Nr. 128 Erstes Platt 178. Jahrgang Samstag, 2. Zum |"28 €r|fl)« ibi lagl.Oj.aubct Sonntag» mb ^tirrtag» Beilagen Gleyenei /^amihrnDlättei Heunat >m Bilb Di» Scholl, IPonau-l e«n<»trtti. 2 Reutzsmarb unb 20 71,lewohne* deZ südslawischen Königreiches eine schwere DclastungSprobe bedeu'ete, tat die Belarader Zentralregierung, oft selbst auf Kosten ihre- eigenen Prestige im Lande, alle-, um ei zu keinem olsenen ** nstikt mit der faszistischen Großmacht jenseit ' Adria kommen zu lassen — wenigsten- j e tz och nicht. Man fetzte auf die Zeit und arbeitete inzwischen an der inneren Konsolidierung des neuen Staatsgebäudes, gleichzeitig ging man aber auch unter Anspannung al.er wirtschaftlichen Kräfte des nach sechs schweren Kriegsjahren arg bar- niederliegenden Lande- daran, sich eine Rüstung zu scha'sm, um gegen eine italienische Offensive gewappne zu sein. Rur wer selbst an der dal- ma.inischcn Küste an Ort und Steife Teobachtun- gen anstesien konnte, kann ermessen, welch in- erhörte Last dieses tap tere, seine Unabhängig» leit über altes liebende Roll der 6c ben, Kroaten und Slowenen auf sich genommen hat, um sein schönes, aber auch karges und wirtfcha'tlich uru- entwickclleS Land vor jedem Zugri rf des tief verhaßten Italiener- zu sichern. Aus c genen Mitteln kann Iugoslaw en diese Rüstung nicht lange tragen, sie auch nicht in dem Maße vor- nehinen. wie eS die militärischen Kräfte des Gegner- errorbern würden. Die Belgrader Regie- runa ha! darum in London und Paris um eine große Anleihe nachgesuchr, die nach außen bin natürlich der wirischaitlichen Erschließung deS Landes dienen soll, aber durch die Ermög- Lchung der so dringend no.wendigen Ei'cnbahn- ur d Stra e baut nd ch auch wes ent sich dazu die-.en würde, die militärische Bereitschaft tu erhoben. In Paris ist ma i selbstverständlich nicht abgeneigt. kräftig in die Lasche zu greifen, um Dem serbischen Bund sg.'nossen. de n einzigen zuverlässigen Stützpunkt des französischen I.nperia- lismu- auf dem Balkan, auf die Beine zu helfen, namentlich, wo das Geld dem guten Zweck dienen soll, den italienischen Rivalen in seinen Schranken zu haften. Anders in London. Die Engländer wünschen ihr Geld sicher anzulegen. Ihnen liegt aber auch alles an einer Konsolidierung der politischen Berhältnisse auf dem Balkan auf Gru id des Status quo. Sic fürchten bei einer bewa sncten Auseinandersetzung der beiden Adriamächte in jedem Fall in ihrer gegebenen Mittlerrolle zu verlieren, zumal es sich von vornherein nicht uberf h n läßt, o? nicht die mühsam zugezogenen Frag n des nahen Orients durch eine i italienisch-! rbischen Kon litt nacheinander wied r aisig: rollt würden. A"o fordert man in London Sicherheiten und sicht diese in der Rasisizierung der sog. Rettunoverträge durch das serbische Parlament. Hier liegt der Ausgangspunkt für die gewaltige Empörung der südslawischen Böller, die sich in dielen Lagen in den Tumulten und Barri.'a^en ämpfen in der Hauptstadt und den kroatischen Küstenorten Lust machte. Auftakt zum Hamburger Reichsfrontsoldatentag. Oie (Stahlhelmführer über das potiftsche Programm des Stahlhelms. Hamburg, 1. Juni. (TU.) Aus Anlaß des 9. Reichssrontsoldatente.ges sand im Hotel „Atlantik" ein Presscemosang statt. Der erste Bundessührer des Stahlhelm, y r a n 3 SeIdte , wies darauf hin, daß der Hamburger Aufmarsch nur möglich sei, wenn hinter der Sache eine Idee stehe, um die der Stahlhelm kämpst. Das große Motiv sei der Freiheitskampf um die deutsche Seele. Die Idee und der Glaube an das Vaterland müsse alle einigen. Der zweite Bundesführer, Oberleutnant D u e ft erbe r g , sprach sodann über die Ziele und Aufgaben des Stahlhelm. Er führte u. a. aus: Unter den Zehntausenden Stahlhelmern, deren Aufmarsch der Sonntag zeigen wird, ist die überwiegende Mehrheit Kameraden aus dem Arbeiter stände. Diese Arbeiter sind zu uns gekommen, weil sie eingesehen haben, daß unser Kampf um die Innere und äußere Befreiung ein Kampf für den deutschen Arbeiter ist. Das deutsche Volk lebt heute in Unkenntnis seiner wahren Lage weit über feine Verhältnisse. Ich fürchte, daß unser Volk in der Krise, die der mit Auslandkrediten künstlich hoch- gehaltenen Konjunktur folgen muß, noch sehr schweres Lehrgeld wird zahlen müssen Ersiillungspolitik treiben und gleichzeitig die soziale Lage des Volkes ebnen zu wollen, ist unmöglich. Die 93e r b i 11 i • gung der Erzeugung ist die einzige Möglich- feit, die Lebenshaltung der Gesamtheit steigern zu können. Eine Lohnpolitik, die Preiserhöhungen zur Folge Hit, schasst nur kurzlebige und trügerische Erfolge, denn sie schasst keine (Erhöhung der Kaufkraft des Lohnes. An Stelle der marjrifti|d)cn Methode der Lohnregelung muß die gemeinsame Verantwortung von Unternehmern und Arbeitern treten. Wir verlangen eine Lohnpolitik, die der höheren Leistung auch die gerechte Bewertung sichert. Der Stahlhelm bekämpft den Klasienkampsgedanken bei den Arbeitern genau so wie bei den Unternehmern. Wir verurteilten insbesondere entschieden die Me- thode der Generalaussperrungen. Der Marrismus ist der Todfeind unseres Volkes und der Kampf gegen ihn ist die wichtigste Aufgabe der nationalen Bewegung. Der Stahlhelm als Erbe des Front- aeiftes ist der Träger des deutschen Idealismus. Der Geist der Front war ein Geist der Einig- feit. Das in der Nachkriegszeit in zwei Hälften zerfallene Volk soll wieder ein Volk werden, wie es im August 1914 war. Entweder wird die Maste der bcutffben Arbeiter für die nationale Idee gewonnen ober Deutschlanb muß zugrunde gehen. Ter Stahlhelm kennt den Krieg und wünscht deshalb den Frieden. Rur Wille und Kraft zur Bcrtcidigung erhalten den wahren Frieden. Da- furchtbare Hamburger GittgaS- unglück zeigt, was unser wehr'os gehaltenes Volk in einem ZukunftSkrieg zu erwarten hat. Rur die Gleichberechtigung in der Wehrstärke aller Rationen sichert den Frieden. Der Stahlhelm fordert, daß eine deutsche Auf evpoli'ik. die wirkliche und dauernde Erfolge erringen Wilf, ihre erste Anstrengung nach innen richten muß. Die Behauptung von der deutschen Verantwor- tung für den Krieg ist eine Lüge. Daher fordert der Stahlhelm nachdrücklich den Widerruf der Kricgsschuldlüge. Wir lehnen den Bölkerbund, solange er ein Machtmittel d r bis an die Zähne gerüsteten Siegerstaaten bleibt, ab. Der Stahlhelm erkennt den Raum der deutschen Hcimats- und Kolonialgebiete nicht an. Er lehnt den Verzicht auf den für Deutschlands Wirt chast notwendigen O st r a u m ab. Er lehnt die Reparationen, die eine Wiedergutmachung bedeuten sollen. Ab. weil sie in Wahrheit zu einer Kriegsentschädigung geworden sind, die nur mit wirischaitlichen und mi itorischen Zwangsmitteln von Deutschland erpreßt i t. Der Stah Hel n fottert nationale Wirtschaft und Stärkung des inneren Marktes zur Erlangung der deutschen RahrungS- freiheit. Die deutsche landwirtscha tliche und industrielle Erzeugung muß in die 2ar v'rsetzt werden, mit ihren G.s.ehu gZ.'ost n d n We ibswero deZ Aus- lai.des ertrage.i zu tonnen. F.na iz- und Steuerpolitik müssen sich diesem Gebot fügen. An Stelle einer gleichmach : dm Lohnpolitik müssen Aus- sticgSmöglichleiten durch Bewertung der Leistung gebot n werden. Den führenden Kreis n der Wirtscha t ru t der Stahlhelm zu, sich ihrer nativ taten Verantwortung den deutschen Arb itnehmcrn gegenüber bewußt zu sein. Der deutsche Arbeiter gehört zu d- n Stand seiner BerusSarbeit. in welchem c .sie Stelle fordert, die er durch feine Persönlich cit einHunchmen beiecht gt wird Die Rechte o'.dnurg wird für diese neue soziale Auf affu.tg ic Rechtes ätze und die Derei .barunaen des Recht - schütze- finden müssen. Mit di ser Rcuor nui.g wird unvereinbar sein die Duldung eine- DürgerkriegeS. wie er heute in de t Formen von Streik und Au-spcrru:tg al- recht ch erlaubt geführt werden fa :n. linier beste Arbeitswille und Ulfere ehrlichsten Künste tönnen trotz aller hing.be d n Leistung a lein den Weg zum Reuaufbau unteted Vaterlandes nicht bereiten. wenn sie nicht zuvor die Erneuerung der deutschen €e:Ic und de- deutschen Menschen erstreben. Die deutschen Ingenieure vor dem Moskauer SoVjetiribunal. Angeklagte M Belastungszeugen. Moskau, l.Inni. (WTD.) 3m weiteren Verlaufe des Schach, yproze'.ses wurde eincRe.hc russischer Qln-cla 1 ec vernommen, deren Aussagen iür lie Deur.c'^lung des Prozesses nicht wesentlich ftnu. Dagegen ist die Bernehmung des Angellag en Delenko inso een von Interesse, weil sie erwies, daß cs im Grunde vollständig gleichgültig ist, ob die Angeklagten schon vor dem Untersuchungsrichter ein Geständnis abgelegt oder sich teilweise schuldig bzw. unschuldig erklärt haben, da bei ihnen jede Widerstandsfähigkeit gebrochen erscheint. Die Befragungen der Angeklagten gehen bis 1909 zurück und bezwecken, die Gesinnung der Angeklagten vor der Revolution im Sinne der Anklage ie'tzutzellen, um auf Grund dieser vor. Zeugen teils zurec.ässlge.', teils unzuverlässiger Art festgestcl.ten Ergebnisse die Schuldfrage bei nach der Revolution begangenen Delikten zu beurteilen. Besonders charakteristisch erscheint das Verhak en des Angeklagten Delenko. Ihm, der seit seiner Verhaftung fünfmal zwischen dem Bekenntnis und dem Abstre'tten seiner Schuld geschwankt hat, wurde vom Vorsitzenden Wy ch.nlki die Gewissensfraze vorgelegt, ob etwa „UntcrsuchungSorgane" auf ihn irgendwelchen Druck auSgcübt oder ihn gar bedroht hätten. Delenko überfegte einige Minuten und war sichtlich verlegen, was er antworten sollte. Darm bet nein te er die Fruge. Ls wurde dann mit der lange erwarteten Vernehmung des Angeklagten Baschkin, helfen Aussagen die alleinige Belastung der deutschen Angeklagten Meier und Otto bilden, begonnen. Seine Aussagen wurden einwandfrei übersetzt. Daschkin spricht eintönig mit halber Stimme, ohne den Dlick zu erheben, und seine Haltung macht auf jeden objektiven Beobachter einen denkbar schlechten Eindruck. Zwischen Resignation und Feigheit schwankend, erzählt Daschkin: Die Aufstellung der Schremmaschinen der Firma Knapp ergab die Rotwendigkeit, die Maschinen in ein anderes Revier zu überführen. Dald trat eine Havarie ein. ohne allerdings ein Unglück zu verursachen. Daschlin beh .et, ihm sei die Absicht der Sabotag. .is den vorhandenen ^Inzulänaiichkciten s 0 f 0 r. eiten n bar gewesen. Der Ang.klagte spricht 0 ..in von seinem älteren Druder, der bei der AEG. tätig und aus Rußland au-gewandert war. Die ersten Rachrichten habe er von seinem Bruder 1925 erhalten. Inspektor Gehler habe ihm 1926 von seinem Bruder Rachrichten gebracht. Gelegentlich eines Spaziergang» habe Gehler offen von Gruppierungen im Auslonde und beabsichtigter Schädigungsarbeit gesprochen. Weitere Rachrichten von seinem Bruder habe ihm Ingenieur Hartmann überbracht Die Montage der Maschinen sei überhastet worden und es habe sich gezeigt, daß Maschinent ite fehlten. Gleichzettig sei t> r I ispe.'tor Wegner zur Kontrolle der elektrischen Anlag.n ge ommen. Wegner habe nicht russisch sprechen und d shalb wenig gelten können. Er habe die notwend gen Ersatztelle als Frachtgut mitgebracht und fei länger als einen Monat geblieben. Wegner ha >e von dem Bruder Baschkins diesem die Milt ilu.tg überbracht, daß eine Wirtschaftsschädigung beabsichtigt sei. auch in ben D r,- werk Wlassow a. Gleichzeitig will Daschkin Direktiven von seinem Chef erhatten Haden, der ihm gesagt habe: »Meier wird nähere- mit- bringen.“ Einen Monat nach Ankun t W g'erS sei Meier, mit dem selbst eine Verständigung durch den Dolmetscher wenig erchlg'-ttch gewesen fei, weil der Dolmetscher die technische 1 Ausdrücke nicht gekannt habe, aus Rutsch:n ow ein» getroffen. Deshalb habe er mit Meier unmittelbar Besprechungen geführt. (Rach In'ormat on deS Korrespondenten des WTD. hat sich der Dolmetscher für Mein: ausgesprochen.) 3 igcnieiir Otto sei bemüht gewesen, neue T3c Heilungen ju erhalten. Meier habe die Diiettiveg dazu geg ben, wie die Turbine zerstört werden könne. Meier habe Daschlin gefragt, wer bei diesen Schädigungen mit Helf en könnte. Die Verträge von Nettuno bildeten am 20. Juli 1925 den Abschluß von Verhandlungen zwischen Italien und Südslawien, die schon im Oktober 1924 begonnen waren, um endlich die aus dem oben schon erwähnten Londoner Palt der ehemaligen Kriegsverbündeten vom Jahre 1915 stammenden Streitfragen endgültig zu bereinigen. Die Nettuno- konoentionen. die nur als Ganzes angenommen oder abgelehnt werden können, bestätigen den südslawi- schen Verzicht aus Fiume durch Anerkennung der römischen Souveränität in dieser ehemaligen Freien Stadt, und regeln eine Reihe in früheren Verträgen offcngclafiener Fragen Verkehrs- und wirtschastspolilischen Charakters. Das Nieder- lassungsrecht, das bei theoretischer Gegenseitigkeit in praxi doch den Italienern außerordentliche Vorteile und eine gewaltige wirtschaftliche Macht- Position an der dalmatinischen Küste einräumt, wurde schon in dem am 9. Juni 1926 in der Belgrader Ski'.pschtina angenommenen Handelsvertrag feftgelegt. Das verdient besonders betont zu werden, denn namentlich diese Niederlassungskonvention, die der italienischen Ueberschwemmung Tür und Tor öffnet wird in Dalmatien als besonders schimpflich und für das kroatische Nationalgefühl untragbar angesehen. Die Nettunoverträge selbst sind zwar vom römischen Parlament schon seit langem ratifiziert, der serbischen Skupschiina jedoch überhaupt noch nicht zur Ratifizierung vorgelegt, weil sich schon so- fort nach dem Bekanntwerden der Konventionen in der Oesfenllichkett ein Sturm der Entrüstung gegen den südslawischen Außenminister Nintfchitsch erhob, der das Kabinett Zwang, die Skupschiina zu Der- tagen, ohne daß sie sich mit den anstößigen Verträgen besaßt hatte. Seitdem also feit dem Sommer 1926, ist die Ratifizierung dieser Nettunoverträge Gegenstand eines heftigen Notenkrieges zwischen Rom und Belgrad geworden, gleichzeitig aber auch ein Streitapfel in her inneren Politik Südslawiens, an den kein Kabinett rühren darf, dem fein Leben lieb ist. Nun ist es England, das die Begebung einer Anle.he an Jugoslawien von der oorheriacn Rati- fizierung der Nettunoverträge durch die Belgrader Skupschtina abhäng g macht, und der serbische Außenminister Marinkowitsch hat sich bereiterklärt, die so stark angefeinbeten Verträge im Parlament einzubrinaen. Welche innerpotit.sche Belastungsprobe diese Aktion nicht nur für das serb sche Kabinett, sondern sogar für den Bestand des jungen Süd.slaw-r.staats selbst bedeutet, beweisen die Kür- mischen Straßenkundgebungen gegen Italien, aber auch gegen die der Freundschaft mit Rom verdächtige Belgrader Regierung. Des südslaw sche Volk, namentlich die Kroaten und Dalmatiner, empfindet die Rat.fizierung der Nettunoverträge als ein kaudinisches Joch, das der Ucbermut des Erbfeindes durch England unterstützt, der serbischen Nation aufzwingen möchte. N cht ganz mit Recht, soweit nämlich die als besonders schimpflich und kränkend empfundene Niederlassungskonvention, die ja schon ratifiziert und in voller Wirksamkeit ist, einbezogen wttd. Auch darin wird man den Serben nicht beipflichten können, wenn sie in diesem Druck von London aus, den Beweis sehen wollen, daß England mit ihrem italienischen Widersacher durch dick und dünn geht. Die britische Politik braucht Ruhe und noch einmal Ruhe auf dem Balkan, und darum liegt ihr daran, durch die Zustimmung Südslaw'ens zu den Nettunoverträgen die hier geregelten Streitfragen aus der Welt geschafft oder wenigstens rechtlich mit ihnen reinen Tisch gemacht zu sehen. Das Belgrader Kabinett befindet sich in einer außerordentlich schwierigen Lage. Es sieht sich dem eigenen Volke gegenüber, das in feiner überwiegenden Mehrheit es mit Entich ebenbeit a b- lehnt, auf dem Boden der geg nroärtigen und durch die Ncttunoverttäge feier! d) sanktionierten Verhältnisse zu einem friedlichen Ausgleich mit Italien zu kommen Es fühlt sich aber andererseits we- n gftens vorläufig noch keineswegs stark genug, es auf einen offenen Konflikt mit der Adriagroßrnacht ankommen zu lassen. Noch dazu ohne Bundesgenossen und rings umstellt von offenen oder Henn- sichen Parteigängern Roms. Mit Ungarn im Norden verbindet Italien engste und forgfältiq ae- Pflegte Freundschaft, Rumänien steckt noch je t der Ratifizierung des Bessarabienabkommens tief in der Schuld Mussolinis, zu Bulgarien (pinnen sich freundschaftliche Fäden, die du^ch die groß- zügige Erdbebenhilfe Italiens noch fester gefnüpft wurden. Und nun hat Mussolini begonnen, den Kreis auch im Süden zu schließen. Die Früchte der biplomat schen Osterbesuche reifen. Griechenland und die Türkei sollen in das ital enische Bündnisstzstem einbezogen werden. Voraussetzung dafür .st die (Ein gung der beiden Vertragspartner untereinander, das ist allerdings vorerst an dem Widerstand Angoras gescheitert, aber der türkisch- italienische Vertrag ist gerade eben perfekt geworden, nicht unter gewissen Opfern Roms, das auf die Zone von Adalia in Kleinasien, die ihm einst während des Krieges zugesagt wurde, zugunsten der Türkei, des tatsächlichen Besitzers des Gebietes, cer- zichtete. Mit Griechenland ist man noch nicht soweit gelangt. Das Kabinett Zaim s war rochl zum Anschluß an Italien bereit, aber Frankr. ch legte in Athen seine Gegenminen, Den selos erfch en a.us der Versenkung und brachte eine fRegierurgs- krisis zuwege, die allerdings nicht zur vollen Auswirkung kam, da Mussolini durch Abschluß des Vertrages mit Angora Deniselos und seinen Pariser Hintermännern paroIi bieten und das Kob nett Zaimis retten konnte. Immerhin wird noch der Sommer ins Land achen, bis es Italien eielino.en dürfte, durch einen Vertrag m t Griechenland ai d) hier im Süden den Ring um Iugoslaw en zu schließen. Die gänzliche Isolierung ihres Landes zwingt jedoch die serbischen Staatsmänner, weiter langsam Mi treten und alles auf die -te t. ihren einzigen Bundesgenossen zu sehen. Es wird nun alles darauf ankommen, ob die aufs äußerste von nationaler Leidenschaft und Empörung aufgepeitschte Dolksmasse den Lenkern des Staatsschisfe die Möglichkeit gibt, wieder in ruhiges Fahrwasser zu steuern, oder ob sie über die Regierung hinweg zum offenen Bruch mit Italien treibt. Die Regierung scheint ernsthafte Anstrengungen zu machen, gegen die Lolksgunst zu schwimmen, weil sie die Zeit für eine erfolgreiche Ausrottung der Adriosrage noch nicht für gekommen hält. Ob es ihr gelingen wird, sich durchzusetzen, können erlt die nächsten Tage lehren Kritisch genug sieht die Lage in Belgrad aus. Und doch hängt von ihrer Entw cklung es ab, ob der Frieden an der Adria »och einmal erhalten bleiben soll, oder ob ein neuer Balkanbrand, dann der vierte im Lause eines Bierteliahrhunderts, aufflammen und mit feinen unabsehbaren Folgen Europas Schicksal bestimmen wird Oer Konflikt zwischen Rom und Belgrad. Hoffnung auf friedlichen Ausgleich. Wien, 1. Juni. (IlL) (Eine am Donnerstag verbreitete Nachricht, bafj die Regierung demissionieren wolle, und dah auch der König den Rücktritt des Kabinetts verlange, wird von dem Pressebureau des Ministerpräsidiums dementiert. Die Regierung sei entschlossen, weitere Ruhestörungen auf jeden Fall zu unterdrücken, nötigeosalls a f i e n erlangt hätten." Die Antwort darauf erteilt dec Moskauer Ko^espoudent des B. at.es in dem oben mitgeleilten Sinn.-. Kaith erdreiste: sich aTo, die deutschen Angel.a .en in 0 p io- nage verdacht zu bringen. nr.ee. sei hier an eine lirflärung des Außen^imnißariats, in der ausdrücklich hervorgehoben wurde, daß an derartigen S.n.nischungen die deutsche Regierung nicht beteiligt ist. Arbeilslosenttawalle in Moskau. Kowno, I.Iuni. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, rottete sich am Freitag yne An,Ml Arbeitsloser vor dem Moskauer Arbeits- nach weis zusammen, um gegen die schlechte Be- Handlung durch die Behörden zu protestieren. Die Miliz versuchte, die Menge ohne Waffengewalt zu zerstreuen. Diese griff aber die Beamten an und fang dabei d i e Internationale. Mehrere Fensterscheiben des Arbeitsnachweises wurden zertrümmert. Erst durch das Eingreifen des Bor- fitzenden des Moskauer Stadtrats, Wolkow, der eine beruhigende Ansprache an die Menge hielt, konnte dieRuhewiedcrhergestellt werden. Die GPU. hat die Rädelsführer vernommen. Man erwartet im Zusammenhang mit den Vorkommnissen Verhaftungen. Eine b- andere Kommission aus Vertretern der GPU., des Innenkommisiariats und des Arbeitskommissariats ist gebildet worden, um die Ardeitslosensrage zu untersuchen. werde auch Militär herangezogen werden. Wie der Belgrader Berichterstatter der „Times" meldet, ist die am Donnerstag von den italienischen Gesandten in Belgrad überreichte neue italienische Rote, In der Genugtuung und Entschädigung für die itallenfcindlichen Kundgebungen verlangt wird, nicht ultimativ, sondern In freundlichem Tone gehalten. Die Rote gibt der Hoffnung Ausdruck, dah keine weiteren Zwischenfälle dieser Art die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern stören möchten. Die Aniwort der jugoslawischen Regierung an Italien wird, wie der Berichterstatter weitir meldet, im Lause des heutigen Freitags aufgesetzt werden. Angesichts des verbindlichen Tones der italienischen Rote hält man es für möglich, dah den italienischen Forderungen nachgekommen werden könne, ohne den jagc- slawischen Ralionalslolz zu demütigen. Der ita ienisch türkische Vertrag. Rom, 1. Juni. (XU.) 3n dem am 30. Mai In Rom von Italien und der Türkei unterzeichneten Reutralitäts-, Vergleichs- und Schied." gcric. t.'ver rag verpflichten sich nach Art. I die vertragschließenden Parteien, an keiner politischen und wirtschaftlichen Entente oder sonstigen politischen Kombination teilzunehmen. die gegen den anderen vertragschließenden Teil gerichtet ist. Rach Art. 2 wird die andere Partei während der ganzen Dauer deS Konfliktes die Reutra ' ität bewahren, wenn eine der beiden vertragschließenden Parteien trotz der von ihr eingenommenen friedlichen Haltung von anderen Mächten angegriffen wird. 3m Art. 3 verpflichten sich die Parteien, Streitfragen jeder Art, deren Lösung sich auf diplomatischem Wege als unmöglich Herausstellen sollte, der Regelung durch schiedsgerichtlichen Spruch zu unterwerfen. Innsbrucker Studenten-Kundgebung. Innsbruck, 1. Juni. (WTB.) In einer gegen Italien gcridjteten Protestkundgebung der Deut- scheu Studentenschaft der Universität gelangten auch Telegramme der Agramer und Bel- grober Stube., tenschast und des Verbandes jugoslawischer Nationalisten zur Verlesung. In der angenommenen Entschließung erklärt die Studentenschaft, daß sie ungeachtet aller diplomatischen Einflüsse den Kamps für die Brüder in Deutsch-Südtirol führen werde. Die Studenten gaben ferner eine Sympathteerklä- r u n g ab für die Belgrader und Agramer Studentenschaft, an die Dankdepeschen gerichtet wurden. Es hat sich kein Zwischenfall ereignet. Sine neue Sprachenverordnung in Südt rol. Innsbruck, I.Iuni. (WB.) Der „Tiroler An- Zeiger" meldet: Das Trienter Schulamt hat an die bisch,flichen Kurien von Trient und von Brixen Weisungen für eine ftufenroelfe sprachliche UmforrnungdesReligionsunterrichts gerichtet, nach denen vom Jahre 1930—31 an der Religionsunterricht in allen Klassen und in allen Orten och neiedeAusn ahmeitalienisch erteilt werde sott. Haltlose Verdächtigungen. Die LowjctprcNc stellt die angeklagten Ingenieure als deutsche Spione hin. Moskau 1. 3uni. (Privat.) 3n ihrem heutigen Leitartikel betont die ..P ra w da" im Rahmen der in Moskau jetzt üblichen Polemck gegen die deutsche Presse, daß für letztere ..eS sich bei dem gegenwärtigen Prozesse um den Kamps der Weltbourgvisie gegen den proletarischen Staat handele, und daß die Sabvtagemaßnahmen rine 3nterven- tton der Mächte vorbereiten sollten". AuS vollem Terzen lobt die „Prawda" daS aufmerksame Verhalten deS hie?igen Korrespondenten der ..Deutschen Allgemeinen Zeitung", der zugegeben habe, daß frühere Drubenbe- s l tz e r, da sie wahrsche nrich nicht selbst genügend kapitalk.ä Ng gewesen seien, „a l S Vermittler polnischer und «ranzösi scher Militär institutionen tätig gewesen seien, indem sie der Schädigungsorganisation StaatS- aclter dieser Länder übergeben haben". Rach dem hier heute Dori ejenben De icht deS Korro iDonben'cn dec „3fwestija", Kaith. enthalte die ..DAZ" den HinweiZ. der Moskauer Korrespondent t«S DlatteS tjäLe Einsicht in Teile der Anklageschrift erhallen, auS denen b'.e Tatsache, daß die Zahlung von Destechungs- geldern den militärischen 3nter- essen fremder Mächte bienen sollte, unzweideu ig hervorgehe. Kaith folgert daraus, daß die deutschen Korrespondenten von ihrem ursprünglichen Standpunkt de: kategorischen Ablehnung jeglicher realer Begründung deS Pro- zes es «brück n. Energisch zurückgewiesen werden muh die politische Drunnenvergistung deS . 3f- westija' -Korrespondenien, de: die Möglichkeit der Zahlung von DestechungSgeldern im Interesse fremder Mächte mit l#n angeklagten Deutschen in Zusammenhang bringt, indem er schreibt: .Mit gemachter Raioität fragt die Zeitung, woher deutsche Monteure so viel Geld zur Dezahlung von Sabotage- Oie Umbildung des Kabinetts poincare. Louchcur wird Arbcitsmiuifter. - Ein Nnterstaaiöfekrelär für Elfaft'Lotl)rinqcn. Paris, 1.3unt (WB.) Wie verlautet, ist im gestrigen Kabinettsrat entschieden worden — der formelle Beschluß wird nach alter Gewohnheit erst in einem Ministerrat in Anwesenheit des Präsidenten der Republik gefaßt —, die Rachfolge des zurückgetretenen Ar- beitsrntnisters Zalltöres dem Abgeordneten Loucheur zu übertragen. Dem Arbeitsminister wird ein Llnterstaatsselretär für Hygienefragen beigegeben werden, und zwar der Abgeordnete Oberkirch (Grupn. Marin) aus dem Llnterelsah, der, wie Havas vcrichtet. gleichzeitig bei den Beratungen des Kabinetts Elsaß- Lothringen vertreten soll. Hierdurch wird die rechtsgerichtete Gruppe Marin einen zweiten Vertreter innerhalb des Kabinetts erhalten. Außerdem wurde über die Wiedererrichtung eines Unterftaat£jefretariatd für öie körperliche Erziehung der Jugend beraten, das dem Abgeordneten Pate, der früher schon dieser Behörde als ObcriommiLar Vorstand, übertragen werden soll. Wenn die Wiedererrichtung dieses Unterstaatssekretariats Tatsache wird, würde der Grundsatz durchbrochen werben, der bei Bildung des 5iabinctt5 Poincarö maßgebend war, nämüch keine Unterftaatdfefre- t a r i a t e zu schaffen. Sie Regierung hat jedoch, wenigstens vorläufig, daraus verzichtet, das Unterstaatssekretariat für das Luftschifffahrtswesen wieder zu errichten oder ein Luftfahrtministerium zu schaffen, das die verschiedenen Zweige der Lustschisfahrt (militärische, maritime und Handelsluftschiffahrt) zentralisieren sollte. Tirpitz über das deutsch-französische Problem. Keine einseitige „Verständigung". Paris, 1. Juni. (TU.) Großadmiral v. Tiroitz hat sich dem Berliner Sonderkorrespondenten Des „Exceljior" gegenüber über das Problem der deutsch-französischen Annäherungspolitik geäußert. Er betonte, daß eine Verständigung zwischen den beiden Völkern durchaus wünschenswert sei. Man müsse jedoch bezweifeln, ob dieser Wunsch auch gegenseitig sei. Frankreich habe nach demKriege m e h r f a ch G e l e g e n h e i t gehabt, Deuts c''land die Hand zu rei- ch e n und eine Versöbnung herbeizuführen, aber es habe diese Gelegenheiten nie benützt. Deutsch- land habe niemals eine aggressive Feindseligkeit gegenüber Frankreich gehegt und alles getan, um zu einer Verständigung mit seinem ehemaligen Kriegsgegner zu kommen. Tirpitz wies in diesem Zusam- menhang auf Locarno hin, wo Deutschland auf Elsaß-Lothrinaen verzichtete. Frankreich habe a l s Gegenleistung nicht viel getan. De For- berung nach Sicherheit fei nicht zu begreifen, da Deutschland doch völlig entwaffnet fei. Er habe den Eindruck, daß Frankreich im Grunde etwas anderes möchte, aber es soll wissen, daß wir das Rheinland niemals aufgeben können. Den Gedanken Paneuropas lehnte von Tirpitz als undurchführbar ab Bei Erwäh- nung des Völkerbundes brach Tirpitz in ein herzliches Lachen aus, um dann zu erklären: „Der Völkerbund setzt eine vollkommene Gleichheit für alle und eine völlige Un Parteilichkeit voraus. Sehen Sie diese Gleichberechtigung? Der Völkerbund ist eine Liebeserklärung ohne Eheversprechen*. Vor der Llebergabe Pekings. Verhandlungen '»wischen Japan und der Südarmec Peking. 2.3uni (XU.) Der Militärattache der japanischen Gesanbtscha t in Peking Hal sich in Begleitung von zwei Offizieren xum General QJ en begeben, um diesem die Vorschläge für die Besetzung Pekings zu übermitteln. Die Bc ehung der Stadt müsse demnach im Einverständnis mit bem japanischen Oberbefehl erfolgen.- Die am besten disziplinierten 6000 Mann der Südtruppen werden in Peking ein- quartiert. Der Rest verbleibt außerhalb der S adtgrenzen. Das Betreten deS diplomatischen Dier'eis ist verboten, lieber den Schutz der S adl wird ein besonderes Abkommen mit der japanischen Kommandantur geschlossen. Tschangtfolin beabsichtigt, SamLtag abend Peking zu verlassen. Ott Lage in Tientsin. Die Mächte zur Verteidigung der Konzessionen bereit. Schanghai, I.Iuni. (Reuter.) Die nationalistische Rachrichtcnagentur teilt mit. dah da- diplomatische Korps in Peking beabsichtige, einen internationalen Zug von morgen ab täglich zwischen Peking und Tientsin laufen zu lassen Während der letzten Tage haben sich keine besonderen Vorkommnisse im Zusammenhang mit den Tientsin-Konzessionen ereignet. Ein Mitglied der japanischen Gesandtschaft teilt mit, dah alle Mächte zur Verteidigung der Konzessionen und Schaffung einer Verteidigungslinie in der Röhr der Grenze zusammenwirkten. Wenn jedoch ein ungezügelter Pöbelhause auf die Konzessionen vor- rücken sollte, so würden die ausländischen Lrup- ven vielleicht weiter vorrücken müssen, um hm entgegenzutreten. Ein Mitglied der ameri- t a n i s ch e n Gesandtschaft erllä-rte. baä 15. amerikanische 3nfanterieregtment werde mit den anderen auswärtigen Truppen bei der Verteidigung der Konzessionen zusannnenwirken. Es verlautet, dah die amerikanischen Warinetruppen nur innerhalb der Riederlassung Verwendung finden können. Vier Sonderzüge sind gestern abend und weitere vier heute vormittag mit den Familien leitender mandschurischer Beamten von Peking nach Mulden abgefahren. Cvdetelegramme werden der Zensur unterworfen. Aus aller Welt. Deutscher Voltshochschultag in Treödcn. TU. Dresden, 1. 3uni. (Tel.) Der Reichs- verband der Deutschen Volkshochschule hält zur Zeit in Dresden seinen ersten Hochschultag ab. Bei dem BegrüßungSabsnd. den die Stadt im Festsaale des neuen Rathauses veranstaltete, wies Oberbürgermeister Dr. Blüher daraus hin. dah die Städte von jeher die Träger der grilligen Kultur gewesen seien und im Bewußtsein dieser ihrer besonderen Ausgabe die Entwicklung der Volkshochschulen dadurch gefördert hätten, daß sie diese als kommunale Anstalten inS Leben riefen und ihnen offiziösen Eha - ratter verliehen. Der Leiter der Dresdner Volkshochschule, Dr. Mockrauer, erblickt in dem Zusammenschluß der deutschen Dvlks- hochschulen im Reichsverband den sichtbaren Anfang künftiger kraftvoller Entwicklung. Minister a. D. Dr. Külz erörterte bann in programmatischer Weise das Thema ,Pflichten deS Reiches, der Länder und der Gemeinden auf dem Gebiete des Volkshochschulwesens". Er faßte seine Ausführungen über Bildung als MenschhritS- recht, Anerkennung der Volkshochschule als notwendiges Glied des gesamten Bildungswesens und die Schaffung der freien neutralen Volksschulen zusammen in die Forderungen: 1. 3n den Haushaltsplänen sind M i t- te l für einen gesunden Ausbau und Ausbau bereit zu stellen. 2. Bei den Regierungen sind fachmännische Landesstellen einzurich- icn. 3. Die fachmännischen Landesschulen müssen tätig werden bei Rcugründungen und Ausbildung von Lehrkräften. 4. Das Reichsministerium des Innern muß Richtlinien aufstellen. Heber akademische Bildung und Volksbildung sprach dann Hniversitätsprvfesfor Dr. F r e y e r - Leipzig. Er führte u. a. aus, die Wijfemchaft habe die Form der akademischen Bildung hervorgebracht als Rest Der allgemeinen humanistischen Bildung. Sie habe aber doch ein starkes inneres Gefüge. Die deutsch: Volksbildung sei davon durch eine Welt getrennt. Sie sei autonom, wolle und müsse ihre eigene Form haben. Das autonome Recht der Volksbildung müsse vielfach noch erkämp't werden. Die Polarflieger beim Reichspräsidenten. Der Herr Reichspräsident empfing die Polarflicger, Kapitän Wilkins und Leutnant E i e l s o n. An dem Empfang nahm der amerikanische Botschafter S h u r m a n und, da der Flieger Wilkins britischer Staatsangehöriger ift, der britische Geschäftsträger, Venken. sowie Staatssekretär Dr. Meißner, teil. Der Herr Reichspräsident beglückwünschte die Flieger zu ihrem großen Erfolg und ihrer bewunderungswürdigen Leistung und ließ sich an Hand von Karten über die Einzelheiten des Fluges und das Er gebn i s desselben für die geographische und meteorologische Forschung eingehend berichten. Am Schluß der etwa he bstundigen Unterhaltung sprach der Herr Reichspräsident den beiden Fliegern den Wunsch und die Hoffnung auS, daß lhnen noch weitere er>olgrriche Flugleistungen und Forschungen beschießen sein mögen. Die erste Dozentin für Strafrecht in Deutschland. Von der juristischen Fakultät der Universität Roftock ist Fräulein Dr. jur. Else Koffka, Tochter des Berliner Landgerichtsdirektors Koffka, ' ein Lehrauftrag für Strafrecht erteilt' worden. Bemerkenswert ist, daß Frl. Dr. Koffka, ; die drei Jahre Assistentin der juristischen Fakultät an der Universitäl Berlin war, erst vorgestern ihr Assessorexamen gemacht hat. Sie ist die erste Frau, die einen juristischen Lehrauftrag von einer deutschen Universität ohne vorherige habilst tation erhalten hat. Ein inleressanlcr Spionagefall. Der 5. Strafsenat des Reichsgerichts verurtettte die frühere Stenotypistin Berta König aus Berlin wegen Verrats militärischer Geheimnisse unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 14 Monaten Untersuchungshaft sowie zu 3 Jahren Ehrverlust und Verfall von 1600 Mark Spionage- gelber. Die Angeklagte war vor dem Krieg als Privatsekretärin bei den bekannten Militärs Gras v. d. Goltz und Graf Port von Wartenburg tätig und in den Jahren 1914 bis 1920 in der Geheimkanzlei des Kriegsmini st eriums und in der Depotabteilung des Seercchtsabteilungsamtes angestellt. Von dem französischen Spion Reynols wurde die Angeklagte gegen ein monatliches Entgelt als feste Agentin verpflichtet und leistete den Franzosen in den Jahren 1925 bis 1927 Spionagedienste durch Beschaffung zweckdienlichen Materials, durch einschlägige L teratur, Beförderung geheimer Briefschaften, Ausspähung von Angehör gen der Reichswehr und versuchte Zuführung von Agenten zu Spionagezwecken. Flucht aus der Fremdenlegion. Bei den DockS von Singapore kam es au einer aufvegrndnt Szene, als vier deutsche Soldaten der französischen Fremdenlegion den Versuch machten, von dem fran3d’ifc£en Dampfer Athos II“ zu entkommen, indem sie bei der Abfahrt drs Schiffes über Bord sprangen. Drei der Soldaten erreichten das Ufer, wo sie unverzüglich verhaftet wurden. Der vierte aber ging unter und ertrank, obwohl zwei Europäer heldTnmütige Versuche unternahmen, ihn zu retten. Die Leiche ist noch nicht geborgen worden. Der genannte Dampfer h'ibrtc eine Abteilung von mehreren hundert Fremden- Icgioftärcn an Bord die von Saigon nach Marseille unterwegs find Eine große 2n» zahl Legionäre hatte vormittag- Landurlaub erhalten, 70 Legionäre deutscher Staatsange» I Hörigkeit aber, zu denen die vier Flüchtlinge gehörten, waren an Bord behalten wo.den. Die drei Deutschm sind von der Polizei, die sie zunächst verha.tct hatte, freigelassen worben. Wie verlautet, trifft der deutsche Generalkonsul Maßnahmen, um sie nach Deutschland zurückzuser.den. Ileberraschende Aufklärung von Bcanbftifhingen Seit geraumer Zeit trieben in der Lausig besonders nördlich der Straße Dautzen—Görlitz, geheimnisvolle Brandstifter ihr Un- wesen. 3nuner und immer wieder wurde die Bevölkerung durch nächtliche Brände, denen wiederholt ganze Gehöfte zum Opfer fielen, beunruhigt. Trotz aufgesetzter yoher Belobnungen blieben alle Bemühungen ergebnislos, vis jetzt die überraschende Verhaftung von zwölf Personen Aufklärung brachte. Fast alle Verhafteten waren Mitglieder von Orts- feuerwehren und gestanden bereits 21 von 36 Brandstiftungen ein. Verschiedentlich sind die Schuldigen von ®runbftüctteigentÜTmrn. die sich in den Be'itz der Versicherungssumme setzen wori- ten, zur Abbrennu ng erneuerungbbebür - tiger Gebäude regelrecht engagiert worden. Aus den gleichen Motiven herauswrben auch log. Gefalligkeitsbrände angelegt — Die von zuständis.er Stelle mitgeteiü wird. Dauern die Ermittlungen bereits seit einem Vierteljahr an. Die Angelegenheit ist aber erst jeöt genügend geklärt, um die A^.geschuldigten überführen zu können. Die Brandiegungen erfolgten teilweise, um den Brandstiftern persönlich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen, teils handelt es sich um GefäUigkeitsakte gegenüber Freunden und Bekannten, denen solche Vorteile zugewendet werden so Iten. Erschwerend fällt ins Gewicht, daß die Feftgenommenen fast ohne Ausnahme selbst den OrtS- seuerwehren angeboren. Der Feuer- wehrhauptmann Gude aus Aathe hat 'o- gar eine besonders große Rolle go- spielt. Richt nur hat er selbst Brände gestiftet, sondern war auch zumeist über die von anderer Seite geplanten Brandstistungen unterrichtet. Dis jetzt liegen Geständnisse über fünfzehn Brandstiftun^ei vor. Fünfzehn weitere böswillige Brandstiftungen bedürfen noch der Aufklärung. Die Zustände in dem in Frage kommenden Bezirk hacken zur Fol .e, daß borl Feuerversicherungen nur schwer und nur gegen größere Prämien abgeschlos- sen werden konnten. Tornado und Erdbeben In Guatemala. Der Bezirk von Peten wurde von einem Tornado heimgesucht. Bei Santo Tomas hat ein Fluß infolge schwerer Rcgensälle große äleberschwemmungen verursacht. Außerdem ist die ganze Grgrnd von einem schw.ren Erdstoß erschüttert worden, der eine Panik unter der Bevölkerung auslöste. Die Pslan- zungsunternehmer, die im Bezirk von Pcten Gummipflan^ungskonzefsionen haben, befürchten schwere 'Verluste. Konflikt zwischen Berliner Magistrat und Hotel »Falserhof. Zu dem Frühstück im Hotel .Koiserhos", das der Reichs innenminifter zu Ehren der beiden P o l a r f l i e a e r gegeben hotte, waren als Vertreter der Stadt Berlin Oberbürgermeister Böß. Bürgermeister Scholz und Etadtbaurat Dr. Adler geladen worden, hatten jedoch der Einladung nichtFolge geleistet. Diese Haltung der städtischen Behörden beruht auf dem immer noch andauernden Konflikt, der zwischen der Stadt Berlin und dem Hotel „Kaiserhof in der Flaggenfrage entstanden war. Die städtischen Behörden wollen bekanntlich den ,Kaiserhof" so lange meiden, bis Ne Leitung dieses Hotels die in der seinerzeit entstandenen Polemik ab: ene Erklärung zur ck- nimmt, wonach es ihr chst oleichgult g sei, wo der Berliner Oberbürgermeister feine Mahlzeiten einnehme. Oie Wetterlage. i 7 en fltDto d-< fceocr-lu' -n 6t «>"•♦'> Or«< eit aWKMH GM, n*trt\nrttae *ea«r« scheint e- fo. Die Dame mit dem schwarzen Haar singt mit einet Inbrunst und einer Fülle, ha . dir Shlft erzittert. Geige, Harmonika und be.lei'ende Summ« eine* Sänger- treten rz zurück. SS ift ein FrühlingSlied Vicht ■'?: Mai ift gekommen", auch nicht „Wie schön > äh! unS der Maien" sondern ein andere-, mir unbekann eJ. A «r die Worte Frühling und Lic c find darin. Der Schluß ift — wie ge- wöhnlich — gan* rührselig. D e Geliebt« stirbt, der düngllng sieht an ihrern Grab«. Andächlln lauschen di« Leute, andächtig zunächst die K nder auch. Dar manche Musikanten haben sie schon gesehen, aöer sinnende und spi«- lend« gleichze tig, da» war noch nich da. Mitten in deS Jüngling- Klag« aber ertönt plötzlich ein wilder Ou beiruf der K.nder: „Sin Aofschen! Ein Aesfchen!"' Wahrbaslig! Die Sängerin hat auf ihrer Schul er — seither wegen de- Rcgen» verborgen — ein Ae'schen sitzen. Jetzt ift kein Hallen mehr in der Bande. Alles schreit unL lacht. Die Sängerin geht einsammeln. Die Man» ner spielen weiter. Die Kinder schauen nach dem 2e fchen. Musik aus der Straß«! Sin Sreignis für ein stille-, abgelcaen«; Dors. Srft recht jetzt, in der Zeit t«r Huh«. Musik ift — in welcher Fo.ni sie auch kommt — für d e Landbevöllerang immer angenehm. Die Leute geben reichlich, die Kinder holen Raschwerk für da- Aesfchen, ziehen mit durch da- ganze Dorf und noch e n Stück auf der Landstraße. Musikanten kommen östei-, aber mit einem Aesfchen, einem lebendigen Ae schen! - 3a. wenn die Musikanten nicht wären! Postkutsche und Postillion sind verschwunden. Die reichen Leute, die einst Sonntag- mit dem Dala- wcnen — die P'erde in vers.ldertem De'chlrr — au- uhren. haben heute ein Auto. Die Droschken sind bald auch nicht mehr. D el Poesie ist dahin! Aber die unterziehenden Musikanten, sie kommen regelmäßig wieder, wie Schiller- Mädchen ander Fremde. Man hat Grammophon, man hat Radio, und doch sind un- die Musikanien willkommen. Sie bringen uns auf dein Lande die neiden Schlager, aber auch alte schöne Volkslieder. Wo Junr.c Mädchen ans dem Fenser schauen, spielen sie einen schmelzenden Walzer. Al c Tänz«. Polka. Rheinländer erklingen. Die Mädchen können nicht stillstehen. Meist sind di« umherziehenden Musikanten ar# der Pfalz. Vier Mann stark stehen sie mitten aus der Dorsstraße und geben ihr Beste-. D:n Kindern imponiert immer 6er kleine Dicke — meidens ist er nämlich klein und dick — mit der großen Trvmpe e, die immer hmdada. hmdada mach'., Sr geht nachher auch einsammeln. Inzwischen spielen die drei andern weiter. SS 'cheinl ein ganz einträgliche» Geschäft zu fei;;: denn In den letzten Iayren kommen nicht nur die Musikantentruppen, sondern auch Sindel» fänger erscheinen, singen ihr Lied und erheben- ihren Tribut. Da» Merkwüri. gste sahen, vielmehr hör en, wir hier vor Jahren — In der 3n laüonözeit. Da erschien ein Posaunenbläler fianz allein und schmetterte seine Weisen. Gr hielte ganz vorzüglich. Sicher halte er einst bessere Tage gesehen. Zwei oder mehr Sänger kommen ö!erS und finden willige Zuhörer. Wenn sie schön singen — ei gibt auch aräßliche Brüder darunter — erhalten sie stet» ihren Lohn. Fast ganz verschwunden sind die Drehorgelmänner. Schad«! Sie waren e.nst ebenso umlagert tote heute die Sänger. Die schönen „Lieder": ,.3m Grunewcld. im Grünewald ist Holzauktion", ..Wir wol.'n nach Seckbach gehn" usw., wer brach!« sie uns in die vom Verkehr abgeschlossenen Dörfer? Der Drehorgelmann. Aur durste er nicht mit einem allen Kasten kommen, in dem em Drittel der Stimmen fehlte, wie man auch manchmal hören konnte. Da spielte er bann: ..Mein Herz, da- ist ein Bienenhaus, die Mädchen sind darin die Bienen. ...“ Da» war für die Kinder ganz Ichön, nicht aber für andere Leut«. Sehr in erefsant ift es. daß fast alle Musikanten und Sänger in der Rähe de- Pfarrhauses — ich wohne auch da und kann da» beoba^ei^^^^^^^^de^^eistlicheLieder spielen oder singens Sie hosten dann fteis auf besondere Gaben. 3a, das Geschäft! An dem Humor der Pfälzer Musikanten habe ich mich schon oft erquickt. Was habe ich gelacht, als mir einst folgende- trassierte. Ich hatte zufällig kein kleine- Geld bei mit und muß.c notgedrungen dem kleinen Dicken einen Fünfziger geben. Er bedank.e fich zweimal sehr stark. Ich fragte ihn: „Wird da- auch redlich geteilt?" ..Aber sicher," sagt« er. „wir sind alle ebrlich. Ss wird niemand betrogen. Hur einmal hatten wir einen schlechten Kerl bei un-. der oft In die gemeinsame Kasse griff und nie viel vom Sin- fammcln mitbrach!«. Dem haben wir aber ab- aehol en. W^ gaben ihm nämlich in die linke Hand eine lebendige Fliege, mit ber rechten sammelte er ein. Beim Aufzählen de- Velde» mußte er die lebendige Fliege vorzeigen. Das half. Seit der Zeit gab er alle» richtig ab: denn mit einer Hand kann man nicht gut etwa- verschwinden lassen.' Mit einer Verbeugung ver- schwand er, und mit tourte von der Kapelle noch ein (Sflraftüd gespielt. Für 50 Pfennig! 3a, lieber Leser, trenn Bit solche luftige Musikanten be-egnen, gib ihnen ein Scherf lein: denn sie wol'en auch leben, aber nicht gleich 50 Pf., sonst bekommst du eine ..Zugabe", und den ganzen Tag summt dir der Kopf von dem hmdada, hmdada de- kleinen Dicken. w. Vorsicht vor fremden Anzeigenwerbern! Lon unserem zuständigen Zachverband find wir unter Hinweis auf die scharfe Stellungnahme ber S-itzcnverbände der deutschen Wirtschaft gegen sogenannt« Propagandawerke über Städte oder öffentliche Einrichtungen darum ersucht worden, die Geschätt-welt aufmerksam zu machen auf die Schäden, die ihr erwachsen können durch An» Acigenbeflenungcn für Werke auswärtiger, meist fragtoüroiget Verlag-Unternehmungen. Wohl immer kommen derartig« Neuerscheinungen nur einem sehr eingeschränkten Kreis zu Gesicht, mit dem die Anzeigenauftraggeber cat keine Geschäfte anknüpfen können, oder die Verteilung dieser Druckerzeugnisse ist überhaupt nicht nachprüfbar. Es find Taufende von den Qluflagen der einzelnen Propagandawerke verramscht worben. In einem Fall« steht sogar je ft, daß die Auflage nur in einem einzigen vollständigen Stück bestand. Da geschickte Derber immer wieder Leicht- 8Iäub:.gt finden de ihnen Verdienst geben, ohne aß die Desteller selbst Vorteil daraus haben können, kommen wir dem Ersuchen unseres Fach- verbandes nach durch Bekanntgabe dieser öffentlichen Warnung an die D? chäftSleute. Sommereröffnungsvorstellung des Gießener Stadttheaterensembles. Der neue Lustspielsch.'ager „QI r m toic eine Kirchenmaus" v^n La^ÄauS Fodor, tec am Dienstag, 5. Iun'i. abends 8 lH>r, im Stadt- thca «r Gießen als füdu. ostdeutsche Crf.au sührung gespielt wird, ift bereits vom Neuen Theater Frankfurt, den Saltenburg-Bühnen. Berlin, dem Schauspielhaus Bremen, den Münchener Stammet» spielen und andern ersten Bühnen zur Rach- aufsührung erworben worden. Der 3ntenbaru des Gießener StadttheaierS ist cS gelungen, sich die Erstaufführung dieses er* solgrelchen Glückes (Uraufführung am Lobe- tHeater in Breslau) für Südwest deut sch land zu sichern. Dramaturg'.sch ist zu bemerken, daß trotz der Feinheit des Dialogs die sprühende, frische und hei ere Diktion dem Stück bei seiner Uraufführung zu einer durchschlagenden Wirkung verhalf, so daß eS nach dem Bericht eines auS- wärligen Dla teS zu «'nem „jubelnden Lustspieler jola tourt« Das Gießener Ensemble beginnt mit diesem Stück die Sommersptelzeit. Sonntagebeschäftigung. Aach ben Vorschriften unserer Gewerbeordnung (§ 105 b Abs. 2 in der Fassung der Verordnung vom 5. Februar 1919) dürfen im HandelSgewerbe Gehillen, Lehrlinge und Arbeitrr an Sonn- und Feiertagen sotoie Festtagen nicht befchäftigt werden. Von dieser allgemeinen Vorschrift sind nun bestimmte Ausnahmen zugelas en. Sine kürzlich vom Oberlandesgericht Hamm getroffene Entscheidung hatte sich mit brr Frage zu beschäftigen, ob die Beaufsichtigung der zu Reklamezwecken erleuchteten Geschäftsräume als nach der Gewerbeordnung verbotene Sonntagsarbeit anzusehen sei ober nicht. Da- Oberlandrsgericht ift zu einer Bejahung dieser Frage gekommen. Eine Au-nahme von ber Beschäftigung i/t zulässig, wenn es sich um eine Schaden-Verhütung handelt. Insofern ist also eine Bewachung am Sonntag zulässig, wenn diese tm Hinblick auf die Beschaffenheit der Anlage notwendig ist oder wenigsten- nach verständigem Grmcs'en al- notwendig gehalten werden darf. Wird dagegen der die Bewachung erfordernde Zustand der Anlagen von dem Unkmcbmer selbst durch ungewöhnlich« und rein willkürn-e Maßnahmen herbeigesührt, so liegt ein Soll auch am Sonntag zuläs iger Bewachung nicht vor. und es dürfen zur Förderung solcher Maßnahmen Angestellte im Handelsgewerbe an Sonntagen nicht beschäftigt werden, »ine Erleuchtung brr Geschäftsräume und Schaufenster zu Reklamezweckcn ift eine solche willkürlich« Maßnahme be» UnternehmrrS. Er darf deshalb zu der Beaullichtigung der Beleuchtung Angestellte nicht verwenden. Ift eine Aufsicht übet die Beleuchtung erforderlich, fo bleibt ihm kein anderer Au-weg. als biefelbe bann einfach zu unietlaf'en, da et sich sonst strafbar macht. ES handelt sich in solchen Fällen um nicht- andere», al- um eine — wenn auch nut indirekt au»- gesührte — Beschäftigung von Angestellten zu Reklamezwecken. Toten für Lonntag, 3 Zuni. Sonnenaufgang 3.49 Uhr. Sonnenuntergang 20.08 Uhr. — Mondaufgang 20.23 Uhr, "tonduntergang 3 42 Uhr. 1763: Josephine Beauharnais geboren. — 1828: Schlachtenmaler Otto v Faber du Faure in Ludwigsburg geboren, — 1844: der Dichter Detlev v. Lilien- cron in Kiel geboren, — 1864: ber Dichter Erich Otto Harlleben in Clausthal neb ren; — 1871: Elsaß Lothringen wird deutsches Reichsland. Toten für Montag 4 Funt. Sonnenaufgang 3.47 Uhr, Sonnenuntergang 20.10 Uhr. — Mondaufgang 21.27 Uhr, üRonbuntergang 4.12 Uhr. 1745: Sieg Friedrich» des Großen bei Hohenfriedberg — 1841: der Rechtslehrer Karl Binding in Frankfurt a. M. geboren; — 1875: ber Germanist Robert Welsch in Berlin geboren; — 1875: ber Dichter Eduard Mörike in Stuttgart gestorben. Gics;cncr rieochcnmarktpreise SS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180. Watte 30 bis 35. Wirsing 25 bi- 40. gelbe Rüben 50. tote Rüben 20. Spinat 25. Römischkohl 25. Dohnen 50. Spargel 55 bl» 120, Erbsen 40. Tornaten 120, Zwiebeln 20. Meerrettich 100. Rhabarber 20. Kartoffeln 4 bis 5. Aepsel 33 bi» 60. Kirschen 120. Stachelbeeren 40, Erdbeeren 230, Honig 40. Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Käse (10 St.) 60 bis 140 Pf.; Eier 11 bis 12. Blumenkohl 80 bi- 180, Salat 10 bis 15, Salatgurken 50 bis 80, Ober-Äcljlrabi 25. Rettich 20 Pf. das Stück; Radieschen 10 bis 20 Ps. da- Bund. Boinotizen. — Tageskalender für SamStag. Verein Ruoerfporl Gießen 1913 c V. und Akav. Ruderabte'.lu'g 8,30 Uhr Do f.a dZfihU7g. 9 4h Wo. atsverfam.nlu: g. — Ruder.lub Ha sta 19.b e. D.: 8,30 Uhr: DHitgIl:b2rv;iiammIu;.g — (trfte RefchL.urzschri.tgesellfcha t „Gabels.e ger" u. d $adicr.aL'telIung e. V. Gießen: Sti.tung3festlo.n- mcrS mit Dä nen 8,30 Uhr im Saa.e d.r „Stadt Lich'. — Lichtspielhaus, Dahnho.ftra e Moral, Rachworstellung 10,30 Uhr Der F.uch der Vererbung. — Astoria-Lichtspiele: Rummelplatz ,Wildwest". — TageSkalender für Sonntag. Rosenfest für Kinder: 3 Uhr VollShalle. Veranstaltet vom Alice.rauenvercin vom RotenKreuz Gießen. — 7. Rationale Leichtathlet. Wettkämpfe der Spiel-Vereinigung 1900, Vorlärnpfe 9.30 Uhr. EntscheidungSlämpje 3 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Moral. — Astoria-Lichtspiele: Rummelplatz .Wildwest". — Wir werden gebeten, auch an dieser Stelle nochmals auf das morgen, Sonntag, ab 3 Uhr noch- mittags, auf dem Trieb ftattfinbenbe, vom Alice- frauenDcrein vom Roten Kreuz veranstaltete Rosensest für Kinder hinzuweifen; im zweiten Teil ift u. a. ein Tanztournier vorgesehen, da» um 7 Uhr abend» beginnt Die Erwachsenen dürften vor allem im zweiten Teil des Festes auf ihre Rech- nui.g kommen Auch mit der lebhaften Beteiligung eines jugendlichen Publikums, insbesondere der Stu- dentenschaft, wird gerechnet. ee „Der Sport In Gießen." Unter diesem Stichwort hott« der Derkehrsverein am letzten Donnerstagabend die Vertreter der hiesigen Turn- und Sportverein« zu «inet Besprechung in da» Hotel Kobel eingeladen. Von 23 Vereinen waren 16 dieser Einladung gefolgt. Stadtv. Schmieder begrüßte narncnS Dc3 VerkehrS- vereinS die Erschienenen und wie» darauf hin. daß auch die Stadt Gießen dem Sport sympathisch gegenüberstehe. Er bittet, die Frage zu erörtern, toa» xur Hebung deS Sporte- in Gießen geschehen könne und gibt einen Antrag der Gießener Radf-ahrervereine bekannt, worin die Schaffung eine- Stadtamte- für Leibesübungen angeregt wurde. Aach längerer eingehender Aussprache wird diesem Antrag« einhellig zuge- ftimmt. Sin Ausschuß, bestehend au- acht Personen. wird bei der Stadtverwaltung im Sinne diese- Antrages in den nächsten Tagen vorstellig werden. In einer später einzuberufenden Sitzung soll über da- Ergebnis dieser Besprechung Bericht erstattet und über die weiteren Maßnahmen Beschluß gefaßt werden. Es wäre sehr zu wünschen, wenn diese Bestrebungen auch von Erfolg gekrönt wären und in Gießen eine Einrichtung geschaffen würde, wie sie bereit- fn vielen anderen Städten so In Frankfurt a TT., Wetzlar und Marburg, feit längerer Zeit besteht. •• Wohltätigkeitskonzert tun Besten ber Kriegsblindem Da» am Donnerstagabend auf der LiebigShöhe veranstaltete WohltätigkeitSkonzert zum Be ten unserer Kriegsblinden erfreute sich eines guten Besuches aus unserer Stadt und auS den Rachbarorten. Auch viele unserer KriegSb.inhen au- der näheren und weiteren Umgegend hatten sich zum Konzert eingefunden. Wie immer bei derartigen Anlässen, fo hatte sich auch dieSmal wieder die Kapelle be» 1. Hess. Bataillon» 15. Inf.-Rgt» unter Leitung von Obermulihneifttr W. Gober in ben Dienst der guten Sache gestellt. Ein Armeemarsch von G. Me;?«rbeer. mit viel Beifall von den dabo rern ausgenommen, eröffnete das Konzert Auch die Ouvertüre zur Oper .Die lustigen Weiber von Windsor" von O. Ricolai und die Fantasie euS der Oper .Der Freischütz" von L. M. von Weber sanden dantoanl« Au nähme. Leider herrschte während der nun folgenden Ge ang-Vorträge de» Ge'angvcreinL Eoncord a-Diesen unter Leitung von Diri-.ent PH. Groß-Wieseck nicht die unbeb.nqt nötige Ruhe, so daß die mit Hingebung und tiefer Empfindung vorgetragenen ebörc von W A Mozart und Reumann, die von seiner Durcharbeitung zeugten, viel von ihrer Wirkung verloren. Die l:n zweiten Teil oorgetra- fenen Chöre .Im Wa'.de" von Schäs er und .Dl« Aiaifahrt" von Daßmann ernteten wie die ersten allgemeinen Beifal. ieReichswehr a/elle brachte als Gröflnung im zweiten 4cUc die Ouvertüre zur Oper .Die diebische Elster " von Rossini, di» wie die folgenden Musikstücke wegen ihre- gu n Vorträge- viel Anklang sanden rnb die Kavell« immer wieder zu Beigaben nötigten. Den Schluß bildete der Vortrag „Der große Zapsenstreich ber Infanterie und Kavallerie" von Wieprecht- Rohberg, der mit dem Deutschlandlied endigte. Für den erkrankten ersten Vorsitzenden der Vereinigung der Kriegsb.i: den. Blindenlehrer Ioseph Kranz von Friedberg, sprach Kriegsblinder Biedenkops von Grünberg allen Besuchern, der Presse, und allen denen, die mitgeholfen hatten am guten Gelingen der ganzen Veranstaltung. besonder- aber der Reich-wehrkapelle mit ihrem Leiter, dem Gesanaverein Eoncv'di» mit ihrem Dirigenten, herzlichen Dank aus. Hossentlich ist der Qkranfta tung auch ein schöner finanzieller Er olg beschieden geweserr. ** Personalien. Trichinenschauer Ehrist'an W e i ß b e ck von Gießen wurde als toiegciiu fter bei dem städtischen Sch'achthof Gießen verpflichtet. — 51arl (9 ö r g au» Bellersheim wurde zum Rechner der Gemeinde Besteroheim ernannt und verpflichtet. ** D i e Mu feen sind am Sonntag bo.i 11 bis 1 Ufor bei lleinen Eintrittspreisen gcdjnct. •• Der Wochenendzua Fraiikfur 1 a. M. — Nürnberg am 2. und 3. Juni fällt wegen zu geringer Beteiligung au». Gegen Rückgabe ber Fahrkarten wird der Fahrpreis ohne Aozug von den FahrkartenauLaabeltellen erstattet. *• Volkshochschule. Durch die Verlegung einer Anzahl Kurse und Arbeitsgemeinschaften in die ilrirerfität scheinen Unklarheiten entstanden zu sein. Um diese zu beseitigen, gibt bi» Volkshochschule tm heutigen Anzeigenteil noch einmal eine genaue Ueberlicht über Ort und Zeit der laufenden und demnächst beginnenden neuen Kurse. Man beachte die heutige Anzeige. •• Lehrgang an der Huf beschlag- lehrschmiede in Gießen. Der nächste Lehrgang beginnt am 1. August d. I und dauert vier Monate. Die Prüsung findet am Ende de» Lehrgang- statt. Anmeldungen sind an da» Ministerium de» Innern. Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, in Darmstadt xu richten. Dem Gesuch sind beizulügen: ein VeourlSzeug- nis; der amtliche RachweiZ, daß ber Anmeldende seine ßcbrxcit ordnungLmäßig in einer Schmiede, in der auch Husbefchlag ausgeübt wird, zurückge- gclcgt und die Gesellenprüfung abgelegt hat; Cer amtliche Aachweis, daß der Anmeldende sich danach drei Iahre alS Geselle im Husbefchlag betätigt hat. Die Zulassung zu dem Lehrgang erfolgt durch die genannte Ministerialabteilunz. * 34. Sitzung ber Hessischen Hand- Werkskammer. Am Montag, 11. Juni, findet in Darmstadt die 34. Sitzung der Hessischen Handwerk»- tammer statt. Die Tagesordnung umfaßt 14 Punkte. —EineGrünlandfahrt veranstaltet der Grünlandwirtschaftsverein In Verbindung mit der Landwirtschaftskammer am 15. und 16. Juni. Bei Büdinaen werden besichtigt: Findörfer Hof, Hübner- hos, Weiden der Herren Gutspachter Loo», Oberamtmann G ü n g e r i ch , ferner Engeltal, Altenstadt; bei Gießen werden besucht. Unioerfitatsverfuchsgut, Unterer Hardthof, Tierzuchtinstitut auf dem Oberen Hardthof; bei Grünberg findet die Besichtigung de» Weidegute» der Landwirtschaftskammer am Wart- hof statt Uecermählge Körperfülle tit unschön und ungesund ftlebmen Sie morgen» nüch ern und abends vor de/n Lchlasenaeden zwei Toluba-Kernc, die unschädliche, dabet intrfiame Stoffe entbnl en. Sie erbat.en die echten Toluba- Kerne t30 (Mrannni in den Avoibeken.__________1783 ~ 90 FROTTIER-BADE-WASCH IE wie Frottier-Handtücher ^rottier-Badetücher, Frottier-Stoffe usw. ' n nur ersten Qualitäten Mietgesuche gesucht 04213 Weftaulage 7 v ililO-taß MN. äiintet □ »u vermieten t>4±.7 4227 »u vermieten Kirchcnvlav 14 ll HooshUlterin möfll älter die ver- fett bürflerltto kocht und leichte Haurarb. mit übet nimmt, foro. nnft Zwcitinädchcn nicht unter itzF- in Artt- Hauebalt nach Lüddeuilchl mögt, iof. ncf. .Vreie .'Htiie. Zchnfil. Änaeb. mit Zeugniöab'chr. und Lobuanivrüchen unt. 04209 a. d. Gieß. 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Es j ”6 lieft Heim« hr em|n für roten verfolgt; Nr. 128 Zweite? Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Samstag, 2. Juni (928 politische Prozesse, «ußrnpolilische Umschau. Don Or. Otto Hoehsck, o. Prof, der Geschichte an der Universität DerUn, M. d. "5V. Zwei grobe politische Tendenzprozekse spielen ober spielten (bet eine ist zu önbe. her anDerc läuft ja noch) sich ab. die in mancher Beziehung verwandte jügc ousweisen. TDir meinen den sogenannten vchachtyprozeh in Mo«, kau und den Kolmarer Prozeß, der mit der Verurteilung der Angeklagten zu Ende gegangen ist. Beiden Prozefsen ist gemein, dab eine ganz bestimmte politische Xen - denz die Führung und Anlage beherrfcht, dab es sich also nicht darum handelt, da« Recht unabhängig von jeder politilchen Erwägung zu finden. Der Schaden, der stet- in einem loschen Verfahren für den betreffenden Staat liegt, auch wenn er nicht sofort zutage tritt, braucht nicht besonder- hervorgehoben zu werden. Der Moskauer Prozeß wird voraussichtlich biL Ende Juni laufen. Wie bekannt, dreht e« sich/ um den Vorwurs, der gegen eine große Anzahl von Ingenieuren und Technikern erhoben wird, daß sie absichtlich industrielle Anlagen geschädigt, daß sie mit dieser .Sabotage" gegen- revolutionären Zwecken gedient hätten und zwar im Bunde mit gegenrevolutiönären Organisationen und Persönlichkeiten im AuSlande. Unter den Beschuldigten sind auch drei Deutsche, nachdem einige deutsche Verhaftete schon haben entlassen werden müssen, und unter den Gegenrevolutionären im Ausland« werden auch deutsch Firmen genannt. in erster Linie die ASG GS liegt auf der Hand, daß derartige Vorwürfe und An- flaflen, die die Beziehungen zu einem befreundeten Staat auf die Probe stellen müssen, von vornherein einwandsrei und einleuchtend begründet sein und bewiesen werden müssen. Weder die außerordentliche umfangreiche Anklageschrift aber, noch der bisherige Verlaus de« Prozesse« haben eine Begründung dieser Vorwürfe gegen die beteiligten Deutschen irgendwie erkennen lassen Sowohl die deutsche Regierung wie die deutsche Presse haben iich sehr -uruckgehalten, aber diese Züruckhaltung kann nicht unbegrenzt sein, zumal die Bereitwilligkeit der russischen Regierung, der deutschen Vertretung in Moskau ihre Ausgabe den betreffenden deutschen Angeklagten zu helfen zu erleichtern, nicht besonder- groß ist. Erst in den legten Tagen kommen aus Rußland Aeuße» rungcn, die edennen lassen, daß man beginnt, sich der Gefahr bewußt zu werden, der man die Beziehungen zu Deutschland mit diesem Prozeß aussetzt. Lch'ießlich hat eben alle« seine Grenzen, und die Prüfung, ob Rußland mehr Deutschland, oder Deutschland mehr Rußland brauche, muß doch garnicht erst angestellt werben. weil die Antwort daraus klar ist. Gerade Der. wie wir. zielbewußt seit Jahren die deutschrussischen Beziehungen gepflegt und ihre Rotwendigkeit vertreten bat. ist verpflichtet, die ruf- flsche Regierung nachdrücklich daraus hlnzuweifen. Man begrüßt es darum, daß jetzt das Bestreben deutlich wird, dem Proxeß jede außenpolitische Schärfe zu nehmen und so hoffen wir. daß dieser Zwischenfall ohne Trübung der deutsch-russischen Beziehungen vorüber geht 3n ähnlich scharfer Weis« waltete die politische Tendenz im Prozeß von Äolmar vor. Politische Tendenz, o. h. also, daß ein wirkliches oder angebliche« Interesse des Staate« die Bestrafung der Angeklagten verlangt und durchsetzt, damit in einer bestimmten politischen Richtung ein Stempel statuiert werde. ES ist möglich, daß da« in Rußland beim Moskauer Prozeß gegenüber den russischen sog. .Spezialisten" und vor den russischen Arbeitern gelingt. Ganz sicher ist e« Im Äolmarer Prozeß gegen die f»genannten elsässer Autonomsten nicht gelungen. SS ist kein Beweis dafür erbracht, daß diele Heimatrecht- und Autonomiebewegung der Elsässer für Frankreich staat-gefährliche Absichten verfolgt oder gar schon erreicht habe. Ss Gelegentlicher Kischzug. Don Max Geisenheyner. 3n dem großen Retz der Phantasie fängt man tag-über, ohne e« recht eigentlich zu merken. oft seltsame Dinge. Sie gehen von selbst hinein. Man weiß e« kaum. Dis sie am Abend anfangen, im Retz zu zappeln und sich bemerkbar zu machen. Da war im (Safe der Kopf eines Mannes. Schmal, vielfach durchfurcht, mit ein paar schwarzen Augen, einem Zwicker und dicken, roten Schmissen über der Backe. Das Haar dünn und ßau. Die Hand mit der Kaffeetasse zitterte cht vorm Mund. Ich betrachtete ihn sachlich, uninteressiert, wie man eben Menschen anschaut. toenn man selber nicht weih, wo die eigenen Gedanken weilen, ob in einer Bar in Hamburg, auf dem Laufsteg eine« großen Dampfer« in Genua ober in der Einsamkeit eine« schwimmenden Eisberges, den man am Abend zuvor im Kino gesehen. AIS aber Geige und Klavier cin- feyten und die Gegenwart auf den Wellen der Töne vollend« einem unbekannten Horizont zu- schwamm. veränderte sich das Gesicht des Hanne« plötzlich Die Haare wurden schwarz und dicht, der Zwicker siel herunter. Der Rücken Rrammtt sich Die Runzeln verschwanden und die Schmisse sahen aus, als hätte beim Mittagsschläfchen in einer Frühlingswie'e ein Stieglitz auf feiner Backe gesessen und sie beim Ahslug mit den Krallen seines Fuße« leicht geritzt. Jetzt hörte ich auch die Melodie. Sin Schlager aus einer längst verklungenen Zeit. Der Mann gegenüber war mit der Musik zwanzig Jahre zurück- gesunken, war wieder Student geworden. Langsam verebbten die Töne und langsam stieg er die Jahre wieder empor. Langsam wurden seine Haare wieder grau, die Runzeln tiefer, die Schmisse röter, der Rücken krummer. Als da« Lied zu Ende war, zitterte die Kaffeetasse vor seinem Mund ein wenig stärker als zuvor. Zwanzig JahreI Welche Kataralle der Vergänglichkeit stürzen hinter uns ins Richts. Ach was! Man soll die Gegenwart genieben, die Wollust der Arbeit und im voraus den kommenden Tag. als wäre er eine Ewigkeit. Waren aber in dieser Ewigkeit die Träume von einem Eisberg, einer Dar. ober einem großen Schiss nicht das ist aleich'alls kein Beweis bafür erbracht — obwohl der Staatsanwalt bis zuletzt Daran fest- hielt — daß futsches Geld und deutsche Agitation in dieser Heimatbewegung mitgewidt hätten. Wrr Wilsen doch auch viel zu gut. daß diese Bewegung im Elsaß für ihre eigene Sprache. Kirche und Volkheit durchaus nicht eine Lö- f u n g von Frankreich und eine Wiederver- binbung mit Deutschland anstrebt. Wir wissen nicht genau, welche politt chen Ziele im einzelnen den Führern dieser Heimatbewegung vorschweben, aber Da« ist jedenfalls aller Welt klar, daß sie allein im Rahmen der französischen Republik auf eine V.Verstellung ijrcr sprachlichen und anderen D - iderheiten hinarbeiten, wozu sie übrigen« nach n Selbstbestimmung«- recht der Qlationalitäte und nach dem Minder- heitenfchutzrecht ron dem so viel geredet wird, da« volle Recht haben. Der Prozeß wurde in großer Ausmachung und mit ausgesprochener Tendenz durchge'uhrt. ES ist wohl auch sicher, daß die Verurteilten nicht auf eine Amnestie zu rechnen haben, und daß diejenigen unter ihnen. Die soeben in die neue Kammer gewählt worden sind, i h r e M a n- bäte verlieren Aber man fragt sich, wa« die französische Regierung, insonderheit Doin- care. Damit erreichen will. Der Prozeß hat lediglich Die FranzölierungSpolitik blobgestellt, und er hat der Heimatrechtbeweaung nur neue Kraft und neue Sympathien Angeführt. So gut die Elsäsfer einem deutschen Zentralismus widerstanden haben, so gut werden sie mit Erfolg auch einem französischen Zentralismus widerstehen. Auf tiefe Weise ist daS elsässische Problem, besten Wurzeln so tief in Die Geschichte htneinrcichen. nicht zu behandeln und nicht zu lösen, lind schließlich: wenn manche Leute davon sprechen, daß gerade das Elsaß und die elsässische Frage eine Drücke zur Verständigung zwilchen Deutschland und Frankreich sein könnte, so war dieser Prozeß, feine Führung, die Behandlung der Angeklagten und alle« andere Dazugehörige, ein Mittel, das genau in Der entgegengesetzten Richtung wirkte. Tie Eltässer sind von Deu sch- lanb ohne Befragung abgerissen worden, und wollen heute nicht zum Deutschen Reich zurück. Deshalb bleiben sie aber doch Menschen deutschen Blut« und deut scher Sprache Die Sprachgrenze hat sich Dort, in diesem Zwischenlande, zwischen Germanen und Romanen, seit einem Jahrtausend nicht verschoben. Das ist doch ein Beweis Dafür, baß bie Verhältnisse außerordentlich fest geworden sind. DaS wird kein Kolmarer Prozeß und keine Pariser Zentralisierung spo!t.'ik, keine Assimil.erungStcn- denz und llnterdrückungSabficht ändern. Die Schwierigkeiten des elsässischen Problems werden für Paris au« diesem Prozeß und seiner Behandlung nun erst recht wachsen! Europa und das fernöstliche Problem. Don Anatole de Monzie, Senator der französischen Republik und ehem. Minister. einzig Reale? Drüben setzte der Mann mit dem Zwicker die Kaffeetasse vom Mund ab. sah mich an und lächelte. Hatte er mein zweites Gesicht gesehen? Ich kam an einer Kirche vorbei. Da hielt eine Drautkutsche mit einet merkwürdigen Art von Apfelschimmeln bcspannt. Sie waren schneeweiß. aber wie mit unzähligen Trauerpünktchen besprenkelt. Die Kutsche glänzte, al« hätte man Tag und Rächt an ihr geputzt und sie nur aus Den Fingern gelassen, um schnell einmal diese Hochzeit abzuhalten. Durch Die Scheiben sah ich in das Innere des Wagens. Gr schaute aus wie ein lleines Drautgernach in einem winzigen Hause. Tapeziert mit gelbem Atlas, seidene Fenster- oorbänge und Blumen an Den Scheiben. An Möbeln nur ein kleine« Sofa mit gestickten Dlu- men auf jedem Polster. Es war nicht möglich. Der Versuchung zu widerstehen und etwa nicht in die Kirche Hineinzuge he n. Die Trauung ging gerade zu Ende. 3n dem dunklen, feuchten Gotteshaus stand in geheimnisvoller Ferne, die irdischen Schritten kaum erreichbar schien, der Altar mit seinen hohen Wachskerzen wie ein brennender Weihnachtsbaum. Ein großer Mar- morengeL von den Kerzen milde beleuchtet, schwebte übet der Spitze de« Baumes, der keiner war. Die Orgel flüsterte und dröhnte. Da kam da« Hochzeitspaar feierlich und langsam durch Den Mittclgang. Wie gut. Da*» lie nicht schön war. die Braut. Das Pathos von Altarkerze und Orgel brach sich an dem frischen, derben Gesicht aus dem Volke und verlor sein Unheimliches. Der Bräutigam, blond und rosig, schritt verlegen einher. Er dachte: Jetzt bin ich verheiratet, aber es ist mir peinlich, das vor so viel Augen össentlich festgestelll zu sehen. Auf dem Wege zum AuSgang guckte er ingstlich links und recht« zu den großen, bunten Kirchensenstern empor, als fürchte er. daß sie. mit dem brausenden Orgclf.ang. gleich einer heiligen Karawane, den Hochzeitsgästen folgen möchten. Dor der K.rche schreckte er noch einmal ob der Menschen zusammen, die dod Spalier standen, während die Braut sicher und triumphierend die Treppen hinabstieg. An der Kutsche anqelangt. hätte er beinahe das Trittbrett verfehlt, wäre um ein Haar mit hocherhobenem HochzeitZbukett in Den Wagen hineingesallen. Die Braut lachte etwas ärgerlich und stützte ihn mit festem, sicherem Die Reihe von Derösfentlichungcn hervorragender Politiker des Auslandes zu brennenden Fragen der Tagespolitik setzen wir fort mit diesem Aussatz uncs Franzosen, der schon vor dem Kriege als Unterstaatssekretär, leit 1919 als Minister für Finanzen, später für Unterricht, verschiedenen Kabinetten her Hinten angchört hat und durch seinen Besuch in Berlin 1925, den ersten eines französischen Ministers in der Reichshauptstadt nach dem Kriege, viel von sich reden machte. Als Präsident der Senotskommission für russische Angelegenheiten machte er eine Studienreise durch das bolschewistische Rußland. Seine dort gesammelten Erfahrungen verleihen dem vorliegenden Aussatz, mag man sonst zu seinen Ausführungen stehen, wie man will, seine besondere Rote. D. Red. Die Tatsache, daß Asien heute nicht mehr an Europa glaubt, bildet den wahren Schlüssel zur Lösung des fernöstlichen P'u' lerne. Asien glaubt weder an die tatsächliche Ucbcrlcgen- Helt Europas in militärischer Hinsicht, noch an dessen zivilisatorische Mission. 9m Lichte dieser Erkenntnis müssen die westlichen Rationen ihre veralteten Auffassungen über die Beziehungen Europa» zu den ungezählten Millionen des fernen Osten» van Grund auf revidieren: Es wäre grenzenlos töricht, wurden wir die heutigen Vorgänge In China durch die Brille ociaangcner Zeiten betrachten. Das moderne China ist weniger mit Hilfe de» Einflusses Moskaus und der bolschewistischen Propaganda al» vielmehr durch den Weltkrieg und als Folge der überaus großen Enttäuschung entstanden, die der traurige, diesen Krieg beendigende Frieden auslöste. Die west- europäischen Rationen haben bisher mit ziemlichem Gleichmut die diplomatischen Schachzüge verfolgt, die im fernen Osten von der Moskauer Diplomatie gemacht wurden. Selbst Beobachter, welche die fernöstliche Lage gut zu kennen meinten, erklärten, daß es sich bei den Vorgängen in Asien nur um den alten Streit zwischen Rußland und England handele. Die Unrichtigkeit dieser Gedankengänge haben wir inzwischen leider am eigenen Leibe erfahren. Die europäischen Mächte sind nunmehr dahin übereingekommen, es müsse verhindert werden, daß die 400 Millionen Menschen, die China bevölkern, sich mit den 150 Millionen Bewohnern Rußlands verbünden, damit nicht der ferne Osten zu einem Stützpunkt und Bannerträger des Bolschewismus werde. Wir glauben, zu der Ueberzeugung gelangt zu fein, daß zur Durchführung eines erfolgreichen Widerstandes im fernen Osten gegen Rußland der chinesische Bauer nützlicher ist als der eng- lisch« Soldat. An positiven Maßnahmen haben wir indessen so gut wie nichts unternommen. Trotzdem ist das fernöstliche Problem eine weltpolitische Frage allerer st en Ranges: in Europa und nirgends anders muß die alte Welt fithüber ihre Asienpolitik entscheiden. Wir kennen den Plan der Moskauer Machthaber. Er läuft Darauf hinaus, Japan an Rußland zu ketten und dann China und Deutschland zum Eintritt in dasselbe Bündnis au veranlassen. Der augenblickliche Konflikt zwischen Japan und dem nationalistischen China braucht nicht unbedingt gleichbedeutend mit der Ausgabe derartiger Ge- Danfengänge zu sein. Ein solcher Pakt ist bereits zu verschiedenen Malen in dem bolschewistischen Organ „9|roeftla" behandelt worden. Er ist von feiten Japans nicht dementiert worden, und Dr. Stresemann scheint zum mindesten Kenntnis von ihm zu besitzen, obgleich mir natürlich unbekannt ist, ob er sich zustimmend ober ablehnend hierzu verhält. Für Frankreich ergibt sich aus dieser Konstellation die Forderung, daß zunächst ein Bündnis zwischen Japan und Großbritannien yerbeigeführt werden muß. Es ist uns unglücklicherweise unmöglich, die amerikanische Regie- r u n g zu veranlassen, ihr Gebiet der japanischen Einwanderung zu offnen. Japan muh daher seine Blicke aus da» asiatische Fe st land für eine Gelegenheit territorialer Expansion lenken, und es muß dort in die Lage versetzt werden, in einem Umfange festen Fuß zu fassen. Der es ihm gestattet, seine überschüssige Bevölkerung unterzubringen. Dies ist das erfte Problem, das gelöst werden muß und besten Lösung sich ja bereits durch das Vorgehen Japans in der Mandschurei oorzubereiten scheint. Zu gleicher Zeit ist es aber notwendig, Deutschland au der i h m gebührenden Rolle in Westeuropa^urückzuführen. Trotzdem es aus dem fernen Offen durch den Eintritt Jovans in den Krieg an der Seite der Alliierten ausgeschal- tet wurde, hat Deutschland doch keine Zeit verloren, um freundliche Beziehungen mit Japan einzuleiten, das auf der Seite seiner Feinde im Wellkriege stand und mit dem Frankreich ein Bündnis abzuschließen Griff. Er war ganz feuerrot geworden, als er sich setzte. Ich weiß nicht, warum, aber als die Pferde anzogen, muhte ich den beiden Glück wünschen in ihrer Verborgenheit, Ramenlosigkeit und Einfachheit. Sie waren die ewigen Hochzeiter, die jahrau«, jahrein, in tausend Städten zur Kirche gingen, und aus der Kirche kamen, um den ungewissen Gang ins Leben anzutreten. Als der Wagen am Ende Der langen Straße um die Ecke bog, schlossen sich die Kirchen türen, die Orgel schwieg. Es regnete leise. Die weihe Straße war wie mit Trauerpünktchen besprenkelt. In der Trambahn fuhr ich ein wenig aus der Stadt hinaus. In den Bächen raste der Frühling wie auf Rennmaschinen Heron. Die Aepfelbäume standen auf den weiten, braunen Wellen der Aecker wie schwarze Korallenriffe. Mir gegenüber faß eine einfache Frau. Sie hatte ein ganz kleines Kind auf dem Schoß. Die Hand des Kindes war weiß, ^art, wie durchsichtig, von einem ganz sanften Rot uberflammt. lieber diese Hand legten sich die fünf Finger der Frau wie fünf runzlige, in den Falten mit Erde durchsetzte Mohrrüben, groß, ungeschlacht, mit verstümmelten Nägeln, verarbeitet bis zu beinerner Härte. Ader unter diesen fünf dunkelroten schweren Fingern lag die Hand des Kindes wie eine Schnecke im Haus, geschützt, gebettet, gewärmt. Richts, sagte ich mir, wird über bie kleine, weiche, weiße Hand hereinbrechen, solange diese fünf Finger darüberliegen. Ein Klumpen Erde über einem Dlütenkeim. Ich werde die beiden Hände noch lange vor mir sehen wie ein großes ewiges Symbol. Im Theater gab es ein Lustspiel. Ich konnte nicht lachen, weil hinter mir für mich mitgelacht wurde. Zwei Mädchenstimmen begleiteten jeden Sog auf der Bühne, auch wenn er nur eine ganz kleine Pointe barg, mit hellen, jauchzenden Tonleitern. auf denen wahrhaftig kindliche Freuden stürmisch und sehnsüchtig empor und hinunter- kletterten. Es mar ein Lochen, als wirbelten hinter mir zwei Lerchen in die Lust, die den gemalten Himmel an der Decke für den richtigen, blauen Himmel hielten und den Kronleuchter für die Sonne. Die beiden Madels hotten offenbar noch nichts von der Well gesehen, hotten noch nichts erlebt, waren vielleicht aus einem kleinen Nachbarort in die StaDt gekommen und tranken nun jedes luftige Wort, als wäre es nur für ü« erfunden worden. gehasst hotte. Die Zeit allein wird die Hollung Deutschlands in einem Spiele zeigen, welche» zwar Mostou eingesödclt zu hoben behauptet, dessen w.rklicher Verlaus jedoch durch die Entwicklung der Tatsachen bedingt wurde. Ein Deutschland, dem man in Westeuropa Hindernisse bereitet, muß notwendigerweise nach Open blicken. Für Frankreich ergibt sich daher Die Aufgabe, den wahren Wert der oerfchiedenen diplomatischen Vor- flänge richtig emzufchotzen. um auf der einen Seite einer Selbstachtung genügen und auf der anderen Seite Sicherheiten |ur die Zukunft erhalten zu können. Unsere knnstige Politik sollte durch Die mittlere Linie unD durch Den Ausgleich, den wir in Den verschiedenartigen Beziehungen staden müssen, bestimmt werden In oll Du(en Fragen ist kein Prinzip von größerem Nutzen olv do» ollbekannte und oielerprodte „Do ut des". E» ist in seiner Anwendung ein wenig unangenehm, besonders wenn man es mit ehrgeizigen Tyrannen zu tun hat. wie fie Dir augenblicklichen Beherrscher Rußlands sind. Die Bcherrscher haben noch nicht ganz dos Ans- maß innerer Schwierigkeiten gefühlt, bei dem die Porteiideale den Notwendigkeiten Der nationalen EdstkNH des Landes zu weichen beginnen. Noch sind sie keineswegs geneigt, dem Nachbar, besten Hilfe sie für Die Aufrechterhaltung ihrer Wirtschaft gebrauchen, die notwendige Riickficht zu gewähren. Sie stehen noch unter Dem falschen EinDruck, Daß sie ihn um seine Hilfe angehen unD dennoch gleichzeitig feine Existenz bedrohen dürfen. Die Un- gewitzheit bezüg ich der Ha tun.] Rußlan. « un« gegenüber erklärt Frankreich- Zurückhaltung in bei Verhandlungen mit Diesem Lande. Die Hauptschwieriakcit liegt in Der Tatsache, daß die Bolfchewisten'ührer sich Da« Recht anmahrn, sich in die Angelegenheiten aller anderen Rationen einzumifchen, ganz gleich in welchem Teile Der Welt diese Rationen liegen. währcnD lie allen anderen Völkern es strengstens verbieten, sich um russische Angelegenheiten au kümmern unD sei eS auch nur in untergeordneten Fragen. Daß Die französisch- russischen VerhanDlungen noch nicht abgebrochen sind, edlärt sich nur aus dem Amstande. Daß Frankreich noch immer die trügerische Hoffnung hegt, Rußland werde zu seinem früheren Bündnisverträge zurückkehren. Der Augenblick ist jedoch nicht mehr fern, in dem es notwendig sein wird, in nicht mißzuverstehender W.ise den Vertretern der Sow'etregterung eine Alternative zu stellen. Die französisch-deutsche Annäherung wird den Zeitpunkt bestimmen, an dem diese Frage gestellt werden muß. Ich behaupte keineswegs, daß e« nicht auch ein innerchinesische« Problem zu lösen gibt, ein Problem, da« unabhängig von allen anderen sonstigen weltpolitischen Fragen besticht. Die Aufrechterhaltung normaler Beziehungen zwischen China und den Westmächte« wird aber vor allem davon adhängen, ob die europäischen Mächte unter s i ch zu einer Einigung gelangen. Korruption und zögernde Haltung JinD jedenfalls heute ein genau so wenig empfehlenswerte« diplomatische« System wie die längst überlebte Formel ,Div«de et impera". Llnfallmeldedienst im Lumdaial. Zu dem Artikel „WleseckerAutoomnlbus- Unglück" in Nr. 116 des „G. A." erhalten wir von Der Oberpo st Direktion Darmstadt folgende Zuschrift: In den Ortschaften de» Lumdatals sowie in den in Der Nähe Dieses Tales liegenden Ortschaften besteht UnfaUmelDeDlenfi. UnfollmelDegespräche und Unsallmeldetelegramme können im aUaemelnen jedoch nur bei Den Fernsprechoermittlungsstellen und bei den öffentlichen Fernsprechstellen aufgegeben werden. Teilnehmersprechstellen dürfen außerhalb der Dienst- stunden chrer Dermittlungsanstallen zu Unfallmelde- zwecken nur benutzt werden, wenn sie auf Grund besonderer Vereinbarung in den Unfallmeldedienst einbezogen worden sind (zu vergleichen „Vorbemerkungen" Im amtlichen Fernsprechduch für den Ober- postdirektionsbezirk Darmstadt unter Punkt 10). Im Ich dachte Darüber nach, was für eine Art von Mädchen das wohl sein müßten. Stammten sie aus einem besseren Hause, hätten sie nicht gewagt, so ungeniert zu lachen. Waren es Mädchen aus einfachen Kreisen, so wären sie laut herausgeplatzt. Merkwürdig, nichts von alledem war festzustellen. Das Lachen stieg zweistimmig weiter, wie ein Lied, empor in Die Luft. Gab es wirklich noch so frische, junge, unverbildete Naturkinder, reinen Her- Aens und reiner Sinne? Was mochten sie sonst treiben? Vielleicht konnte man sich in sie verlieben? Da kam die Pause. Ich drehte mich um und sah — zwei alle Jungfern, in schwarzen Kleidern, bis zum Halse fjejdjtoffen. Aermlich, kümmerlich, mit traurigen Gesichtern, als wäre der Vorhang ein Fallbeil gewesen. Ihr Lachen war ihre Lebensgeschichte. DerKampsmit dem Schwan der Pawlowa Das merkwürdige Schauspiel eines Schutzmann«, der erbittert mit einem großen Schwan kämpft, bot sich der großen Wenge von Passanten, Die eine« Abend« Die verkehrsreiche Londoner Straßenkreuzung von Golders Green überschreiten wollten. Der Verkehrsschuhmann, der hier postiert war, wurde plöh'.ich dadurch überrascht, daß ein Schwan mit tocitauBgeftrcdten Flügeln gegen die Gei- tungsdrähte Der Straßenbahn flog und Dann Dicht vor ihm -zu BoDen stürzte. Der Schupo wollte Da« .Verkehrshindernis" ausheben, aber der Schwan setzte sich zur Wehr, schlug Den Hüter Der OrD- nung mit seinen Flügeln unD schnappte nach ihm. Ein homerischer Kampf entspann sich, bis e« schließlich Dem Schuhmann gelang. Den Vogel unter seinen Arm au zwingen unD ihn unter Dem lauten Iubelrus Der Menge nach Dem Po- lizeiburcau zu schleppen. Das Ringen zwischen Mensch und Tier hatte Den Verkehr eine beträchtliche Zeit ausgehalten. Der Vogel war bereit« Den ganzen Rachmittag auf Dem UntergrunD* bahnhos Derumgelaufen; er suchte auch noch au« dem Polizeirevier zu entfliehen unD muhte schließlich in einen K^ig gesperrt toerDen. Rachforschungen ergaben. Daß Der Vogel aus Dem Garten bei der nahe gelegenen Wohnung der Pawlowa entflohen war. Die berühmte russische Tänzerin, die ja selbst al- .Schwan" so Unnachahmliche« leistet, hält m ihrem Gaden — vielleicht zu Studienzwecken — sieben Schwäne. unD das größte und kostbarste dieser Tiere war ihr schon feit Drei Wochen entflohen. und eine err Oderhessen Die Provinz ist auch an die ein Ziegenbock, eine Ziege. Awei Junglämmer eine Vogelsberger Fahrkuy. • Cidj. 1. Juni. 3n dem Bericht über die Oberhessen. L.. Greben. • Großen-Buseck, 1. Juni. Der Ziegen- Auchtverein Großen-Buseck beteiligte sich an dem Prämiierungsmarli am 29. Mai in Cid? mit sieben Ziegen und einem fünf Jahre alten Bock. Mit vier er st en und vier zweiten Preisen konnten die Züchter nach Hause kommen Zur D. C. ®. Leipzig kommen von hier übrigen ist an dem betreffenden Tage von dem Post, amt in Londorf ein Unfallmeldegespräch für ein vor- beifahrendes Auto ohne jede Verzögerung hergestellt worden Zur Aufklärung des Publikums wird fol- gendes bemerkt: Unfallmeldungen find Gespräche und Telegramme, die außerhalb der Dienststunden vermittelt werden, wenn sie bezwecken: in bringenden Fällen den Arzt, den Tierarzt, die Hebamme, andere Sanitätspcrst)' nen Kerbeizurufen oder zu befragen sowie Arznei- m.ttel zu beschaffen, geistlichen Beistand, Polizei, Feuerwehr usw. herbeizurusen. Die Unfallmeldun- gen sind bei der Vermittlungsstelle des Postamts oder der öffentlichen Sprechstelle aufzugeben. Die Teilnehmersprechstellen können außerhalb der Dienst- stunden ihrer Vermittlungsstelle zu Unsallmeldungen nur dann benutzt werden, wenn sie auf Grund besonderer L-reinbarung in den Unsallmeldedienst einbezogen worden sind. Weder die Telegraphenverwaltung noch die mit der Wahrnehmung betrauten Personen haften für den Schaden, der dadurch entsteht, daß die Unsallmeidung aus irgend einem Grunde nicht zustandekommt oder ihren Zweck verfehlt. Starkenburg. Feuer im Darmstädter Krankenhaus. Lpd. D a r m ft a t> t, 1. Juni. Am Freitagnachmtt- tag brach kurz nach 5.30 Uhr im städtischen Krankenhaus ein großer Dachstuhl- brand aus. Der Feuerherd war tn der sog. Lumpenkammer zu suchen, wo dort lagernde Gegenstände aus unbekannter Ursache in Brand geraten waren. Der Berufsseuerwehr gelang es nach halbstündiger Arbeit, mit mehreren Schlau leitungen des Brandes Herr zu werden. Unter den Insassen der Krankenhauses war naturgemäß eine sehr große Aufregung entstanden. Dor dem Krankenhaus und in den Rachbarstraßen hatten sich starke Menschenansammlungen gebildet, da die starke Rauchentwicklung ein Großfcuer vermuten ließ. Personen wurden Nicht verletzt. WEB. Darmstadt. 1. 3unt Als Rachfolger des verstorbenen Krei-feuerwehrin- spektors Schnell wurde der Obermeister der Schornsteinfegerinnung für Hessen. Hans Karpf inger, vom ÄrctSamt verpflichtet. Der neue Inspektor ist bereits seit langen Jahren aktiv bei bet Freiwilligen Feuerwehr, tätig. Preußen. Kreis Wetzlar. • Lützellinden. 31. Mai. Sin Trauer- zug. wie er selten hier zu verzeichnen ist. bewegte sick heute durch unseren Ort Es galt den infolge eineS Schlaganfalles plötzlich auS dem Leben geschiedenen 40 Jahre alten Ber- waltungSsekretär Karl Hölz zur letzten Buhe zu bestatten. Der Derstorbene war 20 Jahre laug beim Standesamt zu Gießen tätig und erfreute sich während dieser Zeit bet Sympathie weiter Kreise der Gießener Bürgerschaft. Rach Würdigung durch den Ortsgeist- lichen legte Bürgermeister Dr. Frey namens der Stadt Gießen am Grabe des Verstorbenen einen Kranz nieder, wobei die Verdienste des Verstorbenen als Beamter der Stadt Gießen — besonders während der KliegSjahre — Worte der Anerkennung fanden. Auch leiten- der Beamten und Angestellten der Stadt Gießen war eine Abordnung vertreten, die ebenfalls bei einer Kranzniederlegung die kollegialen Eigenschaften deS Verstorbenen würdigte. Hölz hinterläßt außer der Witwe ein kaum einjähriges Söhnchen. AuS dem Hüttenberg. 1. Juni. Die in der vorigen Woche eingetretene Preiserhöhung für fette L ch l a ch t f chwe i n e hat auch ein leichtes Anziehen der Ferkelpreise zur Folge g'.habt. Ferkel im Alter von 5 biS 6 Wochen koste, augenblicklich 14 bis 16 Mark. 6 bis 3 Wochen alte Tiere werden mit 16 biS 22 Mark bezahlt, während für ältere Ferkel und Läuferschweine entsprechend höhere Preise gefordert werden. Da intolge der Immer noch sehr niedrigen Preise für feite ÖäMDeine die Landwirte die Schweinezucht wegen Unrentabilität auf8 äußerste cinfafa inten, beliebt für Ferkel nur geringe Aachfraae. dagegen find fette Schweine zum Preise von 63 Pfennig pro Pfund Lebendgewicht besser gefragt, obwohl eS immer noch schwer fällt, für schwerere Schweine im Gewichte von 3 bis 4 Zentner einen Käufer zu finden. Auch in unserer Gegend gab eS manche Landwirte, die dadurch bessere Einnahmen zu erzielen hofften, daß fie ihre Schweine selbst schlachteten und daS Fleisch im Kleinverkauf absetzten. Durchweg haben aber dies« Leute schlechte Erfahrungen hiermit gemacht, da sie erstens einen großen Teil ihreS Schweines verborgen mutzten und auch nicht immer ihr Fleisch loS wurden. Oie Lahn-Staustufe Nassau fertig. WSA. Olaffau (Lahn), 31. Mai. Dieser Tage wurde die zum Projekt der Lahnkanalisierung gehörende Staustuffe Aassau erstmalig ganz gestaut. Durch die jetzt günstigen Wasserverhältnisse ist eS möglich geworden, den Fluh auf- und abwärts zu befahren, und es haben zwei Unternehmer die Gelegenheit benutzt. Bootsverleibbetriebe einzurichten. Die Rossauer Staustufe ist die erste an der Lahn, die vollständig fertiggestellt ist. Dagegen ist die Staustufe Dausenau noch weit zurück. Maingau. DSR. Oberursel, 1. Juni. Gestern vormittag versuchte ein in der Heilanstalt Hohemark untergebrachter Kranker sich von der Lokalbahn überfahren zu lassen. Er warf sich in der Nähe des Restaurants Waldlust vor einen Zug der Linie 24. Der Führer des Zuges bremste sofort scharf, konnte indessen nicht verhindern, daß der Lebensmüde eine Strecke mitgefchleift wurde. Mit erhebliche» Verletzungen wurde dieser der Heilanstalt wieder zugeführt. Prämiierung beim Ziegenmarkt mutz es heißen: Klasse 1, 2. Preis Gemeinde Großen- Duseck (nicht Alten-Buseck), und Klasse IV, einen 1. Preis Wilhelm Scheid III. (nicht Heinrich Scheid VII.) Großen-Buseck, was hiermit richtig- gestellt sei. "reis Friedberg. pb. Butzbach, 1. Juni. In der letzten Stadtverordneten-Sihung wurde zunächst an Stelle des ausgeschiebenen Stadtverordneten Dr Schmidt. Justizinspektvr Staubach als Stadtverordneter in sein Amt einge- wiefen. Sodann wurden die Voranschläge der Stadt, des Elektrizitäts- und des Wafserwerks sowie des Armenfonds beraten. Die Steuersätze bet ®emein'eumlap?n werden gegenüber dem Vorjahre nicht erhöht. Die Vetiammlung genehmigte den Voranschlag der Stadt, der in Einnahme und Ausgabe mit 493 630 Mark abschließt. Der Umlagebedarf nach Buten 61 wird auf 148 000 Mark festgesetzt. Aufgebracht sollen werden an Grundsteuer (unbebauter Grundbesitz) 7000 Mark, an Gebäu>esteuer 16 000 Marl, Sondergebäudesteuer 45 000 Mark und Gewerbesteuer 80 000 Mark. Weiterhin wird genehmigt der Voranschla g d es Elektrizitätswerks mit 224 000 Mark in Einnahme und Ausgabe. Der Strombezugspreis für Kleinabnehmer wird ab 1. Juni von 47 auf 45 Pfennig herabgesetzt. Ebenso wird der Voranschlag deS Wasserwerks mit 40 000 Mark genehmigt. Für Wassergroßabnehmer mit einem Verbrauch von mehr als 1000 Kubikmeter jährlich wird ab 1. Juni der Mehrverbrauch anstatt mit 40 Pf. nur mit 26 Pf. für das Kubikmeter berechnet. Gleichfalls werden der Voranschlag deS Armenfonds mit 14100 Mark, die vorn Forstamt aufgestellten Wirt» schastspläne über den Wald der Stadt und des Armenfonds für das Jahr 1929 genehmigt, kWeiterhin wird beschlossen das Grundstück Flur VIII Vr. 370= 1769 Quadratmeter (am Ober- ^berget Weg) zum Preise von 2 Mark für das Quadratmeter von Heinrich Steinhäuser VII 'zu kaufen. Die Kosten tragen je zur Hälfte Stadt und Verkäufer. Am Schlüsse der Sitzung gab dec Bürgermeister ein Dankschreiben des Ehrenbürgers Medizinalrat Dr. Vogt bekannt, weiterhin teilte et mit, daß er sich wegen Haltens des D 43 an die Hessische Regierung Darmstadt gewandt habe, und datz er einen Antrag bei der Hessischen Regierung wegen Bewilligung von Mitteln für den Kleinwohnungsbau eingereicht habe. ch Münzenberg, 1. Juni. Einen Festtag besonderer Art hatte bei dichtgefülltem Gotteshaus am ersten Pfingsttag uysere Gemeinde. Galt es doch die neugegoffenc Glocke einzu- weihen. Eine Ehre war es für die Gemeinde, daß Prälat 1). Dr. D i e h t zu dieser Feier in ei er Ansprache die Grüße der obersten Kirchenbehörde überbrachte. Die Weihehandlung und Festpredigt hatte ihm selbst und unsrer Gemeinde Aur Freude unser bisheriger Ortsgeistlicher, Pfarrer B e y r i ch. übernommen. Die Feier wurde verschönt durch das kunstvolle Spiel unsres Organisten. LehrerS Wagner, durch vorzüglich vorgetragene Chöre des Mannergesangvereins und die freundliche Mitwirlung des Posaunen- chorS Gambach. Besonders feierlich war es, als nach dem Weihespruch die Glocken zuerst einzeln, dann vereint erklangen und alsbald mit dem Glockengeläute von der Gemeinde das im Wechsel mit den sog. drei Heiligfängen nach altem Mün- Aenbctger Brauch angestimmte evangelische Te- Dcum gesungen wurde Die Feier machte auf die Teilnehmer einen tiefen Eindruck. — In der Rachversammlung schilderte Pfarrer Kornmann. Frankfurt a. M., die Bedeutung der neuen Glocke gerade alS Heimatglocke. Ginzel- aesang und GedtchtvortrSge einiger Mitglieder des Mädchenvereins halfen die Gedanken des VortragS zu unterstreichen Auch Pfarrer K ö d - ding, Eberstadt, ctgrtff das Wort. Mit Dank für alles. waS diese beiden Feiern zu Feststunden gemacht hat. schloß die Rachversammmng. Kreis Büdingen. v Echzell. 1. Juni. Unser alter Polizei- blencr Werner, der 47 Jahre in treuen Diensten der Gemeinde gestanden hat und im vergangenen Jahre tn den wohlverdienten Ruhestand trat, feierte dieser Tage seinen 8 1. Geburtstag. DaS greife Geburtstagskind hat den Krieg 1870/71 von An ang bis Ende mit» gemacht und iit geistig noch recht rege, wenn auch fein körperlicher Zustand manches zu toün- fchen übrig läßt. Kreis Schollen. einer verhältnismäßig ganz geringfügigen Steuer herangejogen werden können. — Die noch ausstehende Festsetzung der Gemeinde- fteuerausschläge für den Voranschlag 1 9 2 8, welche seither noch nicht oorgenommen wer. den konnte, weil die neuen SteuerfapitoHen noch nicht feststanden, wurde wie folgt erledigt: (Es »erben erhoben 21 Pf. auf je 10O Mk. Steuerwert der Gebäude und Bauplätze. 42 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwerk des land- und forftroirtfdjahiid) genügten Grundbesitzes, 90 Pf. auf je 100 Mk. Steuer- wert des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals, 90 Pf. auf je 1 Mk. des staatlichen Gewerbe- ertragssteuervorsolls vom Rechnungsjahr 1928, 34,9 Proz. des staatlichen Sondersteueroorjolls von 1928. — Ein Gesuch des Postamts Alsfeld um Anbringung einer Richtlampe an dem neuen Stadtviertel in der Rambach, weil dort mehrere Postbeamte wohnen, die Nachtdienst haben, wird im Hinblick auf die bei Genehmigung des An- trags sich ergebenden allgemeinen Konsequenzen ab- gelehnt In dem Rechtsstreit mit der ijirma Sondermann & Bücking, den diese gegen die Stadt Alsfeld wegen einer Forderung von 657 Mk. Angestrengt hat, wird beschlossen, den Pro- zeß aufzunehmen und die Bürgermeisterei zur Jüh- rung des Rechtsstreits ermächtigt. Die Stadtverwaltung steht auf dem Standpunkt, daß die erhobene Forderung unberechtigt ist. — 3tr omlief e- | rungeoertrag mit dem Ueberlanb- 9 Schotten, 1. Juni. Die Bürgermeister des Kreises Schotten hielten unter ihrem Vorsitzenden Bürgermeister Menget im Rat- haussaal ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Man gedachte in Treue der verstorbenen Kollegen Roth. Glashütten, I m m e 11. | Freienseen. Winecker. Vokkartshatn Darauf * Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 3. Juni, von 19,30 bis 22 Alfa: Jonny spielt auf. Montag. 4., von 19 bis gegen 22,30 Alfa: 5>;e Macht des Schicksals. Dlenstag. 5.. von 19,30 bis nach 22 Alfa: Madame Butterfly. Mittwoch. 6., von 19 biS nach 22 Albt: Manon. Donnerstag. 7.. von 19.30 bis 22,30 Alfa: Don Juan. Freitag, 8., von 19,30 bis nach 22,30 Uhr. Der Zigeuner- baron. Samstag, 9., von 19,30 bis 22,15 Uhr: Der fliegende Holiändcr. Sonntag. 10., von 15 biS 17,30 Alfa: R goletto: von 19,30 bis nach 22 Alfa: Der Troubadour. Montag, 11.. von 19,30 biS 22 Alfa: Martha. — Schauspielhaus. Sonnlaa. 3. Juni, von 20 bis gegen 23 Alfa: Die heilige Johanna. Montag. 4., von 20 bis gege.i 23 Alfa: 3. Gnsemble- Dastfpial Elisabeth Bergnot. Wie es Such gefällt. Dienstag. 5.. von 13.30 biS 21,30 Iftc i Ensemble-Gastspiel Elisabeth Dergner MrS. Eho- neys Ende! von 22 bis gegen 23,30 Uhr. Dor- tragS-Abend Slisabcch ‘Sorgner: Fräulein Else. Mittwoch. 6., von 20 biS 22,30 Albt: Treibjagd. Donnnerstag. 7. von 20 biS 23 Albt: Otyellp. Freitag. 8.. von 20 biS 23 Alht: Retdhardt von Gneiferiau. SamStag. 9.. von 20 biS 22,30 Alfa: Treibjaad. Sonntag. 10., von 19,30 biS 2130 Ufa: Vinzenz Fett-nilch Montag. 11.. von 20 biS 22.30 Alfa: Treibjagd. Berliner Börse. Berlin, 2.Juni. (WTB. Funkspruch.) Nachdem Neuyork gestern gegen Schluß schwächer geworden war, glaubt man für heute bet den Banken an keine großen Veränderungen. Das Geschäft Ist bi» jetzt noch sehr Hein, ein fester Grundton ist unverkennbar, die letzten Kurse sind gut behauptet. Am Devisenmarkt nennt man Pans 124,02, Mailand 92,67 br< 92,69. Spanien 29,2205, Amsterdam 1209,30, bar Sfunb 4 <<88,38, den Dollar 4,1768, Pen 47F0. Stadtverwaltung herangetreten mit der Anregung, an Stelle des seitherigen Großabnehmerstromtarifs den neuen Grundgebühr- und Lrbeitstarif einzu- führen. Wie der Borsitzende dazu ausführt, hat die Durchrechnung des neuen Tarifs keine besondere finanzielle Besserstellung für die Stadt ergeben, ledoch hält man die' Einführung des neuen Tarifs aus wirtschaftlichen Gründen für geboten, namentlich, um eine zu hohe Spitzenbelastung zu verhindern. Der neue Gebührentarif sieht für die Stadt bei einer jährlichen Mindestabnahme von 200 000 Kilowattstunden eine monatliche Gebühr von fünf Mark für jede Kilowattstunde nach dem Hochstlast anzeiger und einen Arbeitspreis von 5 Pf. für jede verbrauchte Kilowattstunde als Großabnehmer vor. 9m ganzen betrug die Stromabnahme der Stadt im Rechnungsjahr 1927 403 000 Kilowattstunden. Der neue Stromtarif wurde nach längerer Aussprache angenommen. Für die Stromoerbraucher in der Stadt bleibt der seitherige Stromtarif bis auf weiteres bestehen, da man vorerst die Erfahrungen über die finanzielle Auswirkung des neuen Tarifs in der ganzen Provinz Oberheffen abwarten will. Bei dieser Gelegenheit fand auch eine allgemeine Aussprache über die Höhe der Strompreije der Stabt statt. 9m Anschluß an diese wurde beschloßen, daß bei der nächstjährigen Aufstellung des Boran- schlag- geprüft werden soll, ob eine Herabsetzung der Strompreise möglich ift Unter Mitteilun. gen wurde am Schlüße der Sitzung betannfge- geben, daß der Beschluß des Kreistages, wonach künftig die Gemeinden, statt seither */« nunmehr */« zu den Kosten der Unterbringung der Geistes- kranken beizutragen haben, für die Stabt eine jährliche Mehrbelastung von 3500 Mk. bebrütet. Infolge der vom Kreistag beschlossenen Herabsetzung des für die Sozialrentner vorgesehenen Betrages um die Hälfte muß eine Kürzung der Zuschläge für die Sozialrentcnempfänger cintretca. — In der alsdann sich anschließenden nichtöffentlichen Sitzung wurde der oorgelegte Ueberleitungsplan für die städtischen Beamten nach dem neuen hessischen Be- soldungsgesctz nach den staatlichen Sätzen und in Ucbereinftimmung mit dem vom Hessischen Landge- melnbetag und der Gewerkschaft der hessischen Gemeindebeamten aufgestellten Ueberteltungsplan gc- nehmigt. <5 Kirtorf, 1.9uni. Durch die kalte Witterung des Monats Mai mit verursacht, Ist bei zahlreichen Kindern des vor- und schulpflichtigen Alters hier der Keuchhusten ausgebrochen. Das wärmere Wetter der letzten Tage hat die oft zum Brechen reizenden Hustenanfälle erheblich gemildert. — Bohnen und Gurken sind nun fast drei Wochen in die Erde gelegt, die durch den Regen sehr verkrustet ist: die Keime können bei der Trockenheit, der Kälte und der Erdkruste nur schwer herauskommen. Die in letzter Woche gelegten Bohnen und Gurken sind allenthalben gut gekeimt und teilweise schon aufgegangen. <5 Dannenrod, 1. Juni. Unsere Ortsstraße ist durch die ProvinzialstraßenoerwaUung mit einem neuen Wegweiser, an dem Anwesen des Karl Jakob II., versehen worden. Hiermit ist der Wunsch vieler Fremden erfüllt, die dadurch ein Erfragen des Weges erspart haben. Besonders viele Autofahrer, die die Strecke nach Marburg zu fahren, werden durch das Fehlen des zweiten Wegweisers, der die Richtung Schweinsberg, Niederklein, Lehrbach, Appenrod und Homberg anzeigen mühte, auf den Weg nach Lehrbach und Niederklein gebracht und müssen umkehren. Die Anwohner der Straße werden oft um Auskunft gefragt, so daß es ein dringendes Erfordernis wäre, den früher bereits oorgeschlagenen Wegweiser noch zu errichten. (I) Windbausen, 1. Juni. Nachdem da- hiesige Kirchspiel von Weihnachten bis Pfingsten verwaist war, hielt am 1. Psingstfeiertag Pfarrer D u r st seine Antrittspredigt. DaS Gotteshaus war sehr schön geschmückt und bis auf den letzten Platz besetzt. Der hiesige Frauenchor und der Männergesangverein trugen je ein Pfingstlied vor und trugen' wesentlich zur Verschönerung des feierlichen Festgottesdienstes bei. 3m benachbarten Groß-Felda sang ebenfalls der dortige Männergesangverein. Auch dort war daS geräumige Gotteshaus biS auf den letzten Platz beseht. (!) Groß-Felda, 1. Juni. Dieser Tage hielt der hiesige Kriegerverein sein diesjährige- Preisscheibenschießen ab. Den Be- mübungen des 1. Vorsitzenden Dr. Hern war eS gelungen, eine Abteilung der Gießener Regi- mentSmusik zu gewinnen. Ihr schneidige- Spiel hat hier allenthalten sehr gut gefallen. Von nah und fern waren die besten Schützen herbeigeeilt und wetteiferten um die sehr schönen Preise. Die drei besten Schützen des Tages waren: 1. Heinrich Scharmann, Groh-Felda, 2. Ernst Schuch a r d t, Windhausen, 3. Heinrich R o h r g a ß, Groß-Felda. 3m gangen waren 28 Preise vorgesehen. Der 1. Preis war ein Hack- und Häufelpflug. •er. Homberg a. d. Ohm, 1. Juni. Schon im Laufe des Donnerstagnachmittags hatte bi« Musi- kantengilbe Darmstadt, eine für die Pflege echter Bolksmuflk bahnbrechende Bereinigung, unter Leitung des Herrn S i m o n i an einigen Stellen in der Stabt ihre weltliche Musik erklingen lasten, die auf eine gute Schulung und einen vortrefflichen Vortrag zeigte. Die Klangwirkung mußte um so mehr auffallen, da der kleine Chor nur aus 6 Damen und 8 Herren bestand. Den Glanzpunkt der Leistungen bildete die geistliche Abendmusik in unserer Stadtkirche. Rach einem Präludium für di« Orgel von Joh Seb. Bach fang die Gemeinde unter Orgclbegleitung die erste Strophe des bekannten Pfingstliedes „D, heiliger Geist, kehr bei uns ein", und anschließend der Chor dieselbe Strophe nach Auffastung seines bewährten Dirigenten Hierbei zeigte sich die hohe Stufe seines Könnens in tech- nifcher Beziehung. Das Kyrie Eleison, einer Messe entnommen, wurde sehr zart und gefühlvoll zum Ausdruck gebracht. In einer schönen Motette kam besonders der harmonische Ausgleich des Chores zum Ausdruck. Nachdem die Orgel bann bas Prä- ludinm zu ,Komm' heiliger Geist, Herre ®otr zum Dortraa gebracht hatte, setzte ber Chor mit ber gleichen Choralmotette ein, die durch Frische des Bor- trags, sowie reich« Klangfülle gekennzeichnet mar. Das Präludium und Fuge für bie Orgel stellte an die Technik des Spielenden, auch in ber Verwendung ber oerfchiebenen Register hohe Anforderun- gen; dos Leitmotiv war sorgfältig herousgearbeitet. Dann folgte bie gregorianische Weise „Run bitten wir den heiligen Geist", die mit einem prächtigen, weichen Unisono einfetzte und in einem drei-, vier-, sogar fünfstimmigen Sätzen oerschlebener Meister tpichcrgegiben wurde Der trefflich geschulte und mit Geschick geleitete Chor zeigte sich auch hierin durch- aus auf ber Höhe Rach einem weiteren kurzen Prälubium folgte der Schlußchor .Horch auf, Bruder und lausche", der die Abendandacht würdig ab- schloß. Die Veranstaltung war gut besucht, und bie Zuhörer dürften mit dem Gebotenen sehr Alfrieden gewesen fein. [hielt LandgerichtSrat Wodaege, Gießen, der Referent für Standesamlswelcn am Landgericht einen sehr interessanten, frischen Vortrag über die schwierige, trockene Materie der Führung der StandeSarntSregister. Großen Beifall fand der Vortrag an den sich eine eingehende Aussprache ansck-loß. Bürgermeister Alexander, Gonsenheim, der Vorsitzende des Hest. LandgemeindetagS erstattete Bericht über die Tätigkeit des VerbandeS und über die wichtigsten 'chwcbenden gemeindlichen Fragen. Die Versammlung beteiligte sich lebhaft an der folgenden Aussprache. Sie wehrte sich dagegen, daß man die Gemeinde mit neuen Alnkosten (Rahrungs- mittelfontrolle, Eintreibung der Baugebühren durch die Gemeinden u. ögL m.) belasten wolle 3m 3uli soll in Allrichstein eine weitere Versammlung statlfinden. Mehrere Bürgermeister, die über 25 3ahre im Dienst sind, wurden durch Verleihung von Ehrenbriesen ausgezeichnet. 3n der Krone vereinigte man sich zu einem Sssen, bei dem manche Rede gewechselt wurde. —§ Schotten, 1. Juni. Der diesjährige Pra° miierungsmartt ber Stabt wurde in einem Umfang abgehatten, wie ihn die Stabt noch nie gcjehen hat. Der Diehauftrieb, besonders Vogelsberger Vieh, das zur Prämiierung kam, war ungeheuer. Man konnte den Fortschritt in ber Vogels- berger Viehzucht deutlich erkennen. Etwa 1600 Mark bat die Stadt an Prämien für das Vieh verteilt. Der Kreisdirektor, Geh. Rat Boeckmann, Defo- nomierat Wagner vom Landwirtschaftskommer- ausschuß Oberhessen und Bürgermeister Menge! gaben in Ansprachen ihrer Freude über den Auf- schwung der Viehzucht Ausdruck. Diele Marktbe- sucher nahmen Gelegenheit, die Gewerbeausstellung in der Turnhalle zu besuchen, die allseitig bewundert wurde. Auch der Minister für Arbeit und Wirtschaft, Ko re II, stattete in Begleitung von Mini- ftcrialrat KIumpp der Ausstellung seinen Besuch ab und sprach sich sehr lobend über das Gebotene aus. Er stellte ein Stipendium aus Staatsmitteln in Aussicht, durch das es begabten jungen Leuten aus dem Handwerkerstand des Dogeisberges ermöglicht werden solle, sich im Beruf besser auszubilden. Auch Provinzialdirektor G . a e f ehrte die Ausstellung durch feinen Besuch. Im Rahmen dieser Schau fand im neuhergerichteten Singfaal der Turnhalle ein Hausfrauennachmittag statt, der glän- zend verlief Mehrere hiesige Firmen ließen durch hübsche Madels reizvolle neueste Moden vorführen. Kaffee und Kuchen war von hiesigen Geschäftsleuten gespendet worden. Die Operettensängerin Frl. Hanny Schantz, die jetzt an das Landestheater Darm- ftnbt verpflichtet wurde, fang mit ihrer außerordentlich schönen, klangvollen hohen Sopranftimme Lieder von Strauß, Puccini u. a. Auch eine Altistin, Frl. Horch, entzückte mit passenden Liedern. Rezitationen von den Herren Engler und B i o n b i n o, der in unübertrefflicher Form den Conferencier spielte, umrahmten die Dorträge. Bürgermeister Menge! gab das Resultat der Volksabstimmung beim Schaufensterwettbewerb bekannt, und s'»-ach Dankesworte an alle Mitwirkende. Alles in allem war die G e w e r b e f ch a u ein großer Erfolg für das einheimische Gewerbe. Heute rüstet Schotten für das große Motorradrennen, das den Abschluß bei; Schottener Pfingstwoche bildet. e Allrich stein, 31. Mai. Anläßlich d«S Motorradrennen- „Rund um Schotten", am 3. Juni, wird das Postamt in Allrichstein Fahrgelegenheit mit dem Personenkraftwagen zwischen Allrichstein und der Rennbahn, Haltestelle Poppenstruth, einrichten. Bei hinreichender Beteiligung erste Abfahrt 10.50 Alfa, letz'.« Abfahrt 11.30 Alfa ab Dost-Kraft- Wagenhalle Allrichstein. Rück'ahrt ab Poppen- struih 17.05 Alfa, so daß der Anschluß an die Personcnkraftpost Allrichstein—Mücke erreicht wird. Kreis Lauterbach. —Lauterbach, 1. Juni. Der wertvolle Münz - und Altertumsfund, der bei den Ausschachtungsarbeiten zum neuen Spur- lassengebäude gemacht wurde, umfaßt nach genauer Zählung auf dem Kreisamt 1606 Silbermünzen und 15 Goldmünzen und wiegt 23 Pfund. Der Schatz wurde nunmehr der Eigentümerin, Sparkasse Lauterbach, übergeben und in der Kasse sicher verwahrt. Der Altertumskenner Professor A n t h e s - Darmstadt wird heute oder morgen zwecks Besichtigung des Fundes hier erwartet. Kreis rllsfeld. fr?* Alsfeld, 1. Juni. Aus ber Stabtoor- ftandssitzung. Gegen bie für das Rechnungsjahr 1928 vorgenommene Einschätzung des Wassergeldes sind nur wenige Einsprüche erhoben worden. Die erhobenen Elnsprücye werden gemäß den Vorschlägen der Finanzkommission für begründet erklärt und beschlossen, daß bei der Auf- ftcllung des nächstjährigen Voranschlags geprüft werden soll, ob und inwieweit ein Abbau des leit- her zur Erhebung gelangenben 50proz. Waffer- geldzuschlags möglich ist. Der Dorsitzenbe bemerkt dazu, daß ber sich baraus ergebende Einnahme- ausfall wieder anderweitig aufgebracht und auf die Umlagen gelegt werden müsse. — Die Veranlagung zu der Filia! st euer für das Rechnung siakr 1927 soll auf Grund der von den betreffenden Gewerbetreibendn geleisteten Vorauszahlung für die vorläufige Gewerbesteuer erfolgen. Dabei kommt allgemein das Bedauern zum Ausdruck, daß die Filialbetriebe nur mit Für die bevorstehenden Feste unterhalte ich ein außergewöhnlich großes Lager in entzückenden Kleidern für eines jeden Geschmack und in jeder Preislage Nächste i gso Sehr großes Lager in Kleiderstoffen, Samt u. Seide, nur erstklassige Qualitätswaren zu wirklich billigen Preisen J. Pfeffer ■ Marktplatz 6 Spezialhaus für Damenbekleidung 54811 nung rocrbcn die für den 9iruL.au eine» HcfniiütllinrfHIHn. Fasclstattk» i» Ettingshausen ersorber- 111111 •11111 »H11,1 H* lichcn Arbeiten und Lieferungen im össent- mit IL___ Kar0,s*»bi zubrinqen. 6481D Liste mit Vollkammbändern, 1 alte Woll- abgcündert worden. 6450V 2 Q 18/26 BESCHLUSS 1 1 Touren): Motor Motoren Motor Motoren 1 2 Gießen, den 24. Mai 1928. LrcrSamt Gießen. J.B.: vr. Heß. 940 1 Die Stadt Gießen beabsichtigt zwecks Versorgung der Gemeinde Wiefeck einige B e h e n d nur passen ein 5Z76V ' F.Ad.MQllerSOhne.Wleilad* tu Gleiten. DnliersitiU-Anfienkllnll am 11. u. 12. Juni 1928 Eisu-£|i:BettenKb" cUhimifritzen, günst'g en Private. Kata oi: 5f5 Irci F.lsrninrtbellnbrik Nn'il iThürlnt'.i. Betgeünng von Bouaröelte a. Auf Grund der ReichSverdingungSord- Kleider aus Vollvolle In modernsten Mustern Kleider a. Waschseide Inaparten Tupfenmustern Kleider aus K'Seide, aparte Blumenmuster 390 Vergebung von Vauarbetten Die Erd-. Maurer-. S einbauer-. Zimmer-. Loen«,lec- und Dachdeckerarbeiien sowie bir SieincifenbeJen de» neuen kaidolifchen PiarrhauseS sollen oerge en werden. IHnnc, ÄnneuotefounulQre und Bebln- flimncn liegen tm Vfarrhaule. Lieblgiir. 26> osten. 54741) Die «nnrboie flnb bi» zum 1L 3unt 1928 17 Uür. einzureii en vei dem Katholischen Kirchenvorstand Gießen. kammaschine unb eine Partie alte» Eilen. Zusammenkunft an der Eifenbahnbrücke nadp Romrod. Alsfeld, den 31. Mm 1928. Rhein, Bollz.-Beamter. 1% PS sowie eisernen Aasfenjchrank, 1 Lunrpenreißer, Kleider ».Waschseide b.Gr.52 in hell.u bedeckt. Färb. 1250 Nachstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 1. Juni 1928. Der Oberbürgermeister. I. B.: vr.Hamm. Bekanntinachung. Betr.: Ferngasleitung Gießen—Wiefeck. Gießen, den 24. Mai 1928. 5450V I Gießen, den 30. Mai 1928. Hessische» Amtsgericht. | Hessisches Amtsgericht. Betauutniachuttg. Durch Beschluß dee BorftondeS der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gehören zum Ar- beitSaml Gießen folgende Kreise: Gießen Stadt, Gießen Land, Alsfeld, Schotten, Büdingen und Teile von folgenden Kreisen Friedberg und Lauterbach. Gemäß den §{j 6 uhb 223 beS Gesetze» über ArbeitSvcrmitUung und Arbeitslosenversicherung ist ein BerwaltungSauSschuß des Arbeitsamts zu bilden. Der Berwal- tungsauSschuß deS LandeSarbeitSamteS bat die Zahl der Beisitzer de» Arbeitsamts Gießen für jede der drei Gruppen (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, öffentliche Körperschaften) gemäß § 6 Abs. 1 Sav 4 deS genannten Gesetze» auf 7 festgesetzt. Ich fordere diejenigen wirtschaftlichen Bereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, deren Tätigkeit für den Bezirk de» Arbeitsamtes Bedeutung hat und die Anspruch auf Vertretung im VcrwaltungS- auSschuß erheben, auf bis zum 14. Juni 1928 Vorschlagslisten für die Beisitzer und deren Stellvertreter an das Lande s- ardeitsamt in Frankfurt am Main, Moltke- allec 22—24, einzureichen. Soweit mehrere Vorschlagslisten für eine Gruppe zu erwarten sind, also keine Einheitsliste vorliegt, haben die Arbeitgebervereinigungen die Zahl der von ihren Mitgliedern im Arbcitsamtsbezirk beschäftigten Arbeitnelinier. die Arbeitnehmervereimgungen die Zahl ihrer Mitglieder im ArbeitSamts- oezirk onzugcben. 5499 D Legen der Bestellung der Vertreter der öffentlichen Körperschaften im Berwal- tungsauSschuß deS LandeSarbeitSamteS bin ich an die beteiligten obersten Landes- bebörden herangetreten. Frankfurt a. M., den 29. Mai 1928. Der Präsident deS LandcsarbeitsamtS Hessen, gez. vr. h. c. Engler. 5495 D 35 PS I komplett 7% PS /mit Anlasser 2 PS Swangroerfteigerung V Freitag, den 29. Juni 1928, vormittags 9 Uhr, wird durch do» Amtsgericht Gießen, Zimmer 109, da» im Grundbuch von Gießen dem Julius Jakob m Gießen zugeschriebene Anwesen Neuenweg 8 unb 10 Flur 1 Nr. 172 •=• 338 qm Ho freite Flur 1 Nr. 173 — 38 qm Grabgartcn geschätzt auf 46822 Reichsmark, versteigert. Die amtsgenchtliche Verfügung ist zur Einsicht an der Ortstafel, Bergstraße 20, auSgehängt. 44 3D Gießen, den 27. April 1928. I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, LrtsgerichtSvorsteher. Kleider aus Waschseide In geblümt. u. gestr. Stoffen 5" Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 1. Impftermin: Dienstag, 5. Juni, nachmittags 14 bis 15 Uhr; Nachschautcrmin: Dienstag, 12. Juni, nachmittags 15 bis 16 Ubr. 2. Impftermin: Dienstag, 12. Juni, nachmittags 14 bis 15 Uhr: Nachschautermin : Dienstag, 19. Juni, nachmittag» 15 bis 16 Uhr. 3. Impftermin: Dienstag, 19. Juni, nachmittag» 14 bis 15 Uhr: Nachschautermin: Dienstag, 26. Juni, nachmittags 15 bi» 16 Uhr. Jmpflokal ist die Turnhalle der Schillerschule, Schillcrstraß« 8. Zu diesen Terminen können alle in 1927 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht routbc, vor- ?estellt werben. In 1928 geborene Kinder önncn in diesen Terminen nicht geimpft werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder au» Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zu- gelassen. 5459 B Gießen, den 31. Mai 1928. Ter Oberbürgermeister I. B.: vr.Freh. Zwangs-Versteigerung. Freitag, den 8. Juni b. I»., norm. 11 Uhr versteigere ich gegen Barzahlung folgende, wenig gebrauchte Bergmann-Drehstrom motoren (220 : 380 Bolt Spannung unb Steinkohlengas eine Gasfernleitung von dem Gaswerk der Stadt Gießen nach Wiefeck anzulcgen. Die Leitung führt vom Städtischen Gaswerk durch die Lstanlage, kreuzt am Walltor die Ostanlage und Marburger Straße, steht dann die Marburger Straße entlang bis zum Wiesecker Weg und wird im südöstlichen Bürgersteig de» Wiefecker Wegs bis zur Gemarkungsgrenze weitergeführt. Pläne unb Beschreibungen liegen während einer Woche vom Erscheinen dieser Bekanntmachung ab auf der Registratur deS unterzeichneten KreiSamts zur Einsichtnahme offen. Etwaige Einwendungen gegen da» Unternehmen sind während der OffcnlegungSfrist oder innerhalb einer Woche nach ihr bei dem Kreisamt schriftlich unter Angabe der Gründe vor- Beschluß. Der Kriegsbeschädigte Willi Daniel, geb. am 9. Juli 1895, wird wegen Trunksucht entmündigt Die Kosten des Verfahrens fallen dem Entmündigten zur Last. Gießen, den 22. Mai 1928. 5460V Hessische» Amtsgericht. Beschluß. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Offenbacher Leder- warenvertricb I. Kann in Vließen wird nach Abhaltung de» Schlußtermin» aufgehoben. 1. Erd- und Maurerarbeiten (60 cbm Erdaushub, 170 cbm Bruchstein-, 89 cbm Ringofcnstcin-, 12 cbm Schwemmstein- mauerwerk, 80 qm Stallböden, 90 qm Decke, 35 qm Eisenbetonwände). 2. Lirin- hauerarbciten (3 cbm Kunststeine). 3. Eiscnlieferung (4200 kg). 4. Zimmer- arbeiten (16 cbm Holz, 830 m Verzimmerung). .5. Grobschlosserarbeiten f 130 kg Anker und Schrauben). 6. Dachdecker- arbeiten (270 qm Ziegeldach). 7. Lpeng- lerarbeiten (27 m Landein, 20 m Abfall- rohre). 8. Glaserarbeiten (8 qm eiserne Fenster verg!.). 9. Weißbinderarbeiten (260 qm Wand- und Deckenputz, 55 qm Oelfarbe). 10. Lchreinerarbeiten (10 Türen, 1 Scheuneutor). 11. Lchlosscrarbei- ten (10 Türen unb 1 Tor anschlagen, 9 am eiserne Fenster). 12. Beleuchtung»- arftage (5 Brennstellen). 13. Jemeatwhr» liefernng (14 m 30 cm l. W.). Angebotsvorbrucke werden von Dienstag, den 5. ds. Mto., ab auf unserem Amte, Stephanstraße 18 (Zimmer 4) abgegeben; Zeichnungen unb Bedingungen fmb dort einzusehen. 5484 D Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Freitag, den 15. Juni d». I»., vor- mittags 11 Uhr, bei un» einzureichen. Zum EröfsnungStermin haben die Bieter Zutritt. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 1. Juni 1928. Hess, tzochbauamt Gießen. Berth. MpiraMsläta lilolattiemyiiSalilm Blech- und Kotflügelarbeiten Lieferant von kompletten Liefer- und Personenwagen 54230 Otto Faber Mühletrahe 22 / Telephon 1096 Karoeeeriewerke z Fahrt enge Bekanntmachnug. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 25. Mai 1928 bei der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Gießen, folgende» eingetragen: DaS stcllverttetende BorstandSmitglied Gustav König, Bankdirektor in Gießen, ist durch Tod aus dem Borstand auSgcschiedcn. Zum stellvertretenden Borslandsmitglied ist Rechtsanwalt Dr. Eugen Maurer in Frankfurt a. M. bestellt. Durch Beschlüsse der Generalversammlung vom 13. bzw. 19. März 1928 sind t 29 der Satzung (Akticnhintcrlcgung zwecks Teilnahme an der Generalversamnrlung) sowie § 23 Absatz 1 (AufsichtSralSprotokoN) spiele: Kleider aus Rohseide, moderne Westenform 1^50 ichcn Arbeiten lichen Wettbewerb ausgeschneben: iM-iM 3n Sache« der Optische« werke E. Leitz in Wetzlar gegen Antragstellerin, die Sirma LN. He«soldt «. SSHrre in Wetzlar wird im Dege der einstweiligen Verfügung gemäß H 1, 4 Gesetz betr. den Schuh von Gevrauchsmustem vom 1. 6. 1891,1, 3,13, Ges. v. 7. 6. 09, 823 BGÄ in Verbindung mit tzb 25 Gesetz vom 7. 6. 09 und 940, 91 ZPO angeordnet: 1. Der Antragsgegnerin wird bei Meldung vom Gericht jeweils bei jedem üebertretungsfall festzusehender Geld- oder Saststrafen verboten, in schriftlichen und mündlichen Mitteilungen und Bekanntmachungen, die für einen größeren personenkreis bestimmt sind, zu behaupten ober zu verbreiten, daß ihre Epidiaskope sSildwerferj patentrechtlich geschuht seien, und fle als la zu bezeichnen, daß ste in Herstellung solcher Apparate auf 75jährige Erfahmng stch stützen könne, diese ihre Apparate die führenden und eine Spitzenleistung seien. 2- Die Kosten des Verfahrens tragt die §a. M. Hensoldt u. Söhne, Detzlar. Streitwert 6000.— Reichsmark. Limburg, den 27. Mörz 1928. Laudgencht, II. Zivilkammer, gez. Dr. Lehr, Graef, Massengeil. -Sm Käme« des Volkes! Verkündet am 25. Mai 1928. 3n obigen Sachen hat die EL Zivilkammer des Landgerichts in Limburg auf die mündliche Verhandlung vom 18. Mai 1928 unter Mitwirkung des Landgerichts« direktors Dr. Lehr, des Landgerichtsrats Graef und des Amts- und -drichters Masten geil für Recht erkannt: Oie einstweilige Verfügung des Landgc. chts Limburg, H Zivilkammer, rom 27. März 1928, wird mit der Maßgabe bestätigt, daß der Antragsgegnerin der Gebrauch der Äezeichnung ihres Epidiaskops als la insoweit nicht untersagt wird, als la unzweideutig als Typenbezeichnung in die Erscheinung tritt. — Oie weiteren Kosten des Verfahrens fallen der Fa. M. Hensoldt u. Söhne, Wetzlar, zur Last. gez.: Unterschriften. Gießener Konzertverein n +s u+ , Do?nic seither fon der Firma S. Lock & Co. gemieteten MlM-MliklöiM mit reichlichem Zubehör und Garagen Ecke Kaiseralt ee- Moltfefiraße sind zu Ende dieses Fohres anderweitig zu vevmZete« Theres bei Frau H. C. Fießer, Molkeflraße 25 N. —---- --04185 Dir suchen für den weiteren Ausbau unserer Organisation und deS Geschäfts in der dortigen Gegend einen tüchtigen Dersicherungsfach- mann gegen zeitgemäßes Gehalt, Neisespesen und Provisionen als INSPEKTOR VOLKSHOCHSCHULE Orte der Kurse und Arbeitsgemeinschaften (zur Beseitigung von Irrtümern hier nochmals angezeigt; ausschneiden.) a) Universität 1. Vom Wesen der Kultur (Hegar) Montag, 20 Uhr, II. Stock Hörsaal 59 (Der Kursabend am 4. Juni fällt aus,- nächster Abend 11. Juni) 2. Vom Sinn des Lebens (Messer) Dienstag, 19'/« Uhr IL Stock, Hörsaal 44 3. Menschenkenntnis (Neumann) Dienstag. 20 Uhr II. Stock, Hörsaal 54 4. Das Volksmärchen in unserer Zeit (Hegar) Neuer Kurs. 4 Abende. Beginn: Donnerstag, 14. Juni. 20 Uhr II. Stock, Hörsaal 51 5. Goethe (Baur) Donnerstag, 20 Uhr II Stock, Hörsaal 59 6. Reform in Lebensführung und Gesundheitspflege (Malech) Freitag. 20 Uhr H. Stock, Hörsaal 53 7. Wirtschaft und Gesellschaft in Europa und Amerika (Brückner) Neuer Kura. 5 Abende. Beginn: Freitag, 6. Juni 20 Uhr II. Stock, Hörsaal 59 8. Deutsche Lyrik (Frank) Neuer Kura. 5 Abende. Beginn: Freitag, 8. Juni, 20 Uhr II. Stock, Hörsaal 51 9. Zeichnen (Fries) Freitag. 20 Uhr, erster Stock, Hörsaal 34 b) Obcrrealschuie, Singsaal Chorsingen (Krauss) Freitag, 20 Uhr Vier Musikabende. Mozart, Klavier u. Violine (Krauss) Neuer Kura. Beginn: Montag, 18. Juni, 20 Uhr c) Löberstrahe 12 Hinterhaus Bodegymnastlk (Hartung) Donnerstag, 19 bis 20 Uhr: Frauen und Mädchen 20 bis 21 Uhr: Männer d) Grabenstrabe 11 Hinterhaus Rhythmische Körperschulung (Steinbach, Kübel) Dienstag, 20 Uhr e) Löberstrahe 19 pt. Erziehungsberatung (Neumann) Mittwoch, 18. Uhr „Die Pflanzen der Heimat". 16. u. 17. Juni Vogelsbergwanderung. Näheres wird noch bekanntgegeben. „Bildmäßige Landschaftsphotographie". Die Ausflüge werden noch besonders angekündigt. Nähere Auskunft abends vor den Kursen. ■ Existenz-Gründung A Wir suchen für ein dch. deutsches Reichspatent gesch. mit nachweisbar bestem Erfolg in verschied. Bezirken eingeführtes, sehr gut organisiertes Unternehmen für Gießen, evt. andere Bezirke ses?v General-Vertreter OrganisationsfShige Herren mit Betriebskapital wollen Angeb mit Reser, unter L M. 1206 Ann.. Erp. D. Franz ®. m. b. H , Mannheim einsenden. cserniL uuflCDoir mit Vebcnfllnuf und J. Weiihöfer VrhaltSanspr. unt 04153 an den Giek. An*. l2eD Tcleodon 74S. schreiben (kein 9lnfänoer)*"ftir Hort'nus Fohannessaal 54760 04184 Vorverkauf: Verkehrsverein Gießen, Seltersweg 93, Tel. 196 Reisebüro Loeb, Gießen, Bahnhofstraße 52, Telephon 396 Eintrittspreise: 1. PI. 6 Mk., 2. PI. 4 Mk. 3. Platz 2.50 Mk. und 4. Platz 1.50 Mk. Bei Sammelbestellungen Ermäßigung Deutscherdllndsiirchristl.cvangel. Erziehung in Saus u. Schule. Montag, den 4. Funi, abends 8 Uhr im Familien-Abend Herr Amfsgerichfsraf Gros wird einen Vorfrag halfen. Thema: Aus dem Oberhess. Volkstum Oer Vorstand. Ausstellung religiöser Kunst aus Hessen und Nassau 25. Mai bis 31. Aug. im Kunstmuseum Haie Ernst Ludwig Heute abend 8 Uhr llliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiinmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuj I MARBURGER FESTSPIELE | V „Die Heilige Elisabeth“ g ab 25. Mai tägl. von 5-7 Uhr = Im Schloßparktheater = TANZi Tanz-AM ____________U4226 Praxis geschlossen vom 2. bis 10. Juni Kinderarzt Dr. Hanau Vertreter: Herr Dr. Hofmann, Frankfurter Straße 43. CaW Asloria Heute Evgvauies Haav erhält Naturfarbe wieder durch V^S. Virlen-Vn'llanllne r>0 Jahre bewährt, vollkommen unschädlich 9hcbetlaoc: Hirsch-Avotbcke, ^ritz Bauer. Frankfurier Siratze 4. sorov Staff harten! Willi Bette Olga Sette geb. Godosar Äermahlfe Gießen, den 2.3uni 1923 w (Hotel Echüh) * 5449D profeffor Dr. Iriud. Süppel und Frau Martha geb. 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Eine Binsenwahrheit für den vielleicht, bet im Marschieren und Wandern Meister ist. Und doch nicht ganz übetslüfsig angc ichtS der Tatsache, dah eS auch Wan^crlehrlinge gibt, die sich erhaben suhlen über solch eine Bevormundung tbreß Wandertriebs. Und zudem: Kartenlesen ist eine Kunst, die man nicht von heute auf morgen rasch erlernen, sondern nur durch sorgfältiges Studium und vor allem durch fortgesetzte Hebung gewinnen kann. Datum: 2. Lerne die Karte verstehen. Sie ist schweigsam, weih aber unendlich Diel. Schon daS Studium d«S für die Wanderung g?wählten Weges vor Antritt der Wanderung zu Hause bringt viel Freude. Denn man kann sich da schon ein genaues Bild machen, wie das zu durchwandernde Gelände an jedem Punkte ausschaut. Also: 3. Die Karte zu Hause befragen. Sie ist ein Spieglein an der Wan), das allerdings nur dem Eingeweihten verrät, wo eS in der Ratur am schönsten ist. Genau prüfen und wägen, welche Strohe man wählen will, wie man die Wanderung so abwechslungstcich wie möglich gestalten kann, wie man seinen Wanderplan verbessern und verschönern kann, wie lange man zu den einzelnen Strecken brauchen wird und wann man daS Ziel wird errciH.'n können. 4. Die Wanderung selbst beginne mit der zurecht gelegten und gefalteten Karte in der Hand. Auch wenn dir die erste Wegstrecke vielleicht belonnt ist. 5. Prüfe deinen Weg und dich selbst und kontrolliere dabei auch die Karte, ob sie richtig ist, ob und wo sie etwa veraltet oder überhott ist, wo sie schwindelt oder gar betrügt, oder wo sie nicht vollständig ist. Bei Befolgung dieser fünf Ratschläge ist ein Sichverlaufen cigcnt ich ausgeschlossen. Wenigstens bei klarem, sichtigem Wetter. Es kann aber nicht immer schör.eS Wetter sein. eS muh mal auch regnen zwischendrein. Wir nehmen an, dah man sich durch solche Launen deS WetterS Dom Wanderplan und Wanderziel nicht hat abhalten lassen. Reaen und un'ichtigeS Wetter, Rebel und Ungewißheit aber sind Geschwister. Und sie treiben gerne ihren Schabernack mit dem Wanderer. Coden ihn aus Holzwege, und mit einem Male schaut sich der einsame Wanderer dumm um und brummt: .Verdammt! Verlausen I" Kann jedem passieren, ist keine Schande. Aber waS nun? 6. Kompah hervor. Dessen Radel zeigt bekanntlich mit ihrer blauen Spitze nach stlvrdcn. AuSpendeln laHcn Mari? genau nach Rorden stellen. W:r sind mitten im Wald. Aus einem WirtschastSweg Wo liegt nun die Strohe, der wir Aufheben wollen, die Ortschaft, die unser WanderAie! ist? Geradeaus im Rorden? halbrecht»? halblinks? in unserer rechten oder linlen Flanke, recht» oder link», rückwärts oder gar hinter unß. 3ft die» gelungen; genau den Winlel sich merken, den man au Der nordwärts zeigen» den Magnetnadel einhatten muh. Unter allen Umständen. auf dem Weg? bleiben, oder versuchen. so rasch wie möglich auf einen Weg. einen wirklichen, keinen der berühmten Holzwege. zu kommen, der in der Richtung führt, wo da» Ziel liegt Lieber jedoch einen Umweg machen, als psadio» durch bebedte» Gelände wandern. Doppelt ratsam, wenn 7. Die Rächt hereinbrechen will. Denn sie ist ein Kobold, der mit dem Wanderer ein teuflische» Spiel treibt Stehen S erne am Himmel. suche man nach dem Polarstern. Der steht bekanntlich Im Rorden und ist durch bretmadge Verlängerung der hinteren S ite de» Drohen Bären zu finden Ist der nächtliche Himmel bedeckt und e» ist rabenschwarz im Walde ober auf einsamer Heide, bann. Wanderer, rat ich dir. horch, ob du Hundegebell hörst. Autohupen vernimmst. Eisenbahnrol'en an dein Ohr bringt, ob du Lichtschein erspähen, ober auf begangene Pfade und Wege kommen kannst — einen von diesen Rettungsanker ergreife und gehe dem Ziel nach — das Weitere zu finden, überlasse ich dir und deinem Scharfsinn. R. A. Wanderfahrten. Dalduinstela — Geilnau — Charlottenberg — Geläachial — Oe nhof. Zu den anmutigste' Seitentälern der Lahn gehört unstreitig bas Gelbachtal, dessen Besuch äußerst lohneill) ist. Der Anmarsch in bas Tal geschieht zweckmäßig folgendermaßen: M.i bem Frühzuge fahren wir nach Balduinstein, gehen über die Lahndrüde und wandern von her eine der schönsten Strecken des unteren Lahnta.'es über den Geilnauer Brunnen nach dem lieblich gelegenen Dorfe Geilnau. Don hier leitet uns ein „L" über die freundlichen Städtchen Holzappel und Charloltenberg nach der Groblei, einem hoch über dem Gelbachlal gelegenen Felsvorsprung mit einem entzückenden Blick auf baß zu unseren Füßen liegende DieS unb das reizende Tal. Ein ziemlich steiler Waldpsab bringt unß in wenigen Minuten nach Dies, wo wir bei Gastwirt Wilhelmi gut aufgehoben sink». Durch bas überaus liebliche, vielgewundene Gelbachtal toanbern wir nun abwärts, gehen bei ber Obern- Hofer Hütte auf blc anberc Seite beß Daches unb gelangen nach Ueberfchreiten einer Höhe mit überraschenbem Blick auf Kloster Arnstein unb baß Lahntal nach bem anmutig an der Lahn gelegenen Obernhof, von wo wir b.c Heimfahrt antreten. Dauer der Wanderung fünf Stunden. Die; — Schaumburg — Burg Hohlen el» — Zollhaus. Wi! Sonntagska.1c Cimburg fahren wir nach Diez, m Limburg ist genügend deit, um eine Marte nach D ej nachzulöfen. Don D cz letten un» ro.e Striche in emer Stunde über Dirlenbach. teilweise durch schönen Buchenwald, nach dem herrlichen Schloß Schaumburg, das auf eine n waldurnk.änz.en Dafaltkegel. hoch über ber Cahn liegt. Dom Turm beß Sch.ofies genießt man c.ne wei.e, prächtige Rundschau. Gute Einlehr ist in ber am Fuße des Schloßen ge- Iebenen GastwirZcha.t. Zunächst roten Punkten fol.jnb bis zum Schnittpunkt rotes Kreuz, gehen wir nunmehr nach rechts biesem Zeichen nach, das uns teil» au ester Straße, te Is auf brr uralten Renn- ober Rinistraße, stets durch Wald in 2'/t Stunben na^' ber malerisch gc.egcncn, noch wvhlerhal e en Dur t Hohlen e s mit guter Wirlscha t leitet Eine Desich igunq der inter- essan e r 'Burganlage mit hübschem Ausblick vom Turm ist sehr zu emp eh len. Das x c chen führt uns in eine: halben S.unde nach unterem Endziel Zollhaus im Aaclal, wo wir uns wieder zur Rüd ahrt eine Karte nach Limburg lösen. Deisewinke. Platzkarte und Ptatzbrtegung Immer wieder zeigt es sich, daß das reifende Publikum nicht genau darüber unterrlchiet ist, wann ein Platz im Qlbteif als belegt gilt, ober unter welchen Umständen d.r Rci ende das Anrecht auf den bereit» innegrha'ten Platz verliert. Wer eine Reife antritt, ber be-ege al o seinen Platz — es ist in allen vierWagen- klassen möglich - ordnungsgemäß. Er lege ein K cibunqßftüd. Hut ober Mantel, ober auch ein ©epädftüd a u f ben Sitzplatz — nicht etwa in das über dem Platz befind iche Gepäcknetz, denn baß gilt nicht — bann kann er getrost bas Abteil für einige Zeit ver afien. Zum Belegen des Platzes genügen jedoch nicht Zeitungen, leere Zigarcttenschachtcln, Pa >pte ler u. bgL Derartige Gegenstände werb.n oft von ben Reisenden nach Beendigung ber Fahrt zuradgelas en. so daß eine Platzbelegung damit nicht genügend kenntlich gemacht wäre. In ber gleichen Art muß auch ein Platz in den O Zügen b l gt werden. Die an der Rummcrn'.a .el neben ber Abteiltür al» „belegt'' kenntlich gemachten Plätze werben ben Inhabern ber dazugehörigen Platzkarten, die 50 Ps. in der 3. und 1 Mk. in ber 2. Klasse kosten, nur bis Aur Abfahrt beS Zuges freigehalten. Auch hier muß also ber Reisende seinen Platz in der oben beschriebenen Art belegen, um ben Anspruch nicht zu Verlierern Bei jebem Verlassen beß Zuges unterwegs auf brr Reise ist ber Platz durch ein Gepädstück zu belegen. Sonst kann es vorkommen, daß ber Reisende feinen Platz besetzt findet und er sich einen neuen suchen muh. 6 auf diesem Schloß unb ia.no hier Vorbild r für ;c .Wahlverwa dtscha ten“ Die Go therämne | nb ben B.such.r, zugäng ich Im Schfo i ar.' ist ein Denkmal ,Da> g?fcff;ltc Glüct' au g stellt, da» von Goethe entworfen wurde. 6ad Laizjchkirf Bei herrlichstem Früh'ingswet er hat Bab Salzschlirf am 1. Mai einen Ä :rb.o Bo 910 Wo Do = 468 ID = äiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiimiimiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiniiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitr; Sn träumst dick in Märchenländer Aiirüd. >rö)ltck die Sinnet du ivtifn roui Gestade, der Lcklitzstttst dich lockt au ermiickendein Bade. Eichen taufcten ein uraltes Lied, cm i.ebnen dich btS in den Fimmel zieht, Ein oetiigeS Sehnen.-- O still S und komm Gut bürgerliches Haus Gartenwirtschaft Touristen bestens empfohlen In der Lch tucr Wälder herrltcken Dom. 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Angenehmer, ruhiger l. preiswerter Kuraufenthal , über 30 orgen großer « urpark. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Infolge der mehrtägigen älntcrbrechui.g des Probuklengc^chäftes durch die Pfingstsei r:age konnte sich Las Geschäft am Frankfurter ^ro- duktenmarkt nur langsam entwickln. Obwohl vom Auslande anfangs etwa- höher: Notierungen Vorlagen, blieben dieselben ganz ohne Einfluß, da stich dem Markte weiter keine besonderen Anregungen boten und die Händler aus diesem Grunde große Zurückhaltung bekundeten. Die im Verlause der Woche wieder schwächer werdenden amerikanischen Notirrungen hatten zur Folge, daß sich eine gröbere 11 n I u ft bemerkbar mochte. Auch kam daraufhin von feiten der zweiten Hand genügend Ware an den Markt, so daß ter sehr geringen Nachfrage, bei meistens ermäßigten Preisen immer Rechnung getragen werden konnte. 3n Weizen nahmen die llm- sätze ein etwas gröberes Ausmah an, da hierin der Export und das Ausland Deckungen vornahmen. Roggen war bei billigerem Preis stark ange^oten, Umsätze wurden nur in den dringendsten Fällen vorgenommen. Billigere Ware fand jedoch im Derlaufe etwas leichter Abnehmer. Hafer hatte regrre Rachsrage zu verzeichnen, jedoch kamen Umsätze kaum zustande, da die geforderten Preise als zu hoch erachtet werden. Am Futtermittelmarkt mochte sich für Mais und Roggenkleie, besonders für letztere verstärktes Interesse, von ieiten der Landwirtschaft bemerkbar. Weizenkleie lag dagegen vernachlässigt. Am M e hl- ma r k t war Weizenmehl angeboten, doch blieben die Umsätze gering. Roggenmehl war dagegen etwas lebhafter begehrt. Auch zum Wochenschluß blieb daS Geschäft weiter klein. Dem Markte bot sich immer noch keine Anregung, so daß die Tendenz luftlos blieb. Auch verstimmte daS schleppende Mehlgeschäft. 3m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche blieben Weizen, inl. Hafer, Nlais für Futterzwecke, Mais für andere Zwecke und Roggenmehl gut behauptet. Roggen, Weizenmehl und Weizenkleie gaben je 0,25 Mark nach. Rur Roggenkleie wurde 0,25 Mark höher notiert. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 26,25—26,50, Roggen 28, Hofer inl. 28—28,50, Mais für Futterzwecke 25, Mais für andere Zwecke 25, Weizenmehl 33 bis 39, Roggenmehl 39,50 —40, Weizenkleie 14,75 bis 15, Noggenkleie 17,25-17,50. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Infolge der dreitägigen Unterbrechung des Dörsenverkehrs durch das Pfingstfest war das Geschäft in der Verichtswoche zunächst merklich stiller. Der Ultimo verursachte vorübergehend einen Rückschlag in brr Tendenzentwicklung. Am Liquidationstag kam entgegen den Erwartungen doch noch ziemlich viel Prämienware heraus, die einen stärkeren Druck auf das Kursniveau auSübte, zumal auch die Auslandlaufausträge zeitweilig erheblich nachließen. Ueberhaupt entwickelte sich die Tendenz im wesentlichen i m Ginklang mit der der ausländischen Börsen, und die internationale Verflechtung kam wieder deutlich zum Ausdruck. Die schwache Rcunorker Börse vom Montag. 28. Mai, und die Kursrückgänge am Pariser Markt verfehlten -ihre ungünstige Wirkung auf die Tendenzgestaltung der drulschen Börsen nicht. Als dann aber l in Neuyork wieder eine Befestigung eintcat und auch Paris höhere Kurse meldete, konnte sich die T Stimmung wieder erholen. Angeb'ich sollen von der internationalen Spekulation verschiedentlich * Paviere der Pariser Börse abgegeben und dafür deutsche Werte eingetauscht worden sein. Jeden» falls war die Tendenz bald wieder nach oben gerichtet. Den Ultimo hielt man für überwunden, und es befriedigte besonders, daß die am Prä- mienerklärungStag cingetrctene Versteifung des TageSgeldmarktes infolge stärkerer Ein eichungen bei der Reichsbank wieder vorüberging. Verschiedene günstige Momente trugen zur Besserung der Stimmung nicht unwesentlich bei. So machten die Erfolge der verschiedenen deutschen Anleihen in Neuyork einen guten Eindruck. Dann verwies man auf die fortschreitende Besserung der Arbeitsmarktlag c und den neuerlichen Rückgang der Arbeitslose nzisser. Vor allem jedoch boten die Aussichten, daß in absehbarer Zeit verschiedene deutsche Werte an der Neu- horker Börse zur Einführung gelangen, eine Anregung. Man wollte wissen, daß bereits Verhandlungen stattgcsunden haben, die neben der I.-G.-Fa r be n a kt i e die Einführung der SicmenSaktie in Neuyork zum .iiele haben. Die für Deutschs? b ungültige Entfchetouna des Haager Schiedsgerichtes, wonach der Wert des liquidierten deutschen Eigentums nicht auf die Daweszahlungen angerechnet wird, war nur für Kolonialwerte. be'ondcrS für Schautungbahn. von nacht'iliger Wirkung. Am letzten Tage der Berichtsperiodr konnte sich das Geschält allgemein beleben, und die Tendenz wurde ausgesprochen fest. Die Haupt- anrcgung dazu bot das wieder recht lebhaft gewordene Interesse des Auslandes. 3m Vordergrund standen die K a l i a k t t e n. die auf vage Gerüchte von Kapitalerh.hungen im Sa! detfurth- konzern außerordentlich stark gefragt waren. S a l z d e t f i?r t h gewannen schließlich 55 Pro;., Aschersleben 33 Prcz. und Westeregeln 23 Proz. I.-G.-F a rbenaktien wurden ebenfalls recht lebhaft gehandelt und konnten den Dividendeabschlag ganz auf^o'em Reges Interesse bestand ferner für die Werte deS Metall- bankkonzernS. Metallbank zogen 14 und Metallgefellfchaft 12 Pro-, an. Eine Sonderbewe^ung ver eichneten VoigtLHaeff- ner, die bei andauerndem Materialmangel einen KurS von 249 Proz. erreichten, das bedeutet einen Kursgewinn von rund 70 Proz. gegen die Vorwoche. Zunächst vermutete man Käufe sowohl der Verwaltung als auch der Gruppe Ephraim Mever. doch schließlich stellte es sich heraus, daß eine unbekannte Gruppe spekulative Käufe vorgenommen und das angesammelte Aktienpaket den beiden erstgenannten Gruppen ohne Erfolg zum Kau c angeboten hatte. Daraufhin setzte starkes Angebot seitens der Mitläufer ein. wobei ein Kurs nicht zustande kam (Berliner Kurs 210 Proz., also minus 39 Proz.s. 3m übrigen ergaben sich bei nicht einheitlicher Kursentwicklung überwiegend Besserungen von 1 Lis zu 8 Proz. Deutsche Anleihen lagen still, aber eher etwas fester, ausländische Renten überwiegend angeboten. — Am Devisenmarkt erreichte die Mark vorübergehend einen neuen Höchstkurs von 4.1740 gegen den Dollar. Später konnten sich Devisen etwas erholen. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Entsprechend dem an den Märkten nach den Feiertagen geringeren Bedarf ließ die Nachfrage gu wünschen übrig. Ovwohl der Austrieb ein bedeutend geringerer war, konnte sich daS Geschäst in Rindern und Schweinen nur langsam entwickeln, und es verblieb bei den meisten Tiehaatlun-en 11 e b e r st a n d. In Kälbern war das Geschäft etwas bef er und kann als mäßig rege bezeichnet werden: hier wurde ausvcrkauft, aber wahrscheinlich in'olge des sehr knappen Auftriebes. Schweine waren an beiden Markttagen vernachläsligt. Fettfchweine konnten nur schlecht untergebracht werden. Leichte wurden dagegen bei etwas höheren Preisen gesucht. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1258 Rindern, darunter 337 Ochsen, 71 Bul.en, 452 Kühen, ferner aus 1100 Kälbern, 130 Schafen und 6300 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 432 Rinder, 1900 Kälber und 2350 Schweine weniger ange- trieben, während 10 Schafe mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht. Ochfen AI 57 bis 61. II 53 bis 60, BI 50 bis 52, II 44 bis 49, Bullen A 50 bis 55, B 46 bis 49. Kühe A 46 bis 51. B 41 bis 45, C 36 bis 40. D 23 bis 35. Färsen A 59 bis 62, B 53 bis 58, C 46 bis 52. Kälber B 80 bis 33, C 74 bis 79, D 65 bis 73, Schafe A 52 bis 60, Schweine B 60 bis 63, C 62 bis 65. D 64 bis 66, E 60 bis 64. 3m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche waren Rinder bis 3 Mark billiger. Kälber zogen bis 3 Mark und Schweine bis zu 1 Mark an. • D i e Amerikaanleibe der Deutschen Landesbankenzentrole. Die 25-Mlllionen« Dollaranleihe der Deutschen Landesbankenzentrale ist am Freitag, dem l.Juni zum Kurse von 97,5 d. H. zur Zeichnung aufgelegt worden. Nach den Emissions- oedingungen gewährt die Anleihe eine Rendite von 6,70 d.S). * Landesaenosfenscbaftsbank Darm, stadt. Am Freitag fand die 15. o. G.-D. der Landcsgcnossenschastsbank Darmstadt statt. Direktor Mager führte über das Geschäftsjahr u. a. auS: Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Umsatz um 155 Millionen auf 836 Millionen, die Aktiven um 1 559 00'0 auf 15 011 000 Mark gehoben. Die Verwaltungskosten sind mit 343 000 Mark nahezu unverändert: die Erträgnisse an Zinsen und Provisionen um 160 000 aus 499 COO Mark zurückgcgangen. Demgemäß hat sich auch der Reingewinn um 83 000 auf 238 360 Mark verringert. Tie Gesamtmitgllederzahl betrügt rund 73 000. die Vermehrung gegenüber dem Vorjahre rund 5000 Mitglieder mit 5000 Anteilen. Der Reingewinn soll wie folgt verteilt werden: 144 180 Mark Reserven, dieselbe Summe zur Ausschüttung einer 6vrozentigen Dividende der auf baä Jahr 1926 cinqrzohlten VeschältSgut- haben: mithin betragen der Refervesond 862 090. die Rückstellungen 44 189. die Reserven zu'ammen 768 369 Mark. Die Iahresrechrrung. Bilanz und Gewinnverteilung wurden genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die Statuten wurden dahin geändert, daß die Haftsumme von 30 000 auf 20 000 Mark herabgesetzt wurde. • 3 8. Generalversammlung der landwirtschaftlichen Zentral-Ge- nossenschaften Hessens. Am Freitag- vormittag hielt in Darmstadt die Hessische land- wirtscha tl che ( entral-Genossenschast ihre 33. ordentliche Generalve.sammlung ab. Direktor Berg erfta tete den Geschäftsbericht, in dem aus die Preis- und Aöfatzkrise in, der Landwirtschaft hingew.e'en wurde. In der Zusammenfassung der Ätäic, Schaffung einer straffen Absatz- organisa. on mit Lie erungSpflicht. Lieferung von Erzeugnissen bester Qualität und der Anpassung an die Ansprüche der Verbraucher sowie in der geistigen Umstellung der Landwirte auf die Erfordernisse bc; Zeit erblick, der Berichterstatter die einzige Möglichkeit, auS dieser Lage heraus- zukommen. Ter Gesam Umsatz bezifferte sich auf 17,7 Millionen Mark. DaS Le0eu2ct eine sieben- prozen.ige Sie gerung gegen daS Vorjahr. Die Bilanz weist einen Reingewinn von 165 341 Mk. aus, die offenen Reservrn betragen 1,1 Million Ma k. Der Berich erstatter schloß mit dem Hinweis, daß daS Jahr 1927 eine in der Richtung der Ra.ionakfsierung der geiw ,e:i schädlichen Ar- beit lie;ende räumliche Ausdehnung deS Arbeitsgeb e.es gebracht habe. • Cornelius Heyl A.-G., Worms a. Rh. Die in Frankfurt abgehaltene Generalversammlung, in der 11.325 Mill. Mark Stamm- und sämtliche 2.1 Mill. Mark Vorzugsaktien vertreten waren, beschloß, aus dem nach 1.348 Mill. Mart Abschreibungen verbleibenden Reingewinn von 1 208 062 Mark 8 (0) Prozent Dividende auf die Stamm- und fatzungsgemäß 6 Prozent auf die Vorzugsaktien zu verteilen. Rach dem Bericht kam der allgemeine Konjunlturaufschwung des IahreS 1927 auch in erheblichem Umfange der Ledcrwirtschaft zustatten. Das günstige Ergebnis stelle daher teilweise einen Kon'unktur- gewinn dar. Angesichts der Höhe der Steuern und sozialen Lasten könne Im Wettbewerb mit dem Ausland kaum noch gewinnbringend gearbeitet mcrben. ' Drohende Betriebsstillegung im (Siegerlanb. In mehreren größeren Industrie- Werken der Siegener Eifenindustrie sollen in der kommenden Woche Betriebsstillegungen vorgenommen werden. Die Maßnahmen sollen nur vorübergehend sein und mit dem schlechten Stand der Wirtschaft im Siegerländer Hütten- und Berabau zusammenhängcn. * Die Konkurse im Mai. Rach Mitteilung des Statistiscben Reichsamtes wurden im Mat 692 neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels ab- gelehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 275 eröffnete Vergleichsverfahren, bekanntgegeden. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 614 bzw. 239. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Juni. Tendenz: zurückhab tend. — An der Samstagbörfe war das Geschäft merklich stiller, als an den Vortagen; im Zusammen- Hang mit den gestrigen schwächeren Auslandbörsen war eine starkeZurückhaltung unverkennbar. Dom Ausland hat der Auftragseingang stark nachge- lassen. Die Spekulation schritt zu Realisationen, und die Kurse erfuhren überwiegend Abschwächungen, die in Anbetracht der Kurserhöhungen der letzten lane jedoch gering blieben. Ueberhaupt war eine gewisse Widerstandsfähigkeit im Grundton der Börse zu beobachten. Auf die Stimmung drückten die Preußischen ch a n d e l s k a m m e r b e r I ch t e, nach denen der Konjunkturrückgang spürbarer geworden ist. Bei den ersten Notierungen waren überwie- gend Kursrückgänge von 1 bis 2 o. f>. gegenüber der gestrigen Abendbörse zu verzeichnen. Etwas fester lagen die Kaliaktien, von denen Salzdetfurth 5 o. Sy, Aschersleben 4 v. H. gewinnen konnten. I.G.- Farben eröffneten 1,75 o. Sy schwächer. Scheidean stakt minus 1,25 o. H Am Elektromarkt verlo- ren Schuckert 1,5 v. Sy, Siemens 1 o. Sy, AEG. 1,25 o. H, C h a d e a k t i e n gaben 2,5 v. S). nach. Manta n w e r 1 e lieben meistens wenig verändert. Rheinische Braunkohlen 1,5 o. Sy gedrückt. Don San- k e n büßten Danatbank 2,5 v. H. ein. Deutsche Anleihen konnten etwas anziehen. Ausländische Renten ruhig. Im weiteren Verlaufe trat am Elektromarkt eine Belebung ein. Siemens konnten 5, AEG. 1,5 und Schuckert 4,5 r>. H. anziehen. Ferner lagen X a l i w c r t e fest. Auch für Mannesmann bestand auf die am Röhrenmarkle cingetrctene Belebung einiges Interesse. Die Tendenz wurde allgemein etwas freundlicher. Am D e - visenmarkt konnte sich der Dollar etwas erhöhen. Man nannte Reichsmark gegen Dollar •1,17705, gegen Pfund 20,403, London gegen Kabel 4,883450, Paris 124,02, Madrid 29,20, Mailand 92,70, Holland 12,0975. BerNnc. Börse. Berlin, 2. Juni. Im Gegensatz zum heutigen Vormsttogsverkehr, in dem man noch recht feste Kurse hören konnte, eröffnete die offizielle Börse in schwächerer Haltung, d. h. gegenüber gestern Mittag waren die Kursrückgänge nicht erheblich, gegenüber den hohen Freioerkehrspapieren betrugen fic aber doch mehrere Prozent. Die Rcalisationsneigung »um Wochenschluß sucht man auf da» Fehlen neuer Orderseingänge zurück. Dos Geschäft war wesentlich ruhiger, und die Spekulation verhielt sich abwartend, zumal die ungünstigen Momente in der Ueberzahl waren. Der Schlug der gestrigen Reuyorker Burse war wieder schwacher gewesen. Der Beicht der Preu- ßischen Handelskammern für den Monak^Mal sprach von einer schlechten Geschäftslage, und daß die D o r ■ gänge in Jugoslawien zu Bedenken Anlaß gaben. Im allgemeinen blieb die Tendenz aber b e Haupte t. Spezialpapiere waren weiter recht fest. So konnten Polyphon? v. H. und Tietz, in denen die Kaufe der Verwaltung wieder einzusetzen scheinen, 5 o. H. gewinnen. Etwas starker gedrückt mären dagegen A. -G. fürPapier,Reichsbank, Waldhof,Ehade und Glanz st off Wiking Zement und 'eiten notierten exklusive Dividende. Die Kapitolerhöhungsgerüchte bei Ehade hotten schnell eine Bestäi- una gefunden. Allerdings stellt sich das Bezugsrecht auf 6:1 zu pari. Deutsche Anleihen waren uneinheitl.ch. '^cuvesttz verlehr- ten fefter. Ausländer ruhig. Mazedonier und Anatolier etwas anziehend. Mexikaner und Türken zur Schwache neigend. Der Pfand- b r i e f m a r 11 mar still. Geld war eine Kleinigkeit leichter. Tagesgeld 7,25 bis 9 v. H, Monotsgeld 7,5 bis 8,5 v. H Warenwechsel etwa 7 v. H. Auch noch den ersten Kursen war dos Geschäft weiter schwacher, doch wurde cs später, anscheinend nach (Eintreffen neuer Kaufaufträge, besonders am Montan- und Elektromarkt lebhafter und stster. Mannesmann können auf den Lagebericht des Röhren- verbandes, der von einer gewissen Belebung sprach, weiter onziehen. Commerzbank und Siemens zogen unter starker Beteiligung von selten der Banken 4 019 6 o. H an. Auch für Kalipa- pierc bcstand wieder größeres Interesse. Salzdetfurth wurden bei größeren Umsätzen 13 v H. über Anfang gehandelt. Berliner Provnktenbörse. Berlin, l.Juni. Die Meldungen von den Aus- fonbmärtten boten heute keine Anregung, die Hb- ladungcosserten für Weizen und Roggen wiesen gegen gestern keine wejenllichen Veränderungen auf, von verstimmendem Einsluh ist hier aber das billige Angebot von hinfälligen Partien von Anslandwei- xen. Guter Inlondweizen ist zwar ausreichend, aber keineswegs dr.ngend angeboten: Kauflust fehlt angesichts des schleppenden Mehlabsatzes. Das Inländische Roggenangebot in guter Kahnware Ift nicht sehr umfangreich, die Mühlen bekunden aver auch wenig Auftiohmeneigung, da die Forderungen ungefähr 20 Mark über Iulilieferungspreis liegen und nach wie vor über fehlendes Rendement bei der Roggen- Müllerei Klage geführt wird. Am Lieserungsmarkt entwickelte sich das Geschäst nur sehr schleppend, die Preise für die Iuli-Sicht erfuhren eine leichte Senkung, Eeptemberweizen und -roggen blieben dagegen gut behauptet. Weizenmehl bei unveränderten Mühlenosserten still; Roggenmehl gleichfalls unoer- ändert angeboten, in laufendem Konfumoeschäft. Bevorzugt sind billige Prooinzmarken, Hafer, namentlich Gelohafer, verschiedentlich billiger angeboten; Konsum weiter reserviert. Gersten still. Es notierten (1000 kg) ■ Weizen, märkischer, 202 biß 265, Juli 283,50 bis 283 (Brief), September 270,75, Oktober 271 (ruhig); Roggen, märkischer, 278 bis 280, Juli 272, September 251,50, Oktober 272 (ruhig); Som- mergerste 250 bis 285 (ruhig); Hafer, märkischer, 262 bis 268, Juli 270 biß 268, September 222,50; Mais, zollbegünftigter Futtermais 237 bis 240 (stetig); (100 kg): Weizenmehl 32 25 bis 36 25 (ruhig): Rog- genmehl 36.20 bis 38,90 (stetig), WeIenkleie 16 75 bis 17 (still): Wcizenkleiemelassc 16,75 bis 17,25; Roggenkleie 18,50 bis 18,75 (behauptet): Viktoria- erbten 50 bis 62; kleine Erbsen 35 vis 40; Futter- erbten 24 50 bis 26; Peluschken 24 bis 24 50; Acker- bahnen 23 bis 24; Wicken 25 bis 27; Lupinen, blau. 14 25 bis 15,50; Lupinen, gelb, 15 30 bis 16,50; Serradelle 23 bis 28; Rapskuchen 18 RO bis 19; Leinkuchen 23 bi» 23 60; Trockenschnitzel 15 20 bis 15.40: Soyaschrot 20,80 bis 21,40; Kartoffelstöcken 25,80 bis 26,50 Mark. Berlin g-iauhmrt a. M Datum: 1.6. 3.6 Teiegroptz'ichc Ql u e < a b i una Banfnolra. t.6 I 3.6. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren anpelübrien Ziffern geben die Höhe der Auletzi befchiostenen Dividende an. — ReickSbankdiskont 7 Prozent. LombarvzinSfuß 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Sdjlufp, l-Utjr- Sd).uf; | liniong ftnre | Ä"r» Run 1 Rur» y#rttn l lfiini •scr 3*ref ranionH)- vioicn . - 15.46 IG* 11 iT3z öcHcinbito' •’kten ...... Ito. 7'1 Hl ifenifetit Vlottn...... 12 00 tt.eg Norwegische Noten..... TrntfdhCtftrrr , > 100 Kronen 111 6. 11?.nj 53.68 6* 91 ytumanifdje Noten...... 2.67 2.6» e»nxötfd)t Noten...... 111.6* 112.13 edbrortirr Noten....... epanHtb: Noten....... Kchechc-ilowokiiche Noten . - Unaarilch, Noten 10.33 HU.65 69..11 6«.79 11.331 12.415 71 67 72.97 ®eDi|cainartl Berlin -FranNun a. 2H. fr: au Muri a. M Berlin Sd>lub- Ä"r» 1 Uhr- fliire 66) »b Ne» Viniang flur« Saturn 1 6. 2.6. | 8.6. 5% Di. «elcMaii.dhc >. 102? #7.35 — »7.8. — Tt. «nl.-etblöf -ch»!d mit flu» lo|.-5ifd)i<-n ... 51.5 — 51.4 Tc al. ebne »lueiol. 'Hrtftle . 1*1.6 19,8 19.5 19,8 7% atanff Hnp.-Bt »olbpl. un tünfrbar dl« l’.'Sü 92.5 | * * 4V4°O :)ib?intld)rßDl’.-eanf Stau dli-iovl 77.4 * * fl.ti.Ci. aba. l5orh1ffl«-CbllCrütn. eübtntt. . . — *• 3.9 — 4ne Ltfirndd) finbetü. Sie. - —■ - — 4’. Unaari'dw »oloxit. ?« 46.13 ♦ X Unaüriidw Sliuitn. v 1910 - - 4'.,°« Otifll. OUR 1913 *■ J6.4 * 4' „ Unßüdlrt-* Aronrnrtr.. . * l 8 — 4"4. Turf. Uullanietde v. >911 11.3 •— 13.85 18.13 C. Turtiidw eaflbdbbobn.flni. Serif 1 * 13 12.W 4% Bf Ml. Gfrif 11 12.15 — 18.85 18.75 4% iHumiintn toitofrt. Wtt. . - 4l»% Rumlinfn Goldanl. ooe 1913 n 31,9 flllfl. Tfundx tirif daln, . . — - Oamuiirg-flmenld t*alft . . Viimiv- -ubum i.impftd). . . . 8 174.25 417.75 173.85 IXinla Tamt’lldiif! • • • • 10 - 821 ')iurbbfuli43 u 145.7- yartnrr Oantortfin .... 10 153 153 153 1 151 Vcdlntr Hnndeittietellick». . . IS — 1*3.85 . :bl Lemmen- und i»nudt-iPant . 11 191.4 191.75 131 7. 19 8.» Tütmfl. u 'Raiu’anlßatd - - IS .37 65 185 4*7 I .'87 Tcutldjt Bant...... 10 177 -76.5 176.5 1.6 Ti.'ti'ntc^MrklHAdft «nL. . 10 170 170 13 170.6 171.6 Trf.'k>ner Bant..... 10 t7i 171 171 j ! 171.4 TittU'l>cutid)c tirrbltban! . . . 9 — — l’O MetaUvanf........ . 9 160.5 >60 160,5 1 160 SdcNbrnf...... 18 290 — 291.7» Schlutz- Rure 1-Ubr- fl'ir» Sch.ufj ■21 n iang Kur» Datum: | 1 6 2 6- | 1.6. 1 " ä e ti L 9 l s 1 2 1 2 i ■ .«.®...... 8 etgmann..... 0 leftr. Liefer-ingen.....10 ;d>t und flrah ...... 10 eiten 4 Vuillcaume.....6 cf. |. Cktfr. Untern..... 10 amb. tiielrt. 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BU ibdnttof Vravnfoblrn ... 10 01.5 - 2,7.5 868 4 18» 95 148 1« 875 i36.75 161.5 100.5 .>>0.4 178.4 104 2tl !W 397 :9O 25 494.5 831 344.5 416 367.0 142 - 146.75 161.76 109 100.74 JIJ9 177.74 103 ZÄ 400 ‘*3.76 195 <20 181 5 415.75 141 300.5 174.74 446 5 416.25 .<61.5 167.5 95.25 142 140 147.35 173 157 877 IB6.5 iM 1*1.4 147.85 118.85 19? 4 IUI.4 jO'J 6 I7#.e5 l«0 IU4.24 »6.65 8<4.5 et.6 1W 74 144.5 194.- 840 185.6 445.5 11*.4 » «u,oer4werte .......6 trtaaeffrni00,95 99 75 100.13 100 *kbuui*> ooijmann......7 vcibclbcrg« tirmclt .... 10 Gtmtiu Sariitadt......8 Doyb 4 greitag......10 TchulthciS lußenbofet ... 15 ultrocrff.........12 Ser. (ÄianjOoft......18 Bewbery.........14 fltllflofl «akbhot.....12 Zellslcll Ajchallenburg ... 12 <_6ürlotttnDuroet Waller ... 7 lesjauer ®a<..... 8 tatmirr Motore»......0 Tcmafl ......... 0 flblenvrrte ttewn......6 Cubro. Laewe.......10 «al. »iBtomobU.......0 Crrnfletn 4 flopwl.....6 leonbard He» • ...... 6 Bomag-MfMMi..... . 0 ^rantf. Malchinen......» Olri|n«...... 11 Heollaenslsebt ....... C gunaben#..........4 Le» werte..........8 Main Kaliwerke ....... 8 Mag............. giefariuJrtrt ....... * ■ßrsers Union........* tUrdr. Roeder.......io Böig« 4 Haeiiner......8 $übb. 8"*r .......8 180.85 147 6 1*6 158.75 ri4.. 120 100 j 89.6 129 127 US 811 159 „ L - - „ r 111 11 । m 111111 *<,1 *i i ssi 111 Sn in Sill . T 25 Ä 1 1 1 < 1 I 1 3 1 1 1 1 1 - s:"s$V- §=-"s - s -£= ’s I, (tun! 1 Qanl rimtlitve Non runj imtlid); Notierung Seid vrtr >8elo tirtr flmft.» Non 16*.«v 169.1-3 168,.v 16». >0 Bu n klirr- l. ntw »8. b J9.li i*.j8 tfbriftianla ULM 111.03 111.81 114,03 .tt3p:nb06:n in.oy 114,11 112.09 11.’, .11 etixllolm 111.94 114. Hl 111.9* 114.20 Hel.'intnor». 10.604 10.««4 10.50* 10.528 fltaitrn . . 41.9*5 42.0.5 41.995 48.0-6 t-onbon. . . Ä. 37* 40. Hd .11.418 30,418 9,'eunork . . 1.17-9 4, 1810 1.1730 4.1810 P.'N«.... lU.ti 14.47 IL.4J 16. .7 ecbmei, . . >41, |5 80,61 •*i.4S *0.61 6oa icn . 6V.; 7 69 91 6V 73 69.87 Jovan . . 1.941 1.94« 1.941 1.948 *lo be skcm ;.5U25 ».5013 1.40! ■ 504 Wien tn Ctfl. obgeit -e,71 -8.65 -8.7, Vraa 14.3« 7 18.387 12.367 feljrab ■ .350 7..164 7.35t .‘.266 Subap-fl . • 4.M 71.0* 71.91 1.05 arten 3.012 3.018 4.012 1.UI8 ytHaboo 17.*ä 17.87 17.93 17.97 *1.45 81.61 81 45 51.61 Wf'nft titin. 4.1-0 1. 1 jI 8.154 1, |j6 Ifcen . . 5.436 5,445 ».4x6 5,445 icr.abo 1.165 1.173 1.165 4,178 Uni uod 1.171 4.179 4.466 4.274 IzrfTD 40.8W 40.938 20 40.915 Berlin, 1 Juni •ei* tnri flmtnlanltof 'Jlotew..... 4.15. MTi BelgilL» Noten ..... . 5" 38 >1.50 Tanttor Noten ....... tnattftbe »taten ....... 111.-3 112.27 M.35 40.« Der Gießener Saushalts-Doranschlag 1928/29 II. Die Betri« bsrechnung M städtischen Haushalt« für 1928 29 ist arge uibrr dnn Tor- iahre In b?r 6 rbfumme nahzu un»cränX*rt geblieben. 5 103 260 mt im Iahr? 1923 29 ftch.n 5 007 561 Ml. im vorigen Oahre gcge.-.über. also diesmal ein Mohr vo i rund 95 694 Mk. Das ist an sich keine allzu groje St igerung, tomn man bedenkt, daß allein die Mechraulwrndungrn für bte Drsoldunge.i lTit'l 46 .Allgemeine Verwaltung') sich gegenüber dnn Vorjahre aui 92 516,84 Dark be'.au e.i (1928/29 « 419 443.41 JUL. 1527 28 — 326 931.60 Mk.). Sin sehr ungünstig?» Gesicht erhält die Rechnung aber durch die Tal'ache. ba ii auS dem Vorjahre ein Fehlbetrag von 7 50000 M k. auf d'.e neue RTchrung übernommen werben mu7)te, dessen Abdeckung im jetz g m Rech eungSjahre erolgen soll, um einer AcitUcbm Verist g rung ober gar jlifemmählren Ausdeh u g d s De iz't r vorzudr'gen Da', der Haushaltsplan In Ordnung, h h o,ne Fehl- betrag sein mui. betört die Siadtverwa' ung in ihrer Te lisch, ijt zum neu m Stat mit Recht. Zlllein dir De'astu:g wird für di" Bürgerscha't bicfmal rech» schwer w rden. Dor den ftä‘'tifTI 74 036 Mk. mehr ei erbringen, währ nd die Ausgaben um 35 976 ML angewach'e i sind. Dir Vi'rsteuer erscheint erstmalig mit 53 000 Mk. im Voransch'ag, au- dem Anteil ar der Reich-einkonmen- un) Aörverscha testcuer werden 75 035 Mk. mehr erhofft. de Grund rwerb- und die Dergnügung«- steucr sind um je 5300 Mk.. die DertznwachS- fteucr um 10 000 ML gegenüber dem Äorjah e aesteigert worden. Die SUtalfteue. erschei -t al» Cieu*nKuIi"g mit 7003 Mk. Veranlch'agung. Bei der Gru id-. Gewerbe- u xb städtischen Son- dersteuer vom bebauten Grundbesitz sind jert 137 SCO ML (1 467 000 ML gegen 1 329 500 Mk.) mehr angesetzt. Da? sind vie hau''fachlichsten Positionen in der €t'igTung3rub;-iI au" der Örn- nohmes ite d r BtrichZ ech rung. Selbst wenn man bedenkt, da", in diesen Df In die AuSga e- seit« edenfa'l» eine gewisse Au'wärtZbewegung verzeichnet, so must man doch die StsignrungS- lUfer* au' der Sinnahmes'it? a'I mnstqebend für Pen Steu'rzahln! a ri'hm. denn diese Zif'e m stellen ja das dar. toi» der steuerzrhlende Dür- gcr zu leisten hat bzw. jetzt mehr leisten soll. Man kann sich eines erheblichen Unbehagen» nicht erwehren, wmn man sich diese gesteigerte Inanspruchnahme der Bürger vor Qlu-'en hält. Rach den übereinstimmenden Gutachten sachverständiger Männer und nach den Erscheinungen de» täglichen Leben» befinden mir uns inmitten de» DeainnS einer rückläu izen Amjunrhir. Vielfach haben auch die Preise angezogen, die Steigerung der ffinfommen könnt' da nit aber weist nicht Schritt halten, ja sehr htuiz ist die Sia- tommcnPcigcrum schon durch d e bisherige Er- Höhung des Preisniveau» vönvrgaenommen worden. Dast bei dieser Lage der Verhältnisse die Leistungen für Da« und *lBaCerbe?,uq noch erhöht werden sollen (beim Gas durch die Einführung einer monatlichen gesta'le'ten Ansckluß- gcbühr, Steigerung bei Was erg ldeS von 15 Pf. auf 23 P'si, nicht etwa um berechtigte und notwendige Tkrheffcrungcn d e er Betriebe selbst zu ermöglichen, sondern lediglich zur Auffütterung der Vetriebsrechnung b?r städt schen Gc- famluerrnarung zwecks Zehld trag-Telun-'. wird weiten Äreifen tvr Bürgerschaft — 5Sau»bc i^er wie Mieter — hart erfcbein-m. Richt minder empsindls^ dürsten sich die Kreise deS Grundbesitze» berührt fühlen (Steigerung um 8 Pf.), denn in der Tat ist auch für diese viel ach schon der Zeitpunkt qefommen. wo die eigene Araft zum Steuer'ahlen entweder nicht wehr vorhanden ist. oder die Steuerl.istung au» der Substanz, d. h. durch den Verkauf einzelner Parzellen, oder durch Darle'-en'ausnahme zu Lasten des Grundeigentum; erfolgt. Sbmso unangenehm empsindet man im Gewerbe die vor- geschlafene .^eraussctzung der Gewerbesteuersätze für beide Besteuerungsarten um je 20 Ps., benn auch hier haben sich die Verhältnisse allmählich so gespannt gestaltet, daß man nach dieser ^leuercrböbung für weite A.eise des Gewerbe» erhebliche Bedenken geltend machen muß. Dast eine Umlegung der steuerlichen Mehrbelastung auf den Konsum vielfach Doraenommcn werden wird, dürfte wohl nicht zu bezweifeln fein, soweit die Verhältnisse zu bl?'er Um- legung gegeben sind. Dann tritt natürlich für die Aonsumentenschast eine neue Warenverteuerung In den Vereich der Möglichkeit, eine Er- 'Mtsel-Ecke. Lrdnunstäausgabc. anst — chi» — dajd — dazu — eder — ente — erst — gutn — htcs — htfw — war — ochb — orfc — »nie. Di« vorstehenden Buchstabengruppen sind in br- ftimmicr Reihensolgc zusammen,zusrcllcn. so dast sie ein Zitat aus Shakespeares Hamlct ergeben. Mrcupuorlrälicl >? i« 19 -j 25 U ’jC M . ESS» SSSSS»! ä»»^»v- 9113 S äissi Die Wärter bedeuten: Bon links nach rechts: 1. Stammvater eines biblischen Riesengeschlechts; 5. nordische Göttin: 9. Spteliarter.farbe; 10. Stabt In Reu Rumänien: 11. türkischer Titel: 12. griechische Göttin. 13. Stadt in Ostsri sland: 14. nor- dilches Göttergeschlecht: 15. dichterische Bezeichnung eines Raubvogels: 17. geographisches Lehrmittel. 23. Gedichtform. 24. feierliche Versicherung: 25. vorbereitetes Gebäck: 27. andere Bezeichnung für Trust: 2^. Wasserpflanze: 29. weiblicher Personenname: 80. Strudel: 31. Dest.llafionsprodnkt der Steinkohle. Bon oben nach unten: 1. andere Bezeichnung für Abscheu 2 Bezeichnung für etwas: 3. einstimmiges Lied 4 männlicher Personenname: 5. Wüste. 6. gricch scher Gott: 7. andere Bezeichnung für Geschenk: 8. an bische Hafen- stadt: 16. Teil eines Dramas: 17. germanischer (Sott; 1R. w iblicher Personenname: 19. andere Bezeichnung für Rest: 20. Aufentbaltswechsel: 21 Sch-eibs ülsig- feil; 22 männlicher Personenname, 26. Wurfspieß; 27 Titel. UnistclUmstöratscl. Tadel — Rinde — Klee — Rifpe — Barel — Stern — Amsel — Masche — Meta — Linse — Ostern — Holk — Notar — Reich — Elch — Enkel. Die Buchstaben der vorstehenden 16 Wärter sind umzustellen, so daß neue Wärter entstehen. Die Anfangsbuchstaben dieser ergeben alsdann eine große gewerbliche Schau. weqcnsahrätsel. Zu den nachstehenden je zwei Wörtern suche man die Gegensätze. Ein jeder von diesen muß ein zusammengesetztes Hauvtwort ergeben: 1. Barzahlung — Rock. 2. Weiß — zahm. 3. Dir — Kaffee. 4. Stirb — krank. 5. Schmutzig — ungnädig. 6 ßaut — Tod 7. Brot — Schüssel. 8. Süß — Wasser. Linsetzrätscl. a b c Draht ? Tanz Rhein ? Graf 5)vlz ? Hieb Streit ? Arzt Land ? Tat Kunst ? Lauf Herz 7 Schaft Zu den unter a und c verzeichneten einsilbigen Wörtern ist unter b ebenfalls ein einsilbiges Wort einzustellen, das einmal als Sch'ußsillie zu den Wörtern unter a, das andere Mat als Anfangssilbe zu den Wärtern unter c dient. Die Anfangsbuchstaben der zu suchenden sieben Wörter müssen ein Früh- sahrsgemüse nennen. Anagramm i.(t und elf, doch nicht addiert. Sondern richug permutiert*) Und daraus e i n Wort gemacht: Dav ist'», was in Blütenpracht Neu der holde Lenz uns bringt. Wo auch Dögleins Lied erklingt. •) umstellt Auflösungen. Area toortrfltfeL OQ6M3 Jiaara B nii ni Hl Ul I Ql I (DI fl Hl Aendcrungsrätsel. Galopp — Ludolf — Bastei — Holstein — Hallig — Opus — Plakat — Sodom — Erna — Salbei — Tenne. Pfingslmaie. Dopptlflnnrälfcl. 1. Fluß; 2. Reis, 3. Ohm, 4. Hebel; 5. Else; 6. Sattel; 7. Flegel; 8 E ster; 9. Spitz; 10. Ton. Frohes Fest. pfingsl verstcckrätscl. 1. Traum rill er. 2. Gobi erlebte. 3. Koch feine. 4 Ebro Segelfahrten. (Pfingst) Ümritte, -Bier, -Ochse, -Rose. Magisches kreuz. 1 o h i Vfingslproblcm. Man beginnt mit dcm Ablesen bei dem untersten Feld links, auf weiches der Pfeil hii-we st, und liest bann nach rechts herum erst die Buchstaben, die durch Käfer markiert sind, und hierauf, von vorn beginnend, die übrigen. Man erhält so: Pfingsten, lieblich Fest der Maien Sei gegrüßt viel tausendmal." Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstlsch. Der Erfinder. Täglich werden von Laien ungefähr tausend Erfindungen in Deutschland gemacht, von denen nur ein ganz geringer Prozentsatz diskutabel ist. kürzlich erhielt ein große- Industrieunternehmen den Brief eine» .Erfinder»", der also lautete: .habe eine glänzende ersindung gemacht wenn ich einmal mit einem ihrer Jnschenibre sprechen könnte." Ms die Ingenieure sich den Schaden besahen, hatte der lungc Mann ein „perpetuum mobile" erfunden, das durch ein Ahr Werk angetrieben werden mußte 1 An der wahrsaaebudc. Jüngling: .Ra. Drude, biste zufrieden brmit, wa» de Zicheinerin dir brofsezeit hat?" Backfisch: .Ach. das iS ja alle» großer Gohll Ae älterer Mann däde sich um mich bcmieh'n, un da sollt' 'ch nur nid) etwa nee sagen." Jüngling: .Ru. daS wäre doch awer gar nich ausgeschlossen, Drude." Backfisch: .Dodal unmeechlich is daS." Würstchcnmann: .Ra. Freilcinchen, ä baar saftche Heeße gefällig?" Backfisch: .Ei freilich, dadrusf habb 'ch g'rabe ä MordSabbctit!" Jüngling: .Liste, hat de Zichelncrin nich recht gchabbt: de sagst nich nee?" Backfisch: »Ru, wenn de 'S fo dreh'n willst, meinswächen. Awer die meente doch nadierlich de Liewe, un gerne Wärschtchen." schrinung, die allen einsichtigen Geschäftsleuten' selbst nicht angenehm sein wird, weil eben in solchen Fällen auch eine gewisse Zurückhaltung im Umfang d:s A>nfum» seitens der Aäu'erscho't bisher noch stets zu beobachten war. Sind die Möglichkeiten zur Umlegunj b:r Eleuererhöhung aus den Warenpreis aber nicht gegeben — z. D. bei Geschästskonkurren; vom Lande her — so wird der Gewerbetreibende als Steuerschuldner durch diele 25prozentlge Steuerstcizerung in feiner Leben»- und Arbeitsba iS sehr einschneidend berührt. Da» wäre aber eine Entwicklung, die im Interesse einer gedeihlichen Entfaltung und Sicherung unseres gewerblichen Mittelstandes auf keinen Fall erwünscht fein kann. Daß unsererseits gegen dir Viersteuer keine Einwendungen erhoben werden, ist schon bei früheren Erörterungen dieser Steuerart zum Ausdruck gebracht worden. Von diesem Standpunkt haben wir nichts preiszuaeben. Daß dir Entscheidung über die Betricbsrechnung für 1928 29 den erwählten Vertretern der Bürgerschaft angesichts der Bedenken gegen steuerliche Ueoer- laftung, die in weiten Dürgerkrelsen Immer stärket laut werden,nicht leicht fallen wird, ist ohne weiteres anzunehmen. Mehr als bei jedem früheren Haushalt wird man bei dem diesjährigen noch Mitteln und Degen fachen müßen, die geeignet find, einen annehmbaren Ausgleich zwischen steuerlicher Leistungs- krost einerseits und kommunaler Rotwendigtrit andererseits her^ustellen. Allerdings ist dabei immer wieder nur der fatale Fehlbetrag von 750 000 Mark aus dem Vorjahre im Wege. Zu prüfen wäre wohl einmal, in welchen Titeln und bei welchen Arbeiten dieser Fehlbetrag im uerfloffenen Jahre entstanden ist. um festzustellen, ob sich hierbei Betrage vorfinden, die wegen der Art ihrer Verwendung vielleicht auf die Dermöqensrechnunq übertragen und als Vermögenswerte dort aus Anlcihemitteln gedeckt werden könnten, so daß man um diese Betrage die Betriebsrechnung entlasten und eine Senkung der vorgesehenen Steuersätze eintreten (affen könnte. E» wäre u. E. ferner auch einmal ernstlich zu prüfen, ob nicht durch den Abbau dieser oder jener Einrlch- tung, die entweder überholt ist oder deren Hosten In keinem Verhältnis zu den Erfolgen der Arbeit st. hen, eine weitere Ersparnis und damit eine Entlastung der Bürger zu erzielen wäre. Auf den Stadtverordneten ruht gerabr bei der Entscheidung über diesen Voranschlag angesichts der ganten Wirtjchaftsverhält- niste eine besonders große Verantwortunaslast, die die Durchpriifung des neuen Haushaltsplanes mit dem Z eie bei m itmöalichster Senkung der Abgaben den größtmöglichsten kommunalen Nutzeffekt zu erliefen. ,’U einer schweren Pflicht macht, deren Er- füstung bart und opferreich, vielleicht auch sogar unbantbar sein wird. Rundfunkprogramni. Sonntag, 3. Juni. 8 bi» 9 Uhr: Von Aaffcl: Morgenfeier. — 11 bi» 12: Zührunz durch den Zoo, Zühmni: Dr. Aart P r i e m e l. — 12 bi» 12.30: Die Clletniiunbe. Vortrag von Pros. Dr. phiL et med. Ster n Gießen. — 12 30 b » 13 00: Vom Mannheimer Desprechungs.aum Aoirzert de» Ireunb- schcn Fra endior». — 14 bl« 15: Die Stunde der Jugend. — 15: Von München: Fußballspiel zwischen ..Fußballsportverein" Frank, urt und ..Wacker" München. - 17.30 bl» 19: Aonyrt des Rund unkorche'.erS: © o ce5 Bizet. — 10 bi« 20. E.unde teil Rbe'.n-Mamischen Verbandes für VollSvi düng. — 20 bi« 20.30: Sportnach- rich cn. — 20.30: Aon'e.t t<» Rundfunkorchester«. Anschließend bi« 0.30: Lan.zmusck. Montag, 4. 3unl. 15.45 618 16 45 Uhr S^udlen-MusU. - 16.30 bis 17.45: Arrsert Lc3 Rund unkorchesterS: D e Oper ter Woatzc. - 17.45 bis 13.05: Die Lefc- stvnde. — 18.30 bi» 19: „Das T erleben auf den 2nseln und an de, 11,em des RheinS", Vortrag bon L. A. MalchuS. — 19 bis 19.30: ..Del Dee Wahrsagerin". Rovelle von Aa:I Lieblich, vor- gelesen vom Au or. — 19.30 bis 20.15: Fran-« eer VprachunlerrichL — 20.15 bi» 21.15: scher Aiend. — 21.30: Ein Abend Im Re^erdors. Anschließend: Echallplalten-Aonzert. Dienstag, 5. 3anL 12.30 bis 13.30 Uhr MittagSständchen. — 16.30 bis 17.45: Aonzert des Rundfunkorchester»: E. M. v. Wrle . — 17 45 bi« 18.05: Die Lefv- stunde. — 18.30 bis 19: „Ziele und Zwecke de» Mannheimer Internationalen Archivs für 3u* gendzeichnungen", Vortrag von Dr. Hartlaub. — 19 bis 19.30: Funkhochschule: „Siosfwechsellehre", Vortrag von Oberarzt Dr. Spiro. — 19.30 Mfl 19.45: Englische Li.emturproben. — 19.45 bi» 20.15: Cnntischer Sprachun e richt. — 20.15: Rach dem Deulschlandsendec und Stuttgart: Ein 6om<* mernachistraum. Von Shakespeare. Musik von Mendelssohn. TNittwoch, 6. Iuni. 12.15 bis 12.45 Uhr: Schulfunk: Eine frohe Siunde. — 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45: Konzert deS Rundfunkorchesters: Operetten. — 17.45 bis 18.05: Die Dücherstunte. — 18.30 bis 18.45: Die Stunde „Haus und Garten". — 13.45 bi» 19: Viertelstunde ter Deu schen ReichSpoft. — 19 bis 19.30: „Werkun errichtliche Probleme", Vortrag von Rudolf Schütze, Leipzig. — 19.30 bis 20: Die Schachstunde. — 20 bi» 20.15: Denckenbera- Vierielstunbe. — 20.15: Srnst-Arnold-Abend. Sonnta ic«vie ft . HcrArc n. .'tpattieken nm'B.e. Ü i r.Meyerdost. Vrot. Dr ^onigmann. Htrschavothek«. .•labnant: Dr. Ötscher. ’D /—Was ist Togal?—>. Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel. Hebet 5003 Aerzte anerkennen die hervorragende Wirkung des Togal. 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Die Dorsitzenden der Arbeitsämter sind in Zukunft nicht mehr wie jetzt ehrenamtlich. sondern die ersten Beamten der Arbeitsämter! dadurch kommt der Lharakter einer Selbstverwaltungsorganisa- lion deutlich zum Ausdruck. Der größte Teil der Derantwortung liegt in Zutunst bei den Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der nächste Schritt ist nach der Genehmigung der neuen Bezirke nun die Dildung der Derwal- tuTmSouSfchüsse. 3n diesen müssen Arbeitgeber. Arbeitnehmer und die öffantlichen Körperschaften in gleicher Zahl vertreten sein. DaS Gesetz schreibt für jede Gruppe die Mindestzahl von fünf Mitgliedern vor Die Vertreter der öffentlichen Körperschaften werden aus Dorschlag der Gemeinden und Gemeindeverbünde von der 'Regierung ernannt, die Dertreter der Arbeitgeber und Arb.iiuetzmcr auf Dorschlag der in Betracht kommenden Arbeitsorganisationen vom Derwal- lunaSauSschub des LandeSarbeitSamtS. Dach dem ADADD werden die Doriitzenden der neuen Arbeitsämter und deren Stellvertreter nach Anhörung der DerwoltungSauSschüffe vom Dor- ftond der Reicheanstalt ernannt. Der Dorstand will aber über das Gesetz hinaus den Dcrwal- tungSauSschüflen ein DorschlagSrecht einräumen und werden die neugebildeten DerwaltungSaus- fchüffe al« erste Tätigkeit dieS wichtige Recht auSzuüden haben. Die Arbeitsorganisationen müssen ihre Dorschläge btS spätestens 15. 3unt beim LanveSarbcitSamt eingereichl haben. Zur Erzielung einer Einheitsliste empfiehlt eS sich für die Organisationen, eine Verständigung zu suche,». DaS künftige Arbeitsamt Dillenburg wird folgendermaßen gebildet: Dilltreis, vom Kreis Biedenlops die vorgeschlagenen 65 Orte. 3m DerwaltungSauSschuß find die drei Gruppen mit je fünf Beisitzern vertreten. DaS neue Arbeitsamt Gießen (Im Derwal- lungSauSschuß ist jede Gruppe mit sieben Beisitzern vertreten): Gießen-Stadt und Land, Kreis AlSseld. die Kreise Schotten, Büdingen und Friedberg (ohne tne zwölf zu Frankfurt kommenden Orte) und der KreiS Lauterbach (ohne die 17 Orte, die zu HerSfeld kommen). DaS neue Arbeitsamt Limburg. in dessen DerwaltungSauSschuß jede Gruppe mit fünf Beisitzern vertreten sein wird, umfaßt: den Kreis Limburg, den Oberlahnkreis, den ^Interlahnkreis mit den vorgeschlagenen 51 Orten, den KreiS Westerburg mit den vorgeschlagenen 56 Orten und den gesamten Oberwesterwaldkrels (Dorschlag 46 Orte). DaS künftige Arbeitsamt Marburg wird umfassen: die Kreise Marburg und Kirchhain, vom KreiS Biedenkopf 17 Orte und vom KreiS Äranlenberg die vorgeschlagenen 45 Orte. 3m BerwaltungSauSschuß erhält jede Gruppe fünf Beisitzer. Riede rkahnstein (pro Gruppe fünf Beisitzer) wird umfassen die Kreise Goarshausen und äknterwcsterwald. vom Kreise Westerburg 26 Orte und UntcrlahnkreiS 32 Orte, beide wie voraeschlagen Wetzlar (je Gruppe fünf Beisitzer) umfaßt vorfchlagsgemäß den KreiS Wetzlar, vom KreiS Biedenkopf acht Orte, vom KreiS Ufingen 14 Otte. fp Aus dem Amtsverkündigungsblati. • Da» Amtsverkündigungsblatt 9t r. 39 oom 1. Juni enthält. Hufbcfchlag. — Die Bekämpfung der Krähen. — Dienstnachrichten. iielSmil öen flehen 5BfierD. Roman von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmonn, Berlag, Leipzig. 22. Fortsetzung Nachdruck verboten. „Über selbstverständlich, liebes Kind, darum bin ich ja hier. Ich wollte Sie xu uns zum Tee bitten. Mein Mann legt den größten Wert darauf. Sie noch heute zu sprechen. Elisabeth, hat er zu mir gesagt, nimm da» Auto, fahre zur Dcllingham-Biblio- thek und suche Miß Lansdown zu bewegen, unser bescheidenes Heim mit ihrem Besuch zu beglücken. Der Gegenstand unserer Unterhaltung verbietet einen öffentlichen Ort Und so bin ich hier. Ich sage Ihnen, wir hoben Mühe gehabt, Ihre Adreste zu beschaffen. Aber was tut man nicht für das Kind eines alten Geschäftsfreundes." ^Wohnen Sie weit?" fragte Sybil, gegen den Wortschwall ankämpfend. „Was heißt weit, wenn man ein Auto hat! Keinen Fordwogen etwa — bewahre — einen Sieb- zig-Ls-Rolls-Royce." Sie rollte das Wort mit der Zunge, als könne sie sich nur schwer von ihm trennen. „Wir wohnen in Süsser, dicht an der Chaussee nach London. Im Handumdrehen können wir da fein." Es fiel Sybil flüchtig ein, baß sie schon gestern diesen Wea gefahren war. Sic blickte auf die Uhr. „Gut," sagte sie, „ich werde kommen. Aber wir schließen erst um vier. Vorher kann ich die Biblio- thek nicht verlassen." schadet gar nichts, mein liebes Kind", beeilte sich Mrs. Cody zu erwidern. .Ich mache noch ein paar Einkäufe und warte bann mit meinem Wagen unten vor der Tür." Sie verabschiedete sich. Hinter ihr folgte wie ein Kometenschweif ein Geruch von Tuberosen. Sybil stand einen Moment regungslos. Mrs. Codys Besuch hatte die Erinnerung an ihren Baler berausdeschworen und an die traurigen Monate, die seinem Tode vorangingen. Sie mar im Tiefsten erregt. Die ungeheuerliche Ungerechtigkeit, die an ihrem Vater begangen worden war, ließ sie noch heute erbeben. Biel, viel mehr als dcr verlorene Glanz schmerzte sie das unverdiente Unglück des Vaters. Sie rief die Mutter an, um sie von dem Dorgefallenen in Kenntnis zu setzen. Niemand meldete sich. Geschichten ans aller Welt. Nachdruck auch mit Quellenangabe, verboten. Tie Stimme des ttewiffenh. (f) London. Dov^r. Zollrevision. Ginc junge Blondine. Lilian Greern. Gattin eines Londoner RechtSanwal'.S. kehrt aus Paris heim. Die übliche Frage: .Haben Eie etwas zu verzollen?" Frau Lilian antwortet mit einem etwas unsicheren .Rein", Der Ton macht bekanntlich die MuNk. und der Beamte fühlt sich veranlaßt, noch einmal zu fragen: .Wirklich nichts? Auch keine Seidenwäsche?" Er schaut dabei die elegante blonde Dame von der Seite scharf an. Mit einem Blick, den man nicht gerade .galant" nennen konnte. Der Blick ist vielmehr beinahe einer beleidigenden Der- dächtigung gleichwenig. Frau Lilian ist denn auch tief gekränkt Mit einem verächtlichen Achlel- zucken wiederholt sie. nunmehr ganz energisch, daß sie wirklich nichts zu verzollen habe, und fügt schnippisch hinzu: .Sie können ja mein Gepäck durchsuchen!' Der Beamte Ist wieder die personifizierte Höflichkeit selbst, salutiert und verneigt sich: .Richt nötig, entschuldigen Sie die Belästigung. Gnädige Frau!" Frau Lilian atmet auf: Zollgrenze passiert. Da. aus einmal, beginnt sie bitter zu weinen und läuft zum Beamten zurück: „3d) habe Sie belogen, mein Herr, ich führe sechs Paar Seidenstrümpfe bei mir. 3n Paris gekauft." Der Beamte ist sprachlos: so etwas hat er noch nie erlebt Er kann die Frage nicht unterdrücken: .3a. aber warum denn diese nachträgliche Deichte?" Frau Lilian schluchzt kleinlaut: „Sie waren so höslich zu mir, ich habe es nicht überS Herz gebracht, mein Gewissen mit einer gemeinen Lüge zu belasten." — Leider kennen die Paragraphen der englischen Zoll- aesetze .Gefühlsschwäche" nicht als mildernden ilmftanb an: Frau Greern mußte dreifachen Zoll als Strafe bezahlen. Die Schlange und das Flötenspiel. (u) Reval. Don einem aufregenden Ereignis konnten kürzlich die Reoaler Zeitungen berichten. Ein estnischer Ingenieur, der eine fclt’amc Leidenschaft für Schlangen besaß, hatte sich von einer ausgedehnten Reise durch Indien eine Kobra als Reiseandenken mitgebracht. Er wollt? mit diesem Exemplar der gefährlichsten Gi.tschlangenart irgendwelche Experimente anstellen. Zu Hause, in Reval, angelangt, war die Kobra scheinbar in einen starrkrampf-ähnlichen Zustand gefallen, so daß sie der Ingenieur sorglos in einem... Blumenkorb unkerbrachte, und sich im übrigen der Wiedersehensfreude mit Weib und Kind überließ. Am nächsten Morgen wollte er einigen Freunden fein Andenken zetgen. Er öffnete den Korb — aber die Schlange war verschwunden. Die Aufregung und die Angst war groß; die Mutter bringt die Kinder in Sicherheit, und das ganze HauS wird von unten und oben untersucht. Aber alle# vergeblich — das Reptil blieb verschwunden, und man wußte sich schließlich keinen anderen Rat, als für die nächste Rächt Wachen auSzustellen, die die Schlafenden vor dem tödlichen Schlangenbiß bewahren follten. Man kann sich die Angst der Mutter, den Grimm deS ManneS vorstellen. Eine Kobra ist ein fataler Hausgenosse für europäische Rerven, die schon vor einer harmlosen Blindschleiche erbeben I Alle Wiedersehenssreude nach jahrelanger Trennung war bei dem Ehepaar verschwunden, und die Schlange schien zur Zerstörerin ehelichen Glückes zu werden. Ob die Frau mit Abreise und Scheidung gedroht hat, weiß ich nicht. jedensallS kam im .rechten Augenblick' ein junge- Mädchen auf den rettenden Gedanken. DaS heißt — der Retter war eigentlich der Direktor des deutschen ZirkuS Earra'ani. der vor einiger Zeit eine Reise nach dem Baltikum Mächte und dabei einen indischen Schlangenbeschwörer vorsührte. der Dertreterinnen eben jener Schlangenart zu einer Flöte tanzen ließ. Run — das junge Mädchen machte ein Experiment. Sie war zwar keine Meisterin deS FlötenfpielS. aber sie brachte doch eine eintönige Melodie zustande, ähnlich der. die sie bei bem Fakir im ZirkuS gehört hatte. Mutig kauerte ste. die Flöte an den Lippen, am Abend deS zwecken Tages in der Diele des Hauses, während der Ingenieur, mit einem Knüppel bewas'net. sich In Sichtweite hielt, und während die übrige Hausbewohner- schalt mit Kind und Kegel, Sack und Pack zum Rachbarn übcrgcflcbclt war. um nötigenfalls dort die zweite Rocht zu verbringen. DaS Experiment war erfolgreich. Die Kobra schlich aus irgendeinem dunklen Dersteck und hauchte bei den Klängen der trügerischen Flöte ihre musikalische Seele auS. „Wylrczwitjclj". (u.) Riga. Unter diesem Ungetüm von Wort verbirgt sich die neueste Einrichtung der Moskauer Stadt- gewaltigen, und man kann eS übersetzen mit „Ernüchterungshau S". Wer Sorten hat. hat auch Likör, und seit das Sowjetregime das ganze öffentliche Leden dirigiert, hat der Suff in Rußland — gelinder läßt eS sich nicht bezeichnen! — gcraS.'iu schreckenerregend Angenommen. Die rote Polizei achtet nunmehr aus den Moskauer Straßen genau daraus, ob jemand sich in der bewußten Zickzack-Manier durch den öflentlichen Derkehr bewegt, nimmt ihn fest und bringt ihn ins .ErnüchterungShaus", wo er zuerst einigen kalten Wasserstürzen unterworfen und bann vierundzwanzig Stunden lang eingefperrt wird, um feinen Rausch auszuschlafen. Die erste dieser wohltätigen Anstalten ist kürzlich eröffnet worden, und mit Spannung faß die Stadtverwaltung dem Berichte der ersten Rächt entgegen, der erweisen sollte, ob eine derartige Institution praktischen Wert habe oder nicht. Der Bericht des.Wytrezwitjelj"-Dlrigen!en lief auch ein und besagte lakonisch: .Deicht bei weitem nickt aus. Die Rachsrage ist größer als daS Angebot!" Und am Tage daraus lief ein anderer Bericht ein, unterzeichnet von bem Dorsteher bcs Stadtbezirks, wo das ErnüchterungS- haus steht, dieser Bericht war geradezu eine Hymne auf die wunderbare neue Einrichtung. War doch — wie die .Prawda" feststellt — der Herr Dorsteher einer der zuerst Eingelieferten gewesen. Der Querschnitt der Liebe. (N) Moskau. . . . Die Männer heiraten, um eine gewisse Frau zu bekommen, die Frauen lassen sich ehelichen, nur um überhaupt verheiratet zu fein. Jeder Mann braucht einen Anker um feinen HalS, und der soll die Frau fein. Die Männer sind aber alle Verbrecher, und haben eS daraus abgesehen, die armen wehrlosen Damen unglücklich zu machen. DeweiS: erst .beäugen" sie die Auserwählte, dann verehren sie die Dame ihres HerzenS. springen um diese herum wie verliebte Känguruhs, und später heiraten sie die Maid. Rach der Ehe ändert sich die Situation: die Frau wird nur noch — kritisiert. AuS diesem Grunde sollten sich die Schönen In acht nehmen, und einen Mann nur dann heiraten, wenn sie .total in ihn verschossen" sind. Auch dann ist Dorsicht am Platze: die Dame soll bei der Wahl ihres Gatten zumindest so viel Sorgfalt verwenden alS sie bei der Auswahl eines neuen — HuteS aufbringt. Die Liebe ist eben so schwer zu regulieren wie die Dampfheizung in einem Flugzeug. Daher sollte man Ehepaare nur nach zehnjährigem Zusammenleben beglückwünschen! . . . Dies alles erzählte der bekannte amerikanische Dichter und Schriftsteller Douglas Malloch seinem Auditorium in — Leningrad. Die Genossinnen und Genoflen lauschten den weisen Worten des überseeischen .Liebesphilosophen", und versprachen hoch und heilig, diese zu beherzigen. Den denkwürdigen „Aufklärungsabend" veranstaltete — wie denn anders? — daS DollS» Da fiel ihr ein, daß ihre Mutter diesen Tag bei ihrer Freundin verleben wollte, und sie hängte den Hörer an. Ihr nächster Impuls war Dick. Sie mochte es sich nicht eingestehen, baß eine kleine Unsicherheit in ihrem Innern zurückblieb. Sie hätte gern seine starke, zuversichtliche Stimme gehört. Doch auch dieser Anruf endete erfolglos. Um vier Uhr verließ sie die Bibliothek. Das Auto hielt an der Bordschwelle. Der Chauffeur war ein jüngerer Mann in schlichter Livree. Er lächelte chr zu, als er sie erbüdte, und fein offenes frisches Lächeln zerstreute ihr letztes Bedenken. Sie stieg ein. Tom Cawler fetzte den Motor in Bewegung. Der wunderbare Wogen glitt wie beschwingt über den Fahrdamm. Eine elastische Federung fing jeden oloß auf. „Haben Sie Ihrer Mutter Bescheid gefagt?" fragte Mrs. Cody, indem sie eine schimmernde Moirsdecke über Sybils Knie legte. Das junge Mädchen schüttelte den Kopf. „Sie war nicht zu Hause", sagte sie unbefangen. „Nun, bann haben Sie doch jemand anders von dem Ziel Ihres Ausflugs unterrichtet, damit sich Ihre Mutter nicht über Ihr Verbleiben beunruhigt ? „Oh," sagte onbil, „so schlimm ist das nicht. Meine Mutter ist daran gewöhnt, daß ich zuwellen mit Freundinnen ausgehe." Mrs. Cody sagte nichts mehr. Aber in ihrem Gesicht spiegelte sich ein befriedigtes Lächeln. 18. „Sic sind also die Tochter meines alten Freundes!" So begrüßte Codn das junge Mädchen, als das Auto vor der Terrasse seines Hauses hielt. Sybil blickte ihn forschend an und suchte in ihrem Gedächtnis. Sie war sicher, sie hotte diesen kahlköpfigen Mann noch nie zuvor gelegen. „Können Sie sich meiner nicht mehr erinnern?" fragte er. Sybil schüttelte mit einem um Entschuldigung bittenden Lächeln den Kopf. „Nun." meinte Cody. „bas ist so seltsam nicht. Als ich Sie das letzte Mal sah, machten Sie gerade Ihre ersten Gehversuche." Er bot dem jungen Mädchen den Arm an und führte sie ins Haus. Mrs. Cody sandte ihm einen warnenden, gereizten Blick nach, aber er zog vor, ihre säuerliche Miene zu übersetzen. Im Wohnzimmer schob er Sybil den bequemsten Seifet hin und legte ihr ttotz ihrer lachenden Proteste noch ein schwellendes Kissen in den Rücken. Der Tisch war zierlich gedeckt. „Der Tee kommt sofort, mein Kind. Gewiß hat die lange Fahrt Sie angegriffen?" Er suchte ihren Blick. Plötzlich stand, wie aus bem Boden gezaubert, Mrs. Cody vor den beiden. Codn. der sich halb über das junge Mädchen gebeugt hatte, fuhr ertappt zurück. „C", sagte sie streng, „darf ich dich einen Moment sprechen?^ Und dann mit süßlichem Lächeln zu Sybil: „Miß Lansdown, wollen Sie meinen Gatten für einen Augenblick entschuldigen?" Sybil, die ihre Absicht durchschaute, mußte ein Lächeln verbeißen. Sie begnügte sich mit einer Hof- ließen Bewegung der Hand. Cody aber war durchaus nicht gelaunt, eine Gardinenpredigt zu hären, er funkelte feine Frau böfe an. „Das kann wohl bis nachher warten, meine Liebe", sagte er abweisend. Eine Blutwclle schoß Mrs. Cody in den Stopf. Sie versuchte ihren Mann mit einem vernichtenden Blick nicdcrzuschmettern, und do ihr das nicht gelang, schoß sie wie ein Bolzen aus dem Zimmer. Nichts blieb von ihr zurück als der betäubende Geruch verwesender Blumen. Sofort bot Cody seinem Galt eine Zigarette an, und nach einer Weile hatte der Tabakrauch das Zimmer gesäubert. In der Halle stand der Chaufleur, die Hände in den Hosentaschen. Er klimperte mit losem Geld und pfiff leise ourch die Zähne. Als Mrs. Cody wutentbrannt aus dem Wohnzimmer fegte, drehte er sich auf dem Absatz herum. „Tante, wer ist die Same? Warum umtanzt sie der Onkel wie eine Henne ihr Kücken? Es sieht lächerlich aus!" „Was gebt es dich an," sagte sie unwirsch, „deine Neugierde fällt mir nachgerade auf die Nerven." Er überhörte den Vorwurf. „Sie hat ein nettes Lärvchen . . Ich wundere mich, daß du die beiden allein läßt." ..Wundere dich gefälligst im stillen — und jetzt geh und bring das Auto in die Garage. Ich habe noch weitere Befehle für dich!" Tom Cawler zuckte die Achseln. „Wozu sich abhetzen? Ein schönes Sprichwort lautet: Eile mit Weile. Was will der Alte von ihr?" komrmflariat für Kultuswefcn Da könnten sich die kapitalistischen Ministerien für Doll-erzieh ung wirklich ein Beispiel daran nehmen! (rin Enkel Tolstojs alo Einbrecher. (n.) Prag. Dor dem Schöffengericht in Prag steht ein junger, blaß ausfeßmder Mensch in heruntergekommener K.cidung, nervös, bei jedem Worte losen und verweinten Augen. Die Feststellung der Personalien erg bt daß er rus!l cher Flüchtling ist. Sergiu- Ko emberg heißt, und daß seine Mutter bie Gräfin Tolstoj, die Tochter des aroßen rufüchen Dichtn?- und Reliiions- Philosophen ist. Er ist ein acher Zimmermann von Berus und bei einem Mcister in einer Prager Dorstadt angestellt. Zwei andere jung« ruflilche Emigranten slankieren ihn aul der An- DagebanL Er wird beschuldigt, auf Ansti ten feiner beiden mit angeklagtcn Freunde Atoci verwegene nächtliche Einbrüche in einer Bäckerei und in einen Zigarrenladen begangen zu haben Ohne großen Erfolg allerdings. Etwas Schokolade und elnije schlechte Zigarren find ihm in d.e Hände gefallen. Der Angellagte ist vollauf geständig und bricht bei der Dertündung de- milden Urteil-, da- auf vier Monate Gefängnis lautet, schluchzend zusammen. Väterlich verbucht ihn der Dor itzende zu trösten und richtet die Frage an ihn: „K.nnen Sie die unsterblichen Werke Ihre- Großvat.'rS?" „Rein!" antwortet der Angellagte tränen- überströmt. „Ich habe bisher feine Zeit gehabt, mich mit ihnen zu beschäftigen." „Ich werde veranlassen, daß man Ihnen im Gefängnis einige Schriften des großen Weisen von Krasnaja Poljana zu lesen geben wird und bin überzeugt, daß sie Ihnen dazu verhellen werden, den sittlichen Lebensweg wiederzufinden!" Eine schüchterne Derbeugung des Dellnguenien, und Polizisten, führen ihn hinaus zur Hast. Weh dir, daß du ein Enkel bistl Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 3. Juni. Trinitatis. Stadkkirche. 8 Uhr: Pfarrer Mohr: Christenlehre für die Neuton firmierten aus der Matthäusgemc e; 9.30: Pfarrer Becker; 11: Kindcrkirche für die Dior- kusgemeinde; Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer: Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde: 9.30: Pfarrer Ausfall); zugleich Militärgottesdienst: 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld; 8: Bidelbefprechung im Iohannesfaal; Pfarrer Müller — Lapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Llisabetb-stleinkinberschule (Wetzlarer Weg 59). vormittags 9.45 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — wiefeck. 9.30; 10.45; Christenlehre. — Alten-Vuseck. 9J0: Beichte; 10: Gottesdienst; 11: hl. Abendmahl; 1.30. — Haufen.Garben- trich. 7.30: Garbenteich; 10: Hausen; Christenlehre. — Cid). 9.30: Stistsoechant Rahn, Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 2: Stiftspfarrer Schoriemmer. — Kirchberg. 11: Christenlehre für die männliche, konfirmierte Jugend; 1.30: Mainzlar. — TDaßenborn • Steinberg. (L30: Christenlehre, 9.15: Predigt. katholische Gemeinden. Samstag, den 2. Juni. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 3. Juni. 1. Sonntag nach Pfingsten. Fest der heiligsten Dreifaltigkeit. Gießen. 6.30 Uhr: Deichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt. 11: Messe mit Predigt; 2: Andacht mit Segen.— Grünberg. 9-30: Messe mit Predigt. — Hungen. 18: Andacht. — Caubadi. 10: Messe mit Predigt. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamr mit Predigt. Er deutete mit dem Daumen über seine Schulter ins Wohnzimmer. „Weiß ich's?" stieß sie hervor. In ihrer Stimme schwang lang verhaltene Wut. Tom tat einen leisen Pfiff durch die Zähne. So also stand es. Der Fuchs oa drinnen fischte auf eigene Faust. „Hat sie den Schlüsiel mit?" fragte er langsam. Mrs. Cody starrt« ihn an. Ihre farblosen Augen wurden noch bleicher, so sehr drängte sich Das Weiße vor. „Was weißt du. von dem Schiüstek?" Tom Cawler wiegte den Kopf. Wieder vergrub er die Hände in den Taschen. Er tat, als hätte er ihre Frage nicht gehört. „Das Haus ist leer", sagte er. „Ich werde mir meinen Tee alleine brauen müssen. Die Mamsell und die Köchin sind auf Urlaub, das Stubenmädchen liegt krank im Hospital. Merkwürdige Geschichte, merkwürdiges Paar, du und er." Ohne noch einen Blick auf seine Tante zu werfen, schlenderte er zur Tür. Er betrachtete Den Griff, er hob die Hand, doch plötzlich fuhr er herum. Er hatte die Stirn oorgeftredt, das Kinn zurück- gebogen. „Was habt ihr vor, Tante?" Mrs. Cody verlor die Beherrschung, um die sie mühsam während der ganzen Unterredung gekämpft hatte. „Schweig, Tom, ich sag dir, schweig. Es bat sich ausgetantet. Ich bin keine Tante für dich. Ich bin Mrs. Cody. Hast du verstanden, du Galgenvogel? Hast du ..." Ihre Stimme war zu schriller Höhe gestiegen und brach jäh ab. Da wandte sich Tom Cawler und ging hinaus, um sein Auto in die Garage.zu bringen. Seit sieben Jahren lebte er im Hause feiner Tante. Er bezog ein gutes Gehalt. Sein Pflichtenkreis hielt sich in bescheidenen Grenzen. Es hatte Monate in seinem Leben gegeben, um die bessere Leute ihn beneidet hätten. Alles dies verdankte er einem gewissen Einblick, den er in das Leben der Witwe getan hatte, ehe sie Codys Frau wurde. Wozu aber sollte er den Dogen Überspannen? Er hatte manches Seltsame gesehen und konsequent die Augen dazu geschlossen. Konnte er sich nicht auch diesmal dazu bringen? (Fortsetzung folgt) Sonder-Angebot schöner Sommerkleider Unsere Sommerstoffe in größter Auswahl 20.-- und dunkelfarbig Mk. 42.-, ZS.-, 20-, 2L-, und Preiswürdigkeit IfänKUUL fäparatoren 2 LtIJea ii tll• a B11 rke■ pronji Heterker, Modehaus Salomen 5444« Q .8 •> ijSperrhol a. ■ tn lFicha ©oboon it Riefer S-S B ■ Breuer und Dreien aller TiSr SämfUehe lasta !tr Schreiner, Wagner uvl s 0 kL. Beachten Sie meine Schaufensterl Kleiderstoff Abtlg. zeigt alle te L. «• U) * Klein 8 Hel WH Betriebsstoff ist flüssige Kraft Im Dapolin erhalten Sie für Ihr Geld höchste Kraft. - Überall, in Stadt und Land, stehen die roten Dapolin «Pumpen zu Ihrer Verfügung. 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