Nr. 175 Erstes Blatt 177. Jahrgang Mittwoch, 27. Juli 1927 tf g3U; SZ ont* Die Wiener Revolte vor dem Nationalrat Vc* 3U Ge - her s o 0 y 5? &JS p: gS -5 Sa E ft 1 = ^3 a Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dietzen. hessischen Abgeordneten berufen habe. Das erste Angebot Eymers sei, wenn man Vergleiche mit anderen Angeboten überhaupt hätte ziehen können, höchstens um 1 50000 M a r.k billiger gewesen, denn Eymers Offerte wäre für Kessel mit gering erer Heiz fläche berechnet gewesen; er (W.) habe Kindt und Eymer gesagt, sie sollten doch erst einmal die anderen ernsthaften Angebote abwarten. Von dem Abg. Kindt hätte er die Lleberzeugung gehabt, daß er guten Glaubens war und daß ihn Eymer düpiert hätte. Abg. Kindt suchte unter Anführung einer Reihe von Zahlen die Behauptung zu stützen, daß Eymers Angebot weit billiger gewesen sei als andere. In früheren Zeiten hätte man es sicher vermieden, wie es hier geschehen sei, einen Beamten Ehe der Reichsbankpräsident in Aeuhork sich einschisfte, setzte er den Vertretern der deutschen Presse auseinander, daß er nicht über den Dawesp7au und seine Nachprüfung verhandelt habe. Der Zweck der Reise war angeblich nur die Beschaffung eines Redisk wäre. Der Bürgermeister hat seiner meindeschuhwache die Funktionen Polizei gegeben. Die Gemeindeschuhwache darf aber nicht Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-vezngrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«, postscherttonto: Sranffurt am Main 11686. Die Amerikareise des Reichsbankpräsidenten Der Dawesplan und die deutsche Wirtschaft. Zö-si 1»2 2 o3 ? = ^ocr ft »6? - kredits für die Goldkreditbank, der wieder dazu besttmmt sein soll, den Anforderungen der Rentenbankkreditanstalt gewachsen zu sein. Also diente die Amerikafahrt nur der Abwicklung eines 25-Millionen-Dollar-Kredits? Daß bei dieser Gelegenheit der Dawesplan überhaupt nicht besprühen sein soll, ist deswegen unwahrscheinlich, weil einstweilen der internationale Kredit Deutschlands mit dem Dawesplan steht und fällt. Der Reichsbankpräsident selbst hat drüben behauptet, daß der Dawesplan richtig arbeite, dah zur Zeit also f le in Bedürfnis zu seiner Nachprüfung bestehe. Das kann schließlich der Reichsbankpräsident sagen, da er nicht die Sorge für die Aufbringung der Mittel zu tragen hat. Dagegen wird der Reichsfinanzminister erheblich anders denken, zumal die Vorbereitungen für die Aufstellung des Haushaltsvoranschlags 1928/29 beginnen, jenes kritische Haushaltsjahr, in dem der Dawesplan zuerst in völliger Höhe sich auswirken muß. War es taktisch richtig, daß der Reichsbankpräsident drüben der öffentlichen Erörterung des Dawesproölems auswich? Gewiß, der Reichsbankpräsident unterhandelte toegen eines Kredits, weshalb es sich Wohl empfcchl, den Gefahren des Dawesplanes für die deutsche Wirtschaft auszuweichen. Inzwischen haben wir in Deutschland weiter sehen und urteilen gelernt. Wir keimen die Einnahmen und Ausgaben des Reiches für das erste Vierteljahr des Haushaltsjahres 1927/28. Wenn sich die Reichsfinanzen weiter so entwickeln, werden wir vielleicht mit einem blauen Auge davon kommen, d. h. ein Fehlbetrag wird sich vielleicht vermeiden lassen. Wir kennen aber auch das weniger günstige Ergebnis des Außenhandels für das erste Halbjahr 1927. Daß die Rvhstoffeinfuhr stark gestiegen ist, ist der natürliche Lauf der Dinge, nachdem die Roh- stofteinfuhr im Vorjahre offenbar stark gedrosselt worden ist. Aber gerade der Reichsbankpräsident ist doch ein vorzüglicher Kenner der Technik der Zahlungsbilanz, denn er selbst hat oft und eindringlich genug auf die Belastung dieser Bilanz durch Auslandkredite hingewiesen. In der Wirkung ist es indessen ziemlich gleichgültig, ob die Kredite offiziell oder privat gegeben werden. Wenn der Zinsendienst und die Rückzahlung abgewickelt werden müssen, so wirken sie in dem einen wie dem andern Fall als Belastung für die Zahlungsbilanz. Nun ist weiter zu beachten, daß die wirtschaftliche Lage Deutschlands sich entfernt nicht so gebessert hat, daß wir Ursache haben, auch nur der nächsten Zukunft hoffnungs- froh entgegenzusehen. Es sei hier nur an die Meldungen aus den Bergbaugebieten erinnert, die durchweg von Absatzschwierigkeiten zu berichten wissen. Daß der englische Bergbau in absehbarer Zeit dazu sich bereit finden lassen wird, über ein internationales Kohlenkartell zu verhandeln, ist wenig wahrscheinlich. Die Aussprache im ülnterhause über die englische Kohlenkrise ist von Deutschland leider wenig beachtet worden, weshalb es auch so gut wie unbekannt ist, daß vor allem die englische Regierung keine Neigung zeigt, das Kohlenproblem international zu lösen. Regierung und Bergbau sind zufrieden, dah der Kohlenabsah steigt, daß sogar die Märkte in Südamerika wieder beliefert werden können, obschon gerade dies wegen des Streiks in den Vereinigten Staaten nur ein Zufall ist. Jedenfalls bedeutet die Verschärfung der Kohle n k r i s e für Deutschland auch einen Rückgang der Kohlenaussuhr, was wieder zur Erhöhung des Fehlbetrages im Außenhandel führen muß. Wenig günstig sind weiter die ©rr.teauß» sichten, so daß unter Umstünden für das nächste Jahr mit einer beträchtlich höheren Einfuhr von Lebensmitteln gerechnet werden muß. Auch der Bau markt hat eine schwere Krise hinter sich, was unter der Herrschaft der Zwangswirtschaft ein unvermeidliches Ergebnis ist. Nach alledem steht es keineswegs fest, daß der Reichshaushalt in Einahmen und Ausgaben sich ausgleicht. Nun muß dem Reichsbankpräsidenten drüben schon der Zwischenbericht des Herrn Parker Gilbert bekannt gewesen sein, dessen Tenor nichts anderes wie eine messerscharfe Kritik an rere Stellen aus Schreiben des Direktors Eymer entgegengehalten wurden, erklärte Abg. Kindt, daß er in diese Stellen keinen Sinn legen könne. Er wies im Anschluß hieran die Beschuldigung zurück, daß er sich an einer Pression Eymers gegen die Regierung beteiligt habe. Eymer sei zu -jener Zeit bereits krank gewesen. Da der Abg. Kindt in der heuttgen Sitzung wieder die Behauptung aufgestellt hatte, der hessische Staat wäre durch die Nichtannahme des Eymerschcn Angebotes um 4 bis 500 000 Mark geschädigt worden, so fragte Abg. K a u l den Ministerialrat W indisch, wie es sich damit verhalte. Ministerialrat Windisch bemerfte zunächst, Abg. Kindt habe sich in einer Art für Eymer eingesetzt, die ihn (W.) peinlich berührt habe, weil Eymer sich auf seine Beziehungen zu einer ständigen Einrichtung werden, von einem großen Teil der Bevölkerung wird sie als ständige Bedrohung angesehen. (Lebhafter Beifall rechts, Zwischenrufe links.) Nachdem nun die Unruhen vorüber sind, wird in unerhörtester Weise gegen d i e Polizei gehetzt. Wenn man bedenkt, daß ein Viertel der in Wien stehenden Polizisten verwundet wurde, wird man wohl sagen können: „Gott sei Dank, sie haben ihre Pflicht getan!" (Hört! und Bravorufe rechts; Pfuirufe links; anhaltender Lärm.) Hätte der interne Telegraphen- und Telephondienst der von ihm gar nicht begriffenen deutschen Finanzpolitik ist. Dem Rat, den Dr. Schacht drüben gab, vom Dawesplan möglichst wenig zu reden, läßt sich beim besten Willen nicht gut folgen. Sonst können wir, also auch der Reichsbankpräsident, eines Täges unangenehme Uederraschungen erleben. Die Tatsache, daß Dr. Schacht drüben einen Dollarkredit für die Golddiskontbank beschaffen mußte, beweist doch, daß die finanzielle Lage Deutschlands wenig ausgeglichen ist. Dieser Dollarkredit soll in der Hauptsache die Kreditaktion für die deutsche Landwirtschaft stützen. Was wieder nicht sich auf die Habenseite der deutschen Wirtschaft buchen läßt. Hern Dr. Schachts Gelassenheit ist schwer zu verstehen. Daß der Dawes- plan heute arbeitet, ist kein Grund, nicht über ihn M reden. Wir müssen sogar heute über ihn reden, da wir jeden Tag der unausbleiblichen Krise des Dawesplanes näherkommen. Das Interesse der Vereinigten Staaten am Dawesplan ist sicher nicht gering, was sich ja schon zum Teil aus dem finanziellen Risiko erklärt, zum anderen Teil auch daraus, daß gerade ihre Lösung des Wiederherstellungsproblems nicht zusammenbrechen lassen will. Die englische Finanzpresse warnt Wallstreet schon feit Jahr und Tag, die deutsche Industrie nicht weiter zu haussieren. Das mag der übliche englische Konkurrenzneid sein, trifft nichtsdestoweniger aber auch den Kern des Dawesproblems. Deutschland muß iö^äs Wien, 26. Juli. (Wolfs.) Die heutige Sitzung des Nationalrates stand bei dicht besetztem Hause unter allen Zeichen eines großen Ereignisses. Vor dem Parlamentsgebäude ist ein starkes Polizeiaufgebot aufgezogen, die Kontrolle beim Betreten des Hauses ist streng. Karten sind nur in beschränktem Umfang ausgegeben. Vom diplomatischen Korps haben sich einige Vertreter eingefunden. Die Minister sind vollzählig erschienen. Bundeskanzler Seipel führte aus, es sei Aufgabe des Nationalrates, dafür zu sorgen, daß in Zukunft solche Ereignisse, wie vom 15. bis 18. Juli, nicht wiederkehren und die österreichische Republik von ihren Wunden gesunde. Seipel erörterte dann den Ausgangspunkt der Unruhen, das Schattendorfer Urteil, wobei ins Gewicht falle, daß von einem Teil der Presse durch die Bezeichnung der Angeklagten als Mörder das Urteil schon vorweggenommen worden sei. Eine Reihe von Geschworenen seien auf Antrag eines sozialdemokratischen Rechtsanwaltes mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft als befangen abgelehnt worden. Man könne also dies Geschworenengericht nicht als Klassengericht bezeichnen. Man hätte vielleicht vom Parlament verlangen können, die Geschworenengerichte abzuschaffen oder umzugestalten oder einzuschränken, bis wieder mehr Vertrauen in diese Form der Gerichte eingetreten wäre. Bei bem ersten Angriff auf die Sicherheitswache am 15. Juli war diese nicht mit Gewehren bewaffnet. In die Krankenhäuser sind zwei Stunden lang nur verwundete Polizeibeamte eingeliefert worden. Da der Landeshauptmann (der Wiener sozialdemokratische Bürgermeister Seitz) militärische Unterstützung ablehnte, hat der Polizeipräsident bestimmte Abteilungen der Polizei mit Gewehren bewaffnet. Erst dann ist der Umschwung eingetreten. Als das Militär das Parlament und den Iustizpalast beseht hatte, hörten die Exzesse auf und das Militär brauchte keinen Schuß abzugeben. Vielleicht wäre die Hälfte der Opfer vermieden worden, wenn das Militär sogleich herangezogen worden seine Ausfuhr steigern können, was indessen aufnahmefähige und aufnahmewillige Märkte voraussetzt. In Europa lassen sie sich schwer finden, trotz der Beschlüsse der Genfer Wirtscl-astskonserenz. Die englische Industrie seht sich in Auswirkung der französischen Zollpolitik für den Ausbau des In- dustriefchutzes ein. Gerade weil Gilbert an diesem Problem vorbeigesehen hat, hätte Schacht die Dinge richtig stellen müssen. Denn die Kritik Gilberts richtet sich doch schließlich darauf, eine Scheidung von Reichs- und Länderfinanzen zu erzielen, weil er der irrigen Auffassung ist, daß das Reich seine Steuereinnahmen ohne Not und Bedarf den Ländern zufliehen lasse. Dann aber hört auch der Dawesplan auf, zu „arbeiten". Weiterer Rückgang der ErwerbslosenzahL. Berlin, 27. Juni. (Tel.-LI.) Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge ist in der Zeit vom 1. bis 15. Juli 1927 um rund 48 000 gleich 8,8 Prozent zurückgegangen. Die Gesamtzahl der unterstützten Arbeitslosen hat sich in der Zeit vom 15. Juni bis 15. Juli von 806 000 auf 674 000, also um rund 132 000 gleich 14,4 Prozent verringert. der Polizei während der gefährlichen Stunden fünf* tioniert, hätten wir weniger Blutopfer gehabt. Der Verkehrsstreik hat zweitens der Verbreitung unrichtiger Nachrichten tm Auslande Vorschub geleistet und er hat eine freie Tagung des Parlaments unmöglich gemacht. Der Bundeskanzler stellte sodann fest, daß nach allem, was bisher bekannt geworden, die Beweauna nicht von außen entfacht worden ist. Daß es zu den traurigen Ereignissen kommen konnte, ist xum großen Teil auch Schuld des Hauses selbst, das seine Autorität schrittweise preisgegeben hat. Die Verantwortung dafür tragen jene, welche in diesem Hause die Meinung aufkommen ließen, als ob sie die Demokratie nicht wollen. Zum Schluß erklärte der Bundeskanzler: „Die Regierung muß fest, will aber nicht hart sein. Verlangen Sie nicht, was ausschauen könnte wie ein Freibrief für solche, die sich gern gegen die Republik empören." Der sozialdemokratische Abg. Otto Bauer ergriff das Wort zu ‘einer zweistündigen Rede, in der er den Standpunkt der Sozialdemolrati- schen Partei vertrat. Bauer erklärte, es sei ein Fehler seiner Partei gewesen, dah sie keinen geordneten Demonstrationszug veranstaltet habe. Es sei ein Fehler in der sozialdemo - krati schen Organisation gewesen, daß der republikanische Schutzbund nicht schnell genug alarmiert werden konnte und schließlich ein Fehler, daß die Gemeindeschuhwache nicht schon am Freitag aufgestellt wurde. Bauer richtete dann scharfe Angriffe gegen die Polizei. Er wiederholte die Behauptung, daß Scheibenmunition verwandt worden sei. Als nach den Schüssen das rasend gewordene Volk nach Bewaffnung verlangte, um Rache zu nehmen, befanden sich die sozialdemokratischen Führer in der denkbar schwierigsten Lage. Der Derkehrsstreik war die einzige Möglichkeit, einen wirklichen Bürgerkrieg zu verhindern. Einer mußte den Bürgerkrieg verhindern: Wir oder die Regierung! Die Regierung hat es nicht getan. (Der Beifall und das lebhafte Händeklatschen links losten Zwischenrufe rechts aus, welche zu anhaltendem Lärm und Unruhe führten.) Die Aufforderung zur Einstellung des Streikes sei, trotzdem die Regierung nichts zur Erleichterung dieses Entschlusses beigetragen habe, von den Eisenbahnern durchgeführt worden. Der Redner verteidigte dann die Aufstellung der Gemeindeschuhwache und erklärte, sie sei ein verfassungsmäßiges Recht der Gemeinden, und der Gemeinderat allein habe über ihren weiteren Bestand zu entscheiden, andernfalls wäre eine Verfassungsänderung notwendig. Ungesetzlich hätten dagegen die Landesbehörden gehandelt, welche sogar die verfassungswidrigen Heimatschuhformationen zur Hilfeleistung herangezogen hätten. Bauer brachte sodann die Forderungen des sozialdemokratischen Parteitages zur Die hefrag vor -em Untersuchungsausschuß. Don unserer Darmstädter Redaktion. D a r m st a d t, 26. Juli. Heute vormittag trat im Sitzungssaal des hessischen Landtags der Zweite (Gesetzgebungs-) Ausschuß zusammen, der sich als Pariamentarischer Untersuchungsausschuß konstituiert hat, um die Verhandlungen über die Hefrag-Ange- legenhert fortzufetzen, die in der Sitzung am Freitag auf heute vertagt waren. Der Vorsitzende des Aus- fckusfes, Landtagsabgeordneter Schul, eröffnete um 10.30 Uhr die Verhandlungen. Zunächst wurde Fi- nanzmimster Henrich als Zeuge vernommen, der aussagte, Direktor Eymer habe auf ihn einen sonderbaren Eindruck gemacht. Er habe ihn schließlich fragen müssen, ob er gekommen sei, sich über einen Beamten zu beschweren oder ob er Kessel verkaufen wolle; Eymer habe bann erklärt, daß er das letztere tun wolle. Er (der Minister) habe ver- schiedenllich zu drastischen Erklärungen greifen müssen, da sonst mit Eymer nicht zu oerhmrdeln gewesen sei. Er hätte die Absicht gehabt, die scharfen und beleidigenden Schriftstücke dem Staatsanwalt zu übergeben, aber Ministerialrat Windisch sei nicht für ein so scharfes Vorgehen gewesen. Abg. Kindt beanstandete die Berichterstattung des Abg. S t u r m f e l s über die Hejrag-Angelegen- heit am letzten Freitag; insbesondere habe Abg. Sturmfels seinen Bericht mit persönlichen Bemerkungen durchsetzt. .Die Verlesung eines Briefes habe er mit den Worten eingeleitet: „Aha! Der getroffene Hund bellt!" Abg. Kindt erhebt förmlichen Protest gegen diese parteiische und beleidigende A r t der Berichterstattung. Abg Kindt gab dann eine ausführliche Schilderung feiner Beziehungen zu Direktor Eymer. Dieser fei ihm bekannt gewesen und habe ihm gesagt, daß er aufgefordert fei, Angebote für Kessellieferungen einzureichen. Von wem diese Aufforderung ausgegangen fei, wisse er (Kindt) nicht. Eymer habe ihm auch gesagt, er fürchte, fein Angebot werde vielleicht nicht mit der erforderlichen Objektivität geprüft werden, darum habe er Kindt sich auf Ersuchen Eymers für ihn verwandt. Er habe dann eine Aussprache Eymers mit Ministerialrat Windisch herbeigeführt, weil er der Anschauung war, der hessische Staat könne dabei ein gutes Geschäft machen. Abg. Kindt verlas bann Schreiben des Oberbürgermeisters von Karlsruhe über die Leistungen der Firma Eymer, die günstig lauteten; diese und andere Schriftstücke sollten bar« tun, daß man es hier mit einer reellen Firma zu tun habe. Auch zählte er eine Reihe von angesehenen Firmen aus, an die Eymer geliefert hatte, um zu zeigen, baß es sich um eine erstklassige Firma hanble. Weiter führte er eine Reihe namhafter Persönlichkeiten an, die für Eymer ein günstiges Zeugnis ablegen könnten. Als gegen die Ladung so vieler Zeugen Einspruch erhoben wurde, bemerkte Abg. Bohm, daß es das gute Recht des Abgeordneten Kindt fein müsse, nachdem er so schwer angegriffen wurde, sich zu verteidigen. — Abg. Schreiber machte geltend, daß niemand im Landtag die Leistungsfähigkeit der Firma Eymer bezweifelt habe, die unte r- st e l l e man ihr. — Abg. Kaul meinte, Abg. Kindt trete hier als Anwalt der Firma Eymer auf; die Beratungen des Ausschusses sollten sich nur auf b i e Verhandlungen Eymersmitdcrhefsi- schen Regierung beschränken. — Abg. Gla - s e r betonte, erst wenn der Inhalt der Briefe bezweifelt werde, könnte man ja die von dem Abgeordneten Kindt benannten Zeugen vernehmen 2lbg. Kindt erklärte in seinen weiteren Ausführungen u. a., daß Eymer, weil ec Schweres in seiner Familie durchgemacht habe, einen Nervenzusammenbruch erlitt; er machte besonders darauf aufmerksam, daß er (Kindt) sich in den Verhandlungen auf die Seite der Regierung gestellt habe und auch nie beharrptete, dah pHim» fterialrat Windisch oder die hessische Regierung Cymec eine definitive Zusage für die Kessellieferungen erteilt habe. Llbg. Kindt ging hierauf ziffernmäßig näher auf die Angebote für die Kessellieferungen ein. Abg. A e ch t h i e n warf ein, daß das Angebot, das die Firma Büttner zurückgezogen hatte, sofort von der Firma Eymer auf- genommen wurde. Abg. Kaul fragte, ob Abg. Kindt wisse, wie die Firma Eymer von der Zurückziehung des Angebotes Kenntnis erhalten habe. Abg. Kindt erwiderte, er hätte hiervon keine Ahnung. Auf Befragen bemerkte er noch, daß in seiner Gegenwart Eymer dem Ministerialrat Windisch erklärt habe, daß es sich bei den Lieferungen um Buttner-Strahtenkessel handele. Er (Kindt) habe auch wiederholt die Erklärung abgegeben, dah er keinerlei Vorteile von der Sache habe. Er sei dazu veranlaßt worben, weil er in einem früheren Fall die Erfahrung gemacht habe, daß die hessische Regierung auf einen sachlichen Angriff gleich persönlich gegen ihn vorgegangen sei. Der Finanzminister habe ihm hier wieder persönliche Interessen vorge- worfen, darüber sei er natürlich sehr erregt gewesen und diesen Angriff habe er abwehren müssen. Er hab e nur an das Interesse Hessens gedacht, nicht einmal in erster Linie an die Firma Eymer. Abg. Schreiber fragte, wann Abg. Kindt zur alÄberzeugung gekommen sei, daß Eymer geistig erkrankt wäre. Abg. Kiirdt erwiderte darauf, daß er den Briefwechsel zwischen Eymer und der hessischen Regierung nicht kenne, auch der Verlesung nicht beigewohnt habe. Ministerialrat Windisch widersprach dem, Abg. Kind sei unterrichtet gewesen. In den weiteren Verhandlungen, in denen dem Abg. Kindt meh- mit Verhandlungen zu beauftragen, wenn dieser später Generaldirektor des Unternehmens geworden wäre. Ministerialrat Windisch wies eine Bemerkung des Abg. Kindt zurück, daß die he an die AEG. gebunden fei; es bjfl etwa Eymer annehme, Bezi zwischen ihnen. Er (Windis des Ministerialdirektors Scha für alle großen Fragen nad) fc-Vntfurt zu rotungen gefahren. ijra Der Ausschuß beschloß bai Oberbürgermeister Landman n, Frankfurt, Dir1,;'- Dr. Schmude, Generaldirektor T i l l m e tz ufv Direktor Häver» s a ck noch als Zeugen zu Dernel£m€TU Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. 3 ° 3 a ■ 2 $ 5$. ‘l7ß- 3 Wkso:r. ' - 2 ft 2 ' n. n er • 2-os-a.® 2 » S S ° e n ” ~ g »ft 5 b rfo 13152 5 5 c/G“ 3-2 — g XÄJt : 5D.3-5: Ag 5 s * 5 Hoi aS'St— o * Sjtj 2-P--JÖ o-g'lg'lgf MOE ,S i-o S-cr:9_,p 2 »5 - - -»-fP c,°.5- » wi .„foSä'O ;2xö3 ' b r 8® ä ft® 5-R-c ft 3 • 2 E Q 3 er 3C3’t- ft 'ihsfrft? =3 "'riS iP $ ft ft 2- ’2as. . 5 Es? 2.5 VS-1 Sprache, nämlich Untersuchungsausschuß, Am- und Hilfsmaßnahmen für die Hinterölie- '-eneu der Opfer. Der Aufforderung Seipels, i der Partei einen scharfen Trennungsstrich zu iehen, könne er nicht entsprechen. Angesichts er Rot des Volkes zeuge die Rede des Dundes- inzlers von Blindheit gegen das, was in den liefen der Volksseele vorgeht. Vach siebenjähriger .sfizieller und inoffizieller Regierung Seipels ü der 15.3uli das blutige Ergebnis. Die Regierung beobachte jetzt den Tatsachen gegenüber ine kleinliche, pharisäische Haltung. Wehe dem Lande, das so kleinlich in solcher Stunde regiert werde. (Anhaltender Lärm rechts.) Als wieder Ruhe eingetreten ist. überreicht Dr. Bauer dem Präsidenten zwei Anträge feiner Partei: 1. auf Einsetzung eines älnterfuchungsausschus- ' e s, 2. einen Mihtrauensantrag gegen ! v.e Regierung. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Für die Christlich-Sozialen ergreift nun der Nationalrat KunschaK das Wort zu folgenden Ausführungen: Auch wir sehen das Urteil im Schattendorfer Prozeß als ein Fehlurteil an. Man darf nicht das Volk au? die Straße führen, um gegen solche angebliche Klassenjustiz zu demonstrieren. Diese Demonstration war von Anfang an eine politische Kundgebung. 3d) bin gegen die Einsetzung eines parlamentarischen llntecsuchungs- ausschusses, weil die gesetzlichen Organe zur Durchführung solcher Untersuchung da seien und sicher ihres Amtes gewissenhaft walten würden, bei einer parlamentarischen Untersuchung aber erfahrungsgemäß nichts herauskommt. Der Redner verurteilte dann die gegenwärtige Hetze gegen die Regierung und erwähnte den Ausdruck Dr. Bauers: „Sieben 3ahre Regierung Seipels und — das Ergebnis: 100 Tote." Bei solcher Sprache darf man sich nicht wundern, wenn eine noch schrecklichere, blutigere Saat aufgehen würde, als am vorigen Freitag. Seine Partei werde den Mißbilligungsantrag Bauers gegen die Regierung ab lehn en und vielmehr dem Kanzler den Dank aussprechen, daß 'eine Regierung dem Blutvergießen und dem Aufruhr bei 85 Toten eine Grenze zu ziehen vermochte und von der Republik den Zusammenbruch abwehrte. (Stürmischer Beifall rechts.) Abg. Renner (Soz.) erklärte, ein Abbau derlog. illegalen F o r- Motionen würde von allen Seiten begrüßt werben, wenn nickst ein allgemeines Mißtrauen bestände, daß die gesetzlichen Mittel nicht ausreichen, um Leben und Freiheit der Bürger zu schützen. Die Vorwürfe der Sozialdemokratie wegen der blutigen Ereignisse am Freitag richten sich nicht gegen einzelne Polizeibeamte, sondern gegen die Führung der Volizei. Die Sozialdemokratie in Oesterreich ist immer eine Partei des Aufbaus, der Belehrung und cziehung der Massen auf dem legalen Wege der /)emofratie gewesen, und wünscht dabei in Ruhe gelassen zu werden. Die Erkenntnis muß durchgrei- fen, daß Wien und die Länder neben» und miteinander bestehen müssen. 2lbg. Woitowa (Grotzdeutsch) sagte, daß die Revolte nicht zur Revolution ausartete, sei nicht das Verdienst der Sozialdemokratie, die seit 3ahren die Staatsautorität untergräbt. Auch die Frage ist nicht erledigt, ob wir nicht doch noch eine Revolution bekommen. Dagegen müssen wir uns wehren, und vor allem die Staatsautorität aufrecht erhalten. Eine Amnestie zu gewähren, erscheint mrs unmöglich. Wottawa tritt dann für eine Reform der G e - schworenenoerichte und für eine Presse- res orm ein und verlangt ein Tumultentschädigungsgesetz. sowie ein Antiterror-Gefetz. Vizekanzler Hartleb verliest dann den ausführlichen Polizeibericht über die Vorgänge am vergangenen Freitag. Die Verlesung vollzieht sich unter an» ! «auernder älnruhe im Hause, besonders an der Stelle, wo von dem Gebrauch von Revolvern durch die Demonstranten gegen die Polizei die Rede ist. Trotz erhobener Stimme ist der Vizekanzler auf der Tribüne kaum verständlich. Der Vizekanzler erklärt, daß die Regierung auf die Ausländer in Wien und Oesterreich, soweit sie eine Gefahr für den Staat bedeuten könnten, fortan ein strengeres Augenmerk richten werde. Das gleiche gelte von jenen Zeitungen, die seit 3ahren die Bev ölke - rung gegeneinander aufgeheht hätten. Auf sozialdemokratische Zwischenrufe über die Tätigkeit der Gemeindewehren übergehend, sagt Hartleb noch, daß diese nicht aufgestellt worden seien, um eine Diktatur aufzurichten, was sich das Landvolk übrigens auch nicht gefallen lassen würde. 3nsbesondere der Polizei sei es in erster Linie zu verdanken, daß der Rationalrat heute hier zusammentreten konnte. Freilassung des Abgeordneten Pieck. Wien, 26. 3uli. (Wolff.) Rach Mitteilungen der Staatspolizei wurde hier die vom Landgericht gegen den kommunistischen Landtagsabgeordneten Pieck geführte Untersuchung durch Zu- rücktreten des Staatsanwalts von der Anklage gestern eingestellt. Pieck wurde der Polizei wieder bergeben: diese genehmigte auf Wunsch Piecks essen Abreise nach Deutschland, welche heute : folgte. Der Rücktritt des Oberprasidenten HLrsing. B e r I i n , 26. Juli. (WTB.) Amtlich. Das neußische Staatsministerium hat in seiner Sitzung am 26. Juli in Uebereinstimmung mit dem oor- uegenden Antrag, ihn von den Pflichten seines nntes zu entbinden, den Dberpräfibenten der Provinz Sachsen, chörsing, in den e i n ft m e i (i - gen Ruhestand versetzt. Ein Beschluß über Ve Person seines Nachfolgers wurde noch nicht gefaßt. TeklenburgsStreH^er •Regierung. >™rdt^ÄshV ^tfchnationaler Antrag, wonach ^nl-^ufted^ Ministerium Schwab ' e ut (D e m.) ersucht werden sott. im Amt zu bleiben, mit 19 gegen 15 Stimmen Annahme. Die Regierung stützt sich auf sämtliche Parteien des Bürgertums einschließlich der Demokraten, äleber einen sozialdemokratischen Mihtrauensantrag gegen die Regierung soll hcute abgestimmt werden. Heine Antwort an Belgien. Berlin, 26. 3uli. (Wolfs.) Lieber die deutsche Stellungnahme zu dem letzten belgischen Memorandum in der Angelegenheit Broque- ville wird von unterrichteter Seite folgendes mit geteilt: Es muß mit Bedauern festgestellt werden, daß der belgische Kriegsminister auch in diesem neuen Memorandum seine gegen Deutschland erhobenen Beschuldigungen aufrecht erhalten zu dürfen glaubt, obwohl er nickst imstande ist, auf die amtlichen deutschen Feststellungen mit irgendwelchen konkreten Angaben zu antworten. Graf de Droqueville kann ein derartiges Dorgehen in keiner Weise damit rechtfertigen, daß er die Quellen, auf die er seine Behauptungen stützen will, als geheime bezeichnet. Wenn der Minister eines Landes öffentlich Anklagen gegen ein anderes Land erhebt und wenn er dann die einwandfreie Widerlegung dieser Anllagen einfach damit abtat, daß er sich auf den geheimen Charakter seiner 3nformationsquellen beruft, wird die Oefsentlichkeit von selbst ihre Schlüsse daraus gieren. Die Reichsregierung sieht jedenfalls keinen Anlaß, die von ihr bei der belgischen Regierung eingelegte Verwahrung, die selbstverständlich in vollem Umfang zu Recht bestehen bleibt, in einem neuen Memorandum nochmals z u wiederholen. Was die Bemerkung der belgischen Regierung zu den Veröffentlichungen des Untersuchungsausschusses des Reichstags anlangt, so ist nicht verständlich, inwiefern die Arbeit dieses Untersuchungsausschusses in irgendeinem Z u - saminenhang mit der Angelegenheit Broquevilles stände und in Verbindung damit erörtert werden könnte. Bei den Veröffentlichungen des Untersuchungsausschusses des Reichstages handelt es sich um .ein Verfahren, das bekanntlich durch einen Beschluß der verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung vom August 1919 aus Anlaß der im Versailler Vertrag (Artikel 227 bis 231) gegen Deutschland erhobenen A n - schuldigungen eingeleitet wurde und nunmehr nach siebenjähriger Arbeit vor . dem Abschluß steht. Die belg. Regierung hat eine der von ihr dem belgischen Parlament oorgelegten Denkschriften über die Veröffentlichungen des Üntersuchungsauschusses unlängst auch der deutschen Regierung mrtgeteilt; diese beabsichtigt, die belgische Denkschrift dem Untersuchungsausschuß zu übermitteln. Der deutsche Gesandte in Brüssel ist beauftragt worden, diesen Standpunkt der Reichsregierung der belgischen Regierung zur Kenntnis zu bringen. Dr. von Keller hat dem belgischen Außenministerium in Verfolg dieses Auftrags mitgeteilt, daß die deutsche Reichsregierung nicht die Absicht habe, auf die letzte Note der belgischen Regierung zu antworten. Der Streit um Chorzow. Der polnische Einspruch vom Haager Schiedsgericht abgelehnt. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 26. 3ull Soeben erfahren wir aus dem Haag, daß sich der Haager 3nternationale Schieösgerichtshof in der Angelegenheit der Festsetzung der von feiten Polens an Deutschland zu zahlenden Entschädigungssumme für die Stick st offwerke von Chorzow für zuständig erklärt. Diese Rachricht ist um so mehr zu begrüßen, als damit der Ständige 3nternationale Gerichtshof im Haag erneut bewiesen hat, daß er es mit der Erledigung internationaler Rechtsstreitigkeiten ernst nimmt und gerade darin seine Aufgabe erblickt, diese Streitigkeiten zu schlichten. Damit entspricht er auch vollkommen den Voraussetzungen, unter denen er seinerzeit ins Leben gerufen wurde. Wenn er bisher noch kein anderes Ergebnis erzielte, so lag dies darin begründet, daß es sich um eine Angelegenheit handelte, die für den Gerichtshof in ihrer Form vollkommen neu war. Mit der Verwerfung des polnischen Einspruchs gegen die Zuständigkeit des Haager Schiedsgerichts hat der 3ntemationale Gerichtshof erneut bestätigt, daß das Stickstoffwert Chorzow deutscher Besitz ist, über welche Frage allerdings die Entscheidung erst endgültig fallen wird. Bezüglich der deutschen Forderungen für die Höhe der Ersatzsumme behält der Gerichtshof feine Entscheidung vor. Die polnischen Vertreter werden sich sicherlich nicht ohne weiteres mit dem Entscheid zufrieden erklären. Das wird aber nicht verhindern, daß der nach dem internationalen Recht zulässige Entscheid Deutschland gegenüber getroffen wird. Welches Ergebnis der Haager Prozeß endgültig bringen wird, steht noch dahin. Die deutschen Forderungen belaufen sich bekanntlich auf 80 Millionen Mark, eine Summe, die bei weitem unter dem tatsächlichen Wert liegt, ungeachtet des unsichtbaren Schadens, den die ehemaligen Besitzer, die oberschlesischen Stickstofswerle und die Bayerischen Stickstoffwerke erlitten haben. Man darf erwarten, daß der Gerichtshof auch in dieser Frage den Rechtsgrundsähen entsprechend entscheiden wird, und auch in der Festsetzung der Entschädigungssumme auf die von Deutschland geforderte Höhe kommen wird. Die Wünsche der Saarbevölkerung. Saarbrücken, 26. Juli. (WTB.) Der neue Präsident der Regierungskommission des Saargebietes, Sir Ernest Wilton, Ijat heute im Beisein des Regierungskommissars Koßmann den Präsidenten des Bundesrates, Scheuer, und die Führer der einzelnen Lande s^ratsfraktionen empfangen. Nach,Vorstellung der Herren durch Landesratspräsidenten Scheuer trugen die Fraktionsführer dem Präsidenten der Regierungskommisfion ihre prinzipiellen Wünsche in bezug auf das Zusammenarbeiten des Landesrates mit der Regierung vor, wobei sie besonderes Gewicht darauf legten, daß für die Zukunft die Gutachten des Landesrates mehr als bisher Berücksichtigung erfahren und die Regierungskommission mithelfen möge, daß das Saargebiet entsprechend dem Wunsche seiner Bevölkerung baldmöglichst zum Deutschen Reiche zurückgeführt werde. Der Präsident der Regierungskommission gab seiner Freude Ausdruck, die Vertreter der Bevölkerung • bei sich zu sehen, und sprach die Hoffnung aus, durch die persönliche Fühlungnahme zu einem guten Verhältnis zwischen Regierung und Landesrat zu kommen. D!e Krisis des Saatbergbaues. S t. 3 n g e r t, 26. 3uli. (Wolff.) Die Gene- raldireltion der Saargruben erklärte in einer Verhandlung mit den Vertretern der Arbeiter- organifationcn, daß die Verwaltung gezwungen fei, die Belegschaft zu vermindern, die Saargruben würden durch die Konkurrenz erdrückt. Reuanlegungen könnten nicht mehr erfolgen. Die Verwaltung hat mit dem Abbau schon begonnen, die Belegschaft verringert sich von Monat zu Monat: sie beträgt jetzt nur noch zirka 72 000 Mann. Daß von nun an keine Arbeiter mehr neu eingestellt werden sollen, wird den Arbeitsmarlt im preußischen und bayrischen Teil des Saargebietes und darüber hinaus stark belasten. Bisher waren mindestens so viel Arbeiter neu eingestellt worden, als der Abgang infolge Alters oder sonstiger Llrsache ausmachte. Geheimnisvolle Todesanzeigen in Petersburg. Berlin, 27. Juli. (TU.) Nach den Morgenblättern bringen die Petersburger Sowjetblütter der letzten Tage über 20 Todesanzeigen hrroorragenber Petersburger Sowjetbeamter. In allen Anzeigen findet sich der Hinweis: „© e ft o r o <• ii imD.ei; ft für das Proletariat." Es ist anzunehmen, daß es sich um die Opfer eines neuen gegenrevolutionären Anschlags handelt, von dem das Ausland noch nichts weiß. Die Kämpfe in China. Schanghai, 26. Juli. (WTB.) Nach einem Funkspruch aus Hantau hatte Borodins kürzlicher Besuch in Kuling eine Besprechung mit V e r- tretern Tschiang-Kaischeks zum Ziel, der bekanntlich Borodins Vorschlag einer Einigung mit der Hankauregierung ablehnte. Man glaubt, daß Borodin nunmehr sich mit Feng Au-hsiang ,n Verbindung setzte, um ein Bündnis mit Rußland zustande zu bringen. Nach einer Funkmeldung aus Nanking ist Ksu Tschu-fau, der Stutzpunkt für den nationalistischen Vormarsch gegen Peking, am 23. Juli durch die Nordtruppen erobert. Bereits am folgenden Tag jedoch wurden sie durch die Streitkräfte Feng Pu-Hsiangs wieder zurückgewor- f e n. Die Nachricht ist insofern bedeutungsvoll, als sie zum ersten Male die Anwesenheit Fengs in dieser Gegend zeigt. Die nationalistische Front verläuft jetzt 25 Kilometer südlich bei Ku-Tschen. Die militärische Position Tschiang-Kaischeks gestaltet sich von Tag zu Tag schwieriger. Sunt- fdjuangfang hat die an der Tientsin—Pukow- Eisenbahn gelegene Stadt Pergou, 110 Meilen nördlich von Nanking, eingenommen und rückt am nördlichen Ufer des Pangtse entlang auf Tsche- t i a n g vor. Die Tübinger Ehrendoktoren. Tübingen, 26. Juli. Zu dem Bericht über die gestrigen Feierlichkeiten aus Anlaß des 400= jährigen Jubiläums der Eberhard-Karls-Universität ist noch nachzutragen die Liste der Ehrenpromotionen und Ernennungen zum Ehrensenator, die die Universität bei dieser Gelegenheit ausgesprochen hat. Unter den Ehrensenatoren befinden sich der Stuttgarter Oberbürgermeister Lautenschlager und die bekannten württembergischen Verleger Siebeck (Verlag I. E. B. Mohr) und Kohlhammer. Zu Ehrendoktoren der Theologie wurden promoviert u. a. der Direktor des evangelischen Pressedienstes, Lic. August Hinderer, der Bischof von Rotte n b u r g und die Benediktineräbte von Beuron und Maria-Laach. Die rechtswissenschaftliche Fakultät ernannte u. a. den Berliner Philosophieprofessor Heinrich Maier, ferner die Schwedin Elsa Brand ström für ihre Hilfe, die sie den deutschen Kriegsgefangenen in Sibirien gebracht hat, und den ehemaligen württembergischen Staatspräsidenten Dr. v. H i e b e r. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät promovierte den Feldmarschall Herzog Albrecht von Württemberg im Gedenken an die jahrhundertelange Förderung der Universität durch das württembergische Fürstenhaus, ferner den berühmten Berliner Historiker Professor Dietrich Schäfer und den österreichischen Bundespräsidenten Dr. Michael H a i n i s ch. Die medizinische Fakultät hat zu Ehrendoktoren ernannt den in Tübingen lebenden Verfasser des Paracelsusromans, E. G. Kolbenheyer und den derzeitigen württembergischen Staatspräsidenten Bazille. Die philosophische Fakultät den holländischen Historiker Huizniga in Leiden, den Generalleutnant von Moser und den Vizerektor der Universität Madrid, Professor Tornoy-Monzo. Die naturwissenschaftliche Fakultät promovierte u. a. den bekannten Botaniker Oberreallehrer Bertsch. Aus atüer Welt. Der Reichspräsident in Pekkus. Der Reichspräsident folgte heute einer Einladung des Besitzers der Saatzuchtbe- t r i e b e in Petkus, F. v. Lochow. Zwischen Der Besichtigung des Hauptwirtschaftshoses in Pellus und einer Rundfahrt zu den einzelnen Saatzuchtstau ^nen begrüßte der Reichspräsident die Angestellten und Arbeiter Der Lochowschen Betriebe, ferner die Mitglieder zahlreicher lanowirt schäft- licher Vereine aus Der näheren Umgebung. Rellungslat des Abg. von Lindeiner. 3n Bansin rettete der deutschnationale Reichstagsabgeordnete v. Lindeiner-Wildau unter eigener Lebensgefahr die Frau eines Berliner Fabrikanten vorn Tode des Ertrinkens. Die Deutsche Bauausstellung 1930. Die Verhandlungen zwischen der Dauwirtschaft und dem Berliner Magistrat über den Plan einer großen Dauausstellung im 3ahre 1930 haben zu einer Verständigung geführt. Es ist beschlossen worden, der Bauwirtschaft ein ausgedehntes Gelände in der Rähe der Ausstellungshallen am Koiserdamm, das eigene Eisenbahnanlagen erhalten soll, aus dieDauer vonzehn Fahren zu überlassen. Die Bauausstellung 1930 wird eine Dauer ausstellung werden, die zehn 3ahre lang dem Publikum geöffnet fein wird. Die Kostenfragen sind noch nicht endgültig geflärt und bedürfen der Genehmigung der Stadtverordnetenversammlung. Eine Diebesbande von Zwölfjährigen. In Beuthen wurden nach langen Ermittlungen ' vier Schulknaben im Alter von 12 bis 14 ‘ Jahren festgenommen, die regelmäßig Diebes» f a h r t e n unternommen und dabei Uhren, ©old» sacken, Bücher usw. gestohlen hatten. Der Führer der jugendlichen Bande war ein 14jähriger Junge. Als Arbeitsfeld juchte er sich u. a. Fußball» platze aus. Außerdem juchte er mit den übrigen Drei Knaben systematisch Villen heim, in denen sie alle möglichen Gegenstände stahlen. Die gestohle» nen Gegenstände wurden von den Jungen sofort z u Geld gemacht, das sie vernaschten. Man überraschte sie, als sie gerade mehrere Uhren verkaufen wollten. Von einem Bären zerfleischt. Am Weserufer bei Corvey hatte ein Baren- führertrupp Haltgemacht. Ein an einem Baum angekoppelter Bär riß sich los, fiel auf der Straße ein 19jähriges Mädchen an und schleppte sein Opfer in einen Wassergraben. Ein Domänenpächter machte das Tier durch mehrere Schüsse unschädlich. Das lebensgefährlich verletzte Mädchen wurde dem Krankenhaus zugcführt. Auch einer der beiden Helfer erlitt schwere Verletzungen. Die Bärenführerfamilie wurde festgenommen. Sturz vom Omnibusverdeck. Ein seltsamer Unglücksfall ereignete sich in der Hauptstraße in Berlin-Schöneberg. Ein Spanndraht der Strahenbahnoberleitung hatte sich gelockert. Als ein Autobus vorbeifuhr, wurde ein Fahrgast, der auf dem Oberdeck saß, von dem Draht ersaßt und auf das S traß enps la - ft e r geschleudert. Er erlitt schwere äußere und innere Verletzungen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Wettervoraussage. Zeitweise stärker bewölkt, warm, Riederschläge zum Teil mit Gewitter. Gestrige Tages.'emperaturen: Maximum 23,8, Minimum: 11,5 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 17,9 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 11 Stunden. Mitterungsaussichten für Freitag: Wolkig, auch aufhciternd, noch einzelne Gewitterstörungen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 27. 3uli 1927. Strohwitwer und Strohtochter. Meine Tochter und ich find allein zu Haufe. Meine Tochter ist fünfzehn und ich bin entsprechend älter. Meine Frau frühstückt in Travemünde und wir machen Picknicks in der Wohnung. Von dem hundertvierzigteiligen Eßservice find nur noch zwei Teller unbenutzt, die anderen stehen in der Küche, und ba wir sehr viel Kartoffelsalat gegessen haben, gucken überall Messer und Gabeln dazwischen heraus, die völlig mit Grünspan überzogen sind. Da wir beide für schöne Farben find, freuen wir uns, wenn wir in die Küche kommen, immer über das herrliche Grün, das von Tag zu Tag leuchtender wird. Kürzlich beschlossen wir einmal, da ein Schnupfen die Putzfrau weggefegt hatte, selber abzuwaschen. Zunächst wurden alle Kessel und Töpfe voll heißes Wasser gemacht. Wir warfen uns in indianische Kostüme, aber als mir zwei Teller aus der Hand gerutscht waren, ließen wir das Wasser wieder falt werden, und ich las meiner Tochter einen Gesang aus Horner vor. Arn schönsten ist es jedoch, wenn wir uns einmal selber Mittagessen kochen. Wir leben bann von Nachspeisen, und haben alles Eingemachte bis auf einen kleinen Rest vertilgt. Aber nicht etwa, daß wir roh und gefühllos die Einmachgläser auslöffeln, wir erfinden uns Speisen dazu, die von unerhörtem Raffinement find. Aus Eiern. Zucker, Oelfardinen, geriebenen Haselnüssen und Schweizerkäse haben wir unter ständigem Um- rühren einen Flammeri erfunden, ber, wenn er falt geworben, selbst bei der Hochzeit des Prinzen von Wales als Vorgericht gereicht werden könnte. Jetzt, da die Heimkehr unserer treuen Mutter bevorsteht, überlegen wir, was wir ihr zur Ueber- raschung veranstalten könnten. Wir schwanken zwischen dem Ersah des zerschmissenen Geschirrs und dem Kochen einer Nachspeise ober einer achttägigen Abwesenheit, bis bie arme Frau alles verschmerzt hat. Denn leiber haben wir an einem ber letzten Sonntage mit einigen Freunbinnen meiner Toch- ter auch noch „Wilhelm Test" aufgeführt, unb dazu viele Kleider unb Kostüme, bie wir vorfanben, teils verbogen, teils kürzer genäht. Immerhin, meine Tochter als Bertha von Bruneck sah nicht übel aus, unb ich als Rubenz gefiel allen jungen Mäbchen ganz besonders. Wegen ber Rollenverteilung gab es jedoch eine dramatische Verwickelung, bie zu einer völligen Verfeindung aller Mitglieder führte. Als schließlich nur noch Bertha von Bruneck und ich als Ueberrefte ber Gruppe vorhanben waren, begaben wir uns ans Nähen unb Reinigen mit Benzin. Die weißseibene Bluse Gertrub Stauffachers war total mit Kaffee bekleckert, Frau Tells Kleib trug einen Riß ä la Poiret auf der Seite. Ich schlug vor, ob man die Sache nicht zuhäkeln könne, während meine Tochter mehr für Kreuzstich war. Ich meinte, bas beste wäre, es so zu machen, daß man später nichts merken würde, worauf Bertha von Bruneck einwandte, ich sollte dann lieber einen neuen Rock kaufen unb ihr ben alten für bie nächste Aufführung schenken. Etwas betrübt trugen wir bie Kaffeetassen in unsere Orünfpanfammer, wobei uns biesnial bie Kaffeekanne entglitt. Wir stellten fest, daß der Scherbenhausen neben dem Kohlenfasten feit drei Wochen von Tag zu Tag bunter und größer geworden sei, und daß es ratsam wäre, die Scherben vor bie Haustür zu werfen, bamit sie ber Aschenmann abholt. Das taten wir benn auch. Da liegen sie nun seit drei Tagen unb sind immer noch nicht weg, unb so fürchte ich, meine Frau bekommt ben ersten Ohnmachtsanfall schon an ber Haustür. Sollten wir eine Serviette über bie Scherben legen? Wir haben boch kürzlich zwei beim Plätten meiner Hosen verbrannt. Dieses verfluchte Bügeln! Wenn ich baran benfe! Das muß einem doch gesagt werden, daß man auf einem Mahagonitisch etwas unterlegen muß, unb baß die Serviette feucht sein muß. Jetzt find meine Hosen blank und der Mahagonitisch hat eine Falte. Eine breite Fläche zieht sich über ihn elegisch dahin. Wir haben zwar mit einer felbftcrfunbencn Mischung von Leinöl, Petroleum, Spiritus und Eigelb, die wir mit einem wollenen Hausschuh auftrugen, beide wie verrückt aus ber Platte herumgerieben, die Folge indes war, baß, da ber Hausschuh Schnallen hatte, ber Tisch jetzt clenb verkratzt ist unb zubem fürchterlich stinkt. Jetzt suchen wir in Zeitungsannoncen nach, ob nicht irgendeiner eine Mahagonitischplatte loswerden möchte. Dabei fällt mir ein, baß wir sicherlich Dickmilch bis zum Weihnachtsabend haben, benn der Milchmann hat unentwegt jeden Tag feinen Liter Milch gebracht, wir haben nie davon getarnten, ba wir immer für Obst unb Bier waren. So ist jeder Topf in ber Küche voll Milch. Zuletzt haben wir Vasen, Bowlen, Waschschüsseln unb Einmachgläser genom» iü assage. M: Marinium 238 ^Heutige Morgen^ Ztunöen. ir Freitag.- Wollig, ^Tewitierßörungen. ilhaspA». den 27. M 1927. Strohtochter. Md allein zu hause, ib ich bin entsprechend in Travemünde und ; Wohnung. Bon dem ice sind nur noch zwei i stehen in der Küche, iel(alat gegessen haben. ' Sabeln dazwischen Herrn überzogen sind. Da i sind, {reuen wir uns, imen, immer über das ag zu Tag leuchtender wir einmal, da ein jgefegt hatte, selber ab= ’ alle Kessel und Töpfe Wir warfen uns in in» i mir zwei Tiller aus ließen wir das Wasser as meiner Tochter einen ? U. Q f 'iüno» l" * 1 e n hEimn ui)r'ßen ^hien. j'JJ J-M ben ^naen i?0^ Halte e;n «. ie 85"’®Ä susverdeik SiS 5attc t»on km lin, schwere äußere * M Rtanlen» ^*Ä S*r£"5' -?SLZ ben, y, dir.T^W ""hä W iffli, und hoben alles Heinen M vertilgt, rot) und geMvs die r erfinden uns Speisen Raffinement sind. Aus geriebenen hoselmissen r unter ständigem Um» oben, der, wenn er kalt ltzeit des Prinzen von t werden könnte, unserer treuen Mer ,a5 wir ihr zur Debet» n Wir schwanken zwi' miflentn ®*rs » . ober einer achttägigen ^rau alles verschmerzt r an einem der letzten nnbinnen meiner W V aufgefM -M § die wir Dorf*W bt Immerhin, merne ffffiWrttil»«« S”> “ ®3rW ® Ssfss Z-H 'n ' ha& man IP“ oche"' ?“Böon «Bruneef s Dertha rsss s^ir bUnt!lnrebbie^crben 1°w Ae der *' i damit i« vir denn Kgd im^ *”w <®W idifsanFJZ. hie 04et vielte über o« , m men. In eine dieser Dosen hoben wir nachher wieder Blumen hineingetan, und sie haben sich so überraschend gut entwickelt, daß wir das als eine neue Erfindung unsererseits buchen zu können glauben. Auch haben wir, was zur Beruhigung bienen mag, bei allen Milchgefäßen sehr sauber und vorsichtig ben Rahm abgegessen, so bah von einer Verschwendung nicht bie Rebe sein kann. Meine Tochter er» Härte bes weiteren, sie habe in ber Schule gehört, baß bie Dickmilch auf bem Lande nur an Schweine verfüttert würbe? Warum sollten w i r sie also essen? Morgen haben wir viel zu tun. Wir malen an einem Spruchband«: „W i l l k o m m e n!" M. G. Bornotizeu. — Tageskalenber für Mittwoch. Pa- last-Lichtispiele: „Die Großfürstin unb ihr Kellner". - Astona-Lichtspiele: „Gauner im Frack". Personalien. Regierungsassesfor Dr. _,;org Krüger zu Gießen wurde mit Wirkung ■om 1.5uni 1927 zum überplanmäßigen Kreis- inimann mit der Amtsbezeichnung „2degierungs- al" ernannt. — Pfarrer Otto Schultheis, :r vom August 1924 an hier an der Iohannes- irche als Pfarrassistent tätig war, ist aus dem Dienste der hessischen evangelischen Landeskirche ausgeschieden und als Pfarrer der Gemeinde Wickenrodt bei Kirn in den Dienst der evangelischen Kirche des ehemaligen Fürstentums Birken- feld übergetreten. — Amtsgerichtsdirektor Rausch in L i ch wurde nach Bad-Aaucheim verseht. *• Erledigte Stelle. Die Stelle des Amtsvorstandes des Forstamts Bingenheim ist erledigt. Bewerbungen um ^Übertragung dieser Stelle sind an das Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameral- verwaltung, einzureichen. *• Reg ierungs baur a t Schneider, seit sieben Zähren in Gießen auf dem Kreisbauamt tätig, wurde unter über 140 Bewerbern zum Stadtbaurat der alten Kaiserstadt Goslar gewählt. Schneider, gebürtig aus Worms, hat sich seither im hessischen Staatsdienst besonders im Gemeindebauwesen und in der Denkmalspflege sehr verdient gemacht. Auch eine Anzahl wohlgelungener Wiederherstellungen alter Kirchen und eine Reihe vorbildlicher Krieger rhrenmÄer iint) ihm zu verdanken. Sn unserer Beilage „Heimat im Bild" (Ar. 30 und 34, Sahrg. 1925; Ar. 40, Iahrg. 1926) wurden übrigens mehrfach Arbeiten Schneiders von berufener Seite gewürdigt. " Der Ober hessische Geschichtsverein, dessen rühriger Tätigkeit bi* heimatliche Geschichtsforschung feit vielen Jahrzehnten Befruchtung und Anregung in hohem Maße zu verdanken hat, hat in diesen Tagen seinen Mitgliedern den 27. Band der „M i 11 e i l u n g e n" zugehen lassen können. Das stattliche Heft, dem ein Aachruf für den unvergessenen Historiker unserer Landesuniversität Professor Fritz D i - g e n e r vorangestellt ist, enthält wieder eine Reihe überaus wertvoller und interessanter Beiträge, namentlich zur Kunst- und Kulturgeschichte Oberhessens. An Hand einer Reihe, auf zwölf Tafeln gut reproduzierter Abbildungen berichtet Dr. H. O. Baubel über bie kostbaren Minia- 'urenhandschriften aus dem 11. bis 15. Jahrhundert, die sich in der Gießener Universitätsbibliothek und der Bibliothek des Grafen zu Solms-Laubach befinden. Auszugsweise hat der 'Verfasser ja schon in unserer „Heimat im Bild" über den gleichen Gegenstand gehandelt. Einen interessanten Beitrag zur oberhessischen Musikgeschichte liefert der Alsfelder Reallehrer K. Dotter in seinem Aussatz über das Collegium musicum zu Schotten. Wirtschaftshistorisch wich- tig ist die Abhandlung Geheimrat Ottos, Darmstadt, über den Butzvacher Stadtwald. Der Suettor unserer Universitätsbibliothek schließlich, Professor Dr. Ebel, ergänzt seine zum Defor- mations;ubiläum im vergangenen Jahre in unserer „Heimat im Bild" niedergelegte Arbeit über Gießen im Reformationszeitatter durch weitere Ausführungen zur Kirchen- und Schulgeschichte Gießens. Der gleiche Autor hat auch eine Reihe wertvoller neuer Schriften zur Heimat- geschichte zusammenfasfend besprochen. Aus dem von dem Schriftführer Dr. W a l b r a ch erstatteten Bereinsbericht ist zu ersehen, welch rege Vortragstätigkeit der Verein auch im vergan- genen Jahre entfaltet hat. Gerade auch durch seine Vortragsabende dient ja der Verein in hohem Maße der Belehrung und Forschung. Der neue Band der „Mitteilungen" ist ein weiterer erfreulicher Beweis, daß der Oberhessische Geschichtsderein die schwierigen Kriegs- und Sn-» flationsjahre überwunden hat und nun mit Energie daran geht, weiteste Kreise dec Bevölkerung für sein großes und verdienstvolles Werk der Erforschung heimatlicher Geschichte zu gewinnen. ** Der hiesige Mandolinen- und Gitarren-Derein „Aeapolila" erzielte, wie man uns mitteilt, am vergangenen Sonntag unter Leitung seines Dirigenten, Hans Sonntag, auf dem großen nationalen Mandolinen- wettstreit in Kiedrich (Rheingau) einen Achtungserfolg. Bei einer Gesamtbeteiligung von 42 Vereinen erhielt der Verein in seiner Klasse den 2. Ehrenpreis in Gestalt eines wertvollen Pokals nebst Diplom. Der Verein blieb mit nur einem Punkt Unterschied hinter dem an erster Stelle stehenden Mannheimer Mandolincn-Verein. ** Neue 50, Pfennig-Stücke aus Nickel. Im Reichsgesetzblatt wirb soeben auf Grund des Münzgesetzes vom 30. August 1924 eine Bekanntmachung über bie Ausprägung von Reinnickelmünzen im Nennbeträge von 50 Reichspfennigen veröffentlicht. Die Münzen bestehen aus reinem Nickel. Der Durchmesser beträgt 20 Millimeter. Die im gerippten Ringe geprägte Münze trät auf ber Ablerseite in ber Mitte ben von einem Seilkranz umgebenen Reichsabler. In bem oberen Teile bes Zwischenraumes, ber sich zwischen bem Seilkranz unb bem aus einem flachen Stäbchen be= stehenden erhabenen, an ber Innenseite mit einem Seilkranz versehenen Nanbe befinbet, ist in Antiqua bie Inschrift „deutsches Reich" unb bie Jahreszahl angebracht; ber untere Teil bes Zwischenraumes ist burch zwei als Verzierung bienenbe gekreuzte Eichenzweige ausgefüllt. Die Schriftseite ber Münze trägt innerhalb eines burch einen Seilkranz abgegrenzten Kreises, besten Orunb mit vertieft geprägten rabikalen Wellenlinien versehen ist, bie Wertbezeichnung „50" unb barunter am unteren Raube bes Kreises bas Münzzeichen. Ein Meisterstück deutscher Gold- schm i e d e k u n ft, der goldene Pokal, welchen der Sungfchühe Heinrich Balzer, Mitglied des Schühenvereins (e. V.) Gießen, als 1. Sieger auf der Festscheibe „Germania" beim Bundesschiehen in München errungen hat, steht im Schaufenster des Suweliers Carl Brück, Kreuzplah, zur Besichtigung. *• Auhholz Versteigerung. Bei der gestrigen Autzholzversteigerung der Stadt Gießen wurden bei großer Aachfrage folgende Durchschnittspreise erzielt: Fichtenbauholz 3. Kl. per Festm. 49,50 M._ 4. Kl. 47,50 Mk.. 5a-Kl. 49 Mk., 5b-Kl. 46,50 Mk.; Kiefernbauhvlz 3. Kl. 46 Mk., 4. Kl. 46 M7., 5. Kl. 44 Mk.; Fichten- derbftangen l.Kl. 40 Mk.; Fichtennutzknüppel 2. Kl. per Raummeter 9,50 Mk. ** Gießener Rinde rmalkt. Der Auftrieb zum gestrigen Rinbviehmarkt betrug insgesamt 1046 Stück Großvieh unb Kälber. Der Handel war bis Zum Schluß schleppend, so baß nach Marktschluß noch Ueberftanb vorhanden war. Bezahlt wurden für Milchkühe 1. Qualität 600 bis 700 Mk., 2. Qualität 450 bis 550 Mk.; Schlachtkühe 250 bis 300 Mk.; Kälber 70 bis 90 Mk. pro Stück. ** D ie Maul- und Klauenseuche ist ausgebrochen in Langenbergheim, Kreis Bübingen. Schöffengericht Gießen. Gießen, 25. Sufi. Unter Ausschluß der Oessentfichkeit wurde gegen zwei junge Burschen von Obe r°Morlen wegen eines Sittlichkeitsverorechens verhandelt. Die beiden Angeklagten wurden freigesprochen, weil sich das Gericht nicht davon überzeugen konnte, daß ihnen seinerzeit die geistige Minderwertigkeit der betreffenden Frauensperson bekannt war. Aus der Unterfu’ ungshaft vorgeführt wurde ein erst kürzlich hierher gezogener 67jähriger Mann. Dieser war angeschuldigt, sich an einem 8jährigen Mädchen vergangen zu haben. Durch die Beweisaufnahme wurde er im Sinne der Anklage überführt und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Turnen, Sport und Spiel. Aus dem Arbeiter-Turn- und SporLbund. Daubringen I — Lollar I 3:5 (Ecken 6:6). Daubringen betritt mit neun Mann den Platz, Lollar komplett. Lollar hat Anstoß, Daubringens Verteidigung Härt sicher. Obwohl Daubringen nur neun Mann einseht, kann Lollar nicht verändern, daß der Gegner nach 8 Minuten die Führung übernimmt. Snzwischen stellt Daubringen elf Mann. Setzt setzt Lollar, den Wind als Bundesgenossen, ein scharfes Tentpo ein. Aach 20 Minuten wird der Rechtsaußen Daubringens verletzt vom Platz getragen. Lollar stellt das Resultat bis Halbzeit 4:1. Aach der Pause gibt Daubringen den Ton an. Lollar muß sich ein zweites und drittes Tor gefallen lassen. Ein viertes wird vom Schiedsrichter unverständlicher Weise nicht gegeben. Ein Elfmeter wird von Daubringen direkt auf den Mann geschossen. Daubringen drückt immer mehr, jedoch der Schlußpfiff macht seine Siegesaussichten zunichte. Daubringen hatte den Ausgleich verdient. Der Mannschaft ein Gesamtlob. Tennis. Gießener Tennis-Elub 1922—Tennis-Elub Bab- Aauheim 13:6. Vergangenen Sonntag hatte ber Gießener Tennis-Club ben Tennis-Club Bad-Nauheim zu Gast. Auch biefes Club-Wettspiel wurde ebenso wie bie drei übrigen in bi es em Sommer ausgetragenen Wettspiele mit 13:6 Punkten, 28:15 Sätzen unb 238:189 Spielen ganz überlegen gewonnen. Die wenigen Spiele, welche Nauheim an sich brachte, konnten erst nach äußerst scharfen Kämpfen, gewonnen werben. Dies trifft besonders bei ben Spielen ber beiben Gießener Spitzenspielerinnen, Frl. K e rh p f f und Frau Dr. Klaus zu, welche erst nach stundenlangem, wechsekvollem Spiel gegen die sehr spielstarken Nauheimer Damen, Frl. Schmidt und Frau Dr. E y r e r, unterlagen. Nicht minder gut hielt sich Herr Helmuth Bock, welcher nach etwa zweistündigem harten Dreisatzkamps ber größeren Widerstandsfähigkeit des Um 10 5ahre jüngeren Nauheimer Gegners erlag. — Das nächste Club- Wettspiel findet Sonntag, 31. Juli, gegen die Tew nisabteiluna des Sportvereins „Kürhessen" Kaffei aus deren Plätzen in Kassel statt. Deutsch-akademisches Olympia. Das Ergebnis der Schlußkämpse lautet: 100-Meter-Laus: Salz, Bonn, 10 7 Sek. Diskuswerfen: 1. Weih, Berlin, mit 37.41 Mtr. 4x400-Meterstaffel: 1. Mannschaft Universität Breslau 3: 30,9. Hochsprung: 1. V e h, Berlin, mit 1,75 Meter. 3xlOOO°Meterstaffel: 1. Mannschaft Technische Hochschule Charlottcnburg 7:59,2 (neuer Hochschulrekord). 200-Meter-Lauf: 1- Salz, Bonn, 22,5 Sek. (neuer Hochschuttelord). Speerwerfen: 1. Molles, Königsberg, mit 59.73 Meter. 5000-Meter-Laus: 1. Süffel. Dresden, mit 16:18,4. Stabhochsprung: 1. Held, Graz, 3,50 Meter. Fünfkampf: 1. Weiß, Berlin mit 333 Punkten. lOXlOO-Meterstafsel: 1. Mannschaft Universität Berlin 1: 51,1. 4x100--OH J ci» staffel für kleine Hochschulen: 1. Mannschaft Aachen 46,1 Sek., für mittlere Hochschulen: 1. Mannschaft Handelshochschule Berlin mit 44,4 Sek. Olympische Staffel für kleine Hochschulen: 1. Mannschaft Aachen 3:47,8. — Studentinnen: Kugelstoßen: 1. Leskin, Königsberg, mit 10,60 Meter. 4xl00-Meterstaffei: l.MamI- schast Universität Berlin mit 55 Sek. Berliner Börse. Effekten-Frühvcrkchr. Berlin, 27. Juli. (WTB.-Funtspruch.) Das Geschäft ist auch heute im Frühverkehr sehr still. Die Tendenz ist jedoch angeregt burch die etwas erhöhten Farbenkatien (319 eher Gelb). Die Spekulation verhält sich weiter abroartenb. Im Devisenverkehr hört man Paris 124,08, Mailanb 89,30, Mabrid 28,42 unb bas Pfund 4,8545 bis 4,8548. Aus dc;n tsverküu-rnungsblütt. ** Das Amtsverkünbigungs-blatt Nr. 5 6 vorn 26. Juli enthält: v. Brentano s. — Straßensperre. — Erhebung einer Wertzuwachssteuer. — Die vorläufigen Umlagen unb die vorläufige Sonbergebäubesteuer bes Kreises Gießen. — Felbbereinigung Linbenstruth. — Die Kosten bes nebenamtlichen Fortbilbungsschulunterrichts im Schuljahr 1927/28. — Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm. Donnerstag, 28. Juli. 13,30 bis 14,30: Ucbcrtragung von Kassel: Mittagskonzert der Kasseler .Hauskapelle. 16,30 bis 17,45: Konzert des Hausorchesters Robert Schumann. 17,45 bis 18,15: „Max Daulhenlxy, dem Dichter zum 60. Geburtstag", Dortrag i n Dr. Heinrich Schleichert. 18,15 bis 18,45: „Die Aufgaben des Kleingartenbaues auf dem Gebiete der Dolkslultur", Vertrag von Rektor Förster. 19,15 bis 19,45: „Sprechkünstlerische Stil- und Formfragen", Vortrag von Tlniversitätsleilr.r Rvedemeyer. 20 bis 21,30: Uefcertragung aus dem Beethovensaal der Musikausstellung: Klavier-Konzert Samuel Feinberg, Moskau. 21,30 bis 22,30: Uebertragung von Kassel: Rezitationsstunde Dr. Rolf Prasch. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 llhr mittags, 5 bis 7 Ahr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Für unoerlangt dngefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Für die Ernte! jäckc aus Juteleinen, 1 ’/2 und 2 Ztr. fallend aus Leinendrill, l’/2 und 2 Ztr. faßend Vageiltücher in den Öfößefi:' 240^0_'5^0 “450 ■ £L Kaefe Nachfolger ij (Inh. Wilh. Horn) ) Kreuzplatz 15 Telephon 773 Kreuzplatz 15 l 6841 | 3n Aachdarort bann9 nach Gießen wird von alleinstebendem Ehepa.tr eine Wohnung gesucht von 4 ober 3 größeren Zimmern mit Küche und Zubehör. Schriftliche Angebote unter 6912 an den Gteß. Anzeiger. Vertreter gesucht für erstklassigeBieblcbertran-Emulsion und andere glänzend bewährte Tier-Bei- fütterung8mittel, in Obertiessen bereits etngeführt Hobe Provision zugesicliert. Angebote unter H. I. 580 an Heinr. Eisler, Annonc.-Eroed., Frankfurt a. HL, Schäfergafse 19. 6920si Die neue KLEIN-ADLER Modell 2 6817D zu Mark 190.00 bedeutet eine Umwiilzung auf dem Schreibmaschinenmarkt Verlangen Sie bitte unverbindliche Vorfüiirnng und Prospekte der neuesten ADLER-Modelle. Generalvertreter f. Gießen u. Umgebung HEINRICH NOLL,Gießen DZänaharg 7 Bnreaabedarf Telephon 273 Beachten Sie meine Auslagen! ZU ZMMiMMW empfehle 6682D neue Korbflaschen, Demijohns und Saure-Ballons sofort ab meinem Vager zu Original- Hültenpreisen lieferbar. Eduard Gondner, Gretzen Srlairheu, Korbflaschen und Korken- Gronbaudluua, Kcüereibedars. Telephon326,:: Telegr. Gondner, Steinstr. GROSSER PREIS VON DEUTSCHLAND FÜR SPORTWAGEN 17. JULI 1927 17. JULI 1927 für Herren- und Kuabenkonfektion und Manufakturwarengeschäst in Dutzbach per 1. September gesucht. Bewerber, welche mit Erfolg Oberheffen bereist, bevorzugL Schriftliche Angebote unter 6875V an den Gießener Anzeiger. Prof. Är. Schletchs Wachsvafia Zeinfeife Kinder- (Bade) Seife, Wachs- mannorseife usw., weiterhin Schmier- seife, Kernfeife, Geifenpulver, Scheuer- tücher, Schuhkreme, Lederfett, Zahrrad- und Nähmaschinenöl usw. emoflchlt £. LakoSi. Gketzen Kirchenplah 8 I. 05490 Kein Laben! Das kleinste Quantum frei Haus! NICHT MIT SPEZIALKONSTRUKTIONEN, SONDERN MIT IHREN SERIENMÄSSIG GEBAUTEN VIERSITZIGEN SPORTWAGEN GEWINNT DIE MERCEDES-BENZ-MANNSCHAFT MIT MEHR ALS EINER RUNDE VORSPRUNG DAS ÜBER 510 KILOMETER FÜHRENDE SCHWERE RENNEN IN NEUEN REKORDZEITEN UND PHANTASTISCHEN DURCHSCHNITTSGESCHWINDIGKEITEN EIN DREIFACHER SIEG UND EIN TRIUMPH DER QUALITÄT! DAIMLER-BENZ A.-Q. ' VERKAUFSSTELLE: FRANKFURT, ABT. PERSONENWAGEN, RATHENAUPLATZ 14 VERTRETUNG: ERNST FABER, AUTOMOBILE, GIESSEN, SÜDANLAGE 7, FERNRUF NR. 1341 2771c Mk. 20.00 bis Mk. 25.00 monatlich kann ein jeder für die weltbekannte KleinschreWinastliine Remington-Portable bezahlen. Sie kaufen die Maschine bei uns in 10 Raten ohne jeden Preisaufschlag. Sehen Sie sich die Maschine einmal bei uns an oder verlangen Sie unverbindliche Vorführung. E.R.Niederüaasen <4 Co.,Gieöen Selters weg 19, 1. Stock / Fernruf 841 (im Schuhhaus Metropol) ür.i Danksagung nichl* vergessen! 6923 D > 0 1. Gießen, den 28. Juli 1927. Sil zum Bleicheni • ohnegleichen! Ohne Chlor'! 6926V Zk'" bestimmt: 6921D 2. Für die Ernte = I. A. Hecht xxx 6913D 1 schweren PaBast-Lichtspiele C91t£) nerstag. ’ 1 y Vereine | Von Dt sucht 05491 Heftour. Karlsruh. 6895a Frische Astoria-Lichtspiele 6932c geladen. Der Vorstand. Lehrmäiltheii= £ Wenn Sie mit Seife waschen i; BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER für Engrosgeschäft gesucht Aus führ 11 ch.schriftliche Angebote unt 05493 a. d. Gießener Anzeiger. Kdfeeköchin Ul 2 Für die so überaus zahlreichen Beweise der Verehrung und Treue, die unserem innigstgeliebten, so früh entrissenen Gatten und Vater bei seinem Heimgang dargebracht wurden, sowie für die wohltuende Teilnahme an unserem großen schweren Leid sprechen wir unseren tiefempfundenen Dank aus. Richard Grünewald Babnbosstr. 27, Kcrnspr. 1631 6922a gesucht -B* Eintritt sofort Schloßhotel Braunfels ajL. heute eintreffend Prima Schellfische im Ausschnitt.....Pfd. 0.50 fr. Seelacks und Eabliau im Ausschnitt Pfd 0.30 u. 0.40 Frische Bratickellsische Pfd. 0.35 Sckiitrenverein (Sichen C. B. Donnerstag, den 2d. Fuli. ab 6 Uhr: Uebungsschietzen Samstag, 30.Juli, 8'/, Uhr: Siegesfeier auf d. Schützenhaus. UnsereMitglicder, Iungschützen und KleimKaickerschützen werden hiermit ein- Günstigste Zahlungsbedingungen I Vorführung jederz.durch d.Generalvertretung: Automobil-Verkaufsgesellschaft m.b.H. Gießen, Marburg. Str. 68, Fernspr. 1090 Frau Henny Abermann geb. Moll und Kinder. Der C. t. der Teutonia Die All-Benensdialt des Corps Teutonia 1 Bücherschrank, 2 Äüfelts, 3 Vertikos, 2 Spiegel, 2 Sofas, 1 Kleiderschrank, 2 Waschtische, 1 Schrank m. 2000 Papiertüten, 1 Friseureinrichtung, 28 Tornister, 5 Ärotbeutel, 100 Tornisierrlemen, drei Sanitätstaschen, 1 kl. und 1 gr. Rucksack, 3 Wassersäcke, 1 Spirituskocher, 1 kleine Holzkassette, 1 Kommode,! Gummimantel, 1 Anzug, 1 großes Äild, 1 Kassenschrank, 1 Schreibmaschine, 2 Herrenfahrräder, 1 Standuhr, 1 elektrische Lampe, 1 Eisschrank, 1 Klavier, 1 Schreibtisch, 1 Truhe, 1 Diwan, 2 Sessel, 1 Tisch. tu feinem Hause an berulStät.bess.Herrn oder Dame zu verm Näheres Babnbof- strasse 22 11. Rollmops, Brat- und BiSmarckheringc, Sardinen,dielLiter-Dose 1.25 ir; kiWlere i hMMiiNS werd, sachgemäß u. preiswert gestimmt u. revar. G.Edeikm'.L Gletzen,vloM.U Telephon 2403. Ankanfnbr.SHau. u. Harmoniums I Verschiedenes j R J101 Erwarte Dich Don- Donnerstag, -en 28. Juli 1922, nachmittags 2 Llhr versteigere ich im ,Aöwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Äarzahlung: Heute letzter Tag: Die Großfürstin und ihr Kellner Sowie: DieTänzerin von Moulin Rouge Ab morgen bis einschließlich Sonntag: 8 neue Handtücher, 1 Ofen mit Rohr, 18 Pakete Tabak, 1 Kistchen Zigarren. Devtt Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstraße 13. Großes Lager aller Gaggenauer Herde Volksherd Badenia offen nur .... 95.- RM. geschlossen nur 98 — RM. Prima Referenzen! Bequeme Ratenzahlungen! _______ 6012a Gl ESSEN*MARKTStÄ^ Staatsanwalt Jordan mit Hans Mierendorff und Mary Johnson in den Hauptrollen. 6 spannende Akte nach dem bekannten Roman von Han* Land. Die verhängnisvollen Folgen eines Justizirrtums. Der Kampf zwischen Pflicht und Neigung. Das spannende Milieu des Gerichtssaals Die erschütternde Tragödie des Mannes von 40 Jahren Unschuldig verurteilt Außerd.: Das lustige Beiprogramm AGA der Wagen mit der höchsten Leistung bei geringem Betriebsstoffverbrauch Alke angesehene vecs.-GeleWast sucht zur Erhaltung und Erweiterung des bestehenden Geschäfts in Giessen tMölWlWkIMkk mit guten Beziehungen. Gute Bezüge und tatkräftige Unterstützung werden zugesagr. Schriftliche Angebote unter 05479 a. d. Giess. Anzeiger. Stellenangebote! Kellner für Sonntags ge- Es Deutsc Einzel dcM um ip richtsb schenk durch 1 sters c Einzels! glie-M landsde und Dl Streit« i-henC schenL Studer folget« Staats landde usw. fi völkisch Preuße die pre oder fei tion ein native, die übr in die 5 preußisct scheiden D. St. In k Februai hischen Derhcn schäften, suchen, Student für den die gegc der S. J Untech'a hischen < bis zum Del 10. De bürg im Mi weihun sallenei dieser ; und mel abteilunc meuter v das 6rli Hechand die Leib intmiati Iachschas dere Geg der Der Schicksal 3nue Preuhifä tagung 2eschlüf besagen Student die Der noch ni -reußisi Gestern Dorschlc machen, aber ob schen 6i einer Sn groß lut die q derDü^ Freiheit < r Nichts cPunnmei 0 daß er "echenbo Ik'tigkeit t nung des x°ndelbm M°kter -nallen o «nicht I tzne Di! ^nseitigk xradssL S: ’^en et b°r feit und ff 9Qn Ange, Ad end, öug, Ä ^ben§ a Grosser BersicherungS-Konzern «alle Branchen betreibend) sucht für Oberhessen eine GeneralGeniur für d. Spezialbranchen Gross- u. Klein leben einzurichten, lvachleute erhalten feste Zuschüsse. Nichtfachleute mit guten Beziehungen werden schnellstens eingearbeitet. Auch werden 2—3 Inspektoren eingestellt. Oss. mit evt. Resultais- nachweisen, Lebenslauf vp unter F. H. E. 576 an Rudolf Mosse, Frankfurt am Main. 6919ss *) S« Karl Hahn im 30. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Franziska Hahn und Kind nebst Angehörigen. Gießen, Großen-Buseck, Sprendlingen, Reichenberg (Oesterreich), den 27. Juli 1927. Beerdigung Donnerstag, den 28. Juli, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. ' 05481 empfehle ich Wagentiicher in allen gangbaren Gröfien Rudolf Rüdiger, Walltorstrafle UlMM über 20 Jahre, am besten vom Lande, sotort gesucht. Berufliche Vorbildung nicht erforderlich. Landes-Heil- und Pfleaeanstalt Giessen. ^»D (Gestern morgen 5V* Uhr entschlief nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser innigstgeliebtes, herzensgutes Töchterchen, Schwesterchen und Enkelchen Gretchen im Alter von 6 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterblieben: Familie Wilhelm Hahn IX. Großen-Buseck, Worms, Barmen, den 27. Juli 1927 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. Juli, nachmittags 3 Uhr, in Großen-Buseck statt. 6918V Gesundes, sauberes Mädchen [nicht unter 18 I.) in kleinen Haushalt von 8 Uhr vormttt. bis 2 Uhr nachm. ges. Schr. Angeb. ».<15472 an den Giess. Anz. Ruhiges, ehrliches, kinderliebes [05492 Mädchen in klein. Hess. Haush. ges. Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. Giess. Anz. Fruchtsäcke in Jute und Leinendrell zu billigsten Tagespreisen «,ss Sofort absolut zuverlässige iWerpIlep für 4 Monate altes Baby gesucht. Schr. Angeb. mit Gehalts- ansvrllchen u. Zeugnissen unter 6927D an den Giess. Anz. Gasherde Gaskocher- Junker & Ruh 'empfiehlt 6879a EdgarBorrmann Eiienwaren,Werk zeuge, Giessen. la Wetterauer 8r«h- tortofidit versendet geg. Nachnahme ä Zentner Mk. 5.50 tnkl. Sack A. Simon U, Echzell (Wetterau), Teleph. Reichelsheim «Wetterau! Nr. 10 mit anliegendem Baugelände für Wohn- und, Lagerzwecke geeignet, (20 Minuten von grösserer Bahnstation) stcbt sofort zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 6915D an den _______Giessener Anzeiger erbeten.______ Gut durchreparierter WMmltMrMt wird am 3. August, nachmittags 3 Ubr, an Ort und Stelle gegen Höchstgebot versteigert. Näheres 69290 H. Jentzen, Giessen, Teleph. 644. Sonntagmittag entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein inniggeliebter Gatte, der treusorgende Vater seines Kindes wieder eingetroffen. C. G. Eleiöbeno Bahnhofstrasse 59, Telephon 66. °^c la Wctterauer MWMffeln per Zentner mtl. Sack6.— Mk., unte Nachnahme ab Station versendet M5,D Wilhelm Böller III., Kartoffelvcriand- geickäft Echzell. laliändköffer unglaublich billig Carl Schunck, «8«d Bahnhofstr. 62 Unterfertigter C. C. betrauert aufs tiefste das Ableben seines lieben Alten Herrn Hess. Minister des Innern und der Justiz Mitglied des Reichsrats u. d. Hess. Landtages ehern. Mitglied der Nationalversammlung und des Reichstages Riidoll Oifo m Brenlann di Trmzzo aktiv 74/77 Frankoniae München (XX.XX) WW mit höherer Schulbildung für die Versandabteilung eines htes FabrikbetriebeS gesucht. Selbstgeschriebenes Angebot unter 6930D an den Giess. An- zeiger erbeten. Liebevolles MHnWlein oder Pflegerin vom 15. August b. 15. September zu einem kranken Kinde gesucht. Schriftl. Angebote unter 05488 an d. Giess. Anz. erb. IMdcta für Spez.-Vutzge- schäft gesucht. 0MM Adolf Mohr. Seltcrswcg 59, Stellengesuche| Perfekte WsWleriii sucht Stellung in frauenlosem HauSH. Schr. Ang. unt 05485 a. d. Giess Anz. erb. | Verkäufe | IBientnMI mit allem Zubehör billig ab zu geb. 0M!M A. Knhnd, Scköne Aussicht. Fahrrad-Benner Sdinh-Denner Möbel-Benner Kleider-Benner Schiller- strafee 19. Teilzahlung. - MlWMimle Boltspflttel. Wir bitten unsere Mitglieder, sich an dem morgen Donnerstag abend auf der KarlSrub statt- findenden Familienabend des Deutschen Jugendbundes „Bismarck" recht zahlreich zu beteiligen, •"‘c Der Voritand. Ab morgen bis einschließlich Sonntag"• Eine ÄWMÄ in das berüchtigste und größte Zuchthaus der Welt Der beste und spannendste Detektivfilm, der je in Gießen zur Aufführung gelangte. Einiges aus dem Inhalt: Die Juwelen-Bäuber von Neuyork. Das Geheimnis des Antiquitätenhändlers. Die Tragödie eines jungen Mädchens Eine bände von Juwelen- Räubern wird durch die Tatkraft und Umsicht eines jungen Detektivs unschädlich gemacht Im letzten Moment gerettet. Der interessanteste Film aus der internationalen Verbrecherwelt — Ferner. Die Lawine der Hölie oder Die Schmiede des Hasses 6 Akte nach der berühmten Dichtung Longfellows mit Virginia Valli und Bleete JLove den beiden schönsten Frauen Amerikas in den Hauptrollen. 9eben 5/'s ein halbes ^ket die- ses vollkommen unfchädliehen M Bleichmittels der halben oder III [eh wach warmen £auge bei- Sie nl werden erstaunt sein über' das schöne Weißt, das Jhre Wasche zeigt! ///// IN— | Liebigshöhe ♦ Donnerstag. 28. loli. abends 8‘/. Uhr: Z - UmmIsU i Z der Reichswehrkapelle $ In bester Lage der Stadt sind 3 neu bergericktcte Zimmer teilweise möbl, mit Küchen benutzung, ab 15. Okt. zu vrm. Ausführliche schr Angeb. u 05449and.Gss.Anz. Ml». Zimmer zu vermieten [05480 Kaiierallee 311. 2 Zimmer für Arzt oder als Bureau in bester Lage für sofort zu vermieten. Näheres in der Geschäftsstelle d. Giess. Anz [05483 | Mietgesuche | Junger Kaufmann fuckl für 1. 8. ein- fack möbliertes Zimmer evtl, mit voller Pension in gut bürgerl. Hause. Gest. Angeb. mit Preisangabe an Will). Bergmann, Biedenkopf, Hain- strafte 10. 169281) 1-2 leere PattHte-3immer f. ruhig. Bureau sof. ges Ang. u?Nr.559an Mitleitt. Ann. -E?tped. KivÜsn.Plockstr.5.o5 uicht von überr WNe sich ba ^.euzer nicht i Aung erhal höchstens 8 aof ft sein dü daraus Altwnsradills » Men unter { Ä- iie füt '■r ,,' “ Sfr."1« ih U'r «'S?» an«rila®"6* nÄ i "UN ist. jZW. da ! ^ndrr iä^tz | da : dürfe. 600 coö K Ä I zer) feft,7?nnen -o Leine st, AnieL"nt . p ÄÄ" r>ne K^bkoi üchtjg ? °ttl ?ei«>tum ften- si’" i '“"«hi Orn eriltz denn N'chts ;n. die U den ( SÄj Süf . 15 . 12 . 15 . 8 . 12 . 10 . 7 . 8 . 0 . 0 . 0 . 1( . 6 . 4 . 0 . 6 . 0 . 0 146.5 145 151) 154.75 243,6 180,5 285 163 161,75 170,25 254 144 171 o20,5 220?5 135 100,25 183.75 193,5 195,*5 167,25 175 192,25 131 98,65 125.25 270 221 181,25 137,75 36,9 188 236,76 320,76 153,5 134,75 99,75 167 182,75 204 281.9 135.5 177 119 155,5 167 205,25 Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt« M. Kurs 26. 7. 27. 7. Datum: 26. 7. 199.2a 7 ?llla Deutsche Eisenbahn .4V< .0 125,75 126,6> Banknoten. 10 Dresdner Bank Mitteldeutsche Treditbank . 9 .8 Metallbank RetchSbank 126,5 118,5 184 193 197,5 139 184 192 196,75 167,5 203 284,5 196,75 151,25 170 142,25 124 138,5 149,75 .6 .8 .6 . 6 10 10 12 125,5 268 221.25 180 137 87 177.5 188 126 128 142 123.9 119,6 138 149.5 Devisenmarkt Derlm—Frankfurt a. TL Telegraphische Auszahlung. A. E G. . Bergmann 119,75 155 168 167,13 204.75 176,5 270.5 166,4 180.5 191,25 131,75 100,5 99 124,9 264,5 817,25 181 136,5 87.13 176.5 187 25 235 317 152,5 134?5 98 •J39 207.5 19 •20 185 99.5 187.5 14t 122,5 120 135,75 166,76 202.21 281 175 119 85 145 222,25 221.5 143,25 149.75 153 844.25 178.75 235 164 162.25 160.5 254 141 171 28? 136 5 168 Datum: ..... 7 127 118.1 * Mannesmann-Röhrenwerke 2l.-G Aach der Berliner Börsenkundmachung über neue 24 799 800 Mk. Stammaktien war das Ergebnis der ersten Monate dieses Jahres gut. Man rechnet auch für das erhöhte Aktienkapital mit einem befriedigenden Ergebnisse. Aus dem Erlös der Kapitalerhöhung sind 16,46 Millionen Mark auf den 3,9 Millionen Mark Dollar-Kredit zuruckbezahlt worden, 4,28 Millionen Mark wurden zur Vermehrung der Vorräte im ersten Halbiahr 1927 verwandt und 656 000 Mk für Kokerei-Äeubauten und 412 000 Mk. für den Bau des Hochofenwerkes Hückingen verwendet. Der Rest bleibt als Bankguthaben zur weiteren Anfang Kurs, Hamburg-Amerika Palet. vamb.-Südam. Dcunpssch, Pans« Dampfschiff . . . . Norddeutscher Lloyd . . . :'IUg. Deutsche Credttanst. Barmer Bankverein . . Probedost u.ÜL Bro schüre übermoderne Säuglingspflege kostenlos uJjnvertmdM) .LINDA- _ GESELLSCHAFT BERLIN W37 45 ! 79 121 ; 25.51 126 , 122 123 1 143.5 122 : 118,5' 141 136.5 | 118.25 ! 143 149.75 162.5 247,75 179 -36 164.75 161.5 170.25 251 143.25 170 Berliner Börse. Berlin, 27. Juli. Schon im heutigen Vormittagsverkehr war deutlich ein stärkeres Interesse für Spezialwerte bemerkbar. I. G. Farben wurden auf Gerüchte über neue internationale Verhandlungen betr. Kohleoerflüssiaung mit 322,5 Proz. gehandelt. Kunstseideaktien waren auf die Steigerung der deutschen Kunstseidenausfuhr nach Amerika weiter gefragt. B e m b e r g blieben auf die Einführung dieser Aktien im Terminhandel der Kölner Börse von dort gesucht. Auch Sprit- werte zogen an. Da das Geschäft auf den übrigen Wirtschaft. Die Dauer der Konjunktur. Die deutsche Wirtschaft steht zur Zeit im Zeichen ansteigender Konjunktur. Diese ist (neben anderen weniger wesentlichen Momenten) zum Teil hervorgerufen durch die Rvtwendigkeit der Auffüllung der geringen Lagerbestände in Industrie und Handel und zum anderen Teil durch den Zwang, den Produktionsüberschust so zu vergrößern, daß er bei gleichem Aufwand einen Ertrag liefert, der die Reparationszahlungen aufzubringen und die gestiegene Zahl der Erwerbstätigen (im Jahre 1907 45,7 Proz. der Bevölkerung, 1925 dagegen 51,3 Proz.) zu beschäftigen gestattet. 119 155,75 167.75 -05,5 455 434 751 595 -27 201.25 153.5 219,13 125.75 95 118,75 281 124 135 65 69 168 79 . 8 . .8 192 13 132 ...... ....... • .... .6 8 f- I. 4 8 5 8 5 . . . 5'/, f. V, I. 4 86 145,75 224.75 223 144.65 149.4 154,5 244 179 235 163.75 162 170.13 255 142.25 I 171.5 «rif „Eigentlich müßten alle Kleinen dieser Wohltat EeilhafHa werden: 168.5 206.5 277 167.5 192 130 102 125 •65.5 220 180 137 176,5 185,5 Elcktr. Lieferungen. Licht und Kraft . . . Felten & Guilleaume Ges. f. Elektr. Untern. Hamb. Elcktr. Werke Rhein. Elektr. . . . Groß-Rechtenbach übertragen worden, d. h. die Gemeinde hat das Haus auf Kosten des Staates schlüsselfertig herzustellen. Die Baukosten sind auf rd. 15 000 Mk. veranschlagt. Die Arbeiten sollen so beschleunigt werden, daß das Gebäude bereits bis zum 1. Oktober bezugsfähig fertig^stellt ist. — Die Anlage einer Viehweide, über die bereits vor kurzem im »Gießener Anzeiger" berichtet wurde, soll gemäß einem von der hiesigen Bauernschaft dieser Tage gefaßten Beschlüsse nunmehr Wirklichkeit werden. Erne Anzahl Grundstücksbesitzer haben sich bereit erklärt, ihre Privatwaldungen, die sie in der hiesigen Gemeinde besitzen, gelegentlich der zur Zeit im Gange befindlichen wirtschaftlichen Umlegung der Grundstücke für die Anlage einer Viehweide zur Verfügung zu stellen,' das außerdem noch weiter erforderliche Gelände soll die Gemeinde von ihrem Besitz zur Verfügung stellen. Cs kommt hier insbesondere der an die Gemarkung Klein-Rechtenbach grenzende „Steinsberg", eine rd. 150 Morgen große Riederwaldfläche in Frage, deren wirtschaftlicher Wert sowieso nicht von besonderer Bedeutung ist. —ö— Aus dem Hüttenberg, 26. Juli. Das alljährlich um diese Zeit einseßende Knapp- wcrden der Futtervorräte der Schweinezüchter hat in den letzten Wochen eine weitere Senkung der Ferkelpreise herbeigeführt. Ferkel im Alter von 5 bis 6 Wochen sind jetzt schon für 16 bis 18 Mk. zu haben, 6 bis 8 Wochen alte Tiere kosten 18 bis 22 Mk., während für ältere Ferkel und Läuferschweine entsprechend höhere Preise gefordert werden. Diltkreis. bl. G untersdorf, 26. Juli. Hier ist man mit dem Bau eines neuen Schulhauses beschäftigt. Im Herbst soll das Haus vollendet fein. bl. Niederscheld, 26. Juli. Am Montagnachmittag hatte ein Lastwagen aus Frohnhausen bei der Unterführung einen Achsenbruch und rannte in voller Wucht, ein Lindenbäumchen um- reißend, in den Straßengraben. Personen wurden nicht verletzt. bl. Hirzenhain, 26. Juli. Nach monatelanger Arbeit ist nunmehr auch unser Ort mit der Kanalisation versehen worden. Mit den Bauarbeiten wurden eine große Anzahl von Arbeitslosen betraut, die dadurch auf längere Zeit lohnenden Verdienst hatten. — Unsere Kirche wurde innen und außen vollkommen renoviert. Kreis Biedenkopf. 4s: Königsberg, 26. Juli. Ein recht gutes Geschäft durch Schneckensammeln bietet sich den Schulkindern. Ein Händler aus Weil- münster bezahlt für Waldschnecken pro Pfund 5 Pfennig. Die Kinder hatten recht viel gesammelt, so daß der Händler einen ganzen Wagen voll verladen konnte. — Die Orisst raße, die sich in einem sehr schlechten Zustande befand, wird augenblicklich neu gedeckt und gewalzt. Anschließend wird ein Teil der Straße nach Bieber neu hergerichtet, so daß die ganze Straße bald wieder gut zu befahren ist. Maingarr. WSR. Frankfurt a. M., 26. Juli. Auf dem hiesigen Schlacht- u,nd Viehhof ist man eifrig mit den Reu - und Erweiterungsbauten beschäftigt und man hofft, daß die Arbeiten bis Ende September fertiggestellt sein werden. Das neue Freibankgebäude ist bereits vollendet und schon bezogen worden; es enthält besondere Kühlräume. Das alte Fvei- bankgebäude wird als moderne Fleischverkaufshalle umgebaut und die alte Großviehschlacht- halle, die bisher zum Teil als Fleischverkaufshalle diente, wird vergrößert und modernisiert, ihrem früheren Zwecke wieder zugeführt. Reu errichtet muß in absehbarer Zeit eine neue Schweineschlachthalle werden, da der Austrieb zum Frankfurter Schweinemarkt so stark geworden ist, daß sowohl die vor nicht allzulanger Zeit erweiterte Schweinemarkthalle, wie die Schweineschlachthalle nicht mehr ausreichen. Berliner HandelSaesellsch. Gommers« und Privat-Bk. 11 Darmst. u. Nanonalbank. 12 Deutsche Bank 10 D iSkonto-Gesellschast Slnt. 10 Schlup- i'Uhr- Kurs Pvilivp Holzmann Heidelberger Gemen dement Karlstadt. Wahß & Freitag . . Schultheis Patzend, Ostwerke...... Ber. Glanzstoff . . Bembcrg...... Zellston Waldhof. Zellstoff Aschaffenbi Charlottenburger 2 Dessauer GaS . . . Daimler Motoren. Demag Adlerwerke Kleyer. Ludw. äoeire . , . Nat. Automobil. . Orenstein L Koppel Linke Hofmann . . Leonhard Tietz. . . Bamaa-Meguin. . Franks. Maschinen Griüner Hepltaenstaedt . . . JunghanS .... Lechwerke ..... Mainkraftwerke . . Miag . Nekarsulmer .... PeterS Union . . . öebr. Roeder . . , Bolat & Haeffner . Sndd. Zucker . . . Schlich. -Uhr« Kur» Bereinigte Stahlw. f.'/, I- 3 Otavi Minen sh Kali Aschersleben ... . . io KaliWesteregeln. ... . . 10 Kaliwerk Salzdetfurth. . 12 I. ®. Farben-Jndustrie. 10 Dynamit Nobel 0 Scheidecmstall ...... .8 Goldschmidt . . .5 RülgerSwerke ....... o Metallaelelltchakt .... 10 Berlin. 26 Juli. ~ ^ranzostsche Noten ...... Holländische Noten...... (italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesterr.,Lll>0 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten....... Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Schles. Elektr. . . . Schlickert Siemens k Halöke Transradio..... Lahmeper L Co. . . Buderus Deutsche Erdöl . . Essener Skeiukohle Gelsenkirchener . . Harpener...... Hoesch^ Eisen . . . . Ilse Bergbau . . . Klöcknerwerke . . . Köln-Neuefscn . . Mannesmann. . -I Brick 4.206 58.74 112,68 26,442 Schluß Kurs 26. 7. 185,5 192.5 187 195.75 139,25 242 163,65 167 20J 282 135.5 Geld 4,186 58,50 112,22 20.363 Aus den Entstehungsursachen der Konjunktur ergeben sich gewisse Rückschlüsse auf ihre Dauer. Was zunächst den Umfang der Lagerhaltung angeht, so läßt sich hier (besonders stark ausgeprägt z. B. in der Textilindustrie) dir Beobachtung machen, daß die Bestände seit Wochen vielfach in Erwartung höherer Preise bzw. in Hoffnung auf längere Dauer der Aufwärtsbewegung schon über das wirtschaftlich zu verantwortende Maß gesteigert worden sind. Diese äleberversor- gung steht im Widerspruch zu den aus der deutschen Kapital- und Wirtschaftslage sich ergebenden Forderungen auf systematische Kleinhaltung der Lagerbrstände und auf Anpassung der Bestände an die Aufnahmefähigkeit des Marktes. Bei Außerachtlassung dieser Momente entstehen Gefahrenmöglichkeiten, die wohl beachtet werden sollten. Hinsichtlich des Zwanges zur Erzielung eines möglichst großen Produktionsüberschusses ist zu bemerken, daß dieser zunächst zur Steigerung der Einfuhr an Rohstoffen führt. Die Cinfuhrsteigerung hatte eine Erhöhung der Passivität der Handelsbilanz zur Folge, die allein für die Zeit vom 1. September 1926 bis zum 31. Mai 1927 auf mehr als 2 Milliarden Mark zu beziffern ist. Dieser Passivsaldo bedeutet (von allem anderen abgesehen), daß die Reparationszahlungen der letzten Zeit (über 900 Mill. Mark) nicht im Warenaustausch mit dem Auslände verdient worden sind, sondern daß sie in voller Höhe aus der Substanz des deutschen Dolksvermögens genommen bzw. aus dem Auslande entliehen wurden, eine Tatsache, die zum mindesten vorläufig eine Schwächung der deutschen Volkswirtschaft bedeutet. Weiter ist hier wesentlich die Tatsache, daß der Zwang zur Erzielung eines Produktionsüberschusses zu Kapitalanlagen verleitet, die über die eigene sinanzielle Kraft hinausgehen, und daß daraus Stockungen im Kapitalverkehr sich entwickeln, wie wir sie in den Monaten Mai und Juni beobachteten. Da der Umfang der deutschen Produktion über den Umfang der deutschen Kapitalgrundlage weit hinausgegangen ist, war eine Zunahme der Auslandverschuldung unvermeidlich: zur Zeit ist eine Gesamtverschuldung an das Ausland von 6 bis 7 Milliarden Mark vorhanden, für die jährlich sicherlich 6—700 Mill. Mark an Zinsen und Tilgung zu zahlen sein werden: dieser Betrag ist den Reparationszahlungen hinzuzurechuen, die bekanntlich vom nächsten Jahre ab auf 2,5 Milliarden Mark sich belaufen, ganz abgesehen von der Mehrbelastung an Steuern, überhöhten Eisenbahntarifen, sozialen Lasten usw., die insgesamt auch mindestens ein Mehr vom Dreifachen des Friedensbetrages darstellen. Leiber kann durch gesteigerte Ausfuhr ein Gegenwert nicht geschaffen werden. Einesteils arbeiten gewisse Industrien des Auslandes in- olge ihrer günstigen Ratur- und Standortsbedingungen zu viel billigeren Selbstkosten als die deutschen: andernteils sperrt sich das Ausland in zunehmendem Maße gegen den Bezug deutscher Waren ab. Alle diese Dinge führen in ihrem Zusammenwirken zu einem so starken Kapitalmangel, daß allein im ersten Halbjahr d. 3. die Kapitalneuanlage in Deuffchlaud die eigene Kapitalerzeugung um mehr als 1,5 Milliarden Mark überstiegen hat. Der Mangel eigener Re- erven an Kapital macht aber die Finanzierung längerer Konjunkturperioden unmöglich, und sie macht vor allem Deutschland von der jeweiligen Geldmarktsituation der Welt in einem Ausmaß abhängig, das zu den schwersten Bedenken Anlaß geben muß. In Deutschland ist das Kunjuukturproblem der eigenen Wirtschaft verflochten mit der Konjunkturgefahr des dem Weltmarkt finanziell verpflichteten und von seiner Gestaltung maßgebend beeinflußten Schuldnerllmdes. Deutschland kann daher nur mit Konjunkturperioden von viel kürzerer Dauer als den im Frieden üblichen rechnen, solange die Abhängigkeit Deutschlands vom Weltmarkt und Weltkapital besteht. Da die zum Ausgleich notwendige rationellste Art der Verwendung des Kapitals vielfach nicht in dem nötigen Maße beobachtet wird, kann unter Um» ständen von dieser Seite her das die Konjunktur am stärksten bedrohende Gefahrenmoment kommen. Finanzierung der Bauten in Hückingen zur Verfügung. Reben der erfreulichen Spezifikation über die Beteiligungen von 28,78 Mlllionen Mark wird die augenblickliche Belegschaft mit rund 25 000 Personen angegeben. * Tlmschlagstarisermähigung für Rheinhäfen. Rach langwierigen Verhandlungen haben die Bestrebungen der Rheinschisf- fahrtskrcise nach einer Verbilligung ber Eisenbahnfracht für den Kohlenumschlag nunmehr zu dem Erfolge geführt, daß für den Verkehr der Hafen Mannheim und Ludwigshafen die Frachtsätze des bestehenden Ausnahmetarifes ermäßigt werden. Durch diese Ermäßigung wird das Spannungsverhältnis zwischen der Eisenbahnfracht des unmittelbaren Dahnweges und derjenigen des kombinierten Bahn- und Wasserweges, wie cs vor dem Kriege bestanden hat, nunmehr auch für den Verkehr nach den genannten Hafen und nach dem südlichen Teil von Baden und Württemberg wiederhergestellt. * Deutsche Gold- und Silber- s ch e i d e a n st a l t. Zu der Derkaufsgemeinschaft im Silbergeschäft der Scheideanstalt und der Mansfeld A.-G. wird mitaeteilt, daß die Bedeutung dieser Transaktion für die Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt darin liegt, baß sich die Mansfeld A.-G. als einer der größten Silberproduzenten Deutschlands ganz vom Silberhandel zurückgezogen hat und daß ihre Produktion über die Scheideanstalt verkauft wird. Berücksichtigt man noch, daß die Frankfurter Gesellschaft auch die Silberproduktion der Rorddeutschen Afsinerie- A.-G., Hamburg, deren Silberproduktion die von Mansfeld noch übersteigen dürfte, gleichfalls vertreibt (wie die Metallgesellschaft in Frankfurt am Main, die neben der Scheideanstalt die Aktien der Affinerie besitzt, deren Kupferproduktion vertreibt), so ist die monopolartige Bormacht- stcllung der Scheideanstalt im deutschen Silberhandel gewährleistet, da sie die ganzen Silberproduzenten bei sich vereinigt. * D i e amtliche S t r e i f ft a t i ft i f für 19 2 6. Die Streikstatistik zeigt gegenüber dem Vorjahr in 1926 einen starken Rückgang. Insgesamt werden 316 (1516) Streiks in 1903 (16 329) Betrieben verzeichnet. Die Höchstzahl der Streikenden betrug 51818 (491 367). Die Zahl der verlorenen Arbeitstage einschließlich der Verluste durch gezwungene Feiernde wird mit 885 900 gegen 11,3 Mill im Vorjahre angegeben. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 27. Juli. Tendenz: fester. Die Börse eröffnete heute fester, namentlich für einige S p e z i a l w e rt e. Der Geldmarkt hat eine wesentliche Erleichterung erfahren. Kurzfristiges Geld ist reichlich angeboten, und auch Termingeld ist nicht mehr so knapp wie seither. Eine günstige Beurteilung fand auch der Reichsbankaus- weis, der eine normale Entspannung zeigt (Rückgang der Wechsel- und Lombardbestände um 39 Millionen Mark und Besserung der Gold- und Devisen- Deckung). Auch rechnet man noch in dieser Woche mit einer Entscheidung in den deutsch- französischen Wirtschaftsverhandlungen. Lebhaftes Geschäft hatten Zellstoff W a l d h o f und Zellstoff - Aschaffenburg, die um 8 bzw. 5,5 Prozent anziehen konnten. Besserungen bis zu 1,5 Prozent erzielten. I. ° G. »Farben, Siemens, Rhein stahl, Mansfelder und Commerzbank. Schifffahrtsaktien lagen auf Hoffnungen auf beschleunigte Erledigung der Freigabeangelegenheit um 2 Prozent fester. Im übrigen gab es nur Heine Kurserhöhungen bis zu 1 Prozent. Mannes - m a n n blieben nur gut behauptet trotz des günstigen Geschäftsganges und der Bestätigung von Verhandlungen des Röhrenoerbandes mit den englischen Rvhrenwerken. Die Rentenmärkte lagen still und fast geschästslos. Türken eher schwächer. Im Börsen- verlause ging die Geschäftstätigkeit stark zurück. Nur für Zell st off Waldhof und I. - G. - F a r b e n zeigte sich einiges Interesse. Die ersten Kurse konnten sich jedoch nicht behaupten. Auch sonst neigten die Kurse infolge des Mangels an Orders etwas zur Schwäche. Tagesgeld stellte sich auf 5,5 Prozent. Im De oisenverkehr schwächte sich Paris gegen Lonbon weiter auf 124,10 ab. Mailand gegen London 89,25; Madrid 28,43. Die Reichsntzirk stellte sich gegen den Dollar auf 4,2061; gegen London auf 20,415. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dw^hmter den^Pgpieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Märkten bet Eröffnung minimal! blieb, verhält sich die Spekulation abwartend. Auch bei den Favoriten blieben die ersten Kurse hinter den vorbörslichen Erwartungen zurück. Montanwerte waren sogar eher angeboten. Lebhaft gefragt blieben Textil werte, da die Preiserhöhung der Fertigerzeugnisse um 10 bis 15 Prozent bestätigt wird. Als allgemein anregendes Moment diente der Reichsbankausweis, der eine weitere Entspannung zeigt, sowie der Rückgang der Erwerbslosenziffern um 16 Prozent. Heimische Anleihen und fremde Renten lagen ruhig. Der Geldmarkt ist unverändert, doch ist die Lage des Termingeldmarktes sehr unklar und wird allgemein ungünstig beurteilt. Nach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Tendenz allgemein schwächer und Abschläge von 2 bis 3 Prozent waren keine Seltenheit. B e m- b e r g verloren 4, V e r e i n i g t e G l a n z st o f f sogar 10 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 27.Juli. Zum ersten Male wurde heute neuer Roggen an der Börse gehandelt. Das Geschäft ist zunächst noch auf einige kleine Partien beschränkt. Die Ware ist trocken und gesund. Der Preis bewegte sich um 25 Mk., wurde aber allgemein als zu hoch befunden, wodurch sich die Zurückhaltung der Käufer rechtfertigt. Kleie für prompte Lieferung ist nach wie vor knapp, ebenso Futtermehle. Der Mehlabsatz ist sehr schleppend. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 31 Ml. nom.; Aoggen (ml.) 25 nom.; Hafer (inl.) 25,50 bis 26; Hafer (ausl.) 23,50 bis 25,50; Mais (gelb) 19; Weizenmehl (inl., Spezial 0) 39,50 bis 40; Roggenmehl 36,50 bis 36,75; Weizenlleie 13; Roggenklcie 13,75 bis 14 Mk. — Tendenz: Stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 26. Juli. Endlich ist wieder warmes sommerliches Wetter eingetreten und dies verfehlte seine Rückwirkung auf den Marft nicht. Vom Auslande liegen kaum nennenswerte Anregungen vor. Das Inlandangebot für Herbstbrotgetreide blieb außerordentlich knapp, aber die Besserung der Wetterlage veranlaßte stärkere Zurückhaltung der Käufer. Vor allem ist zu bemerken, daß auch die Konsumnachfrage nach Westernroggen erheblich nachgelassen hat. Am Lieferungsmartt waren die Iulisichten nur mäßig, die Herbsffichten dagegen stärker rückgängig. Die Rachfrage für Roggenmehl hat sich gleichfalls verringert. Weizenmehl btteb nach wie vor vernachlässigt. Für Hafer und Gerste in gutenl Qualitäten bestand weiter lebhafte Rachfrage, so daß die Preise bei dem ui^ulänglichen Angebot erneut anziehen konnten. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk., Juli 295 bis 296, September 272,25 bis 272, Oktober 270,50 (matter), Roggen, märk. 251 bis 253, Juli 251 bis 250, September 231,50 bis 231, Oktober 231,75 bis 231,25 (matter); Wintergerste und Futter- gerfte 200 bis 208 (fest); Hafer, märk. 264 bis 271 (fest), Juli 222, Oktober 203 (fest): Mais, La Plata 187 bis 188 (stetig): Raps 290 bis 300 (matt); für je 100 Kilo: Weizenmehl 35,50 bis 37,50 (ruhig); Roggenmehl 33,50 bis 35,75 (ruhig): Weizenkleie 13,75 (beh.); Roggenkleie 15,25 (beh.): Viktoriaerbsen 44 bis 58; kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21,50 bis 23,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 21 bis 21 50; Trockenschnihel 12,50 bis 13; Sohaschrot 19,50 bis 20,40; Kartoffelflocken 34,75 bis 35 Mk. Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. V. Dr. Hans Thyriot. ManSseldcr Oberschles. Elsenb. Bedarf 0 Oberschles. Kokswerke . . : Phönix Bergbau. f. V, I. 3 Rheinische Braunkohlen . io Roetnftahl o Ricbeck Montan. .....r> 456 436 764.6 660 339 154.13 212.75 128.5 87.5 1118.25 27. 7. 199 j 151 171 Berlin Schluß Anfang Kurs I Kurs 26.7. | 27. 7. Kurs 27. 7. Amerika im che Noten . Belgische Noten . . . Dänische Noten . . . Englische Noten . . . Frankfurt a.M. Schlud-i i«Uhr. Kurs 1 Kurs Berlin Schluß «Anfang Kur- ______ Datum: 26. 7. 27. 7. 26.7. 27. 7. 5°/o Dt. Relchöanlcihe v. 1927 Dt. Slnl. Ablos. Schuld mit 86,25 - 86,5 - AuSlos.-Rechten . ..... DesLl. ohne AuSlos.-Rechten 299.5 299.35 16.95 17 16.9 16,8 ?7o Franks. Hyp.«Bk. Goldvt unkundbar bw 1932 .... 4'/?/o Rheinische Hyp -Bank Liqu -Goldps........ A. E. G. dbg. Borkrlegtz-Lb- — - - - ligatwnen. rückzahlbar 1932 —- 1% Schweiz. BundcSb.-Anl. _ 4°/o Oefterelchlsche Goldrie. . _ 27,"9 >,20v/o Oesterreich. Silberrte. . v'lo Oesterreich, einheiil. Rie. 6,6 4°/o Ungarische Goldrie. . . . — 25 4% Ungarische StaotSr. v. 1910 22,76 _ VI,•!« deSgl. V0N 1913 .... 4% Ungarische Kroncnrte . . 23,9 _ 4°/e Turk. Zollonlelhe v. 1911 14,76 14,5 14,4 4"/, Türk. Dagdadbahn-Anl. Serie 1............ 1°/o dcsgl. Serie II...... 18 16 — 18 16,1 — 4% Rumänen convert. Rte. —■ 4'/,'/, Rumänen Goldanl. . — von 1913 ....... . . 17,26 - — Geld «rief 16.46 16,52 168,01 168,69 22,86 23.96 108,28 108,72 69.18 59,43 2,532 2,652 112,22 113,68 80,97 81,29 71,64 71.87 12,45 12,61 73,00 73,30 26. Juli. 27. Juli. Amtliche Notierung Amtliche Notieruna Geld Briet Geld 1 Brief _ Amlt.-Roii 168,36 168,70 168,35 168,69 Buen.-Aires 1,784 >8,40 1,788 1,783 1,787 Brss.-Ankw 58,52 68,405 68,525 Christian ia. 108,49 108.71 108,41 108,63 Kopenhagen 112,42 112,64 112,40 112,62 Skockholm . 112,55 112,77 112,63 112,76 Helnngfors. Ftalten. . . 10,58 -'2,865 10,60 22,905 10.577 22,86 10,597 22,9'1 London. . . 0.399 20,439 -0,926 -0,965 9?cutjort . . 1.2025 4,2105 4,202 4,210 Paris. . . . Schwei; . . 3,44 16,48 16,435 16,475 •0,90 81,66 "50,91 ■>1,07 Spanien. . ■ 1,73 71,87 71,68 71,82 Japan . . . Rio de Jan. Wien in D.« 1,975 1,97) 1.976 1,980 .496 11,498 0,496 0,498 Oeft. abgeft 59,16 69,28 69,15 59,27 Prag .... Belgrad . . 12,454 12,474 12,449 12,469 7,395 7,409 7,893 7,407 Budapest. . Bulgarien. 73,23 1,042 73,37 3,048 73,17 3,037 73,31 3,043 Lissabon . . 0,73 20,77 20,78 20,82 Danzig. . . 81,35 81,51 81,33 81,49 Konstanttn. ',138 2,142 2,180 ',134 Athen. . . 5,634 5,646 5,544 5,656 Canada . . 4,198 4,206 4,197 4.205 Uruguay. . 1.186 4.144 4,166 20.398 4,164 Cairo . . . 20.025 20,065 20,438