H, 3) ÄZ?L fe'gSi ’Ääi: wiÄ«“* .‘W ,2** Äfcufew* teijta teaa«;; ,;£üw&«^,r'" *”™»5Tu,t Wnschch. skdercr f, L^ter I, einer flk Hort Qtn Gonmagmora* ?* k°'8en einer 5 * 1866 in 5)neni r ftuhierie in btredjnw (Äflnt03 bi,fP*er-?f0,fle tinM »le SlusuLung fein« <«r manif, sich nun. ™ zu. Seine Sudxr L^.’Nhw, öit bie 1913 erschie, * - Aon seinen übn< 117. ,,8ad)meiler ®eidji* Wchen' 1911, „^iictU(- SNottelijeppi" 1916, les' 1014, „Patrio,' w ns wieder!' 1917, ?r > Wunder in holzW' chrichien. Verluste teidr« !N Dahlen. DIB. Junfjptodj.) Vie •nlfidjl folgen!)t Gewinn- leljenbepha2, miaue oblifaatr mH 6in- unb den laihalWn De- L, Gewinn XV, t‘\nh- 1, mnn» 21, Gewinn t, 29, minus 17, Gewinn U mus 46, Verlust 20; 5o- plus 15, minus 17. Betlnl 27, minus 27; fiorimt- 6, Verlust 11. Stieger in Mort . (TO. Funllpruch.l Vit tnausgejetzt Gegenstand des roll, wo sie sich zeigen, fclji nüdiicher Bewunderer, w" Wste des 8ürgemei|Urt ropolitan-Oper, im heaterklub, der Lambsttu . ina veranstaltete, schon «u wurden die Wger mi >n begrüßt. Snmn men die anwesenden 4N ftrou Waller* die Börsenblätter brinfl Empfang der ftbcger be> römi|d):fdboli|N sich inmitten ber Wr h'emer ihnen leinet «rochen hatte. _ itnt. 30. lM,7j ä.t 111.« 'S tttlMS Sric< M 1,790 rs.sl iu.$ 112,2? 112.2- U,g 8,066 30 443 1,1860 16,'85 80.615 69,-1 1,990 11,505 58,91 tf,40 7,36? Ä 17.53 118 Ä 0 18$ |,7S) 58.33 111.80 112.03 112;$ 10,508 22,01 4.3> 1,1-65 16.5? 80,4; 69,£ 'S AS S M $ W »n ft? 0,05 0.» "W 168'« 22,02 111.63 58,7 3,61 111.78 80.41 69.53 12.34 72 75 ; 58,f : 113.«: - 112.1! W t$ Ä ■ts i iS «.* t? 17.Z ÜZ 'S 6e auii«6!2üi. EL Nr. 102 (Erffes Blaff 178. Jahrgang Dienstag, 1. Mai 1028 t|d)ttnt täghtf),aubM Sonntag» und Jeiertag» Beilegen; Dietzen« Familiendlätter Heimat >m Bill» Di, Scholle. M»,at,.vezt>g»preir: 2 Neichsmarb and 20 Reich»Pfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. 3«rn|pred)an|d)IQ|I«: 61, 54 und 112. Laichrift für Drahknach» richten Lnzeiger Oietze». voßscheckkonto; gtanflun am Main 11681. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen t)mettrage« vertreten. Dieser Dell der Role kann keineswegs al« Vorbehalt gegen die amerikanische Fassung betrachtet werden. Deutschland und die Vereinigten Staaten gehen hierin durchaus konform. D^ Rote gipfelt in der Erklärung. daß die Reichsregierung bereit ist. den Vertrag abzuschließen und zu diesem Zwecke in die ersorderlichen Verhandlungen mit den beteiligten Regierungen einzutreten. Dee wichtige Stelle der Rote läßt die Tür für die Festlegung der Einzelheiten offen und vermeidet damit bei aller Klarheit, dah die ReichSregierung schon jetzt in allen diesen Fragen festgelegt wird. Schließlich wird in politischen Kreisen noch darauf hingewiesen, daß die politische Situation natürlich von der Tatsache des französischen Paktentwurfes beeinflußt war. Die franzö- sifche Demarche beschränkte sich auf die Ueber- reichung des Entwurfes, der gewiffcrmaßen die Quintesfenz des Gedankenaustausches zwischen Paris und Washington darstellt. Eine Beg'.eit- notc hat die sra izöfische Regierung in Derlin nicht überreichen lassen: es befielt deshalb auch keine Veranlassung, mit einer Rote nach Paris zu antworten. 3m übrigen enthält die deutsche Rote an die Vereinigten Staaten naturgemäß viele-.. auS dem sich der Standpunkt der ReichSregierung zu dem französischen Entwurf herauslesen läßt. Wemr übrigen« d i e französische Presse bereit- Sturm gegen bie deutsche Rote läuft, ohne ihren Inhalt zu kennen, fo wird in politischen Kreisen daraus hingewiesen. daß ja nicht wir eS gewesen sind, die die ganze Angelegenheit in Fluß gebracht haben, man tun3 also kaum einen Vorwurf daran- machen kann, daß wir im Verlause der Entwicklung des ganzen Problem- aus die Frage der amerilanischen Regierung geantwortet gaben. Ebenso wie die französische Regierung ihren Standpunkt ausführlich bargelegt bat, hat auch die ReichSregierung da« Recht, ihre Ausfassung vor aller Welt -um Ausdruck zu bringen. Die deutsche Antwort kann unter keinen Umständen al« rin Angriff auf die französische Dündni-Politik ausgelegt werden, auf der anderen Seite ist eS aber unmöglich, daß die ReichSregierung ihre Politik unter den Gesichtspunkt ber Aufrechterhaltung ber französischen Bündnisverträge stellt. Der Triumphzug der „Bremen"-Uieger. Begeisterter Empfang in Neuyorl. — Großartige Kundgebungen der Weltstadt. R e u b o r t, 30. April. (WD.) Rach den inoffiziellen Dorempfängen bereitete heute die Stadt Reuyork den .Dremen"-Fliegern einen offiziellen Empfang, der fünf Stunden dauerte und nur die Einleitung zu dem mehrtägigen Festprogramm bildete. Wie offizielle Festteilnehmer erllärten, habe ber Empfang mit dem gewaltigen Enthusiasmus und der allgemeinen ‘Beteiligung an einen Eiegeszug im alten Rom erinnert. Unter einem anbertbalbftünbigcn Geheul der Sirenen aller mit Wimpeln geschmückten Fahrzeuge, unter den grüßenden Strahlen der Feuerlöschboote und unter einem Regen von Papierschnitzeln, Papierschlangen, Kurszetteln, Telegramm- und Rechnungsformularen sowie Dlättern aus Telephonbüchern hielten die ,'Bremen“-Flieger ihren Einzug durch die von Hunberttausenden besetzten, mit den brutschen, den irischen und den amerikanischen Flaggen geschmückten Feststrahen. Ein Iubelsturm begann, alS da« Empfangskomitee die Flieger am Morgen vom Hotel zu dem Stabt- da m p f er ,M acom" brachte, welcher den Hudson verlieh, al« ber Lloyddampfer ,Dres - ben“ am Pier anlegte. Es folgte eine Schiffsparade unter Führung des Bundesmarinekutters Die am Pier siegenden Dampfer .Leviathan" und .Berengaria“ sielen in da« allgemeine Geheul der Sirenen ein. Die Mannschaften aut den Schiffen, die in einer meilenlangen Reihe im Hudson lagen, stimmten in den Jubel ein. An ber Freiheitsstatue schwenkte die Schiffsparade um, als die .Macom" an der Südfpihe Reuyork« anlegte. Es folgte wiederum ein 20 Minuten langes Sirenengeheul aller begleitenden Fahrzeuge, der Schlepper, de« MarinekutterS, der Polizeiboote und der Fährboote. Während der Schufsparade wurden bie Flieger fortwährend von einer Riesenzahl von mitfahrenden Photographen und Zeitungsleuten geknipst. Dann begann die Landparabe ber al« Ehreneskorte dienenden 10 000 Mann der Dundes- armec, der Dundcsmarine und ber Staatsmiliz, sowie anderer militärischer Verbände. Die Flieger folgten in dem ersten ber zahlreichen Autos der Ehrenestorte. Iubelnbe Menschen- massen füllten bie Fenster und bie Dächer der Wolkenkratzer und aller anderen Gebäude, der gesamten etwa 5 Meilen langen Einzugs- straßc. Der canonathge Droadway, in dem der Festzug sich nach ber City Hall bewegte, glich einem stürmischen Menschenmeer. Immer wieder oerfuchte die begeisterte Menge ben Po- lizeikordon zu burchbrechen. Der Papierregen glich zeitweise einem Schneesturm. Viele Zuschauer vollführten halsbrecherische Kletterhinftftüde, um sehen zu können. Die Flieger erklärten ben Empfang al« überwältigend. Bei dem Empfang in der Eity Hall wies Bürgermeister Walker auf die herzliche Ausnahme jettens aller Völkerschaften Neuyarks, ob Burger oder Nichtbürger, für die „Bremen".Flieger hin, die um so größer sei, als kein Element der v.el- rassigen Metropole mehr zu ihrer Entwickelung bei- getragen hätten, als Deutsche und Iren. Die Wahl Neuyorks als Ziel des Oft West-Flugs über ben Atlantik fei eine schöne Geste seitens Deutsch- lanbs und Irlands gewesen, die Amerika nicht ver- flejjen werde. Nach den Begrüßungsworten des Bürgermeisters überreichte ©eneralmajor Haskel! als Vertreter des verhinderten Gouverneurs Smith StaatsmebaiUen für die Flugleitung ber „Bremen" im Interesse der Aviatik und des Fortschrittes der Zivilisation. Die Flieger, welche ferner ft ä b t i f d) e Ehrenurkunden erhielten, dankten bewegt. Die riesige Menschenmenge jubelte erneut den Fliegern zu, als sie von ben Gattinnen Köhls und Fitzmaurices, die durch ein Ehren- Komitee mit Frau Chamberlain an der Spitze ein- geholl worden waren, begrüßt wurden. Frau Köhl umarmte ihren Gatten und dann den Bürgermeister Walker. Nachdem der Festzug die Fifth Avenue passiert hatte, begab er sich wieder nach demMadifon- Square, wo die Flieger am „EwigenLicht" zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen unter den Klängen des Deutschlandsieoes, der amerikanischen und der irischen Nationalhymne drei Kränze nieberleaten. Nach dem Vorbeimarsch der Truppen an den Fliegern und Bürgermeister Walker, erfolgte der Weitermarsch nach dem Zentra Ivark, wo sich der Festzua auflöste. Neben den grauen der Flieger nahm Konsul Heuser an dem Festzug von der City Hall an teil. ^Sehr gut abgeschnitten." Nach dem Pavierkonsum bemessen, ber hier als Grabmesser der allgemeinen Begeisterung bient, haben die .Bremen"-Flieger sehr gut abgeschnitten. Lindbergh erhielt 180C Tonnen, am Waffenstillstanbstag würben 1702 Tonnen ausgestreut, Byrd erhielt nur 700 und Gertrud Eberle 400 Tonnen, so daß es in ben Kommentaren ber Blätter burchaus zutreffend heißt, ber Empfang fei von äußer st erHerz- lichkeit unb Aufrichtigkeit getragen gewesen. Die Flieger erllärten, dah bie Eindrücke des gestrigen Tage« alles hinter sich ließen, was sie bereits an Begeisterung bei ber ersten Ankunft am Pennsylvania-Bahnhof erfahren hätten. Seit den Tagen des alten Rom dürfte kaum mehr ein so überwältigender Anblick geboten worden fein, wie der ihnen von Neuhork bereitete Empfang. Beim Boxkampf. Am Abend wohnten die Flieger als Gäste des Bürgermeisters Walter dem Boxkampf Sharkey- Delaney bei. Es war von vornherein klar, daß die Schaustellung darunter zu leiden hatte, dah die Zuschauermasse von 12 000 Personen offenbar inehr zu dem Zweck gekommen war, die Helden des atlantischen Fluges zu sehen, als wegen des Boxkampfes. Die beiden Kampfer bestiegen den Ring beinahe unbemerkt, während die drei Flieger, Hauptmann Köhl, Baron v. Hüne- feld und Major Fihmaurice mit einer überwältigenden Kundgebung empfange n wurden. Kohl und Baron v. Hünefeld trugen Gesetlichastslleidung. Major Fiymaurice seine irische Uniform. Äachdem der Kampf zu Ende war, muhten „die drei Unerschrockenen" auf Verlangen der Menge in den Ring kommen, wo sie mit erneuten Kundgebungen begrüßt wurden. Die drei Flieger schienen sich bei diesem Erlebnis ziemlich unbehaglich zu fühlen. Der An- kundiger folgte den Fliegern und erhob gegen jeden der drei Flieger nacheinander die Hand, um der Menge zu verstehen zu geben, dah ein jeder von ihnen als Sieger über den Atlantischen Ozean zu betrachten fei. Die Huldigung war so stürmisch, daß es mehrere Minuten dauerte, bevor die Flieger den Ring verlassen konnten. Stresemann zu dem Mussolini-Interview. Deutschland und Südtirol. Köln. 30. April. (MTV.) 3n einer Versammlung der Deutschen volkrparlei in der großen 2Neh- holle sprach heute abend Reichsoutzenminister Dr. Stresemann. Lr führte u. a. aus: Lin Berliner Blakl hat eine angebliche Unterredung mit Mussolini veröffentlicht, von der ich nicht annehmen kann, datz sie in allen Einzelheiten die Auffassung des italienischen Ministerpräsidenten wiedergibt. Angeblich hat der italienische Ministerpräsident Deutschland den Vorwurf gemacht, datz er nicht Real-, sondern Gefühlspolitik treibe, wenn es den Blick immer auf die 200 000 Südtiroler richte, während es der Millionen von Volksgenossen in anderen Ländern nicht gedächte. Das letzte ist unrichtig. Aber, wenn wirklich der Gegensatz zwischen Gefühls- und Realpolitik aus diese Frage zuträfe, dann wäre dazu auch an Italien die Frage zu richten, ob es Realpolitik sei, wenn dies in den letzten Jahren unzweifelhaft emporsteigende Volk von 40 Millionen Italienern es nicht ermöglichen wollte, jenen 2 00 000 Deutschen die Sicherheit ihrer Sprache und ihrer Kultur zu gewährleisten. Der Berichterstatter des Berliner Blattes will weiter gehört haben, datz der italienische Ministerpräsident ihm beruhigende Erklärungen über die Aufnahme gegeben hätte, die eine nationale Regierung bei der Lnlente finden würde. Dr. Stresemann erklärte dazu, datz er bisher die gegenwärtige Regierung für eine nationale Regierung gehalten habe und er verstehe deshalb diese Bemerkung nicht. Im übrigen, so führte Dr. Stresemann weiter aus, halte ich die ganze Unterredung für u n r i cht i g. Der Gedanke, ausländische Staatsmänner in Mahlzeiten über ihre Ansichten bezüglich der deutschen Verhältnisse zu befragen, ist im übrigen sicherlich nicht nachahmenswert. Arbeiterschaft und Faszismus. Eine Kundgebung für Mussolini. ' Rom, 29. April. (Tel.) Gestern trafen in Rom 10 000 Mailänder Arbeiter zu einer großen Kundgebung ein. Sie blieben bis Montag Gäste der faszistischen Berbände in Rom. Reben der üblichen Kranzniederlegung am Grabe des unbekannten Soldaten und den Königsgräbern im Pantheon und an der Gedenktafel für die 'gefallenen Faszisten im Kapitol fand gestern mittag die große Kundgebung statt, die Mussolini von den Mailänder Arbeitern im Kollosseum dargebracht wurde. Zahlreiche Mitglieder der Regierung, die Spitzen der Behörden und der saszi- stischen Partei, der Bürgermeister von Mailand und Bertreter der faszistischen Verbände Mailands wohnten der Kundgebung bei. 3n einer kurzen Ansprache wies Mussolini u, a. daraus hin. datz einem Regierringschef wohl noch nie In der Geschichte der Welt eine der- artige eindrucksvolle Kundgebung seitens der werktätigen Bevölkerung bereitet worden sei und unterstrich, datz dieS gerade im faszistischen Italien der Fall sei. Ferner kam Mussolini auf die Einstellung dcS FasziSmus zur Erzeugung und Arbeit zu sprechen und tief zum Schluß den Mailänder Arbeitern zu, sie sollten nach Rückkehr zu ihren Arbeitsstätten ihren Kameraden sagen, daß der FasziSmus feststehe und nichts gegen ihn zu machen fei. Die Worte Mussolinis wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Der englisch-ägyptische Konflikt. Ein britisches Ultimatum. London. 30. April. (TU.) Die weitere Z u - sPitzung deS englisch-ägyptischen Streitfalles läßt alles aichere in d.'n Hintergrund treten. Der Außenminister Ehamberlain halte heutevor- mitiag Besprechungen mit den leitenden Beamten der ägyptischen Abteilung des AuhenamteS. Ministerpräsident Baldwin ist früher als ge- wohnlich zurückgekehrt und hat für den späten Abend eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen. Am Rachmittag gab der Außenminister im Unterhaus eine Erklärung ab. die die Uebcr- retcbung eines bis zum 2. Mai. 19 Uhr. be- fristeten Ultimatums bestätigte. Eng'ische KricgSschifse werden am 2. Mai um sieben Uhr morgens in den ägyptischen Gewässern eintresfen. Ehamberlain beschränkte sich auf die Erklärung, datz die britische Regierung für den Fall, daß Aegypten die im Ultimatum verlangten Zusicherungen nicht geben sollte, nach Ablauf der Frist ihre volle Handlungs- f r e i h e i t zurückgewinnen würde. Das dem ägyptischen Parlament vorliegende neue Versa m m l u na S g e s e tz würde die Macht der ägyptischen BollzugSbehörden stark schwächen und Leben und Eigentum der Ausländer ernstlich bedrohen. Großbritannien sei auf Grund der Deklaration vom Jahre 1922 verantwortlich für die Sicherheit des Suezkanals. Die von der britischen Regierung bereits getroffenen Dorsichtsmaßnahmen begründete Ehamberlain u. a. mit dem Hinweis auf die Unruhen in Alexandrien im Jahre 1921. in deren Verlauf 20 Ausländer getötet und über 60 verwundet wurden. Srst vor wenigen Tagen habe eine erregte Menge auS politischen Gründen Ausländer angegriffen und deren Eigentum beschädigt. Aegypten weicht zurück. Vertagung des strittigen Versarnrnlungsgesetzes. London, 30. April. (TU.) Der Wortlaut de» am Sonntagabend der ägyptischen Regierung überreichten englischen Ultimatums ist folgender: „Ich bin beauftragt, Lw. Exzellen; als Führer der ägyptischen Regierung zu ersuchen, sofort die notwendigen Schritte zu ergreifen, um zu verhindern, dah die Gesetzesvorlage auf Neuregelung der Bestimmungen für öffentliche Versammlungen und Demonstrationen Gesetzeskraft erhält. Vir verlangen die bestimmteste und schriftliche Zusicherung, dah die Dorlage nicht weiter gefördert wird und wenn diese Zusicherung mich nicht bis;um2. Mai,7Uhr nachmittag», erreicht, wird die britische Regierung ihre Handlungsfreiheit für die ihr notroea- dig erscheinenden Schritte zurückgewonnen haben." — Rach einem noch unbestätigten Funkspruch aus Kairo beschloßen in geheimer Sitzung Kammer und Senat die Vertagung der weiteren Diskussion über da» versammlungsgeseh bis zur Rovembersitzung. Da» würde der erste Schritt zum Rückzug vor dem britischen Ultimatum sein. Rotfront vor dem SiaalMichishos. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 1. Mai. Am 2. Mai findet vor dem als Staatsgerichtshof fungierenden vierten Strafsenat des Reichsgerichts die Verhandlung über das Keudellfche Verbot des Rotfront- b un des statt. Die Verhandlung ist nicht öffenb l'ch, und eine Voraussage über ihren Verlauf ist einigermaßen schwierig. Trotzdem scheint es angebracht, die Gesichtspunkte klarzumachen, die bei dieser Verhandlung die Hauptrolle spielen werden, Es handelt sich um eine Verordnung des an sich zweifellos zuständigen R e i ch s m i n i st e r s, der sie mit seiner ressortmäßigen Verantwortung deckt, zu ihrer Durchführung aber der Exekutive der Länder bedarf. Diese Länder haben fast ausnahmslos, nämlich in der Zahl von 16 dem Verbot widersprochen, so daß die Entscheidung des Staatsgerichtshofs notwendig wird. Rur Bayern und Württemberg haben keinen Einspruch eingelegt, aber bisher auch ihrerseits das Verbot nicht durchgeführt. Natürlich übt es auf die Entschließungen der obersten gerichtlichen Instanz einigen Einfluß aus, daß die für die Durchführung verantwortlichen Länderregierungen dem Verbot widersprechen. Denn schließlich tun sie dies nicht aus irgendeinem Bestreben, einen Reichsminister ins Unrecht zu setzen. Weiter scheint die Entscheidung des Staatsgerichtshofs dadurch präjudiziert. daß der gleiche Senat Anfang April bereits das preußische Verbot des Roten Frontkämpferbunds in Dortmund aufgehoben hat. Und schließlich liegen andere Vorgänge vor, wonach Verbote von Organisationen bisher stets ausschließlich mit neuen, akuten Vorfällen begründet worden sind, wahrend im vorliegenden Falle die alten Taten und Plane des Rotfronloundes aus einer früheren Zeit, obwohl sie schon lange notorisch sind, zur Begründung des Keudellschen Verbots herangeholt wurden. Freilich haben sich inzwischen wieder ver- chiedene Vorfälle ereignet, die nachträglich ür diese Begründung herangeholt werden konnten, o der Feuerkampf in Essen, bei dem oerschie- )ene Polizeibeamte und politische (Beaner in einem Zusammenstoß zwischen Rechtsradikalen und Rot- fronträmpfern schwerverletzt worden sind und andere Zusammenstöße zwischen Kommunisten und Andersdenkenden, bei denen die Rotfrontbewegung oerantworllich gemacht werden kann. 3m allgemeinen kann man annebmen. daß der Standpunkt des Reichsinnenministers durchaus gebilligt würde, wenn er so argumentiert hätte: ..Die sog. Kainpfverbände sind geeignet, den Wahlkampf zu erschweren und Zusammenstöhe in der ohnehin erregten Atmosphäre der Wahlbewegung hervorzurufen. Sie müssen deshalb für die Dauer des Wahlkampfes lahmgelegt, also verboten werden. Dabei ist keine Rücksicht auf die parteipolitische Gesinnung und auf die juristischen Handhaben des Augenblicks zu nehmen, sondern nur auf die allgemeinen Erfahrungen und auf die Bedürfnisse der Sicherheit und Ruhe. Deshalb sind alle sog. Kampsverbände zunächst für die Frist bis zum 21. Mai dieses Jahres zu verbieten." Es wäre schwer gewesen, einer so begründeten Maßnahme zu widersprechen, die gerecht nach rechts und links hin gleichermaßen scharf vorgeht, aber es hätte vielleicht auch genügt, wenn durch einige Verwarnungen, durch das Verbot von Kundgebungen während dieser Frist usw. ein nachteiliger Einfluß der Kampf- verbände aus dem Wahlkampf auSgeschaltet worden wäre. Ohne datz irgendeine der widersprechenden Regierungen mit der kommunisti- schon Organisation sympathisiert. haben sie geglaubt, widersprechen zu müssen, weil die Maßnahme einseitig und nicht zwingend begründet verhängt worden ist. Das Gericht wird nun zu entscheiden haben, was geschehen soll. SeuWlandunddie„KammerderMien" Die ßeftion, die die französischen Mittel- und Linksparteien beim ersten Wahlgang am 22. April e rhalten hatten, hat ihnen doch einen solchen Schrecken eingejagt, daß sie sich schleunigst darauf besannen, ihre Uneinigkeit zu beseitigen und wenigstens für die Stichwahl eine möglichst geschlossene Front herzustellen. Das ist ihnen gelungen, und damit Sahen sie auch einen Teil drr Verluste, die sie beim ersten Wahlgang erlitten hatten, wieder wettgemacht. Aber das alles ändert nichts an der Tatsache, daß der vor einigen Monaten in gewissen Kreisen bei uns vorausgesagte Linksruck in Frankreich sich in einen Rechtsruck verwandelt hat. freilich nicht in dem Umfange, wie er nun wieder bei uns auf der rechten Seite prophezeit wurde. Man kann im großen ganzen das Urteil über baS Ergebnis der französischen Wahlen dahin zusammenfassen, daß sich der Zuwachs der Rechten an Mandaten ungefähr ebenso hoch beläuft, wie der Zuwachs an Mitgliedern der neuen Kammer im Vergleich zur alten, nämlich von 584 auf 612 Sitze. Die politische Bedeutung des Wahlausganges liegt, wie bereits hervorg hoben, darin begründet, daß P o i n c a r 6 zweifellos ein sehr starkes Vertrauensvotum des französischen Volkes erhalten hat. Gs ist vollkommen richtig, wenn weiter behauptet wird, daß die Außenpolitik als solche, d. h. die Briandsche Politik, im Wahlfeldzug k e i ne nennenswerte Rolle gespielt hat. Wie in allen Ländern bei allen Wahlen mit geringen Ausnahmen hat sich auch diesmal in Frankreich der Wahl'a npf fast ausschließlich um innerpolitische Fragen gedreht. Die große Mehrheit des französischen Dolles hat nicht vergessen, daß Poincarö tatsächlich der Retter aus der finanziellen Rot des Landes gewesen ist. Er hat die Regierung übernommen in einem Augenblick, als sich der fran- zösische Franken unmittelbar vor dem lebten Sturz in den Abgrund befand infolge der Unfähigkeit einer ganzen Reihe von Kabinetten, die in schneller Folge einander abgewechselt hatten. Der Zähigkeit, Beharrlichkeit, dem Fleiß, der Spar» f am feit Poincaräs und seiner nüchternen Beurteilung der Dinge ist es zu verdanken, dah Frankreich vor einem solchen Rui ', feiner Währung bewahrt geblieben ist. wie ihn Deutschland kurz vorher durchgemacht hatte. 3n sehr kluger Berechnung hatte sich zugleich Poincarö. der ebenso wie jeder andere Politiker die Macht nicht gerne aus der Hand gibt, sehr woh! gehütet, das Werk der Stabilisierung der französischen Währung so schnell zu vollenden, wie es manche Gewünscht Hütten. Er hat die letzte Tat. nämlich ,e gesetzliche Festl'gung der Währung, noch nicht getan, weil er dieses Machtmittel nicht aus der Hand geben wollte. Poincar^ konnte immer und immer wieder öatauf Hinweisen, daß nur mit Hilfe einer großen Mehrheit im Parlament, der sog nationalen Einheit, eine Rückkehr der Inflation Dermieben und die Stabilisierung der Währung vollendet werden könne. Unter rücksichtsloser Anwendung dieses Druckmittels Hal er in der letzten Kammer alles durchzesetzt. was er durchsetzen wollte, inbem er ein über das andere Mal die Dertrauensfrage stellte, mit dem Erfolge daß jedesmal eine noch so ungeuärbige Mehrheit sich feiner Fuchiel fügte. Vielleicht im einzelnen etwas verändert, aber doch im großen ganzen die gleiche Mehrheit, tolrb ihm in der neuen Kammer ebenso Gehorsam leisten, wie in der alten. Nun wird er auch nicht allzu lange mehr damit zögern können, den Schlußstein in das Gebäude der Währungsreform einzufügen, und dann wird sich zeigen, ob Poin- care auch ohne ein solche- Druckmittel imstande sein wird, seine Mehrheit beisammen zu halten, die doch aus sehr verschiedenartigen und widerstrebenden Elementen zusammengesetzt ist. Gleichzeitig muh sich auch zeigen, ob die unter dem Zwang des ersten Wahlergebnisses wieder hergestellte Einigkeit der Linksparteien besser halten wird, als in der vorigen Kammer. Innerpolitisch also ist die weitere Zukunft auch in Frankreich noch ziemlich unklar. Außenpolitisch kann man das Ergebnis der Gesamtwahl nunmehr dahin zusammenfassen, daß es von Poincarö abhängen wird, in welchem Umfange er Briand freien Weg l a f • s e n wird. Wenn er bisher trotz gelegentlichen Aus- brechens einige Zurückhaltung bewahrt hat und bei der bekannten Rede in Carcasfone sogar einmal einzulenken schien, so steht dem auf der anderen Seite entgegen, daß gerade die nationalistische Gruppe Marins am meisten gestärkt aus der Wahl hervorgegangen ist. Daß das auf die Außen' Politik Frankreichs, auch wenn sie von Briand weitergeführt werden sollte, von Einfluß fein muß, ist klar. Es märe möglich, daß sich der Gegensatz zwischen Poincars und Briand zu einem Kon« flikt zuspitzt, wahrscheinlich ist das jedoch nicht. Zunächst muß einmal abgewartet werden, ob Bn- and demnächst wieder von seiner Krankheit genesen und vollkommen frisch in die politische Arena zurückkehren wird. Ist das nicht der Fall, bann hat Poincars völlig freies Spiel. Angesichts aller dieser Verhältnisse, die für uns keineswegs erfreulich find, ist es geradezu unverständlich, wie man sich bei uns in Deutschland vielfach selbst Scheuklappen umbindet und von einem Wahlsieg der Linken, von einem Ruck nach links sprechen kann. Man darf auch nicht übersehen, daß Brian d in seiner Wandelbarkeit, selbst wenn er neu- gestärkt die Leitung der Außenpolitik wieder übernimmt, schnell bereit sein wird, s i ch den veränderten Verhältnissen anzupassen. Die Politik, die er gegenüber dem Kelloggschen Paktvorschlag zur Zeit befolgt, steht |o vollständig im Zeichen Poincarsschen und Marinschen •Rationalismus, daß diese Gruppen wohl mit ihr zufrieden fein können. Um so mehr müssen wir die Augen offen halten. Die neue Mehrheit für poincare. Paris, 30. April. (TU.) Im Laufe des heutigen Vormittags fand im Finanzministerium eine Konferenz zwischen Poincarä und Innen- Minister S a r r a u t über die durch die Wahl geschaffene Loge und eine Prüfung des allgemeinen Wahlergebnisses statt, um hieraus Schlüffe auf die Mehrheit zu ziehen, auf die sich die Regierung in der neuen Kammer stützen kann. Hierbei wurde auf die Zugehörigkeit der wiedergewählten Deputierten ZU den verschiedenen fiammergruppen und den ein Zeinen Parteien Rücksicht genommen, die sehr oft nicht überein stimmten. Aus Grund dieser Prüfung wurde heute nachmittag von dem Innenminister folgende offizielle Statistik mit- geteilt: konservative fS, Republikanisch-demokratische Union 131, Demokraten ne £inf»republllaner 106, Radikale und Radikalfozialislen 123, Republikanische Sozialisten 47, Sozislisleo S. F. 1.0. 101, Kommunisten B. 0. p. (Arbeiter-und Bauernblock) 14, Sozialistische Kommunisten 2. Insgesamt 611. Da» Ergebnis van Guadeloupe fleht noch au». Diese amtlich: Statistik weiß zum Teil erhebliche älnterschiedc von den Ausstellungen auf Grund der Wahlergebnisse auf. Ho teilt sie beispielsweise der Gruppe Morin (Republik.-demokratische Union) 27 und den Konservativen drei Mandate weniger zu, während sie die Mandatszahlen der Links- r e p u b l i k a n e r um 13, der Radikalsozio- listen um sechs, der Republik Sozialisten um drei erhöht und die Republik. Radikalen sowie die A u 10 n 0 in i st e n — die meist unter der Bezeichnung Unabhängige Elsässer ausgesührt werden — nicht anführt. Dies« Unterschiede sind auf die Leichtigkeit zurück- zusühren, mit der die von einer bestimmten Partei ausgestellten und auf Grund des Parteiprogramms gewählten Abgeordneten sich ihre parlamentarische Grupp« selbst aussuchen und von einer Fraktion in die andere überg.hen fönnep. Die Regierung rechnet mit etwa 460 Deputierten, die sich alS Anhänger d e r P v- litik PoincareS erklären. Wenn man tn der neuen Kammer nur die Abgeordneten tablen- mäßig zusaminenfaht. auf bereu Unterstützung die Regierung bet dieser Gelegenheit rechnen kann, kommt man zu einer feften Mehrheit, di« der „Temps" mit 370 bis 380 und bet »Intransigent" mit etwa 400 Stimmen berechnet. Sxcelsior" verzeichnet Gerüchte, nach dmen außer Dem nicht wiedergewählten Arbeitsminister F a l- l i ö re s weitere Vakanzen im Kabinett Pomcars eintreten könnten. Man spreche davon, (Innenminister 6 a r r a u t zum Gouverneur von 3nbo» ch'.na zu machen. H« r r i 0 t habe di« Absicht kundgegeben, in Südamerika literarische Vorträge zu halten. Kolonialminister Perrier und Hcrn- delsminister Bokanowski würden vielleicht aus besonderen Gründen ihre Ministerposten aufgeben. Aus aller Wett. Grohseuer in Schlesien. 3n Dammer im Kreise RamSlau brach em Feuer aus, das sich bei dem herrschenden Ostwind rasch ausbreitete, so daß in kurzer Zeit fünf Wirtschaften mit insgesamt 15 Gebäuden ein Opfer der Flammen wurde.' Die sieben anwesenden Feuerwehren hatten alle Mühe, die benachbarten Gebäude zu retten. Oie niedergebrannten Gebäude waren aus Hoh errichtet. Eine Frau, deren Besitzung nom Feuer ergriffen wurde, ist durch den Schreck getötet worden. Das Feuer soll durch Funken» flug von einem brennenden Queckenhaufen verursacht worden sein. Lin Telephougesproch zwischen Genf und üruna (Bordschweden). Das erste Telephongespräch zwischen Gens und der Stadt Tiruna In Nordschweden — eint Entfernung von 3900 Kilometer — wurde von dem schwedischen Konsul in Genf mit Mitgliedern des Völkerbundsfekretoriats und dem Direktor der Tuollavaara Aktiengesellschaft in Tiruna geführt. Es ist dies das erste Telephongespräch, das bisher in Europa über eine solche Entfernung geführt wurde. Die Verständigung war tadellos. Die Wetterlage. Rest '(Q 16 Q | fflem taQ, den 3 0.April2 d. pabtridj Qwoieteioi Qncnti <>naio o*detler^)w>na$iiUc.1Ov k> «'<"tr- Osi ■«$$.«{’ Sudtunvesi K iture»en die rempe'dlur " Pie lio.en vcrD«ed«n Gru md yeitu* «Nf Mxrturteeu ■.<>»*"<*»*'•• telldrucB *. I«tn 123, M, ,8*l«.ett ’01. •flfn l< fl«»l J11 Wft $ ftzir. Union) 2?* ^otin ÄbknÄ18'» ^WLilnfg- 8?ia< bi und die irsäfc's •■"fe: rZS gÄ’SJ ^uvmieur ton 3nbo- ißt habe di« 2hn*> ° lösche rW Perrier und Si7 [£l vürden vielleud, r M. 1 Sdjlefira. )!e DamSlau brach n ‘km herrschenden ty 1° dah in kurzer te mit insgesamt 15 £ r Flammen twfc Feuerwehren hatte- Gebäude zu rette t < de waren Ms n- tn Desihung m fcuet rch Den 6<6nd atmet soll burf Funken. den Queckenhtu'rn w ougespräch vna (Tlorbfdwbm). äd) iwlfätn (Sinl und lchwröen - eint Lnl- ilomeler - wto al In j: »*'■ OttQt* Gehaltsaufbesserung Stert empor jipigt unfm Umsatz LlE (Fm untrüglicher Leweis für die Güte unserer neuen Arbeit' OBERST S-§ neue Arbeit' Amsatzfteigerung (7462) Notari Ut Gr IffWj.kU*. «HUSCHE amtlichen Stellen kfk otm einem bfrortigen Plan nichi-j fefannt. auch nicht», da» daraus schließen läfcl, bafi ein solcher Plan von den zuständigen fetelcn erwogen tmri). 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Weitz, Frankfurt a M., ®üntbcr6burg- Allee 50. rn in England weil verbreiteten Gol'lvori xiefer Sport hat seit einigen Jahren auch in Deutschland eine gewisse Krhrcitung erlangt, inb Lord Birtens ad ist al« Mitglied emrt i londoner Klub» zusammen mit andern Klub- nitgliedern vor etwa 10 Tagen der Einladung d«A Berliner GoUltubs gefolgt und hat hier tlnc Reihe von .Löchern" sicherlich mit all der '(-rwandtheit und Würde gespielt, die man an «»glischen Diplomaten auf dem grünen Rasen -ennt. Lord d Abcrnon. der hervorragende erste ' achkricgsbotschoster Englands hat trotz seiner (Oeifcen Haare bei Wind und Wetter faum einen riachmittag versäumt, an dem er nicht in Ber Ibi den Volflchläger geschwungen hätte. Trotzdem man nun annehmen mühte, dah feine iZandsleutc volles Verständnis für diese weit i>erbrettete. gesunde und sashionable Sportbc- iLttgung ihrer Diplomaten und Politiker, auch in Auslande hätten, ist durch diesen Besuch Lord Birkenheads eine flanke Flut von polt- tischen Kombinationen. Anfragen im Unterhaus ufw. entsefselt worden. Man tann sich l^senbar nicht vorstellen, dah ein englische» Ka- kinettsniitglied auch einmal anderswo als auf im allbetanntcn Rasenplätzen von Laime»,Biar- ^itz oder Deauvllle im Auslande einen „brioc nachen möchte, Unb man wird in bieser Aufsaf» lung bestärkt, durch ein paar freundliche Worte, nie der Minister bei einem Frühstück, das ihm aod seinen Gefährten der deutsche Außen- Minister gab. feinem Gastgeber und dessen »anbe gewidmet hat. Hat er das offen getagt. '© folgert man. so hat er sicherlich hinter >c n Kulissen noch allerhand hochpolr- k i s ch e Dinge gesprochen und besprochen, und non möchte wissen, was. Man kombiniert, dah den Wunsch nach einem deutsch-franzö- sch-englifchen Bündnis gegen Anhand ausgesprochen habe und behauptet, dah »eser Wunsch auf eine Ablehnung gestohen ’ei. da Deutichland iso schreibt der Daily Zele» Hraphi „vorläufig keinen Grund erbl'cke. um 5ic Politik auszugeben die durch die Verträge »r»n Rapallo und Berlm verkörpert werde." Auch bei diesem Gespräch ist natürlich der Wunsch der Vater de» Gedankens, igfr ift nicht anzunehmen. dah Lord Dirlcnhead i itc Gelegenheit eines so ausgesprochen privaten SefucheS überhaupt zu irgendwelchen politischen Erörterungen benutzt hat: dergleichen pflegt man »orzubereiten und nicht gerade in den Rahmen .•ine» Gols-Frühstücks cinzufleiden. Unb wenn J er wirklich bei einer Tasse Kaffee und einer % ih es unzweckinähig ist. Staatsmännern auf Schritt und Tritt nachzulpüren. wenn sie ihrer »tiüatcn Erholung und ihrem Vergnügen nach- ■lebcn. Sie haben selten genug Jett dazu, und >c völkerverbindenden Gelegenheiten zu persön- .icher Fühlungnahme werden unterbunden, wenn nan in jedem Falle daraus eine Haupt- und Staatsaktion zu machen sucht. Green Harbour (Spitzbergen). 26. 2h?rt( IV). Kcstlaud ober Packeis? Als wir über dem GiSield angelangt waren, sprang der Wind nach Rordvftcn. Da er aber nur lehr schwach war. oeeinträchttgte er unsere Geschwindigkeit nur recht wenig Während der folgenden 200 Vkeilen überflogen vir zahlreiche Iungeis-Vänke und gewöhiiliches Packeis, das offensichtlich zwilchen altem Packeis und irgendwelchen dichteren EiSmassen im Rorden ^urüdgetrieben war Wir stiehen dann auf altes und schweres Spalteis und zu gleicher Zeit auf eine Wottenbank. Diese Wolken waren wahrscheinlich daS Ergebnis aufeinanderpral- lenderWindströmungen an dieser Stelle Der Wind tarn aus Aordwesten. Heber den Wollen schien er stationär zu sein. An diesem interessanten Punkte auf Wolken zu hohen, war eine verzweifelte Angelegenheit. Land hier in der Röhe wäre unseren meteorologischen Plänen weit dienlicher gewesen. Was unterhalb dieses 120 Mellen langen Wol- kengürtels lag. blieb uns noch oerborgvn. Als sich die Erdoberfläche unter uns aufklärte, gewann es den Anschein, als beftänbe_ sie aus altem, schweren Packeis. Runde Eishügel glitzerten in der Sonne, in der Mitte dehnte sich ein mächtiger Gletscher. Fraglos aber waren diese runden Hügel nichts anderes als Mecreseis und Schneewehen, die in ost-westlicher Richtung verliefen Vielleicht ruht diese alte Eismasse auf festem Land und ist stationär. Ich schliehe aber au» der Tatsache, dah toir an den Rändern dieses Eisfeldes keinerlei größere durch Druck cntftanbenc Spalten entdeckte*,, auf seinen Charakter als Treibeis. Ltunngrsahr Der Wind hier war un» im Rucken. In der Lichtung, aus der wir gekommen waren, hatte sich ein Sturmzentrum gebildet. Wir hatten uns am Rande aus diesem oturmgcbict herausgearbeitet und gerade einen ruhigeren Gürtel überquert als mir in ein neues Sturm gebiet hinein- gerieten, das offensichtlich sein Zentrum in Rord- •) Dgl. die Artikel in Hummer 99. 100. 101. Die Wahlparole des Reichsbürgerrais. Der Reichstag ist aufgelöst! Wie jeder ferner Vorgänger seit der Revolution hat er seine verfassungsmäßige Dauer nicht erreicht. Er löste sich, bevor er seine Arbeiten erledigt hatte, auf, ohne daß tiefgehende Meinungsverschiedenheiten ihm und dem deutschen Voll das gerechtfertigt hatten. Der Grund der Auflösung liegt in Wahrheit in dem unseligen Parteifanatismus und Parteiegoismus, die Deutschland immer wieder an den Abgrund bringen. Die Parteien haben vergessen, daß sie nicht Selbstzweck, sondern Diener des Staates fein müssen. Sie haben an Stelle der Souveränität des Volkes ihre eigene rücksichtslose und absolute Herrschaft gesetzt. Die Macht geht nicht mehr vom Volke aus, sondern von den Organisationen Eine Besserung der Verhältnisse kann nur nach einer Oien berung des heutigen parlamentarischen Systems erwartet werden. Durch die Listenwahl wird die Macht der Parteien stabilisiert und zu einer vom wahren Volks- Willen unabhängigen Diktatur gesteigert, die aber keinen mit der Verantwortung belastet. Deshalb ist sie schlimmer al» die Diktatur eines einzelnen, der die Verantwortung für seine Tat niemals abschieben kann. Die Vielheit der Parteien verhindert auch jede politische Wil- grömanb hatte Wieder passierten wir gewal- tige. toic poliert auslehende E,»massen, wieder tneb der Rordweltwind m ä ai 11 g c Schneewehen nach Lüdosten. Von b.cr bi» in die Rachbarschaft von Grant-Land wechseln die "IDinj de je nckch der Iahreszeii. Das Ei» mar tief zerklüftet und machte den Eindruck eines riesenhaften Schachbretts. In der Röhe von Grant- Land verdunkelten wieder Wolken unsere Sicht. Jetzt stand bei uns fest, haß b * i Grönland ungeheuere Stürme toben muhten. Aus einer Höbe von 6000 Fuß konnten wir hohe Sttirmwolken 400 Meilen entfernt erkennen Als dann das wollenurnhüllle Grant-Land sich abzeichnete. sahen wir jenes mächtige Eisgebirge, das sich etwa von !(ap Columbia bis i.ich Grönland herunterzieht und von dem schon Peart) gesprochen hat. Bald verlor es sich im Dunst m der Ferne. In diesem Gebiet war das Eis stark zerrrsfen. Wir bogen vorn Rande dcs grönländischen Lturmgebiets in eine jtiBcre. aber kältere Wetterzone ab. in der die Temperatur 48 Grad unter Rull betrug. Rur für wenige Minuten konnten wir Drift-Deo- baditungen anstellen, denn schon bald zeigte sich, daß der Wind sich vorwärts stürzte. Warme, nach oben treibende Lusströmungen über dem offenen Wasser in der Rähe von Spitzbergen hatten un» nun in den Fängen lieber dem Nordpol Wir waren bis zum nördlichsten Breitengrad oorgei)rungen und glitten bald über de m Rordpo 1 dahin Am nördlichsten Punkt der Erde war die Eisdecke zu dünn, um darauf zu landen. Schlittenbenutzung wäre an dem Tage, an dem wir ihn paktierten. ganz unmöglich gewesen. Unsere Beobachtungen über die Wind- ur.b EiSverhultnisse dursten bei richtiger Auswertung der tnnftigen Polarforschung von Rutzen sein. Was die Ravigatton in der Arktis betrifft, so gestaltete sie sich gaiiz fv wie wir erwarteten. Sie war in keiner Weile schwieriger, vielleicht sogar leichter als anderswo. Die Instrumente arbeiteten ausgezeichnet, und von Motor und Maschine läßt sich nur sagen, daß Hc schlechthin vollkommen waren Fortsetzung folgt. lensbildung auf fester Dosis. Das ift von Parlamentariern fast aller Parteien schon längst anerkannt worden, aber die bereits erstarrte Parteiorganisation läßt eS nicht zu, diese Erkenntnis in die Tat umqusetzen. Darum fordern wir vom künftigen Reichstag: Die Fortentwicklung unserer Rcichsvsrfassung in folgender Richtung: 1. Stärkung der Exekutivgewalt des Reichspräsidenten vor ollem bei der Regierungsbildung. 2. Einschränkung der öffentlichen Ausgaben. Dazu ist erforderlich dem Reichspräsidenten durch den Reichsfinanzminister, der kein Parteimann, sondern Fachmann sein muh, die erforderliche Macht zu geben, entscheidend bei der Etatsbildung. die von der Sin- nahmeseite ausgehen muß, mitzuwirken. 3. Beschränkung der Zuständigkeit des Reichstages auf Dudgetbewilligungs- und Kontrollrecht. 4. Bildung einer weiteren dem Reichstag gleich- berechttgten Volksvertretung auf berufsständiger Basis. 5. Schaffung eines neuen Wahlrechts, das die persönliche Verantwortung des Abgeordneten seinen Wählern gegenüber schafft. 6. Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen. 7. Schaffung eines einigen Deutschen Reiches durch Erweiterung der legislativen Reichsgewalt unter Erhaltung der Selbstverwaltung der Länder in allen erchiltocn und kulturellen Fragen. 8. Wiederherstellung der finanziellen S e l b st v e r a n t w o r t u n g aller Selbstverwaltungskörper Wir fordern unsere Organifoltpncn. deren altes Ziel: d,e Bekämpfung der marristischen StlaHen- kampflehre unverändert beheben bleibt, auf. überall in den Wahlkre.len sich dafür etn»uletzen. nur solche Kandidaten zu Unterstützer., die. welcher Partei lie auch angeboren, sich auf dieses Programm der Verfasfungsänderung verpflichten gez. von Loebell. Staatsminister Präsident de» Reichsburgerrats. Llm den freien Luftverkehr im besetzten Gebiet. Die Verhandlungen ef-ebnislos »erlaufe». Koblenz. 30 April tLandesprefsedienft ) Fast um bicfelbe Zeit, in der die Kunde von der Hcbcrguctung de» Ozean» durch ein deut» Iches Flugzeug die Presse durcheilt, muß gemeldet werden, daß die Verhandlungen mit der Rheinlandkorn Mission wegen Zulassung des freien Luftverkehr» im besetzten Gebiet ergebnislos verlaufen find. Seil Jahren wartet die Wirtschaft des besetzten Gebietes auf die Freigabe des Luftverkehr» der iowohl für d.e Personen» wie für die Güterbeförderung von immer größerer Bedeutung wird. Sie Hai nach Abschluß de» Pariser ßuftatfom- incn« vom 21 Mai 1926 geglaubt, daß die Benachteiligung des besetzten Gebiets ein baldiges Ende finden werde. Statt dessen begannen langwierige Verhandlungen mit der Rheinlandkommifsion die sich deute nach fast zwei Jahren als vollkommen ergebnislos erwiesen haben Die Wirtschaft de» besetzten Gebiete« soll also wc>ierhin der Vorteile eines fit die wirtschaftliche Entwicklung fo wichtigen Verkehrsmittels wie das des Lustvertehrs entbehren. Der Wirtschaftsausschuß für bie besetzten (Gebiete hält sich daher für verpflichte!. vor aller Welt mit Rachdruck darauf hinzuwetfen. daß der einzige Bezirk aus der ganzen Erde der für die Luftfahrt verschlossen bleibt, das besetzte Gebiet! nt Weste ndesDeutschenRe ich es ift und nunmehr auch geraume 3cH bleiben soll Er logt gegen diese» Begatten der Rhein- lanMommimon. das durch keinerlei sachliche Gründe, auch nicht nut dem Hinweis auf die gefährdete Sicherheit der Besatzung»- truppen begründet werden kann, auf da» nachdrücklichste Einspruch ein. Oie hessischen Philologen zur Krage derpflichtstundenzahl undMaffenstärke. Man schreibt uns: Die Teilnehmer an der 4 3. Hauptversammlung des Hessischen Philologenoereins faßten am 20. April in Worms einstimmig eine Entschließung zur Frage der Pflichtstundenzahl und Klassenstärke Die bessischc Philologenschast erhebt darin aufs neue f d) ä r f ft c n Prote st gegen die nachgerade uner träflliri) gewordene llcberbürbung der Phi' l o 1 o g c n. Die erhöhte Pflichtstundenzahl mache sich um ja fühlbarer, als der Untcridjt in teilweise über füllten ober kombinierten Klassen erteilt werden müsse. Picht weniger als 41 Klassen an hessischen höheren schulen haben mehr Schüler, als dies nach den jetzt gültigen Höchstziffern ber Fall sein sollte. Dabei (mb biese amtlichen Hvchstzisfern (46 für bie Unterstufe, 35 für bie Mittelstufe unb 24 für die Oberstufe schon so hoch, daß sie im Hierein mit ber hohen Pjlichtftunbenzahl ber akobemisch gebilbelcn Lehrer bie Aufrechterhaltung eines normalen Unterrichts, bie Bilbung unb Erziehung unserer Iugenb und zuletzt die Gesundheit eines ganzen Standes in schwerste Gefahr bringen. Der hessische Philologen verein stellt deshalb erneut die Forderung, die P s l i ch t st u n b e n z a h l und die Ä l a s s e n st a r » len b c r a b 3 u f e h c n. Er weist mit Rachbruck barauf hin, baß ber Ausschuß bes preußischen Land tage-, om 24. Februar b. 3. bie Ueberburbung her Philologen ausbrücklich anerkannte unb einstimmig (mit Ausnahme der Kommunisten) einen Antrag an- GM tetien. rreinen s tttn l W Lager erl M ssielle M Samstag. 5, Mai 19#» g M c. t, ** Liebigshah^' ipler- | sr^i 'AS- SieLIPifi •* «|0S> Taat§ tzas»"' U. ___■- Oie goldenen Berge. Boman von Slara Bicbig. Coptzright bv Deuttche Verlags-Anstalt Stuttgart. S2. Fottsetzung. Nachdruck verboten. „Seht mal den," flüsterte Kaspar Simon Bremni und winkte mit den Augen auf den vor ihnen. „Selbst ber macht sich auf. mit einem Fuß schon im Trab!" Brem nickte stumm, sein Gesicht war |\br fmster. t$5 war etwas zum Fürchten in seiner Miene. — Nun waren sie am „Gestade". Die Uferstraße war von Menschen ga,tz schwarz. Unb über die -rücke von Eues, am Heiligen vorbei, kam es auch chwarz — Menschen. Menschen. Menschen. Die Linzer von Machern unb Wehlen, von Lieser unb Xoirianb, von Monzel und Kesten zogen herüber. SUe kamen, alle, einmütig, wie sie einst in den Krieg gezogen waren, auch heute einmütig; aber heute waren sie trauriger. Und es lag wie Trauer auch in der Lust, sie war 'dimer, es atmete sich beklommen. Unter der Lands» Hit, ber mächtigen Ruine, die über dem alten Bern» kastel thront, war eine Strecke im obersten Wein- C?rg al gerutscht, da» stimmte heute auch traurig. Dar denn der Himmel selbst nicht mehr für seine Deinberge? Darum hatte er die köstliche Lage hier picht verschont?! Für vier Uhr nachmittags war die Versammlung angesetzt, noch war es nicht so weit, die Abgeord- iieaen waren noch gar nicht do, keiner non den Red uern zur Stelle — was sollte man so fange nun machen > Man stand wartend umher in kleinen und größeren Gruppen, ging planlos zum Marktplatz hin und kam wieder zuruck, man hatte ja kein Geld, in den Läden etwas zu kaufen, nicht einmal ein paar Groschen, um in eine Wirtschaft zu gehen. 3mmer wieder fand man sich beim Denkmal für die Gefallenen ein, das auf dem Platz norm Landrats» 3iü steht, und zwischen der jetzt noch nicht begrün» tm Baumreibe durch, frei und weit hinausblicken kamt auf die Mosel. Unb von hier sah man auch aufs Finanzamt. Aho, da stand es ja. ganz nah. ber verhaßte Bau. der sich, saft nmb wie ein Turm, wie eine Zwing» bürg, bei" Landratsamt schrägüber an der Ecke vor» schiebt. Das sollte ber Teufel holen, dieses Raub' ritterschloß. dieses verfluchte Reft, in dem soviel Un heil ausgebrutet würbe! Sie kannten es alle, dieses leidige Finanzamt, zu dem sie so oft schon gelaufen waren, um Aufschub zu erbitten, und bas doch ihre paar letzten Groschen verschluckt hatte. Ach. inan konnte leider weiter nichts tun, als dos verwünschen. Heute hatte man die Muße dazu, man stand unb starrte es an. böse, mehr als vös«. erbittert. Daß bod) non ber Landshut ba oben ber ganze Berg abrutschte unb es verschüttete! Wenn bie Mosel es beim Hochwasser fo überschwemmt hätte, baß all bie Akten, bic Schulbbriefe. bie Steuerzettel, all das verfluchte Geschreibsel Den Fluß hinuntergeschwemmt worden wäre auf Nimmerwiedersehen, welch ein Glück. Und nun wurde es plötzlich bekannt, einer er tählte es bem anderen: ber Leiter vom Finanzamt. ber Oberste da. der hatte heute morgen einen Brief bekommen, unterzeichnet von vielen Ortsgruppen — bic von Mühlheim, Anbei. Dusemond, Wintrich waren auch dabei — in dem die sofortige Rückzahlung der zu viel eingezogenen Steuern verlangt und zugleich nngefünbigt wurde: ,cs wird feine Steuer mehr bezahlt, bis die Verhällniffe sich gebefiert haben.' Das war deutlich: bas konnte der Seiler vom Finanzamt sich hinter bic Ohren schreiben. Unb wenn der heute nicht mit sich sprechen ließ, bi« Bureaus geschloffen blieben, bann war nicht dafür einzusiehen, was dann geschah. Ob die im Finanzamt gewarnt worben waren? Ein Mann hob. aufmerksam machenb. den Finger: aus ber Tür bes Finauzgebäudes guckte verstohlen ein Landjäger, unb auch ein zweiter, der Ober» lanbiägcnncifter, trat jetzt vor. Es wurde bemerkt, baß er dem Polizisten, der drüben norm Gasthaus zur Post herumstanb, ein Zeichen machte. Der ging qlejch darauf herüber ins Bereinshous — ei. da sollte ja im Hof ein ganzer Haufe von Polizisten versteckt stehen. . Was hatten die vor?! Die, man wurde doch nicht etwa gegen Leute vorgehen wollen, die zu einer Derjammluna herbestellt waren, und die letzt mir bie Absicht hotten, in geschloffenem Zug am Fi» nanzamt oorbeizumarfchieren unb denen ba drinnen zu zeigen: „Seht, so viele sind unserer, viele Tausende von Winzern, ihr do drinnen kennt uns? Wir zahlen erst wieder Steuern, wenn wir es auch können." Das war doch nicht schlimm, dafür brauchten sie nicht gleich ihre Polizei aufzubieten — pah, mit der würde man, wenn's not tat, schon fertig! Ein Gelächter erhob sich: die waren bange, bange! Als sich ein Schild emporreckte mit der Inschrift ,,Wo bie Zittonen blühn, setzt bas Finanzamt hin," lachte man immer noch. Aber jetzt schlug bas Ge lochter plötzlich um. unb es war nicht mehr gutmütig unb auch nicht nur hvhnenb. es wurde erbittert. Denn ein Schild war aufgetaucht in einer Winzergruppe, das man vordem nicht weiter beachtet hatte: ..Gebt uns Handgranaten für dos Finanzamt!" Ein Murmeln erhob sich, ein Murren. Die »eiter hinten standen, drängten nach vorn, die vorn« standen, wurden immer näher zur Tür des Finanzamtes hintzeichoben. .^Zurück!" brüllte der 2anb|dgermciftcr. Und ..zurück" riefen auch welche unter den Winzern. Man durfte die Besonnenheit nicht verlieren. Unb es hatte ja gar keinen Zweck, hier zu spektakeln. Einer, ber sich hochheben ließ, fing jetzt an, ein Schriftstück vorzuftfen. er schrie, fo laut er nur konnte: .Keine Pfändungen mehr! Rieberfchtaguna |ämb lieber Steuern! Weinbaugebiet Rotstanbsgttiet!" Das waren bie Hauptforderungen; bei jedem Schlag wort wogte das Meer der Menge auf, eine Flut, die über die Ufer zu branden drohte, es er hoben sich Hände, geballte Hände, unb Ruse: „.'lieber mit bem Finanzamt?" Einer, der noch eben gutmütig gelacht hotte, tobte jetzt gegen die Türe an, die sich rasch geschloffen hatte: „Raus mit den Blutsaugern!" Bon hinten brüllte einer: „Steckt das Finanzamt an!" Das war zu toll, das ging über alles Maß. Man fetzt« sich jo nur ins Unrecht! Kaspar Breis, ber eingekeilt stand, sich nicht rühren konnte — die Arme waren ihm fest an den Leib gepreßt, er hätte feine Hand heben können — schrie sich heiser: „Laßt bat! Macht keine Dummheiten! Dir wollen anständig bleiben, denn —" Eine Hand schlug ihn von bilden auf den Mund: .Halt dein Maul!" Wütend wollte er heeunnahren, er formte nicht. Unb uni ihn plötzlich ein Wirrwarr — Anne, Beine, Köpfe, Leiber, alles in Bewegung — gewaltiger Stoß von hinten, alles fliegt voran. Kein Haften mehr. (Empörte Masten, langst erbittert, verzweifelt, von Rot hergetrieben, jetzt aber von Wur gepackt, stürzen sich gegen das Finanzamt. Vergebens suchen die paar Landjäger, bie paar Polizisten, Einhalt zu tun unb ben Eintritt zu oer wehren. Es fliegen Steine. Kam ber erste Stein oben vom Weinberg ober unten von ber Straße herauf? Ein Fenfter im ersten Stock geht flirnmb in Scherben, bie Meng« jubelt. Tosenber Beifall, lautes Gebrüll. Ein Landjäger kriegt eins mit bem Stock über, ein anberer wirb zu Boben gerannt — ba Ift gid)ts mehr zu machen, sie geben bie Verteidigung auf. „Aus bem Weg! Platz für ben Winzer! In bas Finanzamt hinein ergießt sich bie Flut. Da hält kein Damm mehr. Die Beamten ziehen sich zurück, bie Angestellten im Finanzamt fluchten. Solche Dummheiten, solcher Wahnsinn! Kaspar Dreis war mit hineingeschwemmt worben, er rannte verwirrt burch bie Zimmer: was toten bie hier? „Laßt bas sein, um Gottes willen!" Kein Mensch hörte auf ihn. Unb wie er, riefen auch onbere: „Laßt bas!" Sie rieten umsonst ab. Das waren feine frieblichen Winzer mehr, feine Männer, bie nicht einer Fliege etwas zu leib taten, bas waren Verrückte, Tolle, bie gereizt waren wie Stiere burch ein rotes Tuch. Sie benahmen sich sinnlos — Unglückliche, vom Berstanb völlig 93er- kiien«. Alles war bald durcheinander geworfen unb ubereinaitber: Tische, Pulte, Stuhle. Fenster, Spiegel unb Bilder zertrümmert, bie Aflenschranke erbrochen. Akten, Steuerveranlagungen, Hypothekenpfandbriefe, Mahnzettel — olles verfluchtes Papier, auf dem es ftefjt, was man bem Winzer abnehmen will, wie man es macht, um ihn an den Bettelstab zu bringen, nein, an ben man ihn schon gebracht Hot — Papiere, Papiere, vermaledeites Geschmiere, steckt es an, laßt es brennen! Das ganze Amt mit! Rein, zu b«i Fenstern mit dem Dreck heraus, erst unten verbrennen, laßt erst alle es lesen, wie man es ausrechnet, baß bem Winzer fein Pfennig mehr bleibt! (Fortsetzung Wgh) • „ fv-WyliMv bk'iflctfcnifig W HÄM Ziffern der Klassenstärke auf 40—30—20 festzusctzcn und die Pslichtstundenzohl auf den Stand der Vorkriegszeit zurückzuführen. Das Llnwetter an der Bergstraße. Bcjichtigimsisfahndcrhefsischcn Regierung. WSR. Dar m st a d t. 30. April. Die Hesiiiche Amtliche Pressestelle teilt mit: Heute vormiltag unternahmen Staatspräsident Adelung, Fi- uonzimmster Kirnberger, Arbeits- und Dirt- schastSministcr Korell und Ministerialdirektor S p a m e r als Vertreter be« Innenministers in Begleitung non Ministerialdirektor Hebel und Oberlanbwirtschastsrat Bauer von der Land- wirtschaflsobteilung des Wirtschaf tsminifterimns, sowie von Oberbaurat Aeuling von der Mi- nisteriolbauableilung eine Besichtigung der durch das Unwetter am Sonntag start betroffenen Gemeinden der Bergstraße. Sinter Führung von Oberstleutnant Schroder und Hauptmann 3 ennewein von der Schutzpolizei und Kreisdirektor Reinhardt aus Bensheim überzeugte sich die Regierung zunächst von den Verheerungen, die die Sturmflut, in Zwingenberg angerichtet hat, und besichtigte außer den Straßen- und Flurschäden zahlreiche schwer beschädigte Gehöfte der Gemeinde. Den erschütterndsten Anblick bietet der am RordauLgang von Zwingenberg liegende Friedhof, dessen Mauern und Grabsteine von den Fluten umgerissen wurden. Die Teilnehmer fetzten dann ihre Besichtigung in Auerbach fort, wo u. o. im Zentrum in einigen größeren GastwirtschaftSanwesen die Keiler noch voll Wasser standen und die Gärten völlig zerstört worden sind. Die Auswirkungen der Schäden an Obstbäumen unb Wein- sterganlagen, sowie in den Gärten sind ü heraus groß und können erst durch eingehende Untersuchung genau sestgestellt werden. In Bensheim, der südlichen Grenze des eigentlichen Hnglücksgebiets. wurde die Regie- rung von Bürgermeister Dr. Angermeier begrüßt. Die Meinbergschäden sollen hier in den nächsten Sagen sestgestellt werden. Dann wurde die Besichtigungsfahrt über Schwanheim, in dessen Gemarkung zahlreiche entwurzelte Obst- bäume liegen, nach Hühnlein sortgesctzt. 3n der Gemarkung Hühnlein hat sowohl nach der Bergstraße zu als auch, wie berichtet wird, in der Richtung nach Gernsheim in weitem Umkreis hauptsächlich der H a g e l s ch l a g gewütet. Die Frucht, die hier einen halben Meter hoch stand. soweit das Auge blickt, wie ab» gemäht. Die Ob st bäume sind völlig kahl. Das gleiche trostlose Bild zeigt sich in dem tiefer liegenden Teil der Gemarkung Alsbach. Hier sind Felder und Gärten wie in Zwingenberg vielfach verschlammt. 3n Äugen- b c i Ta , wo die Besichtigungsfahrt gegen 4 Ilhr ihr Ende sand, ist die nördliche Grenze der Hagelzone. Aber auch hier haben nach den Mitteilungen des Bürgermeisters nach der Ebene zu liegende Gärtnereien stark gelitten. Die Rotwendigkeit der Hilfe trat beim Anblick der Verwüstungen allen Beteiligten eindringlich vor Augen. Die Regierung wird sich alsbald schlüssig werden, welche Hilfsmaßnahmen im einzelnen zu ergreifen sind. * Schwer ist auch die Südpsalz umi dem Unwetter heimgesucht worden. Dort ging grobkörniger Hagel nieder und richtete überall schweren Schad en an. Die tiefgelegenen (straften in Landau waren in kurzer Zeit überschwemmt. Fast sämtliche Keller standen unter Wasser. An einigen ^Stellen der Stadt wurde eine Wasserhöhe von ' mehreren Metern festgestcllt. Die Warenvorräte ^zahlreicher Lebensmitleltzäuser sind vollständig vernichtet. Etwa 800 Telephonanschlüsse sind in Landau • dadurch gestört worden, daß ein Telephockkabel vollständig unter Wasser gesetzt wurde. Auch sonst wurden in der Siibpfal3 die Telcphonverbindungen unterbrochen. In M a n n h e i m wurde durch den Sturm das Dach der Ausstellungshalle im Schlachthof abgedeckt. Oberhrffen. Landkreis ließen. Wies eck, 30. April. Nachdem am zweiten Oslertag 34 Knaben und 34 Mädchen in unserer Kirche konfirmiert worden waren, wurden zu Beginn des neuen Schuljahres 27 Knaben unb 48 Mädchen in die S ch u l e auf» genommen. Die nun schon zum 10. Male gehaltene gottesdienstliche Feier der Aufnahme d e r K l e i n st e n i n d i e S ch u le sand gcflcni in einem besonderen, schlichten Rach- miltagsgotteSdienst statt unter freudiger Teilnahme der Abcschützen und ihrer Angehörigen: man Hörle bei der Ansprache des Geistlichen vom Altar aus, daß diese in einzelnen Gemeinden zur unverlierbaren Sitte geworbenen Feiern in Sachsen von der Kirchendehörde, wo irgend ihre Einführung angängig, empfohlen worden find; es bestehen Anzeichen dafür, daß sie auch in Hessen stärkere Verbreitung finden und so das Zusammengehen von Kirche. Schule' und HauS in der Gemeinde bezeugen. Ein Vorrat von kleinen E rz i e h u n g sb ü ch I e i n wurde beim AuSgang aus der Kirche vertrieben und zur weiteren Einführung des DeutschenKin- d e r g e s a n g b u ch S in der Kindcrlirche gern gegeben. Reizend war das Schlußbild der Feier, als die große Schar der mit Sträußchen und Kränzchen geschmückteil Kleinen Hand in Hand um den Altar zog, wo sie Fleißkärtchen als Lesezeichen unter dem Klang von geistlichen Kinderliedern zum Andenken an diese Stunde in Empfang nahm. Gewarnt wurde, auch um der Kinder willen, vor dem Mitnehmen der Kleinen in die aus ihr Verständnis nicht zugeschnittenen Gottesdienste der Gemeinde, und statt dessen gebeten, sie zu regelmäßigem Besuch der Kin- derkirchc anzuhalten. -- Es besteht begründete Aussicht, daß von einer Gießener Kindergärtnerin demnächst ein Kindergarten hier eröffnet wird: bei dem in der großen Gemeinde schon lange empfundenen Mangel einer Klein- finbcrfchulc Würde dieser Weg Der Älcinfin- derhilfe nur freudig begrüßt werden - Zn seiner letzten Sitzung beschloß der Schulvorstand, in diesem 3abr auf das Ougcnöfeft in der seither hier üblichen Fomr zu verzichten und die so ersparten Mittel den Heil kuren für kränkliche Kinder zufliehen .zu lassen. Dieser Beschluß verdient sicher auch anderswo Rachahmung. Von den 75 Kindern des jüngsten Jahrgangs unterer Schule haben 27 Krankheiten überstanden. Zum Problem der Mulwaschmig beim Müschen. Don prof. Or. (5g. Haas, Vorstand der Medizinischen Poliklinik der Landesuniverstiai. Rachdcm in einem großen Teil der Tagespreise Berichte über meine Arbeiten der .B l Utto a s ch u n g am Lebenden' erschienen sind ohne meine Kenntnis und ohne daß mir die Quelle bekannt ist, von der b:e verschiedenen Artikel ihren Ausgang genommen haben, mache ich von der Aufforderung der Redaktion des .Gießener Anzeigers", Authentisches über die Blut- Waschung mitzuteilen, gern Gebrauch, in der Hoffnung, dadurch die zum Teil irrtümlichen, zum Teil stark aufgebauschten Rachrichten zu korrigieren. ^Fch ging zunächst von b:r allgemein gültigen Beobachtung aus. daß beim schwer nierenkranken Patienten im Stadium her Riercninsuffizienz. in dem die harnfähigcn Stosswech'elendproduktr. wie z. D. Harnstoff. Harnsäure, Indikan, Phenol- Krcsol'chwefclsaurc uftp. usw. nur mangelhaft durch die CP. i er en ausgrschieben werden, wodurch eine Anhäufung dieser Stoffe im Dlut und in den Geweben und somit eine Selbstvergiftung des Organismus auftritt, der Aderlaß aber, das biSh-.r übliche Mittel yir Entlastung des Blutes und der Gewebe, ein: nur sehr bescheidene Wirkung besitzt. 3ch kam deshalb auf den Gedanken, ob nicht durch Dialyse des Blutes eine viel weitcrgrhende Entlastung der Blutflüssigkeit von Schlackenstofsen möglidi sei. Bekanntlich besteht das Prinzip der Dialyse in folgendem: Bringt man in Wasser gelöste Stosse von kristal» loidrr Beschaffenheit in eine Zelle, deren Wandung::! aus einer Membran bestehen, die für die Stoffe durchlässig ist, so wandern diese, wenn die Wembran von außen mit reinem Wasser umspült ist, so lange ans dem Zinnern der Zelle durch die Membran hindurch in die Außen- fiüffigicit, bis die Konzentrationen von diesen Stoffen im 3miern der Zelle und in der Außen» slüssigkeit die gleichen sind. Wird die Außenflüssigkeit immer wieder erneuert, so muß ständig (in Abstrom der im Innern ber Zelle gelösten Substanzen nach außen stattfinden. Wird dieses Prinziv auf das mit Schlacken stoffen des Stoffwechsels angehäufte Blut übertragen, so muß es gelingen, wenn man die Blutflüssigkeit durch ein Röhrensystem mit durchlässigen Membran- Wandungen leitet, die von außen mit Wasser umgeben sind, das Dlut von seinen Schlack'-n- ftoffen zu befreien, dadurch, daß letztere in die Außenflüssigkeit übertreten. 3m Gegensatz zum Aderlaß, der stets einen mehr oder minder großen Verlust von roten Blutkörperchen und Eiweißstoffen — je nach der Größe d?r Blutentnahme — mit sich bringt, bleiben die für die Atmung so notwendigen roten Blutkörperchen und alle Bluteiweißkörper bei d:m Verfahren der Blutreinigung mit Hilfe der Dialyse dem Patienten erhalten, da weder die roten Blutkörperchen noch die Eiweihstoffe durch die Membran hindurchirrten tönncn. Gerade darin liegt ja die Unzulänglichkeit des Aderlasses, daß, wenn man durch ihn soviel von den angehäuften Giftstoffen beseitige.! wollte, als notwendig wäre, der damit verknüpste Verlust an roten Blutkörperchen den Tod des Individuums bedingen würde. Bei dem Versahren der physikalischen Dlutwaschung gebt praktisch lein einziges rotes Blutkörperchen verloren, ein Umftanb, der um so höher beim schwer Nierenkranken anzuschlagen ist, als derselbe stets infolge seines Leidens eine ausgesprochene Verringerung der Zcchl der roten Blutkörperchen und des Blutfarbstoffes ausweist. Um das Blut nicht in feinem lebenswichtigen Bestand an Mineral- stoffen, für die die Dialysiermembranen durchlässig sind, verarmen zu lassen, besteht bic Außcnflüssigkeit anstatt aus Wasser, aus einer Salzlösung, die biefclbon Salze in derselben Konzentration enthält wie das Blut. Auf diese Weise ist c5 theoretisch möglich, die gesamte Blutflüssigleit von den krankhafterweise beigemengten Stoffen, die normalerweise durch die RIcren vollständig zur Ausscheidung gelangen sollten, zu befreien. Der praktischen Durchführbarkeit des Verfahrens, der ich schon lange viel Zeit und Arbeit widmete, stellten sich Schwierigkeiten über Schwierigkeiten in den' Weg. Zuerst die Herstellung der notwendigen Membranen von möglichst guter dialysatorischer Leistung: wie konnte man denselben die gewünschte röhren- ■ ■ ■■IM — ■ 1 »111,1 H. förmige Gestalt geben, wie sie anfert gen. daß sie nicht die flcinftcn Löcher cuftt>:ifcn. durch die das Blut durchtreten könnte, daß sie fest genug sind, um bei der Durchströmuna des Blutes nicht zu platzen, daß sie sicher sterilisiert werden können, daß ihre Anfertigung jederzeit ohne allzuviel Auswand an Mühe geschehen kann? Das waren alles Fragen, die gelöst werden mußten. Die größte Schwierigkeit jedoch, die sich der praktischen Durchführbarkeit des Problems ent- gegcnftcltte. war die Frage der Aushebung der Blutgerinnung. Wenn Blut außerhalb des Körpers mit benetzbaren Gegenständen, wie Glasröhren, Dialhüermembrar.en. in Berührung kommt, dann gerinnt es bekanntlich. Diese Gerinnung mußte natürlich vermied?'! werden. Die zahlreichen Versuche mit Mitteln und Stessen, die die Blutgerinnbarkeit ausheben, scheiterten alle daran, daß diese Substanzen entweder außer der Aufhebung der Blutgerinnung unerwünschte Rcdenwir'ungen auf den Organismus in mvhr ober minder hohen! Grade aus- lösten, oder daß sie noch mit Verstossen oerleben waren, die auf den Körper ungünstig einwirkten. Wollte Man diese Deistosse chemisch trennen, so ging auch bei vorsichtigstem Arbeiten durch diese Prozedur die die Blutgerinnung hemmende Wirkung verloren. Aus dieser Schwierigkeit hat mir die Entdeckung des Amerikaners Howell geholfen, der in der Leber eine Substanz sand, die die Blutgerinnung aushebt. Die nach den Angaben Howells gereinigte Lebersubstanz habe ich in ihrer Wirkung auf den lebenden Organismus studiert und gesunden, daß sie neben der Aushebung der Blulgerinnbarkeit keinerlei Reben- Wirkungen äußert, so daß der unter der Einwirkung drr Lebersubstanz stehende Organismus außer der aufgehobenen (Blutgerinnung als völlig normal bezeichnet werden kann. Rach zahlreichen gelungenen Tierversuchen konnte somit die Blut- Waschung am schwer Rierenkranken mit Harnvergiftung. d. h. Urämie, durchgeführt werden. Der Erfolg war ein befriedigender insofern, als die Symptome dieser bedauernswerten Kranken mit ihrem hartnäckigen Erbrechen, der ständigen Appetitlosigkeit, den Kopfschmerzen, der Schwäche, der "Zlpathic und de» dennoch nicht Schlaf- und Ruhefindenkönnens für eine Reihe von Tagen zum graften Teil behoben werden konnten. Selbstverständlich wird durch das geschilderte Dcr- fobren das der Harnvergiftung zu Grunde liegende Leiden, die S ch r u m P s n i e r e, nicht beseitigt: jedoch bedeutet es nach meiner Aicher» zeugung einen Fortschritt, wenn wenigstens zeitweise dadurch, daß die Blutwaschung mehrmals vorgenommen wird, der Patient von diesen qua* lenden Symptomen befreit wird. Ratürlich bedarf die Technik der Blutwaschung noch weiterer Vervollkommnung und Ausbauung. Sie ist bereits so weit gediehen, daß sie im Vergleich zu den Krankheitsbeschwerden keine nennenswerte Belästigung für den Patienten mehr darstellt. Das Blut wird aus der Bene in Einzelportionen entnommen, dieselben werden abseits vom Patienten gereinigt und sodann wieder in die Vene zurüctgegeben, was ohne Schmerzen für den Patienten geschieht. Beim Urämifer kommt es nun für die Zukunft vor allem daraus an, die Waschung möglichst ausgiebig zu gestalten, da eS nicht mir genügt, das gesamte Blut von den angehäuften Stoffwechselprobukten zu befreien, sondern ebenso müssen die Gewebe entlasset werden, die in nicht geringerer Menge diese Schlackenstoffe bergen. Wie weit das Dialysierverfahren deS Blutes angezeigt ist bei Erkrankungen, die nichts mit den Vieren zu tun haben, wo es aber darauf ankommt, den Organismus möglichst rasch von schädlichen Stoffen zu -befreien und ihm über ein lebdnbedrohendes kritisches Stadium lünwegzuhelfen, kann ich augenblicklich wegen mangelnder Erfahrung noch nicht sagen. Das Problem der Dlutwaschung ist, wie gesagt, noch in den ersten Anfängen der praktischen Durchführbarkeit: es ist meiner Ansicht nach noch verfrüht, wenn die TageS- presse schon zu ihm Stellung nimmt und wenn sie, wie es teilweise geschehen ist, durch Aufbauschung der Erfolge bei manchen Patienten Hoffnungen erweckt, die nicht erfüllt werden können. : G r oßen -Bu s eck, 30. April. Die in der Mitte des Dorfes über die Wieseck führende Schmiedbrücke war schon seit einiger Zeit baufällig und muß nun befeitigt werden. Eine neuzeitliche Brücke soll an Stelle der alten treten. Vorige Woche wurde mit dem Abbruch begonnen. Die Arbeiten am Reubau werden durch Maurermeister Harbach ausgeführt. Der Verkehr von und nach Gießen wird am Bahnhof vorbrigelcitct. H- Birklar, 30. April Einen gesunden Men- schenschlag kann unser Dörfchen aufweisen. Unter den 4 7 5 Einwohnern befinden sich nicht weniger als zehn Personen im Alter von 80 bis 9 0 Jahren. Darunter find drei Gebrüder Weisel, die zusammen nicht weniger als 243 Jahre zählen, und von denen noch zwei selbständig Landwirtschaft betreiben. df. Langsdorf, 30. April. Die erste Wahlrede wurde gestern hier unter freiem .Himmel gehalten, und zwar redete Abg. DingeIben durch eine (Grammophon platte mit elektrischen Lautsprechern zu den in kurzer Zeit durch die Grammopbonmufit zusammengelaufenen Zuhörern — eine Art, die hier bisher nicht bekannt war. — Gestern fand hier eine Au o st e 11 u n g der iin letzten Schuljahr in der Schule und Fortbildung-schicke unter Leitung von Frl. Fritz, Langsdorf, unb Frl. Becker, Ribda, verfertigten Handarbeiten statt. Die Ausstellung war sehr gut besucht und sand allgemeine Anerkennung. AuS dem Horlvsstal. 29. April. Rach tropischer Hitze am heutigen Mittag — es wurden im öefcatten 26 Grad Celsius gemessen — gingen zwischen 17 und 18 Mlrr mehrere Gewi tter über unsere Gegend nieder, die von außergewöhnlich heftigem Sturm begleitet waren. Große Regenmassen. die teils mit Hagel vermischt waren, richteten an den blühenden Zwetschen- und Mirabellenbäumen einigen Schade n an. ES muß angenommen werden, daß die Steinobsternte, entgegen den ursprünglichen Aussichten gering aussällt. da der Regen den Blütenstaub abgespült hat. Die starken elektrischen Entladunaen schlugen mehrfach in die Fernleitungen, so das» das elektrische Licht auSschte. — Fast täglich durchleben eben Zi geunerbandcn unsere Dörfer. Die fahrenden Gesellen halten sich an den drei aufeinanderstotzcnden KreiLgrenzen Gießen, Friedberg und Büdingen auf und wechseln geschickt herüber und hinüber. Am Tage, wenn die männliche Bevölkerung auf dem Felde ist werden sie bettelnd und wahrsagend eine Plage für die im Hause zurückgebliebenen alteren Familienglieder. r. 21 us dem südlichen Kreise Gießen, 30. April. Durch das gute Wetter der letzten Woche siind die landwirtschastlichcn Arbeiten stark gefördert worden. Das mühevolle Legen der Dickwurzkerne ist säst überall beendet. Das Kartoffelsetzen hat, wenn auch zögernd, begonnen. Durch die Erfahrungen der naßkalten Frühjahre der letzten Zeit gewitzigt, geht man wieder mehr nach der elfen Bauernregel: „Legst du mich im April, komm ich, mann ich will, aber im Mai, komm ich glei(ch)." Die Kartoffel ist ein Sommervogel. In der Hauptsache pflanzen die Landwirte immer noch „I ndiistri e" und a s s i a". Mit anderen Sorten werden hier und da Versuche gemacht. Die K 1 e c = äcker Ijabcn durch die Wärme ungemein gewonnen. Auch die Frucht schießt in die Höhe. Das Gewitter, das am Sonntagabend niederging, brachte den ersehnten Regen. Die Wintersrucht steht a u t Der Schaden, der an einigen Plätzen von Mäusen verursacht wurde, ist nicht besonders groß. Die D b st- bäume zeigen nun auch ihre Bluten. Dom Stein- o b ft und von den Birnen kann man eine gute Ernte erwarten, während die Scpfclbäumc weniger angesetzt haben. Kreitz Friedberg. ’/l Bad-Rauheim. 30. April. Das U n - Wetter am Soimtagnacbmittag richtete an den Baumen großen Schaden an. 3m Park und in den Anlagen wurden große Baume ihrer Acste beraubt, oder ganz entwurzelt. Sachschaden wurde dabei zum Glück nicht angerichtck. Soweit die Opser des Sturmes sich über die Straßen vor der Stadt gelegt hatten, wurden sie baldigst entfernt, fo daß auch eine Verk^rSbehinberung kaum cintrai. Au- der We11erau wird gemeldet, daß zahlreiche Obstbäume zu Fall gekommen sind. Richt gering dürfte der Schaden sein, den Sturm und Hagä an den bl übenden Obstbäumen ar.gerichtet haben. Die Blüteubläticr wurden vom Srurn nff fe»rl- getragen und gingen in den Bandstraßen 6« Stadt als ein wahrer Blütenschnee nieder Der Wirbelwind bat natürlich auch an den Häusern bin und wieder Schaden angerichtet Vielfach wurden Dachziegel abgehoben, auch Fenster wurden in der Altstadt hier und da zerschlagen. 3m Wintersteingebiet wurden Hunderte von Ausslüglcrn von dem Llnwetter überrascht und konnten erst in später Stunde heim- kehren. Zum Gluck sind ^Inglücksfälle nicht bekannt geworden. Die Auto- hatten in den Abendstunden vollauf zu tun. um die an den AuH- flugSstätten der Umgebung weilenden Spaziergänger nach Hause zu bringen. Mv:*2 Biidiugcu. R i dd a. 30. April. Die Himmelt» bachsche Holzindustrie konnte infolge §uter HolHufuhr nicht nut die volle Belegschaft wieder einstellen. fonbern darüber hinaus Reueinstellungen vornehmen. Das Werk arbeitet in zwe: Schichten. Reben der Herstellung von Cifenbahnschwellen. Parkett- und Schn-rihvlz hat cS in letzter Zeit auch die Äiftcnfabri- lation aufgenommen. DaZ in Gichel-dvrf gelegene Teil werk liegt nach wie vor still Die bert lagernden Hotvorräte wurden, weggffchaf'tt. Was aus diesem Betrieb, der gle chsall- neu- ödtLd) eingerichtet ist, werden ioll, steht noch nicht fest, d* ist nicht ausgeschlossen, daß er an eine für die Holzindustrie günstiger gcieg.we Stelle überführt wird. • Za Nidda, 22 April. Bei dem heute nachmittag hier herrschenden s ch w e r c n « c ro i 11 c r mit mal, kenbriichartigem Regen und Sturm wurde besonder» an Bäumen viel Schaden angerichtet, nicht nur durch das Abbrechen von Arsten, sondern auch durch die Entwurzelung von Obst, Zier- unb Watdbäumcn. Im Parkzu Bad Salzhausen wurden aus einer Gruppe von sieben Kiefern zwei R i c 1 e n b ä u in « umgerissen und fielen dicht hinter dem Kurhaus, zum Gluck ohne da» Gebäude zu beschädigen, ebenso fiel ein sehr dicker Kost o n i e n b a u m im Schulhof zu R i d d a glücklicherweise zwischen die beiden Schulhäuser. Auch hier ging cs ohne Schaden ab. In der Umgegend sind mehrere Straßenbäume -em Sturm zum Opfer gefallen. # 8 l o f c l b, 30. April. Zimmermeister Johannes Äoburgcr und Frau Marie geb. Schulz feierten geftern das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Jubilarc erfreuen sich einer verhältnismäßig guten körperlichen und geistigen Rüstigkeit. Kreitz Schotten. O Laubach, 30. April. Obcrreallehrer Ludwig Gerhard tritt, an der Altersgrenze stehend, aus Gesundheitsrücksichten am 1. Mai in Ruhestand. Geboren zu Lich im 3ahre 1863 besuchte er zuerst die dortig« Präparanden- anstalt, sodann daS Lehrerseminar in Friedberg. Seine erste Verwendung fand er 1883 in Betten- Hausen bei Hungen, dann als Verwalter der ersten Schulstellc in AUendors a. d. Lda Bon 1885 bis 1898 wirkte er al- erster Lehrer in Geilshausen. 1898 wurde er vom verstorbenen Grafen Friedrich zu Solms-Laubach auf die erste Lehrerstelle in Laubach träfen Hort. 1925 wurde er an das Gymnasium Frideric ianum versetzt, wo er in Deutsch, Rechnen. Geographie, Musik und Zeichnen bis zum 1. 3anuar d. 3., unterrichtete. Hierauf nahm er aus Gesundheitsrücksichten Al rlaub auf ein Vierteljahr. Während seiner 45jährigen Lebrtättgkcit veffah er da« 2lmt eines Organisten in allen feinen amtlich»» Stellen. Außerdem war er Dirigent vom Kirchen- chvr, von Männerqeiangvereinen und gemischten Chören während der Dauer von drei 3ahr- zehnten. 20 3ahre war er Schriftführer unb Rechner des Evangelischen Bundes. Er gehört zur Zeit noch dem Kirchenvvrstand unb dem Gemeinöerat an. Einen schweren Schicksalsschlag erlitt er durch den Tod seines einzigen SohneA. der fich im Weltkrieg auszeichnete unb tm Herbst 1918 fiel. Möge der Gedanke an die treue Pflichterfüllung deS Verblichenen den Schmerz des Vaters lindern, möge dem verdienten Beamten noch ein glücklicher Lebensabend als Lsha seiner arbeitsreichen Wirksamkeit befchieden fein' — Die Vorbereitungen zum Laubacher Ration alfest. dem sog. ,AuS schuß", der in, bet zweiten Woche vor 3ohanni ftaltfinbet. sind in lebhaftem Gange. Vorgestern fand die erste Sitzung deS Vorstandes der _Ausschuß"-Gesell- schäft im Gasthaus ,Zum Wetwrtal" ibeiHögtz) unter dem Vorsitz des ^Ausschuß-Hauptmanns', Stotz und unter Mitwirkung der 13 .Haupt- sührer" statt. Der WirtschastSbctrieb wurde an Gasthalier Deich (Gasthof „3ur Traube"), an Mehgermeister Friedrich Weisel und an Gast- wirt Fel dhaus l.Schützenhos") übertragen. Mit dem Ausschuß fest foN diese« 3ahr wieder ein Prämien markt verbunden werden Gestern abend tobte gegen 6 Ahr ein heftige« Gewitter mit starkem Sturm und Hagel über unserer Stadt. Der begleitende reich- "che Regen war eine Wohltat für die FeDer die infolge der anhaltenden heiteren Witterung sehr trocken waren. Heute Haden wir wieder daS schönste Wetter. tz Eiche lSdor f. 30. April. Es ist eine auffällige Erscheinung, daß die Dörfer unsere« Tale« an dcn Sonn tagen von Bettlern, Straßensängern und anderen Psen- nigjägem geradezu überlaufen werden. Man geht wohl nicht fehl, in diesen Leute zu sehen, die in der Woche beschäftigt sind und den freien Sonntag benutzen, einer jedenfalls einträglichen- Beschäftigung nachzugeben Die hiesige Gendarmerie schob geftem einige dieser Bettler über die südliche Kreisgrenze ab. Auch zwei Därentreibem widerfuhr dasselbe Schicksal. ♦ EichclSborf. 30. April. Heute begingen im Kreise ihrer Kinder. Enkel und llrcnlcl Schäfer Henrich Link und Frau Christine, geb Langlitz. im Alter hon 80 bzw. 70 3ahren da« Fest der goldenen Hochzeit. Link. Veteran von 1870 71. kam kurz nach diesem Kriege hierher unb ist julz fnrifl Hochzeit.-«ch SÄ** hotten. nVObttrtdl^rttßnb an btr DiNB-rom »rudlidjtcn am 1. Xe *ttn 3U Lich im 3* io dortige Prätzarät» rerftminar in 5r*v fand er 1883 iito. nm als Qkrtotr bet Illenbors a. b.ft Ju r als elfter ^tr in >o er bom mS-Laubach al die er*: - prüsmtim Ito tourte um SrilttUimir d), Rechnen, Eev-tC-: i zM 1. Januar b.3 fyn er aui flkfuibpei* n fflerteljafc IMprcnl 'tigkit versah er bal allen feinen cunkW c dvm Äirir.' »mim mb -mi!ch.v dauer von drei 2^ ^WW W"^ t rw™ r et ochnsisubrcr «.' Km Rundes. 6r gchtr lirchenvsrfiand und dn schtoerrn Echichalslchlr, > seines cinziacn Sohnci uszeichnote und im Hem Gedanle an die tni ierblichcnen den öchnm Sge dem verdienten R er Lebensabend als -ff irsiamleit boschieden (w »um Laubachcr *«; i. -Ausschuß', der' Johanni frattbMW vorgestern fanb wo «* l der .AusM im Dcttertal (WW ^Ausschub'HauPtM^, wirluna der 13 IschaMtriF W - ttof räur ^L Weiser irrt 'MW soll dieses 6ahr vier. ixtbunkn aen 6 Uhr «* W* t Xx Dohltat für he )cutc haben il»r 30. »«JA11«* ZonnlaSk mir gern und andsen x in dielen Seu^ •r ict>ni au» . A,, u * SS»* S, einige b'^ r JÄ-iS ®fciS5 toi® 'S. tiei'4 ; ;cs«t i**3S"s* «uf^'San«».! r lib6aLoI|ä«ßcrtuinZ>c6 Die Glückwünsche bet Ge- Stabe nnb bW Ärttgetieiieta« ÜWtbtorfctm Bürgermeister Knodt und Förster Schmit». Ser Äriegmctvin der mit bm Gesangverein 1 bestem Einvernehmen wir!», stiftele einen Hbewen Fahnennages. Präsident Schäfer aab bc- «emt batz die Sänger Heinrich Bechtold und Sivstelm Wirich am kommenden Sonntag gc- Sfentlid) bei Wertungglingen« des Biddatal- taget bat*e« in Schotten den •brenbtief e< Hessischen Sängerbünde« für 50- f» jährige Mitgliedschaft erhalten. «reich Sll-fetd. x V( »f c 1 b, 30. April. Der b*''fie U> t r ' < b r • • und Verschünerungsverein bat i* AbKch» sich aus einen, Gebiet« zu betätigen, ; c» Idforr bei UNS nicht mehr geförberi worden t b. h die Veranstaltung eine- Balkon, und gensterblumenschmiitk • Wettbewerbs ?l»r dem Kriege hatte der hiesige Zweigoerein des ^ogelsberger Höl-enkluh» bereits mehr,'ach mit Er- Big eine solche Veranstaltung durchgefuhtt Der terkehrsverein fordert in einer Bekanntmachung zu ager Beteiligung an dem Wettbewerb auf. Mit den uefigen Gärtnern wurde vereinbart, dast sie von Ssang Mai ab geeignete» vlmnenmaterial zur fl*c bereit hallen, äm Juli und September fin- dann der Rundgang der bestimmten Rommif- , zwecks Prämiierung der besten Leistungen It. Gerade in Alsseld mit seiner altertümlichen uweise wird ein schöner ffensterblumenichmuck anders refrfungsüoll für das ganze Stadtbild in Erscheinung treten. — Am Samstagabend fand der tnesiaen Walpurgiskirche ein Mifsions» rtrag statt, den der frühere Miffionor in Ja. ran, Pfarrer Schröder aus Berga a. d. Elfter, der das Ihema hielt „Der Einfluß des Ehristen- I «ns auf Volk und einheimische Religion in Ja. pan." 2fluu‘ gin& btroor, wie pr dnig und Jx^eu* tungeooB die SJflgTnt rmserer v'kalienrTnsfion ist. Der Kircbengefnngoerein trug durch mebrerr Lieber zur wirksamen Umrahmuna de- Bonrager bei. — am Samstag, 5. Mai, rcronfialttt ter Männergesangverein „Arbeiter ung* au« dem benachbarten Altenburg anlLhlich seine« SOjahrtacn Bestehens im großen Saale dec ..Deut- schen Hauies" unter der Leitung feine« Chor, merster», Lehrer Zoll in Al-ield ein grohes Ju- biläumskonzert, bei welchem außer dem Verein Fräulein Ilse Dingeldeo au» Alsfeld lGeiangl und ein Trio für fllavier. Cello und vio> line Mitwirken werben. — Das Alsfelder Jugendorchester unter Leitung von Kealleh- rer Dotter gab am Samstagabend in, kleinen Saal des ^Deutschen Hauies' ein Konzert, da» wiederum zeigte, daß sich die junge Künstler'char auf einer recht beachfnswenen i)öbc in ihren künstlerischen tietftungen bewegt Die gemeinnuhi- gen Bestrebungen des Herrn Dotter oerdienen Anerkennung und UnterftüRung, zumal das musikalische Leben in Alsseld gegenwärtig sonst keine besonderen Leistungen ausweist und alle Versuche, eine Derufemulikerkapelle dauernd zu halten, bi»- l-er immer gescheiten sind. Mrcie Lauterbach. hml. Lauterbach. 30. April. Einen hohen Kunstgenuß bereitete den andächtig lauschenden Zuhörern am gestrigen Sonntag eine Orgel- tnusikdarbietung von Kurt "Barge«- Leipzig in der hiesigen Stadtkirche. 3n erhebender Feierstunde bot der Künstler auf der Orgel Verl en alter und neuer Meister, die er mit auhervrdentlicher Technik und tiefem "Der- ständni« zu Gehör brachte. "Dir hörten Orgcl- choräle von Meistern des 17. und 18. Jahrhundert« wie Döhrn. Walther und Haufs. Auch Johann ßcfcafttüji "Dach.der Meiher her tue» lestantsichen KlrchennuOfl stchlte n,d>t Au« der neueren Zeit ergriff neben Ttebner und Bruckner vor allem Mae Sieger mit fernem Präludium und Fuge lk-Moilli und leinem gewaltigen . Wachet aus. ruft un« die Stimme" die an-, wefenden. Was der Künstler rem seinen eigenen Werken bot, bic Choralsonate im alten Stil, dboral.mprorHloüpncn und PaflaeagUo« über Dach zeugte von dem grasten Können diese« jungen Meister«. Der Kirchenchor unter der bewahrten Leitung von Lehrer Schmier fang in der DoNrag«folge bie Störe .Schmückt da« Fest mit Maien in der X Menbel«fohnsthen Vertonung und .Wachet auf. ruft un« die Stimme" *ion Johann Sebastian Bach. Wtr sind überzeugt, daß die Darbietungen dieser Feierstunde auf die Zuhörer einen tiefen und nachhaltigen Eindruck gemacht haben. Äankl^ach in Butzbach. Lpd. B u st d a ch . 30. April. Der Bankdirektor Arnold Lappe, der in der Weiselcr Straße in Butzbach ein Bankgeschäft betreibt, wurde am Montagmorgen unter dem Verdacht der älnterlchlagung verhaftet und in da« Gießener Unterfuchur.gögefängni- eingeliefert. 4,'ach Den seither,gen Feststellungen fallen sich die veruntreuten Gelder aus mehr al« 100 000 Mark belaufen. Biele kleine Sparer und Geschäftsleute aus Butzbach und Mmgegenb sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Bheinheffen. WSA. Bingen. 30. April. Wie bereit« berichtet. wurde SamStagmitrag im Personenzug Frankfurt Bingcn ein weisender mit ausgeschnittenen Hals- und Pulsadern tot «iri^uwber Auumchr ist die Persinltchkeik des Toten sestgesteNt worden E^ handelt sich tun den Fabrikdirettor Evmer au« Frankfurt a. M Da« Kasiermester mit dem er die Tat verübt hat. ist heute vormittag bei Kelsterbach ge- funfren worden. Preußen. Äreie Btedenkods. Gladenbach. 30. April Der II ä n n < r • gefangrerein .Konkordia au«Buchenau veranstaltete gestern tm großen Saale de« -Hotels Blankenstein ein Konzert, da« sehr gut besucht war Der 2k re in der feit einigen Jahren unter der bewährten Leitung von Mufiklehrer Kurz lDiedenSbaulen steht hat e« tu ansehnlichen Leistungen gebracht Selbst die schwierigsten Eddre wurden mit der größten Beinhalt und Setnbeit vorgetragen Das 6timmcnmatvnol bei Berein« ist ausgezeichnet Lebhafter Beifall lohnte die Länger, un den Paulen zwilchen den 6hören brachte der unter derselben Leitung stehende Diedenohäufer Musikverein mehrere Stücke hübsch '.um Dortraa. — Bei dem gestern abend über unserer Gegend wütenden schweren Gewitter schlug der Blih mehrmals ein. jedoch ohne zu zünden. Die elektrische Leitung war eine Zeitlang ohne Strom. Am Bahnhof wurde eine der schönen Linden vom Sturm umgewerfen und mehrere Fenster zertrümmert. Berliner Börse. Berlin, l.Mai. ommerz- und Privatbanf, Aktiengefell hist, Filiale Gießen, folgende« cinqctra- :f n: Friedrich Reuerbourg zu vertm, sowie v< bisherigen stellvertretenden Borstands- J niiglicbcr Ludwig Berliner zu Bettin und • arl Goetz zu Berlin find zu ordentlichen r-rrstandsmitgliedern bestellt. GerdHaesckc l ktzießen ist für die Filiale (stießen in der kÄnfe (stefauttprokura erteilt worden, daß n berechtigt ist, die Filiale unter bet Firma: .Sommer*- und Privatbank, Aktiengefell- lyft, Filiale Gießen" in Olerneinschafl mit :t»em Vorstandsmitglied der Gesellschaft wr mit einem anderen für die Fillale rrtfOten Prokurist en zu zeichnen nnb zu rentreten. Die dem ("ustav Lsillberg in ließen erteilte Prokura ist erloschen. «leßen, den 27. April 1928. 44581) Hessisches Amtsgericht. Ausschreibung zur AuSsuhmna der Neubauten: 1 eines Finanzamts T eine» Bersorgungsami« in Gienen »len in getrennten Voten in Sffentlicher »ardinguna vergeben werden: 1 Los I nab 11 dte Jnnenoutzarbeiten ± Los Hl und IV bte <9laicrarbeiten. Tte Bauzeichnungen und Bedingungen .egen tn den (stefchafrsraumen der dien- ?H-leitung II Gtesren. ^ebigsrraße 16 (Rite »Imin Zimmer ’?fr.49 während der Dtenst. snben iur Einsichtnahme ans Die Berdtn- eigiunterlaacn können, soweit der Bor- x reicht von der Neubaulettung II gegen :eb übten freie Boretnfendnng n ie 1.003? W ;t Lofe 1 und IL und ie 2JW für Lofe [ l und IV bezogen werden Die Angebote nd verfchloisen und mit entforechenderAuf' Steift veriehen. bis »u den öffentlichen Ber- .-rqunaStermtnen am 14. Mat 192S und »ar für LoS I norm. 11 Uhr, Los II vorm 'L . Uhr. Los III vorm. 11'/ Uhr. Los IV l '«nbr-a-bS'-ubaulettgll "ließen ein»nf. «Heften, den 27. Avril 1928 Vtndauleituug n der VaugrNvve deS LandeOffnanzamt«. ' atvangsversteigerung^ vreitag, den 29. Juni 1928, vormittag:- > T6r, wird durch das Amtsgericht (stießen, Sinnier 106, das im (strundbuch von Gießen Ii.-n Julius Jakob in Gießen ^geschriebene 'rmefen Rcucnwcg 8 und *0 rlur 1 92r. 172 = 338 qm Hofreitc vlur 1 32r. 173 — 38 qm Grabgartcn I schätzt auf 45822 Netchsmark, versteigert. Die amtogcrichUichc Verfügung ist ;ur hefirbt an der Ortstafel, Bergstraße 20, tttgehängt. 4453D «eßen, den 27. April 1928. 8- A. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtövorsteber. Wenöe Briöattrontenueiri(Oecnns mit Gewinnbeieiltgung Hai für G i e ß e n unb Umgebung ihre Geschäftsstelle mit größerem Bestand neu zu besehen Zur llebernahme sind 5000 Mark erforderlich Angebote nur von seriösen Reflektanten Offerten unter <51620 an Annonien- Zmke, Frankfurt a. M., ^oßrnarkt S Kleines Einsamilien-Haus Nähe Äahnhof oder Anlage bevorzugt, zu mieten ober zu laufen gesucht. Schriftliche Angebote unter 44790 an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Wilhelm Bäulke und Frau AllgemeineOriskranken- kaffe Gießen-Gta-t Die rückständigen Beiträge zur Kranken- , fasse, Invaliden- und Grwerbslosenver- sicherung für den Monat März 1928 > können noch bis zum 8. Mai d. I. ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf der Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann DienStagS von 8 bis 1 Uhr bei unserer Kasse, oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt Sarteiunöbsl besonders Friedhof - Bänke, Sessel etc. Edgar Borrmann • Sieben CITROEN AUTOMOBIL A.G. KÖLN-POLL Otto Faber, Gießen, Mühlstraße 22 Harry Rudolph. 4463D ZrlfcheZifche Mutwoch früh 9 Uhr cintretfenb: (>ablian, Schellfische, Seelachs, Brasifchc, und Michkotc- IcttS.^rischeBückUnae, Matjesheringe, boll. Bollberingc Babnbofstr.27, Äcrofvr. 163i. öoltshodlfdiuk Eröffnungsfeier bed SommcrfemesterS, Arcitag, 4. Mai, 20 llbr, Siugsaal des RealgvmnaiinmS Muükvorträge iTtrelchouarlett des Lrche- iiervereins 1908). 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Ka5; Tc4; Ba3, a6. Partie Rr. 103. Gespielt m der vorletzten Runde de- Internationalen Schachturnier- zu Gießen. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 23. 24. bringen. Die Au-führung alter Meisterwerke wurde strengsten- überwacht. Und da kam Brüll kaufte sich Farben I. gegen Laubach 1. 8:2. II. gegen Lich I. 1:3. III. gegen Laubach II. 6:1. 1900 II. Jugend gegen Gr.-2us«ck I. Jugend 6:0. 2223 I. Schüler gegen Dr.-Buseck I. Schüler 2:0. und Pinsel und alle-, was zum Malen gehört, und übermalte den echten T.l“"*. t,?2 ::~:t Lg2-h3 Richt vorteilhaft, da Unregelmäßige Eröffnung. Weist: Dr. Bechstedt. Schwarz: W. Orbach. 1. c7-e6 2. Sg8-f6 3. 57 - 56 4. Lc8-57 5. d7-d6 I 6. 858 - 67 7. Lf2-e7 e6 gestört zu werden. 36. 52-54 36. Df6-d4 37 Del-d2 37. Sf8-67 38 Lg2-f3 38. a6-a5! 39. Dd2-c2 Fall- Weih sich auf den —Bauerngewinn ein- läßt. fallen sämtliche Bauern seine- Königs» Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vorn RebaktionStlsch. Der Raffael. Brüll schlenderte dl« Piazza Bittorio Emanuel« entlang — es war In einer italienischen Kleinstadt —, und blieb plötzlich entzückt stehen. Er hatte in dem Schaufenster einer Kunsthandlung ein Bild von Rasfael entdeckt. Es stand zwar ein Täfelchen daneoen, aus dem der Rame des Maler- Magaro war, aber Brüll, Lyonell Brüll, der große amerikanische Kunstkenner, sah natürlich sofort, daß eS ein echter Raffael war. Er ging mit Herzklopfen in den Laden und fragte nach dem Preise de- Bilde-. „Sechstausend Lire, Signore," sagt« der Händler. Lyonell Brüll glaubte nicht recht verstanden zu haben. 6000 Lire! Da- waren jo bloß ein paar hundert Dollar. Mit zitternder Stimme sagte Brüll: „Eb5ene. Signore, ich nehme da- Bild." Der echte Raffael wurde eingepackt, und Brüll ging in fein Hotel. Hier fiel ihm erst die Hauptschwierigkeit der Angelegenheit ein. Wie sollte er das Bild durch den italienischen Zoll im folgenden enbcheidet. 35. a3 - 54 35 Um die Dame den wichtigen Punkt d4 beietzcn lassen zu können und nicht durch «in Schach auf Wirtschaft. Oie deutschen Aktiengesellschaften im Jahre 1927. Rach der Zeitschrift „QDinlcbaft und Statistik" waren am 31. Dezember 1927 im Deutschen Reich (ausschließlich Saargebiet) 1 2 4 0 3 Aktiengesellschaften tätig, von denen 11 966 ein auf Reichsmark lautendes Rommallapital In Höhe von insgesamt 21,5 Milliarden hatten. Außerdem waren im Saargebiet 178 Gesellschaften mit einem Kapital von 285 Millionen Franken tätig. Rur 4558. d. h. 38 Prozent der deutschen Akrietthesellschafren Hal en ein Äapital von 500 000 Mark auiwärts allerdings beträgt da- Kapital dieser Gesellschaften 20.6 Milliarden gleich 95.4 Prozent dcS ae’amten Tkominalkapitals aller Gesellschaften mit aus Reichsmark lautendem Kapital. Die Anzahl der kleinen Aktiengesellschaften — mit einem Kapital von weniger als 500 000 Mark — beträgt 74 082. d. h. 62 Prozent der Gesamtzahl. Ihr Kapital (987 Millionen Mark) beläuft sich dagegen nur auf 4.6 Prozent. 2239 Gesellschaften. gleich 18.7 Prozent der Gesamtzahl, haben ein Rominalkapital von weniger alS 50 000 Mk.. sind also kleiner al- bei Reugründun- iH/BH »phon 396 nburg-Aaieriy* leicht abwaschbaren Farbe. Gr malte Mussolini auf die entzückende alte Madonna, malte den Duce nach einer Photographie, die ihn auf dem Pferd« sitzend darstellte. Eine Woche später reifte Lyonell Brüll mit seiner Erwerbung ab. An der Grenze stürzten die Zollbeamten natürlich sofort auf das ein* ?«wickelte Bild her. entfernten den Umschlag und anben da» Bild ihres Herrn und Meister». Sie grüßten das Bild mit dem Römergruß, und Lyonell Brüll Durfte di« Grenze passieren, den Triumpch im Herzen. Ein paar Wochen später. In Reu York. Brüll hat sich einen Sachverständigen kommen lassen, der di« Uebermalung sorgfältig entfernen soll. Der Sachverständig« ist g«kommen und hat den Mussolini weggewaschen. Leider hat er dabei den .,Rassael" auch mit weggewaschen. Unter dem ein andere» Bildnis Mussolini» zum Dorschein kam. Weitere Abwaschungen waren nutzlos. Unter dem zweiten Mussolinibildni» sah nut noch die kahle Leinwand. Brüll ist soeben dabei, eine anttsaszistische Liga zu bilden ... K. M. Parti« ist auch bei andr halten. 42. 14-13 43 8(8-67 44. 867-c5 45. 064x634- Ludwig 8Vhr abend, rertat Balzerßadtes, ßer. Konzert der gfnjudolph. .4 Mannschast der Spielvereinigung trotz Gegenwindes dauernd leicht Oberwasser Die Hinirr- mannldbalt arbeitete ganz glänzend, der Sturm, insbesondere Halblinks, war lehr tourifreubiq. machte, aber den Fehler, nicht bis zum Wurfkreis durchzufpielen. sondern die Bälle schon vorher auf» Tor zu geben. Bei dem ausgezeichnet arbeitenden Wetzlarer Hüter konnte da» kaum zu Erfolgen führen. Torlos wurden die Seiten ge- wcchfelt. Das Spiel wogte hin und her. Nach etwa zehn Minuten gelang e» dem Gießener Halblinken, im Anschluß an einen gut vorgetragenen Angriff, feine Mannschaft in Führung zu bringen. Den B. f. L -Leuten gab das nun Veranlassung, umzustellen und noch härter al» vorher zu spielen. Als der rechte Läufer einen Augenblick seinen Link-außen unbewacht heb. konnte dieser vom Wurfkreis au» den Ausgleich erzielen. Wenig später kamen die Wetzlarer aus einem Gedränge heraus zu einem zweiten Erfolg. Die Mannschaft des Lahnkreis- meisters setzte nun noch einmal Dampf auf, aber der Mittelstürmer, der in der ersten Halbzeit bereits einen 13-Meter vergeben hatte, konnte da- Tor nicht finden. Die Spieler atmeten sichtlich aus. als der äußerst korrekt leitende Schiedsrichter Kunze vom B. s. D. Gießen den Lchluh- psiss ertönen ließ. Damit war ein Spiel zu Ende, da» an Bewegtheit von einem Lokalderby wohl kaum übertroffen werden konnte. Alle für die Redaknon beftimmien Mitteilungen. Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des ..Gießener Anzeigers". Problem ’Jir. 159. Don H. Petersen. Schwarz. ,ld) anzuzeigeti schwan eb. Mjl -WS ..«MÄö Gründen erübrigt. Di« Dritte vermochte gegen die in verstärkter "'uffteUung spielende EttlngshaulenerErste nur ein 1.1 herauszuholcn. D. f. ®. stand vor einer unerwartet schweren tiufgabc. ba die Gastgeber ihre spielstarke durch die Mitwirkung einiger neuer Spieler verbessert haben. Do*> vereinbarte Handballspiel gegen Turnverein Alsfeld fiel infolge Absage des Gegners au». Ein flotte» und faire» Spiel lieferte die zweite Iugendmannschaft der ersten Jugend Steinberg». Trotz des verschiedenen Stärfeoer- hältnisscs, da» durch das 7:1 richtig zum Ausdruck kam. hinterließen beide Mannschaften den besten Eindruck Die V. s. B.-Elf war in prächtiger Form und ihrem Gegner technisch bedeutend überlegen. Die erfte Schuler mannschast zeigte nicht ganz die Leistungen de» Vorsonntags und konnte ihrem, allerdings sich in sehr guter Verfassung zeigenden Gegner nur ein 1:1 abringen. Die kleinsten der kleinen D. s. B.er vermochten ihrem körperlich weit überlegenen Gegner, der ersten Schülereis Steinbergs, ebenfalls eine unentschiedene Partie zu liefern. Beide Mannsaften waren mit außerordentlichem Eifer bei der Sache, was Steinberg durch Elan und Wucht der Plotzmannskhaft voraus hatte, wog diese durch befferc Epieiauffassung und Technik wieder auf. Gpielvereinigung 1900 Giehen. fi. Mit Ausnahme bei Ligareseroemannfthaft konnten alle am Sonntag tätigen Mannschaften ber VvielVereinigung 1900 Gießen Sieg« melden. Die Aum Teil recht hohen Ergebnisse bekunden. daß die Stürmerreihen auhervrdenllich schußsreudig waren. Die L i g a e l f weilte, in derselben Ausstellung wie gegen Bieber, zu einem Propaganda- spicl in Laubach. Der Gastgeber. ..Teutonia"-Laubach. leistete bi» zum Wechsel energischen Widerstand und war selbst zweimal er- fvlareich. wie eS das Halbzeitresultat von 3:2 für 1900 deutlich wiebergibt. Rach der Paus« flaute die Laubacher Kampfkraft aber merklich ab so daß die Gießener noch fünf Treffer Huchen konnten. Die Feldüberlegenheit 1900s war erdrückend der Gießener Torhüter beweg!« sich d«s 6fteren auf der Mittelfeldlinie. Wit Ausnahme des Rechtsaußen schoß jeder Stürmer zwei Tore. Einen Elsmeter verschenkten die Bereinigten. somit den 8:2-€icg herstellend. Di« Ligareserv« mußte in L i ch von der dortigen 1. Elf deS Verein- für Rasenspiel« «ine 1:3-Riederlage einstecken. Obwohl im Zeld- spiöl weit überlegen, verstand e- die stark ersatzgeschwächte Gießener Mannschaft nicht. Die» zahlenmäßig zum Ausdruck zu bringen. Sich landete einen glücklichen Lieg. Die Dritte Mannschaft 1900s wellte mit der Liga in Laubach und fiegte vor dem Ligaspiel gegen Laubach- zweite Mannschaft 6:1. Bis zur Pause legten bie Dlau- weihen au» Gießen sechs Tor« vor und ließen dann gegen Schluß den Plahverein zum Ehrentor kommen. Di« 2. Jugend 1 900» gewann gegen Gr. -Buseck» 1. Jugend 6:0. während sich die 1. Schülermannschaften beider Der- ctm mit 2:0 für Gießen trennten Diese Treffen kamen in Gießen zum AuStrag. Handball der Sp.'Dg. 1900. D.f L. Wetzlar 1. Mannschaft - 1900 1. Mannschaft 2:1. B. f. L. Wetzlar 1. Jugend — 1900 1. Jugend 2:2. B. f. L. Wetzlar 1. Schüler — 1900 1. Schüler 52. 6. Wenn e» fdjon für die vollständige Wann- sdhalt der Spielvereinigung ein Unterfangen bedeutete. in Wetzlar ein günstiges Ergebnis zu erzielen, um wieviel zweifelhafter muhte es dann bei der ersatzgeschwächten und umgestellten Mann- fchast. wie sie die 1900er am Sonntag zur Stelle hatten, sein. Es fehlte Linksaußen, Halblinks und Mittelstürmer. Für letzteren sprang der Sturm- führer der Iugendmannschast. der aber in seiner Mannschaft bereite ein Spiel absolviert hatte, ein. Dazu kam, daß der Rechtsaußen — mit der beste Werfer — eine Diertelstunde nach Spielbeginn verletzt wurde, zunächst ganz ausscheiden mußt« und späterhin nur noch als Statist mitwirken konnte. In der Wetzlarer Mannschaft spielte zwar Paulus nicht, jedoch hatte der D. f. L. 3um erstenmal den bekannten, seither dem Wetzlarer S'^rtverein angehörigen Mittelstürmer V o ß in seiner Fünferreihe. Unter diesen Umständen fällt Die knappe Niederlage der 1900er kaum ins Gewicht. Aber auch dem Spielverlauf nach ist dem 2:1 für Wetzlar nicht die Bedeutung eines llaren Siegs der B. f. L.-Leute beizumessen. In der ersten Spielhälfte hatte die Der Wetzlarer Mannschaft merkte man an, daß sie die Niederlage in Gießen wettmachen wollte. Genau so gut merkte man aber auch, daß sie es im Wege einer unnötig harten Spielweise erreichen wollte. Die Posten der Hintermann- schast waren gut besetzt, überragend und zugleich bester Mann der Mannschaft der Torwächter. Sturm klappt« es zuweilen unter Führung Doh sehr gut. Recht ansprechende Leistungen zeigten auch die beiden Hauptstürmer. Bei 190 ern waren da» Verteidigung-Dreieck und Läu'erreihe wieder in bester Form. 3m Sturm Havert« es allerdings Doch muß man zugute halten, daß der Linksaußen auf ungewohntem Posten stand und der Mittelstürmer durch das vorausgegangene Spiel nicht mehr die D. f. B Liga — Sportverein Bergen 4:2. Dritte — Ettingshausen Erste 1:1. 2. Jugend — 1. Igd. Steinberg 7:1. 1. Schuler — 1. Schüler Wetzlar 1:1. 2. Schüler — 1. Schüler Steinberg 1:1. Da» LigaspieI konnte in keiner Weise befriedigen. Die hauptursache an dem wenig guten Eindruck der spielerischen Qualität Des Treffens gaben in erster Linie die Gäste, die nur mit neun Mann erschienen waren Aber auch die B. s. B.-Mannschaft enttäuschte stark, da sie durch die zahlen- mäßige Unterlegenheit Bergens verleiten ließ, die erste Halbzeit tn einem Phlegma durchzajuhren. das ihr unter Umständen Den Sieg gekostet hätte. Erst al» es beinahe zu spät war. raffte sich bie Platzmannschaft auf, um wenigsten» während einer kurzen Spanne Zeit den Beweis dafür zu liefern, daß sie auch noch zu spielen und zu lämpkn Derma g. Zweifellos hätte sie in dieser Aufstellung einen spannenden und interessanten Rampl geliefert, wenn die Gäste - Els in kompletter Aufstel- lung angetreten wäre, versöhnend mit dem wenig interessanten Verlauf des Spiels wirkte die spott- siche Anständigkeit und Ruhe, mit der beide Mann- schäften das Tressen durchführten. Da» Schlußresul- tat von 4 2 für v f.B. entspricht dem Spielverlauf, dessen Wiedergabe sich au» oben angeführten Nach diesem Spiel trat Großen-BusecksIu- gend gegen eine kombinierte Mannsehaft au» I. und ll. Mannschaft Allendors» an. Trotzdem Grotzen-Busecks Jugend vor dem Spiel der I. Mannschaft ein Spiel gegen ihre II. Mannschaft abgetragen hatte, kämpfte sie mit aller Macht, sie war ihrem Gegner weit überlegen. Ihr Sieg war verdient. g«ben sollte, nicht durch 855 vertreiben zu lassen. 10. Tfl-el 10. 57-56 11. Tal — 61 11. c7-c5 12. e2-e4 Dis hierher hat der Führer der weißen Steine die Partie gut aufgebaut: durch den geschehenen Zug hemmt er aber die Bewegungskraft seiner beiden Läufer: statt dessen hätte gut 12. 64 probiert werden sollen. 12. .... 12. c6-e5 Der wichtige Punkt 64 ist nun dauernd in notwendige Frische aufwieS. Die Jugend errang durch ihr Unentschieden einen Achtungserfolg. Während die Gießener gute Einzellcistungen zeigten, war die Wetzlarer I Mannschast besser auf daS Zusammenspiel eingestellt. , Die Kleinsten liehen sich durch die Wetzlarer Schüler aus dem Konzept bringen und verloren 5:2. Saisonbeginn her 1900er Leichtathleten. ö. Die Leichtathleten der Spielvereinlaung 1900 gingen bei den Wettkämpfen de» DE. S i n n I zum ersten Male in diesem Jahre an den Start. I Der frühe Termin war Ursache, daß sich nicht I allzu viel Teilnehmer eingefunden hatten. Den 1900em fiel rf daher leicht, die Konkurrenz (in erster Linie Sportverein Wetzlar) niederzuhalten. Sie errangen 6 erste, 1 -weiten und 8 dritte Preise und waren so weitaus erfolgreichster Verein. Die Dahn- und Platzverhält- niste waren naturgemäß sehr mangelhaft, so daß die einzelnen Leistungen ein« relativ höhere Beurteilung verdienen In ausgezeichneter Form befand sich G u y o t, der 4 erste Siege errang und im Weitsprung 6,25 Meter erzielte. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Guyot 1900 12,1 ©et, ' 2. Zerndt Sp. Wetzlar 12,2 Sek. 3. Hopsen- müller 1900 12,3 Sek. Der Wetzlarer kommt nur durch offensichtlichen Frühstart auf diesen günstigen Platz. 800 Meter: 1. Peter- 1900 2:17 Min., 2. Wolf Sp. Wetzlar 1 Meter, 3. Älecmann 1900 12 Meter Peter» muß sich anstrengen, da Wolf unerlaubt sperrt Weitspruna: 1. Guyot 1900 6,25 Meier, 2. Wols Sp. Wetzlar 6 Meter, 3. Mau» 1900 5,80 Meter. Speerwerfen: 1. Guyot 1900 40,10 Wcler, 2. Hopfenmüller 1900 38,95 Meter, 3. Frey 37L5 Meter. Kugelstoßen: 1. Frey 1900 10,67 Meter, 2. Schmidt B. E. Sinn 10,53 Meter, 3. Hopfenmüller 1900 10,21 Meter. Dreikampf: 1. Guyot 1900 155 Punkte, 2 Schmidt D. C. Sinn 143 Punkte, 3. Hopfenmüller 1900 129 Punkte. Paulus überbietet den Weltrekord im Diskuswerfen. Bei. den Vorberetturrgskurfen der westdeutschen Leichtathleten für di« Olympischen Spiele erreichte Paulus-Wetzlar am Sonntag un Di-kuswerf «n 48.32 Meter, wa» in Konkurrenz Weltrekord bedeuten würde. Or. pelher am Fuß verletzt. Don Pößnick wird gemeldet, daß sich 5>t Pelher am Sonntagvormittag, al» er sich mit seinen Wickersdorf er Schülern an einem Hand- ballfpiet beteiligte, eine Fußverletzung zugezogen bat, die ärztlich« Hilsc nottoenbig machte. Dr. Pelyer dürfte für längere Zeit nicht tn der Lage sein, sich spottlich zu bestätigen. Turngau Lahn'Oünsberg (A.O.T.) Io. Grotzcn-Buscck I — Allendors I 5:1 (2.-0). To. Großen-Luseck (Jugend) — Allendors I/Il komb. 4:1 (3:0). Zu einem Derbandsspiel trafen sich am Sonntag Großen-Busecks I. und Allendorfs I. Mannschaft auf dem Busecker Spottplatz. Da in diesem Jahre alle Spiele im Pokalsystem ausgewogen werden, so war zu erwatten, daß Großen- Buseck seinen Titel als Gaumeister mit aller Energie Dcrtcibigcn würde. Mit dem Anwurf entwickelte sich ein lebhaftes Spiel Trotzdem Grohen-Duseck mit sehr geschwächter Mannschaft antrat, konnte man sofort eine leichte Ueberlegenheit feststellen. Lange aber dauerte cs, bis der erste Ball seinen Weg ins Tor gesunden hatte Lattenschüße waren die Rettung für Ällendors. Rach Halbzeit drückte Allendors, um das Siegestor zu erzielen, was ihnen auch durch einen 13 fKcter-aBurf vergönnt war. Mit einem schönen Endspurt Großen-Busecks sand das Spiel sein Ende. Schiedsrichter Winter (Launsbach) war dem Spiel ein gerechter Letter. gen für die Rechteform der 2lltiengddHd)aft vorgelchneden E» handelt sich biet um Ueber- reste dee irüheren Rechtszustandes, die die Umstellung überstanden haben. Das Kapital d.eler Gesellschaften beträgt aber mit 37 M.llionen Matt nur 1.7 pro Mllle des Desam.lapital». Auf die 3860 mittelgroßen uMcll’ifcü'ten — mit einem RominaUaptta! zwrichen 5OD CX30 und 5 Millionen Mark — mit einem Kapital von 5768 Millionen Mark em fallen 32.3 Prozent der Anzahl und 27 Prozent hem Kapital nach. Die Anzahl der großen G e s e 11 f ch a f t e n (mit einem Kapital von 5 Millionen Matt auf- wärt») beträgt mit 698 nur 6 Prozent der Gesamtzahl. Ihr Rominallapital (14 787 Millionen Matt> macht aber mehr al- ’ , (68.6 Prozent) des Gefamtkapitals aus ' (34,1 Pr^ent) de» Gesamttapilals entfällt auf die 60 Riesengesell- schaften mit einem Kapital von mehr als 50 Millionen (Gesamtlapital 7353 Millionen Mark). ilntcrfudjt man die einzelnen Dewerbegruppen auf die Verteilung de» Kapital», so gibt den ersten Anhalt eine Betrachtung de» Durchschnitt-kapital». Es beträgt für die Gesamtheit der Gesellschaften 1 800 000 HU. Am höchsten <8.1 Millionen Mark) ist es in der Gruppe Beteiligungsgesellschasten Es folgen die Industrie der Diundstosfe. in der die BergwettS- gescllfcha'ten enthalten sind, mit einem Durch- schnitiskapital von 5,15 Millionen Mark, dann die Gruppe Verkehr, deren verhältni-mähig hohes Durchschnittskapital (3.56 Millionen Mark) sich au» der Größe der Reedere en und der Dahn- gesellfchaften ergibt, d.e Danken (Durchschnitt 2,04 Millionen Mark), die Versicherungsgesellschaften (1.94 Millionen Mark) und die verarbeitende Industtte (1,67 Millionen Mark). Von den 60 Riesengesellschaften entfallen die meisten aus Bergbau, Eisenindustrie. Elektrotechnik und Slektrizitätsvettorgung. Auch die unter Bele ligungSgesellf«haften aufgesührten Gesellschaften gehören saft sämtlich hierher. Dann kommen die Banken und die großen Sdv'f- WlB DB att-r 5 8 8 3 e h fahrts- und Hochbahngesellschaf.cn. Eine Sonderstellung nimmt die I.-G -Farben Industrie ein. Die übrigen Riesengesellschaften find vereinzelt in ihren (Kruppen (chemische Industrie, Maschinenbau, Fahrzeugbau, Textilindustrie. Wasserwerke. Gaswerke, Einzelhandel und DersichrrungLwesen). EL zeigt sich ein« weitere Kapitalkon- zentration. Die Zahl der Gesellschaften ist gesunken, da« Kapital um rund 890 Millionen Mark (davon nur 16 Millionen Mark aus Umstellungen) gestiegen. Ron den ausgelösten Gc sellschallen entsielen der Anzahl nach 17 Prozent, dem Kapital nach 78,2 Prozent auf Fusionen Verstaatlichungen usw Ron den Aeugründungen entfielen 25,3 Prozent der Anzahl, aber 68,6 Prozent dem Kapitol nach aus Sacheinlagen und Fusionen. Dom Rominaltapital der Reugründungen entfällt mehr als */• auf die Umwandlung der Siemens-Schuckert-Werke G. m. b. H. in eine Aktiengesellschaft Don den Kapitalerhöhungen der mit Bergbau verbundenen Elsenindustrie (210,7 Millionen Mark) entfallen 205,7 Millionen Mark auf die Fusionen der Deutsch-Luxemburgischen Dcrgwerks-A.-G. und des Bochumer Der- eins mit der Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. und auf die Kap ialerhöhungen der Mannesmann- röhrenwerkc-A.-G, der Klöckner Werkr-A.-G. und der Eisen- und Stahlwerke Hoesch-A.-G. 3n der Gruppe Bergbau und Eisenindustrie finden sich unter den Auflösungen die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks-A °G. und der Bochumer Dcrein wieder. Unter den Auflösungen durch Konkurse ist in der Gruppe Sägewerke eine graste Gesellschaft zu verzeichnen- die Gcbr. Himmels- bach-A.-G. mit einem Kapital von 9,6 Millionen Mark. • * Vie Reichstnde xziffer für die Lebens- Haltungskosten im April (Ernährung. Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats April mit 150,7 gegenüber dem Dor- monat (150,6) nahezu unverändert geblieben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913 14 100): für Ernährung 151,0, für Wohnung 125,5, für Heizung und Beleuchtung 144,6, für Bekleidung 169,9, für den „sonstigen Bedarf" einschl. Derkehr 186,4. • Frankfurter Hypothekenbank. Die G.-D. genehmigte den bekannten Abschluß mit 9 Proz. Dividende. Im laufenden Jahre habe der Piandbrie^abfay weitere Fortschritte gemacht. Seit Beginn des Jahres wurden rund 22 Mill. Mark Pfandbriefe und Kommunalobligalionen abqcsetzt: das ist bereits mehr als im ganzen Jahre 1927. Wenn sich der Geschäftsgang weiter so günstig entwickle, sei eine weitere Erhöhung der Dividende möglich. * „E m a g" Elektrizitäts A.-G., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht entsprach das Jahr 1927 den Erwartungen, das Unternehmen war dauernd gut beschäftigt. Rach Abzug von 1.187 (1,215) Mill. Mark Unkosten, 0,63 (0,51) Mill. Mort Löhnen und bei 0,24 (0,39) Mill. Mark Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 80 100 (68 000) Mark, woraus 7 (6) Prozent Dividende auf 1,332 Mill. Mark Stammaktien verteilt werden sollen. Auch im neuen Jahr seien bis jetzt die Aufträge reichlich eingegangen. * Tellus A.-G. für Bergbau und Hütten-Industrie. Frankfurt a. M. Für die Aktien der Gesellschaft bestand an der Börse gröberes Interesse. Wie der DHD. erfährt, ist ein günstiger Abschluß für 1927 zu erwarten, der nach vorläufig unverbindlicher Schätzung eine Dividendenerhöhung von 6 auf 8 Proz. gestattet. Bilanzsihung voraussichtlich Mitte Mai. * Derein für chemische Industrie r.A. - G., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht war das Jahr 1927 stetiger als das vor- Lngegangene: es war möglich, die Umsätze wesentlich zu steigern. Die relative Gleichmästig- 1c;t und Stabilität der Märkte wirkte sich im allgemeinen auch günstig auf die Produktionslage aus. Aus technischen Gründen sei zunächst die Derkohlungsleistung der Zweigniederlassung Friedrichshütte bei Laubach (Oberhessen) auf die übrigen Betriebe übernommen worden: der Betrieb von Friedrichshütte ruht bis auf weiteres. Die Preile der Fabrikate hielten sich nur teilweise aus der Höhe des Jahres 1926. Die scharfe ausländische Konkurrenz zwang bei manchen Produkten zu stärkeren Preisreduktionen. Es verbleibt ein Reingewinn von 0,560 (0,292). Hieraus erhalten die 6,5 Mill. Alk. Stammaktien bekanntlich 7 (6) Prozent, und die Dorzugsaktien wieder 8 P.ozent Dividende. Die restlichen 0,097 (0,015) werden vorgetragen. * Mainkraftwerke A.-G.. Höchst a. M Die G.-D. erledigte die Regularien Danach gelangen für das Geschäftsjahr 1927 6 Prozent Dividende für die Dorzugsaktien und 8 Prozent für die Stan.mattien zur Derkeilung • Diskonterhöhung der Schwedischen Rcichsbank. Die Schwedische Reichsbank erhöht vom 1. Mai an den Dis' ntsatz von y/t auf 4 Prozent. Rindermarli in Gießen. Auf dem heutigen Rindermarkt in Gießen waren 955 Stück Großvieh und 373 Kälber aufgetrieben. Der Handel war bis zum Schluß schleppend. Es wurden keine wertentjprechenden Preise erzielt. Schlachttühe wurden äußerst billig gehandelt. Es wurden bezahlt: für Kühe 1. Qualität 550 bis 650 Mark, Kühe 2. Qualität 400 bis 500 Mark, Kühe 3. Qualität 150 bis 250 Mark) Rinder ein- bis zweijährig 120 bis 280 Mark, Kälber 50 bis 60 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Krankiurtcr Börse. F r a n k f u r t a. M., 1. Mai. Tendenz: überroll gend etwas fester. — An der heutigen Bö.je hat sich die Situation wenig verändert. Für Spezial- werte bestand wieder lebh afteres In ter- esse, und Arnar stand heute die Farbenaktie weiter im Vordergrund. Es sollen weitere Kauforders vom Ausland« eingetroffen sein. Im allgemeinen war die Grundstimmung freundlich: anderseits war doch eine gewisse Zurückhaltung nicht zu verkennen, und die Spekulation neigte wieder verschiedentlich zu Abgaben. Es waren bei der ersten Notierung jedoch überwiegend Kursbesserungen von 1 bis 2 v. H. zu verzeichnen. Mit Ausnahme des Farbenmarktes war das Geschäft sehr st i l l. I. - G. - F a r b e n plus 3 o. H., Scheideanstalt plus 1,75 v. H., Holzverkohlung plus 3 v.H. Bon Elektrowerten lagen Gesfürel 2,5 v. H., Bergmann 2 o. H., Siemens 1 o. H. höher, Licht L-Kraft büßten dagegen 1,75 v. H. ein. Rheinstahl zogen 2.5 v. H., Riebcck 2,75 v. H. und Stahloerein 1,5 o. H. an. Mannesmann gaben leicht nach. Westeregeln 3 o. H. schwächer. Am Banken- markt bestand für Danatbank mit plus 3 o. H. stärkeres Interesse. Zellstoffwerte vernachlässigt. Deutsche Anleihen geringfügig erhöht. Ausländer still. Ungarische Goldrente weiter fest. Amerikanische Enka mit 78 Dollar «her angeboten. Im weiteren Verlauf schwächte die Tendenz allgemein ab, da sich das Realisationsbedürfnis verstärkte. Berliner Börse. Berlin, l.Mai. Trotz verschiedener ungünstiger Momente — englisch-ägyotische Spannung, Diskonterhöhung in Schweden, Aussperrung in der schlesischen Textilindustrie, Verhandlungen über Kohlenpreiserhöhung, Festigkeit in Neuyork — eröffneten die ersten Kurse im allgemeinen b e - hauptet. Spezialpapiere waren sogar wieder bedeutend erhöht. Dröerseingänge lagen wenig vor. Mit starken Steigerungen fielen Rheinstahl, Hapaa, Schubert & Salzer, Polyphon auf, wahrend Ilse, Glanzstoff, Mitteldeutsche Creditbank und einige kleinere und Zellstoffwerte schwacher lagen. A n - leihen uneinheitlich. Ablösungen etwas fester. Ausländer überwiegend schwächer, nur Ungarn fest. Tägliches Geld 8 bis 9,5 v. H., Monatsgeld 7,5 bis 9,5 v. H. Im Verlaufe traten die ungültigen Momente stärker in den Vordergrund. Die Spekulation schritt zu Abgaben, so daß Kursrückgänge von 1 bis 3 v. H. durchschnittlich zu verzeichnen waren. Polyphon minus 4 v. H., Ilse minus 7 v. H., Glanzstoff minus 8 o. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a M., l.Mai. Am heutigen Produktenmarkt war die Haltung schwach. Umsätze kamen nur in geringem Umfange zustande, da die Käufer große Zurückhaltung bekundeten. Obwohl vom Auslande günstige Meldungen eintrafen, blieben diese ohne Wirkung. Mais hatte lebhaftere Umsätze auf- zuweisen. Auch Mehle weiter bevorzugt. Es notierten (100 kg): Weizen 27,25 bis 27,50 Mark: Roggen 29,25 bis 29,50; Hafer, inländischer, 27,75 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24 bis 24,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25 bis 25.50; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0), 38,75 bis 40,25; Roggenmehl 40 bis 41; Weizenkleie 15,65 bis 15,75; Roggenkleie 17,25 bis 17,50 Mark. Frank' rSer Kartoffelmarkt. Frankfurt a. M., 30. April. Tendenz fester. Industrie, hiesige Gegend, 4,25 Mark je Zentner. Berliner P •. >nktenböt" Berlin, 30. April. Der hiesige Markt blieb von der aus Ehikago gemeldeten weiteren Hausse nicht nur unbeeinflußt, sondern bei stillem Geschäft zeigte sich hier eher schwächere Stimmung. In der Hauptsache ist hierfür die nicht mit der Befestigung der Terminpreise in Einklang stehende nur mäßige Erhöhung der Etsofferlen maßgebend, außerdem wird mit stärkeren Maiandienungen gerechnet. Inland- weizen ist ausreichend angeboten, bei kaum veränderten Preisen halten sich die Umsätze in engsten Grenzen. Lieferungsware stellte sich per Mai schwächer Am Rogaenmarkt fpteit das gute Wetter eine maß. gebende Bewertung von Iuliroggen, der 1,50 Mark niedriger eröffnete. Auch Mai und Septemberroggen war leicht rückgängig. Promote Ware ist in nach Berlin und zum Export nach Polen schaffenden Par tun eher reichlich e angeboten, von Exportverkäufen ist nur ganz vereinzelt etwas zu Horen; die Inland- mühlen verhalten sich angesichts des schlechten Rog- genmcblgeschafts allgemein reserviert. Roggen- und Weizenmehle haben bei unveränderten Offerten sehr ruhiges Geschäft. Hafer liegt völlig luftlos, die im Konst ,i erzielbaren Preise halten sich beträchtlich unter den Provinzforderuiigcn. Gerste still, aber be h.iuptet. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5 kg Hl-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 270 bis 273 Mark, Mai 284 bis 283,50, Juli 296 bis 295, September 276 (matter); Roggen, märkischer (69-kg sil-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 285 bis 287, Mai 303,50 bis 304, Juli 276,50 bis 275 (schwächer), September 253,50 bis 252,75; Sommergerste 254 bis 290 (behauptet); Hafer, märkischer, 263 bis 269, Mai 268,50 bis 269, September 225 (ruhig); Mais (.zollbegünstigter Futtermais) 273 bis 241 (etwas schwacher); (100 kg): Weizenmehl 34 bis 37,75 (ruhig); Roggenmehl 38,75 bis 40,75 (ruhig); Weizenkleie 18 (behauptet); Weizenkleie-Melastc 16,75 bis 17,25; Roggenkleie 18,75 bis 19 (fest); Biktoriaerbsen 52 bis 62; kleine Erbsen 36 bis 39; Futtererbsen 25 bis 27; Peluschken 24 bis 24,50; Ackerbohnen 23 bis 24. Wicken 24 bis 26; Lupinen (blau) 14 bis 14,75; Lupinen (gelb) 15 bis 15,80; Serradelle 24 bis 28: Rapskuchen 18,80 bis 19; Lein- kuchen 23,50 bis 24; Trockenschnitzel 15,75 bis 16; Soyaschrot 21,70 bis 22,30; Kartoffelflocken 27,50 bis 27,80 Mark. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 27. April. Ein Ehepaar H. aus Annerod gab einem gewissen I. von hier Generalvollmacht zur Beitreibung von Geldern und zur Verhandlung mit Gläubigern. I. machte auch verschiedene Reisen und nahm vor Gerichten eine Reihe von Terminen wahr, vereinnahmte auch Geldbeträge, die er jedoch nicht an die Eheleute H. ablieferte, sondern für sich verbrauchte. Den Eheleuten H. gab er in der Regel an, er habe das Geld für sie auf die Bank getragen. In einem Falle lieferte er auch einen Betrag von 40 Mark, den er an eine Firma in Marburg schicken sollte, nicht ab. Auch behielt er von 24 Hosen, die ihm zur Verwertung übergeben worden waren, fünf Stück für sich, die er angeblich verschenkt hat Schließlich hat er den Eheleuten H. noch eine gestrickte Kinderweste im Wert von 10 Mark entwendet. Frau H. beauftragte ihn auch, mit einer Zigarrenfirma in Wieseck wegen der Verlängerung eines verfallenen Wechsels zu verhandeln. Er spiegelte der Frau H. dann vor, die Firma sei mit Teilzahlungen einverstanden, wenn 20 Mark sofort gezahlt würden. Da Frau H. kein bares Geld hatte, gab sie ihm 300 Zigarren mit dem Auftrag, sie zu verwerten und den Erlös an die Firma zu verabfolgen. Der Angeklagte behielt das Geld jedoch ebenfalls für sich. Endlich ließ er sich von einem hiesigen Zigarrenfabrikanten, dem er erklärte, er wolle bei einem Kinderfest des Roten Kreuzes In der Volkshalle Zigarren verkaufen, und dem er Zahlung binnen drei Tagen ober Rückgabe der Waren versprach, 450 Zigarren Im Werte von über 40 Mark verabfolgen. Diese verkaufte er alsbald an eine hiesige Ladeninhaberin, ohne den Erlös an den Fabrikanten ab- zuführen. Erst gestern hat er feine Schuld bezahlt Seine Einwendungen, er habe sich zur Zurückhaltung des Geldes für berechtigt gehalten, weil er an die Eheleute H. Forderungen für Auslagen und Spesen gehabt habe, konnten nicht beachtet werden, well er den H. gegenüber erklärt hatte, er habe das Geld an die Bank bzw. Gläubiger abgeliefrt. Mit Rücksicht darauf, daß die Eheleute H. ihm fein Verhalten durch ihre kaum glaubliche Vertrauensseligkeit sehr leicht gemacht hatten, und daß der Angeklagte sich in schlechten Verhältnissen befindet, erkannte das Gericht auf verhältnismäßig niedrige Strafen und sprach wegen Betrugs in zwei, Unterschlagung in sechs und Diebstahls in einem Falle eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Monaten aus, die der An- geklagte sofort anerkannte. * * Gießen, 28. April. Gegen «inen Samen- und Gemüsehändler von Garbenteich wurde ein Strafbefehl erlassen, weil bei der allgemeinen Revision der eichpflichtigen Maße und Gewicht« unter feinen Gewichten mehrere vorgefunden wurden, die nicht nachgeeicht waren. Auf seinen Einspruch kam die Sache heute zur Verhandlung. Dabei wurde festgestellt, daß am Tage der Revision die Gewichte sich nicht in dem Raum feiner Wohnung befanden. In dem er seinen Gewerbebetrieb ausübt. sondern auf dem Speicher. Der Angeklagte behauptet, er habe dort Weizen für feinen eigenen Beban nachgewogen und dazu die nicht nachgeeichten Gewichte benutzt. Diese befänden sich niemals in dem Verkaufsräume und würden auch niemals in seinem Gewerbebetriebe benutzt, sie hätten jetzt nur zufä 1 - l i 9 mit den vorschriftsmäßigen Gewichten zusammengestanden. Diese Angaben konnten nicht widerlegt werden und erschienen an sich auch durch- aus glaubhaft, weshalb der Angeklagte mangels ausreichenden Beweijes freizusprechen war. Das Polizeiamt Gießen hat eine Polizei- Verordnung erlassen, wonach Bekanntmachungen, gewerbliche Anzeigen usw. vorbehalllich einiger Ausnahmen nur an den von der StadtGießen errichteten Anschlagsäulen und angebrachten Tafeln durch die von dem Oberbürgermeister dazu berechtigten Personen angeschlagen werden dürfen. Das Anschlagwesen ist seitens der Stadt an eine Firma in Dresden nach vorheriger öffentlicher Ausschreibung verpachtet worden. Der Inhaber einer hiesigen Firma, die in früheren Jahren das städtische Anschlaawesen gepachtet hatte, hat nun an eigenen Anschlagtafeln Anzeigen anfleben lassen. Da behauptet wurde, daß er hierzu nicht berechtigt sei, erfolgte Anzeige gegen ihn, und es wurde «in Strafbefehl gegen ihn erlast?», aegcii den er Einspruch erhob. Er focht heute die Gültigkeit der Polizeioerordnung an, weshalb die Sache vertagt wurde und zwecks Anstellung von Ermittelungen, auf welche Gründe der Erlaß der Berordnung zurückzuführen ist. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Derantwortuno ' Liebes Postamts Jede kleine, kleinste Stadt Mittagspostbestellung hat. Nur in Gießen, nicht zu glauben, Will man uns das nicht erlauben. Wetzlar, das gewiß nicht groß. Schickt die Briefe dreimal los. Wir in Gießen sind noch heute Schlechter dran als andre Leute, Denn nicht jeder Bürgersmann Schafft sich gleich ein Postfach an. Liebe Post, noch eine R u n b e Schenke uns zur Kaffee stunde, Denn was man in Wetzlar hat. Ziemt sich auch für unsre Stadt! H 6. Kunst und Wissenschaft. Gemäldeoersteigerung in Frankfurt. Auf der letzten Versteigerung von Gemälden aller und neuerer Meister durch das Auktionshaus Rudolf B a n g e l in Frankfurt wurden u. a. folgende Höchst geböte erzielt. Alte Bilder: Gooaert F l i n ck (Herren- oildnis) 5550, Pietro Longhi (Venetianifche Masken) 3500, Jan v a n Kessel (Der Garten Eden) 3150; neuere Gemälde: Lenbach (Bismarck) 12 950 und Corot (Flußlandschaft) 5150 Mark. Vermischtes. Industrielle Kraft auf drahtlosem Wege. Die Sau« Gurkenzelt und di« Zeit der Zeitungsenten pflegt im allgemeinen erstimHoch- f vmm er zu kommen. Trotz alledem weiß heute eine englische Zeitung davon zu berichten, daß der bekannte Physiker M a r c v n i zur Zeit mit Hertz-Wellen Experimente mach«, durch die es möglich sein solle, industrielle Kraft auf drahtlosem Weg« zu übertragen, so z. B. die Kraft der Niagarafälle bis nach England. und ähnliches. Mit dieser Meldung stempelt sich ..Daily Herald" zu einem Jules Derne der Reuzeit; es scheint ihr wohl mehr bei der Derbreitung dieser Meldung der Wunsch der Dater des Gedankens gewesen zu sein. Don drahtloser Energieübertragung kann nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft und Technit'd u r ch a u s noch keine Red« sein, und auch mit Dersuchen in dieser Richtung wird nach Ansicht der Techniker wohl kein positives Ergebnis erzielt werden können. S o weit, wie das englisch« Blatt es glauben machen will, sind wir denn doch noch nicht. Die drahtlose Liebertragung industrieller Kraft bleibt die erste Ent« im großen Blätterwald. Ein« Ent« macht noch keinen Sommer. Darum werden wir wohl auch in der nächsten Zeit nichts weiter über Marronis Experimente erfahren. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozents LombardzinSsuh 8 Prozent. JiauMurl a. M Berlin (Jtauhfurt a. M Berlin Sdjlub-, Rur» l-Utjr- flure sch uh 1 fi ire | 21 n lang flur* ächlutz- fl'irs l'Uhr- Äur» Sch u(j ft"rt ülniang flur* Datum an 4 15. 30.4. 1.5 Tatum 30 4 >5 30. 1 ' ° 5°'o D< !Rdct)3anleit)e v 1927 »;.4: 87.5 — A. E G..........7 167.5 Ui« Ib8 75 169 5t Um viuiof schuld nut Au. tot tHccttcn . leßjU ol). c Uuil t -Rechten 5t,8 17.85 1 17.5 17.4 52,1 17.6 ivergmann ........8 fflettr. Lieferungen . . . . lo Lickt und Srart......lu 183 172 5 228.75 186 «5 IbO 173.75 227 75 187.5 175 227 5 71 „ ',trüi ti t'ijp.-tt,. (Xi) bpi uutüiibbar dl - >9J2 4'/X o Ndc lunche Hyp 'Bank »3.5 gelten A- Ouitt aume ... .6 140 140.5 139 141 — • Gcs r Eick r Untern . . 10 Saind Elckti-. Werke . . 1> 290.7.) -03 292 5 162 292 5 161.6 viqu '"o ?i" A E S abo yorlrwoI-Ob 76.65 — Nvcüt- Eletir. .......8 Etektr........10 164 164 - 165.3 217.5 165.5 217 liflationtn. rudjdblbar 193.' — Schuckert ........7 198 197.5 190.75 197 5 4V u LchwtU Lu dcüv -Ant — — LicmenS A HcilSke .... 16 ;i3.» 315 315,6 169 j 4c'e rtfltrcidnlait (flolbrtr o Ctflctr ld). CilDerrtc > 4 L t'iemid) kill tttl Rtk _ Iran rabio . .......8 — 171.25 « 3.9 181 - 181 — — 91.6 — 95 94.25 *° . UtiQaufdK ttolbrie 26 86 26.75 Deutsche Erdöl.......6 138.5 136 137 136 4 .Ungcnfaiceiaaier o 191t 26,1*6 — 26,13 Essener 6 entkohle.....8 — - 141 140.75 41,,0 Dcifll von IV13 — — Gelsenkirchener - f. % 9 4 141 140 5 HO,5 141.v 4 , Unaunschc Jironciirit . . — — 2 2.1 Joarvcner . . .......8 172 * 172.5 172 4°. Start Jollanl.-itx v füll 4 , Tuil Busdaddahn-Aul s ric I 13.35 13.4 13 13 13.4 Hoesch Eisen ........ .5 uüe Beriibau..... . .8 315 - - 147.5 3l5 148.. 313 — 13.75 13.9 .stlöckn-rwerke ....... .5 124 - 123.75 125.5 4f d.Sut. Gerte II - - . 13.6 13.5 13.4 Köln-Neuessen .... 6l, — — 147.4 148.45 4% Rumänen convtn 9tit 5,5 — — —- ■Ai.annedmaiui .f. >/, 9 4 154 153.25 154,9 153 26 4', iHumäiicu Holdunl. - 18,8 19 ManS clder ... 7 121 120 120 von 1913 — - Oderschles Eisend Bedarf 0 — 113.5 115 114.75 Äda {lundf ttikiibabii 4'/, • — Cberidilef KokSivcrke - v — IIWOj 132 6ainbura-3mertla Pairi. t- 159 * 159.5 »59.13 Bbonir Berit au f ’/» 9 8 101 101.1!' 100 2-> 100 5 camb 2uDam pamvisch » — — 224 Ryemi'che Braunkohlen io 295 .'92 29O.J 494 ßaufa LamutichiN 6 - * 233 <37.5 'Jtliemualjl .....0 |67 '69,o 107 170.5 Norddeutscher Hlovd 6 • 156.5 156,y 156.75 'Xiebeet Montan...... 6 — 158 1= 158 160 Villa Deutsche Lrednanss . io * 138 139.25 U6 tb 1‘treiitiaic 2kadlw- f. ',9 3 Ctab! Minen . . . . 1 »h 97 98.5 97.23 i.8 farm t Wiutfvcrd« w — 141 142 14< 45 i5, iJ 45. IJ berliner HandetSaclellsch Gommcrt- und Pnvat-Bl 1 > — • 2dl 5 2 305.2a 308 JW.o Dkut'chc Pank 10 T «Skonto-(betklllchall Am 10 Dresdner Baut . 10 163.25 154.9 159.5 164 25 M4 5 159.25 164 154.5 160 164,5 .154 75 16' 9 ® 9arVen-9nbJftrte |( Tnnjmit fiobel.....o -74,5 193.7 106 101.75 177 <76 132.75 78.25 133.5 Miitcldeunche Grtbtibanf 9 Tlftüdbant........ . . 8 RcichSdank..... ... lo m.; ' 830.5 218 131.9 233 240 132.2- 25 '''oldschmidt.........5 ‘nutgerSroerte . ..... t, MeiaUgesell ctaft.....tu 105^75 104.4 1'15.5 IW.75 105.5 104 — J.Qithluri a-M Berlin Schlug- ftnr« l-Ubr- Aurt Sch uh ft'ir» •31 mang flut- Tamm: 30.4. 15 | 30. 4. ’ 1. 5. Ptnlwv Holzmann . ... 12 öeibetoer er Cement . . b Cem.nk Kariktadt......£ -ayß ck i-reiiaa ...11 SchultOctS Pavendofer. . 16 Citiveile.........\ Ber. iLlanjslost......15 Wem berg .........8 Hetlflo iBalbbof.....12 ZcNi'ton flfdiaffcnbnra . il Charlot' Pburoer Wasser. 7 c(Tauer tta»......8 Daimler Valoren.....l T'Mag.........c Adlerwerke Kleyer.....0 Vubrn Voene...... . 1« Nal Automobil ..... k Cr. nffin ck Kovv«l .... 4 Linke Hoi mann . . .. , c Veontjnrb Tietz......t Varnaa- n ........... strontf WL Ich'nen .... t ^ritzner ..... 7 f'cDhqenflaebt ....... c puiiflban» ........ Vettruerle..... 4 Dlcinhafitoerh....... Miaa .......... 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Tschechoslowakische Noten . . 69,35 69.65 12.37 12.43 Unaarilche Nottn ... 72 75 78.03 DevtfenmarU Berlin —Frankfurt a. HL Telegraphische Ruszahlckna. 28- ttprtl 30 Sprit Amtliche Noti run.i smtliche Noneruno »Mtlb one1 cheld briti Ärnfl.-lHou 168,34 IM,i0 168,47 ltH.8, vurn -Aires 1.785 L7bJ 1.780 1.7*0 58,51 Brss--ttntN) J8.83 -8,45 5.1,39 Übriftianla 111. MJ 112.04 111,74 114.07 111.9» «open bauen 112.03 112.25 112.29 Stockholm . UZ. M 112.28 ll2,Uu 112,17 Hcliiuüor-. 10,508 10.521 10.512 10.5.12 «ftalteii . . -'2.0t 4K.O.-> a.vtö 42.065 London. . . 20.38 20. 12 40.494 40,443 Neuuork . . l.lioJ 4.1815 1.1780 4. l~,0 «ans.... Ä: ■ 10,43 16.47 16.445 lb. »0.495 69.33 80.655 »0.515 io.675 69 47 69 bl 69.71 L»90 Java» . . . •Hlo de Jan 1.978 1,984 t.9"6 J.5UJ 0.507 -.503 4.505 ölen tn T - CtO- abgeft -8,775 M.89.5 -8.79 »8 9| Draa . . . 12,379 12,299 12,48 11.10 •2*el «rab . . 7.353 7,257 7.454 7.467 Vudap:(t. 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