Nr. 202 Erstes Blatt 177. Jahrgang Dienstag, 30. August 1927 Erich eint tögliL,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr.Bezngrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen, po-scheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeige General-Anzeiger für Oberhesfen ‘ vrvS und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Buch. und Zteindruckerei 8. Lange in Gießen. Lchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfcnnig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Vorschau auf Gens. - Rücktritt Cecils. Was man in Deutschland erwartet. - Anklagen gegen das englische Kabinett. Wie den Berliner Blättern offiziös mit- geteilt wird, ist nicht anzunehmen, daß das Reichskabinett, das sich in seiner heutigen Sitzung bekanntlich noch einmal mit der außenpolitischen Lage vor dem Zusammentritt der Bolkerbundstagung beschüfttgt, eine besondere Entschließung hierzu fassen wird. Das Auswärtige Amt erwartet vorher noch eine offizielle Mitteilung über die Truppenverminderung, und der Reichsaußenminister wird im Kabinett die außenpolitische Lage noch einmal in einem Referat zusammenfassen. Da in der letzten Kabinettssitzung -bereits völlige Heber- einstimmung erzielt wurde, wird der Reichskanzler zu der morgigen Beratung nicht zurückkehren. Es werden daher voraussichtlich nur Dr. Gehler, Dr. Stresemann, Dr. Koch, Dr. Curtius und ReichSminister Schiele anwesend sein. Bon der Tagung des Völkerbundsrates werden in Berliner politischen Kreisen irgendwelche Sensattonen nicht erwartet. Don grundsätzlicher Bedeutung unter den Punkten der Tagesordnung ist die Entscheidung in dem Streitfall zwischen Rumänien und Ungarn, wssil sie die Frage der Kompetenz der gemischen Schiedsgerichte und die Anrufung des Völkerbundsrats gegen ihr Votum betrifft. Diese grundsätzliche Frage spielt hinein in die Anrufung deS Völkerbundsrates durch Griechenland wegen des Streitfalles um den Kreuzer „Salamis". Die Reichsregierung hat mit der Angelegenheit direkt nichts zu tun. Die Entscheidung soll durch den Ausschuß vorbereitet werden. Besonders hat sich der englische Außenminister um die Beilegung bemüht. Er hat auch einen Vorschlag ausgearbeitet, der ein Entgegenkommen von beiden Seiten und eine gewisse Entschädigung an die Vullanwerft vorsieht: Dieser Vorschlag ist aber von keiner Seite akzeptiert worden. Ferner stehen eine Reihe Danziger Fragen aus der Tagesordnung. Heber sie ist das Wesentliche bereits in der Presse bekanntgegeben. Das Volkerbundsplenum, das nach der Ratstagung zusammentritt, wird sich vor allem mit der Weltwirtschaftskonferenz. der Durchführung ihrer Ergebnisse und mit der Abrüstung beschäftigen. Wie Dr. Stresemann auf der letzten Ratstagung an- gckündigt hat. wird in der Plenarversammlung von deutscher Seite eine Erklärung erfolgen, die unfern Standpunkt in der Abrüstungsfrage zum Ausdruck bringt. Daneben werden natürlich auch wieder die besonderen Besprechungen der A u s; en m i n i st e r stattfinden. Diese Besprechungen sind früher angegriffen worden, nach deutscher Auffassung ater mit Hnrecht, weil sie doch nicht weitergingen als die Ausnutzung aller Gelegenheiten zur Verständigung zwischen den Völkern. Hebrigens werden auch diesmal solche Besprechungen nicht nur zwi chen den Vertretern der Locarno-Mächte, sondern auch mit den Ministern anderer Länder erfolgen. Das Thema der Hnterhaliung zwischen den Außenministern der Locarno-Mächte wird zweifellos auch die Truppenverminderung im Rheinland, wie die Fortführung der Locarnopolitik überhaupt umfassen. In diesem Zusammenhang ist es interessant, daß Driand seine Auffassung zu gewissen Fragen dieser Art noch vor dem Auseinandergehen der Znterparlamcnlorischen Union klarstellen wird, um so mehr, als die Aeußerungen be Io u v e n e l s sie ziemlich zugespitzt haben. Es muß übrigens vor der in der deutschen Presse häufigen Auffassung gewarnt werden. at£ sei Driand ein politisch bereits toter Mann. 3m Gegenteil hat man aus der Entwicklung der letzten Wochen den Eindruck, daß er sich von seiner Krankheit, durch die er beinahe das Augenlicht verloren hätte, ausgezeichnet erholt hat, und daß er nun wieder eine stärkere Ini- t i a t i v e entfaltet. Das ist auch bei Behandlung der Truppenverminderung in Erscheinung getreten. Wenngleich das qu. itative Ausmaß der Herabsetzung der Besahungsstärle in Berliner politischen Kreisen keineswegs voll befriedigt, so ist die Tatsache der V e r m i n d e r u n g auf der anderen Seite doch von besonderer Bedeutung unter dem Gesichtspunkt des Prinzips der Fortsetzung der Locarnopolitik und der Erfüllung der hiermit zusammenhängenden Zusagen. Diese Angelegenheit muß an Hand ihrer ganzen Entwicklung gesehen werden. Als der Reichsaußenminister im Reichstag von unscrm Recht auf Truppenverminderunig sprach, erfolgte seinerzeit in der französischen Kammer sofort eine Interpellation, die dieses Recht bestritt. Aachdem Poincare ihre Beantwortung verhindert hatte, stellte die französische Presse allgemein die Behauptung auf, daß in dieser Frage kein Recht Deutschlands, sondern nur ein besonderes französisches Wohlwollen in Erscheinung treten könne. Roch vor kurzem hat dann der angebliche Bericht des Generals Guillaumat, der übrigens nicht direkt von ihm, aber aus seiner Umgebung, den leitenden Kreisen der Besatzung stammte, die These aufgestellt, daß die Sicherheit Frankreichs jede Verminderung ausschliehe. Gegen diese These hatte Driand angekämpft. Der Verlauf hat dann gezeigt, daß seine Stellung erheblich stärker geworden ist. Er wurde dabei durch die ehemaligen Alliierten unterstützt, die die Auffassung der militärischen Kreise als eine Absage an Locarno bezeichneten. Rachdem jede Verminderung von französischer Seite zuerst überhaupt abgelehnt worden war, gestand man 5000 Mann zu, und schließlich ist das Kompromiß zwischen der französischen und der englischen Fvr- rung — die sich auf 15 OOO Mann belief — zu- standegekommen, indem man sich auf eine Zahl einigte, die zwischen 10 000 und 11 000 Maim liegt Dabei ist zu beachten, daß in der Art der Durchführung der Verminderung auf die Erleichterung der Wohnungslage im besetzten Gebiet besonders Rücksicht genommen werden soll. So soll z. B. ein großer Stab verlegt werden, der sehr viel Räume beansprucht. Hervorzuheben ist, daß Chamberlain sich während der letzten drei Monate sehr energisch und zäh dafür eingesetzt hat, daß die Truppen- Derminberung bis zur kommenden Genfer Tagung geregelt werde. Außerdem werden sich die Unterhaltungen der Außenminister diesmal zweifellos auch mit der Frage der Rheinlandräumung beschäftigen. In Berlin ist man freilich der Auffassung, daß eine Einigung hierüber vor dem nächsten Jahr nicht zu erwarten ist, schon allein deshalb nicht, weil vor den französischen Wahlen niemand die Verantwortung für die Regelung dieses großen Problems übernehmen wird. Auch hier arbeitet die Zeit nur für den deutschen Standpunkt. Die Anhänger einer langen Besetzungsdauer sind schon jetzt so isoliert, daß sie nirgendwo in der Welt unterstützt werden. Sowohl England als auch Belgien legen auf die Fortführung der Besetzung keinen Wert. Was de Jouvenel hierzu gesagt hat, ist nur eine Anklage gegen die französische Politik. Es liegt aber kein Grund zu dex An- nähme vor, daß auch die offiziellen Kreise Frankreichs den Standpunkt Englands nicht teilen, wonach die O st f r a g e n ebenfalls durch Locarno geregelt sind, und zwar in einer Form, die die schiedsrichterliche und friedliche Lösung von Streitfragen gestattet. Die Reichsregierung belrachtek die Frage der Rheinlandräumung unter einem Gesichtspunkt. der irgendwelche Gegenleistung ausschließk. Das Projekt von T h o i r y steht für sic als durch die Entwicklung überholt, außerhalb der Debatte. Nach der Rückkehr der deutschen Delegation aus Gens wird das Reichskabinett sich, wie üblich, erneut mit der außenpolitischen Lage beschäftigen und seine Stellungnahme bestimmen. Von der deutschen Delegation. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 30. Aug. Die parlamentarischen Mitglieder der deutschen Völkerbundsdelegation, Graf Dernstorff, Prof. Hoehsch, Kaas. Dreitscheid und Freiherr v. Rheinbaben, werden, wie das „B.T." berichtet, Berlin erst am Samstag verlassen, da das Plenum des Völkerbundes, an dessen Beratungen sie teilnehmen, erst am Montag der kommenden Woche zusammentritt. England gegen Frankreichs Locatno-Sadotage. London, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegrap h" schreibt: Chamberlain und Briand würden vielleicht in Paris oder in Genf die neue französische These über die Rheinland- besehung als Garantie für die augenblicklichen Grenzen zwischen Polen. Deutschland und Danzig 4inb als Garantie gegen den Anschluß Oesterreichs an Deutschland erörtern, falls diese Frage von der französischen ober deutschen Seite aufgeworfen werden sollte. Britische Kreise bezeichneten die Darlegungen der französischen Presse über die Notwendigkeit eines Ostlocarno als Bedingung für die endgültige Räumung des Rheinlantzes als „Wechselreiterei". Großbritannien würde sich auch weiterhin derartigen Forderungen nicht anschließen. Das Recht Deutschlands ober Oesterreichs, an den Völkerbund um die Erlaubnis, sich zu vereinigen, zu appellieren, sei ihnen ausdrücklich vorbehalten worden, sowohl gemäß dem Verttage von Versailles, als auch dem Vertrag von St. Germain, und auch in allgemeiner Art gemäß Art. 19 der Völkerbundssatzung. Die britische Regierung würde heute den Anschluß für inopportun und gefährlich erachten und würde wahrscheinlich dagegen stimmen. Dies habe jedoch nichts mit dem versuch zu tun, Deutschland oder Oesterreich zu zwingen, ein Recht, das sie vertragsgemäß besitzen, auszugeben. Einem solchen Verfahren roücbe London nicht zu- ftImmen. — „Westminster Gazette" schreibt: „Die überwältigende Ansicht in England ist, daß d i e Rheinlandbesetzung s o rasch wie möglich beendet werden müßte und daß ihre Fortführung eine Quelle der Bitterkeit ist, die die Sicher- Heft vermindert, statt vermehrt." Amerikanisches Zeugnis für Deurschland. Nenyork, 29. Aug. (Wolff.) In der „World" wird an Frankreich die Frage gerichtet, warum es sich nicht durch eine wesentliche Verringerung der Rheinlandbesetzung an der freundschaftlichen Geste Englands beteiligen wolle. Der Appell an die Furcht sei zwar gute nationalistische Politik, doch sei die größere Weisheit einer weitherzigen Haltung unter großzügiger Beurteilung der fron» .zösischen und deutschen Interessen offenbar. Deutschland halte sowohl Geist wie Buchstabe des Locarnovertrages und gewinne dadurch mehr als durch Nadelstiche. Die Beziehungen zWischen Besatzung und Bevölkerung, Paris, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Heber den Besuch des französischen Delegierten bei der Rheinlandkommission. Tirard, beim bayerischen Ministerpräsidenten Held berichtet Agence Havas, Tirard habe bei seiner Unterredung mit Dr. Held besonders die Frage angeschnitten, mit welchen Mitteln man die Beziehungen zwischen den französischen Behörden und den Bewohnern der Pfalz, die, da sie in der dritten Besatzungszone liege, bis zum letzten Augenblick besetzt bleibe, erleichtern könnte. Er habe erklärt, daß es nach seiner Ansicht im Interesse aller Beteiligten liege, eine ständige Verbindung zwischen den beiden Parteien herzustellen, um örtliche Konflikte und besonders auch die Schwierigkeiten, die sich durch Presse-Erörterungen ergäben, leichter beheben zu können. Der Rücktritt Cecils vollzogen. Mit der Abrüstungspolitik des Kabinetts nicht einverstanden. London, 29. Aug. (WTB.) Wie Reuter mitteilt, bestätigt es sich, daß Viscount Cecil aus dem Kabinett ausgetreten ist, weil er mit dessen Abrüstungspolitik nicht einverstanden ist. Er wird infolgedessen nicht nach Genf gehen. Lord Cecil erklärte einem Pressevertreter: „Ich bin wegen der Abrüstungsfrage zurückgetreten. Mein Rücktritt tritt sofort in Kraft. Die Gründe für meinen Entschluß sind in der allgemeinen Geschichte der Abrüstungsfrage zu finben und gipfeln in dem Scheitern der Genfer Konferenz. Ich fühle, daß ich in der Lage sein werde, bessere Arbeit für die Sache der Abrüstung außerhalb des Kabinetts als im Kabinett zu leisten. Daher werde ich nicht nach Genf zur Teilnahme an der Sitzung der Völkerbundsversammlung als einer der britischen Regierungsdelegierten gehen. Es ist natürlich möglich, daß ich in Zukunft nach Genf als Vertreter Großbritanniens gehen werde, ohne Mitglied der Regierung zu sein. Aber darüber kann ich mich noch nicht äußern. Ich bin überzeugt, dlah eine erhebliche Einschränkung der Rüstungen nur durch eine i nternationale Vereinbarung erzielt werden kann. Auf die Herbeiführung einer solchen Vereinbarung sollte nach meiner Auffassung das Hauptbestreben der Regierung gerichtet sein. Die Abrüstung ist wertvoller als jedes andere politische Ziel, wenngleich sie nicht um jeden Preis erkauft zu werden braucht. Vieles was sich auf der Frühjahrstagung der vorbereitenden Abrüstungskonferenz er ijnet hat, mußte beunruhigend wirken. Immer wieder war ich durch meine Instruktionen gezwungen, für Anträge einzutreten, die mit dem ernstlichen Wunsch nach einem Gelingen der Arbeiten der Konferenz schwer zu vereinbaren waren." Cecils Rücktrittsbegründtmg. Anklagen gegen das Kabinett. London, 29. Aug. (WTB.) Discount Cecil führt in seinem Schreiben an Baldwin, in dem er seinen Rücktritt erklärt, aus, dieser Rücktritt erfolge nicht aus irgendwelchen persönlichen Schwierigkeiten, und fährt dann fort: Die Schwieri^eiten sind leider viel ernster, denn ich kann mir nicht verhehlen, daß über die großen Züge der Abrüstungspolitik die Mehrheit des Kabinetts und ich nicht wirklich übereinstimmen. Ich glaube, daß eine allgemeine Herabs etzung und Einschränkung der Rüstungen für den Frieden der Welt wesentlich ist, und von dem Frieden hängt nicht nur der Bestand des britischen Reiches, sondern auch der Bestand der europäischen Zivi- lisatton selbst ab. Ich betrachte die Einschränkung der Rüstungen als die bei weitem wichtigste öffentliche Tagesfrage. (Hieran schließen sich die in der oben registrierten Meldung enthaltenen Ausführungen über die Abrüstungsfrage an, beginnend: „Ich bin Überzeugt, daß eine erhebliche' Einschränkung dcr Rüstungen" usw.). Dann heißt es weiter: Die Gesamtwirkung dieser Instruktionen war sehr unglücklich und hat in hohem Maße zu dem relativen Mißerfolg der Konferenz beigetragen. Ich .glaubte, daß wenig Zweifel darüber beständen, daß auf der jüngsten Flottenabrüstungskonferenz eine Einigung erzielt werden f o n n t e in der Heberjeugung, daß eine Einigung auf dieser Dreimächte-Konferenz eine große Erleichterung für die Bemühungen der Abrüstunos- konserenz im Hinblick auf die allgemeine Abrüstung bedeuten würde und daß ein Mißlingen der Flottenabrüstungskonfe- renz in demselben Maße ein Hnglück wäre. Leider ist der Mißerfolg cingetrezcn, dessen Gründe das Parlament bei seinem nächsten Zusammentritt zm untersuchen haben wird. Im Augenblick genügt es, darauf hinzuweisen, daß ich mit den erhaltenen Instruktionen nicht einverstanden war und daß ich glaube, daß eine Einigung unter Bedingungen hätte zustande kommen können, durch die kein wesentliches Interesse Großbritanniens geopfert worden wäre. Was bietet die Zukunft? Ich blicke zurück auf die Richtannahme des Vertrages über gegenseitige Hilfeleisttmg. auf die unbedingte Verwerfung des Genfer Protokolls und auf die ministerielle Erklärung gegen die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit, auf den teilweisen Mißerfolg der vorbereitenden Abrüstungskonferenz und jetzt auf den Zusammenbruch der Dreimächtc- Konserenz. In jedem Falle ist die vor mir befürwortete Politik mehr oder weniger vollstän ig abgelehnt worden. Wie in der Vergangenheit, werden auch in der Zukunft g le i ch eH r s a ch e n gleiche Wirkungen haben. Da ich zu der Erkenntnis gezwungen bin, daß ich in die'en Fragen mit meinen Kollegen nicht überein- stimme, sehe ich keine Möglichkeit, im Kabinett dieser Sache weiter dienen zu fönnen. Cecil kündigt zum Schluß an, daß er sich mit aller Kraft der Ausgabe widmen wolle, die Oef - fentlichkeit aufzurütteln und zu unterrichten. Baldwins Antwort. Premierminister Baldwin hat an Lord Robert Cecil ein Antwortschreiben gerichtet, in dem es heißt, er sei der Ansicht, Cecil übertreibe die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und anderen Ministern. Im wesentlichen unterscheide sich die Politik der Regierung augenscheinlich nicht besonders von Cecils Ansichten, und die Ergebnisse ihrer Politik, zu denen die Locarnoverträge zu rechnen seien, feien nicht unbeträchtlich gewesen. Baldwin weist ferner darauf hin, daß Cecils Instruktionen für die Abrüstungskommission tatsächlich von Cecil selbst ausgearbeitet worden seien. Baldwin erklärt. er könne keinen Tadel wegen des Fehlschlages der Marinekonferenz annehmen, die, wie er hoffe, trotz ihres scheinbaren Mißerfolges v .. l e i ch t doch iwch zu einer baldigen Herabsetzung der Flottenrüstungen und zu einer besseren Verständigung führen könne. Er teile nicht Cecils Pessimismus, obwohl er die Schwierigkeiten auf dem Wege zur Abrüstung anerkenne, die zahlreich und groß seien. Aber dies sei fein Grund, alle Bemühungen aufzugeben. Der Desatzungsabbau. Brüssel, 29. Aug. (Wolff.) Wie die Belgische Telegraphenagentur mitteilt, wird die Stärke der Besatzungstruppen um 600 Belgier, 900 Engländer und 8500 Franzosen vermindert werden. Flottenparade vor dem Reichspräsidenten. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 30. Aug. Wie wir bereits vor längerer Zeit melden konnten, soll auch die deutsche Flotte zu den diesjährigen M a - novern auf Rügen mit zugezogen werden, wobei der Reichspräsident v. Hindenburg teilnehmen wird. Das Progrannn dieser Flottenparade ist nunmehr, wie wir erfahren, festgesetzt. Am 14. September wird der Reichs- p r ä s i d e n t in Saßnitz an Bord des Flottenflaggschiffs „Schleswig-Holstein" gehen, das sich dann auf hohe See begibt, um zwischen Rügen und Swinemünde die versammelte Flotte zu treffen, und zwar die Linienschiffe ..Hessen", „Schlesien" und „Elsaß", die Kreuzer „Berlin", „Münster" und „Amazone", sowie zwei Torpedobootsflottillen mit insgesamt 22 Torpedobooten und eine Minensuchhalbflottille, bestehend aus 5 Minensuchern. Beim Eintreffen des Reichspräsidenten wird die Flotte einen Salut von 21 Schuß abfeuern, worauf die Vorbeifahrt der Schiffe mit Evolutionen statt findet. Die Parade steht unter dem Befehl des Flottenchefs Vizeadmiral Mommsen. Für die Gäste, die Reichstags- und Reichsratsmitglieber. sowie die Pressevertreter ist von der Marineleitung der Seebäderdampfer des Rorddeutschen Lloyd „Roland" gemietet worden. Die Mrüstimgrsrage vor der zriedenrunion Die Weilstieger in München Eeoine flieht im Augzeug nach England vines d'ler D rouhi ns zu verhindern. Zum holte deii Magneten hervor, ließ ihn aufmon- laumats, die deutsche Pressekampagne gegen Belgien und die Rede von Kardorffs dem Bekenntnis seiner Leute Ausdruck gab, das beste Mittel, die Entwaffnung zu verwirklichen, sei zuerst die Sicherheit jeder Ration zu garantieren. Ihm trat entgegen der belgische soz:o- listische Abgeordnete P i e r a r d , der eine Rede wie die Kardorffs auch bedauerlich nannte, aber auf die von den militärischen Sachverständigen bestätigte Durchführung der Entwaffungs- kl auteln durch Deutschland hinwies und auf den überwiegend demolratisch-republikanisch eingestellten deutschen Bolksteil, den man ermutigen müsse, anstatt durch Aeusterungen wie die Dig- neffes zu entmutigen. D e n b i n s k i begrüßte die durch den deutschen Delegierten Soltmann an Polens Adresse gerichteten Worte und betonte, er gebe die Versicherung ab, daß Polen wünsche. stets in guten Beziehungen mit seinem großen Rachbarn Deutschland zu leben und mit ihm am Frieden der Welt zu arbeiten. Aus die Ausführungen Sollmanns betreffend Belgien ging der belgische Senator Dig- neffe ein. der Sollmanns Aeuherungen als erlösenden Moment mit Genugtuung begrüßte, jedoch unter dem Hinweis auf den Bericht Guil - Paris, 29. Aug. (WB.) Auf dem Flugplatz Le Bour ge t hat sich heute mittag ein Zwischenfall ereignet, der die gesamte Fliegerwelt in Paris auf das höchste erregt hat. Um 11 Uhr vormittags erschien Levi ne und begab sich sofort in die Halle, in der sein Flugzeug „M iß Columbia" untergebracht ist. Dort hatten die Monteure den Magneten des Motors versteckt, um eine Einzelabfahrt Le- Paris, 29. August. (Wolff.) Auf der I Konferenz der Interparlamentarischen Union erstattete heute vormittag im Sinne des Sonderausschusses für die A b r ü st u n g s f r a g e der frühere dänische KricgsministerDr. Munch Bericht. Er betonte, die Frage der Rüstungs- Herabsetzung begegne heute schwierigeren Bedingungen als vor zwei Jahren. Die Union sei der Ansicht, daß man an die öffentliche Meinung appellieren müsse, um ihre Lösung zu beschleunigen. Wenn die Parlamente zögerten, so deshalb, weil die öffentliche Meinung selbst zögernd sei. Die Ursache hierfür sei in der Tatsache zu suchen, daß man nicht klar sehe, durch welches Mittel man zu dem neuen Zustande gelangen könne, oder auf welche , Weise man eine allgemeine Herabsetzung der Rüstungen erreichen könne. Der Redner sagte dann weiter: Der Sonderausschuß der Inter- | parlamentarischen Union hat einen technischen । Plan ausgearbeitet, um zu beweisen, daß die , Herabsetzung der Rüstungen möglich ist. Der Hauptgedanke dieses Planes besieht darin, durch ein allgemeines Abkommen ein weiteres Aufrüstcn zu verbieten und eine allmählich erfolgende Herabsetzung der Rüstungen unter Berücksichtigung der besonderen Lage jedes Staates durchzuführen. In diesem Sinne ist auch die Resolution des Ausschusses gefaxt Der französische Delegierte wies alsdann darauf hin, daß eines 6er Haupthindernisse für die Abrüstung darin bestünde, daß man nur schwer von einer Ration verlangen könne, einen Teil ihrer Souveränität aufzugeben. Die Kommission habe Grundsätze für den Ab- rüstungsplan ausgearbeitet, denen zufolge der „Potentiel de guerre“ festgestellt werden soll. Da man aber den Staaten nicht zumuten könne, schon in Friedenszeiten auf ihre Industrie zu verzichten, werde man sich praktisch mit dem „Potentiel militaire“ begnügen müssen. Die ungarische Meinung. Unter den Diskussionsrednern sprach der ungarische Delegierte de Brzewicery, der sich gegen die in der A brüstungsfrage erkennbaren Tendenzen der Sieger stacten wandte. Er erklärte, man bezeichne als Haupthindernis für eine Abrüstung vielfach die mangelnde Sicherheit. Aber nur diejenigen Staaten, die abgerüstet haben, sollten das Recht erhalten, von Sicherheit zu sprechen. Die fcefiegten Staaten seien ohnmächtig, und in ihrer Ohnmacht könnten sie niemand Schaden zu- fügen. Trotz Locarno habe man in Frankreich ein Gesetz verabschiedet, durch das auch Frauen und Kinder mobilisiert werden. Im weiteren Verlauf der Debatte ergriff der deutsche Delegierte, Der sozialdemokratische Abg. Sollmann, das Wort zu einet Rede, in der er nach einem Hinweis darauf, daß die Pariser Friedensverträge die Abrüstung Deutschlands als ersten Schritt zur allgemeinen Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen festgesetzt fjätten, u. a. ausführte: Wir alle wissen, daß diese verheißungsvollen Worte, an deren voller Ehrlichkeit zu zweifeln nicht erlaubt ist, ihrer Verwirklichung bisher um keinen Schritt näher gekommen sind. Es ist der einmütige Wille der deutschen Gruppe in der Interparlamentarischen Union, mit allen Mitteln der moralischen Qlbriiftung der Welt zu dienern Die Arbeit für die geistige Befriedung der Welt wird jedoch durch die scharfe Weiter- rüftung vieler Völker behindert. Dte ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes ist friedlich gesinnt. München, 29. Aug. (WTB.) Die Landung der beiden Weltflieger Schlee und Brook, die (wie in einem Teile unserer gestrigen Auflage schon gemeldet. — D. Red.) heute vormittag 8.31 Uhr in London zum Weiterflug nach München gestartet waren, vollzog sich heute nachmittag um 4 Uhr mit ihrem Flugzeug „Stolz von Detroit" glatt unter den Hochrufen der Zuschauer. Als erster schüttelte der amerikanische Generalkonsul seinen Landsleuten die Hände. Als offizielle Vertreter der bayerischen Staatsregierung und der Stadt München hatte sich Regierungsrat Cejka vom Handelsministerium und Rechisrat Dr. Konrad eingefunden. Für die Deutsche Lufthansa übermittelten den Willkommengruß Major a. D. Direktor H a i- ler und Gras Arco. Schlee erzählte dem Berichterstatter des Süddcutschen Korrespondenzbureaus. daß nach der schrecklichen Nachtfahrt über den Ozean die Luftreise der zweiten Etappe nach Bayern außerordentlich schön gewesen sei. Die Steuerung des Flugzeuges bedienten beide Piloten des Flugzeuges abwechselnd. Auf dem Fluge den Rhein entlang, kamen sie auch über die Pfalz. Die Flieger hatten die Absicht, Stuttgart, das zuerst als Landungsziel in Aussicht genommen war, zu überfliegen, fanden aber dorthin nicht die. Orientierung. Sie nahmen direkten Kurs nach München. Schlee erzählte auch mit Stolz, daß fein Vater ein Bayer und in Hof in der Oberpfalz geboren sei. Die Maschine nahm in München etwa 600 Liter Benzin an Bord. Die Flieger Könnecke und Graf Solms be- glücrwünschten von Köln aus die mutigen Piloten zu ihrem Unternehmen. Der Reichsverkehrs mini st er Dr. Koch sandte an die amerikanischen Weltfliegcr anläßlich ihres Eintreffens in München folgendes Telegramm: „Mit ausrich'igcr Bewunderung für Ihre großen flieg.rischen Leistungen heiße ich Sie auf dem Durchfluge d.rch Deutschland herzlich willkommen und übermittle Ihnen meine besten Wünsche für eine glückliche Vollendung des Weltfluges." Der Weiterflug. München, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Bei dem Abfluge des Flugzeuges „S t o l z v o n D e t r v i t" heute früh um V,? Llhr fand eine besondere offizielle Verabschiedung nicht statt. Die Flieger dankten vor ihrem Weiterfluge für den ihnen in München bereiteten Emp- tieren und den Apparat dann vor die Halle bringen, wo er, wie er erklärte, den Propeller laufen lassen wollte. Levine trug weiße Flieger- kleidung. Er ließ den Motor anlaufen und dann die vor die Räder gelegten Bremsklötze weg- nehn.en, um, wie er erklärte, einige Meter auf dem Boden zurückzule gen. Levine» fuhr aus dem Boden bis an den a grenzenden! Militärflugplatz heran, schien dort auf den Start eines vor ihm stehenden Verkehrsflugzeuges zu warten, machte dann wieder kehrt und stellte den Apparat in nördlicher Richtung bereit. Darauf fuhr er an, startete und verschwand In einer höhe von 500 Meter von Le Bourgcl. Als man auf dem Flugplatz erkannte, daß Levine davonflog, stieg ein Flugzeug zu seiner Verfolgung auf. Es konnte ihn aber nicht mehr einholen und mußte unverrichteter Dinge zurückkehren. älm 14.05 ist, wie Havas berichtet, der Apparat Levines über Abbeville gesichtet worden und m 14.30 meldete der Seaphor von d'Alcvachr bei Boulogne-sur-Mer das Dorüberfliegen eines Apparates, auf den die Beschreibung der „Miß Columbia" paßt. In Fliegerkreisen behauptet man, daß Levine kein Talent zum Fliegen besitze und daß er in Berlin angekommen wäre lediglich mit der Erlaubnis, als Passagier an der Reise Reuhort—Berlin auf der „Miß Columbia" tcilzunehmen. Der Erregteste von allen ist D r o u h i n, der sich den Kopf zerbricht, wie er seinen Assöcier wieder einholen kann. Rach dem „Temps" steht absolut fest, daß sich an Bord der „Miß Columbia" nicht etwa noch jemand anders befindet als Levine. Landung in Croydon. London, 29. Aug. (ICQ3.) Der Flieger Levine, der den Flugplatz Le Dourget mit seinem Flugzeug „Miß Columbia" plötzlich verlassen hatte, ist heute nachmittag in Croydon gelandet. Levine ist auf dem ihm gehörenden Flugzeug „M iß Columbia" auf dem Flugplatz Croydon in einer Weise angekommen, die- das Erstaunen der englischen Derufsflieger erregte. Levine entging mehrmals nur mit knapper Rot dem Tode. 11. a. flog er nur wenige Fuß an einem Beobachtungsturm vorbei. Schließlich stieg ein englischer Beruf sflieg?r auf und zeigte Levine den Weg nach dem Flugplatz Croydon. Auf die Frage, warum er diesen Flug unternommen habe, sang. Rach dem Start zog der Eindecker noch einige Kreise über dem Flugplatz und wenige Minuten später entschwand er in östliche rRich- tung. Die Flieger beabsichtigen, ohne Zwischenlandung über Wien und Budapest in Richtung Konstantinopel zu fliegen. Neue Startbereitschaft in Dessau und Köln. Berlin, 29. Aug. (WB.) Nach einer Korre- spondenzmoldung hat die Leitung der Junkerswerke in Dessau mit den deutschen Amerikaslie- ae r n gestern noch einmal über die einKuschlagenden Luftwege verhandelt. Man wird sich, wie verlautet, gegebenenfalls für einen etwas südlicheren Kurs entscheiden. Die Meldungen über das ©etter auf d c m Atlantischen Ozean lauteten heute besser. Bon den bevorstehenden Wettermeldungen hänge die Entscheidung ab, ob in Dessau ein neuer Versuch zur Bezwingung des Ozeans unternommen werden würde. Wie derselben Korrespondenz aus Köln gemeldet wird, will auch K ö n - necke erst die Wettermeldungen der Hamburger Seewarte abwarten und sich dan schlüssig werden, ob er Dienstag oder Mittwoch starten wird. Dessau, 29. Aug. (WTB.) Entgegen der im Reiche umlaufenden und auch durch den Rundfunk verbreiteten Nachricht von einem Start der Junkersozeanmaschinen ist festzustellen, daß bisher noch kein Start stattgefunden hat und auch am Dienstag früh nicht stattfinden wird. Der Abslug hängt ausschließlich von der Gestaltung der Wittcrungsverhättmsse auf dem Ozean in der nächsten Zeit ab. Köln a. Rh., 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Koennecke und Graf Solms weilen heute seit dem frühen Morgen auf dem Kölner Flughafen. lieber die Absichten Koenneckes war bisher nichts zu erfahren. Man wartet auf die nächsten Wetterberichte und rechnet mit einer Aende- rung der Windstärke gegen 10 Uhr vormittags. Em weiterer amerikanischer Ozeanflug abgebrochen. London (Ontario), 29. Aug. (WTB.) Das mit den Piloten Tully und M e d c a l f besetzte F l u g z e u g „S i r I o h n Darlings", bas heute zu einem T r a n s o z e a n f l u g gestartet war, ist 12.15 Uhr mittags wegen des südlich von Oakville herrschenden Sturmes hierher zurückgekehrt. b e l g i s ch e B o l k : Das belgische Volk verdient b e- sondereRück sicht und hat besonderen Anspruch auf Schonung seiner verständlichen Empfindungen. Gerade in Erinnerung an das, was das belgische Volk erlitten hat, fordere ich den besonderen Schutz der friedlichen Bevölkerung in künftigen Kriegen, wenn es auch jetzt noch nicht gelingen sollte, für immer den Frieden zu erhalten. Die Frage des Kriegs-Potentiels wird, wie ich fürchte, das Abrüftungsproblem hoffnungslos lomplizieren. Ebenso wie andere große Delegationen Hal die deutsche Delegation gegen diesen Teil des 21b- rüsiungsplanes unüberwindliche Bedenken. Mit voller Zustimmung begrüßen mir bagegen d?.s an gestrebte Verbot militärischer Verbände neben m eigentlichen Heer, da diese Verbände eine Gehr für die Jugend bedeuten. Dahinter erhebt sich "io Frage, ob nicht überhaupt der Grundsatz der .llgemeinen Wehrpflicht von allen zu ■■•erroerfen ist, die den militärischen Geist der Völker kämpfen wollen. Auch ist darauf Rücksicht zu neh- .nen, da große Teile der nationalen Wirtschaft an dem Heer und seinen Rüstungen verdienen. Die deutsche Gruppe wird den technischen Ab- - ü st u n g s p l a n zur Grundlage weiterer?! r b e i- 7 n und Untersuchungen machen. Mit allen Delegationen hofft die deutsche Gruppe eins zu sein in dem Willen: Lin Ende der Aufrüstung! Laßt uns die Abrüstung beginnen! Die Antwort der andern, Die Amerikaner erklärte, daß sie den Resolutionsentwurf nicht billigen könnten, da er mehrere Bestimmungen enthalte, die unkontrollierbar seien. Die Vereinigten Staaten legten Wert darauf, daß der Völkerbund niemals ein Heber ft aat werde. Ein Abkommen, wie das von Locarno sei besser als sämtliche Abrüstungsprobleme. erklärte Levine, da sein Pilot ihn nicht habe nach London bringen wollen, habe er sich entschlossen, selbst zu fliegen. Er bemerkte noch, er wolle selbständig über den Atlantischen Ozean fliegen. Er glaube, er sei hierzu befähigt. Levines Gründe und Absichten. London, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der amerikanische Finanzmcmn Levine, der gestern mit seinem Flugzeug „M iß Columbia" bei seiner Landung in Croydon (wie gemeldet wird, der ersten Landung, die er je vollführt hat) fast tödlich verunglückt wäre, gab der Presse Aufschlüsse über seinen unerwarteten Flug nach London. Er sagte: Ich brachte die „Miß Columbia" nach England, weil ich der Ansicht war, daß dies im besten Interesse des Fluges (nach Amerika) liegt. Ich sah keine unmittelbare Aussicht, von Pans weg- zukommen. Immer, wenn Berichte, die ich von britischen oder amerikanischen meteorologischen Stationen erhielt, zeigten, daß die Bedingungen gut waren, schlug ich D r o u h i vor, zu starten. Er lehnte es jedoch mit der Begründung, die Berichte der französischen Bureaus zeigten, daß die Wetterlage ungünstig sei. Levine erklärte, Drouhine werde jeden Pfennig erhalten, der ihm unter ihrem Kontrakt zustehe und bemerkte weiter: „Während ich in Frankreich war, wurde mir jedes mögliche Hindernis in den Weg gelegt. Alles, was ich unternahm, wurde dauernd in der Presse und anderswo kritisiert. Ich sah, daß mein FlugausDaris so gut wie unter französischer Kontrolle stehen würde und dies schien mir nicht gerecht zu sein. Schließlich, als ich keinen anderen Ausweg sah, beschloß ich, das Flugzeug nach England zu bringen und von hier zu starten.' Levine schloß, er wolle entweder einen amerikanischen oder einen britischen Flug- zeugführerzu bekommen suchen. Auf die Frage, ob er einen F l u g s cb e i n besitze, schüttelte Levine lachend den Kopf und sagte, das Luftsahrtministerium habe ihn gebeten, nicht mehr zu fliegen, bevor er eine t solchen Schein besitze. Ein langes Gesicht in Parks. Paris. 29. Aug. (WTB) Auf dem Flugplatz Le B ourge t ist auf Grund der inzwischen bekannt gewordenen Rachrichten von der Landung Levines in Croydon bei London das Gerücht verbreitet, daß Levine, sobald die Witterung es erlaubt, mit dem englischen Flieger Hincliffe als Piloten zum Rückflug nach Reuhork zu starten beab- sichligt. Mit dem englischen Flieger habe Levine verhandelt, bevor er den Vertrag unterzeichnete, der ihn mit Drouhin zu verbinden sch.en. Drouhin befindet sich noch immer auf dem Flugplatz Le Dourget: er ist sehr niedergeschlagen und hat, nach Havas, erklärt, er werde nicht nach London fahren, denn er wäre fähig, Levine zu töten, wenn er ihn treffen würde und dann würden ihn die englischen Behorchen ins Gefängnis werfen. Man werde nachprüfen, ob es möglich sei, die „M i h C o l u m b i a" beschlagnahmen zu lassen. Sie begrüßt den Geist von L o c a r n o und wünscht v t u Q1A ^„ll. v_„. die Verständigung mit allen Nachbarn, auch großen Erstaunen der anwe'en ei Monteure ging mit den Nachbarn im Osten, insbesondere mit Polen, jedoch Levine geradewegs auf das Versteck zu, Wir sprechen unfern besonderen Abscheu über bie 1 - - ' — - ■' barbarischen Folgen eines künftigen Luft- und chemischen Krieges aus. Ein künftiger Ausrot- t u n g s f r i e g würde nicht nur unermeßliche menschliche Opfer fordern, sondern auch bei den Völkern Gefühle der Erbitterung und des Hasses zurücklassen, die eine geistige Besriedung der Welt noch mehr erschweren würden. Die geistigen Nachwirkungen des Krieges werden dort am stärksten gefühlt, wo die Bevölkerung am meisten gelitten hat. In diesem Zusammenhang zugleich auch im Namen meines Freundes Lobe ein Wort an das Englischer Boykott des russischen Petroleums? London, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Laut „Daily Mail" erwägen angeblich alle in Betracht kommenden Petroleumgesellschaften und Interessenten, welche Aktion unternommen werden könne, um die Einfuhr von Petroleum nach England zu verhindern, das aus russischen Oelfeldern stammt, die ohne Zahlung von Entschädigungen von den Bolschewisten beschlagnahmt worden sind. Der Leiter der Shell- Gesellschaft, D e t h e r d i n g , erklärte, möglicherweise würde gegen einige Personen gerichtlich vorgegangen werden. Ausweisung eines russischen Journalisten aus Frankreich. Paris, 30. Aug. (WTB. Funkspkuch.) Die französische Regierung hat dem „Echo de Paris" zufolge den Pariser Korrespondenten der Telegraphen-Agentur der Sowjet-Anion ausgewiesen. D.eser Iour- nalist habe, so wird erklärt, in feinen Depeschen über die jüngsten Kundgebungen gegen die Hinrichtung von S a c c v und Vanzetti übertrieben, indem er, wie sich das Blatt ausdrückt, nach der Art und dem Stil der „Humanite" berichtete. „Petit Parisien" fügt dieser Rachvicht hinzu, er könne mitteilen, daß in der gleichen Weise alle Ausländer beharrdelt werden würden, die falsche oder offenkundig tendenziöse Mitteilungen veröffentlichen würden. Die Japaner wollen Schanlung räumen. Tokio, 29. Aug. (WB.) Der Premierminister teilte mit, das Kabinett habe beschlossen, in nächster Zeit diejapanischenTruppenausSchan- tung zurückzuziehen. Aus «Her Welt. Eckcner über den ZcPPelinvcrkehr Lpanien — Südamerika. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus Ham- bürg hat Dr. Eckener, der gestern aus Argentinien wieder in Deutschland eingetroffen ist, einem Pressevertreter gegenüber zu dem Projekt desL u f t- chifsverkehrsSpanien — Südamerika geäußert, daß das Resultat seiner Besprechungen mit der argentinischen Sonderkommifsion dahinaehe, daß diese Kommission der Regierung und dem Kongreß empfehlen werde, die gemeinsamen deutsch-spanischen Vorschläge gutzuhei- heißen und den Bau der nötigen Anlagen anzuordnen. Danach soll bei B u e n o s A i r e s ein großer Luftschiffhafen mit Halle und Anker- türm und allen sonstigen Nebeneinrichtungen angelegt werden, so daß bodenorganisatorisch alles vor- bereitet ist, wenn zum erstenmal der neue Zep - pelin seine große Fahrt antritt. Da auch Spa- n i e n bereits mit dem Bau solcher Anlagen begonnen hat, hängt die Aufnahme des Verkehrs Europa—Südamerika nur noch von der Fertiastel- lung und dem Ergebnis der Probefahrten Les Luft- chiffes selbst ab. Hochwasserkatastrophe bei Güstrow. Eine furchtbare Katastrophe ist gestern plötzlich über Güstrow und ilmgegenb hereingebro- chen. Der Fluß Rebel, ein Rebenfluh der War- TOrto, ist auf weite Strecken über seine Ufer getreten und har um.verfehbar? Flächen kostbaren Geländes auf dem überall die Ernte in Hocken stand in ein riesiges Wassermeer verwandelt. Das Dorf Parum, das 10 Kilometer von Güstrow entfernt liegt, gleicht einer Insel. Das Vieh wurde schleunigst aus den Ställen getrieben, da es sonst den Tod in den Fluten gefunden haben würde. Die Ernte, die nur zu einem Fünftel geborgen worden ist, ist zu vier Fünfteln vernichtet. Lieber die Drücken treiben rasende Wasserfluten hinweg. Die Bahndämme find durch die Wasserfluten stark gefährdet. Güstvow selbst ist überflutet. Ermordung des deutschen Forschungs- reiscnden Filchncr durch Lamas? Die Londoner „Times" berichtet aus Peking, einem Telegramm des britischen Residenten in Sikh im zufolge sei eine Reisegef-ell- schast von drei oder vier Ausländern von Lamas in West-Szechwan ermordet worden. Dieser Bericht erinnert an die Tatsache, dyß letzten Iuni eine Gesellschaft von Missionaren in West-Kansu den Rat erhiel., sich zurückzuziehen und weil sie nicht wußte, ob sie die Küste in östlicher Richtung erreichen könne, beschloß, über Ost-Tibet nach Indien zu gehen. Soweit bekannt, bestand diese Gesellschaft aus einem Engländer, einem Amcrskaner und eii em deutschen Gel.hr en mit Ramen Filchner. Van dieser Reisegesellschaft wurde feit ihrer Abreise nichts mehr gehört, und es wird befürchte', daß es sich bei dem oben gemeldeten Verbrechen um die Möglicher dieser Gesellschaft handelt. „Times" meldet Wetter, daß Bandtten einen Zug" der chinesischen Osibahn angriffen und die Wacken überwältigten, von denen verschiedene verwundet wurden. Der Zug wurde zum Entgleisen gebracht. 50 chinesische Passagiere wurden gefangen weggeftihrt und die ausländischen Passagiere beraubt. Von den letzteren wurde jedoch niemand gefangen genommen oder verletzt. 70 italienische Soldaten verschüttet. In der Kaserne des 88. Infanterieregiments in Livorno stürzten in der Nacht zum Montag gegen 3 Uhr Dach und Decke über zwei Stuben ein, in denen sich 70 Soldaten befanden. Von den Opfern des Einsturzunglücks sind bis jetzt 18 Tote und 40 Verwundete aus den Trümmern geborgen worden. Zehn Soldaten liegen noch unter dem Schutt begraben. Rettung aus Seenot. Der Flensburger Dampfer „Minna Horn" rettete 15 Seemeilen westlich von Arcona zwei gänzlich erschöpfte Matrosen^ aus dem treibenden Wrack des dänischen Schoners „ Sutton“. Das Wrack wurde nach Kiel eingebracht. Dampferzusaminci'.sioß im Indischen Ozean. Der Dampfer „Kalkutta" ist am Sonntag auf der Rückreise von Java mit dem deutschen Dampfer „Rabensals" auf der Höhe von Fulton Point bei Hooghli zusammencestoßen. Die „Kalkutta" wurde so schwer besck)äüigt daß mit ihrem Sinken gerechnet wird. Schweres Unwetter in Japan. Ein schweres ilntoetter fr. Südjapan heim- gesucht. In Kotfchi sind 35 Menschenleben zu besagen. Die Zahl der Opfer in Nagasaki belauft sich auf 2? Tote und elf Verletzte. Acht Personen werden noch vermißt. Illis Die i durch wohnte berg' üellen daß i; Schaf verP hörig" gnttou' hatte genenti von ix de: D Genes- nung t IfH“ antrogt gierun? an die Nschofr fielen ! in Mr Ohmen, Vorhand leisinng des in meinte), hessischer Arnden zur 2« sm de Es bu nahmen ungel gcbeneii Flame Apelhel daß sie halten h M 61a gegen ei aus, lve Selbst ucn der Ersuchen den Eic wurde r lehnt. ' tragens sie wie der Kckge b Es Lutter Käse (t DeW< Mr en 25 bis ( 15 bis 1 25 bis t. W 2- 25, Fallt b:e en f; bellen 25 Hahnen i drv '5fu; Gaia, lö gucken 4 5 bis 10 Slatttfjea Ruitheatk WW iGininlu- Mi'. . Candq-Y der leh! den Ar ton uns so sollte, ■; gute D ziveifG ivanner M Sonn Heuti. Wplje bei juf dem "Jte, jur W. Üln W es in unserer (f 'N'vsye bE ’Wcoili 'ö)en 1 Gossau, ?°nntQa «tat [*Qnb ve ^ipred nelpnvn' .ÖOrmiitc *?9spau dgste P MNt'-ch '"-l !'-! Fannie .n°°er iii ?l°re, jeten , M-ernt Me in m ÖCI‘ Aoltsvg, Rieten 54 h* b,; !L^ faint Us6ru(f Aus der provinMhauptftadt. Gießen, ben 30. August 1927. Die Hesfl che Apothekerkammer hielt dieser Tage in Darmstadt eine Sitzung ab. Das Ministerium des Innern Dar vertreten durch Ministerialrat Dr. Hehl, außerdem wohnte der Minister des Innern Dr. Ä trübe r g e r den Verhandlungen bei. Einem offiziellen Bericht über die Tagung ist zu entnehmen, bah zunächst der Bericht der Kommission für Schaffung einer Hinterbliebenenversicherung aller in ben Kammerbezirk gehörigen (Apotheker entgegengenommen wurde. Der Entwurf, der den Beteiligten bereits vorgelegen hatte und mit sehr großer Stimmenmehrheit angenommen war, wurde in voller Einmütigkeit von der Kammer gutgeheihen: er wird nunmehr der 2iegiev sehr leichter Ost Jv massiger Sudsvowest Q stürmischer «ordnest Oie Pfeile fliegen mit dem winde Oie oei den Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen auf Meeresniveau umgerechneten Luitdrucx Wettervoraussage. Die Wetterlage hat eine weitere Stabilität erfahren. Ganz Deutschland war heute morgen frei von Niederschlägen. Die Temperaturen haben tagsüber einen sommerlichen Stand angenommen. An der Südseite des umfangreichen Hochdruckgebietes, dessen Kerngebiet einen Barometerstand von über 770 Millimeter zeigt, kommen östliche Winde auf. Im weiteren Bereich der Hochdruckwetterlage bleibt der herrschende Witterungscharakter fortbestehen. Wettervoraussage: Nachts stellenweise Nebel, tagsüber heiter, warm und trocken. Witterungsaussichten für Donnerstag: Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperatur: Gestern mittag 23,2 Grad Celsius, gestern abend 14 Grad Celsius, heute morgen 10 Grad Celsius; Maximum 23,2 Grad Celsius, Minimum 8,8 Grad Celsius. Gestrige Sonnenscheindauer 11% Stunden. Erdtemperatur in 10 Zenttmetr Tiefe gestern 21,1 Grad Celsius, heute morgen 13,9 Celsius. A.V' 9xe 9uss^Ldjut welcher Art sie auch sein mögen, geschieht durch unsere Spezialisten mit Hilfe des abgebildeten Fußabdruckapparates (Pedograph>- Erst nach genauer Pufruntersuchung, die vollkommen kostenfrei und unverbindlich ist, wird der betreffende Heilbe» Leif dem Fuße individuell angepaßt. Dr. Scholl’s Bunton Reducer schützt die entzündete Stelle gegen Druck und Reibung, bewirkt Verkleinerung des Ballens und verhindert Anschwellung des Fusses. Dz Scholls fuß-Päetfe-Artikel geben sofortige und dauernde Erleichterung. Sie sind auf wissenschaftlicher Grundlage hergestellt, werden individuell angepaßt und sind bestens begutachtet von den hervorragenden Autoritäten aller Länder. Ein vom Dr. Scholl-Inftitut entfand- ter Fuß-Spezialift fteht Ihnen Dr. Scholl*» Toe Flex richtet gekrümmte Zehen wieder gerade, stellt die normale Muskeltätigkeit wieder her und beseitigt die Ursache der Ballcnbildung. vom Donnerstag, 1. Sept, bis einschl. Samstag, 3. Sept, zur kostenlosen Fußuntersuchung und Beratung in unserer orthopädischen Spezial-Abteilung zur Verfügung. Alle diejenigen, die schon Dr. Scholl- Einlagen tragen, werden zur kostenlosen Nachuntersuchung eingeladen Mäusburg 12 GIESSEN Fernspr. 210 7861a Dir d« sm lammet dot de Wgkei fnnn. Waren, lammet tiile 'Ä S L 8ar» auf- JJ« die L hStiS/ --O SK •Qr,qe(nn | IÄ9 ins $i u„ p n d, *$* fr, jleib= h $ rß der ftp/’^tool laßt Huerball S’LM » ^nn Rp JM1 n>i T°ld °N""ü t j Sei getreu bis in den Tod. Jlr.6 Inhalt im 74. Lebensjahre. Die Wieseck, den 30. August 1927. Wir bitten von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. 062 Oi Klein-Linden, Großen-Buseck, Gießen, den 30. August 1927. 1 7875 Dl Grit Haid ru 9 Praxis geschlossen 6M788 Verlange nur 78eeD Preis 35 Pf. per Stock Ueberall zu haben t nefteßt. 7867D ociudit. 7858D kg 1. kg 2. 1000 7860V und kg 8. 1200 13. 25 000 Kreuzplatz 7878a 100 1500 1500 1000 300 9. 10. 11. 12. 3. 4. 5. 6. 12 000 6 000 200 150 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 31. August 1927, nachmittags 3'/, Uhr, vom Sterbehaus, Wetzlarer Str. 49 a aus statt. Wilhelm Arnold, Drefcherei, Beuern. Schr. Ann- u. 06271 nn den Gieh. Anz. 3. ft ö( Als die glk iich ma Die 1500 1000 1000 10 zur Er 7837V 1927, Wer einen gr Waren u in der ' Anlaß 9 Gebrauchter Kaffen- schrank kaufen gesucht. wind a Gi welcher Industr zeige # einzurei Die 1. n eingesehen werden können. Fischer. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Gustav Ziegler Witwe Familie Karl Schäfer VIII. Wurst und Würstchen und 1200 kg Schweineschmalz, roh, Salatöl, Biktoriaerbsen, Linsen, Graupen, rohen Bohnenkaffee 600 kg Malzkaffee, Handkäse und 800 Quark, Liter Vollmilch, Bandnudeln, Weizengrieß, Dr. Wilhelm Klein, Neuen Bäue 29. Dr. Otto Wolf. Tonnen Holl. Heringe, extra prima, kg Rodgenmehl 0/1, „ Weizenmehl I, „ Weizenmehl, Spez. 0, „ Weizenmehl 00, „ Staubmehl. N< Li W 5. fit stc a 90 Der i'-hl jede Kostenfreie Angebote sind bis öffmingsstunde: Dienstag, den 20. September 10 Ahr, bis 20. September. Vertreter: Dr. Klewitz, Ludwigstrabe 1 Auf 1909 gc bekannt Änhörur an^ordt de G B 2. A V ei rr 3.1 •ii Eine Garage (transp I "“c eine Halle zu kaufen gss. Off. an Postschließfach 66. hauptpostl. erb. MMlWS oder geeignetes Häuschen iFachwerkf zu kaufen gesucht. Schr Ang. u. 06265 au den toiest. An^. In tiefer Trauer: Frau Netty Spuck geb. Bach und Kinder Franz Spuck und Frau Franz Spuck und Familie F. Kuno Borst und Familie Jakob Bach und Familie. Hagen in Westfalen, Gießen, Höchst a.M., Elberfeld, 30. August 1927. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Hept., nachmittags 2V2 Uhr, in Hagen in Westfalen statt. Seine Freunde. Heuchelheim, den 28. August 1927. 7866 D Die Beerdigung findet Mittwoch, den 31. August, nachmittags 4 Uhr, vom Steroehause, Eichgasse, aus statt 7873D Bullenverkauf. Die Gemeinde Odenhausen beabsichtigt, den dienstabgängigen Gemeinde-Bullen (Vogelsberger Rasse) zu verkaufen. Angebote wolle man unter Aufschrift „Bullenverkauf" bis zum Samstag, dem 3. September, bei dem Unterzeichneten abgeben, woselbst auch die Bedingungen Harmonie-^ Gsmütlictieii Morgen Mittwoch pünktlich 1 tz llbr Singstunde Der Vorstand. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Weigel. Alleinige Hersteller: Gunther & Haußner, A.-G., Chemnitz-Kappel Zu beziehen durch: Renner, Krnmm & Sauer. Bahnhofetr. 40 Ungefähr: 1 200 kg Rindfleisch und 1 200 Nachruf. Am 25 August verschied plötzlich infolge eines Unglücksfalles an der Arbeitsstätte unser treuer, unvergeßlicher Freund Otto Reuschling im blühenden Alter von 25 Jahren. Ein ehrendes Andenken als treuer Kamerad sei ihm gewiß. Es hat Gott gefallen, meine liebe Frau, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Anna Weigel geb. Müller im Alter von 27 Jahren in die ewige Heimat abzurufen. Zwei tüchtige «M 14. 15. 16. 17. Zum sofortigen Eintritt eine [7872D Asm SUMM gesucht, die sieuo- gravbiert und Maschinen schreibt. Schr. An geb. erb. VasaltwerKe Gietzen Liebigstraste 15. Holländern Buttermilch-Seife nur sie erhält Dir Deine Schönheit! Nierenfett, roh, Schweinefleisch, 600 Flott und vornehm gekleidet zu sein Ist für Kinder eine Quelle des Selbstvertrauens und der Lebensfreude. Geben Sie also Ihren Kindern das Be- wufetseln, dafe sie gut angezogen sind. Bleyle-Anzüge sehen Immer flott aus und entsprechen zugleich den Forderungen moderner Schulhygiene. Denken Sie aber auch daran, daß die Kleider gerade in der Schule stark str apaziert werden u. lassen Sie Ihre Kinder Anzüge tragen, die etwas aushalten: Bleyle - Anzüge BleyleSweater Bleyle-Westen % Gestern mittag 1 Uhr entschlief sanft nach kurzem Kranksein unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Schäfer I. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit mein über alles geliebter Gatte, unser lieber Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Schwiegersohn Herr Rudolf Spuck Bahnmeister im Alter von 35 Jahren. KU ’ Ä Mein neuerbautes ÄLVsLnsSoLaZ für ca. 100 Personen, der Aeuzcii entsprechend, noch einige Abende frei. Em« SßerS 7859D Hammstraße Z. Telephon 1Z25. versd-lossen und mit der Aufschrift: „Lieferung für die Zellenstrafanstalt" einzureichen. Bedingungen für die Bewerbungen und Lieferungen enthält der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893. Er kann nebst den übrigen allgemeinen und besonderen Bedingungen werktags zwischen 9 und 11 Ühr und zwischen 15 und 16 Uhr auf der Geschäftsstubc des Oekonomen und des Arbeitsinspektors eingesehen, Abschriften gegen Erstattung der Schreibgebühr, bezogen werden. Im Gesuch um Abschrift ist der Lieferungsgegenstand näher zu bezeichnen. Zuschlagsfrist: 10 Tage. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, das zum Stückpreis von 10 Reichspfennigen ebenfalls bezogen werden kann. Butzbach, den 18. August 1927. Die Direktion der Zellenstrafanstall. LMw auf d. Lande «Bahnstation) mit 5 Zimmern, Küche, clettr. Licht, Wasserleitung, Garien, -.vermieten. Wo? sagt die Ge- schästsstelle d. Gleft. Anzeigers. 06278 Zu vermieten s^v Einfamilienhaus (4 Zimmer, Küche, Boden- und Steller: raumiuebst IMorgen gr. Garten, 15 Min. von Bahnhof Burg- Nieder - Gemünden. Näheres durchHerrn Forstrat Knllmcnn, Bnrg-Gemuuden. 3- u.4-3lmnier®oi)n. mit Zentralheizung Waruiwasser, komvl. Bad, ä. orm 7704V Friedrichstr. 53. Im Wege des schriftliliM Angebots ollen die nachstehend aufgeführten Gegen- tände für die Zeit vom 1. Oktober 1927 )is 31. März 1928 vergeben werden: zuvcrläss., tüchtig. Mädchen Frau Steller, Bad Nauheim, Burgur. 25. [78r6D | Verkäufe Gebr., einfache Küchen einrichtuna zu verk. 'Jfrtb. ’SJ9 Noonftraste 32 I. Mirabellen abzugeb. Hinter der Wesjanlage 5 IL Honig-u.Etnmach- birnen billig au verkaufen. 06282 Bergstraße 22 p. | Kaufgesuche | gleißet SM zu kaufen gesucht. Frau Plase. «Mr« Neustadt 27. _ | Vereine | Junges, ehrliches Mädchen für geschäftliche Besorgungen lägt, vormittags gesucht oci<< Franks. Str. 9 v. Ein älteres Mädchen daö etwas erfahren i. Kochen ist u. auch etwas Hausarbeit mhübetnimmt, kann zum 1. September eimreien. 7862 V öiMcel u. SonüHorei tzeinrily Weimar Srantrurter Sir. 41. Telephon 833. Wegen plötzlicher Erkrankung meines MUSS sofort Aushilfe gesucht, evtl auch Dauerstellung.Zeug- nisse erwünscht. Funk. Seltersweg 38. GMWMen n. 9aü5$ö8(fien oder Stan i gesucht. Zu melden Goetbcstrake 18v. Junges, ges. ordnungsliebendes Mädchen t. 21. v. 14-17 Jahr., tagsüber ob. ganz t kl. bürgerl. Haushalt ges. Zu erir. t. d. Ge- I schftsst. d. G. A. 0618.3 3eon Sern & Co., ___Oiefieri_____ Jüngerer Mime gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gies;. Anz. 7880V Tüchtiges Alleinmildchen in kleinen Geschäfts- haushalt gesucht. Zu er fr. «. d. Geschäftsst. d. Gies;. Anz. [06269 Etz MM und ein junger WssMeiker gesucht. 1’6288 Wilhelm Zimmer, Gesellsch. mit beschr. Haftung. Giestcn, Babnhosstr. 12. Riigkrer malet- oder WlMer- geljilfe ’-d kann noch eituret. bei 3oü. Bapllft Stuppert Herbstein 'Lberh.s Suche sofort einen Mann von 17 bis 20Jahren zur Bedienung einer neuen Selbstbtnder- presse, auch -um Einlegen. 7879V Will) Magcl. Burkhardsfelden Einige tüchtige Hrbeifer und zwei jugendliche Arbeiter werden sofort ein- (öiit möbl. Wohn- u. Schlafzimmer v. für 1. Sept., evtl, später z. verm. os™ Ecke Stein- und Dammftrafre 41 v. Möbi. Zimmer mit 2 Betten u.elekir. Licht au verm. 06272 Marktplatz Mbl. M« IN. el. L. &. verm. «,281 Marktplatz 17 HL Möbl. Zimmer m. elektr.L. sofort ob. später z. verm. n»™ Ebelftraste 10 I. Stellenangebote! DteVerkaufsv"retni> guna einer Mittel- dcutschen Lack- und Süddeutschen Farbenfabrik sucht für den dortigen Bezirk einen, vorAugLweise bei llllalerkundschaft eingesührten Vertreter Es kommen nur wirklich gute, einge- führte Verkaufskräf- le in Frage. Aus- sühi liche Angeb. unt. 7874V nn d. G. An^. MAI nicht unter 20 Jahr^ für tagsüber gesucht. Borzustellen v.4Uhr ab. ISaa*. 06274 WaUlorilr. 24. Tüchtiges Mädchen ob. Fran für Hausarbeit für tagsüber gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle d. toter;. 9Uu. 06285 Jüngeres Mädchen f. tagsüber ges 002TO Sonnenftr. 12 v. Giehener Anzeiger lSeneral-Anzeigrr für Vberhessen) Nr. 202 Zweites Blatt Dienstag, 30. August 1927 Wahlen im Memelgebiet. 2lm heutigen Dienstag finden im Memel- lande Neuwahlen statt. Don den daran Interessierten ist nach außen und nach innen eine nachdrückliche Wahlprvpaganda betrieben worden. Daß die Memelländische Bolls-' Partei mobil gemacht hat und allenthalben Wahlversammlungen abhielt, die im allgemeinen recht gut besucht waren, bedarf keiner besonderen Hervorhebung. Doch auch die Regierung in Kowno, allen voran der Ministerpräsident Woldemaras, hat, wenn auch mehr nach austen, einen Feldzug zur Irreführung des Auslandes unternommen, um die Blühen der litauischen Memel-Politik mit dem Mantel der Liebe zuzudecken. Er hatte es dabei sehr leicht. 3m Memelgebiet herrscht noch der Kriegs- zustand. Jede Versammlung muh von der Kommandantur genehmigt werden. Es herrscht Pressezensur. Wahlaufrufe wurden unterdrückt. 3m Memelgebiet herrscht zwar kein Terrorismus im eigentlichen Sinne des Wortes, wohl aber ein Zustand, der die Wirkungen von Terrorismus erreicht, wenn nicht in manchen Punkten übertrifft. Worum geht es bei diesen Wahlkämpfen? Um die deutsch« Kultur! Die Memelländer verteidigen die Sprachfreiheit. Man will in Memel am Lehrerseminar die litauische Unterrichtssprache einführen. Kowno will die Erzieher der Jugend und damit die nächste Generation litaui- sieren. Um dies Bemühen zu rechtfertigen, hat man den Begriff der „Litauisä)en Kultur" geschaffen. Wir Deutsche stehen ja den Litauern ohne das Gefühl von Abneigung gegenüber, das unsere Worte angesichts der Ueberheblichkeit fo mancher unserer früheren Kostgänger beflügelt. Aber wir wünschen vor allem und über alles die Aufrechterhaltung der bestehenden Gerechtsame und Rechte. Gewiß ist das Memelgebiet in seiner heutigen Form auch ein Markstein deutscher politischer Dummheit. Man sehe sich die Bevölkerungs- und Sprachkarten unserer Porkriegsatlanten an, und wir sehen mit Erstaunen, daß das Memelgebiet ethnologisch nicht zu Deutschland, sondern angeblich zu Litauen gehörte. Aber kulturell gehört es auch heute noch zu Deutschland. 1920 lebten im Memelgebiet 141 238 Menschen: gewiß keine sehr große Zahl. Wer ganz Litauen mit seinen mehr als 53 000 Quadratkilometer, ein Gebiet, so groß wie Westfalen und die Rheinprovsntz zusammen, zählte (1923) nur etwas über 2 Millionen Einwohner. Die beiden genannten deutschen Provinzen aber wurden bei der letzten Volkszählung 1926 von 12 Millionen Menschen bewohnt. Solche Vergleiche sind aufschlußreich. Auf das Deutsche Reich übertragen würde ein Bevölkerungszuwachs von 7 Prozent annähernd der Annektion Hollands oder d^r Schweiz oder Dänemarks entsprechen. Von Kowno aus gesehen, ist das Memelland ein kulturelles und wirtschaftliches Dorado, das es zu „erobern" gilt. s^fttcr diesen Umständen will die memellänirische Bevölkerung zunächst nur eines: die Durchführung der vom Völkerbund garantierten Selbstverwaltung. Die Memel- ländcr schreckt die Erfahrung der an Polen abgetretenen deutschen Gebiete, welche die Unkosten für den neuen polnischen Staat zu tragen haben. Man will sich vor Raubbau schützen, vor Raubbau an der deutschen Kultur und an den heute nur noch als Ueberrcsten- zu bezeichnenden Hinterlassenschaften einer geordneten preußischen Verwaltung. Nun ist es sicherlich richtig, daß die lokalen Sorgen und Nöte der Memelländer trotz ihrer , Abtretung etwa für den Leser im Reiche genau so uninteressant sind, als wären sie beim Deutschen Reiche geblieben. Doch der Kampf zwischen Kowno und Memel ist mehr als eine lokale Frage. Es ist mehr als ein deutsch-litauisches Problem. Die Dinge, um die es am heutigen 30. August, am Wahltage, im Memelgebiet geht, sind d e u t s ch e Zukunftsfragen im besten Sinne des Wortes. Wie das Ausland die Praxis der Geopolitik längst durchgeführt hatte, ehe ein Deutscher ihre Theorie entdeckt hat, so ist der Deutsche von heute sich noch nicht klar darüber, daß die schlichten, unscheinbaren Vorgänge an der Mündung des Kuri- schen Hafks sinnbildlich und praktisch fast der ein- , zige Punkt sind, wo die Quintesienz des Versail- . ler Diktats klar zum Wsdruck kommt. Man hat Heidebilder. Von Hugo Wisliceny. Spät kommt sie, doch sie kommt! Die Blüte der Galluna hat sich, wie im Vorjahre, arg verspätet: aber sie wird sich noch tief in den September hinein erstrecken, und die Vollblüte der hohen Heide — die Moorheide blüht etwas früher — wird sich erst zu Ende des Augustmonats einstellen. Darf man noch von der „Heide bei Lutterloh" sprechen? Wo doch auch in dieser Gegend das Ungetüm Motorpstng so viel Heide gefreßen hat! Ja, man darf es, denn gerade Lutterlohs Umgebung weift eine wahre Ueberproduktion an caüuna vulgaris auf. Wo die Lüßwälder mit ihren prächtigen Bir- kenschutzstteifen westlich aufhören, hat man noch einen weiten Blick über hügeliges, mit Heidekraut bestandenes Land. Man gehe nur tiefer ins Land hinein, abseits der Hermannsburger Chaussee, wo die neu im Heidesand entstandenen Kartoffel- und Roggenfelder aufhören, vorbei am alten Schafstall inmitten seines Narurparkgeländes. Auf den Abhängen des Heidehügels glüht es rosig auf; Bienen und Käfer summen und schwirren, weit hinten zieht der Schäfer mtt seinen Schnucken über das Land: herrliche Wacholderbüsche und -bäume halten treue Wacht. Und weit, weit hinaus schweift der Blick: fern liegt der Horizont, da, wo die dunklen Linien der Hocdewälder das Fundament des Himmelsgewölbes zu bilden scheinen. Hier muß man sich längelang ins Heidekraut legen, zwischen das Gesumme der Bienen, das Huschen bunter Heidesalter, das Zirpen der Grillen, ganz füll und sorgenfrei. Und hier muß man wandern des Tages und abends sich rüsten, dem Sonnenutergang über der Heide beizuwohnen. Das wird zum Erlebnis. Wenn der Feuerball ganz nahe auf die Erde sich niederläßt, so, daß man ungeblendet in ihn hineinschauen kann, dann wird es ganz still über der Heide. Und dann beginnt das Konzert der Farben. In Purpur, Gold, Violett und allen Zwischennüancen leuchtet es auf. Dort hinten scheint ein riesiger Weltenbrand zu toben. Glutig sinkt die Sonne herab. Die Sonne, die Erde und ich — wir drei sind allein, wir drei teilen uns in diesem Augenblick in die Weltherrschaft. Und während die Sonne in Farbenpracht dem deutschen Volke im Reiche eine Neuordnung aufgezwungen, die als scheinbar frei erwählte Regierung dennoch die Exekutive des Versailler Diktats übernommen hat. Demzufolge ist sie nicht in der Lage, alles für die Zukunft der Nation Wünschenswerte zu leisten. Sie ist gebunden. Im Memelgebiet hat man der Bevölkerung die Selbstverwaltung zugestanden. Die litauische Regierung will sie nicht bewilligen oder durchführen, weil sie selbst die Exekutive des Diktats von Versailles in der Hand behalten will. In Memel, wie im Reich ist es somit das Volk als solches, die Masse der Regierten, der Machtlosen, der Unterdrückten, die in Wahrheit zu den Hütern der Zu- Abschied nimmt, ihr letzter Strahl verschwindet, nur die Wolken hoch am Himmel noch rötend und vergoldend, sinkt der Erdenwunn langsam in Dämmerung und Schatten zurück. Im Abendfrieden zeigen sich die ersten Sterne am dunklen Himmelszelt. „Das ist die Zeit, dann mußt du gehn ganz einsam über die Heide . . . !* * Die Lutterloher Heide gibt manch« Rätsel auf. Zum Beispiel: Welche Bäume können Freundschaft miteinander schließen? Antwort: Führe und Buche. Was, Buchen auf der Heide? Jawohl, sie sind in der sandigen Heide sonst selten, aber auf der Lutterloher Heäe sind sie da, nämlich in dem Naturpark in der Nähe des viel gemalten und noch Ehr geknipsten alten Schafttalles, in Gesellschaft der Kiekern oder Föhren. Fichten, Eichen und ellicher Birken. Früher war es hier freilich noch schöner, weil urwüchsiger. Inzwischen haben der Sturm und die Axt des Menschen manche schöne Eiche und Fichte gefällt und den Park arg gelichtet. Allerdings, Licht Luft und Sonne ist hier reichlich vorhanden. Deshalb konnten sich di« Bäume, die heute noch das Auge des Wanderers erfreuen, so herrlich entwickeln. Fichten stehen da, bis an die Erde bcastet, wie wahrhafte Pyramiden, nur schlanker, gefälliger. Einzeln und in Gruppen: Eiche, Fichte, traulich beieinander, aber in respektvoller Entfernung, denn allzudichte Nähe ist, wie der Urwald von Luß zeigt, besonders den Eichen gefährlich. Anders bei Kiefer und Buche. Nicht nur einmal, sondern gleich an drei Stellen finden wir das seltene Beispiel von Freundschaft zwischen diesen beiden artfremden Bäumen. Die schönste Gruppe ist eine Kiefer und eine Buche: sie flehen dicht nebeneinander, beide mtt den Kronen und Aesten dicht verwachsen, fest verschlungen. Die Kiefer sprach zur Buche: Willst du gen Mittag dich wenden, so nehme ich die Nordseite.Und so geschah es. Bescheiden entfaltete die Föhre ihre Krone nach Norden und mächtig, als wollte sie auch den guten Freund in Schutz nehmen, breitete die Buche die ihrige nach Süden aus. So flehen die beiden wie zwei gute Kameraden da, als Wächter der Heide, der immergrüne Baurn mit den spitzen Nadeln und kunft der deutschen Kultur geworden sind. Am heutigen 30. August geht cs um die Erhaltung ihrer Lebensfähigkeit, nur daß im Memelgebiete die Schicksalsfrage deutlicher in Erscheinung tritt als in Berlin und im Westen des Reiches, wo die Annehmlichkeiten deutscher Zivilisation, Musik, Cafes und Bierstuben, Badereisen und Theater der Mitwelt zur Illusion des Wohlbehagens verhelfen. Im Memelgebiet, an der Grenze zwischen Asien und Europa, wo die Nächte kälter sind und der Mittag heißer ist, wo die menschliche Abhängigkeit von Wind und Wetter fühlbarer ist als im Zentrum oder im Westen des Reiches, versällt man in solchen Irrwahn nicht so leicht. der Baum des Südens, der sich im Winter entblättert. Möge dies Naturdenkmal noch lange mttsantt dem Fichten- und Eichenbestande (die Wacholder nicht zu vergessen) der Lutterloher Heide erhalten bleiben! Die schöne, birkenbestandene Heerstraße von Unterlüß nach Müden an der Oertze begleitet m achtunggebietender Entfernung ein lieblicher Heidefluß, die Sothrieth. ote kommt irgendwoher aus einer versteckten Stelle der Lüß-Hochebene, ist zuerst so unscheinbar wie nur möglich, wird dann aber ein beachtenswerter Flußlauf, der die vortreffliche Eigenschaft entwickelt, wiesenbildend zu sein. Unsere Heidjer richten auf derartige Heideflüßchen sogleich ihr Augenmerk und verstehen es vortrefflich, mit ihrer Hilfe Riesen wies en anzulegen. So entstand hier, inmitten weiter urwüchsiger Heide, ein Wiesental in saftstrotzendem Grün, wunderlieblich anzuschauen. Es ist sicher anzunehmen, daß diese wiesenbildende Eigenichaft der Sothrieth mit zur Gründung der weit bekannten stattlichen „Ohöfe" (Altensothrieth, Ober-Ohe, Nieder-Ohc, Gerdehaus) beigetragen hat, denn aus reinem Heidesand hätten solch ansehnliche Besitzungen kaum entstehen und sich Jahrhunderte hindurch erhalten können. Die prachtvollen Erträge an Gras und Heu sicherten den Höfen vor allen Dingen einen ansehnlichen Viehbestand, der doch immer noch die Grundlage eines festgefügten Bauernhofes bildet. Nebenbei bemerkt, hat dann allerdinas noch etwas anderes zum wirtschaftlichen Emporblühen dieser Gegend beigetragen, das ist die vor wenigen Jahrzehnten erst ins Werk gesetzte Gewinnung der Kieselgur, eines (Stoffes, wie ihn allein auch wiederum nur unsere liebe Heide an einigen Stellen ihr eigen nennt. Aber ich wollte ja vom Heidesee bei Ober-Ohe reden! Dieser See liegt südlich der vorhin genannten Heerstraße in einem föhrenbewachsenen Grunde, wie ein Edelstein versteckt. Die Automobilisten und sonstigen Kilometerfresser auf dieser Chaussee saufen an ihm vorbei, ohne daß sie irgend etwas von iym bemerken. Der gemächliche Wanderer aber, der ihn findet und seine Ufer zu ergründen sucht, wird seine Helle Freude an diesem lieblichen Erdenfleck haben. Die hoben Kiefernstämme am Ufer, die sich im Waller spiegeln, bilden den ersten Hintergrund, das frische, grüne, dichte Gebüsch, dos den See eng um- Eegenwerle im Austausch für seine Jndustriepro- butte erhält. Die Möglichkeit einer Lösung des Ueberiragungsproblcms hängt also weniger von Deutschland, als vielmehr von seinen Gläubigern ab. Wenn diese Gläubiger sich nur klar machen wollten, daß sie einem Lande ohne Kapital keine geldlichen Verpflichtungen auferlegen können, wenn sie sich zu gleicher Zeit weigern, die Gegenwerte in Form von Waren ober Dienstleistungen in Empfang au nehmen, so brauchen wir auch in dieser Hinsicht keine Besorgnisse um die Zukunft der deutschen Wirt- schäft zu haben. Es ist dringend erforderlich, daß das Ausland nicht das Ausmaß der deutschen Verschuldung — eine traurige Erbschaft des Weltkrieges — unter» schätzt. Diese Belastung führte zu einer Erhöhung der Steuerlast von 65,15 Mk. pro Kopf im Jahre 1913, auf annähernd 174 Mk. im Jahre 1927. Andererseits dürste nicht zu bezweifeln sein, baß Deutschland in der Lage ist, nicht nur die Zinsen für die Anleihen zu zahlen, sondern auch seinen Rückzahlungsverpflichtungen zu dem festgesetzten Zeitabschnitt nachzukommen. Auf lange Sicht betrachtet haben wir alle Ursache, Deutschland als ein durchaus günstiges Feld für Kapitalanlagen anzufehen, ein Feld, dessen Möglichkeiten vielfach noch nicht genügend anerkannt worden find. Allerdings bestehen diese Möglichkeiten nur unter der Voraussetzung, daß man die wichtigsten Probleme von Industrie und Handel würdigt, und sowohl in Europa wie in den Vereinigten Staaten zu der Erkenntnis kommt, daß nur in einer Gemeinschaft s i ch gegenseitig unter ft ü^enber Wirtschafts- systeme und nicht in isolierten, sich gegenseitig besehenden Einheiten die Blüte der deutschen Wirtschaft gesichert ist. Die Zukunft Deutfch-Oftafrikas. Don P. 3. Ab s. 3n einer Frag« ist die englische Regierung zäh und unentwegt an der Arbeit: Die ihr vertrauten Mandate über ehemalige deutsche und türkische Besitzungen sollen langsam, aber sicher in das große britische Kolonialreich einverleibt werben, in den Kranz der Kronkolonien, Dominions oder Protektorate. Davon zeugt das neuerschienene englische „Weißbuch" über Ostafrika. 3m Monat 3uli war dieserhall» eine Debatte im englischen Parlament zu London. Der ehemalige Kolonialmiinsber der Arbeiterregierung Macdonalds, Mr. Thomas, schnitt die kitzlige Frage an, wie weit sich England nach dem Dolker- bundsstatut noch als Treuhänder der „zurückgebliebenen Dölker" der Mandatsgebiete fühle. 3n Wirklichkeit betrachtet England heute seinen Mandatsbesitz als eine Art Protektorat: und da hinaus läuft das „Weißbuch , das der Kolonialminister dem Parlament über seine Politik in Ostafrika überreicht hat. Polittsch am ungeklärtesten ist die Lage in der Rachbarkolonie des Mandatsgebietes Deutsch-Ostafrika, in der Kronkolonie Kenya. Hier tobt seit vielen 3ahren der Kampf zwischen Eingeborenen und weihen Ansiedlern, der seine Wette ins Parlament nach London wirft, in oft stürmischer Weise. Reben dem unruhigen Kenya liegt das durch deutsche Disziplin befriedete ruhige Deulfch-Ostasrika. Gerade dieses soll in den englischen zentralafrikanischen Block hineingeschweiht werden als Grundstein. Schon in früheren 3ahren war der Gedanke einer Union der zentralafrikanischen Gebiete mit Einschluß Deuftch-Ostafrttas in Parlamentskreisen verhandelt worden. 3n den maßgebenden englischen Kolonialkreisen ist diese Ber- schmelzung längst beschlossene Tatsache. Seit 3ahren arbeiten die ehemaligen und jetzigen hohen Kolonialbeamten Englands an der 2&r- wirklichung dieser 3dee. 3n diesem Frühjahr war die große Kolonialkonferenz in London, auf der. so scheint es. beschlossen wurde, jetzt die 3dee zur Tat werden zu lassen. 3rt seinem Weißbuche „White Paper" hat der Kolonialminister Olmert) dem Parlament verkündet, daß er eine Kommission nach Ostafrika senden werde, um Untersuchungen anzustellen in bezug auf „die zukünftige Politik betreffend Ostafrika". Kui^gesaht gibt das Weißbuch diese Politik wieder in den Sähen: „Seiner Majestät Regierung erwägt als das Ergebnis der Besprechungen zwischen dem Kolonialminister und rahmt, steuert ein heileres Moment zu diesem Bilde bei. Die Schönheiten der vielgerühmlen märkischen Seen finden wir hier in dieser kleinen Heideperle vereinigt: ich möchte sagen, daß die Schönheit noch tiefer, inniger, stimmungsvoller ist, weil fein Hauch der aufgeregten Zeil in diese Stille bringt. Wie verzaubert liegt bas kleine Wasser ba. Aber unsere große, weile Heibe ist burchaus nicht arm an solchen schönen, stillen Plätzen, wo der Mensch sich roieber auf sich selbst besinnt. Es gibt viele solcher kleinen Heideseen: manche bloß Fischteiche, anbere von ziemlich stattlicher Größe. Man muß sie nur suchen, man muß den Wanderstab zur Hanb nehmen und frohen und heileren Sinnes unb offenen Auges durch die Heibe schreiten, bann finbet man Kleinode unb Köstlichkeiten in ungezählter Menge. Bubiköpfe werden nicht bleuer:. Dor einiger Zeit waren Rachrichten durch die Presse gegangen, wonach in einem Dors im Kreise Glogau und in einigen Gemeinden im ostpreußischen Bezirk Allenstein beschlossen worden ist, die neue Haartracht der Frauen zu besteuern. Heber die rechtliche Seite dieser Beschlüsse ist zu sagen, daß eine Gemeinde alle Steuern einführen kann, die nicht gegen die Reichsgesetze verstoßen, und die nicht vom Reiche beansprucht werden. 3ebe Gemeindesteuer bedarf jedoch der Genehmigung der Aufsichtsbehörde. Die oberste Aufsichtsbehörde ist für Preußen das Innenministerium, das die Entscheidungen der Bezirksausschüsse und der Oberpräsidenten beeinflussen kann. Das Preußische Innenministerium wird, wie wir zur Freude aller Dubikopfträger.nnen hören, eine Besteuerung der modernen Haartracht niemals zulafsen, und zwar schon aus dem Grunde nicht, weil es sich um einen Eingriff in die persönliche Freiheit handeln würde, die tn keiner Weise das Objekt einer steuerlichen Maßnahme fein darf. Bisher ist eine Anfrage, ob für eine Gemeinde die Haartrachtsteuer zugekassen sei, nicht bis zum Ministerium gelangt. Es wird daher dort angenommen. dah schon die unmittelbare Aufsichtsbehörde das Steuerunikum abgelehnt hat. Deutschland und der Weltmarkt. Von Franz v. Mendelssohn, Präsident der Industrie- unb Hanbelskammer, Berlin. Im letzten Jahrhunbert war Deutschland gezwungen, eine bebeutende unb hochentwickelte Industrie aufzubauen, aus der die Mehrheit seiner Bevölkerung die Existenzmöglichkeiten zog. Gleichzeitig mußte es jedoch auch auf seine Landwirtschaft Rücksicht nehmen unb deren Leistungsfähigkeit nach Kräften zu steigern suchen. Da Deutschland keine nennenswerten eigenen aufnahmefähigen Absatzmärkte besaß, aus denen es auch Rohmaterialien unb Lebensrnittel im Austausch gegen seine Jn- duslrieprobukle beziehen konnte, war es gezwungen, diesen Bedarf im Auslände zu decken. Deutschland hatte somit für den Absatz feines Ueberschusses an Fertigwaren Sorge zu tragen unb sich zu gleicher Zeit ber Sorge um seine Lanbwirtschast zu widmen. Wenn die Inflationszeit für Deutschland Gott fei Dank vorüber ist, so sind deren Auswirkungen keinesfalls überwunden. Wir sind noch lange nicht aus den Schwierigkeiten heraus. Noch immer leiden mir an den Fehlern der Vergangenheit, unter den Schäden, die das Fehlen des flüssigen Kapitals, der Rückgang ber Kaufkraft u. das Sinken der Gewinne in fast allen Industriezweigen mit sich gebracht haben. Sicherlich lassen sich alte diese Schwierigkeiten nicht auf einmal beheben: es wird bestimmt noch manche Zeit vergehen, bevor wir unsere Verluste wieder gut gemacht haben. Die Probleme des heutigen Deutschland hängen sehr eng mit der Beoöl kerungsfrage zusammen. Es ist klar, daß der Nationalreichtum eines Landes eng von der Fähigkeit beeinflußt wird, feine Bevölkerung mit genügender Arbeitsgelegenheit unb ausreichenden Lebensrnitteln zu versorgen. Deutschland muß für eine Bevölkerung, die dauernd in schnellem Tempo wächst. Arbeitsmöglich' feiten schaffen. Es muß mtt anderen Worten einen genügend großen Produklionsapparat besitzen unb Märkte für bie Aufnahme ber erzeugten Probutte finben. Nie war dieses Problem für die deusich e Wirtschaft dringender als heute. Trotz des Krieges und trotz der Gebielsverluste, die auf den Krieg zurückzuführen sind, hat Deutschlands Bevölkerung heute bereits wieder denselben Umfang erreicht wie im Jahre 1912. Die Landflucht — schon ehedem ein Zeichen ber deeckschen Wirtschaft — ist durch die Auswirkungen des Krieges noch verstärkt worden. Vor dem Jahre 1914 fand jeder Deutsche genügend Beschäftigungsmöglichkeiten im Inlands: er hatte zudem ungehinderten Zugang zu fremden Ländern. Das ist heule nicht mehr der Fall. Wenn auch heute noch eine große Anzahl von Auswanderungslustigen in fremben Ländern sich eine neue Heimat zu schaffen sucht, so bleibt doch einem weit größerem Telle bie Möglichkeit verschlossen, sich im Auslanbe eine neue Existenz zu gründen, ein Umstand, der Deutschland bisher daran hinderte, im Auslande gemachte Ersparnisie feiner Landeskinder zu einer Aufbesserung seiner Zahlungsbilanz zu verwenden. Auf der anderen Seite ist Deutschland mit einer riesigen, noch gar nicht feftgelegten Verschuldung belastet worden, bie seinen Kredit aufs schwerste erschüttert Hal. Als infolge der politischen Vorgänge im Jahre 1923 die fortschreitende Entwertung der deutschen Mark das Land dem finanziellen Zusammenbruch näherbrachte, Hal Deutschland die größten Opfer auf sich genommen, um seine Währung zu stabilisieren. Die Krise ließ sich trotzdem nicht aufgalten, sie setzte vielmehr in äußerst heftiger Weise ein, als der durch die Inflation heroorgerufene Kapitalmangel einen gefahrdrohenden Umfang annahm. Diele bedeutende Industrie- und Wirlschaflsunlernehmungen gingen damals zugrunde. Die Zahl der Beschäftigungslosen stieg von 600 000 im Dezember 1925 auf über zwei Millionen im April 1926. Zu diesem Zeitpunkte aber begannen sich die inzwischen eingeführlen R a - lionalisierungsmelhoden in der Industrie und die Entspannung des Geldmarktes auszuwirken. Eine günstige Ernte führte zu einer fühlbaren Wiederbelebung der Wirtschaft, so daß die Zahl der Beschäftigungslosen allmählich auf 1$ Millionen sank. Die Ursachen für das Anwachsen der Zahl der Beschäftigungslosen liegen tiefer als wie in ber gegenwärtigen kritischen Lage ber Jnbustrie. Ein ganz außerordenllicher Strom von Arbeitskräften ist bem Arbeitsmarkte in Gestalt ber vielen Männer unb Frauen zugeflossen, die heute gezwungen sind, ihren Lebensunterhalt durch ihrer Hände Arbeit zu verdienen, well sie infolge der Jnflationsperiode ihrer Ersparnisie verlustig gegangen find. Ein großes Heer von Kleinrentnern und von Leuten, die früher im Besitz fester Einnahmen waren, ist gleichfalls am Arbettsmarki erschienen, da deren meist durch die Inflation entwertete Einnahmen völlig unzureichend find. Der einzige Weg, auf dem sich die Not lindern läßt, ist eine Intensivierung der Landwirtschaft, eine Hebung der Kaufkraft im Jnlandmarkte und bie Erschließung des Weltmarktes. Die Durchführung dieses Programmes hängt von dem zwischen der aufgewandlen Arbeit unb bem erzielten Erfolge geschaffenen Verhältnis ab. Um dieses Verhältnis so günstig als möglich au gestalten, hat man in den letzten Jahren umfangreiche technische Ralionalisierungsmaßnah- m e n durchgeführt. Diese Maßnahmen haben zweifellos eine Besserung des wirtschaftlichen Ausblickes für Deutschland ergeben, sie führten zu einer Herabsetzung der Gestehungskosten, einem erhöhten Konsum unb einer verstärkten Nachfrage, bie ihrerseits roieberum zu einer größeren Beschäftigung geführt hat. Ein anbertzs charakterisches Merkmal der deutschen Wirtschaft ist die Tendenz zu Zusammenschlüssen, die wie die Rationalisierung in enger Weise mit den Bewegungen am Kapitalmärkte zusammenhängt. Die Vorgänge anläßlich der Stabilisierung der deutschen Währung haben bewiesen, daß Deutschland ohne fremde Hilfe zur Zeit noch wenig tun kann. Obwohl die Verschuldung der deutschen Wirtschaft durch Anleihen an sich zweifellos eine schwere Belastung bedeutet, so haben die Aus- landanleihen ooch eine wundervolle Belebung des deutschen Wirtschaftslebens mit sich gebracht, so daß sie als absolut notwendig anerkannt werden müssen. Im Jahre 1925 gelangten mehr als 1,2 Milliarden Mark in Gestalt von Anleihen nach Deutschland, im Jahre 1926 mehr als 1,50 Milliarden. Der Betrag, der vorn Jahre 1924 bis Anfang 1927 auf dem Anleihewege nach Deutschland floß, beträgt einschließlich ber Dawesanleih^ schätzungsweise über 4 Milliarden Mark. Trotzdem wird die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit weiteren Kapitalbedarf haben: weitere Anleihen werden zu ihrer Ankurbelung erforderlich sein. Was die Frage der Daweszahlungen anlangt, so muß die Erkenntnis sich durchsetzen, daß die Fähigkeit zur Zahlung fast gänzlich von dem Umfange abhängl, in welchem Deutschland genügend den Vertretern der Serrfforfcn kn DrtNfch»-Zentral- und Ostafrika, die die jüngst stattgehabte Kolonialkonferenz besucht haben: daß irgendeine Form engerer Vereinigung zwischen den Territorien von Zentral- und Ostafrika wünschenswert erscheint, besonders in Hinsicht auf die Entwicklung des Transport- und Verkehrswesens, des Zolltarifs und der Zoll-Verwaltung, wissenschaftlicher Versuche und der Verteidigung." Zu den Territorien« in Zentral- und Ostafrika unter Englands Herrschaft gehört natürlich auch Tanganyika, d. h. D e u t s ch - O st - a f r i k a , das mit Kenya und Uganda von dem Mandatar, also England, in eine „Zoll-, Fiskus- und Verwaltungs-Llnion oder Föderation" gebracht werden soll. Daß der vage Zusatz „unter eigener Kontrolle oder Souveränität, vorausgesetzt, dah die Maßnahme zu diesem Zweck nicht die Fürsorge des Mandates beeinträchtigen", dabeisteht, hat höchstens Bedeutung insofern, als er der Völ- terbundkommissivn für das Mandatswesen Sand in die Augen streut. England pfeift auf diese Kommission, wie die Fälle Aegypten-Sudan, Abessinien, Irak, Kerak und noch andere es hinlänglich beweisen. Dann wird der Zusatz illusorisch dadurch, daß auch die „Verteidigung" in diese „Union" gehört. Das heißt, im Ernstfälle nimmt England seine schwarzen Rekruten ebenso aus Derttschostafrika, um sie nach irgendeinem beliebigen Kriegsschauplatz zu senden, wie es die Inder, *;?gcn Recht und Verpflichtung, nach Europa gesandt Hot. Zum Schluß kommt ein sehr wichtiger Punkt. Die „Treuhänderschaft" als Mandotsmacht soll nicht Mehr ausschließlich von der englischen Regierung, sondern teilweise von den „Kolonisten und Residenten" in diesen Gebieten ausgeübt werden. Das ist der wundeste Punkt des Weißbuches, der von Mr. Thomas aufgegrisfen wurde. Das Mandat als solches wird durch eine solche Verwaltung illusorisch. Denn gerade diese Kreise sind es, die von einer Selbstbestimmung und Selbstregierung der eingeborenen Bevölkerung nichts wissen wollen, der sie nicht einmal Gleichberechtigung zugestehen, obwohl der kleinste Reger- besiher in diesen Gebieten mehr Steuer bezahlt als der schwerste Weiße Millionär. Llnd alles, was weiß ist, ist gegen alles, was Deutsch ist. wie uns Südwestasrika beweist, wo Buren und Engländer getreulich gegen die Deutschen zusammenhalten, um nur ja die evtl. Rückgabe dieses Mandates zu verhindern. Klingen muß es ja immer, als wenn die Satzungen des Völkerbundes aufs peinlichste erfüllt würden. So heißt es in dem Weißbuche: „Jedes Jahr gewähren wir mehr Erleichterungen in bezug auf Eingeborenenerziehung, und obwohl in manchen Orten viele Jahre vergehen mögen, ehe der Eingeborene direkten Anteil an der Zentral-GeseLgebung nehmen kann, sein Platz in der Politik muß vorbereitet, Schritte müssen unternommen werden, eine Maschinerie zu schaffen, durch die die Selbstregierung der Eingeborenen entwickelt werden kann, zuerst rein lokal, dann in größeren Gebieten." Der Welt und dem Völkerbund gegenüber hat England so das Gesicht gewahrt, wenn auch kein Kolonialpolitiker Englands auch nur im Traume glaubt, daß je ein Tag kommen könnte, an dem von England einer Kolonie völlige Unabhängigkeit zugestanden werden würde. „Das gehört in eine entferntere Zukunft", meinte Kolonialminister A m e r h nach dem Bericht englischer Zeitungen. Diese Zukunft liegt wo? Und wann? Uns bleibt bei der gegenwärtigen Lage der Verhältnisse zur Zeit nichts übrig als zu protestieren. Und das Recht haben wir, und wir können es mit Recht: Denn Deutsch- Ostafrika. heute Tangantzika-Territory, ist nicht englisches „Territory", es ist und bleibt nach Friedensvertrag und Völkerrecht Mandatsgebiet so lange, bis die eingeborene Bevölkerung fähig ist, sich selbst zu regieren, d. h. ihr eigenes Geschick zu bestimmen. Und bann, und darum braucht uns nicht bange zu sein. Evangelische Volksgemeinschaft und Neichsschulgesetz. Die Evangelische Volksgemeinschaft hat, wie sie uns mitteilt, folgende Stellung zum Reichsschulgesehentw urf eingenommen: .T/rsaexaaTCTeeeeaHHBDBeeaHBäDSBMeroeeeeeeBie™ „Dke SvcmgeUsche VvIkSgemelnschaft begrüßt, daß endlich ein Rex chsschulg^seh entwarf vorliegt. Sie steht auf dem Standpunkt, daß das Reichs- schulgeseh die Form eines Rahmengesetzes verlassen hat und den einzelnen Ländern und Landesteilen nicht die Möglichkeit der freien Entwicklung der dem Lande und der Tradition angepcrßten Schulformen gibt. So gut die Evangelische Volksgemeinschaft aber die den einzelnen Ländern angepaßten Schulformen durch Landesgeseh festgelegt sehen möchte, wird sie sich mit Entschiedenheit dafür einsehen, daß die auf jahrzehntelanger Erfahrung aufgebaute Simultanschule christlichen Charakters in den Ländern Hessen, Baden, Hessen-Rassau, Thüringen. Frankfurt a. M. usw. erhalten bleibt, da durch ihre Zerschlagung die seither bestehende Volksverbundenheit zerstör! wurde. Sollte dieser Reichsschulgesehentwurf zur Annahme gelangen, damit die christliche Simultanschule der füdwrst- deutschen Länder vernichtend, so steht die Evangelische Volksgemeinschaft vor einer neuen Sachlage, zu der sie sich ihre Stellungnahme, genau wie die übrigen Parteien, vorbehält." Oderhesien. Landkreis Gießen. £. Wieseck, 30. Äug. Vor einigen Tagen stürzte der 74 Jahre alte Landwirt Karl Schäfer I. so unglücklich von seinem Wagen, daß er sich mehrere Rippenbrüche zuzog. Er wollte während des Fahrens vom Wagen aus die Bremse anziehen, wobei er das Gleichgewicht verlor und herabstürzte. An den bei dem Sturze erlittenen Verletzungen ist der Verunglückte gestern gestorben. — Rachdem seit gestern nachmittag der Wiesecker Weg für den Verkehr wieder frei gegeben wurde, konnte der Autobetrieb des Gemeindeverbandes Wieseck-Alten-Buseck von heute morgen ab wieder in normaler Weise ausgenommen werden. Dadurch kommen zur allgemeinen Zufriedenheit die durch den ilmtocg bedingten, hier und da vorgekommenen Verspätungen in Forffall. n. Trohe, 26. Aug. In einer gemeinsamen Sitzung des Orts - und Schulvorstandes sowie der hiesigen Mitglieder des Kir- chenvorstandes und der Kirchenge- meindevertretung wurde heute beschlossen, daß vom 2. Oktober d. I. an allmonatlich einmal hier regelmäßig Gottesdienst stattsinden soll, und zwar vorerst im Schulsaale. Der Schulvorstand hatte schon vorher dazu seine Zustimmung gegeben. Mit dieser Einrichtung selbständiger Gottesdienste wird einem Wunsche namentlich älterer Gemcindealieder entsprochen, für die der Besuch der Kirche zu Alten-Buseck vom Herbst bis zum Frühjahre sehr erschwert, bei ungünstigem Wetter oft geradezu unmöglich war. t Allendorf a. d. Lda., 29. Aug. Während unser erstes diesjähriges M i s s i o n s f e st an Himmelfahrt der äußeren Mission gewidmet war, führte das gestern beim schönsten Sonnenschein gefeierte zweite in die Arbeit der Volks- Mission ein xmd stand unter dem Gedanken: „Kirchengemeinde und Jugend." Zuerst sprach der Vvlksschriftsteller Heinrich R a u m a n n Ranzhausen int Anschluß an ein Psalmwort über dieses Thema und ermahnte in ernsten Worten Eltern und Kinder, bei GotteS Wort zu bleiben. Der zweite Redner, Pfarrer Hill (Dalsheim), der schon im Dormitlagsgottesdienst gepredigt hatte, redete über Daniel Kap. 1 und stellte der Jugend den jungen Daniel als Vorbild eines wahren Gotteskindes hin, der furchtlos und treu den Geboten seines Gottes folgt unb allen Versuchungen zum Abfall widersteht. Gemeindegesänge und Vorträge eines Posaunenchors, der sich allerdings den in der hessischen Landeskirche gebräuchlichen Melodien etwas mehr hätte an- baffen sollen, verschönten die Feier, die von dem Ortspfarrcr mit einer biblischen Ansprache eröffnet und geschlossen wurde. V Lich, 29. Aug. Die Stadt Lich laßt gegenwärtig eine Reihe baulicher Arbeiten ausführen: Der Neubau der Kl e i n k i n d e r s ch u l e ist begonnen und schreitet rüstig vorwärts. Mil diesem Bau will die Stadt nicht nur für die Kleinsten in schöner Weise sorgen, denen hier ein würdiges, neuzeitlich ausgestattetes Heim bereitet werden soll, sondern sie lindert auch die Wohnungsnot, in dem sie zwei Wohnungen in dem neuen Gebäude einrichtet. Auch die »■Iiinmii», mc9w»ii—ui»—m IMUL'WH Wischen simsml) sieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Weshalb dieser Brief? Bon wem konnte er sein? Wer mar dieser Feind ... der ihm das antat, in letzter Minute? Diese Botschaft... so raffiniert und grausam war nur eine Frau . . . Aber wer, wer, wer? ... Er ging alle Frauen durch, die er gekannt und geliebt . . . und vergessen hatte . . . Gesichter tauchten auf . . . eine junge Violinistin . . . eine blonde Schwedin . . . die kleine Gräfin, die Tochter eines spanischen Gesandten . . . Schülerinnen, die ihm Briefe geschrieben hatten und leidenschaftliche Geständnisse abgelegt. Erlebnisse, die man mitnahm, genoß und vergaß . . . Was bedeuteten sie ihm nach Melitta? Seit ihr hatte er keine ander« Frau mehr angesehen. Die sieben Jahre ihrer Ehe, in einem Glücksrausch begonnen, hatten nie ein Mißverständnis gebracht, nie eine Szene — nie einen Kampf. Dar es möglich, daß er in dem letzten Jahr mehr an feine Gesundheit gedacht hatte als an Melitta? Kam es ihm jetzt nur so vor, als habe sie sich feit einiger Zeit von ihm entfernt? ... Sie ging viel aus, meist ohne ihn, und er war ihr dankbar, daß sie ihm gesellige Pflichten, die ihn von seiner Arbeit a'.chie'.ten, abnaym. Diese oberflächliche Welt, in deren Luft sie groß geworden war, langweilte ihn, denn sie gab ihm nichts. Er rounberte sich oft, daß sie so gern mit diesen äußerlichen Menschen umging, die seiner und ihrer Kunst innerlich so fern standen. Trotzdem — es war schließlich ihre Welt... Sollte---sie... zum erstenmal kam ihm ein entsetzlicher Verdacht ... daß sie ihn täuschen rennte ...Er empfand einen Stich in die Brust. Ein anderer vielleicht? Mer wer--9 Das Trompetengeschmetter klang ihm unerträglich in die Ohren. Melitta! Wenn etwas mit ihr märe!... Nicht daran denken ... es ist nicht gut... ernste Prognose ... viele haben Herzleiden ... Schmidt hat es schon seit zwanzig Jahren... heul' ist er siebzig. Da saß der Alte und geigte Strich für Strich... nur sein Gesicht sah so sonderbar verfallen aus... Melitta, Melitta... schlug dex Hammer in feiner Brust. Nur nichts erleben mit ihr... nur keine Enttäuschung, keinen Betrug ... Das würde alles vollenden, ganz rasch... Ich sollte sie vorbereiten ... meine Angehörigen ... Seine Familie bestand nur in dieser jungen Frau und ein paar armen Verwandten in einer entlegenen pornmerschen Stadt am Meer... Die erste Frau?--Ach nein. Sie schrieb keine Bries mehr. Sie war nun still geworden, lebte in dem kleinen mecklenburgischen Städtchen. Er hatte nie mehr etwas von ihr gehört ... Wie kam er auf diesen Zusammenhang? Dieser Bries — bedeutete etwas ... einen Anfang ... ober — ein Enbe... Manfreb fühlte feinen Arm schwer werben, als fei er mit Blei gefüllt. Er hob und senkte ihn nur noch mechanisch. Die Opale in der Marmorwand erinnerten ihn an Frauenaugen ... Sie funkelten grün und falsch im Licht der strahlenden Kri- stalleuchter, die zwischen Marmorsäulen herab- hingen. Hoch oben, dicht unterhalb der goldglänzenden Decke, brauste die Glücksgöttin in ihrem Siegeswagen, gezogen von silbernen Rossen, dahin. Wie oft hatte er sie anaeschaut, zerstreut und gedankenlos ... Heute empfand er die byzantinische Pracht des Saales wie einen körperlichen Schmerz. Plötzlich, mitten im süßen Gesang der Geige, tauchte dort an der bunten Marmorwand ein Schatten auf. Er hatte nie an seine erste Frau denken können, ohne sich den Vorwurf zu machen, daß er undankbar an ihr gehandelt hatte. Er hatte auch sie einst geliebt ... damals, es war so lange her, als sie noch jung, hübsch und reizvoll gewesen ... aber im täglichen Zusammenleben war bas langsam verblaßt, es war so wenig übrig geblieben ... seine Ehe so bumpf und gleichgültig geworden ... wie' die meisten Ehen ... Melitta löschte alles aus ... Bedenken, Gewissensbisse, Vorwürfe und die (Erinnerung an bas Einst... Als er sie sah, gehörte er ihr, unb von ba ab war er für sie eingetreten, sie zu erobern, zu besitzen, zu besiegen ... nervenaufreibende Jahre, ein Kampf — — — feine erste Frau, die ihn nicht freigeben wollte, ihn mit Drohungen, Anwälten, Vorwürfen und Tranen peinigte bis zum letzte« Tage des Prozesses. 3n derzeitigen Schulraume werden voraussichtlich zu Wohnzwecken umgebaut. Eine weitere dringende Arbeit, die ihrer Vollendung «ntgegengeht, ist die Schaffung eines zweiten Wasferzuführungs- stranges nach dem Bahnhofsviertel. Die Wasserleitung in der Bahnhofstraße konnte infolge des steten Wachsens dieses Stadtteils die dort nötigen Wassermengen nicht mehr in der wünschenswerten Weise fördern, was sich bei Ausbruch eines größeren Brandes sehr unangenehm hätte bemerkbar machen können. Dem wirb nun durch den neuen in einer größeren Dimension ausgeführten Rohrstrang durch bie sogenannte Ringstraße abgeholfen. Mit ber N e u p f la st e r u n g der Innenstadt soll jetzt auch Ernst gemacht werden. Ein Teil der notwendigen Kleinpflastersteine ist bereits hier eingetroffen, so daß, wie man hört, mit den Arbeiten in aller Kürze begonnen werben kann. Die vielen Klagen wegen bes schlechten Pflasters werben bann hoffentlich auch verstunnngn. Kreis Friedberg. = Friedberg. 29. Aug. Unter dem Vorsitz von Rektor Koch sand dieser Tage im Polytechnikum eine gut besuchte Kreislehrer- versammlung statt, die sich mit dem neuzeitlichen naturkundlichen Unterricht in der Dolks- und Fortbildungsschule beschäftigte. Schulrat Senner, der bekannte Reformer auf diesem Gebiete, war zu einem Vortrag gewonnen worden. Seine hochinteressanten Ausführungen gipfelten in ber Forderung, die Raturkunde auf der Grundlage der heimischen Scholle zu erteilen und feinen Unterrichtsstoff zu behandeln, der nicht durch das Experiment fundiert werden könne. Pädagogische und volkswirtschaftliche Erwägungen verlangen eine starke Kürzung der Lehrpläne, um einzig die lebenswichtigen Raturvorgänge auf Grund der Beobachtung ausführlich behandeln zu können. Von der neuen Behandlungsweise verspricht sich der Redner eine Förderung des wirsschaftlichen Wiederaufbaus, der dem noch Notwendigeren ethischen und kulturellen Aufbau vorausgehen müsse. Die Skizzierung einer nur auf Experiment und Beobachtung gegründeten Lehrprobe zeigte den Redner als Meister der Methodik und gab allen Teilnehmern wertvolle Anregung für die Praxis. Vortrag und Demonstrationen ernteten starken Beifall. 4 Dad-Rauheim, 29. Aug. Dieser Tage ist die Unterprima der hiesigen E r n ft - Ludwig-Schule (Reformrealgymnafium i. E. und Oberrealschule) untyr Führung von Studienrat Waldt nach Dresden abgereist, woselbst die Schüler Gäste bei den Eltern der dortigen Austauschklasse sind. Letztere, die Quarta der Dresdener Dürerschule, trifft am Dienstag hier ein und wird bei den Angehörigen der hiesigen Unterprima zu Gast fein. Der Austausch währt 14 Tage. In dieser Zeit werden sich unsere Dresden-Fahrer die reichen Kunst- schähe der Stadt ansehen, während unsere sächsischen Gäste von hier aus unser schönes Hessenland kennenlemen wollen. ch Rockenberg, 29. Aug. Gegenwärtig werben in einzelnen Teilabschnitten umfangreiche Entwässerungsanlagen in unserer Gemarkung — besonders in den Wielen links und rechts ber Wetter — angelegt. Bisher waren große Teile, besonbers die sog. Klosterwiesen, des zu großen Wasserreichtums wegen minderwertig, ja zum Teil sogar unbrauchbar geworden. Durch die Neuanlagen gedenkt man für bie Folgezeit gutes Wiefengelände zu erhalten. Die Arbeiten an der eben stattsindenden Feldbereinigung gehen rüstig vorwärts. -st Aus der Wetterau, 29. Aug. In manchen Gemarkungen der Wettevau ist zum lebhaften Bedauern der Oanbttnrte über eine große Hamsterplage zu fingen. Richt selten findet man auf einem Acker drei bis vier Baue dieser Schädlinge. In der Gemarkung Beienheim wurden bis jetzt schon über 600 Hamster ausgegraben und vernichtet. Mit besonderem Eifer widmet sich namentlich die Schuljugend dieser Gegend der Vernichtung der Hamster. ■= Aus der Wetterau, 29. Aug. Obwohl das Wetter bis zum gestrigen Tage noch wenig Reigung zur Besserung zeigte, wurde in den letzten Tagen fleißig Frucht eingefahren. Zum Teil allerdings noch in sehr nassem Zustande. Ausgewachsen sind besonders Hafer und Weizen, weniger die Gerste. Das Korn war vor Eintritt der Regenperiode zum größten Tell geborgen. Viele Landwirte behaupten, daß der Schaden in diesem Jahre größer sei als 1924, einem etwas theatralischen Abschiedsbrief dieser im Gründe nüchternen Frau standen die Worte: „Es wird sich einmal an dir rächen." Für den Künstler ist die Liebe ein Erlebnis, das er nötig hat wie bas tägliche Brot ... Wenn das Erlebnis aufhört, hört auch seine Kraft, Neues zu schassen, auf ... Opfer gibt es ba immer ... Vielleicht werbe ich in ein paar Jahren bas zweite Opfer sein, wer weiß?, meinte Melitta. Das alles funkelte auf unb versank unter ben brausenben Tönen bes Orchesters. Der Geiger schwieg. Beifall umrauschte ihn. Er galt diesmal dem blonden Violinisten. Manfred drückte dem Künstler die Hand ... Dann klopfte er auf und die zierliche Kanzonette tänzelte anmutvoll dahin ... entzückend und graziös, die Geigenftimme vibrierte ... Und mit einemmal wußte er es ... Der Bries ... kam ... von ihr ... seiner ersten Frau ... er stand mit ihr in irgendeinem Zusammenhang ... Er fühlte sich umweht von einer fremden, feindlich eiskalten Atmosphäre ... Es war etwas von „ihr" in feiner Umgebung ... Dumpf dröhnten in feinem Kopf bie Trompeten, die das Andante feierlich ein- leiteten ... Und immer schwerer warb ihm ber Ann ... Zu Enbe, zu Ende ... er peitschte bie Musiker, er hieb ben Taktstock burch bie Lust. Unb immer sah er die graue, stille Frau dort vor sich an ber marinorglänzenben Wand ... zwischen ben Harfen staub sie in ber Ecke und schaute ihn höhnisch lächelnd an, ganz ruhig, als ab sie auf etwas warte. Auf was wartete sie? ... Was willst bu von mir? ... sag' boch, sprich! Der Schatten rührte sich nicht. Er stand stumm, aber er blieb ... Musik und Menschenköpfe, Lichter und Marmorsäulen, Noten, die vor seinen Augen tanzten, brausende Töne und singende Geigenstimmen ... Und auf einmal war alles stumm ... sein Arm sank herab ... es war aus ... Der Saal ward dunkel, die Lichter erloschen, die Musik schwieg ... auch die Harfen. Nur das Händeklatschen dröhnte. Manfred verneigte sich. Jemand drückte ihm die Hand, eine Stimme sagte etwas ... Der Schatten war verschwunden, es war wieder hell unb klar um ihn. In seiner Tasche knisterte ber Brief ... Fast ohne Pause gab er das Zeichen zum Finale ... Allegro vioacissimo welches Jahr ähnlich katastrophal für mtfttt Landwirte war. Ausfallend, wenn auch erklärlich, ist in diesem Jahre die Erscheinung, daß die handgebundenen Garben weniger vom Auswachsen betroffen worden sind als diejenigen, die mit dem Selbstbinder gebunden wurden. In einigen Gemarkungen, so in Ober-Mörlen, steht vereinzelt noch Hafer auf dem Halm, was für die'e Jahreszeit in der Wetterau eine große Seltenheit ist, aber auch in der abnormen Witterung ihre Erklärung findet. Die noch zu schneidende Frucht hat wohl auch unier dem schlechten Wetter cefitten, aber weniger als das auf Haufen fitzende oder gar noch an der Breite liegende Getreide, so daß der sehr verspätete Schnitt in diesem Jahre gewiß kein Rachteil ist. Kreis Büdingen. nd. Ridda, 29. Aug. An der.gestcrn abge- haltencn gemeinsamen Sitzung des ev.rng. K i r ch e n v o r st a n d e s mit den Kirchen- gemeindevertretern wurde eine gründliche Renovierung der S t a d t k i r ch e im Innern beschlossen. Rach den von dem Bauamt Büdingen entworfenen Voranschlägen worden die Maler- und Weißbindcrarbeiten etwa 4000 Mk., die Schreinerarbeiten 3000 M!., die Verbe s.ru g der elektrischen Beleuchtung, Schlosser- und sonst' e Arbeiten zusammen 2000 Mk. erfordern. Glci - zeitig soll auch eine eingreifende Repar?- tur der Orgel vorgenommen werd- n. Schließlich wurde noch eine Erneuerung dcs Aeuhcren der Kirche gewünscht und ein: neue Heizanlage als notwendig erknnnt. Lieber die drei letztgenannten Arbeiten will man er ft genaue Voranschläge von Fachleuten einhalen und diese in einer weiteren Sitzung berat n Man hofft, mit 13 000 Mk. aTle Ausgaben beizeiten und dem Gotteshaus innen und außen wieder ein würdiges Aussehen verschaffen zu können. Von einer Versetzung der Orgel in den Chor- raum soll abgesehen Werdern weil dadurch zwei große bunte Fenster, eine Stiftung der Herren von Krug zu Ridda, verdeckt und die Lichtverhältnisse im Innern der Kirche wesentlich verschlechtert würden. Auch wäre dann eine Versetzung der Kanzel und des Altars nötig, wofür durchaus keine Zustimmung in der Versammlung vorhanden war. Mit den Arbeiten soll im näch-, sten Frühjahr sofort nach Ostern begonnen werden, so daß das Gotteshaus im August t I. wieder seinem Zweck dienen kann. Aus dem Riddatal, 29. Aug. älnser geschütztes Tal, das, wie bekannt, ein vorzügliches Obst hervorbringt, hat in diesem Jahr einen Ob st fegen aufzuwrisen, wie er feit Jahren nicht mehr zu verzeichnen war. Rur ganz vereinzelt sieht man einmal einen leeren Apfelbaum. Hunderte von Bäumen mußten Stützen erhalten. Dabei sind alle Früchte gut entwickelt und zeigen ein gesundes Aussehen. Trotz über- wiegnxd kleinbäuerlichen Besitzes sind viele Obstzüchter vorhanden, die mit einem Ertrag von 200 bis 300 Zentner rechnen. Die Apfel Weinkeltereien treffen Vorsorge, größere Mengen „Astheimer" einzulegen, und auch die bäuerliche Bevölkerung will sich wieder, ihre Aevfel zu verwerten, damit eindecken. Rur die Z w e i s ch e n sind, wie schon feit Jahren, Versager. Merkwürdigerweise haben auf ungeschützter Höhe stehende Baume gut entwickelte Früchte, wenn auch der Behang nur mittelmäßig ist. Alle Bäume im Tal zeigen aber fast ausnahmslos den schwarzen Pilz an der Rinde imb sind vö.. g leer. Da sie schon feit mehreren Jahren unfruchtbar waren, furchtet man ihr Eingehen. Grohfeuer an der Lahn. WSR. Hadamar, 29. Aug. Im benachbarten Dorfe Thalheim brach am Vorabend der Kirmes in der Gastwirtschaft Schmidt ein großes Grohfeuer aus, durch das binnen kurzer Zeit nicht nur die Gastwirtschaft, sondern auch der angrenzende Saalbau und die Stallungen eingeäschert wurden. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, die angrenzenden Gebäude vor dem Uebergeeifen des Feuers zu retten. Ein großer Teil des Inventars ist mitverbrannt. Bei den Löscharbeiten wurde der Bruder des Besitzers durch Brandwunden im Gesicht und an den Händen erheblich verletzt. Die Brandursache konnte noch sticht aufgeklärt werden. Das Amtsgericht Hadamer hat eine Tlntersuchxmg eingeleitet. Der Besitzer selbst war am Tage des Brandes verreist.' Er peitschte es in hinreißendem Tempo durch, er wollte fertig werben, hinaus aus diesem gleißenden, schwülen Saal. „Gott, o Gott," sagte ein dicker westfälischer Badegast, der, die Hände über seiner hellen Weste gefaltet, an der Seite zwischen den Säulen saß, „wenn er schon das Allegro in dem Tempo her- unterjagt, wie wird er erst das Allegro fuoco spielen?" Es brauste vorüber wie ein Sturm. Zu Ende ... Endlich ... Der letzet Ton der Geigen verklang ... Schlafs sanken Manfreds Arme herab. Die Knie zitterten ihm, als er das Podium verließ. In feinem Bureau ging er ans Telephon. „Hallo ... Meine Frau jetzt zurück, Fritz?" „Nein, Herr Doktor!" „Hat niemand angerufen?" „Nein. Ja — doch, eine Dame hat vorhin noch Ihnen gefragt ..." „Weshalb haben Sie mir das nicht sofort gemeldet?" „Weil die Dame sagte, es sei nicht nötig ..." „Was wollte sie denn?" „Sie fragte, ob Sie zu Hause seien. Ich sagt» nein, im Konzert ... Da sagte sie nur ... „Ah — im Konzert?" und hängte ab ... „Und ihren Namen?" „Hat sie nicht genannt." Der Geiger kam btrein, um sich zu verabschieden. Dann erklang wieder das Klingelzeichen, die Panse war vorüber. Den Schluß bildete die TschaikowskySinsorie J' Nr. 4. Der Diener hatte ihm die Partitur hingesetzt. Aber Manfred sah Feine Noten. Nur Punkte, Striche und weiße Lichtflecke, die sich drehten. Er klopfte auf ... Es funkelte vor seinen Augen. Dbe Lichter erloschen und glänzten wieder auf. Das Orchester setzte ein. Die zweiten Geigen waren heute besonders matt Er schaute zu dem alten Herrn hinüber. Er sah so merkwürdig verändert au», bleich, wie Wachs ... und so uralt ... Er nickt« ihm zu. Na, Schmidt? Der Alte brachte ein müdes Lächeln auf und raffte sich zusammen. (Fortsetzung folgfc) Die Lage it C Sck'N hat si-h äftj SfiS? torum. 0'e Äan nmß ' gefW m.aX töir.X I<-.aU TL Jugans zu Unter o (amten Arbci vor Augen j daß unsere erfuhren M gemeinen tm Mert. W ganzen Lime nunmehr Mbj Dah diese 21 ncfai kam), la hei! Der gesa- Imtzerhm ner kl-verträge u fische Handel ber Induline, größte W Wriewerlen, wird es noch Art Aurgleic werde» kann, Aufteilung d Dege eine gr lofeiisürforge, fehl!, aus bi zur Schau zu wirlfchafllicher finde! doch in Grundlage, da täusch! werden Eine ander sorge leibet. 1 zu begrüßen, i Aücksicht data des Atbeilsm merlbat gema len unb Ten derselben mef ju schenken. 5 Erwerbslosen! als ein douc brauch! werd darauf hinget WQ( *“L M --n-E. e(t J"n'd' 3 6 der Lahn. 3m benach- 'brach am 2orabm!> . ischast Schmid! cm durch daS fbinnen ^astwirtlchast. i wu und die StalluN' i «n. Die FeuervM । en die angrenMden eifert des W »u [ des 3nven ars ‘ei dm LöMbeckn Kers durch Brand' ;’JÄi pas W f“K’ PL, D’itn Qux TrschZ-rklsr. Wt S9' M <klJn "ni- Lİ E )!eil i|t. ^mlt in gcn. HkK ^cr-urtdlo7.s!-.; . eporbrrir (JU;-. ^ndeAevar-. kommen ^b-.t fit^!kucriln3 ö:* Dl und em? n?u' ä”1' W Mi D l1 man erst n?, und mg berat-1 Tian lusgaben be'!rei'.rn S, außen tvirder Wflwi zu können. 'M m den Thor, toetf dadurch zwei l’tung der Herren roeeft und die Licht« irche wesentlich der« -e dann eine Der« ÄtarS nötig, wofür 1 der Versammlung Riten soll im nach« ern begonnen wn« * im August k. 3. mn. al, 29. Aug. Unser ifmt, ein Vorzug« it in Wem 3ahr eisen, vir er seit imen war. Dur ganz einen leeren Wellen mußten Stührn rüchtr gut entwickelt .cslehen. Troß über« ihrs sind viele Obst« einem Ertrag von en. Die Apfelwein« , größere Mengen auch die bäuerlich? «r, ihre Aedsel zu !lur dieZweischen Versager. Vier!« ungeschühler Höhe feile Früchte, wenn tielmGg ist- Al,e r [oft ausnahmslos inte mb finb Pi'...3 treten Jahren un» n ihr Eingehm. .«M UinS -erttöinfor- , iicho'Ä ^nM t Ah* |W* -1,5 »'M ;»»•'«*1,6 , MS * **; * e- 4« I“ Wirtschaft. Die Lage auf dem ArbeilsmarKt. Die Gesamtzahl der unterstützten Arbeitslosen hat sich von 674 OOO am 15. Juli auf 576 000 am 15. August, also um rund 14,5 Proz verringert. Dieser Rückgang, der in seiner Höhe außer« ordentlich erfreulich ist, dürfte jedoch zumeist darin begründet sein, daß die Landwirtschaft gerade im August mehr an Kräften benötigt, als sonst, dann in diesen Wochen handelt es sich doch darum, die Ernte möglichst rasch einzubringen. Mau muß sich d:shalv nv'wendigerweiie darauf gefaßt machen, daß der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der nächsten Zeit erheblich nachlassen wird, ja aller Voraussicht nach wird der Spätherbst, wie dies ja immer einzutreten pflegt, große Zugänge zu verzeichnen haben. Unter diesem Gesichtspunkt ist es selbstverständlich notwendig, sich wieder einmal die gesamten Arbeitsverhältnisse aus dem Arbeitsmarkt vor Augcn zu führen. Es ist irrig, anzunehmen, daß unsere Industrie eine fühlbare Belebung erfahren hat. Gewiß hat sich die Lage im allgemeinen im Vergleich zu früheren Jahren gebessert. Jedenfalls ist der Aiedergang auf der ganzen Linie aufgehalten worden, und man ist nunmehr dabei, von neuem wiederaufzubauen. Daß diese Arbeit nicht allzu vasch vonftatlen gehen kann, läßt sich schon aus der Komplizicr-- 5eit der gesamten Wirtschaftsmaterie erklären. Immerhin versprechen die abge-cplofienen Handelsverträge und vor allem der deutsch-französische Handelsvertrag ein weiteres Aufblühen der Industrie, so daß ganz gewiß auch dadurch größere Mengen Arbeitsloser wieder den In- dustriewerkeir zug.sühr! werden können. Trotzdem wird es noch eine Zeit dauern, bis dies als eine Art Ausgleich auf den Arbeiismarkt gewertet werden kann, zumal ja auch der Winter mit Einstellung der Bautätigkeit auch auf diesem Wege eine große Anzahl Arbeiter der Erwerbslosens ürsorge zusühren wird. Es wäre aber verfehlt, aus diesem .Grunde einen Pessimismus zur Schau zu tragen. Die Hoffnung, daß es in wirtschaftlicher Beziehung besser werden wird, findet doch in so zahlreichen Gegebenheiten ihre Grundlage, daß sie ganz gewiß auch nicht getäuscht werden wird. Eine andere Frage ist allerdings die der Fürsorge selber. Und i.i dieser Hinsicht ist es sehr zu begrüßen, daß b:r Reichsarbeitsminister mit Rücksicht darauf, daß sich noch keine Besserung des Arbeitsmarltes in der Krisenfürsorge be- merlbar gemacht habe, die wirischaftlichen Sollen und Verwaltungsausschüsse angewiesen hvt. derselben mehr als bisher ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Die Krjsensiirsocge ist eben, wie die Erwerbslosenfürsorge, ein Rotbehelf, der nicht als ein dauernder Ersatz für die Arbeit mißbraucht werden darf. Es wurde deshalb schon daraus hingewiesen, daß es wichtiger ist, Arbeit zu schaffen, als Mittel für die Fürsorge bereitzustellen. Es wäre also wirklich erwünscht, wenn die Pläne der zuständigen Scellen sich mehr nach dieser Richtung hin orientieren würden. Aus diese Weise würde es jedenfalls zu einer nicht unerheblichen Belebung des Arbeitsmarktes kommen und manche zersetzende Erscheinung Würde von vornherein unterbunden sein. » * Sein Kohlenpreiserhöhunas-An tragzum 1.September. Vom Rheinisch-Westfälischen Kvhlensyndikat wird, entgegen seiner bisherigen Absicht, zum 1. 9. kein neuer Antrag auf Kohlenpreiserhöhung gestellt werden, da ein solcher erst wiederholt werden soll, wenn gewisse Erhebungen, die zur Zeit angestellt werden, zum Abschluß gelangt find. Damit bleiben die Jnlandpreisc vorerst unverändert. * Vom süddeutschen Eisenmarkt. Die vergangene Woche brachte am süddeutschen Eisenmarlt eine nicht unwesentliche Belebung. Die Flaute der vergangenen Wochen scheint vorüber zu sein und einer flotten Rachfrage Platz gemacht zu haben. Form- und Stabeisen, wie auch Moniereisen waren gut gesucht und man rechnet damit, daß das Herbstgeschäft befriedigend wird. Der Bedarf der Provinz und der Stadt ist großer geworden. Es touroe hauptsächlich durch Zufuhren von Saar- und Lothringer Werken befriedigt. Trotz der längeren Lieferzeiten zog man auch rheinische Werte zur Liefer-Mg heran, um in den Genuß der billigen Wassersrachten zu lommen. Durch den Strei! in der Rhein- schiffahrt traten verschiedentlich Stockungen in der Zufuhr nach dem Oberrhein ein, die jedoch inzwischen behoben Jein dürften. * Vom süddeutschen Tabakmarkt. Durch den - dauernden Regen der letzten Zeit sind die Tabatpslan^en in ihrer Entwicklung weiter günstig beeinflußt worden. Doch wünscht man allgemein das Eintreten einer wannen Witterung, da sonst die Krankheiten einen guten Rährboden finden und sich in weit größerem Ausmaße ausbreiten könnten als dies bisher schon der Fall war. Mit der Ernte des Band- grumpens ist man wohl überall schon zu Ende gekommen. Der jetzt noch auf den Feldern stehende Grumpen dürfte unter der Räss? sehr gelitten Haden. Sofern das regnerische Wetter aufhört, dürste man nach den jetzigen Ermittelungen mit einem leichten Tabak rechnen können, der sich für die Zigarrenfabrikation vorzüglich eignen würde. Die Menge der diesjährigen Tabakernte wird durch den durch Hagelschlag verursachten Schaden im nordbadischen Tabakgebiet eine merkliche Einbuße erleiden. * Süddeutsche H a n d e l s v e r c i n i - gung A. - G. Frankfurt a. M. D'.c Süddeutsche Handels-, Import- und Es?' .rlsirma, an der die Hamburg-Amerika-Linie beteiligt ist, hat das Geschäftsjahr 1926 wieder mit einem Verlust abgeschlossen, und zwar in Hohe von 129 294 Ml., so daß sich i>er Gesamtverlust einschließlich des Vortrages aus dem Vorjahre auf 170 000 Mk. bei einem Aktienkapital von 350 000 Mark erhöht. Die Roheinnahmen belaufen sich auf 161 756 Mk., während Generalunkosten 173 033 Mark erforderten und für Abschreibungen 119 017 Mark notwendig waren. * Von der Frankfurter Börse. Nach einer Verfügung des Börsenvorftandes werden ab 1. September 1927 die Notizen der Deutschen An- leihe-Auslösungsscheine einschließlich Vs Ablösungsschuld Nr. 1 bis 30 000 und der Deutschen Anleihe- Auslosungsscheine einschließlich Ablösungsschuld Nr. 30 001 bis 60 000 zu einer Notiz Deutsche 21 n- leihe-Auslosungsscheine einschließlich V6 Ablösungsschuld Nr. 1 bis 60 000 vereinigt. * Zum Konkurs der Gebr. Himmelsbach A.-G.. Freiburg i. Br. In dem Bericht des Konkursverwalters der Firma Gebr. Himmelsbach A.-G. in der Gläubigerversammlung' wird bekanntgegeben, daß als neuer Gläubiger der bayerische Staat eine Forderung von 3.5 Millionen Reichsmark angemeldet habe. Der bayerische Staat verlange von der Konkursmasse die Zahlung des ganzen Holzes, das aus Grund ter Coupes Supplementaires in den pfälzischen Staatswaldungen geschlagen wurde, ferner Ersah des Verlustes, der durch vorzeitigen Einschlag in die noch nicht hiebreifen Bestände entstanden ist, und der Barausgaben für den Wiederaufbau der abgeforsteten Flächen mit der Begründung, daß die Gemeinschuldnerin durch den Abschluß der „Coupes Supplementaires-Verträge" und ihre Durchführung sich dem bayerischen Staate gegenüber fchadensersatzpflichtig gemacht habe, weil sie ohne Genehmigung des Waldeigentümers über die Staatswaldungen verfügt habe. * Abschluß der Raab-Katzen st ei n- werke. Bei der in Kassel abgehaltenen Generalversammlung der Raab-Kahenstein- Flugzeugwerke wurde nach Genehmigung der Regularien beschlossen, für das zweite Geschäftsjahr eine Dividende von 8 Prozent zu verteilen. Die Werke -sind, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, sehr gut beschäftigt und arbeiten ohne jegliche Subvention. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 30. Aug. Tendenz: schwächer, im Verlaufe etwas erholt. — An der heutigen Börse machte die A u f w ä r t s b e w e g u n g der Kurse weitere Fortschritte. Es ist jetzt eine gewisse Angst vor dem Zahltag eingetreten, und es wurden weitere Abgaben vorgenommen. Auch aus Publikumskreisen sollen Abgaben an den Mar.t gelangt fein, und cs scheint festzustehen, daß die F n b u ft r i c z U Geldbeschaffungszwecken c r f ä u f c vorgenommen hat. Bei der geringen* Aufnahmefähigkeit der Börse war es der Baissespekulation ein leichtes, durch Blankoabgaben die Abwärtsbewegung der Kurse zu unterstützen. Das Geschäft blieb sehr klein. Verstimmend wirkte, daß jeglidje I n t e r v e n t i o n s in a ß n a h m e n kehl ten. Der Geldmarkt zeigt die ultimomäßige Verknappung. Auch die zukünftige Beurteilung der Geldmarktlage ist reeht pessimistisch. Ohne Einfluß blieb die Nachricht, daß das KohiensyNdikat zunächst keinen neuen Antrag auf Erhöhung der Kohlenpreise stellen werde. An den Effektenmärkten er gaben sich durchschnittliche Kursverluste von 0,25 bis 4,5 Prozent gegenüber der gestrigen Abendbörse. Starr gedrückt lagen Zellstoff W a l d h o f mit minus 5,75 Prozent. I.-G - Farben verloren 3,75 Prozent. Bankaktien überwiegend knapp behauptet, Darnat jedoch minus 4,25 Prozent. Am Elektro markt lagen besonders Bergmann recht schwach. Montanwerke hatten Verluste von 1 bis 3,5 Prozent zu verzeichnen. B a u ro e r t c, wie Holzmann und W?yß & Freitag lagen trotz des Berliner Millionenauftrags stark vernachlässigt und kaum verändert. Von Autowerken lagen Daimler minus 2,5 Prozent lind Kieper minus 1,5 Proz. 9-i.ngt R Haeffner b öckelten weitere 2,5 Prozent ab. Renten blieben still und überwiegend behaupte«. Gleich nach Festsetzung der ersten Kurse konnte sich die Stimmung etwas beleben, da die Spekiil"! z«i kleineren Deckungen schritt, die Kurse erholten sich diirchschniktlich um 1 Prozent. Siemens plus 3 Proz. Im Verlaufe wurde aber bic Haltung wieder still, die Kurse konnten aber weiter leicht an ziehen. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6 Prozent. Das Geschäft am Devisenmarkt blieb klein. Man hörte: Reichsmark gegen Kabel 4,2020, gegen London 20,433 Paris gegen London 124,02, Mai land 89,50, Madrid 28,88. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 30. Aug. Auch heule zeigte die Börse dasselbe Bild der Schwäche wie gestern. Unternehmungslust besteht in Pörsenkreisen, ganz abgesehen vom Publikum, überhaupt nicht. Die Lage am Geldmärkte bereitet allgemein größte B e - s o r g n i s. Tagesgeld 5 bis 6 Prozent: Monatsgeld 7,75 bis 8 Prozent: Warenwechsel 6,25 bis 6,38 Prozent; Termingeld bleibt weiter stark gesucht. Bei Festsetzung der ersten Kurse kam an den Effekten Märkten ziemlich viel Material heraus, da die Spekulation zum größten Teil wieder ihre Ultimo- Engagements löste. Man will auch beobachtet haben, daß die Industrie mit größeren Abgaben am Markte war. Da dein erheblichen Angebot nur geringe Nachfrage gegenüberstand, gingen die Kurse um ein bis vier Prozent zurück, Spritwerte sogar bis 8 Prozent und Klinstfeidenwerte bis 15 Prozent. Heimische und ausländische Renten unverändert ruhig. Im Verlaufe zeigte sich ein leichtes Deckungsbedürfnis, jo daß kleine Kurserholungen Platz greifen konnten, die im allgemeinen bis zu ein Prozent betrugen. Spritwerte konnten ihre Verluste teilweise bis zu 7 Prozent verringern; Glanzstoff um 6 Prozent. Die Stimmung blieb aber weiterhin un sicher und zurückhaltend. Frankfurter Kartoffclmarkt. Frankfurt a. M., 29. Aug. Weißfleischige Kartoffeln. 3,25 bis 3,30. gelbfleischige runde Kartoffeln: 3,40 bis 3,50 Mk. je 50 Kg. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 30. Aug. Die heutige Börse lag sehr flau. Wenn auch kein großes Angebot in Inlnndgetreide vorliegt, so ergab sich doch eine Preissenkung infolge der Zurückhaltung der Mühlen, des guten Erntewetters und der niedrigeren Auslandpreise. Auch Futtermittel sind etwas im Preise gedrückt. Weizenkleie wieder reichlich angeboten. Cs wurden notiert: Weizen, Wetlerauer, 28,25 bis 28,50; Roggen, inlänid., Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. 24 bis 24,25; Sommergerste für Drau zwecke 26 bis 27,75: Hafer, inländ.. 23,50 bis 24,50; Hafer, ausländisch... 23,75 bis 25; Mais (gelb) 19,25 bis 19,50; Weizenmehl, inländ., Spezial 0. 39,50 bis 40; Roggenmelck 35,25 bis 36,25; Wei^eiH- klele 13,50; Roggentleie 13,75. Tendenz: Rußiger. Frankfurter Pfcrdcmarkt. Frankfurt a. M., 29. Aug. Obwohl der Monat August für einen Pserdewarlt die un- geeionrtfte Zeit ist, war ker beule stattaehabteMarft wider Erwarten gut beschickt; die Gesamtzusul-r betrug 550 Tiere. Der Ge ; icksgang ließ wohl im allgemeinen viel zu wünschen nbrig, da durch das schöne Wetter viele K:ufinteressenten, mit den ©rrtcarbeiten llxlsiigt nicht abkömmlich sind. Es waren jede 5 H.-.nveisleul: aus dem Rheinlande, Württemberg und Boden anwesend, so daß der Handel trotzdem zufriedenstellend verlies. Die Preise für i mge volljährige 2lr- beitspferde waren befestigt, gute norddeutsche Kutschpferde gesucht und hoch im Preise.Schlacht- Pferde wurden flöt! getznideil und es erzielte beste Qualität bis zu 38 Ml. je 50 Kilo. Rächster Pserdemarkt findet am 3. Oktober statt. Berliner ,' ro-ul ienöörsc. Berlin, 29. Auz. DU Folgen des Dauer- regens der letzten Wochen |in > noch nicht über* wünden. Meldungen über Ern'eschöden kommen aus vielen Teilen des Landes und doch tonnte dos heute besser gewor c.ic Wetter, berbunhen mit den । nwächeren Auslandmldüngett. zu einem empfindüö-en Rückschlag führen. Am Eismarkt ist es stiller geworden. Während sich das An- riebet in esseltiven Weizen weiter verstärkt hat, ist Roggen in schneller u d prompter Ware nicht ausreichend vorhanden. Trotzde.n werden auch die Roggenpreise von ver Bewegung am Weizenmarkt mitgezogen. Die Lieferungspreise für Weizen liegen 5 bis 3,75 Mark unter Samstag- Schluß, für Roggen drei bis vier Prozent niedrigen Die Aufgeldsätze für effektiv? Ware betragen 5 bis 6 Mark bei W izen, 3 bis 4 Mark bei Roggen für Septemb:rlieferung Das Mehl- geschäft ist fast vollkommen ins Stocken geraten. Die Situation für Hafer ist etwas stiller geworden. Die dringenden Qlngebote haben nachgelassen. Die Käufer zügfn weiter Zurückhaltung. Gerste wenig t>?rän?evi, Mais bei ruhigem Geschäft relativ fest. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 272 bis 276, Sept. 281 bis 279, Olt. 278 vis 276 50. Dez 278 bis 277 (flau); Roggen, märt. 234 bis 238, Sept. 245 bis 244. Olt. 241,50 bis 240, Dez. 238,50 bis 237,50 (flau); Sommergerste 226 bis 274* Wintergerste um* Futtergerste 203 bis 209 (ruhtgi: Hafer, märt. 208 bis 223 (ruhig), ab sch!es. Station 201 bis 212. Sept. 212. Olt. 213 b.s 212, Dez. 212,50 bis 212 imatt); Mais. La Plata 198 bis 200 (eühig); Raps 295 bis 305 (fester); für je 100 Kilo: Weizenmehl 33 bis 37,75 (ige ler>; Roge« .'inel l 32,25 bis 33.75 f . ratter); W i'er.- flcie Io bis 16,2o (behauptet): Re-genklei' 15,1'5 bis 15,50 (behauptet): Viltoriaerb,en 43 o'.s 48; kleine Erbsen 24 bis 27; Fnttrrerbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Acke.bohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Rapskuchen 15.60 bis 16; Leinkuchen 22,50 bis 23- Trockknfchmtzel «3.75 bis 14; Soyaschrot 20.20 bis 20,70; Kartoffelflockei, 23 bis 23.50 Mark. Letzte Der neue russisch e Gesandte für Wcrr chau. Warschau. 30. Aug. (DB.) Wie die Abendblätter erfahren, hat die Sowjetregierung; bei der polnischen Regierung um das Agrement für Dimitri Bogomeloff als Gesandten in Warschau als Rach^oloer des ermordeten Gesandten Woikoff ncchgesucht. Bogennlosf ist Berufsdiplomat und Beamter im Volkskommissariat für Aeußeres. Früher war er bei der Sowjetgetandtschast in London und Wien tätig. Einer Information des „Kurjer Warszawski" zufolge fcür'ite die polnische Regierung das Agrement für Bogomeloff erteilen. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzlnsfuß,7 Prozent. lkranksnrta Rt Berlin strankfurta.M Berlin Frankfurt a.M. | Berlin Berlin. ?9 Auaun '-seid Pries ,Hnn;oii>che 'toten..... polländiiche /toten. . .'.talieililche Roten...... '.itorwegische Roten..... Tcutid) Ceflerr-, 5100 stroncu Runiänjsche "Jioten...... Schwedische Roten...... Schweizer Roten....... Svanische Roten....... Tschechollowalische Rote« . . Ungarische Roten * . Devisenmarkt Derl'm Telegraphische 16.14 11'7.76 22,ft6 UI8.69 59.03 2.576 .12.37 Ml. 86 i'J 29 .2.415 73.25 —Frankfurt A 'iSzah 16.50 168.44 :2.9d 1 0:1, 13 >9, '7 112 83 81.18 70.57 12,475 71.55 (L M. u n fl. Schluh Kurs 1-114)1 Kurs Schlutz- Kurs Anfang Kurs Schluh Kurs -uh» tzurs Sajlufe- Anfang Kurs Kurs LchluO«! 1-Uhr» Kur» Kur» Schlutz- Kur» Anfang »nrs 30. ft. Datum: 29. 8. 30. 8- 29. 8- al). 8. Datum: 29. 8. 30. 8. 29. 8. : 3(1. 8. Datum: 29. 8. 30. ft. 29. ft. Wo Dt Nctchsanlethe o. 1927 Dt. Anl. Ablös. Schuld mit Äutzlos -Rcchn-n .... Tesal. ohne AuSlis «Rechten 7°/» Krankf. Hyv.-Bk. Go dvi unkündbar biS 1932 .... <’/a°/o Rheinische Lvp -Bank liiqu -Goldps ..... AEG abg BorkrieaS-Lb liflationcn. türtödDlbar 1932 4°/, Schwei;. Pund7sb.-Anl. <°/o Oesiereichilchc Goldrte. 1,20°/o Oesicrr. ich. Silderric . 4°/o Oesterreich, cinneitl. Rke 4°/o Ungarische Goldrte 4°/0 Ungarische Claaitzr v 1910 deSgl. von 1913 . . . 4% Ungarische Kroncnrte . . 4°/, Surf. Zollanlcihe v 1911 4°/. SEurt. Bagdadbahn-Nnl Serie 1...... 4°/0 deSgl. Serie 11..... 4°, Rumänen convcrf Nie. 4,/1vlo Rumänen Goldanl. . von 1913 . . . «llg Tcuische Eisenbahn 4". tzamburg.Amerila Palet. .6 öamb Sudam Tamvisch «s Hansa Dampsschist ... .6 Rorddcuischcr Llohd . . 6 ANg. Deutsche Treditanst.. 10 Lärm r Bankverein 10 Berliner HandelSycscllsch. 12 Commerz und Pnval-Hf. H Darm st. u. Rationalbank. 12 Deutsche Bank ■ • • ■ • >0 DiLkonlo GeicNschasi Ank 10 Dresdner Bank.....10 Mttcldeutsche Crrdilbank . Metallbank ........8 NcichSbank >1 87.1 14,5 27,13 25,2 22.75 11.75 ü 14,5 8fi 146 25 146,5 H3.5 144.5 244.5 171 24.5 158,75 154.23 161 232.5 143 174 12 1 f • ( 1 1 1 । 1 i 152 ii । 1 £ i 1S 1 | •z z - -5 - 5 1 87,5 15,1 26.» 25,1 13,5 15.13 14.13 16 84.75 145.75 320 220.5 147 14.3 144 240 171,5 222 159 154 25 161 -26.5 142,5 174,2) ' l^ ' ' ' 1 1 ' l^ i1 I - £2" 335 ’gH" 1 ____ - — ■ A. E G..........7 Bergmann .........8 Elcktr. Lieferungen . ... 10 Üicht und jtraft......10 Selten i Guilleaume .... 6 Ges- f. Elebr Untern . . 10 Hamb- Elektr. Werke . . lo Rhein, lälctlr.......8 Schlei. Elektr......lo SchuNcri ........7 Siemens Halske . ... 16 Transradio..... 8 Labmever 16 144,13 19(1,25 117 89 66 149 134,5 :> 46.25 76,5 114,75 112 137 115,25 114,5 160 141.5 .1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 "l S! S? orSSitd £lÜl 1 1 29. August. 30 August. Amtliche Roti rang ivclh Brie' .'lnitlichc Rorierun,, . 'telp Briet Äinit.°Roii Buen.-AireL Brst.-i'lntw (Sllriftinnin stowM/ngen Stockholm pelsinaiors (Halieft. . London. . . Reunork . . Paris.... ^-chlveiz > . Sva.'ien . ^avan . . . Kio de Inn. üBicn in D - Ceft- abgest Prag . . . Belgrad . Budapest. Bulgarien s'istabon Danzig. . stonstantin. Ätben. . Canada Urusuav ttafro 163.14 1.7*9 '8,43 .08,99 H2,39 12,67 .2,72 1,403 -.«K '6,45 0,94 0,56 .,'.'85 .497 <9,125 2,439 1/199 >3,44 .035 0,58 ■1,4$ , 123 .514 .,198 1.176 IL93 1(18,48 .,793 .8,55 1 Oil, 2 t <12,61 H2.89 10,591 -2.76 -0,443 • ,2l)5 .6,4'1 ■1,10 io, 70 1.989 1.499 -9,245 .2,459 7,41)4 .3,58 .011 20,62 11,59 .127 4,626 1.206 1.184 -0.97 168,2.) 168,54 1,799 । 1.794 38,46 I 8,58 109,10 109,41 112,11 112,63 113,72 112,91 .0,37 .0,69 -2,84> 22,885 o,41.' :U,462 LIU«. 1,2055 10,4,5 16,495 " % 4,12 <0,68 70,«r l.'JOa 1.993 1.4978 0.4998 19,16 o9,28 12,444 >2,464 7.393 7,407 13,46 13,60 >,034 3,0,0 .'0.3 3 20,48 M.41 81,60 -,1I8 ',122 5,49« 5.506 1.199 4.207 4.196 4,-04 '0.9:':> 20.975 Becim. 29 August. | '^lv 1 Amerikanische 'Jloten .... 4,18 Belgische Noten..... 58,28 Dänische Roten . . . 113,37 Englische Roten -0,37 4.2n 58,52 112,83 <1. QUALITATS-MOBEL So machen, es die fliegen 7876D fabelhaft billig. Katalog auf nsch gratis difäfa- aß- 3ößrifi/ Wegen Renovierung bleibt mein Brooffle lü-Klmiliteitt Namen-Galön 6- Bearbeitung o. Prioatauto- und Last- NM Mittwoch geschlossen. 73700 keiner Erklärung mehr. Wer zum 7665 D ginnen UM 1/ Uhr. 78118 Cln Speziafartiket in der Reife, der lüettbekannten 21 Mm kommenden Winter noch eine solche Anlage anschaffen will, dem sei eine baldige Entschließung empfohlen. — Beratung, Projektierung und Ausführung durch: ist in der Anschaffung kaum teurer als Einzel-Kohlenöfen mit Kaminen. Wegen der Vorteile und der Annehmlichkeiten einer Zentralheizung bedarf es heute wagenbesitzern gesucht. 10°/o Prov. b. nut. Arbeitsbed. Off. unt. F. T. 6095 an Ala HaafensteinLVogler, Frankfurt a. M. Rm. 110 86 71 47 31 23 = zu wirklich billigen Preifien = In 7 rniiltkiWW aos^eflallelen Etagen zeigen wir eine Riefenanswahl Neues Sauerkraut das Pfund 30, 3 Pfund 80 Pf. Frische Weintrauben Citronen und Bananen Bohnen-W"" Gurken-Hobel Peddigrohrmöbel verstellbare Liegestühle Wäschetruhen Reisekörbe und -Tas dien Stühle Kinderstühle Ph. Henkel, Sonnenstr. 14 u.18 Stu hl schreinerei und -Flechterei. Auto | Telephon Nr, 1730. Schnittseste Zervelatwurst pfd. M. 1.90 Rollschinken (mild) .... pfd. M. 1.80 Vorleiihafte Bezugsauelle für Wieder- Verkäufer. — Verlangen Sie Preisliste. Georg Reichenbach, Wurstsabrik, Äeustadk, Kreis Kirchhain. 78i9D FLIT */» Blechpackung R. M. 2.50, */t Blechpackung R. M. 3.75 Doppclpackung R.M. 6.50, Großpackung R.M. 19. — , Handzerstäuber R-M. 2.—, Kombinierte Packxmg (enthalt Vt Blccbpackung nebst Handzcratirnbcr) R. M. 550. Die Abonnementskarten find gegenüber den Tageskarten wesentlich billiger; bei Nichtbenutzung der Abonnementskarten können, wie bisher, für Schauspiel und Operette Gutscheine gegen Entrichtung einer Gebühr gelöst werden, die für die ganze Spielzeit, auch für die Sonntags- uorstellungen, Gültigkeit haben. Der Preis spruch auf Beibehaltung ihrer Plätze an ihrem Abonnemcntstage, wenn sie die Rücksendung der ihnen zugegangenen Vor bestellkarte bis zum 3. September 1927 bewirkt haben. Gießen, den 26. August 1927. Der Oberbürgermeister. 3. 93.: Dr. Frey. Schlafzimmer in allen Holzarten in den Preislagen 1700.-, 1250.-, 950-, 820.-, 760.-, 590.- Speifezimmer neueste HlodeUe in den Preislagen 1650.-, 1280.-, 1050.-, 890.-, 760. , 650.- Herrenzimmer Eiche, Nafibaum, Birke in den Preislagen 1500.-, 1250.- 980.-, 760.-, 625. , 530.- allerschönste Modelle, in weiß und natur, in den SlUCiien Preislagen 440.-, 370. , 260.-, 210.-, 180,-, 150.- Einzelmöbel, Polfitermöbel, Teppiche Rollmops, Hcriuac in Gelee und Bismarckberiugc die I-Ltter-Dose Rtk. 1.05 Bratbcringe u. Kroniardinen, die 1-Ltter- Dose 95 Pf. aus feinstem wetnffeischtgen Hering bereitet. Stramme P ackung. Besonders künftige Zahlungsbedingungen Zwaagloie Besichtigung erbeten Ein auf wissenschaftlicher Grundlage hergestellies Insekten - VertilgungsmifteL FLIT ist das Ergebnis jahrelanger Versuche bekannter Insektenforscher u. Chemiker. FLIT ist unschädlich für den Menschen. FLIT ersetzt die bisher gebrauchten Mittel, da es alle Insekten rasch und sicher vernichtet Nassauifche Möbelinduitrie Frankfurt am Main, Grobe Friedberger Strafae 13 — 17 (Konftäbler Wache) Diebe und Mörder dringen tagtäglich zu Tausenden in Gestalt von Stubenfliegen in die Häuser ein. Mit ihren schmutzigen Füßen berühren sie den Menschen und seine Nahrungsmittel, Sie verseuchen Dein Heim mit den verderblichen Erregern der Kinderlähmung, des Typhus und anderer Krankheiten, die in großen Mengen im Kehricht, Mist und Abwässern leben. FLIT befreit das Haus in ein paar Minuten von krankheitskeimtragenden Fliegen und Stechmücken. FLITist sauber, zuverlässig und handlich im Gebrauch. Verafdiiei alleHausinsekten. FLIT vernichtet auch Wanzen, Küchenschaben und Ameisen. Gießen, Neuen weg 4 Leiten J. P. Mono S9 - 64-19 - 90 - 100 M usw Dciükfc'Amerikanische Petroleum Gefellfchaft Abteilung Spezialprodukte / Hamburg 36 Kaufen Sie noch heute eine FLIT-Packung nebst Zerstäuber. Ucberall erhältlich. Es dringt in alle Risse und Spalten, wo Insekten nisten und brüten. Bestäube die Kleider mit FLIT. FLIT tötet die Motten und stoffressenden Larven. FLIT, mittels Zerstäuber angewendet, verursacht keine Flecken. Siadttheater Gießen Abonnements-Einladung. In der Spielzeit 1927/28, die vom 5. Oktober bis Ende April 1928 dauert, werden an den Tagen Dienstag, Mittwoch und Freitag je 28 Abonnementsvorftel- lungen ftattfinden: die Vorstellungen be- Aule Ruf-Nr. 1790 SfliiofieiB in prima Qualität empfiehlt billigst W.Hankel, Neuen Baue 2. Teleph. 612. 6701Q D.SdnHstieÄB.e.i.l/Gje8ei Schanzenstraße / Fernsprecher Nr. 844 und 845 / Schanzenstrabe WKWW« Babnbofftr. 27, Ncrnfvr. 1631 7864a M Mk Mittwoch früh 9 Uhr eintreffend: ff. arofrcr Sckcllstsck obitc Kovf 2*/2—üpfüllbtfl, Pfund 55 Pf. im Ausschnitt, Pfund 60 Pf. Pa. Cabliau, kopflos 2'/.—8psündia, Pfund 35 Pf. tm Ausschnitt, Pfund 40 Pf. ff. Seelachs im Ausschnitt, Pfund 30 Ps. «Veinfte Nordsee-Schell sticke «-‘/«vfünhin, Pfund 40 Ps. Frische Mschkotcletts Pfund 40 und 50 Ps. Liakob Sckäfev Damen- u. Serrensrifeurgefchäfi, Ludwtgstr. 51 Chemnitz, Mannschaftspunktefahren JA «J Jg ^s.s.27, SIEGER: LORENZ auf JRJJW SMÄnvevkanfr Ludwig Beru-aedi Gießen, Schulsrvatze W. für die 28 Vorstellungen einschließlich der Operettengastspiele sowie einer Opernvorstellung beträgt mit Steuer: Proszeniumsloge, Rangloge und 1. Rang-Vorderplatz 1. Sperrsitz, 1. Rang-Mitte und Logen-Rückplatz 2. Sperrsitz und 1. Rang-Rückplatz 3. Sperrsitz und 2. Rang-Vorderplatz 2. Rang-Mitte FLIT vemidiiet Elfen en, Stedmüdcen, Wespen, Motten, Wernen, FUShe, Kßdtensdtaben Für Neubauten | Mnwlt-Sesteloseu! „Kero" rostet nicht, reifet nicht, kocht unglaublich schnell. Trotz dieser Vorzüge billtger Pretö, empffehlt 6879a Edgar Bormann Elseowarell, Gießen. Frische Pollbücklinge das Pfund 48 Ps., die .Qb’te mit netto 5 Pfund, Mk. 2.30 Neue Niesen - Lackshcriuae geräuchert. Stück 30 Pfennig Feinste neue Polllieringe seiuste Holländer, Stück 10 Ps. feinste pure Milcher, Stück 15 Ps. Friicke marinierte Heringe Stück 25 Ps. I5IHI Hari auf I. Hnoothek, zum GesckäftSbausumbau v. pünktlichem ZinS« znbler zu leiben gesucht. Schr. An- ?cboie von Selbstge- ern unt. 7708V an den G. Anz. erbet. Ein kräst., gesunder Zunge ‘ Jahr alt. in liebevolle Pstege zu geb^ am liebsten an ktn» derloses Ehepaar. Schr. Ang. u. 06270 an den Giefe. Anz. Eine ZenfralheM Dr. Diefe-Stiefet für verdorbene und empfindliche 7äße mit stark QiLs$epräQte/i Ibatten oder räuspert in neue Weiierauer Svcisekartoffeln Böhms Gelbe und Kaiserkrone, ver Ztr. rc 5.50 einschl. Sack, offeriert unter Nachnahme rtu9D I. Nonmann, Echzell, Teleph. 36, Amt ReichelSbeim. | Verschiedenes| IbaCCenfeif ffe*. gckK. 2. Nang-Rückplatz Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskarten erfolgt in sieben Raten. Anmeldungen zum Abonnement sind bis spätestens 10. September 1927 nur schriftlich an die Stadtverwaltung — Bergstraße, Zimmer Nr. 12 — unter Angabe des Abonnemenlslags und der Aufschrift „Theater-Abonnement" zu richten. Die letztjährigen Abonnenten haben An- Mittwoch, den 31. August 1927 nachmittags 2 ilhr versteigere ich im ,Töwen", Neuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Schreibtisch mit Aussah, 1 Kaffenschrank, 2 Sofas, 1 Nähmaschine, 1 Rasiersessel, 1 eintür. Kleiderschronk, 1 Kommode, ein Chaiselongue, 1 Plüschtischdecke, 1 Sofa« kiffen, 1 kl. Linoleumteppim, 1 Äierservice, 1 Singer-Nähmaschine, 1 Ladenwolf, einen Speckschneider, 1 Ricli-Kutter, eine Auf- schnittmaschlne. Lunker, Gerichtsvollzieher in Gießen ___________Goethestraße 29. [7877D Heyd & Gohn Seltersweg 12. _______________________ 7368a ML unter dm ser (Dehlcr reichliche 2Ii uinsassende ( gleich als K Der lvei te - Hainer fomi ihren Gäste lMche tour Fmuenlurne auch der Sui Mft das Tu Die Strahe Dander- nr Die W Mmneriurr 7. ®< -o- sand am L eine J«# Der umstr-i irörlig da viel um I an allgem- heute dest' lungen, so wart anvm hälin/smu nicht alleE irieöes last öffentliche -Menge- der umsicht^ Schelm 11 für das ein gutes i Kirchhain u S7 beiß’ Ehrenbr Die Qlbteik Marburg 5 Gießen, Lv. nerg toetteii bÜbung vo ubungen, A Vereinigung Alsfeld füg Ausdrucksbe Zone, so ba von einer sch Um 11 Uhr jugendlichen Sonntags ihre derscha herbstlvetter ükeude durch durch die 6trc nen, Übungen vere und ihre Gäsi Erlebnis, too. Dorten für b Sen gleichen Nachmittags Eningen ei Ausdruck. on ben Cßrut W» Fu diese Sreude fo i "ollen Ersvl Aachsteh aus der 6 , Turnei £Wf, 5, «frenfieg; ■ M P.: i. ( nft 181 M; 5\ L ^tte 'N, EL« Schr - und 133 fn l»S:2 J ä S'- 2 SS. ®n., ft&h 5?ilie N ' Ä>. •55 93. ’e^n, H. N ' 0- 6 Lich iFareri Rr. 202 Drittes Blatt jt_■ -4*»sxuä.uä —• Jtnrr: 's Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) . r w n "-MH ■ UL|w^nMPgaElBMn!MC:i?aMCS Dienstag, 30. August (927 Turnen, Sport und Spiel. 7. Gau-Frauenturnen D. T. — o - Das 7. Gau-Frauenturnen sand am Sonntag in Kirchhain (Dez. Kassel) eine herzliche und glanzvolle Ausnahme. Eines der umstrittensten Gebiete der Turnerei ist gegenwärtig das Frauenturnen. Aicht als ob noch viel um seine Berechtigung und Aotwendigkeit im allgemeinen zu kämpfen und zu arbeiten wäre; heute bestehen im Gau über 40 Dereinsabtei- lungen, so daß die Arbeit einem besonderen Gau- wart anvertraut werden mußte. Aber in der ver- hültn/smäßig kurzen Entwicklungszeit konnten noch lücht alle Cinzelfragen des inneren technischen Betriebes sowohl, als der Eingliederung in das öffentliche Leben zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst werden. Immerhin ist man unter der umsichtigen Leitung des Gauvberturnwartes Wilhelm Will (Gießen) und des Gauwarles für daS Frauenturnen Rudolf Paul (Gießen) ein gutes Stück weiter gekommen, so daß für Kirchhain über 300 Meldungen Vorlagen. Für beide Konfessionen war am Sonntagfrüh Kirchgang und die Kleiderfrage dahin geregelt, daß das Turnkleid nur für den Turnplatz, für die Straße und den Werbeumzug aber das Wander- und Fahrtenkleid zulässig bleibt. Die Abgliederung von den Formen des Männerturnens und das Suchen nach entsprechender Eigenart wurde bei dem Begrüßungsabend am Samstag in der Festhalle unter Dem Leitwort „Deutsches Frauenturnen" in überraschender Fülle zur Anschauung gebracht. Der weite Raum war voll besetzt, und die Kirchhainer kamen rasch in innere Verbindung mit ihren Gästen. In einer kurzen, feurigen Ansprache wünschte Landrat von Gilsa dem Frauenturnen als einem wichtigen Bestandteil auch der Iugendpflege den besten Verlauf. Bürgermeister ©tü n sprach im 07amen der Stadt herzliche Willkommengrüße. Gauvertreter Pfeiffer (Wetzlar) dankte für die außergewöhnlich reichliche Ausschmückung der Stadt und ihre umfassende Gastfreundschaft und überreichte zugleich als Kreisvertreter dem Bürgermeister und bewährten Turnfreund Heinrich Grün den Ehrenbrief des Mittelrheinkreises. Die Abteilungen der Turnvereine zu Grünberg, Marburg Tgde. und T.- und Spv., Kirchhain, Gießen, Tv. 1846 und Mtv., Butzbach und Friedberg wetteiferten in Mannigfaltigkeit und Durch- bildung von Geräte-, Handgeräte- und Freiübungen, Reigen und Volkstänzen. Die Sängervereinigung Kirchhain und die Feuerwehrkapelle Alsfeld fügten zur Rhythmik der körperlichen Ausdrucksbewegungen noch den Rhythmus der Töne, so daß der lehrreiche Abend zugleich auch von einer schwungvollen Stimmung getragen war. Um 11 Uhr schon konnten die Familien mit-ihren jugendlichen Gästen nach Hause gehen. Sonntagvormittag konnten die 15 Riegen ihre verschiedenen Mehrkämpfe bei prächtigem Herbst Wetter als eine Arbeit im Gewände der Freude durchführen. Ein farbenfrischer Umzug durch die Straßen und anschließend die allgenreinen, vorzüglich zur Darstellung gebrachten Freiübungen vereinigten noch einmal die Feststadt und ihre Gaste zu einem packenden, gemeinsamen Erlebnis, wobei der Gauvertreter in warmen Worten für die Pflege des Frauenturnens warb. Den gleichen Gedanken brachte im Laufe des Rachmittags ein Schauturnen mit Sondervorführungen einzelner Vereine zu anschaulichem Ausdruck. Der Gau schied mit herzlichem Dank an den Druderverein Kirchhain, der unter der rührigen Führung seines 1. Sprechers Franz Lang diese Tage ernster Arbeit und geselliger Freude so sorgsam vorbereitet und zu einem vollen Ersolg ausgestaltet hatte. Rachstehend Dringen wir einen Auszug aus der Siegerliste. 21. 22. P.; P.; Io- Turnerinnen-Unterstufe. Siebenkampf, 77 Teilnehmerinnen, 64 Siegerinnen. 1. Sieg Detti Dsum, Mtv. Gießen, 122 P.; Turnerinnen . Oberstufe, Zehn- k a m p f, 3e Teilnehmerinnen, 23 Siegerinnen. Ehrensieg: Henny Schneider, Tv. Wetzlar, 190 P., und Paula Hofmann, Mtv. Gießen, 186 P.; 1. S'.eg Elfrede Münnich, Tv. 1846 Gießen, 181 P.; 2. Ria Schwan, Mtv. Gießen, 178 P.; 3. Charlotte Amend, Mtv. Gießen, 175 P.; 5. Anni Schön, Mtv. Gießen, 170 P; 7. Lotte Mohr, Tv. 1846 Gießen, 164 P.; 12. Ella Schultheis, Tv. Ridda, 156 P - 13 Hermine Schwan, Mtv. Gießen, 155 P.; 15. Gretel Schön, Tv. 1846 Gießen, 150 P.; 16. Erna Kreuder, Tv. Grünberg, 149 P.; 17. Else Klemmrach, Mw. Gießen, 148 P.; 18. Emmi Heß, Mtv. Gießen, 138 P. Turnerinnen-Ober stufe, Sieben- 3t Teilnehmerinnen, 32 Siegerinnen: <§hrenslea Paula Hofmann, Mtv. Gießen, Münnich. Tv. 1846 Gießen, ' 1- Dia Schwan, Tv. 1846 Gießen, 128 2 -^enm) ©$neii>er, Tv. Wetzlar, 127 P.; T*v- ließen, 126 P.; 5. Lotte Gießen, 121 P.: 6. Else Klemm- ra??’ Gre^n, 118 P.; 7. Charlotte Amend, Schwan, Mtv. Gießen, 117 P.; 3- Gretel Schow Tv. 1846 Gießen, 110 P.; Erna Kreuder^ Tv. Grünberg, 109 P.: 17. Zlla Schultheis Tv Ridda, 103 P.; 18. Emmi Heß, Mw. Gießen, 102 P. , Tu rner innen-U nte r stufe. Zehn- kampf, 59 Teilnehmerinnen, 48 Siegerinnen, 1. Sieg ©mmi Heger, Tv. Wetzlar 172 <ö • 2. Detti Blum, Mw. Gießen, 168 P.;3 & friede Erk. Tv. Ridda, 167 P.; 4 Martba Staudigl, Tv. Lich, 163 P.; 5. Idel Hauck. Tv. 1846 Gießen, 159 P.; 6. Iohannä Walther Tv Ridda, 157 P.; 7. Else Eckhardt, Tv. Ridda' Emilie Rinn, Tv. Heuchelheim, Lore Krüaer' Tv. 1846 Gießen, 156 P.; 8. Elisabeth Bingmer' Mtv. Gießen, und Hildegard Pappe, Tv. Lich 155 P.; 10. Sophie Wagner, Tv. Ridda, 153 P ' 11. Margarethe Keller und Helene Zimmer Tv Lich, 152 P.; 16. Hansi Stichler, Mw. Gießern 146 P.; 19. Margarethe Eiser und Marie Swye' Tv. Ridda, Ennlie Gilbert, Tv. Heuchelheim' 141 P.; 20. Marie Weiershäufer, Mw. Gießens Anneliese Dirlcnnm, Tv. Hungeii, 140 P.: Relli Arnold, Tv. Heuchelheim, 139 P.; Elisabeth Poppert, Tv. 1846 Gießen, 138 25. Elli Weinberger, Tv. Heuchecheim, 134 26. Gretel Spengler, Tv. Klein-Linden, und hannette Dender, Tv. Krofdorf, 132 P. 2. Luise Rihsch, Tv. Dad-Rauheim. 117 P.; 3. Gertrud Dock, Tv. Grünberg, Else Eckhard, Tv. Ridda, 116 P.; 4. Wilhelmine Walz, Tv. Lich, 115 P.; Martha Staudigl, Tv. .Lich, 113 P.; 6. Lore Krüger und Idel Hauck, Tv. 1846 Gießen. 112 P.; 7. Iohanna Walther, Tv. Ridda, 111 P.; 9. Sophie Wagner und Elfriede Erk, Tv. Ridda, Emilie Rinn, Tv. Heuchelheim, Elisabeth Bingmer, Mtv. Gießen, 109 P.; 12. Marie Stoye, Tv. Ridda, Emilie Gilbert, Tv. Heuchelheim, Elisabeth Doppert, Tv. 1846 Gießen, Helene Zimmer, Tv. Lich, 105 P.; 14. Gretel Spengler, Tv. Kleinlinden, Hansi Stühler, Mw. Gießen, Margarethe Eiser, Tv. Ridda, 104 P.; 16. Margarethe Keller, Tv. Lich, 102 P.; 17. Elli Leinberger, Tv. Heuchel- heircks 101 P.; 18. Marie Weiershäuser, Mtv. Gießen, 100 P.; 19. Iohannette Bender, Tv. Krofdorf, 99 P.; 21. Anneliese Dirlannn, Tv. Hungen, 97 P., 22. Hildegard Pappe, Tv. Lich, 96 P. Iugendturnerinnen - Oberstufe, Zehnkampf, 23 Teilnehmerinnen, 21 Sieger. 1. Sieg Else Birkelhaupt, Mw. Gießen, 195 Punkte; 2. Elisabeth Trechsler, Tv. 1846 Gießen, 175 P.; 4. Ema Alihaus, Mtv. Gießen, 170 P.; 5. Martha Seiferth, Mtv. Gießen, 166 P.; 7. Erna Bramm, Mw. Gießen, 159 P.; 8. Emmi Münnich, Tv. 1846 Gießen, 158 P.; 9. Anna Schmidt, Tv. 1846 Gießen, 149 P.; 10. Marie Liese, Tv. Hungen, 148 P.; 11. Kätha Stauf, Tv. Grünberg. 146 P.; 12. Else Müller, Tv. ©rünberg, 145 P.; 16. Emma Lein, Tv. Grün- berg, 136 P.; 17. Elly Zipp, Tv. 1846 Gießen, 135 P. 3 u g en b t u r ne r i n n e n. 11 n t e r ft u f e, Achtkampf (110 Teilnehmerinnen, 86 Siegerinnen. 1. Sieg M. Becker, Tv. 1846 Gießen, 149 Punkte. — 2. Elisabeth ßcuning, Tv. 1846 Gießen, 148 P. — 3. Ria Philipp und Mathilde Koch, Tv. 1846 Gießen; Hilde Sühkind, Tv. Krofdorf. 141 P. — 4. Helmine Stork. Tv. 1846 Gießen, 140 P. — 6. Käthe Preih, Tv. 1846 Gießen; Leni Schmidt, Tv. Hungen, 138 P. — 7. Anneliese Heß. Mtv. Gießen, 135 P. — 9. Gretel Gerlach, Tv. Krofdorf. 133 P. — 10. Erna Conrad. Mtv. Gießen, 131 P. — 11. Käthe Darth, Tv. Heuchelheim, 130 P. — 12. Emilie Schäfer, Tv. Hungen; Marie Löber, Tv. Heuchelheim; Else Fink, Tv. Klein-Linden, 129 P. — 13. Elfriede Fischer und Marie Reh. Tv. 1846 Gießen. 128 P. — 14. Elfriede Weller, Tv. Klein- Linden; Gerlrud Schmidt, Tv. 1846 Gießen, 127 Punkte. — 15. Elisabeth Dender, Tv. Krofdorf, 126 P. — 16. fliefel Weigel, M.v Gießen; Frieda Volk, Tv. Klein-Linden, 125 P. — 17. Luise Weiß, Tv. Großen-Linden, 123 P. — 20. Auguste Müller, Liesel Hofmann und Gretel Müller, Mtv. Gießen, 120 P. — Henny Obmann, Mtv. Gießen, Aenne Matern, Tv. 1846 Gießen, 119 P. — 22. Erika Röhmig, Mtv. Gießen, 118 P. — 23. Anna Größer, Tv. Großen-Linden; Iohanna Viehl, Tv. Grünberg, 117 P. — 24. Anneliese Wollrab. Tv. Grünberg, 116 D. — 25. Anni Weinandt, Tv. Großen-Linden, H5 P. — 26. Ottilie Velten, Tv. Großen-Linden; Hertha Hock, Tv. Klein-Linden, 114 P. — 27. Lucie Scheel, Tv. 1846 Gießen, 113 P. — 28. Anni Gerlach, Tv. Krofdorf, 112 P. — 29. Anni Voneiff, Tv. Grünberg; Ella Iung, Tv. Klein-Linken, 111 P. 22. Dina Michel und Derta Feldmann, Tv. Grünberg, 108 P. — 33. Carola Sonntag, Mtv. Gießen; Emmi Wolf, Tv. ©rünberg, 107 P. Die rkampf (42 Teilnehmerinnen, 20 Siegerinnen.) 1. Sieg Else Bickelhaupt, Mw. Gießen, 90 Punkte. — 2. Minna Stoll, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 77 P. — 3. Gustel Eiling, Tv.. Alsfeld, 74 P. — 5. Charlotte Amend, Mtv. Gießen, 71 P. — 8. Ella Schultheis, Tv. Ridda, 67 P. — 9. Paula Hofmann, Mtv. Gießen und Elisabeth Trechsler, Tv. 1846 Gießen, 64' P. — 10. Elfriede Erk, Tv. Ridda, und Ria Schwan, Mtv. Gießen, 63 P. — 11. Erna Althaus. Mtv. Gießen, 60 P. — 12. Idel Hauck, Tv. 1846 Gießen. 58 P. — 13. Anni Schön, Mtv. Gießen. 57 P. — 14. Martha Seiferth, Mtv. Gießen, 56 P. Sondervorführungen: Mw. Gießen, Barren, sehr gut. — Tv.1846 Gießen, Barren, sehr gut. — Tv. Hungen, Darren, gut. — Tv. Ridda, Stabübungen, gut. — Tv. Grünberg, Volkstanz, gut. — Tv. Klein-Linden, Barren, gut bis genügend. — Tv. Heuchelheim, Freiübungen, gut bis genügend. — Tv. Lich, Barren, genügend. Leichtathletik der Sp.-Vgg. 1900. o. Am vergangenen Sonntag weilten die 1900er Eldracher und Hopfenmüller in Kassel, um den Bezirk Hessen-Hannover im Bezirkswettkampf gegen Westfalen zu vertreten. E l d r a ch e r war in glänzender Form und gewann seine Rennen in überragendem Stil. Im 100-Meter-Lauf siegte er glatt vor Freund, Kassel, und Borgmeher, Münster, in 11 Sek., obwohl er am Start gut 2 Meter verloren hatte. Lieber 200 Meter kam er erst nach Kampf mit dem überraschend guten Borgmeyer zu einem 3-Meter-Siea. Dabei lief er die glänzende Zeit von 22,1 Sek., die in Deutschland in dem Iahr nur wenig gelaufen wurde. Schmitz, Paderborn, uni) Freund, Kassel, kamen hier auf die letzten Plätze. Hopfenmüller startete im 110-Meter-Hürdenlaufen, konnte aber über den 4. Platz nicht hinauskommen. Es siegte hier Wiele r s, Münster, in 17 vor Sobottka, Kassel, 17,2 und Verbracht, Hamm, 17,3.' Leider mußte der 1900er wegen Werfens von drei Hürden distanziert werden. — Der Verlauf der Kämpfe brachte glänzende Leistungen. Reben Eldrachers 22,1 verdient vor allem Schau- rigs 400-Meter-Lauf in 49,5 (!) Sek. Beachtung. Im Stabhoch siegte Adams. Kassel, mit 3,53 Meter, im Hochsprung der westdeutsche Meister Lübkemann mit 1,80 Meter, über 800 Meter benötigte W o l l m e r, Kassel, nur 2 Minuten. Die hess.-hann. Olympische Staffel mit Christoph, Eldracher, Freund, Wollmer siegte nach hartem Kampf knapp gegen die Westfalen. Die 4X100-Meter-Staffel, in der Eldracher als Schlußmann aufgestellt war, wurde nicht gelaufen. Im Gesamtergebnis siegte Hessen-Hannover mit nur einem Punkt Vorsprung. Der 1900er Langlotz startete auf den leichtathletischen Wettkämpfen in .Berleburg bei Siegen und konnte nicht weniger als 6 erste Siege erringen. Die widrigen äußeren ilmftänbe (Grasbahn, Regenwetter) lassen nur eine relative Beurteilung der Leistungen zu. Im 100- Meter-Lauf siegte er in 12,2 Sek. Die 4 ausgetragenen Würfe gewann L a n g l o h ohne Ausnahme; das Kugelstoßen mit 10,90, das Schleuderballwerfen mit 44,10 Meter. 40,10 Meter Speer brachten ihm den vierten 1. Sieg. Außer Konkurrenz erzielte er die hervorragende Leistung von 47,40 Meter! Diskuswerfen und Fünfkampf schließlich sahen ihn ebenfalls als überlegenen Sieger. Die Wettkämpfe des 9. Kreises gegen den 10. Kreis. Dalfer (Gießen) gewinnt den 5000-Metcr-Lauf. * £- Dom schönsten Wetter begünstigt fanden am Sonntag im neuerbauten Stadion zu Michelstadt die Wettkämpfe in allen Sportarten des 9. Kreises (Hessen und Hessen-Rassau) gegen den 10. Kreis (Baden) des Arbeiter-Tum- und Sportbundes statt. Die Teilnahme der Bevölkerung war sehr stark. Den leichtathleti- schen Wettkämpfen kam die größte Bedeutung zu. Im Vorjahre mußte der 9. Kreis in Mannheim eine Riederlage hinnehmen. die nunmehr in Michelstadt wieder voll ausgeglichen wurde, denn diesmal siegte der 9. Kreis gegen den 10. Kreis mit 1634:1597 Punkten. Dabei errang der 9. Kreis 17 erste, 16 zweite, 11 dritte und J3 vierte Siege, der 10. Kreis 15 erste, 16 zweite, 16 dritte und 11 vierte Siege. Die Erwartungen, die bei diesen Kämpfen auf den Gießener Langstreckenläufer Otto Balser gesetzt wurden, erfüllten sich restlos, er siegte mit sehr großem Vorsprung. Bei denSchwimm-Wettkämpien konnten die Badenser den Hessen eine empfindliche Riederlage beibringen. Bei fast allen Kämpfen blieb der 10. Kreis Sieger, nur beim Springen, dem Wasserballspiel und ter Iugendlagestaffel konnte de6 9. Kreis den Sieg erringen. Die Riederlage ist recht empfindlich, findet aber eine Ercklärung Darin, daß der 9. Kreis feine besten Schwimmer nicht zur Stelle hatte. Die Schwimmanlage im Wichelstädter Stadion erwies sich als mustergültig. Das Gesamtergebnis lautet 128:82 Punkte zugunsten des 10. Kreises. Das Handballspiel brachte ein unentschiedenes Resultat. Dis zur Pause lag Der 9. Kreis 2:0 in Führung. Das Resultat konnte nach Dem Wechsel zwar auf 3:0 erhöht werden, bis zum Schluß hatte der 10. Kreis jedoch ausgeglichen. Das Fußballspiel ging für Den 9. Kreis verloren. Rach Schluß Der ersten Halbzeit lag der 10. Kreis bereits 3 :0 in Front. Erst nach dem Wechsel konnte Hessen zwei Tore aufholen, aber den 4 :2-Sieg Def Dadenser nicht aufhalten. Baden zeigte die bessere Spiekweise und siegte verdient. Der schwere Boden hinderte, genau tote beim Handballspiel, die Spieler an der vollen Entfaltung. Die Radfahrer zeigten neben sonstigen Vorführungen einen prächtigen Farbenreigen, Die Turner, Turnerinnen und Kinder wetteiferten in Der Darbietung ihrer recht gut gelungenen Hebungen. Die ganze Veranstaltung wickelte sich reibungslos ab und war in Durchführung und Organisation als Muster anzusprechen. V. f. D. V.f.iy. schlägt $.(£.03 Kassel 1:0. V. f. D. Ligareserve — V. s. R. Buybach Ligareserve 2:1; V. f. D. 1. Iugend — Grün der g 1. Iugend 9:0; V. s. D. 2. Iugend — D. C. 20 1. Iugend 2:1; D. f. D. 3. Ircgend — Großen- Duseck 1. Iugend 0:8. Was wohl niemand erwartet hatte, ist ein- getreten: V. f. D. schlägt im ersten Derbandsspiel einen seiner schwersten Gegner, den Kasseler S. C. 03 mit 1:0 und gewinnt damit zwei außerordentlich wertvolle Punkte. Die Leistung der V. f. B.-Mannschaft darf mit Recht grandios genannt werden, wenn man bedenkt, daß der Gegner Dem vorjährigen Deutschen Meister am Sonntag vorher ein 2:4 abtrohen konnte und vor 14 Tagen Die „Vereinigten" Marburg mit nicht weniger als 11:1 zu schlagen vermochte. Daß Dieser bedeutungsvolle und im ganzen Bezirk Hessen-Hannover beachtete Sieg auch ohne den wegen seiner umstrittenen Spielberechtigung bekannt gewordenen talentvollen Mittelstürmers B ö 11 i g e r errungen wurde, stellt Dem Können der V. f. B.-Elf das beste Zeugnis aus und läfrt einige Hoffnungen für Die Zukunft als berechtigt erscheinen. Ein Beweis dafür, daß die Bezirks- liga-Verbandsspiele auf dem Waldsportplah auf die Fußballinteressenten Gießens auch dieses Iahr wieder eine besondere Anziehungskraft ausüben, waren Die 650 Zuschauer, Die trotz Der anderen sportlichen Veranstaltungen in Gießen Dem großen Kampf einen würdigen Rahmen gaben. Besonders günsttg war auch Das Wetter das man sich für ein Fußballspiel nicht besser wünschen konnte. Gießen wählt die Sonne im Rücken, Kassel hat Anstoß. Sofort entwickelt sich ein äußerst schnelles Spiel, in dem beide Mannschaften infolge der anfänglichen Rervosität vorerst kaum eine einheitliche Aktton zuwege bringen. V. f. B. findet sich zuerst und zeigt sich seinem Gegner, besonders in Der Präzision seines Zuspiels glatt überlegen. Aus der Verteidigung heraus, von der Läuferreihe pr^httg unterstützt, entwickeln sich planvoll durchdachte Angrifte, Die vom Sturm forsch nach vorn getragen werden. Die Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftsteile unter sich und mit- einanber, sowie das genaue Zuspiel lassen deutlich die Früchte des eifrigen Trainings erkennen. Trotz der zahlreichen Angriffe kommt Gießen zu keinem zahlbaren Erfola, da einerseits sich die Kasseler Verteidigung einschließlich Tormann ganz hervorragend zu wehren versteht, anderseits aber auch die Schußsicherheit der V. f. B.-Stürmer viel zu wünschen übrig läßt; ein Manko, das unbedingt noch behoben werden muß. In der zwanzigsten Minute fällt der einzige und damit zugleich der Siegestreffer. Ein Kasseler Spieler hat im Strafraum mtt Der Hand abgewehrt. Der vom Schiedsttchter 3" Recht verhängte und von Kassel in echt sport- liajer Weise ohne Widerspruch hingenommene Elfmeter wurde von Henrich II., her sich allmählich einem guten Elfmeterschützen heranbildet, glatt verwandelt. Hierbei kommt die Anteilnahme des Publikums durch spontane Beifallskundgebung zum Ausdruck. V. f. B. drückt auch weiter auf das ohnehin schon stark forcierte Tempo und will unter allen Umständen das Nesullat erhöhen, muß sich jedoch auch des öfteren recht gefahrvoller Angriffe des Gegners erwehren. Hierbei zeigen sich die Läuferreihe und die Hintermannschaft in blendender Form. Vis zur Halbzeit ändert sich an dem Resultat, das auch das Schlußeraebnis bleiben sollte, nichts. Seiner Feldüberlegenheit nach hätte V. f. B. vielleicht noch ein Tor erzielen müssen, zum mindesten aber darf das Resultat als verdient bezeichnet werden. Die zweite Spielhälfte sieht zum protzen Teil Kassel in demselben Maß überlegen, wie es vordem Gießen gewesen war. Rur dem aufopferungsvollen Zer- störtingsspiel der Läuferreihe und Verteidigung, sowie der vorzüglichen Abwehr des Tormanns ist es zu verdanken, daß Kassel nicht gleichzieht oder gar in Führung gdü)t. Ob es taktisch richtig war, einen Halbstürmer für diese Zeit als vierten Säufer zurückzuziehen, muß zum mindesten bezweifelt werden. Kassel kämpfte unter Aufbietung aller Energie um den verdienten Ausgleich. Während der V. f. B.- Sfurm in dieser Zeit stark abfällt, zeigt die Angriffsreihe von 03, und besonders ihre linke Hälfte, ein ganz hervorragendes Zuspiel. Auch die übrigen Teile der Mannschaft geben ihr Letztes aus sich heraus, müssen jedoch vor der aufmerksamen Verteidigung der Platzmannschaft kapitulieren. Auch während dieser Spanne Zeit ist das Spiel keineswegs einseitig, sondern größtenteils verteilt: Kassel hat lediglich, wie in der ersten Halbzeit umgekehrt, die größere Zahl der Torchancen. Kurz vor Schluß gibt der Gegner das Rennen auf, und V. f. B. öer- sucht noch einmal in forschem Endspurt die Torzahl zu erhöhen. Die sich hierbei ergebenden, ziemlich sicheren Gelegenheiten werden jedoch sämtlich verpaßt. Der mit dem Schlußpfiff ausbrechende Jubel der Vereinsanhänger über den erfreulichen Sieg war nur begreiflich. — Ohne die ganz hervorragende Leistung der V. f. B.-Mannschasl herabzu- würdigen, muß jedoch auch trotz des Erfolges auf Mängel hingewiefen werden, die abgestellt werden müssen, wenn sie sich nicht durch Mißerfolge rächen sollen. Die zu große Weichheit und fast erschreckende Schußunsicherheit des sonst recht guten Sturmes kann bei noch besseren Mannschaften zu Spielverlust führen. Die Aufstellung Singels im Sturm dürste als verkehrt angesehen werden; D. ist ein ausgesprochener und vorzüglicher Zerstörungsspieler, aber kein Stürmer. Im übrigen gehört der gesamten Nchnnschast ein besonderes Lob. Auch dem vorbildlich fair kämpfenden Gegner, der in jeder Beziehung restlos gefallen konnte, gebührt volle Anerkennung. Er mag sich mit der Gelegenheit zur Wiedergutmachung der Niederlage beim Rückspiel in Kassel trösten. Man Darf am Schluß Der Spielserie froh sein, wenn alle Piinktkämpfe einen so fesselnden, fairen und abwechslungsreichen Verlauf nehmen wie dieser. Nicht unerwähnt soll die gute Leistung des Schiedsrichters S ch u ch a r d t bleiben, der dem Kampf ein stets gerechter Leiter war. Auto Die Ligareferoe erkämpfte sich hn ersten Senban-bs’fptel gleich zwei Punkte, indem sie Die Re- seroe vom V. f. N. Butzbach knapp aber verdient mit 2:1 schlug. Wie fast schon Die Regel bei der Zweiten, ging zuerst Der Gegner In Führung, und erst im Endsputt wurde Der Sieg sichergestellt. Wenn Die Mannschaft in dieser Form bleibt, wird man noch manchen Erfolg von ihr erwarten Dürfen. Die Jugend Grünbergs war, wie vorausgesagt, für die 1. Jugendmannschast, wenn auch mit Ersatz, kein gleichwertiger Gegner. Derartig hohe Niederlagen, wie sie Grünberg einstecken mußte, nehmen einer Ansängermannschaft nur zu leicht Den Mut. Die Zweite hatte gegen Die Jugend von B. C. 20 keinen leichten Stand. Ähr 2:1-Sieg ist um so anerkennenswerter. Daß die Dritte gegen Gr.-Buseck hoch verlieren mußte, kann bei Der allzu starken körperlichen Ueber- legenheit Des Gegners kein WunDer sein. Ein Austausch Der Spieler von Der ersten und dritten Mannschaft wäre vielleicht zweckmäßiger gewesen. Spieloereinigung 1900 GLetzen. ö. Die beiden hohen Niederlagen der ersten Elf am vergangenen Samstag und Sonntag muß man fast katastrophal nennen. Doch trifft hierbei die jungen Leute Die geringere Schuld, denn sie leisteten als Ersatzleute immerhin Das Menschenmögliche. Man kann bald nicht mehr von einer Ligaelf sprechen, wenn über Die Hälfte Der eigentlichen Spieler in jeDem Spiel ersetzt werden muß. Die Leistungen im Samstagspiel gegen Den Verein für Bewegungs- spiele-Weidenau, Das auf Dem ,Lahnsportvlatz" in Siegen vor einer ansehnlichen 3ufd)auermenge zum Austrag kam, wahrend noch ansprechend, während im Spiel gegen „Germania"-Bieber die Bla uweiben einen vollständigen Zusammenbruch erlitten, veranlaßt in erster Linie durch bas ganz hervorragende Könne des Gastgebers. Im Spiel in Siegen hielten sich Die Vereinigten bis 15 Minuten vor Schluß ganz vorzüglich. Auf Grund einer besseren Spielweise konnte 1900 mit 1:0 in Führung gehen, ließ aber Dann einen, wegen unfairen Spiels im Strafraum verhängten Elfmeter aus. Der Ausgleich Weidenaus fiel durch Elfmeter wegen Handspiel, Das aber von Gießen mit Recht bestritten wurde. Nachdem 1900 erneut die Führung errungen hatte, folgte prompt der Ausgleich des Gastgebers und so blieb Der Stand Des Spieles bis 15 Minuten vor Schluß unter ftänDigem Drängen von Gießen, aber Der Torschuß blieb aus. Es Dunkelte bereits stark. 1900 hat die schlechtere Seite, und zudem läßt Die Ersatzverteidigung ganz merklich nach. Weidenau erzielt in 10 Minuten vier Treffer, denen zu allem Unglück auch noch ein Eigentor folgt. Damit endet das spannende Spiel 7:2 für Weidenau. Eckenoerhältenis 15:3 für 1900. Die gefälligere, leider auch viel zu weiche Spielweife (Zeigte Gießen. Der Gießener Hüter zeigte bis zum -Dunkelwerden eine bis jetzt selten von iym gesehene Glanzleistung. Er wurde besonders in der ersten Spielhälft^ auf harte Proben gestellt und erntete Den lebhaften Beifall der zahlreichen Zuschauer. Weidenau, das zur L Klasse im Bezirk Südwestfalen gehört, ist in Der Spielstarke stark zurückgegangen. Es wurde hier im Lahnkreis in der 2. Klaffe, in roeldjer 1900 spielt, wenig Lorbeeren ernten. Kör- perluf) ist diese Mannschaft gut disponiert. Hatte man gehofft, am Sonntag vier bis fünf Spieler der Ligaelf durch frische Kräfte ersetzen zu können, so sah man sich enttäuscht. Da bis auf einen Spieler alkes abfagte; also mußte die Reise nach Dieber abermals mit sechs Ersatzleuten nngetrcten werden, zudem war ein großer Teil der Spieler verletzt (der Jahn-Platz in Siegen ist so glatt wie der Oswaldsgarten in Gießen, also ohne jede schützende Grasnarbe) und alle sehr ermüdet von den Anstrengungen am Vortage. Nach etwa fünfzehn Minuten offenem Feldspiel fällt flach und unhaltbar der erste Treffer für Bieber. Kurze Zeit später der zweite. Dieser und das 6., 7. und 8. Tor fielen aus klarer Abseitsstellung, wodurch der Beweis erbracht war, daß der Schiedsrichter mit der neuesten Rcgelauslegung nicht vertraut war. Er war auch zu unbeweglich und heftete fast stets auf einem Platz, von wo aus er alles entschied. Beim 4. Tor entschied er einfach Eckball, obwohl 1900 keinen verwirkt hatte, und der Linienrichter, ein Herr von Bieber, auch Abstoß entschieden hatte. Daß alle diese Momente, gepaart mit dem ganz vorzüglichen einheitlichen Spiel des Gastgebern, der übrigens in diesem Jahr als Bezirkspokalmeister um den Aufstieg zur 1. Klasse mitspielt, die Blauweißen ganz aus dem Konzept brachten, ist nicht verwunderlich. 1900 baute vollständig ab, daran half auch das ständige Umstellen nichts. Zudem mußte der Halblinke, der glauvte, den Schiedsrichter auf Fehler aufmerksam machen zu sollen, vom Platz, so daß Bieber unangefochten einen schönen 13:0-Sieg bis zum Schlußpfiff erzielen konnte. Für 1900 soll es aber eine Warnung (ein, in Zukunft auch die vereinbarten Gesellschaftsspiele nur mit kompletter Elf auszutragen. Die Zs-Monnschaft gewann ihr erstes Verbandsspiel in Leihgestern gegen die dortige Elf 4:2, während die 3. Jugend Leihgesterns 1. Jugend 3:0 unterlag. Die 1. Jugend konnte auf eigenem Platz Butzbachs 1. Jugend mit 3:0 abfertigen. Freier Turn- und Sportverein Wieseck. £. Nach langen Regentagen endlich am Sonntag einmal ein Tag mit Hellem Sonnenschein, der hknauslocktc ins Freie. Cs war deshalb fein Wunder, daß der schon gelegene Wieseck:r Spielplatz ringsum dicht bevölkert war, zumal bei der Begegnung Wieseck — Gießen spannende Spiele zu erwarten waren. Da bem Spiel besonders der ersten Mannschaften der Charakter eines Lokaltreffens zukam, war auch damit zu rechnen, daß die Grenzen des Erlaubten hier und da überschritten würden. Unnötig war, bei einem Gesellschaftsspiel den Kampfcharakter des Fußballspiels in so starkem Maße zu betonen, und dem ganzen Spiel die üble Form eines minderwertigen Punktspieles yt geben. Bei den Fähigkeiten der beiden Mannichaften lag hierzu gar keine Veranlassung vor, sie haben beide am Sonntag eine Gelegenheit versäumt, für den Sportgedanken zu werben. Die Frage nach dem Schuldigen interessiert hier gar nicht, unschuldig war keiner. Um es offen und ehrlich zu sagen, derartige Spjele bilden kein Ruhmesblatt. Der Hauptfehler des Schiedsrichters am Sonntag war bei aller Objektivität und Korrektheit das zu große Nachsatz tüben und zu späte Eingreifen. Hätte er von allem Anfang an gemerkt, daß es bei Gießen beispielsweise eine Prestigesrage war, und die ganze Reihe der Ungehörigkeiten schon in erster Halbzeit unterbunden, wäre das Spiel bei den an sich gebotenen Leistungen für alle Teile eine Freude gewesen. Wieseck I — Gießen I. Beide Mannschaften traten In stärkster Aufstellung an; bei Gießen zeigte sich sofort, daß die Mannschaft in ihrem neuen Halbrechten einen talentierten Sturmführer hat. Wieseck lag anfänglich im Angriff und erzielte bereits in den ersten fünf Minuten drei Ecken, die abgewehrt wurden. Run trat Gießens Sturm in Aktion und beschäftigte den Tormann Wiesecks in reichlichem Maße, der seiner Sache auch voll gerecht trmrde. Ein grober regelwidriger Angriff des Gießener Linksaußen auf den Tormann Wiesecks blieb leider ohne Sühne. Eine Ecke war die ganze Ausbeute Gießens. Wiesecks junger Sturm trug nun immer neue Angriffe vor das Tor des Gegners, erzielte zwar auch in kurzen Zwischenpausen abermals drei Ecken, aber zunächst keine Erfolge. Erst nach 40 Minuten Spielzeit fand das Leder im Gießener Tor seinen richtigen Platz, als dessen Hüter im falschen Moment hecausgelaufen war. Rach einer weiteren Ecke für Wieseck Halbzeit, die beim Stande 1:0 und Ecken 7:1 für Wieseck abgeschlossen wurde. Die bisherige Erfolglosigkeit Gießens äußerte sich von Anfang an in einem überlauten Rufen und gegen Ende der ersten Halbzeit in einem stark auf Sieg eingestellten Spiel. Rach dem Wechsel dasselbe Bild. Gießen als Kreisklassemannschaft wandte alle Mittel an, um einer drohenden Niederlage durch eine niedere Mannschaft zu entgehen. Wieseck seinerseits nahm das Spiel nunmehr etwas leicht, aus freiem Feld täirzelte die Verteidigung auf das eigene Tor zu und erzielte auch glücklich eine Ecke, die, vorzüglich getreten, von Gießen zum AuSaleichstor verwandelt wur.e. Bald darauf verschuldete Wiesecks rechter Verteidiger einen Handelfmeter, ter zwar recht scharf, aber auf den Mann geschossen wurde. 20 Minuten vor Schluß stand das Spiel noch remis, gewann aber demzufolge immer mehr an Schärfe, an der nun beide Mannschaften schuld wareir Als der Schiedsrichter endlich Ernst zu machen schien, war nicht mehr viel zu retten. Wieseck brachte dem wenig schönen Spiel kaum noch Interesse entgegen. Einem zweiten Tor Gießens folgte ein drittes, bei dem dec Tormann Wiesecks abermals scharf angegangen wurde, ohne den Schuh des Schiedsrichters zu finden. Ohne noch große Gegenwehr zu finden, erzielte Gießen bis zum Schluß ein 4. und 5. Tor. Wicseck II — Gießen II. Die vorher stattgefundenen Spiele standen im wohltuenden Gegensatz zu dem der ersten Mannschaften. Vorweg sei gesagt, daß Gießens Id- Mannschaft nicht aufgelöst worden ist, sondern sich einer zunehmenden Spielstarke erfreut. Die diesbezügliche Bemerkung in der Vorschau beruht aus einer falsch überbrachten Mitteilung urib sei deshalb hier richtiggestellt. Die beiden zweiten Mannschaften überraschten durch eine fertige Spielweise, Wiesecks Sturm schien etwas durchschlagskräftiger zu fein, und sicherte bis Halbzeit seiner Mannschaft die Führung mit drei Toren. Nach dem Wechsel holte Gießen ein Tor auf und hatte in_ der Folge ein fabelhaftes Pech, denn all die schönen Angriffe wurden verschossen. Dis zum Schluß konnte Wieseck seinen Sieg auf 6:1 bringen, wurde hierbei allerdings durch leichtsinniges Spielen des Gießener Tormanns unterstützt. Wicseck Ju^er.d — Gießen Jugend. Auch hier sollte nach lebhaftem und schönem Spiel den Wieseckern der Sieg werden, allerdings knapp 2:1. Wieseck übernahm mit dem ersten Tor die Führung, Gießen konnte aber bald darauf ausgleichen. In der zweiten Halbzeit konnten die Jugendlichen Wiesecks ihren Siegestreffer anbringen, nachdem beide Mannschaften großzügig je einen Elfmeter verschenkt hatten. Wieseck Schüler — Gießen Schüler. Den Anfang machten die Kleinsten der beiden Vereine; es war in der Vorschau nicht zuviel gesagt, daß dies das schönste Spiel werden würde. Beide Mannschaften zeigten nicht nur ansprechende Leistungen, sondern auch ein vorbildliches Verhalten. 3n der ersten Halbzeit ging Wieseck in Führung, den Vorsprung holte Gießen in der zweiten Spielhälste auf, die bei beseitigen lebhaften Angriffe konnten an dem unentschiedenen Resultat nichts ändern. Fronhausen. £. Wie erwartet, brachte das Spiel Fronhausen I gegen Naunheim l zwei ungleiche Gegner zusammen. Naunheim siegte wie es wollte und führte bei Halbzeit bereits 6:0. Nach dem Wechsel waren die Gäste im Tore» schießen verhalten und Fronhausen kam zweimal zu Erfolgen. Bis zum Schluß erhöhte Narm- heirn das Ergebnis auf 10:2. Angenehm empfanden die zahlreichen Zuschauer die kameradschaftliche Spielweise beider Gegner. 3m vorher stattgefundenen Jugendspiel ging es Fronhausen nicht besser. Auch hier war die ausgeprägtere Spielweise Naunheims unverkennbar. 6:3 lautet das Schlußergebnis, wobei die drei Torerfolge Fronhausens nur infolge der leichtsinnig gewordenen Jugend Naunheims erzielt werden konnten. Aus Grohen-Linden. £ Die erste Fußballmannschaft der Freien Turnerschaft Großen-Linden hatte sich für den Sonntag Saubringen I zu Gast geladen. Beide Mannschaften lieferten sich einem flotten, fairen Kampf, bei dem das zcchlreiche Publikum recht schöne Momente zu sehen bekam. Noch interessanter wäre das Spiel geworden, wenn Daubringen statt mit nur 9 Mann komplett angetreten wäre. Der Anstoß sah die Einheimischen mit Wind und Sonne im Rücken, sie nutzten den Vorteil auch gut aus und lagen bis Halbzeit bereits mit 4:1 in Führung. Nach dem Wechsel kam Daubringen immer mehr auf, holte, obwohl mit nur 9 Mann und mit Ersah spielend, zwei weitere Tore innerhalb von 3 Minuten auf und konnte bei Schluß des Spiels nur knapv 4:3 unter i.'gen. Ai'e Anstrengurge i Großcn-L n'ens, das Resultat für sich ruxb zu verbessern, scheiterten an der aufmerksamen Abwehrarbeit der Gäste. Der Schiedsrichter leitete zur allseitigen Zufriedenheit. Großer Opelprefs von Hessen-Nassau. Durch den Hessisch-Nassauischen Radfahrerbund wurde der große Opelpreis von Hessen- Nassau am Sonntag auf einer 180 Kilometer langen Rundst ecke in Hessen mit dem S ari in Mainz und dem Ziel in Offenbach aus- getragen. An dem Wettkampf nahmen dreizehn Fahrer teil, die um 7.02 Ahr morgens auf die Reise geschickt wurden und bis zur Hauptkontrolle Erbenheim zusammenblieben. Berger, Hannover, hatte Reifenschaden; D e n z l e r, Bamberg, und Allgeier, Mannheim, fielen zurück. In einem erbitterten Endkampf behielt Hermann Fischer, Köln, die Oberhand. In der L-Klasse starte en 48 Fahrer. Treusch, Giirshe.m, fuhr einen überlegenen Sieg heraus. Ergebnisse: ^--Klasse: 1. Fischer. Köln, (Opel-Berlin) 5: 50 Stunden. 2. Buse, Alberto-Berlin, l'/2 Längen zurück. 3. Hönning, Opel-Mannheim, eine halbe Länge zurück. 4. Heide. Kon.et-Hannover, dicht aus. 5. Fuhrmann, Tornado-Erfurt, dicht auß 6. Basse, Komet-Hannover, dicht auf. 6-Klasse: 1. Treusch, Ginsheim, 5:54:51. 2. Wagrer, Trieb, 6:04:27. 3. Biffon, Bellheim, Deifenstärle. 4. Kaufsmann, Waldhof, dicht auf. Kunst und Wissenschaft. Schluß der Ausstellung „Musik im Leben der Doller". Die Frankfurter Internationale Ausstellung „Musik im Leben der Völker" und der damit verbundene „Sommer der Musik", der eine Reihe von musikalischen Genüssen und le- deutende Persönlichkeiten der ganzen musikalischen Welt nach Frankfurt brachte, fand am Sonntag ihr offizielles Ende in Form einen festlichen Schlußfeier, in der durch eine Ansprache des Direktors des Dölkerbundinstituts für geistige Gemeinschaftsarbeit in Paris, Lu - djaire, noch einmal die Bedeutung unterstrichen wurde, die die Ausstellung für die Verständigung der Völler gehabt habe. Oberbürgermeister Dr. Landmann schloß dann die Ausstellung mit einer längeren Ansprache, in der er betonte, daß in einer noch zu beschließenden Form ein Niederschlag der Ausstellung erhalten bleiben solle zum Zeichen und zur Erinnerung für künftige Geschlechter, daß in einer Zeit starker äußerer Rot sich eine Bürgerschaft gefunden habe, die opferbereit und verständnisvoll genug gewesen sei. um ein solches Werk zu ermöglichen. Die Feier war umrahmt von einem Orgelvortrag von Professor Wilhelm Kempfs- Stuttgart und von Darbietungen der trefflichen Banda Municipal de Barcelona unter Leitung ihres Dirigenten De G r i n o n und klang aus in eine Ovation für Richard Strauß, unter dessen Taktstock seine symphonische Dichtung „Don Juan" von den Spaniern meisterhaft wiedergegeben wurde. Schöffengericht Gießen. Gießen. 26. Aug. Ein 20jähriger Landwirtssohn war eines Sittlichkeitsverbrechens an einem zehnjährigen Jungen angeklagt. Wegen Gefährdung der Sittlichkeit war während der ganzen Dauer der Verhandlung die Ooffentlich- keit ausgeschlossen. Das Gericht sah rn subjektiver Beziehung den Tatbestand des angeklagten Verbrechens nicht für enviesen an und verurteilte den Angeklagten nur wegen vollendeter Nötigung zu einer Geldstrafe von 80 Mark, die im Aneinbringlichkeitsfall mit 10 Tagen Gefängnis zu verbüßen sind. Ein vielfach vorbestrafter Arbeiter hatte in Gegenwart schulpflichtiger Mädchen unzüchtige Handlungen trorgenonrmen und mußte sich daher Schoch-Eeke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 124. Don K. ©ran, Wien. Schwarz. a b c (l - £ h a b c u e r h Weiß. 8 6 5 4 3 2 6 5 4 3 2 Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 10 Steine Ka7; Da6; Lc8, f6; Sg5; Ba2, b3, c4, e5, H2. Schwarz: 8 Steine KH4; Tf5, H6; Lg6; Bb5, f7, h5, h7. Endspielftudic Nr. 38. Don Dr. H. K.idsrsii, Reicher!. 6 2 4 b g h 6 2 3 4 Schwarz. d e Weiß. Weih zieht an und gewinnt. Weiß: 3 Steine Kg3; Lfl; Sc4. Schwarz: 3 Steine Khl; Ldl; Bb5. Losung des Problems Nr. 121. Don 6. Gold. 1. f5-f6, Kg4-g5 2. Sd3- e5 Usw. 1...... Kg4—g3 2. Kc4—f5 usw. * Richtige Lösungen. Zum Problem Nr. 116: Arthur Fuld, V. Loos, L. Philipp, Gießen; H. Nanz, Dietzhausen. Zum Problem Nr. 117: Arthur Fuld, V. Loos, Gießen; H. Nanz, Tletzhau'en; W. Langsdorf. Zum Problem Nr. 118: Arthur Fuld, V. Loos, Gießen; Sy" Nanz, Tlctzhausen. Zum Endspiel Nr. 36: H. Nanz, Tletzhausen; Arthur Fuld, Gießen. Weißgerber Sieger im Rheinmeisterturnler. Das am Sonntag, dem 14. August, nach achttägigem, harten Kampfe beendete Rhein- meiftertumier ergab den sicheren Sieg des kaum 22jährigen Saardrückers Gerhard Weiß? ec-, er mit einem Punkt Vorsprung vor Dr. v. Tiuß. Deih- gerber ging aus dem Turnier ohne Verlustpunkt hervor (+ 6, — 3), was in Anbetracht der Stärke der Teilnehmer als besonders günstige Leistung anzu'ehen ist. Dr. v. Nüß kann mit dem 2. Preise zufrieden fein, seinem hazardieren- den Spiel zur Folge hätte er eher weiter unten landen sollen. Multhaup ist ein guter Positionsspieler, gegen Ende des Turniers holte er erst entscheidend auf. Prof. Deichmann ist zu alt, so daß er einem ernsten Kampfe nicht mehr gewachsen ist. Nachstehend der Schlutzstand: Weißcerber, Saarbrücken, 7*/? Punkte, 1. Preis; Dr. v. Nüß, Düsseldorf, 6V2 P-. 2.Pr.; Multhaup, Essen, 5 P., 3. Pr.; Hussong, Ludwigshafen; Ruh, Karlsruhe; Walter, Koblenz; Kemper, Krefeld, je 4l/2 P-, 4. bis 5. bis 6. Pr.; es folgen: Prof. Deichmann und Heider, Köln, je 31/® P-: Hillesheim 1 P. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttons tisch. Max Regers Kampfruf. Als Reger einmal eine feiner großen Orchester- Kompositionen selbst birigierte, betrat er das Diri- genten-Podium, indem er dem Orchester zuries: „Also nun los, meine Herrschaften, frisch, fromm, fröhlich, frech!" Kinderscherze. Else kommt angestürmt, als alles bereits zu Tisch sitzt: „Mutti — Mutti." — Mutter: „Jetzt setzt du dich hin und ißt artig deine Suppe und schweigst." — Else setzt sich gehorsam, beginnt aber sofort wieder: „Mutti — die —" — „Du schweigst jetzt", wird sie streng angerufen. Beim Aufträgen des zweiten Ganges fragt die Mutter: „Nun sag meinetwegen, was du auf dem Herzen hast." Und Elfe meint verschüchtert: „Ich wollte nur sagen, daß die Badewanne überläuft." * Ein kleines Mäderle fragt nach dem Namen eines Bernhardinerhundes. „Er heißt Widu", erklärt die Besitzerin freundlich. — „Ach," meint die Kleine, die Löns noch nicht kannte, erfreut, „er heißt auch Annelore-Chriftiane?" Das Kaninchen. Niemand wird es für möglich halten, und dennoch ist es die lautere Wahrheit, dah Schulz- Meyer mit einem Kaninchen in der Tkeberzieber- tasche zum Abendschoppen kam. Es war ein kleines, weißes Kaninchen mit einer Schnur um den Hals, die von einem dicken Knäuel ausging. „Nu sagen Sie uns um Gottes willen, was tun Sie mit dem Kaninchen in der Tasche?" „Das svlln Sie ganz genau wissen. Bei mir im Hause eine Treppe unter meiner Wohnung, da ist jetzt so eine meschuggene Person eingezogen, eine Schlangenbändigerin. Hat ein Engagement in der Scala, wissen Sie, bleibt bloß einen Monat wohnen. Nu ftelln Sie sich vor, Die Frau bringt sich jeden Abend in einem Strohkorb ihre Schlange mit nach Hause, das ist so ein Biest, wie von hier nach dem Büfett. Also, nun wäre es doch möglich, nicht wahr, daß die Schlange mal ausreißt. Vielleicht komm ich nachts nach Hause, und die Schlange liegt auf der Treppe. Nu, da nehm ich eben mein Kaninchen, schmeiß es ihr hin, sie schluckts runter, ist satt und zufrieden und läßt mich ruhig die Treppe raufgehn. Ist Ihnen alles klar?" „Ja. Bloß das eine möchten wir wissen, warum haben Sie das Kaninchen an ferner langen Strippe?" „Nu, wenn ich oben bin an meiner Tür, zieh ich an der Strippe, und dann krieg ich mein Kaninchen wieder." Lust. Bl. wegen Erregung öffentlichen Aergernisses verantworten. Auch diese Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte reumütig versprach, für die Folge von derartigem Tun abzulassen, ließ das Gericht Milde walten und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von 2Mvnaten. Amtsgericht Gießen. Gießen, 26. August. Freigesprochen wurde ein Landwirt aus H. Er war auf der Landstraße bei Abendstern über das Geleis der Bahn nicht auf der linken Straßenseite gefahren. Es stellte sich jedoch heraus, daß er hierzu gezwungen war. da die Schienen links an der Straße damals frei standen und die Fuhre schwer beladen war. Wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schuh der Republik war augetlagt der noch sehr jugendliche Arbeiter R. aus Gießen. Er kam nach einer Kneiperei nachts auf der Straße in ein politisches Gespräch mit unbekannten Personen. Dabei machte er eine die Reichs färben beschimpfende Aeußerung. Zwei Polizeiwachtmeister, die vorbeigingen, stellten den Namen des Angeklagten fest. Sie selbst sahen den Vorfall zwar nicht für bedeutsam an, hielten sich aber, insbesondere auch mit Rücksicht auf das nachträgliche rüpelhafte Benehmen des betrunkenen Angeklagten zur Anzeige verpflichtet. Dieser gab an, er sei einige Zeit zuvor von Mitgliedern des Reichsbanners verhauen worden und habe deshalb die Aeußerung aus Wut getan. Jugend, Hnbeftraftfjeit, Trunkenheit und Mittellosigkeit des Angeklagten, sowie der Umstand, daß cs sich lediglich unT ein etwas lautes Privatgespräch gehandelt hat, lieben ihn mit einer Geldstrafe Dan 5 Mk. davonkommen. Der Schäfer I. P., der einen Strafbefehl auf zwei Monate Gefängnis wegen Sachbeschädigung erhalten hatte, war nicht erschienen. Sein Einspruch wurde kostenpflichtig verworfen. Ein hiesiger Chauffeur hatte vor Weihnachten 1926 in einem Zigarrengeschäft einen 50-Markschein verloren. Er bemerkte bald den Verlust, kam zurück, der Schein war aber nicht mehr zu finden. Der Geschäftsinhaber wußte nur von einem jüngeren Mann zu erzählen, der sich gebückt und irgenb etwas aufgehoben habe. Nach einiger Zeit bekam der Angeklagte Sattler O. B. aus G. Streit mit feiner Frau. Diese warf ihm die Unterschlagung vor und drohte, ihn ins Gefängnis zu bringen. Hausbewohner hörten dies. Weiterer Streit im Haus und Gerede der Mitbewohner machten die Sache für den Angeklagten nicht besser. Schließlich kam es zur Anzeige. Der Angeklagte gab zwar zu, um die fragliche Zeit in jenem Laden gewesen zu sein, sich auch dort gebückt zu haben. Er will eine hingesallene Zigarette aufgehoben haben. 3m übrigen ober bestritt er hartnäckig die Tat. Trotz seines Leugnens hielt ihn der Richter für überführt. Der Angeklagte ist schon mehrfach wegen Diebstahls erheblich vorbestraft. Alm die 50 Mark war ein Mann geschädigt, der sie sich sauer verdient hatte und durchaus nicht im Tkebersluh lebte. Teshalb lautete die Strafe auf zwei Monate Gefängnis. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber F?inr"'e V .mf Hortung.) Klage aus der Jranffurfer Straße. Die 5 r a n f u r t e r Straße, von der Klinik st raße bis zur Unterführung bei Klein-Linden, befindet sich zur Zeit in einer derartig mangelhaften Verfassung, daß es sehr angebracht erschcint, eine Neubefestigung, evtl, mit Kleinpflaster oder einer guten Asphaltdecke, vorzunehmen. Die recht? S rahcnscite nach der Stadt ist mit dem Fahrrad überhaupt nicht mehr benutzbar, und die linke Seite darf nach den bestehenden Vorschriften nicht benutzt werden. Es bleibt also dem Radfahrer nichts anderes übrig, als balanzierend zwischen tiefen Löchern die rechte Seite einzuhaltcn und hierbei feine Gesundheit aufs Spiel zu sehen, oder auf der linken Straßenseite mit der Polizei in Konflikt zu kommen. Aber nicht nur Radfahrer, sondern auch Autler und Fußgänger können hier Schaden nehmen, und bei etwaigen Schadenersatzansprüchen wäre die Stedt Gießen die Leidträgerin. Ohne Zweifel ist die Frankfurter Straße gerade in diesem Teile diejenige, die den stärksten Fahrzeugverkehr auszuwci. en hat. Wir hoffen, daß dieser Hinweis genügt, um bei der maßgebenden Stelle einer Behebung dieses Mißstandes näherzutreten. Einer füf viele. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. j st 5 w < 4 4 1 •p c: c 1'5'ocj W e ■Ms ’P‘EX5 U&z Ls •e,, «ö Ü HL