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Unter dem Einfluß Englands und des Heiligen Stuhle- wolle das Kabinett Marx seine bösen Absichten gegen Polen nicht Weiler entwickeln. 3m übrigen habe sich Marx beeilt, zu betonen. daß der Verzicht Deutschlands auf Elsah-Lothringen kein endgültiger sei. -- Auch daS Organ der Patriotenliga, das .Scho de Paris", bekämpft die Ansicht DriandS. daß sich ‘Berlin von Moskau getrennt habe. Das Verhalten der deutschen Militärs in der Frage der Anlagen bei Königsberg beweise deutlich, daß zwischen Berlin und Moskau gehetmeMili- tärverträge bestünden. Auch habe Deutschland weder im Osten noch tm Westen auf Revanche verzichtet. Das Dlatt fragt sodann, ob Driand glaube, bei der Zusammenkunft mit Stresemann in Genf nicht mehr die Frage der vorzeitigen Räumung weiter aufschieben zu können, so dah er es für notwendig befunden habe, ein Plädoyer für seine Politik vorauszuschicken. — Der nationalistische ,3n« transigeant" schreibt: Der 3rrtum einer Pari-, 27. Febr. (TU.) Der deutsche Bot- schafter von Hoesch hatte bereits seit vielen Wixhen die Absicht, eine kurze Erholungszeit an der Riviera zu verbringen, wohin er sich im Anschluß an seinen Wiener Besuch bei seinen Verwandten begeben wollte. Durch die Anwesenheit Dr. ©Iresemanns in ©an Remo hat der Besuch deS deutschen Botschafters eine besondere Bedeutung erhalten, die anfänglich nicht vorgesehen war. Die bevorstehenden Genfer Völker- bundsverhandlungen hat eine Zusammenkunft her beiden Staatsmänner wünschenswert erscheinen lassen, vor allem weil heute mit Bestimmtheit nnt der Teilnahme des französischen Außenministers Briand an den Genfer Besprechungen gerechnet werden kann. Briand. der noch in den letzten Tagen schwankend war, ob er nach Genf zur Ratstagung reisen sollte, hat sich hierzu entschlossen, nachdem die Teilnahme Dr. Stresemanns und Cyamberlains festftand. Die Erllärungen Briands sind daher im wesentlichen als ein Auftakt für die Genfer Verhandlungen aufzufassen. Man wird dem französischen Außenminister nach- fuhlen Wimen, daß er bei der ablehnenden Haltung eines großen Teiles der französischen Presse ferner Außenpolitik gegenüber das Bedürfnis hatte, sich vor Genf über diejenigen Probleme auszusprechen, die während der Genfer Ratstagung hinter den Kulissen verhandelt werden tourten. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt auch die Zusammenkunft zwischen Dr. Stresemann und Herrn von Hoesch eine besondere Bedeutung, da Herr von Hoesch besser als jeder andere in der tage ist, den deutschen Außenminister über die Absichten der französischen Regierung auf- zuklaren. 9a$präfiöium der Saarregierung Par i s . 26. Febr. (Havas.) Der zurücktre- teru>e Vorsitzende der Regierungslomniitsion des ©aargebietes, Stephens, hat erklärt, daß alle politischen Gründe, auf die verschiedene Leitungen hingewiesen hätten, nicht der Wirklichkeit entsprächen, sondern daß seine Einschließung nur von dem Bedürfnis diktiert fei. fiep nach drei 3ahren intensiver Tätigkeit auszuruhen, und dem recht verständlichen Wunsche, seine Heimat wiederzusehen , die er im Jahre 1923 verlassen habe. — Die .Saarbrücker Leitung" berichtet, daß das saarländische Mitglied der Regierungskommission. Coßmann. aus wohl erwogenen Gründen eine Kandidatur für den Prasidentenposten ablehne und bemerkte dann weiter: „Wir lassen keinen Zweifel darüber dah b" beste Lösung der Präsidentenfrage mClS.Sn öc? Herrn Stephens Wten Sollte dieser aber auf die Dauer dem Wunsche nicht willfahren können so liehe sich welleicht durch Aufschub seines Rücktrittes die Zeit gewinnen, die notwendig wäre, E„e^uen hervorragenden Rachfolger von auf?er» y.alb herbmzuhclen, und ihm mit den Aufgaben einigermaßen vertraut zu machen." Neue Deutschenausweisung. 28. Jebr. (MTV.) In Caura- 9 ulte ist eine neue Ausweisung eines Aschen Industriebeamken aas vstoverfchlesien erfolgt. Der Ingenieur Sfroata von oer Laurahütte hat eine Verlängerung seiner gewissen Zahl französischer Politiker liegt nicht Darin, an den Frieden zu glauben — daS will ein jeder und wir alle sind beteil, ihm groß« Opfer zu bringen —, sie täuschen sich aber, wenn sie glauben, dah die Deutschen ebenso aufrichtig find, wie die Franzosen sich dazu anschicken Dicke germanische Volk, für das die Lüge durchaus natürlich ist, bedient sich heule des Friedens wie einst der Gewalt und der Drohung. Ls Hal gezeigt, dah ihm die Versicherungen und Versprechungen nichts kosten, da es ja die Ansicht vertritt, daß es d u r ch f I e nicht engagiert werde. Deutschland hat sich immer bereit gesunden, daS eine zu sagen und das a> u tun. Wenn heute seine zu zwei Drittel Nationalistisä-e Regierung bereit ist, mit den Lippen gewisse republikanische Grundsätze anzucrlennen. so ist da- nur eine Formalität: indessen verzichtet Deutschland doch nicht auf seine verborgenen Hintergedanken und seine in erster Linie gegen Polen gerichteten Pläne bleiben eine Drohung. — Das Blatt Laillaux', die .Volon 16". weist daraus hin. daß alle deutschen Parteien ohne Unterschied mit Aufrichtigkeit den Willen des deutschen VoikeS betonen, der Locarnopolitik treuzubleiben. Hötz'ch und Brellscheid hätten betont, daß die deutsch- sranzösische Entente die Grundlage für ein neues Europa bilden müsse. - Die _Gre Aouvelle'. das Dlatt der Liga für Menschenrechte, weist daraus hin. daß Frankreich zur Zeit der Mittelpunkt eines mächtigen Bündnissystems sei. Die früheren Feinde Frankreichs hätten den Wunsch geäußert, mit Frankreich zusammenzugehen. Briand und seinen Vorgängern Herriot unZ> PainlevH müsse man danken, daß sie daS Gespenst deS Krieges verscheucht hätten. Botschafter von Hoesch bei Stresemann. ES ist nicht allzu häuftg. bah stch der französische Außenminister Briand an die Oeffent- lichkeit wendet. Wenn er es jedoch tut, dann bekommt man in den meisten Fällen etwas Verständiges und etwas Erfreuliches zu hören, ©o ist er jetzt im .Petit Parisien' mit einem Interview hervvrgetreten, in dem er sich gegen die Beunruhigung wendet, die in der französischen Oeffentlichkett durch d i e 2 i l d u n g der neuen Regierung in Deutschland hervorgerusen worden ist. Wir wollen es dahingestellt sein lassen, wieweil diese Beunruhigung durch gewisse deutsche Presseorgane und deren Ausnutzung durch französische Korrespondenten künstlich erzeugt worden ist. 3mmerhin läßt die Tatsache, daß Briand selbst es für notwendig erachtet hat, zur Beunruhigung der öffentlichen Meinung beizutragen, daraus schließen. baß er selbst die Angelegenheit für wichtig genug gehalten hat. 3n den letzten Monaten waren wir offenbar trotz aller Bemühungen auf deutscher ©eite in den verschieden tlichen Besprechungen und Verhandlungen über die Fortsetzung der Politik von Locarno und von Thoiry nicht vorwärtS- gekommen, und man hatte wiederholt den Eindruck, als ob wir auf dem toten Punkt angelangt waren. Zweifellos hat es auch in dec Vergangenheit solche tote Punkte gegeben, und zweifellos wird es auch in der Zukunft wiederum welche geben. Dann ist es eben notwendig, daß von einer der beteiligten ©eiten die Arbeit wieder in Gang gesetzt wird. Daß diesmal Driand das getan hat, dürfen wir ihm zum Verdienst mirechnen. Der Augenblick dafür scheint auch recht geeignet zu fein. Wir stehen, wie schon am ©amstag hier aufgeführt, dicht vor dem Beginn der Tagung deS V ö lkerbundralS in Genf und zur Vorbereitung dessen haben mannigfache Besprechungen sowohl in Berlin tote in Pari- und m den letzten Tagen auch tn ©an Remo und Nizza stattgefunden. wo sich imfer Außenminister Dr. Stresemann aufgehalten hat. Man darf jetzt auch mit aller Bestimmtheit damit rechnen, daß die drei maßgebenden Außenminister ©trefemann, Briand unb Chamberlain sich bei der Ratstagung in Genf treffen und somit Gelegenheit zu vertraulicher Aussprache haben werden. Dann werden wir hossentlich ein ©tück toeüerfonimen. Mit erfrischender Deutlichkeit hat Minister Briand hervorgehoben. daß die Derständigungs- politti daS unverrückbare Ziel haben müsse, alle Reibungsslächen. alle Konsliktsmöglichkeiten aus der Welt zu schaffen. Deutschland und Frankreich sollten nach einer gemeinsamen Richtung hin gelenkt werden, damit die Wiederkehr eines Krieges verhindert werde. 3m Anschluß daran hob Briand selbst hervor, was für große Vorteile die Polittt von Locarno Frankreich gebracht habe. Ss freut uns, daß der Leiter der auswärtigen Politik Fraickreichs dieser Auffassung rückhaltlos Ausdruck gegeben hat. und wir hoffen, daß diese Anerkennung sich bald in die Tat umsehen wird. Es ist ja auch nicht unbekannt, daß Briand selbst längst eingesehen hat. wie unsinnig, wie widersinnig, die weitere Besetzung des Rheinlandes angesichts der Verträge von Locarno ist. Wenn er jetzt die Zeit für gekommen hält, die Verständigungspolitik wieder zum Mittelpunkt der auswärtigen Politik Frankreichs zu machen, so darf man hoffen, daß er sich auch der Räumungsfrage energischer als bisher annehmen wird. Für uns wie für ihn muh das nächste Ziel der Verständigungspolitik die Räumung des besetzten Gebietes sein, denn erst dann ist eine wirkliche volle rückhaltlose Verständigung zwischen beiden Völkern denkbar. Bei allem guten Willen des deutschen Volkes und der deutschen Regierung mit Einschluß ihrer deutschnationalen Mitglieder bleibt ein scharser ©kachel in der Brust eines jeden Deutschen zurück, solange noch fremde Truppen aus deutschem Boden stehen. Noch in anderer Richtung könnte Herr Briand seinen Einfluß geltend machen. Seit über einem Jahr ist uns die Vereinfachung der zahllosen O r • donanzen der Interalliierten Rheinlandkommis- sion und die Beseitigung derB edrückungen der Bevölkerung des befehlen Gebietes versprochen worden. Noch immer arbeitet die Interalliierte Rheinlandkommission an diesem Werk, und es erscheint uns Deutschen völlig unverständlich. daß man so ungeheuer viel Zeit zur Deioäl- tigung einer verhältnismäßig sehr leichten Ausgabe braucht. Wenn sich Herr Briand dafür einsetzte, so würde sich der Arbeitseifer der Interalliierten Rheinlandkommission sehr leicht und sehr wirkungsvoll beflügeln lassen. Schließlich sind die Aeußerungen Herrn Briands vielleicht gerade zur rechten Zeit im Hinblick darauf gekommen, daß der Besuch polnischer Abgeordneter in Paris unmittelbar beoorsteht. Bei dieser Gelegenheit wird es nicht an Versuchen fehlen, das wenig glückliche Verhältnis zwischen Deutschland und Polen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung Frankreichs auszunutzen. Vielleicht hat Briand gerade im Hinblick darauf vorbeugen und seine Landsleute darauf aufmerksam machen wollen, daß sie sich nicht durch polnische Verdächtigungen und Hetzreden zu einer falschen Auffassung der politischen Lage hinreitzen lasten sollten. Denn er diesen Zweck mit seinen Auslastungen erreicht, würde er auch indirekt zur Beruhigung der erhitzten Gemüter in Warschau beitragen. Jedenfalls hat er ihnen selbst vor Augen geführt. Moskau, 27. Febr. (WTD.) Die Reg«, rimg der Sowjetunion hat auf bie britische Öfote nunmehr bie Antwort fertiggestelll. die in London übergeben wird. 3n der Antwortnote wird u. a. ausgeführt, die ©otojctregicrung habe wiederholt auf englische Beschwerden einen Hinweis auf etwaige konkrete Fälle verlangt. Dem sei die britische Regierung jedoch nicht nach- gefommen, was eine Verletzung der 1923 ein- gegangenen Verpflichtungen Lord CurzonS sei. Die jüngste britische Rote zähle ledigllch eine Reihe von Aeußerungen sowzetrussischer ©taatS- männer auf. Es sei eine willkürliche Erweiterung der bestehenden Vereinbarung, sie auch auf mündliche oder in der Presse veröffentlichte Aeußerungen der ©owjetunion ausdehnen zu wollen. Weder in der ©owjetpresse noch in sonstigen russischen Aeußerungen sei etwas zu ftnden. was etwa den scharfen Ausfällen der konservattven Regierung gegen die ©owjetregierung gleiche. Als antlbritische Propaganda könne nicht auf. gefaßt werden die Analnse und Einschätzung der Außenpolitik der britischen Regierung sowie prinzipielle Ausführungen von russischen Parteiführern über die Unabwendbarkeit der Mettreoolution und über die Bedeutung der national-revolutionären Bewegung im Offen. Die englische Regierung weiche bewußt von den allgemein üblichen internationalen Normen und Gepflogenheiten und selbst den elementarsten Anstandsregeln ab; sie erlaube sich, mit der ©owjetregierung den Ton einer Drohung in einem Ultimatum zu reden und die Verfassung der Sowjetunion zu ignorieren, indem sie in ihren Noten hartnäckige Versuche mache. Parteiorganisationen ober selbst internationale Institutionen an die Stelle der formellen Regierung der Sowjetunion zu sehen. Sie habe sich ferner einen unerhörten unb präzedenslosen Ton gegenüber Tschitscherin erlaubt. Nach einem Hinweis auf neuerliche Enthüllungen über versuche einer Verständigung zwischen einzelnen Mitgliedern der cnqlifchcn Regierung und ehemals zaristischen Diplomaten und Dertretern der Gegenrevolution führt bie Note weiter aus. der englisch-russische Handelsvertrag wie auch die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen habe den Interessen beider Länder entsprochen. Wenn die bri- tische Regierung glaube, daß der Abbruch der englisch.sowjetrussischen Be- ziehungen dem britischen Reich und der Sache des allgemeinen Friedens zum Vorteil diene, so werde sie naturgemäß dementsprechend handeln und die volle Verantwortung für die Wirkungen übernehmen müssen. Die Sowjetregierung bekräftigt zum Schluß die Erklärung Krassins über die Erwünschtheit fcer Behebung sämtlicher Differenzen und der Herstellung vollkommen normaler Beziehungen und erflärt. sie werde ein Entgegenkommen der britischen Regierung auf dem Wege zum Frieden aufrichtig begrüßen. Oer erste Eindruck in London. L o n d o n . 27. Febr. (TU.) Die Antwortnote der Sowjetregierung ist gestern abend hier eingetragen. Da sich die amtlichen Persönlichkeiten während des Wochenendes nicht in London befinden, konnte sich eine feste Meinung noch nicht bilden. Nach dem ersten allgemeinen Eindruck kann jedoch gesagt werden, daß die Antwort von den hoch konservativen Elementen kaum als befriedigend betrachtet werden dürfte. Die sehr geschickte Formulierung der russischen Antwort gibt aber diesen Kreisen nur geringe Möglichkeit, weiterhin mit Erfolg gegen den mäßigenden Standpunkt EhamberlainS aufzutreten. Wie Reuter erfährt, wird voraussichtlich vor der in Aussicht geftellicn Debatte über die englisch-russischen Beziehungen, für die ein Tag noch nicht feststeht. von der Regierung eine Erklärung im Unterhaus abgegeben werden. Weiter meldet Reuter, die Antwortnote SowjetrußlandS ist In Wendungen gehalten, die englifcherseits erwartet worden sind. Man hatte nicht angenommen, daß die russische Regierung irgendwelche Verantwortlichkeit für die Propaganda zugeben, oder sich sonst eine Blöße geben werde. Diejenigen Anhänger der Regierung, die an der englischen Aote Krittk geübt haben, weil fie zu milde fei, betrachten die russische Antwort als unverschämt und werden einen starken Druck auS- üben. um die Annullierung des Handelsvertrages und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen durchzusetzen. In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die englische Regierung auch im ©inne ihrer Note handeln wird und es wird als wahrscheinlich angesehen, daß die Regierung das Handelsabkommen annulliert, während sie die diplomattschen Beziehungen weiterhin bestehen läßt. Die öerteiöigung Schanghais. Vorbereitungen der Lchantungtruppen. Schanghai, 27. Febr. (WTD.) Die ©chant ung-Generäle Suntschuansang und Tschangsuntschang sind heute m aller Frühe hier eingetroffen und nach kurzem Aufenthalt nach Sunkiang weitergefahren, wie die neue Verteidigungslinie gegen die Kantonesischen Streitkräfte voraussichtlich errichtet werden soll. Der kommandierende General der chinesischen Streitkräfte in Schanghai hat den Befehl erlassen, daß die Mündung des Wusung»Flusses, die den einzigen Zugang nach Schanghai vom Meere darstellt, von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens für jeden Schiffsverkehr gesperrt wird, um einen etwaigen Angriff der südchinesi- schcn Flottenstreitkräfte vorzubeugen. Das Konsularkorps hat gegen diese Maßnahme Einspruch erhoben. Voraussichtlich wird eine freundschaftliche Verständigung erzielt werden. Das Truppentransportschifs .Megantic" mit dem Oberkommandierenden der für Schanghai bestimmten englischen Truppen, Generalmajor Duncan, an Bord, ift vergangene Nacht hier eingettoffen. Generalmajor Duncan hat nach seiner heute früh erfolgten Ausschiffung eine militärische Besprechung aogehalten und dann mit dem Stabe di e Verteidigungsanlagen besichtigt. In Schanghai ist die Lage weiterhin ruhig. Die in Schanghai lebenden Ausländer sind daraus vorbereitet, daß sie in jedem Augenblick bie Grenzen der internationalen Zone gegen Uebcrgrifse zurückweichender Soldaten General Suns zu verteidigen haben werden. In dem chinesischem Viertel von Schanghai macht sich eine ^eb'^e Unruhe bemerkbar. Eine ^Central News -Meldung aus Schanghai besagt, daß Sau- sende der nördlichen Truppen durch Schanghai marschinen, um die völlig demoralisierten Der. bamde General Suns südlich der ©ladt zu neuem gegen die Kantoneser zu zwingen. Die Soldaten haben von General Tschang strengen Befehl ersten., sich jeder lieber griffe gegen öie chinesische Bevölkerung zu enthalten Der auße^>rdenllich starke Regenfall der letz- trn -^age macht, wie man erwartete, größere militärische Operationen im gegenwärtigen Augenblick fast unmöglich. krschriut täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen Gießener Familiendlätt« Heimat im Dild Die Scholle BTo»Qt».EejBfSFrel«: 2 Reichsmark und 20 Reich-pfennlg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen emzeinerNummerA Infolge höherer (ßewalt Fernsprechanfchlüsse: 61, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten. »nzeiger Gletze«. poßschcckkonto: Sranffurlam Main 116M. Ur. 49 Erster Blatt 177. Jahrgang Montag, 28. zebrnar 1927 Gretzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen la6 auch Polen durch den Vertrag von Locarno ehr wesentliche Vorteile erzielt worden >nd und daß fein Grund vorhanden ift, von einer deutschen Gefahr zu reden. Wenn also die Kund- gebung Briands ihre Wirkung in Frankreich und Polen nicht verfehlt, können wir damit zufrieden fein. Die Pariser Presse. Pari«, 28. Febr. (TU.) Auf der Rechten ist man über die Ausführungen BriandS im -Petit Parisien" ziemlich ungehalten. Man nennt sie das Plaidoher einer Traum- Politik und eine neue Ermutigung für bie Deutschen, die vorzeitige Räumung des besetzten Gebiete« zu verlangen. Die Linke dagegen lobt Driand« energische Haltung. — Der radikale .Figaro" ist empört, daß mit den Phrasen des Völkerbundes die französische Seele entwaffnet und eingeschläfert worden sei. SS gebe keine Militärparaden am 14. Juli mehr. AlleS werde vermieden, um die Franzosen an ihren Sieg zu erinnern. Es sei Seit, daß das französische Voll aufwache. — Der rechtsstehende .Gaulois" erflärt, daß man gefaßt sein müsse, daß Deutschland die Ersetzung der französischen Truppen im Eaargebiet durch eine 803 Mann starke internationale Besatzung und die vorzeitige Rheinlandräumung im März in Genf verlangen wird. — DaS konservative .Journal des D 6 b a t s" bezeichnet die Ausführungen Briands als Einleitung zu der Märztagung deS Völler- Aufenthaltsgenehmigung, bte heute abläuft, nicht erhalten unb muh daher beule das polnische Sebiel verlassen. Allerdings wird bieser JaU oor dem gemischten Schiedsgericht in Oberschlesien iachgeprüst werden müssen, da Skwara i m Abstimmungsgebiet geboren ist und sich ;ur Zeit der Ueberganges der Staatshoheit an Polen nur zu Studienzwecken in Breslau ausgehal- !en hat. Gegen die Ariegsschuldlüge. Reichspräsident, Kanzler undAußenminister Berlin, 26. Febr. (Wolff.) 3n einer Schrift im Dienste der Wahrheit, die der Arbeitsausschuß deutscher Verbände zum Abschluß der A k t e n p u b li ka 1 i o n des Auswärtigen Amtes demnächst herausgibt, befinden sich folgende Aeuherungen der Reichsleitung über die Bedeutung des abgeschlossenen Werkes: Reichspräsident v. Hindenburg: Wir haben die politischen GehÄmakten unserer Vergangenheit enthüllt, um der Wahrheit über die Entstehung des Weltkrieges zum Siege zu verhelfen. Unsere Aktenpublikation ist ein offenes Bekenntnis an die Welt. Wir erwarten heute eine ebenso offene Antwort der Welt auf dieses Bekenntnis. Reichskanzler Dr. Marx: Der hohe Gedanke der Völkerversöhnung kann auf geistigem Gebiet« durch nichts so stark und nachhällig gefördert werden, als durch unbedingte Aufrichtigkeit über jene Vergangenheit, die Europa in zwei feindliche Lager zerrissen hat. Wir lind durch unsere Aktenpublikation auf dem Wege zur geistigen Annäherung der Rationen v o r - angegangen. Reichsauhenminister. Dr. Stresemann: Wie ich schon erklärt habe, sind wir Deutschen bereit, uns jedem unparteiischen Gerichtshof zu stellen, der die Ursachen des Weltkrieges untersucht. Die Aktenpublilation des Auswärtigen Anttes enthält das deutsche Material für einen solchen Gerichtshof. Jeder, der sich in chren Inhalt vertieft, wird die Ueber- zeugung gewinnen, daß Deutschland keineswegs den Krieg böswillig betrieben oder absichtlich entfesselt hat. Die Anstifter des Weltkrieges. Der amerikanische Lenator vwen über die Kriegsschuldfrage. Washington, 26. Febr. (WB.) Die Zeitungen „Washington Herald" und „Washington Star" sowie eine Reihe anderer hier erscheinender Blätter veröffentlichen unter der Ueberschrift „Frankreich und Rußland haben den Weltkrieg begonnen" ein Interview mit dem früheren Senator Owen. Cs heißt da: Die Grundlage äu dem Kriege bildete der französisch-russische Deheimvertrag vom Jahre 1 89 2 und eine auf Grund dieses Vertrages Rußland gewährte Anleihe in Höhe von 7 Milliarden Dollar. Eine Woche vor der russischen Mobilisierung hielten sich Poincare und Diviani in Petersburg auf und gaben dort erneut die Versicherung ab, daß Frankreich Rußland bei einem Kriege mit Deutschland unterstützen würde. Diviani war nur ein Schatten unb Poincar^ mächtiger als der Zar, aber eine Puppe in der Hand Iswolskis. Das Schwarzbuch enthalt schließlich den Telegrammwechsel zwischen Iswolski und Petersburg. Durch ihn wird klar erwiesen, daß die leitenden Männer in Rußland diesen Krieg geplant und seit 20 Jahren vorbereitet hatten. Owen ging Öann in dem Interview auf die Kriegsschuldenfroge ein und erklärte dazu: Die französische Propaganda tritt für eine Streichung der Schulden ein. Diejenigen also, welche gewaltige französische Rüstungen fordern, wollen die französischen Schulden an die Vereinigten Staaten nicht bezahlen. Des Reiches Dank an General von Pawelsz. Berlin, 26. Febr. (Wolff.) Amtlich. Rach Auflösung der Interalliierten Kontrollkommission und der für den Verkehr mit dieser Kommission besonders eingerichteten Organisationen des Reichswehrministeriums, ist auch die Tätigkeit des Reichskommissars und Vertreters der deutschen Reichsregierung gegenüber der Interalliierten Militärkon- trollkommifsion beendet. Der Herr Reichskanzler hat daher Herrn Generalleutnant v. Pawelß von seiner Tätigkeit als Reichs- kommtssar entbunden und die ihm beigegebene Ministerialkommission aufgelöst. Der Herr Reichskanzler hat Herrn Generalleutnant v. Pawelß feinen und der Reichsregierung wärmsten Dank für die von ihm in den vergangenen 21 h Jahren geleistete Arbeit, die für Deutschland von allergrößtem Wert war, ausgesprochen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß der Reichsregierung dre Arbeitskraft und Sachkenntnis des Herrn Generalleutnants v. Pa- welß noch weiter zur Verfügung stehen möchte. Das deutscheEigentuminSüdlirol Paris, 26. Febr. (WB.) Das Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß über die Zugeständnisse an deutsche Staatsbürger, die Eigentum in den neuen Provinzen (Tirol) besitzen. Mobilarstücke können danach den Besitzern gegen Rückerstattung der Instandhaltungökosten und anderer Besitz gegen Zahlung von 20 Prozent des Wertes zurückgegeben werden. Immobilien nebst dem dazu gehörigen Besitz können den früheren Eigentümern, die besondere Derdtenste haben oder die italienische Staatsangehörigkeit erworben haben, gegen eine Zahlung von nicht unter 20 Prozent zurückerstattet werden. Frühere Eigentümer verkaufter Güter sowie diejenigen, deren Eigentum nicht zurückgegeben wird, tonnen bis zu 85 Prozent des Nettoverkaufspreises oder des geschätzten Wertes erhalten. Der Wehretal vom Haushalts- ausschutz verabschiedet. Berlin, 26. Febr. (Lil.) Der Haushalts- ausschuß des Reichstages führte heute die Beratung des MarineetatS zu Ende. Rach den Anträgen der Regierungsparteien wurden von den Summen der Schisfsbauten und Schiffsarmierungen insgesamt 2 345 000 Mark gestrichen. Weitere Streichung-anträge wurden einem ^Inleraussckuß überwiesen. 3m übrigen wurden die Ausgaben für die Morine genehmigt. Bei der Beratung des Restes des WehretatS nahm der Ausschuß entsprechend den Anträgen des Unterausschusses Streichungen im Reichswehretal in Höhe von 4 428 000 Mark vor. Darauf wurde der Etat des Reichswehrministeriums verabschiedet. Das Arbeitszeitnotgesetz. Berlin, 27. Febr. (Wolff.) Durch das neue Arbeitszeitnotgesetz, das dem Reichsrat zur Beschlußfassung zugegangen ist, wird in den wichtigsten Punkten die Verordnung über die Arbeitszeit vom 21. Dezember 1923 danach wie folgt geändert: Der § 6 erhält folgenden Absatz 3: „War die Arbeitszeit tarifvertraglich geregelt, und ist der Tarifvertrag fett nicht mehr als drei Monaten abgelaufen, so dürfen die im Absatz 1 bezeichneten Behörden nur Arbeitszeiten zulassen, die nach dem Tarifvertrag zulässig gewesen waren. Der § 6 erhält folgenden Absatz 4: ..Wird die Mehrarbeit nach Absatz 1 aus all- gerneinwirtschaftlichen Gründen zugelassen, so hat die zulassende Behörde sie davon abhängig zu machen, daß den Arbeitern über den Lohn für die regelmäßige Arbeitszeit hinaus ein angemessener Zuschlag gezahlt wird. Als angentessen gilt mangels einer abweichenden Vereinbarung ein Zuschlag von 25 v. H. Kommt über die Berechnung des Zu Üilages keine Einigung unter den Beteiligten zustande, so entscheidet darüber die zulassende Behörde endgültig. Der § 9 Absatz 1 erhält folgenden Wortlaut: „Die Arbeitszeit darf bei Anwendung der in de.r § 3 bis 7 bezeichneten Ausnahmen zehn Stunden täglich nicht überschreiten. Eine Lleberschreitung dieser Grenze ist nur in Ausnahmefällen aus dringenden Gründen des Gemeinwohls mit bef risteter Genehmigung 6er im § 6 Abs. 1 bezeichneten Behörde zulässig. In der Begründung wird ausgeführt, daß die starre Durchführung des Achtstundentages der deutschen Wirtschaft Lasten auferlegen würde, die sie heute nicht zu tragen verklag. Eine Rotregelung — und um sie allein könne es sich hier handeln — dürfe nicht' das geltende Arbeitsrecht völlig umstürzen und die endgültige Regelung vorwegnchmen, die das bereits dem Reichsrat vorliegende Arbeitsschutzgesetz bringen soll. Sie müsse sich vielmehr auf die dringlichsten Abänderungen der Arbeits- zeitverordwrng beschränken, besonders auf die Beseitigung derjenigen Dorschristen, die unter den heutigen veränderten Verhältnissen nicht mehr berechtigt oder erforderlich erscheinen. Sozialfragen imReichstag Berlin, 26. Febr. (VDZ.) 3m Reichstag wird die zweite Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsmini st eriums fortgesetzt. Abg. Decker-Arnsberg (Z.) erklärt, als Hauptaufgabe der Wirtschaftspolitik sei die Stärkung des Binnenmarktes zu betrachten. Leider seien trotz AbboueS und Rationalisierung die Preise noch nicht gesunken, die Löhne noch nicht gestiegen. Die Begleiterscheinungen der Rationalisierung, z. B. die Ar- beitslsigkeit, müsse der Minister weiter energisch bekämpfen. Der Redner erhebt die Forderung nach einem umfassenden langfristigen B a u Programm. Solange ohne öffentliche Mittel nicht gebaut werden kann, seien Hauszins steuer und Zwangswirtschaft nicht zu entbehren. Die heuttge Spanne zwischen Altbaumieten und Reubau mieten sei zu groß. Aber mit der Mietserhöhung müsse eine Lohnerhöhung Hand in Hand gehen. (Zuruf links: Rein, vorausgehen!) Wolle man die Arbeitslosigkeit mildern, so müsse man das Lieberstundenunwesen beseitigen. Sonntagsarbeit müsse in ganz engen Grenzen gehalten werden. Kernproblem der Sozialpolttik sei Entprole- tarisierung der Massen durch Eigenheime und Gewinnbeteiligung ohne Beschränkung der Freizügigkeit. Abg. Thiel (D. Dp.) wirft dann die Frage auf, ob man nicht die Schulzeit um ein Jahr verlängern sollte, um die Zahl der jugendlichen Erwerbslosen zu vermindern. Der Redner weist dann auf den englischen Kohlenstreik hin, der vielleicht hätte abgefürjt werden können, wenn es in England ein Schlichtungswesen gäbe. Auch tn Deutschland könne man das Schlichtungswesen nicht aus der Hand des Staates nehmen, so wünschenswert auch auf diesem Gebiete die Selbstverwaltung sein würde. Zur Besserstellung der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen müsse jetzt endlich ein energischer Schritt getan werden. Das Reichsehrenmal solle man so fördern, daß es $um 80. Geburtstag des Feldmarschalls v. Hindenburg fertig sei. Der „reaktionäre Besitzbürgerblock' wird den Arbeitern angenehme Enttäuschungen bereiten. (Ra! Ra? bei den Sozialdemokraten.) Die Sozialdemokratie hat die Arbeiter aufgerüttelt. Das ist ihr Verdienst um die Arbeitnehmerschaft, aber sie hat gleichzeitig das nationale und religiöse Gefühl ertötet. Wir stehen vor einer neuen Epoche der Sozialpolitik. Wir können sie nur meistem mit christlicher Weltanschauung. Wir werden die Beteiligung des Arbeiters am Betriebe prüfen. Abg. Rädel (Komm.) erttärt: Die Selbst- beweihräucherung der Sozialdemokratte machen wir nicht mit; sie ist uns zu ekelhaft. Ihre eigene schwächliche Haltung hat übrigens zu den heutigen trostlosen sozialen Verhältnissen geführt. Wir verfangen, daß schon in dem vorliegenden Etat die Voraussetzungen einer Erhöhung der Arbeitslosenunterstützungssähe geschaffen werden. Wir fordern bei der Arbeitszeitregelung den Achtstundentag. Wir verlangen Erhöhung der Sozialrenten. Die Mietsteigerungen werden wir aufs äußerste bekämpfen. Weiterberatung am Mittwoch, den 9. März. Studentenschaft und Kultusminister. Von 24 studentischen Korporationsverbänden des Erlanger Abkommens, die zusammen über 40 000 Studenten vertreten, wurde eine Entschließung angenommen, in der die Entschließung vom 13. Februar 1927 zur Derfassungsfrage der Deutschen Studentenschast vollinhaltlich a ufrecht er h a l t e n und die Ausgabe der leitenden Grundsätze der Deutschen Studentenschaft, die in der Erklärung der Vertreter der preußischen Cin- zelstudentenschaflen zum Ausdruck gekommen fei, aufs schärfste ab gelernt wird. Die unterzeichneten Verbände fordern ihre Mitglieder auf, jedem Versuch, den jetzigen großdeutfchen Aufbau der Deutschen Studentenschaft zu zerschlagen, mit allen Kräften entgegenzutreten. Kleine politische Nachrichten. Beim Berliner Frühjahrsreitturnier in der Autohalle am Kaiserdamm erschien der Reichspräsident von Hindenburg in Feld- marschallsuniform in Begleitung des Landwirtschaftsministers Dr. Steiger. deS Reichswehr- mimsters Dr. Gehler, des Generals Heye und des Ehefs der Kavallerieinspettion Oeneral- [eutnant v. Kayser, und wurde stürmisch begrüßt. In flotter Weise wurde das Programm abgewickelt. Im Ramen des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts begrüßte Herr von Zihewitz den Reichspräsidenten. Er schloß mit einem Hoch auf den Reichspräsidenten, in das die Menge begeistert einstimmte. Die Besserung im Befinden des Reichstags- präfidenten Lobe macht gute Fortschritte. Die Temperatur ist fast normal. Der Herzbefund ist ,zufriedenstellend. Das Allgemeinbefinden ist ebenfalls gut. Falls keine außergewöhnlichen Komplikationen eintreten, ist mit einem guten Krankheitsverlauf zu rechnen. * Der deutsche Botschafter in Rom. Freiherr von Reurath, gab zu Ehren des Königs von S ch we den ein Essen, an dem außer den Herren des Gefolges des Königs der deutsche Botschafter beim Vatikan, der bayerische Gesandte und die Herren der deutschen Botschaft, teünamen. « Der ehemalige deutsche Flottenchef Admiral Behnke wurde am Samstag vom Präsidenten Coolidge in besonderer Audienz empfangen. Im Preußischen Landtag wurde die zweite Lesung des Landwirtschaftshaushalts beendet. Eine erregte Debatte entspann sich dann über den Beschluß des GeschaftsordnungSausschusses, dem Antrag des Iustizministers auf Strafverfolgung des kommunistischen Abgeordneten Lademann stattzugeben, weil es sich um ‘Seiet 6 l g u n g des Reichspräsidenten v. Hindenburg handle. Die Abstimmung über den Antrag soll erst am 17. März stattfinden. 5m Provinzialausschuß für Hessen-Nassau wurde der bisherige Berliner Polizei Vizepräsident Dr. Friedensburg zum Regierungspräsidenten in Kassel mit 9:5 Stimmen gewählt. Aus aller Welt. Eine medizinische Radio-Filmvorführung. Im Berliner Kaiserin-Frieürichhaus für ärztliches Fortbildungswesen wurde eine Verknüpfung von Radio- und Filmvortrag vorgeführt. Im Boxhaus fanden wissenschaftliche Radiovorträge statt von Prof. Adam und Geheimrat Friedrich Kraus von der Charit6, die beide zur Erläuterung eines Filmes dienten, der gleichzeitig in dem großen Hörsaal des Kaiserin- Friedrichhaufes lief. Das Reuartige hierbei ist, daß es infolge einer Erfindung des Professors Dr. Schröder von den Telefunkenwerken gelungen ist, synchron-laufende Motore für die Filmprojektionsapparate ztu montieren Die Vorführung klappte ausgezeichnet. Zeitlich stimmten Radiovortrag und Filmvorführung völlig überein Es wurden interessante Operationen, biologische Versuche, Krankenpflege und der Schlag des Herzens, teilweise im Zeitlupenverfahren, demonstriert. Mtterungsumschlag im Schwarzwald. Die mildere Witterung, verbunden mit teilweise recht erheblichen Regenfällen, bewirfte ein starkes Anschwellen der Wasserläufe des südlichen Schwarzwaldes. Bis über 1000 Meter Höhe ist eine langsame Schneeschmelze eingetreten. Der Abfluß der vermehrten Wassermassen vollzieht sich normal, so daß zur Zeit eine Hochwassergefahr nicht zu befürchten ist. Mit dem Auto in den Rhein. In Mannheim fuhr die Frau des Taxameterunternehmers Heinrich Ritter— der einzige weibliche Chauffeur in Mannheim —, als sie bei der Friesenheimer Insel Schiffer abholen wollte, mit dem Auto vor den Augen der entsetzten Fahrgäste über die Böschung in den Rhein. Die herbeigerufene Feuerwehr brachte das Auto mit der Leiche wieder an Land. Die Vierradbremse des Autos war bei der Bergung des Wagens angezogen, so daß es unerklärlich ist, daß das Auto nickt vor der Böschung zum Stehen kam. Die Leiche der Frau war im Führer st and eingeklemmt und konnte nur mit großer Mühe befreit werden. Ob Ertrinken oder ein Schlag die Ursache des Todes ist, muß die Sektion ergeben. Wirbelsturm und Lawinenunglück in Frankreich. Im Verlaufe eines furchtbaren Gewitters ging über die Touraine, besonders über die Stadt Tours, ein Wirbelsturm hinweg. Die Gewalt des Sturmes war so stark, daß viele Gebäude umgeriffen wurden. In manchen Ortschaften wurden Dächer abgehoben und hunderte von Metern weit weggeschleudert. — In der Rähe von Chambery (südl. Genf) wurde eine Abteilung französischer Alpenjäger von einer Lawine begraben. Drei Soldaten wurden von den Schneemassen mitgerissen. Aufgeklärte Raubmorde. Dor mehreren Jahren wurden in kurzer Folge in dem Hamm benachbarten L i p p b e r g und in Heintrop drei schwere Raubmorde verübt. Ermordet wurden die Ehefrau deS Landwirts Gesemeier aus Heintrop sowie ein Landwirt Bellenberg und dessen Tochter. Der Kriminalpolizei ist es nunmehr gelungen, die Raubmörder se st zunehmen, nämlich einen Händler und dessen Schwiegersohn aus Hamm. Bei dem Händler fand man noch einen Revolver, der dem ermordeten Landwirt gehörte BZctLcrttoraussagc. Fortdauer des wolkigen, zeitweise bedeckten milden Wetters mit Niederschlägen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 11 Gr. Celsius, Minimum: 5,2 Grad Celsius. Niederschläge: 4,1 Millimeter. Heutige Morgentemperotrir: 4,8 Gr. Celsius. Aus der Prooinzialhauptftadt. Gießen, den 28. Februar 1927. Der Polizeihund. Von Georg KlöS. Gießen. Einige Kapitalverbrechen der letzten Zett haben die Aufmerksamkeit wieder flarf auf di« Hilfe des Polizeihundes bei der Durchführung der polizeilichen Ermittelungen gelenkt. Wenn auch die Wirksamkett eines Hundes bei bet Aufdeckung von Verbrechens- spuren manchmal angezweifelt wird, so kann ich aus eigener Erfahrung doch sagen, daß mit den Hunden sehr wohl gute Erfolge erzielt werden können, wenn öie_ unbedingt erforderlichen Voraussetzungen erfüllt werden Hierüber einige Winke. Am Tatort müssen vor allem alle Gegenstände in unveränderter Lage erhalten bleiben. Spuren, Fußabtritte usw. dürfen nicht weilet betreten werden. Die Gegenstände, die am Tatort gefunden werden, können eventuell Wittcrungs- träger fein, an denen dem Hunde Witterung gegeben werden kann. Fuß- unb Händeeindrücke können, wenn nur die größte Vorsicht geübt wird, mit leeren Kisten ober Glasscheiben bc- beckt werben. Diese Gegenstände müssen vollständig geruchlos fein. Andere Sachen, wie Kleider. überhaupt sämtliche Weichgegenstände. dürfen nicht zum Zudecken verwendet werden. Die Behörden, zu deren Dienstbereich der Ort des Ereignisses gehört, sind sofort in Kenntnis zu setzen, bzw. hat der 'Beamte sofort seinen Vorgesetzten den Vorfall zu unterbreiten. Dann wird entschieden werden, ob die Hinzuziehung eines Hundes zweckdienlich ist. Strengstes ötiU- schweigen der Öffentlichkeit gegenüber wird dringend empfohlen. Personen, die nach der Tal den Ort betreten ober Gegenstände berührt haben» müssen notiert werden, damit bei dem Witterungsgeben alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden können. Je schneller bet Führer mit dem Hunbe am Tatort ist, je mehr Aussicht auf Erfolg besteht. Als gebrauchsfähige Hunde kommen bei derartigen Arbeiten nur die besten Rasentiere in Betracht, ebenso muß ber Führer des Hundes so geschult fein, bah es ihm möglich ist, sofort ein Bild der Sachlage zu gewinnen. Er muh wissen, wie et feinen Hund anzusehen und die Arbeit des Tieres zu bewerten hat. Ser Führer muß lange, sehr lange mit seinem Hunde fleißig unb ernstlich geübt haben, beide müssen fozu- fagen miteinander verwachsen sein. Vortrags-Vereinigung. Rciseeindrücke in England Die Dottrags-Deteinigung hatte in ihr bies- winterliches Programm nock eine sechste Veranstaltung eingelegt; am Freitagabend hielt Ober- ftubienrat Seiler, Gießen, in ber Reuen Aula einen Vortrag mit Lichtbildern über seine Reiseei ndrücke in England. Der Vortragende hatte im vorigen Sommer an einer Austauschteise deutscher Volksbildungs- veteine teilgenvmmen, sich längere Zeit an einer deutsch-englischen Sommetschule ausgehalten unb anschließend noch längere Studienreisen in daS Land unternommen. Ausgehend von den deutsch-englischen Beziehungen vor Ausbruch des großen Kriege-, besprach er zunächst eine Reihe allgemein miet» es fierender Fragen. Was die Ausnahme der Deutschen jenseits des Kanals angeht, so hat der Vortragende überall freundliches Entgegenkommen gesunden. Der Engländer beurteilt, so wurde ausgesührt, die Zukunft unseres Dolles sogar mit einem gewissen wohlwollenden Optimismus, warnt dagegen gemeinhin, allerdings wohl nicht ohne einigen Egoismus, vor Frankreich. Andererseits ist die ftihrende englische Presse noch keineswegs als deutschfreundlich anzusprc- chen, und läßt es bei bet Beurteilung deutscher Verhältnisse ost an der nötigen Objektivität fehlen. Auch Fäll« von ausgesprochen deutsch- seindlichen Hetzereien sind immer noch festzustellen. Im Wirtschaftsleben des Landes sind die Rachwirkungen des Krieges ebenfalls noch fühlbar. Die verschiedenen direkten unb indirekten Steuern sind ziemlich hinaufgetrieben worden; immerhin ist im Durchschnitt und vergleichsweise die englische Lebenshaltung großzügiger als bei uns. Auch von einer verbreiteren Wohnungsnot in England muß gesprochen werden, und die Arbeitslosenstatistik weist (und weS, besonders zur Zeit des großen Streiks) sehr bedenkliche Ziffern auf. Eingehender beschäftigte sich der Vortragende mit den innerpotttifchen Verhältnissen Englands, mit der Stätte, dem Wechsclverhältnis unb ben Wählerkreisen ber maßgebenden Parteien, ber konservativen, der liberalen und ber sogenannten Labour party, die sich auS mehreren Parteigruppen zusammensetzt. Des ferneren wurden die religiösen und kirchlichen Verhältnisse kurz gestreift, das Seklen- wesen, die Quäkervereinigung, die ja auch in Deutschland während des Krieges und nachher viel Gutes gewirkt hat. Don hoher sozialer Bedeutung ist die Tätigkeit der Heilsarmee, die im öffentlichen Leben eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt. Das allgemeine moralische Riveau der Bevölkerung hat sich feit dem Kriege ziemlich gehoben, Jugendbewegung unb Sport haben manches zur Besserung beigetragen. Interessante Bemerkungen wurden zur Alkoholfrage unb zu den Eheverhältnissen mitgcteilt. Hier sind zwei Gesetze beachtlich, wonach einerseits an Jugendliche unter 15 Jahren kein Alkohol verabreicht werden darf, andererseits der Ehebruch des Mannes fein Grund zur Ehescheidung ist, wohl aber die Untreue ber Frau. DaS englische Schulwesen betont, wie bet Vortragende darlegte, in erster Linie die Erziehung zum praktlschen Staatsbürger, zum gentleman, unb die körperliche Ausbildung auf Kosten umfassender geistig-wissenschaftlicher Erziehung. Theater unb Musikleben lassen eine gewisse Abhängigkeit von Deutschland deutlich erkennen und bieten, wie Beispiele zeigten, nicht immer die besten Eindrücke. Viel Wert legt man drüben auf die Behandlung bet Armee, deren inneres Riveau sich bebeutenb gehoben hat. Ausbildung unb Auswahl des Nachwuchses sind sorgfältig, bi« Besoldung bemerkenswert hoch. Diesen, in großen Zügen toiebergegebenert Darlegungen schloß sich im zweiten Teil des Abends die Vorführung einer größeren Reche von Lichtbildern an. mit denen bet Redner ben Konfirmanden-Anzügen o joo aus blauem Melton.............von Mark an Konfirmanden-Anzügen 3Qoo aus blauem Kammgarn...........von Mark CJ an 19811 0148 GARDINEN -XÄ“S Seltersweg81 ■■ ■ w ältere Stoffe mit verwendet Haus der Ausstattung in modernen ein-und zweireihigen Fassons und durchweg in guten, erslklaff. altbewährten Qualitäten u. werden eichfähig hergeftellt Karl Schmidt, Neuenweg 42, Tel. 1075 Waagen aller Art empfiehlt Verlauf seiner Ctubienfaljrt tm einzelnen fGilberte. — Der Vortrag wurde sehr beifällig ausgenommen. Vornotizen. — Tage-kalenber für Montag Gceftener Freiwillige Feuerwehr: 8 Uhr Subi Äaffel, Monat-venammlung. Lichttpiehau». Bahnhofstrafte: „Unter Ausschluß bet Ocifent- lichkeü*. — Astor la-Lichtspiele ..Menschen- schmuggel". - Don unserer Garnison Km Samstagnachmitlag zur festgesetzten Stunde sind die 1. und 2 Compagnie und die Malchinenge- wehrtompagnie unseres Bataillons vom leintet- schießen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf hier wieder einytroffen. 3n den Straften halte sich eine flcofte Menschenmenge angesammelt, die den Gruppen den gewohnten freundlichen Empfang bereiteten. Die 3. Kompagnie unter ihrem Ehef. Hauptmann Faulenbach. wird heule nachmittag nach Berlin abreisen, um dort zur Wachtruppe zu treten. Der Aus- marsch der Kompagnie unter Führung deS Ba- aillonSkommandturs. Oberftleutnant Friy. er- olgt um 5.30 U r ab Zeugdauskaserne durch - L'iebigftrafte Aum Personenbahnhof, von wo au- um 6.21 Uf>r die Abreise erfolgt Die Kompagnie wird morgen nachmittag 4.14 Llhr in Berlin etntreffen. Bekanntlich wird sie bi- zum 31. Mai in der Aeichthaupt stabt gami- lonieren. •* (Eine Umgestaltung der West- a n l a g e vom Dsroalö»garten bis zur Goethe- schul« soll in di es em Jahre oorgenommen werden. Die Stabtvcrwaltung hat vor einiger Zeit die Mittel hierzu in den eben in Vorbereitung befindlichen neuen Haushalt»plan eingestellt. Man darf wohl annehmen, daß die Stadt verordneten Ver- sammlung diese Etatposition genehmigen wird. Dann wurden auch die Wünsche erfüllt werden, die vor einigen Tagen in einem „(Eingefanöl" in unseren spalten hinsichtlich der Westanlage oorge- bracht wurden. •• Z u dem Einsturz de» Anbaues am illemannenhau» in der Nacht zum Samstag, über den mir in unserer Samstagausgabe schon kurz berichteten, ist noch mitzuteilen, baft Die Ursache des Einsturzes in einer unglücklichen Zusallsfügung, her- oorgerufen durch Witteningselnsliisse, zu erblicken ist. An dem Anbau war bis zum (Eintritt des Fro- stes gearbeitet worden. Der starke Frost der letzten Wochen brachte den Mörtel in dem Bruchsteinmauerwerk zum Frieren, wodurch ein genügendes Abbinden verhindert wurde. Beim (Eintritt des gelinden Stotter» der letzten Tage wurde auf das ziemlich hoch au» dem Erdboden herausragende Untergeschoß weiter aufgebaut, jedoch hatte das Tauwetter in Verbindung mit den Regenfällen der letzten Zeit die Mauerung des Untergeschosies gc lockert k>Aw z. T. übermäßig durchsuchtet, so daß für bas Darauf aufgeführte Backsteinmauerwerk die nötige feste Grundlage nicht mehr vorhanden war. Unter der Einwirkung des in der Nacht zum Samstag niedergegangenen starken Regenwetters wurden die Lockerungen im Mauerwerk so stark, daß der Anbau etwa zur Hälfte in sich zufammenstürzte. Wie die Dinge liegen, wird niemandem für diesen Vor- lang ein Vorwurf au machen fein. Als ein be- anderer Glücksfall ist es anzufehen, daß der Ein- turz in der Nacht erfolgte, fo daß Menschenleben einen Augenblick in Gefahr kamen. Die Auf- räumungsarbeiten wurden am Samstag schon nahezu vollendet, von heute ab ist der Aufbau wieder tm Gange. Maschtnendesekt eines v-Zuges. Gestern morgen erlitt der um 7,58 Ufer von hier nach Frankfurt a. M. fahrende 0-Zug auf der Station Dieder-Wöllstadt einen Maschi- nendefekt, durch den der Zug zum Liegenbleiben gezwungen war. Dach dem Eintreffen einer Er- sahmaschine formte die Steife mit halbstündiger Verspätung fortgesetzt werden. Verkehr-ftörun- gen wurden nicht herbeigeführt •’ (Eine i ntereff ante Handarbeit»- a u s ft e 11 u n g zeigt da» üanbarbeitofeminar der Alice Schule seit gestern in Den Räumen der städtischen Gemäldesammlung in der Senckenberastroße, Qrfe Landgros-Vdilipp-Plotz. In den drei Ausstel- lungsräumen ist eine Fülle von Arbeiten Wirkung? roll und übersichtlich jufammengefteUt. Das Seminar erbringt hier erneut den überzeugenden Be weis, daß guter Geschmack. Gediegenheit der Ausführung wwohl bei der Herstellung rein praktischer Gegenstände, wie auch beim Schassen von künstle- rischen, aus Uuyusbebürfnifk gerichteten Sachen und Sinn für die Harmonie des Materials und der narben als grundlegende Gesetze bei Der Ausbil- düng der Schülerinnen zur Anwendung kommen. Man sieht mit Interesie die ersten Versuche der unteren cd)ulerir:ienabieilungen, erfreut sich an Den Arbeiten der fortgeschritteneren ftlaffen und steht voll Bewunderung von den vielseitigsten Syiv.b« sertigkeiieerzeugnissen der obersten cd)ülc- rinnengruppe, die beste» Rönnen offenbaren, fei es n Der Herstellung von Wäsche für Damen, Herren und Kinder, Kleidern für Damen, Jung- mädchen und Kleine, Stickereien, f)ätelarbeitcn, Strickereien usw. usw. Es ist nicht möglich, im Rah- men eines kurzen Berichtes auf Einzelheiten Der fesselnden Schau einzugehen, es fei aber betont, daß diese Ausstellung unseren Hausfrauen und Mädchen viel Sehenswertes und Anregendes bietet. Der Leiterin des tianbarbeitsfeminau. Frl. Schmidt, unb ihren fleißigen unb geschickten Schülerinnen muß man für diese Schau geschmackvoller, feiner Ar beiten volle Anerkennung aussprechen. Den Besuch der Ausstellung, die — mit Ausnahme von Freitag — in dieser Woche täglich von 11 bis 1 unb von 3 bi» 5 Uhr geöffnet ist, können wir besten» empfehlen. *' Eine kleine Berichtigung Man schreibt uns: 3n Ar. 43. Bl. 1 (®cf. für Erd- und Völkerkunde) lesen toir: „3n (Rieften ist das Andenken an den berühmten Forscher (Theodor Koch) Gemeingut der Stadt. Hier hat er seine Gdmnasialzeit verbracht" ufto. Die« ist unzutreffend. Th. Koch wurde auf der höheren Bürgerschule seiner Vaterstadt Grünberg vorgebildet und bezog am 14. April 1885 al« Untertertianer da« Gymnasium Fridericianum zu Laubach, wo er am 7. März 1891 die 'Reifeprüfung machte. Sein Vater, Karl Koch. Pfarrer in Londorf und (Brünberg, war geboten im Jahre 1836 in Dieften. wo er seine Vymnafialzeit verbrachte, al« Sohn eines Gymnasiallehrers. Dr. A. A. •• Die freiwirtschaftliche Vereinigung, Ortsgruppe Gießen (FFF), veranstaltete am Freitag im Saalbau Sauer wieder einen Vortragsabend, an dem Schriftsteller Peter Bender das Thema „Das goldene Zeitalter" behandelte. Redner erklärte, nachdem er einen kurzen Ueberblitf über die Gewinnung de» Goldes feit (Eolumbus bis zur Gegenwart gegeben, die Wirkung des Goldes auf die Wirtschaft, die bis zu einem gewissen Grade wirtschftsfärdemd, andererseits aber als schädigend bezeichnet wurde. Für Deutschland habe sich die Goldoerwaltung als schädigend erwiesen, sie diene nicht dem Volke, sondern dem die Massen beherrschenden Goldwahn. Amerika beherrsche mit seinem Wölbe fast bie flanke Welt, und zwar zu ihrem Schaden, die Goldwirtschaft verhindere feste Preise, ohne die die Wirtschaft nicht gedeihen könne. Nur feste Preise sicherten die Existenz eines Volkes. Statt Goldwährung fei Arbeitswährung zu fordern. Im weiteren Verlauf feiner Ausführungen kam Redner auf den Zinsfuß zu sprechen. Während in Amerika der Zinsfuß etwa 3 bis 34 Proz. betrage, berechne er sich in Deutschland zur Zeit auf 6 bis 9 Prozent. Hohe Zinssätze wirkten lähmend auf die Geschäfts- tätigtest, in erster Linie auf dem Saugebiet. Mit einer Senkung des Zinsfußes würden sofort die .zwei Millionen Arbeitslose Beschäftigung finden. Redner fordert lleberführung des Grund und Bo- dens in das Staatseigentum, aber nicht, wie die Kommunisten fordern, ohne Entschädigung, sondern durch Verkauf an den Staat, der Pachtertrag solle dein Reiche zufließen und dieses Damit in den Stand setzen, ein sozial und geistig auf der Höhe stehendes Volk zu erziehen. Der Vortrag lüste eine e.ngchende Besprechung der trotz be» ungünstigen Wetter» mit betudjur. Versammlung aus. wg. Sin h c c rna t g e Ichi ch 11 i che r Äut- f u s wirb am 17. unb 16 Mär; im Prebiger» seminar zu F r i e b b c r g für Hanbibaten und Geistliche abgehalten werben Zur Behandlung kommen folgende Themen: .Einführung in die Literatur". .Anleitung zur Benutzung von Gemeinde-. Pfarr- unb Staatsarchiv". .Praktische Hebungen im Lesen von Hrkunden Kirchenbüchern unb Rechnungen Die Leitung des Kursus liegt in den Händen des Prälaten 1). Dr Diehl unb des ArchivratS D. Herrmann. •• Auftrieb auf Dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 214 Ochlen. 66 Dullen. 589 Kühe, 286 Färsen 513 Kälber. 116 Schafe. 5032 Schweine Ium Plan eines Sporthäuschens auf dem Turn- und Spielplatz der Universität (Siehen. Die Pflege Der Lc.beSübungen an der Hni- öeriität Gieften hat in den letzten Jahren, wie bei den öffentlichen und stark besuchten Vorführungen der Studentenschaft im Dolksbad unb in Der urnhalle zur Erscheinung gekommen ist. wesentliche Fortschritte gemacht. Diele sind Haupt- sächlich burch den folgerichtigen Ausbau deS akademischen Turn - unb Spielplatzes unb durch die Organisation der Leibesübungen an der Universität bedingt. Es fehlt nun aber, besonders im Hinblick auf bie Aachbar-Hniversität Marburg. alS Zentrum der ganzen Anlage ein Sporthäu-chen mit geeigneten Bäumen für die sporttreibende Studentenschaft. daS studentische Amt unb den akademischen Ausschuß für Leibesübungen sowie für Untersuchung der sporttreibenden Studierenden, nebst Klosettanlage. Duschen und Garderoberäumen. In diesem Zusammenhang hat bie folgende, von dem Engeren Ausschuß für Leibesübungen und den Vertretern der Studentenschaft an den Hessischen Landtag gerichtete Eingabe nicht nur für die Universität, sondern auch für die Stadt Gieft en Interesse. Die Eingabe lautet An den Hessischen Landtag , Darmstadt. Betr.: Sporthäuschen am Turn- und Spielplatz der Universität Gieften. Aach Mitteilung des Landesamtes für das Vildungswcsen ist das seit 1921 wiederholt von unS beantragte Sporthäuschen. dessen Plan vom hessischen Hochbauamt in Gieften im Einvernehmen mit unS auSgearbeitet worden ist, für 1927,28 in den Staatsvoranschlag eingestellt, jedoch neuerdings aus Sparsamkeitsrückfichten wieder weggelassen worden. Wir richten daher an den Hessischen Landtag, und zwar an sämtliche Parteien desselben, die ergebenste Bitte, dafür einzutreten, baft die Kosten dieses Baues, der nach dem letzten Entwurf deS Hochbauamtes auf 47 000 Mk. geschätzt worden ist, wieder in den Staatsvoranschlag eingestellt wird. Das Sport- häuSchen gehört zu den Erfordernissen, die von der Landesuniversität durch die frühere Eingabe an den Landtag als notwendig anerkannt worden sind. Wir machen nochmals, wie schon in den Eingaben an daS LandeSamt für das Bildungswesen, auf folgende schwere Miftstände aufmerksam 1. Eine richtige Klosettanlage ist aus dem Platz, der bei manchen Gelegenheiten, z. D. bei der Sportwerbewoche der Stadt Gieyen, von 800 bis 1000 Personen besucht wird, nicht vorhanden, da man den am Wald befindlichen offenen Holzverschlag nicht als Klosettanlage bezeichnen kann. Wir haben die dadurch entstehenden Zustände in einer Eingabe als skandalös und polizeiwidrig bezeichnet, was dem Tatbestand entspricht Der rasche Dau einer für Massenbesuch ausreichenden Klofettanlage ist unbedingt notwendig. zurkonfirmation bringe ich genau wie in früheren Jahren eine geradezu staunenswerte Auswahl in trage von 47 000 Mk.. freundlichst einzutreten. Der Engere akademische Ausschuß für Leibesübungen: gez. Prof. Dr. Sommer, als Vorsitzender des S. A. s. L. gez. Prof. Dr. Klute. gez. Prof. Dr. Aofenberg. Die Vertreter der Studentenschaft: 2 Die vorhandenen drei Duschen für männliche und wecbllche Studierende, die notbürftig durch einen Holzverschlag getrennt sind, sind völlig unzureichend und bedürfen auS hvgienischen und ästhetischen Gründen bringend der Verbesserung. 3 Die jetzt vorhandene Baracke, die alS Aotdehels au» dem Besitz der Stadt am Durchgangslager beschafft worden ist. gewahrt keinerlei Schutz gegen Diebstähle so daft dadurch große Schwierigkeiten entstanden lind SS ist daher ein grofter Garderobe- unb Umlleiberjum in einem festen und sicher verschließbaren Gebäude notwendig. Wir hatten daher mit Rücksicht aus die Finanzlage deS Staate- dem LandeSamt vor- gefchlagen. zunächst diese dringendsten Bedürfnisse durch einen Erdgeschoftbau zu befriedigen, über dem später ein großer Saal für Gvmnastik mit Aebenräumen für Den akademischen Aus- fchuft für Leibesübungen, da- Sportamt der Studentenschaft, den Hochschulturnlehrer und für Untersuchungen der sporttreibenden Studentenschaft errichtet werden kann. Ss ist jedoch, da diese Teilung deS Baues in zwei Perioden praktisch schwierig ist. von dem hessischen Hochbauamt alsbald der ganze Bau bearbeitet und von der Regierung in den Staatsvoranschlag eingestellt worden. Dir sind gerne bereit, einem Prüfungsausschuß des Landtage- die Verhältnisse an Ort unb Stelle zu erläutern, unb weisen noch darauf hin. baft die LandeSuniversität bisher in biefer Beziehung viel schlechter gestellt ist alS bie Technische Hochschule in Darmstadt, die ein wertvolle- staatliches Gebäude zur Anlage einer Turnhalle mit Aebenräumen überwiesen be- iommen hat. das mit Hilfe von Stiftungen sehr schön ausgebout ivorben ist Auch in letzterer Beziehung ist die Landesuniversität viel ungünstiger gestellt als die 'Technische Hochschule, die viel mehr industrielle Kreise a!S Stifter hat Die Leibesübungen der Gießener Studentenschaft haben sich entsprechend dem fortschreitenden Ausbau des Platzes in den letzten sechs Jahren aufterordentlich gehoben. waS von den Sport- sachverständigen anerkannt wird. Die günstigen Wirkungen, besonders auch des von unS organisierten unentgeltlichen Schwimmens und Badens machen sich immer mehr bemerkbar Wir brauchen nun aber tatsächlich eine Verbesserung unserer Plahverhältnisse. wie sie z. B. die Universität Marburg schon seit Jahren erreicht hat. Wir bitten daher alle Parteien deS Hessischen Landtages inständig, für bie Wiedereinsetzung bes von dem Landesamt für das Bil- bungswefen nachträglich gestrichenen Posten- eine- Sporthäuschens, und zwar nach dem letzten Plan be- hessischen HochbauamteS Gießen im Be- Rundfunk-Programm. Dienstag, 1. IHätj: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr Konzert des Hansorchesters: Neue Tanzschlager. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15 Uhr Conrad Hub: Vortrag in Frankfurter Mundart 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhochschule: „Altdeutsche Tafelmalerei XX“. Vortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städtischen ffunftinftitut. 7.45 bis 8.15 Uhr: Funkhochschule: „Gefährliche Derschönerungsmaßnachmen", Vortrag von Stabt- arzt Dr. Rheinheimer. 8.15 Uhr. Johann Strauß. gez. Werner Zöller, stuck, math.. als Dorfitzender deS studentifchen Amte« für Leibesübungen. gez. Gg. Mayer, cand. rer. nat„ Vorsitzender der Turnfachschaft. USHIenGrund Herr Karl Becker 11 Hassia“ Polizeidiener im 48. Lebensjahre. 2003V Frankfurt a. M., Kaiserstr.23 Cafe Astoria Emil Willenbücher Beate loeeamoileg: tamel 014»» Faschingstreiben Achtung! Achtung! Dienstag abend: Stellenangebote) Herr Gustav Löb Cafe Krämer 2005D . im Alter von 48 Jahren. u.c. Heute U.C Die trauernden Hinterbliebenen. Hungen, 27. Februar 1927. i Karneval F U.C■ Plockstr.5 U.C Stimmungs-Kapelle Dienstag, den 1. März Inserieren bringt Gewinn 19891 CAFE ERNST LUDWIG Kinderkostlimfest ffür Giesten vergibt Weltfirma 1971D |Stellengesuche| 8 Uhr abends: Ab 8 Uhr abends: Karnevalist. 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Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Luise Becker geb. Stiehl. Fastnacht-Dienstag ab 4 Uhr nachmittags: TANZ Zuckerkranke erhalt wichtige Aufklärung kostenlos durch Fr. Löw, Walldorf F. 67 (Hessen). Die Beerdigung unseres Kameraden L.Schweitzer ■ findet morgenDtenS' k tagnachm.LUHrstatk. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand. nn Mk. wöchentlich und mehr. d|l Sür den vro- vtsionSweiien Berkaus sehr lukrativen Artikels werden allerwärtS fleib. Leute angest Verl. Sie los. kostent AuSk. Grtch PötterS, ,.„<,A Barmen. Original Jazz Oltil $roiieo|dio!e-$rieö6eti Freitag, den 4. Marz 1927, von 4 bis 5 Uhr im AnstaltsgevÄude (Burg 34) Zweijährige gründliche Ausbildung in sämtlichen hauswittschaftlichen und in wesentlichen wissenschaftlichen Unterrichts- gegenständen. Ausgenommen werden Mädchen, die die Hb eines Lyzeums oder einer Höheren Knabenschule mit Erfolg durchlaufen haben: ebenso Mädchen, die das 16. Lebensjahr entweder bereits zurückgelegi haben oder bis zum 1. Oktober 1927 vollenden. Die Schülerinnen find je nach chrer Vorbildung zu besonderen Unterrichtsgruppen vereinigt. Vorzulegen ist das letzte Schulzeugnis. Prospekte durch die Direktion, die zu jeder weiteren Auskunft bereit ist. Bereits angemeldete Schülerinnen betrifft dieses Ausschreiben nicht mehr. MWionöerSWW Philipps, Oberstudiendirektor. im 57. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Martha Willenbücher geb. Pieper Statt besonderer Anzeige. Am 27. Februar 1927 verschied nach langem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Sohn und Vater Herr Landgerichts rat Vereine | Gesangverein Heiterkeit. Dienstag abend, 8 ' Uhr: Zusammenkunft mit Familie Im Postkcllcr. Um vollzähl. Erscheinen hütet 8001D Der Vorstand. NMsHls 4mm! ! Anfang 7.59 Uhr WIL UM bei Gastwirt Bönsel, Hammstr. Cs labet ein der Stammtisch. 1866 Altersvereinigung 1916 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Altersgenossen Herrn Ludwig Schneite, Lokomoliviührer il geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 1. März 1927, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. W-NllkW Herren mitOrganilatlonstalent, die sich voll und ganz einer grofizügtgen Sache widmen können und selber tüchtige Berkäuser sind, wollen Be- Suche für meinen Sohn, 15 Jahre alt, Stellung in Hotel, wo et kochen, oder in Konditorei, wo er die Bäckerei gründ!, erlernen kann. Schr. Ang. unt. 9tr. 1899c an den Gieß. Anz. erbeten.____________ Leith, lelbständ. Leiter eines gröh. landwlrtschaftl. .Betriebes m. Blehwirl- schäft und Kohlenhandel, 37 I. alt, oerhetr., Frau eben falls mit sämtlichen Arbeiten vertraut, sucht, Familien-Ber- hältmsse halber, einschlägige Stelle auch als Lager- od. 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VtnJ nr. nat Bieh Don 2 3n Frabw dem ™ betont Mlflw bient •Af f fa«tbl Atäblick deutscher damals des kvr am 28- liberale provinz Kleinst- CRubo nahm. Dort, Part- großen äußerst« (Set 1867 lü fataW y'fteiun deutende scheu Li Jersalsm 3m Pa- Gruppen ralen ®< und der des ein- richtigen für die ' Sieg des schuf die 1 düng uni 17. Dove Abgeordr Partei". Quitoäiti heil geg! interesse iamtdeui voran. < nung t in einen int Uni Politik l lache, da die bei vatt be Mann, i Verschied zu unterß ein Ergei der Liber Ereignisse tHe andere Programm brachte, u wachsamer erst dann Einigung seine Sich scheinbar Es h Partei, c lonleroati mehr alt lchlossene Reichs bildete. 1 der Das Deutsche maforifd -SeiMlt hältnisse Ltaatsw« leit Iahi »ine D ein 3erf freie Del stellen. Ex . Inn ich noch M toQ] Aktion, sc am D°r< Nchtzeilig llnd es : Manien । Wei: ,Dj Svetter Ä Kers b. N"mil 21. -CTl bisKrt K iS- S'" lei' Nr. 49 Zweites Blatt Eiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 28. Zebrnar (927 Sechzig Jahre nationalliberale Partei, «in Rückblick. Don ArchivDlrektor Paul W e n tz ck e, DüsselDorf. 3n einer Zeit, in bet Splitterparteien unD Fraktiönchen im Reich und in den Ländern andern Roden schieben, rechtfertigt nur eine ganz besondere Bedeutung die allgemeine Seiet Des DeDenktageS einer Partei. Wie immer man sich zur Rationalliberalen Partei stellen mag: ner- dient hat sie das ehrende Gedächtnis auf alle Fälle. Als Borbild einer neuen parlamentarischen Willensbildung steht sie in der Geschichte. Der sechzigste Geburtstag dieser ersten gesamtdeutschen Partei lockt zu einem Rückblick auch aus daS Werden und Wesen der deutschen _ Einheit. .Vaterländer" nur gab es damals für den Deutschen, als sich zum Beginn deS konstituierenden Norddeutschen Reichstage- am 28. Februar 1867 Preußen und Richtpreuhen. liberale Führer au- Ostpreußen und der Rhein- Provinz mit Freunden au- den norddeutschen Kleinstaaten zulammenschlossen, der Hannoveraner Rudols von Bennigsen die Leitung übernahm. Au- ihrem Munde zuerst klang das stolze Wort, Daß das Vaterland über der Partei stehe, da- sich inzwischen alle grohen deutschen Fraktionen mit Ausnahme der äußersten Linken zu eigen gemacht haben. Gewiß gab es schon vor diesem 28. Februar 1867 liberale Parteien in Deutschland: in den ^deutschen Sinzelstaaten spielten sie seil der ~Jreiung von dem napoleonischen Joche eine bedeutende Rolle. 3n Preuhen hatten die .rheinischen Liberalen" im Jahre 1848 dem jungen VersassungSstaat sein erstes Ministerium gegeben. 3m Parlament der Paulskirche huldigten alle Gruppen mehr oder weniger dem gleichen liberalen Gedanken, daß eS die Aufgabe der Politik und der Verfassung fei, zwilchen der Freiheit deS einzelnen und dem Wohl deS Ganzen den richtigen Au-gleich ^u finden. Das Verständnis für die Außenpolitik aber fehlte auch hier. Der Sieg deS preußischen Heeres bet Königgrätz erst schuf die realpolitische Voraussetzung für DieGrün- Dung und Entwicklung der neuen Gruppe. Am 17. Rovember 1866 bildete sich im preuhifchen Abgeordnetenhaus die Fraktion der .Rationalen Partei". Die Unterstützung Bismarcks in der auswärtigen Politik, soweit sie die deutsche Einheit gegen fremde Eingriffe und heimische Sonder- interessen vorzubereiten und die Starke der gc- lamtdeutlchen Macht zu erhöhen bestrebt sei, stand voran. Grundlegend neu war die Anerkennung des Primats der Außenpolitik in einem hartumkämpften deutschen Staate. 3n der llnlerftüpunfl von Bismarcks auswärtiger Politik lag nicht nur die Anerkennung der Tatsache. daß man die Vollendung der Einheit alS die bei weitem wichtigste Ausgabe der Gegenwart betrachte und sich verpflichtet fühle, den Mann, der sie lösen könne, trotz aller sonstigen Verschiedenheit der Anschauungen auf jeden Fall Au unterstützen, sondern es lag darin auch bereits ein Ergebnis der politischen Erziehung, die der Liberalismus durch BiSmarck und durch die Ereignisse der letzten 3ahre erfahren hatte. Alle die anderen Wünsche, die daS eigentliche Parteiprogramm vom 6. 3uni 1867 zum Ausdruck brachte, umschrieben lediglich die Pflichten einer wachsamen und loyalen Opposition. Sie traten erst Dann wieder überragend hervor, als die Einigung des kleindeutschen Bundesstaates und seine Sicherung gegen Die neiDischen Großmächte scheinbar für immer erfüllt waren. CS kam die große Zeit der Rationalliberalen Partei, als sie Hand in Hand mit Der (freikonservativen) Reichspariei im neuen Reich mit mehr alS hundertfünfzig Abgeordneten die geschlossene Mehrheit des deutschen Reichstages, mit. aber auch gegen Bismarck bildete. Rach außen stark und geachtet, so konnte der Wahlaufruf 1877 stolz verkünden, hatte DaS Deutsche Reich zugleich nach innen seine reformatorische und befreiende Tättgkeit bewährt: .Gewalttge Umgestaltungen der inneren Verhältnisse waren erforderlich, um dem neuen Staatswesen Raum zu schaffen innerhalb der feit 3ahrhunderten zerrissenen Ration. Es galt eine Vertretung nach außen, ein Heerwesen, ein Derkehrsgebiet. gleiche Bedingungen für die freie Bewegung und die freie Arbeit herzustellen. Es galt. Gewicht. Maß und Münze gleich- Gießener Stadttheater. Hermann Llcingoctter: »Metzen wird Grotzstadk". Run haben wir eS also auch in dieser Spielzeit noch zu einer Uraufführung gebracht. Und war es gleich keine Haupt- und Staatsaktion. so war es doch ein Fastnachtsspiel, das am Vorabend des Rosenmontag- noch gerade rechtzeitig auS der Taufe gehoben werden konnte. Und eS wurden dem FaschingSkinDe gleich zwei Hamen verliehen: .Gießen wird Großstadt", oder: .Die Abenteuer des Herrn Eusebius Rör- gelmeier". große Lokalposse mit Gesang und Tanz in fünf Bildern von Hermann Stein- goetter; in Szene gefetzt vom Derfasfer. Ort Der Handlung ist Die Provinzialhaupt- ftaDt; Die Zeit Das einmal kommende 3ahr 19". in dem unS DaS Heil Des hunderttaufendsten Einwohner- beschießen. unD Die gute und feste Stadt Gießen mithin in die Reihe der deutschen Großstädte eingetreten sein wird. (Ss ist ein schönes Zeichen von unverwüstlichem Optimismus, daß Der Verfasser Die Vorgänge nicht gleich ins 21. Jahrhundert hinaufverlegt Hal.) 3mmerhin. bis eS so weit ist, werben wir ein gut Stück weiter fein. Der segensreiche Fortschritt wird unS noch kaum geahnte Errungenschaften beschert haben, unter Denen ein Riesenflughafen, ein Klubhochhaus unD Der Zoologische ©arten im Philosophenwald noch Die geringsten sind. Das Telephon wirD zum Exempel in bemerkenswerten Formen neugeboren werden. unD Der Fernseher WirD in seinen neuesten Modellen schon so vervollkommnet sein, dah man beispielsweise von Wurzen aus dem Empfang der Jubiläumsgäste in Gießen und Dem Vollsfest mit Gesang unD Tanz auf dem Schifsenberg wird zuschauen können. Der Empfang vollziccht sich unter beträchtlichem Pomp im ersten Bilde. Zur Feier Der bevorstehenden Ankunft des Hunderttausendsten mäßig zu ordnen, es galt, die bürgerliche Ehe nach Denselben Rormen zu regeln, es galt Dtc zur Erleichterung deS Verkehrs und zur Förderung DeS Handel- notwendigen 3nftttutionen zu entwickeln und zu gcmc-.n beabsichtigt im Walterschen Saal ein Institut für Massage, Höhensonne, Schwitz- F bäder ufto. einzurichten, und ersuchte, ihm hierzu seitens der Gemeinde einen Kredit zur Derfü- '' gung zu stellen. Von allen Seiten wurde die Einrichtung eines solchen Instituts lebhaft begrüßt, leider aber sei es nicht möglich, aus verwaltungstechnischen Gründen Gelder der Gemeinde der Privatunternehmung zur Verfügung zu stellen. Da ein solcher Fall außerdem zu unabsehbaren Weiterungen führen würde, mußte . der Antrag abgelehnt werden. — In einem umfangreichen Antrag ersuchte die Ortsgruppe Wieseck der Deutschen Bau - und Sied- lungsgemeinschaft die Gemeindevertretung. hiesigen Mitgliedern ihrer Gemeinschaft bei der Zahlung des Hausanteils behilflich zu sein, indem der Hausanteil seitens der Gemeinde ztnsfrei gewährt wird. Weiter regte die Gemeinschaft an, eine Reihe vierte drücke und Karneval. (Ein rheinischer Jaschingsbrief. Köln, End« Februar. Man muß enttäuschen. unli^ienswürdig enttäuschen. Denn der Karneval — seines Klanges wegen begann man doch dies zu lesen — ist nur abends zu spüren. Tagsüber aber ist bei uns in Köln viel Arbeit. Saß doch neulich das Preis- geriäst drei Tag« zusammen, um den Mülheimern eine große feste Brücke auszulesen. Denn noch immer vermittelt von Köln nach Mülheim die alte gute Schiffsbrücke den verkehr. So etwas für Rheinromantiker. Alle paar Minuten kommen Dampfer, es wird aus dem Weg gefcchrcn, und der Verkehr ist geschlossen. Als voriges Jahr Eisgang war, nahmen sich die Schollen fünf Joche fröhlich mit auf die Reis«. Das geht nicht mehr, nicht wahr, beim sonstigen Betrieb und Getriebe dieser wachsenden Handelsstadt. Mit sieben gegen zwei Stimmen wurde die Brücke „Aus einem Guß" gewählt. Ihr Schöpfer ist Peter Behrens. Fünfzig Meter hoch wird der Bogen in der Mitte, der Strom dort ist 333 Meter breit. Ein organisches Gebilde von einer überwältigenden Einheit und Monumentalität. Die Mülheimer freuen sich, die Kölner freuen sich — man munkelt, dieser vierten Rheinbrücke Riesenbogen würde der größte Europas sein. 'Jleues auch sonst. Mitten in den Problemen einer geheimnisvoll wachsenden und wogenden Bevölkerung regen sich Plane, deren Sinn es ist, das versäumte nachjtiholen. Köln ist seit dem Versailler Vertrag keine Festung mehr. Die schweren Käse- matten ihres Gürtels sind in die Luft geflogen, eine nach der andern, mit dumpfem Donner. Breite örünanfogen und Promenaden werden auf den Wällen und Glacis angelegt. Die ganze Stadt ist ein einziger Rangierbahnhof geworden Von einem Jahr aufs andere oerägbert sich ihr Gesicht Am Dom halten 60 Personen haltende Autos und zeigen Neugierigen das schaffende Köln — tag« Wohnhäuser, die nach 1923 errichtet^ worden sind, zu übernehmen. Auch in diesem Falle soll die Gemeinde den betreffenden Hauseigentümern den notwend.gen Geschäfts- und Hausanteil usw., in jedem Falle 273 Mk., zinslos zur Verfügung stellen. Ferner wurde nach dem Antrag der Eintritt der Gemeinde in die Bau- und Siedlungsgemeinschaft gewünscht. Zum Schluß wurde angeregt, eventuell gegebene zinslose Darlehen nach einer Begebung mit Baugeld nicht auszu- lündigen. sondern an neue Mitglieder zu übertragen. In der Aussprache kam zum Ausdruck, daß der Antrag in der vorliegenden Form überhaupt nickt durchführbar sei. Hört der Zustrom zur Siedlungsg : inschaft einmal auf, so geht die Errichtung der in Aussicht gestellten Häuser langsamer, so bau sehr lange Zeit verstreichen wird, bis das Dorhaben der Gemeinschaft auch nur teilweise durchgeführt ist. Aus diesem Grunde sei sehr leicht denkbar, daß weitsichtige Familienväter sich auf Kosten der Gemeinde ein Hausanteil erwerben, auf das vielleicht einmal ihre Kinder oder Kindeskinder ein Haus erhalten würden. Außerdem müsse festgestellt werden, für wieviele Hausanteile die Gemeinde aufzukommen hätte, da anzunehmen sei. daß, wenn die Gemeinde für die Unkosten aufkomme, sich sehr viele Liebhaber finden würden. Die finanzielle Auswirkung eines solchen Beschlusses sei also nicht zu Übersehen. Von weiteren Rednern wurde daraus aufmerksam gemacht, daß bei aller Anerkennung der Bestrebungen der Gemeinschaft äußerste Vorsicht am Platze sei, da ja auch von verschiedenen Landesregierungen vor dem Eintritt gewarnt wurde. Außerdem seien die Statuten der Siedlungsgemeinschaft nicht genehmigt. Da die Mehrheit des Gemeinderats sich erst noch weitere Aufklärung holen will, wurde schließlich die Angelegenheit vertagt. — Das Haus eines hiesigen Einwohners steht teilweise auf einem alten Gemeindebrun- n e n, der abgeleitet worden ist. Das Haus soll dadurch schwere Schädigungen erlitten haben, für deren Abhilfe durch die Gemeinde ersucht wird. Die Daulommission soll unter Zuziehung eine Technikers eine Besichtigung vornehmen und einen Kostenvoranschlag vorlegen. — Die Leichenfrau. die seither jährlich 80 Mk. erhielt, ersuchte um Erhöhung ihrer Gebühren. Rach dem Beschluß soll für jeden Sterbefall eines Kindes 5 Mk., für jeden Erwachsenen 10 Mk. seitens der Gemeinde an die Leichenfrau vergütet werden. Ausdrücklich wurde hierbei festgelegt, daß nach dieser Regelung die Leichenfrau nicht mehr die Berechtigung hat, von den Hinterbliebenen eine besondere Vergütung zu verlangen. — Für die Erweiterung der Auto halle ist ein Stück Gemeindegelände erforderlich, dessen Her- gabe beschlossen wurde. Gleichzeitig wurden die vom Ministerium des Innern gewünschten Aen- berungen der Verbandssatzung des Gemeinde- verbandes Wieseck-Alten-Buseck gutgeheißen. — Der frühere Nachtwächter 21 f f hat der Gemeinde 35 Iahre lang treue Dienste geleistet und ist heute nicht auf Rosen gebettet, nachdem seine Außerdienststellung erfolgen mußte. Zur Erleichterung seines Lebensabends bewilligte ihm der Gemeinderat daher ab 1. Ianuar 1927 eine monatliche Ehrengabe von 20 Mk. — Für die im Gemeindewald beschäftigt gewesenen Holzhauer wurde um einen lOprozentigen Zusch lag zu ihrem Tariflohn ersucht. Da seitens des Gemeinderatö anerkannt werden mußte, daß die Holzhauerei in diesem Iahre als nicht normal bezeichnet werden kann, wurde diesem Antrag zugestimmt. — Bezüglich der von der Gemeinde geplanten Reuanlage von Ob st Plantagen soll nochmals mit Kreisobstbautechniker Me tter- nich in Büdingen in Verbindung getreten werden, um die erforderlichen Unterlagen zu erhalten, da dieser eine Prüfung des Gemeindegeländes auf feine Anbaufähigkeit vorgenommen hat. Zum Schluß wurde die Durchführung und definitive Gründung eines Obst- und Gartenbauvereins gewünscht und auch zugesagt, die erforderlichen Schritte sollen baldmöglichst unternommen werden. • Großen-Linden, 26. Febr. Der Verband Mitteldeutscher K a n i nch e n- und Geflügelzüchter hielt bei Gastwirt Schaum feine diesjährige Generalversammlung ab. Der erste Verbandsvorsitzende W. ©ommerlab begrüßte die zahlreich erschienenen Vertreter und erstattete den Iahresbericht. Der Verband zählt über 300 Mitglieder und hat sich seit seiner Gründung im Iahre 1905 recht günstig entwickelt. Zum ersten Verbandsvorsitzen- den wurde W. Sommer lad, Großen-Linden, einstimmig wiedergewählt; zweiter Vorsitzender wurde Schrader, Leihgestern; Schrsiftf. W. Iung, Dorlar: Rechner W. Pfeiffer. Stein- über. Zuerst dies« eleganten schwebenden Brücken über den Strom. Man sieht die vielversprechende Strahenflucht, die neben dem Gürzenich zur Hängebrücke läuft, liebt das neugierige Lagunenbild des mit Dampfer und Kähnen gefüllten Flußhafens, der vom Banenturm aus gesehen die Spitzen des Domes, die Türme von St. Martin und St. Kunibert im Hintergründe faßt. Von der Plattform des IGftörfigen Hochhauses ein Blick auf Fabrikhöfe, riesige 'Gloshallen, unübersehbares Häujermeer bis zu den weißen Hallenwanden der Messe hinüber. Die Cito ist eng und beinahe so belebt wie die Londons-, Autohupen, Geschrei der Odstverkäufer, zweirädrige Belgierkarren, Menschen, Menschen, alles schwarz von Menschen. Amerikanische Arbeitszeit. Das Bankenoiertel stadteinwärts, Kontore und Speicherhallen der Reedereien, drückende, oft allzu enge Fülle. Und der Karneval? Mil Geduld wird es auch Abend und Nacht. Lichtreklame flammt auf. Die straften sind noch voller, überfüllt durch die Summier und die den Feierabend Durchfchlendern- den. Die Geschäfte leeren sich. Scherzworte fliegen über Autos weg von Trottoir zu Trottoir. Und so gegen 8 Uhr, 9 Uhr stehen auf einmal an den Haltestellen der Straßenbahnen Türkinnen und Indier, dort ein ,,Kommunist^ und eine Japanerin. Sie begrüßen sich auf „Kölsch". Die Tanzlokale sprühen von anlockenden Lichtern in allen Farben. Wie Schmetterlinge kommen die Masken, allerseits, aus jedem Gäßchen. Es fununi und trippelt, stelzt und lacht, seufzt und pfeift, der Kölner beginnt zu leben. Dazwischen flitzen die J}errfd)aftsautO0, beleuchtete Masken darin, Rokokodamen . . . Marquis. Luftballons, rote, grüne, gelbe, blaue. Gesichter, Halbmasken, blaue, gelbe, grüne, rote. Papierschlangen auf den Schienen. Vom „Simpliztssimus" bis zum „Hähnchen", von den Gürzenichsälen bis zu ..Groß Köln", überall ist Ball, Ball der Film- leute, Ball der Bürgergesellschaft, schwarze Redou- kn, Harmonien, Tierbälle ulw., uff. — bis gegen Morgen so um 5, 6, 7, 8 Uhr. berg. Der Verband beabsichtigt in diesem Iahre eine größere Verbands-Ausstellung abzuhalten. al. Al len darf (Lahn), 26. Febr. Im Iahre 1 9 2 6 wurden in hiesiger Gemeinde 20 Kinder und zwar 9 Knaben und 11 Mädchen geboren: ein Mädchen erblickte im katholischen Schwesternhaus zu Gießen das Licht der Welt. Getraut wurden fünf Paare. Gestorben sind 10 Personen, und zwar 9 männliche und eine weibliche. — Der hiesige Männergrfangvcrein „E i n - fteit“ seiert am 22. und 23. Mai sein 45jäh- riges Stiftungsfest, zu dem viele auswärtige Vereine eingeladen und eilte große Anzahl ihr Erscheinen auch schon zugesagt haben. Der hiesige Verein steht hinsichtlich seiner Sanges- leistungen in voller Blüte, hat sich in den letzten Jahren wiederholt an Gesangwetlstreiten beteiligt und dabei erste und Ehrenpreise errungen. Gegenwärtig steht der Verein unter der Leitung des bewährten Dirigenten K ö h le r von Großen- Linden. Die Vorbereitungen zu dem Feste sind bereits rege im Gange. T Aus dem Busecker Tal, 26. Febr. Gegenwärtig werden in unseren Orten die Strickkränzchen abgehalten. Gute Freunde, Verwandte und getreue Rachbarn werden zum Kaffee eingeladen, und bis Mitternacht sitzt man dann beisammen, sich fröhlich unterhaltend. Bei diesem Kränzchen hat sich in einzelnen Orlen noch ein alter Brauch erhalten, der von denen ausgeübt wird, die nicht zu den Gästen gehören. Man wirst nämlich dem Gastgeber, der das Kränzchen hält, recht viele Scherben in den H o s, um ihm mit den Scherben das Glück ins Haus zu bringen. Dabei soll es aber auch vorkommen, daß die von Bauersleuten an Fensterbänken und Lattenzäunen zum Sonnen und Lüsten umgestülpten Milchtöpfe gelegentlich ab- gehängt werden, um in Rachbars Hof als klirrende Scherben zu enden. Der Scherben sind dann zuweilen soviele, daß die Haustüre kaum geöffnet werden kann. Am anderen Morgen muh dann mit Körben und Handwagen die Qdxrben- menge fortgeschasft werden. t. Göbelnrod, 26. Febr Das Landschaftsbild zwischen hier und Beltershain hat ein ganz anderes Aussehen bekommen. Schon vor dem Krieg wurde ein Stück Wald niedergelegt. In diesem Iahr ist der große Wald rechts der Straße nach dem Warthof zu, das Breitenloh genannt, geschlagen worden. Die Fläche ist weit über 100 Morgen groß und wird als E i e d l u n g s l a n d verwendet. Ein Teil kommt zur Gentarkung Beltershain, das weitaus meiste Land aber fällt der Gemeinde Göbelnrod zu. Der Wald war seither fiskalisch. Die Gemeinde Göbelnrod hat ihn ein- getauscht gegen die Wälder am Mirberg, die sich zu Siedlungszwecken nicht eignen. Durch diesen Erwerb erhält die Gemeinde einen bedeutenden Zuwachs an Ackerland. Im Frühjahr wird bereits der Pflug über die einstigen Waldberge Hinweggehen. • Stockhausen, 26. Febr. Der Gern e i n d e r a t hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Bau einer neuen Lehrerwohnung beschlossen, nachdem Baurat Schneider vom Kretsbauamt Gießen die vorgelegten Entwürfe geprüft hat. Die Verwirklichung des Projektes ist den unermüdlichen Bemühungen des Bürgermeisters Jochim zu danken. f®rünberg, 26. Febr. Der Gemetnderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung der In- standsehuna deS Verbindungsweges zwischen der Alsfelder Straße und der Bahnhofstraße, der von Einheimischen und Austvärttgen gern und oft benutzt wird, zu. Mit den Arbeiten wurde Karl Hermann I ö ck e l beauftragt, der schon wiederholt die Anlagen und Wege in unserer Stadt In vortrefflicher Weise hergerichtet hat. — ilm die in der Au gelegenen Wiesen vor Versumpfung zu schützen, wurde auf Antrag mehrerer Pächter (Landwirte aus Queckborn) beschlossen, den früheren Flutgraben wieder ausräumen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit soll der Gemarkungsgrenzweg eingesehen ' und dessen Instandsetzung in die Wege geleitet werden. — Die Anbringung von Blitzableitern in der Oberrealschule wird der Firma Julius Von Ei ff zum Angebotspreis übertragen. — Heber den Empfang der im Iuli hierher zu Besuch kommenden Deutsch-Amerikaner soll in der nächsten Sitzung Räheres bestimmt werden. — In der nichtöffentlichen Sitzung wurde u. a. beschlossen, durch den Bürgermeister über einen Vortrag eines Gießener Univ ersi- tätsprofesfors mit der Gießener Hochschulgesellschaft zu verhandeln. f Harbach, 26. Febr. Dem hiesigen Landwirt Heinrich Sommerlad ging beimDünger- sahren das Pferd durch. Dabei ging der Wagen in Trümmer, und die am Zuggeschirr hängenden Reste des Wagens verletzten da- Tier so schwer, daß es abgeschlachtet werden mußte. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Am Tage darauf scheute das Pferd des Landwirts Heinrich Kappes und ging ebenfalls durch. Das Tier rannte mit dem Wagen gegen das BacHaus und trug hierbei einige Verletzungen davon. I Lich, 26. Febr. Altbürgermeister 5) ärmer feierte dieser Tage in seltener geistiger und körperlicher Frische seinen 7 5. Gebunstag. Seitens der Stadtverwaltung und der hiesigen Bürgerschast empfing er aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen. Altbürgermeister Dörmer hat jetzt nahezu 30 Jahre lang in unserer Stadt für das öffentliche Wohl in erfolgreicher Weis« gewirkt. Seit dem 15. Oktober 1894 war der Jubilar Beigeordneter der Stadt, und befiel bete dieses Amt bis zum 18. März 1906. Don diesem Tage ab war er lange Iahre hindurch Bürgermeister. Mit Rücksicht auf sein Alter lehnte er 1919 eine Wiederwahl ab. 3m Alter von nahezu 71 Jahren wurde er Anfang 1923 abermals mit großer Mehrheit zum Beigeordneten gewählt und versieht auch heute noch dieses Amt. Möge es ihm vergönnt sein, feine reichen Erfahrungen noch lange dem Wohle unserer Stadt dienstbar zu machen. r Steinljcim bei Sunfciw 26. Febr. Gestern sand im hiesigen Gemeindewalo die einzige Dau» und Werkholzversteigerung statt. Die Preise zeigten steigende Tendenz: sie waren enorm hoch. Es kosteten Eichenstamme 3. Klasse 60 bis 65 Mk. das Festmeter, solche 4. Klasse 45 bis 50. 5. Klasse wurden mit 30 bis 36 Mk. bezahlt. Eschenstämme 5. Klasse kamen auf 48 bis 52 Mk., Birkennuhholz 5. Klasse 22 bis 25 Mk., Kiefernstämme 3. Klasse stellten sich auf 46 bis 52 Mk., solche 5. Klasse auf 32 bis 34 Mk. Sehr begehrt waren Lärchenstämme, die in der 3. Klasse mit 42 bis 45 Mk.. in der 4 Klasse mit 36 bis 40 Mk. und in der 5. Klasse mit 25 bis 32 Mk. bezahlt wurden. Fichtenschnittholz 3. Klasse stellte sich auf 33 bis 43 Ml., Fichlen- stammholz 4. Klasse auf 30 bis 36 Mk., 5a- und 5b-Klasse erzielten fast dieselben Preise, auch Fichtenderbstangen waren sehr begehrt und infolgedessen sehr hochpreisig. Es ist bemerkenswert, daß vertretene größere Holzfirmen in ihrem Preisangebot sehr zurückhaltend waren. Kreis Friedberg Bad-Rauhei m, 28. Febr. Seinen 7 0. Geburtstag feiert heute in voller körperlicher und geistiger Frische der Turner E. W. A. Müller. Gr kann auf eine 53jährige Turnertätigkeit zurückblicken, die er in Frankfurt a. M., Mainz, Straßburg, Friedberg und Bad-Rauheim ausubte. In Friedberg war er lange Jahre Vorsitzender der Turngemeinde, in Bad-Rauheim ist er jetzt noch das eifrigste Mitglied der Altersriege seines Vereins. Seine Verdienste tourben vor Jahren schon durch die Verleihung des Ehrenbriefes des Mittelrhein- kreifes anerkannt. Der 70. Geburtstag gab Anlaß, daß der hochverdiente Turner nun auch mit dem Ehrenbrief der Deutschen Turnerschaft ausgezeichnet wurde. Eine schlichte Feier vereinigte gestern nachmittag die Vorstände der Turngemeinde Friedberg und deS hiesigen Turnvereins 1860 hier in der Turnhalle. Studienrat Thierolf (Friedberg) würdigte die Verdienste des Jubilars und gänbigte ihm den Ehrenbrief der Deutschen Turnerschast aus. Redakteur Schneider (Butzbach) beglückwünschte für den Gau Hessen und den am I Erscheinen verhinderten Kreisvertreter; Studienrat Schuchmann (Friedberg) übermittelte Gruß und Glückwunsch deS 5. Bezirks im Gau Hessen. Alle Redner feierten Müller als ein seltenes Vorbild turnerischer Treue und Pflichterfüllung. Der Turnverein 1860 ernannte den Jubilar zu seinem Ehrenmitglied. - Wie sehr das Thema der Wirtschaftspolitik toei- tefte Kreise interessiert, das bewies der starke Besuch des Vortragsabends, zu dem die hiesige Ortsgruppe der Demokratischen Partei die Anregung gegeben. Da aber auch die rein wirt- fd>aftlid) eingestellte Arbeitsgemeinschaft der Kur- intereffenten (Hotina, Aerzteverein. Einze'.handel, Handwerker und Gewerbetreibende) Poau einge- fafen halte, setzte sich die ansehnliche Versammlung aus Angehörigen aller politischen Parteien zusammen. 3m Hörerraum war auch Finanz- m i n i st e r Henrich zu sehen, der am Jlacfy- mlttag in internen Beratungen die Wünsche der am Kurleben besonders interessierten Wirtschafts- freife entgegengenommen hatte und nun die Gelegenheit wahrnahm, als , Zuhörer" einmal die Stimmung des Mittelstandes und der Steuerzahler kennenzulernen. Referent war Re- Dann sieht man auf den Perrons her Straßenbahnen und in Droschken und Autos Müde oder Lustige, Indierinnen und Harald Lloyds. Fabren sie heim? Natürlich, um eine halbe Stunde später aus dem Bureau, ganz ohne Masten, zu gähnen. Prinz Karneval triumphiert Nacht für Nacht; es sind luftige Jünger, die Kölner, di« roiffen, was sie ihm und dem „Tagsüber" schulden. R. O. Der erste Liebesroman im Hause des Mikados. Der verstorbene Mikado ist jetzt mit großen Feierlichkeiten bei gesetzt worden, und der neue Mikado, Hirohito, herrscht nun in dem Reich der ausgehenden Sonne. ES ist bereits deS öfteren hervorgehvben worden, daß mit ihm der erste wirklich moderne, europäisch erlogene Herrscher den Thron bestiegen hat. Während alle früheren Mikados in ihrer göttlichen Unnahbarkeit dem Volke nur von ferne sichtbar wurden, mischt er sich, der in Pari- und London das europäische Leben kennengelernt hat, unter seine Untertanen. Er hat sich schon als Kronprinz den 3apanem als Mensch gezeigt, indem er zum erstenmal menschliche Gefühle gegenüber dem Gesetz starrer Lieberlieferung sprechen ließ. Hirohito durchlebte den ersten Liebesroman, der sich in dem Hause des Mikado abspielte; er hat seinem Volk eine neue Auffassung der Ehe gebracht, die «S tief ergriff. Hebet diesen LiebeSroman Hirohitvs schreibt ein Javaner. Adachi Kinnosuke. in der amerikanischen Zeitschrift „Outlook": „Die Heirat des jetzigen Kaisers mit der Prinzessin Ragako aus dem Hause Kuni war der erste Liebesroman in der ^tausendjährigen Geschichte deS japanischen Kaiserhauses. Der junge Prinz verliebte sich in die Prinzessin, und nicht- war natürlicher, als daß er wünschte, sie zur künftigen Kaiserin de« Landes zu machen. Aber die Hofetikette stellte sich dem entgegen. Der mächtigst'. Mann deS HofeS. der Prinz Damagata, widersetzte sich diesem Shebunde. hauptsächlich wohl auS eigen» süchtigen Gründen. Er, der Führer des Schoschu- Geschlechtes, wollte nicht die andere politisch einflußreiche Familie, die Satsuma-Partei, zur Herrschaft kommen lassen. Die Mutter der Prinzessin Ragako aber stammte aus der Satsuma-Familie, und das war schon Grund genug, um die Heirat abzulehnen. Es war Im Anfang des 3ahreS 1921; dec junge Prinz war noch nicht gaitz 20 3ahre alt. Aber er unterwarf sich nicht dem Staatsgebot, sondern appellierte — eine unerhörte Tat nach japanischer Auffassung — an die Öffentlichkeit. Weite Kreise des Volkes wurden dadurch beunruhigt und ergriffen. Es kam zu einer feierlichen Prozession von 15 000 angesehenen Bürgern, die für den freien Entschluß des Thronerben eintraten. So siegte der 20jährige Prinz über den mächtigen Staatsmann und seine Elique. Das Ergebnis war der sofortige Rücktritt des Ministers des königlichen Hauses, der zur Schoschu- Partei gehörte. Es war ein großer Sieg deS Prinzen, dem fein Volk zum erstenmal in leidenschaftlicher Anteilnahme seine Liebe zeigte, und es war zugleich ein Triumph über die üblichen japanischen Anschauungen. Millionen von Liebesgeschichten sind in Palästen und außer ihnen gelebt. geträumt und geschrieben worden. Aber ich kenne feine andere Liebesgeschichte, die so große Folgen hatte, wie die des Prinzen Hirohito auf das zukünftige Schicksal eines großen Volkes von 60 Millionen Seelen. Der Liebesroman Hirohitvs hat die Anschauungen über Ehe in Japan verändert. Bis dahin galt die Heirat nur für eine Verbindung, die zwei Familien eingehen, wobei die jungen Leute selbst nicht gefragt werden. Liebe im abendländifchen ©inne spielte bei der japanischen Heirat keine Rolle. Das Vorbild des Thronerben hat diese Anschauungen umgestürzt; es ist in sozialer Hinsicht noch wichtiger gewesen als in politischer. Seitdem ist die Liebe In der japanischen Ehe auf den Thron erhoben worden, und alle Liebenden. die sich glücklich zum Bund I fürs Leben vereinen, danken dafür ihrem Herrscher." iimbtrt kommen. Kreis Nlsseld. Bei der den Frei r e i S 10 Stück 1.33 Helvetia-Vlerfruchtmarmelade. 10 Pfd.-Eimer 3.75 Zwotschen-Marmelade 2-Pfd.-Eimer 1.00 Cjvciling Auslefe^ jene, (gelafjenheit, jene (gfbßlheit vordem Schick* Liter Pfund 3.20 1.65 0.30 O. -'7 0.82 0 51 0.70 1.04 1.60 1.50 Fst Goldstaub-Auszugmehl in Handtucbsflcken . . iji die Selufacht' 'VOfLp uns edlen. €s gibt aber kaum eine größere Ner, der Lotterie/pielen. 'Kommt' (gewinnen gehört noch mehr QUichmufr', als zum Verlieren, denn fchon manche glücklichen (je winner Sddaganfall getroffen worden. Dteferu Preußen. Kreis Tt?cy!ar. 2D6QL Wetzlar, 27. Febr. Der X Ein Hochgenuß! Eine Tasse feinsten „Maternus- Kaffee“ mit guten Kreppeln! Für beides finden Sie bei mir die Zutaten in erstklassiger Ware. 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Aus 'rünben des Vogelschutzes sollte man dos unnötige Abbrcnnen vermeiden. Denn diese Hecken sind ein Eldorado für unsere Singvögel, die hier in groben Scharen ihre Rist- Plätze haben. — l— E l e e b e r g. 26. Febr Bei der gestrigen Ruh- und Brennhol-versteig«- rung der Obcrsörslerci Brandoverndorf. die sehr stark besucht war wurden ziemlich hohe Preise - die Rachfrage nach neuerer Zeit verwendet man mehr und mehr den Tuffstein als weit aesundercs Baumaterial. Doch haben bi? Bau lustigen hier oben au£ kleine Vorteile, die darin bestehen daß des Bauholz nicht so weit geholt zu werden braucht, unb bah es sich etwa- billiger stellt, als in dicht bevölkerten Gegenden Die B a u - tätigkeit leidet aber doch sehr unter den Transportfchviertgkeiten unb cS ist leicht zu verstehen, dah sich die Orte wie Ulrichstein. Feldlrücken. Helpershain Stumpertenrod, Ober-Seibertenrod verteuert natürlich das Bauen sehr, denn bei einer Entfernung von 16 Kilometer bi« zur Station kann ein Fuhrmann in einem Tag nur eine Fahrt unternehmen, unb bube: werden d.e Tiere noch lehr angestrengt, denn die Straße steigt andauernd. 3n früheren Jahren hat man ^üui g Basalt xum Bauen verwendet, den man ia hier oben nicht weit zu holen braucht. In Aktiengesellschaft über 75 Jahre bestehend, sucht für ihre Abteilung Liköre, Wetnbrände, Spirituosen bestens cingesührte VERTRETER Bew. mit Referenzen u. 1. A. 21986 an Rudolf Moste, Berlin SW 19. 1972 und andere nach einer bestcren Zeit sehnen, in der sie nicht mehr unter den Transport- u. Der- kehrsschwierigkeiten zu leiden baden. Eine schöne Sitte besteht noch in den Dörfern des oberen Vogelsberges Wenn ein Ortsbewohner bauen will, so leistet ihm jeder Pterdebesitzer. trenn er es irgend möglich machen kann, einige Bau- führten u m s o n st. Dadurch werden immerhin. ic nach der Entfernung, mehrere Hundert Mark an Fuhrlohn gespart. - Diese- Jahr meint es der Winter hier oben recht gut. In den höheren Lagen liegt der Schnee seit Rovember. Im Obcrwald konnten, da der Schnee stellenweise bis zu einem Meter hoch liegt, bisher die nötigen Holzhauerarbei- ten noch nicht ausgeführt werden. Hoffentlich bringt die jetzt eingetretene milde Witterung bald den Schnee zum Weichen, damit die Holzhauer auch zu ihrem Recht dakteur Drömert (Darmstadt), der über .Wirtschaftspolitische Fragen im Reich und in. Hessen' sprach. Be'ondcrs verbreitete er sich über die hessische Steuerpolitik Unter allseitigem Beifall nahm er Stellung gegen die Beamtenwarenversorgung, zumal die Debewa zu einem erheblichen Teil mir "aus- ländischem Privarkapltal durchsetzt sei. Politisch setzte er sich vor allem mit der Wirttchaftspartei auseinander. In der Aussprache kamen Redner der verschiedensten Berufe unb Parteien zum Wort. Interessant waren besonders die Aussiih- rungen eines höheren Steuerbeamten. Reg.-Rat Schmidt vom Finanzamt Friedberg, der aus seiner Praxis erschütternde Beispiele von der Steuernoi der unverschuldet Verarmten gab und die Forderung erhob, die Realsteuern in ein erträgliches Verhältnis 6uv Einkommensteuer zu bringen. Ltadtv. Röhler führte au», das, der Mittelstand nur durch Stärkung der Konsumkraft der breiten Massen gehoben werden könne Er wünscht die Sonderst ^uer durch eine Mietsteuer erlebt. Kaufmann Rickel appellierte an den Finanzminister. doS angekündigte Sparprogramm auch wirklich durchzuiühren. Rotar Stahl ver- spricht sich eine Milderung der wirtschaftlichen Rot vom Einheitsstaat. Seine Ansicht, dah der Einheitsstaat auS wirtschaftlichen und steuerpolitischen Erwägungen heraus eine Notwendigkeit sei, fand einmütigen Widerhall in der gesamten Versammlung von den Vertretern aller Parteien. 3m Schlußwort ging der Redner auf alle Fragen und Anregungen ein. dabei aus- führend. dah es Aufgabe der Mittelstandsparteien sei, die wirtschaftspolitischen. Fragen eingehend Au erörtern; für die Einführung eines Mietkatasters konnte er sich nicht erwärmen Arcte Schotten. - - Gedern, 26. Febr. Da« hiesige Krankenhau- wurde von den Gemeinden des Bezirks übernommen und damit auf eine breitere finanzielle Grundlage gestellt. Man verspricht sich von dieser Mah- nahme eine günstige Weiterentwickelung der Anstalt. - Die Konsum - unb Einkaufs- W C/ln 1 0 u n 9 hielt blefcr Tage ihre ordentliche Generalversammlung ob. Der Warenumsatz im abgelausenen Geschäftsjahr beziffert sich auf rd. 42 000 Mk. Für 1926 soll keine Dividende gewährt werden, dagegen sott für daS laufende Geschäftsjahr (ab 1. März d 3.) an dessen schlich eine Warendividende zur Verteilung kommen. Die Anteile der Mitglieder sotten mit 6 Proz. verzinst werden. — Bei der gestrigen Brennholzversteigeruna wurden im Durchschnitt bezahlt: Buchcnlchett 1. Kl 12 bis 13 Mk je Raummeter. 2. Kl. 10 Ml. Vuchen- knüpvel 8 Mk. Ein Teil des HolAcs wurde nicht abgeseht. Die zunehmende Umstellung aus Kohlen- und Brikettbrand dürfte die Ursache der geringeren Rachfrage nach Brennholz sein. ... Köddingon. 26. Febr. 3n dieser Woche tauchten hier zwei Gauner auf. Sie besuchten nur einige Häuser, in denen fronte Leute waren, und gaben vor. im Auftrage cinei bekannten Homöopathen zu kommen, um nach den Kranken zu sehen. Während sie hier mit ihren Schwindeleien keinen Erfolg hatten, sollen sie im benachbarten Groh-Felda einer Frau, der sie ein gefälschtes Rezept schrieben, den Betrag von 6 Mark ab- geschwindelt haben. Die beiden Burschen wurden später festgenommen unb In das Gefängnis in Ulrichstein eingeliefert L Ulrichstein, 26. Febr. Welche Schwierigkeiten da- Bauen bereitet, merken die weit von bet Dahn abgelegenen Orte b e 8 DogelSbergeS ganz besonders. 3etzt sieht man täglich schwerbeladene Fuhrwerke mit Baumaterial die Ohmstrahe herausfahren. Die Baumaterialien müssen in Mücke oder an einer anderen Station mit Wagen geholt werden. Das = Ruppertenrod. 26. Febr. gestrigen Holzversteigerung au« . ... herrlich Riedesclschen Waldungen in hiesiger Gemarkung wurden Preise erzielt, die sich in Tarif- höhe bewegten. Bezahlt wurden für Buchenscheiter 11 bi« 12 Mk.. Knüppel 6 bis 7 'M. Stöcke 4 bis 4,80 Mk. und Reisig 1.20 biS 1.30 Mk. pro 2lm. ES war großes Angebot, dagegen herrschte geringe Kauflust, so daß ein Teil des Holze» unoerlauh blieb. L Ober-Ohmen, 26. Febr Ueber die Höhen und an den Abhängen unserer Berge hin ziehen sich lange H e d e n. 3m Frühjahr werden diese von den Grundbesitzern In Brand gesteckt, um da- Ueberwuchern auf die benachbarten Grundstücke zu verhüten. An trodenen Tagen kann man abends die Feuer auf den benachbarten Höhen lodern sehen. Wenn daS Abbrennen in mäßigen Grenzen gehalten wird, ist wohl nichts dagegen einzuwenden, denn der Landwirt asphaltgebundene Schotter unb Bitumen-Ober- slächenbehandlung. Die Höchstlebensdauer wird auf 25 3ahre. die Mindestleben-dauer aus zehn 3ahre bemessen. Die Anleihe soll in 25 Jahren getilgt fein. Zu gleicher Feit übernimm! die Rheinprovinz im Streife Wetzlar weitere Strahen- bouten, die nut obigem Betrag zusammen einen Wen von 2 300 000 Mk. erreichen. Da auch die Stadt Weylar in großzügigster Weise an der Vervollkommnung ihre« Straßennetzes arbeitet, ist zu hoffen, daß der Zustand der Straßen im Streife bald allgemein weit über das übliche Riveau hinau- flut sein wird Eine kürzlich hier weilende Regierungskoinmistivn aus Koblenz stellte fest, daß nächst Koblenz in Weylar das Oeffentliche Arbeitsamt am schlechtesten untergeoracht ist. 3n feiner letzten Sitzung beschloß daher der Kreistag, der Errichtung eines ArbeitsnachweiSgebäudes zuzustimmen und bewilligte für bte'en Zweck 60 000 Mark. Mit dem Bau soll sofort begonnen werden. —A— Krofdorf, 26. Febr. Die alljährliche Nutzholzversteigcrung der 0 b e r f o r ft e- rei Krofdorf fand hier bei starker Beteiligung von Interessenten aus der näheren und weiteren Umgebung statt. Für den Festmeter B.ichenstamm- holz, bas in größeren Mengen zum Ausaedot kam, wurden im Durchschnitt in den höheren Klassen bis Su 40 Mark bezahlt, während für geringere Klassen 11 bis 35 Mark pro iteftmcicr geboten wurden. Eichenstammholz kam aus 50 bis 60 Mark pro Festmeter in mittleren Klassen. Eichenschichtnutzholz. 2 Meier lang, 10 bis 12 Mark pro Rm. Für Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. Klasse wurden bei geringer Kauflust 14, 11 und 9 Mark pro 10 Stück geboten. O Riedcrkleen. 26. Febr. Die Grippe und die Mumps, die in bet hiesiaen Gemeinde beide sehr stark verbreitet waren, sind im 21 b - flauen begriffen. Der Unterricht In der vorübergehend geschloffenen Schule konnte dieser Tage wieder ausgenommen werden. Die Krankheiten nahmen bisher einen verhältnismäßig guten Verlauf. Rur ein Todesfall an der Grippe ist zu beklagen. L Oberkleen, 26. Febr. Unser nur 544 Einwohner zählender Ort hat zwei Sparkassen. Rachdem die Dorschuß- und Ärebitlaffe vor einigen Tagen ihre diesjährige Generalversammlung abgehalten hatte, fand jetzt die Hauptversammlung der Spar- und Leih- kasse statt. Vorsitzender Röhr ich erstattete den Geschäftsbericht, worauf dem Vorstand Entlastung erteilt wurde. Don dem zunehmenden Sparsinn der Landbevölkerung zeigten die wesentlichen Einlagen, die im abgelausenen Geschäftsjahre gemacht wurden. Die Kasse zählt zur Zeit 26 Mitglieder. Kreis Biedenkopf. Fellingshausen, 26. Febr. Die Maul- und Klauenseuche ist in unserer Gemeinde jetzt erloschen. T Raunheim. 26. Febr. Mehrmals ist die Stadtbehörde von Wetzlar in letzter Zeit hier persönlich vorstellig geworden, um bei Der Zusammenlegung unserer Gemarkung eine direkte Straße Wetzla r—R a u n h e i m zu erlangen. Man plant, die Straße Wey- l a r—R iedergirmes an Der neuen Kirche vorbei über die .Tote Lahn" fortzuführen und in gerader Richtung in die Straße vor Qlaun- heim einmünden zu lassen. Einmal kommt dadurch für Autos der gefährliche enge Weg in Riedergirmes. der auf fünfzig Meter Entfernung zwei rechtwinkelige Kurvenchat. in Wegfall, zum anderen wäre dadurch für Raunheim und Waldgirmes der kürzeste Weg zum geplanten neuen Bahnhof Wetzlar geschaffen. Unfern Bauern ist eS zwar schmerzlich, soviel von dem besten Gelände herzugeben, aber im Hinblick auf einen gedeihlichen Fortschritt, der doch nicht aufzu- halien ist, wäre das Zustandekommen des Projektes zu begrüßen. ftrciä Marburg. sch. Marburg. 27. Febr. Für den Ausbau und die Instandsetzung von Stra- ß c n im Rechnungsjahr 1927 wird bei der Stadtverordneten Versammlung die Bewilligung von 410000 Mark aus Ankeibemitteln beantragt. — 3m Hinblick auf die Arbeitslosigkeit sollen Arbeiten im Innern der städtischen Gebäude, die für das Rechnungsjahr 1927 vorgesehen sind, schon jetzt zur Ausführung gebracht werben. Krris Usingen. erzielt. Besonders stark war die Rachfraa- Buchenwellen, für die man denn auch für pi Stück biS au 22 Mt. zahlte. Eichenstangen 1. Kl. Stück d Mk.. 2. Kl. 3 Stück 5 Mk. ckichennutz- scheit <2,4 Meter lang) 11 bis 12 Mk proRaum- FsL Ausxugmehl Fit Blütenmehl Schmalz, amerikanisches Kokosfett in Tafeln Margarine Küböl, Kaltschlag Frische Land butter • w in Ballen Frische Laudeler miiimimi hihihi i unii. mm i n.i ii 11 hi Hiiii'i im iii.ui.iiiiiiinii.iii. Amtsgericht Gießen. Gießen, 23. Febr. Die Verhandlung einer Privatttagesache aus Beuern hatte heute eine große Schar von Zuhörern in den Sitzungssaal gelockt. Um die Weihnachtszeit ging in Beuern daS Gerücht, die Tochter eines dortigen angesehenen Bürgers, die auswärts in Stellung ist, Hobe ein uneheliches Kind. Als der Vater des Mädchens nach einiger Zeit von dem Gerücht hörte, ging er sofort der Sache nach und stellte schließlich fest, daß die Erzählung von einer Frau G. ausging, die die interessante Reuigkcit mehreren Personen mitgeteilt hatte mit dem Bemerken, die Sache fei richtig sie könnten sie weiter erzählen. Die Frau G. wollte die Rach- richt von einem Mädchen auS TraiS a. Lda., mit dem sie zusammen im hiesigen Landgerichtsgefängnis Strafe verbüßt hatte, gehört haben. In der Hauptvcrhandlung behauptete Fran G zunächst, von der ganzen Sache nichts zu wissen, und wollte sich damit herausreden. Unter dem Druck der Zeugen aussagen mußte sie jedoch schließlich zugeben, das Gerücht in Beuern verbreitet zu haben. An der Sache selbst ist fein Wort wahr, das betr. Mädchen aus Beuern, das unbescholten ist, und sich des besten Ruseerfreut, hat fein uneheliche« Kind ES besteht jedoch die Möglichkeit, daß die Frau G. bet ihrer Strafverbüßung etwa» Aehnliches erzählt bekommen hat. Da sie die Rachricht weiter verbreitet hat, ohne sie auf ihre Wahrheit zu prüfen, was ihr sehr leicht gewesen wäre, und da sie wegen Beleidigung schon mit zwei Monaten Gefängnis vorbestraft ist, wurde sie zu einer Geldstrafe von 1 50 Mark, Hilfsweise 30 Tagen Gefängnis, verurteilt. Sprechstunde», brr Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. rC verkauft 01474 Schreibmaschine Adler Nr. 7, sehr wen. gebr.,Umstände halber sofort z. verk. Preis 130 -A gegen Kasse. Schr. Ang. u. 1920D a. d. G. Anz. Schneeketten auf der Stratze Reiskirchen-Winnerod verloren. Wiederbringer erhält Belohn. oi469 Sehr. Wein. Hund lRottw.» zugelaufen. Bieber b. Rodheim, HauS Nr. 93 a. """ Gut crbalteuer Kinderwagen billig zu verk. 'Nah. in der GefchäflSst. des Gien. Anzeiger. [Verschiedenes! AM Z.MZ 3 Uhr nadimiltoge versteigere ich ttt Rodbeima. d.Hor loff meine AMe bestehend auS gut- erhaltenem Wohnhaus sowie Scheune ix. Stallung. 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Wfeier in Qacleleul, denn ich setze eine l^leinigheii von seinem Carlsbader zu, um die Bohnen besser auszunutzen. So hostet das Getränk nicht mehr wie früher unser billiger Hau sh alt h affee. Webers Carlsbader lässt dem Kaffee die volle Würz- und Duflkrafl der Bohne ohne jeden Beigeschmack und gibt dem Getränk den was* men goldbraunen Ton des Carlsbader Ifaffees• Ausweiskarten für Gäste und Mitglieder rechtzeitig bei unserem Mitglied Adolf Deibel (Firma Wilh. Klee Nachf.), Marktstratze 2, abholen. Ohne Ausweiskarten an der Abendkasse (Eintritt 2 Mk. WMMMlNklllM!ik.V. Fastnacht-Dienstag, den 1. März 1927 Großer Masken-Ball in sämtlichen Räumen der Liebigshöhe Anfang 7.57 Uhr abends iüssc Lichtspielhaus, Bahnhofstraße34 Heute bi* einschließlich Donnerstag: „Heute“ Die große Premiere Erstklassige Besetzung! Werner Krauss — Maly Delschaft — Vivian Gib- son — Wllh. Dleterle — Henry Stuart Jacob Tiedtke Auserlesene Ausstattung Nach dreimaligem Verbot von der Zensur endlich freigetreben! Das hochaktuelle Thema vom Mädchenhandel u. seinen Gefahren, mit dem spendenden Hintergrund des heutigen Nachtlebens der Großstadt lassen den Film zu einem Ereignis werden! Sie müssen Ihn gesehen haben. Es ist krasseste Wirklichkeit, die aufrüttelt, die an die Nerven geht, mit dem Atem unserer heutigen Zelt! bin Film, der in die Abgründe menschlicher Leidenschaft leuchtet und den Vorhang unbarmherzig zur beite reißt Fieberndes Leben — Dunkle Existenzen — Trubel der Nacht — Ein Film, den Sie nicht versäumen dürfen! 1983c Ferner: Das ausgezeichnete Beiprogramm Astoria- Lichtspiele Ab heute bl* einschließlich Mittwoch: Menschenschmuggel 7 Akte unter Mitwirkung der amerikanischen-mexikanischen Grenzpolizei. In der Hauptrolle: Pat*y Huth Miller. Ferner: Das lustige Beiprogramm Jt Sü< D uMir 1M berat nM pW tüdb1 m H W- ttiil eine S Preije darfst lagen cif 15,9a Ulör; ®är, 19 $ Man Stoih M9 T orrnfi v Ituiifc Mflenti TnSbna MklllUda M leide Cthtctti StiäiSbc «'ochmm v-dtkUl yn wi Krein, E" hi «r jV M-Iln fe rund -x ^52 W tw 'un, Ännhai Mttl vtantnj & fe äs P Ci6r(. yuftoff .»ffÜO-T Nr. Drittes Blatt MBMBMCcac. MCXFMBK! Gießener Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 28. Sebruar 1927 Wirtschaft. Süddeutscher Produktenmarkt. Die Haltung der internationalen ©elreibemärfte uNir m der vorigen Woche schwach, was in ab- bröckelnden Stürzen zum Ausdruck kam Trog "der herabgesetzten Forderung der Weizeneigner oer mochte sich an keinem der gröberen 'Auslanddoricn- platzen ein G.schäst -u entwickeln Luch die lonn i-enialer. Zusch ^,'önder oerf)teilen sich weiierhiv zu- rückhaltend «r den deutschen Warften, also auch in den süddeutschen, pahic man sich der auskind, sthcn Tendenz an, um |o mehr, als bas Mehlgeschäft cettit klein war. Das Weizengeschäft für Handl! und Mühlen war äußerst minimal. In Roggen aturtK eine Kleinigkeit mehr aehaadelt, bei weichender. Preisen. Für Roggenmehl war etwas mehr Be barfsnad vorhanden An Auslandofferten lagen vor Manitoba 1 Februar Marz hfl 16,40, cif Rotterdam, Maniwba II Februar llilarz hfl. 15,95, cif Rotterdam, Manitoba I tough Februar März hfl. 15,85, cif Rotterdam u. Manitoba II tough Februar Mar; hfl. 15,25, cif Rotterdam, hardwin- trr U Marz hfl. 15, cif Rotterdam, Austrulwei-en Marz 14,90 hfl., trän-parkt Rotterdam, Saruffa 79 Aila Mälz Mai 29,75 bis 3ü Mk wagaanfrei Mannheim. Rafaft 79 Kilo Mär; hfl. 13,85, cif Rotterdam. Inlandweizen 29,15 bis 30 Mk., inl. Roggen 26,75 bis 27, ausl. 27,50, Weizenmehl, Epe. 1'01 0, 39,75, per Februar Mai, Weizcnbrotmehl 39,75 per Februar Mai. Auslandroggen 27,50. Rag. flenmel)! 36 bis 38,50, Gerste liegt das Geschäft auch diese Wache leblos. Lediglich beste Braugerste sand beschränkte Aufnahme. Braugerste 25,50 bis 31, Fultcrgerstc 20,50 bis 21,50. In Hafer mußten die Preise ebenfalls etwas nachgeben und konnte sich regeres Geschäft mangels Nachfrage nicht entwickeln. Man verlangte füddeutschen Hafer je nach Qualität 20 bis 21,50 Mk., Platahaser 22,25, Mais hatte nur laufenden Konsumabsatz und man bezahlte für bispon. Platamais 18,?5 m. E., Dirgina»Eaatmais •32,50 bis 33 mit Sack. Futtermittel kannten ihren Preisstand behaupten und ist die Tendenz für prompte Ware, insbesondere für die Müblennackv Produkte fest bei allerdings kleinen Umsätzen. Die hohen Forderungen werden nur bei dringendstem Bedarf bewilligt. Weizenkleic fern prompt 13,75 bis 14, Mörz 13,25, Weizenkleie prompt 14,25 bis 14,50, März 14, Weizenfuttermehl prompt 15,75, per März 15,25, Deizennochmehl 23 bis 23,50, je nach Ter- mm. Erdnußkuchen 21 bis 21,25. Rapskuchen 16,75 bl» 17.25, Malzkeime 16,50 bis 17, Biertreber 17,25 bl» 17,50, Trockenfchnitzel 11,75 bis 12 ®örfenterfe. (Obne öetoäbr.) Frankfurt (u • 1-Ube. Nur» SÄlub- nur« Ixmang <«ri Totnn: ». L. 2». 2. 26. 2. 2«. 2. yintethr HbtäfunQ 9ir 1-30000 334 335.6 1 :43.6 do Str 30 00) 60 000 J3fl 326 5 335 K do ohue 6uSlofunq»rr(t)t eporpraraunnntctu' ■äb 26,9 2« 25,6 Xeutldjr äiertb. Dollar Hut. iOl.5 rfonrurfen ....... t>°/e wotDnirrifanrr .... — 16 16,25 — *Rerttner 6aubel6qcfeflf6aft. •'onunerp und Privar rbauk. TannfL und Jiationalbanf . 5cutldic Want. 213 192 4 Ito 209?4 277 189,6 182 283.75 218,25 282 5 193 184.5 281 210.25 276.6 190 Diskonto Lommandti . . Dresdner Bant....... 1*1 178 181.75 179,5 'IMttaUbanf.......... ite.u 161 165 MntctdentlHc Lrrdttdanf. . Cefurreut)lfd)c LrcdUaullalt 21z 211 211.5 209^5 — 9.2 187 9ieikt)Sbluit........... 186,5 ^um#r (Mut;........ _ 183 5 185 121) vudcr iS............ 123 121 122.6 Tcuifd) “urfmburq...... 1SI 5 IM.5 M 1 IM, > 0kl|cntn flicner yrrptoerft . • 1*2.7a 183.75 181.75 jöc.rprntr Wrnbdii ..... Z1U .•r,25 215 stotiwfrt-' yiftbereteben .... LOS 75 — 208.5 209.25 Satuwrte WetirrevUi..... 213 212 5 ■214 213 Vauratmitf........... 99 — 99 yi/ännr 6mann........ ZIL 25 109,7s 213 156 62 123 zM UianSiflbcr........... 151 150 149.75 122,52 428 $ Cbtrbrbarf........... 12*.J 126 Pbonir tt*erabau....... i:x* 129 120.75 295 >stixkni«L. Braunkobten 215.25 •291 Jibetntiab!........... '10 » 218 173.6 Kubtd 'Dieiuan....... 174.5 1 -!Ius 8*frgbnu....... 12* Herein Igte fetablnxife ... f-ODiburn-Hnierrta Paket. . . WBrCbfurirtjiT yinnb ... IW 162 14* h 167.5 Hll :ä 145 62 161 148.75 143,25 157 145 />mrnu»crt ör: bei berg . . . rhÜDD fioLmaxui ...... ifw.r 185.9 120.25 114 ia 25 127 ' i'fbltfctnibt.......... 15?. 12 91.6 :<Ü8,5 151,62 307 ftotgeerfoblinia........ ielberlauf ton Anfang dis zu Ende war, so sehUe chm doch, bis auf wenig? Ausnahmen, die Würze der hinreißenden Momente und begcificmhen Augenblicke. Auch in technischer Beziehung wurde allzu Hervorragendes nicht geleistet- beide De- ztrksmcistcr fteL'ten ihr Spie! ganz auf Loremachen und Sieg ein und kämpften um diesen unter Entfaltung aller Energie und Aufbietung der ganzen Kraft LS war eben ein typisches Dunktespiel, in dem die Wucht deS Kampfe» den Zuschauer für die fehlenden Feinheiten entschädigte Das Spiel selbst zerfiel in zwei Phasen, die sich zeitlich mit den beiden Halbzeiten decken. Hagen überraschte in der ersten Spielhälstc durch sein sehr genaues Zuspiel, durch da- e» während dieser Zeit das Feld beherrschte Auch waren die Südwestfalen stets viel eher am Ball als ihr Gegner und zeigten bei allen Kampfhand- lungen eine Energie und einen Eifer, die einen festen Siegeswillen erkennen ließen Aach dem Wechsel fiel jedoch Hagen in demselben Maße ab. wie . Kurheffea" Kassel auskam. Die Frage, ob ersteres Ursache und letzteres Wirkung war, oder umgekehrt, muß offen gelassen werden. Kassel hat Anstoß und kommt sofort vor Hagens Tor, ohne jedoch ernstlich gefährlich zu werden Hagen übernimmt das Kommando, fein Sturm zieht in flüssiger Kombination immer wieder nach vorne und zwingt Kassels Hintermannschaft zur Hergabe ihres ganzen Könnens. Während Hagens Säufer ihren Sturm tatkräftig unterstützen, kommt Kassels Läuferreihe durch äleberlastung nicht zmn Aufbau. Der Sturm der „Kurhessen" beschränkt sich lediglich auf Durchbrüche. wobei sich Weber und Paul als gefährlich erweisen, während der bekannte Durchreißer Kreß vom gegnerischen Läufer saft immer gehalten wird. Ein geschlossenes Borgehen deS Kasseler Sturntes ist nur sehr selten zu sehen. Ander» bei Hagen, bei dem tadellose» Zu- fammenarbeiten aller Wannschaftsteile zu sehen ist. Aach 20 Minuten geht Hagen in Führung. Linksaußen war mit einer Vorlage davongegangen. ein kurzer Paß zu Halblinks, von diesem in uneigennütziger Weise noch zum Halbrechten, der unhaltbar einsendet. 1:0 für Hagen. Kassel geht etwa« au» sich heraus und drückt auf den Ausgleich: Siebert und Paul verpassen jedoch in aussichtsreichster Stellung die günstigsten Gelegenheiten. Andererseits versucht Hagen den Dorlprung zu vergrößern und fetzt sich oft minutenlang in Kassels Strafraum fest feine Verteidiger über der 2Etnriiime stehend Anstatt zu schießen. wird Heber 1 nmbination, ge:rieben, so nahrtugenbe Erfolge lebst vereitelnd V.'i einem Eckeiwerhältnis von 2: 1 und dem Torverhältnis 1-0 für den Südwesrfalenrneister werden die Leiten gewechselt Aach Wiederbeginn tontmt Hagen wieder in schön vorgetragenem 2tngr.H nach vorne, kann fteb aber gegen die da iw ischenf ährende ..Rur- Hessen -Verteidigung nicht durchsetzen, zumal sein Sturm den erfolgbnngcnbcn Schuß nermü'en läßt. Auf der anderen Seile zeix-t ab r auch Kassel, daß eS m:t seinen Kräften dausgehalten hat. und durchaus noch nicht gcwil.lt ist. f;co geschlagen zu Mennen. Bei einem Durchbruch von Kreß nimmt Weber dessen Flanke auf und erzielt durch Vombenschuß das Ausgleiche- ter 1.-1. Hagen rtihnnicri ..AblettS". ob mit oder ohne Recht, wußte der ziemlich entfernt stehende Schiedtrichter wohl felfrt nicht Durch feinen Erfolg angespornt, dreht,^kurhe«fcn- mächtig auf und erzielt schon kaum nach 5 Minuten aus feinem (Gedränge heran» den '.weiten Treffer. 2:1 für Kassel Hagen läßt sich ob fr.re» Mißgeschick keineswegs entmutigen und schallet noch mal alle Gänge ein. Für kurze Zeit wird K. in feine Hälfte zuruckgedrönak und muh zahlreich verteidigen Tatsächlich kommt Hagen au einem zweiten Tor, das jedoch vom Schieds- r.chter wegen Abseits nicht anerkannt wird. Von diesem Zeitpunkt an verlieren die Westfalen den Mut und lassen chre Leistungen stark nach. Der De; rk»meister von Hessen-Hannover kommt 'immer mehr auf, bevorzugt nun vornehmlich die in der ersten Halbzeit ganz vernachläsltgten Flügel. wodurch seine Angriff-alt:on<-n bedeutend an Durchschlagskraft und Gefährlichkeit gewinnen. Sein Spiel wirb überhaupt system- und planvoller Während Hagens Vertechigung sich noch ganz verzwe.jelt wehrt und mu verbissener Energie das knappe Resultat zu halten versucht, beul die Läuferreihe merklich ab. Auch der Sturm kann sich nicht mehr finden. K. wird stark überlegen, ohne jedoch etwa Hagen ein* schnüren zu können. Hagens junger Tormann erweist sich in dieser Periode als der beste Spieler seiner Mannschaft. Von ihm können wohl so ziemlich olle Torwärter des Bezirks noch etwas lernen. 21 ur Kassel» Schustkanone Weber gelang e» noch einmal, einen unhaltbaren CAufi anzubringen, so das TteluTtat auf 3:1 für Kurhessen stellend, an dem dann auch bis zum Sck-Iußpfiff trotz beiderseitigem Bemühen nichts mehr geändert wurde. Der Vertreter unserem Heimalbesirfes hat hiermit die ersten Punkte beim Komps um die „Westdeutsche" für sich buchen können. Hoffen wir, das es ihm noch des öfteren gelingen möge. Der Eindruck von beiden Mannschaften läßt sich wie folgt festlegen: Beide Mannschaften waren sich im Stärfeverhöltnis gleichwertig. Wäfr renb bei 4) a g e n aus der sonst ziemlich gleichmäßig besetzten Elf der Tormann hcroorragte, reichte der linke Lauser mit seinem Können an das seiner Mitspieler nicht heran. Erst als Linksaußen t>er schaffte er sich Geltung. Alle übrigen einschl. des körperlich schwachen, aber technisch blendenden rechten Läufers waren gleich gut. — Bei „Kur. Hessen" zeigte sich der Tormann im Verhältnis zu seinem Gegenüber als recht unsicher. Ätis Ber teidigung und Läuferreihe hob sich der Mittellänser durch feine Ruhe, zu der sich später lleberlegung gesellte, merklich ab. Seine beiden Rebenleule zeigte» nichts besonderes. Im Sturm waren Paul und Weber die treibenden Kräfte, zu denen in brr Zweiten Hllldzeit noch Kreß als Dränger kam. Im allgemeinen wurde beiderseits fair gespielt. Roch eins muß anerkannt werden: B. f. B. hat bei diesem Spiel wieder erneut bewiesen, daß er organisieren kann: dies bestätigt ber vollkommen reibungslose Verlauf des Ganzen. »ebifenmarlt Derlm—Frcmkftzrk a. M. Telegraphische Au«»abluna. 26. Sehr. 28 Fedr. fcmntcbe Nou rnna (»e(b ' Sn?- änulttbe tJlertraing «Seid “»ruf Ämft.-Slpti Buen Brll - Sln i i^ Äopenbagn: Gtodbotni - fcelftntnort Ötcttcji. . . London. . . Vorik.... Stdweij . . Äao.ni . . - ‘Nie beflan Eien in 1 • Cth- abgtft Orag .... R-Ijrab . ®ubap-ft . PuLiaricn i’ifialwn . Hcnft.jtlm Alben. . . llru nav . Tatro . . . 168,58 169.10 1,771 1,774 »8.60 58.64 109.96 109,34 >12.30 : 112,58 112.46 112.54 10,602 10,64? 18,45 18.49 23.430 20,492 «.2125 4,2235 M.O3 1 el^X 79.75 W.W 2.(69 . 2.063 ■.4>5 0.5UU5 5U,M3 50,455 12.475 12,516 7.39!' 7.41V 75.64 73,82 4,04» *,«65 21,510 21,615 M,78 M.W 2.137 2,147 6, 6 6,46 44*96 4,216 4.255 4.265 20,964 21.016 Banknote 168,65 1.772 58.tMi 109,51 112.112 113,48 IU.6- 18,40 20,1Jf 4.2133 16.485 70,74 2,060 V «W 69jn'3 12,473 7. 73,63 .045 21,565 81.78 2,142 6.46 1.2'. 4.85 M.964 n. 169,07 68,74 109,6!' 112,- 112,76 I0.M 20,51*' *.2235 16,626 61^1 7O,K2 Z.ä»I 1.691 59,44 18,615 7,41 * 7»,"" 4,«5S 214U5 8U9* 2,152 6.48 4.2b 21.065 Berlin, 26 JW «Selb Snt’ Sm.-nkanbide Note» * Nc ten ...... TM">Le Voten ....... Tngltfche ’Sevn ....... Äcantefildie Noten...... bollandi'tde Noten...... »Uaftaritibe Noten...... .':orwe2U-e Norr-.t. .... nu'» Cefterr .-100 »rentn Nnm»ni<-de Noten...... -itrorMiOir Noten...... Sttnr.-ier Noten....... €ran:*
matte saß um ein weniges zu weit noch rechts. Mit einem kurzen Ruck schob sie sie in die passende Lage. „Das kommt vom Küssen!" neckte er lachend. .Laß", sagte sie mit schlecht unterdrücktem Aerger, als er neuerdings den Arm um sie legen wollte. „Bürste und Schwamm findest du dort" — sie zeigte lässig nach ihrem Toilettettsch. „Ich finde, du bist nicht vorteilhaft frisiert. Der Scheitel sitzt zu weit nach links. Auch beginnt dein Haar den Glanz zu verlieren. Du mußt mehr Sorgfalt darauf ner- wenden. Und .. Er wehrte zwischen Lachen und Aerger. „3d) bitte dich, Nella! Nun fahre ich tuiuntei* brachen von Gens hierher! Tag und Nacht! Ich sehne mich unsagbar nach dir und dem Kind, und das ist nun der ganze Willkomm, den du mir M bieten hast!" Seine schwarchlauen Augen bekamen einen müden, beinahe gleichgültigen Ausdruck, als er sie von Nella weg durch das Zimmer schweifen ließ. „Wo ist die Meine?" ,Hch weiß nicht! — Jedenfalls bei Fräulein Gerhard." „Gut! Ich hole sie mir." .Letzt nicht. Sie rotrb Unterricht haben!" „Dann erst recht. Gott, ich weiß -aus meiner Kinderzeit, wie selig ich war, merai mitten unter der Stunde Besuch kam, der meine Wenigkeit zu sehen wünschte. Also, ich hole sie mir." Sie zuckte verärgert die Achseln. 2Iber er sah e» nicht mehr. Mit müden Schritten durchmaß er den langen, durch ein Oberlicht erhellten Korridor. Im Begriff, Annemaries Zimmer zu betreten, begrüßte ihn eine tiefe Altstimme mit einem etwas zu untertänig klingenden „Guten Morgen!" „Guten Tag, Fräulein Gerhard", sagte er refer- viert freundlich. Die Erzieherin war durchaus nicht nach feinem Geschmack. Man hatte zweifelsohne einen Mißgriff gemacht, als man sie ohne weitere Empfehlung ins Haus nahm. „Wo ist meine Tochter?"^ frug er kühl. ,Lch kann es Ihnen leider nicht sagen, gnädiger Herr!" kam es schnippisch zurück. „Wie? Sie wißen cs nicht?" (Fortsetzung folgt.) [Verlangen Sie unseren Prospekt Nr. 428 IMPWERK MÜHI KRAFTWEÄK flJNOW. 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W llnv MllkWZ-MMklW. Mittwoch, den 2. Marz 1927 kommen in den Waldungen der Gemeinde Treis a. d. Lda. folgende Holzsortimente zur Ver- leigerung: a. Nutzholz. 3 St. Eichenschnittbolz 2,27 fm 13 „ Eichenbauholz 5. „ — 5,07 „ 14 „ Eichenbauholz 6. „ ----- 2,73 „ 2 „ Buchenschnittholz2. „ =» 2,82 „ 12 „ Buchcnschnillholz3. „ = 12,59 „ 2 „ Fichtenbaubolz 5a „ ----- 1,12 „ 104 „ Fichtenbauyolz 5b „ = 18,10 „ 109 „ Derbstangen 1. „ —11,60 „ 160 „ Bohnenstangen 4 rm Buchennutzscheit 4 „ Eichennutzscheit 2 St. Kicfernschnittholz ----- 1,98 fm (wird nicht vorgezeigt) 3 „ Kiefernbauholz — 2,10 fm (wird nicht vorgezeigt). b. Brennholz. 36 rm Buchenscheit S „ Eichenscheit 10 „ Buchenknüppci 4 „ Eichenknüppel 24 „ Fichtenknüppel 181 „ Buchenreiser 18 „ Gchenreiser 8 „ Buchenstöcke 8 „ Eichenstöcke 21 „ Fichtenstöckc. Zusammenkunft 9% Uhr am Steinbruch, Distrikt Aspenstrauch. 2002D Treis a. d. Lda., 25. Febr. 1927. Hess. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. Bekanntmachung. Der Doranschlag der Gemeinde Oppenrod für 1927 liegt von Dienstag, den l. März ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Dürgermeisters offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beichloffen, zu der auch die Ausmarker beizutragen haben. Oppenrod, den 25. Februar 1927. Bürgermeisterei. Kloos. 1967D MufMnM-Mnf Tie Gemeinde Krofdorf-Gleiberg verkauft im Wege des schriftlichen Angebots aus den Distrikten 7a, b, 8d und längs der Sttaße Krofdorf—Waldhaus: 85 Stämme Kl. la — 11,98 fm 145 „ „ 1b = 35,84 „ 43 ,, „ 2a = 21,86 „ 5 ,, „ 2b = 4,25 „ 2 „ „ 3a -- 2,55 „ Das Holz ist geschält, aber mit der Rinde gemessen. Zuschlag bleibt Vorbehalten und Bieter 2 Wochen vom Eröffnungstermin an gerechnet, an fein Gebot gebunden. Zahlung: % bei Zuschlagserteilung, Rest vor der Abfuhr, spätestens jedoch am 1. April 1927 an die Gemeindekasse in Krofdorf. Abfuhrtermin 1. September d. I. Nähere Auskunft durch Förster Möller- Krofdorf b. Gießen. Angebote je Fest- meter, nach Klassen getrennt, sind bis 5. März d. I., vorm. 10 Uhr, an daS Bürgermeisteramt in Krofdorf einzureichen, woselbst die Eröffnung stattsindet. Krofdorf, den 25. Februar 1927. 1994O Der Bürgermeister.___________ Nutzholzversteigerung Die Gemeinde Rodheim a. d. B. versteigert am Mittwoch, den 2. Mörz d. I., von 10 Uhr vormittags ab, in dem Saale des Gastwirts Karl Schlierbach IV. folgendes Nutzholz: 51 Stück Eichenstämme m. 16,71 fm, 303 Stück Nadelholzstämme m. 103 fm, 50 rm Eichen-Nutzscheit und Knüppel. Rodheim a. d. B., den 26. Febr. 1927. Leicht. Bürgermeister. 19960 LIEBIG ebenso den Einsendern dieser Anzeige Vullenverkauf. Die Gemeinde Heuchelheim verkauft einen zur Zucht nicht mehr geeigneten Simmentaler Bullen. Anaebotc auf den Zentner Lebendgewicht sind bis zum 2. März 1927, abends 6 Uhr, bei der Bürgermeisterei einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Tage. Heuchelheim, 26. Febr. 1927. 19970 Bürgermeisterei. Nutzholz-Verkauf. Die Stadt Lich (Oberhessen) verkauft im Wege des schriftlichen Angebots: Eichenstämme 3. Klasse 4,74 fm 4. ,, 15,74 „ 5. „ 7,32 „ „ 6. „ 4,76 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen. Die Verkaufsbedingungeu können bei uns eingesehen werden. Bei genügender Sicherheitsleistung wird zinsloser Zahlungsaufschub für die 1. Hälfte des Kaufgeldes bis zum 1. Juli 1927 und für den Rest bis zum 1. Oktober 1927 gewährt. Bei sofortiger Barzahlung 5% Nachlaß. Angebote mit der Aufschrift „Nutzholzsub- Mission" versehen, sind bis zum Montag, den 7. März 1927, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Lich, den 25. Februar 1927. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. 19850 Versteigerung vonllauchwett Dienstag, 8. März d. I., vormittags 11 Uhr, werden in unserem Amtszimmer 1 Steinmarder-, l Iltis-, 37 Fuchsbälge und 2 Tachsschwarten aus mehreren ober- hessischen Forstämtern versteigert. Besichtigung vorher von 10 Uhr an. Romrod, 25. Februar 1927. 19860 Hess. Forstamt Romrod Nicolaus. Nachlatz-Dersteigerung Dienstag, den 1. März von 2 Ubr ab versteigere tch Wilbelmltrahc 13: 3 Klelderfcbränke, 1 bochsetneS votiertes Vertiko. 1 neuen Diwan. 12 Stühle «neu», 1 Ttsch. 3 Veöeruüble, zwei Kommoden, l Kommode mit Schreibauflay- 1 Sofa. I vollitandtgeS Beit (febr gut), 1 Küchen- schrank 1 Sessel t Schränkchen, einen Raucvtisch, 2 Nickeittschchen. 1 Gestell mit Tonnen unb verschiedenes andere. 6. Senner II .'Mttionator u-Iarator Seltersweg 83 H. (01485 Dienstag, den 1. Marz d. 3k, nachm. 2 Uhr versteigere ich im Gasthaus zum Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung. 19930 1 schwarzpoliertes Klavier, 1 Chaiselongue, 2 Sofas, 1 Dertiko, 1 Bilder- ständer, 1 Dauchtischchen, zwei Büstenständer, 2 Büfetts, drei Diwans, zwei Klubsessel, ein Nähmaschine, ein Sttxk- MbMrrad, 1 Waschmaschine, eine halbe Haut Waschleder, zehn Paar Herren- leisten. 1 Oelgemälde, 1 Trumeauspiegel. Doraussichtlich bestimmt: Eine Singer- Aähmaschine, 1 Chaiselongue, 1 ovalen $ito- Moll Gerichtsvollzieher kr. Auftr., Gießen Iheringstraße 7. Aus unserer stillgelegten Maschinenfabrik 'haben wir abzugeben: 1 Einpilasterhobeler, Billcter L Klunz 750x2000mmTischm.lWerkzeug- support 1 Lufthammer do., 150 kg 2 Hobelmaschinen 760x600 mm und 850x750 mm 1 große Leitlpindeldrehbank 550 850 7000 mm 1 Wandradiale a.eis.SländerRaboma 50 1750 mm, vert. verstellb. 2 Shapingmasch , 350 u. 400 mm Hub Revoloerbänke von 25 — 58 mm Spinbel0 10 Drehbänke 4 Pelssche Lochstanzen f. elektr. Antr. 1 Spindelpresse 140 mm 2 große Schnellbohrmasch. f. 60 mm 1 Rundschleifmaschine 160 600 mm, Süddeutsche Schleifmaschine 1 Werkzeugschleifmaschine, P fauler 1 Räderfräsmaschine, Gildemeister, 16 pi, 1300 mm 0 Horizontalfräsmaschinen 300/1100, 160 700, 150'400 mm 1 Mamm.-Dohrwerk 60 mm Spind.0 100 eiserne Kleiderschränke neue sowie gebrauchte Werkzeuge aller Art, Bureaumöbel. Carl fiaif er & do. <5.m.ü.0. 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