ZreNag, 50. Srptmder 1927 tn. Zahrgaikg kischem Boden groß zu holen? Die ganzen türkischen älnternehrnungen sind denn auch mehr nrungSergebins mit Bravorufen. Bergarbeiterverbandes finanzielle Vorbereitungen für den Fall eines Streiks getroffen. Von den deponierten Kassenbeständen des Deutschen Bergarbeiteroerbandes sind 2,5 Mill. Mark gekündigt tinb gleichzeitig ist die Verdoppelung der Beiträge beschlossen worden. Bleibt also Italien, das wegen seiner endlosen Küsten an sich auf ein Zusammengehen mit England angewiesen ist, weil es sich gegen die englische Flotte nicht schützen kann. Italien hat ja außerdem begriffen, daß es unter den Ein- liche Zustiinmung der von hessischen Gerichten erkannten Todesstrafen zu versagen." Der Antrag war vom Ausschuß abgelehnt worden: er wird jetzt aber mit 23 gegen 22 Stimmen angenommen. Der Staatspräsident und Mi- mster Raab stimmen als Abgeordnete mit ab. Die Linke des Hauses begleitet das Abstim- eTl^etwlt6|hdkcn*t Loimtaq« und Feiertag«. Beilagen: Rekener Famllieablütt« Heimat hn Bild Di« Scholle. »aval»-ve;verpretr: 3 Reichsmark und 30 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch bet Richter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112 -Inschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger vletzr«. Postscheckkonto: Krankfurt am Main 1168t. Amurhx Hfl Anzeigen für di« lagesnnmmer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°;n mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Chamberlain besucht den spanischen Diktator. Ein Mittelmeer-Locarno als Ziel der Begegnung von Barcelona. Ts ist daS Schicksal aller Schlagworte, daß sie, svbaÜ sie einmal populär geworden sind, wie eine Seuche um sich greifen. Wir sind heute schon lo weit, daß sich kaum irgendwo ein paar Außenminister treffen können, ohne daß ihnen die Absicht von Vertragsabschlüssen nach dem Locarno-Muster nachgesagt würde. An sich ist es also kein Wunder, daß die Wittelmeerreise des englischen Außenministers Chamberlain zu ähnlichen Andeutungen benutzt worden ist, und daß gerade sein Aufenthalt in Spanien imb seine Zusammenkunft mit dem Diktator P r im o de R i vera dazu ausgenuht wird, um ihm den Abschluß eines Garanttevertrages nachzusagen, der unter englischer Führung stände und damit die englische Vorherrschaft im Mittelmeer gegen Frankreich fester verankerte. England, Spanien, Italien und Griechenland, das gibt eine Gruppierung, gegen die Frankreich zieml^ wehrlos wäre, weil «ine Gegenentente gar nicht zu schaffen ist. Die Idee als solche ist zweifellos sehr glücklich, man soll nur nicht übersehen, daß sie gar zu leicht nicht realisierbar ist, dazu liegen die Dinge im Mittelmeer doch zu kompliziert. Dor allem wird Spanien seine Wünsche geltend machen. Es hat in seiner Außenpolitik nicht durchweg Glück gehabt; zwar gelang es ihm, an der spanisch-marokkanischen Zone den Widerstand Abdel Krims und seiner Hintermänner wenigstens für die nächste Zeit zu brechen, und der Triumphzug, den der spanische König mit der Königin demnächst durch das Rifgebiet unternehmen wird, bildet den feierlichen Abschluß dieser Aktion. Aber das ist doch etwas wenig im Verhältnis zu den ungeheuerlichen Kosten an Gut und Blut, die Spanien in dieses Abenteuer hineingestectt hat, zumal da bk Hoff- nungen auf eine Verstärkung des spanischen Einflusses tn der Tangerzone nicht in Erfüllung gegangen find. Herr Primo de Rivera hat also einen längeren Wunschzettel seinem englischen Kob | legen vorgelegt, und es ist noch fraglich, wiewer" i Cyancberlain gewillt und imstande ist, darauf efr' zugehen. Griechenland ist schon erheblich billiger W hadern Es ist territorial mehr als saturiert, braucht aber um so notwendiger Geld; für eine englische Anleihe stände es Aur Verfügung, wenn die Lon- doner Bankiers nicht von den ewigen iimeren Unruhen, die bei einer Revolution schon die Aussicht auf die nächste eröffnen, abgeschreckt würden. Einer Regierungsvorlage über die Errichtung eines Isolierhauses der Uni- versitätsklinik für Hals-, Rasen- und Ohrenkrankc; hier: die Verbindung mit einer Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luftwege, wird ohne Debatte zugestimmt. Eine Sondervorlage wegen Bewilligung der Einrich-' tunaskosten für die drei landwirtschaftlichen Lehr-, stühle im Landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen, Senckenbergstr. 17a, wird ebenfalls angenommen. Ferner findet ein Regierungsentwurf zur Abänderung des Gesetzes über die Umlegung von Bauland vom Gewerkschaftsvertreter beim Reichskanzler. Berlin, 29. Sept. Bei den heutigen Verhandlungen der am Tarifvertrag für Reichs» arbeitet beteiligten Gewerkschaften im Reichs- finanzminisierium wurde seitens des Reichsfinanzministeriums erklärt, daß dem Verlangen der Gewerkschaften nach Revidierung der Lohn- tarifverttäge nicht stattgegeben werden könne. Die Gewerkschaftsführer beantragten darauf hin, die Verhandlungen zu vertagen, da sie beabsichtigten, beim Reichsfinanz >> minister persönlich vorstellig zu Werdern — Vertreter des Deutschen Gewerlschastsbunbes lchrist- liche Gewerkschaften) hatten heute eine Besprechung in der Reichskanzlei, die unter dem Vorsitz des Reichskanzlers und in Gegenwart des Reichsarbeitsministers und anderer Regierungsvertreter stattfand. Die Gewerkschaftsvertreter hoben hervor, daß eine Hebung d e s zu tief liegenden Lohnniveaus für die Arbeiter und Angestellten in den staatlichen und privaten Betrieben eine Rvttoen- digkeit sei. Ohne eine solche Aufbesserung sei der zwischen Arbeitern und Angestellten einerseits und den Beamten andererseits nach der Besol- dungsrefvrm ein tretende Abstand so grob, daß dxr Wirtschastsfriede unmöglich gewahrt bleiben könne. Die Reichscegierung versprach, eingehende Prüfung und Wertung der gegebenen Anregungen und vorgetragenen Wünsche. oder mtnber liquidiert, was übrig blieb, ist nur noch eine Prestigeangelegenheit, ilm so freier aber ist dadurch Italien geworden, die Ziele einer Kolonialpvlitik zu verfolgen, die im Süden, in Afrika liegen. Und hier ist es der geborene Feind Frankreichs. Frankreich hat es verstanden, sich mit Marokko, Algier und Tunis den wertvollsten Teil der afrikanischen Rordküste anzueignen, Italien hat nur die traurigen ileberrefte in Tripolis noch gewinnen können, die zwar gewisse Entwick- lungsmöglichkeiten bieten, aber doch für den Landbedarf des kinderreichen Italiens auf die Dauer nicht ausreichen. Auch der Sprung über Erhthräa nach Abessinien ist mehr als gefährlich, und nachdem nun der Ehrgeiz an der Alpengrenze uber- reichlich Befriedigung gefunden hat — vielleicht zu viel — richtet sich der italienische, Koloncal- wille über die Grenzen von Tripolis hinaus. Im Osten stößt et dabei auf Aegypten, im ©üben auf die Wüste. Gr muß also schon nach Westen Drücken. In Tunis stellen heute schon die Italiener die weit überwiegende Masse der Europäer. Hier sind zudem die Aussichten auf die Unterbringung dec überschüssigen italienischen Devölkerungs teile weitaus größer, als in Tripolis. Auch die geschichtlichen Erinnerungen an das Erbe Roms treten hinzu: genug, Italien rüstet sich dazu, den Wettkampf mit Frankreich auf dem geschichtlichen Boden des einstigen Karthagos aufzunehmen. . . Chamberlain mag diese Zuspitzung vielleicht nicht ganz ungern sehen, soweit sie geeignet ist, Frankreich zu beschäftigen. Weiter möchte er aber nicht gehen, weil er kriegerische Konflikte in ihren Auswirkungen fürchtet. Was liegt also näher, al« auch um das Mittelmeer herum Locarno-Verträge mit gegenseitiger Grenzzusicherung zu schaffen, die zudem das toet- tere Gute haben, daß sie den Völkerbund allmählich in einer Reihe von Einzelverträgen auf- lösen. Und Frankreich wird gute Miene zum bösen Spiel machen müssen, ohne allerdings übersehen zu können, daß es der leidtragende Teil des Mtttelmeerpaktes sein mutz., ilnd wir würden unS nicht wundern, wenn wir tn den nächsten Tagen davon Horen, daß die Pariser Diplomatie alle Mittel in Bewegung seht, um diesen neuen Vertrag in die Luft zu sprengen, bevor et überhaupt noch geschlossen worden ist. England und die Cangerftage. London, 30. Sept. (MTB. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph'' führt zu der bevorsiehenden Zusammenkunft zwischen LH amberlaln und Primo de Rivera in Barcelona, die in einem Teil der hiesigen Presse beträchtliches Aussehen erregt hat, aus, der britische Standpunkt zum künftigen Statut Tangers sei vollkommen unverändert. Großbritannien stehe weiterhin zum Grundsätze der Inte rn a t i o n a l i s i e r u n g der Tanger-Enklave im weitesten Sinne, ohne ausschließliche oder überragende administrative Kontrolle Frankreichs oder Spaniens, aber mit einer liberalen Anerkennung der Interessen Italiens. Großbritanniens Haltung müsse weiterhin geleitet werden von der Erwägung, daß eine Flottenschlüssel st el- lung in Tanger mit Bezug auf die Meerenge von Gibraltar nicht in die Hände irgendeiner einzelnen Macht übergehen darf. Hessischer Landtag. Praktische Aufhebung der rodeSftrafe für bm BottSstaat Hessen. Bon unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 29. Sept. Eine Klein« Anfrage bei Abg. Hosftnaim (Ztr.), der sich Grüber be- schwert, daß der ,T) b « r h e s s i s ch e n Z et t u ng in Alsfeld ein Flugblatt der Evangelischen Volksgemeinschaft deiaelegen hat durch das sich Katholiken beleibiat fühlten, wird vom Mimster Kirnberger dahin beantwortet, daß der Vorfall bedauerlich sei. Die Regierung empfehle den Kreis- ändern schon seit einiger Zeit, die Kreisblatter in eigenen Verlag zu übernehmen - Abg selber weist in einer Kleinen Anfrage auf einen Artikel des antisemitischen Blattes „D i e F a u st i n W o r m s hin der Beleidigungen und Drohungen gegen einen Schuloerwalter enthält. In seiner Antwort erklärte Ministerialdirektor Dr. Urstadt, daß der Schulver- Walter veranlaßt worden sei, Strafantrag zu stellen; soweit bei der Angelegenheit Schüler in Frage kam- nwrn sollten, werde der- Fall untersucht. (Eine Anfrage des Abg. Dr. Keller bezieht sich auf die Rechner an Schulen und ihre Besol- dungsoerhältnisse. Ministerialrat Urstadt erwidert, daß deren Verhältnisse demnächst «regelt werben. — Unter den weiteren Anfragen ist auch eine des Abg. Sturmsels, der für Hessen dieselbe Regelung der F l a g g e n f r a g e durch einen Regierungs- erlaß wie in Preußen will. Staatspräsident Ulrich Streikgefahr im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau. Berlin, 30. Sept. lPriv.-Tel.) Nachdem die Mehrheit der Belegschaften im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau sich für die Kündigung des laufenden Lohntari f v e r t rages ausgesprochen hatte, hat nunmehr die Leitung des Die AnleihepoMk der deutschen Gemeinden. Berlin, 29. Sept. Auf Einladung des Reicys- [man$minifters Dr. Köhler und unter feinem Borsitz finden zur Zeit Besprechungen im Reichs- finanzministeri^m über die künftige Anleihepolltik der deutschen Kommunen statt. Den Verhandlungen wohnt auf Wunsch des Reichsministers der Finanzen auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht bei. Als Vertreter der deutschen Gemeinden nahmen mit dem Kankreich und der Anschluß. Pariser Enttäuschungen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 30. Sept. Diejenigen französischen Organe, die alles Heil aus einer buchstabengetreuen Beobachtung des erpretzten Derttages von Versailles fließen sehen, sind natürlich aus- gesprochene Anschluhgegner. Sie verleugnen vor sich und andern das von ihnen proklamierte Selbstbesttmmungsrecht; aber weil sie dabei kein ganz reines Gewissen haben, versuchen sie immer wieder, in Oe st erreich selbst Kronzeugen dafür zu finden, daß die Forderung nach dem Anschluß eine einseittg reichsdeutsche feu Diese Leute haben nun in der letzten Zeit einige recht schmerzliche Enttäuschrmgen erleben müssen. Zuerst hatte der Besitzer des F i g a r o, der millionenreiche französische Parfümsabrikant E o t y , der den Ehrgeiz hat, auch eine politische Rolle zu spielen, den besten und erfahrensten Redakteur seines Blattes, Georges Bourdon, nach Wien geschickt, um dort Erhebungen über die Anschluß f r a g e anzustellen. Bourdon war hierfür besonders qualifiziert, denn er hatte vor dem Kriege Deutschland und Oesterreich-Ungarn oft und lange besucht und eines der heute noch wertvollsten fran wüschen Bücher über deutsches Land und deutsches Volk geschrieben. Er sandte seinem Blatt von Wien aus annähernd ein Dutzend gründliche und aut fundierte Artikel: Gespräche mit Politikern und Wirtschaftlern, Arbeitern und Unternehmern, Männern und Frauen, statistische Erhebungen und psycholo- . qi che Eindrücke. Und das Ergebnis war übereinstimmend: in Oesterreich gibt cs außer einigen wenigen Sonderlingen und politischen Mumien keinen Menschen, der den Anschluß nicht will und kein Argument, das nicht zugunsten dieses Anschlusses spräche. , „ , _ Der Auftraggeber des gewissenhaft Journalisten — der nebenbei bemerkt als Präsident des Pariser und des Internationalen Jour- nalistenverbcmdes, als Offizier der Ehrenlegion imb als Vertrauensmann eines füljrenben Kabinettsmitgliedes in Frankreich selbst eine große Rolle spiell — war mit dem Ergebnis höchst unzufrieden und machte diesen Empfindungen Luft, indem er tn dem gleichen Blatte einen mehr belachten als ernst genommenen eigenen wütenden Artikel gegen den Anschluß loslieh. Aber damit wird er kaum die sachlichen Argumente, die in den Spalten des Figaro nicht nur der französischen Bevölkerung, sondern auch dem Ausland eindringlich bekanntgemacht wurden, aus der Welt schaffen können. Run kommt für die Anschluhgegner in Frankreich auch noch der „Exzelsior", ein Blatt, ba« sich sonst kaum durch Objekttvität und Wohlwollen gegenüber deutschen Interessen auszeia)- net, und unterstützt die Darlegungen Bourdons durch einen Bericht aus Wien, in dem sestgestellt wird, daß „die Oesterreicher sich sozusagen unabsichtlich nicht enthalten können, jedesmal, wenn es sich um eine internationale Frage handelt, Hebcrlcgungen anzustellen, toie wenn fie schon politisch mit Deutschland vereint wäre n". Ihr Standpunkt ist Deutschlands Standpunkt, so klagt das Blatt. Deutsch» land muh bezahlen, aber die Oesterreicher tun so. als ob sie selbst bezahlen mußten. In ihrem Geiste ist der Anschluß an Deutschland schon so gut wie vollzogen. Das alles ist für uns nichts Reues. Aber vielleicht lernen die Franzosen und andere Verfechter der unerhörten Bestimmung des Versailler und des Vertrages von Saint Germain, die den Deutschen Oesterreichs die Heimkehr ms Reich untersagt und die Aufrechterhaltung emes nicht lebensfähigen Staatswesens, einer dauernden Rot auf erlegt, aus diesen Stimmen etwas, durch das die unvermeidliche natürliche Entwicklung beschleunigt werden kann. Verminderung der englischen Besatzungslruppen. Mainz, 29. Sept. (Tel.-Union.) Wie verlautet wird sich nach Durchführung der noch in diesem Jahre stattfindenden Truppenreduzierung der englischen Desahungsarmee die englische Besetzung lediglich auf den rechts- rheinischenTaunuskreis beschränken. In Bingen soll eine kleine Matrosenstation verbleiben: auch die übrigen von den Engländern besetzten rheinischen Orte sollen geräumt werden unter der Voraussetzung, daß die Franzosen diese Orte nicht wieder belegen. Das zweite Bataillon des Shropshire- leichten Infanterie- Regiments bas erste Bataillon des Manchester- und das erste Bataillon des Oxfordshire- und Buckinghamshire- leichten Infanterie-Regiments, die im Rheinland stationiert sind, haben Befehl zur Rückkehr nach England erhalten. Von diesen drei Bataillonen wird das Skropshire- bataillon nicht ersetzt werden. Das stellt die Herabsetzung der englischen Truppen im Rheinland dar. Gieheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnl« «nd Verla-: VrLHNsche UAwer-Mr-vuch. imb Stetnbnderet L Lange ta Sietzen. Zchrtftiewmg und HeschSftrßelle: rch«Mratze 7. sagt dies zu. . Rbg. Storck fragt an, was die Regierung wu tun gedenke gegen eine Hinbenburg- feier der Rechts verbände im Hofe der ehemaligen Infanteriekaserne in Darmstadt oder bei schlechtem Wetter in der Otto-Derndt-Halle, also auf staatlichem Gelände. Der Minister des Innern Kimberger erwidert darauf, daß die Versammlung nach Reichsrecht keiner Genehmigung bedarf: über die Halle verfüge der Rektor der Technischen Hochschule. Hierauf wird tn die Tagesordnung etngetre- ten. Zunächst wird ein Antrag Eberle und Gen. über die Errichtung einer AmtSrichterwvh» nun g in Wörrstadt angenommen; sodann begründen die beiden kommunistischen Abgeordneten Galm und $rau Roth ihr gestern eingebrachtes Mihtrauensvotum gegen den Minister für Arbeit und Wirtschaft Raab in längerer Rede. Sie werfen dem Minister Arbeiterfeinblichkeit vor. Abg. Frau Roth erhält wegeii des von ihr gebrauchten Ausdrucks „Gemeinheit" einen Ordnungsruf. Der Mißtrau ensantray wird mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Zu einer Regierungsvorlage, die sich mit einer Strafanzeige gegen den sozialdemokrattschen Landtagsabgeordneten Gewerkschaftsbeamten Wilhelm Weber in Offenbach befaßt, beantragt der Ausschuß die Immunität nicht aufzuheben. Aus dem Bericht des Abg. Schül über diese Angelegen- _ .... heit geht hervor, daß der Anzeige, die auf Körper- siüsterungen Frankreichs in den letzten Iahr» oerletzung lautet, ein Familienstreit zugrunde liegt; zehüten eine Politik getrieben hat, die feinen Abg. Weber wird beschuldigt, nach seiner eigentlichen Interesien widerstrebt. Daß es gegen Tochter getreten zu haben. Abg. Kindt Mpen und an der Adria seine Stellung auf (Dnil.) ist für Aufhebung der Immunität, weil es Kosten Oesterreich-Tlngarns auszubauen bestrebt sich hier nicht um eine politische, sondern um eine toari uns immer begreiflich gewesen, das sind rein private Angelegenheit handelt. Abg. Hatumottoenbigleiten. die sich nicht ableugnen Kaul (Soz.) erklärt, die Sozialdemokratie sei aus ^ssen Unbegreiflich aber war es. daß Italien grundsätzlichen Erwägungen gegen die Aufhebung ^ch von Frankreich sein Gesicht vollkommen ver- der Immunität, solange nicht eine Derfassungsande- drehen lieh und auch wegen feiner Ambitionen rung eintritt. Abg. Kindt erklärt, dazu fei keine üt>er öi€ unmittelbare Rachbarschast hinaus immer Verfassungsänderung nötig, sondern das Parlament na$ dem Osten sah. Was war da auf tür- brauche nur seine Praxis zu ändern. Abg. Golm ^schem Boden groß zu holen? Die ganzen tür- (Komm.) bemerkt, die Immunität wird immer nur Unternehmungen sind denn auch mehr dann aufgehoben, wenn es sich um Kommunisten handelt. Die Kommunisten sind gegen ihre Auf- ----------------—---------------------------- Hebung; aber in diesem Falle wird ihnen die Zustim- g November 1920 mit einigen Abänderungen, die mung zu dem Antrag schwer. Die Sozialdemokratie Berichterstatter Abg. Dr. Riepoch mitteilt, hätte den Abg. Weber nicht als Kandttaten für die Annahme in beiden Lesungen. 2n gleicher Weise Landtagswahl präsentieren, sondern eine reinliche QU(^ ein Gesetzentwurf über die Abänderung der Scheidung vornehmen sollen, ^bg. i)r. ferner Juadwaffenpah-Derordnung und den (Dntl.) verweist auf die Praxis des Reichstages und Stempel für Iagdwaffenpässe. (Die Abänderun- des Preußischen Landtags, die m solchen fallen & schon bekanntgegeben worden: es für die Aufhebung der Immunität sind; es darf werden außer den Tagespäsien auch Pässe für nicht geschehen, daß unmoralische Dinge l.^ Woche ausgegeben.) unter d e m Schutze der Immunität un- Ein Antrag Leuschner auf Reueinteilung gesühnt bleiben. Der Ausschußantrag wird gegen Schorn steinfegerbezirke, den der sechs Stimmen angenommen. Ausschuß mit 5 gegen 4 Stimmen anzunehmen Zu einer Regierungsvorlage über eine Straf- empfohlen hat, wird vorn Plenum abgelehnt, anzeige gegen den kommunistischen Landtagsabge- ($tn Antrag Kaul und Gen. besagt u. a.: ordneten Landwirt Heinrich Angermeier in Deutschen Reiche steht die Beratung eines Groß-Zimmern hat der Ausschuß ebenfalls be» neuen Strafgesetzbuches bevor, in dem die -Lo - schlosseir, dem Antrag auf Aufhebung der 3mmu- des strafe beibobaiten worden ist. Wir bean- nität nicht stattzugeben. Rach dem Ausschuß- tragen daher. 1. die Hess. Regierung aufzusor- bericht hat Abg. Angermeier einen Gendar - dem. im Reichsrat gegen die Wiederau f- men, der seine Personalien feststellen wollte, nähme der Todesstrafe in das neue beschimpft und bedroht. Fem^r hat er Strafgesetzbuch zu stimmen: 2. bis öaS bei einer anderen Gelegenheit den Gemeinde- erfolgt ist, ober falls die Todesstrafe aufrecht rechner von Groß-Zimmem beleidigt. Ein gleicher erhalten bleiben sollte, gmndsahlich und in jedem Antrag liegt vor gegen den sozialdemokratischen einzelnen Falle die zur Vollstreckung erforder- Q[bgeordneten Rechtsanwalt Sturmfels, der 1 " den Vorsteher der israelitischen Gemeinde in Seligenstadt beleidigt hat. In allen diesen Fülleii beschließt das Haus, der Aufhebung der Immunität nicht zuzustimmen. yu solchen ietii n l°d! tffjNtr echen. £,Min, ' vermisse^ mel)r lQ9 zu Wti in der Ipannt. (Fr^f • • ■ wrii fid> »L'E 'en?" nql " ftbonn • «r fab flc an ... Xr "• stcht zwischen A ihm... schien? od köstlich... 6ie • Nem--oh _ »fgt.) Sl I-h teilten ’ $0I*f banus, Hausfrauen 'eit Jahren fte Marga- ? verdankt und allein {kauft sie ItenSieein t/N* 1* *** Jan Mayen; -Stydlsf. 4/a)»n$ündi lodth. Prüfident«, der Deutsch«, Dtädtetaoer, vr. M«- (e r t, der Oberbürgermeister Böß und SKDt- kämmerer Lange, Berlin, Adenauer, Köln, Dr. L a n d m a n n, Frankfurt a. M. und Stadt- kämmerer Asch, Frankfurt a. M., Dr. Jarres, Duisburg, Wagner, Breslau, Schar na gl, München, Seimes, Magdeburg, Dr. Rive, Halle a. d. S., teil. Die Verhandlungen haben am Mittwochvonnittag begonnen und werden heut« fortgesetzt. Die Meinung der deutschen Städte ist Herrn Dr. Schacht, wie die „Germania" hört, mit betontem Nachdruck ausgesprochen worden. Gemeinden und Reichsschulgesetz. Berlin, 29. Sept. Anläßlich der Magdeburger Verhandlungen hat der Vorstand des Deutschen Städtetages auch zum Reichs- fchulgesehentwurf Stellung genommen. Es wurde ein« Reihe von Richtlinien aufgestellt; es wurde gefordert, daß die Erfordernisse eines geordneten Schulbetriebes im Reichsgesetz völlig klar und im Einklang mit den Bedürfnissen der Schulverwaltung und den Schulfinanzen festgelegt werden mühten. Die m dem jetzigen Gesetzentwurf enthaltene Regelung sei durchaus unzuläng- I i ch. Die Rechte der gemeindlichen Selbstverwaltung als der gesetzlichen Vertretung der Gesamtheit der Gemeindebürger mühten auch den Elternrechten gegenüber gewahrt werden. Die zuständigen Verwaltungsorgane der Gemeinden seien daher durch das Gesetz zu mah- geblicher Mitwirkung im Entscheidungsverfahren über die Schulart zu berufen. Line Rathenau-Gedenlseier. Der Reichskanzler über die geschichtliche Bedeutung Rathenaus. Berlin, 29. Sept. (WB.) 3m Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates fand heute abend anläßlich des 60. Geburtstages des am 24. 3uni 1922 ermordeten Deichsauhenministers Walther Rothe- nau eine Feier der Walther-Rathenau-Stiftung statt, zu der zahlreiche Vertreter der Reichs-, Staats- und öffentlichen Behörden, des diplo- mattschen Korps, der Länder und der Parlamente erschienen waren. Der Vorsitzende der Walther- R ^Henau-Stiftung teilte in seiner Degrüßungs- er eine Zurücksetzung gegenüber den anderen höheren 'Beamten Sie Benachteiligung in den Beförderungsstellen muh zu einer Deklassierung des ganzen Standes führen Die ganze Philologenschaft befinde sich in ungeheuerer Erregung. Sie hoffe, daß der Kultusminister ix letzter Stunde alles auf- eroffnet, so in der Universitätsbibliothek eine Ausstellung von Handschriften und Druckschriften besonders aus dem 18. Jahrhundert, im Institut für angewandte Mathematik eine kartographische Ausstellung. Die Göttinger Industrie veranstaltet gleichzeitig eine Ausstellung über die Arbeit der Göttinger feinmechanischen Industrie. In der Versammlung des Realschulmännervereins sprach Landesschulrat Dr. Schwarz-Lübeck über die Schwierigkeiten, die den Schülern der Realanstalten während des die Sozialdemokraten wie bi& Kommunisten erklärten, nicht für diese Vorlage stimmen zu können und somit eine Mehrheit nicht gegeben war, hat sich der Magistrat zur Zurückziehung der Vorlage entschlossen. Der Aaggenkonflikt geht weiter. Berlin, 29. Sept. Das Hotel „Kaiserhof" hat heute zu Ehren des Kongresses der Fachpresse geflaggt Aus dem Dache sieht man drei Fahnen, in der Mitte die schwarz-weiße, an den Ecken je eine schwarz-rot-goldene und eine schwarz-weiß°rote. Das preußische Handelsministerium, die anderen eingeladenen preußischen Behörden und der Magisttat von Berlin haben es wegen dieses Kompromisses abgelehnt, an dem heute abend im „Kaiserhof" stattfindenden Bankett der Fachpresse teilzunehmen. Im Laufe des Tages hatten zwischen der preußischen Regierung und der Hotelleitung Verhandlungen stattgefunden, in deren Verlauf von der preußischen Regierung zunächst Einziehung der schwarz-weiß-roten Fahne und spater deren Ersetzung durchdie Handelsflagge verlangt worden sei. Nachdem dies jedoch von der Hotelleitung unter Hinweis auf die Magdeburger Beschlüsse der Hotelbesitzer a b - gelehnt worden sei, habe die preußische Regierung dem Kongreßleiter nritteilen lassen, daß sie an dem Esten nicht teilnehmen würde. Ein gleiches hat auch Oberbürgermeister Boeß getan. Der deutsche Philologentag. Kultusminister Becker für das humanistische Gymnasium. In der Aula der Göttinger Universität wurde am Dienstag die 56. Tagung der Deutschen Philologen und Schulmänner durch einen Festakt eröffnet, bei dem auch Kultusminister Dr. Decker das Wort ergriff. Der Minister führte u. a. aus: Die Schule trägt den Erfordernissen des Lebens in schnellerem Tempo Rechnung als die Wissenschaft. Es entsteht die Frag«: „Leistet die Schule noch so viel wie in früheren Jahren?" Es hat sich ein Wandel in den Dildungszielen vollzogen. Unter Land braucht mannigfache Schultypen. Riemand bedauert die Spaltung mehr als ich; aber auch ein Minister hat eine besondere Liebe. Ich bekenne mich zum humanistischen Gymnasium. Ich glaube, daß hier die Möglichkeiten einer wissenschaftlichen und praktischen Bildung liegen, die immer ihren Mann stellen wird. Ich tue das aus dem Glauben heraus, daß wir ohne die humanistische Bildung unsere deutsche Vergangenheit kaum der st eßen und den Weg zu einem Goethe oder Schiller nicht mehr finden würden. In biefem Zusammenhänge muß ich nvch erwähnen, daß eine national« Kultur notwendig ist. Aber hier sind gewaltige Schwierigkeiten vorhanden. die man in die rechte Bahn lenken muh. Was sie auszeichnen soll, ist ein e.nhettlicher Glaube an den Geist, di e Qualität zur Ueberwindung der Gefahr der Mechanisierung und Schematisierung. | 3m Zusammenhang mit der Philologentagung wurden verschiedene Ausstellungen ' OWofXtntos. 3 neuer <> n„v deaecrl. 9 woiKig. • otaten • Rtflen * sehnet ä traupein * reeoet X »rwitter.@wU lehren Vachrichten aus Washington betreffs der Anleihe lauten günstiger und veranlaßten die Spekulation, die sich gestern anscheinend stärker nach unten gelegt hatte, zu Deckungen. Bisher nennt man die letzten Abendturse Geld, Farben 298/299, Gessürel 298,5 Am Devisenmarkt hört man Paris mit 124,02, Mailand 89,15, Madrid 27,84 und London—Kabel 4,8660. Vei stark fettendem Haar schaffen Sie schnell Abbitte, indem Sie eS byatemsch behandeln, das heim öfters mit einer Lösung non 10 Gramm Vaöarcnfal» tn 250 Gramm Wasser waschen. 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S.ft 3ahren gehört der 3ubt- lat dem Gesamtvorstand des ^Internehmens als stellvertretendes Vorstandsmitglied an. 3n rastloser Tätigkeit hat sich Direktor Grieß bau er um die Mitteldeutsche Creditbank verdient ge- macht, ohne sich den Pflichten zu entzlehen, die ihm seine Stellung im Wirtschaftsleben für die 3nteressen der Allgemeinheit auferlegte. So hat er als Mitglied der Industrie- und Handelskammer Gießen in deren Rahmen für die gemeinsamen 3nteressen von Handel und Industrie erfolgreich mitgcwirkt, daneben galt seine Für- sorge der Förderung aller Luftfahrtbestrebungen, für die er sich allezeit mit starkem Erfolg für die Sache eingesetzt hat. Der 3ubckar kann daher am morgigen Tage nicht nur mit Genugtuung auf die Vollendung eines reichgesegneten Abschnittes seiner Derufslaufbahn zurückblicken, sondern er darf ferner die Gewißheck haben, daß man an diesem 3ubiläumstage auch seines Wirkens für die Allgemeinheit mit Anerkennung gedenkt. Dienstjudiläum des StadtbaudLreKtors Braubach. Am morgigen 1. Oktober kann Stadtbaudirektor Braubach sein 25jähriges Dienst- jubiläumalsBeamterderStadtGie- hen begehen. Der 3ubilar kam im Herbst 1901 im Dienste des 3ngenieurbureaus des Oberbäurats Schmidt, Darmstadt, nach Gießen, um hier die octlidxn Verhältnisse zwecks Anfertigung des Kanalisationshauptentwurfs zu studieren. Äntcr seiner Leitung wurde int Frühjahr 1902 mit dem Dau der Kanalisation unserer Stadt begonnen. Am 1. Oktober 1902 trat er aus dem 3ngenieur- bureau Schmidt aus, um sich als Stadtbaumeister der Stadt Gießen zur 'Verfügung zu Italien. Von da ab war Herr Braubach Leiter des Tiefbauamts, als der er die gesamte Kanalisation der Stadt einschließlich der Schaffung der Kläranlage durchführte, ferner im Laufe der 3ahre den Ausbau und die Vervollkommnung des Straßennetzes, bedingt durch die Stadterweiterung, die Veubcfesti« gung der Straßen der 3nnenstaöt, leitete und auch dem Steinbruch- und Sandgrubenbetrieb der Stadt vorstand. Als am 1.3uni 1917 nach dem Abgang des Stadtbaurats Gerbe! die Vereinigung des Hoch- und des Tiefbauamtes durch- geführt wurde, trat Herr Vraubach als Leiter an die Spitze des Stadtbauamtes mit der Amtsbezeichnung „Stadtbaurat". 3hm unterstehen die Abteilungen Tiefbau, Hochbau, Baupolizei und Stadterweiterung. Am 1.3anuar 1923 wurde er zum Stadtbaudirektor ernannt. 3n dem letzten 3ahren hat Stadtbaudirektor Braubach u.a. auf dem Gebiete der städtischen Wohnungsbauten, der Erweiterung der Schule Westanlag« (jetzige Goetheschule), bei größeren Umbauten städtischer Gebäude, bei der Schaffung des Flughafens bis zur kürzlichen Vollendung des neuen Flughafengebäudes, bei der älmfiellung der städtischen Straßenreinigung und des Fuhrparks vom Pferdefuhrwerk auf Motorbetrieb (eine Aufgabe, die heute noch nicht abgeschlossen ist) in hervor- ragender Weise an verantwortlicher Stelle mit* gewirkt. Veben der Lösung all dieser bedeutsamen Aufgaben und der Lleberwachung des gesamten umfangreichen Betriebes des Stadtbauamtes hat sich Siadtbaudirektor Braubach auch le Durchführung eines zweckdienlichen und allezeit schlagkräftigen Feuerschutzes unserer Stadt angenommen. Seit 1911 steht er als städtischer Branddirektor in der Oberleitung unseres Feuerwehr- Wesens, für dessen Ausbau er sich stets mit Erfolg einsetzte. II. a. ist in diesem Zusammenhang auf die seinen Vorschlägen entsprechende Einrichtung einer ständigen Feuerwache mit den modernsten Automobil-Löschgeräten besonders Möbel sollen schön, qualitativ hochwertig und billig sein. — Unsere Möbel haben diese Voraus: Setzungen. Frosten Reflektanten bietet sich günstige Kaufgelegenheit. Schreiben Sie sofort unter W. 61 a. d. Expedition d. BI. 8845 D auch ohne Anzahlung 7, Stsatswissenfchast ID, Sprachwissenschaft 4 Bände. Nach auswärts tarnen 15 Bände. ** EinSchwindler,der sich aus den Namen eines bekannten früheren hessischen Geistlichen beruft, treibt — wie das Polizciamt uns mitteilt — gegen wärtig sein Unwesen. Da er die Familienverhält- nisse des Geistlichen sehr gut kennt, auch seine Stimme im Telephon sehr gut nachahmt, ist cs ihm mehrfach gelungen, hohe Beträge zu erschwindeln. Er sei nachdrücklich oor ihm gewarnt. " Gin Hassia-Sonderzug bringt heute abend 220 Mitglieder der Kriegerlanterad- schaft Hassia zur Hindenburgfeier nach Berlin. Auch pfälzische und kurhessisch« Kameraden benutzen den Zug, der von Darmstadt über Frankfurt, Hanau, Gelnhausen und Fulda fährt. Unter den Reiseteilnehmern befinden sich auch Gießener Herren. •* Beginn der landwirtschaftlichen Schulen in Hessen. Das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, gibt bekannt: Der ordentliche Lehrgang 1927/28 an den hessischen landwirtschaftlichen Schulen beginnt am Montag, 7. November. Anmeldungen zur Aufnahme werden von den Dirck toren der Landwirtschaftsämter entgegengenommen, die auch nähere Auskunft über das Alter der aufzunehmenden Schüler und Schülerinnen, das Schulgeld, den Lehrplan und die evtl. Unterbringung der Schüler in Privathäpsern erteilen. * Der Abtrieb vdn den fünf 3ung- viehweidenOberhessens erfolgt in diesen Tagen, und zwar am 30. September Tiergarten bei Hungen, 1. Oktober Warthof bei Grünberg, 3. Oktober Wenings. 4. Oktober Zell und 5. Oktober Lauterbach. Die Winterweidefohlen werden aus die 3ungviehweide Tiergarten bei Hungen gebracht. Zum Abtrieb kommen Fohlen und Rinder, insgesamt etwa 400 Tiere. * * Vahezu 6000 Fahrpläne enthält die Winterausgabe 1927/28 von Hendschels Telegraph, dem ältesten internationalen Kursbuch, das in den nächsten Tagen erscheint. Das Besondere dieses Kursbuches liegt in seiner zur Tradition gewordenen Zuverlässigkeit und Reichhaltigkeit. Hendschel bringt nicht nur den gesamten reichsdeutschen Verkehr, sondern berücksichtigt in gleicher ausführlicher Weise die Fahrpläne der kontinentalen Staaten und die Reisie- wege und Reisemöglichkeiten nach und in den verkehrspolitisch wichtigen Ländern. Wir ftnden im Hendschel die Fahrpläne der Viederlande, von Belgien, Frankreich, Luxemburg, Spanien, Portugal, Schweiz, Italien, Oesterreich Ungarn, Tschechoslowakei, 3ugoslawien. Rumänien, Bulgarien, Türkei, Syrien, Palästina und Persien, Rußland (europäische und sibirische Bahnen), Polen, russische Randstaaten, Finnland, Skandi- navien. Ferner di« Verbindungen nach dem fernen Osten (China und 3apan), eine äleber- sicht der Kraftposten in den Alpen und den Ueberseeverkehr Eine große Eisenbahnkarte ist beigegeben. Die große Ausgabe kostet 6 Mark, die kleine Ausgabe 4,50 Mark. HendsHelS Telegraph erscheint bei der Kursbuch- und Ver- kehrs-Verlagsgcsellschaft m. b. H., Berlin SW 68. Beamtenschaft und bei allen, die ihn näher kennen, groß« Wertschätzung genießt, dessen Verhältnis zur Beamtenschaft und Arbeiterschaft seines Amtsbereichs sehr harmonisch ist und dem man auch in der Bürgerschaft Vertrauen und Sympathie entgegenbringt, taim seinen morgigen Ehrentag in der Gewißheit begehen, daß er m den fünfundzwanzig Fahren ferner bisherigen Gießener Dienstzeit in reichem Maße zur 2llts- wärtsentwicklung und zur Wohlfahrt unseres Gemeinwesens beigetragen hat und daß man ihn auch weiterhin noch lange Zeit bei der Lösung bedeutsamer Aufgaben unseres Stadtbauwesens, an denen es schon in absehbarer Zeit eine ganze Anzahl geben wird, in vorderster Linie maßgebend Mitwirken zu sehen hofft. Verbesserung in der oberen Dahnhosstratze. Seit etwa 21 Jahren steht die schmucke Häuserreihe am Bahnhof mit dem Cafs Schwa r z, dem Zigarrengeschäft Möser, dem Radiogeschäft Brinkmann, dem Herrenmodengeschäft Jensen und dem Papiergeschäft Balser. Es war ein guter Gedanke, durch diesen Bau nicht nur das Bahnhofsbild zu verschönern, sondern auch den Er- frischungs- oder Einkaufsbedürfügen der Einheimischen und Fremden Rechnung zu tragen und neue Gewinnmöglichkeiten für die Geschäftswelt zu eröffnen. Seit einigen Tagen ist man nun dabei, die Arbeiten für den von vornherein geplanten, in Anbetracht der Zeitverhältnisse damals aber einstweilen zurückgestellten Erweiterungsbau, der sich bis zur Anatomie hinziehen soll, vorzubereiten. Die neuen Baulichkeiten sollen auf dem Raume des zwischen dem Geschäft Balser und der Einfahrt zum Eilgutschuppen liegenden, recht ländlich aus- sehenden und die Schönheit des Straßenbildes sehr beeinträchtigenden Eisenbahnbeamtengemüseg-rtens errichtet werden und nicht nur neun weitere Ge» schciftsläden, sondern auch noch 15 Bureauräume enthalten. Der ganze Bau wird unterkellert, mit Warmwasserheizung versehen und nach der Anatomie zu bis zu 80 Prozent zweistöckig aufgeführt werden: durch ihn werden auch die unschönen Eisenbahn- und Postschuppen, die dahinter sich befinden, verdeckt werden. Die Entstehung des neuen Geschäfts- und Bureauhauses im Brennpunkt des Fremdenverkehrs, zwischen den Hauptgebäuden der Bahn und der Post gelegen, erscheint beachtenswert. Bis Ende November gedenkt man mit dem Rohbau fertig zu sein, die Räumlichkeiten werden im Frühjahr nächsten Jahres bezogen werden können. Bauherr ist August Schwarz. Die Architektur und Bauleitung liegt in den Händen des Baurats Schuhmacher, die Maurerarbeiten läßt die Firma H. Weimer G. m. b. H., die Zimmerarbeiten die Firma B. Nuhn, Sägewerk, Lollar, ausführen. LZornntizcn. — Tageskalender für Freitag. Palast-Lichtspiele: „Der lachende Ehemann". — Astoria-Lichtspiele: „Der König der Cowboys". — Die Deutsche Volk sv artet, Ortsgruppe Gießen, ruft im heutigen Anzeigenteil ihre Mitglieder auf, am 2. Oktober zum Geburtstag des Reichspräsidenten zu flaggen. — Eine Hindenburg-Geburtstagsfeier veranstalten am morgigen Samstagabend, um 8 Uhr beginnend, der „Stahlhelm" und der D. O. B. gemeinsam im Cafs Leib. Professor Dr. Schmoll wird die Festrede halten, außerdem roirfc der Film „Achter Reichs-Frontsoldatentag in Berlin" vorgeführt werden. (Siehe Anzeige.) benStoürbtgen Wesen« btt Zuneigung weitester Kreise der Bürgerschaft. •• ReichSbahn-3nspektor Karl Luh. der im vorigen 3ahre nach Weilburg verseht wurde, übernimmt ab 1. Oktober den Bahnhof A l s f e l d als Dienststellenleiter. Herr L u h war lange 3ahre als Leiter des hiesigen Güterbahnhofs tätig. Rückkehr in die Garnison. Vach mehrwöchiger Abwesenheit, von der der größte Teil Hebungen auf dem Truppenübungsplatz Münsingen gewidmet war, während die letzte Woche der Teilnahme an den Manövern in Westfalen galt, ist gestern nachmittag unser 1. Batt, des 15. 3nf.-Reg. in die Garnison zurückgekehrt. Die Truppe war gestern vormittag in Kassel verladen worden und traf kurz nach 3 älhr auf dem hiesigen Bahnhof ein. Vach etwa einftün» diger Entladearbeit am Transpvrtzug erfolgte kurz nach 4 Uhr unter klingendem Spiel der Einmarsch tn die Stadt. Unterwegs wurde die Truppe von einer großen Menschenmenge wie immer herzlich begrüßt. ** Straßensperre. Infolge der Sperrung der Lcssingstraße ist der gegenwärtige Verkehr über den Bürgersteig für die Fußgänger nicht ohne Gefahr. Das Polizeiamt hat deshalb den bisher noch freigebliebcnen rechten Bürgersteig für den Fußgängerverkehr bis auf weiteres gesperrt. * Das Herren - und Knabenbekleidungshaus Frensdorf konnte am gestrigen Tage ein bedeutsames Ereignis in seiner Geschichte begehen: die Heber gäbe der neuen Geschäftsräume an den Betrieb. 3n knapp sechs Monate währender Bauzeit wurde dem bisherigen Geschäftsgebäude an der Ecke Bahnhof» straße—Veustadt in der Richtung nach der Veu- stadt ein Anbau hinzugefügt, der im Parterre und im Oberstock große, in allen Tellen der Veuzeit entsprechende Verkaufsräume enthält. Gleichzeittg mit dem Anbau ließen die Firmeninhaber eine teilweise Erneuerung der bisherigen Geschäftsräume, sowie eine Renovierung des äußeren Gewandes ihres Geschäftshauses vornehmen. Bietet sich dem Besucher im 3trnem ein Bild von Geschäftseinrichtungen, die mü gutem Geschmack alle Errungenschaften der Reu- zeit in sich vereinigen und zweifellos die Einrichtungen zahlreicher Geschäfte in den Großstädten übertreffen, so ist auch von der äußeren Veugestaftung des Hauses zu sagen, daß sie den kritischen Beschauer zufriedenstellen wird und eine Zierde unseres Straßenbildes ist. Das anerkennenswerte Gesamtbild dieser Veuschöpfung wird in den Abendstunden durch eine Lichtreklame an bei dm Fassaden des Hauses, die von der Firma C. L. Leib in der Kirchstraße hergestellt wurde, in wirksamster Weise vervollständigt. Es handelt sich hier um eine Aufmachung, wie sie bei aller Schlichtheit und Vornehmheit der Form kaum einprägsamer gedacht werden kann. Mit solchen Mitteln wird die beabsichtigte Werbe- Wirkung zweifellos in hohem Mäße erzielt. Es ist für das Haus Frensdorf bezeichnend, daß es von jeher die gegebenen örtlichen Werbemittel klug und zweckmäßig auszunühen verstand. Diese Tatsache gilt vornehmlich auch für die großzügig angelegten Zeitungsanzeigen, die dem Aufstieg des Unternehmens ohne Frage auherordentllch förderlich waren. Mit dem erweiterten und neu- gestalteten Geschäftshaus hat die Firma sich nun ein Schaumittel geschaffen, das für die Zukunft im Zusammenwirken mit den schon seither als wirksam erkannten Werbemethoden die Müyen und den kaufmännischen Wagemut der Firmeninhaber sicherlich lohnen wird. ♦* Geschäftsjubiläen. Morgen können das Korsettenhaus Geschwister Aaron auf dem Seltersweg und die Finna Georg He bst reit, Bierverlag und Mineralwasserfabrikation, Klinikstraße, das 40jährige Geschäftsjubiläum begehen. Auf das 25jährige Bestehen seines Geschäftes kann am gleichen Tage der Osensetzermeister Philipp Hof, Großer Steinweg, zuruckblicken. ** Oeffentliche B ü ch e r h a 11 e. Im <äep tember wurden 1089 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 684, Zeitschriften 116, Jugendschriften 89, Literaturgeschichte 4, Gedichte und Dramen 6 Länder- und Völkerkunde 52, Kulturgeschichte 13, Geschichte und Biographien 65, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Technologie. 24, Heer- und Seewesen 3, Religion und Philosophie Neiierr Matratzen Fedevdetten in allen Preislagen und reicher Auswahl Unser Hemberg-Seide _ _ _ glatt u.ln sich gemusL, Indanthren- * UM farbig i.schön, eleg. Ballfarb. 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Festrede: Prof. Dr. Schmoll. Film: 8. Reichsfrontsoldatentag Berlin. 8691D CHULZE ’UUU. Reiche Auswahl in modernen wasch- und lichtechten Farben. .. auch ich mochte sie nicht mehr missen . . Die vornehme Gebrauchsweste * 8855a Pension Brandl Neuen Baue 22 empfiehlt put ein- nericktete^remden- zimmer. Beste Ber> xflegimg. Tel. 1085,»« Zimmer ah vermieten 07052 rlinvgr.-m.vi.io Mr. Möbl. Zimmer Schreibtisch, el. Licht, Balk Nähe Bahnhof u.Kltntken A- vrn. Zu erfr. t. d. GeschäfiSst. i>. (Vien. Anz. 88170 Ein Helles, frdl. möbl. Zimmer und ein eins.möbl. Zimmer, jed. m. el. Licht, bei»b.,sev.Eing.z.vm. Hammstr. 17 1. Q7061 VOS ointetgeüflnoe Steinstr. 48 ist als Lager oder Wertstätte zu vermtelen. Näheres Stein strafie 73 p. 188320 I Mietgesuche | 3-4-Simmer- Wohnung tauch in Neubau» gesucht. Evtl. Umzugskosten werden vergütet. Schrtnl. Angebote unter 07037 an den Gieh Anz. erbeten. Kosmetisches Institut sucht zur Ausübung von Praxis 1 möbliertes nnö 1 leeres airnmer vart. ob. 1. 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Geburtstages des Neichspräsiden- ten findet, mit Rücksicht auf den Wunsch des Reichspräsiden» ten, dafi von Feiern abgesehen werden soll, nicht statt. M1,D Der Vorstand. Zahle für fette Schlachtpferde denkbar höchste Wir bitten untere Mitglieder am 2. Okt. (Geburtstag des Reichspräfidenten) zu flaggen. Kleiner schwarzer Dackelhund preiswert abzugcb. Samstag nachmltt' anzufehen. 8S47D Vabnbofstr.4k5 III. Verloren: filnöcrftrifljafle a. d. Wege v. Trieb— Flugplatz. Abzugeb. geg. Bel. Schwaab, Seltersweg 23. otmi Genüg. Ä und Vogel- zach!- Maturreme Tiseaweine: San Anton, rot, tiefdunkel .... San Anton, rot, extra dunkel . . . Flor d’Espana, weiß .... ... Flor d’Espana, weiß, extra .... Spanische and portugiesische Weine Breslau, „Meisterschaft von Schlesien“ 20. 9. 27, Sieger: Knappe auf Ludwig Harlmetz Auktionator und Taxator, Neuenweg Tarragona, weiß oder rot, extra . . . Malaga, gold fett oder Malaga dkl. fett Malaga, dunkel oder gold delicat . . .Auscateller, delicat, würzig..... Insel Samos Insel Samos, extra fein ... . Cadix Sherry ff......i • • Cadix Sherry, delicat ....... In» d Madeira...... « • > • Douro-Portwein, tawny •••••• Douro-Portwein, «dunkel ....■« per Liter ohne Flasche . . . 1.10 . # . 1.25 . . . 1.25 . . . 1.40 Gallenstein Ein Typischer Erfolg von tausenden „Raphanese hat mir unschätzbare Dienste geleistet u. mich "von d. schreckl. Gallensteinkoliken befreit“ Fräulein E. W, „Raphanese" ist ein Kräuter- Heilsaft und erhältlich im 8854a Krauterhaus JonD. Kietzen, Schulstraße 5 •••OMHßßOMHßtHHHM SamStag: Fohien- fleisch. s Fritz Ke&ler. Mando inen und Gitarrenverein Neavolita. Samstag, 1. Oft., abdS. 8 Uhr, im fto- tbolischenVcrcins- bauS: Abendunlerhaltung. Der Vorstand. NB. Sonntag nachm. Ausfiug Hardtter- rasie, 3 U.: Abmarsch lLahnbrücke». Gaste liier au können eimic- fuhit werden. K,,l > Cohnenöe vettreluug f. Ia Gebr.-Art zu vergeb. 0. Hohnann, Nürnberg, obere Baufir. 41 ss«i»A Mittel Sa»MW s. sofort gesucht. 0118o siebener Gngroslious Ulanfreö Hofenöaum Ltebtgsirafie 5. Alleinverkauf für Gießen und Umgebung: J. M. Sehlhof MarRk«e 4 llKersverplalgung 1870-1920. Samstag,20'zUhr: Hauvt- Versammlung Hotel Viktoria. 0701? Der Vorstand. Für älteren WMliW sucht sein Vormund Stelle b. tüchtigem Meister. Näheres in d. Geschäftsstelle des Gien. An;. 88391 > 1.40 1.50 Perfekte Schneiderin n. noch Kunden an. 1 geht a. n. auswärts.! Zu erfragen 07047 i Plockstraste 8 1.1 Für Damen- und Kindergarderobe halte ich mich bestens empfohlen, nur im Hause Frau Llelndo, mm Südanlage 9. Samstag, abends 8 Ubr, im U. C.: Hindenburg- abend. Ordenvanzug. 07011 S G. v. ©leben e.D Samstag, 1. Okt., nbSOUbr, Familien- feier a. d. Karlsruhe. Jg. Herren fönnen, wie immer, v Mit» glted. einaef. werd. Vorher Ständchen. Trefio. 19'/. U. Ecke Nordanl./ Wetzstein- strave. Umzahlr.Be- teiltg. wird ersucht. Der Stammtischabend am 1. Okt. 8S,tiD fällt aus. Dagegen leisten wir einer Einladung der Frankfurter Kameraden für Samstag, 8. Okt., Folge. Nähere Auskunft durch d. Vorstand. 135 1.50 1.55 1.75 1.70 1.50 1.70 Fliegen Schnaken Wespen. Motten.Wanzen, Schaben. Ameisen samt Brut. MM! Meiningen MlUffg! für Winterkartofseln, Winterzwiebeln, Winteräpfeln, Meerrettich usw. alles in I. Qualität, werden jetzt schon entgegengenommen. Auch Fuhren jeder Art werden b. billigster Berechnung auSgeführt. A. Frosch Wwe. ™ Gießen o. tag. 1897 e.l Samstag, 1. Okt. d. I, abds. 8 Ubr, im Pfälzer Hof: Monatsversammlung. 1.55 1.80 1.70 1.55 1.70 2.- 2.20 2.50 2.20 2.30 2.40 1.95 2 Küchenschränke, 3 Trumeauspiegel, 1 Vertiko, 1 Bücherschrank, mehrere Tische, 1 Liegestuhl, 1 Vähtisch, eine Bähmaschine (fast neu), 3 Herde, zwei Badewannen, 1 Badeofen m. Feuerung, mehrere Oefen.Schreibtischsesiel.Klavier- stühle, eine Wäschemangel, Schreibmaschinen iStoewer,Torpedo u.QHignon), Zigarren.Herren-u.Damenräderu n.va. Versteigerung bestimmt. Oeutscbnationale Volkspartei. Auf verschiedene Anfragen teilen wir nut, das; wir, dem Wunsche des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg entsprechend, von einer eigenen Geburtstagsfeier abge sehen haben. Wir fordern jedoch unsere Mitglieder und Anhänger aus, am 2. Oktober in den Farben Schwarz-weih-rot zu ““c flaggen. Der Vorstand. Jüngerer Dürogehilfe mit guten Zeugnissen, der stenographieren und Maschinenschreiben kann, wird zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Bezahlung erfolgt zunächst nach staatlichen Grundsätzen. Bewerbungsgesuche mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften sind bis spätestens 10. Oktober 1927 bei unS ein- zurelchen. 8779 D KreisamtGiesten(Vezirksfüriorgettelle) Etageubaus 3X4 Zimmer, 600 qm Obstgarten. ichöne > freie Lage, billig zu verlaus. F. Baer, Ostanlaqe 29. 07049 jüngeres WiklI zur Führung einer Kartothek für sofort gesucht. Schrlsil. Angebote unter 8852D an den Gieh. Anz. erbeten. Intelligentes Meta aus guter Familie für hiesiges Fabrikkontor gesucht. Schristl. Angebote unter 07041 an den Giefi. Anz. erbeten. in Stenographie und Maschinenschreiben perfekt, sofort bzw. später gesucht. M.Aosenlhal,Landmaschinen 8848D Fabrikverka ufs teile Gießen, Neuen weg 4 Letten /. P. Mono \ 59 - 64 - 79 - 90 - 100 M usw. Nieder-Ohmen Am Mittwoch, dem 5. Oktober, findet dahier Vieh- unh Krämermarkt statt. Oer Austrieb der Tiere erfolgt vormistagö ö Uhr. Hierzu ladet ergebenst ein Deiitte lobariei i ttäiilri für ein grofieö De- tatlgeschäst sofort gesucht. Schristl. Angebote unter 88531) an den Gieß. Anz. erbeten. MW tüchtige erste Arbeiterin,zur Aushilfe f. sofort gesucht. 07»w iWllöe nothmonn. Volks -Feuerbeffaitungs -Derein Ortsgr.: Gießen, Geschäftstelle Wetzsteing. 8 Versammlung Montag, den 3. Oktober 1927, 8 Uhr abends, Gasthaus: Lamm, Westanlgge Gäste willkommen! Gaal-Einweihung mit Konzert ladet fteundlichst ein: H. Faulstich Wirtschaft und Wehgerei, Sahnhofstr. 57 Gleichzeitig empfehle ich denselb. zur Abhal- tung von Vereins- u.Familienfestlichkeifen ücken fwrARRE" Nr. 229 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen)Zrettag, 30. September 1927 Vie Isolierung Griechenlands. Don Theodor Blank. Die Probleme der Außenpolitik Griechenlands sind durch seine geographische Lage deutlich nmrissen: 2lls ausgeprägter Küstenstaat, der sich nicht nur über die Halbinsel, sondern noch weit nach Osten über zahlreiche Gruppen größerer und kleinerer Inseln erstreckt, muh es vor allem auf die Festigung seiner Stellung in den umliegenden Gewässern, besonders im Aegäischen und im östlichen Mittelmcer bedacht sein. Dieses Problem ist so überragend, daß es auch in den zweiten Fragenkomplex hineinspielt, der für die griechisch« Außenpolitik von Wichtigkeit ist: Die Wahrung der Interessen an der Landes- grenze im Norden. Ist doch die Dehaup- tung der mazedonischen Küste mit Saloniki mehr als von wirtschastlrch-handelspolitischer Bedeutung: Sie dient zur Sicherung der Herrschaft Griechenlands über das Aegäische Meer yegen den Norden. Ganz ähnlich ist das Derhältms zu Albanien durch die Frage der Adria - beherrschung bestimmt. ES erscheint begreiflich, daß eine Außenpolitik, die in diesem Sinne arbeitet, auf die verschiedensten und schärfsten Widerstände stoßen muß. zunächst einmal bei den unmittelbaren Nachbarn des Landes. Da ist in erster Linie die Türkei zu nennen, deren außenpolitische Aufgabe im Westen darauf hrnauSläuft, erstens die anatolische Küste samt den vorgelagerten Inseln, soweit sie türkisch sind, zu schützen und zweitens den kleinen Zipfel europäischen Besitzes, der ihr noch verblieben ist, zu behaupten. Hierzu fommt die Gegnerschaft in handelspolitischer Hinsicht: Während Konstantinopel als Hafen- und Handelsstadt an Bedeutung wesentlich eingebüßt hat, haben der Piräus und Saloniki einen starken Aufschwung genommen. Ferner ist in der Vertreibung der Griechen aus Klenrafien auch noch ein psychologischer Grund für den Gegensatz gegeben. Wesentlich besser hat sich, in der letzten Zeit wenigstens. daS griechisch-bulgarische Verhältnis gestaltet, obwohl es auch hier nicht an starken Gegensätzen fehlt. Der Zugang zum Aeaä- schen Meere und das Schicksal der bulgarischen Bevölkerung in Griechisch-Mazedonien werden auch weiterhin ungelöste Fragen und Möglichkeiten zu neuen Streitigkeiten bleiben. Für di« Beziehungen Griechenlands zu I u g o- flawien ist seit langem der mit dem Sturze Pangakvs' aufgetretene und dann beständig gebliebene Konflikt wegen der Freizone in Saloniki bestimmend geworden. Die Ratifizierung des von dem Diktator geschlossenen Vertrages, in dem Iugostawien eure Vergrößerung seines Freihafens in Saloniki und Erleichterungen für den Transitverkehr durch das griechische Gebiet.zugesagt wurden, verweigerten die Regierungen der Folgezeit, und es hat den An- fchein, daß man alle Hoffnungen aus ein« Verständigung in diesem Punkte aufgeben muh. Allerdings darf man sich nicht verhehlen, daß bei den verschiedenen Spannungen auch die In« terefsen der Großmächte eine bedeutende Rolle spielen. England sucht grundsätzlich zu verhindern, daß weitere Staaten des BalkanS einen Zugang zum Meere erhalten. Es wird sich in diesem Punkte daher hinter Griechenland stellen. Außerdem kann der .malisch-türkische Gegensatz die britische Außenpolitik nur darin bestärken, sich Griechenland durch gewisses Gnt- gegenkommen, z. B. auf finanziellem Gebiete, zu einem gefügigen Werkzeug zu machen. Noch mehr gilt dies von Italien, daS sowohl in Verfolgung seiner Ostpolitik als auch bei dem Kampfe gegen Jugoslawien einen Dor- spann wohl gebrauchen kann. Allerdings dürfte den Griechen, wenn es nicht durch das Vorgehen Italiens In Albanien schon geschehen ist, durch hie Tatsmhe. daß Mussolini zwei Inseln der früher annektierten Dodekanesgruppe zu Flotten» stützpunkten auszubauen beabsichtigt, endlich klar geworden sein, was für ein Danaergeschenk sie Mit der italienischen Freundschaft erhalten haben. WaL schließlich Frankreich betrifft, so ist dies dadurch, daß cs auf dem Balkan mit Jugoslawien die engsten Beziehungen unterhält, infolge des Konfliktes wegen der Freizone in Saloniki ganz von selbst in einen gewissen Gegensatz zu Griechenland gekommen, abgesehen davon, daß ihm auch der italienische Einfluß ein Dorn im Auge ist. Nach alledem ist es klar, daß Griechenland in ein« etwas abgesonderte Lage geraten ist. die sich um so unangenehmer fühlbar macht, als die Presse von jugoslawisch-türkischer und von jugoslawisch-bulgarischer Annäherung wiederholt zu berichten weiß. Diesen Llebelstand haben auch die Bemühungen des Außenministers Micha la- kopulus In Paris und London nicht beseitigen können. Angesichts dieser Lage ist es bezeichnend. daß nun auf einmal von griechischer Seite der Rus nach dem Dalkanpakt in ziemlich eindringlicher Form hörbar wird. Es ist jedoch Sache der griechischen Regierung, durch gewisses Entgegenkommen den Nachbarn gegenüber die für eine solche Politik notwendigen Grundlagen zu schaffen, unbekümmert um die Einflüsterungen, die es von den fremden Botschaftern erhält, nicht nur aus der augenblicklichen Notlage heraus, sondern in der ilcbcr- zeugung, daß nur auf diesem Wege, dem Wege der Zusammenarbeit, die Balkanvölker ihre volle Llnabhängigkeit erringen können Forderungen des Stüdtetages. Der Magdeburger Städtetag hat neben einer Reihe von interessanten und aufklärenden Vorträgen Ergebnisse erbracht, die auf manches LinGeßMÄi ZM BW OLeßKNW MMULeZrAäiiev Die SOslie Das sind die zeitgemäß ausgestatteten, auf unsere einheimische Bevölkerung abgestimmten, im eigenen Betriebe bearbeiteten und auch gedruckten Sonderbeilagen zum Gießener Anzeiger Nsv Gammissr arss Msmsi rmd WMerrMM Bades- LVanÄerm rmv KeWn Ä«s des wett des Mms Lumretr- Gporri mrd Spiel Aus dem Relch des Fvau Sugersd und Hochschule Aus KaLus rrud Lechulk Füv deu VÄcheEch Das sind die regelmäßig wiederkehrenden, sämtliche Gebiete des modemen lebens, des Geistes, der Technik und der Kultur straff zusammen fastenden Sonderseiten des Gießener Anzeigers Das große Heimat- und Anzeigenblatt Oberheffens und der benachbarten preußischen Gebietsteile ist der seit 177 Zähren erscheinende, mit allen Volksschichten aufs engste verwachsene GieSenee Anzeiger klare und LlnauSgeglichene in unserem Berfas- sungSleben ein nicht immer erfreuliches Licht werfen. Schon die große Anzahl maßgebender Regierungsvertreter, die sich an dieser Veranstaltung beteiligten, zeugte dafür, daß bet den Reichs- und Staatsbehörden Verständnis, mindestens aber die Besorgnis bestand, die Ausein- andersetzung mit den Städten und der Städte untereinander, möchte nicht immer ganz glatt abgehen. Reichskanzler Dr. Marx, Reichsfinanzminister Dr. Köhler, der preußische Jimen- Minister G r z e s i n s k i. daneben die früheren Kanzler und Minister Dr. Luther, Dr. Scholz. Dr. Külz. Dr. Jarres. Scheide mann, das war immerhin ein Aufgebot, wie es einet bloßen internen Veranstaltung der Städte kaum entsprungen wäre. Die Hauptforderung ging von feiten der Städte natürlich auf eine Erweiterung ihrer Selbstverwaltung. In dieser Beziehung sind Klagen genug vorzubringen, und das neue Steuervereinheitlichungsgesetz, das der Reichsfinanzminister vor diesem Forum geschickt zu rechtfertigen und als Notwendigkeit darzutun versuchte, soll den Kommunalverwaltungen noch erhebliche weitere Beschränkungen auf erlegen: das gilt vor allem von der Festlegung einer Genehmigungs- grenze f ü r d i e städtischen Budgets, die um 20 Prozent unter ihren Steueraufkommen aus dem Iahrc 1926 liegt. Die zum Teil nicht unberechtigten Beschwerden gehen weiter dahin, daß die an sich notwendige Staatsaufsicht vielfach auf unwesentliche und kleinliche Dinge ausgedehnt wird, ohne in wichtigen und entscheidenden Fragen einwandfrei zu funktionieren. Die Städte fordern deshalb allerhand, um ihre Sell>ständigkeit zu vermehren. So hat der Präsident des Städtetages. Dr. M u l e r t, in einem längeren Vortrage ein unmittelbares Zusammenwirken der Städte mit dem Reich im Wege der Errichtung einer Kommunalabteilung im Reichsminist e r i u m des Innern geforbert, auch Wünsche nach einer unmittelbaren Vertretung der Städte im Reichsrat sind laut ge worden. Aber über manche dieser Fragen bc steht innerhalb des Städtetages selbst keine volle Einheit. Insbesondere sind die Bestrebungen, die auf dem Wege über die direkten Beziehungen zwischen Reich und Kommunen zum Einheitsstaat führen, den Vertretern einiger Städte in süddeutschen Ländern wenig sympathisch. Lind es wird toobl noch einer ganzen Werke bedürfen, bevor sich innerhalb dieser Körperschaft alles zu dem geschlossenen Bekenntnis zum Einheitsstaat zusammenfindet. Viel Llnausgeglichenes und LlnauSgegoreneS zeigte sich hier, wie bei jeder Veranstaltung des neuen D^ttschland, in der Fragen unseres Der- fassungs lebens umstritten sind. Aber die beiden großen Gesichtspunkte: Abkehr vom Par- tikularismus und Wegrichtung auf einen vernünftigen, allen Gliedern freoe Regung gestattenden Einheitsstaat und die stärkere Selbständigkeit und Selbstverantwortung der großen deutschen Gemeinwesen, wie sie der Städtetag verkörperte, daS find unverkennbare Leitgedanken des deutschen und des ihm angegliederten preußischen Stäotetages gewesen. Die Gramer Tagung desGustav-Adolf-Dereins In Graz wurde die 72. Hauptversammlung des Guftav-Adolf-Vereins eröffnet. Der Vertreter der österreichischen Regierung, Ministerialrat Dr. K l a v s i a, erklärte, daß auch die staatliche und kulturelle Verwaltung die Tätigkeit des Gustav-Adolf-Vereins für eine große Zahl verschiedener Wohlfahrtsanstalten der etxmg-c- lischen Kirche Oesterreichs in der rechten Weise einzuschähen wisse. Der Vertreter der Reichsregierung, Generalkonsul Dr. Dey. führte u. durch Oesterreichs Eintritt in den evange- kisc^n Kirchenbund verwirklicht habe. Der Vorsitzende des Zentralvorstandes und Leiter der Tagung, Geh. Kirchenrat Prof. Rend- t o r f f (Leipzig) teilte mit, daß von Bundes- Präsident Hainisch und vom Bundeskanzler Dr. Seipel sehr freundliche Schreiben eingegangen seien, in denen sie den Verein in Oesterreich willkommen heißen. Auch der Reichsinnenminister habe in einem Briefe seine herzlichen Wünsche für die Tagung ausgesprochen. Als Präsident des Obersten Kirchenrates der preußischen Kirche und zugleich als Präsident Le 5 Deutschen Evangelischen Kirchenbundes dankte Dr. Kappler dem Gustav-Adolf-Verein für die mutige Tat, die Einladung nach Oesterreich angenonrmen zu haben und nannte diese Einladung ein köstliches Dokument brüderlicher Gesinnung. So groß die Freude dieser Tage auch sei, so gelte es doch den Blick nicht abzuwenden von den hohen Zielen, welche dem deutschen Pvo- lestantismus gesteckt seien. Die großen sozialen Röte mancherlei Art in Deutschland forderten eifrige Arbeit, sie erforderten Opfer. „Wir müssen und wir werden helfen," schloß Dr. Kappler seine Rede, „das ist für unsere Kirche die Forderung dieser Tage." Mit I>em stehend geßmgenen Kirchenlied „Run danket alle Gott" schloß die Feier. Sberheffen. Lauvkreis Oietze«. • Heuchelheim, 30. Sept. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, findet am Sams- tag und Sonntag in der Turnhalle zu Heuchrl- hu eine Ausstellung des Obst- und G.arlenbauvereins statt. Ausgestellt werden Obst- und Gartenbauerzeugnisse, sowie Geräte. Rach den zahlreich eingrgangenen Anmeldungen zu urteilen, wird die Ausstellung bei der diesjährigen reichen Obsternte eine außerordentlich gute Beschickung erfahren. Gin Besuch wird sich für alle Obst- und Gartenbauliebhaber empfehlen. Die Prämiierung findet am Samstagvormittag durch auswärtige Preisrichter vor der Eröffnung statt. Auf den sehr lehrreichen Vortrag am Sonntagnachmittag 3 Llhr sei besonders hingewiesen. 00 Klein-Linden, 29. Sept. Schon aus vorigen Freitag war eine Sitzung des Gemeinderats einberufen worden, in welcher die Beratung des Gemeindevoronschlags für das Rechnungsjahr 1927 vorgenommen werden sollte. Die Sitzung konnte aber wegen De- schlußunsähigkeit nicht durchgeführt werden. In der «Ätzung vom Mittwochabend stand die Durchberatung des Gemeindevoranschlags für 1927 abermals auf der Tagesordnung. Auch diese Sitzung führte zu keinem Ziel, da die Gemeinde- ra'smitglieder die Durchberatung be? Voranschlages nicht «her vornehmen wollen, bis jeder Fraktion eine Abschrift des Voranschlags ausgehändigt worden ist. Es wurde deshalb die Vervielfältigung des Voranschlags beschlossen und der ilebernahme der Kosten zugestimmt. DGroßen-Linden, 29. Sept. Gestern wurde Das O b st auf der Straße nach Klein-Linden, Das der Provinz Oberhessen gehörte, öffentlich versteigert. Die Käufer, darunter viele Gießener, konnten für verhältnismäßig wenig Geld ihren Winterbedarf decken. So kosteten die größten Bäume mit 3 bis 4 Zentnern feinster Tafeiäpfel selten mehr als 10 Mk., so daß der .Zentner auf 2 bis 3 Mk. zu stehen kommt. Wirlschaftsapfel waren im Preise noch billiger und stellten sich im Zentner auf 1 bis 2 Mk. )( G roßen-Llnden, 29. Sept. Der im Zähre 1906 von Beuern hierher versetzte Pfarrer Schulte ist schon längere Zeit leidend und tritt Deshalb am 1. Oktober tn den Ruhestand. Zu seinem Rachfolger wurde der hier wohnende Pfarrer von Allendorf (Lahn) und Diakonus von Großen-Linden, Schultheis, durch den hiesigen Kirchenvorstand ernannt. Bei der nächsten Vakanz steht wieder der Kirchenregierung das Recht zu, den Pfarrer zu ernennen. Diese Einrichtung, baß abwechselnd Kirchenvorstand und Kirchenvegierung den Pfarrer ernennen, bestand im Kreis« Wetzlar schon längst und wurde für den Volksstaat Hessen neu eingeführt. — Die Gastwirtschaft „3 um Deutschen H of" dahier wurde durch das Amtsgericht Gießen zwangsweise versteigert. Höchstbietende blieb die frühere Besitzerin, Heinrich F i s ch e r 4. Witwe. Großen-Linden, 29. Sept. Die günstige Witterung der letzten Tage hat einen raschen Fortgang der Kartoffelernte in unserer Gemarkung ermöglicht. Das zeitraubende Hacken der Kartoffeln wird hier nur noch vereinzelt ausgejührt, meist ist die Hackmaschine in Tätigkeit, kleinere Landwirte pflügen ihre Kartoffeln aus, ivährend alle verfügbaren Arbeitskräfte zum Auslesen herangezvgen werden. Kav- t off elf orten wie Industrie, Hassia, Preußen, Vater Rhein usw. bringen aus allen Böden hohe Erträge: die leichte Fäulnisbehaftung mancher 3n- Dustrieknvllen auf feuchten Aeüern fällt nicht sehr ins Gewicht. Auch der Stand der Dickwurzfelder ist reckst gut, die Blätter der Dickwurz liefern letzt eine wilsiommene Beigabe zur Grunsütterung, ebenso wie der Futtermais, der zumeist über zwei Meter lang gewachsen ist. # Hungen, 29. Sept. Der hiesige, sehr gut besuchte Prämiierungsmarkt hatte einen starken Auftrieb zu verzeichnen. Allein der Schweinemarkt war mit 562 Jungtieren beschickt. Auch das zur Prämiierung gestellte Rindvieh war zahlreich vertreten, es warm dabei besonders schöne Stücke zu sehen. Auf dem Ferkelmarkt setzte zu Beginn lebhaftes Geschäft ein, im Verlause des Marktes wurde der Geschäftsgang flauer, so daß der Auftrieb nicht ganz abgeseht werden konnte. Besonders den Eigenzüchtern aus der Landwirtschaft waren die Preise zu gering. Es kosteten 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 12 Mk., 7 Wochen alte 13 bis 16 Mark, 8 bis 9 Wochen alte 20 bis 25 Mk. Springer und Einlegschweine waren nur in geringer Zahl vertreten und wurden ie nach Größe und Alter zwischen 28 und 45 Mk. gehandelt. Die Prämiierung des Rindviehs, die durch zwei besondere Kommissionen vorpenommen wurde, batte folgendes Ergebnis: Simmentaler Rasse: Bullen über 2 Jahre: Gemeinde Lich 1. und 3. Pr.: Gemeinde Langsdorf 2. Pr.: Gemeinde Hungen 3. Pr.: Gemeinde Diltingen lobende Anerkennung. Jüngere Bu l len: Richard Schmidt, Kolbenmühle, 2. Pr.: Wilhelm Koch, Berstadt, 2. Pr., Karl Hau III., Villingen, 3. Pr.: Jakob Wenzel II., Langsdorf, und Gustav Schmidt, LangSdorf, je eine lobende Anerkennung. Kalbinnen: Wilhelm Weil, Inheiden, 1. Pr.: Georg Zimmer, Villingen, 1. Pr.: Otto Üotz, Villingen, 2. Pr.: Heinrich Rürnberger. Villingen, 3. Pr.: Konrad Schet'.er« mann, Rabertshausen, 3. Pr.: Karl Schäfer, Inheiden, 3. Pr.: Ferdinand Holzapfel, Steinheim, und Karl Hau^Viklingen, je eine lobende Aberkennung. Rinder: Konrad Högy III., Ruppertsburg, 2. Pr.: Otto Zimmer II., Vil- lingen, 3 Pr.: Jakob Wenzel, Langsdorf, 3. Pr.: Otto Zimmer I., Villingen, 3. Pr.: Friedrich Leidner, Ruppertsburg, Otto Scharmann 1., Steinheim, imb Heinrich Haas, Hungen, je eine Die diplomatische „Karriere" gestern und heute. Von Dr. A v. Wilke. Der Tod des Freiherrn von Maltzahn hat eine so unersetzliche Lücke in die deutsche Diplomatie gerissen, daß wahrscheinlich ein großes Revirement auf den deuttchen Dot- schafterposten im Ausland erfolgen muh. Unser Mitarbeiter schildert tn diesem Zusammenhang, welche Wandlungen in der Auswahl der Diplomaten in der letzten Zeit stattgefunden haben. Der tragische Unglücksfall, dem der Botschafter in Washington zum Opfer gefallen ist, hat das Auswärtige Amt vor größere Schwierigkeiten gestellt, als man im allgemeinen wohl annehmen wird. Ist es doch außerordentlich schwierig^ einen befähigten Diplomaten, der sich in die Gewohnheiten und Sitten eines Landes eingelebt hat, schnell zu ersetzen. Es fällt erschwerend ins Gewicht, daß viele frühere Diplomaten aus politischen Gründen aus dem Staatsdienst ausgeschieden find, ohne daß es bisher möglich war, die entstandenen Lücken in allen Fällen glücklich auszufüllen. Bei der Ergänzung muh ja auch darauf Rücksicht genommen werden, daß sich die Vertreter des Deutschen Reiches in die gesellschaftliche Atmosphäre einfügen, in der sie sich in der fremden Hauptstadt bewegen sollen. Das diplomatische Korps — der Ausdruck bekundet, daß die Diplomaten der verschiedensten Länder sich in gewisser Hinsicht als eine Einheit betrachten. Sie bilden in den einzelnen Hauptstädten tatsächlich ein, trotz politischen Diver- ganzen, geschlossenes internationales Gartzes, haben ihren „Doyen" und ihre „Doyenne", die in den einst so ungemein wichtigen geseNschaft- lichen Fragen des Vorrangs und des Zeremo- niells ihre Interessen wahrnehmen. Bei festliche Gelegenheiten weist man ihnen einen gemeinsamen Platz an, und die Aelteren unter ihnen kennen sich auf das. intimste, sind gute Freunde oder persönliche Feinde, sind manchmal auch miteinander verschwägert und versippt. Der Zufall der Karriere hat sie von Etappe zu Etappe als Attaches, als Sekretäre und Räte, als Gesandte und Botschafter zusammengeführt. Sie sind professionelle Globetrotter. Lind entstammen in der Regel denselben gesellschaftlichen Schichten, bekennen sich zu denselben Lebensanschauungen, Vorurteilen und, häufig, zu derselben menschenverachtenden Blasiertheit.... So war es früher allgemein. Inzwischen hat sich die diplomatische Arbeit gründlich gewandelt. Lind es genügt, einen Blick auf die Verzeichnisse der diplomatischen Beamten zu werfen, um zu bemerk«:, daß bei ihrer Auswahl andere Ge- sichtspimtte mehr und mehr geltend geworden sind. Dort, wo, wie in Deutschland, Oesterreich, Rußland, an der Stelle der Monarchie eine Republik errichtet wurde, ergab sich die Limge- staltung des diplomatischen Deamtenkörpers zwangsläufig. In Deutschland brachten viele Diplomaten es nicht übers Herz den monarchischen Traditionen, in denen sie groß geworden waren, gleichsam von heute auf morgen zu entsagen, und zogen daraus die Konsequenz. Diejenigen, die blieben und dem Daterlande weiterhin dienten, formten sich auf das Wort berufen, das, nach 1871, der Herzog von Aumale (selbst ein Prinz von Geblüt, ein Sohn des Königs Ludwig Philipp im'o unter dem zweiten Kaiserreich exiliert) als Vorsitzender des gegen den Marschall Ba- zatne wegen der Liebergabe von Metz Unberufenen Kriegsgerichtes sprach — Dazaine entsckul- digte sein Verhärten damtt, daß er nach Sedan, nach dem Sturze deS Kaiserttuns, „nichts mehr gegeben habe". — „II n’y avait plus rieni“ meinte er achselzuckend. „Monsieur", belehrte ihn, hvch- aufaerichtet, der Herzog von Aumale. „il y avait la FranceI“ — „Mein Herr, Frankreich war dal" Außerdem hat man in Deutschland die Schranken beseitigt, die die eigentliche diplomattsche und die konsularische Karriere schieden. Hier ist nicht der Ort. um die Zweckmäßigkeit einer Maßregel zu erörtern, für und gegen die sich Argumente darbieten. Dagegen könnte man allenfalls ins Treffen führen, daß sich gegenwärtig immer schärfer innerhalb jedes Berufes Spezialgebiete ausprägen, die sich wohl berühren, doch nicht ineinander übergreifen Dafür spricht ohne weiteres. daß die sog. hohe Politik, die von höfischen. nicht nur männlichen Einflüssen mitbestimmt wurde und Vertrautheit mit den Verhältnissen in den nunmehr zumeist entthronten Dynastien und ihrer Umgebung vorausfetzte, einem Wettkampf wirtschaftspolitischer Intereßcn gewichen ist. Wie hatte man beispielsweise am Hof der stolzen Habsburger in Wien, wo die Hoffähigkeit, mit den geringen Ausnahmen sehr lobende Anerkennung. Kühe: Emil Sonnen- bura, Tiergarten bei Hungen, 1. und 3. Br.: Wilhelm Parr V., Ruppertsburg, 2. Pr.; Otto Zimmer l„ Villingen, 2. Pr.: Hermann Moll, Hungen, 3. Pr.: Heinrich Kohler, Langsdorf, 3. Pr.: Otto Roth, Steinheim, und Julius Schmalz, Hungen, je eine lobende Anerkennung: Philipp Schäfer, Langd, zwei lobende Anerken- mm gen. Vogelsberger Rasse: Bullen: Prinz Ludwig zu Solms Lich auf MühLsachsen 2. Pr.: Karl Schneider, Ettingshausen. 3. Pr. Kühe: Prinz Ludwig zu Solms Äch auf Mühl- fachsen 1. und 2. Pr.: Richard Schäfer, Hungen, 2. und 3. Pr.: Heinrich Pfarrer, Diklingen, 3. Pr.: Wilhelm Sauerwein, Hungen, zwei 3. Pr.: Richard Schäfer. Hungen, lobende Anerkennung. Rinder: Wilhelm Parr I., Ruppertsburg. 2. Pr.: Richard Schäfer, Hungen, 3. Pr.: Heinrich Pfarrer, Villingen, lobende Anerkennung. Familie: Wilhelm Sauerwein, Hungen, 3. Pr. Der Prämiierungsmarkt wurde auf Anregung der Bürgermeisterei heuer zum erstenmal mit Unter - stühung des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhessen abgehalten. Auftrieb und Besuch haben die Rotwendigkett einer solchen Tierschau für den Bezirk Hungen erwiesen. Kreis Friedberg. am. Staden, 29. Sept. Gegenwärtig sind unsere Landwirte damit beschäftigt, die letzten Kartoffeln zu ernten. Mit Ausnahme der Industrie sind alle Sorten gut geraten. DaS schöne Wetter der letzten Tage hat die Feld- arbeit sehr gefördert. Die reich ausgefallene Apfelernte ist ebenfalls begonnen. Leider fehlen hier vollständig die Händler, welche die Obsterträge aufkaufen. # Melbach, 29. Sept Bei der hiesigen B ü r g e r m e i st e r w a h l wurde der seitherige Düraermeister Fourier gegen drei Gegen- "kandldaten wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr stark. Von drn 368 abgegebealter ahnenreicher Adelsgeschlechter, bei den gräflichen Familien begann, einen bürgerlichen Botschafter mit einem Stab von bürgerlichen Untergebenen akkreditieren sollen! Der alte Kaiser Franz Joseph hätte in solchen Fallen Wohl den Untergang der Welt als unmittelbar bevorstehend angesehen, und fein neulich verstorbener Oberst- Hofmeister. Fürst Monienuodo. hätte möglicherweise Selbstmord verübt. Rach Wien, und ähnlich nach St. Petersburg, gingen als deutsche Diplcm im nur Grafen und Prinzen, allenfalls als Botschafter ein kaiserlicher Generaladjutant, wie der General Lothar von Schweinitz. Rormen. die Bismarck, der den Organismus des Deutschen Reiches, hinsichtlich des Beamten- ttnns, nach dem Riesenmaß seiner Persönlichkeit zugcschnitten hatte, aufstellte, erwiesen sich unter seinen weniger großen Rachfolgern als schädlich oder nicht mehr angemessen. Brsmarck befürwortete den Liebertritt jüngerer oder auch älterer Offiziere zur Diplomatie, weil er von ihnen, die Gehorsam gelernt hatten, nicht Widerspruch oder Intrigen zu befürchten hatte, wie sie etwa Gras Harry Arnim gegen ihn angezettelt hatte. Insofern paßt auch — wie in entsprechend gewandelter Bedeutung auf Goethe — der Er- sahrungssah auf dckn Begründer des Reiches, daß das Genie keinen Rachwuchs züchtet trnd aufstrebenden Talenten den Weg verdunkelt. Die „Karriere" ist von Anfang an die kostspieligste aller Karrieren gewesen. Deshalb ergänzte sie sich einerseits aus der begrenzten Zahl der alten Adelsfamilien, die über hohe Einkünfte verfügten, andererseits aus dem jungen Industrie- und Geldadel. In England, wo die Staatsbeamten besser bezahlt werden als bei uns, überwiegt die Robilily und die Gentry nicht mehr im diplomatischen Rachwuchs, und wenn als erster Rachkriegsbotschafter beim Deutschen Reich das Londoner Kabinett Lord D'Abernvn erkor, so erfolgte seine Wahl um deswillen, weil Lord D'2lbernon, als er noch Sir Edgard Vincent hieß, eine Autorität war im Arrangement verzwickter finanzieller Situationen, selber wett mehr Finanzmann als Diplomat. In Frankreich liefert das begüterte Bürgertum der Diplomatie zahlreiche Würdenträger, u. a. die Brüder Paul und Jules Cambon. aber manchmal fällt ein fetter Botschafter- oder Gesandtenposten auch einem regierungsfrommen Deputierten zu oder einem Freunde einem Privatsekretär der jeweiligen Machthaber und einen Journalisten, der die auswärtige Polittk der Regierung in einem angesehenen Blatt unterstützte. Zuweilen schneit auf solche Weise ein krasser Außenseiter tn die „Karriere" hinein, und dann wird ein Monsieur Hennessy, steinreicher Echnapsbrenner, in allen Erdteilen wegen der Marken .Dreisterne" und .Verrh old" von den Liebhabern eines guten Tropfens geschätzt. Besitzer von Schlössern. Segeljachten und Renn- ftällen, Mitglied feudalster Klubs, blutsverwandt mit Qltarqute und Grafen, Botschafter der Republik in Denn. Die neu erwählten Präsidenten der Vereinigten Staaten belohnen nicht selten Multtmiklionäre (Mr. Tower, Mr. Leifhman usw.) die ihre Wahlcampagne finanziert haben, als Gegenleistung mit Botschaften und Gesandt- schaft in der Alten Welt, wo sie. ihre Frauen und Töchter sich mit bewundernswertem An- paflungSvernrögen — man hat jedoch auch Ausnahmen gefeiten — tn das fremde Milieu ein- (eben. Die Tendenz ist jedenfalls tn L1.S.A., seitdem diese ihr früheres grundsätzliches Desinteressement an den europäischen Händeln abgelegt haben, auf die Züchtung eines straff — sowohl politisch als auch volkswirtschaftlich — geschulten diplomatischen Stammes gerichtet. Die Zufuhr frischen Blutes durch Einstellung von Outsidern so unsympathisch diese den Männern von der „Karriere' sein mögen, wird bei den unsicheren, wechselnden Zuständen, an denen Europa laboriert, nicht zu entbehren sein. Es fornrnt nur darauf an, die rechten Männer zu entdecken — im Handel, in der Industrie, der Finanz, der Presse, der Verwaltung, dem Parlament — und sie auf den rechten Platz zu stellen. Anfänge damit sind bei uns ja bereits damit unternommen, und es mag genügen, die Ramen Wiedsicld, Derenberg-Goßler, Sthamer, Rauscher, Pfeiffer anzuführen, ohne ein Werturteil über ihre zum Teil bereits nicht mehr unter den Lebenden weilenden Träger zu fällen. Eine „Ochsentour", die man vormals beim Militär das „Anciennitatsshstem" nannte, darf die „Karriere" niemals werden. nen Stimmen erhielt Bürgermeister Fourier 256, der sozialdemokratische Gegenkandidat 63, die beiden anderen Kandidaten 26 und 23 Stimmen. Rach Bekanntgabe des Resultats tourbc dem Gewählten ein Ständchen gebracht und eine Rachfeier in den verschiedenen Lokalen begangen. Kreis Schotten. □ Laubach, 29. Sept. Dieser Tage fand die Ob st Versteigerung des Kreises Schotten in hiesiger und Wetterfelder Gemarkung statt. Das Ergebnis der beiden Tage waren 1200 Mk. Der Zentner Tafelobst kam im Durchschnitt auf 3 bis 4 Mk.: Wirtschafts obst galt etwas weniger. Birnen galten 20 bis 30 Prozent weniger als Aepfel. In dieser Woche wird hier die Obstversteigerung des Kreises zu Ende geben. Die Versteigerung der Apfel - ernte der Gemein de findet in kommender Woche statt. — Am Samstag fand eine Versammlung der aktiven Mitglieder des hiesigenMusikvereins (bzw. Feuerwehr- kapelle) unter Leitung des Dirigenten Diehl statt. Den ganz unbegründeten Gerüchten von der Auflösung des Musikvereins gegenüber, der 15 aktive und über 60 passive Mitglieder zählt, wurde in voller Einmütigkeit erklärt, auch weiterhin fest und treu zusammenzuhalten und sich von keinerlei widrigen Strömungen beeinflussen zu lassen. Außerdem wurde beschlossen, die Zahl der Musikinstrumente zu erweitern und verschiedene Waldhörner nebst einer Konzerttvommel anzuschassen. Der Musikvevein gedenkt, demnächst ein größeres Konzert zu veranstalten. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 29. Sept. Aus der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes: Die Retchszentrale für Heimatdienst beabsichtigt, wie in den beiden vergangenen Jahren, auch demnächst wieder hier einige staatsbürgerliche Bildungsvorträge zu halten. Sie ist an die Stadt herangetreten mi der Ditte um Bewilligung einem Zuschusses. De. Stadtverstand beschloß, zur Deckung der Koste einen Betrag bis zu 50 M. zu bewilligen. C wurde angeregt, bei der Reichszentrale dah. vorstellig zu werden, daß mindestens zwei Q3oi träge an einem Abend gehalten werden, um da durch allen Devölkerungskreisen die Möglichkeit zu geben, die Vorträge zu besuchen In bei vergangenen Jahren war es einem großen Teil der Handel- und Gewerbetreibenden und vor allem fast der gesamten Arbeiterschaft ohne Zeitverlust und Verdienstausfall nicht möglich, diese Vorträge anzuhören, da sie nur während der Tagesstunden gehalten wurden. — In der Vogelsberg st raße werden z. Zt. die Vorbereitungen für die demnächst von der Provinz vorzunehmenben Pfla st erarbeiten getros - fen. Durch diese Arbeiten wird eine Erhöhung des Fußsteiges bedingt. Der Bürgermelsto-. empfahl, bei dieser Gelegeirhrit den Fußstei In einer Breite von etwa 1,30 bis 1,59 Mei mit Mosaikpslaster zu befestigen. Die Versami lang beschloß demgemäß. — Beim nächsten Pw der Tagesordnung entspann sich eins länge Aussprache. Die B a u a r b e i t e n für die ('* richtung einer Entsäuerunasanlage fi; vom Kulturbauamt ausgeschrieben worden E sind drei Mrgebote eingelaufen, und zwar ei: Angebot von einer arrSwärtigen Firma und zwei von Lauterbacher Unternehmern. Die hiesige Firma Rössel, Selbmann, Stöpler ftyr- bet! für dre Ausführung der ausgeschriebenen Arbeiten rund 4650.— M., während der Unternehmer H. Hardt, Lauterbach, 5055.— M. verlangt. Das Kulturbauamt Gießen schlägt vor, die Aweiten der Firma H. Hardt zu übertragen, da diese durch die Ausführung der Gntsäuerungs- antage In Landenhausen die erforderliche Erfahrung auf diesem Gebiet besitzt, und diese Anlage auch mustergültig auSgeführt tourbc Rach längerer Debatte wurde die Angelegenheit an die Baukommission zur nochmaligen Prüfung zurückverwiesen. — Zur Bekämpfung und Linderung der dringendsten Wohnungsnot beabsichtigt die Stadt vier Wohnbaracken mit je zweimal Zweizimmerwohnungen zu errichten. Die Küche, sowie jedes der beiden Zimmer ist zwölf Quadratmeter groß Die Errichtung erfolgt am sogenannten Pfeifsenweyerweg Finanz- und Baukommission haben sich mit dieser Angelegenheit bereits beschäftigt, sie empfahlen emfttmmtfl. das Projekt anzuneymen und bald zu vertoin- lichen. Rach kurzer Aussprache erhob der Stadtvorstand den Vorschlag der Kommissionen zu seinem Beschluß und bewilligte die hierfür erforderliche Bausumme von rund 30 000.— M. — Daurat Pfeiffer erläuterte sodann an Hand eines Lageplanes der Stadt die gedachte künftige Erweiterung der Stabt bzw. des Straßennetzes. Rach den Ausführungen des Baurats, sowie des Bürgermeisters sind die- feine endgültigen Vorschläge, sondern nur Richtlinien, die im dernnachsti^en Feldbereinigun^- verfahren als Unterlagen dienen sollen. Der Dtadtvorstand nahm von den Ausführungen Kenntnis und beschloß, die Anregungen dem Feldbereinigungskommisfar bei der Aufstellung des Mellorattonsplanes für das Feldbereini- aungsverfahren als Richtlinien zu übergeben. — Gemeinderat Kunz hatte beantragt, den städt. Beamten ab 1. Oktober die gleichen Vorschüsse zu gewähren, wie sie die Hess. Staatsbeamten erhalten. Dieser Antrag wurde von Gern.-Rat Dr. Schütz dahingehend erweitert, die städttschen Beamten nach den Richtlinien des Reiche« zu besolden und ihnen auch die gleicheir Vorairszahlungen zu gewähren. Rach längerer Aussprache wurde beschlossen, den städt. Beamten die Vorauszahlungen nach den Sätzen des Reiches zu gewähren, falls der Hess. Staat bis zum 1. Oktober noch keine bestimmten Richtlinien herauSge- geben hat. 8 Queck, 29. Sept. Auf dem stillen Derg- sriedhof in dem benachbarten Ober-Weg- fu r t h wurde gestern der Bürgermeister Livs von Llnter-Schwarz, der infolge eines Unfalls plötzlich aus dem Leben geschieden war, zur letzten Ruhe bestattet. Eine große 3Dauertet- sammlung, darunter auch die Gräfliche Familie und der Kreisdirektor Dr. Michel von Lauterbach, gaben dem Verstorbenen bad letzte Geleit. Der Ortsgeistliche hielt eine ergreifende Trauerrede, in der er die Eharakteveigenschaften deS Verewigten in das rechte Licht steluv. Kvan/,- niederlegungen fanden statt von Kreisdirektor Dr. Michel für das KreiSamt, von anderer Seite für die Bürgermeister des Kreises, für den Zweckverband „Schliherland", für die Bezugs- und Absahgenossenschaft, für den Kriegerverein und für den Kirchenvorstand. Der Abgeschiedene war eine im ganzen Schliherland beliebte Persönlichkeit. MErfolgvndMe. Roman von Robert Misch. Copyright by Carl Dunker. Berlin SW 62. 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Isa lächelte. „Auch das wird dein Vater nie erlauben. Es wäre auch dumm, mein Lieber, wenn einem das Bett so weich gemacht ist wie dir." „Das weiß ich. Isa. Schon um deinetwillen möchte ich mich nicht mit Papa entzweien — um deinetwillen allein." Sie faßte seine dargereichte Hand und druckte sie dankbar. Wie kleine Funken tanzte es in ihren Augen, die so unschuldsvoll blickten. Und er sah es als einen heimlichen Berspruch an. als Verlobung ohne Ring und Feierlichkeit. Hermann Nettebohm sah in seinem Allerhei- ligsten, dem Privatkontor, vor dem riesigen Schreib- lisch und rechnete. Er zog die Halbjahresbilanz aus seinen Geheimbüchern, wie jedes Jahr, ehe er sich in Karlsbad den Magen ausspülte oder „innerlich Toilette" machte, wie er es nannte. Er rechnete und lächelte. Es waren seine glücklichsten Stunden. Die „Ernte" wurde festgestellt, und sie wuchs mit jedem neuen Jahr. Hermann Nettebohm schmunzelte. Er konnte beruhigt nach der schönen Sprudelstadt fahren und Gattin und Sohn nach Norderney schicken, von wo er sie dann zur Nachkur abholen würde. Alles ging nach Wunsch: die Welt war doch schön. „Doch mit des Geschickes Mächten ..." Das Schicksal nahte zunächst in Gestalt eines vierschrötigen Herrn mit zerzaustem, graublondem Vollbart und runder Eulenbrille, dem der schwarze Bratenrock bis zum Knie ging, der sich durch seine Karle als Professor Dr. Eugen Bartsch, Oberlehrer am Friedrichsgymnasium, melden ließ._____________ Eberhardts Mathematiklehrer. bei dem er in dieser nützlichen, aber nicht mehr von ihm geliebten Wissenschaft, Privatstunden erhielt. Was wollte der gute Mann? Aufbesserung seines Honorars? Sollte er haben. Oder Klagen? Die Mathematik war zum Gluck nicht maßgebend für die Versetzung. Der vierschrötige Herr nahm mit feierlich-ernster Miene den angebotenen Stuhl ein, daß dem Kommerzienrat gleich nichts Gutes schwante. Der Herr Professor druckste erst ziemlich lange herum, bis er sich „seiner wenig angenehmen Bolschast" entledigt hatte. Eigentlich nur ein Dummerjungenftreid) — aber man mußte natürlich ein Exempel statuieren. Man nahm freilich Rücksicht auf dies „angesehene Haus", den „eyrenwerten Vater", der usw. Aber man —..man" war das Lehrerkollegium und der Herr Direktor — man ersuchte den Herrn Kommerzienrat, den jungen Menschen schleunigst aus der Schule zu nehmen, ehe ein consilium abeundi feierlichst dekretiert wurde. Die Geschichte war die: für die Schüler der Untersekunda fände eine Art Versetzungsprüfung in verschiedenen Wissensgebieten statt. Jedenfalls hielte er selbst in der Mathematik es so, die manche dieser jungen Herren etwas über die Achseln anschauten, trotzdem sie doch die Grundlage usw. Eberhard hatte eine solche mathematische Prüfungsarbeit, die in „Klausur" gelöst werden sollte, vor seiner Privalstunde heimlich vom Schreibtisch des Herrn Professors „entwendet", kopiert und wieder zurückgebracht, sie dann auch einigen Schülern des betreffenden Jahrganges kundgetan. Wohl niemals wäre diese „unsittliche Tat" ans Licht gekommen, wenn der „unselige Jüngling" sich nicht selbst verraten hätte — ein „deutliches Beispiel" für den Finger des Verhängnisses, um nicht zu sagen „Gottes". Denn in der entsprechenden Originalarbeit fand sich ein Liebesgedicht an eine gewisse Isa, zwar nidjt unterzeichnet, ober in Eberhards wohlbekannter Handschrift. Mit spitzigen Fingern übergab es der Herr Professor dem Großkaufmann als „einen m 1 • ■ Beweis für dke sittliche Unreife, um nicht zu sagen frühreife Verderbnis des unseligen jungen Mannes", der sonst zu den besten Hoffnungen berechtigte, wenn er auch freilich in der Mathematik... „Man wolle die Sache nicht an die große Glocke hängen", ersuchte aber den Herrn Kommerzienrat im Namen des Direktors und des gesamten Lehrer- kollcgii-ms, „den unglücklichen Jüngling" abzumelden und nach den großen Ferien nicht mehr zurück- tehren zu lassen. Man riete im übrigen dem Herrn Kommerzienrat, den sonst wohlbegabten jungen Menschen den Gefahren der Großstadt und dieser gewissen Isa zu entziehen und- in ein Internat außerhalb Berlins zu bringen. Kühl und schweigend hörte der Kommerzienrat die wohlgesetzte Rede des Herrn Professors an. „Nun, da bleibt mir ja auch nichts weiter übrig, als ihn schleunigst sortzunehmen, ehe man ihn f(* ’ ", meinte er schließlich. Herr Professor bedauerte sehr, auch per« .i er sich für den „wirklich begabten jungen r wie gesagt nur leider in der Mathematik ; auf der Höhe stände, wahrhaft interessiert l)äi .-. — Und da er die innerliche Abneigung des Großiaufmanns gegen seinen Beruf wohl fühlte, warf er auch eine letzte kleine Handbombe seines Unmutes. „Er soll ja doch bloß Kaufmann werden — da könnten Sie ihn ja auch, trotz seiner noch nicht abgeschlossenen Bildung, gleich ins Geschäft stecken." „Ich werde es mir überlegen, Herr Professor." Auf diese Weise verschwand einige Tage später Eberhard aus dem Gesichtskreis der angebeteten Isa. — * Vater und Tochter Mengers standen im Privatkonto,: des Kommerzienrats. Der erfahrene Gefchaftsn.ann fetzte seinen Kneifer auf und beschaute sich diese „verdammt hübsche kleine Person" von oben bis unten. Er nannte sie plötzlich „Sie". Das war wahrhaftig schon eine sehr zielbewußte junge Dame, kein kleines Mädchen mehr. — ■-'-'•tt1 i*■ tun.m um ibiii hi» „Wollen Sie mir freundlichst sagen, Fräulein Isa, was für einen Beruf Sie nun zu ergreifen gedenken?" fragte er halb spöttisch, halb ärgerlich. Herr Mengers stieß bei dieser Anrede einen unartikulierten Laut aus, den er aber aus Respekt schleunigst unterdrückte. „Sehr gern, Herr Kommerzienrat — und ich hoffe, daß Sie mir Ihre gütige Unterstützung dazu ichenken werden. Mein Gesanglehrer in der Schule und mein Klavierlehrer haben mir gesagt, daß ich Stimme und auch musikalisches Gehör hätte — ich will Sängerin werden." Vater Mengers wurde blaurot im Gesicht. Der Gedanke, daß seine Tochter mit Singen Geld ocr- dienen wolle, kam ihm ganz absurd vor. Nun würde ihr der 5)err Kommerzienrat gründlich den Kopf roafdjen, wie sich das gehörte für solche vor rückten Pläne. Aber der machte gar keine Anstalt dazu, fuhr sie nicht heftig an, sondern fragte ruhig: „Was für 'ne Art von Sängerin hoben Sie sich dann gedacht, mein Kind?" „Ich weiß noch nicht ... das wird sich ja später finden. Arn liebsten ginge ich zur Bühne!" Nun hielt sich Vater Mengers nicht länger. Diese verfluchten Theaterideen hatte ihr die Mucter eingeredet. Noch immer hegte er einen kleinen Ab scheu gegen das „Lumpenvolk", dem seine Frau einmal angehört, und zu dem sie hinter seinem Rücken wahrscheinlich noch Beziehungen hatte. Er wollte seine Tochter nicht geschminkt, mit „bloßen Beinen" im Chor stehen sehen. Denn daß sie darüber hinaus kommen könnte, konnte er sich absolut nicht vorstellen. „Da habe ich doch auch noch ein Wörtchen mit» zureden. — Sie entschuldigen schon, Herr Kommerzienrat. — Damit du oerlieberft und verbummelst." Er ließ seinem ganzen Groll gegen die „Thenterei" die Zügel schießen. Aber Isa blickte ihn nur spöttisch an, und jein hoher Ches schüttelte mißbilligend den Kopf. (Fortsetzung folgt.) 5°/o Rabatt g ab morgen! Samstag, Montag, 3.Oktober^r dreifache Rabattmarken Emmericher Kaffee von Mk.2.- bis Mk.4.80 Dagoba-Tee von Mk.3.- bis Mk. 10.- Emmericher Waren-Expedition Gießen, Seltersweg 39 5932D 8842 D Erstklassige Bedienung!! WWcMeii Kopfwäschen, Ondulieren Maniküre, VopoforMassafie Haarschneiden, Rasieren empfiehlt Jakob Schäfer Parfümerie-, Damen- und Herren- Frisenrfieschäft Gießen Eck e Liebigstra ße Ludwigstraße 37 Verkauf von Farltimerie- n. Toilette-Artikeln zu vorge- schrieb. Orlg.-Fabrlkprels. MW« Wil RW'VA! Auch Sie sollen keine Kaste im Sack kaufen! 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September 1927 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Turnen» Sport und Spiel. Die Ergebnisse der deutschen Sonnenfinsternis-Expedition. Die totale Sonnenfinsternis vom 29. Juni *927 ist durch mehrere deutsche Expeditionen beobachtet worden: drei dieser Unternehmungen wurden von Astronomen aus Göttingen, Hamburg und Kiel geleitet: dazu kam eine meteorologische Expedition von Prof. Süring: diese alle gingen nach Schweden, während ein anderer deutscher Meteorologe, F. Linke, die Küste des Eismeeres für seine Beobachtungen wählte. Die Astronomen hallen ihre Lager an den nördlichsten dafür in Betracht kommenden Stellen aufgeschlagen, und auch die wissenschaftlichen Unternehmungen- anderer Länder fanden sich hier auf den Hügeln von Gellivare und Malmergel zusammen. Vorläufige Mitteilungen über den Verlauf der Beobachtungen sind bereits bald nach dem Ereignis in die Presse gelangt. Aunmehr aber gibt der Göttinger Astronom Prof. H. Kienle, der die eine deutsche Expedition leitete, in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau einen zu sammenf ass enden Bericht, aus dem wir auch näheres über die gewonnenen Ergebnisse erfahren. Die Einmaligkeit des Ereignisses, die Unmöglichkeit, die Beobachtungen im Falle des Misslingens zu wiederholen, die Notwendigkeit, in den wenigen wichtigen Sekunden sich selbst und die Instrumente unbedingt in der Gewalt zu haben, der Aufbau der komplizierten Apparaturen nur für diesen Augenblick — das sind die Dinge, die die Eigenart der Finsternisbeobachtungen bestimmen. Die sorgfältigsten Vorbereitungen zu Hause und an Ort und Stelle müssen vorangehen. Diesmal wurde zum erstenmal,ein Apparat verwendet, der bisher in die Astronomie noch kaum Eingang gefunden hat: das Kino. Man benutzte den Kinoapparat in Verbindung mit dem Spektrographen, irm den Uebergang des normalen Sonnenspektrums in das sog. „ Flachspek- lrum", das Spektrum der äussersten Teile der Sonne, möglichst lückenlos zu verfolgen. In allen Lagern wurden auch Strahlungsmessungen mit grossem Eifer betrieben. Das „ Flachspektrum" wurde mit den üblichen spaltlosen Spektrographen anordnungen mehrfach ausgenommen. Daneben wurden zwei Versuche gemacht, zu photo- metrischen Zwecken brauchbare Aufnahmen mit Spaltspektrographen zu erhalten. Der Hauptgegenstand der Beobachtung bei Sonnenfinsternissen bleibt aber die Korona, denn es gibt ja heute — im Gegensatz zu allen anderen Sonnenproblemen — noch nicht die geringste Möglichkeit, ihr bei andern als diesen seltenen Gelegenheiten heizukommen. Natürlich hing alles von der Klarheit des Himmels in dein grossen Augenblick ab. An dem entscheidenden 29. Juni konnte die erste Berührung des Mondes mit der Sonne bei wolkenlosem Himmel beobachtet werden. Die Strahlungsmessungen waren bereits seit einer Stunde im Gang. Alles ging gut, da zeigte sich plötzlich ahx Horizont eine kleine Wolkenwand, die sich mit erstaunlicher Schnelligkeit der bereits zur Hälfte verfinsterten Sonne näherte. 20 Minuten vor der Totalität zog das erste Wölkchen über die Sonne weg. Die Lage war äusserst kritisch. Aber als sich die Totalität bis auf eine Minute genähert hatte, stand der letzte schmale Lichtstreif gerade zwischen zwei Wölkchen. Mechanisch erfolgten die eingelernten Hand^iffe am Instrument, ein nur sekundenlanger Blick auf den Himmel lieh gerade einen Schein von der Korona erhaschen, und dann überflutete der erste wieder hinter dem dunklen Mondrand hervorbrechende Strahl die Landschaft, der nach der Dunkelheit fast wie ein Meer von Licht wirkte. Die Platten, auf deren Gewinnung so viel Zeit und Mühe verwendet worden waren, wurden erst am folgenden Tage entwickelt und die Beobachtungen verarbeitet. Die Ergebnisse, die von allen Expeditionen erreicht 'wurden, fasst Kienle folgendermassen zusammen: „Die spätrographi- fchan Beobachtungen sind durchweg geglückt, die Strahluügsmessungen wurden durch die kleinen Wolken beeinträchtigt, jedoch nicht so. dass nicht bei guter Anlage der ganzen Beobachtungen der Einfluss der Störungen eliminiert werden könnte — wie die Diskussion unserer eigenen Messungen inzwischen ergeben hat: die Koronaphotographien find ebenfalls zum grossen Teil geglückt und zeigen eine Fülle schönster Einzelheiten: ihre photometrische Auswertung dürfte infolge der Unbestimmbarkeit des Einflusses der Bewölkung allerdings nur bedingt brauchbare Resultate zeitigen." „Wut Nummer 6". Anekdote von Arthur Iger. Als der Schauspieler Eduard Devrient, der ältere Bruder des genialen Emil, m den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ws Karlsruher Hoftheater leitete, lieh sich bei ihm her Oberregisseur Dr. Carl T o e p f e r meldem Äusser einer schönen Empfehlung von Theodor Döring der gerade in Hamburg gefeiert wurde. Tag der Hindenburg-Spiele. Eine einzigartige Ehrung bereiten di« deu t- schen Turn- und S p o r t v e r b ä n d e dem Reichspräsidenten von Hindenburg am 2. Oktober anlässlich seines 80. Geburtstages. Diele lausend Vereine der Deutschen Sport- Behörde f. L., wie der Deutschen Turnerschaft, per Ruder- und Segler-Verbände, wie des Tennisbundes, des turniersportlichen Reichsverbandes usw.. ferner die Stadtverbände für Leibesübungen bzw. die Ortsgruppen des Deutschen Reichsausschusses sind die Veranstalter von ,.Hin - denburg-Spie len", die als kleinere Vereinsfeste oder als grosse umfassende Sportveranstaltungen unter Beteiligung von Turnern und Sportlern, Wassersportlern und all der anderen durchgeführt werden. Fürwahr eine Ehrung des Reichspräsidenten durch den Sport, wie sie kaum eindrucksvoller gedacht werden, kann. Sie gilt dem Manne an der Spitze des deutschen Volkes, dessen Wort „Leibesübung i st D ü r g e r p f l i ch t" gleich, zeitig Zweck dieser Spiele sein soll, der Zweck, das ganze Volk durch massvolle und freudespendende Körperübung stark und gesund zu machen. Das ist das Einigende in der deutschen Turn- und Sportbewegung, ob sie nun Turnen, Leichtathletik, Fuss ball, Schwimmen, Rudern, Boxen oder noch anders heisst: der erzieherische Will«. Bei den Hindenburg »Spielen soll dieser Wille zum Ausdruck kommen. So sind sie weniger auf gross« Aussenwirkung zugeschnitten, weniger auf Zuschauermafsen eingestellt, als auf das Ziel, Feste der Vertiefung zu werden. So wird es auf allen Sportbahnen, Tum- unb Spielplätzen ein fröhliches Treiben geben — vorausgesetzt, dass Petrus zum 80. Geburtstag« des Reichspräsidenten ein freundliches Gesicht macht. In zahlreichen Städten sind die Stadt- verbände oder -ämter für Leihesübungen die Veranstalter der Hindenburg-Spiele, die leichtathletisch« Wettkämpfe, turnerische Vorführungen, Fussball, Handballspiele umfassen werden. Allein über 1000 Vereine der Deutschen Turiierschaft haben weiterhin Turn- und Sportfeste angesagt. Auch in der Deutschen Sport-Behörde werden Zahlreiche interne Veranstaltungen zur Durchführung kommen, di« weniger den Charakter des Wettkampfes, als den der Werbung tragen. Die Dallspieler werden bei der Durchführung ihrer Wettspiele gleichfalls der besonderen Bedeutung des TageL eingedenk sein, zum Teil haben auch sie im ganzen Reich besondere Veranstaltungen vorgesehen, so z. D. der Tennis-Bund besondere Hindenburg-Wettspiele. Im Deutschen Ruder- Verband werden besondere Hindenburg-Regatten durchgeführt, die Vereine des Deutschen Segler- Verbandes haben Hindenburg-Fahrten ausgeschrieben. Der Deutsche Kanu-Verband wartet gleichfalls mit Veranstaltungen im Rahmen des HindenburgspieltageS auf, von denen die gross« Rheinstaffel „Dom deutschen Dom zur Reichsgrenze". ein grosszügiger Kanu-Korso quer durch Berlin besonders genannt seien. Der Reichs- verband für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts wird eine ganze Reih« rektsportlicher Veranstaltungen durchführen. Etwa« gam Besonderes wird am Sonntag baS Deutsch« Stadion zu Berlin erleben: die Huldigung der Schuljugend für den Reichspräsidenten. Das' Provinzial- Schullollegium hat veranlasst, dass Abordnungen von Jungen und Mädchen aus den Schulen des Reiches im Stadion zusammengerufen werden: an der 10 Kilometer langen geraden Strass« vom Brandenburger Tor bis zum Stadion soll ein durchgehendes Spalier aufgestellt werden, durch das der Reichspräsident am Nachmittag zum Stadion hinairsfahren wird, um dort eine Zeit Richt vergessen darf die Huldigung werden, die die Motorsportler (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club und Deutscher Motorradfahrer- Verband) dem Reichspräsidenten barbringen. Zu der Huloigungsfahrt des A.D.A.C. liegen 2000 Meldungen mit etwa 8000 Teilnehmern aus allen Teilen des Reiches vor. Der D.M.V. bringt eine Stafette zur Durchführung: von Königsberg, Rostock, Hamburg, Saarbrücken. Freiburg, München, Deuthen usw. werden die Fahrer abgelassen, auch aus Wien wird eine von dem Akademischen M.C. Wien, dem Akademischen Club für Motorradsport München und dem Akademischen M.C. Berlin ausgeführte Stafette eine Huldigung der österreichischen Republik überbringen. Denn die Reichsgrenzen sind nicht Greifen für Ne Veranstaltungen von Hindenburg-Spielen. Auch nicht mir in dem abgetretenen Nordschleswig, in Danzig, in Tirol werden die dortigen Vereinigungen Auslandsdeutscher des Geburtstages Hindenburgs bei entsprechenden sportlichen Veranstaltungen gedenken, nicht einmal auf Europa — wo Mailand, Sofia, Budapest, Madrid usw. Hindenburg-Spiele der dortigen deutschen Sportvereinigungen erleben werden — sind sie beschränkt: auch die deutschen Kolonien in den verschiedenen Orten Nord- und Südamerikas, Südafrikas, Persiens, Chinas, Japans werden an diesem Tag« Hindenburg-Bilder und -Plaketten verleihen. Das Hindenburg-Bild, desgleichen die Ehrenurkunde sind nach einem Entwurf des Bildhauers Encke hergestellt, der Entwurf der Diplome erfolgte durch Herrn Doeh land. Ferner hat die Deutsche Hochbild-Gesellschast m. b. H.. München, nach sterephotogrammetrischer Aufnahme des Reichspräsidenten eine Hindenburg-Plakett« hergestellt. Hindenburgwettkämpfe im Turnverein 1846 Gießen. Am kommenden Sonntag veranstaltet der Turnverein 1846 sein alljährlich als Abschluss des Turnjahres stattfindendes Abtu rnen. Ein- geleitet wird es durch ein Wetturnen der gesamten Turnerjugend des Vereins ab 9 Ubr vormittags Der Verein folgt damit einer Anregung des Deutschen Reichs ausschusses für Leibesübungen und der D. T., den Geburtstag unseres greifen Reichspräsidenten durch Spiele und Wettkämpfe zu feiern. Am Nachmittag findet in der Turnhalle ein Schau turnen aller Iugendabteilungen statt, während die Turner zwischendurch um den Wanderpreis der Gesellschaft „Turnklub" an den Geräten kämpfen. Freunde des Turnens. Mitglieder und Eltern der Jugend sind eingeladen: sie werden sicher einige anregende Stunden im Turnverein 1846 verleben. Am Abend treffen sich die Mitglieder des Vereins in der Turnhalle zur Ehrung der Sieger des Turnjahres 1927. Aus die Anzeigen in bet gestrigen und der morgigen Ausgabe sei aufmerksam gemacht. Hindenburgspiele des M. T. V. Am 2. Oktober finben zu Ehren unseres Reichspräsidenten von Hindenburg Veranstaltungen turnerischer und sportlicher Art statt. Der Männer-Turnverein Giessen hat in bet DerbandSpflichtrunde den Turnverein Alsfeld zu Gast. Dieses Handballwettspiel der Meisterllasse findet als Hinbenburg- spiel statt. Der Reinertrag wird restlos der Hindenburgspende zugeführtz Schülern wirb freier Eintritt gewährt. Das Spiel findet, wie schon die Anzeige in diesem Blatte sagte, auf dem Tum- und Spielplatz des Mtv. am Schiffenberger Weg nachmittags um 3 Uhr statt. lieber die 1. Mannschaft des Mtv. ist nichts mehr zu sagen: sie hat in den letzten Spielen Können bereits unter Beweis gestellt. Im Spiel am kommenden Sonntag tritt die Elf zum ersten Male völlig komplett an. Sie will die Punkte unbedingt erringen, doch wäre es bedenklich. den Meisterklassen-Neuling zu unterschätzen. Schon oft haben diese die schönsten Voraussagen über den Haufen geworfen. Es steht ein schönes Handballspiel in Aussicht. Hoffentlich wird durch einen zahlreichen Zuspruch auch ein finanzieller Erfolg erreicht, denn die aus Dankbarkeit und Verehrung ins Leben gerufene Hindenburgspende soll auch durch dieses Hindenburgspiel nach Kräften unterstützt werden. Reichshuldigungsfahrt des A. D. A. C. zu Hindenburg. Der Aufruf des Allgemeinen Deutschen Automobil-Klubs an feine Mitglieder zur Teilnahme an einer Huldigungsfahrt nach Berlin anlässlich des 80. Geburtstages Hindenburgs hat lebhaftes Echo gefunden. 2500 Kraftwagen und Krafträder mit ca. 12 000 Personen werden im Lauf« des 1. Oktober in Berlin eintreffen, um dem Reichspräsidenten am 2. Oktober nachmittags auf seiner Fahrt zum Stadion die Huldigung des A D. A.-C. darzubringen. Aus allen Gauen Deutschlands eilen sie herbei, jeder Landesteil Deutschlands i-st vertreten. Brandenburger, Mecklenburger, Pommern, Ostpreussen, Sachsen, Schlesier, Thüringer, Lausitzer, Schleswig-Holsteiner, Rheinländer, Hessen, Franken, Bayern, Pfälzer werden am Samstag die Zielkontrvlle von den Toren Berlins passieren, auch Danzig und das Saargebiet werden mit mehreren Fahrzeugen vertreten fein. Diese Kundgebung einer so riesigen Menge von Kraftfahrzeugen hat nicht nur nicht Berlin, sondern fein« Stadt der Welt bisher gesehen. Sie ist würdig des stärksten Verbandes der Kraftsahrzeugbefiher des Kontinents. Ein imposanter Anblick wird es sein, wenn all« Fahrzeug«, teilweise mit Blumen in den LandeS- farben geschmückt, zum Korso auffahren. Die Korsos ahrt beginnt am Sonntag, 2. Oktober, um 9 Uhr vormittags beim Brandenburger Tor und geht auf der Strasse Unter den Linden bis zum Schloss und wieder zurück nach dem Platz der Republik. Von dort fahren die einzelnen Gaue zu in Sammelplatz auf der Avus, um von dort aus die ihnen polizeilich zugewiesenen Plätze zur Spalierbildung anzufahren. Als Spalierplätze sind dem QL D. QI. C. der Pariser Platz am Brandenburger Tor und die Heerstrasse beim Bahnhof Heerstrasse zugewiesen. Eine künstlerische Plakette mit dem Bildnis des Herrn Reichspräsidenten wird den Teilnehmern eine dauernde Erinnerung an diese Fahrt fein. Spielücreinigung 1900 Gießen, hindenburgspiele. ö. Am kommenden Sonntag trägt die Spielvereinigung 1900 ihre Spiele als Hindenburgspiele aus. Vor heimischem Publikum empfängt die ß i g a • elf die 1. Els des Fußballoereiiis 1920 Mar- burg-Ockershausen. Den (' ftcn geht ein guter spielerischer Ruf voraus. Erst m vergangenen Jahre aus der 8-Klasse zur Kreisliga aufgcftieaen, verstanden sie es oftmals, die ältesten und besten Vereine aus dem Lahngebiet mit überraschenden Niederlagen zu bedenken. Die Gästeilf ist äußerst flink und stabil, sie verfügt über einen schnellen, gut eingespielten, schußsicheren Sturm. Das Rückgrat der Mannschaft bilden die alten Ligakämpen vom früheren Marburger Sportverein „Kurhcssen". 1900 Gießen wird bemüht sein, Schwächen vom Vorsonntag in der Mannschaft noch auszumerzen. Die stärkste Vertretung Gießens muß zur Stelle sein, wenn der Kampf mit Aussicht auf Erfolg ausgenommen werden soll. Ein spannendes Spiel ist zu erwarten, in dem auch 1900 Siegeschancen hat. Die letzte Begegnung beider Mannschaften in Gießen endete 0:0. Die Spielleitung ist dem Schiedsrichter brachte Toepfer, ber auch dramatischen Unterricht erteilte, einen Eleven namens Pfeil mit. Er wollte dem Oberhaupt« der Karlsruher Hofbühne zeigen, was der junge Pfeil bei ihm gelernt, und möglichst ein Anfangsengagement durchsetzen. Obgleich Devrient alle Hände voll zu tun hatte, liess er den Hamburger Gast nebst seinem Schützling doch ins Direkttonszimmer bitten. „Pfeil, hier mache ich Sie," begann Toepfer, „mit dem berühmten Schauspieler, Rezitator und Regiekünstler Eduard Devrient, dem kongenialen Bruder Emil Devrients, bekannt. Nun zeigen Sie mal, was Sie bei mir gelernt haben." Devrient sah wie auf Kohlen. In zehn Minuten sollte die Probe beginnen, und draussen „ antichambrierten" noch etliche „Prominente". Aber es nützte nichts: er hatte QI gesagt, also musste er auch B sagen. „Also, Achtung, losI" begann Toepfer, „Hass Nummer 51" Pfeil schnitt ein zorniges Gesicht. „Gut. Hass Nummer 71" Pfeil schnitt ein noch fürchterlicheres Gesicht. „Ich lasse nämlich," wandte sich Toepfer zum Direktor, „alle mimischen Nuancen nach Nummern ausführen." „Das hab' ich schon gemerkt." „Sehr gut Also, Pfell, jetzt Wohlwollen Nummer 2." Pfeil lächelte schüchtern. Und nun Wut Nummer 3." Pfeil ballte seine Fäuste. „Und jetzt Wut Nummer 6." Pfeil erhob die Fäuste und schwang sie mit giftiger Gebärde gen Himmel. „Und jetzt Verzückung Nummer 8." Der Schüler verdrehte die Augen, zu Devrient gewandt, als ob er ihn anhimmeln wollte. Nun aber riss dem Vielbeschäftigten doch der Geduldsfaden. „Genug für heute, meine Herren. Sie werden von mir Horen. Zum Dank für Ihre Mühe sollen Sie auch von mir noch eine Nuance zu sZhen bekommen." Devrient reckte sich in seiner ganzen Länge empor, strich sich die Haare wild ins Gesicht, verkrampfte di« Finger ineinander und richtete irre Blicke ins Leere. Als er die Starrheit der Mask« gelöst hatte, sagte er: „Das war Verzweiflung Nummer 2 7, meine Herren! Leben Sie wohl und grüßen Sie mir meinen kongenialen Bruder!" Berdrow - Fulda übertragen, der damit erstmals in Gießen an die Oeffenlltchkeit tritt. Die 3s-Mannschaft hat die 1. Els vom Sportverein Fronhausen a. d. L. zu Gast und müßte auf Grund der seitherigen Leistungen Sieger bleiben. Die 3b fährt zur 2. Mannschaft der Sportabtci lung des Turnvereins Lollar. Diese Elf 1900s hat bisher enttäuscht. Die 1. Jugend- und 1. Schülerelf weilen beim Wetzlarer Sportverein. Es wird in der zur Zeit geschwächten Ausstellung schwer fallen, dort Lorbeeren zu ernten. Die 2. Jugendmannschaft spielt nach dem Spiel der Ligamannschasten auf dem 1900-Sportplatz gegen die 1. Jugend von Steindorf (Kr. Wetzlar), wahrend die 3. Jugend ihr erstes Diplomspiel zum Austrag bringt. Gegner ist hier die 1. Jugend von Großen'Buseck. Die körperlich schwache Els Gießens hat wenig Aussicht auf Erfolg, zumal das Spiel auf fremdem Platz stattfindet. V. s. B. Am nächsten Sonntag muß die 2 i g a m a n n schäft zum zweiten Male die Reise nach Kassel antreten; sie trägt gegen „Iura" Kassel ihr letztes Spiel der Vorrunde aus. Beide Mannschaften verloren am vergangenen Sonntag mit dem gleichen Resultat Spiel und Punkte und werden sich nun mit allen Kräften bemühen, verlorenes Terrain wieder aufzuholen. D. f. B. hat besonderen Anlaß hierzu, da seine Stellung in der Tabelle alles andere als günstig ist. Iura hat ein Spiel weniger und bereits einen Punkt mehr als V. f. B., und wird sich mit der gewohnten Härte und Energie dagegen wehren, an das labellenende verdrängt zu werden. Ob es V. f. B. gelingen wird, die Punkte mit nach Gie- ßen zu bringen, hängt von der Aufstellung der Mannschaft ab. Wenn sie in bestmöglichster Besetzung fährt und sie mit demselben geschlossenen Willen ins Spiel geht wie am Sonntag vorher, sollte ein knapper Sieg im Bereich der Möglichkeit liegen. Nach drei verlorenen Spielen wäre ein Sieg dem Ruf der Mannschaft und damit auch dem des Vereins sehr nötig. Während die Ligareserve und Dritte spielfrei sind, hat die 3a-Mannschaft auf eigenem Platz H e u ch e l h e i m s Z w e i t e im Ver bandsspiel zum Gegner und wird Mühe haben, sich die Punkte zu sichern. Ebenfalls auf eigenem Platz tritt die 1. Ju- gendmannschafl gegen die gleiche vom D. s. R. Butzbach zum fälligen Diplomfpiel an. Dem derzeitigen Stärkeoerhältnis beider Mannschaften nach zu urteilen, wäre ein sicherer Sieg der V. f. B.-Elf zu erwarten, wenn sie in ihren letzten Spielen eine beständigere Form gezeigt hätte. Die 2. Jugendmannschaft muß zum Diplomspiel nach Werdors. Die Verbandsspiele im Arbeiler-Turn- und Sporlbund. Die Kreisklasse. £, Das interessanteste Spiel m ber ersten Gruppe ber Kreisllasse am kommenden Sonntag dürste auf dem Giessener Trieb stattfinden, wo sich Docrenheim und Glessen gegenüberstehen. Beide Mannschaften sind sich in ihren hauptsächlichsten Mannschaftsteilen gleich, dies gilt ganz besonders für die beiderseitigen Hintermannschaften. Im Sturm hat Giessen seine stärkste Stühe im Innentrio, während die Flügel recht oft zu wünschen übrig lassen. Bei Dockenheim sind es gerade die Aussenleute, die es vorzüglich verstehen, Angriffe vorzubereiten. Diese Umstände werden es mit sich bringen, dass das Spiel offen und recht lebhaft wird. Der Sieger ist im Vorher schwer bestimmbar. Giessen sollte die meisten Ausfichten haben, nicht allein aus plaheigenen Gründen, sondern auch deshalb, well sich bei Kleist und Hindenburg. Hind enburg erscheint uns in seinem Leben und seinen Taten als die Verkörperung des alten Preuhengeistes, der durch seine Herkunft und seine Laufbahn ihm besonders eingeprägt war. Sein 80. Geburtstag fällt nun in denselben Monat, in dem 150 3afjre seit der Geburt des grössten Preussendichters, Heinrich von 5? lei ft, verflossen sind. Dass zwischen Kleist und Hindenburg Beziehungen, wenn auch entfernter Art, vorhanden sind, darauf hat einmal Alfred Heinrich im „Archiv für das Studium der neueren Sprachen" hingewiesen. Heinrich von Kleist war nämlich einem Vorfahren unseres Reichspräsidenten freundschaftlich verbunden. Auf einer mit feiner Schwester Ulrike unternommenen Reise lernte Kleist in Leipzig den Professor der Mathematik Karl Friedrich Hindenburg kennen. Ulrike erzählte später, der berühmte Gelehrte habe an dem Bruder besonderes Gefallen gefunden, die beiden Männer seien einander nahe getreten und Hindenburg habe grosse Erwartungen auf Kleists Reise nach Paris und feine künftigen Leistungen gesetzt, ihm auch Empfehlungen mügegeben. Kleist selbst bekannte, dass ihm der Professor „wie ein Vater so efjrtoürbig“ gewesen sei. In Paris wurde freilich nichts aus den mathematischen Studien, die Kleist mit Hindenburg besprochen hatte. Aber als der Dichter im März ' 1803 wieder in Leipzig war, konnte er doch an dem verehrten Mann« nicht vorübergehen, wenngleich «s ihm peinlich war, dessen Hoffnungen enttäuschen zu müssen. Ueber diesen Besuch berichtet er an sein« Schwester: Vorgestern saht« ich ein Herz und ging zu Hindenburg. Da war gross« Freude. „Nun, wie steht's in Paris um die Mathematik?" Ein« alberne Antwort von meiner Seite und ein trauriger Blick zur Erde von der seinigen. „So sind Sie bloss so herumgereist?" „Ja, herumgereist." Er schüttelte wehmütig den Kopf. Endlich erhorchte er von mir, dass ich doch an etwas arbeite. „Woran arbeiten Sie denn? Nun, kann ich es denn nicht wissen? Sie brachten diesen Winter bei Wieland zu; gewiss I" Und nun fiel ich ihm um den Hals und herzte und küsste ihn so lange, bis er lachend mit mir übevein kam: der Mensch müsse das Talent anbauen, das er In sich vorherrschend fühle. Kleist arbeitete damals an feiner Tragödie „Robert Guiskard", war aber von den schwersten Zweifeln über feine dichterische Berufung gequält; da tat ihm das 'Verständnis des väterlichen Freundes besonders wohl.