Montag, 27. Juni (927 177. Jahrgang Nr. HZ Erster Blatt Ein Notschrei der deutschen Wissenschaft a au ent io feiner Ver man den Erscheint täglich.anfetr Sonntags xnb Feiertags Bella,en: Gießener FamUienblStter Heimat im Bild Die SchoLe ®anat$«Be, 'c. darum habe er sich nicht zu kümmern. Cs liege ein dementsprechender Beschluß der Ttegicrung vor Er erteile ihm den Befehl. D.eftr fei sofort auS^uftihren. Der Defängn.s- direlwr. dem dies: Mitteilung 'uzing. wollte sich doch noch mal vergewi'sem und rief das Minister um des Innern telephonisch an. dessen Cs war bisher bet Ruhm und der Stolz Deutschlands, bah die deutsche Wissenschaft unter so schwierigen Umständen, wie man sie kaum je l>atte ahnen können, ihre selbstlose Forschertätig- 1 eit im Dienste der getarnten Menschheit fortgekni bat. Im Kriege und unmittelbar nachher durch die Blockade sowohl wie durch den künstlich entfachten Dölkerhah waren wir lange 3eit vom wissenschaftlichen Verkehr mit dem Aue ande fo gut wie abgeschnitten und hatten die Fühlung verloren Trotzdem hat auch in jener Feit die von geradezu unentbehrlichen Hilfsmitteln entblöhte »eutsche Wiffenschaft auf allen Gebieten Gewaltiges erreicht. Trotz der wittschaftlichen Qlotlaae, in der sich Reich, Länder. Gemeinden und alle Schichten des deutschen Volkes befanden, find doch immer wieder neue Mittel aufgebracht worden, um der deutschen Wissenschaft auf ihrer Bahn vorwärts zu Helsen. Es wäre töricht, leugnen zu wollen, dah mandx Länder, besonders Amerika, dank des unerschöpflichen Reichtums, aus dem sie unbegrenzte Mittel ogen. auf verschiedenen Gebieten, auf denen >iS zum Äricgbbeglnn Deutschland die unbestrittene Führung hatte, uns überflügelt haben. Um fo notwendiger war und ist e» für untere regierenden Kreise jeder Art. deS groben Vorbildes eingedenk zu fein. daS Preußen nach feiner furchtbaren Riederlage von 1806 07 durch die Gründung der Berliner Universität und die Förderung der Wissenschaften im allgemeinen ausgestellt hat. Unter der opferungswilligen Mitarbeit von Gelehrten und Forschern, die unter persönlichen Entbehrungen im Dienste der Wissenschaft und der Menschheit ihre segensreiche Xähgle.i fortgesetzt Haden, tft eS seither gelungen, wen.gftenS einen Teil des verlorenen Gebietes zurückzu- gewinnen. Heute bereits erkennt die ganze Welt voll Staunen und Bewunderung die unter den ungünstigsten Verhältnissen vollbrachten Lei- ftungen der deutschen Forscher und Gelehrten an. Es ift auch richtig, daß führende Männer der deutschen Wirtschaft in voller und bemühter Erkenntnis der ungeheuren praltischen Bedeutung der reinen Forfchertätigkeit erhebliche Mittel hierfür zur Beifügung gestellt haben. Tiber so reich ist die deutsche Wirtschaft nicht, dast sie. wie etwa die amerikanische. Hunderte von Millionen Dollars für die Gründung und den Ausbau geistiger Werkstätten hergeben könnte. Das Reich sowohl wie die Länder heben bisher auch die Pflicht anerkannt, wenig- stcns soweit, al- eS ihr- Mittel erlaubten, entsprechende Summen für die Unterstützung der freien Wissenschaft in ihre Etats cimuft eilen. Das; diese Mittel mager genug sind, ergibt sich aus unseren auf» auf;erste beschränkten Verhältnissen. Nun aber besteht die ungeheure Gefahr, daß im nächsten Jahre sogar die geringe Summe von drei Millionen Mark, die bisher für die gemeinsame Arbeit der Kaiser -Wilhelm-Gesellschaft und der Notgemeinfchast der deutschen Wissenschaft, die mit anderen Forschungs- hätten nach gemeinsamem Plan ihre Tätigkeit aus- üben, ganz oder teilweise a u s f a l l e n. Man sollte meinen, dah sich das gesamte Kabinett und der getarnte Reichstag einhellig mit größter Entschieden- beit dagegen aussprechen würden, wenn tatsächlich ein so ungeheuerlichcr Gedanke Gestalt gewinnen sollte. Aber leider hat man schon bei verschiedenen Gelegenheiten die betrübende Erfahrung machen müssen, das; vielsach das Verständnis für die Bedeutung solcher freien wissenschaftlichen Forschung-;, arbeiten gerade in den führenden politischen Kreisen abhanden gekommen ift. Auch hier sehen wir rote- der. bah bei festlichen Banketten und öffentlichen Veranstaltungen die Wottführer unserer öffentlichen Meinung in schönen Redewendungen sich nicht genug tun können, dah aber unter der Hand sehr gern gerade dort gestrichen wird, wo erhöhte Bewilligungen am Platze wären. Dast eine solche Gefahr tatsächlich besteht, geht aus einem offenen Brief hervor, den die angesehensten Mitglieder unserer wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Äreife an den Reichskanzler aerichsi-t haben und in dem fte auf die unermesslichen Schäden Hinweisen, durch die nicht nur die deutsche Wissenschaft an sich, ftmbem auch die Entwicklung von Industrie und Landwirtschaft auf allen Gebieten auf» schwerste bedroht werden. Sin Politiker hat kürzlich da» zutreffend Wort gepräg». das; Deutschland. je ärmer es ist. um so mehr Geld für feine Wissenschaft ausgeben muffe; denn fic fei die wichtigste Quelle, um den Weg zu reuen Schätzen zu erschließen. Und Adolf v. Harnack. der Altmeister der deutschen Wissenschaft und akademischen Lehre, hat erklärt: ,Streicht keinen Pfennig an den der Wissenschaft, der theoretischen und der praktischen, gewidmeten Fonds, denn jede Streichung h-er muh sich an unfercr wirtschaftlichen Lage rächen! Dre Wissenschaft stellt doppelt her. was sie selbst verzchrt. und indem sie mit reichen Imien zu- rückerstattet, was man ihr gibt, befruchtet sie wieder das ausgedörrte Land und fdxmt Sturm aus Wüsteneien." Das ganze Volk wird diese Auffassung des verdienten Gelehrten tollen. In der Tat lxnht es. den Baum der teutfoen. wirtschaftlichen, politischen und Hhgien chon Blltte an der Wurzel absägen, wenn man da mit Sparsamkeit anfängt, wo die Grundlagen für diese Blüte geschaffen werden müssen. Man denke nur I an die kost täglich erzielten Fortschritte auf Deutschland und die Kolonialmandate Ter Litz in her (4enfer Mandatskommission. (Eigener Drahtbericht des „(Biefcener Anzeigers" 'Berlin, 2t. Juni. In Genf tagte zurzeit die Mandatskommission, die nämliche Körperschaft, in die Deutschland in der nächsten Tagung des Völkerbundes ausgenommen werden folL Richt, wie von manchen Leuten angenommen wird, um uns in die Streitigkeiten der Großmächte mit ihren Schutzbefohlenen anderer Rasse hineinzuziehen, vielleicht auch nicht so sehr um der Gerecht igkit willen, die es verlangt, bah die fogenanntc ko - Ionia le .Schuldlü ge". jene Mär von der kolonialen Unfähigkeit und von der Grausamkeit der Deutschen zurückgenommen wird, sondern deshalb. weil man uns in diefer Körperschaft recht gut gebrauchen kann. Ursprünglich sollte sie nach dem Willen des Bundes eine AN Auf- s i cht s i n st a n z für die Verwaltung überfeeifcher Mandate sein, und deshalb logischerweise nur auS Vertretern von Mächten bestehen, die nicht selbst solche Mandate verwalten. Auf bidc Weife sind Holland und die Schweiz und andere hineingekommen. Aber die Bedenken der eigentlichen Man- dalSmächte gegen da» Funktionieren dieses Aus- fichtSapparates haben es verhindert, dah er sich in solcher Reinheit herauSkristallisieren konnte, und es ist schsietzlich eine gemischte Kommisiion auS Interessenten und öbieftiwn zustande gekommen. deren Wirksamkeit al- Aufsichtsstelle sehr stark von der jeweiligen politischen Konstellation, von der Abhängigkeit ihrer Mitglieder, von dieser oder jener grohen Mandat »macht bceinfluht wird. Deshalb werden die Arbeiten der Mandatskommission, besonders waS die Frage des Eingeborenenrechts anbelangt und ihr Verhalten gegenüber den Petitionen und Beschwerden der Bewohner von Mandatsgebieten und anderes im allgemeinen ziemlich skeptisch beurteilt Da es aber andererseits die höchste bzw einzige Instanz ist. die für die Regelung solcher Fragen zur Verfügung steht, so wird der Beitritt Deutschlands. daS sowohl koloniale Ersahrung wie auch eine vollkommene Dbjeltioität gegenüber den augenblicklichen Man- dalsfragen mitbringt, lehr zur Stärkung der Autorität der Mandatskmnmi'sivn besonders gegenüber den Eingeborenen beitragen. DaS scheint uns der eigentliche Zweck und die Absicht au fein die bei der etwas spontan in Genf erfolgten Anregung auf alSbald:ge Ausnahme Deutschlands verfolgt wurde. Und wenn wir auch ke nesweg» die Bedenken teilen, dast wir dadurch in unerwünschter Weise in die Konflikte der groben Kolonialmächte mit den so- genannten unterdrückten Völkerschaften einbezogen würden, fo scheint unS ein ganz anderes Bedenken aereajtfertigt: beteilig’ nämlich, ob die Möglichkeit einer W i e de r be t e i l i g u ng Deutschlands an den kolonialen Ausgaben der Kulturmächte nicht eben dadurch an Chancen einbüht. dast die übrigen Grolzmächte ein aufwrvrdentlick.es Interesse daran haben, Deutschland eben als Bertrauen^altor der Mandatskommission in diesem Zustande völliger Ob- jeftiodät zu erhalten, der nur durch das Fehlen eigener kolonialer Interessen gewährleistet wird. • Die Genfer vreimächtekonferenz- Amerika und die Leeabrüstung. w a s h 1 n g I o n . 25. Juli. (IDB.) 3n hiesige» politischen Kreisen Hl man nicht geneigt, ©roh- brilannlen in der auf der ©rnfer Drei- moditifonferrui erörterten Kren,erfrage n a dj j u - geben. <£» wird bclont, dir Beben hing der Bereinigten Staaten in der öeltpolitif verlange eine vollkommene pari töt aller Waffengattungen mit ©rohbrittmnicn. Lvgtands Argument, dast die Iranoportivtge zwischen dem britischen TTlutterlapb und liebericc gehdxrt werden mühien, wird hier mit der Begründung abgelehnt, dast ünalanb überall Flotten slühpunkie habe, also nicht so viele Kreuzer benötige. Ulan hat hier den Eindruck, dast die Bereinigten Staaten aus Brfligcgrunben und In Ucbereinflimmung mit der überwiegenden Mehrheit der BolkrMeinung eher die Dreierkonferenz a b b r e dj c n , als in irgendeinem wesenllichen punkt nachgeben werden. Paris. 26. Juni. lWTB.) Samstagnach- mittag sind die im Gefängnis La 0 a n t 6 zur Verbühung ihrer Strafen untergebrachten L6vn Daudet, der Geschäftsführer der .Aclion Fran<;aise" de Lest und der Generalsekretär der kommunistischen Parier. Semard. aus Grund einer Mystifikation des Gefängnisdirektors entlassen worden. In der .Actton Fran^aise" sitzen die Anhänger Leon Daut-ets beim Champagner, um die Befreiung Leon DaudetS zu feiern. Ueber die 21 rt und Weife, wie die Mystifikation im Gefängnis durchgeführt wurde, w.rd folgendes angegeben: Gegen 1 Uhr mittags begab sich ein Camelot du Roi in baS Ministerium des Innern. Elf andere Mitglieder der royalistischen Jugendorganisation verteilten sich auf eis Eafts. die in unmittelbarer Rähe des Minister.umS gelegen sind, und verlangten telephonische Verbindung mit dem Ministerium des dem Gebiete des drahtlosen Verkehrs, der Ver- flütsiaung der Kohle, der Stickstosserzeugung aus der Luft, der Vitaminforschungen, der Bekäurp- fung von Tuberkulose. Krebs- und Zuckerkrankheit, der Saatgutzüchtung in der Landwirtschaft, der Wärmetechnik ufw. usw.. um zu ermessen, was uns bevorstehen würde, wenn dieser Betätigung deutscherr Fseihes und deutscher Gründlichkeit durch eine unangebrachte Spariamkeit der Boden entzogen würde. Wir wollen der knin- aenden Hoffnung Ausdruck geben, dah dieser Rotschrei der deutschen Wissenschaft und der deutschen Forschung genügen werde, um unserer Qessentlichkeit wie ihren Vertretern in Regierungen und Parlamenten daS Gewissen zu schärfen und weiteren Gefahren vorzubeugen. die Hauptversammlung der llaiser-wilhelm-Gefelsichaft. Dresden. 26. Juni. (TU.) Die Hauptversammlung der Kaiser-Wilhclm-Gejelttchast nahm heute den Hauoftahresbericht ihres Vorsitzenden, Eil» zellen; von Harnack, entgegen. Daran anschlie- k.end wurde einem Telegramm an den Rcichsfinanzminister yigcftimmt, in dem der Wunsch zom Ausdruck gebracht wurde, dast die Wissenschaft weiter wie bisher vom Staat genügend unterstützt werde. Generaldirektor Dr. Blum konnte mit Genugtuung erhören, das; das Dahlemer Haus für ausländische Gelehrte, das charnack-ftaus, seiner Vollendung entgegen- sehe. Prof. Dr. von Baur forderte in feinem Vortrage über „Die experimentelle Erzeugung leifhings- fähiger Kulturpflanzen", daß besonders die Kultur der deutschen Getreidearten weiter gehoben werden mufft, denn eine Ertragssteigerung des Getreides um 10 Prozent bedeute für das Reich eine Mehreinnahme von jährlich 500 Millionen Mark. Beim Festessen, bei dem Exzellen) von ftarnack den Dank der Wisienschaft für die staatlichen Unterstützungen den anwesenden Regierungsoertrclern ausjprach, überbrachte der sächsisckie Minister Dr. Kaiser der Kaiser-Wilhelm Gesellschaft die Grütze seiner Regierung. Reichsminister von Kcudell feierte die Mitarbeit der Gesellschaft an der Wle- dererringung der deutschen Weltgeltung. Der preu- tzische Kultusminister Becker trat in seiner Rede für die innige Verbundenheit von Forschung und Vehrt ein, die kein anderer so unterstützt habe wie Erz. von fjarnarf. Die Versammlung brachte auf ihren greifen Präsidenten ein begeistertes Hoch aus. Als Ausländer fand Dr. Fischer, Kopenhagen, begeisterte Worte für die in der Kaiser- | ten auf keinen Fall eintreten, da auch die Pr He schon über die Angelegenheit unterrichtet sei. Darauf begab sich der EtefängniSdireltor sofort zu Leon Daudet, der vv-r Ueberraschung in Xräncn ausdrach. Der Direktor forderte ihn auf, möglichst rasch «und unauffällig das Gefängnis z u verlassen. Lcftm Daudet umarmte den Gefängn.sdkrektor vor Freude. Der Direktor benachrichtigle auch b.e anderen frci- zulafsenden Gefangenen. Inzwischen war eine Ro: hatten requirieren en. Der Direltor begleitete ßctm Daudet bi* an die Schwelle des Gefängnis'es. Dort beflieg' b.efcr daS Automobil und fuhr um 12.45 Uhr :n der Richtung leS Boulevard d'Arago. ß6on Daudet ist seitdem unauffindbar. lieber die Befreiung Daudet» erklärt die L'ti- Unig der „Action r a n q a i f <" d?e, ivc'ä-e -J läne Daudet und Delest hätten, erklärt: „Be- c haben wieder Geschmack an der Freiheit ?ewonnen. Welche Motznakhmen man auch flccen ie treff« n mag, sie werden sich nicht ergc - n. Unsere beiden Freunde sftrd in Sicherheit." Die Haoas-Aaentur stellt äbripetns ''est, datz Daude: mb der Ge'chäftsiährer der . Acktton Fran^ajie" in einer Kraftdroi^ke, die be r G-e.f ä ngnisdlrektor für f i e holen lieh unöi die in den Gefängnishof hineinfuhr. das Gefänqriis unbemerkt verlassen konnten. Die Unleemchung. Paris. 26 Juni. tT3B.) Die Slaatsinwalt- schäft hat be'chlofsen. wez-rn Befreiung GnudetS und «Titer ar. er er Ge' a^ene au» de.a ’g- nis Le 6anle ein Ermittlungsverfahren wegen Amtsamnatzum^ g'gr.i Unbekannt ein- zule.ten. Der Ministerrat fiat den Be'öluh y 'atzt. Den Direktor deS Gefau^isseS La Santeeinstweilen feines Amte» zu entheben und Stockholmer Tagung der Handelskammeril. Stockholm, 26. Juni. (TU.) Die Teilnehmer der vierten internationalen .ftandelskammerkontc- renz find heute fast vollzählig in Stockholm ringe- troffen. Als Delegierte find über 800 angemeldet. Die stärkste Zahl an Delegietten stellen mit ISS die Bereinigten Staaten, an zweiter Stelle Deutschland mit 151 delegierten, alsdann folgt mit 90 Teilnehmern die Landesgruppe Schweden, mit 79 England, 39 Frankreich und Italien, 29 Holland. 22 T'chechoflowakei. Insgesamt haben oon den 43 Mitglied-ftaaten 33 Vertreter entsandt. Unter ihnen befinden sich die hcroorragendsten Wirtschafts, vrtreter. Das Arbeitsprogramm des Stock holmer Kvngresies knüpft, wie es sich von selbst versteht, eng an die Arbeiten der W e 1 t w irisch a ft s k o n f e r c n z an. Die Intemattonale Aan- delskammer hat durch ihre Vorarbeiten weicntlich zum Ergebnis der Weltwirtschaftskonferenz beigetragen. Eine der Hauptaufgaben der Internationalen Handelskammer liegt in der Beseitigung der Handelshemmnisse. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesien t)n' in der Aus>tellungst> der anbvrcn zu. Io dah zunächst einmal bu- Erledigung der La n d- gemeindenordnung bis auf den ^erbft verschoben wurde. Das Polizeibeaniten- g « s e v wird aber das gleiche Schicksal h.»dcn Aus der abkbmmben tzaltung der ÜNrohuon txr- sucht nun dir Preve der Linken zu konstrv.ier,n. he sei die Folge einer Absage an di e Deutsche VolkSpartei. bie angeblich bean.nagt habe in die Regier ung ausgenommen zu werden. Ohne auf dtcse QZchauvtung tir.^efren zu wollen, kann man «ich doch ,rl >'t ‘igea letr.e Lppofiliongpartei so töricht sein w.rd mehrere Monate vor den Neuwahlen in eine Regierung eintreten zu wollen, «gen bi; sich der ganze kommende Wublkampi rich cn tmrfr. Aber die Borgüngc der letzten Tage hab der LigicrurgS- koalition peinlich, sie w:U daher diesen Eindruck abkchwachen. Sic würde iedoch wesentlich weiter kommen, wenn fir auf Die Oppositionsparteien etwa- mehr Rücksicht nehmen würde, als bisher. Daß sich die Rechte so nicht weiter bibanbein läfjt Hal sie der Wcrmarer Koalition in der vergangenen Woche wiederholt eindringlich zu Ge- müU geführt Das Kriegsgerätegesetz. Wie wir bereit» berichteten, ist ht diesen Tagen der im Reichswinichaftsminister um auf Grund der Vereinbarungen mit der Botfcha'er» konserenz im Januar d. 3. fertiggeftellte önte tourf. nachdem er sowohl vom Retchsrat wie Dom Reich-Wirtschafts rat genehmigt worden iß. der die Regelung der Herstellung von Äriegtgerät auf gesetzlichem Wege ersaht, dem Reichstag zugelenet Worten. W'c bekannt, beruht dieses Gesetz auf den § 168 170 des Versailler Vertrages, die besagen, daß Deutschland die Anfertigung von Waffen. Munition und Ärieg*gerät aller Art außerhalb von Werkstätten und Fabriken bi« nicht von feiten der Alliierten genehmigt fmb. unterlagt ist. DeS weiteren ist die iS i n f u fr r von Waffen, Munition und Äriegtgerät jeder Art nach Deutschland ausdrücklich verboten. Aus Grund dieser Paragraphen stellte Deutschland bereits im Jahre 1921 ein Gesetz über da- Ari«g»flcräl fertig, da- aber zunächst den ganzen Komplex noch nicht vollständig umfaßte, allo nur vorläufiger Tiatur war und deshalb her «Entente nicht genügte. 2S setzten nunmehr jahrelang« Ve.handlun- gen über bie Ergänzung dieses Gesetzes ein. die erst Ende Januar m Paris im Rahmen Der Auflösung der 3. M. Ä. X. ihr Ende fanden, nachdem in dem sog. Genfer Protokoll vom 12. Dezember 1926 feftgeftellt wurde, daß die diplomatische Erörterung übet die Frage des Kriegsmaterials von der Botschaft, konferenz fortzu- setzen fei. Damit ist nun also, vorausgesetzt. dah dieser Entwurf im Reichstag angenommen wird, wnS nicht au bezweifeln ist, die Materie der deutlch n Abrüstung vollständig erledigt. LS Verbleiben lediglich nur noch Abwicklung-- geschälte. deren Erfüllung jedoch feine tzrohe deit mehr beanspruchen wird. AuS diesem Grunde dürfte eS wirklich angebracht sein, daraus hinzuweisen und dies auch besonders zu unterstreichen, daß eS Deutschland in seinen Zusagen in jeder Beziehung ernst genommen hat, und daß es seine Zusagen termingerecht er« fül It hat. E» wäre deshalb an der Zeit, wenn sich auch die Gegenseite auf die prompte Erfüllung ihrer Verpflichtungen besinnen würde. DaS Gesetz besteht im ganzen auS 13 Paragraphen. Während in den § 1 und 2 noch einmal bie Bestimmunaen des Versailler Vertrage- wiederholt werden, beschäftigen sich bie H 3 unb 4 mit einer genauen Spezifikation de- Begr.ffes Äriegögerät, wobei nicht weniger als 53 verschiedene diese Materie betreffende Positionen angeführt tveeben. Rachd.m in den 8 7 und 8 noch im besonderen die Verwendung von Sprengstoffen behandelt wird, beschäftigen sich die weiteren Paragraphen mit den angedrohten Strafen bei einer eventuellen Ucbertretung des Gesetzes. Wer den Vorschriften deS Gesetzes zuwiderhan- belt, wird mit Gefängnisstrafe bis zu 6 Monaten oder mit Haft ober mit Geldstrafen bestraft. DaS Gesetz selbst tritt mit dem auf bie Versündung folgenden Tage in Kraft. Auch dieses Gesetz bedeutet einen liefen Einschnitt in das deutsche Wirtschaftsleben. ES darf aber nicht vergessen werden, dah bei seiner Bearbeitung auch die Vertreter der verschiedenen Industrien zugegen waren unb selbst auch an der Formulierung der einzelnen Positionen beteiligt waren. Die Rheinlandbesetzung. Gin amerikanisches Zeugnis. Die Frage der Rh e i nl a n b b e f e t * jung steht gegenwärtig im Mittelpunkt des allgemeinen Interesse- unb das deut'che Volk — ohne Unterschied der Parteien — ist einig in dem Willen, da- ihm Auftcfrenbe Recht auf ein freie- Rheinland mit allem Rachdruck zu fördern. Wie von Anfang an Frankreich allein eS war, das Deutschlands Rechte mißachtete unb immer neue Gründe suchte, die Rheinlandbesetzung zu verewigen, ist bekannt, ein wichtiger und gewiß unverdächtiger Zeuge ist General - enry T. Allen, der al- Oberlommandiereni'er der amerikanische^ BesatzungSarmee und .Beobachterin der Rhelnlandoberkommission genauen Einblick in alle Vorgänae hatte. Er hat soeben ein neues Buch „S i e Besetzung deS Rheinland«-" geschrieben, da- in Stürze im Verlag von Reimar Hobbing, Berlin S5V? 61 erscheinen wird, wo schon das . Rheinland - jage» b u ch" des Generals veröffentlicht wurde. Der Deist voller Unparteilichkeit unb vornehmer Den- kungsweise, der Allen auSzcichnet, Wehl uns auch hier entgegen unb kommt in der rückschauen den Darstellung noch mehr zur Geltung, als in ben kurzen Eintragungen des Tagebuches. Die Besetzung des ‘Xbeinianbct wird in allen AuSwtr- kungeu für daS Land unb feine Bewohner, wie für bie Politik der besetzenden Mächte geschildeN. Diele- Hal Allen im Rate der Rhcinlandober- kominission für bie gerechte Sache der deutschen Bevölkerring burchgcseyl, mehr noch verhindert, wenn er auch manchmal resigniert sagt .Wortlaut der VeNräg« und Gerechtigkeit sprachen für Genehmigung der deutschen Forderung, die Mehrheit der Kommissar« yigte sich auch dafür geneigt, aber der französische XommiMar erklärte . und setzte wi« gewöhnlich feint Ansicht durch" Das Buch General AllerrS verdient in weiten Äreifen bekannt unb verwertet zu werben zur Unter* stützung unseres Rechts am Rhein. Die Auswertung der Dersorgungsansprüche der Offiziere. Berlin. 25. Juni. Der 11. Senat des Rtichsversorgungsgerichtes hat in der Rekurs-Instanz entgegen viner Entscheidung des VersorgungSqerichteS Erfurt . rneul dahin tnt'chie- dtn. d,'.h bi« ^.rsorgung-an'pruch« her OffUicrt au» bet Inflationszeit nicht auf gewertet werden I dürfen Damit hat fich das Reichs.'ersorgungSge- rich: cmeid m Gegen >ay zu der ständigen Rechtsprechung deS RetchSaerichtes gesetz:. Sc'.rens der OfstziTre wird beabsichtigt, die Frage ome cabertn 6er.it zu erneuter Prü ung und einer nbrreichrnLen Sn: cheidung zu .:o'.tr- buileTL Die Arbeitslosenver.cherung. Berlin 26 3iuri tWelfs.' 3m Reichstag tag herrschte CamStag Ruh« Aach intrdraf'.io» n«Tle Besprechung:n fanden nich: leit Rur der Sozialvolititche Au-schust hielt eint Sitzung ab. in welcher er bie zweit« Lesung der Arbeitslofenverftcherung fcriklte. Eine lus'ptadjt entspann sich um bi« Forderung de Ltr.fe* irtei.n den getzpbenen Angestellten ein« freiwillige Versicherung zu ermöglichen Von den RegieruttgSparteien wurde er- toibert. man könne bie finanzielle Lrapweu« n cht übersehen, ferner könne man di« Versicherung vielleicht au-bauen. Schließlich wurde eine Bestimmung anernommen. wonach Angestellte, di« wegen Ueberschreitung der Gehaltszr.Ttze aus der Versicherung aiGkchelden. sich weiter freiwillig vtrfichern können Auherdtm wurde di« bisherige grundlegend« Bestimmung gestrichen. bie gelautet hatte Der feine Beschäl- tigung als Arbeitnehmer aufgegeben oder verloren hat. ist nicht arbeitslos, «olanae er den erforderlichen Lebensunterhalt erwirbt oder durch Tkarbcitur q des vorhandenen Grundbesitzes oder Fortführu.ig eine- vorhandenen Betr.ebes erwerben kann. Vicht arbeitslos ist auch der Ehegatte einer solchen Person, die den gemeinfaracn Lebensunterhalt erwirbt ober erwerben kann Mus aller Welt. Lechs Perioneu Cvirr eines ♦(iitüuiiflläde. iln einem Bahnübergang Der Raheburger Aller wurde Samstag vormittag ein von Radeburg kommende» Mulo von dem beschleunigten personenjug Cübrrf — Stellln ersaht und eine Streife mikgefchleist. Sech» Personen wurden aus der Stelle getötet und da» Auto irrtrümmerl. Da» tluto näherte sich dem Bahnübergang in demselben Augenblick, al» von Mecklenburg kommend ein beschleunigter Personen,ug In voller Fahrt herannah le. Die Schranken de» Bahnübergang» waren nicht geschlos- s e n. 211» der ftraitroagen fich auf den Schienen besand. wurde er von der Cofomolioe ersaht und sämtliche Insassen fielen auf bie Gleise. Der Zug schleifte den wagen, der vollkommen zertrümmert wurde, mit sich fort, wobei sämtliche Mitfahrer getötet wurden. Nach kurier Zeit wurde der Zug jum halten gebracht. Bei den um» Leben gekommenen Personen handelt es fich um die Eheleute Hans D e b a i d (Hamburg) und um die Eltern des Ehemannes. Der Harne des Chauffeurs ist noch nicht feftgefleUt. 3n einer Unterredung, die ein Vertreter der „Lübecker Anzeigen" mit dem Schrankenwärter hatte, erklärte dieser u. a.: Da um 11.38 Uhr der Zug, der den Bahnübergang um 11.40 Uhr parieren sollte, noch nicht gemeldet war, nahm ich an, dah er Verspätung hatte, und begab mich nach dem in der Näh« liegenden Acker. Inzwischen muh da» Läutewerk ertönt haben, und ich habe e» infolge de» herrschenden Sturme» übergört. Al» ich |ur Bude znrück- kam, war da, Unglück bereit» geschehen. Lchncc im Achwariwald. Freiburg, 27. Juni. (WIB. Funkspr.) 3m versolg der kühlen Witterung unb der leichten 7! jeder- schlage der letzten Tage kam es gestern abend im südlichen Schwarzwald zu starken Regelfällen bei erheblichem lemperatur- rürfgang. Auf dem J elbberg stand da» Thermometer auf minus 0,4 Grad Celfiu». heute morgen gegen 8 Uhr zeigte da» Thermometer minus 0,1 Grad Celsius an. Jn den Rachtstunden ist aus dem Jclbberg Schnee gefallen. Die Schneehöhe beträgt zwei Zentimeter. Tragische Joigen einer stesselexplosion. In der Räh« von HoheNstaaten ereignet« sich auf einem Oberbampfer eine Kelsrl- ejplofion, der zwei Menschen zum Opfer gefallen sink». Der Dampfer wurde beim Durchtchleusen durch bie Saatener Finowschleus« durch die he rein strömenden Waslermengen g e- fl e n bie öchleusenwände gedrückt und chwer belchädigt. Bei dem Anprall stürzte «ine Frau mit einem zweijährigen Kind in den Maschinenraum, in dem im gleichen Augenblick durch ben Anprall eine Kesselerplo- f i o n erfolgte. Die heranströmenden freisten Waslerdämpse verbrühten Mutter und Kind derart schwer, datz sie ihren Verletzungen alsbald erlagen. Berufung im Aaffrler Strafenbahnprozest. Degen da- Urteil im Kasseler Strastendahn- Droz eh. durch daS. wie gemeldet, der Wagenführer Gerlach unb der Schaffner Hentrich von der Anklage der Transportgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung an 23 Personen freigesprochen worden sind, hat der Ob« r- staat-anwalt in Kastel Berufung eingelegt. Ausschreitungen eine» betrunkenen Droschkenchaussenr». 6in Berliner Drolchkenchaufseur fuhr ohne Licht mit einer Stundengeschwindigkeit von 80 Kilometer die Oranienburger Ehauste« entlang und gefährdete Passanten unb Automobilisten. Die Kraftdroschke stich auf einen Plattenwagen auf. besten Führer vom Bock ge- schleudert unb schwer verletzt wurde. Als ein P o - lizeikommissar den anscheinend betrunkenen Ehaustcur feftfldlen wollte, fielen dieser und die beiden Fahrgäste über den Beamten her. dem dabei der Daumen her rechten Hand ab« gebissen wurde Erst als Landjäger dem schwer vebrängten Beamten zu Hilf« kämmen, gelang es die Rowdy« zu überwältigen und fest zunehmen Tfierfrourbigcr Selbstmordversuch. Am Eingang dcs im Berliner Westen üe- genben fiilmtbeater« Givria-Palast hat sich em 18iübriger Schlosser Herold Ulamfta auf offener Stran« «ine Äugel in den Kopf gefchostei». nachdem et vorher anontzm bie Redaktion der .Vofs Ztg." angerufen hatte und bt'.ngenb un erregten Don ersucht hatte, etnen Berichterstatter vor ben Gloria-Palast iu entsenden da sich dort pünktlich um 4.15 Uhr ..etwas Intereff ante« ereignen würde". Die Redaktion hatte die $olitet zur Entsendung eines ÄruninalbeamNn veranlagt, der aber den Selbstmord nicht mehr verchntdetn konnre. Llam'la. frort mit großer Pürcktlich- !e r den Revolver in dem Augenblick ad>ruckte, wo 6;t XI51 der Gedächr.^sl ich« Viertel schlug, wurde ins J'caaknfraud geschafft. Zolgeuschwerer , Scher,'. Zwei iuage Meute in der Deutsch« Ma- Ichiuenlavnk ia K »b l e n » bit ae e.ncm Cutt* Hammer k i dem Lusttchlauch hantierten, bet f eben Arn:». fc un Druck hatte, richteten ben Schlauch auf einen Kameraden. S.e Preßluft rr.fr dem Unglücklichen den Körper. ko bdfr er an ben erfttenrr B-rstümmelg»* gen starb Sein« tirbeitWoUfg* angejunfrrt. Ter Steinarbeiter Zoleph Dürmler ie der Motorenzelle des Scho'.:crwerkrs tu H fl bei Simbach begoß mutw.lltgcrw«ke seinen Ar beitfrf ollegen Kreil i na« r mit B cnzin und zündete die durchtränkten Kleiber am Körper beweiben ae. Ättihnger. der «ich Ieiner Kleiber nicht schnell genug entledigen konnte, trug äuherst schwere B r a n dve r 1 e tz u n ae n am ganzen Körper davon Von Gewtssensblsten geplagt, beging Dürmler einen Selbstmordversuch durch Erhängen konnte aber noch rechtzeitig abgcschnitten werden von einem steiler zerfleischt. Gin Winzer aus Enkirch iMoselj wurde im QBalbe. als er mit dem Aufbitt den von Stiem bclchälttat war. von einem au- dem Dicktet bervorbtc cn.en angelcholsenen Äetkr angefallen und in Stuck« gerissen so daß Laren mir Menschen Stare, ganz gemein, klare mit breiten Schnäbeln, schwär; oioktt oder aolbarun von <4, ’ieber. \t nach ®e(*rnod. melleid;i auch mu axtiyr Flecken.. 3a, dann muhten wir es auch nbnr Zeitungsnotiz die Kirschen sind reis, die ersten . nxr »edoch hielt das Schrotgewehrkf Str erinnern uns gnädig, stunmunasvolle Feuilletons von der Kirschblüte gelesen ju haben .weihe» Filtgran m grüne- Btannxrf etngr 'chninen. 3apan war do noch genannt: immerhin. r> tft beinahe vergesstn l.'iachlsroste bekümmerter, uns Stadtieute noch nie Io lehr. Nun sind sie do, bte fttrid-en. appetitlich in schmalen Körbchen, recht eckig au» brettern Bast aelrrtigt. den Geldbeutel zu irfdbrer L rde die Kirsch, bi» bafeiu gleichsam nit Glacenfel,orbe liefert der Korbmacher und — da» ist der Unterschied — schmale, hohe Lettern werden herbeigeholt. starke Stahl- brihte geschickt gebogen. Sorten dann die Leute au» den Kirschgegenden, warten auf günstigen Marktbericht unb trockene» Wetter — wohl, man weih, roa» man der Kirsche schuldig ist. tt» hebt an. bi» in den vollen 3uni hinein, junge, sehnige Ge- stallen, da der Zweig, der Ast de» Kirschd.mmcs sehr mürb und spröde, die Krone aber hoch, stellen die Leiter, tasten sie noch jedem roten, schwarzen Bündel, hurtig und vorsichtig rupst die fianb die frucht mit Stiel (der nächsten (krnte eingedenk, die schon knospend sprieht. es rieht der fjafen die entferntere Frucht, den widerspenstigen Zweig. Körbchen auf Körbchen füllt sich in späten Morgenstunden unb im altern Nachmittag, lenkt sich hinab, wo sich alle sammeln. Aus dem nächsten Wen scharrt der Schimmel schon, der die sühe. tausendfältige Last zum Bahnhof bringen wird.... Hochbetrieb' Ab und zu gibt'» einen Schuh (die Feindschaft ist groh). und ein leidenschaftliche» Stärkein fällt in» Gras — weiter rupfen emsige Hände, von Baum zu Baum, pflücken die Kirschen im Akkord (nicht ein jeder vermag e»), Sa» dann bleibt, ist schlimm zerzauste» Blattwerk, zackige Blättchen auf niedergetretenem Grov, und das Sohnlein de» Dorfarmen schielt nach einsamen roten Pünktchen, die e» sich holen darf. Finden wir die Kirsche wieder auf dem Markt — durch Lrpreh dort hingelangt — auf den Stän- hm leuchten sie, hinter Schausenstern, ihre frohen Warben dämpft der Preis, der blau unb rot, auf weiher Pappe, über sie gebietet Fliegende Händler, welch« di« Si.ahe entlang schre^.i (drei Pfund »st da» Minimumr H«rzk,rich«a prima Herzt,rsttze»' Tumende Ab klingt da» Lied der Kirsche Juli. Anfang August aber schaut der Bub m Gebirge jehni-ich: g hmgus zur kleinen Bogdhrid>e aus hohem Stamm and wenn dich gerade die Ferien treffen lannh du sie dartuh-g m, Geäst turnen »eben. Wagbötte. wie sie sich selig da» Nänstem füllen. HornotHcn. — Iage»talenber für Montag Giehener Konzertverein: 7.15 Uhr. Bolksballe. Beet hooens- .Neunte Symphonie. — Lichtspielhaus Bahnhosstratze«: ..Die lachende Gnlle'. — Klone« Licht-piele Nicht io stürmisch Äegmalb* •• D । e Stablverordneteooersamm- l u n |i wird sich ie ihrer Sitzung am morgigen D,en»tagnachmiNag 4 Uhr neben brr Birj:ang unb , Beicht utziakstmo über den Houstz -’Alai j a. noch mit folgenden Vorlage belassen haben: ljrrichtung eines B ehöose» u. ■' hen. Er .leuerung de.' Ämberhrttel« im stadstsOjm ^chtachi Wi. Errichtung eines Dienslwobngedäub.. für den j Direktor hn ftödti'chen Llektn tutswerte Austtri lung fine» Bedürtn-shäu chens an der (EHenbohn- unterfuhnuig in der Ludwigjtrahe •• Personalien Durch die stirchenre^ie- rung wurden K.rchenca: Dtr.kwr D. SUxuab Belte zu Friedberg auf fe-.n Dachsuchen und unter Anerkennung feiner langjährigen und ausgezeichneten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 in den Ruhestand vertent und Psarrer tfrnft Derstenmaier ;,u FrieXerz m.t Dielung rorn 1. 3un. 1927 und Pforr, r Otto S : r o b zu Tielbtunn mit *23 düng i'twn 1 Oktober 1927 zu ordentlichen Professoren der Zhcotogie am Predigerseminar unb Pfarrern zu Zriedberg et- ernannt. — Der Gendarmer.ekominis'ar St Wör- ner zu Schotten wurde m.t Wirkung vom 1. Juni ab zum Aer.darmerieinspektor ernannt ” Fahrplanverbesserung auf der Strecke Eichen- Frankfurt Dei um 22.41 von Dietzen nach Frrcdberg tetlebeoibe Perlonenzug wird Dom 1. 3uü ab über Friedberg hinaus bi* FvanNurt dunchgesuhr: . Frankfurt an 0,32). ee Sonntagssonde rzug nach der Edertalsperre. Am 3.3uh Lvriefort ein 0onniag*fonberjug 4. ÄUhe mit 33 , Prozent Fahrpreisermähigung und Schncllzugsgeichwin- higfeit von Frankfurt mit Flügclzug von Gelnhausen. Ridda, ® i e 6 c n i Vereinigung der Züge in Dietzen) nach Waldeck. Hinfahrt: Franl- furt ab 6.27. Friedberg ab 7.10, Dad-Rauheim ab 7.18. Butzbach ab 7.33, Lang-Döns ab 7.44. (Sieben ab 8.08. Lollar ab 6.20. Waldeck an 11.06. Rückfahrt: Waldeck ab 15, Wildlingen an 15.30, Wildlingen ab 19 28, Lollar an 21 48. Dietzen an 22. Lang-Döns an 2221. Duhbach an 22.32, Bad-Rauheim an 22.44, Fried berg an 22.53, Frankfurt an 23.33. Fluge 1 zug. H i n- fahrt Delnhauken ab 6.15. Büdingen ab 6.37. Sttxkheim ab 6.46. Ridda ab 7.01. Hungen ab 7.18. Lich ab 7.28. Dietzen an 7.48. Rückfahrt: Dietzen ab 22.15. Lich an 22.35. Hungen an 22.45, Ridda an 23.03. Stockheim an 23.1t, Büdingen an 23.30, Delnhaufen an 23.50. Anschlüsse für Wetzlar unb Dutenhosen Hinfahrt Wetzlar Dietzen: Wetzlar ab 7.27, Tutenhofen ab 7.37, Dietzen an 7.45. Rückfahrt Dietzen ab 22.25. Dutenhofen an 22.32. Wetzlar an 22.42, Der Fahrpreis beträgt ab Friedberg 7.40 Tiart Bad-Rauheim 7,13 HL Bupbach 6.70 2ML. Langgöns 6 33 Bit. Dietzcn 5 90 2». Lollar 5 5? TU Wetzlar r 40 L! TuUnbofei 6.201BL ödnbau’ r. 9 TIL. Büd ngco 8.30 *Ät. Stockham 7A) BI! TiMti 7 50 «k. Hun^n 6 80 ÄL. Vi* 6.60 AN " Bon der Derwaltung der Biebet> talbahn wird uns zu unserem Bericht in der Ccn-.4togdu.gabe über den schweren U^glüdAlall in de- BoOx- mcr Strebe geschrieben, der Ber- unglückte solle ovn etlichen im Zuche behnNijxa Schul-ungen gereist worden fern, er habe mit den x^unge i cm Bahnhvt der Biebertdlbcbn nicht mehr tn Berührung kommen wol'.ea. fei in 'einer *rcgung D^m 3uge abgrtprungrn und ai ir'atcer. tnorbra Die Entgleis ang der b-aieiv-. Ach.-n k'-> bereifender Pertcmrnwagen» fei durch da» Uebertabwn de» Körper» ent Hauten und nicht vor dem Abspringen de» Benin- gluckten An ber birile. ux> der Wagen ent gierst oar. habe die Blühe des Verunglückten gelegen, und dieser ’n dr tu Fall gekommen und überlab ren Doröm PcrtonenNeigen, sowie bx Dlotse befänden sich n deirieds'lche«» Zustande Wir i»alten m uncaem Bench! bet der ®rtoäbiiung xr dnigküur.g ausdrückl ch das Wort .angeb» . ; ffen •• Vorsicht beim Ktrscheneflen! Wir stehen in der Zeit der Kirtchenre-.s.-. 5kl kann mch: oft unb eindringlich genug an 8!icm unb Rtr.rvr die Warnung gerichtet werden. Vor- |ia>! trollen zu lasten unb Matz zu ballen beim iSflen dieser niedlichen, fützen u.ib sehr qelunben Früchte Besondere achte man darau>. die Kirschen! er ne nicht aw» Beauemlichkeit mit dem Fletsche hinunterzuschiucken: nicht nur Blagen- bef4>ttvrben. Iandern auch Operationen und der Tol> Kinn die Folge dieser unverzeihfich.-n Fahr- luftigfeü fein. 5Hi aber die Kirlch?n n-.cht selten nach n?br Durst machen als vordem, so hüte man sich gleich danach Daffer zu trinken. Viele mutzten wegen dieses Laichtsinns ‘eben ihr Geben lassen •• Verfrühte Anträge. Wolff» leie» araphcn Bureau meidet Bei der Hinden- burg-epenbe in Berlin gehen bcuernb zahlreiche Unterstützung santräge ein. Die Hindenburg. Spende ist z-i ihrem Bebauern ,m gegenroärtigen Augenblick mcht in der Vage, aus birfe Anträge irgend etwa» zu unternahmen. Sie bittet deshalb, von derartigen .'Intragen Abstand zu nehmen, und verweist darauf, datz e» erst von dem Urgebmc der Spend« unb von den weiteren Entschlietzungen de» nerrn Reichspräsidenten abhängt, wann mit Unterftüt- zung» ^hlungen au» der Spende gerechnet werden kann. WSR. Falsche Zweimarkstücke tauchen in letzter Zeit in verschiedenen Städten in aro- fierrr Anzahl auf mit dem Rlünzzeichen A 1925. 192L 1) 1925. 1926. F 1926. G 1925. 1926. J 1926. Die Falschftücke sind durch Dust au» Blei und Zinn her gestellt und nachträglich berfilberl wvr- den und fehen mehr aschgrau als weih aus. Die Banbgriffelung ist ungleichmähig. Allo Vorsicht! •• Bon einem Radfahrer urng «sah - ren. Am Sam&tagmiliag gegen 1 Uhr ereignete sich an brr CFrfr Iohannesstratze—Neuenwea ein Ui.r-L-äridU Dort moütt rtn Siedler einem Kinde autuxtchev fuhr aber eine allere grau en. die in- iotacde'en zu Boden iturst« unb eine schwere Ftestchrvunbe am Bem baoentrug. Die Srnroillig« 6eniU!»leloeBe wm Baten Kreuz leistete der bebau «m» menen Frau Hilfe T'er t'organg mürbe von ber Polizei seftgestellt •• Zur Richtigstellung. In dem Bericht über den FichteBartrag von Prosestor Messer im Republikcnikchen l'fbrrrbunb (9ir 145 der Gretz «nz'j mutz e» heitzen ..Fichte war trotz -cner Ontrouflung Republikaner sNichs: reaktionär j gebheben. Turnen, Sport unb Spiet Pettzer unb Bolhe sieqen in Äopenhaqen. Bei den Znternal tonalen ‘2n*enb!ämpiei: des €■ S Sparta-5kopendagm am Forrtag getuann Dr 'JJ elper »um zweiten Male den uxttooli« im 400-JUetrr-Waufen tn 50.5 öd. vor Lossr11u » Schwedeni und D e rn er |6tti- rin.) Bolhe 'Stettini fieate im 3XC-®etur2b m.t 1.80 Slder xfwnter im Hochsprung deoaic chen Ger «er- Stettin mit 6.49 Hict« un Wcufprung. •Berliner Börse. (Sffettm'^rft(n>ertriir. Berlin . 27. Juni. (SIB Funkspruch) Auch in der neuen "Sache ist da» Ge'chäst im Fruhner- kehr sehr klein, die Tendenz still, aber freundlich. Wurfe sind noch nicht zu baren Man tapert {färben auf 3b7 —Prazent. Der Geldmarkt ist mrnig oernnbert. Inwieweit ber nahende Ultimo Schwie- rigkeiten machen wird, lätzt sich noch nicht über« scden Um Devisenmarkt dort man Pari» mit 121.02 Mailand 83,W>. Madrid 28,75 und da» Pstind 4 8666 bis 4.8570. Nundfunst-Programm des irraefinrtet Lenders. (Ttaf der.Radio-^mschauE.) Dlmrtag. 28. Juni 15 bU 15.30: Die OtuntK der Jugend 16 30 bU 17.45 Konzert de» Hausorchester» Opern. ,nukit 17.45 dis 18.05: Die Lesestunde 18 15 bi» 18 30 Ucbcrtragung von .Kassel .Die Stund, iKr Frau" 18.30 bl» 19: llcbertragung non Kassel Vortrag Dr. Brauer über .Ühemilche Tag.ssraacn 19 bis 19.30: Fui kdochschule: ,2llt- beul 14k Jalelmakrti. 2 Teil". Vortrag von Dr. Oioalb Däd. Assistent am Städelschen Kunst- Institut 19.35 bis 20: Die Schachslunde. 20 bis 21 30; Liebertragung von Stuttgart .Der häusliche Krieg". Singspiel hon Franz Schubert. 21.30 bi» 22.30: Konzert de« Ural-Kosakenchers. 2prrchfk»ndett der Redaktion. 12 bl» 1 Uhr mlllag», 5 bl» 7 Uhr nachmittag«. Samtlaq nachmittag geschlossen 286» TOTAL-AUSVERKAUF unseres Möbellagers DARMSTADT Zimmerstraöe 2-4 ElisabethenetraBe 34 alter Weise weiter geführt Unsere Anfertig ungs Werkstätten werden in Astoria-Lichtspiele 6031c Essia Schulstr !> 0029c Wegen vollkommener Umstellung und des damit verbundenen großen Umbaues unserer ausgedehnten Ausstellungsräume sowie Aufgabe von Lagerräumen Außer Zimmereinrichtungen aller Arten in einfachster bis zur reichst Ausführung, große Posten Einzel- und Kleinmöbel, aparte Sitz- und Polstermöbel, Kronleuchter, Bilder, großer Posten Stühle u. Armlehnsessel Allgemeine Crtdfrmifen- kaffe Gieszen 2tadt. Die rückständigen Beiträge zur Kranten» faffc, Invaliden- und SrtverbslolcnVersicherung für die Zeit vom 18. April 1927 bi» 22. Aal 1927 können noch bi» zum 5. Juli d. 3- ahne Nollen bezahlt werden. Vach Ablauf dieser Frist erfolgt Beitreibung unb Kostenberechnung. Die Anzahlung kann Dienstags von 8 bis 1 llbt bei unserer Kass« oder au’ unser Postscheckkonto, Amt Frankfurt gungtn anzuerkennen Dietzen, den 24. 3uni 1927. a. Main Dr. 10833 erfolgen Dietzen den 25 3uni 1927 HInkler. Rechner Drogerie IeV lern, Schulin- Drogerie C. SelbeL Trogerte Bub »oll, studwtgS- platt und Neustadt, Trogerie * Wleier do», Kreuzplatz 9/16. SeräüiiiUP.geiSiflilnieEogeiljfllle mit Auichlu' -Aeleiie au' länacie Tauei zu »achten seincht. Änacheie nut genauen Anaaden über t'aae und •Frei' unier F. T. 2306 an ALA Binin- Bleie A Veiler, FreeUert ■■ Bel». Heute bl« elneclillcßllch Hlttwoch: Verwaltung der BeterinärtNncken und -Institute. I>eppeüierz Ban dtjll. lrtasNiünk Ui Nerven schwache. tvluiar- . MluUltaUU, Maaendet-vwerven. vrreanun. : -»woc„warcu,Wcrk tcuflt, toichm. Lichtspielhaus BahnhofslraSe 34 Bekanntmachung. Der Dom Gcmeinderat beraten« Dor- ankchlag für 1927 liegt vom 28 d TB.. an eine Woche auf der Bürgermeisterei zur Einsicht oHtn. Einwendungen tonnen dort mündlich oder schriftlich vorgebracht rnerben. Es wird eine Umloae erhoben zu der auch die AuAmörker dMzurragen haben 6042V Steinheim, den 27. 3uni 1927. Bürgermeisterei Steinheim Schmidt. Betnnntniachnng. Die Lieferung von etwa 1800 Zentner kühern Wiesenheu, beste Qualität, ist zu vergeben. Die Lieferung kann geteilt werden Die Bedingungen können bei der un'.crzeichneten Verwaltung eingeschen werden. Meute ble elnwchlleOltch |lt| i»cb: Nicht so stürmisch, Reginald [>.e tollen .streiche eine» geriebenen Jungen n 7 A«'.en In der Hau trolle: Heie prominente Beeetiung: Lya Mara, Harry Liedtke Vrette Gilbert. Fugen Kltprt-r. F.rnst v«;rebe«. Fxur«'n Burz, Dagny Servaea. Alfred Abel. Hudolf Klein-Rogge. Max Grünberg. Ferdinand von Allen. Wilh Diegelmann, Herrn. Picha. HanmWaecbalko Ferner Die neueste Ufa-Wochenschau sowie öle boxenden Känguruhs Groteske In i Akten. Wohnhaus mit Hausgarten 2x8 Zinimcrwobnung in Bkülar, unter günstigen Bedingungen au verkauken. An Aablunaerroünfrt)blWdt kann stehen bleiben, -christliche Angebote unier l-MD an den (Micfsencr Anzeiger erbeten O»OOGOHOGGVGOGOOGGG«««S»« Hervorragend befähigter Bauführer mu nochweisltch guter praktischer Tätig- feit, nach ikoallchkeit im ^augeschak, kur feiert nach Gietzeo and Umgebans ae tuchl Lsterien unter T. «>-'*69 an «la vaaienfinn A Posier, »raaffnrt am Dime. f— Zum Besuch von «petbeken n.Troaerieu wird ein nachweislich gut eingeruhrter, oerkaul»iüchi'ger Vertreter von leistung»kähiger ohsrmazeuttschrt ? , la Sisal-Garn, 500 , , S günstigen preisen, auch Teilladung ac- tttet. okdenfall^ Erntestricke, große Auswahl! Stets großes Lager. Preisangebote u. Muster nebst Tiertreterbefuch stehen kostenlos zur Verfügung. Smit Braun jr., Trohe b. 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M. »MHÜ Kristallzucker, fein . 10 Pfund Mk. 3.45 1 Pfund Mk. 0.36 Zucker, fein......10 Pfund Mk. 3.65 1 Pfund Mk. 0.38 Kaufgesuche | aeincht. TMÄc Medizinische Rlutif. Damen- Lederjacke fast neu, vrei»w. au oerk. Wo. sagi d (He- fchüffst. d.G.A. Welche edeldenkende i’.enfrfjcn geb. ibrrn äroiüingsrooflen flana billig ob? 2 djr. Anged. u 04771 an den Gieh. fliu erb hunger, starker Zughund au verkaufen 01770 Eredneettr. 14 v. jge.MeihonOE kurabaartg, bell. Abstammung. hat preis- wen nbAUfltu. ("^D Förster Hoi Kroidorf b. Wehen. Meine ausgewachsene Hunde ia MisekMse CMjO t Nt Tampskaseiabrik Rendsburg. Auch bei .Maaren . Nieren- und Zucker- krankhrit ÄrztL empfohlen, le afl«e rts«chl»rit>rud. auch mit Quellenangabe, verboten! Dehli. 3uni 1927. Der heute durch Indien reift, muh (ich über den Optimismus der Briten wundern. 6if bauen neue Städte. gewaltige Hafenanlager Äcnüle. Stauwerke. ungeheure Talsperren und projeil irren grobe Bahnanlagen — nicht ander», al» sollte ihre Herrschaft über Indien noch jahrhundene- lang dauern. 2m deutlichsten wird dieser Optimismus in der Cbenc von Dehli. wo sich, eine Wegstunde südwestlich der heutigen Stadt. Imperial D e h l i aus dem ennnerung»t>dal)encn Boden erhebt. Denn hier soll die künftige Hauptstadt de» Kaiserreiche» Indien ftehen. bie zu gleicher Zeit wie das eben eingeweihte Lanberrain Australien zu bauen begonnen wurde. Länderra ist fertig, Imperial Dehli wird noch manche» Iahr in Anspruch nehmen. Auch der jetzige Vizekönig. der fromme Lord Irwin, kann den Königspalast nicht mehr beziehen. der aus der höchsten Stelle der proief- tierten Stadt über gewaltige Terra Hen und künstlichen Wasserflächen emporwächst. Die vvll^ kommen un(cntimenlale An de» Engländers wird deutlich Au» der Zjauptfasfade de« Aönig»- palaste» sieht man eine kilomNerlange Pracht- ftrohe. die geradezu aus Indarpai läuft. Was ist Indarpai? Indarpat war auch eine Stoma»- bürg fremder Eroberer. die Indien untenochi barpat ift eine Ruine. Die Herr. Gewölbe sind zusammengebrochen und die etnft prachtvollen Kuppeln nicht» al» ein wüster Steinhaufen. Der künftige Vizekönig von Indien wird diese» weltpolitische „memento mon ft et» vor Augen haben, wenn er au» den Fenstern seiner Säle Über die Ebene blickt. Aber die Engländer sind nicht sentimental vor allein nicht pessimistisch Richt al» ob sie sich Illusionen machten. Gerade da» ist ein politischer Dorzug der Briten, sich unangenehme Dinge nicht zu verheimlichen. Desto größer ift die Kraft und Da» Selbstvertrauen, auch die größten Schwierigkeiten zu besiegen. Grohbri- lannien vertraut auf feine Kraft, auf seine Geschicklichkeit und auf sein Glück. Die Kraft ist mi l i t ä r i s ch Freilich ftefn da» britische •Bejahung»beer mit seinen rund 60 000 europäischen Soldaten in keinem Verhältnis zu der BolkSzahl der beherrschten Gebiete, die 320 Millionen beträgt. Selbst die 400 000 eingeborenen Soldaten waren für diese Dölkerfülle zu wenig, käme e» nur auf die Zahl an. Aber die Bewaffn u n g de» Heere» ist so au-gezeichnet. die Verteilung so geschickt die Transportmittel so modern, daß nach menschlichem Ermessen ein plötzlicher Aufstand die Engländer nicht au» dem Lande werfen könnte. Ob England imstande wäre, eine lange, unsichtbare und zähe AufstandS- bewegung. wie e» der Freiheitskainpf Irland» war. auszuhalten, ist eine andere Sache. Aber e» ist auch ein andere» Volk, der Inder ist kein Ire. w __ Die in den Reden der indischen Rationalisten immer wiederkehrende Behauptung. Indien fei fähig zur Selbstregierung, denn e» habe sich in früheren Jahrhunderten selbst regiert, ist falsch. Indien bat sich nie selbst regiert. Da» Volk ist jahrtausendelang von fremden Eroberer- schichten (bie zahlenmäßig übrigen» Immer eine Minderheit barftcllten) unterjocht und ausgebeutet worben. Stein anbere» Voll der Welt durfte so leicht zu beherrschen sein, wie da» indische. Da» dividc ct impera ist hier nicht einmal nötig, denn fein Eroberer braucht Uneinigkeit zu säen, die ist leit Jahrtausenden vorhanden Indien ist keine Ration. Erst die europäische Fremdherrschaft machte au» der ganzen vorder- indischen Halbinsel so etwas wie eme politische Einheit, nicht zum mindesten durch die Aus- zwingung der englischen Sprache Wenn gebildete Inder au» Madras mit anderen au» bem Pandschab zusammenkommen. so muffen sie sich, wenn es sich nicht zufällig um Sprachgelehrte bandelt englisch verständigen. Die Rattona- Iistenlongrelle find vraktifch nur möglich kmrch die allgemeine Kenntnis der englischen Sprache Schlimmer aber al» die sprachliche Verwirrung ist die religiöse. Der Gegensatz zwilchen Islam und Hinduismus ist nicht konfefftoneller Streit, sondern tödlicher Haß zweier wesens- fremder Religionen. Die Mohammedaner sind in der Minderheit, sie stellen etwa 1 der indischen Gesamtbevölkerung, während die Hindu» mehr al» . ausmachen Aber diese Minderheit ist politisch stärker, vielleicht nur deshalb, wen sie phh lisch stärker ist. und ba» ift wieder eine Folge der gesünderen Lebenshaltung. Der Islam zwingt seine Anhänger nicht. Itegetaricr Alt sein und vor allem, die Mohammedaner kennen die volksbiologisch so verhängnisvolle Kinderheirat nich. Die Mohammedaner sind nicht b.e einzige relig.öse Minderhen. Da sind noch bie 3 a t n a ».x die reichen Parsen, die Ehriften. bie Buddhisten ulw Ader auch die Religion be» Hindu emu» schuf sich kerne Einheit. Es gibt 3000 Kasten und b>e unteren Kasten werden von den oberen sicherlich schlechter behandelt al» die SNavenbevölkerung der antiken Großstädte von den Freien. Erft Gandhi bat ja den Kampf gegen die Unberührt arte t der unteren Kasten ausgenommen und durchaus nicht mit vollem Erfolge Auch abgesehen von den SU ft en. der Hinduismus bat noch andere Rille auflutoci 1cn; e» sei nur aus den Gegensatz znst- schen Wllchnu-Verehrern und Schiva-Anbangem bingew efen Wer kann e» England verdenk erz. diele Gegensätze für seine polit.'che Herrf-vaft auogenuyt zu haben. Und wenn auch die kulturelle Entwicklung be» Indertum» durch k e west- hdxn E nslüsse rapide und unheimliche Fon- Icheine macht, fo dürfte c.ne allgemeine R.vel- licrung der religiösen, sprachlichen und Kasten- unterfchiede in den nächsten Jahrzehnten nicht vollendet fein. Die britische Herrschaft ist elastisch. Da» Wort. England verbuche, Indien zu einem Dominion zu entwickeln, muh durchaus ernst genommen werden. Abgesehen von den dinge- borenen-Staaten, deren Verwaltung zu einem großen Teile den e.nheimckchcn Fürsten überlallen ift. sind lehr umlallende Gebiete be» öslentlichen Leben» Gegenstand der Selbstverwaltung. England ist >.i er Kl den Mangel an eigenem Menschenmateral gezwungen. Abgesehen von den Soldaten, leben knapp 100 000 Engländer in Indien, davon natürlich nur ein Bruchteil in der Verwaltung. Diele Zahl ist viel zu gering, um den Verwalt unas- apparat eine» 320-Mlllionen-Volke» au»iuhil!cn_ Schließlich bat England in seiner indischen Politik viel Glück gehabt. Gar ost arbeitete bie Zeit für England. Der Gandhisrnu» erledigte sich selbst, und al» der Rachsolger Gandhi», der betagte Da», der England hätte gcsährlich werden können, zu Macht und Einfluß kam. starb er. Und in dem kommenden Jahr fiel die nationalistische Bewegung in Indien aus Mangel an Führertum auSc.nanber. Kaum war das geschehen, so flammten die alten Religionskämpfe zwifchen Hindus und Mohammedanern wieder aus. Der japanische Einfluß, der einen Moment nach dem Kriege recht gefährlich ausiah. nahm in bem Maße ab. al» die politische und wirtschaftliche Stoßkraft Japan» durch die großen Katastrophen gelähmt wurde, welche im Erdbeben und in der Wirtschaftskrise Japan Heimsachten. Der Optimismus England» ift allo nicht unberechtigt. Doch gibt es dunkle Striche im politischen Bilde Indien». Die Zukunft ift nicht ohne Gefahren. Die Gefahren liegen eben in der schnellen zivilisatorischen Entwicklung Indiens. Durch den Sinsluß der Schulen uni» Universitäten nimmt die Bildung rasch zu. Es ersteht eine sehr breite Schicht, welche die Engländer cducated people nennen. Die Bildung dieser Leute ist im Gegensatz zu bem feinen, freilich seltenen Gelehrten- tnp. ben Indien feit Jahrhunderten hervorbringt, eine schreckliche Halb bilbung. Desto größer die Gesal)r. von ben ersten besten Phrasen bolschewistischer Agitatoren verführt zu werden. England übertreibt da» bolschewistische Gespenst zwar auch in Indien. Aber e» bleibt angesichts bet großen Prvletariermassen in den modernen Industriestädten Indiens eine unheimliche Drohung. Diese Industrialisierung ist überhaupt der gesährlichste Punkt für England Die britische Wirtschaft befindet sich in einem heiklen Dilemma. Einerseits ift die britische Industrie durchaus uninteressiert an der wachsenden Kaufkraft der volksreichsten Kolonie, die da» britische Imperium umfaßt. Andererseits aber entsteht diese Kaufkraft nur durch das Erstarken einer eigenen Industrie die wiederum der englischen erhebliche Konkurrenz macht. Was aber fall geschehen, wenn Indien eine» Tages reicher ist al» das Mutterland? Es sei in diesem Zusammenhänge zum Schluß noch auf ba» Goldgeheimnt» Innen» hingewiesen. Wer Indiens heutige» Wirt- ’d)afKleben studiert, muß immer wieder feft- fteilen, wie unendlich arm da» Land ift. Diese Armut beruht nicht auf Uebervölferung. sondern auf einem durchaus unrationellen Wirisch a s t»s v st em Trotzdem ruht in Indien ein nicht verwirklichter Reichtum, der in seinem bloßen Vorhandensein eine unheimliche Gesahr für ben westlichen Kapitalismus darstellt. In Indien verschwindet Jahr für Jahr ein nicht unerbvbliixT Teil der Goldproduktion der Welt, ohne daß er in den natürlichen Kanälen des Wirt schalt siebens den Umlaut al» .Rap.1 al oder Geld beginnen würde. D.e'es Gold, das eine Form brr aktiven Handelsbilanz Indiens .ft. txntb anfchc nend thesauriert unb man hört daß bie re chen Kau'manntzsamll.en es in Barren auf den Markt geworfen, so könnte e» eine ernst- Iiche Erschütterung der Golddafls aller Valuten, geben eine solche e\- -br ift nicht aktuell, denn d.e gan,K Wirllchaftsauf- fallung des Inders sprich: geaen e.ne solche Maßnahme Jmmerhi e.ne so furchtbare Waffe in dc Händen des Landes zu tr.Men. ift für den 'Beherr'cher beunruhigend Jur Sonnenfinsternis am 29. Juni. Von Professor Dr. Äüftermann. ms Seit ich einmal gelesen habe daß vor mehr al» dr. »hundert Jahren bie beiden axnc« fischen Hvfaftronomen Hi unb Ho btngenp;et würben, weil f,e es vettäumt bauen, e.ne k nenhnftemt» rvchi zeitig anzukündigr! befällt mich immer eine oteiche Angst daß nitr einmal in meiner Eigenschaft a.» Hausaftronon vcr- schiedrtier k-eutscher Zeitungen eine ähnliche Un» lerlallungssünde unterlaufen, unb daß m.ch dann ein eben o grausame» Geschick trc Lm kön.itr tt*;e jene unglücklichen Amt»,tenossen. de von Hau» au» schon einsilbig in so schwber l&cife ganz stumm gemacht wurden. Ee sei also gewissenhaft gemeldet daß wir am > Jun-, c.ne Sonnenfinsternis haben deren Lichtbarkeitsdedingun- arn für un* verhältnismäßig günstig liegen. Allerdings ist der scheinbare Durchmesser de» Monde» nur lehr wenig größer al» der der Sonne, nämlich nicht einmal ganz 5 Bogen- sckundcn. da* ist noch niht einmal der drei- hundertste Teil der Scheibe. Dement prechend ift der Streifen der von der vollständigen Vei- finfterung bedeckt wird, nur fehr schmal Er zieht sich von Rordcngland durch die Rordsee nach Rvrwegen und überquert Olortnegen der ganzen Länge nach von Lübweften nach Otorboftcn. Er Finstern » ergebend« x .eiten sind In der Karte in nv.ttcku- ... scher x',cit ange,teben Sie lallen bie gro^e Ge'chw.ndigle.t erte >.en mit ter i#r Blend'chatteüber bte ckrde eilt. D-. f«r\i (gen Ort*5fi:en hegen natürlich im Westen fru->r. tm Oste» später So ertldrt es sich, baß Me .Sinfiemi» trr. ihrer tu m ? uer in W en bei Sonnenau'ga.g «ginnt und im Offen I Scnnenunterganc. ciBigt Im trestlicheri Teil de» lappen16rmiger. Ge: erlchiebt. In eben dieser Weife verschiebt sich der für un» unsichtbare Reumond an der Sonne vorbei C?» ist also Har. daß der rechte, d h der westliche Teil der Sonne zuerst, und der linke, östliche, zuletzt verfinstert wird. Mit dieser Bewegung be» Monde» hängt es auch zusammen, daß die sr/uffl OZZAN ATLAMT/SCHZft OZZAH vC'W'v. setzt sich weiter durch das nördliche Eismeer und den nordöstlichsten Teil Sibirien» fort. Seine Breite beträgt ungefähr 100 Kilometer i he Dauer der vollständigen Verfinsterung erreicht an keinem Ort auch nur eine Minute. Die Höchstdauer von etwa 50 Sekunden erreicht sie dort, wo sie um die Mittagszeit einlrttt. im nördlichen Eismeer, nördlich vom mittleren Sibirien. In Deutschland tritt also nur eine Teilver- finfterung ein. Sie ist natürlich für die (Pegenbcn am größten, die bem Strecken der vollständigen Versinstcrung am nächsten liegen, also für bie nordwestlichen Teile unsere» Vaterlandes. In den Gegend von Aachen bedeckt der Mond im Augenblick der größten Verfinsterung etwa ’ l0 des Sonnendurchmesfers, in ber nördlichsten Ecke des uns noch gebliebenen Teils von Schleswig noch etwa» mehr, während sich Berlin mit 86 vom Hundert. Breslau mit 83 vorn Hundert. München mit 82 vom Hundert und Wien mit 78 vom Hundert begnügen müssen Entgegen ber von Olten nach Westen gerichteten täglichen Drehung des Sternhimmels bewegt sich ber Mond von Westen nach Osten Im gleichen Sinn wandert der Mondschatten, wie dies in unserer Karte durch ben Pfeil an- gebeutet ist. über die Erde. Erreicht ber östliche Ranb bc» Mondschattens einen bestimmten ®rb- ort. so bedeutet ba» für ben Ort ben Beginn ber .Finsternis, ihr Ende erreicht sie. wenn ber westliche Rand be» Mondfchartens ben Ort durchstreicht Die sich so für Beginn und Ende der Finsternis zuerst für westliche Gebenden unb bann für östliche sichtbar wirt». Für fre westlichen Telle Deutschland» fällt die größte Verfinsterung schon halb nach 6 Uhr, für die östlichen etwa» später. Ihre Grenze erreicht die verfinfteruna dadurch daß im Westen ein Teil der Sonnenfinsternis vor Sonnenaufgang fällt, so daß die Öonne also bereit» verfinstert auf- qebi. unb andererseits, daß sie im Osten, b. h. jenseits von Oftaficn. von ber dort natürlich viel früher einkbenben Rächt erreidxt toirb. Mit ungeheurer Geschwindigkeit eilt der Mondschatten über diese» große Geb et. Die vollständige Verfinsterung spielt sich in wenig mehr al» zwei Stunden ab. Die erste Berührung be» Monde» mit der Sonne findet etwa eine Stunde vor bie letzte eine Stunde nach dem Höchstwert der Sinftemi» statt, so daß der ganze Vorgang schon halb nach 5 11 br beginnt. Was die Beobachtung der Finsternis anbelangt. so sei vor allen Dingen dringend davor gewarnt, mit bloßem Auge in die Sonne zu schauen Man bart sich keinesfalls daraus verlassen. daß die natürliche Blenknmg be» Auge», die un» ein unmittelbare» Hi neinschauen in die Sonne unmöglich macht, schon einen Schutz gegen schädliche Folgen gewähre Man halte auch Kinder von Cdxabigungcn ihrer Augen ab. was am besten dadurch geschieht, daß man ihnen bessere Beobachtungsmöglichketten gibt, bie» empfiehlt sich auch au» dem Grunde, weil man dann nicht nur ungefährdeter beobachtet sondern Tonika-vo-tturfe in Zranksurt. Von Lehrer Gg Köppler. Sichenrob. Als einem der wenigen hessischen Lehrer, bie sich im Gesangsunterriart auf die Tonika-Do- Lehre umgeftcllt haben, fei mir gestattet, auf eine günstige Ausbilbung-rnöglichkeit in dieser Methode hinzuweisen. die in ben Tagen vorn 1. bi» 7. Juli in Frankfurt a. M. geboten wird. Die neue Methode gewinnt in den letzten Jahren immer rascher an Boden. Auf der Reichsschul« inusikwoche waren ihr ein Vortrag t. Die beiden großen Entdecker der sogenannten bpekiralanaldse. Kirchhoff und Bunsen, waren der Ansicht, daß diese Linien im Spektrum durchaus nur von der chemischen Hatur de« sie erzeugenden Srunbftoffc«. dagegen nicht von den Heben um- v toi ■ B Druck und Temperatur abhän- qen Wie wir jetzt wissen, ist die« nicht richtig. Bedeutende Unterschiede in Druck und Temperatur können Henherungen in den Atomen, den letz- »en Bausteinen aller Stosse. Hervorrufen und bann auch die erwähnten Linien gänzlich umgcftalten. Sie werden nicht nur um allerdings sehr Heine Beträge lxrschvben. sondern einzelne können auch verschwinde" und an ihrer Stelle können gänzlich neue auf treten. Wenn wir nun gewöhnliche« Sonnenlicht beobachten. so rührt die« offenbar von den verschiedensten Gebieten der Sonne her, sowohl von der Sonnenvberslache als auch von dahinter liegenden lieferen Schichten denn ha die Sonnenoberfläche au« Gasen besteht, kann die sehr starke Strahlung der tieferen Schichten die SonnenhüUe noch bis zu Tausenden von Kilometern durchdringen. Die inneren Schichten sind, wie die« ja von der Erbe her bekannt ist, die heißeren und stehen auch unter höherem Druck, im ganzen also unter ganz an de- ren Bedingungen wie die Sonnenoberfläche. E« ist daher verständlich, daß auch die von ihnen betrübrenben Linien tm Spektrum von jenen völlig verschieden find Die Sonnenfinsternis bietet nur ein Mittel, die Linien au« den aller ob ersten Sonnenschichten für sich allein zu betrachten und damit festzustellen, welche von den im gewöhnlichen Spektrum auf ire- len hen Linien den höchsten Schichten und damit auch, welche den tieferen entstammen. Jn dem Augenblick nämlich, ehe die Sonnensinstemis vollständig wird, oder auch in dem Augenblick, wo nach Vorübergang der vollständigen Verfinsterung gerade das allererste Sonnenlicht wieder auf« flammt, alfo unmittelbar vor und mich dem Höchstwert der Verfinsterung, erhallen wir Licht nur von den alleräußersten Sonnenschichten. Dieser äußerst ? Sormenrand. her nun ausschließlich Licht zu uns sendet, bat die Gestalt einer schmalen Sichel, olle« übrige Sonnenlicht wird vom Mond abgeblcnbel. Diele« Spektrum der sichelförmigen Sonne, ha« nur aus den äußersten Teilen her Sonne stammt — toohlgemerkt nicht von hen die Sonne umgebenden. Heringswanderungen. Man schreibt uns: Ein so allgemein verbreitetes und geschätztes Qlabrungemiftel der Hering in jeher Form, ob frisch, gesalzen, eingelegt oder geräuchert ist. — über die LtbenS- bchingungen dieses Fische« und insbesondere leine Wanderungen bat man erst in ben letzten Jabr- zednten fi Here Kenntnis erlangt. Eine anzie- atnbe 3u|ammcnialfung des jetzigen Standes her lvtffenschast bat her dänifche Forscher A E. Jo- Hanson gegeben, der auf diesem Gebiet in den <&tcn fahren mit Erfolg gearbeitet hat. Bei der großen wirtschaftlichen Bedeutung her Heringssifcherei von deren Ausfall das Wohlergehen mancher RüUengeg rhen gänzlich ■ blxvigt. bat man her Tatsache. daß der Hering «eittoeife in großen Massen auftritt und dann .lieber verschwindet, schon in früheren Jahrhun- famkeil ,efchenkt Aber >r>t in • er neuesten Zeit ist es gelungen, sichere Äennt- >lsse zu erwerben, und zwar einesteils durch nühevolle Untersuchung her motöbologtfa.en Ei- «eniumlichkeiten her auf den verfchiedenen Fang« läixen gefangen vorkommenden Fische, anher - eu« durch genaue Beobachtung her Laichplätze. Ulan hat an den OeNllchkeiten. wo Hering «dangen wird, die Fische zu den verschiedenen ahteszeiien. in Die der Fang fällt, auf Unter- »lebe in der Körpersorm. aus Länge und Lage *r Flossen, auf die Zahl der Wirbel, der «ieljchuppen und der Bauchslofsenstrahlen unter- . Dl. und namentlich die drei letzten Merkmale, le sich in der ganzen Entwicklungszeit eines Gering« nicht verändern, haben wichtige An- jltöpimltc ergeben. Jn labtelanger Arbeit jurhe mH dieser Methode festgestellt, baß He- Inge, bl» in Gewässern von verschiedener Tem- .eratut und verschiedenem Salzgehalt laichen. ju4) wesentliche Unterschiede in hen nräbntcn Merkmalen «eigen. So haben He- ange. Die in bet Ostsee laichen einen anderen Typus als die in der Horbsee laichenden ja. zwilchen den Heringen berlelben Meeresgegend bat man. je nachdem ob sie in bet warmen oder der kalten Jahreszeit auf treten wesentliche mor- aber nicht zu ihr «ha. gen leuch.enden Schicht«, her fogenannten Sonnenkorona die auch während her vollständigen Bersinsterung « cht bar bfetbt — hat feine« blitzartigen Austretens wegen, ben Ha- men flafh-Speltrum. d h. Blitz-Spek run- erhalten. Die in ihm «richt-nende^ Lin en haben alle Sichel- form, und man kann logar rus der Länge ihrer Sichel «chliehen. bis zu we« hen Höhen der sie er- Sugerbe Stoss in der SonnenhüUe vorkornmt ine her merkwürhigsten Entdeckungen zu denen dies« Forschungen Veranlagung gegeben haben, ist die daß die höchsten Schichten her Sonne nicht etwa an Wallerstosf hem leichtesten G »e londern vielmehr an den. Dampfen he« Metalle« Kalzium befandet« reich find Die heuttge Phtzfif ist aber imstande, bte'e« auf den ersten Au^mblick fo auf» fallend scheinende Ergebnis brincd'.genh zu erklären. Don den vielfältiger Untersuchungen zu denen bte Sonnensmsterm« am 29 Juni den Sternforscherm Veranlassung geben wird werden ficherlich immer erneute Aufnahmen und genaue Prüfungen he« B!'*»' -Spektrum« nicht Die unwichtigsten fein Oberhessen. Landkrrts Gießen n Großen - Linden. 27 Juni An Stelle des freiwillig «urüdgetretenen Emst P»rr wurde Kaufmann Faber dahier zum Untererheber ernannt X Allendorf a. d. Lahn, 25. Juni. Heule wurde die älteste (iinmobnerin unserer Dorier, Frau Anno ül'sabethe Bi eh mann geb. Weih, im Älter von R4 Jahren zur letzten Ruhe gebettet. ;/ Beuern 25 Juni Die Autoverbrn» d u na die her fritfige Schlaffer Otto Damm seit April nach unterer Station Großen-Bufeck unterhält wirb auch weiterhin gut benutzt. Besonder« angenehm wird fie bei schlechtem Wetter empfunden Jm Mai und Juni wurde her Wagen an mehreren Sonntagen auch von hiesigen, sowie auswärtigen Vereinen zu Fahrten auf Feste in der Umgegend in Anspruch genommen. ferner bedienten sich schon mehrfach Heine Gesellschaften dieses neuen Berkehremittels. um zu Beerdigungen in Aachbardörser zu sahren. Bor 14 Tagen brachte da« Auto eine größere Anzahl Einwohner direkt nach Gießen zu einem Betuch der '-«Werbeausstellung. Gleichzertig wird her Wagen auch zur Güterbeförderung von und nach her Station verwandt, der Fahrer besorgt Aezeptc in die Busecker Apottxke u a m. so daß man die Hcueinrid)hing hier nicht mehr missen mochte. Utphe, 25. Juni. Diejer läge wurde das f) t u g r a s des ÄlefenHeländes der Gemeinde versteigert. Die Prelle lagen durchweg unter den i'prjäonflfn Dies erklärt sich daraus, daß im letzten Jahre die ^hinjütterung infolge Der günstigen Witterung dis fast in den November anyielt und deshalb der Heuverbrniich erst spät einfetzte. Auch in diesem Jahre sind die Futterauslich- t e n wieder sehr g ü n ft i a , so daß sich viele Landwirte mit stleehen eindecken. Trotzdem wurden für hie besten Morgen 80 bis 90 Mark erzielt, für laiche mittlerer Qualität 30 bis 40 Mark, für die geringeren etwa 20 Mark. Bor dem Kriege mar es Brauch, daß diese große Versteigerung auf dem in der Nähe gelegenen Lindenplatz bei einem fühlen Trunk gefeiert mürbe. — Auf der Gaufahrt des Gaues W e 11 e r n u“ (eübroeftbeutjrfxr Turn- oerbonb), bir in Weber-iilorftnbt ftattfanb, unb bei her bie volkstümlichen Meisterschaften ausgetragen würben, erhielt vom hiesigen Turnverein Frischauf her Turner Pbil. Schwarz bie Meisterschaften im Dreisprung unb in Weithoch ivroic ben 1. Preis In Stabhoch. Der Turner Rooert lag errang die Meisterschaft im Kugelstoßen. .«Freis Friedberg. 2t Dah-Hauheim. 26. Juni. Die hessischen Pfadfinder hatten gestern und beut: unsere Badeftadt al« Ort ihre« großen oommer- tressen» gewählt, um mit her Feier her Sonnen- wenbe gleich zeitig bie Wethe de« Pfab- sinderheims immebmen zu können, ba« ber hiesige Horst he« Pfadfinder-Hundes am TaunuS- ranhe in schöner finge errichtet Hat Schon gestern belebten Psahfinher aus allen Teilen he« fianhe« mit ihren Fähnlein unb Wimpeln bie Stabt. Dio Hefsenführer hielten gegen Abend ein Thing ob worauf ein Fackelzug nach dem ^yeim führte Hier touroe vor einer großen Zufchcmei menge ba« Fest her Sonnenwende begangen. Feuerrete. Gedicht- unb fiiehervortiäge gingen i-em Ab- brennen L<* Feuere Do*ao» uab .Pcvme.h .u neue Sendung“ 'chloß stch cl» ein nachhenk.iches Spiel an. Der Sonntag brachte am Vormittag r.ne tchl-.chre Gefallenen-Ehrung auf Nm Helden» friebhvf einen stark betuchten JugendgottesNenst in her Wilhelmskirchc unb ein Thing her Bel leien am Heim während her Aachmtttag her Heim» .weihe galt bie durch ben Lankesoogt Porgenom- mer. wurde Die Festr.de dabei hielt Sludknrat Dr Knieriem Nächsten Samstag finde! zugunsten des neuen Heims noch ein Pfadfinder- i'benh mit reichhaltiger Hortrag«ro*ge statt Kreis Schotten. fi a u b a <6 25 Juni Heure vollendete die älteste Bewohnerin unterer Stadt. Fr! Mari« Kolb eine Schwägerin bt« vor dr« Jahrzehnten verstorbenen Bürgermeister« Daniel Aitter ihr 90 fieben«jabr Die alte Dome kste tich in da« . Jodann-Friedrich-Stiir' zurückgezogen hat ist DcrbäUnternahm noch recht rüstig Sie unternimmt öfter noch kleinere Spaziergänge flrrie Alsfeld. la Hopfgarten. 25. Juni Dir Feld- bereintgung In unterer Gemarkung ist nahezu beendet Jm vergangenen Herbst konnten die neuen Grundstücke den Besitzern zugew'.e'en werben. Den Winter durch wurden Hecken unb Haine gerodet, gegenwärtig werden noch Wege- bauten auSgefühn Allgemein ist man mit den neuen Grundstücken rrcht zufrieden Auch die Aeichsbahn konnte zur Erweiterung de« Bahn- Hose« Aenzenhort das nötige Gelände erwerben Mrci# Lauterbach. k Lauterbach 25. Juni. Jm Basalt- werk Vait « berg bei Lauterbach th gestern abend der technisch« Direktor der Mittel heult chen Hartstcin-Jnhustrie. Kuschke. Frankfurt a JK. tödlich verunglückt. Der bedauernswerte Mann stürzte bei einer Besichtigung her Umbau» arbeiten am Silo unb Verteiler infolge eint« Fehltrittes etwa 5 Meter lief ab unb schlug mit hem Kopfe auf ben Betonfußbohen auf. wobei ihn ein nachgeftürzles Gifenftück noch am Kopfe traf. Mit sehr schweren Berletzunaen würbe er dem hiesigen Kransenhaule zugesührt. wo er heute nachmittag kinen Verletzungen erlegen ist Starkenburg. ' Darmstadt, 26. Juni. Geh Hat Prof Dr.-Jna Mittler der Begründer des ersten Lehrstuhl« für Elektrotechnik an der Technilchen Hochschule in Darmstadt, feierte gestern leinen 7 5. Geburtstag. Von ihm aus ist eine Schule von Elektrotechnikern ausgegangen, die ein« Aeihr hervorrogender Hamen zählt. Führende Männer her elektrotechnifchen Großindustrie unb Wilsen» lchast überbrachten ihm eine Dankabrefse früherer Schüler Unter den Glückwunschtelegrammen war auch eine« her Professoren der Technischen Hoch- schul' in Warschau. LPD. Offenbach. 25. Juni. Aus her Mühlheimer Landstraße stieß der Motorradfahrer Otto Höhn aus Frankfurt a. M mit einem Fuhrwerk zusammen. Höhn wurde so fchwer verletzt, daß er an Ort und Stelle starb. Sein« Frau, die in einem Beiwagen faß, wurde herausgefchleudert unb leben«- gesährlich verletzt. Ernft-Ludwiqs- Hochschulgesellschast. * Darmstadt 26. Juni. Die Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule, ,,Smst- Ludwigs-Hochschulgesellschast", hielt gestern ihre 9. Hauptversammlung in der Technischen Hochschule ab; es wohnten ihr außer den Mitgliedern al« Ehrengäste zahlreiche Wissenschast- ler und Vertreter von Behörden bei. Au« den geschäftlichen Verhandlungen ist bemerkenswert, baß die O t t o - B e r n b t - S t i f t u n g bi« j.'tzt bie Höhe von 53 000 Mk. erreicht hat. Ein Teil de« Zinsenertrages wurde von Geh. Har Prof. Dr. Berndt, der die Verfügung darüber hat, dazu bestimmt, begabte und unbemittelte Studierende zu iinterftütkn: mit einem anderen Teile sollen wllfenlchastliche Arbeiten gesordert werden. Geh. Hat Pros. Dr. Hich. T2 > l l st ä t t e r - München hielt einen Vortrag übet ..Katalysatoren", worin er ein« historisch« Schilderung der Forschungen auf bi«fcm Gebiete gab, dann bie verschiebenen Theorien über bie Wirkungsweise her Katalysatoren erörtert' phologische Unterschiebe festgestellt De« weiteren hat man bie Laichplätze her verschiedenen He- rtngsrassen untersucht und ermittelt, wo der Hering derselben Hasse in den verschiedenen Altersstufen. als Larve. Jungfisch, Vollhering und abgelaicht, sich aufhält Ein bei anderen Fifch- orten bewährte« Forschungsmittel. Die Markierung. hat man bei diesen Arbeiten nur in lehr geringem Maße antoenhen tonnen. Diese „Mar- HeriingSmeihode" ist die folgenbe; Der Forscher beteilig? an einem frisch gefangenen Fisch einen Knopf mit gewissen Kennzeichen unb setzt ihn triebet in Freiheit; wird ein |r» gezeichneter ;Fisch später gefangen, — was freilich bem Zufall über,affen bleiben muß — fo kann man aus Datum unb Ort he« zweiten Fanges ha« Wachstum unh hi« Wanberung deS betreffenden Fifchcs fest stellen. Daß htek Methobe beim Hering nicht angewenbet inerhen kann, liegt daran, daß er. wenn er aus hem Wasser gezogen wird. Hotel ^jur Traube“ bellen Umbau setzt beendet tfc. Während des Festmahle« hielten Oberbürpennn- fler Dr GläsfIng im Hamen her Stadt. He« bakteur Streese al« BorllMnDrr bt* Äinbe«- nerrins hellllcher Zeitunaprehakieu^e und Kaufmann S I e m m « r als Vorsitzender des Darmstädter Berkehrsvervtn Begrützungtzanfprachen. wofür Heholtcur B E Peter-Omaha im Hamen der Gäste dankte Aochmitlag folgten diese einer Einladung bt« Grohherzogs paare« zum Tee Im Heuen Palai« abends wohnten sie einer von her Stabt veran Haltet en geselligen Zusammenkunft tm Oberivalhhau« bei und reisten dann nach Franllurl weiter Preußen. Päpstliche Ehrung des Vischofs von Limburg. WSH. Limburg. 26. Jun! Bifcho« Dr. Augustinus Kilian ist durch päpstltcheO Breve zum Päpstlichen Thrvnofftften- t e n ernannt und damit zugleich In den römischen Adelsstand mit Dem Hange eine« Grasen erhoben worden Seit 70 Jahren ist es wieder das erste Mal daß einem Limburger: Bischof diese hohe päpstliche Auszeichnung zuteil wurde Per Bekennerbischvf Peter Joseph Bl u m wurde damals auf Diefe Welle vom PapGe geehrt Kreis Wetzlar. Aus dem Kleebachtal. 24. Juni. Jn hm letzten Tagen hat in unserer Gegend bte Heuernte begonnen. 3«folge ber günstigen Fruhjahrswitterung Ist ber Grasbestand ber Wiesen lehr befriedigend, besonder« die feuchteren Wiesen bringen in diesem Jahre außerordentlich hohe Erträge, namentlich in solchen Fällen, ton neuzeitliche Düngung und Bewäste« rung ausgiebig angewandt wurden. Tillkrets. bl. Dillenburg, 26. Juni. Di« (Beflügel« zuchtvereine des Lahn- Sieg- und Dillgebiets haben sich zwecks Wahrung gemtfnfamer Inter eßen zu einem 3 ® verband zujammenge|chiost«n. Dem Berband gehören bie jetzt 1K Vereine an. bl. ijerborn. 26. Juni. Im nahen Ardoin ereignete sich ein schwerer Un gtürf ef elL Der Arbeiter Hermann Theiß geriet mit ben Füßen in eine Krei esöge die bem Unglücklichen beide Füße die zur Hälste durch- schnitt. Der 'Ne riegle wurde dem Dillenburger Krankenhau» zugeführt. Kreis Marburg. )l Marburg. 26. Juni. Hach bem j«Hk «rschtmenen Perlonalverzeichni« der Studierenden des Jubiläumssemester« beträgt bk Gesamtzahl her immatrikul erten Studierenden 2^06. darunter 439 Frauen. Es studieren 210 Männer unb 15 Frauen Theologie. Dadurch tatsächlich eine gröbere Schönheit. Bel ben Hebungen in den ersten beiden Woche« haben e« o:t Schülerinnen in ben Anrufe«, bte si« empfangen unb den Verbindungen Mc sie Herstellen, nur mit ..di rchschnitlkchen Teil- nehmern'' zu tun. Da« sind ireunbliche nett# Menschen, al« welcher der normal« T«tln«hm« erscheint. Jn der dritten Woche aber haben Ile es mit ..schwierigen' Perionen zu tun. Der Lehrer, der ihnen dann ihre Aufgaben durchs Telephon erieut. ist mit all ben Anliegen unb Beschwerden genau vertraut, die in ber Praris an bie armen T 'kphondomen gerichtet werden. Mit allen möglichen Höfen und Beschwerden wendet er 'ich an die Telephonistin Da hat er leinen Ans biuß bemannen oder veriangt eine -Hummer |u er ähren, hie nicht im Telephonbuch steht oder stellt andere schwierig« AntorDerungen. Pk Bearnt.n muß Dann genau wissen was sie in diesem Falle zu tun hat ob fie bi« „Aullicht“ gibt, mit ber Störungsstelle verbindet ufw. Der Lehrer ge-gt fidi aber nicht nur als fdjwit werden. Wenn bie Besucherin ber 'Telephonschu.,- nach vier Wochen all« Prüfungen gut bestanden hat kam» sie m den Tagesdienst emtretcn. Durch b zunehmende Verwendung von Selbstanfchlüssen wirst Die Jatzl der Telephonistinnen zwar verringert, ober wir werden chre nützliche« Dienste noch aus langt Zeit nicht ganz entbehren (brüten. 892 Männer unb 20 5raum 3ura 48c THönwt und 20 SraMni Uiebüin unb 829 Manner und KO grauen Philosophie Der He,nur« nach finft 1938 Männer und 382 Krauen au« Prüden 373 Männer und W Krauen aus den ubngm deutschen Staate^ 23 Männer und eine Krau aus Danzig Memel land und Oesterreich 75 Männer und 12 Krauen aus den übrigen europäischen Ltaaien und achi Männer und Dirr Krauen aus a uh ereurnpä sichen Ländern Zis Hörer lind 43 Männer und 21 Krauen zu- gelassen. sch Marburg. 25 3uni. Eine Lchla - g« rei en Island gestern abend tn der Kugelaatte «Aschen einem Ha usbelitzer und «einem Mieter. D>r Mieter verieMte seinem Gegner nn paar Schläge mi! de in Bei l auf den Kopl so Sah der Mann »ulammenbrach und sofort ärztliche Hilfe m Anspruch nehmen muhte Wainqau. TBCTt. Kranklur o M 25 Juni Am Saa.siagirMrgen wurde ein Polizeivacht- melfter beim Uebersahren der vtrahenbahn- gleise am Bahnhofsplatz oem einem Straften- oahnzug ersaht und l chw er verleyt. 3n der veraangerren Lacht entstand tn der Ein« horngasse eine aröftere Schlägerei m deren Versau' di« Polizei um die S teerten- den auseinarrderzubrinaen von der Hiebwaffe Gebrauch machen muhte ‘BaUcitaq der Ballei Oberhessen des Iungdeulschen Ordens • Friedberg 28 3unt 1927 Die Balle» Oberhessen des 3ungdeutschen Ordens hielt heuie »hren Balk«»1 og m unserer Stadt ob Stwa 400 Ordensbrüder aus Ober- dessen unft rund 150 Gäste aus benachbarten Bal- leien. Bl überschatten und Getolatchosren waren dazu erschienen 11 a. halten «ich Bannerodord- uungen der Balleten Marburg. Lhön Unter» inaingau, Starkenburg sowie aus Wetzlar, Hanau. Alchattenburg ulw eingesunden Schon die öffentliche Kundgebung die gestern abend in der Turnhalle zu Bad-Bauhcim statt» sand, zeigte starken Besuch und konnte «ich eines einmütigen Verlaufs erfreuen Besonders der feierliche Einmarsch der Bonner-Abteilung war non eindrucksvoller Wirkung. Lebhafte Ohar Honen wurden der Abordnung aus dem Saar- gediet und ihrem Banner dargebracht Der Komtur der Balle, Oberhefsen. Studienrot Wilhelm Schmidt iGieften, fand inhaltsreiche Worte des Willkommens in denen die Ziele des 3ungdeut«chen Ordens fiat gezeichnet wurden Von den kurzen Glückwunlchoi'iprachen. d»e ver» schieden, Gäste der Tagung widmeten, «eien her- vorgeh oben die Ausführungen des Führers der Ortsgruppe Friedberg des .Stahlhelms", der aus das gute Einvernehmen zwilchen 3ungdeut- schem Orden und Stahlhelm in Oberhelfcn hin- wies, und dann die echt deutsche Aede eines zur Kur tn Bod-Aauheim weilenden Psarrers aus Subbrasllien der die Grüfte des südamerikonischen Deutschtums entbot Der Bauerndlchter Wilhelm Reuter aus Dornholzhausen aab in zwei gcdankentiefen Weihesprüchen dem Streben des 3ungdeutfchen Orden» dichterische Form, und aussührlicher noch wurden Sinn und Ziel der Bewegung m zwei Borträgen bar gestellt. kne wie alle Darbietung en des Abends lebhaften Beifall sanden Der Komtur Lohmeder der DalleiMarburg sprach zu dem Thema .Der 3 u na deu t fche Brudergedonke". dabei ausführenb. doft Brudergedank« und Ordcnskreuz zu- fammengehören: das letztere mahne zu einer der vornehmsten menschlichen und vaterländischen Ausgaben zum Dienen und Sichaus- opfern für Volkstum und Vaterland. Der stellvertretende Komtur der Major a D Wichert (Köln». sprach über den „Jungdeutfchen Kampf um d l e innere und äuftere Vefreiuna Deutschlands- An einem Längsschnitt durch die deutsche Geschichte konnte der Redner das Auf und Nieder im Werdegang unseres Volke» »eigen, das als Volk sich immer behaustet (Kibe, auch wenn die Slaatssorin manchmal zerschlagen worden sei. Nicht der Haft könne aus- bauen, sondern nur der Brudcrgedanle der Liebe, dem zerstörenden Fanatismus müsse der sachliche Gedanke der Auseinandersetzung gegenutergcsteilt werden der allein nur zur Ein.gung führe nur der tz ngabemenlch könne der gerechter S che diener Die juhu Be'r. ^ng w rve erst da,n lornmcn wenn w r innerlich e,n»g feien Dem Ordensmursch der :or. der r elhunderilov« g«n Versammlung stehend gttunae wurde folgte als wuchtiger Ausklung der Kundgebung der ein» krucksvolle Ausmor^ch der Bar. neradle» l ur g 3n ipäter ?. - i Bruderschaften in mutergult.ger Ordnu-rn n ihr« Ouarr er« die in Dchwalh.iN und W "elsheim : waren Am Sonntaginorgen zöge d.e ü: cheilen aus ' ihren Qu. rriermi zur Seew.e'e wo sich trotz des anfänglich« n Regenwetters t»atb nn reges sportliches /reiben entwickelte Altc und lunge Ord-nsbrut r «atzen hre Kräfte Ss wur» den W« tvompf« »usgelrogen im 100-Meter» Lau' m Diskus Speerziel» und Derwritwuri. tat« standen durchweg aut beachtlicher Hohe 3m Anlchluft an dir Sporrkämph fand unter den Bäumen der Seewie'e e.nAelbaolt«sbt«nst statt be» den Pfarrafsrstrr Hs' meher - Bad- Tlauheun die Hredigr hielt 72lit dem A,?dor» ländischen Dankgebet wurde the Feier ringe leitet Der Komtur der Balle- Oberhefsen Schmidt- Giefeen we hte sodann auf dein Ke'.daltar d-.e neuer. Kähnen der Geiolal chatten Oder» Aos doch v d H und Butzbach Mit dem Bedang eines Ehorales «and d e feierlich? Handlung ihren Ab- Ichluft Aach kurzer MiN aas pause «ammehen sich d»e Gruppen am Bahnhv' und zogen von hier durch die Stabt zur Burg De etwa 570 Teilnehmer nahnren hier aus 6cm givften Platz vor dem Schloft um ben Geargsdlunnen Au'» stetlung Bruder Wichert stellvertretender Kvmwr der Westmark Cruher Gieften hielt eine rünftende Ansprache in der er u a sagte .Wir «trift kern einige« Volk mehr sondern in zwei Lager mit zwei Karben aef polten Wo ist dos souveräne Volk v?n 1918t Wo »st der mitverantwortliche Staatsbürger T Wir hnft seelenlo'e Masse geworden darum müssen wir zu«ammerhalten wenn wir nicht Sklaven werden wollen Der Weg zur Kreihe.! geht über ftie Wehr- hafttgkeit De Glnigkerk gelte »etzt vor Ktoggrn- «rage und Klaisenhah Zeder mutz da arbeiten, wo ihn do» Schicksal hu,stellt Dos Alte wurde I efeitigi und kann doch nicht sterben weil noch ’otncl Wertvolles an ihm war Und dos Neue kann nicht leben weil noch soviel Wertloses bei- gepacki ist cd wirb der A *» immer gröftei tK-r unser Volk durchzieh! Au« beiden Seiten wird m,t Heiden Herzen noch einem Weg gesucht Deshalb nennen wir uns Brüder n-eil wir alle Brüder werden wollen die Schutztruppr des geeinten Volkes Aicht nrii Haft, nur mit Liebe kann man aufbauen Wir müssen ablassen htnn Klaftenkampf und vom religiösen Kamps an dein wir zugrunde gehen Die Religion muh nneder zur Geltung kommen denn ohne sie aeixn wir unter Alles Grvfte kommt aus dem Gefühl für Aeligion und Hermal Der 3ungdeuifchr Orden will den Dolksstoot. oufgedaut aus sittlicher Ge» metnschasl Dann wird auch sein Ziel erreicht, das geeinte grvfte. freie Deutsche Reich Geht j nach Haute u>zd arbeitet, und reifet die Selbstsucht und die Gleichgültigkeit au» eurem Herzen, denn es geht um» Ganze" Rachdem der Redner lein« begeisternden weithin vernehmbaren Aus» idferungen beendet hotte brauste mächtig dos Ordenslied durch die Dauern der altes Burg Unter den Klängen der Mus'k ging» dann zur Burg hinaus in Warfchordnung dinuder nach Saft-Rauheim. wo am Rathaus ein schneidiger Vorbeimarsch vor der Fahne und ben an- weieichen Komturen ftattfanft. Aus dem alten Marktplatz wurde Aufstellung genommen, und Komtur Schmidt richtete ein kurze« Schlußwort an (eine Schar Der Tag bedeut? eine innere Kesngung für jeden unt> eine Stärkung de» Bonde» zw-ichen allen. Roch einmal reichten sich beim Orbenslicde alle die Hände, dann erscholl das Kommando Weggetreten Aus dem Amtsvcrkündigungöblatt. • Dav AmtSverkündigungsblatt Ar. 47 vom 24. 3uni enthüll: Lagerung von Baumaterialien und sonstige Benutzung dec Prv» vinzialstratzen. — Legitimierung ausländischer Arbeiter. — Die Festsetzung des Werte« der Sachbezüge auf Grund der Reichsversicherungsordnung und de» AngeslklUenversichelunge- aefetzcS. — Schlachihausaaurge des August Seibert inHungen. — Hauptversammlung der^Hessi- schen Misfionskonferenz zu Gietzen. - Keldbe- rehneung Watzenborn-Steinberg — Dienst na«b» nchien Amtsgericht Gietzen. * Gietzen 22 3um Zoe Familien R unb S. 6»« tt» demselben .Hauke m Gietzen wohnen waie-i aniängl.ch lehr befteunftet mit» < nander wurde i ober päter uneinig riai. S Lgte gelegentlich zu einer Krau D wenn fie ein Klorner onscha'ten wolle tolle sie keinen aber. Klepverkosten tauten und ach:gebe doft chr Don- > cht in die Ko«»e g«ei«e Dies woi eine An^- elung aut ben G^eman- R Br. einer späteren Belegenbett tchioi.' Krau R den Zugang zur Wo - >k p«- ■ der 'ich gerade xrau 2 bei und ab t>bne doft Krou R davon Kenn ins hotte «riffd b rnsria.be" en tim gsgen«eitig.- Zankcre zw-'chen ben beiden Kraue,, tn he auch b*.e Gheniun.mr dlneing-zoge- wurden Als S weinte das Zutchl,etzen der Durc beruhe au« Schikane -.id ihm Krou S zu .Sind Sie ruhig Sie sind ja in der ganzen Strotze bekannt' Hierou« antwortete Krau A . Unb Sie mit 3hrem bösen Daul noch mehr" während der dtx'Tr.ar.n S ben Ghemann R »ur.c* ..Unb Sie Und Sekanm au« dem Amt wo die grotze Kalle «teht' D-..- .rr4fle k-c'er Vorfälle wäre i aagen'e.tipe B«leid»qungsk'.agen die noch längerer Betversou«nähme heute durch Ber gle, ch er- ledig! wurden Danach natmwn die 8twleut< € anb die Gheleute R bt« von hrer S*e je- fallcnen Beleidigung^ zurück insbesondere ei- klärte der CKxmann S- noch er Hache «»ch davon überzeugt doft der Gbemann R bei ber Ont- nähme von Geld au-? der Kasse sich kein.Tiei strafbaren Handlung schuldig gemacht habe Dc Ghe'.eute S übernehmen die Kosten der einen Sache ganz wahrend die Kosten in der anderen Loche unter die beiden Parteien «teilt wurden Dem Ghemann R war eine Beleidigung nicht Michgrwi^en worden * ®itfe«n. 24. 3um Zwei Rochbars-Familien S und B aus Annerod stehen i«it einiger v*it nicht gu« miteinander Angeblich bat B. der .Krau S schon im vorigen 3ahr da« Betreten seiner Hokreike ein für allemal ber- boten Frau S will jedoch hiervon nichts wissen 3m vergangenen Kebruor soll nun ein jüngerer Sohn von B mit Sand oder Steinchen nach dem Küchenfenster von S geworfen hoben, woraus Krau S. in d e Wohnung von B ging, um dort den Vorfall m,t zuteilen Hier trof sie die Krau B und deren älteren Sohn Letzterer soll nun sofort die Krau €. gepackt hinauägewvr«en ünd im Hof gegen ben Oberschenkel getreten haben. 3m Gegenlatz hierzu behaupten die Krau B und ihr Sobn. Frau S yabe so laut geschrien. das» sie bitlcLbc zum Verlassen de, Wvd- nung aus gefordert hätten, welcher Aufforderung fie jedoch nicht nachgekommen sei. Do fie noch mehr Spekiaket gemacht und die ncroök Krau B dadurch in grvfte Srreaung verletzt habe, habe deren Sohn sie gewaltsam hinausaebrächt. Hierbei habe sie sich gewehrt mit dem Kopftuch nach ,hm geschlagen unb yu ihm gesagt .Don dir Lausbub lasse ich mich nicht hinaaStun". Deshalb lxrbe er um sich getreten, wisse aber nicht ob er fie getroffen hab« Rach Vernehmung ber Zeugen wurden die von beiden Teilen erhobenen Privatwagen verglichen. Der Sohn des B. bedauert dach er die Frau S. getreten hat. letztere verl prichr in Zukunft die Hvsreite be« B. nicht mehr zu betreten Jeder Teil übernimmt die auf seiner Seite erwachsenen Kosten. B. ^w sein Sohn aufterdem die Gerichtskvsten • (Ziehen, 24. Äuni. (Em# hiesige Ärftouro- non bezieht in Kühlwagen rcgelmähitz ou» Düsseldorf größere Meng«n geschlachteten ba» terells in Dusscidors laut beiliegender Bescheini- nunfl tierärztlich untersucht worden ist. Dar ftleisch ut niemals dem städtischen Schlachthaus zur Nachuntersuchung zugeführt worden. Nach einer Poli ist Verordnung vom 24. Marz 1010 muh bie» g« ichehen Dem betreffenden Restaurateur sind daraus bin mehrere Strafbefehle zugegangen, gegen die rr (Einspruch eingelegt bat. Sein Verteidiger behauptet Ungültigkeit der Pol'zeioerordnung. Diese Krage ist rechtlich bestritten. Das Neichsgericht bot in einer einzigen (Entscheidung die Zulässigkeit einer solchen generellen Anordnung der Nachuntersuchung beleiht. Das Äammergend)! hingegen und einige andre Oberlandesacrichte vertreten tue Auffassung, das Rsichs»Fleischbes»h durch die gen nnte Der. idmrvg ge- tibrn n Da- a>idei',itchk dem Reich»rechl la» kUrt;.!! d-'.H sich ber letzteren Auffossung an unb 'proch re Da» »etzi« Wort wird m dieser An» geiegenbei! do» Ober! anbesger.cht Darmstabr JU 'prechen hoher b d-e Staat»>nwolrichait Kev'sion ei »legen «oirtz Der flngetlagie Äa.itmann N. c in K. sowie besser, gettjr Kamille Heben mn dem Lehrer ®. Mfetbfl a.. ehr g, ponviem Kutze Die slam.be gla.ibL die Schlve'ter de» Angeklagten N. 8 weide in der Schule non dem Lehrer . naerecht behänd lt. Der AnptNagie hat u.a. iwei Bekannten gegen- der asäuftsn Lehrer vi habe leine cdjnxfier tn der Kchule mit einem glühenden Schurpaken bedroht Wegen dieser unwahren Vefe.ptungen wurde er zu zweimal 25 Mark Gelds« rase verurteilt Der cd)aNijer (tz u s» a v Sch > ode » l uhee au- dem Gute Neu hol bei Leidgestern vei>t»a«i.gt. war bereit» im Jahre lüifl zu nner cZeldsi».tle von b:.nder,funf»ig Mark verurteilt worden, weil verwässert hatte Runmehi ist >hm biefelbe ctrastat wiederuni nachaewiesen llr hat io gehandelt um seine Provision, die ihm für |e 100 Liter zustand in erhöhen Die» mar Betrug. Ml! Nücksichi au« die Gew.ftenlosi^keit der Handlung»!»»«. . nb mit Rücksicht au| bie vorfiras« erkannte du Gericht diesmal auf eine Gesang- n i » st r a s e von zwei Monaten (im Wetzlarer Autodonbler nwr mu einem Mo» lorrad noch Giehen gefahren um diese» einem Odernrzi uorzusiihren »on dem er aehort hatte, er wolle sich ein lolche» zulegen La» Rad ivar ein isp Musterrab'. da» dem Angeklagten von ber Kodrik geliefert n>cr um e» Üauf lieb Habern vor» zusuhren Auf der sfahn benutzte der Angeklagte ein Prodefahrttennzeichen Da es sich |#bod) um keine Probesuhri" im Sinne be» Gefetze» hon- dell« -- eine »olche ei folgt zur Prinung ber Ver- I.hresicherheit der Maichtne erhtett ber Angeklagte einen Strafbefehl. Dieser bezog sich zugleich auf eine Kohrt in einer polizeilich gesperrten Strahe. Mn seinem (Einspruch hatte bei Angeklagte wenig Wind Die (tzeldstrase wurde aus« i echterhalten. Zwei Studenten holten Oinlprud) geoen Steak» befehl« eingelegt, in denen ihnen zur Last gelegt war eine» Nachts in der Lieblgskratze einen B»r- fampi ausgesühii zu haben. Sie behaupten» es fei em freund«chaffkamps gewesen sie selbst hätten sich babei ganz geräuschlos verhallen laute Zurufe umren lediglich non feiten ber zufchauenben staine- riben erfolgt. Da» (Sencht war ledoch ber Auflas« fung. datz bie Stnafte für derartige nädHlidH Boxkämpfe nicht bo ist und bah da» Verhallen der Angeklagten einen groben Unfug darfteUt Jeder ber beiben wurde zu fünf Mark ttzeldsteof«, evtl zwei lagen Haft, vri urteilt. 3m letzten Herbst war bei Heuchelheim nachts häutig auf ben Feldern Obst entwende! worben Der ^lurldnip und ein Hilfsfeldschütz machten Inh eines Machte auf den Be bte • ater zu erwifchen. uberrafchtrn auch cingr Arbeiter aue Fel« lingshausen, bie mit den Rädern von Gietzen nach Haufe fuhren. Der Flurschutz nahm dem einen Täter bie Nadfohrlaterne ab. nachdem er ihm sein '.Hob roicbcr zuruckgegeben hotte. Mehrere nrbeli#- kollegen. die gehört hatten, dem einen von ihnen J genommen, versuchten zunächst in leuchelheim auf der Burgermeistkref oorzufpieisten, trafen aber mitten in ber Nacht dort nirm.mb nn. Auf her Weiterfahrt fliehen sie aus ben Hilssselb- schützen, brn sie umringten unb ber ben Stock zur Abwehr hob. Man nahm ihm den Stock gemaltfam oh auch erhielt er einige r hlcige t>on mem mor nicht fefhuftellen. Den drei Angeklagten V» Ti st. unb A. Z wurde Widerltand gegen dm ))llfvflur- schütz nachgewielen. Zeder non ihnen wurde unter Zubilligung mildernder Umstände in eine (Belt)« (träfe von 30 Mark genommen. Zu ihren (Runften Iprach, doft der Angeklagte W nend bemüht war Schlage zu verhüten, und nur auf ben Stock aus war. ber alsbald weggewor'en würbe. Auch waren die Angeklagten noch nicht oorbeftraft und erfreuten sich sonst eines guten Nuss Andererseits war eine gewisse ltzemeingefohr» Uchkeit eines berortigen Vorgehens nicht zu oer« kennen Die Odftfrevler sind bereit» durch €trof« befehl erledigt worben. VklMllN.MüieMWnMle Noman von Sven Eloestad. Copyright bei Georg Müller. München. 17. Sortfetzung Nachdruck verboten ..Woraus ichiieften Sie bas?- fragte der Not- haarige. „Sie sind kaum vor vier Uhr zu Bett gekommen . entgegnete Krag. ..Wirklich, nicht jo verkehrt geraten. .Vch laste mich nie auf Noten ein." „Woher können Sie denn tu» wi'len?" ,Vch beOdiiere Ihr schlechte» Gedichttii». Können Sie sich denn por nicht entsinnen, dah ich heute nacht mit Ihnen gefahren bin?" Ver Nothnorige sah chn erstaunt an. Krag fuhr Wenn man sich maskieren will, mein Herr, dann mutz man oyr allem daraus achten, so eigentümliches Haar zu verbergen wie da» Ihre. (Es hat eine be- sonders rote Farbe. Und das Ganze ist ja nicht damit getan, datz man eine dunkle Perücke über den Kopi legt. Sie haben sich zu fehl aus die Dunkelheit oer- lasten — aber Ich konnte, ttotz dem Dunkel, 3hr rotes Haar Im Schein der Automobil?«lerne festen." ..Soso. Aber ich hoffe wenigstens, bah id) ein guter Chauffeur war/ „(Ein ganz vortrefflicher. Und vor allem waren Sie diskret." Was meinen Sie damit? Ich habe Sie doch hiidfch nach Haus« gefahren unb habe mich wieder entfernt, ohne oie auszufpionieren." ..Sehr richtig. Und Sie find mritergefahren, ohne sich davon zu überzeugen, io« hinten an dem Auto hing. Da» war aufeerordentllch taktvoll." Tter Note murmelte halblaut einen Fluch Krag beschwichüigie Ihn: ,.6ie dürfen nicht vergessen, bah Fremde Sie hören können, rner in diesem Zimmer barf kein Lärm fein, sonst konnten wir leicht gestört werden.' iE» klopfte an die Tür. Ein Kellner mit ooöo- Wasserflaschen kam herein. Der Nochaange beugte ben Kops, damit sein Kollege ihn nicht beobachten sollte. . Der Kellner schenk» ein. Krag gab dem Polizei- dpi ein Zeichen, und beide trgrinen ihre Glaser. Per Rothaarige zögerte. Der Kellner blieb hinter feinem Stuhl stehen, nachdmi er ihm die Handsesfeln gelöst hatte. ..3ch bin nicht durstig", jagte der Notstaange. „Sie mühen trotzdem trinken," meinte Krag. Man soll n.cht unhöslich fein." „(Biil," er wider.« der Nolhaarige mit listigem Lächeln, „bann will ich mit Ihnen anstotzen, meine Herren!" (Er erhob sein Ala» und roch voran. Dann letzte er e» wieder hin. Sich an ben Kellner wendend, sagte er ..Kann ich ein anderes Glas bekommen?" „Sehr gerne." Der Kellner ging zur lür, der Nothaorige hieli ihn »«doch zurück. „Danke. E» ist nicht nötig", sagte er. „Sie können mir da» Glas dort reichen." (Er zeigte aus ein Glas, aus einem Tischchen für sich neben der troffen karaste stand. Geben Sie mir dos! Da» genügt." Die Augen des Kellners suchten di« Augen Krag», und dos Gesicht de» Detektivs zuckte fast unmertlich Dann brachte der Kellner ihm das verlangte Ala». Der Rothaarig« lächelte wie einer, dessen Lisi ; geglückt in. goft Seiler» m jein Glos unb trank. Doch schon beim ersten SHluck machte er ein er- schrockene» Gesicht. Dann won er plötzlich oo» Glas auf den Fuftdoden. .Giftmörder!" rief er. Unb in btmfelben Augenblick erhob er sich heftig vom Stuhl. Aber sofort mar er von den Niesen armen des „Kellners" amNommer! unb jah wieder mie in einem Schraubstock. Die beiden Herren bHe- den ruhig auf ihren Plötzen. Nach Dersau' einiger Sekunden ermattete der Widerstand be» Nokhaangen. unb aus einmal brach er zusammen wie ein Tuch. Er blieb auf dem Teppich l egen Sein« Augen waren geschlossen, der Mund war ledoch onen. Er schnaub re 'chwer. Strag beugte sich über chn nieder. ..Für einen halben log zum Schweigen gebracht'' mumuü« er unb zu dem „Kellner' gewond,. fuhr er fort: „Sie finb >a ber reine Taschewpieler Iäroen. Si« haben >05 Scstlaipulo^ sehr geschickt in bas Wasserglas befördert." Ärag jchüttete ben Nest be» sodawosters auy „Sir dürfen e» nicht darauf ontommen lasten boh noch mehr con uns schtösrio rnerben", erfläne er. unb bann fegte er zu dem Polizei wes: Sehen Sie, nun i't Dm Linie klar' Beim erstenmal gewonnen. „3d> Innr mir festen, dah wir bo» eine gewonnen haben, dah dieser Mann für einige Zeil bemuhllos gemacht ist. Viel ist bas nicht." „oie vergehen, boh ber Mann hier hn Houlc Heiser hat. Seine Aufgabe bestand bann, uns so lange wie möglich hier odcr andercwo festzuhallen, wahrend seine oerwegenen.slinken Kollegen irgendeinen Uoup ousführen. 3m schlimmsten Fall war es seine Auiaob«, ein« Freunde yi warnen, bah (Befahr drohe." Krag betrachtete fragend den „Kellner", der sich jetzt al» ber starke Kriminalbeamte 3drorn entpuppt hatte, unb .zeigte auf die Wand«. ..Besent', antwortete 3oroen. ,Vn dem einen Zimmer hoben mir ein reizende» lete-a-tete — unb a>c5 in dem anberen ist, tonnen Sie wohl Horen.' „3a. do bnnnen stimmt jemand da» Klavier." „Ganz recht Es dl Oppen", war bie Antwort be» Bcarnun. „3ch hob gor nicht gewuht, boh er mustko- lisch »ft-' ..Da» ist er auch mchtz" „No, bann wirb do» Klavier jchön gestimmt werben." ..Ausgezeichnet.' „Wie Sie verstehen," 'agte Krag zu dem Polizei- chef, „habe ich doch dafür gesorgt, doh meine Leute bei der Hand sind. Do» «ne Nebenzimmer ist von einem ^.levisporchen besetzt, bo» ander« von einem 1ha di ehi immer, dessen musikalilche oder nchtiger amnustkolische Darbietungen jede? Horchen oerbm- bem. Mit alledem hoben wir aiio erreicht erstens ist ber Nothaange — wenigsten» Hlr einig« Stunden — unschädlich gemacht Ferner ist er in io voll- komme »er Stille zum Schweigen gebracht worden, doh e» niemand OdigefaUen ist. — Wir können feine Hittzosigkkii noch eme halbe Stunde oerberaen. — Da» genüot um. 3dn>?n Meibt hier, um die Freunde de, Rotbaongen auf eine allche Spur zu letten * Und wo» wollen wir tun?" fragte ber Polizei- chef. Wir wir machen un» auf ben Weg. um ben Ehe- ber Kriminalpoilzei von Ehristionio yj treffen, lowie den bekannten, wenn auch nicht immer gleich erfolgreichen Detektiv Asbjörn Krag." Jbofcen wir denn beide Doppelgänger?' .sowohl." / Krag stand am Telephon unb erhielt einen De- Icheib von dem Wachstabenden auf dem To bureau. Als er fertig war, sagte er: „Unsre Doppelgänger haben das Bureau vor zwanzig Minuten Dertaflen. Allerhöchsten». Sie waren in Begleitung eines ausländisch sprechenden Herrn, der sich auf dem Kriminaldureou ein fand und nach dem Polizei« chef fragte." „Unb zu der Zeil Iah der falfche Pottzeiches un Bureau?" „3o." „Und bann sind fk zusammen weggegangen?' 3a, der Polfzeiches, fl^örn Krag unb der Ausländer", erwiderte der Detektiv lachend. „Aber nehmen Sie nun einmal ben Fall an, dah der ausländisch fprecstendc Herr mich m einer lehr wichtigen Angelegenheit ausgesucht hoi, wo, dann? Dann kann ja bo« gröhte Unglück geschehen'" ..Nein.' Worum nicht?' Sie vergessen," erklärte Kvog, „boh Ich heute nacht nicht geschlafen hob«, vielmehr die ganz« Zeit über tätig gewelen bin." ,3d) versieh« nicht . . ..Die Sache wird 3hnen klarer werden, wenn Ich Ihnen jetzt erzähle, dah unsere Doppelgänger sich in diesem Augenblick im (Branb Hotel in Zimmer Nr 26 beftnben E» sind die logenonnfen Prinzenroume. Wenn wir nun fosort hirmberpebcn. können wir bi« Bekonntlchost ber mlerrfkmUn Herren machen und un» davon überzeugen rote mir in Wirklichkeit aus» le^en Sie tonnen sich barou* verlosten, doh die ■Herfteibung glänzend Ist." Dos Auto ist bereit“, meldete Iöroen. E« ist gewih Zett zum Aufdruckj“, sagte Krag, ieme Hondichuhe zuknöpsend Vch dm kein Freund der (Eik Ader unnötige» Zaubern kann gefährlicher «ein ai, bie unbesonnenste (Eik. Ich glaube, gerate letzt ober richtiger in wer ober fünf Minuten kommt , der kritisch« Augenblick." । Dem Polizeichel zunickend sagte er Vch Holts ! einen Revolver nicht für ganz überstülsig.' 3ch habe ihn", ermiberte ber Estes. Gut.' Aber was «ollen mir mit dem da an sangen?' Der Polizeichef zeigt« aut ben 'Rothaarigen. (Fortsetzung folgt) Wirtschaft. Die Konjunktur im ersten Halbjahr 1927. Son Dr. W. M. Freiherr von Vissing. Das Institut für Konjunkturforschung berichtet in seinem soeben erschienenen ersten Vierteljahrs- heft für 1927, daß der zögernd fortschreitende Aufschwung, der Ende Februar des Fohres eingesetzt hat, sich unter gewissen Reibungs- und €ponnur./. i- erscheinungen zu einer Phase entwickelt. d>e bereits gewisse Anzeichen einer kommenden Hochspannung trägt. Auf der Produktionsseite der Wirtschaft hot die Kohlenförderung noch wie vor weiter zu- genommen. Allerdings ist seit Beginn des Mar; im Ruhrgebiet und in Riederschlesien auch eine Steigerung der Holdenbestönd« zu bemerken, deren Anwachsen einen Gradmesser für die zunehmenden Absatzschwierigkeiten bedeutet. Der englische Bergbau ist mit ollen Kräften bemüht, in seinen ollen Absatzgebieten wieder festen Fuß zu fassen, und gleichzeitig macht sich jetzt die soisonmähig verringerte Nachfrage nach Hausbrand bemerkbar. Die Roheisen- und Rohstahlerzeugung hat sich ebenfalls weiter gehoben. Der größere Teil der Erzeugung ist nach wie vor für den (frport bestimmt, ledoch zeigt die Eisenaufnohme für Inlandaufträge, vor ollem seit dem Februar 1927, wachsende Tendenz Hier ist cs vor allem die Maschinenindustri« und der Häuserbau. von denen eine zunehmende Nachfrage ousgeht. Bei der Maschinenindustrie beginnen die Aufträge des Inlands mehr ins Gewicht zu fallen als di« Auslandausträge. An den Inland- auftrogen sind die Verbrauchsgutcrindustnen mehr beteiligt al» die Produktionsmittelindustrien. Hierin zeigt sich auch eine strukturmäßige Verschiebung der Wirtschaftslage. Die Führung der wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung liegt nicht mehr bei den Pro- duktionsmiUel- sondern bei den Derbrauchsguter- induslrien. Diese Entwicklung ist durchaus logisch: die erhöhten Löhne und Gewinne, die infolge des wirtschaftlichen Aufschwunges die Produktionsmittelindustrien verteilen konnten, sind an die letzten Kon- sumenten gelangt, die ihr« verstärkten Einkommen wiederum ab Nachfrage nach Derbrauchsgutern an den Markt gelangen lassen. Demzufolge ziehen die Preise der Verbrauchsauter (Hausrat. Bekleidung ufw.) an. während die Preise der Produktionsmittel sich auf ihrer bisherigen Höhe halten. Die Rapitalbilbung hot zwar weitere Fortschritte gemacht, wie das Anwachsen der Sparkassenguthaben von 3.4 Milliarden Mark im Marz auf 3,8 Milliarden Mark im April zeigt. Jedoch zeigen die Ueberschüsse der Einzahlungen über die Auszahlungen eine nicht unbeträchtliche Abnahme von 2H4.8 Millionen Mark im Monat Januar auf 183,1 Millionen Mark im Monat April. Aber her siapilalznmachs ist durch die Rtesenemisfionen im Februar 1927 bereits stark vorweg genommen worden: während im Dierteljahredurchschnitt der Jahre 1907 dis 1913 im ganzen für 806 Millionen Mark an Wertpapieren oller Art ausgegeben worden find, stellte sich dieser Betrag im ersten Viertel- jahr 1927 auf 1,7 Milliarden Mark und erreichte damit den bisher höchsten Stand seit Stabilifierung der Mark. Die Folge ist eine zunehmende Derknop- pung am Kapitalmarkt, die sich besonders in den Börsenzulassungsanträgcn für Pfandbriefe bemerkbar macht. Es wurde die Zulassung von Goldpfand- briefemijfionen z»m Handel an der Berliner Börse beantragt im: Januar 1927 für 320 Millionen Gm. März 1927 für 10 Millionen Gm. April und Mai für je 30 Millionen Gm. Gleichzeitig mit der vermehrten Emissionstätigkeit setzte ein Rückgang der ausländischen Kredite ein, und im April begann der Reparotionsagent größere Beträge in das Ausland zu überführen. Die Notwendigkeit, früher aufgenommene ausländische Kredite zu verzinsen und das große Defizit aus der Handelsbilanz stellten zunehmende Anforderungen an den Devisenbestand der Reichsbank. Do aber die aufwärtsstrebende Wirtschaft zur Bewältigung ihrer Umsätze einer zunehmenden Geldmenge beburfte, traten als Deckung für die aus- gegebenen Reichsbanknoten an Stelle von Devisen in vermehrtem Matze Inlandwechsel. Unter dem Druck dieser Derhälmisse sah sich die Reichsbank zur Heraufsetzung des Diskonts genötigt. Es ist vielleicht nicht ausgeschlossen, das, ein Teil der von den Notenbanken an die Wirtschaft gegebenen Kredite zu einer starken Auffüllung der Vager innerhalb der einzelnen Groß- und Einzelunternehmungen verwandt worden sind. Die Befürchtung wäre bann nicht unberechtigt, ob nicht etwa hierbei bie weitere Entwicklung bes Absatzes überschätzt worben ist. Die Diskonterhöhung, bie naturgemäß für ben «anbei befonbers bemerkbar wirb, bürste bewirken, das, spekulative Warenbispositionen. zu bereu Durchführung firebit in Anspruch genommen wirb, eingeschränkt werden. Damit wäre der Gefahr einer Absatzstockung mit ihren schweren Folgen für bie gesamt« Wirtschaft im Keime oorgebeugt worben. Die V a n b iö t r t f d, a f t wirb für bie weitere Entwicklung ber Konjunktur eine außcrarbentlid, große Rolle spielen, denn sie wirb mit Hilfe ber ihr aus ber neuen Ernte erwachsenen Kaufkraft in erster Linie bie Vorräte bes Hanbel» aufnehmen muffen. Die gesunkenen Vieh- unb Milchpreise bei gleichzeitig fteigenben Futtermittelpreisen rücken habet bie Bebeutung einer guten unb lohnenden Ernte in ben Dorbergrunb. Die abpnfenben Viehoreise inb In erster Linie burch bas außerorbentlid) starke, aifonmaßig bebingte Angebot an Schweinen oerur- acht. E» scheint, als ob in ben allerletzten lagen auch die Echweinepreife wieder eine gewisse Erholung zu verzeichnen haben. Aber trotzdein ist bei Beginn de» neuen Wirtschaftsjahre» für den Landwirt durchaus die Frage erwägenswert, ob in der Erzeugung von Schweinen des Guten nicht etwas zuviel getan worden ist. Die letzte Viehzählung vom 1. Dezember 1926 ergab einen Zuwachs von über drei Millionen Schweinen. Allem Anschein nach durste deshalb im kommenden Ernte,ahr der Getreidebau wirtschaftlich vorteilhafter sein ab.« die Schweinemast, selbst wenn die außerordentlich hohen ffletreibepreife ber letzten Wochen nicht anhalten dürften. Die Roggenpreise in Berlin für Septemberlieferung flehen erheblich über 11 Mark, und bie Notierungen für ben gleichen Termin in Ehikago beträchtlich über 8 Mk. Roggen-Oktoberlieserung notierte in Berlin am l. Juni 1927 11,75 Mk unb am 8.3uni 1927 12.85 Mk. für den Zentner: Weizen zu ben gleichen Bedingungen an denselben Tagen 13,80 dzw. 13,93 Mk. Die ganze Struktur des Ge- treibemarne» scheint bafür zu sprechen, baß sich im fommenben Wirtschaftsjahr ber Roggenpreis nicht erheblich unter 10 Mark, ber Weizenprei» etwa um 13 Mark pro Zentner bewegen kann Wenn es auf biefer Basis ber Landwirtschaft nach langen Jahren wieder einmal möglich werden sollt?, wenn auch nur mH geringen Ueben'chüsien. cm -'arltt nachfragend auizutreteri. so ichemt ein Rückschlag der Konjunktur mdjt unmittelbar drohend zu sein. Börsenkurse. T ttrsr enUßX’tt't'Jng *Rt l-»«0 d» *r. Yj 001-40000 60- ctr- flu»;»,3na. XMat-euL «i Mcltnfa s*'. xtrJQB . . . . CtTltna OciBftlgrfcatoaft ttcnoxr»- cab Hnoci-e^-it Isnn< cro «a-toHttlbaaf . 2>c:iSe *-if....... Ttitcaio HflHunabti ... Zrriona Bant örtcabent ÖuttIb«Bi<J9 214 • w 183,4 IfÖ 1S2 183.5 l?6 190 1*5,11 IW.75 — — 178 182 — — 197 198 —» 185 188.75 IM.75 188.75 17« rts 27,75 278.9 128.4 130 12V 132 122 123.ü 122.6'2 124. > 23.4 — * 47 <— — *• — —* — — — _ — — 1X6.3 — 115,5 — 115 — — 80 — 1.9 — — 2U9.5 208,5 209 207 313 312 31.3,25 313 Reichsbankdiskoni 6 Projent combardzinsfuß 7 Prozent. SedefeVVsartt Q3crlm—5ranff«tt a. M. Telegraphtsche Auszahlung. 25. Juni. 27. ^4Mt. Amtliche NoN.rung flmtlitfie Dotierung i8t(b Briet Briet ifliHft.- :Hou 169,27 168.92 ©utn. Wirt« 1,7«6 1,90 1,790 1.794 WT.-*HfTO 51,545 58,665 101.31 u«,i6 58,6* KbrtfHanta 109,0» 109.W 109,31 »Mmbaati' 112,72 112,94 112,75 112.97 etodbolm 112,97 113,19 112.99 111,21 fwlfinafor«. 10,612 10,682 11, bl 5 10.635 flohen . . 24,4» 24,5:i 2t,51 26,55 London. . . 20,476 20,516 20.477 20,517 Wtooorf . . 4,2155 4.2Z35 4,2155 4,2X15 Port».... 16,541 16,54 16,51 16,55 NX U . . ft,135 bl.295 81,155 81,21 • Spanien . . 71,13 71,27 71,91 72,05 Japan . . . 2,00 Ä 1,9U« 1.993 bt Yan Wien In U.4W2 O.«5«2 0,4982 Lest, abgtfl 59,31 ».43 59,34 50,46 Seffrab" 12,490 12,509 7,424 12,492 12,512 7.410 7,410 7,424 Nada pest . 73,45 73,59 73.45 73,69 ^nlixmcn 3,049 o.0»5 •1.010 5,065 yiflabon . 20,73 20,77 20,78 20.82 Tonjto . . . 81,71 «.«7 81,72 dl,88 Konstantin 2.185 2.189 2,185 2,189 Ktlxn. . . 5,6M 5,706 5.794 5.806 ttanabo 4,214 4,221 4.211 4.219 UniauaD 4.176 4.114 4.176 4.184 Cairo ■ ■ ■ 23.00 2< 21.04 1 n I n 01 e 21. W n. .1.04 Berlin. 26 Juni 1 (StTb | Tritt Smerikanilche ............ 4,20 4,2! -♦‘rbj'My 'J?oirn ........ 5«i, IS) 58,7!’i 112, TänÜdic 9hxen ....... Il’,47 Urt.ilifchf 9lt>trn ........ 20,445 20,525 «zeonzöniche '^7ölen ...... 16.57 16^63 Holländische Noten...... IM, 66 169,34 Italienisch« Noten ...... Naew.-^tsche Ulntrn ...... 24,50 IW,88 ■ 2,515 24,60 109,32 59.62 2.555 Deotsch-Qesterr. 5 ipo Jhrotrn Rumänisch« Noten...... Schwedische Noten...... 113,74 113,20 dinKurr Nolen ....... »1,14 81,46 71,17 12.61 S oaniich' Noten ....... 71,07 12.45 2ichech>."lowartzch« Noten . . Ungarische Neern . . ... 73.22 73l,M Entwicklung desdeutschenLuftfrachtverkehrs Der Luftsrachtverkehr. der noch vor wenigen Jahren in den Anfangsschuhen steckte, hat in diesem Jahre einen ganz gewaltigen Aufschwung genommen. Während noch in den Monaten des vorigen Jahres durchschnittlich nur 7000 Kilogramm auf dem Lustwege befördert wurden, stellt sich heute das Leistungsergebnis für einen Monat auf nahezu 35 000 Kilogramm; das bedeutet eine Zunahme von 500 Prozent und läßt erkennen, welche Bedeutung die Luftfracht heute schon für den Güterverkehr hat. Zn der Hauptsache hat der Lustfrachtverkehr seine Bedeutung für ben Handel mit dem Ausland, der im Q3er- fileich zu dem Binnenverkehr außerordentlich groß ft. Für die Luftbesörderung kommen selbstverständlich bei dem heutigen Stand deS Luftverkehrs noch keine Massengüter in Frage. Insbesondere werden aber heute schon sehr vt?l leichtverderbliche oder besonders hochwertige Waren auf dem Luftwege befördert. Die relativ niedrigeren Preise der Luftfracht sind natürlich die Haupturlache der immer stärker wachsenden Inanspruchnahme. Die Frachtsätze betragen pro 500 Kilometer durchschnittlich 75 Plenn g pro Kilogramm, ein Betrag, der bei hochwertigen und leichtverderblichen Waren sicherlich nicht allzu star» ins Gewicht fällt. Dazu kommen nur noch wenige Psetmige Rollgeld zum und vom Flugfeld. das aber auch nicht besonders stark ins Gewicht fällt. Für die Versicherung der beförderten Waren ist übrigens auch durch entsprechende 'Verträge der Deutschen Lufthansa mi: einer Reihe von großen Bersicherungslirmen zur Genüge gesorgt, so daß aHo bie Luftfracht in dieser Hinsicht kein Risiko mehr für die Waren bedeutet • Die amtliche GroßhandelSinder- zifser. Die auf den Stichtag des 22. Juni berechnete Großhandel-.nderzifter deS Statistifchen Rc:ch-am:s .st gegenüber der Vorwoche um 0,4 v. H auf 137.4 138,0) jurüdgegangen. 'Die neue Kursnotierung der 2 u S- lolung-fcheine. Vom 1. Juli ab findet die Börr higepreßi. 4.75 bis 5.25. geb..adelt 3.50 bis 4; Treber, getrocknet. 16 Mark. Tendenz: ruhig. Buntes Allerlei. Toriflrnlagung des 3entto|-Berria» deutscher Staal*bürgte jüdischeu Glauben». 6. v In diesen Tagen per^nfialtcie der Zentral-Verein deulscher etca:.Bürger jüdischen (Blauben» eine von annähernd 4 *> luduchen Juristen au» Berlin und aus dem Reiche besuchte Tagung, die sich mit ben Fragen der deutschen Justiz, soweit sie Juden unb Judentum beireffen, beschäftigte. In seiner Eröffnungsrede betonte der Vorsitzende. Iuftizrat Dr. B r o d n i tz. daß der Zweck ber Zu- sammenkunst nicht eine von politüdKn Tages- Qefid)t»punhen veranlaßte Demonstration unter beul Zeichen irgendeine» Schlagworte» sei. «onbem daß da» Material de» Serein» in ernster Arbeit gepru‘1 und zur Forderung ber deutschen Rechispstege au£* geniertet werden solle. Selbstoerftöndlich bedeut.- die Tagung keine Absonderung der jüdischen Juristen von ihren nichiiuduchcn Kollegen. Vanbgerid>U;at Dr. Jacques Stern- Berlin zeichnete dann da» Bild der ..völkischen Rechts- und Staatsphllosophi." unter besonderer Würdigung ihrer führenden Kopse. — Iuftizrat Dr. Siegfried Löwenstein-Berlin beleuchtete den Entwurf eines ..Allgemein^ Deutschen Strafgesetzbuch.^" unb wies auf bie Notwendigkeit hin. tiiiuiije Bestimmungen, wie z. B. ..Anreizung zum Älaffenfompf", so zu formulieren, wie bie (Be- jamtintereffen des deuvchen Volke» es verlangen. Rechtsanwalt Dr. Erich E y ck - Berlin beleuchtete „Die Stellung ber Rechtspflege zu Juden und Subentum" an Hand einer großen 3abl von Einzelfällen, die einer eindringenden lunstischen Würdigung unterzogen wurden. Er lehnte jede un- ie Berallgemeineru! bie Grunde zu ermitteln, die zu den feftgefteUien neblqnf-tn geführt haben. Der Bert.:; „hielte m der Forderung unparteiischer liftrechtigkeit. nicht nur um der deutschen Juden, sondern um de» gesamten großen deutschen llaierlanbe» willen. — Rechtsan- walt Dr. Bruno Weil-Berlin schilderte auf breiter geschichtlicher Grundlage Wesen und Bedeutung de» „P ol i ti s dien Prozesse»". Er rote» dar- auf hin, daß dieser mehr und mehr nach ber Revolution auch in Deutschland ein Faktor bes politisch, n Lebens geworden sei. Diese Tatsache erfordere bie Heranbildung von Verteidigern, die bie besonderen Erfordernisse be» politischen Prozeße» zu meistern oerftünben. Wer in politischen Prozessen tätig sei. in denen es sich um deutsche und lubiidp Fragen handele, muffe sich bewußt bleiben, daß sittliche Eigenschaften. geistige Gaben unb Pflichterfüllung, nicht zum mindesten aber vaterländische» Empfinden dem deutschen Juden dos Recht und die Pflicht geben, ihre tatiadjlidie unb rechtliche Gleichstellung mit allen nichtiüdischen Deutschen zu erkämpfen. Eine oielftunbige Aussprache, an der Juristen au» allen Teilen be» Reiche», darunter auch Unioerli. tätsprofefloren und zahlreiche Richter, teilnohnwn, brachte eine Fülle neuen Material» zu den > . betten Fragen. Büchertisch. — Hermann Vvßmann: Kia« bet Fisch 163 ©eilen 8°. Aembrandt-Vcrlag. Berlin-Zehlendorf. Prei« geb 4 80 Mk — ü;n neuer Tlame. Da« Wenige, wa« man seither von ihm hörte, machte einem Lust, diese- Buch zu lesen; und nun tmr e- kennen, meinen wir bet neue Harne wird bald über den Krei- ber Entdeck« unb Liebhaber ßinau«aebrungcn fein. Hi« ist eine Hofsnung, hier reift vielleicht em Führ« unb Wegweiser unsere« jungen Schrifttum- heran. Da- Buch macht gar feinen an- fängerhaften Eindruck, e- ist sehr ferhq, in sich geschloffen, voller Kraft, strotzend von Phantasie — Werk eines Dichter«, da- spurt man in jebeni Satz. Ganz unliterarisch auch ist dieses Buch, da- dem .Fischkutter ..WA. 141“ gewidmet ist, fast formlos zu nennen bei all« innerer Gedrungenheit. Wenn es ein Boman genannt werben bart — unb tmr wüßten kaum eine andere, ästhetisch abgrenzenbe 'Benennung dafür — bann ist die merkwürdige unb sehr eigenwillige Art des Erzähl«», ba« Kompositionelle be« Ganzen entschieben neu in feiner lockeren Aufreihung, bie bemwd} starke- Gefüge erhält burdb ben jebes Kapitel wuchtig ahcntuierenben. zusam- menfassenben. kurzen Nachsatz. Wenn man von Anhalt sprechen soll, ist man in einiger Verlegenheit : da« grob Greifbare unb Handlung«- mastige, bas eben, was da« Ganze zum „Boman" macht, zerrinnt einem, wenn man es fassen niöchte, unter ben Hänben. Eine ..Meeres- finfome“ hat man bas Werk genannt: eine Tla- turschild«ung großen unb neuen Stil« ist es, in dem ein sehr ursprüngliches, merkwürdig unbeeinflußte« Gefühl sich einer Wett innig vertraut unb verschwistert, bie wir doch meist bestaunen. betounbem unb fürchten — bie uns aber innerlich zumeist fern unb fremb blieb. Hier würbe ba« Erlebnis des großen, unenbli<£en. feindlichen unb zugleich mütterlichen Me r « mit einer jugeirdlichen Kraft in Worte gefaßt, bie ganz eigenen Klang haben. Klana. Leuchttraft und Io etwas tote herben Salzgeruch Schilderung«" unb Biiber tun sich auf von Schissen unb Zischen, von Aiffe unb Klabautermann, von Robben unb Bären, von Fjordküste unb Südleeinsel, bie nicht vereinzelte unb unpersönliche Aeisebeschre bürgen ober Tlaturftubien blieben, lonbcm erfüllt sind unb untereinander verbunden durch die dichterische Bestimmung, in Zulammenklang des Ganzen nicht Zierrat und Benverk. sondern Tlot- Wendigkeit und inneres Glied zu bedeuten 250 — Wie spart man beim Hausbau die Hälfte an Kosten? Mit ra. 200 Abbildungen unb Plänen. 3. verbesserte Tlulla-i*. Don Srtebr. Paur. Preis 6 Mk.. gebunden S Mk. Heimkulturv«lag. G m. b H., Oetzsch-Leipzig. - vtr neue Vollsbeton. als Heimstätten- unb vrak- ttldje Bauweise b« ^Zukunft, für Wohnhaus- unb Zweckbauten, gewährleistet durch feine Einfachheit und Billigkeit wefenlllche Ersparnisse. Hi« werden von einem hervorragenden Fachmann zuverlässige Aatlchläge für die Praris gegeben, die auf eine toeitlraflenbe Verbilligung bes Kleinbaus baue- hinzielen Das Buch ist mit reichem illustrativem Material ausgestattt. und bietet abwechslungsreiche Ansichten von Villen. Landhäusern und Aeiherchäusem. 239 Verantwortlich für da» Feuilleton: 4. B. Dr. Fr. D. Lange.