Ur. 221 Erster Blatt UZ. Jahrgang Mittwoch, 28. September (927 Erscheint täglich,auber Sonntags und Feiertags. Beilagen: Lietzener Familienblätter Heimat im Dill) Die Scholle. mettats»Be$ng$preH: 3 Reichsmark und 20 Reichspfenntg für Trüget» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüfse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: 21 tätiger tiefte*, poftfcheckkonto: firnnlfurt am Main 11686. GietzeilerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk nnd Verlag: vrühl'sche Universitülr-Büch. und Ltetndruäerel L Lange in Sletzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße I. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 85 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Will). Lange. Derantwortllch für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dietzen. Das Hochwasser im Oberrheingebiet. Der scheidende Sommer hat mit der hoffentlich letzten seiner Hochwasserkatastrophen ein Gebiet heungesucht, das, wie kaum ein zweites, in den Alpen die Lieblichkeit prangender Landschaft mit der gewaltigen Eindruckslraft der Bergwelt vereint. Es ist das Grenzgebiet zwischen den schweizerischen und öfter rech Ischen Alpen, die durch das Tal des Oberrheins getrennt werden, und darüber hinaus nach Süden das Bündner Land mit den östlich angrenzenden Tiroler Land- schäften. Gewaltige, 36 Stunden dauernde Regengüsse haben in zahlreichen «Ipentälern durch die ent- ftsselte Kraft der Wassermassen bescheidene Flüsse und Bäche in reißende Ströme verwandell, haben Häuser zerstört mächtige Brücken fortaeriffen und leider viele Opfer an Menschenleben gefordert. Und wenn auch alljährlich zum Beginn des Herbstes an den Südabhöngen des Alpenwalls, besonders in Oberitalien, der erste Einbruch kalter Luft aus nördlichen Breiten heftige Gewittergüsse mit nad)- folgenden Ueberschwemmunaen zur Folge hat, so sind diesmal die Verheerungen deshalb so schlimm, weil sich die himmlische Flut über einer wöit ausgedehnteren Gebirgslandschaft entladen hat, von der aus die Wassermassen mit zerstörender Kraft zu Tal gestürzt sind. Hat doch das Bündner Oberland seit einem halben Jahrhundert keine so schlimme Heimsuchung mehr erlebt. Hier oben liegt die Wasserscheide zwischen dem Stromgebiet des Rheins und den nach Süden fliehenden Gebirgsflüssen wie dem Eisack, der am Brennerpaß entspringt und in die Etsch mündet, die ihre Fluten in das Adria- tische Meer entsendet. Der Eisack ist es auch, dessen entfesselte Gewalten bei dieser Katastrophe die größt« Zahl von Menschenleben gefordert haben; aber auch der Rhein, der an sonnig-leuchtenden Sommertagen in zahlreichen Windungen so sanft und friedlich durch sein Tal dem Boden- fee zustrebt, bat schlimm gehaust und mit Menschenwerk auch Menschenleben vernichtet. Wer denkt in Deutschland woyl überhaupt an diesen Teil des gewaltigen Stromes! Wenn wir vom Oberrhein sprechen, so stellen wir uns ben Fluh zwischen Basel und Mainz vor, und für Deutschland bekommt er ja auch erst in diesem Abschnitt, in der sog. Oberrheinischen Tiefebene zwischen Baden aus der einen, Elsaß und der Pfalz auf der anderen Seite, schließlich in Hessen sei::« rechte Bedeutung. Wenig denkt man daran, daß der Strom von Konstanz bis Basel die Grenze zwischen Süddeutschland und der Schweiz bildet, und noch weniger führt man sich zum Bewußtsein, daß der Rhein von seinem Ursprung auf dem St. Gotthard bis zum Eintritt in den Bodensee ein nicht uirbeträchtliches Stück des herrlichsten Lllpenlandes durchflieht, dah gerade dieser Teil seines Laufes den eigentlichen Oberrhein darstellt. Und es ist, wenn auch nicht politisch, so doch sprachlich und kulturhistorisch, ausnahmslos urdeutsches Gebiet, das der junge Strom hier bespült. Wohl hat die geschichtliche Entwicklung eines Jahrtausends die Stämme zu beiden Seiten des Oberrheins früher oder später von dem großen Mutterland getrennt; doch alle diese Stämme sind germanischen Blutes, und sie sahen schon an des Rheinstroms Ufern, als sie vor mehr als zweitausend Jahren zum ersten Male in den Blickkreis der Geschichte traten. Kerndeutsch zumal ist die Landschaft im Rheintal oberhalb des Bodensees, wo der Fluh die Grenze zwischen der Schweiz und Vorarlberg bildet uni) südlich davon im Fürstentum Liechtenstein, der einzigen in Mitteleuropa noch übrig gebliebenen Monarchie. Gewiß löst der Gedanke an dieses Mimatur- staatswesen meist ein Lächeln aus; das Fürstentum ist ja auch nur eine Art fossilen Ueber- bleibsels aus den Zeiten schlimmster deutscher Kleinstaaterei. Aber die Liechtensteiner, knapp 12 000 Seelen, fühlen sich im Rahmen ihres kleinen Staates recht Wohl, unb wer je diesen gesegneten Erdstrich besucht hat, weih, dah es sich inmitten der blauroten Grenzpfähle gut leben läßt. Ein mildes Klima und die Fruchtbarkeit des Bodens machen das Ländchen im Frühling und Sommer zu einem prangenden Garten; der rote Vaduzer, der an den Berghängen der kleinen, ungemein lieblichen Hauptstadt wächst, ist ein köstlicher Tropfen, und in den Gärten gedeihen echte Kastanien. Das bedeutendste geschichtliche Wahrzeichen des kleinen Fürstentums, die Burg Vaduz, ist vor zehn Jahren auf Kosten des Landesfürsten wieder hergestellt worden, nachdem sie in dec Zeit des dreißigjährigen Krieges, unter dem das Liechtensteiner Ländchen besonders schwer zu leiden hatte, zur Ruine geworden war. Romantisch ragt die Burg über das Städtchen empor, das gewiß die ländlichste Hauptstadt unseres Erdteils ist. Don den Burgzinnen hat man einen köstlichen Blick fast auf das ganze Fürstentum und darüber hinaus nach Süden und Westen auf den Alpenwall. Die Berge von Graubünden, St. Gallen und Appenzett grüßen herüber in ihrer Majestät; zu Füßen der Burg aber blickt man auf die Dächer des Städtchens, umgeben von mächtigen Kronen uralter Walnuß- oäume. Rur 1200 Einwohner, ein Zehntel der Jesamtbevölkerung des Ländchens, hat Vaduz. Richt alle Bewohner sind Landleute; eine Anzahl reundlicher Dillen beherbergt die Bürger, die ozusagen städtischer Beschäftigung nachgehen, mter ihnen die nicht eben zahlreichen Beamten >es Fürstentums, dessen Verwaltung neuerdings dadurch vereinfacht und verbilligt ist, dah Liechtenstein seine Post und die Verwaltung der Zölle in die Hände der schweizerischen Eidgenossenschaft gelegt hat. In der Zeit der österreichischen Inflation ist es auch zur Frankenwähruna übergegangen; seine Souveränität betont das Fürstentum aber durch seine eigenen Po st marken. Bahnstation der Hauptstadt ist Schaan- Vaduz; in dem Dors Schaan haben den Berichten nach die Wassermassen besonders schlimm gewütet; alle Straßen des Oertchms und der Bahnhof standen unter Wasser, und mit der ganzen Landschaft von dort bis an die österreichische Grenze war auch die gesamte Eisenbahnlinie überflutet. Damit ist auf zunächst noch nicht absehbare Zeit eine wichtige internationale Verbindung unterbrochen: die Dahn aus der Rordschweiz nach Vorarlberg und Tirol, die bei dem schweizerischen Dors Buchs über den Rhein über die feit dem Ende des Kriege- der wiederhergestellte Orienterpreh verkehrt. Seine Linienführung über diese zum Teil noch eingleisigen, vom eigentlichen Weltverkehr abgelegenen Strecken bedeutet übrigens verkehrstechnisch eine Torheit; als der Orientexpreh bald nach dem Friedensschluß wieder eingerichtet wurde, war es Frankreich das die Berührung deutschen Bodens durch diesen ältesten und berühmtesten aller europäischen Sxpreßzüge Hintern trieb. Statt dessen wurden die internationalen Reisenden auf Umwegen und Über Bahnlinien. die für einen schnellen Verkehr schon wegen ihrer Eingleisigkeit und ihrer durch Gebirgsländer führenden Trace höchst ungeeignet sind, von Paris nach dem Balkan und zurück befördert. Vielleicht fuhrt die möglicherweise viele Monate dauernde Unterbrechung des durchgehensührt. Und da nach den vorliegenden WÄdungen auch diese große Eisenbahnbrucke zerstört ist, so wird bie Wiederherstellung dieser internationalen Verbindung sicherlich längere Zeit erfordern. Sie führt ostwärts über die beiden Vorarlberger Städte Feldkirch und Bludenz nach Land eck und Innsbruck; es ist die Strecke, VUB.11ZM. München Hargi st er reich U. Zpzaro Bregen den Verkehr- auf der Strecke durch da- Heber- fchwemmungsgebiet In Liechtenstein und Vorarlberg dazu, daß die beteiligten Dahn Verwaltungen den Orientexpreßzug wieder auf seine ursprüngliche und einzig vernünftige Strecke, nämlich über Karlsruhe, Stuttgart und München, leiten. Besserung der Lage. Feldkirch, 27. Sept. (WTB.) Der Rhein- dämm bei Bendern wurde gestern abend gesprengt, um den Fluten einen Abfluß in den Rhein zu schassen. Die Sprengung hatte vollen Erfolg. Bel der Illrnündung wurden die Dämme geöffnet, so daß auch dort das Wasser abfließen kann. Die Rettungsarbeiten in Rogelb waren außerordentlich schwierig. Die Hälfte der Einwohner konnte gestern aus dem Ort herausgc- bracht werden. Heute will man an den Häusern entlang Seile spannen, um eine Art Fähre herzustellen. Rach Ansicht der Fachleute ist der Dammbruch bei Schaan durch Rückstauen des Rheins bei der E i s e n b a h n b r ü ck e verursacht worden. Die Generaldirektion der österreichischen Bundesbahnen teilt ebenfalls mit, daß sich die Lage im überschwemmten Vorarlberggebiet sehr gebessert hat. Die Fluten beginnen zurückzugehen. Der direkte Zugverkehr Wien — Vorarlberg- Schweiz — Paris wird nach wie vor über, die Strecke St. Margarethen — St. Gallen — Zürich geleitet. Auf der Brenner-Strecke ist die Unterbrechung südlich Franzenfeste bereits behoben. Bereits morgen wird zwischen Fran zenfeste und Grasstein ein Umstcigeverkehr mit Autos eingerichtet werden. Auf der Zillertal- Bahn ist der Verkehr teilweise wieder ausgenommen worden. Ein demokratischer Aufruf zum Sinbenburgtag. Berlin, 28. Sept. (Priv.-Tel.) Der Pa*r- teivorstand der Deutschen demokratischen Partei erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: „Sie deutschen Demokraten ehren den höchstem Repräsentanten der deutschen Ration, das erwählte Oberhaupt der deutschen Re- bublif und zeigen an diesem Tage die Reichsfarben Schwarz-rot-gold. Flaggen heraus!" Die Deutsch-Demokratisch« Partei von Groß- Berlin beteiligt sich am Sonntag an der Spalierbildung au Ehren des Reichspräsidenten. — Dieser Aufruf ist um so erfreulicher, als das Berliner Reichsbanner vor einiger Zeit den unverständlichen Beschluß gefaßt hatte, sich an der Geburtstagsfeier des Reichspräsidenten nicht zu beteiligen. Der Streit um die Westerplatte wieder vertagt. Stresemann spricht im DöLkerLundsrat für Danzigs Forderung nach Kontrolle des polnischen Munitionslagers auf Danziger Gebiet. Eine Begegnung Stresemanns mit Brianb. Genf, 27. Sept. (WB.) Dor dem Völker- bundsrat legte heute nachmittag Senats Präsident Dr. S a h m den Danziger Standpunkt zu den mit der Exterritorialität der Westerplatte zusammenhängenden Fragen gegenüber den vom Berichterstatter Villegas beantragten Entscheidungen wie folgt dar: „Es sind zwei durch Verträge und frühere Ratsbeschlüsse gesicherte Rechts begriffe streng ausein- aneerzuhalten. erstens die Festlegung und besondere Hervorhebung der Richtexterritorialität der Westerplatte, zweitens die Zubilligung und Ausübung eines bestehenden R u t- zun gs rechtes auf einem Teil des Danziger Staatsgebietes durch Polen. Aus dem Wortlaut des grundlegenden Abkommens vom Juni 1921 geht klar hervor, daß lediglich die Zusicherung der Richtexterritvriali- t ä t den Abschluß des Abkommens ermöglicht hat." Dr. Sahm betonte insbesondere, daß die Ausübung der Kontrolle der Sicherheitsvorschriften, die für Transport und Ladung von Explosivstoffen festgelegt sind, durch Danziger Beamte nicht dadurch überflüssig wird, dah Polen eine zivilrechtliche Verantwortung bei Eintreten von Explvsionsschäden trifft. Die Danziger Regierung, die für die Sicherheit und össenMchc Wohlfahrt des Staates und feiner Bürger zu sorgen hat, muß auch die Möglichkeit haben, die Erfüllung der Sichcrheitsvorschrifren zu kontrollieren und kann das nicht dem Militär einer fremden Regierung überlassen. Dr. Sahm wies dabei auf den nur 200 Meter von den Munitionsanlagcn entfernten, dicht bevölkerten Arbeitervorort Reufahrwaffer und auf die unersetzlichen werte an Bauten und üunstschähen Danzigs selbst hin, die auf dem Spiele stehen. Zur Regelung des Zolldienstes hob Präsident Dr. Sahm hervor, daß nach den bestehenden Vertragen zwar eine Zollunion zwischen Danzig und Polen besteht, dah aber die zollamtliche Kontrolle der Güter jeder Art, welche die im Versailler Vertrag festgesetzten Grenzen der Freien Stadt passieren, auMrücklich und vorbehaltlos von Danziger Zvllbe- am ten'ausgeüb t werden soll. Jede andere Regelung, bei der die Danziger Zollverwaltung nicht erfährt, was auf der Westerplatte in das Danziger Staatsgebiet eingeführt wird, ist ein ganz unmöglicher Zustand, der die Westerplatte zum Zollausland, also tatsächlich exterritorial macht. Zum Schluß wies der Danziger Senatspräsident auf die wachsende Llnruhe der Danziger Bevölkerung wegen des Bestehens des polnischen Munitionslagers auf der Westerplatte hin und gab der Hoffnung aller Kreise Danzigs Ausdruck, daß der Rat einen Weg finden möge, der Entscheidung ihren Gefahren in sich schließenden Eharatter zu nehmen. Der polnische Delegierte Straßburge>r betonte, daß er vom Berichterstatter ohne Erfolg verschiedene Abänderungen in dem Bericht erbeten hatte und erklärte, daß Polen die Westerplatte niemals als exterritorial betraget habe, daß es sich aber für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Sicherheit aus der Westerplatte verantwortlich halte. Dr. Stresemann unterstrich seinerseits, daß gar kein Zweifel über die Richtexterritorialität der Westerplatte bestehen könne und daß deshalb die Danziger Beamten zur Ausübung ihrer Funktionen das Recht haben, die Westerplatte zu betreten. Auch die Anwesenheit polnischen Militärs auf der Westerplatte könne daran nichts ändern, und es wäre ganz unmöglich, daß Präsident Sahm auf eine Anfrage im Senat über die Sicherheitsverhältnisse auf der Westerplatte etwa antworten würde, er sei für die bestehenden Gefahren nicht verantwortlich, obwohl die Westerplatte zum Gebiet der Freien Stadt Danzig gehöre. Dr. Sttesemann gab schließlich die Anregung. daß die beiden grundsätzlichen juristischen Fragen der Zollhoheit und der Verantwortlichkeit für die Sicherheitsverhältnisse auf der Westerplatte von dem Berichterstatter unter Hinzuziehung von zwei Juristen bis zum Dezember noch einmal eingehend geprüft werden. Der polnische Vertreter Straßburger wandte sich gegen diesen Vorschlag. Villegas sttmmte als Berichterstatter dem deutschen Vorschlag zu, desgleichen Senatspräsident Dr. Sahm, der gleichzeitig betonte, daß die beste Lösung der heiklen Frage in der Verlegung des Munitionsdepots bestehen würde. Schließlich wurde die Frage der Exterritorialität der augenblicklich umstrittenen ®in^effragen bis zum Dezember vertagt. G e n f, 26. Sept. (Wolff.) Einige Genfer Bericht' erftatter wollten gestern beobachtet haben, daß die Minister Stresemann und B r i a n d eine per sönliche Begegnung zu vermeiden schienen. Fetzt wird von den verschiedensten Seiten übereinstimmend berichtet, daß die beiden Minister gestern nachmittag in dem kleinen Salon des Hotels „Viktoria", der den Zugang zum Reformationsfaal bildet, sich wie zufällig getroffen und zu einer längeren ange regten Unterhaltung an einem Tische Platz genommen hätten. Außenminister Briand ist, ent gegen seinen ursprünglichen Dispositionen, bereits heute mit dem Mittagszuge nach Paris ab g e r e i st. Die d e u t s ch e Delegation verläßt morgen abend Genf und trifft am Donnerstagnach. mittag in Berlin ein. Reichsaußenminister Dr. Stresemann beabsichtigt, auch dann von Gens abzureisen, wenn der Rat auf morgen nachmittag noch eine Sitzung anberaumen sollte. Die Arbeitsteilung des Völkerbundsrats. Genf, 27. Sept. (WTB.) In seiner heuti- gen Geheiinsihung hat der Rat die Berichts- materien auf seine Mitglieder neu verteilt, wobei Deutschland wiederum die Berichterstattung über die W i r t s ch a s t s f r a g e n zu« gewiesen erhielt, während die Berichterstattung über das Saargebiet beim italienischen Ratsmilglied und über Danzig beim chilenischen Ratsmilglied liegt Den drei neuen Rats- milgliedern Finnland. Kuba undKanada wurde die Berichterstattung über Finanz- fragen bzw. Presse fragen und Kinderschutz übertragen. Außerdem beschloß der Rat, Belgien, die Tschechoslowakei und Griechenland zur Entsendung je eines besonderen Kenners der Entwicklung der Sicherheitsfrage in den für diese Fragen zu bildenden Son^rausschuh aufzusord^n. Die Schlußsitzung der Dölkerbundsversammlung. Gens, 27. Sept. (Wolfs.) Die Völkerbunds- Versammlung hat in ihrer heutigen Schlußsitzung die Einberufung einer ersten Juristenkonferenz zur Kodifizierung des internationalen Rechtes beschlossen, welche die drei Rechtsmaterien: Staa- trrÄostgkett, Bereich der Hohettsgewäss« und Haftpflicht deS Staates für Ausländern auf seinem (Sebiete zugefügte Schäden behandeln unb tm Iahre 1929 im Haag abgehalten werden soll. In seiner Schlußrede würdigte Präsident G u a n i die Qlrbeiten der achten Völkerbunds- Versammlung: er hob insbesondere in bezug auf Vie Arbeiten des Abrüstungsausschuss ses hervor, daß die erzielte Verständigung weit größere Tragweite habe, als die Beschlüsse des Abrüstungsausschusses in früheren Jahren. Run- mehr könne man die Prüfung des Gesamtkomplexes der Grundsätze, Schiedsgericht, Sicherheit und Abrüstung, die die Grundlagen eines organisierten Friedens sein müßten, aufnehmen. Mit einem Lleberblick über die Arbeiten schloß der Präsident kurz nach 12,30 Uhr die achte Völkerbundsversammlung. Gemeinden und Besoldungsresorm. Gegen eine Deckung der Mehransgaben durch die Steuer- und Tarifschraube. Eigene Drahtmeldung, des „Gießener Anzeigers". Berlin, 28. Sept. Es ist wohl nicht zu bestreiten, daß unsere Gemeinden heute ganz andere finanzielle Sorgen haben, als vor dem Kriege. Ihr Aufgavenkreis ist wesentlich größer, dagegen ist die Leistungsfähigkeit der Steuerzahler nicht im gleichen Tempo gewachsen. Vielfach müssen sogar noch Mindereinnahmen bet den Stcuerarten festgestellt werden, die den Gemeinden verblieben sind, während auf der anderen Seite von den Ländern für einen entsprechenden Ausgleich nicht gesorgt werden kann. Wir begreifen und verstehen die Sorge durchaus, mit der so manche Kommunal verwalt img der Besoldungserhöhung entgegensisht, die sie, wie jeder andere für durchaus berechtigt und notwendig hält, nur daß sie nicht weiß, auf welchem Wege die Mehrausgaben gedeckt werden sollen. Jetzt ist vom Vorstand des Reichs st ädte- b u n d e s , der hauptsächlich di« mittleren und kleineren Gemeinden umfaßt, in einer Entschließung auf die Lasten hingewiesen worden, die den Kommunen aus der Be'foldungsreform und dem Schulgesetz erwachsen. Sollten Reich und Länder keine Mittel zur Verfügung stellen, so bliebe nur eine Erhöhung der Real steuern und der G e - meindetarife übrig. Wir möchten uns der Erwartung hin geben, daß wir es hier nur mit einer leeren Drohung zu tun haben. Aber glaubt der Vorstand des Reichsstädtebundes einen Ausweg aus der Finanznot der Gemeinden gefunden zu haben, wenn er die Gehaltszulagen der Beamten auf diese Weise zum Teil illusorisch macht und dazu noch den Anstoß zu allgemeinen Preiserhöhungen, unter denen alle gleichmäßig zu leiden haben, gibt? Das ijt doch wohl kein Dienst am Volke. Der Vorstand hätte entschieden richtiger gehandelt, wenn er mit einem Appell an die Sparsamkeit der Gemeinden und ihrer Bürger 'hervorgetreten wäre und, was ebenso notwendig ist, von der Reichsregierung energisch- Maßnahmen verlangt hätte, gegen die sich bereits bemerkbar machende Teuerungswelle einen Damm auf- zurichten. Das neue preußische Studentenrecht. Die Verordnung des Kultusministers Dr. Becker. Berlin, 27. Sept. (WB.) Di« neue „Verordnung ftfcer die Bildung von Studentenschaften" ist vom preußischen Staatsministerium beschlossen und soeben dem Staatsrat »ugeleitet worden. Vach der Verordnung wird bi« Studentenschaft der einzelnen wissenschaftlichen Hochschulen von dem zuständigen Minister staatlich anerkannt und wird verfassungsmäßiges Glied der Hochschule, wenn die mitglierfchastsberechtig- ten Studenten in einer gleichen und geheimen Abstimmung, die unter Leitung des Rektors bis zum 15. Dnember 1927 erfolgt sein muh, beschlossen haben, eine Studentenschaft zu bilden. Die dann gebildete Studentenschaft besteht aus den an der Hochschule eingeschriebenen reichs- und auslanddeutschen Studenten. Die Studentenschaft kann sich mit Organisationen, die an anderen deutschen Hochschulen bestehen, vereinigen, sofern diese Organisationen alle reichs- und auslanddeutschen Studenten umfassen und sofern die Satzungen solcher Gesamtvereinigungen nicht imWiderspruch mit der preu ß i scheu Verordnung stehen. Der schon bisher bestehende Dermö- aensbeirat der einzelnen Studentenschaften hat Die Aufgabe, die Vermögensverwaltung und die Kassenführung der Studentenschaft zu überwachen und die Studentenschaft bei allen wirtschaftlichen Maßnahmen zu beraten und zu unterstützen. Der Haushaltsplan der Studentenschaft, auf Grund dessen die Beiträge erhoben werden, bedarf der Genehmigung des Ministers und des DrrmögenSbeirates. Vorschüsse für Uriegsbeschäüigte unö -Hinterbliebene. Berlin, 27. Sept. (Wolfs.) Der Reichs- tagsausschuh für Kriegsbeschädigtenfragen befaßte sich am Dienstag mit der Frage der Gewährung von Vorschüssen auf die nach der Novelle zum Rerchsversorgungsgeseh zu erwartende Erhöhung der Militär- reute. Der Ausschuß beschloß, auch den K r regsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen Vorschüsse zu zahlen. Zur Dkrmeioung von technischen Schwierigkeiten soll ledoch hier die Regelung in der Wei'e erfolgen, daß die Vorschüsse für die Monate Oktober und Rovember gleichzeitig und zwar zusammen mit der Rente von Rovember gezahlt werden. Als Zahlung wird in diesem Falle voraussichtlich der 2 7. Oktober m Frage kommen. Der Vorschuß selbst beträgt bei den Beschädigten monatlich etwa 25 Prozent der bisherigen Rente. Infolgedessen erhalten die Geschädigten Ende Oktober zu ihren gesetzlichen Renteubeiügen nicht wie bisher, eine Rentenerhöhung von 22 Pro- -ent. sondern unter Zusammenfassung der Ro° vemberrente und der Vorschüsse für Oktober und Rovember eine solche von 80 v. H der Grundbeträge. Bei den Hinterbliebenen ist für die gemeinsame Zahlung eine Renten erhöh ung von 40 v. H. vorgesehen, Die Zusahrentensahe werden in der bisherigen Höhe weiter gezahlt. lin nayen- •VaJderjuM- modtn @11 Dienstag, den 27D. tf27 Wa6endf. ort» 11 n,-, ■ß ($) O MUnW Hessischer Landtag. Darmstadt, 27. Sept. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung 10y2 Llhr und teilt mit, daß Abg. Felder sein Mandat niedergelegt habe: sein Rachfolger ist Gewerk- schaftssekretär W e f p. Für den verstorbenen Abg. (Minister) von Brentano ist Rektor Winter in den Landtag eingetreten. Präsident Adelung widmet sodann dem verstorbenen Minister von Brentano folgenden Rachruf: Meine Damen und Herren! Am 21. Iuli d. Is. ist einer der ältesten und bewährtesten Parlamentarier und Staatsmänner des Hessenlandes, der Abgeordnete und Minister des Innern und Der Iusliz, Herr Otto von Brentano, im Alter von 72 Iahren dahingeschieden. Seit dem Iahre 1897, also über 30 Jahre, hat der Verstorbene dem hessischen Parlament angrhört. Mitglied der hessischen Regierung war er ununterbrochen seit dem Rovember 1918. Aus Anlaß seiner 25jährigen Mitgliedschaft und später anläßlich seines 70jähvigen Geburtstages hat der Landckag den Kollegen von Brentano in herzlichster Weise geehrt und seine Verdienste um Land und Volk gewürdigt. Run ist er von uns geschieden. Wir haben in tiefer und aufrichtiger Trauer an seinem Grabe gestanden. Er war in schwerer und stürmischer Zeit unserem Lande und Volke ein treuer Führer und Vrrater. Uns allen war er ein lieber Kollege. Im Ramen des Landtags habe ich an der Bahre Otto von DrentanoS Worte des Gedenkens gesprochen und unsere Wertschätzung, unsere Verehrung und unsere Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht. Der Rame und das Andenken Brentanos werden im Hessenlande fortleben. Sie haben sich zum Andenken an den Verstorbenen von den Sitzen erhoben. Ich danke Ihnen. Staatspräsident Ulrich Meine Damen und Herren ich schließe mich den ehrenden Worten des Herrn Präsidenten unseres Hohen Hauses an. Die Regierung hat mit dem Ableben des Herrn von Brentano ein schon von Anfang an, seit der Llmwälzung im Lande, tätig gewesenes Mitglied der Regierung verloren. Sie wird dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. Run habe ich in Ergänzung dessen eine Art redaktioneller Aenderung meiner Erklärung vom 27. Iuni 1927 vorzunehmen. Ich habe nach dem Ableben des Herrn Ministers von Brentano seinen Stellvertreter, Herrn Minister Kirnberger, in gleicher Weise wie bisher ins Gesamtministerium berufen: sodann habe ich den Herrn Finanzminister Henrich zu meinem Stellvertreter berufen. Ich bitte das Hohe Haus, diesen Berufungen beizutreten. Hiergegen erhebt sich kein Widerspruch. (Sine Reihe von Regierungsvorlagen wird hierauf dem Hause zur Kenntnis gebracht. Der Regierungsvorlage bett, die Rachweisungen über die Staats- Einnahmen und -ausgaben für das Haushaltsjahr 1922 wird debattelos zugestimmt. Es folgt die Beratung des Gesetzentwurfs über die Ruhegehaltsverhältnisse und die Hinterbliebenenversorgung der Mitglieder der Regierung sowie des Antrages Glaser und Gen. über die Abänderung des Mintsterpen- sivnsgesetzes. Abg. Kindt lDntl.) spricht gegen die Vorlage, die dem hessischen Volke große Lasten auferlege. Gegen die Stimmen der Deutschnattonalen und der Kommunisten wird die Vorlage ange- genommen. Eine Regierungsvorlage über die Besetzung von Kreis- und Stadtschul- ratSstellen wird ohne Aussprac^ angenommen, ebenso eine Regierungsvorlage über Staatszufchüsse zu Kraftwagen- ltnien in Hessen (40 000 Mark statt bisher 20 000 Mark). Ferner findet ein Gesetzentwurf über die Grund st euer der Gemeinden und Gemeindeverbände für das Rechnungsjahr 1927 in zwei Lesungen gegen die (Stimmen der Kommunisten Zustimmung. Rach diesem Gesetzentwurf soll die Steuer nochmals nach dem Modus von 1926 erhoben werden, da das Reich im Iahre 1928 eine Reuordnung vornimmt. Eine Regierungsvorlage, die 120000 Mk. Slaatsbeihilfe für den notleidenden Eisenerzbergbau in Oberhessen verlangt, erregt den Widerspruch der tommuni» stischen Abgeordneten Galm und Frau Roth, die heftige Angriffe gegen die Sozialdemokratie richten. — Minister Raab schildert die Verhältnisse des oberhessischen Bergbaues, die zu dieser Vorlage führt. Der oberhessiichr Bergbau war am Erliegen, viele Gruben mußten still gelegt werden, und zwar wegen der ausländischen Konkurrenz. Dem einheimischen Bergbau war eS nicht möglich, aus eigener Kraft gegen diese Verhältnisse anzukämpfen und alle Bemühungen, die Arbeitslosen unterzubringen, scheiterten, bis schließlich die Reichsregierung sich bereit erklärte, eine Mark für jede geförderte Tonne zuzulegen, wenn die Länder den gleichen Vetrag zuschießen. Preußen hat sofort zage- stimmt. Was wäre nun In Hessen geschehen?.' Die Gruben wären gänzlich still gelegt und sämtliche Arbeiter entlassen worden, außerdem hätten Staat und Gemeinden die Gewerbesteuer verloren. Hessen hat dieselbe Regelung angenommen, sämtliche Arbeiter haben wieder Arbeit gefunden und die Industrie ist wieder aufgelebt. Am 30. September hören die Zuschüsse auf, weil die Industrie jetzt so weiter arbeiten kann. Der Minister bittet, die Vorlage anzunehmen, dem Lande und den Arbeitern werde damit ein Dienst erliefen. — Der Ausschuß antrag wird gegen die Sttmmen der Kommunisten an g e - nomm en. Zu einem Antrag bet Abg. Dmgeldey u. Gen. über die Besoldung der Hauswarte, Amtsgehilfen usw. in Gruppe 1 und 2 bet Besoldungsordnung hat der zuständige Ausschuß beschlossen, den Antrag der Regierung zur Berücksichtigung zu empfehlen: das Haus tritt diesem Beschluß bei. Ein Antrag der Abg. Weckler, Blank und Heinstadt über die Reu- ausstellung der Rentenbankgrund'chuldbescheide wird durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Ein Antrag der Abg. Blank. Weckler u. Gen. wegen Beseitigung dec Spanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen w.rd ebenfalls für erledigt erklärt. Inzwischen ist ein kommunistischer Mißtrauens an trag gegen den Minister für Arbeit und Wirtschaft eingegangen, der durch ftine heutige Rede die Arbeiterschaft provoziert hätte. Präsident Rutz macht darauf aufmerksam, daß der Antrag nicht sogleich, wie ii, Kommunisten wollen, sondern nach Artikel 41. Abs. 2. bet Geschäftsordnung erst morgen beraten und darüber abgestimmt werden kann. Ein Antrag der Abg. Freiherr von Hehl und Ruh auf Befreiung aller Berufsfischer von der Zahlung des Aischereipacht-Luxusslempeis wird jetzt beraten, worüber Abg. Lux Bericht erstattet. Die Regierung hat hiernach eine Antwort erteilt, nach der sie gewillt ist, bei Härten entgegenzukommen, aber ein allgemeiner Steuererlaß könne nicht befürwortet werden. Der Ausschuß hat beschlossen, den Antrag durch die Re- giern ngs antwort für erledigt zu erklären. — Abg. Freiherr von Heyl (D. V.) bemerkt hierzu: Es handelt sich hier um eine grundsätzliche Frage. Die Fischer zahlen Pacht und Einkommensteuer. außerdem werden sie noch mit einer Luxus steuer belegt wie die ILger. DieIagd ist ein Sport, ein Luxus, während es sich hier um Berufssischer handelt, alles mittellose Bürger, die auf ihren Beruf angewiesen sind. Von diesen darf man nicht noch einen Luxusstempel verlangen. Andere Länder, wie Bayern, Württemberg und Preußen kommen den Berufs» fischern steuerlich sehr entgegen; zumeist erheben sie gar keine Lurussteuer. In Hessen ist auch der Begriff „ Beruf sfischrr" eigenartig gefaßt. Ist unter einer Vereinigung von mehreren Fischern einer, der nicht Fischer im Hauptberuf ist, so haben sie 20 Prozent Luxussteuer mehr zu zahlen. Die Beträge, die von den Derufs- fischern erhoben werden, sind als Einnahmequelle nicht so wesentlich, daß sie für den Staat ins Gewicht fallen. In Worms werden 370 Mark erhoben: das macht für den Staat nicht viel aus, wohl aber viel für die Berufsfischer. Der bayerische Staat hat 9 Fischereisachverständige im Hauptberuf, Hessen feinen; bei dieser Sachlage sollte man den Berufssischern doch entgegen* kommen, da sie ganz geringe Ansprüche an den Staat stellen. Der Staat könnte ganz gut auf diese Einnahme verzichten. Der Redner bittet am Schluß seiner Ausführungen, seinen Antrag an* zunehinen. Abg. Ruß (Zentr.) erklärt, es handelt sich um eine soziale Llngerechtigkeit, wenn Leute, die einem Gewerbe nachgehen, mit einer Luxussteuer belegt werden. Abg. Lux (Soz.) meint, was hier von der Luxussteuer der Beruf sstscher gesagt sei, gelte auch für viele andere Berufe. Wenn eine Rotlage vorliege, so könne ja nach den Vorschlägen der Regierung verfahren werden. Abg. Dr. Werner (Dittl.) unterstützt einen Antrag, die Sache an den Ausschuß zurückzu- verweisen. — Das Haus beschließt, den Antrag an den Ausschuß zurückzuverweisen. Bei einem Antrag des Abg. Glaser unb Genossen zur Erhöhung des Zuckerzolls weist Abg. Dr. Müller (Bbd.) auf den Hackfruchtbau hin, der an dem Zoll sehr intereffiert sei. Hessen habe im Reichsrat gegen den Kar- tvffelzoll und zunächst für den Zuckerzoll, dann aber gegen ihn gestimmt un? d..durch gegen die Interessen der Laudwi'tfchast. Abg. Kindt (Dntl.) bemerkt, die Regierung hat versagt, wo sie den kleinen Landwirten hätte helfen können. Die Landwirtschaft wird sich das merken müssen. Abg. Ängermaier (Komm.) führt aus, daß nur die Großlandwirte ein Interesse am Kartosfehzoll hätten. Minister Raab erwidert, die Regierung hätte das Allgemeininteresse der Volksgenossen wahrnehmen müssen, nicht bloß das der Landwirte. Damals, als eine reiche Kartoffelernte erwartet werden konnte, stimmten wir gegen den Kartoffelzoll. In der ersten Beratung deS Zuckerzolls stimmten wir dafür, weil die Inlandsteuer gesenkt werden sollte; als das nicht geschah, haben wir dann dagegen gestimmt. Aba. Dr. Müller (Bbd.) legt bat, daß auch der kleine Dauer und auch der Landarbeiter an der Zollhöhe interessiert ist. Der Antrag Glaser und Gen. wird dann gegen die Stimmen bet Rechtsparteien angenommen. Es folgt als wichtigster Punkt der Tagesordnung die Beratung über den Entwurf eines zweiten Gesetzes zur Abänderung der hessischen Verfassung vom 12. Dezember 1919. Abg Kaul, der hierüber Bericht erstattet, verliest die Verfassungsänderungen. Dem Artikel 20 der Verfassung soll der Satz angefügt werden: „Die Wahl des neuen Landtags soll vor Ablauf dieser Zeit ftattfinben.“ Der Artikel 22 der Verfassung soll folgende Reufassung erhalten: „Set Landtag tritt kraft eigenen Rechts am 18. Tage nach der Reuwahl am Sih der Landesregierung zusammen. Fällt einer der vorgenannten Tage auf einen Sonn- oder Feiertag, so tritt der Landtag erst am darauffolgenden zweiten Werktag zusammen." Fetner liegt ein Initia-ivgesehentwurf d:r Abg. Schreiber unb Gen. vor, der statt dreijähriger vierjährige Wahlperioden einführen will. Dieser Entwurf ist vom Ausschuß gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen worden: da eS sich um eine Verfassungsänderung handelt, ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Weiter teilt Abg Kaul den Entwurf eines Gesetzes mit, um zu verhindern, daß Splitterparteien sich an den Wahlen beieiligen können. Die Wahlvorschläge müssen von 7000 Wählern unterzeichnet fein' und 5000 Mark sind bei dem Wahlleiter zu hinterlegen, wenn eine Partei I noch nichi im Land:ag vertreten war. In der Abstimmung wird die Abänderung der | hessischen Verfassung einstimmig angenommen, lieber den Antrag Schreiber (Demokrat) wird namentlich abgestimmt. Es wird festgestellt, daß 55 Abgeordnete anwesend sind, wovon 35 mit Ja und 20 mit Rein stimmen; die Zweidrittelmehrheit ist damit nicht erreicht und der Antrag a b g e - lehnt. Der Regierungsentwurf über die Abänderung des Landtagswahlgesetzes wird gegen die Stimmen der Kommtmisten angenommen. In beiden Lesungen wird die Regierungsoor- lage angenommen, in der dis Regierung ermächtigt wird, Staatsanleihen im ©efamtbetrage von 12,6 Millionen Mark aufzunehmen, wovon 8 Millionen für Bodenverbesserungen, 4 Millionen für Wohnungsbau und 600 000 Mark für Früh- gemüfefulturen verwendet werden sollen Nächste Sitzung Mittwoch. Die Landlagskandrdalen des Bauernbundes. Frankfurt a. M., 27. Scpt. Der erweiterte Landesausschuß des Hessischen Landbundes beschloß, keine Landesliste, sondern Provinzlisten aufzustellen. Für die Provinz Oberhessen werden an den ersten Stellen der Liste kandidieren: Dr. yon Helmolt, Nieder - Wöllstadt, W. Fenchel, Oberhörgern und Dr. L e u d) t g e n s , Friedberg. In der Provinz Starkenburg sind die Spitzenkandidaten K. Glaser, Nordheim, Dr. Müller, Darmstadt, und Joh. G u ß m a n n II., Eberstadt. Die vollständige Aufftellung der Liste wird demnächst erfolgen. Die deutschnationalen Landtagskandidaten. Vom Landesverband Hessen der Deutschnatio- nafen Volkspartei wird uns geschrieben: Der Landesvorstand der Deutschnationalen Volkspartei in Hessen hat in seiner Sitzung zu Frankfurt a. M. am 24. d. M. beschlossen, bei den Landtagswahlen mit Provinzlisten vorzugehen und hiernach, indem er den Provinzoertretungen die Vervolkständigung der Listen überließ, die folgenden Kandidaturen aufgestellt. Für Starkenburg: 1. Landtagsabgeordneter Kindt, Darmstadt. 2. Frau Landtagsabgeordnete Heraeus, Offenbach a.M. 3. Forstmeister Die r sch, Erbach i.O. 4. Kaufmann Keifer, Offenbach a. M. Für Oberhessen: 1. Reichs- und Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Werner, Butzbach. 2. Landwirt und Bürgermeister Vissel, Griedel. 3. Studienrat Dr. Lenz, Gießen. 4. Landwirt und Altbürgermei ter Knecht, Mittelgründau. Für Rh ei nhes sen: 1. Amtsgerichtsrat Böhm, Mainz. 2. Landwirt Schoenfeld, Wendelsheim. 3. Berussfeuerwchrmann Groß (Deuischnatio- na (er Arbeiterbund), Worms. 4. Landwirt Schach-Werntz, Offstein. 5. Lchrer Flach, Mainz. Sämtliche bisherig? Abgeordnete der Partei wurden mit Einstimmigkeit wieder aufgestellt, mit Ausnahme des Herrn Abg. Prälaten Diehl, der lediglich wegen der Verdoppelung seiner amtliä-en Arbeitslast infolge des Todes des Herrn Geheimrats Bernbeck von feiner erneuten Nominierung a b - zusehen bat. Aus aller Welt. Wo steckt Könnecke? Bei den Berliner zuständigen Stellen sind noch keine Rachrichten über den Verbleib K önn eckes und seiner beiden Begleiter cingcgangc-n, so daß die Dermu tung, daß das Flugzeug zur Rotlandung in einem unwirtlichen Gebiet gezwungen worden ist, an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Als auffällig wird bezeichnet, daß auch die türkischen Funkstationen kein Zeichen empfangen haben, obwohl das Flugzeug mit einem Sendeapparat ausgerüstet ist. Während auch Konstantinopel keine Rachricht über den Aufenthalt der Flieger erhalten hat, meldet die Anatolische Telegraphen-Agentur, daß Könnecke seinen Weiterflug von Angora aus überhaupt noch nicht angetreten habe. Rach einem soeben eingetroffenen Funkspruck deS Reuterbureaus soll Könnecke entgegen den von der anatolischen Telegraphen-Agentur gemeldeten Dispositionen am Dtenstagvormittag von Angora abgeflogen und Im Laufe der Rächt in Bagdad etngetroffen sein. Don hier aus gedenke er am Donnerstag den Weiterslu g an^utreten. Die Wetterlage. OWonteofo5.0 neittr Omid oedeotL ®*oiKig. eototcxv * Schnee o Oraupem ■ NeDtt K GewnTer.(§)'<-lnd$tiilc.«O-> Mhf leichter Ost y «»r^ge- 5ud$tidwe$i Q stürmischer nordwcit tue Pfeile fliege m't dem wmde Pie oooen Stationen stehenden iahten geben die Temperatur an. Pie unten eerDmden Orte mit fiteunciB tut fleeresni/eau umaerechneten Luftdruc» 'L-ckttervorarr-sage. Der Vorstoß des Azorenh-ochs von Südwesten erstreckt sich heute über ganz Mitteleuropa und das Barometer ist auch in unserem Gebiet bis auf fast 770 Millimeter angestiegen. Reben vielfacher Rebelbildung ist heute in Deutschland auf» heiterndes Wetter vor^rrschend. Das über Island schon gestern erkennbare neue Depressions* aebiet hat sich weiter vertieft und mehr an Ausdehnung gewonnen, so daß seine Ausläufer heute morgen bereits bis nach Irland und Schottland vorgreifen. Wettervoraussage: Rach kühler Rächt und stellenweiser Rebelbildung tagsüber Erwärmung, vielfach aufheiternd und trocken. Witterungsaussichten für Freitag: Wetterlage unsicher. Lufttemperaturen am 27. September: mittags 14,2 Grad Celsius, abends 7,6 Grad Celsius; am 28. September: morgens 4,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 27. Sep? tember: abends 12,6 Grad Celsius: am 28. September. morgens 8,9 Grad Celsius. Maximum 14,2 Grad Celsius, Minimum 3,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: vier Stunden. Aus der Provinzialhauptstadt. ©tcfjen, den 28. September 1927. Kartoffelernte - Allerweltsernte Die Kartoffelernte ist eine Allerweltsernte: Denn Kartoffeln werden von viel mehr Leuten angebaut als Getreide. Sie baut der größte Grundbesitzer an, der große und kleine Bauersmann: aber auch viele Bewohner der mittleren und lleineren Städte haben noch ihr Kartoffelland, und andere pachten sich ein Stück. Kartoffeln pflanzt dec Handwerksmeister an, der Tagelöhner, der Eisenbahner, der kleine Krämer im Dorfe, und selbst um die großen Städte sieht man in den Schrebergärten überall Kartoffel- beete. Wie sich draußen Kartoffelfelder manchmal kilometerlang hinziehen. Hunderte von langen Furchen in Reih und Glied, so gibt es andere, die nur wie ein schmales Handtuch oder wie ein Teppich in der Flur liegen. Bucklige Derg- und Hügelkuppen sind mit Kartoffeln bestanden, in schmalen Furchen, mir ein paar Fuß breit, ziehen sich Kartoffelstauden an Waldesrändern oder an Felsvorsprüngen hin, und in kurzen verbogenen oder auSgeeaten Beeten stehen Kartoffeln auch gleich neben dem Ei'enbahndamm. Daher hat auch di« Kartoffelernte ein so verschiede Aussehen. Aus den großen Besitzungen riesige Kastenwagen, in die von Tagelöhnern Korb auf Korb entleert wird, bei den „kleinen Leuten" an den Rändern der Kartoffelfelder nur Handwagen, Schubkarren und ähnliche Gefährte. Ist das Kartofselherausnehmen auf größeren Besitzungen eine landwirtschaftlich« Arbeit wie jede andere, so ist es bei denen, die nur über ein Stückchen Kartoffelland verfügen, etwas Besonderes, eine Abweichung vom gewöhnlichen Tageslauf, urrd für die Kinder, die auch dabei sein müssen, werden die Tage der Kartoffelernte oft zum Fest, zu einer abwechslungsreichen Zeit. Zwar müssen recht häufig auch die Kinder bei der Arbeit helfen, aber es kommt doch recht bald eine Gelegenheit, sich zu drücken. Dann wird Kar- toffelrraut zusammengesucht und bald lodert das Feuer empor. Auch über andere Felder ziehen die grauen Schwaden der Kartoffelfeuer, so daß oft ein paar Dutzend solcher Feuer in kurzen Entfernungen nebeneinander brennen, prasseln, schwelen und rauchen. Wie Schildwachen stehen ringsum aus den Feldern die prall gefüllten Kartofselsäcke, manche sind erst halb gefüllt und sehen aus wie Zwerge. Dann setzt eine Pause ein. Kaffeekannen wandern zum Wärmen in dos Feuer, cS werden Sitzplätze hergerichtct, die Butterbrote hervocgeholt. AaS KarwffelbcrauS- nehmen ist eine recht harte Arbeit. Das merkt besonders der. der gewöhnlich ander«, weniger anstrengende Arbeiten verrichtet. Aber auch diese Last muß auf sich genommen werden. Rach De- errdigung der Grnte ist eS auch ein sehr schönes Gefühl, im Winter mit Kartoffeln versorgt zu sein, Va'ür feine Ausgaben machen zu müssen Lieber die .Kartoffel gibt es auch manche Sinn- sprüch« und Lieder. Rur ein Kartoffellied soll hierher gesetzt werden, eins von dem alten deutschen Bolksschriftsteller Matthias Claudius. Darin heißt es: Schön rötlich die Kartoffeln sind Lind weiß wie Alabaster! Sie däun sich lieblich un6 geschwind Lind sind für Mann und Weib und Kind Ein rechtes Magenpflaster. A. M. Die Miete in Hessen. DaS hessische Gesamtministerium gibt bekannt: Auf Grund der Reichsverordnung vom 11. März 1927 über die Festsetzung einer Mindesthöhe der gesetzlichen Miete wird gemäß Ar» titel 9 der hessischen Ausführungsverordnung zum Reichsmietengesetz nach Anhörung von Interessenvertretungen und Sachverständigen folgendes bestimmt: Die gesetzliche Miete wird mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 a b bis auf weiteres auf 120 Prozent («in- hundertzwanzig Proz.) der Friedensmiete festgesetzt. Hierin befindet sich ein Zus hlag für laufend« Instandsetzungskosten von 17 Prozent der Friedensmiete. Gleichzeitig Word dec gewerbliche Zuschlag für Räume mit einer Friedensmiete von 601 bis 1800 Mk. einschließlich auf geh oben und derjenige für Räume mit einer Friedensmiete von 1800 Mk. von 10 auf 5 Prozent herabgesetzt. Die bisherige Regelung, daß daS W a s s e r g e l d nur bis 2l/j v. H. der Friedensmiete in der gesetzlichen Miete enthalten ist und daß der übersteigende Betrag aus die Karten im Vorverkauf bei den vorf ähr enden Firmen und an der Tageskaffe Mieter umAelegt werden kann, fällt weg. Die geltende Sonderbestimmung für Abortgruben- Entleerung bleibt bestehen. Bornotizen. — Deutsche Dolkspartei. Anläßlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten veranstaltet die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Vollspartei am Freitag, 30. d. M.. abends 8Vr im »Hindenburg" einen Familienabend. Die Ansprache, die Prof. Dr. R o l o f f übernommen hat, wird von musikalischen und deklamatorischen Darbietungen umrahmt werden. Mitglieder und Freunde der Partei werden gebeten, sich an dieser Veranstaltung zahlreich zu beteiligen. (Siehe heutige Anzeige.) — Tageskalender für Mittwoch. Palast-Lichtspiele: „Mein Heidelberg, ich kann dich nie vergessen".— 10.45 Uhr: Nachtvorstellung: „Die Geschlechtskrankheiten". — Astoria-Lichtspiele: „Der Zusammenbruch". Daß ein Ehepaar in die erfreuliche Lag« kommt, einmal eine Wohnung mieten zu können, ist selbst in der Zeit unserer heutigen Wohnungsnot dec Fall. Kommen sie dann zu dem Hauswirt, so legt dieser meist den größten Wert darauf, daß oer Mietvertrag nicht nur vom Ehemann. sondern auch von der Ehefrau unterschrieben wird. Das tut der Hauswirt zu seiner ganz berechtigten eigenen Sicherheit, um vor allen Dingen sein gesetzliches Pfandrecht für seine Forderungen an den eingebrachten Möbeln der Eheleute notfalls ausüben zu können. Hat nur der Ehemann den Mietvertrag unterzeichnet, so ist es oft schon vvrgelommen, daß bei Zahlungs- schwierigkri'en deZ v emanns. wenn der Hauswirt zur Pfändung der eingebrachten Möbel schreiten wollte, sich herausstellte, daß diese der Ehefrau gehörten, und ihm somit die Möglichkeit genommen wurde, seine Rechtsansprüche zu verwirklichen. AuS der Tatsache, daß bei einem Ehepaar beide Teile den Mie.v.rtrag unte.-schrieben haben, Wird aber nun weiter vielfach der Schluß gezogen, daß nunmehr auch jede Erklärung, die dem Hauswirt gegenüber abgegeben wird, von beiden Ehegatten gemeinschaftlich abgegeben werden muß. das vor allem für den Fall einer evtl. Kündigung. Es könnte in der Folge davon da m dazu kommen, daß der Ehemann ficy zur Räumung der Wohnung verpflichtet, die Ehefrau sich aber weigert, dasselbe zu tun, und der Hauswirt in eine schwierige Lage geräl. Diese Ansicht, daß Erklärungen gegenüber dem Hauswirt von beiden, den Mietvertrag unterschrieben i Ehezarten , abgegeben werden müssen, ist aber irri - Rach der Rechtsprechung des K.G. (17. 3.6.17. ü. 11002,23) (Jur. Wochenschrift 32/1627) ist es dabei gleichgültig, ob die Ehefrau den Mietvertrag als selbständige Mieterin neben ihrem Gatten abgeschlossen, oder ob sie diesen Vertrag nur zum Zwecke der Mithaftung für den Mietzins mit unterschrieben tat. In diesem Falle hätte die Ehefrau selbständige Rechte aus dem Mietvertrag überhaubt nicht erlangt. Aber auch für den Fall, daß die Ehefrau als selbständige Mieterin neben ihrem Ehemann Gesamtgläubigerin der Rechte aus dem Mietvertrag geworden ist, kann sie aus dem Mietvertrag kein Recht auf Lleberlassung der Wohnung geltend machen, wenn der Ehemann sich zur Räumung der Wohnung, was ja auch durch eine Kündigung geschieht, verpflichtet. In solchem Falle spricht bei der zwischen den Eheleuten bestehenden ungeteilten ehelichen Genreinschaft ohne weiteres eine Vermutung für die Vollmacht des Ehemannes zum Handeln für die Ehesrau. Es kann nach allgemeiner Lebenserfahrung nicht angenommen werden, daß bei einer bestehenden Ehe ein Ehegatte allein in der Wohnung zurückblriben will und soll. Es kann vielmehr mit rechtlicher Wirksamkeit angenommen werden, daß. wenn Eheleute Räume als gemeinschaftliche Wohnung mieten, nach dem übereinstimmenden Willen der Vertragsparteien hinsichtlich der gemeinschaftlichen Rechte der Eheleute während der Dauer der Ehe auch Erklärungen d«S Ehemannes allein dem Vermieter gegenüber maßgebend sein sollen. Der hier vom Kammergericht eingenommene Rechtsstandpunkt entspricht auch der Stellung, die das Gesetz allgemein dem •* Sammeltag der BahnhofSmis- s i on. Am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Oktober, hält die hiesige Dahnhofsmission den durch die Behörden genehmigten Sammeltag ab. In den dem Publikum zugänglichen Räumen des Bahnhofs lDorhalle, Wartesäle) und auf dem Bahnhofsplatz werden die Sammlerinnen und Sammler von den Passanten Gaben für die gute Sache erbitten. Die Dahnhofsmission. hinter der auf evangelischer Seite die Innere Mission, auf katholischer Seite die Caritas steht, leistet be- sonders durchreisenden Mädchen, die des Schutzes und der Beratung bedürfen, ihre Hllfe. Im Interesse des segensreichen utü) dringend notwendigen Werkes fei das Publikum auf die Veranstaltung besonders aufmerksam gemacht. ** Die Schmückung deutscher Kriegergräber auf den Friedhöfen im Auslande betrifft eine Bekanntmachung der Gießener Ortsgruppe des Volksbundes deutsche Kciegsgräber- fürsorge im Anzeigenteil unseres Blatter. Auf die Veröffentlichung sei besonders hingewiesen. Sehr Ehemann innerhalb der ehelichen Gemeinschaft gibt. Dem Ehemann steht die Entscheidung über alle das gemeinschaftliche ehelich« Leben betreffenden Angelegenheiten zu. Als Ausfluß dieser Entscheidungsgewalt bestimmt er Wohnort und Wohnung der Ehefrau. Sollte im Einzelfall von Eheleuten ein anderer Standpunkt eingenommen werden, so kann der Vermieter dem Anspruch der Ehefrau die Einrede der Arglist entgegen» setzen. Will der Ehemann, daß seine Kündigung oder Einwilligung zur Räumung nut für ihn gellen soll, dagegen nicht für seine Frau, so muh er das dem Vermieter mitteilen, oder er handelt, den Grundsätzen von Treu und Glauben zuwider, arglistig. Diesen Einwand der Arglist ihres Mannes muß aber auch die Ehefrau gegen sich gellen lassen. Besonders liegt der Fall nun, toenn die Ehegatten nicht mehr zusammenleben, sondern wenn die Ehe geschieden ist. In diesem Falle hat der Ehemann nicht mehr die Vertretungsbefugnis der Frau in häuslichen Angelegen- heile t, da eine eheliche häusliche Gemeinschaft ja nicht mehr vorhanden ist. Auch der Hauswirt kann dann, wenn ihm nur von einem der Ehegatten gekündigt wird, die stillschweigende Ver- tretungsveft:gnis für den anderen Ehegatten durch dielet nicht mehr annehmen. Soll also ihm gegenüber die Kündigung rechtliche Wirksamkeit erlangen, so muh sie von den beiden geschiedenen Ehegatten gemeinschaftlich ausgesprochen werden. Will einer der geschiedenen Ehegatten allein kündigen und verweigert der andere dazu seine Zustimmung, so bleibt nichts weiter übrig, als den'clbcn aus Erteil', ng der Zustimmung zur gemeinschaftlichen Kündigung gegenüber dem Ver- mieier zu verklagen. Die Klage ist von dem kündigenden Ehegatten einzureichen. Das gilt auch, wenn der eine der geschiedenen Ehegatten par nicht mehr in der Wohnung wohnt, vielletcht dies« während des Verlaufs des Ehescheidungs- prozesies oder auch schon vorher verlassen hat. Aus solchem Verhalten des einen der Ehegatten ist nicht etwa der Schluß zu ziehen, daß dieser auf seine Rechte an der Wohnung verzichtet. In der Praxis kommt es nun vielfach vor. daß ein Verzicht auf die Wohnung von dem einen der geschiedenen Ehegatten dem anderen gege. über ausgesprochen wtrd, und daß beide darin Übereinkommen, daß nur einem von ihnen die Wohnung allein verbleiben soll. Ist der Hauswirt damit einverstanden, so ist gegen eine solche vergleichsweise Regelung nichts einzuwen- ben. Erzwungen kann ober die Einverständniserklärung des Hauswirts nicht werden. Rach der Rechtsprechung Les Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (Jur. Wochenschr. 32/1927) ist der Vermieter. der an beide Eheleute gemeinschaftlich vermietet hat, nicht verpflichtet, nach Scheidung dec Ehe einen der beiden als Alleinmieter zu behalten. Zu Lasten der geschiedenen Eheleute geht dann die unerwünschte Folge, daß die Wohnung, falls der Vermieter nicht bereit ist, sie einem von beiden zu überlassen, beiden verloren geht. So bedauerlich vielfach im Interesse der Geschiedenen diese Folge ist. so läßt sie sich vom Standpunkt des geltenden Rechts aus nicht vermeiden, da unser Wohnungsnotrecht diese in der Praxis nicht unwichtig« Frage keiner be- sonde.en Regelung unterzogen hat. wichtig ist es, bte Bestellungen för die Grab- schmückung am Allerseelen tage umgehend vorzu- nehmen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. "GegendieDerwendungvonSchuI kindcrn bei Sammlungen (wohltätiger und gemeinnütziger Straßen- und Haussammlungen) wendet sich eine Bekanntmachung des Wohlfahrts amtes (Abteilung Jugendamt) im gestrigen Anzeigenteil, auf die auch an dieser Stelle hingewiesen sei. ** Stadttheaterabonnement. Die be stellten Abonnements sind am Freitag und Samstag an der Kasse in der Vorhalle des Stadtthcatcrs ab zuholen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung ** Ernennungen. Durch Entschließung des LandeScunts für das Dildungswesen tmirben ernannt: die Studienreferendare: Armin Dender aus Stangenrod. Kreis Gießen. Dr. Karl Faber aus Leihgestern, Kreis Gießen. Dr. Elisabeth Ritz aus Darmstadt zu Studienassessoren. ** 2>ie Enthüllung de s hessischen Dragonerdenkmals in Darmstadt findet am nächsten Sonntag, 11.15 Uhr vormittags, statt. Am Samstagabend geht ein Begrüßungs- abend voraus, für Sonntagnachmittag ist ein Festzug durch die alte Garnisonstadt vorgesehen. Zu der Veranstaltung sind bereits außerordentlich zahlreich« Anmeldungen erfolgt. ** Neuerungen bei der Reichspost. Gegenwärtig ist die Post dabei, eine ihr vorgelegte Grfininmg eines Frankier aut omaten zu prüfen, den sie in der nächsten Zeit in Dienst stellen will. Es handelt sich bei diesem Fran- kierapparat um eine Konstruktion, die durch eine einfache Einordnung geeigneter Farbstücke und Prägewalzen nach Einwurf der Frankierung entsprechenden Munzwerte die Driefe imh Postkarten in den Kasten bringt und zugleich entsprechend frankiert. Diese Einrichtung wird für den Briefpostverkehr einen großen Vorteil mit sich bringen. ** Hindenburafpiele veranstaltet der hiesige Mönnerturnverem am nächsten Sontagnach- mittag. Oer Reinertrag soll der Hindcnburgspende zngeführt werden. Man beachte die heutige Anzeige. ** Zur Modeschau d e r Firma Nowack ist in Ergänzung unseres Berichtes auf Wunsch noch nachzutragen, daß auch die Firmen Emil Koch, Scltersweg 75, und Taub er t an dieser Veranstaltung mitbeteiligt waren. Auf der Vortragsfolge, die den Besuchern der Veranstaltung überreicht wurde, waren diese beiden Firmen nicht genannt. " Briese an die Redaktion. Mm unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir. alle für die Redaktion bestimmten Briese nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an die Redaktion" zu richten. Rur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet Werdern Berliner Börse. Berlin, 28. Sept. (W.T.D.-Funkspruch.) Im heutigen Vormittagsverkehr herrschte Geschäftsstelle weiter vor. Di« aus der Wirtschaft vorliegenden Rachrichten, wie Gehaltserhöhungen in der Metallindustrie und unveränderte Quoten in der internationalen Rohstahlgemeinschaft, Hal« ten sich die Waage, jedoch scheint die Stimmung im allgemeinen nicht unfreundlich zu fein. Man nannte Farben mit zirka 290. Am Devisenmarkt horte man London-Paris 124,02, London-Kabel 4,8660. Mailand-London 89,20 und Brüssel-Lc n- don 34,935. Büchertisch. — Der Verfasser des erfolgreichen Werkes „ Engländer", Rudolf Kircher, dec selbst von der führenden englischen Presse als einer dec besten Kenner und objektivsten Kritiker Englands und der englischen Volkspsyche bezeichnet wurde, hat ein neues Buch über England g^chrieöen. Linier dem Titel „Fair Pia y. Spiel. Sport und Geist in England" zeigt Kircher in seinem neuen Buch neben einer Mebersicht über alle Sportgebiete als weitere Aeußerungen des englischen Spieltriebes die wichtigen bei uns noch ganz unbekannten Bewegungen auf dem Gebiete des Thea ers und der Musik. Da England uns Deutschen, die im Begriff stehen, ein Sportvolk zu werden, als großes Land des Sports immer ein Vorbild war, wird Kirchers neues Buch in den weiten Kreisen deutscher Sportfreund«, Spiell-eöha er, Volklecziehec usw. große Beachtu.'g finden. Das illustrierte Buch erscheint im Verlag der Frankfurter Societäts-Dcuckerei G. m. b.H., Frankfurt a M. ■r — ■" 1 .——«i.—-'iim'iiiiit—i DIE MODENSCHAU Donnerstag, den L9. September/ verfprsdit ein gefellfdiaftlidies Ereignis zu werden * Es werden nickt mehr Karten abgegeben/ wie Plätze vorhanden 8762a Eheleute als Wohn ungsmieter. Von Dr. jur. Bartsch. Berlin. Kartoffel-Lieferung. Die Lieferung von 1000 — eintausend — Zentner Sveifekartoffeln — „Industrie" — jtiU im Wege des unbeschränkten Wettbewerbs vergeben werden. Die Anlieferung hat im Oktober 1927 zu erfolgen. Die Bedingungen liegen während der Dienftstunden auf der Kanalei zur Einsicht offen, sie können auch abschriftlich gegen Erstattung von 80 Pf bezogen werden. 8406D Für das Angebot ist ein besonderes Sox- mular oorgeschricben, das zum Stückpreis von 10 Pf. auf der Kanzlei erhältlich ist. Angebote mit der Aufschrift Kartoffel- lieferung" sind verschlossen bis spätestens zum Eröffnungstermin 3. Oktober 1927, vormittags 11 Uhr hier einzureichen. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter 50 Zentner, erfolgen. -Zuschlagsfrist: eine Woche. Marienschloß, den 2. September 1927. Die Direktion des Hessischen Landeszuchthauses. Kartoffel-Lieferung. Für das hiesige Landgerichtsgefängnis soll die Lieferung von 200 Zentner guter, gesunder, gelbfleijchiger Speisekartoffeln — Industrie — vergeben werden 8728D Die Lieferung hat frei Gesängnishos zu erfolgen. Angebote sind bis Mittwoch, den 5. Oktober 1927, vormittags 10 Uhr, auf dem Sekretariat der Staatsanwaltschaft — alles Juftizgebäude, Zimmer 9, Erdgeschoß — abzugeben Zuschlagsfrfsll eine Woche Gießen, den 26. September 1927. Der Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen. S) o o 9. M -Kränze :s“r -Handschuhe -Wäsche m*a Modehaus Salomon Obstverfteigernng. | Am nächsten Samstag wird das Obst lWirlschasis- und Tafelobst) der Gemeinde Odenhausen (Kr. Wetz'.ar) öffentlich meistbietend verkauft. Die Abgabe an auswärtige Käufer erfolgt nur gegen Barzahlung. Anfang 9% Uhr vormittags an der Straße nach Ruttershausen. 8734D Krofdorf, den 27. September 1927 Der Bürgermeister. Heute frisch von der See S-kIW M W Das Pfund <26 Pfennig. SW?»« Bahnbofstraße, Ludwiastraßr, Wall- iocstrake, Hriedrirbttraffc, Kaiirrallee. Schellfische o. K., große, Pfd. 45 Seelachs o.K. Pn>. 35 Tabliauo.K.P,d.40 Hch. Kalbfleisch Llebigstratze 71 Telephon 1685 8754c Bau-Kalk gemahlen, in Sacke, allerbester Graukalk von Altshausen, stets vorrätig C.Rlibsimen,Men Fernsprecher 1659. 39c Donnerstag, 29. Sept. 1927, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen" Neuenweg 28, dahler, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Kassenschrank, 1 Aktenschrank, 1 Bücherschrank, 1 Waffenschrank, 2 Sofas, 2 Vertikos, 1 Büfett, 1 Diwan, 1 Flurgar- derobe, 1 Spiegel, 25 Karton Schokolade, 15 Paar Schneeschuhe, 1 Wintermantel. Bestimmt an Ort und Stelle, Ort wird im Löwen bekannt gegeben: 1 vollständiges Bett, 1 Frisiertisch, 1 Kommode. 8758V Dern Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstr. 13. Ktetzssvsr richn Betrieb u Wohnung, welche sich t>. Versand- geschäft ciflnet, ob. 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Das echen internatil schen Tarilas-Z( Elrahburg Freiburg und Dorkriegszeil knüpft worden. tas°Derbände, nis, hat feit von Deutfchlai ansehnlichen § im chouvinihsti lilen Jnnerfra Troh inmnigf es allerdings t Generalsekretai katholischen ( Dtrohburg al nationalen Ko die Caritas-J! Mvnatelat bereitenden Ai Europas mit j fogar ametiia; Teilnahme zug Missionen gebill der Caritasbew ein Chrenaussö Würdenträger Treslauer Für angehören sol der Strahbura Erzbifchof Ko tn den Dorber halte Prälat C mit dem Paris aus im Sinne unbegreiflich'?: bn päpstliche nM Hinblick < o^n Kongresi ^attfinden zu Luxemburc ausdem Sack ,-oewe.ies w.ch ser AegiT! 'eine Juniws Hinte Plenen Skcnrdc ^.Arbeiten ^chenzloische .. Di« die zur fett'?« Her «,('«V ° schnell?.örnnf Elieter« "°er E?eten ,x^llag ^9en aP.n, lunq87 in den ^rsch S731D 1 - s W preiswert escbmadivoll I jelleneei 12. MM lhchsche o. K. tobllüD o. 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Sep- lember in der elsässischen Metropole stattfinden sollte. Oie Tagung mußte urplötzlich abgesagt werden, weil der Straßburger Bischof Ruch, der sich zuerst mit aller Energie für die Verwirklichung des Gedankens ,einer internationalen Tagung der katholischen Ca- ritas-Organisationen eingesetzt hatte, ohne Angabe von Gründen erklären ließ, daß weder er, noch die bischöfliche Behörde sich am Kongreß beteiligen könne. Diese Sinnesänderung des Straßburger Bischofs, dessen starkes Anlehnungsbedürfnis an die Pariser Regierungsstellen bekannt ist, und der als Gegner der 5)eimatbund-Bewegung schon viel von sich reden gemacht hat, mußte in den unmittelbar betroffenen Kreisen ungeheures Aufsehen erregen, zumal damit der Kongreß u n m ö g - < i d) geworden war. Bischof Ruck; konnte es nicht verhindern, daß eifrig nach den Beweggründen seines Umfalls geforscht wurde, die nach allem, was vorgegangen war, zum ausschlaggebenden Teil poli- 1'lscher Art sein mußten. Seit Wochen bestand bereits der Berdachl, daß die französische Regierung mit allen Mitteln den Earitas-Kongreß verhindern wolle. Es ist ja zur Genüge bekannt, daß die Caritas-Bewegung der katholischen Kirche von Deutschland her kolossale Triebkraft erhalten hat. Die deutschen Caritas-Organisationen genießen internationales Ansehen. Was lag näher, als daß man den ersten internationalen Kongreß in dem der deut schen Caritas-Zentrale Freiburg i. Br. benachbarten Straßburg veranstalten wollte. Zwischen Freiburg und dem Elsaß sind schon in der Vorkriegszeit zalüreiche Verbindungsfäden geknüpft worden. Der Leiter der elsässischen Cari- las-Verbände, Prälat Dr. Müller- Simonis. hat seit der Trennung Clsaß-Lothringens Von Deutschland seine Organisation auf einer ansehnlichen Hohe gehalten, was den meisten, im chauvinistischen Fahrwasser segelnden Katholiken Innerfrankreichs ein Dorn im Auge war. Trotz mannigfacher Quertreibereien konnten sie es allerdings nicht verhindern, daß der Schweizer Generalsekretär der internationalen Union der katholischen Carjtas-Werke. Dr. Kißling. Straßburg als Tagungsort des ersten internationalen Kongresses wählte, um von dort aus die Caritas-0'dee ins übrige Frankreich zu tragen. Monatelang hatte man bereits den vorbereitenden Arbeiten gewidmet. Fast alle Staaten Europas mit starker katholischer Bevölkerung, ja sogar amerikanische Abordnungen hatten ihre Teilnahme zugesagt. Man hatte bereits Kom- miffionen gebildet, die sich mit den Hauptfragen der Caritasbewegung beschäftigen sollten. Es war ein Ehrenausschuß vorgesehen, dem hervorragende Würdenträger der katholischen Kirche, u. a. der Breslauer Fürstbischof Kardinal Dr. Bertram, cmgehören sollten. Im Ehrenpräsidium sollten fcer Straßburger Bischof Ruch und der Prager Erzbischof K o r ö a c den Vorsitz führen. Mitten in den Vorher:itungsarbeiten. es war im Juni, hatte Prälat Müller-Simonis eine Unterredung mit dem Pariser päpstlichen Runtius, die durch- dius im oinne der Caritasführer verlief. Um so unbegreiflicher war es. als kurze Zeit darauf Oer päpstliche Runtius in Straßburg anregte. , ,im Hinblick auf die internationale Situation" Den Kongreß außerhalb Frankreichs ftattfinhen zu lassen und ihn deshalb nach Luxemburg zu verlegen. Damit war die Katze aus dem Sack gelassen. Es hätte keines weiteren Beweises mehr dafür bedurft, daß die Pariser Regierung gegen den Kongreß bar und seine Abhaltung durch den päpstlichen Runtius hintertrieb. Poineare wollte lieber den Offenen Skandal, als daß etwa die Elsässer durch vie Arbeiten des Kongresses erneut zu Vergleichen zwischen Deutschland und Frankreich an- Me Krankhett, die zur Lähmung führt. Wieder einmal zu Sommers Ausgang, zu Herbst-Beginn erfüllt das gehäufte Auftreten einer tückischen Krankheit die Gemüter mit Furcht Rind Schrecken. In Leipzig ist eine größere Anzahl Personen an spinaler Kinderlähmung erkrankt — jener gefährlichen Infekfions- Icankheit. die vorwiegend Kinder vom zartesten tis zum schulpflichtigen Aller Heimsucht. Aller- kings find die Erwachsenen keineswegs gegen iie spinale Kinderlähmung gefeit, und fast bei jeder Epidemie ist auch eine Reihe von Er- tvachsenen befallen. Die bisher noch unbekannten Erreger finden sich hauptsächlich im Aasen-Rachenraum des Erkrankten. Man kann durch Verimpfung von Rachenschleim eines kranken Kindes die spinale Kinderlähmung auf Affen übertragen. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, die Eingangspforte der Keime ist der Rasen-Rachen- raum. Meist fetzt die Krankheit urplötzlich ein. In einer Reihe von Fällen gehen dem Ausbruch ter Erk antungen Erkältungserscheinungen. Appe- l tlosig.liit. Unruhe und andere uncharakteristische Irichte Störungen voraus. Dann jedoch seht schnell ansteigendes Fieber über 40 Grad ein; es wird über Schmerzen int Kopf und in den Gliedern gelingt; das Bewußtsein trübt sich; es treten Zuckungen und Krämpfe auf, an die sich eine zentrale Lähmung mit tödlichem Ausgange aitschließen kann. Doch in der Mehrzahl der Fälle klingen diese stürntischen Erscheinungen unter Fieberabfall schon nach Stunden oder nach wenigen Tagen ab; in den Vordergrund treten Lähmungserscheinungen, zunächst oft über den ganzen Körper verbreitet, allmählich jedoch an den meisten Stellen wieder zurückgehend. Aber ftst regelmäßig bleibt eilte Lähmung an den Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) jj—imnn—ina—TnrnMW^'Tiwn*' ■—i— ■■ wir-t tbs itl,.g,7am geregt würden. Herr Poineare wußte, daß der deutsche Organisationsgedanle auch auf der Straßburger Caritastagung triumphieren würde. Und das wollte er verhindern. e Als hinterhältige Maßnahmen nichts mehr nützten, griff die Pariser Regierung mehr oder minder offen ein. Den österreichischen Bundeskanzler Dr. Seipel ließ man wissen, daß „ein Auswärtiges Amt sein Erscheinen nicht wünsche" und zur gleichen Zeit erklärte der Straßburger Bischof, daß ihm und auf seine Weisung hin sämtlichen Mitgliedern des Domkapitels d ie Teilnahme am Kongreß unmöglich sei. Diese Erklärung war der Schlußstein der Pariser Sabotage. Die Zerschlagung des Carllas-Kongresses ist also zweisettos das Werk der französischen Regierung. die unter der Aegide Poincares mit ihrer Antilocarno-Politik nicht einmal vor kirchlichen Veranstaltungen Hall macht. Bischos Ruch hat zwar in einem Briese an den katholischen „Elsäiser" erklärt, daß „er nur vom Hl. Stuhl und von nientanb sonst Weisungen entgegengenommen habe", womit er die Vermutung des Blattes zurückweisen wollte, daß von behördlicher Seite ein Druck auf den Straßburger Oberhirten ausgeübt worden fei. 3m gleichen Schreiben mußte er aber zugeben, daß seine Entscheidung „auf den R a t Yes Hl. Stuhles" gefallen sei. sich nicht an dem Kongreß zu beteiligen. Damit wird deutlich genug zugegeben, daß Der Pariser päpstliche Runtius den Wünschen oder vielleicht besser gesagt den Drohungen der Pariser Regierung erlegen ist. wodurch indirekt Der Beweis geliefert ist. daß Bischof Ruch doch nach dem Befehl Poincares gehandelt hat. Mittwoch, 28, September 1927 ap*y»iT'ni'wiifriii rxa,kf ■ ■ ui r i.awoB:xu..,vnt:T~ Aus dem Bestreben, die bei Der psyck-ologißmu Methode mitunter unvermeidbaren Irrtümer völlig auszuschalten, ist die mathematische Methode h.r- vorgegangen. Insbesondere durck) Winketmesjungen sucht man die Eigenart einer bestimmten Schrift 177athematisch darzustellen. Bekannt ist die hieraus zurückgehende graphometrische Methode Langenbruchs, deren Verwendung aber von allen an beten ernst zu nehmenden Schristsachoerständigeu mit Recht dringend widerraten wird. Die verschiedenen Fehlgutachten, die Langenbruch nachgewiesen sind, zeigen jedenfalls das eine, daß die graphometrische Methode nicht unfehlbar ist, wie ihr Verteidiger es von ihr behauptet. Und die lalfadje, daß es sich bei Den Schrifteigentümlichkeiten nicht um absolut, sondern nur um relativ konstant bleibende Mertmate handelt, scheint mir darauf hinzudeuten, daß die grapho- nietrische Methode grundsätzlich verfehlt ist. Es würde im Interesse der Rechtssicherheit sehr zu begrüßen sein, wenn die Justizverwaltungen dafür sorgten, daß unzuverlässige ober gar gefährliche Methoden der Schriftvergleichung, wie insbesondere die Graphometrik, in Zukunft nad) Möglichkeit von der Verwertung im gerichtlichen Verfahren au&gc schlossen würden, und daß dafür gesorgt würde, daß als gerichtliche Sachverständige für die Beurteilung von Handschriften nur solche Sachverständige zu- gelassen würden, die in überzeugender Weise den Befähigungsnachweis erbracht haben. Erst dann, wenn die bisher leider nid)l allzu seltenen Mißstände auf dem Gebiete der gerichtlichen Handschriftenbeurteilung beseitigt worden sind, wird auch das Zutrauen der Richter imb des Volles zu den Leistungen der anerkannten gerid)tlid)en Schriü sachverständigen wiederkehren. Dann wird aber auch eine neue Blütezeit der gerichtlid-en Handschriften- künde beginnen. Londoner Tagebuch. Von unferem ständigen ^.-Berichterstatter. London, Ende September 1927. (Rachdruck; auch mit Quellenangabe, verboten.) Rirgendwo ist der Unterschied zwischen An- sichten, Stimmungen und Empfindungen der einzelnen und der wohl ertoogeiten Richtung der Gesamtpolitrk eines Landes größer als an Den Ufern Der grau fließenden Themse. Wiederum aber ist Die Politik in England eine Mischung aus feierlichem Ernst. Sarkasmus. Skepsis und Humor. Sie verkörpert die praktische Lösung theoretisch völlig unvereinbarer Gegensätze. Das Wesen Der englischen Politik ist ein Paradoxon, dessen Inhalt sich nur jenem erschließt. Der, frei von Pedanterie, Die Quintessenz einer Lage in ein Bonmot zu iferiöen versteht, das Den Leser auf die eine oder andere Weise packt; oder auch Situationskomik in Der hohen Politik wird Dankbar quittiert. Da lesen wir heute im „Daily Telegraph" eine Auslassung über die Zurück Weisung Der Kriegsschuldlüge durch Den deutschen Reichspr asideuten. 91 Can mokiert sich über Die französische Entrüstung. London habe eure philosophischere Halttmg eingenommen. Dvlangc Deutschland, lesen wir, seine finanziellen Verpflichtungen, die es als Reparationen über- nornmen hätte, zahlte, wäre es bedeutungslos, ob es aus einem Gefühl Der Bußc oder aus. wenn auch widerwilliger Vertragstreue heraus zahlte. Paradox erscheint auch Englands Einstellung zur Oft frage. Deutsche Berichterstattung hat wie wir aus Den hier vorliegenden deutschen Zeitungen ersten, aus der unumwundenen Weigerung Chamberlains, noch weitere Gerantie- Verpflichtungen im Osten zu übernehmen, der Schluß gezogen, daß Die polnische Politik in Gens eine Riederlage erlitten hätte. Aber die hier veröffentlichte offiziöse Kommentierung Der englischen Haltung ließ nur erkennen, daß Englank vonGenerakverpflichtungenuniver- faler Art nichts wissen wollte. Die englische Politik hat sich stets getoeigert. klar umschriebene. formulierte Garantien zu übernehmen Cs gibt kein Mittel, um das Handeln eines souveränen Volles für die Zukunft eindeutig fest- zulegen. Man verpflichtet sich gern; aber mar bindet sich nie. Man beschwört Grundsätze erkennt Prinzipien an, aber/man vermeidet Verpflichtungen, in diesem oder jenem Falle dieser oder jenes zu tun. Die Genfer Rede Chamberlains. soweit sie auf das fogenannte Ost-Locamr bezug hatte, enthält demzufolge nichts tocitei als ein erneutes Bekenntnrs zu den soeben mii Sekunde zurücklegt. Berücksichtigt man nun Du Richtung der Metevrbahn. so kann man hieraus auch Die Geschwindigkeit im Vergleich zur Sonn, berechnen und hat auf diese Weise gefunden daß die durchschnittliche Geschwindigkeit der Meteore gegen die Sonne etwa 52 Kilometer in bei Sekunde beträgt. Daß sie größer sein muh als die Geschwindigkeit im Verhältnis zur Erde, if llar. weil durch die Luft die Bewegung im Der hältnis zur Erde immer abgebremst wird, voi der Bewegung zur Sonne aber der Teil nicht der gerade mit Der Erdbewegung zusammenfällt Aber alle diese Zahlen sind nur Die Durchschnitts- geschwindigkeiten Der Meteore in der Lust, nicht ihre Eintrittsgeschwindigkell. bei der überhaupt noch kein Bremsverlust eingetreten ist. Run hat kürzlich Herr Wegener in Gra; eine Untersuchung veröffentllcht, durch die er aud Die Eintrittsgeschwrndigkeit her Meteore in du Erdluft findet Seine Aleberlegung beruht in et was vereinfachter Fassung daraus, daß ein Me teor, das die Erde sozusagen von hinten einholt im Verhältnis zu ihr durchschnittlich eine un 60 Kilometer geringere Geschwindigkeit habet muß als ein Meteor, das der Erde gerade entgegenfliegt. Durch verhältnismäßig einfach, Mcberlegungen kann man diesen Gedanken aud auf seitlich eindring ende Meteore anwenden uni gewinnt so einen wenigstens ungefähren Anhai! über die Gröhe der Geschwindigkeit. mit der d'u Meteore im freien Weltraum dnhinfliegen. Wegener gewinnt so die Zahl von etwa 63 Kilometer in her Sekunde. Run ist 42 Kilonieter n der Sekunde die höchste Geschwindigkeit, die en in der Rähe der Erde fliegender Körper von Dei Anziehungskraft der Sonne erhalten kann. D< diese Geschwindigkeit von Den großen Meteoren und zwar nicht nur von einzelnen, sondern durchschnittlich übertroffen wird, so folgt daraus, das sie schon beim Eintritt in die Sonnenwelt groß, Ges twinhigkeit haben müssen; diese stammt alsc aus Dem Weltenraum. Im Gegensatz zu Den alljährlich regelmäßig wiederkehrenDen Sternschnup- penschwarmen sind die großen Meteore Fremdkörper in unserer Sonnenwelt. Schriftvergleichung und Gericht. Von Landgerichtshirestor Dr. Albert Hellwig (Potsdam). Unter den gerichtlichen Sachverständigen nehmen die Schriftsachverständigen eine besondere Stellung ein, insofern nämlich, als in weiteren Kreisen die Meinung besteht, daß es sich bei der Schriftvergleichung nicht um eine Wissenschaft im strengen Sinne handele, wenn auch vielleicht um eine werdende Wissenschaft. Man spricht viel von der Trüglichkeit „graphologischer" Gutachten und kann sich zum Beweise dafür auch auf eine erkleckliche Anzahl bekannter Fälle berufen, in denen allerdings den Schriftsachverständigen sehr grobe Irrtümer nachgewiesen worden sind. Cs besteht allerdings auch für mich kein Zweifel daran, daß dieses fast allgemeine Vorurteil gegen die gerichtlichen Schriftsachverstän- digen keineswegs ganz unbegründet ist. Wenn cs beispielsweise gerichtliche Sachverständige gibt, die allen Ernstes behaupten, sie seien imstande, mit Hilfe eines besonders konstruierten Zirkels die Identität zweier Handschriften sestzu fiel len, oder wenn man von einem anderen bekannten Schriftsachverständigen hört, her in den Fachzeitschriften und in einem weitverbreiteten Büchlein feine Phantastereien über „Verbrecherhand- schristen" zum Besten gegeben hat, dann kann man allerdings nicht in Abrede stellen, daß es auch unter Den gerichtlichen Schriftsachverstän- Digen großer StäDte. Die sich eines großen Rufes erfreuen, Sachverständige gibt, Deren Gutachten her erfahrene Kriminalist nur mit großer Skepsis entgegennehmen wird. Dazu kommen bann noch die vielen sogenannten Schreibsachverstün- Digen, frühere Volksschullehrer, Sekretäre oder Angehörige sonstiger durchaus ehrenwerter Berufe, denen es aber fast immer durchaus au der für einen Schriftsachverständigen unerläßlichen eindringlichen theoretischen Kenntnis fehlt. Man Darf nun aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Cs gibt zweifellos Methoden der Schriftuntersuchung. Die zwar nicht vollkommen sind und Irrtümer nicht gänzlich ausschließen — wie selten kann man das aber auch von irgendwelchen anderen sachverständigen Untersuchungen mit Sicherheit sagen —. die aber doch dem Richter sehr schätzenswerte Hilfsmittel an Die Hand geben. Hub es gibt auch Sachverständige auf diesem Gebiete. Die es an Kenntnissen und Können mit jedem anderen gerichtlichen Sachverständigen auf nehmen Bei der Beurteilung der Handschrift für gerichtliche Zwecke sind dreierlei Aufgaben zu unterscheiden: Zunächst Die Untersuchung einer einzelnen Handschrift Daraufhin, ob einzelne Teile Der Handschrift nach Vornahme von Rasuren oder auf andere Weise gefälscht worden sind. Die Aufgabe wird von der technischen Schriftuntersuchung unter Zuhilfenahme Der Photographie. insbesondere auch Der Mikrophotographie. in durchaus einwandfreier Weise gelöst. Wenn der Sachverständige, meistens ein gerichtlicher Chemiker, hinreichend ausgebildet ist und mit der gebotenen Sorgfalt vor geht, sind hier Irrtümer fo gut wie ausgeschlossen. Die zweite Aufgabe besteht in der Prüfung einer Handschrift Darauf, ob sich aus den Schriftzügen irgendwelche Rückschlüsse auf Den körperlichen ober geistigen Zustanb des Schreibenden, insbesondere auf seinen Charakter, ergeben. Die raiiiiiTiTB t irn-iiiiiiiirim— -r Lösung dieser Ausgabe liegt Der Graphologie ob, die man auch als Handschriftendeutung bezeichnen kann. Die Bedeutung Der Handschriftendcutungs- lunbe für gerichtliche Zwecke möchte ich im Gegensatz zu Hans Groß wenigstens zurzeit noch nicht hoch einschätzen. Ihr Grundgedanke, daß |id) in her Eigenart Der Handschrift normalerwe.se auch die körperliche und vor allem die seelische Per- lichkeit dcs Schreibenden ausprägen muh, ist zwar einleuchtend und scheint mir auch richtig zu sein. Auch ist es wohl richtig, daß wenigstens das eine oder andere sich mit hinreichender Zuverlässigkeck aus Der Eigenart einer bestimmten Schrift entnehmen läßt. Doch will mir scheinen, als herrsche noch nicht die wünschenswerte üebercinftimmung über die Methode, und als sei Die Methode noch nicht fein genug ausgebildet, um nicht zu zahlreichen abweichenden Gutachten auch erfahrener SachverstänDiger mit Rotwendigkeit führen zu müssen. Ich würde cs für sehr bedenklich halten, wenn die Organe Der Strafrechtspflege. Dem Rate von Hans Groß solgeno. sich graphologisch betätigen würden, jedenfalls Dann, wenn sie ihre graphologischen Schlüsse in irgendeiner Weise bei ihren Maßnahmen praktisch verwerten wollten. Die Dritte und wichtigste Ausgabe, Die für Die Beurteilung Der HanDschrist für gerichtliche Zwecke in Betracht kommt, ist die Untersuchung mehrerer Handschriften durch sachkundige Vergleichung, ob fick) ihre 3bemität oder aber ihre Richtidentität ergibt. Die Methoden Der Hand- schrisWergIeichung haben sich erst allmählich her- ausgebilhet. und man kann nicht einmal'- sagen, Daß heute schon volle ilebereinftirmnung über Die richtige Methode bestehe. Soviel laßt sich aber immerhin sagen, daß die mechanische Methode, die man vereinzelt noch anwenden sieht, als überholt und veraltet zu bezeichnen ist. Sie besteht darin. Daß in Dem einen der zu vergleichenden Schriftstücke an einzelnen Buchstaben Schrifteigentümlichkeiten ausgesucht werben, desgleichen sodann an dem hnDeren Schriftstück und daß dann unteriucht wird, ob dieselben Eigentümlichkeiten der Buchstaben sich übereinstimmend in beiden Schriftstücken finden. Einen großen Fortschritt bedeutet die psychiowgi sche Methode, die auf der Erkenntnis bericht, daß die Schreibtätigkeit kein inechanischer Vorgang ist, sondern eine in der Hauptsache psychisch bedingte Ausdrucksbewegung. Die psychologische Methode begnügt sid) nicht mit einer mechanischen Betrachtung einzelner Buchstaben, sondern betrachtet die Schriften in ihrer Gesamtheit. Sie mad)t Den Versuch, festzustellen. ob hinter den beiden Schriften dieselbe Persönlichkeit steckt. An allgemeinen Schrifteigentümlich- t eiten, die stets untersucht werden müssen, kann man unterscheiden: Schriftvereinfachungen, Schriftverzierungen und Schriftverschnörkelungen, Den eigentlichen Schriftduktus ober Die Bindungsform, weitere Schreibgewohnheiten, Die von Der Schriftform unabhängig sind, Schreibgewandthest und Schreib- schnellig'ceit. Die Anwendung Der psychologischen Methode stellt an Den Sachverständigen nicht geringe Anforderungen. Auch ist zuzugeben, daß selbst tüchtige Sachverständige sich irren können. Das ist aber kein Anlaß, sich her psychologischen Methode gegenüber grundsätzlich ablehnend zu verhalten. Armen und Beinen zugleich oder am rechten Arm und am linken Bein oder an Den gegenseitigen Extremitäten zurück. Gewöhnlich sind an Den einzelnen Gliedmaßen nur ganz bestimmte Muskelgruppen von Der Lähmung befallen — Spitzfuh eher Krallenhand —, hie sich Durch eingeschränkte Gebrauchsfähigkeit. Abmagerung unh Entwicklungsstörung Des betroffenen Gliedes hmhgibt. Rur ein geringer Bruchteil Der erkrankten Kinder gesundet toieDer vollständig. Bei Der übertoiegcnDen Mehrzahl bleiben Dauernhe Lähmungen zurück, hie ärztlicher BehanDlung behürfen. Sobald nach Dem Abklingen Der ersten stürmischen Erscheinungen Die Lähmungen in Den VordergrunD treten, empfiehlt es sich, mit Massage. Heißluft, mit Bädern und elektrischem Strom, späterhin mit gymnastischen Hebungen zu beginnen. Die Störungen, die nach Ablauf eines Jahres noch vorhanden sind, gehen nun gewöhnlich nicht mehr unter dieser Behandlung zurück, sondern Dann kommen chirurgisch-orthvpä- Dische Maßnahmen — äleberpflanzungen von Sehnen, Muskeln und Rerven — in Frage, mit denen vielfach vorzügliche Erfolge erzielt werden. Im übrigen können auch Die ersten stürmischen Erscheinungen beim Ausbruch des Leidens fehlen; Dann erwacht das KinD eines Morgens. unD ein Arm oder ein Bein ist gelähmt - als Zeichen einer plötzlich aufgetretenen Kinderlähmung. Der wirksamste Schuh vor Der Weiterverbreitung besteht in sofortiger Absonderung des befallenen Kindes und im Fernhalten der Gesunden von ihm und all den Personen, die mit dem Kranken in nähere Berührung kommen. Wegen der Gefährlichkeit ist Die spinale Kinderlähmung seit einigen Jahren anzeigepflichtig. Der Sih her Krankheit ist zunächst das Gehirn unh. Rückenmark; sie befällt stets lediglich Die Bewegungsnerven, während Die Rerven. Die Die Empfindungen leiten, verschont bleiben. Dr. M. Wie schnell fliegt ein Meteor? Rachdruck verboten! Bon Professor Dr. Küstermann. Dem Sternfreund macht vielleicht keine Cr- scheinung so großen Eindruck, wie ein helleuchtendes, anscheinend still und langsam dahinziehen- des Meteor. Den Astronomen geben diese Erscheinungen eine Fülle schwieriger Rätsel auf, so z. B. die ungefähre Bestimmung der Bahn und namentlich ihrer Höhe über dem Erdboden. Eine besonders schwierige Frage ist aber die nach der Geschwindigkeit der Meteore. Allerdings Dauert Die Leuchterscheinung Der Meteore 5 käs 10 Sekunden, also eine Zeit, die ein geübter Beobachter sehr Wohl abschähen oder sonstwie bestimmen fami Hat man nun durch Beobachtung von verschiedenen Punkten her Erde cncs Die Bahn bestimmt, unh kennt man demnach die Länge ihres Weges, so folgt daraus natürlich ohne weiteres die Geschwiirdigkeit. Aber diese unmittelbar beobachtete Geschwindigkeit ist ja nicht Die ursprüngliche, die her Leuchkkörper hatte, solange er sich noch im freien Weltenraum bewegte; sie ist vielmehr durch die Lust gebremst; und wie bedeutend der Luftwiderstand ist. sehen wir ja eben am Erglühen der Meteore infolge ihrer Reibung in der Lust und Die dadurch verursachte Leuchtwirkung. Wir müffen ferner die Geschwindigkeit im Vergleich zur Erde und im Vergleich zur Sonne unterscheiden, denn nur nach Der Geschwindigkeit im Verhältnis zur Erde zu fragen, ist offenbar unberechtigt, weil der Körper ursprünglich nicht das geringste mit dieser zu tun hat und nur ganz zufällig ihre Dahn kreuzt. Zunächst werden natürlich Die Bewegungen im Verhältnis zur Erd? bestimmt, und es ergibt sich für sie eine durchschnittliche Geschwindigkeit von etwa 42 Kilomickes Daches im Iahre 1740 votgenommen wurden. Die feierliche Einweihung habe im Mai stattgefunden. Der Winter 1739 40 wird als der kälteste seit Menschengedenken bezeichnet. Erbauung und Weihe haben unter den „glücklichen Auspizien" des Grafen Christian August und feiner Gemahlin Elisabeth Amalie stattgefunden. Eine deutsch abgefaßte Urkunde gibt eine sehr lehrreiche Zusammenstellung von Preisen dieses Iahres. Es galten: 1 Fuder Rheinganer Wein 200 Thaler, 1 Achtel Korn 5 Gulden, desgleichen Weizen 7, Gerste 4 Gulden, 1 Me!e Hafer 6 Batzen, 1 Zentner Heu 4 Kopf st k.. 1 Bausch Stroh 5 Kreutzer, 1 Ohm Bier 2 Gulden 5 Batzen. Ferner ist beigefügt ein für die Namen- und Familienforschung sehr aufschlußreiches Verzeichnis her Einwohner des Amtes Utphe. Sie find nach den Ortschaften Utphe, Trais und Inheiden getrennt und werden eingeteilt in „Ackerleute", „Einläuftige" und in „Alters und anderer Ursachen wegen von denen Acker und Cinläuftigern Diensten Befrehle'. Auch wurden die damaligen gräflichen Beamten zu Laubach sowie im Amt Utphe aufgezählt. Pfarrer war damals Iohannes Giebelhausen, „Präzeptor zu Utphe" war Philipp Schmidt und ein Iohannes Volp „Schulmeister zu Trehß". (Seine Nachkommen waren durch vier Generationen hindurch Schulmeister zu Trais, einer sogar 52 Jahre lang.) Als Bauleiter nennt diese Urkunde „den Frucht- und Bauschreiber Wiesenfeld zu Laubach". Wie ein beigefügtes Schriftstück ergibt, waren diese Urkunden schon einmal geöffnet worden, als man 1903 das Turmkreuz herabnehmen mußte, da es sich zur Seite geneigt hatte. Der damalige Pfarrer Breunlin hat dann nach gründlicher Reparatur der Turmspitze die Urkunden wieder in der Kapsel der Helmkuael verwahrt und eine Nachschrift dareingelegt, Die auch wieder ein Preisverzeichnis von 1903 enthält, in dem auch hie Traiser Briketts (1 Zentner 0,60 Mk.) nicht fehlen. Er schildert die Wiederherstellungsarbeiten und schließt mit den denkwürdigen Worten: „Wenn je ein menschlich Auge wieder ha kommen wird, dies zu lesen, so sind wir dahin wie die „Ackerleute und Einläuftige und Freye" von 1740. Gott sei uns armen Sündern gnädig!" Die Urkunden haben durch ein- gehrungene Nässe etwas gelitten. Nach Beendigung der Dachdeckerarbeiten und der Blitzableiter- anlage wird man sie an der gleichen Stelle wieder aufbewahren für künftige Geschlechter. — Eben sind die Arbeiten am Bau her Kühlwasser- zuleitung für das neue Schwelw e^k voll im Gange. Die mehrere hundert Meter lange Rohrleitung entnimmt das Wasser her Horloff unterhalb 5er Utpher Mühle und zieht sich entlang den sog. Kirchweg. Gewaltige, durch Teer- isolation gegen Rost geschützte Eifenrohre vckn 40 Zentimeter Durchmesser werden mit Kranen in die ausgeschachteten Graben gesenkt und dort mittels Sauerstoffgebläse zusammengefchweißt. Die Einzelstücke sind meist 15 Meter lang. Die Verlegung wird von Frankfurter Facharbeitern ausgeführt, während die Erdarbeiten der Bauunternehmer Dietz (Utphe) übernommen hat. Da die Gräben stellenweise mehrere Meter tief sind, leidet der Fortgang der Arbeiten sehr unter dem Wasser, das ständig herausgepumpt wird. Besonders übel bemerkbar macht sich dieser Umstand augenblicklich, wo man mit her Verlegung der Rohre bis zu einer Geländemulde vorgeschritten ist. Die getoaltige Wassermenge, die stündlich durch eine Leitung mit solchem Durchmesser aus dem Flußbett herangepumpt werden kann, wird zur Kühlung der Schwelptodukte benötigt und alsdann in einem offenen Graben wieder in die Horloff geführt. :/: Utphe, 27. Sept. In unserer sowie in bet benachbarten Berstädter Gemarkung, in denen der Kärtoffelanbau eine Hauptrolle spielt, haben gebrauchen, und wie glücklich fie sein würde, fie zu besitzen. „Vater kauft mir natürlich so was nicht. Und Mutter hat kein Geld dazu!" „Und wenn ich sie dir nun schenkte?" Sie iah ihn mit einem dankbaren Blick an; ihre Augen ichwamrnen in Hingebung und Freude. „Du kannst sie aber gar nicht tragen. Wenn's dein Alter merkt!" „Der kriegt sie Nicht zu sehen. Trag' ich bloß, wenn ich fortgehe. Oder Mutter sagt, sie hätte es als Pfand bekommen — es sei verfallen." „Darf's denn Mutter wissen?" „O ja — die freut sich doch! Die ist stolz auf mich!" Eberhard sammelte einige Wochen für die Uhr. Mit Hilfe eines größeren Pumpes bei einem Freunde, einiger verkloppter Bücher und angeblicher Schulden, die Frau Anna aus ihrer Schatulle deckte — dem Kommerzienrat durfte man mit so etwas nicht kommen — wurde das Problem bestens gelöst. Eberhard huschte an dem großen Tage nach der Schule heimlich in den Seitenflügel hinüber. Es dunkelte bereits, und niemand sah ihn. Isa stand wie eine kleine Königin in einem weißen Kleid vor ihrem Geburtstagstisch, zu dem auch Kammer ztenrats offiziell betgefteuert hatten. Mutter Men aers bat, ihnen die Ehre einer Tasse Kaffee zu schenken, und verschwand, nicht ganz absichtslos, in ihrer Küche, um ihn zu machen. Die Kleine blickte den großen Jungen an unö lächelte fromm; aber eine unruhige Frage glomm in ihren Augen. Eberhard gratulierte ganz harmlos, beschaute sich die Torte mit den sechszehn Lichtern, die Handschuhe und Stiefelchen, den Kleiderstoff und da« dünne Goldkettchen. Ein paar Handschuhe legte auch er auf den Tisch — das hatte er sich aus studiert. Sie zog ein Mäulchen, blieb kühl und stumm — ja, sie reichte ihm kaum die Hand, als er Ihr Gluck wünschte Es amüsierte ihn höchlichst. Hatte er doch das Mittel in Händen, diese Elsesmiene zu schmelzen, diese kühlen Augen zu entflammen. Und er kostete seine Heimlichkeit und die Vorfreude aus wie ein Feinschmecker, der sich beim Essen Zeit läßt. (Fortsetzung folgt.) beuchten Versammlun. 8021 Ml. en Sieföhmn die Bürste vm 8737V ,SunHchl" Mannheim Völker. 8724D Drucksachen aller Art liefert in jeder tcewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Örühl’iche Univ.-Druckerei. R. Lauge Reinertrag zu Gunsten der Hinöen- burg-Spende. Schüler freien Zutritt. ratung durch den Gemeinderat zur Einsicht offen. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit einer Gesamtsumme von 151 400 OKI. (1923: 102 370 Mark). Die vorgesehene Umlage von 35 000 Ml. wurde durch den Gemeinderot auf 27 000 Mk. herunter gefetzt, dafür wurden die vorgesehenen Einnahmen aus dem Steinbruch auf 53 000 Mk. erhöht, denen eine Ausgabe von 41 060 Mk. gegenübersteht. Einnohmeüberschüsse hat die Gemeinde noch aus Grundstücken und 'Waldungen. Für Straßenbau und Ausbesserung sind 9478 Mk. eingesetzt, für Landwirtschaft 7200 Mk., an Kapitalzinseri werden 3660 Mk. benötigt. Größere Ausgabeposten bestehen noch für allgemeine Verwaltung mit 9200 Mk. und Schule mit 7000 Mk. Außerdem müssen für Ruhegehalte, Witwen- und Waisengelter und älnterstühungen 14 857 Mk. eingestellt werden, denen eine Einnahme von 8021 Ml. gegenübersteht, und für Wohiningsfür- sorge 4440 Mk. mit einer Einnahme von 1582 Mk. Außer der oben angeführten nahm der Gemeinderat nur unwesentliche Streichrmgen und Ocher Kirchweih-Markt. Montag, -en 3. Oktober 1927 Schweine u. Krämermarkt. Zum Markt zugelasten find Tiere auS unverseuchten Gemeinden der Kreise Gießen.Friedberg, Büdingen und Schotten. Die seuchenpolizeilichen Vorschriften sind zu beachten. Llrsprungözeugnifie für Erzeuger, Vachweise der Quarantäne für Händler. Auftriebszeit vorm. v. 9—lOälhr. Lich, den 23. September 1927. Hessische Bürgermeisterei Lich. frag über „R entable R i n d v i e u ch t". Der Redner ging von der Raffenfrage aus und behandelte in großen Zügen Fütterungs- und Aufzuchtfraaen. Di4 sehr anregende Aussprache bewies, welch großes Interesse man diesem wichtigen Zweig der Landwirtschaft entgegenbringt. Ferner wurden die verschiedenartigsten Gebiete in der Aussprache berührt und einige wichtige den Brand löschen. y. Bad Salzhausen, 27. Sept. Die B a d e s a i s o n geht hier ihrem Ende entgegen. In Kürze wird der Badebetrieb einge- 20 15 10 6 uud schLderw sehr eingehend t*? opferfreudige Liebe und Hingabe für die Sache des Evangeliums, womit die oft schwer bedrängten und um ihres Glaichens willen leidenden evangelischen Glaubensgenossen in der europäischen Diaspora erfüllt sind. Er schilderte in beredten inrb ergreifenden Worten ihre groß« Röt, die zur Hilfe auffordert und mahnt, den heimatlos gewordenen Glaubensgenossen eine kirchliche Heimat zu geben. Dekan Bogel dankte im Schlußwort der Gemeinde für die freundliche Aufnahme. Diele Festgäste aus den Bachbargemeinden hatten es sich trotz Begenwetter nicht nehmen lassen, an dem schönen Fest« teilzATrehmen. OO Niederflorstadt, 27. Sept. Der Gemcindevoranschlag liegt nach der Be- besorg!das Übrige. Eine angefeuchtete Bürste, ein wenig VIM, und fort ist aller Schmutz — wie weggezaubert • VIM scheuert Holz, Metall, Glas, Steingut, Email und Linoleum, ohne zu kratzen und anzugreifen. Prächtig reinigt VIM schmutzige Hände. Stadttheater-AbsnnrKent. Die bestellten Abonnements für die Dienstags-, Mittwochs- und Freitags-Vorstellungen sind am Freilag, dem 30. September, in der Zeit von 3 bis 6 Uhr nachmittags, und Samstag, den 1. Oktober, in der Zeit von 10 bis 1 Uhr vormittags an der Kasse in der Vorhalle des Stadtthea- 2. Rang-Rückvlatz 4 Die Ausgabe erfolgt nur wie angegeben; die am Samstag, dem 1. Oktober, mittags 1 Uhr nicht abgehotten Abonnements find verfallen und werden andermett abgegeben. 8721B Die den Abonnenten zugegangene Postkarte ist bei der Einlösung vorzulegen; diejenigen Besteller, denen Postkarten über Platzzuwcisungen nidjf zugegangen sind, erhalten ab Montag, den 3. Oktober, an der Theaterkasse nähere Auskunft. Gießen, den 27. September 1927. Der Oberbürgermeister. I. V.: Kl i n g s p o r. KartoffeMeserung. Für die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten soll die Lieferung von zirka 500 Zentner guter, haltbarer, ausgelesener Speisekartoffeln vergeben werden. Angebote nebst Muster sind an die Verwaltung der Klinik bis zum Montag, dem 3. Oktober 1927, vormittags 11 Uhr, ein- zureiltzen. 874OC Zuschlagsfrist: drei Tage. Gießen, den 27. September 1927. Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. dingen, der dabei fenec nzWc Fahne weihen will Der Delegtertentag für dos nächste Frust i> fallt nach Hopfgarten. Aachdcm der hiesige . ein noch einige sehr schön vorgetragene -:i - zu Gehör brachte, schloß der 1. Vorsitzende >i harmonisch verlaufene Versammlung, Gichelsdors, 27. Sept. Die Dioto.^n schwester Johanna Henkel wird nach neun- irriger Wirksamkeit die hiesige Kranlenpjlcr.e station. die die Orte Eichrlsdorf und Ober Schmitten mnsaßt, am 1. Oktober verlassen, um in Raunheim (Kr. Groß-Gerau) ein neues Ar beitsseld zu finden. Don allen, denen die Scher- dende in schweren Stunden Stütze, Drost und Hilfe sein tonnte, wird ihr ein dankbares Andenken bewahrt bleiben. Aachfolgerin ist S^we- fier Marga 'Betreib. „?“ Änter-Schmitte«, 27. Sept. Am Sonntag sand hier der Bezirkstag d es Hassiabezirks Aidda st-tti. Der hiesige Kriegerverein verband damit die Feier seines 25jährigen Fahnenjubiläums. Der Tag erhiel! durch die Anwesenheit des 1. Vorsitzenden ter Hassia, des Generals Freih. von Vreusch " n - Darmstadt eine besondere Bedeutung. Am B r- mittag legte eine Fahnenabordnung des Ktte ->cr- vereins an den Gräbern der 18 Mtveleranen je einen Kranz nieder. Der Bezirkstag, von ;'\n Bezirksvorsitzenden Geiger-Bidda geleitet, le schästigte sich in der Hauptsache mit dem Bericht über den Bertretertag in Schlitz und die zurü - liegende Rheinfahrt. Die ge sch-? sc lich en Angele^ heilen fanden ihre Erledigung. Die Feier Rachmittag wurde eingeleitel durch einen w' Ligen Gedächtnisakt am Ehrenmal der Ge'all" wobei Lehrer Wolf, hier, herzlich- Worte br>- baren Erinnerns den Toten des Welti.icgs mete. Im Saale des Chaussee hn'.ckes begii: der Vorsitzende des hiesigen Keiegerver.'i Braun, Gäste und Ehrengäste. Es faxten ' ■ sprachen des Hassiavorsihenden und des Sch:, sührcrs des Hassiabezirks S e u m - Aidda. Franc und Jungfrauen überreichten eine Fahnenschlei der Kriegerverein Aidda einen Fahnen-.-" Liedervorträge des hiesigen Gesangvereins v Musikstücke umrahmten die schlichte Feier, in einem Tanz am Abend ihren Ausklang fc Kreis Alsfeld. 4 -er Homberg a. d. Ohm. 27. Sept. In unserer Stadthalle fanö am Sonntaanacpmittag eine Obst » und Blumenausstellung statt. Die Obstaussteilung ist als eine Vorschau zu der nächsten Samstag und Sonntag in der Festhalle zu Alsfeld stattsintenden Obstausstellung zu betrachten. Die 'Anregung zu beiden Ausstellungen gab der Obst- und Gartenbauverein des Kreises Alsfeld. Die Beteiligung an der Ausstellung in Homberg mit Beschickung von selbstgezogener Früchten hätte reger sein dürfen, ebenso lieft der Besuch dieser Ausstellung seitens des Publikums sehr zu wünschen übrig. Besonders sei erwähnt. daß die drei größeren Btu ncnarrange- ments allenthalben gut gefielen. ? ren Aus steller waren Gärtnerei Lang'. . o s f. Alt bürgermeister SPamer und Geschwister D e c < - Der vergangene Montag stand hier im Zeichc der Obstversteigerung. Die Stadt v. steigerte diesmal ihr sämtliches Obst an en Sage; sie hat eine gute Einnahme erzielt. L Andrang zu der Obstversteigerung an der Kr«. strafte war nicht so stark. Diese wurde in Zück Jahre erstmalig von der Provinz gargenmnm", «Sie begann am Montagmorgen bei Benisfeld erstreckte sich über Büßfeld, Homberg bis Oberurb Nieter-Ofleiden. Hier war Gelegenheit, da«? Obst im allgemeinen billiger zu erstehen. Am nächsten Donnerstag geht die Versteigere; weiter. * v BurgGemünden, 27. Sept. Bei den heutigen Ob st Versteigerungen an den Provinzialstraften konnte die Provinz eine recht ansehnliche Einnahme bezeichnen. Cßäpsel wurden an der Straße von Ehringshausen bis Burg- Gemünden mit ungefähr 1,20 Mark bezahlt. Kelteräpfel etwa 50 Pfennig pro Korb voll am Baum. An der Strafte Aieder-Gemünden—Homberg stellte sich der Korb voll auf etwa 2 Mark. Es handelt sich hier um den winterfesten Peilen- apsel. ________________________ SftrechsiUrtden der Nikednktisn. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingefanbte Manuftriptk ohne beigefügte- Rürfporto wird keine (tewähr übernommen h sie km || io * < * rt lchenktc? jhn 'S «"■ ■*' fei ®i‘ H " | „ die W1 ,e MochkN 'ul tW W15 „2 ongeb er WjyAf ' stellt. ®rc letzten Kurgäste im Kaufmanns-Gr- holungsheim sind abgtreift Aur in ten Pensionen und Gasthäusern wohnen noch Kurgäste. Gestern fand im Kursaal ein gut besuchter E a i - svn-Schlußball statt. Mit dem Ergebnis der diesjährigen Badesaison können die Gastwirte und Zimmervermieter im ganzen zufrieden sein, obgleich das Wetter häufig für Badegäste viel zu wünschen übrig lieh. Zum ersten Male hatte in diesem Jahre ein Niddaer Geschäfts^ mann hier eine kleine Kvlonade errichtet, die sich eines guten Zuspruchs erfreute. — Bei der heute abgehaltenen Ob st Versteigerung der Badeverwaltung, etwa 110 Zentner Aepfel, 8 Zentner Birnen und 4 Zentner Zwetschen, waven die Preise niedrig. Der Rentner Aepfel kam im Durchschnitt auf etwa 2 Mark, bessere Sorten etwas höher. In dem nahen Geiß--Aidda wurden am Samstag bessere Preise erzielt, hauptsächlich für Goldparmäne unb Schöner von Boskop. Dortige Obstzüchter luden heute gebrlxhenes Wirtschaftsobst den Zentner für 6 Mark am Bahnhof ein. — In den nächsten Tagen wird Förster Troß hier unseren Badeort verlassen, um seine neue Stelle rn LI deich crusen beim Forst- amt Grebenau anzutreten. Die hiesige Försterstelle wird vorerst nicht wieder fest beseht. Den Dienst wird ein Forftwartaspirant versehen. Kreis Schotten. ..... —---- ' Eta mit dem Einbringen der Kartof- n begonnen, teilweise schon vor 14 Tagen. Arbeiten gehen jedoch bei der schlechten Witterung langsam voran. Immerhin ist nunmehr bet eigene Hausbedarf zumeist gedeckt, so daß in dieser Woche der Verkauf beginnt. Dre hiesige Genossenschaft zahlt für Futterkartoffeln 250 Mk., für Speiselartosfeln 2,75 Mk., für In- büstrie speziell 3 Mi. Gerade bei dieser Sorte wird sehr über Fäulnis geklagt, jedoch ist ter Ertrag sehr zufriedenstellend. — Sine Haus- fammlung für die Geiste skr a n len in Hessen ergab den Betrag von 16 Mk. — ilnfere Schule unternahm kürzlich einen Tagesausflug n'a ch Laubach, wobei Stadt und Schloß besichtigt und ter Ramsberg mit seiner Prachtvollen Fernsicht besucht wurde. Mit diesem Städtchen und besonders dem gräflichen Haufe ‘ ist unser Dorf durch viele Fäden verknüpft, gab es doch früher ein Laubacher Amt iltphe mit einem regierenden Grafen. Heute besteht hier noch ein gräfliches Hofgut. Kreis Friedberg Q Gambach, 27. Sept. Am vergangenen Samstag und Sonntag veranstaltete der hiesige Obst - und Gartenbauverein eine A u s- st e l l u n g in der Tirmhalle. Hier zeigte es sich, welche Abengen und vielen Sorten von feinem und feinstem Tafelobst in unserer Gemeinde gezogen werden. Daß aber auch der Anbau von gutem Wirtschaftsobst nicht vernachläffigt wird, konnte man ebenfalls erkennen. Die Prämiierung der ausgestellten Obstsorten geschah durch Obstbau- infpektor Rent sch und Obstbau kechniker Billa sch, beite von Friedberg, und hatte fölgen- tes Ergebnis: In Gruppe I, in ter mindestens drei Sorten Tafeläpfel und zwei Sorten Tafel- bimen gezeigt werden mußten, erhielt die Gemeinte mit der vollen Punktzahl (25) den ersten Ehrenpreis. Den zweiten Ehrenpreis erhielt Wilhelm Ludw. Metzger mit 23 Punkten, wählend ter dritte Ehrenpreis an Gg. Jak. Klein fiel. In dieser Gruppe erhielten Hch Grieb. Karl Bingel, Bürgermeister Bock und Otto Grieb je einen 1. Preis: L. Aoichardt, Hch. Langsdorf, O. Mohr. Ad. Klein, Lehrer Sitter, Konr. Grieb II., Wilhelm Schmidt, Wilh. Wächter und Hch. Lenz je einen 2. Preis; Karl Klein und Konrad Müller je einen 3. Preis. In ter Gruppe der Liebhabersorten erhielten Wilh. Hasser und Heinr. Dem je einen 1. Preis, Wilh. Mohr, Karl Bernhardt, Konr. Reuhl, Konr. Müller XL, Heinr. Boller. Konrad Mohr IX., je einen 2. Preis. Hch. Langsdorf , Jak. Wächter und W. L. Metzger je einen 3. Preis. In ter Gruppe Steinobst erhielt Lehrer Ost Heimer einen ersten Preis. Die Ausstellung, die dank der vortrefflichen Arbeit der Herren Näck und Hch. Grieb einen außerordentlich guten Eindruck machte, zeigte, welche Sorten sich zum Massenanbau vortrefflich eignen. Biele Besucher haben von der Ausstellung Anregung und Ansporn erhalten und werden sich wohl in Zukunft noch intensiver mit einer rationellen Obstzucht befassen. Wenn das erreicht wird, dann hat die Ausstellung ihren Zweck erreicht. — Zu dem gemeldeten Leich en - f uni) erfahren wir noch ofgente Einzelheiten: Der Tote ist ein aus Gr.n. - ich gebürtiger, in den letzten Jahren aber in Elberfeld wohnhafter Mann, namens Balthasar Sommer. Am Donnerstagabend war er noch in Gambach gesehen worden und hat auch mit verschiedenen Einwohnern gesprochen. Er kann also die Tat nur in ter Nacht von Donnerstag auf Freitag ausgesührt haben. Die am Tatort erschienene Gerichtskommission stellte einwandfrei Selbstmord fest. Was den Mann in den Tod getrieben hat, konnte bis W noch nicht aufgeklärt werden. 3 Steinfurth, 27. Sept. Das Gustav- Adolf-Fest des Zweigvereins Welterau wurde am Sonntag hier gefeiert. Die Festpredigt hielt Pfarrer B e r n b e ck acks Hofheim-Bürstadt. In einer Aachverfannnlung im Saalbau Hengst gab Dekan Vogel den Rochen- fchastsbericht des Hess. Haupttereins bzw. Wetterauer Zweigvereins. Gr wies auf die segensreiche Arbeit des Vereins hin, die sich besonders auch in den neuerstandenen Kirchenbauten zu Gau-AlgeSheim, zu Bürstadt imh dem nahen Ober-Mörlen zeigt. Festredner Bernbeck erzählte von feiner Diasporagemeinte Bürstadt Stets irisch FieistMa! mit Mayonnaise v4 Pfd. = 45 Pf. HerWah" mit Mayonnaise V4 Pfd. = 40 Pf. MMvmR Seltersweg 70. Wir liefern MvWkS u. Motorrad-Seitenwagen. Reparaturen billigst Karosseriefabrik Schotten. TSIeph. 68. ÄSS'!: 4 gfl n unk grE, noge S' äSS?» ' .»II»*"' , blieb in die ^L^lidiL, . «l< III* j - Groß-Eichen, 27. Sept. Landwittschafts- assessor Dr. B ö ch e r vom Landwirtschaftsaint Grünberg hielt dieser Tage in einer sehr gut ' ' ~ ' ig einen lehrreichen Vor- ble Rindvieh^ucht" Fragen von Dr. Bocher beantwortet. ~ Lardenbach. 27. Sept. Am vergangenen Samstagabend hielt Landwirtschaftsasfessor Dr. B ö ch e r vom Landwirtschaftsamt Grünberg einen belehrenden Vortrag über das Thema' „W o s ist bei der kommenden Herbst- bestellung besonders zu beachten?" Die fast zweistündigen Ausführungen des Redners befaßten sich mit ter Bodenbearbeitung und den zu benutzenden Gcrätschaften. mit Saatgut-, Sorten- und Düngungsfragen. In der Aus- spräche, die sehr rege war, beantwortete Dr. Bocher die an ihn gestellten Fragen. )—( Ruppertsburg, 27. Sept. Dieser Tage fand hier die Gemeindeobstversteigerung statt. Es kosteten am Baum im Durchschnitt ein Zentner Tofeläpsel 3 bis 4 Mk., Wirtschastsäpfel 2 Mk., Kclteräpfel 1 Mk., Zwet- fchen 2,50 bis 3Mk., Taselb.rnen 3Mk. Der Gesamterlös einschließlich des Erlöses aus Frühobst beläuft sich annähernd auf 1500 Mk.. wenig im Verhältnis zu ter großen O6ft venge. — Als Aachfolgerin der vor einiger Zeit verstorbenen langjährigen Hebamme Kath. Becker haben sich sechs Frauen und Jungfrauen gemeldet. Es fand darum am vorigen Sonntag unter ter Leitung von Pfarrer D. Fritsch und Bürgermeister Hogh im Gemeindesaal eine Wahl statt, zu der sich über 60 Frauen und Mädchen eingefunden hatten. Das Hessische Kreisgesundheitsamt Schotten wird nun unter den Bewerberinnen mit der höchsten Stimmen^ahl die ge- eianeffte aus wählen. (!) Köddingen, 27. Sept. Dieser Tage fand hier die H e rb st - D e l e g i e r t e n v e r- sammlung der Schwalm-Antrift- Felda-Sängervereinigung statt. Der Vereinigung gehören 17 Vereine an. Der hiesige Männer-Gesangverein fang zu Beginn der Verhandlungen den Sonnetschen Chor „Waldes- grüße", welcher einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden machte. D'er 1. Vorsitzende Lehrer Walter- Hopfgarten, eröffnete mit herzlichen Begrüßungsworten den Deleaiertentag und ging dann zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung über. Aus den verschiedenen Aussprachen und Kritiken ter Delegierten über den 1. Punkt ter Tagesordnung „Wertungssingen" ist zusam- menfafsend zu sagen, daß ter Maßstab der Wertung und Kritik der beiden Wertungsrichter mitunter etwas schroff war. Das nächste Wertungssingen soll erst wieder in zwei Jahren stattfinden und nur ein Wertungsrichter hierzu herangezogen werden. Das Bundesfest für das nächste Jahr bekommt der Gesangrerein Köd- ter Liga zum Schutze der deut Kultur hat ihre planmäßige Ißt niet arbeit bereits wieder begoiinen und für den kommenden Winter mehrere Vortrage und Veranstaltungen vorgesehen, die in den wichtigsten Ftagen ter Politik, Volkswirtschaft und Kultur aufklärend wirken sollen. Dieser Tage fand ter erste Vortrag über die Frage „Kriegsgefahr?" hier statt. Als Redner war Chefredakteur Wendel aus Würzburg gewonnen worden, der in fesselnder unb allgemeinverständlicher Weise das Thema gründlich erörterte. Leider war ter Vortrag wegen anderer gleichzeittg stattfindenter Der- anstaltüngen nur schwach besucht. — Gestern abend gegen 8 älhr wurden dieBewohner Riddas durch Fe u e r l ü r m erschreckt. In der Krugfchen Gasse war im Hause des Schreinermeisters August Brock ein Schornsteinbrand ausgebrocheir, ter wahrscheinlich auf starkes Festem beim Latwergekochen zurückzuführeir ist. Der Eigentümer der Hofreite liegt gegenwärtig krank in ter Klinik in Gießen. Die Feuerwehr konnte rafch tcrs abzuholen: Die zu zahlende erste Rate beträgt für: Pröszeniumsloge, Rangloge und Rm. 1. Rang-Borderplatz 1. Sperrsitz, 1. Rang-Mitte und Logen-Rückplatz 2. Sperrsitz und 1. Ratzg-Rückplatz 3. Sperrsitz und 2. Rang-V örter platz 2. Rang-Mitte Aenterungen vor, so daß der Voranschlag in ferner jetzigen Form bestehen bleiben wird. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 27. Sept. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Für die Vertilgung des Messingkäfers im alten Kreisamtsgebäute waren etwa 2000 Mk. Kosten entstanden, welche von der Stadt übernommen werden sollten: der Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, daß der Käser erst in den letzten Jahren in das Gebäude ein» geschleppt fei, und der Mieter das Gebäude so zu übergeben habe, wie er es übernommen habe. — Für das hiesige Wolfgang-Ernst- Ghmnasium werden weitere fünf Freistellen genehmigt. — Beschlossen wird die Erhebung einer Wertzuwachs st euer und die Veranlagung hierzu dem Finanzamt übertragen. — Entsprechend dem Wunsch des Reichspräsidenten findet am Sonntag. 2. Oktober, eine einfache Feier feines 80. Geburtstages statt, die darin besteht, daß nach dem Vormittags- gottesdienst auf dem Marktplatz Promenadenkonzert veranstaltet wird, und hierbei ter Bürgermeister eine der Bedeutung des Tages entsprechende Ansprache hält. Eine Sammlung durch junge Mädchen wird der Hindenburg- Spende zugeführt, eine Spende hierzu wird beim Gemeinderat beantragt. Bei ungünstiger Witterung wird die Veranstaltung in den unteren Rathaussaal verlegt. △ Aidda, 27. Sept. Die hiesige Ortsgruppe Bek-rnntmackrnng. Schmückung der Kriegergräber an Allerseelen. Totensonntag und Weihnachten. Der Bolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge übernimmt es auch in diesem Jahre, Kriegergräber im Ausland im Auftrage der Angehörigen zu schmücken. Welche Friedhöfe in Frage kommen, ist aus der Aufstellung in Heft 9 der Zeitschrift „Kriegsgräberfürsorge" zu ersehen, die für halbjährlich 1 Rm. durch den Volksbund bezogen werden kann und auch sonst durch Wort und Bild über den Stand der Kriegsgräberfürsorge fortlaufend unterrichtet. Wünsche auf Gräberschmückung wolle man bei dem Rechner der Ortsgruppe, Herrn Bock, Gießen, Stephan- straße 38, anmelden. Dort ist auch Näheres über die Preise der Kränze zu erfahren. Deutliche Angabe von Vor- und Zunamen, Dienstgrad, Truppenteil, Todestag, Friedhof (Land, Provinz) und möglichst Grabnummer des Gefallenen ist erforderlich. Für Allerseelen müssen die Bestellungen umgehend, für Totensonntag bis zum 15. Oktober 1927, für Weihnachten bis zum 19. November 1927 in die Hände der Orts gruppe gelangen. Der Volksbund wird selbst die Sammelgräber schmücken, in denen große Scharen meist unbekannter Toter ihre Ruhestätte gefunden haben. Er bittet hierzu um Hilfe der Oesfentlichkeit. Spenden zu diesem Zwecke werden auf das Konto des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, bei der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Gießen, erbeten. Ferner wird zu diesem Zwecke eine Haussammliing stattfinden, um deren freundliche ÜnterstützuNg gebeten wird. Gießen, den 27. September 1927. Volksbund Deutsche üriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen. Dr. Frey. 8756C ’ ni^ an ben * M Litz Sw i'tzLZ £ )on $t(;f e. W i,lJ e n oi,-. dubet Sfjeingau.v ■Ä.Ä. * «n ffir »i, des rOe" unb fachen wegen ton , W Ramien 1 W aufgew&li. * MM Sdjmibt unb MUer zu lt<. urch biet ©cneratio- f Staiß, einet sogar Üer nennt bleie Ut« auschreitor Mesen- beigefüafeä Schkisi- lunben schon einmal, 903 bai Tunnsteuz id) Aut Seite geneigt c Dreunlin hat bann bet Lumshihe die apsel bet Helmbiael cist bareingtlegl, Die i-ynis von 1903 ent- r Briketts (1 Zentner schildert die Wieder» «lieht itiil ben denl- e ein menschlich Auge ies zu lesen, fo sind eute unb 6inläü|tige sei uns atmen 6ün-- len haben durch ein- littto. Aach Beendi- mid btt Alihableiter» r gleichen Stelle wie» : Geschlechter. - Eben der Kühlvaller» eue Schtveltvk^I hundert Meter lange Gaffer ber HvM t unb zieht sch ent» toaW, durch Teer- M W* toetben mit ftranen iben gesenkt unb toti zusantinengeschvM 15 Meter lang. M it urter Facharbeiter ftdatbellen 6er W ie) übernommen b- em-irm W I; et»»« »S 6cr«usgeP«mye”; GeländeiNuldt borge Dassermenge, J ? mit fbt^Ä SS % unserer Wj« Hindenburgspiele! des Münner - Turnvereins, Gießen (Sporiplost am Schiffenberger Weg). Am Sonntag, dem 2. Oktober 1927, nachmittags um 3 Uhr beginnend: UMAMMSW gegen Turnverein Alsfeld, l.Mannfch. Nene Wintermäntel mit Pelzbesatz Seltersweg 85 Mk Bertha Columbia Bianca 8741a Palast-Lichtspiele UW« nicht vergessen! »um”* we ene iie Schuhe Sil zum Bleichen- ohnegleichen! Ohne Qhlor! für Herbst end Winter nur im Palast-Liichts p i e I e Mittwoch, den 28. September abends 1045 Uhr abends ange überlegt ■I - 7 0, Gewöhnliche Eintrittspreise! 80S7c Pelze und Felle in vielen schönen Abarten Pelze am Kragen, am Aermel, am Saum I ulefeen, Sonnenstrafce 20 das Haus der Vertrauensqualitäten Die Mode bevorzugt den pelzbesetzten Mantel Don Berlin zurück werde ick n. 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Man hat sich lange überlegt, ob man diese Bilder einer breiten Ocffontlichkoit zugänglich machen soll, hat sich aber schließlich doch dazu entschlossen, von dem Gesichtspunkt ausgehend, daß es angesichts der immer mehr sich in den Völkern ausbreitenden Geschlechtskrankheiten a'lorhöchstoZeit Ist. einmal endlich mitbrennender Fackel in diese Zustände hineinznleuchten WAhrend des Filmes Originnlvorlrag dos Herrn Hofrates Dr. Finger. Wien, gehalten von Herrn A. Telstar, Köln. 9eben sie ein halbes vtrAe/ dieses vollkommen unschädlichen Bleichmittels der kalten oder Schwach warmen Gauge bei- Sie werden erstaunt sein laber' das schöne Weiß, das Jhre Wäsche zeigt! 65°° gestrickte Knaben-Anzüge und Kinder-Kleidung gesundheitsfördernd, unverwüstlich sehr praktisch und preiswert! Reparaturen zu Fabrikpreisen Eine Sondemachtvorstellung Jugendliche haben keinen Zutritt. Dar Film, den jeder nssohen haben muß. nm seiner selbst, nm seiner Nachkommen willen: Die Geschlechtskrankheiten Des großen Erfolges wegen bis Donnerstag verlängert Mein HeiMerl !tii haft’ mein Herz in Heidelberg verloren Original-Aufnahmen von Heidelberg und vom schönen Neckarstrand. In den Hauptrollen: Klärchen Schröder Dorothea Wieck Georg Schröder, Ihr Vater Karl Platon Fritz Hansen, Roodereibesitzer ... A. v. Schlettow Mia, seine Geliebte Vivian Gibson Ferner: Das lustige Beiprogramm Und Die neueste Via -Wochenschau Astoria-Lichtspiele Mk 4S°° Mode- Warenhaus tarlNewadi Giefeen zur Ausführung bringen. ----zr—;----------——- ----- ., , .------r-rrr—- 39fef9enlel, Snmenfrlfeutmelfler, I Vruchachen flöer Aki slattung stilrein unö* preiswert Mitglied der aRobctommiXfion die Vkühl'sche UnioersttStr-vruckerei, R. fange, Siesten, Zchulstr. 1 Frdr.Teipel Markt 16 Bahnhofstraße 45 Hillebrandstraße 2 Einen Poften MlMWW 150/200. 200 250, 200'300 cm mit kleinen Fehlern zu billigsten Preisen Tapetenhaus a MWitlJIffit-'Ü Sie finden diesen modernen, pelzbesetzten Mantel (nebenstehend einige Beispiele) in nur guten Qualitäten im Modewarenhaus Carl Nowatk Gießen, Seltersweg Nr. 85 ith Saini flidiiie vergessen Fortsetzung und Schlußteil des Films: o pnov ■ n Nr. 22? Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Mittwoch, 28. September 192? Aus dem Reiche der Frau. Die frauliche Frau. Von Anne-Mari« Mampel. Man macht der modernen Frau zum Vorwurf, daß sie nicht mehr fraulich sei, führt als Beweise dasür den Bubikopf, den kurzen Rock, die gan^e herrenmäßige Einstellung der Mode ins Feld, das selbstbewußte und energische Auftreten, das betonte Recht auf Persönlichkeit und Willensbehauptung, die starke sportliche Detatt- gung, das Studium, die überhandnehmende Berufstätigkeit, die veränderte Einstellung zur Familie, zum Manne und zur Ehe —, mit einem Wort alles, was eben daS innere und äußere Mesen der Frau von heute ausmacht. Uni) als Idealbild wird ihr die Frau von ehedeiy vor- aehalten, die als Gattin, Mutier und Hausfrau ihr Genügen fand und im Dienst und der Aufopferung für die Ihren rest- und wunschlos glücklich war. Wüßte num von der modernen Frau nrchts als jene Schilderung ihrer Gegner (deren Wissen sich von jenen besonders in der Großstadt aufdringlich und unangenehm in Erscheinung tretenden Auswüchsen geitgcnö s scher Weiblichkeit herleitet), könnte man tatsächlich glauben, dah ein Riedergang der Fraulichkeit zu verzeichnen, dah ein Begriff im Schwinden sei, der früher un- trennbar war von der echten Frau und ihren Wert auSmacht«, ohne dah neue Werte an dessen Stelle treten. Ist dem wirklich so?... Um eS unpartensch festzustellen, muh Lebensaufbau und Ablauf der Arau von einst und von heute nebeneinander- gestellt und gegeneinander gewogen werden. Schon bei seiner Geburt war das lleine Mädel ehemals Gegenstand der Enttäuschung, die seiner offenbaren Minderwertigkeit galt, und dieser Makel deS nicht Vollgültigen blieb haften. Qegt* man Wert auf die Erziehung und Ausbildung deS Sohnes, die der Tochter war nebensächlich. Galt es, ihm Welt- und Menschenkenntnis zu vermitteln, ihr verschloß man sie. Es genügte, der Tochter die einfachste Schulbildung beizubringen; was darüber hinaus geschah, der Klavier-, Gesang- unt> Malunterricht, die feinen Handarbeiter die Sprachstunden und — wenn's hoch kam — das bißchen Literatur- und Kunstgeschichte, das ihr eingetrichtert wurde, hatte rücht den Zweck, irgendwelches gründliche Wissen und Können zu geben; es war ledialich für den „Salongc brauch" gedacht, und um die angehende junge Dame dem angenehm zu machen, für den sie ausschließlich erzogen und bestimmt war, dem zrckünftigen Gatten. Heiratete das Mädchen von ehemals nicht, wurde es nach Iahren vergeblichen HoffcnS und Harrens die „alte Jungfer", die, von der jüngsten Frau über die Achsel gesehen, die gute, selbstlose Haustochter und Familientante spielen muhte, ohne eigene Rechte, ohne Freiheit und Lebensinhalt, niedergedrückt von dem bemütigenben Gefühl, „sitzengeblieben", vom Glück übergangen worben zu sein. Heute wird daS kleine Wäbel nicht anders als ein Iunge erzogen. Körperliche Ertüchtigung durch Spiel und Sport steyt im Ausbildungsprogramm ebenso wie gediegenes, durchaus ernst zu nehmendes und auf spätere Berufsausübung hinzielendeS Studium. Offen liegt die Welt mit ihren Problemen. Röten und Schätzen vor der Frau; sie wird mitten hineingesteltt in den Kampf, muh sich wirtschaftlich und menschlich behaupten und durchsetzen, muh die Waffen ihrer Tüchtigkeit brauche l, um zu bestehen. Das schafft einen anderen Frauentyp als den von einst; das bestimmt Kleidung und Gebaren. Raturgemäß erkennt diese Frau das System der alten Haushaltführung als Kraftvergeudung und Zeitverschwendung. sucht es zu rationalisieren und umzuwandeln. Und ganz selbstverständlich sieht diese Frau im Manne nicht mehr den Herrn und Gebieter, sondern den Leben-kameraden, dem sie als Gleichwerttge und Gleichberechttgte die Hand zum Bunde reicht, wenn ihr Herz für ihn spricht, und sie in der Uebereinsttmmung oder Ergänzung der Charaktere und Reigungen ein reines Gluck für sich erwartet. Denn lediglich der Versorgung halber zu heiraten, hat die berufstätige Frau nicht mehr nötig, und eine „alte Iungfer" wird sie nicht, auch wenn sie ledig bleibt. Dah tiefste Frauenerfüllung in der wahrhaft harmonischen Ehe und In der Mutterschaft liegt, ist dem modernen Mädchen dennoch voll bewußt. — Das also ist die Frau von heute (nicht zu verwechseln mit denen, die sich dafür ausgeben, ohne es zu sein). Sie ist frellich anders als ihre Schwestern aus der vergangenen und vorvergangenen Generation und doch nicht weniger fraulich, wenn man berücksichtigt, dah dieser Begriff sich gewandelt hat. Denn fraulich sein heiht heute nicht mehr, in engumzirkeltem und wohlumhegten Gebiet zu walten. Fraulich im neuen Sinne ist's, alle Gaben des Körpers, des Geistes und des Gemütes zur Vollendung zu steigern, ein Mensch zu sein mit anerkannten Rechten und Pflichten, und als solcher mitzuarbeiten an den Ausgaben der Zeit, am Aufbau menschlicher Kultur, am Glück der eigenen befreiten Persönlichkeit. Zwischen Gesellschaftszimmer und Aüche. Don Emmy von Domsdorff-Leibing. Iede Hausfrau, die auf eigene Arbeitsleistung angewiesen ist, weih, wie peinlich das Doppelleben zwischen Gesellschaftszimmer und Küche ist, gleichviel, ob es sich um größere Einladungen handelt, oder um ein Zusammensein im engsten Familienkreis. Meistens hat sie bis zum letzten Augenblick mit den Vorbereitungen zu tun, möchte die Gäste empfangen und unterhalten und doch auch das Essen, mit dem sie Ehre einlegen will, nicht inzwischen verbrodeln lassen. Wie unangenehm, wenn sie drinnen im schönen Abendkleid einhergeht und sich drauhen rußige Hände holt. Hat vielleicht auch dies« Hausfrau Töchter, jene Hausfrau Richten, die hilfreich zugreifen, so bleibt sie selbst doch unentbehrlich. Sie möchte durchaus allem, was auf die Tafel kommt, den letzten Schliff geben, oder alles noch einem letzten prüfenden Blick unterziehen. Höchst peinlich, roeirn die Hausfrau hochrot und abgehetzt ihre Gäste empfängt, bei der Unterhaltung wie auf Kohlen steyt, zerstreute Antworten gibt, weil ihre Gedanken beständig abschweisen und schließlich die Gäste auf sich selbst angewiesen sind, weil die Hausfrau auffallend lange in die Küche verschwindet. Die praktische Hausfrau von heute vereinfacht sich das Doppelleben zwischen Gesellschaftszimmer und Küche. Sie wird selbstverständlich nicht ausgerechnet Hammelbraten reichen, weil der allzu schnell verkühlt und dann ungenießbar wird, sie bringt auch nicht Hefenklöhe, die die Gäste möglichst schnell verschlingen müssen, sie vermeidet gebackene Leber und alles, was das Warmstellen nicht verträgt. Ihre ganze Speisenfolge ist so zusammengestellt. dah ihre minutenweise Abwesenheit gar nicht bemerkt wird. Mit liebenswürdiger Ruhe hat die Frau ihre Gäste empfangen, die mit den Vorbereitungen .........ii nwn Die Mo-efilhouette öe$ herbster. Von Elsbeth Unverricht. AuS den ersten Anzeichen einer femininer werdenden Mode, die Frühjahr und Sommer unverkennbar brachten, hat sich nun eine auf der ganzen Linie stinkt durchgesührte ausgesprochen weibliche Mode herauslristallisiert. Wenn auch in den Einzelheiten bei Beginn der Saison noch Zurückhaltung geboten ist, so liegen doch in großen Zügen die Linien für die modische Silhouette fest. Der Straßenanzug allein hat noch maskulinen Charakter, während alle anderen Toiletten, sowie das ganze sonstige Beiwerk sehr kapriziös, sehr lleidsam ist. Und zwar ist es fast ausschließlich der Rock, der in seiner reichen Ausdrucksfähigkeit diese Rote hervorruft. Diagonal angeordnete Volants, Flügel- und Glockenteile, Raffungen, Tuniken und Schärpen verleihen eine phantastische Unregelmäßigkeit. Sinfeilige Oamitur und unwillkürlicher unsymmetrischer Ausschnitt verstärken diesen Eindruck. Während die Taillenlinie etwas verkürzt ist, hat der Rock ungefähr 3 bis 4 Zentimeter an Länge gewonnen. Auch zeigen Gesellschaftskleider überdies häufig den Rock hinten länger als vorn, eine Reuerung, die für kleine Figuren außerordentlich vorteilhaft ist. DaS Iacken- kleid, daS in der vergangenen Saison für die Straße so dominierend gewesen, wird durch den Mantel etwas verdrängt, dem die Modeschöpfer eine ganz besondere Sorgfalt angedeihen lassen. Reben dem Garconnemantel. der als Sport- und Vormittagsmantel seinen Platz behauptet, tritt wieder die lange vergessene Raglanform. auch für den eleganten Typ. Phantastische Abendmäntel, deren modische Besonderheit sich in subtilster Ausgestaltung graziöser Linien äußert, zeigen Goders und Falten in originellen Anordnungen, stark gekreuzte Vorderteile, kapriziöse Kragen. Auffallend für diese Saison ist die Zusammenverarbeitung starklontrastierenLer Farben und Materialien, sowie eine außerordentliche Gar- niturfreu'oigleit. Man schwelgt geradezu in reichen und originellen Verzierungen: Tressen, Blenden, Diesen, Knöpfe, Schnallen und Stepperei. Bei aller Farbenfreudigkeit ist doch keine eigentliche Modefarbe zu nennen, schwarz scheint von seiner jahrelangen Beliebtheit nichts eingebüßt zu haben, daneben bevorzugt Paris einen warmen, tiefbraunen Ton, der ins Lila hinüberspielt, und den Ramen „Royau" erhalten hat. und einen etwas helleren braunen Pastellton „tabac blond“ genannt. Blau in allen Ruancen behauptet sich als Standardsarbe. Der bevorzugte M o d e st o s s des Winters dürfte „Velour de Smyrne“ werden, der in sehr geschmackvollen Ausführungen gebracht wird, hauptsächlich in Wabenmuster, aber auch kariert, schottisch, oder unregelmäßig-gestreift. Auch Mate- lasse ist augenblicklich sehr bevorzugt, besonders für den „angezogenen Mantel", dessen ohnehin elegante Rote noch wesentlich durch cingetoebte, leuchtende Metallfäden verstärkt wird. Als ausgesprochene Reuheit der Herbstsaison dürste ein zweiseitiger Stoff, Dragon-Atlas, anzusehen sein, dessen Rückseite wie Crepe Marocain wirkt. Große Beachtung sowohl für Rachmittags- als auch für Abendkleider findet Sami, fassonniert ober einfarbig, der in so feiner Qualität hergestellt wird, daß er graziös und schmieg- fam wie Musselin fällt, Eigenschaften, die ebenfalls die vielfach verarbeiteten Crepe Georgettes, Crepe rvmains und Failleseiden in sich vereinigen. Daneben bringen Halbstarre Seiden, wie Taffet und Moiree Abwechslung in das Mode- bild. Die Beliebtheit und Verwendung deS Pelzes nimmt von Iahr zu Iahr zu und wird in diesem Winter als wesentlichste Unterstützung der weiblichen Rote einen noch größeren Umfang annehmen. Die neuen Modelle erfüllen ihre Mission, dekorattv und wärmespendend zu sein, außerordentlich gut. Die Mode läßt die ganzen Frou-frous vergangener Tage wieder auferstehen Eine beschwingte Heiterkeit liegt über der Erscheinung der Dame, wesentlich untersttitzt noch durch das ganze modische Beiwerk. Im Ru haben sich allerhand komplizierte, überflüssige und unlogische Dinge das Feld erobert: in vielen verschwiegenen Falten kleine versteckte Täschchen, den Hut umspannen duftige pikante Schleier, die ihrer Trägerin einen geheimnisvollen Reiz zu geben wissen, Mantel und Toilette schmücken hauchzarte Blumen in den feinsten Pastelltönen, der Handschuh mit breiten farbigen Raupen und aparten Manschetten, versteht graziös Zweckmäßigkeit und Koketterie zu verbinden Die Frauen können mit dem Auftakt der Herbstsaison 1927 Wohl zufrieden sein Wie kaum eine Mode, versteht die diesjährige in ihrer Reichhaltigkeit und schillernden Farbenfreudigkeit jedem Typ gerecht zu werden, und „wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen“. Appetitlose Kinder. Don Dr. Hermann Vollmer, Oberarzt am Kaiserin-Augusta-Viktvria-Haus Berlin Unter den „Sorgenkindern" sind die „schlechten Esser" die größte Plage für die Eltern Betrachtet man eine Reihe solcher Kinder, so ist man überrascht, wie verschieden sie aussehen Die Vertreter aller Typen findet man unter ihnen: vom dürftig entwickelten bis zum Prachtkind, vom abgezehrten bis zum übermäßig fetten, und zwischen diesen Extremen alle llebcrgänge. Lind doch bringen die Mütter bei allen diesen Kindern die gleiche verzweifelte Klage vor: „sie wollen nicht essen" Sieht man sich bei jedem Kind die zugehörige Mutter an, so wird einem manches klar. Eimnal begegnet uns ein wohlgenährtes Kind an der Hand einer nervösen, überängstlichen Mutter, ein andermal ein elend aus sehendes bei einer ruhigen, verständigen Frau. Bei reicher Erfahrung wird der Arzt im ersten Fall die ganze Vorgeschichte vorauswissen und innerlich lächeln, im zweiten Fall erkennt er sofort den Ernst der Situation Das sind nur zwei Möglichkeiten Wie mannigfach aber die Beziehungen sind, erkennen wir, wenn wir im folgenden versuchen, den Llrsochen der Appetitlosigkeit auf den Grund zu gehen und eine gewisse Einteilung zu schaffen. Beginnen wir mit dem wohlgenährt aus- sehenden Kind, von dem die Mutter behauptet,' baß es „gar nichts ißt". Wir erfunbigen uns nach dem Spetse^etrel und erfahren, daß die Rah- rungsaufnahme nicht nur hinreichend, sondern geradezu üppig ist. 215 :r die Mut er ist damit nicht zufrieden und stellt viel höhere Ansprüche. Die reichlich getrunkene Milch wird nur als Flüssigkeit, nicht aber in ihrem hohen Nährstoffgehalt bewertet. So wird dem Kind durch unberechtigte Vorwürfe und unaufhörliches Zureden jede Mahlzeit, jeder neue Tag zur Qual, und erst der Arzt kann es aus seiner unangenehmen Lage befreien, indem er der- Unvernunft der Mutter entgegentritt. Es ist llar, daß solche „schlechte Esser" sofort vorzüglich essen, sobald man sie in Ruhe läßt und ihnen die Cßeftimmimg des Rahrungsmaßes überläßt, ein Vorgehen, das der gute Ernährungszustand unbedenklich zuläßt. Demgegenüber erweisen sich viele Kinder als wirllich schlechte Esser, d. h. sie sind nicht dazu zu bewegen, das richtige Rahrungsmaß, das ihnen zusteht, anstandslos zu sich zu nehmen. Qlber obwohl ihre Rahrungsaufnahme relativ gering ist, sind sie körperlich gut entwickelt und lassen keine Zeichen der .Unterernährung erkennen.^ Man muß bedenken, baß das Alter ober das Körpergewicht keineswegs absolut über den Rahrungs- bedarf entscheidet, sondern daß der individuelle Bedarf beim Kinde wie beim Erwachsenen außerordentlich verschieden ist. Man sieht dicke Kinder, die wenig essen, und magere, die trotz eines immensen 2lppetits immer mager bleibsn Hier ist die Konstitution bas Entscheidende, und Konstitutionen lassen sich nicht umstimmen. Wie es sparsame Oefen gibt und solche, die viel Brennstoff „verschlingen", so ist es auch beim Kinde. Kein Mensch wird über die Sparsamkeit eines Ofen£ jammern, solange er genügend heizt. So wäre es auch von einer Mutter unvernünftig, über den geringen Rahrungsbebarf ihres Kindes zu Hagen, solange es gesund ist und wohlgenährt arissieht. Diel größer ist begreiflicherweise die Sorge um ein in der Tat abgemagertes Kind. Unb hier ist auch für den Arzt am schwierigsten^ Rat zu wissen, Qlbßilfe zu schaffen, Trost zu bringen. Mit appetitanregenden Säften und Tropfen erreicht man wenig, wenn man sich nicht bemüht, die Wurzel des Uebcls zu erkennen. Freilich muß zunächst eine Krankheit als Ursache der Appe- tttlosigkeit und Qlbmagerung ausgeschlossen werden. Dann verschafft man sich Einblick in die Familie, in der das Kind lebt. Lind hier findet der Psychologe bald des Rätsels Lösung. Etwa ein einziges Kind, umgeben von nervösen Eltern, Tanten und Großmüttern, von allen in gleicher Weise mit einer verhängnisvollen Affenliebe gehegt. mit Schokolade und anderem Raschwerk verwöhnt. Ein solches Kind kommt notwendig appe- tttlos zur Mahlzeit. Run beginnt das Zureden und das Versprechen schönster Belohnungen, das Märchenerzählen und zahllose andere Kunstgriffe, die das Kind dazu bringen sollen, einen Bissen zu nehmen. So wird bas Kind in eine unumschränkte Machtstellung gedrängt. Sein Machtmittel ist das „Richtessenwollen", mit dem es jeden Willen durchsetzt, jedes Ziel erreicht. Und es ist — unbewußt — schlau genug, diese Machtstellung zu erhalten und auszubauen. Bringt man diesen Heinen Tyrannen aus seinem Milieu, etwa in einem Kinderheim in die Umgebung hungriger Mäuler, wo nicht viel geredet wird, und wo ein „Rörgler" sich allgemeine Mißachtung und Vernachlässigung zuzieht. so drängt ihn der einmal erzweckte Wille zur Macht und Zentralstellung es den anderen im Essen gleichzutun oder ihnen vorauszusein. Rach der Heimkehr kann jedoch die laute Bewunderung des „braven" Kindes in einem Tage wieder alles verderben. Freilich liegt nicht jeder Fall so einfach wie dieser. Er sei nur ein Beispiel dafür, baß Erziehungsfehler törichter Eltern eine Eßunlust zur Folge haben können. Zweifellos gibt es auch Kinder, an denen erzieherisch in feiner Weise gesündigt wird, deren Eltern in kluger Einsicht die richtige Einstellung zum Kinde haben, und die dennoch nicht gedeihen, weil sie nicht essen wollen. Es sind dies oft nachdenkliche, kluge, früh entwickelte Kinder von ftiller Art, die es lieben, allein zu fein, und die, tief ins Spiel versunken, aus kärglichen Gegenständen bunte Phan- tafietoellen bauen. Es sind die Problematik er, die sich mit allem und jedem beschäftigen, die, mit reger Phantasie begabt, der realen Welt zumeist entrückt sind. Der Ruf zur Mahlzeit ist für sie eine Störung, ein Fall aus ihrem Himmel auf die Erde; sie haben förmlich „keine Zeit zum Essen". Rur gezwungenermaßen nehmen sie einige Bissen, derweil ihr Sinn beim Spiel, überhaupt in jener anderen Welt ist, der sie entrissen wurden. Wer ihr Wesen begrei|t, erkennt früh genug begann. Ohne jede Aufregung verteilt sie feinsinnig die kleinen '•Köllen, die die Töchter oder Richten als liebe Hilfskräfte spielen sollen und verteilte mit Ueberlcgung die coentuc.,.n Tafelkarten und den Blumenschmuck des Tisches. Die Gäste sind versammelt. Die Tafel beginnt. Draußen in der Wärmeröhre stehen fertig auf dem Servierbrett die Tassen mit klarer Fleischbrühe ober die Suppenterrine, je nach dem Charakter, ben bie Tafel haben soll. Ist eine kleine Vorspeise erwünscht, sei es Fleischsalat in garnierter Schüssel, ober Fischsalat auf einzelnen Muschelschalmr. Mayonnaise, selbstgeba«... ne kleine Pasteten, es wartet auf dem Serviertisch und wird von der Hausfiau, ohne daß sie das Zimmer zu verlassen braucht, liebenswürdig selbst gereicht. Die Vorspeise kann natürlich auch Wegfällen. Der Fisch — sei es Karpfen, Forellen, Schleie, steht ebenfalls fertig angerichtet, be n s mit Zitrone und Petersilie garniert, auf eine n Topf siedenden Wassers, mit einer Schüssel zu- gedeckt, ebenso die Kartoffeln dazu. Die Bull.r wird frisch gegeben, kann aber auch schm zerlassen in der Wärmeröhre bereitstehen; all ii:s wird von den jungen Hilfskräften, von denen jede genau weiß, was sie hereiirzubringen und wie sie es zu reichen hat, serviert. Doch auch der Fisch ist nur bei größeren Gesellschaften nötig. Am Braten wird bie Hausfrau auf feinem Weg zur Tafel lieber noch einen fürsorglichen Blick widmen. Draußen auf dem Anrichtetisch liegt schon alles Werkzeug bereit, mit kundiger Hand schneidet sie die gefüllte Kalbsbrust, den gespickten Rinderbraten oder ben saftigen Schweinsrücken, legt auf der Bratenplatte i'en Braten in seiner ursprünglichen Form wieder zusammen, um ein Erkalten zu vermeiden, das Gemüse, ober bas Weinkraut, der Spargel, oder die Kartoffeln, alles steht fertig in seinen Schüsseln in der Wärmeröhre und das letzte Ab- schmecken der Dvühe ist ihr schließlich noch die kleinste Mühe, während Töchterchen mit freundlichen Worten bie Teller wechselt. Salate und Kompott, je nach Bedarf, stehen längst auf dem Serviertisch bereit. Roch einfacher aber hat es die Hausfrau, wenn sie gekochten Schinken, dem sie ja geschnitten kauft, warm reicht (zwischen zwei Tellern auf heißem Wasser warm gehalten) und dazu Kartoffelsalat, der ebenfalls etwas angetoärmt fein sollte. Auf diese Weise kann die Hausfrau die Anwesenheit lieber Gäste mit Ruhe genießen und kann die Pausen zwischen den einzelnen Gänzen mit Plaudern und Fröhlichkeit verschöneir, denn das Essen ist ja keine Hetzjagd. Irn Kühlschrank wartet die süße Speise, die mit den einfachsten Mitteln hergestellt worden sein kamr und in der Vorratskammer steht bie fertige Käseplatte, bie ben Herrenkreisen immer erwünscht ist. Für das Trinkbare sorgt der Hausherr. Er wird sich diese schone Sorge keinesfalls abnehmen lassen — wird allerdings Tee gereicht, so möchte dieser stets nach dem Gin- schenken wieder heiß stehen und auf dem Tisch prangen Zucker, Zitronenscheiben Sahne und eine kleine Karaffe oder Flasche mit Rum friedlich beieinander, möglichst auf einem kleinen Brettchen zusammen, um gemeinsam herumgereicht zu werden, da bie Feinschmecker für Tee verschiedene Geschmacksrichtungen haben. Erst nachdem alle Gäste das Besteck nicbcr» gelegt haben und mit dem Speisen fertig sind, wird die Tafel aufgehoben, dies steht allein der Hausfrau zu. Will sie nach einiger Zeit noch Kaffee reichen, während die Herren durch den Hausherrn mit Zigarren und Zigaretten bedient werden, so kann sie sich auch dies erleichtern, indem sie das Kaffeewasser fiisch anfetzt (von abgestandenem Wasser schmeckt der Kaffee fahl) und sich, bis es kocht, noch immer ihren Gästen widmen Der Kaffee steckt schon gemahlen in einem Säckchen in der Kaffeebüchse, die große Kleiderschürze, die in der Küche hängt, verdeckt ihr ganzes Kleid, wenn sie den Kaffee aufbrüht und sie erntet totsicher lebhaften Dank, tocnnl sie ben frischen buftenben Kaffee ßereinbringt. Es ist also gar nicht so schwer, das Doppelleben zwischen Gesellschaftszimmer und Küche zu führen, und eine gewandte Gastgeberin kauft auch eine gute Hausfrau sein. bie Aussichtslosigkeit, ihnen burch eine Medizin zu helfen, weiß die besorgte Mutter zu beruhigen. Ein denkender Arzt kann seine Aufgabe nicht darin sehen, solche Kinder zu mästen. Cs tun, hieße diese Wesen aus ihrer ureigenen Dahn drängen. Man darf nicht vergessen, baß eine ständige Appetitlosigkeit auch rein körperlich bedingt fern kann, baß sie oft ihren Grund in einer Unzu- länglichkeit der Verdauungsfunftionen hat. sei cs, daß der Magen zuwenig oder zuviel Salzsäure produziert, oder daß andere Funktionen durch nervöse ober organische Einflüsse gestört sind. Eine recht häufige Ursache ist die mangelhafte Salzsäureproduttion des Magens und der Erfolg einer sachgemäßen Behandlung beweist, baß bie Eßunlust durch eine greifbare Störung bedingt war. Eine ganz andere Rolle spielt die vorübergehende Appetitlosigkeit eines sonst gut essenden Kindes. Sie ist oft Vorbote einer kommenden oder Zeichen einer bereits bestehenden Allgemeinerkrankung und in diesem Fall eine zweckmäßige Einrichtung der Ratur. Der von der Krankheitsabwehr ganz in Anspruch genommene Organismus darf von seiner dringenden Aufgabe nicht abgelenkt werden, indem man ihm bie Verabreichung großer Rahrungsmengen zu- mutet. Wird der Magen des kranken Kindes gleichwohl überlastet, so entledigt er sich durch zweckmäßigen Reflex des Erbrechens des störenden Ballastes. Schon beim «Säugling ist eine plötzlich auftretende Nahrungsverweigerung als warnendes Signal zu bewerten, dessen Mißachtung sich bitter rächen kann Man soll n'-cht weiser sein wollen als die Ratur, sondern sich bemühen, ihre Sprache zu verstehen. Dem Arzt wäre es leichter, helfend einzugreifen, wenn die Angst vor dem Hungernlassen bei den Eltern nicht so tief eingewurzelt wäre. Rie ist ein Kind an den Folgen der Appetitlosigkeit verhungert, während der Hrrngcr das wirksamste Heilmittel gegen sic ist. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 27. Sept. Seit längerer 'Zeil richten sich die Bemühungen der in Frage kommenden Stellen darauf, das hiesige Lyzeum zum Oberlhzeum auszugestalten. Die Vorarbeiten sind jetzt so weit abgeschlossen, daß demnächst die städtischen Körperschaften um ihre Zustimmung ersucht werden, an der eS auch bei erhöhten Aufwendungen für diese Anstalt kaum fehlen dürfte. XX Kinzenbach, 27. Sept, Die Gesangvereine der Bürgermeisterei Atzbach siitd bis jetzt noch keinem Sängerbünde angeschlossen. Auf mehrfachen Wunsch hatte der Präsident des hiesigen Gesangvereins „Fortuna", Werkmeister Willershäuser, dieserhalb die benachbarten Gesangvereine zu einer Besprechung eingeladen. Äach eingehender Aussprache über Vorteile und Dachteile einer Sängervereini^mg,^ die sich vor allem den Abbau der vielen Festlichkeiten und der Gesangs-Wettstreite zu eigen machen sollte, wurde beschlossen in 14 Tagen hier einen Debrgiertentag abzuhalten, zu welchem jeder Verein zwei Vertreter entsenden soll. O Oberkleen, 26. Sept, lieber den Schaden, den Schwarzwild in der hiesigen Gemarkung in erheblichem Umfange angerichtet hat, ist bereits früher im „Gießener Anz." berichtet worden. Dieser Tage fand nun, da eine gütliche Einigung zwischen dem Jagdpächter und Den geschädigten Grundstücksbesitzern bisher nicht erziclt werden konnte, die Abschätzung des Schadens durch die Orts Polizeibehörde statt. An der Abschätzung, die unter Leitung des Bürgermeisters Schneider (Groh-Rechtenbach) statfand, nahmen teil' Jagdvorsteher Reineck für die Jagdgenossenschaft, Gemeindevorsteher Schindel (Ebersgöns) als Sachverständiger, Jagdaufseher Eigenstetter als Beauftragter des Jagdpächters, sowie die geschädigten Grrrnd- ftücksbesitzer. Die Abschätzung erstreckte sich auf den an den Kartoffeln angerichteten Schaden (der Schaden am Getreide wurde in einem kurz vor der Ernte statt gehabten besonderen Termine abgeschätzt) sie ergab erneu Grnteausfallvon über 300 Zentner Kartoffeln, der von feiten des Jagdpächters nach 'dem Frankfurter Börsenpreis von Mitte Oktober zu entschädigen ist. Rechnet man zu diesem Schaden den am Getreide verursachten, so ergibt sich ein Gesamtschaden von rund 2 0 00 Mk. Die Jagdpacht selbst beträgt für den betreffenden Jagdbezirk nur 1600 Mk. -ö- Aus dem Kleebachtal, 27. Sept. In den letzten Tagen hat die Kartoffelernte In unseren Gemarkungen in vollem Umfange eingesetzt. Im großen und ganzen kann gesagt werden, dah die diesjährige Kartoffelernte sehr gut ausfällt, insbesondere bringen auch die rauhschaligen Sorten „Vater Rhein" und „Hassia" aus geringeren Böden auherordentlich hohe Erträge. Selbstverständlich wird die reiche Ernte eine weitere Rückwärtsbewegung der Kartoffelpreise zur Folge haben, die in einigen Wochen nicht über 3 Mk. bis 3,50 Mk. betragen dürften. .— Die Waldungen unserer Gegend liefern in diesem Jahre eine ausgezeichnete Brombeerernte, da die Beeren infolge des feuchten Sommers außerordentlich groß und vollsaftig sind. Da es der Landbevölkerung augenblicklich an Zeit zum Deerensammeln fehlt, sind die Früchte leider zum größten Teile dem Verderben ausgesetzt. WSR. Braunfels, 27. Sept. Im benachbarten Philippstetn wollte die Frau eine- Landwirts beim Honigkochen die Wand vor dem Verunreinigen dadurch schützen, dah sie Papier anheftete. Sie trat zu diesem Zweck auf den Kesselrand, glitt aber aus und fiel mit b e id en Beinen vis über die Knie in die kochende Masse. Mit gefährlichen Brcrnd- wunden mußte sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Kreis Biedenkopf. ± Raunheim, 27. Sept. Bei der Gemeindeobstversteigerung, die an drei Rachmittagen stattfand, stellten sich die Preise im Zentner wie folgt: Birnen 2—3 M, Wirtschafts- äpfel 3—4 M., bessere Sorten 5—8 M. Es kamen annährend 1000 Bäume zur Versteigerung. Rechnet man den Erlös von 400 Kirschbäumen im Sommer hinzu, so ergibt sich eine schone Einnahme für die Gemeinde. Dreiviertel der Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag. Berlin 25 Fortsetzung Nachdruck verboten. „Ich weiß nicht ... es ist etwas Unnatürliches ... wie ein vorgebundener Schleier, der das Verbrechen schützt..." Manfred entfaltete die Zeitung ... „Verzeihen Sie . . ." „0, bitte ... lesen Sie nur ..." Und sie starrte wieder vor sich hin. „Wir hatten zum Bahnhof fahren sollen, Manfred ... vielleicht Hal sie jemand dort gesehen ... man hätte gewußt, wohin sie gefahren wäre ..." „Warum zum Bahnhof? Leute alarmieren? Jetzt . . Wer sagt uns denn, daß ... sie--allein fortgereist ist?" Sie schwieg. Eine innere Stimme sagte ihr etwas anderes, aber sie wagte nicht, davon zu sprechen. Auf was wartete man? Auf den Morgen, eine Depesche — —. Sie stützte den Kopf in die Hand und versuchte auch zu lesen, aber sie sah nur Buchstabenreihen ... Melitta, Melitta ... weshalb habe ich sie gehen lassen? dachte sie. Weshalb ging ich wenigstens nicht mit chr bis zur Platanenstraße und habe draußen gewartet? Sie würde diesen Gedanken nicht mehr tos wecken, den ewigen Vorwurf, sie gehen gelassen zu haben ... Einmal klingette das Telephon. Sie sprangen beide aus ... Aber es war nur der Fischhändler, der fragte, ob man für morgen frischen Rheinlachs wünschte ... Die Köchin sprach draußen mit ihm... „Wem, nein, wir brauchen nichts..." Gegen acht Uhr erschien ein Bote mit der Abend- post, die im Kurhaus Angegangen war ... Manfred sah den Briesstoß flüchtig durch. „Nichts"... Wie konnte man jetzt schon etwas erwarten ... Um neun Uhr kam der Diener wieder imb fragte, ob jetzt angerichtet werden dürfte? „Nein, nein, noch warten ..." Der Teetisch stand noch unberührt vor dem Feuer. Die Gräfin las. Manfred wanderte, die Hände auf dem Rücken, hin und her ... immer vom Fenster zu der Tür... „Bitte, setzen Sie sich doch", Käufer waren aus Detzlar-MedergkrmeS. — In dem benachbarten Waldgirmes kamen bei der Versteigerung die Birnen noch viel billlger. Don dort ging in diesen Tagen ein Waggon Aepfel nach Pommern ab. Kreis Westerburg. 00 Westerburg, 27. Sept. In der jüngsten Stadtverordneter.sitzung machte Bürgermeister Bittkau die Mitteilung, daß der geplante Wochenmarkt vorläufig nicht eingeführt toerbe, da der Bezirksausschuß von der Rotwendigkeit dieser Markte nich: überzeugt sei. Auch die Landwirtschaftsschule wird noch nicht eingerichtet, man will den Unterricht zunächst versuchsweise abwechselnd für den nördlichen Kreis in Rennerod, für den südllchen in Wallmerod abhalten. Der Hauptpunkt der Tagesordnung behandelte den Ausbau der Reu- straße. Die geplante Teer-Makadam-Decke ist, durch die schlechte Witterung bedingt, illusorisch geworden. Man wurde deshalb schlüssig, der Straße eine Kleinpflasterdecke zu geben. — Am 1. Oktober wird endlich die Rektorstelle in Westerburg beseht. Zum Rektor für die Volls- schule unb die gehobenen Klassen ist Herr Quint ernannt, der seither im Anterwesterwaldkr.is beschäftigt war. — Die diesjährige Masern- epidemie, die den größten Teil der Kinder hier befallen hat, ist glücklicherweise harmlos. Man beobachtet nirgends die sonst oft bösartigen Racherscheinungen, wie Lungenentzündung usw. Allerdings tritt ein harter Husten diesmal mit der Krankheit auf. Gleichet ig m.t d.esen „Lungen- masern" tritt sehr start die Mumps auf, von der auch viele Erwachsene befallen werden. * Dom hohen Westerwald, 27. Sept. Die ungünstige Witterung der sog. Sommerzett hat in den Gemarkungen der hochgelegenen Teile des Westerwaldes schwere landwirtschaftliche Schaden gezeitigt. Zwar kannte der Roggen noch oerhättnismäßig gut und auch befriedigend im Ertrag heimgebracht werden, ebenso die Gerste. Dagegen wurde die a f e r * ernte zu einer bitteren E nttäu jchung unserer Landwirte. In den Gemarkungen Driedorf, Roth, Mademühlen, Rehe, Rennerod usw. kann man jetzt noch auf zahlreichen Haferfeldern die Frucht auf dem Halm stehen sehen, wahrend die bereits abgemähten Teile infolge des wochenlangen Regens nicht geborgen werden konnten, auf dem Acker auswuchsen und gegenwärtig noch auf dem größten Teil aller Felder in Haufen zum Trocknen aufgestellt sind. Durch diese starke Ertragsminderung der Haferente erwächst unser.n Landwirten großer Schaden, der um so fühlbarer ist, als zum Teil auch die Heuernte nicht geborgen werden konnte. Die Kartoffelfelder sind noch weit von der Ernte entfernt, Proben haben aber bisher erfreulicherweise gezeigt, daß die befürchtete Fäulnis der Knollen bis fetzt zum Glück nur vereinzelt ist. Alles in allem gesehen, ist zu sagen, daß die Landwirtschaft auf dem hohen Westerwald auch in diesem Jahre wieder mit schweren Einbußen zu rechnen hat. Dillkreis. bl. Dillenburg, 27. Sept. In den letzten Wochen konnte man ttn Dillkreis eine leichte Minderung d er Arbeitslosenziffer feststellen. Rach dem neuesten Stande beträgt die Zahl der Vollerwerbslosen des Kreises insge- samt 109. Die Zahl der Zuschlageernpfänger beträgt etwa 205. Mit Rotstandsaroeiten werden ca. 70 Mann beschäftigt. □ Schönbach, 27. Sept. Gestern wurde hier Die diesjährige Gemeindeobsternte versteigert. Der Ertrag an Aepfeln war nicht allzu groß, die Früchte waren meist llein geblieben. Dagegen brachten die Birnbäume eine sehr reiche Ernte, die auch qualitativ als gut anzusehen ist. Bei der Versteigerung, zu der nur Einheimische zugelassen waren, herrschte zahlreicher Käuferandrang. Die Preise waren sehr unterschiedlich, je nach dem Behang der Bäume. Gering tragende Bäume wurden schon für zlvei Mark abgegeben, dagegen brachten Bäume mit mittlerem Ertrag 10 bis 12 Mark, sehr reich tragende Tarnen bis zu 20 Mark. Der Zuschlag wurde den Käufern sofort erteilt. Kreis Marburg. ][ Marburg, 27. Sept. Die vergangene Woche hier aus der Lahn gelandete Leiche ist als dis eines Einwohners aus Wetzlar festgestellt worden. it sie. „Es macht mich nervös"... „Ja, nehmen ie das alles fort." Der Diener räumte den Tee- fch ab und ging ... „Da ist etwas passiert", sagte er draußen zu der Köchin, dte in der Anrichte die Pasteten einfüllte... „Die sitzen da wie im Wachsfigurenkabinett!" Der Nebel war fortgezogen. Es regnete stärker. Man hörte den Sturm in den Waldern schnauben, von den Höhen herab stteß der Wind in die Niederungen. Die Gärten und Parks fingen an zu murren, zu ächzen und zu stöhnen. Die Baume schüttelten sich im Schlaf, ihre Wipfel rauschten schläfrig, hin- und hergeworfen gegen die Fenster oes Hauses. Schatten flogen über die Fensterscheiben und wankten an der bleichen, weißen Wand hin und her . . . Die Nachtunrube stöhnte und rief. Der Himmel war unruhig beleot. Ein sonderbar bleicher Mond trieb schwarze Wolken vor. sich her. Ein Orgelten grollte, ein Türflügel knarrte, ein Fenster schlug zu, über das Dach des Pavillons hn (Barten flirrten Glasscheiben . . . Der Wind kam naher, er stieß schrille Reiterpfiffe aus und galoppierte durch die Gassen. In der Ferne erhob ein Hund seine klagende Stimme, im Nachbarhaus erwachten andere Hunde und heulten mit... Es waren Stimmen draußen in dem Wind, die um Hilfe zu rufen schienen... Mitternacht war vorüber. Ethel hatte sich auf em Sofa gelegt, aber sie schlief nicht, Manfred ging m seinem Zimmer auf und ab. Die Uhren schlugen ... Draußen rauschte der Wind In der Ferne heulte ein Hund ... wie eine menschliche Stimme ... Ein eisiger Hauch drang aus der dunklen Ecke des Zimmers auf sie ein. Wo war Melitta jetzt ... um diese Stunde? Weshalb kam sie nicht? Manfred wanderte durch die Räume, er schloß ihr Zimmer auf--stand zwischen ihren Möbeln, ihren Sesseln. Auf dem Diwan lagen unordentlich weiße gestickte zarte Kiffen. In einer gelben Base welkte ein Strauß vertrockneter Rosen... Er ging in ihr stilles, verlassenes Schkafzimmer und berührte ihre hellblaue, seidene Bettdecke, ihr Kissen, in das sie den schönen müden Kopf gedrückt. Kühl und einsam war es hier, als ob dic Möbel es wüßten. ... Sie war fortgegangen ohne Abschied, ohne Er- Härungen. Wie so ein Haus rasch die Atmosphäre Maingau. WSN. Hanau, 27. Sept. Hanaus größtes Hotel, „Zum Adle r", und dessen Reben- gebäube, ist gestern vormittag zwangsver- steigert worden. Es hatte sich eine ganze Reihe Interessenten eingefunden. Das niedrigste Gebot lautete auf 50 000 Mk., das Höchstgebot auf 220 000 Mk. Das letztere Angebot gab der Fabrikbesitzer Kommerzienrat Kirsch aus Aschaf- tenburg ab, dem auch der Zuschlag erteilt wurde. Zürnen, Sport und Spiel D. f. B. Liga gegen „Sport" Kassel 0: 4. Dritte gegen Fronhausen (Lahn) 5:2. 1. Jgd. gegen 1. Jgd. Germania Frkf. 0:5. 3. Jgd. gegen 2. Jgd. Großen-Duseck 9:1. 1. Schüler gegen 1. Schüler Heuchelheim 3:0. 2. Schüler gegen 1. Schüler Gr.-Buseck 1:1. Die Ligam annscha f t hatte die ohnehin schon wenig erfolgversprechende Reise nach Kassel mit nur 9 Mairn in der bestimmten Erwartung angetreten, die beiden im Manöver befindlichen Spieler verabredungsgemäß in Kassel zu treffen. Die beiden waren jedoch an der Mitwirkung dienstlich verhindert, so daß die Mannschaft, durch einen zufällig anwesenden Spieler auf zehn gebracht, schon zu Anfang zahlenmäßig geschwächt, den aussichtslosen Kampf beginnen mußte. Daß trotz der Aussichtslosigkeit des Kampfes alle zehn restlos ihre ganze Kraft einsetzten, um das Resultat so niedrig wie möglich zu halten, verdient lobend erwähnt zu werden. Wenige Minuten vor der Pause fiel erst das erste Tor für Kassel, ein Beweis für das aufopfernde Spiel Gießens. In der zweiten Halbzeit stand D. f. B. durch das Ausscheiden der verletzten Böckler und Flachskamp zeitweise nur mit acht Mann im Felde, so daß das Endergebnis 0: 4 in Anbetracht der Umstände immer noch als gut bezeichnet werden kann, ohne damit das anerkannte Können des Gegners herabzuwürdigen. Das Tressen, das beiderseits ruhig und fair durchgeführt wurde, hat bewiesen, daß die B. f. B.-Liga unter gewissen Voraussetzungen auch in Ehren verlieren kann. Die Dritte gewann ihr Verbandsspiel gegen Fronhausen nach wechselvollem und hartem Kampf verdient mit 5 :2. Rasern die erste Jugendmannschaft den Franfurter Germanen bis zur Pause einen gleichwertigen Kampf geliefert hatte, ließ sie in der zweiten Spielhälfte mit ihren Leistungen stark nach und mußte sich am Schluß mit 0:5 geschlagen befennen. Gewiß waren die Gäste im Durchschnitt älter und auch fräft.ger, waren aber auch technisch besser als die Platzelf. Mit 9:1 schlug die dritte Jugend dis zweite Jugend GrohenbuseFs, während die zweite Schülermannschaft den Schülern Grotzen- Dufecks ein Unentschieden lieferte. Besondere Anerkennung verdient die erste Schülerelf, die nach prächtigem Spiel über Heuchelheims spielstarke Schüler einen verdienten 3:0- Sieg erringen formte. Allgemeiner Deutscher Turnerbund (A. D. T.) Turngau Lahn-DünSberg. Die leichtaihle.ischen Gaumeisterschafts- kämpfe im Turngau Lahn-Dünsberg fanden am vorigen Sonntag in Ruttershausen statt. Die Leitung lag In den Händen des Gau°Sportwar s Karl Winter aus Launs- bach Das Turnen nahm trotz der ungünstigen Witterung einen planmäßigen Verlauf. Leider war der Boden des neuen Sportplatzes an der Lahn durch den vielen Hegen der letzten Zeit durchweicht, wodurch die Leistungen — besonders im Springen und Laufen — recht ungünstig beeinflußt wurden. Es wurden trotzdem in einzelnen Hebungen recht gute Ergebnisse erzielt. Rund 70 Turner nahmen am Wettkampf teil. Cs wurden folgende Siege errungen: I m Laufen: 100 Meter: 1. (Gaumeister): Georg Kaletsch (Ruttershausen), 11,7, 2. Karl Heitz (Rodheim a. d. Bieber), 11,9, 3. August Best (Waldgirmes), Drustbreite zurück. 200 Meter: 1. (Gaumeifter) Georg Kalelfch (Ruttershausen) 24,4, 2. Karl Heih (Rodheim a. d. Bieber), 26, 3. Otto Sauer (Ruttershausen) 28. 1500 Meter: 1. (Gaumeister) Willi S cha r d t Hausen 4.48,5, 2. Hermann Röhl (Wieseck), der Verlassenheit annahm . . Während er in ihren stillen Räumen umherging und die Bild« rbetrach- tete, sah er in der Eck« Melillas Koffer stehen. Zwei kleine Handkoffer für eine kurze Reise ... Sie waren gesckstossen und trugen bunte Hotelausfchrif- ten aus Genua, Wien Venedig. San Remo und Spaa. Er las diese Namen im Vorüberwandern ... sie vergegenwärtigten ihm ihre gemeinsamen Reisen .. Die kleinen bunten, luftigen Plakate bedeckten die Haut der Koffer wie ... Wunden ... Es gähnte ihm aus dem verödeten Zimmer etwas an, eisig --wie ein schlimmes Ahnen umzogs ihn hier... Um den Gedanken zu entrinnen, trat er an ihren Schreibtisch und öffnete ihre Mappe. Em paar Briefe lagen darin. Er erkannte van Enderts fliegende Künstlerhandschrift. Er schrieb begeistert von seinen Erfolgen aus Neuyork, ein kleingekritzetter Kartenbrief des Intendanten, Benders flotte Schrift, Briefe ihrer Bewunderer, die sie fingen gehört und ihr fßlumen geschickt aus Paris, Wien und Rom... von einem Fremden „compliments bien sin- efcres“---" Bon der Hand, die «r suchte, war kein Brief dabei. Aber im Papierkorb lagen Aschenreste, Scknitzel, Papier . . . verbrannte Umschläge, die anscheinend wichtiger waren, denn man halle sie vernichtet. Eine Bitterkeit stieg in ihm auf ... Neid ... auf diesen Unbekannten ... Seine geschmeidige Gestalt tauchte wieder vor ihm auf... Er stand dort an der Tür ... er oemeigte sich, stumm und spötttsch ... Nein — er wich nicht ... Er blieb ... er lebte ... er — — stand zwischen ihnen ... es war ihm, als ob er lächelte ... über ferne Sorgen, feine Todesangst . . . Der wußte mehr ... Die Uhr ihres Scheibllsches schlug eins. Hell und klingend fiel der Schlag in die frostige, schwere Stille. Er zuckte auf ... Die Hoffnung, die noch in ihm war, sank zusammen. Wie das alles um ihn plötzlich tot aussah, so . . . verändert, so ruhig geworden ... unnatürlich still, wie ... getötet... Diese Räume, sonst belebt von dem Rauschen ihres Kleides, ihrem raschen, leichten Schritt, von dem Ton ihrer warmen Stimme, ihrem Lachen, ihrem Singen, glichen Totenkammern jetzt. Auf ihrem Toilettentisch sah er durcheinanderliegend, als habe eine hastige Hand in der Eile des Abschieds alles heroorgesucht und dann liegen gelaffen, Facher, ein Flakon, ein 4:53,2, 3. Ludw. Beppler (Kinzenbach) 458,4. 3000 Meter: 1. (Gaumeifter) Adolf G o bler (Launsbach) 1027,9, 2. Ludwig Grölz (Staufenberg), 10.-28,5, 3. WiUi Schardt (Haufen), handbreit zurück. Im Springen: Hochsprung: 1. (Gau- meister- Reinh. Schiefer st ein (Launsbach), 1,55, 2. Otto Dietz (Lollar), 1.55, durch das Los entschieden, 3. Ernst Jung (Lollar), 1,50. Weitsprung: 1. (Gaumri'ter) Rudolf Buß (Gr.- Buseck 5,93, 2. Reinhard Schiefer ft ein (Launsbach), 5,73, 3. Karl Heih ('Rodheim a. d. Bieber), 5,68. Stabhochfprung: 1. (Gaumeifter) Wilh. Deppler (Kinzeichach), 2,85, 2. Willi Reh (Rodheim), 2,75. Dreisprung: 1. (Dau- meister) Wilh. Hofm ann (Alten-Buseck), 11,48. 2. Rhd. Schiefer st ein (Launsbach), 11,43, 3. Wilh. Ferber (Waldgirmes), 10,74. 2 mW er f en: Speerwerfen: 1. (Gaumeifter) Heinrich Scherp (Allendors a. d. Lda.), 41,15, 2. Otto Dietz (Lollar), 39,72. 3. Wilh. Hof- mann (Alten-Buseck), 37,72. Diskuswerfen: 1. (Gaumeifter) Gg. Kaletsch (Ruttershausen), 29,90, 2. Otto Dietz (Lollar), 27,25, 3. Ludwig Hasselhach (Rodheim a. d. Bieber), 26,68. Schleuder ball: 1. (Gaumeifter): Otto Dietz (Lollar), 36,0, 2. Heinrich Scharp (Allendors an der Lumda), 35,18, 3. Albrecht Osterheld (Gr.- Buseck), 35,15. 2 m Stoßen: Kugelstoßen: 1. (Gaumeifter) Albr. Osterheld (Gr.-Buseck), 10,27, 2. Otto Dietz (Lollar), 9,97, 3. August Best (Waldgirmes), 9,94. Dteinstoßen: 1. (Gaumeifter) Karl Rpel (Lollar), 7,61, 2. Wilh. Hofmann (Alten-Buseck), 7,52, 3. Albrecht Osterheld (Gr.-Buseck), 7,45. Mannschaftskämpfe: 4xl00-Meier- Stafsel: 1. (Gaumeifter) Turnvereinigung Ruttershausen), 48,7, 2. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Mannschaftskugelstvhen (beftarmig, 4 Mann): 1. (Gaumeister) Turnverein Gr.-Dus«k, 36,45, 2. Turnverein Allendors a. d. Lda., 34,92 (beidarmig, 4 Mann): 1. (Gaumeifter) Turnverein Gr.-Buseck, 65,29. Dreikampf (Hochsprung, 1 (»Meter-Lauf, Kugelstoßen): 1. August Best (Waldgirmes) und Albrecht Osterheld (Gr.-Buseck), 129 P., 2. Otto Dietz (Lollar), 128 P., 3. Wilh. Depp- l e r (Kinzenbach), 114 P. Wie muh ein Zeugnis beschaffen sein? Das Kaufmannsgericht Berlin hat unlängst — 318 VII 27 — eine Streitfrage des § 73 der Handelsgesetzbuches geklärt: Genügt das einem kaufmännischer Angestellten erteilte Zeugnis, in dem gesagt wird, daß dieser auch bemüht war die ihm übertragenen Arbeiten zur Zufriedenheit auszuführen, den gesetzlichen Anforderungen, wenn die Leistungen zufriedenstellend waren? Den Gründen ist zu entnehmen: Das der Klägerin ausgestellte Zeugnis bescheinigt, daß fte bemüht war, die ihr übertragenen Arbeiten zur Zufriedenheit auszusuhren. Diese oft in Zeugnissen wiederkehrende Redewendung soll gewöhnlich ausdrücken, dah die Leistungen des Arbett- nehmers nicht genügten, wenn er sich auch „bemüht" hatte. Daß der Redewendung nicht immer ein solcher Sinn beizulegen ist, kann nicht verhindern, daß sie trotzdem gewöhnllch in diesem Sinne auch bann verstanden wird, wenn im Cinzelfall nicht beabsichtigt war, ein ungünstiges Urteil über die Leistungen auszusprechen. Ein solches Urteil war jedoch nur berechtigt, wenn die Leistungen tatsächlich nicht genügten. Daber ist nicht allein das subjektive Urteil des Zeugnis- ausftellers entscheidend. Es kommt daraus an, ob bei einem objektiven Maßstab daS an und für sich nur geringe Prädikat „zufriedenstellend" der Klägerin mit Recht vorzuenthalten war. Hierfür war die Beklagte beweispflichtig. Wenn auch die Zeugin bekundet hat, daß die Klägerin langsam arbeite und Buchungsfehler vorgekommen wären, so hat sie jedoch nach einem bei der Beklagten damals neueingeführten, ihr wie auch den Übrigen in der Buchhaltung Beschäftigten bis dahin nicht bekannten System arbeiten müssen. Die Klägerin war aber weder nachlässig in der Arbeit, noch hatte sie die ihr obliegenden Arbeiten nicht geschafft. Hiernach lag aber kein Anlaß vor. der Klägerin hinsichtlich ihrer Leb' ffurtgen das Prädikat „zufriedenstellend" zu verweigern und ihr ein ihr Fortkommen behinderndes Zeugnis zu geben. Das bisher ausgestellte Zeugnis genügt also nicht völlig den Gebetbuch mit silbernem Schloß, ein grüner Ta- schenkamm, eine Puderdose, ein paar Helle Handschuhe ... Er konnte das alles nicht sehen ... Er öffnete ihren Schrank. Ein paar Gesellschaftskleider hingen da ... Er nahm die weichen, gleißenden Stoffe in seine Hände und empfand eine sanfte körperliche Berührung dabei . . . Etwas von ihrem Wesen und ihrem Liebreiz entströmte diesen Kleidern, der Duft ihrer Seifen unb ihrer Blumen, die auf dem Toilettentisch standen, drang auf ihn ein. Das Furchtbare, das Unfaßbare umklammerte ihn ... die Gewißhett ... Er drückte den Kopf tn die Kleider ... Melitta!! Wie endlos diese Nacht war! Wie das Geheul der Hunde langgezogen und melancholisch klang . . . „Hier draußen haben sie in jedem Haus so einen Köter", sagte er. Die Dogge unten tm Garten fing an, sich ebenfalls zu berunruhigen. „Man muß sie anbinden", riet Ethel. „Dann ist's nur noch schlimmer." Er öffnete das Fenster und rief den Hund. Darauf wack er still und kuschte sich in fein Hundehaus, aber et knurrte leise weiter ... Ganz beruhigen ließ das Tier sich nicht. Es gehorchte nur feinem Herrn.-- Eine Uhr schlug drei, im Flur wiederholte es eine andere Uhr. „Legen Sie sich hin und versuchen Sie zu schlafen, es ist das beste, Gräfin." Eihel stand auf und ging in Melittas Zimmer, aber gleich darauf kam sie wieder. ,Zch kann dort nicht ... schlafen", sagte sie. „Es ist noch etwas von ihr in dem Zimmer.. Sie fetzte sich im Salon in einen tiefen Sessel am Kamin, streckte die Füße auf ein Taburett, wickelte sich fest in den Umhang und schloß die Augen _. 216er das winselnde Geheul des Hundes in der Ferne ließ ihr keine Ruhe .. Unten knurrte die Dogge. Die schlief auch nicht, zuweilen stieß der Hund einen tiefen Seufzer aus .. Manfred saß nebenan enn Schreibtisch und schrieb bei der grünbeschirmten Lampe. Und fte gedachte all der Gesellschaften, die in diesen Räumen stattgefunden hatten, Mefitta unter ihnen, heiter und strahlend, so imantaftbar, so gefestigt und ruhig ... im Besitz ,.. Sie gedachte ihrer Freundschaft. Glückliche Tage ... an die letzten Monate . Wie hatte Melitta da gesungen! „Ich hab' ein glühend Messer" ... Nie vergaß man, wie sie fang ... (Fortsetzung folgt.) bei Zugrundelegung der tatsächsicken Derhält- niffe aus § 73 5). ®. 03. sich ergwenden gefetz- sichen Anforderungen. Die Fassung des Zeugnisses im einzelnen muh allerdings der Detlaq- ten überlassen bleiben. Es ist nicht ungängig, der Beklagten durch Urteil den genauen Wortlaut. entsprechend dem von der Klägerin gestellten Anträge, vorzuschretben. Vermischtes. Line seltsame Demonstration. Die Stadt Warschau war Schauplatz einer außergewöhnlichen Demonstration. , Dor dem Unte-^uchungsgericht versammelten sich ungefähr 3C0 Verbrecher, und zwar vorwiegend Taschendiebe, Betrüger, angebliche Brillanchändler. die Leichtglät'.b'.gen wertloses Glas als Brillanten verkaufen, dann die sogenannten „Konsuls und Sekretäre", die in Ostietshäuserpahstellen falsche Visa erteilen und mit Vorliebe die Einreiseerlaubnis nach Aordamcr'ka erteilen u. a. m. Die Verbrecher b gönnen laut zu lärmen, weil 30 von den ihren schon seit einiger Zeit in der Untersuchungshaft fe st gehalten werden. Der Staatsanwalt empfing eine Delegation der De» monsiranten, die sich aus den gewiegtesten Verbrechern zusammensehte und die u. a. verlangte, dah das Untersuchungsgericht sofort feine Tätigkeit einstelle. Der Staatsanwalt entgegnete hieraus, dah diese Forderung schriftlich überreicht werden mühte. Die Posizei machte der Kundg.-bung schließlich ein Enoe. Unter dem Rufe: „Es lebe die Freiheit! Rieder mit dem Untersuchungsgcricht!" zerstreuten sich die Verbrecher, um wieder ihrer üblichen Beschäftigung nachgugehen. Flucht eines Strafgefangenen. Ern aufsehenerregender Vorfall spielte sich in Berlin-Plöhensee ab. Dort waren Strafgefangene der Strafanstalt mit bem Reinigen der Straße beschäftigt. Plötzlich ergriff einer von ihnen, der Strafgefangene Bernhard Strautz. die Flucht und lief nach der Iungsern- heide. Auf die Alarmschüsse des ausstchtsfüh» renden Beamten eilten sofort andere Strafanstaltsbeamten hinzu, die die Verfolgung des Flüchtlings sofort aufnahmen. Strautz war aber inzwischen durch den Wald gelaufen und in einer Laubenkolonie verschwunden. Wirtschaft. Der englische Mcr chinenkredit. Durch den Aufschwung der deutschen Texsil- maschinen-2ndustrie ist erreicht worden, daß Deutschland, das in der Vorkriegszeit 70 bis 75 Prozent seiner Textilma a i en-Produktion exportiert hat, heute — trotz des internationalen Zollprotettionismus — wieder annähernd 50 Prozent seiner ganzen Textilmaschinen-Produktion exportiert. Damit ist diese Industrie wieder eine der bedeutendsten Ausfuhrindustrien Deutschlands und in der Weltmarktkonkurrenz wieder mitführend in Textilmaschinen geworden. Die deutschen Qualitäten in Textilmaschinen sind den englischen nicht nur qualitativ gleichwertig, sondern in den meisten Texlilmaschinen-Arten auch preislich. England ist nur durch seine größeren -Umsätze in der Lage, mit manchen Arten Textilmaschinen die deutschen Exportpreise zu unter» bieten. <-n tiefe weltwirtschaftliche Situation der deut,cken Tex'ilmafchinen-Zndustrie platzt nun plötzlich die Meldung von dem Abschluß des englischen Maschinerkredits hinein, der nach den Darlegungen i es inzwischen zum Treuhänder dieser Transaktion ernannten Syndikus Dr. Degen nur deshalb von ihm herbeigeföhr' werden mußte, weil der erforderliche Maschinen- kcOit w.dcr in Amerika, noch in Deutschland gu wirtschaftlich tragbaren Zinssätzen plaziert werden konnte, äleberlegt man, daß der für dieses englische Exportgeschäft vereinbarte" Zinssatz von 6'. 7 bis 7 Proz. selbst für englische Verhältnisse ausfällig niedrig ist, dann liegt b5e Annahme nahe, daß es sich dabei um einen zinspolitischen Ak! staa sicher Exportförderung Englands handelt. Geht man davon aus, dann erhebt sich die Frage, aus welchem Grunde ein ähnlicher Akt staatlicher Förderung zum Schuhe einer durch ausländische Kapitalvormacht bedroh en bedeutenden deutschen Cxportindustrie nicht auch in Deutschland möglich sein sollte. Von Sachkennern wird der deutsche Inlandbedarf an Textilmaschinen (ohne Aähmaschinen, die in England nicht zu Textilmaschinen zählen) auf durchschnitt- 100 Mill. Mark geschäht. Der eirglische Exportkredit beträgt jedoch 20 Mill. Pfund Sterling, das sind 400 Mill. Mark, so daß — wenn England zunächst nur den vierten Teil dieses Export- konlingents umseht —. die Konsummöglichkeiten des deutschen Znlandmarktes in Textilmaschinen ganz oder doch nahezu hmtdertprozentig ausgeschöpft wären. Man vergegenwärtige sich die volkswirtschaftlichen Folgen solchen Geschehens. Da 50 Proz. der deutschen Gesamtproduktion in Textilmaschinen derzeit exportiert w:rden, wurden die 100 Mill. Mark inländischen Konsumaussalls zu einem 50prozentigen Leerlauf — berechnet auf gegenwärtiger De'chasiigungsbasis — führen. Je größer der Leerlauf, desto höher steigt der Kostenanteil am Stück, Unb da in diesem Falle nicht — wie sonst derzeit verkehr-üblich — die Preisnachlässe, die für Er Port erforderlich werden, auf Inland Preise aufgeschlagen werden tonnen, weil der Inlandabsatz durch ausländische Belieferung aufgesaugt wird, würde diese Entwicklung zwangsläufig zu einer Verteuerung der Exportpreise führen, die dem deutschen Export in Textilmaschinen — der ohnehin durch die unter günstigeren Bedingungen arbeitende englische Konkurrenz hart bedrängt ist — die Existenzgrundlage bis zum vollständigen Ruin gefährden würde. Dabei handelt es sich um eine jener typisch deutschen Derfeinerungsindustrien, in welchen mehr Lohnarbeit als Materialkosten stecken unb auf deren Qualitäten die Weltgeltung der deutschen Industrie beruht Mit ioltbem Gelchehenlasien wurde sich das offizielle Zoilabbauprogramm eine Gegenwirkung schassen. Zollanträge, die unter solchen ülmständen geltend gemacht würden, würden offenbar die öfsenckiche Meinung für sich haben. Von ben 30—35 000 Mann, bic heute in der deutschen Textilmaschinen- industrie beschäftigt sind und die mit 'hren Angehörigen 120—140 COO Personen repräsenti:ren, würde "der größte Teil brotlos werden. Eine große Zahl qualifizierter Facharbeiter würde nach England auswandcrn, um dort die Beschäftigung zu finden, die ihnen die Heimat nicht mehr bieten kann. Der Rest würde den Arbeitslosenetat erhöhen zu Lasten der Allgem inheit. Ein aufstrebender Zweig der deutschen ExporIndustrie wäre gebrochen. 11 nb vor allem würbe die deutsche ."ah- lungsbilcmz mit jahresdurchschni'tiich 100 Mill. Mark tatsächlich vermeidbarer Impor.e belastet zur Erhöhung ihrer ohnehin schon bedrohlich hohen Passivität. Und warum dies alles? Weil man es dem Auslande überlassen hat, ein Kreditgeschäft mit staatlicher Zinsverbilligung zugunsten f einer und zu Lasten unserer deutschen Exportindustrie vorbereitend abzuschließen. Dieser Fall ist für Deutschlands Zahlungsbilanz, für Deutschlands Ausfuhr, für seinen Arbeitsmarkt unb für t. e feiner erfolgreichsten Exportindustrien von so weittragender Bedeutung, daß es zur Abwendung dieser volkswirtschaftlichen Schädigungen erforderlich erscheint, eine entsprechende Anleihe zu beschaffen unb ihr eventuelles Zinsoerbilligungserfordernis aus öffentl.chen Mitteln zu bestreiten, weil es sich uin ein Interesse handelt, das die ganze Volksgemeinschaft angcht. • Vorzeitiger Rückkauf der Saargruben durch Deutschland. Wie der DPD er'ährt, toer’-en Anfang Oki obe- zwi'chen der deutschen Reichsregierung un'i Vertretern, des Saargebietes Verhandlungen stattfinden, denen große Bedeutung zugemessen wird. 3n erster Linie handelt es sich um die Frage eines vorzeisigen Rückkaufes der Saargruben. • Die Besprechungen über b i e 3 tc e i» monatsbilanzen. In der unter dem Vorfitz des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht abgehaltenen ersten Besprechung über die Ausgestaltung der Zweimonatsbilanzen sand ene allgemeine Aussprache über die wichtigeren Punkte statt, die in dem gewählten Heineren Arbeitsausschuß rin einzelnen durchgesprochen werden sollen. Als solche Punkte werden u. a. bezeichnet die Frage des Kreises der an der V röfsent- lichung bctcii.gten Institute und Firmen, die Beschleunigung der Veröffentlichung fow'e die schärfere Formulierung, Ergänzung und 'Verrsir- hcttlichung des Bilanzschemas. Zn der Arbeits- kommission. die unter dem Vorsitz der Reichsbank steht, wird das private Bankwesen durch drei Institute, das öffentliche Bankwesen durch zwei Institute vertreten sein. • Halbjahrsbilanz der Disconto- Gesellschaft. 3n der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrats der Disconto-Gesellschast wurde die Semesttasibilanz für das erste Halbjahr 1927 borgelegt. Diese weist ein recht befriedigendes Ergebnis auf, an dem das lebhafte Effekten- und Konfortialgeschäft im ersten Semester einen wesentlichen Anteil hat. * Reue Kurseinführung an der Frankfurter Börse. Von Donnerstag, 29. September, ab werden die Attien der ©mag. Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft nach vollzogener Abstempelung in Reichsmarlprozenten gehandelt unb notiert. • Auslandanleihe derStadt Frankfurt a. M. Für die von den Frankfurter ftäbti- schen Körperschaften beschlossene 6proz. Auslandanleihe hat die Finanzdeputation in Frankfurt Gebote von mehreren amerikanischen und europäischen Bantengruppen erbeten. Die günstigste Offerte hat bi? Firma E. H. Rollins & Sons, Boston-Reuyork, mit einem ÜebernahrnekurS von 93,54 Prozent vorgelegt. Die Stadt Frankfurt hat bie'es Angebot vorbehaltlich der Genehmigung durch die Beratungsstelle angenommen. • D ie Amerikaanleihe Preußens. Die an der 30-Rsillionen°Dollar-Anleihe des Freistaates Preußen beteiligten amerikanischen Bankhäuser erklärten dem Vertreter des WTB., es wäre ein bestimmtes Datum für bic Auflegung dieser Anleihe bisher niemals festgesetzt worden, noch fei jetzt ein definitiver Cmiffionstcrmin in Aussicht genommen. Wie der Vertreter des WTB. weiter hört, erklärte bas Staatsdepartement einem hiesigen Bankier, man sehe von amtlicher Seite leinen Grund, irgend etwas gegen die Preuhenanleihe einzuwenden. * DieIndustrieanleihe derLandes- banken-Zentrale vor dem Abschluß. Die Verhandlungen über eine Industrie-Anleihe von 10 Millionen Dollar der Landesbanken-Zen- trale, die schon im 3uni 1927 ausgenommen wurde, bürste nunmehr zum Ergebnis geführt haben. Die Anleihe wird von dem Bankhaus Lee Higginson & Co. bei einem Zinsfuß von 6 Prozent zu 92 Prozent begeben. Der Erlös der Anleihe wird über die einzelnen Landesbanken an die Industrie-Interessenten weitergegeben. * Frankfurter Verkehrs- und Hole l b e t r i e b s A.-G., Frankfurt. Die zur Gruppe Martin Sternberg gehörende Gesellschaft nimmt aus einem Reingewinn von 286 774 (8640) M. die Dividendenzahlung auf 2,9 Millionen Mark St.A. mit 7 Prozent wieder auf. Eine Kapitalserhöhung auf voraussichtlich 4,5 Millionen M. ist angekündigt. Der Bericht meldet bessere Erträgnisse der angeschlossenen Betriebe. * Voigt & Haessner A. - G. Der Aufsichtsrat der Voigt & Haesfner A.-G. ist den vorläufigen Abmachungen, die mit der Gumpel- aruppe getroffen wurden, in ihren wesentlichen Punkten beigetreten. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 28. Sept. Senbeiu: Freundlich. Die Börse baLe bei geringem Besuche beute wieder nur fehrlleinesGefchäft. Die Tendenz war aber allgemein fester. Infolge des weiteren Fehlens des Publikums dürfen zwar auch heute kaum Kaufaufträge vorgelegen haben, andererseits kam aber auch kein Material an den Markt, fo daß einige Deckungen der Spekulation genügten, um das Kursniveau zu heben. Anregend wirkte, dah die deutsche Quote beim internationalen Rohstahlkonzern unverändert geblieben ist, ferner der weitere Rückgang der Arbeitslosenziffern. Dagegen wurden die Lohnkämpfe in der Metall- und Draunkohlenindustrie weniger beachtet. Eine Beruhigung ging auch davon aus, daß man jetzt überzeugt ist, daß die Verschiebung der Auslegung der Preußen- a n l e i h e nur auf formale Gründe zurückzuführen ist, wenn auch immer noch Stimmen laut werden, die von einem Zusammengehen des Reichsbankpräsidenten mit dem Reparationsagenten zum Zwecke der Sperrung der Ausland- nnleihen wissen wollen. Einen günstigen Eindruck hinterließ auch der Bericht der Disconto- g e s e l l f ch a s t über das letzte Halbjahr. Etwas lebhaftere llm'ätze verzeichneten I. G -Farben und Gesfürel, die 4 Proz. gewinnen konnten. Im übrigen kam es zu durchschnittlichen Kursbesserungen bis zu 2 Proz. Stärker hervor traten noch Rheinstahl plus 4 Prcz., Siemens plus 3,5 Proz. und Daimler plus 2,5 Proz. Voigt & Haefsner vernachlässigt (172 Proz.). Renten hatten kein Geschäft. Im weiteren Verlaufe blieb die Haltung sehr still. Die Kurse lagen bei geringen Veränderungen gut behauchet. Später zeigte sich für I. G.-Farben stärkeres Interesse, und der Kurs konnte erneut 2 Proz. anziehen, was die Stimmung allgemein etwas anreg e. Tagesgeld stellte sich auf 6 Proz. und war etwas mehr gefragt. Am Devi senm arkt notierten die Reichsmark gegen Kabel 4,1997, gegen London 20,432, Paris gegen London 124,02, Mailand 89,15, Madrid 27,80. Berliner Börse. Berlin, 28. Scpt. Bereits im heutigen Früh- oerkehr schien sich eine freundlichere Stimmung anbahnen zu wollen. Die Spekulation schritt zu Beginn des offiziellen Verkehrs zu Deckungen, die zwar kein großes Ausmaß annahmen, aber bei dem geringen Geschäftsumfang genügten, ca. zwei- bis dreiprozen- tige Kurssteigerungen auszulösen. Kundenorders kamen auch heute so gut wie gar nicht zur Ausfiih rung. Anregend wirkte, daß die deutsche Quote bei der internationalen Nohstahlgc- meinschaft unverändert geblieben ist, ferner der Halbjahresbericht der Discontogesellschaft. Demgegenüber mahnte die immer noch unklare Angelegenheit der Preußenanleihe etwas zur Zurückbaltung. Besonders fest lagen Gesfürel mit plus 6,65 Prozent. Verstärkte Nachfrage bestand ferner nach Schuckert plus 4 Prozent. Nach Festsetzung der ersten Kurse hielt die freundliche Stimmung zunächst an, später machte sich dann eine leichte Neigung zur Schwäche geltend. Am Geldmarkt hat sich die Nachftage etwas verstärkt, der Satz für Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 Prozent. Geld über den Ultimo 7 bis 9 Prozent. Monatsgeld 8 bis 9 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Sept. (Drahtbericht.) Infolge der jüdischen Feiertage hatte der Markt heute k a u m G e s ch ä s t, so daß auch diesmal wieder von einer offiziellen Preisfestsetzung Abstand genommen wurde. Berliner Pror::ktenbörse. Berlin, 27. Sept. Die Produktenbörse war infolge des hohen israelitischen Feiertages heute nur außerordentlich schwach besucht und die 11m- satztätigkeit hielt sich infolgedessen in allerengstrn Grenzen. Dorn Auslande lagen durchweg fdjtoä- chere Meldungen vor, und die Cifpreise waren im allgemeinen wieder auf das Samstagniveau ermäßigt, ohne daß es in Auslandgetreide zu irgend welchen Umsätzen kam. Das Jnlandange- bot von Brotgetreide blieb ziemlich unverändert, Kauflust war kaum irgendwo festzustellen, doch läßt dieser Umsatz keinen Rückblick auf die Tendenz zu, sondern es ist lediglich ein völliger Mangel an Unternehmungslust festzustellen. Am Lieferungsmarkt ergaben sich nur sehr geringfügige Preisverschiebungen. Am Mehlmarsie hat sich die Situation gegen gestern keineswegs verändert, ebensowenig am Hafer- und Gecsten- markt. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 254 bis 258, Sept. 271, Oft. 271,50 bis 271, Dez. 273,50 bis 273 (still): Roggen, märt 241 bis 244, Sept. 263, Oft. 250, Dez. 245,50 (still): Sommergerste 220 bis 265; Wintergerste und Futtergerste 217 bis 224 (ruhig); Hafer, mark. 197 bis 209 (ruhig); Sept. 216 (ruhig); Mais, La Plata 193 bis 195 (ruhig): Raps 300 bis 310 (still); für je 100 Kilo: W.'izenmehl 32,75 bis 36,25 (still): Roggenmehl 32,50 bis 34,50 (still); Weizenkleie 14,75 (ruhig): Roggeickleie 14,50 bis 14,75 (ruhig): Viktoriaerbsen 47 bis 55; kleine Erbsen 27 bis 30; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 15 bis 16; Rapskuchen 16 bis 16,40. Rundfunk-Programm. Donnerstag, 29. September. 13,30 bis 14,30: ilebertragung von Kassel. Mittagskonzert. — 16,30 bis 17,45: Alebcrtragung aus der Ausstellung „Blumen und Fruchte"; Rachmittagskonzert. — 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. — 18,15 bis 18,30: Vereinsnachrichten und andere Mitteilungen. — 18,30 bis 18,45' Übertragung von Kassel: „Stunde Haus und Garten", Vortragender: Garteningenieur Karl Hin,ze. — 18,45 bis 19,15: Hebertragung von Kassel: „Theater in China, Annan und Korea II", Vortrag von Dr. Max Funk (Leipzig). — 19,15 bis 19,45: „Kommende Baukunst. Eine Auseinandersetzung", Vortrag von Stadtbaudirektor G. A. Platz. — 20,15 bis 21,15: Klavier-Konzert. — 21,15 bis 22,30: Hebertragimg von Kassel: Eine chinesische Stunde. — Anschließend bis 0,30: Spätkonzert. Letzte Nachrichten. Die Vorauszahlungen für die hessischen Beamten. Darmstadt. 28. Sept. (Drahtbericht unserer Darmstädter Redaktion.) Der hessische £ n a b- t a g nahm in seiner heutigen Sitzung die Regierungsvorlage über die Gewährung von Vorauszahlungen auf die geplanten Erhöhungen der Beamtenbesoldung an. Ls wird hiernach für Hessen d i e Reichsregelung übernommen. Gegen die Vorlage stimmten die Kommunisten und die Bauernbündler. Die Sozialdemokraten enthielten sich der Abstimmung. der lästige Schleim ÖÄ'u Sodener und Du wirft den quälenden Hustenreiz los fein. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinssuh 7 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin 54tu • f.urs 1-Ubr. Kur» 5d)lu6-l'21ufang Kur» le 'T-tfirn: n. 9. 28.9. 27.9. 1«. 9 8° o Dk Reichäanlcide o. 1927 S7.5 _ S't ifül 2iolof schuld mit •jlnslof Neckten 54-8 l>5 •55 Te^gl. obnc Äusi f -Neckten 15.5 15,6 15.65 15.75 7U .rvai'ff Hnp.-Bt. tzw dpt unkündbar bn <932 96.5 4', n Nheinische vvv -Bank Ü'QU -V»0 bpf . . ffl te Ö abg BorkriegS-Qb ugakionen. ruüiobtüar 193? 78.13 — .___________ 4° Lckwcn Bnudesb. Anl. — _ _ 4u o Leftereichilcke 6'o(bne. — — 20.75 — 4,2 Ungarische föolbtic — — 27,7 27.63 4" Ungarische Ltaatkr. v 19W — — V 24.5 4' ? aesgl. von 1913 24 25 — 24,9 4% Ungarische Mroncnrtc 2.775 — 2.7 4°/ Türk. Zollanleihe o 1911 13.75 14 14 _ 4" . Tutt Bagdadbahn-AtU s«tte 1. _ 17 *" vesgl- Sette II 14,2.5 14 13,9 <°o Rumänen convcrk Rte 6.05 4‘ . 9: umancn Goldaul. von 1913 - — 17.9 — Aua Dcuiickc Eisenbahn 41/. Hamburg-Amerika Paler. . o Vamb-Ludam Dampisch. i — - — — 147 6 148 117,5 147.5 - — 222,75 L2-3 Hansa DanivsickM - 6 — -- 227.25 226 5 Norddeutscher riolib G 149 149,5 143 149 2i Allg- Tenischc Ercdiianft.. il — 143 13 171 Barm r Bankverein 16 144 — 144 — Berliner Hande lSg.scllsch. 12 171.75 243 5 242,5 Sommer;- und Privat-Bk. r i 72 171 75 172... Tannfi. u. Naiionaloank- 12 227 2-7 226,75 226.5 Deutsche Bank 10 161.5 164 163.5 164 Tiskonro-ÄescUschafl Ani. 10 155 154 5 154.9 154 Dresdner Bank - . Io 160.25 160,75 161 161 Mureldenriche Lrrdudank 9 — — 237.5 23 Metallbau!....... ■ a 138.5 >:t8 5 138 75 138 VctckSdank .. ......lu 170,25 170,25 (69,65 109,4 Frankfurt a. 2. Berlin Sch usj Kurs | -Uhr- öa lufe- Anfang Kurs Kurs Datum: | 27. 9. 28.9. 27. 9. 28. 9. Ä. E G- .... .7 1X1 IS ., tUO.65 INI 75 Bergmann ..... . 8 192 193 5 UW, 5 191 5 Elettr. Lieferungen . . . 10 — 186 185 Licht und Kraft..... 10 213 215 212 214.5 Felten & Guilleaume • ■ - 6 136 135 5 136 a Ges i Eleve Urnern- . - 10 285 289.5 283,25 2-9 9 Samb- Elektr. tierte . . 10 — — 163 Rhein- Elektr. ... . 8 — — — — 10 16“ 167.3 1U9 20 t 35 198 202 Siemens & Halske ... 16 -89.5 293 289 291,5 Tran.radio- ....... 8 — 17H 177 5 BuderuS ...... 0 105.5 <05 5 105.9 106 5 Denkiche Erdöl .... .6 146 5 146 145 25 145.75 Essener S ein kohle . - . .8 • —— 154 1 6.75 Gelsenkirchener • f. % 3 4 >48,- 148 '48.7 148 u Harpencr ..... 1 — 199 197 25 199 5 . 5 — 174 174.73 ftlfe Bergbau....... .8 — 24." 245 Klöctnenverke ...... .5 — 156.5 157.4 Köln-Ncucssen ..... — — 174 25 175 'J.’/anncdmann .f. I — 169 u 169.5 169.25 Mans'eldcr - — 128,4 1 6 5 127 75 Obersckles. Eisend- Bcdar! 0 — UH 5 1U3.1I Lberschles. Äokswerle 0 — — 9i 1 i 99.4 Phönix Bergbau f ‘ 0 9 3 —— US 108 25 108.65 Rheinische Braunkohlen 10 240 24'2,25 .40 242.9 Ryeinuahl ... .0 1XX.5 192,5 >87 188,75 Riebeck Äkontan .... i 171,5 —— — Bereinigte Stablw- f. Vi 9 3 122,5 122.75 123 _ Oravi Minen.....1 sh 56 5 7a 5.75 .Nali Aschersleben • . . . 10 — 170 172.75 KaliWestcregc n 10 — 181 75 184 Kaliwett SaUdckfuttb • • 12 — — 258.25 9 ® 9arben-9ndustrie Tunamit Robet ..... IC .0 290.^5 294.75 289 188 293 Scheid, an üalt ..... .8 210 dt - — < olvschmidt..... .5 125 5 127.25 1=6 75 127.25 Rutgers wette....... .0 94 5 94.9 94 94,25 Melallgesellschaft ..... 10 189 — Damm: Frankfurta 'Dl Berlin Schlutz-; i-Uhr. Kurs 1 Kurs Schluß- Kurs Anfang Kurs | 27. 9. j 28. 9. 27- 9- 28. 9. l'i uivp Hlll;mann ... 192.5 — 195 2o 194,5 Heidelveraer Cement . . 8 — 140 — Cemeni Karlitadt..... . 8 192 * — 2i;aDB fnftoff Aschasfenbnra . . 10 196 197 - 197 75 Cbarlotienburger Wasser 7 U8-75 1:8.75 cssaner Gas . . ... 8 — ISO 191 25 Daimler L'ioloren ... 0 116-5 118,75 H6.5 11« Demag ...... 0 8!.5 84 Adlcnvette Äteuer. ... 0 104 5 106.75 105.75 — Ludw roeire . ... . 1 — - '81 — •J}at- Automobil...... 6 — — 116 115 25 Lrenk?in & Kovpel. . . . 4 132 133 Linke Ho i-ani, . . .. . < -• •• L'eonbarb 2..:^. - . . . e * — 164 165 Bamag- 9 eg um ..... 0 — — 43 ü — Franlf. M..jchineu . .. . 0 72 — 72 t^ttyner ... . . . . . 7 113 112 Henligcnstaedt ...... ( 29 — - — llungüans ...... 6 106.13 — 106 —• rcckwette . ...... 8 118 119,5 — — L'iainkraftwerke ...... h 122 ** Miag ..... * * • . li 133,75 — 133,5 — Nekarlulmcr ....... 112 112,5 113 4 PetcrS Union - ...... 8 112.5 114 toebt. Roedc^ ...... 10 140 — — 2>eigt & He.esiner..... 6 174 —• 175 — Südd. Zuüer ....... 0 — 136, 5 173,25 Banknoten. Berlin, 27 Levtbr. | 1 >elv | Brie' Ämerikanische VZoten..... f 4,182 | 4.2U2 belgische Noreu...... 58.31 58,55 Tanoche Noten...... 112,10 112.64 Englische Noten....... | 20,395 I 20,475 Devisenmarkt Bersin—Frankfurt a. M. Berlin. 27 Sevtbr. Meld Brief Franzosiicke Noiea...... .volländischc Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Teutsch-Oes:err.,5ioo Kronen Nnmänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Neten....... Spanische Noten....... Tichechoslowakrsche Noten . . Ungarische Noten 16.4^5 "167.81 22.91 110,43 M.94 2 60 112.57 »0,64 73 03 12.395 73.16 16.5i.-> 168,49 23.00 110,87 59,18 2,62 113,0t Ml 96 73.33 12.4 >5 73.45 Telegraphische Auszahlung. 27- Seplbr. 48. Septbr. Amtliche rung Amtliche Notierung ftzeld Brief (Äelv Brier Amil.-Noit 168,23 168,56 168,41 168,51 Bueu. AirrS 1,791 1,795 1,792 1,796 Brss.-Ankw- 58,405 ;8,52. 38,42 .8,54 Ebristiania 110,73 110,95 110,62 110,84 Kopendagen 112,35 112, i7 112,55 112,57 Slockbolm - 112,81 113,06 112,81 113,06 HelsingforS- .0,57 10.59 10,572 10,-92 Italien. . . .2,885 22,9'5 <2,90 22,94 London. .. -0,413 20,433 -0,415 20,455 Iteuyork . . 1.1945 4,2045 1,1955 4,2o35 Paris.... 16,455 16,495 16,46 16,49 Schweiz . . "0,90 >1.06 >0,915 -1,015 Svanirn. . 73,12 73,26 73,37 73,01 Javan - . - 'N io de Jan- Wien in D-- 1,953 1,9 7 1,955 1.959 .4995 >.5015 J.ÖÜÜ 0,502 Ceft abgeft >9,17 j9,29 -9,17 59,29 Prag .... 12,433 12,453 12,435 12,455 Belzrad - - 7,393 7.407 -,39.1 7,407 Budav:ss - - <3,37 .3,51 .3,3.5 <3,52 Bul arten -.027 ,033 ..027 -U33 Lissabon - - -0,58 29,62 .U<; .0,63 Tanüg. . . «onft.aitin. '1,38 51,54 61,45 -1,61 .,161 .,165 -, 1 t»u :,I64 Alben. . . ,594 j,594 j,60y Lanada i,l98 1.206 1.1'38 i- -06 Lira uay - 4.246 1.254 4.24b 4.2o4 Tairg .. - 20.93 20.97 UA_O *» SonnMIP GO ilfifll 's NUNC unserer Ge schäftslokalitäten Donnerstag, den 29. Sept, nachmittags 5 Uhr Sc Maße bewiesene Vertrauen und Wir danken unserer werten Kundschaft für das seither in so reichem bitten, uns dasselbe auch auf unser bedeutend vergröbertes Geschäftsunternehmen übertragen zu wollen! GIESSEN Das Haus der feinen Herren- und Knabenbekleidung 8731a Hierdurch laden wir die Bewohner von Gießen und Umgegend zur freundlichen Besichtigung unserer der Neuzeit entsprechend ausgestatteten eleganten Verkaufsräume ergebenst ein. Gleichzeitig bemerken wir, daß wir noch mehr als seither unsere Auswahl um ein Vielfaches vergrößert haben und nur allererste Qualitäten zum Verkauf gestellt werden. 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