daraus, daß zahlreiche Schiffe im Sturm in die Tiefe ritz. Eins RetlungSexpedition ist sofort von Innsbruck abgegangen, doch muht« sie unverrichteter Dinge zurückkehren, da Schneesturm und Vecelfung der Felswände big Bergung unmöglich machten. Einige Leute, die von der Spitze des Berges zur Absturzstelle vorzudringen versuchten, bemerkten, daß die Ab- gestürztcn etwa 200 Meter tiefer regungslos lagen. Hilferufe wurden nicht mehr gehört. Es kann als sicher angenommen werden, daß alle drei tot sind. Belästigung durch Schwelgase. Da sich in den letzten Tagen der Wind gedreht hat, machen sich jetzt die Schwelgase der Grube „Alwine" in Bruckdorf bei Halle nicht mehr in Halle selbst, sondern in den benachbarten Ortschaften des Kreises Delitzsch und des Saalkreises bemerkbar. Beim Landrat in Delitzsch sind bereits von den Amtsvorstehern Beschwerden eingegangen. Die Bevölkerung klagt an Tagen, an denen der Wind aus Bruckdorf kommt, bei der Feldarbeit über heftige Kopffchmer- zen unb ist teilweise nicht in der Lage, ihre Arbeit fortzusetzen. In den Wohnungen können an solchen Tagen die Fenster nicht geöffnet werden. Das Oberbergamt Halle hat festgestellt, daß sich gesundheitsschädliche Belästigungen der Einwohnerschaft der Stadt Halle bemerkbar gemacht haben, die zweifellos auf den hohen Gehalt der verbrannten Schwefelgase an Schwefeldioxyd zurückzuführen sind. Es sind zwar daraufhin auf Anordnung des Bergrevierbeamten fofflrt Einrichtungen zur Verdünnung dieser Gase getroffen worden, durch die aber eine vollständige Beseitigung der Schäden nicht erreicht werden kann. In Verfolg des Beschlusses vom 15. September wird daher die sofortige Betriebsstillegung bei Schwelerei bis auf weiteres nunmehr angeorbnet werden. Streik im uiederfchlefifchen Steinkohlenbergbau. Der bereits seit einiger Zeit im nieder^chle- sischen S te ink ohlenbe vg ba u drohende CBerg* arbeiterstrett ist nunmehr Tatsache geworden. Die Funkttmräre der am Tarif beteiligten Berg- avbeiterverbände haben mit übertoältigenbec Mehrheit beschlossen, am Dienstag in den Streik! zu treten. Da sich dieser Streikbeschluß auf daS Reuroder und Waldenburger Revier bezieht« dürston wahrscheinlich 25 000 Bergarbeiter davon in Mitleidenschaft gezogen werden. vier Personen in bet Wüste verschollen. Elf brittsche Militärflugzeuge haben erfolglos Rachforschungen nach einer3agdgesellschaft von vier Personen angestellt, die sich am Samstag in einem Auto in die ägyptische Wüste begäben hatten und nicht zurückgekehrt waren. Verleihung der ßönigsrourbc an Prinz Tafari. Das abesllnische Außenministerium gab bekannt, dah die Kaiserin von Aethiopien, Judith, dem Thronfolger und bevollmächttgten Regenten, Prinz Tafari Makonnen, die König-Würde verliehen habe. Die Krönung finbet am 7. Oktober statt. Furchtbarer lob einer Nervenkranken. In Anbernach flüchtete eine 51 Jahre alte Frau, bie einer Nervenheilanstalt zugesührt werben sollte, im letzten Augenblick aus bem Hause unb konnte trotz eifrigen Suchens ber Anverwanbten nicht mehr aefunben werben. In der Nacht würbe nun a us oen Schienen in ber Nähe bes Kranenberges eine furchtbar zerstückelte Leiche ge- funben, bie von mehreren Zügen über- fahren sein muß. Das einzige Erkennungszeichen waren Schuhe, bie bie Frau vorher zur Seite gestellt hatte. zösische Rationalismus, als deren oberster Füh- rer unter besonderer Berücksichtigung seiner Vertretung im Kabinett Poincare gilt, feierte zu jener Zeit Orgien wüstester Ausfälle gegen Deutschland und erblickte seine besondere Aufgabe darin, die Locarno-Politik des Außenministers Driand wirksam zu durchkreuzen. Als der Einfluß Briands aber trotzdem nicht erschüttert und Poincare selbst in entscheidenden Augenblicken immer wieder gezwungen wurde, den Richtlinien seines Außenministers zuzustimmen, waren nicht nur die Rationalisten verschiedentlich genötigt, zum Rückzug zu blasen, auch die Sonntagsreden Poincares hörten eine Zeitlang auf. Run scheint in Frankreich der Weizen des rechten Kammerflügels wieder zu blühen. Don den Liebernationalisten vom Schlage eines Mitterand abgesehen, der sich in gehässigen Angriffen gegen Deutschland ergeht, ist anscheinend auch der Ministerpräsident wieder dazu übergegangen, wie früher den gläubigen Franzofen Sonntags die politische Wahrheit, wie er sie versteht, zu predigen. Da Poincarö sich natürlich der Bedeutung seiner Worte genau bewußt ist, da die Bekundung seiner Aussassung gerade im Augenblick der bevorstehenden Aufnahme der in Genf beschlossenen Verhandlungen Über Rheinlandräu- mung und Reparationen von besonderem Wert ist, müssen seine Ausführungen Anspruch auf höchste Beachtung erheben. Wenn es auch paradox klingt, so beweisen die Ausführungen Poincarös in Ehambery, datz der Ministerpräsident sich in den Futztapsen seines Außenministers befindet. Früher hat man das manchmal umgekehrt sagen können, wenn Driand, durch innenpolitische Einslüsse gezwungen, das Wort zu einer ausgesprochen deutsch-feindlichen Rede ergriffen hat. Durch feine polternde Rede in Genf hat der französische Außenminister aber seinem Ministerpräsidenten den Beweis geliefert, daß auch er in seinem, Pvln- cares, Sinne mit Deutschland sprechen kann. Was Wunder, wenn Poincare nicht nur in den Ton Briands verfällt, sondern sich sogar seiner Argumente bedient, um Frankreich wieder einmal als den Friedensengel, und das böse Deutschland als den allein Schuldigen für alles, was die von der Pariser Regierung so seHnlich gewünschte Befriebun-g der Welt hemmt, hinzustel- (an. Die Poincarö-Rede, die vom „Temps" als eine Rechtfertigung der Briand-Rede in Genf bezeichnet wird, zeigt von neuem, daß Frankreich gründlich mit jedem Aleberblcibfel des berüchtigten Locarno-GeisteS aufgeräumt hat unb datz es nach wie vor jede Position gründlich auszunutzen gewillt ist, die ihm der Versailler Dertrag gibt ä womtnroi. o netter.» naro d«mckl ® *omic, e «rteaea V Schnee a Grauptia ■ NcDei K 0ewitter,(§)WiDdsiilie.«O. je» eicntr/ asi -nissiger SOdsooweju ft sturmacne «ordwtsl Ott »feite fliegen mit dem Winde. Die oei den Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an Oie Linien verhmden Orte mit glcutietw «Nf R-tercsniveau umaerrrnoete» Luftdruck 'rtoettetVüvauäfagc. Gin über Dänemark lagernder Wirbel führte besonders in Rorddeutfckland während her vergangenen Rächt zu Rieoerschlägen. Mittel- unb Süddeutschland dagegen, das mehr unter dem Einfluß des westlichen Hochdruckgebietes liegt hat trockenes Wetter. Obwohl sich der hohe Druck weiter nach dem Kontinent ausbreiten wird, so werden die an der Vorderseite des Hochs vordringenden leichten Böen in unserem Gebiet noch zu zeitweiser Bewölkung führen. Wettervoraussage für Mittwoch Wolkig mit Aufheiterung, wenig Aend rang bei Temperaturen, trocken. Witterungsausfi chten für Donnerstag: Kllne wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 1. Oktober: mittags 8,6 ®rab Celsius, abends 4,7 Grab Celsius; am 2. Oktober? morgens 5,2 Grob Celsius. Maximum 8,8 Grab Cel« sius, Minimum 2,8 Grab Celsius. — Erbtempera« turen am 1. Oktober: abenbs 9,2 Grab Celsius; an? Zungdo und Stahlhelm- Volksbegehren. EinTreugelöbnisfürdcnNeichsPräsidenten. Die politischen Forderungen detz Jungdo. Berlin. 1. Okt. (TU.) Die Führer bes I u n g =■ beutschenOrbens aus bem ganzen Reich haben anbenReichspräsibentenvonHinben- bürg einen längeren Bries gerichtet, in bem es u. a. heißt: „wir erkennen den Frevel, den ein alles oer- neinenber Extremismus am deutschen Volke begeht. Die jüngsten Angriffe, bie von der e x - tremistischenRechten gegen Sie gerichtet sind, haben unseren willen gestärkt, den Kampf auch gegen diese Zerstörer unb Verneiner auf- zunchmen. Der Botschaft des Hasses sehen wir unser jungbeutschcv Bekenntnis des Dienstes am Volke entgegen, wir hatten es für unsere nationale Pflicht, in unserer Art unb ohne von unseren Forberungen unb wünschen etwas abzustreichen, bem Staute auch bann zu dienen, wenn er ein Gewand trägt, das wir nicht lieben können. 3n Ihrer Haltung, Herr Reichspräsident, sehen wir ein Vorbild ftaatsbürger- llchex Pflichterfüllung ohne jede Rücksicht auf die jeweils herrfchende Parteirichtung. Mit diesem grundsätzlichen Bekenntnis ber Treue zu Staat unb Volk oerbinben wir ben schärfsten Ausdruck unserer f a ch 11 ch e n Opposition. 3n dieser Haltung kämpfen wir für bie Fortentwicklung bet beutschen Republik zum wahren Volks st aaL“ Ferner hat daS am 30. September in Berlin zusammengetretene Hochkapital des Iung- deutschen Ordens eine Erklärung abgegeben, die u. a. besagt: Obschon zwischen dem Stahlhelm einerseits, dem Iungdeutschen Orden sowie den übrigen Bünden andererseits Verhandlungen darüber schweben, tote der Kampf der nationalen Bewegung und die Reugestaltung des Staates gemeinsam Erführt werden kann, hat der Stahllielm die Etnleitung eines Volksbegehrens auf Abänderung der Verfassung von sich aus angekundigt. Er hat dabei, ohne beauftragt zu fein, sich zum Wortführer der nationalen Bewegung aufgeworfen. Der Iungdeutsche Orden erklärt, daß er jeden Kamps um die Reugestaltung des Staates im Sinne des Volks st aates zurzeit unterstützen wird, der zum mindesten folgende Grundfvrderungen enthält: 1. Die politische Gleichheit aller Staatsbürger unb die gerechte Dehanblung aller in kultureller unb wirtschaftlicher hin- sicht muß gewährleistet sein. 2. 3ebes Spie! mit ber W ieberherstet- stellung ber Dynastie auf ben, Boden bes Legitimismus mutz unmöglich gemacht werben. Heber die geschichtliche Darlegung aus der Vor- unö Rachkriegszeit, der PoincarL einen großen Teil seiner Rede widmet, kann man ohne wesentliche Beeinträchtigung hinweggehen; denn es gehört zu dem alten Rüstzeug des Advokaten Poincare, die Friedensliebe Frankreichs stets dann mit besonderem Rachdruck zu betonen, wenn eine neue Maßnahme die Welt von dem Gegenteil überzeugt. Gerade Poincare, der, tote nicht zu übersehende Veröffentlichungen über die Vorgeschichte des Weltkrieges eintoanöfrei beweisen, an dessen Ausbruch wesentlich mitschuldig ist, hat )a besondere Veranlassung, diese Anklage von sich abzuwalzen. Was seine Rede aber auch für Deutschland bedeutungsvoll macht, ist der „heiße Wunsch nach einer Derständigung", den Poincare, wie er sagte, gestern gezeigt hat und auch morgen haben toirö, wenn die Unterhaltungen mit Deutschland über die Frage der Rheinlandräumung und dec Reparationen beginnen. Dieser „heiße Wunsch" würde in Deutschland ohne Zweifel überall begrüßt werden, wenn er im Munde eines Poincare nicht etwas verdächtig klänge, wenn der f ranzöslsche Ministerpräsident zu seinem Beweis nicht Beispiele angeführt hätte, die nach deutscher Auffassung gerade für da s Gegenteil eines ehrlichen Verständigungswillens Sgen. Denn es bedeutet ein Programm, wenn incate ausgerechnet Partt-Boncour in seiner >rüstungspvlitit anführt, um Frankreichs Friedensliebe zu beweisen. Was es mit der französischen Abrüstung auf sich hat, braucht nicht näher dargelegt zu werden; die grandiosen mUitärischen Rüstungen an der französischen Ostgrenze, die Gröhe deS Militäretats und das jüngst abgeschlossene Flottenabkommen mit England, dies alles spricht eine zu deutliche Sprache. Demgegenüber ist es eine Spiegelfechterei, wenn Poin:are, wie Briand in Genf, a uf die „Kaderarmee der anderen" hinweist, womit natürlich nur Deutschland gemeint ist. Soll noch einmal unterstrichen werden, daß es die Alliierten waren, die imS im Versailler Vertrag das Hunderttausend - Mann - Teruf lheer aufgezwungen haben, daß also mindestens nicht wir für dessen Existenz verantwortlich sind. Was aber Polncarös 'Verdächtigungen anlangen, so kann der Ministerpräsident auf die Antwort verwiesen werden, die Reichskan, er Müller in Genf Briand erteilt hat. Poincare ist der alte geblieben, auch wenn er sich jetzt nicht scheut, „heiße 'Verständigungswünsche" auszu- sprechc,!. Diese können nur einen Wert haben, nxrrm man auch auf französischer Seite für ihre Erfüllung das nötige beitragen und nicht das Trennende stets mit besonderer Betonung unterstreichen, sondern sich bemühen wird, von den Worten zu den Taten überzugehen. toirtin des Halleranger Hauses beobachtete gegen Mittag, als Mo Kletterer bereits im oberen Teile der Wand angelangt waren, datz plötzlich 'ber am Seil an erster Stelle Gehende ab- stürzte und ferne beiden Kameraden mit sich I Meter, *"\ Vfi» iS 11 > • i11’"""? OHiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiii' **"!*■ 1 ir**!**»'- • '•'*** Winterknr für 5924SI omh Nervenkranke u.Nervös-Erschöpfte. Speelalknranslalt Hofhelm im Tannas bei Frankf.a.M. — Prospekte durch Dr. M. Sohulze-BCahieyss, Nervenarzt Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Gaskandelaber vor der Stadlkirche. Eine „Zierde" des Kirchenplatzes sind die zwei ehrwürdigen Gaskandelaber vor der Stadtkirche. Sie sind seinerzeit wohl unter Denkmalschutz gestellt worden und nun darf an ihnen nichts geändert werden. So hat die stau- nende Rachwelt immer vor Augen, wie die früheren Gaslaternen ausgesehen hätten, wenn fte nicht — geputzt worden wären. V. Koche im Licht! Die Küche kst einer der wichtigsten Jtdame des Haushaltes und erfordert darum die beste Äeleuchtung. Auch 6&er besser« «acheobelevchkuog geben die OSrom-DerkaufSfietten. M CleNriMttstverr und sonstige aiettrvfochgrschLft« »ofienlos JUt vab »elfvnft. cegen Staub ----ein Mittel nur Q-Cedar Mop und Politur. -PART 7 EIT UND MÜHE E ordentlichen Prämien soll auch der Sachverhalt und der Rame des Empfängers im Amtsblatt veröffentlicht und ein Vermerk in den Personalakten gemacht werden. •• Verein „Wanderlust". Am Samstag- abend trat der Verein „Wanderlust" mit einem gut vorbereiteten llnterhaltungsabend im Saale deö Katholischen Vereins Hauses an die Oeffent- lichkeit. Der Verein, von der Behörde als Verein für Jugendpflege anerkannt, hat sich die schöne Aufgabe gestellt, feinen Mitgliedern, meist Jugendliche, die Augen zu öffnen für rechte Freude, und Sorge zu tragen für Erhaltung einer sonnigen und frohen Jugendzeit. Der Llnterhal- tungsabend zeigte, daß die rechten Wege zur Erreichung dieses Zieles von dem Verein beschritten werden. Die Musikkapelle des Vereins, bestehend aus etwa 20 Streich- und Zupfinstrumenten, eröffnete mit dem flotten Marsch „Hoch Heidecksburg" von R. Heuzer die Vortragsfolge: die Kapelle erntete für ihre vorzüglichen Darbietungen, die zum Teil Wiedergaben recht schwieriger Kompositionen waren, wie das Potpourri aus der Oper „Freischütz" von C. M. v. Weber, allseitigen Beifall, so daß sie oft zu Zugaben genötigt wurde. Die Kapelle und ihr Leiter, Hans Seih, können mit Befriedigung auf ihre Mitwirkung bei diesem Llnterhaltrmgsabend zurückblicken. In seiner Begrüßungsansprache dankte der erste Vorsitzende, Hans Seih, für den guten Besuch der Veranstaltung, zu der auch viel Jugend unserer Stadt und aus den Rachbarorlen erschienen war. Den zweiten Teil des Programms eröffnete ein Volksstück „Teure Heimat oder Opfer der Fremdenlegion", ein Zweiakter von Hermann Marcellus, bas von den Mitspielern ausgezeichnet heraus- gebracht wurde. Auch das zweite Stück, „Der Erbfeind", ein Försterdrama in einem Akt, von M. Gruber!. fand vortreffliche Wiedergabe. In beiden Stücken ernteten die Mitwirkenden allgemeinen Beifall. Die Gasamtspielleitung lag in den Händen des ersten Vorsitzenden Hans Seitz. oft regnerischen und stürmischen Detters war der Besuch der Schaumesse am Sonntagnachmittag und in den Abendstunden sehr stark, ebenso bewegte sich gestern nachmittag und abends eine ansehnliche Men- schenmenge auf dem Messeplatz. Der Besuch der verschiedenartigsten Veranstaltungen zur Unterhaltung des Publikums war teilweise sehr gut, andere Schausteller dagegen fanden weniger Anklang. Im ganzen betrachtet dürfte wohl zu sagen sein, daß den Schau- stellern allgemein besseres Wetter sehr erwünscht wäre, weil sie sich davon am ehesten eine Belebung ihres Geschäftes versprechen. " S ch u l p e r s o n a l ien. Durch Entschließung des Ministeriums für Kultus und Dil- dungswesen wurden die Studienreferendare Ernst Christ in Gießen, Dr. Ludwig Geismar in Alsfeld, Wilhelm Hainz in Gießen, Johänn M euse r in Gießen, Karl R oth in Gießen, Dr. Heinrich S ch u d t in Gießen, Albrecht Steinhäuser in Hungen, Dr. Wilh. Wamse r in Gießen zu Studienassessoren ernannt. •• Erledigte Schulstellen. Erledigt find: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Bernsfeld, Kreis Alsfeld: Dienstwohnung ist vorhanden und wird in aller Kürze frei: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Rudingshain. Kreis Schotten: gute Wohnung Wochenendkarten 2. Klasse. Mit dem Wegfall der 4. Klasse In den Zügen der Reichsbahn ist auch eine Aenderung in der Ausgabe der Wochen- cndkarten (Sonntagsrückfahrkarten) notwendig geworden. Auf den meisten Strecken wurden bisher nur Rückfahrkarten 3. und 4. Klaffe ausgegeben. Wie das Nachrichtenbureau des VDZ. hört, werden künftig solche Karten für die 3. und die 2. Klasse verkauft werden, und zwar auch auf solchen Strecken, auf denen bisher Wochenendkarten 2. Klasse nicht ausgegeben wurden. Die sog. Kleingärtnerkarten zum halben Fahrpreis der 3. und 4. Stoffe werden dagegen künftig nur noch für die 3. Klasse, nicht aber für die 2. Klösse abgegeben werden. ** Der Verband ehemaliger 116er halt am 6. und 7. Oktober in unserer Stadt seinen Verbandsvertretertag ab. Zu der Tagung sind Vertreter aus allen Teilen Deutschlands gemeldet. Am Samstagabend findet im Caf6 Leib ein Begrüßungsabend, verbunden mit dem 17. Stiftungsfest des Vereins ehemaliger 116er in Gießen statt. Der Abend verspricht den Besuchern einen wertvollen Genuß. Siehe hentiak- Anzeige. , Das ehern. Landsturm-Inf. -Bat l. Gießen XVIII/9 trifft sich am kommenden Samstag 6. Oktober, abends in Gießen zu einer einfachen Feier des Jahrestaaes. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. " Prämien der Reichsbahn. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahnge- sellschast veröfsentlicht soeben neue, am 1. Oktober in Kraft tretende Richtlinien für die Gewährung von Prämien bei Entdeckung oder Verhütung von Schäden an Bahnanlagen und Fahrzeugen und hei Ermittlungen und Anzeige von Diebstählen. Danach erhalten Reichsbahnbedienstete, die an Betriebseinrichtungen oder Fahrzeugen Schäden entdecken, die die Sicherheit des Betriebes gefährden können, Geldprämien, sosorn besondere Aufmerlsamkeit vorliegt und ein weiterer Schaden durch rechtzeitige Anzeige verhütet wird. Für Ermittelung von Personen, die Fensterscheiben im Personenwagen zertrümmert haben, erhalten die Bediensteten eine Prämie bis zu 10 Prozent des Ersahbeträges. Außerdem werden auheror- dentliche Prämien bis zum Betrage von 200 Mark für jeden Beteiligten an Reichsbahnbedienstete oder Privatpersonen bewilligt, wenn eine drohende Detriebsgesahr durch entschlossenes und zweckmäßiges Handeln rechtzeitig abgewendet, oder wesentlich h:rabgemindert toorben ist. Die gleiche Prämie wird auch bei der Beteiligung an der Bekämpfung von Hochwasserschäden, Schneeverwehungen, Rettungs- und Äufräu-- mungsarbeiten, der Entdeckung und ilnter- drückung von Waldbränden, bei der Rettung von Personen aus der Gefahr des äleberfahren- werdens, sowie bei Ermittelung und Anzeige von Diebstählen am Eigentum der Reichsbahn ausgezahlt. Bei der Gewährung von außeror- tige Anzeige. Daten für Mittwoch, den 3. Oktober. Sonnenaufgang 6.03 Uhr, Sonnenuntergang 17.34 Uhr. — Mvndaufgang 19.36 Uhr, Monduntergang 11.08 Uhr. 1226: Franz von Assisi in Assisi gestorben; — 1807: Stapellauf des ersten Dampfschiffes in Neu- york, — 1859: die italienische Schauspielerin Eleonore Düse in Vigevano geboren; — 1895: der Forschungsreisende Otto Ehlers auf Neuguinea ermordet; — 1918: Abdankung des Zaren Ferdinand von Bulgarien. ** Aufgehoben--Straßensperrungen. Vom Oberhessischen Automobilklub E. V. (A. v. D.), Gießen, werden uns folgende aufgehobene Straßensperrungen mitgeteilt: Strecke Ober-Eschbach — Ober-Erlenbach, im Zuge der Straße Bad Homburg — Kloppenheim; Strecke Gießen — Marburg in Gemarkung Marburg von km 93 bis 91,3. •• Vergebung der Gießener Hrn- denburgspende. Wie erinnerlich, hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gießen durch Beschluß vom 30. September 1927 aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500 Mark errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1928 ist gestern im Stadthaus, Gartenstraße 2, an die durch den Beirat süc Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt. Es wurden 10 Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit je einer Gabe von 50 Mark bedacht. — Die dem Herrn Reichspräsidenten anläßlich feines 80. Geburtstages vom deutschen Volto dargebrachte Hindenburg-Spende hat ebenfalls am gestrigen Tage weitere 425 000 Mark in Beträgen von durchweg 200 Mark an besoichers schwerbetroffene, von Organen der Kriegsb. schädigten au-gewählte Kriegsopfer aus- geschüttet. Jnsgesamr hat die Stiftung bisher rund 1,8 Millionen Mark an Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Veteranen ausgezahlt. ** Vom Stadttheater. Die heutige Vorstellung im Stadttheater ist, worauf besonders hingewiesen sei. die erste im Dienstagsabonne- ment. , ** Der Kartofselkrebs, eine Gefahr des deutschen Kartoffelbaues. Unter dieser Lleberschrift wird von der Hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz vom 1. Oktober ab in den Geichästen Blumenhaus Dietz, Seltersweg, Samenhaus Hahn, Wolkengasse, und im Ober- hessischen Samenhaus, Lindenplatz, Kartoffelkrebs ausgestellt, da der Krebs noch nicht genügend bekannt ist und oft der Wunsch nach einer solchen Ausstellung ausgesprochen wurde. Außerdem erscheint in der nächsten Rümmer der „Scholle", der landwirtschaftlichen Beilage zum „Gießener Anzeiger", ein Aufsatz über die neuzeitliche Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft, in dem auch auf den Kartoffelkrebs eingegangen wird. ** Die Gießener Herbstmesse ist seit Sonntag auf Oswaldsgarten im Gange. Trotz des ist vorhanden.. ** Angeblicher Raub üb er fall auf eine Gießener Dame. Der PKizeibericht meldet: Gestern nachmittag gegen 2 Uhr kam ein erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassener Mann zu Fuß aus der Richtung Friedberg hier an, der sich gestern abend freiwillig auf dem Polizeirevier stellte und dort angab, er habe am Nachmittag gegen 2 Uhr im Wetzlarer Weg'Ecke Klinikstraße eine Dame Überfallen in der Absicht, ihr die Handtasche zu entreißen und sich auf diese Weise in den Besitz von Geldmitteln zu bringen. Die Dame habe sich jedoch zur Wehr gesetzt und laut geschrien. Daraus habe er von der Ueberfallenen abgelassen und sei flüchtig gegangen. Wie der Polizeibericht weiter mitteilt, soll die überfallene Dame nach den Angaben des Mannes etwa 23 Jahre alt fein, schlank und etwa 1,65 Meter groß, sie habe Hellen Hut, Hellen Mantel, Helle Strümpfe und gelbe Schuhe getragen. Die Kriminalpolizei bittet auf diesem Wege die in Betracht kommende Dame, sich auf dem Bureau der Kriminalpolizei, Zimmer 1, zu melden. Der Mann befindet sich einstweilen hier in Hast. Großseuer in Michelstadt i. O. WSR. Michelstadt i.O., 1. Oft. Heute vormittag entstand in der erst kürzlich in Betrieb genommenen Kammfabrik Künzl & Eo. in Michelstadt eine Explosion, die ein Großfeuer zur Folge hatte, das die Fabrik gänzlich vernichtete. Die Explosion entstand dadurch, daß ein Gefäß mit SpiriluS auf einen Heizkörper gestellt wurde. Das Feuer breitete sich mit rasender Geschwindigkeit unter den großen Stapeln Zelluloid aus, Pie 40 in dem Betrieb beschäftigten Arbeiter konnten sich nur mit Mühe in Sicherheit bringen. Der Besitzer der Fabrck, der 66 Jahre alte Karl Künzl, wurde dagegen ein Opfer der Flammen. Seine Leiche konnte, bis zur Un- kenntlichkeit verstümmelt, unter den Trümmern geborgen werden. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränlen, die umliegenden Gebäude zu schützen und mußte das Feuer in den großen Waren- und Rohstoffvorräten gewähren lassen. Zm Gegelflug über Kassel. Kassel, I.Ok. (TU.) Der Kasseler Segelflieger Karl Magersuppe flog am Sonntagnachmittag mit seinem Segelflugzeug „Max Kegel" vom Fliegerlager Dörnberg über den Habichtswald zum 'Flugplatz Waldau, wobei er Kassel überflog. Er legte die 15 Kilometer lange Strecke in etwa 10 Minuten zurück. Es dürste dies zum ersten- mal sein, daß eine Großstadt von einem Segelflugzeug überflogen wurde. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 2. Oktober 1928. Wenn die Sonne fehlt. Man erfährt in den Tagen trüber Herbst- stimmung, was es bedeutet, wenn die Sonne fehlt. Aus grauen Rebelmassen hebt sich der Tag. Man hofft, daß sich der Vorhang teilen wird, möchte ein Stück blauen Himmels sehen. Gerade im Herbst ist er ja von einer zarten Bläue, die wundersam zu erfreuen vermag. Aber der Tag schreitet vor, Stunde um Stunde verrinnt, und kein wärmender Strahl trifft die Erde, die sich leise in den Winterschlaf wiegt. Der Abend kommt heran. Rur schwach verfärben sich die Wolkenwände, die der Sonne den Durchbruch verwehren. Dann senkt sich eine lange Dämmerung nieder, und vom Osten kommt die Rächt. Dor uns erstehen die Tage, da wir in Sonne gingen. Irgendwann. In diesem Jahre oder vor vielen Jahren. Durch eine Welt schritten wir, über der heller Sonnenbrand lag, die Lust zitierte, baß die Ferne verschwommen vor uns' lag. Schweigend lag die Ratur vor uns; vor der Glut verbargen sich die Geschöpfe. Durstige Blumen standen am Rain; in der Rahe aber rieselte ein Bächlein und führte kristallklares Wasser aus märchenersüllten Waldestiefen dem breiten Tiefland zu. Wir folgten dem Wässerlein zum frischen Waldesgrund und wären am liebsten bis zu seinem Quell gegangen. Aber im Schatten streckten wir die Glieder und träumten hinaus zum strahlenden Himmel. Hnö alles war vergessen, was uns sonst anhing, uns beengte und quälte. In rasch verbleichenden Bildern zog «S ungeordnet an uns vorüber. Aber es erschien uns nicht mehr so drückend, wie noch vor Stunden. StÜler, froher, freudiger waren wir geworden. Sonne war in uns gedrungen und hatte uns umgewandelt. Noch oft haben wir die Sonne gesucht und gesunden. Aber auch oft blieb sie uns fern. Gerade dann vielleicht, wenn wir am dringendsten nach ihr verlangten. Gerade in diesen Tagen, die uns mit ihrer Kühle unfreundlich, ja fast feindlich anrühren. Und es jst nicht schwer, zu denken, waS ein ßrikn bedeutet, in dem wenig Sonne ist. Das gibt es nicht, sagt die klügelnde Erwägung, denn jedem Geschöpf ist nach Maßgabe seines Vermögens die Freude und das Leid, das Licht und ter Schatten zugeteilt. Als ob wir es nicht täglich zu sehen vermöchten, daß Leid und Sorge über viele ausgestreut ist, die doch auch Verlangen nach ein bißchen Sonne haben. Und- als ob es nicht zu sehen wäre, daß das Schicksal ungleich unfc ohne Verdienst die Lose verteilt, den einen in Lumpen gehen läßt, der Freude verdient hätte, und den Lumpen im Palast wohnen läßt. Gewiß ist das Aeußerliche noch kein Beweis: Im Palast kann sich auf seidenen Kisten ein Menschenkind wälzen, in Sorge bangen und vor Leid weinen, rmd auf dem Stroh in einem Schuppen kann dem Verkommenen etwas geschehen, was ihn ein großes Glück dünkt. Aber solche Zufälle sind doch meist schon mehr Phantasien grübelnder Dichter. Aber eines ist sicher: Die wirkliche Sonne können wir nicht nach Belieben herzaubern. Dafür jedoch können wir uns selbst Sonne schaffen. Ein freundliches, gütiges Wort kann viel tun. Und nicht minder kann es ein Wort, in dem herzliches Lachen klingt, das mit fortreißt und in freundlicherem Lichte sehen läßt, was uns bedrückte. tl. Tagung des Hess. Vogelschuhvereins. Der Hessische Vogelschutzverein hielt gestern in Schotten feine diesjährige Tagung ab. D-e Turnhalle war festlich geschmückt, die Versammlung aus allen Teilen des Hessenlandes stark besucht. Der Vorsitzende des Vereins, Landesforstmeister Staatsrat S) e ff e, begrüßte die Gäste, besonders auch die Kreisdirektoren und Vertreter der oberhessischen Kreisämter. Bürgermeister Mengst (Schotten) entbot den Willkommgruß der Stadt Schotten. Der eingehende Jahresbericht wurde vor- getragen. Danach ist ein erfreuliches Wachstum des Vereins festzustellen, der jetzt über 3000 Mitglieder stark ist. Nach der Rechnungsabtoge und Genehmigung des Voranschlags für das kommende Jahr wurde Jugenheim a. d. B. als Ort der nächstjährigen Tagung gewählt. Prof. Balser (Friedberg) hielt darauf einen hochinteressanten Vortrag über „Aogelberingun g", der durch zahlreiche Lichtbilder trefflich erläutert wurde. Mancher wertvolle Ausschluß über das Geheimnis des Vogel- fluges konnte durch diese Beringung der Vögel erzielt werden. Eine Aussprache schloß sich an den Vortrag an. Der Vertreter des Vereins für Vogel- liebfjaberei für Hessen in Offenbach erläuterte die Ziele seines Vereins und versprach wirksame Mitarbeit beim Vogelschutz. Manche wertvolle Anregung, Reinigung der Nisthöhlen, bessere Vogelkunde in den Schulen, Heckenschutz, Schutz vor wildernden Katzen u. dgl. m. wurde aus der Versammlung vorgebracht. Ein Essen schloß sich an die Tagung an. fetter WochcmnarLLpr'eise. GS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt daS Pfund: Butter 200 bis 220; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück» 60 bis 140; Wirsing 15 bis 25; Weißtraut 12 bis 20; Rotkraut 20 bis 30; gelbe Rüben 10 bis 15; Wie Rüben 10 bis 15; Spinat 30 vis 35; Römischtohl 10 bis 12; grüne Bohnen 30 bis 35; gelbe Bohnen 35 bis 40; Sinter-Kohlrabi 8 bis 15; Rosenkohl 50; Feldsalat 100: Tomaten 20 bis 25; Zwiebeln 12 bis 17; Meer- rett ich 70 bis 150; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 5 bis 6; Falläpfel 8 bis 10; Aepsel 20 bis 30; Birnen 15 bis 25; Zwischen 15 diS 20; Preiselbeeren 65; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Rüsse 100; das Stück: Eier 16 bis 17; Blumenkohl 50 bis 150; Salat 10 bis 30; Salalgurken 10 bis 50; Einmachgurken 3 bis 5; Endivien 10 bis 30; Ober-Kohlrabi 5 bis 15; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 20 bis 50 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Das Kirschblütenfest", Anfang L0 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mein Freund Harry". — Astoria-Lichtspiele: „Der größte Gauner des Jahrhunderts". — Städttheater Gießen. Am Msttwoch, 3. Oktober, geht zum erstenmal Arnold und Bachs jüngster Schwank „Unter Geschäftsaufsicht" in Szene. Die Regie Hai Spielleiter Rudolf Goll, der gleichzeitig die Rolle des Haselhuhn spielt. - „3m Zeppelin nach Afrika." Lieber dieses Tchema spricht am Donnerstag, 4. Oktober, abends, in der Reuen Aula der Metoro» löge Dr. F ö r st e r, Leipzig. Der Vortragende, der seine Ausführungen durch eine große Zahl Lichtbilder illustrieren wird, hat die berühmte Kriegsfahrt des „ß. Z. 59“ von Jamboli (Bulgarien) nach Afrika mitgemacht. die dazu bestimmt war, den in Deutsch-Ostafrika unter Lettow- Dorbeck kämpfenden deutschen Truppen Kriegsmaterial zu bringen, die aber auf Befehl der Admiralität auf der Höhe von Chartum abgebrochen wurde und wieder nach Jamboli zurückging. Dr. Förster, der als Wetterbevater Ju der Luftschiffbesatzung gehörte, wird von der bedeutsamen Fahrt in Wort um) Bild viel Interessantes zu berichten wissen. Der Besuch des Abends ist zu empfehlen. Man beachte die heu- ty is. Sy. Wi aus tzej. IL Im Halft auf lvs tatet y? nrden. «tollen. 'rien erfolglos sellschast cm Samstag Düfte begeben rat um gab bekannt, Judith, dm Jten Aegrnlen, r Äönigäimirk ü am ?, Oktober AL 001 Mi* at Z auf xnftankn. ftahr« alte Frau, geführt werden dem Hause und r Änpfrmanifcn >er Nacht wurde der Nähe des dellt Leiche gefügt» über- ge «krlennungs- rau vorher zur Hs® cudflefr-L, Drud Ä ,c vor- x noch nfe^8^ SendrAg fü- v-"" Lendern Ara! iiT. lNwin 8'®rhUnip^ hycüiene im haus Ak Leistungsfähige* alch jetzt 06962 Roonstrafee 34 Fernruf 1658. Marie Erb geb. Rübsamen und Kinder Gießen, den 1. Oktober 1928. •;r>9 U 3704 D im Alter von 23 Jahren sanft entschlafen ist 8675D gesucht Friedhofes aus statt. 06958 Schöne 068h» 8685V gesucht Ludwigsvl. 3, Damast-Decke. 06951 *641 fasse, Sägen u. v. a. 8699 D Ititifcr Gerichtsvollzieher in Gießen jUlllvl Goethestraße 29. Beeneht die Handels- cchnlö Kanzelmann! Provinzial- Pslegean statt Licher (Strafte 74. Die trauernden Hinterbliebenen: Else Walldorf geb. Offenbacher und Kind Max Walldorf und Familie. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des Neuen Israelitischen f Haben Sle^ schon die gute Drowe-5eise versucht? Wirkliche Qualität 1 kprofiale WlnlerholU ^^Kreu-playS Mittwoch, den 3. Oktober 1928, nachm. 2 llhr, versteigere ich Tkeuen. weg 28, im „Löwm", zwangsweise gegen Barzahlung: 3 pianinos, 1 Zimmerteppich, zwei Kleiderschränle, 1 Tischdecke, 1 Akten- schrank,2 Schreibmaschinen,! Hobelbank, 2 Dauerbrandöf., 2 Gasherde, 1 Sofa,! Kommode,! Ausziehtisch, mehr. 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(Man kann dies und alles Folgende nur stichwortartig und andeutungsweise wieder- qeben; zunächst aus räumlichen Gründen, auch vieler fremder, unverständlich klingender und ver- qejfcner Namen und Bezeichnungen wegen, vor allem, weil im verdunkelten Raum nur mit Muhe und Unterbrechung Notizen zu machen waren.) FUchner beschrieb also zuerst die Marschroute seiner Ende 1925 begonnenen Reise. Er zeigte uns die Expeditionswege mit der Bahn, im Auto und Leiterwagen, die Karawanenstraßen und das gigantische „Dach der Welt", Himalaya geheißen. Gegen Abend standen wir auf der Kalkhöhe, einem Paß mitten in der blauen Verteidigungsstellung. Weit schweifte das Auge nordwärts über die in immer tiefer sinkenden Wellen ab- 1 gestuften Iuvaberge. Gerade wurde der Befehl zur Besetzung und Verstärkung der (Stellung erteilt, die auch im Ernstfälle Bedeutung gewinnen kann. Ist sie doch ein Ausschnitt aus dem Grenzwall der Iuraketten, die selbst ein titanischer Defestigungsmeister nicht wirksamer für den Grenzschutz gestalten könnte, als die Ratur es tat. Von einer frontalen Verteidigung ist 1 dort wenig die Rede, aber viel wirksamer, flankierende imb sich nach der Angriffsseite hin kreuzende Feuergarben ergeben sich überall in den allerverschiedensten Abwandlungen. Die Rächt brach mit herbstlicher Kühle herein, aus den neuzeitigen Feldküchen, die in sehr richtiger Weise unentwegt die Kompagnien usw. überallhin begleiten, wurde „gefaßt" (das Gegenteil etwa von ^.gefastet"), und dann ging Blau an die Einrichtung der Stellung. Reben der Verteilung der schweren Waffen (Kanonen und Mitrail- leufen), der Ausgestaltung der Widerst andslinie und der Aufstellung rückwärtiger Reserven und Fahrzeuge handelte es sich wesentlich auch um Arbeiten am Fernsprechnetz. Das Legen und Instandhalten der Leitungen in jenem schwierigen Gelände stellte hohe Anforderungen an die Mannschaft. Ich glaube, daß die eingeleiteten Bestrebungen, Meldehunde in großem Llmfang enrzusühren, gerade in der Schweiz noch bessere Ergebnisse zeitigen werden, als sie bereits in der Reichswehr erreicht hoben. Der rote Angreifer, äußerlich durch eine weiße Binde um den Stahlhelm kenntlich. „Unfct WilMston ist keine Esporiwnie!" ; Diese Qleufierung eines bedeutenden schweizerischen Militärs wird unterschreiben, wer einmal einem Manöver im Mittel- oder Hochgebirge dieses einzigartigen Landes folgen durfte. Dann erscheint nämlich das ebenso einzig dastehende fchweizerische Milizwesen eng verbunden mit der herben, den Eindringling abschüttelnden Statur der Stell-Täler und -Hänge sowie mit der Ratur- Wtrbundenheit, Heimattreue, Freiheitsliebe und Geschichte des Schweizervolkes. Rur auf diesem Boden und in diesem Volk konnte eine Verteidigungssvrm erwachsen, die Den Unterschied zwischen Bürger und Soldat fast ausyLot, nahezu alle, ohne Rücksicht auf Stellung, Besitz und Gesinnung, mit dem Wehrgebanten erfüllt und trotz kürzester Dienstzeit wahrhaft glanzende Ergebnisse liefert. 3m Flachland, wo der Motor die Kriegsmaschinen schnell voranbringt, und der Flreger m 1 über er Höhe bleibt, wird eine Miliz vielleicht versagen. Es wäih aussichtslos, in knapp 14- togigen „Wiederholungskursen die Wehrpflichtigen in alle Feinheiten des mechanischen Kampfes einweihen zu wollen, 3m Gebirge aber nützen Maschinen wenig. Allzuoft bleibt auf den steilen gewundenen Straßen um. in den Engen der schwere Troß liegen. Die gefürchteten Kampfwagen vermögen jene jähen ober dichtbewaldeten Berge nicht zu erklimmen, und der Flieger muß erwarten, von irgend einem Gipfel aus unversehens eine Geschoßgarbe in den Motor zu erhalten. Die leichten, leicht zu versteckenden Waffen also, das Maschinengewehr und Gewehr, auch noch die Kanone, beherrschen dort das Feld. Sie im Stellungskampf an genau erkundeten, vielfach befestigten Orten zu verwenden, ist eine Ausgabe, die der Schweizer rasch und gern lernt, und hierin also gipfeln viele der „Wiederholungskurse". älngewöhnlich ist bereits die Art, tote die aufgerufenen .llebungspflichtigen s i ch versammeln. Am ersten Tage, meist einem Montag, erscheinen mit samt ihrer Uniform und Waste, der Kavallerist auch mit Pferd, am Ausstellungsort. Sie haben eben ihre persönliche Ausrüstung auch daheim bei sich. Kein Wunder, daß die Bildung der Kompagnie, Batterie usw., in der säst alle sich von früher her kennen, überaus rasch vvnstatten geht. Schon am frühen Rachmittag marschiert oder fährt die Einheit dann ins Land hinaus, meist in ein Dorf, wo Quartier bezogen und im einzelnen geübt wird. Anfangs der zweiten Woche beginnen die drei bis vier Tage währenden Manöver. Seit einigen Jahren gingen sie nicht über den Rahmen der Brigade hinaus weil erst einmal die neueste Waffe des schweizerischen Heeres, das leichte Maschinengewehr, eingeführt werden mußte. Von 1929 ab jedoch werden wieder Divisionsmanöver ftattfinben. Am 12. und 13. September d. I. war es mir vergönnt, im Jura bei Eptingen (unweit der belannten Bahnstation. Olten) den Feldübun- gen der 11. Infanterie-Brigade 6. beizuwohnen. Auf jeder Partei focht ein onf.- (oder Schützen-) Regiment mit einigen Batterien, Rot, der spätere Angreifer, hatte ferner eine Radfahrer abteilung erhalten. Kavallerie war nicht vertreten. Am Vormittage des 12. hatte sich ein Bewegungsgefecht abgespielt, Vach einer Pause trat folgende neue Lage in Kraft: Blau erhielt den Befehl, die ost-westwärts streichende Höhe des Schmutzberges in Anlehnung an rechts und links angenommene Rachbartruppen zu verteidigen, Rot hatte anzugreifen. Lfiirch die Strahenenge von Eptingen sahen wir die blauen Einheiten, das lebhaft gegliederte, durch Berg- und Waldkulissen unübersichtlich gestaltete Massiv des bis etwa 1000 Meter Höhe ansteigenden Schmutzberges erklimmen. Dabei fiel die Güte und Zweckmäßigkeit der Geschirre, Truppenfahr- „ Affenkammer" ist vor 20 Jahren entstanden, und zwar soll folgendes der Anlaß gewesen sein: Remisoffs kleine Richte erkrankte, und der Phan- tasievolle Dichter, der so reizende Fabeln geschaffen hat, erzählte der Kleinen zur Pinterhaltung Märchen aus dem Leben des Affenkönigs Assyka-Walachtantararachlaranbärufä, die dann später in Buchform erschienen sind. Der Afsen- könig verteilt hier Affenorden und Affenwürden, und Remisost über trug diese Phantasie in die Wirklichkeit, indem er eigenhändig Affenorden herstellte und an bekannte Dichter versandte. So entstand die „Afsenkammer", der sich bald alle namhaften russischen Dichter und Künstler anschlossen. So war z. D. Rosanow der älteste Astenfürst, dem in der Stufenleiter Gorki als „Astenfürst und Kavalier 1. Grades mit dem Globus" folgte. Es war eine Spahgefellschaft, die — ebenso wie z.B. die „Schlaraffia" — die offiziellen Würden und Orden verulkte. Es gab eine Astenbureaukratie, Affenerlasse. Affenurkun- den in altslawischer und in der von Remisoff erdachten Affenschrift, die vom Dichter als „Kanzler" „eigenschwänzig" unterschrieben wur- den. In dem Manifest des Asfenfimigs Assyka heißt es il a., daß „die, welche ihre Schwanz- spitze ins Tintenfaß tauchetz, oder den kleinen Finger, wenn der Aste schwanzlos ist. sich erinnern sollen, daß alle Ränke der dickwanstigen Vergifter (der Menschen) im klar aufrichtigen und kühnen Affenreich nicht geduldet werden." Wegen eines Affenschwanzes kam es einmal zu einem grimmigen Streit zwischen den Dichtern Ssologub und Alexej Tolstoi. Tolstoi hatte sich nämlich für einen Maskenball von Ssologub ein Affenfell geborgt, und als er eis zurückbrachte, war der Schwanz abMschnitten. Remisoff hetzte daraufhin die beiden Poeten gegeneinander und redete so lange, bis die ganze Petersburger Literatur in zwei feindliche Lager, in die „für den Schwanz' und die „gegen den Schwanz", geteilt war. Schließlich stellte sich heraus, daß Remisoff selbst den Schwanz auf dem Maskenball abaefchnitten hatte, weil er ihn für seine Unterschriften in der Affenkammer brauchte. UebrigenS haben auch einige Deutsche der Affenkammer angehört, so der bekannte Literarhiftoriker Dr. Luther, der „Affenfürst und Kavalier 1. Grades mit dem | Schnepfenflügelchen" war. Das wissenschaftliche Ziel der Expedition: die drei großen magnetischen Vermessungsuetze — das europäisch-westasiatische, das chinesische und das indische — miteinander zu verbinden. 160 magnetische Stationen wurden unterwegs errichtet. Filchner erzählt, wie das vor sich ging, unter welchen Mühseligkeiten und Entbehrungen, und man spürt immer wieder: mit welcher unendlichen Liebe zur Sache, mit welchem Pflicht- und Verantwortungsgefühl, wie mit zusammengebissenen Zähnen oft hier Schritt um Schritt, Station für Station erkämpft, erlitten und erarbeitet worden ist. (Die zurückgelegte Strecke entspricht, beiläufig, einer Entfernung von hier nach Tokio.) Zweieinhalb Fahre dauerte die Expedllion, und das große, von Anfang an aufgestellte wissenschaftliche Programm ist planmäßig erledigt worden. Filchners neue Bücher und der demnächst erscheinende Expeditions- film werden die Ergebnisse seiner Reise gründlicher und umfassender ans Licht stellen, als es ein kurzer Ueberblick im Vortrag vermag. Manches wäre noch zu erzählen von den gewissenhaften Vorbereitungen, den Meßskudien, der Film- ausbildung, von den Mißhelligkeiien und Widrigkeiten der'Expeditionszeit, von einer schweren Gallensteinerkrankung im Winter unterwegs, von den unglaublichen Schwierigkeiten, unter denen im Lager und auf dem Marsch, inmitten einer ost feindseligen und mißtrauischen Bevölkerung, mit Taschen- spielerkünsten wiffenschaftlich gearbeitet werden I mußte — und mit erfrorenen Händen und Füßen | und gebrochenen Rippen zuletzt. — und manches andere mehr. Filchner schloß seinen Vortrag mit einem dankbaren Lebewohl an seine guten Freunde im Herzen Asiens, mit herzlichem Dank an die unterstützungs- bereiten Regierungen der von ihm bereisten Länder und auch an manchen anhänglichen und hilfsreichen Freund und Landsmann in Deutschland. Er entließ seine Hörer mit dem Hinweis auf die großen weltpolitischen Zusammenhänge und Bindungen unserer Zeit und auf die Notwendigkeit des „Denkens in Kontinenten", wozu, wie er hoste, auch seine letzte Forschungsreise ein wenig beigetragen haben möge. An den Vortrag schloß sich noch ein Begrüßungs- abend, Filchner zu Ehren, In kleinerem Kreise an. Professor Dr. Krausmüller, namens der Vortragsvereinigung, und Bürgermeister Dr. S e i b , im Namen der Stadt, richteten herzliche Worte des Willkommens und des Dankes an den Redner des Abends. Dr. Filchner erwiderte in kurzen, schlichten Worten und leerte sein Glas auf das Wohl der Stadt tungsreform auch berücksichtigt werden müssen. Es ist denn auch wvhl der größte Mangel der von Reich und Ländern beschickten Reformkonferenz. daß in ihnen die berufenen Vertretungen der deutschen Gemeinden, vor allem also Städtetag und Städtebund, nicht ebenfalls Sih und Stimme haben. Wenn überhaupt, so ist eine großzügige Reichsreform, die zur Vereinfachung und durchsichfigeren Gestaltung der inner beut- chen Verwaltung führen soll, doch nur dadurch zu erzielen, daß ein großer Teil der Staatsaufgaben, namentlich, soweit sie nicht rein hoheitsrechtlicher Ratur sind, an die vorhandenen Selbstverwaltungskörper delegiert wird. In dieser Richtung bewegen sich ja auaj die Breslauer Wünsche des Städtetages und die Heidelberger Forderungen des Reichsstädtebundes, denen man um so weniger Berechtigung absprechen darf, als sie mehr als zwei Drittel der gesamten deuffchen Einwohnerschaft repräsentieren. Da die Kommunalorganifationen aber tu der Länderkonferenz nicht vertreten sind, ist leider anzunehmen, daß ihre Haltung in Den Arbeiten der Berichterstatter wie der Vollkonferenz überhaupt nicht berücksichtigt wird, so daß wir schon deshalb die Einrichtung einer kommunalpolitischen Abteilung im Reichsinnenministeriums begrüßen, da hierdurch wenigstens eine gewisse Gewähr dafür gegeben ist, daß die berechtigten Forderungen der Kommunen über dem Ringen der Hoheitsverwaltungen von Reich und Ländern um das Gesicht und die Gestaltung der Reichsreform nicht völlig in Der- Die Mitteilung des Reichsinnenministers auf dem Deutschen Städtetag in Breslau, daß in fernem Ministerium eine kommunalpolitische Abteilung eingerichtet werden solle, hat in der breitesten Öffentlichkeit auffallend wenig Beachtung gefunden. Richt zuletzt liegt baS wvhl daran, daß zurzeit bas politische Interesse in Deutschland von wichtigeren. — oder auch nur scheinbar wichtigeren — Dingen in Anspruch genommen wird. Die besonderen Interessen der Städte, ihre wirtschaftlichen und sozialen Funktionen, vor allem auch die eigen- tümliche Stellung der Kommunen im Verwaltungsausbau Deutschlands sind eigentlich erst in den letzten Jahren wieder Gegenstand der Erörterung geworden. Lind es ist nicht zu leugnen, daß namentlich die vorjährige Veranstaltung des Deuffchen Städtetages als der Vertretung der deutschen Großstädte mit zusammen rund 26 Millionen Einwohnern zu teilweise recht bewegten Diskussionen Veranlassung gegeben hat. Damals trat nämlich zum ersten- mal ganz klar in Erscheinung, daß die deutschen Kommunen und Kommunalverbände ein besonders starkes Lebensinteresse an einem gründ- M-WKKVDZI EwkäS«: unschwer zusammenschrehen. Tat^chlich kam es ££ ™ und auch diesmal kann die Bayrische der^MaNie! Voltspartei nicht umhin, den leitenden Elementen roten Datalllone. 3nOTaHre- ätschen Städtetages vorzuwerfen, daß sie rung jedoch, mber die Gelegenheit der Breslauer Hauptversamm- sie im Krrege Legronen Tod^gewordm. ergriffen hätten, „die Städte als Sturm- I sä« und im System begründet liegt. Die taktische Erfahrung der Truppe im Gelände kann bei den überaus kurzen Lieblings- zeiten selbstverständlich nur gering sein. Dazu kommt, daß die langjährige Kriegsschulung fehlt, die den meisten europäischen Offizieren der älteren Jahrgänge im Uebermaß eingehämmert wurde. Beide Ursachen haben zur Folge, daß man, namentlich im Gefecht, Erscheinungsformen begegnet, die unter der Wirkung jetziger Feuerwaffen nicht lange bestehen können. Dies wird von bin Vorgesetzten vollkommen erkannt, ist aber höchstens bis zu einem gewissen Grade abzustellen, denn Milizen müssen eben Gruppen-, zug- und kompagnieweise ge- f ü h r t und können nicht, wie z. D. bei der Reichswehr einzeln losgelassen und sich als Einzelwesen lange Zeit selber anheimgegeben werden. Ich möchte übrigens bezweifeln, daß es Schon aus dieser kurzen Skizzierung des inner- deuffchen Gesamtrahmens, in dem sich die kom- munalpolifischen Wünsche bewegen, ergibt sich schlüssig, daß es heute weniger beim je angeht, die Kommunalpoliffk als eine quantitö negigeable gegenüber den Sorgen des Reiches oder der Länder zu betrachten und demenffprechend zu behandeln. Im Gegenteil: Bei aller Reserve, die namentlich gegenüber der Frnanzwirtschaft verschiedener Städte in der Vergangenheit angebracht war und auch weiter angebracht ist, sind wir doch der äleberzeugung. daß die deutschen Gemeinden in ihrer Gesamtheit neben dem Reich der wichtigste Eckpfeiler des deutschen Staates sind, upd bah sie dementsprechend bei der Durchführung einer grundlegenden Verwal- I Weite weiße Flächen dehnen sich auf der Karte I Filchner belebte lernen an sich schon überaus vor dem erstaunten Blick: die Wüste Gobi und das | »m» Hochplateau von Tibet. Die riesigen Grenzen des Expeditionsgebietes, nach Rußland, nach China hin, werden abgesteckt. Der Bürgerkrieg im fernen Osten wirst bedrohlich seine flackernden Schatten über die einsamen, endlosen Karawanenstraßen der Expedi- tion, „dann durchquerten wir die Wüste Gobi" — wie einfach das klingt! —, sehr viele fremde, östliche Namen tauchen auf, verklingen wieder, bekannte dazwischen: Mandschu, Hoangho, Yangtsekiang, Bild reicht sich an Bild: ausgetrocknete Flüsse, schwere Tierverluste, moderne Truppen im Herzen von Tibet, hoher Schnee, Kälte, Hunger, Krankheit, kein Geld, kein Proviant ... Sven Hedins Name fallt (Filchner hat seinen früheren Weg gekreuzt), „dann überquerte ich den Himalaya im Winter unter stän- diger Lawinengefahr", und bann über Kalkutta und Bombay nach Hause. das 1929 tn LangSdorf statt. Reichsverfassung von 1849, eine bundesstaatliche Arrfas.ung mit einheitsstaatlicher und demokratischem Grundzug. Zwei staatsrechtlich wichtige Ergebnisse dieser Epoche sind in der Vorarbeit der Nationalversammlung und im Uebergang zur konstitutionellen Regierungssorm in den süd- und mitteldeutschen Staaten zu erb'icken Die folgende Epoche (des Norddeutschen Bundes und der Dismarckschen Aera) steht staatsrechtlich im Zeichen der von Bismarck geschaffenen einheitlichen Verfassung: ihre drei Wurzeln sind die preußische Versa: sung, der Deutsche Bund und die Frankfurter Reichsverfassung, ihre Organe Bundesrat, Kaiser und Reichstag. Schon während des Weltkrieges ist dann die Entwicklung der parlamentarischen Regierung angebahnt wor- T Erörterung des letzten Abschnittes der Weimarer Verfassung) mußte einer spateren Vorlesung Vorbehalten bleiben. — Nach der Mittagspause wurden dann die Vortrage zunächst im Botanischen Institut fortgesetzt. df Mus ch e n h e i m, 1. Oft Gestern fand hier Vorstandssitzung des Wettertal-Sänger- . s^t. Auf der Tagesordnung stand u. a. Beitritt zum HesfischenSängerbund. Der Provinzialvorsitzende G e n g n a g e l, Grün- berg der über dessen Ziele und den Aufbau desselben referieren sollte, war am Erscheinen verhindert Der Vorstand des Wettertatbundes k^inte sich über den Beitritt zum Hessischen Sängerbund daher nickt entscheiden, ohne nähere Informationen zu haben. Es wurde beschlossen auch im nächsten Iahre ein Wertungssin- g e n abzuhalten, ohne Rücksicht darauf, ob ein Bundesverein vielleicht ein Fest feiert Als Wertungsrichter soll auch diesmal Herr Blaß Gießen, gewonnen werden. Das Wertungssinaen sinbet im Frühjahr 1929 in Langsdorf statt. Eine zweite Einwanderungsfchicht aus dem Lateinischen bringt das Christentum mit zahl- reichen kirchlichen Bezeichnungen. Auch ein starker Zufluß von Wörtern griechischen Ursprungs ist zu beachten In der zweiten Hälfte des 12. Iahr- putwetlä ist ein lebhafter Zustrom französischen Sprachgutes , festzustellen. Im 16. Iahrhundert machen sich italienische Einflüsse, vor allem auf rem Gebiet des Kriegswesens, des Bankwesens io n geltend, während im 17. und tunfl des Freiherrn von Stein wenig oder nichts mehr übriggeblieben ist. Es ist hoch an der Zeit, daß wir schleunigst um kehren auf diesem Wege und den Städten wieder die Entfaltungsmöglichkeit geben, die ihnen gebührt Dann kommen wir vielleicht auch eines Tages dazu, den Traum Steins in die Wirklichkeit nmzusetzen, der nur ein Vaterland kannte, Deutschland heißt. Kreis Friedberg. 4 Bad-Nauheim, 1. Oft. Die Bad- 71 a uheimer Kirmes, die gestern und heute gefeiert wurde, hat von ihrer alten Anziehungs- rwr verloren. Sie ist noch ein Stück Alt-Nauheim, an dem die bodenständige Bevölke- Zugezogene gleichermaßen festhalten. Auch für die Bewohner der näheren und weiteren Umgebung ist das Saisonschluhfest der Nauheimer besonders beliebt. Die diesjährigen Kirchweihtage sahen wieder Hochbetrieb. In 15 Lokalen wurde zum Kirmestanz aufgespielt und mit allen möglichen Vergnügungen aufgewartet. Auch das Kurhaus hatte Kirmes. Den Mittelpunkt des Kirmestteibens bildete nach altem Brauche der Marktplatz in der Altstadt, wo eine ganze Zeltstadt aufgeschlagen war und der Karussell- und Budenbetrieb zu jeder Stunde Tausende von Besuchern anlockte. Der alte Platz ist schon längst zu eng für den Riesenverkehr, der sich an den Kirmestagen dort abwickelt. r. Kirch-Göns, 1. Oft. Bei der 0 bstver - st e r g e r u n g auf den P r o v i n z i a l st r a ß e n wuroen sehr hohe Preise erzielt. Galt doch der Zentner guter Aepfel (Boskop und Gold- Parmäne) auf dem Baum 20 bis 25 Mark und mehr Dagegen waren die Preise auf dem Teil vor Lang-Göns ziemlich niedrig, da es sich hier um jüngere Bäume, an denen oft sehr wenig hmg, handelte. Es kamen Landsberger. Edelapfei Goldparmäne und Boskop zur Versteigerung Durchschnittlich kostete der Zentner etwa 6 Mark am Baum. Man mußte allerdings, um diese Menge zu ernten, mehrere Bäume steigern. Kreis Schotten. ^Gedern, 1. Oft. Aus dem Gemeinde- rat: Für die zu erbauende Wandcrerher- berge erhielt Karl Schrempf für die Maurer- ' £arIt V. für die Zimmerarbeit und i ©önft Guth für die Holzlieferung den Zuschlag. Aniererheberstelle droht die Gefahr der Aufhebung. Der Gemeinderat stimmte erner Eingabe des Bürgermeisters zu, in welcher dreier die Notwendigkeit einer älntererheberstelle u^erer Stadt 'begründet. Mit der Firma Srohlrch und Bechtold, die bei ihrem Steinbruchbetrieb Gemeindegelände be- nuht, soll ein Pachtvertrag ausgestellt werden - ^ser Tage hielt dererwciterteKranke» Haus aus schuh unter Leitung vonRegierungs- rat Dr. Helmreich (Schotten) dahier eine Sitzung ab Die Rechnungsablage für 1927 erstattete Gernemderechner Vonalt (Gedern). Dem Rechner wurde Entlastung erteilt, lieber den Vor- unschlag für 1928 sprach Bürgermeister Mül- ler (Gedern). Bis letzt hat dir Frequenz des Hauses tm laufenden Iahre gegen das Vorjahr dedeutend zugenommen, was zu einem günstigen Ausblick auf die weitere Entwicklung unseres Krankenhauses berechtigt. Der Ankauf teÄ Haus^. der während des Aufenthaltes des pursten Stolberg-Wernigerode im Sommer im Gederner Schloß durch eine Kommission durch- gesuhrt war, wurde genehmigt. Haus samtGarten- gelande soll auf den Namen Gederns ins Grund- buch eingetragen werden. Mit den übrigen Be- ztrisgemeinden soll ein Vertrag ausgearbeitet werden, damit deren Ansprüche gewahrt bleiben RegierungSrat Dr. H e l m r e i ch (Schotten), Dür- wurden aufgezeigt. Ein lieberblick über die zeitlichen Schichten der gesamten Sprachbeweguna ergab zunächst, daß gewiss Entlehnungen in eine sehr frühe Zeit zurückgeyen. Zuerst wurden vachbezeichnungen übernommen, Tier- und Pflan- zennamen, ferner Benennungen aus dem Wein-, Garten- und Hausbau. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 1. Oft. In der Samstag- nacht stürzte der bei der Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft Darmstadt beschäftigte Kriminalinspek. tor Johann Würz in einer Wirtschaft in der Wendelstadtstraße die Kellertreppe hinab. Mit einem doppelten Schädelbruch wurde er in das hiesige Krankenhaus gebracht. Die Untersuchung wird festzustellen haben, ob es sich um einen Unglücksfall oder, wie von einer Seite behauptet wird, um die Auswirkung einer politischen Auseinandersetzung gehandelt hat. '..Offenbach, 1. Oft. Aus Anlaß des 75iahrigen Bestehens der Studienanstalt fand eine Reihe von Festveranstaltungen statt. In der akademischen Feier gab Oberstudiendirektor Dr. Hellwig ein anschauliches Bild von der äußeren und inneren Entwicklung der Schule. Zahlreiche Glückwunfch- reden schlossen sich an. Ein Prolog, Chöre. Orchester- und Solovorträge bildeten die künstlerische Umrahmung. Nachmittags wurde daS Wiedersehen der ehemaligen Schü- l e r i n n e n, deren sich 600 eingefunden hatten (darunter zwei Damen im Alter von 86 und 87 Iahren, die im.Gründungsjahr 1853 in die Schule eingetreten sind), beim gemeinsamen Kaffee gefeiert. Den Abschluß des ersten Tages bildete em Bunter Abend. Der nächste Tag bot eme Aufführung der „Deutschen Kleinstädter" von Kotzebue, mit viel Humor und Geschick gespielt von Schülerinnen der Unterprima. Am dritte,. Tag fand eine Wiederholung des Bunten Abends statt. Den Beschluß des Ganzen machte am vierten ^ag ein gemeinsamer Spaziergang mit anschließendem geselligen Zusammensein. Die herzliche Anteilnahme der Offenbacher Bevölkerung an dem Schuljubiläum ging unzweideutig daraus hervor, daß sämtliche Veranstaltungen vor überfüllten Sälen stattfanden. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Vetzberg, 1. Oft. Unser Dorf war bisher in seiner elektrischen Lichtversorgung an das Ortsnetz der Gemeinde Rodheim angeschlof- sen Nunmehr wird durch die Firma Buderus nach unserer Höhe eine eigene Leitung erbaut und tonnen auf diese Weise auch die Amtmannsmühle und der Steinmüllersche Steinbruch bequem ange- 'ch'olsen werden. Dagegen bleibt unsere Pump- )( Lich, 1. Olt. Gestern fand im Stiftischen Gemeindcsaal die Wahl zur Kirchenvertre- tung der evangelischen Kirche Lich statt. Von 1495 Wahlberechtigten machten 245, oder 16 Prozent, von ihrem Wahlrecht Gebrauch Es wurden von der Liste 1 (Wahlvorschlag Io- hcmncs Wahl, Oberbahnhofsvorsteher a. D.) 32, von der Liste 2 (Wahlvorschlag Bäckermeister Ludwig Ihring) 8 Mitglieder gewählt. Nach Genehmigung der Wahl findet die Wahl zum Kirchenvorstand statt. !) Lich, 1. Oft. Zu dem heutigen Kirchweihemarkt waren 241 Ferkel aufgetrieben. Der Handel war schleppend. Es verblieb geringer Ueberstand. Bezahlt wurden für Ferkel bis zu echs Wochen 18—20 Mark, von 6 bis 8 Wochen 20—22 Mark und von 8 bis 13 Wochen 22-30 Mark. I' Okt. Gestern nachmittag, etwa um 4 Uhr. überflog ein Freiballon unsere Sradst Die Hohe war jedoch so groß, daß weder der Name, noch die Anzahl der Insassen fest, gestellt werden konnte. Die Fahrt ging in südöstlicher Richtung und war ziemlich flott, obwohl in der Nahe der Erdoberfläche fast völlige Wind- st'l e herrschte. Seit Ausbruch des Krieges war uceser Ballon der erste, der hier gesichtet wurde. Es ist daher begreiflich, daß die Iugend ihn freudig begrüßte. S Nernhar dsh ai n, 1. Oft. Ein Ehrentag unserer Gemeinde war der Sonntag mit der Einweihung des Gefallene n den f- mals und der Weihe unserer von außen und innen renovierten Kirche. Zwar ließ sich das Wetter zunächst nicht sehr freundlich an, immerhin blieben wir aber während der Feier vom Regen verschont. In feierlichem Zuge, geleitet von den Klängen der Posaunen des Posaunen- chors Bersrod, der sich in dankenswerter Weise bereit erklärt hatte, bei den Feiern zu Helsen, zog die Gemeinde mit den Vereinen der Schuljuoend und vielen Großen zum Denkmal vor der Kirche. Die Feier Hierselbst verlief harmonisch. Eröffnet von dem Chor: „Wir treten zum Beten" durch die Posaunen und dem Liede der Kinder: „Morgenrot" folgte nach einem GedichtSvortrage: „Das Svldatengrab" und einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden des Kriegervereins, Herrn Müller, die Enthüllung des Denkmals. Dabei präsentierte die Ehrenwache, der Pofaunenchor spielte: „Ich halt' einen Kameraden". Es folgten zwei Chöre des Männergesangvereins „Eintracht" und ein Gedichtvortrag. Hierauf hielt unser ?r rrcr- Pfarrer vom Wirberg, die Weiherede. Er sprach über Offenbarung 2, 10 und weihte das Denkmal zum Denkstein, Dankstein und Mahnstein. Es folgte ein Ge- meindegesang und darauf die Gedächtnishand- lung unter Glockengeläut. Nach einem Sprech- Hor der Schulkinder: „Fern im Osten da gähnt em Grab, hielt Lehrer Müller eine An- Iprache, die sich b^ anders an die Iugend richtete. Lehrer Muller hat die Hauptarbeit geleistet, dte unserem Fest den schönen Verlauf sicherte. Er hat die Gesänge, Gedichte und den Sprech- chor der Kinder eingeübt, er hat als Dirigent des Gesangvereins „Eintracht", den er neu arün- Ate. mit vieler Mühe eine Leistung gesichert, die hoher Anerkennung und Dankes wert ist. Es folgte die Ehrensalve und die Kranzniederlegun- gen, woran, Bürgermeister Gieß in markigen Worten das Denkmal in die Pflege und den §)uh Gemeinde übernahm. Nach einem Schluhchor des Gesangvereins und bent gemein^ halt' einen Kameraden" der eilte Teil der Feier. Anser Denkmal, Oberheffen. Landkreis Gießen. „ 00 Klein-Linden, 1.Oft. Da für die Wahl der Mitglieder zur K i rch e n g e m e i n b e - Vertretung nur eine Vorschlagsliste einge- rekijt worden war, braucht eine Wahlhandlung nickt vorgenommen zu werden. Die auf der Liste stehenden Personen gelten somit als gewählt. 1 G roßen-Linden, 1. Oft. Trotzdem auch In«t das Obst sehr knapp ist, waren die Preise bei der Versteigerung an den Provinzialstraßen sehr mäßig zu nennen. Die Biriwn an der Straß« nach Lützellinden waren sogar sehr billig. Zwischen Großen- und Klein-Linden war überhaupt kein Obst vorhanden. Auf der Straße nach Lang-Göns wurden immer viele Bäume zu einem Los bereinigt. Es Handelle sich hier in der Hauptsache um die Sorten Ontario, die dieses Iahr gut trug, Boskop, Goldparmäne, Gelber Edel- apfel und Goldrenette von Blenheim. Manche Steigerer konnten schon für etwa 3 bis 4 Mark einen Zentner Aepfel erwerben, nur die einzeln- hängenden leuchtenden Goldrenetten waren teurer X» Großen-Linden, 1. Off. Zur Kirchew gemeindevertreterwahl waren hier zwei Wahloorschläge eingereicht, der eine von bürgerlicher, der andere von sozialdemokratischer Seite Gestern fand die Wahl statt. Gewählt wurden 13 sozialdemokratische und 27 bürgerliche Mitglie- der. — Heute mittag 12 Uhr brach in der Scheune des Philipp Faber Feuer aus, daß diese und die benachbarte Scheune des Ludwig Lang einäscherte. Die beiden Nachbarn hallen vor wenigen Tagen die Dreschmaschine gehabt, so daß die Körnerfrucht, die auf den Hausfpeichern lagerte, wenigstens gerettet ist. Heu, Stroh und Holz ist mitoerbrannt. Das Vieh konnte gerettet werden. Ställe zwischen den erhaltenen Wohnhäusern und den niedergebrannten Scheunen wurden stark beschädigt. lieber die Ursache des Feuers ist nichts be- könnt. Die um 1 Uhr von Gießen eintreffendc Motorspritze trat noch in Tätigkeit. ÜJ Lollar, 1. Oft. Eine öffentliche (Semei nderatssitzun g fand dieser Tage statt, aus der u. a. folgendes zu berichten ist: Zum Ankauf des Gebäudes der Apotheke teilte zunächst der Bürgermcister die Antworten der umliegenden Gemeinden Ruttershausen, Staufenberg, Mainzlar, Daubringen und der Bude- russchen Eisenwerke Lollar auf die vom Gemeinderat beschlossenen Anfragen wegen Leistung eines Betrages zum Kaufe mit. Während die Gemeindevertretungen der Gemeinden jegliche Beteiligung ablehnten, sehen die Buderusschen Eisenwerke Lollar durch die seinerzeitige kostenlose Abgabe des Bauplatzes für die Apotheke ihren Anteil als brigesteuert an. Die Finanzkommission schlug vor, das Gebäude zum Preise von 50 000 Mark mit dem Tage des Ablaufes des gegen- wärtigen Pachtvertrages zu kaufen. Die Abstimmung ergab nach längerer Aussprache die einstimmige Annahme des Kommis ionsbeschlusses. Der folgende Punkt betraf die Gebührensätze für die Srbbegrä bnisplätze, deren Abgabe der Gemeinderat im Iahre 1926 bei Festsetzung einer Liegezeit von 30 Iahren beschlossen hat und tm Frühjahr durch Genehmigung des Hess. Ministeriums des Innern in Kraft getreten ist. Der Gemeinderat hatte vor etwa 2 Iahren die Erhebung einer Gebühr von 400 Mk. für jede Grabstätte eines solchen Familiengrabes beschloßen. Dieser Betrag hat nicht die Billigung des Kreisamtes Gießen gefunden. Nunmehr ist durch das Kreisamt Gießen die Entscheidung des Hess. Ministeriums des Innern mitgeteilt worden, die dahin lautet, daß ein Betrag über 250 Mk. für die einzelne Grabstätte nicht genehmigt werden kann. Ein Antrag Klinkel, das Kreisamt Gießen um eine Abschrift des Schreibens des Hess. Ministeriums des ' Innern zu ersuchen, und auf äleberweisung der Angelegenheit an die Finanzkommission zum Zwecke der Vorbereitung eines neuen Beschlusses, ' fand mit 7 gegen 5 Stimmen bei einer Enthaltung Annahme. Eine nichtöffentliche Sitzung ' schloß sich an. • eine schlanke Säule, gekrönt von dem Eisernen Kreuz, nach einem Entwurf von Bildhauer Ar- n o l d-Beuern angefertigt, ist ein Schmuck unseres Dorfes, das ist das allgemeine Urteil. Der zweite Teil der Feier, die Einweihung der Kirche vollzog sich im Anschluß. Da die Kirche bei weitem nicht die Schar der Gäste fassen konnte, fand die eigentliche Weihe zunächst in öer Kirche statt. Der Ortspfarrer weihte in Vertretung des verhinderten Dekans das schmucte Gotteshaus überbrachte auch die Grüße des Superintendenten, der ebenfalls am Erscheinen verhindert war. Die Weihepredigt hielt der Pfarrer vor der Kirche über Psalm 26,8 „Herr ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort da deine Ehre wohnt". Er forderte auf zu einem Bekenntnis und zu einem Gelübde nach dem Psalmenwort. Die gemeinsamen Gesänge begleitete der Posaunenchor, nach dem Schlußgebet fangen die Kinder noch einen Chorgesang, die Feier schloß mit dem Segen. Darauf war noch Gelegenheit, die Kirche zu besichtigen: sie ist Dank der Opferwilligkeit der Gemeinde eine wirkliche Stätte der Andacht geworden. f genneifter Müller (Gebern), das KreiKtaqS- Mitglied Zitzelsberger (Gedern), Dr. Lu- zius (Hirzenhain) und Bürgermeister Herget (Kaulstoß) wurden mü der Ausarbeitung des - Vertrages beauftragt. Was die bauliche Unter* I Packung für das laufende Iahr betrifft so soll ‘ Ave Schindelung, sowie die unbedingt notwendige 1 Dachreparatur vorgenommen werden. Der Ope- ’ Krtionsfaal soll vergrößert, unter diesem soll ein 1 . "m zur Aufstellung eines Röntgenapparates geschaffen werden. Der Voranschlag wurde ae- 1 ’Wnigt. Dr. Bach (Gedern) wurde in den er* Ausschuß aufgenommen. In den engeren Ausschuß wurden Hirzel (Hirzenhain) als Der- treter der Krankenkasse, sowie ein noch zu be- L^Ender Vertreter der Arbeitnehmerschaft gewählt. Auch in diesem Herbst soll, wie in den vergangenen wahren, eine Sammlung v o n K a r- toffeln und Gemüse für das Krankenhaus vorgenommen werden. — Gestern hielt der hie- for9L?,Urnl>e^in (D.T.) sein diesjähriges 31 uU r n x11, r tout^en folgende Lüftungen b£cü>crtel2, 1. aktive Riege. m Heinrich Hoffmann l97an r2r r$rG™-??l$arö Mehring 188; 3. Preis Wilhelm Muller 179. 2. aktive kämpf: 1. Pr. Heinrich Nau- mann 196; 2. Pr. Hermann Ziegler 188- 3 Dr. Demhard Schneidmüller 187; 4. Pr. Hein^ck Maar 178; 5. Pr. Willi Roberts 142. 1. Volks- $iege, Fünfkampf: 1. Preis Söuarb 2tei$ert 90; 2. Pr. Werner Stöhr 79- Baumann 64; 4. Pr. Willi Köhler 61; 4. Pr. Heinrich Oberheim 6'; 5. Pr. Theodor Hofmann 46. 2. volkstümliche Riege tfunffambf. 1. Pr. Ludwig Stiebeling 106; o $r- S?.1^ Wagner 86; 2. Pr. Willi Buß 86; 7 Hoffmann und Walter Göhner 80- £ Pr- Albert Oberheim 70; 5. Pr. Bernhard ProschLr62 1. S chü lerriege, Zehnkamps: ^.Pr. Wnhelm Schneidmüller 187; 2. Pr. Willi 186; 3 Pr. Rudolf Spielmann 149; 4. Pr. ^"U'nann 148; 5. Pr. Ernst -Hermann i aLS^uAert1e9e' Zehnkampf: l.Pr. 172; 2. Pr. Karl Sauer 168; 3. Pr. ?^Selm Ladner 161; 4. Pr. Walter Maar 136: 5. Pr Rudolf Alt 134. Abends fand im Berg- tDirtöbauö die Preisverteckung statt. Die künst- terisch wertvollen Diplome hatte unser heimischer Mater Gewerbelehrer Limpert, entworfen ausgeführt und dem Verein kostenlos zur Der- fugung gestellt, wofür ihm der erste Vorsitzende, Cisenba hnas si st ent Stöhr, besonders dankte. Kreis -llsfeld. Alsfeld, 1 Oft. Zu einem vollen Erfolge gestaltete sich das vom Alsfelder Iu» । gendorchester unter Leitung de« Reallchrers Dotter veranstaltete öffentliche Konzert am Lonntagabend tm großen Saale des „Deutschen Hauses'. Es war das erstemal, daß das seit etwa drei Iahren bestehende Iugendorchester mit einer rein klastischen Musik und unter Mitwirkung von Solisten in die Oeffentlichkeit trat. Sämt- hdte Darbietungen der jugendlichen Künstler zeig- ten daß es Herr Dotter verstanden hat, deren Lf'stungen auf eine recht beachtenswerte mufifa- Hohe zu bringen. Der Qlbenb war in erster Linie dem Gedenken von Franz Schubert ge- widmet Die zur Eröffnung gespielte Symphonie Nr. 5 in v°Dur von Franz Schubert machte der lugendlichen Kapelle alle Ehre. Die von Frau Steffi Grünewald- Als,eld vorgetragenen Lieder von Schubert und Brahms sanden lebhaften Beifall. Ein von stad. G.Völsingge pieltes Impromptu von Schubert, das mit feinem Verständnis und tiefer Empfindung vorgetragen wurde, fand starken Beifall, der sich noch steigerte nach den von Herrn H. M ö b u s - Darmstadt (Tenor) vorgetragenen Liedern, der sich als ein vielversprechender jugendlicher dramatischer Sänger erwies und dessen Darbietungen, zum Teil auch mit Orchesterbegleitung, stürmischen Beifall auslosten. Das Konzert darf Herr Reallehrer Dotter als einen vollen Erfolg betrachten, und der dichtbesetzte Saal war ein Beweis dafür, daß sich das unter seiner Leitung stehende Alsfelder Iugendorchester großer Sympathien eines dankbaren Publikums erfreut, dem sonst in Lllsfeld bie Möglichkeit, gute klassische Musik zu hören, nicht oft geboten wird. Eröffnung der Gießener Jerienkurse Am gestrigen Montagvormittag wurden in der . -ieinen Aula der Universität die Gießener I Ferienkurse für Deutsche und Ausländer (vom 1. bis 13. Oktober) in Anwesenheit von Vertretern des akademischen Lehrkörpers, der Stadtverwaltung, der Presse, sowie der Ä irs» teilnehmer eröffnet. Die Kurse finden nach dem Vormlde von anderen deutschen Hochschulen zum ersten Male an dec Landesuniversität statt, und ihre in der Zahl von insgesamt 50 Teilnehmern darunter Schweden, Franzosen und Niederländer) sich ausdrückende Beteiligung darf als ein zufriedenstellender Erfolg und verheißungsvoller Beginn bezeichnet werden. derzeitige Rektor, Prof. Dr. Herzog, hieß zunächst die Anwesenden namens der Lan- desuniversität herzlich willkommen und gab der , UIW ,zumr n»ir(,nn minronn i7 . , un^n®SnufiIUninllC?i Teilnehmer Nutzen 18. Iahrhundert fremdes Sprachgut (Eisenbahn- und Ctenuß von dem Lehrgänge heimbrächten, wesen, Sport u. a.) vielfach von Gimtend des,en bodenstandte heimatlichen Chara ter er be- einbringt Nach einer%recbJna 7Lllckkn"a'tsache" ÄÄ & ^„2* gsrmamnrcgen Wirschaft, am bet Otebner feine fe&i igt&S 1. Oktober auf eine 4(yahrige Wirksamkeit an Ausführungen mit einer Abtehnuna des fremden hie, Bürger- oÄ bte Stadt Gießen selbst m guter Erinnerung des Deutschen Reiches".^ Er gliederte ^en Stott i?en, die am in fünf gliche ^twicklungWen (bks 1805? Ä?^»^lvwmen der für Gießen so wichtigen 1806 bis 1313; 1815 bis 1866- 1867 bis 1918- Serwmfurte mitgearbeitet ha en, und er wünschte die Zeit seit der Weimarer Verttittnn^ Ä ^anftaftnng einen ailfeiti btftiebigen^n Beb^r w'Ä u Ä ÄÄX ^wesenden bet Kars- 'ÄÄ. «fÄ*jÄ/utf?S'Ä tisch-^An^ck Nn^,en’ weiterhin e.Nlge Prak- feine Zusammensetzung und Entwidlung die Be- im Hinblick auf dm Arbeits» fugnifte der Kurfürsten und des Kaisers In der ^btoicflung der Lehrgänge und Zeit des Rheinbundes ist die nationale Reaktion -ää; anw l^^schen Sprache Reichsverfas;ung von 1849. eine bunb^imnfii.L wobei er u. a. folgendes aussuhrte: Wie tn fast allen Sprachen, so lassen sich auch im Deutschen mannigfache Einflüsse fremder Sprache und Kultur ausweisen. Als Träger solcher Einflüsse kommen in erster Linie etwa Händler, Glaubensboten und Söldner in Betracht. Aber auch Orts- veränderung des eigenen Volkes auf Wanderungen, das Zusammen- und Durcheinanderwvhnen mit fremden Völkern (den Römern z.B.), und die Einflüsse fremden Schrichtums sind als Ursachen anzusühren. Nachbildungen aus dem Lateinischen und Griechischen, Zachausdcücke, literarisch vermittelte Bildungen und zusammengesetzte Wörter wurden in zahlreichen Belegen herangezogen. Neben den zeitlich, örtlich und kulturell verschiedenartigen Einflüssen auf die deutsche Sprachgestaltung wurde dte Häufigkeit fremder Bildungen in einzelnen Wortgruppen (Haupt-, Bei-, Zeit-, Zahl- und Llmstandswörtern) besprochen und an Beispielen erläutert. Auch Wort Verwandlungen, Umbildungen und Abkürzungen, sowie die Uebernahme ganzer Wortgruppenund Sähe )tn]Q &j.L. Iefle 86; 0; 5. to; !c9e,3eh„r ln U 8-M be"ös fa„- Ä*. u"g statt. ®i S' unser 5iiimf(f)w iinberi 21* ÄÄ Gerste DLL besonder« boijT 1 »feld. 2 Ä |3-Ä LM ' .sein d-L b'e. ?^be °Uide Kngen Arid) ? eg, ^tb D„f,^ssina^ r-tz?E 'berrs 14? ; Heinrich I^ainpf. ^lkg. 7Ra_ ?■ 'Ui® 3u «men vollen tzr. J AlSselber Su- ttLDn\« ^ugendvcchestrr mit uK unter Aiwirlung M't trat. 6m“ no-ichen Künstler zeig, verstanden H deren »rachtensiverte musika- r Wend dar m erster Ir^nz Schubert ge- ' MieÜe Symphonie > ochubert machte der Zhre. Die von Frau s elö vorgetragencn 'lchms landen lebhai- DölsinaxeMiej das mit seinem Der- tinbuno vorgrttagcn der sich noch sicherte Möbus-Damsiadt •:m, der sich als ein liher dramatischer arbietungen, &um Teil ß. stürmischen Beifall )ars tzerr Aeallehrcr Lrfolg betrachten, und ein Dcweis dafür, das; ing stehende Mseider m-atbien eines dant- dem sonst In Mield sche Musik zu hören, iw )tt 3n der Lamsiog- inalpMei der LtaaiS' dftigte Kriminalinspek' Wirtschaft'" der „treppe hinab, chädelbruch wurde 15 gebracht. Die iinter- loben, ob es stch^uw wie von einer veüe Wirkung einer po>>' ersegung 9^n‘ 2us Anlaß, des ,'z h,r Studien' b-mi che" 5«ter tertf “ft ÄM* Sin Pr°i°l. « K bildeten N« W ieinaligen - Mer von w 0.« laaes WO"' Sag bot *,S!J tn 1! i vierten ma? ,, erganfl r Sp^sein. Sie m Zul^ ' v»y °G^vU1 u^Aaitunge» sanden- tu. L'.-«K !Ä-Ä ie 3»rn"1 ffhflUi u^ K ** btoibt station unterhalb der Waldmühle nach wie vor mit Rodheim verbunden. Kreis Bievenkopf. # Holzhausen bei Gladenbach, I.Okt. Den vereinten Bestrebungen von Zivil- und Kirchenge- meinde sowie der Frauenhilse ist es nach langen Bemühungen gelungen, einen lange gehegten Wunsch der Gemeinde zu erfüllen, nämlich in unserem großen Ort eine Schwe ernstation zu errichten. Eine Wohnung konnte in dem neuen Hause des Metzger- meisters Krötz gemietet werden. Die Küche sowie Wohn- und Schlafzimmer wurden in den letzten Tagen eingerichtet und wohnlich gemacht, so daß gestern im Gottesdienst Pfarrer Eichhoff vom Paulinenstift in Wiesbaden der Gemeinde eine Schwester zuführen konnte. Wenn im nächsten Jahr das Gemeinde- und Wohlfahrtsheim fertiggestellt ist, dessen Pläne bereits genehmigt sind, wird auch eine Kleinkinderschwester hier einziehen. Frankfurter Messe. WSR. Frankfurt 0. M.. 30. Sept. Die Frankfurter Messe, die heute eröffnet wurde, hat sich diesmal in Verfolg des altbewährten Planes, der eigentlichen Messe jedesmal eine interessante, einzelne Wirtschaftsgebiete besonders interessierende Schau beizuge- leiten, eine Sonderschau von Maschinen der Metall- und Holzbearbeitung "angegliedert. Der Besuch des ersten Messetages tann trotz deS zeitweise sehr ungünstigen Wetters im all- gemernen als sehr gut anaesprochen werden. Die überwiegende Auffassung der Aussteller geht dachin, daß, nach dem Ergebnis des ersten Tages zu urteilen, ein wesentlich besseres Geschäft erwartet werden kann, als im Frühjahr, sowohl hier, wie in Leipzig. Dabei ist gerade im Vergleich mit Leipzig zu berücksichtigen, daß das Angebot auf der Frankfurter Messe ganz erheblich kleiner ist. Einzelne Llbteilungen, wie HauShaltungsartikel, Möbel, mit einigen Einschränkungen Textilwaren, Maschinen, vor allem .. mittlerer Größen. Lebens- und Genußmittel und einige vpezialartikel in den keramischen. Moden-, Sport- und Transportmittel-Abteilungen haben recht günstig abgeschlossen. 3m einzelnen ist zu berichten: Haushaltung s a b t e U ung : Besuch sehr gut, Ge- schäste werden großenteils in den nächsten Ta- pen erwartet. 3n Artikeln der keramis che n Branche hatten einzelne Firmen einige gute Aufträge, die Mehrzahl doc Aussteller scheint nich^ zufrieden zu sein. Außerordentlich gut, wie schon erwähnt, war der Besuch der Möbel- ausstellung, und zwar nicht nur durch „Sehleute", sondern auch durch interessiertes Publikum. Auffällig ist übrigens, daß an Küchen meistentells solche alter Bauart und weniger solche in neuer Sachlichkeit (einfache Linienführung gepaart mit Zweckmäßigkeit) gezeigt werden. Sehr verschieden sind die Erfolge der T e x 1 i l m e s s e. 3m großen und ganzen genommen herrscht gutes Geschäft besonders t*n Artikeln mittlerer Preislagen. Hier suchten besonders südafrikanische Einkäufer billigste Ware in großen Posten. 3n Strümpfen und Socken war das Geschäft gut, in Pelzen mittlerer Preislage ebenfalls. Gardinen waren im allgemeinen gut gefragt, besonders einzelne Spezialartikel. Steppdecken, die in guter und preiswerter Qualität mit verschiedenen Füllungen gezeigt wurden, hatten gleicherweise einigermaßen befriedigendes Geschäft. Hervorzuheben ist sowohl Besuch, wie Vachfrage in der Maschinenschau, die bereits am Samstag eröffnet wurde. Wie schon der Vame sagt, will diese Abteilung in der Hauptsache nur eine Schau bieten, einen Üeberblid, an Hand dessen der interessierte Besucher daheim berichtet und sich auf Grund eingehender Berechnungen und sonstiger Ueberlegungen erst später zum Kauf entschließt. Nichtsdestoweniger sind, teilweise schon am Samstag, in größerem Umfange besonders Kleinmaschinen verkauft worden. Lebhaftes 3nter- esse fanden auch die Stände im Freien, wo Transportmittel, ein neuartiger Silo, sowie Sportgeräte ausgestellt werden, ebenso die E r f i n d e r au s st e llun g. Lebhaften Zuspruches hatten sich die P r 0 b i e r ft u - ben der PfÄzer, Rheinhessen und auch der 3taliener und Oefterreichet zu erfreuen, in denen die Weinprodukte des Landes ausgeschentt wurden. Besondere Beachtung fanden natur.; > heimische Weine und heimisches Obst, das jedoch, leider muhte man das feststellen, in Aufmachung und Verpackung sich nicht so günstig ausnimmt wie gerade die italienischen und französischen Erzeugnisse. Rhein Maimscher Malerund Tünchermeister-Derband. — Bad-Vauheim, 1. Olt. Der aus den hessischen und hessen-nassauischen Organisationen hervorgegangene Rhein - Mai- nische Maler- und Tünchermeister- Verband hielt gestern im Sprudel-Hotel seinen ersten Verbandstag bei sehr guter Beteiligung ab. Es waren über 200 selbständige Meister zu den Verhandlungen erschienen. Der Verbandsvorsihende Wieser (Frankfurt a. M.) hieß die stattliche Versammlung willkommen, besonders die als Gäste anwesenden Vertreter der Behörden und Organisationen. Anschließend hielten Begrüßungsansprachen Obermeister G r a s e n i ck (Bad-Vauheim) für die Maler-Zwangsinnung Friedberg-Bad-Vauheim, Regierungsrat Grein für das Kreisamt Friedberg, Syndikus Dr. Reif (Friedberg) kür die Handwerkskammer Darmstadt und deren Veben- stelle Friedberg, Obermeister Borges für die Handwerkskammer Wiesbaden, Obermeister Anders für den Vorstand des Reichsbundes des deutschen Maler» und Lackiererhandwerks. Der vom Vorsitzenden erstattete Geschäftsbericht, der einen Einblick in die vielseitigen Arbeiten der Verbandsleitung bot, wurde genehmigt. Der Vorstand hat sich 11. a. mit der Beschaffung von Winterarbeit befaßt, ferner mit der Ausarb.ttung eine» Leistungstar fS für Maler und Tüncher, mit dem LehrlingSwefen, mit Lohn» und Tarifverhandlungen. Bezüglich des Lehr- lingswesens wurde die Staffelung der Zahl der Lehrlinge nach der Betriebsgröße und die vierjährige Lehrzeit gefordert. Länger verwellte der Berichterstatter bei der ReichsverdingungSord- rruna, deren Ausführung nur dann gelingen werde, wenn die Baubehörden sie ihrem Geiste nach anwenden würden. 3n der Diskussion sprachen zum Lehrlingswesen Anders (Berlin), Professor Rückert (München) und Dr. Reif (Friedberg), welch letzterer mitteilen konnte, daß die Handwerkskammer Darmstadt sich für die 3i/2jä5rlgc Lehrheit ausgesprochen, aber von der Regierung noch keine Zusage erhalten habe. Die Kassenberichte des Schatzmeisters S ch e l b e r t (Offenbach a. M.) zeigten die Verbandskasse und die Sterbekasse in bester Ordnung und wurden daher ohne Widerspruch angenommen. 3m Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Oberstudiendirektor Prof. Rückert (München) über „Das Erziehung»- und Kulturprogramm des Malerhandwerks". Der Redner zeigte anschaulich, toi? die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im Handwerk abhängt von der geistigen und sittlichen Tüchtigkeit der Berufs- genossen, wie das Malerhandwerk vor allem neben wirtschaftlichen Werten auch kulturelle Aufgaben zu erfüllet! hat. Rur ein entsprechend gebildeter Meisterstand könne den neuen Forderungen gerecht werden. Deshalb fei auf sorgfältigste Lehrlingsauswahl durch Eignungsprüfung zu achten, dem Berufs- und Fachschulwesen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, an die Musterprüfungen die höchste Anforderung zu stellen. 3nter- essante Mitteilungen machte der Redner im Zusammenhang damit über die Meisterschule des deutschen Maler- und Lackiererhandwerks, die demnächst in München eröffnet wird und in dreisemestriger Ausbildung die fähigsten Köpfe aus den einzelnen Land^verbänden zu führenden Meistern heranziehen will. Die neue Lehrlingsordnung wurde besonderer Beachtung empfohlen, hauptsächlich die Kapitel über Berufsberatung und Eignungsprüfung. Die nächstjährige Derbandstagung findet in Ems statt. Korpulc nz ist unschön macht alt und ist auch ungesund. Nehmen Sie morgens und abends ie 2 To tuba-Kerne. Tiefe Meine enthalten lettzebrende. den Ansatz verhindernde, dabet aber unschädliche Stoffe. Sie erhalten die echten Toluba-Kerne in den Apotheken. [1783V Für die Gefundheit Jean Weisel, (Heben, Sonnenstraöe 6, Telephon Nr. 88 esetzlich darf Würze und weise Nachahmungen zurück. 1288D macht man sich öas Waschen lachkl Mit Henko nur wird eingeweicht! S» B i i Siebet- 86840 86980 bekannt gemacht. hacken und dergleichen), 1 Schmiede. cinrichtung mit Amboß, 8 Steinrickter- schutzhütten, 1 großer Schleifstein, 1 fahrbarer Steinbrecher, ca. 2 Waggon fertige Ft BUCHER GRATIS schiedener Dimensionen. Grobfchlofscrarbcitku. SPcnglcrarbeitcn. Blitzschutzaulagc. Dachdcckerarbeitcn: 195 qm Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl'sche Univ.-Druckerei. R. Lange. Äovfwajchen............ 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Die Verdingungsunterlagen liegen aus Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Er- öffnungstermin, am Mittwoch, dem 10. Oktober 1928, 13 tthr, einzuretchen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 29. September 1928. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungs-Baurat. erspart Ihnen dasVo/wascheti! -rsa Eberverkauf. Am Mittwoch, dem 3. Oktober 1928, mittags um 1 Uhr, verkauft die Gemeinde Ettingshausen auf hiesigem Rathaus einen abgängigen schlachtreifen Eber. Verkaufsbedingungen werden vor der Versteigerung Älrbeitsvergebung. Für den Neubau einer Försterwohnung in Laubach werden nachstehende Rohbauarbeiten auf Grund der Reichsverdingungs- ordnung im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Erd- und Maurerarbeiten: 114 cbm Erdaushub, 63 cbm Bruchsteinmauerwerk, 66 cbm Backsteinmauerwerk usw. Zimmerarbeiten: 21 cbm Kantholz, 1225 lfd. m Holz abzubinden usw. Eisenlicserung: 875 kg I-Träger ver- m|aoE Ingenieurschule L~H . MascntnenoaaEiektro- ■tecnnikHocu-u.Titfäaa, ronmoustria. W«r*m»l«fer-AMelteepn. st9<^Ktt>»o.Lehrolim frei schwanzdach usw. Zeichnungen und Bedingungen, sowie Angebotsunterlagen sind auf unserem Amt einzusehen. Die Angebotsvordrucke werden, solange der Vorrat reicht, kostenlos abgegeben. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstage, am 15. Oktober 1928, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, wo int Beisein etwa erschienener Bewerber die Oeffnung erfolgt. Zuschlagsfrist 14 Tage. 86930 Hessisches Hochbauamt Büdingen, Zweigstelle Schotten. Nodna^el. Einladung an alle Hausftauen Die Nuge Hausftau versäumt nicht, sich die prattischen Vorführungen von „goiwHac* dar Polierwunder, von Montag, 1., bis Samstag, 6. Oktober, in der Hau«- und Küchengerätehandlung 3.35. 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Oktober 1928 s, statt. Während dieser Zeit liegen im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, an öetltagen von 10—12 Uhr vormittags und 2—7 Uhr nachmittags, an den beiden Sonntagen (7. und 14. Oktober) von 10Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags die Ein- irassungslisten zur Abgabe von Unterschriften offen. Einttagungsberechtigt ist jeder Sttmmberechtigte, der in Gießen das Wahlrecht zum Reichstag hat oder einen drsonderen Eintragungsschein besitzt. Durch die Eintragung wird das Begehren aus- tybrüdt, dem Reichstag einen Gesetzentwurf über das Verbot des Baues von Panzerschiffen und Kreuzern zu unterbreiten. Bie Eintragungsberechtigten werden daraus hingewiesen, alle Spalten der Eintragungslisten vollständig und leserlich auszufüllen, da Eintragungen, die die Person des Eintragenden nicht zweifelsfrei erkennen lassen, nach § 39 des Gesetzes über Den Volksentscheid ungültig sind. Eintragungoscheine, die nach § 79 der Reichsstimmordnung für besondere Anlässe ausgestellt werden können (z. B. wenn ein Eintragungsberechtigter aus zwingenden Gründen während der ganzen Eintragungsfrist sich außerhalb seines Wohnortes aufhält) sind nur bis zum 16. Oktober d. I. bet der obengenannten Stelle erhältlich. Der Eintragungsberechtigte hat ben Grund zur Ausstellung eines Eintragungs- scheines auf Anfordern glaubhaft zu machen und über seine Berechtigung ben Antrag zu stellen oder den Eintragungsschein in Empfang zu nehmen sia- geb?'?) auszu- : veijen. 8667 B Gießen, den 1. Oktober 1928. 's Aer Oberbürgermeister. I. B.: Or. Seid. 14 Büdier = ca. 4400 Seiten. Kein Geld emsenden. Wie seit lahren so geben wir auch bei unserer Neuausgabe obigen Werkes jedem Einsender untenstehenden Kupons ein vollständiges txemplar broschiert ? gratis. Nur Verpackungs-, Versand- und Inseratspesen erheischen eine Vergütung von 30 Pfennig pro Buch ab Verlag. Empfangsbestätigung und Mitteilung über den Versand geht Ihnen sofort nach Einsendung untenstehenden Kupons zu. 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Denn Hämorrhoiden, rechtzeitig als solche erkannt und sachgemäft behandelt, können mit grofter Aussicht auf Erfolg auch ohne Operation beseitigt werden. Neben peinlicher Sauberkeit muft eine geeignete Salbe zur Anwendung kommen, die die Knoten zur Schrumpfung Für den Herbst finden Sie bei mir die denkbar größte Auswahl in Telephon 612 85380 Mit Sammeln Sie meine Strumpf- Gutscheine Strümpfen und Wäsche Handwagen Ersatzräder Schiebkarren Küferei Sommcrtorn < 8543 D > Provoliö-Salbe (aus Propolis d. Bienet f. Beingeschwüre, Flechten-Ausschläge, Geschwülste, Jucken, Hamorrhoiden.Sehr wirksam. Dose Mk. 1.60 u. 3.—. Hirsch Apotheke i. Gieften. Kssiarumnt rum Mporodil Aeue Kartoffeln in prima Qualität empfiehlt billigst laMMn schöne Ware, wieder frisch eingetroffen W. 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Zu dieser Veranstaltung erscheinen die dem Verbände angehörenden Vereine aus ganz Deutschland. Oie Teilnahme aller Vereinsmitglieder an den Verbandsverhandlungen am Sonn- tagvormittag 10 Uhr im Cafe Leib ist erwünscht. Der Vorstand. 8686D ManteHtofle 2.50 5.40 Farben per Meter 6.20, Ottomane reine Wolle, elegant Qil Gewebe, 130 cm breit, p. Meter 8.90, A 0.50 0.50 zu bieten vermag! 8894a 6652V Ottomane reine Wolle, 135 cm breit, mit Wollfüttening, p. Mtr.l 1.50, Mantelstoff kashaartig, 135 cm breit, reinw. schwere Ware, i. matten, mod. Karos, das Neueste, p. Mtr. 9.80, Ueberzeugen Sie sich durch unverbindliche Besichtigung meines Lagers von der Riesen- Auswahl, die nur ein Spezial - Geschäft 130 cm breit, schöne helle Farben, für Kindermäntel.......per Meter Mantelflausch reine Wolle schwere 140 cm br. Ware, in vielen Einige Beispiele aus der Fülle des Gebotenen Mantelflausch reine Wolle CAFEAMEND Mittwoch, den 3., und Donnerstag, den 4. Oktober 2 außergewöhnliche Gastspiele des Meisters der heiteren Muse Wilhelm Meves abends 81/* Uhr. Mantelstoff engl. Geschmack, moderne Muster, teils mit ange- ^d5 17. De2-b5 17. Lc8-d7 18. Db5-b3 Dxb7 wäre wegen Tf8—b8 nicht gut. 18..... 18. Ld7-e6 Dies kostet einen Bauern, was vorläufig durch 18. ..., Kh8 zu verhindern war, denn 19.8x65 scheitert an Le6. nach dem Damentausch hat 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. f3xe4 Sc3xe4 Lblxe4 Tclxfl Le4 - c2 862-sZ Db3-d3 35 H7-h5 36. h5-H4 37. Tg3-g5 19. f5xe4 20. Sf6xe4 21. TfSxfl-F 22. TaS-68 23. KgS-h8 24. Dh4-e7 25. g7-g6 26. Td8-e8 27. Kh8-g7 28. Lc6-b5 29. Te8-f8 30. Sh6-f5 31. Tf8xf5 32. Tf5-g5 26. Sf3-e5 27. Dd3-d2 28. Dd2-f2 29. Tfl-el 30. Df2-g3 31. Lc2Xf5 32. Tel -cl 33. Tcl-c7 Arn einsachsten, Weih ein klar gewonnenes Endspiel. 33..... 33. Tg5xg3 34. Tc7xe7 -t 34. Kg7-gS 35. Se5-f3 Hierdurch wird zum Ueberftuh noch der Turm Lösung des Problems Rr. 17b. Don Dr. O. Keese und H. Gadsen. 1. Db2-b3! usw. gefangen. 35..... 36. Kgl — f2 37. Sf3xh4 38. g2-g4 Aufgegeben. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Eia Wiedersehen. Einern „ reichen Börsenspekulanten in London wurde kürzlich in einer sehr belebten Straße eine wertvolle goldene Uhr aus der Tasche gestohlen. Da ihm die Uhr ein teures Erbstück war, setzte er in einem Zeitungsinserat eine Belohnung von zehn Pfund aus für den ehrlichen Finder, der die Uhr zurückbringe, wobei er auf Ehrenwort Straflosigkeit zuficherte. Wenige Tage später, als der Bestohlene sich morgens zu seinem Buveau begeben wollte, wurde er in der Rähe seiner Wohnung von einem gutgekleideten Herrn angesprochen. „Sie sind doch der Herr, der kürzlich die Uhr verloren und für das Zurückbringen zehn Pfund ausgejptzt hat?" „Ja, der bin ich." „Gut, wollen Sie mir die Belohnung geben, hier ist die Uhr." Der Kaufmann zog seine Geldbörse, entnahm derselben zehn Goldstücke, gab sie dem Fremden, und empfing von diesem seine Uhr. Die er von allen Seiten besah und dann in die Tasche steckte. „Ich bin sehr glücklich," wandte er sich dann an den Unbekannten, „daß die Uhr wieder in meinem Besch ist. Ich möchte nur gern wissen, wie ich sie verlieren konnte." „Das will ich Ihnen gleich zeigen," antwortete der Fremde. Er trat einige Schritte von dem Kaufmann zurück, kam dann schnell wieder auf ihn zu, ft> daß er ihn wie von ungefähr anrannte, und war auch gleich darauf unter den Vorbvigehen- den verschwunden. Der Kaufmann war zuerst Über das, waS ihm gezeigt worden war, zufrieden. Dann aber faßte er sich an den Kopf, als er, nach feiner Uhr langend, bemerkte, daß der Wiederbringer ihm diese abermals entführt hatte. M. N. geordnet werden, da die Verhältnisse seiner Eltern recht betrüblicher Art sind. Mit außerordentlicher Frechheit und starkem Raffinement, die beide auf eine große Verdorbenheit schließen lassen, ist ein jugendlicher Gewindeschneider vorgegangen, um zu größeren Geldbeträgen zu kommen. Im März entwendete er einem Kaufmann in Leihgestern aus der Ladenrasse etwa 120 Mark, im Mai einem Kaufmann in Klein- Linden einen Betrag von 40 Mark, nachdem er bereits im April einer Kaufmannswitwe in Leihgestern unter Mittäterschaft eines andern Jugendlichen. den er offenbar auch dazu angestiftet hatte, gleichfalls aus der Ladenkasse den Betrag von etwa 20 bis 30 Mark gestohlen yatte. Während der Mittäter in letzterem Falle vollkommen glaubhaft geständig ist, und auch zwei Zeugen gegen den Hauptangeklagten aussagen, leugnet der Angeklagte hartnäckig, sich in diesem und den beiden ersterwännten Fällen der ihm zur Last gelegten Straftaten schuldig gemacht zu haben. Trotz seines Abstreitens wird er von den Bestohlenen bestimmt als derjenige wie- dererkannt, der es verstanden hatte — fast immer unter der Bitte um Wasser — daß sie sich eine Zeitlang aus dem Ladenlokal entfernten. In einem Falle hat er dieses Manöver nicht weniger als sechsmal ausgeführt, bis es ihm schließlich gelang, seinen Zweck zu erreichen. Während der Mittäter mit einer Woche Gefängnis davonkommt, erhält der Angeklagte drei Monate Gefängnis mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkelt feiner Handlungsweise und die Verderbtheit seiner Gesinnung. Zwei Monate hat er zu verbüßen, hinsichtlich des Restes der Strafe wird Aufschub gewährt bei sünfsähriger Bewährungsfrist. Für beide Angeklagte wird der Vorinundschaftsrichter Er- ziehungsmaßregeln anordnen. Der Fall sollt« für manchen Geschäfts- und Ladeninhaber eins Warnung sein, sich durch unbekannte ?Leute aus dem Laden ober dem Kassenlokal lotsen zu lassen, da solche.Harmlosigkeit" sich oft, wie in den vorliegenden Fällen, recht schwer rächt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die Eintet den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. frtauhluri a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluh-> l’Utjr« Sch.uh Ansang Schlutz.i l.Uhr. Sch.ust Anfang Kur» | Kur» Änr» Kur» Kurs | kur» Kurs Kur, Datum l 10. | 2. 10. t 10. 2. 10. Datum: 1. 10. | 3 Ist. | 1. 10. 2 10 ML Dl. «eichranlcihe o. 1827 —» 1 87.6 — A.S.S..........8 I93.7r. 191 7 i. U).i 191.76 Dt. fcnl.-eiblöl.-ediulb mit ülu» 5W 52.05 62,9 Bergmann..... 9 210 210 209 208 6 Ws.-Rechlen 62.9 Eiektr. Lieserungea.....10 185.5 185 DeSgl ohne Auslos.-Rechte . 16,8 ! 16.9 16,9 16,8 Licht und Kcasl .....10 227.5 227.5 228 22«,6 158.5 7% grants. Hyp.-Bk Goldps. tünobai bis 19B2 lN 90 stellen S Guilleaume. .... 6 Ges. f. Elettr. Untern.. . . . w Hamb, ßleltr. Werte . • • . 10 Rhein. Elektt.........S 159.25 159.25 158,5 — -* - 278 276 278 276,6 Rheinische Hyp.-Bank Slqu.- Go'bps. 75 — — — 153.25 166.75 153.9 165 A.E.G abg. BorkriegS-Obligation., Schlei. Eiektr........1« 246.25 215.5 rückzahlbar 1932 85 •• Schuckert ■ . ...... 8 213 213.25 314.5 213.9 <% Schweiz. iöunDceb.«’2tol.. 9o — Siemens 6 Hole!« . • • • . 12 395.25 395.26 886 494.6 4% Öesterreichssche Äoldrte.. 32,25 32,13 — «.ransradio . ....... 8 179 157,6 4,20% Ceßerr. Silberne. . . 4% Oesterreich, einheitl. Rte. — — —> Buderus ....... 5 89.75 89,26 89 25 88.76 4% Ungarische Koldrte. 27,4 27,6 27,26 — Deutsche Erdbl ....... 6 • 46,75 146,72 146 146 4% Ungarische Slaaisr. v. 1910 23,5 . — Essener Steinkohle ...... 8 . - — 132.25 130 4K% vesgl. von 1913 — — — •— Gelsenkirchener ... !. H 3- < 131-6 131 131.26 130.- 4% Ungarische Krönende.. . -- — 2.6 2,6 Harpener ....... 6 - 135.6 154,13 4% türi. ZoUanleihe v. 1911 . . 4% Türkische BagdadbabwAnl., 11 — 10.8 Hoesch Eisen. ........ 8 Ilse Bergbau ...... 8 264 -64 1.19 26 264 139.6 Serie 1 — — 11,8 11.5 KlScknerwerke........7 —V- 125 126,5 185.5 4% veSgl. Serie II..... 4% Rumänen convert. Rte. . 11 10.9 10,65 11 Löln-Neuesjen........9 —• - 135,75 135.1) * — d Mannesmann ........8 137,5 135.75 137,18 1,16.6 ty,% Rumänen Koldmil. von 1913 '«,35 22,6 — Mansselder.........7 Oberschlei. Sisenb. Oebarl . 6 122,6 124 122 121,5 • — 114,26 114 euig. Deutsche Esten'xchn Hamburg-Amerika Koket . yomb.-Sübam. Dampssch. 46 146.25 H6,6 Olavi Minen .....■ - »2.25 56.26 65.7. Borltner HandelLgeseMch. - 12 306 — ■04 304,75 ^ali Aschersleben.....w 306 302.7o 303.6 299.6 Lommerz- und Prioat-Bank . 11 194.75 193.25 191.25 193 7. Kost Westeregeln......40 308 Kaliwerk Ealzdetmrkt , . - 15 498 303 304.6 305 Darmst. u. Nalionolbank 12 2.7,75 496,5 296.6 296 497.6 498 Deutsche Bank ■ . 10 171.75 171.ü 171 75 171.5 fj. G. Farben-^nvuküM ... 12 269.6 268.75 860.5 268.75 SUtonio-ÖeleUldjah Aut.. . 10 165.9 165.6 1'6 165.7.' Dynamit Nobö . . .... 6 — - 127.76 «27,76 Dresdner Bonk . - 10 173 171,75 173 172.. Scheideansial! ...... 9 — 216 vrttteldeutsche Liedttha»» . . . 9 — 213 21t... Goidschmldl . ...... 5 106 106 105 Cletallbanl ........ . t — : 140,76 142,75 142 o RutgerSwerte ........ ß 107.75 l07,ü 107,76 107,9 Kd&ftnd ....... 12 106,5 1 — 807,5 808,73 MelallgeseNsckiast. ..... U 194 194 Frankfurt a-M Berlin Berlin. > Oktober (8eld ^cV11 1M5 T87Ti Schluh.s Kur» । l'Uhr. Kur» Sch.utz- Kurs Anfang Kur» Holländische At.ilienisLe Nonvegifche Deulsch-Oest Noten . . . 167,71 168.39 Noten . .. Noten. *rr.,äiOOÄrc 31,96 22.04 UI.N0 69,17 2.657 112.29 Datum: l 10. 2. 10. l. 10. 1«. tu. neu 111,13 68.93 Phlltpv Hvlzmann .... . . 7 44.5 144 Ul iHumanifd)t Norcn . . . Heidelberger Cemeul. . . . 10 . . g 136J 170 144.75 80.45 80,77 Wank ä Rieitaa ..... . 10 144 143 Spanische Noten .... Tschechoslowakische Nuten 68.49 68.77 SchuUkoiS Datzoichose, . . . 346 . 1 12.37 12,43 . 15 — 347 Nnäarische Nölen ■ e 72.80 73.10 Cflipede........ Ber, Slm>rsto»..... . IS . 18 573 302.75 572 Devisenmarkl Berlin —Frankfurt a. M. Bemberg. ....... Zellstoss Waldhos .... Zellstoff Afchaffenbura . . Eharlottenburger Wasser . Dessauer ®a3 .... . 14 . 32 W.7Ö 298 75 490 837.75 496 297.6 Telegraphische Auszoblvna. . 13 . . 7 2:0.5 220 230 5 132 818.5 131.9 202,5 I. Oktober S.O ktob r . . 6 — — 208.5 ÄmUiche Notierung Amtliche 'Jiotieruna Daimler Molaren . . . . . . 0 96 91.75 05.76 95 Weib Ü3rief Äeld 1 Brie' ; Demag ....... Adlerwerke »lev« .... . . 0 . . 6 — 129 63.9 127.5 63.5 129,25 Slmll^Roit- 168,09' 1,761 168,43 1,766 168,18 1.763 1,767 Ludw. Loewe . ..... . 10 — — 264.5 268 Brss-°Aniw- •>8,23 08,36 08,26 58,38 Rat. Automobll ..... . . o — — 76.6 75 Kljriftiania ■ 111,70 111,92 111,74 112,96 Orenstein & Koppel ... . . 5 — l<:0 119 /5 Kopenhagen 111,71 Ul, n 111,hü 112,02 Leonhard Tietz . . • • • Bomag.Meguin ..... . . 6 . . 0 18 — 21'. 19 272 Stockholm - Helfingforß. 112,11 10,65 118,33 10.57 I15.M 10,55» 112.35 10,575 nianks. Malchine» . . . . . . 6 '.8.71 — 79.5 — Italien. . . 21,91 ZI, 90 i1,915 31.955 stiritzner ....... . 11 126 — 126 — London. . . 20,33 20,37 30,33t 20.371 Heyligenstaedt . • • • • . . 0 - — — V< ent) ort . . 4.19 4,30 16,42- l,193.i 4,2015 Iunghons. ...... . . < 89 — 89 * Paris.... 16,385 16,395 16,435 Lechwerke........ • . 8 114 — Schweiz .. • 0.67 80.83 80,71 80,87 Mainkrastwerre..... . . 8 120 «pauien . . 68,76 68.90 68 4? 68.61 Miag. ..... . 10 141 141 141,5 Japan . . . ?Hfo de Jan 1,918 1,922 I,UIJ 1.501 1,9'23 Nekärsulmer . . . • • • . . 8 34 86 32 >.601 9,603 9.603 Beters Union ...... . . 8 H3 118 — Wien in D-. J9,0t >9,01 Gebr. Roeder . . . • • • . lt 128 Ceft. adgesl »9,13 «oigi & Hoessn« . . • • Glidd. Zucker ...... . . 8 216 316 — Prag . . 12,42 12,44 12,447 . - 8 152 151 150,6 Belgrad - - 1,363 7,3d. 7,368 Iä8JJ vudavest. . Buv arten Liffabon 72,99 3,027 <3,13 5.033 73,W» 1.027 73.2» 3,033 Banknoten. 18,88 18,92 18.93 18.97 Danüg.. - < : attn. 81,27 2,17 si.43 81.28 81,4» Berlin, 1. yttotec i4'e(ö 1 Brie, J.lÜ 2.172 3,176 6,445 ÄmerUauiiche ‘Äotee . . 4,172 1 i ,192 Ati^n. . . 5.43 3.44 >.435 «elatfiöe Wottu . .. . Dänische Noten . , . . . Cneüftt WnNu» 58.055 111.65 W,299 68.39- •11.90 1 20,879 : tttirtaoa UrtMud) - 1,19b- 4,266 30.847 4,199a 4,274 30.887 4,192 1 Ä 4,200 l Ä