m. 153 Erstes Blatt 178. Jahrgang Montag, 2. Juli 1928 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VrvS und Verlag: vrühl'fche Unlverfitütr Buch- vnd Sfdnörutferci R. Lange in Gießen. §christieitnng und Geschöftrftelle: Zchnlfttahe 7. Nnuahme oon Mnjeigtn für di« lagesnummer di» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm YSde für Anzeigen von 27 mm Breit« ortpd) 8, auswärts 10 Reichspsennig. für R«» dlameanzeigen von 70 ii.m Breite 35 Rcichspfennig, Playvorfchnft 20" , mehr. Chefredakteur. Dr. Jneör. Wilh. Longe. Verantwort lid) für Politik Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil <ertoaltung und den Bergarbeitervertretern über die Entwicklung und Entstehung des Unglücks. Er weilte selbst längere Zeit unter Tage, um sich von dem Zustand der Grube ein Bild zu machen. Die Un- glücksgrube unterhält gegenwärtig eine einzige Fördersohle in 330 Meter Tiefe mit einer Zwischenfohle von 220 Meter Tiefe. Hier arbeiteten auf dem eigentlichen Forderposten ungefähr 60 Bergleute. Gegen 7 Tlhr morgens spürte der mit der lieberwachung des Postens betraute Steiger einen schlechten Geruch und Rauch. Kurz daraus brachte ein Einsturz den Bruch des Schachtes für komprimierte Luftzufuhr. Da die komprimierte Luft auf das Feuer wehte und einen Luftzug in umgelehrtem Sinne hervor- rief, waren von Anfang an die Lösch- und Sicherheitsmaßnahmen sehr erschwert. Um l/«9 Uhr erfolgte ein zweiter Einsturz, der auch die Rettungsmannfchasten gefährdete. Der Schrecken wurde noch durch ein plötzlich einsehendes Gewitter vermehrt. Zwei Geistliche zeichneten sich bei den Bergungsarbeiten aus. Unter Tage nahmen sie sich der geborgenen Derwundeten und Sterbenden an. 3m Lichtspielsaal der Grube, der jetzt einer Leichenhalle gleicht, liegen 53 Bergleute ausgebahrt. Am Montag werden alle Bergarbeiter des Loirebeckens zum Zeichen der Trauer eine Feierschicht einigen und am Dienstag dürfte die Beerdigung der Leichen erfolgen. Oie Enideuischungspoliiik in her Tschechoslowakei. Ein Protest der deutschen Universität Prag. Prag, 1.3uIL (TU.) Der akademische Senat der Prager deutschen Universität hat der Regierung eine Protestschrift gegen die Behandlung der deutschen Hochschulen in der Sprachenfrage überreicht. Er führt darin Klage, daß eine deutsche Beantwortung tschechischer Anfragen der Behörden von diesen nicht > u r Kenntnis genommen werde. Auch » wei 1 prachig gehaltene Eingaben der deutschen Hochschulen würden von den Behörden z u r ü ck g e w i e s e n, beispielsweise Anträge auf zollfreie Einfuhr von .Unterrichtsgegenständen. Dieses Verhalten der Behörden stehe im W i - derspruchmit dem Sprachengesetz, wonach den deutschen Hochschulen das Recht eingeräumt sei, im Verkehr mit den staatlichen Aern- tem ihre Sprache zu gebrauchen. Lediglich das Schulministerium anerkenne dieses Recht. Die Zollbehörde sei so unduldsam, daß sie der Prager Handelskammer eine mehrwöchige Ueberprü» f u n g der Rotwendigkeit der Einführung wissenschaftlicher Apparate aus dem Auslände vorgeschrieben habe. 3m deutschen Hochschuldepartement des Unterrichtsministeriums sitze kein einziger deutscher Beamter. Bei Besetzung von Stellen würden immer wieder tschechische Legionäre den deutschen Schulen aufgedrängt. Mahraun gegen den Bolschewismus. Außenpolitische Ziele des Jungdeutschen Lrdcns. Marienburg. 30.3uni. (TU.) Der Hochmeister des „Inngdeutschen Ordens', Mah. raun, beschäftigte sich in einem Vortrag über „3ungdeutsche Außen- und 3nnenpolitil" eingehend mit dem Bolschewismus. Das deutsche Bürgertum sehe nur die roten Frontkämpfer, die durch die Straßen zögen, nicht aber den unsichtbaren Bolschewismus, den Kavalier-Bolschewismus. und den Prvbolschewismus. Rach- dem der Bolschewismus erkannt habe, daß in Deutschland das Vorfeld für öic Welt- revolution liege und die Ordnungsfront für eme bolschewistische Revolution zu stark geworden fer. habe er es verstanden, sich den »Revanche- gedanken" Deutschlands zunutze zu machen. Da sei es der 3ungdeutsche Orden gewesen, der Berlin, 1. 3u(i. (T.-L.) Die Liberale -Bereinigung veranstaltete am Sonntag im Reichstag einen »Liberalen Tag", zu dem auch u. a. zahlreiche Abgeordnete der Deutschen Volkspartei und der Demokraten erschienen waren. Auch Reichswehr Minister ©tönet war anwesend. Geheimrat Kahl teilte unter lebhaftem Beifall mit, daß Reichsaußenmini st er ötrefemann ihn telegraphisch ersucht habe, den Versammelten die herzlichsten Grüße zu bestellen. Geheimrat Kahl erklärte sodann, daß eine vollkommene Lösung des Problems der Liberalen Vereinigung nur in derWiederherstellung einer großen deutsch en Liberalen Partei mit parlamentarischer Einheitsfront gefunden werden könne. Die Voraussetzungen hierfür seien bei dem offenkundigen Widerstand aus den Lagern beider zunächst beteiligten Parteien noch nicht gegeben. Die zu beseitigenden Hemmungen lägen in dem verbreiteten 3rrtum eines grundsätzlichen Gegensatzes von Demokratie und Liberalismus. Frau Katharina von Kardorff- Oheimb wies darauf hin, daß der liberale Gedanke eine gemeinsame Schranke vom Konservativismus bis zur Demokratie gegen die Sozialdemokratie aufrichten könne. — Geheimrat Heute früh fand eine Kabinettsfihung statt, die sich bis in d.e Rachmittagsstunden hinein erstreckte und in deren Mittelpunkt die Beratung der Regierungserklärung stand. Wie es in der ..Germania" heißt, wird die Regierung in kurzen aber festumris enen Gedankengängen Gesetzgebung und Regierungsarbeit vor dem Reichstag offenlegen. Daß dabei neben einer Reihe aktueller staatspolitischer Fragen wirtschaftliche und finanzpolitische Gesichtspunkte im Vordergrund stehen werden, ist, da der Kurs der Außenpolitii als vollständig ge- sichert angesehen werden muß, wohl als selbstverständlich anzusehen. Deutsch ist die (Saar! Die Bundcstagung der Laarvcrcinc in Heidelberg. Heidelberg. 1. 3ult (WTB.) Der Bund der Saarvereine trat hier zu seiner 8. BundcSla- gung zusammen. Als Erster referierte Hnivcr i» tätsprofefsor Dr. Moldenhauer. M .d. R.. Über die Saarfrage im Rahmen der deutsch-sran- zösischen Verständigungspolitik. Der Redner sührle u. a. aus »Die Franzosen vergessen, daß das Saargebiet seit dem 5. Jahrhundert n. Ehr. von deutschen Stämmen besiedelt ist und daß im 3ahre 1925 unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung die tausendjährige Zugehörigkeit zu Deutschland geieiert worden ist. 3hr krasser Eigennutz ist eS, der den Verstoß gegen das gerade von der Entente immer wieder betonte Selbstbestimmungsrecht der Völker rechtfertigen soll. Begreif man in Frankreich nicht, daß diese Methode das Vertrauen auf die von seinen Staatsmännern proklamierte Friedensbereitschast unmöglich macht? Will man drüben ebenso ernst eine Verständigung. dann muß man auch ebenso ernst wie in Deutschland den Willen dazu haben." Direktor Löffler-Berlin sprach über „Die Rot unb Irene ber arbettenben Bevölkerung an der Saar". „Die Arbeiter des Saar- gebiets hungern unb bürsten nach sozialer unb wirtschaftlicher Gleichstellung mit ben übrigen Arbeitern Deutschland. Sie hungern unb bürsten nach sozialer Gerechtigkeit, bie sie unter ben heutigen Ber- hältnissen entbehren müssen. 3n Frankreich kann man nach fast zehnjährigen Erfahrungen kaum noch einen Zweifel an der deutschen Gesinnung ber Saar« gebietsbewohner haben. Darum hasse ich, unb ich spreche biese Hofnung mit Rachdruck aus, baß man es im Saargebiet nicht e r ft zur VoIksab - ftimmuno kommen läßt, fonbern baß man es b a (b l g ft f r c i g i b.t unb ungefjinbert heimkehren läßt nach Deutschland — Als letzter Webner hielt Geheimrat Dr. o. Drganber M. b. R einen Vortrag über „Der Treuhandgebanke unb feine Misi- hanblung im Saargebiet". Der Redner, der zunächst feststellte, daß das Saargebiet ein unmögliche^ Gebilde und ein schweres Hemmnis jeder friedlichen Aufbauentwicklung in Europa darstelle, erklärte weiter, wir hätten allen Anlaß, immer wieder vor dem Forum der Weltöffentlichkeit zu betonen, baß die im Saargebiet herrschende Tyrannei nicht nur alle demokratischen, sondern alle in der Kultur- weit selbstverständlich gewordenen Grundsätze über die Mitwirkung des Volkes in der Bestimmung feines Geschickes in grober und frivoler Weife verletze. Rachmittags wurde im Hofe des Heidelberger Schlosses unter Mitwirkung von mehr als 1200 Sängern der zahlreichen Gesangvereine des Saar-Sänger- bunbes eine große Äunbgebung veranstaltet, bei der Heichsminister a. D. Dr. Bell u. a. folgendes ausführte: „Als vor neun 3ahren ein unseliger Versailler Machtspruch. die Stimme des Siegers, jedoch nicht die Stimme der Vernunft und der Gerechtigkeit kündend, kerndeutsches Saarland, ein 3ahrtausend hindurch mit Deutschland in Sprache und Sitte, Kultur und Wirtschaft eng und unauflöslich verbunden, grausam loslöste vom deutschen Stammland und untragbarer Fremdherrschaft unterstellte, da blutete todeswund die deutsche Seele, da eine bittere Rot und herbes Leid alle Deutschen zu tiefstem Mitgefühl, zu engster Verbundenheit mit ihren so schicksalsschwer heimgesuchten Saarbrüdern und Schwestern vereinte. Doch heroische deutsche Treue setzte sich überall dort, sämtlichen Versuchungen kraftvoll widerstehend, alle Leiden und Schmerlen opfermutig ertragend, ein Denkmal, dauernder als aus Erz. Lieber Saardeutschland und besetztes Gebiet kann keine Meinungsrerschieden- heit unter Deutschen bestehen. So antworten denn die deutschen Lande in harmonischem Einklang dem dringenden Auf der gesamten Saarbevol- kerung: „Wir wollen frei fein, wie unsere Eltern waren", durch millionenfaches Echo aus allen deutschen Gauen und auch aus dem Ausland, soweit dort die deutsche Zunge klingt: „Wir stehen zu euch bis zum Tode getreu, in Blutsbrüderschaft unauflöslich mit euch vereinigt." Der all eilige Ruf nach Wiedervereinigung von Saarland und Saarbdvölkerung mit dem deutschen Vaterland darf nicht ungehört verhallen. Rot- wendige Voraussetzung zur Durchführung des Friedensgedankens, dieses ragenden Kulturproblems, ist die unbedingte Gleichberechtigung und Gleichwertung aller nationalen Belange. Wir aber wollen diese se e l ch- ernste Stunde nicht vorübergehen lassen, chne un'erer machtvollen Kundgebung das bleibende Gepräge aufzudrücken durch den Rütlischwur, zu dem alle Deut'chen aus unbesetztem wie besetztem Gebiet und von der Saar ihre Hände und Herzen erheben: „Wir wollen sein ein einig Doll von Brüdern, in keiner Rot uns trennen und Gefahr!" — 3n einer einstimmig angenommenen Entschließung wird sestgestellt, daß der feste Wille des Volkes an der Saar, das rein deutsch und ohne jede fremde Beimischung ist, die Wiedervereinigung mit bet deutschen Wirtschaft und der deutschen Regierung einmütig fordert. Mit Abscheu weist die Saarbevölkerung die neuesten Pläne gewisser französischer Kreise, die das klar umschriebene Recht Deutschlands, die Gruben zurück- zukausen, vereiteln wollen, zurück. Aeußerste Gefahr ist im Verzüge. Es gibt nur eine Abhilfe: Vor dem Ende des Donez-Prozeffes Der große russische Sensationspro^ß, der als eine politische Angelegenheit ersten Ranges auf* gezogen war, geht seinem Ende entgegen. Das Plädoyer des ersten Staatsanwaltes Krylenko zeigt trotz dec massenhaft von ihm beantragten Todesurteile, oder vielmehr gerade wegen ihrer und des Gegensatzes dieser Strafanträge zu dem einzig verbliebenen gegen den Deutschen Otto, daß die Vorwürfe, die leichtfertig und ungeschickt zunächst gegen eine Reihe deutscher Ingenieure und Techniker und deutscher Firmen in Rußland erhoben worden waren, feinen Bestand hatten. Richt einmal die feste Absicht, zu dem Rach* weis einer ausländischen Verschwörung zur Sa* botage der Sowjet-Industrie zu gelangen, vermochte den glatten Zusammenbruch dieser Anklage zu verhüten. Die deutschen iln* ternehmungen, auch soweit sie Krhlento in seinen Ausführungen noch irgendwie indirekt verdäch* tigt, gehen vollkommen gereinigt aus dem Verfahren hervor' von den beiden noch vorhandenen deutschen Angeklagten will selbst der mit drakonischen Anträgen wahrhaftig nicht sparsame Krylenlo einen, den Ingenieur Maier freigesprochen wissen unö nur Otto, von dem der Staatsanwalt selbst behauptet, ec sei niemals Mitglied der Verschwörung ge- wesen, aber seine Beihilfe sei sehr wahrscheinlich, soll mit sechs Monaten bis einem Jahr Gefängnis, und der bereits entlassene V a d st i e b e r, dessen RolK eine ziemlich sonderbare war, soll pro forma und mit Dewäh* rungsfrist noch irgendwie verurteilt werden. Auch »bei Otto versucht Kcylenko allerdings zur Begründung seines Strafantrags, für den sich ja in der Verhandlung selbst nicht die geringsten Anhaltspunkte ergeben haben, da er nie irgendwie ernstlich belastet wurde, nichts anderes hrr- anzuholen als eine unklare politische Einstellung, einen häufigen Gesinnungs- wecbsel. ilnb damit richtet sich das ganze Verfahren. Der Staatsanwalt hat einmal gesagt, daß es vor dem Sowjetgericht nicht auf das objektive Recht, sondern auf die politische Wirkung ankomme. Gr hat es nicht mit diesen Worten, aber in vielleicht noch zynischerer Form dem Sinne nach gesagt. Daß man in Deutschland und auch anderwärts in der Welt für diese merkwürdige Art der Sowjetpropaganda fein Verständnis hat. werden sich die russischen Machthaber selbst sagen. Wenn aber politische Gesichtspunkte maßgebend sind, dann sollte man sich, nachdem das ganze Gebäude einer ausländischen Verschwörung mit deutscher Hilfe in Rauch aufgegangen ist, eS doch reiflich überlegen, bevor man durch die Verurteilung auch nur eines einzigen der ersichtlich au IIn- recht angeklagten Deutschen die ohnehin erschütterte Bereitwilligkeit zu einer wirtschaftlichen Betätigung in Rußland auf deutscher Seite weiter gefährdet. Die beschuldigten Firmen haben einen Anspruch auf volle Rehabilitierung vor der Weltöffentlichkeit. Mit den halben Maßnahmen des staatSanwaltlichen Plädoyers ist es nicht getan: und selbst wenn sämtliche Angeklagte freigesprochen würden, bleibt die Forderung nach ihrer Entschädigung für die unschuldig erlittene Haft, für ihre und die Ehrenkränkung namhafter und einwandfreier deutscher Industrieunternehmungen tn vollem Umfang bestehen. Es ist nicht unsere Sache, uns in die innerrussische Rechtsprechung einzumischen, sonst wäre wohl auch zu den zwanzig beantragten Todesurteilen mancherlei zu sogen. Auch sie werden kaum ermutigend auf die Wirtschaftstätigkeit des Auslandes innerhalb des Bereiches der sowjetrussischen Jurisdiktion einwirken. Wenn also die Sowjetregierung mit diesem Monstreprozeß, wie ihr berufener Vertreter selbst erklärte, eine Art politischer Propaganda bezweckte, so ist das eine Propaganda gegen die Ueberzeugung gewesen, daß sich Sowjet- rußland merklich den westlichen Kultur- und Rechts- begriffen angenähert habe. Und die Freunde des neuen Rußland, zu deren Organisation ja auch Otto gehört, werden künft'ghin einen noch schwereren Stand in der Oefsentlichkeit haben. Die Plädoyers der Verteidiger. Moskau. 30. Juni. (WTD.) Die Plädoyers der Verteidiger für die russischen Angeklagten befürworten mildernde Umstände. Sie heben den verhältnismäßig geringen Umfang der Sabotagearbeit hervor und weisen auf die schwachen Ehara kere der Personen hin, die sich verführen ließen. Sie betonen schließlich, daß alle Angeklagten auch viel erfolgreiche und nützliche Arbeit für den Staat geleistet hätten, so daß sie bei milderer Bestrafung in Zukunft noch tüchtige Kräfte für die Sowjetindustrie darstellen könnten. Der Verteidiger Eowenberg wies darauf hin, daß von der Verwaltung von Iugostal eine Erklärung vorliege, nach der Kusma niemals Mitglied der Abnahmekommission gewesen sei. Deshalb habe Vadstieber gelogen, als er aussagte, daß Kusma Destechungsgelder für die Abnahme Knappscher Maschinen erhalten habe. Der Verteidiger D o b r i n i n versucht, die Maier und Otto belastenden Aussagen Baschkins zu erschüttern, der erklärt hat, er wolle alles gestehen, um das Gericht zur Milde zu veranlaßen. Daschkins physischer und seelischer Zusammenbruch gebe Anlaß zu der Annahme, daß er über die Selbstbelastung hinaus auch andere belasten wolle, um sich einer günstigen Stimmung des Gerichts zu versichern. Für Vadstieber sprach Rechtsanwalt D o m a- t o w s k i. Er sagte, Rikischins Behauptung, Bad* stieber habe gegen die Sowjetunion agitiert, verfalle in sich. Badstieber habe zugegeben, daß er Amtspersonen bestochen habe: man müsse aber unterscheiden zwischen dem Begriff der Amtsperson in Deutschland und dem in Rußland. RA. Worms, der Maier verteidigt, hält sich im engsten Rahmen und widerlegt nochmals alle Anklagepunkte. Stelle man die Persönlichkeit Maiers derjenigen Badstiebers gegenüber, der Reurastheniker sei, so falle alles Licht auf Maier. Darum müsse seine völlige Freisprechung erfolgen. Ozep, der Otto verteidigt, plädierte gleichfalls für Freisprechung. Oie Zahl der Deutschen in Sowjet-Rußland Berlin, 2. Juli. (Priv.-Tel.) Wir konnten kürzlich berichten, daß nach den neuesten statistischen Erhebungen in Sowjet-Rußland ungefähr 1,2 Millionen Deutsche in Rußland leben. Rach den letzten hier vorliegenden Angaben läßt sich jetzt ein ungefähres Gesamtbild aufzeigen. Die Zahl beträgt rund 1238 600. Hiervon zählt man in der Wolgadeutschen Republik 379 600. Die meisten Deutschen wohnen in der Ukraine mit 393 000. Die übrigen verteilen sich auf die anderen russischen Gebiete und Sibirien, wo allerdings nur sehr wenig Deutsche ansässig sind. Die Deutschen in Rußland sind in ihrer Ueberzahl Bauern und Siedler, aber auch ein nicht, unerheblicher Prozentsatz seht sich aus Handwerkern und Kaufleuten zusammen. ein Ende zu machen mit dem Saar- experiment deS Versailler Vertrages, das sich in acht Jahren als völlig verfehlt erwiesen hat, durch die ungeschmälerte R ü ck g a b e des Saargebietes und seiner Kohlenlager an Deutschland. — Die Kundgebung endete mit dem von allen Anwesenden begeistert gesungenen Deutschlandlied. Als Abschluß fand am Abend eine Beleuchtung der Heidelberger Schloßruine und ein großes Feuerwerk statt. DieNotderKriegsgeschädigten Die Durchführung des Kriegsschädcn- schlußgcsetzes. Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 2. Juli. Die Eingabe dec Arbeitsgemeinschaft der Interessenvertretungen der Li- guidations- und Derdrängungsgeschädigten an den Reichstag, die zeigt, in welchem Umfange in Anbetracht dessen, daß die Durchführung des Kriegsschädenschlußgesehes mit Rücksicht auf die schwierige technische Erledigung außerordentlich lange Zeit in An - sprach nimmt, die R o 11 a g e der Kriegsgeschädigten zunimmt, gibt ein erschreckendes Bild von den tatsächlichen Verhältnissen. Die Mobilisierung der Entschädigungsansprüche auf dem Wege der Gründung eines Trusts scheint mehr oder weniger In Frage gestellt zu fein. Ebenso konnten die Verhandlungen um die Schaffung von Zwischenkrediten noch zu keinem Ergebnis geführt werden, so daß die Rotlage der Kriegsgeschädigten, obwohl ihnen doch durch daS Kciegsschädenichlußgesetz eine Entschädigung zugesagt worden ist, immer mehr zunimmt. Es steht zu erwartLn, daß sich auch der Reichstag nach der Ueberprüfung der Sachlage binnen kurzem noch einmal mit der Angelegenheit beschäftigen wird, um vor allem eine Möglichkeit zu finden, die eine raschere Durchführung des Kriegsschädenschlußgesehes gewährleisten kann. Ob und in welchem Umfange auch Barmittel zur Befriedigung der weiteren Ansprüche schon jetzt zur Verfügung gestellt werden können, steht natürlich noch dahin. Solange aber die Schuldbuchverschreibungen nicht in irgendeiner Weise mobilisiert werden können, werden sie auch für die Kriegsgeschädigten unbrauchbar bleiben. Es muh also auf jeden Fall ein Ausweg gefunden werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Interessenvertretungen der Kriegsgeschädigten hat, wie uns mitgeteilt wird, die Absicht, sobald die Sachlage seitens des Reichstags geprüft sein wird, mit bestimmten Vorschlägen an den Reichstag heranzutreten. Oie Reichsamnestie. Der Reichsjustizmmister berät mit de» Parteien. Berlin, 2. Juli. (WTD. Funkspr.) Reichsjustizminister Koch-Weser hat mit den graf* tionssührecn über die geplante Reichsamnestie verhandelt. Die Hauptschwierigkeiten bilden nach Wie vor di« Behandlung der wegen Kapitalverbrechen verurteilten politischen Straftäter, also der Fememörder und Mar Hölz. Der frühere Vorschlag der Rechten, daß die lebenslängliche Strafe der Fememörder auf 7*/a Jahre Festungshaft ermäßigt werden soll, wird keinesfalls angenommen. Aeuherstes Zugeständnis wäre, daß die lebenslängliche Strafe i n 7*/» Jahre Zuchthaus umgewandelt wird. Unter diesen Umständen würden alle politischen Verbrecher der Linken entlassen werden, auch Max Hölz toürbi durch die Amnestie, falls das Reichsgericht. nicht auf Grund der Wiederaufnahms- anträtze seine Freilassung verfügt, in einem halben Jahr freikommen. Die Fememörder müßten dann noch sieben Jahre verbüßen. In die Amnestie sollen auch solche Straftaten einbezogen werden, die aus sozialer Rot begangen sind, sowie die Landesverratssachen, sobald die Tat nicht aus Eigennutz geschehen ist. Sämtliche Personen, die wegen Landesverrats, begangen durch die Presse, verurteilt worden sind, würden entlaffen werden. Die lausenden Verfahren würden niedergeschlagen. Senkung der Lohnsteuer. Berlin, 30.Juni. (Priv.-Tel.) Die Prüfung der Frage der Senkung der Lohnsteuer bei Einkommen bis zu 8000 Mark jährlich im Reichsfinanyministerium hat laut „Vorwärts" ergeben, daß tn der Tat der Ertrag der Lohnsteuer so wesentlich über den Voranschlag hinaus- geht, daß eine Senkung der Lohnsteuer gerechtfertigt ist. Der neue Reichsfinanzminister Dr. Hilferding ist infolgedessen bereit, eine solche Vorlage, die wegen der Kürze der Zeit als I n i • t i a t i d g e f e (3 im Reichstage von den Parteien eingebracht werden müßte, zu unterstützen. General Obregon znm Präsidenten von Mexiko gewählt. Mexiko, 1. 3ulL (MTV. Juntfprud).) General Obregon wurde heute jum Präsidenten von Mexiko gewählt. Seine Amtszeit beginnt am 1 Dezember b. 3. und wird sechs 3ahre dauern. Er war der einzige Kandidat für das Amt. General Obregon hat angekündigt, er werde in der Hauptsache die Politik de» gegenwärtigen Präsidenten Ealles f o r t s e h e n. Der Dahltag verlief ruhig. Ls waren sorgfältige Vorsichtsmaßnahmen zur Auf- rcchlerhattung der Ordnung getroffen worden. Alvaro Obregon, der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Mexiko, stammt aus dem Indianerstaat Sonora. Er trat erstmals im Jahre 1920 hervor, als er als Haupt der Militär- Partei gegen den vom Präsidenten Earcanza begünstigten Diplomaten D o n i l l a s kandidierte und Aufstände im Süden der Staaten erregte. Er hatte damit Erfolg, zumal auch der Gouverneur von Sonora Adolfo de la Huerta gegen Earranza Stellung nahm. Carranza mußte auS Mexiko fliehen und wurde auf Befehl des Generals Hecrero, bei dem er Schutz gesucht hatte, im Schlaf ermordet. Obregon wurde im September 1920 mit 190 Prozent aller abgegebenen Stimmen zum Präsidenten gewählt. Seine Amtszeit verlies ohne besondere Vorkommnisse. Am 30. Rovember 1924 wurde (Soner I CalleS sein Rachfolger in der Präsidentschaft. Aus aller Welt. Keine Hoffnungen für Amundsen. Der vor äroarktischen Kongreß in Petersburg zurückkehvende dänische Forscher Peter Treuch e n berichtet der Zeitung „Politiken", daß man in norwegischen Sachverständigenkreisen nunmehr von dem Untergang des französischen Flugzeuges überzeugt sei. Der Begleiter Amundsens auf dessen Südpol-Expedition, Helmer Hansen, hat die Ueberzeugung ausgesprochen, daß sein Freund den Heldentod gefunden habe. Das französische Flugzeug könne sich nach dem Urteil aller Sachverständigen nur etwa zwei Stunden lang auf dem bewegten Eismeer gehalten haben. Falls es also nieder- gezwungen worden sei, müsse man sicherlich damit rechnen, daß Amundsen den schnellen Tod gefunden habe, den er sich immer für seine Person gewünscht habe. Die italienischen Flieger in Tromsv haben berichtet, daß sie die gan^e Strecke zwischen Tromsö und der Dären-Insel systemaftsch abgesucht hätten, ohne auch nur eine Spur von dem französischen Flugzeug zu entdecken. Jetzt wird der Vorschlag gemacht, zwanzig S e e - hundfänger-Fahrzeuge auszurüsten und das Fahrwasser eingehend abzusuchen. Die See- hundfängec sind gewöhnt, auf zwei Kilometer Entfernung Seehunde zu entdecken und haben daher eine vorzügliche Vorübung für die Rachsuche. Die „Hobby" wird am Montag unter dem Kommando eines norwegischen Marineoffiziers in See gehen. Vergebliche Nachforschungen nach der Viglierigruppc Rom. 2. Juli. (WTD. Funkspruch.) Gestern vormittag sind die beiden italienischen Groh- wasserflugzeuge unter Führung Maddalenas und P e n z v s , sowie das breimotorige Schwedenflugzeug aufgestiegen, um die Gruppe Viglieri mit Lebensrnitteln zu versehen und die Nachforschungen nach den Trümmern der „Italia" aufzunehmen. Die mit Gleitkufen versehene finnische Maschine ist, entgegen der ursprünglichen Absicht, an dcc Operationsbasis zurückgeblieben, weil die Viglierigruppc mitgeteilt hatte, daß sich die Eisverhältnisse in der Umgebung des Lagers verschlechtert haben, so daß die beabsichtigte Landung des finnischen Flugzeuges unmöglich sei. Die Lage der Gruppe Viglieri ist unverändert. Die Funkstation der „S. 55" versuchte mit der Gruppe Viglieri den drahtlosen Verkehr aufzunehmen, erhielt aber auf ihre Rufe, wahrscheinlich infolge der besonderen atmosphärischen Bedingungen feine Antwort. Als die drei Wasserflugzeuge in die Rähe von Kap Smyth gekommen waren, stießen sie auf dichten Rebel, der eS ihnen unmöglich machte, das rote Zelt der Viglierigruppe zu erkennen und ihre Rachsor- schungen fortzusetzen, infolgedessen kehrten die Flugzeuge um und trafen am Rachmittag wieder in der Virgobucht ein. Aus dem Bericht der drei Flugzeugführer geht hervor, daß der stacke Ostwind an der Rordküste des Rordostlandes große Risse und Kanäle im Packeis verursacht hat, was wahrscheinlich das Vordringen des Eisbrechers „Krassin" Aur Gruppe Viglieri erleichtern wird. Dec „Krassin" befand sich am Sonntagnachmfttag 18 Meilen westlich dec Insel Parry. Das Wasserflugzeug „Marina" unter Führung des Kapitäns Ravazzoni unternahm am 28. und 29. Juni von Tromsve aus mehrstündige ausgedehnte Flüge, ohne jedoch irgendeine Spur der verschollenen „Latham" zu entdecken. Die preußische Staatsregierung beglückwünscht den Reichspräsidenten. Ministerpräsident Braun hat, zugleich im Namen der Staatsregierung, dem Herrn Reichspräsidenten die herzlichsten Glückwünsche für die GeburtseincsEnkelsohnes ausgesprochen. wieder eine Granatenexplosioo in Frankreich. Beim Transport und Entladen eines aus dem Kriege stammenden Munittons- und Granatenvorrates ist in einer in einem von Arbeitern bewohnten Viertel von Port Ioinville gelegenen Fabrik eine Feuersbrunst mit anschließender Explosion der Granaten ausgebrochen, bei der zwei Arbeiter und wahrscheinlich noch ein dritter getötet und vier Arbeiter schwer verletzt worden sind. Sämtliche Fensterscheiben des Ortes wurden zertrümmert. Alle Häuser des betreffenden Viertels mußten geräumt werden. Die Elektrizitätsversorgung ist unterbrochen und das Feuer noch nicht vollkommen gelöscht. Schweres Autounglück in Saschau. Bei den Automobilrennen, die in Kaschau im Rahmen der Feier des zehnjährigen Bestehens der tschechoslowakischen Republik stattfanden, kam es zu einem schweren Unglück. Einem Auto stellte sich eine Bettlerin in den Weg. Sie wurde von dem Auto ergriffen, in die Hohe geschleudert und auf der Stel-le getötet. Der Fahrer, der die Geistesgegenwart verlor, berührte infolge eines Versehens statt des Trems- hebels den Gashebel. Das Auto fuhr in die Volksmenge. Die Folgen waren furchtbar. Zwei Frauen wurden getötet und vier schwer verletzt. Drei Schulkinder beim Baden ertrunken. In Wehrau bei BunAlau war ein Lehrer mit etwa 30 Kindern seiner Klasse zum Queis, einem heim- tückischen Nebenfluß des Bobers, zum Baden gegangen. Plötzlich versanken sechs Mädchen an einer tiefen Stelle. Dem Lehrer gelang es nicht mehr, alle sechs in Sicherheit zu bringen. Drei Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren ertranken. Ihre Leichen wurden später geborgen. Beim Baden ertrunken. Beim Baden im Rhein ertrank oberhalb der Landungsbrücke bei Rheinsberg (Krefeld) ein 19jähnger Bergmann. Ein 20jähriger Freund, der den Ertrin- kenden retten wollte, versank gleichfalls in den Wel- len. Die Leiche des Bergmanns wurde von Schiffern geborgen. Boolsunglück auf dem Lhiems«. Beim Kahnfahren auf dem Ehiemsee ertranken ein junger Mann und ein junges Mädchen. Das Mädchen hatte beim Platzwechseln das Gleichgewicht verloren und beim Sturg in das Wasser den jungen Mann mitgerissen. Beide gingen unter, ehe Hilfe kommen konnte. Lin Fuhrwerk vom Eilzug erfaßt. Aus der Strecke Berlin—Magdeburg, nahe bei Burg, wurde ein Fuhrwerk von dem Berliner Eilzug ersaht. Die drei Insassen, der Gutsbesitzer Hermann Weber auS Parchau. dessen Frau und em mitfahrender Gast, wurden auf der Stelle getötet. Dec Hilfsschranken- toärter, der die Schranke nicht r--chl- aeitig geschlossen hatte, wurde in Hast genommen. Zugunglück Im Lerner Oberland. Am Samstagabend stürzte ein Zug der 'Berner Oberlandbahn zwischen Wilderswil und Zweilüfschinen in einen Wildbach, bei dem kurz vorher die über diesen führende kleine Drücke infolge eines heftigen Gewitters vom Wildwasser weggerissen worden war. Der Zug wurde von zwei Lokomvttven gezogen. Während die vordere Lokornottve bremste, fuhr die hintere in gleicher Geschwindigkeit weiter. Die erste Lokornottve wurde ins Dachbett g e st o ß e n. Der nachfolgende Gepäckwagen mth die Personenwagen türmten sich auf binen auf. Ein Fräulein wurde getötet, zehn in der Schweiz wohnhafte Reisende zum Teil schwer, zum Teil leichter verletzt. Ferner wurden auch noch einige Deutsche verletzt. Quetschungen erlitten auch Fritz Flieh, sowie Dr. Hirsch und Frau und sein 10 jähriger Sohn, alle au» Frankfurt am Main. Baron Zorn von Bulach verunglückt. Baron Zorn v. Bulach, der, wie erinnerlich, dieser Tage begnadigt wurde, hat auf der Straße zwischen Herstein und Straßburg einen M o - torradunfall erlitten. Der Baron, der in voller Fahrt stürzte, und bewußtlos liegen blieb, wurde von hinzukommenden Automobilisten in eine Straßburger Klinik gebracht, wo der Bruch einer Schulter und sonstige leichtere Verletzungen am ganzen Körper festgestellt wurden. Der Sohn Gerhart Hauptmanns betratet eine Prinzessin Schaumburg-Lippe. Denvenuto Hauptmann, der Sohn Gerhact Hauptmanns, hat sich mit Elisabetb Hermine Auguste Viktoria Prinzessin zu Schaumburg-Lippe, die am 31. Mai zwanzig Jahre alt geworden ist, verlobt. Die Dermahlung wird Ende Juli oder Anfang August ftattfinbai Da» Oberhaupt der Schaumburg-Lippischen Familie, der ältere Bruder der Braut, hat bereits fein» Zustimmung gegeben, so daß auch familien- rechtlich keine Schwierigkeiten der Heirat im Wege stehen, obwohl die anderen Brüder der Fürstin mit der Heirat nicht einoerftanbax sind. Benvenuto Hauptmann ist in erster Ehe mit einer Engländerin verheiratet gewesen, die Ehe wurde jedoch nach kurzer Zett geschieden. Lynchjustiz in Amerika. In Brookhaoen (Mississippi) drang eine erregte menge in das Gefängnis und bemächtiate sich zweier Reger, die auf einen Weißen geschossen und ihn verletzt hatten. Die Neger wurden in ein Auto geschleppt und außerhalb der Stadt erhängt. Sie Wetterlage. in o6 ■Jen rtayen- O ■ß MO- ,O SanTiha^, den 1 Juli 192.8. vorrn. 12. o w»uw O wontemoi O nerrcr aBiro oedtett 9 vo'tig. • Mdecn e Ktd«W * Schnee ttQrauPtm e Hehcl K6#Wit’/r^g)UindStillc-O' XV leichte- C$i -iissiot' sodsodwat q Moreiouie» xordwe* Oie Piene ihefien gültigen Lei »er der Äriminalabtellunj bestellt. Krinunalpolizeimrister Zink hit diese- wichtige Amt in den vielen 3abren feines Wirken- mü auLgczeichnetem (Srjolg bekleidet Ausgerüstet mit vo.zuglicher Auffassungsgabe, sehr guten krimi- rainlischen Kenntnissen, scharfer Beobacht ‘ng»» gäbe, verbunden mit einer gerade den Kriminalisten auSzeichnenden Huhe hat eS 5>ert Zink verstanden, sein schwierige- Amt in jeder Weise ■,’i vollsten Zufriedenheit feiner Dorgesetzten und - m Woble der Bürger Gießen« zu versehen. Sein stets freundliches, zuvorkommendes Wefen, fein für die Wirklichkeit offener Blick und feine Menschenkenntnis haben Herrn Zink dr« volle Hertiaucn und die höchste Achtung seiner Bor- gcfeytcn. der ihm unterstellten Beamten und insbesondre auch deS Publikums, eingebracht. Möge dem verdienten Beamten noch viele Jahre ein gesegneter unb sreudvoller Lebensabend beicht eben sein. '* DasAbenbläuten wird ab heute, Montag, abend in unserer Stadt wieder eingcführt. Es wird geläutet vorn Turm der Stadtkirche, und zwar im Sommer um 20 Uhr, im Winter um 19 Uhr. Damit ist ein langgehegter Wunsch eines großen Teiles der Einwohner erfüllt. * • D e f f e n 111 d) e Bücherhalle. Im Juni wurden 1169 Bande ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 779, Zeitschriften 86, 9u- gendfchriften 109, Gedichte und Dramen 9, Länder- unb Völkerkunde 37, Kulturgeschichte 11, Geschichte Aus der Provinzialhauptstadt. Sieben, den 2 3uli 1928. Oie Jubiläumsfeier der Siebener Hochschulgesellschaft. Am Samstag beging die Gießener Hoch- schulaesellschaft iGefellfchast von Freunden und 56rbeicm der Univerfitü D eßen) mit ei. er eindrucksvollen Deransfallung die Feier ihres zehnjährtgen Bestehen- Zunächst sand am nachmittag die jährliche Hauptversammlung in der Kleinen Aula statt, in der Provinz ialdirektor Graes alS Vorsitzender der Hochschulgelellschaft eine sehr stattliche Dersamm- lung von Herren auS allen leiten des Heffen- londeS begrüßen konnte 3m Anschluß an den 3ahreS bericht für 1927 und nach Erledigung einiger me.lerer geschäftlicher Punkte überreichte Provinzialdirektor Graef im Hamen der Hoch- schulgesellschafl dem alS Vertreter deS erkrankten AektorS erschienenen Srrek'.vr Pros. Dr. Zwick eine 3ubtläumSspende der Gießener Hochschulgesellschaft imDefrage von 6 1 000 Mark. Die eine HAfte der Spende ist nach dem Dollen der Stifter an bestimmte Uni- verfitülSzwecke gebunden, die andere Hälfte steht der UntoerfUat Aut freien Verfügung für die Zwecke wissenschaMicher Arbeit und Forschung an unserer hessischen LandeSuniversität. Pros. Dr. Zwick nahm die reiche 3ubtlüum-spende mit herzlichen DaickeSworten im Hainen der Universität In Empfang unb machte sodann die von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommene Mitteilung, daß durch einstimmigen Beschluß deö GesamtfenaiS der Universität Der Vorsitzende der Gießener Hochschulgesellschast, Provtnzialdirekwr Graes, zum Shrensena- tot unserer Alma mater Ludovici- i n a ernannt worden sei. 3m Anschluß an die Hauptversammlung fand in der Heuen Aula eine stark besuchte Festsitzung stait, In der Generalmajor a.D. Pnof. Dr. Hau Sh o s er, München, einen Vortrag über ..DaS Hingen ozeanischer »mb kontinentaler Mächte in Eßina" hielt Den Abschluß deS 3ubiläum-IageS bildete eine gemeinsame Tafel mit onschließenber Geselligkeit im Elub. 2luS technischen Gründen können wir einen eingehenderen Bericht über die 3ublläumStagung erst in unterer morgigen Ausgabe bringen. Akademische Shrvng des Ministerialrats Dr. h. c. Löhlein. Bei der heutigen Jahresfeier der Landesuniversität in der Neuen Aula verkündete 6c. Magnifizenz der Nektar, Profeffor Dr. R o f e n b c r g, in seiner Fest, rede die Ernennung des Ministerialrat» Dr. n. c. Löhleln (Darmstadt) zum Ehrensenator der Hessischen Lundesuninersität Gießen. Daten für Dienstag, 3. Juli Sonnenaufgang 8.49 llhr, Sonnenuntergang 20.10 Uhr — Mondausgang 21.06 Uhr, Monduntergang 3.-6 Uhr. 1792: der Feldherr Prinz Ferdinand von Braun- fchweig In Braunschweia gestorben: — 1848: der Gouverneur von Deutsch-Südweftasrika, General Lothar von Trotha, in Magdeburg geboren: — 1866: Schlacht bei Königgrätz (Sadowa) i 1898: Sieg der Amerikaner über die spanische Flotte bei Santiago de Euba. — 1904: der Zionistenführer Theodor Herzl in Edloch gestorben Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Schul- zenoercin Gießen: 8 llhr, Monat»verfammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Der tzafchingskönia". 22.30 Uhr: Nachtvorstellung „Das erwachende Geschlecht". — Astoria-Lichtspiele. „Der SUelnftabt- sünder". fluhtnZRcflaffo in Gießen. Bel prächtigem Wetter und gutem Besuch führte die Gießener Huder-Gefell- schäft 1877 am SamStag unb am geftrlaen Sonntag ihre 23. Huber-Hegatta auf Der Lahn durch Die rubersportlichen Leistungen waren wiederum h-r- nrragenb, sämtliche Hennen Verliesen ohne Unglücks!all, und die gesellschast- lichen Darbietungen waren so abwechslungsreich, daß man die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit alS wohlgelungen unb befriedigend für die Veranstalterin bezeichnen kann, obwohl die G. H.-G. diesmal leider ohne DlegeSlorbeer blieb. — Au« technischen Gründen mußten wir den eingehenden Hegattabericht bis morgen zurückstellen und Biographien 66, Kunstgeschichte 8, Naturwiksen. schast und Technologie 31. Heer- und Seewesen 5, Haus und Landwirtschaft 3, Gefundheitslehre 4, Religion und Philosophie 9, Staatswiffenfchast l. Sprochwiffenschafl 2, Fremdsprachliche» 6 Bande — Nach auswärt» kamen 10 Bande. • • Abkürzung der Hegezelt für d n • t e n. Der hessische Minister de» Innern hat soeben bestimmt, daß die Hegezeit für Enten in diesem Iagdjahr bereit» mit dem 14. Zull endet. •• Sin verdienter Deutschamerikaner au» Oberhessen geworben. Dieser Tage starb in Baltimore (USA.) der Pastor Dr. Jul. Hofmann, ein Sohn Hessen», seit einem Men- schenalter der Seelsorger der dortigen evangelischen Zionsgemeinde. An den Belsetzuiigsseieriichkeiten nahm fast die ganze Gemeinde, nahezu 500 Seelen, tat. und der „Baltimore Correspondent widmet» dem Entschlafenen ein Loblied auf fein segensreiche» Wirken für da» Deutschtum im Au »lande. Julius Hofmann wurde 1865 In Friedberg geboren Der Vater, ein Fechtmeister Im ehemaligen Großh. Hess Inf. Regt Kaiser Wilhelm, ließ seinenr Sohne eine ausgezeichnete Erziehung zuteil werden Jin Jahre 1871 besuchte der junge Hofmann die Psarr- schule zu Wissen, dann die Realschule zu Gießen, unb nach dem Besuche der Stadtschule zu Bochum da« Gymnasium zu Gießen. 1*85 bezog er al» Student der Theologie die hiesige Universität Nach bestandenem (Framen wandte er sich nach Basel, hospitierte dort Im wommersemester und ging nach Friedberg auf das Predigcrseminar. Er machte bann einen Kursus im „Rauhen Hause" In Hamburg und im Dlakoniffenheim In Altona durch. 1889 erging an ihn der Ruf, an der Zionvgerneinde in Baltimore als Hilfsprebiger zu wirken, welchen er annahm. In dieser Eigenschaft organisierte er den In- acndvereln, den Klrchenrnusikverein zur Pflege klaffl- scher Musik und begründete ein Gemeindeblatt neben einer Sonntagobibliothek. Im Jahre 1890 machte der junge Prediger eine Reife nach der alten Heimat und verehelichte sich in der Schweiz mit Frl. Adele Chalen. Nach feiner Rückkehr wurde er al» In- ftruftcur im germanischen Departement der John- Hopkin»-Unlversität neben seiner Amtstätigkeit an- gestellt. Im Januar 1895 wurde ihm die Gemeinde- feelsorge übertragen. Sein segensreiche» Wirken In der Zionsgemeinde, das er fiir das Deutschtum geleistet hat, wird den Deutschamerikanern Baktl moreo unvergeßlich bleiben. • • A r b e i t »j u b i l ä u m Am gestrigen 1. Juli konnte der Zigarrenmacher Phil. B ü (j in Alten- Buseck aus eine 50jährige Tätigkeit bei der Firma Earl Emmeliu», Gießen (Filiale Alten-Buseck) Aurücfbllrfen. Dem Jubilar wurde seilens der Geschäftsleitung der Dank für die treue Anhänglichkeit ausgesprochen und Ihm ein ehrendes 'Andenken überreicht. • • Der Goethe-Bund beendet seine Vortragstätigkeit 1927/28 durch die Feier seine» 14. Iah- resfestev, das, wie uns mitgeteilt wird, am kommenden Donnerstag, 3. Juli, im Rahmen eines Goethe- Abend» begangen werden soll. In anertcnnenstocrier Welse hat zur Einleitung der Feier der Dichter A l s r e d B o ck dem Goethe-Bund einen Prolog zur Verfügung gestellt, den Fräulein Trude Heß, Mitglied de« Stadttheaterv Gießen, zum Vortrag bringen wird. Im Anschluß daran wird Frl. Heß eine Reihe Goethegedichte oortragen. Der Goethe-Bund hat weiterhin Direktor Franz Neubert au» Leipzig gewonnen, der über das interessante Thema fnrertjen wird ..Goethe unb hie F^u-'n". Direktor Neubert hat sich durch sein Buch „Goethe unb sein Kreis" In Deutschland und darüber hinaus einen !roßen Leserkreis erworben. Die Veranstaltung ver- pricht einen genußreichen Abend. (Siehe heutige Inzeige.) •• Vortrag im Englischen Seminar. 3n der vergangenen Woche hielt Professor Dr. L>. Mutschmann von der ilnlbcrfität Dorpat auf Einladung deS Englischen Seminar- der Lande-universität In englischer Sprache einen Vortrag über Der Mvstizi « mu - Vernarb Shaws. Der Au-gang-punkt seiner Ausführungen war ShawS angestammte- Irländertum, da- sich mit dem seiner Erfahrung zugrunde liegenden Engländerium manchmal in seltsamem Widerstreit beendet. Shaw- Ausfassnng über da- Verhältnis zwischen Irland und England kommt am deutlichsten in dem Stücke: 3ohn Dull- Andere 3nsel" zum Ausdruck, dessen Hauptfiguren vom Hedner kurz charafterlflert und mit Shaw- eigener Seelen läge in Beziehung gebracht wurden. AlS ..Mystik" wurde, wohl in ilcbercinÜimmung mit dem loseren englischen, al- mit dem ftrafferen Sprachgebrauch, da- Bemühen der inenfchlichen EinbllbungSlrast definiert. da- Gefühl der Verelnfainung und der Vereinzelung zu überwinden. Unb dieses Bemühen ist bei Shaw durch Einflüsse de- AiarriS- muS und deS Heudarwin^mu« In fellfamer Uebcrfpannung de- BegruseS von der jchövle- rifchen Entwicklung zu einem rein Inlelletiucllen. unkörperllchen, a-ketlschen Sehnen nach schrankenloser Entfaltung de- Geistigen geworden, wie e- inSbesonderc auS dem letzten Teil von Shaws .metabiologischem" Stücke . 3urül zu Bletbufa- lern" hervorgeht. Am Schluffe IclnA- fcllelnben Ausführungen, die einen interessanten Blick In Shaw- vieioerschlungene EebankengSnae ermöglichten. versuchte der Hedner. diese lebensver- neinenben o efulatione.i auf die Eigenart von ShawS geistig-körperlicher Struktur zurückzuführen. •* E t u Wohltatiakeitokonzert veranstaltete der OuartettDcreln Gießen unter Leitung seine» Chormeister» Leib Im Garte» der llniurrfi täts-Nervenklinik zum Belten der Kranken. Die her- vorrogenden Leistungen Des Verein» fanden allge meinen Beifall, ma» auch daraus hervorging, daß der Verein auf Wunsch der Kranken noch einige Stücke zugab. Der Donk der Patienten Ist dem Verein gewiß. ,e Verbesserung der Hentnersür- forge in Preußen Durch eine Der-rönuiig de- preußischen Wohlsahrtsminister wird den. Fürsorgeverbänden in Preußen Zünftig die Psandnahme am üblichen HauSrat und den Familienerbstücken der Klein- und Sozialrentner unmöglich gemacht. Die Verordnung verbietet ferner, daß gegenüber Hentncrn. die weitere- Vermögen nicht besitzen und die von Hausgenossen unterstützt oder gepflegt werden, die Fürlorae von einer besonderen Verpflichtung zur Hückzahlung der Unterstützung abhängig gemacht wird. Die auf einem eigenen kleinen Hau«- grundstück wohi.enden Hentner und deren bedürftige Angehörige schützt sie endlich davor, daß der Fürsorgeverband Befriedigung auS einer auf bat Grundstück bestellten Sicherheit sucht, 1 »lange es eine dieser Personen bewohnt. •• Austrieb zum heutigen Franksur- terSchlachtoiehmorkt: 291 Ochsen, 93 Bullen, 650 Kühe, 380 Färsen, 506 Kälber, 42 Schafe, 4358 Schweine. Oberheffen. iger Witterung die 6, verschnellert flch Leinp o, in dem bei günstiger WiHerrn Heuernte eingebracht wiri. ' von 3ahr zu 3ahr. Die Hatioimllllermm macht sich auch In der Laudwiri.chaft 116 in Ue nette e i unb kleinsten Bauerngüter benwrlbar. Hindvietz als Zugtiere wird immer seltener. Dafür erhöht sich der P s e r d e be ft a n b, der im Vergleich zu bei: Dorlriegiizelt vielerorts bi- auf da- Doppel le gcftuqen ist. Dabei wird wenl.zer die Hcntabililat als dis schnellere Arbeitsleistung in Betracht gezogen. Die M ü h rn a | q) i n e n find bald Allgemeingut in den bäuerlichen Wirtschaften, cbenfo wie Pflug unb Egge. Die Heu- w e u de r werden zahlreicher. Durch Benutzung von Fahrrädern, ja Motorrädern kürzt man die Wege, so daß es möglich wird, auch weit au-einandei liegende Wiesenflächen am leiben Tage zu bearbeiten unb baS Heu fcheunereif zu machen. Die Zahl der Wagenladungeii, die täglich nach Hause gebracht wird, mehrt sich, so daß sich die Erntezeit verkürzt. Hur in den höheren Gebirgslagen, wo steile Hänge dic Verwendungsmöglichkeit der 'IHätrmafchlne erschweren und auch da- Hindvleh nach wie vor zum Ziehen benutzt werben wird, mögen die Mähibpllen von ehemals noch erhalten fern, während sie im Tal und In der Ebene längst der Vergangenheit angehören. Atrci# Schotten. I Ober - LaiS . 30. 3unl. Die Verhandlungen über die Errichtung eine» neuen Forst- Hause» In unserer Gemeinde sind nunmehr zu einem gewissen Abschlüsse gelangt. Die Schwierig- keilen lagen auf dem Gebiete der Wafserverforgung. Der in der Hauptfache au» forstdienftllchen Gründen gcioäljUe Bauplatz am Vrtvaubgang nach Michelnau liegt höher als der Hochbehälter der Wasserleitung. Es ist deshalb die Versorgung des Hauses aus einem befonhrren kleinen Hochbehälter notwendig, zu dein das Wasser mittel» Elektromotor gepumpt werden muß. Da nun einzelne hochgelegene Häuser de» Dor- seo icillveise ebenfalls kein Master Haden, teilweise ihr Wasser mit Handpumpen au» der Leitung ziehen »nissen, legi die Gemeinde Wert auf einen Anschluß dieser Hauser an den für da» Forflhau» zu errichten ben Hochbehälter. Die Gemeinde stellt dem Staate den Bauplatz kostenlos zur Verfügung unter der Be- dingung, daß der Staat den Hochvehälter be» Forst- Hauses so groß baut, daß er auch ür die Versorgung her anderen hochliegcnden Häu er ausreicht. Die Gemeinde übernimmt die Zuführung be» Walsers zu den bcti Häusern unb einen Teil ber Betriebskosten der Anlage. Die Vereinbarungen bebnrfen noch her Genehmigung des Ministerium». E» ist zu hoffen, daß biete halb erteilt wirb, damit mit den Vorarbeiten zum Bau bald begonnen werden kann. — Die Heuernte ist In vollem Gange. Die wech- felnbe Witterung der letzten Zeit hat Immer wieder Verzögerungen Im Gefolge gehabt. Ein hiesiger Landwirt hat sich dadurch veranlaßt gesehen, einen Versuch mit der j)euroerbung auf Allgäuer Art au madjeii. Er hatte eine kleine Anzahl der dort üblichen ..Heinzen" angefertigt, und darauf ein ganz prachtvolle» Heu gewonnen. Hoffentlich trägt ber kleine Versuch diese» Mannes dazu bei, bic ber Wil» terung mehr < ligepaßte Heuwerbung der fübbeut- schen Gebirgzgegevden auch im Vogelsberge einfüh- ren zu helfen, um bem Ziele einer Besserung ber Verhältnisse brr Landwirtschaft Im Vogelaberge näherz'ikomnu'n Preußen. Mrcio Wct-lar. i-1 Au» bem Kreise Wetzlar, 30. Juni. Aus dcn Volksschulen bes Streife, haben am Donnerstag die Sommerferien, welche nach ber neuen Ferienordnung 28 laae dauern, begonnen. Im ®ebürfni£>faUc und auf Antrag de» Schulvor- ftanbe«, Ist es bem Bürgermeister geftattU, die Ferien eine ober zwei volle Wochen früher ober später beginnen zu lasten. Bon bleser M.>glichkelt ist in vielen Gegenben des Streite» mit Rücksicht auf den Stand ber landwirtschaftlichen Arbeiten Be brauch gemacht worben. cxd Wißmar, 30. Juni. Da» Ev. Konsistorium ber Rheinproolnz hat bie Ernennung des Pfarrer» E a p p e l l von Klein-Rechtenbach zum Pfarrer der evangelischen Klrchengemeinben Wißmar und Caune- doch vollzogen <> Dornholzbausen.30. 3uni Von emem Unglück wurden Frau unb Tochter einet hiesigen Landwirt- beim Heuelnfahren betroffen Die beiden Frauen wollten mit einem Pferdefuhrwerk Heu nach Äaufe fahren, mußten aber infolge einfetzenden Hegen» mit dem leeren Wagen nach Haufe fahren. Hierbei ging bat Pferh du rch, so daß ber Wagen um fiel unb die beiden Landtreid VNehen. 4 Au» d e m Lumbatal, 30. Jun Wer setzt durch di« Felber schreitet, kann ben hervorragenden Stand der Fruchtfelder bewundern. Winter wie _ommrrfrud)t sind gleich gut gediehen Wenn die Witterung weiterhin günstig bleibt, ist mit einer Ernte zu rechnen, bie zweifellos derjenigen bes Vorjahre» kaum nachstehcn wird Ebenso prächtig sicht ba» Brachscld aus. Ausgiebige Regen der jüngsten Zelt haben ba» Dach-,tum der Kartoffeln und Dickwurzeln gut gefordert. ch O r ü n b t r n . 28. 3unl. Der heutige Schweinemarrt war mit 295 Ferkeln und 13 Läufern befchlckt. Das Geschäft ging flott bei guten Preisen Der Ucberüanb war gering E« wurden bezahlt für sechs Wochen alte Ferkel 22 bis 28 ÖHf., für 6 bi« 8 Wochen alten Zirkel 28 bis 30 Blk. für 9 bl« 13 Wochen alte •’terfcl 32 bl« 35 Mk. und für Läufer 36 bl« 40 Mk. 8 Grünberg. 30. 3unl. 3n der letzten Ge - meinberat-sitzung wurde u. a. folgende« befchlofsen; Die Vergebung der G r o a u - ung zweier Wohnhäuser sür Heich« beamte wirb zurückgestellt bl« da« Krei-amt die übet Me beiden Veamienwohnhäuser niedergelegten vtemeinderatSprotokolle und sonstigen Verhandlungen naebgeprüft hat und seine Ansicht der Bürgermeisterei mltgeteilt bat. Die Kanal- satIon und Wasserleitung der Bismarckstraße soll bi« an ba« ®nbe dieser Straße weitergeführt werdetr Die öftentiiche Vergebung wird vorläufig noch zuruckgestellt. Ein Beitrag zu ‘5 11 m a u f n a b m e n . den die Lehrkunst-Film- gesellschast m. b. £>. In Wiesbaden erbeten bat, wird abge'ehnt. Ferner wird ein Gesuch bet An- nonccnerpcbltton Koch & Münzenberg in Frankfurt a M. um Beteiligung an einer An- nonderung de« ÜbcrbelltfdKn Verkchr-bunde- In tbelnischen und westfälischen Zeitungen abge- lehnt. Ludwig Herzberger soll mltgelcUt werden, daß etwa noch drei Wochen benötigt werden für die Ausfüllung derTheo-Koch-Slraße. Mvci» Büdittgrn. Au« dem Hlbba tal, 29. 3unt 4XiS Frauen heimn tergefchkeudert trxirbm Während die Tochter mit letchlervn Verletzungen davonkam. trug die Frau M Landwirte« erhebliche Vev- Ierringen am Arm und eine Gehirnerschütterung davon Durch ba« schnelle Zugreifen eine« tn der Häh. bellndllchen Landwirte« wurde da« Pferd aufg^hrlten und d»tdurch gr-ßere« Anglück verhütet Hlcberlleen, 30. 3uni Die Her- ft e i a e r u n g der Kirschen von den von der Ärei40raf.cnbauv*ertt»altung an der Prornn- ai al ft rabe Wetzlar Butzhoch am . Wetzlarer Berg" angepfiaivzlen Kirschbäunren war von ötn- tDobnem au« den OVutelnben Htederlleen. Dom- hoizhaulen. Dlvrtleen und Groß-Hechten doch zahlreich befucht. Die bei der Tkrftvlgenmg erziel len Preise waren außerordentlich doch für den 3aum wurden je nach Behmtg 4 15 )Harf l'ezahlt Da« Pfund Kirschen fam am )Vium bis au 50 Psennia au sieben, ein Preis, der noch 1*1 keiner Versteigerung erzielt wurde. Als Kuriostun sei bei dieser Gellmenhelt eruxibnt. daß m der biellgen Q'emelnbe, trotzdem die Landwirtschaft sonst auf der Höhe ist, keine Kirsch- bäume augepllanzt tnerben Oberkleen, 30. 3uni. Bei der im hiesigen Gemcindewald stattgehabten L o d d o 1 z - Versteigerung wurden fnlgcnbe Preise erzielt: für Lobbolzwellen 6—10 Mk. je 50 Stück, für Lohstangen 4 7 Mk. je Raummeter. Jin- schlleßei'd luurbar eine Anzahl Fichtenstämme, die au« Windfall herrühren zu billigen Preisen verkauft Die Lohholzverstei,zemmg war von biellgen, sowie Einwohnern aus den benirch- oarten Orten zahlreich besucht Berliner Börse. Berlin, 2.Juli. (WTB. Funklvruch.) Die neu« Woche eröffnete bei febr ruhigem Geschäft und wenig veränderten üursen in freundlicher Stimmung Spezialitäten dürften auch heute wieder bevorzugt werden. Vorluufia härt inan Farben 275,50 unb Siemen» .371. Am Devisenmarkt nennt man Pari» 124,16, Mailand 92,72, Spanien 20,54, da» Pfund 487,65 und den Dollar 4,1845 zu 4,1850. Buntes Allerlei. Eine 22jährige Viakonisfln verbrannt. Ein entsetzliche- Brandunglück ereignete sich in der Ortschaft Külz im Ärelfe Qlaugatb. Hie 22jährige Diakonisjin Marie-Louife Lüdke, bie Tochter de« borllgvn Ve5rcr«. wollte da« Herdfeuer mH Spiritus a n f a ch e n. al« plötzlich die den Drennstofs enthaltende Flafche explodierte. Dabei gerieten die Kleider h<« jungen Mädchen« in Brand. Auf Ihre Hilferufe eilte ihr Vater herbei, ber bei bem Versuch, seine Tochter zu retten, schwere Brandwunden erlitt. Dio Diakonissin wurde In bewußtlosem Zustande in- K.ankenhau- gebracht, wo sie kurz nach der ®hille|crung gestorben ist ttühner Pollraub in Amerika. In Blioville (Michigan) drang ein luitper Mann ganz allein in den P o st w a g e n d e » Schnellzuge» Detroit —Toledo und raubte einen Betrag von mindesten» 50 000 Dollar In bar. Al» der Zug In den Bahnhof Blioville elnlles, warf er den Postbeamten gefeffelt und ge - knebelt auf den Bahnsteig und benutzt» dic entstandene Verwirrung, um In aller Ruhe Den Dohnbof zu verlassen unb Im Auto die Flucht zu ergreifen. 3n der Lehmgrube verschüttet. Gin fchtverer Unglücksfall, der ztmll Atenschen- leben forderte, ereignete sich am Kalserstuhl bei Freiburg Ein Landwirt fuhr- mit seinem acht 3abre alten Söhn unb dem neunjährigen Mädchen eine« Hachborn in eine Lehmgrube, um dort Lehm zu graben Plötzlich stürzte eine Böschung zusammen und begrub alle drei. Der Landwirt und sein Sohn formten trotz sofortiger Hilfeleistung nur noch al« Leichen geborgen werben, während ba« Mädchen beim An-graben noch Leben-zelchen von sich gab. Tiichter Ci)nd) In Amerika. 3n Houston (Teffas) drangen acht unbekannte Männ.'r In früher Morgenstunde In das 3esferson DovlS-tz o s p i t a l ein und bemächtigten sich mit vorgehaltenem Hevolver eines verletzten Heger« Öle legten dem Heger einen Strick um d.n Halo unb schleppten Ibn In einem Automobil fort. Aus die verzweifelten Hufe de- Aeg?r«, der um Gnade bat. nabmen sofort Polizisten auf Motorrädern die Verfolgung der Entführer auf. Man glaubt allgemein, daß sie vorhab-'n ben Heger zu lhnchen. der bei einer vchießerti, bei ber vergangenen Sonntag ein Detektiv getötet wurde, verletzt worden war. schwere» Wutounglüd. Bel einem Balmübergang bei Tschaslau In Böhmen überfuhr ber Aulomobllbelitzer Kaspare! au« 3fllau mit seinem Automobil, In welchem sich außer feiner Gattin noch zwei andere Personen befanben, bie geschlossene Bahnschranke Das Automobil überschlug sich aus bem Geleise unb würbe von einem In benifefben Augenblicke vorbeisahrenden Zuge In zwei Stücke gerißen. Frau Kasporek tour' e her Kopf vom Humbfe getrennt, Kafparek fe'f ft tödlich verletzt Auch bie beiden anderen 3nsalsen erlitten schwere Verletzungen. Therese Neumann. Wie der $>ofec Anzeiger berichtet, entsprechen bie von verschiedenen Zeitungen gebrachten Meldungen. wonach die Erscheinungen bet Theref» Heumann ausgehört hätten, nicht der Wahrheit, Am 15.3unl waren bie Ekstasen mit all Ihren Begleiterscheinungen nach einer Pause wieder eingetreten. An diesem Tage waren geistliche Würdenträger aus Amerika, Holland. Frankreich unb ber Schweiz Zeugen be« Vorgänge«. Auch ber neuinstallierte B i - schos Michael von Hegensburg sowie der Weihbischos io ad wellten In Konnersreuth. E« bestehl die Hossnung, baß bie vielfach aesor- berle neutrale Unterfuchung ber Xperefe Heumann noch durchgeführt wird. Das abschließende Endurteil wirb nur von der kirchlichen Be- Hörde zu erwarten sein. Ein Gedenkstein für bie Vesahung be» Zeppelin, C. 32 In England. Auf bem Friedhof von Great Bürstend bei BUlericay würbe ein au« Deutschland eingetroffener Gedenk st ein. der 22 Hamens- Inschriften trägt, auf dem Grabe der Besatzung de« Zeppelin« ,L. 32“ aidgefteHt. .8. 32* war im September 1916 In Brand geschossen worden unb feine getarnte Besatzung war habet um« Leben gekommen Unter ben Inschriften befindet sich der Harne seines Kommandanten Weener Petersen. Ich gewähre avatt bis inkl. 16. Juli Aug.Waag, Seltersweg 60 6j?4D Krawatten, Handschuhe Oberhemden, Unterzeuge Strumpf waren 6288D Blumenhäiisöielz Seltersweg 38 Fernsprecher 13 04900 04908 A I US 04907 |Stellengesuche| Achtung! Achtung! Lieferung frei Haus. [04905 6'280D gesucht für ab Wasser 8 cbm 16 cbm Wasser Wasser 24 cbm B 62721) der Vorstand. b) Gebäude mit Wohnungen von mehr als 8 627«r) cröcien. 5® 15 cbm Wasser g * B Wasser 25 cbm c) ta 6275V 6001 u. mehr Der Vorstand. bWD 6279V Versteigerung bestimmt. 626 ID 8 Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 3. Juli, mittags 12 Uhr, vom Hauptfriedhof Frankfurt a. M Jheringstraße 7 Telephon 1239 1001 2501 50000 40000 1OOOO 5 - Wasser 4^ Bürgermeisterei. Kreiling. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Steul Familie Albert Steul Familie Otto Beuler 3 Zimmern einschließlich für 1 Familie den Wert von....... für 2Familien den Wert von.......: für 3 und mehr Familien den Wert von . : 3 Zimmern für 1 Familie den Wert von....... für 2 Familien den Wert von....... für 3 u. mehr Familien Fliegen-Schränke -Mocken u. -Fänger WarMMUllMlAM. den Wert von ... 35 cbm für Gärten......... X Kavalierie- | Verein 7 GieOen e.V. verbrauch wird nicht mehr erhoben. Der Wert einer Gasmünze wird 1. Juli 1928 auf 11,5 J?# festgesetzt. Gießen, den 30. Juni 1928. Städtisches Gas- und Wasserwerk. Staat!, gepr. Heuchelheim llandollnen- u. Gitarrenverein Xeapollta, Gießen Am 30. Juni verschied unser Ehrenmitgtied Herr Adolf Brufe Eisenbabnsekrelär L R. auö Frankfurt a. M. Wir ver Neven in ibm ein langjähriges, treue» und eifriges Mitglied und werden ibm ftctfl ein ehrenvolles Andenken bewahren. Gröfii. Sgezialßesdiält Oberhessens lür Blumen-Silentien jeglicher An Prompte Vermittlung nach allen Orten des In- und Auslandes 0,75 „ 1,-- M 1,25 „ 1,50 „ 2,- „ 2,50 „ 62710 den Gas- 2500 6000 Bis zum 15. Juli verreist Dentist Honig Ständig. Eingang von Kakteen 62700 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Heuchelheim für das Ri. 1928 liegt vom 3. Juli o. I. an eine Woche auf dem Bureau der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen gegen denselben können während dieserZeit daselbst vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die AuSmärker beizutragen haben. Heuchelheim, den 30. Juni 1928. Lose zu Mk. 3.—. lvri» uDd tut« 40 k»le. .f.Schweickert^ Stuttgart Marktstr. 6 u. Könlastr. 1, Posl>c!.edik io 2055 BATUMI sowie alle Verkauisstellen Anschlußgebühr. Ab 1. April 1928 werden Anschlußgebühren erhoben, die für einen 3-flg. Gasmesser monat. 0,50 JUt Tie Ermäßigung tritt nur ein, wenn der Wasserverbrauch auf einem Grundstück oder auf mehreren, wirtschaftlich zusammengehörigen Grundstücken durch einen Wasserverbrauchenden erfolgt. Die Entscheidung, ob diese Voraussetzungen vorliegen, erfolgt ausschließlich durch das städtische Wasserwerk. Sind mehrere Zuleitungen vorhanden, so ist der von jedem Wassermesjer angezeigte Wasserverbrauch getrennt zu berechnen. Das Wassergeld ist monatlich, bei kleinerem Verbrauch vierteljährlich zu entrichten. 627 ID Diese Bestimmungen treten ab 1. April 1928 in Kraft. Gießen, den 30. Juni 1928. Städtisches Gas- und Wasserwerk. 2 3 4 Dienstag, den 3. Juli 1928, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Schreibtische, 2 Bücherschränke, 200 Badehosen, 75 Paar Sportstrümpfe, 16 Paar Zugstiefel, 30 Hemden, 150 Selbstbinder, 4 Pullover, 14 Paar Schneeschuhe, 20 Paar Herrenjchuhe, 100 Paar Turnschuhe, 1 Eisschrank, 2 Sofas, 2 Büfetts, l Schrankgrammophon, 15 Paar Ledergamaschen, verschiedene Ballen Stoffe, 2 Chaiselongues, 1 Dauerbrenner, 2 Klubsessel, 1 Klavier, 1 Trumeau, 1 Oelgemälde. Moll Gerichtsvollzieher kr. A. in Gießen Verkaufe täglich frische Erdbeere», Kirschen zum Eiumackcu, Johannisbeeren, Heidelbeeren, sowie neue nnd alte Kartoffeln, alle Sorten Gemüse zu billigsten Preisen. Frau Frosch Wroe. Seltersweg 3 (Laden), Televb. 1051. Todes-Anzeige. Meine liebe Frau, unsere gute, treubesorgte Mutter Emilie Feidel geb.Vix ist am 28. Juni im Alter von 74 Jahren sanft entschlafen. In tiefer Trauer: Ludwig Feidel und Kinder. Gießen, Durlach*i. B., Eßlingen, den 2. Juli 1928. Die Beerdigung hat auf Wunsch unserer lieben Verstorbenen in aller Stille stattgefunden. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. Mietgesuche | Jngen.-Familie mit 1 Kind (5 J.i sucht für sofort od. später 2-4-Aimmer- Wohnung Schr. Angeb. u.04861 an d. Gieß. Anz. erb. Wohnung auf dem Lande Nähe Gießen k. abgegeben werden. Wafferpreis. 1. Der Preis des vom städtischen Wasserwerk bezogenen Wassers beträgt 20 jlty für jeden Kubikmeter. 2. Die Mindestgebühr des vierteljährlichen Wasserverbrauchs beträgt für a) Gebäude mit Wohnungen bis zu Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 1414. Meine Praxis bleibt vom S.Juli - inkl IQ.Juli geschlossen Dr. Breuning Zahnarzt Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren Heben, treusorgenden Vater, Schwiegervater und Großvater Herrn Heinrich Steul Polizeidiener im 73. Lebensjahr, nach kurzem schweren Leiden heute zu sich zu rufen. | Fisch billig! BratsebelUiseb o. Seolaehs • P!d. 0.25 dsw. Verkauf jed. Dienstag u. Donnerstag auf d. 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Eine Mindestgebühr frei geworden Rudolf Schneider Gartenbaubetrieb Gießen Telephon Nr. 1247 6269d Am 30. Juni entschlief sanft nach längerem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden mein herzensguter Mann, unser lieber Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Adolf Brufe Eisenbahn-Sekretär i. R. im fast vollendeten 65. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Frau Margarete Gruft Rudolf Gruft und Frau Helene Seb. Schmidt Heinrich Tbierleldt und Frau Karola geb. Gruft Frankfurt a. M, Ronneburg, Gießen, den 2 Juli 1928. i gehen Sie immer, wenn Sie Ihre Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Expreß-Dampf -Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt 6283a Pens. Brandl Sonn. möbL Zimmer, Alte Küche. Tel. 1085. Ml. MM mit zwei Betten zu vermieten 04902 Vabnbofftr. 63 UI. 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Don Daniel Greiner. Anfang des Jahres hatte ich im Gefolge grvher Arbeiten einen Dildeinfall. der mir wert erschien, nicht nur festgehalten, sondern auch aus- und ausgebaut zu werden zu einem groben Wandbild. Aber woher die Wand dafür nehmen? Ich male nicht gern Tafelbilder oder auch Kartons, von denen man ja nie weih, wohin sie einmal kommen und unter welchen Lebensbe- dingungen sie irgendwo hängen werden. Der rechte Oit für jenes Dili) wäre ein grober Saal, in dem Menschen zusammentommen, die Wisfen und Wahrheit suchen und nach den Gesetzen von Sein und Leben forschen, also ein Saal einer höheren Schule oder einer Hochschule. Und ich dachte an die öden Lern- und Hörfäle meiner Iugend. an die kahlen Wände -und Wandelgänge, die höchstens mit nichtssagenden Zürstenbildern von recht zweifelhaftem künstlerischen Wert geschmückt waren. Es war ja immer mein Traum, einmal Stätten der Erziehung. wo Kindheit und Jugend noch bildsam, von tiefer Empfänglichkeit voll. Wissen und Bildung erhalten sollen. Stätten der Wissenschaft und der Forschung, zu Heimstätten ernster Kunst zu machen. Aber welche Schulen und Anstalten können heute Werke von Künstlerhand erwerben? Ja, Wände wären ocnug da, genügend für eine Schar von Künstlern und ihre schöpferischen Hande. Aber welche öffent- liche Hand hätte dafür Geld und Mittel? Soll also das Werk ungeboren bleiben? Da gibt es nur einen Hkg: Hier muh der Künstler schenken aus dem Schatz, den er selbst ge'chenkt bekommen hat als ein anvertrautes Gut, aus das die Oeffentlichkeit und die Ganzheit ein Recht hat! Also, folgerte ich weiter: Suche dir die Wand und schenle dein Bild! Ich dachte an die alma mater in Gießen, der ich soviel verdanke, ich dachte an meine Lehrer wie Siebeck. Stade, Krüger. Reischle. Höhlbaum u. a. Ich schrieb nach Giehen und fragte, ob ein Bild von mir als Geschenk für einen der Hörsäle erwünscht sei. Groh war meine Freude, als die zusagende Antwort einlief: mein Bild sei willkommen für den groben Hörsaal der Universität. Rektor Nr. 153 Zweite; Blatt tfm Dalmatien. Ton unserem römischen ll-Korrespondenten. Rom. Ende Juni. In diesen Iunitagen vor 14 Jahren wurden die Kugeln in den Revolver ge'chobcn. der das europäische Pulverfaß zur Erplosion brachte. Heuer sticht für die letzten Iulitage die Lunte von Rettuno auf dem Kalender, und prompt wird in Serbien auf die ortsübliche Weise mit dem Revolver gespielt. Serbische Kugeln haben da« so in sich. Wir sind ja nun freilich inzwischen ein Stück Weges gegangen, von Sera- jewo biS Genf, wer aber möchte leugnen, dab die Gegend hinter der Adria geblieben ist. was sie vor 1914 war: der Wetterwinkel Europas? _ r Auf die grobe Politik der ..Machte" übertragen, findet man auch keine anderen als Ra- menSänderungen. Statt Oesterreich hecht es jetzt Jugoslawien, statt Triest Fiume, statt unerlöstem Gebiet — Dalmatien. Um Dalmatien geht «S bei der so vielbesprochenen Ratifizierung der Rettunoverträge, um nichts anderes. Es ist also ganz klar, dab es wieder zwei Anschauungsmöa- lichkeiten für den Konfliktsstoff gibt, eine serbische und eine italienische. Rach Sympathien erweitert, eine frankophile und eine italophile. Poincars oder Mussolini. Der Außenstehende hat die Wahl zwischen der absoluten und der wohlwollenden Reutralitat. Betrachten wir daher die Dinge zunächst einmal aktenmähig kühl. Die in Rettuno von Mussolini und Antanievic unterschriebenen „Konventionen" tragen das Datum vom 20. Juli 1925. Bon italienischer Seite sofort ratifiziert, warten sie bis heute auf das Plazet der Belgrader Regierung, die den enbgültigen Abschluß aus außen- und innenpolitischen Gründen immer wieder hinausschob. Sie hat es vor allem mit der Opposition derer zu tun, die schließlich den Rücken für Rettuno herhalten müssen, für die direkten Adrianachbarn Italiens, für die Leute in der kritischen Gegend um Fiume herum und in Dalmatien, die Kroaten, die Bauern, die also dem römischen Rutenbündel näher stehen als die Herren in Belgrad. Für sie kommt natürlich das Hemd vor dem Rock, Jugoslawien als Staat muß aber weiter sehen, und Italien zumal sieht als Großmacht Über häusliche Ballanstreitigkeiten gerne hinweg. , „ Für Rom wie für Belgrad geht es, nämlich wie damals in Serajewo. nicht um einen Thronfolger oder einen Raditsch, sondern um historische Entwicklungslinien, die den europäischen'Staatskörper als wesentliche Rervenäste durchziehen. Italien und Jugoslawien wurden einander schicksalhaft durch den Zusammenbruch der Doppelmonarchie gegenübergestellt und hatten vom ersten Tage an mit den geerbten Trümmern und den Aufbauplänen zu tun. Schritt für Schritt kam man in mühsamen Berhandlungen vorwärts. Zunächst mußten die Grenzen zwischen beiden Staaten gezogen werden, was durch den Vertrag von R a v a l l o vom Rovember 1920 geschah, der Italien den kontinentalen Stützpunkt Zara und die Inseln Cherso, Lussin, Lagosta und Pela- gosa einbrachte, also schon empfindlich in das dalmatinische Küstengebiet eingriff. Fiume jedoch nicht anzutasten wagte, sondern aus der Stadt ohne Hinterland einen unmöglichen Freistaat schuf. Die dadurch auftauchenden kitzligen Fragen wurden durch die Abkommen von Santa Margherita beschwichtigt, nicht beigelegt. Als das Gestirn Mussolinis aufstieg, vernahm die Welt in seiner Rede vom 10. Februar 1923 von dem „traurigen und beklagenswerten adriatischen Drama", dem mare amaro. Er konnte nicht vergessen. daß einer der Borkämpfer des neuen Italiens und des Zaszismus, was dasselbe ist, von Italienern in Fiume bekämpft wurde: D'Annunzio. So kam es am 27. Ianuar 1924 zu den entscheidenden Verhandlungen mit Dasitsch und Rintschitsch. zu dem berühmten oder berüchtigten A d r i a p a k t. ter Italien das heißersehnte Fiume ohne den Hafen Baros und eine Grenzkorrektion cintaig, Jugoslawien den unnatürlichen Freundschaftsvertrag mit Siebener Anzeiger lSeneral-Anzeiger für Gberhesfen) seinem natürlichen Gegner Rom. Die Diplomatie hatte damit ein fast beispielloses Wert zustande gebracht, ein Meisterstück, aber eben nur ein diplomatisches, ein gekünsteltes. So gläsern erschien dieser ..Adriafriede", daß man nicht einmal mit Verwaltungsparagraphen daran zu tippen wagte, sondern die Ausführungsbestimniun- gen weiteren Verhandlungen überließ, die ist I Venedig und Florenz zu wahren Eiertänzen führten und schließlich mit Ach und Krach in den Klippenhafen von Rettuno gelotst wurden. Dort also wurde der Pakt von Rom in allen feinen juristifchen. wirtschaftlichen und administrativen Feinheiten paraphiert Mit welchem Erfolg, das hörten wir eben an dem Revolvergeknall in der Skuptschina. Soweit die aktenmähig belegbaren Tatsachen, das Weitere ist mehr Sache des Gefühls. In den Rettunoverträgen steht nichts, was nicht auch, hält jeder Partner an dem Buchstaben fest, ratifiziert werden könnte. Die erste Gruppe der Abmachungen betrifft nurliche Fragen ohne weltpolitische Bedeutung, die dritte bekräftigt sich hauptsächlich mit den städtischen Angelegenheiten Fiumes. Gemeinde zut und öffentlicher Schuld. Wasser- und Eleklrizitätslieserung. mit Flußregulierungen. Archivsragen, mit dem Friedhof und anderen friedlichen Dingen, die vierte Gruppe regelt den Verkehr auf dem Bahn- Hof in Fiume, die Eisenbahnermähigungen. die Hafenvrobleme. den Grenzverkehr und so weiter. Die zweite Gruppe aber hat es in sich: M in - derheitenschuh. Optantentum, Enteignungen. Agrarreform. — Gebiete, auf denen man mit Paragraphen nur schlecht vorwärtskommt. Schon die Durchführung der von Belgrad geplanten Agrarreform vor der Ratisizierung der Rettunoverträge würde in Rom als deren Aushöhlung empfunden werden, lind damit legen wir den Finger auf die eigentliche Wunde. Die Wunde Dalmatien schwärt und schmerzt in Belgrad, in Rom und in — Dalmatien. Jugoslawien fürchtet, was in den Rettunoverträgen nicht steht und nie in einem Vertrag stehen kann: das Vordringen Italiens an der anderen Adriaküste, den gänzlichen Abschluß des Marc nostrum, den römischen Aufmarsch auf dem Balkan, den es mit dem „Protektorat" Italiens über Albanien untrüglich ein- geleitet glaubt. Belgrad will daher nach Möglichkeit Dämme auf werfen, es steht — die Skuptschinastreitigleiten können darüber nicht hin- wegtäuschen — im Grunde auf der Seite der Kroaten, die ihr Land gegen den fremden Eindringling verteidigen zu müssen glauben, es will die in Dalmatien bereits nkbergclaffenen Italiener hinausmanövrieren, durch Riederlassungsund Cigentumsverbot. Rom erblickt darin einen unfreundlichen Akt, Rom meldet zunächst ein moralisches Recht auf Dalmatien an. es sieht in dem Küstenstrich ein unerlöstes Gebiet. Wir haben es bereits mehrfach erlebt, wie in Rom bei den alljährlichen Studentendemonstrationen plötzlich die Fahne Dalmatiens auftauchte und nicht weniger patriotisch umjubelt wurde als seinerzeit das Symbol „Trento e Trieste". Außer Den ererbten und gefühls- oder rassenmähigen Rechten macht Italien gerne historische, und zwar zeithistorische geltend. Serben, Kroaten, Slowenen, und wie die anderen Völler des jugoslawischen Staatsgebildes alle heißen, müßten be- ?reifen — so kann man jeden Tag in der ita- ienischen Presse lesen — daß nach der unerhörten Generosität, mit der Italien auf die Durchführungen des Vertrages von London verzichtete. das Mindeste, was es verlangen kann, die loyale Anwendung der Vertrüge von Ret- tunv ist. Oder, um Mussolini das Wort zu geben: „Eine Politik. die eine gewaltsame Unterdrückung der Italianität in Dalmatien anstrebt, könnte von der faszistischen Regierung nicht geduldet werden." Der Pakt von LondonI Hier liegt des Pudels Kem. 2m Gefühl seiner Versailler Schuld hat England bisher immer Italien die Stange gehalten, es will daher mit dem Geld, das man in Belgrad dringend braucht, mir unter der Bedingung Der Ratifizierung der Rettunoverträge herausrücken. Aber wer jemals auf Der mes'erlcharfen Grenze in Fiume gestanden ist, der weih, daß die dalmatische Frage weder mit Gold noch mit Paragraphen gelöst werden kann. Ob mit Revolvern? Werkspionage. Don unserer Berliner Redaktion Auf unsere Anfrage teilt uns ein Berliner Anwaltsbureau mit Die Werkspionage ist erneut in den Mittelpunkt des öffentlichen In- lereffed gerückt. Erst in der jüngsten Zeit haben wir es erleben können, daß sie Gegenstand eines großen, we.te Ärei'c ziehenden Prozeifes war. Angesichts dieser Sachlage erscheint die Feststellung wertvoll, was eigentlich unter diesem zum Schlagwort gewordenen Begriff Werkspionage zu verstehen rft. Die Werkspionage besteht in der Erforschung von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen und der Verwertung der durch sie gewonnenen Erkenntnis z u m Rach - teil des Betriebs durch einen Angestellten. Arbeiter oder Lehrling. Sie bedeutet eine Verletzung des zum Geheimn.»recht gewordenen Per- sönlichkeftsrcchts eines Unternehmens, die im § 17 des unlauteren Wettbewerbgese:.eZ unter Strafe gestellt ist, denn das Geschäftsgeheimnis ist ein wirtschaftliches Gut. ein werterhöhender Bestandteil eines gewerblichen Unternehmens. Zur Erfassung des Charakters der Werkspionage wird man daher zweckmäßig auf die Frage zurückgehen, was eigentlich ein Betriebs- bzw. Geschäftsgeheimnis ist, denn nur die Erforschung und Offenbarung solcher Geheimnisse ist Werkspionage in unserem Sinne. — Eine formal juristische und zugleich erschöpfende Definition dieses Begriffes dürste sich kaum finden lassen. Schon die Unterscheidung von Be trieb s- und Geschäftsgeheimnis bereitet Schwie- rigkerten. Geht man bet ihrer Auslegung von dem allgemeinen, aus dem Wortlaut des § 17 unlauteres Wettbewerbsgefeh und dem Sprachgebrauch sich ergebenden Sinne der Worte aus, so ergibt sich folgendes: „Betr leb" eines Ge- schäfts ist die gesamte Tätigkeit, welche zur Ausübung des gewerblichen Unternehmens aufge- wendet wird. Er umfaßt sämtliche Arten dieser Tätigkeit, die industriellen wie die kaufmännischen, so daß alle Geheimnisse eines Erwerbs Betriebs- Geheimnisse genannt werden müßten. Auf der anderen Seite bezeichnet der Sprachgebrauch mit dem Worte „Ge schuf t" alles, was mit der Tätigkeit eines Unternehmens zusammenhängt. Reben Geschäftsgeheimnissen kann es also Betriebsgeheimnisse nicht geben. Die Worte Geschäfts- und Detr iebsgeheimnisse erscheinen bei dieser Betrachtungsweise synonym: trotzdem hat der Gesetzgeber, wie die Entstehungsgeschichte des unlauteren Wettbewerbgesehes zeigt, zwischen beiden unterschieden. Er hat die industriellen Geheimnisse als Betriebs-, die kaufmännischen als Geschäftsgeheimnisse bezeichnet wissen wollen. Wird sich in manchen Fällen eine genaue Abgrenzung auch nicht finden lassen, so wird man sich bis zu einer gesetzlichen Abänderung dieser Bestimmungen an jene Unterscheidung halten müssen. Bei der Werkspionage handelt es sich jeden- salls bald um den Verrat von Geschäfts-, bald von Betriebsgeheimnissen, also um Geheimnisse eines Geschäftsbetriebs. Geheimnis in diesem Sinne ist eine Tatsache, die im Zusammenhänge mit einem Geschäftsbetriebe steht, nicht offenkundig ist und nach dem Willen des Unternehmers geheim gehalten werden soll. Im einzelnen ist hierzu zu bemerken, daß, vermöge des Dienstverhältnisses erlangte Erfahrungen und Fähigkeiten niemals Gegenstand eines Geheimnisses sind, doch darf der Kreis der Tatsachen nicht allzu eng gezogen werden. Schon ein vereinzeltes Geschästsvorkvmmnis, die Anwendung eines an sich bekannten Verfahrens oder ein geschäftlicher Plan können unter Umständen Geheimnis fein. Dabei ist außerdem stets erforderlich, daß sie vermöge des Dienstverhältnisses anvertraut Montag, 2. Juli 1928 oder sonst 3 u g ä n q l i d' geworden sind. Besondere Beachtung verdient hier der Fall, daß es sich um durch Die Tätigkeit deS Angestellten geschaffene Geheimnisse handelt, insbesondere E r s i n d u n g e n, an Denen nicht schon vereinbarungsgemäß Dem Ee'chäftS- inhober ein Ansschlußrecht zusteh'. Hier wird die Er inhung des Angestellten immer dann zum ®.'- heimnis des Geschäftsbetriebes und ein AuS- schlußiccht des Unternehmers begründet, wenn die Erfindung in Den Rahmen deS Geschäfts und der den Angestellten vertraglich, obliegenden Dienstleistungen fällt, oder in Erfüllung einer besonderen Anweisung erfolgt ist. Aus dem Gesamten ist ersichtlich, daß eine genaue generelle Festlegung, was Geheimnis eines Geschäftsbetriebes bedeutet, nicht mög.ich ist. Es wird vielmehr immer auf Den einzelnen Fall enfommen. Die Merkmale find überwiegend wirtkcha tlicher Ratur. Drei Erfordernisse müssen jedenfalls stets erfüllt fein; 1. Innerer Zusammenhang mit dem Geschäftsbetrieb muß bestehen. 2. Die Tatsachen Dürfen nicht offenkundig sein. 3. Der Geschäftsinhaber muß den Geheimhaltungswillen äußerlich erkennbar gemacht haben. Die Mitteilung eines solchen Geheimnisses eines Geschäftsbetriebes an andere ist aber nicht ohne wei'.eies Werkspionage. Hinzu- lommen muß nämlich, daß während Der Geltungsdauer des Dienstverhältnisses der Verrat unbefugter Weife erfolgt, Dabei muß Der Mitteilens des Mangels der 'Befugnis zur Offenbarung bewußt fein und i n der Ab- ficht des Wettbewerbs oder der Schädigung des Geschäftsbetriebes handeln. Diese fubief- tiven Momente müssen hinzutreten, um die Mitteilung eines Geheimnisses des Geschäftsbetriebes durch einen-Angestellten, Arbeiter oder Lehrling zur Werkspionage zu steinpeln. Der Schutz. Der Dem Geschäftsbetrieb durch die Strafbarkeit Der Werkspionage gewährt wird, ist IciDcr noch nicht ausreichend Angesichts Der großen Bedeutung, Die Die Wahrung seiner Geheimnisse für jeden Geschäftsbetrieb und überhaupt volkswirtschaftlich hat, erscheint Die. gesetzte Etraihöchstgrenze von einem Iahr Gefängnis bzw. 3000 Mk. Geldstrafe viel zu niedrig bemessen. Insbesondere fehlt eine wei.ergehend? Schutzmaßnahme gegen das Ausland und eine die Strafbarkeit des Versuchs begründende Rechtsnorm. Leider haben Die von industrieller Seite wiederholt geäußerten Bedenlen und Anregungen zu einer Ergänzung der gesetzlichen Vorschrift noch nicht geführt. Auch an dieser Stelle soll daher nachdrücklichst Darauf hinge- toiefen werden, daß Der Schuh des GeheimniS- reck)ts der Geschäftsbetriebe verstärkt werden, der Kamps gegen Werkspionage und Die sie veranlassende Bestechung mit schärfsten Mitteln geführt werden muh. Die Rordlandreise der deutschen Flotte. Am Samstag dieser Woche versammelt sich die deutsche Flotte in der Kieler Föhr de, um von dort aus am 1. Juli die dreiwöchige Aus- b i l d u n g s r e i s e in die norwegischen Gewässer anzutreten. Die Flotte unter Dem Kommando des Flottenchefs. Vizeadmiral O l d e k o p p . fährt von Kiel aus durch die Belte, den Katte- gatt und Skagerrak in die nördliche Rordsee, wo der Flottenchef die Flotte zu Verbandsübungen zusammenfassen will. Diese Hebungen dauern einige Tage. Dann geht die Reise nach Rorwegen. Dort werden von den verschiedenen Schiften mehrere Häfen Süd-Ror- wegens angelaufen. Die Torpedoboote gehen ziemlich tief in die Fjorde hinein. „Schleswig- Holstein". „Hessen" und der Flottentender „Heia" mit Dem Flottenkommando besuchen vom 5. bis 8. Iuli D r o n t h e i m , und vom 10. bis 16. Balholm« n. Linienschiff „Schlesien" und Kreuzer „Amazone" vom 4. bis 8. Molde und vom 9. bis 16. Merok, Kreuzer „Rymphe" und Linienschiff „Elsaß" vom 4. bis 8. Bergen, vom 9. bis 16. Ulvik. Die Torpedoboote verteilen sich auf die Fjorde, und zwar die II. Torpedoboot- Rosenberg tarn selbst, sah den Entwurf: alles Rötige wurde besprochen. Die Arbeit konnte nach Herrichtung der QBanD für Keimsche Mineral- Künfllerfarben in Angriff genommen werden. Kurz vor Beginn des neuen Semesters stand das Bill) auf Der Wand. Dies kurz die Geschichte des Bildes, lieber seine künstlerische Haltung und Gestaltung will ich nicht reden. Das Werk mag selber sprechen. Aber zu Dem gedanklichen Stoff Des Bildes, dessen Inhalt leicht mißdeutet werden könnte, möchte ich folgendes sagen: Die Bildidee ist eine Dreiheit von sitzenden 5iguten, die Dem Gespräch Der Sitzenden mehr ooer weniger teilnehmend zuhören: es ist also eine „conversatione", eine Figurenkomposition. eingeotimet in ein Dreieck oder in einen Kegel, dessen Basis von dem Halbrund Der sitzenden Figuren gebildet wird. JesuS, Buddha und Sokrates, als Vertreter der drei bedeutendsten Weltanschauungen. In der Mitte sitzt nach orientalischer Art erhöht Buddha, Der Erleuchtete, ganz versuicken in tiefes Denken, in seine eigene Welt. Seine Augen sind geschloffen. Man weih nicht, ob er viel hört von Dem. was links neben ihm Der Razarener in lebhaftem Gesten- und Gebärdenspiel an Weisheit und Wahrheit kündet. Während Buddhas Hände in seinem Schoh verschränkt sind, zeigt Der Razarener in steiler Geste hinaus in die Unendlichkeit über Der Welt des schönen Scheins: Auge und rechte Hand wenden sich fast beschwörend zu Sokrates. Dem großen Athener, Der kühl und kritisch prüfend fein skeptisches „Ich weih, dah ich nichts weih" dem jugendlichen Feuer und stürmenden Temperament des Razareners entgegenzufetzen scheint. Das ist der kritische Geist des Griechentums, der an alle und jede Wahrheit seine unerbittlichen Fragen nach Dem zu- und ausreichenden Grunde richtet. Hinter und über Sokrates steht vornehm-lässig em breitbrüstiger Iüngling, den Dlntenkranz im schwär»lockigenHaar: verwundert und sinnend schaut er auf Iesus, wohl ein wenig ergriffen von dem fremdartigen Zauder feines Feuerblicks, aber doch ohne Verständnis für diese ihm ganz fremde Welt des Razareners. Fast umnerklich streichelt seine KünfUerhand die golden glanzenDen Saiten seiner Leier: er zeigt die andere, traumhaft dunlle Seite des griechischen Geistes: Eros-Di- onysos: der Geist, welcher der Welt den Schönheitstraum der klassischen Kunst geschenkt hat. Ihm gegenüber, hinter Iesus, steht, in jeder Hinsicht fein voller Gegensatz, der große Dichter Dante. Ernst und ganz hingerissen vom göttlichen Strom Der Reden des Razareners, träumerisch ins Weite schauend, düster und streng, er ist ganz Ohr und das Gehörte gestaltet sich in seiner Dichterseele zum großen Werk, das er in Händen hält, dem unsterblichen Buch .Comedia divina“. Er ist für mich der reinste und edelste Vertreter katholischen, weltabgewandten Christentums. Zwischen ihnen überragt Goeche. der große Seher. Kaum nimmt er teil. Er war versunken im Anschauen des kleinen Wunders der großen Ratur, der Pflanze, die er in Händen hält. Es ist der große Forscher. Der mit allen Poren seines weiten Seins die Welt der sinnlichen Erscheinungen in sich aufnahm und zu einem Ganzen zu einen strebte sein Leben lang; heimisch in der Welt des Kleinen und des Großen: seherisch ist sein Blick über Die Philosophen hinweg ins Weite gerichtet, denn feine Seele spürt die Hand der großen Mutter Ratur, die hinter ihm. alles überragend, in den Wolken stehend, unhörbare Worte zu raunen scheint. Er horcht auf und folgt. Es ist der Dichter des Men'chheitsdramas „Faust", es ist der tiefschürfende Forscher und große Entdecker tiefer Naturgesetze. dellen letzte Weisheit war: das Erforschliche erforscht zu haben und das Ilnerforschliche in Demut zu verehren. Das Ilnerforschliche. dessen gewaltiges Sinnbild hinter all den suchenden Geistern steht in der geheimnisvollen, rätselhaften Ratur. In ihren Armen umfängt sie zärtlich das Kind, aber über die Schulter, aus dem wollenhaften Haar, blickt die Schlange. Die Ratur. die Mutter unD die Medusa. Das Ilnerforschliche webt und west auch in der Landschaft, die sich hinter und über den Figuren aufbaut; links aus Wiesen und Wäldern tagende Berge, türmende Felsen, bis hinauf zu den Kristallriefen der ewigen Firne, rechts aus Dem ewig wogenden Meer, dessen Wefte sich verliert in dem Dunst der Wollen, aus dem wie drohendes Unheil der rauchende Dullan hervorbricht. Das Bild ist gedacht als Tell einer Trilogie, einer Dreiheit von Bildern, deren Inhalt Darstellung dec vier Fakultäten fein soll. Dieses Wandbild wäre somit Darstellung der theologischen und philosopischen Fakultäten. Links davon ist geplant eine Darstellung der juristischen Fakultät, die im Entwurf schon vorhanden ist, rechts die der Naturwissenschaften. Soviel, was den stofflichen Inhalt des Wandbildes betrifft. Der farbige Aufbau des Bilde- erhebt sich auf Den Drei Grundfarben: ein tönendes Blau (Iesus), ein kühles, lichthafteS Gelb (Buddha), ein verhalten glutendes Rot (Sokrates). Aus diesem Dreiklang entwickelt sich die weitere Koloristik des Bildes und die Koloratur der Landschaft, lieber einer rosigen Abcnd- wolle als tiefer Akkord die blauschwarze Finsternis des unergründlichen, uns wohl ewig Der* Run noch ein Wort für die klugen Leser, die bedeutsam blickend sagen werden: Bilde Künstler, rede nicht. Es gibt ja immer noch Leute, die da glauben, jedes Werk bildender Kunst, das auch gedankliche Inhalte künstlerisch gestaltet mit der Phrase „literarische Kunst" ab tun zu dürfen. Für diese klugen Leute hat Goeche oben angeführtes Wort gewiß nicht gesagt. Er selbst äußert einmal in einem bedeutsamen Gespräch über Stoff und Form zu Eckermann, daß er bei aller Achtung der künstlerischen Form, wenn er noch einmal jung wäre. Werke schaffen würde, die so gewaltig im Stoff fein mühten, dah alle Welt auf» horchen mühte. Das hat er ja auch in seinen großen Dichtungen zur Genüge bewiesen. Ich könnte noch auf andere große Künstler Hinweisen wie etwa Dürer und Grünewald, auf Dürer, dessen Weltgeltung nicht zum geringen Teil auf Der Tiefe seiner gestalteten Gedankenwelt beruht. auf Grünewald, dessen Isenheimer Altar voll tiefsinniger Theologie steckt. Aber dies ist mir weder maß- noch richtunggebend; schließlich muh jeder das schaffen, was er ist. Es gibt keine feststehenden Kunstgesehe. Für jeden schaffenden Menschen und insbesondere für den schöpferischen Künstler gibt es nur ein Gesetz: >u fein was er ist und zu gestalten was in ihm liegt, unbekümmert um Meinungen von Vorfahren und Zeit- genossen, die es besser wissen wollen als er, was er zu tun und zu schäften hat. Ich bin Der ich bin und schäfte meine Kunst. Es gibt ja genug Künstler, die so schäften, wie es die Zeit* genossen verlangen. Ich habe auch dieses Wand« bild geschaften nach meinem Gesetz. Halbflottille aus Kiel nach dem Stavanger- und Sonde-Fjord, die III. Torpedoboot-Ha lb- flottille nach Ulvik und Odde. 2ln der Reise nimmt auch die I. Minensuch-Halbflottille teil, die vom 5. bis 9. den Dogne-Fjord und den Aardalfs-Fjord, vom 11. bis 15. den Aalesund besucht. Am 19. Juli werden alle Schilfe wieder in ih.e Heimathäfen zurückkehren. Rur die l. Tor- vedoboot-Holbflottille aus der Ostsee, die in Swinemünde stationiert ist, wird in Deutschland bleiben und verschiedene deutsche Rordsee- häfen besuchen, so unter anderem Bremen, Cuxhaven und Borkum. Eine größere Ausland- rei'e macht das Vermessungsschiff „Meteor", bekannt von der zweijährigen Forschungsarbeit im Süd-Atlantit. das Anfang 3uli eine mehrmonatig« Hochseevermessung in den Gewässern Den Island durchführen wird. Aus dieser Reise, die sich bis in den September hinein erstreckt, wird voraussichtlich auch Kopenhagen sowie die Hauptstadt von Island, R e i k- j a v i k, angelaufen. Kreistag des Kreises Gießen. Am Samstag fand im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen unter dem Vorsitz deS Oberregierungsrates Dr. Heß die diesjährige ordentliche Tagung des Kreistages des Kreises Gießen statt. Dor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vorsitzende dem verstorbenen Kreistagsabgeordneten, Sparkassenrechner Erhard. Steinbach, einen herzlichen Rachrus. Das Andenken an den Verewigten wurde in üblicher Weise geehrt. Dann teilte der Vorsitzende mit, daß Professor Weißg erber (Soz.), Gießen, sein Kreistagsmandat niedergelegt habe. Die darauf vorgenommene Feststellung der Prüfung ergab die Anwesenheit sämtlicher 30 Kreistagsabgeord- i eten, da die Ersatzmänner für die Ausge- I hiedenen bereits zur Stelle waren. Als Rach- ; lger von Erhard trat der Landwirt Heinrich Münch VI, Harbach, als Rachfolger von Prof. Weihgerber zog der Aktuar i. R. Weitzel, Hungen in den Kreistag ein. Anschließend wurden die Rechnung der Kreiskasse und der Derwaltungs- bericht des Kreisausschusses für das Rechnungsjahr 1926 erledigt. Die Kreiskasse- Rechnung von 1926 schließt in der Abteilung , Für den Betrieb" in Einnahme mit 1 572 809,26 Mark, in Ausgabe mit 1 515 422,83 Mk., mithin mit einem Lieberschuß von 57 386,43 Mk. ab; in ! er Abteilung „Für das Vermögen" gleicht sich . i > Rechnung mit 54 376,10 Mk. aus. Der Kreis- ausschuh erledigte im Kalenderjahr 1926 in 17 Sitzungen 305 Gegenstände, darunter 23 mit münolich kontradiktorischen und 282 ohne mündliches Verfahren. Es folgte nun die Beratung des Voranschlags des Kreises Gießen für das Rechnungsjahr 1 928. Der Voranschlag schließt, wie wir schon berichteten in Einnahme und Ausgabe mit 942 999 Mk. ab, davon in der Detriebsrechnung mit 720 036 Ml., in der Vermögensrechnung mit 222 963 Mk. Aus der Beratung ist folgendes $u berichten: 3m Kapitel „Polizeiwesen" wurden die für einen Baukontrolleur-Posten vorsorglich vo.gesehenen 2000 Mk. auf Antrag des Landbundes gestrichen, da bei der geringen Bautätigkeit im Kreise ein Bedürfnis für ein« solche Einrichtung nicht anzuerkennen sei. Der Beschluß wurde mit 17 gegen 13 Stimmen gefaßt. Dem Arbeiter-Samariterbund wurde nach . langer Debatte ein Beitrag von 25 Mk. bewilligt. Für diesen Beschluß stimmten 15 Abgeordnete, dagegen ebenfalls 15, den Ausschlag * zugunsten der voranschlagsmäßigen De- onttfigung des Beitrags von 25 Mk. gab der Vorsitzende, so daß also die Bewilligung mit 16 (ygen 15 Stimmen ausgesprochen wurde. Vorher war ein sozialdemokratischer Antrag, den Datrog von 25 Mk. auf 50 Mk. herauszu- sehen, mit dem gleichen Stimmenverhältnis ab- gelehnt worden. Gin deutschnationaler Antrag, die Position überhaupt zu streichen, tarn durch den olxmecwähnten Beschluß in Fortfall. Aus Antrag des Landbundes wurde auch ein Betrag von 2000 Mk., der für einen Automob i l f o n d s vorgesehen war und dazu dienen sollte, den Grundstock zur Ansammlung der Kaufsumme für ein eigenes Automobil des Kneifes zu bilden, mit großer Mehrheit abgelehnt. Es soll versucht werden, auf irgend eine Weise eine Vereinbarung mit der Provinzialverwaltung dahingehend zu treffen, daß die Provinz von ihren drei Autos im Bedarfsfälle eines der Kreisverwaltung mielweise zur Verfügung stellt. Bei der Beratung der Ausschlagssätze zur Deckung der Kreisumlagen in Rousseaus Erdeustolpern und Himmelswallen. 3u seinem 150. Geburtstag am 2. Juli. Don Karl ÄZolfstehl. Rein, ihm war nichts fremd, nicht einmal, was seinem Auhenleben so gänzlich mangelt: Ordnung. Maß, Uebccsicht, Ausbau. Ein unendlich zersplittertes Dasein, ein vollkommenes umfängliches Lebenswerk. Ein völliges Auseinanderbrechen von Außen und Innen, leine Brücke, kein Zusammenhang Spätantike Wander- und Wunderphilosophen, persische gottberauschte Sufis un- term Mongolensturm und selige indische Hcils- vagabunden mögen in ähnlich buntfetzigem, Viel* verschlissenem Ecistenzgewand ihre Bahn durch- trottet, durchschlüpft, durchduckt, durchlnirscht haben: im neueren Europa steht es einzig da, dies Geben in Gott und Schlamm, in Wirkung und Derstoßensein. in Schaffen und Lumperei. Zudem im 18. Jahrhundert, als zwar der Glaube an die gottgewollten Staats- und Gesellschasts- acfttze nicht mehr vorhielt, aber die „Ordnungen" selbst noch weiter bestanden, wo zwar der geniale Abenteurer über jede Schwelle voltigierte, der geschäftstüchtige Emporkömmling bereits überall sich einschlich, gar fein Platz aber schien für den „Unbehausten". der nirgends hingebörte, bin- wollte, immer neu entwischte, sich selber vor allem, keinerlei Zwang litt, auch nicht den der Ehren, der Berühmtheit oder des Liebesglücks, und der es jeglichen Orts probierte und mit allem! QIngefangcn mit der Konfession. Der kalvinistische Sohn der fast gottesstaatlich starren [ütenengen, lüft-, licht-, farbenlosen Stadtrepublik Gens wurde katholisch — seine Feinde zischelten^ „des Fortkommens willen", in Wahrheit weil seine Beschützerin, Gönnerin. Angebetete, die Höhe von 220 000 Mk. lag zunächst ein Antrag des Landbundes vor. der eine Aenderung der Sätze der Sondergcbaudesteucr zugunsten der Landorte und au' Kosten der Stadt Gießen vorschlug. In der Aussprache wurde von Derwaltungs'eite betont, daß eine solche Aenderung sicherlich die Zustimmung des Ministe- liums nicht finden werde, da das Ministerium die im Voranschlag beantragte Verteilung dieser Ausschlagssätze zwischen Stadt und ßanb als gerecht und billig schon gu.geheihen habe. Kreisausschußmitglied Dr. Lenz, Gießen. (Dn.) wies darauf hin, daß bereits im Voranschlag die Belastung der Stadt Gießen gegenüber dem Vor- jähre erhöht, die Belastung dec Landgemeinden aber ermäßigt worden sei. UebrigenS müsse die Stadt Gießen bei der Anwendung der vor- gesehenen Ausschlagssätze der Sondergebäudc» steuer ganz allein 28 000 Mk. für den Kreis aufbringen, während alle anderen Landgemeinden zusammen 47 000 Wk. zu (elften hätten. Rach lebhafter Debatte wurde der Antrag des Landbundes auf anderweitige Festsetzung der Sonder- gebäudesteuer-Sätze mit 14 gegen 13 Stimmen abgelehnt, während zwei Abgeordnete Stimmenthaltung übten. Damit war der Vorschlag der Verwaltung genehmigt. Ein weiterer 2Inttag des Landbundes forderte, daß die Steuern von den selbständigen Gemarkungen in Höhe von 36300 Mk. den Landgemeinden allein zugute kommen sollten. Auch gegenüber diesem Antrag wurde von Ver« waltungsselle betont, daß hierbei auf berechtigte Interessen der Stadt Gießen Rücksicht zu nehmen sei, denn auch die Stadt Gießen hab« selbständige Gemarkungen und müsse infolgedessen zu diesen Steuern beitragen, woraus ein Recht auf Berücksichtigung der Gießener Interessen erwachse. Es handelt sich bei der ganzen Angelegenheit um einen strittigen Betrag von etwa 4800 Mk., da die übrige Summe bisher schon immer den Landgemeinden allein zufloh. Rach lebhafter Aussprache, in der von Derwallungs- seite u. a. betont wurde, daß eine solche Zweckbest immung des Steueraufkommens gesetzlich unzulässig sei, wurde der Antrag des Landbundes mit großer Mehrheit angenommen und der Kreisausschuh einstimmig ermächtigt, die erforderliche geringfügige Aenderung der Ausschlagssätze von sich aus porzunehrnen. Unter Berücksichtigung der oben erwähn.en Streichungen von je 2000 Mk. ermäßigt sich die Endsumme des Voranschlags insgesamt um 4000 Mk. Mit dieser Maßgabe wurde der Voranschlag einstimmig genehmigt. Die Tätigkeitsberichte der Bezirksfürsorge st eile und des Kreisjugend- a m t e s sowie der Bericht des Schularztes, auf die wir noch zurückkommen werden, wurden debattelos einstimmig genehmigt. Ebenso einstimmig und ohne Aussprache wurde dem Erlaß einer Kreissatzung zur Erhebung einer allgemeinen W e r t z u w a ch s st e u e r in den selbständigen Gemarkungen des Kreises Gießen zugestimmt. Schließlich wurden noch von mehreren Rednern Beschwerden über b i e Kreisabdeckerei vorgebracht. Es wurde bemängelt, daß der Transport von Tierkadavern aus den Ortschaften des Kreises zur Kreisabdeckerei viel zu langsam vor sich gehe und mitunter ein gefallenes Stück Bieh sogar ein bis zwei Tage auf dem Gehöft liegen bleibe. Aus sanitären Gründen wurden Maßnahmen zur schnellsten Abbeförderung von Tierleichen in die Kreisabdeckerei gefördert. Damit fand die Kreistagssitzung ihren Abschluß. Kreistag des Kreises Schotten. a. Schotten, 30. Iuni. Im Rathaussaal fand gestern unter Leitung des Kreisdirektors Geh. Reg.-Rat Boeckmann der diesjährige ordentliche Kreistag statt. Di« Kreiskasse- rechnung für 1926 wurde genehmigt, der Verwaltungsbericht für 1926 entgegengenommen. Der Kreisvoranschlag 1928 wurde eingehend beraten. Der lebhafte Wunsch nach Sparsamkeit und Einfachheit kam zum Ausdruck. Der Umlagen- bedarf wurde auf 100 000 Mk. festgesetzt, der Kreisausschuß wird mit einer nochmaligen Durchprüfung auf etwa mögliche Ersparnisse hin beauftragt. Die Anstellung eines besonderen Baukontrolleurs wird abgelehnt, da diese Stelle bei dem verhältnismäßig geringen Reubav- umfang als überflüssig und zu teuer angesehen wird. Für die Rebenbahnlinie Dir- st ein — Hartmannshain werden 5000 Mk. Aktien übernommen und weitere 5000 Mk. gezeichnet, wenn die Linie über Vollartshain geführt wird. Der kleinen hilfsbedürftigen Gemeinde Schmitten wird ein kleinerer Beitrag bewilligt. Eine Kreissatzung, die die Erhebung einer Wertzuwachssteuer in den selbständigen selber schwankende und schwärmende Madame de Warcns, auch sie Konvertitin, ihn hinüberzog, weil ihn der sinnlich-übersinnliche Glanz berückte und — weil es ein Wechsel war. Den er später wieder, in die Vaterstadt heimgekehrt für kurze Frist, zurückgewechselt hat. Und so tat einer gegenüber Gott, dessen ganzes innere Leben von Gott gelenkt war, von Gott erfüllt war, der gottgläubig war durch und durch. Freilich, und das erllärt alles, fein Gott war kein Gott des Kosmos, lein gestalteter Weltherr, kein Schöpfer der Menschengeschichte, keine Ewigleitsosfenba- rung in der Zeit. Dieser fein Gott war Ureinheit, Urgesch, Urtrieb. Göttlich, also gut. war für Rousseau die Ratur, das Menschenherz. Und dies Urgute war weggewichen Schritt für Schrill seit dem Beginn der Menschengeschichte. seit es Gesetze, Einrichtungen, Fortschritt gab, seit der „Gesettschaftsvertrag" (le contrat social) aus dem Wenschendasein ein künstliches Räderwerk gemacht hatte, seit es Herrschende gab und Unterdrückte, seit es Besitz gab und als sein notwendiges Widerspiel, Elend und Armut, seit die „Ungleichheit" die ursprüngliche Freiheit zerstört hatte und den Adelswuchs naturnahen Menschen- tums gehueft. Rückkehr zur Raturl Dies ungeheure Losungswort, von jedem der es aufnahm nach dem eignen 'Wesen gemodelt, umgeschmolzen und dennoch jedem verständlich. Alle hinreißend, hoch und niedrig beslammend, also daß es die Herren selber drängte, sich ihrer Vorteile zu begeben, „einfach' zu lein. frei, gleich, brüderlich, und daß die Entrechteten einen Augenblick lang glaubten, fromm zugewanht dem neuen Lichte, daß die so bald von ihr selber verschlungene, in Blut und Gräueln erstickte Lenzzeit ber ©roßen Revolution, daß 1789 möglich wurde: dies ist ganz und gar Rousseaus Werl. Was auch Aus- tlärung und Ironie, was die Enzyklopädisten und Voltaire auch getan haben mochten in Rütteln und Aufräumen und Fackelanzünden — erst Gemeinden vorsieht, wird beschlossen. Die seitherige Köftommi sion wird wiedergewählt. Die Vergütungen, die der Kreis bei Brandhilfe gewährt, wurden festgesetzt auf 1,80 Mk. pro Stunde für Fuhrwerk, 50 Pf pro Stunde bis höchstens 4 Mk. pro Tag für die Mannschaften. Ein Für- forgeausschuß in der Stärke von sechs Personen wird nach der Kreissatzung über die Fürsorgepflicht bestimmt Im „Hessischen Haus" schloß sich ein einfaches Essen an. Ehrenliste des Beurlaubtenstandes des ehem. deutschen Heeres. Man bittet uns um den Abdruck der nachstehenden Zeilen: Als Ergänzung der schon erschienenen Ehren- ranglifte des ehemaligen deutschen Heeres soll, wie schon längst beabsichtigt, die Durchführung der Zusammenstellung eines ehrenden Verzeichnisses aller der Männer erfolgen, die im Offizierrange im Beurlaubtenstande dem Vaterlande in seiner schwersten Zeit treu gedient haben. Die „Ehrenrangliste des Deurlaubtenstandes" wird alle Offiziere. Sanitätsoffiziere und Veterinäroffiziere der Reserve und Landwehr, die im ehemaligen deutschen Heere beim Kriegsbeginn vorhanden waren oder in und nach dem Kriege neu dazu befördert worden sind und die während des Krieges in mllitärischen Stellen wiederverwendeten Reserve- und Landwehroffiziere usw. a. D., ferner alle für Kriegsdauer eingestellten Aerzte, die nicht Sanitätsoffiziere des Deurlaubtenstandes waren, enthalten. Außerdem die früheren Feldwebelleutnante — jetzigen Landwehroffiziere a. D. — sowie alle Militär- und Zivilbeamte der Heeresverwaltung, die Offizierrang besaßen, soweit sie nicht schon im ersten Teil der Ehrenrangliste nachgcwie'en sind; schließlich alle andern im Kriege als Beamte im Osfizierrang verwendeten Persönlichkeiten. Alles in allem handelt es sich um über 400 000 Personen. Der Umfang zwingt zu einer Teilung in eine Anzahl Bänd«. Di« große Schwierigkeit, die Unterlagen für einen lückenlosen Inh all der Bände zu erhalten, muß bei der durch das Kriegsende hervor- gerufenen Unvollkommenheit der amtlichen Verzeichnisse durch die Mithilfe aller Beteiligten, auch der Angehörigen und Bekannten der nicht mehr Lebenden, besonders der Gefallenen, überwunden werden. Die Militärverbände wie Offizierbünde, Kriegervereine, Arbeitsgemeinschaslen der Regiments- und Militärvereine ufto. werden sich dadurch in den Dienst der Sache stellen, daß bei den Vorsitzenden dieser Vereine Fragebogen unverbindlich angefordert werden können, die atrf- gefüllt möglichst bald wieder an die Stellen zu- rüagcgeben werden, wo sie empfangen worden sind. Das Rachschlagewerk wird der großen Allgemeinheit sehr willkommen fein. Cs wird Aufschluß geben über manchen Freund und Bekannten, mit dem Leid und Freud geteilt und vielleicht schwerste Stunden verlebt wurden, von denen man aber nicht weiß, wo die Betreffenden nach dem Krieg« geblieben sind. Die Ehren- rangliste wird dadurch auch zu einem Sinnbild der Volksgemeinschaft. Fristablaus für Entschädigungen auf U. S. A.-patente. Auf Grund des amerikanischen Freigabege- sctzcs vom 10. März d. 3. können diejenigen deutschen Patentbesitzer, deren Patentrechte und Erfindungen von der amerikanischen Regierung gebraucht oder gekauft worden sind, eine Entschädigung bei dem dafür errichteten Schied», richteramt in Washington beanspruchen. Die zur Wahrnehmung der hieraus sich ergebenben Rechte im Einverständnis mit dem Auswärtigen Amt errichtete „Interessenvertretung für Ansprüche deutscher Patentinhaber", Derlln RW7. Reue Wilhelmstrahe 12—14, weist nachdrücklich darauf hin. daß die Frist für die Anmeldung solcher Entschädigungsansprüche am 2. August d. I. abläuft, d. h, daß derartige Anträge bis zu diesem Zage in Washington eingereicht fein müssen. Im Hinblick darauf, daß die Vorbereitung der formgerechten Anmeldungen sowohl hier, wie drüben eine gewisse Zeitspanne erfordert, und unter Berücksichtigung der Laufzeit des Ueberseeschriftwechsels wird denjenigen Besitzern ton während des Krieges in den Steinigten Staaten beschlagnahmten deutschen Patenten, die sich noch nicht mit der genannten Interessenvertretung in Verbindung gesetzt haben, dringend empfohlen, dies unverzüglich zu hm, da damit gerechnet werden muh, daß Ansprüche, die seitens der Interessenvertretung nicht bis 12. Iuli an ihr amerikanisches Bureau abgesandt worden finb, Gefahr laufen, nicht mehr berücksichtigt werden zu können. Es sei erneut daraus hingewiesen, daß die Entschädigungs- Pflicht der amerikanischen Regierung sich nur auf Anträge erstreckt, die bis zum 2. August d. 3. in Washington eingereicht sind. Es handelt sich dabei um eine seitens des amerikanischen Kongresses gesetzlich feftgelegte Frist, deren Verlängerung im Verwaltungswege infolgedessen unmöglich ist. Stirnen, Sport und Spiel. Wumfefl (D.T.) in Vuhbach. -o- Das 55. Gauturnfest des Hessengaues nahm gestern bei prächtigem Wetter einen glänzenden Verlauf, sowohl in seinem turnerischem Teil, als auch ganz besonders durch die innige Anteilnahme der gesamten Bürgerschaft der alten Turnerstadt. Rachstehend geben wir einen ersten Auszug aus der Siegerliste. An den Meisterschaftskämpfen beteiligten sich 19 Turner aus den Vereinen zu Gießen (Tv. 1846 und Mtv.), Marburg (2um- und Spv.), Bad-Rauheim (Tv. 1860), Butzbach, Großen-Linden, Ridda, Dorn-Assenheim und Krofdorf. Meister am R e ck wurde Willi Sinn- well, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 111 P., am Barren Adolf Fink, Turn- und Sportv. Marburg, 112 P., am Pferd Gotthard Kühn, Turn- und Sportv. Marburg, 115 P. Turner-Oberstufe, Zwölfkampf, 18 Bewerber, 15 Sieger. Ehrensieg Heinrich Keller, Tv. Burgsolms, 201 P. 1. Sieger W. Deaupain, T.- und Spv. Marburg, 196 P.: 2. Peter Boltz, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 195 P.: 3. Martin Weitz, Tv. Dorn-Assenheim, 192 P. Turner-Oberstufe, Zehnkampf, 10 Bewerber. 8 Sieger. — 1. Sieger Richard Seth. Tv. Großen-Linden, 185 P. — 2. A. Ahrens, Tgmde. Marburg, 168 P. — 3. Franz Reuch- ling, Tv. Heuchelheim, 161 P. Altersturner (über 45 Jahre). 1. Sieger Georg Thierolf, Tgmde. Friedberg, 155 P. — (35 bis 45 Iahre) Ehrensieg Hans Thöt, Tv. Alsfeld, 163 P. — 1. Sieg R Burkholdt, T » u. Sp.-B. Marburg, 144 P. Turner-Mittelstufe, Zwölfkampf, 38 Bewerber, 38 Sieger. — 1 Sieg A. Eberspächer, Tgmde. Marburg, 210 P. — 2. A. Burkhard, Rousseaus übergewaltige, widerspruchslose, tiesst- kindliche und heilig-prophetische Hingabe an die eigne Idee hat die Flammen gen Himmel lohen lassen, in denen mehr als ein Jahrhundert unterging, ja die heute noch wärmen und vernichten. Mögen alle seine Voraussetzungen irrig sein, seine Ablehnung des Gewordenen, des Weiter- schreitsns in Gott ein säst blasphemischer Verzicht auf das Größte der Menschengüter sein, auf das strebende Bemühen: sein, diesem allem entraten- des Drängen auf die Urquellen des Seins, seine Demut vor jedem wahren Gefühl, seine unbezwingliche Gewißheit vom Urglück, von dec Urschönheit unb der Urreinheit haben aus ihm nicht nur den gewaltigsten Sprecher seiner Zeit gemacht, sondern eine Stimm«, deren Kraft und Lieblichkeit immer bar dauert. Wie vieles von seinen 'Werken auch verschollen ig den Bibliotheken dämmert — nicht nur die großen Streit-, Mahn- und Leitschriften gegen Widersinn und Lüge von Zivilisation. Sittenzerfall und Gesell- schastssäulnis, vor diesen noch sein Evangelium der Menschenbildung. der Erziehungsroman „Emile“ das Hochlied naturhaft freier, ganz und gar Gemüt. Herz. Seligkeit gewordener Liebe, die „Rouvelle Heloise", dies mächtige, tief ins Frauengeheimnis rührende Gegenstück unseres „Werthec", und dann die großartigste, schonungsloseste. wahrhaftigste aller Beichten vor Gott und Welt, die „Bekenntnisse", das sind und bleiben unvergängliche Borne der Erquickung wie der Erkenntnis. Und fragen wollen wir nicht, dürfen wir nicht, warum diese Reihe hervorbrach aus einem Dasein aus Zufall. Abfall. Zersall. aus Armut und oft aus Schmutz warum feine äußeren Umstände sich in tausendfältiger Wirrnis befanden, sein eignes Herz so vielen Augenblickslockungen erlag, fein eigener Charakter eitel und schamlos, unverträglich und verzerrt war. Erinnern wollen wir uns bei diesem Zwiespalt an Rembrandts Tv. 1846 Gießen, 207 P. — 3. W. Loh. To. 1846 Gießen, 195 P. Turner-Unterstufe, Zwölfkampf, 305 Bewerber, 237 Sieger. — 1. Sieg Ehr. Dönges. Tv. Wallau, 219 P. — 2. Karl Strauch. Tv. Homberg a. d. Ohm, 216 P. — 3. G. Mölcher, Tv. Freienfeen, 212 P. ft4.Bezirkssest des Arbeiier- Turn- und Gpori-Bundes. Unter den günstigsten Vorbedingungen nahm diese Veranstaltung am Samstagnachmittag tn Steinbach bei Gießen ihren Anfang Bereits gegen 4.30 Uhr traten di« Sportler zum Dreikampf (Weitsprung, Kugelstoßen und lOO-QHeter-ßauf) an. Rach dessen Beendigung folgten di« Vorkämpfe zu den Einzel- kämpfen. Um 7 Uhr wurden die Wettkämpfe abgebrochen, die Kampfrichter trafen sich zur allgemeinen Kampfrichtersihung. Rach deren Beendigung folgte ein in Sternbach noch nie gezeigtes Bild. Ein Fackelzug, der nicht enden wollte, setzte sich unter Vorantritt des Bezirkstrommlerkorps und einer Musikkapelle nach dem Festplatz in Bewegung. Auf dem Festplatz folgten nunmehr die Begrüßungen durch den Verein, Bezirk und Kreis. Rach einem Liedervortrag des Gesangvereins „Germania", Steinbach, folgte die Weihe des Banners des Ortsvereins Steinbach durch Kreisjugendleiter G a b l e n z. Dieser hob besonders die Bedeutung deS Banners für einen Verein hervor. Er ermahnte besonders die Jugend, sich frei zu machen vom Alten und ihren Körper durch Leibesübungen zu stählen und zu kräftigen. Rach abermaligem Liedervortrag des Gesangvereins „Eintracht" folgten in bunter Reihenletzte Selbstbildnisse, in denen das ermüdete, verquollen«, aftersschlasse, ja zersetzte Gesicht die dennoch letzte Heiligkeit erfahren hat, die der Wiedergeburt im Geist. Trinkgeld. Don Hans Ttiebau. Dobach hatte von jeher seinen Stolz gehabt. Und als er — der nur ein paar Brocken englisch sprach — einmal in London war. hat er sich »urchtbar geärgert. Der Hotelportier muhte ihm Karten für ein Duildhallkonzert besorgen, eine Karte für ihn und eine Karte für feine Frau. Aber wie das so kommt, Frau Bobach wurde mit der Toilette auch nicht im entferntesten fertig, und Bobach ging wütend zur Konzertkafse. Dort standen mehr als hundert Menschen: denn der Saal ist auS- r erkauft. Dobach bietet einem der Enttäuschten feine Karten an. Der greift erfreut zu, zahlt Ihm den richtigen Preis und gibt noch Drei Schilling zu. Bobach weist das Trinkgeld entrüftet zurück. Aber der andere rersteht ihn nicht, glaubt, er habe zu wenig gegeben, gibt ihm 5 Schilling. Bobach wird wütend, bekommt einen roten Kops, wirst mit Schimpfworten um sich. Der Engländer ist ängstlich, gibt ihm 8 Schilling, 10 Schilling, 12 Schilling . . Wie gesagt, Dobach hat sich furchtbar geärgert. „Und wie bist du den Kerl losgewvrden?" fragt ihn, als er zurück war, feine Frau. Run", sagt Bobach, „zuletzt gab er mix 18 Schilling: unb 18 Schilling, nicht wahr. daL ist doch schließlich kein Trinkgeld mehr? —" folge Glanzleistungen auf dem Gebiete der Leibesübungen. Besonders zu erwähnen sind hierbei die Grupp« de- Arbeiter-Radfahrervereins Giehen. die Sportlerinnen Heuchelheims. die Schwerathleten Herborn», sowie die Bezlrksriege am Pferd und Dorren und Stabübungen Launs- hach». Pünktlich, wie festgesetzt, wurde der Samstagabend beschlossen. Sonntag früh 5 Uhr wurden di« Sportler und Einwohner Steinbachs durch einen *2Dcd- ruf auf die Bedeutung des Tages aufmerksam gemacht, und pünktlich konnte der technische Leiter mit dem Serätesiebenkampf besinnen. Um 8 Uhr folgte die Fortsetzung der Borkämvfe für Leichtathleten. Fast zur selben Zeit traten die Sportlerinnen zum Bierkampf an. Gegen 10'/, Uhr fand die Borprobe zu den Massenlrc.übun- rn statt. 3m Anschluß hieran wurden dre ntscheidungen im Einzelkampf für Sportler ausgetragen. Der Rachmitlag bracht« einen Zestzug, der woh. in diesem Aufmarsch und Ausmaß noch nicht in Steinbach zu sehen war. J2iad) der Borführung der gut auSgesuhrten Walsen- frclübungen begrübt« Bezrrksvertreter K « - ie i die Anwesenden und dankte besonders der inwohnerlchost Steinbachs und dem Ortsvor- stand für die Gastfreundschaft. Kreisjugendleiter Gab lenz gab der Jugend gut« Worte mit auf den Weg. die darin gipfelten, daß zu dem Sport auch die Achtung vor sich selbst und feinen Mitmenschen kommen müsse. Anschließend zaigten die Sportlerinnen gymnastische Wassenübungen. bl« «inen guten Eindruck hinterließen. Die Dez irkSr lege zeigte lehr gute Hebungen am Barren und Federbrett. Den Sanitätsdienst hatte &L* Kolonne Wieseck vom Ärbeiter-Samariterbund übernommen; sie leistete in 40 leichten und «in.m schweres Fall (Bluterguß) die erste Hilfe. Den Abschluß bt» sportlichen Teile» der Beran staltung bildete ein Fußballspiel zwischen dem Kreisklassenoertreter Gießen I und dem Bezirks» meister 1927 Naunheim L Dos Spiel, reich an Spannungen, hielt die vielen Festbesucher dauernd in Stimmung. Dos Resultat mit 3:3, Ecken 5:5, entsprach vollständig dem beiderseitigen Kräfteverhältnis Die Wettkämpfe der etwa 500 Teilnehmer ergaben folgende Resultat« : Dr «ikampf: Sportler über 18 Jahre: Wilh. Zecher (Stusenberg) 232 Punkte, Rob. Schaum (Krofdorf) 211 P., Heinr. Becker (Krofdorf) 210 P., D. Mandler (Heuchelheim) 207 P., Otto Schleenbecker (Gleiberg) 190 P., Wilh. Bechlinger (Rodheim) 189 P., Heinrich Braun (Staufenberg) 185 P., Wilh. Leidner (Grohen- Üinden) 179 P., Alb. Forbach (Wißmar) 177 Punkte. Sportler von 16 bis 18 Iahren : Rudolf Engelhardt (Annerod) 258 P., Erwin Mattern (Krofdorf) 256 P., Hermann Schleenbccker (5>euchelheim) 243 P., Rich. Becker (Krofdorf) 227 P., Phil. Engelhardt (Annerod) 223 P., Wilh. Hof (Annerod) 216 Punkte, Heinr. Rau (Annerod) 214 P., Ludw. Weigand (Großen-Linden), 208 P., Rud Oswald (Wie- scck) 207 Punkte. Sportler 14 biß 16 Jahre Otto Seibert (Launbach) 269 Punkt«, Ldw. Belt« (Staufenberg) 2534 P-. Wilh. Valentin (Krofdorf) 250 P., Ernst Scharf (Lollar) 249 P„ Reinh. Bellosf (Beuern) 242 Punkte, Karl Barschel (Gießen) 2264 P., Willy Hofmann (Alten-Buseck) 222 P.. Wilhelm Henkelmann (Wißmar) 2174 P., Karl Pfeiffer (Steinbach) 2104 Punkte. Geräte (D b e r fl u f e): Karl Leid (Launsbach) 243 Punkte, Ernst Mandler (Heuchelheim) 241 P-. Willi Theis (Naunheim) 232 P., Heinr. Koch (Wißmar) 231 P., Karl Stroh (Wißmar) 224 P., Rud. Pfaff (Launsbach) 224 P, Gustav Pfaff (Launsbach) 220 P., August Geiß (Lollar) 219 P., Wilh. Bender (Launsbach) 218 P., Wilh. Kämmerer (Wißmar) 211 Punkte. Mittelstus«: Hcmr. Bruck (Burkhardsfelden) 239 P., neinrid) Dörnig (Burkhardsfelden) 234 P., Rob. Schaum (Krofdorf) 229 P., Friedr. Becker (Treis a. d. Lda.) 227 P., Gustav Steuernagel (Beuern) 226 Punkte. Willi Barschel (Lollar) 224 P., Wilh. Schmidt (Krofdorf) und Alb. Winter (Launsbach) 223 Punkte. 16 bis 18 Jahr«: Alb. Schäfer (Launsbach) 232 P., Ad. Kreiling (Wieseck) 229 P., Alfr. Oswald (Wie- feck) 227 P., Rud. Engelhardt (Annerod) 222 P., Hch. Vernges (Gießen) 217 P., Phil. Engelhardt (Annerod) 215 P„ Karl Bender (Krofdorf) 211 P., Emil Lang (Klein-Linden) 210 P.. Will). Hof (Annerod) 209 P., Wilh. Baller (Großen-Linden) 205 P. 14 bis 16 Iah:«: Karl -Magner (Launsoach) 260 P., Otto Seibert (Launrdach) 245 P. Ernst Schöffmann (Wiefeck) 234 P. Ernst Bähr (Lollar) 226 P . Willi Albach (Großen-Linden) 222 P., Fritz Kreiling (WiefeM 221 P.. Herrn. Diehmann lBnunheim) 219 P, Hugo Kreiling ^Wieseck) 217 P.. Otto Schlierbach (Königsberg) Sportlerinnen Biertampf Heber 18 3c&-e: Emilie Lindenstruth (Heuchelheim) 235 P. Elise Diehl (Gießen) 186 P, Anni Höß (Gießen) 115 P Unter 18 Jahren: Else Schwalb (Heuchelheim) 231 D., Hilde Bremer (Wieseck) 218 P. Erna Kreiling (Heuchelheim) 203 P. Pauli Schweiz (Großen-Linden) 192 P, Lina Kauß (DurNxirds- selben) 186 P. Anna Sick (Heuchelheim- 171 P., Marie Bupp (Gießen) und Adele Stock (Grpßen- Linden) 167 P. Ein^elkämpfe. Sportler über 18 Jahre Speerwerfen: Ludwig Kreiling (Wiefeck) 37.94 Meter, Otto Mandler (Heuchelheim) 36,97 Meter. Karl Frey (Wißmar) 36,97 Meter, Rud. Engelhardt (Annerod) 36,87 Meter. DiSkus: Wilh Schwarz (Annerod) 31,84 Meter, Otto Mandler (Heuchelheim) 27,47 Meter, Robert Mandler (^uchelheim) 26,11 Meter, Wilh. Zecher (Staufenberg) 24,12 Meter. Kugelstoßen: Wilh Schwarz (Annerod) 11,45 Meter, Otto Mandler (Heuchelh.'im) 10,04 Meter. Wilh. Zecher (Stausenberg) 9,93 Meter. Robert Schaum (Krofdorf) 9,26 Meter, Heinrich Becker (Krofdorf) 9,10 Meter. Hochfprung: Emil Gaul (Oppenrod) 1,50 Meter, Heinr. Decker (Krofdorf) 1,45 Meter, Heinr. Schneider (Stausenberg) 1,40 Meter. W« itsprung: Heinr. Decker (Krosdors) 5,82 Meter, Robert Schaum (Krofdorf) 5,70 Meter, Walter Pfaff (Kinzenbach) 5,53 Meter. Stabhoch: Wilh. Leutner (Burkhardsfelden) und Wilh Dechlinger (Rodheim) 2,80 Meter, Walter Pfaff (Kinzenbach) und Wilh Hirfch- hausen (Obenbaufen) 2,60 Meter. Sportler unter 18 Jahren. Wei tfprung: Erwin Mattem (Krofdorf) 5,72 Meter, Herm. Schleenbecker (Heuchelheim) 5.64 Meter, Ludwig Weigand (Großen-Linden) 5.23 Meter. Kugelstoßen: Herm. Schlcenbecker. Heuchelheim, 10 Meter, Rud. Engelchardt, Annerod, 9,87 Meter: Wilh. Hof, Annerod, 9,76 Meter. Stabhoch: Ludwig Weigand. Grvßen-Lin- den: Rud. Dierlelhaulen, Klein-Linden, Erwin Mattern, Krofdorf. Wilhelm Einhäuser. Alten- Dulcck, 2.40 Meter. Speerwerfen: Rudolf Engelhardt, Annerod. 39.74 Meter: Willi Kirch, Krofdorf, 36.59 2Hc.tr, Herrn. Schleenbccker. Heuchelheim, 34,91 Sportlerinnen über 18 Jahre. Weitsprung: Emilie Lindenstruth. Heuchelheim. 4 34 Meter. Kugelstoßen: Emilu Lindenstruth, Heuchelheim, 6.39 Meter. Schleuderball: Emilie Lindenstruth, Heuchelheim. 28.78 Weier. Sportlerinnen unter 18 Jahren. Weitsprung: Frieda Jung, Krofdorf. 4,22 Meter: Hilde Bremer, Wieseck, 4,20 Meter: Else Schwalb, Heuchelheim. 3,62 Meter. Kugelstoßen: Frieda Jung, Krofdorf. 8.28 Weier: Erna Kreiling, Heuchelheim. 7,15 Meter: Hanna Sack, Heuchelheim. 6.49 Meter. Dereinsrieaenturncn der Sportlerinnen: Freie Turner Gießen 59 Punkte: Arbeiter Turn- und Sportverein Herborn 57 Punkte: Frei« Turner Lauterbach 54 Punkte und Frei« Turnerschast Alsfeld 53 Punkte. Neuer deutscher Weltrekord im Speerwerfen. 'Bremen, 30. Juni. (WB) Bei den leichtathleti- fchen Meisterschaften in Bremen stellte Frl. Har- gus (Lübeck) einen neuen Weltrekord im Speerwerfen mit 38,36 Meter auf. Rundfunkprogramm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Donnerstag, 5. Süll. 13,30 bis 14,30: Boi, Kassel: Mitt.'gskonzert. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 17,45 bis 13,05: Die Lesestundr. 18,30 bis 18,45: Bon Kassel: Die „Stunde der Frau". 18,45 bis 19,15: Bon Kassel: „Die psychologische Eignungsprüfung im Dienste der Berufsbera- tung", Bortrag von Gustav Raß, Düsseldorf. 19,15 bis 19,45: „Interessantes auS dem Dienen- staat", Bortrag von A. Wenig. 20,15: Der Probekuß,. Operette von Karl Millöcker. Anschließend: Spättonzrrt: Auf der Wanderschaft. Jrdlog, 6. Juli. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert. Russische Musik. 15,30 bis 16: Die Stunde der Juaend. 16,30 bis 17,45: Hausfraucn-Rachmittag. „Uefax die Generalversammlung des ReichSverbande» Deutscher HauSsrauenvereine in München und die Ausstellung Heim und Technik", Bortrag von Stephanie Forchheimer. 17,45 bis 18,05: Di« Lesest und«. 18,30 bis 18,45: Bon Kassel: Die Stunde „Haus und Garten": „Der moderne Garten", Bortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18,45 bis 19,15: Stunde des Südwest deutsch«, Radio-Elubs. 19,15 bi» 19,45: .Justu» von Liebig und Darmstadt". Bortrag zur Einweihung bei Darmstädter Liebig-Museum» von Dr. Adolf Müller. Darmstadt. 19,45 bi» 20,05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.15. Bon Stuttgart Eugen Onegin, Lyrisch« Szenen in drei Auszügm. Tert von Modest Tschaikowfy, Wusik von Peter Tschaikowsky. Samstag. 7. Juli. 10,30: Bon Darmlledt: Liebig-Feier anläßlich der Einweihung des wiederhergesteNten Liebig- Hause». 13 blö 14 SH xllplattcn-Konzert 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bi» 17,45: Rach Ltuttq rt: Konzert de» Rundfunkorchesters: Rossini. 17.45 biS 18,05: Die Lesestunde. 18,30 bi» 19: .Dichtungen in Saarbrücker Mundart-. Bortrag und Borlefung von Mae van Bürk. 19 bi» 19.15: Der Briefkasten. 19,15 bi» 19,45; Stenograrh.scher Fortbiidungskursu» für Anfänger und Fort.a-schritten« (Diktat v*on 80 Silben aufwärts. 19,45 bi» 20,15: Stunde des Frankfurter Bunde» für BotkSbildung „Der Himmel im Juli Dte Welt de» Saturn". Bortrag von Prof. Sittig 20,15 bis 21,15: Duett« für Dioltne i nb Cello. 21,15: Bon den ..Künstlerspielen Polter". Kassel: Bunter Tldenb. Anschließend bis 0,30: Tanzmusik. Die Schnellhaarwäsche für die Reise: Schwarzkopf Trocken Schaumpon Ohne Wasser schönes Haar in 3 Minuten I Mein Mann ist außer »ick Unser« schdncWäschc ist total ruiniert. 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Er «MMIt dnt- ■ehe EttretihWoee «er BeldHen würzet le Mf- tww Mdweta («Hm. Heehehmet wrtse bringt Bedenken rechtlicher Art vor und empfiehlt, vor einer neuen Beschlußfassung erst einmal die Rechtslage gründlich zu prüfen, damit die Stadt nach dem früher gefaßten und der Ortskrankenkasse niilgetcilten Beschluß nicht eventuell scha- dcnsersatzpslichtig werde. Stadtv. Mann (Soz.) kündigt an. daß die Ortskrankenkasse wohl edja- densersatzansprüche für die bisherigen Aufwendungen erheben werde, wenn die Entscheidung jetzt andere falle, denn der Stadtverwaltung fei bekannt gewesen, daß ein Raum für Zahnbehandlung in dem Gebäude geschaffen werden solle. Beigeordneter Dr. H a m m stellt fest, daß in dem Ersuchen der Oitskrankenkasse um Niederlassung von Gelände von einem Verwaltungsgebäude mit modernem Zubehör gesprochen wird, der Stadtverwaltung sei nichts davon Mannt gewesen, daß dort eine Zahnklinik eingerichtet werden solle. In dein obenerwähnten Stadtver- ordnetenbeschluß vom Dezember v. 3. sei Gelände zu einem Verwaltungsgebäude in der unbedingt notwendigen Größe zugesagt worden. Oberbürgermeister Dr. Keller wirst die Frage auf, wie die Stadt sich stellen solle, wenn demnächst die Universität komme und ebenfalls kostenlos Gelände zur Errichtung einer Universitäts- Zahnklinik fordere. Er meinte, man solle doch eine Konkurrenz nicht zu tragisch nehmen. Rach weiterer Debatte, an der sich iroch zahlreiche Redner beteiligen, stellt Stadtv. Goerz (Fr. Vg.) den Antrag, die Angelegenheit zur sorgfältigen Prüfung der Rechtsfrage dem Rechts- a u s s ch u ß zu überweisen. Rach einer Geschäfts- ordnungsMxttte wird über diesen Antrag abgestimmt, der mit 21 gegen 19 Stimmen angenommen wird. Der öffentlichen Sitzung schließt sich, obwohl es mittlerweile aus 'All Uhc abends geht, noch eine nichtöffentliche Beratung an. Städtischer Zuschuß an den ArbeiterSamariterbund. Ein Antrag des Finanzausschusses, der Ortsgruppe Gießen des Arbeiter-Samariter-Bundes vom 1. April 1928 ab einen städtischen Zuschuß von 500 Mk. zu gewähren, wird nach längerer Aussprache angenommen. Die Fraktion der Deuischcn T vl.spartei enthält sich der S'.imme. Vor dieser Abstimmung wird ein Antrag der Sozialdemokraten, diesen Zuschuß, ebenso wie beim Roten Kreuz, auf 1500 Mk. festzusetzen, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Demokraten abgelehnt. Friedensstraße. Die neue Straße entlang der Eisenbahn - strecke Gießen — Fulda wird auf Antrag des Finanzausschusses Friedens st raße benannt. Tarif für Autodroschken. Auf Antrag des Polizeiamtes Gießen wird einem Tarif für Kraftdroschken in Gießen gutachtlich zugestimmt. Es wird der Wunsch ausgesprochen, daß in Kürze auch der Klein- kraftdroschkenbetrieb in der Stadt Gießen eingeführt wird. Pollzeioerordnung über den Speiseeisverkaus. Dem Entwurf einer Polizeiverordnung über bic Herstellung und den Verkauf von Speiseeis in der Stadt Gießen wird zugestimmt. Der Gasversorgungvvcrtrog mit Rllescck. Auf Antrag des Betriebs-Ausschusses werden für den Gaslieferungsvertrag mit der Gemeinde Wieseck einige Aenderungen bzw. Zusätze genehmigt. Da die Vorlage nur einige Bruchstücke aus dem ganzen Dertragswerk betrifft, kann über die Abmachungen zwischen den beiden Gemeinden hier nichts berichtet werden. Beschaffung von Müllwagen. Die freihändige Beschaffung von 2 Kuka- Müllwagen von je 6 cbm Inhalt zum Preise von je 27 735 Mk. von der Firnra Keller & Knappich G. m. b. H. Maschinenfabrik, Augsburg, wird beschlossen. Die Lieferung soll über die I Firma P. Jäger, Gießen, erfolgen. Ftuchttinienplan für den llllesecker Weg. Aus Antrag der Stadtverwaltung wird dem vorgc legten Fluchtlinienplan für den Wiekecker Weg zugestimmt. Erhebung von Straßenkostenbeiträgen für Eckhäuser. Der Beschluß der Stadtverordnetenveriamm- lung vom 21. September 1926 über die Befreiung von Wohnhäusern als Eckhäuser zweier Straßen von S t r a ße n k o st e n für die kürzere Straßenseite wird aufgehoben. Für Fälle, die eine besondere Härte für den Bauherrn bedeuten, wird tie Baudeputation ermädjtigt, einen Teil der Straßenkvsten niederzuschlagen. 3uv Richtigstellung. Zu unserem Sitzungsbericht über öiefttat- bera tu na (Samstag-Ausqade) sei berichtigend bemerkt, daß auch die Fraktion der Mtttel- ft a n b 8 b c r c i n i g u n g gegen die Bi erst e u e r gestimmt bat. Weiter ist berichtigend inihuleilen, daß die Mittelstand-Vereinigung (infolge eine- Schreibtchlers war im Bericht vom SamStrg „Wirtschaftliche Vereinigung" >u lesens gegen die Wassern:IM Höhung gestimmt bat Die Zurücknahme drs Antrages der Mit'.elstatrdSvereinigung auf weitere Verkürzung des Wohlsahrtsetats uni 50 000 Mk. erfolgte nur unter B e » u gnahm« auf einen anderen Antrag, der der Verwaltung, aber nicht der Presse zur Kenntnisnahme vorlag und in dem die erneute Rach- Prüfung des Voranschlags — tote am Samstag schon berichtet — zwecks eventueller Erschließung weiterer Sparmöglichkeiten gefordert wurde. 8. vertreterveisammlunü des hessischen Landgemeinde»««- in Groß-Gerau In der vergangenen Woche sand die diesjährige Vertreterversammlung unter Beteiligung von citoa 300 Bürgermeistern und Gemeinde- Vertretern statt. Der Tagung ging ein Empfangsabend voraus, den die Stadt Groß-Gerau ihren Gästen im Hotel „Zur goldenen Krone" bot und welcher recht hübsche Darbietungen aufwies, die allgemeinen Beifall sanden. Die Tagung wurde von dem Vorsitzenden, Bürgermeister Alexander, Gonsenheim, geleitet. Unter den anwesenden Gästen bemerfte man Oberregierungsrat Dr. Schwamb als Vertreter des hessischen Ministeriums des Innern, ferner den stellvertretenden Geschäftsführer deS Deutschen Landgemeindetag« Ministerialrat a. D. Schellen, den Geschäftsführer des Canbge- meinLetags Preußen West Dr. Schmoll, den Vorsitzenden des badischen Landgemeinde tags. Bürgermeister Menges, Gernsbach. Als Vertreter des hessischen Städtetags war Oberbürgermeister Granzin, Offenbach, erschienen, für den Verband der hessischen Kreise imb Provinzen Kreisdirektvr Dr. Merck, Groß-Gerau. Rach den üblichen Begrüßungsansprachen erstattete der Vorsitzende den Geschäftsbericht für das abgelausene Geschäftsjahr, aus dem zu entnehmen war, daß die Zahl der Mitgliedsgemeinden jetzt 915 beträgt, in welchen 887 000 Einwohner in Hessen vertreten sind. Die Verbandstätigkeit wies im letzten Iahre eine erhöhte Leistung auf. Es wurden allein 200 Rechtsauskünfte erteilt. Die hauptsächlichsten Arbeitsgebiete für den geschäftsführenden Vorstand Im abgelaufenen Iahre erstreckten sich auf die Der- wallungsresorm, Auswertung. Versicherungsanstalt, Straßenwesen, Finanzausgleich, Begutachtung von neuen Gesetzentwürfen, Arbeitslosenfürsorge, Wohnungshwangswirtschäft, Haftpflichtversicherung, Gemetndebeamtenbesoldung. Dec Vorstand vertrat auf allen diesen für die Gemeinden wichtigen Gebieten mit Rachdruck die Interessen seiner Gemeinden, wobei der Vorsitzende nochmals ausdrücklich darauf hinwies, daß der hessische Landgemeindetag nicht eine Vereinigung der Bürgermeister sei, sondern die Vertretung der Gemeindeinteressen verkörpere. AlSdann folgte ein Vortrag des Referenten für Arbeitslosensürforge beim 2ant erarbeit «amt Frankfurt a.M, Dr. Schenck, über Arbeitslosenfürsorge, in welcher dieser die hauptsäch- lichsten^ Bestimmungen des Gesetzes über Arbeits- Möwe im Sturm. Vornan von Sophie KloerH. 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der Name sagte der Oesterreicherln nichts. Sie ahnte nicht, daß in der deutschen Reichshauptstadt jeder Bankbeamte bei seinem Klang sofort Gold klingen und Scheine rascheln hörte. Heinz Godesheim sah ihnen entgegen mit einem Blick, in dem etwas wie Eifersucht wachte. Warum hatte er es nicht sein können, der ihr half? „Ich darf Sie bitten, sich an meinen Tisch zu setzen?" fragte Kollmann, doch die Frage war so I,erstellt, daß es keine Ablehnung gab. „Sind Sie jcher, daß Sie die Daten beherrschen? Lydia Marn- >old. Geboren zu Remscheid, zweiundzwanzig Jahre alt." „Wenigstens das Aller stimmt," lächelte Maria. "Unb kein Wort mehr sagen, als unbedingt notwendig ist. Einer der Beamten spricht deutsch. Die übrigen verstehen es meistens nicht einmal. Aber da man nicht wissen kann — Vorsicht." „Ich spreche Italienisch. Ich war als Kind ein ganzes Jahr in Italien. „Lasten Sie es nicht merken. Deut>che Privatsekretärinnen sprechen es im allgemeinen nicht. Diese Damen sind meist nicht in der Lage gewesen, sich ein Jahr in Italten zu leisten." Wieder lächelte sie. sah ihn aber dabei dankbar an und wußte nicht, wie leuchtend ihre Augen in dem Augenblick waren. Und wieder spürte Godesheim die stechende Eifersucht, obgleich der Blonde wohl nicht als Mann in Betracht kommen konnte. Sie lächelle ihn aus Dankbarkeit an, aber er hätte viel darum gegeben, wenn diese Dankbarkeit ihm zutell geworden wäre. Einfahrt in Station Brenner. Brennera nannte es die neue Regierung. Rechts und fints aufgereihte Soldaten, italienische Bersaglieri. Den Napoleonshut mit wehenden Federn auf dem Haupte, den dunklen nagelneuen Tuchmantel stolz um Brust und Schulter geschlagen, alles staMichc Leute mit kühnen, hübschen Gesichtern, so standen sie da und hüteten die Grenze in voller Ausrüstung gegen harmlose deutsche Reisende. Es war ein glänzendes Theater, aber es gab viele spöttische und hie und da ein paar zornerfüllte Gesichter im Zuge. Schon wurden die Türen geöffnet, zu dreien und dreien betraten zwei Paßrevistonen die Abteile und forderten höflich, aber doch mit großer Würde die Pässe. Sorgfältig geprüft wurde einer nach dem andern zurückgereicht, Maria spürte die Entscheidung mit jedem Atemzug näher kommen. Ihr Herz schlug hart gegen die Rippen, sie wußte, daß sie abwechselnd blaß und rot wurde. Aber keine Miene in ihrem Gesicht veränderte sich. Als ginge das ganze nicht sie, sondern nur ihren Chef an, der für ferne Begleiterin einstehen mußte, strich sie sich ein Brötchen, unb zwang sich, einen Bisten zu kauen und hin- unterzuschlucken. „Mein Herr, Ihr Paß." „Bitte," sagte Kollmann. Mit einer Handbewe- gung nach Maria hin: „Meine Sekretärin." Unwillkürlich hob sie ben Blick, unb in biefem Blick, ber ben Beamten traf, stand etwas, das ihn stutzig machte. War cs Haß? Empörung? Hochmut? — Es sahen ihn manche so an, die aus dem besiegten Oesterreich kamen, aus dem Lande des allen Erbfeindes, aber diese Dame war — dem Paß nach — eine Reichsdeutsche. „Woher sind Sie, Signora?" „Aus Remscheid." Wenn der Gestrenge nun fragen würde, wo Remscheid lag, bann war sie verloren. Geographie hatte sie nie geschätzt. Doch ber Italiener wußte von Remschcld ebensowenig, er sah nur, daß ber Paß in Berlin ausgestellt war. Aber irgenb etwas in ihm witterte eine Unordnung. Man setzte sich gern in Respekt vor diesen Fremden. Die Anweisungen der Behörden waren in solchen Dingen sehr genau. „Name? Alter?" Wie gut, daß sie es sich eingepragt hatte! „Sie werben hier einmal ihren Namen auf bies Papier schreiben. Wir werden vergleichen. — Und wir werden sehen." Die Lage, in der sich Kollmann unb seine Begleiterin befanben, war kritisch. Auch die beiden Begleiter des italienischen Paßreoisors wurden unruhig, aber aus einem anderen Grund. Jeden Auaen- blick konnte der Münchner O-Zug signalisiert werden, die unseligen Verspätungen dieses Morgens drängten zur Eile. Aber ihr Vorgesetzter ließ sich nicht beirren. Er nahm einen Tintenstift aus der Tasche unb hielt ihn Maria hin, der Verdacht sprach deutlich aus dem Blick, mit dem er ihren Verband betrachtete. „Alles verloren," dachte Godesheim. Ihm brach ber kalte Schweiß aus. Sorgsam entfernte Maria ben Derbanb. „Ein bißchen schnell, Signora." Selber griff «r zu, bas Tuch von ber Hand zerrenb. Nun würden die gesunden Finger zum Vorschein kommen. Maria spannte die Muskeln, das Blut mußte sofort zu rieseln beginnen, unb babei sagte sie: „Ich schnitt mich mit einem Glase, mein Herr. Etwas Rücksicht gegen eine Dame, wenn ich bitten barf." Da quoll es schon rot aus bem Tuch unb lies bem erschrockenen Beamten aus die Hand. „Diaoolo," er zuckte zurück. „Sie werden schreiben mit bem Tuch — es wirb gehen —" Im gleichen Augenblick hörte man von brausten Lärm, Signale, Geschrei, Rennen, Pfeifen — alles stürzte an bk Fenster, die Beamten liefen zur Tür — eine Maschine fauchte und zischte, daß die Luft draußen in einem Augenblick mit Dampf wie mit Nebel erfüllt war — verschiedene Reisende sprangen aus ben Wagen unb wurden von ben Soldaten zu» rückckgcdrängt. Der Münchner Zug auch schon verspätet, hatte das Signal „Strecke besetzt" überfahren — ober war es nicht gegeben? — Kaum zehn Meter hinter dem letzten Wagen des Wiener Zuges war er zum Stehen gebracht worden. Lärm und Vorwürfe auf beiden Seiten. Die Jia- licner schrien unb gestikulierten. Die Deutschen sagten weniger, aber an Deutlichkeit ließen ihre Ausdrücke nichts zu wünschen übrig. Zornmütig nahmen sie ihre Kisten unb »Päckchen, fliegen aus, würben mit Geleit zum bereitstehenden Gegenzua geführt, unb italienische Eisenbahner besetzten bte beiden Züge. * „Zur Zollrevision!" Kollmann erhob sich. „Soll ich Ihren Koffer mit untersuchen lassen, Fräulein Mornhold? Wollen Sie ihn mir anvertrauen?" „Ich habe noch Gepäck außerdem." v „Geben Sie mir den Schein." losenfürsvrgL uni> Arbeitsvermittlung cm Hand von Beispic'en aus dec Praxis erläutere. Be- merkenswert war darin die Mitteilung, daß unter allen Umständen verhindert werden müsse, daß etwa die Ansicht auslomme, als ob die Arbeitslosenfürsorge zu einer alljährlich wiedrr- tehrenden Gewohnheit für gewisse Erwerbskreise werden könne. Ein derartiger Zustand sei untragbar. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Aussprache, wobei von mehreren Seiten auf die schwere finanzielle Belastung der Gemeinden auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege hingewiesen wurde, welche diesen erwächst, sobald der Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung und Krisenfürsorge erschöpft ist. Dieser Zustand könne besonders für Industriegemeinden zum Ruin führen. Oberbürgermeister Granzin, Offenbach, machte dazu die Mitteilung, dah in der Sladt Offenbach demnächst 1500 weibliche Erwerbslose ausgesteuert würden und der allgemeinen Wohlfahrtsfürsorge zur Last fallen. Auf Antrag von Bürgermeister Ritzel, Michelstadt, wurde folgende Entschließung angenommen: „Der hessische Landgemeindetag protestiert gegen die Aufrechterhaltung des jetzigen Zustandes der Gesetzgebung, insofern sie die ganze Last den Ge- nieinden auferlegt nach dem Ablauf des Anspruchs auf Arbeitslosenversicherung und Be- endiw'irg des Anspruchs auf Krisenfürsorge. Die Aufhängung dieser Mittel aus Steuern ist den Gemeinden unmöglich, diese erklären sich außerstande, auf die Dauer diese Lasten zu tragen. Außerdem erklären sich die Gemeinden nicht imstande, fortwährend Rotstandsarbeiten machen zu können. Es wird eine sofortige Entlastung der Gemeinden von der jetzigen Verpflichtung der gegebenen Art verlangt, andernfalls für viele Gemeinden die Gefahr des finanziellen Ruins besteht." Die Entschließung fand einstimmige Annahme. Die alsdann vorgenommenc Rechnungsablage für 1927 ergab ohne Aussprache Annahme der Rechnung und Entlastung für den Rechner. Der vom Vorstand vorgelegte Voranschlag für das Geschäftsjahr 1928 wurde ebenfalls genehmigt. Als Tagungsort für die nächste Vertreterversammlung wurde Ingelheim in Rheinhessen bestimmt. Wirischast. * Di e amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 27. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts hat gegenüber der Vorwoche keine Veränderung erfahren. * Die Reichsindexziffer f ü r die Lebenshaltungskosten i in I u n i. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durch schnitt des Monats Juni auf 151,4 gegenüber 150,6 im Vormonat. Sie ist sonach um 0,5 v. H. gestiegen. Diese Steigerung ist im wesentlichen auf saisonmäßig bedingte Erhöhung von Ernährungsausgaben zurückzuführen. * Frankfurter Maschinenbau A.-G. vorm. Pokorny & Wittekind Die Gesellschaft erhielt vor einigen Togen trotz erheblicher Konkurrenz in- und ausländischer Finnen einen größeren Auslandauftrag auf Spezial-Hochdruck-, kompressoren. Der Auftragseingang ist im allgemeinen gut, für das Inland zeigt er gegenüber dem Jahre 1927 eine Steigerung von nahezu 30 v. H., wozu in erster Linie der steigende Absatz der der Gesellschaft patentierten fahrbaren Motorkompressoren'für Straßenbau usw. beiträgt. Der Beschäftigungsgrad der Werkstätten ist zufriedenstellend; er halt sich hinsichtlich der Arbeiterstunden etwa auf i)jr Höhe des Vorjabres und übersteigt den des Dor- triegsjahrcs 1913. Der Auftragsbestand bietet für, einige Monate gute Beschäftigung, so daß auch für das zweite Geschäftshalbjahr eine günstige Entwicklung zu erwarten ist. * Betriebseinschränkungen im Ruhrkohlenbergbau. Der ständige bergsachverständige Kommissar für Stillegungsangelegenheiten, Oberbergamtsdirektor Dr. Weise in Dortmund, teilt folgendes mit: Am 25., 27. und 2& Juni haben die Betriebseinschränkungen der Zechen „Linser Fritz" in Wanne-Eickel, „Vereinigte Hagenbeck" in Essen-West und „Graf Bismarck" in Gelsenkirchen stattgefunden. Bei allen drei Zechen wurde — zechenseibs — als Grund für die geplanten Maßnahmen Absah- mangel in Verbindung mit der großen Zahl der Feierschichten angegeben; bei der Zeche „Vereinigte Hagenbeck" spielen auch die hohen Kosten für Bergschäden eine Rolle. Bei „Linser Fritz" gelangen 1000 Bergarbeiter und 50 Angestellte zur Entlassung, doch besteht die Möglichkeit, diese zum Teil auf Rachbarzechen wieder unterzubringen. Im Falle „Vereinigte Hagenbeck" gelangen 1447 Bergarbeiter, 65 technische und 17 kaufmännische Angestellte zur Entlassung, von denen rund 700 bis 750 auf Rachbarzechen unterkommen können. Die Betriebseinschränkungen auf der Zeche „Graf Bismarck" machen die Entlassung von 800 Belegschaftsmitgliedern einschließlich der Angestellten erforderlich. ^DiskontermäßignnginBelgien. Die Belgische Nationalbank hat den Diskontsatz von 4,5 auf 4 v. H. herabgesetzt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Juni. Tendenz: gefchäfts- los, aber freundlich. — Zu Beginn der neuen Woche konnte sich das Geschäft am Effektenmarkt nur sehr zögernd entwickeln, und die Umsätze blieben sehr klein, da die Unsicherheit über die weitere Gestaltung des Geldmarktes Zurückhaltung veranlaßte. Die Stimmung war jedoch im allgemeinen freundlich, und nach einigen Spezialwerten bestand seitens der Spekulation wieder regere Nachfrage. Von einer Beteiligung des privaten Publikums war jedoch nach wie vor wenig zu merken. Günstig ausgenommen wurde der optimistische Bericht der Commerz- und Privat-Bank. Außerdem verwies man auf die wieder erhöhte Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Vor allem aber regte der reibungslose Verlauf des Halbjahresultimos an, wenn auch der Geldmarkt weiter versteift blieb. Bei den ersten Notierungen ergaben sich gegenüber der Samstagabendbörse bei nicht einheitlicher Kursentwicklung überwiegend Besserungen von 1 bis 2,5 o. H. Lebhaft gefragt waren die Zellstoffwerte, von denen Aschaffenburger und Waldhof je 5 v. H. anziehen konnten. Am Bauunternehmungsmarkt waren Holzmann mit plus 4,5 v. H. stärker verlangt. Am Elektromarkt bestand für Licht & Kraft und Elektrische Lieferungen, die je 1,5 o. H. anzogen, Interesse. Angeboten und schwächer waren dagegen Chadeaktien mit minus 6 Mk. und Gesfürel mit minus 2 v. H. Siemens zogen leicht an. Für die oberschlesischen Kohlenwerte erhielt sich auf die Kohlenpreiserhöhung einige Nachfrage. Oberbedarf konnten erneut 2,5 v. H. anziehen. Gelsenkirchen blieben auf dem erhöhten Kursstand behauptet, während Rheinische Braunkohlen 2,75 v. H. nachgaben. Am Baiikenmarkt waren Berliner Handelsgesellschaft mit plus 3,5 v. H. weiter beachtet. J.-G.-Farben blieben stark vernachlässigt bei unverändertem Kurse. Deutsche Anleihen waren bei stillstem Geschäft behauptet. Ausländische Renten fast geschäftslos. Im Verlaufe kamen Umsätze kaum noch zustande. Waldhof gewannen jedoch erneut 1,5 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 8 v. H. unverändert stark gesucht. Am Devisenmarkt lag die Mark etwas schwächer. Reichsmark gegen Dollar 4,1358, gegen Pfund 20,415, London gegen Kabel 4,8765, Paris 124,18, Mailand 92,70, Madrid 29,83, Holland 12,0990. Berliner Börse. Berlin, 2. Juli. In Erwartung einer baldigen Erleichterung des Geldmarktes nach dem Halbjahresultimo war man schon heute vormittag allgemein frei ndlich gestimmt. Auch an der Börse konnte sich diese gute Tendenz erhalten, obwohl das Geschäft nur sehr klein und auch der Orderseingang bei den Banken nur unbedeutend größer war. Es find verschiedentlich Ansätze einer Beteiligung der Prioat- kundschaft zu bemerken, besonders glaubt man beobachten au können, daß auch Firmen, die bisher etwas Zurückhaltung zeigten, sich wieder am Geschäft beteiligen. Aus den letzthin veröffentlichten Berichten der Großbanken sprach ziemlicher Optimismus. Die Distontermäßigung in Belgien wirkte nach und die Auslassungen der führenden Kalileute und die neuen Chemiepläne in dieser Industrie brachten ebenfalls eine Anregung. Bei letzteren wies man darauf hin, daß die seinerzeitige starke Rationalisierung nunmehr den einzelnen Werken zugute kommt. Die Kursentwicklung war nicht ganz gleichmäßig. Im allgemeinen waren die Veränderungen gegenüber der Samstagbörse nur gering. Durch starke Abschwg- gungen fielen auf Chade-Aktien mit minus 6 Mark und Chemische Heyden mit minus 3,5 v. H. Dagegen konnten Werte wie Norddeutsche Ttzolle, Spritwerte, Aschaffenburger Zellstoff bis 10 v. H. gewinnen. Die heute in den Terminhandel eingeführten Papiere hatten lebhaftere Umsätze. Deutsche Anleihen freundlicher. Ausländer ruhig. Der Pfandbriefmarkt lag still. Der Geldmarkt war, trotz der ziemlich hohen Sätze, eher etwas leichter geworden. Tagesgeld 8 bis 10 v. H., Monatsgeld 8 bis 9 v. H. Warenwechsel etwa 7 v. H. und darüber. Auch im Verlaufe bleibt es bei freundlicher Tendenz sehr ruhig. In Norddeutsche Wolle und Berger geht es lebhafter zu. Bei letzteren sprach man von einer baldigen Termineinführung. Berliner Handelsgesellschaft, die zum ersten Kurse schon 3 v. H. höher lagen, konnten weitere 1,5 v. H. gewinnen. Im weiteren Verlaufe konnten sich die höchsten Schwankungskurse aber nicht behaupten, die Kursgestaltung wurde uneinheitlich, der Grundton ober blieb durchweg freundlich. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 2. Juli. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte zum Wochenbeginn in unverändert stetiger, jedoch sehr ruhiger Haltung. Die Preise konnten sich im allgemeinen gut behaupten. Mais konnte geringfügig anziehen. währen die Futtermittel, so Weizenkieie, etwas verloren, und Roggenkleie 0.25 Mk. herabgesetzt wurde. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken bis zu 1 Prozent Auswuchs 26,50 bis 26,75; Roggen 28,50; Hafer, inländischer, 27,75 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,25; Weizenmehl, süddeutsches Sve« ziat 0 36,50 bis 37. Roggenmehl 38 bis 39; Weizenkleie 13.50 bis 13.75; Roggenkleie 16.25; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 60: Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 50 bis 95; Heu. süddeutsches, gut, gesund, trocken 9 bis 9,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5.00; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4,50; Treber, getrocknet 17,50 bis 17,75. Tendenz: stetig. Frankfurter Lchlachtvichmarkt. Frankfurt o. M., 2. Juli. Auftrieb: Rinder 1435 Stück, darunter Ochsen 291, Bullen 93, Kühe 650, Färsen 380; Kälber 506, Schafe 42, Schweine 4358. Rinder. Ochsen: vollsleischige, ousgemästete, höchsten Schlachtwerls, jüngere 6Ö bis 63 Mark, ältere 55 bis 59, sonstige vollfleischige 50 bis 54. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts, 51 bis 55, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 bis 50, fleischige 46 bis 47. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 53, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 48, fleischige 38 bis 42, gering genährte 28 bis 37. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 61 bis 64, vollfleischige 57 bis 60, fleischige 51 bis 56. Kälbe r. Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 75, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71, geringe Kälber 55 bis 64. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 68 bis 70, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 68 bis 72, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 71 bis 74, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 72 bis 75, von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 67 bis 70, Sauen 59 bis 62 Mark. — Di a r ktverlauf: Rinder bei mäßig-regem Geschäft nahezu ausverkauft. Schweine bei regem Handel geräumt. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Büchertisch. — Franz Scriba: Heimat und Vaterland. Hochdeutsche und mundartliche Gedichte. Friedberg (C. Scriba) 1928. 63 Seiten. Preis 1 Mk. — Wetterauer Crdgeruch, Waldesdust aus Vogelsberg und Taunus, gläubige Treue zum vergewaltigten Vaterland weht uns aus Scribas markigen Liedern entgegen, ober- hessische Kraft und deutsche Innerlichkeit. ..Danke dem gütigen Herrgott für das schöne Land, das er Dir anvertraute! Verzweifle nicht! Sei stolz, dah Du ein Deutscher bist!" — das ist mit nüchternen Worten der Leitgedanke des finnigen V. H. C.-Sängers und »Wanderers. Viele seiner herzhaften, fein geschliffenen Dichtungen werden sich als Allgemeingut von Geschlecht zu Geschlecht weiter vererben, denn sie sind der unmittelbare Ausdruck wahrer Empsindung. Außerordentlich duftig und zart wirken die Schilderungen der Landschaft, die Wiedergabe der jeweiligen Stimmung in Wald und Feld, Verg und Tal, Dorf und Stadt. Sinn für die Natur, Liebe zum deutschen Volk, seiner Eigenart und Geschichte, und ein köstlicher Humor stempeln Scribas „Heimat und Vaterland" zu einem prächtigen Liederbuch, dessen weiteste Verbreitung gleichbedeutend wäre mit seelischer Erneuerung. Prof. F. Dreher. - C. Opitz, Derkehrstaschenatlas von Deutschland. (57 Karten mit Ortsverzeichnis 6.50 Mk., Verlag I. I. Arnd, Leipzig C 1.) — 57 schöne, siebenfarbige Landkarten im Taschenformat umfassen das Deutsche Reich mit allen Grenzgebieten, Oesterreich uni) die Tschechoslowakei. In dem 320 Seiten starken Ortsverzeichnis sind nicht weniger als 57 000 Ortsnamen enthalten; dadurch ist jeder Ort auf den Karten sofort aufzufinden. Dort kann man leicht feststellen, zu welcher Provinz er gehört, und ob er noch deutsch ist oder nicht. Aus den Vezeichnungen ist auch zu ersehen, ob ein Ort Bahnstation ist, ob er nur Personen- oder auch Güterverkehr hat. Das handliche Werk sagt uns auch, welche Bahnlinien Hauptbahnen mit oder ohne Schnellzugsverkehr sind, welche Schmalspurbahnen eingleisig oder doppelgleisig sind. Recht wertvoll ist die Kennzeichnung der Kraftfahrlinien, die zunehmende Bedeutung gewinnen. Trotz der Fülle «fc Gebotenen sind die Karten klar und leicht lesbar. Der Laschenatlas scheint für Versand, Disposition, Propaganda, Zusammenstellungen von Reiserouten und Vertreterbezirken wie geschaffen. 90 — Jack London: Wolssblut. (Einzig berechtigte Liebersetzung aus dem Englischen von M. Laue. Volksverband der Bücherfreunde Wegweiser-Verlag. G. m. b. Sy, Berlin-Charlottenburg 2.) Jack London gibt hier die Geschichte eines Wolfshundes, ein Heldenleben voller Abenteuer, Entbehrungen, List und Treue, unglaublich spannend erzählt. Mit genialem Instinkt erfaßt der Autor die Seele des Tieres, als Sinnbild unverbildeter kraftvoller Natur. Llnbändiges Freiheitsbedürfnis, das die Fesseln der Kultur abstreisen will, vereinigt sich bei ihm mit der nervösen Höchstspannung des modernen Menschen. Mit packender Gewalt meistert er das flutende Leben. 279 Bayerische Kunstgeschichte. Bd. 1: Altbahern ,und Bayrisch-Schwaben. Von Prof. Dr. Hans K a r l i n g e r. Mit 92 Abbildungen. 238 Seiten. Groß 8°. Geh. 6 Mk., ©analemen 7,50 Ml. Knorr & Hirth G. m. b. H., Buch- und Kunstverlag, München. — Seit Joachim Sieghart um die Mitte des vorigen Jahrhunderts seine bayerische Kunstgeschichte schrieb, ist über dieses Gebiet keine zusammenfassende Arbeit mehr erschienen. Inzwischen ist die Kenntnis der bayerischen Kunst durch eine Fülle von Einselfvrschun- gen und durch genauere Kenntnis der Zusammenhänge bedeutend erweitert und vertieft worden. Diese von jedem Kunstfteunde schmerzlich empfundene Lücke in der deutschen Kunstgeschichte wird jetzt ausgesüllt durch die Bayerische Kunstgeschichte von Karlinger und Ritz. Der erste Band, Altbahern und Schwaben, von Hans Karlinger, Professor der Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule in Aachen, liegt jetzt vor. Der Verfasser ist als einer der besten Kenner der bayerischen Kunst betannt. Das Werk ist nicht als wissenschaftliches Handbuch ausschließlich für Fachgelehrte gedacht, sondern als allgemein verständliche Geschichte der bayerischen Kunst. Sie behandelt die Kunstentwicklung dieser Landschaft im Rahmen der großen deutschen Kunstgeschichte, von der Römerzeit bis zum Klassizismus und zeigt, welche Sonderwege auf Grund der Schicksale des bayerischen und schwäbischen Stammes sie gehen mußte. Das Buch enthält vielfach neue Ergebnisse, namentlich über die frühmittelalterliche, romanische Epoche, so daß es auch für den Fachmann von Wert ist. ilnter den zahlreichen Abbildungen sindet sich viel neues, noch wenig bekanntes Material. Auf die Ausstattung und die 92 Abbildungen wurde besondere Sorgfalt verwandt. 230 — Eugene Bagger: Franz Joseph. Groß-Oktav, 600 Seiten Text und 79 Bildtafeln. Geheftet 16 Mk., Leinen 20 Mk. (Amalthea-Ver- lag, Wien.) Das stolze Habsburger Reich — seit Mitte des 14. Jahrhunderts Träger der großen germanischen Kaiserreich-Idee — erstrebte zwei machtvolle Ideale: einerseits die Welt- Monarchie, welche die ganze Christenheit unter einem Zepter bereinigen sollte; anderseits die Verwirklichung des ewigen Sehnens des Rord- läuders nach dem lieblichen Süden, dem Traum des Heiligen Römischen Reiches. War auch das Heilige Römische Reich als Wirllichkeitssaktor kraft- und saftlos, als Fiktion behauptete es sich zäh und wirkungsvoll 1000 Jahre lang. 600 Jahre hiervon bedeutete das Heilige Römische Reich so viel wie Habsburg, und die letzten 68 Sabre seines Bestehens bedeutete Habsburg so viel wie Kaiser Franz Joseph. Er war der letzte der Cäsareiu Gleich einer Brücke wölbt sich sein Leben über das 19. Jahrhundert, das 18. mit dem 20. verbindend; denn im Jahre seiner Geburt wehte noch das weiße Banner der Bourbonen über Frankreich, und wenige Monate nach seinem Tode erschütterte die bolschewistische Revolution Rußland und die Welt. Auf diesem an weltbewegenden Kämpfen, Leistungen und Wandlungen gleich reichen Hintergrund zeichnet nun der Amerikaner Bagger nach jähre langen Studien lebensnah die Persönlichkeit des letzten Graud-Ceigneurs, um durch ungemein lebendige Schilderung des Charakters eines Menschen der zu einzig dastehender Macht erhoben worden war - die Unvermeidlichkeit der größten politischen Katastrophe der Reuzeit klarzulegen: den Zusammenbruch des alten Habsburger Reiches. Besonders viel Raum und Sympathie widmet der Autor den nächsten Angehörigen des Kaisers, den tief tragischen Gestalten Kaiser Maximilians von Mexiko, der Kaiserin Elisabeth und des Kronprinzen Rudolf. Ein prächtig illustriertes. glänzend geschriebenes Werk, das nicht nur Historiker, Kulturpolitiker und Psychologen, sondern die ganze Allgemeinheit interessiert 290 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angesührlen Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Jrankfurt a. M Berlin Schluß- Kurs 1 .Uhr- Kurs Schlich Kurs Anfang Kur» Datum 29. 6. 30.6. | 29.6. 30. 6. 6% Di. fBcldjSanleUje v. 192? . . Dl. Vlnl-Abiöl-Schuld mit Mufr 87,25 — 87,5 — los-Siechten........ 51.35 — 51.5 51.5 Deigi. ohne AuSlos.-Rechtc . 18,2 18,25 18,2 18,13 7% "fcrratft Hyp.-Bk. Goldpj. um kündbar bU 1932....... 92 —— — — Mcinische Hyp.-Bank £lqu.. Gvldpl............ 77 — — «K.Ä. abg. BortriegS-Obligation., _ i% Schweiz. Bundesb.-Anl.. . - — — — • — 4% O österreichische Goldrtc.. . . — 30,4 — 4,20% C-eftetr. ©llbtrac..... 3,5 3,4 — 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . . 1.7 •— — — 25,8 26 4% Ungarische StaaiSr. v. 1910 . — ■»>,<% CeJfll.Bon 1913..... —- — 4% Ungarilche Uronenrtk..... 1.65 — — 1,75 4% Tür!. Zollanleihe v. 1911 . . 11,5 — 11 11,2 4% Türkische Bogdadbahn-Anl., Serie I........... —- 12,5 — 4% de-gl. Serie II....... — 11,6 11,25 4% Rumänen convcrl. Nie. . . - 7 — — 4VX% Rumänen Soll,cml. von 1918 31,4 — — flllfl. Deutsche titlenbaijn . . 4% - Hamburg-Ämerika Palet ... 8 165,75 167 166.9 166.75 Hamb.-Sstdam. Dampssch. . 8 — — — 207,5 -vonla Dampfschiss ... 10 — ■210,25 •211.25 Norddeutscher Lloyd ... 8 157 158,25 158 158 Mg. Deutsche Errdtianst. . . 10 139,75 — 140.13 HO Barmer 83 au hierein .... 10 147 — 146,75 147 Berliner HandelSgesellsch. . . 12 275 278.50 275,5 278,5 Kommerz- und Privat-Bair!. 11 >88.75 190,5 190 190 5 Darmst. u. Nationalbank . . 12 279 281.6 280 281,5 Deutiche Bank.....10 166,5 167.75 168 168.5 Diikonto.Gcsellichast Ant.. . 10 163,5 —» 164,25 164,25 Dre«dner Bank......10 166 167 167.5 167,5 Mitteldeutsche Errditbanl ... 9 206,25 209 Metallbaak.........8 148 — 148 148 Rrlchtdank . . 12 280 280.5 ?8I •280 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Kurs l-Uhr- Kur» Schluß Äurs Anfang Kur» Datum: 29. 6. 30 6. 29. 6. 30.6. A.E.G........ . 8 V2.2Ü 183 182 25 183 Bergmann..... . 9 209 210 208,75 210,5 Elektr. Lieferungen. . - « 10 — 176 174.13 176 Licht und itrafl . . . gelten 4 Guilleaume. M - 10 2'26,6 228,75 927.5 — — . 6 132,25 — 133 75 133.15 ■269,5 Ges. f. Elektr. Untern.. • 10 269.75 268 269 25 Hamb. Elektr. Werte . • 10 - — 161 — Rhein. Elektr..... • e • . 9 157 157,25 157.5 158 Schles. Elektr..... - . • 10 — 252 252 Schultert...... * - . 8 210 211.5 212.25 213.75 Siemens & Halske . . M e • 12 367,5 370 369.5 370.5 TranSradio . . . . • e e • . 8 — —- 156 155,75 Lahmeyer 4 So.. • • e • • 10 173,25 — — Buderus...... . 5 85 — 85 84.25 Deutsche Erdöl . . . e • • . 6 143 143,75 143.13 143,75 Essener Steinkohle . . . 8 — — 128,5 129 Gelsenkirchener . . . f. Yi I- 4 143 144 143,25 143.5 Harpener...... e • • . 6 —» — .61,25 160.3 Hoejch Eisen. . . • • Ilse Bergbau . . • ■ e e • . 8 —» — 139,75 — e • • . 8 255 — 254 253.5 Klöcknerwerke . . • • e » • . 7 130,75 133 131,5 130.6 Köln-Neuessen. . . . e • • . 9 — — 137,3 138.5 Mannesmann.... • e • . 8 141,5 141 141 — yianSfclbcr..... . e . i 118.5 — 117,25 Oberschles. Eisend. Bedarf. ■ . 5 108 5 108.5 117 Oberschles. KoUwerke. • . 6 Ul 113,6 111 Vhönix Bergbau. . . ■ 95,5 96.5 '36,5 Rheinische Braunkohlen. . ■ 10 306,76 304 305,5 303 Rheinstabl . . f. ’i Jahr 4 V, 157 157.75 158 157 Rieden Monlan . . . • e 7,2 159.5 158 Bereinigte Stahtw. . Otavi Minen .... « - . 6 Ssh 97,25 63 I 98.13 53,25 97.73 53 Kalt Aschersleben . . e e • 10 271.5 _ <68.25 269 Last Westeregeln. . . Kaliwerk SoizdetfuüH e e • 10 273 273,5 273 4 »75 • • • 15 467 463 I. G. garbkn-Jnvustrie 18 273 272,75 373.5 Dynamit "Jiobd . . . • - • . 6 —» — —e — ScheideanstaU . . . . » * * . 9 206 - ,— — Goldschmidt . . e e m e e . 5 100 108.25 99 RätgerSwerke . • • • MelallgeieMchafl. . . * e e . 6 101.6 - 103,5 103.5 • • • 11 200 B aufnoten. Frankfurt a.M Berlin Schluß. Kurs »-Uhr- Kur» Schmk ■ Anfang Kurs fiur» Datum: 29. 6. ■ 30. 6. | 29. 6. ! .20. 6. Philipp Holz mann . e e 7 150 154,5 152,4 155.5 Heidelberger iSemcnl 10 112,5 — — (iement Karlstadt . 8 175 — _ — Waytz & Freitag . . • • 10 149.5 149 — — Schultheis Pahenhos 15 — — 361.5 366,5 Cftroerfe..... e e 12 —— - 324.75 327 9er. Glanz stoss . . 18 — 697 — Bemberg..... e e 14 — — 6>!l 629.5 Zellstoss Woldhos . 12 312,25 317 *14,75 312.25 Zellstoff Aschaffenbu e . 12 -24 239 226,5 239.5 Eharlottenburger Wasser e • . i — — 1.19 130.25 Dessauer Gao . . . . 8 — — 216.25 216.25 Daimler Motoren . . 0 112 1U 111 Demag ..... . 0 156.5 57.5 Adlenverke Klever . • • . 5 114,25 114.5 115 115.4 Ludw. Loewc . . . . M 10 — — ■245 Rat. Automobil . . . 0 — — 89.75 Orenstein 4 Koppel # • . 6 — 124 123.75 Leonhard lieh . . e • . 6 — - 287.5 •285.25 Bamag-Meauin . . Franks. Maschinen . • • . 0 . 6 77 21,5 80,75 - Griyner..... • • 11 138,75 — 138,25 Heyliaenstaedt . • IunghanS. . . . • • • . 0 . 4 26.5 86,1 — 87.5 — Lechwerke..... . 8 - -- — •— Mainkraftwerke . . e • . 8 — — — Mag....... Nekariulmer . . . • e 10 119 — 149 150,25 • e . - — — 67.9 _ PeierS Union . . . e » . > ■ 11 — 111,5 — Gebr. Roeder . . . M • 10 — — Boigt 4 Haeffner . • e . 8 206 — _ Südd. Zucker . . . • • . 155 156 154,5 — Berlin. 30. Joni t*clb Brre, Amerikanische Worte..... Belgische Noir» ....... Dänische Noten . ...... Englische Hotm ........ 4,195 58.46 111,85 20.38 4,215 58,70 112,24 -o. <4 S e l e o raphische Auswahl»,, a. Berlin, 30. iVuni toclb 1 SVicf ■ Französische Uiorm..... 16,435 16,495 Holländische Note« ...... 168,16 168.84 22,055 22,135 ^onvegische Noten...... 111,68 112.12 Deuisch-Leslcrr, äiixi Äronen 58.48 59,22 Numänische Noten...... 2,54 2,56 Schlvedische Noten...... 111.83 112,12 Schweizer Noten....... 80,51 80,x.i Spanische Noten....... 6*.;i 68,99 Tschechoslowakische Noten . . 12,365 12.425 Ungarische Noten..... 72.77 71,07 DedfienmarU Derlm —Frcmkfur a. OZL "28. Juni 29. Juni Ämtliche Noiienmg Amtliche Notieruira Geld Briet Geld Brief Amsr.-Rott. ll>8,48 168,82 168,56 168,90 Buen.-2ireS 1,777 1.781 1.777 58.395 1,781 Brss.-Vlnkw 58,39 58,51 58.515 Edrisiiania 111,91 112,30 111,92 112,14 HoDenbaain 112,06 112,28 111,03 111.30 Stockdolm . 112,15 112.37 112,18 112,40 Helsingior? 10,517 10,538 10.52 10,64 Italien. . . 22,1)05 <2.045 21,985 22,025 London. . . 20 , 38 7 20,427 20,383 20,429 Neu vor! . . 1.18H5 4.1885 4,1820 4,191.» Baris.... 16.42 16,16 16,42 16.46 Schweiz .. 80,59 80,75 80,61 80.77 Spanien . - 68 89 69.01 68,96 69.10 Japan . . • 1,943 1.947 1,944 1,947 Nio de Jan • 499 0.501 1.499 0.501 Wien tn D - Ceft. abfleft ->8.90 J9.02 •>8,915 58,035 Prag ... 12,393 12,413 12,325 12,405 Belgrad . 7,360 7.374 7.36-5 7,379 Subapcft - - Bulgarien 72,85 73,99 72.87 73,01 3,019 3.025 1,019 3,0 25 Lissabon . 18.83 18,87 18.83 18.87 DanUg. . . Qnnft’nnit. 81.52 81,68 81.52 82,68 2,132 2,136 2,135 2,159 tlflien. . . 5,405 5,415 5,425 6,43, Lanado 4,169 4,174 4,169 4,177 Uru nat) . . 4,266 4,274 4,266 4.274 Lorro 20 91 20.95 20.912 20.952