Ur. 27 Lrst« Matt 178 Jahrgang Mittwoch. 1. Zebruar 1928 er|4frti*t taelKLaafctt Soimtap anb Feteruch«. Bettete«: •tefoener JamütenbKttttT tzeir.tal im Bild Die Scholle My»at»'vez«trpretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfeuntg fllr Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger -ietze«. Postscheckkonto: Krantfurtam Main 11688. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruS und Verlag: vrLhl'sche Uuwerlttiltt-Vuch. vud Ztein-ruckerel B. tauge in Gießen. Schriftlewmg und SeschSftrftekle: Zchulffratze r. Lmahx von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichs Pfennig: für Re. Klameanzeigen von 70 mm Breit« 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20%, mehr. Chefredakteur. Dt. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumfchcin; für den An» zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Bietzen. Keine Neuwahl zum Hessischen Landtag. Der hessische Staatsgerichishof weist die Einsprüche gegen die Gültigkeit der Landtagswahlen als unbegründet zurück. Don unserer Darmstädter Redaktion. D a r m st a dt , 31. San. Heute vormittag trat im grohen Schwurgerichtssaal des Landgerichts- gebäudes der hessische Staatsgerichtshof zu einer Sitzung zusammen, um über die Beschwerden gegen die Gültigkeit der hessischen Landtagswahlen vorn 13.November zu entscheiden. Der Staatsgerichtshof ist auf Grund des Artikels 50 der Verfassung gebildet und besteht aus dem Präsidenten des Oberlandesgerichts, aus vier Mitgliedern der Kollegialgerichte des Landes und acht Mitgliedern. die vom Landtag gewählt sind. 3m ganzen besteht also der Staatsgerichtshof aus fünf B e r u f s r i ch t e r n und acht Parlamentariern. Den Vorsitz in den Verhandlungen führt Oberlandesgerichtspräsident Dr. Stein. Die Mitglieder der Kollegialgerichte sind: Ober- landesgerichtsrat A l t e n d o r f. Oberlandes- gerichtsrat Dr. Mayer, Landgerichtspräsident Neuenhagen (Gießen) und Oberlandesgerichtsrat Dr. Schneider. Die parlamentarischen Mitglieder sind die Abgeordneten: S ch ü l. Wesp. Dr. Müller, Scholz, Neiber. Kaul. Nechthien und Ritzel. Die Einsprüche gegen die Gültigkeit der Landlagswahlen gehen aus von der Wirtschafts- Partei (Reichspartei des deutschen Mittelstandes). der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei. Gau Hessen, und der Evangelischen Volksgemeinschaft. Die Vorstände dieser Parteien sind anwesend. Die Wirtschaftspartei ist vertreten durch Rechtsanwalt Rohde- Frankfurt, die Nationalsozialistische Arbeiterpartei durch Rechtsanwalt Dr. Frank- München und die Evangelische Volksgemeinschaft durch Pfarrer Weidner- Ober- Lais (Oberhessen). Die Interessen deS hessischen Gesamtministeriums sind vertreten durch Ministerialdirektor Dr. Schwarz und Ministerialrat Vorneman n. Der Vertreter der Wirtschastspartei, Rechtsanwalt Rohde. Frankfurt, begründet die Beschwerde dieser Partei; er beanstandet die Zusammensetzung des Gerichtshofs und lehnt ihn wegen Befangenheit ab; die parlamentarischen Mitglieder urteilten in eigener Sache. Der Vertreter der Nationalsozialisten, Dr. Frank, München, und Pfarrer Weidner, Ober-Lais, bemängeln ebenfalls die Zusammensetzung des Staatsgerichtshofes, und zwar machen sie. wie auch der erste Rechtsvertreter, geltend, daß der alt e, nicht der neue Staatsgertchtshof entscheiden müsse. Ministerialdir. Dr. Schwarz hält dem entgegen, daß der neue Landtag zu Recht bestehe, solange nicht die Wahlen für ungültig erklärt wären. Das Gesetz habe mit Absicht bestimmt, daß Mitglieder des neu- aewählten Landtags dem Staatsgerichtshof angehören. Die hier anwesenden parlamentarischen Mitglieder gehörten zu Recht diesem Gericht an. Der Gerichtshof zieht sich hierauf zurück, um über die Beanstandungen bezüglich der parlamentarischen Mitglieder zu beraten; nach etwa Istündiger Dauer wurde öffentlich verkündet, daß diese Einsprüche ab- gelehnt worden sind. Der Vorsitzende erläutert im Anschluß hieran die einschlägigen Bestimmungen der Vec'assung. Aus Grund des formell gewählten und existenten Landtags wären nicht allein die Mitglieder des Landtags, sondern auch die parlamentarischen Mitglieder des Staatsgerichtshofes berechtigt, ihre Funktionen auszuüben. • Als Berichterstatter führt sodann Oberlandesge- richtsrot A l t e n d o r f aus. daß die drei Einsprüche gegen die Wahlen von denselben Gesichtspunkten äusgehen und daher eine einheitliche Berichterstattung möglich sei. Der Berichterstatter führt dann die in Betracht kommenden Bestimmungen des hessischen Wahlgesetzes und die späteren Abänderungen an und erläutert sie. Ursprünglich wurden für einen Wahlvorschlag nur 50 Unterschriften verlangt, spater für neue Parteien 7000 Unterschriften und 5000 Mk. Kaution. Am 17. Dezember hat der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich entschieden. daß das hessische Gesetz vom 27. September ungültig sei, nicht aber wurde die dazu gehörende Verordnung für ungültig erklärt; das Urteil erkläre, daß die hessischen Wahlbestimmungen nicht mit der Reichsvcrfassuna vereinbar seien. Der Redner erörtert dann Einzelheiten des Urteils und kommt dann auf den Einspruch der Wirtschaftspartei zu sprechen. Die Wirtschaftspartei mache geltend .daß sie z u g e n o in m e n habe, da sich ihr der Hess. Hausbesitzeroerband angeschlossen hätte. Bei den Wahlen von 1927 hätte die Partei auf 4 Mandate rechnen können; sie hätte keine Wahlvorschläge aufgestellt, weil sie der Ansicht fei. daß die Wahlbestimmungen ungünstig waren und weil die Mitglieder nicht in den Wahlvorschlägen öffentlich hervortreten wollten. Nach den Feststellungen der Zentralstelle für Landesstatisttk hatte die Wirtschaftspartei 1924 5851 Stimmen (= 0,9 Proz.) aufgebracht; bei den Wahlen im Jahre 1927 wären unter Berücksichtigung oller Umstände höchstens 4290 Stimmen zu erwarten gewesen, aber es seien 1927 für ein Mandat 6553 Stimmen notwendig. Ferner macht der Redner darauf aufmerksam, daß der Hausbesitzeroerband eine neutrale Bereinigung sei. die nicht ohne weiteres von der Wirtschaftspartei in Anspruch genommen werden könnte. Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei rechnet in ihrem Einspruch vor, daß sie einen Sitz gewonnen hätte. Die Eva n- gelische Bolksgemeinschaft glaubt, daß sie bei den Wahlen 3 Abgeordnete erlangt hätte. Die Partei habe einen Prooinzialtags- und vier Kreis- tagsabaeordnete und habe in der letzten Zeit chre Organisation stark ausgebaut. Die Mchtbeteiligung an der Wahl wird von der Evangelischen Bolksgemeinschaft u. a. noch mit der Tatsache begründet, daß es zweifelhaft gewesen wäre, ob die Partei die Kaution zurückerhalte. Die Listen der Evangelischen Bolksgemeinschaft enthielten 6474 gültige Unterschriften. es sind aber 6553 Stimmen 1927 notwen- oig gewesen, so daß noch 79 Unterschriften fehlen. Weiter teilt der Berichterstatter mit, daß er sich an alle beschwerdeführenden Parteien gewandt habe, um Angaben überbte Stärke der Organisationen zu erlangen, das wurde abgelehnt. Zum Schluß saßt Oberlandesgerichtsrat Altendorf die Fragen, über die der Staatsgerichtshof zu entscheiden hat, wie folgt zusammen: 1. Sind wesentliche Verletzungen des Mahloerfahrens vorgekommen? 2. Ist eine nachträgliche Abänderung der Nichtbeachtung der reichsgesehlichen Vorschriften möglich? 3. Ist durch die Nichtbeachtung der reichsgefeh- lichen Vorschriften das Ergebnis der Mahl beeinträchtigt worden, oder konnte es beeinträchtigt werden? Ministerialrat 'Bornemann macht als Zeuge Aussagen über Telephongespräche mit Pfarrer Weidner; es dreht sich im wesentlicher? um trie Frage der Rückzahlung der 5000 Mark Kaution, wenn die Listen nicht die erforderliche Zahl von gültigen Unterschriften hätten. Pfarrer Weidner widerspricht in verschiedenen Punkten der Darstellung des Zeugen; er wird von dem Vorsitzenden verschiedentlich ermahnt, seine Artsführungen auf die in Frage stehenden Punkte zu beschränken. Ministerialdirektor Dr. Schwarz führt etwa aus: Dste Entscheidung des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich ist die Grundlage für das heutige lirtetL In weiten Kreisen ist das Urteil nicht ohne Widerspruch ausgenommen worden, auch die Reichstagsabgeordneten haben sie nicht gebilligt. Es hat jetzt keinen Zweck das Urteil au kritisieren, denn es ist da. Der Artikel 34 des hessischen Land- tagswahlgesehes kommt für das Urteil ebenfalls in Betracht; er enthält auch Erwägungen, die das Reichsgerichtsurteil nicht gemacht hat. Wenn man die Bestimmungen dieses Artikels nur dem Wortlaut nach auffaht, so müsse man zu dem Schluß kommen, daß die Wahl ungültig sei, aber so sei der Artikel nicht aufzufassen. Niemals sei vorauszusagen, wie das Ergebnis einer Wahl ausfallen würde. Die Vorschrift des Artikels sei eine politische Vorschrift, sie lasse auch eine Auslegung dem Sinne nach zu. Unter diesem Gesichtspunkt sei zu beachten, daß nicht durch unwesentliche Verschiebungen, etwa durch die Verschiebung eines Mandats, die Landtagswahl für ungültig erklärt werden könne. Der Artikel 34 vertrete die politische Vernunft; er verhindere ein politisches Chaos. Wenn die drei Parteien in den Wahlkampf eingegrißen hätten, so wären sicher nicht alle brei in den Landtag gekommen, ein einzelner Abgeordneter habe im Landtag gar keine Bedeutung. Selbst wenn alle drei Parteien ein Mandat erlangt hätten, wäre dies ohne Einfluß auf die Mehrheitsbildungen. Die drei Parteien hätten keine st raffe Organisationen, selbst die Unterschriften bewiesen nichts, denn es sei nicht sicher, ob auch die Unterzeichner zur Wahlurne gingen. Die Splitterparteien fielen gar nicht unter Artikel 34, da sie gar nicht die Zusammensetzung des Landtags und die Regierungsbildung beeinflussen könnten. Nach Auffassung der hessischen Regierung und nach seiner persönlichen Auffassung seien die Wahlen für gültig zu erklären. Oie Plädoyers. Rechtsanwalt Rohde tritt in seinem Plädoyer der Auffassung entgegen, daß das Urteil sich auf politische Zweckmäßigkeitsgründe stützen müsse. An Hand von Zahlen sucht der Redner die Zunahme der Wirtschaftspartei zu beweisen. Cs dürfe nicht fein, daß das Urteil des Staatsgerichtshofs des Deutschen Reiches durch ein politisch beeinflußtes Urteil umgestoßen werde. Rechtsanwalt Dr. Frank, der Vertreter der nationalsozialistischen Arbeiterpartei, wendet sich ebenfalls gegen die politische Ausdeutung des Artikels 34. Ein einziges Mandat könne unter Umständen für das politische Gefüge eines Staates von großer Bedeutung fein. Ein weiterer Vertreter dieser Partei mit Namen Rings- Hausen weist u. a. auf den wirtschaftlichen Druck hin, den die Unterzeichner des Wahlaufrufs zu erwarten gehabt hätten. Pfarrer Weidner, der Vertreter der Evangelischen Volksgemeinschaft, begründet den späten Termin des Einspruchs seiner Partei mit der Auffassung, daß man geglaubt habe, die Wahlen in Hessen wären ungültig; auf den Plan gerufen fei dann feine Partei durch eine Zeitungsnotiz, worin erklärt wurde, die parlamentarischen Mitglieder des Staatsaerichtshofes wären gegen eine Auflösung des Landtags. In konfessionell gemischten Gegenden hätten sich die Anhänger seiner Partei scheuen müssen, öffentlich ihre Unterschriften auf den Bürgermeistereien zu Idften. Lehrer Greb versucht darzulegen, daß die Evangeliscbe Volksgemeinschaft auf drei Mandate bei den Wahlen hätte rechnen können. Das Urteil. Um 1,30 Uhr zieht sich der Gerichtshof zur Beratung zurück, die gegen 4 Uhr beendet ist. Der Vorsitzende verkündet das Urteil, in dem ausgeführt wird, daß über den Artikel 34 verschiedene Interpretationen möglich seien. Man könne rein zahlenmäßig die Sachlage beurteilen, aber auch eine politische Auffassung sei möglich und dieser wäre der Gerichtshof gefolgt, weil die politische Bedeutung der Wahl nicht zu verneinen sei. Das Urteil lautete dann dahin, daß die Einsprüche gegen die Gültigkeit der Landtagswahlen zurückgewiesen werden. (Demnach wird der Hessische Landtag nicht aufgelöst.) Der hessische StaatsManschlag für 1928. Ein ungedeckter Fehlbetrag von elf Millionen Mark. Bon unserer Darmstädter Redaktion. Der Voranschlag für 1928 ist dem Hessischen Landtag zugegangen. Er schließt mit einem Gesamtbedarf für Verwaltungsausgaben — einschließlich 8Vg Millionen für die Kosten der in Aussicht genommenen Besoldungserhöhung — von 139 163 688 Mk. ab, dem a n laufenden Sinahmen die Summe von 127 951 625 Mk. gegenübersteht. Hiernach bleibt ein zunächst ungedeckter Fehlbetrag von 11212 063 Mk. Diese Ziffern ergeben jedoch kein deutliches Bild über die Entwicklung der hessischen Finanzen seit den letzten Jahren, da der neue Voranschlag, wie erwähnt, einen neuen Ausgabeposten von 81/« Millionen Mark für Besoldungserhöhungen enthält, der bisher nicht vorhanden war (ohne die Ausgabe würde der Fehlbetrag nur 2,7 Mill. Mark betragen gegen 7,3 Millionen Mark im vorjährigen Voranschlag). Andererseits fehlen in dem Voranschlag für 1928 die besonderen Deckungsmittel (Restestock, Reichszuschüsse), die in den vorhergehenden Jahren eine Rolle spielten. Das Finanzministerium gibt in der Begründung des Voranschlags eine Zusammenstellung der Abschluhziffern für die Jahre 1925 bis 1928 und erklärt dann u. a.: „Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich folgendes: Der Anteil des Lan.es an den Reichssteuern st ei g t seit dem Jahre 1926 trotz unveränderter Teilungsziffer, eine Folge zu beobachtender Besserung der wirtschaftlichen Lage im Reiche. Eine etwaige besondere Hebung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Hessen könnte in dem Anwachsen der Steueranteile des Landes vor Aenderung des gegenwärtigen Finanzausgleichs nicht zum Ausdruck kommen. Bekanntlich ist die Teilungszisfer bei der Einkommensteuer Hessens von 2.28 Pro ent in 1922 auf 1,86 Prozent in 1926 zurückgegangen (dazwischen liegt der Rhein- und Ruhrlampf mit seinen verheerenden Wirkungen für die hessische Wirtschaft). Gälte heute noch die frühere Teilungsziffer, dann würde der Qlnieil Hessens allein an der Einkommensteuer 5,7 Mill._ Mk. mehr betragen; auch die Gemeinden ständen entsprechend günstiger, und ebenso würde dieser günstigere wirtschaftliche Zu and nicht ohne Rückwirkung auf andere Landesaogaben und Gefälle bleiben. Deutlicher ist der Zusammenhang zwischen den Fehlbeträgen im Staatshaushalt und dem katastrophalen Rückgang der Steuerkraft des Landes seit dem Jahre 1922 nicht zu illustrieren. Die eigentlichen R e a l- st e u c r n (Grundsteuer und Gewerbesteuer) sind seit Jahren unverändert geblieben; trotz des erhöhten Steue.. cdarfs verbietet sich hier eine Erhöhung. Dic Erhöhung der Sondergebäude st euer beruht — wie überhaupt die ganze Steuer — auf reich sgeetzlichen Entschließungen, wie z. B. Erhöhung der ge etzlichen Miete. Darüber hinaus ist ein Anwachsen der ziffernmäßigen Einstellungen im Staatsvoranschlag darauf zurückzuführen, daß der Staat seit 1926 den gesamten, auf den Wohnungsbau entfallenden Teil der Steuer (also auch den Gemeindeanteil) erhebt und in Einnahme und Ausgabe durch seine Rechnung lausen läßt. Läßt man die in Aussicht stehende Erhöhung der Beamtenbesoldungen außer Betracht, da sie nach dem Vorgehen des Reiches eine alle Länder gleichmäßig berührende zwangsläufige Maßnahme bedeutet, für die alle Länder einen entsprechenden Ausgleich vom Reiche erwarten, so bleibt immer noch ein ungedeckter Fehlbetrag im Staatshaushalt bestehen. In dem Maße, in dem sich die Steuerkraft des Landes — gemessen an dem Verhältnis zu den übrigen deutschen Ländern und an der Vergangenheit — wieder dem normalen Zustande nähert, wird das Land auch wieder in die Lage kommen, seine staatliche Existenz aus eigener Kraft aufrecht zu erhalten, namentlich, wenn auch der bevorstehende endgültige Finanzausgleich den Lebensbedürfnissen der Länder — oder besser gesagt: den Bedürfnissen kultureller und sozialer Art, die den Ländern obliegen — mehr Rechnung trägt. Daß zur Erreichung dieses Zieles zugleich strengste Sparsamkeit im Staatshaushalt notwendig ist, bedarf keiner besonderen Hervorhebung, es ist das auch von feiten der Regierung ost genug betont worden. Die Regierung selbst läßt es an diesem Streben nach Sparsamkeit nicht fehlen. Nach dem geradezu rigoros durchgesührtssn Personalabbau sucht sie die laufenden Ausgaben des Staates in einer fast kleinlich anmutenben Weise nieder- zuhalten. Waö noch bleibt, das ist die Prüfung der Frage, ob auf dem Wege derOrgani- fation der Staatsbehörden und der Beschränkung der S t a a t s a u f g a b en nennenswerte Ersparnisse ohne Gefährdung wichtiger staats- und bevölkerungspolitischer Interessen zu erzielen sind. Neben den Vorschlägen des Finanzministers sind hier noch die Qln- regungen zu erwarten, die sich aus der im Auftrage der hessischen Regierung zur Zeit stattfindenden Prüfung der Staatsverwaltung durch den Reichssparkommifsar ergeben. Regierung und Landtag werden sich tn der neuen Landtagsperiode vor ernste und weit- tragende Beschlüsse gestellt sehen." Oie Verwaltungsreform in Thüringen. Die Uebcrtragung der Lteuerverwaltung auf das Reich. Weimar, 31. Jan. (WB.) Der Landtag von Thüringen verwies heute das Gesetz über dieUebertragung der S t e u e r v c r w a l- tung a u f das Reich an den Haushalts- ausschuß. Da das Finanzministerium den Landtag in einem Schreiben bat. das Gesetz schnellstens im Ausschuß zu erledigen, damit es s ch o n am 1. April in Kraft treten konnte, erledigte der Haushaltsausschuß bereits heute nachmittag in erster Lesung die Gesetzesvorlage, die bei Enthaltung der Sozialdemokraten gegen die Kommunisten angenommen wurde. Sine Anfrage der Sozialdemokraten, ob das Gesetz nicht versassungsändernd M, so daß eine Zweidrittelmehrheit zu feiner Gültigkeit notwendig sei, verneinte die Regierung. Der Ausschuß wird am Freitag die zweite Lesung vornehmen, sodaß die 'Verabschiedung vor dem Landtag noch in diesem Monat erfolgen kann. Oer Kampf gegen die Splitterparteien. Aenderung des Wahlgesetzes noch in diesem Reichstag. Nachdem die Regierungsparteien im Reichstage mit dem Reichsinnenminister Dr. v. Keudell über die Maßnahmen beraten hatten, die im Kampfe gegen die Bildung von Splitterparteien anzuwenden wären, haben abermals Besprechungen der Führer aller Reichstagsfraktionen mit Ausnahme der Kommunisten und Völkischen über das gleiche Thema stattgefunden. Allseitig wurde habet zum Ausdruck gebracht, daß das Splitte r p a r t e tun w e se n eine Gefahr für den ganzen deutschen Parlamentarismus bildet. Die Auffassungen über die Gegenmaßnahmen sind sich sachlich näher g: kommen, so daß damit gerechnet werden kann, daß der Reichstag noch vor den Neuwahlen entsprechende Aenderungen des Wahlgesetzes durchführen wird. Die Idee, den amtlichen Einheitsstimmzettel abzuschaffen, ist vorläufig fallengelassen worden, neuerdings gehen vielmehr die Bestrebungen dahin, die Maßnahmen, die einzelne Länder bereits gegen die Splitterparteien eingeführt haben, die aber wegen der fehlenden verfassungsmäßigen Grundlage vom Staatsgerichtshof beanstandet worden sind, nunmehr verfassungsmäßig zu sanktionieren. Das würde bedeuten, daß in Zukunft Wahlvorschläge nur noch eingereicht werden dürfen, wenn eine bestimmte Zahl von Unterschriften dafür vorhanden ist und außerdem eine Kaution gestellt werden kann, die vermutlich wenigstens so hoch sein mühte, daß die Stimmzettelkosten damit gedeckt werden können. Die Fraktions- und Parteiführer werden im Laufe dieser Woche die Verhandlungen über diese Angelegenheiten fortsehen. Oie Rechisangleichung Vorbereitung des wirtschaftlichen Anschlusses Oesterreichs Wien, 31. San. (WTD.) Der österreichische Iuftizminister Dr. Ding Hof er gewährte dem Korrespondenten der „Heuen Freien Presse" eine Unterredung, in der er u. a. ausführte: natürlich ist die Einführung eines gleichen Strafgesetzbuches in Deutschland und Oesterreich nur ein erster Schri11 auf dem Wege der Rechtsangleichung. Wir sind ent» schlossen, auf diesem Wege weiterzugehen, und die Vorbereitungen dazu sind bereits im Gange. Wir beabsichtigen insbesondere, die Angleichung auf dem Gebiete des Wirtschaftsrechts zu vollziehen, und wenn einmal das gemeinsame Strafrecht vollendet sein wird, werden wir wohl zunächst die Ausarbeitung eines gemeinsamen Wechsel r e ch t s unternehmen. Auf dem Wege der Rechtsangleichung liegt ferner die Aenderung der Vestimmungen über die Staatsangehör i g t e i t in beiden Ländern. Auch auf diesem Gebiete finden bereits vorbereitende Arbeiten statt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der A n s ch l u h g e d a n k e sich in der österreichischen Bevölkerung immer mehr vertieft. Die Friedensverträge verbieten nur den politischen Anschluß, nicht aber den wirtschaftlichen. Cs gibt Möglichkeiten, die wirtschaftliche Annäherung zu vollziehen, ohne daß Oesterreich seine Selbständigkeit ausgibt, zu deren Aufrechterhaltung es slch verpflichtete. Ich kann mit aller Bestimmtheit erklären, daß niemals irgendein österreichischer Abgeordneter einer wirtschaftlichen Kombination zustimmen wird, die eine Spitze gegen Deutschland hat. $ür eine rasche Entscheidung über das Schulgesetz. Berlin,!. Febr. (prio.-Iel.) Die Zentrumsfrak. tion des Reichstags will, wie laut „vosf. Zig." von Zentrumsseite versichert wird, die Entscheidung über das Schulgesetz so rasch wie nur irgend möglich herbeisühren. Die Fraktion des Zentrums hat ihre Forderungen für die Frage der Aufrechterhaltung oder Beseitigung der Simultanschulen formuliert, und diese formulierten Anträge dem Reichskanzler zu dem Zweck übergeben, daß er sowohl im Kabinett die Angelegenheit erörtert und klärt, wie auch mit den Parteiführern der Regierungsparteien recht bald Fühlung nimmt. Diese Fühlungnahme des Reichskanzlers dürfte, wenn nicht heute, so doch spate st en s morgen erfolgen. Wirischastsdebatte im Haushaltsausschuß. Die Konkurrenz der Monopolbetriebe. — Die Aufwertung der Berfichernngen. Berlin, 31. Jan. Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte die allgemeine Aussprache über den Haushalt des Reichswirtschaftsministeriums fort. Abg. Drewitz (W. Vgg.) stimmte dem Antrag auf 100 0U0 Mk. Zuschuß für das Institut für deutsche Handwerkswirtschaft zu, fordert aber Erspar» nisse bei den Kosten für den Nachrichten- dienst der Enquete und Statistik. Reichswirtschaftsmini st er Dr. Cur- ti u s ersuchte dringend, den Vorschlägen des Abg. Drewitz nicht zu folgen; damit werde gerade der Wirtschaft, der doch die Wirtschaftliche Vereinigung dienen wolle, kein D i e n st geleistet. Insbesondere solle man keinesfalls beim wirtschaftlichen Nachrichtendienst Abstriche vornehmen, den sein Ministerium gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt auf das sparsam st e eingerichtet habe. Das gleiche habe zu gelten für die für das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit in Höhe von 1,2 Millionen an- geforberten Mittel. Er bedauere, daß hier der Reichswirtschastsminister nicht in der Lage sei, dem amerikanischen Beispiele folgend ganz erheblich höhere Summen zur Verfügung zu stellen. Dort gebe man viele hunderte von Millionen für diese Zwecke aus, und zwar mit Erfolg. Abg. von Raumer (D. D.) wendet sich gegen den Abg. Drewitz. Dieser gehe von Geschäften ohne Buchführung aus. Die Statt st i k sei aber D i e Buchführung der Volkswirtschaft. Abg. Sonne r (Zcntr.) ersucht, die im Reichs» wirtschastsrat verabschiedete Handwerkernovelle bald dem Reichstage zuzuleiten. Redner bringt den schädlichen Wettbewerb zur Sprache, den öffentliche Monopolbetriebe und die Reichswehr dem Handwerk bereiten, nämlich den B u ch d r u ck e r e i e n. ferner den Schneidern und S ch u h m a ch e rn. Man vergleiche Erzeuger und Verbraucherkreis, vergesse aber die Zw i s ch e n st e 11 en, die Frachtspesen, die Steuern und Abgaben völlig Der Proletarisierung des Handwerks müsse entgegengetreten werden. Genehmigt wird eine deutichnationale Entschließung, die Berufsbezeichnung „Baumeister" und gleichzeitig die Berufsbezeichnung „Architekt" für das Reich einheitlich zu regeln und zu schützen. Abg. Dr. Rademacher (Dn.) fragt, wie es mit der Aufwertung der Versicherungsbeträge stehe. Präsident des Reichsaufsichts- ? lirPrivatversicherung Käs» ' e l schildert die Schwierigkeiten, die für die Aufwertung der Versicherung bestehen. Er werde gern dazu beitragen, die Versicherungsgesellschaften zu schnellerer und zu nicht gar zu vorsichtiger Arbeit zu veranlassen. ®r ^gerechnet mit einer Auswertung von 12 bis 16 Proz. im Durchschnitt. Bei einzelnen Versicherungen würde es weniger sein. Ein neuer Maulkerberlaß im besetzten Gebiet. Speyer. 31. Ian. (WD.> Unter Bezugnahme auf einen angeblichen Zwischenfall, der fid) gelegentlich eines Vortrages des deutsch-ostafri» kanischen Truppenführers General v. Lettow- Vorbeck in Speyer ereignet haben soll wurde der Regierung in Spever vom Vochem den der Interalliierten Rheinlandkommission mitgeteilt, daß aHe "Borträge Lettow°Vor becks im besetzten Gebiete auf Grund der Ordonanz 308 Titel 6 Artikel 19. wonach alle Lichtbildervorsührungen verboten sind, u n » tersagt werden, da sie geeignet seien, die Sicherheit und Würde der Besatzungstruppen zu gefährden. Der angebliche Zwischenfall hatte bei Rachprüfung durch die hiesigen französischen Stellen diesen keinen Grund zum Einschreiten gegeben. Oer englisch-amerikanische Oelkrieg. Friedensfühler. Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers". Berlin, 1. Febr. Die Preiskämp^e zwischen den englischen mid amerikanischen Oel- gesellschaften, die namentlich im Orient mit Hilfe des russischen Oels geführt wurden. haben bisher für die englischen Gesellschaften schwere Verluste im Gefolge gehabt. Auch die Amerikaner haben viel Geld eingebüht. Man spricht von etwa 50 Mill. Mk., die die Engländer verloren haben, und von 13 Millionen, die die Amerikaner abbuchen mußten. Die Zuspitzung des Kampfes hat anscheinend die englische Shell-Gruppe veranlaßt. Fr ie- densfühler nach dem amerifanifüjen Kontinent hin auszustrecken. Ihr Leiter. Deter -- ding, ist nach Reuyork abgereist, um dort mit Walter Teagle, dem Vorsitzenden der Standard Oil of Rew Jersey, über die Möglichkeiten eines friedlichen Wettbewerbes und der Ausschaltung verlustbringender Preisunterbietungen zu sprechen. Teagle hat schon im vorigen Jahre gezeigt, daß er einer Verständigung nicht abgeneigt ist. Ihm wurde aber von der Standard Oil of Rew Vork, einer Tochtergesellschaft des Rew Ierseyer Unternehmens, mit den Rußland-Verträgen ein Strich durch die Rechnung gemacht. England war darüber derart empört, daß die Europareise Teagles nicht nur ergebnislos verlief, sondern die Engländer sogar androhten, russisches Petroleum, das von den Amerikanern verkauft wurde, als gestohlenes beschlagnahmen zu lassen. Daraus entwickelten sich dann die heftigsten Preiskämpfe zwischen Engländern und Amerilanem, bei denen sich die amerikanischen Gruppen als die stärkeren zeigten. Ausschlaggebend für eine Einigung ist natürlich die Einstellung der Amerikaner zum russischen Oel. Halten sie an ihren Verträgen mit der Sowjetregierung fest und wollen sie weiterhin den Engländern im Orient Konkurrenz machen, dann wird der Kriegszustand so rasch kein Ende finden. Lin neuer Konflikt in der Regiermgskoaötion. Scharfe Angriffe des Zentrumsabgeordneten Lllihka gegen den Deutschnationalen von Zreytag-Lonnghoven in der außenpolitischen Debatte des Reichstags. Berlin, 31. Jan. Die Aussprache über den Etat des Auswärtigen Amtes wird fortgesetzt. Abg. Ulitzka (Zentr.) beschäftigt sich mit der gestrigen Rede des deutschnationalen Abgeordneten o. Frey- tag-Loring Hoven und erklärt dazu: Die Kritik der Außenpolitik in dieser Rede ist im Ausmaß und in der Form nicht vereinbar mit der Zugehörigkeit zur Regierungskoalition. Welchen Eindruck muß solche Kritik auf die Staaten machen, mit denen wir Verträge abgeschlossen haben und mit denen wir zusammen im Völkerbund sitzen. (Hört! Hört! links und in der Mitte.) Ihr Verhallen, Herr v. Freytag-Loringhoven, ist geeignet, uns um jeden politischen Kredit im In- und 'Auslande zu bringen. (Große Bewegung. stürmische Zustimmung links und in der Mitte.) Ls bedeutet eine glatte Desavouierung der Politik des Außen- Ministers. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum. hört! hört! Rufe links.) Wie steht angesichts einer solchen Aeuherung eines Koalitionsmitgliedes unser Minister da vor den Staaten, vor denen er die Regierungspolitik vertritt. Vor allem aber muß ich den deutschnationalen Redner fragen: Wie bringen Sie Ihre Aeuherun- gen in Einklang mit den Richtlinien, aus die sich bei der Bildung des jetzigen Kabinetts Ihre Fraktion ausdrücklich verpflichtet hat? (Sehr gut! links und im Zentrum.) Unter lauten Höxt-Hört-Rufen verlieft der Redner aus den Richtlinien die Stellen, in denen sich alle Regierungsparteien zum Fe st halten an der Locarno Politik verpflichten. Er fährt dann fort: Da Abg. v. Freytag als offizieller Vertreter seiner Fraktion gesprochen hat, ergibt sich für die deutschnationale Fraktion die Notwendigkeit einer Erklärung, ob ihre Auffassung mit den Aeußerungen dieses Redners übereinstimmt. Ich kann das Befremden darüber nicht unterdrücken, daß die deutschnationale Fraktion, die Herr von Freytag doch besser kennen muß als wir (Heiterkeit ), ihn als Redner vorgeschickt hat. Er hat a u ch bei seinen Fraktionsfreunden mit seiner Rede keinen Beifall gefunden, aber das genügt nicht. (Heiterkeit.) Wir müssen als Regierungspartei von den Deutschnationalen eine Erklärung zu dieser Rede verlangen. Das sind wir uns selbst, dem Volke und den Staaten schuldig, mit denen mir durch Verträge verbunden sind. (Leb- haster Beifall im Zentrum und links.) Der Redner erklärt dann, unsere Verständigungspolitik wird gehemmt durch die Zustände, die durch die Grenzziehung im Osten entstanden sind. Der polnische Korridor führt zu unhaltbaren Zuständen. Die Ansprüche, die Polen an die freie Stadt Danzig stellt, sind unvereinbar mit der Stellung einer freien Stadt. Ganz besonders schädlich wirkt die A u s- einanderreißung Oberschlesiens durch eine unnatürliche Grenzziehung. Das Zentrum wunsck)e freundschaftliche Beziehungen zu dem polnischen Nachbarstaat, müsse aber eine Respektierung der deutschen Minderheitsrechte verlangen. Abg. v. Rheinbaben (DV.): Die Rede des Abgeordneten v. Freytag-Loringhoven sei problematisch gewesen. Ich kann mir nicht denken, so er- llärt der Redner, daß die Deutschnationale Volkspartei als ganze? die Thesen dieses Redners so hinnehmen kann. Meine politischen Freunde werden abwarten, ob sich dazu noch ein anderer deutschnationaler Redner äußert. Die Zusammensetzung der jetzigen Regierung hat keineswegs zu einer Verschlechterung der deutsch-französischen Beziehungen geführt. Es ist also eine parteipolitische Klopfsechterei, wenn behauptet wird, nur eine Regierung ohne deutichnationale Beteiligung könne eine deutsch-französische Verständigung erreichen. (Abg. Dr. Breitscheid (S.): Sie vertreten hier wohl die Deutschnationalen?) Die franzöfifche Regierung will offenbar die Rheinlandräumung nur gegen finanzielle Vorteile gewähren. Die Bilanz der bisherigen Locarnopolitik ergibt eine tiefe L n t t ä u f ch u n g. So lange die Rhein- landbesetznng fortbesteht, gibt es k e i n e Locarnopolitik und kann es keine Locarnopolitik geben. In der Abrüstungsfrage müssen wir Parität verlangen, nachdem wir selbst vollständig abgerüstet haben. Wir wollen nicht den Krieg als Mittel der Auseinandersetzung zwischen den Völkern, rücken aber weit ab von jenen Pazifisten, die mit ihrer Agitation unseren Gegnern Argumente liefern. Abgelehnt werden muß der immer wiederholte Versuch, Deutschland zu immer neuen Konzessionen unter dem Deckmantel der Sicherheiten zu zwingen. Das deutsche Volk muffe seinen Blick nach O st e n richten, dort sei eine Grenz revision nicht zu oermei- ■> e n. Seine Partei erstrebe diese Revision auf friedlichem Wege. Gegenüber paneuropäischen Plänen seien fein- Freunde skeptisch. Die Umrisse des Deutschlands von morgen würden allmählich sichtbar: im Westen Freiheit von Rhein und Saar, im ■jften Grenzrevision und stabile Verhältnisse zwi- 1 lchen Deutschland und Polen, später der Anschluß Oesterreichs, dazu Deutschland in politischer und militärischer Gleichberechtigung, eingeordnet in den großen Prozeß des friedlichen Neuaufbaus Europas. Abg. v. Li ndeyner-Wildau (Dn.) erklärt zu den Ausführungen des Abg. TUihka: Wir müssen uns das Recht Vorbehalten, selbst zu bestimmen, was und von wem wir in der Debatte Erklärungen abgeben lassen wollen. Rur um zu verhindern, daß durch die objektiv unrichtige Kritik des Abg. lllihka ein verzerrtes Bild im In- und Auslande entsteht, will ich im Rainen meiner Fraktion dazu einige Ausführungen machen. Abg. Ulitzka hat in der Rede des Abg. v. Freytag einen Verstoß gegen die auch von uns anerkannten Regierung s richt- linien gesehen, die besagen: Verständigungspolitik auf der Basis der Gegenseitigkeit und Gleichberechtigung, Anerkennung von Locarno und loyale Mitarbeit im Völkerbund. Blcin Parteifreund hat vor einiger Zeit ganz klar unser Bekenntnis zur Verständigungspolitik abgelegt Diese Feststellung soll unfern Rednern aber nicht das Recht nehmen, über die Methoden der Verständigungspolitik seine eigenen Anschauungen unter Umständen auch in kritischer Form zu vertreten. (Lachen links.) Abg. o. Freytag Hot ntfr die Zweifel, die der Außenminister an dem Verständigungswillen des westlichen Nachbarn äußerte, in verschärfter Form aufgenommen, so daß feine Ausführungen eine wertvolle Ergänzung der Ausführungen des Ministers find. (Lachen links und Rufe: „Gott schütze ihn vor seinen Freunden!") In den Richtlinien haben wir die Locarnopolitik und die Völkerbundsmitgliedschaft anerkannt Graf Westarp hat aber schon bei der Regierungsbildung erklärt, daß wir uns das Recht Vorbehalten, an dem, was diesen beiden Vorgängen vorausgegangen ist, historische Kritik zu üben. Ich kann also nicht anerkennen daß die Ausführungen des Abg. v. Freytag irgendwie gegen das gemeinsame Regierungs- Programm der derzeitigen Regterungskoaliton verstoßen hätten. Frau Dr. Bäumer (Dem.) erklärt: Die Opposition sei in der eigentümlichen Lage ein aufrichtigerer Anhänger der Richtlinien zu sein, als ein Teil der Regierungsmehrheil. Es könne nicht geleugnet werde.:, daß nicht nur bei uns, sondern bei allen aufrichtigen Vertretern der Dölkerbundsidee eine tiefe Entrüstung über bie Entwicklung der letzten Jahre herrsche be» sonders hinsichtlich der Abrüstung. Der nachdrücklichen Betonung der Anomalie zwischen Rheinlandbesehung und Locarnovertrag durch den Außenminister schließen sich die Demokraten durchaus an. Wenn Briand neulich die Frage der Rheinlandräumung nicht als aktuell bezeichnet habe, so müsse betont werden, daß sie für uns keinen Augenblick aufhöre, ak° tne 11 zu sein. Auch die Minderheitenfrage gehöre in das Gebiet der geistigen Abrüstung. Kulturpolitik solle nicht Train, sondern Vorstoß- trupp in der Außenpolitik sein. Der Zwischenfall beigelegt. . Berlin, 1. Febr. (Priv.°Tel.) Zu der gestern im Reichstag ausgetretenen Kontroverse zwischen dem deutschnationalen Abg. Freiherrn v. Freytag-Loringhoven und dem Zentrumsabg. Lllitzka erklärt die , K r e u z»Z e i t u n g", daß die Form, in Der Alihka von Dem deutschnationalen Koalitionspartner „Erklärungen" verlangte, allgemein als bewußte Brüskierung Der Deutsch- nationalen habe empfunden werden müssen. Das Blatt sagt zum Schluß: Wir können uns Dem ©mDrud nicht mehr verschließen, als ob das Zentrum hinsichtlich Der zur Zeit bestehenDen Koalitionsverhältnisse nicht mehr guten Wille ns ist. Auch für Die Deutschnationalen beginnt sich Damit selbstverstänDlich Das Verhältnis zur Koalition zu verschieben. Schon die Rücksicht auf ihre Anhänger im Lande macht e£ erforderlich, so oder so eine Reinigung Der Atmosphäre herbeizuführen. — Eine ruhigere Auffassung kommt in Der „Deutschen Tageszeitung" zum Ausdruck, die zwar an Den Ausführungen Ulihkas sowohl was Die Form als auch Die Sache anbetrifft, Kritik übt, jeDoch nicht Derartige Folgerungen Sieht wie die „Kreuz-Zeitung". - Die „Tägliche Rundschau" bezeichnet zwar einen Derartigen Konflikt innerhalb der Koa- litionsparieien als zur Zeit außerordentlich unerwünscht, spricht aber davon, daß man Den Zwischenfall als beige legt betrachten könne. Ob aber Gras Darüber wachsen wird, so schreibt das Blatt weiter, ist bei dem gegenwärtigen Zustand Der Koalition doch wohl etwas zweifelhaft. — Auch die „Germania" erklärt Den Zwischenfall für erlcDigt, fügt jeDoch hinzu: Es wäre besser gewesen, wenn die Deutsch- nationalen einen anderen Redner borge» schickt und Damit das unerquickliche Zwischenspiel überhaupt vermieDen hätten. Der Bor- i stand Der Zentrumsfraktion sieht Diesen Zwischen- 1 fall ebenfalls als erledigt an, nachdem in Der Rede des Abg. v. Lindeiner-Wildau (Dn.), Die nach den Bemängelungen Des Abg. Ulitzka (Zentr.) gehalten tourDc. Die Deutschnationalen erklärt haben. da.ß sie an Den Drei wichtigsten Punkten Der Außenpolitik, Mitarbeit am Völkerbund, Locarnopolitik und insbesondere Verständigung mit dem westlichen Rachbar sestzu- halten gewillt sind. Aus aller Welt. Trauerfeier für Richard Weber. In Kassel fand die Trauerfeier für den am Freitag verstorbenen Herausgeber der „K a s feier P o st", Richard Weber statt. Anwesend waren u. a. außer den Angehörigen Oberpräfibent Dr. Schwander, Landeshauptmann v. Gehren, Oberbürgermeister Dr. Stadler, Bürgermeister Dr. Lahmeyer, Vertreter der Stadtverordneten- Dcrjammlung, des Hauptvorstandes des Zeitungsoerlegeroereins, sowie der Kreisring Mitteldeutschland, weiter Vertreter der verschiedenelz Organisationen des Zeitungsgewerbes und eine zahlreiche Trauergemeinde. Pfarrer Stein hielt die Gedächtnisrede. Nach der offiziellen Feier versammelten sich alle mit dem Beruf mit Richard Weber verknüpften Leidtragende in der Kapelle zu einer Weihestunde. Herr von Zweck (Dessau) widmete dem Verstorbenen namens des Zeitungsverlegeroereins einen Nachruf. Schriftleiter Walter von der „Kasseler Post" sprach dann von der engen Gemeinschaft Webers mit seinen sämtlichen Mitarbeitern. Bürgermeister Petersen. Der Herr Reichspräsident hat dem Bürgermeister und Präsidenten des Senates der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Petersen, zu seinem heutigen 6 0. Geburtstage telegraphisch seine Glückwünsche ausgesprochen. Der Bergmannsche Lombardschwindel. Unter dem Verdachte, an den Schwindelmanövern des Lombardhauses in der Passage beteiligt zu fein, wurde die Gattin des Geschäftsinhabers, Frau Charlotte Bergmann in Berlin, verhaftet. Sie war zur Zeit der Verhaftung ihres Mannes zusammen mit dem 31 Jahre alten Kaufmann Willi Kraatz, der ebenfalls in den Bergmannschen Geschäften tätig gewesen ist, in d e r Villa Bergmann in Garmisch-Partenkirchen. 2luf die telegraphische Nachricht von der Verhaftung ihres Mannes hin war sie nach Berlin abgereift und hatte in einem Hotel in der Mittelstraße, das ihrer Mutter gehört, Wohnung genommen. Kraatz, der ebenfalls verhaftet werden sollte, war mit dem Bergmannschen Auto mit unbekannter B e - st i m m u n g von Partenkirchen abgereift. Unterwegs ist es ihm gelungen, sich einen anderen Wagen zu beschaffen, mit dem er in Berlin ankam, wo er in der Nähe seiner Wohnung bann von Beamten erkannt wurde. Da Der Verhaftungsbefehl vom Untersuchungsrichter ausgegangen war, hat man Kraatz in das Untersuchungsgefängnis zu Moabit eingeliefert. Skandal bei der Zugfpihbahn. Auf Grund einer Anzeige des gegenwärtigen Gemeinderates von R e u t t e verfügte die Staatsanwaltschaft die Verhaftung des Präsidenten der Zugspitzbahn A.»G. Dr. Stern, des Altbürgermeisters von Reutte, Dr. Sichret-- te r, und des Schwagers des Dr. Stern. Hilde» bert Knittel. Dr. Schretter und Knittel sind in Llntersuchungshaft genommen, während man den Aufenthaltsort Dr. Sterns nicht kennt. Oie Wetterlage. Mren-tns.- w <3 irdein. 3t O Parts & jV ■o ;d ah sich nach kurzen Verhandlungen die Parteien eus dem Doden der Weimarer Koalition wiederfinden würden. Wenige Tage rach den Wahlen veröffentlichte Finanzminister Henrich jedoch eine vielbeachtete Detrachtung kiber das Wahlergebnis, in der zu den Möglichkeiten der Koalitionen Stellung genommen wurde. Eine reine Arbeiterregierung, eine Vür- gerblockregierung, eine Kleine Koalition, und eine Trohe Koalition wurden in den Kreis der Erörterungen gezogen; dabei ist bemerkenswert, 2ah die Kleine Koalition unter Zuziehung der Deutschen Volkspartei noch nicht einmal erwähnt var, so fern lag sie dem Gesichtskreis des Ainanzministers. Er wollte die Parteien für den Gedanken gewinnen, zunächst ein Sparprogramm aufzustellen, dann erst sollten sie an (die Verhandlungen zur Regierungsbildung herantreten. Etwa um den 20. Rovember herum kam die Aussprache darüber mehr in Fluh. Der Z e n» tru ms presse war zu entnehmen, dah die Partei nur dann gewillt sei, in die Weimarer Koalition einzutreten, wenn ihre kulturpolitischen Wünsche erfüllt und ihre Forderungen bei Besetzung von Remtern berücksichtigt würden. Rus den Blättern der Sozialdemokratie war zunächst nur herauszulesen, dah man keine Gröhe Koalition wünsche. Landesausschuh und Landesvorstand der Sozialdemokratischen Partei traten dann in Frankfurt zusammen, um zu der politischen Lage Stellung zu nehmen; es wurde verlangt, dah der soz. Partei als der weitaus stärksten Fraktion, auch im neuen Landtag eine ausschlaggebende Stellung eingeräumt werde. Die Folge dieser Erklärung war ein Machtkampf zwischen Zentrum und Sozialdemokratie, den das Zentrum sehr siegessicher antrat, weil es aus den Wahlen durch zwei Mandate gestärkt hervorgegangen war. Die nächsten Tage brachten Beratungen der Landtagssraktionen, die neu gebildet wurden und ihre Vorsitzenden wählten; die eigentlichen Verhandlungen kamen dadurch etwas ins Stocken. In der Presse stand während dieser Zeit | immer die Frage: Weimarer Koalition oder Gröhe Koalition? zur Erörterung, bis dann in diese Theorien insofern eine Klarheit gebracht wurde, als am 30. Rovember die Sozialdemokraten mit ihrer Forderung nach dem Innenministerium vor die Oeffentlichkeit traten und in Verbindung damit die sogenannte Demokratisierung der Verwaltung verlangten, jedoch erklärten in der Schul- frage keine Zugeständnisse machen zu wollen. Diese Forderungen wurden als Lebens- iragen für die Partei bezeichnet. In der Oeffentlichkeit war man ziemlich allgemein der Meinung, dah das Zentrum in den Verhandlungen mit der Sozialdemokratie das Innenministerium, das bisher mit Minister Kirnberger (Zentrum) besetzt war, preisgeben, und auch die Politisierung der Verwaltung zugestehen werde, wenn nur seine kulturellen und personellen Forderungen erfüllt würden. 2n der ersten Dezemberwoche fanden hierüber zwischen den beteiligten Parteien Be- 1 sprechungen statt. Wohl um den Unterhandlung - gen mehr Rachdruck zu verleihen, traten am > il. Dezember in Densheim an der Bergstraße ® sozialdemokratische Parteifunktionäre zusammen wnd verlangten nachdrücklich die Besetzung des Innenministeriums durch einen Dertreter ihrer Partei, ferner die Demokratisierung der Derwal- hmg und die Ablehnung jeden Zugeständnisses V. H. C. gewählt wurden. Es werden etwa 1000 V. H. C.er zu Der Tagung hier erwartet. Die Stadtverwaltung und die Leitung des benachbarten Bades Salzhausen bringen der Veranstaltung großes Interesse entgegen und werden alles tun, um sie zu einem vollen Erfolg zu gestalten. Kreis Alsfeld. = Ober-Ohmen, 31. Jan. Dieser Tage fand hier eine stark besuchte Versammlung statt, hie sich mit hem B a h n b a up r o j e kt Mücke—Hlrich st ein — Rixfeld (Lauterbach), dem sog. Ohmtalbahnprojekt, beschäftigte. Revierförster H a n f u 11 • Ober-Ohmen legte die Vorteile dieses Projektes Dar und würdigte auch die verschiedenen anderen Vogelsbergbahnprojekte, von denen aber nur das Ohmtalprojekt Aussicht auf Erfolg ljabe. Nach längerer Aussprache, in her alle Redner für das Ohmtalprvjekt eintraten, wurde ein Arbeitsausschuß gebildet, her sich für hie Verwirklichung dieses Projektes einsehen soll. Vorsitzender dieses Ausschusses ist Revierförster H a n f u 11 - Ober- Ohmen. Der Vorstand des Ausschusses soll mit allem Nachdruck bei den in Frage kommenden Stellen für Die FörDerung Des Projektes eintreten. — Lehrer SommerlaD von hier über- fieDelt in Den nächsten Tagen nach Dutenhofen (Kreis Offenbach), wo er Die Dortige Lehrerstelle übernimmt. Er hat S1^ Jahre lang in erfolgreicher Weife an her hiesigen Schule gewirkt. Der Gesangverein „Sängerluft", dessen Gründer und Dirigent er war, bereitete ihm eine herzliche Abschiedsseier unb ernannte chn zum Chrendirigenten. Doch ein rätselhafter Vries. In dieser Woche lief wieder ein Brief ein. Wer löst das Rätsel? fa kxx8eiA.jti.xLtv 11004 'ÜttfcJh -tyun» tE ■ iUMMruaL UidlL (^au. (I Run wird der Briefschreiber dringlicher: ’Vtäjlxfclu.&i, unAWü&ua. - / cLai» IlM^^uidcdJLeiL tÄi-1 Was soll man nun gar von dem sonderbaren Schlußsatz halten? CuJuJm iw.. TkrtO- AutftL i MuJexi, ajtkL 4wLtidütt- (uZcfii ul __Uio _ fällen hin und Dcl ycu)ortcu, krank unh ben Tod vor Augen, aber immer wieder hem „ Geben“ zugetan, das „andere" von sich wegschiebend mit Projekten. Gesprächen und einer kühlen Philosophie, die mohammedanisch sein könnte, wenn sie nicht so ungemein österreichisch wäre, bann unb wann sogar mit einem nordischen Einschlag — „Ibsen im Wienerwald". Man zögert, man wendet die Worte hin unb her, ehe man sich auszusprechen zwingt, daß eine leichte Enttäuschung zurückblieb. Man wird unS nicht mißverstehen: Bassermann spielt dieS alles gut, so gut wie es außer ihm gewiß npr sehr wenige heute in Deutschland spielen können; da bleibt keine kleinste Lücke, nichts noch so verschleiert zu Sprechendes, nichts zwischen ben Zeilen und hinter ben Worten, kein noch so blasser Schatten einer matten Gefühlsäußerung — nichts von dem allem, bas nicht erfaßt, geformt, gestaltet, fühlbar gemacht wurde. Man bewundert nicht nur ben fabelhaften Tviletten- wechsek (wie bei einer Diva), man betounbert Die Beherrschung bes immer noch sprühen, süddeutsch gefärbten Organs, das diesem Schauspieler anfangs so viele Schwierigkeiten bereitet hat. Bassermann ist ein Künstler, dem man nachrühmt, er könne alles spielen. Er kann also auch diesen Herrn von Sala spielen, und er macht das so, daß alle mitgehen und zuhören, was sonst, bei einem andern, sicher nicht alle tun würden. Aber die ganze schauspielerische Intensität, bei ihm zu Gebote steht, vermochte sich an biefer schwachen, halben, weichlichen unb passiven Gestatt nicht zu entzünden. Bassermann ist einer der männlichsten Schauspieler, die wir besitzen, und deshalb wundert man sich, warum er sich gerade dieses Stück mit dieser Rolle ausgesucht hat. Deshalb wünscht man zuletzt, ihn in einem andern Stück gesehen zu haben, in Der „Frau vom Meere", Die auch auf Dem Programm steht. Deshalb bleibt eine leise Enttäuschung zurück. Das Ensemble, das Bassermann sich mitgebracht hat, ist durchschnittlichen Ranges; herauszuheben wären Frau Else Bassermann, die die Schauspielerin Irene Herms gibt, und Carola Wa g n e r als die hoffnungslose junge Johanna. — Bassermann wurde nach Dem letzten Akt vom begeisterten Parkett viele Male heraus-, geklatscht. — y— & ipöffl ü gtoiwin 6 entdeckend IdjntM haw Etliche Embch- „Äe tragen Hrckntemen. _ IW " iü4 schnell em> ^Holz lui den 5 Mttehausen j schriftliche N 17 St. Fichte 50 St Fichte 68 St Fichte 41 St Fichte 19 St Ficht' 10 St Fichu 4 6t. Ficht' 1 St Ficht' 1 St. Ficht' 57 St. Kiese 214 St. Kiese 51 St. Kiese 10 St Kiese Da» Hotz geböte sind b L 3„ nachmiill Stelle tinjure blngunatn, mi (fmrcittjunfl de ocsehen werden selben vor bei Dir Zahlung Allettshausi hessische 8Ü di ff&t «ff* i*®* 2 l feg «Uten rch A Networth'e sine". KW litt twrtnc , fMn W# iTflt er ßch. PS"« Sw? W Jreitag, l tofl» 11 Uhr, der Gemeind hohenwald, des Hotz vers, Stämme. Firn la-Klasse 4 Derbstangen. 3,60 hn, 3.! Reisslängen. 4,48 fm, ö «Klasse 27< Stück, 0,54 »WnüppeL Fichte: Ur echciter. 93ud Fichte 6 rm »nuppei. SJui Bitte: 15 3,5 rm; F, »nuppelreisi, 2.2 rm. ktammreisig. Uretsig. 8u. Blocke. Buche J« S'chh f16, Man Enchwalü 111 M),Sfommf '"lb'mDlstrji oufammenfi Jalbeinqang ^-Detters Nt öonnerjtag, ^"n „Löwer L Kleider u), drei SÜe' °i« fr Cinen M eme K Ä- l-ch- $•< ötei (?;, U 86‘; $ttfl Qbth. «L> ti#tn Y1« b«Ä •**2 ft Mi» te nPUni hie! itfiÄ: “Bfc* 3ns Mef. n Brief eh. tagt °up-°jek! Lautet. •■ bMsügle. S Me £ Würdigte auch ^bahn-r» PbmtalDrojti Egerer Aus. vhmalpwjrtz ^fchuh gr. MNg bicfti c dieses Aus. Nult.Ober, uffes fall 0* e kommeuk, 'wjekteS ein- ’n hier übec* 4 ©ufen» die torfig« ! 3ahre lang esigen Schul« itluli". beflt, bereitete ihn ernannte «h, iKXU fär- tiikikk, ■ka.il $lid)tr: fonbirbam dMur anl und ba . dem.Leben ipegtöW einer sein Ibnnft Mischvätt >m noroM oato"-. Iir. Sorte hm inflt, bah t* i« -»°°Ä fpiell otü im gewiß «J sielen können W n°4 K zwischen dS kein noch । Mächens T* t rbe D-M * i« sj*K ik*4Ä »ei'» =3 >r, dem Er kann ^ leim ' un» M her n^ ji. jyssj H K nnv Wie u^„3r e h «fr Nachdruck verboten. B2 Fortsetzung. nen schriftliche Angebote verkauft werden: 2,22 hn Eintritt 30 Pfennig 1059 D 1155D Telephon 1786 Seltersweg 50 Besichtigung erwünscht. 11720 TANZ 0787 gegenüber der Stabtpost 1170D Ferner: Das anngezciehnete Beiprogramm BanNen-Speiialisl LiclitsDielhaus, Bahnhofstraße $4 115166 Eugen Frei Nacht (W.Frei), Stuttgart,Birkenstr.12 Georg 5Bahl Neustadt 33, Friseurmeister. 0773 1176c w Hoot Langdon . Betty Stanwood General Custer Präsident Grant Sam Beiden . Lukretia Bis einschließlich Freitag: Königin Luise Zweiter und Schlußteil. Holzsnbmission Aus den Waldungen der Gemeinde Allertshausen soll folgendes Nutzholz durch durch die Novemberluft. Und in die kurzen Pausen herein rollten die unaufhörlichen, die unermüdlichen Jubelschreie der „erlösten" elsässischen Bevölkerung! Dietwart machte einen Schritt vorwärts :md reichte Schwester Wendula die Hand. Schweigend. Aber als sie ihm in die Augen sah. las sie das eine große, heiße, leuchtende Wort „Dank dir!" Er mußte ihr danken um ihr Dienen für die letzten deutschen feindlichen Boden — hier! Karneval- Artikel,Mützen, Tomiuo- und Cbaraktermasken tn großer Auswahl. Masken- Kflsttme, Anzttge n.Dominos von L— M. an zu verleihen. . . Hoot Glbion Anue Cornwall Dustin Farnum Walter Bogers . Ward Crane Kathleen Key Krokodil - Restaurant Kaiserallee 27 Kestauvattou 3nm sltzmvrren Walfif® (Zs zogen drei Burschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. ÖFFENTLICHER VORTRAG Heute abend 87- Uhr im großen Hörsaal der Universität Dr. Theodor Rudolph (v. Danziger Heimatdienst) spricht über d. Thema Baa< Polen ii. aerVälkerM Spezial - Dubikopfschneiden in modernsten Ausführungen Haltbarste Ondulation Spezialität: Wasserwellen (Aekir.Kopf- und Gesichismassage,Manilüre Erstklassige u. fachmännische Bedienung zu soliden Preisen Parfümerie und Toiletteartikel Haarpflegehaus für Damen und Herren Friß Reich, Schulstraße 10 Morgen Donnerstag, 2. Februar Kappen-Abend J1890 Winterobst - Ausstellung Gießen Ablieferungstermin der Ausstellungsfrüchte von Freitag, dem 3. Febmar, ab mittags 12 Uhr, in der Turnhalle des Realgymnasiums, Eingang Ludwigstraße. Früchte, die nicht spätestens Samstag vormittag abgeliefert und ausgestellt sind, können nicht prämiiert werden, da das Preisgericht dann schon zusammengetreten ist. Oie Ortsgruppe Lich der ehem. Hess. Feld-Art.« Regimenter F.-A. 25 u. 61 und deren Ersahformationen veranstaltet am Sonntag, dem 5. Febmar, nachmittags 3-7 Uhr tn Lich, im Saale des Gastwirts Stein, am Bahnhofe, eine Zusammenkunft bei der der Musikverein Rieder-Deisel konzertieren wird. Se. Exz. Generalieutn. v. Kieinschmit kommt. Alle ehemal. Feld-Artilleristen, mit ihren Angehörigen, sind herzlichst willkommen. Winnerod, den 31. Januar 1928. EleMM. H62D 14,10 fm 49,41 km 51,96 fm 33,52 fm 23,44 fm 10,82 fm 4,34 fm 3,5lfm 8,48 fm 54,57 fm 23,56 fm 7,21 fm mit Rinde gemessen. An- I. ReichskurzschriflOEsrllschaft .Gabelsberner, nod Damenabteilung e. V. Hießen. Samstag, 4. Februar, abends 20’° Uhr Maskenball auf der „Karlsruhe.“ Karten zum Preise von 2.— Mk. sind in den Friseurgeschäft.: Kambach, Kaplansgasse 27, Muhl, Bannhofstr. 54 u. Wahl, Neustadt 33 erhältlich, nein Der Vorstand. +JKBWHI verschlimmert sich unbedingt beim Tragen eines unrichtigen, schlechtsitzenden Bruchbandes. 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Februar, versteigere ich hn „Löwen", Neuenweg 28, ab 2 Uhr: drei Kleiderschränke, ein Bett mit Keil (neu), drei Ausziehtische, eine Chaiselongue, vier Waschtische, zwei Kuchentische, einen Schaukelstuhl, einen Liegestuhl, eine Kommode, einen Schreibtisch, drei versenkbare Nähmaschienen (neu), zwei Schreibladenkassen, vier Znnmer- stühle, sechs Nachtschränke, einen Sekretär, drei Eisschränke, zwei Sofas, sechs Plüschsessel, drei Herde, zehn Oefen, zwei Ladenschränke, einen Klavierstuhl, eine Geige, drei Photoapparate, Damen- Handtaschen und Gamaschen, Maskenkostüme, eine Waschmaschine mit Ofen, zehn Betten, Herren- und Damenräder u. n. v. a. H85D Versteigerung bestimmt. Ludwig hartmeh Luktionator und Taxator, Neuenweg 28 ; Telephon 1414. Astoria-Mtspiele, Seltersweg Heute letzter Tag: Der Chinesenpapagei Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Jeder von ihnen horchte auf. Es war ein Moment schmerzlichster Spannung. Dann brach ein ungeheurer Jubel aus! Obgleich das Haus abseits vom Zentrum lag, scholl der Lärm brausend auch hierher. Und nun sank er wieder etwas unter in den herannahenden schmetternden Klängen der Marseillaise! Schwester Wendula richtete sich vom Blumensträuße auf und ließ die Hände sinken. Sie schritt dem Fenster zu, um ihre aufschießenden Tränen Niederkämpfen zu können. Aber ein leiser Aufschrei ging durch das Zimmer. Da versank ihr eigener Kummer vor dem sich schmerzvoll aufbäumenden Jammer des andern. Sie ging auf das Lager des einen zu. Es war der Jüngste unter ihnen. Kaum zwanzigjährig. Einer, der nach einer schweren Verwundung hoffnungslos dahinfiechen mußte. Dem nur noch Tage zum Leben blieben. Er besaß nicht mehr die seelische Kraft der andern rings um ihn, um sich zu beherrschen, sich in demütigem Schweigen unter die ungeheure Wucht dieses Augenblicks neigen zu dürfen. Er saß aufrecht und gebot feinen Tränen keinen Einhalt. „Haben wir deutschen Soldaten das um diese Stadt verdient?" ries er den andern zu. Schwester Wendula war zu ihm hingetreten. „Nein, das habt ihr nicht um diese Stadt verdient, in der man sich hier jubelnd den Franzosen entgegenwirst! Niemand dort drüben in Deutschland kann ermessen, kann sich ausmalen, was ihr hier jetzt als die letzten deutschen Soldaten durchleben unb ertragen müßt! Ich aber habe es vorher geahnt — und deswegen habe ich mich gemeldet, hierbleiben zu dürfen, um euch nahe fein zu können! Gerade in diesen Tagen!" Dietwart war ebenfalls an das Lager des jüngsten Kameraden getreten. Es war, als ob sich unter der Berührung der sanften Frauenhände, als ob sich unter den verstehenden Worten der leidenschaftlich sich aufbäumende Schmerz zu glätten begänne. Die herben Vorwürfe verstummten. Die reife Demut der älteren Kameraden, sich unter ein gewaltiges Schicksal beugen zu müssen, strömte zu ihm herüber. Still wurde es für eine kleine Zeitlang im Saale. Die Glocken des alten ehrwürdigen Münsters dröhnten über die Stadt. Die schmetternden Klänge der französischen Musikkapellen hämmerten Donnerstag Winzer-Abend mit Kappen-Sitzung Sekt Im Ausschank, Gl. 0.50 u. 090M. la Ausschankwein.....0.45 M. Ananas-Bowle........ 0.50 M. Spezialität: Delikatess-Sdiwabßn-WürsUe mit Brot 0.50 M. sowie tr. Wurst sitz. Schlachtung. acsehen werden können; auch werden die- felhcn vor dem Termin bekanntgegeben. Die Zahlungsbedingungen sind günstig. Allertshausen, den 31. Januar 1928. Hessische ®ür^ermei^terei^!aUertsbau^en.^ Holz Versteigerung Freitag, den 3. Februar 1928, vormittags 11 Uhr, soll aus den Waldungen her Gemeinde Ruppertsburg, Distrikte hohenwald, Buchwald und Röden, folgendes Holz versteigert werden: 1147O ktomme. Fichte: lb-Klasse 1 Stück, 0,11 fm, la-Klasse 4 Stück, 0,38 fm. Dsrbstangen. Fichte: 2. Klasse 60 Stück, 3,60 fm, 3. Klasse 237 Stück, 7,11 fm. Heisstangen. Fichten: 4. Klasse 224 Stück, 4,48 fm, 5. Klasse 309 Stück, 4,02 fm, 6. Klasse 274 Stück, 1,64 fm, 7. Klasse 180 Stück, 0,54 fm. liutzknüppel. Lärche. 6,4 rm (3 m lang): Fichte: 11 rm (2 m lang). Scheiter. Buche: 88,1 rm; Eiche: 0,8 rm; Fichte 6 rm. RnüppcL Buche: 166,3 rm; Eiche: 11,7 rm; Birke: 15 rm; Aspe: 2,5 rm; Lärche: 3,5 rm; Fichte: 3,1 rm. jhüppelreifig. Buche: 0,9 rm; Fichte: 2,2 rm. 6tammreifig. Buche: 790 rm. llslreisig. Buche: 1958 rm; Fichte: 29 rm. 6tÖde. Buche: 32,2 rm; Fichte 32 rm. Das Fichten-Stamrnholz sowie Derb- inb Reisstangenholz lagert im Distrikt Vuchwald 11 und 16 (Geräurns und Giften -erg), Stammholz und Derbstangen 2.Klasse teils im Distrikt Röthe. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am Salbeingang der Kreisstraße Ruppertsburg—Wetterfeld. Ruppertsburg, den 30. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei Ruppertsburg. H ö g y. um einen Blumenladen aufzutreiben. Unser Kran- fenfaal ist so leer, — ach, alles ist so leer, und ich dachte, gerade an diesem Vormittage, in diesen Stunden soll unfern Kranken doch wenigstens em freundlicher Anblick geboten werden — Da hab« ich es auch gern auf mich genommen — daß ich unterwegs eben ... mehr als einmal — an gepöbelt wurde!" Auch Raymond blieb jetzt neben Dietwart vor Ueberrajchung stehen: „Auch Sie, Schwester?" „Jo, weil ich eine von den Boches fei, noch em Nestchen der jetzt so verfemten preußischen Armee. Gott, eine deutsche Krankenschwester!" All« Empörung, die Dietwart in diesen lagen bei der überall sichtlichen Verachtung des Deutsches niebergerungen hatte, fand jetzt eine Resonanz in ihrer Aeußerung. Was mußte auch in ihr stärker sein in dieser Emvsindung: die Klage oder die Em- pörung? Sein Blick überflog sie: ihre stattliche schlanke Gestalt, ihre klaren, ebenmäßigen Züge, ihr reiches Haar vom reinsten Weizenblond. O, beim Anblick der Schwester Wendula hätte jene frcmzö sische Nonne niemals gesagt, wie sie es damals bei Melusine getan: „Ah, ma chfere, ich glaubte, Sie seien eine von den unseren ...?" Drinnen im Saal gab es ein freundschaftliches, ein erfreutes Begrüßen. Sonderbar, wie das Gefühl bumpfer Trauer sie zu einer Gemeinsamkeit zusammenschloh! Raymond setzte sich an das Lager seines Freundes, Dietwart ging von einem Kameraden zum anderen und tauschte mit jedem einige Worte der Teilnahme. Schwester Wendula aber ordnete den Strauß letzter Herbstblumen, die diese grauen Novembertage noch übrig gelassen, in einem großen Glas auf den Mitteltisch. Obgleich die beiden Freunde die Kameraden durch allerlei andern Gesprächsstoff abzulenken versuchten, wollten die Kranken doch immer wieder Einzelheiten darüber hören, wie es heute in der Stadt ausfähe. Ja, droben auf dem Münsterturm, blähten sich seit dem Morgengrauen vier Fahnen in den Farben Frankreichs. Ein Geschwader von französischen Aeroplanen umkreiste die Spitze des stolzen Turmes, das Gedränge einer fieberhaft gespannten Menschenmenge nahm auf den Straßen ständig zu. Dann setzten die Münsterglocken, dann auch alle andern Glocken der Stadt mit tiefem Geläute ein! Das Gespräch verstummte wie auf einen Schlag. Das Holz ist „ acbote sind bis Dienstag, den 7. Februar L 3., nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, mit denen sich die Käufer durch (nnreichung der Gebote unterwerfen, ein- DERTODESRITTzj^ millTTLE BIG Der größte und beste Indianer-Film, der je in Gießen zur Aufführung gelangte. Der Todesritt von Llttle Big Horn Darsteller: deutsche Sache. Um ihr Dienen in seinem oige- Leben. Um ihr Dienen an diesem sterbenden n deutschen Kameraden auf dem — jetzt Fünftes Kapitel. Baronesse Melusine war im Begriff, vor der Flurgarderobe den zarten lila Schleier über den grauen Fehbarett zu spannen. Der Chaufteur lenkte das Auto durch den kleinen hübschen Hof, der jetzt alles Blumenschmuckes beraubt lag, in die große Toreinfahrt. Das Zimmermädchen stand wartend hinter ihr, die leichte beigefarbene Wolldecke mit ßebereinfaffung über dem Arm, um sie im Wagen der jungen Herrin über die Knie zu legen. „Sieh ab und zu nach meiner Mutter, Bärbele. Ich werde wahrscheinlich bald wieder zurück (ein. Ich will mich nur erkundigen, wie der alten Frau Baronin die Ausfahrt in die Stadt neulich bekommen ist. Zum Nachtessen bin ich wieder hier. Sollte inzwisd-en Besuch kommen, so sage, meine Mutter fei unpäßlich. Ich sei ausgefallen und auch der junge Herr Baron fei nicht zu Hause." Im selben Augenblick, als Melusine die Wohnung verließ und den Torweg betrat, um das Gefährt zu besteigen, tauchte eine Herrengestalt aus dem dämmerigen ©rau eines Dezembernachmittags von der Straße her auf und ging in das Haus herein. Nicht eben sicher, sondern sichtlich mit einigem Zögern. Erzog den Hut beim Näherkommen, als wollte er erst durch eine Frage sich vergewissern, ob hier das Haus her Barqnin v. Welzin sei. Das junge Mädchen blieb wie angewurzelt stehen. Sie hatte ihn im Schein der großen viereckigen, schmiedeeisernen Laterne in der Hauseinfahrt erkannt. Ein Laut entfuhr ihr vor Ueberraschuny, fast war es eine Bestürzung. Aber dennoch hatte sie sich selbst noch in solcher Gewalt, daß dieser Laut sich nicht zu einem deutlichen Namen formte. (Fortsetzung folgt.) Am Donnerstag, dem 2. Februar, ab abends 6.96 Uhr großer WWW Motto: Äummelgänger vom Selteröweg. Verstärktes Orchester. ii83D Weinsluhe Hanfs Bauschen Wailtorstraße 34 119OD Das Amt für politische Bildung der Giefoener Studentenschaft Nß. Es wird höflichst darauf aufmerksam gemacht, dah der Vortrag um einen Tag vorgelegt wurde. Bemale Deinen Stofi selbst mit waschechten S & €-Farben Praktische, kostenlose Vorführungen und Anleitungen zum Bemalen am Donnerstag, den 2. Februar tn meinem Hauptgeschäft Mäusburg 11 ERNST BALSER Ausstellung von handgemalten Gegenständen „Es war em guter Gedanke von dir, Raymond, )rinen Freund gerade heute in diesen Stunden hier suchen zu wollen," meinte Dietwart, als sie den jiwn, weiß getünchten Gang zu den Sälen herad- teschritten. „Vielleicht ist es für uns, die wir um w Schicksal unseres deutschen Heeres trauern, der ichtigste, der einzige Platz, heut inmitten dieser ge- chrauvten Massensuggestion. Jetzt, hier in der Stille ühle ich erst, wie widerlich mir alles unterwegs wor. Eine Tür öffnete sich plötzlich ganz in ihrer Hohe. Eine Frauengestalt in Schwesternkleidung rat heraus. Sie stutzte, blieb stehen und eilte bann »en beiden Freunden entgegen. „Herr von Schützer! Sie kommen auch hierher? >iuten Tag, Herr von Welzin! O, wie werden sich untere Kranken über ihren Besuch freuen!" Dietwart hielt für Sekunden iyre Hand in der einen. Er sah ihr in die klaren blauen Augen. Ihre freube, ihn nun unvermutet wiederzufehen, die sie o ungezwungen und natürlich äußerte, schlug wie •ine warme, beseligende Welle zu ihm herüber, ftnen Herzschlag lang eilte seine Erinnerung zu )em Wiedersehen mit Melusine zurück. Wie sehr hatte er sich damals auf die erste Begegnung ge- ;reut, und wie bitter enttäuscht hatte ihn die höflich- Teunblidje Art seiner Braut berührt! Keinen Schimmer eines heißen Zusammengehörigkeitsgefühls fand er neulich bei Melusine. Hier aber besann Schwester Wendula sogleich, seine künstliche yand entdeckend, nach dem Verlauf der ärztlichen tzehandlung in der Prothesen - Anstalt zu fragen. 5a, Schwester Wendula streifte nicht mit halb ablehnenden, halb verständnislosen Blicke seine körperliche Emouße. „Sie tragen Blumen in der Hand, Schwester Bienbula?" Er streifte ihren Strauß langstieliger Lhrnsantemen. Ihr Gesicht überschattete sich: „Ja. Ich bin eben noch schnell etwas dem Zentrum der Stadt zugeeilt, 17 56 68 41 St. St. St. St. fe ten ten ten iten tämme tämme tämme tämme la-Kl., Id-Kl., 2a-Kl., 2h°Kl., 19 St. Fichten tämme 3a-Kl., 16 St. Fick )ten tämme 3h-Kl., 4 St. Fick )ten tämme 4a-Kl., 1 St. Fick )ten tamm 4d-Kl., 1 St. Fick ten tamm 6. Kl., 57 St. Kie em tämme la-Kl., 214 St. Sie em tämme ld°Kl. 51 St. Kie em tämme 2s°Kl., 10 St. Kie em tämme 2d-Kl., Centrnlboden, S Modehaus Salomon Zirka 200 Stück Handtuchftoffe in allen Breiten und Preislagen fowie abgepaßte Handtücher und Reste zu fabelhaft niedrigenPreifen L.Bemard Plodd trabe 16 Knüppel. Buche 15,5, Eiche 20,7, Esche 2. Kie er 35, Fichte 36,02 rm. Reisig 3. Klasse. Buche 140, Eiche 220, Esche 150, Kiefer 200, Fichte 250 Wellen. Stöcke. Eiche 0,7, Fichte 9 rm. Zusammenkunft beim Hochbehälter der Stadt Gießen an der Grünberger Straße. Nutz- und Brennholzversteigerung Donnerstag, den 2. Je6r. 1928, vormittags 9% Uhr beginnend, soll im Anneröder Gemeinderoold folgendes Holz versteigert werden: 1102V Nutzholz. Derbstangen 1. Klosse. Fichte: 113 Stück mit 10,17 fm. Dcrbstangen 1. Klasse. Esche: 1 Stück mit 0,09 fm. Derbstangen 2. Klasse. Fichte: 191 Stück mit 11,46 fm. Derbstangen 2. Klasse. Esche: 2 Stück mit 0,12 fm. Derbstangen 3. Klasse. Fichte: 175 Stück 5,25 fm. Dcrbbstangen 3. Klasse. Esche: 2 Stück mit 0,06 fm. Nutzscheit. Esche: 0,7 rm. Brennholz. Scheit. Buche 3,5, Eiche 3,4, Esche 5, Kie er 11 rm. Frische SkkW sowie led. Men ul SW« empfiehlt 8.6. llmtaii Bahnhofstraße 59 Telephon 66. wc Frische Schellfische Kabeljau FifchkotelettS Rotbarsch Grüne Heringe Neue Bollberiuge & 10 Ps. geränch. Seeaal u. Seelachs |la Portland Zement bester Qualität, unter Syndikatspreis C. Riibsamen, GieBen 897 D Fernsprecher 1059. Achtung! Es ist esveicht! Muminiumküchengeräte können gelötet und repariert werden nach dem System von P. Bell. 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Die T erftinal ct>' des 2 und S"! wie dek, ersten lauft 1 Wnge des Sann« “ in den er sältigen? somit IWJ langt ,8« im Dandci der Ksuei 3or allem steine Md> ÄensHen, i wenig 2hea die bunte eine sremd« Hanner, v Ä^kenanzt glauhe best gut der tt 8»l. « eine mehr t an seinem spielt auch logisch zur Zeit und Mlenfestt in ihr. v> öi sie Hine" mit einer langst veri rüttelt^ um tetes Leh' Vielleicht Eva über nach ccü Jedensalli eines jede wesentlich Miß o Die Fe auch unse men, sich Walzer x noch dies« der gute hinter Palmenv treibt de der grof stischen 2 feiten ins einst vem Anzug de verändert. Nenfin ?"lie und «pmmenl ( Aersstus« schreit, wk °der wenn getragen i 'Puck, wer jym Zwei» toenn es n nur so Rumänen Goldanl. von 1913 HUfl Deutsche Ihltnbabn .4'/, Hamburg-Amerika Palei. 6 Hamb-Subam Dompssch 8 Hansa Damvsschiss • ■ 6 Norbbeutscher l-lot)b v Allg. Deutsche Creditanst.. 10 Barm t Bankverein 10 Berliner Hanbelsyescllsch. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 Tarmst- u. Nanonalbank. 12 Deutsche Bank 10 DiLkonto-Geselllchast Hnt 10 Dresdner Bank . 10 Mitteldeutsche Ereditbanl 9 Metallbank.......8 AeichSbank ... tu , — U-, — — -nc«s 1 *-1 1 S2‘o22:i2ci3i3?i2lll 1 . . S Öfc A • — 1 O1N 1 1- -MO «- 1 1 — — — — . iöeo «r y ?o u» «» v — 5, 3 1I1SlI1ÄI811 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 I 1 i > 87,6 52 16,65 4,3 25,25 24,4 1,65 12.9 14.13 13,13 16,9 144,5 210.5 209.75 148.5 145.2.> 147.5 260 174.5 231,5 162.25 158.5 158.75 208.5 129,25 194.65 1 1 । l i 1 1 1 1 1 1 -1 111 1 ‘ LES.........7 Bergmann ........8 Elektr. Lieferungen . » . lo Licht imb Straft......10 Felten k Guilleaume ... .6 Ges f. Elektr Untern- . . 10 Samb Elektr Werke . . 10 Rhein. Elektr.......8 Echtes. 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