Montag, L ©Hoher 1928 M. 23| Erstes Blatt 178. Jahrgang gtentftrtammah°iiss«, vnick »vd Verlag: Brüijl’f lnwerfttStr-vuch- nnö Steindruckeret B. tauge in Sieben. Schristlettnng und Geschäftsstelle: Schulstratze r. Frankl selbst m ihm genommen halte. Versailles Staat des Berlin, 30. Sept. (Priv.-Tel.) Während der k c n der daß wir bei 1 ürdigung unserer verteidigungs- millel gezwuizen sind, den Angriffsmitteln keinen teil lief konnte. tragen, die anderen ihre e, ihre Vereine für mili- xbereitung, die Gröhe lkerung und die Leichtigkeit liegt der wirtschaftliche Fortschritt. Der muh an diesem Ausgleich wirken. Rechnung zu Ladrearm tücksche V c ihrer B c ö। P des (3 Die Umbildung des Preußenkabinetts k r ä f te un Dauer de gegeben, die i Willen zeugen Sechzig Jahre deutsche Gewerkvereine. 3n Berlin fand die Hauptversammlung was t die Herabsetzung der Militärdienstes Beispiele inreichend für unseren ehrlichen Man wird indessen begreifen, Reue Katastrophen in Spanien. Zugzusammenstoß und Tunneleinsturz. - Siebzehn Tote wo e i n T u n n e l e i n st ü r ; t e. Bei dem Einsturz wurden 10 Arbeiter verschüttet, während sich vier retten konnten. Zwei Ingenieure begaben sich sofort an die Stätte des Einsturzes und stellten eine akustische Verbindung mit den Verunglückten her, von denen nur drei antworteten. Rach sehr schwierigen Reltungsarbeiten wurden aus den Trümmern 9 Tote geborgen, 23 Arbeiter sind verletzt worden, darunter 12 schwer. Der Einsturz des Eisenbahntunnels wird auf die starken Regenfälle zurückgeführt, die in den letzten Tagen an dieser Strecke niedergegangen sind. Die Unglücksstelle befindet sich 25 Meter von der Tun- nclöfinung entsernt im Inueru des Tunnels. Lrfchetni tag Ltd), anbei Sonntag» and Feiertag». Beilagen: Gießener FamllienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. MonatS'vezugIprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfenntg für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern mfolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlülse: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach? richten: Anzeiger Lietzen. ergeben sich aus derVeränderungdesBe» sihstandes der bisherigen Koalitionsparteien. Dir Ansprüche der Deutschen Volkspar- t e i könnten nur befriedigt werden, wenn das Zentrum auf einen von seinen drei Sitzen im Kabinett verzichtet, denn neben der Deutschen Volkspartei erheben auch die Sozialdemokraten, die gegenwärtig nur durch zwei Mitglieder im Kabinett vertreten sind, Anspruch auf einen dritten Sitz im Kabinett. Madrid, 30. Sepl. (WTB.) Spanien ist von zwei neuen schweren Unglücksfällen heimgesucht. Zwischen Belza und Javalquinlo (Provinz 3aen) fliesten der Schnellzug nach Andalusien und der V-Zug Algeciras—Madrid zusammen. Hilfszüge wurden in den benachbarten Bahnhöfen schnell zusammengestellt. Die Retlungsarbeilen wurden durch die Dunkelheit und den Regen sehr erschwert. Man meldet 8 T o l e und 19 V e r l e h t e, davon sieben schwer. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht fest- gestellt, von den Toten sind fünf identifiziert war- den, darunter befindet sich kein Ausländer. Ein weiteres schweres Unglück ereignete sich bei dem Bau der Eisenbahnlinie Saragossa—Laminreal, Koblenz, 1. Oft. (TU.) Zu Beginn der 32. Deutschen Bodenreform-Tagung, die vom 28. September bis zum 1. Oktober hier stattfindet, konnte Bundesvorsitzender Dr. Damaschke eine große Anzahl von Resormvertrelern aller Stände, Berufe und Weltanschauungen aus allen Teilen Deutschlands begrüßen. Geschäfts- und Kassenbericht ergaben ein günstiges Bild des Standes und Wachsens der Bodenresormbewegung. 3n den Vorstand wurden u. a. gewählt Professor Dr. Rell-Drenning (Frankfurt), Reichs- tagsabg. Joos, Geh. Regierungs- und Landesökonomierat Dr. A. Areboe vom Institut für landwirtschaftliche Betriebslehre und Professor für Agrarpolitik an der Universität Berlin. Dr. Damaschke wurde einstimmig zum Vorsitzenden wiedergewählt. Ministerialrat Eve übermittelte die Grüße der Reichsregierung und besonders des Reichsarbeitsministeriums. Er führte dann u. a. aus, daß eine Million Familien keine Wohnung haben. Die Hauptaufgabe der gegenwärtigen Sozialpolitik sei diesem Elend abzuhelfen und modernen Anforderungen entsprechende Wohnungen zu schas'en. Oer Bundesvorsihende Damaschke sprach sodann über die Bodenreformarbeit im allgemeinen sowie die Stellung des Bundes zum Dodenreformgesetz und zum Steuerverern- heitlichungsgeseh. Der Wirrwarr, der fein mag, die uns diktiert ist, und die uns nicht gestattet, unsere Pfänder leichthin aus der Hand zu geben, so haben wir doch der Eröffnung von Verhandlungen nicht mit dem Hintergedanken zugestimmt, sie in die Länge zu ziehen oder zum Schwei- tern zu bringen. Im Gegenteil werden mir sie s o früh wie möglich anknüpfen und mit gut m Willen und Vertrauen auf das Endergebnis fortsetzen. Nichts wäre für den Erfolg des unternommenen Werkes so unheilvoll, wie eine durch schlechte Laune verbitterte oder durch Skeptizismus erschwerte Zusammenarbeit." oincare eröffnet die neue Reparaiionsdebaiie. Oenkmalsrede des Ministerpräsidenten.-Frankreich verlangt nichts als Sicherheit Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfenmg: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20°/, mehr. Chefredakteure Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen , 30. Sept. (TU.) Bei der Einweihung nen-Denkmals von Chambery (Savoyen) DerReichswirtscbaflsminister fordert Reform des Schlichtungswesens. Eisenach, 29. Sept. (WTB.) Auf der Haupt- Versammlung des Verbandes der mitteldeutschen Industrie erklärte Reichswirtschastsministec Dr. Eurtius zur Reform des Schlichtungswesens unter Hinweis auf die vom Arbeitsministerium auf den 16. Oktober einberufene Konferenz, das staatliche Schlichtungswesen hat seine Bedeutung und muß bestehen bleiben. Richt zu verkennen ist aber, daß die bisherige Praris zur Vernichtung der Verantwortlichkeit der Verhandlungsparteien geführt hat, und daß dadurch eine Gefahr für den sozialen Frieden heraufbeschwocen wird. Das Kernstück der Reform muß sein, den Staat aus dem Kampf herauszuzie- hen und sein Eingreifen auf wirklich bedrohte Punkte und Zeiten zu beschränken. Das Verfahren muh auch nach der organisatorischen Seite hin eine gründliche Gestaltung erfahren. Der Minister trat dann gegen eine Vereinigung das Wirtschaftsministerium mit dem Arbeitsministerium ein. Die Gemeinschaftsarbeit zwischen beiden Ministerien muß aber entpolitisiert werden. Kapital und Arbeit sind auf einander angewiesen und ein Ausgleich zwischen beiden ist erforderlich. In Spannungen und Entspannungen, in dieser wirtschaftlichen Dynamik, Eichener Anzeiger Gtmal-Anzeiger für Gberhefsen Die Forderungen der Zodemeformer. Damaschke über Arbeit und Ziele des Bundes.-Areboe über Landwirtschaft und Bodenreform. hielt ! sterpräsident Poincare eine hochbedeutsame ische Rede, in der er besonders die Ab- rüstun'' • ~ ~ flrr~ Herabsehung von Fernsprechgebühren. Berlin, 29. Sept. (WTB.) Der Arbeitsausschuß des Verwaltungsrats der Deutschen Reichspost stimmte der Herabsetzung von Fernsprechgebühren zu, wonach die Bezahlung einer Mindestzahl von Ortsgesprächen für jeden Hauptanschluß nicht mehr verlangt, der einmalige Apparatsbritrag für neue Haupt- und Rebenanschlüsse herabgesetzt wird und die Zahlung eines Zuschusses bei öffentlichen Fernsprechstellen künftig w e g f ä l l t. Verschiedene Aenderungen der Postordnung fanden seine Billigung. Danach soll ständigen Abholern für jedes abgeholte Paket eine Vergütung von 10 Pfennig gezahlt und den Empfängern von Rachnahmekarten vor der Einlösung die Einsichtnahme gestattet werden. Die Wertgrenze für unversiegelte Wertpakete wird von 100 Mk. auf 300 Mk. heraus» und die Behandlungsgebühr von 25 auf 10 Pfennig herabgesetzt. weiter für das Wohl der von ihnen vertretenen Berufe wirken und zu einer bestmöglichen Lösung der wirtschaftlichen und sozialen Probleme unserer Zeit zum Wohl von Volk und Staat beitragen mögen. — Staatssekretär Seefeld vom preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe übermittelte die Glückwünsche der preußischen Staatsregierung. Die deutschen Gewerkvereine hätten nicht nur für eine Klasse, sondern für das ganze Volk gearbeitet. »Sie mögen weiter fruchtbare Arbeit leisten!" Dach weiteren Reden hielt Derbandsvorsitzender Gustav Hartmann, M. d. L., der seit 30 Sohren an der Spitze der Bewegung steht, die Festansprache, in der er einen eingehenden äleberblick über die Entwicklung der Gewerkvereine gab. Blutige Wählschlacht im Hamburger Staatsgebiet. Rote Frontkämpfer und Reichsbanner. Hamburg, 30. Sept. (TU.) Geesth acht bei Hamburg sollten am Sonntag die Wahlen zur Stadtvertretung stattfinden, die jedoch infolge blutiger Zusammenstöße zwischen Kommunisten und Reichsbannerleuten vorzeitig abgebrochen werden mußten. Am Sonntag trafen in Geesthacht Verstärkungen des Roten Frontkämpferbundes und An- gehörige der sog. Roten Marine sowie einige hundert Mitglieder des Reichsbanners ein. Gegen 127i Uhr entstand vor einem Wahl- nach soielen Prüfungen erwarten tonnten, wir ha über das hinaus, was uns die vertrüge v-rachen, von niemandem etwas zu verlang^ was sie uns versprachen, sind unsere Siajeif und unsere Reparationen. Seif wir die ßffen niedergelegt haben, haben wir über dieurchführung dieser beiden Verpflich- igen hinaus, nichts gesucht. Als an defi uhr der passive Widerstand aufhörte und Deutsqnd der Ausarbeitung des Dames» planes stimmte, habe ich mich beeilt, für Frankreich In Beitritt zum neuen Zahlungsprogramm zu (Hären, dessen regelmäßige Durchführung, wie st schien, dazu beitragen sollte, die Beziehungen zischen den Gläubiger- und Schuldnerstaaten zu spannen. In dem Genfer Protokoll und sn Locarnopakt haben ihrerseits die VertreteFrankreichs Herriot und Briand nur den allgemein Frieden im Auge gehabt, der sich auf der Verteilung der Angriffskriege und der Sicherheit bl nicht angriffslustigen Völker stütze. Gestern nodft Frankreich in den letzten Verhandlungen zwischi den Völkern, wie auch jene, die bisher unter deiAuspizien des Völkerbundes standen, dem gleichen fei ft internationaler Eintracht treu geblieben. Der biße Wunsch nach einer allgemeinen Verständiguntvird alle unsere Gedanken auf morgen im Launder Unterhaltungen leiten, die sich auf so viele Ikle Fragen erstrecken werden. Wie paul-incour es dieser Tage in Genf sagte, habentzir zuerst den Weg der Abrüstung beschritten, ilr haben nicht nur in washing- ten und Gen sondern auch in Paris durch die vermind^ung unserer Effektiv- heute im Steuerwesen zu verzeichnen sei, und unter dem gerade die Gewissenhaften litten, sei unhaltbar. Ziel müsse eine Vereinheitlichung sein, besonders im Hinblick auf die Interessen dvs schaffenden Standes. Der Redner verwies auf die bodenreformerische, reine Grundwertsteuer in Anhalt und forderte für das neue Steuervereinheitlichungsgeseh, daß zur Entlastung des kleinen Landwirtes die Möglichkeit einer Trennung von Boden und Bau offen bleibe. Es sei auch eine Beseitigung der erbbauseindlichen Bestimmungen des Gesetzes notwendig. Unter Hinweis darauf, daß in allernächster Zeit im Reichsarbeitsministerium die Beratungen über eine endgültige Fassung des Bodenreformgesetzes beginnen würden, erklärte Damaschke, daß es sich dabei nicht um irgendwelche bvdenreformerischen Launen handele, sondern um die Erfüllung des Artikels 155 der Verfassung, der jeder deutschen Familie eine gesicherte Wohn- oder Wirtschaftsheimstätte zusagt. Zum Schluß beschäftigte sich der Redner mit der Spaltung der Wirtschaftspartei, die notwendigerweise auf die Dauer dem Haus- unb Grundbesitz schweren Schaden zufügen müsse,,da durch sie alle anderen Parteien von einer Rücksichtnahme auf die Hausbesitzer entbunden wären. Mit einem Hinweis auf den Ernst der Zeit, der sich namentlich auch im Geburtenrück- 22.ordentlichen Verbandstages der Deutschen Gewerkvereine verbunden mit einer öffentlichen Kundgebung aus Anlaß des60jährigen Bestehens der deutschen Gewerkvereine statt. An der sehr gut besuchten Tagung nahmen neben dem Reichsarbeitsminister Wissel! und dem Reichsjusttzminister Dr. Koch-Weser zahlreiche andere Vertreter von Reichs-, Staats- und Kvmmunalbehörden, der Parlamente, des Internationalen Arbeitsamtes, der Arbeitsgerichte und eine große Zahl von Delegierten aus allen Teilen Deutschlands und des Auslandes teil. In seiner Begrüßungsansprache wies der Vorsitzende des Zentralrates der Deutschen Gewerk- tiereine, Szieslik, Mitglied des Reichswirt - schastsrates, auf die Bedeutung der Tagung und die Aufgaben und Ziele der deutschen Gewerkvereine hin. Reichsarbeitsminister W i f f e 11 überbrachte die Grüße der Reichsrcgierung und wünichte der Tagung besten Erfolg. Der diesjährige Verbandstag sei von besonderer Bedeutung, da mit ihm die Feier des 60jährigen Bestehens der deutschen Gewerkvereine verbunden sei. Die Gewerkvereine seien der Kern einer kraftvollen Organisation weiter Arbeiterkreise geworden. Cs sei zu wünschen, daß die Hirsch» Dunckcrschen Gewerkoereine im friedlichen Wettstreit mit den Gewerkschaften anderer Richtung am kommenden Dienstag beginnenden kurzen Herbsttagung des Preußischen Landtages wird zwischen den Parteien und dem preußischen Ministerpräsidenten die Verhandlung wegen der Umbildung des preußischen Kabinetts zu einer Regierung der großen Koalition eingeleitet werden. Die bestehenden Schwierigkeiten für die Umbildung des Kabinetts Oie Ror-lan-fahri des „Graf Zeppelin". Verschlechterung der Wetterverhältnisse. Friedrichshafen, 30. Sept. (Dom Sonderberichterstatter des WTB.) Die nächste Fahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin"wird voraussichtlich am Dienstag stattfinden- es kann allerdings auch Mittwoch werden, wenn das Wetter sich verschlechtern sollte. Von leitender Seite der Luftschiffwerke wird darauf hingewiesen, daß das Schiff an sich durchaus in der Lage ist, planmäßige Fahrten auszuführen, daß aber bei b^n beschränkten Platzverhältnissen auf die Aufstiegs- und Landungsmöglichkeiten besonders Rücksicht genommen werden muß. Die nächste Fahrt wird die größte werden, die das Luftschiff bisher gemacht hat. Der Kurs wird fein: Ulm, Hof, Sachsen, wobei alle größeren Städte Sachsens nach Möglichkeit berücksichtigt werden sollen, Schlesien, Ber- 1 i n. Dann wird das Schiff über die Ostsee nach Ostpreußen fahren, Königsberg besuchen und von dort aus wahrscheinlich nach Skandinavien hinübergehen. Dabei ist besonders an den Besuch von Stockholm gedacht. Der Reichshauptstadt wird der „Graf Zeppelin" bereits am ersten Tag seinen Besuch abstatten. Am liebsten möchte Dr. Eckener am Dienstag in aller Frühe aufsteigen, um Reichspräsident v. Hindenburg zu seinem Geburtstage mit dem „Graf Zeppelin" eine besondere Huldigung darzubringen. Leider sehen die Wetteroerhciltnisse sehr schlecht aus. Heber dem Bodensee gingen heute starke Wetter nieder, die offenbar die Vorläufer eines schweren Tiefs sind, das vom Kanal herniederkommt. Dazu kommt noch, baß bie Atmosphäre sich jetzt in einem Stadium horizontaler Stürme befindet, die sich im Herbst aus dem Kampf der warmen und der kalten Luftströmungen zu entwickeln pflegen unb so lange dauern, bis der Ausgleich beider Kräfte vollzogen ist. Unter diesen Um- ständen ist es nicht ausgeschlossen, daß der nächste Aufstieg erst am nächsten Mittwoch erfolgen kann. Im Anschluß an diese Dauerfahrt ist noch eine besondere Werkstättenfahrt für besondere Messungen in Aussicht genommen, unb bann wirb ber „Graf Zeppelin" f ü r bie Amerikafahrt klar sein. Es werben alle Slnftrengungen gemacht, um bie Fahrt fobalb als möglich anzutreten, unb man rechne jetzt mit etwa bcm 7. Oktober als spätesten Termin, vorausgesetzt, baß nicht noch schwere Wetterhinbernisse auftreten. und Reparationen. ber Umstellung der Industrie verleihen. Wenn man von neuem das R e p a r a t i o n s p r o° b l e m ins Auge fassen will, so sind wir gleicher- weise gezwungen, darauf zu verweisen, daß eine Regelung, wie sie auch sei, uns von feiten unserer Schuldner außer der ungeschmälerten Zahlung dessen, was wir unseren Gläubigern zah- l e n müssen, eine hinreichende Entschädigung für unsere Kriegsschäden garantieren muß. Welches aber auch bezüglich ber beiden Punkte, Sicherheit und Reparationen, die Vorsicht lokal zwischen Mitgliedern des Reichsbanners und des Roten Fronttämpserbunbes eine schwere Schl ägere i, bei der Gummiknüppel, Hieb- und Stichwaffen gebraucht und zwei Personen schwer unb etwa 20 Personen leicht verletzt wurden. Die Wahlhandlung mußte in diesem Lokal auf Veranlassung des Wahlvorstandes auf kurze Zeit unterbrochen werden. Zwischen 15 und 16 Uhr ereignete sich ein wei terer ernster Zwischenfall vor einem anderen Wahllokal. Hier fielen auch auf feiten der Kämpfenden Schüsse. Ein Angehöriger des Roten Front- kämpferbundes erlitt tödliche Verletzungen. Durch Hieb- und Stichwunden wurden sechs Personen schwer und etwa 50 leicht verletzt. Der aus Hamburg verstärkten Polizei gelang es, die Ruhe wiederherzustellen. Die Wahlhandlung mußte abgebrochen werden.Eine Untersuchung über die Vorgänge ist eingeleitet. brachte is berechtigte Genugtuung, bie wir b e n d c eben. Als meinem Kriege, der gegen seinen willen auvrochen war, ihm von allen das Recht zugespten worden war, seine Stimme geltend zemchen, hat es sich bescheiden darauf beschral die Wiedergabe dessen zu verlangen. unb Reparationsfrage berührte. „Als " so führte Poincars aus, „für seine Un- abhäncht kämpfte, hatte es keinen Geban- Ehrgeizes, bes Hasses ober lerialistischen Herrschaft unb erhob E er Unterzeichnung bes Friebensvertrages nuch, ber bem Revanchegeist einen Voroder den Frieden der Zukunft gefährden inkreich verlangte und erhielt durch den VersaillVertrag in seinen europäischen Grenzen keine bere Aenderung als bie Wie- berheellung ber Grenzen, die es im Jahre 1 gegen den einstimmig unb feierlich be« funbeteriiUen der Bewohner verloren hatte. Aber selbst nc der Verstümmelung durch den Frankfurter 3pen ist Frankreich ftets friedlie- übersteht und peinlichst jede auch nurvralische Grenzverletzung ablehnt. ' SchiHiwechsel bei deir Kommnistei Thälmann seines Amtes als Kraft,onsvorsihender enttzen gong ausdrücke, der Deutschlands Zukunft unmittelbar bedrohe, schloß der Redner seine Aus- führungen. Eisenbahnunglück in der Pfalz. Ein Toter. 8 Verletzte. Al a n u h e i m . 1. Oft. (2BI23. Drahlmeldung.) Die Lisenbahndirektion Ludwigshafen teilt dem DTB. mit: Am Montagvormitlag gegen 5.30 Uhr stieß bei der Einfahrt in den Bahnhof Kaiserslau ternder Personcnzug 1325 mit dem Leerzug 1376 zusammen. Der zweite Wagen des Personenzuges schob sich dabei in den ersten Wagen hinein. Bis jetzt sind festgestellt: ein Toter, zwei Schwerverletzte und sechs Leichtverletzte. Namen sind noch nicht bekannt. Auch über die Ursache des Zusammenstoßes wird noch nichts Roheres bekanntgegeben. Beide Signale standen auf Freie Fahrt. Als der Arbeiterzug 60 Meter in das Gleis eingefahren war. kam dec Personenzug vom Bahnhof Saiserslautern-West. der direkt auf die Lokomotive des Gegen- zuges aufstieß. Dabei wurden zwei Wagen ineinandergeschoben. Die auf der Plattform des zweiten Wagens stehenden Personen wurden i n die Wand hineingepreßt. Mit vier Sani- tätsaulos wurden die Verletzten abtransportiert. Japan und dsr Ilottenstreii. &vric Bahn zum Wettrüsten. Lotio, 29. Sept. (LTl.) Die japanische Presse ist im allgemeinen der Olteinnng, die amerikanische ‘2lote an England und an Krant- reich beweise nur zu deutlich, daß keine Rede mehr von der Einberufung einer all* gemeinen Abrüstungskonferenz sein könne. Selbst wenn sich die japanische Regierung a l s Mittler aufwersen unb die Initiative für die Einberufung einer neuen Abrüstungskonferenz ergreifen sollte, so müßte man angesichts der Haltung der mnerikanischen Regierung, wie sie aus der letzten Rote spreche, annehmen, daß sich Amerika an einer solchen Konferenz nicht beteiligen werde. Praktisch bedeute die Rote, daß das alte Washingtoner Abkommen außer K r a f t g e s e tz t sei, und daß alle Großmächte nunmehr wieder freie Hand für den Bau von großen Schl ach schiff en aller Art hatten. Die Presse legt der japanischen Regierung nahe, den ©epanten der Einberufung einer neuen allgemeinen Abrüstungskonferenz aufzugeben, da der Erfolg dieser Bemühungen mehr als zweisel- hast sei. Mit besonderer Genugtuung stellt sie fest, daß die japanische Regierung in diesen Flottenabrüstungsstreit nicht offtziell hineingezogen worden sei, da sie ja auch keine Rote erhalten habe. Die amerikanisch-japanischen Beziehungen blieben daher also unverändert. Notwehr dsr Schweiz. Der italienische Faszismus hat einen unerschöpflichen Appetit. Sein nationalistischer ilebereifer tobt sich nicht etwa nur gegen Slawen und Deutsche aus, er geht nach allen Seiten und beunruhigt besonders die Schweizer, deren Kanton Tessin stark mit italienischer Bevölkerung durchsetzt ist. Es ist wohl auch das geheime Ziel des Faszismus, diesen Kanton gelegentlich über» zuschlucken, um dann auch der Schweiz gegenüber die Grenzen bis zu den Alpen zuruckzuverlegen. Jedenfalls haben die Italiener bereits den ganzen Tessin mit einem Spionagenetz überzogen, von dem nach außen hin etwas bekannt geworden ist durch die fatalen Umstände, unter denen die Aushebung des ehemaligen üaszisi 2 psühre-rs Rossi sich vollzog. 2m Schweizer Rationalrat hat es nun eine Interpellation aller Parteien gegeben. Die Schweiz hat eine geharnischte Rote nach Rom gerichtet und um strengste Zurückhaltung gebeten. Die Regierung hat zwar gesagt, sie glaube, daß es sich mir um Versehen untergeordneter italienischer Behörden hand.e, aber Mussolini wird diese Warnung doch n:ch' mißverstehen. Er weiß, daß die Schweiz 'hm letzt mit starkem Mißtrauen gegen» Ein Anchtragsetat zur Veamtenbesoidung. Berlin 1. Oft. (Priv.-Del.) Rach einer Meldung der „Deutschen Beamtenbund-Korre- spvndrnz" empfing Reichsfinanzminister Dr. 4 i l f e r b i n g eine Vertretung des Deutschen Beamtenbundes, die die Wünsche der Beamtenschaft wegen der Durchführung der l f « 0gcnt^I’e^un9fn zum Be- amtenbesoldungsgesetz vortrug. Der Reichsfinanz- nnm,ter erklärte, daß er die Absicht habe, die Verabschiedung der Entschließungen durchzusüh- ren. Wahrscheinlich werde noch ein Rach* Don unserer Berliner Redaktion. 'Bei den Kommunisten ist wieder einmal Palastrevolution. Eigentlich der Rormalzustand in einer Partei, die im wesentlichen auf gebaut ist auf der Ausnutzung der menschlichen A n zu friede n hei t, die sich deshalb auch nicht wundern kann, wenn diese Unzufriedenheit sich sehr rasch gegen die jeweilige Führung richtet, und daß dann unmittelbar an der Tür schon wieder andere stehen, die gern selbst Diktatoren im kleinen sein möchten. Auch das ist ja weiter kein Wunder. Der Verbrauch an Spitzen ist denn auch in der kommunistischen Partei in den letzten Jahren sehr groß gewesen, meistens auf einen Wink von Moskau hin, das den Kurs etwas weiter nach rechts ober nach links drehen wollte, je nach den politischen Bedürfnissen des russischen Kommunismus. Tatsächlich gleicht die Kommunistische Partei stark den Schaufenstern eines veränderungssüchtigen Kaufmannes, der zur Anreizung der Reugier womöglich jeden Tag seine Auslagen ändert. Da aber bei den Kommunisten noch weniger als bei anderen Parteien Talente gerade wild wachsen, ist es unvermeidlich, daß der Durchschnitt, ja sogar weniger als das ans Ruder kommt, um schlecht und recht nach den aus Moskau verschriebenen Rechten die Partei von „Erfolg zu Erfolg" zu führen. Jetzt hat man Herrn Thälmann ge- ftüflgt, der sich beinahe drei Jahre an der Spitze gehalten hat, der sogar Hindenburgs Gegenkandidat bei der letzten Präsidentenwahl war. Fällig war er eigentlich schon seit langem, toeiil die andern auch einmal zeigen wollten, was sie konnten. Man hat es deshalb zunächst fragte tat zum Personaletat dem Reichstag unterbreitet werden. Im Zusammenhang damit solle dann die Durchführung der Reichstagsentschließungen erfolgen. Die Entscheidung. ob noch ein solcher Rachtragsetat beim Wiederzusaminen tritt des Reichstages im Ro- vember vorgelegt werde, unterliege zwar dem Reichskabinett, er hoffe jedoch, daß auch das Kabinett die Einbringung eines Rachtvagsetats beschließen werde. Professor A c e b 0 e sprach übet „Die Bedeutung der Steuer frage für die Gesundung der Landwirtschaft." Er ging von der Tatsache aus, daß die tiefste Ursache allen städtischen Wohnungselendes die Landflucht ist, und daß eine noch so erfolgreiche städtische Wohnungsreform wenig nützt, wenn auf dem Lande krankhafte Zustände bestehen. An dem Rückgang der Landbevölkerung ist nicht nur der Landarbeiter, sondern auch der Bauernstand beteiligt, denn bi? Rentibilität der großen Landgüter ist gegenüber der Dauernwirt- schäft auf gleichem Boden überlegen. Ansiedlung von Kleinbauern vermag auf die Dauer wenig, wenn die wirtschaftliche Äeberlegenheit den Großgrundbesitzern Aufkauf der Kleinstellen gestattet. Auch durch das landwirtschaftliche Kreditwesen wurde die Besitzverieilung ungünstig beeinflußt, ebenso durch die baucrnfEndliche Zollgesetzgebung, durch die die Erzeugnisse der Großwirtschaft einen stärkeren Zollschuh erhielten als die Produtte der Heinen Landwirte. Um die Landflucht und das ungesunde Anwachsen der Städte zu hemmen, ist vor allem eine soziale Aus* und Reugestaltung der Grundsteuer, die der Bund der Bodenreformer fordert, notwendig. Heute wird der tüchtige Landwirt durch hohe Steuern bestraf t, und der untüchtige, der gleich gute Er- tragsobjekte hat, durch niedrige Steuern belohnt. Die heutige Einkommensteuer wirft auf die Kleinlandwirtschaft verheerend, weil der buchführende Großgrundbesitzer sich der Steuer weitgehend entziehen kann, während der nicht buchführende Dauer nach Rormalsätzen eilige» schätzt wird. Für ihn wird die Einkommensteuer zu einer reinen Vermögenssteuer. Bei der Reugestaltung der Grundsteuer ist vor allem eine Progression notwendig, die den Ertrag steigert und den Großgrundbesitzer um so mehr zu einer rationellen Wirtschaft zwingt, je größer und fruchtbarer sein Besitz ist. Erreichen die großen Güter nicht einen hohen Ertragszustand, so werden die Besitzer gezwungen, einen Teil ihrer Besitzungen zu verkaufen. Die notwendige Aufteilung der großen Latifundien vollzieht sich so ohne Zwangsmaßnahmen. Hinzukommen muh eine Reform der Hhpothekenordnung und eine Reubonitierung der Grundstücke. Die Grundsteuer ist zu ergänzen durch eine Erbschaftssteuer. deren Sätze nach der Kinderzahl zu bemessen sind. Die gründliche Reform des Steuerwesens wird eine dichte, kaufkräftige Bauernbevölkerung schaffen. Aus aller Wett. Start des „Hindenburg-Läufer Am heutigen Montag früh um Illhr wird Franz D z i a d e k, der im vergangn Jahre eine Botschaft der ostpreuhischen ^völkerung an den Reichspräsidenten überbrachtzu seinem „Lauf um die Welt" am Brdenburger Tor starten. Der Weg des Hinderrgläufers (die Führung dieses Titels erfolgt it Genehmigung des Reichspräsidenten) )rt über Potsdam und Magdeburg sch Thüringen nach München. Die teeren Etappen sind: Wien, Budapest, Konantino- P e I. Kairo, Jerusalem, Teheran, fghani - st an. Zu Schiff wird Australn erreicht, zu Fuß durchquert und von Spdnedie Lieber- fahrt nach San Francisco angeten. Rach Durchquerung des nordamerikanischeKontinents erfolgt die Rückreise von Reuhorbis Holland zu Schiff und von Holland tt)er zu Fuß nach Deutschland, wo der Hindenbuäufer etwa im Oft ober 1929 wieder in Derliieinzu treff en gedenkt. Das Flugzeug „Marino biiifa* hn Rhcmelal venmglii«. Die Heimfahrt des italienischei Wasserflugzeuges „M arino di Pisa", dasn den Rachforschungen nach Amundsen und (itfbaub teil» genommen hatte, und bereits ein verunglückte Rollandung auf dem Rhein bei Stßburg hatte vornehmen müssen, rft unheilvoll rlaufen. Es toar in der Gegend von Straßbur wieder aufgestiegen. Im Rhonetal, zwei iometer von Valence, wollte es einem Sturme wweichen und machte eine halbe Wendung. Hibei stieß eS mit der Hochspannungslas ein Kennzeichen des ganzen Systems, daß Führer einer deuffchen Partei von dem oskauer Richterspruch abhängig ist. Inzwisck werden die Zurückbleibenden dafür sorgen,lß von seinem Einfluß und von seiner Stellofür den unwahrscheinlichen Fall, daß er Mehren sollte, so gut wie nichts mehr übrig bl< Wenn er wieder!oinmt, findet er alle PI besetzt. Vielleicht richtet sich Herr Ewert, in der Reichstagsfraktion schon eine Rolle spielen begann, einstweilen in der Deherrftg einer Partei ein, solange bis auch er wieder er neuen Intrige zum Opfer fällt Das Spargutachlen für Hessen. Die Erklärungen des Finanzminifiers vor dem Landtagsansschutz. D a r in st a d t. 29. Sept In der letzten Sitzung des Finanzausschusses gab, tote wir berichteten, Finanzminister Kirnberger zu der Frage deÄ Spar gutachtens Erklärungen ab. Rach- dem diese auch uns vertraulich nritigeteilten Erklärungen in einer Zeitung veröffentlich t werden, tun wir das gleiche. Vom Bauernbund toar die Frage nach dem Stand der Qlrbeiten des Sparkommissars in Hessen gestellt Worden. Der Finanzminifter zeichnete darauf den bisherigen Gang der Arbeiten. Bekanntlich wurde nach dem Ersuchen an den Reichs- sparkommissar S ä m i s ch um ein Gutachten über Ersparnismaßnahmen in Hessen von diesem zusammen mit hiesigen Regierungsstellen eine genaue Rachprüfung der Verwaltung in allen Zweigen vorgenommen. Es sind auch bereits Tellgutachten soweit fertiggestellt, die der Regierung zur Aeußerung übermittelt wurden. Die in Darmstadt tätige Lokalkommission, die für den Reichssparkommissar das Material sichtet und sammelt, wird in wenigen Wochen mit dem Rest ihrer Arbeit fertig sein. Die hessische Regierung wird dann Gelegenheit erhalten, sich zu dem Gesamtergebnis der Arbeiten der Kommission zu äußern und Gegenvorschläge oder Ergänzungen zu machen. Die endgültigen Feststellungen werden dann von einer Kommission getroffen, in der die hessische Regierung, der Spar- tommissar und das Reichsfinanzministerium vertreten sind. Von der hessischen Regierung wird daneben an einer Denkschrift gearbeitet, in der alle die angeschnittenen Probleme der 'Vereinfachung, Zusammenlegung und Rationalisierung behandelt werden. Bekannt ist außerdem, daß noch aus der Amtstätigkeit des früheren Finanzministers Henrich ein Sparprogramm vor liegt, das ergänzt oder abgeändert wahrscheinlich schon in einiger Zeit dem Landtag z u g e h e n wird und von diesem verschiedene Sparmaßnahmen verlangen wird. Die Verhandlung über Reichszuschüsse an das Land Hessen wegen seiner bedrängten Finanzlage durch die Besetzung gehen weiter und führen hoffentlich zu einem günstigen Ergebnis. Don der Regierung wird dem Landtag wahrscheinlich vorgeschlagen werden, das laufende Finanzgesetz um ein Jahr zu verlängern und keinen neuen Etat auszu- ftellen. Selbstverständlich werden die notwendigen Ergänzungen borgenommen; es wird wahrscheinlich trotzdem zu einer Etatdrbatte kommen, die aber wahrscheinlich viel kürzer als gewohnt sein wird. Die Gründe für diese Maßnahme liegen einmal in den noch nicht abgeschlossenen Ar- beiten des Reichssparkommissars. den Verhandlungen um den kommenden Reichssinanzausgleich und dem noch unerledigten Steuervereinheit- lichungsgesetz, die vom Reichstag noch erledigt werden müssen. Die noch ausstehenden Ausführungsbestimmungen zu den Reichssteuergesehen werden vom Finanzminister für das Frühjahr angekündigt Der Stellenplan wird dem Landtag im Rovember zugehen. Voraussichtlich wird aber hier durch rasche Beratung versucht werden, die vorgesehene Ausmerzung von Härten im Besoldungsgesetz baldigst auszugleichen. Durch ausffrSmenbc Gase getötet Auf dem Terrain der Hamburger Gaswerke in Tiefstaak wurden vier Arbeiter, die m i t dem Teeren einer unteri rdischen Rohrleitung beschäftigt waren, durch aus» strömende Gase getötet. Bei den Rettungs- arbeiten erlitten drei Feuerwehrleute schwere Gasvergiftungen. Ein Lastkraftwagen von einem Eisenbahnzug überrannt. Bei Corio, unweit der australischen Stadt Geelong, wurde bei einem Bahnübergang eilt Lastkraftwagen, in dem sich eine größere Anzahl von Personen befand, von einem Eisenbahnzug überrannt und vollständig zertrümmert. Fünf Personen wurden getötet und sechs verletzt. Die Opfer des Anfalles hatten an einer kirchlichen Feier teilgenommen, die in Werribee von dem päpstlichen Delegierten Kardinal ©errette geleitet worden toar. Ein angeblicher Vetter Achmed Zoghus wegen Schwindeleien verhaftet. Auf dem Hauptoahnhof in Breslau wurde der von den Staatsanwaltschaften in München, ‘Betten und Hamburg gesuchte angebliche Detter des angeblichen albanischen Königs Achmed Zogu. der 22 Jahre alte türkische Student Mu st a ph a Said Razim Beh aus Konstantinopel, verhaftet. Der Verhaftete entstammt einem bekannten türkischen Hause. Sein Vater toar Oberst im osmanischen Heer, Fkügeladjudantvon Abdul Hamid und Kominandant aller türkischen Häfen. Der Onkel des Qtubenten ist der frühere Kriegsminister Enver Pascha. Rach dem Türken wurde wegen Paßfälschung, Scheck» schwindeleien und Kreditschwindeleien gefahndet. Aus hoher Ser von Piraten ausgeraubt. Auf dem Loiidoner Dampfer „2l n I i n g“ der China Ravigation Co., der sich auf dem Wege von Singapur nach Hongkong befand, mit 1400 Passagieren an Bord, warf plötzlich am Mittwoch ein Teil der chinesischen Passagiere ihre Verkleidung von sich unb entpuppte sich als eine Gruppe mit Revolvern bewaffneter Piraten. Rach einem erbitterten Kampf mit den Offizieren und der Mannschaft des Schiffes, wobei der Erste Ofsi- zier und her Erste Ingenieur sowie der chinesische Obersteward getötet und der Kapitän schwer verletzt wurden, ergriffen sie von dem Schiff Besitze Die Giraten steuerten das Schiff nach der Honghaibai. nördlich von Biasbay, einem bekannten Piratenunterschlupf. Dort raubten sie den Dampfer aus und begaben sich sodann in Booten an Land. Wie ein Radiotelegramm von Bord des Schiffes mitteilt, befindet sich dieses wieder unterwegs und hofft, Samstag in Hongkong einzutreffen. Levine bleibt die Telephonrechnung schuldig. Der amerikanische Ozeanflieaer Levine hat t n Prag nach seinem Verschwinden nicht die befielt Erinnerungen zurückgelassen. Ihm trauert der Portier des Hotels, in dem Levine wohnte, wegen Richtbezahlung der Telephvn- rechnung in Höhe von einigen tausend Kronen nach. Alle Versuche des Porteers. wieder zu feinem Gelde zu kommen, sind ergebnislos geblieben. Runmehr hat sich das tschechische Außenministe- rhtm der Angelegenheit angenommen und sucht im Sammelwege das Geld zusammenzubekonimen. Oie Wetterlage. tno# Jan Hayen- "Hö7^ dtt. 1928. 8hmgs. ©vromenros. o nener nan> veoecxr. 9 worxig. e otaecia • itegeA * Schnee a graupeln, e nehel H de*/itter.(§)WinMtilie.«O-. sti» cicnte» Ost massiger Südsüdwest *£) stürmischer nordwest Oie Pfene fliegen mit dem winde. Die oei den Stationen stellenden Zaft- fen geJcn die Temperatur an. Die Linien eerDmden Orte mit gleichen» «xi n-eresniueau umaereehneu» Luftdruck Wettervoraussage. An der Rückseite der nach Rußland abziehenden Störung kommt es in Gemcinschaft mit dem notwesteuropäischen Hochdruckgebiet zur-maritimen Po- larlust'Derfrachtung nach Mitteleuropa, die besonders in Süddeutschland innerhalb 24 Stunden einen Temperaturrückgang bis zu 9 Grad Celsius verursachte. Die Kolllust bringt gleichzeitig hohen Lust- druck nach dem Kontinent, unter dessen Einfluß wieder allmählich Wetterberuhigung einsetzen dürfte, wenn auch zunächst noch unter wechselnder Bewölkung einzelne Regenschauer nicht ausgeschlossen sind. Die Temperaturen werden nachts um null Grad, in Bodennähe sogar bis unter null Grad zu liegen kommen. Auch tagsüber beibt es kühl. Wettervoraussage für Dienstag; Teils wolkiges, teils aufhesierndes Wetter, nachts leichter Bodenfrost, auch tagsüber kühl, vorwiegend trocken. Witterungsaussichten für Mittwoch: Ruhiges, auf heiterndes und trockenes Wetter bei wenig veränderten Temperaturen wahrscheinlich. Lufttemperaturen nm 30. September: mittags 9,8 Grad Celsius, abends 6,4 Grad Celsius, am l.Dtt.: morgens 5,8 Grad Celsius. Maximum 12 Grad Celsius, Minimum 1,6 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 30. September: abends 10,4 Grad Celsius; am 1. Oktober: morgens 7,5 Grad Celsius. — Niederschlag 2,7 Millimeter. Ms der provinzialhcmptsiadi. Gi eh en, den 1. Oktober 1928. O dieses porio. Nun jährt es sich, daß die Post die Fridericus- Marke (10 Pf.) auf dem gewöhnlichen Brief durch die Kant-Marke (15 Pf.) ersetzte und damit eine SOproz. Er Höhung des Portos schuf. Wie haben wir darüber gescholten und über all die anderen Erhöhungen, mit denen unsere Korrespondenz damals belastet wurde! Wir Private vielleicht noch mehr als die Geschäftsleute. Aber nrcht davon will ich heute sprechen. Das gehört nun der Vergangenheit an. Ich möchte einmal die Medaille von der anderen Seite betrachten und daran erinnern, wie leichtsinnig das scheltende Publikum auch nach der Erhöhung mit seinem Portogeldbeutel umzugehen pflegt. Da ist zunächst der Stadtpostbrief! Wie viel solcher Briefe habe ich im vergangenen Jahr mit der Fridericusmarke erhalten, weil der Absender nicht wußte oder nicht wissen wollte, daß es in diesem Fall der Deethovenkopf (8 Pf.) getan hätte. Und nun gar die „Fünf-Wvrte-Briefe". zu denen unsere weit ausgedehnten Beziehungen immer wieder Anlaß geben! Es gilt nun einmal nicht als „fcm", Beileids- oder Glückwunschbezeugungen anders als unter geschlossenem Umschlag zu versendeir, obwohl damit doch eine nicht mrerhebliche Verteuerung verbunden ist, vollends, wenn es sich um Versendung außerhalb des Stadtgebietes handelt. Auch daß Drucksachen innerhalb einer bestimmten Stufe 8 Pf. kosten, scheinen manche Leute nicht zu wissen. Sie tuns nicht unter zehn. Daß ein Dries ins Ausland 25 Pfennig kostet, sollte männiglich bekamst sein, ist es aber nicht. 3m Gegenteil, manche Leute leben der Einbildung, so ein Brief müsse doppelt so teuer sein, als der Inlandsbrief, und statt einen Goethelopf (25 Pf.) darauf zu Neben, nehmen sie zwei Kantprofile (15 Pf.). Bei der Postkarte ist es schon beinahe die Regel, daß man neben den Beethoven oder den Ebertlopf (8 Pf.) einen Atoeiten drückt, weil gerade keine Kantkarte (15 Pf.) zur Hand war, trotz sich mit den ohnehin schon gut bemessenen 15 Pfennigen zu begnügen. Daß eine Drucksache unter 50 Gramm nach Valparaiso nicht teurer ist als nach Lollar, gehört gewiß zu den Wunderlichkeiten unseres Portotarifs. Aber da's nun mal so ist, ist doch kein Grund vorhanden, statt eines Schillers (5 Pf.) zwei zur Frankierung zu benutzen. Endlich das Strafporto! 5)ter kommt erschwerend die Rücksicht auf den Geldbeutel des Empfängers in Betracht. Aber solche Nächstenliebe scheint es für manche nicht zu geben. Besonders junge Leute geben sich nicht die Mühe, festzustellen, ob ein Brief die Gewichtsgrenze überschreitet, und lassen es ruhig darauf ankommen, daß der Empfänger den Obolus, um die Strafe vermehrt, bezahlt. And die Moral von der Geschichte? Die Post wird schwerllch eine Statistik darüber führen, welche mrberechtigte. aber sicher willkommene Sondereinnahmen ihr aus solcher Aeberschreitung ihrer Portosätze zufließen. Aber man überlege einmal in einer müßigen Stunde, was sich Da zusammenläppert, wenn man es auf das ganze große Reichsgebiet mit seinem Riesenverkehr ausschlägt. Vielleicht wäre die Post selbst erstaunt, toetdjen Gewinn sie aus dem Leichtsinn oder der SelbßanschW im Srtsseruspmhnrtz Gießen. 3m Ortsfernsprechneh Gießen werden, wie allen Fernsprechteilnehmern bekannt ist, die Gesprächsverbindungen sowohl innerhalb des Ortsfernsprechnetzes, als auch nach anderen Orten durch Vermittlung von Beamtinnen hergestellt, d. h. die Beamtinnen fragen durch ihre Worte „hier Amt" den anrufenden Teilnehmer nach seinem Wunsch und stellen dann durch ihrer Hände Arbeit die verlangte Verbindung her. Don etwa Mitte nächsten 3ahres ab sollen nun nach Einrichtung eines Fernsprech- Selbstanschlußamtes die Fernsprechverbindungen innerhalb des Ortssernsprechnetzes Gießen selbsttätig H^rgestellt werden. Durch Drehen einer am Fernsprechapparat befindlichen Rummernscheibe „wählt' der Fernsprechtellneh- mer künftig den von ihm gewünschten Fernsprechanschluß eigenbänbig. Die bei der Zusammen" schaltung zweier Fernsprechteilnehmeranschlüsse jetzt noch nötigen Handgriffe der Beamtinnen beim „Qlmt“ werden später also ganz in Wegfall kommen. Fehlvecbindungen durch Hörfehler seitens der Beamtinnen sind daher ausgeschlossen. Ebensowenig kann es künftig noch vorkommen, daß bestehende Verbindungen nach dem Einhän- gen des Hörers infolge Versagens des Schlußzeichens üsw. nicht rechtzeitig getrennt werden. Der Fernsprechteilnehmer wird also leine Zeit mehr nutzlos aufwenden müssen. Mit der Einführung des Selbstanschlußbetriebs ist nun allerdings die Aenderung der Fernsprech anschlußnummern fast sämtlicher hier angeschlossenen Teilnehmer verbunden. Die Art und Schaltung der für das hiesige Selbstanschlußamt zu verwendenden technischen Einrichtung ist abhängig von der Zahl der Teil- irehmer. Sv kommt es, daß alle Teilnehmer hier künftig vierstellige Anschlußnummern haben müssen, daß also alle hiesigen Teilnehmer, bte jetzt die Anschlußnummern 1 bis 999 haben, mit der Aenderung ihrer Anschluhnummer zu rechnen haben. Aber auch die jetzt schon hier vorhandenen vierstelligen Anschlußnummern 1000 bis 1999 sind für den Selbstanschluhbetrieb nicht geeignet, well durch die am Anfang der Rümmer stehende Ziffer „1“ leicht Fehl Verbindungen hervorgerufen werden. Den Teilnehmern mit den Rummern 1000 bis 1999 können danach ihre Anschlußnummern ebenfalls nicht belassen werden. Aus den vorerwähnten Gründen ist bei der Vergebung der neuen Anschlußnummern von der Rümmer 2000 ausgegangen worden. Weitere Maßnahmen technischer Ratur — u. a. gleichmäßige Verteilung aller Teilnehmer auf die siirs erste vorgesehenen, in Hunderkergruppen eingeteilten Anruforgane hinsichtlich 'der Belastung mit Ortsgesprächen - lassen es nicht zu, daß die Rummernänderung durch eine gleichmäßige Verschiebung aller Rummern zu erreichen ist. Wie aus vorstehenden Ausführungen zu ersehen ist. ist die Rummernänderung im hiesigen Ortsfernsprechnetz eine ganz allgemeine; sie betrifft alle Teilnehmer, mit wenigen Ausnahmen. Es können deshalb besondere Wünsche einzelner Teilnehmer in keinem Falle berücksichtigt werden. 3n den letzten Jahren sind im Deutschen Reich schon in zahlreichen Städten und Ortschaften Selbstanschlußämter eingerichtet worden, wobei in den meisten Fällen Nummernänderungen von bedeutendem Amfang — besonders in Großstädten haben vorgenommen werden müssen. Schwierigkeiten haben sich daraus jedoch nirgends ergeben. weil, wie es auch hier geschehen wird, durch Herausgabe von Fernsprech-Sonderverzeichnissen und durch sonstige besondere Maßnahmen für eine glatte Amstellung des Betriebs Sorge getragen wird. Bequemlichkeit ihrer Kontributivnspflichligen herausschlägt. Darum: präge dir den Tarif ein, und nicht nur das. sondern handele auch nach der gewonnenen Einsicht. Wer den Pfennig mcht ehrt, na, wir wissen ja. Kr. Borrwtizerr. — Tageskalender für Montag. Vor- tragsvereintgung: Lichtbildervortrag von Dr. Wilh. Filchner über „Meine Tibet-Expedition 1925—28", 8 Uhr, Neue Aula. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mein Freund Harry". — Astoria-Lichtspiele: „Der größte Gauner des Jahrhunderts". — S t a d 11 h e a t e r G i e ß e n. In der morgigen Erstaufführung von Kkwund „Das Kirschblütenfest" spielen die Hauptrollen Jngeborg Scherer und Otto Knur. Oberspielleiter Hans Tannert, Bühnenbild Karl Löffler. ** Von der Landesuniversität. Gc- heimerat Professor Dr. B e h a g h e l kann heute, am 1. Oktober, auf eine 40jährige Wirksamkeit als Ordinarius unserer Landesuniversität zurückblicken. Ferner sind es heute 25 Jahre, daß Geheimer Hofrat Professor Dr. G i s e v i u s als Ordinarius an unserer Landesunioersität wirkt. •• Personalien. Ernannt wurden: der Schulamtsanwärter Wilhelm Hach aus Weiters- hain, Kreis Gießen, zum Lehrer an der evangelischen Volksschule zu Eich, Kreis Worms, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts ab; der Strafanstaltsoberwachtmeister bei dem Landes- zuchthaus Marienschloß Karl Orth zum 6traf- anstaltsoberwachtmLister bei dem Landgerichtsgefängnis in Gießen mit Wirkung vom 1. Dezember ab. ** Polizeijubiläum. Die Gießener Schutzmannschaft beging gestern abend im Saale des Cafes Leib in Gegenwart zahlreicher Vertreter der verschiedensten Behörden in stimmungsvoller Weise die Feier des 50jährigen Bestehens der hiesigen Polizei. Von zahlreichen Seiten wurden unserer treuen Hüterin der öffentlichen Ordnung herzliche und wohlverdiente Ehrungen bereitet. Die Jubiläumsfeier wird in der Geschichte der Gießener Polizei einen denkwürdigen Platz einnehmen. Wir werden über die Veranstaltung morgen berichten. ** Da s Volksbegehren über das Panzerkreuzerverbot, das bekanntlich von der Kommunistischen Partei in die Wege geleitet worden ist, wird im heutigen Anzeigenteil zum Gegenstand einer Bekanntmachung der Stadtverwaltung gemacht. ** Zur Schmückung der Kriegergräber an Allerseelen, Totensonntag und Weihnachten fordert der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, in einer Anzeige am Samstag auf. Der Volksbund ist bereit, die Gräberschimuckung auf den Friedhöfen im ehemaligen Schkachbengebiet im Auftrage der Angehörigen zu übernehmen. Die dortigen Sarn- melgräber wird der DolkSbund von sich aus schmücken. Dazu bedarf er aber der verständnisvollen Hilfe aller Volksgenossen. Dine Haus- fammhmg für diesen edlen Zweck, die auch in unserer Stadt vorgenommen werden wird, sei der allseitigen besten älnterftühung empfohlen. *• Rächtliche Schlägerei. 3n der Rächt zum Sonntag spielte sich im Reuenweg eine wüste Schlägerei ab. Zwei aus einer dortigen Gastwirtschaft kommende Männer gerieten in einen heftigen Wortwechsel, in dessen Verlauf der Arbeiter G. G. von hier das Messer zog und den 26 3ahre alten Arbeiter E. W durch einen Stich in den rechten Oberschenkel sehr schwer verletzte. Die sofort herbeigerufene Freiwillige Santtatskolonne vom Roten Kreuz leistete dem Verletzten die erste Hilfe und verbrachte ihn schleunigst nach der Chirurgischen Klinik, wo wegen des starken Blutverlustes eine Verkehrsordnung erfordert Rechts gehen! Mitig1|chnell0>>erm^^'«Aer-a>e»if« uud man erjult durch dieselbe eine ,artt, rosig» ©aut, wat »cchlrrich» änti. a. private Gutachten beweisen. St 2N.-.65, Wlo onftäikt RI. I.— Zur Äachbeh. i|t Herba-Crew» «food, jn «tnpfebL iZu baden in all. Apoch. Drvg. u Part Ab heute bis einschließlich Mittwoch: 7 Akte nach dem bekannten Roman „ Harry Mc. Gills geheime Sendung“ von L. v. Wohl. Personen des Spiels: Harry Gül Harry Liedtke May Efliot Haria Paadler Generaldirektor FredySanderson . Otio Wallburg Luigi Vicelli Bruno Eaetner Diane de Lusigny Rina Maggi Ein Artist ............... Cord Morton Die Tante .................... Ida Wüst Ferner: Die neuesten Tagesberichte ans aller Welt Ab 6. Oktober: Anna Karenina Nach dem berühmten Roman von Graf Leo Tolstoi. In den Hauptrollen: Breta Garbo und John Gilbort. Astoria-Liditspiele Ab heute bis einschließlich Donnerstag: Das arohe erstklassige Doppelprogramni 1. Schlager: des Ein lustiger Abenteurerfilm in 7 spannenden Akten nach den Motiven des Romans: „Jimmy, der Schwerverbrecher“ von Ludwig von Wohl. Personen des Spiels: Gino Gadari Luciano Albertlnl Tito Spinelli, sein Freund----- H. Werner Fischer Alberto Dorna, Bankier ... .... Hans Mierendorff Angelica, seine Frau...........Lydia Potechina Liane Serano, deren Nichte Greta Ley Aristide Trasymopolus ............ Haue Alber« Fiametta, eine Tänzerin Vlvlan Glbson 2. Schlager: Der Lumpenkavalier Eine Komödie der Irrungen in 6 lustigen Akten. ________8645c Unsere gute unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Groh- mutter, Schwägerin und Tante Fran Kätdiea Walther WweMBauer Ist heute für immer von uns gegangen. In tiefem Schmerz: Dina Walther Frieda Darmstädter geb. Walther Miltiadi Darmstädter Addi Christel und Walther Darmstädter. Gießen (Hlllebrandstraße 3), Darmstadt, den 30. Sept. 1928. Wir geleiten unsere Hebe Entschlafene am Mittwoch, 3. Okt., um 2 Uhr nachm. auf dem Neuen Friedhof zur letzten Ruhestätte. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand nehmen zu wollen. 06921 Li Labor-iac Lii das Polierwunder für alle Möbel und Leder zu baden bei: 86570 Reichsverband Deutscher Zigarrenhersteller, e. V. Bezirksgruppe Hessen -Unterfranken Der erste Vorsitzende: Schirmer, Kommerzienrat. Am- 24. d. M. verschied nach längerem schweren Leiden der Fabrikant Herr Carl Michel in Fa. I. K. Michel, Zigarrenfabriken in Laubach, Oberhessen. Wir werden unserem langjährigen Kollegen und Verbands- mltglied ein ehrendes Andenken bewahren. 8504D Wir sagen allen, die beim Hinscheiden unseres teueren Entschlafenen Herrn Johannes Fink ihre Teilnahme durch Kranzspenden, Grabgeleit oder Zuschrift bezeugt haben, aufrichtigen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, 1. Oktober 1928. CAFEAMEND 865'2D die Quartiere hergeben. Für Gartenbesitzer: ca. 1074V inengärtnereien Peterseim-Erfurt. Schönes Lokal an die GeschäslSuelle erbeten. 06918 Verschiedenes] | Mietgesuche | Kaufmann, ständig aus der Reise, sucht gut möbliertes Fens. Brandl L" Sonn. möbl. Zimmer, auteKttehe. Tel. 1035. D. O. B. Es haben elngclnjen Der Verein ebein. 116er zu seinem Stiftungsfeste am 6.10., 8 Ubr abds. im Casö Leib. Der Verein ehem. Kavalleristen zu seiner Gründungsfeier am 14. 10„ 4 Uhr natbin„ im Restaurant „Zum Postkeller". Um zahlreiche Be« tetlignng ersucht Ortsgruppe Gieflen. Graues Kätzchen zugelaufen. Abzuhol. ,U6; noltkestr. 10 II. Tüchtiges, ehrliches Mädchen aus guter Familie zur Mithilfe im Geschäft «Metzgerei) und Haushalt gesucht. Schr. Angebote unt. 06884 a. d. Giefi.Anz. Schrift!. Angebote mit Preisang. unter 8664D a. d. Metz. Anz. langjährig bestehende Wirtschaft, welcher Dietzgerei oder Bäckerei angegliedert werden kann, an eine .i gronen Crte im Kreise Giefien mit Babnstatton und lebhafter Industrie,tft mit Wohnung zu verpachten. Angebote sicher gestellter Bewerber sofort Stellengesuche! flllllllllllllllllllllllllllllllllll Erfahrener, repräsentabler Heiie-fiaBlmaan sucht Reiseposten bei einer leistungsfähigen Zigarrenfabrik oder Grob- Handlung, die in Süd - Westfalen gut elngefübrt; übernehme jedoch auch jed. anderen Bezirk. Schr. Angeb. u. 06914 an den Giefi. 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Narzissen- zwiebeln 4 PL Gladiolenzwiebeln 4 Pf., Tulpenzwiebe.il 4 Pf., 100 Stück jedesmal M. 3.85, alles in Prachtmischm g. Diese Blumenzwiebeln brauchen nicht aus der Erde genommen zu werden, blühen, einmal gepflanzt, immer wieder, 60 Jahre lang. — Hyazinthenzwiebeln 18 Pf., 100 Stück in Prachtmischung Mk. 15.—. Verbindlich bis 18. Oktober. Blu- |Stellenangebote| Tüchtiges, solides sür sofort ob. später gesucht. Rah. «i Ettilkiübe 3 p. Stadttheater Leitung: Intendant Dr. Rolf Prasch. Evielplau vom 2.-7. Okt. 1928 DienStaa, 2. Okt., von 20 bis 22 Ubr Mvunkl-Geklenlseier. Zum ersten Male 906 lillMMnlksl Spiel nach dem Japanischen in 2 Akten von Klabund. Musik von ErnstToch Vorher: Gedenkworte, Hans Tannert. Gewöhnliche Preise. Mittwoch, 3. Okt., von 20 b. nach22 Uhr Zum ersten Male Unter GesliMs- mW Schwank in 3 Akten von Franz Arnold und Ernst Bach. Gewöhnltche Prelle Freitag, 5. Okt., von 20 biS 22 Uhr Zum ersten Male IngcDotg Komödie in 3 Akten von Kurt Götz. Gewöhnliche Preise Sonntag, 7. Okt., von 18 bis 20'/. Uhl auber Abonnemeni Fremdenvorüelluno Arm wie eine klntzenwnus Lustspiel in 3 Akter vonLadiSlauSJodm deutsch oonSiegfried _ . Geyer. [W75D Ermäßigte Preise. €lelegenheit*kanf: Diese und die kommende Woche stehen einige Quartiere Balkonschmuck-Tannen zum Verkauf, gesunde, frisebgrüne, junge Tannenbäumchen mit kräftigem Wurzel vermögen, die in Töpfe oder ins Freie gepflanzt, fröhlich weiterwachsen, oder in Balkonkästen gepflanzt, einen entzückend dekorativen Winter-Balkonschmuck sowie Fenster-»» 1 i)A 40 Stück M. 1.75, 80 Stück M. 2.85, schmuck bilden. Rjfl I.äU, 125 Stück M. 4.—. Die Aufträge 20 dieser Balkon- Ifl werden der Reibe nach, in der sie schmuck-Tannen • einlaufen, ausgeführt, soweit wie Besucht die Handels- schale Kauzelmannl ZurHerbstpsianzung empfiehlt Rosen- Hochstamme in allen Farben, neue Prachtsorten (v. 1—2 m Stamm- böfjcl. Ebenso nehme Bestellungen aus Obstbäume enigeg. Versand ab fühlte Oktober n. überall. 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Diese Gelegenheit soll benützt werden, um, wie es die Tschechen so gerne tun, der Welt, die allerdings noch einige andere Sorgen h ft, die Republik als den besten, modernsten und tonsoludierte.» Staat Europas vorzuführen. Aus den Borbereitungen ist zu schließen, daß die Staatslenker die Absicht haben, insbesondere mit der nationalen Duldsamkeit zu prunken, und den Umstand, daß deutsche Minister in der Regierung sitzen und deutsche Parteien die Mehrheit bilden helfen, weidlich auszuschroten. Wie gut muh es den Deutschen im tschechischen Staate gehen — so soll ungefähr die Beweisführung lauten — wie wohl müssen sie sich hier fühlen, wie duldsam ist dieses fabelhafte Staatswesen, wenn Deutsche zur Regierung herangezogen werden und sich heranziehen lassen. Das Argument ist fraglos bestechend und sieht aus der Ferne großartig aus. GS ist ja auch nicht gut möglich, daß der Ausländer durch die schön polierte Schale den einigermaßen anders beschaffnen Kern entdecken und merken soll, welch armselige Figurantenrolle die als Kronzeugen der nationalen Eintracht angerufenen deutschen Minister in Wirklichkeit spielen und wie weit es mit der reklamehaft ausposaunten nationalen Duldsamkeit hrr ist. Es gibt aber auch unter den nationalen Minderheiten einige fromme Seelen, die sich bluffen lassen. Wir haben fraglos eine Anzahl Quintisten unter uns, von denen einige aus höchst egoistisch-inate- riellen Gründen, andere tatsächlich aus purem Idealismus von dem Formalkram begeistert sind und glauben, daß der rühmlichst bekannte tschechische Chauvinismus abgerüstet habe und das Zeitalter der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in der Tschechoslowakei airgebrochen sei. Diese braven Leute und schlechten Menschenkenner schließen die Augen und verstopfen sich die Ohren, um ja nicht sehen und hören zu müssen, totfc es hinter der für das Ausland aufgebauten Potemnnschen Idylle zugeht. Seit ein paar Tagen hat in einem Teil der tschechischen Presse Prags wieder die lieblichste nationalistische Hetze begonnen. Das Faschistenblatt hat angefangen, die „Rarodni Listy" haben sofort die Melodie ausgenommen, um mir Gott behüte nicht weniger als stramm zu erscheinen, das Boulevardblatt des Herrn Stribrnh stimmt in den Chorus ein, daß die Funken stieben und in kurzem werden wohl auch die anderen Zeitungen ihren Scheit in das Feuer schieben, das die leicht erhitzbare Prager Volksseele zum Kochen bringen soll. Was ist denn geschehen? In einigen Prager Kaffeehäusern und auf den Straßen der inneren Stadt hört man deutsch sprechen und reichsdeutsche Sommerreisende sind in größerer Zahl als sonst in die Tschechoslowakei gekommen. Das sind die schrecklichen Tatsachen, die dem faschistischen Organ Anlaß geben zu behaupten, daß eine nationale Schmach vorliege, und jeder Tscheche entsetzt sei, während die „Rarodni Listy". dozieren, daß die Tschechen den deutschen Touristen keine Konzession in nationaler Hinsicht machen dürfen, und daß das Benehmen der Reichsdeutschen eine grobe Verletzung der internationalen Courtvisie und eine unanständige Handlungsweise sei. Die ßeute auf deutscher Seite, die um jeden Preis Ruhe haben wollen und Pazifisten aus Prinzip oder Bequemlichkeit sind, haben gleich Beschwichtigungen bei der Hand. Man solle sich an solche Schimpfereien nicht kehren, es handle sich nur um einige berufsmäßige Hetzer, während Verschollene Geliebte. Von Anton Schnack. Hedwig. Hie war qroh wie Figuren, die verschollen und vergessen hinter zugewachsenen Laubenwegen von Rotokogärten stehen. Etwas Steinernes, Kühles lag in ihrem Wesen. Sie trug zwei blonde Zöpfe, die ihr gleich Seilen bis in die Kniekehlen herunterhingen, am Ende sorgfältig verknotet und mit schwarzen großen Schmetterlingsschleifen gebunden waren. Denn es waren die Jahre 1908 bis 1910. Ich bin heute erstaunt darüber, daß ich sie niemals geküßt habe. Ich erinnere mich cm das beglückte Herzklopfen, das mich befrsl, als ich ihr auf einem Spaziergange stockend, umständlich und hartnäckig das „Du" antrug. Ich glaubte damals, wenn wir Du zueinander sagen würden, wäre alles da: Küsse, zu denen wir nicht den Mut hatten, Zärtlichkeiten mit den Händen, die uns von der inneren Spannung befreit hätten; ach, ich glaubte, das Geheimnis der Liebe ginge von ihm aus. Der Weg, den wir gingen, war im Regen von Bauernwagen ausgefahren. Die glühende 2uli- sonne hatte die Spuren ausgetrocknet und rissig und hart gemacht. Jedesmal, wenn ich ein zärtliches, inniges und — wie mir schien — unerhörtes Wort zu ihr sagen wollte, stolperte ich. Es war ein Abend aus dem die Dämmerung lila schimmerte. Aus den Gärten schrien die Amseln. Der feuchte Wiesenrand der «inen Wegseite war blau von Vergißmeinnicht. Beklommenheit schnürte mir die Kehle zu. Im Winter, da ich das Mädchen noch nicht kannte, warf ich mit Schneebällen nach ihr. Mit der Fronleichnamsprozession ging ich leidenschaftlich gerne, nicht nur weil ich den blauen Dunst des Weihrauches liebte, sondern auch weil sie im Chore sang, der hinter dem Allerheiligsten herging und die Evangelien vortrug. Vieles weih ich nicht mehr: ihre Stirne war hoch, beim Gehen hielt sie die Augen, die wasserblau schimmerten, etwas gesenkt. Sie machte den Eindruck eines Engels. Später erfuhr ich, daß sie sich von einem Kaufmann abends in den schmalen Winkelgassen küssen lieh. Daß ich die Mathematik vernachlässigte, daran ist sie schuld gewesen. Denn ich schrieb ihr täglich auf blaues oder rosa Papier Verse und Worte, die mir voll wilder das „Volk" versöhnlich gestimmt sei, und überdies wären das alles bloß Lappalien. Leider hat uns diese Vogel-Strauß-Politik noch nicht einen Schritt weitergebracht, und es ist höchst verkehrt, in großzügiger Weise von Lappalien zu sprechen, wenn auf allen wichtigen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Gebieten die Zurücksetzung des Deutschtums andauert und selbst belanglose Kleinigkeiten genügen, um eine wüste Hetze heraufzubeschwören. Uebrigens sind die Kleinigkeiten gar nicht so klein, sie haben «inen sehr ansehnlichen Hintergrund. Vom Deutschen wird, wie selbstverständlich verlangt, daß «r staatstreu sei und etwa gar patriotische Gefühl« entwickeln solle, aber in der Hauptstadt Prag, die auch er als eine Hauptstadt betrachten soll, wird er als Paria, als Fremdling und Feind behandelt. Es zeugt auch von Unkenntnis und Oberflächlichkeit, wenn ein Gegensatz zwischen berufsmäßigen Hetzern, deren angeblich nur wenige seien, und dem braven Volk konstruiert wird. Aus hunderterlei Erfahrungen weiß man, daß die nationale Stimmung des tschechischen Volles in Prag erzeugt wird, und die Prager Massenseele ist nur zu gern bereit, sich zu dieser Stimmungsmache herzugeben. Der Prager Kleinbürger, der in hunderttausend Exemplaren herumläuft, ist nationalistisch bis in die Knochen und wartet nur auf die Signale, die ihm seine von den „Rarodni Listy" repräsentierte Intelligenz gibt, um einen Radau zu arrangieren. Richt weniger bezeichnend ist die feindselige Stellungnahme gegen die Reichsdeutschen. Sie sind heuer zu vielen Taufenden ins Land gekommen, haben die böhmischen Bäder gefüllt, den Prager Fremdenverkehr aus eine nie geahnte Höhe gebracht, haben ihre Reisen bis in die Tatra ausgedehnt und ein sehr schönes und willlommenes Stück Geld ins Land gebracht. Wie groß muh doch der Haß sein, wenn der reisende Fremde, der überall anderswo mit offenen Armen ausgenommen wird, hier Schimpf und Schande erntet, weil er ein Deutscher ist. Wo soll man angesichts solcher Erscheinungen noch die Hoffnung und den Mut aufbringen, an eine bessere und friedlichere Zukunft zu glauben? Es ist auch gar nicht so selbstverständlich, daß es gegen solche Hetzereien kein Mittel gäbe, als großmütiges Ignorieren und Bagatellisieren. Man stelle sich vor, daß eine deutsche Zeitung oder ein einzelner Deutscher auch nur einen Bruchteil der Invektiven gegen Tschechen gebrauchen würde, die in den letzten Tagen gegen das Deutschtum ausgestoßen worden sind. Flugs würde sich der Staatsanwalt erinnern, daß es ein Schuhgesetz und darin einen Paragraphen vierzehn gibt, der Aufreizungen und Schmähungen gegen eine Ration unter schwere Strafe stellt. Die Deutschen sind die Letzten, die nach dem Staatsanwalt rufen sollten — es näht ihnen ja auch nichts —, aber man muh sich doch zumindest fragen, wie denn eine friedlichere und versöhnlichere Stimmung aufkommen soll, wenn jedermann sieht, daß Hetze gegen das Deutschtum straffrei ist und wohlwollend geduldet wird. Aus den Funken, die jetzt umhergestreut werden, dürfte kaum ein Brand entstehen. Die Tschechen wollen ihr Jubiläum möglichst glanzvoll begehen und unliebsames Aufsehen vermeiden. Darum wird die Hetze sicher rechtzeitig abgeblasen werden. Aber das ist für uns Deutsche kein Anlah, zu frohlocken und auf die Dauerhaftigkeit der Iubiläumsstimmung zu rechnen. Die Präludien des Hasses sind leider aufrichtiger und realer als die scheinheilige Symphonie der Versöhnung, die zum 28. Oktober angestimmt werden wird. Das Land des XX. Jahrhunderts. Zum Besuch des kanadischen Eisenbahnmagnaien Thornton in Berlin. In der vergangenen Woche weilte ein interessanter Gast, der Präsident der Cana- bi an Rational Railways, Sir Henry Thornton, in der deutschen Reichshauptstadt. Sir Henry, ein geborener Amerikaner aus Indiana und von Hause aus Ingenieur, wurde im Jahre 1914 zum Generaldirektor der Great Castern Railway ernannt. Während des Weltkrieges war ihm mit dem zeitweiligen Range eines Generalmajors die Generalinspeltion des Transportwesens in England übertragen. Wie Sir Henry unserem F. B.-Mitarbeiter erklärte, sei er inoffiziell nach Berlin gekommen, habe jedoch mit einzelnen leitenden Stellen Fühlung genommen und sich über das deutsche Eisenbahnwesen informiert, dem er große Anerkennung zollte. Als das Gespräch auf die Einwande* run gs Möglichkeiten in Kanada kam, betonte er, daß das Land insbesondere den Deutschen als Einwanderer will.'ommen heiße, weil er fleißig, geschickt, willig und nicht revolutionär gesinnt sei. Kanada beabsichtige nicht, sich an andere Länder hTranzudrängen, um deren Bewohner abspenstig zu machen und sie zur Auswanderung zu verleiten, aber es sei bereit, denen eine hilfreiche Hand zu bieten, die aus eigenem Antriebe infol:e mißlicher wirtschaftlicher Verhältnisse gewillt sind, sich anderswo eine neue Heimat zu suchen. Kanada ist In den letzten Jahren oft als das Land der Zukunft gepriesen worden, und schon der verstorbene kanadische Ministerpräsident Sir Wilfred Gautier hat es einmal das „Land des 20. Jahrhunderts" genannt. Aber man darf nicht außer acht lassen, daß von 3 729 665 das Dominium umfassenden Quadratmeilen, das fast 703 000 Quadratmeilen größer als die Vereinigten Staaten ist, erst ein kleiner Teil der Kultur erschlossen . wurde, und ungeheure, gleichmäßig für Industrie und Landwirtschaft in Frage kommende Gebiete noch der Erforschung und Erschließung harren. Kanada hat eine staunenswerte wirtschaftliche Entwicklung zu verzeichnen, die schon dadurch zum Ausdruck kommt, daß im leöten Jahre nicht weniger als 5 500 000 Bushel Getreide geerntet wurden (1 Bushel = 36>/3 Liter), daß die Banken von den prosperierenden Farmern nicht um 'Geld angegangen wurden, daß Kanada heute an dritter Stelle der Golderzeu- gung steht, die Presse der Vereinigten Staaten den größten Teil ihres Papiers aus dem Dominium bezieht, und dieses auch der Metallieferant der Zukunft werden dürfte. Jahrelang hat das jetzt 9 Millionen zählende Kanada, die große englische Kolonie in • Rord- amerifa, neben den Vereinigten Staaten nur eine bescheidene, fast untergeordnete Rolle gespielt, bis mit dem Aufschluß der westlichen Weizendistrikte der Aufschwung eingesetzt und das Land zu einem der wichtigsten Absatzbiete gemacht hat. Lind berücksichtigt man, daß nach ziemlich zuverlässigen Schätzungen vielleicht erst der neunte Teil des wirklich für den Getreideanbau geeigneten Landes unter Kultur ist, so kann leicht ermessen werden, welche außerordentlichen Entwicklungsmöglichreiten dem Lande bevorstehen. Doch die Laardwirtschaft bildet nur eine große Seite des kanadischen Wirtschaftslebens. Daneben läuft die von Jahr zu Jahr wachsende Industrie. Milliarden von Kapital sind in der Schönheit zu sein schienen. Stundenlang wartete ich an der Brunnen ecke, die vor der Handarbeitsschule in die Straße schnitt. Einmal zeigte sie mir ein schwarzes Kiffen. Auf ihm war mit roten Fäden „Ruhe sanft" gestickt. Ich fand es herrlich und wollte es von ihr geschenkt haben. Dann machte ich eine Reise, imd sie schrieb mir einen Brief. Ich habe ihn verloren und kann mich auf keines feiner Worte mehr erinnern. Mathilde. Einmal kamen viele HoHhauer und Zimmerleute, denen gelbe Meterstäbe aus den Taschen starrten, vor unser Haus. Aus den runden Stämmen voll honigdunkler Harzrisse hieben sie viereckig weiße Bauhölzer heraus. Da las ich ihr an einem Rachmittag mit hingegebenem Gefühl die Späne in ihre blaue Schürze. Wie ein Wunder schien mir diese Harrdlung, die die Späne mit den Worten entgegenbrachte: „Schau, dieser hat viel Harz, er wird gut brennen." Es war dumpfe Kinderglut. Das große Erschüttertfein. Das Herz hatte zum erstenmal die Verwirrung in sich hinein gelassen. Gegenüber lagen die Fenster der Väterhäuser. Oirrfahren- des Abenteuer, hinter den Gardinen zu stehen und zu erkennen, wie sich drüben die drei Schwestern mit zartem Gelächter durch die Zimmer jagten, die Oberröcke schon abgetan, die Haare schon entknotet, die weihen Rachtjacken leuchteten, und schwer sank ein Geftlhl ins Blut, nicht begriffen, zur Lust wie zur Qual bereitet. O Lächeln miteinander, das die Vereinigung des Kinderlebens schien. Spiel mit dem Ball; ach, die weißen zitternden Kinderhände bogen sich einander zu! Zeit voll ergreifender Abende, auf den Treppenstufen vor den Türen sitzend, an ein Geheimnis ausgeliefert, das unerbittlich schien, miteinander im Laufspiel auf und nieder rennend, dabei ein absichtlich langes Festhalten, daß das Herz mit rasender Trommel klopfte. Ich sehe das Bild noch: eine kleine Stadt, eine Brauerei, leere Fässer lagen an der Hauswand, die Schwalben schrien auf dem 2wend* flug, Wagen mit Kuh gesponnen fuhren frisch- gemähten Klee ins Scheuertor, der Pedell der Lateinschule, Hofstetter geheißen, ging mit blauer Amtsmühe als Schreckgestall die Straße hinunter, Mägde kehrten, am Brunnen standen die Weiber und pumpten ihre Tragbütten voll, aus einem Fenster glimmte ein Zigarrenstengel mit rotem Qlugt. Das ist alles. Damals war es Glück. Eine Unbefannte. Ich erinnere mich noch ihres Mundes: man sieht manchmal Früchte, überreif und fastvoll; sie warten auf die ersten Regentropfen, um auf* zuplatzen. Es war eine Iuninacht, vielleicht auch eine Iulinacht, ich weih es nicht mehr genau. Es war warm, eine überwache, unruhige Wärme, in der Gewitter entstehen aber nicht kommen. Ich, ein aufgeschossener Knabe, Spielereien hingegeben, allem was Phantasie und Einfälle brauchte, aber allem sich entziehend, was Will« und Ehrgeiz zum Zweckmähigen verlangte, war einer ziellosen halbbewuhten Träumerei hin- gegeben und lag im verdunkelten Abend auf einer alten Brücke. Ihre Quadern waren noch von der Mittagshitze erwärmt; um die Pfeiler gurgelte der Fluh mit milden Wirbeln. Traumhafte Gedanken und Vorstellungen ließ ich mit den Wellen schießen; Schisse, die zum fernen Meere glitten, das ich damals noch nie gesehen hatte und von dem ich mir ungeheuere Vorstellungen machte. Ich trieb im Schicksal der Wasser mit von Stein zu Stein, von Wehr zu Wehr, von Weidenbusch zu Weidenbusch, von Mühle zu Mühle, von der Saale zum Main, zum Rhein und hinein in den Salzstrom des Meeres. Plötzlich lag sie neben mir mit überkreuzten Armen auf den Steinquadern. Ich hatte sie nie vorher gesehen und ich sah sie auch nachher nicht wieder. Sie schien mir ein Mädchen aus den Dauerndörsern der Umgegend zu fein, die Tochter eines Bürgermeisters oder eines Wirtes, vielleicht war ihr Vater auch schon lange tot Ich hätte sie nie zu küssen gewagt, sie tat es von selbst. Lind später fiel mit ein, als ich die Liebe mit ihren vielen Beweggründen fernten* gelernt hatte, daß es ein reines vollkommenes Geschenk war. Es war mit unbegreiflich. Ich dacht« damals, ich würde geliebt, weil ich Klavier spielte, besonders die ungarische Rhapsodie von Liszt, in der ich die Läuse wie glitzernde Perlen herunterfegte, oder well ich die Goldlitzen eines Schülers der fünften Gymnasiumklass« an der Kappe trug, ober weil ich Gedichte in roter Tinte schrieb, oder weil ich am besten den Ball im Schlagballspiel warf. Aber diese liebte mich, weil ich ein Junge war. Vielleicht gefielen ihr meine etwas traurigen, aber zugleich großen Augen, vielleicht hatte sie Gefallen an meinem widerborstigen Haar gefunden, vielleicht hatte sie nur Sehnsucht, die sie nicht mehr bemeiftem tonnte und es war ihr kanadischen Industrie angelegt. Alljährlich werden neue Fabriken gegründet und neue Industriezweige in Kanada eingeführt. Lind in großem Aufschwünge ist die elektrische Industrie «griffen, die ihre Entwicklung zu einem nicht unerheblichen Teil dem immensen Wasserreichtum — heute sind Werke von insgesamt 35 Millionen Pferdestärken vorhanden — des Landes verdankt. Aber Kanada ist ein Land nur für gesunde und kräftige Leute. Die klimatischen Verhältnisse, insbesondere der strenge und harte Winter erfordern eine eiserne Konstitution. Den Einwanderern wird jede Erleichterung gewährt, sei es im Transport, in der Beschaffung von Arbeit oder in der Gewährung von Land auf Kredit. Das Letztere jedoch nur, wenn der Aspirant sich naturalisieren läßt. Gerade das aber ist bedenklich, denn wir möchten nicht, daß die Deutschen einmal die gleiche Rolle der „Kultur- düngerei", die sie schon in den ^Bereinigten Staaten gespielt haben, in Kanada wiederholen mühten. Oie Angestellten her deutschen Reichsverwaltungen. Schon mehrfach sind Verhandlungen über die Altersversorg ung für die Angestellten der deutschen Reichsverwaltungen geführt worden, wobei es allerdings nicht möglich toar, ein Resultat zu erreichen, da der Standpunkt der AngestelltenvrganisationLN auf der einen Sei'e mit demjenigen der Regierung insofern nicht in Einklang zu bringen war, als die Regierung den finanziellen Ansprüchen mit Rück icht auf die dadurch eintretende außerordentliche Mehrbelastung des Etats doch nichtin vollem Umfange entsprechen zu können glaubte. Runmehr scheint es, als ob die jetzt wiederum aufgenommenen Verhandlungen zwischen dem Reichssinanzministerium einerseits und den An- gestelltenorganifationen andererseits, die sich um das Problem der zusätzlichen Ruhestands Versorgung und Hinterbliebenenfürsorge für die Angestellten der Reichsverwaltungen drehen, doch in Kürze z u einem Abschluß führen werden. Allerdings müßte nach der derzeitigen Lage der Finanzminister noch weitere Zugeständnis e machen, wenn er den Forderungen der Angestelltenorganisationen entsprechen würde. So hat der Reichsfinanzminister jetzt eine Mindestzusatz- rente von 300 M k. bei Wegfall der Altersgrenze für die älteren Angestellten zugesichert, was die Angestell en- organifationen aber als unbefriedigend 8 irr ü d g e to i e f e n haben. Man verlangt in diesen Kreisen vor allen Dingen eine wesentliche Erhöhung der Mindestzusahrente und zu gleicher Zeit eine Sicherung dieser Zusatz renke nach mehr als zehnjähriger Tätigkeit im Dienste der Reich sverwal- t ungen. Ob die Reichsregierung und vor allem der Reichssinanzminister dem vollauf entsprechen wird, steht noch dahin. Es scheint, als ob man sich auf einer mittleren Basis einigen wird. Vorgesehen ist, daß diese zusätzliche Ruhestcmdsversor- gung und Hinterbliebenenfürsorge bereits am 1. Rovember d. I. in Kraft tritt. Es steht deshalb zu erwarten, daß diese ganze Angelegenheit noch in allernächster Zeit einer restlosen Klärung entgegengeführt wird. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge find lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. gleich, wer ihr in den Weg kam. Es gibt keinen Schnittpunkt des Schicksals mehr mit ihr. Alles hat sich in der einmaligen Umarmung erschöpft. Ich werde mich nie mehr dem warmen roten Fruchtfleisch ihres Wundes hingeben. Sie wird vielleicht noch immer den Weg über diese Brücke gehen und an der grünen staubigen Bank vorbei, auf der wir sahen. Vielleicht wird sie leise lächeln und das Körbchen mit Kathreiners Malzkaffe« oder gelber Stiefmütterchen voll auf das alte versessene Holz stellen. Ich möchte einen Kranz auf ihr Grab legen, wenn sie schon gestorben sein sollte. „Sie merken nicht auf, Schnack," sagte zu mir nachher immer der Lehrer, wenn er über die griechischen Derben auf mich sprach. Ich konnte nicht. Denn damals stand ich mitten in der Verwirrung und im Geheimnis der Liebe. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Wilhelm Schwehdar an der Universität Berlin hat den an ihn ergangenen Ruf zur Uebemahme des Lehrstuhls der Geophysik an der Universität Göttingen als Rachfolger des Geh. Rats E. Wiechert abgelehnt. — Der a. o. Professor für vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft an der deutschen Universität in Prag, Dr. Friedrich S l o t t y, ist zum ordentlichen Professor dieses Faches ebenda ernannt worden. Ernannt wurde der o. Professor an der Technischen Hochschule in Stuttgart Wilhelm Io st vom 1. Oktober 1928 ab zum ordentlichen Professor der Gebäudelehre in der Hochbauabteilung der Technischen Hochschule zu Dresden als Rachfolger von Geheimrat Diestel. Prof. Jost, der aus Zwickau gebürtig ist, erhielt seine Ausbildung in Dresden und Stuttgart, besonders unter Dülfer, Fischer und Bonah. Ernannt wurde der o. Professor an der Uni* versität Jena, Dr.Herbert Koch vom 1. April 1929 ab zum ordentlichen Professor der klassi- r Archäologie an der Universität Leipzig Rachsolger von Geheimrat F. Studniczka. Der Ordinarius für germanische Philologie an der Frankfurter Universität. Prof. D r. Hans R a u m a n n, ist für das Wintersemester aut Uebernahme der Karl-Schurz-Professur an die Universität Madison (Wisconsin) berufen worden. Die Vertretung seines Faches tm Lehrplan des Wintersemesters hat auf Anordnung des Preußischen Kultusministers der Privatdozent an der Universität Berlin, Dr. Gottfried IBeber, übernommen. 50 Wrfeier des Me-Schul-Vereins. Ein bLdeutsamer und von weiten Bevölterungs- schichtsn mit 'Recht hochgeschätzter Bildungsfaktor für die schulentlassene weibliche 3ugeick>, der Alice-Schul-Derein in (Ziehen, beging am Freitag und Samstag in schlichter und eindrucksvoller Weise die Feier seines 5 0 jäh - rigen Bestehens. Wie stark die Wurzeln dieses Vereins in der Bevölkerung Oberhessens sind, bezeugte einerseits der sehr starke Besuch der Iubiläumsveranstaltungen, ging anderseits aber auch klar aus den Worten hervor, mit denen bei dem Festakt am Samstag über die Arbeit des Vereins berichtet und diese von berufenen Sprechern gewürdigt wurde. Hierbei konnte man ein Doppeltes feststellen: einerseits den freudigen Willen, für die Ausbildung unserer werblichen Jugend in allen Zweigen weiblicher Tätigkeit für Haus und Beruf mit Eifer und Gründlichkeit zu sorgen, andererseits die warmherzigen Sympathien, mit denen die staatlichen und städtischen Behörden die lobenswerten Bestrebungen dieses gemeinnützigen Vereins begleiten. Oer Auftakt der Jubiläumsfeier brachte am Freitag einen T e e a b e n d mit Sachvarführungen aus den Arbeitsgebieten der Sch u l e. Helle Kleider, Blumen und viel frische Jugend gaben dem Bild im Saale des Gesellschaftsvereins ein festliches Gepräge. Ein Chor frischer Jungmädchenstimmen, von Lehrer Linden st ruth feinsinnig geleitet, begann die Reihe der abwechslungsreichen Darbietungen. Dann begrüßte der erste Vorsitzende des Vereins, Stadtschulrat Prof. Dr. Alles (Gießen), die große und frohgeftimmte Festgemeinde. Run trat Gießens jüngste Jugend, von Fröblerinnen geleitet, an und bereitete eine Kindermusik, der Spiele des Kindergartens folgten. Herzige Kinderlust erfüllte den Saal und machte die Herzen der Aelteren warm. Weitere Vorführungen zeigten, wie die Fröblerin angelernt wird, den Kleinen Nahrung, Kleidung und Spielwerk zu bereiten. Dann kamen die Schü lerinnen des Hauswirtschaftslehrerinnen - S e m i n a rs in selbstgefertigten Kleidern an. Die praktische Arbeitsaufgabe ihrer Ausbildung wurde kurz erläutert; Proben der Tätigkeit trugen junge Hände stolz durch den Saal. Das Hand- arbeitslehrerinen - Seminar führte sodann selbstgefertigte Kinder- und Erwachsenen-Klei- dung vor und zeigte, in wie verschiedener Form die gleiche Aufgabe gelöst werden kann. In bunter Reihe zogen nun die Vertreterinnen der verschiedenen Schulkurse auf. Die Haushaltsschülerinnen brachten auf Tellern und in Schüsseln, in Körben und an Stangen die Früchte ihrer vielseitigen Ergebnisse heran, wie weiland die Früchte des gelobten Landes. Dann flatterte Gewaschenes u^b Gebügeltes, in Sauberkeit und Frische strahlend, in den Saal: der S o n d c r k u r s u s für diese Fertigkeiten zeigte sein Können. Was Kind und Frau heute an Wäschegegenstönden trogen, wurde den ständig stark interessierten Gästen von dem W e i ß- n ä h k u r s u s gezeigt. Luftig wogte der Schlaf-An zug mit dem Stilkleidunterrock im Tänzchen. Lichte Decken und feine Stickereien hatte der S t i ck k u r - f u 5 zu zeigen. Eine kleine Kleiderschau zeigte, was 15- bis 19iährige Mädchen im Schneiderunterricht zuwege gebracht hatten. Damit schloß die Reihe der vielseitigen und sehr interesianten Vorführungen. Frische und von ernstem Streben erfüllte Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Schülerinnen, die den praktischen Forderungen des Lebens neuzeilitch gerecht zu werden versteht, ist der schöne Geist, der hier aus den Arbeitsproben prüch- tig heroorleuchtete. Eine sehr schöne A n s st c l - lung von Schülerinnen arbeiten, die verdientermaßen rege in Augenschein genommen wurde und die von wunderbarer Vielseitigkeit war, gab ein' weiteres eindrucksvolles Bild von der segensreichen Tätigkeit der Alice-Schule. Die Lehrerinnen und Lehrer, vom ersten bis zum jüngsten Glied des Lehrkörpers, machen sich in diesem Institut um unsere Heranwachsende weibliche Jugend hochverdient, ihnen gebührt die volle Anerkennung nicht nur der Schülerinnen, sondern auch der Elternschaft und darüber hinaus der Allgemeinheit. Was hier in täglichem Mühen geleistet wird, ist im besten Sinne des Wortes Aufbauarbeit an unserem ■MiiriTTT-BHiniTi'min— ~i tit 1 rwi—— ti Volkslörper, ist gute Weabereituna für die Volksgesundheit in Stadt und Land, in der Familie und in der Gemeinschaft. Oer Festakt am Samstag in den Mittagstunden im Saale des Gescllschajtsvereins bildete den Höhepunkt der Halbjahrsundertfeier. Eine große Festgemeinde füllte wiederum, wie am Dachmittag vorher, den Saab und die Galerien. Als Vertreter der Regierung waren Ministerialdirektor Urstadt und Oberschulrat Jung vom Kultusministerium erschienen, die Landes-Universität war durch Se. Magnifizenz den Rektor Prof. Dr. Herzog vertreten, die Provinz Oberhessen und den Kreis Gießen vertrat Oberregierungsrat Dr. Heß, als Vertreter der Stadtverwaltung war Bürgermeister Dr. Seid zugegen, außerdem von den Schulbehörden Kreisschulrat Fischer, Oberstu- diendircktor Dr. Kalbfleisch, die Rektoren Kneip und Reul (Gießen) und zahlreiche weitere Ehrengäste. Dachbein der Chor der gegenwärtigen Schülerinnen der Schule unter der vortrefflichen Leitung des Gesanglehrers L i n d e n st r n th Franz Schuberts wundervolle Psalm-Komposition «Der Herr ist mein Hirte" in feiner Weise zu Gehör gebracht hatte, begrüßte her erste Vorsitzende des Alice-Schul-Vereins, Stadtschulrat Prof. Dr. Alles, die Ehrengäste und die Fest Versammlung, wobei er mit gutem Grund betonte, daß der Verein seine 50-Jahr-Feier mit dem Hochgefühl frohen Stolzes begehen könne, weil die Gedanken und Ueberzeugungen, die zur Gründung der Schule führten, Gemeingut geworden seien. Die Zahl der Mädchen, die in die Dil- dungsstätten des Vereins alljährlich ausgenommen werden möchten, fei weit größer, als wegen der Raumverhältnisse angenommen werden könne. Das Rekrutierungsgebiet der Anstalt sei über die Grenzen unserer Stadt und der Provinz Oöer- hessen weit hinausgewachsen. Der Lehrkörper und der Vorstaird seien weit davon entfernt, das Verdienst an dieser Entwicklung nur sich und ihrer Arbeit zuzuschreiben; aber das dürfe gesagt werden, sie hatten sich bisher stets vom besten Willen leiten lassen, dem unter der veränderten allgemeinen Lage gesteigerten Bedürfnis nach hauswirtschastlicher und beruflicher Ausbildung der jungen Mädchen gerecht zu werden. Ministerialdirettor Urstadt überbrachte die herzlichen Glückwünsche des Ministeriums für Kultus- und Bildungswesen, sowie des Staatspräsidenten Adelung, denen er als alter Gießener auch seine perftznlichen herzlichen Glückwünsche für das Institut anschloß. Der Redner würdigte sodann den großen Segen der Arbeit der Alice-Schule für die einzelnen, die Familien, die Gesellschaft und bas Allgemeinwohl in Hessen und weit darüber hinaus. Dieser Segen der Arbeit liege nicht nur in der Ausbildung 'der technischen Fähigkeiten der Schülerinnen, sondern vor allem auch in der guten Vorbereitrrng der Mädchen auf ihren späteren Beruf als Hausfrau und in der Erzielung für diese Aufgaben, ferner für die Gemüts- und Willensbildung, für das Benehmen und Auftreten daheim und in der Öffentlichkeit. Mit warmen Worten der Anerkennung gedachte der Redner weiterhin der reichen Fülle von Arbeit und der tiefen Pflichttreue, die die Mitglieder des Lehrkörpers in den fünf Jahrzehnten den jungen Menschenkindern zugute kommen ließen, ferner würdigte er m herzlichen Dankesworten die Mühen und Sorgen der Damen und Herren an der Spitze des Alice- Vereins. Don besonderer Wichtigkeit fei dabei die Tatsache, daß diese Erfolge des Dercinsvor- standes nicht durch besoldete Beamte, sondern durch ehrenamtliche Selbstverwaltung erreicht wurden. Gerade diese ehrenamtliche Qfrbeit habe ganz Vortreffliches geleistet. Der Redner wünschte der Schule, daß sie auch weiterhin das Glück haben möge, immer ein so ausgezeichnetes Lehrerkollegium und einen so vortrefflichen Vorstand an ihrer Spitze zu haben. Dann werde der Gegen ebenso groß fein, wie bisher. Oberregierungsrat Dr. Heß überbrachte die Glückwünsche der Provinzialdirektivn Oberhessen und des Kreises Gießen, und betonte, die Schule und ihre Leistungen sprächen für sich selbst, so daß sich eigentlich jedes Wort des Lobes erübrige. Der Verein habe seine hohe Pflicht und Schuldigkeit voll und ganz erfüllt und ein unendlich wichtiges Stück Arbeit durch die Ausbildung der jungen Mädchen für die Familie, die Keimzelle des Gemeinwesens, und für die Voltsgesamtheit geleistet. Ein herzliches ..Glückauf" der Provinz Oberhessen und des Kreises Gießen begleite auch weiterhin die Schule. 3m Rainen der Stadt Gießen sprach Bürgermeister Dr. S e i b dem Verein und seiner Schule die herzlichen Glückwünsche der Stadt aus. Verein und Schule hätten in den fünf Jahrzehnten wertvolle Pionierarbeit für das Gemeinwohl geleistet, dadurch, daß sie die jungen Mädchen in gründlicher Weise auf ihren Hauptberuf als Hausfrau und Mutter vorbereiteten. Das sei ein hohes Verdienst, das allgemeine Anerkennung und wärmsten Dank verdiene. Der Verein möge seine Arbeit auf den bisher bewährten Bahnen fortsetzen, bis später einmal der Staat, dem eigentlich auch diese Seite der 3ugendausbildung obliege, das Werk des Vereins fortführe. Besonderen Dank der Stadt Gießen sprach der Redner noch den beiden Vorsitzenden des Vereins, Stadtschulrat Professor Dr. Alles und Frau Professor Dr. Kramer für ihre zielbewußte und selbstlose Arbeit im Allgemeininteresse aus. Beiden Vorsitzenden wünschte er, daß sie noch lange mit ihrer bewährten Kraft an der Spitze des Vereins stehen möchten. Oberstudiendivektor Dr. Kalbfleisch beglückwünschte den Verein und die Schule im Damen der Studienanstalt und unterstrich dabei die enge Verbundeicheit, die zwischen den beiden 3nstituten seit Jahren besteht, die gewissermaßen eine Einheit darstellen. Rektor Kneipp übermittelte die herzlichsten Glückwünsche der Stadt- Mädchenschule und würdigte auch seinerseits in treffenden Worten den Wert der Alice-Schule für die Weiterbildung der aus der Volksschule kommenden Iungmädchen. Beide Redner wünschten der Schule ein weiteres Blühen, Wachsen und Gedeihen. Nunmehr ergriff der Vereinsoorsitzende, Stadtschulrat Professor Dr. Al l e s, das Wort zu seiner Festrede, in der er nach einer seingestimmten und dankerfüllten Würdigung der Gründerin und Patin des Vereins und der Schule in den verflossenen fünf Jahrzehnten gab und damit einen Ausblick in die Zukunft verknüpfte. Wir werden auf die Schilderung dieser interessanten Vereinsgeschichte noch zurück- kommen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr auch die weitere Oeffentlichkeit, daß Frau Landrichter E r d - mann und Frau Geheimrat Gebhardt zu Ehrenmitgliedern, Geheimrat Prof. Dr. Fromme zum Ehrenvorsitzenden in dankbarer Würdigung ihrer großen Verdienste um den Verein ernannt wurden. Oer Ausklang des Festtages. Bei der anschließenden Festtafel feierte Oberschulrat Jung namens der Staatsregierung und in Vertretung des Ministerialdirektors U r st a d t noch einmal in beredten Worten die hohe Bedeutung der Mädchenbildungsarbeit in der Alice- Schule und das hervorragende Wirken des Der- einsvorsitzenden Prof. Dr. Alles. Anschließend wies ^3rof. Dr. Alles ganz besonders auf die unermüdliche und höchst verdienstvolle Tätigkeit der zweiten Vorsitzenden, Frau Pros. Dr. Kramer, und auf das Wirken des früheren Vorsitzenden, Geheimrat Prof. Dr. Fromme, hin, denen er herzlich dankte. Frau Prof. Dr. Kramer sprach mit warmen Worten der Anerkw- nung von der wertvollen Mitarbeit der Frau Geheimrat Gebhardt und der Frau Geheimrat S t ö r i k v. Kreisschulrat Fischer pries zum Schlüsse der Tafel in einer launigen Ansprache den Wert der guten Haushalts- und Kochausbildung der künftigen Hausfrauen, abschließend sprach eine frühere Schülerin der Anstalt dem Lehrerkollegium und dem Vorstände herzlichsten Dank für die Segnungen der Anstalt aus. Den Ausllang des Tages bildete ein frvhge- stimmtes geselliges Beisammensein auf der ßic» bigshöhe. Daten für Dienstag, den 2. Oktober. Sonnenaufgang 6.02 Uhr, Sonnenuntergang 17.36 Uhr, — Mondaufgang 19.06 Uhr, Monduntergang 9.40 Uhr. Das Rätsel Grönland. Von Dr. Kjulneß. Die Vision von Eis und Schnee, die fast jeder Leser mit dem Begriff Grönland verbinden wird, steht in einem merkwürdigen Gegensatz zu «Gent altnordischen Damen, der ganz zweifellos „grünes Land" bedeutet. Auch kann man sich das spärlich bevölkerte Land pelzbewafsneter Eskimos nicht gut als europäische Kolonie vorstel- len und doch ist. es sicher, daß schon vor tausend Jahren die Äormannen dort eine große Sie- delung angelegt haben, deren Geschichte durch Forschungen und Ausgrabungen heute ziemlich, klargestellt ist. Danach soll schon im Jahre 920 der Dormanne Gunbjörn Grönland entdeckt haben und im Jahre 985 habe Erich der Rote mit der Besiedelung begonnen. Die meisten Siedler wählten ihre Wohnsitze in den geschützten Meeresbuchten der Fjorde, nur Herjolf Baardson blieb an der offenen See. Dach ihm wurde her Oie- delungskvmplex Herolfsnes genannt, an welchem । die Dänen in den letzten Fahren erfolgreiche Ausgrabungen gemacht haben. Die Grönländi- sche Kolonie blühte jahrhundertelang und muh i einen ziemlich großen Umfang angenommen haben. Es wurden Städte gebaut, ein Bischofssitz entstand und — Getreideanbau ist ganz sicher nachgewiesen. 3m 3ahre 1261 tarn der bis dahin selbständige Freistaat unter norwegische Herrschast und es entwickelte sich ein reger Handelsverkehr zwischen Grönland und vor allem der norwegischen Hafenstadt Bergen. 3m 14. Jahrhundert wurde Bergen, wie das übrige Europa, von der Pest heimgesucht und etwa um 1410 jeder Verkehr mit der Kolonie jenseits des Atlantik abgebrochen. Die Kunde von bim fernen Land geriet in 'Vergessenheit. Als im 3ahre 1576 der Engländer Frobish er und 1585 John Dav is als erste wieder die Küsten von Grönland erreichten waren die Dormannen dort ausgestorben und das Klima war rauh, Getreide wuchs nicht mehr, die festen Plätze, die Städte, waren verfallen, und an Stelle der alten Wikinger hausten ESIimos in Zelten. — Die Eskimos haben keine Schriftsprache, nur Überlieferungen, nach bei sie die Dormannen in blutigen Schlachten besiegt und ausgerottet hätten. — Wie unwahrscheinlich, wenn man das kraftvolle, hochgewachfene nordische Erobeieivolk mit den kleingewachsenen Eskimos vergleicht? — Hier nun beginnt das Rätsel Grönland. Cs gibt verschiedene Theorien: Eine davon nimmt an, daß die Dormannen, nachdem die Verbindung mit der Heimat abgebrochen war, gezwungen gewesen seien, die Verbindung mit den Esllmos zu suchen, und daß sie bann durch Vermischung als Rasse untergegangen seien. Eine andere nimmt an, daß Degeneration und Seuche sie dezimiert und vernichtet habe. — Die Lösung des Rätsels liegt aber wohl in der Annahme einer Klimaveränderung. Es ist nicht einzusehen, weshalb die grönländischen Wikinger nicht imstande gewesen sein wollten, von dort aus die Schiffsverbindung mit dem Mutterlands wieder auszunehmon. 'Das größte Problem aber ist überhaupt die Frage, wie es denn so relativ kleinen Schiffen, wie den Wilingerschiffen möglich gewesen ist, die weite Reise über den Ozean zu machen, nicht einmal oder gelegentlich, sondern doch offenbar ganz regelmäßig und in großen Mengen. Die Gefahr der Eisberge, die häufigen heftigen Stürme, die Wetterverhältnisse über dem iibrb- lichen Atlantik, wie tob: sie heute kennen, scheinen eine Seefahrt mit kleinen Schiffen fast unwahrscheinlich zu machen. Ungelöst ist auch Die Frage, wie auf Grönland Ackerbau möglich war. Damhafte norwegische Historiker und Meteorologen nehmen an, daß — vielleicht durch Verlagerung des Golfstroms — gerade in den zwei Jahrhunderten, in denen die Verbindung mit Grönland unterbrochen ttyzr. eine Verschiebung des Klimas stattgesunden habe. Man müsse sich das ursprüngliche Klima in jenen Breiten als sehr gemäßigt vorstellen. Das Dordmeer müsse zu jeder Zeit eisfrei gewesen sein, und Grönland könne man sich wirklich als „grüneL Land" mit allen Vorbedingungen für den Anbau von Kulturpflanzen vorstellen. Eine ungeheure Daturkatastrophe von gewaltigem Ausmaß, verteilt vielleicht auf viele Jahrzehnte, mag es gewesen fein, die allmählich das Klima unb damit die Lebensbedingungen her vr>rblänbischen Kolonisten änderte, Kran.hüt und Seuche mag die Folge gewesen fein unb den CReft. die völlige Vertilgung, hoben dann die Cstimos besorgt. — Jedenfalls Hot diese Theorie die größte Wahrscheinlichkeit für sich, und vielleicht gelingt es auf diesem Wege, das Rätsel Grönland doch noch ganz zu lösen. Friedrich-Haase-Anekdsten. Friedrich Haase, der berühmte Darsteller, erzählt in seinen Erinnerungen: 3m Schloß zu Gotha wurde eine Liebhaber-Aufführung von (5er ibed «Glas Wasser" vorbereitet, in welcher Herzog Ernst II. selbst den Boliiigbroke spielen sollte und die übrigen Rollen mit Damen unb Herren des Hofes beseht waren. Haase, Leiter der Hvfbühnc, führte die Regie, und es war ihm zur Pflicht gemacht worden, besonders auf das Spiel des Herzogs zu achten. Alles ging in Ordnung, und das Stück wuchs von Probe zu Probe heran. An der Darstellung des Herzogs fand Haase nichts mehr zu tadeln, biS auf den einen Punkt, daß der Herzog bewegungsmäßig weder mit dem Hut noch mit dem langen Stock fertig wurde. Anstatt den Hut nach der graziösen Mode der Zeit Bolingbrokes leicht mit dem Un- terarm an den Leib zu drücken, zwängte er ihn fest unter die Achsel, und der Spielleiter mußte immer wieder erinnern. Schließlich riß dem Herzog die Geduld, und er rief unmutig: „Schwere- breit noch einei 3ch kann doch nicht anders!" Ein Wort bringt das andere. Haase vergißt vollkommen die höfische Haltung und Rücksicht und erklärt schließlich zornig: „Wer ich bitte, so benimmt sich doch rein vornehmer Mensch." Anfängliches Erstarr i der Anwesenden. Der Herzog nahm jedoch den Ausdruck nicht übel. Die Auf- führun'g kam trotz des Zwischenfalles zustande und hatte Erfolg. Am Abend nach der Aufführung bei einem Souper im Schlosse fragte der Herzog Haase plötzlich: „Haase, wenn ich Schauspieler wäre, welche Gage, denken Sie, würde ich bekommen?" Haase druckst und druckst, und es bedarf wiederholter Aufforderung, bis er zur Antwort ansetzi: „Hoheit, ich denke..." — „Dun, was denken Sie?" — „3ch denke: achthundert Taler, bei einer mittleren Bühne." Alles lacht; der Herzog aber Meint zufrieden: „Da also, da kann ich ja nicht kaputt gehen." — Recht vergnüglich ist jene andere Geschichte, wie Haase nach Frankfurt a. M. engagiert wurde: 1839: der Maler Hans Thoma in Demou im Schwarzwald geboren; — 1847: Reichspräsident Paul von Hindenburg in Posen geboren; — 1865: der Afrikareifende Karl Klaus Freiherr v. d. Decken bei Bcrdera (Ostafrika) ermordet; — 1869: der indische Nationalist Mohandas Karar chand Ghandi in Porbandar geboren; — 1920: der Komponist Max Bruch in Berlin gestorben; — 1921: der frühere König Wilhelm II. von Württemberg in Bebcnhousen gestorben. Oberheffen. La dkreis Gießen. 7. Rödgen, 30. Sept. Die Kartoffeln erbrachten hier eine gute Mittelernte. Die Knollen find durchweg gesund. Dir Obsternte ist auch fast beendet. Aepfel gab es wenig. Die Birnbäume tragen etwas reichlicher. Zwetschen wurden in Großen-Bufeck verladen. Trotz der langen Trocknheit stellen die Gartenerzeugnisse zufrieden. Lauch und Sellerie haben schöne Knollen, die Schwarzwurzeln sind kräftig entwickelt, Karotten geben schöne Erträge itnb unter dem Gemüse ist wenigstens Wirsing geraten. s. A u s dem B u s e ck e r Tal. 30. Sept. Mit der zu Ende gehenden Woche dürften die meisten Landwirte unserer Gegend mit dem Kartoffel- aus machen fertig geworden sein, da das Wetter anhaltend günstig war. Der 6 r t r a g J ft sehr zufrieden st eilend. Aecker mit binbigein Boden, der sonstjahrs leicht die Knollen faulen läß^. brachten auch gute Ernten. Ganz besonders zeichnen sich Odenwälder Blaue aus, aber auch Vater Rhein, die noch vielfach angebaut wird. Ausgezeichnet ist auch die Qualität der Knollen. Mit dem A u s st e l - len der Wintergetrcides ist man allerdings infolge der Bodentrockenheit nach im Rückstand. Ganz außergewöhnlich voll hängen in diesem Herbst die W e i n t r a u b e n st ö ck e an den Häusern, eine Erscheinung, die seit mehreren Jahren in unserer Gegend nicht beobachtet wurde. Auch solche Stöcke, die schon abgängig sind, aber als Hauszierde belasten werden, tragen dieses Jahr. Die üblichen Weinkrankheiten sind fast ganz ausgeblichen. Man findet deshalb fast kaum aufgesprungene Früchte. Außerdem sind sie von einer Süßigkeit, wie seit langem nicht. L Göbelnrod, 30. Sept. Der Gememderat und Ortsvorstand haben dem seitherigen 3agd- pächter, Fabrikant Allmendinger (Grün- berg), unsere G e ni e i n d e j a g d auf weitere drei 3ahre zu dem um 100 Mark aur 600 Mark erhöhten Pachtpreise verpachtet. Diese Regelung war nötig geworden, um die durch den Tausch von Wald mit dem Fiskus verschieden laufende Pachtzeit innerhalb unserer Gemarkung auszugleichen. s. Utphe, 30. Sept. Zur Zeit ist man mit der Ausbesserung unb Teerung unserer Ortsdurchfahrt beschäftigt, die einen Teil des Straßenzuges Hungen—Friedberg bildet. Nachdem unser Dorf in diesem Strahenzug mit den beiden Nachbarorten Berstadt und Inheiden durch Klein- pflaster verbunden worden ist, hätte die Provinzialverwaltung auch die Durchfahrt pflastern lassen, falls die Gemeinde einen Anteil von 8000 Mark dazu beigetragen hätte. Wegen anderweitiger Belastung war dies zur ^eit nicht tragbar. Infolgedessen einigte man sich auf die Befestigung der Straßendecke durch Teer, wobei die Gemeindekasie anteilsmäßig 400 Mark zu tragen hat. Die Anwohner begrüßen die Verbesserung, da sie bei dem starken Durchgangsverkehr seither ungeheuer unter der Staubolage litten. Diese war so stark, daß viele Topfpflanzen vor den Fenstern, in einem Fall sogar prachtvolle Kletterrosen, an einem Hauseingcmg abgestorben sind. Nicht minder froh als die Anwohner werden aber auch die Autofahrer fein, da der seitherige Zustand der Straße trostlos war. Äreis Friedberg. “3 ai> • Ql a u fje im, 30. Sept. DanE der günstigen Sage am Taunusrande hatte unsere an Obstkulturen sehr reiche Gemarkung noch eine leidliche Mittelernte zu verzeichnen. Die allgemeine Knappheit an Arpfeln übte aber ihren starken Einfluß auf die Preisgestaltung bei den staatlichen und städtischen Ob st v e r - Steigerungen aus, und so gab es auch hier durchweg nur teures, sehr teures Obst. Die Stadt hat rund 500 Mk. Mehrerlös gegenüber dem Haase kam auf einer Reise durch Frankfurt. Sein Zug ging 4.31 Uf)c weiter. Eine kleine Spanne Zeit, die ihm bis dahin verblieb, wollte er benutzen. indem er Roderich Benedix besuchte, der damals Intendant des Städtischen Theaters in Frankfurt war. Atemlos betritt Haase das Intendantur-Gebäude: „3ch will Ihnen, lieber Freund, im Dor» beifliegen nur rasch Die Hand drücken; der Zug geht 4.31 Uhr weiter." — „Was der Tausend, Haase, wo kommen Sie her? Wo wollen Sie hin?" — „Ich komme von Karlsruhe und gehe zunächst heim, nach Berlin, um dort neue Dispositionen zu treffen." — „So! Ach Herr Jesus, und da stürmt er herein zur Tür und will um 4.31 Uhr wieder weiter. Dee, daraus wird nichts. Sehen Sie sich hier; ich werde gleich den Gastspielverlrag ausfertigen lassen." — „Wer Benedix, sind Sie verdreht? Ich muß doch auf den Bahnhof. Sie hören ja: 4.31 Ufjr — „Geht Der Zug! Lassen Sie ihn nur ruhig gehen. Haben Sie Ihre Sachen auf Der Bahn?" — „3a." — „Da, dann geben Sie mir nur den Schein; ich lasse sie sofort holen." — „Aber ich bitte Sie!" .Datürlich, einen dreijährigen Kontrakt, der mit meinem konform ist." — „Wer Benedix, ich muß doch ..." — „Vorher gastieren? Datürlich! Wer bei Haase ist das ja überflüssig. Kenne Sie doch. Komitee kennt Sie auch; Publilus dito. Also ist ein Gastspiel auf Engagement überflüssig." — „Dun lassen Sie mich aber au»ch mal zu Worte kommen. Sie wissen ja nicht..— „Was Sie fordern? Das schadet nichts. Das lasse ich offen im Kontrcüt; das füllen Sie selbst aus. Sie sind ja ein anstän- 1 diger Kerl und werden uns das Fell nicht über die Ohren ziehen." -- „Aber, Menschenst'ind. begreifen Sie denn nicht, daß ich auch ..." — „Spielgeld und Urlaub haben muh? Datürlich' Habe ich schon notiert: vier Monate Urlaub.“ — „Venedig, Sie werden mich ernstlich böse machen. 3ch gehe..." ■*- „Herr 3esus ja, das können Sie auch, wenn Sie den Kontrakt unterschrieben heben. Vorher aber kommen Sie nicht heraus.“ Ward je in solcher Laun' ein Weib gefreit? Der Zug ging um 4.31 Uhr; aber ohne Haase. i Der blieb für die nächsten Jahre in Frankfurt. t I Vorjahre mit seiner seltenen Rekorternle gehabt. Durchschnittlich kam der Zentner Aepfet am Baume auf 15 bis 20 Mk. zu stehen. Sehr begehrtes feines Tafelobst, besonders Goldparmänen und Renetten, kosteten teilweise 35 bis 45 Mk. pro Zentner am Baum. Folgender Einzelfall illustriert drastisch den Gegensatz zum Vorjahre. Ein Daum ..Schoner von Boskoop", der ergangenen Herbst mit 6 Zentnern Ertrag 13 Mk. kostete, kam in diesem Jahre mit knapp zwei Zentnern auf 5 2 M k. Der Obstverlauf durch Private hat bereits eingesetzt. Die hiesige;, Acpsel- weinkeltereien zahlen für Schuttelvdst 11 bis 12 Mk. pro Zentner. Gepflücktes Wirtschaftsobst lSchafnasen, Anhalter usw.) wird für 20 bis 22 Mk. angeboten, gemischtes Tafelobst für 30 Mk. Für Birnen, die bei den Versteigerungen verhältnismäßig billig Warrn, hat sich ein fester Preis noch nicht gebildet. Gute Luise und Pa- storenoirne wurden bisher mit 15 Mk. bezahlt. Zwetschen werden von den hiesigen Erzeugern im Kleinverkauf mit 10 bis 12 Pf. pro Pfund abgescht. Dom Lande erscheinen dieser Tage die ersten Kartvsfelf uhrwerlc in der Stadt. Der Preis für den Zentner frei Keller betrug diese Woche 5.50 Mk. * Nieder-Wöll st adt, 30. Sept. Der M ä n - nergesangoerein „Frohsinn" Nicder- Wöllstadt feiert am 6., 7. und 8. Juli 1929 sein goldenes Jubiläum, verbunden mit einem nationalen Ge s a n a s w e t t st r e i t. Die Vorarbei' ten sind in vollem Gange. Kreis Büdir ^rn. Ridda, 30. Sept. Die U ober siedln n g der Realschule auS dem Dvlksschul- gebäube in den Neubau läßt sich zum Beginn des Winterhalbjahrs nicht mehr ermöglichen, da die innere Ausstattung bis zu diesem Zeitpunkt nicht beendet ist. Die Einweihungsfeierlichkeiten, die in größerem Nahmen gedacht sind, dürften sich in die erste Oktoberhalste verschieben. Kreis Schotten. □ Laubach, 29. Sept. In der gestrigen Sitzung des (9cmel nberats purbc zunächst die Wahl der Feldgeschworenen vorgenommen. Gewählt wurden die Landwirte WUH. Friedr. Wagner, Heinrich S a I z m a n n V., Rudolf Stotz I. Weiter wurde die Errichtung eines Bürger- steias an der Sicher Straße beschlossen. Die Slrbetten sollen öffentlich vergeben werden. Außerdem soll im kommenden Frühjahr ein Teil des Kirchenplatzes gepflastert werden. Für die Freiw. Sanitätskolonne wurden für dieses Jahr 200 Mark bewilligt. — In diesem Jahr sind genau eineinhalb Jahrhundert seit der Errichtung der hiesigen Synagoge verflossen. Die Akten der Israelitischen Gemeinde im Stadtarchiv gehen auf das Jahr 1818 zurück. In Kupfer getrieben hängt am Eingang das Wappen des Grafen Christian August, der den Bau bewilligte. Im Lause der Jahrhunderte war das Mauermerl teilweise schadhaft /geworden, weshalb eine gründliche Ausbesserung vorgenommen werden mußte. Auch das Innere des kleinen, ober stimmungsvollen Gotteshauses wurde nach Plänen des Hochbauamtes Büdingen neu heraestellt. Oberhalb des Redepultes wurde eine Darstellung der 10 Ge bote in hebräischer Schrift angebracht, die von zwei Engeln, den Hauptstämmen Israel und Juda flankiert wird. — Die Kartoffelernte fällt nach Menge und Beschaffenheit sehr befriedigend aus. Besonders die Sorten Blaue Odenwälder, Industrie und Edelperle geben reiche Erträge. Dagegen versagt die Sorte Hassia. Diese kann offenbar die trockene Witterung nicht vertragen. Vorzüglich stehen auch die Dickwurzeln und die Kohlrabi. Kreis Alsfeld. X Homberg, 30. Sept. Auf dem etwa eine Wegstunde von hier entfernten Hofgute 'Heu« Lllrichstein (Besitztum des Vereins für Hessen und die Provinz Hessen-Nassau zur Beschäftigung Arbeitsloser zu Frankfurt a. M.) kam dieser Tage die Obsternte unter großer Beteiligung der näheren und weideren Umgegend zur Versteigerung. Die Obstbäume zeigten guten Behang, so daß man von einer Rekordernte reden tonnte. Durch auswärtige Händler aus Frankfurt. Gießen, Alsfeld und Homberg wurden die Preise sehr in die Höhe getrieben. Cs kostete pro Korb, Vi Zentner Kelter obst, 3 bis 7 Mk.. Wirtschaf t-tobst 5 bis 9 Mk.. Tafelobst 6 bis iO Mk. Die 200 Apfelbäuia: erbrachten einen Gesamtbetrag von rund 3800 Mk. Birnen und Zwetschen kamen nicht zum Ausgebot. Stattendurg. Lpd. D a c m ft a b t, 29. Sept. In einem Hause der Kiesstraße war eine Frau mit Fenster- putzen beschäftigt, als plötzlich die Leiter u m । i c [ unb die Frau vom ersten Stock auf die Straße stürzte. Sie kam mit schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus. — Der vor einigen Tagen in einem l) - Zug auf der Strecke bei Langen begangene Selbstmord eines Unbekannt en. hat jetzt seine Aufklärung gesunden. Bei dem Toten handelt es sich um den 1881 in Mittelbuchen geborenen Küfer Willi P u t h. Gr war vor etwa 20 Jahren nach Amerika auSgewandert, von wo er jetzt mit einem Vermögen von etwa 40 000 Mk. gurückkmn. Puth glaubte, mit diesem Kapital sich eine Existenz in Deutschland nicht schaffen zu können, und äußerte in der letzten Zeit wiederholt Selbstmordabsichten. Seine Leiche wurde von den Angehörigen anerkannt. WSR. Dieburg, 30. Sept. Die hier erscheinende „Starkenburger Provlnzial- z e i t u n g" kann am 1. Oktober auf ihr 30jähri- ges Bestehen zurückblicken. Die Zeitung, die politisch dem Zentrum nahesteht, erscheint seit 1. April 1922 im Verlage von Heinrich Herrmann, der vorher einige Jahre Oberfaktor und Betriebsleiter der „Rhein-Mainischen Bolksztg." in Frankfurt a. M. war. Preußen. Kreis Wetzlar. Z Krofdorf, 30. Sept. Die hiesige G e • meinbeoertvetung hat in ihrer jüngsten Sit- Stork bcchslassrn: In her Umlegungssache der Gemeinde Rodheim an der Bieber wurden zu Bevollmächtigten Bürgermeister Brockmeier unb Gemeistbevorsteher Stört gewählt. — Die B e - s ch a f f u n g einer Nähmaschine für ben Handarbeitsunterricht würbe abgelehnt. — Der bisherige S ch i e b 5 m q n n ,. Konrektor B e ch t h o l b, würbe wiebergewählt, zu dessen Stellvertreter Förster Möller. Zum Schicbsmannstellvertreter für Gleiberg würbe Gustav Valentin gewählt. — Das Weißen der Gemeinbebackhäuser wurde ab- gelehnt, da diese erst vor kurzer Zeit geweißt wurden. — Die Kanalisierung des südlichen Teils der Hauptstraße, von der Apotheke an, wurde an den Wenigstforbernben, Lubwig S ch l e e n b e ck e r, vergeben. △ Niederkleen, 30. Sept. Dieser Tage sand hier die V e r st c i e r u ng des Gemeinde- o b st e s statt. Der Ertrag war in diesem Jahre sehr gering; er dürste schätzungsweise nur etwa 30 v. H. einer normalen Ernte bargestellt haben. Infolge bes geringen Ertrages waren auch nur wenige Käufer 311 ber Versteigerung erschienen. Die Preise für bas Obst (es hanbelte sich in der Hauptsache um Acpsel) bewegten sich zwischen 10 unb 15 Mark je Zentner am Baum. — Die Pfl a st c r u n g der im Zuge ber Pro vinzialstraßc Wetzlar—Butzbach belegcnen hiesigen Orts st ratze vom Schneiberderg bis zur Gastwirt «Ohly, einer Strecke von etwa 150 lsb. Meter, eser Tage fertiggestellt worben. Um den Fuß- gängcrverkebr von der Straße, die im Durchaangs- verkehr stark benutzt wird, abzulenken, hat die Gemeinde einer Forderung der Provinzialstraßenbau- vcrwaltung entsprochen und in ber Straßenstreckc einen Bürgersteig angelegt. Q Niederkleen, 30. Sept. Die Verwaltung der burd) die Versetzung des Schulamtsbewerbers Kley freigewordenen Hilfslehrer st ekle an ber hiesigen Schule ist von ber Regierung in Koblenz bem Schulamtsbewerber Karl Keiner aus Aßlar übertragen worben. Z O b e r k l e e n , 30. Sept. Jagdaufseher Eitzen- stetter erlegte dieser Tage im Distrikt „Dreispitz" des hiesigen Gemeindewaldes ein Stück Schwarzwild (Bache), das aufgebrochen ein Gewicht von 41 Kilogramm hatte. d)Oberkleen,30. Sept. Die hiesige Gemeinde hat in diesem Jahre wieder außerordentlich unter der Mäuseplage zu leiden. Die Gemeindevertretung hat daher beschlossen, zur Vergiftung ber Mäuse Gisthaser zu beschaffen, ber in diesen Tagen ausgelegt werben.soll. Mairrgau WSN. F r a n k f u r t a. M., 29. Sept. Ein Lehr fing, ber bei seiner Firma für etwa 40 Mark Blech unterschlagen hatte, stürzte sich, als er beswegen zur Rebe gestellt wurde, vom Dach ber elterlichen Wohnung in die Tiefe. Mit schweren Verletzungen kam er ins Krankenhaus, wo er nach einigen Stunden st a r b. Kunst und Wissenschaft. Ludwig Freiherr von Pastor Der österreichische Gesandte beim Vatikan, Prof. Dr. Ludwig Freiherr von Pastor. Verfasser der bekannten „Geschichte der Papste", ist am Sonntag um 4 ^Ihr in Innsbruck, wie von dort gemeldet wird, im Alter Bau- aesellschaft zu oert Sckrtftl. Angeb. unt. 8669D a.d.Gietz.Anz. Statt Karten. Die Verlobung ihrer Tochter Freda Elisabeth mit dem Leutnant a. O. Herrn Dr. phil. Adolf Kulessa geben bekannt General a. O. Dr. Bethcke Ella Äelhcke, geb. von Wurmb. Gießen, Äismarckstraße 46. 8656V prächtiger Sonntagsjunge angekommen! Dr. Andreas und Frau Lotte geb. Schön Wetzlar, den 30. September 1928 (Stadt. Krankenhaus) 867 ID Försterosen sowie Dauerbrandofen ««>3 billig abzugebeu C. GmmeliuS. Marburger Str. 15. Fast neuer, grün emaillierter Lora-Ofen preiswert abzuaeb. Babnboittr. 35 I. 300 reine Schlegelfl, auch g. Lebensmtlt., abzugeb. Schr. Sing, u. 06922 an b.G.Anz. Inserieren bringt Gewinn Besichtigen Sie bitte unsere 13 Schaufenster und erweisen Sie unserem Hause die Ghre Ihres Besuches. Sie werden bei dieser Gelegenheit wiederum die große Leistungsfähigkeit unseres Spezial-Unternehmens feststellen können x Die • Oervfi-Mode in ihrer ganzen Schönheit und in ihrem vollen Reichtum herrlichster Neuheiten in Herren- und Knabenbekleidung ist in unserem Hause eingezogen. — Nutze und Vornehmheit in den Farben und in den Dessins stark betonend, gereichen diese wunderbaren Modeschöpfungen dem Herbst zur Shre, dem Herrn zur besonderen Freude. Alles was für die neue Moderichtung tonangebend war, ist in bester Ware und Verarbeitung von uns in unvergleichlich großer Auswahl ausgenommen worden. Gbenso sind die Preise unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse soweit nach unten gedrängt, daß es jedermann leicht gemacht ist, sich diese unsereguteKleidung anzuschaffen. Wir veranstalten daher von Dienstag, 2. Oft, bis 10. Oft. einen großellMniel-Verkaus und unterwerfen unsere gesamten, sehr reichhaltigen Lager in Ltlfteen, Valetots und Gchweden-Mäntetn in den neuesten Macharten und Farben dieser großzügigen Veranstaltung. Unsere Preislagen: E GvezialttSt: Verleidung fite Vovvulente und sehr schlanke Heveen r । I 8 | i i »-• I >/• I ■ w i f z 'V. I I Ecke Bahnhofstraße Gießen «»«stabt 1 Das Gaus der eleganten Zerren- und cktztiaben-WeNeidung Montag, 1. Oktober 1928 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffeil) Nr. 23 Drittes Blatt Tumen, (Sport und Spiel Nachdruck verboten. 5. Sortierung. Zitternd vor Dankbarkeit, lief sie neben dem schnell Ausschrcitenden einher. „Ich komme kaum mit." „Keine Angst. Ich reiße nicht aus. Koffer flaue ich nicht. Ich gebe mich nur mit großen Sachen ab." Hatte er sich nicht wieder verplappert? Aber die kleine Frau lief glücklich und schnaufend neben ihm her. „ v Am Bahnhof verflog seine gute Laune vollends. Hier würde man ihn zuerst suchen., Wie hatte er nur zum Bahnhof gehen können! Hier standen die Berfolger schon längst, sicher postiert. Jeder Dienst- mann dort sah, zum Exernpel, verdächtig aus. Er hätte ihm gern an dem buschigen Schnauzbart gezerrt, ob der nicht aufgepappt war. „Haben Sie wenigstens eine Fahrkarte? fuhr er die Frau ungeduldig an. „Natürlich. Aber du lieber Gott, wo steckt sie nur?" Sie fingerte in ihrem Handtäschchen herum. Ein Taschentuch flog heraus, ein vie' gestopfter Zwirnhandschuh, ein Kämmchen — endlich zog sie das graue Billet triumphierend hervor. „Vierter Klasse? Na, schön. Wie lange fahren Sie denn?" „Nur dreizehn Stunden. M.'in Mann und meine Kinder erwarten mich auf dem Bahnhof. Ach Gott, ich glaube, sie werden die ganze Nacht nicht schlafen, die guten, kleinen Mäuse." Grotteck trug den Koffer getreulich bis zur Bahn- schranke, und er nahm das Geldstück, das sie ihm verlegen reichte, nach kurzem Zögern an. Wenn seine Verfolger das ansahen, würden sie „feinen Blick mehr auf ihn verschwenden. „Handgeld!" sagte er lachend, über die Münze leicht hinspuckend. „Ja, es sind schlechte Zeiten." Als er durch das große Portal auf den taghellen Bahnhofplatz trat, hatte er schon die Frau oergtzssen, die „nur" dreizehn Stunden durch die Nacht fuhr. Schnellen Schritts durcheilte er die Straßen feiner Wohnung zu. Die zunehmende Dunkelheit machte ihn wieder unsicher. Warum war er eigentlich nicht einfach in einem andern Auto nach Hause gefahren, womöglich mit mehrmaligem Wechsel? Endlich stand er vor seinem Haus. Unter der Laterne, die den Eingang schwach beleuchtete, hockte eine miauende Katze, die wohl hinein wollte. Er schrie sie nervös an, und sie setzte in großen Sprüngen maunzend davon. Bezirk Bayern. 3n der Gruppe Rordbahern endete das große Rivalenspiel Sp.Vgg. Fürth gegen den 1. F.C. Nürnberg nach sehr lebhaftem Kampfe ß e n in den Landesürchcntag im Einvernehmen mit der Fakultät entsandt werden soll. Mit einer Schl utzansp rache des Präsidenten, Freiherrn v. Heyl, in bei- er den Abgeordneten für ihre anstrengende Mitarbeit dankte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß die gefaßten Beschlüsse zum Segen der Landeskirche ausschlagen möchten, schließt der Landcslirchentag. Stockflecken. Was hatte er doch geträumt? Dunkle Männer hatten ihm Geld aufgedrängt — viel Geld — ein Vermögen — und cr hatte deswegen Furcht ausgeftanben. Ein Traum, lächerlich und unsinnig. Schlaftrunken richtete er sich auf. Dabei glitt seine Hand über Kopfkissen und Oberbett, in denen es von Papieren raschelte. Und plötzlich schlug es elektrisch durch sein Hirn: ihn chatte fein Wunschtraum genarrt. Die Psychoanalyse würde durch diese Nacht um fein Beweismaterial reicher werden. Es war waches Erlebnis gewesen. Das Geld war ihm in die Hönde gedrückt worden, und dort lag es versteckt. Versteckt? Jedes Kind würde cs auf den ersten Blick finden. Konnte man in diesem Zimmer überhaupt etwas verstecken? Es war rechtwinklig, ohne Nischen, Winkel oder Erker, ohne Geheimtüren oder Doppellvände, ohne den geringsten Anlauf zu einem Geheimnis. Nun klopfte es wirklich. Leise, aber deutlich Wem • gehörte dieser Knöchel, der ihn aus dem Schlaf ins wache Leben geschreckt hatte? Zitternd saß er auf dem Bettrand. Dann tarn ihm der Einfall, zu schnarchen und so den Menschen draußen zu täuschen. Aber er bekam keinen Ton aus der Kehle, die trocken wie Filz war. Vorsichtig hob er die Wasserkaraffe an den Mund und trank in tiefen, durstigen Zügen. Nie hätte er gebar'-1, daß Wasser so gut schmecken könnte. Leider flirrte die Karaffe vernehmlich auf dem neusilbernen Tablett auf. Und wie auf ein erwartetes Signal stellte sich nun wieder das Klopfen ein — zum drittenmal? Zum hundertsten Male? Die Spannung wurde unerträglich, und es wat ja nun auch keine Möglichkeit mehr, noch Schlaf vorzutäuschen. „Wer ist da?" War das seine Stimme? Klang sie so heiser und krächzend? Eine weibliche Stimme antwortete: ,Zch bin es, Herr Grotteck. Das Frühstück wird sonst kalt, und ich muß auf den Markt." Er erhob sich aufatmend und ging zur Tür. Als er öffnen wollte, überfiel ihn cm neuer Verdacht wie ein hämischer Feind. (Fortsetzung folgt) Schwedens MMcherFuMaWeg Die deutsche Mannschaft 2:ü geschlagen Der mit großer Spannung erwartete siebente Fußball-Länderkampf Deutschland gegen Schweden sand am gestrigen Sonntag vor etwa 17 OCO Zuschauern im Stockholmer Stadion statt. Der sportbegeisterte König von Schweden lieh es sich nicht nehmen, dem Spiel persönlich beizuwohnen. Sn der Königsloge hatte außerdem der Dertreter der deutschen Gesandtschaft Prinz zu Erbach-Schönberg, mit mehreren Mitgliedern der deutschen Gesandtschaft Platz genommen. Das Wetter war zu Beginn des Spw- les außerordentlich schlecht, denn es regnete in Strömen. Mit dem Anpfiff lief der deutsche Sturm vor das schwedische Tor; die schwedische Verteidr- gung konnte diesen Angriff nur mit großer Mühe abwehren und muhte den Ball zur Ecke aus- schlagen; der Eckball wurde hereingegeben, aber der Ball prallte, vom starken Wind getrieben, vom Torpfosten ab und rollte ins Aus. Rach toeiteren gefährlichen Momenten vor dem schwedischen Tor fiel nach wenigen Minuten bereits die zweite Ecke für Deutschland. Der Ball kam zum Halbrechten S o b e ck, der ihn mit einem Prachtschuh auf das schwedische Tor setzte. Rur mit viel Glück konnte ihn der schwedische Torwart Rydbeg halten. Die deutschen Stürmer waren bei all ihren Aktionen von grohem Pech verfolgt. Bei einem Rachschuh rollte glücklich das Leder über die Linie, aber der Torerfolg wurde vom Schiedsrichter wegen Abseits nicht anerkannt. Kurz vor der Pause konnte der schwedische Mittelstürmer Lundahl einen Elfmeter zum ersten Tor verwandeln. Schweden führte bet Halbzeit 1:0. . Als die Mannschaften wieder den Sptelplah betraten, hatte der Regen aufgehört. Sn Prächtigem Spiel zog die deutsche Angriffsreihe sofort vor das schwedische Tor. Kuzorra kam zum Schuh, aber der Ball ging haarscharf daneben. Ein Eckball wurde eine Beut: des vorzüglichen schwedischen Torhüters Rydbeg. Die schwedische Mannschaft zeigte jetzt bedeutend bef ere Leistungen als in der ersten Spielhälfte. Die Angriffe wechselten in schnellem Tempo, und beide Tore tarnen wiederholt in Gefahr. Rach der ersten Viertelstunde hatte die Ueberlegenheit der deutschen Elf ihren Höhepunkt erreicht. Die Schweden waren vollkommen eingeschnürt und verteidigten mit dem Mute der Derzweiflung, aber nur Ecke auf Ecke erzielte die deutsche Mannschaft, während der Torerfolg versagt blieb. Alle Derfuche, den Ausgleich herzustellen, biteben find die Unterlagen beizufügen, aus denen die Berechtigung der Anlragste'.ar einwandfrei her- vorgeht. Der Antrag muh nach dem anteri- konischen Freigab-egesetz b i s zum 10. März 1929 gestellt werden. Wird dieser Antrag nicht ober nicht rechtzeitig gestellt, so ist das Eigentum für den deutschen Berechtigten endgültig verloren. Es sei in diesem Zusammenhang darauf ausmerksam gemacht, dah deutsche Firmen, die Dorkriegsforderungen gegen amerikanische Kunden haben, nur dann einen Freigabeantrag an den Alien Property Custodian stellen können, wenn die amerilanischen Kunden die Schuldbeträge seinerzeit an den Alien Property Custodian überwiesen haben, wie es das amerikanische Gesetz über ben Handel mit dem Feind vorsch.ieb, der Custodian also tatsächlich Werte des deutschen Zreigabeberechtigten in Händen hat. Diejenigen deutschen Sntereffentcn, di: bei ihren Anträgen Formfehler vermeiden wollen, oder nicht in der Lage sind, die Angelegenheit selbst zu betreiben, können sich an den Deutsch-Ameri ionischen Wirt- fchastsve^band, Berlin NW 7, Reue Wilhelm- stroße 12 -14, oder an die Amerikaabteilung des Bundes der Auslanddeutschen, Berlin NW 6, Luisenstrahe 27/28, wenden, die bereit sind, auch Richtmitgliedern Auskunft zu erteilen und Hilfe angedeihen zu lassen. Svaußettscher LandessirchMag. WER Darmstadt. 29. Sept. Sn der gestrigen Sitzung gab der Vorsitzende D. Dr. v. Heyt einen Antrag bekannt, der von der Regierung eine schärfere Handhabung der Bestimmungen zum Schutze der Sonntagsheiligung währeird der Gottesdienststunden verlangt. Ein entsprechender Aufruf möge außerdem durch die Presse veröffentlicht werden. Abg. S a c o b * Mainz bat, zu erwägen, ob nicht wegen des Wochenendes die Einführung eines Gottesdienstes am Sonntag abend am Platze sei Er verweist auf die „unsichtbare Kirche", die durch die Radio- Uebertragung von Gottesdiensten gebildet werde, die, wenn sie auch dem Besuch des Gottesdienstes Abbruch tue, so doch beachtlich und anerkennenswert sei. . Die Bedeutung der inneren und äußeren Mission wurde von dem 2lbg. Werner unterstrichen, während Abg. Saufen anf die wertvolle Arbeit des Evangelischen Bundes und des Gustav-Adolf-Ber- eins hinweist. Professor D. Cordier- Gießen stellte mit Genugtuung die Wärme des Berichts über die engen Beziehungen zwischen Fakultä t und Landeskirche fest. Er hofft, daß das in dem Bericht ausgedrückte Vertrauen zur Fakultät die Auffassung des gesamten Kirchentages sein möge. Präsident v. Heyl dankte dem Redner im Namen des Hauses für die außerordentlich wertvolle Arbeit der Fakultät und begrüßte die enge Zusammenarbeit mit ihr. Die Abg. Keller. Prälat Diehl, Lenz- Gießen, Frau Lambert und D. Müller sprachen dann noch über die Tätigkeit der Pfarrfrauen in den Gemeinden. Das Schlußwort mit den Folgerungen aus den zahlveicheii Anregungen brachte Oberlirchenrat Zentgraf. Er ^handelte ausführlich die Frage der A ben d m a hl sr e i chung im Gemein- schaftswefen, das über diese Frage fewjt noch nicht einer einheitlichen Auffassung sei. Mit Zwang sei hier nichts zu erreichen. Anschliehend folgte eine nichtöffentliche Sitzung. Sn der Rachmittagssihung stand die auher- ordentlich schwierige Finanzlage der Hessischen Evangeli,chen Landeskirche zur Debatte. Der Etat 1928 schließt mit einem ungedeckten Fehlbetrag von 1,2 Mill. Mark, trotzdem der Staatszuschuh um 80 003 Mark erhöht wurde. Dadurch wird es nötig, die Pfarrergehälter und Grund Vergütungen um 10 Proz. ab 1. Oktober bis 1. April 1929, unb ab 1. April 1929 nur um 5 Proz. der seitherigen Bezüge herabzusetzen. Dieser Antrag wurde in erster Lesung angenommen. Die letzte Tagung des nunmehr zu Ende gegangenen Kirchenparlamentes begann am heutigen Samstag mit der zweiten Lesung der verschiedenen Vorlagen zum Kirchengesetz. Racy kurzer Aussprache wurde die Vorlage der Krr- cbenregierung über die Gehaltsabzüge per Geistlichen und eine entsprechende Regelung für die Witwen- unb Waisenbezüge angenommen. Cs sind im übrigen mit dem Hessischen Staat und den Parteien Verhandlungen aufgenommen worden, um den Staat zu einer Erhöhung der- Zuschüsse zu den Pfarrerbesoldungen um etwa 300 000.- War! zu veranlassen. Die Abstimuiung über die Anträge des Kleinen Drr- fassungsaurschus'es über die Abänderungsanträge ä um Kirchenwohlsystem ergaben tMehnung des Antrages Lampas, den wir bereits mitgeteilt haben. Die Revision der Wahlbestimmungen wird also dem kommenden Kirchentag übertragen. Eine Aenderung des Dienst gelöbnisses wurde ebenfalls beschlossen. Die geforb rte Reu gründ ungv on Kirchengemeinden in Gießen und die Errichtung einer fünften Pfarrstelle in Worms werden genehmigt. Auf eine Anfrage Her ae- us-Oftenbach wegen der Besetzung von Rektorstellen durch freireligiöse Lehrer verwies Prälat Diehl auf die Vorschriften des Schulgesetzes, die sicher auch von der Regierung eingehalten werden mühten und würden. Zugestimmt wurde dem Antrag, dah der Vertreter der theologischen Fakultät G re- Geld fällt vom Himmel Vornan von Paul Enderling. Copyright by Earl Sünder, Verlag, Berlin. „Jokohama?" wiederholte sie unsicher. „Das liegt in Japan?" „Getroffen. Es ist eine geschäftliche Angelegenheit, müssen Sie wissen, die keinen Aufschub er» duldet. Ja, da ist es mir leider unmöglich, Sie zu begleiten. Auf Wiedersehen also!" Ehe sie noch antworten konnte, warf er die Tür zu, gab dem Chauffeur einen Geldschein unb bog um die Ecke. So sah er nicht, daß Martha Reb- mann das Taschentuch an die Augen drückte und den Kopf mit trauriger Gebärde in die Wagenkissen lehnte. Im Schein einer Bogenlampe leuchtete für einen Augenblick ein blonder Kopf auf, der ihn irgendwie an Inge Brodersen erinnerte. Von da an lief er durch die Straßen, als müßte er den Abstand zwischen sich und diesem Mädchen im Auto verringern. Die Gegend war ihm unbekannt. Er durchkreuzte hastig fremde Straßen und war froh, als eine verspätete Trambahn heranklingelte. Ich hätte Martha nicht noch ins Auto setzen sollen, dachte er, während er die verschlafenen Passagiere musterte. Ich darf nicht wie ein Grandseigneur auftreten, so gut es mir auch gehen mag. Wahrscheinlich hohe ich alles verkehrt gemacht — Wieder glitten feine Hände über die gefüllten Manteltaschen. Daß es ihr gar nicht ausgefallen mar, daß er auch in dem NachtcafL den Mantel anbehalten hotte! Eine junge Frau, die einen Koffer und em mit Bindfaden umschnürtes Paket hütete, fragte angst- lief), wann man am Bahnhof wäre. „Sie müssen bis zum Olgaplatz fahren, nächste Haltestelle, und dann sind es noch zwölf Minuten. Als sie ausstieg, hob Grotteck, einer plötzlichen Eingebung folgend, den schweren Koffer auf, unb er ging mit ihr hinaus. „Wir haben benfelben Weg, unb Sie können sich mir schon anoertrauen. Das beschlagnahmte deutsche Eigentum in Amerika. Amtlich wird mitgeteilt. Trotz aller aufklären- den Bekanntmachungen in der Presse scheint immer noch die Ansicht verbreitet zu sein, daß die amerikanische Regierung, nachdem das Freigabegesetz einmal erlassen worden ist, von sich aus >ie Rückgabe der beschiaenahmten deutschen Werbe anordnen und sie den deutschen Eigentümern zuteilen werde. Demgegenüber muh nochmals mit Rachdruck darauf hingewiesen werden, daß d i c deutschen Eigentümer sich selbst um die Wiedererlangung ihres Vermögens bekümmern und in einer an den Alien Property Custodian zu richtenden Eingabe, für die gewisse Formen vorgeschrieben sind, die Rückgabe ihres beschlagnahmten Eigentums ausdrücklich beantragen müssen. Diesem Antrag Als er die Haustür verschlossen hatte, unb bas Licht im Treppenflur angezünbet hatte, würbe er wieder ruhiger. Langsam ging er die knarrenden Stufen empor bis zum dritten Stock, wo seine Visitenkarte mit mehreren andern unter einem Meß singschild schimmerte, das die Aufschrift „Pension Zedlitz" trug. Aus dem Zimmer zur Rechten drang Räuspern und Krächzen.- Da versuchte die brustkranke Lehrerin zu schlafen. Das Licht in seinem Zimmer flammte auf und spiegelte sich auf der polierten Fläche des Flügels, der ein Drittel des Raums einnahm. Er schloß die Tür ab versperrte sie unb untersuchte Schrank unb Vorhang auf nächtigen, unwillkommenen Besuch. Er sah sogar unter bas Bett unb bachte ärgerlich: Ich geniere mich nicht mal dabei ... Wie die alten Möbel knackten! Wollten sie alle Bewohner der Pension aus dem Schlaf wecken? Er fluchte vor sich hin. Und das Schlüsselloch war auch nicht verhangen und lockte neugierige Augen heran! Schweiß rann ihm in den Kragen, wie vorhin in dem überfüllten Lokal. Endlich wagte cr es, die Taschen zu leeren. Bün- bei auf Bündel flog auf den Tisch. Waren es so viele gewesen? Mit bebenden Händen versuchte er zu zählen. Aber er gab es bald auf. Die fremden Namen, die Zahlen verwirrten ihn. Es waren Banknoten aus allen möglichen und unmöglichen Ländern. Fran- zöfische, tschechische, polnische, schweizerische, deutsche, englische, belgische unb andere, die er nicht entziffern konnte. Es war ein wirres, ungeordnetes Durchcin- ander, wie von eiliger Hand im Dunkeln zusammengescharrt. Schwer atmend, überwältigt, stand Kurt Grotteck mitten im Zimmer. Es war eine sinnlose, betäubende Summe. * Er erwachte, im Anzug quer über dem Bett liegen. Die Sonne stach ihm ins Gesicht. Er empfand einen bohrenden Schmerz in den Schlafen, unb hinter der Stirn hämmerte es. Hatte es geklopft? Er lauschte. Mn. Es war nichts. _ Verwirrt überblickte er das bescheidene Zimmer, die verstaubten Notenstöße und die Bücher in dem kleinen Regal, die erbärmliche Tapete mit ihren vergeblich. Drei Minuten vor Spielende, in einer Zeit der deutschen Aeberlegenheit, lief der schwedische Halbrechte O 1 s s o n durch, und seinen gut plazierten Schutz mutzte G e h l h a a r zum zweiten Tor für Schweden passieren lassen. Damit war der Kampf entschieden. Trotzdem die deutsche Mannschaft zum Schluß nochmals ihre Kräfte verdoppelte, wurden bis zum Abpfiff abermals nur zwei Ecken erzielt. Fußball m Hessen-Hannover. Im Bezirk Hessen-Hannover spielte gestern Turn Kassel gegen S. C. 03 Kassel 1:3. Northeim gegen Hessen Kassel 2:3 Borussia Fulda gegen Hermannia Kassel 5:0. Sport Kassel verlor gegen Kurhessen Marburg 03. Der gestrige Iußball in Güddeuischland. Wenn es auch nicht ganz ohne llebervaschun- aen ausging, so erbrachten doch die Ligakämpfe des 30. September in der Mehrheit die Siege der favorisierten Mannschaften. 3m Bezirk Maln-hessen weih dieGruppeMain nur von einer lieber- raschung zu berichten, da Victoria-Aschaffenburg den F.C. 93 Hanau knapp mit 2:1 Zonen schlagen konnte. Eintracht Frankfurt gewann sicher m:t 3:1 gegen Kictzrs Offenbach, F.Sp.V. Frank - furt kam auch endlich wieder einmal zu einem Siege, indem er Germania Bieber auf fremdem Platze 2:1 schlagen konnte. Mit viel Glück behauptete sich Rotweih Frankfurt an der Tabellenspitze durch ein 1:0 gegen F.Vgg. 03 Fechenheim, das ebenfalls auf fremdem Platze errungen wurde. Union Frankfurt triumphierte über Sp.Vgg. 60/94 Hanau in deutlichster Weise: 6:1 lautete der hohe Sieg. Die Gruppe Hessen hatte ihr wichtigstes Spiel in Wiesbaden, wo S. V. Wiesbaden unb F.Sp.V. 05 Mainz zusammen trafen. Wie erwartet. gewannen die Wiesbadener 2:1. Wor- matia Worms begnügte sich diesmal mit einem sehr knappen 1:0 gegen den F.C. Langen, der V.f.L. Reu-Ssenburg rechtfertigte das allgemeine Vertrauen durch sein 5:1 gegen die Sp.Vgg. Arheilgen, die Sp.Gem. Höchst holte sich ihre ersten Punkte gegen ihren Leidensgefährten im kommenden Abstieg. Sie schlug Hassia Dingen 3:2. unentschieden mit 1:1 Toren. Tags zuvor hatte der A.S.V. Rürnberg durch ein bedenkliches 0:0 gegen Franken Rürnberg außerordentlich befremdet. Der F.V. 04 Würzburg holte sich mit 5:1 gegen den V.f.R. Fürth Sieg und Punkte. Gruppe Südbayern. Wacker München hatte viel Mühe mit Sahn Regensburg und gewann nur 2:1. S.V. 1860 München hatte gegen Schwaben Augsburg ebenfalls mehr erhofft, als das dünne 3:1. Schwaben Alm verlor natürlich gegen den D.S.V. München sehr hoch, nämlich mit 0:5 Toren. Handball Deutschland - Oesterreich. Der gestrige Handball-Länderlamps Deutschland gegen Oesterreich brachte Deutschland bei feiner dritten Austragung einen verdienten Sieg mit 8:4 (4:1). Trotz Regenwetters hatten sich zu diesem Spiel in Halle etwa 6000 Zuschauer eingefunden, die ein äußerst interrssantes Spiel zu sehen bekamen. Der deutsche Snnensturjn zeigte ganz vorzügliches Zusammenspiel und sicherte dadurch Deutschland den Sieg. Die vorhergegangenen Treffen endeten mit je einem Siege der beteiligten Länder. Handball der Sportler im Bezirk Main-Hessen. Gruppe Main. Rot-Weiß Darmstadt — Polizei Butzbach 4:3. F. Sp. V. Frankfurt — Postspv. Mainz 05 2:0. Sp. Dg. Arheilgen — Kickers Offenbach 2:2. V. f. B. Friedberg — Polizei Darmstadt 1:4. Gruppe Hessen. Polizei Worms — Germania Wiesbaden 10:1. F. Vvg. 06 Kastel — F. Spa. Mainz 05 0:4. S. E. Wiesbaden — Alemannia Worms 1:4. Wormatia Worms — Polizei Wiesbaden ausgefallen. Deutsche Fechtmeisierschaften. Am grcit.g b.ganren in Rürnb r i i Mannschaftsmeisterschaften des D utschen Fechterbundes mit den Florettkämp- f e n. Die Entscheidung in diesem Wettbewerb fiel erst am späten Abend. Wie vorauszuschen War, errang die Frankfurter „Hermannia", die alle drei Meisterschaften zu verteidigen hatte, und in deren Mannschaft die drei Olympiafechter Casmir, Sack und Moos zu finden sind, einen überlegenen Sieg und damit den Titel eines deutschen Meisters im Mannschafts-Florettfechten. Die Plazierung war folgende: 1. Herrn annia- Franksurt; 2. Fechtclub Offenbach von 1863; 3. Hamburger Fechtclub; 4. Stuttgarter Fechtclub; 5. Landesgruppe Bayern. Ebenso wie am Freitag, so behielt auch am Samstag der Frankfurter Fechte lud „Hermannia" mit vier Siegen seinen Meistertitel im Degenfechten und errang auch in dieser Klasse den wertvollen Wanderpreis. Se zwei Siege errangen der Offenbacher Fechtclub und der Hamburger Fechtclub, während es die Bayern und die Stuttgarter nur auf je einen Sieg brachten. Am Sonntag wurde die Säbelmeisterschaft ausgetragen. Rur drei Mannschaften, und zwar „Hermannia" Frankfurt, Fechtklub Offenbach 63 und eine außer Konkurrenz fechtende Hamburg-Rümberger Mannschaft, nahmen teil. „Hermannia" Frankfurt errang mit der Mannschaft Casmir, Moos, Sack und Schön, für den in der Entscheidung Eisenecker einsprang, den Sieg mit 10:6 Siegen bei 46:44 Treffern über Offenbach. Gegen die Hamburg-Rürnberger Mannschaft erzielte Offenbach 12:4 Siege bei 46:70 erhaltenen Treffern. Frankfurt siegte mit 13:3 Siegen bei 39 zu 75 Treffern über die Hamburg-Rürnberger Mannschaft. Dr. pelher geschlagen. Bei der zweitägigen leichtathletischen Veranstaltung in Wiborg wurde am Samstag Dr. Pelher in einem 800-Meter-Lauf von dem finnischen Olympiasieger Larva in 1:54,8 ge- schlagen. Dr. Pelher belegte in 1:55,1 den zweiten Platz. Neuer Rekord im Rückenflug. Der Kunstflieger G l a r d o n der Raab-Katzenstein- Werke in Kassel hat am Samstag auf dem Flugplatz Waldau mit seiner „Schwalbe" im Rücke ns lug die Rekordleistung Fieselers, die er mit seinem Rückenflug Köln—Bonn in 15,24 Minuten hielt, übertroffen. Glardon begann seinen Rückenflug in 150 Meter Höhe und beendete ihn bei 700 Meter, er gewann also eine Höhe von 5 5 0 Meter. Rach einer Flugzeit von 1 9,6 Minuten brachte er das Flugzeug wieder in die normale Lage und landete glatt. Wirtschaft. Oie GeLdmarttiage am QuarialSuliimo 2lm Geldmarkt trat, nachdem infolge eines zufälligen Zusammentreffens verschiedener Zahlungstermine in der Woche nach dem Medio eine vorübergehende Anspannung eingetreten war, wieder eine Verflüssigung ein, besonders in Tagesgeld. Erst am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche traten die ersten Anzeichen der beginnenden älltimospannung auf. Die größere Vachfrage nach täglichem Geld konnte aber am freien Markte in vollem Umfange befriedigt werd em Unter ersten Aufgaben wurden dabei große Beträge zu 572—6^2 Prozent p. a. gehandelt. Sonstige Geldnehmer bezahlten 7—Z1/« Prozent. Auch am Privatdiskontmarkt traten stärkere Abgaben erst wieder am Mittwoch auf. Privatdiskonten wurden vorwiegend von der Reichsbank, aber auch von auswärtigen Stellen ausgenommen. Der Satz wurde am Mittwoch von 65/s auf 6s/4 Prozent p. a. für beide Fristen erhöht, und autf> bis heute trotz noch erheblich stärkeren Angebots unverändert auf dieser Höhe gelassen In Anbetracht der vorherrschenden Knappheit wurden Reichs- und Staatsschatzwechsel von den zuständigen Stellen nicht angeboten. Warenwechsel mit Bankgiro waren kaum im Verkehr. Der Satz für Geld Über Ultimo, das mehr gesucht als angeböten wird, stellte sich auf 9—97» Prozent p. a. Monatsgeld kostet bei verstärkter Nachfrage 8—9'/.. Proz. Wie sich die Verhältnisse nach dem Ultimo entwickeln werden, wird wesentlich davon abhängen, in welchem Umfange die Reichsbank auf dem Lombardkonto beansprucht wird. Außerdem darf nicht vergessen werden, daß in der ersten Hälfte des Oktober wieder große Steuerzahlungen fällig sind. Der Verlaus des Ultimo wird in starkem Maße auch von der Versorgung mit Auslands- geld abhängig fein, dessen Satz im Zusammenhang mit dem Ultimo in den letzten Tagen auch etwas angezogen hat. Was die Auslandsgeldmärkte angeht, so ist darauf hinzuweifen, daß sich die Wirtschaftslage der Vereinigten Staaten in den letzten Wochen so gebessert hat, daß offenbar vorläufig Feine Erleichterung der Geldlage in Reuyork in nächster Zeit bevor steht. Ihre Einflüsse auf die ininternationalen Geldmärkte dürfen also nicht als schnell vorübergehend betrachtet werden, sondern geben durchaus berechtigten Anlaß zu einer prinzipielleren Wertung der neugeschaffenen Situation. Ziemlich stark ist gegenwärtig der Einfluß französischen Kapitals auf dem deutschen Geldmarkt; nach Schätzungen aus Finanzkreisen besinden sich etwa für V/2 Milliarden deutsche Wechsel im Portefeuille" französischer Banken. Man kann also sagen, daß Frankreich in steigendem Maße sich wieder in das Glau- bigerland verwandelt, das wie vor dem Kriege seinen Kapitalüberfluß ausleiht. OieLage der deutschen Zrgarrenmdustrie Auf der Baden-Badener Tagung des Reichs-- ve'rbandes der deutschen Zigarrenindustrie wurde folgende Erklärung zur Geschäftslage angenommen: „Der Wirtschaftspolitische Ausschuß des Reichsverbandes deutscher Zigarrenhersteller beschäftigte sich eingehend mit der Lage der Industrie. Er muß erklären, daß die Geschäftslage, gemessen am Auftragsund Zahlungseingang, außerordentlich schlecht ist. Der übliche Rückgang des Geschäfts im Sommer hat in diesem Jahr nicht allein sehr früh eingesetzt, sondern hält jetzt im Frühherbst wider Erwarten noch unvermindert an. Die bisherigen Arbeiislosenziffern sind in keiner Weise ein Spiegelbild der wirklichen Verhältnisse. Es muß vielmehr festgestellt werden, daß die Industrie während der zurückliegenden Zeit schon zum großen Teil auf Lager gearbeitet hat. Die Aussichten für die Zukunft können leider nicht als gut bezeichnet werden. Selbst wenn man mit einer Hebung des Geschäfts im Winter und zu Weihnachten rechnet, so sind doch die Vorräte in Industrie und Handel zu groß, als daß hierdurch eine grundlegende Besserung zu erwarten wäre. Insbesondere muß für die ersten Monate des kommenden Jahres mit einer geradezu bedenklichen Zuspitzung der Lage gerechnet werden. Der Wirtschaftspolitische Ausschuß empfiehlt daher der Zigarrenindustrie dringend, sich diesen Ueberlegungen gemäß einzustellen und nicht allein eine entsprechende Pr 0 duk - tionspolitik zu treiben, sondern auch bei der P r e i s st e l l u n g zu berücksichtigen, daß bei abnehmendem Geschäft die Unkosten nicht in demselben Verhältnis füllen, und schließlich auf eine ausreiche ndeLiquidität der Unternehmungen bedacht zu sein." Um sich einen gewissen Schuh zu schaffen bei in Zahlungsschwierigkeiten geratenden Kunden gegen Rachteile, die dadurch entstehen können, daß kurz vorher gelieferte Ware von anderer Seite gepfändet wird, beschloß der Vorstand die Einfügung einer Eigentumsvorbehalts- Klausel in die Verkaufsbedingungen. Verhandlungen fanden weiter statt u. a. über die vorn Reichsfinanzminister beabsichtigte Aenderung der Vorschriften über die Betricbs- führung, ferner über den Ausbau der Kreditoren- schutzstelle. * * D i e amtliche Grohhandelsricht- z a h l. Die auf den Stichtag des 26. September berechnete Großhand. Isrichizahl des Statistischen Rcichsamtes hat gegenüber der Vorwoche um 0,1 v. H. auf 139,80 (139,6) angezogen. * D ie Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten irn September. Die Reichsindsxziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „Sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats September auf 152.3. gegenüber 153,5 im Vormonat. Sie ist sonach nm 0,8 v. H. zurückgegan- gen. Dieser Rückgang ist im wesentlichen auf das saisonmäßig bedingte Rachgeben der Preise für Kartoffeln und Gemüse zurückzuführen, das sich in diesem Jahre infolge der Witterungsver- hältnisie erst im September in größerem Umfange auswirkte. Auch ist .die Senkung der Brot- und Mehlpreise ins Gewicht gefallen. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 — 100): für Ernährung 153,1, für Wohnung 125.9, für Heizung und Beleuchtung 146,8, für Bekleidung 170,8, für den „Sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 188,1. * Entlassungen auf Grube „Unser F r i h". Bereits im Juni d. I. erfolgte auf der Grube „Unser Fritz" in Wanne-Eickel die Kündigung von mehr als 1000 Bergarbeitern. Ende September ist nunmehr sämtlichen Angestellten des Unternehmens — es handelt sich um fünf Schächte — die Kündigung zugestellt worden, und zwar zum 1. Januar bzw. 31. März 1929. Die Kündigung der übrigen noch beschäftigten Bergarbeiter — es kommen rund 1200 in Frage — wird bis zum 1. Rovember d. I. durchgeführt werden. Diese Maßnahmen erfolgen, weil der gesamte Betrieb stillgelegt werden soll. Frankfurter Börse. Frankfurt 0. M., l.Okt. TAidenz: fester. Zü Beginn der neuen Woche blieb die Stimmung freundlich. Wie es hierfür erhofft worden war, lagen von außen her einige Kaufaufträge vor, so daß die Kulisse wieder Teilnahme bekundete. Das Hauptinteresse konzentrierte sich wieder auf einige Spezialwerte, und es entwickelte sich darin lebhaftes Geschäft. Der Quartalsultimo gilt als überwunden, und man war anscheinend darüber befriedigt, daß am Geldmärkte infolge der festen Inanspruchnahme von Auslandgeldern die Anspannung nicht das befürchtete Ausmaß erreichte. Außerdem verwies man auf die feste Tendenz der Neuyorker Börse vom Samstag. Bei der ersten Notierung waren gegen die Schlußkurse vom Samstag meist Kursbesserungen von 1 bis 2 v. H. zu verzeichnen. Lebhaft verlangt waren Kaliaktien, von denen Aschersleben weitere 2 v. H. und Westeregeln 1 0. H. anziehen konnten. Interesse bestand vor allem für Elektrowerte, die ziemlich gleichmäßig 1 bis 2 0. H. gewannen. Nur Licht und Kraft büßten 1 v. H. ein. J.-G.-Farben waren, wie schon zum Schluß der Samstagbörse, stärker beachtet und 1,5 v. H. fester. Bon den Zellstoffwerten konnten Aschaffenbura 3 0. H. anziehen, während Waldhof bei dem stark erhöhten Kursniveau nur gut behauptet blieben. Am Montanmarkt waren Buderus mit plus 1,25 v. H., Rheinbraun mit plus 2 v. H. und Rheinstahl mit plus 1 v. H. etwas gefragt. Gelsenkirchen, Mannesmann und Phönix konnten sich behaupten. Scheideanstalt waren weiter vernachlässigt und 0,5 v. H. gedrückt. Bon Bank- werten lagen Commerzbank 1,75 v. H. und Danat- bank 2 v. H. erhöht. Am Markte der Autoaktien war die Haltung schwach. Kleyer gaben 1,25 o.H., Daimler 1 v. H. nach, NSll. 1,5 0. H. niedriger. Lebhafter verlangt waren Karstadt mit plus 3 v. H. Deutsche Anleihen lagen still. Bon ausländischen Renten Zolltürken befestigt. Im Verlaufe wunde das Geschäft allgemein ruhiger, nach dem die Orders ausgeführt waren, bröckelten die Kurse überwiegend leicht ab. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v. H. wieder etwas knapper. Am Devisenmarkt konnten sich der Markkurs weiter erhöhen. Spanien blieb unverändert schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1949, gegen Pfund 20,342, London gegen Kabel 4,85, Paris 124,04, Mailand 92,10, Madrid 29,52, Holland 12,0913. Berlnrer Börse. Berlin, 1. Oft. Vormittags noch recht fest, konnte man vorbörslich auf die angecündig - t e n Unruhen in Wien eine gewisse U n = sicherheit feststellen, die aber schon zu Beginn der heutigen ersten Börse im neuen Monat als überwunden zu betrachten war, denn die Eröffnungstendenz war bei-lebhafterem Geschäft wieder fester. Es Waren verhältnismäßig viel Orders bei den Banken eingetroffen, was allerdings zum Teil mit der heute notwendigen Limiteerneuerung für variable und Kafsawerte zu- samineichängen dürfte. Trotzdem war eine weitere Intercssenzunahmc seitens des Publikums festzustellen. Die letzte feste Reuhorker Börse und der Wirtschaftsbericht der Dresdner Bank, der eine gute Prognose für die Börse enthielt, dürften hierzu beigetragen haben. Auch die Aussichten am Geldmarkt sind entschieden günstiger geworden, zuinar der Ultimo als solcher ziemlich leicht verlaufen ist. Das Geschäft erstreckte sich auch heute wieder auf einen größeren Kreis von Spezialpapieren. Während Kursbesserungmi von 1 bis 2 Prozent der Durchschnitt waren, erzielten Papiere wie A. G. für Verkehrswesen, Holzmann, Stöhr, Dessauer Gas, Polyphon, Tietz, Ilse Bergbau, Rheinbraun, Oberkoks, Bergmann, Schuckert und Schlesische V.-Gas Gewinne bis zu 5 Prozent. Deutsche Telephon und Kabel waren heute erstmalig 2 Prozent über letzte Rotiz mit 130 variabel gehandelt. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefmarkt noch unentwickelt. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tagesgeld 7,75 bis 9,25 Prozent. Monatsgeld 8,25 bis 9,25 Prozent, Warenwechsel etwa 7 Progent. Rach Erledigung der Orbci Eingänge wurde es im Verlaufe wied/r etwas ruhiger, besonders die anfangs stärker gestiegenen W:rte bröckelten bei Gewinnmitnahmen der Spekulation 1 Prozent ab. Lebhafter blieben Danatbank, Deutsche Waffen und Salzdetfurth. Am Markte der Autoaktien und am Farbenmarkt lagen die Werte behauptet. Daimleraktien gaben jedoch im Verlaufe weiter 2 Prozent nach. Tic ungünstigen Kommentare der Presse, die sich in den letzten Tagen ziemlich häusig mit der Autoindustrie beschäftigte, veranlaßten anscheinend die Spekulation zu einem erneuten Baissevorstoß. Getreidebörse Frankfurt a. M„ 1. Oft. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte heute in durchaus weiter befestigter Haltung. Die Umsahbewegung ist jetzt durchaus beständiger geworden und es werden allgemein größere Umsätze getätigt, sowie auch für die meisten Sorten rege Nachfrage herrscht. Auch Futtermittel sind sehr gefragt. Es wurden notiert: Weizen 22,75 bis 22,90; Roggen 22,25 bis 22,40; Braugerste 25,50; inl. Hafer 22,50 bis 22,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 20,75 bis 21; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32,25 bis 33,75; Roggenmehl 30,50 bis 31; Weizenkleie 13,75 bis 14; Roggenkleie 13,75 bis 14; Erbsen je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 56, Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 105; Heu 12; Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt, 4,50; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt. 3 bis 3,25; Treber, getrocknet. 18.75 bis 19 Mark. Tendenz: befestigt, Futtermittel gefragt. Frankfurter Schlachtvrehmarkt. Frankfurt a.M., l.Okt. Auftrieb 1650 Rinder, darunter 421 Ochsen, 118 Bullen, 669 Kühe, 410 Färsen, 534 Kälber, 103 Schafe, 609U‘Sd)roeine. Es notierten: Rinder. Ochsen: vollfleischige, aus gemästete höchsten Schlachtwerts, jüngere 56 bis 59 Mark; ältere 52 bis 55; sonstige vottfleischige, jüngere 48 bis 51; ältere 43 bis 47. Bullen, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 50 bis 53; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 46 bis 49. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 45 bis 48; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 44; fleischige 34 bis 39; gering genährte 25 bis 33. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollflipschige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 56 bis 59; vollfleischige 51 bis 55; fleischige 44 bis 50. — Ko lb e r. beste Mast- und Saugkälber 74 bis 78; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 73; geringe Kälber 59 bis 69. — Schaf e. Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 52 bis 55. — Schwein e. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 77 bis 79; oollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund 76 bis 79; von etwa 200 bis 240 Pfund 76 bis 79; von etwa 160 bis 200 Pfund 75 bis 78; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 70 bis 75; Sauen 64 bis 68 Mark. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueber- stond, Schwei: e ruhig, leichte Ware vernachlässigt, Ueberstand. Kälber und Schafe ruhig, ausverkaust. Rundsunkprogramm deS Frankfurter Senders. (Aus der ..Radio-UmsHau".) Dienstag, 2. Oktober. 6,30: Morgengyrnnafti!. 13 bis 14: Bon Stuttgart: Mittagskonzert. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 18,05: Bon Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. >8,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 19: Von Kassel: Stunde' der Landwirtschaftskammer Kassel: ..Praktische Winke für die Herbstbestellung". Vortrag von Landwirtschastsrat Dr. Greve. 19 bis 19,30: „Die Entstehung des Aeppelweins in der Mundartdichtung". Vortrag von Conrad Hub. 19,30 bis 20: Schachstunde. 20: Vom Frankfurter Opernhaus: Margarethe. Oper von Gounod. Anschließend: Schallplatten- Konzert: Bunter Abend. Mittwoch, 3. Oktober. 6,30: Morgengymna lic. 13 bis 14: Rgch Stuttgart: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 18,05: Alte Tanzmusik, Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Dücherstunde. 18,30 bis 19: „Die Organisation des Roten Kreuzes". Vortrag von Geh. Iustizrat Dr. Schulz. Vorsitzender des Vereins vom Roten Kreuz. 19 bis 19,30: Esper ant o-Unter- richt. 19,30 bis 19,45: Französische Literatur- Proben. 19,45 bis 20,15: Französischer Sprachunterricht. 20,15: Von Stuttgart: Schwarzwaldmädel, Operette in drei Akten von Leon Iessel. Donnerstag, 4. Oktober. 6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Von Stuttgart: Mittagskonzert. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 18,05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Von Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund: „Tee und Gewürze aus dem eigenen Garten". Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18,45 bis 19,15: Von Kassel: Vortrag von Prof. Dr. Paul Gras- ner. 19,15 bis 19 45: „Pflanzenkrankheiten und deren Bekämpfung', Vortrag von Diplomagronom O. Ohnesorge. 20,15 bis 21,15: Von Kassel: Kompositionsabend Paul Graener. 21,15: Bunter Abend. Äüchertisch. — Hui-Hui. Asiens Islam kämpfe. Von Dr. phil. h. c. Wilhelm Fi Ichner. Mit 18 Federzeichnungen, einem Porträt des Verfassers und einer Orientierungskarte. In modernem Halbfranzband 7,50 Mk. (Verlag Peter I. Oestergaard, Berlin-Schöneberg.) (491) Der berühmte und erfolgreiche Tibetforscher Dr. phil. h. c. Wilhelm Filchner ist vor kurzem von seiner jüngsten, zweiundeinhalbjährigen Forschungsreise nach Innerasien mit reichem wissenschaftlichen Material in die Heimat zurückgekehrt. Heute abend wird er bei uns in Gießen über seine Erlebnisse berichten. Roch ehe er sich die nach größter psychischer und physischer Anstrengung so notwendige Erholung gönnte, hat er die Herstellung dieses hochinteressanten und aufschlußreichen Werkes, das im Manuskript kurz vor der Ausreise zu seiner letzten Expedition vorlag, geleitet, so daß die Ausgabe unmittelbar nach seiner Heimkehr erfolgen konnte. Wilhelm Filchner, der scharfe Beobachter und zuverlässige Kenner Zentralasiens, führt den Leser in leicht faßlicher, populärer Form in die Welt der Kämpfe, Intrigen und wilden orientalischen Leidenschaften ein, die das Problem des Islam für uns fo schwer begreiflich machen. Filchners Darstellung über diese Fragen ist deshalb von ganz besonderem Werke, weil der Forscher auf seinen zahlreichen Reisen nicht nur Land und Leute, ans eigner Wahrnehmung kennenlernte, sondern sogar, und das ist hier von entscheidender Bedeutung, mit vielen führenden Persönlichkeiten, die während des letzten Vierteljahrhunderts und noch heute in Asien eine Rolle spielen, freundschaftlich verbunden ist! Dieses aufschlußreiche -Werk behandelt eine der wichtigsten weltpolitischen Fragen lichtvoll und erschöpfend und beseitigt zugleich manche irrigen Vorstellungen über die wahre Ratur des Islams und seinen fanatischen Älaubenskampf. Telegraphische Auszghl u n g. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frankfurt a,M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. TI. Berkin Schlug- fturs 'Mr- Kurs Schlich- Kurs Ansang Kurs Schlich- Kurs 1-Uhr- Kurs Schtrch- Kurs Anfang Kur» Schlich-! 1-Uhr- Schlutz- Kurs Ansang Kura Datum 29 S. 1. 10. 29.9. | 1. 10 Datum: | 29. 9. 1 10. 29. 9. 1.10. Datum: 29. 9. 1. 10 | 29. 9. | 1. 10. 6% Dt. «etchüanleihe v. 1927 . Dt. Anl.-Ablös.-Schuld mtl 8lu& los.-Acchlen ..... Desgl. ohne AuSIos.-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bl Goldps. unkündbar bis 1932 ..... iV*% Rheinische Hyp.-Bank Liqu - Goldps. ... V.E.G. aba. BorkriegS-LbUgation., rückzahlbar 1932 ... 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . . 4% Oeslerretchijche Goldrte.. . . 4,20% Oekierr. Silberne..... <% Oesterreich. einheiU. Rte . . 4% Ungarische ©olbite...... 4% Ungarische Slaaisr. v. 1910 4%% deSgl. von 1913 . ... 4% Ungarische Kronenrie.. . 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkiiche Bagdadbahn-Anl., Serie 1 ... 4% besgl. Serie H ...... . 4% Rumänen convert. Rte. . . . Wi% Rumänen Woldanl. von 1913 flllg. Deutsche Etlen/alm . . 4% Hamburg-Amerika Palet ... 8 Hamb.-Südam. Tampssch. . . 8 Hansa Dampsschiss ... 10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allg. Deutsche Credilanst. . . 10 Barmer Bankverein ... 10 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmst. u. Nationolbank 12 Deuische Bank .... 10 DtSlonto-Gesellschast Ant.. . 10 Dresdner Bank ... 10 Mitteldeutsche Creditbanl ... 9 vletallbank...... 8 «fWbanf .......12 87.3 52.75 16.825 90 75,1 85 95 3,25 26,9 26.13 2.5 11.75 10,75 7.25 22.66 153.75 138.6 143.5 19? 292 170,5 166 172.25 ?03.5 140 75 809.5 , us( i । | 1 i | i 3 i | 1 S । । । । ig i^ii i H i jj® -.7 ,2 co to S5*? co M 2 ■= co — CO <2 87,5 62,6 16,8 32 3,3 26,9 2,5 10,8 11,8 10,8 22,5 162,4 198 155 140 14 -.25 305 194 294 171.76 166.13 173 209 142 6a 409,75 I l । i (ii i-j ii iiil § i 'M-* e 0ÜtDÖ> 2 5 A.E.G............8 Bergmann . ........ 9 Elektr. Lieserunge«.....10 Licht und Kraft ..... 10 gelten L- Guilleaume. «... 6 Ges. s. Eleklr. llutcnu. ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr..... 9 Schlei. Elektr........10 Schuckert...... 8 Siemens & Halske ..... 12 Transradio..... 8 Lohmener & (Jo...... . 10 Buderus..........5 Deutsche Erdöl ....... 6 Gelsenkirchener ... $. K 3- 4 Harpener. . ........ 6 Hoejch Eisen. ........ 8 Ilse Bergbau ........ 8 Klöcknerwerke ..... 7 Köln-Neuessen........ 9 Mannesmann........8 Mansselder.........7 Oberschles. Etsenb. Bedart... 5 Oberschles. KokSwerle ... 0 Phönix Bergbau ■ • • 6¥s Rheinische Braunkohlen .10 Rheinstal» s. % Jahr 4y2 Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Slahlw. ..... 6 Otavi Minen . ... . tsh Kalt Aschersleben.....10 Kall Westeregeln ...... 10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 s- ® Farden.ZndUkM ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 Schetdeanstalt........ 9 Goldschmidt ....... 6 Rütgerswerke ........ 6 MetollgeseMchaft. . 11 190 207 183.5 227 164,9 210.5 391 176,25 88,25 143 131 258 136,9 113 97,5 150,5 97,5 295 488 266.5 218,25 105 107,25 193 193,2g 210 185,5 228.5 159.75 279 H65 214 396 179 90.25 .45,5 132.75 125,9 137,25 122,25 97 292,5 153 55,4 298. l 298.25 - 269,5 218 106.4 108.5 192,13 207,75 185,5 2.28.5 158.65 278,25 163,75 161.75 213 212.65 395.5 159,4 178 89.65 143.75 133 132 156,75 139.25 124,5 135.75 137,4 12- 114,5 113.5 97,75 289.25 152 153 98 55,4 297,5 297,75 489,. 268.25 127 105,75 107,35 19.1.25 210,5 186.5 228 159,4 279 164,6 165.5 246 25 214.75 396 159 25 90 145.5 132 157 141 264,5 126 135,75 137.7' 122 114,75 115.5 97.75 292 153,25 97.75 55 297.5 298.5 490 269,5 127,75 108 Philipp Holzmarm......7 Heidelberger Cement .... 10 Kemern Karlstadt ...... 8 Wayb & Freitag......10 Schultheis Patzenhofer ... 15 Lstwerke.........12 Ber. Glanzstoss ...... 18 Bemberg........ . 14 Zellstoff Waldhos.....12 Zellslojs Aschasfenbura ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas....... . 8 Daimler Motoren ...... 0 Demag . . . ...... 0 Adlerwerke Kleber ...... 5 Ludw. Loewe ...... 10 Rat. Automobil ....... 0 Lrenstein & Koppel » .... 6 Leonhard Tietz . ...... 6 Bamag-Megutn . ...... 0 Armin. Maschine« ...... 6 Gritzncr ....... 11 Heyliaenstaedt ....... 0 Iunglmns ........ 4 Lechwerke. . ..••••. .8 Mainkraftwerke ....... 8 Miag ...... 10 Nekarsulmer ........ 8 Peters Union ....... .8 Gebr. Roeder..... . 10 Boigl & Haesfner ...... 8 Südd. Zucker........8 float Berlin, 2 >. September Amerikanische 'Jioten . . . . , Belgische Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten........ 142 136 170 142,75 296 6 215 129 263 76.25 120.5 267.5 19 77 126 89,75 141.5 32 112 213.25 148.5 noten. 1 G ö 1 20 136,; 144 298 219 95.5 128 — - 78 89 32 eld 1,17 $.08 ,55 299 144 347 304 672 485.5 ;97 213,75 131 .5 197,5 97,25 53,75 261,5 77 120.25 266 19 75,o 126 89,5 141.5 32 111 213 146,5 ___B 5 11 21/ cc äpic vC — , , O» O> GO OC *4 tfe — w . iU • KrMIO enww 1 l 1 1 l ft 1 1 1 1 1 1 1 S 1 Sb. i 1 1 £ Berlin. 29 Sevtnnber Geld Brief französische Noten..... 16,35 16,41 Holländische Noten ...... 167,81 168,1:1 Italienische Noten ...... 21.98 22.06 Norwegische Noten..... 111,48 111,92 Deuksch-Oesterr-, äiooÄronen 58,88 59,12 Rumänische Noten...... 2,54 2,56 Schwedische Noten ...... 111,83 112,27 Schweizer Noten ....... 80,48 80,80 Spanische Noten ........ 68.61 68, *9 Tschechoslowakische Noten . . 12.365 12.425 Ungarische Noten 72.80 73.10 Devisenmarkt Derlm —Frankfurt a. 'M 29. September l. Oktob r Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld örter iÄeld 1 Briei Slmst.-Rott. 168,12 168,46 168,0» 168,43 Bucn.-Aires 1,762 l, <66 58,355 1,76: 1,766 Brii.-Antw, 58,235 J8/23 98,35 Chftstiania. 111,69 112,9t 111,70 111,92 Kopenhagen 111,76 111,98 111,71 111,01 Stockholm . 112,08 112,30 112,11 112,33 Helsingfors. 10,54 10,56 10,55 10,57 Italien. . . 21,1105 21,945 21,91 21,95 London. . . 20,325 20,365 20,33 20,37 Neupork . . 1,19'0 4,19:11) 4,19 4,20 Parts.... 16,365 16,425 16,385 16,42u Schweiz •. 80,665 80,825 >0,67 80,83 Spanien. . 68,93 69,07 68,76 68 99 yapan . . . Rio de Fan. 1,920 1,924 1,918 1,922 > 5005 0.5025 9.501 0,503 Wien in D-- Oeft abgeft. '8,98 59.10 59,01 09,13 Prag . ■ . 12,1'3 12.44.1 12,42 12,44 Belgrad - - *,363 7,377 7,363 7,367 Budapeft. . Bulgarien <2,99 3,027 73,13 3.033 72,99 3,027 73,13 3,033 Lissabon 18,88 18,92 18,88 18,92 Danzig. . . Konstantin. 80,965 80,978 81,2? 81,43 2,172 2,176 2,17 2,13 Athen . . 5,425 5,435 5,43 5,44 Lanada 1,191 4,199 4,1915.. 4,1995 Nrn inav . . 4.266 4,274 4,266' 4,274 Latrv . . . 20 846 20.886 20.847 20.887