Nr. 205 Erstes Blatt 177. Jahrgang Mittwoch, 51. August (927 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. nTonats-Bejngspreb: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ziehen. Postscheckkonto: Srantfurt am Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen druck rmb Verlag: Vrühl'sche UnwerfilittL-vuch- und Zteindruckerel R. Lanze in Giehen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchnlstratze 7. Annahme von Anzeigen fm die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 rnra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Danzig in Genf. Don Dr. O. Loening, früher Vizepräsident des Danziger VolkstagS. Am 4. Mürz 1925 hatte im englischen Hinterhaus eine grvhe politische Aussprache stattge- funden. Der liberale Abgeordnete Ficher äußerte dabei, die Danzig-Polnischen Beziehungen müßten mit größter Besorgnis verfolgt werden. Wenn das Danziger Schicksal noch einiger> mahen erträglich gewesen sei, so sei dies auf die S^tigldt eines Engländers als Dölkerbundskom- missar zurüc^uführen. Chamberlain schloß sich diesen Ausführungen an und erklärte mit erhobener Stimme, daß Polen eine großmütige, freundschaftliche und friedfertige Politik gegenüber Danzig verfolgen müsse. Polen sei über d:e ersten Gründungsschwierigleiten hinaus, es sei jetzt sehr wohl in der Lage, gegenüber Danzig eine Politik zu treiben, die eines starken Staates würdig sei. Inzwischen sind Monde verflossen, statt eines Engländers ist der polenfreundliche und deutschfeindliche Riederländer van Hamel Völkerbundskommissar in Danzig, dessen Wahl ein englisches Blatt als eine skandalöse Sache bezeichnete. Der englische Mahnruf ist in Polen nicht gehört worden. Die Kette der polnischen Schikanen gegen Danzig ist nicht abgerissen, im Gegenteil, die Zukunft Danzigs ist heute dunkler denn je. Mit verdoppelter Zähigkeit verfolgt Polen seine Danziger Pläne. Polittsch und wirtschaftlich sucht Polen Danzig zu erobern, wenn seine Staatsmänner auch nach außen hin von Freundlichkeit und Wohlwollen für Danzig überfliehen. So ist es denn auch nicht zu verwundern, daß eine große Anzahl Streitpunkte von Danzig dem Dölkcrbundsrat vorgelegt werden. Streitpunkte. die für Danzig von übergroßer Wichttg- keit sind, ja nicht für Danzig allein, sondern für die friedliche Zukunft deL gesamten Ostens. Zwei Fragen sind von grundlegender Bedeutung für die Weiterentwicklung der Danziger Verhältnisse: das polnische Munitionslager auf der Westerplatte und die Frage des Port d'attache. Danzig hatte auf Veranlassung des Völkerbundes in seine Verfassung eine Bestimmung ausgenommen, wonach das Danziger Gebiet nccht Militär- imt> Marinebasis sein dürfe. Bei der heiklen Stellung Danzigs eine wohlerwogene Bestinrm-7rg. Der Hafen von Danzig darf danach nicht zum Kriegshafen gemacht, fremde Kriegsschiffe dort nicht stationiert werden. Polnische Kriegsschiffe haben im Danziger Hafen lediglich die Rechte, die Kriegsschiffe fremder Staaten in jedem anderen fremden Hafen haben. Polen verlangte aber mehr. Seine Schiffe sollten jederzeit frei im Danziger Hafen ankern können Das führte schon im Jahre 1921 zu Streitfällen zwischen Danzig und Polen Da aber Polen damals keinen eigenen ausgebauten Hasen besaß, so kam Danzig Polen entgegen und am 8. Oktober 1921 wurde zwischen Danzig und Polen eine provisorische Regelung dahin getroffen, daß die polnischen Kriegsschiffe den Danziger Hafen weiter benutzen könnten, wobei die Frage des Port d'attache offen gelassen wurde. Auch der Rat des Völkerbundes hatte sich mit diesen Fragen damals schon befaßt, aber keine Entscheidung getroffen. Wie immer im politischen Leben, aus dem Entgegenkommen machte Polen ein Recht, anstatt des ft einen Fingers ergriff es die» ganze Hand. Fast ständig liegen polnische Kriegsschiffe im Danziger Hafen, manchmal die ganze polnische Kriegsflotte. Rach einer Statistik von polnischer Seite sollen fast dauernd 6000 polnische Marinesoldaten in Danzig sein So ist Danzig polnische Marinebasis geworden. Beim polnischen diplomatischen Vertreter in Danzig befindet sich ein hoher Polnischer Marineoffizier als Attache und dgl. mehr. Inzwischen haben sich aber die Verhältnisse, dre zu jenem Provisorium von 1921 führten, geändert. Polen hat jetzt selbst einen ausgebauten Hafen in Gdingen. Anstatt aber dort seine Kriegsflotte zu stationieren, bleiben die Schiffe Sommer und Winter größtenteils in Danzig. Das Fernhalten frer Kriegsschiffe von Gdingen hat vor einiger Zeit die „Gazeta Gdanska" folgendermaßen begründet: die Lage des Kriegshafens neben dem Handelshafen sei keine glückliche. Gdingen solle ein konzentrischer Knotenpunkt für das gesamte Marinewesen Polens fein, da dürften keine militärischen Einrichtungen in Gdingen der Gegenstand feindlicher Qlngr'ffe sein, wenn auch die Arbeiten in Gdingen so weit fortgeschritten seien, daß es auch als Kriegshafen betrachtet werden kann Letzteres ist richtig. Was haben danach die polnischen Kriegsschiffe in Danzig zu suchen? Und ist Danzig nicht doch noch mehr Handelshafen als Gdingen? Was Polen mit feinen Kriegsschiffen in Danzig bezweckt, liegt auf der Hand. Polen will in Danzig militärisch Fuß fassen. Das widerstreitet aber dem Beschluß des Völkerbundes, daß Danzig nicht Militär- und Marinebasis sein darf. Mtt demselben Recht könnten andere Staaten ebenfalls ihre Kriegsschiffe in Danzig stationieren Polen hat in dieser Beziehung fein Sonderrecht. Wenn der Völkerbund sich nicht selber desavouieren will, muh er dafür sorgen, daß die polnischen Kriegsschiffe so schnell wie möglich aus dem Danziger Hafen verschwinden Aehnlich steht es mit den Munitionsbecken an der Westerplatte. Ganz abgesehen von den verschiedenen stritttgen Einzelfragen über diesen Munittonslagerplatz. die alle auf eine Vergrößerung polnischer Rechte in Danzig hinauslaufen, verlangt Danzig die Aufrollung der prinzipiellen Frage. Auch dieser Polnilche Munitionslagerplah am Danziger Hafeneingang wurde damit begründet, daß Polen keinen anderen Hafen habe, Briands Rede vor der Frisdensunion. Neues deutsches Bekenntnis zum Friedenswillen. - Eine deutsche Erklärung zur Abrüstungsfrage. Paris, 30. Aug. (Wolff.) Der Kongreß der Interparlamentarischen Frie- densunivn hat heute vormittag mit der Beratung der Methode zur Kodifikation des Völkerrechts begonnen. Berichterstatter waren di Stefano- Italien, der es als notwendig bezeichnete, die Entwicklung deS Völkerrechts zu leiten und zu überwachen, eine Aufgabe, der sich die Interparlamentarische Friedensunion unterziehen müsse, und Professor Schücking- Deutschland. Schücking behandelte die beiden oer Versammlung unterbreiteten Probleme. An erster Stelle handele es sich darum, festzustellen, welchen Ruhen man aus bei: bisher auf dem Wege der Kodifikation des Völker^ rechts besonders durch den Völkerbund geleisteten Arbeiten ziehen könne. Das zweite Problem fei, festzustellen, ob man das gesamte internationale Recht kodifizieren könne. Amerika interessiere sich sehr an dieser Frage. Als Schlußfolgerung seiner mit großem Deisall aufgenommenen Ausführungen unterbreitete Professor Schücking der Versammlung folgende Resolution: „Die Konferenz erinnert an die Resolutton der Konferenzen von Washington und Ottawa des Jahres 1925 betreffend die Ausarbeitung eines umfassenden Planes für die gesamte Kodifikation des Völkerrechts, und beauftragt die Kommission für juristische Fragen, der nächsten Konferenz den Entwurf eines solchen Planes vorzulegen. Entgegen der bisherigen Einteilung des Völkerrechts in Recht des Friedens und Recht des Krieges soll der Entwurf den Krieg unter Vorbehalt der Rotwehr als ein Verbrechen gegen das Völkerrecht erklären und deshalb als Ergänzung und zur Sicherung der Materie „Völkerrechtsnormen" Verfahrensnormen (Vergleich. Vermittlung. Schlichtung, Schiedsspruch und ordentliche internationale Gerichtsbarkeit), sowie die notigen Dollzugsnormen enthalten. Die Diskussion über die Kodifizierung des Völkerrechts fand in der Rachmittagssitzung, die vom Kammerpräsidenten B o u i s s o n geleitet wurde, ihren Abschluß durch fast einsttmmige Annahme des von Prof. Schücking vorgelegten Resolutionsentwurfes. An dieser Resolution war. um den Beanstandungen des Holländers Hermskerk Rechnung zu tragen, eine Aenderung vorgenommen worden insofern, als die Teilung zwischen Kriegs- und Friedensrecht nicht vorgenommen worden war. Ein amerikanischer Antrag auf Einberufung periodischer Konferenzen wurde ab» gelehnt. Hierauf ergriff der Vorsitzende des Rates der Interparlamentarischen Friedensunion, Adelswaerd (Dänemark), das Wort, um im Namen des Rates eine Erklärung zum belgischen Antrag INagnette abzugeben, der in der Sitzung zum 26. August dem Rat zur Prüfting übergeben worden war. Der Vorsitzende betonte, der belgische Antrag Proklamiere Grundsätze und Wahrheiten, zu denen sich die Union seit ihrer Gründung immer bekannt habe. Der Friede unter den Völkern sei das höchste Ziel, dem die Bestrebungen aller Völker gelten müßten. Jede Anwendung roher Gewalt an Stelle der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit müsse entschieden abgelehnt werden. Jede Verletzung der Verträge, sowie jede Verletzung der Neutra- tä l sei zu verurteilen. Jeder Teilnehmer an dieser Tagung werde doch nicht gewisse Grundsätze ablehnen, die die Grundlage der Union selbst bildeten. Es seien im Gegenteil alle entschlossen, deren strenge Befolgung allen Regierungen zu empfehlen, und sich zu bemühen, jeder in seinem Wirkungskreis eine wachsame Tätigkeit zu entfalten, um diesen Ideen zum Siege zu verhelfen. „Wenn," so fuhr der Redner fort, „dies Ihrer Auffassung entspricht, woran ich nicht im geringsten zweifele, so bin ich der Ansicht, wie ich schon in der Sitzung des Rates bargetan habe, und wie es übrigens den Traditionen und Reglements der Union entspricht, daß eine Debatte über die Motion Magnette nicht eröffnet^ werden braucht." Zum Schluß sprach der Präsident seine Sympathie für die belgische interparlamentarische Gruppe aus, die nunmehr hoffentlich endlich in den Schoß der Union zurückkehren werde. Diese Erklärung wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Hierauf fand die Abstimmung statt über die Resolutton und den technischen Plan betreffend die Abrüstung, die beide auf Antrag an den zuständigen Ausschuß zurückverwiesen worden waren, um eine formelle Aenderung vorzunehmen. Dem französischen Wunsche gemäß wurden die Resolution und der technische Plan der Abrüstung miteinander verbunden mit der Abänderung jedoch, daß, um Unklarheiten zu vermeiden, an Stelle des Ausdrucks „Abrüstung" der Ausdruck „Herabsetzung der Rüstungen" treten soll. In dieser Fassung fand der Antrag des Ausschusses fast einstimmige Annahme. Die amerikanische Delegation enthielt sich gemäß ihrer gestern bekanntgegebenen Begründung der Ab- sttmmung. Vor der Abstimmung gab im Ramen der deutschen Delegation Reichstagsabgeordneter S o llmann folgende Erklärung ab: „Die deutsche Delega tion ist mit dem Geiste des Friedens und der Gleichberechttgung, der aus der neuen Gntwaffnungsresolutton spricht, ein» Oer ft anb en. Sie anerkennt, daß Sichercheits- und Abrüstungsfragen miteinander verbunden sind. Aber sie lenkt erneut die Aufmerksamkeit darauf, daß vier europäische Völker inmitten anderer TTli- litärmächte bereits weitgehend entwaffnet sind und daß sie keine andere Sicherheit haben als gewisse Verträge. • Mit Genugtuung nimmt die deutsche Gruppe Kenntnis von den Erklärungen des französischen Vertreters in der Entwaffnungskommission, L o u ch e u r , daß Sicherheit auch diesen entwaffneten Staaten gewährt werden muß. Die deutsche Gruppe ist der Meinung, daß nur eine allgemeine A b - rüftung eine allgemeine Sicherheit und eine allseittge Befriedigung bringen kann. Die Lösung der Abrüstungs- und Sicherheitsfragen muß mit gleicher Energie und in gleichem Tempo betrieben werden. Deutschland wird nicht aufhören, das gleiche Recht für alle Nationen zu fordern und die deutsche Gruppe der Interparlamentarischen Friedensunion wird auch in Zukunft die friedliche Lösung aller Streitfragen zwischen den Völkern propagieren. In diesem Sinne nehmen wir die Entschließung als den Ausdruck des Friedenswillens so vieler auf dieser Konferenz vertretenen Kulturnattonen an." Loucheur selbst bestätigte hierauf die Aeußerungen Sollmanns. Darauf wurde nach Ergänzungswahlen in den Exekutivausschuh — der Vorsitzende des Rates der Interparlamentarischen Friedensunion wurde wiedergewählt — und nach der Bestimmung, daß der nächste Kongreß in zwei Jahren in Berlin stattfinden soll, die Tagung vom Kammerpräsidenten B o u i s s o n geschlossen, der in seinem Schlußwort folgendes ausführte: „Die Arbeiten des Kongresses sind unter dem Zeichen des Friedens durchgeführt worden. Der W e l t f r i e d e ist der Wunsch der Völker, aber es ist nur ein Wort, solange Staatsmänner und Der- antw örtliche Parlamentarier sich nicht bemühen, das Wort zu einer Realität zu machen. Der Friede kann sich mit der Entwicklung der parlamentarischen Institutionen nur befestigen." Der Kammerpräsident schlug deshalb die Schaffung eines Instituts der parlamentarischen Zusammenarbeit vor, um eine innere Fühlungnahme zwischen den einzelnen Parlamenien der Länder hecbeizusühren. Der R a t der Interparlamentarischen Friedensunion für die Zeit von der 24. soeben abgeschlossenen Konferenz bis zur 25. Hauptversammlung zählt zu feinen Mitgliedern u. a. den Reichstagsabgeordneten Dr. Schücking und den Reichstagspräsidenten L o e b e. Briands Rede. Paris, 30. Aug. (WTB.) Heute abend hat Außenminister Briand zu Ehren der Teilnehmer der Interparlamentarischen Friedensunion — etwa 700 an der Zahl — ein großes Bankett gegeben, auf dem er selbst das Wort ergriff. „Es ist," so führte Briand aus, „auf der Interparlamentarischen Konferenz viel die Rede gewesen von einem Fr ie d e n s w e r k, mit dem ich selbst persönlich verbunden bin. Dieses Werk ist die erste Gründung eines allgemeinem Baues, der hätte größer fein sollen. Ich zweifle nicht daran, daß das Unternehmen eines Tages mit mehr Erfolg fortgesetzt werden kann. Aber bereits heute bedeutet es schon etwas, daß das System von Abkommen, abgeschlossen zwischen den den Konsliktgesahren am meisten ausgesetzten Ländern, jede Zuflucht zur Gewalt auf sämtliche Grenzen Europas ausschlieht, und zwar im Osten sowohl wie im Westen. Auf jeden Fall mache ich als französischer Minister keinen Hehl daraus, öffentlich anzueickennen, daß deutsche Staatsmänner dadurch, daß sie sich die Ausfassung derartiger Abkommen zu eigen machten und ihre Verpflichtungen übernahmen, großen Mut gezeigt haben und einen wirtlichen Friedensgeist, und daß sie einen Anspruch haben auf die Beständigkeit, die wir nunmehr zeigen müssen, und daß ich entschlossen bin, mit sämtlichen unserer Mitunterzeichner das unternommene Werk fortzusehen. Damit die Völker sich unter dieser Auffassung tatsächlich den Ruhen des Friedens sichern, müssen sie sich des Respektes bewußt werden, den man gegenüber einem Abkommen haben muß; sie müssen für ihre Regierungen eine Regel daraus zu machen verstehen. Sie müssen sich mit ihrer ganzen Seele diesem Gesetz zuwenden: eine papieme Grenze, d. h. eine solche, die konventionell feffgelegt ist, ist geheiligt, unberührbar. Man muß sie ohne Hintergedanken respektieren. Man darf nicht versuchen, um sie $u erschüttern, zu Sophismen zu greifen, so geistreich sie auch sein mögen. Dieser Gestaltung der internationalen öffentlichen Meinung muß eine Organisation, wie die der Interparlamentarischen Union, ihre Hilfe angedeihen lassen. Es ist ein ziemlich großes Werk, alle Gdingen fei ein unbekanntes kleines Fischerdorf, das für Munittonseinfuhr nicht geeignet fei. Das hat sich jetzt geändert. Gdingen ist zur Zeit in der Lage, monatlich allein 3000 bis 4000 Tonnen Kohlen umzuschlagen, ganz abgesehen von anderen Gütern. Der Iahresmnschlag im Danziger Munitionsbecken beträgt ca. 20 000 Tonnen. Das kann Gdingen ohne weiteres mitbetoältigen. Einmütig lehnt die Danziger Bevölkerung diese ständige Gefahr für das gesamte Danzig ab. Es ist ein Leichtsinn sondergleichen, daß in unmittelbarer Rähe von bewohnten Gegenden Munittons- lagerplätze angelegt werden. Bei der letzten Explosion in Krakau hat Polen versprochen, das dortige Lager weit ab von Krakau zu verlegen. Es erfordert die Gerechtigkeit, daß der Völkerbund Polen zwingt, dasselbe mit dem Danziger Munitionslager zu tun. Es besteht nicht der geringste Anlaß dafür, daß Polen in Danzig jetzt immer noch feine Explosivstoffe umschlägt. Tlur politische Motive könnten hier den Ausschlag geben. Aber was hat Danzig mit Polens Politik zu tun? Der Völkerbund wird die Verantwortung tragen für das, was geschieht. Es handelt sich um eine Lebensfrage Danzigs. Wie Polen diese Dinge auffaßt, zeigt das Organ des polnischen Gesandten in Danzig, die deutsch erscheinende „Baltische Presse'. Da wird gesagt, Danzig habe alle möglichen Kleinigkeiten hervorgeholt, die nicht geeignet seien, als Be- ratungsstoff für den Völkerbund zu dienen. Wenn es für Polen „Kleinigkeiten" sind, warum kommt es den Danziger Wünschen nicht entgegen? Die „Baltische Presse" treibt Stimmungsmache für Genf. Richt um Kleinigkeiten handelt es sich, sondern um den Frieden im Osten, und dieses Problem ist eines Völkerbundes würdig. Mag er zeigen, daß er nicht Machtfragen entscheiden will, sondern den Standpunkt des Rechts entnimmt. Deutscher Wahlsieg in O oberschleflen. Ka t t owih, 30. Aug. (WB.) Dlätterrnel- düngen zufolge fanden am 25., 26. und 27. August die Wahlen zum Angestelltenrat'auf der Dubenskogrube im Kreise Rhbnik statt. Bisher war dort nur ein rein polnischer Angestelltenrat. der es verstanden hat, troh wiederholter Angriffe sich im Amte zu halten. Bereits im vorigen Jahre reichte der Afabund eine Liste ein, die aber für ungültig erklärt wurde. Bei der diesjährigen Wahl erhielt die Liste des Asabundes 65 Stttnmen und die polnische Liste nur 37. Der neue Angestelltenrat seht sich aus vier Mitgliedern des Asabundes und zwei Polen zusammen. Der russisch-polnische Streit erledigt. Moskau, 31. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das Auhenkommissarial veröffentlicht folgende Mitteilung: „Rach Moskau zurückgekehrt, besuchte der polnische Gesandte P a t e k am 26. August Tschitscherin, mit dem er eine längere Unterredung hatte. In Anbetracht dessen, daß die strittigen Fragen, die im Zusammenhang mit der Ermordung des bevoll- mächttgten Vertreters der Sowjetunion W o h k v w entstanden waren, zur beiderseitigen Zufriedenheit beigelegt sind, erachtet das Auhenkommissa- riat somit den Zwischenfall als erledigt. Infolgedessen werden die Verhandlungen über einen Richtangriffspakt und über einen Han delsvert rag zwischen Sowjetrußland und Polen in diesen Tagen wieder aufgenommen werden. Russisch-polnischer Grenz-Iwisc? enfaß. Warschau, 31. Aug. (rSy^rB. Funkspruch.) Rach einer Wilnaer Meldung be3 „Kurjer Warszawski" versuchte am 28. August eine russische Freibeuter-Bande einen Angriff auf die polnische Grenzwache von W r a z a durchzuführen. Rach halbstündigem Kampf wurde die Bande, die hierbei drei Tote verlor, auf das Gebiet der Sowjet-Union zurückgetrieben. Aufdeckung einer ukrainischen Spionagebande. W a r s ch a u , 31. Aug. (W^T.D. Funkspruch.) Rach Meldungen des Krakauer Blattes „Rowa Reforma" hat die politische Polizei in Sta - nislau eine ukrainische, zugunsten Rußlands arbeitende ausgebreitete Spionage-Organisation aufgedeckt. In Lemberg-Sta- nislau und in der ostgalizischen Provinz sind zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Unter den Verhafteten befindet sich, abgesehen von einer Reche von Soldaten, auch ein polnischer Oberstleutnant. genommen; 3n ©alafura bet R> a r - Chamberlain in Paris Europas vielleicht gar nicht zu schlecht sei. Kur; hur ein die zum UNd NlXh lursverwa Der ' nach der ständigen Verläufe und Aach. Das deutsch-sranzöfische Handelsabkommen. Zuhat Butter, zurnti 3ei ; ftien • i'chnM, Die Flaggenfrage int Münchener Stadl rat feien zusammen 129. 3n einer Wählerversammlung im Kreise Memel war der Grohlitauer Peter eit, der feinet» gestern der Dli^ blick alS gerade eine Messe abgehallen wurde. Vier Personen wurden getötet und mehrere andere Vier Personen vom BUH getötet ©alafura bei Regoa (Portwil) schlug der Blitz in die Kirche in dem Äugender ^Regierung vorzulegen, wenn er von Genf nach Brüssel zurückkehren wird, wird dieser Sitzung beiwohnen. o f Onslow, erledigt werden. Paris, 30. Aug. (WTB.) Der „Ternps" bespricht den Rücktritt Lord Robert Cecils und vertritt den Standpunkt, dah hier- Handelsabkommen schon vom 2. September a b anzuwenden ist. Der belgische Ministerrat und die Franktireursrage. Brüssel, 30. QIug. (WTB.) 3n einer Sitzung des Ministerrats brachte Ministerpräsident 3 a s p a r die ihm von Bänder- velde mitgeteilten Akten über verschiedene Fragen der auswärtigen Politik seinen Kollegen zur Kenntnis, insbesondere die von der deutschen Regierung abgegebene Erklärung über die Einsetzung eines Hntersuchungsaus- schusses in der Franktireursrage. Der Rat beschloß, die Beratung dieser Dokumente in der nächsten Sitzung sortzusehen. Bänder- Velde, der die Absicht bekundete, die Dokumente oes Das j neueste 1 maöMS 1 kausSvl Indusme- Destinwnu -Dirstmg Vieder. . Der i AjtieiluN! Personen unter der en fW, W 11,11 xn Daren ■Sie De I. Degen Person des lang hr em Den oder DM dc PersMml LustvsM Vergleich betrieb (&• verhältniss' Aufgabe e derung ds von 8inhei des Dam folge Feuei elementare Degen erf räume und W erf sehen, deren sührmg bei lich macht. - auch: 1. für Safetoren, lichen Behörden, die Industriellen und die Arbeiter der Aufgabe des nach der militärischen Besetzung notwendigen wirtschaftlichen Wiederaufbaues gegenübertreten. Es scheine ihm, daß es die bestimmte Politik der deutschen Gemeinden sei, mit den aktiven Organisationen der Industrie zusammenzuwirken, um die besten Ergebnisse für ihre Städte und die deutsche Industrie im allgemeinen zu erzielen. Vriand erst am Samstag in Genf. Paris, 30. August. (WB.) Außenminister B r i a n d wird erst am 3. September in Genf eintreffen, da er noch an dem am 2. September statt findenden Ministerrat, der sich mit der Tagesordnung der Völkerbundsversammlung beschästigen wird, teilzunehmen gedenkt. Die verspätete Abreise Briands nach Genf war bereits in der vorigen Woche vorgesehen. Glänzender deutscher Wahlsieg im Memellande. Muiib '-•ülour 6Ni ^stehlt , intet J wil Berlin, 30. Qlug. (Wolff.) Rach der stimmung des Reichsrates am 25. August . nunmehr auch der 21. Ausschuß (Handelsverträge) des Reichstages dem deutsch-französischen Handelsabkommen zugestimmt. Rach Artikel 48 des Handelsabkommens ist der Zeitpunkt, von dem an das Handelsabkommen anzuwenden ist zwischen der deutschen und der französischen Regierung zu vereinbaren. Die beiden Regierungen haben demgemäß vereinbart, daß das Handelsabkommen im ganzen vorn 6. September ab. die Bereinbarung der Meistbegünstigung für die Position 45 des deutschen Zvlltarises — Weintrauben — in Lifte E zum Aus aller Welt Die amerikanischen Weltflieger in Belgrad Das amerikanische Flugzeug „Stolz von Detroit" mit Öen Weltfliegern Sch lee und Brook an Bord ist gestern um 12 Uhr mittags in Belgrad eingetroffen. Abends veranstaltete die Stadt Belgrad zu Ehren der Flieger einen feierlichen Empfang. Der Weiterflug nach Kon- tantinopel ist für heute früh 4 Ahr geplant. Lcvincs Bruch mit dem französischen Flieger Drouhin. Wie der „Temps" meldet, hat Frau Levi n e gestern vormittag bei ihrem Advokaten für den Flieger Drouhin die EntschädigungS» umme von 100 000 Fr. abzüglich der bereits erhaltenen Borschüsse in Hohe von 20 000 Fr. ausgezahlt, da Levine von dem mit Drouhin abgeschlossenen Vertrag zurücktritt, grau Levine ist darauf nach London abgereist. Levine wird nicht mehr nach Paris zurückkehren. Er hat zur Ausführung b .8 Fluges England—Amerika mit der „Miß Columbia" den englischen Stieger Hinchcli ffe erwählt. Das IDetter auf dem Ozean. Heber dem Atlantischen Ozean herrscht nach wie vor Sturm. Wie die Deutsche Secwarte in Hamburg mitteilt, wird die Wetterlage von einem Sturmwirbel beherrscht, dessen Kern mit dem Barometerstand von 740 Metern auf 58 Grad nördlicher Breite und 30 Grad westlicher Länge liegt. Ein Ausläufer dieses Tiefs reicht bis in das Gebiet der Azoren unb der iberischen Halbinsel. Unter seinem Einfluß herrschen immer noch starke und teils stürmische Südwinde, die erst nördlich vom 40. Längengrad ab abflauen. 3m Gebiet der nordamerikanischen Seen liegt ein weiteres Tiefdruckgebiet. Jünf Schwimmer scheitern bei der ftanat- überquerung. Wie Havas aus Doulogne meldet, haben die beiden Schwimmerinnen, die am Montagabend 9.30 IHjr von Cap Gris Rez zur Ueberqueruna des Kanals auf gebrochen waren, auf gegeben, und zwar die englische Schwimmerin H a r d i n g nach sechs Stunden fünf Minuten Schwimmzeit und die dänische Schwimmerin 3 ans en nach vier Stunden 21 Minuten. Gestern vormittag sind drei Schwimmer gleichfalls zur Kanal-Heber- querung aufgebrochen, 5.25 Uhr die Engländerin Hawkes, 5.30 Hhr der Schweizer D i t i a und um 5.55 Hhr der Deutsche Dr. Schiff. Hm 8.20 Hhr verschwanden die drei Schwimmer in acht bis zehn Kilometer Entfernung aus dem Gesichtskreise. Diria h l- einen großen Borsprung seinen Konkurrenten gegenüber, die nur langsam vorwärtskamen. Einer späteren Meldung zufolge haben auch diese Kanalschwimmer aufgegeben, und zwar Dr. Schiff um 15.25 Hhr, also nach IP/t Stunden Schwimmzeit. Vatermord eines zwölfjährigen Jungen. 3n Roitzsch bei Bitterfeld wurde in der vergangenen Rächt der von der Arbeit heim- kehrende Bergarbeiter Apitsch von seinem zwölfjährigen Sohn rücklings mit einem langen Schlachtmesser niedergestochen. Der Stoß wurde mit solcher Wucht geführt, daß die Spitze der Klinge aus der Brust des Mannes wieder heraus kam. Apitsch wurde sofort in das Krankenhaus Cavlsfeld gebracht und verschied dort trotz aller ärztlichen Bemühungen. Der 3imge entfloh nach der Bluttat, tonnte aber tm Laufe der Rächt gefaßt Werdern Man nimmt an, daß Familien- zwisti^eiten ihn zu der Tat getrieben haben. Wettervoraussage. Das umfangreiche Hochdruckgebiet hat sich heute nordöstlich verlagert. Gleichzeitig ist der Luftdruck in seinem Kerngebiet über Schweden weiter angcftiegen und weist dort einen Barometerstand von übet 775 Millimeter auf. Die Witterung Mitteleuropas wird zur Zeit von seiner seife beeinflußt und der Zustrom trockener nordöstlicher bis Ostluft läßt die herrschende Witterung fortdauern. Später ist bei wechselnder Windströmung stellenweise Gewitterneigung nicht ausgeschlosfen. Bvrwiegend heiter, warm und trocken. Witterungsaussichten für Freitag: Langsam zunehmende Gewitterneigung. Lufttemperatur: gestern mittag 24,6 Grad Celsius, gestern abend 18,2 Grad Celsius, heute morgen 15,4 Grad Celsius; Maximum 25,0 Grad CelsirÄ, Minimum 13,2 Grad CelsiuS. Gestrig« Sonnenscheindauer: IO3/* Stunden. London, 31. Slug. (WTB. Funkspruch.) „Times" berichtet aus Paris, dort fei man der Ansicht, daß die Sache der Abrüstung sich nur langsam von der Reihe von Rückschlägen erholen werde, die sie erhalten habe. Ein großer Teil der französischen öffentlichen Meinung neige zu der Auffassung, daß dies tm augenblicklichen Zustande verletzt. Die Wetterlage. Unterstützungen und alle Energien hierfür zu gewinnen. Es handelt sich um nichts weniger, als den Weltfrieden auf legalem Wege zu fundieren. Die zivilisierten Völker müssen das geistliche und geistige Erbe in seiner Gesamtheit zu beurteilen isrncn, das allen gehört, und müssen sich bewußt sein, daß sie dadurch in keiner Weise sich an ihrem nationalen Genius vergreifen. Es genügt aber nicht, das Werk zu beurteilen und zu mehren, man muß es auch sicherstellen. Ls ist Zeil, zu begreifen, daß für die zivilisierte weit der Frieden nicht ein Luxus ist, sondern eine vitale Notwendigkeit. Ueberlegung, Vernunft und guter Wille sind die wenig glänzenden Waffen des Friedensdieners, und ihre Handhabung ist von äußerster Delikatesse. Wer dem Frieden dienen will, muß sich ihm vollkommen hingeben und in dieser vollkommenen Selbstaufgabe, wie sie allein eine leidenschaftliche Liebe zu ihm eingeben kann, muß er noch bereit sein, die Anschuldigung, ein lauer Patriot zu sein, über sich ergehen lassen. Wer dem Frieden dienen will, muß bereit sein, gegen zwei Fronten zu kämpfen, denn gleichzeitig muß er das Mißtrauen einer Landsleute bekämpfen, und das Ausland von feiner ehrlichen Absicht überzeugen, ohne selbst ein Opfer der Täuschung hinsichtlich des guten Glaubens zu werden, den man ihm bekundet. Briand wandte sich zum Schluß an die Mitglieder der Interparlamentarischen Union mit der Aufforderung, heimzukehren und sich von diesem Gedanken leiten zu lassen. Was Frankreich betreffe, fo sei es von einem brennenden Friedenswunsche beseelt. Die Interparlamentarische Union müsse mit den Bestrebungen des Völkerbundes Hand in Hand gehen. Man müsse anderen den Skeptismus und die Ironie überlassen. Dor der Schwelle einer großen Hoffnung begrüße ich, so schloß Briand, in Ihnen die Diener der edelsten Sache. Der Frieden ist unter den Umständen, in denen wir uns befinden, nicht der Friede zwischen Nationen, er ist auch der soziale Friede, die beste Barrikade, hinter der die Zivilisation sich verteidigen kann, die solideste Grcnznzehr gegen den Bürgerkrieg, die Barbarei und die Anarchie. Auf den Weltfrieden erhebe ich mein Glas! Als Briand geendet hatte, erhoben sich die 700 Delegierten und brachten ihm minutenlange stürmische Ovationen dar. Rach Briand nahm der deutsche Delegierte Reichstagsabgeordneter Prälat H l i tz k a das Wort, der ausführte: Rationale und internationale Bestrebungen widerstreben einander nicht. Richtig aufgefaßt, fördern sie einander. Gute internationale Beziehungen hinwiederum sind notwendig, um die eigene Ration zu erhalten und vorwärts zu bringen. Frieden wollen wir für die Gegenwart und füt die Zukunft. Wir sind bestrebt, die Heranwachsende Ration für den Frieden zu erziehen. Das deutsche Volk in seiner ausschlaggebenden Mehrheit steht ehrlich in der heiligen Allianz zur E r h a l t u n g des Friedens. Löbe über außenpolitische Fragen. Paris, 31. Qlug. (WTB. Funkspruch.) Reichstagspräsident Lobe hat einem Vertreter des „Petit P a r i s i e n" gegenüber Erklärungen abgegeben, in denen es heißt: Die erste Etappe, die man überschritten habe, sei die Hnterzeichnung des deu t s ch-f r anK ös ischen Handelsvertrages gewesen, die zweite Etappe, das wisse man in Frankreich wie in England, müsse die Räumung des Rheinlandes sein, und die dritte und letzte Etappe werde erreicht sein, wenn weder Frankreich noch Deutschland voneinander etwas fordern, noch einander etwas zu gewähren haben würden, wenn sie sich neuen internationalen Aufgaben gegenüber befinden werden. Unter Hinweis auf die Ostgrenzen könne man behaupten, daß man die A e n d e - rung der jetzigen Lage in Deutschland einstimmig wünsche. Selbstverständlich würde diese Aenderung nur durch friedliche Mittel inmitten des Völlerbundes erreicht werden. Er wäre erfreut wenn nach der Unterzeichnung oes deutsch-französischen Handelsvertrages e i n deutsch-polnischer Wirtschaftsvertrag abgeschlossen würde. Auf die Frage, wie er über den Anschluß Oesterreichs denke, antwortet« Lobe, seine Auffassung sei bekannt. Er sei für den Anschluß, aber ebenso wie hinsichtlich der Ostgrenzen wolle er, daß dieser Anschluß durch friedliche Mittel erreicht werde. Frankreich und die Abrüstungsfrage. München, 30. Aug. (WB.) Dom Münchener Stadtrat war vor kurze>m der Beschluß gefaßt worden, bei besonderen Anlässen nur in den bayrischen und Münchener Farben zu flaggen, nachdem ein Antrag, bei sämtlichen Gelegenheiten die Farben schwarz - rot - goEb und schwarz-weiß-rot zu hissen, abgelehnt worden war. durch nicht die Aufrichtigkeit des Friedenswillens der englischen Regierung verringert wird, noch der Wert der Anstrengungen, die sie zusammen mit Frankreich entfalte, um den Frieden in Europa auf einer soliden Grundlage im Rahmen der abgeschlossenen Verträge aufzurich- ÄÄ I S5."ÄÄ”in S.VCin mit dn' Ql brü st ung noch nicht g e n ü g e n d dem Besuch des Neuyorker Bürgermeisters und der fÄ'sK’ute (ElWltiChC (Einbrüche worden, daß bet dem Besuch der amerikanischen Re- .____ba ft eure auf den städtischen Gebäuden die offizielle faßt CiftCni ^Bcjllu) JtyCinlCinuCe Reichsflagge gehißt werde. In der heutigen flnnhnn 31 9fua lWTB Funkfvmch) Der Debatte betonte Oberbürgermeister Scharnagl, Sekreterer' L SXäVeW Ä f» & mit 2! Uen » St.m. er habe tiefe Eindrücke erhalten von dem Mut I men abgetehnt. und von der Entschlosienheit, mit dem die öffent- 1 " Die Sitzung des Uerchskabinetts. Berlin, 30. Qlug. (Wolfs.) Unter Vorsitz des Reichsministers Dr. Gehler fand heute in der Reichskanzlei eine Sitzung des Reichskabinetts statt, an der die Reichsminister Dr. Curtius, Dr. Koch. Schiele und Dr. Stresemann teilnahmen, während die übrigen Ressorts durch die Staatssekretäre vertreten waren. Das Kabinett nahm im Anschluß an die ausführliche Kabinettserörterung vom 10. August die Ausführungen des Reichsauhenmini- sters über die bevorstehende Genfer Tagung des Rates und der Vollversammlung des Völlerbundes und die dabei zu beobachtende Haltung der deutschen Delegation entgegen und beschäftigte sich dann mit verschiedenen laufenden Angelegenheiten. 3n der Sitzung des Reichskabinetts ist, wie da« B T" meldet auch die durch die neuen , _ polnischen Kampfzoll« geschaffene Lage M emel, 30. Aug. (Wolff.) Die WI; besprochen worden. Beschlüsse wurden in der Beteiligung ist in den ersten drei Dormit- Sihungs die bereits um 7,1 Hhr beendet war, tagsstunden im ganzen Memelgebiete nicht sehr nicht aefaßt rege gewesen, was darauf zuruckzusuhren ist, Berlin 31. Aug. (Eigener Drahtbericht des dah die Landbevölkerung die das Hauptkontin- GießAnz) 3n der gestrigen Reichskabinettstt- gent der Wahler.chaft stellt, das heute besonders auna kam der Reichsaußenminister bei schone Wetter zur Bergung der Ernte benutzt seinem Referat insbAmdere auch auf die be- Die Volkspartei lieh durch die Straßen der Stad schlossene Verminderung der Besät- einen Wagen fahren, der mit Kindern beseht ,unas truvven im Rheinland zu sprechen, war und auf dem sich ein Plakat befand nut der W Wer lLk^rL L Sitzuna ÄX Aufschrift: Denkt an und!“ Dieser Wagen geben« Kommunique läßt die völlige Ein- wurde von der Polizei angehalten und die rnütigkeit des Kabinetts Über die von Dr. Kinder muhten auf Anordnung des Kviegskom- Streftmann ausgestellten Richtlinien erken- Mandanten den Wagm verlassen. Richt ver- nen. Es besteht schon jetzt kaum noch ein Zweifel, boten hat dagegen der Knegskommandant bte daß in den Besprechungen, die die Auhenmimsfer Wahlpropaganda auf dem Lande unter den in Genf führen werden, das Thema der Trup- Schu kindern in der Schule. 3n Pur- penverminderung nicht zur Sprache chellen und Schinken haben zwei groh- kommen wird. Dagegen hält man es in unter- litauisch eingestellte Lehrer gestern richteten Kreisen für wahrscheinlich, dah die Propagandazettel an ^e Schulkinder verteilt Frage der vollen Rh« i n l a n d r au m ung Mein« l, 31. Aug. (MJ ©egen 1.15 Htyr einer längeren Erörterung unterzogen wird, ©in lag das vorläufige G es a mH! t (g e b nid Ergebnis in diesem Punkte im Sinne Deutsch- der Wahlen aus der Stadt Memel vor. lands wird freilich für recht zweifelhaft gehalten, Wahlberechtigt waren 20 100 (bei den Landtags- und man weist darauf hin. daß vor den Reu- wählen im Oktober 1925 19 778: bte Ziffern wählen zur französischen Kammer an die Au » Oktober 1925 sind auch weiterhin als Vergleichs- rollunq der Frage der Rheinlandräumung ernst- zahlen anzuwenden). Gewählt haben 14 591 lich nicht gedacht werden kann. Dr. Strese» (17113), so dah dl« Wahlbeteiligung etwa 73 mann wird auf der Genfer Tagung jedoch (85) Prozent betragt. Von den 14 591 Sttrnrnm Gelegenheit haben noch einmal den deutschen entfalten auf dl« Memellän dis ch e V 0 l f d- Standpmikt ausführlich klarzulegen. Eine for- Part ei 8548 (12 ^2). Landwi^fchaftsparfei 740 melle amtliche Mitteilung über die Herab «etzung (209), Sozialdemokratische Vartei 1349 (2948), der Defatzungstruppen ist bisher in Berlin noch Kommunisten 2292 (1143) und auf die Partei zur nicht eingetroffen Man nimmt in politischen Abwehr des Aufwertungsruins (Kombrinkparfei) Kreisen daher an, daß sie evtl, dem deutschen 88 (0), dte litauischen Parteien zusammen 1^0 Außenminister in Genf direkt übergeben wird. (564) Trotz der bedeutend geringeren Wahl- Was den Zeitpimkt angeht, bis zu dem die beteiligung ist das Bild ungefähr das gleiche ge- fraglichen 10 000 Mann aus dem Rheinlande | blieben tote 1925. Was feit 1925 durch die zurückgezogen sind, so glaubt man, dah die Der- Option verloren gegangen ist, ist diesmal erseht minderung bis zum 1. Oktober durch- worden durch die zugewanderten litauischen geführt sein kann. Staatsbürger die gemäß der Genfer Vereinbarung mitwahlen durften, obwohl sie noch nicht Abreise der deutschen Delegation das Bürgerrecht des Memelgebietes besitzen. ’ z»' c Aus den Landbezirken liegen bisher nach nut die Ergebnisse aus einem Viertel der Berlin 30 Aug. (WTB.) 'Reichsminister Stimmenbezirke vor. Es ergibt sich da vor- Dr. Stresemann hat sich heute 18.25 Hhr läufig folgendes Bild: Volkspartei 4431, Öattb* in Begleitung von Staatssekretär Dr. v. Schu- wirtschaftspartei 4944, Sozialdemokrat^ 1792, bert, Ministerialdirektor Dr. Gaus, sowie Kommun^ 476 Kombrinkpartei 430, litauische Staatssekretär Dr. P ün der, Staatssekretär Dr. Parteien ^598. An Hand des Wahlergebnisses Weidmann und einer Anzahl von Sachref«- der Stadt Memel läßt sich Voraussagen, daß auch reuten nach Genf begeben. Zum Abschied hatten auf dem Lande di« Zusammensetzung der Par- sich Ministerialdirektor Dr. Schneider, Mi- teien sich E ^el ^^n wir^Diebishn vor- nisterialdirektor Dr. Köpke und der stellver- liegenden Wahlergebnisse ergeben jedenfalls tote- tretende Chef der Presseabteilung der Reichs- ber eimm glanzenden S"g der beut- regierung, Geheimrat v. Daligand, auf dem schen Kultur gemeinschaft im Memel- Bahnsteig eingefunden. 9 ®a8 vorläufige Ergebnis der Stimmen- Deutsche Anträge in Genf. abgabe in § et) betrug ist folgendes: Volks- veuiiuje «ntruyv m I Partei 1052, Landwirtschaftspartei 249, Sozial- Genf, 30.August. (Wolff.) Bet dem General- d^mokraten 485, Kommunisten 19, litauische Par- fetretariat des Völkerbundes ist ein Schreiben der Reichsregterung mit verschiedenen A n - trägen eingelaufen, bie sich auf die Regelung der internationalenHandelsgeri'^^''''''' feit beziehen. Die Reichsregierung bittet, daß ihr verschiedene Anträge bei den Beratungen über diese Frage in der bevorstehenden Völkerbundsoersamm- lung mit zur Beratung gestellt werden. zeit den Oberwachtmeister Heidemann meuchlings nieder geschossen hatte und vom Kriegsgericht freigesprochen worden war, von einigen jungen Leuten geohrfeigt worden, weil er in der Versammlung litauisch sprechen wollte. Oluf Anordnung des Kriegs- fommanbanten wurden wegen des Vorfalls am um T.4a0rlM I Ämtir^Ä.BCt6a,tCt eingetroffen und wurde am Rordbahnhof von , Außenminister Briand empfangen. Chamber- Ministerwahl in Mecklenburg. Iain begab sich Mreft in die engüsche Botschaft. S ch w e r i n, 30. Aug. (Wolff.) 3ustizminister Außenminister Briand doll heute vo^s^ag Moller war vor einigen Tagen von seinem Geschäftsträger, den spanischen ^lmte zurückgetrelen. da im Landtage ein kvmmu- ^atschofter Qu inoneg QUnrn nistisches Mihtrauensvotum gegen ihn mit Unter- französischen Botschafter in Warschau Laroche |t^ung ^er Rechten angenommen war. Bei der empfangen. I heutigen Reuwahl eines Ministers waren Oum «Nücktritt Cecils. 50 Abgeordnete zugegen. Bei dem ersten Wahl- JtuailFlll gang wurden abgegeben: Auf den Abg. Dr. London, 30. Qlug. (Wolff.) Chamber- Moller (Dem.) 24, auf den Qlbg. Studienrat Iain gab vor der Ablahrt nach Genf in einer Dr. Wolff (Dn.) 23, auf den Abg. Molt» Hnterrebung mit Pressevertreter seinem De- mann (Soz.) zwei und auf den Kommunisten dauern darüber Ausdruck, daß Cecil an -2Rar Hölz eine Stimme. Bei der Stichwahl der Delegation nicht teilnehme. Er fügte hinzu: zwischen Dr. Moller und Dr. Wolff erhielt Dr. ,3ch bin nicht der Ansicht, bah sein Fernbleiben Moller 24 Stimmen, Dr. Wolff 23, Molttnann unbebingt notwendig war." Wie verlautet, wer- eine und Max Holz ebenfalls eine Stimm«, den Cecils Aufgaben wahrscheinlich durch den Dr. Moller ist somit wiedergewählt. Hnterstaaissekrelär im Äricgdminifterium, Earl Dienstag den SOftug f9Z7. —; Jan Mayen '20 ^23 A Hör o 25 u -<&X X © 1Z 0Worxrnto$,Ohentr. (f n«t> oeaecn. ® woiaio. eoedeext •Reo?«, * Sehnte ä Qraupem ■ nchti K 0ewmer.(§)Wind$liiie. •O' sehr leichter 051 massiflcr -Sudsoowesi Q stürmischer Mordwest Ole Pfene fheotn mit dem mode Die seiden Stationen stehenden ZaR* len geDen die Temperatur an. Oie Linien eerOinden Orte mit gieichtnt auf rteertsniveao umgerethrieten Luttdruch f,23 Wien a - sEjfc ■ Aus der proviiWIHauptstadt. Gießen. den 31. Qluguft 1927. Regelung des Ausverkausswesens. DaS Kkeisamt Giehen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt eine Bekanntmachung betr. Regelung des Ausverkauf S w e s e n s, in der nach Atchörung der Industrie- und Handelskannner Gießens neue Bestimmungen über das Ausverkaufswesen mit Wirkung ab 1. September 1927 in Kraft gesetzt werden Aus der Bekanntmachung geben wir nachstehend die wichtigsten Bestimmungen wieder. Wer in öffentlichen Bekanntmachungen oder Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, den Berkaus von Waren unter der Bezeichnung eines Ausverkaufs an» ündigt, ist gehalten, in der Ankündigung den Zrund anzugeben, der zu dem Ausverkauf An- af; gegeben hat. Bei Ausverkäufen der nachstehend aufge- lührten Art, gleichgültig, unter welcher Bezeichnung, ist der Veranstalter verpflichtet, der zuständigen Industrie- und Handelskammer nach en folgenden Bestimmungen Anzeige zu erstatten, und ein Verzeichnis der auszuverkaufen- den Waren einzureichen Die Bestimmungen gelten für Ausverkäufe: 1. Wegen Veränderungen in der Firma oder der Person des Geschäftsinhabers (z. B. älmwand- lung in eine andere Gesellschaftsform, Ausscheiden oder Neueintreten eines Gesellschafters, Wechsel des Geschäftsinhabers, Verkauf oder Verpachtung des Geschäftes, Geschäftsaufgabe, Auflösung einer Gesellschaft, aus gerichtlichem Vergleich usw.). 2. Aenderung im Geschäftsbetrieb (z. D. Umzug, Veränderung des Mietverhältnisses, Aufgabe einer Geschäftsabteilung, Aufgabe einer bestimmten Warengattung, Aenderung des Derkaufssystems, wie Einführung von Einheitspreisen usw.). 3. Wegen Aenderung des Warenlagers, Beschädigung der Waren infolge Feuer, Wasser, Rauch und sonstigen durch elementare Gewalt verursachten Schadens. 4. Wegen erheblicher Aenderung der Geschäftsräume und ihrer Inneneinrichtung. Als erheblich ist nur eine Aenderung anzusehen, deren Durchführung die gleichzeitige Fortführung des normalen Geschäftsbetriebs unmöglich macht. Die vorstehenden Bestimmungen gelten auch: 1. für Ausverkäufe, bei denen Waren durch Taxatoren, sei es freihändig, sei es im Wege der Versteigerung, feilgeboten werden: die Voll- streckungsverkäuse der Gerichtsvollzieher finö ausgenommen: 2. für Ausverkäufe, welche durch gewerbsmäßige Aufkäufer fremder Warenmassen veranstaltet werden: 3. für Ausverkäufe, welche nach der Art der Wanderlager außerhalb der ständigen Detriebsräume stattfinden: 4. für Ausverkäufe und Versteigerungen aus Liquidation und Rachlaßmassen (einschließlich der in der Verfügungsgewalt des Liquidators, Konkurs- oder Rachlahverwalters befindlichen Waren): 5. für Ausverkäufe und Versteigerungen von Waren, die zum Bestände einer Konkursmasse gehören und noch in der Verfügungsgewalt des Konkursverwalters sich befinden. Der Ankündigung eines anmeldepflichtigen Ausverkaufs steht jede sonstige Ankündigung gleich, welche den Verkauf von Waren wegen Beendigung des Gescl)äftsbetriebs. Aufgabe einer einzelnen Warcngattung oder Räumung eines bestimmten Warenvorrats aus dem vorhandenen Bestände bezweckt. Die Anzeigen und Verzeichnisse sind in drei- facher Ausfertigung bei der für den Ort des Ausverkaufs zuständigen Industrie- uni) Han- delskanrmer einzureichen. Die Einreichung hat zeitig, mindestens eine Woche vor der Ankündigung der Veranstaltung, zu erfolgen, damit die Zulässigkeit der Veranstaltung noch vor deren Ankündigung geprüft werden kann. In besonders dringlichen Fällen, z. B. bei leichtverderblichen Waren, kann die Frist von der zuständigen Industrie- und Handelskammer abgekürzt werden. In der Anzeige müssen folgende Angaben enthalten sein: a) Dor- und Zuname bzw. Firma des Veranstalters: b) Wohnort und Ort der geschäftlichen Niederlassung des Veranstalters: c) genaue Bezeichnung der Räume, in denen der Ausverkauf stattfinden soll: d) Zeitpunkt des Beginns der Veranstaltung: e) Grund der Veranstaltung unter näherer Bezeichnung der tatsächlichen Verhältnisse, die den Ausverkauf recht- fertigen soll. Außerdem soll der voraussichtliche Zeitpunkt des Endes der Veranstaltung angegeben werden. Die den Grund des Ausverkaufs bildenden tatsächlichen Verhältnisse sind durch Unterlagen nachzuweisen. Sind die vorgelegten Unterlagen nicht ausreichend, so können weitere Unterlagen eingefordert werden. Das Verzeichnis der Waren, die zum Verkauf gebracht werden sollen, ist so aufzustellen, daß Die Übereinstimmung seiner Angaben mit den tatsächlichen zum Verkauf gestellten Waren ohne weiteres nachgeprüft werden kann. Genaue Angaben über Stückzahl, Menge, Maß oder Gewicht und über die Art (Material) sind erforderlich. In Auftrag gegebene, aber im Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht eingetroffene Waren sind in dem Verzeichnis mit genauen Angaben des Tags der Bestellung besonders aufzuführen. Die Anzeige und das Verzeichnis müssen von dem Veranstalter oder seinem Vertreter unterschrieben und mit Datum versehen sein. Wer im Falle der Ankündigung eines Ausverkaufs Waren zum Verkauf stellt, die nur für den Zweck des Ausverkaufs herbeigeschafft worden sind (sog. Vor- und Nachschieben von Waren), wird nach § 8 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu 5000 Reichsmark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Wird in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen besfimmt sind, der Verkauf von Waren angekündigt, die aus einer Konkursmasse stammen, aber nicht mehr zum Bestände der Konkursmasse gehören, so ist dabei jede Bezugnahme auf die Herkunft der Waren aus der Konkursmasse verboten. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft bestraft. Auf Saison- und Inventurausverkäufen, die in der Ankündigung als solche bezeichnet werden und im ordentlichen Geschäftsverkehr üblich sind, finden die vorstehenden Bestimmungen keine Anwendung. Saison- und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung als solche bezeichnet werden und im ordentlichen Geschäftsverkehr üblich lind, dürfen innerhalb eines Ka- senderjahres nur im Januar und in der Zeit vom 1. Juli bis 15. August jeweils auf die Dauer von 14 Tagen entsprechend näherer Bekanntmachung des zuständigen Kreisamts abgehalten werden. Der zuständigen Industrie- und Handelskammer ist vorher Gelegenheit zu gutachtlicher Aeuherung zu geben. Mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft wird bestraft: 1. wer es unterläßt, in der Ankündigung eines Ausverkaufs den Grund anzugeben, der zu dem Ausverkauf Anlaß gegeben hat: 2. wer den Anordnungen zuwiderhandelt oder bei Befolgung dieser Anordnung unrichtige Angaben macht: 3. wer den für Saison- und Inventurausverkäufe getroffenen Anordnungen zuwiderhandelt. Bornotizen. — T ageskalender für Mittwoch. Palast-Lichtspiele: „Der Meister der Welt". — Astoria-Lichtspiele: „Die Banditen von Sandy- Dar". — Die russische Ballett -Revue Z a c a r i n a wird am Samstag, 10. September, in der Volkshalle ein einmaliges Gastspiel geben. Zur Mitwirkung sind die Solotänzerin aus dem großrussischen Ballett Maria K a m i ns k a j a und die 13jährige Ballerina Galina Zaca- r i n a verpflichtet. Näheres wird im Anzeigenteil noch bekanntgegeben. ** Der Sonderzugverkehr am kommenden Sonntag. Zu dem bereits bekannt- gegebenen Sonntagssonderzug Gießen—Baden- Baden am Sonntag, 4. September, gelten die in Wetzlar ausgegebenen Sonderzugskarten auch für die Anschlußpersonenzüge. Hinfahrt Wetzlar ab 5.38 ilbr, Gießen an 5.57 älhr: Rückfahrt ab Gießen mit dem planmäßigen Sonntagszug Gießen ab 23.46 ilfcr, der die Ankunft des Sonderzuges abwartet. Fahrpreise für Hin- und Rückfahrt bei Fahrt ab Wetzlar 11.60 RM, Gießen 11.00 RM., Butzbach 10.20 RM., Bad- Nauheim 9.80 RM., Friedberg 9.60 RM. — Anläßlich des Herborner Trachtenfestes am Sonntag, 4. September, verkehrt außer dem bereits bekanntgegebenen Sonderzug Frankfurt a. M.— Herborn ein weiterer Sonderzug ab Gießen. Gießen ab 9.00, Dutenhofen 9.08, Wetzlar 9.19, Aßlar 9.28, Werdors 9.35, Ehringshausen/Dill 9.41, Katzenfurt 9.49, Edingen 9.55, Sinn 10.01, Herborn an 10.08 älfjr. Rückfahrt Herborn ab 18.34, Sinn an 18.40, Edingen 18.46, Katzenfurt 18.50, Ehringshausen Dill 18.56, Werdorf 19.01, Aßlar 19.07, Wetzlar 19.14, Dutenhofen 19.27, Giehen an 19.36 Uhr. *• Besichtigung der oberhessi - schen Jugendherbergen. Man berichtet uns: In der vorigen Woche veranstaltete der Gau Rhein-Main-Lahn-Fulda des Verbandes für Deutsche Jugendherbergen eine Besichtigungsfahrt durch die Jugendherbergen in Oberhessen, um dem Direktor der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendpflege, Schulrat H affin g e r, einen Einblick in den Stand des 2u- gendherbergswerks in Oberhessen zu geben. Am ersten Tage wurden besucht Friedberg, Butzbach. Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Hoherodskopf. Schlitz konnte leider nicht besichtigt werden. Am zweiten Tage ging es nach Laubach, Bad Salzhausen, Büdingen, Gedern und zum Vater Dender-Heim auf der Herchenhainer Höhe. Einige der genannten Jugendherbergen sind in musterhaftem Zustande, dagegen wäre es für verschiedene Heime wünschenswert, wenn sie in besseren Gebäuden untergebracht wären. Hier harrt für die betreffenden Gemeinden unb Städte noch eine dankenswerte Aufgabe, die sie mit den Wand ervereinen und Ortsgruppen des Verbandes für Deutsche Jugendherbergen befriedigend lösen könnten. Daß dies mit einigem guten Willen und verhältnismäßig geringen Mitteln möglich ist. zeigten einige Jugendherbergen. Die Pro» vinzialhauptstadt Gießen dürfte hierbei für die andern Städte und Gemeinden der Provinz als Vorbild dienen. Vielleicht denken die Gemeinden auch einmal daran, daß die Förderung des Iugendwanderns die billigste und erfolgreichste Art der Werbung zur Hebung des Verkehrs ist. Es wurde von sämtlichen Teilnehmern der Fahrt gewünscht, daß vor allem die kommunalen Be- yörden dies erkennen und dem Verband für Deutsche Jugendherbergen jede mögliche Unterstützung angedeihen lassen. Schulrat H a s s i n g e r sprach den Leitern des Oberhessischen Iugend- herbergswerks über das Gesehene seine Zufriedenheit aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß recht bald die verschiedenen Anstände behoben und in absehbarer Zeit, vor allem in Oberhessen, nur noch Muster-Jugendherbergen zu finden sind. Gleichzeitig sagte er, wie bisher, die weitgehendste Unterstützung der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendpflege im Rahmen ihrer leider sehr bescheidenen Mittel zu. " Der Bund für Haus und Schule hatte am Sonntagnachmittag seine Mitglieder zu einer Sommerfeier auf ber Liebigshöhe versammelt, nachdem zwei früher geplante Veranstaltungen auf der Waldbühne durch anhaltendes Regenwetter „ins Wasser" gefallen waren. Die Besucher wurden für ihre zweimalige Enttäuschung reichlich entschädigt. Das Programm brachte zunächst musikalische Darb'etungen des Schülerorchesters des ®.,mna iums, d e auf beachtenswerter Höhe standen. Des weiteren waren die Gesangesvorträge von Frl. Weeg, mit Pianist Hahn als Begleiter, ein Kunstgenuß. Das von Frau Mendelssohn-Bartholdy einstudierte, allerliebste Märchenspiel „D r böse Friedel" fand ebenfalls reichen Beifall. Die Mit- wirkenden boten ihr Bestes. In der Ansprache wies Pfarrer Müller auf das Ziel des Bundes hin: eine Erziehung der Jugend in religiösem und nationalem Sinn zu echtem Christentum und wahrem Deutschtum. Vorgesehene Kunsttänze von Schülerinnen der Schule E. Schumann- Grundmann mußten toegen Erkrankung der Mitwirkenden leider ausfallen. Richt unerwähnt soll bleiben, daß sich um das Gelingen der Veranstaltung der Leiter der Waldbühne, Prof. Dr. B e r n b e ck, sehr verdient gemacht hat. •' Oberhessisch.er Sängertag in Gießen. Der Hessische Sängerbund hat seine Bundesvereine in der Provinz Obechessen für nächsten Sonntag nach Gießen zu einem Provinzialsängertag eingeladen. Zur Teilnahme an dieser Veranstaltung sind aber auch alle anderen, dem Hessischen Sängerbund noch nicht angehörenden Männergesangvereine aufgefordert worden. Man erwartet zu dieser Tagung zahlreiche Vertreter der oberhessischen Gesangvereine. Unter anderem wird ein bedeutsamer Vortrag über die „Tonsetzergesellschaften Afma und Gema" gehalten werden. ** Straßensperre. Wegen Errichtung der Neubauten der Finanz- und Versorgungsämter wird die Lessingstrahe bis auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt. n | Der Duft frischer Milch, \ I das zarte Aroma von Molkereibutter I sind die appetitanregenden Eigenheiten der Rama Margarine. r 1 <; ~v- M Aber Rama befriedigt auch den einmal rege gewordenen Appetit: sie hat denselben Fettgehalt und Nährwert wie Butter. Sie bräunt in der Pfanne vom leichten Hellgelb bis zum tiefen Braun, ohne zu spritzen. Kurzum, Rama Margarine unterscheidet sich von Butter nur durch den billigen Preis Für 1 Mark erhalten Sie ein Pfund Die meistgekaufte Margarine-Marke Deutschlands. besonders gut und preiswert. Qstfriesi'che Mischung ' ^Pf. 1.25 Ceylon Orange Pekoe ' § Pf. 1.50 Ketnvich Driesch «elterswea 70. [7898a Samiliche Wurstwaren empfiehlt wieder ab diesen Freitag in guter Qualität [06301 O. LublmsM Ecke Stein- und Tammstr.41. Tel. 892. Soeben erschien: Therese Neumann Preis Mk. 1— [7911V fieiWe Mtailtog d eine L°nie do leiR tennt ^rninnni 8U brinm „ ®in Adelte, !*"ei" geb gerade ?» Zaartrgch AZ Hl 205 Zweites Blatt Vie -nterparlamentarifche Anion Bon unserem ständigen v. ^.-Berichterstatter. Paris, 29. August. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Die Sitzungett der Interparlamentarischen Union in Paris, die gewissermaßen als Auftakt für die Genfer Lölkerbundstagung zu betrachten sind, sind reich an Ueberraschungen. Die Verschärfung der deutsch-französischen Beziehungen, die sich seit einigen Monaten immer stärker bemerkbar macht, hat in dem Wortduell zwischen dem deutschen und dem französischen Parlamentarier vor diesem internationalen Forum ihren Höhepunkt erreicht. Die maßvollen und llugen Ausführungen des deutschen Reichstagspräsidenten L ö b e, die überall außerhalb Frankreichs sicherlich den besten Eindruck gemacht hatten, haben scheinbar wie ein rotes Tuch auf die französischen und belgisct)en Parlamentarier gewirkt. Jedoch nur scheinbar: denn der belgische Senator M a g n e t t e hat in seiner Rede erklärt, daß er es bedaure, nicht zu Beginn der Sitzung seine gegen Deutschland gerichtete Resolution eingebracht zu haben, doch hätte ihn hieran die Tagesordnung verhindert. So stellt sich denn die Sachlage folgendermaßen dar: von französischer und belgischer Seite waren scharfe Angriffe gegen die deutsche Delegation ohne Zweifel von vornherein beabsichtigt. Die Rede des Reichstagspräsidenten L ö b e hat die Frcurzosen und Belgier nicht daran verhindert, ihre Vorwürfe gegen Deutschland vor die Versammlung zu tragen. Der auch von der französischen Linkspresse in letzter Zeit mehrfach ausgesprochene Wunsch, die Vergangenheit ruhen zu lassen, der das Leitmotiv der Löoescyen Ausführungen bildete, ist völlig unbeachtet verhallt, und wir stehen vor der Tatsache, daß man in Frankreich und Belgien eine sehr viel schärfere Tonart Deutschland gegenüber anschlägt, als dies seit Jahren der Fall war. Sicherlich sind dies nicht allzu günstige Auspizien für die Genfer Verhandlungen über die Reduktion der Rheinlandtruppen. Wer Gelegenheit gehabt hat, die Genfer Ratsund Vollversammlungen an Ort und Stelle mitzumachen, der wird über den wenig parlamentarischen Ton, den die Parlamentarier der Interparlamentarischen Union im Verkehr miteinander zu gebrauchen belieben, erstaunt sein. In Genf, wo verantwortliche Regierungsvertreter einander gegenübertreten, ist stets die internationale Höflichkeit gewahrt worden. In Paris ist dies leider nicht der Fall. Doch ein Gutes haben die Pariser Beratungen immerhin für sich anzuführen: man wird wenigstens heute in Deutschland wissen, woran man ist, und wenn die Erkenntnis auch bitter sein mag, mit völliger Klarheit feststellen können, daß die öffentliche Stimmung in Frankreich jeder Versöhnungspolitik mit Deutschland immer noch abgeneigt ist, solange Deutschland den Anspruch erhebt, ein selbständiger Faktor im internationalen Leben der Völker zu sein. Die Sitzungen der Interparlamentarischen Union boten aber gleichzeitig die Möglichkeit, über die Stimmung der übrigen Völker, soweit sie Deutschland und Frankreich betrifft, klar au sehen. Als Poincare nach seiner recht inhaltslosen Begrüßungsansprache die Tribüne verließ, waren es nur die Deutschen, Oesterreicher und Ungarn, die ihm keinen Beifall zollten und auf ihren Bänken sitzen blieben, zur außerordentlichen Empörung der gesamten französischen Presse. Die Ausführungen L ö b e s wurden etwa von einem Drittel der Versammlung mit Beifall begleitet, unter anderem von den Vertretern der skandinavischen Staaten, den Schweizern, den deutschen Delegierten der Tschechoslowakei, den Oesterreichern und Ungarn; die übrige Versammlung schwieg. De Jouvenel hatte nach seiner Rede den Beifall der anderen zwei Drittel der Versammlung für sich. Diese Gegenüberstellung scheint insofern nicht ohne Interesse zu sein, weil sie den Beweis dafür erbringt, daß Frankreich trotz seiner unversöhnlichen Politik immer noch die Sympathien weitaus des größten Teils der Welt für sich hat. Ein erfreuliches Zeichen ist in der Stellungnahme der englischen Delegation zu erblicken, deren Wortführer Edwards mit großem Ernst und Nachdruck darauf hinwies, daß der deutsch-französische Gegensatz den Frieden Europas dauernd gefährde und wie ein Alp auch auf den übrigen Nationen laste. Man darf Gießener Stadttheater. Gustav Davis: „Mädel von heute". Dies ist ein harmloses und liebenswürdiges Lustspielchen, ganz modern angehaucht, überaus zeitgemäß, aber ohne das mindeste Talent (und auch wohl ohne die Absicht), eine naheliegende Satire zu geben. Unsere Gegenwart üst ja überreich an Satirenftofsen, aber dieser Autor hat weder die Lust noch das Zeug dazu, und so ward eine kleine, sanfte, durchaus nicht bösartige Ironie daraus, die mit fünf Sähen hätte gesagt sein können, und bei der man sich wundert, wo der Verfasser den Redeschwall und die Einfälle hernimmt, das Ganze auf drei abendfüllende Akte zu bringen. Ein gewissermaßen mit der Zeitlupe verwandelter. gutmütig-spöttischer Seitenblick, ohne Schärfe und ohne allen Grirmn, auf das junge Mädchen von heute. Oder, besser gesagt: auf einen gewissen, von Amerika her hefttg und nicht gerade vorteilhaft beeinflußten, gemeineuropäischen Girltyp. Die junge Dame von Welt, die ihre Zeitgemähheit nicht nur durch die kurze Haartracht zu dvkumentteren beliebt sondern durch die absolute Aufgeklärtheit. Sachlichkeit. Ucbcrlegenheu. Selbständigkeit und Geschäftstüchtigkeit ihrer Lebensäußerungen, allwomit sie das ins Extrem verkehrte Gegenstück eines ebensowenig erfreulichen, aber inzwischen ausgestorbenen oder immerhin selten gewordenen Mädchenwesens darstellt, das unselbständig, unvorbereitet hausbacken und von allerlei falscher Romantik umnebelt in die Welt trat. Die Geschichte von Gustav Davis könnte an manche ernsthaften und erwägenswerten Probleme der Erziehung, der sozialen und gesellschaftlichen Lebensgestaltung rühren, die noch keineswegs abgetan, geklärt und überholt, die im Gegenteil von brennender Aktualität sind. Aber — wir sagten es schorr — Davis bleibt mit seinem Stück freundlich an der Oberfläche, ihm ist es weder um ernsthafte Hintergründe, noch um die Klärung schwerwiegender und tief lieg en» der Gegenwartsfragen zu tun, sondern nur um einen kleinen Scherz, ohne viel Philosophie und Aebengedanken, und übrigens' auch in allen Ehren und fern jeder Frivolität, mit der sich beispielsweise ein französischer Autor des immer- CUu2r werden von dem Termin und dem Ort der Prüfung schriftlich in Kenntnis gesetzt. Die Bestimmungen für die Lehrlingsprüsung sind bei der Landwirtschaftskammer zu erhalten. ** Der Neubau für Reichsbeamte, Ecke Wilhelmstraße unb Aulweg, ist im Aeußern wie auch innen so weit fertiggestellt, daß er in den nächsten Tagen bezogen werden kann. Zum Bezug kommen zwei Wohnungen mit 6 Zimmern, eine Wohnung von 5 Zimmern und brei Wohnungen von 4 Zimmern. Die Wohnungen selbst sind für Reichsbeamte vorgesehen. ** Auf gehobene Provinzstraßen- sperre. Die Straßensperre auf derPvovianzial- straßenstrecke Jnhei den — Htphe ist jetzt wieder aufgehoben worden. Oberhessen. Landkreis Gietzen. V" M.ainz lar, 30. Aug. Nachdem nun wieder gute Witterung eingetretcn ist, läßt sich der Schaden, den die vierzehntägige Regenperiode angerichtet hat, einigermaßen übersehen. Das Korn war beretts. bei Eintritt des Regenwetters restlos eingefahren. Der Weizen hat wenig Schaden gelitten. Zrun Seil sehr stark ausgewachsen ist der Hafer, besonders wo es sich um sogenannten Kleehafer handelt. Der zuletzt geschnittene zeigt dagegen keinen Auswuchs; so daß ein allzu großer Schaden doch nicht entstanden ist; immerhin kann die Qualität des Strohes sowie der Körner teilweise nicht als vollwertig angesehen werden. — Gleichzeitig mit dem guten Wetter setzte auch die Grummeternte ein. Der Ertrag ist teilweise höher als bei der diesjährigen Heuernte. Leider ist bei der Feuchtigkeit unserer Wiesen- grünbe die Qualität nicht die beste. i I r e i 5, 30. Aug. Nachdem nun endlich wieder besseres Wetter eingetreten ist, hat auch das Dreschen der Frucht wieder begonnen. Wie erinnerlich, ist vor etlichen Wochen die Dreschmaschine des Heinr. Kehr bei einem Brand zerstört worden. Da dieser aber Ersatz dafür herbeigeschafft hat, so sind Nunmehr wieder zwei Dreschmaschinen auf dem Platze vor der Drücke in Tätigkeit. Die Kollegen hatten den Sterbenden ins Zimmer des Dirigenten getragen und ihn aufs Sofa gelegt. Sie hatten ihm die Hemdbrust aufgerissen und verschwendeten viel kaltes Wasser, aber sein Gesicht blieb wachsbleich und kalt. Seine Hände tasteten suchend nach etwas ... er suchte seine Geige, das Kostbarste, was er besaß. Manfred beugte sich über ihn. Der alte Mann schlug die Augen auf, schaute Manfred an und sagte: „Verzeihen Sie, Herr Doktor, daß ich Ihnen---das Konzert gestört ---ich — ich kann nicht mehr--" Es war fein letztes Wort ... (Er fank zusammen. Manfred drückte dem stillen Geiger Die Augen zu. Auch einer von denen, die in den Sielen starben. * Die goldbetreßten Portiers besprachen den Vorfall aufgeregt in der weiten, goldglänzenden Vorhalle, als Manfred heimging. Der arme Schmidt ... fast dreißig Jahre war er hier ein- und ausgegangen. Vor einer Stunde hatten sie noch mit ihm gesprochen ... Wie rasch war alles vorbei ... Manfred ging durch blätterbestreute, kalte winterliche Anlagen. Der Himmel war von Wolken bezogen, die nach Schnee aussahen. Rote, fernste Blätter klebten auf den Wegen. Lichtreklamen kletterten auf den Dächern und erloschen. Ein einziger Stern stand verloren zwischen den dunklen Wolken am Nachthimmel. Durch den Diebel sah er erleuchtete Schaufenster blinken mit beschlagenen Scheiben ... Ich muß einen Kranz bestellen, dachte er. Blumen leuchteten ihm aus einem Laden entgegen, rote Rosen in vergoldeten flachen Stürben, große, weiße Fliedersträuße, Maiglöckchen in silbernen Jardinieren, violette Tulpen und weiße Nelken. Er trat ein. „Was darf es fein, Herr Doktor?" fragte die blonde hübsche Verkäuferin. Er schaute sich um. Ein Strauß blaßgelber Rosen stand auf dem Ladentisch ... Melittas Lieblingsblumen. „Ist der Strauß bestellt?" „Nein, Herr Doktor." „Dann schicken Sie ihn in meine Wohnung .. .* „Soll etwas dazu bestellt werden?" „Nein, nur abgeben/ ..Sofort. In zehn Minuten ist er da ... Sonst noch etwas, Herr Doktor?" Ach fo ... der Kranz ...Er suchte den schönsten aus. (Efeu, Lorbeeren und Lilien. Die Lorbeeren hatte er verdient, der braue Alte. Er schrieb die Aufschrift für die weiße Moiröfchleife nieder und ging. Ein leeres Auto fuhr vorbei. Er rief es an: „Taunusanlagen 34." Sein Haus lag dunkel in dem entlaubten Garten, die Gartentür stand offen, der Kies knirschte unter feinen raschen Schritten. Der Nebel tropfte von Bäumen und Sträuchern... Er klingelte. Das Treppenhaus wurde hell, der Diener erschien in der Türe und nahm ihm den Pelz ab. „Ist meine Frau zurück?" „Nein, Herr Doktor!" In seinem Studierzimmer brannte die große resedagrün bespannte Lampe neben dem gedeckten Teetisch. Sein Gedeck stand einsam da, Kuchen in vergoldetem Körbchen, der Tee wartete unter der seidenen Mütze auf ihn, wie immer, und doch sah das alles auch hier ganz anders aus, fo verlassen ... verändert ... er wußte nicht, wie ... Die Möbel standen fo traurig da herum. Auf feinem Schreibtisch sah er Briese liegrn. Er durchmusterte sie flüchtig. Rechnungen, Anzeigen von Zigarrengeschäften und Mufikhandlungen, die Absage einer Sängerin, Kritiken und Drucksachen ... Er schob alles beiseite ... Der Diener goß den Tee ein, er hatte große rote Hände ... „Nein, lassen Sie das, Fritz." „Keinen Tee?" „Nein ... ober doch, eine Tasse, wenn er heiß ist ..." Er fröstelte. „Sagen Sie mal, wer kann die Dame denn gewesen sein, die mich sprechen wollte? Haben Sie ihre Stimme nicht erkannt?" „Dlein, Herr Doktor. Ich habe die Stimme noch nie gehört ..." „Unb daß sie sofort abhängte ... Sagte nicht meine Frau, daß sie zu ihrem Zahnarzt ginge?" „Vorige Woche ging die gnädige Frau mehrmals zum Zahnarzt? „Mehrmals, wann war das?" „Daß weiß ich nicht mehr, Herr Doktor! Ich weiß nur, daß sie in letzter Zeit öfters nachmittags ausging." „Wie heißt der Zahnarzt?" (fr durchblätterte bas blaue Telephonbuch. „Mayer . . . Müller . . . Schmidt ... irgend so einen Namen." „Fegemeier, glaube ich ..." , x z. Allenborf a. d. Lumda, 30. August. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf der Straße Allertshausen—Beuern. Der Elektromeister W. Pfeiff von Londorf wollte mit seinem Motorrad ein anderes Motorrad auf der rechten Seite überholen. Hierbei kam das Rad aus dem am Straßenrand befindlichen feuchten Rasen ins Rutschen. Pfeiff stürzte und erlitt einen schweren Schädelbruch. Er wurde von einem Sanitätsauto in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht, wo er in sehr ernstem Zustande darniederliegt. chAus dem Lumdatal, 30. Aug. Nachdem sich die Witterung gebessert hat, sind alle Hände eifrig am Werk, um die Ernte unter Dach und Fach zu bringen. Kleinere Landwirte bringen die Frucht vom Felde sofort zur Dreschmaschine, die Tag und 9lacht in Betrieb ist. Der Kornerertrag ist im allgemeinen zufriedenstellend, allerdings find große Mengen Körner in angekeimtsm oder vertrocknetem Zustande. Frühzweti'chen. Mirabellen ufw. haben fehr gelitten, find aufgeplatzt ober hängen in verfaultem Zustande noch am Baum. Die Gurken haben vielerorts Flecken bekommen, die bald in Fäulnis übergehen; gelbe Rüben sind vielfach gespalten. Die Früchte der Buschbohnen, die zum großen Teil auf der Erde liegen, sind schon angefault. r Obbornhofen, 30. Aug. Das Preisschiehen des hiesigen Kleinkaliber- Schühenvereins unter Leitung des Eisen- bahnassistenten Schmidt hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis Karl Naumann in Gettenau, 2. Preis Lorenz Hahn in Obbornhofen, 3. Preis K. Becker von Echzell, 4. Preis H. Eichelmann von Wöhnbach und 5. Preis Wilhelm Walther von hier. Das vom Schühenverein im Wege der Selbsthilfe erbaute Schützen- Haus ist im Rohbau vollendet. 4= Lich, 30. Aug. Am Samstagmorgen wurden im Walde nach Hattenrod zu, in der Nähe der Steinbruchschneise, Wildschweine angetros- fen. Dies ist aber sicher nur ein vereinzelter Fall; es handelt sich wayrscheinlich um Ucberläufer aus dem nördlichen Taunus, denn Wildschweine gelten in unserer Gegend nicht als Standwild. T> Lich, 30. Aug. Aus seinem vor einigen Jahren neuerrichteten Schießstand auf der Hardt veranstaltete der hiesige Kriegerverein (Vorsitzender Stadtrechner' L. Häuser) fein diesjähriges Preisschießen. Es beteiligten sich daran 37 Mitglieder des Vereins. Es wurden von jedem Schlitzen vier Schuß auf die Ringscheibe 24 mit dem Gewehr-Modell 1871 abgegeben. Am Sonntag- abend fand in der Turnhalle die Preisoerteilung statt. Tierarzt Dr. Walter eröffnete als Dor- fitzender des Bezirks Lich der Kriegerkameradschaft Hassia mit einer Ansprache die Veranstaltung. Die Preisverteilung, es wurden insgesamt 25 Preise ausgeschossen, hatte folgendes Ergebnis: 1. Pttis (88 Ringe) Bahnhofsvorsteher F. Berk, 2. (86 R.) R. Z i m m e r, 3. (85 R.) H. Textor, 4. (85 R.) L. Volz III., 5. (85 R.) W. Hahn, 6. (84 R.) K. Peter, 7. (83 R ) H. Kempf, 8. (83 R.) K. M ü l l e r, 9. (82 R.) Gg. S ch m i d t und 10. (82 R.) H. Müller. Die Hastia-Ehrenfcheibe schoß H. Kempf, ferner schossen Ehrenscheiben H. Löhr, Christ. Rau und Wilh. Hahn. In den Rahmen d'er Veranstaltung fügte sich passend ein die Vorführung des Films „Unsere Emden". Die Feuerwehrkapelle brachte arte Armeemärsche zum Vortrag. # S u n g c nL 30. Aug. In voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit feierte unser Mitbürger Salomon Kahn seinen 8 7. Geburtstag. Kreis Friedberg. I Buh back, 30. Aug. 3m Saale de» „Hessischen HofeS sprachen am Sonntagabend Bürgermeister Völker- Sich und Pfarrer W e i d n e r - Ober-Lais über „Wesen, Ziele und Aufgaben der Evangel. Volksgemeinschaft". Bürgermeister Völker, der als Abgeordneter der Evangel. Volksgemeinschaft stellvertretendes Mitglied des Provinzial-Aus- schusses ist, verstand es, in sehr klaren Ausführungen die Gründe darzulegen, die zur Gründung dieser evangelischen Partei geführt haben. Die Rot der evangelischen Sache, die wirtschaftliche Rot unseres Volkes hätten allgemein die Erkenntnis gebracht, daß die bestehenden Parteien weder Schützer der evangelischen Belange noch Helfer der schaffenden Stände unseres Volkes seien. Pfarrer Weidner beantwortete dann in zweistündigen Ausführungen die Frage; „Warum brauchen wir im hessischen Landtag eine evangelische Partei?* „Ja, richtig ..." Manfred klingelte an, während der Diener das Zimmer verließ ... Eine weibliche Stimme antwortete ... „Hier bei Zahnarzt Fegemeier .. / „Ist meine Frau noch dort?" „Darf ich um den Namen bitten?“ „Ach so ... hier Dr. Manfred ...“ „Frau Manfred? Nein, die ist nicht bei uns .. .* „War sie heute noch nicht bei Ihnen?" „Nein ..." „Sie ist in der vorigen Woche doch öfters bei Ihnen gewesen?" „Nicht daß ich wüßte, Herr Doktor. Ich habe die gnädige Frau schon lange nicht mehr gesehen ..." „Damm ist es ein Irrtum, verzeihen Sie ...“ Also doch, also doch. Es war kein Irrtum, er war einer Lüge auf der Spur. Der Zahnarzt erfunden? Ein Vorwand nur? Vielleicht war es ihr Schneider, den sie besucht« ... Er klingelte an. Niemand antwortete. Es schlug eben sechs auf der Uhr auf feinem Schreibtisch. Die Arbeitsstube war schon geschlossen ... Sie waren sehr pünktlich, die Herren Schneidergesellen ... Doch, da kam jemand ... Die Fistelstimme eine» Lehrlings: „Wer ist denn da?" Er fragte nach Melitta ... „Die gnädige Frau hat ihr Kostüm schon vorige Woche bekommen. Seitdem war sie nicht mehr hier. Nein, sie hat nichts Neues hier arbeiten lassen ..." „Danke ..." Der Hörer fiel hott auf die grüne Schreibtischplatte ... Mit einem Ruck ftanb er auf ... Er zog den Brief aus der Tasche und studierte die Maschinenschrift ... hielt das Papier ans Licht ... „Panzerfaust" ftanb in Wasserzeichen darin ... Er durchwanderte die Zimmer, die wohnlich, geordnet und elegant aussahen, mit den tiefen seidenen Sesseln, den weichen Hellen Kissen, den Tischen mit Büchern und den Vasen' mit frischen Blumen. Im Musikzimmer nebenan lagen auf dem aufgeschlagenen Flügel Noten hingestreut. Sicher hatte sie geübt ... Nach dem Abendessen wollten sie die neuen Lieder zusammen proben ... bas Wohltätigkeitskon- zert am Samstag ... sie trug einige Lieder ooc. Eine trockene Hitze war wieder in den Räumen ... Er öffnete ein Fenster unb ließ die feuchte, neblige Lust hereinströmen. (Fortsetzung folgt.) v* ff lh her Diener das ^Stimme antmor- rmeier ••• S Äf? 'A?7L L?r i»> Ä**«n Vt .tBA> * Ä. S Svs unter CT mi»Dirlt hrinÖ CI b|n^n «otnerettra« ' un«rbings M * ■£ ; »M, eP™fet ober hon, Saum. Dt» "kommen hi# Mn finb ojch ^f^bobnen, bie *0^, jjch ' Das Preis. Nnkaliber. 'M des 6ifen. lgendeS Ergck>. in Ottenau, Hosen, 3. Preis «l?* Ä* w h. d°ch * sott»1' «lÄ!.u> BÄ-“!* $s tUlvi »*'h «^w rte Schützen. gmorgen mürben Zu, in ber Uhe »eine angeiros, vereinzelier Fall; Ueberfäufer aus lbschweine Reffen tolfb. »ar einigen Hatz, der fjarbt oet. rein (TJorfifeen. ein biesjagrigeß n sich daran 87 eben von jedem cheibe 24 mit bem . Am Sonnlag. e Preisverieiiung ösfneie als Dor. iegertameradschast ieranftaltuna. Die gesamt 25 Preise rgcbnis: 1. Pitir Berk, 2. (86 91.) xtor, 4. (85 9t) ahn, 6. (84 9t.) pf, 8. (83 91.) ft. bi und 10. (8291) Meide schoß H. leiben h. Löhr, In den Rohmen id ein die Borsüh- . Die Feuerwehr' )um Vortrag. )tfer Brptrli&t inser Mbürger buttUn eg 3m Saale des m ßonnlagabenD , und Psamr Desen, 3itle ngel. Dolks- »r Völker, der Llksgemeinschaft PrvvinMAus. /s««t M* i hie nur ®run* llhnn vorigk ) Licht'" SM Seine Antwort lautete: „Weil im hessischen Land- Astoria-Liditspiele dig bis mit denen sei. Auch hier sieht die Gründung gruppe der neuen Partei bevor. ch Kirch-Göns, 30. Aug. Vor wurde einem hiesigen Einwohner einiger $eit nachts eine dieser Tage teiligten offenliegen. Die Grundstücke werden den neuen Besitzern bi« zum Herbst sämtlich übergeben fein. 00 Ossenheim, 30. Aug. Die Pflasterung der Straße nach Njeder-Flor- stad t wird nun beginnen. Zugleich wird die W etter brücke, die von schweren Fuhrwerken nur auf eigene Gefahr befahren werden konnte, vollstän- Palast-Lichtspiele Llndenplate Kassette entwendet, die nun in der Gemarkung Pohl Göns in einem Frucht- acker gefunden und dem Eigentümer zurückgegeben wurde. Der Inhalt der Kassette war, bis aüf die geringen baren Geldbeträge, noch vorhanden, da er für den Dieb wertlos war. Der Spitzbube hatte es wohl auf die Beraubung der Festkasse des hiesigen Gesangvereins abgesehen, da der Bestohlene damals Festrechner war. — Die Arbeiten unserer F e l d b e r e i n i g u n g haben sehr gute Fortschritte gemacht, so daß sämtliche Arbeiten des 3. Abschnittes zur Einsicht aller Be- behn während der Dauer der Arbeiten ohne die gewohnte Verkehrsmöglichkeit ist. 00 Ni ede r- Flo rstadt, 30. August. Dem Sohne des Landwirts Wilhelm Götz gingen beim Fruchteinfahren mit beladenem Wagen d i e Pferde durch. Er rutschte mit einigen Frucht- bündeln vorn Wagen und kam auf die Deichsel zwischen den Pferden zu liegen. So machte er ein Stück dje sausende Fahrt mit und wurde, bis er sich auf den Boden fallen ließ, einigemal, von dem einen Pferd geschlagen unb a n Kopf und Beinen verletzt. Der Wagen kam zum Stehen, als eines der Pferde stürzte. Der Vater des jungen Mannes machte die Fahrt mit, ohne helfend em greifen zu können. Glücklicherweise sind die Verletzungen nicht schwer. Kreis Büdingen. It Büdingen, 30. August. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Ge- legenllich der Pflasterung der Düdelsheimer Straße soll das Kriegerdenkmal 1870/71 eine neue Einfriedigung erhalten; die Umgebung des Denkmals soll entsprechend hergestellt werden. — Zur Beschaffung von Ausrüstungsstücken wurde der Freiwilligen Feuerwehr ein Zuschuß neu gebaut. In diesem Jahre soll die Straße ans Kreuz, 2 Kilometer von Rieder-Florstadt, Kleinpflaster versehen werden. — Die Autos Zweckverbandes Wetterau fah- über Ossenheim—Bruchenbrücken, so daß Ossen- Ein Schauspiel aus den 40er Jahren von Gerhart Hauptmann Personen: Fabrikant Dreißiger Paul Wegener Frau Dreißiger.................. Valeska Stock Baumert.........................Hermann Pieha Emma i . mK . , / Hertha v. Walther Bertha / seine Töchter \ Camilla v. Hollay Der alte HiUe............. Arthur Kraußneck Gottlieb Hilse, sein Sohn .. .UH v. Twardowsky Luise Hilse, dessen Frau Dagny Servaes Moritz Jäger ... Wilhelm Dieterle Bäcker Theodor Looe Ansorge Georg John Pastor Kittelhaus Georg Burghardt Frau Kittelhaus Hanne Brinkmann Neumann Julius Brandt Pfeiffer Emil Lind Gendarm Kutsche Hans Sternberg Polizeimeister W. Kruszinski König Wilhelm IV. Emil Birron Ferner: 7903c Unter den Kannibalen Borneos Kulturfilm in 2 Akten von 300 Mark bewilligt. — Einem Antrag der Landwirtschaftskammer um Stiftung von E h r e n p re i s e n für die landwirtschaftliche Landesausstellung in Darmstadt wurde durch Bewilligung von 50 Mark zur beliebigen Verwendung und 30 Mark für eine Ziegenklasse entsprochen. — Der für 1926 und 1927 an geforderte Beitrag der Gemeinde zum Wolfgang - Ernst- Gymnasium wird genehmigt. — Einer Auto- Verbindung Büdingen — Lanaenberg- heim steht der Gemeinderat sympathisch gegenüber; Beschlüsse hierüber wurden nicht gefaßt. — Die Erhebung einer Gemeinde-Bierfteuer wird abgelehnt. — Zu der Zielfahrt des A l l g e m. Deutschen Automobil • Klubs am 4. September bewilligt der Gemeinderat 30 Mark zur Beschaffung eines Ehrenpreises. — Der Allgem. Orts- und Landkrankenkasse wird zur (Erbauung eines Verwaltungsgebäudes ein Bauplatz am neuen Sportplatz zur Verfügung gestellt. —- Büdingen, 30. Aug. Einem tödlichen Unfall fiel der 74 Jahre alte Kasfen- bote Georg Schäfer zum Opfer. Der alte Mann stürzte auf der Straße auf die Erde, schlug mit dem Kopfe auf das Pflaster und zog sich eine Gehirnerschütterung zu. Er wurde sofort ins städtische Krankenhaus gebracht, wo er gestern geworben ist. rl. Bleichenbach, 30. Aug. Seit dem Jahre 1924 herrscht hier eine rege Bautätigkeit. Dank genosscnschastlicher und staatlicher Hilfe sind in den letzten 2‘/a wahren in unserem knapp 800 Einwohner zählenden Dorfe elf Häuser errichtet worden. Zur Zeit wird versucht, auch hier eine Ortsgruppe der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft zu gründen. Architekt L i m p e r t, Gedern, hielt über Ziele und Einrichtung dieser Genossenschaft einen aufklarenden Vortrag. In der Aussprache wurde die ideale unb praktisch-soziale Tätigkeit der Genossenschaft allgemein anerkannt. Es steht zu hoffen, daß die Hilfe von dieser Seite die Bautätigkeit der nächsten Jahre noch weiter fordert. Aus dem Niddatal, 30. Aug. Mit dem Eintritt sonniger Tage hat auch sofort die Grummeternte eingesetzt, die qualitativ und quantitativ die Erwartungen übertrifft. Das noch auf den Aeckern auf Haufen stehende Getreide, Weizen und Hafer, ist trocken geworden und wird eingefahren, so daß die Dreschmaschinen jetzt von Scheune zu Scheune fahren können, während sie seither nur die kleinen Landwirte, die ihre Ernte eingebracht haben, besuchen konnten. Bei dem Hafer, der durch die Rässe am stärksten gelitten hat, darf man mit einem Ausfall von 50 Prozent rechnen. Wo er auf den Aeckern lag, sind ausgetriebene Keime bis zu Handlange keine Seltercheit. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 30. Aug. Am notigen Sonntag, dem kirchlichen Landes- jugendtag, hatten sich die katechismusschul- Heute letzter Tag: Der Meister der Welt Ab morgen bie einschließlich Sonntag: tag keine einzige Partei vorhanden ist, die evangelisch-soziale Belange vertritt." Die Aus- führungen Beider Redner lösten lebhaften Beifall aus. 3n der Aussprache gab Herr Essinger - Butzbach seiner Freude darüber Ausdruck, daß die evangelische Partei endlich gegründet — - ~ ‘ einer Orts- Auto Telephon 1744 la Handkoffer unglaublich billig Carl Schunck t9tfD Bahnhofstr- 6t | Verkäufe Wogen 220 Volt, ausziehbar Kovflichlbad-uHeib luftnvparat, vretSm zu vert/ Besichtige ziv.6u 8Uhrabendt Kroidorf Nr. 24. Zerlegbarer, 2tllr. Kleiderschrank zu vert. Anzusebei zwisch. 12u. 2 Uör.u6iG Wetzlarer Weg 41 I AWiMW 4nml ausziehbar tetche», Diwan, Svie gel, Wanduhr, Ber tiko, Stehleiter unt and. wegzugShalbei billig zu verk. 06291 Liebigstr. 55 11 Vterrädr. TU2,E WSittWen- roagen 10 Ztr. 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Wetter- seld und Röthges, sowie einige Mädchen und Jungen aus Laubach unter Führung ihrer Geistlichen zu einem schönen Waldfeft am „Alten Gericht" zwischen-Ruppertsburg und Laubach versammelt. Das schöne Wetter hatte auch zahlreiche Erwachsene aus den genannten Orten herbeigelockt. Eingeleitet wurde die Feier durch einen von Pfarrer D. Fritsch verfaßten und von Frl. Emma Diehl II. aus Ruppertsburg schön vorgetragenen Prolog. 2hm folgte eine Ansprache des Dekans Bolp iLaubach) über das Thema: „Jugend, werde stark, stark am Körper unb am Geiste! Stark vor allem in religiös-sittlicher Beziehung gegenüber den Gesckhren. die dir drohen aus deinem eigenen Innern und der Umwelt, in die du gestellt bist!" Ausgehend von der geschichtlichen Bedeutung des Festplatzes, ermahnte sodann Pfarrer D. Fritsch, in begeisternden Worten der Jugend Schönheit und Wichtigkeit von Heimat und Vaterland vor Augen führend, zur wahren Vaterlandsliebe. Seine Rede klang in einem Hoch auf unser geliebtes deutsches Vaterland aus. Frl. Diehl erfreute dann noch durch schöne Dellamativnen der Sagen über die Entstehung einiger Vogelsberger Ortsnamen. In seinem Schlußwort forderte Dekan Bolp die Jugend zum Zusammenschluß in kirchlichen Vereinen auf. Llmrahmt waren alle Ansprachen von Gesängen, wie „Ein feste Burg", „Lobe den Herrn!", „Wo findet die Seele", „Ich hab' mich ergeben" und „Run ade, du mein lieb Heimatland", die der Posaunenchor Ruppertsburg in dankenswerter Weise begleitete. — Hier wurde kürzlich ein Kleinkaliber-Schützenverein gegründet, dessen I. Vorsitzender Hrch. Högh II. und dessen Schatzmeister Lehrer Volk ist. Zum Schießmeister wurde Otto Stork gewählt. I Glashütten, 30. Aug. Vor einiger Zeit wurde bei Gelegenheit von Bodenuntersuchungen am alten „Schotterweg" (Weg nach Schotten) quarzholtiges Mineral gefunden Mit diesem Funde dürfte die Frage nach der Herkunft des Materiales, das die hiesige mittelalterliche Glashütte verarbeitete, beantwortet sein. Diese Glashütte, die 'ürfunölid? 1465 letztmalig erwähnt wird, muß um 1500, wohl aus Holzmangel, eingegangen sein. Das durch den Kahlschlag der Wälder gewonnene Land wurde unter den Pflug gtitommen und Siedler herbeigezogen. Das Dorf, das so entstand, zeigt in seinem Ramen Glashütten noch die Herkunft von einer mittelalterlichen Glashütte an. I Ober-Lais, 30. Aug. Aus Anlaß des Iugendsonntags fand am Sonntagnachmittag „bei den dicken Bäumen", bem herrlich gelegenen Ober- Laiser Festplay, ein Waldgottesdienst statt. Als Festprediger war Pfarrer Wahl, Anstaltsgeistlicher an der Zellenstrafanstalt zu Butzbach, gewonnen worden. Die Predigt wurde von Liedern der Christenlehrpflichtigen, der überaus zahlreich erschienenen Gemeinde — auch ctvs dem benachbarten Fauerbach waren viele Leute gekommen -- und Der Dorfmusik umrahmt. Die Predigt schilderte das Grundübel unserer Zeit, die Gottesentfremdung, und hat sicherlich ihren Eindruck aus jung und alt nicht verfehlt. An den Waldgottesdienst schloß sich ein zweiter Gottesdienst im Filial Glashütten an. In beiden Gemeinden war die Jugend, der ja der Sonntag in erster Linie galt, fast vollständig erschienen. Kreis Lauterbach. ch Herbstein, 30. Aug. Nach ber verderbenbringenden, wochenlangen Regenperiode wurde der jüngste schöne Sonntag fleißig zum Einbringen der traurigen Ueberrcfte einer Rogge n e r n t e benutzt, die einen so schönen Ertrag versprochen hatte. Die Dörfer im Umkreis rührten aber, aller Ueberlieferung getreu, auch am Sonntag keine Hand. Starkenburg. * Darmstadt, 30. Aug. Das seltene Fest seines 50jährigen Dienstjubiläums konnte der Feuerwehrmann Heinrich Höchst ä t t e r begehen. Die Freiwillige Feuerwehr ehrte ihn durch einen Fackelzug. auch erhielt der Jubilar Anerkennungsschreiben des Reichspräsidenten Hindenburg und des hessischen Ministeriums des Innern. — Ein eigenartiges Nachtquartier hatte sich ein hiesiger Schüler ausgesucht, der sich von Hause entfernt hatte. Er schlief im Spiegelkasten eines Möbelwagens, wo ihn aber ein Beamter der Darmstädter Bewachungsgesellschaft entdeckte, der ihn der Polizei übergab. Kreis Biedenkopf. WER. Biedenkopf, 30. Aug. Die Ehefrau des Schlossers Georg A h m a n n. hier, ist dieser Tage dadurch tödlich verunglückt, daß beim Kornaufladen der Erntewagen, der am Rand einer steilen Straßenböschung stand, umstürzte, wodurch die Frau in großem Bogen auf d ie Landstraße geschleudert wurde. Die Frau erlitt so schwere äußere und innere Verletzungen, daß sie kurz nach ihrer Einlieferung in die Marburger Klinik verstarb. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Miete. Ihre Anfrage enthält nicht alle zur Beantwortung erforderlichen Angaben; bie gesetzliche Miete beträgt allgemein 110 Prozent der Friedensmiete. Eine Verpflichtung, den Garten mitzumieten, besteht nicht; ausschlaggebend dürften der Mietvertrag bzw. die Abmachungen mit dem Vermieter fein. Verantwortlich für Politik: i. B. Ernst Blumschein, sgzwma CWCTH wr- r ...........,ui mir, ui—hi uni*"u 1 ■ > x dann wissen Sie erst, dati es auch einen deutschen Wagen gibt, der nicht nur allen Anforderungen der Neuzeit im höchsten Maße entspricht, sondern noch preiswerter ist wie nur irgend ein Auslands-Fabrikat seiner Stärke von Rang und Klasse. 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Man fragt sich unwillkürlich: Gibt es da nicht eine Grenze, über die man mit den heutigen Daustosfen nicht hinaus- kommen kann, und wo liegt diese Grenze? Es ist einleuchtend, daß ein Gebäude nur so hoch aus- aeführt werden kann, wie die Fundamente und die unteren Stockwerke die Last des darüberliegenden Bauwerkes tragen können. Solange man nur Steine als Daustoff zur Verfügung hatte, kam man über 170 Meter nicht hinaus. Der um 250 vor Christi erbaute Leucht- tirnn von Alexandrien, einer der sieben Weltwunder, soll eine Höhe von wahrscheinlich 167 Meter gehabt haben. Der ganz aus Stein errichtet« Obelisk in Washington mißt 169 Meter. Al- höchstes Bauwerk der Erde gilt auch heute noch der 1889 erbaute Eiffelturm in Paris, der mit sdnen 300 Metern dne Spitzenleistung allerersten Ranges darstellt. Da er jedoch ausschlieh- lich auS Stahl errichtet ist, kann er fdnen Maß- stcch für den Dau von dgentlichen Wolkenkratzern abgeben. Deren 3dtalter begann erst mit dem Anfang dieses Jahrhunderts. 1907 wurde das Singergebäude mit 186 Meter errichtet, 1910 folgte daS Metropolitangebäude mit 214 Meter, das 1913 durch das Woolworthgebäude um 28 Meter übertroffen wurde. Zur Zeit liegen den amerikanischen Behörden die Baupläne für zwd noch höhere Wolkenkratzer zur Genehmigung vor. Der eine soll als Buchhaus in Detroit mit 266 Meter errichtet werden, während der zwdte mit sogar 390 Meter in Neuhork entstehen soll. Dieses Gebäude soll als Turm ausgeführt werden, mit 108 Stockwerken über der Straße und zweien unter der Erde. Auf einer Grundfläche von etwa 76 mal 60 Meter wird sich zunächst ein Block von 18 Stockwerken erheben. Erst hieraus entsteigt, in sieben Absätze gegliedert, der eigentliche Turmbau mit 90 Stockwerken. 60 Aufzüge, die in 10 Abschnitte unterteilt sind, werden den Derckehr vermitteln. Sämtlich« Fenster, nicht weniger als 4500, gehen nach außen; von Lichthöfen mußte bd der Art des Gebäudes Abstand genommen werden. DaS sind alleS Zahlen, die einem kaum glaublich erscheinen, und doch hat die genaue Rechnung ergeben, daß man selbst mit diesen Gebäuden noch lange nicht an der Grenze des möglichen angelangt ist. Die Baupolizei schreibt eine Belastung von höchstens 14,6 Kilogramm auf 1 Quadratzentimeter vor, wenn das Gebäude auf die mittleren Felsenschichten gegründet wird, und von höchstens 34 Kilogramm, wenn die Grundmauern biS auf den Grundfelsen heruntergehen. Wählt man dne Grundfläche von 60x60 Meter, also von 3600 Quadratmeter, so könnte diese Fläche mit einem Gewicht von rund 526 Millionen Kilogramm belastet werden, wenn die Gründung bis auf die mittleren Felsenschichten geht. Der Erbauer des Stahlgerüstes des Singerhauses hat nun ausgerechnet, daß noch ein Wolkenkratzer von 2000 Fuß, also von rund 600 Meter Höhe, gerade noch innerhalb der zulässigen Grenze bleibt, wenn man noch dne genügende Sicherheit, insbesondere für die ungünstigsten Winddruckverhältnisse dnbezieht. Bd einer Stärke von rund 30 Zentimetern werden die Wände insgesamt gegen 47 Millionen Kilogramm wiegen. Das Gewicht der Flure und des Innenausbaues wird insgesamt mit 194 Millionen Kilogramm veranschlagt, während für die Einrichtung 90 Millionen Kilogramm angefetzt wird. Alles in allem beträgt also der Gesamtdruck auf die Grundfläche etwas über 330 Millionen Kilogramm, das macht auf 1 Quadrat- zentimetcr nur rund 9 Kilogramm. Hierzu kommt lwch daS Gewicht der in dem Gebäude beschäftigten Menschen sowie eine zusätzliche Belastung durch Winddruck. Selbst wenn man hierfür noch einen verhältnismäßig hohen Sicher- heitszuschlag macht, bleibt man immer noch in den amtlich zugelassenen Grenzen. Besondere Beachtung fordern die Kräfte, die durch Den Wirch hervorgerufen werden und die den Turm zu kippen suchen. Sie sind für dnen heftigen Sturm zu über ly2 Milliarden Meterkilogramm bd einem Angriffspunkt in der Mitte des Turmes errechnet. Die riesige Maße des Turmes bietet jedoch eine solche Sicherheit, daß erst der sechsfache Wert das Gebäude umlegen würde. So gewalttg die vorstehenden Zahlen auch sind, eine Zahl ist bisher nicht angegeben, und das sind die Dollars, die dn solches Gebäude kosten wird. Die Verhältnisse, die solche Turmbauten fordern, sind Wohl nur in Amerika vorhanden, und die Berechtigung dafür besteht auch nur bd ganz wenigen Städten, die wie z. D. Reuhvrk, das mit seinem Geschäftsviertel, dem Brennpunkt der Welt, auf einer Halbinsel liegt und daher in der Breite nicht ausdehnungsfähig ist. Man hat in Europa längst c-rfannt und sieht auch in Amerika immer mehr ein, daß die wahren Grenzen des Wolkenkratzers nicht durch die technischen Möglichkeiten gesteckt sind. Die Schwierigkeiten liegen vielmehr Darm, daß unverhältnismäßig viel Platz für die Personenaufzüge, besonders in den unteren Stockwerkm notwendig ist, der als Nutzfläche verloren geht. Damit wird die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt. Eine brennende Frage ist auch die, die Menschen zu Beginn und zum Schluß der Arbdtszdt von und zu ihren Wohnungen zu befördern. Schon heute leiden die Verkehrsverhältnijse in Neuyork unter den Menschenansammlungen in den Hochbauten, und die Verkehrsnot wird sich noch wdter stdgem, je mehr sich die Arbdtsstätten verdichten Zwar könnte man noch neue ilnter- grundbahnen bauen; da diese jedoch fast nur zu bestimmten Tageszeiten voll ausgenuht werden, während sie in der übrigen Zeit äußerst unwirtschaftlich arbeiten müßten, so werden sich wohl kaum Gesellschaften finden, die ein solches Wagestück auf sich nehmen. Geschäft ist eben Geschäft, besonders in Amerika. Von der Feitwirtschaft. Die elektrische Ieitbuchsührung. Von Ingenieur Walter Iaekel. Erst dem Zettalter der Technik und in diesem Zeitalter wieder den Jahren des angespanntesten Wettbewerbs auf allen Gebieten blieb es Vorbehalten, die Wahrhdt des alten Wortes „Zett ist Geld" in seiner wirtschaftlichen Tragweite zu erfassen Sämtliche Herstellungsverfahren sind ja heute darauf dngestellt, daß eine möglichst große Gütermenge in dewkbar kürzester Zeit erzeugt wird. Zum großen Tdl beruht diese Einstellung auf dem Zwang, daß das fertige Erzeugnis möglichst billig fdn und darum wenig Arbeitslohn enthalten mutz. Dor allem in Amerika, dem Lande der hohen Arbeitslöhne, ist man in dieser Beziehung schon sehr todt gekommen, während sich die Entwicklung bd uns und in anderen Ländern, veranlaßt durch die Verhältnisse der Nachkriegszdt, dn wenig verzögerte. Damals richtde man sein Hauptaugenmerk darauf, Kohle und Energie zu sparen, dnmal wdl die Kosten Bild 1. all V iC M 20 20 W -.0 20 20 40 20 Bild 2. hierfür verhältnismäßig hoch waren, Wetter auch, weil die erforderlichen Mengen nicht dnmal zur Verfügung standen So entstanden der Begriff „Wärmewirtschaft" und zahlreiche Einrichtungen, die dazu bdtragen, die in der Kohle enthaltene Energie möglichst weitgehend auszunutzen, Einrichtungen, die man natürlich in die Zett des Kohlenüberflusses übernahm und noch weiter ausbaute, nachdem man ihre Zweckmäßigkett kennen gelernt hatte. Im Gegensatz zu dieser Zeit, in der die Arbeitslöhne, verglichen mit den Energiekosten, verhältnismäßig gering waren, treten heute auch die Kosten für die Arbeit hervor, genauer gesagt für die Arbeitszeit. Hierunter sind nun nicht nur die reinen Arbeitslöhne zu verstehen, sondern auch z. B. die Kosten für Verzinsung und Abnutzung einer Werkzeugmaschine, die ja — berechnet auf die Stunde — häufig viel höher sind als der Stundenlohn des die Maschine bedienenden Mannes. Neben den Begriff Wärmewirtschaft tritt somtt heute auch der Begriff der „Zeitwirtschaft" in den Vordergrund, worunter also alle 'Bestrebungen nach wirtschaftlicher Belriebsorganisation. wirtschaftlicherer Ausnutzung der Maschinen und nach wirtschaftlicheren Arbdtsverfahren zu verstehen sind. Genau wie bd der Wärmewirtschaft muß man sich auch bei der Zeitwirtschaft zunächst über alle Verluste klar werden, um zu erfahren, wo Verbesserungen möglich s ind. Eines der hierzu am besten geeigneten Hilfsmittel ist die im nachstehenden näher erläuterte elektrische Zeitbuchführung. Unter Buchführung versteht man das Auf- zdchnen von Vorgängen, die für die Verwaltung von Vermögenswerten von Bedeutung find. Während sich nun die Buchführung im allgemeinen auf Geld und Geldeswerte wie Rohstoffe, Halbfabrikate und Fertigerzeugnisse erstreckt, ist bei der Zeitbuchführung die Zeit der Gegenstand der Aufzeichnungen. Man kann also z. B. bei einem Betriebe, der Halbfabrikate zu Fertig- erzeugnisfen verarbeitd — z. B. rohe Eisentdle zu fertigen Bügeleisen , also hauptsächlich Löhne ausbringen und Maschinen verzinsen muß, entweder durch Berechnung oder Beobachtung die für jedes Stück aufgewendete Zeit feststellen und erfährt auf diese Weise die Selbstkosten. Dieses Verfahren ist jedoch nur von Nutzen, so lange die Herstellung gleichmäßig wdterläuft, kann Dagegen keinen Aufschluß über Die Ursachen einer Stockung geben, wenn beispielsweise nur 350 Einzelteile anstatt Der üblichen 400 fertig werden. Anders Dagegen, wenn man einen elektrischen Zeitschreiber (Bild 1) benutzt. Ein solcher Zdtschreiber besteht im wesentlichen aus einem langsam fortbewegten Papierstreifen und einer am Anker eines Elektromagneten befestigten Schrdbfeder, Die auf Dem Papierstreifen einen geraden Strich zieht. An der Maschine, deren Tätigkeit überwacht werden soll, wird ein Kon- taft angebracht, der bei Beginn des Arbeitsvorganges einen Stromkreis schließt und ihn bd Beendigung unterbricht. In diesem Stromkreis liegt der erwähnte Elektromagnet mit Der Schreibfeder. Bei Beginn des Arbeitsvorganges zieht der Elektromagnet seinen Anker an, und die Schreibfeder weicht nun etwas nach der Sdte aus. Bei Beendigung des Arbdtsvorganges kehrt die Schreibfeder wieder in ihre Ruhelage zurück. Aus diese Weise entsteht eine zinnenförmige Linie, Deren einzelne Teile (Bilk) 2) somit über das Stillstehen und Arbdten Der Maschine Auskunft geben. Der Papierstreifen hat am Rands eine QKinuteneinteiliniyg, so daß man Die Dauer der einzelnen Stttlstande, Die z. D. durch das Einfpannen eines neuen Werkstücks veranlaßt sind, ablesen kann. So ersieht man beispielsweise aus unserem Bild 2, daß die Einspannzeiten an allen Drehbänken von 4 Uhr nachmittags an länger werden, dn Fehler, Der offenbar mit Den Beleuchtung zusammenhängt. An der mittleren Drehbank sind die Einspannzeiten, verglichen mit Denen Der anderen Drehbänke, länger; das kann an Der Maschine liegen, bd Der vielleicht Die Spannbacken nicht mehr gut fassen, oder auch am Dreher, Der sich noch nicht genügenD dngearbet* tet hat. Aus vorstehenden Ausführungen geht hervor, Daß dn elektrischer Zeitschreiber meistens mehrere Schrdbfedern enthält — bdspielsweise bauen Siemens & Halske Zeitschreiber mit 12 Federn —, so daß man mit einem Gerät mehrere Maschinen überwachen kann. Die Einrichtung Der elektrischen Zeitbuchführung ist Daher ohne große Kosten möglich. Hat man dne große Anzahl von Maschinen gleicher Art im Betrieb, so ergeben sich häufig große Ueberraschungen, wenn man die Arbeits- unD Ruhezeiten und somit Die Ausnutzung der einzelnen Maschinen mit elektrischen Zeitschreibern überwacht. So hatte sich scheinbar in einem Betriebe die Anschaffung einer neuen Großstanze als notwendig erwiesen. Bevor man aber dazu schritt, untersuchte man durch Zeitschreiöer, wie die vorhandenen Maschinen ausgenuht waren. Dabei zeigte sich, daß diese Maschinen sehr Wohl Der Rhein als Grohschiffahttsstrche. Von Dipl.-Jng. Mangold. (Nachdruck verboten.) Der Rhein ist nicht nur der größte und einer der schönsten Ströme Deutschlands, sondern auch von jeher seine verkehrsreichste Wasserstraße gewesen, wenn auch der durchgehende Verkehr bis nach Mannheim, Straßburg und zeitweise sogar bis Basel erst eine Errungenschaft der Neuzeit ist. Die Forderung nach einer freien, von Zöllen und sonstigen Abgaben oder Stapelrechten unbelasteten Schiffahrt ist sehr alt und wurde schon im Jahre 1648 nach dem Dreißigjährigen Kriege ausgestellt, ohne indessen damals ihre Verwirklichung finden zu können. Noch über 200 Jahre bis zur revidierten Rheinschiffahrts- atte zu Mannheim im Jahre 1868 dauerte es, bis alle Schranken für die Schiffahrt gefallen waren. Daß der Rhein bis auf wenige Tage das ganze Jahr über schiffbar ist, verdankt er neben seinem guten Ausbau vor allen Dingen drei Faktoren: nämlich dem Umstand, daß er seine Zuflüsse aus dem Hoch- und Mittelgebirge bekommt, und daß ein großer Teil der aus dem Hochgebirge kommenden durch den Bodensee aufgespeichert und langsam abgegeben wird. Die Weser und die Elbe können solche günstige Verhältnisse nicht aufweisen. Im Frühjahr erhält Der Rhein die Zuflüsse aus den Mittelgebirgen und seinen Nebenflüssen, im Sommer gibt ihm die Schneeschmelze in den Alpen reichlich Wasser, das durch Den Bodensee etwa zur Hälfte bis zum Herbst zurückgehalten wird. Dadurch hat er das ganze Jahr über einen der Schiffahrt außerordentlich günstigen Wasserstand. Wenn auch Der eigentliche Rhein am Ostabhang des Gotthardmassivs entspringt uni) dann seinen bekannten Lauf durch den Bodensee nach Basel zu nimmt, so ist doch Die kurz oberhalb von Basel ein- münbcnDe Aare als sein zweiter Arm zu bezeichnen, denn ihr Niederschlagsgebiet ist größer als das des Rheines bis zu dieser Stelle. Das Gesamtnieder- schlagsgebiet des über 1300 Kilometer langen Stromes beträgt etwa 160 000 Quadratkilometer. Seine Mittelwassermenge ist bei Basel etwa 850 Kubikmeter-Sekunden, die bis zur holländischen Grenze auf 2200 Kubikmeter-Sekunden ansteigt, während die Hochwassermenge im Mittel- und Unterlauf etwa bis auf 10 000 Kubikmeter-Sekunden zunimmt. Man denke sich einmal, etwa 10 000 Kubikmeter Wasser fließen bei Hochwasser an Koblenz, Köln oder Duisburg in jeder Sekunde vorbei. Einheitliche Schiffahrt und Stromausbau scheiterten, abgesehen von der technischen Unzugänglich- kdt, bis ins 19. Jahrhundett hinein an der Kleinstaaterei und an dem Umstand, daß der Strom selbst in feinen einzelnen Teilen von ganz verschiedener Beschaffenheit war. Wir weisen nur auf die Felsenstrecke zwischen Bingen und St. Goar hin, welche Den von unten kommenden Schiffen die Weiterfahrt unmöglich machte. Diese natürlichen Einschnürungen mit ihrem Zwang zur Umladung haben zur Entwicklung der f »genannten Stapelrechte beigetragen. Erst gegen Mitte des vorigen Jahrhun- detts waren wirtschaftliche Einsicht und technische Entwicklung so weit gediehen, daß man zur Schaffung einer durchgehenden Rheinfchiffahrt schreiten konnte. Die ersten Versuche zu einem bau-- und vrrkehrs- technischen Ausbau des Stromes begannen schon am Anfang des siebzehnten Jahrhunderts, als Preußen- Brandenburg 1614 durch die ihm zufallenden Gebiete am Niederrhein Einfluß auf beide Rheinufer von Duisburg bis zur holländischen Grenze erlangt hatte. Vom wasserbaukundigen, holländischen Nachbar übernahm man Die Damaligen Mittel Der Flußbaukunst, und Friedrich der Große schuf 1764 das Wasserbaudepartement bei der klevischen Kriegsund Domänenkammer m Wesel. Seit dem Beginn des neuzeillichen Strombaues im heutigen Sinne sind Drei Hauptzwecke zu erkennen; nämlich Der Schutz Der Ufer, Die Verbesserung Der Bodenkultur und Die der Schiffahrt. Besonders am Oberrhein von Basel bis Mainz und am Niederrhein abwärts Köln treten die beiden ersten Punkte mehr in den Vordergrund, während im Mittellauf von Mainz bis Köln die flutzbautechnifchen Maßnahmen hauptsächlich der Schiffahrt zugute kommen. Schon vor hundert Jahren wurde von dem badischen Jngenieuroberst Johann Gottfried T u l l a mit der Korrektion des Oberrheines begonnen, während Preußen im Jahre 1851 die Rheinsttombau- verwaltung in Koblenz gründete, welche die Schiffbarmachung des Mittelrheines durchführte. Der Rhein selbst ist bis Straßburg in mustergültiger Weise im großen und ganzen fertig ausgebaut. Seine Fcchtttiefe beträgt bei Niedrigwasser (1,50 Meter Kölner Pegel) unterhalb von Köln 3 Meter, zwischen Köln und St. Goar 2,5 Meter und oberhalb St. Goar bis Kehl—Straßburg 2 Meter. Außer Preußen und Baden haben auch Bayern und Hessen sowie das ehemalige Reichsland Elsaß-Lochringen ihren Anteil zum Gelingen des großen Werkes beigetragen. Die Mittel zum Flußausbau sind Befestigung der Ufer und Flußsohlen, Flußlaufbegradigung, wenn er stark verwildert ist und sich in einzelne Arme teilt, mittels Durchstich, Einschränkung und Vertiefung Der Fahrtrinne durch Leitwerke und Buhnen. Die Leitwerke sind Dämme, welä)e vor Die Uferlinie vorgeschoben sind und im allgemeinen mit ihr in gleicher Richtung verlaufen. Die Buhnen sind Querbauten, die vom Ufer aus, schwach stromaufwärts gerichtet, bis zur beabsichtigten Einschränkungslinie vorspringen. Hinter Den Leitwerken und zwischen den Duhnen setzt sich im Laufe Der Jahre Der Schlamm ab und verengert so nach und nach das Flußbett. Das Gefälle des Rheines ist in feinem Oberlauf etwa 1:900 und nimmt im weiteren Lauf des Flußes ständig ab, bis es auf etwa 1:10 000 in Holland angelangt ist. Eine Ausnahme bildet nur die Bingerlochstrecke, wo es auf kurze Entfernung 1:320 beträgt. Bei dem ganzen Ausbau handelt es sich um eine Regulierung, d. h. der ununterbrochene Flußlauf bleibt erhalten. Etwas anders ist es bei der Kanalisierung eines Flusses. Hier wird, um eine genügende Wassertiefe zu erhalten, der Fluß angestaut und in einzelnen, durch Wehre voneinander getrennte Abschnitte zerlegt. Wegen Hochwasser und Eisgang müssen die Wehre so angeordnet sein, daß sie entfernt bzw. hochgezogen werden können. Der Uebergang für die Schiffahrt von einem Wasserstand erfolgt durch Schleusen. An den Wehren selbst ist eine Kraftgewinnung möglich. Zum Schutz gegen Hochwasser bei niedrig liegenden Ufern kommen Sommer- und Winterdeiche in Frage. Die Sommerdeiche sind nur zum Abhalten der nicht so hohen Sommerhochwasser beftimmt, während die Winterdeiche auch den höchsten Hochwassern gewachsen sein sollen. Das zwischen Den Sommer- und Winterdeichen liegende Land wird dann mit dem fruchtbaren Flußschlick überflutet. Zur Zeit werden, veranlaßt durch die unheilvollen Folgen der Hochwasser in den letzten Jahren, die Dämme am Niederrhein verstärkt und erhöht. Die Dämme müssen nicht nur sehr gut unterhalten, sondern im Falle des Hochwassers „besetzt und verteidigt" werden. (Deichhauptmann.) Der Ausbau des Rheines von Straßburg bis Basel und von da bis zum Bodensee steht zurzeit im Vordergründe des Interesses. Bis jetzt ist eine Schiffahrt bis Basel wegen der geringen Wasserliefe nur ganze kurze Zeit im Jahr möglich. Es handelt sich darum, auch hier zu erreichen, daß auf dem Strom, wie auf dem Rhein abwärts, das ganze Jahr hindurch, von den wenigen Hochwasser- und Eisgang-Tagen abgesehen, die Schiffahrt möglich ist. Es liegen hierzu drei Projekte vor: Regulierung bzw. Kanalisierung des Stromes oder seine Ableitung in einen Seitenkanal auf elsässischen (französischen) Boden Frankreich tritt aus naheliegenden Gründen für einen Seitenkanal ein. Die bei Der Regulierung durchzuführende Beseitigung Der Stromschnellen und sonstiger Hindernisse geschieht unter Wasser unter Zuhilfenahme besonderer Werkzeugschiffe. In der Mitte Des Schiffes erhebt sich ein hohes Eisengerüst, an dem eine Taucherglocke auf» gehängt ist. Müssen nun an irgendeiner Flußstelle Arbeiten vorgenommen werden, so wird das Schiff an der entsprechenden Stelle verankert und hierauf die Taucherglocke auf die Fußsohle abgesenkt. In Frage kommt z. B. Die Sprengung von Felsbänken, Die sich der Schiffahrt hinDernd in den Weg stellen, das Absuchen der Stromsohle zur Instandhaltung von Regulierungsbauten oder zur Beseitigung kleinerer Hindernisse, wie der Wracks von Schiffen, verlorengegangener Anker usw. Um das Arbeiten in Der unten offenen Taucherglocke zu ermöglichen und das Eintreten des Flußwassers zu verhindern, wird die Glocke mit Druckluft gefüllt, so daß die unter Wasser arbeitenden Leute ständig unter einem erhöhten Luftdruck stehen. Die Räume im Taucherschacht sind elektrisch beleuchtet und der Arbeitsraum ist zur Verständigung mit den Arbeitsleitern durch Telephon mit dem Schiffsdeck verbunden. Um beim Hinauf- und Hinunterbefördern von Material und Werkzeugen oder beim Hinab- und Hinauf- fteigen von Arbeitern das Entweichen der Druckluft aus der Taucherglocke und ein damit verbundenes Einströmen von Flußwasser zu vermeiden, sind am oberen Ende des Taucherschachtes besondere Verbindungskammern (Luftschleusen) angeschlossen, durch die die Arbeiter und das Material hinauf- und hin- untergeschleust werden. I die Leitung der geplanten Maschine noch mit- überne^men konnten. 3n ähnlichen Füllen erweist cs sich auch häufig, daß man durch Vermehrung „es Hilfspersonals die Ausnutzung einer Maschine erhöhen kann. Die Einführung einer elektrischen Zeitbuch- sührung ist in allen Betrieben möglich: bei- pielsweise sind solche Einrichtungen in Druckereien, Webereien, Ofenbetrieben, Walzwerken, mechanischen Werkstätten usw. schon im Betrieb. Der Einbau ist sehr einfach: An der zu überwachenden Maschine braucht nur ein Kontakt angebracht zu werden, während das Schreibgerät in das Zimmer des Betriebsleiters verlegt werden kann, so daß er den Betrieb in aller Ruhe von seinem Arbeitsplatz aus übersehen kann. Wirtschaft. KonjunkUurwende? Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, daß mit einer längeren Dauer des jetzigen verhältnismäßig befriedigenden Zustandes der deutschen Wirtschaft vermutlich nicht zu rechnen ist. Zunächst ist zu verweisen auf die immer stärker werdende Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom Auslandkapitalmarkt. Heber dessen künftige Gestaltung gehen die Ansichten stark auseinander: das eine läßt sich aber mit Bestimmtheit sagen, daß in Auslandanleihen ein wirksames Aushilfsmittel für Deutschland solange nicht erblickt werden kann, wie nicht eine wesentliche Steigerung der deutschen Ausfuhr eintritt. Gerade auf die,em Gebiet fehlt es aber in stärkstem Maße. Während in den Jahren 1924 und 1925 die deutsche Ausfuhr um je 1 Milliarde zunahm, ist seit Anfang 1926 eine völlige Stockung eingetreten: gegenüber dem ersten Halbjahr 1926 ist im ersten Halbjahr 1927 die Einfuhr an Rohstoffen und Halbzeug, an Lebensmitteln und Getränken sowie an Fertigerzeugnissen um insgesamt 2460 Millionen Mark gestiegen: in derselben Zeit ist jedoch die Ausfuhr bei saft allen der hier genannten Gegenstände zurückgegangen. Angesichts dieser Entwicklung mutz mit allem Ernst die Frage erhoben werden, ob und wielange es iwch möglich ist, die Kapitalien und Devisen zu beschaffen, die zum Ausgleich eines derartig anormalen Mitzverhält- nisses zwischen Einfuhr und Ausfuhr unbedingt notwendig sind. Diese Frage ist um so ernster, als gewisse Anzeichen auf eine wenig wirtschaftliche Art der Kapitalverwendung in manchen deutschen Gewerben hindeuten. So hat z. B. in der letzten Zeit die bevorzugte Befriedigung über- flüssigen Bedarfs stark zugenom:nrn und cs werden "trotz der an sich völlig ausreichenden mengenmäßigen Ausrüstung der deutschen Industrie auch in den Gewerben, die deren gar nicht bedürfen, seit einiger Zeit immer neue Unternehmen errichtet, Vorgänge, die der auch jetzt noch nicbt überall curchgeführten betrie&Iiycn Rational.sierung sehr hinderlich sind. Vor allem scheint es aber so, als ob in manchen Gewerben die Lagerhaltung übermäßig umfangreich wäre: Meldungen dieser Art kommen z. D. aus der Textilindustrie, aus dem keramischen Gewerbe, aus der Schuhindustrie usw. Der Umfang der Lagerhaltung scheint vielfach so groß zu fein, daß er auch durch das Ergebnis der letzthin stattgefündenen Ausverkäufe, deren Ausfall übrigens sehr verschieden beurteilt wird, nicht erheblich beeinflußt worben zu sein scheint. Die hohen Lagerbestände führen natürlich gang von selbst zu einer Einschränkung in der Erteilung neuer Bestellungen, zumal barm, wenn die Zahlungen stockend eingehen: gerade darüber werden die Klagen aber in der letzten Zeit aus allen (Sc- werben (z. B. Eisenindustrie, Metallwaren- und Werkzeugindustrie, Automobilbau, Lederindustrie uUu.) immer drirwli^ er. Ein Ausweg aus den hier möglicherwei.e entstehenden Geld- und Ka- pitalsbeschafsungSschwierigkeiten wird sich schon deshalb nur sehr schwer finden lassen, weil der Herbst (z. D. wegen der Finanzierung der Ernte) stets besonders starke Kapitalansprüche zu stellen pflegt. Aus allen diesen Gründen erscheint es nicht ausgeschlossen, datz vielleicht schon in absehbarer Zeit ein Konjunkturrückschlag erfolgt, der dieses Mal — im Gegensatz zu früheren anderen Fällen — von der Konsumseite ausgehen würde. Es zeigt sich allmählich deutlicher, daß in vielen Gewerben die Konjunkturaussichten und damit die Absatzmöglichkeiten überschätzt worden sind. Es ist vergessen worden, datz Deutschland noch nicht reich genug ist. um sich intensivere Konjunkturen längerer Dauer leisten zu können. Wenn ein Konjunkturrückschlag kommt, ist es leicht möglich, datz er ziemlich heftig wird. Denn angesichts ter erheblichen Selbstkosten, mit denen die deutsche Wirtschaft wegen der hohen Steuern, Eisenbahnfrachlen usw. arbeiten mutz und angö- ......■ im nrnriiTW »im, -aitEim tti itm—.............in» sichts der jedes Eingehen auf die jeweilige Kon- junfluelcge ab ehnenven starren Lohnpolitik des Veic sarbeiismiais.er.ums bestehen Einsparungs- Möglichkeiten, Mit teren Hilfe Pre.Lenkungen und damit neuer Konjunkturanreiz geschaffen werden könnten, nur in unzureR endem Matze. Aus diesem Grunde ist wahrscheinlich, datz die einzelnen Konjunkrurwellen in Deutsc lend noch für längere Zeit kürzer und schärfer aufeinander folgen als in der Vorkriegszeit. • • Hessische Landeshypothekenbank Darmstadt. Bei dem Institut beträgt die Leitungsmaste zum 30. Juni 1927 (alles in Millionen GM.) zusammen 19,6 (19,16) bei 103,76 (103,81) Pfandbriefumlauf, woraus sich die Maximalquote auf 18,9 (18,4) «Vo errechnet. Der Ausweis enthält nur noch 3,87 nicht seststehendL Aufwertungsansprüche, was einer Mintmalquote von jetzt 15.1 % entspricht. * Um b i e Einheitsbedingungen im deutschen Getreidehandel. Während des Getreidehandelstages in Magdeburg, der am 30. August durch eine Börsenversammtung seinen Abschlutz fand, wurde auch von i*:r Kommission zur Schaffung einheitlicher Bedingungen im deutschen Getrcidehandel über einen Sonderschlutz- schein für den Handel mit Futtermitteln beraten. Man kam in allen grundsätzlichen Fragen zur Einigung und es soll in einer demnächst in Berlin stattfindenden Beratung der allgemeinen Handelsbedingungen die Schaffung des Futtermittel» schlutzschcines endgültig beschlossen werden. Don diesem Tage ab treten die Gtündlagen für den Handel mit Futtermitteln in ganz Deutschland in Kraft, die sich den Bestimmungen des Futter- mittelgesetzes anpassen werden. * Nassauische Landesbank. Wiesbaden. Das Institut wird voraussichtlich schon zum 1. November eine endgültige „ Abfindung von ca. 12,5 Proz. vornehmen. Nach der Tci- lungsmasse vom 30. Juni 1927 stehen den Schuldverschreibungen und Schuldscheinen von 230.06 (230,11) Millionen an Aktiven 30,98 (30,10) Millionen Mark gegenüber, was einer Marimalquote bei Abzug des 5proz. Derwaltungskosten- beitrages von 12,6 Proz. entspricht. An Ausfällen seien bisher 100 000 Mark zu verzeichnen, bei den schwebenden Verfahren fei ein Ausfall von ca. einer Million Mark möglich, so datz man die 12'/2proz. Abfindungsquote als angemessen betrachtet. * Eine Frankfurter Tabakfabrik in Konkurs. Die seit über 100 Jahren in der gleichen Familie bestehende Tabakfabrik Gerhard Schiele geriet ;m März 1927 unter Geschästs- aufsicht. Sie hatten e nen außergerichtlichen Vergleich mit ihren Gläubigern auf der Grundlage von 30 °/o abgeschlossen, vorausgesetzt, datz das Finanzministerium aus 24 000 NM. rückständige Tabaksteuer verzichtet. Da diese Stelle grundsätzlich diesen Antrag ablehnte, mufi‘e diese Firma jetzt Konkurs beantragen. Die Passiven betragen 84 600 NM., die Aktiven rd. 15 000 NM. * Tabakernte in Lampertheim. Es wird jetzt allgemein mit der Tabakernte in Lampertheim begonnen. Der Stand des Tabaks hat sich in der letzten Zeit wider Erwarten gebessert, so daß mit einem mittelmäßigen Erträgnis zu rechnen fein dürfte. " S. Hirsch Gerste-und Malzfabrik A. G.. Frankfurt a. M. Die Gesellschaft verteilt für das abgelaufene Jahr auf 1 Mill. Mark wiederum 10 Proz. Dividende aus einem von 36 921 Mark auf 137 487 Mark gestiegenen Nein- getoirm. Abschreibungen wurden mit 43 189 (19643) Mark vorgenommen. Geregelte Verhältnisse an den Märkten haben das am 31. März 1927 abgelaufene Jahr noch nicht gebracht. Zollerhöhung zum Erntebeginn und teilweise Mißernte veranlaßten eine wesentliche Preissteigerung rmd sehr starke Preisschwankungen. ’ Jeters Union 21.®.. F r 7 n ! f u r t a. M. Nach dem Frankfurter Prospekt über drei Millionen NM. neuer Ak.ien ist das Unternehmen für die nächsten vier Monate gut beschäftigt und es wird unter dem üblichen Vorbehalt mit einem befriedigenden Ergebnis auf das erhöhte Aktienkapital für das demnächst endende Geschäftsjahr gerechnet werden. Der Umsatz des laufenden Geschäftsjahres hat den des Vorjahres bereits überschritten. * Der Philipp Holzmann A. G. Frankfurt a. M. ist in Gemeinschaft mit ihrer das Projekt mitausführenden Gruppe (Berlinische Baugcscllschaft, Allgemeine Baugesellschaft Lenz & Co. und Nichter & Schaedel) sowie für die zweite Gruppe vom Magistrat Berlin der Auftrag auf die Erstellung von 8000 Wohnungen erteilt worden. Die erste Gruppe führt 5000 Wohnungen, darunter die Holzmann A. G. anteilmäßig etwas mehr als die anderen Firmen, von der zweiten Gruppe jede Firma 1000 Wohnungen aus. Der Finanzierungsplan ist bereits festgelegt und bedarf noch der verschiedenen behördlichen Genehminungen. Da der Dau von 1000 Wohnungen ein Oh.Ut von mindestens 15 Millionen Mark darstellt, ist eine Dollaranleihe von vorousjichtlich 30 Millionen Dollar nach dein Dorsch läge von Holzmann durch die Dauf innen aufzunehmen, dercn Dorverhandlungen lvwcil bereits abgeschlossen sind. frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M. 31. Aug. Tendenz: weiter erholt. — Die Stimmung an der Börse war weiter erholt, doch blieb das Geschäft bei der geringen Anteilnahme des Publikums äußerst be- schränit und die Zurückhaltung war allgemein ziemlich groß. Zunächst schien es, als wollte sich wieder eine schwächere Haltung^ durchsetzen in Anbetracht der immer noch großen borgen um die zukünftige Entwickelung des Geldmarktes. Geld ist infolge des Ultimos sehr steif. Schließlich gewann jedoch die zuversichtlichere Stimmung die Oberhand auf verschiedene anregende Meldungen, und die Baisse-Spekulation mußte mit Deckungen folgen. Die Hauptanregung bot die Rückkehr der Vertreter der I.-G.-Farben aus London von den deutsch- englischen Chemieverhandlungen, die angeblich einen recht günstigen Verkauf genommen haben. Anregend wirkte auch der Monatsbericht der Dresdner Bank mit seiner günstigen Auffassung über die deutsche Konjunkturentwickelung, ferner die starke Belebung des Geschäftes in der Textilindustrie. Bei Festsetzung der ersten Kurse verzeichnete man im allgemeinen Kursbefestigungen von 0,5 bis 3 Prozent. Bankaktien lagen durchschnitlich 1 Prozent hoher. Commerzbank aber plus 3 Prozent. Montanwerte waren überwiegend nur gering gebessert, nur Mannesmann plus 3 Prozent. J.-G.-Farben konnten 1,5 Prozent und Scheideanstalt 3,25 Prozent anziehen. E lektrowerte lagen bis 2,5 Prozent höher, nur Bergmann 1,5 Prozent schwächer trotz guter Beschäftigung. Holzmann plus 3,5 Prozent, Wayß & Freytag plus 1,5 Prozent. In Voigt & Häffner scheinen sich die Jnteressenkäufe weiter fortzusetzen, der Kurs ging um 5 Prozent in die Höhe. Heimische und ausländische Renten blieben ohne nennenswertes Geschäft. Im weiteren Verlaufe konnte sich bas Kursniveau erneut etwas heben, die Kurse zogen durchschnittlich noch um ein Prozent an. Reben Deckungen sollen auch kleine Meinungskäufe oorgenommen worden sein. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zu 7 Prozent stärker gesucht. Im Deoisenverkehr lagen das Pfund und der Dollar etwas schwächer. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel auf 4,2004; gegen London auf 20,422. Paris gegen London 124,02; Mailand 89,40; Madrid 28,78. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 31. Aug. Die heutige Börse scheint wieder einmal unter dem Einfluß einer Reihe günstiger Momente, die allgemein eine freundliche Stimmung aufkommen lassen, zu stehen. Der Monatsbericht der Dresdner Bank, in dem die deutsche StonjunfturerttroicTlung sehr günstig beurteilt wird, und die starke Beschäftigung in der Textilindustrie regten an. Die Börse will wissen, daß auch der Bericht der Commerzbank günstig werden soll. Die Rückkehr der Vertreter der I.-G.-Farben aus London und die Gerüchte, daß in den nächsten Tagen ein Kommunique über die Verhandlungen mit der englischen Chemieindustrie zu erwarten sein soll, hatten besonders am Farbenmarkte zur Folge, daß neben zahlreichen Deckungskäufen auch wieder eine Reihe Meinungskäufe getätigt wurden. Der Geldmarkt zeigte keine wesentliche Veränderung. Tagesgeld ist stärker gesucht zu 7 bis 8 Prozent. Monatsgeld 7,75 bis 8,75 Prozent. An den Effektenmärkten zogen die Kurse durchschnittlich um 1 bis 4 Prozent an. Spritwerte, Bernd erg und Glanzstoff lagen etwa 5 Prozent fester. Auch I.-G.- Farben und einige andere Spezialwerte konnten sich um 5 bis 6 Prozent bessern. Heimische und ausländische Renten seht ruhig, doch eher etwas freundlicher. Im Verlaufe blieb das Geschäft, das schon zu Beginn größer als an den Vortagen war, weiter lebhaft. Es waren erneute Kursbefestigungen bis etwa 1 Prozent zu verzeichnen. Frankfurter Getreidebörse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M.. 31. Aug. Das Geschäft war äußerst klein und die Preise nachgebend. Die Landhändler fordern noch höhere Preise, müssen jedoch auch billiger Abgaben machen, da Frankfurter Mühlen nur zu 28 Mk. guten, schweren Weizen kaufen. In Roggen ist kaum Geschäft. Kleie liegt nachgebend. Für Hafer wurden unverändert die Preise vom Montag gefordert, da nur wenig Ware an den Markt kommt. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 28 bis 28.50, Roggen (inländischer) 24, Sommer- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. gerate für Brauzwecke 26 bis 27.75, Hafer (inländischer) 23.50 bis 24.50, Hafer (ausländischer) 23.75 bis 25, Mais (gelb) 19 bis 19.25, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39.50 bis 40, Roggenmehl 35 bis 36, Weizenkleie 13.50, Roggen- Ileie 13.75. Tendenz: Ruhig und abgeschwächt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 30. August. Die Auslandmeldungen hatten ausgesprochen flaue Tendenz aufzuwei^n. Cifofferten waren um 25—30 Goldcents niedriger gehalten. Trotzdem ist die Tendenz des heutigen Preduktenmarktes relativ widerstandsfähig und im Laufe des Vormittags eher wieder fester. Der Besuch hatte unter der Magdeburger Tagung zu (eiben und das Geschäft war nicht fo lebhaft wie sonst. Effektiver deutscher Weizen aus Schlesien und der Provinz ist weiter angeboten. Die Aufgelder gegen September sind um 3 bis 4 Mark zurückgegangen. Am Lieferungsmarki verloren die Preise durchschnittlich 1,50 Mark. Für Roggen ist bk- Gesamt- tenbenz etwas schwächer, obwohl bas Angebot in vorderer Ware nur beschränkt bleibt. Das Aufgeld gegen September ist auf etwa 2 Mark zurückgegangen. Mehl hatte heute nur wieder kleines Geschäft. Gerste wenig verändert. Für Hafer überwiegt weiterhin bas Angebot. Die Käufer bleiben vorsichtig. Für Mais sind die Forderungen um etwa 1 Mark ermäßigt. Es wurden notiert (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 267 bis 271, Sept. 277 bis 276,50 bis 278 (in einem Falle), Oft. 275,50 bis 276,50, Dez. 275,50 bis 276,50 (unregelmäßig): Roggen, märkischer, 231 bis 235, Sept. 243 bis 242 bis 243, Oft. 240 bis 240,75, Dez. 237,50 bis 239; Sommergerste 225 bis 253; Winter- und Futter- gerfte 203 bis 209; Hafer, märkischer, 205 bis 221, Oft. 211, Dez. 211 (matter), ab schlesischer Station 200 bis 211; Mais, La Plata 198 (ruhig); Raps 295 bis 305; (100 Kilogramm): Weizenmehl 35,25 bis 37,25 (flau); Roggenmehl 31,75 bis 33,40 (flau); Weizenkleie 16 bis 16,25 (stetig); Roggenkleie 15,25 bis 15,50 (stetig); Diktoriaerbsen 43 bis 48; kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Rapskuchen 15,60 bis 16; Leinkuchen 22,50 bis 23; Trockenschnitzel 13,75 bis 14; Soyaschrot 20,20 bis 20,70; Kartoffelflocken 23 bis 23,50 Mk. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber einerlei Derantwortung.) Lin Ruf nach dem Sprengwagen. Zur Zeit ist die Frankfurter Straße in dem Abschnitt von der Klinikstraße bis zur Veterinärklinik wegen Instandsetzung für jeglichen Auto- und Fuhrwerksverkehr gesperrt. Der gesamte Verkehr wickelt sich jetzt, man weiß nicht auf wie lange Zeit, durch die Crednerstrahe und Glaubrecht st raße ab. Obgleich schon auf der Frankfurter Straße trotz teilweiser Pflasterung die S t a u b p l a g e erheblich ist, ist sie in den oben bezeichneten beiden Straßen, die ungepflastert sind, unerträglich. Es ist dringend wünschenswert, daß die Stadtverwaltung mit dem neu beschafften automobilen Sprengwagen diese beiden Straßen mindestens dreimal bis viermal täglich besprengen ließe, um den Staub nicht gänzlich in diesem Stadtviertel zur Herrschaft gelangen zu lassen. Der Dank der unter dieser Plage leidenden Einwohnerschaft dürfte der Stadtverwaltung gewiß sein. E iner für viele. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der.Ravw-Umschau".) Donnerstag, 1. September. 13.30 bis 14.30: Übertragung von Kastel: Mittagskonzert der Kasseler Hauskapelle. — 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchefters: Operetten- musik. — 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. — 18.15 bis 18.30: „Das Programm der Mitgliederversammlung des Rcichsverbandes der Deutschen Industrie", Vortrag von Dr. Jacob Herle. — 18.30 bis 19: „Das Auftreten gefährlicher Spannungen in Funkempfangsanlagen", Vortrag von Postinspektor Wilhelm Heerdt. — 19.10 bis 19.15: Wirtschaf lsmeldungen. — 19.15 bis 19.45: Stenographischer Fortbildungskursus. — 20.15 bis 21.15: Alte Musik. — 21.15 bis 22.15: Harfen-Konzert. Anschließend: Uebertragung von Kassel: Heitere Schallplatten von gestern und heute.____________ Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Ahr mittags, 5 bis 7 llhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandke Manuskripte ohne beigesügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenanslräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent. Frankfurt a.M. Perlt i Frankfurt a.lvi. Berlin SchlUi. ftur» 1-Uhr. Kur» Schluh»! Anfang Schiuh Kurs -Uhr- Kurs Sculutz- Kurs Anfang Kurs Kur» 'turc. Datum: 30. 8. | 31. 8. | 30. 8. | 31. 8, Datum: >0. 8. 31. 8. 30. 8. | 31. 8. 5®/o Dt Reichsanlethe v. 1927 — _ 87,5 _ A. E G.........7 I8JJ 184,5 132 184 5 Dt. Aul Sluiöf. Schuld nut Aurlos -Rechten . . . ,YZ 112 191 192,,5 55.75 56.1 _ Elektr. Lieferungen... 10 188,5 204,75 186.5 188,5 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechten 14.8 14,6 14 6 14,4 Licht und Kraft......10 201 202 203 5 7°/0 ftrai tf Hnp .Bk.Go dvt untünbbar bis 1932 .... Felten & Guilleaume ... .6 137.5 140 136 139.4 — — Ges. f. Elekir Untern. . . 10 — — 258.5 264,5 t1 i°/o Rheinische Ppp -Bant 4iqu -Äoldps .... E G abg Vorkrtegs-Ob- Hamb. Elektr. Werke . . 10 — - 162 •62,5 Nhcin. Elctlr. .....8 161 162 160,25 161.75 172.5 Schles. Elektr. ......io ligaiionen, rückzahlbar 1932 * —. — — Schuckert ........7 Siemens 4 HalLke . ... 16 202 203.5 197 5 204 4% Schwei,. Bundesb.-Aul. _ 284,5 285,75 282 75 285,5 4% Oestereichische Golvrte. t,20% Ceflcrr ich. Silberne . 17o Oesterreich, eiitheiil. Rle — _ — Tranrradio........ .8 Labmever 4 Co.......9 172,25 176,5 130,13 175 174 — — — — BuderuS....... . 0 109 HO 108 — 4°/o Ungarische Goldrte . . — — 25,5 Deutsche Erdöl.......6 153 155,25 152 154,5 l°/o Ungarische Staatdr. v 1910 — — — 22,9 Essener Steinkohle.....8 — — 162 — 4'/»% desgl. von 1913 . . . — — Gelsenkirchener . f. I. 4 154 164,3 154.9 155.2- 4% Ungarische Kroncnrle . . — — 2.25 2,3 Harvener. . 8 Hoesch Eisen.........5 Ilse Bergban........8 199 202.5 199.25 2U2 4°/j Surf. Zollanleihe v 1911 Türk. Lagbavbahn-Anl. 13,6 13,6 13,6 13,6 259.25 — 173 260.25 174 261,5 L.rie I. . 15 15,4 Nlöcknerwerke ....... 5 153 154.25 156 153,75 4°/,. dcsgl. Serie 11 — 14 14,25 Köln-Neuessen .....5',. — — 169.9 171,25 4°o Rumänen convcrt. Rte. — —- N.anneSmann ■ -f. V, I 4 17t,75 174.75 171 174,75 i'i'o Rumänen Goldanl. . ManSlelder..........7 Oberschles. Eiscnb. Bedarf o 128.75 127 126.13 von 1913 , . —■ — — 97.5 94.5 94,5 96.5 Ällg Deutichc Eisenbahn .4'/, vamburg-Amerita Palet. . 6 vamb.-Südam Damvtich. 8 146 148.75 83,5 148.25 218,75 85.75 149.5 222,5 Oberfchles. Kokslverke . . .0 Phönix Bergbau. f. '/, I 3 Rheinische Braunkohlen io 115,5 243 15 9 246.5 99.4 115 241 76 102 115,25 244 Hansa Dampfschiff • . .6 Norddeutscher Llovd . . 6 VlUfl. Deutsche Creditanst.. 10 Bann r Bankverein io Berliner Handelöyesellsch. 12 Commerz- und Privat-Bl. 11 Tarmst. u. Nationalbank. 12 147 143,25 145 240 172 -25 149 145 244 175 24,5 221 146.65 144 144 240 171,5 223 224.5 148.5 144.25 146,5 244 173.75 226 5 Rheinstahl ........o Rrebeck Montan.......6 Bereinigte Stahlw. f.I 3 Otavt Minen ... 1 sh 5iali Aschersleben • • .10 .llaliWestereqcln . . 10 Kaliwerk Salzdetfurth 12 167,5 127.5 32 172 181.5 194 129,25 183.25 244 192 169.5 128.75 33 173 181.5 240,25 193,75 166 25 129.5 34,75 183 243,5 Deutsche Bonk. • ■ • • 10 DiSlonto-Gesellschaft AM. 10 158,5 160,5 158.5 160 I. G- Farben-Industrie. 10 292,5 294 290 293.5 153.5 >55 153.5 155.5 Dynamit Nobel ......o — — 138,75 140,5 Dresdner Bank.....-10 162 163 160,25 162,5 Schcideanllalt . . ..... .8 2ÜI.6 215.75 — Mitteldeutsche Ereditbank 9 Metallbank.........8 225,5 226 224 -27 oldschmidl . . . ...... 5 130 131 5 130 131,25 97.75 143,25 142,5 142.5 Riilgerswerke ....... .0 96.1 97.5 Retchsbank....." 173,75 172,75 172 173.5 Metallaesell> chatt.....10 185,5 187 — Banknoten. Frankfurt a M. Berlin Schluh-l l'Uhr- Schluß- Kurs Anfang Kurs Kurs 1 Kurs Damm: 30. 8. 31. 8. 30. 8- 31.8. iphilivp Hvlzmann . Heidelveracr Gement . . y 192 75 1^7.5 192,5 198 14t 142 — — ttement Karlstadt.....8 184 — - — Wanß A Freitag • . . . 1< 164,75 166.5 — — Schultheis Payenhofer. . 15 — 411 419.75 O Uwe rle........12 Ber. Glanzstoff......15 391.5 398,5 — — 674 - 684 Bembcrg ..........8 — — 557 — tzcllsto ' Waldhof. . . . 12 Zellstoff Aichaiienbura . 10 315.5 19.5 315.7 .19 200 204.75 20 Charlottenburger Wasser. 7 - 143.75 144 9 > cflauer GaS . . .... 8 Daimler Motoren.....0 —- — 196 199,75 118 121 117.5 121 Demao....... . 0 Adlerwerke Klever. .... 0 90.25 114 114,5 112.13 114.25 Ludw. Loewe..... 1. Rat. Automobil......6 — • - 271 -.70,75 — —> 119 119.5 Orenstetn L Koppel .... 4 — 135.6 136,5 Linke Hofmann...... — — — Leonhard Tiev. . . .. c — — 147 148 Bamaa-^ecnnn....... Franks. Maschinen .... 0 45 5 45 - 75 — 75 — Gritzner ... ..... 7 Hepliaensiaedt ....... c 115 24.5 — _ — Hunobans - ...... f 112.75 — 111.75 — Lechwerke. ....... x — — — — Mainkraftwerke ...... 8 125.1 — — -— Miaa .......... 10 Nekarsulmer ........ z 136 25 — |37 — 112 -• 114 — Peters Union ..... .8 113 — 112 25 — Gebr. Roeder ....... lö — — Doigr & Haesfner ..... 6 16d 172 163 171.5 Güdd. Zucker.......0 140.5 141 141,25 141 Berlin. 30 August i»elb | Onet Amerikanische Roten..... 4.181 i 4.201 Belgische Noten...... 58,28 58,52 Dänische Roten ...... 112,12 112,58 Englische Noten ...... 20.385 | 20.465 Telegraphische Auszahlung. Berlin. 30 Annust. C6flb Bries Französiiche ’Jioten...... 16,46 16,02 Holländische Roten ..... 167,81 168,49 italienische Roten...... 22,94 23,04 Norwegische Roten...... >08,90 109,34 Teutsch-Lcsterr., A100 Kronen 59,02 59,26 Rumänische Roten...... 2,58 2,60 112,49 112,86 Schmetter Noten....... 80,83 81,16 Spanische Noten....... 70.41 70,69 Tschechoslowakische Noten . . 12.421 12,481 Ungarische Roten • • - 73.30 73,60 Devifemnarkt Berlin -Frankfurt a. TL 30. August. 31. August. Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Selb Briet Geld Brief _ Ämst.» Ron 168,20 168,54 168,18 168,52 Buen.-Lirc? 1,790 18,46 1.794 1,7,9 1,793 Brss-Antw . 08,58 o8,44 58,56 Chrtstiaiiia 109,19 109,41 109,24 109,44 .stopenhagen 112,41 112,63 114,39 112.61 Stockholm . 112,72 112,94 112,69 112.91 Hclnngfors. 10,57 10,59 10,571 10,591 (Italien. . 22,845 22,885 42,83 22,87 London. . . 0,412 JJ.45i 20,407 20,447 Reuvork . . 4,1975 4.2055 4,197 4,205 Paris.... Schweiz . . 16,455 16.495 16,45 16,49 ■>0,96 "1,12 1*0,95 bl.11 Spanien . 70.68 70,84 70,83 70,97 Japan . . . Rio de Jan. 1.989 1.993 1.984 1,988 0.4978 0,4998 ,4975 0.4995 Wien in D.- £eft. abgcst 69,16 59,28 59,125 59,245 Prag .... Bclzrad . . 12,44 4 12,464 12,441 12,461 7,404 7,393 7,4'17 7,390 Budapest. . 73,46 73,00 73,44 73,58 Bulgarien o,034 3,0.0 1,0j5 3,041 Listabon . . 20,38 20.44 40,18 20,22 Danzig. . . bl,44 81,60 81,42 81,58 Konstantin. 2,118 2,122 4,120 4,124 Athen. . . 5,494 5,506 5,514 5,526 Kanada . 4.199 4.207 4,198 4,206 Uru.'uay. . 4,196 4. 64 20,975 4.176 4.184 ttatro . . . 20.935 40.93 20,97 ; etflft p —■ mubung । nannten I allerdings sehr haust Sanz c bei einem richtig aus men begin dann Irger vorhanden Hilfe besoni imb im 3ni schnell wie Sei der nicht der 0r. hutungsnjeil ^.-meinen Unrege, jei sonst chungssehle jlälern zu, ieren W jichligk- fichi'gke die gelroge auch aus n Megrben atledti Be zen, Tlän Zustande' man nicht liches, Ion lieren ozu wähl eine: dem flruni Lei die daß auch | benralter r müssen, für chendes Eia punlt an t Lesrentsem normalerwt Endlich Funktlonss! die durch ES ist Ä*- Auge, jähigk-'t radezu an den tu sticht" rung- wie gen oder öffentliche ’Koltstrci! biet so 9 Zwecke so Ein ° drille ol achten Einpy Gin Ein- Glnp Ginp Scho I *** St Inge Nisan- Schule Tonlnavs/fla. 6*tr»»trt Wer »meitMr-A bte!%•««» »1 etiratbna frei •. nindeslens drei- trogen liefet, um e|em Stadtviertel n. Der Sani der Cintoohnerschast >iß fein. r für viele. :r dieser Subtil Aedaltivn dem 3eranttoottung.) gwagro. Strafet in dem bis zur Dete- g für jeglichen sperrt. Der ge- man toeife nicht tednerstrafee Obgleich schon , teilweiser Psla- Leblich ist, ist sie Strahen, die un* Cs ist dringend ®rvl_ 168.49 •23,V< 109,34 % 1U.8« ti «s a> i.iti ',8t 2,94 9,90 9,02 2.58 .2,40 iti,83 ».41 2.424 73.30 fiedaklion. 1 Hi naNtt°99, , Ilannskkip^ „ l*M ® b“ MMM inbttL mbet. jung von W- 2slapelle. -16.30 esters: Operetten« ie Lesestunde. - odrrMgl'L -es der Deutschen Jacob Herle. - jährlicher Span- m“, 'Bortrog tro" _ 1910 bis 1915. bis 19.45: Steno« _ 20.15 bi8 21.15- >: ,n W- &tctt cankstrrt ,otie. 'M „ ,n vorsichtig. ^Kilogramm): &PL 27? bis ?rL 275^0 bis v'iregelmäfeifl)- Pt. 243 bis & 237,50 bis 2> ü: und Futter- r, 205 bis 221, Eicher Station .(ruhig)-, Rop, 35,25 b'9 33,40 (flau); wWnttüe 15,25 V« 48; tteine b's 22; Pelusch, 5 23; Wichen 22 Leinkuchen 22,50 1 14; Soyoschrot 3 bis 23,50 Mk. 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Müller in wohldurchdachter Predigt zur steten Mitarbeit an dem gemeinnützigen Werk der evangelischen Kirche. Pfarrer Capell überbrachte Grütze des Kreisvereins und verbreitete sich ausführlich über die jüngste Tagung des Provinzialveröan- ös bürgert' fick immer mehr ein./ beim Dornholzhausen, 30. Aug. Rach Eintritt günstigeren Wetters ist hier mit dem Ausdrusch des Getreides im Freien begonnen worden. Die Dreschmaschine hat am Ausgang des Dorfes nach Klein-Rechtenbach zu auf dem Felde Aufstellung genommen. Kleinere Landwirte lassen hier ihr ganzes Getreide dreschen, weil sie sich dabei billiger stehen, als wenn sie die Dreschmaschine in ihre Scheunen nehmen. Die übrigen Landwirte lassen nur ihren Eigenbedarf für dte nächsten Wochen ausdresck-en. — Gestern und heute fand in der hiesigen Ge>- meinde ein Turnkursus für die Lehre0 der Bürgermeisterei Rechtenbach unter Leitung des Kreisobmannes Lehrer G a h • Dutenhofen statt. Durch den Kursus sollen die Lehrer mit den neueren Arten des Turnens, die auch in den Volksschulen eingesührt werden sollen, vertraut gemacht werden. I Groß-Rechtenbach, 30. Aug. Im Aller von 79 Jahren starb hier der Altveteran Anton Müller, Kriegsteilnehmer von 1870/71. Müller erfreute sich noch bis zu seinem Tode seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit. -6- Aus dem KreiseWetzlar, 30. Aug. 3n den Gemarkungen unseres Kreises wird gegenwärtig das Frühobst geerntet. Die Erträge sind bei allen Obstarten sehr befriedigend, zumal das Frühobst noch zu recht annehmbaren Preisen abgesetzt werden kann Auch bei dem Spät ob st steht eine reiche Ernte in Aussicht; insbesondere werden die Apfelbäume eine Rekordernte liefern. Manche dieser Bäume drohen unter der Last ihrer Früchte auseinanderzubrechen, so daß sie stark gestützt werden müssen. Das gleiche gilt zum großen Teil auch von den Birnbäumen, die trotz der guten Ernte im Vorjahre wieder reichlich behangen sind. Wie man jetzt feftstellen kann, ist der Behang der Zwetschenbäume ebenfalls bedeutend besser, als zuerst angenommen wurde, so daß nach Jahren wieder auf eine gute Zwet- schenernte zu hoffen ist. die getragenen Gläser objektiv richtig fein, es muß auch auf richtige Größe und guten Sitz der Fassung achtgeyeben werden; anderenfalls entstehen leicht allerlei Beschwerden, wie Kopf- und Augenschmer- 3en, Tränen, Brennen u. a. m. Stellen sich solche Zustände bei Benutzung einer Brille ein, so denke man nicht gleich an Nervosität, Migräne oder ähnliches, sondern lasse zunächst die Brille nachkontrollieren ozw. ändern. Ueberhaupt soll man die Auswahl eines Glases niemals selbst vornehmen, sondern grundsätzlich dem Fachmann überlassen. Bei dieser Gelegenheit sei noch daran erinnert, daß auch sonst normalsichtige Leute bei einem Lebensalter von etwa 45 bis 50 Jahren anfangen müssen, für feinere Nahbeschäftigung ein entsprechendes Glas zu gebrauchen, weil von diesem Zeitpunkt an die Einstellungsfähigkeit des Auges auf Leseentfernung — also 25 bis 30 Zentimeter — normalerweise nachzulassen beginnt. Endlich ist noch zu erwähnen, daß auch gewisse Funktionsstörungen der äußeren Augenmuskulatur, die durch das Unvermögen längerer symmetrischer Einstellung beider Augen auf einen bestimmten Gegenstand gekennzeichnet sind, auf Grund von Ermüdung gleiche Beschwerden wie die oben genannten Hervorrufen können, die sich ebenfalls, allerdings mit besonderen Gläserarten, wenigstens sehr häufig, beseitigen lassen. Ganz anders liegen nun die Verhältnisse, wenn bei einem sonst normal gebauten ober mit Gläsern richtig ausgeglichenen Auge die Sehkraft abzuneh- men beginnt. Es leuchtet ohne weiteres ein, daß dann Irgendein Krankheitsprozeß im Augeninnem vorhanden sein muß, dessen Feststellung nur mit Hilfe besonderer optischer Instrumente erfolgen kann und im Interesse einer sachgemäßen Behandlung so schnell wie möglich stattfinden sollte. Bei der Kompliziertheit des Sehorgans ist hier Der Verfasser hat es in seiner Schulzeit noch erlebt, daß z. T. zweimal im Jahre Zahnuntersuchun- gen, aber niemals Gesundheits-, geschweige denn Augenuntersuchungen, stattfanden. Bestenfalls wurde ein schlecht sehender Schüler auf die vorderste Bank gesetzt, ohne daß von seilen der Schule irgend etwas zur Feststellung der Ursache usw. geschehen wäre. Es ist daher als eine Selbstverständlichkeit zu bezeichnen, daß besonders an Schulen, Erziehungsinstituten oder ähnlichen Einrichtungen, wo etwa heute noch rückständige Gepflogenheiten dzw. Unterlassungen in dieser Beziehung üblich sein sollten, schleunigst moderne Grundsätze einer vernünftigen Gesundheitsüberwachung der Zöglinge zur Einführung kommen, bei der auch das Auge die unbedingt notwendige Berücksichtigung erfahren muß. nicht der Ort, alle Augenerkrankungen auch nur an- j.„._ ...... , , „ . , deutungsweise zu streifen, es sollen daher lediglich bedingt eine bevorzugte Stellung einnehmen. ■Stück diefer hervorragenden Zigarette zu enty, nehmen, da allfetttg feftgeftellt wurde, daß bei noch fo großer Srmatrung der Muskeln uncL-^ Organe fchon einige (Zuge aus diefem wirklich, erftklaßigen-j labakfabrikat genügen, die Nerven zu beruhigen und ihren überspannten Zuftand in normale 'Bahnen zurückzuführen,. d Greiling -^dislefe za 5X8 wird tat?, fachlich von, keinem anderen fFe Botschafter Nange gehal Haben nach ti Linn des Lvca rsichi richtig. £ bie Erfüllung ^uvenministel öaB er sein t e'n gewisses E W geschieht, g-' ^chsouhenmi Zagend und Stun9 noch ( achtensloerte § rsr- gemindert L?^eit/d am "Mrke Mrucklich er! mu *5855*5 ^^«nzo'en Äta“f 6» Kloider unä Sshürzen Druck — echt Indanthren — ein- und zweifarbig zu verarbeiten, 80 cm breit, Flookküper solide Qualitäten... 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C. Gemeinsames. Die nach A und B zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichteten haben die Steuererklärung auch dann abzugeben, wenn ihnen ein Vordruck nicht zugesandt wird. Vordrucke zur Steuererklärung sind bei dem Finanzamt erhältlich. Die übrigen Steuerpflichtigen haben eine Steuererklärung abzugeben, wenn sie hierzu vom Finanzamt besonders aufgefordert werden. Den nichtbuchführenden Landwirten gehen in den nächsten Tagen Fragebogen zu, die innerhalb zwei Wochen nach sorgfältiger Ausfüllung bei dem zuständigen Finanzamt einzureichen sind. II. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäuckt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 v. H. der festgesetzten Steuer auferlegt werden. III. Die Hinterziehung oder der Versuch einer Hinterziehung der Einkommensteuer, Körperschaftssteuer oder Umsatzsteuer sowie fahrlässiges Vorgehen gegen die Steuergesetze (Steuergefährdung) werden bestraft. Gießen, den 30. August 1927. Die Finanzämter Bvhbach, Gießen, Grünberg, hangen. Damen-Strümptfe verst. Fersen, Sohlen und Spitzen Wasch-, kunstseid. u. baumwoll. Qualität ......3.25, 1.75, 1.15, 0.40 Kinder-Kniestrümpfe mit breitem Wollrand, Größe 3 0.78 Herren-Wäsche Biber-Hemden aus kar. u gestreift. Stoffen 3.15, 2.75 Sport-Hanellhemden aus vorzügl.Stoff. m.Kragen 4.65, 3.90 Einsatz-Hemden kräftige Qualität, mit karierten Einsätzen .......... 3.90, 2.75, 2.15 Oberhemden in vielen Ausführungen, moderne 3. Die Erklärungen für die Einkommensteuer und Körperschaftssteuer sind bei dem Finanzamt abzugeben, in dessen Bezirk die zu I bezeichneten Steuerpflichtigen ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt, die zu II und III bezeichneten Pflichtigen den Ort der Leitung haben. Ist im Jnlande weder ein Wohnsitz, noch ein dauernder Aufenthalt, noch ein Ort der Leitung vorhanden, so ist die Steuererklärung bei dem Finanzamt abzugeben, in dessen Bezirk das Unternehmen betrieben oder ständig vertreten wird, ober die Tätigkeit vorwiegend ausgeübt wird oder Vermögensgegenstände sich befinden. B. Umsatzsteuer. I. Jur Abgabe einer Steuererklärung für die Umsatzsteuer sind alle Steuerpflichtige verpflichtet, deren Wirtschaftsjahr in der Zeit vom 1. Januar 1927 bis 30. Juni 1927 geendet hat. Diese sind: Arbeitsvergebung. Für den Neubau eines Beamtenmiet- hauses in der Theo-Koch-Straße zu Grän- berg sollen auf Grund der Reichsverdin- gungsordnung im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: 79040 1. Erd- und Maurerarbeiten, u. a. 80 cbm Erdaushub, 110 cbm Bruchstein- und 167 cbm Backsteinmauerwerk. 2. Sunslsleinlieserung, u. a. 2,50 cbm Treppenstufen, Fensterbänke, Türumrahmun- gen. 3. Zimmerarbeiten, u. a. 29 cbm Bauholz, 1580 lfd. m Verzimmerung. 4. Grobschlosserarbeiten. 180 kg Anker, Klammern, Schrauben usw. 5. Dachdeckerarbeiten, u. a. 260 qm Ziegeldach auf Schalung. 6. Spenglerarbeiten, u. a. 29 lfd. m Hänge- kandel, 24 lfd. m Abfallrohr. Die Angebotsvordrucke werden vom 2. September ab auf unserem Amte, Gie- ßen, Stephanstraße 18, Zimmer 4, abgegeben, woselbst auch die Zeichnungen und Bedingungen einzusehen sind. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum 13. September, vormittags 11 Uhr, bei unserem Amte Gießen, Stephanstraße 18, einzureichen, wo sodann die Eröffnung in Gegenwart erschienener Bewerber statt- findet. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Hessisches Hochbauamt Gießen. Derth. gute Qual., in verseh. Mustern, Mtr. HemdenWche bewährte Qual., 80 cm breit, 0.95, 0.80 MÄIMWl ca. 80 cm breit...........0.95, 0.70 a) Landwirte, und zwar Inhaber von buchführenden und nichtbuchführenden landwirtschaftlichen Betrieben einschließlich der forstwirtschaftlichen Betriebe und der Gartenbaubetriebe; Inhaber von landwirtschaftlichen (forstwirtschaftlichen usw.) Betrieben, die nebenher einen Gewerbebetrieb haben, für den eine Buchführung nach den Grundsätzen des Handelsgesetzbuches nicht eingerichtet ist; b) Gewerbetreibende, und zwar: buchführende Gewerbetreibende, deren Steuerabschnitt in der Zeit vorn 1. Januar 1927 bis 80. Juni 1927 elnschl. geendet hat. Goldrandspeiseteiler . 0.78 Weiße Tassen.......0.32 Weiße Dessertteller.. 0.32 Weiße Speiseteller... 0.48 Zwiebeimustertassen 0.48 Zwiebelmuster- -1 EE dessertteller .... 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Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Einkommensteuer sind verpflichtet: 1. Steuerpflichtige (Landwirte, Forstwirte, Gartenbautreibende usw.), deren Einkommen im Wirtschaftsjahr 1926/27 den Betrag von 8000 RM. überstiegen Hat; 2. ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens Steuerpflichtige, bei denen der Gewinn auf Grundlage des Abschlusses ihrer Bücher zu ermitteln ist. II. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Körperschaftssteuer sind verpflichtet: 1. Steuerpflichtige Erwerbsgesellschaften; 2. alle übrigen steuerpflichtigen Körperschaften und Vermögensmassen des bürgerlichen Rechts; 3. steuerpflichtige Betriebe und Verwaltungen von Körperschaften des öffentlichen Rechts und öffentliche Betriebe und Verwaltungen mit eigener Rechtspersönlichkeit. IIL Ohne Rücksicht auf die Höhe des Gewinns haben aozugeven eine Linkommen- fteucrertlärung bei Beteiligung mehrerer an den Einkünften aus a) Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und sonstiger nichtgewerblicher Bodenbewirtschaftung; b) einem Gewerbebetrieb, z. B. einer offenen Handelsgesellschaft ober Kommanditgesellschaft. IV. 1. Die Erklärungen für die Einkommensteuer und Körperschaftssteuer sind abzugeben: a) von den Pflichtigen, die Einkünfte aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und sonstiger nicht ae- werblicher Bodenbewirtschaftung be- zogen haben, für das Wirtschafts, sohr vom 1. Juli 1926 bis 30. Juni 1927; b) von den Pflichtigen, die Handelsbücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches zu führen ver- > pflichtet find ober, ohne bazu verpflichtet zu sein, Hanbclsbücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches tatsächlich führen, für das Wirtschaftsjahr, für das sie regelmäßige Abschlüsse machen, sofern es in der ersten Hälfte des Kalenderjahres 1927 geendet hat. Steuerpflichtige mit mehreren Wirtschaftsjahren, von denen ein Wirtschaftsjahr in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 1927 endet, sind auch dann nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, wenn ein Wirtschaftsjahr in der ersten Hälfte des Kalenderjahres 1927 endet. Diese Steuerpflichtigen werden vielmehr erst nach Ablauf des Kalenderjahres 1927 zu einer Einkommensteuererklärung aufgefordert werden. Die Erklärungen für die Umsatzsteuer sind abzugeben: a) von den Pflichtigen, die Umsätze aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und sonstiger nicht gewerblicher Bodenbewirtschaftung erzielt haben für das Wirtschaftsjahr vom 1. Juli 1926 bis 30. Juni 1927; b) von den Pflichtigen, die Handelsbücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs zu führen verpflichtet find ober ohne hierzu verpflichtet zu fein, Handelsbücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs tatsächlich führen, für das Wirtschaftsjahr, für das sie regelmäßige Abschlüsse machen,'sofern es in der ersten Hälfte des Kalenderjahres 1927 geendet hat. Steuer- iflichtige mit mehreren Wirtichafts- ahren, von denen ein Wirtschafts- ahr in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 1927 geendet hat, sind auch dann nicht zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung verpflichtet, wenn ein Wirtschaftsjahr in der ersten Hälfte des Kalenderjahres 1927 geendet hat. Diese Steuerpflich- Ilgen werden vielmehr erst nach Ablauf des Kalenderjahres 1927 zu einer Umsatzsteuererklärung aufge- ,rs. Re fr” 9 fordert werden. Die Erklärung für die Umsatzsteuer ist bei dem Finanzamt abzugeben, in besten I Bezirk die Steuerpflichtigen a) das Unternehmen betreiben, soweit Rheinsand u. Mainsand zu blll. Preis SÄ'ÄSIC. Rübsamen, Gießen, Fern,,, 1659