Nr. 200 Erstes Blatt 177. Jahrgang Samstag, 27. August (922 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamiNenblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monati'vezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech ans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. Postscheckkonto: Zrankfnrl am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnlck und Verlag: VrLHI'sche llniverfttäts-Vuch- und SteindruSerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Snzelgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Deutschland und der Völkerbund. Don Professor Dr. W. Goetz, Leipzig. Mitglied des Reichstags. 2lls Deutschland in den Völkerbund eintrat, stand es vor zwei Möglichkeiten: entweder kam eS dadurch zu einem Einfluh in allen Fragen der grohen Politik und damit zu einer lieber» Windung des Versailler Vertrags, oder es wurde unter einem täuschenden Schein gezwungen, Geschehenes anzuerkennen und sich stets von der französisch-englischen Seite überstimmen zu lassen. Entscheidend für Deutschlands Eintritt war aber die Erkenntnis, daß es außerhalb des Völkerbundes keinerlei Einfluß auszuüben vermöge, denn nur das mit dem Völkerbund zu getollt» nende Vertrauensverhältnis zu anderen Mächten Formte Deutschland die Möglichkeit zu neuem Einfluß geben. Bei dieser unabänderlichen Sachlage gab es zuletzt keinen Zweifel: Deutschland muhte dem Völkerbund beitreten, gleichviel ob unsere Mitwirkung wls direkte Vorteile bringen würde oder nicht; selbst das Zusammengehen mit den einstmals neutralen Staaten setzte den Eintritt in den Völkerbund voraus, denn sie hatten ihr Schicksal nun einmal alle mit dem Völkerbund verknüpft. Fragt man heute, ob wir durch den Völkerbund zum Schweigen und Dulden gezwungen worden sind oder ob wir etwas für uns erreicht haben, so ist die Antwort kaum zweifelhaft: wir haben Wohl bireft im Völkerbund noch nichts Wesentliches erreicht, aber nur über den Völkerbund ist der Weg zu allen jenen Verhandlungen gegangen, die der deutsche Außenminister mit den französischen und englischen Staatsmännern führen konnte und die zu kleineren Zugeständnissen an Deutschland und zu einer trollen Wiederaufnahme Deutschlands in den Kreis der Großmächte geführt haben. Aber das sind moralische Gewinne, die unsere größten Schmerzen nicht heilen. Wir wollen in erster Ginie die Räumung des Rheinlandes; solange sie nicht erfolgt, kann unser Vertrauen zum Wert des Völkerbundes nicht allzu hoch steigen. Oder liegen die Hindernisse nicht beim Völkerbund? Es ist in der Tat so: unsere Aufriahme in den Völkerbund hat zu Abmachungen geführt, die wir dankbar begrüßen müßten, wenn sie ausgeführt worden wären. Die Hindernisse liegen nicht beim Völkerbund, sondern ausschließlich in Paris bei jenen Kreisen, deren Füchver der Ministerpräsident Poincar6 ist. Es ist eine von Chamberlain erhärtete Tatsache, daß in Locarno die baldigeRäu- m u n g des Ryeinlandes z u g e s a g t worden ist. Für die Verzögerung ist nicht der französische Außenminister Driand verantwortlich, sondern seine französischen Gegner, jene unversöhnlichen Feinde Deutschlarrds, die mit Gewaltmitteln die zu rasche Wiedererstarkung Deutschlands verhindern möchten. Der Ministerpräsident Pvincarö benutzt seinen Einfluß, um das Versprechen des französischen Außenministers zu durchkreuzen. Aber es bleibt trotzdem bestehen, daß Deutschland von den Außenministern Frankreichs und Englands in Locarno die feste Zusage auf die Räumung des Rheinlandes erhalten hat; damit ist aber doch eine Rechtslage geschaffen, an der selbst die französischen Rationalisten auf die Dauer nicht vorbeikommen werden. Wenn Chamberlain die Ehre Englands in dieser Sache engagiert sieht, so wird sich auch in Frankreich der Standpunkt Briands schließlich durchsetzen müssen — die Zeit wird stärker sein als Poincare. Wer unsere Lage nach dem Weltkrieg unbefangen betrachtet, wird schon in dem Erreichten und dem Zugesagten Fortschritte sehen müssen. Der Grundirrtum aller unbefriedigten Kritiker auf diesem Gebiete ist, als ob wir im Handumdrehen wieder erhalten könnten, was uns mit kalter Berechnung genommen worden ist. Die einzige Möglichkeit einer vollen Wiederherstellung der Rechte und der Grenzen Deutschlands besteht in einer zähen, geduldigen Politik im Rahmen des Völkerbundes. Tagungen ohne wesentliches Ergebnis wie die letzte müssen hingenommen werden; unsere Politik kann nicht auf heute oder morgen eingestellt sein. Das Schlimmste, was wir machen können, wären Fehler aus Verstimmung über das zu langsame Tempo unserer Erfolge. Wir haben doch nun genugsam gesehen, daß alle Hoffnungen auf Zwist unter unseren ehemasigen Gegnern eitel sind, und daß das Verttauen der Welt zu uns nicht durch bloße Worte gewonnen werden kann. In sieben Jahren ist eins zum andern langsam hinzugekommen, unsere Stellung zu bessern; der Grund ist breiter geworden, auf dem wir wieder bauen können. Vor einigen Jahren wäre es noch nicht möglich gewesen, daß der deutsche Außenminister im Ausland gefeiert worden wäre, wie es in Genf und in Oslo der Fall gewesen ist. Die letzte Tagung des Völkerbundes war ohne Zweifel so gut wie ergebnislos. Ob die deutsche Politik bei stärkerer Initiative mehr erreichen könnte, bleibt dahingestellt. Wir müssen schon zufrieden fein, wenn Frankreich, wie in den Tagen des Ruhrkampfes als der Störenfried angesehen wird — Frankreich kann erfahrungsgemäß solches Verdikt der öffentlichen Meinung nicht lange ertragen. Ob in Genf privatim dennoch etwas erreicht worden ist, ob die De- sprechungen der drei Außenminister weiter geführt haben als die offiziellen Verhandlungen, entzieht sich unserer Kenntnis; sicher ist wohl nur, daß die abenteuerlichen Gerüchte über Zugeständnisse auf militärischem Gebiet, die von Besatzungsabbau um nur 1OOOO Mann. Paris sieht Locarno als „niemals abgeschlossen" und jedenfalls wertlos für den Frieden an. Paris, 26. Aug. (WTB.) Der Gonöoncr Berichterstatter der Havasagentur will den Inhalt der englischen Antwortnote zur Frage der Besahungsverminderung wie folgt skizzieren können: Die englische und französische Regierung seien durchaus einer Ansicht darüber, daß die Besetzung ausschließlich vdm Standpunkt des Dawesplanes angesehen werden müsse, dessen Garantie sie sei, während der Sicherheitsfaktor, was man auch gesagt haben möge, nicht im Vordergründe gestanden habe. Die beiden Regierungen seien gleicherweise der Ansicht, daß Deutschland keine Ziffern aufzustellen habe, sondern daß es Sache der englischen und französischen Regierung sei, hierüber zu entscheiden. Es sei jedoch klar, daß beide Regierungen anerkennten, das Deutschland im Jahre 1 9 2 5 betreffend die Besatzungsverringerung gegebene Versprechen halten zu müssen, ohne daß man sich jedoch auf die deutsche Auffassung von der sogenannten normalen Besetzung festlegen könne. Die englische, belgische und französische Regierung würden also den Bestand ihrer Truppen festzusehen haben. Der Llnterschied zwischen London und Paris in der Verwendung dieser Effektivbestände beziehe sich auf eine beschränkte Ziffer, da es sich nur um eine Spanne zwischen 60 000 und 5 6 000 handele. Vom englischen Gesichtspunkt aus sei die Ursache ^hierfür besonders in Gründen technischer Art zu suchen, da ja die Organisation der englischen Besatzungstruppen durch ein Berufsheer gebildet werde, und auch in einer Art Prestigefrage der militärischen Würde, die den Wunsch rechtfertigte, im Rheinland eine im Vergleich mit den französischen Truppen angemessene Anzahl englischer Truppen oeizube- halten. Es handett sich also darum, die These der Diplomatie und diejenige der Militärs in Einklang zu bringen, was übrigens nicht für unnötig angesehen werde, da ja die Verständigung zwischen beiden Regierungen im Prinzip erfolgt sei. Dies fei der Inhalt der Antwortnote, die vom englischen Kabinettsrat gestern formuliert worden fei. Die Antwort, so erklärt der Londoner Berichterstatter der Havasagentur, regelt nicht die ganze Frage, beendet aber die Erörterungen zwischen London und Paris. Diese würden vielmehr in einigen Tagen direkt zwischen dem englischen und französischen Außenminister fortgeführt werden, da Chamberlain am 30. August in Paris weile und bis zur Weiterfahrt nach Genf, die am Abend desselben Tages erfolge, genug Zeit haben werde, um sich mit Briand zu besprechen. Die englische Antwortnote betreffend die Herabsetzung der Besatzung s- truppen im Rheinlande ist heute, wie der „Temps" berichtet, von der englischen Borschaft in Paris dem Quai d'O r s e y übermittelt worden. Englisch-französische Verständigung. Paris, 26. Aug. (Wolff.) Heute vormittag wurde ein Ministerrat abgehalten. Das amtliche Communique darüber besagt lediglich, daß die Sitzung von 9.30 Uhr bis 13.10 Uhr gedauert und sich mit der Erledigung laufender Angelegenheiten beschäftigt habe. Der nächste Ministerrat ist auf Freitag, den 2. September angesetzt worden. Rach Schluß des Ministerrates erklärte B r i a n d, daß mit der englischen Regierung eine Verständigung übSr die Verminderung der Be- sahungslruppen so gut wie erzielt sei. Er erklärte ferner, daß Senator d e 2 ouve - n e I, der von der Dölkerbundsdelegation zurücktritt, nicht durch einen anderen Delegierten erseht werde. Die Havasagentur verbrei et folgende Auslassung: Die englische Rote betreffend die Effektivbestände im Rheinland ist heute vormittag dem M i n i st e r r a t unterbreitet und von diesem geprüft worden. Diese Rote behandelt zwei Fragen, die noch unerledigt geblieben waren, diejenige des Gesamt-- effektivbestandes der DesahungLtruppen und diejenige ihrer Verteilung. Die erste Frage ist bereits als gelöst anzusehen. Line Gesamiziffer ist festgesetzt worden, die mit den von den militärischen Sachverständigen gegebenen Hinweisen übereinskimmt. Was die Verteilung der Effeküvbestände betrifft, so dürfte die französische Regierung sofort ihre Antwort nach London übermitteln und eventuell neue Vorschläge bcfanntg:ben, die auf j.den Fall von den englisch-en Anregungen nicht sehr weil kommunistsicher Seite verbreitet werden, hinfällig sind; zur Zeit hat der deutsche Außenminister bei feinen vertraulichen Besprechungen mit Driand und Chamberlain wohl noch wichtigere Aufgaben zu betreiben als die Steigerung der deutschen Rüstung. Poincare sieht eine große Gefahr in der Räumung des Rheinlands, aber er kann es nicht verhindern, daß sich auch in Frankreich nach jeder ergebnislosen Tagung des Völkerbundes Die uns entgegenkommende Stimmung wieder verstärkt. Wir wollen uns nicht über das bisher Erreichte täuschen, es ist nur ein Anfang. Aber entfernt sein werden. Sie glaube zu wissen, daß die Zifter, auf die sich zu einigen die beiden Regierungen im Begriffe stehen, eine Kompromißlösung zwischen den ursprünglichen englischen und den französischen Ansichten darstellt. Man darf also auf eine Herabsetzung der französtschen Besahungstruppen gefaßt sein, die sich auf etwa 8000 Mann belaufen könnte. • Befriedigung der englischen Regierung. London, 26. Aug. (WTB.) Reuter erfährt, daß in maßgebenden britischen Kreisen Befriedigung über die Erklärung Briands besteht, daß die britische und französische Regierung tatsächlich zu einer Einigung in der Frage der Rheinlandbesahung gelangt seien. Es wurde erklärt, daß es sich bei der ganzen Frage um das Verhältnis, in welchem die Truppenstärken herabgesetzt werden sollten, gehandelt habe. Einzelheiten über den Pariser Kuhhandel. London, 27. Aug. (WTB. Funkspruch.) Zu dem in der Frage der Verminderung der Rheinlandtruppen angeblich erzielten französisch-britischen Kompromiß auf der Basis der letzten Vorschläge des britischen Kabinetts berichtet „Time s" aus Paris: „Die britisch-ftanzösischen Meinungsverschiedenheiten seien überwunden. Die französische Regieung nehme grundsätzlich die britische Auslegung der Funktionen des Besatzungsheeres an, daß nämlich der Hauptzweck die Bildung einer Garantie für die deutschen Zahlungen gemäß dem Dawesplan sei. Die Frage der Sicherheit sei nicht erörtert worden. Die britische Regierung stimme einer Herabsetzung um nur 10 000 Mann zu. Es werde erwartet, daß Frankreich davon 8000 Mann zurückziehen werde. Es bestehe guter Grund zu der Vermutung, daß dies die endgültige Lösung ist und daß ihre Annahme durch die französische Regierung noch vor der Genfer Zusammenkunft verkündet werden wird. Die Gesamtzahlen der Truppen im Rheinland würde dann etwa 60 000 Mann betragen, und es verlaute, daß die belgische Regierung hiermit einverstanden sei. Der Berichterstatter fügt hinzu, daß in Paris eine Tendenz besteht, die L v - carno-Ablommen so zu behandeln, als ob sie niemals abgeschlossen worden wären und jedenfalls wertlos für die Wiedericrstel- lung und für die Aufrechterhaltung des Friedens seien. Der Korrefvondenl bemert. aber, die Deutschen hätten sich selbst dafür zu bedanken, wie die letzten „beunruhigenden" Vorgänge in Deutschland auf die Beziehungen der beiden Länder zurückwirken. Pertinax berichtet im „Daily Telegraph" aus Paris: Die Frage der Verminderung der Rheinlandtrupven könne jetzt als geregelt angesehen werden. Etwa 1 8 0 0 britische, 1100 belgische und 6800 französische Truppen würden zurückgezogen werden. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Die französische Antwort auf die letzten britischen Vorschläge war bis gestern spät abends noch nicht in amtlichen britischen Kreisen eingetroffen. Der Korrespondent wendet sich in eingehenden Ausführungen gegen di e französische These, daß die Besetzung des Rheinlandes durch alliierte Truppen rechtlich über die Vertragsgrenzen hinaus verlängert werden könne, um eine vorgeschobene Stellung für S r a n t c e i a> zu schaffen. Eine solche ausgedehnte Besetzung würde die Sicherheit bedrohen, die Deutschland durch den Locarnovertrag versprochen fei. Englands 6 Punkte. Paris, 27. Aug. (WTB.-Funkspr.) „M a - tin" will in der Lage fein, Angaben über den Inhalt derRote zu machen, die das Foreign Office gestern vormittag am Quai d'Orsay überreichen ließ und über deren Inhalt der Minister- rat gestern beriet. Dieses Schriftstück enthalte sechs Punkte: 1. Die Lage erlaube, dem Versprechen einer Herabsetzung der Stärke der Besahungstruppen nachzukommen. > 2. Diese Herabsetzung werfe in feiner * wir müssen daran fest halten, daß der begonnene Weg ohne Schwanken weitergegangen werden muh, daß er der einzige ist, der überhaupt zu Erfolgen führen kann; daß er nur langsam zu der Höhe führen kann, auf der wir Deutschland wieder sehen wollen, liegt ebenso deutlich zutage. Die Geduld ist in der Gegenwart die Voraussetzung jeder posittven deutschen Politik. Einkreisung Nankings? Schanghai, 26. Aug. (WTB.) Rach der gestern erfolgten Besetzung von Tungtschau, 80 Weise den Grundsatz der vorzeitigen Räumung auf und könne nicht als Etappe zum vollkommenen Verzicht auf die territorialen Pfänder angesehen werden. 3. Der Zweck der Besetzung fei, die Zahlungen nach dem Dawesplan zu verbürgen. 4. Es fei nicht Sache Deutschlands, die Zahl der Effeftivbest-ände festzu- fehen, und die Gesamtheit der Zahl der deutschen Garnisonen vor dem Kriege von 50 000 Mann könne nicht als Grundlage für die Herabsetzung der gegenwärtigen Rotwendigkeiten angesehen werden. 5. Man forme insgesamt 60 000 Mann englischer, französischer und «belgischer Truppen als berechtigt, notwendig und genügend erachten. 6. Die Zurücknahme von etwa 9000 Mann würde sich proportional verteilen, damit Großbritannien im Rheinland einen Stamm von Truppen erhalte, der es genügend vertrete. „Echo de Paris" glaubt übrigens mitteilen zu formen, daß es im gestrigen Ministerrat bei Besprechung der englischen Rote nicht ohne Erregung zugegangen sei. Rücktritt Lord Robert Cecils? London, 26. Aug. (WB.-Reuter.) In poli- tischen Kreisen sind in den späten Abendstunden Gerüchte im Umlauf, wonach ViscountCecil, der Kanzler des Herzogtums Lancaster, von feinem Posten im Kabinett zurück- getreten ist, und zwar soll der Grund in Meinungsverfchiedenheiten mit mehreren feiner Kabinettskollegen bestehen, die sich auf den Völkerbund beziehen. Das Gerücht vom Rücktritt Lord Robert Cecils erregt beträchtliches Aufsehen. Premierminister Baldwin hat auf eine Anfrage, ob das Gerücht zutreffe, erklärt, er könne es we der dementierennochbestätigen. Cecil gab auf eine Anfrage an: „Ich kann diese Frage nicht beantworten" Der polittsche Korrespondent der „Westminster Gazette" entnimmt aus der Antwort, daß eine Reibung zwischen Lord Cecil und seinen Kabinettükol- legen bestehe, die sich bereits bei der letzten Flottenkonferenz zeigte. Der politische Sonderberichterstatter des „Daily Expreß" schreibt, der Grund für das Rücktritts- gesuch Lord Cecils sei eine Kabinettsspal- t u n g , die seit mehreren Tagen in politischen Kreisen ein offenes Geheimnis sei und besonders Chamberlain und Cecil betreffe. Die Krise, sei entstanden wegen der Frage der Verminderung der Rheinlandtruppen. Cecil habe den Standpunkt vertreten, die Weigerung der französischen Regierung, ihre Truppen um mehr als 5500 Mann zu verrringern, sei ein verbrechen gegen den Geist von Locarno. Cecil gehe noch weiter und erkläre, daß überhaupt feine Besatzung mehr bestehen dürfe, da die französische Sicherheit durch Locarno und das gesamte britische Heer gewährleistet sei. Chamberlain ergreife, wie gewöhnlich, die Partei Frankreichs. Es werde daher das außerordentliche Schauspiel geboten, daß Cecil zurücktrete oder mit seinem Rücktritt drohe als Pro - test gegen Chamberlains Haltung und nm den Locarnovertrag zu retten, für den Chamberlain die Hauptanerkennung erhalten habe. Man glaubt nicht, daß die aus Paris gemeldete Vereinbarung, das Besatzungsheer auf 60 000 Mann herabzusetzen, Lord Cecil zufriedenstellen werde. Dienstag Kabinettsfitzung in Berlin. Das Reichskabinett wird, wie die Berliner Blätter berief).en, am Dienstagvormil.ag zu einer Sitzung zusammen treten. An ber Sitzung werden voraussichtlich nur wenige Mitglieder des Kabinetts teilnehmen, da sich die meisten Minister noch im Urlaub befinden. Bei dieser Gelegenheit werden u. a. die Genfer Ratstagung und die Vollversammlung des Völkerbundes noch einmal behandelt. Da die eigentliche Aussprache im Hinblick auf Genf im Kabinett schon vor den Sommerferien statt- gesunden hat, so wird man von der Sitzung am Dienstag keine neueren Beschlüsse mehr erwarten können. Reichsaußenminister Dr. S i re fern a n n tritt am Dienstagabend feine Reife nach Genf an. Die Mitglieder der deutschen Delegation folgen erst später, wenn die Vollsitzungen beginnen. Staa ssekre.är Weißmann begleitet die Delegation als Vertreter des Reichsrates. Kilometer nördlich von Schanghai, am linken Hfer des Jangtse, durch die Truppen Sunt- schuanfangs ixicö der lieber gang des S 1 r o- mes an zwei Stellen geweidet. Die Nordtruppen haben diesen Tiebergang bei Lungtan, 24 Kilometer flußabwärts von Nanking, und an einer anderen Stelle, 16 Kilometer flußaufwärts von dieser Stadt bewerkstelligt. Anscheinend beabsichtigt Suntschuansang, Nanking zu umkreisen und den Rückzug der Verteidiger dieses Platzes zu verhindern. Zu diesem Zweck soll er die Peking—Scha ng Hai- Eisenbahn bei ßungtan angeschnitten Hecken. vjevelltschenhetzevorMedenrfreunden Gute Zurückwei>ung durch Prof. Schücking. Paris, 26. Aug. (WTB.) Die heutige Dor- mittagssitzung der Interparlamentarischen Union erhielt einen besonderen Auftakt durch die Rede des belgischen Senats Maunette. Maunette, Großmeister der Freimaurerlogen Belgiens, der während des Krieges eine gewisse Rolle gespielt hat, erklärte, Reichstagspräsident Lobe habe gesagt, daß man es vermeiden müsse, die eben geschlossenen Wunden wieder aufzureißcn. Er habe recht. Es sei zu hoffen, daß Lobe seinen starken Einfluß dazu benutzen werde, um die Wiederholung derartiger Zwischenfälle zu vermeiden, wie sie jüngst durch die ebenso ungezügelten, wie unbegründeten Konklusionen betreffend die Neutralität Belgiens und die Deportierung belgischer Arbeiter nach Deutschland hervorgerufen worden seien. Man müsse sich fragen, ob die Interparlamentarische Union in der Vergangenheit alles getan habe, um der artige Vorkommnisse zu verhindern. Gewiß dürfe man von ihr nicht mehr fordern, als sie wirklich geben könne. Wenn sie nicht vermacht habe, sich der Entfesselung des Weltkrieges zu widersetzen, so könne man ihr doch vorwerfen, nicht alles getan zu haben, um deren Schrecken zu mildern. Könne man sie nicht verantwortlich machen dafür, daß sie kein Wort und f ine Geste gefunden Hot, als ein neutrales und loyales Land von einer Nation überfallen, geplündert und gequält worden sei, die selbst Belgiens Neutralität und Unabhängigkeit garantiert habe? Bisher habe man Stillschweigen bewahrt. Es scheine, daß niemand während des Krieges im Namen der Interparlamentarischen Union das Verbrechen der verletzten Humanität habe verkünden können, das in der Deportierung belgischer Arbeiter bestanden habe, die gemartert und gezwungen worden seien, gegen ihr Land zu wirken. Dieses Schweigen müsse man jedoch brechen. Die belgische Delegation erwarte, daß man das oeraüscheuungswürdige, vom Reichskanzler von Vethmann hollweg ausgesprochene Wort mißbillige. Wenn man aufrichtig den Frieden wolle, müsse man das Vertrauen wieder schaffen und der ^.leberzeugung Ausdruck geben, daß diesmal das Derspre'en gehalten werden würde. Diejenigen, die am härteren in ihren heiligsten Gefühlen getroffen worden seien, seien bereit, nicht zu Der gessen, denn das sei kaum möglich, aber nicht mehr daran denken zu wollen. Aber wohlverstanden dürfe ein solches Opfer nicht einseitig sein. 3n diesem Geiste schlage er der Vollversammlung eine Resolution zur Annahme vor. Die Resolution, die dann verlesen wurde, und die dem Vorstand zur weiteren Regelung übermittelt worden ist, spricht sich dafür aus, tue Konferenz der Interparlamentarischen Friedensunion möge feierlichst erklären, daß der F r i e d e zwischen den Völkern das hoch st e G u t sei, und das Ideal, dem alle Staaten und Regierungen zustreben müßten. Die Interparlamentarische Friedensunion mißbillige und brandmarke von vornherein jeden kriegerischen Angriff, jeden Revanchekrieg, jede Zuflucht zur brutalen Gewalt. Sie sei der Ansicht, daß die Pazifizierung der Geister und die moralische Abrüstung das wesentlichste Element und die Vorbedingung jeder Versöhnung, jeder Annäherung und jeder Zusammenarbeit seien, daß ferner die erst« Bedingung dieser Pazifizierung und Annäherung sich ergebe aus der loyalen Anerkennung des verursachten Unrechtes und der Ungerechtigkeit eines Angviffes. In diesem Sinne erkläre die Interparlamentarische Friedensunion einmülm, daß die Verletzung der belgischen Neutralität im August 1914 ein höchst bedauerlicher und zu verwerfender Akt gewesen sei. Sie gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die Respektierung der Verträge künftig die Regel für das Verhalten der Völker sein werde, und gehe zur Tagesordnung über. Rach diesen Erklärungen des belgischen Senators ergriff Im Ramen der deutschen Delegation Prof. Dr. Schücking. das Wort zu einer Erklärung, in der er u. a. ausführte: Die deutsche Gruppe sieht sich genötigt, in dieser Debatte über die Weltpolitik noch einen Redner sprechen zu lassen, da gewisse Ausführungen de Iouvenels über die deutsche Politik bei unserer Gruppe starke Befremdung erregt haben, ich glaube sogar, sagen zu müssen, daß diese Ausführungen dem großen Ziele der inte r nativ noalen Verständig ung nicht gedient haben. Zunächst war in diesen Ausführungen ein tatsächlicher Irrtum. Niemals hmt der deutsche Reichstagsausschuh den Vorwurf gegen Belgien erhoben, daß es selbst die Reutralilät verletzt habe. Es findet sich lediglich in dem Gutachten eines einzelnen Parlamentariers eine beiläufige Bemerkung über die Verwirkung der belgischen Reutralilät durch Belgien. Weiter hat Senator de Iouvenel gegen den Gedanken einer Untersuchung der Schuld cm Weltkriege ausgeführt, die Richter seien noch nicht geboren, die über dieses Problem urteilen könnten. Man könnte sich dieser Auffassung vollständig anschliehen, wenn man nicht vor der historischen Tatsache stände, daß i n der Vergangenheit s i ch Richter g e - funden haben, die dieses Urteil gegen uns ausgesprochen haben, und zwar waren diese Richter die der anderen Partei. Durch den vorwurs der alleinigen Kriegsschuld fühlt sich das ganze deutsche Volk in seiner Ehre getroffen. Ls ist bedauerlich, daß zwei Jahre, nachdem die ganze Welt den Cocarnoocrtrag als ein Werk der Befreiung begrüßt hat, die Bedeutung dieses Vertrages an dieser bedeutsamen Stelle in Frage gestellt worden ist. De Iouvenel hat zwei Einwände gegeit den Wert des Locamovertrages geltend gemacht, inmal die Zusicherung, die Deutschland gegeben worden ist für den Fall, daß auf Grund des Artikels 16 des Völkerbundspaktes der Völkerbund eine internationale Exekution verhängen sollte, zum anderen den Abschluh des Berliner Vertrags zwischen Deutsch- land und Ruh land. Was die erste Beanstandung anlangt, so handelt es sich um nichts weiter als um eine Anerkennung der besonderen Situation, in der sich das deutsche Volk durch seine Abrüstung befindet. Wie kann man es dem deutschen Volke verübeln, wenn es bestrebt war, ohne die grohen Kampfmittel der Gegenwart im Zustand der einseitigen Entwaffn u n g das Elend von seinem Lande fernzu- halten, die die Verwirklichung der kriegerischen Aktion für uns mit sich bringen muhte? Was den Berliner Vertrag anbetrifft, so ist dieser der Ausfluß des Bestrebens gewesen, gewisse Befürchtungen zu zerstreuen, die der Abschluß des Dertragswerkes von Locarno und der Eintritt Deutschlands in den Völlerbund hervorgerufen hatte. Befürchtungen in dem Sinne, dah Deutschland durch seine Vereinbarungen mit den Westmächten und den Eintritt in den Völkerbund sich auf eine planmäßige antirussische Politik festgelegt habe. Diesem Ziele entsprechend enthält der Berliner vertrag sowohl in seinen vier Paragraphen wie in dem darauffolgenden Notenwechsel nichts, was den durch Deutschland in Genf und Locarno übernommenen Verpflichtungen widerspricht. Besonders befremdet hat uns aber die Tatsache, daß Herr de Iouvenel die Beanstandung unserer Politik zum Anlaß genommen hat, um die Fortdauer der Besetzung im Rh ein lande nicht nur zu begründen, sondern die Rheinlandbesetzung als einzig wirksame Friedensgarantie nach dem O st e n hinzustellen. Wir sind der Ansicht, dah sowohl die Bestimmungen des Versailler Vertrages uns das Recht Geben, die Räumung des Rheintandes zu fordern, als auch, daß die veränderten Umstände, die durch Locarno und den (Eintritt Deutschlands in den Völkerbund geschaffen sind, für die Gegenseite die Verpflichtung begründen, Deutschland von den Lasten der fremden Rkili- tärokkupation zu befreien. Die deutsche Delegation bekennt sich aus vollem Herzen zu dem Grundsatz des Rechts anstatt der Gewalt und erhofft von der Verwirklichung dieses Grundsatzes die endgültige Versöhnung des deutschen und französischen Volkes, in der wir den Schlüssel erblicken zur dauernden Befriedung Eurovas. ®iefe Ausführungen wurden an verschiedenen Sollen von fast drei Viertel ter Versammlung mit großem Beifall au genommen. Professor Schücking betonte, dah man eine Initiative, wie die Vanderveldes, eine internationale, unparteii'che Enquete-Kommission arbeiten zu lassen, nur begrüßen könne, dah die deutsche Dstezation es aber ab- lehnen müsse, die Interparlamentarische Friedensunion durch Annahme einer Tage5vrdnung. w c die belgische, zum Schiedsrichter zu machen über Dinge, die sich auf die Vergangenheit bezögen. Auf die Ausführungen Professor Schückings antwortete Senator de Iouvenel in kurzer Erklärung. Er beglückwünschte sich, dah durch seine gestrige Rede die Erklärung Schückings hervvrgerufen worden sei. Jeder habe nun seinen Standpunkt dargelegt. Deutschland vertrete die Ansicht, daß Locarno genüge, Frankreich den Standpunkt, dah Locarno nicht genüge. Diese Verschiedenheit in der Auffassung dürfe jedoch keine Ursache zu einem Zwist sein. Man wolle vielmehr weiter arbeiten, aber nicht in den Wolken, sondern durch Realitäten. Hierauf wurde vom Vorstand mitgeteilt, daß der Rat der Interparlamentarischen Union morgen um 12 Tlhr zusammentreten wird, um Stellung zur belgischen Tagesordnung zu nehmen, und dah vielleicht schon morgen abend um 18 Uhr die Vollversammlung sich hierzu werde äuhern können. In der heutigen Rachmittagssitzung wurde die Frage der A a u s ch g i f t e behandelt. Rach längerer Diskussion, an der sich auch Reichs- tagsabgeordnete Frau Schröder beteiligte, wurde eine vom Berichterstatter, dem tschechoslowakischen Senator B r a b e c , vorgeschlagene Resolution angenommen. Diese Resolution fordert: 1. Verringerung der Zahl der Personen, die von Rauschgiften Gebrauch machen, 2. Bekämpfung des Vertriebs von Rauschgiften durch Kaufleute, 3. Organisierung eines Rachrichtendienstes über die Entwicklung des Rauschgiftkonsums. 4. Abschluh von internationalen Abkommen zur Einschränkung der Produktion von Rauschgiften. In der morgigen Vormittagssitzung des Kongresses wird die Z o l l f r a g e in Angriff genommen. Empfänge. Im Anschluh an die Rachmittagssitzung wurden die Delegierten der Union im Völkerbunds- amt für geistige Zusammenarbeit vom Kriegsminister P a i n I e D £ in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verwaltungsrates dieses Institutes in Anwesenheit von Unterrichtsminister H e r r i o t empfangen und begrüßt. P a i n l e v e wies in feiner Ansprache auf die Bedeutung des Kongresses hin. zollte den Bemühungen um die Ausgestaltung des Friedens Beifall und auch den tatkräftigen Bemühungen der verschiedensten Redner des Kongresses, wobei er besonders Reichstagspräsident Lobe erwähnte. Im Ramen des Kongresses dankte Professor Schücking. der mit Genugtuung feststellte, dah derartige friedliche Worte aus dem Munde eines Kriegsministers kämen. Professor Schücking gab in seinen Ausführungen einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung des Völkerbundsgedankens, der bereits im frühen Mittelalter aufgetreten und trotz vieler Hinder- nifie nunmehr doch Wirklichkeit geworden sei. Der Präsident der Republik hat heute nachmittag etwa 500 Mitglieder der Interparlamentarischen Friedensunion empfangen. Der deutsche Botschafter von Hösch gab heute abend zu Ehren der deutschen Teilnehmer an dem Kongreß der Interparlamentarischen Friedensunion ein Abendessen mit anschließendem Empfang. Pariser Presfekommentare. Paris, 26. Aug. (WB.) Zu der gestrigen Rede de I o u v e ne l s aus der Konferenz der Inlerpar- lamentarischen Friedensunion schreibt der „Soir": So lange ein Teil Deutschlands besetzt bleibt, wird die Pazifizierung nur eine Chimäre sein. Wollen die franzöjisci/en Generalstäbler und die französischen Politiker den deutschen Nationalisten Waffen in die Hand geben, in einer Absicht, die nicht schwer zu durchschauen ist? Suchen sie den K r i e g s g e i st zu verewigen und suchen sie ihre Revanche, nachdem sie die Ruhr aufgegeben haben, weiter südlich zu nehmen? Es ist erlaubt, das zu glauben. Die R e d e de Iouoe- n e l s wird denen die Binde von den Augen reißen, die sich bisher mit Worten haben ab- fpeisen lassen. Nichts rechtfertigt die Rheinlandbesetzung, wenn nicht bas Fortbestehen einer imperialistischen Mentalität und der Wille, brutal auf den Bevölkerungen zu lasten, sowie der Wunsch, die Zwietracht zu verewigen und damit eine Verewigung des Militarismus zu rechtfertigen. Das Blatt lehnt die Zurückziehung einiger hundert Mann ab. Man müsse b i 5 a u f d i e letzten Spuren die Gewaltpolitik vom linken Rheinufer beseiti- ge n. Die Volksmassen, beunruhigt um den wahren Frieden, würden die Generalstäbler und die Politiker schon zwingen, diese notwendige Handlung zu vollziehen. Zur heutigen Rede des Reichstags abgeordneten Professor Dr. Schücking vor i>er Interparlamentarischen Friedensunion schreibt das „Iournal des D eb a t s": Wir glauben nicht, daß diese Erklärung in irgendeiner Weise die Ausführungen des Senators de Iouvenel abschwächt. Iedermann in Frankreich wünscht eine loyale Verständigung mit Deutschland, aber Deutschland muß begreifen, daß bloße Worte nicht an die Stelle der Tatsachen treten können. Wenn Professor Schücking wenigstens hätte betonen wollen, daß seine Kollegen und er nicht so wie viele feiner Landsleute davon träumen, Polen z u zerstückeln, Oesterreich zu annektieren und den Daves- plan zurückzucheisen, dann hätte seine Rede eine gewisse Tragweite haben können. Aber er hat sich gehütet, irgend etwas hierüber zu sagen, und diese Feststellung ist nicht ermutigend. preußischer Eingreifen in den Berliner Kaggenftreit. Berlin, 26. Aug. (WTB.) Der preußische Mi- nisterpräsident Braun hat, wie der Amtliche Preuß. Pressedienst mitteilt, am 25. August an die Staatsminister folgendes Schreiben gerichtet: „Am Verfassungstage haben die Hotels „Kaiserhof", „Bristol", „Continental" (die sog. Hotelbetriebsgesellschaft), das Hotel „Esplanade" und „Adlon" trotz der Aufforderung, die Reichsflagge an diesem Tage zu zeigen, nicht geflaggt. Bei dem Hotel „Adlon" ist diese Tatsache um so mehr ins Auge gefallen, als das genannte Hotel am 4. Juli, dein amerikanischen Nationalfeiertag, die amerikanische Flagge gehißt hatte. Die genannten Hotels haben auch an ihrem Beschlüsse, die Reichsflagge nicht zu zeigen, fest gehalten, trotz der Vorstellungen, die das Auswärtige Amt bet ihnen erhoben hat. Das Hotel „Kaiserhof" hat sogar gestern, als es zu Ehren der Anwesenheit dem Neuyorker Bürgermeister Walker die amerikanische Flagge hißte, ausdrücklich das gleichzeitige Aufziehen der deutschen Flagge abgelehnt. Ich halte es für dringend erforderlich, daß die republikanische preußische Regierung diese Stellungnahme gegen den heutigen Staat damit beantwortet, daß die Herren Staatsmini st er weder selber in den genannten Hotels Veran st al- tungen veranlassen, noch sich an solchen beteiligen, die in diesen Hotels stattfinden. Ich bitte auch die Herren Staatsminister eine Anordnung zu erlassen, daß für die ihnen unterstellten Beamten in ihrer Eigenschaft als Behörden- Vertreter das gleiche gilt. Es bedarf einer so durchgreifenden Maßnahme, um der Oeffentlichkeit zu zeigen, dah die republikanische Regierung nicht gewillt ist, irgendeine Mißachtung der bestehenden Staatsform zu dulden." Der preußische Ministerpräsident hat am gleichen Tage dieses Schreiben dem Herrn Reichskanzler zur Kenntnis gebracht und an ihn die Bitte gerichtet, daß auch die Reichsregierung sich dem preu- ßischen Vorgehen anschließen möge. gwei Erklärungen der Hoteliers Berlin. 26. Aug. (WB.) Der Verein Berliner Hotelsund verwandterDe- triebe hat heute abend in einer fünfstündigen Sitzung seines Vorstandes und Beirates zu dem Flaggenkonflikt eine Entschließung angenommen, in der er zunächst ausführlich klarlegk, daß der Verein niemals den Beschluß gefaßt habe, seine Mitglieder zu verpflichten, am Derfassungstage nicht zu flaggen oder die verfassungsmäßige Reichsfahne nicht zu zeigen. Alle der- artigen Presfenachrichten seien unzutreffend. Als rein wirtschaftliche Organisation könne der Verein einen solchen Beschluß nicht fassen und müsse es ablehnen, sich in politische Dinge einzulassen. „Der Versuch des Berliner Magistrats". heißt es weiter, „uill^ des preußischen Ministerpräsidenten, mit wirtschaftlichen Mittel n politische Gesinnungskundgebungen zu erzwingen, muß um so schärfer zurückgewiesen werden, als dieser verfassungswidrige Zwang sich nur gegen einzelne Hotels richtet, während gegen andere wirtschaftliche Un= ternehmungen, wie Banken und Warenhäuser, die am Verfassungstage ebenfalls nicht geflaggt haben, nichts unternommen wird." Weiterhin sagt die Entschließung den von dem Boykott betroffenen Mitgliedern jede Unterstützung zur Abwehr der ihnen zugedachten wirtschaftlichen Schädigungen zu und stellt fest, daß die Stellungnahme der Berliner Hoteliers Dom Reichsverband der Deutschen Hotels. Restaurants und verwandter Betriebe in Düsseldorf geteilt werbe. In einer weiteren, ebenfalls einstimmig angenommenen (Srfläning wird die Behauptung mit Entrüst ung zurückgewiesen, daß die Betriebe die Reichsflagge nicht ach- t e n oder verfassungsfeindlich eingestellt wären. Hotels und Gaststätten zählten alle Bevölkerungskreise zu ihren Gästen und müßten es nach Möglichkeit allen recht machen. Da die alte Reichsflagge, wie die neue, zum Symbol politischerRichtungen geworden sei, habe man bei festlichen Gelegenheiten, um den Wirtschaftsfrieden zu wahren, zunächst die Handelsflagge und die städtische Flagge gehißt, da dies bei einer Reihe von Zeitungen übelgenom* men wurde, sich dann aber entschlossen, gar nicht zu flaggen. „Wir werden an unserem politischen Standpunkt," heißt es in der Erklärung weiter, „weder die alte noch die neue Reichs- fla gge z u hissen, solange festhalten, bis uns von berufener Seite ein Weg gezeigt wird, wie wir die Verärgerung eines erheblichen Telles I unserer Gäste vermeiden können." Don den Unterzeichnern dieser Erklärung seien die folgenden führenden Hotels genannt: Adlon, Bristol, Esplanade, Kaiserhof, Continental, Zentral, Fürstenhof, Palasthotel, von Restaurationsbetrieben u. a. Hiller, Dressci, Huth, Sonnborfbetriebe. An die Kollegenschaft im Reiche ist im Anschluh an die obige Erklärung herangetreten worden. llus aller Welt. 100 Millionen Lei unter der Leitung des Generaldirektors unterschlagen. Wie aus Bukarest gemeldet wird, hat der Direktor des rumänischen Amtsblattes „Moni- torul official", Tomescu, in seinen Arbeitsräumen durch einen Revolverschuß Selbstmord verübt. Auf seinem Tisch wurde ein an die Polizei gerichteter Brief gesunden, der Enthüllungen über große ilnterfdjiagungen enthielt. Tomescu teilt mit, daß in der rumänischen Staatsdruckerei seit Iahren Unterschlagungen größten Stils vor- kamen, die vom Generaldirektor Falcojanu persönlich geleitet wurden. Er hatte die Beamten durch die verschiedensten Drohungen zur Teilnahme an den Defraudationen bewogen. Tomescu schrieb in seinem Briese, daß er sein Gewissen nicht mehr länger beschwichtigen könne und mit seinem Tode diese Enthüllungen bezahlen müsse. Auf Grund dieser Mitteilungen wurden noch am gleichen Abend der Generaldirektor und sein Sekretär verhaftet. Ersterer versuchte zuerst zu leugnen, doch legte der Sekretär ein umfassendes Geständnis ab; schließlich gab der Generaldirektor zu, daß er in den letzten Iahren 22 Millionen Ler Staatsgelder unterschlagen habe und daß er durch andere Defraudationen ungefähr 70 Millionen Lei an sich gebracht habe. Indessen dürften die unterschlagenen Gelder die Sumyre von 100 Millionen Lei überfteigen, da andere Beamte daran beteiligt waren. Der Generaldirektor und sein Sekretär wurden in derselben Rächt in das Gefängnis der Staatsanwaltschaft eingeliefert. Zur Marinekatastrophc in Japan. Die Katastrophe in der Rächt zum Donners-- tag, bei der der Torpedobootszerstörer »Ravabi" zum Sinken gebracht und der Torpedobootszerstörer „Ashi" und der Kreuzer „Iintsu" beschädigt wurden, wird von den japanischen Ma- rineb^örben auf den in der Rächt herrschenden dichten Rebel zurückgesührt. Aach den letzten Feftstellmrgen sind insgesamt 119 Mann, darunter 11 Offiziere, ertrunfen. vier Todesopfer bei einem Fährbootsunglück. In der Nähe von Stryfch bei Zakopane (Tatra) kippte infolge starken Wellenganges auf der Weichsel eine Fähre um, auf der sich 20 Personen befanden. Der Fährmann, seine Tochter, ein Fährknecht und ferner ein Kaufmann aus Zakopane ertranken. Die übrigen Personen konnten gerettet werden. Drei Kinder in den Ferien beim Baden ertrunken. Wie „Mntin" berichtet, sind drei Kinder im Aller oon 12,14 und 15 Jahren, die zu einer Ferienkolonie in Sabies d'Olonne gehörten, beim Baden von einer Sturzwelle erfaßt worden und ertrunken. Schneefall in Bad Gastein. Der Witterungsumschlag hat für Bad Gastein Schneefall gebracht. Wie das „D. T." meldet, schneit es dort gestern seit halb 5 Uhr früh. Die Berge und das Tal finb von dichtem Rebel umhüllt. Diele Kurgäste reisen ab. Die Wetterlage. 72 O 770. 19 O m w-ui > ° . o mwnt rw AO cA Cd 3^ 19/ . @11 oyo x- . <6 O Paos na-no^. P< VS #5 p X Freitag, den 26 Fug /sa? - 7*abends ~ t»—.«K SodiS* OWolkenlos.® heuet »nai» bedecm » woiki». «Bedeckt. •Regen, # Schnee O Graupeln «Hebel K Gewitter.(§)Windstiiie.«O sehr leichter Ost £ massiger Südsüdwest ^stürmischer nordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem Winde Oie Bei oen Stationen stehenden Zanten geben die Temperatur an. Oie timen verbinden Orte mit gleichen» tu« neeresmveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die an der Vorderseite des sich weiter südlich verlagernden Hochdruckgebietes fließende kühlere Rordwestluft brachte im Lause des gestrigen Tages Bewölkungsabnahme und führte in der vergangenen Rächt vielfach zur Rebelbildung. Das isländische Tiefdruckgebiet hat sich weiter südlich ausgebreitet und weiter vertieft. Lebhafte zum Teil stürmische Südwestluft herrscht auf seiner Südseite. Der auch bei uns schon wieder aufiommende Südwest-Luftstrom führt erneut starke Bewölkung und Regen mit sich Die Wetterlage verschlechtert sich wieder und läßt den unbeständigere regnerischen Witterungscharakter die nächsten Tage fortdauern, denn das jetzige Island-Ties ist das erste Glied der auf dem Atlantischen Ozegn liegenden Cyllonfamilie. Unbeständig. wolkig bis bedeckt, Temperaturen im allgemeinen wenig verändert, zellweise Regenfälle, lebhafte, zum Teil stürmische um West drehende Winde. WitterungSaussichtc.r für Montag: Fortdauer des unbeständigen, regnerischen WitterungS- charaktecs. Lufttemperaturen: 26. August vorm. 17,0 Grad Celsius, 26. August nachm 11.5 Grad Celsius, 27. August vorm. 11,0 Grad Celsius. Erdtem- peraturen in 10 Zentimeter Tiefe: 26. August 16,3 Grad Celsius. 27. August 12,9 Grad Celsius. Maximum: 17,0 Grad Celsius, Minimum: 9,0 Grad Celsius. Riederschläge: 0,8 Wilimeter. Sonnenscheindauer: 2V< Stunden. Laß 1 Gepräge r Mr der Derö wie wir k Anlass sei! gelesensten unserer Ze -8 ganz aw strahle ! Zonnwg wischt- C wilteln- Mgen, bringt w bnnn w ichlasene Zellen i telt. der .läppern ans Sich aber rafi Torfen, t ton M1 Wie ui iirfll noch mW hier gezogen, Feistem-, jerrtts M> tomd 3uri frifierie un lungsvoll i ist blau, n zarlgrauen Mädchen ichieisen Ittranun gtrfiu(d) beim Sch Mittags) gen, .fflaoier, ( lagt Und dic häusei wecken die fierrgolt i Nachmi Sie Fenfle [uft hinein von einem len Aucher leeren Sc lein Men irgendwo der Sonn Dunkelhei da ein S ganz ge| immer fp Nachtruhe als Ausla - so heißt ^gleich un GeburlSlagi «tickfolSges leidenschastl ÄNHetg, hinein spam groben ®ef btunben ift sein ur Merkmale W gesi grohen Unger der Dir fi E. Mr 'chen, iHc Eang fd aus die wc Mächlich । SB Kft Abrieb, Sm tou LK Ertrag t ^er h fr 3e< Nen dr Gießen, den 27. August 192?. Höfe am Sonntag. Daß die Straßen am Sonntag ein anderes Gepräge haben als wochentags, ist bekannt und selbstverständlich. Aber auch die Höfe sehen ganz, ganz anders aus, ja mir kommt es oft vor, als strahle gerade aus ihnen die erste und stärkste Sonntagsstimmung, die erst der laute Tag verwischt. Es sind die Fenster, die so lebendig vermitteln. Wochentags öffnen sie sich schon früh am Morgen, das unfreundliche Schnurren des Weckers dringt aus ihnen heraus schon von $6, 6 Uhr an; dann werden Vorhänge zurückgezogen und verschlafene Gesichter sehen mürrisch nach dem Wetter. "Zetten werden ausgclegt, Bettvorleger ausgeschüt- iclt, der Staubsauger brummt, in den Küchen läppern die Töpfe — hier wird eine Nähmaschine ans Licht gerückt und in Schwung gesetzt, gegen- über rasselt eine Schreibmaschine ihr aufdringliches Tacken, kurz — die Arbeit singt ihr lautes Lied in den Hof hinaus. Wie anders am Sonntag. Um 6, um 7, um 8 Uhr ingl noch alles im tiefsten Frieden. Ganz vereinzelt mkrd hier und da ein Vorhang, eine Jalousie aufgezogen, ein Nasierspiegel wird gemächlich am Fensterriegel aufgehängt und wirft ein friedlich verzerrtes Männergesicht über blendend weißem Ober- Hemd zurück. Und Fenster werden geöffnet, schön frisierte und ondulierte Mädchenköpfe sehen erwartungsvoll zum Sommerhimmel auf: wahrhaftig, er ist blau, man kann das Helle Seidenkleid und die zartgrauen Schuhe unbedenklich anziehen. Kleine Mädchen mit unwahrscheinlich großen rosa Haar- fchleifen gucken heraus, Schulbuben tragen ihr Terrarium an die Sonne, man hört als Arbeitsgeräusch höchstens das gedämpfte Klappern, das beim Schneeschlagen (für die süße Speise des Mittags) entsteht, sonst nur lustiges Pfeifen, Singen, Grammophon, Lautsprecher, Harmonium, Klavier, Geige: cantate, jubilate — es ist Sonntag! Und die Klänge der Kirchenglocken ziehen über die Häuser hin, verfangen sich in den Häfen und wecken die letzten Schläfer: Wie? Gleich zehn Uhr? Herrgott, ich hatte mich ja verabredet ... Nachmittags aber wird es ganz still im Hofe. Die Fenster stehen geöffnet und lassen die Sommerluft hinein; ein neugieriger Sonnenstrahl wandert von einem zum andern, guckt in die aufgeräumten Kücl)en mit dem blankgeputzten Geschirr, in die leeren Schlafzimmer, die verödeten Kontorräume kein Mensch weit und breit, nur eine Katze liegt irgendwo auf einem Fensterbrett und schnurrt in der Sonne. Die Dämmerung bricht herein, dann die Dunkelheit. Und dann leuchtet hier ein Licht auf, da ein Licht auf, die Fenster werden halb oder ganz geschlossen, die Vorhänge zugezogen, einer immer später als der andere, bis dann nach kurzer Nachtruhe morgens wieder der erste Wecker schnurrt, als Auftakt zur neuen, langen Arbeitswoche. E. v. M. Unser neuer Noman. Wir beginnen in der heutigen Nummer mit der Veröffentlichung eines Romanwerkes, das, wie wir hoffen, unfern Lesern ein willkommener Anlaß sein wird, ihre Bekanntschaft mit einer der gelesensten deutschen Romanschriftstellerinnen unserer Zeit zu erneuern. „Zwischen fünf und sieben" von Liesbet Dill — so heißt unser neuer Roman, jüngste Arbeit zugleich und anmutiges Selbstgeschenk zum 50. Geburtstage der beliebten Autorin; es ist die Schicksalsgeschichte einer schönen, klugen und leidenschaftlichen Frau und eines gefeierten Künstlers, es ist die bis in die letzten Seiten hinein spannende und erregende Schilderung eines großen Geheimnisses, des Rätsels zweier kurzer Stunden — zwischen fünf und sieben. Das Ganze ist fein und gepflegt, mit allen liebenswerten Merkmalen des erzählerischen Stils der Liesbet Dill, geschrieben und w'hl drzu angetan, der großen Gemeinde der Verfasserin neue Anhänger zuzuführen. Kleine Sie a. Die Reichsbahn hat den Vertrag mit der „Siesta"-Gesellschaft gekündigt. D. Red. Wir sind sehr schäbige Leute, wir alle insge- samt, wir Millionen und Millionen von Deut- scheit, die wir neidvoll die Gänge der v-Züge entlang schleichen und mit ehrfürchtigern Blick auf die wohlhabenden Reisenden schielen, die sich Enächlich über die Polster der ersten und zweiten Waaenllasse ^sbreiten dürfen. 3a, da ist noch Wohlstand und Luxus, da muß Reisen eine paradiesische Freude sein, aber wir können es uns nicht leisten, wir müssen auf unserem streng vorgeschriebenen Raum der dritten Klasse Platz nehmen, wir atmen überfüllte dampfige Kupee- lüft, stolpern über Füße Unwilliger. erregen uns über das Geschrei kleiner Kinder und ergötzen uns an den fettigen Wurstbroten des Herrn Rachbarn. Die Reichsbahn hat durchaus r^cksti. daß sie uns unsere Schäbigkeit gründlich fühlen läßt und der Siesta-Gesellschaft ihren Vertrag kündigt. Sie behandelt uns als Leute dritter Klasse. Sie nimmt uns die auch noch so kleine Bequemlichkeit, welche uns die strapaziösen Reisen dritter Klasse ein wenig erleichtern konnte. 3ch habe dich nicht benutzt. Reise- und Ruhesitz Siesta, ich bin nicht unter deinen Aktionären, hätte auch nicht die Absicht gehabt, dich in absehbarer Zukunft zu bemühen. Aber trotzdem dir ein kleiner Abschiedsgesang, denn zahllosen Menschen wurdest du Erleichterung und winziger Eisenbahntrost. Gewiß, manche Unbanlbare haben von dir nichts oder nicht viel gehalten und dich nicht gebraucht, aber viele brauchten dich doch, und die dich brauchten, weil sie alt oder krank oder gebrechlich, oder die dich einfach nahmen, weil sie sich im Leben auch einmal einen Luxus (du lieber (Sott, Luxus!) leisten wollten — alle diese fanden dich, wenn sie dich suchten. Die Siesta verschwindet also nach dem starken Willen der Reichsbahn. Offenbar will uns die Reichsbahn veranlassen. Geld zu haben und zweiter Klosse zu fahren, mindestens zweiter, sie will uns erhöhen, uns aus dem Staube des Tiersetat zu dem behaglichen Wohlstände der Menschen zweiter Klasse hinaufziehen--es ist eine gute und aufs Soziale bedachte Reichsbahn. Sie wird nächstens verbieten, sich Reisedecken mitzu- nehmen oder sich kleine Luftkissen in den Abteilen der dritten Wagenklasse aufzublasen. Peter. er.. i:;. vreifc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 200. Matte 30 bis 35. Wirsing 15 bis 20, Weißkrau 15 bis 20, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 15. rote Rüben 15, Spinat 25 bis 30, Römischkohl 10, Bohnen (grüne) 20, Dohnen (gelbe) 20 bis 25, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 15, Meerrettich 100, Rhabarber 20, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 5 bis 6, Frühäpfel 10 bis 25, Falläpfel 8. Birnen 10 bis 25, Pflaumen 20, Zwetschen 20, Mirabellen 30 bis 40, Reineclauden 20, Brombeeren 60, junge Hahnen 100 bis HO, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund'; Käfe (10 Stück) 60 bis 130 Pf.; Eier 13 bis 14. Blumenkohl 40, Salat 10, Salatgurken 10 bis ^0, Einmachqurken 5 bis 6, Endivieji 10 bis 25, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück; Radieschen 10 Pf. das Bund. Vornotizcn. — Tageskalender für Samstag. Erste Aeichskurzschrickgesell'cha.t „Gabelsberger": 8.30 Uhr, ^Karlsruhe", Familienabend. -- Pa ast- Lichtspiele: „Mitgiftjäger." Astorio Lichtspiele: „Ein roter Gentleman." — Taaeskalender für Sonntag. Verein Rudersport 1913: nachm. 2.30 Ähr auf der Lahn Ruderregatta. — Gi'steuer Schwimmverein: 3 Ühr nachm., Mnllersche Badeanstalt, Schwi nm- wettkämpse. - Deutscher Bund für chrillich- evongelische Erziehung in Haus und Schule: 3.30 Tlhr nachm. „Liebigshöhe", Eommerfest. — Ehemalige Leibdragoner: 3 älhr nachm. , Frankfurter Hof", Versammlung. — Lichtspieltheater wie Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es sei nochmals auf die Erstaufführung am Dienstag, 30. August, hingewiesen. die das reizende Lustspiel „Mädel üdn heute" von Gustav Davis bringt. Das heitere Werk, das überall mit dem größten Erfolg gegeben wurde, ist von Adolf T e l e k y sehr sorgfältig einstudiert worden. Die weibliche Hauptrolle — eben das „Mädel von heute" — spielt Alix K r a h m e r. die männliche Hauptrolle Hans Tannert. Auch die Besetzung der übrigen Rollen ist eine sehr glückliche. Die Aufführung hatte in Bad-Nauheim stürmischen Beifall geerntet. * •• Zur Verkehrsregelung im Setter s w e g. Die in der letzten Versammlung von Geschäftsinhabern, Hauseignern und Gewerbetreibenden im Seltersweg gefaßte Protestresolution gegen die zur Verkehrsregelung im Seltersweg erlassene Polizeiverordnung wurde in dieser Woche durch einen besonderen Ausschuß dem für das Verkehrswesen zuständigen städtischen Beigeordneten Dr. Ha m m eingereicht, der in längerer Unterredung die Darlegungen der Ausschußmitglieder entgegennahm und mit ihnen die Verkehrsangelegenheit eingehend erörterte. Dr. Hamm erklärte, die Stadt habe hierzu eigentlich nicht viel zu sagen, da die Stadtverwaltung in diesen Fragen nur gutachtlich gehört werde. Nach Rückkehr des Oberbürgermeisters Dr. Keller lasse sich wohl über gewisse Aenderungen mit dem Polizeiamt verhandeln. Andererseits habe hier für die Regelung des Verkehrs unbedingt etwas geschehen müssen. Vorläufig sei an eine Aufhebung der Polizeivcrordnung nicht zu denken. — Der Ausschuß wurde ferner vom Vorstände des Polizeiamts, Regierungsrat Wolf, empfangen, der bemerkte, wenn der Ausschuß früher auf das Polizeicnnt gekommen wäre, hätte sich zur Abstellung von Härten manches tun lassen; an eine Aushebung der Polizei Verordnung sei nicht zu denken. Es sei aber möglich, nach Rückkehr des Oberbürgermeisters eine Aenderung oorzunehmen, falls diese dem Verkehrsinteresse nicht entgegenstehe. Er habe Verständnis für die Lage der Anwohner, aber das Polizeiamt fei auch für Leben und Gesundheit der Fußgänger in den Straßen der Stadt verantwortlich. Auch das rasche Fahren der Straßenbahn im Seltersweg wurde von dem Ausschuß bemängelt. Regierungsrat Wolf betonte, daß die Der- kehrsbeamten angewiesen seien, bei der Durchführung der Verordnung den Anwohnern nach Möglichkeit entgegenzukommen. — Mitte September soll eine neue Versammlung einberufen werden, zu der auch die Stadtverordneten aller Frakttonen eingeladen werden sollen. ** Fällige Steuern. Folgende Zahlungen können noch bis einschließlich 3. September ohne Kosten an die Finanzkasse des Finanzamts Gießen geleistet werden: Einkommensteuerabschlußzahlung 1926, Umsatzsteuerabschlußzahlung 1926, Vermögenssteuer, Augu.strate 1927, und Hundesteuer zweite Rate. Nach Ablauf der angegebenen Frist wird die Zwangsvollstreckung eingeleitet. (Näheres in der heutigen Bekanntmachung.) Steuergericht für Hessen. Für den Dolksstaat Hessen ist jetzt ein Steuergericht als Berufungsinstanz in Steuerbewertungslachen mit der Bezeichnung „Oberbewertungsausschuß bei dem Landesfinanzamt Darmstadt" ins Leben getreten. Er besteht aus drei Kammern. Diese entscheiden in der Besetzung von fünf Richtern (je einem Neichs- und einem Landesbeamten und drei ehrenamtlichen Mitgliedern). Die Geschäftsräume des Oberbewer tungsausschuffes sind mit denen des Finanzgerichts vereinigt und befinden sich im Alten Palais in Darmstadt. ** Morgen nachmittag für den Durchgangsverkehr gesperrt. Anläßlich der am morgigen Sonntag stattfindenden Herbst- regatta des Lahn ° Regatta - Verbandes wird der Feldweg am Bahndamm vom Bootshaus der Gie- fjener Rudergesellschaft bis an den Durchgang nach der Ederstraße (Bahnüberführung) am Sonntagnachmittag von 2 bis 7 Uhr für den Durchgangsverkehr jefperrt. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Pfiasterarbeiten ist die Frankfurter Straße zwischen Klinikstraße und Straße Am Steg vom Montag, 29. August, ab bis auf weiteres gesperrt. ** Eine große Geländeabsperrung an der Ecke Lessingstraße-Goethestraße bei der Abzweigung der Stephanstraße erregt gegenwärtig die Aufmerksamkeit der Passanten. Es handelt sich dabei um die Absperrung der Bauplätze für die neu zu errichtenden Gebäu^ eines Finanzamts und eines Versorgungsamtes. Die Bauarbeiten beginnen, wie schon mitgeteilt, in den nächsten Tagen. ** Ke i n Sonderzug nach Heidelberg. Der für Sonntag, 28. August, von Wetzlar über Gießen, Gelnhausen nach Heidelberg vorgesehene Sonderzug fällt wegen ungenügender Beteiligung aus. ** Die Güterabfertigung Gießen t.ilt mit, daß die Annahme dcr Frachtstückgüter täglich bis 16.30 Uhr erfolgt. ** Der Sei (ft reif b e i Buderus, Lollar, beendet. Nach einer Versammlung am gestrigen Vormittag, an welcher der Bezirkslciter des Metallarbeiterverbandes aus Frankftirt a. M. teil- r.ahm, haben die streikenden Former der Radiatorengießerei der Buderusschen Eisenwerke in Lollar die am Mittwochvormittag plötzlich niedergelegte Arbeit wieder ausgenommen. **VomBotanischenGartcn. Im großen Kaktcenhaus blüht zur Zeit eine Agave (Agave americana). In mitteleuropäischen Gewächshäusern kommen Agaven zumeist erst nach 30 Jahren zur Blüte; nach der Fruchtreife geht das Exemplar zugrunde. Blumenfreunde seien auf diese einzigartige Pflanze aufmerksam gemacht. # Der Ae r z tev erein für Ober- Hessen hielt dieser Tage im Kurhaus zu Bad Salzhausen eine außerordentliche Oeneralver- samml,'mg ab. 11. a. wurde der Beschluß gefaßt, den Berforgungsverband Oberhesten auszuheben und sich der- Versvrgnngskasse des Deutschen Aerzteverbandes anzuschließen. ** Einheitskurzschrift. Der Gabelsber- ger Stenographen-Verein von 1861 eröffnet in Gemeinschaft mit dem Damenverein „(Babelsberger" am 5. September in der Goetheschulc roieberum einen Anfängerlehrgang in der amtlichen deutschen Einheitskurzschrift. Gleichzeitig beginnen auch neue Fortbildongs-, Diktat- und Redeschrift Kurse. Man beachte die heutige Anzeige. ** Personalie. Ernannt wurde am 28. Juli der Schulamtsanwärter Karl B o p f aus Lang- Göns, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Obbornhofen, Kreis Gießen. ** Erledigte Stellen. An der Volksschule in Gießen sind vier Schulstellen mit evangelischen Lehrern und zwei Schulstellen mit evangelischen Lehrerinnen zu besetzen; die Beschaffung von Wohnungen für verheiratete Lehrer ist schwierig. ** Der hessische Volksfest verein von Neu york, dessen Reisegesellschaft am 16. Juli unserer Stadt einen Besuch abgestattet hatte, wurde an diesem Tage hier so freundlich empfangen, daß bei einigen seiner Mitglieder der Wunsch wach wurde, noch einmal einige Stunden in Gießen zu fein, zumal der Reisenmrschall des Vereins, Herr Wilhelm Strauß, eine Zeit seiner Jugend in unserer Stadt verlebt hat. Am Mittwoch traf dieser nun mit dem Vorsitzenden des Volksfestvereins, Herrn Ries aus Neuyork, hier ein. In Anwesenheit einer Reihe Herren von der Universität, der Stadtverwaltung und der Stadtverordneten fand im Restaurant „Hindenburg" im Kreise des Freundschaftsbundes Bavaria, dem Herr Strauß angehört, eine kleinere Feier statt. In schönen Ansprachen wurde das Zusammenarbeiten der Universität mit der Bürgerschaft betont und den Amerikanern der Dank füv ihre Hilfsbereitschaft zugunsten der Studentenhilfe und der städtischen Wohlfahrtshilfe abgeftattet. Der Vorsitzende, Herr Ries, versprach in feinen Abschiedsworten, auch ferner dafür einzutreten, daß der Gießener Studentenhilfe weitere Beittäge übermittelt werden. Der Verlauf des Abends gestaltete sich so herzlich, daß er allen Teilnehmern in schöner Erinnerung bleiben wird. '* Neuregelung der Amtsbezeichnungen für Polizeibeamte. Rach einem Erlaß des hessischen Ministers bes Innern sind die Amtsbezeichnungen der hessischen Poli ei- beamten neu geregelt worden. Wer in iyie Be- reitschastspolizei (früher Schutzpolizei) eintritt, fü^rt die Amtsbezeichnung „Polizeianwärter". Durch Beförderung erhält er die Bezeichnung „Polizeiunterwachtmeister" und später ..Poli-ei- wachtmeister". Wer von der Dcreitschastspolizei zur Einzeldienstpolizei übertritt erhält die Bezeichnung „Polizeioberwachtmeister" und später die Bezeichnung „Polizeihauptwachtmeister". Die Polizeihauptwachtmeister unterscheiden sich äußerlich von den Polizeioberwachtmeistern dadurch, daß jen$ einen versilberten S em auf den Schulterstücken tragen. Die früheren Polizei- oberwachtmeister führen künftig die Bezeichnung „Polizeimeister"; sie tragen zwei Sterne auf den Schulterstücken. Die früheren Revierlommistare haben die Dienstbezeichnung „Polizeuommistarc" erhalten. Die Bezeichnungen „Polizeuns c.-or" und "Polizeioberinspektor" werden auch wei.erhin geführt. Die Schulterstücke der Poli-eitomn.i fere, Polizeiinspektoren und Polizeiober nspe'.toren ähneln den Schulterstücken, die im alten H?ere die Leutnants, Oberleutnants und Hauptleute trugen; die Polizeikonnr.issare tragen keinen Stern, d'e Inspektoren einen vergoldeten Siem, die Ob:r- inspe'ctt>ren 2 solcher Sterne. Auf einer ro ea Patte am Kragen tragen die Polizeiberwachtmeister und Polizeihauptwachttneister einen Rickellnopf, die Polizeimeister ein oeefilbet e5 Eichenlaubblatt, die Polizeikommissare, Polizeiinspektoren zwei versilberte Eichenlaubblätter. Die bist er gen Kriminalwachtmeister heißen künftig „Kriminal- Hauptwachtmeister". Die Kriminalsekretäre haben ihre Dienstbezeichnung beibehalten. Rea eingeführt wurden auch die Amtsbezeichnungen „Kriminaloberinspektor" und „Kriminalkommissar". ** Der deutsche Luftverkehr im ersten Halbjahr 1 927. Nach den Zahlungen der Deutschen Lufthansa wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 3 806 191 Kilometer geflogen. Insgesamt wurden 39 586 Personen, 331 443 Kilogramm Gepäck, 276 368 Kilogramm Fracht und 138 034 Kilogramm Post (xförbert. Während in den ersten Monaten des Jahres der gegenüber dem Sommerfahrplan eingeschränkte Winterflug erlehr in Kraft war, setzte der Sommerluftverkehr mit 70 Prozent der für die Hochsaison vorgesehenen Strecken ein. Infolgedessen haben auch die Monate April bis 3uni den größten Anteil an diesen Zahlen. Der Anteil dieser drei Monate an der geflogenen Strecke betrug rund 75 Prozent, nämlich 2 847 911 Kilometer, und an den beförderten Passagieren 31 624 oder 81 v. H. Ebenso überragen auch die Ziffern für Gepäck, Fracht und Post die der ersten drei Monate des Jahres beträchtlich. Vermischtes. 5ernsprechversuche mit Buenos Aires. Gestern abend fanden im Fernsprechamt in Hamburg auf Veranlassung des Reichspostministeriums Fernsprech-versuche mit Buenos Aires statt, die von vollem Erfolg begleitet waren. Die Verständigung mit der Hauptstadt der argentinischen Republik war während der ganzen Dauer der von 20,30 Uhr bis 21 Ahr währenden Versuche ausgezeichnet. Die Opfer von Chamonix. Havas berichtet aus Chamonix, daß nunmehr endgültig die Zahl der Toten bei dem dortigen Eisenbahnunglück mit 21 festgestellt worden sei. An Verwundeten zählt man gegen 38. Rach der Auskunft des P.äse.ten werden die Arbeiten zur Identifizierung dec Toten erst heute nachmittag abgeschlossen sein. Auch über die Ramen der Verwundeten konnte heute noch nichts mitgeteilt werden. Rach Auskunft des Präfekten werden leider auch einige Deutsche unter den Toten sein. Ramen können jedoch noch nicht angegeben werden. ________________________ Verantwortlich |.ir Politik: I. V. Ernst Blumschein. Nur einmal Saat, nur einmal Ernte Welche Caat ist falsch: Die schon bei leichten ß-rä ten auörointert. Die bei Trockenhen und auf trockenem Boden verfaat. Die in na ff en Jahren leicht lagen und rostanfallia ist. Die mchi in laugjährlgem Anbau als alte Hoch- ' zücht bewährt ist. Die in einem Jahre höchste und irn nächsten Mißernten bringt. Nichtig ist die Eaat: Die in strengen Wintern aushält und Kahlfröste verträgt. Die auf ichweren. mittleren und leichten Böden in rauDem und mildem Klima gleichmäßige, sichere Erträge liefert. Die auch bei Kälte, Regen und Wind wenig toffr anfäUiQ ist. Die vom Jahrzehnte lang aiS zuverlässig bekannten Hochzüchier dauernd bearbeitet wird. AIS folchenchtige Uniöerfalforten find ans Grund der zahlreichen Bersttchsergehmsse unter den verschiedensten Verhältnissen betvähr:: Original Kirsches Stahlroggen. D. L. G-Hochzucht Ciiiunal Kirsches Nordlandweizen, iNetnnchlttngj anipru(t)lo3 und zuverlässig auf allen Böden. Original Kirsches Dickkovi Nr. 27 für alle guten Weizenböden. 7833D Farben-u. Lackwerk das bisher nur mit Grossisten gearbeitet bat, will sich mtsBerl'raitcher umstellen und sucht deshalb einen «Schlise« VesSmiev mit Telefon. ES kommt nur eine allererste Verkaufskraft in A-raae. Angebote erbeten unter Nr. 7831D an den Gießener Anzeiger eeeeee*e<*e««ee®e»eoe«ee®e Leistungsfähiges Manu fakt urwaren- Versandhaus sucht für den Verkauf seinerWäschestoffe u. Aussteuerartikel tüchtigen Dstaüreisenden mit eigener guter Kundschaft in Oberhessen und Umgebung. Nur branchekundige Bewerber wollen ausf. Angebote u. 06213 an die Geschäftsst. des Gieß. Anzcig. richten. SmrserHUamr i. Mer txi6- ns Zähren, m. gut. Schulzeugnissen, aus achtbarer Familie als BiteiiW für hiesiges Äankinstitut gesucht. Angebote m. Zeugnisabschriften, selbstgeschriebenem Lebenslauf u. Lichtbild unter7739Du. d. Gieß.Anz. erbeten. Nähmaschinen- Agenten gesucht. Bei Verkauf eines erstkl. deutschen Fabrikates wird 18 Mon. Ziel gewährt. Unwideiruflich sofortige Total-Auszahlung der Bein- hohen Provision an den Agenten, sowie keinerlei Inkasso- und Haft- pflicht.Zuschriftenm.Keferenzenu. E. H. Z. 133 an Rudolf Moese, Frankfurt a.'M. 7768 ss Lehrmädchen für Engros-Gefchäft gefucht. Ausf. fchriftliehe Angebote unter '06208 an die Gefchäftsltelle des Gieß. Anzeig. Eine der größten Waffel- und Keksfabriken Deutschlands sucht tüchtigen VlatzveVLreiM der bei Kolonialwaren- u. Konfitüren- Geschästen, sowie bei Grossisten gut eingeführt ist. Bewerber wollen sich u. Angabe v. Referenzen u. d. Firmen, die sie jetzt vertreten, unter 77öiD an bin Gießener Anzeiger wenden. tatao oder liigiMr-Kaiitaii aus der Eisen- oder Kraftfahrzeugbranche, tüchtiger Verkäufer, von einer Kraft!ahr- zeughandlung und Deparaturwerkstätte gesucht. Bei guter Leistung Geschäftsführung in Aussicht gestellt. Bewerbungen mit Lichtbild und Lebenslauf unter 7754D an den Gießener Anzeiger erbeten. Si< Im 58. Lebensjahre. Klein-Linden, den 27. August 1927. 06191 Koch- gl jedes und Kollegen ’”‘D Schrotmühle nebst BUMmne Im 26. Lebensjahr. in LU 7829V Freanöi. möbl erbeten. 06134 Lu M Brauhausstrake 60. ^pyright b tuen 68n l Mietgesuche Sofort nefucbt für Lehrling AU ■iiiilieiiiiiiiiiiiiiiiieiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii«iiiiiiii AUSSCHWAMM .............................................................................i Gießen (Wilhehnstr. 43), den 26. August 1927. Die tieftrauemden Hinterbliebenen; Elisabeth Wilker geb. Jung Heinrich Wilker und Frau Georg Wilker Karl Heinz Kuhl, Enkel Witwer, Ende 30er Jahren, sucht Elektrische Etzzimmer- beleuchtung verkaufen. 06195 Zigarren- Geschäft in gut. Lage z kaufen ob. Geeigneter Laden mit Wohn n. mieten gesucht. Schr. Ang., nur v Selbstgeber, u. 7728V a. d. ($. Anz Gute Birnen verkaufen. 06227 Brnchstrahe 8 I. Herrn Heinrich Wilker Zugführer i. R. findet am Dienstag, dem 30. August, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofes aus statt Um rege Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. von jung. Herrn für 3 Monate ob 1. September im Südvtertel der Stadt gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preisangabe unter 7806V an d. Gieh. Anz. erb. Frau empfiehlt sich im Waschen u. Putzen. Schr. Ang. u. 06193 an den Gieh. Anz. Emil Schmall Blergrohhandlung Gießen Frankfurter Strafte 7. Telephon 83 Beerdigung Dienstag den 30. August, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. Landaufenthalt für jede Zeit, schön. Schlafzimmer, evtl, mit Wohnzimmer u. Voflflttt mit od. ohne Pension bietet an: Frau D., Trostberg. Fern- brunnstrahe 2. Nur Briesanfragen aus guter Familie, ober junger Gehilfe mit besten Empfehlungen. Handgeser- tigte Sinnebote mit ZeugniSabschr. unt 06182 a. d.Gieb.Anz.' Gesucht sofort an allen Orten fleihige, strebsame Personen zur Uebernahme einer Triko- tageu- und Strumvsstrickcrei aus unterer Femina-Strickmaschine. Leicht, u. hoh. Verdienst. Günstige Bedingung. Borkenntn. nicht erfordert. Prospekt gratis und franko. 7766id Trikotageu- und Strumpffabrik Neber & Noblen, Saarbrücken 3. Äg. Techniker mit Praxis im Landmaschinen« baugesucht.Cvtl. ist auch Volontär Gelegeuh. geb, sich für d. techn. Beruf vorzubereiten. Schriftl. Ang. m. Lebenslauf u. 7822V an den Gieh. Anz. Von der Reise zurück »MWKckckM Liebigstr. 5, Ecke Bahnhofstraße Trinkt das gute Mainzer Aktien-Bier! 6222D______________ Danksagung. Für die aufopfernde Pflege der Krankenschwester während der Krankheit, sowie für die zahlreiche Teilnahme beim Heimgang meiner lieben Frau, unserer treusorgenden Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. I. A.: Jakob hopp, Lokomotivführer. Biömarcksir. 43 11. Weihers Brennabor- KiniierheyüwageD billig zu verk. 06236 Südanlage 9. alle Ferkel verkaufen. 06224 Heuchelheim, zur Lohnarbeit im Betrieb habe ['*-** Es wird mein Bestreben sein, prompte und reelle Bedienung zuzusichern. Hemrick Reitling Wlesecker Weg 40. Telephon 935 Lehrmädchen auS anständiger Familie, mit guten Schulzeugnissen, ges. 7786V A. Reinig, SelierSweg 30. 1 od. 2 M Zier ab 1. Oktober in uu mittelbarer Nähe des Siadttheater» gesucht. Schriftliche Angev. unter 06228 an den Gieh. Anz. Lehrmittel Reisenie für sehr erfolgreiche neue Lehrmittel gesucht. Angeb, u. 7742 D a. d. Gieß Anz. In tiefer Trauer: Familie Job. Philipp Reuscbling II. Friedrich Reuschling, Grofevater Lina Hofmann, Braut nebst allen Angehörigen. Heuchelheim, den 26. August 1927. Die Beerdigung findet Sonntag, den 28. August, 12 Uhr mittags, vom Trauerhause Marktstraße 14, aus statt. ___________________________________ 7802D Vertreter möglichst Bauingenieur, mit langjährigen, nachweisbaren Beziehungen zu städt. und staatlichen Bau- amtem, Architekten und zur Industrie von bedeutendem Werke eines großen Konzerns gegen Provision gesucht. Angebote mit kurz- gelaßtem Lebenslauf und nur de st. eferenzen erbeten unter B S. 4813 an Ala, Haaaenstein & Vogler, Essen. Heute mittag verschied plötzlich und unerwartet mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Großvater, Schwiegervater und Bruder Herr Heinrich Wilker Zugführer i. R. S- Eisenbahn -Fahrbeamten-Verein Gießen I Die Beerdigung unseres lieben Mit- . K halte ? ,?en 8-! Senern j f. -No, t iln horiv! Der Anjav "UfreJ ' sem br 'Sn Nehotig, -xla.' Ich habe Sr# verdc °ren übe h?b sich l Kte di? |lld)unq er 2r' ®«i > ,6- & fjoiten w>8 Zerlegbare Äluiogavagen B Lagerschuppen Holzbeton und Etiendelon. Prospekte und Gutachten durch [06126 K.Pevvler,GicKcn,MarburgerStr. 39. Fabrikbetrieb sucht erfahrenen, zuverlässigen Kraftfahrer für Personenwagen. Derselbe muh kleine Reparaturen setbständ. auSsührcn können u gelegentlich Nebenarbeiten übernehmen. Bei Eignung Dauerstellung! AuSführl. Angebote lseitherige Tätigkeit, Alter nfro.) mit Bild unter 7719 D a. d. Gieh. Anzeiger. Beseitigung ohne Umbau 10 jähr. Garantie. F. A. CARL WEBER *SaSjT I Serlchtl. wereld. Sachverständiger WWMWWllkMW für Anfänger und Fortgeschrittene in Verkehrs- u. Redeschrift, Diktatstunden, wird tagsüber u In den Abendstunden erteilt. Anmeldungen zu jeder Zeit. H. Reitx, Nordanlage 191. l)0tTg Siek! Erfindungen! MlW! Landreisenden, Land Vertretern u. solche Herr., die auf d. Lande bet u. anges. lind. biet. wir z.vlanm.Vertr. L bes. Fäll a. nebenher2v.Landwirrenu Biehhalk. Jahrzehnte entbehrte und gerade jetzt dringend gesuchte pat Neuheiten, auf dies. Gebiete die anerkannt wichtigsten und gröhten Massenartikel (Avvarat)d. Gegenwart Fed. Btehh. wart. a. diese, dah. sofort Känfer. Wirkl.nncbro. Tagesverdienste o.yriDf.Sht.m. Etlangeboie erb. u. 411 Ann.-Exp. Craphia- Verlag, Schwerin L BL 7788V Gestern nachmittag verschied plötzlich und unerwartet, infolge eines Unglücksfalles an der Arbeitsstätte, unser treuer unvergeßlicher Sohn, unser Heber Bruder, Enkel, Neffe und Pate, mein heißgeliebter, herzensguter Bräutigam Otto Reuschling Schlosser Vermietungen | 3- u.4-3immeMDohn. mit Zentralheizung Warinwasser, fomoL Bad, z. vrm. 7704V Friedrtchstr. 53. Schöne geräumige 3-Zimmcr-Wohn. 1. St., freie Lage, an dringendWobnungS- suchenden sofort zu vermieten. SchrisrL Angeb. unter 06229 an d. Gieh. Anz. erb. Dlöül. Wohn- unü 5thlal3lmmfr ab 1. Okl. von Mitglied des Stadt- rheaterS gesucht. SchristL Angebote m. Prelsang. unter 7826V a.d. Gieh. Anz. Mitglied des Sradt- lheaicrs sucht mobl. Zimmer Heirat! Bäckermeister und Konditor. 34 I. alt, möchie sich selbuänd. machen u. auf diesem Wege mit einer Dame (im Alter von 20 — 30 J.> bekannt werden, Etwas Vermögen erwünscht. Schr. Ang. n. 06163 an den Gieh. Anz. Allein steh., rüstiger Herr, mit Beruf, sucht eine kinderlose, nicht., saubere Frau od. Aräuletn, von 40 bis 50 Jahr., zwecks Heirat. EtwasBermögen erwünscht. Schr. Ang. u. 06192 a. d. G. Anz. DeutfcherBundfür christl.cvaugcl.Gr- Siebung iu HauS und Schule (OriögruppeGlehen) Sonntag, 28. Aug., nachm. 3*/, Uhr: Sommer fest im grohen Saale der Licbigdböbe (nicht Waldbühne), unter Mitwirkung v. Mitgliedern der Gienen Waldbühne u. weiterer geschätzt ÄTdftc. Gäste willkommen 77«°D Der Vorstand. 500 Mark per sofort von Geschäftsmann mit festem Grundvermögen auf kurze Seit gesucht. Gute Sinsen werden gegeben. Schr. Ang. u. 06206 an den Gieh. Anz. »Mark auf I. Hypothek, zum GeschüftShauSumbau v. pünktlichem ZinS- zahier zu leiden gejucht. Schr. An- Sebote von Selbftge- ern unt 7708V an den G. Anz. erbet. Weg. Verheiratung meines jetzigen suche ich zum 15. Sept, ein in Haus u. Küche crf. Mädchen mit guten Zeugnissen für meine neue Wohnung Wilhelmsir. 21. Vorzuftell. Frankfurter Straße 129, Frau Erna Krsuter. Jüngeres, besseres Mädchen für tagsüber für kl. Hauöhalt gesucht. Borzustellen norm. 10-12 Ubr 7785b Dr. Hofmann. Südanlage 11 v. Ruf-Nr. 1790 ^Verschiedenes) Tüchtige Hausscimeiderio empfiehlt sich im Au- ferligen sämtlicher Damen- u. Kinder- garderobe, wie Kleider, Mäntel, Kostüme usw. Schr. An- geböte unter 06202 an den Gieh. Anz. cie«W. Montag, 29. Aug: SWlMl». Sladllhealer Gießen Gafifpi l des Bvrtheoters Sad-Aauheim Diensiao, ci.Z0.Aug.. auenos 8 nur- Erstaufführung! Mädelvonheute (Mift üplodate) Lustspiel in 3 Akien von Gustav Davis. Ende 10'. Ubr. Der Barverkauf findet am nach» en SamStag. Montag und Dienstag in den aewähnllchenKassen- stunden statt. Tine Haus mit Scheune und Stallungen d. sllähe Grünberg (I. Ober- beffen), auch für Geschäftsmann geeignet, preiswert zu verkaitfen. Wo, sagt die GeschäftSst. des Gieh. Anz. 06196 Schöner WWW in gut. Lage, welche teilweise ausgebaut und in der Entwickelung fortfchreilet, für Bäcker ober Metzger vorzüglich geeignet, da in der Gegend solche Geschäfte nicht vorhanden sind. ue,eo Heb. Damm. Moltkeürane 22. Lon 3m und S als dai aufgest« Die Dt' 3st, -r. schlvien Krie«c greiser weist." deutsche sie jttie und l§en Der ' Jahre, u Art Teri mann, st ventur m gebürgev Zusamme möchte e und nritf wendig E^olge Lchrlstl. Angeb. mit Preis unter 06237 an d. Gieh. Anz. erb. 4-5=3lmmcr= Wohnung evtl, auch befchlag- nahmcfret, für bald gesucht. Abstand od. Umzugsvergütung k. gewährt werden Schr. Angeb. unter 06221 a. d. Gieh. Anz. 2—3-Zimmer- Wohnung von jungem Ehepaar in Giehanod. Umgeb, zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. mit näheren Angaben u. 06215 a. d. Gieh. Anz. Bei gegenseitig. Su- Neigung Heirat. Angebote u Angabe v. Alter u. 06216 an d. Geschst. d. Gieh.Anz. Ordentliches Mädchen in kleinen Haushalt s. sofort gesucht. 7721D Dr. Breaning:, Sahnarzt, Rodbeirn a. d. B. z. 1. Tkt.Schr.Angeb. l®Pebitlon8bureau ». 7827V a. b.tilfe.SInA. F 4—6 Zimmer, 6c« schlagnahrnefrei, von Ehepaar ohneKmder gesucht. Schriftliche Angebote unt. 06189 an den Gieh. Anz. Geräumige 3-4-31(1-®ol)n. m guter Lage gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preis und näheren Angaben u. 06187 an den Gieh. Anz. erb. 1-2-Ammer- wohNUNg gesucht. Schrtfil. Angebote mit Prcisang. unter 06179 a. d. GH. Anz Fräulein sucht möbl. Zimmer. Schr. Angeb. unter 06207 a. d. Gieh.Anz 3-4 Zimmer- Wohnung in guter Lage an ruhige Mieter z. vm. Schr. Angeb. u. 06235 an d. Gieh. Anz erb. Gut möbl. Wodu- und Schlaszimmcr zu vermieten 06197 Löbcrstrahe 10 II. Alöbl.Zimmer Schreibtisch, el.Licht, Balkon z. vrm. 1e>0D Wetzlar.WegL7Il AOiungrr Herrcn-Soblcn und -Absätze Mk. 4.20 Damcn-Soblen und Qlbiätic Mk. 3.20 Soblcu genabt od. geklebt 1 Mk. mcbr Crepe Schube Sohlen und Absätze Schubrevaraturfabrik H. Blum, Kirchenplatz 8 Interessenten von Gießen u. Umgegend zur Kenntnis, daß ich ab heute eine NWkiMII unabhängig, nicht unter 25Jahre alt, welche in der Lage sind, eine Filiale selbstftänd.zu leiten, a.d. Konfnüren- branche für sofort od. später gesucht. Norddeutsches Lhokoladenhaus, G. m. b. S. Magdeburg. | Wohnungstausch] 2frdl.6'S.-Wohn 1. und 2. Stock, gei 4-5-Zimm.-Wobr zu tauschen. Schriftl. Angebote unter 06199 an den Gieh. Anr. erbeten. Stellenangebote! Gratis Nenheltenliste P. Holfter.BreBlanNh Men 11. Am« mit guten Verbindungen zur Hebern, einer Kaffee- u. Tee- Vertriebsstelle direkt an Private von leistungsfähiger holl. Firma gesucht. Beste Berdienstmäglichk. Bewerbungen ffnd zu richten an die deutsche Adresse: K. Hertzog, Aachen, Kaiserallee 11. Strebsamer Vertreter eoentl. auch neben- berufL f. Stadt und Land z. Verkauf von GtWNWlMU MWMlseo SflhttOöetn [„.d erste Fabrikate, auf Teilzahlung an Private, gesucht. Hobe Provts. Bei Sicherheitsleistung wird KommisfionSlager gegeben. Off. u. L. Z. 365 ae Ännoncan- Brasch, Frank nrt a. ffl., Petersstraße 1. Motorrad bi» 4 P. 8., sehr gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preis- u. Mar- kenangabe erbet, u. 06198 an d. G. Anz. Lin Zeder- Handwagen zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 06240 an den Gieh Anz. Weinflaschengestell m.Verschluh u. Obstgestelle zu kauf. ges. Schr. PreiSang. unt. 06120 an d. G. Anz. | Empfehlungen] IH'fflMz ofenfertig, von 5Str. an, liefert änderst billig frei ans HanS I.Wellhöfer Marburg. Str. la Handkoffer unglaublich billig Carl Schunck, e6OD Bahnhofstr. 62 iiiiiiiiiiiiiiinninninniiiiiii Suche ein oibentL ffelh .ehrl Mädchen, nicht U.22J.f.nulvstz- gerel n. Sastwirtach. Solche, die in derartigen Betrieben schon gewesen sind, bevor»., jedoch nicht Beding. Offerten mit Lohnnang. u-Seugn sobald als mögt, an Martin Stützucr, Metzgerei mit eleZtr. Betr., Fried berg/H. Kaiserstr. 49. „g0D HHIHIIIIIIIIIIinilllllllllllllll Zuverlässiges MRW in Küche und HanS erfahren.suchtvcr sofort evtl, später Baner, Seltersw.911 Tüchtiges HausmädGhen geg hoh.Lohn gesucht Selteröweg 40 Durch Erkrankung ut. Mädchens suche id> lüctit. erfahrenes Mädchen zum 1. 9. oder 15. 9. Fr. W i !h. Ko hl ermann Neustadt 12 06218 WgesMWu für Putzarbeiten und Hilfeleistungen in Laboratorium ges. Schriftl. Angeb. unt Ang. des Alters an Werner, Plockstr. 7 Tüchtiges Allßinmädchen in fl Geschäftshaushalt gesucht. Vorzust. 7—8 l'br abends. S. Haas, SelterS- Moutag, 5. echt, abends 7 Uhr, er öffnen wir in der ISoctbcschuleiWest- anlage) einen Anfänger- lehrgeng in der Einhci. l r - schrift für Tcme . und Herren, um c Leitung eines in:c lieb geprüften Le - rcrS der Kurzfchri c. Unterrlchlögcldio.// Beginn des Fort- bildungS - Unter rtchtS: Montag. 5. September, abends 8 Uhr, der Til-al- abeude: Diensing, den 6. Sevt., abdo. 7 Uhr, Redeichrist- «rortbildnug: Pion- tag, den 5. Sept., abends 7 Uhr. Anmeldungen an Herrn Fran; Hau stein, Wllhelmstr. (>, oder zu Unterrichtsbeginn erbeten. Gabelsv.-SlkllM.' Beteln o. 1861 unö Bamenoer. „(Baüels- verger". „e7c Radfahr.-Bcrcin Fortuna. Sonntag, 28. Aug.: Saufahrt nach Braunfels. Abfahrt 8V, U. tun., »Bavr. Hof". Teo,D Großer iosziehlisch leicheiTiwan,Spiegel, Wanduhr, Bcrtiko, Nacht- jchränkchen mit tUlarmorölnitc, Ttebleitcr, sowie sonstiges Haus- u. Küchengerät weg. Wegzugs preiswert zu verkaufen. 06183 Liebigstr. 55 II Bier ovale Mertelstück gebr, Innen u. außen in gutem Sustande, billig zu verk. Kaiierallee 1. Sevr. SGell m. Matratze u. Bettzeug billig abzugeb. Näh. t. d. GeschäftSst • des G. Anz. 06204 Selten schöne Prachtstücke Perser Teppiche u Brücken sehr preiswert ab zugeben. Geff. Angebote unt. 8 675 an den ^Weilburger Anzeiger", Weilburg a L- 7H07D Lehrmädchen ohne gegenseitige Vergütung gesucht Hotel Prinz Earl [Stellengesuche] Hunger strebsamer WAM (Eeögnsminelörandje) sucht bald Stellung 0(5 tlOtfllt Schriftl. Angebote unter 06289 an den Gieh. Anz. erbeten^ Laslwagenlührer gelernt. Mechaniker mit Reparatur vertraut, der bet Groh- handelss. tätig war, wünscht sich zu verändern. Schriftliche Angebote unt. 06205 an den Gieh Anz. Tücht. Fräul., mit langjähr. gut. Zeug- ntssen, sucht Stell, als X erküoferin in Lebensmittel- od. Weihwarengeschäft. Schr. Ang u. 06147 an den Gieh. Anz. KMni. geöllöete AM mit guten Zeugnissen sucht Betätigung auf Bureau oder privat für halbe Tage. Schriftl. Angebote unter 06172 au d. Gieh. Anz. erb. | Verkäufe | Wegen Aufgabe des Fuhrwerks ein MS-AMM 5 Jahre, Notier Gänger und Zieher Brown (Break! preiswert 5ii verkaufen. 06190 I. Avvel, Bäckerei u. ßafü, Krofdorf, Hauvtftrahe 284. Eber. Zwei erstklassige vered. Landfchweine (Eber) hat zu verk. Heinrich Münster, »«I« Hattenrod. Ein Wurf 7 Wochen Suche sofort 2 tücht. MWnSer- unö AnWUk- gehWn-o Ludwig Freitag, Weihbiudermeister Heuchelheim. Sofort gesucht 1 Heizungs- Monteur welcher gewandt ist im Schweihen. lo-r-» Heinr. Weigand, Grohen-Linden, BiSmarckttr. 12. Zwei Eleklroraonleöre stellt ein 78I6D Phil. Volkmann, Hcuchclbcim Wilbclmstrahc 34 Telephon 8'27. möbi. Zimmer ..7a-,atT— i ■ i j.. r. - --»re,.-— Samstag, 27. August 1927 ständigen oder ihnen allein entschieden werden kann. Denn sie ist eine politische Frage! Erst kommt der Wille zur Abrüstung. Ist er da, so werden sich Wege zur Ueberwindung der technischen Schwierigkeiten finden. Dieser Wille wird bei Nordamerika vorhanden sein. Er fehlt aber bei England in bezug auf die Abrüstung zur See. Er ist überhaupt nicht vorhanden bei Italien und vor allem nicht bei Frankreich, das, wo es konnte, sich der Abrüstungsbewegung in den Weg gestellt hat und das außerdem noch durch die Erörterung und (zum Teil) Annahme seiner ganz umfassenden Heeresneu- o r d n u.n g einschließlich Kriegsvorbereitung und Befestigungssystem, das Stärkste gegen alle Abrüstungswünsche getan hat. Das Ergebnis auf dem Gebiet der Abrüstung im abgelaufenen Jahre ist somit gleich Null! Sicherheit: Man sollte meinen, daß das Sicherheitsbestreben Frankreichs durch die Locarno- | von sich aus durch die Idee einer Sicherung gegen Angriffe in gegenseitiger Verpflichtung zwischen sich und den Nandstaaten, unabhängig vorn Völkerbund und unbekümmert um dessen Bestimmungen. So hat es mit Litauen einen derartigen Vertrag geschlossen: Verhandlungen mit den anderen Randstaaten aber sind nur bei Lettland etwas weiter gediehen, mit Estland und Finnland nicht vorangekommen, mit Polen spricht man immer wieder hin und her, ohne daß eine Aussicht auf Abschluß zu erkennen ist. Diese Veryandlungen haben im Zusammenhang des Sittierheitsgedankens für den Völkerbund ein größeres Interesse und für Deutschland desgleichen. Finnland ist es gewesen, daß diesen Zusammenhang in Genf herausgearbeitet hat, indem es das Problem stellte: Wie steht der Völkerbund, wenn ein Mitglied und ein Nichtmitglied in Konflikt geraten? Es fordert in diesem Falle, daß der Völkerbund von vornherein für das Völkerbundsmitglied Partei Mahnung zur Hindenburgspende Reichswehrnunifter Dr. Gcßler: Die Wehrmacht dankt ihrem obersten Befehlshaber, dem Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg, daß er für die Verwendung seiner Geburtstagsspende in erster Linie an die alten Soldaten gedacht hat. Darum helft, dem großen Vorbild treuer Pflichterfüllung nacheifernd, die Hör derer zu lindern, die dem Vaterlande die größten Opfer brach- ten! Gebt zur Hindenburgspende! General der Infanterie Heye, Chef der Heeresleitung: Lasset die Hindenburgspende Beweis werden, daß wir einig sind in Treue und Liebe zu unserem Führer, daß wir einig sind im Dank an unsere Brüder, die ihr Bestes gegeben haben für Ehre und Bestand unseres Vaterlandes. Admiral Zenker, Lhef der Marineleitung: Treue halten seinem Volke, selbstlos sich hingeben an den Staat, hilfsbereit stets derer Zu gedenken, die um des Vaterlandes willen litten, das ist HinL>enburggeist. Gaben für die hindenburgspende werden angenommen in der Geschäftsstelle des „Gießener Anzeigers", Gießen, Schvistraße Vte. 7. vertrüge und die deutsche Abrüstung vollkommen befriedigt sei. Ein anderes Sicherheitsstreben in Europa ist der Wunsch Polens, seine Grenzen gesichert zu erhalten, der mit der französischen Politik in der Idee des sog. „Ostlocarno" in Verbindung gesetzt wird. Gewiß würde auch Frankreich in einer Kombinatton zwischen Räumungsfrage und seinen Beziehungen zu Polen es gern sehen, wenn Deutschland sich bereitfinden ließe, die polnische Westgrenze ebenso zu garantieren, wie es das in bezug auf die Verhältnisse am Rhein und die entmilitarisierte Zone dort getan hat. Es bedarf keines Wortes, warum die Idee des Ostlocarno für Deutschland in keiner Weise diskutabel und möglich erscheint. Nach der anderen Seite, nach Rußlandzu, ist ein Erfolg in den Verhandlungen über einen Nichtangriffspunkt zwischen den beiden Ländern nicht erzielt. Rußland führt diese ■na—II IMill ■IIIIB!■ — I« II ■Ulan um im ■ai.UMKMa ergreife, und es stellt weiter das Problem, wie ein solcher Nichtangriffspakt Rußlands mit dem Art. 16 der Völkerbundsakte vereinbar ist, — eine Frage, die direkt auf die deutsch-russischen Abmachungen im Berliner ©ertrag und deren Verhältnis zu dem Artikel 16 zielt. Es ist möglich, daß diese Frage in Genf zur Erörterung kommt, daß mithin die Sicherheitsfrage, an der Deutschland sehr interessiert ist, in diesem Sinne erörtert wird. Die Erklärung der Mächte in Locarno zu Artikel 16 ist nach unterer Auffassung niemals ausreichend gewesen. Erörterungen, wie sie Finnland anregt (in den Völkerbundsakten liegt auch eine gleiche von persischer Seite), können nun das Problem in Genf in Bewegung setzen, und wir sollten uns darauf immerhin einstellen. Daß nach Frankreichs Auffassung die Sicherheit im rein französischen Sinne nicht erreicht ist, hat ---——immrnnmiiiii iiniiW, mm ■■■w—ww- das letzte Jahr gezeigt. Nach zwei Seiten: In der Haltung Frankreichs zur Besatzungs- und Räumungsfrage im Rheinland und eben in seiner konsequenten Heeres Politik, die es unbekümmert um die Abrüstungsidee und jene Dreiheit Herriots durchgeführt hat. Dabei ist Herriot, der diese Dreiheit in Genf so pries, Mitglied des heutigen Kabinetts! Und der Hauptberichterftatter in der Diskussion des Heeresgesetzes war einer der drei Hauptdelegierten Frankreichs im Völkerbund, der Sozialist Paul-Boncour. Verstehen wir die französische Auffassung von der Sicherheit recht, so ist sie kurz diese: die Sicherheit durch die Friedensverträge, deutsche Entwaffnung und Locarno genügen Frankreich nicht. Es fordert eine weitere Sicherung, wobei Ostlocarno und Verzicht auf den Anschluß Deutsch-Oesterreichs neben- und durchein- anderaehen. Es baut seine militärische Rüstung ziel- bewußt aus, indem er alle Lehren aus dem Welt- krieg zieht, seine schwache und nicht zunehmende Bevölkerung in ein Verhältnis setzt zum Cadrehccr, zur Kriegsvorbereitung der ganzen Nation und zur Heranziehung der „force noire", indem es alle Vorbereitungen der Kriegswirtschaft bis in das kleinste trifft und indem es feine Nordostgrenze von Dünkirchen bis Belfort buchstäblich in einer ununterbrochenen Befestigungslinie befestigt. Es verlangt ja auch, daß Belgien an seinem Teil in diese Linie eintrete und diese so abschlösse, daß vor ihr dann das Glacis läge, das entmilitarisierte Rheinland, ohne jede Garnison des etwaigen Gegners und ohne jede Befestigung und dazu noch gesichert für Frankreich durch Frankreichs Soldaten, die darum im Rheinland stehen bleiben sollen. Zuletzt: Nach dem Fricdensvertrag muß die Räumung des Rheinlandes 1935 auch In der dritten Zone vollzogen sein. Frankreich rechnet, daß gerade in diesem Jahre die Wirkungen der Kriegsverluste in seinen Rekrutierungsziffern sich bemerkbar machen werden, und sieht darin einen erneuten Grund, seine Truppen aus dem Rheinland nicht zurück- zuziehen. Etwa bis zur gleichen Zeit ist auch die Durchführung der großen Heeresreform und Befestigungsarbeit gedacht; vom französischen Standpunkt aus alles sehr konsequent und sehr zusammenhängend. Bloß den Sinn jener Dreiheit von 1924 erfüllt es wahrhaftig nicht! Das Bemühen um eine konstruktioe F r i e- denspolitik Europas hat also, wie wir sehen, von der Völkerbundsoersammlung 1926 bis zu der von 1927 einen erkennbaren Fortschritt noch nicht gemacht. Krastwagenverbindung Wißmar - Gießen. Am Mittwochnachmittag fand im Gießener Kreisamtsgebäude unter dem Vorsitz eines Krcte- vertreters und im Beisein von Vertretern der Stadt Gießen, der Oberpostdirektion Darmstadt, des Gießener Postamts und der Gemeinden Krofdorf und Wißmar eine Besprechung über die von der Gemeinde Wißmar beantragte Autooerbindung mit der Stadt Gießen statt. Schon seit der Inbetriebnahme der Postkrast- wagenlinle Gießen — Krofdorf — Fellingshausen ist es der Wunsch der Bewohner von Wißmar, ebenfalls eine unmittelbare Verbindung mit der Stabt Gießen zu erhalten. Die Eisenbahnverbindungen der Strecke Wetzlar —Lollar entsprechen schon lange nicht mehr dem Verkehrsbedürfnis und den be- rechttgten Verkehrswünschen der fast 2000 Seelen zählenden Gemeinde Wißmar. Die Gemeinde hat deshalb durch die Kreisbürgermeisterei Krofdorf vor mehreren Monaten an die Po st Verwaltung bas Ersuchen gerichtet, einige Fahrten der Linie Gießen—Krofdorf über Launsbach nach Wißmar auszudehnen. Dieses Ersuchen wurde von der Poft aber mit der Begründung abgelehnt, daß bei der Ausführung dieses Planes die Postautos zwischen den drei Stationen Krofdorf-Gleiberg, Launsbach und Wißmar neben der Eisenbahn fahren müßten und daher mit dem Einspruch der Reichs- bahngesellschaft zu rechnen wäre. Unter die- ten Umständen ist es verständlich, daß die Gemeinde Wißmar es nicht verhindert hat, als vor einigen Wochen ein Privatunternehmer mit einem etwa achtsitzigen ehemaligen Sanitätswagen den Betrieb einer regelmäßig verkehrenden L i - nie von Wißmar über die Lahnbrücke bei der Babenburg nach Gießen eröffnete. Ob bern angeb- Herzmuskels fings an — ganz harmlos —, Herzparalyse war gewöhnlich ber Schluß. Milbe, graue Novemberlust schlug ihm entgegen, als er bie Villa verließ. Ein leichter Nebel hüllte alles wie in einen Schleier ein. Er ging burch bie verübele Allee, durch bereit entlaubten Bäume ber Rheinnebel in bicken Schwaben kroch. In ben Straßen blinkten matt bie Laternen, bie Prpmenaben waren leer, ber Nebel tropfte auf bie Bänke, in ben Villen brannte verschleiertes Licht hinter zugezogenen Gardinen . . . Ein alter Herr im Rollstuhl begegnete ihm mit seinem Diener . . . Sonst niemand. Hohe weiße Bogenlampen warfen ein grelles, festliches Licht auf bie Schaufenster ber Löben, hinter benen bunte Teppiche, blitzendes Kristall, frische Blumen unb Porzellan leuchteten... Der Luxus ber Lebenben, zu benen er nicht mehr lange gehören mürbe . . . Zwischen bem Mann, ber ich vor einer Stunbe noch war unb bem, ber ich nun bin — welcher Abgrunb, buchte er. Wie war biese Krankheit nur über ihn gekommen? Im März, als er aus Amerika heimkam, hatten bie Anfälle angefangen. Und bie Schlaflosigkeit . . . Währenb feines Urlaubs, ben er mit feiner Frau in Norwegen verbrachte, hatte sich das Herz beruhigt, nur bie Schlaflosigkeit blieb. Die nervösen Anfälle waren erst wiebergekommen, seit er wieder dirigierte und seine Arbeit ausgenommen hatte. Vor einer Woche war er plötzlich zusammengebrochen. Ein schwerer Herzanfall — mitten in.der Probe... Sein Blick fiel auf die erleuchtete Uhr an ben Kolonaben. Gleich vier. Er mußte sich beeilen. Um vier Uhr begann bie Hauptprobe zum ersten philharmonischen Konzert. Er schritt, um abzukürzen, burch bie -winterlich kahle Anlage, bie sich zwischen bie Kolonaben schon. Einige Paare wanderten darin umher, alte Damen saßen auf ben Bänken und betreuten ihre Hunde. Der Boden war mit feuchten, roten Blättern bedeckt. Als er an ber kaltplatschern- ben Fontäne vorüberkam, riefelte plötzlich ein leuchtender gelber Blätterregen auf ihn herab . . . Die Blätter fallen, dachte er . . . Alle Farben ber Natur waren ausgelöscht von biefem milben, weichen, traurigen Grau, bie Umrisse der Baume unb Häuser verschwommen darin, alles sah seltsam gespcnster- haft aus, unheimlich — wie vor einer großen Veränderung . . . Die Menschen, bie er vor sich hergehen sah, ins Theater, ins Kurhaus, ins Lesezimmer ober in bas Nachmittagskonzert, schienen leblose Schatten, bie auf einer mattgrauen Leinwanb bahinglitten. Diese Lampen schienen nicht zu brennen, es waren nur gelbe Klexe, vom Maler in bas feuchte Grau bes Nebels hingeworfen. Wie mit einer Klammer schnürte ihm diese dumpfe Gewißheit bie Brust zusammen: Nicht lange mehr . . . Ev war etwas oeränbert in ihm. Das Leben batte plötzlich seine Bebeutung verloren. Unb boch spielte sich alles ab wie jeben Nachmittag. Der Giebel bes Kurhauses glänzte matt zwischen hohen Baumwipfeln, im Vestibül brannten schon die Lampen, an den gläsernen Türen warteten die grauhaarigen, betreßten Türhüter, die ihn ehrerbietig begrüßten. In ben Garberoben gaben Damen ihre Schirme unb Stöcke ab unb ber Saalbiener verkaufte an seinem kleinen Tisch die Kvnzertpro- gramme, wie immer. Ihm war, als ob ihm ein Frember burch bieses golbgleißenbe Vestibül folgte, wie ein Gespenst im Nebel — ein Schatten ... ber hinter ihm blieb . . . Sein Vorzimmer war leer, er legte Hut unb 'Diantel ab unb trat vor ben Spiegel. Er war so groß, daß er sich vorneigen mußte, um sein Bild in dem schmalen Glas zu sehen. Sein Bild blickte ihm fremd entgegen . . . Groß, schmächtig, mit der lässigen, etwas müden Haltung eines Angegriffenen, schmalem, gutgeschnittenem Kopf, dem schwarzen, etwas gelichteten Haar, das Gesicht bleich und bartlos, die Augen umschattet, grünliche Flecke auf den Wangen, ober schien bas nur so in biefem alten, an- gelaufenen Biedermeierspiegel? . . . Ich sehe schlecht aus, dachte er. Ich bin zehn Jahre älter geworden — feit einer Stunde . . . Was nun?--Melitta hatte solche Angst vor Prognosen. Vorsicht, keine Aufregungen . . . Nehmen Sie Urlaub . . . Jawohl! Wie konnte er Urlaub nehmen, jetzt, kaum aus bem Auslanb heimgekommen, ba hier bie Wintersaison begann?-- Er wollte arbeiten. Er war von Amerika heimgekommen mit neuen Plänen unb frischer Arbeitslust, hatte bie Saison eröffnet mit großen Konzerten, Sinfonieabenbe waren angesetzt, bie Orchester- proben hatten begonnen. Spanien rief ihn herüber. Sollte er bas alles lassen, was ihm Lebensinhalt geworben war, aus Vorsicht, um nicht einige Jahre früher zu enden? Seine Hand glitt über bie Stirn. Ein bleierner Druck saß bort._ Es bauert nicht mehr lange. Also, konzentrierte Tätigkeit, Nervenanspannung bis aufs letzte ... unb bann — Schluß ... Es wird sehr bald sein . . . noch ein paar Jahre vielleicht . . . Er dachte an seine Frau. Das Leben hat mir zuviel geschenkt. Erfolg, Ruhm, eine Arbeit, bie mich aus- füUt, meine Ehe — — Melitta. Dieses Glück ohne Schatten . . . eine Liebe, bie sich täglich vertiefte, eine Leidenschaft, bie zur Freunbfchaft geworben war. Sie war bie Frau, die er immer gesucht. Die meisten seiner Freunde lebten schon von ihrer Frau getrennt, ober sie lebten stumpf bahin neben irgendeiner verblühten Frau unb hatten ihre Wünsche unb Träume still begraben . . . waren alt geworden, nichts mehr fühlend, nichts mehr verlangend und nichts mehr erstrebend —--sie vegetierten nur . . Wie anders ich, dachte er. Sein geordnetes, schönes Heim, stieg vor ihm auf, das Bild der reizvollen yrau, die ihm Freundin, Geliebte und Kamerad war ... die nie versagte, immer mitging, die tapfer unb entschlossen in jeber Lage mit ihm burch- gehalten hatte, und ber er seine erste Ehe geopfert hatte — was von seiner Seite kein Opfer gewesen war . . . Aber wohl für anbere--. Wie sollte er ihr mitteilen, baß bieses unsagbare Glück ein jähes Enbe haben konnte . . . heut ober morgen vielleicht ... im besten Falle in ein paar Jahren . . .? Vielleicht konnte man es „strecken", wenn er feinen aufreibenben, nervösen Beruf als Dirigent dieses großen Orchesters aufgab, sich zurückzog, um feine Kompositionen zu vollenden ... in der Stille, abgesondert von ber Welt. . . s2lber wie würbe sie bieses veränderte Leben ertragen? Vom Schauplatz abzutreten, sich von seinem Orchester, bas er seit fast zehn Jahren leitete, mit bem er täglich arbeitete und reifte, unb bas so auf ihn eingearbeitet war, freiwillig zu trennen? ... (Er schauberte . . . Die Stille, bie ihn bann umgab -Er fühlte sie schon um sich wehen, eisig kalt, wie bie Novemberlust unb friste wie bie fterbenbe ^atur ba braußen im Park . . . Nein ... In ben sielen will ich sterben. Lieber im Sturm untergehen, als im Hafen verfaulen . . . ich werbe Me- lltta nichts bavon sagen. Heute noch nicht... (Fortsetzung folgt.) ter dürfte. >t, fv ist im IVVIV O' *- ' V - - *- w (Jiuyv. vv Q*** x^z «-iv** —--- linsen bestehen, so Unterhalts zu berücksichtigen. Eine erweitert^ itxTtroe vereinbart | Unterhaltspflicht besteht für di« Ettern gegen* Adoption lebenden Abkömmlin, | muh dieses im Aboptrons Oberhesfen. Landkreis Gießen. umgewechselt. die dem in Anspruch Genommenen nach den ihn» zuzumutende Erwerbsfähigkeit (nicht nur seine ständen, d. h. insbesondere auch standestzemäh Vermögenslage» ist nach Reichsgericht bei der Frage des Äußerstandescins zur Gewährung deS Abkömmlinge unterhaltspflichtig gegenüt... ----- Adoptierenden. Soll dasselbe Verhältnis zwi- scheu dem Adoptierenden und den zur Zeit der ______ ___o____daß die Absicht fehlt, von dein Empfänger Ersah zu verlangen. Will also der, welcher über seine Verpflichtung hinaus Unterhalt gewährte, Ersatz dafür verlangen, so hat er zunächst zu beweisen, daß er di« Absicht hatte, Ersatz zu verlangen bau b. _ -------------o.- —— „o-— ----- beendet und fonsttge Wege und 'Jtmnonbouten im G esamtkosteno nfwa-nde von rund 11 000 Mark mit lehen gewahr! wurden. Die Borarbeiteu für einen neuen Bulienstall wurden in Angriff genommen, nachdem vom Aiinifterium für Landwirtschaft ein Zuschuß von 8000 Mark bewilligt wurde. Das in Eisen gebaute Ortsnetz wurde teilweise in Kupfer ~ Hörnsheim: Der Aus- xs nach L-cmggöns wurde # Lang-Göns, 26. Ang. Infolge Wahl des seitherigen Beigeordneten Wilhelm Vvmpf zum Bürgermeister unserer Gemeinde findet in nächster Zeit die W a h l e i n e s neuen Beigeordneten statt. Wie man hört, kommen s«hs Kandidaten zur Aufsteilung, so daß wohl «irre Stichwahl erforderlich werden bringt. Die Annahme an Kindes statt (Adoption). Der Adoptierende ist unterhaltspflichtig gegenüber dem Adoptierten und teffen später geborenen Abkömmlingen, uiü> umgekehrt sind der Adoptierte und dessen später geborene Abkömmlinae unterbaltsvflichlia gegenüber dem werden Der Annehmeude ist dem Kinde und denjenigen Abkömmlingen desselben, denen gegenüber er unterhaltspflichtig ist, vor den leiblichen Verwandten des Kindes unterhaltspflichtig. A. Untcrhaltungsbecechtigung. Unterhaltungsberechttgt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Zu divser Hilfsbedürftig koit gehört aber, daß der den Untechaltsanfpruch Erhebende 1. kein Vermögen besitzt, aus dessen Stamm er sich unterhalten kann. Gewähren Eltern oder Voreltern ihren Abkömmlingen oder Die gesetzliche Unterhaltungrpflicht Verwandte untereinander und Ehegatten untereinander. Von Rechtsanwalt Friedrich Schauer, Freiburg L Br. Zuschüssen aus der produktiven Erwerbstosensür- iorge ausgeführt. Der Erweiterung des Friedhofes diente der Ankauf von zwei Grundstücken. Gemeinde Hochelheim: Der Weg zwischen dem „Moorweg" und der Kleebachstroße wurde unter Gewährung von Zuschüssen aus der produktiven Er- werbslosenfürsorge ausgebaut; ferner wurden größere Arbeiten an Wegen, Gräben und Drainagen ausgeführt und die Erweiterung der Klee- bachsttaße nach Dornholzhausen in Angriff genommen. Zwecks Erschürfung von Quellen für den geplanten Wasserleitungsbau wurden im Gemeindewalde mehrere Versuchsschächte gegraben. Die Boh- nmgen führten zu keinem Erfolge. Verhandlungen, in Ameinschaf t mit Hörnsheim eine Pmnpanlage zu errichten, scheiterten. Die Gemeinde Hochelheim har infolgedessen die Bohrversuche in den Takböten in der Nähe des Dorfes fortgesetzt, die oorausstchtlich von Erfolg begleitet sein werden. Eine Gemeindewiese mürbe, um sie yn Ertrage wirtschaftlicher zu gestatten, umgebaut. Zu den hierdurch entstandenen Kosten von rund 4000 Mark wurde der Gemeinde aus dem Westfonds der Rheinprooinz eine Beihilfe do 1400 Mark bewilligt. Das Pfarrhaus wurde gemeinsam mit der Filialgemeinde Dornholzhausen instand gesetzt. Für die Autolime Gießen—Kleebachtal wurde in der Gemeinde eine Autohalle errichtet. Zu den sich auf 6000 Mark belaufenden _ Baukosten zahlt die Stadt Gießen einen Zuschuß von 1500 Mark. Zu der Verzinsung der Baukosten trägt die Gemeinde Hörnsheim mit jährlich 50 Mark bei. ©«meinte Dornholzhausen: Der Verbindungsweg noch Langgöns wurde ausgebaui, wodurch der nächste Weg nach der Bahnstation nicht mehr, wie bisher über Hochelheim, sieben Kilometer, sondern nur noch vier Kilonieter betragt. In Gemeinschaft mit der Gesamtheit der Beteiligten in der Umlegungssache wurden außerdem je eine neue Brücke über den Meebach und über den Schäfer- chen Mühlgraben gebaut. Die Gescuntkosten be= liefcn sich auf rund 26 000 Mark. Zur Aufbringung derselben wurden der Gemeinde Zuschüsse und ein Darlchn aus Mitteln der pcodltttiven Erwerbs- losensürsorge gemährt. Die Schule erhiett einen neuen Verputz. Gemeinte Niederkleen: Der Wasserleitungsbau mit teilweiser Ortsentwässerung wurde zu Ende geführt. Die Kosten der Ausführung beliefen sich auf rund 75 000 Mark. Zu ihrer Aufbringung wurden ter Gemeinde Zuschüsse sowie ein Darlehn aus ter produktiven Erwerbslosenfürsorge und eine Beihilfe aus dem Westfonds ter Rheinprooinz gegeben. Der Verbindungsweg nach Oberkleen wurde unter Aufwendung einer Kosten- sumsne von rund 10 000 Mark fettig ausgebaut. Hierzu wurden der Gemeinde ebenfalls Zuschüsse aus ter produktiven Erwerbslosenfürsorge, sowie eine Beihilfe vom Kreis und von ter Provinz gewährt. Gemeinde Oberkleen: Das Dach des Schulhauses wurde umgedeckt: in der Schule wurde ein zweiter Schukfaal eingerichtet. Wegen erneuter lich in Frankfurt a. M. ansässigen Unternehmer die behördliche Genehmigung zum Betriebe der Linie erteilt wird, konnte noch nicht mitgcto.lt werden. Vor der Erteilung der Genehmigung erlegt das Ministerium neuerdings den Privatunternehmern die Verpflichtung auf, daß auch die Fahrgaste der Pn- vatlinien wahrend des Aufenthalts in den Kraftwagen gegen Tod, Invalidität und Krankheit in gleichem Umfange versichert werden, wie dies bei Reisen mit den Postautos der Fall ist. Die durch die e pflichtmäßigeUnfallversicherung fällig werdenden Prämien können natürlich auf die Gestattung der Fahrpreise nicht ohne Einfluß bleiben. Mit Rücksicht darauf, daß die Deutsche Re i ch s p o st für eine sichere und pünktliche Durch- sührung von Personen- und Sachenbeförderungen größere Sicherheit bietet, haben die Gemeinden- und Behördenoertreter die Vertreter der Postoerwal- tung gebeten, nochmals zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Uevernahme der Linie durch die Post in Frage kommen könne. Entscheidend für die Uebernahme des Betriebes durch die Post ist nach den Angaben des Vertreters der Oberpostdirektion, daß von den beteiligten G e - m e i n d e n eine Mindesteinnahme garantiert wird. Auf welchen Betrag die Garantiesumme festgesetzt wird, soll dem hiesigen Kreisamt, der Stadt Gießen und der Gemeinde Wißmar nach Fertigstellung ter Berechnung aller entstehenden Ausgaben durch die Postverwaltung mitgeteilt werden. Der Entscheidung, ob und durch wen die Lime künftig betrieben wird, wird mit Interesse entgegen- gesehen. 2. gehört zur Hilfsbedürftigkeit, bah der den Il-nterhaltsanspruch Erhebende auch außerstande ist, sich feinen Unterhalt zu erwerben, und zwar nicht nur seinen notdürftigen, sondern seinen standesgemäßen, d. h. den seiner Lebensstellung entsprechenden Unterhalt. Die Hilfsbedürftigkeit wird nicht dadurch ausgeschlossen, dah der Be- dürfttge das zum Unterhalt erforderliche durch die öffentliche Armenpflege oder durch Privatwohltätigkeit erlangt. Der Arinenverband kann jedoch den älnterhaltsanspruch gegenüber den Verwandten geltend machen, um hierdurch Ersatz der von ihm aufgewandten Kosten zu erlangen. , _ r , , Daß die Bedürftigkeit verschuldet ist, befestigt nicht den älnterhaltsanspruch. Wer jedoch durch fein sittliches Verschulden bedürftig ist, kann nur den notdürftigen, nicht aber den standesgemäßen Unterhalt beanspruchen. Als sittliches Verschulden werden angesehen z.B. Trägheit, Trunksucht usw. Der gleichen Beschränkung unterliegt der Ilnterhaltsanspruch der Abkömmling«, der Eltern und des Ehegatten, wenn sie sich einer Verfehlung schuldig machen, die den LlnterhattS- pflichtigen berechtigt, ihnen das Pflichtteil zuentziehen, sowie der Anterhaltsanspruch der Großeltern und der weiteren Voreltern, wenn ihnen gegenüber die Voraussetzungen vorliegen, unter denen Kinder berechtigt sind, ihren Eltern daS Pflichtteil zu entziehen. Der gleichen Beschränkung unterliegt der älnterhaltsanspruch des an Kindes statt Annehmenden gegenüber dem Angenommenen. Ein minderjähriges unverheiratetes Kind kann von seinen Eltern, auch wenn es Vermögen hat, die Gewährung des Unterhalts insoweit verlangen, als die Einkünfte seines Vermögens und der Ertrag seiner Arbeit zum Unterhalt nicht aus- reichen. B. Unlerhaltsoerpflichtung. Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung seines standesgemäßen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren. (Unterhaltsfähigleit.) Zu den zu berücksichtigenden sonstigen Verpflichtungen gehört nicht die Verpflichtung aus einem schenkweise erteilten Versprechen. Auch diese jenen über ihre Verpflichtung hinaus Unterhalt, obwohl dem Empfänger z. B. ein Der- mögensstamm zur Verfügung _ftely Zweifel crnzunehnn - - -• Kreis Friedberg. LPD. Butzbach, 27. August. Das 5jährige Söhnchen des Landwirts P i t f ch l e r in Hochweifel war in den Besitz von Streichhölzern gekommen un-b wollte mm in dem Holzschuppen ein (Vachdruck verboten.) infolge bet äußerst gedrückten Lage der deutschen Wirtschaft gibt es viele Hundert- tausende von Arbeitslosen, von Kleinrentnern, von Sozialrentnern, von abgebauten Angestellten, von abgebauten Beamten mit nur ganz geringem Ruhegehalt. Dies« alle sind mehr oder weniger darauf angewiesen, sich von ihren Verwandten unterstützen zu lassen. Heute haben daher noch weit größere Teile der Bevölkerung ein Interesse daran, über die rechtlichen Vorschriften aufgeklärt zu sein, welche für die Unterhaltungspflicht der Verwandten untereinander bestehen, als früher. Es seien daher die hauptsächlichsten gesetzlichen Bestimmungen darüber nachstehend übersichtlich dargestellt. Die Unterhaltspflicht zwischen Verwandten besteht nur unter Verwandten in gerader Linie, d. h. nur unter Personen, von denen eine von der anderen abstammt, also zwischen Vater, Mutter, Großvater, Großmutter, Urgwhvater, Urgroßmutter usw., Sohn, Tochter, Enkel, Enkelin, Urenkel, Urenkelin usw. Unter Abstammung ist im allgemeinen eheliche Abstammung gemeint, insofern als das uneheliche Kind und dessen Vater nicht als verwandt gelten (eine Unterhaltspflicht des unehelichen Kindes gegenüber seinem Vater besteht daher nicht, imd der uneheliche Vater ist feinem Kinde gegenüber nur bis zu dessen 16. Lebensjahr unterhaltspflichtig, es sei denn, daß das Kind bei Vollendung des 16. Jahres infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen außerstand« ist, sich selbst zu unterhalten). Das uneheliche Kind Hot aber im Verhältnis zu der Mutter und zu den Verwandten der Mutter die rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes, also ist die uneheliche Mutter und sind ihre Verwandten gegenüber dem Kinde unterhaltspflichtig, und das uneheliche Kind ist unterhclltspflichtig gegenüber seiner Mutter und deren Verwandten. Der uneheliche Vater ist jedoch vor der Mutter und den mütterlichen Verwandten des Kindes unterhaltspflichtig. Soweit aber die Mutter oder ein unterhaltspflichtiger mütterlicher Verwandter dein Kind« den Unterhalt gewährt, geht der Unterhaltsanspruch des Kindes gegen den Vater auf die Mutter oder den Verwandten über. Vach dem Grundsatz, daß nur Verwandte in gerader Linie gegenseitig unterhaltspflichtig sind, sind also insbesondere nicht untereinander unterhaltspflichtig: Geschwister, d. h. es besteht kein klagbarer Anspruch auf Unterhalt, wohl aber eine sittliche Pflicht dazu, und deshalb kann der unter Geschwistern geleistete Unterhalt nicht zurückaefordert werten. Ferner sind z. B. nicht unterhaltspflichtig: Detter und Evusin« untereinander, Onkel und Tante einerseits nnd Veffe und Dichte andererseits untereinander. Ebenso haben keine Unterhaltspflicht unterem- ander Schwiegereltern und SchwieFerkinder. Ein« solche Unterhaltspflicht kann auch nicht dadurch begründet werten, daß der Ehemann bei Forderung des Unterhalts gegenüber seinen Eltern das Unterhaltsbedürfnis feiner Frau mit in Anschlag Rücksicht auf die allgemeine Finanzlage der Stadt eine höhere Aufwertung als 124 Prozent abzu- Ichnen. Weiter wurde beschlossen, die Finanztommis- fion, mit der Prüfung der Frage zu beauftragen, ob lmd unter welchen Voraussetzungen m besonderen Fällen, insbesondere bei Bedürftigkeit, eine vor zeitige Ablösung vorgenommen werden kann. — ifcstfetzung der B a u f 1 u ch 11 i n i e z w i f ch e n Ritter- u n d S ch a u j u h g a s s e. Hierzu wurde die vom Ministerium des Innern bzw. von dem Hochbauamt vorgeschlagene Linienführung angenommen. — Verschiedene nachträglich vorgenom- menen Grund st ücksverpachtungen wurden nach den Vorschläge der Landwirtschaftskommisston genehmigt. — Dem derzeitigen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr, H. Knierim III., wurde durch einstiinmigen Beschluß die Bezeichnung „Städtischer Branddirektor" verliehen unter Gewährung der entsprechenden Uniform. — Auf Ersuchen der Landwirtschaftskammer für Hefen wurde beschlossen, für die Landwirt schaft- j ch e Ausstellung in Darmstadt vom 15. bis 20. September einen Ehrenpreis von 60 Mk. zu tiften. — Für die am 1. und 2. Oktober in Alsfeld vorgesehene Kreisobstausstellung, welche der Kreisobst- und Gartenbauvssrein veranstaltet, wurde ein Ehrenpreis von 40 Mk. gestiftet. Ferner wurde beschlossen, dem Verein die Städtische Feschalle ; u der geplanten Ausstellung unentgettlich zu über- l assen. — Dem Schwimmverein Alsfeld wurde auf sein Gesuch die Abgabe für das Schwimmest am 14. August d. I. unter Berücksichtigung des ungünstigen, regnerischen Wetters an diesem Tage, von 100 auf 50 Mk. herabgesetzt. — Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende am Schlüsse der öffentlichen Sitzung ein Schreiben der Reichsbahndirektion Frankfurt bekannt, wonach vom 2. Oktober d. I. der Personenzug abends von Lauterbach nach Alsfeld im Anschluß an den Triebwagen in Lauterbach wegen schlechter B«- etzung des Zuges wegfällt. Der Vorsitzende prach hierüber fein Bedauern aus. An die Sitzung chloß sich eine nichtöffewliche Sitzung an. V Grebenau, 26. Aug. Nachdem im vergangenen Jahr das Schulgebäude eine ooll- tändige Renovierung erfahren hat, erhielt in den vergangenen Wochen das dazugehörige Wohnhaus einen vollständigen neuen Anstrich. Damit sind die beiten prächtigen alten Gebäude — erbaut um 1300 als Kloster und Gerichtssitz — in einen würdigen Zustand gebracht lind kouimen wieder angenehm zur Geltung. — Die nächste größere von der Gemeinde vorgesehene Arbeit ist eine langgewünschte Wegverbesserung. In Gemeinschaft mit ter Forstbehörde wird der von der Udenhäuser Straße nach dem „Roten Rain"—Bahnhof ziehende Weg zu einer festen, fahrbaren Straße umgebaut. Da ter alte Weg schon bei geringstem Regen grundlos wird, begrüßt man die Beseitigung dieses alten Hebels, denn hier führt der Weg in das schönste unsrer Täler, das Schwarzebachtal. Kreis Lauterbach. P. Schlitz, 26. Aug. Unter gcrnz außer- ordentlich großer Beteiligung wurde am Mittwoch der Duchdruckereibesiher und Herausgeber des „Schützer Boten" Heinrich ©untrum H. zu Grabe getragen. Der Verstorbene war «ine der bekanntesten Persönlichkeiten im Schliher- land und hat als langjähriger Vorsitzender des Gewerbevereins, Mitbegrünter des Turnvereins und besonders als Verleger des Heimatblattes eine bedeutsame Volle gespielt. 3m Jahve 1876 übernahm er durch Kauf den Verlag des ..Schlitzer Boten", der im Herbst 1866 von dem Gießener Buchdrucker Ruckstuhl begründet worden war, und hat im Verlauf von einem halben Jahrhundert sein Blatt zu einem rechten Heimatblatt auszugestalten gewußt. Zahlreiche Kränze wurden unter ehrenden Ansprachen niedergelegt. So von FabriMrektor Falke für den Gewerbeverein Schlitz, von Duchdruckereibesiher Ehrenklau-Alsfeld für den Bezirk Gießen des Deutschen Buchdruckervereins, von Schlosser- meister O 11 e r b e i n - Lauterbach für die Hessische Handwerkskammer und vom 1. Beigeordneten Kaufmann August Hinkel für den Turnverein Schlitz. Rheinhessen. WSN. Mainz, 26. Aug. Der etwas schwerhörige 14jährige Sohn des Gastwirts Eichmann in Nierstein konnte gestern einem Lastauto nicht rechtzeitig ausweichen und wurde überfahren. Der Tod trat auf ter Stelle ein. Preußen. Schweres Sprengunglück. gwei Tote- drei Schwerverletzte. WSN. Bad Schmalbach, 26. Aug. Bei Straßenbauarbeiten an ter Hohen Straße ereignete sich 'hier gestern nachmittag ein entsetzliches Unglück. Mehrere Arbeiter waren mit dem W e g- sprengen von Felsen beschäftigt, als plötzlich aus bisher noch unbekannter Ursache ein Spreng- schuß vorzeitig losging, wodurch gewaltige Felsmassen abstürzten, die fün Arbeiter unter s i ch begruben. Zwei davon, der 52jährige Johann Hölzer aus Huppert und der 36jährige Wilhelm Stockenhofen aus Mappershain, konnten nur noch als Leichen aus den Felsmassea herausgegraben werden. Der Sprengmeister Georg Schlosser und die beiden Fuhrleute Karl Wagner und Philipp Eckel aus Bad Schmalbach wurden schwer verletzt im Schwalbachcr Krankenhaus eingeliefert. Der Schuß muß die Gelöteten in unmittelbarer Nähe erreicht haben, da die Gesichter und Hände geschwärzt und teilweise zerrissen waren. Die sofort Dorgenommene amtliche Untersuchung hat bis jetzt noch nicht ergeben, ob irgendein Verschulden vorliegt. Kreis Wetzlar. | Groß-Rechtenbach, 26. Aug. In ter Bürgermeistereioersammlung, über die in ter gestrigen Nummer des „Gießener Anz." berichtet wurde, erstattete Bürgermeister Schneider ten Verwaltungsbericht für die Bürgermeisterei Rechtenbach für Las Rechnungsjahr 19 2 6, aus tem hier u. a. folgendes zu erwähnen ist. Gemeinde L ü tz e l i i n d e n: Es wurden im abgelaufenen Rechnungsjahr Wegedauten mit einem Gejomttostenaufwande von rund 26 000 Mark ausgeführt, zu denen aus Mitteln ter produktiven Ermerbswsenfürsorge Zuschüsse und Dar- Verpachtung tes bisher von ter OExrteMch«, Kalk- und Steinindustrie G. rn. b. H. zu Butzbach gepachteten Gemeindekalksleinbruches wurden Der- Handlungen eingeleilet, die noch nicht zu Ente ge- führt sind. Für Wegetemten innerhalb ter Gemeinde wurden rund 2000 Mark ausgegeben. Dillkreis. WSV. Herborn, 26. August. In der Hebe rnthaler Mordaffäre ist heut« nach, mittag ter mutmaßliche Täter verhak- t e t worden. Bereits zu Beginn ter Untersuchung hatte sich ein gewisser Verdacht gegen den 21jäh- rigen Maurer Ernst Peter aus Hebernthal ergeben, der zu seiner zweimaligen vorläufigen Festnahme md)t Verhaftung — führte. Vach stundenlangem Verhör mußte aber jedesmal feine Freilassung erfolgen, da di« Verdachtsgründe nicht zu einer Verhafttmg ausveichten. .Wenn der Untersuchungsrichter den Verdächtigen auch jedesmal wieder auf freien Fuß setzte, so führte er doch in aller Stille die Untersuchung in dieser Sache weiter. Schließlich haben sich in den letzten Tagen die Verdachtsmomente — auch dunh das Ergebnis ter Untersuchungen des Frankfurter Gericht schein ikers Dr. Pvpd — derart gehäuft, daß der Hntersuchungs richt er heute nachmittag den Verhaftungsbefehl erließ, in dessen Ausführung Peter am Vach- mittag von Landjägereiboarnten festgenommen wurde. Peter wird im Lauf« des Abends oder morgen früh in das Limburger Landgerichtsge- fänffniä cingellefert. Die nunmehr durchgeführte gexichtscheinische Untersuchung einiger Kleider- ftüde des Verhafteten hatten zu dem Ergebnis geführt, daß Schmutzflecken festgestellt werden konnten, die mit ter Erde an der Mordstelle übereinstimmten. bl. Driedorf. 26. Aug. Di« Talsperre in unserer Gemarkung ist nunmehr vollendet. Sie dient der Elektrizitätsversorgung und wird der äleberlandzentrale Oberscheld angeschlossen. Kreis Limburg. WSN. Diez, 26. Aug. Am gestrigen Taae war «in Jahr verflossen, seittem mit den Arbeiten zur Lahnkana lisieruny begonnen worden ist. In dieser Zeit sind die Arbeiten trotz ter vielen Hindernisse stark gefördert worden. Im nächsten Jahre dürfte das Werk vollendet sein, so daß die Lahn schif fahrt aufgeetommen werten kann. Kreis Marburg. ][ Marburg. 26. Aug. Ein seltenes Jubiläum begeht am 23. und 24. September die hiesige V ä ck e r i n n u n g. Sind es doch in diesem Jahr« fünf Jahrhundert, dah hier in Marburg die Bäckerzunft gegründet wurde und zugleich 60 Jahr«, daß die Marburger freie Bäckerinnung besteht. Feuerchen armiachen. Erst als das Feuer bereits au Scheuer und Stallung übergegriffen hatte, bemerkte man den Brand. Der alsbald an- rüdenten Feuerwehr gelang es, wenigstens das Wohnhaus zu retten. Kreis Büdiugerr. „?" Nidda, 26. Aug. Der unter der Leitung tes Finanzrats Sieb erger stehende hiesige Ki r- ch e n ch o r veranstaltete dieser Tage in dem Kriegsblindenheim zu Bad Salzhau. sen einen Liederabend. Die Borträge des trefflich geschulten Chores waren für die Aermsten der Armen eine selten schöne Weihestunde und wurden dankbar als selbstlose Tat edler Menschlichkeit empfunden. _ „ tz Echzell, 26. Aug. Das Mttgli«d Gustav Schäfer tes hiesigen Turnvereins hat rn Mörfelden bei den Mei st«rscha f t s kam pfen tes mehrere Gaue umfassenden Düdwe st deutschen Turnerbundes (AT.) im 200- und 400-Meter-Lauf bei schärfster Konkurrenz die Meisterschaft errungen. Turner Ladner aus dem benachbarten Gettenau war 1. Sieger im 1500-Meter-Lauf. Schäfer und Ladner werden bei den olympischen Spielen Duisburg, die im September stattfinden, den Gau Wetterau vertreten. ):[ Aus dem B l ei ch e n b a ch ta l, 26. Aug. Seit drei Wochen warten unsere Landwirte vergebens auf ten Sonnenschein. Die schöne Frucht, die auf dem Felde stand, ist dem anhaltenden R e g e n w e t t e r verfallen. Nur ein kleiner Teil ist zu Hause. Weizen und Hafer, der noch nicht geschnitten ist, keimt auf dem Halm. Die meisten Landwirte sind gezwungen, neues Saatgut zu kaufen. Auch werden schon Klagen laut über faulende Kartoffeln, und die Dickwurz auf nassen Aeckern bleiben im Wachstum zurück. Kreis SchotLen. Laubach, 26. Aug. Unser Feld ist zur Zeit mit Getreidehausten bedeckt. Seit gestern brummt die Dreschmaschine auf der „Hülle", Mischen Wetter und Hungener Straße. Die Stunde kostet 10,50 Mk., wobei ter Ma-- schinenbesiher die ganze Bedienung stellt. Der Körnerertrag ist reichlich, ebenso das Stroh. Di« Frucht ist aber feucht und muß fortgesetzt umgeschaufelt werten. Der Versand . wird sich schwierig gestalten. Man hört auch noch in einzelnen Gehöften die Flegel klappern. Ulfa, 26. Aug. Die hiesige Wasserleitung, an die die Gemeinden Ober-Schmit- t e n und Rainrod angeschlossen sind, liefert schon seit Wochen, trotz hoher Erdfeuchtigkeit, nicht genügend Wasser. Die von der Kulturinspektion Gießen vorgenommenen Untersuchungen haben nun ergeben, daß die Quelle nach wie vor ausreichend Wasser zusuhrt, innerhalb der einzelnen Ortsnetze aber ein Gesamtwasserverlust von etwa 75 Kubikmeter pro Tag eintritt, der auf Rohr- defekte zurückzuführen ist. Eine gestern hier stattgehabte Versammlung, zu der Vertreter des Kreisamts, der Kulturinspektion und der beteiligten Gemeinden erschienen waren, faßte ten Entschluß, au raschestem Wege die einzelnen Ortsnetze einer gründlichen Nachprüfung zu unterziehen, um die Schäden an der Rohrleitung zu beseitigen und damit ten Wasseroerlust abzustellen. Dem Anttag der hiesigen Gemeinde, eine Quelle in der eigenen Gemarkung zu fassen und mittels Pumpwerks dein Wasserbassin zuzuführen, konnte von den Vertretern ter beiden anderen Gemeinden schon aus dem Grunde nicht zugestimmt werden, als das hiesige Ortsnetz mit etwa 44 Kubikmeter an dem gesamten Wasseroerlust beteiligt ist. Kreis Alsfelb. te» Alsfeld, 26. Aug. Aus ter letzten Stadtverordnetensitzung ist zu berichten: Als erster Punkt wurde die Einführung einer allgemeinen Wertzuwachs st euer ver hantelt, welche an Stelle der seitherigen Jnsiations- wertzuwachssteuer treten soll. Die Einführung wurde beschlossen auf Grund der vom Minister des Innern erlassenen Mustersatzung, die unoeränbert angenommen wurde. — Bezüglich der A u f w e r t u n g d e r städtischen Anleihen wurde gegenüber dem Antrag des hessischen Treuhänders auf eine höhere 'Aufwertung und gegenüber einem gleichlautendem Anträge des Hypothekengläubiger- und Sparerjchug- oerbantes, Ortsgruppe Alsfeld, beschloßen, mit Ä Ei Diese P tritt auf Ehegatte wandten- einer dra" abMt, A imstande M gebrachten.^ mW Besteht c qeiddiaW m bestimmt 'Hannes ode ‘d. mic Denn .Artigen \ Ierwaadte t -er Merhal wahren, wie Graten b (tönten, am verpflichteten Sotoeit lm jährigen Kink davon abhaw Unterhalts v Di Unserem liber die D heute noch d rungsbau eine Irr Dau stehl Burg mib tt gestellt: die B honen des D Daches aus £ beiten hat die ktonbau, die wann überno direkt an de Straßen her eingang an erweitert, ur Personen fas zenftraße no innere Ausgi luftigen Zus werden. Der Ko dem vor eini aller 44 das Die in oefäl! sowie die lind als eint zu werten. 1 Koilerallee un Umbauten ver, ■■■■ Au< jjfeisreth Benützen Eß Mw». Re Ecl wii Um pei I m Gü °6'Wagen, Und in j( Vorführu Pianohaus Die Bautätigkeit in Giehen veran- WELUBL3ECH • BALTE WELLBLECH GARAGEN MITT HEIZUNG WOLF NETTER8JACOBOwerm Berlin w 15 * Finnentrop '/westf Vertr.: Emil Becher, Dammelr. 43, Gießen, TeL 1190 Gagen BOn & Go., MW 4393c Teppichhaus 6 Ein Altmeisterstück ohnegleichen 6895a Wirkt sicher! 7718D Überall zu haherd Günstigste Zahlungsbedingungen I Vorführung jederz.durch d.Generalvertretung: Automobil-Verkaufsgesellschaft m.b.H. Gießen, Marburg. Sir. 68, Fernspr. 1090 55S = Telephon 149. Latten in allen Stärken prompt lieferbar. Nicht wie manche andere Marke, die wie eine Rakete aufflammte und bald wieder erlosch — nein, von bleibendem Wert ist Eckstein’s N2 5, die älteste Zigarettenmarke Deutschlands. Seit 4 Jahrzehnten vom Vertrauen jenerRaucher getragen, die sich vom Gehalt, vom Reichtum der Zigarette leiten lassen, wird sie auch noch kommenden Generationen zur Freude sein. Eckstein’s N2 5, in ihrer Preislage geradezu eine Überraschung, ist und bleibt die klassische 4 Pfg.-Zigarette. Soeben erschien sie ipiSperrhoiz ■ »Sh in Eiche, Gaboon u. Sliefer 3-25mm * s ai B Breuer und Dielen aller Starken, schwedische und bayerische Hobel- • £ -= breiter, Spalierlatten, Elchen- u. Z k-oZ Buchen-Schnnnvaren liefern in allen Starken limD A-M-ECKSTEIN 4 SÖHNE • DRESDEN-A.21 ß.eutschlands. 9)1 e t e r wird die Gießener Schwimmerinnen in Front sehen. Eine schöne Abwechslung wird das Reigenschwimmen der Gießener Damen sein, das noch nie seine Anziehungskraft verfehlt hat. Den Schluß bildet, wie gewöhnlich, ein Wasserballwett- spiel. Wirtschaft. Wochenbericht von der Frankfurter Börse. Schon in der vergangenen Woche zeigte sich das Versagen der Dörse, ihren Willen zu einer Höherentwicklung der Kurse durchzusehen, und die vollkommen auf sich selbst gestellte Spekulation begann mit dem QTbbau ihrer Hausseengagements. In dieser Woche erfolgte nun am Dienstag ein ungewöhnlich scharfer Kurseinbruch, der große älnsicherheit und eine äußerst nervöse Atmosphäre schuf. War die zweite Hand die ganze Zeit über bei den Anzeichen einer festeren Tendenz indifferent geblieben, so ließ sie auch jetzt die Dörse vollständig allein. Die Hoffnung, daß Interventionen der an den verschienenen Veuemissionen beteiligten Dankcn- kreise das Kursniveau etwas stützen würden, erfüllten sich nicht, da keine kursrrgulierende Antike Tafelfreuden. Wenn die Erhöhung der Tafelfreuden eines Dolles im gleichen Verhältnis zu seinen Machtgelüsten steht, so ist es kein Wunder, daß das Römische Reich zugrunde gehen muhte, denn eine Steigerung der lucullischen Gelüste lieh selbst die ausschweifendste Phantasie kaum zu. Don Geta wird erzählt, daß er drei Tage hintereinander bei Tische sah und sich alle Gerichte in alphabetischer Ordnung präsentieren lieh: ’ür ein Fischmahl des Ditellius wurden die Staatsschisfe an die Säulen des Hcrlules, in bas Schwarze Meer, das Rote Meer, ja die Küsten des äußersten Thule gesandt, um die Dewohner der Wellen für die kaiserliche Ta'el einzillangen. Vicht weniger als 2500 Gattungen on Fischen tarnen zu diesem Mahl. Heliogabalus lieh mit den merkwürdigsten Substanzen Küchenversuche Herstelien und zwang seine Gäste zum Dreinhauen in diese ungenießbaren Substanzen. Das Lampreten» pouper des aus Gallien yeimkehrenden Cäsar sowie die mit Sklavenfleisch gemästeten Hechte sind hinlänglich bekannt. Claudius, der Gemahl der Mefalina, schenkte einem Muttermörder nicht nur das Geben, sondern auch noch ein Landgut für das Geheimnis einer Fischpastete. Die Griechen hatten für Dackwerk eine große Dorliebe. Das Gebäck der Athenienser war weitaus berühmt: sie hatten Kuchen mit Milch, Honig und Mandeln bereitet, allerlei Fruchtkuchen und Käsekuchen, vielerlei Geflügelpasteten, besonders von Haien, Schnepfen und kleinen Dögeln, welche in den Weinbergen ihre Vahrung fanden, dann feine Oelbädereien, eine Art Blätterteig, der zum Wein verabreicht wurde. Der Pastetenbäcker Anliphanes war der berühmteste seines Zeichens: in feinem Gaben fand man Staatsmänner, Politiker, Gelehrte, die Dichter und die jeunesse doree von Athen. Die Pasteten und Kuchen wurden auch im Theater verkauft, und der Vater der Kritik bemerkt, bah ber Absatz des Backwerks als Wertmefler sür die Güte einer Tragödie dienen kann: je geringer ber geistige Genuß. desto größer der Pastetenkonfum. Die römischen Sklaven, welche das Brot bereiteten, halten den Mund verbunden und Handschuhe während ber Arbeit. Das Brot der Alten war eine Art dünner Fladen: es wurde noch lange so gebacken. Bis ins 15. Jahrhundert bediente man sich desselben als Platte, um darauf das Fleisch zu schneiden, tranchoirs nannten es die Franzosen. H. W. Hand Eingriff. Bcgünstigk wurde d'e Abwärfs^ bewegt ng einmal durch die außerordentlich g c - ringe Aufnahmelust, bedingt durch das weitere Fehlen des privaten Publikums, dann durch die Nähe des Ultimos, vor allem aber durch die Tätigkeit, die die Baisscpartei mit Eifer und mit Erfolg entfaltete. Auf der einen Seite die Lösung der Positionen infolge des drängenden Termins, auf der anderen Seit: große Leerverkäufe der Baissiers verursachten die flaue Stimmung. Auch Weitethin dürfte bei der Privatkundschaft wenig Neigung bestehen, sich wieder am Börsengeschäft yu beteiligen: den Industriekreisen verbietet das der stärkere Geldbedarf im Herbst, der Landwirtschaft bereitet die Finanzierung der Ernte Schwierigkeiten. Verschiedene Gründe waren maßgebend für die Verstimmung und Nervosität der Börse. An erster S'elle stehen die Befürchtungen über neue Krediteinschränkungen der i Neichsbank trotz der wiederholten Versicherungen, daß man nichts Derartiges beabsichtige. Immerhin muh die Neichsbank Mittel und Wege finden, um die kurzfristigen Auslandgelder, deren Gesamtsumme zwei Milliarden Mark betragen soll, zu reduzieren. Verstimmend wirkte weiter die unsichere Geldmarktlage trotz der in dieser Woche anhaltenden Flüssigkeit kurzfristigen Geldes, die im wesentlichen auf Vorv^rsorgung zum Ultimo zurückzuführen sein dürfte. Einen ungünstigen Eindruck machte die Hausse an den Produktenbörsen, da die andauernd schlechte Witterung die Ernte gefährdet. Verschiedentlich werden jetzt auch Stimmen laut, di« einen Rückgang der Konjunktur ankündigen. Gewisse Anzeichen, wie der Rückgang derKoh- lenförderung, die unveränderte Wagenstellung der Reichsbahn, lassen allerdings zum mindesten einen gewissen Stillstand erkennen. In diesem Sinne ist auch der Monatsbericht der Deutschen Bank aufzufassen. Zu der herrschenden Unsicherheit trugen wesentlich bei die verschiedenen Meldungen von Unruhen in den europäischen Großstädten im Zusammenhang mit dem Fall Sacco und V a n z e t t i, was unter anderen Umständen vielleicht nicht diese Beachtung gefunden hätte. Für die Danken, Slektrowerte, Montanpapiere. Schisfahrtswerte und Autoaktien ergaben sich gegen die Vorwoche Kursrückgänge von durchschnittlich 5 bis zu 8 Proz., vereinzelt aber auch darüber hinaus. Wesentlich schwächer lagen I. G. Farben (minus 17 Prvz.) und Zellstoff Waldhof (minus 25 Proz.). Bei Waldhvf verstimmte die ungenügende Begründung der Kapitalerhöhung und das nicht sehr günstige Bezugsrecht. Auf den Rentenmärkten lagen deutsche Anleihen recht schwach, Ausländer überwiegend abbröckelnd. Am Geldmarkt war Tagcsgeld, wie schon erwähnt, leicht, Monatsgeld aber stark gesucht. Am Devisenmarkt lagen Devisen recht schwach, besonders der Dollar, da das Angebot infolge der he^inkommenden Auslandanleihen groß war. Auch sollen größere Divisenverkäufe zur Geldbeschaffung vorgenommen worden sein. Die Reichsbank griff babei nicht kursregelnü ein. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Auch in dieser Woche war das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt ziemlich b e - scheiden: nur am Schweinemarkt konnte sich anfangs lebhafteres Geschäft entwickeln, doch flaute der Markt im Verlaufe wieder merklich ab bei stark nachgebenden Preisen. Am Nebenmarkt waren Kälber und Schafe lebhaft gehandelt und ausverkauft. In Schweinen verblieb einiger Ueberstand, doch konnten sich die Preis« wieder erheblich erholen. Der Gesamt- auf trieb bestand aus: 374 Ochsen, 107 Bullen, 736 Kühen. 432 Färsen, 1285 Kälbern, 490 Schafen und 6352 Schweinen. Im Vergleich Aum Auftrieb der vergangenen Woche, waren dem Markte 232 Rinder, 104 Schafe mehr zugetrieben: während 195 Kälber und 145 Schweine weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A, I. 63 bis 66 Mk., 11. 58 bis 62; B, I. 54 bis 57. II. 53 bis 53; C, 45 bis 49. — Bullen A. 56 bis 60: B, 52 bis 55. — Kühe A. 51 bis 55; B. 45 bis 50; C, 38 bis 44; D, 30 bis 37. — Färsen A, 61 bis 65; B, 56 bis 60; C, 50 bis 55. — Kälber A, —; B, 80 bis 83; C, 71 bis 79; D. 65 bis 71. Schafe A, I. 50 bis 54: B. 41 bis 49; C, 32 bis 40. — Schweine A. 70 bis 72; B, 70 bis 72; C, 70 bis 72; D, 70 bis 72; E. 65 bis 70. — Verglichen mit den Notierungen der vergangenen Woche mußten Rinder durchweg 1 bis 2 Mk. im Preise nachgeben. Dagegen erfuhren Kälber eine • ganz beträchtliche Erhöhung, da der Auftrieb der Nachfrage nicht genügte. Kälber, beste Sorten, wurden 2 bis 4 Mk. und geringere Sorten bis zu 7 Mk. teurer. Schafe zogen 2 Mk. an und Sckweine, die anfangs billiger zu haben waren, hatten ebenfalls einen Preisgewinn von 3 bis 5 Mt. zu verzeichnen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. In dieser Woche war die Haltung am Frankfurter Produktenmarkt weiter f e st. Angeregt wurde die Stimmung durch die festen überseeischen Notierungen, die zum Teck g?nz erheblich waren — und dos noch immer unbeständige Wetter, da die Einbringung der Ernte dadurch weiter verzögert wird. Das Angebot ist nach w.e vor sehr knapp, da sich auch starkes Interesse für Inlandsgetreide seitens der Händler und Mühlen bemerkbar machte. Hauptsächlich gute Qualitäten waren rege verlangt und schnell ausverkauft. Der Markt ist sehr spärlich mit trockenem Getreide beschickt. Im Verlaufe der Woche stellten sich ganz erhebliche Pr^-.s st eigerungen ein. Guter, trockener Weizen und Roggen wurde sogar über Notiz bezahlt. In H a f e r wurden ebenfalls größere Umsätze getätigt, so daß Materialknappheit eintrat, und die Preise ganz erheblich anziehen konnten. G e r st e war für Drauzwecke in outen Qualitäten gesucht und höher bezahlt. Gegenüber der Vorwoche konnte sich das Mehlgeschäft bei zi.mlich unveränderten Preisen besser gestalten; doch schrumpfte das Geschäft nach erfolgten Deckungen bald wieder ein. Die Bestände an Futtermitteln waren sehr gering. Weizen- und Roggen- I lei e war stärker gesucht und im Preise höher; besonders wurden Deckungen in Roggenkleie für spätere Lieferung vorgenommen. Für O e l - kuchen bestand ebenfalls lebhafteres Interesse. Obwohl die ausländi'chen Märkte zum Wochenschluß große Kursverluste zu verzeichnen hatten, reagierte der hiesige kaum darauf. Die Tendenz blieb im allgemeinen fest: nur die Käufer übten größere Zurückhaltung als anfangs der Woche. Das Angebot blieb weiter knapp, da nur feuchte und minderwertige Ware an den Markt kam. Rur Weizenmehl mußte etwas nachgeben. Im Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche waren die Preise für Weizen, Roggen, Sommergerste, Weizenklei: und Roggenkleie durchschnittlich V2 bis ’/* Mark höher, Hafer inl. war besonders höher und konnte 1'_> Mark anziehen. Mais, Weizen und Roggenmehl waren kaum verändert. Weizen 28.75—29.-. Roggen 24—, Sommergerste 25.50-27—, Hafer inl. 23.25-23.75, Hafer ausl. 23.75—25—, Mais, gelb, 19.25—19.50, Weizenmehl 39.75—40.—, Roggenmehl 34.50 bis 35.—, Weizenkleie 13.50—13.75, Roggenkleie 13.50 bis 13.75 Mark. • Wochenausweis der Reichsbonk. Nach dem Ausweis der Neichsbank vom 23. Äug. hat die gesamte Kapitalanlage der Bant in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 122,8 Mill, auf 2 209.8 Mill. Mark angenommen, und zwar der Bestand an Wechseln und Schecks um 101,4 Mill, auf 2 092,6 Mill. Mark, der an Lombards um 31,4 Mill, auf 25 Mill. Mark. Die Anlage in Effekten ist mit 92,3 Mill. Mark unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 216.5 Mill. Mark in die Kassen der Bank zurückgeflossen: im-einzelnen hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 185,7 Mill, auf 3 406.09 Mill. Mark verringert und der an Rentenbankscheinen um 30,8 Mill, auf 931,7 Mill. Mark. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen auf 112,5 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 711,3 Mill. Mark eine Zunahme um 114,3 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungssähigen Devisen insgesamt verringerten sich um 648 000 Mark auf 199,2 Mill. Mark. * Einlagen bei den preußischen Sparkassen. Ende Juli 1927 stellten sich die Spareinlaaen bei den gesamten preußischen Sparkassen auf 2652,2 Millionen Reichsmark gegen 2592,0 Millionen Reichsmark Ende Juli. Der Juli erbrachte somit einen Gesamtzuwachs non 60,2 Millionen Reichsmark. Der Bestand der Giro-, Schick-, Kontokorrent- und Depositeneinlagen stellte sich zum gleichen Zeitpunkt auf 769,6 Millionen Reichsmark gegen 781,5 Millionen Reichsmark Ende Juni. "• Das Elektrifizierungsprogramm der Reichsbahn. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft erhält aus allen Teilen des Reiches Anträge auf möglichst baldige Umstellung weiterer Hauptstrecken vom Dampfbetrieb auf elektrischen Betrieb. U. a. hat auch die Leipziger Handelskammer die Einrichtung eines elektrischen Schneltbahnverkehrs zwischen Leipzig und Berlin gefordert. Wie eine Berliner Korrespondenz mitteilt, weist die Reichsbahnverwaltung darauf hin, daß die Umstellung vom Dampfbetrieb in elektrischen Betrieb auf ban gesamten deutschen Bahnnetz über 10 Milliarden erforden würde. Bei dieser Sachlage kann Die Durchführung des Eleltrisizierungsprogramms nur schrittweise erfolgen, und zwar geht man dabei planmäßig in der Weise vor, daß zunächst auf denjenigen Strecken der Betrieb umgestellt wird, die starke Steigungen aufzuwrisen haben, deren Ueberwindung mittels Dampfbetriebes sich sehr teuer stellt. Aus diesetn Grunde wird zurzeit an der Elektrifizierung der Strecke München- Ulm—Stuttgart und München—Salzburg gearbeitet. * Von der Leipziger Textil -Messe. Die Aurstellerzahl der Leipziger Tcxtil-Herbstmesfe hat sich auf über achthundert erhöht, darunter zahlreiche auslänbifdx Firmen. Die Aussichten der Textilmesse werden als günstig bezeichnet. * Wohnungsbau anleihe der Stadt Hanau. In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten in Hanau ist die förmliche Genehmigung zur Aufnahme einer Anleihe von zwei Millionen Mark für den bereits beschlossenen Wohnungsbau genehmigt worden. * Ludwig Ganz, A. - G. Mainz. In der Generalversammlung wurde die vorgeschlagene Dividende von 5 Prozent auf Antrag eines Aktionärs auf 6 Prozent erhöht. Wie die Verwalt, ng ausführte. habe sich in letzter Zeit das Geschäft derart entwickelt, daß bis jetzt schon der Umsatz die Höhe des Vorjahres erreicht. ' I. C. Bemberg A.G.. Barmen. In der außerordentlichen Generalversammlung der I. C. Bemberg A. G., Barmen, war ein Aktienkapital von 11 177 200 Mk. mit 55 886 Stimmen vertreten. Die Verwaltung beantragte, das Grundkapital von 16 Mill. Mk. um 12 Mill, auf 28 Mill. Mk. zu erhöhen, und zwar durch Ausgabe von 60 000 Stück auf den Inhaber lautenden Aktien von je 200 Mk. Die Versammlung stimmte ohne Widerspruch dem Vorschlag zu. Vom Vorsitzenden des Aussichtsrates wurde zur Begründung der Kapilalerhöhung auf den letzten Geschäftsbericht verwiesen, in dem bereits auf die Steigung des Absatzes der Produktion der Gesellschaft hingewiesen wurde, die eine Vergrößerung und Ausdehnung der Betriebsanlagen gebieterisch fordere. Die Rach rave nach den Produkten sei weiterhin gestiegen. D e Produkte selbst seien durch Patente geschüät. Der Redner betonte, daß die Aktionäre mit einer erheblichen Steigerung der Dividende rechnen könn en, um so mehr, als die Aussichten für die nächste Saison auch weiterhin recht gut seien. Frankfurter Abcndbörfe. Frankfurt a. M., 26. Aug. An den Abendbörse herrschte große Geschäftssttlle, die Stimmung war jedoch etwas fester. Vereinzelt wurden zum Wochenschl.ß noch Deckungen vorgenommen. I.-G.-Far :n lagen 1' ? Proz. Elel- trowerte bis zu 1 Proz. fester. Stärker erhol; waren Rütgerswerke mit plus 31/. Proz. und und von Lokalwerten Voigt & Häffner mit plus 3 Proz. Zellstoff Waldhof 2 Proz. erholt. Renten blieben ohne Umsatz. Abl.-Schuld 16,20, Schutzgebiete 9,10. Barmer Dank 147,50, Commerzbank 175,75, Danatbank 229,50, Deutsche Bank 156,75, Dresdner Bank 165, Buderus 112,50, Gelsenkirchen 157, Harpen er 202,25, Aschersleben 177, Westeregeln 185,75, Mansfeld 130,50, Phönix 117,50, Rheinische Braunkohlen 255, Rheinstahl 201,50, Stahlverein 171, AEG. 186,50, Bergmann 198, Deutsche Erdöl 157, Scheideanstalt 215,50, Licht und Kraft 205,50, I.-G.-Farben 299, Goldschmidt 135, Holzmann 196, Lahmayer 177, Rüt- gerswerie 100,50, Schuckert 205, Siemens & Halske 2893,'„, Voigt & Häffner 167, Zellstoff Waldhof 326,75, Asch.fsenbirrg 206, Hapag 150,50, Nordd. Lloyd 151,75, Südd. Zucker 141,50. Berliner Börse. Berlin, 26. Aug. Die Börse zeigte heute ein freundliches Aussehen. Zwar ist das Geschäft nach wie vor noch nicht groß, doch schreitet die Spekulation weiter zu Deckungen. Die Börse scheint das Bestreben zu haben, die Abschläge gegen die letzten Liquidationskurse nicht allzugroß werden zu lasten, damit die Nachschüsse nicht so erheblich sind. Der Reichsbankausweis wurde mit ziemlicher Befriedigung ausgenommen, da er die Erwartungen der Börse eigentlich übertroffen hatte. Auch die Ex- portziffern Deutschlands am Weltkohlenmarkte im ersten Halbjahr sind günstig und realen besonders für Montan werte an. I. G. F a r b e n wurden auf Grund der deutsch-französisch-englischen Chemiever- Handlungen reger gehandelt und konnten fast fünf Prozent gewinnen. Im allaemeinen betrugen die Kursbesserungen 1 bis 3 Prozent. G l a n z st o f f und Bemberg konnten sogar 11 bis 12 Prozent anziehen. Allerdings blieb auch ein großer Teil der Kurse unverändert. Am Geldmarkt hat sich die Lage nicht geändert. Tagesgeld 4j bis 6, Monats- geld 7j bis 8z Prozent. Heimische und fremde Renten fast geschäftslos. Nach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Tendenz allgemein weiter fest. Die Besserungen betrugen weitere ca. ! Prozent. Glanzstoff konnten sogar noch sechs Prozent gewinnen. I. G. Farben plus 2 Prozent. Später wurde das Geschäft ruhiger. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a .M., 26. Aug. Bei weit« anhaltendem schlechten Wetter kommt kaum noch trockene Ware an den Markt. Vollkommen einwandfreier Inlandweizen wird weit über Notiz bezahlt. Roggen zog im Preise an. Da auch die Forderungen vom Auslande heute höher lauteten. zcgen die Preise für Mehl an. Roggenmehl ist sogar bis 0,50 Mk. teuerer, da wieder in größerem Maße Auslandroggen vermahlen werden muß. Kleie ist stark befesttgt. wurden notiert: Weizen, Wetterauer 28,75 bis 29, Roggen. inländ. 24,25. Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 27. Hafer, inländ. 23,25 bis 23,75, Hafer, ausländischer 23,75 bis 25, Mais gelb 19,25 bis 19,50, Weizenmehl, inländ, Spezial 0 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 35 bis 33, Weizen- und Roggenkleie 13,75. Tendenz fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 26. Aug. Obwohl der Regen heut« nach- gelassen und größtenteils sogar aufgehört hat, wirken die enlstandenen Schäden sich am heutigen Markte noch aus und das Angebot in Brotgetreide bleibt klein. Die Auslandnotierungen und die Cif- offerten waren gleichfalls erhöht, das Geschäft ist an diesem Markte gegen gestern gesehen, wesentlich ruhiger geworden. Das geringe Angebot der Provinz in sofortigem Weizen kann den Bedarf nicht befriedigen und war Ausnahme, da Aus- landware über Parität liegt, so mußten die Preise weiter anziehen, am Lieferungsmarkte ergaben sich für Weizen Erhöhungen von 3 bis 5,25 Mark, Roggen ist per sofort und September weiter spärlich angeboten, für die späteren Sichten wurden aber besonders für Dezember stärkere Abgaben vor- genommen, so daß auch die aus der Provinz ein- gelaufenen Kaufaufträge ein Abaleiten der Preise nicht verhindern konnte. Der Abschlag für Dezember betrug 4 Mark. Meist ist in sofortiger Sicht und für Herbst etwas mehr gefragt, die Preise zeigen besonders für Wcizsnmefst steigende Tendenz. Mais gut behauptet. Für Gerste und Hafer hat sich die Situation nur unwesentlich verändert. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 280 bis 284; Sept. 290 bis 288; Oft. 286 bis 284,75; Dez. 283,50 bis 283 (fest); Roggen, märkischer, 237 bis 241, Sept. 250 bis 248,50 bis 251, Oft. 248 bis 247, Dez. 242 bis 244 bis 249; Sommergerste 266 bis 274; Wintergerste und Futtergerste 203 bis 209 (fest); Hafer, märkischer, ab schles. Station, 201 bis 213, Sept. 216, Oft. 215 bis 215,50, Dez. 216; Adais, La Plata, 196 bis 197 (ruhig); Raps 295 bis 300 (behauptet); (100 Kilogramm): Weizenmehl 36,25 bis 38 (sehr fest); Roggenmehl 32,50 bis 34 (fest); Wcizc.ifleie 16 (fest); Roggenkleie 15,25 (fest); Viktoriaerbsen 42 bis 58; kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Rapskuchen 15,60 bis 16; Leinkuchen 22,50 bis 23; Trockenfchnitzel 13,50 bis 13,70; Sonaschrot 20,20 bis 20,70; Aartoffriflocken 22,75 bis 23 Mark. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 28. August. 11. Sonntag n. Trinitatis Stadlttrche. 8: Psr. Becker. Zugleich Ehristen- lehre für die Neukonfirmierten aus der Markus- gemeinde. 9'/,: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für die Matlhäusgem. Psr. Mahr. IohanneSNrche. 8: Pfr. Ausfeld. Zugleich Ehristenlehre für die Neufonfirmierten aus der Iohannesgemeinde. 9'/,: Pfarrer Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukas- gememöe. Pfarrer Bechtolsheimer. Kirchberg. Iu- gendsonntag. 10: Kollekte f. evangel. Jugendarbeit. 11: Ehristenlehre für männl, und weibl. Jugend. Lich.10: Stiftsdecbant Lenz Katechismuslehre für die Jungen. '/.I: Kinderkirche. 2: Misstonar Walther. Kollekte für Dolksmiffion. Hausen-Garbenteich. Garbenteich: 9, Hausen ' ,11. Watzenborn-Steinberg. 1 lKoll.', Pfarr. Steiner, Hausen. — Wieseck. 97,; Opfer für die kirchliche Jugendarbeit. '/.Ur Christenlehre ibeide Abteilungen). Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 27. August. 4'/, u. 7 Deichte. Sonntag 28. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. 6'/, Beichte, 7 Meße, Kom. der Frauen 8 Kom. 9 Hochamt m. Predigt. 11 Meße m Pred. 2 Andacht für die Abgestorbenen. Donnerstag Nachmittag Beichte. Freitag 6: Segensamt. - Grünberg. 9'/, Messe mit Predigt. - Hungen. 97,: Hochamt mit Pred. - Lich 77,: Messe mit Predigt. Sonnka iSdienst ^.'Aerzie n. llpotbeken am 28.8.27 Dr. Steinreich. Frl. Dr. Gürtler. Htrschavoldeke. Zahnarzt: Dr. Wertheim. mD Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent Frankfurt a.M. Frankfurt a M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Berlin. 26 «ngit't »nci Berlin Ü-ran;oinwe Norcn..... Holländische Noten ... - tttalienische Noten...... Norwegische Noten ..... Teutsch-r>sterr.,L 100 Kronen Numänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ...... Spanische Noten....... Tichechoflowakische Noten . . Ungarische Noten . . - Devilenmartt Berlin Telegraph i sche 16,47 107,94 22.89 108,83 59.0? 2 58 112,45 80,94 70.40 i2,41 73.25 —Stanffttt Auszab 16,60 168.62 22.99 100,27 59,32 2,60 112.91 81 20 70,68 12,47 73,55 a. M. 1 Urt g. Schluh- Kur» Schluß. TlbcnO» Schluß lxure StluP TUttaq Schluß. Kurs SchluhK Abend» bilde Schluß. Kurs Schluck Mittag hörte Schluß Äur» Schluhk Abend« bvrse Schluß« Kur, Sm.utzk mittag harte Datum: 25.8. 26. 8. 25.8. ’ 26 8. Datum: 25. 8. 26. 8. 25. s. 26. 8. Datum: 25. R. 26. 8 25. 8. 1 26. 8. fi*/. Dl Neichsanlelbe o. 1927 Tk Anl Ablof Schuld nut Auslot -Rechten Tesal. ohne 4tusl s »Rechten 7°', Franks Hyp.-Bk. Go dpi unkündbar bis 1932 .... Wo Rbctnllche Hyp »Dank tiiqu -Goldpf .... Ä E. G abfl VorkriegS-Ob- (iflationen, rückzahlbar 1932 4% Schwei;. BnndeSb.-Anl. 4% Oesteretchitche Goldrte. 4,20°/« Ccfterr ich. Silbcrrte 17o Cc’icrrrtd). eint,eilt. Rtr 4°/ö Ungarische Goldrtc 4% Ungarische Slaatsr v 1910 4'/,°/. dcSgl. von 1913 . . 4% Ungarische Kroncnrle . . 4°/, Türk, Zollanleihe v 1911 4% Türk Bagdadbahn-Lnl L rie I..... 4°/<, dcögl. Serie 11 . . . 4° o Rumänen convert Rte 4Rumänen Goldanl. von 1913 . Deutsche Eisenbahn 4'/, Hamburg-Amerika Pate,. . 6 7'amb -Südam Dampfsch 8 Hansa Da-nvti'chlft • • ■ .6 Norddeutscher Vlonö • c rng. Deutsche Lreditanst- 10 Barm r Bankverein lu Berliner Hanvclöyclcllsch. 12 Commerz- und Priva!-Bk. 11 Ta mist. u. Nationaldank. 12 Teul'chc Bank • ■ ■ • • TiSkonto Gesellschaft Ant 10 Dresdner Bank • • • ■ w Mitteldeutsche Credilbank $ Melallbank..........° RciLSbank.....1 87,5 .'7,75 15.13 27 5,25 - 25.25 22,9 23,5 13,75 » 5 15 86 HO.25 150.5 H5.I3 147.5 244 176 26 160 156 16. 238.75 ■45 173.5 ^7 57.75 15.2 27.13 6 25,2 22.75 13,75 11 5,5 15 87 150.5 151.75 146 147.5 245 175,75 -29,25 161,25 106,75 16 233 145 1 173.5 57.5 58 15,25 - 5,2 25.1 22,76 2.25 13,4 15,75 14 — 15,5 87 (49 13 221 223.5 150 25 144 5 147 244,5 174.75 226,9 16 155.75 163.75 237 143.5 174 87.5 58 15 2 25,13 3 25 13,6 15 14,25 87 150.75 224 5 223,75 151 144.9 148 245 175 228 5 161 156.63 164.2.3 236 144 174 ».EG.........7 Bergmann ........8 Elektr. Lieferungen . . . lo Licht und .'traft......10 Welten SchulthetS Patzen Hofer 15 Dftroerfe.....12 3er. Glanzstofi ■ . 15 Jembcrg.........8 Bellftotf Daldbof... 12 Zellstoff Aschaffenburg . ic t.barloNenburger Wasier 7 ' cssauer Gas.....8 Daimler Motoren.....c r>emag . . ......0 Sldlerwerke Kleher. ... 0 liudw. L'oeire 7at. Automobil...... 6 Orenstein ± Kovvel.... 4 3inke Hofmann .... 0 'eonbarb Tiev. .... 6 3amag«?i.'cflvin ...... 0 Frankf. Maschinm .... 0 -4riyner ..... i ?evltaenstaedt ...... C Zunghans ...... 6 !echlverke - ....... 8 ^ainkrattwerse ...... 8 Viiafl ...... ... 11 lkekarlulmer........ 8 Peter» Union ....... 8 «ebr. Roeder ....... 16 ff'r igl & Haefsner .... 6 Sudd Zucker...... (- Ban in 143 75 185.6 165 22.75 206 lil 114 46 76 115 24.9 114 122 122 138 114 113.75 155,75 141.25 knoten. 196 146 185.5 167 : 326.75 206 - 123 115,75 46.5 76 115 24 115 122 138 115 113 142 165 141 5 193 423 <08 550 21 75 147 25 200.75 123,4 96,5 (15,4 27 5 119.5 136 150 75 46.5 76 113 114 - — 137.5 114 75 114,5 155.25 141 19».75 433 410.5 702 564.75 “.25 206 5 147.25 303.05 122.75 91 75 114 ;79 121.5 138 149 48 76.25 115,5 116,75 137.5 115 25 114,5 161 5 14),7a 25. August. 26. August. Amtliche Geld Noti rung Brick Amtliche Notierung Geld ! Brief _ »mir-- Non Bucn.»AireS Vrss.-Aotw Ehristiania Kopenhagen Stockholm . HelüngforS. Italien. . London. . . Neuyork . . Paris.... Schwei; . . Spanien . ftapan . . . Nio de Kan. Wien in D-- Ceft. abgest Prag .... BclzrLd . - Budapest. . Pulaarten lOssadon Danstg. . . Konstantin- Alben. , . Kanada - . Urn uap . Tatro - . . 168,13 1,7'9 •8,40 >0-1,12 112,37 112,62 0,569 22,87 -0,401 4,196 16,45 *0,91 70,73 1.989 .4965 >v,l2 12,435 7,388 73,40 -,Od5 .0,715 ■<1,36 .,100 5,514 4,197 4.18h 20.027 168,47 1,793 .•>8,52 109.34 112,59 112.84 10,589 22,91 30,441 4,204 16,49 »1.07 70,87 1,993 0.4985 69,24 12,455 7,402 73,64 3,041 20,<55 81,52 2,104 6,526 4,205 4.194 20.967 168.25 1,791 58.445 109,09 112,49 118,75 10,575 22,875 .0,418 4,1996 16,46 60,975 70,67 1,989 0.458 59,185 12,446 7,293 73,46 o,034 20,70 81,44 2,108 5,404 4,200 4,196 20,935 168,62 1,795 68,565 109,31 112,71 112,97 10,595 22,915 20,458 4,2075 16,50 81,135 70,8t 1,993 0.500 59,305 12,466 7.407 78,60 3,010 £0,74 81,60 2,112 5.506 4.208 4.M 20.975 Berlin. 26 August iHrlb __Brte> ImcrifaniW Noten..... belgische Roten ... ... panische Noten ...... englische Noten ...... 4.183 58,: laute. L V^vnehl Hetzer in der" >s $9, Agg. 5%ö KL US 2 ’^5 Prozent. fötje. Nb.. Spqiala 833. $y est. 'örse. M heute noch. ^rl k uZ. ®? Mutigen n Vrolgetreide taii ta Tis. '5 ®efNt ist Ikhm. wesent- Anyebot der n dm tzedors M, ba Auz. jten die Prch L« SÄfi e Abgaben vor- er Provinz ein- ‘ilen der Preis« lag sur Deiem. sosorüger dicht die Preise zei- gende Tendenz. ) Hafer hol sich idert. Es notier- rkischer, 280 bis -'s 284,75; Dez. rkischer, 237 bis DU. 248 bis 247, mgeche 266 bis st« 203 bis 209 Station, 201 bis 15M Dez. 216; 0); Raps 295 bis n): Weizenmchs «hl 32,50 bis 34 oggenllcie 15,25 kleine Erbsen 24 bcluschken 21 bis allen 22 bis 24; jen 22,50 bis 23; Tonoschrot 20,20 iis 23 Mark. ichten. bei ag n. ürinltatii Mch Thrwrn- Li der Marku«- lderkirche km die Mrche.SHsr. r die ‘Htutonhr* 6c. 9'1,: Pkarrer sur die Lukas- . Kirchberg. > [l Jugendarbeit, d weibl. Jugend, eckismuslehre sur llissionaiMa thtt. seN'Garbentrich- .tz-nbocn-Sten- igendarbell. h“• ndea. i 41/, u.7Mlc- 'giHV------- Ji rr.« MU 1,6® ä n.» Afi ;3,55 UL Uk> ^_1—- ' l.*9 I 8,8' e.08 2» l i2,|S 10,91 :».«o iM 71,2® Serie I Räuffiungspreife Serie II Serie HI Serie IV 1522 2022 ZOLL Gie&en, Seltersweg 85 7799a Aus unserem Ermuri-Sortiment: 7775L Finanzkasse erfolgen: Augustrate Tischgenosse ginnen um 7% Uhr. 7811B Moeser / Giessen Seltersweg 78 und Filialen LBERNARD leenR 7791a PSockstr. 16 versteigert. 7812V halten Sie in der ”«D Günstige StaisÄeoMi! Diwans 88.- Betten, Matratzen, Schränke Möbelhaus J. Ittmann 06200 00 Wir wollen Platz schaffen und bieten dahar nebenstehende Restbestände zu Einkaufspreisen und darunter an: Rm. 110 86 71 47 31 23 Hansa-Handels-Schule J. Kunzeimann, Gießen Bahnhofstraße 60 :: Fernruf 821 Prospekt und Auskunft kostenlos Neue Kurse am 17. Oktober Loden-Mäntel Frauengröße, braun Reinwollene Kostüme aus Rips, Gabardine, Kasha jugendliche, flotte Formen Popeline-Kleider reine Wolle, reich garniert Popeline-Kleider große Farbenauswahl Rips-Kostüme Jacke auf Halbseide Jahrzehnt« be- währt Rueb und mild wirkend Piket 4 Herrenstoff-Mäntel la Qualitäten Shetland-Kostüme jugendl oportform.Jackea.Seide Rips-Kleider reich bestickt und garniert 3. Vermögenssteuer 1927 und Rips-Mäntel eleg. Ausführung, mit Stickerei und Plissee Alleinige Annahmestelle für die Kreise: Gießen, Wetzlar, Herbom, Weilburg, Butzbach, Nidda, Schotten,Homberg, Biedenkopf Popeline-Kleider reine Wolle, flotte jugendl. Form Shetland-Mäntel moderne Sportform, mit Gürtel Gabardine-Kostüme Jacke auf Halbseide 1. Einkommensteuerabschlußzahlung 1926, 2. Umsatzsteuerabschlußzahlung 1926, Burberry-Mäntel moderne Sportform mit Riegel Shetland- u. Burberry- Kostüme billigen Preisen Jetzt nur «jleffentliche Erinnerung Die Zahlung der nachstehenden Steuern kann noch bis einschließlich 3. September 1927 ohne Kosten an die unterzeichnete Kleiderstoffe, Seidenstoffe Aussteuerartikel, Baumwollwaren aller Art Ständig grobes Lager in allen Artikeln zu bekannt Rips-i'iäntel reine Wolle, Kragen. Ärmel und unten reich mit Rüsche Sie sparen 50°,0 Ihrer Bereifung skosten durch Regummieren Ihrer Reifen nach dem neuen pat. ReOom Verfahren 15 — 20000 km Leistung ■Schacht«) 4 10 Oblaten 130. Prospekt« kosten! durch Otto & Co., ehern, pbarm. Laborat., Frankfurt am Main-Süd. in weiß lackiert und eiche Inhaber: A. BRUMLIK Bahnhofstraße 29 Eichene Schlafzimmer Birke, Eiche und Nußbaum poliert bestehend aus: Schrank mit Kristall-Spiegel. 2 Bettstellen. 2 Nachtfehränken mit Marmor. Wafchkommode mit Krift.-Spiegel u. Marmor, 2 Stühlen, Handtuchhalter 1475.-, 1320.-, 1050.-. 950.-, 785.-, 690.-, 675. , 590.-, 525, Chaifelongues solide Werkftattarbeit 45.- Gpezial-Werkstätte für Klubmöbel, Chaiselongues, Matratzen Aufarbeiten und Modernisieren bei billigster Berechnung j A. Wehrheim -Löberstraße 17 ifrovanille Jn Apotheken Drucksachen aller Art die vrllhl'sche UniverfltStZ-Vruckerci, R. Lange, Gießen, Schulftr. 7 Spezialgeschäft für Tapeten * Linoleum * Teppiche Linoleum-Reste äußerst billig Küdhen natur lafiert oder weiß lackiert beftehend aus Büfett, Anridite. Tlfch und 2 Stühlen 580.-, 560.-, 475.-, 375.-, 360.-, 345.-, 335., 315.-, 296.-, 185.- Die Abonnementskarten find Gegenüber den Tageskarten wesentlich billiger; bei Richtbenutzung der Abonnementskarten können, wie bisher, für Schauspiel und Operette Gutscheine gegen Entrichtung »iner Gebühr gelüst werden, die für die ganze Spielzeit, auch für die Sonntags» Vorstellungen, Gültigkeit haben. Der Preis für die 28 Vorstellungen einschließlich der Operettengastspiele sowie einer Opcrnuor- ikellung betragt mit Steuer: Tapetenhaus Ferd, Nenn stiel Plockstraße Nr. 14 * Fernsprecher Nr.1636 * Gegründet 1875 Lager und Versand Goethestraße Nr.7 Gießen Tüchtige Kaufleute sind immer gesucht Eine wirklich gute Ausbildung für den kaufmännischen Beruf er- la Zement bester Qualität, unter Syndikatspreis. (T. Rübsamen, Gießen fternfprecüeT 1659. Kraftfahrzeug-Reparatur NeflStM Marlrarger Sir. 68 / Tel 1089 Proszeniumsloge, Rangloge und 1. Rang-Dorderplag 1. Sperrsitz, 1. Rang-Mitte und Logen Rückplatz 2. Sperrsitz und 1. Rang-Rückplatz 1 Sperrsitz und 2. Rang-Dorderplatz Rang-Mitte 2 . Rang-Rückplatz Einkochapparatc versinkt ».emailliert Cinkochgläscr euipftehli 6879a Edgar Eorrmann Eiicnwaren,26erk zeuae, (Mienen. Bekanntmachung. 2elr.: Hausinstallationen. In letzter Zeit sind von Abnehmern wie- derholt Anträge zur Inbetriebsetzung von elektrischen Anlagen direkt bei dem Elektrizitätswerk gestellt worden. Es wird dar- nuf hingewiesen, daß elektrische Anlagen nur dann in Betrieb gesetzt werden können, wenn von feiten des ausfuhrenden Installateurs die Fertigstellungsanzeige oarlieat. 7805C Dietzen, den 26. August 1927. Direktion der Elektrizitätswerke imh Ueberlandanlage der Stadt Gießen. S t o l t e. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 22. August 1927 bei der Firma Farbwerke, Aktiengesellschaft in Gießen, folgendes eingetragen: Die Satzung ist dahingehend geändert, daß jedes Bor» standsmitglied allein die Gesellschaft oer- treten kann. 7776C Gießen, den 24. August 1927. Hessisches Amtsgericht.________ MtfOlUM. A-/ Pferfle-MMe' 4 29. August, 3. Oktbn, 31. Oktbr., E 5. Dezember. Durchschnittlicher Auftrieb 1000 Pferde aller Rassen,auch Schlachtpferde, größte Auswahl und beste Gelegenheit für Kauf oder Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist zu empfehlen. 7767c Kiipiem fabrizieren als Spezialität WilhelmZimmer O. m. b. H. (HESSEN Bahnhofftrabe 12 Wiederverkauf er b elendere Preife. Telef. 272 Garbenbänder la Qual, nesärbl Bindegarne in Ja lang lauf. Qual. lief. biUtnft M. Rosenthal, Landmaich.nen, relevb. 77. ,764D Bienen-Honig “Scicba. US u Güte von der Landwirischnftl. (Jnter- suchunRsstation Bremen Dr.Weiß u. Dr. Laband,beeid Handels-Chemik r.u dem f. Honiguntersuchunpren bekannten beeidigt. Handels-Chemiker Dr. K. Zöckler, Bremen, untersucht ist. Den 10 Pfund- Eimer zu Mk. 1) 70, 5 Pfd.-Eimer A.k. f 20 Nachn.BOPf. mehr. Pundsack, Lshrer a.B., Hnde 4681.Old. In 1 Mon. 159M neue Kunden Auto | Telephon Nr. 1730. Ergraotes Haar erhält seine fvübeic Ambe wieder durch ödlpllenöetqsönar- W Werher- sieiler ßnüg jung. lOOOfad) bewährt. Zu beziehen durchs Emil Korb, Barsli- nterie, LelterSw. 7ü. Modewarenhaus teil Nmtk feinster Deli-Sandblatt-Decker, Sumatra-, San Felix-, Havanna-Vuelta-Einlage, beste Handarbeit, 40 Pfg. II. Sortierung, ohne Kisten-Ausstattung; 30 pfg. eine vollendete, prickelndeTischzigarre Die Zusammenkunft findet vormittags um 8'/, Uhr am Schlachthof, um 914 Uyr am Wiesecker Weg und um 10^ Uhr in der Licker Straße an der Wirtschaft „Zur Stadt Sich" statt. G i e ß e n , den 26. August 1927. ver Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Seib. Bekanntmachung. Tetr.: Anmeldung des Schweinerotlaufes. 77748 Es ist in letzter Zeit wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß der Ausbruch von Rotlauf unter den Schweinen nicht sofort angezeigt worden ist. In- iolgedessen konnten die ersorderlichen Maßnahmen nicht getroffen werden, was leohon 36. «"»D Ostseebad MgenWen. Pension Seestern, direkt am Wasser. Gute Verpflegung. Preise: Juni 4 Mk., Juli 4.75, Aug. 4.50. Bad Homburg Kurpension Villa Hildegard Kuranlage 2 Telephon 78 Eigener Waldgarten, Doppel-Türen, in der Nähe der Quellen, erstkl. Verpflegung, auf Wunsch Diät. Pension 6-9 Mk. NORDECK MARBURG 1527 im Jubiläumsjahr 1927 Schönster Ausflugsort Auskunft erteilt der Verkehrsverein Beliebter Ausflugsort u. Sommerfrische Gasthaus zur Burg Nordeck. Besitzer H. Stelzenbach. Schattiger Garten. Saal für Gesellschaften. Bequem von Stat. Londorf zu erreichen. (Ab Gießen (Sonn- tagsl 9.48. ab Londorf 19 32_______6248V Luftkurort Dülenburg 250 in ü. M. Herrileher Ausflugsort Im Dill- lal. Preiswerter Wochenaufenthalt für Touristen und Kraftfahrer. Waldreiche Umgebung; lohnende Ausflüge; schöne Aussichtspunkte Städt. Kurbaus dir. am Walde. Wilhelmsturm mit oranischem u. Altertumsmuseum. In Hotels und Gasth. anerkannt gute Verpflegung. Mäßige Preise. Autogaragen. Sonntagefahrkarten. |1WJD Biedenkopf, ä Hotel Berggarten-Lindenhof Erstes Haus am platze. sotsd Für Erholungsuchende herrlichste Lage Pension bei bester Verpflegung Mk. 6-6.50 Tennisplätze / Auto-Boxen / Glasterraffen Luftkurort Biedenkopf Waldhotel Tannhäuser Angenehmer Aufenthalt herrliche Lage anerk. gute Verpflegung Konzerte / Aeunions • Tennisplatz / Autogarage Pensionspreis Mk. 6. - ,36I0 Prospekte: Verkehrsbüro Gießen,Seltersweg ” w ■ W Homburg v. b. H. / Villa Mctcor Kurvension direkt am Kurhaus und Park. Vorzügliche Verpflegung, auf Wunsch Diät. Sonnenseite. Veranden, nahe den Quellen. Pension Mk. 5.50 bis Mk. 9.— Prosp. frei. Tel. 125. — Besitzer: Emil Reuter. Ln^s! BAD TÖLZ in den Bayer. Alpen ,wss Deutschlands größtes Jod-Bad bei Arterienverkalkung, Nerven-, Stoffwechsel- und Frauenleiden. Ab 11. September wird Kurtaxe um 50% ermäßigt — Ganzjährig geöffnet. fiprhfiphl 450m ♦/UvitVlH Gegend, hübsche Ladegeld. Gasthaus „3um weißen W1 Pension mit täglich 4 Mahlzeiten Mk. 4 — Eigene Metzgerei. 6640D Bes.: Heinrich Roth. Tel. 29. die Perle des Lahntals Iflitiunga MemnGiM Schriften und Nachweis billigster Bezugsquellen durch die Kurverwaltung Bad Wildungen oberbayrischen Dee getummelt hatte. 3m Winterhafen von Heilbronn schlagen wir die Boote auf uni) vertrauen uns am Spätnachmittag den Fluten des Neckars an. An dem alten ehemaligen Deutschordensbesih Neckarsulm vorbei gelangen wir bald zur Kochendorfer Schleuse. Lort tragen wir die Boote am Ufer um. Bei Iagstfeld taucht die stolz« Silhouette Wimpfens am rötlichen Abendhimmel auf. Wir überfahren die Iagstmündung und machen unmittelbar vor den berüchtigten Wimpfener Stromschnellen halt. Ein badender Sportgenosse gibt unS Ratschläge, wie wir diese am besten nehmen. Das erste Boot fährt los, vechts von den höchsten Wellenkämmen in bi« Schnellen hinein. 3n der Gischt der meterhohen Wellen tanzt es wie eine Nutz- schale, bald auf einem Wettenkamm thronend, bald den Augen entschwunden. Aber es hält sich wacker und kommt durch. Das zweite Boot schneidet links des höchsten Wellenberges in die Schnelle hinein. Zwar geht auch ihm manche Well« über Süllrand und Spritzdecke. Aber es hat den etwas sichereren Kurs gewählt. Auf der schmalen 3nsel, unmittelbar vor Wimpfen, gerade noch auf hessischem Gebiet, an der württembergischen Grenze, schlagen wir unser Zelt aus und kochen ab. Dann noch einige Paddelschläge im Mondschein, und bald lassen wir und von den neben der Insel brandenden Stromschnellen in den Schlaf rauschen. Andern Morgens bringen wir die Boote über das Wehr an der linken Neckarseite stromaufwärts und fahren nochmals die Schnellen hinab. Es hat seinen eigenen Reiz, wellcnumbrandet Sieger zu bleiben. Dann geht die Fahrt bei strahlendem Wetter weiter an Gundelsheim vorbei. Jede Krümmung des Flutzlaufs bietet neue, reizvolle Bilder. Bald fahren wir in flotter Strömung, bald nimmt sich das Wasser Zeit in seinem Lauf. Während der Mittagsrast vor Neckarzimmern trägt der dort eilende Fluß die Boote anderer fröhlicher Flutz- wanderer an uns vorbei. Bald bringt uns ein kleiner Dergnügungsdampfer lustigen Wellenschlag, bald fährt ein Schleppzug neben uns zu (Berg. Habichte und Bussarde ziehen am Ufer ihre Kreise. Zahlreiche Reiher sehen wir, die insbesondere unterhalb des Dorfes Binau in dem „Reiherwald" zu Dutzenden horsten. Bisweilen gelingt es uns, lautlos in der Strömung gleitend, uns einem der grauen Gesellen zu nähern, der bewegungslos am Ufer stsht. Pad- delnd, badend oder still im Boot dahintreibend verbringen wir die Stunden. Gegenüber Eberbach schlagen wir unser zweites Zeltlager auf. Ein Bauer gestattet uns, seine abgemähte Wiese zum Zelten zu benutzen. Nachts riefelt leichter Regen aufs Zeltdach. Am andern Morgen hängen zunächst graue Wolken tief im Tal. Aber schließlich bleibt die Sonne siegreich. Schon in aller Frühe ziehen eine Menge anderer Dootsfahrer an uns voriger, uns ihren Morgengruß zurufend. 3e weiter wir flußabwärts gleiten, um so reger wird das Boots- und Dadeleben auf und an dem Neckar. 3e nach Temperament und Alter ziehen die Flußwanderer dahin, teils lachend, wachend, schlafend, liegend, schwimmend, kräftig paddelnd oder rudernd, vd«e von der Strömung sich treiben lassend. Wir sehen Bot« aller Gattungen, meist Faltboot«, aber auch viele elegant« Kanadier, sonstig« Holzboot« und Motorboote, teils mit Zelttuch überspannt oder zum Wvhnboot aus- gebaut, teils mit, teils ohne Grammophon. Einige ganz unentwegte Sportsleute lassen ihr« Doot« leer treiben und spielen schwimmend, ständig der Strömung folgend, ihren Wasserball. An den Schleppzügen werden zahlreiche Holzboote flußaufwärts mitgenommen. 3hre Besitzer liegen ftm* nenbadend auf dem Deck der Schleppkähne, an die ihre Boote angebunden sind. Es ist ein heißer Tag. Ueberall Strandbäder mit Badenden, die zum Teil mit Booten angefahren kommen. Biele haben- ihre Zelt« im Strandbad aufgefchlagen. Don Schlierbach ab find die Ufer überhaupt nur noch Badestrand, und selbst innerhalb der Stadt Heidelberg ändert sich dieser Zustand nicht. Auf einer kleinen tellerflachen, nur mit Gras bewachsenen, mit zementiertLN Steinen rings befestigten 3nfd schlagen wir zum drittenmal unser Zelt auf, noch im Weichbild Heidelbergs. Bei untergehender Sonne ziehen die Badegäste dieser Insel ab. Zufällig ist am Abend große Schlotz- beleuchtung. Wir lassen es uns nicht nehmen, nochmals zwei Kilometer flußaufwärts zu paddeln. Dom Faltboot aus sehen wir das rot- strahlende Schloß und die leuchtende alte Brücke nebst dem Feuerwerk. Wir befinden uns inmitten unzähliger anderer Wasserfahrzeuge, vom großen hellerfeuchteten Mannheimer Dergnügungsdampfer bis zum kleinsten, mit Lampions geschmückten Kajak. Kauni haben wir wieder unsere Insel erreicht und uns zur Ruhe gelegt, strömt mächtiger Regen hernieder. Aber unser Zeltdach hält dicht, und bei dem eintönigen Prasseln des Regens schlafen wir bald den Schlaf des Gerechten, einem neuen Tag entgegen, der uns ins gewohnte Leben zurück in die Hermat bringen soll. Denen, die den Neckar im Boot zu befahren gedenken, sei noch gesagt: Don den Wimpfener Schnellen abgesehen, die bisweilen ungeschickten Faltbootfahrern oder solchen mit schlecht gebauten Booten zum Verhängnis werden, ist die Fahrt aus dem Neckar harmlos. Die zahlreichen Gierfähren sind zu beachten. Die Spielmannsfurt bei Hirschhorn, die gleichfalls einen höheren Wellengang als den üblichen hat, bietet bei normalem Wasserstand lediglich eine angenehme Abwechslung. Für Gießener Wochenendfahrer, denen zwei Tage zur Verfügung stehen, ist zu empfehlen, in Eberbach die Fahrt anzutreten. Dort kann man über Friedberg-Hanau bereits um 10.49 vormittags eintreff«n, wenn man 4.09 vorm. in Gießen abfährt. Wer sich die Wimpfener Schnellen nicht entgehen lassen will, fahrt mit der Bahn von Eberbach in dec Richtung Heilbronn | noch einige Kilometer nach Iagstfeld. Rückfahrt am Nachmittag oder Abend des zweiten Tages von Heidelberg oder Mannheim aus. Flutzwandern auf dem Neckar I Man hat es nicht zu bereuen. Der Kajakfahrer genießt dort, auf ferne Art, ein Stück deutschen Vaterlandes, »so schön wie eins". Wanderfahrten. Großen-Duseck—Climbach—Lotenbcrg— Staufenberg—Lollar. Diese abwechslungsreiche Wanderung ist, da sie gut 6 Stunden umfaßt, nur für rüstige Fußgänger geeignet. — Dom Ausgangspunkt Großen- Buseck folgen wir der vom D.H.C. Gießen angelegten roten Punktmarkierung, die uns während Der ganzen Wanderstrecke bas Geleit gibt. Wir kommen zunächst über den Hohe Berg mit hübschem Blick in das Dusecker Tal und dann durch schöne, wenig begangene Waldungen nach dem hochgelegenen Climbach (gute Einkehr). Unterwegs kreuzen wir die vom Hangelstein kommenden blauen Dreiecke und später vereinigt sich unser Wegezeichen bis Climbach mit dem blauen Strich. Ueber den Homberg kommen wir alsbald durch Allendors und in mäßiger Steigung auf den 356 Meter hohen Lotenberg, einer altgermanischen Stätte mit prächttger Rundschau ins Lahntal bis hinaus nach Marburg, weit in das Hinterland hinein und über das Lumdatal hinweg nach dem Taunus. Der Wettermarsch führt uns über den Waistrauch, einer ebenfalls uralten Kultstätte mit entzückender Aussicht in die Marburger Gegend und später am Heidekonigsgrab mit etwas sagenhaftem Ursprung vorbei über den Staufenberg, den bekannten Ausflugsort, nach unserem Endziel Lollar. Reiskirchen—Weitershain—Homberg. Don Reiskirchen wandern wir zunächst bhne Markierung nach Bersrod, wo wir blaue Punkte treffen, denen wir nunmehr folgen. Das Wegezeichen führt uns über den das Busecker Tal von dem Lumdatal trennenden Höhenrücken durch Geilshausen und später über den 363 Meter hohen Noll nach dem freundlichen Weitershain. Die mancherlei Steigungen, die unterwegs zu überwinden sind, werden reichlich ausgewogen durch hi« herrlichen Fernblicke auf das vberhes- sische Land. Don Weitershain, wo gute Unterkunft ist, führen uns jetzt blaue Striche über Bühfeld in das liebliche Ohmtal unserem Endziel, dem Hochliegenden Homberg zu, wo wir die Schönheiten des malerischen Städtchens bewundern können. Ueber Nieder-Gemünden fahren wir wieder heimwärts. Dauer der hübschen Wanderung 5Vr Stunden. NeisEWmke. Die Eifel. Ich sehe dich vor vor mir Kegen, bu einzig schöne Eifettandschaft, zu deren herb reinen Hohen Das Rauschen des sttäzen Rheinstromes und das Wellenlied der heiteren Mofella hinankllngenl Und doch! Tausende sind bis vor kurzem aus weiter Fern« gekommen, diese Schönheiten des gesegneten Rhrintales zu kosten, aber vis in die Eifeloerge hinein wagten sie sich nicht. Gottlob, die Zeiten sind andere geworden. Die landschaftliche Eigenart des Eifelgebirges hat man entdeckt und lieben oeümt, lene wechseloollen Stimmungsbilder, die fein an- oeres Mittelgebirge in Deutschlands Gauen aufzuweisen hat. Die Eifel erweckt ganz besonders Interesse durch die Gegensätze im Landschastsbilde, durch di« verschieden gearteten Einzelbilder, die mit jeder neuen Wanderung auch neue Naturschönheiten hervorzaubern. Schon der geologische Ausbau des Eisettanides bringt eine Fülle von Sonderheiten, gewähtt überraschende Einblicke in die Geschichte unserer Erde und wird dadurch zum Reiseziel lehrender und lernender Geologen' Aber auch dem Laien treten die Zeugen vulkanischer Erschütterung lebhaft vor Augen, die vielen Schlackenkegel, die seltsamsten Versteinerungen, die Kraterberge mit ihren erstarrten Lavaströmen, die düsteren Bergseen, die Maare in erloschenen Vulkanen gebettet, geben einzigartige Kunde vorzeitlicher unterirdischer Kräfte und Ausbrüche. Höchst malerisch und vielgestaltet sind di« einzigartigen Talbildungen mit ihren zahlreichen Bächlein und Flüßchen, die in Hochliegendem Quellengebiet entspringen und zwischen Felsgewirr sich hindurchwinden zum Rhein, zur Mosel und Maar. Und wie malerisch sind diese prächtigen Täler und Höhen, reich geschmückt von dunklen Tannenforsten, sattgrünen Eichen- und Buchenwäldern. Auch der Geschichtsfreund findet im Eifellande treff= liche Fundstätten einer uralten Kultur, keltische, römische und fränkische Zeugen in zahlreicher Fülle. Bedeutsame Klostergründungen, ein reiches Ritterleben bekunden Kulturleben. Zahlreiche Ruinen in malerischen Tälern und auf hochragenden Eifel- höhen. Die Neuzeit bekundet dem Besucher jeglicyen Fortschritt, vermehrte Verkehrswege, wirtschaftlichen Fortschritt in Landbau und Viehzucht, schmucke Eifeldörfer und lebhafte Eifelstädtchen. Noch sind allerorts wahre Kernnaturen eines rührigen Bauern- stammes anzutteffen, der treu und zufrieden feiner Heimatscholle zugetan ist und dem Fremden in freundlicher gastlicher Biederkeit entgegenkommt. Neue Platzkarten für Kurswagen. RDV. Die Reisenden der Strecke Dresden— Leipzig—Frankfurt a. M. mußten bisher in Leip- I zig umsteigen, weil kein Kurswagen Dresden— Frankfurt a. M. vorhanden mar; sie fanden über= I dies in Leipzig meist keinen Platz in dem Kurs- ! wagen Leipzig—Frankfurt a. M., weil die Leipziger RStfelrEcke. Rätsel. Silbenrätsel. Aus den 14 Silben: al — ba — chri — bei — dost — e — ri — em — seh — gelb — hym — i — rm — ke — land — [er — lis — tut — mam — me — me — n-at — ne — nis — or — ran — ru — fa — far — schott — fter — stoph — tu — wei sind 17 zweisilbige Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. holsteinische Insel; 2. Geschichtsschreiber; 3. Teil eines Fruchtkörpers; 4. Insekt; 5. Nebenfluß der Donau; 6. militärische Ehrenbezeugung; 7. französische Kolonie; 8. Ansiedlung; 9. Fluß in der Schweiz; 10. männlicher Personenname; 11. Bergkette in Hannover; 12. spanischer Feldherr; 13. europäisches Land; 14. geistliches Lied; 16. Amtstracht; 16. griechische Landschaft; 17. männlicher Personenname. Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Zitat von Ludwig Uhland. Kreuzworträtsel. Getrennt wächst mir*» im Gärtchen in We Höh', Vereint trug’s unsre Väter übern See. Problem.