m. 105 Erstes Blaff 178. Jahrgang mtttwod), 2. IHai 1928 Erschet«: täglt*. cu^er Sonntags anb Jsiertagfc Beilogen; Dietzen er Familienblätter Heim al im Dill» Vie Scholle. monots-Beiegsprets: 2 Reichsmark anb 20 Reichspfennig ftr Träger» lohn, auch bet Richter» scheinen elnzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanjchlüsse: 51, M anb 112. Anschrift für Drahtnachrichten; Anzeiger stieße», poßscheckkonto. greiffori am Main liest. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid mb Dtriog: Brühl'sche llstiveTsiMr-vuch. nnb Stdibnuferei 8. tanze in Gießen. Lchriftiettunz and Geschäftritele: 8ch»lftraße 7. aeiobme von lajeiaei für bie Xage-inammer bis zum Nachmttxag oorh«. Preis für \ mm hätte ftr Lnzieiqen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 9tei(bspfennig; für R— klomeanjeigen von 70 mm Brette 35 Rrrchspfennig, Vlatzvorschnft 20* , mehr. Theftedakteur Dr. JrncJ'r. Dill» Lange. DerantroonUch für Politik Dr. Fr. Will) Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot, für ben übrigen Teil Ernst Blumschein: für ben Anzeigenteil Kurt fiiDmann, sämtlich in (Bitten. Gibt es ein Transferproblem? Don unserer Derliner Redaktion. Dei den Debatten über die Durchführbarkeit des Dawes-Plan- ist die Frage des Transfers in den Vordergrund der Betrachtungen getreten, man hat bisher, da man diese Frage als eine problematische aussaht. eine Klärung nicht hrrlriführen Bnncn, sondern will unberücksichtigt von diesem Problem die Entwicklung abwarten, ehe man an eine Revision des Dawes- Planes herangeht. Die Ansicht der Wiffen- schastler — unter ihnen sind besonders der eng- liche Rattonalökonom Keynes und der schwedische Professor Lasse! zu nennen — geht dahin, dah sich Transferierungen von Gemmen, wie fie im Dawe»-Plan vorgesehen find, nur durchführen lassen, wenn ihnen tatsächlich e i n Gegenwert in echten äleberschüssen aus dem Export des Landes, welches diese Zahlungen zu leisten hat, gegenübersteht. Run hat kürzlich ein ausgesprochener Prakttker. der frühere Leiter des BerrechnungswefenS der ReparationSkommiffion, A u l d, einen Dortrag über da- Problem der Reparattonen und der internattonalen Verschuldung gehalten, der nicht nur deshalb, weil fein Derfaffer bei der Repa- rattonSkommiffion tätig war. Beachtung verdient, sondern auch deshalb, weil dieser ausgesprochene Prakttker im Gegensatz zu der allgemein bekannten wissenschaftlichen Anschauung eigene und neue Ideen zu dem Problem der ReparattonS- und auch speziell deS Transfer- bringt Ruld geht bei feiner Argumentatton von der erheblichen internationalen Derfchul- dung der DorkriegSzeit aus und stellt dabei fest, was zweifellos richtig ist. daß man damal- von einem Transfer-Problem bzw. von dem Begriff des Transfer- überhaupt niemals gesprochen hat. Infolgedessen hat cs auch in der DorkriegSzeit niemals TranSfer- fchwierigkeiten gegeben, denn jeder leistungsfähige Schuldner hätte seine Schuld bezahlt, ohne dah ihm oder sonst jemandem daraus ein Schaden entstand. GS traten andieStelleder alten Kredite immer wieder neue Kredite, während die Gesamtsumme der AuSlandguthaben dabei niemals zurückging, so dah Transser- Schwierigkciten eben nicht entstehen formten. Auld behauptet tn diesem Zusammenhänge, dah internationale Schulden unter normalen Deuhältnissen niemals durch Exportüberschüsse bezahlt worden seien. Internationale Schulden entständen lediglich barau«. dah die Schuldnerländer keine Ekporlüberschüfse haben. Rach Verlauf von vielen Jahren würden sie bei Fälligkeit durch die Schaffung einer frischen Schuld bezahlt. In diesem ZtzlluS von Kapi- tal-verteilung über die Welt sieht Auld einen natürlichen, gesunden und vorteilhaften Zustand für alle Tcik Damit ist Auld der Auffassung, dah die heule stattfindenden Schuldenzahlungen. die für Deutschland nur durch stete Aufnahme von Krediten möglich lind, lange andauern könnten, wenn nur Kredite stet- wieder zur Verfügung stehen. Mithin gibt es nach feiner Auffassung weder ein Transfer-Problem für den Schuldner- noch für den Gläubigerstaat. . In einer Kritik zu diele- ^cde deS Herrn Auld weist nun Dr Gestrich . . > " .3 - u. H- Ztg." auf einen wefentlichen llr. tccf4>teb der internationalen Schuldenreglung von heute bei dem Vergleich mit der Vorkriegszeit hin. nämlich den. dah es sich in der Vorkriegszeit um rein wirtschaftliche Schulden, beute um politische Zahlungen bandelt. In seinen Folgerungen. die er an diese Tatsache knüpft, schlicht er sich der von Prof. Cassel besonders klar vertretenen Auffas'unq an. dah Transferierungen nur in dem Mähe auf die Dauer durchgettihrt werden können, als ihnen echte Werte in Gestalt von wirklichen Gkporttlberschüs'en gegen- überftebe ' Prof Calfel hat bekanntlich den DaweS'Plan auf Grund der Ergebnisse, die er bisher gezeitigt hat. besonder- scharf kritisiert, und zwar dahingehend, dah von einem Erfolg des Dawes-Planes nicht die Rede fein könne. Der DaweS-Plan selbst sieht vor. dah Reparationszahlungen nur au- echten Ueberschüls en geleistet werden sollen. Man kann sich, so safzinrerend die Korn- pensattonstheorie Aulds auf den ersten Blick fein mag. doch nicht der Tatfache verschließen dah da« durch Krieg und Inflation schwer leidende Deutschland bzw. Europa berartige Kapi- tatfummen nicht ohne weiteres an feine Gläubiger übertragen kann, lediglich weil ihm immer toicber neue Kredite zur Verfügung gestellt werden. Diese Kredite werden zudem nur solange gegeben werden, als ihre Anlage für die Geber wirklich nutz- und ziUs - bringend ist. Ob aber auf die Dauer eine produktive Verwendung dieser Kredite möglich ist. erscheint fraglich. Eine infereffonfe Nachwahl in England London, 1. Mai. (XiL) Die ParlamentS- nachwabl hx Marylebone. bie durch die Erhebung des bisherigen Generalstaatsanwalts. Sir Douglas Hogg. in den Peerstand notwendig wurde, endete mit dem Siege des konservativen Kandidaten Renell Rvdd. der 12 859 Stimmen auf sich vereinigte gegen 6721 bzw. 3318 Stimmen des Arbeiterpartcilers und Liberalen. Die konservative Mehrheit, die im Jahre 1924 noch 15 527 Stimmen betragen hatte, ist daw.il auf 6138 Stimmen zurückgegangen, was trotz einer Wahlbeteiligung von nur 43 Prozent für die Konservative Partei ein sehr unbesriedigen- Beginn des Kolmarer Anionomistenpwzeffes. Kalmar (Gtlfafo), 1. Mai (WTB.) Der Prozeh gegen 22 elsässische Äutonomiften, von denen gegen sieben, bie sich im Auslände befinben, in contumaciam verhanbelt wirb, hat heute vormittag vor bem Schwurgericht begonnen. Die zum Gericht füh- renben Sttaßen sinb mit Gendarmerie in Stahlhelmen unb Milttärposten besetzt. Die Staatsanwaltschaft hat 40 Zeugen geladen, bie Derteibi» gung 15. Bei ber Aufrufung der Entlastungszeugen wirb Reichsauhenminister Dr. Strefemann aufgerufen, was unter dem zahlreich anroefenben Publikum Rufe bes Erstaunens auslöst. Alsbann wirb bie Anklageschrift verlesen, bie 15 Schreibmaschinenseiten umfaßt. Die Verlesung geschah in französischer unb in deutscher Sprache. In der Einleitung heißt es: „Die autonomistische Separatisten- bemegung, bie in Elsah-Lothringen bereits vor dem Waffenstillftanb von Deutschen unb beutsch franzö- sischen Elsäsiern geschaffen worben war, hat stets ein für bie nationale Einheit außer- orbentlldi gefährliches Ziel verfolgt, ba sich ihre beständigen Anstrengungen auf einen voll- kommenen Bruch zwischen Frankreich und den elfaß-lothringischen Provinzen richteten. Alsdann folgen bie den einzelnen Angeklagten zur Last gelegten Taten, wie sie bereits früher gekennzeichnet worden sind. Der Generalstaalsanwall erhebe gegen die 22 Angeschuibigten Anklage, feit 1920 auf dem nationalen Gebiet unb besonders in den drei Departements Oberelfafj, Unterelsaß unb Mosel f i d; untereinander verständigt unb beschlossen zu hoben, die Regierung zu beseitigen ober zu ändern, die Bürger ober Bewohner aufzureizen, sich gegen die Behörden zu bewaffnen, wobei das so geschmiedete Komplott bereits in die Tat umgeseht worden fei bzw. vorbereitende Handlungen vorgenommen worden waren. Von selten ber Verteidigung wurde protestiert, daß die sogenannten Schutztruppen, die noch einem ilebersall am 22. August 1926, dessen Opfer Ricklin geworden war, gebildet worben waren, um den Vcrsammlungsschutz zu sichern, in ber Anklageschrift a l s „Sturmtrupp" bezeichnet werden, was dem Begriffe der Schutztruppen nicht entspreche. Außerdem haben die Anwälte der Angeklagten dagegen Einspruch erhoben, daß ifjncn nicht die gesetzlich zulässige Möglichkeit eingcraumt wirb, über ihre Verteidigung sich untereinander zu verständigen. Die Verteidigung verlas außerdem ein Schreiben ber beiden Abgeordneten Rosss und Ricklin, in bem diese gegen die Beschneidung ber Verkehrsmöglichkeit Der Angeschuldigten untereinander heftigen Protest erheben. General- staatsanwalt F a ch o t wendet sich gegen diesen An- trag und erklärt er wolle durch die Vorenthaltuckg ber freien Berk hrsmöglichkeit untereinander vermeiden, daß bie Angeklagten weiter sich zum Zwecke ber von ihnen angeblich verfolgten Ziele nerftän- tilgten. Zu Beginn ber Rachmittagssitzung wurde der von der Verteidigung gestellte Antrag auf Bewilli- gung der Vergünstigungen für politische Gefangene für die drei in Untersuchung befindlichen Beschuldigten, die diese Rechte noch nicht genießen, abgelehnt. Ebenso ber von ber Verteidigung gestellte 'Antrag auf freien verkehr ber Angeschuibigten unlcreinanber zwecks Vorbereitung ihrer Verteibigung. Alsdann begann das verhör des angeschuldigten Abgeordneten Ricklin, der vor allem seine spezifisch elsässische Gesinnung hervorhebt. In deutschen Kreisen habe man ihn als Querkopf bezeichnet. Er betonte, daß er aus bem Pro- zeß rehabilitiert heroorgehen wolle. Vor dem Kriege habe er bie übermäßige Verdeutschung Elsaß.Lothringens bekämpft, während man ihn jetzt von französischer Seite als Agenten der Ger- manisierung hinstelle Er habe für einen elsässischen Autonomismus stets gearbeitet Der Vorsitzende stellte u. a. an Ricklin die Frage, ob es richtig sei, daß er zur Zeil ber Kriegserklärung an ben Vorsitzenden des Reichstages gcichneden habe, er bedauere, daß er nicht mehr im Reichstag sitze, um für die Striegstrebite stimmen zu können. Rick- lln erklärte Darauf, bah eine Nichtannahme der Kriegskredite durch diesen oder jenen Abgeordneten gar nichts hatte verhindern können. Nickün zitierte schließlich eine Aeuherung des Regierungspräsidenten von Kolmar, o. P u 11 f a m e r, der erklärt habe: „Ricklin ist auch so einer, für den es höchste Zeit war, daß er sich in bie beutsche Uniform geflüchtet hat Wir werben ihm ober schon bie Uniform ausziehen." Nach einer kleinen bedeutungslosen Auseinandersetzung zwischen bem Vorsitzenden unb bem Verteidiger wurde die Verhandlung auf morgen vormittag vertagt. Rostes und Ricktins Dank aus dem Gefängnis. Colmar, 1. Mai. (WTB.) Der .Elsässische Kurier" veröffentlicht folgendes Schreiben der beiden neugewählten Abgeordneten Rossö und Ricklin auS dem Gefängnis in Colmar vom 30. April datiert, da- heute Im Autonomisten- prozeß verlesen wird. .Willkürlich in Haft gehalten im Gefängnis von Colmar, nach einer skandalösen Untersuchung am Vorabend der Schwurgerichtsverhandlung, dem Regime des strengsten politischen Geheimnisses unterworfen, ohne eine Möglichkeit, mit jemandem verkehren zu können, jeder äußeren Stühe beraubt, sind wir, nachdem wir in Straßburg durch den Regierungschef selbst schmachvoll beleidigt und Don unserer Derliner Redaktion. Witten in den Wahlkampf hinein platzt d t e preußische Regierung mit der Mitteilung. daß sie daS Minderheitenrecht, zunächst zugunsten der Polen, neu zu regeln gedenkt und den Polen in Preußen auf dem Gebiete des Schulwesens erhebliche Zugeständnisse machen will aus der Grundlage des freien Bestimmungsrechtes, in der Form, daß private MinSerheitsschulen auS ^sentlichen Mitteln unterstützt werden sollen, auch durch die Stellung geeigneter Lehrkräfte. Preußen beruft sich dabei auf eine ähnliche Regelung, die jetzt bereits in RordfchleSwig zugunsten der Dänen besteht unb mit der angeblich gute Erfahrungen gemacht fein fallen: was freilich von den Rächst- cteiligten Deutschen selbst stark bestritten wird Die ganze Art aber, wie Preußen diesen Schritt bekannt macht und begründet, gibt doch zu lebhaften Einwendungen Anlaß. Wir sind uns wohl alle darüber einig, daß die Minderheiten in ®eutfer Minderheiten ergeben können, peinlichst durch- geprüst werden. Mit dicser Einschränkung nut ist Der Gedanke einer kulturellen Autonomie für uns überhaupt tragbar. Eine Minderheilenverordnung in Preußen deS Ergebnis darstellt. Mit Sir Renell Rodd, der 40 Jahre im britischen diplomatischen Dienst tätig war. und Großbritannien lange Jahre in Rom als Botscha ter vertrat, zicch: einer der wenigen Vertreter der Diplomatie hx daS Hinterhaus ein. Zn Mainzer Gefängnissen. Erlebnisse des Pfadfinders Kreutz. Berlin. 1. Mai. (XU.) Aus dem Rhein» land wird ber Telegraphen-Union geschrieben: .Der Pfabnitbersührer Kreutz auS Prüm (Eifel>. der jüngst von dem französi- fchen Kriegsgericht in Mainz zu einer IStägigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, weil er die Sicherheit der Defatzungstruppen gefährdet hatte, mußte diese Strafe im hessischen Landgerichtsgefängnis in Mainz verbüßen. Wir geben im folgenden seine eigene Schilderung wieder: .Alsbald nach der Einlieferung in das vcllstäxxbig unter deutscher Verwaltung stehende Gefängnis mußte ich Gefangenenkleidung anlegen und kam in die Verbrecher ab teilung. Zwar wurde mir auf meinen Einspruch gestattet, meine eigene Kleidung wieder zu tragen, boch die Art der Gefängnisarbeiten, zu denen ich zusammen mit den Verbrechern herangezogen wurde, zwang mich, zur Schonung meiner Kleidung auf den Sefängnisanzug zurückzugreifen. Man beschränkte mich in der ersten Woche lediglich auf die G e f ä n g n i s k o st. Das Rote Kreuz war durch meine Derteidlger gebeten worden, für meine Verpflegung Sorge zu tragen. ES hat sich während der ganzen Zeit überhaupt nicht um mich gekümmert. Meine Briefe wurden zensiert. Meine Beschwerden über die entwürdigende Gefangenenarbeit wurden vom Anstaltsleiter. Herrn Mohr, unter Drohungen abgewief en." Kreutz berichtet. daß unter den gleichen Verhältnissen noch etwa 15 weitere, von den Franzosen verurteilte Deutsche sich im gleichen Gefängnis befinden, die zum Teil wegen angeblicher Spionagehandlungen verurteilt sind, von denen sie selbst nichts toiHen, und bie mangels eigener Wittel auf die unzulängliche und uner- trägliche Gefängniskost angewiesen find und die gleiche unwürdige Behandlung wie Kreutz noch auf längere Zeit hinaus zu tragen haben." — Die Verantwortung für die Richtigkeit dieses Berichts, den wir daraufhin nicht nachprüfen können, müssen wir der Telegraphenunion überlassen. Römische Hoffnungen. Rom, 1. Mai. (WB.) Die Morgenblätter äußern ihre Freude über bie Niederlage bes französischen Linkskartells. Eie vertreten bie Auffassung, baß bie nationale Regierung sich in Frankreich bilden könne. „Popolo bi Roma* glaubt, baß bie bisherige Politik Dr i a n b s gegenüber Deutschland nicht fortgesetzt werden würde, so daß Deutschland sich wiederum mehr Italien nähern werde- es sei aber auch zu hoffen, daß die neue französische Regierung sich weniger schroff gegenüber Italien oer- halten werde, wie das bisherige Kartell. Katholizismus und Weltkirchenbewegung. Heidelberg. 30. April. (XU.) Die deutsche Abordnung des Lausanner Weltkirchen- kongresseS. die im Anschluß an die Tagung des Weltbundes für internationale Freundschafts- arbeit der Kirchen in Heidelberg zusammentrat. hat zu der jüngsten päpstlichen Enzyklika eingehend Stellung genommen. Die Un w ers ttätsprof e ss oren Dr. Wobbermin- Göttingen unb Dr. Hermelink-Marburg gaben wichtige Aufschlüsse übet bie Entstehungsgeschichte des päpstlichen Erlasses gegen bie Cini- gungsbewegung. wie sie von ben evangelischen Kirchen ber ganzen Welt seit Jahren angebahnt ist. Es besteht kein Zweifel, baß ber katholische Erzbischof von Westminster» btefen Erlaß gegen den Weltprotestantismus veranlaßt habe. Der gegenwärtige Kirchenstreit in England fei offenbar als besonders günstiger Zeitpunkt für diesen Erlaß angesehen toorben. Auf Grund ber Angriffe des Papstes gegen bie - --rST 9 ...... :,d«f-------------------------------- längere mnrgigi bringen r 9n txrq ffußbobe Sienneni fflan we: öcr hürf( umhülle und btgv umgehet 9er® DieL Doranli Otfltnll in der mit 7K im Sfd die 2« jahr 51 die 2e gegen 6 k der M L° Btrtrti «ingttot Elbens »erm. t *®ll anr* bamil d Treppe )urü(t. wehr'ai öh du w - Ul Ul 1469 Ichrkid -arlM «n#«” H4‘* und vo» ^yarn'*“1 tifit S“' sknbek'k and w S*s fri^ J, Dem y:M wüten < zuturbel «ollen. aiit < teMer vnhlS^ M.sliN, hdrden läge"' j.j Sii feit Oieve S5?l. fiu6< dein- l öen. 8re rnufci®' »titi ;erer Wir, brik/i uhren direkt >eqi v*tlanJ ÜliO; X Im Ceee MEtil Amerika ehrt die deutschen Ozeanflieger. Bande vo etwa 300 R ändern zu -erst reuen. die cu< der gegenwärtigen Lage Vorteile zog und japanische Daren- und Wohn- häuser übetfalltn hatte. Die Räuber, die den nördlichen Trurven angehören, halten in der Rachöarscha-t Städte und Dörfer geplündert. Ein Festabend des anierikanischenKlubsinBerlin Berlin, 1. Mai. (WD.) Der American Club of Berlin veranstaltete im Kaiserhof ein Bankett zuEhren der b e u t s ch« n O z e a n - f l i e g e r als die erste öffentliche Veranstaltung dieser Art auf deutschem Boden. Unter den Gästen bemerkte man den amerikanischen Botschafter Shurman und Herren der amerikanUchen Botschaft. Staatssekretär Gutbrod, und Ministerial- dtrigent Brandenburg vom Derkehrsministe- rium. Ministerialdirektor de Haas vom Auswärtigen Amt, Direktor v o n S t a u ß von der Deutschen Bank, Generaldirektor Geheimrat S t i m m i n g vom Norddeutschen Lloyd, Frau Reichsminister Stresemann, Vertreter der Lufthansa, des Aero-Clubs und der Iunkerswerke. Der Präsndent des Clubs, Herr LincolnCyre. hielt die Begrüßungsansprache und verlas telegraphische Grütze der „Bremen"-Flieger an die Versammlung. Der amerikanische Botschafter Shurman hielt danach eine Ansprache, in der er erklärte, Hauptmann Kohl. Baron o. Hünefeld und ihr irischer Gefährte. Fitzmaurice, verdienen all die Anerkennung, die Ehren, die sie empfangen. Ihre Leistuna ist fast ein Wunder. Wir^ müssen unserer Bewunderung auch für das Flugzeug „Bremen" Ausdnick geben, das die drei Männer so sicher trua. und den Erbauer, Professor Junkers, in unsere Glückwünsche miteinbeziehen. Als ich die „Bremen" im vergangenen Sommer in Dessau besichtigte, hätte ich nicht geglaubt, dah ihr eine so gewaltige Prüfung bevorsteh«. Daß sie diese so gut bestand, ist ein großer Triumph für Professor Junkers und seinen Stab. Dann erinnerte Botschafter Shurman daran, welche Tragödie dadurch verhindert worden sei. daß Greenly Island rechtzeitig noch im Rebel unter dem Flugzeug sichtbar wurde, dessen Brennstoffvorräte in drohendem Maße zu schwinden begannen. Die Gun st des Glücks habe den Fliegern beigestanden. Aber der Mensch sei nicht nur eine Kreatur der Verhältnisse. Diese Flieger hätten es verstanden, trotzdem sie auf einem Wege von Taufenden von Meilen die älngunst der Aaturgewalten gegen sich hatten, sich durchzusehen. Der Botschafter stellte dann fest, daß Chamber- lins erfolgreicher Flug seinerzeit bereits einen tiefgehenden Einfluß auf die Förderung des Verstehens und der Freundschaft zwischen den beiden Völkern ausgeübt habe. Heute morgen nun sei der Text der deutschen Antwort auf Kelloggs P a k t v o r s ch l ä g e veröffentlicht worden, und er sehe darin ein glückliches Zusammentreffen, dah während Köhl als Freundschaftsbote nach Amerika fliege, die deutsche Regierung den amerikanischen Vorschlag annähme und sich bereit erkläre, die notwendigen Verhandlungen für den Pakt zu beginnen. Auf den Dahnen der Lust und auf geistigen Pfaden kommen unsere beiden Völker einander immer näher, so schloß der Botschafter und trank dann auf das Wohl Deutschlands, seiner heldenhaften Sieger, auf Professor Junkers und auf den weiteren Erfolg des deutschen Flugwesens. Staatssekretär Gutbrod überbrachte im Namen des Reichsverkehrsministers den Dank der deutschen Reichsregierung an den amerikanischen Club für diese erhebende Feier, die er der Tat der „Bremen" gewidmet habe, und fuhr dann fort: Die warmen Worte, welche Eure Exz. den Ozeanfliegern, der deutschen Luftfahrt und unterem ganzen Volke gewidmet haben, haben freudigen Widerhall in unseren Herzen gesunden. Und in der Tat: Der Ozeanflug von Köhl, Fitzmaurice und v. Hünefeld gibt berechtigten Anlaß zu der heutigen Feier. Diele tapfere und brave Menschen haben für diese Aufgabe ihr Leben gewagt, und viel Mißgeschick und viele beklagenswerte Opfer heldenhafter Persönlichkeiten liegen auf diesem Wege. Alle diese Opfer sind gleichsam ein Symbol dafür, daß das alte Europa hinstrebt zu einer engen Freundschaft mit feinen Söhnen, die jenseits des Ozeans ihre Heimat gefunden haben und dort in einem mächtigen und glücklichen Volke aufgegangen sind. Noch ist das Problem eines ständigen Luftverkehrs zwischen Europa und Amerika nicht gelöst, aber die Stunde der Erfüllung dieser Aufgabe wird kommen und die spätere Zeit wird die Erstlingstaten als Heldenfahrten ehren. Lassen Sie mich in dieser frohen Stunde die Hoffnung aussprechen, daß die jetzt gestreute Saat zu ihrer Zeit aufgehen und reiche Früchte bringen möge, und daß diese Zeit dann eine verständnisinnige Zu - fammenarbeit zwischen Deutschland und Amerika auf dem Gebiete des transozeani- schen Luftverkehrs zeitigen und zu einer dauernden Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern zu ihrem Teile beitragen möge. Staatssekretär Gut- brod schloß feine Worte mit einem dreifachen Hoch auf den Präsidenten und das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika, die amerikanische Luftfahrt und ihre heldenhaften Pioniere. Oer Jubel in Reuyork. Zweieinhalb Millionen begrüßen die vzeanflicger. Reuyork, 1. Mai. (WB.) Vor dem Besuch im Madison Square Garden, wo der Boxkampf Sharkch-Delaney stattfand, wohnten die Ozean- fltegcr in Begleitung des Bürgermeisters Walker, der Konsuln Heuser und Klee und des irischen Handelsvertreters C r a w f o r d einer Revuevorstellung in den Greenwich Dillage Fol- runb 1600 Stimmen erhielt. Die Leidtragenden sind also die Deutschnationalen, deren Landbündler und Bauern, dazu auch die auf dem äußersten rechten Flügel stehenden Wähler zu den Völkischen abgewandert sind. Der Handwerker- b u n d hat ebenfalls Verluste zu verzeichnen: er hat 500 Stimmen verloren, die bei anderen Parteien Unterschlupf gefunden oder aber infolge Stimmenthaltung gänzlich ^ausgefallen sind. Als Gesamtergebnis ist eine Schwächung des Bürgertums festzustellen, die Sozialdemokraten mit ihren acht Sitzen werden den neuen Landtag beherrschen, während die bürgerlichen Parteien nur sieben Mandate zu erringen vermochten. Dieser kleine Vorläufer der Reichstagswahlen zeigt jedenfalls wieder einmal, daß bei den Neuwahlen einmal keinerlei Stimmenthaltung geübt werden darf und daß zum and ern ein geschloffenes Eintreten lies bei. Als die Flieger erschienen, wurde d t« Vorstellung unterbrochen und di« Anwesenden brachen in tosenden Beifall aus. Bürgermeister Walker stellte di« Flieder vor. die alle drei an das Publikum englische Ansprachen richteten, in denen sie ihre Erleb- nisse bei dem Flug« der ..Bremen" schilderten und dankbar des großartigen Empfanges uurch die Renyorker Stadtverwaltung und Einwohner- schatt gedachten. Die Worgenblätter schätzen die Menge der Zuschauer bei dem gestrigen Triumphzug auf 2 Millionen. Trotz vieler ge- wa-ltigen Menschenmenge haben sich nur drei leichte Llnglücks^äll« ereignet. Verhaftungen brauchten nicht vorgenommen zu werden. Ein Leitartikel der ..World" bezeichnet den Empfang der ..Bremen - Flieger als einen der glänzendsten. den die Stabt Reuyork jemals veranstaltet hat. Durch den den Fliegern bereiteten Empfang habe die freudig erregte Menge den Beweis erbracht, daß nunmehr die Erinnerung an den Krieg geschwu nden sei. Die Empfangsfeier sei ein Fest vieler Rassen gewesen, die sich an den Flaggen der verschiedenen Länder und an ihren Liedern und Ration ach ymnen in gleicher Weise erfreuten. Ein Festbankett der Siadi Reuyork. Reuyork, 2. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Bankett der Stadt Reuyork im Hotel „Commodore" brachte erneute große Kundgebungen für die „Dremen"-Flieder und auch für den deutschen Botschafter, der von Bürgermeister Walker als «in nicht mehr unbekannter Gast oorgestellt wurde. Der Botschafter gab seiner Freude über die spontane Herzlichkeit der Rcuyorker Beoöl- kerung Ausdruck, di« sich beim gestrigen Umzug ge- zeigt hat und äußerte die Hoffnung, daß der Flug der „Bremen" ein bleibendes Band der Freundjc.,.ift zwisck>en Deutschland und den Vereinigten Staaten schaffen möge. Gouverneur Smith telegraphierte Grüße namens des Staates Reuyork. wobei er be- merkte, die Leistung der „Bremen"-Flieger sei ein Symbol für den internationalen guten Willen der Verständigung, die das einzige Mittel zur Lösung der Weltproblem« dorstelle. Dem Bankett wohnten .3500 Vertreter bundesstaatlicher Behörden und der Geschäftswelt bei, unter ihnen Adolf Ochs, der Herausgeber der „Reuyork Times", die Bankiers Otto Kahn und Felix Warburg, ferner Generalmajor Hanson, der Kommandant des zweiten Armeekorps-Distrikts und die konsularischen Vertreter Deutschlands, Oesterreichs, Irlands und anderer Staaten. Das Bankett wurde mit der amerikanischen, der deutschen und der irischen Nationalhymne eröffnet. Ein Scheinwerfer beleuchtete eine Komposition aus der deutschen, der Neuyorker und der irischen Flagge, mit der amerikanischen Flagge als Hintergrund. Oos Festprogramm für den Empfang in Washington. Washington. 2.Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Programm für den Empfang der .Bremen"» Flieger in Washington siebt nunmehr fest. Die Flieger werden heute früh mit der Dahn hier eintreffen, da die Benutzung des Flugzeuges angesichts des für jede Minute des eintägigen Aufenthaltes festgelegten Programms Schwierigkeiten bringen könnte. Die Flieger fahren zunächst zum Hotel und werden um 10 Llyr auf dem Flugplatz Dollingsield ein- tresfen, wo kurz vorher der deutsche Botschafter und der irische Gesandte, mit Salutschüssen empfangen, angekommen sein werden. Die Flieger werden zunächst im Auto an den Tribünen der Regierungsmitglieder, des diplomatischen Korps und des Publikums dorbei- fahren. Dann werden sie von Staatssekretär Kellogg im Ramen der Regierung offiziell begrüßt. Die Rednertribüne ist mit der amerikanischen, der deutschen und der irischen Flagge geschmückt. Don einer Kavallerie» eskorie begleitet fahren die Flieger sodann zum Hotel zurück, wo ihnen unter den Klangen einer Militärlapelle ein Ehrensalut dargebracht wird. 21 ad) einem Empfang der Presse begeben sich die Flieger um 12 Uhr zum Weihen Haus. Dort wird der deutsche Botschafter sie dem Präsidenten Coolidge vorstellen. der ihnen das Kreuz für hervorragende Flugleistung überreichen wird. Für 1 Uhr ist ein Frühstück beim Präsiden t en vorgesehen. Am Rachmittag werden die Flieger, begleitet von Brigadegeneral Williams und großem militärischen Gefolge, einen Kranz am Grabe des unbekannten Soldaten auf dem Rationalfriedhof von Arlington niederlegen. wo die Kommandantur von Washington eine Ehrenwache aufstellen wird. Sodann besuchen die Flieger das Kapitol. Sie werden dem Vizepräsik^nten Dawes vorgestellt und von ihm im Senat eingeführt werden. Der Sprecher des Repräsentantenhauses M. Long- wvrth wird sie ebenfalls begrüßen. Anschließend daran findet für Köhl und v. Hünefeld ein Festbankett in der deutschen Botschaft und für Fitzmaurice ein Festbankett in der irischen Gesandtschaft statt. Dann erfolgt im Hotel .Mavflower" ein großer Empsann durch die Abteilungsleiter der Lustfahrt beim Kriegsamt. Marineamt und Handelsamt. Morgen früh werden die Flieger dann nach Reuyork zurückkehren, um. nach Fortsetzung der dortigen Feierlichkeiten, die Städte Ehikago St. Louis. Detroit, Ottawa, Boston und Philadelphia zu besuchen. für die großen Parteien jeder verlustbringenden Kräftezersplitterung Einhalt gebietet. Oie chinesischen (Sühtruppen besehen Tsinansu. Tschifu. 1. Mai. (WD.) Rach einer hier eingetroffenen Meldung ist Tsinansu, die Hauptstadt von Schantung. in die Hände der Südtruppen gefallen. Die telegraphischen Verbindungen mit der Stadt sind unterbrochen. Wie der japanische Minister des Aeuße- ren bekanntgibt, haben die chinesischen Rationalisten eingewilligt, daß die in Tsingtau gelandeten japanischen Truppen sich ungehindert nach Tsiananfu begeben. Die japanischen Truppen waren gezwungen, eine Aus aller Well. Wirbelsturm in Bulgarien. Wi« aus Stara Zagora gemeldet wird, hat um vier Uhr nachmittags ein schwerer Wirbelsturm die Stadt und die Umgebung heirngejucht. Mehrere Gebäude wurden beschädigt. Der cturm, der von Hagelschlag begleitet war. ritz verschiedene Dächer ab und fegte eine Anzahl von Baracken hinweg. Die Höhe des Schadens ist noch nicht festgestellt, ebenso, ob der Sturm Verluste an Menschenleben gefordert hat. Ein Kämer wurde mitsamt seinem Wagen hoch, gehoben und weggeschleuderl. Er erlitt schwere Ver- wundungen. Der Wirbelsturm hat das nördliche Bulgarien von Rustuk bis Gorna Orechowitza tn die Temperatur in. Pie Urnen eeromdee Orte eit gicicltM n*eresoi*f»v umaerrrhRf Ire Lelldrwcl Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet über Skandi"? T, t rtwas weiter über Rordwest- und Mittcieurc -i an -Ausdehnung gewonnen und seine Wmd'trö- mung greift südwärts weiter vor. Da aber über Frankreich eine neue Tiefdruckstörung lagert, so dürste dessen Störungswelle auch unser Gebiet noch etwas beeinflussen und eS zeitweise zu Be- wöllung kommen lassen. Die Temperaturen behalten ihre gegenwärtigen Werte bei. Wettervoraussage für Donnerstag: Teils wolkig, teils aufheiternd, Temperaturen wenig verändert, meist trocken. Wi t t e ru n g S a u S s i ch t e n für Freitag: Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am l Mai: mittags 15,5 Grad Celsius, abends 14,8 Grad Celsius, am 2. Mai. morgens 15,5 Grad Celsius. Maximum 17,2 Grad Celsius: Minimum 12,5 Grad Celsius. — Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 1. Mai: abends 14,9 Grad Celsius: am 2. Mai: morgens 13,7 Grad Celsius. — Niederschlag 2,4 Millimeter. internationale kirchlich« GinigungSbewegung sei für die nächste Zukunft jede Mitarbeit des Katholizismus' an den Stockholmer und Lausanner Weltkirchenzusammenkünften ausgeschlossen. Dagegen sollen jedoch trotz vieler päpstlichen Angriffe jene katholischen Kreise, die zur Mitarbeit bereit seien, von solcher Mitarbeit auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden Aegyptens Antwort. Tas Bersammlungsgesetz bis zum Verbot vertagt Kairo, 1.Mai. (WIB.) Reuter. Die ägyptische Antwort aus die britische Rote ist heute abend 10 Uhr dem britischen Oberkommissar überreicht worden. 3n der Rote wird zum Ausdruck gebracht, daß Aegypten der Aufrechterhaltung guten Einvernehmens mit England halber alle» mit feiner Verfassung vereinbare getan habe, die britischen wünsche zu erfüllen, indem es die Beratung des „Versammlungsgesetzes" bi» zur n ä ch st e n Parlamentssession vertagte. Die ägyptische Antwortnote bringt jedoch weiter zum Ausdruck, daß die ägyptische Regierung sich außerstande sehe, Großbritannien oder irgendeiner anderen Macht da» Recht einzuräumen, in die Gesetzgebung de» ägyptischen Parlament» einzugreifen. England nicht befriedigt? London, 2. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Staatssekretär des Innern Ioynson Hicks sagte in einer Rede, die er gestern abend in London hielt, Aegypten ist seit der Pharaonenzeit von anderen Nation en b eherrscht worden. Die ägyptische Regierung hat mit England ein gefährliches Spiel getrieben. Sie hat es absichtlich darauf ankommen lassen, wieweit sie gehen fönne, um die Geduld Englands auf die Probe zu stellen. Man möge sich ganz Nar darüber fein, daß, wenn die englische Regierung ein Ultimatum an die Regierung irgendeines anderen Volkes in der Welt richtet, daß England weiß, was es will, und daß das Land hinter der Regierung steht. Auch der Staatssekretär Indiens, Lord Birkenhead, beschäftigte sich mit dem englisch-ägyptischen Streitfälle und erklärte, es sei nutzlos, wenn Aegypten das Versammlungsgesetz lediglich bis zum Rooem- ber vertage. Ein Land mit der Verantwortung eines Weltreiches, mit Verpflichtungen anderen Ländern gegenüber, ein Land unter dem Zwange der vitalen Notwendigkeit, in seinem eigenen Reiche seine Verbindungen aufrecht zu erhalten, könne solchem Gesetze niemals zustimmen. Er fei überzeugt, daß auch keine andere britische Regierung dieses Gesetz jemals billigen würde Birkenheads Berliner Besuch Reichsminister Stresemann gegen irreführende Pressekommentare. Köln, 1.Mai. (TU.) Anläßlich der Anwesenheit des Neichsministers des Aeußcrn, Dr. Stresemann, in Köln hatte ein Vertreter der „Köln. Ztg." Gelegenheit, den Minister auf die Kommentare hinzuweisen, die an den Aufenthalt und die Besprechung Lord Birkenheads in Berlin geknüpft worden sind. Der Reichsminister erklärte, daß er gern bereit (ei, sich zu diesen Kommentaren zu äußern. Er führte folgendes aus: Ich habe Gelegenheit gehabt, Lord Birkenhead während seines -Aufenthaltes in der Reichshauptstadt zweimal zu sehen und einmal mit ihm sehr ausführlich \ über die Beziehungen zwischen Eng- " land und Deutschland zu sprechen. In ‘ dieser Besprechung ist der von einer gewissen Presse dem englischen Minister zugeschriebene Versuch, ein englisch • französisch - deutsches 21 b t o m m e n mit einer Spitze gegen Räterußland zu begründen, in keiner Weise gemacht ober auch nur gestreift worden. Mir ist auch nicht das geringste davon bekannt, daß dieser Versuch irgendeiner anderen verantwortlichen Stelle gegenüber gemacht worden sei. Die hieran geknüpften Kombinationen einzelner Blätter sind deshalb In keiner Weise bearünbet. Wenn behauptet wird, daß die Besprechungen den Sinn gehabt hätten, durch eine Zustimmung zu solchen Ideen die Stellung Sir Stuften Chamberlains im englischen Kabinett zu untergraben, so kann das nach dem Vorhergesagten um so mehr in das Reich der Fabel verwiegen werden. Wie Lord Birkenhead persönlich zu diesen Fragen eingestellt ist und ob er dieser seiner privaten Einstellung in Prioatge- sprächen Ausdruck gegeben hat, muß ihm im übrigen selbstverständlich freistehen. Ich kann nur mit Dank feststeilen, in welch herzlicher Weife der englische Minister in seinen beiden Tischreden und in seinen Unterhaltungen dem Wunsche Ausdruck gegeben hat, zu einer Zusammenarbeit zwischen England und Deutschland zu kommen. Der Besuch Lord Birkenheads und seiner Freunde in der Reichshauptstadt ist nicht nur ohne jeden Mitzklang verlaufen, sondern hat, wie ich glaube, zur Anbahnung vieler persönlicher Beziehungen geführt, die dem Verhältnis und der Politik beider Länder nützlich sein können. Um so mehr bebaure ich, daß ber Besuch nachträglich biefen unbegrünbeten Kommentaren ausgesetzt war. Oie Landtagswahl in Schaumburg-Lippe. Eigene Drahtmeldung bes „Gießener Anzeigers". Berlin, 1. Mai. Schaumburg-Lippe hat sich am vergangenen Sonntag einen neuen Landtag ge wählt. Wenn es auch nicht möglich ist, bas Wahl- ergebnis bieses kleinen, nur 48 000 Einwohner zäh- lenben Ländchens zur Basis von Voraussagen für die bevorstehenden Reichstagswahlen Zi> machen, so weist es doch mancherlei Merkmale auf, die auch am 20. Mai in die Erscheinung treten ro.'rbcn, falls nicht im letzten Augenblick die Wähler- massen zur Einsicht kommen und sich lediglich um die großen Parteien scharen sollten. Gut abgeschlossen haben in Schaumburg Lippe lediglich die Sozialdemokraten, die ihren 7 Mandat?n noch ein achtes hinzuzufügen vermochten. Deutsche Volkspartei und D e u t s ch nationale, die bei der vorigen Wahl für eine gern c i n f a m e Liste eintraten, haben je 4100 Stimmen hinter sich gebracht, so baß insgesamt c i n 23 e r I u ft von r u n b 1000 Stimmen zu ver- Zeichen ist. Des Rätsels Losung liegt beim Dölki- schen Block, ber 1925 rund 600, diesmal aber ' Nt SW«len 1”,iÄ5».h ;«b»hj? ssS L®" Slum N"'l qMF nSg-S ’ ®°niQ Dr(*nnot^,^N reut und bkfrfc 'n «•k. £&» “fföljtung in faSlKk ÄFfcÄ. ön «°W'chn' 1 ■* T«™. r ^ühre ertrunken, usyloanien) stieß auf dm ncs Fährboot, mit neue Min treibenden Vuum. lerte. Ach. Passagiere er- SäMyw nsatzt. ■M wurde eint $)ttbt on ren dti Bahndämme; ocr H ersaßt. Der jjirt oer.;- -irre wurden jermalr: ;r verleht, daß sie ^.t< Liften in Angola, «uptauswanderm,-^.?.! giesische, in Atriki^ig-ne tach den Fes.Mjen der s Auswand,rung». den letzten beSen Babuin der Aeottzugun, rund Farmer yi kv n vergangenen Jah> nat> heulten beläuft sich aus il butth bie lajludjf sie- ugiesischen Behörden bttv Rell)ewefentU6)tr rMrWrn, xotti sich dor äderen Srstr vrW sein« ;n Derhältnrsse ur2 er tsür Ansiedler in hervor- letierlage. ^«dVdl V stCK'JjJ Kiirt’r NtaU6l«6e' . Cf ifer «AüÄ «nncn U" ak1 . '®S%'5Ä jss-ir^ K^-' raus Der provinzialhaupistadi. Diehen. den 2. Mai 1928. (Schont die Anlagen. Kaum «acht Vie Frühlingszeit wieder den gerufrfamen Aufenchalt im Freien mLgllch. so wird auch schon wieder über unverantwortliche» Treiben in den öNentlichen Anlagen geklagt Bänke werden mutwillig und böswillig beschädigt. Einfriedungen zerstört Warnungstafeln verkratzt oder beschmiert. Man läßt Hunde in frischen Aalen oder gar in Blumenbeete hineinlausen. man wirst unordentlich und achtlos Papiedetzen. Orangen- und Dana- nenschalen in die Anlagen ufw Die ötsentlichen Anlagen sind ein Labsal und Eine ID o b l tat für olle Menschen, die FrühlingSlonne und frische Luft genieben, sich an dem ichwcllenden Drän der Bäume und Diesen, an der Heiterkeit der Blumen und Blüten ersreuen und ein Weilchen in stiller Aaturbelrachtung auf einer Ruhebank rasten wollen. Alle anständigen Menschen, die den gesund- b« .l.chen. hygienischen und hetrnatlichen Wert vohlgepllegler ölfcntlicher Anlagen zu schätzen wissen, sollten sich zulammentun und den Behörden beiten. Anlaaenräuber und An - lagenschänder unschädlich zu machen, die au» «Ligennutz. Rohheit. grober Gedankenlolig- leit sich gegen da» Allgemeinwohl vergehen. Wie verhalte ich mich bei ZeuerSgesahr? Bei yeueragefahr gilt e» in erster Linie, Nutze w bewahren und vernünftig zu handeln. Die Feuerwehr must sofort alarmiert werden Brennende Räume schließe man dicht ab. Man muß zwischen sich und dem Brandherd möglich viele geschlossene Türen bringen. Sehr wichtig ist, die Tur nach der Treppe stet» geschlossen zu halten, damit die Treppe gangbar bleibt. Ist aber die Treppe nicht mehr zu benutzen, so bleibe man »ururf Gefährdete Personen zeigen sich der Feuer- wehr am fünfter. Niemalp springe man aus Zuruf de» Publikum» herab, sondern man befolge nur die 21 norbnungen der Feuerwehr. In verqualmten Räumen krieche man auf dem Fußboden, ein nasse« Tuch vor Mund untz Nase. Brennende Personen hindere man am tzorllaufen. Man werfe sie zu Boden und wälze sic Die Weiter dürfen nicht abgerissen werden, sondern man umhülle den Körper mit Decken ober Kleidern fest und dcgieße bann erst mit Wasser. Der Arzt muh umgehenb gerufen werben. Ser Gießener Voranschlag für 1928/29. Die Stadtverwaltung Hot soeben den städtischen Doranschlag für da« Rechnungsjahr 1928 29 der Oesfentlichkeit übergeben. Der Doranschlag schließt in der Önblummc In Einnahme und Ausgabe mit 7 138019,13 Mark, gegen 11 329 001.04 Mark im Rechnungsjahr 1927 ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung .m neuen GtatS- johr 5 103 260.45 gegen 5 007 561.14 Mark, auf bie DermögenSrechnung 2 034 758.68 Mk gegen 6 321 439,90 Mark. Wie man lieht, ist also in der Vermögensrechnung eine Verminderung de» Voranschlag« von über 4 Millionen Mark zu verzeichnen, während sich bie Betriebsrechnung ungefähr auf der vorjährigen Höhe hält. Die Verwaltung hat dem Voranschlag eine längere Denkschrift beigefügt, die wir in unserer morgigen Aufgabe zur Kenntnis unserer Leser bringen werben. taten für Donnerstag, 3. Mat Sonnenaufgang 4.30 Uhr, Sonnenuntergang 19.25 Uhr. — Mondausgang 17,58 Uhr, Monduntergang 1469. der italienische Staatsmann und Geschichtsschreiber Niccolo Mochiaoelli in Florenz geboren (gc- storben 1527): — 1761 der Dichter August von Kotzebue in ®eimar pcbDrtn (gehörten 1819), — 1849; der ehemalige Reichs!.. zier Fürst Bulow in Klein Flottbek geboren; — 1<76 der Literaturhistoriker und uedersetzer Arthur Luther in Drei In Rußland geboren. Bornotizcn. — Tage»kaienbersür Mittwoch Stabt- tHeater „6legfrieb", Gastspiel de« Hessischen Landes- thealer» zu Darmstadt, von 17.45 bie 22.30 Uhr (Adonnem Borst - — L.chtspiethaus. Bah ^bos- stratzc „Mein Leben für da» Deine", „Die Welt ohne Waffen". — Asioria Lichts viele: ^Der MiUio- nenschatz unter dem Wolkenkratzer", „Die kleinen Madel» von Sleuyort". •• Die Stabt bat kein Geld für Bauborleben! Wie bie Stadlverwaitung im heutigen An;etger.:eil b.fanntgibt, ist e» bi* auf weitere» zwecklos, bei ihr Gesuche um Bewilligung von Baadarieben einzureichen, da bie Stabt für neue Gesuche kein Geld hat und überdies die aus dem Jahre 1927 vorliegenden Gesuche größtenteils keine Berücksichtigung finden können. Das sind wenig erfreuliche TOrmentc für die Beseitigung der Woh nungsnot in unserer Stabt. Allerdings wird man dafür vor allem bie unglückseligen Matznohmen der Anleibegenehmigungsstelle in Berlin verantwortlich machen müssen. •• Das Maienblaf en Am gestrigen Dien», tagabenb wurde mit der schönen Sitte des Maien- blasen» vom Turme der 7ioha^neskirche in diesem Fohre wieder begonnen. Bekanntlich wurde dieser schöne Brauch auf Anregung von Amtsgerichtsrat Gros im vorigen Jahre zum ersten Male mit Hilfe von Spenden aus der Büraerfchaft für bie Vergütung an bie Musiker burchgesiihrt. Die schöne musikalische Maieugabe hat damals mit Recht lebhafte Zustimmung gesunden und dazu geführt, daß Amtsgerichtslat Gros in anerkennenswerter Weife auch in diesem Fabre wieder diese Abendmusiken zur Tat werben lieh. Die Kapelle war gestern zum erstenmal burch Mitglieder des Pofaunenchors des Wartburgoereins verstärkt. Line große Menschen- menge hatte sich in den Anlagen bei der Kirche ver- sammelt und lauschte mit Freude den Klängen au» der Höhe. 3n anerkennenswerter Weise hatte auch die Polizei veranlaßt, daß bie Kraft wagen in der Nähe ber Kirche langsam jähren unb das Signalgeben vermeiden, um bie Weihe ber Stunbe nicht zu stören. Hoffentlich findet Amtsgerichtsrat Gros bei feinem weiteren Bemühen um die dankenswerte Fortführung dieses Maienblasens immer die tat- frohe Unterstützung ber Bürgerschaft. •• Stiftungen der Freimaurerloge .Ludewig zur Treue'. Anläßlich der Feier ihre- 150 jährigen Destebcn» gedachte die hiesige Freimaurerloge .Ludewig zur Treue", getreu ihrem Grundsätze der tatfrohen Unterstützung hilfsbedürftiger Mitmenschen, auch der bedrängten Mitbürger unserer Stabt unb der Klein- linde rfchule in der Diezstraße. Die Loge übergab der Stadtverwaltung den Betrag von 1000 Mark mit der Destistnnung. daß diese Summe verschämten Armen unserer Stadt zugute kommen soll. Oberbürgermeister Dr. Keller hat au» diesem Anlaß an bie Loge ein Schreiben geschickt, in dem er für die Spende namens der Stadtverwaltung dankt, herzliche Glückwünsche zur Jubiläumsfeier übermittelt und gleichzeitig mit anerkennenden Worten zum Ausdruck bringt, daß aus dem Kreise der Loge unserem Gemeinwesen bisher immer reiche Förderung zuteil geworden fei. Sine weitere IubiläumSsPente in ansehnlicher Höhe wurde seitens der Loge ihrer Gründung, der Kleinkinderschule in der Diezstrahe zugeführt. Die Mittel zu diesen IubiläumSfpen- oen entstammen einer besonderen Deldsammlung, die von der Logenleitung unter den Logenmitgliedern veranstaltet wurde. -Personalien, Ernannt wurden der Ge- wcrbeamtmann beim GeMerbeaufsichtSamt Offenbach Gewerterat Dr. (Irwin Mcver zu Offen- buch mit Wirkung vom 1. Juni 1928 an zum Vorstand des GewcrbeaustichtSamt» zu Dießen, unter Belassung feiner seitherigen Amtsbezeichnung als .Dewer'.erat": der Vorstand de» Gr- werbeau^ich'.samtS Worm» Gewerberat Dr. Wilhelm Schneider zu Worms mit Wirkung vom 1. Juni 1928 an zum Obergewerberat unter Belastung in feiner seitherigen Dienststelle: der Schulamtsanwarter Wilhelm Müller au» Poht-Gviis, KreiS Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Mettenheim. KreiS Worm». — Verletzt wurde der Gewerbe am trnan bei dem GewerbeaussichtSamt Gießen Gewerberat Salat mit Wirkung vom 1. Ouni 1923 an in gleicher Dienßeiaenschast an da» GewerbeaussichtSamt Offenbach '• Schont bie Blumen und Wältzerl Aus Alten Buscck wird uns geschrieben: ,Am Sonntag war ter benachbarte H a n g 11 ft e t n von früh bi» zum Nachmittag von vielen Spazier- gangem besucht, die alle den im herrlichsten Früh- ling-grün prangenden Wald duichzoaen. Leiter mußte man aber schon bald nach dem Betreten ter schattigen Dege auf Schritt un> Tritt die Beobachtung machen, daß von verständnislofen Men- schen zwar bie vielfarbigen Blumen, wie Frühling»- waldrose, Lungenkraut, Buschwindröschen, Wald- Veilchen ufw. gepflückt, aber nach einiger Zeit schon wieder auf ten Boden geworfen worden waren unb burch bie heißen Sonnenstrahlen balb zum Verdorren gebracht wurden. Jedem Naturfreund blutete bei tem Anblick dieser sterbenden Frühlingsboten das Herz, öe ergeht an alle Besucher des Hanget- steins, mögen es Kinder oder Erwachsene sein, der Mahnruf: Laßt doch die Blumen und Zweige an ihrem Platze!" Was hier mit Recht für den Hangelstein gesagt ist, gilt in gleichem Maße auch für Die übrigen Teile unserer Wälder und Wiesent "• Oeff entlich e Bücherdalle 3m April wurden 1111 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 648, Zeit- Ichristen 92. Iugendschristen 105, Literaturgeschichte 5, Gedichte und Dramen 26. Länder- unb Völkerkunde 36. Kulturgelchichte 12, Geschichte und Biographien 56. Kunstgeschichte 20, Naturwissenschaft und Technologie 31, Heer- und Seewesen 5. HauS- und Landwirtschaft 11, Gesund- heitSlehre 3, Religion u nb Philosophie 23. StaatSwissenschatt 9. Sprachwissenschaft 8, Fremdsprachliches 21 Bände. Vach au-wärtS kamen 11 Bände. •• Zel t-VolkS-Mission. 3n dem großen heimeligen Zelt am Schiffenberger Weg sprach gestern abend Rektor Trappmann auS Bonn über daS Thema. »WaS ist der Mensch?" Ausgehend von der Behauptung mancher Vatur- forscher: der Vlensch gehöre inS Tierreich, er sei das Schlußglied in der langen SntwicklungS- kette der Lebewesen, zeigte der Redner, dah im Knochenbau, in ber Muskulatur, im Vervensystem. VerdauungSapparat. AtmungSorgan und VluttreiSlauf der Tiere und Menschen eine auffallende ^lebeveinstünmung bestehe: daß sogar in den Sinneswerkzeugen — Gesicht der Raubvögel, Spürfinn des HundeS, Ortssinn der Zugvögel — die Menschen von den Tieren übertroffen würden. Trotzdem bestehe ein himmelweiter Unterschied, der sich in der geistigen Begabung, in der Kunst, in der Religion, vor allem in der Sprache der Menschen offenbare. Die Vaturwissenschast könne diesen Llnterschied nicht erklären. Aufschluß gebe uns nur das göttliche Wort, das den Menschen hinstelle al» ein besonderes Geschöpf, entstanden nach dem göttlichen Ratschluß: .Lasset unS Menschen machen, ein Bild, daS un» gleich fei." Infolge des göttlichen Hauches sei der Mensch die Krone der Schöpfung, der alle Kräfte ber Vatur belausche und in seinen Dienst zwinge. Zwar fei durch die Sünde viel von der Gottähnlichkeit im Menlchcn zerstört unb aÖc eigene 2tn- Hrtngung könnte die MenIchen nicht au» bet Diennherrfchaft unb Kerkerhaft ber feindlichen Gewalten befreien In Ghnstu» Id un» der Srlöler edchtenen. der alle, bie sich ihrer Sünde schämen und sich nach Freiheit sehnen, au» den inneren Hemmungen und Bindungen erlös« und ste zu einem frohen, starken Dasein führe. Heute abend spricht der Redner über da« Thema .Der Grundton ter Menschenseele". Man beachte die heutige Anzeige. Oer Raketenwagen der Opetwerke. ^licflrr Raab wird ald rrftrr Mcnsch in örn Weltraum qrschosscn WSV. Rüsselsheim. 1. Mai. Die Vorbereitungen zum er st en Start de» Opel- Raketenrennwagen« auf der Avus stehen kurz vor dem Abschluß. Der neue Wagen, ter auf Grund ber Ergebnisse ber Versuchsfahrten auf ter Opelrennbahn konstruiert wurde, ist bereit« soweit fertiggestellt worden, daß mit einem Start auf ter Avus am 18. Mai zu rechnen ist. Vach Absolvierung ter Versuchsfahrten auf ter AvuS, die natürlich nur Verhältnis» mäftig flerinfle Geschwindigkeiten zulassen, wird der Wagen zu einem Angriff auf den Automobilweltrekord eingesetzt toerten. Der Wagen wird von Fritz v. Opel gesteuert. Ebenso schreitet der Bau ter ersten Luftrakete schnell vorwärts. Schon feit Wochen laufen Hunderte von Gesuchen von Leuten ein, die sich ul« Passagiere für ein Weltraumschiff zur Verfügung stellen. Ingenieure, Flieger, ehemalige Offiziere, ja sogar zahlreiche Damen erklären sich bereit, ihr Leben für die neue Id« einzusetzen. Unter all ten Gesuchen haben sich die Opelwerte für ten bekannten Flieger Raab entschieden, mit tem heute ein entsprschenter Vertrag abgeschlossen worden ist. R a a v wird also ter erste Mensch sein, ter mit Ra- tetenfraft in die Stratosphäre geschossen wirb. Hilfsmaßnahmen für die hessischen Llnwettergeschidigten. WSV. Darmstadt, 1. Mai. Wie die L a n b- wirtschaft-lammer Darmstadt mitteilt, bat sie sofort nach ter Unwetterkatastrophe an ter Bergstraße und in Rheinhessen eine Besichtigung ter betroffenen Gebiete vornehmen lallen, um ten Landwirten mit Rat unb Tat teiftehen zu können. Die LandwirtschaftSkammer wirb insbesondere dafür sorgen, bah für die Ambestellung ter gänzlich vernichteten Felder die nötigen Saatgutmengen, wie Kartoffeln, Hafer unb Futtermittel, durch ihre Saatgutstelle 6c- schafft werden. VähereS ist bei der Landwirt- fchaftSkammer Darmstadt zu erfragen. Im Landtag ist vom Hessischen Landbund ein Antrag eingegangen, in tem die Regierung ersucht wird. 1. den Umfang ter entstandenen Schäden alsbald festzustellen und Hilfsmaßnahmen umgehend in die Wege zu leiten, 2. Mittel zur Venbeschaffung von Saatgut zur Verfügung zu stellen. 3 die Lantessteuem in ten betroffenen Gemeinten auf Antrag zu stunden und gegebenenfalls zu erlassen. 4. auf die Reichs reg i^rung einzuwirken, daß diese die ReichSsteuem stundet unb erläßt, 5. die Vot- standSaktton für die im vorigen Jahre betroffenen Bezirke auf die neu geschädigten Gebiete au«- zutehnen verwende! Kaleer-Drocrrle. lUndenplatn 5 Carmol, ?if gem famos ! dadurch ein ich meine Schmerzeh los.* bei ErUHwn^krsnk- f hettne: Hexensctiufl, Kheaete Knet-, Kopf-, Zahn- SdMewn Wedenkrampf. GMedersdwierzen, ih. Hestm und Sdinepfen Aadi »°r ■Bfftkh bet Hfut'üdien Man verUnge Oberall aTed r ■ * 11 a> CARMOL. Preis Mk. I.» Ehem. GerSdorff- züsiliere (80er) unb Angehörige der Krieg«- formafiöntn de« Regt«. 80 werd, nebst Angehörigen zur Teilnahme an dem am 5. und 6.27101 mSießen stattstndend. Ikrtrrtertag de« Verbandes ehern. 80er herzl. elngcladen. Am 5. Mal, abend« 8 llhr musikal. Abendunter-aitg. i. Hotel Schütz. Am 6.Mai, norm. 11 llhr, Frühschopven nn Hotel Schütz mit anfchlies.endem gemcinsamen Mittagesicn unb Ai- * i ».«r»afn«Schote.jv»* Cafe Amend 03383 gesucht. 45190 HEGEWALD empficü : 4525a Linoleum einfarbig, jaspe, granit, bedruckt u. durchgemustert liefert Fernsprecher 1636 GIESSEN Plockstraße 14 Das Verleben des Linoleums wird fachgemäß mit übernommen 4600c I Bremen - Südamerika Ojtküste / IDestküste. Nora....................- Uly................... Gräfin................ Zirkus-Direktor Karsten Dahnow .............. Landolfo................ Malwine.............. Kurt.................. mit den belebten Dampfern des NeiDDEBTSCBEN LlBiD BBEMIN Koiteoloie Aoikooft erteile: Gießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 Wetzlar: Dornbusch & Binder, Lahnstr. 12 14 MoskksslWpe, SAeWasWe, wenig gebraucht, zu ........Ikr brtirnann .... Gertrud dc Lasky Hans Micrendorff Johannes Riemann .....Frits Kämpers . .. 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Mai (928 AlugmiidenrömischenAdlem I Bon unsrem rörnb- fomtur Stöhnet vom I un g d e u t f che n Oberheffen. Land? :cS Gießen. Ko lieber Lagerschuppen, die Werkstätten, die Hundeställe und die sonstigen Nebengebäude geben dieser Siedlung ein dvriähnliches Gesicht. Als wir sie aus der Lust sichteten, dünkte sie uns eine goldene Stadt, in der selbst das Pflaster wie Wie wir den Nordpol überflogen Wir warten, warten... Don Kapitan H A. Wilkins. Gold schimmerte. Tie Lchneewüstc der Toten. Unsere fünftägige Gefangenschaft in der Schneewüste der Toten-Manns-Insel. so genannt. weil während des Winters vor nicht langer Zeit dort dreizehn Mann Hungers st a r b e n — war so etwas wie ein tüchtiger Aasenstüber. der aber nötig war. damit wir unser fabelhaftes Glück auch ganz und gar begriffen. Sn diesen Tagen unsäglicher Strapazen wußten wir erst zu schätzen, was wir an unserem Flugzeug und Motor gehabt hatten, der uns sicher über 2000 Meilen arktischen Eises getragen hatte. Erst jetzt, da wir wieder mit der Außenwelt in Verbindung stehen und Nachrichten erhalten, kommt uns die ganze Gröhe unseres Glücks zu vollem Dewuhtsein. Sn dem unmenschlichen Sturm, in dem wir landeten, verlor ein Funker in Kings Bah den Weg von der Radiostation nach der Ansiedlung und muhte elendiglich in dem fast blindmachenden Schnee- sturm erfrieren. Zwei andere Männer, erfahrene Pelztierjäger, hatten nahebei in einer Schutzhütte an der Küste Zuflucht gegen das Unwetter gesucht. Unfähig, sich fortzubewegen, ohne Nahrung, ohne Feuer und ohne schützende Kleidung. froren dem einen die Füße ab. dem anderen richtete der Frost die Hände fürchterlich zu. Die beiden Unglücklichen warten jetzt auf die erste Transportmöglichkeit nach einem Hospital. um dort operiert zu werden. Herr Varrning. der seit 1911 ununterbrochen seinen Wohnsitz in Spitzbergen hat. erklärte mir. daß er in seiner ganzen langen Erfahrung solch einWetter i m April noch nicht erlebt habe. Diese Wetterperiode war. so sagte er. weit schlimmer als erfahrungsgemäß selbst die Aequinoktialstürme in der Mitte März. Hine Flut von Glückwünschen. Unser kühner „Adler" liegt nun sicher im Eise von Harbour. Seitdem wir hier ankamen, hat sich sein Schwanz in den Schnee hineingewühlt. Mir will es vorkommen, als habe er etwas von seinem scharfäugigen Raubvogelblick eingebüht und träumte nun wie eine Möwe im Schnee. Hunderte von Glückwunschtelegrammen haben wir erhalten. Darunter waren Grütze des Königs von Norwegen, der Staatssekretäre des Aeuhem und des Krieges in Washington, von vielen Ministerpräsidenten, Botschaftern, Aeroklubs, wissenschaftlichen Gesellschaften und Polarforschern, unter ihnen Nansen. Stefansson und Roald A m u n d - fen , der besser als alle anderen verstehen wird, wie glücklich wir sind. Wir können nicht jedem einzelnen besonders danken und bitten durch die Presse sagen zu dürfen, wie tief wir die Anerkennung zu schätzen wissen. (Forts, folgt.) »Sf * Intel IHm e 8? in zum zweiten Male in ?r h; e dreier Wochen ein Unglücksfall, . bc-i cm ; ger Mann vier Finger feiner rechten Hand einbü&tc. Er hatte ur.erlaubterwrise aus dem Steinbruch, in wärtig stehen alle Steinobst bäume in voller Blüte, so daß mit einer annehmbaren Ernte gerechnet werden kann. Einen ebenso lieblichen Anblick bieten die zurzeit im vollen Bliitenflor strahlenden R a p s f e l d e r , die wie gelbe Flecken in der Landschaft erscheinen. Man macht leider von Jahr zu Jahr immer mehr die Erfahrung, daß der Anbau von Wintersamen zum Zwecke der Oelgewin- nung stark un Rückgang begriffen ist. Unsere Landbewohner kaufen Heuer wieder viel bequemer das Rüb öl bei dem Krämer ein; denn es lohnt sich nicht mehr, Raps in größeren Mengen anzubauen, um daraus den Oelbedarf des Haushaltes zu decken. ton. Weickartshain, 1. Mai. Nachdem vor sechs Wochen in dem Nachbardorf Stockhausen die Dergwerksgewerkschaft „ß u f e - Slsdorf ihren Eisensteinbetrieb ft i 11 g c I e g t, Hal am 30. April auch die Gewerkschaft „Louise" hier chren Betrieb mit der Erzwäsche rei eingestellt und sämtliche Arbeiter entlassen. Die Gründe zur Stillegung sollen in beiden Betrieben Unrentabilität fein. —/— L i ch. 1. Mai. Heute konnte Hofgärtner Müller sein 40jährigeS Dienstjubiläum feiern. Infolge der Beliebtheit, der sich der Jubilar in allen Kreisen der Bevölkerung erfreut, wurden ihm von allen Seiten die mannigfachsten Ehrpngen zuteil. Das Gewächshaus der Fürstlichen Hofgärtnerei war schön geschmückt, die Nenckarnmer überreichte im Auftrag des Fürsten ein größeres Geldgeschenk, die Arbeitskollegen einen Sessel. Gärtner Müller legt noch jeden Tag den Weg von Birklar nach seiner Arbeitsstätte zu Fuß zurück. — Glück im Unglück hatten viele Ausflügler, die am Sonn- tagnachmittag von dem schweren Unwetter überrascht sich an der Untermüble unterstellten. Der orkanartige Sturm drehte plötzlich einen der in unmittelbarer Nähe stehenden mächtigen Kastanienbäume ab und war? ihn mit furchtbarem Lärm zu Boden. Glücklicherweise Hel der Baum nicht auf die Untermüble, sondern nach der anderen Seite in den Park, sonst hätte der Sturz deS gewaltigen Baumriesen jedensalls mehrere Todesopfer gefordert Auch V). Green Harbour 'Spitzbergen) 26. April. Gefangene des Eises. Nun. da wir richtig auSgrruht sind, genießen wir erst mit vollem Behagen die Annehmlichkeiten deS zivilisierten Komforts in ber OHeff e öer Radiostation von Green Harbour und die prächtige Gastfreundschaft des norwegischen Beamten. Es ist sehr gut möglich, daß wir Spitzbergen nicht vor Mitte Mai zu Schiff verlassen können. An einen Flug mit unserer Maschine ist hier im Schnee und Eis der Fjorde ohne passendes Fahrgestell kaum zu denken, es würde zu gewagt sein, auf Boden, der nicht schneebedeckt ist. mit unseren Skiern zu landen. So müssen wir uns in Geduld fassen, bis ein Dampfer uns an Bord nehmen kann. Einstwellen sitzen wir bequem in gepolsterten, geflochtenen Sesseln in dem gemütlichen zweistöckigen Häuschen der Funkstation und plaudern mit unseren norwegischen Gastfreunden. Eyel- s o n spricht norwegisch wie ein Eingeborener, aber mit einem Akzent, wie vielleicht vor hundert Jahren seine Vorväter diese Sprache gesprochen haben mögen. Das gibt Anlaß zu allerlei gutmütigen Scherzen bei unseren Freunden hier. Green Harbour ist umgeben von hohen, glattwandigen Bergen. Inmitten dieser großartigen Nakur kommt uns die Erinnerung an die niedrige Tundra Alaskas wie ein Traum vor. Sn Alaska stiebt der Schnee wie Sand auseinander. Jagt ihn der Wind vor sich her, so bildet er eine Decke, die kaum höher als einen Fuß ist. Hier in Spitzbergen liegt weicher, trockener knirschender Schnee, sechs Fuß hoch! Die Schneewehen überhöhen hier die Wohnhäuser um viele Fuß. In Green Harbour leben fünf Beamte der Spihbergener Radiostation, Herr Ihlen, der Leiter, zwei Funker, ein Ingenieur und ein Steward. Dicht daneben haust Herr Varrning. der Vertreter der augenblicklich stilliegenden Kohlenbergwerke und anderer industrieller Interessen, mit seiner Frau, seinen drei Kindern und einer Gouvernante. Diese Erzieherin, ein schönes junges Mädchen aus Trornsö, war eine der ersten, die herbeieilten. uns bei der Landung zu begrüßen. Die hohen Funkmasten überragen die Häuser und die alte Walfischfängerstation. dis nun in Trümmern liegt. Am jäh abfallenden Strande gegenüber der Funkstation liegt das Wrack einer wunderschönen Jacht. Zwei Meilen oberhalb des Harbours sieht man ein großes, stählernes Gerüst, das einst zum Verladen der Kohle aus der nun stillgelegten Zeche diente. Jetzt stehen diese stählernen Kolosse wie wuchtige Grabsteine über dem weiß leuchtenden Schnee. Es ist aus Gründen der wirtschaftlichen Rentabilität nicht länger möglich, auS den Minen von Green Harbour Kohle zu fördern. Die sonst richtete das Mntoetter, das erfreulicherweise hier nicht von Hagelschlag begleitet war, mani^gsachen Schaden an Bäumen und Dächern an. Kreis Friedberg WSR. Friedberg, 1. Mai. Der Sturm am Sonntag riß vom Hauptpörtal der hiesigen katholischen Kirche ein schweres Sandsteinkreuz ab, das durch die Wucht des Sturzes in Stücke brach. — 3m benachbarten Rendel fiel dem Sturm ein Storchennest zum Opfer. Der Giebel einer Brandmauer, worauf es sich befand, stürzte ein und mit ihm fiel das Rest samt der brütenden Störchin zu Boden. Die jungen Tiere wurden dabei getötet. WSR. Bad-Nauheim, 1. Mai. Wie be- stimmt verlautet, steht die Reichsverfiche- rungsanstalt für Angestellte tn Verhandlungen über den Erwerb des Hotels „Metropol". Als Kaufpreis werden 580 000 Mart genannt. Die Reichsversicherungsanstalt will angeblich das von ihr früher erworbene Hotel ..Aegir" wieder abstoßen. Seitens der Kurinteressenten soll Protest gegen die Pläne der Reichsversicherungsanstalt eingelegt worden sein. WSN. Rockenberg, l.Mai. Ein ^jähriger Junge hing sich leichtsinniger Weife an einen Ackerwagen, von dem er in demselben Augenblick absprang, als ein Auto von der entgegengesetzten (»eite kam. Der Junge wurde von dem Kraftwagen erfaßt und überfahren. Er kam mit einem schweren Beinbruch und starken Gesichtsoerletzungen davon. • Münzenberg. 1. M« Arn Sonntagabend geriet die Einwohnerschaft unseres Ortes in eine starke Erregung, die ihre Ursache in dem plötzlich hereinbrechenden Unwetter hatte. Der Frauenverein hatte nämlich im Freien eine Veranstaltung arrangiert, bei der auch die Kinder mit Spielen und anderer Kurzweil beteiligt waren. Plötzlich brach das schwere Gewitter herein, so da-h alles fluchtartig dem Dorfe zuströmte. AlS daS Gewitter vorüber war, stellte man das Fehlen eines kleinen Knaben fest. Da man nicht wußte, ob daS Kind ein Opfer deS Gewitters geworden sei, oder sich irgendwohin verirrt hatte, wurde noch am Abend die Feuerwehr alarmiert, die den Wald und die benachbarten Telle unserer Feldmark absuchte. Während die Suche draußen noch im Gange war, kamen aus dem benachbarten Obbornhofen zwei Männer hierher, die den Kleinen in fein Elternhaus zurückgeleiteten. Das Kind war in dem Trubel der wilden Flucht vor dem Unwetter mit anderen Festbesuchem nach Obbornhofen mitgelaufen und dort schließlich alS ortsfremd erkannt worden. Der gute AuSgang deS aufregenden Vorfalls erregte im Dorfe allgemeine Freude. 'Besonders dankbar war man der Feuerwehr, die sich in anerkennenswerter und eifriger Weise sofort für die Nachforschung nach dem Verbleib deS KindeS zur Verfügung gestellt hatte. ]< Gel AH Orden im Dambrinus einen gutbesuchten Vortrag über .Parteiismus. Parlamentarismus und jungdeutscher Staat unter Berücksichtigung aller Stände. Der Redner gab einen Rückblick über die Geschichte des Ordens und seine Bestrebungen und Ziele für die innere Politik Deutschlands, die in dem vor einem Jahre herausgegebenen Manifest des OrdenS ausführlich behandelt sind. Die Zuhörer nahmen den zweistündigen Vertrag mit großem Beifall auf. ßSfR. 3 die Io9?f nerstreU nnielw« J bit st» ob' Dulden kor tzrohunge" ’ i -t'lleglA, rti*r Die Attt-St" zöge- Haltung aufzuerlegen vermag, ein Zeichen von guter Musikerziehung. Die klangschön ausgeführte Untermalung trug wesentlich zur Hebung des Werkes bei. Hier war der Wille zu künstlerischer Tat ausschlaggebend. Chor, Solisten und Orchester bildeten eine Kunstgemeinde, die mit tiefem sittlichen Ernst und heiliger Weihe ans Werk ging. So hatte der Beobachter den Eindruck, daß derartige Veranstaltungen sicherlich die werktätigen Kreise unseres Volkes zur Erkenntnis des Wahren, Guten und Schönen führen. Daß der feste Wille zur Erreichung dieses hohen Zieles bei der Aufführung vorhanden war, gibt dem Kulturkartell und den Arbeitergesangvereinen, die derartig Hohes pflegen, den Charakter eines segensreich wirkenden Kulturell mentes. Dem Dirigenten, H. Meyer, ist für seine Anregung und für sein erfolgreiches Wirken höchste " Sm. nur noch Pfcrdekräfte in Berlin! Sehr _balb totrb sich dafür der Reitweg an der Tier- ?;artenftrabe wieder bevölkern mit stolzen Kava- ieren und kühnen Amazonen hoch zu Roß. Diel Bühnenvolk — mit Einschluß des Films — ist darunter, für das Schlankheit eine Berufsnotwendigkeit bedeutet. Die reiterliche Adjustierung des Sportdreß hat sich im übrigen gegen früher sichtlich gebessert, und die Neigung deS schonen Geschlechts für den Herrensitz ist im Schwinden begriffen. Der Typ des Kommerzren- rata mit dem runden Bäuchlein und Asthma- beschwer den. sowie seiner aleichgearteten Gattin ist unverkennbar nicht minder dem Aussterben nahe wie der des steifleinenen, weltfremden Diplomaten. Und es mangelt nicht an Diplomaten. einheimischen und ausländischen, für die ein Morgen ritt im Tiergarten eine Gepflogenheit ist. von der auch ein bißchen Regen und Kälte ste nicht abhält. Wie unendlich lange Zeit scheint nun bereits verronnen zu sein, seit Herr von Bethman»- Hollweg fast nie versäumte. in aller Herrgottsfrühe tiefernsten Gesichtes auf einem hochbeinigen Fuchs durch die Tiergartenstraße nach dem Hippodrom zu traben, alltoo eine Militärkapelle postiert war und öte letzten Operettenschlager in die Fruhlingsluft hinausschmetterte. Sein Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Herr von Ki der len- Wächter, den Freuden der Tafel ergeben, und alleS andere als gertenschlank von Wuchs, htelt hingegen kein edles Roß im Stall seiner schmucken Dienstvilla am Ostende des Tiergartens. ®em behäbigen Schwaben genügte zu körperlicher Bewegung der in der Tat außerordentlich hübsche Garten dieser Villa, er nannte ihn „das Schönste an dem ganzen Pöschtle", nämlich an dem hohen Posten, aus dem er den „Panthersprung nach Agadir und ähnliche Streiche ersann. Volkskonzett in -er Volkshalle. Wohl mit großer Spannung wartete man in Dielen Kreisen der Bevölkerung auf die erste große öffentliche Kulturtat des Arbeiter-Kultur- Kartelle Gießen, in dessen Dienst sich die Vereinigung für Chorgesangsk ultur , Arbeiter-Gesangverein „Eintracht" Gießen, „Sängerkranz" Wieseck und ..Germania" Alten-Buseck, gelte Ul hatte zur Aufführung von Schillers Lied o o n der „Glock e", vertont von Romberg. In Bietern Dolkskonzert sollte die Vereinigung für Ge- sangskultur Probe ablegen von ihrem Streben auf geistigem und hier insbesondere auf musikalisch- künstlerischem Gebiet. Und dies sei hier gleich vorweg gesagt: Dem Kulturkartell und allen Mitwirkenden ist ein glänzendes Zeugnis auszustellen für sein wirklich ernstes Wollen, das zweifellos von schönstem Erfolg gekrönt war. Schon die stilvolle Zusammenstellung der Fest- ichrist, enthaltend Aufklärung über die Ziele der )lrbeiter-Gcfangsbewegung, einen kurzen gemeinver- itänblidjen Abriß über Schiller als Volksdichter und endlich den übersichtlich angeordneten Text, mußte Eindruck machen. Und dann bei Eintritt des Besuchers in die Dolkshalle: die wohltuende Disziplin einer nach Tausenden zählenden, in erwartungsvoller Stille harrenden Zuhörerschaft, die Sänger >md Musiker auf dem Podium in würdiger Haltung. Jin ersten Teil des Konzerts spielte der Orchesterverein 1908Gießen mit feinster, gut gelungener NüancieruNg unter Kapellmeister Wellers feinsinniger Leitung die Oberon» Ouvertüre von Weber. Hieran schloß sich das Oratorium von der „Glocke". Die ganze Dichtung ist eigentlich dem Meister in den Mund gelegt. An jeden Befehl, Meisterspruch genannt, der sich auf den Glockenguß bezieht und an die Gesellen gerichtet ist, knüpft er dann längere Betrachtungen über den Gebrauch der Glocke und ' die mannigfachen Schicksale des Menschenlebens. - Romberg hat die Dichtung so vertont, daß die Meistersprüche vom Meister gelungen werden, wahrend er die Betrachtungen hauptsächlich vorn Thor und den übrigen Solisten ausführen läßt. Will Romberg durch diese Partienanordnung den Meister als Führerpersönlichkeit ins rechte Licht rücken, so muh der darstellende Bassist die an sich dankbare Partie richtig erfassen, denn mit der richtigen Auffassung und Durchführung der Meisterpartie steht und fällt die Aufführung. Otto Ebelrna nn-Frankfurt ist dieser Anforderung gerecht geworden. Ein seriöses Organ von dramatischer Gestaltungskraft, in allen Lagen gut ausgeglichene Register, treffliche Aussprache, alles auf den echten Meisterton abgestimmt. In den umfangreichen Sätzen am Schlüsse des Werkes zeigte sich keinerlei stimmliche Ermüdung, und dies auch insbesondere bei vollem Orchester Die mehr lyrischen Solostellen wurden durchweg mit anerkennenswertem Wollen und gutem Gelin- aen gesungen von Giesela W a n i'. e r (Gießen), Lu Kramer und Ludwig Schmidt (Frankfurt). G. Wanners lieblicke und gut geschulte Sopranstimme nahm sich besonders gut aus bei der Stelle „Munter fördert seine Schritte". Die ton malende Absicht des Komponisten wurde hier durch Solostimme und Soloflöte gut verwirklicht. Der technisch.schwierigeren und an sich nicht sehr dankbaren Tenorpartie entledigte sich erfolgreich L. Schmidt. In dem Duett „Heilge Ordnung' bot sich ihm Gelegenheit zu schöner Stirnrnentsal tung. Hier trat der Baß vornehm zurück, dem zarten Tenor die Führung überlastend. Lu Kramer sang die Arie „Ach, die Gattin ist's", seelisch gut erfaßt mit warmer teilnahmsvoller othnmfärbung. Im Soloquartett .Holder Friede" schmiegte sich ihre Stimme mit besonders edler Tongebung ein. Die Chöre waren mit Sorgfalt einstudiert. Dem Leiter der Aufführung ist es gelungen, Vereine und Orchester zu einem wirkungsvollen Klangkörper zu vereinigen. Anregend dürfte gestattet sein, darauf binweisen zu dürfen, bei ähnlichen kombinierten Veranstaltungen einen numerisch stärkeren Frauenchor einzufetzen. Das Verhältnis der Männer zu den Frauenstimmen darf ruhig 1:2 betragen. Die Klangwirkung würde dann noch volu- minöfer und abgerundeter sein. In den Schilde- rungen der Feuersbrunst und des gewaltsamen Staatsumsturzes, wo der Komponist In tonmalen- der Tendenz fortwährende Modulationen und Dissonanzen anwendet, zeigte sich der Chor musikalisch auf der Höhe und überwand alle Klippen. Sehr klangschön und edel wurde der Chor „Tausend sleißge Hande regen" gesungen. Sehr dezent paßte sich der (Thor dem Soloquartett „Holder Friede" an. Die gegenseitigen Ablösungen zwischen Quartett und Chor waren exakt. Andächtig klang die Stelle „Zur Eintracht, zum herzinnigen Vereine" Glockenbe- roegunq und -klang waren in der Tongebung sehr gut getroffen. Das Orchester hat gezeigt, daß es fick bei Chorbegleitung und Begleitung der Soli in der Tonentfaltung die notwendige, vornehme Zurück- bem et arbeitete, eine Sprengkapsel mitgenommen. Trotz mehrmaliger' Warnung seiner Mutter, der er auf dem Acker helfen sollte, steckte er die Zündschnur an der Kapsel an und behielt letztere in der Hand. Plötzlich explodierte die Kapsel und zerfleischte ihm den Daumen und drei Finger, sowie die innere Handfläche gänzlich Dr LuciuS von Hirzenhain nahm sofort die Operation vor. Eine steife Hand wird vielleicht das ©rgebnül dieser Spielerei sein. Kreis Schotten. b. Schotten, 1. Mai. Aus dem Gemeinde« rat: Einen empfindlichen Verlust hat der Ge- meinberat durch den frühen Tod des Mitglied» Fabrikanten Karl Schütz erlitten, dem der Bürgermeister einen warmen Rachruf bei Beginn der Sitzung widmete. Im besten Mannesalter wurde der allseits beliebte karger dahingerafft. — Die Stadt hat ihre - tilgen «pießwiesen versteigert und c aen Durchschnittspreis von zirka 35 Mark erzielt. Die Verpachtung wurde auf drei Jahre genehmigt. — Als leitender Arzt für das neue Krankenhaus wurde Dr. K o e n i g e r (Offenbach) angenommen. Zum Ausbau des ftran- kenhaufes wurde die Aufnahme eines Darlehens genehmigt, auch die Beschaffung eine» Roentgenapparates und sonstiger notwendiger Einrichtung. — Zur Entlastung des Bürgermeisters wurden einzelne Mitglieder des Gemeinderates zur Aufsicht über einzelne äußere Ber- waltungszpreige, städt. Fuhrpark, Arbeiter, Friedhof usw. bestimmt. — Um das Bettelunwesen, das m letzter Zeit wieder sehr überhand nimmt mehr zu bekämpfen, wird die Stadt W o hl- fahrtsscheine, die sich auch an anderen Plätzen gut bewährt haben, ausgeben. Die Bewohner tonnen diese an der Stadtkasse käuflich erwerben und sie an Stelle oon Bargeld an die Bettler ausgeben. Letztere wechseln sie wieder bei der Stadtkasse ein. — Dem Automobil- und Motorradklub Schotten wurde für fein am 3. Juni stattfindendes großes Motorradrennen städtisches Wiesengelände für Start und Zielplatz zur 'Verfügung gestellt. — Dem M u s i k v e r e i n wurden 50 Mark Zuschuß für seine Dereinszwecke gewährt. — Die Vogelsberger Dolksbank hat der Stadt zur Anschaffung der Motorspritze 500 Mark zur Verfügung gestellt. n Laubach, 1. Mai. Anläßlich der Werbe- tooepe des Deutschen Dtenographen-Bundes veranstaltete der hiesige Stenographenverein „©abelSbetge r" einen Vortragsabend. In seinen Bearüßungsworten wies der Vorsitzende, Studienrat Vetter, darauf hin. wie schon vor der Einführung der Stenographie alS Unterrichtsfach die Schulbehörden aller Bundesstaaten der Pflege der Stenographie In der Schule ihre Aufmerksamkeit gewidmet fcabem Sodann sprach Obctfefretär ® I b e in längeren, überzeugenden Ausführungen über die Bedeutung der Stenographie für die Geistesbildung, sodann über den praktischen Ruhen der Stenographie für Schule und Berufsleben: zum Schlüsse seiner Ausführungen gab der Redner einen llcbcrblid über die eifrige Tätigkeit der Stenographenvereine. Eine trefflich angelegte stenographische Ausstellung bot genaue Belehrung über Franz Haber GaoelSberger, sowie über die Entstehung der Einheit-- k u r z s ch r i f t. Hierauf wurde das Ergebnis des ersten Dundes-PreisschreibenS bekannt- gegeben. Es ist sehr günstig für den hiesigen Zweigverein ausgefallen, dem nicht weniger als Heben Preise zuerkannt wurden. — Die Aussichten fürdie diesjährigeErnte sind für unsere Gemarkung im allgemeinen als recht günstig zu bezeichnen. Die Winterfrucht steht recht gut. Sie hat vom Schneckenfraß weniger gelitten, da die Aussaat etwas später erfolgte. In einzelnen benachbarten Gemarkungen, wo die Aussaat früher ftattfanb, hat die Winterfrucht dagegen durch den Schnecken- fraß sehr gelitten. Der Schaden durch Mäuse- f rah ist gering. Der Klee steht gut; sehr gut sehen die Wiesen aus. Das Steinobst hat in diesem Jahre wieder viel Fruchtholz angeseht. In voller Blüte stehen die Kirschbäume; auch die Zwetschen, Pflaumen usw. fangen schon stark an, in reicher Fülle Knospen zu treiben. I Ok> er - La iS, 1. Mai. Die beim Heber- gang des Straßennetzes auf die Provinz gehegten und damals teilweise auch ausgesprochenen Befürchtungen wegen des Schicksales der Bezirks st raßen betonte* beiten sich leider immer mehr Daß die groß« D-Straßen auf Grund des darauf liegend« Verkehres eine bevorzugte Instandhaltung erfordern. soll nicht Beitritten werden. Ganz unverständlich ist eS aber, wenn die Provinzial- verwaltung an Unterhaltungskosten für die D- Straßen dadurch zu sparen sucht, daß fi« den von diesen Straßen auszunehmenden Verkehr künstlich abdrosseln will, wie fi» das eben in Sachen der von Nidda aus- strahlenden Kraftomnibusverbindun- gen durch ihre Bedenken gegen die K onzes- fionierung der Kreislinie Nidda—Oberlais tut. Lleberall werden die neuentstehenden Omnibuslinien mit Freuden begrüßt, und man weiß, wie sehr sie zur Entwicklung der bisher vom Verkehr nicht berührten Gemeinden beitragen und notwendig sind. Daß VerkehrSsör- de r u n g auch unmittelbare Einnahmeförderung für alle aus die Einnahmen aus Steuern angewiesenen Stellen bedeutet, ist zu bekannt, als daß man daraus noch besonders Hinweisen mühte. Die Stellungnahme der Provinzialverwaltung im vorliegenden Falle erscheint um so unverständlicher, als andere Linien, denen durchaus keine besseren Straßen zur Verfügung stehen, z. T. schon feit Jahresfrist konzessioniert find. Die am Zustandekommen bet neuen OmnibuSlinie interessierten, bisher vom Verkehr ziemlich abgelegenen Gemeinden hoffen, daß die Prvvinzialverwalluvg ihren ablehnenden Standpunkt verläßt. NZM LSZ '" sb,£.S^ M. A„ ^7'°" * >nn bi7t Äf?ä drei i !'^te ih» gänzlich ^8CJ' lotoit »fort die oL^'ut °^Ä7:L chotten. " Ä9» UZL «‘ffg ‘S^a fnaI)me einer $or- "e Belchnffung e!ri lonfttger nolvendiger gj» 's ung bes »ätfle* |e(ne Mitglieder der &. u°er einzelne nutzere &» 'Uhrpark, Arbeiter, gri* 'dasBeltelun wesei '"sehr überhand nimmt wo die Stabt Wohl, id) aud) an anderen Pläner geben.JDie Vevohner fön. lass« käuflich erwnbrn unt an die iBettler moebr eher bei der LtadUch r l- und Motorradflct sein am 3.Quni ftottfrote- nennen sWtilcher B* Zielplah zur jOerfügnp ‘oerein wurden 5'litt einszwecke gewährt - 'lksbank hat M Kolorsprftze 5 5lut lat. Anläßlich k W* Skenographcn-?Mdet wv >lcnographrnvrrei> einen Ävrtragt« zgrüftungätootten lviet bet fyetter, öaraiiffa olr mg Ser Stawr* all ilbelwrSen aller 'SunM rr Skno$caX-t)^ be M tzrwtdmÄ Haden S> ir (Stbe'vnVangcTcn.utr zm übet die Dedeut^ die DnsteSbildung, Iom'' Nutzen der Stenographie fn eben; zum Schlüsse 1^- Kr Redner einen Ucbctk- ätigfeit der Stenograph^ sich angelegte stenvgr-' lung bot genaue W Taver Gabelsberger. Oehung der Sinhtlti- ins wurde das Ergebnis reisschreibenSbe^ , günstig für den Wlfl* zuerkamt. wurden- ' diediesiahng-^^ "Äffl! sRinter- tW*6Ä ■ 0Iin,k Aussaat etod -rS'Bl SSst er Schaden buch. gu! c Klee slehl g l,c> m in ZZ!-A er'^^r Daß dre^ mmer W* wund b^InstandhaldmE - Vorzugs Danz besin^die WS 8KW MW rüste s> aklähl- Preußen. Mrcie Metzlar. WSR. Wetzlar 1. Wat. Don dem Schwindler, der in den letzten Xcflcn. wie berichtet hier mehrere Personen geleimt hatte dadurch bah er sich al- Assessor Dr. Herwig ausgab und Kredite usw. in Anspruch nahm, ist ein neuer ähnlicher Streich au- Limburg befannt geworben. Aus Grund der Pere. 18.30 biS 18.45 Der Briefkasten. 18.45 b-3 19,15; Funkdochlchule .DaS deutlche Tst-ama und Td.ater vom 17. Iahrdundelt kn- zu r Gegenwart. Vort70a von Prof Dr. Franz Schultz. 19.15 bi- 19.45 Stenograpdifcher Fort- bübungdlurfu» für Anfänger und Fortgefchrit- tenc , Diktat von 80 Silben aufwärts» 19.45 bii 20.15: Stunde de- jranffurtcr Bunde- für Volk-- bilbung .Die Bedeutung Schiefien- für die deutsche Kultur . Vortrag von Pfarrer 6 TaeSler, Vorsitzende des Lch'-csierverein-. 20,15: Ras- koln. ow ober Schuld und Sühne Drama nach dem Ro: ian von Dostosewskv. Anschließend bt< 0,30. Tanzprogramm. ’juarAe dar. üghehen Wd^waffn zugcfeUt crfnfchl. reinigt. klart und befähigt dtc Haut aus eigener Kraft gtfund und fdtön zu fein. ifi die Wahl eine erftkUfligen und einwandfreien Hautpflegemitteln^^—— Heinrich Meck Nacht. Ulm a. O. Das Zauberwort MAIZENA MAIZENA 1. unübertroffen zur Bereitung nähr» haftet Kinderspeisen, 2. unübertroffen zur Bindung von Suppen, Tunken, (Bernflfen und Kompotte, 3. unübertroffen zur Herstellung von Puddings, Flammeris, roter Grütze, Sandtorte, Kuchen und feinem (ßebatf jeder 61 rt, 4. unübertroffen zur Darreichung von leichtverdaulicher, nLhrreichrr Kofi für Kranke und Genesende. Kochbüchlein gratis durch dis Deutsche Maizena Gesellschaft m. d. H. HAMBURG 15. Alschee Bekannte deutsche Sektmarken im Markenschutzverband. Berlin W 15 Unermüdlicher Fleiß und hohe Sorgfalt deutscher Fachleute bahnen seit über hundert Jahren dem deutschen Sekt seinen Weg zum Erfolg. Im freien Wettbewerb mit dem Auslande wird er heute nach allen Gegenden des Erdballs versandt Deutscher Sekt ist Wein In edelster und bekömmlichster Form Auch Sie sollten Freude daran habenI Nur £A die ganze Flasche einschi, Steuer RM. die halbe Flasche RM. 3.« kosten die untenstehenden bekanntep Marken in den Weinhandlungen und einschlägigen Ladengeschäften. Konfursöcrfa^ren. lieber da- Vermögen der Automobil- VerkaNftzgefellfchaft m. b. Sf. in Gießen, Marburger Ltratze 68, wrrd heute am 30. April 1928, vormittag- 11% Uhr, da- Konkur-versahren eröffnet. Der Kaufmann Louis AUHosf sen. in Giehen, Walltorstraße 16, wird zum Konkursverwalter ernannt. Kpnkursiorderungen sind bis zum 17. Mai 1928 bei dem Gericht aniumelben. wirb zur Beschlußfassung über die Beibehaltung de» ernannten oder die Wahl eines anderen Berwalter-, sowie über die Bestellung eine» GlLubigerausschuiseS und eintretendenfalls über bie in § 132 der Lonkursordnung bezeichneten Gegenstände — auf Mittwoch, den 30. Mai 1928, vor- mittags 9 Uhr — und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Mittwoch, den 30. Mai 1928, vormittags 9 Uhr — vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 106, Termin anberaumt. Allen Perionen, welche eme »ut Äon- kursmasje gehörige Sache m Besitz haben oder zur Lonkursmasie etwa» schuldig smd, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- schuldncr ;u verabfolgen oder zu leisten, auch die Berpflichtung auferlegt, von dem Besch der Lache und von den Forderungen, hh welche sie aus der Sache abgesonderte ötfriebigung m Anspruch nehmen, dem Äonkursverwalter bis zum 17. Mai 1928 Anzeige ju machen. 4506 D HesPcheS Amtsgericht in Meßen. Bekanntmachung. Tie anhaltende Nachfrage nach Bau- b erleben veranlaßt mich, darau r hin- zuweisen, daß es bei der Änapphcit der m diesem Jahre verfügbaren Mittel vollkommen zwecklos ist, Gesuche um Bewilli- gung von Baudarlehen ernzureichen, bevor nicht hierzu besonders ausgefordert wird, da iclbst die noch au» dem Jahre 1927 vorliegenden Gerüche größtenteils keine Berücksichtigung finden können 4509B Gießen, den 1. Mai 1928. Der Oberbürgermeister. I. B.: Or.Hamm. Arbeitsvergebung. Tre Arbeiten und Lieferungen zur -er« [tcllung eine» «nldjinengcbänbeö in Cbbotnbofen, rund 190 cbm Erdbewegung, ninb 160 cbm Eisenbeton, Beton- und Bruchsteinmauerwerk, ferner Zimmer-, Tachdeckev-, Spengler- und €^10 ff «arbeiten sollen ronncrötag, den Itz. Mai 1928, 10.30 vhr, auf uns«em Bureau vergeben werden. Tie Aeichsverdmgungsordnung ift für die Vergebung und für bie Ausführung der Arbeiten maßgebend. Sie liegt, zusammen mü den Berdingungsunteriagen, bei unS zur Einficht offen. HuschlagSrrist 2 Wochen, freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Hess. Äullutbauamt Gießen. H. Steinbach. 4533 D 36C 4W-48CX Donnerstag, den 3. Mai 1928, nachmil- toflo 2 Uhr, versteigere ich im „Läwen", dienen»eg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Fr:'eurtoüette, 2 große Warenfchränke, I Motorrad, 3 staficnjchranke, 1 Akten- schrank, 1 Silberfchrank, 1 Diwan, 1 Ge- ivehrfchrank mit 3 Jagdgewehren, 8 Schreibtische, 1 Schreibmaschine, 4 Älub* fessel, 1 Älublofa, 2 Spiegel, 3 BertikoS, 2 Sofas, 1 Ehailelongue, 1 Kredenz. 2Rähmafchinen, 11 Äarten# Schokolade, 1 Sinterpaletot. 4531D Dem Gerichtsvollzieher in Gießen Cteinstraße 13. Letterwase« und Kastenwagen. CualnätB- arbeii. vrettzwert 1. all. Gröben. Zriedr. 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Mit dem neuen tfttoddxm des Frühling» ftrigt in mir die Erinnerung aus frühester Kindheit au», als ich zum ersten Wale das Wunder her Aalur erkannte 3n unserem Hausgarten be- nbüd)!etc ich das Aufblühen eines 'Rittersporns. hm6 mich ft> entzückte, hast vielleicht von jenem Augenblick an her Dunich ^ättnerin *u Der- ich besuchte nach P< gung her Schulzeit eine Haushalt- und Dar- lenbauschule Dieses Jahr tmirbe mir Ipater als praktitches Lehrjahr anaerechnel Das -weite Lehrjahr verbrachte ich alt Lehrling in einer hefannten Stoudengärtnesei am Rhein Die abwechslungsreiche Arbcii in der Anzucht und Weiterkultur der Pflanzen machte nur besonders viel Freud« ®# ging uns allen das Herz auf. denn solche Pracht halten wir in unserem Leben noch nicht gesehen Felder • mit Pfingstrosen. Schwertlilien bunten Margueriten. mit nhallen voll Clematis Himmelschlüllcl in vielen Farben und Sorten. Erika und Farne. Wasserbecken mit den herrlichsten Wasserrosen, einige große Kasten- ' ingc und Jung- pflanzen, und die Gewächshäuser. wo ElematiS und Zicrwein nerehelt und groftqezoqcn wurden. Um mich im Demüfebau und in her Bosenkultur 'nnzusehen. ging ich für kurze Zeit In eine Rosenlpezialllrma Später kam ich als Gehilfin für ein Jahr In eine Baumschulenfirma nach Karlstadt a. M. wo ich den Obstbau erlernen nnncr nubr ein. daß mir die Anzucht und Kultur der Stauden und Schling- .. am m. :fira lag und ent dies Spezialgebiet zu wählen. So ging ich in eine Grvßgartnerei für Stauden und Schlinggewächse nach Darmstadt Dort gab eS viel Neues zu sehen und zu lernen. Gs waren sonnige, sandige Stücke. SumPfgelände. Wlesenhänge. THoorbcete und schattige Hallen: jede» Pslänz- chen stand, wo c» von Natur aus hingehörle und konnte zur bestmöglichen Entfaltung kommen. i dieses letzten 0' ging ich noch cm Jahr nach Berfin-Dahlem auf die höhere Gärtner-Lehranstalt, wo ich meine inerjährige Praris durch Theorie ergänzen wollte Hier sind die Möglichkeiten gegeben, die öfamina zur Lehrerin oder 3n- ipeftorin abzulegen Heute habe ich eine tgene Gärtnerei, hauptsächlich für Stauden und Schlinggewächse, die dankbarsten Btüher, die alle wintcryart sind Mit jedem 3abr werden hie Pflanzen üppiger und stärker. Biele Menschen kennen leider unsere herrlichen Staudenkinder überhaupt nicht Eisenhut. Goldraute, Sonnen- braut. Dvldball. Akelei, Lichtnelke, Ehristrofe, D.c'enraute. Purpurglöckchen, Edel-Schasgarbe und viele mehr in wunderbarsten Farven und Formen. Wer sie kennt und besitzt, wird ungemein >iel Freude an ihnen erleben Born frühesten Friihling bi« zum Spätherbst, toenu die letzten Blumenougen erlöschen, können wir unsere Freude haben an dieser Schönheit und Blühwilligkeit, und ohne viel Mühe gelingt es jedem, die Stauden für viele Jahre zu Haden. Malerisch wirkt ost eine mit Schlingern berankte Wand im Haus, ein berankter (saun berankte Torbogen und Gartenhäuschen mit Schlingrosen in rofa und rot. Elcmatis mit lila, hellblauen, roten oder weihen großen Blüten, mit Zier- inein, der im Herbst in schönstem Feuer Prangt, ?ber Gltzzinien mit hellila Blütentrauben. Für Partenhäuschcn eignet sich sehr gut Jelängerjelieber. der rot. geb. rosa oder weih blüht und start duftet. Wie die Anwendung der Schling- pflanzen ganz verschieden sein kann, so können rnch Stauden auf mannigfaltige Art angetoen- uct werden. Es können 6taubenrabatteil an einem .»reiten Weg entlang wundervoll wirken, bunt durcheinander, so daß zu jeder Zeit etwas vlüftt. Alle Arten von Staudenrabatten können unendlich farbenfroh zusammengestellt werden und Geselligkeit der Kinder. Don Margret Halm. Sin bekannter Kinderarzt tagte einmal: Ätnbeegefellfd>aften sind meine besten Lieseran- ten." Das klingt nicht sehr ermutigend, zumal als Singang eines Artikels, in welchem wir uns über das Wie und da« WaS der Kindergesellig- leit unterhalten wollen Und doch ist diese Warnung vielleicht gerade hier sehr angebracht, um zu beweisen, wie wichtig es ist. sich die Frage der .Kindergeselligkeit lehr ernstlich zu überlegen und vollen Seiten zu beleuchten. Da laden wir zehn. Atoölf Kinder ein und mehr, füttern sie mit allem Guten und überschütten sie in bester Absicht mit liebertaf4>ungen und Freude. Dah wir damit den Kindern wirklich etwas Liebes tun, das bezweifeln wir keinen Augenblick und fveuen un» selber unsagbar an der Kinderfreude - sind glücklich mit ihnen in hrern Glück. Diese Freude der Eltern aber ist in der Regel sehr egoistisch. Denn die Kleinen müssen Ihre Freude fast immer büßen und pQ- nZals leibet nicht zu knapp. Unb das nicht fdtcn nur. weil die gastgebende Mama, um iu ihrem eigenen Vergnügen die lüften staunenden Kinderaugen zu schassen, viel zu viel auf- i'fchk. und wenn es ganz schlimm ist. gar den mitfommenben Müttern zu imponieren, nach jeder Aichtung hin übertrieb. DaS schafft dann noch am gleichen Abend die fieberheißen Köpfchen und atme, wehe Bäuchlein in der Rächt. Hat das einen Sinn? Unter vier Jahren sollten Kindereinladungen überhaupt nicht in Frage kommen. Das Kind 'elfter hat in diesem Alter absolut noch nichts davon. Der Kindergarten, mit dem das Drei- inftalft jährige« spazieren geht, vielleicht die ersten ^ymnastikstunden. genügen zu« seiner Mlenkung vollkommen und bedeuten ja in diesem Alter ^och vin Vergnügen. Den Vierjährigen mag •nan bann wob', mal zwei, imhöchsten Falle r e i Kinder einladen. Fünfjährig soll es dann in Gottes Flamen auch mal zu einer Einladung nif fünf oder sechs Kindern gehen dürfen. Mehr als sieben ober höchstens acht Kinder einzuladcn ist aber auch bei echs- und fieben- iährigen Kindern ein U g. EEradc in diesem 2Ötcr, da das erste und zweite Schusiahr oft geben so dem Garten eui sonniges Aue ehen E« gibt weiter ei Meine Stauden hie durch ihre bckrcu.oen Blätter eine groste Wirkung ber- orrüfen Zm>i Schl uh sei noch der Heinen Fet- fenstauden gedacht dir zwischen Steinen waeylen und Polster in den herrlichsten, leuchtendsten Farben bilt-en Zu dieser Gattung gehören An- beiden. Al'-ssum Icprien lehrt es! Sanftmütige, einsichtige und nachgiebige Frauen (auch Männer) bleiben länger jung, gefunh und aufnahmefülhig Hvglene Ser Seele, des Geistes, des Körpers. Dann wird man alt werben, ohne zu altern. Einteilung und praktische Verwertung. Don Diorte Revier Wo für einen Haushalt auf dem Lande ein Kalb gefchlachtet wird, was im Frühjahr ja häufig vorfomrnt. steht neben der Erfordernis der möglichst praktischen Verwertung der Wunsch, nun nicht täglich, mittags und abniM, Kalbsbraten essen zu müssen, sondern m vielfacher Gestalt und Zubereitung die verschieden artigsten Gerichte auf den Tisch zu bringen. Dic beiden Keulen kann man gut als Braten einwecken. Von den Lapatten, wird die eine am besten in Buttermilch gelegt, die andere frisch geschmort oder gebraten Die Karbonade wird von den Rippen abgelöst, sest zusammen- gerollt in einen schmalen hohen Tops ober ein GlaS gedrückt, worin sie sich Mit etwa« Milch oder Buttermilch übergossen, recht lange hält. Beim Gebrauch wird die breite Sehnenhaut entfernt. dic Karbonade quer in feine Streifen geschnitten, immer drei übercinanbergelegt. etwas bejahen, geklopft, in Gi und Aetbbrot gewälzt und in schäumenden Butter möglichst schnell braun gebraten Von ben auSgelösten Knochen. Bippen und häutigen Stücken kochen wir gleich am nächsten Tage eine gute Suppe, die mit sämttichem Suppen- gemüfe. einigen Gewürzkernen. Bet« oder Grieft, einer Mehlschwitze oder einem Stück Butter, ganz besonders wohlschmeckend ist. Das von ben Knochen gelöste unb da» häutige Fleisch wird etwas angesalzen, tn ausgelassenem Speck aus der Psannc bei schwachem Feuer schön braun gebraten and zu Kartossein und Gurken gegeben Oder wir bereiten davon Kalbsfrikassee, indem wir eifte Tasse der Fleischsuppe nebst ein bis zwei Löfseln Butfupp«. fünf Gewünkernen. einem Lorbeerblatt, zwei Löffel Essig und einem Lössel Wehl unb einer Tasse Sahn« anrüftren. zu einer sämigen Sofie kochen unb über die heifigehaltenen Fleischstücke giefien. Mn besonders geschätztes MitiagSgencht liefert das sog. Geschlinge Die abgekochtc Lunge und Herz hackt man nebst ein bi« zwei Zwiebeln ganz fein (nie auf der Fleischmaschine mahlen; wenn kein Hack- ist, der leitende Grundsatz. Ihren Wäscheschatz nach und nach zu vergröfiern, wird jeder jungen Frau Freude machen, und sich, wenn das bereit« Vorhandene gediegen unb haltbar ist. leicht ermöglichen lasten, während schlechtes Material, das nach ein paarmal Waschen unansehnlich wird und reifit. einfach sortgeworsen und bald durch völlig vkeues erseht werden muft. Beim Ankauf der Möbel ist derselbe Grundsatz maftgebenb. Hier spielt naturgemäß die Baum- Iragc eine grofie Bolle, und man wird seine Wahl nach den Mafien der Wohnung richten, die zur Vnsügung steht Ein ncugcbadeneS Ehepaar, das zwei Zimmer und eine Küche mit Nebengelafi fein eigen nennt, ist nach heutigen Begriffen schon gut daran. Es wird dic Schl asst ube — so die Mittel es erlauben — in hellem Schleiflad. der den Vorzug der Ad- waschbarkeit hat. wählen und daS zweite Delafi qeschidt zum Eft-. Wohn- und Arbeit«raum gestalten. Dazu gehört ein niedrige« Büfett von mäftigem Umfang, ein ebenfalls nicht zu grvfier Ausziehtisch mit den nötigen Stühlen, eine gemütliche Hosaecke, die auch durch eine polster- belegte Edbank ersetzt werden kann, ein Schreibtisch und ein Bücherbord. Wenn genügend Platz unb Geld vorhanden, kann an des letzteren Stelle ein Schrank treten, ter sehr zweckmäßig halb al« Bibliothek, halb al« Ditrine eingcridrtet ist Die Küche wird nach den Gesehen moderner Hvgiene au«geftottct, die vorschreibt, daß Vorräte und Geräte unter Verschluß sind, unb daß alles und jede« leicht sauber zu halten unb zu reinigen sei. Wichtig lur das Wohl und Wehe der jungen Leben«gemeinlchatt sind die neuzeitlichen 'technischen HauShalthilsSmittel der Staubsauger, das clekknlche Plätteifen. der mit Ga« ober Elektrizität gespeiste Koch-. Back- und Bratvfen und manch anderes noch. Sie nehmen der jungen Frau ein gut Teil zeitraubender, mühevoller Arbeit ab schützen sie vor Mcberbürthing, erhalten sie dadurch geistig und körperlich frisch unb bilden auf diese Weise äußerst bedeutungsvolle Bestandteil« der Aussteuer. Wo man zwischen ihnen und reinen Luxusgegenstanden zu wählen hat, sollten sie ofine weiteres bevorzugt werden, denn nicht auf den Prunk, sondern auf bie Zweckmäßigkeit einer Aussteuer kommt es heute in erster Linie an. den Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse r. 5 Datum: 1.5. Datum batg t 62,1 26,5 13,5 19 158,5 156.5 239,4 l. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombarbzinsfub 8 Prozent mit feinen Speck- cinem guten Stück und nur solange 87,5 53 6 10 10 12 11 10 10 10 • I') öfter mal eins dieser schönen Gerichte auf Tisch zu bringen. an. Das Haschee muh breiig recht herzhast schmecken. Die Leber wird gehäutet. 51,9 17.4 159 221,75 155.75 l 130,9 143,25 264 178 249.5 164,75 155,75 160 87,25 51,9 17,475 93,5 76.35 156.75 1 137.5 142 179,63 । 3,1 13.4 14 13.5 Tlidlin NS, i önider WM nnyn büT)n^ stritt bereit hem ’ und k ten. R tüälfilc nahm । Mar oc Psätzer habe. C wandt, und von nommer dir elsäs licht Ar im Lau führen. drnspro tlfässischi totljrinoi Idxn 5 leibst mtn, 26,65 28 2.1 13,3 13,9 13,4 DeviseÄMLrU Berim—Frankfurl cl 2 Telegraphische Auszahlung T. | 19,13 ; 158.5 ; oerhin! SU"S, । nui verhalt« fr le 3,9 26,65 158 -'22 156,4 141,25 265 149.73 164,25 155.3 160 214 133.5 226.5 streifen gespickt, zugleich mit Butter in den Topf gelegt darin gedämpft, bis sie. wenn man mit einer Radel hineinsticht, nicht mehr blutete dann herausgenommen. in einer Schüssel heihgestellt, wird die Soße zu der man nach Belieben auch drei bis vier seingestoffene Wacholderbeeren fügen kann, mit etwas Wasser verdünnt, mit einem Tassenkops saurer Sahne und einem Teelöffel Kartoffelmehl ungerührt. Will man die Leber lieber braten, fo schneidet man sie in schmale Scheiben, salzt sie schwach, aber gleichmäßig. wälzt sie in Mehl und bratet möglichst schnell schön braun. Aus dem AmisverkündigunflSblatt. * DasAmtsoerkiindigungsblatt Nr 11 vom 1 Mai enthält: Straffensperre. — Gebühren für das Ausschcllcn von Bekanntmachungen. — Schwcinezwischenzählung — Landwirtschaftliche Bodenbenutzung. — Dienstnochrichten. Lol' Siymfl lidli lagen ll cöenlo •:c vor liniü fl1 ich, Wi deutsch geirrte daff c Sttaft ein d einen melle Alten! habe 6oü>i: vvlver voller beförb Schoci gunftci für lii kennen Diels lihenb lchen! Lihcr minfl. zntbun nung t - Als richtsur lagsabg 16. 3ul 3n de rin ' )ah« Irrod Norddeutsch«! 1'1008 ■ 30g. Deutsche GnbllanfL. Barm.r Bankverein Berliner Handelsaelcllsch. Commcrv unb Brlvat-Bk- Tatmft. u. Rmlonaldank. Deutsche Bank..... Diskonto-«JeleNschaft Lot DrrSbner Dank . . - - Mitteldeutsche LredUdank Metallbank......... ReichSdauk. meffer vorhanden, bann ganz fein schneiden), cocht es mit einem Lössel Butter, etwas Fleisch- suppe, fünf Gewürzkernen, einem Lorbeerblatt, zwei Löffeln Essig und dem nötigen Salz gut durch und rührt mit ein bis zwei Efflöfseln Mehl und fett sein und ßofli HeiW *tK'* Vfchnst poi and ti tobe a flafl-C Nm lottglc tn.Bi Ma Fchi N lottft], der 3 Wi efkn । derorki em 7- Denn 'tote, , Ä % 1.3. 2.5. Kopf, Hals und Fühe kocht man zusammen in nicht zu reichlich Wasser mit dem nötigen Salz, zwei mit je drei Kreidenelken gespickten Zwiebeln und ein bis zwei Lorbeerblättern gut weich, löst alle Knochen aus, schneidet das Fleisch von Hals und Kopf zur Sülze in kleine Würfel, kocht es mit all der Brühe durch, fugt etwas Pfeffer, das etwa fehlende Salz (es muh kräftig gesalzen schmecken) hinzu und füllt in kleine Sülznäpfchen. Das abgelöste Fleisch und Die Knorpeln der Fühe werden, indem man ein Ei mit dem nötigen Mehl ohne Wasser oder Milch zu einem ganz dicken Teig verklopst. darin gut umgewälzt und in Butter von beiden Seiten hellbraun gebraten. Reste von Kalbsbraten oder Suppenfleisch lassen sich vorzüglich verwenden. I. zu Ragout, indem wir einige geräucherte Speckscheiben mit ein bis zwei feingeschnittenen Zwiebeln. Gewürz, Lorbeerblatt und Gurkenstücken eine Weile kochen lassen, bann mit ein bis zwei Löffel Mehl zu einer sämigen Söffe, die recht herzhaft säuerlich schmecken muff, anrühren und die groffwürflig geschnittenen Fleischstücke darin gut heiff werden lassen! 2. zu ..Schusterpastete": auf drei Teile des ganz feinwürflig geschnittenen Kalbfleisches nimmt man einen Teil ebenso feingeschnittene Heringe, vermischt alles gut und legt es zwischen zwei Schichten abgekochte. in Scheiben geschnittene Kartoffeln in eine mit Butter ausgestrichene Form. Oben über werden Butterstückchen und einige Löffel voll Sahne gegeben. 3n einem heiffen Ofen muh die Pastete baden, bis die Kartoffeln braun sind. So kann eine Hausfrau beim „Ginschlachten" alles aufs beste verwerten. Qlber auch wo nicht geschlachtet wird, ist es zwedmähig, im Frühjahr, wo es bekanntlich das meiste Kalbfleisch gibt, Emissionspolitik Nachteile bringen kann, notwendig und wünschenswert, daß die Beratungsstelle für Auslandanleihen in Kürze den Auslandmarkt für den Geldbedarf der Kommunen wieder öffnet. Die 'Beratungstelle steht bekanntlich auf dem Standpunkt, daff zunächst die Gesamtsumme des inländischen Anleihebedarfes feftge- stellt werden muff und daß erst dann in die Beratung der einzelnen Anleihen ihrerseits getreten wird. Dieser Standpunkt kann unseres Erachtens in Anbetracht der eingetretenen hohen kommunalen 3n- landverschuldung nicht mehr gerechtfertigt erscheinen. Oie Wirtschaftslage im Monat April. "Aach den Berichten der preußischen Industrie- und Handelskammern unb des Deutschen Handwerks- und Gewerbetages weist die Wirtschaftslage gegenüber dem Dormonat keine Dcränderungen grundsätzlicher Art auf. Die schon in den vorigen Berichten gemeldeten Anzeichen, daff die wirtschaftliche Tätigkeit ihren Höhepunkt überschritten habe, machten sich auch im April verschiedentlich bemerkbar, ohne daß daraus endgültig auf eine wesentliche Aen- derung der Konjunkturlage geschlossen werden muff. Immerhin wird gegenwärtig die saison- mäßig bedingte Wirtschaft durch konjunkturell bedingte Rückgänge in ihrer Auswirkung beein- sluht. Auf dem Daumarkte ist die saison- mähige Belebung bisher noch nicht in dem erwarteten Mähe eingetreten. Aus der Textilindustrie wird teils keine Besserung, teils eine von Detriebseinschränkungen begleitete Der- schlechterung der Geschäftslage gemeldet. Der Ruhrbergbau steht unter der Auswirkung des Lohnschiedsspruches vor der für ihn ent- scheibenden Frage der Kohlenpreisechöhung. 3n der übrigen Wirtschaft bereitet die gefürchtete Klchlenprciserböhung Sorge wegen der Verteuerung der Selbstkosten und der dadurch befürchteten Erschwerung des Wettbewerbes gegen das Ausland. Oie Krage der Kohlenpreiserhöhung. Das Rheinisch-westfälische Kohlen- s y n d i t a t hat sich bereits mit dem Problem der Reuregeluna der Ruhrkvhl en preise beschäftigt, so bah jetzt dec R e i ch s k o'h l e n r a t das Wort hat. Irgendwelche Beschlüsse seitens des Ruhrbergbaus darüber, welche Erhöhung gefordert werden soll, sind noch nicht gefaßt worden. Aus den Beratungen des Syndikats hat sich aber ergeben, daff unter möglichster Schonung der Interessen der übrigen Wirtschaft vorgegangen werden soll. Koks- und Brikettpreise sollen keine Erhöhung erfahren, so daß also für die Eisenindustrie und den Haus- brandverbrauch keine neuen Belastungen entstehen. Außerdem will man versuchen, durch die Erhöhung der Synditatsumlage der notwendig werdenden Drosselung des Auslandabsatzes ein langsameres Tempo zu geben. An der Tatsache, daß durch die Richtberücksich- tigung des Schmalenbachgutachtens durch den Reichsarbeitsminister dem Bergbau untragbare Lasten aufgebürbet sink), werden aber mögliche Kohlenpreiserhöhungen nichts ändern, ba her- ausgerechnet worden ist. daß sich eine Rentabilität in der Theorie nur dann erreichen läßt, wenn der Preis um rund acht Mark hinauf- gesetzt wirb. ♦ Rückgang der Konkurse im April. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts mürben im April durch den „Reichsanzeiger" 614, im März 791 neue Konkurse, ohne die wegen Masse- mangels abgelehnten Anträge aus Konkurseröffnung, und 239 (266) eröffnete Vergleichsverfahren bekannt- gegeben. * Verkauf einer Zellulosefabrik der I.-G- Farbenindustrie. Durch Vermittlung der Bank-Kommanditgesellschaft Grether & Co. in Lörrach ist die Zellulosefabrik Zell am Wiesenthal aus dem Besitz der J.-G.-Farbenindustrie an eine schweizerische Jndustriearuppe iibergegangen. * Dor dem Ab schluff der vierten Amerikaanleihe für die Landwirtschaft. Wie wir bereits meldeten, steht die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt seit längerer Zeit in Verhandlungen über den Abschluß einer vierten Amerikaanleihe, die in ihren Modalitäten der dritten Amerika anleihe dieses Instituts ähnelt. Die Derhandlungen stehen kurz vor dem Abschluß: es handelt sich um einen Betrag von 30 Millionen Dollar mit einer Option auf weitere 5 Mill Dollar. Die Anleihe wirb eine Laufzeit von Acbn Iahren haben unb mit sechs Prozent verzinst werden. Der Emis- sionskurs ist noch nicht bekannt, er dürfte, jedoch. wie uns mitgeteilt wird, etwas höher, also günftiger liegen als die der beiden vorhergehenden Amerilaanleihen. Mit dieser Anleihe wird sich die Gesamtsumme des von der DeutWirischafi. Starke Inanspruchnahme des inländischen Anleihemarktes. Der Monat April zeigt gegenüber dem Vormonat eine rund 100prozentige Steigerung der Inanspruchnahme des inländischen Anleihemarktes. Dieses starke Ansteigen — der Betrag der Inlandanleihen im Monat April wird auf 170 bis 180 Millionen Mark geschätzt — ist vornehmlich auf die im Inland aufgelegten Ko m m u n a l a n le i h e n zurückzuführen. In erster Linie sind es die Städte, die mit der Herausgabe eines ganz neuen Anleihetyps in Form von zunächst niedrig verzinslichen Schatzanweisungen, später umtauschbar in festverzinsliche sieden- prozentige Anleihen hervorgetrelen sind. Wenn man bedenkt, daff neben dieser starken Inanspruchnahme auch noch ein erhöhter Pfandbriefabsatz eingesetzt hat— gibt es doch Hypothekeninstitute kleineren Umfanges, die in den abgelaufenen vier Monaten des Jahres mehr als im ganzen Jahre 1927 an Pfandbriefen obgesetzt haben — so müssen sich zweifellos bei Fortdauer dieser Tendenz Span- nungsmomentc in der Aufnahmefähigkeit des Jn- lanbmarftcs ergeben. Allerdings sind die im Monat April aufgelegten Kommunalanleihen zum größten Teil deswegen fo glatt untergebracht worden, weil das Ausland in dem neuen Schatzanwei- I u n g s 11) p mit feinem Umtauschrecht eine lehr günstige Anlage sieht und sich infolge- dessen in besonders starkem Maße an der Aufnahme der Anleil-edeträge beteiligt hat. Run tritt durch die Einräumung des Umtauschrechtes schon jetzt eine Belastung von spateren langfristigen Kommunalanleihen ein, die sich sogar darüber hinaus auch auf den Auslandmarkt ausdehnen muff, besonders hin- sichtlich der Bedingungen. Es ist also unter den gegebenen Verhältnissen, da eine Fortsetzung dieser 5»/, Dl NcichSanIeide v. 1927 Dl »nl Ablös Schuld nui Auslos Rechten..... TcBnl. ohne AuSlos -Mcdjten 7*/« wranff Hiip.-Bk. Doldvl unkündbar drs 1932 ... 324.75 329 Transradio..........» — — 168.25 165.5 185 185.5 18'1 183,5 VuderiS..........0 95 95,75 95,4 95.5 Deutsche Erdöl.......6 Lüener Sieiukohle.....8 138 - 136.25 138 — — 143.5 143» 5 ezelsenktrcheuer . f. I 4 Harpener..........8 143 173,75 144 175 143.5 175 porsch Eisen.........5 — —• 152. b 152.75 Jl[e Beryban........8 Klockncrwerke..... . .5 368 128.75 128,75 307 1X8 300.'J 128.5 yöln N.messen .....F/, Mannesmann - - .f. •/» I < — 151.5 152,25 154.5 155.13 154.25 153 ManS'eldcr..........7 121,5 — 121,13 121.25 Lberschl.' Eiseud. Bedarf 0 cberschlr' ÄokSwerke ■ .0 •— 114.5 115 •— — 105.5 106.9 Phönir Bergbau. r V« I 3 Rheinische Braunkohlen . 10 102 893 101.4 101.75 393 102 294 Rhelnstahl...... . . 0 Webed Montan......6 168,25 170,5 160 169.75 150 171 160.5 Tkreinigte Stahlw- f. 3 Ctant Minen......1 »h — — 98.» 45 99.25 45.5 Äali SschenSlebc : .10 193.5 — 192,5 194 tkaltWetteregelu - . 10 202 -05 203.5 207 Kaliwerk Vatzdetiurtb . . 12 310 316 309,5 814 3 ®. Farven-Industrie. 10 176.26 478.25 277 878,75 Dvnannk Nobel.....i — - 133,25 Scheide anstatt ......« 183.5 194,5 • ^'"ldschmidt.........6 105 _ 104,75 106.25 195.25 108,5 ^ulgerSwrrk«....... 0 105,75 107 176 viemosrsell'chast.....lv Pdlltvv Holjmann . . . Heldelbercier (Trment . . Lement Karlstadt .... Voyß A re nag . 12 - 8 8 . 10 165 151 191) 115 145.5 iiia 167.75 SchuIthNS Payenhofer. 16 — — 372 377 Dftroetfc......... . 12 — * 323.75 346 . | — • 75-; 743. 5 — — 563 573 Zellstö's" «aldhok.... . 12 302 301 IM 302.5 Zellstoss «schastenbura . . 10 204 204.75 203 204.75 Charlotkeoburger Basser •J — 140.25 141.5 Teflaaer Öa8 . . . . . » — 211.25 215 Taimler Motoren . . . . 0 111 112 112 112.5 Temag....... . 0 — d 50.5 50 Adlerwerke Kleher- . . . . 0 90,6 90 89 80.5 Ludw Loewe...... — — 262.5 365 Nat- Hinomobil..... . 6 — — 100.13 100.35 Crrnfitin ± .stoppel. . . . 1 -- — 131 132 Sinke Hosmann . ... . 0 • — — Seonbärd Tirh...... . 6 -* — 383.75 28» Bamag-Megmn..... . 0 25 — 25 Franks- Maschine« . . . . 0 — — 83,75 — ooritzner ...... . . ßettligenftaebt ...... Iungban» . . . . . . . . 0 . 6 137 23 89,96 — 132,25 88 — Lechwerke.....* . . . S — Ma in Trostwerke . . . » . . R 120.65 — 138.5 _ 136.5 137,75 Nekärsullller ....... . X 63 * 60.5 P,-fer< Union...... ■ 8 101 101 — . 10 _ —— Boigt A Haetzner . . . . . 6 186 • 186 IW 6nbb Zocker...... . 0 145.5 — 143,75 — Banfnolca Berits, 1. Mai Br«, Ämcrlkaniiche Note« , . 4,1.59 JVlcrtMx "J< orta . . . . 54.Z5 ^4^ m.78 112,22 Englische Stott« . . . . » . » . 20?942 ».422 1 Um 2. Mai Amtliche Notierung Ärmliche Notierung Geld «ries «»tfb Amst-- Rot, 168,36 1«S,5Ö ' 168,1* 168.fi 1,785 1,789 1.785 1.789 Brst.-Antw >8.315 58, 435 58.30 58,42 (Ebrrttiania 111,81 112,03 111,81 H2.03 Äopentnati' 112.02 112,24 112,03 112.L- Stockholm 113,o: 112.25 112,04 112.26 10.5-8 10,5'8 10,150 10.153 Italien. . 2»-,ÜU") 22.04', 22,005 C. <145 London. . . 20,379 20.419 20,321 20. 424 ‘Äanj»rt . . 1.1770 4.1850 4.1775 4.185a Pari- .... Schwrii . . 16.43 80.48 16,47 80,64 16,425 80,47 16,445 80,43 Spanien . 69,56 69.70 69.40 69.54 Japan . . Rio de Jan. 1.979 5035 1.983 0.5055 1.977 0.5025 1.981 0.5045 Wien in D -- Lrst- abflrft -6.78 »8.90 -8,7« »8,88 S’fc:: 12,977 7.353 12,397 7,367 12,379 7,358 13,399 7,373 Vudapest. 73,M 73,07 72,M 3,085 8nLi arten >,017 3.0-23 3,019 17,78 yrflabon . . 17,48 17,52 17,83 Laruta. . . »onftaiutn. 81.49 2,138 81,65 2,132 5,455 81,48 2,132 81.64 2,136 Alben. . . ',445 5,475 5,485 Tanada . 4.175 1.18-1 4,174 4,183 Uroaaay. - totro . . - 4.3» 20.945 4.321 20.908 4,329 20,948