Nr. 179 Lrfte5 Blaff 178. Jahrgang Mittwoch, L Avgust (928 f r|<|««ei r-Gllch.«■&<’ Sonntag* «"t Jdrrtag» Retlefen. Eirtz.ner ZomUiendlättn &«tmm «tld Dte Scholl» Dl»eees#rtU; 2 Nnch—-rN ■"» 20 Äti4«pff*ei9 ffr Traget» ktl)n, auch bei 71id}ter» scheinen einaelnerJhimmmi tnfolfl« höherer Gewalt. Fernsprechanschlüfs»: 61, 64 Mb 112 lwid)df1 für Drahrnoch' richten Bnjctger tieften, poßscheckloitto. jtaifturl am mein 11CM. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen t>mrf n6 Dtrlog: VrSVsche UitotflMtpBedh mö Steiebredttd R. tauge tu Stetzen. S^rtftldtwxg bwö »ef^ftsWtlr rchalUratze T. !«»■)■< o»n iBjetacn fit bi« Tagtsnammer M* |wwt Nachmittag ccrber. Preis für 1 mm höhe fix Anzeigen von 27 mm Drelle crtlich R, aueträrt» 10 Keichspfenmg für 9ie- klcmean eigen von 70 n m Breit, 35 Keichspsennig, piatzvorschrist 20* mehr. Cbefrebchtettr Dr ^rtebt D»ld Lange. Deranlwvnlich tür'Politik Dr 5r Wild Lange fir ^euiDeton Dr H Thyriot, für ben übrigen 2 eil Ernst Dlumichein. für ben Anzeigenteil ft an Htllmann, (llmtlich tu Von der ilnfllütiftctle zu der Ellenbahnkatastro-he in Bayern berichten die Blätter. Infolge >.-» Umbaue« der Strecke für den elektrischen Betrieb werden die Weichen provisorisch mit der Hand bedient. Der diensttuende Weichenwärter gibt an, b le Deiche vor - schrif tsmäftig gezogen zu haben, diese habe aber augenscheinlich nicht funktioniert. AlS der Lolomolivführer die Katastrophe nahen sah, soll er nach Möglichkeitgebremst haben, waS au« dem starken Sch w anken der letzten Wagen de« ilnglüd«- luge« geschlossen werden kann. Der Anprall erfolgte trotzdem mit ungeheurer Wucht. Die letzten Wagen de« Güterzuge« wurden vollkommen zertrümmert und die Frachtstücke umhergestreut. Die Lokomotive be3 Per Ionen- Auge« stürzte um und kam auf einen an« den, Gier« gesprungenen Wagen einet Münchener Brauerei zu liegen Der Lokomotivführer kam vollkommen heil davon, während der Heizer verletzt wurde. Dor der Lokomotive türmen sich nun die Trümmer von Güterwagen bizarr auf. Die unmittelbar hinter der Lokomotive sich befindlichen modernen Personenwagen blieben vollkommen unbeschädigt. Es wurden bei ibnen nicht einmal die Fensterscheiben zertrümmert. Die Perlonenwaaen 4 Klasse älterer Bauart jedoch, die in der Witte des Zuge« waren, b'ld'n ein unentwirrbares Ehaos, einen wüsten Trümmerhaufen Die Schlusiwagen de« Personenzuges find weniger stark mitgenommen. Die Ursache des Unglücks, falsche Weichknstcllnng. Augsburg, 1. Ang. (121.) lieber die Ursachen des Eisenbahnunglücks in Dinkelscherben feilt die Rcichsbahndirektlon Augsburg mH: E» fleht zweifelsfrei fest, daß der personenzug 911 Infolge falscher weichenstellung, anstatt In das dritte Gleis, In das vom Güler,ug besetzte vierte Gleis einfuhr. Die falsche Weichenslellnug hängt zusammen mi^ dem derzeitigen Umbau de» Stellwerke» auf der Westseite de» Bahnhose» Dinkelscherben. Zur Wahrung der Sicherheit während des Umbaue» ist dort rin Behelf» Hell- werk ausgestellt, durch da» die erforderlichen Abhängigkeiten zwischen welchen und Signalen hergestellt werden. Diese Abhängigkeiten zeigten insofern eine Lücke, al» da» Signal für die Einfahrt In da» dritte (Blei» aufgezogen werden kann, wenn dir 4, noch Meldung bed ilnglüdi in Boyern, eine Unterredung mit dem Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn. Dr. Dorpmüller erklärte. daß sich die Ursachen des Unglücks zur Stunde noch nicht voll übetfeben lassen, daß es wahrscheinlich jedoch zunächst auf einen Persona l f e h l e r zurückzufuhren sei. Eine nicht geringe Rolle spielten jedoch die bayerischen Betriebsvorschriften, die Dr. Dorpmül- ler schon in den nächsten Tagen einer Klärung unterziehen werde. Da es sich bei diesen Dorschristen um bayerische Reservatrechi e handle, fei vorläufig noch abzuwarten, inwieweit man Zugeständnisse an die preußischen Reichs- babnbetricbSvorschristen erreichen werde. Sine volle Ausgleichung sei zunächst noch nicht zu erwarten. Dr. Dorpmüller wird über diese Angelegenheit in den nächsten Tagen eine Aussprache mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Held haben. Aus Anlaß dieses seines Münchener Aufenthalts wird er persönlich eine erneute Untersuchung deS Unglücksfalles anstellen. 3m übrigen erklärte Dr. Dorpmüller weiter, dürfe man bei der Häufung der Unglücksfälle in der letzten Zeit nicht dre Rolle des Zufalls außer acht lassen, der nun einmal nicht ganz auszu- schatten sei. Sie Erhöhung der Detiehrssicherheit in dem Sinne feine5 kürzlich gehaltenen Bortrages fei bereits in die Wege geleitet, und man müsse den Dingen zweifellos, so schwer das auch erscheinen möge, eine gewisse Entwicklungsspanne zugestehen. Das neue Kabinett Held in München. Die Regierungserklärung im Landtag. München. 31. Juli. (WTL.) Im Bayerischen Landtag schlug Ministerpräsident Dr. H e l d dein Hause folgende M i n i st e r l i st e uor, Justiz: der bisherige Iuftizminister Dr. ©ürtner; Inneres: der bisherige Innenminister Dr. Stütze!: Unterricht und Kultus: der bisherige Minister Dr. GoI - den Verger: Finanzen: der bisherige Finanzminister Dr. S ch m e l z l e: Landwirtschaft und Ar- beit: der bisherige Minister Dr. Fehr: Aeußeres mit der Abteilung Handel: Ministerpräsident Dr. H e l d. Als Staatssekretär für Arbeit im Staatsministerium für Landwirtschaft und Arbeit: der bisherige Sozialminister Oswald. Das Haus erteilte mit Ausnahme der Sozialdemokraten und Kommunisten dieser Ministerliste in einfacher Abstimmung seine Zustimmung. Darauf nahm Ministerpräsident Dr. Held das Wort zur Regierungserklärung, in der er u. a. aus- führte: So sehr wir das Deutsche Reich lieben unb so fest es in uns steht, daß wir niemals von ihm lassen werden, so tief wurzelt in uns die Uebcr- zcugnng, daß d i e Erhaltung der föderativen Grundgestaltung des Reiches die Voraussetzung für eine gesunde innere Entwicklung und eine kraftvolle äußere Entfaltung des deutschen Staatsgedankens ist. In einer sachgemäßen und klaren Ausscheidung der Zuständigkei- 1 e n zwischen Reich und Ländern liegt für beide die beste Grundlage für eine gedeihliche Entwicklung. Die Regierung strebe einen gerechten Finanzausgleich an und werde auf btt Erhaltung derBayern noch verbliebenen eigenen Finanz Hoheit und ihre notwendige 6 r m eite r u n g unausgesetzt bedacht sein Der Ministerpräsident betonte bann, daß die Regierung die gesamte bayerische Wirtschaft in allen ihren Teilen zu kräftigen und zu fordern sich zum Ziele gesetzt habe. Sie erwartet dabei vom Reiche, daß cs die gebührende Rücksicht auf Bayerns Lage nehme. Was unsere Zeit Neues an Gedanken und Ideen erzeuge, was Nachkriegszeit und Nachrevolutionszeit an Errungenschaften von wirklich gutem und gesunden Horn gebracht haben, müsse von einer wirklich fortschreitenden bedachten Regie rung anerkannt, gepflegt und weiter entwickelt werden. Die Regierung halte fest an dem Konkordat und den Kirchenverträgen, an der Konfessionsschule, dem Elternrecht und einer Lehrerbildung, die die Erziehung der Volksschuljugend im Sinne des Bekenntnisses ficherstelle. Der erste Gruß und Dank der Regierung gelte der Pfalz mit dem Gelöbnis, nicht zu ruhen und zu rasten, bis sie wieder vollkommen frei von fremden Joch sein werde. Oie Reichswehr am Dersassungstag. Berlin. 1. Aua. tPrw.-Tel.) Reichswehr- miniftcr Gröner hat dem .Vorwärts" zufolge einen Befehl zur Beteiligung derReichs- wehr an den B e r f a s s u n g «s e i e r n erlassen. Rach diesem Befehl beteiligt sich die Reichswehr an den vorgesehenen staatlichen Feiern. Die Beteiligung der Reichs.vehrkavc!len regelt sich nach den örtlichen Berhältntstev In Berlin wird die Reichswehr ein P l a g t o n • -ert veranstalten. 3m Anschluß darai finde: dann die Parade einer Kompagnie de, Wacku- regimentS vor dem Reichsoräfiden-en Natt. System zu unterstellen. Sir scheint tatsächlich geneigt zu sein, Chamberlains vorsichtiger, abwartender Politik zu folgen. Es wird betont, daß die (frage der Gflerritorialitdl ctmai ganz anderes ist als die des Tarifvertrages, Der sich nur auf wirtschaftliche Dinge bezieht, und daß die Uebernahme eines modernen Systems der Rechtsprechung in China einem Verzicht auf das Sxterritorialitätsrecht voran gehen muß. Die Ermordung Obregons. Religiöser Fanatismus als Motiv des Mordes. Merikv. 31. 3uli. (Reuter > Rach einem Pressevertretern gestern vorgelesenen umfang* reichen Polizeibericht, den der Mörder ObregonS 3uan de Leon Toral bestätigte, ist dieser zum Mord« durch die zufällige Aeußerung einer Rönne veranlaßt worden, die ihm gesagt hatte, die Lage der Kirche in Mexiko würde sich bessern, wenn Obregon, Calles und der Patriarch der schiSma- tischcn katholischen Kirche stürben. Die mexikanische Rönne Schwester Concepcion, die unter der Beschuldigung vie n>e«tn *«t *■"« O t Sutrontn siee^*" *»♦ nn gen* e-e fe*etf«<«# *" 9 « «. Oie bette Se«*e Ur bre W5*he «.» Naumanns Kernseife Henle leist er T*t Das Fürstenkind Ab morgen hie einechllelllch Sonntag: L/AMARA Die* *Hg» «w* —d erbtdli*. ***** M Wie*, weid *wb mhmv Heute letaler Ta«: An der schönen blauen Donau Ab morsen bi» ehucblfeSUch Sonntag: Die Geheimagentin von Nenvorh. i. Teil ein seaeationeUerSplonagefitrn In <1 Akten —Ferner: Die Liebe des Cheriffs Norton Spannender Wildwestfilm in 6 Akten. . ___XSfc ■ KMinri teil «ov » »»*• re# K Ckii>«> vwe eit »t •»»» Ein Lustspiel In 8 Akten.roll rwerchfeUereebttkern- der Komik Seat gehn wir morgen ent ine Bett. eut tanel Mariett, heut txnat Mariett. Zum Scnlafeneehn iel auch noch ttoermsrgen Zeit Heut tarnt .Mariett heut tauet Mariett In den führenden Rollen: Harry Hahn, Fred L-errh» Jacob Tiodtka. Kurt Gerron. — Ferner: Autofimmel Luetepie! In 1 Akten. — Sowie: Dio eeweatf>n Tage«bericht« «an «Iler Welt Astoria-Lichtspiele DH WHN-l MflFWIfltfAßÄK GIESSEN Tarter Teint- • Von der Reise zurück Dr.med. Adam Zahna r11 Verreist 4.-19 Au tuet Dr. med. G. Scheerbarth homöopathischer Arzt Gleben. Bahnhofstr. 64 neben Cafe Amend __70XD + Meine Praxis u. Wohnräume Delinden sich Jetzt Plockstraße 2 Ecke Seltersweg gegenüber Caf6 Aatoria W. 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Ter tom Äememberat dnrchberatene Voranschlag der Gemeinde Alein-Lmden für R?. 1928 liegt vom 2. August L 3- ab eine Sache lang aus dem Amttjimmer der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht der Unterenrnten offen. Einwendungen dagegen lönnen innerhalb der vffenlegungsfrist ichnstNch oder mündlich vory-bracht reerben. e* rst eine Umlage beschlossen, zu bet auch die Ausmärker bei* zutragen haben. Dein-Lmden, den 31. 1928. Herrsche Bürgermeisterei Jang. 7023V । IM 25. HERSTELLUNGS-JAHRE unserer bekannten „SLEIPNER“-Cigarette setzen wir den deutschen Rauchern und Raucherinnen 15000 RM. als Preise aus. Warum? Wenn es auch allgemein bekannt ist, dass untere „Slelpner" aus den edelsten Orienttabaken hergestellt wird und dass unsere Fabrikationsmethoden in technischer und hygienischer Hinsicht unübertroffen sind, so sollen doch Sie und jeder deutsche Raucher ein Urteil über die „Sleipner"- Cigarette entsprechen. Ihre Meinung ist uns wichtig, und darum bitten wir Sie, lk*e Aeus- serungen In Form von launigen Schlagworten, kurzen Texten, kleinen Gedichten, Zeichnungen oder Photographien usw. einzusenden, so wie es Ihnen am besten liegt . , Die 15000 RM. „SLEIPNER“ Bar-Preise sind also für all und jedenl Senden Sie Ihr Urteil recht bald ein. Es winken Ihnen I. Preis . - 1000 RM. 2. Preis . ..... 500 RM. zwei 3. Preise zu je 250 RM. 500 RM. 10 Preise zu je 100 RM. 1000 RM. 50 Preise zu je 50 RM. 2500 RM. 100 Preise zu je 30 RM. 3000 RM. 200 Preise zu je 20 RM. 4 000 RM. 250 Preise zu je 10 RM. 2500 RM. 614 Preise im Betrage von 15000 RM. Wettbewerbs-Bedingungen: Die Beteiligung steht jedem offen, der unsere „Sleipner*-Ciga rette geraucht hat und als Beleg seiner Udeilsgrundlage den Kontrollzettel, der sich in jeder 25-Stackpackung findet, einsendet Er trägt eine einperforierte fortlaufende Nummer. Bewerber können mit mehreren Einsendungen am Preisausschreiben teilnehmen, sofern sie jeder einen besonderen Kontrollzettel beifügen. Einsendungen sind unter der Aufschrift „Sleipner-Preis“ an die Propaganda-Abteilung der A. Batschari Cigarettenfabrik A.-O. Baden-Baden zu richten. Sie müssen bis spätestens 30. September 1928 bei der Post aufgegeben sein. Sämtliche Einsendungen geben m den Besitz der A. Batschari- Cigarettenfabrlk A G. über. Angestellte der Firma Batschari und Mitglieder des Preisgerichts sind von der Teilnahme am Wettbewerb ausgeschlossen. Die Verteilung der Preise : erfolgt Ende Oktober 1928 durch ein Preisgericht unter dem Vorsitz des Herrn Notarjustizrat Falk, Baden-Baden. Die Preise werden den originellsten Einsendungen zuerkannt Stilistische Vollkommenheit also ist nicht massgebend. Die Veröffentlichung der Preisuigernamen erfolgt in dieser Zeitung. A. BATSCHARI Baden-Baden, denZdJuli 1928k, CIGARETTE HF ABRIK A.-G- Son 19.47 . ötiem U88 knnS! 4h ftffe Theo anLei ^-'Sa übef-, Küctt, ®Wä «'ech jk«*e L-gr« die clg< Fcrbe^ cNvas V-M< in der Qffr ein v W< tunfl jcJv t* pibt flEer nriffa Aldei tatter 5)od 2uftb< Frag« eine der es zu em die 9 legen lallen sind ' erschein frost u ?I =Vb । m , । । ■ . I Gut empfohlene» la Portland Zement msHeji f. fof. gesucht. 06071 rr\Ae.M Gerichtsvollzieher in Siehrn -VCrn Steinstrabe 7lr. 13. | Empfehlungen nchitfct. 7060Ü H.(’h. MUhUteln gesucht 7051D meotiinlftiie fliintt. elektrische 7049D Feuerlöscher, 600 Dachziegel. Bestimmt: zwei Rauchtische, drei Tischlampen mit Schirm. Garbenbinder gut durchrevartert, preiswert abzugeb. M. Rosenthal, Landmaschine«, Televb 77. ,1HD Eleterlroij. Heule abend bei A. Merlau, uod MM clefir.y^möql. sofort zu uertnieten 05567 Franks. Str. 31. HtßtmannstanfiB (Geboten; Schöne 3 Zimm. Wobng. Gesucht: 3- bl# LZimm.-Wobug. Schr. Ana. u. 06661 an den Gtest. 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August 1928. wichtiges Lustbaden. □Denn die Lonne es vermocht Hot. uns an freien Tagen au» bc.n engen Ara» ter Stadl fcinau»^ultxf?n, so begcgren wir schon in dieser 3abrc»'.eit sehr oft braunen Gehalten ter 6portier. die im Dootr oder beim Zeit ihren freien Tag verbringen Arid ergrci t einen, wenn man die eigene milchfarbene ^aut mit ter gesunden Farbe ter anderen v . rgl eicht. und es regt sich so etwa» wie ein (!e uhl ter Zurücksetzung terch da» Schicksal, da» 'v vielen dic häufige Betätigung in ter frechen Luft nicht zu gönnen lchemt. Ater c» gehört wirklich nicht viel te-u. um tote ein waschechter Mulatte durch den Sornmer zu spazieren, wichtig ist nur die Art ter Anschaffung d.eler Sorte Ten ge lznet-n Platz biclet jede fottlchrtttlich cmcc'ie Itr Stabt ihren De- wohncrn in dem Lultted. da» jede n Gelegenhelt gibt, vor ober nach feinem Achtstundentag oder ater in ter Mittagspause einige Stunden dem mißhandelten Körper zu leben. Tie Lage te» BateS am Walte ober am Fluh garantiert gute, bakterienarme, ftaubfrclc Luft. Doch eHebl man. das, für viele Tc'udxr ba» ßuftbaten n.cht etwa m der Hauptsache eine Frage ter Gesundheit ist. sondern vielmehr al» eine An SchönheitSkur gehandhabt wird, bei ter e» nur darauf antomml. das dunkelste Braun zu erreichen. Hochgcbirgs- und Seebabbraun sind ter gesuchtesten Farbtöne. Zu diesem Zweck legen ,;e sich stundenlang in die Sonne und lassen sich buchstäblich braten. Die Folge davon swd Verbrennungen ter Haut mit Fieter- ericheinungen und teftigen Schmerzen, Schüttelfrost und Mattigkeit Da eben viele Menschen glauben, dast man nur in ter Hellen Sonne braun werten farm, so ist an bedeckten oder gar trüben Tagen nicht viel ..Betrieb". Zunächst dazu einmal eine Richtigstellung. Die Sonne bräunt an den Tagen mit „diffusem" Licht mindestens ebenso ft art, oft fogar noch stärker al» an klaren Tagen. 3m übrigen kommt e» aber überhaupt nicht auf btc Bräune ter Haut an, sondern vielmehr auf die Bewegung te» entblößten Körper» in der frischen Luft. Bewegung ist da» Geheimnis te» CI rf tilge» beim richtigen Luft baten Springen. Laufen. Spielen, damit die Atmung gefördert wird, die Muskeln arbeiten. Und dann zur Reinigung ter Poren von den Hautau-dünstungen hinein tn das srifche Wasser oder unter die Btaufen, die aber nicht etwa zum pantschen angelegt sind. Bei lebhafter Betätigung zeigt es sich dann ganz von leibst, dah man bc. starker Sonne im Schalten bkiben muß. um ein häufiges und bann schwächendes und recht überflüssige» Schwitzbad zu vermeiden. Die Ruhepausen in der beißen Sonne find nicht zu lange auszutehnen und besonder» dann abzutürzen. wenn sich statt ter erwarteten Srsrischung eine Ermüdung durch daS Lustbaden feststeilen läßt, öfl ist deshalb ratsam, erst mH kurzen Bädern zu beginnen und sie allmählich zu verlängern. Die gesündesten Luftbäder sind aber immer bk. die man, aus ter Stimmung und ter Stunde geboren, an freien Tagen draußen m ter herrlichen ®otte»natirr ansetzt, sei e» nun bei einer Pad des tour ober bei ter Arbeit an dem nächtlich beherbergenden Zelt. Ballspiel, Bad und Buch kürzen tec Stunden. Wenn die Hebel über dem Fluß aufsteigen, brodelt im Kochtopf die Abenbfuppe Sin hüblche» Rachtlied läßt den Tag verklingen, ter dem Menschen wirkliche geistige und körperliche Erholung brachte. Daten für Donnerstag. 2. August. Sonnenaufgang; 4.25 Ubr, Sonnenuntergang: 19.47 Uhr Mondaufgang. 20.46 Uhr. Monb- untevgang; 4.45 Uhr. . 1788: ter englische Bildnismalcr Thoma» Gamsborvugh rn London gestorben (geboten Gießener Siavtiheaier. Liegsried (Wer: „Kleine Komödie". Kleine Komödie; seht Heine Komödie; manchmal fo klein, daß nur em großer Schwank übrig bleibt Aber recht luftig. Und beinahe ein bißchen zu fern für Somme rtheat er. Dämlich manchmal bftyt doch ein Ctüddxm echte Äomöbic auf Obgleich die Möglichkeiten dazu nicht ausgenutzt sind. Uebrigcn». wenn wir nicht irren, hat der Verfasser, De her. berufsmäßig irgendwie mit dem Theater zu tun. Möglch. daß wir auch einen andern mehren (ben Dramaturgen von Professor du gen Robert), — aber es haßte an sich nicht übel: e» tft etwas an ter Machart die'es Theaterstücks, am Sitz dieser drei Akte, da» ist nicht von ungefähr; und weder bei echten Komödien noch bei echten Schwänken besonder» häufig zu fmten. Da» Bestechende an dem Spiel ist, nächst der Fabel, daß e» nicht stecken bleibt. Es Läuft. E» verwickelt sich nicht im eigenen Retz SS fintel den Ausweg. Und zwar fast immer em wenig später (auf ter Bühne), als ter Zuschauer (im Parketts ihn gefunden hat oder ahnt. Da» ist schade und, mit einem Fachausdruck, „vieux jcu". Aber e» läuft, unbestreitbar und ganz qued- Iübern. Man unterhält sich Zwei Stunden vergehen im Ru. Man amüsiert sich. Rachzudenken beginnt man, (eiter, erst auf dem Heimweg. Für cme Komödie allo mindestens eine Viertelstunde zu spät. Die Begründung dafür ist irgendwo bei ®oetbt zu finden. (Mit dem man übrigen» fast Heverdenk- mai tn ter FriedhosSanlage in der Licker Siraße durch Abheben ter Büste be'chädigt. Personen, die über die Täterschaft Wahrnehmungen gemacht haben, werten gebeten, die Krirninalposizet in geeigneter Weise zu verständigen •• Aufklärung von Diebstählen in den Badeanstalten. Am Samstag. 28. d. DL. wurde ein löjähriger ehemaliger Handelsschüler von auswärts, der sich vorübergehend in Gießen aufhielt, wegen D ebslahl» in ter DlüHer- schen Badeanstalt festgenommen Eine In feiner Wohnung vorgenommene Durchsuchung war von Erfolg. Vier Diebstähle konnten dem Beschuldigten nachgcwiesen werten. Am Sonntag. 29. d. DL. tourte ebenfalls in ter Müllerfchen Badeanstalt ein hiesiger. 13jädriger Schüler beim Diebstahl eines Portemonnaie» erwischt. •• Dom Briefgeheimnis. Unbe ugte» Oefsnon eine» Briese» wird mit Geldbuße oder Gefängnis bestraft. Zur Befchlagnahme von Briefen ist nur der Richter, in manchen Fällen auch ter Staatsanwalt berechtigt. Post- und relegraphenanstalten find ater verpflichtet (auf Anordnung te» KonkursgeeichlS). die für ten Gemeinfchuldner eingehenden Sendungen. Bri? e und Telegramme, tem Konkursverwalter zur Oeffnung au»Aubänblgen. •• D i e Pfänd ungSgrenze ist feit einiger Zeit erhöht. Für ten Angestellten find 195 Mark monatlich, für ten Arbeiter 45 Dtarf wöchentlich, für ten Taglöhner 7,50 Mark täglich jeder Pfändtma entzogen. Soweit dtefer Dettag durch daS tatsächliche Gehalt oder den Lohn Übertritten wird, ist ter Mehrbettag bis zu einem Drittel unpfändbar. Hat ter Schuldner Angehörigen Unterhalt zu geben und verdient nickst lnehr als 100 Mark wöchentlich, dann erhöht sich ter unpsändbare Teil te» Mehrbettages für jeden Unterhalt-berechtigten um ein Sechstel. lröchslenS ater auf insgesamt zwei Drittel te» Mehrbeträge». • Persona 1 ie. Aus dem hesstfchen Schuldienst wurde am 24. Juli der Lehrer an der Volksschule zu Trohe, Kreis Gießen, Dr. Heinrich Kraushaar auf fein Nachsuchen entlassen. • • Da» 7Abonnement»konzert auf der Liebigshöhe findet morgen, Donnerstag, abends 8.15 Uhr, unter Leitung von DbermufKmeifter Cöbcr statt. • • Gesellschaft für Volksbildung Die im Jahre 1871 gegrünbetc Gesellschaft für volksdil- bung zu Berlin NW 40, Lüneburger Straße 21, veröffentlicht ihren Jahresbericht für 1927, dem wir folgende interessanten Zahlen entnehmen: 3m Jahre 1927 gab die Gesellschaft 193 707 Bücher ab, verlieh 775 Wanderbüchereien mit 29110 Banden, verabfolgte unentgeltlich an 662 Büchereien 17 599 Bücher im Wette von 34 647 Mark, verlieh 2681 Glac- bilderreihen (180 000 bis 220 000 Bilder) und 366 Bildwerfer. Die Ausgaben der Gesellschaft betrugen 1927: 784 306,29 Mark. Der Gesellschaft gehören zur Zeit 5202 Vereine und Verbände im ganzen Deut- Hochschulnachnchten. Das Ordinariat ter llassifchen Archäologie an ter Universität Leipzig (an Stelle von Geh. Rat J. Studniczka) ist dem o. Professor Dr. Herbert Köchin Jena entgehoten worden. Koch ist ein geborener Schlesier (geb. 1880 zu Reichenbach). Er studierte m Leipzig, München und Bettrn Archävlogre, besonders bei Furtwaengler. Studniczka und R. Delbrueck sowie Germanistik bei Paul und promovierte mit einer Arbeit „ lieber das Verhältnis von Drama und Geschichte bei Friedttch Hebbel". — Zur Rentesetzung von Lehrstühlen an ter Technischen Hochschule in Dresden sind Ruse ergangen an Prof. Dr.-Ing. Winds rieb Otto Schumann an ter Technischen Hochschule tn München (Elektrotechnik). Professor Dr. Johannes Kühn an der Universität Leipz ig (Ge chichte). Professor Wilhelm Jost an ter Dechnsichen Hochschule in Stuttgart (Bausormen lehre, und Dr.-Ing. Weber. Lehrer an ten Staatlichen Derernigsen Matchinenbaulchulen in Dortmund (Technische Dlcdjand). — Der bekannte Vertreter der neueren Geschichte an der Leipziger Universität Gey. Rat Dr Erich Brandenburg beging am 31. Juli feinen 6 0Deburt»tag. Pros. Brandenburg. ter im Studienjahr 1919 20 da» Ret- toramt ter Sächsischen Landes Universität brsieidete. ist 1866 zu Stralsund geboren Seine Lehre« waren Dlax Lenz. Reinhold K o s e r und Paul Scheffer-Boichorft. 1890 promovierte er in Berlin und begann bann in verschiedenen Archiven Studien zur Gelchichte ter Deformation»- zeit. 1894 habilitterte sich Brantenburg in Leipzig. wurde dort a. o Professor und 1904 alS ^lacholger von Erich M a r ck s Ordinarius ebenda. Brantenburg schätzt die Bedeutung der Persönlichkeit für die historische Erttwicklung höher ein al» den Einfluß von DTaHcninftinften oder metaphysischen Gesetzen; die pvlittfche Geschichts güt ihm das eigentliche Knochengerüst der Ve- fckstchte, ohnedelsen Kenntnis die K'.Iruraefchicht« unverständlich bleibt AIS DZeiftertoer! deutscher Ge^chichtSsvrlchuiw. mit tem Brandenburg (einen Höhepunkt erreichte das 1916 in zwei Bänden ersthienenc Wett .Die Reichsgründung" hervorzuheben. Bon fernen inerteren Wetten nennen wir: .Der (Eintritt ter süddeutschen Staaten in ten Dorddeutschen Bund", .Die deutsche Revolution 1848", .Marlin Luther als Vottämpsel te» deutschen Geistes". .Don Brsmarck zum Weltkriege", .Die teuttchc Posirll in den Jahrzehnten vor tem Kriege", und »Die Ursachen teH Weltkriege»", . x v , , „ „ y .^ , , , schen Reiche an. Außerdem gehören ihr 5754 Personen als Einzelmitglieder an. ** Dienfljubiläum. Die Angestellte, Frl. Fini St r a u ch, Schillerstraße 20, bei der Firma 3atob Heilbronner, Marktstrahe, kann am 1. August auf -in 25jährige- Dienstjubiläum zuruck, blicken. •• Bon der Lahm Heutige Wasserwärm« der Lahn 21 Grad Ecstius •* Straßensperrung. Dos Hessische Polizei- amt teilt mit: Wegen Rohrverlegungsarbeiten in der (Aorten- und Loberttraße Ist die L ü b c r st r a ß e ab gestern drei Tage für ollen Fuhrverkehr polizeilich gesperrt. Oberheffen. Landkreis Gießen. g. Klein-Linden. 31. Juli. In der letzten GemeinderalSsihung wurde der Dor- anschlag für das RechnunaSjahr 1928 durchberaten. Der Umlagenbedars war tnm dem Bürgermeister auf 30 000 DZ!, festgesetzt worden. Bei der Durchberatung der einzelnen Rubriken wurden vom Gemeinderat 3000 DU. gestrichen, so daß sich der Ilmlagenbedarf aus 27 000 DZ!, ermäßigt. Auf Rubrck 3 waren 800 DZf. eingesetzt davon wurden 300 Dtt. welche für Daum* Pflanzung und Düngung vorgesehen waren, gestrichen. Auf Rubrik 22 waren für den Standesbeamten 400 DU. vorgesehen, davon wurden 200 Dtt gestrichen. Für Errichtung eines Schwimmbades und Sonstiges waren auf Rubrik 24 1200 DZT. vorgesehen, gestrichen wurden 1180 DU. Die für Beschickung zu BerbandS- taaungen der Feuerwehr auf Rubrik 26 vorgesehenen 60 DU. wurden ebenfalls gestrichen. Für Unterhaltung der Kirche waren auf Rubrik 29 500 DU. vorgesehen, davon wurden 400 DU. gestrichen. Für Unterhaltung dec Grenzen waren 100 DU. auf Rubrik 37 vorgc-'ehcn, gestrichen wurden 50 Dir. Die auf Rubri! 61 eingesetzten 150 DZf. für Ausfertigung der Steuer» zettel, Aufstellung deS HebregisterS und Be^ch- nung der Steuer für 1928 wurden gestrichen. Der Rest in Höhe von 660 DU. ist aus dem Reservefonds entnommen, so das) dieser um 660 Dlarf gekürzt wird. Außerordentlich bemerkens» wert ist, daß das bei der vorjährigen Beratung deS BoranschlaaS in anerkennenswerter Weis« zutagegelegte Borhaben des Gemeinderats, für die Errichtung einer entsprechenden Badegelegenheit, die für unsere Sm» wohner und namentlich der Jugend so dringend nottut, Mittel anzusammelln — es waren bereits 2000 DZf. für diesen Zweck in Doranschlag gebracht - , bei der diesjährigen Beratung Schiffbruch erleiden mutzte. Y Mainzlar, 31. Juli. Am vergangenen Sonntag machte der hiesige Frauenverein mit den übrigen Vereinen des Kirchspiels Kirch- berg seinen diesjährigen Ausflug unter Leitung deS Dekan« G uh mann, Kirchberg, nach Frankfurt a. M. Die Beteiligung» der einzelnen Vereine war aut, fo datz um 9 Uhr morgens insgesamt 160 Mitglieder in Frankfurt eintrafen. Unter Führung von zwei Mitgliedern des Evangelischen VolkSdiensteS wur!>en sämtliche Sehenswürdigkeiten ter alten Mainstadt eingehend besichtigt. Leiter verflogen die wenigen Stunden, die zur Verfügung stanten, allzu schnell; mit dem Gefüfll. einen schonen, erinnerung-reichen Tag verlebt zu haben, wurde um i/fi Uhr die Rückfahrt anaetreten. Herrn Dekan G u ß m a n n gebührt besonderer Dank für daS Zustandekommen ter ganzen Veranstaltung. Treis a. d. L d a., 31. Juli. Gestern nach- inctag wurde der Schmiedemeister Kaspar Q e m- ri'e r von hier, ter ein Alter von über 81 Iah- rPi erreicht hatte, beerdigt. Derselbe war ter letzte hier noch lebende Mitkämpfer von 1370,71. Er stammte aus S>affenbaufen (Kreis Marburg) und hatte bei einem Kasseler Regiment gedient. • Allenborf a. d. Lumda, 31. Juli. Dieser Tage hielt ter hiesige Spar- und Bors chuh- verein e. ®. m. b. H. in ter Gastwirtschaft zur Krone feine diesjährige erste ordentliche Generalversammlung ob. Die Tagesordnung umsastte folgende Punkte: 1. Gestattung des Geschäftsberichts für 1927. 2. Genehmigung der Bilanz 1927. 3. Beschlußfassung über die Gewinnverteilung. 4. Gntlaftung te6 Dorstantes. 5. Dornahn,e von Ersatzwahlen. 6. Vereinsange- legenh.'iten. AuS dem Geschäftsbericht tes Vorstandes ging hervor, dah die Kreditgenos enschaft auf ein befriedigentes Ergebnis tes abgelaufenen Geschäftsjahres zurückblicken kmm. Der Geschäftsverkehr war auf allen Konten ein lebhafter. Die 3aM ter Mitglieder stieg von 265 im Vorjahre um 17 auf 282. Zn Beanstandungen gab ter Geschäftsbericht keine Veranlassung. Rach Verlesung ter Rechnung und Bilanz wurden diese genehmigt und tem Vorstände Entlassung erteilt. Die Bilanzsumme betrug 324 332 DZf.. umgesetzt wurden 4 806 406 Mk. Die Geschästsguthaten betrugen 10 845 Mk. Di« Haftsumme stieg von 397 500 Mk. im Vorjahre auf 423 000 Mk. Die voraenommenen Srfatzwahlen ergaben die Wiederwahl ter beiten auSfcheidenden Auffichtsrats- mttglleter ObervermessungSsekretär Eberhard Lotz II. und Bauunternehmer Jost Benner von hier. An älteren Spareinlagen wurden auf- gewertet zusammen 131902 Mk. Vorstand sowohl als auch AussichtSrat gingen bei der Auswertung von tem Grundsätze aus. den Einlegern in weitestem Matze Rechnung zu tragen. Zur Auszahlung tommen 19 Proz. ter errechneten Gold- marflunune. Allgemein tourte die gerechte Durch- snhrung ter Auswertung von ter Versammlung anerkannt. Dah ter Spürsinn wieder mehr geweckt wird, zeigt die fiele Zunahme der Einlagen. 'Diese betrugen 101243 DU., wovon allein auf daS abgelaufene Geschäftsjahr etwa 55 000 Mk. entfielen. Die Versammlung wurde in Abwesenheit des Vorsitzenden des Aussichtsrats durch den Direktor Lotz geleitet. Die Genossenschaft ist eine ter ältesten in Hessen, sie blickt in 1930 auf ein 65jährig«S Bestehen zurück. -- Der hiesige Kr i«. aerverein. ter unter tem Vorsitz des Lehre rS Strack einen erfreulichen Aufschwung genommen Hot, hielt gestern sein diesjährig erste« Preisfchießen ab. GS wurden durchaus gute Resultate erzielt. Weitere Schietzen sollen ' am 5. und 26. August sowie am 2. September d. Z. abgehaltcn werten. Wertvolle Preise stehen zur Verfügung I. Queckborn. 31. 3iril. Wieder «in neuer, diesmal leider tödlich verlaufener U n - glückSfall ereignete sich in tem Hellkops dem von ten Bakoitwerken ((frefkn) brtriften' L'ernbruch lache Ber tem Wearäumen ter Erd- und Schuttmafsen kam ein schwerer Stein ms Rollen, ter mit größter Wucht in den tiefen Steinbruch sauste und den genannten derartig am Kopf« traf, datz der Tod eintrat. Der fo jäh umS Leben gekommene hinterlätzt eine Witwe und ein Kind von noch nicht drei Monaten. • Bellersheim 31. Juli. Dieser Tage tourte unter Gemeinderechner i R. 5> e in r i d) Schweitzer, ter em Alter von 81 Zähren erreichte z u Grabe getragen. langem bewegte sich kein solch grotzer Trauerzug durch unser Dors, war doch jete Familie vertreten, und auch von auswärts erwieseu ihm viele die letzte Ehre, cm Zeichen dafür, welcher Wertschätzung sich der Verstorbene erfreute. Beinahe 30 Zähre hat er mit 2reue und Gewissenhaftigkeit das Amt des Gemein Rechners bekleidet, big ihn geschwächte Gesundheit vor einigen DZonaien zwcmg, diese Tätigkeit jüngeren Kräften zu überlassen. Auch die UntererbeteMlc fat er eine Zeitlang geführt. - Unsere l. Le h re rwo h n u n g genügt schon seit Jahren nicht den Anforderungen, die man an sie stellen mühte. Durch die mit Ente des Schuljahres erfolgend« Pensionierung des 1. Lehrers und durch die Versetzung teS 2. Lehrers wird über kurz oder lang eine Reubesetzung der betten Schul stellen erforderlich. So hat eS sich aklS notwendig erwiesen, vorher die Wohnungsfrage zu regeln. 3m Einvernehmen mit dem Kreisschulanrt. tem KreiSbauarnt und ter OcmcinteDettretung hat die Markgenossenschaft, die gesetzlich zur Rinderhaltung ter 1. Lehrerwvh- rtung verpflichtet ist, in Erwägung gezogen, die jetzigen Schulsäle in ter Mittelburg alS Lehrer- wohnnng auszubauen und in et nein Anbau die beiden Schulsäle unberzubrkngen. Gin endgültiger Deschäuh ist noch nicht gefaßt Wochen. n. Großen-Linden, 31. 3uüi. Hiesige Turner nahmen ten Wettkampf auf dem 14. Deutschen Turnfest in Köln mit Erfolg auf. Zm Zehnkampf wurde ter 20jährige Richard Seth 26. Sieger bei 450 Bewerbern und im Fünfkampf Fritz Weitershaus 27. Sieger bei 2300 Wettkämpfern. Der Gau Hessen stellte eine zwölf Mann starke Gauriege. Zwei hiesige Turner, der obengenannte Richard Seth und Karl Kehler, gehörten zu dieser Riege. Wenn man bedenkt, dah u. a. Sie Städte Marburg, Gießen, Friedberg, Bad-Rauheim und Wetzlar zum Gau Hessen gehören, so kann man sagen, dah die hiesigen Turner nicht an letzter Stelle stehen. Kreis Friedberg. CO Nieder-Florstadt, 31. Juli. Der Voranschlag der Gemeinde für 1928 liegt zur Einsichtnahme offen. Er schließt in Einnahme und 2Iusflabe mit 198351,48DZf. unb weist einen Umlage« bedarf von 28 200 Mk. auf. Da sich die Umlage gegen das vorige Jahr um 1200 Mk. erhöht, beschloß her Gemeinderat die Erhöhung der Grund- st euer auf Gebäude und Bauplätze von 22,75 Pf. auf 25 Pf., auf land- und forstwirtschaftlich genutzte Fläche non 49,85 Ps. auf 52 Pf. je 100 Mk. Steuerwert. Die Sonderoebaudr- (teuer wird von 36,7 aus 37,43 auf 1 Mk. staatliche Sondergebäudesteuersoll erhöht. Die Ausschlagsätze für gewerbliches Betriebskapital und den Oe- werbeertrao werten später festgesetzt. Die Grundsteuer an Gebäude und Bauplätze bringt 3582 Mk., an land- und forstwirtschaftlich genutztem Grundbesitz 18 633 Mk., die Sondergebäudesteuer 4049 Mk., der Rest entfällt auf Steuern der gewerblichen Betriebe. Die wichtigsten Posten in Einnahme sind Ge- bäude mit 3563 Mk., Grundstücke mit 14 335 Mk., Waldungen mit 16 510 Mk., Gemeindesteinbruch mit 95 000 Mk., die in Ausgabe Waldungen 13172 Mark, Steinbruch 91 060 Mk., allgemeine Verwaltung 11 179 Mk, öffentliche Gesundheitspflege mit 3675 Mk., Schulen mit 4270 Mk., Straßen mit 4991 Mk. und Landwirtschaftszwecke mit 5939 Mk. Bei der Durchberatung beantragte der Gemcinderat Erhöhung der Einnahmen aus dem Steinbruch von 94 000 auf 95 000 Mk., aus Wasserversorgung von 4107 auf 4517 Mk., Herabsetzung der Gehälter des Bürgermeisters auf 3800 Mk., des Gemeinderech- ne re auf 2500 Mark, des Bureauschreibers, des Polizeidieners und der Feldschützen auf je 2200 Mk. Die dadurch erzielten Ersparnisse betragen 8680 Mk., davon 3010 Mk. durch Erhöhung der Einnahmen. Die Umlage erniedrigt sich durch diese Anträge von 37 000 auf 28 200 Mk. Kreis Büdingen. Y WeningS. 31. 3uIL Heute früh hat sich der 22jährige Albert R u v p e l, hier, beim Holzsägen mittels Kreissäge die fünf Finge r der linken Hand abgeschnitten. Der Verunglückte wurde sofort dem Gederner Krankenhaus zugeführt. Ob die Hand erhalten werten kann, ist noch sehr fraglich. )( älsenb orn, 31. ZM. Zn Kürze wird Pfarrer Werner untere Gemeinte verlassen, um die ihm übertragene Psarrstette in Rieter-Wollstadt zu übennhmen. Untere lanteS- kirchliche Gemeinte sieht ihren langjährigen Seelsorger, ter fast 14 Zahre in größtem Segen hier wirkte, nur mit tem allergrößten Bedauern scheiten. Richt nut alS Prediger und Kanzel- rcfrncr. ter seine Zuhörer immer in die Tief« tes göttlichen Wortes zu führen wußte, sondern auch als Seelsorger erfreute sich Pfarrer Werner infolge feinet allezeit freundlichen Wesens, sowohl biet alS cud? in ten Gemeinden Bergheim. Gelnhaar und Bindfachlen, die er in ter Kriegs- unb Rachkriegszeit jahrelang mit ter größten Hingabe verwaltete, bei allen Gemeinteglietern her größten Beliebtheit. Sein« Tätigkeit reichte jedoch weit über die Grenzen feiner Pfarrei hinaus. Seit dem Tod von Plärrer Wilhelm. Bleichenbach, stand Pfarrer Werner in aufopfernder Tätigkeit dem ErziehungSverem tes Dekanates Büdingen vor und leitete zuletzt auch noch ten evangelischen Wohlfahrts dien st teS KreiseS Büdingen. Außerdem war er Schriftführer tes Zweigvereins Büdingen ter Girftav- Adolf-Stiftung und hatte daS Amt eines Vertrauensmannes für die Innere Mission im Dekanat inne. Dte heften Wünsche seiner bisherigen Gemeind« begleiten ihn und seine Familie nach * einem neuen Wirkungskreis, um tem er sich m Interesse ter weiteren Erziehung feiner Kinder beworben hat. ]:f A u S dem Bl eichenba chl al, 31. Juli. Zn d,efen Tagen tourte mit tem Schnitt btt Gerste und des KorneS begonnen. Leiter iR ter Ertrag ter Körner sehr mittel» | mäßig, da h er fett ungefähr vier Wochen kein I Regen war. Auch Weizen und Hafer könnten I "och Feuchtigkeit gebrauchen Sehr nötig ist er | *ür tee Hackfrüchte, Mt sehr mager und I hungrig auf tem Fekte stehen. Mt Diesen sind MiWtMsMti erfordern stets eine forgfältige lertgebung und Sagaus Rettung. Gute Satzleistungen sind nur erreichbar, wenn di« Anzeigen MW genas cnlgegeden werden. Der Annahrnefchluß für alle Anzeige», hn Gießener Anzeiger entsäM auf den Nachmittag vor der Ausnahme. Empfehlungs- enzeigen müssen, je nach Umfang und Satz- fchwierigsteilen, zwei bi» drei Tage vorher bestellt jein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Ieitaufwand gefetzt« Empfehlungen Win Den ermKleg erfolg! rotgebrannt, besonders die nach ter Heuernte mit Pfuhl gedüngt wurden. Im großen ganzen steht alleS im Zeichen einer sehr schnellen Rotreife. Kreis Scholien. • Gedern, 31.IM. Zn ten Konfirmandenunterricht, ter m dieser Woche seinen Anfang nahm, tourten 26 Konfirmanden ausgenommen, und zwar 15 Knaben und 11 Mädchen. gegen 43 im Vorjahr (24 Knaben und 19 Mädchen). ES ist der erste Kriegsjahrgang. woraus sich die starke Abnahme ter Zahl erklärt. Der fcicriidr Srösfnungsgvktesdienst des Kon- firrnandenUnterrichts fand am letzten Sonntag statt. — Vor einigen Tagen konstituierte lich hier eine Freiwillige DanitStSkolonne vom Roten Kreuz, deren Gründung durch einen Lichtbil te rvortr ag tes Hauptmanns a. D. Lot heißen (Darmstadt) angeregt worden war. Der Kolonne, deren Bereich sich aus Gedern und .Umgegenb erstreckt, traten 23 Mitglieder bei. Zum geschäft-führenden Vorsitzenden tourte 6er Vorsitzende des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz, Hvfprediger Widmann, gewählt, zum Kolonnenarzt ter praktische Arzt Dr. mcd. Bach, zum Kolonnenführer Vorarbeiter Friedrich Wilhelm Bailer, zum Kolonnenführer-Stellvertreter Bäcker Heinrich Deckenbach II. Mit tem älnterricht und ten praktischen Hebungen soll in aller Kürze begonnen werden, sobald die Genehmigung und Anerkennung der Kolonne durch den Hessischen Latches verband vom Roten Kreuz erfolgt ift Letzterer hat sich bereiterrlärt, die Kolonne mit den erforderlichen Hn.errichlSbüchem, AuSbkldungsgegenstänZien, fotoie mit einem ©eite betrag zu unterstützen. * Sichenhausen, 31. Zull. Der diesjährige Jugendtag war auf einen Sonntag verlegt worden, damit sich auch die Ellern an dem Fest beteiligen konnten. Unter Dorantritt einer Musik kapelle marschierte man durch die Straßen unserer Gemeinde. Insgesamt schätzte man die Zahl der Teilnehmer auf 700. Nach dem Besang des Liedes „Das Mandern ist des Müllers Lust" spielte die Musik einen flotten Marsch, worauf Lehrer Nies von hier eine kurze Begrüßungsansprache hielt. Es folgten dann frohe Lieder und muntere Spiele. Wettkämpfe wecyseltcn mit Gedichtoorträgen. Ein Nixen- und Zwergenreigen, sowie ein Hans-Sachs- Splel „Der fahrende Schüler im Paradies" trugen zur Erheiterung der Feftteilnehmer bei. Es folgten Kletterübungen, Eierlauf, Verlosungen und Belustigungen verschiedenster Art. Nach mehreren Stunden fröhlicher Stimmung rüstete man zum Abmarsch im Bewußtsein, einen schönen lag verlebt zu haben. • Herchcnhain, 31. Juli. In diesem heißen Sommer ist unserer hvchstgelcgcnen Hessengemcinde das Trinkwasser ausgegangen. Um die Wasserleitung zu speisen, wird vom nahen Hartmannshain das nötige Ouellwasier heraufgepumpt. Nur das Dater-Bender-Heim auf der Herchenhainer Höhe kann nicht beliefert werden. Der dortige Verwalter ist deshalb genötigt, täglich mit einem Faß ins Tal zu fahren und sich das nötige Trink- unb Waschwasser hinaufzuholen. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm. 31. Juli. Am vergangenen Sonntag früh begab sich unsere Schützengilde (Kleinkaliber-Schühenverein) nach Lauter bei Grünberg. Der dortige Schüyen- verein hatte zum MannschaftSvergleichs- schießen, verbunten mit Preisschießen, ein« geladen. Jeter Verein stellte eine Mannschaft von sechs Schuhen. Geschossen wurden neun Schuß freihändig in den drei verschiedenen Anschlags- arlcn, wobei die hiesig« Gilde als erster Sieger mit 480 Ringen hervorging. Gleichqeitig wurde beim MannfchaftSschießen die Einzelhöchstleistung besonders gewertet: diese erzielte unser Schutze Friedrich Goßfelder mit 87 Ringen. Hieran anschließend sand daS Preisschieyen statt, bei welchem di« hiesige Gilde gleichfalls gut «bschnitt. Fünf ter ersten Preise konnten unsere Schützen bei ter am Abend erfolgten Preisvertei- lung in Empfang nehmen, darunter auch den ersten Preis, ten Schütze Daniel Becker errungen hatte. Für MannschaftS- und Einzel» höck^tleistung fernen dabei Urkunden unb «in Geldpreis zur Bert«ilung. (Starkenburg. WSR. Darmstadt. 31. Juli. Gestern weilt« der DZozort-Gefanaverein Reuvork. bet an hem Deutschen Bun d e S sä n g« rf e st in Wien teilgenvmrnen hatte, zu einem Besuch in unserer Stadt. Ilm 11.07 ilRr trafen die Sänger mit ihren Angehörigen in Darmstadt ein, too fit von Bürgermccktcr Mueller und fon- stigen Vertretern ter Stadt Darmstadt herzlich willkommen geheißen wurden. Abends waren die arnerikanifchen Sänger mit ihren Damen Gaste unserer Stadt auf dem Oberwaldhaus. Bürgermeister Mueller hieß in einer längeren An- Äbie Gäste herzlich willkommen. Der Shren- nt der Vereinigten Sänger von Reuhork, Henning Minte. dankte mit warmen Worten für die herzliche Begrüßung, die ihnen in ihrem Heimatlande zuteil tourte. Unter musikalischen und gesanglichen Darbietungen verflogen die Stunden nur allzufchnell, und man trennte sich m dem Bewußtsein, haft deutsche Sängerbrüder in der Heimat unb im fernen Land «in eng#» Bond .lmfchkleßt preuhen. Kreis Wetzlar. Z Oberkleen. 31.Juli. Die Firma Glätzner, Stichel & Es zu Butzbach Hal mit tem beutiaen lag« ben Betrieb in Dem hiesigen, von der Bemeino« Obtrflten gepachteten Saltsteinbruchin vollem Umfange wieder mtfgtntnmnen. Durch dke rmrütef* gehende Stillegung des Bruches waren 30 Arbeiter aus ter hiesigen unb der benachbarten Gemeinte Ebersgöns einige Wochen arbeitslos. ■0* Lützellinden, 31. Juli. Die Kreisstratz««- verwoltung läßt gegenwärtig die In ihrer Unter» Haftung befinbliche Derbinbungsstraße von h ie r nach Klein-Linden auf einer längeren Strecke bis nahe an bic preußisch-tefsische Bemar» kungsgrcnze neu cintetfen. Während ter Instante setznnäsarbeiicn ift bi« Straße ntm der Abzweigung nach Allenborf a. b. Lahn ab für ten öffentlichen Verkehr gelverrt. Der Verkehr wirb über Allen- darf a. b. ß.—Alein-Sinten unb umgekehrt umge- leitet. Der zur Neueindeckuna erforderlich« schlag wirb au» oberhefsischen «leinbrüchen tezogen: die Walzardeiten werten von ter Firma Ttevdar Ohl (Limburg) ausgesiihrt. O DolpertShaufen, 31. Juli. Am vergangenen Sonntag fand hier im Freien bei ter Kirche daS diesjährige M i f s r o n s f e st statt, das sich bei gutem Wetter eine« zahlreichen BelucheS erfreute. In tem Festgottosdienst hielt DZlfftonar Lück. Herborn, die Festpredj^t. Weitere Festansprachen hielttn ter Ort-geistliche Pfarrer PIaff. VvlpertShaufen, Vsarrer H«i• der. Dorlar, und Bikar Starkebaum, Wetzlar. DZtfiionat Lück erstattete außerdem einen ausführlichen Bericht über seine langjährige Tätigkeit im Dienste ter Rheinischen Million auf ter Insel Rias. Zur Verschönung deS Festes trugen die Posauncnchbre von Groß-Rechtenbach. Rleterwetz und Wridenhausen und ter Gemischm Thor von Weitenhaufen, unter Leitung tes Dirt- qenten Bartb Weitenhaufen, bei. Die am Schluffe tes Festes erbotene Kollekte war füt das lOvjährlgr Jubiläum ter Rheinischen DZlfHon bestimmt. -$• Aus dem Hüttenberg, 31. Juli Währe nb die Preise für feite Schlacht- schweinc in ben letzten Wochen einen merklichen Auckgang erfahren haben, halten sich bic Ferkel- preise fortgesetzt auf gleicher Hohe. Ferkel im Alter von 5 bis 6 Wochen kosten augenblicklich 18 bis 20 Mk, für 6 bis 8 Wocheti alte Ferkel werben 22 bis 27 Mk. geforbert, währenb altere litrt unb Läuferschweine entsprechend hoher bezahlt werden. Da in den meisten Haushaltungen die Futter- Vorräte stark zur Nelae gehen, müssen die fetten Schweine so schnell wie möglich abgesetzt werden, so daß die Schlachtschweine, für di« noch vor drei Wochen bis zu 70 Pf pro Pfund Lebendgewicht geboten wurde, jetzt mit 64 Pf. getauft werben. Obwohl immer wieder, auch von führenden Stellen auf die völlige Unrentabilität ter Schweinezucht bei diesen schlechten Preisen hingewiesen wurde, wird diese in unserer Gegend noch immer nicht in dein Maße eingeschränkt, wie bic» bei solchen Verhältnissen erforber(id) wäre. Zahlreiche ländliche Haushaltungen mit geringem landwirtschaftlichem Besitz, die in den Dortriegsjahren ihre Schlacht schweine bei ben Landwirten sausten, mästen trotz der hohen Futtermitteipreise, die sich doch zum großen Teile kaufen müsfen, ihre Schlachtschwem« ielbft und bringen sogar noch ein oder zwei Schwein« jährlich Aum Berkaus. So erfreulich die» auch in züchterischer Hinsicht ist, so wirb doch hierburch di« Konjunktur außerordentlich verschlechtert unb bl« Existenz ber eigentlichen Derufslandwlrle auf» schwerste gcfährbet. Q Hochei heim, 31. Juki. SXc Verbret teruna i)er Verbinbungsstraße von biet nach Dornholzhausen, ter sogenannten .Kleebachtalstraße", bic im vorigen Jahre am Dorf- ausgange begonnen und bis zur Abzweigmig des Weges nach ter Kunstmühle forige! abrt tourte, ist jetzt aus ter reftlichen Strecke bis zur Ge- markungsgrenze Dornholzhausen beendet Worten. Die letzten Arbeiten teftanten in ter Ausbreitung einer neuen Kleinschlagdecke unb ten damit verbundenen Walzarbeiten, die Meier Tage durch die bekannte Damps walzen firm a Ohl (Limburg) ausgeführt wurden. Die übrigen Arbeiten tourten durch ten Bauunternehmer ® ü m bei (HörnS- hevm) ausgesuhrt. Die Kosten ter gesamten Arbeit belaufen sich auf mehrere taufend Mark. Das zur Verbreiterung ter Straße erforderlich« Gelände tourte bereits früher im Zufammeniegungsver- fähren der hiebg«n Gemeinte Mircb das Kuliuramt ausgewTefew Aus dem Kreise Wetzlar. 31. Juli. Zur Ausbildung von HandarbertSIehrei Me Volksschulen unsere- Kreises wird Me KreiS- verwattung in diesem Jahre wieder etnen sechswöchigen HandarbeiiSkursuS durch die KreishanLarbeitSlehrerin, Frl. Müller (Wetzlar), abhalten lasten. Di« Kursusieilnehmer müssen ein Dlmte ft alter von 18 Jahren erreicht haben; der Unterridyt wird ihnen unentgeltlich erteilt, ferner erteilen auswärtige, minderbemittelt« Teilnehmerinnen auf Antrag einen Zuschuß zu ten Verpflegunaskosten. Der Kursus wird am 18. August in den Räumen ter ehemaligem Herberge zur Heimat am Kornmartt beginnen. 3 Au» dem Kreise Wetzlar, 31. Juli Bei ter von tem KreiSz tegen z uchivereln vercmstakteten Lämmerschau wurden McDer« folgender Besitzer mit Preisen ausgezeichnett a) Docflämmer: Wilh. Fuhr, Büblingshausen. I.Pr 15 Dlf.; Ioh Greiger. Wetzlar, 2. Pr. 12 Dtt.; Wllh. Lang II., Hörnsheim. 2. Pr. 12 Mk.: Heinrich Zörb, Hörnsheim. 3.Pr. 10 Dlt; Friedr Blauert, Greifenstein. 3Pr. 10 Mk.; Anton Ohltz, Höms-etm. 3.^10^.; Wilh Kurz. DraunfeM, 3 Pr. 10 Dtt; Dor- fteter Droh. Stockhausen, lob. Dnerf. unb 5 DU.: W.lb Schmid i Stockhausen, lob Dnetf. und 5 Dtt; Friedr. Dlün ft er. Braunfels, je eine lob. Dnerf. und je 5 Dtt. b) Dluttetlänrrn«: enge I, Hörnsheim. 1 Pr. 20 Dtt; Jakob Kunz. AlbShausen, 2. Pr 15 Dtt: Anton Ohly, Hörnsheim 2. Pr. 15 Dtt.. Martin Walter. Wetzlar. 3.Pr. 10 Dtt; Louis Dolf. Hörnsheim. 3 Pr. 10 Mk: Friedr. Heuß. Burgsolms. 3. Pr. 10 Dlf.; Karl D«fort. Wetzlar, lob. Aneick, unb 5 Dtt; Heinrich Will. Aßlar, lob. Dnerf. und 5 Dtt; Heinrich Füller. Wetzlar, lob. Dnett. unb 5 Dtt Dillkrci-. • Diedertoeidbach. 31. Juli. 3m vorigen Winter wurde frier unsere Wasserleitung ferttggeftetlt. tee anfangs soviel Wasser lieferte, daß man den Plan ins Auge faßte, auch Me Ruchbavgemeinte Ahrdt mA Wasser zu versorgen. Run vertagt aber hie Leitung bei ter Trockenheit ter letzten Zeit vollständig Kaum bi« Hälfte des Wasserbedarfes für ben eigenen Ort tft vorhanden. Sv ist man also wieder gezwwaen, fein Wasser im eigenen Brunnen ober in tem ter Nachbarschaft zu holen. DcfonterS bedauerlich ist dies für bi« am Berge wohnenden Einwohner, bi« jetzt wieder ihr Wafstr große Strecken wett tragen müssen. Ob Z>w üwrfle ter Wafserlertu« nicht ausreichend, oder r*> ein Fehler m ter 9* hn^ MM * »eilten fr« Hi*ram^ag nachmittag gefchtaßen. 2**"1 ।-^ug. WTB Funkfpruch ) Bei 1 udert ichNtcher Grundstimmung ist im heutigen M ^.D k kehr eine Tendenz noch nicht auS- qelvrvckxm De Spekulation verhält iich auf Grww be# unvegefmäsi.gen Äeuvorker Börsen» r* Meter-Junioren LH Fischer. VsV G.eßrn. 2.14' 2. Paul Smn; Fischer gewann leicht und überlegen. Speer-Junioren 1 Koch. V.s v Wetzlar. 42.17; 2. M 0 hl. V f B Gießen. 42 15; 1 B a «fern ann. 1900 Wohl warf zum erüwmdl Speer un** mußte sich mit nur 2 Zentimeter vor dem Gaumeister Koch beugen 3.1000-Meler-Staslei: I. Sp V Wetzlar 9 12; 2. V f B Gießen. S 12. HruUbrette zurück. 3 Der- dort; 4. Weilburg Ein auherordentUch spannendes Renneii. da« bte Gaume ist«rmannkchai i mir knapp gegen di« V.s V -Aniänger gewinnen konnte Alle« in allem darf der V s B ftoiz letn au| seine junge Le chtathletikadteilung. Gießener Tennisttub 1922 e D — frankfurter Tennisklud 1914 (Palmengarten) 4:19. Am vergangenen Sonntag mußte sich ber die- ßener lennletlub ber Fronksurter Mannschaft mit Libigcm Kesulkat bcuaen Frankfurt hatte, ber Spiel- stärke des Gießener Klub:- Nch bewußt, feine ubllckv- Stäbtemettkamps-Mannfchaft oerstärft unb kam mit einer lehr guten, äußerst ausgeglichenen Besetzung. Die einzelnen Kämpfe waren ftdoch lange nicht so glatt, als es dos Kefullal vermuten läßt, vielmehr waren lehr viele uollftänbig offen unb würben erst nach harten Drelfatzkampfen entschieden Bei den Herren Einzelspielen konnte Kirchner al» einziger für Gießen einen Piu»puntt gewinnen; an erster Stelle spielend, ließ er sich durch nichts beirren unb gewann fleaen Frankfurts Spitzenspieler Halberstadt durch ruhiges, stark variierte« Spiel 6:2, 6:4. Heevorzuheben sind des weiteren stvel Stege ber Gießener Komdinatlonen Vr. F i | ch e r / Dr. 6 d) o p p e r und K Fischer/ Ccllariue. Die Damen hielten sich tapfer unb erzielten bessere Resultate, als man eigentlich er- wartet haste Tg. Afbeiter-Turn' und C-portbunö. Gießen I — Schwanheim I 7:1. Gießen hatte Schwanheim» 1. Mannschaft zum Nücksp el zu Gast. Die Gaste traten nur mit neun Mann an unb konnten boburch nicht zur Entfaltung gelangen. Zwar versuchte bic Verteidigung burd) geschickte-.- Abseitsslellen vorläufig jeglichen Erfolg zu unterdinben. konnte ober auf die Dauer gegen den Zahlenmäßig stärkeren Gegner auch nicht auohaften Bald kommt Gießen burch feinen Linksaußen zum ersten Erfolg, bem bl» Halbzeit noch zwei weitere Tore folgen Nach Seitenwechsel konnte Gießen» Halbrechter die Torzahl auf vier erhöhen Schwanheim fällt jetzt merklich ob. Al» Glesien zu seinem 5. Erfolge kommt, flammt auch brr Kampfesroille ber Gäste wieder aus. Jetzt «lang es auch bem Mittelstürmer bas Ehrentor für seine Farben zu buchen. Nach zeitweise abflauendem Spiel konnte Gießen bi» zum Schluß da, Resultat auf 7:1 für sich stcklen Gießen 1b—Robfeeim L 5:1. vor dem Spiel der Kreisklaffenmannschaft trugen Gießen Ib unb Nodheim I. ein Gefelllchaftifpiel au», bei dem Gießen Nodheim mit 5:1 schlagen konnte. Raunheim 1 — Lollar I 4:1. Lollar war zum Serienspicl nach Naunheim gefahren. Noch Anstoß entwickelte sich sofort ein flotte» Spiel, bei dem beide Tore öfters in Gefahr kamen. In der 15. Minute konnte Naunheim zum ersten Erfolg kommen. Vis Halbzeit gelang es ihnen, ba» Nesullal auf 3:0 zu stellen. 9tad) Seitenwechsel ist Lollar besser aus ber Hut. Das Spiel nimmt jetzt an Scharfe zu Einmal noch gelang es Naunheim zum Erfolg zu kommen, bem Lollar nur fein Ehrentor entgegensetzen konnte. Der Unparteiische hatte Mühe unb Not, ba» al» ausgesprochenes Verbanbs- fpirl durchgeführte Spiel glücklich zu Ende zu bringen. Bei ben am vergangenen Sonntag in Offenbach auf der neuen Platzanlage ber bärtigen Freien Turnerschaft ausgftragcnen Str e lerne i - fter fünften bcs 9 Kreise» nahmen auch einige Teilnehmer unsrer» Bezirke» teil C» erreichten dort im Dreikampf für Sportlerinnen: Emilie Linden ft ruth (Hcuchelheim) ben brüten Rang Äierkampf für Iugenb (16 bis 18 Jahre): Ruboli Cngelharbt (unnrrob) bin 2. Rang. — 2O0 Meker Lauf für Sportler, Klasse C- Robert Schaum (Krofdorf) 2. Rang. — Kugelstoßen, Klasse A, bestarmig Wilhelm Schwarz (Annerod) 1. Rang, 11,43 Meter. — Klasse B. Otto Mandler (Heuchelheim) 2. Rang. 9,36 Meter. — Klasse C: Roben Schaum (Krosbors) 2 Rang. 8,96 Meter. — Kugelstoßen, beidarmig Wilhelm Schwarz (Annerod) 1 Rang, 19,55 Meter — Distuswersrn, Sportler, st lasse A: W,lh. Schwarz (Annerod) 2. Rang, 29^0 Meter. — Schteuberball- roerfrn, st laste A: Wllh. Schwarz (Annerob) 1 Rang, 54,19 Meter Klasse C: Ernst Rüsoelrr (Gießen) 2. Rang, 33,67 Meter. — Weitsprung, Sportler, Klasse C: Robert Schaum (Slrofbori) 3. Rang, 5,30 Meter. — Speerwerfen, Klasse A: Otto Manbler (Heuchelheim) 2. Rang, 35,10 Meter — 800-Meter-Lauf, Klasse C: Fr. Krämer (Heuchelheim) 1. Rang, 2.194 Mm. 1500-Meter- Lauf: Franz Krämer (Heuchelheim) 2. Rang, 5,12 Min — Speenverien. Iugenb. Rudolf E n - a cf bar 6 t (Annerod) 1. Rang, 3KV6 Meter. — Diskuswerfen, Jugend Rudolf Engelhardt (Annerod) 1 Rang, 30,66 Meter. — Wettfprung für Sportlerinnen: 2 Rang Emilie Linden ft ruth (Heuchelheim). 3,93 Meter. — Kugelstoßen: 2. Rang Emma Nefseldretzer (Heuchelheim), 6,48 Meter. — 4X100 Meter-Skaftel, Klaffe C: «rofborf 1. RanL 51.4 Sek. - SX1000-Meter-Stalfel, "'-ässe B: Gießen 1 Rang, 9:26,2 Mm. — .5000- Meter Lauf, Klasie A: Otto Balser (Gießen) 1. Rang — 5000-Meter-Lauf. SUaffe B. Otto Rüfpeler (Gießen) 1. Rang. 18:50L Min. Neuer deutscher Gegelflugrekord. Sic bte „Lost. Zig." aus Neuyork melbet, verbesserte ber deutsche Segelflieaer Hesselbach seinen eigenen, erst kürzlich ausgestellten amerifa- Nischen Dauerretorb auf vier Stunben stink Minuten. Er erreichte babei eine MaximalhShe von 113 Meter unb legte eine Gefamtstrecke von 192 SRlomrter zvrstck. Möwe im Sturm. Vornan von Sophie Moerß. 29 Fortsetzung. Nachdruck verboten Di« Fünfzig halt« er sicher, und dem noch nicht Dreißigjährigen erschien das als ein über alle L'.ebes^idenschaft erhabenes Alter. Er wußte noch n«cht, daß die Sonne in der klaren Herbstluft am heißesten brennen kann. Kollmann fuhr in die Mauerstraße zur Bank. Er gönnte sich nie nach dem Essen einen kurzen Schlaf. Ein gutes Diner irgendwo in einem eleganten Meinhaus, eine starke Tasse Kaffee, eine flüchtige Minute über den neuesten Zeitungen, Börsenberichten, Schisfsnachrichten, Handelsteil — dann fuhr er schon wieder zurück in den Riesenbau, wo den ganzen Tag der Klang des Geldes hörbar oder unhörbar durch alle Räume ging. Als er jetzt durch den Seiteneingang trat, stand der Pförtner bereit und legte die Hand an die Mütze mit einem Gesichtsausdruck, der meldete: „Herr Sieoerfen ist gekommen. Wenn der Herr Generaldirektor ihn noch vor der Sitzung sprechen wollten —" ,Ln meinem Zimmer?" „Jawohl, Herr Generaldirektor." Es war seine Privatsache, und Kollmonn stellte sonst alle Privatsachen unnachsichtlich hinter die Ge- schästsangelegenheiten. Aber heute ging er nicht sofort in das große Sitzungszimmer des ersten Stocks, wo die gesamten Direktoren der Berliner Banken auf ihn warteten, der großen amerikanischen An leiye die Wege zu ebnen — ein Geschäft, wie selbst er es noch nicht gi Händen gehabt hatte —, sondern er fuhr hinauf zum dritten Stockwerk und ging hastig in das eigene Arbeitszimmer. Sieoerfen stand bereits neben dem Schreibtisch, als hätte er aar nicht an dem Kommen seines Chefs gezweifelt. „Wieder zurück? Wie steht es mit der Angelegenheit." 1 Der Sekretär reichte ein Papier aufgeschlagcn zur Einsicht hinüber. „Der Todcsschein," sagte er kurz. Eine ganze Minute blieb es still im Zimmer. Kollmanns Augen flogen erst hastig über das Papier, dann noch einmal Wort für Dort die Reihen hin. „Todesursache: Eisenbahnunglück?" Er hob die Augen. „Die Dame war auf einer Dortragsrcisc nach Cincinnati. Der Zug ist bei Indianapolis mit einem anderen im Nebel zusammengestoßen. Drei Schlafwagen sofort ineinanderaeschoben und verbrannt. Eine Verwandte der Dame" — irgend etwas hielt ihn ab zu sagen: Mistreh Kollmann—, „die sich gerade im Speisewagen befand und so gerettet wurde, hot unter den Leichen die Kusine an ihren goldenen Knöchelringen erkannt. Do die betreffende Dame, ich meine die Gerettete, aber selbst dann an einem Nervenschock zusammenbrach, sind die näheren Umstände erst nach einigen Wochen bekannt geworden." „Haben Sie die Gereitete gesprochen?" „Ja. Weiteres konnte fie nicht berichten." „Dos Grab gesehen?" „Es waren neun Opfer. Sie sind in einem gemeinsamen Grab in Indianapolis beigesetzt wor- dcn. Die Namen stehen auf einem Stein " „Und der Totenschein?" „Der Leichenbeschauer hot ihn noch einigen Schwierigkeiten ausgestellt, als er hörte, für wen ich die Erkundigungen anstellte." „An welchem Tage geschah das Unglück?" „Gleich nach Neujahr, als der Verkehr übermäßig stark war. Dritten Januar, an einem Freitag." „Danke." Eine kurze Pause. „Sie werden mich erkenntlich finden, Sieversen. Wieviel betrugen die Kosten?" „Etwa siebentausend Mark. Herr Generaldirektor hatten mir einen Wechsel auf zehntausend mitgegeben —" „Gut. Eine Abrechnung ist nicht nötig. — Wiedersehen." Abwärts schnurrte der Lift. Fünf Minuten über die angegebene Zeit trat Kollmann in das Sitzungszimmer. „Bitte die Herren um Entschuldigung. Eine Angelegenheit, die wichtig war, hat mich aufgehalten. Wer von den Herren wünscht den ersten Bericht?" Sieversen horchte dem Schritt seines Chefs nach, legte das Schriftstück, das Kollmann achtlos auf den Tisch gelegt, sorgfältig in die richtigen Falten, schob es in einen Umschlag, schrieb darauf: „Wichtige Privatangelegenheit" und verwahrte cs im Geheimfach der Wand, in einem Abteil, das die persönlichen Angelegenheiten des Generaldirektors enthielt. Es war sehr leer. Sieversen legte die Urkunde mit peinlicher Genauigkeit mitten hinein in dos Fach und verschloß es wieder. „Ob ihm wirklich gar nichts an die Nieren geht?" dachte er. Herr Anton Eduard Schul,;« und Ihre Hoheit saßen mit der schönen Nichte beim ersten Frühstück: der Diener goß eben den Mokka in die Rosenthaltassen — do erschien ein zweiter Diener, "der zugleich die Stellung des Pförtners bekleidete, und gab zwei Sendungen ab für das gnädige Fräulein von Erdmannsdorf. Die erste war ein Blumenkorb aus feinem Silberdraht, aus dem kostbare Orchideen nickten und mit ihren spöttischen Gesichtern fröstelnd in den nordischen Tag schauten, die zweite bestand in einem flachen, briefartigen Päckchen, ein Karton schien in ihm enthalten. An das Papier waren zwei Helle Rosen gebunden. Es war nichts Besonderes, daß einer von den Herren, die im Schulzefchen Hou je verkehrten, feiner Verehrung für die schöne Nichte, die — es war offenes Geheimnis — durchaus nicht nur ein Fräulein von Erdmannsdorf war, in solcher Weise Aus- . druck gab. Aber dieser Orchideenkorb, gar nicht besonders groß, war von einer Kostbarkeit, daß nur ein sehr wohlhabender und sehr warmer Verehrer seinen Gefühlen durch ihn Ausdruck geben konnte. „Sicher von Kollmann," sagte Ihre Hoheit Frau Schulze und sah durch die langgestielte Lorgnette auf Marias Finger, die das angeheftete Kuvert öffneten. Schon reichte ihr die Nichte den dicken Karton hinüber. „Der Unterzeichnete würde es als große Ehre einschätzen, die Damen heute abeckd in der Oper zu sehen. Barbara Kemp singt die Isolde. Kollmann." Die Hoheit lachte: „Zwei Karten, Maria?" „9a, Tante." „Und die Kemp. — Jo, ich hatte es neulich beklagt, daß meinem Herrn Gemahl die Musik nur ein mehr oder weniger unangenehmes Geräusch ist und daß man ohne Begleitung so ungern in die Oper geht — Sie sah Maria von der Seite an. Die legte die beiden Karten für das Opernhaus eben auf den kleinen Nebcntifch, und dos zweite Päckchen dazu. Die Hoheit nahm an, daß es wohl irgendeine bestellte Sache enthalte. ..Kollmann ist wirklich außerordentlich aufmerksam. Man muß es doppelt anerkennen, da er mehr in den Kopf zu nehmen hot als oll die übrigen Herren zusammen.- _ Sie brach ob. Der Diener, der kurze Zeit den Speisesool oerlasien. tarn nut einer beißen (Her- speise zurück. Herr Anton Eduard frühstückte ausgiebig, ehe er in die Stadt fuhr. Ihre Hoheit mußte sich — leider — in dieser Hinsicht Zwang auferlegen. Sie neigte ;um Dickwerden, und dos war so ganz gegen die Mode. Wenn fie es auch betonte, daß Damen, die bic Mode in allen ihren Bahnen mitgingen, nie in ihren Augen wirklich große Damen seien. „Was ich trage, das ist allemal Mode." So wie einst Bismarck sagte: „Wo ich sitze, do ist immer oben.* Herr Schulze hotte viel Spaß an dieser betonten Herkunft seiner Frau, denn er besaß, Humor, und Maria, die erst nicht recht gewußt batleT wie ihn nehmen, war jetzt gut Freund mit dem sogenannten Onkel. Eben stand er auf, fnäulte das Mundtuch zusammen, küßte seiner Frau die Hand, verneigte sich ritterlich vor der schonen Nichte und fragte: „Ist meine Heimkehr zum Diner unumgänglich notwendig? Wenn die Damen doch gleich nachher in dos Theater wollen? Sonst — ich habe heute abend eine Sitzung, do ist dos Herauskommen —" „Gewährt," lächelte die Hoheit, „Sitzungen soll man nicht stören." Sie winkle dem Diener, er könne gehen, soh dem Gemahl nach aus dem Fenster, wie er in dos Auto stieg, und wandte sich an Maria. „Sitzungen. Das Wort führen sie alle im Munde. Alte und Junge, Bemittelte und Unbemittelte, Ver-- heiratete und Ledige. Früher sollen nur der Kaufherr und der Diplomat dergleichen gekannt haben — jetzt kennen sie es ohne Ausnahme. Es deckt vor den Damen so herrliche Schleier über ihre persönlichen Seitenwege." Marias Augen sprachen ihr Erstaunen aus. (Fortsetzung folgt.) bei 69tUa Besucht die te lAfaren -Tage Liebigshöhe Donnerstag, den 2. August 1928 abends 8.15 Uhr 70180 Leitung: Obermusikmeister Löber Moderne Bubikopfpflege Spezialität: Erstklassige Neuscbnitte. Bubikopfnachschneiden, Beste Ondulation, Kopfwäschen, Maniküre. Künstlerische Frisuren für Tag, Theater und Gesellschaft. 05568 Hochzeltsfrisuren mit Schleierstecken. Für junge Mädchen entzückende Lockenfriiuren. ide fachmännische Bedienung zu angenehmen Preisen. Spezial-Salon Erna Stehling 1. 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Bad Naudeim, Ludwtgstratze 9. Hr. 179 Drittes Blatt Sirtzener Anzeiger (Gencral-Anzelgcr für Gberhesscu) Mittwoch, |. August 1928 !L___________ — —1 . Aus -er Welt des Films. Film-Sensationen. Don (fnch iksiler. 5ilot|cn|atirnm tixxrtn von jeher frer groft< Qüirruj jum Kinobesuch für die Matte, btt noch bt* ArdeilSlaaeS ctolgcri, aufreibendem viincrlei einen iSnriij der Nerven luchte W ift manche« anders geworden in der rastlos vorwürlsstreben- den Äiln «Industrie — mehr und mehr ift man bestrebt den Kitsch. das Oberflächliche. An- reisterilche und Hng'.aubwurbig« aus der Produktion zu verbannen — den Holographie — auch wenn noch so friedliche Tiere Verwendung finden —- nicht ganz ungefährlich ist. Zerfleischen wilde Tiere den Menschen, so ist es ja selbstverständlich. dast im gegebenen Augenblick der Mensch durch Pupven ede-t wird. Sprünge solcher durch Sinsprizungen-wildgemachter Bestien erzielt man gewöhnlich dadurch, dast man auster- halb des Aufnahmcfclbcs aus erhöhten Tischen und dgl Fleilchstude ausstreut, nach denen die Tiere gieren. Aus gesichertem Verschlage nimmt dann der Operateur den Sprung aus nächster Nähe aus. Keinem Darsteller wird es auch einsaNen. sich auf Eisenbahnschienen zu legen oder durch heran brausen de Züge zermalmen zu lassen — btc Züge kommen vielmehr in langsamem Tempo näher, und dos .Unglück" geschieht, wenn Zug und Mensch noch einige Meter voneinander entfernt sind. Wichtig für die Realistik aller dieser Bilder ist der sorgsam gewählte Standpunkt des Operateurs, da die Verkürzung der Vildlinie jene „5enfation«-x3lluflonen" erzeugt Der heranbrausende Zug wird ebenso wie die pleilschnell da- binfliegenden Plerde verlangsamt ausgenommen d. b. statt 16 macht man etwa 10 Bilder in her Sekunde Bei normaler Vorführung des Filins wird dann daS gesteigerte Tempo erreicht. Anders dagegen ist es mit den Lensalions- sprüngen auS Fenstern, auf Fahnenmasten oder Baumkronen, mit den Sprüngen von Brücken oder mit den waghalligen Klettereien an HauS- fronten. Dachfirsten und dgl. Früher freilich machte man auch so etwa- in den Ateliers, kroch bemalte Fassaden auf dem Fustboden entlang usw. — heute aber führt man derartige Dinge wirklich au», meist sogar, da auch der .Hintergrund" echt sein must, unter gewisser Lebensgefahr Diele Darsteller von Ruf Mitten den Ehrgeiz. solche Szenen selbst zu spielen — sind sie dazu nicht imstande, so tritt ein artistisch geschulter Ersatzmann. der stets leicht zu haben tft. in ihrer Maske auf. Manche Krankcnhaus- beHandlung und unfreiwillige Schonzeit ist Beweis dafür, dast derartige Kraft- und Gewandt- heitsleistungen doch nicht ganz ungriährtich sind, und daß bei aller Schulung auch eine Portion Glück zum Erfolge notwendig ist Ctcnsall» hohe Anforderungen an den Mut und die latfrah des Spielleiters, der Darsteller und besonders des Operateurs stellen d^e in letzter Zeit so beliebt gewordenen Hochgebirgs- aufnahmcn dis oft wirklich an äusterst gefäyr- Iichen Stellen gedreht werden. Hier btlft kein Trick, kein Mogeln — hoch oben im ewigen Qife, mit klammen Fingern, auf irgendeinem winzigen Felsvvrkprung must gestanden, au-gcharrf ge» swelt und gedreht werden, Unb hic Filmerpe- bitionen in lerne, unkultivierte Länder in denen hinter jedem Baum, jedem Strauch, jeder Sandwelle wilde menschliche Teufel, grimmige Raubtiere ober tückische Schlangen auf Opfer lauern. in denen nicht nur der Filmmensch auf sich selbst, sondern auch auf seine Leute, leine Drillen. Tiere und lein kostbares Material bedacht fein must, lind im Grunde auch veredelte Senia- tionssilme — sind Leistungen, die nicht hoch genug xu veranschlagen sind 3a. die Leute, die am Zilin mit Aert und Seele arbeiten, nehmen Gefahren und Strapazen gern auf fich. um 3hnen geehrte Kinobefuch.-r. eme interessante, nervenprickelnde Stund: xu bereiten Achten Sie die Leistungen und glauben Sie nicht, daft jede Filmlensation ein gefahrloser lächerlicher Trick sei? Trickbilder gibt es meist nur da. wo der Aufnahmeleiter von vornherein weist, dast die aufzunehmende Szene ohne ein bistchcn Mogelei unbedingt lebensgefährlich oder gar todbringend fein würde. Die interessanteste Straße derWelt. Wie die amerikanischen Filmsterne leben. 13on William X (5. JRetfr. Nachdruck verboten. Hollywood. im Sommer. Sie ift nicht lang — aber dafür die Straße der Sterne am Fckmhimrnei. die Straste der Welt- berühmten. Ganz im Gegenteil, es ift eine« ganz, ganz turze Strafte, nur drei nette, herzige Bim- gaiows. Sie sehen aus wie Weetendhäuschen in vergröberter Ausgabe Aber auch die längste, größte Strafte der Welt ift für den gröberen, noch nicht berühmten Teil der Menschheit fo interessant wie diese. Denn hier, unter den grünen Dächern die weithin leuchten, verbringen die .upper icn" der Filmkunst einen groben Teil ihrer Zeit. Dor jedem der Bungalows ein kleines Gärtchen mit smaragdgrünem Klee und Schlingpflanzen um die Türen. Wenn wir ein bistchen Gluck haben, können wir Marh Pickford beim Nachschmin- len ihrer Lippen o u g" treffen, mit Schaftstiefel. Degen und Maske, oder 3ohn Ba r- r bm ore, den gröftten Hamlet, gestützt auf feinen treuen Degen. Aber nein — ..Dvug" fpielt ja jetzt einen Gaucho und Barrymore einen modernen Mann von Welt. Ganz richtig — triefe Strafte der Start ist die Avenue der drei Bungalows, in denen die erwähnten Filmberühmthrilen die Gchmtnkarbeit vornehmen, zwischen zwei Szenen ein biftchen den triversen ^Imherrgöttern die Zeit stehlen, ihren Lunch einnehmen, Kostüme wechseln, überhaupt ihre freie Zeit verbringen. Wenn daS Tagewerk vorüber ist. rollen bann Rolls-Royces. PackarbS unb &abillart vor und bringen ihre Besitzer inS trauliche Heim auf den Hügeln Hollywoods. Den ersten Bungalow bewohnen die Icrimab- ges. Norma und (Sonftance. Die Tür öffnet sich, ah. eine flemc Empfangshalle. ein Gemälde der Schwestern an der gegenüberliegenden Wanb, der ganze Raum in Zadegrün. Ein einladender, tiefer uia - Cb-nloitfntmrgtt voner fcilauc* Lat..... Tmriier vlotore» . . • Tfmofl ..... • ?iNa®erie »lese* . . - Lutz», .......... Nat. etiüemeMl ...» rtenftem * Hofpet . . ^rondarb Tietz . . . . . • . ? 10 . s 10 15 it 14 13 13 . p . 0 . o . 5 10 . 0 . 6 . s . 0 . fr 11 . 0 . 4 . 8 . 8 m . i . - 138.4 , - ! 137.5 lf 7 U0.25 112,75 190.76 293 218 101.5 , 104 121.5 . 121,5 S i 1 SSÖ. i L i 1 -L l 1 i s tu HS 569 293 129 IW. 5 IU3.75 55.6 Ui.5 81 254.5 ymnafrWflum . . Mai ilnnen . chrttzoer..... veai'aeoftaedi . . ilunobanl. . . « • i?ed>nwdt. - « M atnkastwer» . • ............ Sitadulmer . . . Beter» Unton . . . (Hebt, flott« . . . Ipoigi e Haetfn« . eebb. äntfrr . . . • • • 1 »Mil l 1 i £ । -23^3 1 8'". IJ8.4 — 2 - Zrantzfnrt a. T? 1 Berlin ! JtanMurl a. SR. | •Berlin Schlub-l Aur» -Uhr- Aue» Sd)lu6>| Aur» Anfang Aur» Schlub-, Aur» 1 1-Uhr- Aur» Schlich'. Anlang Aut» 1 Aur» Dalum 31.7. 1.8. 31.7. 1.8. Tatwn: | 31.7. | 1 8- 31.7. 1. 8. 73 »1 ■o .5 55 25 39 .5 75 25 .5 34 .5 35 25 23 .5 .5 25 75 21 75 .5 42 r- .5 1.5 ,5 .5 5,9 4.6 RHthMnlflht o J'.*v7 . . »i. einl.-iÄbtoMSdlulb mti Bufr los^flechlen......... Tool, ohne Ütuslol.-Rechte . . . 7% Qarnfl. Pvv.-VI. »pibOf. un- tünbbax Mi 1932....... *H% KbdmlAc Huv.-B°nt Ltqu.- Goldv!............ ft.tt.9). abfl. SSntfr'eg^-CbliQaticn., tidiablbac U«33..... 4% Schwei,. iPuntv'b ■4nl.. . . 4% OeNerrrtchisch« »olbrtt.. . . 4JO% Oflttt. eltotnlc..... 4% CeOcndd). etnbdtl. 9Nt . . 4% Ungarische Volbric...... 4% Ungar» ch« Siaattr. v. 1810 . 4h% «efll. von 1913..... 4% Ungarisch« Kronrnrie..... 4% türt AoNanleide v. 1911 . . 4% LürMche Bagdadbada->nl., Gerlr 1 ......... 4% brtflL Serie II....... 4% Sumilnen (onfrfti. tRff. . . . 4'i% Rumänen ü'.'lbanL con 1918 «Uz. DeuNche Etseo'^dn . . 4H Qunbueu-Äment» eftr.eae>n ...... 1' Reltwert ^aljbetfetl ... 15 3 0». Zarbe»-3ovustM ... 1- 7 n^ent -.Hubel . ...... b Ai'-beonHal* . ..•••••( ■* -Idschmtoi . ....... b "ura - -Tfe........e MetaNgeieUichaft......11 172 212 13« 255 357.6 174 82 136.5 133 14«. c 235 134.5 109,75 90.75 275 139.5 '.»3.4 249 43b «8.6 205 !N 101 172.75 195 814,26 196 J61 et 137.25 134,5 135.9 110.75 92.25 219.0 93.5 251 254 261.5 .05,75 104.9 194 172 193 168 211.75 . 189.25 255 . 26 156 151 836.5 194 358 144 81.75 136. A 119 133 145 130 232.5 119.5 185.75 134.tj 106.75 104 Il8.?u 91 273.6 139.25 153 93.9 47.13 24» 252. -j 436 258.4 94.75 103.5 1 1 1 212 L 151 m- 360. 83. 137 1 l 235. Ufr 135 IN. Ufr. 91. 27« 94 1 35t 9i 1» 1. fluguft 31. galt Amtliche gtottentna tltir, Bru- amtliche Notierung '*eto <*ritr Smft.» Stolt Bum. Itrd Brss--?tnlw IfbrHHanto flppenbaotn iruxfbPlm . Helsuustors- Qiolten. . - London. . . VteuBorf . - Porto. - - - «chwetz .. CpenteH . . Farxui . - - Zito de (ton Bten t»T - Ceft- abfltft Vraa . . - - «etjrab . - «ndavel» . . 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