Nr. 201 Erstes Blatt irr. Jahrgang Montag, 29. August,92r Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familiendlätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezngrpretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: KrantsuttamMain 11686. Sietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VruS und Verlag, vrühl'sche Unioerfitätr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Mißtrauen oder Verständigung? Sehr zur rechten Feit, also unmittelbar vor Beginn der Dölkerbundtagung in Genf, hat Lord Robert Cecil dem britischen Kabinett und besonders dem britischen Außenminister Sir Austen Chamberlain seinen R ü ck t r i t t von dem Posten als Vertreter Englands beim Völkerbund angekündigt, weil er mit der ganzen Politik Englands in der letzten Zeit keineswegs einverstanden ist. Dieser auffallende Schritt Lord Roberts ist eine ernste Mahnung für die britische Regierung, insbesondere für Chamberlain, eine festere Haltung gegen diejenigen einzunehmen, die ganz in französischem Fahrwasser segeln. Lord Robert Cecil hat England bei sämtlichen Tagungen des Völkerbundes amtlich vertreten, wenn sich auch Chamberlain die Vertretung bei den Ratssitzungen Vorbehalten hatte. Di^ Lord Robert nahestehenden englischen Blätter geben zur Begründung des Rücktritts an, daß er unzufrieden sei, einmal mit der Haftung der englischen Regierung in der allgemeinen Abrüstungskonferenz, zweitens mit der Haltung Englands in der aufgeflogenen See» a b rü stungskonferenz und drittens mit der Haltung Englands i n der Rheinlandfrage. Ein starker Zwiespalt in der englischen Politik in allen drei Fragen ist häufig zutage getreten. 3n der Seeabrüstungskonferenz z. B. sah Lord Robert Cecil als Vertreter der südafrikanischen Union zusammen mit den englischen Admiralen, und es offenbarte sich sehr bald, daß die gar nicht entgegenkommende Haltung Englands in der Kreuzerfrage den Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber kein größtes Mißfallen hervorrief. Dasselbe gilt für die Verhandlungen in der allgemeinen Abrüstungskonferenz, in der England zwar in bezug auf die Landabrüstung gegen Frankreich auftrat, im übrigen aber die typisch englische Auffassung über die englische Vorherrschaft zur See bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund schob. Roch viel undurchsichtiger und unklarer ist von jeher die englische Politik in bezug auf die Räumung des Rheinlandes gewesen. In diesem Zusammenhang verdient eine Aeußerung besondere Beachtung, die Chamberlain vor kurzem in der Öffentlichkeit getan hat. Er hob als besondere englischen Charakterzug hervor, daß sich England nie von grundsätzlichen oder theoretischen Erwägungen leiten lasse, sondern stets nur von Fall zu Fall nach der jeweiligen Sachlage entscheide. Mit diesem Satz hat Chamberlain wenigsteirs die Politik, die er stets befolgt hat, sehr zutreffend gekennzeichnet. Mit solchen Grundsätzen oder vielmehr mit einem solchen Mangel an Grundsätzen kann man ungefähr alles rechtfertigen, was man tut, auch wenn es in schroffem Widerspruch zu dem stehl, was man noch vor kurzem gesagt hat. Chamberlain hat wiederholt versichert, daß er die Räumung des Rheinlandes als den richtigen Ausfluß der Politik von Locarno betrachte. Dabei hat er den französischen Wünschen nach Beibehaltung der Besatzung im Rheinland regelmäßig nachgegeben und ihnen auch bei der Behandlung der Frage, ob und inwieweit die Truppen im besetzten Gebiet ihrer Stärke nach vermindert werden sollten, jetzt wieder nur sehr geringe Widerstandskraft entgegengesetzt. Es ist kein Wunder, datß ein überzeugungstreuer und charaktervoller Mann wie Lord Robert Cecil eine solche Politik des ewigen Schwankens nicht länger mit» machen will, weil er klar erkennt, daß dadurch nicht die Verständigung der Völker gefördert, sondern nur von neuem Mißtrauen hervorgebracht wird. Die Atmosphäre des Mißtrauens wird gleichzeitig hervorgerufen und vermehrt durch Vorgänge, wie die auf der Tagung der Interparlamentarischen Union in Paris. Es ist ein geradezu beschämendes Schauspiel, das dort der französische Senator de Iouvenel zusammen mit einem belgischen Vertreter der Welt geliefert hat. Wie oft und wie nachdrücklich ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich und England und anderwärts betont worden, durch die Verträge von Locarno und durch die englisch-italienische Garantie sei die Sich >xr heit Frankreichs oollständig gewährleistet. Ein Locarno des O st e n s ist nicht nur von Deutschland, sondern auch von England abgelehnt worden, nachdem ein Schiedsgerichtsvertrag zwischen Deutschland und Polen abgeschlossen worden ist. Damit ist auch Polen gegen einen Angriff Deutschlands gesichert, und es ist der Gipfel der Unaufrichtigkeit, wenn jetzt plötzlich ein Franzose von der Bedeutung de Jouvenels mit der Behauptung hervortritt, die Besatzungsarmee im Rheinland bedinge allein die Sicherheit Polens. Wenn es also nach ihm geht, mühte das Rheinland bis zum jüngsten Tage besetzt bleiben, auch über das Jahr 1935 hinaus, trotz aller gegenteiligen Der- tragsverpflichtungen. Roch schlimmer ist die Tatsache, daß Herr de Iouvenel, nicht irgendein beliebiger Politiker ist, sondern daß er bis jetzt Vertreter Frankreichs im Völkerbund war, also mit allen einschlägigen Fragen und Verhandlungen aufs engste vertraut fein muß. Wenn ein Mann in solcher Stellung imstande ist, so vollständig den Sinn der Politik von Locarno zu verkennen, dann möchte man allerdings zweifeln, daß sich diese Politik je in Frankreich so durchsetzen werde, wie es im Interesse der Verständigung beider Völker und damit des europäischen Friedens wünschenswert ist. Neuer Flug über den Atlantik. gwei Amerikaner auf einem Flug um die Welt. - Don Amerika nach England in 24 Stunden. Harbour Grace, 27. Aug. (Wolff.) Wil- liam Brock und Edward Schlee, die von Old Orchard auf dem Eindecker „Stolz von Detroit" einen Flug um die Welt angetreten haben, sind heute hier zu ihrem transatlantischen Flug gestartet. Begeisterter Empfang in England. London, 28. Aug. (Wolff.) Die Piloten Brock und Schlee, die mit ihrem Flugzeug „Stolz von Detroit" gestern früh 5.14 Ahr amerikanischer Zeit zu dem Transozeanflug gestartet waren, sind heute vormittag 10.33 Uhr in Croh- don gelandet, haben also die e r st e E t a p p e ihres Weltfluges in etwa 24 Stunden zurückgelegt. Der gelbe Eindecker näherte sich dem Flugplatz bei schönstem Sonnenschein mit großer Schnelligkeit und landete vollkommen glatt unter den Beifallsrufen einer viel- hundertköpfigen Menge. Die Flieger wurden bei ihrer Landung von Vertretern der Behörden bewillkommnet und fuhren dann sofort im Auto nach London. Sie erklärten, sie hätten eine glänzende Ueberfahrt gehabt, fühlten sich aber trotzdem ermüdet. Das Flugzeug „Stolz von Detroit" hat P l y- m v u t h heute um 6 Uhr morgens überflogen. Was der Pilot erzählt. London, 28. Aug. (WTB.) Der Pilot Schlee erklärte in einem Interview, das Flugzeug „Stolz von Detroit" hätte drei Stunden lang die Orientierung verloren, als es in einer Höhe von 5000 Fuß über dicken Wolken über die Grafschaft Devon flog. Zuerst hätten die Flieger geglaubt, sie wären über Irland. Da aber die Küste anders aussah, seien sie auf 200 Fuß her» abgegangen, lieber einer Ortschaft hätten sie einen Zettel niederfallen lassen mit der Frage, wo sie sich befänden. Jemand habe in dicken Buchstaben mit Kreide auf den Boden geschrieben: Seaton, Grafschaft Devon, und die Küstenwache habe die Nationalflagge gehißt. Nun hätten sie Bescheid gewußt. Schlee sagte weiter, auf ihrem Fluge hätten sie nichts gegessen, aber viel Wasser getrunken. Betriebsstoff hätten sie noch für 8 Stunden gehabt. Ihre Maschine befinde sich in tadelloser Verfassung. Die beiden Flieger Brock und Schlee des erfolgreichen Flugzeuges „Stolz von Detroit" berichten, daß sie in Höhen von 200 bis 10 000 Fuß geflogen sind. Das Flugzeug geriet sehr oft in der Dunkelheit in Luftlöcher, die es wie einen Stein 200 bis 300 Fuß durchsacken ließen. Ihre G e - schwindigkeit betrug durchschnittlich 80 Mei» len b i e Stunde, war jedoch sehr verschieden. Von 355 Gallonen Benzin, die beim Start an Bord genommen wurden, ist ungfähr nur d i e Hälfte verbraucht worden. Schlee erklärte weiter: „Wir versuchen einen Rekord für den Flug um die Welt zu schaffen, der von Evans aufgestellte Rekord ist 26 läge, und wir versuchen ihn zu drücken." Heute nachmittag begaben sich die beiden Flieger nach Croydon, um ihre Maschine zu besichtigen, an der Mechaniker den ganzen Tag gearbeitet hatten. Unterwegs nach München. London. 29. Aug. (DTR. Funkspruch.) Das Flugzeug „Stolz von Detroit“ Ist heute vormittag 8.31 Uhr von hier zum Fluge nach München gestartet. München, 29. Aug. (WTB. Funkspruch.) Bei der für heute nachmittag zwischen 14 und 15 Uhr vorgesehenen Ankunft der IDeltflieger Brock und Schlee in München handelt es sich um eine Zwecklandung zur Aufnahme von B e n - z i n. Der Flug dürfte heute nachmittag in der Richtung Wien — Konstantinopel fortgesetzt werden. Ein weiterer Start Amerika-England. Windsor (Ontario), 27. Aug. (WB.) Die Plloten Schiller und Wvvd, die auf die Nachricht vom Abflug des „Stolz von Detroit" überraschend in Curtißfield gestartet sind, sind 1,17 Uhr nachmittags mit ihrem Flugzeug „Royal Windsor" hier eingetroffen, von wo sie den Flug nach Windsor in Gngland anzutreten beabsichtigen. Heute Start in Paris? Paris, 28. Aug. (TU.) Angesichts des glücklichen Verlaufes des Atlantikfluges der amerikanischen Flieger Schlee und Brock rechnet man damit, daß die französischen Fliege r am Montagvormittag zum Fluge Paris— R e u y o r k starten. Seit gestern abend ist auf dem Flughafen Le Dourget ein besonderer Wetterdienst, der auch nachts arbeitet, eingerichtet worden. Tin Eindecker in westlicher Richtung über dem Atlantik? London, 28. Aug. (Wolff.) Ein um 21 Uhr auf der Insel D a l e n t i a (Südwesttrland- aufgefangener Funkspruch des Dampfers „California" berichtet, daß ein Eindecker auf 51 Grad nördlicher Breite und 24 bis 25 Grad westlicher Länge in 1000 Fuß Höhe gesichtet wurde, ter in westlicher Richtung flog. Anmerkung des W.T.B.: Rach den Informationen, die wir zu dieser Meldung eingezogen haben, kann es sich nicht um ein deutsches Flugzeug handeln. Könnecke, der bekanntlich einen Zweidecker fliegt, ist noch in Köln. Don Junkers wurde auf Anfrage erklärt, daß die „Bremen" und „Europa" noch in Dessau seien. Die übrigen in Vorbereitung befindlichen deutschen Ozeanflugprojette finö nach Ansicht eines von uns befragten hervorragenden Fachmannes noch nicht so weit gediehen. Unter diesen Umständen liegt die Annahme nahe, daß es sich um ein englisches oder französisches Flugzeug handelt, vorausgesetzt, daß die Beobachtungen der „California" richtig gewesen sind. Der Atlantiksturm N e u y o r f, 27. Aug. (Wolff.) Die Pasfagiere und Mannschaften der heute hier eingettossenen Ozeandampfer berichten über eine ungewöhnlich stürmische Ueberfahrt. Der Sturm, der eine Geschwindigkeit zwischen 80 und 100 Meilen in der Stunde erreichte, türmte die Wellen zu gewaltigen Wasserbergen, die Höhen von fünfzig Fuß erreichten. Wie Korke wurden die Schiffe hin- und hergeworsen. Besonders abenteuerlich war die' Fahrt des italienischen Dampfers „Martha Wafhingwn", die mit 617 Passagieren aus den Mittelmeerhäfen mit eintägiger Verspätung m Nouyork eintraf. Das Schiff geriet Dienstagnacht in einen Orkan, der im Laufe des folgenden Tages an Stärke zunahm. An Boro herrschte große Bestürzung und Unruhe. Die Zwischendeckpassagiere verbrachten die Zeit im Gebet, die Frauen meistens hysterisch. Sechzig Passagiere erlitten Verletzungen und mußten in ärztliche Behandlung genommen werben. Die Radioanten- nen wurden weggefpÄt, jedoch gelang es der Mannschaft, ttotz des wütenden Sturmes sie wieder her» zustellen. St. Johns (Reufundland), 28. August. (Wolff.) Bei dem Sturm am Donnerstag sind im Küstengebiet 33 Menschen imtgefontmen. Der Sachschaden wird auf etwa 150 000 Dollar geschäht. Fünf Fischerschvner sind mit Mann und Marrs untergegangen, ebenso sind elf andere Fischerfahrzeuge gesunken, deren Mannschaft aber gerettet wurde. 25 Fischerboote wurden im Hafen von Donavista vernichtet. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. In Bay de Verde tourten fast alle Fischereieinrichtungen zerstört. Die Küstendampfer „Arghle" und „Philomela" tourten auf den Strand getrieben, Passagiere und Mannschaften ter beiten Schiffe wurden gerettet. Besatzungsabbau und englische Kabinettskrise London, 27. Aug. (Wolff.) Das Foreign Office gibt amtlich bekannt, daß zwischen England, Frankreich und Belgien über die Stärke der Besahungstruppen im Rheinlante eine Regelung erfolgt sei. Einzelheiten werten nicht bekanntgegeben. Ein Beamter des Foreign Office erklärte, daß eine proportionierte Herabsetzung der Truppenstärke im Rheinlante ftattfinten werde. Die G esamtzah l der Truppenstärke werde 60000 Mann betragen. Reuter zufolge verlautet, daß die französische Regierung ihre Truppen um 8000, die britische und die belgische Regierung um insgesamt 2000 Mann herabsehen werten. Die Gesamtherabsetzung ter Rheinlandtruppen würde daher 10 000 Mann betragen. Französisches Werben für ein Oft-Loearno. Paris. 28. Aug. (WTB.) Zur Frage der Rheinlandräumung schreibt der „Qud = tiöien“: Man muß sich freuen, daß die französische und die englische Regierung sich vor der Völkerbundstagung über die Besahungsverringe- rung verständigt haben. Nichtsdestoweniger ist festzustellen, daß hinter der Frage der Herabsetzung ter Truppenzahl eine andere Frage immer deutlicher hervortritt: die der vorzeitigen Rheinlandräumung. Warum also zö- gern, davon zu sprechen? Es ist für Frankreich so leicht, in dieser Hinsicht eine klare und loyale Politik zu verfolgen. Die Räumung wird gewünscht von ganz Deutschland, von einem Teil der öffentlichen Meinung Englands und von einem Teil der öffentlichen Meinung Frankreichs. Es besteht heute kein Zweifel, daß sie auch von der französischen Regierung gewünscht werden würde, sobald Deutschland damit einverstanden wäre, daß diese Räumung zum Gegenstand eines den europäischen Frieden garantierenden allgemeinen Abkommens gemacht würde. Die Räumung des Rheinlandes würde Deutschland erneut die friedfertigen Absichten Frankreichs bestätigen. Es wäre gerecht, toenn Deutschland durch Garantierung seiner Ost grenze Europa seine friedfertigen '2Ibfid)ten zum Ausdruck bringen würde. Zu diesem zweiseittgen Abkommen ist Frankreich bereit. Das Wort hat jetzt Deutschland. Das „Journal des Debats" schreibt: Wenn auch unter einem gewissen Gesichtspunkt das Ergebnis, zu dem man mühsam gekommen ist, als befriedigend angesehen werden könne, unter ter Bedingung jedoch, daß die französischen militärischen Sachverständigen tatsächlich die festgesetzten Ziffern gebilligt haben, so liefert doch die Verhandlung, die vor dem Abschluß steht, Beweggründe zur Beunruhigung. Was man auch behauptet, es wird immer augenscheinlicher, daß die englische Regierung wünscht, der Besatzung so früh wie möglich ein Ziel zu setzen. Gewiß ist die Frage der Räumung nicht im Verlaufe der kürzlichen Verhandlungen ausgewogen worden, und das ist nicht erstaunlich, da ja selbst Stresemann es nicht für angebracht gehalten hat, sie in diesem Jahre aufzurollen. Man kann sich aber doch in London nicht royalistischer jeigen als ter König selbst. Ater es ist ganz sicher, daß das Londoner Kabinett allmählich zu einer vorzeitigen 3 u r ü d b e r u f u n g des Besatzungskorps hinzulenken versucht. Die allmähliche Schwächung dieses Korps ist eines der Mittel zur Erreichung dieses Ziels. Hoesch bei Briand. Paris, 27. Aug. (Wolfs.) Der deutsche Botschafter von H o e s ch hatte heute vormittag eine neue Unterredung mit dem Außenminister Briand, in der allgemeine Fragen der deutsch-ftanzösischen Politik erörtert wurden. Der Botschafter brachte bei dieser Gelegenheit Briand die Befriedigung zum Ausdruck, die die deutsche Regierung trotz der bedauerlichen Nichterfüllung einiger ihrer Forderungen über den Abschluß des deutsch-französischen Handelsvertrages empfinde. Briand sprach in ähnlicher Weise die Genugtuung der französischen Regierung über den erfolgten Abschuß aus. Morgen Kabinettssitzung in Berlin. c Berlin, 27. Aug. An ter Sitzung tes Reichskabinetts am Dienstag werten, wie das „B. T." berichtet, voraussichtlich nur Reichs- außenminister Dr. Stresemann. Reichswehr- minister Dr. G e ß l e r, Reichsernährungsminister Schiele und Reichsitmenminister v. Keudell teilnepmen. Ob Vizekanzler Hergt und Aeichs- verkehrsminister Dr. Koch anwesend sein werden, ist noch zweifelhaft. In der Sitzung selbst wird vor allen Dingen Die außenpolitische Lage besprochen werden. Eine besondere Rolle wird dabei zweifellos die Frage ter Verminderung der Rheinlandbesatzung spielen. Daneben dürfte aber auch die deutsche Vertretung in der Mandatskommission zur Sprache kommen. Cs steht fest, daß die Frage der Reuverteilung der Mandate auf dieser Tagung des Völkerbundes durch Deutschland nicht angeschnitten werden wird. Wer als deutscher Vertreter in die Mandatskommission entsandt werden wird, steht noch nicht fest. Reben den auhenpollttschen Fragen werden noch laufende Angelegenheiten innenpolitischer Ratur von den Ministern besprochen werten. Die Krise im englischen Kabinett. London, 29. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die „T i m e s" berichtet, daß Cecil gestern abend mit Baldwin zusammengetroffen ist. Es wird erwartet, daß er heute eine eingehende Erklärung über seine Stellung abgeben werde. Cecil scheine die Ansicht zu vertreten, daß er die A b r Ü st u n g s f r a g e besser außerhalb der Regierung erörtern könne. „Daily Sketch" behauptet, Cecil sei von Baldwin überredet worden, in der Regierung zu bleiben. Er werde Chamberlain nach Gens begleiten. — „Daily Expreß" schreibt: „Unser Heer in Deutschland ist zu klein, um irgend jemand anders als uns felbft zu bedrohen. Cecil hat vollkommen recht. Die britischen Truppen müssen heimbefördert werden. Ihre weitere Verminderung in Uebereinftimmung mit der neuen französisch-englischen Vereinbarung vergrößert nur die gefährliche Inkongruenz der Lage." Der „Observer" schreibt, das R ü ck t ri 11 s- gesuch Lord Cecils sei auf das Scheitern Flottenbeschränkungskonferenz zurückzuführen. In den letzten Stadien der Konferenz hätte Lord Cecil angestrengt danach gestrebt. ein vollständiges Scheitern zu vermeiden, sei iedoch durch die Vertreter tes Flottenstand- punttes überstimmt worden. „Observer" berichtet weiter, toenn Lord Cecil auf seinem Gesuch beharre, werte voraussichtlich ein anderes Mitglied ter brittschen Delegation für Genf seinen Platz einnehmen. Cecils Aktion berühre aber kein anderes Kabinettsmilglisd, Sein Rücktritt werde jedoch ernstlich von allen liberalen Einflüssen in der konservativen Partei empfunden werden, für die er die Berkörperungder Befriedung in der europäischen Politik bedeutet habe. 3n Döllerbundskreisen würde sein Rücktritt ebenfalls tief bedauert werden. Lord Cecils Sekretär erklärte gestern auf eine Frage nach Lord Cecils Rücktrittsabsichten: „Richts ist bisher endgültig, die Frage ist vollkommen in der Schwebe. Wenn überhaupt, so werden wahrscheinlich Montag endgültige Rachrichten verfügbar sein." Der Berliner Zlaggenkonflilt vor Gericht. Berlin, 27. Aug. (WTB.) Der Flaggenkonflikt zwischen den Hotels, der Preuhi- schen Regierung und dem Bkagistrat Berlin wird, wie ein Korrespondent erfährt, auch die Gerichte beschäftigen. Die Hotelbesitzer sind der Ansicht, bah das Borgehen des preußischen Ministerpräsidenten und des Oberbürgermeisters eine Schädigung ihrer Geschäfte bedeutet und wollen die preußische Regierung und den Magistrat für den entstehenden Schaden haftbar machen, da eine ganze Anzahl wirtschaftlicher Organisationen, die in den bekannten Hotels festliche Veranstaltungen ab- halten wollten, jetzt zurückgetreten sind mit der Begründung, daß die Mitglieder der Regierung und des Magistrats eine Einladung ablehnen würden. Ein angeblicher deutscher Spion Paris. 28. Aug. (Wolff.) „Petit Journal" berichtet aus Saargemünd: Ein Reservist meldete seinem Vorgesetzten, ihm seien 1000 Franken für die Aushändigung eines selbsttätigen Gewehrs, Modell 24, angeboten worden. Dadurch gelang es, «eilten aus Wiesbaden gebürtigen deutschen Reichswehr-Leutnant festzunehmen, lbei dem man Pläne von Maillh und Bitsch sowie eine Liste fand, die Angaben über Offiziere uno Mannschaften und deren Verwendung enthält. Anmerkung des Wolff-Bureaus: Diese Meldung muß mit großer Vorsicht angenommen werden. Wie von zuständiger deutscher Seite hierzu erklärt wird, ist es völlig ausgeschlossen, daß sich ein Reichswehroffizier mit Willen und Billigung seiner vorgesetzten Stellen mit derartigen Angelegenheiten befaßt. 23 neue Minderhettsschulen in Ostoberschlefien. Kattowitz, 27. Aug. (WTB.) Die polnische Presse bringt kommentarlos die Meldung, daß im kommenden Schuljahr in Ostoberschlesien 2 3 neue Minderheitsschulen eingerichtet werden. Interparlamentarische Friedensunton. Paris, 27. Aug. (WD.) Der Rat der Interparlamentarischen Friedensunion trat heute mittag zusammen, um die vom Präsidenten Senator Mag nette gestern «angebrachte Tagesordnung, in der einmütig die Verletzung der belgischen Reutrali- t ä t als ein höchst bedauerlicher und zu verwerfender Akt verurteilt wird, zu prüfen. Wie HavaS berichtet, hat der Rat über seinen Beschluß nichts bekanntgegeben, doch glaubt die Agentur zu wissen, daß nach einer fd>r höflichen Aussprache der Rat beschlossen habe, eine Sonderkommission zu bilden, um besonders zu prüfen, ob der Konferenz die Tagesordnung v o r g e l e g t werden soll. Erst nach der Beratung dieses Tinterausschusses wird der Rat seinen Beschluß bekanntgeoen Der von ihm ernannte Unterausschuß besteht auS dem Vorsitzenden der Interparlamentarischen Friedensunion. Baron Adelsward, dem deutschen Deichstagsabgeordneten Professor Dr. S ch ü ck i n g und den» belgischen liberalen Abgeordneten C o c. Hierzu ist zu bemerken: Infolge der Tatsache, daß der Rat heute zu keinem Entschluß gekommen ist, wurde die Diskussion über die Tagesordnung Magnettes, die auf 6 Uhr nachmittags festgesetzt worden war, auf Dienstag nachmittag 4 Uhr vertagt. Die Interparlamentarische Friedensunion be- schäftigte sich in ihrer heutigen Vor- und Rachmittagssitzung mit der Frage der europäischen Zoklgemeinschasl. Der Berichterstatter, der frühere holländische Finanzminister Treub. legte dem Kongreß eine Reihe von Beschlüssen des Unterausschusses für diese Frage vor. Unter anderem wird hierin mit Bedauern «ine Tendenz der Staaten fest- gestellt, ihre Zolltarife herauf -usetzen. Die Konferenz empfiehlt den Abschluß von regionalen Zollabkommen zwischen Lankern, die besondere Gesamtinteressen hätten, jedoch unter der Bedingung, daß derartige Abkommen nicht gegen einen Dritten gerichtet seien. Andererseits wird der Völkerbund aufgefordert, für di« Annahme und Durchführung der Beschlüsse der W e l t w i r t - schaftskonferenz durch di« Mitgliedsstaaten zu sorgen. Schließlich wird der bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht« Wunsch, die P a h - Visa abzuschaffen, wiederholt. Alle diese Resolutionen sollen sofort dem Völkerbund und ken Regierungen übermittelt werden. In der Diskussion ergriff der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete Dr. Schneider das Wort, der mit Genugtuung feststellte, daß ein Vorschlag deS deutschen Außenministeriums und des deutschen Wirtschaftsministeriums auf der Weltwirtschaftskonferenz eine Reihe von Beschlüssen zur.Lösung der Wirtschaftsfragen zur Folge gehabt h«be. Die Reichsregierung ihrerseits habe sich auf den Boden dieser Beschlüsse gestellt und bereits mit deren Durchführung begonnen Als greifbares Ergebnis, das geeignet fei, eine Entspannung in der gegenwärtigen Wirtschaftslage au schassen, bezeichnet« Dr. Schneider den Abschluß des d e u t s ch - f r a n z ö s i s ch e nH a n- delsvertrages. Diesem Plus stehe leider auf der anderen Seite der Zollkrieg zwischen Deutschland und Polen gegenüber, der vielleicht für einzelne Rupnießer hüben und drüben von Vorteil sein mög^, der aber für beide Völker nur Rachteile mit sich bringen müsse. Um zu einer wirklichen Zollverständigung zu kommen, müsse man dem Beispiel Amerikas folgen und zunächst die Arbett und die In- Riesenbetrügereien in Berlin. Berlin, 29. Aug. (Priv.-Tel.) Die Hausverwaltung eines Industrie - und Handelshauses in der Wollstraße in Berlin hatte vor einigen Tagen gegen die bei ihr wohnende L e • bensmittelgroßhandlung und Scho- k o l a d en f a b r i k Kauff mann G. m. b. H., deren Inhaber der Kaufmann Adolf Kauffmann ist, gerichtlichen Räumungsbefehl erwirkt, weil die Firma seit Jahren keine Miete bezahlt hatte. Als der Gerichtsvollzieher bei Kauffmann erschien, stellte er, wie die „Montagspost" meldet, fest, daß in den Kellerräumen Lebensmittel, Schokolade, Tabak und ftonfer- ven im Werte von etwa 500 000 Mark lagerten, die schon völlig verdorben waren und einen fürchterlichen Geruch entwickelten. Bei weiteren Rachforschungen stieß man in einer Kellernische auf einen geheimen Tresor, vor dem fünf scharfe Hunde angekettet waren. Der Inhalt des Tresors, eine Geheim- korrespvndenz der Firma, wurde den» Gericht übergeben. Weiter wurde festgestellt. daß Kaufsmann, der seit Jahren weder Telephon noch elektrisches Licht bezahlt hat, eine geheim« Gasleitung zu einem Hauptleitungsrohr gebaut hatte, durch die er ohne Kontrolle Gas in beliebigen Mengen entnehmen konnte. Ebenso hatte et es mit der Lichtleitung gemacht, und die T eletz h o n e seines Betriebes hatte er unterirdisch an die Telephonleitungen anderer Teilnehmer angeschaltet und darauf Ferngespräche von über 1000 Rkark geführt. Als Kauffmann vor einiger Zeit wegen Verweigerung des Ofser.barungSeides verhaftet werden sollte, wurde er im Keller hinter alten Maschinen entdeckt und abgeführt. Die Schulden der Kaufmann G. m. b. H. werden auf mehrere Millionen geschäht. Die von Kaufsmann hergestellte Schokolade wurde von ihm nicht verkauft, sondern in seinen Kellerräumen auf gestapelt. Zugleich betrieb Kauffmann, wie die Geheimkorrespondenz dartut, umfangreiche Vermittlungsgeschäfte von Lebensmitteln mit dem Ausland. Der Aufenthalt Adolf Kaufsmanns, der ohne feste Wohnung zu sein scheint, ist unbekannt. Groß angelegter Versicherungsschwindel. Berlin, 29. Aug. (Priv.-Tel.) Die deutschen und polnischen Polizeibehörden in Ober- schlesi« n sind, der „Voss. Ztg." zufolge, mit der Aufdeckung eines großangelegten Versicherungsbetrugs beschäftigt, dessen finanzieller Umfang auch schätzungsweise noch nicht festgestellt werden kann. Hinter dem Betrug steht eine Bande, die die unübersichtlichen Rechtsverhältnisse des Grenzgebiets auf das geschickteste auszunutzen verstand. Ein Standesbeamter in Königshütte lieferte dem Detrüger- konsortium Bla nfoformulare verschiedener Krankenkassen und Sterbeversicherungen mit Unterschrift unt> Siegel, so daß nur die Personalien und der Todestag eingesetzt zu werden brauchten. Der Schwindel scheint schon seit langem betrieben worden zu fein. Es bleibt abzuwarten, in welchem Umfange auch öffentliche Institute auf deutscher Seite, insbesondere die Knappschaftskasse, in Mitleidenschaft gezogen sind. buftrie rationalisieren, alSdcrnn eine Interessen- Verständigung von industriellen Gesichtspunkten aus organisieren, um schließlich nach und nach die Zollschranken fallen zu lassen Im gleichen Sinne äußerten sich die französischen Abgeordneten Borel und Chambrun Der Amerikaner Bit ton forderte vollkommenen Freihandel und ein englischer Politiker äußerte sich in gleichem Sinne. Der belgische Abgeordnete Sranguart bezeichnete es als notwendig, zunächst einmal den Anfang zu machen durch Erweiterung der französisch-belgisch-luxembuvgischen Verständigung. „Wenn Holland und dirDchweiz," so äußerte er, „sich uns anschliehen, werden wir sie aufnehmen. Selbst Deutschland wird willkommen sein. Wir haben nur einen Gedanken, den Frieden zu sichern und wir sind der Ansicht, daß, wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, es unerläßlich ist, sich auf wirtschaftlichen Gebieten zu verständigen." Die Debatte endete mit der einstimmigen Annahmeder vom Berichterstatter Treub (Hob land) vorgelegten Resolutionen. Angenommen wurde gleichfalls ein Antrag des ftanzösischen radikalen Abgeordneten Borel, der statt der sofortigen Aufhebung ber Zolltarif« eine graduelle fordert. (Europatagung der Auslanddeutschen. Dresden, 27. Aug, (Wolff.) Die Guropatagung der deutschen Vereine und Verbände im europäischen Ausland begann ihre Arbeiten heute vormittag mit einer internen Sitzung unter Leitung des Präsidenten des Bundes der Auslanddeutschen. Gouverneur Schnee. Zunächst wurde ein Degrüßungstelegramm an den Reichspräsidenten abgesandt, in dem es heißt, daß die Vertreter deutscher Vereine und Verbände im Ausland in dem Reichspräsidenten nicht nur den würdigsten Vertreter dealten Deutschland erblicken, sondern auch den Mann, dem Deutschlands Gegenwart und Zukunft zu besten Händen anvertraut ist. Es wurde im weiteren Verlauf der Sitzung eine Entschließung gefaßt, in der gefordert wird, daß die parteipolitische Zersetzung der im Ausland bestehenden deutschen Vereine und Verbände vermieden werbe. Eine weitere Entschließung weist auf die Rotwendigkeit eines engen Zusammenschlusses der Reichsangehörigen im Ausland hin und bittet den Reichsminister des Auswärtigen, darauf hinzuwirken, daß die deutschen Vertretungen im Ausland« in dieser Beziehung mit deutschen Vereinen und Verbänden im Ausland auf das engste zu- fammenarbeiten. Es wird dem Reichsminister des Auswärtigen weiterhin empfohlen, den deutschen Vertretungen im Ausland nahe zu legen, Beiräte zu bilden, die mit den Vertretern der deutschen Verbände im Ausland zu besetzen und in den wichtigen Fragen gutachtlich zu hören wären. Weitere Entschließungen betreffen die Zusammenarbeit von Ausland- beutschtum, Kirche und Schule und fordern schließlich ein Reichsgesetz zur erhöhten 'Fürsorgepflicht für hilfsbedürftige Aus landdeutsche. Heute nachmittag sand im Hause der Dresdener Kaufmannschaft eine öffentliche Veranstaltung statt, in der u. a. folgende Entschließung angenommen wurde: „Die zur Europatagung der deutschen Vereine und Verbände im europäischen Ausland versammelten Ausländsdeutschen halten den vorliegenden Regierungsentwurf zu dem abschließenden Kriegsschädengesetz für durchaus unmöglich und untragbar. Für die endgültige Entschädigung der Ausländsdeutschen niuh der Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft für den Ersah von Kriegs- und Derdrängungs- schäden als Mindestmaß unbedingt aufrecht erhalten werden. Die geringere Entschädigung der Ausländsdeutschen, wie ft« der Reg erungs- enttourf vorsieht, wäre nicht nur ein schweres Unrecht an den geschädigten Ausländsdeutschen, von denen eine große Zahl dem Untergang erneut preisgegeben würde, sondern müßt« sich auch hinsichtlich des wirtschaftlichen Wiederaufbaus der Geschädigten katastrophal auswirken." Im Anschluß an die öffentliche Versammlung fand ein Festabend im großen Saal« des städtischen Ausstellunaspalastes statt. Hierbei überbrachte der sächsische Wirtschaftsminister Dr. Krug v. R i d d a die Grüße und Wünsche der sächsischen Regierung unb sprach die Hoffnung aus, daß durch die Tagung das Zusammenae- hörigkeitsgefühl gestärkt werde. Gouverneur Dr. Schnee dankte und gab einen historischen Ueber- bkick über die Entwicklung des Auslanddeutschtums von den Zeiten der Fugger bis zur Gegenwart. Er skizzierte di« Aufgaben des Bundes. dessen nächstes Ziel die Erlangung der Gleichberechtigung der Auslanddeutschen mit den anderen Tlationen im Ausland fein würde. Zum Schluß dankte Ministerialrat Dr. K a r st e d t vom Reichsarbeitsministerium den Auslanddeutschen für ihre Unterstützung der Hin- denburgspende und forderte sie auf, auch weiter in ihrer Gebefreudigst nicht zu erlahmen. Nach den Unruhen in Frankreich Paris. 28. Aug. (WB.) Der „3ntran- figeant“ berichtet aus Cherbourg, daß 1500 Amerikaner wieder nach den Vereinigten Staaten zurückgereist sind und daß 17 00 weitere ihre Schiffspläh « belegt haben. Dies ist. wie das Blatt schreibt, ein außerordentlich ernst zu nehmender Hinweis, der erlaubt, abzuschähen. wie teuer Frankreich ein Abend internationaler Mobilisierung zu stehen kommt. (Gemeint ist die Manifestation in Paris gegen die Hinrichtung von Saeco und Danze tti.) Die PariserStraskammerhat wettere acht der am 23. und 24. August festgenommenen Manifestanten zu Gefängnisstrafen von zwei Wochen bis zu acht Monaten verurteilt. Unter den Verurteilten befinden sich ein Portugiese und ein Pole, sowie eine Frau, als deren Beruf Köchin angegeben wird. Die bei einer nächtlichen Razzia festgenorn- menen Ausländer wurden gestern verhört. Drei, ein Russe, ein Serbe und ein Italiener, die bereits einmal ausgewiesen worden sind, werden wiederum auSgewiesen. Gegen zehn Festgenommene schwebt ein Antrag auf Ausweisung Zwölf weitere Personen, denen der Aufentbatt in Frankreich verweigert worden ist, sollen ebenfalls über die Grenze geschoben werden. Bemerkenswerte Wahlen der Wiener Polizei. Wien. 27. Aug. (WB.) Die R e u w a h l für die nach den Iuliereignissen zum Rücktritt veranlaßt« Personalvertretung der Wiener Sicherheitswachebeam- ten fand heute unter großer Beteiligung der Wiener Wachmannschaft statt. Das Ergebnis war 111 Mandate für die unpolitisch-wirtschaftliche Gruppe der Wachebeamten und 12 Mandate für die freigewerkschaft- 1 ich organisierte (sozialdemokratisch gerichtete) Gruppe. In den engeren Ausschuß kommen demgemäß fünf Vertreter der unpolitisch-wirtschaftlichen und ein Vertreter der freigewerkschaftlichen (sozialdemokratisch gerüsteten) Gruppe, während die letztere Gruppe eine '/.-Mehrheit im vorigen Ausschuß hatte. Dieses Ergebnis der allgemein mit großer Spannung erwarteten Wahl wird vielfach als eine Folge der unausgesetzten Angriffe der sozialdemokratischen und kommunistischen Blätter gegen die Haltung der Polizei am 15. und 19. Juli angesehen. Russische Spionage in Rumänien Bukarest, 27. Aug. (WB.) Agentur Orient Radio. Eine Spionageorganisation, di« für die Sowjetbehörden arbeitete, wurde in Chisinau (?) ausgedeckt. Sie lieferte Nachrichten über militärische Dinge an den Nachrichtendienst in Kiew. Es wurden fünfzehn Personen verhaftet. Das polnische Parlament will tagen. Warschau, 27. Aug. (WTB.) Der Sejm- marschall übersandte heute der Kanzlei des Staatspräsidenten ein von Mitgliedern aller polnischen Parteien mit Ausnahme des Arbeiisklubs, der Domsti-Gruppe und der nationalen Minderheiten unterzeichnetes Schreiben, in dem der Staatspräsident aufgefordert wird, eine außerordentliche Parlamentstagung einzuberufen. Einer solchen Aufforderung hat der Staatspräsident nach der Verfassung binnen zweier Wochen zu entsprechen, sofern sich ihr mehr als ein Drittel aller Sejminitglieder angeschlossen haben. Diese Bedingung ist erfüllt Aucb von den Senatsmitgliedern ist unter entsprechender Beteiligung der Parteien und ebenfalls mit genügender^ Unterschriftenzahl die gleiche Forderung an den Staatspräsidenten gerichtet worden. Protest gegen den Terror der Regierenden. Paris. 29. Aug. (WTB. Funkspruch.) Wie „Paris nattnal“ berichtet, hat der Ausschuß für die Amnestie in Polen der Interparlamentarischen Friedensunion einen Protest gegen das Vorgehen der polnischen Regierung in Form einet Denkschrift überreicht, in der über Fälle von Beeinträchtigungen deS parlamentarischen Rechtes unö der demokratischen Grundsätze durch die verschiedenen polnischen Regierungen in den letzten fünf Jahren berichtet wird. In Polen herrsche der weihe Terror. Die nationalen Minderheiten würden un t erdrückt. die Regierung des Marschalls P i l s u d s k i gleiche durchaus dem F a s z i s m u s. Nanking von den Nordlruppen genommen? London, 29. Aug. (WTB. Funkspruch.) Eine Agenturmeldung aus Schanghai besagt: Alle Beamten der Nanking-Regierung sind nach Schanghai geflohen. Die Nordtruppen haben Nanking genommen. Die D/völkerung bereitet sich darauf vor, General Suntschuan- fang, der gestern in Nanking anlangen sollte, festlich zu empfangen. Um I f d) t n g M a n g wird weiter schwer gekämpft. Aus aller Welt. Schwere Unwetter. Durch die starken Wollens rüche der letzten Tage wurden an der Westküste Schleswig - Hol- st eins die Marschen aufs frfjmerfte mitgenommen. Roggen, unb Katosfelfelder sind überflutet Soweit das Korn noch auf dem Halm« ftebt, hat «s sich zmn großen Teil umgelegt und ist vom Wasser völlig bedeckt, so daß es für die Ernte werllos (ein dürfte. Außerdem besteht die Gefahr, daß auch der bereits geerntete Roggen xu keimen beginnt. Di« Städte Heide und Büsum wurden von dem Unwetter besonders schwer heimgesucht. Auch in Mecklenburg-Strelttz haben die ungeheuren Regenmasten, die währer« der letzten Tage fortdauernd niedergingen, in zahlreichen Gegenden des Landes groß« Le bersch wem- mungen und Wasserschäden hervorgerufen. deren Auswirkungen noch nicht abzusehen sind. Besonders katastrophal wirken die Wasterverwüstungen in der Rähe von S ch ö n b e ck. Das am Bach« liegende Mühlengehöft steht gänzlich unter Wasser. Sine Brücke zwischen Schönbeck und Reith ist vollständig eingestürzt und eine andere fort- gespült worden. Die gesamte diesjährige Ernt« gilt als vernichtet, so daß ein unübersehbarer Schaden die Bevölkerung dieses fruchtbaren Landstriches getroffen hat. In Württemberg haben die ungewöhnlich starken Regensälle der letzten Tage in Crails« I)«im, Heidenheim und Laubheim -u Hochwasser geführt, das di« noch nid)t eingebracht» Ernte völlig vernichtete. In Heidelberg ist der Neckar im Laufe einer Nacht so stark gestiegen, daß di« Arbeiten am Neckarkanal ernstlich gefährdet sind. Di« Neckarschistahrt mußte gestern eingestellt werden. Die starken Regenfälle der letzten Tage haben auch in Bayern verschiedentlich Hochwasser verursacht. Die Zusam, die Laugna, der Inn und die Sulz sind stellenweise über die Alfer getreten, haben die Wiesen überschwemmt und die Grummeternte in Frage gestellt. In Passau ist der untere Kai teilweise überschwemmt. Auch die Donau führt infolge d«S Anschwellens ihrer Rebenslüss« Hochwasser. Frühe Schneefälle le Oberffekrtnarf. Wie aus zahlreichen Ortschaften Obersteier- markS gemeldet wird, herrscht dort seit gestern lebhafter Schneefall, der stellenweise sogar die Täler bedeckt. Di« Schneegrenze reicht bis auf 800 Meter Höhe. Lia neuenideckter Stern. Der Leiter der Heidelberger Sternwarte auf dem Königstuhl, Prof. Wolf, entdeckte nach dem .Heidelberger Tageblatt" in der Rächt zum 31. Juli auf vom südlichen Teil deS Sternbildes Adler auf genommenen photographischen Platten nordwestlich von dem Sterne vierter Größe Lambda ein Sternchen 31/»- Gröhe, das auf den Aufnahmen derselben Gegend bisher nicht zu finden war. (Ein deutsches Flugzeug in Arabien. Am 25. August führte ein IunkerSflugzeug des Typs A 35 einen toolflgelungenen Postflug von Hoheida am Rotzen Meer über die teilweise über 4000 Meter hohen Gebirgszüge des Temen nach der Binnenstadt Sanaa aus. Das Flugzeug wurde von dem Ingenieur A r n tz e n von den Junkers werken geführt und legte die 200 Kilometer lange Strecke in 45 Minuten zurück, während eine Post auf dem gewöhnlichen Wege durch die unwegsamen Gebiete des Temen acht Tage unterwegs ist. Line ganze Jamille verunglückt. Als der Landwirt Strahler in Woitz bei Neiße gestern in einem Landauer mit seiner Fami- lie eine Besuchsfahrt unternahm, scheute das Pferd auf der Dorsstraße. Der Wagen zerschellte an einer Hauswand. Dem 7jährigen Sohn wurde der Schä- del zertrümmert, so daß der Tod auf der Stelle eintrat, die Mutter erlitt schwere Knochenbrüche und einen Bluterguß und liegt hoffnungslos darnieder. Die beiden Töchter kamen mit Hautabfchür- fangen davon. Strahler, der im Krieg ein Bein verloren hat, konnte sich durch Abspringen retten. Schwere Bluttat eines Vaters. Eine schwere Bluttat ereignete sich, wie erst jetzt bekannt wird, am Mittwochabend in der Nähe von Weeskendorf bei Preußisch-Holland (Ostpreußen). Der dort bei seinen Schwiegersohn zu Besuch wei lende frühere Gutsverwalter Johannes Grunwald aus Allenstein, der seit langem an einer Nervenkrankheit leidet und seit einiger Zett stellungslos ist, unternahm mit feinen beiden Söhnen im Alter von 7 und 10 Jahren eine Radtour. Plötzlich zog er einen Revolver und erschoß die beiden Söhne und bann sich selbst. Man fand di« Leichen am nächsten Vormittag. Boolsunglthf auf der Blans. 2lm SamStagvormittag schlug auf der Maas in der Räße von Bvrgharen bet Maastricht aus bisher noch unbekannter Tlrsache ein Ruderboot um, wobei alle Insassen, sechs Arbeiter, ins Wasser fielen. Während zwei durch ander« Boote gerettet werden konnten, ertranken di« vier übrigen. Riefenbranb bei Spezia. Wie ,®iomate d'Italia" meldet, brach am Samstagmorgen in der großen Fabrikanlage der Genueser Raphtagesellschaft in der Rähe von Spezia Feuer aus, das einen solchen Umfang annahm, daß die umliegenden Ortschaften geräumt und mehrere Handelsschiffe aus dem Hafen entfernt werden mußten Hebet die Höhe des Schadens ist noch nichts bekannt. N Da- Ich ’ lieft 0°" in in W* Lachet"-,, das Dort, r habe bai daran zu Das iachend« lich er'x lächerlich 6edl zu ^ichen n J hat [«' reuen ’Higt n,‘i i ihnen, 0 l'i. daß I -rill 2ber h enister ( über sie in Nrüber öj Meid er hegen, zu k Sin Äc verkleidet, i weih'. Es' jeder der 1 w sehen, behandelt« brechen d Ist es W Sie Doch im Hinter kommt ti Lachen er kommt, in Srdemwt 1 andern? In dm ist dabei, N lose unb g< gibt. Laut latent Al man auch leugnen \ hinter, M eines M heil, die nicht die ist ein tot kommen l « g Ich habe lachend g' zu sein. 1 andere, d er g« b andern. Doch strömt mch und Schal kommt es, P'üte ist bi 'Mtfunt t Wirrungen winden gelt trauen, au< häufelt D. dabei. Ab dem es ist es recht zu wirtr tett - X Palast-Licht na-Lichtjpii Brka . Nbem Ä*ib„ ift und 1 is* Un?lel^8er S 6onb' Ar Ä bahnjjk ( ■i?n”fäl ' . 1 »erb fju£nOUi ft" li W Sa’ii5(a Hin9 J* w ÄBezdttn Wien Megtnt. Sonnteg.den 28 fing. 8 h norm. •Jan «wen—— — fMmfltrtf. iftm Oberster« trott W »rsirnt Wx ** ze reicht btt auf Laudhtim zu nicht tinqrttochi, btlbtrg ist bet |o stark s«stieM emsltich gesöhrdtt gestern eingestellt •rhtm Lege haben Mich tzvchvalker gna, der Inn und die Uster getreten, st und die ®tum» 3n Passau ist »schwemmt, lud) lnschvelkent ihrer In Arabien. 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An». 06244 Verdingungsunterlagen und Angebots, fj: mutare sind bei uns erhältlich. Die A geböte sind versiegelt in einem Briefumschlag ohne Firmenaufdruck, mit eniiprcd):nbcn Aufschriften versehen, späte sttus zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 3. September d. 3. vormittags 10 Uhr beim Stadtbauamt abzugeben, wo die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der etwa erschienenen Anbieter erfolgt. — Zuschlaasfrist: drei Wochen. Gießen, den 27. August 1927. Stadtbauamt Gießen. Braubach. Bekanntmachung. Nachdem die Zustellung der Steuerbescheide über die vorläufigen Gemeinde», Kreis» und Provinzialumlagen einschließlich der vorläufigen Sondergebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1927 an die Zahlungspflichtigen stattgefunden hat, wird als Tag, an dem die sämtlichen Steuerbescheide als zugestellt zu gelten haben, der 27. August 1927 festgesetzt. 78388 Diejenigen Grundsteuer-, Gewerbesteuer- und Sondergebäudesteuerpslichtigen, die bisher einen Steuerbescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim städtischen Rechnungsamt, Stadthaus Bergstraße, Zimmer 18, anzuzeigen. Gießen, den- 27. August 1927. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Selb. Bekanntmachung. Die Erd- und Maurerarbeiten für die Errichtung einer Bedürfnisanstalt an der Eist .bahnüberführung in der Ludwigstraße '.Ken auf Grund der Reichsverdingungs- ...nnng für Bauleistungen öffentlich ver- Gesucht wird in GtekenLiebigitr.43 junge reinliche Frau wöchentlich dreimal 2 Stunden öornutt. Borzustell. bet Frau Pros. Waltber, Viebtgffr. 43. [7835D Saubere, ehrliche Frau für Ladenputzen ges. WaUtoritr. 2 06258 «Ladern. Tüchk., solide» [*»• liNKl nicht unt. 20 Jahren, für kleinen Haushalt für 1. 9. 27 gesucht Settersweg 81'/,. ll. | Verkäufe | IV,jähr, grauscheck. Zuchtrind zu verkaufen. 06250 Wieseck, Gießener Str. 30. 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Auch das Auffärben und Plissieren aller ** Der Umbau der Eisenbahnbrücke an der Neustadt ist jetzt in greifbare Nähe gerückt. In den letzten Tagen wurde seitlich der Brücke an dem Wege zu den Häusern der Ruder» vereine oben am Bahnkörper eine Bretterbude errichtet, die zur Ausnahme der Sicheningsarrtagen für den Bahnbetrieb dienen sollen, ferner als Anf- enthaltsraum für den Sicherheitsposten bestimmt ist. Di« Reichsbahnbauoerwcütang beabsichtigt, an der Baustelle für die ganze Dauer des Umbaues eingleisigen Verkehr ein,zurichten, ju welchem Zwecke zunächst zwei Weichen vor und hinter der Brücke eingebaut werden. ^Nachdem diese Arbeit vollendet ist, wird die eine Seite des Doppelgleises gesperrt, das außer Betrieb gesetzte Gleis beiseite gesetzt und alsbald mit dem Abbruch des Bauwerkes begonnen werden. Das Gewölbe der Brücke wird durchschlagen, ebenso fallen di« beiden Mittelpfeller, di« jetzt für den Fuhrwerk verkehr außerordentlich hemmend sind, künftig fort. Jedoch bleibt die lichte Weite der Brücke unverändert, die beiden Seitenwege fommen zu ber_n«uen Durchfahrt noch hinzu. Nachdem die eine Seite des Bahnkörpers fertig umgebaut ist, wird der gleiche Vorgang sich quf der anderen Seite abspielen. Die Eisenkonstruktion für di« erst« Hälft« des neuen Brückenbaues trifft Anfang Oktober hier ein und wird alsbald eingebaut werden, damit dieser Teil rafchestens in Betrieb gesetzt und der Umbau des zweiten Teils in An» griff genommen werden farm. Der gesamte Um» Dau der Brücke dürfte voraussichtlich bis Ende November beendet sein. ** Keine neuen Postwertzeichen. *3m Anschluß an einen Vortrag, den der Aeichskunstwart in Hamburg über die Formen- gebung des Deiches gehalten hat, ist durch eine Anzahl Zeitungen die Nachricht verbreitet worden, die Deutsche Aeichspost beabsichtige, neue Freimarken mit der Darstellung deutscher Baudenkmäler herausgegeben. Genannt wurden dabei das Knochenhauerhaus zu Hildesheim, der Roland zu Bremen, das Rathaus zu Augsburg. Demgegenüber ist mitzuteilen, daß solche Pläne bei der Deutschen Reichspvst niemals erörtert worden sind, auch nicht mit dem Reächskunstwart. ** Sin 300000 Mark-Gewinn fällt nachFrankfurt a. M. Bei der Hauptziehung der Preußischen Klassenlotterie wurde die Nummer 345 136 mit dem zweiten Hauptgewinn von 300 000 Mark gezogen. Da jede Ziehung in zwei Abteilungen herauskommt, kommen aus dieses Los im ganzen 600 000 Mark. Davon gelangen nach Abzug von 120 000 Mark an Abgaben 480 000 Mark zur Auszahlung. Don dieser Nummer sind in der ersten Abteilung 240 000 Mk. noch Frankfurt a. M., in der zweiten Abteilung 240 000 Mk. nach Berlin gekommen. Sowohl das Los in Frankfurt a. M. wie auch jenes in der Hauptstadt mürben von den Gewinnern in Achtelteilen gespielt. •• Svnntagssonderzug nach Da - den-Daden. Am Sonntag, 4. September, verkehrt von Gießen aus über Butzbach, Bad- Rauhe im, Friedberg. Frankfurt a. M. ein Sonderzug mit nur 4. Wagenklasse nach Baden- Baden Der Zug fährt um 6 Uhr vormittags in (Sieben, 6,24 in Butzbach, 6,36 in Dad-Rauheirn, 6,43 in Friedberg und um 7,28 in Frankfurt ab. Für die Strecke Wetzlar—Gießen besteht sowohl aus der Hinfahrt wie auch für die Rückreise günstigster Anschluß. Die Anschlüsse werden bestimmt abgewartet. Die Sonderzugteilnehmer haben neben der allgemeinen Ermäßigring des Fahrpreises um ein Drittel noch verschiedene weitere Vergünstigungen. Die Rückfahrt ab Baden-Baden erfolgt um 19,48 Uhr. Ankunft in Gießen um 0,03 Ahr. * Sonderzug zum Herborner Trachtenfest. Arn 4. September findet in Herborn eine Tagung des Verbandes der deutschen GebirgS- und Wandervereine verbunden mit einem Trachtenfest statt. Um Interessenten den Besuch mit verbilligter Fahrt zu ermöglichen, hat die Reichsbahndirektion für diesen Sonntag von Frankfurt aus einen Sonderzug nach Herborn vorgesehen. Der Zug hält in Friedberg um 7 Uhr, Gießen ab 7.48 Uhr und kommt 8.42 Ahr in Herborn an. Die Abfahrt in Herborn (Rückreise) Aus der Provinzialhaupfstadt. Dießen, den 29. August 1927. Das „glückliche" Lachen. Ich sah Menschen lachen und weinen, sah tiefe Sorgenfalten auf ihrer Stirn und Gram in ihren Zügen, ich hörte ihr kreischerrdes Lachen in lauter Gesellschaft und sah daS glückliche Lächeln, daS ganz nach innen schaut. 3« lauter das Gelächter war, desto öfter hörte ich das (Bort: Die müssen sich wohl fühlen! Auch ich habe daS manchmal geglaubt, aber ich begann daran zu zweifeln. Warum? Zunächst die Frag«: Worüber lachen die Menschen? Weil ihnen etwas lächerlich erscheint. Und warum erscheint ihnen etwas lächerlich? Weil sie einen Mangel daran ent» ■ ckt zu haben glauben. Also entspringt ihr Lochen nicht einer harmlosen Freude, sondern ■3 hat seinen Grund in einer Art Bosheit. Sie reuen sich ja des Mangels. Sie haben nicht ie Absicht, zu helfen, daß dieser Mangel betätigt wird, nein, eine Art Schadenfreude ist 'n ihnen, trenn sie lachen. Möglich, ja wahrschein- Itrti, daß sich in ihnen etwas wie Mitleid regen 'rill. Aber das schieben sie beifeite. Wenn ihnen in erirt.er Stund« das entgegentreten würde, worüber sie in luftiger lachen, würden sie vielleicht darüber weinen. Mindestens würden sie von Mitleid erfüllt sein, unö sie würden den Wunsch hegen, zu Helsen. Ein Komiker steht auf der Bühne, als Trottel verkleidet, und singt trottelhafte Couplets. Jeder weiß: Es ist nur Attrappe. Und doch gibt sich jeder der Täuschung hin. einen Trottel vor sich au sehen, einen von der Ratur stiefmütterlich behandelten Menschen. 3n lautes Gelächter brechen die Zuschauer aus. Ist es Bosheit? Ist «s Mitleid? Wohl beides, aber keines rein. Die Bosheit ist harmlos, und daS Mitleid bleibt im Hintergrund«. Wenn es anders wäre, wie kommt eS dann, daß nach solcher, von lautem Lachen erfüllten Stunde der krasse Umschlag kommt, in dem die meisten um so tiefer die Erd en not empfinden, ihre eigene und die der andern? In einer Gesellschaft geht es hoch her. Einer ist dabei, der Anekdoten und Witze erzählt. Harmlose und gepfefferte, wie eS eben die Laune eingibt. Lautes Gelächter belohnt fein Srzähler- tafertt. Aber in jeder dieser Anekdote erkennt man auch den tieferen Sinn, der sich nicht weg- leugnen läßt: Immer steht ein Mensch dahinter, über den man sich lustig macht wegen eines ReinsallS, den er erlebt hat, einer Dummheit. die er begangen hat. Und wieder ist es nicht die rein« Freude, die harmlose, sondern eS ist ein wenig Mitleid habet, das man nicht hochkommen lassen will. Es gäbe also gar kein glückliches Lachen? Ich habe wenigstens noch keinen gesehen, der lachend glücklich war. Vielleicht glaubte er, es zu fein. Aber er war es ebensowenig wie der andere, den bitterstes Leid niederdrückte, daß er g« keinen Anteil nahm am Geschick des andern. Doch ein glückliches Lächeln gibt es. Gs strömt mcht auS Mitleid und nicht aus Bosheit und Schadenfveude. Aus innerer Anteilnahme kommt es, die hilfsbereit ist. DaS Vorrecht der Güte ist das Lächeln 11 nh die Güte ist daS ' Besitztum dessen, der dieses Leben und seine Wirrungen und Irrungen verstehen und überwinden gelernt hat. Dem Lächeln kann ich vertrauen, auch wenn eS im Spott die Lippen kräuselt. Denn auch dann ist noch Anteilnahme habet. Llber dem Lachen vertraue ich nicht, d.-nn es ist ein Lügner. (38 will täuschen, ohne es recht zu wissen. Und wer möchte wohl einem Lügner vertrauen? 5—r. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Palast-Lichtspiele: „Der Meister der Welt"'. — Asto- ria-Lichtsptele: „Die Banditen von Sandy-Bar". ist auf 20.21 IHyr festgesetzt: Ankunft fn Gießen 21.01, in Friedberg 21.49. Jeder Teilnehmer erhält einen Sitzplatz. Zur Errichtung einer Fernsprechzelle im Bahnhof wird uns vom Verband reifender Kaufleute Deutschlands (Sektion Gießen- geschrieben: Schon länger als vor Jahresfrist wurde in einer unserer Versammlungen aus den Reihen unserer Mitglieder bemängelt. daß auf dem hiesigen Bahnhof keine geeignete Telephonzelle sei, in der Reisende un- delauschck Ferngespräche führen könnten. Sofort wurde von uns ein Antrag bei Post» und Bahnverwaltung eingebracht ühb uns in bejahendem Sinne geantwortet. Auch unsere Verwaltung in Leipzig ist auf unsere Anregung hin bei dep Rcichsbahngesellschaft dieserhalb, nicht nur wegen der Gießener Verhältnisse, vorstellig geworden. Auf Grund dieser Tatsache sind wir überzeugt, für unsere Sektton beanspruchen zu dürfen, der Urheber zu fein, daß die Fernsprechstelle jetzt vorhanden ift •* Derbandstag der Hessischen Polizeibeamten. Der Verband der Polizeibeamten Hessens c. D. hält am Sonntag, 11. September, in Butzbach seinen 5. ordentlichen Verbands» tag ab. Die Tagesordnung sieht u. a. einen Vortrag des Fachreferenten für Polizei beim Deutschen Beamtmbund, Hauptmanns a. D. S i e r i n g, über die neue Polizeigesetzgebung vor, der dadurch besondere Bedeutung gewinnt, daß das in Hessen zu schaffende neue Polizeibeamtengesetz bisher nur im Entwurf vorliegt und erst während der Herbst» tagung des Landtags verabschiedet wird. ** 2 5 jähriges Dienstjubiläum. Der» messungsinspektor Weith (Gießen) ist am 1. September 25 Jahre im Staatsdienst (Feldbereinigungsdienst) tätig. ** Zur Bullenoer st eigerung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für die Provinz Oberhessen in Ridda. am Montag, 5. September, sind nunmehr 38 Bullen des hessischen Fleckvieh sch lages (Simmentaler) gemeldet. Wie im Vorjahre wird der Schweinezuchtverein Lang-Göns mit vier Ebern des deutschen Edelschweins vertreten sein. Der Schweinezuchtverein Stangenrod und Züchter Stark (Wir- berg) bringen fünf Eber des veredelten Land- schweins zum Verkauf. Bei dieser großen Zahl der gemeldeten Tiere ist den Interessenten beste Gelegenheit geboten, reingezüchtete Faseltiere zu erwerben. " Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch l a ch t v ie h m a r k t^ 318 Ochsen, 104 Bullen, 633 Kühe, 406 Färsen, 518 Kälber, 88 Schaf«, 5524 Schwein«. Kunst und Wissenschaft. Verleihung des Frankfurter Goelhepreises an Stefan George. Am Sonntag fand in Frankfurt die Verleihung des Frankfurter Goethe- Preises an den Dichter Stefan George in einem Festakt in Goethes Geburtshause statt. Oberbürgermeister Dr. Landmann führte anläßlich dieser Feier in einer Ansprache aus, daß Frankfurt die Verpflichtung fühle, sich des Glückes, die Geburtsstätte Goethes zu fein, durch Taten würdig zu erweisen. Ein Symbol dafür, daß es hierzu gewillt fei, solle die Schaffung des Goethepreises fein. 3n einer Würdigung der Person Stefan Georges, die die Devleihungs- urkunde enthält, wird George gepriesen als Dichter, Lehrer und Leiter, sowie als Persönlichkeit, die die Goethesche Würde des Dichters tote kaum ein zweiter in unseren Tagen gehütet hat. — Der Preis besteht in einer Geldsumme von 10000 Mark. Dom hessischen Landeslheater. Das Hessische Landestheater in Darmstadt beginnt demnächst feine Spielzeit mit Händels „I u - lius Cäsar" in der Oper und mit Shakespeares Wintermärchen im Schauspiel. Es wird dies Färberei Gebr. Rover E Laden: Marktplatz 8. Telephon Nr. 1459. Annahmestelle in Lollar: Heinrich Zeug. die erste Aufführung efntr Oper Händels In Darm, ftabt sein. Die Aufnahme eines Schauspiels von Shakespeare zeigt, daß der neue Intendant (Ebert gewillt ist, auch das Üasstsche Drama mehr als bisher zu pflegen. Berliner Börse. Berlin, 29. Aug. (WTB. Funklpruch.) Die Tendenz des heutigen Frühverkehrs scheint wieder etwas freimblicher zu fein, roerm auch bis jetzt nennenswerte Umsätze noch nicht getätigt worden sind. Eine Anregung bieten die Kapitalserhöhungen bei Bemberg und Glanzstaff und die Dezugsrechte die ziemlich günstig gehallen werden. Man hört Farben mit ca. 301. Am Devisenmarkt hört man London gegen Mailand mit 90,10, Madrid 28,82. Brüssel 34,93, Paris 124,02 und Kabel 4,8620. Die Wetterlage. yv „ n fkx.Hz ©wolkenlos.® neuer. Q nziv oeoecKt. #woikio. SotatcKi .Reoefl # Schnee a irauoem ■ Neoci K n d. Liebtanraße, p. Tuche: 4-.^Zimmer'Wob' uung im ersten ober ^»weiten Stock. Schrillt. Angebote unter 06261 an den Gieß An», erbeten. Einkanlsgnelle Kaufhaus 8. Elsoffer Einkauisduelle Gteß. An». 7856V Ein Restposten Kasaks von 95 Pf. an Damenschttrzea, mo auf einmal ist das Licht ganz groß geworden. Don Reiseeiw- drücken ist keine Rede mehr. ilni> man verabredet ein Stelldichein. Weifte Rose im Äiwbf- ;ht das alte Herz des Professors loch Unb nun geht das alte Herz des Professor« wie ein Schiss, das am Sommerabend rudermüd« von verwehten, lustigen Wimpeln träumt. Er rasiert sich sorgfältig, überprüft seine ganze Gestalt: prüft hin und her, ob er noch eine kleine, verwegene Fahrt wagen soll. Ach Gott, er ist mit sich nur so halb zufrieden. Aber er zieht los 8um Stelldichein, die Rose noch vorsichtig in der Rocktasche verborgen. Und nun stellt er sich an einen Hauseingang wie ein Spion und wartet die bestimmte Zeit ah. Wartet herzklopfend ... Und auf einmal erblickt er sie: Jung. Blondweißes Mädchengeftcht. Schön wie ein praßer Sommermorgen. Die Rose an der Ä Iw UM anin bu?d geschehen ist, um so leichter ist es auch möglich bei einem Konjunkturrückgang ohne allzu große Verluste mit einem entschlossenen Ruck die Preise herabzusetzen und damit einem zu großen Rückgang des Absatzes cnkgegenzuarbeilen. Wenn auch der einzelne nicht imnter in der Lage ist, von sich aus die Preise in dem erforderlichen Maße herabzusetzen, io müssen in solchen Zeiten die verschiedenen Verbände in Handel und Industrie Hand in Hand in dieser Richtung arbeiten. An anderer Stelle habe ich an einer Reihe von Beispielen gezeigt, daß es unter solchen Umständen, bei einem zu geringen Absatz sogar durchaus rentabel sein kann, auch Aufträge mit hereinzunehmen, die noch unter den Selbkosten liegen"). Auch bei dieser Frage der Preispolitik während der Depression ist es deutlich, wie eng die Interessen von Unternehmer 'und Kaufmann, von Industrie und Handel, miteinander verbunden sind. Beide leiden in der gleichen Weise, wenn der Absatz zurückgeht, beide haben das gleiche Interesse daran, daß sich der Markt möglichst bald wieder belebt. Für einen durchgreifenden Erfolg in dieser Hinsicht ist es aber ungemein wichtig, daß dann Handel und Industrie Hand in Hand arbeiten. Rur wenn die Industrie selbst entschlossen mit ihren Preisen heruntergeht, kann der Handel folgen. Rur, wenn sich der Handel, ohne kleinlich und ängstlich zu sein, ebenfalls dazu entschließt, können von ihm aus wieder neue Aufträge an die Industrie gelangen, kann die Industrie, ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend, weiter beschäftigt werden. Je mehr Industrie und Handel in solchen Zeiten in der gleichen Richtung arbeiten, um so leichter läßt sich der gewünschte Erfolg herbeiführen. Wenn man sich diese Zusammenhänge vor Augen hält, dann kann man angesichts der Gefahren des Konjunkturrückganges ohne Uebertreibung von einer Schicksalsgemeinschaft von Handel und Industrie sprechen. ■m 2 8. Dar '• Menne B -• Aulinka 9. fjeri W, bt Winz 01. 2Q8en.! Ntflt, 3, haben, M , 10. 3i 1. Willi Schneid } Sbecha °ukresenk 4r dieses Retz ausgeworsen. schon zappelt ein Fisch bar in. Briefe fliegen hm und her. Heber Thüringen, Bayern, den Rheingau; sogar über Italien. Meist sind es Jünglinge; aber auch hin und wieder kommen Damenbriefe an. Manche Schreiben sind berichtend, neugierig fragend, wissens froh. Bei andern aber sitzt so etwas zwischen den Zeilen wie ein schönes, warmes Licht, das erst llein ist. bann größer und bunter Wird und von der Sehnsucht genährt wird: doch den geheimnisvollen Briesschreiber mal von Anunterricht auch heute ein vielseitiges und fruchtbringendes Element der Schulbildung fein. Die Höhe des Ziels sichert auch der Arbeit Beachtung. die von hessischen Schulmännern und Künstlern hier geleistet ist. Ob und in welchem Umfang sich die bisherigen Ergebnisse für Hessen verwerten lassen, steht noch dahin. Von Be» * ( Der 1 iteten in den" sprechen in astral Den, esl« L< IURSW . .-nang c ehr gu' DUle Zprüng« .Unne« iik Le' iglf f'c ,j;e. ini jiifl« $ cifhNf k'dcrhoa c. 3. bei«! im Damei JjmenjW Menschto unbnifltol dem mit 1 dach. vÄ eine aui (oabinieti leimen mi schwvnmei Hacken 6' Abvechfe! Die ge: 13u( 1. Karl 6 2. ferner 3,16,6, 3. ( Marburg, : 2. D( 100 Meter: 2, Hanna 1 2,18,4. 3. hei ohne Wint fenburg, 1 1,11,6. 4. 3u iprünge: 52,20 Pur liatum 8 5. he 100-Meter meisten Rennen brachten nicht die erwarteten scharfen Kämpfe Die erzielten Zeiten litten unt-r der ungewöhnllc^ starten Strömung und der nie drigen Wassertemperatur. Der Giehrner Tchwtmmveretn be- .egte fast sämtliche Wetttämpfe, in denen er ver> Irrten war, die ersten Plätze, auch in denjeuPen. in denen man ihm nur wenig Ehancen zugesprochen hatte. Allerdings soll dabei nicht unerwähnt bleiben, daß Moenus-Ofsenbach in der Herrenbruststaffel und vor allem in der Herrenlagenstaffel mit sehr schlechtem Ersatz aatrat. . Den schönsten Teil bildete das vorzüglich be- etzte 1. Seniorspringen, in dem erstklassige Leistungen gezeigt wurden. Herbert-Mainz 01 errang den verdienten Sieg vor dem ebenfalls ehr gut springenden Hagen- Frankfurter SB M ü l l e r - Siebener S. B. mihglückten zwei Sprünge vollkonnnen, so dah er ganz aus dem iennen fiel. 3m Seniorfreistilfchwimmen 200 m et Ihrig- Iungdeutschland, Darmstadt, eine ine Leistung. Don den Siebener Schwimmern igte sich vor allem Rau von seiner besten .i‘e, indem er das IugendfreistUschwimmen bei .i. fiter Konkurrenz gewann und auch die Jugend- cistilstaffel zum Siege führte. Mar Schüler iederholte im Iugendspringen seinen Sieg über i o h l h ö f e r - Wiesbaden. Für den Siebener 5. D. belegten ferner die ersten Plätze Frl. Brill im Damenbrustschwimmen, Frl. Schüler im Damenjugendbrust schwimmen und Schaum im Rückenschwimmen 3n der Herrenlagen- und Her- renbruststaffel siegt« der Gießener 6. D. vor dem mit Ersah antretenden Moenus-Offen- bach. während er sich im Wasserballspiel gegen eine aus Darmstadt, Wiesbaden und Marburg kombinierte Mannschaft mit 5:0 geschlagen bekennen muhte. Richt zu vergessen ist das Reigen- schwirnmen der Siebener Damen, das trotz der starken Strömung gut klappte und ehre angenehme Abwechselung bot. Die genauen Ergebnisse lauten: 1. Iugendrückenschwimmen 200 Meter: 1. Kart Schaum, Gießener S. B. 3,36,7 Min., 2. Werner R a s ch, B. f. B. 05 Kurhessen Marburg, 3,46,6, 3. Ernst Völker 23. f. B. 05 Kurhessen Marburg, 3,52,4. 2. Da menjunlor-Bru st schwimmen- 100 Meter: 1. Lotte Brill, Gießener S. V-, 1,54,2, 2. Hanna M a a r. D. f. B. 05 Kurhessen Marburg, 2,18,4. 3. Herrenfrei st il 100 Meter, für Vereine ohne Winterbad : 1. H. R e i n h a r d, S. B. Aschaffenburg, 1.15,3. 2. W. Rachtkamp. Marburg, 1,17,6. 4. Iugendspringen, 3 Pflicht., 2 Ursprünge: 1. Max Schüler, Gießener S. 52,20 Punkte, Platzziffer 6, 2. K o h l h ö f e p, Mat- iiakum Wiesbaden, 50,18 P., Platzziffer 9. 5. Herrenjunior • Bruststaffel, 3mal 100-Meter: 1. Gießener S. D. 4.54,2 (Schneider. Stütz, Zimmer), 2. Moenus Offenbach 4,59.2. 3. Wetzlarer S. V. 5,25. 6. Iugendjunior • Freistilstaffel. 3X100-Meter: 1. Gießener S. V. 3,57,2, 2. Moenus Offenbach 3,57.4, 3. Wiesbaden 1911 4,7. Das schönste Rennen des Tages. Bickel verlor als exster Mann etwa 11 Meter: diese holte Schaum auf und gab Rau noch einen kleinen Vorsprung mit, den dieser hielt. Die Durchsiünittszeit qon 1,19 ist eine für die schwere Bahn sehr ansprechende Leistung. 7. Herrenfrei st il, 200-Meter, für 1. Seni- o:en: 1. Ihrig, Iungdeutschland Darmstadt, 2,51,6, 2. Schellenberg, Wiesbaden 1911, 3,00,5. Ihrig 'ich>4 über die ganze Strecke und gewinnt in guter Zeit. 8. Damenjunior - Rücken, 100-Meter: 1. Aenne Brand st etter, Wetzlarer S. B., 1,55,5, 2. Iulinka Becker, S. V. Aschaffenburg. 1,56,8. 9. Herren springen für 1. Senioren, fünf Pflicht-, drei Kürsprünge: 1. Willi Herbert, Mainz 01. Platzziffer 6. 94,68 Punkte, 2. Harro Hagen, Srantfurter S. V., Platzziffer 12, 89,90 Punkte. 3. Adolf R o s g a r s k y . Mattiakum Wiesbaden. Platzziffer 14, 80,08 Punkte. 10. Iugendjuniorfreistil, 100 Meter: 1. Willi Rau, Siebener S. V. 1:16: 2. Karl Schneider, Iungdeatschland-D a rm stad t 1 ;16,2; 3. Eberhard Maus. Moenus-Ofsenbach 1:20,5: 4. Heinz Kramer, Wiesbaden 1911 1:21,5. Ein aufregendes Rennen vom Start bis ins Ziel. Rau revanchierte sich für seine Riederlage in Darmstadt. Die Zeiten der beiden ersten sind sehr gut. 11. Damenjugendbru st schwimmen, 100 Meter: 1. Emmi Schüler, Gießener S. D. 1:49.2: 2. Lenka Handrick, Gießener S. D 153,4; 3. Gerda Hublih, Gießener S. D. 1 ;54 (distanziert wegen falscher Wende). Die Der- treterinnen Offenbachs, Wetzlars und Marburgs kamen nicht zur Geltung. 12. Herrenjuniorlagenstaffel 3x100 Meter: 1. Gießener S. D. 4:43,6 (Zimmer, Stütz, Dr. Eck); 2. Moenus-Offenbach. Der Schwimm-Länderkampf Deutschland - Schweiz, der am Sonntag zum drittenmal (in Zruüch) zum Austrag kam. brachte den erwarteten überlegenen Sieg der deutschen Länder- Mannschaft. In den einzelnen Wettbewerben wurden Sieger: 4x50°Meter-Druststaffel Deutschland 2:31.2; 400-Meter-Freistiel: Rinders - Pacher SB. Karlsruhe 5:51; 100 Meter-Rückenschwimmen Schumburg, Hellas-Magdeburg 1:19.6; 200 Meter-Brustschwimmen Staudt- Mannheim 3:04.8; 100-Meter-Freistiel D e x- München 1:06,4; Kunstspringen: Riedel-Mün- J>en 160 86 P.; Platzziffer 7, 4x50-Me!er-Lagen- ' affet Deutschland 2:17.2; 50-Mrter°Streckew- suchen: Wercher-Deutschland 35 Sek • 4x50- Reter-Freistielstaffel Deutschland 1:59 4' Das änder-Wasserballspiel brachte ein unentschie- rnes Resultat 4:4. Neuer Weltrekord im Damen-Brustschwimmen. Bei den internaüonalen Schwimm wett kämpfen nm Samstag in Bergen stellte Frl. Esie Ja - c o b s e n (Dänemark) eine neue W e l t h ö ch ft - l e i st u n g im 100-Meter-Bruftschwimmen auf. Die Dänin durchschwamm die Strecke in 1:26,6 Minuten Die Derbandsspiele der Gruppe Hessen. In der Gruppe Hessen des Mainbezirkes gab es fast nur sehr knappe Resultate und teilweise Heberraschungen. Zu diesen gehört vor allem der Spiel- und Punktverlust der Wiesbadener Eportvereinself. die sich von der Wormser Wormatia 0:4 (!) schlagen lieh. Für den fett» | hangen Meisterschaftsfavortten ist dies eine s 'chwrre Embutze. Der zweit- Wormser Der- ein. die Alemannia, weilte m esvad-u un'v ließt« gegen Germania erwartet aber nur m t 2 1 Etwas deutlicher war der Sieg der Sportvereinigung Ar heilig en über die Bingener Halsia. Dagegen gewann Sportvercin 1905 Mainz wieder nur m t 1:0 gegen Darmstadt 1898. und R e u » I s e n o u r g brachte gegen die Sportgemeinde Höchst auch nur ein 2 :1 zustande. Fußball in Heuchelheim. ck. Zu dem ersten Berbandskpiel in der diesjährigen Derbandsierie trafen sich am Sonntag Heuchelheim und Weilburg auf dem Heuchelheimer Sportplatz. Das Spiel fand bei herrlichem Fuhballwetter statt und nahm unter der strengen Leitung des sehr guten Schiedsrichters Böger, Gießen, einen flotten und fairen Verlauf. Weilburg stellte eine junge eitrige Mannschaft, die einzelne gute Kräfte hat. besonders Tormann und linker Verteidiger, aber im Zusammenspiel nicht auf der Höhe war. Heuchelheim hat sich seit dem letzten Spiel wieder stark verbessert. In der ersten Halbzeit war die Mannschaft sehr eifrig, während sie in her zweiten Hälfte, als her Sieg sicher stand, merklich nachlieh. Besonders hervorzuheben sind der Halblinke, Mittel- und beide Außenläufer sowie her recht? Verteidiger. Das Resultat 5 :1 entspricht vc4Uommen dem Spielverlauf. Vorher spielte di» zweite Mannicha': gegen Steinbach und gewann 6:1. Oberhessen. Landkreis Gietze» CO Klein-Linden, 28. Aug. In der jüngsten Gemeinderatssitzuna stand als einziger Punkt die Prüfung und Genehmigung der Gemeinderechnung aus dem Rechnungsjahre 1 9 2 4 auf der Tagesordnung. Nachdem dieser Punkt schon in den beiden vorletzten Sitzungen vertagt worden war, wurde die Prüfung endlich zum Abschluß gebracht, und unter Vorbehalt der Revision der Oberrechnungskammer in Darmstadt durch den Gemeinderat die Genehmigung erteilt. Die Rechnung schließt in Emnahme mit 83 782,94 Mk und in Ausgabe mit 55 078,84 Mk., so daß ein Kassenbestand von 28 704,10 Mk. verbleibt. — Durch die hiesige Ortsgruppe des Jungdeutschen O r -- b en s wurde in den letzten Tagen eine Orts- iammlung für die von der furchtbaren Unwetterkatastrophe Geschädigten des Gottleuba- und Müglitztales in Sachsen vorgenommen. Rund 150 Mark waren das Ergebnis der Sammlung. X Klein-Linden, 29. Aug. Mit der schon seit tanger Zeit geplanten inneren Renovie rung unserer Kirche wird in dieser Woche begonnen. Infolgedessen muß der Gottesdienst während dieser Zeit anderweitig ab gehalten werden; bei gutem Wetter soll er tm früher Rinnschen Garten, andernfalls rm Saale der Kleinkinderschule stattfinden. — Bei der in den letzten Tagen abgehaltenen Versteigerung des Gemeinde-Früh- o b ft e 6 wurden mittlere Preise erzielt. ch Londorf, 28. Aug. Der Ländliche Rett- und Fahroerein Rabenau veranstaltet am Sonntag, 4. September, fein erstes Reiterturnier. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Die ausgeschriebenen Konkurrenzen sind sehr interessant. Don außerhalb werden die Reilervereine Grünberg, Lich und Büßfeld teilneh- men, so daß mit einer starken Beteiligung gerechnet werden kann. Am Abend des gleichen Tages ist ein Reiterabend beabsichtigt. # Aus der Rabenau, 28. Aug. Infolge der dauernden ungünstigen Witterung sind die Erntearbeiten sehr in R ü ck st a n d gekommen. Die feuchte Witterung hat Roggen und Weizen, sowie Hafer und Gerste sehr geschadet. Man kann mit einem Ernteausfall von 25 bis 30 Prozent rechnen. Bei den Hackfrüchten machen sich auch schon Schädigungen bemerkbar. T Hattenrod. 28. Aug. In hcn letzten Tagen löste sich beim Dreschen mit her Dreschmaschine her Riemen, her den Dreschwagen und hie Strohpresse miteinander verbindet. Das Riemenschloß flog dem 25jährigen Landwirt Heinrich Rink gegen das Imfe Dein, durchschlug den Schuh und beschädigte den Fuß. so daß her Verletzte nach Haufe gebracht werben mußte. Dr. Schaad (Lich) leistete die erste ärztliche Hilfe. Ter ebenfalls beim Dreschen beschäftigte Wilhelm Launsbach kam mit leichteren Prellungen davon. 5 Wirberg, 28. Aug. Das sechste Wir- berget Missionsfest fand am heutigen Sonntag statt. Rach dem niederdrückenden Wetter her vergangenen Woche brachte her Sonntag rechtes Festweiter, und unfer sehr geräumiges Gotteshaus konnte die große Zahl her Festgäste kaum fassen. Festprediger war Pfarrer und Missionar S chl a u d r a ff-Gießen. Er predigte über das Sonntagsevangeliwn vom Pharisäer und Zöllner. Die Begleitung her Gesänge hatte, wie jedes Jahr, her Posaunenchor Bersrod unter Leitung des Herrn Stroh übernommen. Rach her Feier fand eine Kaffeepause statt. Die Rachfeier fand im Sandgarten neben der Kirche, her Stelle, wo früher das Kloster stand, statt. Rach einer Begrüßung durch den Ortspfarrer sprach Missionar Schlaudraff über hie Gewißheit des Christenglaubens und die Ungewißheit des Heidentums an her Hand von Beispielen aus hem Leben der Reger her Golbküste. Die Kinder überreichten darauf die von ihnen gesammelte Missionsgabe. Mit einem Schluhgebet des Orts- geistlichen schloß die Rachfeier. An Kollekten und aus dem Schriftenverkauf sind etwa 100 Mark eingegangen. Bei der Feier wurde auch bekannt- gegeben, daß an einem Sonntage im September eine Wiedersehens! ei er her vor 36 Jahren im Kirchspiel auf dem Wirberg und Beitsberg Konfirmierten auf dem Wirberg stattfinden soll. Einer Einladung her Beteiligten folgend, wird Pfarrer A h l h e i m - Münster, der die Konfirmation vor 36 Jahren vornahm, die Fest- predigt in der Feier auf dem Wirberg halten. r Obbornhofen, 28. Aug. Die Bergwerks-Direktion Wölfersheim hatte durch das Kulturbauamt Gießen im vergangenen Rach- fommer im Quellgebiet des hiesigen Trunkbrun- nens, des sog. „Obborns", Bohrungen vornehmen lassen, die einen vollen Erfolg brachten. Rachdem man in 10 Meter Entfernung ein Bohrloch von 40 Meter Tiefe abgeteuft hatte, das große Wassermengen auswarf, ging man daran, den Obborn selbst anzubohren. Rach mühevoller, mehrwöchiger Arbett gelang es. den harten Basalt des Obborn-esfels anzuschlagen mit dem Ergebnis, daß gewaltige Wassermassen sprudelnd aus dem Bohrloch aus geworfen wurden, die sich nach vorgenommenen Meffungen auf 20 bis A Sekundenliter beliefen, fo daß her Brunnen mit den Rebenguellen täglich mehr als 2000 Kubi.mete'. Walser abgab. Plötzlich versiegten jedoch sämtliche Brunnen hes Dbbomhorfes, so daß eine Rotwasserleitung für den trodengelegten Oristeil angelegt werden mußte. Die nun einfetzenden Verhandlungen zwischen Gemeinde- und Staatsverwaltung bzw. Wöl» fersheim über den Berkaus des Wassers, das nach den Umbauarbeiten des Wölfersheimer Werkes dort benötigt wird, haben in diesen Tagen ihren Abschluß gefunden. Zwischen der »He frag", die mittlerweile an Stelle der Staatsverwaltung getreten ist und der Gemeinde Obbornhofen wurde unter Bennittlung des zu- gezogenen Sachverständigen. Regierungs-Baurat Steinbach vom Kulturbauamt Gießen, folgender Vertrag abgeschlossen: Der „He- frag" wird das Verkaufs recht her Obbornquellen auf 15 Jahre zum Preise von 40 000 Mark eingeräumt. Sie verpflichtet sich, sofort auf eigene Kosten den Ausbau des Brunnens vorzunehmen. Die Unterhaltung der Anlawe geht zu Lasten her „Heirag". Die Gemeinde Obbornhofen erhält täglich bis zu 130 Kubikmeter Wasser unentgeltlich geliefert, während sie nur die Selbstkosten her elektrischen Kraft für ihr eigene» Pumpwerk zu tragen hat. Bis zum getätigten Kauf leiht die „Hefrag" der Gemeinde 40 000 Mark zu 4 Prozent und weitere 20 000 Mark ebenfalls zu diesem Zinsfuß, jedoch unter der Bedingung, haf> sie innerhalb einer Frist von 8 Jahren ab- zurenten sind. Daraufhin beschloß der Geineinde- rat mit allen Stimmen bei Abwesenheit eines Mitgliedes, den Bau einer Wasserleitung unter gleichzeitiger Anlage einer Kanalisation für das ganze Dorf. Der Plan, nur den tiefergelegenen Ortsteil mit hohem Grundwasser- stand zu kanalisieren, wurde sallengelaffen. Das Kulkurbauamt Gießen hat hie beschleunigte Ausarbeitung der Pläne und des Voranschlags zugesagt. so daß die Arbriten Mitte Oktober beginnen können. Bon Seiten der Forstbehörde ist ein außerordentlicher Holzschlag für kommenden Winter genehmigt, wodurch die Gemeinde etwa 25 000 Mark zu vereinnahmen hoftt. S Grünberg, 28. Aug. Aus der jüngsten G e me i n d e r a t s s i tz u n g ist folgendes zu berichten: Die H e r ste 11 u n gs a r b e i t e n am ersten Pfarrhaus wurden wie folgt vergeben: die Dachdeckerarbeiten an Phil. Bender (Grünberg) für 240,30 Mk., die Weißbinderarbeiten an Ehriftian Gravelius (Grünberg) für 294 Mk. Die beiden waren die Wenigstfovdernden. Die Spenglerarbeiten wenden nicht vergeben, da die Angebote nicht ordnungsgemäß eingereicht waren. — Die Revisionsbemerkungen des ^reisamtes Gießen zum Voranschlag für das Rechnungsjahr 1 9 2 7 wurden mit besonderen Erläuterrm- gen des Stadtrechners zur Verlesung gebracht. Der Gemeinderat hieß diese gut und unterzeichnete sie. — Die Anschaffung eines elektrischen Kirchengeläutes wurde beschlossen. Die Geldbeschaffung soll gemeinsam mit dem Kirchenvdrstand und Finanzausschuß geregelt werden. Die Kosten betragen etwa 4700 Mark. Die übrigen Punkte der Tagesordnung wurden in nichtöffentlicher Sitzung behandelt. WSR. Bellersheim, 27. Aug. Der beim Pressebinder an einer Dreschmaschine beschäftigte 23 Jahre alte verheiratete Wilhelm Müller ist gestern abend gegen 7 Uhr tödlich verunglückt. Eine Bindenadel drang Müller durch das Auge in den Kopf und führte seinen sofortigen Tod herbei. Der Verunglückte hinterläßt Frau und ein Kind. Krris Aricdbcrg. 2$, Bah-Rauheim, 28. Aug. Wohl etwas zu früh für diesen sonnenarmen Sommer fand gestern die Versteigerung her reichen städtischen Frühbirnen-Ernte statt. Es handelte sich vorwiegend um die mittelfrühen Sorten „®el- kerts Butterbirne" und „Amanlis Butterbirne", während der Verkauf der ,Guten Luise" noch rächt erfolgte. Trotz starker Rachfrage kamen die Steigerer alle zu lehr preiswertem Obst, stand sich her Zentner doch kaum höher als zwei bis drei Mark am Baume. Auch beim Verkauf des Steinobstes am Johannisberg, wo die Stadt an der llimatisch äußerst günstigen Süd läge nach Aufgabe des Weinbaus vor einem Menschenalter mustergiltige Obstkulturen geschaffen hat, tourbm durchweg erträgliche Preise erzielt. Mirabellen kamen im Durchschnitt fünf bis zehn Pfennig das Pfund zu stehen. Reineclauden zwei bis fünf Pfennig. Ueberaud reich ist die Ap^elernte: auffallend. weil gegen die Regel, ist dir Tatsache, dah fast alle Bäume stark tragen, auch die. die im vergangenen Jahre sich durch reichen Behang auszeichneten. —. — Butzbach, 28. Aug. S-elegentlich der W ied e rh e r ste 11 u n g sa r b e i t en am Rathaus etttdeckte man unter dem Verputz der Borderseite ein herrliches Fachwerk mit künstlerisch wertvollen Ornamenten. Besonders schöne Stecharbeiten weist her Eckpfosten her Rctthausfasiade an her Korngasse auf, her u. a. die Aufschrift trägt „Anno 1560 machet Johann Rebel diesen Bau". Kreis Büdingen. T- Ridda, 28. August. Die diesjährige Herbsttagung bet D o r f ki r ch en verein i g u n g für das südliche Oberfjeffen findet am Mittwoch. 7. September, dahier statt. Pfarrer D. Hesselbacher (Baden! wird über .Die Seelsorge auf hem Dorfe" sprechen. )( O r t en berg . 28. Aug. Da der Kalte Markt in den letzten Jahren ständig eine be- hexrtenhe Erweiterung erfahren hat unh her Platz zum Austrieb her Pferde infolgedessen nicht ausreichte, hat der Oemeinherat beschlossen, einen Teil des um das Kriegerdenkmal herumliegen- ben Platzes ebenfalls zum Mustern bet Pferbe heranzuziehen. Um allen Schmutz möglichst zu befestigen, wird her ganze Platz zur Zett braU niert unb her vordere Teil des Marktplatzes vollständig gepflastert. Zum diesjährigen Kalten Markt wird eine Jubiläumsschrift erscheinen, in der der bekannte Geschichtsforscher hiesiger Gegend, Lehrer H e u s o h n aus Lor- bach, auf Grund eingehender Forschungen in den städtischen, staatlichen und fürstlichen Archiven die Geschichte OrterrbergS unb seines Kalten Marktes beschreiben wird. Das Buch wird mit mannigfachen Abbildungen unb Zeichnungen von Ingenieur I e ck e 1 geschmückt sein. —/— Aus bem Ribdertal. 28. Aug. Das schlechte Wetter der letzten Wochen hat die Ernte arbeiten sehr verzögert und einen Teil her Ernte überhaupt gefäh rdet. In ben klimatisch bevorzugten Gemeinden sind wohl Korn, Gerste unb ein Teil des Weizens eingefahren, dagegen steht noch ein großer Teil des Hafers auf dem Halm, oder liegt auf dem gelb, ist stellenweise schon ausgewachsen und dem völligen Verderb preisgegeben. Hinsichtlich des Verderbens gilt dasselbe von einem großen Teil der Steinobftsrnte. Durch den fortgesetzten Regen faulen die Früchte am Baum ober sind aus geplatzt und haben dadurch bedeutend an Wert verloren. Das Pfund Mirabellen wird allgemein mit 20 Pf. bezahlt. Birnen bringen im allgemeinen, trotzdem sie erst in vorigem Jahre gut getragen hatten, eine gute Ernte, dagegen sind hie Früchte gerade aus dem genannten Grund vielfach Nein geblieben. Sine Rekordernte bringen, wenigstens her Menge nach, allgemein die Aepfel, doch bleiben viele Früchte infolge der schlechten Witterung und des großen Behangs Hem. manche Sorten leiden durch die große Feuchtigkeit an Schorf und anderen Krankheiten. Auffallend gering ist die Menge der Falläpfel, für die bis jetzt 1,50 Mk. pro Zentner bezahtt wird. Doch sind die Preise bereits im Anziehen, ebenfalls dürften sich die Preise für Pflückobst im Herbst einigermaßen günstig gestalten. Sehr gelitten haben bis jetzt durch die Rässe die Kartoffeln. Bei hoffentlich bald eintretenber günstiger Witterung werden sich die Arbeiten des Landmannes jedenfalls sehr zusainmendrän» gen, so das) er sich schon jetzt voll Sorge fragt, wie und wann das alles noch geleistet werde-., kann. Kreis Schotten. L Bobenhausen H, 28. Aug, Die Firma Jacob-Anter-Seibertenrod, die, nachdem die Postverwaltung hen Betrieb auf der Autostrecke Feldtrücken—Mücke stillgelegt hatte, einen A u t o- omnibusverkehr von Bobenhausen nach Mücke eingerichtet hatte, hat vor kurzem einen neuen Aut oomnibus in Dienst gestellt, um ben gesteigerten Anforderungen gerecht zu werden. Die Autolinie erfreut sich seitens der Orte, die sie berührt, eines regen Zuspruches. Täglich finden in jeder Richtung zwei fahrplanmäßige Fahrten statt. Saneben werden auf Wunsch auch noch Sonderfahrten von und nach der Station zu mäßigen Preisen ausgesührt. Auch zu Gesellschaftsfahrten wird der neue bequeme Wagen häufig in Anspruch genommen. WSR. Herchenh ai n, 27. Aug Die abnorme Witterung der letzten Wochen hat in unserer höchstgelegensten Gemarkung des Vogels- berges besonders großen Schaden verursacht. Die F r u ch t e r n t e ist vollständig verloren. Die Felder sind zum Teil wie gewalzt, zum andern Teil wie zerzaust. Dc» sich im hohen Vogelsberg die Mißernten fast Jahr für Jahr wiederholen, gelangt man immer mehr zur Tieberzeugung, daß der obere Dogeisberg nur für Biehwirtschaft geeignet ist. Die Landwirte haben deshalb auch in den letzten Jahren damit begonnen, Ackerland in Weide-- flächen umzuwandeln. KrciS Alsfeld. I_ Ober-Ohmen, 28. Aug. Einige M ü l - l e r, die sich durch die Erbauung der R u p p e r t c n- röder Wasserleitung in ihrer Wasser- zufuhr geschädigt fühlten, hatten Schadenersatzansprüche an die Gemeinde Ruppertenrod gestellt. Rach Prüfung des Wasserstandes der Ohm durch einen Sachverständigen wurden die Schadenersatzansprüche abgewiesen, da sich ergeben hat, daß der Wasseroerlust noch keine 10 Proz. beträgt. Gerade in diesem Jahre werden die Müller wohl kaum über Wassermangel zu klagen haben. Der Müller Konrad Strikter läßt augenblicklich die Gräben, die seiner Mühle das Wasser von der Ohm aus Zufuhren, reinigen. Da die Mühle einige Jahre still stand, oerfumpsten die Gräben, was sehr nachteilige Folgen für die anliegenden Gärten, Wiesen und Aecker hatte, worüber von den Besitzern lebhafte Klagen geführt wurden. — Die hiesigen Schüler haben insgesamt 20 00 0 Kohlweißlinge gefangen. Die Zahl wäre bei dem Eifer, den die Kinder entwickelten, mindestens doppelt oder breifad) so hoch geworden, wenn die Witterung den Schmettersingen günstiger gewesen wäre. Der Erfolg ist deutlich spürbar, denn die Schädlinge treten bedeutend seltener auf. Eine besondere Geschicklichkeit bewies der 12jährige Schüler Friedrich P o b st, der 1200 Kohlweißlinge fing und ablieferte. Mehrere Schüler brachten es auf 8—900 Schmetterlinge. Der Eifer der Schüler, durch den sie der Landwirtschaft und dem Gartenbau einen wertvollen Dienst leisteten, verdient lobend erwähnt zu werden. — Der neugegründete Fußballverein will sich gemeinsam mit dem Turnverein an die Gemeinde wenden wegen Hergabe eines geeigneten Geländes für einen Sportplatz. Die Schule wird sich diesem Antrag anschließen. Die Gemeinde hatte bereits vor einigen Jahren zwei Geländestücke für derartige Zwecke reserviert, die aber beide wegen ihres starken Gefälles ungeeignet sind. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn seitens der Gemeinde Entgegenkommen gezeigt und ein geeignetes Stück Land zur Verfügung gestellt wurde. = Oder Ohmen, 28. Aug. Der Vorsitzende des hiesigen Dolksbildungsoereins, Otto Jäger, der auf einer vorjährigen Reise durch die Schweiz sich eifrig der @e ft eins» und Mineraliensammlung widmete, hat die Vereinssammlung um 22 Gesteine und Mineralien bereichert, nachdem die Stücke durch ein geologisches Institut einwandfrei bestimmt worden sind. Die Sammlung des Vereins hat hierdurch eine wertvolle und interessante Bereicherung erfahren. Preußen. Der Mädchenmord in Uebernthal WSN. Limburg, 27. Aug. Der 21sähriee 'Dlaurer Ernst Peter aus Uebernthal, der, wie bekannt, unter dem dringenden Verdacht, d'e Paula Pfeiffer ermordet zu haben, verhaftet worden ist, wurde noch Freitagnacht in das Limburger Landgerichtsgefängnis gebracht und heute morgen bem Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Dann Haufen, zu längerer Vernehmung oorgeführt. Peter leugnet einstweilen noch hartnäckig die Täterschaft und jede Beteiligung an der Tat ab, kann aber die gegen ihn vorliegenden schweren Verdachtsmomente nicht entfräften. Der Verdacht hatte " sich gleich zu Begmn auf ihn getarrft, weil Peter längere Zeit bis zuletzt zu dem Mädchen in intimen Beziehungen gestanden hatte, was er auch zugibt. Bekanntlich war die Pfeiffer zuletzt gesehen worden, als sie bei dem Krämer des Ortes Daren, u. a. Saiz, geholt hatte, mit denen, sie plötzlich verschwunden war. Rach der ersten Festnahme des Peter sand man an Rock und Hosen des Beschuldigten untvügsiche Satzspuren, die mit Wasser in Berührung gekommen waren. Die Erklärung, die der Verhaftete für das Dorhairdensein dieser Spuren abgab, erschienen schon von vornherein als unwahr. Inzwischen ist es gefangen, die Unwahrheit dieser Angaben des Peter — insbesondere and) durch das Ergebnis Dr. Poppes — emnxnfbfrei nochzuweften. Daraufhin erfolgt« gestern seine Verhaftung. Außer diesen Umständen liegen noch andere Verdachtsmomente vor, in welcher Richtung aber noch die Ermittelungen laufen. Im Heimatsorte des Peter hält man diesen übrigens allgemein für den Mörder. Der Untersuchungsrichter ist ebenfalls der Anficht, den Täter verhaftet zu haben. Kreis Wetzlar. J Groß-Rechtenbach, 28. Aug. In der Bürgermeistereiversammlung, über die im „Gieß. Anz." bereits berichtet wurde, erstattete Bürgermeister Schneider den Verwaltungsbericht für die Bürgermeisterei Rechtenbach für das Rechnungsjahr 1926, dem wir abschließend noch folgendes entnehmen: Gemeinde Ebersgöns: Der Ausbau der Haupt- dorsstrahe wurde begonnen. Außerdem wurden weitere Wegebauten innerhalb der Gemeiirde aus- geführt. Die Gesamtlosten beliefen sich auf rund 10 000 Mk. Der bisher an die Oberhessische Kalk- und Eteinindustrie G. m. b. H. zu Butzbach verpachtete Kalksteinbruch der Gemeinde wurde an die Firma Gläsner, Küchel & Co. zu Butzbach afterverpachtet. Der neue Friedhof wurde mit einer Hecke umpflanzt. Gemeinde Kleinrechtenbach: Der Bau eines neuen Schulhauses an der Prvvinzialstrahe Wetzlar—Butzbach wurde in Angriff genommen und soweit fertiggestellt. Die Baukosten belaufen sich voraussichtlich auf 36 000 Mk. Der Staat zahlt hierzu den üblichen Beitrag. Als erste und kleinste Gemeinde der Bürgermeisterei gründete die Gemeinde Kleinrechtenbach eine 28 Mitglieder zählende freiwillige Feuerwehr, erwarb eine Feuerspritze von der Stadt Wetzlar und baute ein neues Spritzenhaus. 3n Verbindung mit der wirtschaftlichen Umlegung der Grundstücke wurde der „Holzweg" ausgebaut und dafür im Rechnungsjahre 1926 ein Betrag von rund 6000 Mark aufgewandt, zu dem der Gemeinde Zuschüsse aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge gegeben wurden. Gemeinde G r o ß-R e ch t e n b a ch: Mit dem Staate wurden Verhandlungen ausgenommen, die den Dau einer Landjägerwvhnung zum Zwecke haben. Die Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daß die Gemeinde die Kosten des erworbenen Bauplatzes zur Hälfte trägt, den Bau für rund 15 000 Mark schlüsselfertig ausführt und ihn dem Staate gegen Erstattung dieser Aufwendungen übergibt. Für Wegebauten innerhalb der Gemeinde wurden rund 2000 Maick ausgegeben. Gemeinde Münchholzhausen: Es wurden verschiedene Wegebauten ausgeführt und die Kanalanlage für die Straße nach Dutenhofen vorbereitet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 8000 Mark; zu ihrer Aufbringung wurden der Gemeinde Zuschüsse aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bewilligt. Der in der Gemarkung gelegene Besitz des Fürsten Georg zu Solms-Braunfels in Größe von rund 135 Morgen wurde von der Gemeinde käuflich erworben. Etwa ein Viertel des Besitzes wurde in Cinzelparzellen an Einwohner der Gemeinde weiterverkauft, der Rest in kleineren Parzellen verpachtet. Die Beschaffung des Kaufgeldes bereitete der Gemeinde große Schwierigkeiten. Einen namhaften Betrag des Geldes gab die Landesbank der Rheinprovinz als kurzfristiges Wechseldarlehn. Verschiedenen Gemeindeeingesessenen wurden, um ihnen das Bauen eigner Wohnhäuser zu ermöglichen. Bauplätze verkauft. Gemeinde Reiskirchen: Das Pfarrhaus wurde einer Instandsetzung unterzogen. Ferner wurden Wegebauarbeiten unter Aufwendung von rund 4000 Mark Kosten ausgeführt, zu denen der Gemeinde Zuschüsse aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bewilligt wurden; Gemeinde Vollnkirchen: Der Verbindungsweg nach Volpertshausen wurde ausgebaut, außerdem wurden einige Feldwege instand gesetzt. Die hierfür aufgewandten Kosten belaufen sich auf insgesamt rund 17 000 Mark. Der Ausbau des Verbindungsweges nach Volpertshausen war von der Regierung als Rotstandsarbeit anerkannt; zu seiner Ausführung wurden der Gemeinde Zuschüsse sowie ein Darlehn aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bewilligt. Gemeinde Volpertshausen: Für Wegebauten wurden insgesamt rund 3000 Mark ausgegeben. Ein Teil des Walddistrikies „Aspen" wurde mit Genchnrigung der Forstbehörde abgeholzt und in Feld umgewandelt. Der bisherige Gesamtschulverband Volpertshausen-Weidenhausen wurde aufgelöst. Volpertshausen zahlte an die Gemeinde Weidenhausen eine einmalige Abfindung für das Miteigentum an dem Schulhause. Gemeinde Weidenhausen: Rach Auflösung des Gesamtschulverbandes Volpertshausen-Weidenhausen wurde hier eine eigene Schule eingerichtet. Der Schulunterricht wird zunächst in einem Mietraume erteilt. In absehbarer Zeit gedenkt die Gemeinde an den Dau eines eignen Schulhauses heranzugehen. — Die Zusammenlegungsverfahren in Vollnkirchen und Hochelheim wurden beendet, in Dornholzhausen. Klein-Rechtenbach und Dolperts- hausen-Weidenhausen sind sie noch im Gange. Die Gemeinde Reiskirchen hat ebenfalls die wirtschaftliche Umlegung ihrer Grundstücke beantragt. Kreis Kirchhain. WSR. Amöneburg, 27. Aug. Regierungspräsident Friedensburght die vielen Wanderern gut bekannte Bergfeste Amöneburg teilweise unter Raturschutz gestellt, u. a. das Felsmassiv auf der Rordseite mit den drei steilen malerischen Klippen, die Wenigenburg, die südlich von Amöneburg befindliche Lindengruppe mit Bildstock, ferner den Kellerschalk und den Rabenkopf mit Umgebung. Der Llbbau von Gestein, Beschädigungen oder Entfernungen von Sträuchern und Pflanzen, ebenso dasEinfangen von freilebenden Tieren ist in dem neuen Raturschutzgebiet streng verboten. Kreis Limburg. WSR. Diez, 28. Aug. Gestern nachmittag kam ein Paddelboot die Lahn heruntergefahren, das in eine starke Strömung geriet, die durch die Verengung des Flußbettes infolge der erst halbfertigen Lahnkanalisationsarbeiten hervorgerufen wurde. Das Doot wurde gegen einen Kahn getrieben rmd umgeworscn, wobei die Insassen ins Wasser geschleudert wurden. Sie konnten sich jedoch trotz der Strömung retten. Aehnliche Doots- unfälle sind auch bereits an der Rassauer Bau- stufe vorgekommen. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 28. Aug. Der Konzertmeister Alfred Heß wurde gestern, Sam- tag, vormittag in seiner Wohnung in der Feld- bergstrahe bewußtlos in seinem Dette aufgefun- den. Die herbeigerufene Rettungswache verbrachte ihn ins Krankenhaus, doch ist er kurz daraus verstorben. Die Untersuchung hat ergeben, daß es sich um eine Gasvergiftung, hervorgerufen durch einen Unglücks- f a l l, handelt. Heß, der ein Alter von 60 Jahren erreicht hat, wirkte 34 Jahre lang am Höchsten Konservatorium. Das Frankfurter Musikleben erleidet durch seinen Heimgang einen empfindlichen Verlust. Kreis Fulda. * Dad Salzschlirf, 28. Aug. Salzschlirf konnte in diesem Jahre bereits zwei Jubilars ehren, die seit 2 5 Jahren ununterbrochen; Salzschlirf treu geblieben sind und während dieser 25 Jahre weder ein Jahr ausgesetzt haben, noch ein anderes Dad auf sucht en. Daß aber ein Kurgast seit 40 Jahren ununterbrochen nach Salzschlirf zurückkehrt, weil er dort Heilung gefunden und die alte Anhänglichkeit an den Dpnifazius- brunnen bewahrt hat, ist seither einzig dastehend. Es handelt sich in diesem Falle um den Kaufmann Heinrich Preuher aus Haspe, der seit 40 Jahren Salzschlirf besucht und sich trotz seines hohen Alters seine jugendliche Frische bewahrt hat. Dem Jubilar wurde von der Kur- divektion durch eine Ansprache des Kurinrektors unter Überreichung eines silbernen Bechers mit Inschrift die verdiente Ehrung zuteil. Kreis Hersfeld. WSN. H e r s f e l d, 27. Aug. In mehreren Gemeinden des Kreises Hersfelü sind Fälle von spinaler Kinderlähmung vorgekommen, in einer Gemeinde auch Ruhr. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. KäiserHatrbh Ist verfeinert, besonders milde im Geschmack und sehr bekömmlich. Bestes Magensalz gegen Sodbrennen, Magensäure etc.. 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Die kcchlen, grauen Ku- lissenoerge ^>er Küste gewinnen erst, als das unbeschreiblrche und doch so blendende Licht des Orients die zauberhaften Farben des Morgens über sie ergießt. Grün leuchtet das Gelände der Felder und Wiesen der schmalen Küstenebenc auf, und in rötlichen, braunen Farben die felsigten Hänge der Berge. Echt orientalisches Leben herrscht auf dem Bahnhof, wenn der einzige Zug des Tages zur Abfahrt rüstet. Die ganze Bevölkerung scheint ihm das Geleite geben zu wollen, mit unermüdlichem Eifer und erheblichem Stimmenaufwand wird von den Verkäufern alles nur ncöglichr an- gepriesen. Unzählige Male wird der Zug erst hin und hergeschobeii, schon ist die Abfahrtszeit um eine Stunde überschritten, dann mehrfaches Läuten der Bahnhossglocke, Pfeifen der Lokomo- tive, nochmals pfeift der Zugführer, die Schaffner rufen „Tammcun — fertig“ nochmals läutet die Glocke, und wir fahren ab. Ganz im Gegensatz zum recht sauberen türkischen Schiff strotzen die Wagen der französischen Eisenbahnlinie von Unsauberkeit. Die 22>teile sind überfüllt, Landbevölkerung mit roten Leibbinden und weiten Hosen, Kaufleute, die nach Smyrna fahren wollen, und viele Soldaten. Die überaus fruchbare Landschaft gleitet langsam an uns vorüber, fette Wiesen, kornbeladene Felder, wohlgepflegte Tabakpflanzungen, Aebengelände und in den Tälern Olivenhaine mit silbrigem Laub, aber auch recht viel unbebautes Oedland. Und dazwischen eine Blumenpracht, wie sie nur der Frühling des Orients hervorzrlzaubern vermag, bevor die grausame Dürre des Sommers das große Sterben bringt. Frauen in weiten Pluderhosen arbeiten auf den Feldern, nur wenige arbeitende Männer sind zu sehen, die dafür um so mehr auf den Haltestellen den Zug „abnehmen". Bei der Ankunft in Soma empfängt uns das übliche Geschrei. Dach langem Handeln haben wir schließlich unseren Fordwagen gefunden, ein zerbrechliches, altes Gefährt, das hoffentlich noch die 50 Kilometer lange Landfahrt bis zum Ziele aushalten wird. Die Tüchtigkeit türkischer Chauffeure zeigt sich im rücksichtslosen: Drauflosfahren. Nachdem wir einige Kaffeehaustische überfahren und samt dem Geschirr bezahlt haben, geht eS auf der holprigen Straße weiter, um das Versäumte nachzuholen. Ein Nennen über abkürzende Seitenwege mit Löchern, in denen em Kleinauto „volle Deckung" nehmen könnte, über ächzende Planken krachender Holzbrücken und durch enge Dorfstraßen. Kamellarowanen werden mit großem Geschrei Überholt. Mit hochmütiger Blasiertheit schauen die Tiere hinter uns her, mächtig mit Heu bepackt, folgen sie im langsamen, bedächtigen Schritt dem Leitesel. Auch hier lassen fid) die Kamele nur von einem Esel führen! Bei einer Biegung des Weges taucht plötzlich aus fernem Dunst die feingezeichnete Silhouette des alten Pergamons auf, die weitvorgescho- bene scharfgeschnittene Nase des Burgberges mit ihrem zarten Filigran alten Nuinengewirrs beherrscht das Bild. Zu Füßen im Schuhe des Tales breitet sich die Türkenstadt aus, deren weißgetünchte Häuser aus dunklem Grün herübergrüßen. Lieber eine hochgewölbte, alte Etein- brücke aus der Römerzeit rattert unser Wagen. Doch ein Blick zum ausragenden gewaltigen Massiv des Burgberges, und das Leben der engen Straßen der türkischen Stadt umfängt uns. Am frühen Morgen gilt unser erster Besuch der alten Stadt, die sich an den stellen Hängen des ZLUeläA M sieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Es klopfte leise ... Er zuckte zusammen und trat von dem Spiegel zurück. „Herein . . ." Ein alter grauhaariger, kleiner Herr, ein Mitglied des Orchesters, seine Geige unterm Ann, betrat das Zimmer. "Ach Sie, Schmidt? Nun, was haben Sie denn?" „Ich muß mich leider krank melden, Herr Doktor . . ." „Wie? Was ist denn los?" -Die alte Geschichte, mein Asthma ... ich hatte gestern wieber einen böfen Anfall, ich fürchte, daß es mir nicht möglich ist, morgen abend mitzuspielen. Das Herz will nicht mehr recht." „Das ist mir aber sehr fatal. Die zweiten Geigen fmd ohnehin schwach. Und gerade morgen abend. Ach was, versuchen Sie's noch einmal ... cs wird schon gehen. Mit dem Herzen hat fast jeder Musiker zu tun ... Sie Musik verbraucht rasch . . ." Der alte Mann lächelte müde. „Ja, Herr Doktor ... Eie sind noch jung aber ich hab' die Siebzig hinter mir . . . ich hab' voriges Jahr mein Jubiläum gefeiert. . »Jo, ich weiß." Dr. Manfred legte dem Sitten die Hand auf die Schulter. „Zehn Jahre haben wir jufammengearbeitet. Sie sind der Aelteste in meinem Orchester . . . Wein, wirklich, ich kann Sie schlecht entbehren, versuchen Sie's heut' noch einmal, mir zuliebe. Es wird schon gehen. Es muß' Es bleibt dabei, Sie kommen morgen abend. Und jetzt spielen Sie mit .. Der alte Mann stand unentschlossen, als ob er noch etwas sagen wollte. Aber die Wanduhr schlug vier, das Signal zum Anfang der Hauptprobe erscholl, Manfred blätterte in seinen Partituren. So folgte er denn seinem Herrn in den Saal. Das philharmonische Orchester war bereits auf dem Podium versammelt. Das Stimmen der In- ftrumente, ein Summen von Geigen und schwirren- den Tönen empfing sie. ) Pergamon. -en Korrespondenten. Burgberges hinzieht. Durch das ausgebrannte Griechenviertel gelangen wir zum unteren Markt, dessen weites Geviert mit Traa-htplattcn säubcr- lich ausgelegt ist. Doch sind die Stümpfe von etwa 75 dorischen Säulen, die ihn umstanden, zu erkennen, dazwischen Trümmergewirr zerbrochener Säulentrommeln und kunstvoller Kapitäie. Steil windet sich der alte Fahrweg den Berg hinan, die Wagenrimum sind in das noch gut erhaltene, jahrtausende alte Pflaster tief einge- schnitten. Eine lange Trümmerreihe antiker Kaufläden und Werkstätten säumt den Burgweg. und am Dergeshang darüber liegen die Mauerreste des Palastes des römischen Konsuls Attalos, von dessen Prunk-Reste alter Wandmalereien und herrlicher Wosaikböden zeugen, an sie lehnen sich andere antite Wohnhäuser minderer Prachtentfaltung an. Erst die mittlere Burgterasse gibt uns den ersten gewaltigen (Sinbrud von den Rießenausmaßen dieser alten Stadt. In drei gigantischen Stufen liegen hier die Terassen der alten Gymnasien übereinander, die in einer Länge von 150 Meter in ihren drei Abteilungen für Knaben, Epheben und Jünglinge in der griechischen Königszeit angelegt wurden. Der Eindruck des unteren Gymnasiums ist unangenehm gestört durch die byzantinischen Stadtmauern, deren plumpe, rote Backsteintürme sich nur roh in das Gesamtbild fügen. Gut erhaltene, prachtvolle Treppenaufgänge, die zum Teil von keilförmigen Quadersteinen noch kunstvoll überwölbt find, führen zur mittleren und dann zur oberen Terasse, einer weiten, ehemals fäulenumstandenen Halle hinauf. Ein gewaltiges, durch ernste Forscherarbeit aufgedecktes und wohlgeordnetes Trümmergewirr tut sich hier auf. Zerbrochene Schäfte find wieder aufgerichtet, die Säulcv.basen deuten den Grundriß der alten Heiligtümer an, deren Höfe von farbigen Marmorplatten und buntem Mosaik kunstvoll ausgelegt sind. Dazwischen liegen sauber gehauene, aus ihrem Zusammenhang gerissene Blöcke im wilden Durcheinander, herrliche, fast unversehrt gebliebene Säulenkapitäle, zerbrochene Säulentrommeln jeder (olilart, Metopenstücke, marmorne Ruhebänke, Postamente mit Dlumen- ornainenten, Altarreste mit Widderköpsen gegiert, Splitter herrlicher Plastiken und zerbrochener Jnschriftentafeln. Als sei erst gestern ein Wirbelwind darüber hinweggegangen und habe alle Herrlichkeit durcheinander geworfen. Wir staunen über die herrlichen BadeaÄagen mit ihrem Reh von unterirdischen Wasserleitungen, deren (Stein# wannen mit zierlichen Ornamenten reich geschmückt sind. Heber wohlangelegte Straßen gelangen wir zum kleineren Lbnphitheater, dem Versammlungsort des hohen Rates und dahinter zu den säulenreichen Tempelresten der Heiligtümer der Hera, des Asklepios, der Demeter unö Kore. Gras wuchert zwischen den Spalten des alten Bodenbelags, und Frühlingsblumen weben einen herrlichen Teppich auf den weiten Tempel- Platzen, Maßliebchen und Löwenzahn, Mohn und violette Distelblüten, grellrotes Lüwcnmaul und gelber Ginster wuchern in üppiger Fülle über alten niedergestürzten Kapitalen, und im Halbschatten alten Gemäuers glüht die gelbe Königskerze und blaßroter Fingerhut. Eiächsen rascheln durch das Gemäuer oder liegen träge auf sonnendurchwärm tem Marmorgestein, bunte Schmetterlinge gaukeln lautlos dahin, und das leise Summen der Bienen und Hummeln liegt wie ein Traum über den alten Ruinen. Das Vielerlei des herrlichen Trümmergewirrs stimmt uns tief- traurig und läßt den Wunsck in uns schmerzhaft aussteigen, den weiten Bezirk, wenn auch nur für einen Augenblick, in ganzer Pracht vor unferm Auge erstehen zu sehen. Doch wir sind erst am mittleren Burgberge? Durch einen halb verfallenen Torbogen führt uns der steil gewundene Pfad hinauf. An senk- recht abfallenden Felsen geht es vorbei, auf die man kaum schauen kann, so grell wirft das Gestein die Strahlen der Mittagssonne zurück. Der Die Generalprobe zu den Philharmonischen Konzerten unter Manfred waren immer ausoerkaust. Auch heute. Russischer Abend. Man erwartete Erstausführungen. Poeme de 1‘Extase von Alexander Slrajabin ... ein Tschajkowskysches .Konzert für Violine und Orchester und die große vierte Sinfonie von Tschaikowsky. Diese Werke waren hier noch nicht aufgeführt, und der Konzectsaal war im Parkett und an den Seiten und im ersten Rang bis zu den letzten Plätzen gefüllt. Im Vorübergehen begrüßte Manfted den Vio- linfpicler, einen Konzertmeister aus Frankfurt am Main, der die Solopartie in dem zweiten Konzert hatte, dann bestieg er das Podium. Stürmisches Händeklatschen empfing ihn, wie immer. Er verneigte sich leicht und warf einen flüchtigen Blick in die Roten, die er zurechtlegte. Manfred pflegte vorwiegend deutsche Musik. Obwohl Slawe von Geburt, hatte er sich vor zehn Jahren diesen Platz errungen, seine Liederkompositionen hatten sich die Welt erobert ... Seit eini- gssN Jahren war das Programm seiner Konzerte stark mit russischen Werken besetzt . . . Man sagte, daß die Musiter unter [einem Taktstock zu Russen würden, sobald er „Russisches" vor sich hätte. Er wollte eben ausklopfen, als er plötzlich einen hellgrünen Fleck bemerkte, der sich eilig burch die Stuhlreihen oorwärtsschob. Es war ein kleiner grünliurierter Listboy mit einem Brief. Der Junge drängte sich bis an das Podium, reichte den Brief einem Geiger und dieser gab ihn an Manfred weiter. Der Junge war fast im selben Augenblick durch eine Seitentür verschwunden. Manfred betrachtete den Bries und stutzte ... Die Adresse war mit Maschinenschrift geschrieben, „Eilt" stand in großen Buchstaben links in der Ecke. Er öffnete ihn und überflog ihn. Es waren nur ein paar Worte. „Kommen Sie sofort nach Hause, wenn Sie ein Unglück verhüten wollen." Der Brief hatte weder eine Anrede noch Unterschrift . . . Die Maschinenschrift verbarg den Schreiber .. . Was sollte das sein? Er dachte sofort an seine Frau . . . Melitta war krank? Unmöglich . . . dann hätte sie ihn anrufen lassen... Sie hatten heute zusammen zu Mittag gegessen wie immer, dann hatte er sich etwas hingelegt, weil er sich ab- gespannt suhlte und sie kam, beugte sich über ihn und strich ihm über das Haar . . . „Geh doch endlich zu einem Arzt", bat sie: Und er hatte es ihr versprochen. „Ich werde wahrscheinlich nicht zum honigsüße Duft des Ginsters betäubt unsere Sinne, und an einem alten Quaderbogen, der jäh am Hang sich auf türmt, zögert unser Schritt, unsicher, wohin er sich wenden soll, soviel Herrlichkeit tut sich auf. Soll man sich rückwärts wenden? Da liegt der mittlere Burgberg zu unseren Füßen und ganz unten in der Tiefe die Türkenstadt mit ihren braunen Dächern, ihren dunklen Zyprefsen. in deren Schatten die Kuppeln her alten Moscheen schlummern, und dahinter das gewundene grüne Kaikostal, und ganz weit, weit in dcr Ferne, wie ein blaues Wunder, das blaue Meer, llnd vor uns breitet sich der ganze gewaltige Bezirk der oberen Burgstadt. Zwischen Trümmerblöcken aus verschiedenen Kulturepochen, Dorngestrüpp und Ginstergewirr gelangen wir zum oberen Markt. Rur wenige Schritte weiter zieht sich in 250 Meter Länge die obere Theaterierrasfe hin. An sie lehn' sich der Altar des Zeus an. dessen herrliche Skulpturen heute den Stolz dcr Berliner Museen bilden. Durch das alte, von zwei mächtigen Türmen bewehrte Burgtor gelangen wir in die eigentliche königliche Residenz der Attaliden. Eine Tnimmer- stadt von gigantischem Ausmaß mit Ruinen von alten Tempeln, Prachlattären, Palästen und Wirtschaftsgebäuden, die größtenteils v.n'erSchutt und wilder Vegetation begraben liegen und weniger erforscht sind. Rur da und dort ragt ein weißer Säulenrest oder vcrsallener Torbogen aus dem dichten Dorncngestrüpp leuchtender Heckenrosen oder blühenden Ginsters hervor. Hier auf dem Burgberge find in diesem Jähre di» durch den Krieg unterbrochenen deutschen Ausgrabungen durch Geheimrat W i c - g a n d wieder aufgenommen worden. Die Erschließung Pergamons, des Zentrums der spätgriechischen Kunst, ist ein Ruhnicsblatt in der Geschichte entsagungsvoller deutscher Ge- lehrtrnarbvit. Dor einem halben Jahrhundert wurden durch H u m a n n die ersten Spatenstiche getan, durch Konze und D ö r p s c l d wurden mit rühmlichem Erfolge die weiteren Grabungen geleitet, die zur Retonstruktion des gesamten alten Burgbezirles führten und wichtige Aufklärung der Landschaft um Pergamon ergaben. Heute richtet sich das Hauptaugenmerk der Ausgrabungen auf die oberste Terrasse der Hochburg, ixe bisher als Garte:', der Königin bezeichnet wurde. Es gelang hier, die Grundmauern von drei alten Bartten sestzulegen. die sich als Kriegsarfenale der Atkaliden erwiesen und wichtige Ausschlüsse über die antike Kriegskunst ergeben toerben. Gerade sind die Arbeiter bei unserm Besuchs dabei, eine Unmenge sauber geschlissener Steinkugeln, die von großen Kalibern alter Wurfmaschinen zeugen, zu bergen. Hier auf der Terrasse des „Gartens der Königin" ist der höchste Punkt des Burgberges erreicht (350 Meter). Zu beiden Seiten stürzen wuchtige Stützmauern, die auf steile Felsen aufgesetzt sind, jäh zur Tiefe. Breitschwingige Turmfalken schweben über dem Abgrund. Der trunlene Blick schweift über weite Täler, umrahmt von blauen, waldreichen Bergen. Rach Süden tut sich die wette, fruchtbare Ebene auf mit ihren grünen Selbem, ihren Weingärten, Maulbeerkulturen und Olivenhaine». Dorn blauen Meere her weht uns kühl der Hauch des Abends entgegen, und die Silhouette der bergigen Insel Mhihilene hebt sich purpurn vom Lichte der Abendsonne ab. Hier verspürt man noch einen Abglanz vom letzten Höhepuntte des abblassenden Griechentums, des Königsgefchlcchtes der Attaliden, der letzten großen Griechen. Aus der Seele dieser Landschaft mit ihrem Uebermaße an allem Gewaltigen mußte daö künstlerische Schaffen geboren werden, ja gerade erzwungen werden. Eine heroische Landschaft, in ihrem überwältigenden Eindruck nur mit der Akropolis zu vergleichen. Hier raffte der Herrscherwille der Attaliden noch einmal zusammen, was die Seele der griechischen Kunst zu schaffen vermochte und ließ dies herrliche Meisterwerk in feinen unzähligen Einzelheiten wie aus einem Gufsc erschaffen vor uns erstehen, als den letzten Gipfelpunkt griechischer Kunst kurz vor der hereinbrechenben ®ämmcrung tobbringenber Verflachung. Tee heimkommen," sagte sie, „sondern zu Ethel gehen. Ich habe in der Stadt zu tun." Sie war schon angeileibet und trug eine srische Nelke am Pelz. „Also, bis heule abend", damit war sie gegangen. Und nichts Besonderes, weder im Ton noch in ihren Morten, wie alle Tage war sie ihm anmutig, liebenswürdig und schon erschienen. Weshalb glaubte er, daß der Brief mit Melitta zufammenhing?-- Die Musiker, die ihn beobachtelelen, sahen, wie er die Farbe veränderte. Er hatte fahl ausgesehen vorhin, jetzt stieg es ihm heiß und rot in die Stirn, er griff [ich mechanisch an den Hals, während der Brief in seinen Händen zitterte. . . Es mußte etwas Besonderes fein mit diesem Brief. Das sahen sie alle. . . . Er drehte sich nach dem Voten um. Aber der war verschwunden. Ach, weshalb beunruhige ich mich!? Ein anonymer Brief . . . von einem freundlichen Kollegen . . . einem abgewiesenen Künstler vielleicht, der sich rächen will . . . eine Eifersüchtelei . . . wer weiß? Ins Feuer damit! — Er sah alle Blicke auf sich gerichtet, die Musiker warteten, ihre 9rJtrumentc in dcr Hand, auf sein Zeichen zum Beginn ... die Harfen glänzten . . . der ganze Saal verharrte in atemloser Spannung. Er schob den Bries in die Tasche, nickte einzelnen Spielern zu, hob den Taktstock, während er die Blicke der Orchestermitglieder sammelte, dann senkte er ihn und das Orchester setzte ein. Poeme de l’Extase... Zarte Geigentöne nahmen die Melodie auf . . . mild und süß. Trompeten klangen darein. Es war wie ein von Menfchen- ftimmen gesungenes Lied, das unter Manfreds Taktstock warm und schwermütig dahinströmte. _ Die „Exlase" durchzitterte den goldgleißenden Saal, in dem kein Atemzug zu Horen war, kein anderer Laut als diese wunderbare Musik . . . Diese in sanfter Luft hinsterbenden Töne, die sich zu einem sinnverwirrenden Lied vereinigten, zogen über die Erde dahin, Flügel rauschten, die Himmel schienen sich zu öffnen und der Glanz ewigen Lichtes strahlte herab. . . Extase . . . Es war ein großes, fein eingespieltes Orchester, meist aus älteren Musikern zusammengesetzt, Manfred hätte heute vielleicht nicht auf dem Podium zu stehen brauchen, sie hätten alles genau fo gespielt. Wirtschaft. Lachlieferuncxen und Dawesplan Dor kurzem ist in Brüssel ein Abkommen zwi- schen bet belgischen Regierung und dem deutschen Koyisnjhndikat unterzeichnet, wonach Belgien wieber regelmäßig gewisse Mengen ReparationS- tohlen beziehen wirb. Dieser Bezug war zeitweilig ganz ober fast ganz unterblieben, weil der bekannte Ausschlag her Bestimmungen des Der- sailler Dertrages über den Kohlenpreis seit Ve- endigung der en Inflation sich zuungunsten ber Reparativ, c h!en empfangenden Länder auswirkt, nachdc.,-. er vorder Umgekehrt zu ihren Gunsten fimftioniert hatte. Belgien übernimmt alfo auch mit dem neuen Abkommen gewisse materielle Opscr, wenn ber Weltmarktpreis zeitweilig ober bauernd unter dem Preise für CRe* Parationslvhlen liegt. Trotzdem wirb man das Abkommen, durch bas eine verstärkte Kohlenauskuhr aus Deutschland herbeigeführt werben sott nicht unbedingt als den deutschen Interessen föröerltd) ansehen können. Tenn es ist bis zu »inem gewissen Grade itiS symptomatisch für die Entwicklung des Sach- lieserungsgebonkens in einer ganz bestimmten Richtung anzufchen. Belgien hat auch bisher schon beträchtliche Mengen von Ruhrkohle bezogen. unö es braucht diese auch weiterhin für feine 3r.öuftre: nur ist bisher die Lieferung im Wege des freien Verkehrs erfolgt, hat alfo eine unmittelbare Zahlung des Empfängers an die Lieferanten, alfo in ber Regel das Kohlen- fhndikat, und damit fremde Devisen erbracht. Wit dem Inkrafttreten des neuen Abkommens werden diese freien Lieferungen in Reparationslieferungen umgctoanbelt. woraus sich vielleicht eine etwas stärkere Beschäftigung des Bergbaues, aber in Zukunst kein Devi'eneingang mehr ergibt. Wir sehen hier das Bild, bas sich fast Überall zeigt: bei der Ttnfvilligkeit der meisten mit Deutschland im Handelsverkehr stehenden Länder, deutsche Waren in normalem Handelsverkehr auszunehmen, ergibt sich eine Forcierung des Sachlieserunasgebanksns und eine lieber- führung von Teilen dieses ohnehin beschränkten normalen Exports auf Reparationskonto. Diese Entwicklung widerspricht dem Grund- gcdanlerr des SachlieserungZabkommens. Denn da- bci war man selbstverständlich von ber Annahme auSeegangen, baß die Eachkicserungen auf Re- paraLionSrontv als zusätzliche zu der Ausfuhr des normalen Handelsverkehrs hinzutrelen sollten. Da dir deuts ' t Handelsbilanz ohnehin stark passiv ist — in den ersten sieben Monaten des Jahres schon mit säst 2 Milliarden — und sich die Einfuhr nur sehr schwer und nur in bescheidenen Grenzen drosseln läßt, wird das Devisenaufkommen durch eine weitere Verringerung der bezahlten Ausfuhr zugunsten einer solchen im Wege der Sachlieferungsverträge und der Verrechnung durch den Generalagenten dahin wirken. daß die Fähigkeiten Deutschlands zur Erfüllung des Dawesabkommens stark verringert werden. Denn mit jeder Einschränkung des De- vifen-Anfalls wird die Möglichleit des Transfers. auch wenn deutscherseits die Zahlungsverpflichtungen aus dem Dawespkan dem Re- parationSagenten gegenüber pünktlich erfüllt werden^ können, entsprechend verringert. Das Ausland, soweit es reparationsberechtigt ist, schneidet sich also auf die Dauer ins eigene Fleisch, wenn es sich gegen die reguläre deutsche Einfuhr sperrt ober diese in erheblichem Umfang in Reparationslieferungen umzuwandeln versucht. So erfreulich es deshalb einerseits ist und vielleicht von den unmittelbar beteiligten Industrielrcneu empfunden wird, wenn sich durch derartige Abkommen, wie das unlängst in Brüssel abgeschlossene, verstärkte Absatzmöglichkeiten erschließen, darf es doch nicht unterlassen werden, auf die Kehrseite und die daraus zu erwartenden Konsequenzen rechtzeitig hinzuweisen. Don Len Schlachtokehmärklen. An den Schlochtviehmärkten der vorigen Woche hielt die Besserung des Umsatzes im allgemeinen an. Infolge der kalten und nassen Witterung setzte eine langsame Derbrauchsstei- unb die Zuhörer hätten kaum gemerkt, baß ber Dirigent nicht ba war. Aber bic Musiker fühlten es. Ihr Meister war nicht wie sonst. Unb er fühlte es am Jtärtfkn. In seiner Brusttasche knisterte ber Bries ... Bei jeder Bewegung mahnte er ... Geh' nach Hause ... es geschieht etwas ... es droht Gefahr. In Stößen arbeitete fein Herz. Es flog und hämmerte gegen feine Rippen . . . Melitta, Melitta . . . Was war geschehen?! ! Mit dem letzten Ton, der verhauchend hinstarb, legte Manfred den Taktstock hin und verließ, ohne den Beifall abzuwarten, den Saal . . . Sein Zimmer . . . Licht . . . das Telephon, ... der Hörer entglitt feiner unsicheren Hand . . . endlich, bic Nummer , . . enblidj eine Stimme . . . es war sein Diener. . . ,Lst meine Frau zu Hause?" „Nein, Herr Doktor." „Wissen Sie, wo sie hingegangen ist?" „Nein, sie hat nichts hinterlassen . . ." „Weiß es Luise vielleicht? Fragen Sie ein» mal . . ." Er wartete, währenb er [eine Pulse hämmern fühlte, bis bieselbe Stimme wieberkarn . . . ,Herr Doktor, Luise weiß es auch nicht, bic gnäbige Fran hat nichts hinterlassen ... Sie hat nur bas Abend- essen für halb acht bestellt." Er hängte an. Als er in ben Saal zurückkam, war er noch einen Schein bleicher als gewöhnlich. Der Konzertmeister ftanb schon da, die Geige gesenkt, neben seinem Pult, ein blonder, junger Mann mit gelber Mähne unb breiten Schultern. Sie wechselten ein paar Worte unb Mansreb legte bie Partitur zurecht, fein Auge suchte ben Geiger Schmibt. Der Alte saß in ber zweiten Reihe, wie immer . . . er sah fahl unb abgewelkt aus unb schaute ihn an . . . Wie ein treuer Hund, buchte Mansreb . . . Mut, Mut, er nickte bem Alten, unb ber nickte wieder, wie ein Schlaftrunkener ... Es war eine trockene Hitze im Saal. Er fühlte bie Trockenheit im Halse . . . Dann senkte sich ber Taktftock, das „Allegro Moderato" setzte ein. Der Geiger begann zu spielen, bie weichen Töne schmolzen in bem Rauschen des Orchesters hin . . . Mansreb fühlte sich wie gelähmt, eine furchtbare Unruhe arbeitete in ihn« ... er konnte sich nicht konzentrieren, seine Gedanken irrten ab . , . umschlichen sein Haus . . . er suchte Melitta. Wo konnte sie hingegangen fein? (Fortsetzung folgt.) gsrung ein, die sich vornehmlich auf Schweine und Kälber erstreckte. 3n beiden Klassen genügten die Zufuhren, die bei Schweinen gegen die Vorwoche noch eine bemerkenswerte Verminderung (von 80 000 auf rund II000) erfahren haben, der Nachfrage nicht, so daß die Preise, besonders bei Schweinen, auf der ganzen Linie ziemlich scharf anzogen. Ts ergaben sich für Schwein e, trotzdem Wurstfabriken und Export sich relativ wenig am Geschäft beteiligten, Preisaufschläge von durchschnittlich 4 bis 6 Pfennig, vereinzelt auch bis zu 8 Pfennig, wobei wieder leichte und mittlere Tiere den Vorzug hatten. Dei Kälbern erzielten mittlere und beste Mast- und Saugkälber Preisbesferungen von durchweg zwei Pfeimig. Dei Rindern und Schafen waren die Zufuhren dem Bedarf angepatzt. Die Preise für Rinder blieben ungefähr die der Vorwoche, bei Schafen waren, zumal prima Lämmer sehr knapp blieben, leichte Aufschläge in der Mehrzahl. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 23-63 60-90 33-63 67-75 Bremen 25-58 50-85 35-60 50-68 Breslau 18-62 50-76 43-62 55-68 Chemnitz 25-66 60-85 55-60 62-72 Dortmund 25—63 60-90 — 55-70 Dresden 25-66 62-85 40-69 60-75 Düffeldorf 28-67 50-86 — 55-72 Elberfeld 25-64 55-88 — 58-70 Esten 32-66 55-115 40-57 55-70 FrankfurtM. 30-66 57-83 32-55 55-72 Hamburg 17-60 35-92 20-60 60-74 Hannover 25-63 45-90 50-65 58-70 Husum 20—62 — 41-53 — Karlsruhe 21-64 58-80 — 57-71 Kastel 30-64 55-75 — 60-68 Kiel 20-59 39-81 40-65 43-70 Köln 24-67 55—120 52-57 60-72 Leipzig 26-68 55-85 30-65 59-75 Magdeburg 20-65 40-85 35-60 57-70 Mannheim 15-64 54-82 42-48 57-68 München 20-67 60-82 — 52-70 Stettin 20-63 32-78 20-58 55-67 Stuttgart 15-66 60-81 — 47-71 Zwickau 20-60 60-75 40-63 40-71 Leipziger Herbstmesse. Am Tage vor der Eröffnung der Leipziger Herb st messe war bereits zu erkennen, datz die diesjährige Leipziger Herbstmesse an Umfang und Verkehr die vorjährige gang erheblich übertreffen wird. Die amtlichen Leipziger Messeadretzbücher verzeichnen bereits 8600 Aussteller, eine Zahl, die sich durch Rachmeldungen auf rund 9000 erhöhen dürfte. Der starke Zuwachs gegenüber der letzten Herbstmesse zeigt sich vor allem in der Textilbranche, bei Haus- und Küchengeräten, Kurz- und Galanteriewaren, in der graphischen Branche unb in der Edelmetallwarenbranche. Die Zahl der ausländischen Messeeinkäufer wird nach den bis jetzt vorliegenden. Unterlagen die vorjährigen Ergebnisse reichlich um ein Drittel übersteigen. Besonders stark ist der Zustrom aus Frankreich, infolge des neuen Hnadelsvertrages, aus Dänemark, Italien und Spanien, ferner aus den Riederlanden, aus Oesterreich, der Schweiz und Osteuropa. Aus Uebersee wird namentlich Amerika durch zahlreiche Interefsenten vertreten fein, besonders auch durch solche, die ihren gegenwärtigen Aufenthalt in Europa gleichzeitig zu einem Besuch der Leipziger Herbstmesse benutzen. Am Sarns- tagt rasen bereits zahlreiche Sonderzüge in Leipzig ein, auch aus dem Auslande, die sämtlich stark besetzt, teilweise überfüllt waren. Die Zahl der Messebesucher war bereits am Sonntagvormittag um 50 Prozent höher als zur vorjährigen Herbstmesse. Der Besuch aus dem Ausland hat eine wesentliche Erhöhung erfahren. Insgesamt dürfte auf Grund vorsichtiger Schätzungen die Zahl der Einkäufer die des Vorjahres mindestens um 20 Prozent überschreiten. Auf der Textilmesse herrscht infolge der Befestigung der meisten Rohstoffpreise lebhafte Rachfrage nach Baumwollwaren, Haus- und Tischwäsche, Trikotagen und nach guter Herren- und Damenkonfektion. Alle Modewaren sind lebhaft begehrt. In Glas- und Porzellanwaren zeigt sich kräftiger Weihnachtsbedarf. Auch Exportnachfrage besteht nach den verschiedensten Ländern. Die Edelmetall), Uhren- und Schmuckwarenmesse ist von der deutschen Juwelier- und Uhrmacherkundschast stark besucht. Die neue Reichs-Sützwaren-Messe erweist sich als ein voller Erfolg. Die Reklamemesfe wies bereits am Sonntagvormittag äußerst starken Besuch auf, der auch den übrigen Ausstellungen im Ring- Messehaus zugute kam. Aus der Baumesse interessiert vor allem die Sonderveranstaltung „Siedlungshaus und Ziegelbau-Ausstellung". Das allgemeine Urteil geht dahin, daß die dies ährige Leipziger Herbstmesse sämtliche He.bst- messen dec letzten Jahre an Verkehr und an Der- kaufsausZchten wesentlich übertreffen dürfte. "Die amtliche Grohhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 24. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber der Vorwoche von 137,7 um 0,7 v. H. auf 138,6 gestiegen. Hierbei erhöhte sich die Indexziffer der Hauptgruppe der Agrarstoffe um 1,3 v. H. auf 137,7 (135,9), der Kolonialwaren um 0,2 v. H. auf 128,7 (128,4), die Gruppe industrieller Rohstoffe und Halb- Waren erfuhr eine Steigerung um 0,4 v. H. auf 133,8 (133,3), diejenige der industriellen Fertigwaren eine Erhöhung um 0,1 v. H. auf 148,6 (148,4). ' Zinserh öhung bei der Preußischen Staatsbank. Die Preußische Staatsbank (Seehandlung) gibt bis auf weiteres preuß. Reichsmark-Schahanweisungen mit Laufzeiten zwischen ein und drei Monaten und Fälligkeiten jeweils am 5. bzw. 20. des Monats in mäßigen Beträgen zu 6l/d (bisher 53/< Proz.) ab mit der Maßgabe, daß beim Verkauf an Private der Sah nicht mehr als 6 Proz. (bisher 51/» Proz.) betragen darf. In der Verzinsung von Barguthaben sind folgende Aenderungen eingetreten: Der Sah für tägliche Gelder, die über das Monatsende hinaus bis zum 3. Werktag des nächstfolgenden Monats in Höhe von mindestens 300 000 Mk. bei ihr verbleiben, ist von 5% auf 6 Proz. erhöht und gilt rückwirkend für alle seit dem 4. August d. I. eingezahlten Beträge. Der Sah für Gelder auf einen Monat einschließlich fest oder bei einmonatiger Kündigung ist auf 61 /< (bisher 5%) Proz., darüber hinaus bis zwei Monate einschließlich fest oder bei zweimonatiger Kündigung auf 63/8 (bisher 57/s) Proz. und darüber hinaus auf 61/» (bisher 6) Proz. erhöht worden. Die Zinsänderungen treten für Gelder ohne Kündigung oder bestimmte Festlegung (auch auf Sonderkonten) mit dem 29. August in Kraft. * Vereinigte Glanzftoff A.--G., E l - b e r f e l d. In der außerordentlichen Generalversammlung wurden die Anträge des Aufsichts- rates und der Verwaltung, das Aktienkapital von 42.6 Millionen Mk. um 16 Millionen Mark Stammaktien (von denen 8.4 Millionen den Inhabern der alten Stammaktien im Verhältnis von 5:1 zum Kurse von 120 Prozent zum Bezüge angeboten werden sollen) sowie des weiteren um 300 000 Mk. Vorzugsaktien zu erhöhen, angenommen, bis auf den mit einer Stimme erhobenen Einspruch des Iustizrates Frieling-Köln, der trotz mehrfacher Aufforderung seitens des Vorsitzenden und aus Kreisen der Aktionäre sich weigerte, eine Begründung seines Einspruches zu geben. In der Begründung führte der Vorsitzende aus, daß sich die Hoffnungen auf eine weitere Verbreiterung der Verwendungszwecke für die Kunstseide in der ganzen Welt in vollem Umfange erfüllt haben, und daß es den Glanzstofffabriken bisher gelungen fei, ihre führende Stellung in der Kunstseideindustrie aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen. Er verwies in diesem Zusammenhänge auf den fortschreitenden erheblichen Ausbau der eigenen deutschen Betriebe und auf die bekannten Erwerbungen des Kunstseide- Werkes von Gieches Erben, die Errichtung der Aceta-Seidenfabrik in Gemeinschaft mit der I. G., die Ausdehnung des nahestehenden Bemberger Unternehmens, auf die ausländischen Beteiligungen in der Snia und in der Enka, die vergrößerte Inbetriebnahme der Amerika Bemberg Corpera- tion und auf die Viskose-Gründung in den Vereinigten Staaten. Diese Ausdehnungen und Beteiligungen seien in der steigenden Rachfrage nach der Produktion der Gesellschaft begründet. Rach der Ueberzeugung der Gesellschaft sei die Entwicklung der Kunstseideindustrie noch lange nicht abgeschlossen. Der Gesellschaft sei es gelungen, die Verfahren ständig zu verbesfern, und man habe auch weitere neue Verfahren von besonderer Bedeutung erworben, die eine weitere erhebliche Verbesserung der Produktion verfprä- chem Zur Durchführung dieser Transaktionen seien Mittel notwendig. Den Aktionären werde ein außerordentlich günstiges Dezugsrecht, wenn auch nicht auf den ganzen Betrag, so doch nahezu auf die Hälfte des neuen A.-K. gewährt, für den anderen Teil sei eine Verwertungsmöglichkeit offen gelassen, die ein möglichst hohes Agio zum Zwecke der inneren Stärkung der Gesellschaft gewährleistet. Da die Kapitalsbildung in Deutschland Wohl in erfreulicher Weise, aber doch langsam vorauf chreite, glaube man, daß es durchaus im Interesse der Aktionäre liege, wenn die Kapitalbasis auch nach der internationalen Seite hin vergrößert und ein Teil der neuen Aktien zu einem hohen Kurse einem Konsortium mit ausländischer Beteiligung zur Verfügung gestellt werde. Wegen der Verwertung dieses Postens lägen Angebote vor, die Verwaltung werde von Kurszettel der •Berliner der bestmöglichen Verwertung der 9.6 Millionen Mark selbstverständlich ausschließlich i.n Interesse der Aktionäre Gebrauch machen. Alm auch der internationalen ©täriung des Unternehmend Rechnung zu tragen, soll im Zusammenhang damit die Einführung der Aktien an maßgebenden ausländischen Börsenplätzen in Behandlung genommen werden. Einer etwaigen Uc'erfrem» dungsgesahr soll durch Erhöhung des Vorzugsaktienkapitals Rechnung getragen werden. Das erhöhte Kapital soll bereits für das Jahr 1927 zur Hälfte dividendenberechtigt fein. Die Ergebnisse der ersten zwei Drittel des neuen Geschäftsjahres waren, wie der Vorsitzende weiter mitteilte, durchaus erfreulich und haben eine erhebliche Steigerung des Umsatzes gebracht, so daß man unter der Voraussetzung der Fortdauer der günstigen Konjunktur eine Erhöhung der Dividende in Aussicht stellen könne. Fran./urtcr Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M, 29. Aug. Tendenz: Schwächer. — Der Wochenbeginn sah die Börse wieder in gedrückter und außerordentlich lustloser Stimmung. Die a.(gemeine Verfassung der Börse scheint sich nicht merklich gebessert zu haben, obwohl heute verschiedene anregende Momente vorlagen. Verschied:ne Stimmen verlauten, daß die Konjunktur weiterhin als befriedigend zu bezeichnen sei. Einen sehr günstigen Eindruck machten die anläßlich der Kapitc.-l- erhöhung der Dereinigten Glanzstoff gegebenen Ausführungen über den glänzenden Geschäftsgang, nachdem schon in der G. V. von Bemberg über eine sehr günstige Lage berichtet worden war. Doch vermochten diese günstigen Momente die Stiminung nicht zu beleben. D'.e Börse leidet stark unter dem Fehlen fast jeglicher Kunden- vrders, außerdem kam zu der heutigen Prämien- erllärung noch einiges Material heraus, das nur schwer Aufnahme finden konnte. Andererseits hatten die Baisseengagements der Vorwoche doch nicht den Umfang, daß noch wesentliche Deckungen vorzunehmen wären. Der G e l d m a r 11 hat sich etwas versteift. An den Effektenmärkten gaben die Kurse gegenüber den Freitagabendnotierungen durchschnittlich 2 bis 3,5 °/o nach. Besonders auf dem Farben-, Elektro- und Bankenmarkte überwogen die Abgaben. Stark abgeschwächt waren Harpener. Rheinbraun, Siemens und Dresdener Bank. Die Rentenmärkte blieben still bei überwiegend schwächeren Kursem Im weiteren Verlaufe ging das ohnehin schon kleine Geschäft noch mehr zurück. Es immer noch Prämienware heraus, und die Kurse sackten weiter beträchtlich ab. I. G. weiterhin angeboten und abermals 4 °/o schwächer. Infolge der Ultimonachfrage hat sich am Geldmarkt der Satz für Tagesgeld auf 6 °/o erhöht. Am De v isen - markt notierte Paris gegen London 124,02, Mailand 89,50, Madrid 28,90, die Reichsmark 20,431, gegen Kabel 4,2010. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 29. Aug. Wider Erwarten zeigte der heutige amtliche Börsenbeginn ein dem Borbörsen- verkehr ganz entgegengesetztes Bild. Die Momente, die anfänglich eine freundliche Stimmung hervorgerufen hatten, konnten bei Eröffnung keinen Einfluß mehr ausüben, vielmehr standen einer Höher- entmickelung andere Umstande gegenüber. Die Erhöhung der Zinssätze bei der Seehandlung beleuchteten den Zustand am Geld- markte und man befürchtet, daß heute auch der Privatdiskontsatz erhöht wird. Tagesgeld stellte sich auf 4,75 bis 6 Prozent, Monatsgeld auf 7,75 bis 8,75 Prozent. Die Kapitalerhöhungen bei Bemberg und Glanzftoff konnten sich infolge der allgemeinen U n l uft nicht voll auswirken. Zu den ersten Kursen kam immerhin noch einiges Material heraus. Das Publikum bleibt dem Geschäft weiter gänzlich fern, so daß die Spekulation vollkommen unter sich bleibt. Die st arte kurzfristige Auslandverschuldung mahnt zur Vorsicht, da man immer mit der Möglichkeit einer schnellen Rückzahlung rechnen muß. Im allgemeinen betrugen die Kursrückgänge an den Effektenmärkten ein bis drei Prozent, bei einigen Spezialwerten (Deutsche Erdöl, Spritwerte, Klöckner usw.) bis zu sechs Prozent. Bemberg und Glanzftoff waren anfangs gut befestigt, mußten aber später ihre Gewinne ebenfalls wieder hergeben. Im späteren Verlaufe konnte sich die Tendenz leicht beruhigen. Frankfurter Schlachtviehs arkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 29. Aug. Auftrieb: 1461 Rinder (darunter 318 Ochsen, 104 Bullen, 633 Kühe, 406 Färsen), 534 Kälber, 88 Schafe, 5524 Schweine. — Rinder (Ochse n): Voll- fleischige, ausgemästete. höchsten Schlachtwerts (jüngere) 64 bis 67; (ältere) 59 bis 63; sonstige und Frankfurter Börse. vollfleifchige (jüngere) 54 bis 58; (ältere) 49 bis 53; fleischige 45 dis 48. (Bullen): Jüngere, vollfleifchige, höchsten Schlachtwerts 57 bis 62; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 53 bis 56. (Kühe): Jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 52 bis 57; sonstige vollfleifchige oder ausgemästete 46 bis 51; fleischige 39 bis 45; gering genährte 30 bis 38. (Färsen — Kalbinnen, Iungrinder): Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 61 bis 66; vollfleischige 56 bis 60; fleischige 48 bis 55. — Kälber: Beste Mast- unb Saugkälber 78 bis 83; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 77; geringe Kälber 68 bis 69. — Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 55. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76; vollfleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 69 bis 72; Sauen 62 bis 68 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig und geringer Ueberstand, Kälber und Schafe ruhig und geräumt. Schweine ebenfalls ruhig und geräumt. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 29. Aug. Die außer-, ordentliche Festigkeit am Ende der Vorwoche konnte sich heute nicht halten, wenn auch die Rotierungen gegenüber denen am Freitag höher lauten. Infolge des plötzlich eingetretenen guten Wetters kommt wieder mehr Angebot in Landware an den Markt. Weizen ist schon 0,25 Mk. billiger geworden. Gerste wird etwas höher bezahlt als in der Vorwoche. Kleie ist unverändert äußerst knapp. Cs wurden notiert: Weizen, Wetterauer 28,50 bis 28,75, Roggen, inländ. 24,25 bis 24,50, Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 27,75, Hafer, inländ. 23,75 bis 24,50, Hafer, ausländ. 23,75 bis 25, Mais, gelb 19,25 bis 19,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 35,50 bis 36,50, Weizenkleie 13,75, Roggenkleie 13,75, Erbsen 30 bis 60, Linsen 40 bis 60, Heu, süddeutsches, gut, trocken 5,60 bis 6,00, Weizen- und Roggenstvoh, draht- gepreßt 4,50 bis 5,00, gebündelt 3,00 bis 3L5, Treber, getrocknet 16,25 bis 16,75 Mark. Berliner Produktenbörse. Berlin, 27. August. Es wurden notiert (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 277 bis 281, Sept. 285 bis 286, DEL 282 bis 283, Dez. 281,50 bis 283,25 (schwächer); Roggen, märt., 237 bis 241; Sept. 247 bis 248, Oft. 246 bis 246,25; Dez. 243 (stet.); Sommergerste 266 bis 274; Winter- u.Futtergerste203 bis 209 (fest); Hafer, märkischer, 201 bis 213, Sept. 218 bis 219,50, Ott. 216, Dez. 217 bis 217,50 (stet.); Mais, La Plata 198 bis 200; Raps 295 bis 300; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36,25 bis 38; Rog- gennrchl 32,50 bis 34; Weizenkleie 16 bis 16,25; Roggenkleie 15,25 bis 15,50; Viktoriaerbfen 43 bis 48; kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Rapskuchen 15,60; Leinkuchen 22,50 bis 23; Trockenschnitzel 13,50 bis 13,70; Soyaschrot 20,20 bis 20,70; Kartoffelstocken 23 bis 23,50 Mark. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus der .Radio-Umschau".) Dienstag. 30. August. 15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45 Uhr: Konzert des Haus- orchesters: Reue Tanzmusik. — 17.45 bis 18.45 Uhr: Übertragung von Kassel: Walter Hasenclever lieft aus eigenen Werken. — 18.45 bis 19.15 Uhr: Funkhochschule: „Don Liebe und Ehe", Vortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Hagen. — 19.15 bis 19.45 Uhr: Funkhochschule: „Altdeutsche Tafelmalerei II“, Vortrag von Dr. Oswald Götz. 20.15 Uhr: Zweites Gastspiel Erik Wirl: Die — 19.45 bis 20.15 Uhr: Die Schachstunde. — Strohwitwe, Operette in drei Akten von August Reidhardt. Musik von Leo Blech. — Anschließend: Reue Schallplatten. K8A7NN wie insbesondere bei Erkrankungen neurnlg. und vroiuvt^und zuverlässig Gennosankagseln. Die auffallend rasche und zuverlässige Wirkung beruht auf der spezifischen Zusammensetzung (Amidophenaz. 0,15 + Phenaz. aal. 0,45 + Chin. 0,01 4- Coff. 0,1). 174848g In allen Apotheken erhältlich. Schachtel 1 Mark, Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdislont 6 Prozent, Frankfurt a.M. Berlin SdjlUB- l-Uftr, Schlutz. Anfang stur» stur» stur» ftnts Datum: 26.8. 29. 8. 26- S. 29. 8 6% Dt. Reichsanleihe v. 1927 Dt. Aul Ablos Schuld mit — 87.5 - Au^loi -Rechten..... 57.75 68 _ Deoal. ohne Ausl s.-Rechten 7°/o ftvmitf Hup.-Bk. Gotdps. 15,2 15 15,2 15,25 unkündbar dis J932 .... — _ — Rheinische Ppp -Bank riqu -Goldps .... A E. G aby BorkriegS-Ob- - - - - ligaitonen, rückzahlbar 1932 — — — — 4°/, Schweiz. BunheSb.-Anl. - - 4% Oesierelchilche Koldrte. - 27,13 — 4,20°/» Oeslerr ich. Silberne. . 4% Oesterreich, cinbeitl. Rte 5 _ — 1.8 — 4°/0 Ungarische Goldrte - . 25,2 — 25,13 25 4°/0 Ungarische Siaatsr. v 1910 32,75 _ 4'/,°/. dcSgl. von 1913 . . . — _ _ _ 49/0 Ungarische Kronenrte . . — _ 3.25 — 4°/, Türk. ZoUanleihe v 1911 40/zTurk. Hagdadbahn-Anl Serie l..... ■ • 13,75 — 13,6 13,65 — _ 15 4°/0 dcSgl. Serie II. ... 14 _ 14,25 _ 4°,0 Rumänen convcrt Rte 4‘/i°/o Rumänen Goldanl. . 5,5 - — von 1913 ..... 15 _ — _ VlUfl Deutsche Eisenbahn .41/, 87 — 87 86 Hamburg-Amerika Baker. . 6 >50.5 148.5 150,75 149 Hamb-Südam Dampssch i> — — 224.5 223,<5 Hansa Dampfschiff ... .6 — — 223.75 222.6 Norddeutscher L'loqb . . 6 151,76 150 151 149 Allg Deutsche Crcditanst.. 10 146 144.25 144.9 144.9 Bann r Bankverein 10 147.5 147 148 146 Berliner HandelSgesellsch. 12 Commerz- und Pnvat-Bk. 11 245 175,75 245 173.75 245 175 244 173 Tannst. u. Raiionalbank. 12 -29.25 26 228.5 227 Deutsche Bank......>o 161,25 159 5 161 159 DiSkonto-Gescllschaft Ant. 10 126,75 155 156,65 155.5 Dresdner Bank.....lo 16a 161 164.25 162 Mitteldeutsche Lreditbank 9 233 — 2:46 238.5 145 148,25 175 144 144 174,75 Reichsbank . • • »" 173.5 174 Frankfurt a. Di Berlin Schlich Kurv -Uhr. Kurv Sastuß- Knrs Anfang Kurs Datum: 26. 8. | 29. 8. 26. 8. | 29. 8. A. E G........ - ■7 186,5 181.5 185.75 185 Bergmann ...... .8 <98 1^4.5 198.75 195 Elcttr. Lieferungen . . lu 189,5 189..5- 188 Licht und Kraft..... 10 205,5 204,5 207 204 gelten & Guilleauma . . • C 139.5 135,5 140 137,25 Kes r. Elekir. Untern . 10 — 265.5 263 Hamv. Elekir. Werke . . 10 - —. 164.75 165,5 Rhein. Elektr. . . . . litt 165 163 75 Schief. Elektr. . . . IO - — 175 172.5 Schuckcrl ....... .7 205 203 205 202.25 Siemens & Halsk» . . . 16 289.4 285,5 288 5 285.0 Tran radio..... . . . 8 — 133 131,13 Labmever L Co..... .9 177 — 177,25 Buderus . . . . . 0 112.5 111 112 112 Deutsche Erdöl . . . . . .6 157 154 158 154.13 Tliener Steinkohle . . . .8 — 77 164 — Gelsenkirchener . f. */, -1 157 155 157.25 156.25 Harpener . . . . . . .8 202,25 198 202.25 199.5 Hocfch Eisen....... .5 — — — 177.5 Ilse Bergbau...... • .8 267 — —• — 159 155 159 154.25 Köln-Neuessen ..... 174,4 173.5 Mannesmann .f- ’/» 4 178.4 174.5 177.5 173,75 ManSIelder....... - 130.5 129 130 129 Oberschles. Eisenb. Bedarf 0 98 100 99 5 97 Oberschles. Kokswerke . . 0 — 101.25 100,9 Phönix Bergbau f ’/» 3 117,5 • 15.5 117.9 116,5 Rheinische Braunkohlen 10 255 249 5 252 250 Nheinstahl ... . . . .0 201.5 198 201,9 199 Riebeck Montan..... . <; 169 170 Vereinigte Stahlw. f. I 3 131 130.5 131 131 Otavi Minen . i Sb 33.5 34.25 33,25 Kali Aschersleben 10 177 175 175 5 173 KaliWesterege'n . . 10 185.75 185,5 185 185.6 Kaliwerk ©aUbetfurtb 12 -40 244 245 I. G Farben-Judustrte Dhnamit Nobel . . . . 10 . 0 299 296,5 298 296,5 Scheideanstalt ..... • .8 ttä 5 215 — — Goldschmidt..... . .5 135 132.25 115 132,5 Rutgerswerke . 0 101.5 97.65 98 97 Metall gelelllchaft . . . . 10 187 185,5 Frankfurt« M Berlin Schlich 1 lUhr- Schlich- Anfang Rurs 1 Kur» Kur» | Kurs Dalum: 26. 8. | 29. 8. 26- 8- | 29. 8- PbUwp Hofmann . . . . »1'6 195,5 195.75 195,75 Heidelberger gement . . ffemcnr Karlstadt... . 8 . 8 146 185.5 144.75 Wahß L Areilag..... 10 167 166,5 - Schultheis Paizenhofer. . 15 _ 433 429 Citrocrtc........ 12 * - 410.5 104 Ber. Glanzftoff...... — — 702 704 Bemberg.......... Zellston Daldbof..... 8 — — 564.75 — 12 326.75 ■24 325 Zellstoff Aschaffenburg . 10 206 204,25 206 5 - Charlottenburger Master. - 147.25 145.25 Dessauer GaS . . . . . . Daimler Motoren..... 8 — — 203 65 202 0 123 120,5 122.75 129 Demag.......... 88 Adlerwerke Kicher..... 0 115,75 115,5 114 114.5 Ludw. Loewe...... 1l — - 275 276 Rat- Automobil...... 1, — — 119.5 120 Crenftein L Koppel .... ■: — 136 136,6j Linke Hofmann . . .. . 0 — — — — Leonhard Tiey. . . . . . f — — 150 75 149 Bamaa-Megvin...... Franks. Muschi nm . . . . o 46 —— 46.5 — 0 , 76 — 76 — Gritzner ........ 115 — 113 — Hevligenstaedt ...... o 21.9 — Nunnbans . . ...... 6 8 114 — 114 — Lechwerke. ....... 122 — — Mainkraftwcrke ...... 8 122 — — -— Miag ........... 10 138 — 137.5 — Nekarsulmcr . ....... 8 111 — 114.75 — Beters Union ...... 113,75- —— 114.5 — Kebr. Roeder . ...... io — — Borgt & Haeffner .... r, 155,75 164 155.25 164 25 Südd. Zucker....... 0 141.25 141 75 141 141,75 Banknoten. Berlin. 26 August. | C6eU> Brrei Amerikanische Roren. . . . 1 4.183 4.203 Belgische Nölen..... 58,31 58,60 Dänische Roten...... 112,22 112,68 Englische Roten ...... | 20,39 20,47 Lombardzinsfuß 7 Prozent. Telegraphische Auszahlung. Berlin. 26 August- Brief Franzoiische Roten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oeslerr-, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . Devifennrartt Berlin 16,47 167,94 22,89 108,83 59,08 2.58 112,45 80,94 70.40 >2.41 73,25 —Frankfurt 16.5. 168,62 22,99 109,27 59,32 2.60 112,91 81,20 70,68 12,47 73,55 a. M. 26. August- 29. August. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung c^eld Brief Well) Brier Amft-Rott 168,28 168,6 2 168,14 168,48 Buen. Aires 1,791 1.795 1,789 1,793 Brii- Antw 58.415 08.565 58,41 58,55 Ehristiania 109,09 109,31 108,99 109,21 Kopenhagen 112,49 112,71 UZ,39 112,61 Stockholm . 112,75 112,97 112,67 112,89 HelnngforS. 10,675 10,595 10,571 10,591 Italien. . . 22,875 22,915 2'2,72 22.76 London. . . -0,418 20,458 20,403 20,143 Nennork . . 4,1995 4,2075 1.197 4,205 Paris.... 16.46 16,50 16,45 16,49 Schweiz .. 80,975 81,135 80,94 61,10 Spanien . . 70.67 7O,8l 70,56 70,70 Japan . . . 1,989 1,993 1,985 1,989 Rio de Jan- 1.458 0,500 .497 0.499 Wien in D-» Ceft. abgest 39,185 59,305 59,125 59,245 Prag .... 12,446 12,466 12,439 12,459 Belgrad . . 7,293 7,407 7,390 7,404 Budapest. . <3,46 73,60 73,44 73,58 Bulsiarien -.0.54 5,0.0 J,ü.>6 -,041 Lissabon . . 20,70 20,74 20,58 J),62 Danzig. . . bl,44 81,60 81,43 81,59 Konst mtin. 2,108 2,112 2,123 2,127 Athen. . . 5,194 6.506 5,514 6,526 Canada . 4.200 4.208 4,198 4,206 Hru uay. . 4.196 4.04 4.17« 4.184 ttatro . . . 20.935 20.975 20.93 20.97