Zreitag, 28. Zanuar (927 m. 23 Erstes Blatt 177. Zahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drurf und Verlag: vrühl'sche UnloerfitSlr-vu». und Stetndruckeret H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Sesch istrfteSe: SchuINratze 7. Erichrini täglich,auhr, Sonntags und ^eiettegs. Beilagen. Gteßener ^amillenblättet Heimat tm Bild Di» Scholle monotnüe3ti£tFreli; 2 Reichsmark und 20 Retchspfennlg für Träger, lohn, auch Lei Richter« scheinen einjelner‘JJummem infolge höherer Gewalt. Fernf^rechanlchlüfser 51. M und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehe». PoK(d?:flonto: firantfurtam IHaln 11686. □nna^ne van Anzelae» für nie Tagesnummer m» zum Rachmittag vorher. Preis für 1 ®st heute AnderGeburtrMeüesneuenZeppelins. 3m Luftschiff über den Atlantik. (Nachdruck verboten.) Al- am 12. Oft. 1925 Z. R 3 die Friedrichs- hasener Werft zum letzten Male verließ, um den großen Flug über den Ozean anzutreten, da wußte man noch nicht, waS aus dem Luftschiffbau werden würde. Aber Eingeweihte wußten, daß die Zeppelinwerft weiterbestehen und bald die Geburtsstätte eines neuen Luftschiffs sein wird. Kaum anderthalb Jahre sind vergangen, da herrscht in den Labora orten und Werkstätten am Bodensee wieder Hochbetrieb. Mit 4 Mill. Mark wird ein neues Luftschiff mit der deutschen Bezeichnung L. Z. 127 gebaut und zwar mit 2,6 Mill. Mark aus dem Erträgnis der Zeppelin-Eckener Spende, während der Rest von anderer Seite aufgebracht wird. Viele technische Reuheiten wird der Riesenbau aufwcisen. Wahrend die Gondel Z. R. 3 nur knapp 25 Passagiere und die Besatzung ausnahm, sind die Abmessungen des Reubaus so, daß in dem geräumigen Pak agierraum 30 Personen bequem Platz haben werden. Aber neben Konstruk- tionsverbesierungen wird L. Z 127 etwa 50 Prozent größer gebaut, als Z. R. 3. das schon immer als ein Vorgänger einer Reihe von gewaltigen Luslkreuzern anzusprechen war. Die Gasze len des neuen Zeppelinkreuzers werden etwa 100 000 Kubikmeter Gas aufnehmen, während fünf neuartig konstruierte Motore dem Luttschifs eine Durch'ch. ittsgeschwindigkelt von rund 150 S unde.'ki ometern verleihen werden. Inzwischen sind auch bei den Maybach- Maybach-Motorertwerken die Versuche mit den Motoren, die mit einem neuartigen Brenngas betrieben werden, abgeschlossen worden, wobei die Ergebnisse außerordentlich zufriedenstellend ausgefallen sind. Es hat sich bei den langen und genauen Versuchen gezeigt, daß die Mischung auch bei längerer Inanspruchncchm« der Motore einwandfrei ist und die bisher aufgetauch- ten Befürchtungen, die Motoren könnten sich überhitzen, grundlos macht. Das neu« Lustschiss wird also schon ein Deisuchslustschiff für diese neuartigen Ve^brennungsmotore sein. Man erhofft He;mit außerdem noch einen viel größeren Aktionsradius zu erzielen. Der neue Lufikceuzer wird mit den modernsten Apparaten der Funktelegraphie, Raviga- tion und nautischen Instrumenten ausgerüstet sein. Bei Stillstand der Motoren soll das Luftschiff in der Lage fein, den Sende- und Em- pfa tgsbetrieb auf länger« Zeit ausrecht zu erhalten. Um den Transatlantik'-Derkehr mit Luftschiffen ganz sicher zu gestalten, gehört zum Zulunflsluftkehr eine weitere Ausgestaltung und Inbetriebnahme der drahtlosen Telegraphie, ihrer wesensverwandten Gebiete und eine großzügig angelegte Steuerung der Luftschiff hä en bei Rächt. In den ietz.e.i Jahren hat bereits das drahtlose Telegraphlewesen enorme Fortschritte gemacht und im Laufe dec Zeit tritt immermehr die Notwendigkeit hervor, die Sende- und Empfangsstationen so auszubauen, daß die Besatzung von Luftschiffen und Flugzeugen in der Lage ist, sich mit einer großen Anzahl drahtloser Stationen sofort in Verbindung zu setzen. Besonders wertvoll ist die drahtlose drahtlose Telegraphie bei Rächt und Rebel zur Einhaltung der Orientierung im gesamten internationalen Luftverkehr. Der neue Transatlantik-Zeppelin soll einem regelmäßigen Verkehr Spanien-Süd-Ameri'a dienen. Warum nun wird ein solches Luftschiff in Deutschland gebaut? Wit der Heber» fahrt des Z. R. 3 haben wir der Welt gezeigt, daß wir noch Ingenieure und Techniker haben, die die erste Stelle im Luftschiffbau einnehmen. Die Welt hat gesehen, daß es nur möglich ist, mit Deutschland einen internationalen transatlantischen und transkvntine: taten Luftverkehr aufzubauen. Bei allem Fortschritt, den das Flugzeug nacht, verbleiben eine große Anzahl Aufgaben dem Luftschiff, die nur dieses zu lösen vermag. Möge dieses neue Luftschiff dazu beitiagcn, der Welt vor Augen zu führen, daß die ganze Welt ein Wirtschaftsgebiet ist, in welchem jedes Land und jedes Volk seine Aufgaben zu erfüllen hat im Sinne des ganzen zum Wohle aller. Den Schnellverkehr werden in der Zukunft die Luftschiffe ausführen, sowohl in der Beförderung von Menschen, sowie hochwertiger Frachten, der Er- vrehverkehr für Gin.«.'Personen, wie für kleine, schnell zu befördernd« Frachtstücke sei dem Flugzeug Vorbehalten. Die Ozeansahrt Z. R. 3 hat bewiesen, daß es ohne weiteres möglich ist, einen transozeanischen Luftschissverkehr zu haben. Die Möglichleit, die Luftschiffe zu bauen, sind vorhanden. A.les a .fce.c sind Kleinigkeiten, Hallen an der amerilanischen Küste und Hallen an der europäischen Küste, dazu die Bau- hallen in Friedrichshafen für Reubauten und etwa nötiger Ausbesserungen und die Frage wäre gelöst. Hoffentlich will man mit L. Z. 127 den schüchternen Versuch machen. Man muß sich nur wundern, daß die'e Einrichtungen nicht eher zustande gelommen sind, zum Schaden der ganzen Welt, nur weil man Deutschland den Ruhm nicht überiaffen will. Wan trifft wohl mit dieser Absicht Deutsch and, mehr aber noch den Fortschritt der Welt und ihrer VölkerI Hans T is ch e r t. vormittag im Alter von 69 Jahren plötzlich gestorben? Die anstößige fiameoalennlform. In Andernach entfaltete anläßlich einiger Faschingsbälle, am letzten Samstag und Sonntag, die französische Gendarmerie eine außerordentlich starke KontrvlltätiakeiL. Ein« Karnevalsgesellschaft, die sog. -Andernacher Stadtsoldaten", hielt mit grotesk-humoristischer Uniformierung und Hvlzgewehren eine humoristische Exerzierübung ab. Die Franzosen glaubten an den „militärischen Kommandos" Anstoß nehmen zu müssen. Auch auf dem Ball erschien die französische Gendarmerie, um persönlich die Harmlosigkeit des „Truppenteils" nachzuprüfen. Ein Ballgast, der sich in eine alte ramponierte Friedens-^! lanenuniform gesteckt hatte, wurde fest genommen. Tödlicher Unfall eines Försters. In Wiesbaden wurde der städtische Förster Hartmann beim Holzfällen in der Rähe der Fasanerie von einem stürzenden Ast mit solcher Wucht auf den Kops getroffen, daß er kurz nach seiner Einlieferung inS Krankenhaus verstarb. Tragisches Geschick. In Forst (Amt Bruchsal) hat der in der Maschinenfabrik Bruchsal beschäftigte Karl Stol- zenberger im Bett anscheinend im Zustand geistiger Umnachtung einen Schuß auf sich ab- gefeuert. Die Kugel ging ihm durch den Kopf und traf seine neben ihm schlafende Frau in den Hinterkopf. Stolzenberger ist seinen Verletzungen erlegen. Die Frau wurde in das Spital nach Bruchsal verbracht; ihr Zustand ist jedoch nicht lebensgefährlich. Mittelholzer meldet sich wieder. Der Afrikaflieger Mittelholzer hat an die „B. Z." ein Telegramm gesandt, in dem er mitteilt, daß die Flugteilnehmer nach einem strapazenreichen Ausflug nach Iinja zurück- gekehrt sind. Da Rene Gouztz an Malaria erkrankt fei, werde er an dem Weiterflug wahrscheinlich nicht teilnehmen können. Mittelholzer teilt noch mit, daß das Dmzintransportschiff auf dem Tanganjikasee gesunken ist und er deshalb anders desponieren müsse. Das Schulschiff „Großherzogin Elisabeth" in ■pernambuco. Das Schulschiff des deutschen Schulschiff- Vereins „Großherzogin Elisabeth" ist am 27. Januar wohlbehalten in Pernambuco ^Brasilien) angekommen und wird am 30. Januar die Heim» reise nach der Weser antreten. Drandkatastrophe in einer amerikanischen Kirche. In der Stadt Turner im Staate Idaho ereignete sich in der M o r m o n en ki r che eine schwere Explosion. Als die Gasbeleuchtung plötzlich aussetzte und ein Streichholz angezündet wurde, entwickelte sich eine riesige Stichflamme, die die Kirche in Brand setzte. Bevor alle Besucher die Kirche verlassen konnten, wurde der Ausgang verschüttet. Die Feuerwehr brach einen Roteingang und konnte acht Tote und zwölf Schwerverletzte bergen. Raubmord in einem Reuyorker Hotel. In das Bureau eines Reuyorker Hotels drangen nachts zwei Banditen ein und erschossen den anwesenden Hotelbesitzer, erbeuteten aber nur einen geringen Geldbetrag. Sine im Hotel wohnende Schauspielerin sprang vor Schreck auf dem Fenster des zweiten Stockwerkes und war auf her Stelle tot Zwei weitere Bewo.^aer des Hotels die gegen die Banditen anrampfen wollten, erhielten tödliche Verletzungen. Großer Automobilschieberprozeh. In Berlin begann ein umfangreicher Prozeß gegen HanS v. Lehn, der sich als Rennfahrer und Kaufmann bezeichnet, sowie gegen 17 weitere Angeklagte, mit denen zusammen v. Lehn unter verschiedenen Deckfirmen ungefähr 80 Automobile verschoben und noch andere Kredit- schwindeleien begangen hat Die AngeNag- ten erwarben die Wagen auf Grund einer kleinen Anzahlung und gaben für den Rest der Kaufsumme Wechsel. Die Wagen wurden dann sofort au Geld gemacht und die Wechsel nicht eingelöst. vier Kinder verbrannt Bei dem Brande eines Hauses in Edin- bourgh kamen vier Kinder um» Leben. Wettervoraussage. Vorwiegend wolkig, Temperaturen tagsüber etwas höher als am Vortage, nachts leichter Frost, trocken, südliche bis westliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 2,9 Grad Celsius; Minimum: minus 0,2 Grad C. Heutige Morgentemperatur: minus 1 Grad E. Bericht über die Wetterlage auf dem hoherodskops am 28. Januar, vorm. 8 Uhr: Windrichtung: Südwest. Windstärke: Mittel. Temperatur: Minus 3 Grad Celsius. Höchsttemperatur der letzten 24 Stunden: Minus 6 Gr. Eelsius. Gesamischneehöhe: 50 Zentimeter. Schneedecke: Etwas verweht. Sportmöglichkeit: Roch sehr gut. Sauerland (Winterberg): Temperatur: minus 2,5 Grad Celsius. Schneehöhe in Höhenlagen: 50 Zentimeter, im Tal: 15 Zentimeter. Sportmöglichkeit für Ski: Gut. (Willingen) Temperatur: minus 0 Grad Celsius. Schneehöhe in Höhenlagen: 50 Zentimeter, im Tal: 10 Zentimeter. Sportmöglichkeit für Ski: Gut. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. Januar 1927. Pros. Dr. Ottmann f. Am Montag starb hier im Alter von beinah« 66 Jahren der im Ruhestand lebende Oberlehrer Prof. Dr. Richard Eduard Ottmann, ein geborener Gießener. Der Dahingeschiedene wurde gestern in aller Stille, nur im Beisein seiner Verwandten und wenigen Freunde, bestattet. Das entsprach ganz seinem Wesen: denn seit vielen Jahren führte er, der unverheiratet geblieben war, ein einsames Leben, ein Leben der Stille und Zurückgezogenheit. Dazu mag (eine Kränklichkeit beigetra- gen haben, aber auch seine Neigung. Ottmann war ein Gelehrter, der ganz seinen wissenschaftlichen Interessen lebte. Seit vielen Jahren war er damit beschäftigt, alles zu sammeln, was sich aus die Geschichte der Stadt Gießen bezieht, und was ihm erreichbar war. So brachte er ein musterhaft geordnetes Museum zusammen, in dem sich beispielsweise alle Gießener Adreßbücher vom Jahre 1842 an, Theaterzettel aus der Zeit vor 70 Jahren und Bilder alter Gebäude finden. Aus Zeitungen und Zeitschrisi ten hat der unermüdliche Gelehrte eine große Zahl von Notizen zusammengebcacht, die sich auf Ereignisse beziehen, die sich in Gießen zugetragen haben. Es wäre zu wünschen, daß diese Sammlungen in den Besitz der Allgemeinheit übergehen und von einem Sachkundigen überwacht werden. Bornotizcu. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 71/« Uhr „Dover—Calais" (Ende 9*'. ilf)r). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Bismarck" 2. Teil. — Astoria-Lichtspiele: .Zigeuner im Frack". — Der neuehessisch« Oberlandes- gerichtsvräsident. Wie schon gemeldet, wurde Landgerichtspräsident Dr. Ferdinand Stein zum Präsidenten des hessischen Ober» landeSgerichtes ernannt. Er ist ein geborener Oaerhesfe und entstammt einer Lehrerssamitte. 2m Jahre 1887 bestand er die jur.stische Uni- versitätsprüsung. K92 die Staatsprüfung. Kurze Zeit war er Amtsanwalt in Mainz, dann einige Jahre Rechtsanwalt in Gießen und hieraus Amtsrichter in Lorsch. 1896 kam Stein nach Darmstadt, wo er nacheinander Staatsanwalt, Amtsrichter. Landrichter, Landgerichtsrat, Rat am Oberlandesgerich' und Landger.chtsdivektor war. Am 1. Oktober 1923 wurde er Landgerichtspräsident in Gießen, am 2. Frbuar 1924 Land- gerichtspräsident in Darmstadt. Ski-Zug Gießen — Schotten. Am kommenden Sonntag läßt die R«ichsbahndirekti)n wieder einen Ski-Zug von G.eßen nach Schotten verkehren. Abfahrt in Gießen 6,45 Uhr früh. Schotten an 8.30 Uhr. Der Zug fährt direkt bis Schotten, so daß ein Umsteigen in Ridda nicht nötig ist. Sportlustige und Wanderfrohe seien auf diese gute Zugverbindung besonders aufmerksam gemacht. Richt nur dem Sportler, fandern auch dem Wanderer wird der Vogelsberg in seinem Winterkleid einen reizvollen Genuß bieten. •* D i e Treuhänder stelle für die hessischen Gemeindeanleihen besteht aus Regierungsrat Ahl im Mnksteriurn des Innern als Vorsitzenden und dessen Stellver- tretern: a) für die Provinz Starkenburg Regierungsrat Dr. Wolfs, Kreisamt Darmstadt, b) für die Provinz Ooerhesse n Regierungsrat Dr. Braun beim Kreisamt Gießen, c\ für die Provinz Rheinhefsen RegierungSrat Flack beim Kreisamt Mainz. ** Einbruchsdiebstahl in Herborn. 9n der letzten Nacht wurde in einem Gokdwaren- geschäft in Herborn ein Elnbruchsdiebstahl verübt unb dabei eine Menge Goldwaren, Uhren usw. entwendet. Als Täter kommen zwei besser gekleidet« Männer im Alter von 35 bis 45 Jahren in Betracht: sie führten einen Koffer von imprägniertem Gewebe mit sich. Sachdienlich« Mitteilungen über das Verbleiben dieser Personen nimmt die Kriminalpolizei in Gießen entgegen. •• Einen wertvollen kolonialen Abend bot die biefige Ortsgruppe des Frauenvereins vom Rotnr Kreuz für Deutsche über See gestern abend kn der Reuen Aula ter Universität. Auf Einladung der Ortsgruppe sprach Major Köhl aus Würzburg, ein alter Ostafrikaner. der jetzt als Opi zier der Reichswehr unserem Vaterland« dient. Der Vortragende gab in etwa zweistündiger Erzählung ein ungemein fesselndes Bild von unserer wertvollsten früheren Kolonie Dcutsch-Ostafrika, und von der hohen Bedeutung deutscher Kulturarbeit zum Wohle der Eingeborenen. Was die Aussührun- gen deS Redners besonders anziehend macht«, war die Tatsache, daß er auS vielgestaltigem, reichen Erleben sprach, in schlichter soldatischer Art seine Eindrücke mitteilte und dadurch Land und Leute seinen Zuhörern aufS beste nahezubringen verstand. Im Geiste begleitete man den Redner von Dar-es-Galam auf der großen Bahnfahrt inS Innere der Kolonie, wobei sich vorn Zuge auS wunderbare Land- schaftSbilder entrollten. Dann ging es auf Safari, d. h. die Wanderung durch Dusch und Steppe unter Mitsuhrung einer großen Träg rschar, weiter ins Innere hinein zu den Bezirken, die zur Zeit der Anwesenheit KöhlS in der Kolonie noch nicht von der Dahn oder vom Auto erschlossen waren. Aus diesen Märschen konnte man stark« Eindrücke von den Reichtümern dieser gesegneten Erde und von dem guten Einvernehmen zwischen den Eingeborenen und den Deutschen gewinnen, konnte man sich erfreuen an ungeahnten landschaftlichen Schönheiten, die dem Auge des Beschauers immer wieder neue Reihe boten. Man konnte aber auch erkennen, welchen gewaltigen Verlust wir durch den englischen Raub dieser Kolonie erlitten haben: hier hatten Hundert» tausende deutscher Volksgenossen, die heute erwerbslos in Rot und Kümmernis leben, ausreichende Existenz gefunden, von hier auS hätten der deutschen Wirtschaft Rohstoffe zugeführt werden können, die sie unabhängig von dem englischen Markt gemacht hätten: und die kolonisadorische Tätigkeit unseres Volkes hätte den Eingeborenen auch weiterhin, wie bisher schon immer, kulturelle Werte gegeben, die ihnen der jetzige Machthaber im Lande, der Engländer, nicht im entferntesten zu bieten vermag. Der Redner zog oft interessante Parallelen zwischen der deu schen und der englischen Kolonialtätigkeit, und es ergab sich dabei, daß unser Volk auf dem Gebiete der Kolonialarbeit den Engländer entschieden übertrifft. Mit der Aufforderung an die Zuhörer, den Kolonialgedanken allezeit wachzuhalten im deutschen Volke und die Bemühungen auf Wiedererlangung unserer früheren» Kolonien mit Tatkraft zu unterstützen, den Eingeborenen die Treue zu halten, wie diese auch den Deutschen unverbrüchlich treu zur Seite gestanden haben, schloß der Redner seine vor» hoher Kolonialbegeisterung getragenen und im gleichen Sinn« begeisternd wirkenden Darlegungen. Der in erzählende Form gekleidete Vortrag war von einer großen Fülle hochinteressanter und sehr guter farbiger Lichtbilder belebt, di« in bester Weise auf die Leinwand gebracht wurden. Der Abend war ein starkes Erlebnis, auf das die Ortsgruppe deS FrauenvereinS, der Vortragende und die zahlreiche Zuhörerschaft mit gleicher Genugtuung zurückblicken können. " Genossenschaftstagung in Gießen. Der Hess, landw. GenossenschaftS- verband in Darmstadt hielt in Gießen am Montag eine Bezirksbesprechung und am Mittwoch einen Unterrichtskursus für die Genossenschaften des hiesigen KreisstellendezirkeS ab. Es waren 200 dzw. 150 Vertreter anwesend, mit denen die derzeittge Lage im Geld- und Warengeschäft, sowie praktische Tagesfragen besprochen wurden. Aus den Berichten der Direktoren ging hervor, daß dem Verband etwa 1000 Genossenschaften angehören, und daß die LandesgenossenschaftS» bank sowie die Landw. Zentralgenossenschast für 1926 verhältnismäßig günstig« Abschlüsse zu verzeichnen haben. Die Entwicklung der einzelnen Genossenschaftsarten war ebenfalls befriedigend, obwohl die Geldverhättnisse in den rein umb- Wirtschatt.ichen Bezirken zu wünschen übr.g ließen. Beide Veranstaltungen nahmen einen sehr guten Verlaus. •• Die ® a ft ■ \in b S ch a n k w i r l s ch a f * ten in Hessen. 3m Jahre 1924 gab e« iw Hessen 3015 Gastwirtschaften mit Ausschank geistiger Getränke, 1925 waren eS 3118 und 1926 waren es 3168. Ohne AuSschank geistiger Getränke lauten die entsprechenden Zahlen 80, 77, ■ ^ 1544 unö ! ein -chdnN Die ckr i swtft r Mrrnde 5005 W die- neben kehr eine Dochezu. zeigt, ou । noch her g Anfuhr dl Zeit üden ft«r u n fl dcher ineh erscheint n Miet sich heil Heios Vergqnd'.u schon btn gewandte und der walzung c kommt not Pslastenm diese- 3a ausaang S werden ft Ortsdu da- 3ah fttafie Kii in Aussicht schnlll bet grenze, mü Harter S/eh keilen, die benötigen \ tiefsten 8!eC Meierte .Tut ^e1 gliedern ei' ordentlich z sihende, i5< knüpfte an einige inten gang des I denen der Q tmtgen, ein Tanz bereit, den. Sie tu Ölung M i ftrutö legt gen Arbeit r 1 ßel1 landtvirt dielt dieser vttsammlung Direktors T < Tenosfenschas llnanziell gu «triebsrückl gewiesen und bwidende au, yefchastsjabr w>l!enschasi , Handlungen d« Mitalted R «ar MLvl- «nllolligen W rin er Zeichnen, y? «rrirl Mark, i 2 L Meter Di ^.uchenstöcke M bei de lftigerung { EV-rch N. Autol *■ 6t ÖS ?8M6,in-»S NHZ S*te | ä'*^ •** N «O I» M ml:* jä Ä"n l||il4y*>,t Äfc. US $5^ L'rii1” leloiiehi ^vrttgruhpe brf e, '1" £«"i fc SrajÄ Ä CWgrufo, f»«* 1 pl'hln tut XritaJ. Wi ?m ®wtwJn^ 9*3 ?O. vchankwirtschasten (ohne Beherbergung) Wurden 1924 4392 gezählt, 1923 = 4490, 1926 = 4576; ohne AuSschank geistiger Getränke waren eS 1924 = 151. 1925 = 163, 1926 168. Zum Kleinhandel mit Branntwein und Spirituosen waren 1924 — 1692 Geschäfte zugelassen, 1925 =■ 1844 und 1926 = 1952. Oderhessen. Lnndkrcie Gießen ff) Lollar, 27. 3an, Am hiesigen Güter- bahnh os besteht sett Wochen reg er Q n t • kadeverkehr. Täglich treffen mehrere Eifen- bahnwagen mit Kletnpslaster-unbBorb- steinen «in. um von hier mittels Auto an die Landstrasze Lollar^Giehen befördert au werden, die bekanntlich im Frühjahr mit Kleinpslalter versehen wird. Zur Beschl.-uniguna deS Aufladens hat der Fuhrunternehmer nach eigenen Angaben ein Ladegerät erbauen lasten, das feit Montag benutzt wird. Es ist ein auf vier Rädern ruhendes Cilengeitell, auf das ein besonderer Kasten aufgesetzt ist. der an der einen Seite drehbar mit dein Eilengestell verbunden ist, während sich an der anderen Seite eine Hebevorrichtung mit Gewinde und Zahnstange befindet. Der Boden des Kasten- ist zur Erzielung gröberer Haltbarkeit und »laben Ab- rutschsläche mit Eisenblech belegt. Das Gerät ist leicht fahrbar und ermöglicht so die schnelle Bewegung von einem Wagen zum anderen. Mit der Schaffung diese- HllsSlaberntttels erreicht der Unternehmer rasches Beladen seine- Auto- durch Einkippen. ferner aber auch ununterbrochene Beschäftigung seine- Entladepersonal-, denn wäh. renb boS Auto die Steine fortbringt, wird der Kasten de- Ladegerätes erneut angrsüllt, so daß auch der Lastwagen ständig in Betrieb fein kann. Mi« wir hören, hat der Unternehmer diete- Ladegerät zur Patentierung angemeldet. Die an- Ausahrende Menge Kleinpslaster beträgt rund 5003 Tonnen. Für unsere OrtSstraße bedeutet dies neben dem sonstigen starken Lastwagenverkehr eine bedeutende Belastung, wo» sich von Woche zu Woche In der Beschaffenheit der Strafte zeigt. Zu den genannten Baustoffen kommt später noch der große Bedarf an Kies und Sand, beten Anfuhr die Strafte weiterhin noch auf längere Zeit übermäßig belastet. Die Frage drr Pflasterung unserer Ortsdurchfahrt tritt daher mehr und mehr in den Vordergrund ES erscheint notwendig, das; auch unsere Gemeinde- väter sich bald mit dieser wichtigen Angelegenheit befassen und mit dem KreiS Gießen in Verhandlungen treten, zumal sich, wir wir früher schon berichtet haben, da» im Jahre 1928 angewandte Terrung-vecsatzren nicht bewährt hat und der jetzige Zustand nur durch eine Reu- walzurg oder Pflasterung au beheben ist. Dabei kommt noch in Betracht, baß im Anschluß an die Pflasterung der Landstrafte Lollar Gießen für diese- Jahr auch noch die Strecke vom Orts- auSaang Lollar bis Kirchberg gepflastert werden soll. Es würde also gerade unsere Ortsdurchfahrt unberückfichligt bleiben. Für das Jahr 1 928 ist die Pflasterung der Land- strafte Kirchberg bi-AurLandesarenze in Aussicht genommen. Hier macht der tl.'se Sin- fchnitt der Liesenbach, kurz vor der Landes- qcenze, mit starkem Gefälle und entsprechend starker Steigung auf kurze Strecken Schwierigkeiten. die das Kreisbauamt Gießen dadurch bewältigen will, daß die Strafte an ihrer tiefsten Stelle durch Aussüllen um acht Meter gehoben wird. : Beuern, 27. 3an. Unter Turn verein G u t Hei l" bot am Sonntag feinen Mitgliedern einen geselligen Abend, der außer* ordentlich zahlreich besucht war Der erste Bor- sitzende, Schrelnermelfter Wilhelm Arnold, knüpfte an feine kernige Begrüßungsansprache einige Interessante Mitteilungen über den Werdegang deS Bereins und betonte öle hohen Ideale, denen bet Verein nachstrebt. Turnerische Darbietungen, einige flott gespielte Theaterstücke und Lanz bereiteren den Besuchern genußreiche Stunden. Die turnerischen Hebungen unter der Lei«« Ltung des ersten Turnwarts Otto Linden- st r u th legten bestes Zeugnis ob von der emsigen Arbeit Im Verein. • Leihgestern. 27. San. Der hiesige landwirtschaftliche Konsum verein i hielt dieser Tage seine 33. ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des Direktor» T e f t o t II. war zu entnehmen, daß die Genossenschaft unter mustergültiger Führung finanziell gut steht. Dem Reservefonds und der Detricbsrücklage konnten weitere 600 Mk. zu« gewiesen und den Mitgliedern 6 Prvz. Waren- dividende auSg.'schüttet werden 3m abgelausenen Geschäftsjahr sind 36 neue Mitglieder der Genossenschaft beigetreten. Den geschäftlichen Verhandlungen fchlosfen fich einige gesellige Stunden der Mitglieder mit ihren Familien an. df. Langsdorf. 27. Ian. Bei der hiesigen Holzvcrfteigerung war trotz bei erstklassigen Holzes und trotz der guten Absuhr- lage ein erheblicher Preisrückgang zu verzeichnen. SS wurden folgende Durchschnitts- pretse erzielt: 1 Raummeter Duchenscheit 13,50 Mark, 1 Raummeter Buchenknüppel 9 Mark. 1 Meier Duchenreiser 1.70 Mark: 1 Raummeter Buchenstöcke 6 Mark. Wie verlautet, findet die nächste Brennhoizversteigerung in etwa 14 Tagen statt, bei der wieder größere Mengen zur Versteigerung kommen sollen. KreiS Friedberg. m. Butzbach, 27. 3;n. Unsere Stadt hat hinsichtlich des Verkehrs in der letzten Zeit eine bedeutende Verbesserung erhallen durch die Schasfung einer ganzen Reihe von Autolinien. So werden täglich nach Rieder-Weisel 8, nach Hochweisel 4. nach Holzheim 3, nach Meguin 2 und nach Langenhain— 3iegenbcrg über Hochweisel, Münster und Fauerbach 2 Fahrten unternommen. An zwei Tagen in der Woche. MontagS und Donnerstags, totrö täglich zweimal nach Griedelbach über Hausen, cfpa, Weiperfelden und Brandoberndors. DienS- tags und Freitag» nach Kleeberg über Pohl- Göns, Riederkleen, SbersgönS und Oberkleen gefahren. ff» wäre sehr zu wünschen, haft diese Autolinien auch im Sommer bestehen blieben. — Die Bautätigkeit in unserer Stadt nimmt gegenwärtig einen erfreulichen Aus- ichwung 3n der Landaras-Philipp-Straße hat tue Eigenheiin-Baugesellschaft eine Reihe von Sin- samilienhäufern im Rohbau ausgestellt. Der Dau- Herr braucht nur 1000 Mk. Sigenkapital zu besitzen. Die übrige Dausumme wird zu einem niederen Prozentsatz verzinst und in Monatsraten in der Höhe der entsprechenden Mietfätze abgetragen. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Dau- unb Siedlung-gemeinschaft. die hier gegenwärtig ca. 60 Mitglieder zählt, wird in diesem Jahre ebenfalls mit dem Dau einiger Wohnhäuser be- unb zielbewußte Arbeit abstattele. wenn das von ihm Erreichte erhalten bliebe. — Die Finanzlage der Landeskirche und der sich immer fühl- ginnen. 4- Bab-Rauheim. 27. 3an. Die Ho- tlr. a lHotelindustrle). die seit Jahren um eine Herabsetzung der Bäderpreise und bet Kurabgaben kämpft, hat in e ncr in stark besuchter Dersammluitg gefaßten lieft u n g erneut die Forderung der Preissenkung erhoben. Da» Hotelgewerbe hat sich in seiner Preisgestaltung berells der geschwächten Kauslrast deS Publikum- angepaßt und hofft, daß nun auch die Badevnwaltung Ihre Preispolitik ändert Man erwartet davon eine Steigerung des Fremdenverkehr- und im Zusammenhang Damit e ne Stärkung de» gesamten hiesigen Wirtschaftslebens. WSR. Vilbel. 27.3an. Durch das Eingreifen de- KreiSomtS in Friedberg ist e» gelungen. den f ommuna len Konflikt -wischen Bürgerlichen und Sozialdemokraten bet- zulegen. Die bürgerlichen Demcindeverord- neten nehmen nunmehr an den Gemeinderatssitzungen wieder teil. WS21. Dortelweil bei DUbel. 27. 3an. Heute vormittag geriet aus der Fahrt nach Gießen da» vollbeladene Möbeltransportauto der Firma Adler in Darmstadt kurz vor dem Ort infolge S,plofion de» Benzintanks in D r a n b. Der Wagen brannte famt 3 n- ßalt bi» auf bad EhafftS nieder, während der Anhängewagen noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnte. Don dem Fahr- perfonal wurde niemand verletzt. Mrcie Lchotten. ■+■ Schotten, 27. 3an. Sin Äommanbo der Schutzpolizei Friedberg In Stärke von 20 Mann hat auch in diesem Jahre wieder die Schutzhütte bei R uding-hain bezogen, um auf dem HvherodSkopf Hebungen im Skilauf abzuhalten. ■=•. = Gedern, 27. 3an. Der ßlefige Ortsgewerbeverein gründete im Februar vorigen 3ahres für feine Mitglieder eine Unter« stützung-kaffe, die sich bishcr sehr gedeihlich entwickelte und in Krankheitsfällen wcrtvolle Hilfe leistete. Der Reinüoerfchust des abgelausenen 3abreS bezifferte sich cuf 540 99 Ml. Man hofft, daß diese Einrichtung immer mehr Anklang unter den Mitgliedern sinden wird. — Dl« Vogelsberger Sängervereinigung ßkit am Sonntag hier ihre Delegiertenversammlung unter dem Vorsitz de» Präsidenten Lehrer S t r ö ß i ng e r -OberlaU ab. Der Jahresbericht und die R«hnungsablage ließen eine gedeihliche Aufwärtsentwicklung der Vereinigung erlernen. Rach längerer Aussprache wurde beschlossen, am 2ä. und 27. 3unl eine Rheinsahrt zu unternehmen. Ein von Hart- mannshatn ausgehender Sonderzug wird die Leilneyiner nach RüdeSheim bringen. Von hier aus Besuch de» RlederwalddenkmalS. anschließend Dampsersahrt von Aßmanmshausen nach Koblenz und Dahnsahrt zurück durch das Lahntal. Als M a s s e n ch o r wurde bet Mozartfche Thor ..Brüder, reicht die Hand zum Bunde" bestimmt. Dem Andenken Ludwig ixm Beechoven» war ein Vortrag be» Lehrers Colmar- Kaulstoft gewibmet. 3m übrigen beschäftigte man sich noch mit einigen tntemenen BunbeSangelegen- beiten. Der Gesangverein „Liederkranz 1842 Gedern" beschloß die Tagung mit einigen Chor- gesängrn unter der Leitung des Vundesdlrigen- ien Mtr., Biirme, runder AuSzttgtttch und 6 VeberftüUlc. Herrenzimmer: Bücherschrank 240 Nttr, Schrelbitsch, Sch^eibsessei, runder Tisch, 2 Vcbcriiübic. [0619 Schlafzimmer Eiche: Spicgelschrank 1,80 sj)itr., Waschtisch. 2 Betten, 2 Nackt- schranke, Schoner, Nahmen und 3letitge L Mairatzen. Schlafzimmer, weist mit 3tür. Spiegel- 7 schrank und In aalt. Wohnzimmer Mastaaoni, Vitrinen- . Schrank, Sofa, 2 Sessel, runder Tisch. Schlafzimmer Eiche, hochfeine AuSsüh- ruug mii Inhalt. Speisezimmer. Büfett, Kredenz, AuSzug- ttich und 6 Lederstühle. Vorwerk-Teppich. 8x4 Mir., aekulivst Kaschar nut erhalten Kommodenschrank weist, Btcilin- Schreibmaschinen |ProioS, Montkai. 2 Nnstbautn polterte Beilen, 3 Klubsessel, Kinderbett. Alle Möbel befinden sich in erstklassigem Instand und sind zu äusterst günstigem Brei) abzugeben. 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Im einzelnen wird hcrvoraehoben, daß man einen gewissen Stillstand in den dcutsch-französi- fchen Verhandlungen, die zu einer Verständigung führen sollen, nicht leugnen könne. Hauptschuld trage in erster Linie Deutschlands Regierung-- krise. Man will französischerseitS gern weiter mit Deutschland an einer gegenseitigen Verständigung arbeilcn, muß aber wissen, mit welcher künsttgen, politischen Orientierung man nach Lösung der Re- aierunqskrise zu rechnen habe. Die Bemühungen deS bisherigen Reichskanzlers, Zentrum und Teutsch- notwnale zusammenzubringen, bedeuten ein äußerst schivieriged Problem, genau so wie die Unterordnung der Reichswehr, die völlig aus ein Bündnis mit Rußland eingestellt sei, unter die Autorität der Zivil- behörden. Die Reichswehr treibe, wie eS der Ao- geordnete Scheidemann gezeigt habe, eine eigene Politik, auS der sich logisch ba4 Festhalten an den Ostbefestigungen ergebe. Bon Deutschland, so wird weiter gefolgert, müsse der erste Anreiz zu der Wiederaufnahme der Verständigung-Verhandlungen erfolgen. Man rroertc von Deutschland, daß die Verhandlungen über die Restpunkte der Entwaffnung biS zum ।. Januar endgültig erledigt werden, da das Vor- b igen dieser Fragen vor den VölkerbundSrat - -ir da» Haager Schiedsgericht einen sehr schlechten ini)nid machen würde. Aus die in Thoiry von Dr. Stresemann gemachten finanziellen Vorschläge habe der amerikanische Markt .war bisher nicht günstig reagiert, aber Deut sc*. la ib brauche sich dadurch nicht kopfscheu machen zu lassen. Tin Blick auf die Ziffern der Anleihen, die im vorigen Jahr von den deutschen Städten und Gemeinden und der Industrie in Amerika ausgenommen worden seien, bewiesen, daß die Reichsregierung mit Unterstützung dieser Faktoren die finanziellen Vorschläge von Thoiry auch ohne den amerikanischen Markt verwirklichen könne. Hinsichtlich der Sicherheit Frankreichs wird betont, daß in erster Linie die Frage der wirksamen Kontrolle der entmilitarisierten Nheinlandzone werden müsse. Der Außenpolitiker deS „Watin" hat noch den letzten Verhandlungen in Gens nicht den Eindruck erhalten, als ob hier sich unüberbrückbare Schwierigkeiten in den Weg legten. Aber bisher sei noch nichts geschehen, um Die technischen Voraussetzungen einer vorzeitigen Rheinlandräumung irgendwie zu beschleunigen. Der Weg, bei zu einer deutsch-französischen Verständigung führt — da- haben wiederholt Briand und Strcse- mann erklärt —, sei steinig und ei bedarf großer Klugheit, um die Steine wegzuräumen und an daS Ziel zu gelangen. Soweit der französische Standpunkt, der, wie betont, sich im großen und ganzen mit der Auffassung BriandS decken dürfte. Zn Wirklichkeit ließen die Ver- hältnisie doch ein wenig anders. Der Stillstand der deutsch-französischen Annäherung geht nicht von Deutschland aus. Auf dieses Problem ist die deutsche Regierungskrise, in welcher Form sie auch gelöst werden dürfte, ohne jeden Einfluß. Tie inner* politischen Angelegenheiten Deul'chlandS gehen, wie kürzlich die rechtsgerichtete Zeitung „Gaulois" sehr richtig bemerkte, Frankreich nichts an, und außenpolitisch weiß man in Frankreich ebensogut wie in Deutschland, daß aucft in dem künftigen ReichSkabi- nett als Leiter der Außenpolitik Dr. Stresemann verbleiben Dürfte, dessen ureigenstes, persönliches Werk, wie letzthin noch der „Temps" betonte, die Politik von Genf, Locarno und Thoiry ist. Die Hemmungen, die das Derk einer deutsch- französischen Annäherung nicht rneitcr fortschreiten lassen, find in erster Reihe in der Zusammensetzung deS französischen Kabinetts zu suchen. Gerade, weil die augenblickliche französische Regierung die Parteien aller Schattierungen — abgesehen von den Sozialisten, Kommuiiistcu und der äußersten Rechten — umfaßt, wirkt die infolge der fortwährenden Kompromisse, die zwischen den verschiedenen Walter von Molo und seine Bobenmatz-Trsiogre. Don Dr. 2L Krauß. DaS deutsche Voll kennt und Hebt Walter von Molo als Dichter des Heroischen: es ist ihm gleich dankbar für die kühne Verlebendigung dcS titanenhaften Ringens feines Lieblings Schiller um menschliche und künstlerische Größe wie für seinen ehernen Prosasang von Fridericus. dem einigen deutschen Fürsten der Neuzeit, der ihm gum universellen Helden geworden ist. Aber wie wenige wissen um das. was in MoloS Schaffen davor und dazwischen und dahinter liegt! Wissen von fernen GcsellschastSrvmanen. in denen er zum allewigen Gros-Problem eigenwillige Stellung genommen hat: wissen von fernen ©e- genwarlSdramen. in denen er sich bereits zum Verkünder einer neuenMoral aufgeworfen hat. Wer Molos Schrislstellerlaufbahn nicht von ihren Anfängen an genau verfolgt bat. wird geneigt fein, ihm sein jüngstes Werk, die V o b e n m a y- Trilogie, zur vollständigen Gcifteswandlung anzurechr.cn. Unt) doch liegen Äcitne dazu schon in eben seinen älteren, weniger bekannten Dichtungen. wie auch umgekehrt das Heroische seiner Geschichtsromane in einzelnen Tellen seines ,Bv- benmay' an- und nachilingt. Der ist nun dieser Dobenmatz? Mit zwei Worten: ein neuer Erlösertyp. Der MesfiaS- gedanle ist ja uralt in der Wellliteratur. Gr erstreckt sich vom Alten Testament zum Qleuen, Vvm Parsifalepos biS zur Romandichtung der Gegenwart. Wechselt unablässig ©eftalt und Form: eS gibt unendlich viele Spielarten von Heilbringern. Heilige und H^tuchler, Schwindler und Gläubige, Betrüger und Selbstbetrüger. Wahrheitsfanatiker und Komödianten, Weise und Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Zreitaa, 28, Zanuar 192? Anschauungen geschlossen werden müiien, auf eine positive Außenpolitik, beionders Teutichland gegenüber, lähmend. Wenn auch Herr 'Soincar-J und seine Anhänger im Kabinett nicht so wett gehen, die Außenpolitik Briands öffentlich ;u bekämpfen, so machen sie auch nicht den Reinen Finger krumm, um die Politik von Locarno. Genf und Thoiry zu fördern. Und die l.nISgcrichteten Mitglieder der Regierung Poincares? Tie guten Absichten Briands und vielleicht aum Painlcoes tollen nicht verkannt werden, aber cs bat doch allen Anschein, alS ob auch diese Politiker vor den weitesten Folgerungen, die sich an» der Locarnopokitik ergeben, zurückschrecken. Zn dieser Hinsicht waren die letzten Ausführungen BriandS vor dem auswärtigen Ausschuß der Kammer bezeichnend. Briand gibt zioar zu, daß Deutschland das Recht f)abi, nach Erlediauna der militärischen Reftpunktverhanolungen den Art. 431 des Versailler Vertrages zur Diskussion zu stellen. Detter geht der französische Außenminister aber auch nicht. Er vermag sich mit Rücksicht auf seine Kollegen im Kabinett und die Presse nicht zu der Erklärung dnrtt'zuringcn, daß Deutschland auf Grund des Art. 431 des Versailler Vertrages einen klaren Rechtsanspruch auf die sofortige Räumung der Rheinlandc hat, sondern der französische Außenminister zieht d vor, immer wieder davon zu sprechen, daß er keinerlei persönliche Verpflichtung eingegangen sei — an der Rechtslage gemessen und durchaus unerheblich —, verlangt unklare Znfatz- garanticn von Deutschland, das allein Vorschläge zu unterbreiten habe, damit die französische Regierung immer bequem „ablehnen" könne. Was Briand vorschwebt, ist ein „außergerichtlicher Vergleich" mit Deutschland, in dem natürlich für Frankreich sehr viel abfaUen soll. Mit dieser Politik hofft vielleicht Briand taktisch — denn man kann nicht annehmen, daß Briand die durch den Art. 431 geschaffene Rare Rechtslage unbekannt ist — Zeit zu gewinnen und mit den neuen deutschen Zugeständnissen denjenigen Politikern und Generälen die am liebsten, tvie sich der französische Außen- min st er auSdrückte, bis zum Jahre . verbleiben möchten, — den Mund zu stopfen. Cb das letztere gelingen dürfte, ist aber sedr zweifel- haft uno vor diesem Experiment scheuen auch Politiker wie Briand, Painleve nsw. zurück, "erade Herr Bnand hat m den letzten Wochen und Monaten eine „Äonorobe" von der Hetze und den Feldzug all der Politiker und Generäle erhalten, die gegen ihn erst tvirklich losgelaffen werden dürften, wenn Deutschland die formelle Forderung auf sofortige Aufhebung der Rhcin'.andvcsatzung stellt. Denn Maria,a'i Foch und alle seine Generäle — von denen einer erst kuttich in „Scho de PanS" betonte: sechs Divisionen am Rhein seien ihm lieber alS das gante Geschwätz von Genf — erklären, die Verantwortung für die Sicherheit Frankreichs nicht mehr übernehmen zu können, falls das Rheinland geräumt wird, dürste sich der Leiter der französischen Außenpolitik einer recht schwierigen Lage gcgeuübersehen. Deshalb sucht er Zeit zu gewinnen und sieht es wahrscheinlich nicht allzu ungern, daß die deutsch-französischen Verständigungs- Verhandlungen nicht recht vom Flecke kommen. Zusammenfasjend kann man sagen, daß die Hemmnisse für einen guten Fortgang der deutsch-französischen Bersiändigungsvcrhandlungen hauptsächlich in folgenden beiden Momenten zu suchen sind. In dem passiven Widerstand, der von dem einen Tctt deS französischen Kabinetts — Poincare an der Spitze — gegen eine Vcrständigungsvolitik ausgeht, bann aber auch das Zurückschrecken derjenigen Politiker, die ehrlich eine Verständigung mit Deutsck)- lanb wünschen, den in Locarno begonnenen Weg weiter und zu Ende zu gehen. Wie grotz ist das Weltall? Von Dr. Adolf Marcuse, Professor an der Universität Berlin. Zn dem größcn Spiegelteleskop der Erde, das sich auf der nordamerikanifchcn Bergstcrnwarte Mount Wilson befindet und das eine Leffnung von 2% Meter hat, ist neuerdings ein besonders interessanter Nebelfleck photographisch ausgenommen worden. Dieses neue Weltsystem eröffnet aber auch eigenartige kosmogonischc Ausblicke, die durch Untersuchungen jener Rcbclphotographien auf der nordamerikanischen Haward- Sternwarte veranlaßt sind. Tort hat man nämlich herauSzufinden geglaubt, daß dieser kleine und ganz lichtschwache Nebelfleck ungefähr eine Million Lichtjahre von unserem Sonnensystem abstcht. Ta ein Lichtjahr, paradox aber richtig definiert, den Raum darstellt, den das Licht in einem Jahre mit seiner Fortpflanzungs- Geschwindigkeit von 300000 Kilometer in der Sekunde durchläuft, so bedeutet ein Lichtjahr die Entfernung von rund 9',4 Billionen Kilometer. Ter nächste Fixstern, Canopus, am südlichen Himmel, ist 4 Lichtjahre — 37 Billionen Kilometer von uns criTfemt und die bisher am weitesten von der Erde abstehenden Nebelwelten zeigten eine Entfernung von etwa 250000 Lichtjahren. Nun soll der neue Nebelfleck noch viermal so weit von uns entfernt fein, nämlich eine Million Lichtjahre, gleich rund 45 Quintillioncn Kilometer, d. h. eine Zahl mit 30 Nullen hinter der 45. Diese Entfernungs-Bestimmung, z. T. auS Analogieschlüssen ermittelt, ist naturgemäß nicht genau; aber zweifellos stellt der neue Nebelfleck ein Weltsystem dar, daS an der Grenze unserer Wahrnehmung von den Femen des Weltalls liegen dürfte. Di» Frage nach den Dimensionen bei Universums ist eine der interessantesten und zugleich eine der schwierigsten in der Astronomie. Unser größter theoretischer Astronom, der Münchener Professor Sceligcr, kommt bei seinen Untersuchungen über den Bau des Universums zu folgender, sicherlich richtigen Schlußfolgerung: „Ebenso wie die An- nähme eines unendlichen Raumes, der mit mehr oder weniger dicht oerteiltcr Masse erfüllt ist, von unserem Verstände unbedingt gefordert wird, müssen wir die Endlichkeit der Reichweite unserer Sinne anerkennen." Schon Giordano Bruno, der 1593 aus dem Scheiterhaufen als Ketzer verbrannt wurde, weil er daS heliozentrische Weltsystem deS KopcmikuS verteidigte, betonte, daß die Betrachtung des Himmels uns einen Einblick in die Unendlichkeit deS Seltenraumes gewährt. Tie Grenzen unserer Erkenntnis sind eben auch mit Bezug auf den Bau des Universum- jeweils relativ, nnd sie schreiten fort mit der Vervollkommnung unserer optischen Meßmittel sowie mit der Verfeinerung unserer Bcobachtunqsmethoden. So dürsten nach unseren bisherigen Kenntnissen die in den größten Fernrohren noch wahrnehmbaren, schätzungs- schweise etwa 10 Milliarden betragenden Fixsterne bi .- in die Weiten von mindestens 16000 Lichtjahren reichen, während die Nebelflecke noch fchr viel weiter hinaus liegen können. Im allgemeinen unterscheidet man nach ihrer physischen Bcschafscnheit drei Arten von Rebeln, nämlich Spiralnebel, GaSnebcl und dunkle Nebel. Die am häufigsten vorkommcndcn Nebelgcbildc sind die spiralförmigen, deren Zahl man auf etwa eine Million schätzt, und die )u den weitestentsernlen Gestirnen dcS ganzen HcmmelS gehören. Außerdem zeigen die Spiralnebel eine ausfallend große, spektroskopisch festgcstclltc Eigenbcwegung in Richtung der Gefichtslinic, also voll der Erde fort und nach der Erde hin. Diese hohen Geschwindigkeiten gehen sogar biS zu ungefähr 1100 Kilometer in der Sekunde, ein Betrag, der felbst im HimmelSraume eine ganz ungewöhnliche Bewegungsgröße barftcllt. Durchschnittlich haben die Spiralnebel Geschwindigkeiten von 500 Kilometer-Sekunden, und zwar bewegen sie sich zumeist von der Erde fort. Endlich weisen die Spiralnebel deutliche Rotation-vorgänge innerhalb ihre- System- auf, wobei die Nebelteilchen vom Zentrum nach außen fliegen und erst in vielen tausend Jahren einmal ganz um den Siem herumroteren. ES scheint, als ob diese Spiralnebel gelegentlich so weit entfernt sind, daß sie sogar al- eigene Welt» systeme gelten können. Tieselbcn würden dann außerhalb unseres eigentlichen Weltsystems liegen, das durch den großen Weltennebel der Milchstraße begrenzt wird. Zu solchen Spirainebcl-Gcbttden dürfte wohl auch der neue Weltennebel gehören, dem die Haward-Stemwarte nach Untersuchung der auf dem Mount Wilson aufgenommenen photographischen Platten eine Entfernung von einer Million Lichtjahren zuschreibt. Bestätigt sich diese Schlußfolgerung, für die erst noch weitere genaue MefsungSergebnissc abzuwarten find, fo wäre allerdings unsere Erkenntnis des unendlichen Weltalls um einen gewaltigen Schritt erweitert. Trotz so großer Fortschritte sollten wir aber niemals die zur Bescheidenheit mahnende Einschränkung vergessen, daß das, was wir wissen, immer nur wenig, was wir nicht wissen, aber noch unendlich viel ist. Strenge Strafe für einen Steuerjünber. WSN. Frankfurt a. M., 27.3an. Das Finanzamt Frankfurt a. M -O st verurteilte den Geschäftsführer eines hiesigen großen Llntemehmens wegen vorsätzlicher Hinterziehung von 35 000 Marl persönlicher Einkommensteuer zu einer Geld st rase von 35 000 Mark. Das Urteil ist rechtskräftig. Narren lösen einander ab. Molos Bobenmay fällt unter keine dieser Gattungen. Er haust nicht in einer Höhle, predigt nicht in der Wüste, wirbt nicht Anhang auf abenteuerlichen Zügen durch die Lande. Er tst Großstadtmensch. mehr noch künftiger als moderner, und schwimmt im breiten Strom des Alltags. Besessen von der sozialen Leidenschaft, überall dabei zu sein und mitzu- wirlen, alles zu bessern, jedem zu helfen. Er mischt sich in alles, berät alle, ob g:beten oder ungebeten, ist überall zuhause, kennt jeden und wird von jedem gekannt — und doch weiß niemand Näheres über ihn zu sagen. Er gerät mit der Polizei, mit den Behörden, mit dem Gericht in Konflikt. Die einen halten ihn für eine harmlose Straßenerscheinung. die andern für einen gefährlichen Aufwiegler. Für kine_ näheren Freunde ist er der Heiser, der Tröster, der Netter, der Heiland. Seine Macht über die Menschen ist fast unbegrenzt, zumal über die Frauen. Sie drängen sich mit ihren Seelen wie mit ihren Leibern an ihn. Und et scheidet Ehen und fügt sie zusammen nach neuen Gesetzen, d.e sich lediglich auf fein persönliches Gefühl vom Rechten und Guten stützen. So ungefähr erscheint Dobenmatz in dem ersten der drei Nomane. den Molo „Aus der rollenden Erde" (1924) betitelt hat. Noch ist et ganz ans Irdische gebannt und von keinem übersinnlichen Schimmer umflcibeL Dielleicht wollte sich der D chter ursprünglich überhaupt daran genügen lassen; vielleich', hat sich ihm der innerlich notwendige Gedanke einet Fortsetzung erst im Verläufe der Arbeit aufgebtängL Diese Fortführung bringt bas Mittelstück .Dobenmatz" (1925). Molo läßt barin seinen Helden den Weg des Leidens gehen. L.iden durch eigene Schulb. Et sieht fein Werk zufammen- btechen, well bie Leidenschaft übet ihn Macht gewinnt, fo bah er fein Ich nicht mehr auS feinen menschenbeglückenben Träumen ausschallen kann. Die eble Frau, mit bet Dobenmatz lange in heimlicher Ehe gelebt hat und beten beibe Kinder die |einigen find, räumt sich auS dem Wege, damit et sich mit einer anderen, bie er mehr liebt alS sie, zusammensinben kann. Umsonst bas Opfer. Denn jene ander? überliefert fich einem banalen GefellschastSmenschen, obgleich ihre Seele nach Dobenmatz schreit. Et aber flüchtet fich anS dem Schmerz über dieses und anderes Unheil, das er angetichtel. in die Atme bet ©ottcrgd>en$?lt — bet Herr lieh es geschehen, also wat es wohlgetan 1 Das durfte kein Mesfias-Ende fein! ES wat unerläßlich, daß Dobenmatz in einem Schluh- bande fich über sich selbst und bie Welt erhob. .3m ewigen Licht" heißt bet britte Roman. Die Läuterung beS unheilvollen Heilbtingets geht wiebet auf ganz eigenartige Weife vor sich: bunt) eine heroische Tat im Sinne bet neuen Dobenmah-Motal. Et sieht die Geliebte in un- wütdiaen, ihre Seele hetabziehcnben Ehebanden schmachteTi, und, nachdem er alle sonstigen Mittel erschöpft Hot. um die Willensschwäche daraus zu befreien, knallt et kurzweg Ihren Mann nieder. Ein SensationSptozeß entsteht. 3n feiner eindringlichen und ausdrucksvollen Art, mit fast dramatischer Schlaokraft die Spannung immer höhet treibend, führt der Dichtet Unterfud&ung, Zeugenvcthöt, SchwutgeriH:soerhonblung durch. Et läßt die vielen, denen der Angeklagte geholfen und Gutes erwiesen hat, auf treten und zu feinen Gunsten sprechen, und die ihm seindlich Gesinnten müssen doch widerwillig für ihn zeugen. DaS Publikum nimmt leidenschaftlich sür ihn Partei, den GerichtShos zwingt er in den "Bonn seiner faszinierenden Persönlichkeit, der jetzt auch übersimlliche Fähigkeiten verl'»ehen sind. Turnen, Sport und Spiel. bas Kochten in der deutschen Lurnerschast. Schon die ersten Turner, die liq) unter 3 a fc rt auf dem Turnplatz in der Hafenheide bei Berlin sammelten, pflegten bc5 Fech:en. und Friedtlch Friesen, der 'Besten einer unter dcn Mitarbeitern Zahns, hat sich ganz besonders feiner Vervollkommnung und V.rdrcttung angenommen. Die Art deS Fechtens ist nicht immer dieselbe geblieben. Das alte deutsche Hieb- und Stoßfechten und das studentische Mensursechten haben zeitweilig im Fechtbetrieb der Turner Anhänqer- fchast gefunden 3n den letzten Jahrzehnten aber hat sich endgültig da- sogenannte sportliche Fechten durchgesetzt, und in den Fechtabteilum^n der deutschen Turnvereine wird heute Florett, Degen und leichter Säbel gefochten Das Fechten findet in den deutschen Turnvereinen erfreuliche Anhängerschaft. Der Fecht- betricb in der Deutschen Turnerschaft ist der weitaus größte in Deutschland überhaupt. 3nS- gesamt 330 Zechtableilungcn mit 6283 Mitgliedern pflegten am 1. 3onuar 1926 daS Fechten. ES gibt jetzt [einen deutschen TumkreiS mehr, in trin nicht daS Fechten ausgenommen wäre. Ganz allgemein besindet sich die Ausbreitung deS Fechtens in aussteigender Linie, und eifrige Werbearbeit wird von den zuständigen Sech ttoart en geleistet. um den Kreis der Fechter immer mehr Au erweitern. Mit welchem Ersolge, beweist am besten die Tatsache, daß im 3ahre 1925 allein 72 Fechtriegen zu den bestehenden hinzugekcm- men sind, und der Gesamtbestand an Fechtern sich um 1073 vermehrt hat. Die Organisation deS Fechtens ist sowohl in den Kreisen, in denen Kreisfechtwarte und Kr^iS- sechtauSschüsse ihres Amtes walten, durchgeführt, als auch in der Spihenverwaltung der 'S). T. selbst, die einen Fcchtwarl (Staffen in Hanau) und einen Fechtausschuh aufweist und für ihre Zwecke eine eigene Fechterzciluna herouSgibt. Eine Wettfechtordnung regelt bie Austragung von Fechtwett kämpfen bei Deutschen Turnfesten und turnerischen Fechtveranstaltungen. Diele finden in reichlichem Maße statt. MelstcrichaftSsechten. Altmannenfechten. 3ungmannenfcd)t?n werden in großer Zahl in allen Teilen des Reiches auS- qetragen. Vielfach finden auch Werbefechten statt. Recht erfreulich entwickelt sich auch daS Turne- .rinnenfechten, dos in letzter Zeit immer mehr in Aufnahme gekommen ist. Der technischen Entwicklung dienen Fecht- toarteherfammlungen und FechtauSschußsihung en in den Kreisen und in der D T. Zahlreiche AuS- bildungSlehrgänge wurden abgehalten ufw... Es waren planvolle und durchdachte Angriffe, an deren Aufbau und Ausführung jeder Mannschaftsteil gleichen Anteil hatte. Zwei sog. totsichere Gelegenheiten wurden jedoch verpaßt. Damit war für Halblinks das Signal zum Einsetzen, seiner Kritik und Vorwürfe gegeben, deren Wiederholung Gegenkritik ünd Vorwürfe der Getroffenen herausforderten. Daß dadurch das 3nteresse und die Aufmerksam'eit der Beteiligten am Spiel und damit ihre Leistungen nachließrn, war die Folge. Frankfurt kam mehr und mehr auf und konnte von diesem Zeitpunkt an bas Spiel überlegen durchführen. Dis zur Halbzeit gelang cs der Gießener Deckung, das Resultat mit 0:0 zu halten. Von Wiederbeginn an drängte Frankfurt weiter und zeigte in wunderschönem Kombinationsstil einen feinen Fuß- .6all: Schule Schnürle. Das erste Tor für 'Frankfurt war bald fällig und konnte auch von ^der aufopfernd arbeitenden Gießener V.ntteidi- gung nicht verhindert werden. Der zweite Erfolg rtoat ssin für Böckler unerwartetes und unhaltbares Eigentor des linken Läufers, der, ein „Opfer" seines Vordermannes, vollkommen kopflos war. Das dritte Tor „roch" stark nach Abseits, war aber mehr als verdient. Trotz der starken LIeberlegenheit des Gegners hätte V. f. D. noch zwei Tore aufholen können, die allgemeine Kopflosigkeit der fünf Stürmer ließ jedoch auch diese sehr naheliegenden Erfolge nicht zu. Der Schiedsrichter war sehr gut. Der D r i t t en gelang es. die sympathischen „Hessen" '2. Mannschaft) nach abwechslungsreichem und interessantem Kampf mit 5:0 zu schlagen. Erste und Dritte 3g d. - Man n schaf t schlugen die spielstarken Butzbacher (1. und 2. 3gd.) mit 2:1 bzw. 4:2 Wetzlarer Futzball. D. E. - F. C. 2:1. y. 3n dem Wetzlarer Fußball-Lokaltrefsen am vorigen Sonntag blieb der 2. E. als Platz- verein verdienter Endsieger, nachdem er schon bei Halbzeit mit 1:0 geführt halle. Die Lieber- legenheil des Ballspieülubs trat allerdings nur in der ersten Hallten klar zutage. 3n der zweiten kamen die Z.T.er mehr und mehr auf, ohne daß ihnen der Ausgleich gelingen wollte. Dillenburg — Niedergirmes 8:0. Die Wetz arer Vor?.üd:er ho.ten sich m Dillenburg eine empfindliche Niederlage, während Di lenburg durch diesen Punktgewinn vom lehren auf den v ersetzten P!az über den F.E.- Wetzlar rückt. Dieser hat allerdings noch >ünf Spiele weniger ausgelragen. tz. Was der Sonntag bringt. BeZirks!igaoor;chau für Hessen-Hannover. tz. Durch das l:l-Ergebnis des vorigen Sonntags ist die Meisterschaft in der Nordgruppe nahezu entschieden. Es ist nicht anzunehmen, daß Spiel- verein Kassel in dem am kommenden Sonntag noch ausstehenden Kampf gegen Iura Kassel sich die zur Meisterschaft nötigen beiden Punkte entgehen lassen wird, obgleich das gegenseitige Stärke- verhältnis diesen Ausgang nicht ohne weiteres garantiert. Iura ist nämlich im besten Falle den ©pieb vsreinlern ebenoürtig. Näheres über den derzeitigen Stend der allgemeinen Lage im Norden zeigt nachstehende Tabelle: Verein Spiele Punkte lore Kaf'el 03 14 21 52:28 Spielo. 13 20 47:20 Sport 14 20 54:26 II. Be irkstzlasse Lahnkrsis. tz. Die Kämpfe um die Spitze find in ein neues Stadium getreten. Germania ließ sich von Ockers- Hausen schlagen, und Gießen 1 9 00 hat seinen alten engen Abstand wieder hergestellt. Der kommende Sonntag wird eine weitere Klärung bringen können. Zunächst muß sich 1900 in Dillenburg durchsetzen. 2ns wird nicht so leicht sein. Zweitens geht Germania Marburg nach Wetzlar zum F. C. 05 einen schweren Gang. Die Wetzlarer haben ihre alten Leute herangeholt, und mit diesen dürfte die Elf ihre alte Spielstärke zumindest annähernd wieder erreicht haben. Ein nicht minder schweres Treffen steigt in Herborn. Dort muß sich der D. E. Wetzlar seiner Haut wehren; im allgemeinen dürften beide Vereine gleich spielstark sein. Dasselbe gilt für den Kampf Butzbach gegen Ockershausen, obgleich man hier den Butzbachern als Platzoerein eine Kleinighest mehr Gewinnchancen zugestehen muß. Frankenberg gegen Gladenbach gewinnt Frankenberg ziemlich sicher. Die Situation beleuchtet am besten der derzeitige Tabellenstand, der folgende Formen angenommen hat: Verein Spiele Punkte lore Germania Marburg 14 22 52:23 Gießen 1900 14 20 31:22 Ockershausen 16 20 38:21 Herborn 15 19 39:33 Butzbach 15 15 41:37 Frankenberg 15 15 27:33 V. C. Wetzlar 15 14 33:32 Dillenburg 16 10 36:38 F. C. Wetzlar 10 9 23:24 Gladenbach 14 8 28:41 Nieder-Girmes 16 8 24:61 D. (*) Kommenden s. B. Sonntag findet auf dem Waldsportplatz ein interessantes Tressen statt. Die bekannte Hanauer „Viktoria" 94 ist zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet worden. Die Ligareserve fährt nach auswärts; sie tritt in Dillenburg gegen dessen Ligareserve an. Die Dritte ist 6eim Polizeisportverein Friedberg zu Gast. Auch die vierte Mannschaft hat sich wieder zusammengesunden und wills in Lollar versuchen. Spielvereinigung 1900 Giehen. ö. Die Meisterschaftsspiele in der Lahnkreis- liga neigen dem Ende zu. Lim so spannender werden die noch ausstehenden Schluhkämpfe der Favoriten unö der um den Abstieg kämpfenden Vereine. Die Sptelveretnigung 1930 Gießen hat berechtig'«? Hoffnungen auf den Meistertitel, trennen sie doch nur 2 Punkte, bei gleicher Spielzahl, von dem Ersten „Germania" Marburg. 1900s Mannschaft hat das Zeug in sich, das den Enderfolg bringen muh. Ganz besonders gilt es am kommenden Sonntag die Nerven zu behalten im Spiel gegen die „Sportvereinigung 1911“ Dillenburg, die auf dem kleinen Dillenburger Platz als schier unüberwindlich gilt, insbesondere da sich in letzter Zeit die Leistungen dieser Elf gehoben haben. Die Vereinigten sollten sich hüten, das System d^S Plahvereins sich aufdrängen zu lassen. Dillenburg erlebt wohl einen seiner spannendsten Kämpfe, dessen Ausgang vollständig offen ist. Die 3a- und 3b-Mannschaften 19005 weilen als Gäste bei Heuchelheims I. und II. Sie müssen sich wohl mächtig an.trengen. wenn sie erfolgreich abschneiden wollen. 1903 1. Jugend — Ehringshausen 1. 3ugend und 1903 3. 3ugend — Grünberg 1. 3vgend. Veide Svi.le linden in Gießen statt und dürften wohl 1903 als Sieger sehen. freier Turn- und Sportverein Wieseck. £ Bereits für den nächsten Sonntag ist das Rückspiel zwischen Wieseck und Heuchelheim auf dem Wiesccker Wa dspor:platz angesetzt worden. Obwohl auch diesmal die Heuchelheimer 1. Mannschaft die meisten Ausfichlen aus den Sieg fjat, muß man doch der Wiesecker Mannsch. em günstigeres Abschneiden zufprechen. Denn es ist schwerlich anAUnehmen. daß sie abermals in einer so unglücklichen Aufstellung wieder antreten wird. Trotz alledem wird baS Zusammentreffen die'er beiden Mannschaften ein sehenswertes Spiel bieten und seine Anziehungskraft auf die Fußballanhänger ausübend Vorher spielen die 3 u g e n d m a n n s ch a f - t e n dieser beiden Vereine. Hat Heuchelheim diesmal nicht das fabelhafte Glück wie am vorigen Sonntag, so wird der Mannschost bei dem technisch guten Spiel der Wiesecker die abermalige Erreichung e nes unentschiedenen Resultates recht schwer fallen. Kirche und Schule. Dorfkirchentagung in Alsfeld. o. Die Vereinigung der Dorfkirchenfreunde sür das nördliche Oberheffen hielt am Mittwoch ihve diesjährige Tagung im Saale der „Erholung" in Alsfeld ab. Die guibesuchte Versammlung wurde durch den Vorsitzenden, Pfarrer Georgi- Grmenrod, mit Gebet eröffnet. Prälat D. Dr. Diehl und Superintendent Wagner waren am Erscheinen verhindert. Llniversitütspvofessor D. Bornhäuser- Marburg hielt einen Vortrag über das Thema: ,Luthers kleiner Katechismus und das evangelische Haus." Der Vortragende führte aus, daß der kleine Katechismus Luthers nicht nur ein Schulbuch, sondern in erster Linie ein Hausbuch für die Hausväter sei. Das Kind soll der Fragende und der Hausvater der Dozierende und Bekennende sein. Dieses Pietätsvcrhältnis muß auch auf die Schule und den KalechismuSunierricht übertragen werden, wenn das Heine, so weit verbreitete Büchlein zum Segen für unser Volk werden soll. Am Nachmittage sprach Prof. Dr. Koch- Gießen über das Thema: ..Pestalozzi und das Volk". Seine Ausführungen gründeten sich auf die Sätze: „Du sollst die sittlichen Gefühle, die Seele deiner Mitmenschen und die OerFrofch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 52. Fortietzung. Nachdruck verboten Elk fuhr auf. „Leichter Bart?" Ray Bennett hatte sich doch aus irgendeinem Grunde einen Bart wachsen lassen? „Ach was!" sagte er laut und warf die Fingerabdruckskarte auf das Pult, „es ist unmöglich!" Es war unmöglich und dennoch--. Er zog die Telegraphenformulare heran und schrieb eine Depesche: „Direktor S. M. Gefängnis Gloucester, sehr dringend. Schicket mit besonderem Boten Photographie von James Carter, unter Mordanklage in Ihrem Gefängnis. An Polizeidirektion, Berichtabteilung. Bote mit dem ersten Zuge fortzusenden. Sehr dringend!" Er nahm sich die Freiheit, dies mit dem Namen de« Polizeipräsidenten zu unterzeichnen. Nachdem das Telegramm abgesandt war, kehrte er wieder zur Untersuchung der Personalbeschreibungstabelle zurück. Und plötzlich entdeckte er eine Bemerkung, die er früher übersehen hatte: „Impfnarben am rechten Unterarm.“ Da» war ungewöhnlich. Die meisten Leute waren am linken Oberarm geimpft. Er zeichnete sich dies an und kehrte zu der Arbeit, die seiner wartete, zurück. Zu Mittag kam eine Antwortdepesche von Gloucester mit der Mitteilung, daß die Photographie auf dem Wcge fei. Dies zumindest war befriedigend. Aber wenn fie erwies, daß es Ray fei, was sollte man dann beginnen? In seinem Herzen betete Elk mständig, daß der Frosch sie betrogen habe. Gerade vor ein Uhr rief Dick ihn an und lud ihn ein, mit Ella und ihm im Autoklub zu Mittag zu speisen. Es war dies eine Einladung, die Elk unter allen Umständen angenommen haben würde, denn er liebte es höchlichst, anderer Leute Klubs zu bestlchen. Als er ankam — ungewöhkich pünktlich sogar — fand er das Mädchen in einer sicheren und fast fröh. lichen Stimmung. Und fein rasches Auge entdeckte an ihrem Finger einen Ring von überraschender Schönheit, den er früher an ihr nicht gesehen hatte. Dick Gordon hatte von seinem freien Vormittag guten Gebrauch gemacht. „Ich fürchte, Elk, daß ich meine Arbeit vernachlässige", sagte Dick, nachdem er die beiden in das fürstlich ausgestattete Speisezimmer des Autoklubs geführt. — ein Kissen für den Rücken de« Mädchens gesucht und ihren Stuhl genau dorthin gestellt hatte, wo er am bequemsten stand. „Aber ich vermute, Elk, Sie haben den Vormittag verbracht, ohne meine Abwesenheit zu hart zu empfinden." „Sicherlich habe ich das", sagte Elk. „Es war ein sehr interessanter Vormittag. Im Ostende von London grassieren wieder die Blattern,“ fuhr er fort, und ich habe in der Direktion davon gehört, daß eine Neuimpfuna des ganzen Personals durchgeführt werden soll. Wenn es etwas gibt, was ich nicht leiden mag, so ist es diese Impferei. Ich finde, ich in meinem Alter sollte schon gegen jeden Bazillus immun fein, der zufällig in der Welt herumspaziert." Ella lächelte. „Armer fiert Elk, da fühle ich mit Ihnen. Als Ray und ich, vor ungefähr fünf Jahren, während der großen Epidemie geimpft wurden, ist eß uns schrecklich arg ergangen. Aber bei mir war cs noch lange nicht |o arg wie bei Ray. Er mußte fast zwei Wochen den Arm in der Schlinge tragen." Sie zog den Aermel ihrer Bluse herauf und wies auf drei winzige Narben auf der Unterseite des rechten Armes. „Der Doktor sagte, er wolle uns dort impfen, wo man es nicht fa stark bemerken würde. War das nicht eine gute Idee?" „Ja", sagte Elk langsam. „Und Ihr Bruder ist genau auf derselben Stelle geimpft worden?" Sie nickte und fragte bestürzt: „Was haben Sie, fierr Elk?" „Ach, ich habe so einen Olioenkern geschluckt“, sagte Elk. „Ich verstehe nicht, warum nicht irgend jemand anfängt, Oliven ohne Kerne zu ziehen/ Er sah angelegentlich zum Fenster hinaus. „Na, Sie Haden sich einen netten lag für Ihren Besuch ausgesucht, Fräulein Bennett." Und er begann mit einem ausschweifenden und langatmigen Serbam» mungsurteil über das englische Klima. Es schien Elk Stunden zu währen, bevor die Mahlzeit beendet war. Ella sollte nach Gordons fiaus zurückfahren, um hie Katalogs anzusehen, die Dick telephonisch nach fiarley Terrors bestellt hatte. „Wollen Sie nicht in» Bureau kommen?" fragte „Ungern! fialten Sie es denn für nötig?* „Ich mochte Sie zehn Minuten lang sprechen," näselte Elk. „Vielleicht auch eine Viertelstunde/ „Kommen Sie in den Klub zurück." „Ja, richtig, daran dachte ich gar nicht," sagte Elk. „Vielleicht gibt es hier einen Damensalon? Ich erinnere mich, einen gesehen zu haben, als ich durch die Marmorhalle ging, und Fräulein Bennett wird nichts dagegen haben?" „Aber gewiß nicht," sagte Ella. „Wenn ich im Wege bin, so bin ich gerne bereit, alles zu tun, was Sie nur wünschen. Führ mich in den Damensalon." Als Dick zuruckkam, faß der Detektiv raurfjenb da. die Ellenbogen auf dem lisch, die braunen, mageren fiänbe unter dem Kinn gefaltet und prüfte mit den Augen eines Kenners die wunderschön ge- schnitzte Zimmerdecke. „Worum handelt e» sich, Elk?" fragte Gordon und setzte sich auf den Stuhl neben ihm. Elks Blicke verließen die Decke und hefteten sich auf Dicks Gesicht. „Der Mann, der zum lobe verurteilt wurde, ist Ray Bennett", sagte er. XXXIV. D i e Vorführung der Bilder. Dicks Gesicht wurde aschfahl. „Woher wissen Sie das?" „Die Photographie ist auf dem Wege zu uns, heute nachmittag wird fie in London (ein. Aber ich müßte sie gar nicht erst sehen. Der Mann in Gloucester hat drei Impsnarben am rechten Unterarm.“ Es herrschte Totenstille. „Ich wunderte mich, daß Sie das Gespräch auf die Blattern brachten", sagte Dick gefaßt. ..Ich hätte denken mögen, daß etwas dahinter stecke. Was sollen wir nun machen?" „Ich werde Ihnen lieber aufzählen, was wir nicht machen können", sagte Elk. „Wir dürfen Bennett und Fräulein Ella nicht benachrichtigen. Ray hat sich aus guten Gründen entschlossen, seine Iden- tität nicht zu offenbaren. Sie werden einen verdorbenen Nachmittag haben, fierr Hauptmann", sagte Elk liebenswürdig. „O, ich möchte nicht mit Ihnen wuschen! Denn Sie müssen dabei Ihr leichtes ®e= Wirklichkeit des Lebens ernst nehmen." Pestalozzi, der große Erzieher der Menschheit, ist diesen Forderungen gerecht geworden. Er ist „2olf in seiner Verklärung“. Die Elementarkräfte: Einfalt. Menschenliebe und Demut drängen in seinem Wirken zur En faltung. Auf dem M.ttergedanken baut sich seine ganze Philosophie auf; nicht auf der Wissenschaft, sondern auf dem Mutterschaf ts- gedanken gründe: sich seine erzieherische Tätigkeit. E ne lebhafte Aussprache schloß sich den beiden bedeutenden Vorträgen an. Preußen. Ärci® Wetzlar. ~ Wetzlar, 27. 3an. Der Obst- und Gartenbau verein deS Kreises Wetz - l a r hat auch im verflossenen Jahr bedeutenden Zuwachs erfahren; er zählt jetzt 737 Mitglieder. Die Rechnungsablage ergab 3358.2! TU. in Ein- nähme und 3243.12 Mk. in Ausgabe, so daß ein Barbestand von 124,79 Mt. verbleibt. Der gemeinsame Bezug von Obstbäumen ergab 2245 Stück, desgleichen wurden in 34 Gemeinden insgesamt 330 Kg. Sämereien bezogen. An drei Mitglieder konnten auch di.Smal wieder für gut gepflegte Obstbaumpslanzungen Prämien verte.lt werden. Bei günstiger Obsternte ist für diecS Jahr eine Oöstausstellung in der Bürgermeisterei Greifenstein geplant. L>ie ausschci» denden Vorstandsmitglieder wurden "Unstimmig wiedergewählt. WSN. Wetzlar, 27. 3an. 3m 3ahre 1926 starben, wie die standesamtlichen Nachrichten aus- iDCifen, in Wetzlar 177 Personen, und zwar 98 männliche und 79 weibliche. Die größt: Sierb- lichkeitszisfer liegt in den Lebensabschnitten über 60 Jahre (79). Ferner wurden b?urkundrt 294 Geburten, 5 Totgeburten und 109 Eh schließungen. Die Einwohnerzahl der Stadt betrug nm 1. 3anuar 1926 17 101 und erhöhte sich bis aufi 31. Dezember 1926 auf 17 237. Oberwetz , 26. Ian. Seltene» Jagd» gluck hatte dieser läge Gewerbeoberlehrer Baumann (Wetzlar) bei einer Saujagd im hiesigen Forstbezirk. Mit einem guten Blattschuß erlebte der glückliche Schütze einen zwei Zentner schweren Keiler. <> Niederkleen, 27. Jan. Der Verbindungsweg von hier nach Lsng-Gön-, an dem dis Gemeinde schon vor Jahren Instandssgungsarbeilen hat ausführcn lassen, soll im Lause der nächsten Jahre fertig ausgebaut und dabc« gleichzeitig verbreitert werden, um bann in bis Unterhaltung bei Kreises uberzugehen. — • — Groß-Rechtenbach, 27. 3an. Ein schwerer Kampf hat sich in dem V i e h st a 11 des Landwirtes A. Oleum abgespielt. Sine bösartige ältere Kuh harte sch losgerissen, griff das beste Tier des S alles, eine junge, frischmelkende Kuh, an und stieß dieser wiederholt die Hörner in den Leib. Das geängstigte Tier rannte in der Verzweiflung derart gegen die Krippe, daß cs das Genick brach und t o t liegen blieb. -6- Groß-Alten st ädten, 27. 3an. 3m 3ahre 1914 begann unsere Gemeinde den Dau einer Wasserleitung, der jedoch bei Kriegsausbruch eingestellt wurde. Nach zwölfjährigem Stillstand werden die Arbeiten nun wieder ausgenommen. Am Fußweg von hier nach Wetzlar liegen die sehr ergiebigen Quellen, die so ftarf sind, daß sie ursprünglich die vier ©emefnben Groß-Altenstädten, Erda. Mudersbach und Ahrdt versorgen sollten. 3nfolge der Inflation sind jedoch die beiden letztgenannten Gemeinden außerstande, zu bauen, dagegen will Erda, daS in diesem 3ahre auch den Bau einer Wasserleitung plant, seinen Wasserbedarf aus eigenen Quellen decken. Die Arbeiten für den Bau des Hochbehälters, der Quellfafsung ufw. wurden dieser Tage auf dem Submissionswege an auswärtig« Fachgeschäfte vergeben. Kreis Marburg. sch. Marburg, 27. 3cm. DaS kürzlich erschienene Taschenbuch für Lehrer und Lehrerinnen bietet u. a. eine Liebersicht über die Zahl der Schulamtsbewerber im Regierungsbezirk Kassel. Rach dem amtlichen Material vom 23. Juli 1926 beläuft sich die Gesamtzahl der evangelischen Schu!amtsb:werber Im Regierungsbezirk Kassel auf 744, von d:nen 5 7 3 stellenlos sind. 3m allgemeinen find die bis zum Herbst 1919 abgegangenen Bewerber be- plauber aufrechterhalten, oder bie junge Dame wirb erraten, baß etwas oorgeht." „Gott im Himmel, bas Ist ja entsetzlich!" sagte Dick leise. „Das ist wohl wahr", gab Elk zu, „und wir können nichts machen. Wir müssen es als Tatsache hinnehmen, daß er schuldig Ist. Wenn Sie ander» dächten, würbe es Sie verrückt machen. Und selbst wenn er so unschuldig wäre wie Sie oder ich, was für Möglichkeiten hätten wir, eine Untersuchung ein- zuleiten oder bie Ausführung des Urteils aufzu- halten?“ ..Der arme John Bennett", sagte Dick niedergeschlagen. „Wenn Sie anfangen wollen, sentimental zu werben," knurrte Elk unb zwinkerte babei wütenb, ..dann verfüge Ich mich in eine nüchternere Atmosphäre. Guten Tag!" „Warten Sie ein bißchen, ich kann Ihr momentan nicht allein gegenübertreten. Kommen Sie mit mir zurück!" Elk zögerte unb ging bann wiberwillig mit. Ella vermochte aus bem Betragen der beiden den Schrecken, der auf ihren Gemütern lüftete, nicht zu erraten. Elk kam von neuem auf Geschichte unb Daten zu sprechen unb bie Enttäuschungen, die diese ihm bereitet hatten, unb bies war ein ausgiebiges und geläufiges Thema, bas ben ganzen Weg nach Harley Terrace vorhielt. „Gott sei Dank, bie Preislisten sind gekommen!" sagte Dick mit einem Seufzer der Erleichterung, als er den großen Stoß auf seinem Schreibtische bemerkte. „Und warum: Gott sei Dank?" lächelte Ella. „Weil ihn sein Gewissen brückt unb er eine Entschuldigung dafür braucht, baß er seine Arbeit im Stiche läßt!" kam Elk ihm zur Hilse. Der Zwang war so groß, bah er ihn unerträglich fand, unb als Dick ihn nach einem beschwörenden Blick durch ein Nicken die Erlaubnis erteilte, sprang er mit einem Gefühl wie vor ben Ferien auf. „Ich muh letzt gehen, Fräulein Bennett", sagte er. „Ich glaube, Sie beide werben ben ganzen Nach- mittag brauchen, um Mayttee Haus einzurichten, obgleich--* (Fortsetzung folgt) asaS LW- >ben. -etzlar. U^^bi M SrKZ /‘•M tDit>Jlln. drei jungen ®rami im *" bu^ttg imili^} jMjhi i82e inruHgÄ äv ton 1-2?-3an. 2)er Serbin. ’fnä?W'fln b,m di« mX k-L.'e. bfr •Nltn nb ifti ßttityfiUfi Mr, 1 ln di» Unterhaltung bti $ ’.n dem TrehltaU Uum abQtWl Tin. i«}t V4 lvSgeriiien, grill D, H bittet wiedrrhvlt w. Das geängsligir xitr eiliung derart gegen bi« Genick brach und tot nstidten, 2T. San. 3w nfete Gemeinde den 2au n g. der jedoch bei Äritgt- urde. Dach Mlsjährigm Arbeiten nun vieder au|> ?fl von Hier nach ODetlor len Qutlltit, bit Io Satt "ich die vier i, Wuder-dach undDhrde jlfle der 2nMvn imd xannttn Dmeinden außer- tflcn toill Erda, bat in , Lau einet DafstMung -darf aus eigenen Quellen für den Lau M hoch- illung uflv. wurden tiefer iflionätoege an MvSrngt .. Marburg. 27. 3ait Da- kürzlich er- für Lehrer und Lebte- 2 Ueberficht über Ne Zahl werbet im Aeate» ifeL Dach dem amtlichen i 1926 beläuft sich die Sechen Schulamt-brverb« im el auf >«. n allgemeinen sind dl« M gegangmnD^tbe- i, oder die junge Dame wird das ist ja entsetzlich'' W LLHÄK yuSS hnT. W» * ■* NLKNZr w« * ***«*•9,1 “* »" «J* Oytrtt »* i7.tr «18. 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Monlanaklien Ichwöchten sich um 1 158 99.75 -31 146 264 5 177 75 189,75 202.25 14 > I8fl 5 215.4 125.75 101,5 125 162,5 IM 5 M.N. s 1315 I 146 7. । 263 | 177.4 I 186 I 186.75 ' 21)2 | 140 ! 178 74 I 216 25 | 124,75 106 40.5 , 66,74 25 80 2M 130 80 2.75 186 269 124 154 bli 2 Prozent ab. Törten Inne. 175.5 I 160.25 161 ! Mtguin........ e • • • riQitntjrtmcr Motoren . . . grantfunrr Armaturen . . . Äoitfenxnfnbrtf Broun . . ‘D/eteliarkll'Aaft ffranlhm • Pkt Union H.-(S . eflubiabrif Her» «lchrl.............. Mefiftoff Tlftfinffenburo . . . . ^{enftou Walditos ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel • . ■ Frankfurter tzSctrelvcvörfc. Frankfurt a. TI., 28. Jan. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,75 bis 30 Mark: Roggen, inländischer, 26,50 bis 27; Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 27,50, Hafer, inländischer, 21,25 bis 22; Mais (gelb) 18,75 bis 19; Weizenmehl, in« ländisches (Spezial 0) 40,25 bis 40,75; Roggenmehl 38 bis 38,50; Weizenkleie 13,25 bis 13,50; Roggen« fiele 13,25 bis 13,50 Mark. Tendenz: stetig. — 195 197.25 214 1 IM) 192.5 95, 250 25 154 75 I 125 | 147 V 294 24« b I 191.5 | 122.5 160.75 Berliner Börse. Berlin, 28. Ian. Der H a u s s e st u r m hat sich heule etwas gelegt. Vie Neigung W (Re- roinnimtnahinrn fand au» verschiedenen Gründen eine . : 'l' bah namcmlich die m legier Zeit schart gesteigerten Werte mebrprojentige Rück« aänet erlitten. Mannesmann, »ania vampsschisf- fahrt und Hamburg-Sud büßten 5 bi» 7 Prozent em, da die StapitjUTranjadionen In der bekannt- gewordenen Form nicht den Erwartungen der Börse enllprachen, insbesondere durch die Verstärkung der Berwaltungsoosition ein Rachlasten der Interessen« kaufe in diesen Werten befurchtet wird. Auch die Rachrichten von dem Ausfallen der Dividende bei Phönix und der Dividendenerklärung der AEG. stellten eine Enttäuschung dar. Die bisher im Mittelpunkt stehenden Werte neigten daher bei Beginn allgemein zur Schwäche. Allerdings vermochten sich dafür auf verschiedenen anderen Gebieten, die da» Interesse auf sich lenkten, kräftige Steige« ru n gen durchzusetzen. So wurtenM rtallbanf« aktien stärker beachtet und hoher. B a n e r i s ch e JDnpothefen und WechseIbank konnten auf die ftapitalerbübungeabfid;t sprunghaft um 10 Prozent anziehen. Ferner wurden Maschinen- werte im Einblick auf die günstige Beschäftigung dieser Industrie lebhaft gekauft. Vereinigte Glanzstoff konnten einen Teil des gestrigen 'Jlad)börlenpcrluftcd wieder aufholen. Interesse bestand ferner für Dessauer ®a». 8aIalt, Deutsche Erdöl, Leonhard lieft- Von Montanwerten lagen Laurahiilte, Rheinische Braunkohlen und Buderus weiter fest. Am Geldmarkt zeigte sich trog der fegt hervortretenden Ultimoanspruche noch keine Anspannungen, die Säge zogen allerdings leicht an. Re- portgelder 6,75 bis 7,5 Prozent. Warenwechsel mit Grostbankgiro 4,5 Prozent. Tagesgeld 4 bis 5,5, Monatsgeld 5L bis 7,5 Prozent. Geld für einige Tage über den Ultimo 5,5 bis 7 Prozent. Die Grundstimmung der Börse wurde gegen Ende der ersten Stunde wieder freundlicher, ein Teil der anfangs gedrückten Werte konnte sich erholen. Im D e- visenoerkehr zog Spanien gegen Reuyork auf 19,20 an. Paris gegen London abbrvckelnd 123,05, Die übrigen Voluten waren kaum verändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. HL 'Banknoten. «' > Sen................ 5*/e Äotdnientane»..... Berlin» HMNdrtSaeletUchaN - Lemmerz- und Pnvai-2-auk ZarinfL uuö ‘JiaiianaUant TeuNLr Pank....... TiSkonio Uommanbtt . . Dresdner Baut........ Weinllbant........... Mitteldeutsche Crebitfanf üefw retchgche ttrtbttanfiaU. Reich« dank..........- *ocbumer ........ • • Bndcr.it . . .........- 6ere ............. Deutsch Lurembnr» (Wclfcnfirflentr 2erft . . oarpcr.cr Bergbau...... xalin erfe 8lfd)cr8lebcu. . . .Valiiverf Wesierrgela ................. ■ Mancieldcr........... L berbtbarf ...... .. . i'hcütr Bergbau....... Wljeintffle Wrounfoblm . . . Rheinstabl........... Riedeck Moiiiau........ letto* Bergbau...... , Bereinig!» Eladlwerke . . . . Haindura ünienla Bake,. .. «orddeuilcber MUoo . . . ilheramilche Verte 91 (bin . . fernennuert Heidelberg . . . Pdilivv Hotjmann...... Ängio (tont chngno . ., . EdeinUche Mayer ntavtn. . . ('•efblromlbi......... feoUveri obluna........ $ W ^ar^en.Industrt«. . . NiUgcrvwerke......... Scheid.ansiall......... Tina. ElkkirijitätS-Gesellschafl Bergniann Eb tlr. Lieferungen Vidjt und Uralt..... .. '.ViQintvaiUorrte......* * Schocken Kiemen« A Halske Adlerwerkr Daimler Molaren. ...... lr.wPurt a-M. S»Olll i-U^r. | SD.j«,-' Anfang > Uk» Kux» Rur» .1»- Tctrnn rr i. «' 1 27. 1. t*. L 5*,, TriM-e Steubianiclbe <■ Itudfl« iXeteb/aitleibe i.W.i J Pü u.w 0.MW (I.N<5 U.87 3’ , Dratichr Rcich -i tcllx V.siti u.v; T . Tturicbe Erichsmlci6k . Teundx tci’arpranitcnanldlx — — U.Wd U.M U.16 0 <'« t>r* — _ Tt-undx yrrtb. Dollar Ant 1» — — d'» Toll flnnct nj. . — * * Bertüi, 2S Jan Oelh . Brt" nm.Tironllrtjf Pfoten..... 4,1911 4,21» !0ktaisckre Wottn . DZnilkve .............. 6itallf<6c Nolcn........ üb. 4.-> M.75 118,05 112.61 4),4Uowakilck>e Noten 69. IN 69.52 12.145 >2.565 Ungarische VlottB . . 7'.51 78. W schäftigt,- die ältesten von ihnen warten seit 7 Jahren auf Anstellung. Evangelische Bewerberinnen sind 119 vorhanden, latholisa'e Bewerber 12d und katholische B.Werberinnen 78. — Die Echülerzahl zeigt feit OlUrn 1926 eine steigende Lendenz. d.e auch 192.' onhirlt. doch ist bann nach dem Ausweis der Standesämter ein Aüägano der Schülerzahl zu erwarten. ’ Marburg. 27. öan. In einer Gedenkfeier für ILHarlotte von 6:dn aus Qinlob ihre» 103. Todcs ages wirkte FrauHcrtha Meyer« Zondervan au« Giesten mit; sie fang ge- schmaävvll in den Rahmen der Feier sich fügend« Lieder von Schubert. Beethoven, BrahmS und ßifjt. Die hiesige Presse urteilt über dir Münft« lertn wie f.Igt: .Don einer kiesen Innigkeit und einer gesangennehmenden Bewegtheit des Ausdrucks waren die gesanglichen Darbietungen von Frau Hertha Meyer«Iondervan. Sie verfügt Über eine wunderbar: Klangfülle der Stimme und befigt vor allem eine frisch« mitreistende BorkragSweise, verbunden mit einem ausgeprägten Vinn für da- Gefühlvolle und Fcipabgc- stimmte." Wirtschaft. • Steigende Spareinlagen bei den hessischen ländlichen Kreditgenossenschaften. Die Jahresabschlüsse der Spar- und DarlehnSkassen. Borichuh- und Är«- bitvereine und DolkSbanken deZ landwirtschaftlichen Vc-'-osienschaitsveräandeZ in Darmstadt zum 31. Dezember 192d haben gegenüber bn letzten Erhebung vom 1. Oktober 1923 ein weiteres starkes Ansteigen d.n: aejamten Einlagen ergeben. Bdährend am 1. Oktober die gesamten Einlagen den Betrag von 22 Millionen erreichen, ist diese an sich schon ansehnliche Summe bis zum 31. Dezember auf 28 Millionen gestiegen. Hierzu kommen noch die eingezahlten Desch^ftSgulhaixn, die sich auf annähernd 2.8 Millionen belaufen, so bafj das gesamte, im eigenen Geschästsbezirk aufgebrachte Betriebskapital weit über 30 Äil- lionen beträgt. • Kapitalserhöhung der Man - nesmann-Rdhrenwerke. Die Mannes- mann-Röbrenwcrle berufen für den 3. Februar eine Aufs chtsratSsitzung ein, auf der die Erhöhung des Aktienkapitals um 4,8 Mill. RM. zum Srfatz von früher zu AngliederungS,wecken verwand'en Stücken, sowie d.e Ausgabe von 30 Mill onen RM. 7pr^z., zunächst mit 25 Proz. einzuzahlendcr Bor'.ugSaltien, die von einem Äonfordum unter Führung der Deutschen Ban! übernommen werden, beschlossen werden soll. Die Dorzugsaktien können je nach Bestimmung der Derwaüung ganz oder teilweise einbezahlt werben. Dollbezahlte Dorzugsaltien können in Aktien umgewandelt werden, die dann nach von der Der- waltung festzusehenden Bedingungen den Aktionären zum Bezug« anzubieten sind. Die Generalversammlung findet am 22. Februar statt. • Deutsche Eontinental-GaSge- sellschast. Die Generalversammlung der ^Deutsche Continental-GaSgefellschaft" in Dessau genehmigte einstimmig die Kapitalerhvhung von 63 auf 75 Mill.onen AM. Don den 15 Millionen dienen 11 zum Erwerb der -Zeche Westfalen von Georg v. DiefcheS Erben, die restlichen vier, zuzüglich 2 M Utonen Dorratsaktien werden den alten Aktionären im DerhältniS 10:1 zu 125 Prozent angeboten. Die neuen Aktien sind vom 1.1. 1927 ab gewinnberechtigi Zu b:.n Erwerb der Iech« ,W«stsalen" von Giesche und dem Problem der Ferngasversorgung sührte Generaldireltor Heck u. a. aus: Schon lange vor dem Kriege hat die Dessauer GaSgelellfchast sich mit der jetzt fo atuten Frage der Gasfernversorgung beschäftigt. Heu:« fei man der U«bcr)eugang, dah auf we tr Entfernungen Ferngas nicht m.l den Grostgase- reien lonlurr.eeen könne. Die Entwicklung wurde wahrscheinlich dahin gehen, dast sich in ^.urtd)- lanb auster an den natürlichen Stellen der Gasgewinnung (Westfalen. M:tteldeul^ches Braun- kohlengebiet und Oberfchlcf.cn) an verschiedenen Plätzen Grostgasereien entwickeln würden, die mit einem auf 150 b s 200 Kilometer geschätzten wirtschaftlichen Altionsradius ihr natürliches DerforgungSgebiet bei cfern werden. Die ganze Frage sei in erster Linie eine Lran-porisrage. AuS solchen Erwägungen sei d.e Deffauer Gas- gesellschast in den Bergbau gegangen und habe sich e.nes der größten Dvrtommt von zuverlässiger Seite erfährt, wird die Dividende lüt das Geschäftsjahr 1926 wieder 8 Prozent betragen. Frankl rrt pese. Frankfurt a. M., 28 Ian. Tendenz: unsicher. Die nunmehr bekanntgewordenen Transaktionen von Mannesmann, Hamburg-Süd und AEG. würben von der opelulQtion mit einiger Enttäuschung ausgenommen, fo daß in diesen und in den übrigen Hauptwerten »erstarkte Realisalionsabgaben erfolgten. Dazu kam noch der erneute Rückgang der Farbenaltien. Außerdem wurde der in Frankfurt sich etwas verknappende Geldmarkt beachtet. Bon Montanaktien waren Mannesmann stark gedrückt, minus 5 Prozent, Rheinische Braunkohlen minus 1,5 Prozent, Rhcinstahl und Phönix (letztere aus wahrscheinliche Dioidcndenlosigkeit) je minus 1,73 Prozent. Ka11aktien behauptet. Bankaktien uneinheitlich. Bayerische Hyoothekcn auf die Kapitaierhöhui.gLubsichl plus» 10 Prozent, Dis» conto plus 2, Dresdner und Deutsche |e plus 0,5 Prozent. Schwächer lagen dagegen Commerz, und Darmstädter. Bon Schiffahrtsaktien schwäch, ten sich Rordlloyd um 1,75 Prozent ab. Auch Elektroaktien auf Realisationen weiter nachgebend. AEG. minus 1,25 Prozent, Siemens minus 1,5 Prozent. Bon Chemiewerten blieben I.-G. Farben etwas gefragt nnd ziemlich wider- ftandsfählg. Deutsche Erdöl konnten sich um 1,75 Prozent besrstigen. Die variablen Werte waren relativ gut behauptet, ein Zeichen, dast immer noch zahlreiche Publikumskäufe ftattfinben. Höher wur» den Holzdestlllationswerte, Autoaktien, Maschinenwerte und süddeutsche Zuckcraktien. Heimische Anleihen lagen ruhig und abgeschwacht. Kriegs- anleihe 0,887L Schutzgebiet 17,1 Prozent. Don ausländischen Renten lagen Türken etwas schwächer. Am Geldmarkt machten sich die Ultimovorbereitungen bemerkbar. Die Geldsätze zogen leicht an. Tagesgeld auf 4 Prozent erhöht, die übrigen Sätze blieben noch unverändert. Im De» Srennholzvetsteigerungen Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: A. Dienstag, den 1. Februar 1927, vormittag» 0% Nhr beginnend, (Abt. 13b und 15c, Distrikt Langelstein, Bezirk bei Förster- Loh, Wiescck) 94 rm Vuchenfcheiter, 10,6 rm Eichen« und Fichtenscheiter, 25 rm Buchenknüppcl, 21,5 rm Eichen- und Fichtenknüppel, 1300 Wellen Buchenreisig, 250 Wellen Eichen- und Fichtenreisia, 29,6 rm Buchen«, Eichen« u. Fichtenstöck. 41 Fichtenderbstangen I. Kl. — 6,86 fm Znsammcnkunsl: Krcisstraßc nach Taubringen (an der Abtlg. 16). B. Freitag, den 4. Februar 1927, vormittags 912 Nhr beginnend, (Abt. 05, 96, 97 und 121, Stadtwald, Bezirk de- Försters Arft, Forsthauö Hochmari) 169,3 rm Buchemchciter, 46,2 rm Eichenschciter, 26 rm Fickten«, Eschen- u. Kirschen- schciter, 38,8 rm Buchenknüppel, 34,6 rm Eickenknüpvel, 19,7 rm Fichten« und Eschenknüppel, 1325 Wellen Buchenreisig, 190 Wellen Hainbuchenreisig, 1060 Wellen Eichen- und Eschenretsig, 1620 Dellen Ficktenreisig, 41 rm BuckenstScke, 48 rm Eichenstöcke, 65 rm Fichten- und Eschenstöcke. Ausammcnkunfl: Sicher Straße — 9. Schneise. Gießen, den 27. Januar 1927. Der Oberbürgermeister: Z. B.: Dr. Rosenberg. 866B Nutzholzversteigening Montag, den 31. Januar d». Fs.. vormittags von 9 Llhr an. kommen aus den Waldungen der Gemeinde Großen- Duseck. Distrilt Wellersloh, Schwaibenwald, Sichwald.Dorfwiefe und verschiedene, zur Versteigerung: a. Schnittholz Fichtenstämme 2. Kl. 8 et. - 17,18 5M Riefemfiämme 1. Kl. 2 St. — 4,54 . Kiefernstämme 2. Kl. 4 St. = 5,85 , b. Eichenstamme 2. KI. 4 St. — 6,66 Fstm. 3. Kl. 5 St. = 4,95 . 4 Kl. 14 St - 8,30 . 5. Kl. 9 et. — 2,77 , 6. Kl. 96 6t. = 13,49 , c. Zichtenstcngen Derdstangen =■ 10 5flm. Reisstangen = 25 . Die Zusammenkunft ist am Eingang von Wellersloh. Srohen-Buseck, den 27. Januar 1927. Bürgermeisterei Drvßea-Duseck Sans. I44D Die Erholung des Körpers u. der Nerven während der Arbeitspausen erfährt durch den Genuß einer guten Zigarette eine wohltuende Unterstützung. Die neuen Salem »Zigaretten mit dem goldenen Wappen auf der Packung sind äußerst leicht und mild und sehr bekömmlich. SALEM-ZIGARETTEN mit dem goldenen Wappen auf der Packung Haben Sie Grippe end wollen Sie dio Anstcekunce- Erfahr nnhezu unmöglich machen, dann helfen Ihnen bestimmt SALEM R°Tjjw