Nr. 225 Erster Matt 177. Jahrgang Montag. 26. September 1927 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr'vezngrpreir: 3 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richtcr- fcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: KronfturtamMain 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druckund Verlag: vrühl'sche UniverfilSls-vuch- und Zteindruckerei «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlstrahel. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20v/„ mehr Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Stresemanns Abrüstungsappell. Das Abrüstungsproblem eine Existenzfrage des Völkerbundes. - Der Außenminister lehnt weitere „Sicherungen" ab. Genf, 24. Sept. (Wolff.) Die Völkerbunds- Versammlung hat heute vormittag nach Annahme des von Loucheur erstatteten Berichts über die Weltwirtschastslonferenz und der beiden vorliegenden Entschließungen die von Polen beantragte Antikriegsdeklaration in namentlicher Abstimmung einstimmig und unter wärmsten Beifallskundgebungen angenommen. Dre Versammlung erklärt in dieser Entschließung: 1. Jeder Angriffskrieg ist und bleibt verboten. 2. Alle friedlichen Mittel müssen zur Regelung von Streitigkeiten angewendet werden, die zwischen den Staaten entstehen könnten und welcher Art sie auch seien. Die Versammlung erklärt, daß für dre Mrt- glieder des Völkerbundes die Verpflichtung besteht, sich diesen beiden Grundsätzen zu unterwerfen. , ... In der dann folgenden Debatte über dre Abrüstung erklärte als erster Rei chsautzenminifter Dr. Stresemann: In sachlich mächtigen Worten ist der Welt verkündet worden, daß der durch den Weltkrieg herbeigeführten Abrüstung derjenigen Staaten, die sich den Friedensbedingungen ihrer Gegner unterwarfen, die freiwillige Beschränkung der Rüstungen anderer Völker folgen würde, um die Völker von dem Alpdruck der Furcht, des Hasses und des Mißtrauens zu befreien und eine Entwicklung anzubahnen, die in friedlichem Wettbewerb die höchste Entwicklung der menschlichen Leistungen gewährleistet. Der Völkerbund wird in der Weltöffentlichkeit danach beurteilt werden, wie er sich mit diesem Problem auseinandersetzt und wie er Worte, die ein-’ Erlösung bedeuten sollten, in die Tat umzusetzen vermag. Cs ist deshalb verständlich, daß die Erörterungen dieser Session um die Gedanken der Abrüstung und der Sicherheit der Volker sich bewegen. Deutlich ragt in der Debatte das Empfinden der Versammlung hervor, daß der Völkerbund infolge dieses Problems geradezu in ein kritisches Stadium seinerEnt- Wicklung eingetreten ist, daß er Jid) entscheiden muß, ob er einer wirklich fruchtbringenden Zukunft' entgegengeht. Don Deutschland ist stets mit Nachdruck die Auf. fafsung vertreten worden, daß es nicht angängig sei, den Beginn der allgemeinen Abrüstungs- aftion noch von der Schaffung neuer Sicherheiten abhängig zu machen. Das war auch der ganz eindeutige Standpunkt, auf den sich die Versammlung in ihrer vorjährigen Resolution gestellt hat. Demgegenüber schien sich neuerdings die Ansicht geltend zu machen, daß neue Garantien auf dem Gebiete der Sicherheit die Voraussetzung für den Beginn der Abrüstung bilden mühten. So ist es erklärlich, daß in der Seffent- lldjteit vielfach der Eindruck entstand, als ob der Völkerbund durch das Entwafsnungspcoblem in eine gefährliche Sackgasse geraten fei. ych begrüße es deshalb, daß es seitdem in schwierigen Verhandlungen gelungen ist, den We g zu r pro k- tischen 21 r b e i t freizulegen. Nunmehr haben wir in der vom Herrn Berichterstatter zuletzt vorgetra- qencn Resolution ein Programm vor uns, in dem die beiden Grundsätze der Abrüstung und der Sicherheit zueinander in das richtige Verhältnis gestellt werden. Die Methode, die man gefunden hat, um die gegebenen Sicherheitsgarantien w e i - ter auszubauen, scheinen mir durchaus erfolgversprechend zu sein. Es ist selbstverständlich, daß Deutschland den Wunsch und Willen hat, bei den -n Aussicht genommenen Arbeiten tatkräftig mitzuwir- ken. Die Gedanken, die in den Verträgen non Locarno für den Westen und den D |t e n verwirklicht morden sind, werden sich in gleicher oder ähnlicher Gestalt unter Anpassung an die jeweiligen Umstände auch für die Verhältnisse in anderen Gebieten verwerten lasten. Die Verhandlungen in den verschiedenen Kommissionen haben aufs neue gezeigt, welch bedeutsame Rotte hierbei der Entwicklung des Schiedsgerichtsgedankens zufallen wird. Wie immer sich auch die Arbeiten auf dem Gebiete der Sicherheit in ihrem Verlauf c.cftdlten mögen, die uns vorliegende Resolution stellt fest, daß die erste Entwaffnungskonferenz einzuberufen ist, sobald die noch notwendigen Vorarbeiten rein technischer QI r t zum Abschluß gebracht worde.i sind. So wird sich der arundlegende Sah deS Völkerbundvaktes verwirklichen, daß die Erhaltung des Friedens die H e r- n b s e h u n g der R ü st g n g e n fordert. Düstun- gen können und dür'en nicht die Grundlage der Sicherheit sein! Sie sind nicht einmal der sicherste Schuh und sie haben überdies unvermeidlich die Wirkung, den Rachbarn zu bedrohen. Das ist eine naturnotwendige Tatsache, die auch durch friedliche Einßeftung der Regierungen nicht völlig aus der Welt geschaht werden kann. wir in Deutschland find heule oft versucht, unseren Rachbarn das Work zuzurufsn, das einst einem Bürger des alten Roms auf dem Forum enlgegenklang, als er, bis an d e Zähne bewaffnet/ unter einer friedlichen Volksmenge erschien und feine Rüstung mit der Furcht vor Ueber- fällen zu rechtfertigen suchte, fragte man ihn einfach: „Quis tibi sic timere permisit!“ „Wer hat dir denn erlaubt, dich so zu fürchten!" Ich bin mir völlig klar darüber, wie stark die Hemmungen sind, die Waffen aus der Hand zu geben. Ich erinnere mich der Worte, mit denen Herr Briand kürzlich davon sprach, weich' Sonnenglanz der Posie, weich' heroische Empfindung mit dem Gedanken: „Waffen und Kampf" verbunden ist, und wieviel schwerer es ist, dem Gedanken des Friedens Formen zu geben, die dieser Aufwallung des Geistes gleichen. Deshalb ist es auch völlig verständlich, wie schwer psychologisch auf ein Volk wie das deutsche, das auf Jahrhunderte militärischer Tradition herabsah, der Gedanke der alleinigen Abrüstung wirkte, namentlich unter dem Gesichtspunkt der B e d r ü k - kung, auf die ich in meiner Rede zur Generaldebatte hingewiesen habe. Deutschland hat diese psychologischen Hemmungen unter Verhältnissen, wie sie schwieriger überhaupt nicht gedacht werden konnten, überwunden. Wenn diese Ueber- windung möglich war, so nicht aus dem Grunde, weil hinter ihr der Gedanke stand, daß es fich bei dieser Abrüstung nicht handeln könne um den Gegensatz zwischen Militarismus und Abrüstung, sondern daß es sich hier um die Durchführung eines Grundsatzes handele, der neue Methoden u n b eine neue Moral unter den Völkern herbeiführen wolle. Der Glaube der Menschen an eine bessere Zukunft, die einer trüben Gegenwart folgt, ist eine Macht und Kraft, die gerade der Völkerbund am höchsten schätzen sollte. Lassen Sie diesen Glauben nicht erschüttern! Wenn das Land, das einst als die stärkste Militärmacht der Welt galt, heute abgerüstet ist, so sollte es für die anderen Staaten viel leichter sein, ihm jetzt zu folgen. Wir stehen vor einer gebieterischen Pflicht, einer Pflicht, deren Nichtachtung ganz sicher zu schweren Folgen führen würde. Wir haben also keine Wahl. Die ganze Institution des Völkerbundes kann nur dann lebendig und wirksam werden, wenn die Vorschrift der allgemeinen Abrüstung durchgeführt und damit die Voraussetzung gegeben ist für jene Atmosphäre, die notwendig ist für eine gemeinsame und solidarische Sicherung des Friedens, zu der sich alle hier im Völkerbund vertretenen Nationen bekennen. Paul-Boneours Antwort. Rach Stresemann sprach der britische Delegierte Lord Onslow, darauf der Delegierte Frankreichs Paul-Doncour. Er warnte vor einer Heber st ürzung der Abrüstung^,- arbeiten. Die politischen Schwierigkeiten, die gegenüber den technischen heute das U.bergetoidjt hätten, müßten dadurch behoben werden, daß gewisse politische Destimmungen geschaffen werden, die die Einberufung der Abrüstungskonferenz ermöglichten. Die Sicherheitssorderung.n sollen nicht übertrieben werden, aber es müsse eine Kollektivsicherheit geschaffen werden, die einen Ersah für die eigenen Rüstungen biet ei', könne. Diese Kollektivsicherheit müsse zunächf. durch ein verallgemeinertes und garantiert ee Schiedsshstem vermittels weiterer Verträg. nach dem Muster des Locarno-Paktes gewährleistet werden. Den Erfolg der Avrüstungskonfe-- renz glaubt Paul-Doncour gewährleistet, sobald die Völkerbundsstaaten bereit seien, ihre ganze Kraft einzusehen, wenn der Rat in einem bestimmten Falle den Bruch der Paktverpflichtungcn erklärt. Denkmalsredenrekord in Frankreich. Frankreich und die Tannenbergrede. Lieber die Tannenberg-Rede des Reichspräsidenten sind von einer Reihe ausländischer, besonders französischer Zeitungen die verschiedensten Kommentare geliefert worden, die gezeigt haben, ein wie geringes Maß von Verständnis noch immer die Gemüter bei unfern Rachbarn beherrscht , Deshalb ist eine Llnterredung, die Deichsaußenminister Dr. Stresemann in Genf dem Vertreter des „Matin" gewährt hat, gleichsam als Kommentar zu der Rede des Reichspräsidenten und zu den von ihr ausgelösten Presseäußerungen von erheblicher Bedeutung. Der Reichsaußenminister hat dabei zunächst psychologisch den Llrsprung der Tar.nenberg- Rede erläutert und sie treffend in Gegensatz gebracht mit den fast allsonntäglichen Reden der Poincare, Foch, Petain usw. an französischen Kriegerdenkmälern. Denn der Reichspräsident, der oberste Chef des deutschen He:res, habe hier zum erstenmal und an der Stätte seines historischen Sieges gesprochen, und mit seiner Rede Gefühlen Ausdruck verliehen, die das ganze deutsche Voll bewegen. Dr. Srrese' mann hat weiter mit Recht auf das Wort Bri- ands vom „Frieden durch Schiedsgerichtsbarkeit" verwiesen, um barzutun, daß das deutsche Volk durch den Mund seines ehrwürdigen Staatsoberhauptes ja nichts anderes fordere, als eine objektive schiedsgerichtliche Rachprüfung des entwürdigenden Spruches, der in bezug auf Lirsprung und Durchführung des Krieges einseitig, unbewiesen und ohne Zuziehung neutraler Richte'r in Versailles von der Gegenpartei gefällt wurde. Die französischen Chauvinisten-Dlät er und auch eine ganze Reihe anderer ausläwdischer Organe, die an sich sonst nicht antideutsch ein» gestellt sind, erblicken in der Aufrollung der Kriegsschuldfrage durch deutsche Forderungen nach einem unparteiischen Gericht einen Beweis für das Fehlen des deutschen Friedenswillens und betrachten das als Zeichen für das Fortb.stehen oder Wiederaufleben des alten „militaristischen" Deutschlands, als ein Zeichen für den Revanchegeist. Das ist absoluter älnsinn, und eine so künstliche Konstruktion, daß man eigentlich kaum verstehen kann, wie sie sich 8 Jahre lang zu behaupten vermochte. Denn erstens stehm Friedenswillen und Ablehnung des Kriegsschuldvorwurfs i n keinerlei ursächlichem Zusammenhang. Das eine ist ein Zustand der Volksmenta- lität, das andere ein rationeller Vorgang, der dem Ehrgefühl entspringt, Tlnd zweitens scheint es uns ein sicherer Beweis für die Achtung zu sein, die das deutsche Volk vor geschriebenen, selbst erzwungenen Verträgen ha', wenn das deutsche Volk nicht stillschweigend über den Vorwurf hinweggeht, es habe den Krieg mutwillig entfesselt und grausam geführt, sondern sich gegen diese Behauptung des Vertrages von Versailles w e h r t. Tlnd drittens endlich ist es mindestens subjektiv ein Beweis guten Gewissens, wenn man nicht versucht, über diese Deschimpfung Gras wachsen zu lassen, sondern immer von neuem forderst einem gerechten und neutralen Richte r unterworfen zu werden. Diejenigen also, die diesen Spruch für gerecht halten, könnten im eigenen Interesse gar nichts Klügeres tun, als dem deutschen Anspruch zu unterstützen, statt ihn zu belämpfen und zu beschimpfen. 5ieue P rimer Pressekommentars. Paris. 25. Sept. (Wolff.) Tleber das Stresenmnn-Interview im „Matin" erklärt das Gewettschaftsblatt „Le P e u p l e" u. a.. baß niemand dem Deutschland gewaltsam entrissenen Schuldbekenntnis einen juristischen oder moralischen Wert zuerkenne. Es handle sich um einen unverantwortlichen Mißbrauch der Gewalt, behaupten zu wollen, daß durch diesen Text des Versailler Vertrages die Frage der Ursache der Kriegsverantwortung für immer entschieden sei. Dies sei eine Haltung, die Frankreich nur schädigen könnte, vor allem angesichts der Tatsache, daß es als einziges Land mit der Oesfnung der diplomatischen Archive nicht einmal begonnen habe. Es fei* eine patriotische Legende, daß das deutsche Volk durch einen vorsätzlichen Angriff die in aller älnschuld leb eich en Länder überrascht habe. Der Berichterstatter des „Petit Journal" erklärt dagegen, jede Polemik über die Verantwortlichkeit des Krieges könne der Lösung der gegenwärtigen Probleme nur hinderlich sein, die einen gewissen Grad von Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland vor- aussehten. Barthou antwortet Hindenburg. Paris, 25. Sept. (2H ) Der heutige Sonntag zeichnete sich in Frankreich durch e'nen Rekord an Denkmalseinweihungen, Gedenkfeiern und Ministerreden aus. Auf e l s-ä s s i s ch e m Boden sprach Poincare nicht weniger als dreimal. Pensionsminister Marin nahm an einem Bezirkskongreß der nationalen Frontkämpfer-Ver- einigung im QJ o n n e - Departement und an der Huldigung am Gefallenendenkmal teil. In Versailles wurde eine Mililärgedenktasel in einem Stabskasino eingebaut und unter Führung des Generals G o u r a n d sand eine Pilgerfahrt nach dem Lotenmal der in der Champagne Gefallenen, 'm Chalons, statt. Die politisch größte Bedeutung kommt der Rede des Iuftizministers und stellvertre'enden Ministerprä i; ersten Barthou bei bei der Einweihung eines Denkmals, das in Livron im Departement älntcrpyrenäen zur Erinnerung an den Kommandanten des Postens von Bibane (Marokko) enthüllt wurde, der während des Riffeldzuges mit seiner Mannschaft bis zum letzten Atemzug sich gegen die Belagerung der Rifleute verteidigt hatte. Der Minister erklärte: Wir haben den THaroftofrieg ebensowenig ge- wollt, wie den anderen. Wir sind in gleicher Weise unschuldig an dem Blut, das e i n herrschsüchtiges Volk, ein Wilhelm II. und ein A b b e l r i m haben vergießen lassen. Es gibt Dementis, bie die Geschichte nicht annimmt unb die, aus welchem Munde sie auch kommen mögen, gegen d i e Wahrheit der Tatsachen nichts vermögen. Das Deutschland von 1914 würde, wenn es reinen Herzens gewesen wäre, mit einem Wort der Annahme des Bermitt- lungsangebotes die drohende Gefahr beseitigt haben. Das Deutschland von 1914 hatte keine reinen Hände. Nachdem wir die Grausamkeiten erlebt haben, werden wir nicht unsere Toten entehren lassen. Wir wollen den Frieden. Aber wir können nicht die Wahrheit opfern. Das Schweigen, das, wenn es gegenseitig ist, wir gern gewähren wollen, ist die notwendige Bedingung für die Annäherungen, die der Friede der Welt Erheischt. Am diesen «Preis allein können wir vergessen. Die unvorsichtigen Rehabilitierungen bringen die Gefahr mit sich, vor der Oeffenttichkeit den Ton einer verwegenen Herausforderung anzunehmen. Die internationale Beruhigung, bie nur langsam über so viele Hindernisse triumphiert, würde dabei schnell all das verlieren, was die nationale Eigenliebe dabei gewinnen möchte. Das wäre ein großes Unheil. Frankreich, dessen friedfertige Rolle die Geschichte bei den Verhandlungen sestgeslelll hat, bie dem Krieg von 1914 vorausgingen, nimmt mit der gie'chcn vertrauensvollen Ruhe das Urteil der Geschichte über die Ber- anfroodung am Marokkokrieg an. Bartfjou ging dann im weiteren auf die politischen Ereignisse des TNarokkoseldzuges ein und behauptete, daß Abb ei fid - als ein Instrument auswärtiger Berschwö- runaen gehandelt habe. C<3 ist zu bebauen1., baß Herr Barthou seine goldenen Worte von dcr Nützlichkeit des Schweigens nicht schon vor langer Zeit an gewisse Ministerkollegen gerichtet hat unb baß er auch bei seinen vorstehenben Worten ben Rat, zu schwelgen, nur in bem einen Punkt befolgt hat, auf ben es jedem Unbefangenen gerade ankommen muß: nam- lich hinsichtlich der deutschen Bereitwilligkeit, diese große Streitfrage einer unparteiischen Instanz zu überweisen. Drei Zonniagsreden poincares. Paris, 25. Sept. (W. B.) Poincarö hat heute wie schon erwähnt im Elsaß drei Kriegerdenkmäler eingeweiht. In St. Ama rin wies er in seine. Rede besonders darauf hin, daß die Elsässer, zu deren Ehren das Kriegerdenkmal errichtet wurde, zum Teil unter verschiedenen Fahn en gedient, daß sie sich aber tapfer geschlagen hätten, was man jetzt gemeinsam bedauere. Alsdann hat Poincare das zu Ehren der französischen Alpenjäger errichtete Denkmal auf dem Elsässer Belchen bei Gebweiler eingeweiht. An der Feier nahm neben 30 Generälen auch der Oberkommandierende der Rheinlandtruppen, General G u i l l a u m a t, teil. 2n einem Loblied auf die französischen Alpenjäger feierte Poincars die militärischen Tugenden und fuhr dann u. a. fort: „Ich verkenne nicht, daß bei dem Fortschritt der Zerstörungsmittel das Schauspiel einer modernen Schlacht eines der schrecklichsten ist, das man sehen kann. Ich bestreite auch nicht, daß eine so mörderische Art die internationalen Konflikte zu regeln, eine Art Herausforderung der Menschheit ist. Ich wünsche wie jeder vernünftige Mensch, daß der Schiedsspruch immer mehr an die Stelle der Gewalt tritt, und daß der Tag bald kommen möge, an dem die Kriege nur noch verabscheuungswerte Erinnerungen an ein entschwundenes Zeitalter sind. Aber es hängt nicht von uns allein ab, daß wir dahin gelangen. Wir sind trotz allem gezwungen, mit der Rückkehr eines älebels zu rechnen, das wir beklagen. Es ist vielleicht nicht unnütz, zu wiederholen, daß der Krieg trotz aller seiner häßlichen Seiten für eine Ration der Erwecker der höchsten Eigenschaften sein kann. Gewöhnen wir unsere Landsleute nicht daran diese Sugenben herab- zusehen, mißbilligen wir Gewalttätigkeiten und Barbarei, wünschen wir den Frieden und arbeiten wir für ihn ohne Unterlaß und Entmutigung. Vergessen wir Hebel und Tlngerechtig- feit, aber vergefsen wir nicht die Größ« Frankreichs und die Tapferkeit feiner Söhn e.“ In Mülhaufen erinnerte Poincare an du Geschichte dieser elsässischen Stadt, die im Jahr« 1798 zu Frankreich kam, 1871 „ Frankreich entrissen" und im Jahre 1918 wieder von Frankreich zurückgewonnen wurde. „Während der Trern nung“, erklärte u. a. der Ministerpräsident, „blieb ihr Gedanke aber dem Mutterlande treu, dem sie sich freiwillig ergeben hatte. Selbst Kaiser Wilhelm kannte ihre Gefühle so gut, daß er während feiner ganzen Regierungszeit sich hütete sich in ihre Straßen vorzuwagen." Poincarö erinnerte dann an seinen Einzug im Elsaß nach dem Waffenstillstand und an feine Worte: „Die Volksabstimmung ist vollzogen", die er im Dezember 1918 Dom Balkon des Straßburger Rathauses gesprochen hatte und fuhr dann fort: „Es war der Wille des elsässischen Volkes, der im Jahre 1871 geknechtet und auf den man 48 Jahre ver- zichtet hatte, der sich im ganzen Elsaß vor den Vertretern Frankreichs bekundete, der unweigerliche Wille, den für immer aufrechtzuerhalten Sie und wir vor diesem Denkmal schwören." Eine Schmährede Zarparr. Der belgische Ministerpräsident wiederholt die Anschuldigungen von den deutschen Ariegsgreueln. Ostende, 25. öetot (Belgische Telegraphen- cgentur.) Hier fand heute die Einweichung eines Denkmals zu Ehren des katholischen Staatsmannes Beernaert statt, der im politischen Leben Belgiens eine führende Rolle gespielt hat und im Jahre 1912 verstorben ist. 3n seiner Ein- toeihungsrede gab Ministerpräsident Iaspar einen Rückblick über das Leben Beernaerts, wobei er u. a. aus führte: Beernaert, der sich so sehr um die Festigung des Friedens in Europa bemühte und von so tiefem Glauben daran erfüllt war, ist der beispiellvse Schmerz erspart geblieben, das Verbrechen mitzuerleben, das ^reinen Herzens" von denen begangen wurde, bie unsere Neutralität verletzt haben. Er hat nicht die furchtbaren Tage erlebt, in denen die Invasion derer »mit Den reinen Händen" unser unschuldiges Vaterland der Brandstiftung, dem Mord und der Verwüstung ausgeliefert hat. Er hat die unentschuldbaren Füsilierungen von Frauen, von Greisen, von Kindern in der Wiege nicht kennengelernt. Sein Herz krampfte sich nicht zusammen angesichts des systematischen Raubes unserer industriellen Ausrüstung. Er erlebte weder Löwen noch Visö, noch Tanines, noch Airschvtt, noch Dinant. Er hat nicht mehr mit Augen, die vor Entsetzen brannten, den, langen Zug unserer Mitbürger davonziehen sehen, die wie Sklavenzu Tausenden deportiert wurden. Auch die letzte Prüfung blieb ihm erspart, sein geliebtes Vaterland gegen den Hast und die Verleumdung ver- teidigen zu müssen, die beharrlich und unermüdlich bemüht sind, mit den üblen Dünsten der Lüge und des ^lebelwollens Belgiens Heroismus und Leiden zu trüben. Die Autonomiebewegung im Elsaß. Daris, 26. Sept. (WTD. Funkspruch) Ha- vas berichtet aus Straßburg, dah aus einer Versammlung von Autonomisten die Absicht zum Ausdruck kam, für die nächsten Wahlen eine offizielle Autonomistenparter zu gründen. Der Leiter der Versammlung, Roos, behauptet, dah die Elsässer in politischer Hinsicht und besonders im Hinblick aus ihre Kultur unterdrückt würden. Die in Bildung begriffene Partei wolle eine pazifistische Partei sein. Sie trete für den Frieden unter den Völkern auf der Grundlage deS Rechtes, nicht aber aus der Grundlage Vers ailler Vertrages, ein. RooS habe jedoch klar unb ausdrücklich betont, dah diese Partei nicht separatistische Tendenzen haben würde. Eine gegen Frankreich gerichtete scharfe Flugschrift sei im Verlaufe der Versammlung verteilt worden Die Journalisten seien von der Versammlung ausgeschlossen gewesen was zu einem Zwischenfall geführt habe. Dem Vertreter des Pariser .Journal" sei es gelungen, In den DerfammlungSsaal zu kommen Als er auf Ane Frage in französischer Sprache antwortete, habe man ihn aufgefordert, den Saal zu verlassen AIS er erklärte, er spreche nur die Sprache seines Landes, hätten ihn die Dersammlungsteilniehrner hinaus- geworfen und Übel zugerichtet. Das badische Zentrum zum Fall Wirth. Freiburg, 25. Sept. Das Zentralkomitee des badischen Zentrums hat heute eingehend den Reichsschulgesetzentwurf beraten lieber die Verhandlungen berichtet die .Freiburger Tagespost" u. üttenmgen waren am heftigsten in Se- bastopel und Balta. Sie dauerten sieben Sekunden. Es wurde wiederum großer Schaden angerichtet. Einige Personen wurden schwer verletzt. Die Landstraße nach Sebastopel wurde bei Oreanda von einem Bergsturz verschüttet Tödlicher Fallschirmabsprung. Bei einer Flug Veranstaltung aus dem Flugplatz Paderborn war der in Fllegerkreisen gut bekannte Fallschirmpilot Kleinenberger in etwa 700 Meter Hohe abgesprungen. Der Fallschirm öffnete sich aber nicht. Kleinenberger stürzte zu Boden unö war sofort tot. Die Gattin des Verunglückten befand sich in demselben Flugzeug. Bevor das Flugzeug noch landen konnte, erlitt sie einen Nervenschock und fiel in Ohnmacht. Kleinenberger hat bisher 110 Fallschirmabsprünge glücklich ausgeführt Eine ganze Familie an Tollwut gestorben. 3n dem serbischen Dorf Gorcice ist eine fünfköpfige Familie, die Fleisch von einem an Tollwut verendeten Ochsen gegessen hatte, an Tollwut erkrankt und im Krankenhaus gestorben. Explosionskalastrophe bei Baltimore. In einem Munitionsdepot bei Baltimore ereignete sich ein schweres Explosionsunglück. Mehrere Millionen Kilogramm Explosivstoffe, darunter zahlreiche Granaten, flogen in die Luft. IN der Nähe liegende Baracken gingen in Flammen auf. Getötet wurde niemand. Ein großer Geländestreifen ist von Truppen geräumt worden, da die Gefahr weiterer Explosionen besteht. Gesesielt aus dem Zug gesprungen. Tin von einem Kriminalbeamten transportierter schwer gefesselter Gefangener bat, als der Zug aus Der Strecke Gaswitz — Zwinkau durch die Hardt fuhr, den Abort aufsuchen zu dürfen. Der Beamte löste einen Teil der Fesselung, und der Gefangene suchte den Abott auf. Während der Beamte aus dem Fenster fah, um einen Entweichungsversuch des Gefangenen zu bemerken, gewahrte er, wie dieser durch das Abortfenster auf das Trittbrett des Wagens stiea und a b | p r a n g. Der (Befangene erlitt dabei so schwere Verletzungen, dah er von dem Beamten, der den Zug durch Ziehen der Notleine zum Halten gebracht hatte, in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. D'^e Wetterlage. O lOCMV ’Memd O vT Tü) W Wien 8 ^11 V 1» o OWolkenlos.® netter ® neio oedecn »Noimg. ebedecn eReom * Schnee a treupem « Hebet K Cewiiter,(§)Windstille. -O MW (elchler Ost y -nissiger Sudsoowest Q stürmischer nordwest Die Pfeile fliegen mit dem winde Die bergen Stationen stehenden Zaw len geben die Temperatur an. Pie Urnen verbinden Orte mit gleichet» auf Mgeresnii/eau umgerechneten Luftdruck -e<{ v.^raiiQi'itße. Das Nordseetief flacht sich ab und bewegt sich nordostwärts über Skandinavien weiter. Unter dem Einfluß der Kaltluftzufuhr an seiner Rückseite nimmt auch über Mitteleuropa der Luftdruck stark zu. Der Wittcrungc-charakter wird sich im Laufe des morgigen Tages ruhiger und freundlicher gestalten. Lor allem führt der zunehmende Luftdruck zur stärkeren Auflösung der Wolkendecke, so daß mehr aufheitern- des und etwas wärmeres Wetter eintritt. Trotzdem ist noch mit strichweisen Regenschauern zu rechnen. Wettervoraussage: Wolkig mit Aufheiterung, allmählich etwas wärmer, nur vereinzelte Regenschauer. Witterungsaussichten für Mittwoch: Bei zeitweiser Bewölkung meist trocken. Lufttemperaturen am 25. September: mittags 14 Grad Celsius, abends 10,6 Grad Celsius: am 26. September: morgens 10,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 25. September: abends 13,6 Grad Celsius; am 26. September: morgens 11,2 Grad Celsius. Maximum 14 Grad Celsius, Minimum 8,5 Grad Celsius. — Niederschläge: 2 Millimeter. — Sonnenscheindauer: drei Viertrlstunden. Am der Provinzialhauptstadt. ® t tß«n, den 26. September 1927. Herbststimmung. d« ist ein« seltsam« Jett, bi« Zeit der Vorbereitung eines Neuen, das nicht mit Hoffnungen und kühn voraussegelnden Wünschen begrüßt wird. Etwas ganz anderes ist cs, aus dunklen Winter- tagen in den lachenden, blühenden Frühling hinein- zuschreiten. Auch der Gang vorn Maien in den Sommer hinein ist leicht. Rosen stehen am Wege und Erfüllungen, an die man nur scheu gedacht, auf die man bangend gehofft hat. Anders, ganz anders, wenn es gilt, aus der Fülle in den Verzicht zu gehen. Das goldene Korn, das wie ein wogendes Meer war, ist gefallen. Geblieben ist nur das kahl« Feld mit seinen grauen Stoppeln und dem eigen- artigen Erdgeruch, in dem die Melancholie gedeiht. Wo freundliche, liebliche Farbensinfonien prunkten, kommt das Grau der abgemähten Wiesen. Wo der Wind mit dem Reichtum des Blattgewirrs in Wipfelkronen spielte, reißt er jetzt nieder, was welk und müde geworden ist. Natürlich ist es in jedem Jahr dasselbe. Aber wir erleben es doch in jedem Jahre anders. Was (iinimert uns der Herbst, wenn wir jung sind, wenn die Welt um uns noch so reich an kleinen Freuden ist, die uns groß dünken! Auch dann werden wir feiner kaum gewahr, wenn wir in den lagen der ersten Liebe wandeln, denn auch diese Welt kennt keinen Herbst, sondern nur Sonne, Frühlingsläuten und Sommerluft. Aber es wird anders, wenn wir uns selbst dem Herbst nähern, wenn das Haar an den Schläfen zu bleichen beginnt und wir an dem und jenem Anzeichen merken, daß wir nicht mehr im Frühling, nicht mehr im Sommer stehen, sondern daß die ersten Blätter fallen, weil sie müde und welk geworden sind wie wir selbst. Vielleicht wollen mir es uns noch nicht gestehen; denn es fällt auch nicht leicht, sich zu sagen, daß der beste Teil unseres Daseins bereits hinter uns liegt. Wir sträuben uns yeute noch und wohl auch morgen. Aber übermorgen ■BBMMWPMWBMB—MM—WM' II MIHI »I H «W werden wir es nicht mehr können. Dann find die Zeichen zu deutlich, die uns sagen, daß der Herbst da ist, der Herbst unseres Seins. Und die andern lassen es uns fühlen. Unbewußt vielleicht, denn wir blicken mit Argwohn aus, ob man unfern Herbst bereits erkennt. Wenn sie lachen und ihre Kräfte meßen im freudigen Spiel, dann stehen wir beiseite und denken ein wenig an die Zeit, da wir das auch vermochten und Freude daran hatten. Aber wir wissen, daß der Herbst über uns gekommen ist, jene Zeit ist vorüber, und es beginnt das stillere, an Freuden ärmere Leben. Die Tage brechen dann herein, die immer dunkler werden. Immer einsamer wird es um uns. Ein Freund um den andern stiehlt sich von uns fort auf Nimmerwiederkehr, bis wir selbst auch die Weisung erhalten, unfern Abschied zu nehmen. Herbst! Sein Sinn ist, einem andern Platz zu machen. Wohl uns, wenn wir sagen können, daß wir unsere andere Zeit richtig genützt und den Späteren den Weg geebnet, so gut wir das vermochten. S—r. LZornotizen. — Tageskalender für Montag. Palast-Lichtspiele: „Mein Heidelberg ich kann dich nie vergessen". — 21 storia-Lichtspiele: „Der Zusammenbruch". *• Eine Sitzung der Stadtverordneten findet am kommenden Freitag, nachmittags 5 Uhr beginnend, im Sihungssaale des Stadthauses Bergstraße statt. 2luf der Tagesordnung steht u. a.: Bewilligung einer Hinden- burgspende, weiterer Kredit zur Schaffung von Notwohnungen. Arbeitsvergebungen zur Herstellung von Straßen. Festsetzung des Gaspreises für die Baumheizung. *• Der GießenerHerbstpferdemarkt findet am 5. Oktober statt. Mit dem Markt ist eine Prämiierung des besten Pferdematerials verbunden. Räßeres in der Anzeige vom Samstag. •* Die Bewerbungen um den Stadt- theater-Intendantenposten. Um die Rachfvlge Hofrat SteingoetterS habrn sich inL- gesamt 195 Interessenten beworben. Die Bewerbungen stammen von 17 Intendanten, 61 Direktoren. 53 Oberspielleitern, 44 Spielleitern, 3 Dramaturgen und 17 anderen. ' Personalien. Ernannt wurde der Ehe- miker Professor Dr. Äldols Kreutz zu Darmstadt, Wirkung vom 1. Oktober 1927 an, zum Direktor der chemischen Prüfungsstation in Darmstadt. — Am 19. September wurde der 2lmtsvorstand des Forstamts Romrod, Forstrat Karl R i c o - lauS zu Romrod, in gleicher Dienste:genschaft in das Forstamt Schiffenberg verseht. — Durch die Kirchenregierung wurde übertragen: dem Pfarrer Karl Knodt zu Wimpfen die evangelische Pfarrstelle an der StadtkirchengemeinDe zu Offerrbach, Dekanat Offenbach; dem Pfarrer Wilhelm Weimar zu Gonterskirchen die evangelische PfarrsteUe zu Gonterskirchen. Dekanat Schotten, und dem Pfarrverwalter Emil lebet ju Holzheim die evangelische Pfarrstelle zu Holzheim. Sefanat Hungen. Photo-Wettbewerb des Verkehr svereins. Wie im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben wird, ist der Einsendungstermin für Bilder mit Rücksicht auf evtl. Herbst- aufnahmen bis zum 15. Oktober verlängert worden. •• Verbesserungen für den W inter- sport auf dem Hohervdskopf. Dieser Tage fand auf dem Hoherodskopf unter der Leitung des Gießener Schiklubs eine Besprechung mit den interessierten privaten und amtlichen Stellen über die Anlage neuer, moderner Sprunghügel für den Schneeschuhsport statt. Der alte Sprunghügel in der Rahe des Klubhauses ist für Anfänger gut geeignet und soll auch für diese erhalten bleiben. Um größere Sprünge aus- führen zu können, wird ein weiterer Hügel in der Rahe errichtet, der viel steiler ist und einen besseren Absprung gestattet. Das Forstamt Schot- ten sagte weitgehendes Entgegenkommen zu. Die erheblichen Kosten will man durch Spenden und Kapitalausnahmc decken. Die Qkbeiten sollen baldmöglichst tat Angriff genommen werden, damit die neue Sprungschanze noch im tommenben Winter benutzt werden kann. DHE., Stadt Schotten und mehrere Interessenten werden die Sache unterstützen. RDB. Die schnellsten Züge In Deutschland. Die Deutsche Reichsbahn-Ge- seNschast ist in steigendem Maße bestrebt, die Fahrtgeschwindigkeit der Schnellzüge zu erhöhen. In diesem Sommer haben bereits wieder 18 O-Züge Geschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern und darüber erreicht. Die höchste Stunden- Geschwindigkeit erreichen die Berlin—Münchener Ö-Züge, die die 161,7 Kilometer lange Strecke zwischen Halle mtd Berlin in 117 Minuten durchfahren; das entspricht einer Durchschnittsae- schwindigkeit von 83 Kilometer In der Stunde Fast die gleiche Geschwindigkeit — 82,8 Kilometer die Stunde — errreicht ein Schnellzug auf der 164,4 Kilometer langen Strecke Leipzig—Berlin, die in 119 Minuten durchfahren wird. Auf der gleichen Strecke und auf der Strecke Hannover— Hamm (176,4 Kilometer) erreichen zwei weitere Züge Stundengeschwindigkeiten ovn 82,4 bzw. 82.2 Kilometer. An sechster Stelle kommt ein Zug auf der 286,8 Kilometer langen Strecke Berlin- Hamburg; er erreicht eine Geschwindigkeit von 82 Stundenkilometern, während der Gegenzug Hamburg—Berlin im Durchschnitt 81,1 Kilometer in der Stunde fährt. Eine Etundengeschwindigkeit von 80 Kilometer und darüber wird außerdem auf den Strecken Hannover—Osnabrück, Dortmund—Hannover, Branden bürg—M a g deburg, Bremen—Harburg, Lehrte—Harburg. Rümberg— Bamberg und Bielefeld—Hannover erreicht. " Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 375 Ochsen. 79 Bullen. 526 Kühe. 336 Färsen, 436 Kälber. 151 Schafe. 5728 Schweine.. Chinoso! vorzüglich für Spülungen. Zu haben In allen Apotheken und Fachdrogerien. Vertehrs-Verem Gießen _________________________ (5. D. ... ______________ Oer (Zinsendungstermin für Äilder ist mit Rücksicht auf evtl. Herbstaufnahmen bis 15. Oktbr. verlängert. Limmerr-ähaOMsis Wegen dauernderNachfrage wird um Anmeldung freier Zimmer gebeten. 8654" Palast-Lichtspiele Llndenplalt Ab heute bl* einschließlich Mittwoch: Mein Heidelberg im kann m nie verliessen »yiM"" ijMy :«no» Fortaetzun -p und Schlußteii des Films' im hab mein Herz in Heidelberg verloren Original-Auf nah men von Heidelberg1 und vom schönen Neckarstrand. In denxHauptrollen: KlBrchen Schröder Dorothea V, leck Georg Schröder, ihr Vater Karl Platen Fritz Hansen, Reederei besitzet ••• A. v. Schlottow Mia. seine Geliebte Vivian 1 ibson Pastor Schönhoff Ei il lofer Sophie, seine Frau • G. de Lasky Alex Winkler, cand. jur Sylvester I auried Erstcharuierler Merkelbach Georjr Inner Trude, Klttrch-ms Freundin Carla Färber Ferner: Das lustige Beiprogramm Und Die neueste Ufa-Wochenschau Astoria-Lichtspiele Ab heute bis elnschl. Mittwoch: MsfflnaiM Ein Film aus derneuestenWeltgcschi hte in 5 Akten. Ferner: 8664c Der Wilf Me Ml Ein spannender Roman aus 2 Welten in 7 Akten. .w Daß es an Irgend etwas liegen muß. das haben Sie doch auch schon festgestellt Wir können Ihnen aus ehrlicher Überzeugung nur immer wieder sagen Alles, was andere Ihnen bleien, bieten wir Ihnen auch; aber darüber hinaus, unser Besonderes ES LIEGT AM TABAK! Cfäauchen Sie occa die besonders gute, daher besonders preiswerte 5Pf$ Cigarette! ARNAUD ds (legi am Sabak ! (Darum sind JSafpaus- Cigaretten besser ctfa andere nr. 225 8661D r r Gießen, Kaiserslautern, Limburg a. d. L., den 26. September 1927. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, den 29. September, nachmittags 3 Uhr, 8681D 06907 Gießen, den 24. September 1927. WB HWWM Schnstl Ang. unter Jheringstraße 7. >86811) Oer Vorstand. 8600V L^ishr - Zentralheizungskoks Brechkoks 0, 98, Bll 8663k) vorzugt. 8373A 11. lieren auf die Dauer ihre Färb diicScn. 8675D melden. 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Der Völkerbund hat sich bemüht, diesen Bestimmungen gerecht zu werden und hat mehrfach große humanitäre Probleme in den Kreis seiner Arbeit ein- bezogeiu Kriti.'er des Völkerbundes und seiner bisherigen Arbeit haben wiederholt die Meinung geäußert, diese Betonung der Humanitären Aufgaben geschehe deswegen, um gegenüber dem geringen Erfolge des Völkerbundes auf rein politischem Gebiete ein Gcgcngcwicht zu schaffen und wenigstens einige positive „signes d’ac- t i v i td“ zu geben. Diese Auffassung ist in ihrer Grundeinstellung irrig. Der Völkerbund soll ein Fort des Friedens und der Völkerversöhnung werden. Von heute zu morgen ist dieses -Ziel nicht zu erreichen. Wenn es aber in unserer so seltsam zerrissenen und zerklüfteten Welt überhaupt eine Quelle des Gemeinschaftsgeistes gibt, so liegt sie in dem Gefühl des Verbundenseins „von Mensch zu Mensch, ein Gefühl, drssen stärkste und schönste Auswirkung die R ä ch st e n l i e b e ist, die in Fällen der Rot über die sonst innerhalb des Volkes imi) innerhalb der Völker bestehenden Grenzen hinweg die helfende Hand reicht. Es handelt sich deswegen um eine primäre, seinem innersten Wesen entsprechende Ausgabe des Völkerbundes, wenn er auf diesen Gebieten nachhaltig arbeitet. Auf früheren Tagungen des Völkerbundes ist wiederholt die Anregung gegeben worden, einen gegenseitigen Beistand bei außergewöhnlichen Katastrophen zu organisieren, die internationalen Hilfeleistungen durch methodische Verwendung der verfügbaren Mittel zu fördern und nach und nach die Anerkennung eines internationalen Rechts auf internationaler Hilfeleistung zur Geltung zu bringen. Insbesondere ist es der stellvertretende Delegierte Italiens bei der 5. und 6. Völkerbundsversammlung, der Senator Giovanni Ciraolo gewesen, der diesen Gedankengängen entschiedenen Ausdruck verliehen hat. Ciraolo standen dabei in seiner Eigenschaft als Ehrenpräsident des italienischen Roten Kxeuzes reiche Erfahrungen zur Seite. Hm die aus den Kreisen des Völkerbundes gekommenen Anregungen praktisch weiter zu verfolgen, war eine Kommission eingesetzt worden, in der auch Deutschland vertreten war. Diese Kommission hatte eine außerordentlich sorgfältige und eingehende Vorarbeit geleistet und hatte im hörigen Jahre einen Staiutenentwurf für eine Union internationale de secours vor- gclegt, der zur Stellungnahme den einzelnen Staaten zugegangen war. Auf Grund dieser sehr sorgfältigen und eingehenden Vorarbeiten wurde dann für 4. Juli 1927 die Conference internationale pour la erdation .wesen und die zentrale Ueberwachung des gesamten Transportwesens, neben der T^rwaltung der gesamten Magazine sein wird — die Schaffung also sozusagen einer »Zentralstelle für die Mechanisierung der Armee". Beide Ereignisse haben zu lebhaften Kritiken in der englischen Presse Anlaß gegeben, und eine größere Reihe jüngerer, insbesondere technischer Offiziere, haben sich auf Grund der Verordnung nach Indien versetzen lassen, um gegen die Aberkennung ihrer bisherigen Selbständigkeit zu protestieren. 'Besonders dieser letztere Schritt ist in der kontinentalen Presse mihverstanoen worden, da man in ihm eine weitgehende Unzufriede n» heit mit einer Verstärkung der mechanischen Kriegsmittel in England zu sehen glaubte, während in Wahrheit das Gegenteil der Fall ist. Die Maßnahme der Zentralisierung der Mechanisierung ist nämlich der -erste Schritt zu einer völligen Umstellung der Armee auf den mechanischen Krieg, und die letzten Manöver der sogenannten mechanisierten Abteilung sollen nur die Lehren liefern, die man braucht, um in ganz großem Stile — denn auch diese Rüstung wird einige Milliarden verschlingen — die englische Armee zur modernsten der Welt zu machen. Dabei muß darauf hingewiesen werden, daß derartige Bestrebungen Englands nicht mit Achselzucken abgetan werden dürfen, wie das unbewußt, ja fast instinktmäßig erfaßte und über das „Wie" seines göttlichen Könnens meist zu keiner Auskunft fähig war. Rur wenige hervorragend gesanglich Talentierte, Gesangsgenies, haben von den Meistern des Südens ihren Gewinn davongetragen, andere nahmen wohl Vor- tragskultur an, aber das Geheimnis des Tones blieb ihnen verschlossen. Die italienische Sprache und italienische Gesangsmusik wurden dann von vielen als das heilbringende Medium für den Ton und für das Wesentliche der Belcantokunst angesehen. Heber allem aber vergaß man meist, daß das nächste Ziel in aller Stimmbildung die Freilegung der von allen psychischen und physischen Hemmungen befreiten Tonsunktion sein muhte. Und diesem Ziel kann man allgemeine Gültigkeit für alle Methoden zufchreiben: ob es immer erreicht wird, die Erörterung dieser Frage wurde an dieser Stelle zu weit führen. Wenn man nun, wie an dem Konzert- und Opernabend, Gelegenheit hat, die verschiedensten Stimmen in ihren mannigfachen Entwicklunas- stadien zu verfolgen, so ist dabei stets zu bedenken, daß dieses und jenes, was minder schon erschien, oft eine notwendige Stufe zum Entwicklungsziel hin bedeutet: ähnlich, wie wir beim bildenden Künstler nicht das Werk in feinem Werden, sondern in seiner endgültigen Fassung bewundern. Wenn dann Zielleistungen allgemeinen Beifall fanden, so waren die Zwischenergebnisse nicht weniger interessant als Ent- wicklungserfcheinungen. Im allgemeinen ließ die Reihe der Leistungen eine gründliche Durchbildung erkennen. Mehr noch aber als bisher könnte die Kopfresonanz entwickelt werden, die Höhe würde sich dann noch leichter entfalten und glanzvoller klanglich ausstrcchlem In der Atem» behandlung war rundweg Erfreuliches zu beobachten: ebenso bewies die musikalische Durcharbeitung der einzÄnen Gesänge eine beachtenswerte Ä>rtragskultur. Durchaus Reifes bot Toni Knösfel vom Stadttheater Bamberg als Vertreterin des Kvlo- raturfaches mit den italienischen Variationen von Proch und der Arie aus „Traviata". Heda Hildemann war sehr beachtenswert im Lied in der Entfaltung edler Kantilene, Herausarbei- tung gesanglicher Linie und innerer Wärme. Aenne Flad ung lKurtheater Bad Orb) gab Brahmslieder und die Arie der Micaela, wäh» vielfach noch auf dem Kontinent geschieht. In technischen Dingen ist seit dem Kriege die englische Arntee immer führend gewesen, da gerade ihre Kleinheit es gestattete, relativ kostspielige Experimente mit ihr auszusühren, während das große französische Heer durch seine Größe etatstechnisch verchtncert war, viele Reue- rungen nach Kriegsende: einzuführen. Bis auf die Verstärkung der Zahf der tleinen San(6, eine Erneuerung der Artillerie und deS Automobilparks, sowie die Erprobung einiger neuer Gase hat die französische Ariwee keine großen Reue- rungen Jett Waffenstillstand aufzuweisen. Auch die sogenannte große Heeresreform geht immer noch nicht von den Gesichtspunkten des technischen Krieges aus, sondern stellt immer noch die Massenheere in den Vordergrund aller Mobili- fationsmaßnahmen. Demgegenüber halfen die englischen Heeresingenieure doch /erheblich mehr geleistet. Wenn man an großes, wenn auch noch nicht ganz ausprobiert en Reluerungen technischer Ra- tur alles auszählen will, was in Eng and neu eingeführt worden ist, so ist es schwer, ein Gesamtbild von der geradezu umwälzenden Fülle von Einzelheiten» zu geben, ohne die eine oder andere wichtige CS>affe zu verschweigen oder nicht gebührend zu vjürdiaen. Deshalb ist es auch nur möglich, die Wesentlichsten neuen Waffen aufzuführen. Es sind dies, um nur die wichtigsten zu nennen, ciri Offensivwaffen: verschiedene neue Tankt ypen, insbesondere einige neue Kleintanks, die eine sehr große Geschwirr» digkeit entwickeln imh als Aufklärer gedacht sind. Die (Einführung fogeMrmter Motorgeschütze, b. h. von sechsrädrigen Geschützen auf Wagen, die komplett, so wie sie sittd, auf einem starken Chassis ruhen und mit der GesL)windigkeit eines Automobils an jede erforderliche Stelle geschafft werden können unb sofort schußbereit sind, ohne einer besonderen Aufbauvorrichtung zu bedürfen. Diese fahrenden Geschütze sind sowohl für schwere Haubitzen, wie auch für ganz leichte Tarrckabwohrgeschütze ausprobiert worden, die eine bedeutende Vermehrung der Wirksamkeit der sog. Qrtfantericbegleitbotterien ermöglichen. Weiter ©asfnnfs, deren Sonderzweck die Vergasung bzw. Vernebelung ganzer Landschaften ist. Sodann die Einführung von besonders großen Ma n ns cha f t s t an k s, die fast überhaupt nicht bewaffnet sind, dafür aber 40 bis 50 Mann Infanterie mit größter Geschwindigkeit durch feindliches Sperrfeuer an den Aeind heranzutragen vermögen (sozusagen ein Automobilstoßtrupp), und die gegen renö Frau Ingeb ora Philipp mit zwei Diz et- Liedern und der Butterfly-Arie Beifall fand. Richt zu vergessen der übrigen Damen, die sich ebenfalls um be* Erfolg des Abends bemühten: Herta S tillger-Hanau, Frau Meta Schmidt, Käthe Gärtner, Emmy Vierter, Leni Täübert, sämtlich aus Gießen. Dr. Georg Skeciuk, Frankfurt, hinterließ ebenso starken Eindruck mit zwei ukrainischen Volksliedern wie mit der Arie des Rero von Rubinstein durch seine in quellender Fülle strömenden Stimmittel, die in der Höhe allerdings noch glanzvoller erstrahlen formten. Lic. I. F. Saun hat mit seinen gesanglichen Erfolgen wiederholt an dieser Stelle seine Würdigung gefunden: auch diesmal trat fein voluminöses Material hervor: abett bei allem heroischen Einschlag weist die Stimme ins Lyrische, und gerade in diesem Falle ist die gründliche Durchbildung der voce di testa Häupter, ordemis. Walter H i l d m a n n vom Staatstheater Wiesbaden brachte mit seinen Rezitationen Abwechselung in die Vortragsrehe. Starkes, dramatisches Erlebep, Modulativnssähigkeit des Organs und feine Pointierung gaben seinen Darbietungen Anschaulichkeit und bamit erfolgreiche Auswirkung. Am Flügel waltete mit unermüdlicher Gestaltungskraft Kapellmeister Bruno Hartl, Frankfurt a. M.: die Bekanntschaft mit zweien seiner Lieder (^Jugendliebe" und Vorfrühling") kann als ein besonderer künstlerischer Gewinn des Abends gsbucht werden. — in — Hochschulnachrichten. Professor Lic. theol. Friedrich Wilhelm Schmidt, Inspektor des Schlesischen Konvikts in Halle, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der systemattschen Theologie in der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Münster in Westfalen als Rachfolger von Professor G. Wehrung erhalten. — Professor Johannes Zie- kur sch an de-r Universität B r eslau erhielt einen Rus zur Uebernahme des neu gegründeten Lehrstuhls für Reue Geschichte an der Universi- tät K ö l n. Er wird dem Rufe zum Wintersemester 1927/28 folgen. — Auf das Ordinariat der klassischen Philologie an der Universität Infanterie» und Maschinengewehrfeuer, sa audj Gas völlig immun sind. Entsprechend Motorisierung des Nachschubes für die Artillerie und Infanterie. Darüber hinaus Einführung besonderer, auch im Fahren gebrauchsfertigen Automobil- Ra d i o • <5 t a t i o n e n , die selbst den kleinsten Truppenverbänden mitgegeben werden sollen, und die Einführung gepanzerter und mit Schleppern schnell fahrbar zu machender Panzer unterstände, sowie endlich die Ausstattung der Korps- stöbe mit großen Automobilen, die es gestatten, das Kommando jeden Augenblick an eine andere Stelle zu verlegen, und doch die Verbindung mit der Truppe nicht zu verlieren. Kurz, eine Motorisierung in einem Umfanae, wie sie kaum glaublich erscheint, da in der vorgesehenen Zukunftsarmce kein 'Mann mehr zu Fuß und keiner ohne Not mehr ungeschützt m den Kampf ziehen soll. Das ist nun aber auch eine Aufgabe, die ungewöhnliche und neue Probleme an die Truppen- führung und die D e r p r o v i a.n t i e r u n g der Truppen stellt. Die große Beweglichkeit der mcchani- fierten Armee der Zukunst macht eben nicht nur eine Mechanisierung der Kampstruppe und der Truppenleitung, sondern auch eine solche des Nachschubes notwendig. Wobei das Problem, um das der Streit der Fachleute geht, nicht die eigentliche Beweglichkeit der Proviantkolonne ist, sondern die Frage, wieweit — selbstverständlich außer der Einrichtung von großen Zentrallagern mehrere hundert Kilometer hinter der Front — die Einführung besonderer Fuhr- kolonnen überhaupt notwendig ist. Die motorisierten Kampfmittel führen nämlich in der Regel bereits jetzt so große Mengen an Benzin, Munition und Lebensmitteln mit sich, daß z. B. die Tanks einen Aktionsradius von 300 bis 500 Kilometer entwickeln können, ohne nachfüllen xu müssen. Das Problem von Aktionsradius gegen Bewaffnung, das bekanntlich auf dem Wasser eine so große Rolle spielt, existiert also sozusagen auch bei ber Zukunftsarmce. Es ist vorläufig noch umstritten, ob man die Neu Verproviantierung der mechanisierten Einheiten in der Kampffront vornehmen lassen soll, oder ob man sie zu diesem Zweck aus der Front hcrausnimmt und auf einige Tage dem Kamps entzieht. (Wie das heute in der Praxis bei dem Flugwesen der Fall ist.) Ein Problem, das von größter Bedeutung ist, weil von ihm die Ausgestaltung der gesamten Kampstechnik bzw. die Verwendbarkeit mechanisierter Truppen- körper überhaupt abhängt. Welche Wege der englisck)e Generalstab dabei zu gehen wünscht, scheint dabei eindeutig klar zu sein, da er in der mechanisierten Abteilung nur eine offensive Waffe ihrer Natur nach scheu kann. Freilich ist die Kostsnsrage bei dieser Angelegenheit von ungeheurer Bedeutung — denn die Unterhaltung selbst einer mechanisierten kleinen Armee kostet sehr viel mehr als die Unterhaltung einer größeren Armee alten Stiles. Die besonderen Anstrengungen, die England macht, um seine Armee jur modernsten der Welt zu machen, dürften jedoch andererseits kaum an budgetären Erwägungen scheitern. Nur wünscht man eben im Schatzamt, daß erst durch Experimente fest gestellt wird, was brauchbar ist und was nicht, da ja schließlich eine Armeereform, die in einer Mechanisierung gipfelt, nur Zweck Hal, wenn die Ingenieure in Zusammenarbeit mit dein Generalstab die Kriegsmaschinen konstruiert haben, die den taktischen und strategischen Erfordernissen des Maschinen kriege s entsprechen. Die englische „Ar- meereform", die man zweifellos in diesen Tendenzen zu erblicken hat unb die eine englische Antwort auf d i e französische Armeereform [ein dürfte, wird somit wohl noch einige Zeit auf sich warten kaffen. Aber kommen wird sie — das beweisen die Armeemanooer und die Einführung der neuen Stelle im Generalstab. Ludendorff und dre Freimaurer. B e r l i n , 25. Sept. Vor kurzem hat der General der Infanterie a. D. L u d e n d o r f f im Selbstverlag ein Buch unter dem Titel „Vernichtung der Freimaurerei" erscheinen lassen, in dem er schwerste Anschuldigungen geaen die deutschen Freimaurer erhebt. Die Angriffe ßubenborffs, der u. a. den deutschen Freimaurern auch die vaterländische Gesinnung abspricht, sollen die Mttglieder der deutschen Freimaurerlogen in den Augen ihrer Volksgenossen als moralisch minderwertig erscheinen lassen. Von verschiedenen freimaurerischen Seiten wurde gegen diese Schrift sofort fchärstte Verwahrung eingelegt und Königsberg ist als Rachfolger Mewaldls der Heidelberger Privatdozent Dr. Richard Harder berufen worden. — Auf den Lehrstuhl dar gerichtlichen Medizin in Halle ist der Breslauer Privatdozent Dr. Friedrich P i e- trusky berufen worden. — Der Professor der pathologischen Anatomie an der Universität Halle, Geh. Medizinalrat Dr. Rudolf Be- neke, ist zum 1. Oktober von feinen amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. — Der Lehrstuhl der Aegyptologie an der Donner Uni- versität ist dem Wiener Aeghptologen Professor Dr. Hermann Junker angeboten worden. — Der ordentliche Professor der Philosophie in Bonn, Dr. Max Wen t scher, ist zum 1. Oktober von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. — Der Privatdozent für das Fach der Allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie, Dr. med. Philipp Schwartz, an der Frankfurter Tlniverf ität, wurde vom Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. — Der Privatdozent für das Fach der Hygiene und Immunitätswifsenfchaf-ten in der Medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt a. M., Dr. Richard B i e l i n g, ist vom Unterrichtsminister zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt worden. — Geheimrat Professor Dr. M o e b i u s hat auch im Wintersenrester 1927/28 entspreck'end dem vorn Unterrichtsminister erhaltenen Auftrage das Fach der Botanik in Vorlesungen und Hebungen an der Universität Frankfurt a. M. zu vertreten und die Leitung des Botanischen Instituts behalten. — Der Archäologe Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Franz Winter in B o n n ist zum 1. Oft. 1927 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Prof. Winter kam im Jahre 1912 aus Straßburg als Nachfolger Loeschckes nach Bonn, wo er schon 1885 mit einer Abhandlung über die Fragmente der verlorengegangenen Komödien des Plautus den Doktorgrad erworben hatte. — Der ordentliche Professor an der Universität Göttingen, Dr. Andreas Walther scheü>et auf seinen Antrag zum 1. Oktober 1927 aus dem Preußischen Staatsdienst aus. Er folgt einer Berufung an die Hamburgische Universität, wo ihm auch die Leitung des Soziologischen Seminars übertragen wurde. sämtliche vorwürfe ßubenborffs als völlig unbe- zründet zurückgewiesen. Nunmehr treten Die G r o ß- meister der gesamten neuen deutschen Großlogen als Wortführer der ganzen deutschen Freimaurer mit folgender Abwehrkundgebung an die Veffentlichkeit: „Die Unterzeichneten, als gesetzliche Vertreter von oa. 80 000 treudeutschen, oater- liindisä) gesinnten Freimaurern, geben in deren Namen iyrer Entrüstung darüber Ausdruck, daß Herr Erich Ludendorff in seiner Schrift „Vernichtung der Freimaurerei" sie in verleumderischer Weise beleidigt und in den Augen des deutschen Volkes herabzusetzen versucht hat. Sie bedauern gleichzeitig, daß ein Mann von der «snstlgen Größe und Bedeutung der Generals der Infanterie Ludendorsf sich zur Verhetzung des deutschen Volkes und zur Irreführung breiter Massen herabgewürdigt hat. Obwohl das Pamphlet einer Entgegnung kaum wert ist, weil cs der deutschen Freimaurerei geradezu wahnsinnig« Ziele unterstellt und sich dabei auf dunkelste und trübste Quellen stützt oder sich bewußt der unglaub- lilbsten Verdrehungen und Entstellungen bedient, so behalten wir uns doch zur Aufklärung der öffentlichen Meinung eine eingehend« sachliche Stellungnahme vor." Provinzialverband Oberhessen der Deutschen VolKspartei. Am gestrigen Sonntag trat im Sprudel-Hotel in Dad-Rauheim der Provinzialpart ei- it a g der Deutschen Volkspartei in Oberhessen zusammen. Parteimitglieder aller Derufsgruppen vereinigten sich dort in stattlicher Zahl, um zu den politischen Tagesfragen Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende des Provinziulverbandes, Pros. Dr. Krausmüller, Gießen, begrüßte besonders den Aeichstagsabgeordneten Reichs- minister a. D. Excellenz Dr. Becker, sowie die Abgeordneten der Hessischen Lan^tagsfraktion, die fast geschlossen erschienen war. Er bedauerte, daß der Landesvorsihende, Rechtsanwalt Dinge l d e h , infolge Krankheit verhindert war. an der Tagung teilzunehmen. Es mußte infolgedessen auch eine Programmänderung eintreten: anstelle des Landesvorsitzenden sprachen Oberstudiendi».^- tor Dr. Keller. Büdingen, M. d. L. und Bürgermeister Dr. Riepoth, Schlitz, M. d. L. über: ,Kulturpolitische und Deamtenfragen" und über: „Wirtschaftspolitische Tagesfragen." Abg. Oberstudicndirekkor Dr. Keller (Bübingen) führte in seinem Referat etwa folgendes aus: Sn ihrer Einstellung zu Kultur- und Deamtenfragen seht die Deutsche Volkspartei ihre Ehre darin, entsprechend den Grundsätzen der alten national-liberalen Partei zu handeln. Wie die alte national-liberale Partei, so wollen wir uns auch heute nicht einseitig einstellen, sondern wir müssen die Snteressen sämtlicher Volkskreise gegeneinander abwägen. Drei große Fragen sind in der Kulturpolitik vorherrschend: Kirche, Rechtspflege und Schule. Die Kirche war früher der einzige Kulturträger, und wir hoffen, daß sie auch für di« Zukunft eine der Hauptstützen deutscher Kultur sein wird. Leider sehen wir, daß von selten der hessischen Regierung nach Inkrafttreten der Reichsverfassung der Kirche nicht die nötige Beachtung geschenkt wird. Wir verlangen, daß der Staat den notwendigen Belangen der Kirche, vor allem in finanzieller Hinsicht, Rechnung trägt. Auf unser Drängen hin hat die hessische Regierung zu dieser Frage bereits vor Jahren von der juristischen Fakultät der Landesuniversität ein Gutachten eingefordert, aus das wiv heule noch warten. Es erweckt den Anschein, als ob von selten der Regierung eine Verschlep- tnrngspolitik getrieben wird, rmd als ob die hessische Regierung kein Interesse daran habe, den rechtlichen Forderungen der Kirche gerecht pu werden. Unsere Stellung zur kirchlichen Frage rst klar und eindeutig bestimmt: wir sehen in ihr mit das stärkste sittliche Fundament für die Entwicklung unseres Volkes. An dieser unserer Einstellung kann auch die Kritik nichts ändern, die von gewissen Kreilen an uns geübt wird. Es bedeutet die Aufstellung eigener Listen seitens der „Evangelischen Volksgemeinschaft" nicht eine Stärkung, sondern eine Zersplitterung des evangelisch-christlichen Gedankens. Das zweite Fundament der Kultur ist die Rechtspflege. Wer das Vertrauen zu ihr erschüttert, imiergräbt den Staat und leistet dun Ehaos Vorschub. Wir haben im hessischen Landtag leider allzu oft gesehen, daß So'ialdemolraten und Demokraten gegen unsere heutige Rechtsprechung Sturm laufen. Wir verlangen einen unabhängigen Richterstand, der ohne Rücksicht auf Tages- und Volksmeinungen sein llr'eit spricht. Wir wenden uns mit aller Schärfe dagegen, daß in den Gerichten nicht Objektivität, sondern Parteigeist herrse e. Wir verlangen, daß die Stellenbesehung auch künftig nicht nach dem Parteibuch-, sondern nach der Vorbildung und den Fähigkeiten erfolgt. Als letzter, aber darum nicht unwichtigster Punkt der Kulturpolitik ist die Schule zu nennen. Man hat uns mit Vorwürfen überhäuft, Daß wir im vorigen Jahre die Anzahl der Klassen in Hessen Um ein Zehntel vermindern wollten, obwohl die Regierungsparteien späterhin ohne unsere Zustimmung eine Minderung um ein Zwölftel beschlossen haben. Man macht uns bei dem Abbau der Schulklassen für die in Erscheinung getretenen Härten verantwortlich. Diese hätten nicht vdrzukommen brauchen, wenn man nicht allein auf dem Lande, sondern den Verhältnissen entsprechend auch in der Stadt den Abbau vorgenommcn hätte. Wir wußten sogar erleben, daß eine demokratisch-sozialdemokratische Regierung auch vor der verbrieften Freiheit der Hochschulen nicht Halt gemacht hat. Wir mußten ferner erleben, daß dieselbe Regierung das Schulgeld in den höheren Schulen erhöhte und dadurch den Minderbemittelten den Besuch dieser Lehranstalten geradezu versperrte. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen nahm der Redner zum Reichsschulgeseh Stellung und versicherte den Anwesenden, daß di« Stellung der Deutschen Volkspartei unerschütterlich sei in der Erhaltung der bewährten christlichen Simultanschule. Der Redner begrüßte weiterhin die in Aussicht stehende Besoldungsreform, die den Beamten endlich aus seiner finanziellen Rotlage einigermaßen befreie und dem Staat ein Berufs- beamtentum erhalte, das unabhängig dem Staate seine Kräfte weihen kann. „Wir verlangen, daß endlich mit der viel Ührigen Beschäftigung der Anwärter Schluß gemacht wird, und daß diese nach wenigen Jahren des Anwarterdienstes in ihre Veamtenrechte eingesetzt werden. Wir verlangen ferner, daß endlich die Gleichstellung der Alt- und Reu Pensionäre erfolgt." (Langanhaltender Beifall.) Abg. Bürgermeister Dr. R i e p o t h (Schlitz) sprach hierauf über wirtschaftspolitische Tagesfragen. Indem er zahlenmäßig den Werdegang der hessischen Finanzen darlegte und diesen mit den Aussichten für die kommenden Jahre gegenüberstellte gelang es ihm, ein Bild zu geben von der Einstellung des Fi- nanzininisters damals und heute. „Damals konnte der Minister nicht schwarz genug malen, um eine Erhöhung der Steuern zu rechtfertigen, und wir waren ständig die Mahner, die ihn auf das Be- denkliche dieser Handlungsweise hinwiesen. Heute kann et nicht optimistisch genug sein bezüglich der Entwicklung des hessischen Staatshaushaltes. Wir geben zu, daß die Finanzlage sich durch Heber» nähme der Erwerbslosenfürsorge auf das Reich, durch Ansteigen der Reichsstc-erüberweisungen wesentlich gebessert hat: denno , liegt lein Grund zum Optimismus vor, unser Haushalt wird alljährlich mit Defiziten zu rechnen haben. Wir werden sagen fönnen, daß das Land sich aus eigener Kraft nicht halten kann, wenn nicht eine grundlegende Aenderung durch ein Sparprogramm und eine Derwaltungsreform herbei- geführt wird. Den Weg zur Gesmrdung sehen wir in einer richtig durchgeführten Verwaltungsreform, d. h. Dezentralisation der Aufgaben des Staates, und in einer dadurch geschaffenen Qlr» beitssreudigleit des Beamtentums. Wir verlangen ferner, daß keine Politiker, sondern daß sachlich vorgebildete Beamte mit diesen Selbstverwaltungsstellen betraut werden." Der Redner ging dann auf die vom hessischen Finanzministerium im Jahre 1926 eingebrachten Vorlagen zur Grund- und Gewerbesteuer, Sondersteuer und Gemeindeumlage näher ein. Er befaßte sich dabei insbesondere mit der Haltung der D. D. P. in der Frage des Gewerbe- steuergesetzes. „Man wirst der Partei vor, daß sie die mittelständischen Interessen nicht genug gewahrt habe. Demgegenüber ist sestzu- stellen, daß die Stellung o'er Landtagssraktion in dieser Frage einheitlich war. Mit Rücksicht auf die überlasteten Finanzämter einerseits und im Hinblick auf die kommenden Reichsrahmen- gesehe andererseits faßte die Fraktion einstimmig Blaus Stunde. Von Werner Deubel*). Draußen aus den Wiesen sank der Rachmittag. Was eben noch im milden Schein des Tages Wärme der Jugend vorgetäuscht hatte, zeigte Nun im blauen Licht der Scheidestunde das müde Antlitz des Alters, gefurcht von Rissen und Falten, die sich mit Schatten füllten. Die Weiden am Wege wanderten in endlosem Zuge verdrossen in den Dunst der stillen Felder, während über den dämmerfernen Bergen sich schon kühl die Rächt aus grauen Wolken neigte. Burkhard starrte auf die sterbende Ebene hinaus. Alles kreiste fremd um ihn, alles atmete anders unter dem pulsenden Pochen eines anderen, unermeßlich fernen, unbekannten Herzens. Aber je tiefer er seine von Liebe und Wundern aufgewühlte Seele in die Landschaft hinaustrug, um so vertrauter umringte sie ihn mit webendem Zauber. Er fühlte, wie sein Herz sich öffnete, wie er langsam in den wehenden Strömen zu kreisen begann. Die Stimme des Windes, das tönende Schweigen der nebelnden Wicsen, das dunkle Murmeln des Baches, alles schien ihn zu suchen in geheimnisvoller Rede. Fern aus dem Dunste drang weinendes Geläute und taumelte windverweht über die toten Wissen. Herbst rührtze ihn an und die herbe Süßigkeit aller Dinge, die zum Sterben bereit sind Zwischen Tod und ewig jungem Frühling schaukelnd, schwang das Leben. Run atmete die uralte Mutter alles wieder ein. Weh flackerten Die kühlen Sterne auf. Leise begann sein Herz zu tönen in rnenschen- sremder Melancholie. Er breitete die Arme gegen den Abend aus. „Ich sehe Großes", murmelte er, wurde für einen Augenblick wach am Klange * ) Ein kleines Kapitel aus dem dieser Tage bei Eu^en Dirder'.chä, Jena, erscheinenden Roman »Götter in Wolken" von Werner Deubel. seiner Stimme und lächelte verloren über die Fremdheit der Worte. Versonnen schritt er weiter, doch die beschwingten Arme vermochte er nicht still zu halten. Bald jauchzte er trunken dem wehenden Winde zu. der in starren Zweigen und surrenden Drähten ein dionysisches Sterbelieb harfte. Er riß den Hut vom Kopse, und die Haare spielten um seine Stirn. Mies Lebensfeuer glomm In seinen Adern auf. Die Grunde glühten und die Zeichen tönten wieder Er stand a i, der dunkelnden Ebene und wandte sich um, vom fernher schwingenden Glockengeläut wie in eine magisch tönende Wolke gehüllt. Von den Aeckem klang Vogelrus, in der Ferne flimmerte die lichtatmende Stadt. Der Forellenorden. Skizze von Hermann Anders Krüger. Dieser Orden ist in weiten Kreisen unbekannt. Er steht weder im Brockhaus noch im Meyer, und auch der erfahrenste Hofmarschall dürste sich mit ihm nicht auskennen. Eigentlich war es wohl irgendein Russenkreuzchen vierter Klasse, das der Volksmund so benannt hatte, denn Forellen waren die Veranlassung, daß der kleine dicke Bahnhofswirt von Dideldum ihn bekam und nun als einziger Ruffenritter stolz an hohen Feiertagen damit umherstolzieren konnte. Aber nichi die Forellen hatten ihm diese Auszeichnung eingebracht, sondern die Schleien, manche behaupteten sogar — die Heringe. Kurz, es war eine lehr geheimnisvolle Geschichte, über die der nur listig schmunzelnde Wirt sich niemals aussprach. Aber Der Piccolo. Der nicht Den verdienten Orden, sondern die unverdiente Ohrfeige bekommen hatte, später freilich auch Schmerzensgeld — der hat m:r die Geschichte einmal Der* a en. Unser geruhsames Dideldum. noch heute eine leidlich wichtige Umsteigestation, war vor langen den Beschluß, gegen Me Bevabschtedvng der Vorlage zu stimmen. Die Partei war sich bewußt, daß triefe Richtverabschiedung für manche große Härten in sich birgt, und hat deshalb versucht, durch Anträge diese Härten.auszugleichen. Bezüglich der Sondersteuer hat die Partei versucht, Erleichterungen durchzusehen. Alle ihre Bemühungen blieben erfolglos. Bezüglich des Gemeindeumlagegefehes setzte sich die Partei vorzüglich für die Einführung der Filialsteuer ein, um dem Einzelhandel in seinen berechtigten Forderungen Genugtuung widerfahren zu lassen." Der Redner betonte zum Schluß, daß Die Partei in ihrem Eintreten für die verschiedensten Wirtschastskreise die Kritik der Oeffent- lichkeit nicht zu fürchten braucht. Er warnte vor den Versprechungen, die einige wenige Unzufriedene machen, um durch Ausnutzung der allgemeinen Rotlage ihre eigenen Vorteile zu erreichen. Richt Zersplitterung, sondern nur einmütiges Zusammen steh en und Schaffung eines Ausgleichs mit anderen Derufsgruppen faim dem Mittelstand helfen. (Langanhaltender Beifall.) Entschließung de» Parteitages. In der anschließenden regen Aussprache war den Abgeordneten Gelegenheit gegeben, noch auf manche Frage Auskünft zu geben. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: „Der Provinzialparteitag Oberhessen der D. V. P. dankt seinen beiden bewährten Abgeordneten, Oberstudiendirektor Dr. Keller und Bürgermeister Dr. R i e p o t h, für ihre eingehenden Ausführungen über Kultur- und wirtfchafts- pvlitische Fragen. Der Provinzialparteitag billigt die Haltung, welche die hessische Landtagsfraktion der D. D. P. zu diesen wichtigen Lebensfragen eingenommen hat. Der Prvvinzialpartei- tag ertoartet, daß die Fraktion auch fernerhin eintritt für Erhaltung unserer christlichen Sirnul- tanschule. für eine gerechte Verteilung der Steuern und für Erhaltung und Schuh des Mittelstandes." Au§ der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. September 1927. Gies;:::7 WEerrmarktpreise. Es kosteten aus dem Sams'ag-Wochenrnarkt das Pfund: Butter 200 bis 210, Matte 30 bis 35, Käse 60 bis 130, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 10 bis 15, Bohnern grüne 20 bis 25, gelbe 20 bis 25, Pinter-Kohlrabi 8 bis >, Feldsalat 80, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Kartoffeln 4 bis 5, Frühäpfel 10 bis 20, Falläpfel 4 bis 6, Dirnen 5 bis 15, Zwetschen 10 bis 15, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Brombeeren 45 bis 50, Preiselbeeren 50 Pf.: das Stück: Eier 16 bis 17, Blumenkohl 20 bis 160, Salat 10, Salcttgurken 10 bis 60, Cinmachgurken 4 bis 6, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 bis 20, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40; das Bund: Radieschen 10 Pfennig. * * * Keine neuen Ruhrentschädigun- gen. WTB. meldet: In Berücksichtigung der am 15. Dezember 1926 vom Untersuchungsausschuß des Reichstags für die Ruhrentschädigungen gefaßten Entschließung werden keine neuen Ruhrentschädigungen gezahlt. Insbesondere auf Grund des in Ziffer 5 dieser Entschließung ausgesprochenen Wunsches hat die Reichsrccherung be» kanntlich 30 Millionen als abschließende Ent- schädigungsmahnahme aus Anlaß der Ruhrschäden bereitgestellt. Mit Zustirnnnmg des 16. ReichstagSausschusses (besetzte Gebiete) sollen diese Gelinnittel zum Teil für Zwecke der allgemeinen Wohlfahrtspflege bei den Arbeitnehmern; (Arbeitern nmD Angestellten), zum anderen Teil, der für hie Gemeinden und Gemeindeverbände, sowie zur Mittelstandssörderung bestimmt ist, für die allgemeine Produktion des besetzten Gebietes fördernde Zwecke verwendet werden, nicht aber zur Getvährung von Einzelzuwendungen in Form von Darlehen oder älnterstühungen. An die erste jetzt veröffentlichte Entschließung des Untersuchungsausschusses vom 15. Dezember knüpften Die Geschädigten die Vermutung, daß neuerdings weitere Entschädigungsmahnahmen in Aussicht ständen. Das ist nach dem Vorhergesag- ten nicht der Fall. Anträge an das Reichsministerium für die besetzten Gebiete oder an andere mit Der Abgeltung von Ruhrschäden befaßt ge- wesenr Behörden auf Gewährung neuer Ruhr- entschädigungen müssen deshalb als zwecklos angesehen werden. Jahren ein sehr bedeutsamer Schnittpunkt zweier Hauptbahnlinien. Da man es in jenen Zeiten noch nicht so eilig hatte wie heute, pflegte man sich vor einem solchen Zuawechsel gemeiniglich zu stärken. Der Dahnhoföwict von Dideldum verstand übe.dies sein Geschäft ausgezeichnet, war allen Anforderungen auch der hohen und höchsten Herrschaften gewachsen und nicht umsonst mehr- facher Hl s.raiteur, in i e e t Fürstenzin mer manche historische Persönlichkeit gespeist hat. Eines schönen Tages meldete ein Telegramm des kaiserlich russischen Hofmarschailamts plötzlich das baldige Eintreffen des Großfürsten Constantin mit dem Bemerken, daß Seine Kaiserliche Hoheit abermals die ausgezeichneten Dideldumer Forellen zu speisen wünschten, die ihm das letzte Mal so sehr gemundet hätten. Der kugelrunde Dahnhofswirt erschrak zunächst über Die Maßen. In Dideldum gab es nämlich gar keine Forellen, nur in seinem Fischkasten unten an der Apfelstädt pflegte er bisweilen solche vorrätig zu halten. Run waren aber zur Zeit nur noch einige Schleien Darin. Diese als Forellen zu frisieren und dem Großfürsten anzudcehen — ging nicht so ohne weiteres an. Die Kaiserliche Hoheit war ein Feinschmecker ersten Ranges, das wußte Der ersah 2ne Wirt sehr genau. IIni von Ersurt oder Arnstadt noch Forellen heranzuschaffen, reichte Die Zeit nicht mehr aus. also was war zu tun? Tiefsinnig grübelte Der pfiffige Wirt über der schwierigen Frage, wie man Dem Großfürsten Die Schleien statt Der bestellten Forellen geziemend beibringen könne. — Endlich kam ihm Der erlösende Gedanke. Er befahl, Heringe und Schleien zu bereiten, und begann das Personal nachdrücklichst zu unterrichten. Dann wurde die Tafel Des Fürstcnzimmers mit dem herkömmlichen Pomp gedeckt. Der Großfürst kam auch pünktlich, hungrig und hastig aus seinem Salonwagen angestampft, würdevoll hinter ihm sein Gefolge. Man setzte sich rasch und verschlang die treffliche Köniain- suppe und Die Pasteten; Dann kam der Fisch. ** Hessisch« D«rstcher«»g»-An- ftalt für gemeindliche Angestellte. Für die Wahlen zum Ausschuß der Anstalt liegt die Wahlliste für den Kreis Gießen vom 26. D. M. bis 3. Oktober auf Dem Kreisamt zur Einsichtnahme für die Beteiligten offen. ** Ser Handels- und Ind ustriever. banDfÜrOberhesfen hatte auf Samstag mich- mittag zu einer Erörterung wirtschaftspolitischer Tagesfragen in das Hotel Schütz eingeladen. Das Referat hatte Reichsminister a. S. Exzellenz Dr. Berfer, M. d. R., übernommen, der in etwa ein« stündiger Rede eine umfassende Darstellung der wirt« schaftlichen Lage gab. Der Redner betonte einleitend die Wichtigkeit der einheitlichen Aufsastung inner« halb der Regierung über die verschiedensten wirtschaftspolitischen Fragen; wenn auch Der Reichswirt- schaftsminister einmal öffentlich mehr für den Export und der Reichsernährungsm,nister mehr für die Landwirtschaft und den heimischen Markt sprech«, so se, hier doch nur scheinbar eine Uneinheitlichkeit, tatsächlich aber sei man im Reichskabinett in allen wirtschaftlichen Dingen einer Meinung und bestrebe sich, jedem Wirtschaststeil gebührend zu seinem Recht zu verhelfen. Weiter trat der Redner für kräftige Förderung der Interessen der Landwirtschaft ein, namentlich auch im Hinblick auf Die schwebenden und Die noch bevorstehenden Handelsoerlragsoerhandlun- gen, insbesondere mit Polen; ferner im Hinblick Darauf, daß eine gestärkte, kaufkräftigere Landwirt- schäft die beste Stütze unseres Inlandsrnarktes ei und dadurch wirksam zur Gesamtbelebung unserer Wirtschaft beitragen könne. Ohne aufnahmefähigen Inlandmarkt könne auch die Industrie nicht bestehen. Die Forderung sei also: Exportförderung und zugleich Stärkung des Inlandsmarktes. Bei der Erörterung der Konjunkturfragen wies Der Redner auf die gegen fruljer zweifellos stark gebesserte Lage hin, und betonte namentlich auch Das sehr erfreuliche Sinken der Arbeitslosenziffer von etwa 2,5 Millionen Leuten vor einigen Jahren auf etwa 600 000 Menschen heute: mit einer Arbeitslosigkeit in letztgenannter Höhe müßten mir wohl noch auf mehrere Jahre hinaus rechnen, diese Ziffer sei aber doch eigentlich das, was wir früher Im stehenden Heere halten, zum Teil verstärkt durch das Auftreten der Kräfte auf dem Arbeitsmarkt, bi« als Opfer der Derhältnisf« jetzt hier zu finden seien, wo man sie unter normalen Um- ständen nicht gesehen Ijaben würde. Zur Beschäftigungslage wies der Vortragende darauf hin, daß wir nach der Ansicht des Instituts für Konjunkturforschung in absehbarer Zeit wieder mit einem gewissen Abstieg der Wirtschaftskurve zu rechnen hätten. Bei der Würdigung der Außenhandelsbilanz erhob der Redner ernste Bedenken gegenüber unserer weitgehenden Verschuldung an das Ausland, die ja nicht nur durch die Auslandanleihen, sondern auch durch die Daweslasten gegeben fei, öbenfo durch Den Verlust unserer ausländischen Handelsguthaben infolge der Versailler Bestimmungen. Aufs stärkste müsse bei dieser Sachlage im Innern gespart werden. Dor allem fei ein energischer Abbau der öffentlichen Lasten dringend zu fordern. Auch die sozialen Lasten seien gegen früher sehr stark in die Höhe gegangen. Wenn man sich mit Den Soziaiabgaben schon eher obsinden könne, so sei doch zu sagen, daß die Wirtschaft die Überaus schwere Gesamtbelastung, insbesondere hervorgerufen durch das gewaltige Aufblähen des Derwaltungsapparats, auf die Dauer nicht tragen könne. Der Redner forderte in diesem Zusammenhänge eine durchgreifende Rationalisierung Der Verwaltung; solange diese Maßnahm« nicht durchgeführt werde, sei keine Besserung zu erwarten. Wenn allenthalben viel sparsamer gewirtschaftet werd« als bisher, und wenn alle Kräfte in straffer Zusammenfassung am Wiederaufbau mitwirkten, sei eine Besserung unsere Lag« von Dauer zu erhoffen. Im An- schluß an Den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag fand eine Aussprache statt, in der namentlich von den Gemeinden verlangt wurde, die öffentlichen Mittel immer nur zu wirklich produktiven Zwecken anzuwenden und vor allem Luxusbauten ujro. zu unterlassen. Weiter wurde gegen die Listenwahl Stellung genommen und Die Rückkehr zur alten Dahl, Der Wahl von Personen, die man kenne und denen man vertrauen könne, gefordert. ,e Eine Modenschau veranstaltete am Samstagnachmittag und Abend da- hiesige Modewarenhaus Carl R o w a ck im großen Saale der Liebigshöhe; eine Anzahl Oicfentr Firmen, Salomon, Roder, Hof-Weirzel, Reiß, Spieß & Co., Dietz und Brück beteiligten sich mit der Vorführung ihrer Modelle, bzw. den erforderlichen Dekorationen; es wirkten ferner mit Schauspieler Fr. Geffers als Ansager, Frl. Anita G e f f e r s von der Würzburger Labanschule mit Tanzvorführungen und sechs Mannequins. Rachdem schon die Rachmittagsveranstaltung einen sehr starken Andrang des Publikum- Hebereifrig stürzte der erste Ober heran, noch eifriger der Piccolo, der die große Rickelplatte mit den Heringen trug. Geschickt stießen beide zusammen, mit Überzeugender Höflichkeit stolperte Der Piccolo über seine eigenen Beine, Die große Platte kippte, sauste zu Boden und begrub sämtliche Forellen-Heringe unter sich. Man verhüllte sie mit diskretem Schweigen. Llnter dessen erstickt Der ungeschickte Piccolo vom Ober die bereite eingeübte Ohrfeige, fluchend stürzten beide ba- von. während Der Herr Hoftraiteur schier verzweifelt, aber mit vollendeter Anmut sich an Seine Kaiserliche Hoheit herankomplimentierte, taufenömal um Verzeihung bat und versprach, sofort statt der leider verunglückten Forellen ganz frische und erstklassige Schleien auf tragen zu lassen, wenn Kaiserliche Hoheit damit ein« verstanden seien. Der dicke Eonstantin war aut) nur ein hungriger Mensch und darum völlis einverstanden. Lind siehe da — kaum war Zustimmung erteilt, da nahte auch schon btt zweite Ober strahlend mit den Ersatzschleien. Trefflich und wohlgenährt lagen sie in hell' blauer Unschuld auf Der versilberten Galaplattc die schmunzelnd der Wirt selber dem Kelln" abnahm, Seiner Kaiserlichen Hoheit persönlich servierte und eigenhändig vorlegte. Constantin Der Große lächelte huldvollst und geruhte, sein Erstatmen und höchstes Wohlwollen über bic Raschheit des Ersatzes zu äußern, die ihm in Rußland noch niemals begegnet wäre. Dic Schleien waren in der Tat vorzüglich, die übrigen Speisen und Die Weine desgleichen. Der Großfürst stand Darum in bester Laune von Der Tafel auf. schüttelte Dem kugelrund^ Wirt zum Abschied äußerst gnädig die Hano und versprach, seiner zu gedenken. Dann schritt et vergnüglich trällernd mit wiegenden Schritten zu seinem Wagen zurück, während sein Hol' mar'chall großzügig Die Rechnung beglich. Drei Wochen später erhielt Der Herr Hof' tiaileur mit einem großen Schreiben Den Fo' rellenorden. hatte, zeigte o.e zumiujvdl,.., —ug t... bedauerliches Vertagen der Organisation: es Waren offensichtlich erheblich mehr Karten ausgegeben worden, als Plätze zur Verfügung stan- den, und zahlreiche Interessenten muhten ent- toeder sofort wieder umlehren, oder standen in dichten Gruppen erfolglos vor verschlossenen Türen. Uns gelang es, nach geraumer Zeit Einlas) zu finden und wenigstens dem letzten Teil der Schau beizuwohnen. Es wurden die neuesten Modelle der Herbst- und Wintermode vorgeführt, angefangen bei der Morgentoilette der Dame mit Pyjamas und Morgenröcken bis zu den elegantesten Abendkleidern und Capes für de« Hennfahrt nach dem Voll. Die Mannequins zeigten für den Nachmittag Helle Kleider, meist aus Seide, mit langen Aermeln, schlicht gehaltert, doch elegant wirkend, mit sparsamen Garnituren und Faltengruppen. Pelzmäntel waren vielfach mit Seal und Biberette beseht: besonders gefiel uns ein Sealmantel mit vornehm wirkender Fütterung. Zuletzt erschienen die Mannequins in Abendkleidern: es gab eine gros)« Anzahl dezenter Toiletten zu bewundern. Alle tn zarten Pastellfarben gehalten, zipfelig geschnitten hinten kurz, vorne länger. Das Material ist Crepe Georgette oder Crepe de C^-ine mit Spitzen, Flitter oder Stahlperlen beseht. Die Kleider wurden durch gestielte Schals oder Capes ergänzt. Bei der Füllö des Gebotenen dürfte jeder Geschmack auf seine Rechnung-gekommen sein. I Der Hessische Hauptverein des Ev. Bundes hält seine diesjährige Hauptversammlung in der Zeit vom 12. bis 14. November in unserer Stadt ab und verbindet damit die Vierzigjahrfeier der Gründung des Hauptvereins. Dem Festausschuß gehören auch Gcmeindemitglieder aus den Nachbarorten von Gießen an. Oüerhesfen. Lanvrreis ©iefceit. CO Klein. Linden, 24. Sept. Infolge der sehr reichen Obsternte halten sich zur gestrigen Versteigerung des Gemei ndeobstes viele Käufer ejngsfunden. Die Qualität des Obstes ist vorzüglich, wie überhaupt bei unserem Gemeindeobst im allgemeinen infolge der jahrelangen sachkundigen Beratung durch einheimische Fachleute nur bodenständige gute Sorten zu finden sind. Es handelt sich in der Hauptsache bei Depfeln um die Sorten Landsberger Reinette, Schöner von Boslop. Goldparmäne, Allendorfer Rosenapsel und die ganz erstklassige Muskatreinette. Die Preise bewegten sich auf mäßiger Höhe. Cs galten der Zeniner feinste Tafeläpfel am Daum "5 bis 7 Ml., geringere Qualitäten waren für 3 bis 5 Ml. zu haben. Tafelbirnen waren etwas billiger und kosteten pro Zentner 4 bis 6 Ml, Honigbirnen kamen pro Zentner -auf 3 Mk. und darunter. Für Zwetschen, die allerdings nur wenig vorhan >en waren, wurden für den Zentner 5 bis 8Mk. bezahl . Der Gesamterlös der Spätobstversteigcrung beträgt rund 1200 Mk. Die Obsternte des alten Friedhofs an der Wetzlarer Straße, die seither dem Organisten der evangelischen Kirche gehörte, in letzter Zeit aber gegen vare Leistungen abaelöst wurde, erbrachte den Betrag von 75 2KL, dre mm der Kirchenkasse zugute kommen. <5d Großen-Linden, 25. Sept. Das D e - kanat Gießen feiert am nächsten Sonntag, dem 2. Oktober, in unserer Gemeinde das diesjährige Dekanatmissionsfest. Als Festredner wurde Missionar L a u k (Frankfurt a. M.) gewonnen. Der Pojaunenchor von Klein-Linden mit seinem Dirigenten, Kreisbaumwart Germer, hat seine Mitwirkung an dem Fest zugesagt. )(Großen-Linden,26. Sept. Die ä l t e st e Einwohnerin Großen-Lindens, Katharine L u h , wird heute 8 8 I a h r c alt. — In diesem Jahre wurden acht neue Wohnhäuser hier erbaut, davon werden die meisten erst im nächsten Frühjahr bezugsfertig. T Dllendorf (Lahn). 24. Sept. Die Versteigerung unseres Gemeindeobstes hatte außer vielen Einheimischen auch viele Käufer aus den Rachbarorten ongclodi. Trotz großer Mengen Birnen und Aepfel waren die Preise im allgemeinen recht hoch. Es kosteten gute Einschälbirnen der Korb 2 bis 4 Mk., Honigbirnen dagegen waren teilweise sehr billig. Speiseäpfel guter Qualität kamen der Korb durchschnittlich auf 3 bis 4 Mk., geringere Sorten entsprechend weniger. — In unserer Gemarkung ist in diesem Herbst eine ausgezeichnete Ernte an Brombeeren festzustellen. Ra- mentlich im Wäldchen an der Wetzlarer Straße, das allgemein als Allendorfer Wäldchen bekannt ist, werden täglich, meist von Kindern aus benachbarten Orten, viele Töpfe voll dieser Beeren eingeheimst. § Daubringen, 24. Sept. Heute wurde hier das Gemeindespätobst versteigert. Es wurden durchschnittlich recht ansehnliche Preise erzielt. Dies gilt besonders von den besseren Sorten, wie Goldparmäne, Schöner von Doskoop, Goldrenette von Blenheim usw., die mtt ungefähr 6 bis 10 Ml. pro Zentner am Baum bezahlt wurden. Wirtschaftsobst stellte sich etwas billiger. Dirnen zur Honigbereitung waren gesucht und sanden ebenfalls gute Preise. Die Gerneindezwetschenernte ist in diesem Jahre gleich Rull. :|: Trais-Hvrlvsf, 24. Sept. Die Arbeiten an unserem neuen Friedhof gehen nunmehr ihrem Ende entgegen, so daß er in Kürze in Benutzung genommen werden kann. Die Verlegung des alten Friedhofs ist bekanntlich durch die Umstellung des Betriebs der Grube »Friedrich" auf Tagebau notwendig geworden, da bei den Baggerarbeiten der Friedhof wie eine Insel stehen geblieben wäre und die Arbeiten behindert hätte. DcshAlb hat auch die Grube die gesamten Kosten der Umlegung übernommen. Andererseits war die Umlegung nur mit Zustimmung sämtlicher Angehörigen von Bestatteten möglich, die aber durchweg erteilt wurde, da die Weihe der Begräbnisstätte doch sehr durch die Rähe deS Betriebs gelitten hätte. Man muß nun anerkennen, daß die Grubenverwaltung hier eine Friedhossanlage geschaffen hat, die weit und breit ihresgleichen sucht. Beherrscht wird das Ganz« von der stilvollen Gedenk- Halle, die die Firma Holzmann noch dem Entwurf eines Frankfurter Architekten crusgeführt hat. Sie enthält im Untergeschoß Leichenhalle, Sezierraum und Geräteraum. In dem oberen, nach vorne offenen Raum soll eine Marmortafel mit den Ramen der Traiser Gefallenen angebracht werden. Ruhebänke und Blumen finden davor Ausstellung. Besonders begrüßenswert ist es, daß durch die Einrichtung einer Leichenhalle Familien mit engen Wohnungen, die hier häufig sind, nicht mehr genötigt sind, ihre Toten bis zur Bestattung im Hause zu behalten. Eine Frantfurter Firma wird demnächst noch gärtnerische Anlagen ausführen. Die noch vorhandenen Obftbäume werden beseitigt, um die Gedenihalle sowie am Eingang werden Zypressen angepslanzt. Durch die Mittelachse auf die Halle zu führt der in kleinstem Pflaster ousgefuhrte Hauptweg. Auch der ganze Zugangsweg von der Dorfstrahe wird zur Zeit mit Kleinpflaster versehen. Die gewalttge Umfassungsmauer. deren Frontteil zu beiden Seiten des Eingangs besonders schön ausgeführt ist, wurde von Bauunternehmer Dietz (Utphe) erbaut. Mit der Ueberführung der Toten des alten Fried- Hofs wird bei Eintritt der kälteren Jahreszeit begonnen werden. Die Angehörigen einer Familie werden zusammengelegt. Ebenso werden alle Erbbegräbnisse vereinigt, und zwar zu beiden Seiten der Gedenkhalle. △ Aus der nördlichen Wetterau, 24. Sept. Rachdem die Preise für fette Schweine vor vier Wochen nach und nach in die Höhe gingen und bis 76 Pfennig für das Pfund gediegen waren, ist in der letzten Woche wieder ein Abschlag bis 70 Pfennig einge» treten. Verhältnismäßig hoch im Preise sind die Schafe. Für Jährlingshämmel vom Winter 1925 26 wurden 45 Mark bis 50 Mark für das Stück bereits bezahlt. Früh scheinen in diesem Jahre die Sommerweiden für Schafe im Vogelsberg aufgegeben zu werden. In den letzten Tagen zogen schon große Schafherden durch unsere Gegend der Mainebene zu, wo die Schafe während des ganzen Winters im Freien bleiben und nur ganz ausnahmsweise bei Schnee und Eis gefüttert werden. Krcis Friedberg WSR. Dad-Rauheim, 25. Sept. Auf dem hiesigen Wohlfahrtsamt sprach dieser Tage ein Mann in Frai»enkleidern vor und verlangte eine Fahrkarte nach Frankfurt o. M. Es wurde festgestellt, daß es sich um einen nicht zurechnungsfähigen Menschen handelt, der erst kürzlich aus einer Rervenheilanstalt entlassen worden war. Er wurde wiederum in -einer Heilanstalt eingeliefert. :: Pohl-Gons. 24. Sept. Die Repara» turarbeiten an der hiesigen Kirche, die seit Wochen im Gange sind, werden wohl in diesem Jahre nicht beendet werden können. Auf Anregung des Gemeinderats war beschlossen worden, mir der geplanten Jnnenreparatur eine Vergrößerung der Kirche durch einen Anbau zu verbinden, da die Raumverhältnisse der Kirche im Laufe der Jahre für die Zahl der Gottesdienstbesucher sich al» nicht mehr ausreichend erwiesen hatten, unb man der Ansicht war, baß, da nun doch eine Reparatur nötig ist, „ganze Arbeit" gemacht werden solle. Dem vom Hochbauamt Friedberg ausgestellten Voranschlag über 15 500 Mk. stimmt der Gemeinde- rot, der in erster Linie maßgebend ist, da ihm die Dau-Unierhaltungspflicht zusteht, sowie der Kirchenvorstand zu. Durch den Erweiterungsbau werden über 10 0 Sitzplätze gewonnen, und verspricht die Kirche, die auch neues Gestühl, neue Emporen usw. erhält, nach ihrer Wiederherstellung ein für unsere 700 Seelen zählende Gemeinde ausreichendes und dabet wirklich schönes, würdiges Gotteshaus zu werden. Sämtliche Arbeiten werden, soweit möglich, von hiesigen Meistern ausgeführt. Während der Reparatur der Kirche finden die Gottesdienste in dem Rathaussaale, der von bem Gemeinderat der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt wurde, statt. Kreis Büdingen. * Ridda , 24. Sept. Die Aussichten der Bauhandwerker hier sind für den Herbst noch recht günstig. Die Realschttle soll im Rohbau noch vor Winter vollendet werden. Die Apotheke wird durch einen Anbau erweitert, nachdem im Innern bereits die Geschäftsräume durch Hinzufügung eines Zimtners vergrößert worden sind. Auch das Wohnhaus des Dahn- beamten Jörg in der Ludwigstraße ist beinahe im Rohbau fertig. In der Dismarckstrahe erwarb Lehrer Dill hier von Hotelbesitzer M e n- g e l einen Bauplatz, um daraus ein 'Wohnhaus errichten zu lassen. # Unter-Widdersheim, 24. Sept. Die letzten guten Sage haben die Arbeiten an der Grummeternte sehr gefördert, die Wissen sind nun geräumt Man ist eben fleißig an der Kartoffelernte. Der Ertrag muß als sehr gut bezeichnet werden. Selbst geringw ölige Berg- öder liefern fast eine Vollernte. Dabei ist das Vorkommen von faulen Kartoffeln sehr gering. Modrows Industrie, Pepo, Preußen uni> eine neu eingeführte Futterkartosfel, Zentifolie, geben die besten Erträge. Die Obstbäume zeigen einen Behang, wie seit vielen Jahren nicht Cs ist fast kein Apfelbaum in der Gemarkung, der nicht trägt. Reben feinerem Tafelobst, toie Schöner von Doskoop, Sandiger Kantapfel und Goldreinette von Dlenheim, sind es vor allem auch Wirtfchaftssorten. z. B. Roter Trierscher Weinapfel, die in letzten Jahren vermehrt angebaut wurden. Für die Unmasse von Birnen sinden sich keine Käufer. — Rachdem aus dem hiesigen Gemeinde st einbruch eine große Lieferung zu den Reubauarbeiten auf der ehemaligen Grube „Friedrich" abgefahren ist, hat die Rachfrage nach unferm guten Mauerstein etwas nachgela sm Di« Bautätigkeit war hier im laufenden Jahre sehr gering Reben kleiner, landwirtschaftlichen Anbauten und Stallvergröhe rungen wurde nur ein größeres Wohnhaus er richtet, das noch vor Winter bezogen werden soll. WSN. Merkenfritz, 24. Sept. Gestern nachmittag wurde an einem unbewachten Bahnübergang bei unserer Station ein mtt zwei Kühen bespanntes stmErfotz undstebe. Roman von Robert Misch. Copyright iy Carl Dunker. Berlin SW 62. 1 Fortsetzung Nachdruck verboten Sie sprachen natürlich von ihrem Lieblings- thema, den „da brühen"; und da Vater Mengers dem Festessen der Angestellten beiwohnte, konnten sie sich mit Behagen darein versenken. Das hat er wieder fein gemacht — der Herr Kommerzienrat. Und gut ist er auch immer zu seinen Angestellten. Isa schlürfte den schäumenden, perlenden Wein mit großem Behagen — es war nicht die erste Flasche, die ihren Weg aus dem Vorderhaus hierher gefunden — und knabberte abwechselnd an einem „petit four“ und an einem Schnittchen mit Straßburger Gänseleberpastete. „Ach, Muttchen, Gänseleberpastete ist was Feines. — Hast du dir das Kleid von der Gnädigen angesehen? Der Brokat und die Spitzen!'" ,Hat er ihr extra aus Lyon mitgebracht. Und die neue Perlenkette?!" „Ach, weißt du, Muttchen — wenn ich reich wäre — davon kann man nie genug haben. Brillanten find ja auch schön — eigentlich ist Smaragd noch schöner ... aber Perlen. Perlen ... Ein sehnsüchtiger frommer Augenaufschlag bekräftigte die Worte. .Oho, Isa, denk' bloß, was die Alte gesagt hat..." „Na?" ,Hhre Tochter, meine liebe Frau Mengers" — und sie ahmte die Stimme Frau Anna Nettebohms nach —, „die eignet sich ja famos zur Bedienung. Auf die lege ich in ein bis zwei Jahren Beschlag. Wir lassen sie noch etwas lernen, schneidern und Wäsche nähen, dann kann sie gleich als Zofe zu mir kommen. Die Therese wird mir so bequem und will ja auch heiraten." Isa schnitt eine Grimasse. Das kirschförmige Mündchen verzog sich höhnisch nach unten. „Die wird sich brennen. — Was hast du ihr erwidert, Mutter?" „Daß du aus meinen und Vaters Wunsch die höhere Töchterschule erst ganz durchmachen solltest." — „Meine liebe Mengers" — und wieder kopierte sie die Stimme der Gnädigen —, ,/was soll sie später mit Französisch und Englisch und Klavier?! Damit kann sie in ihrem Stande nichts anfangen." „Na — und dann?" „Du könntest später in ein Geschäft treten, sagte ich ihr, und wie musikalisch du seist und so ... Da zuckte sie die Achseln. — „Glauben Sie mir. liebe Mengers, das macht sie nicht glücklich. So zehn, zwölf Stunden im Bureau finen und schlecht bezahlt werden ober tippen unb duchführen, dabei verkümmert sie körperlich und seelisch. Lei mir hat sie's bester. Na, überlegen Sie sich das doch noch ... wir haben ja Zeit!" Draußen klingelte es plötzlich leise Mutter unb Tochter schauten mißtrauisch auf. Mit schneller Hand räumte die Alte Flaschen, Gläser unb Teller fort. „Frag' erst, wer da ist!" ,Lch möchte wetten, der Eberhard. Der hat mich heute den ganzen Taa nicht gesehen, unb bas hält er nicht aus", lachte die Kleine unb huschte schnell zur Tür hinaus. Draußen ein leises Getuschel; dann trat Eberhard ein, beloben mit einigen Düten, währenb ihm aus jeder Tasche der Hausjoppe ein Flaschenhals hervorlugte. „So — ich habe Ihnen auch was mitgebracht. Den trinken wir aus und knabbern was Süßes dazu", lachte er freundlich. Mit jungenhaftem Ungestüm öffnete er eine der Flaschen, füllte die Gläser und stieß mit den beiden an. Seine braunen Schwärmeraugen hefteten sich dabei inbrünstig in Isas Madonnengesichtchen. Mutter Mengers verschwand in der Küche, um etwas Kaffee zu kochen, da man doch „jetzt so gemütlich zusammen sei". Den ganzen Tag sei man auf den Beinen gewesen. Behaglich lehnte Eberhard sich in den Lehnstuhl zurück, den sonst Vater Mengers riesige Gestalt aus- fiillte, versah sich mit einer Zigarette und streckte die Beine bequem und weit von sich, Isa unablässig bettachtend, als hätte er sie noch nie gesehen. Die naschte abwechselnd am Wein und an den mitgebrachten „Katzenzungen". Und sie schnurrte dazu auch wie ein Kätzchen. „Was schaust du mich denn so an. Junge?" „Darf ich nicht?" ........~ wmnniwn—■ '111' i „Trink lieber und erzähl' was!" „Wie schön du heute bist!" Ein hellroja Schimmer stieg ihr plötzlich bis zur Stirn, blaßte aber gleich wieder ab; bann lachte sie geschmeichelt: „Wie sprichst bu denn heute mit mir?! Ich glaube, du bist beschwippst." „Ein bißchen! — Aber die andern haben es auch alle gejagt, daß du ein schönes Mädel bist." Isa fühlte sich äußerst behaglich bei diesem Ge- spräcy. Männliche Anbetung, und wenn es auch nur der Jugendfreund war, tat ihr wcchl; dazu der Wohlgeschmack des Weines und der Schokolade... Wenn man nicht über den Büchern hocken mußte oder von Vatern gezankt wurde, war das Leben wirklich recht schön, rrotzdem die Mutter immer jammerte, wie schwer es sei. Was erwartete sie nicht alles von diesem Leben! Und plötzlich lachte sie hell auf, so daß ihr der Wein in die unrechte Kehle kam. Sie dachte an Eberhards Mutter unb bereu Wünsche. Sie als Kammerjung- fer bie bicke Kommerzieurätin bebienenb, sie in ber Küche mit bem Personal speisenb?! In fünf, sechs Jahren mußte sie selbst ihre eigene Jungfer haben. „Was hast bu benn, Isa, ich glaube, bu bist auch besäjwippst?" Der Junge da, ber war wirklich in sie verschossen. So hatte er sie nie angeblich. Immer waren sie nur gute Kameraden unb Spielgefährten gewesen. Seit einiger Zeit war es anbers. Sie wollte aber noch klarer sehen. Und er würde ihr alles sagen — er war immer Wachs in ihrer Hand gewesen. Mit einem plötzlichen Ruck riß sie ihm bie brennende Zigarette aus bem Mund unb nahm sie zwischen ihre Lippen, zwischen biese prachtvoll geschwungenen, roten Sippen. Sie näherte ihm ihren Mund, ihre Augen, ihre ganze Gestalt. Sie wollte ihn faszinieren, ihn zu ihrem treu ergebenen Sklaven machen. Ihre Weibs- natur war heute plötzlich erwacht unter ben oer- langenben Blicken, ben halbgeflüsterten Worten dieser reichen, vornehmen Herren, bie sie da drüben vorhin bedient hatte. Eberhard zitterte unter dieser Annäherung; dann lachte er verlegen und unbehaglich. „Was machst du benn, Möbel? Seit wann rauchst du denn? Dir wird schlecht werden!" TSK3T. „Glaubst du wirklich. Unsere ganze Klasse raucht. Du, Eberhard, wer hat mich benn schön gefunden?" Der junge Mann faß plötzlich aufrecht, steil in seinem Sessel, den er fetzt langsam von ihr zurückschob, während es wie Unbehagen um feinen Mund zuckte. „Du bitt wirklich beschwipst. Setz' dich doch und lach' nicht so albern!" Isa zoS sich langsam, etwas ei legen, zurück; dann tänzelte sie leise mer umher. Auch wenn sie ihm den füllte sie seine Augen auf sich ruhen. Plötzlich saß sie ihm gegenüber, an bem anderen Ende des Tisches, schlug die Beine übereinander und wippte mit dem braunen Lederpantöffelchen ihres rechten Fußes auf und ab. Sein Blick glitt über den winzigen, hochspannigen Fuß mit dem tanzenden Pantöffelchen und den seinen Fesseln. Als er sich bemerkt sah, glitt dieser Blick wieder von ihr fort in eine entfernte Ecke. Beide schwiegen plötzlich: er fühlte sich erröten; unb daß sie es sah, machte ihn noch verlegener. Wie schwül es hier war! Das machte wohl der Wein. Unwillkürlich stieß er das volle Glas zurück. Man durste nicht mehr ttinken, wenn man schon halb berauscht war. Am besten legte man sich ins Bett. Und das sagte er ihr auch. Sie zuckte die Achseln: „Philister!" Und blickte ihn mit ihren großen, schimmernden, graublauen Augen an. Willenlos sank er in seinen Sessel zurück. War ja auch Unsinn! Morgen war Sonntag; man brauchte nicht in bie Schule zu gehen — und überhaupt, man mußte die Feste fe'ern, wie sie fallen. Er hätte doch nicht schlafen können. Immerzu hätte er an Isa denken müssen, wie noch nie zuvor — und deshalb hatte er sich ja auch gleich weg- geschlichen. „Du Eberhard — gib mir noch eine Zigarette und schenk' mir ein!" „Er schüttelte den Kops, schob ihre ausgeftreefte Hand mit dem Glas zurück. „Rein — du hast genug getrunken. Und kleine Mädchen brauchen nicht zu rauchen." „Summe Jungens auch nicht. Du Eberhard.. „Na —?" ' (Fortten ino folgt) fuiunt und verjagend im Zim- Rücken zu kehrte, Dr Oetkers 'wjtöftlidvem Gefdtmack Eine Reihe guter Rezepte für Süß- und Ge- lecspefsen sind neben vielen größtenteils gänzlich neuen Baderezepten in dem neuen farbig illustr. Oetker-Rezeptbuch, Ausg. F enthalten. Das Buch bietet Ihnen wertvolle Anregungen zur Bereicherung Ihrer Mahlzeiten. Es ist für 15 Pfennig in allen einschlägigen Geschäften erhältlich, wenn nicht vorrätig, gegen Einsendung von Marken von sind von besonderem Wert für Ihr Wohlbefinden. Ihre Zubereitung mit Milch und das feine Aroma üben eine kräftigende u. erfrischende Wirkung aus. Dr. Oetker’s Feinkost-Puddings Mandelkern und Krokant stellen die verwöhntesten Ansprüche zufrieden. — Verlangen Sie Dr. Oetker's Puddingpulver nur in Originalpackungen mit der Schutzmarke „Oetker’s Hellkopf" (nie- f mals lose.) Dr. Jfiugust Oetker, Bielefeld. 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"B|nc ' versage, 1 kurrcnz oi Oinuibu»* sident Dr. Frieden m Frankfurt ihrer Derr Küdfi^fnoi gebend sei oiätfc der geringerer einem Bei Im letzter verbess nicht mch hätten so- jetzigen F bessmn.D sicher! dar bahn ein Antvve bahn ge allzu 1 zeitigt, ur ousgegebei Acichsbah einem Ltandp tvirtschafll handelten werbetechn es nicht b S'dbei förni der großen TtoiRerun zitierte D, rats Sui drlstag, j aufs La zu meiden betonte d Terliner u Städte zu srcht, daß Aon srül dersonenvi triabsrechn Personenv Dozent, i sollen 110 billigte a] "ahmen l Denn r u n g der Io wäre ^eichsbah, ‘Sm abend Don' letn?n inj 2°labem Ä5; „ 9ejPielt 5 ßar 15601. «tanH1 Miet Aeichsb?^ sek, dl« jährig«^ surts elne finde ihr« schien E«l digung da sinnungi 1 frciung c ständnisvc Bürg« darauf dl besetzte Se dein srch r gnüge, d-e Präsid -je Äusfüh §nndma für ftaah 19. Septem trag über Mainische: denen bie Aeichsc Befrie roann? L. versehen werden. Eine MriuoMeristdi Publikum gegenüber ischen Automobll-Tlud E. D., Gießen. Umleitung Petterweil Folgende Straßensperrungen sind aufgehoben: Büches-Büdingen und Alsfeld -Gifa. Der We^ zur Hygiene Färberei Gebr. Rover Laden: Marktplatz 8. Telephon Nr. 1459. Annahmestelle in Lollar: Heinrich Zeug. Feiertags halber Winter. 8586V so wird einsäen Anlauf interessieren. — Die noch nicht kanalisiert ist, die soll im Lauf des Winters mit fenfnabe, war an einer Dreschmaschine beschäftigt. Plötzlich wurde er von dem Schwung- in einer verein letzte Straße, die Erbsengasse, Kana lis ativn Strecke der alten rad der Maschine erfaßt und ihm Kopf abgerissen. Der Tod trat auf Stelle ein. der der Straße, die nach der Spieß führt, wird ebenfalls im Lauf des Winters neu chauffiert. — Bei der A e ck e r v e r p a ch t u n g ist ein geringer Betrog an Pacht erzielt worden. Der Ge- mclnderat setzte eine Mindest pacht fest, wird diese von den Landwirten nicht gezahlt, die Stadt die betreffenden Grundstücke oder ausforsten. -s- Schotten, 24. Sept. Hier hat sich gutdcsuchten Versammlung ein Reiter WSR. morsen Unfall. Kreis Hersfeld. HerSfeld, 25. Sept. 3n Volk- ereignete sich gestern ein schwerer Ein löjähriger Lehrling, ein Wai- Rödgen - Steinfurth — Münzenberg Oer gesetzlich geschützte Strumpfretier kostet die Orlglnalflasche Mk. 1.00. - Fr ist in Gießen nur zu haben bei: MhereS darüber lasen Sie in den letzten Tagen. Fin oder zwei Tropfen auf die gefährdete Stelle getupft und Haus der HANDARBEIT Seltersweg 81 Nieder-Erlenbach- Ober- Erlenbach Reibertenrod - Ruhl- Kirchen-Angenrod oder Renzendorf - Vadenrod - Romrod ReranNrortung.) Dienstag, 27. d. Mts. geschlossen Eingesandt. (Für Form und Suhail aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel" übernimmt die Redattion dem dieMsche läuft M'chi mehr Wo man sich auch befindet, überall läßt sich die Masche gleich mühelos so sicher aut- halten, daß man den Strumpf ruhig noch weitertragen und ihn später ausztchc» kann, ohne daß die Masche weiterläuft, selbst in der Wäsche nicht! ""‘"'a Modehaus SALOMON Schulstraße _____________________8677a Fuhrwerkoon einem Personenzug an- gefahren. Das Fuhrwerk wurde durch den Zusammenprall beschädigt. Die beiden Kühe blieben unverletzt. WSR. Mittelgründau, 24. Sept. Ein außerordentlich starkes Unwetter hat die Orte Ober-, Mittel- und Riedergründau betroffen. Zahlreiche Obstbäume wurden restlos ihrer Früchte beraubt. Hunderte von Obstbäumen wurden durch den Sturm entwurzelt oder umgebrochen. Auch viele Dächer wurden beschädigt. Der Schaden ist außerordentlich groh. Kreis Schotten. : Schotten, 24. Sept. In der jüngsten Gemeinderatssitzung verständigte sich der Gcmeindcrat mit dem hiesigen Zweigverein vom DHC. dahin, daß mit vereinten Kräften der Bau einer Jugendherberge in Angriff genommen werden soll. Ein einfacher Bau ist vor- vorgefehen, etwa 16 bis 20 Betten enthaltend. Der ausersehene Platz liegt in den Gärten hinter den städtischen Schulen, etwas abseits der Straße und der Stadt, aber doch wieder unter guter Aufsicht. Die Herstellung der Jugendherberge soll baldmöglichst erfolgen. Ein Doranschag über die Kosten ist eingefordert. Auch im Winter wird die Herberge voraussichtlich stark benutzt werden, da der Wintersport erheblichen Umfang angenommen hat. — Der Gemeinderat beschloß, daß einige st ä d t i s ch e Häuser, die die Stadt in der Inflation gekauft hat, wieder verkauft werden, zumal sich viele Privatpersonen für den und Sauberkeit führt eigentlich zwangsläufig zur chemischen Reinigung Ihrer Garderobe und aller Gegenstände, mit denen Sie täglich in Berührung kommen. Nicht nur Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden aus Ihrer Kleidung, Ihren Decken, Kissen, Teppichen, Vorhängen, Handschuhen usw. be- seitigt, die meisten Dinge werden auch wieder wie neu. Auch das Auffärben und Plissieren aller Arten Stoffe wird von uns in der bekannten erstklassigen Weise ausgeführt. 2473id 10 wurden noch auf polizeiliche Anordnung hin getötet; 1926 waren aber 1409 Rinder an der Maul- und Klauenseuche gefallen, dazu noch 250 Kälber, 1 Schaf, 148 Ziegen, 47 Schweine, 421 Ferkel, und außerdem wurden noch 118 Rinder auf polizeiliche Anordnung getötet. Die Zahl der verseuchten Gehöfte war von 758 im Jahre 1925 auf 7498 im Berichtsjahre angeschwollei^ Die Zunahme der Erkrankungen erstreckte sich auf alle Tiergattungen, am stärksten war sie beim Rindvieh und bei den Schweinen. Das Jahr 1926 hat der hessischen Viehzucht derartige Verluste beigebracht, daß sie erst nach Jahren wieder gut zu machen sind. Unter den gefährlichen Seuchen ist es auch der Rotlauf der Schweine, der große Opfer gefordert hat. Die Statistik über diese Krankheiten, einschließlich des Resselsie - bers (Dacksteinblattern), besagt, daß 1926 1455 Schweine daran erkrankt waren, 315 daran star-° ben und 241 getötet werden mußten. Im Jahre 1925 erfranEten 1575 Tiere, 299 starben und 303 muhten getötet werden. Erfreulich ist wenigstens die Mitteilung, daß am Schlüsse des Berichtsjahres in allen Gemeinden und Gehöften die Seuche erloschen war. Schweineseuche und Schwein epe st haben ebenfalls zugenommen; 1925 waren 92 Erkrankungen zu verzeichnen, 1926 268; 1925 fielen 73 Tiere oder wurden getötet, 1926 aber 188. Weitere beträchtliche Diehverluste, und zwar 135 Rinder (1925 61), sind der Lungenseuche zuzuschreiben, 36 (im Vorjahr 25) der Gehirn- undRüdenmarlentzündung (Dornasche Krankheit) der Pferde und 8 der ansteckenden Blutarmut. Dem Milzbrand erlagen 29 Tiere (13), dem Rauschbrand 11 (6). Stark abgenommen hat die Räude der Schafe, und zwar von 4148 auf 1319 Fälle. Dagegen wurden nur 12 Einhufer von der Räude befallen. Der an- steckende Scheidekatarrh der Rinder hat zugenommen; er stieg in dem angegebenen Zeitraum von 698 erkrankten Tieren auf 720. Von den Geflügelkrankheiten ist die gefährlichste die G e f lü g el ch o le r a; ihr erlagen allein 1772 Hühner (gegen 1098 im Jahre 1925). Dagegen war die Hühnerpest stark gurüdgegangen, und zwar von 103 Fällen mit tödlichem Ausgang auf 9. In dieser Statistik ist auch die Tollwut aufgeführt, an der 4 Hunde und 2 Katzen zugrunde gingen. sind unsere Geschäfte morgen Komplex von über 100 Wohnungen hat, hat sich entschlossen, demnächst ein neues Bauvorhaben von 100 Wohnungen zur Ausführung zu bringen. Dieser Tage weilten Regierungsvertreter in Wetzlar, die mit der Genossenschaft Verhandlungen pflogen und die bisherigen Bauten besichtigten. Man erwartet von diesem Besuch einen günstigen Verlauf der Finanzie- rungsverhandlimgen, die sich auf das Hereinholen von Staatsgeldern er,(reden werden. Kreis Marburg. ][ Marburg, 25. Sept. Auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte stürzte am Samstagmorgen der im Alter von 60 Jahren stehende Derwal- tungsoberinfpektor Voedel, der seit nahezu 3 0 Jahren an der hiesigen Universitäts- Verwaltung tätig ist, in der Rähe der Südpost plötzlich von einem Herzschlag getroffen zusammen und verstarb nach wenigen Minuten. — Gestern und heute beging die F r e i e D ä d e r° Innung Marburg und Umgebung die Feier ihres 500jährigen Zunft - und 6 0 jäh - rigen Jnnungsjubiläums. Bei dem Festkommers, der gestern abend im großen Stadtsaal stattfand, überbrachten die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Vertreter des Bäderhauptverbandes „Germania" aus Berlin, sowie zahlreiche Vertreter der Bäderinnungen hessen-nassauischer Provinzstädte, der hiesigen Innungen, Vereine usw. ihre Glück- wünsche. Eine ganze Reihe von Jnnungsmit- gliedern wurde für langjährige treue Mitgliedschaft geehrt. Heute nachmittag fand auf dem althistorischen Platz vor dem Judizierhäuschen im Schloßpark die Weihe einer neuen, von den Frauen der Jnnungsmitglieder gestifteten Zahne statt, bei der Pfarrer Dr. Ritter die Weiherede hielt. In geschlossenem Zuge begaben sich die Teilnehmer dann in den Stadtfaal, wo durch ein Festmahl mit anschließendem Ball die Feier ihr Ende erreichte. Reges Interesse erregte auch eine Ausstellung von alten Zunftdokumenten, Werizeugen usw., die gleichzeitig in den Stadtsälen veranstaltet wurde und die einen Einblick in die reiche Geschichte der Bäderzunst gewährte. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 24. Sept. Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse hatte gegen Lie Stimmen der Arbeitgeber beschlossen, dem großen Ausschuß den Antrag vorzulegen, dem Reubau des Verwaltungsgebäudes auf dem Platz zwischen Garienstraße und Theodor-Stern-Kai zuzustimmen. In einer gestern stattgehabten Sitzung hat nun der Große Ausschuß mit den Stimmen der Versicherten beschlossen, dem Projekt zuzustimmen. Die Arbeitgeber, die das restliche Drittel stellen, stimmten gegen den Reubau und legten ihren Standpunkt in einer besonderen Entschließung nieder. Die Baukosten belaufen sich auf rund 5 Millionen Mark. — Aus einer hiesigen Pelzgrvß Handlung sind seit Anfang d. I. fortgesetzt wertvolle Pelze im Gesamtwerte von rund 10 000 Mark gestohlen worden. Die Kriminalpolizei konnte nunmehr den Täter in der Person des Kraftwagenführers Gustav Krieger feststellen und in Hast bringen. Den größten Teils des Diebesguts hat Krieger an einen hiesigen Reisenden namens Mohr veräußert, der seinerseits die Pelze wieder weiterverkaufte. Ise Cierfeuchen in Hessen. Auf der Landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt hatte das Veterinär- hygienische und Tierseucheninstitut der Landesuniversität Gießen zahlreiche Abbildungen und Präparate von Tierseuchen ausgestellt. Man konnte hier einen Einblick gewinnen in das nicht allein wissenschaftlich, sondern auch volkswirtschaftlich so wichtige Gebiet der Seucherckekämpfung. Eine gewisse Ergänzung zu dieser höchst lehrreichen Schau bildet jetzt die Veröffentlichung der Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik über die Tierseuchen in Hessen während des Jahres 192 6. Hiernach steht unter den Erkrankungen, die unsere Haustiere befallen, die Maul- und Klauenseuche, wie in den Vorjahren, an der Spitze; ja es war sogar noch eine beträchtliche Zunahme an Erkrankungen zu verzeichnen. Das war auch der Grund, weshalb im vergangenen Jahre die Landwirtschaftliche Landesausstellung. wie ursprünglich vorgesehen war, nicht abgehalten werden fonnte. Rur einige Ziffern mögen bartun, wie groß der Schaden ist, den gerade diese Seuche anrichtete. Während des Jahres 1925 waren ihr 57 Rinder erlegen, Gbftversteigerung. Donnerstag, den 29., und Freitag, den 30. September d. 3., soll das Gemeindeobst — etwa 1000 bis 1200 Zentner Aepfel, 40 bis 50 Zentner Birnen und 30 bis 40 Zentner Zwetschen — an Ort und Stelle abteilungsweise meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft am ersten Tage vormittags 9 Uhr auf der Straße Hochweisel—Butzbach, am alten Kalk; am zweiten Tage vormittags 9 Uhr auf der Straße Nieder-Weisel—Butzbach am Ortsausgang. Am ersten Tage kommt sämtliches Obst auf der Straße Hochweisel—Butzbach, alten Kalk und Waldstücker, am zweiten Tage der Rest um den Ort zur Versteigerung. Nieder-Weisel, den 22. September 1927. Hessische Bürgermeisterei Nieder-Weisel. Rundfunk-Programm. Dienstag, 27. September. 15.30 bis 16.00: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Schlager. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30: ilebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: Die Zauberflöte. Oper in zwei Akten von W. A. Mozart. Obstverfteigernug. Donnerstag, den 29., und Jreitag, den 30. d. 2TI., und Samstag, den 1. Oktober an allen Tagen vormittags um 9 Uhr beginnend, versteigert die Gemeinde Münzenberg etwa 150 Zentner Pastorenbirne», 2000 Zentner Tafel- und Dirtschastsäpfel, darunter ein großes Quantum Goldpar mänen, Thamoagner-Reinetten, Bau manns Reinetten, Kanada-Reinetten, Gold-Reinetten von Blenheim und andere haltbare Sorten. Anfang am 29. September am Gasthaus „Zur Burg", am 30. September an der Bahnhofstraße, am 1. Oktober an der Rockenberger Straße. 8587D Münzenberg, den 21. September 1927. Bürgermeisterei: Wetz. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung A wurde am 22. September 1927 bei der Vfirma Friedrich und Rudolf Gödicke in Gießen eingetragen: Die Firma ist er loschen. 8674C Gießen, den 23. September 1927. Hessisches Amtsgericht. und Spielplatz, unmittelbar cm der verkehrsreichen Frankfurter Straß«, geschaffen. Zugleich liegt das Sportgelönde in unmittelbarer Näh« des Friedhofes. Es ist unbedingt erforderlich, daß diesen Mißständen Abhilfe geschaffen wird; denn erstens wird der Verkehr auf der Frankfurter Straße durch die abseits gehenden Bälle äußerst gefährdet; zweitens werden die Friedhofsbesucher allabendlich und sonntäglich in ihrer Andacht gestört; drittens werden die sich in der Nähe befindlichen Obstbäume empfindlich geschädigt; und viertens geht es nicht an, daß die sporttreibende Jugend, die sich in frischer Luft aus« tummeln soll, in den Wolken des Straßenstaubes sich bewegt. Könnte hier nicht im Interesse unserer gesamten Jugend des Dorfes durch die maßgebenden Körperschaften Abhilfe geschaffen werden? Wie und Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 21. September 1927 bei der Firma Gießener Del- und Fettfabrik, Aktiengesellschaft in Gießen, eingetragen: Die Firma ist erloschen. 8673C Gießen, den 23. September 1927. Hessisches Amtsgericht. gebildet, der die Lust und Liebe zum Pferd und dem schonen Reitsport wecken und pflegen will. Auch die Umgegend wird sich zahlreich an dem neuen Verein beteiligen. Für einen der nächsten Sonntage ist eine Gründungsversammiung, in der über Vorstand, Satzung usw. verhandelt wird, vorgesehen. Schotten, 24. Sept. Die Kreis- abdederei, deren Errichtung nun schon Jahre den Kreistag beschäftigte, soll nun durch einen Unternehmer aus Berlin in der Gemarkung R a i n r o d erbaut werden. Damit hat man wieder auf das ursprüngliche Projekt zu- rüdgegriffen, dcis diese Baustelle vorgesehen hatte. Dem Unternehmer steuert der Kreis ein Bau- Darlehen von 20 000 Mk. bei. Zeichnungen und Pläne liegen bereits vor. □ ß a u b a (f), 24. Sept. Gestern fand eine O b ft- Versteigerung der Gemeinde statt, die sich jedoch vorerst nur auf Dirnen und Zwetschen bezog. Die Birnen, die es reichlich gegeben hat, Tarnen im Durchschnitt auf 2 bis 2,50 Mk. der Zentner, während die Zwetschen, die nut eine geringe Mittelernte lieferten, auf 3 bis 3,50 Mk. der Zentner tarnen. Die Apfelernte ist auch nur ganz mittelmäßig ausgefallen. Es gibt nur Wirtschaftsobst; die feineren Tafelsorten, wovon die Gemeinde zahlreiche Bäume hat, liefern fast keinen Ertrag. — Das Haus des verstorbenen KammersekretärS Goldmann, das seine drei Söhne verkauft haben, ist in den Besitz des pensionierten Pfarrers Georg Ritter, eines geborenen Grünbergers, zuletzt in Friedberg tätig, übergegangen. Dieser besuchte von 1880 bis 1886 das hiesige Gymnasium. Das Haus, das zwei Stockwerke hat und für zwei Familien eingerichtet war, hat 12 000 Mk. gekostet; bei diesem Kaufpreis sind noch zwei schone Grundstüde, ein großer Garten und eine Wiese. — Die Ge - tre i beernte konnte des regnerischen Wetters wegen immer noch nicht ganz geborgen werden, so wenig wie die Grummeternte; das Grummet muß fortgesetzt gewendet werden. Roch schlimmer sieht es mit den Kartoffeln aus, denen völlige Fäulnis droht. Fast alle Knollen sind verschimmelt. — Am Fuße des R a ms- bergs wird neben dem in diesem Sommer errichteten Wohnhaus zur Zeit noch ein anderes gebaut. Der neben diesem Hause am Ostrand des „Oberfee" gelegene Bauplatz ist in Diesen Tagen verkauft worden und wird voraussichtlich noch in diesem Herbst bebaut werden. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 25. Sept. Die Freiher rf. Riedeselsche Bierbrauerei und Mälzerei kann Anfang Oktober auf ihr 4 0 0 jähri - ges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß soll eine Feier stattfinden, zu der die Vorsitzenden aller hiesigen Vereine eingeladen sind. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 25. Sept. Der Sparund Bauverein, der im Letzten Jahre einen Mehr Licht in der südlichen Frankfurter Straße. Anschließend an den Artikel in Nr. 221 des „Gieß. Anz." vom 21. Sept, möchte ich die zuständige Stelle auf die mangelhafte Beleuchtung des füblid/en Teiles der Frankfurter Straße aufmerksam machen. Nicht allein, daß das Passieren der Bürgersteige beinahe als lebensgefährlich zu bezeichnen Ist, i[t auch noch der untere Teil der Straße bis nach Klein-Linden^ in vollkommenes Dunkel gehüllt, inmitten der Stadt hat man das neue Beleuchtungsprogramm bereits gut durchgeführt und. wo nötig, auf 30 bis 40 Meter eine Lampe mehr eingesetzt, rvas von der Bürgerschaft allgemein sehr begrüßt worden ist. Ich nehme daher an, daß es der Stadt Gießen auch möglich sein wird, endlich einmal in der unteren südlichen Frankfurter Straße einige neue Brennstellen zu schaffen. Ein Anwohner der unteren, südlichen Frankfurter Straße. Der „Sport**betrieb in Klein-Linden. K l e i n - L i nd e n, 24. Sept. Wie überall, lebte nach dem Kriege auch in unserem Dorfe der Turn-, Sport- und Spielbetrieb auf. Für die Rasenspiele stand ein auf der Pfingstweide gelegener Turn» und Sportplatz zur Verfügung, der leider unbrauchbar geworden ist durch Abgabe von Gelände zu Bauzwecken. Nun hat die Gemeinde einen (Sport- Kirchliche Nachrichten. 3fr- Religlonsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Dienstag, den 27. u. Mitt, woch, den 28. Sept. 1927: Reujahrsfest. Dieusta. Vorabend 6: Predigt. Morgens 7.30: Predig«. Mittwoch.Vorabend6,morg 7.30,abends6.15u. 6.55. NB. Während derPredigt ist derGinttitt nicht gestattet. Gottesdienst der isr. Religivnsgesellschaft. Dienstag, den 27. Sept. u. Mittwoch,den 28.Sept. 1927: Reujahrsfest. 1. Tag: Vorabend 6.00 Predigt. Morg. 6.00 Predigt. Rachm. 4.00. 2 Tag: Vorabend 7.00, morgens 6.C0, nachmittags 4.00. Festauügang 6.55. Wochengottesdienst: morgens 5.15 abends 5.30 Briefkasten der NedQktion. w. S. in h. Ihre Frage ist zu verneinen. Strafen Sperrungen mitgeteilt vom Oberhefss* " " ' "" —-- Welche Strecke wird gesperrt? In welchem Sttaßenzug liegt die Strecke? Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung? Voraussichtliche Dauer der Sperre Niederwöllstadt - Rodheim v. d. H. Friedberg — Frankfurt bezw. Bad Homburg Magen u. Autoverkehr 22.9. bis 1.11. Bad Nauheim — Nieder- mörlen bis Abzweig nach Steinfurth Bad Nauheim — Gießen bezw. Usingen •• 26. 9. bis auf weiteres Vilbel - Kloppenheim Frankfuri-M. - Friedberg ff 26. 9. bis auf weiteres Alsfeld - Leusel Alsfeld - Marburg tt 28. 9. bis auf weiteres Nr. 225 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Südwestdeutscher Landeseisenbahnrat. WEN. Der Landeseisenbahnrat Frankfurt a. 2N. für die Direktionsbezirke Frankfurt a. M., Kassel und Mainz hielt jetzt seine Herbsttagung in Mainz ab. Als Vorsitzender eröffnete der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., Dr. Ro- f e r, die Sitzung und betonte, daß die diesjährige Sitzung an einem Platz außerhalb Frankfurts eine Ausnahme von der Regel sei. Sie finde ihre Begründung in der Absicht, dem besetzten Gebiet die stets bekundete Sorge um seine Derkehrsbelanae zu beweisen und ihm eine Huldigung darzuvrinaen für feine vaterländische Ge- sinuung, in der Hoffnung, daß die baldige Befreiung von der Last der Besatzung sem verständnisvolles Ausharren kröne. Bürgermeister Adelung-Mainz begrüßte daraus die Anwesenden und betonte, daß das besetzte Gebiet keine Sonderwunsche verlange, sondern sich mit der Befriedigung der Belange begnüge. die den Verkehr des Westens kennzeichnen. Präsident Dr. Roser ging dann u. a. auf die Ausführungen ein, die Oberbürgermeister Dr. Landmann beim Empfang der „Vereinigung für staatswissenschaftliche Fortbildung" am 19. September in Frankfurt a. M. in einem Vortrag über die „Gegenwartsprobleme des Rhein- Mainischen Wirtschaftsgebietes" gemacht habe, in denen dieser u. a. ausgeführt habe, daß die Reichsbahn in der Befriedigung des Berufsverkehrs zwischen Arbeiisstäkte und Wohnort versage, weshalb der Reichsbahn starke Kon- kurrcnz aus der Errichtung von Schnellbahnen, Omnibus- und Kraftwagenlinien erwüchsen. Präsident Dr. Roser gab zu, daß zahienliiäßig im Frieden mehr Berufszüge in der Umgebung Don Frankfurt gefahren worden seien. Der Grund ihrer Verminderung sei der Zwang zu stärkerer Rücksichtnahme auf Wirtschaftlichkeit. Ausschlaggebend sei aber nicht die Zahl, sondern die Stärke der Züge und die Fahrplanlage. Trotz geringerer Zahl könne fahrplantechnisch nicht von einem Versagen der Reichsbahn die Rede fein. 2m letzten Jahre sei der Fahrplan stetig verbessert worden: wesentliche Klagen seien nicht mehr bekannt geworden, und große Werke hätten sogar ihre volle Befriedigung über die jetzigen Fahrpläne ausgesprochen. Infolge ihrer bessereil. Besetzung seien die Züge jetzt wirtschaftlicher: das bedeute jedoch nicht, daß die Reichs- bahll ein Feind des Berufsverkehrs sei. Der Autoverkehr werde auch von der Reichsbahn gepflegt, doch habe er teilweise feine allzu "verlockenden Ergebnisse gezeitigt, und manche Linien seien deshalb wieder auf gegeben worden. Die großen Städte und die Reichsbahn betrachteten manche Fragen von ninern grundsätz lich verschiedenen Standpunkt. Während die Reichsbahn einen wirtschaftlichen Standpunkt anlegen müsse, behandelten die Städte die Verkehrsbelange vom werbetechnischen Standpunkte aus. Ihnen komme es nicht darauf an, ob der Verkehr sich trage. Dabei könne es zweifelhaft sein, ob das Wachsen der großen Städte ein Segen für die deutsche Bevölkerung bedellte. In diesem Zusammenhang zitierte Dr. Roser die Aeußerung des Geheimrats Du is berg auf dem Industrie- und Handelstag, in der er der Industrie empfahl, aufs Land zu gehen und die großen Städte zu meiden. Bezüglich des Vorortverkehrs betonte der Präsident, daß es - gefährlich sei, Berliner und Hamburger Verhältnisse auf andere Städte zu übertragen, in der bestimmten Voraussicht, daß hier wesentliche Ausfälle entstehen. Schon früher sei man über die Rentabilität des Personenverkehrs zweifelhaft gewesen. Die Betriebsrechnung des Jahres 1926 enthalte für den Personenverkehr eine Wirtschaftszahl von 110 Prozent, d. h. auf 100 Mark Edrnahmen entfallen 110 Mark Ausgaben. Die Reichsbahn bewilligte also dem Personenverkehr aus den Einnahmen des Güterverkehrs bewußte Zuschüsse. Wenn Dr. Landmann die Elektrifizierung der Linie Frankfurt—Basel gefordert habe, so wäre an sich dieser Wunsch auch der der Reichsbahndirektion Frankfurt. Im übrigen wür- Zwischen siinsundsieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Es war stark verräuchert, überheizt und fast alle die kleine Marmortische waren besetzt. Nur ein Platz in der Ecke war noch frei. Sie setzte sich und nahm eine Zeitung, in die sie blickt«^ während man ihr den Kaffee hin^tellte. Sie las ... „Der Orchesterabend von Dr. Manfred war größtenteils der modernen Musik gewidmet und fand eine vollbesetzte Singakademie. Manfreds enthusiastische, fast fanatische Begeisterung, die das Letzte aus dem Orchester und den Werken heraushoit — — —" Das war sicher der Konzertabend vorgestern ... er war früh fortgegangen, und sie hatte ihn nach Mitternacht Heimkommen hören ... Sie wußte nicht eimal, was er gespielt hatte .... sie hatte nichts mehr mit ihm gemein ... Die „Große Fuge von Beethoven", mit „plastischer Eindringlichkeit gestaltet", eine Orchestersuite von Strawinski ... sie hatte ihn neulich die „Balalaika" daraus spielen hören ... hinter geschlossener Tür ... Heut' abend war in der Oper Novitätenabend ... sie hatte vergessen, ihre Logenplätze abzubestellen ... Bender dirigierte ... eine Uraufführung, „Royal Palace" und eine Pantomime „Don Pedros Pyppenspiel" ... Dirigent Ernst Bender . . . Sie legte das'Matt fort. Am Nachbartisch hatte man die schöne Frau erkannt, man steckte die Köpfe zusammen, der junge Mann, der ihr gegenübersaß, starrte sie durch seine schwarzgefaßten, runden Brillengläser durchdringend an . . . Sie ging . . . Heber der katholisci>en Kirche flatterten die Tauben, diese Türen standen immer offen ... Sie trat ein ... Eino kühle, erhabene Stille umfing sie. In dem hohen Kirchenschiff glimmte die ewige Campe. Weiße und violette Listern blühten in goldenen Vasen auf dem Altar, die letzten Blume des sterbenden Jahres . . . Zwischen den Bänken stand ein Sarg, mit einer schleppenden, schwarzen Samtdecke behangen, auf die ein silbernes Kruzifix genäht war. Wahrscheinlich hatte eine Messe für einen Verstorbenen sta.'tgesun- den, und der Sarg, das Symbol, war noch stchen- fleb(ieben. den die Vorteile der Elektrifizierung überschätzt. Der Vorteil liege weniger in der Wirtschaftlichkeit, als in der rascheren Fahrzeit und der größeren Reinlichkeit der Anlagen und Betriebsmittel. Man dürfe sich aber dabei auch nicht darüber täuschen, daß auch dann keineswegs alle Wünsche restlos erfüllt würden, und es sei irrig, anzunehmen, daß die Zugzahl erheblich vermehrt würde. Auch nach der Elettrifizierung bedinge die Rücksicht auf Rentabilität ebenso die Bemessung der Zugleistungen. Geh. Regierungsrat Dr. Häuser ergänzte die mit Beifall aufgenommenen Ausführungen hinsichtlich der Frage der Elektrifizierung dahin, daß es heute noch fraglich sei, ob die Verwendung elektrischer Kraft den Vorzug vor der Beförderung mit einer Maschine verdiene, die aus Erzeugnissen der Kohle gespeist werde. So sei z. B. der Dieselmotor rauchlos und schnell und stehe der elektrischen Förderung rächt nach. Die Frage, ob Elektrifizierung oder nicht, sei deshalb mehr eine technische Frage. Einen großen Teil der Tagesordnung füllten die Wünsche auf Eine Madonna stand auf dem Altar, unnahbar mit ihrem Iesusknaben im Arm. Sie trugen beide goldene Aureole^ die Mutter eine große, das Jesuskind nur einen feinen Reif, der durch die Dämmerung flimmerte. Beide schauten ernst auf sie herab. In der Ecke brannten mehrere dünne, lange Kerzen auf einem schwarzen Blechtisch. Der Tisch war mit dicken Wachstropfen bedeckt wie von erstarrten Tränen. Eine alte Frau, auf einer Wärmekruke sitzend, eingemummelt in wollene Schals, hielt in der dunklen Ecke Rosenkränze und Wachskerzen feil. Sie kaufte ihr eine lange, gelbe Kerze ab, ging damit an den Tisch und zündete sie an. In einem Strohstuhl kniend, sah sie zu, wie ihr Licht Knisternd brannte, zwischen den anderen. Ein kleines Licht erlosch, andere brannten tropfend nieder, wurden Heiner... Ein junger Mann kam auf Krücken durch das Halbdunkel vorbeigeschlürft, ein feuchter Luftzug wehte herein. Ihr Licht verlöschte. Sie erhob sich, um die Kerze wieder anzuzünden. Nun brannte sie wieder und knisterte. Die heiße Stirn in den Händen betete sie ... „Erlöse mich... sei mir gnädig ... gib mir Frieden." Als sie aufblickte, brannte ihr Licht nicht mehr. Es war zum zweitenmal erloschen ... und sie erschrak ... Das ist kein gutes Zeichen, dachte sie. Sie fröstelte ... Die gnadenreiche Madonna blickte streng und unnahbar fremd, das Iesuskindchen drückte sich ängstlich in ihren weiten, faltigen Mantel, als fürchte es sich und flüchtete zur Mutter, während es mit großen Kinderaugen auf sie heruntersah ... „Frau Gräfin wartet schon seit einer halben Stunde im Salon." Die Tür flog auf ... „Ethel! Was bringst du?" Aber als sich die Freundin vom Sofa erhob, sah sie ihr an, daß es nichts Gutes war... „Setz' dich, Melitta ... Sei ruhig ... ruhig ..." Aber Melitta blieb stehen. „Was ist's — sag's rasch. Bringst du--eine Antwort? Sprich doch, Ethel, sprich!" „Ich habe keine Antwort ..." kam es tonlos,.. „Was heißt ... das ... Ethel, Ethel, sag' mir die Wahrheit ... Sag' alles!" „Ich kam vor eine verschlossene Tür ..." „Ah" ... Der Stoß traf. Verbesserung der Fahrpläne im Personenverkehr durch Einlegung neuer Züge (z. B. Eilzug Gießen—Fulda) und Aende- rung der Fahrzeiten aus. Wochenendwünschen der Stadt Kassel und Wünschen auf Führung von Feriensonderzügen außerhalb der Ferienzeit konnte nicht zugestimmt werden. Dem Antrag Frankfurts, bei Zugverspätungen die Sperren 'm Frankfurter Hauptbahnhof frühzeitiger zu öffnen, soll entsprochen, ferner soll zu den verspäteten Zügen im Wartesaal aufgerufen werden. Dadurch wird das unbequeme Drängen vor den Sperren beseitigt. Gutsbesitzer v. Stedmann machte interessante Ausführungen über einen großzügigen Plan der Landwirtschaft, für den Absatz der landwirtschaftlichen Produkte, insbesondere von Obst, Gemüse, Eiern. Frühkartoffeln und Molkereierzeugnissen, Erzeugermarkthallen und Märkte in den Ueberschuhgebieten einzurichten. um durch sie Absatz- und Verbrauchs- aebiet einander zu nähern und den Zwischenhandel einzuschränken. Die nächste Tagung findet Mitte März 1928 wieder in Frankfurt a. M. statt. Melitta griff sich an das arbeitende Herz. „Weiter, erzähl'..." „Ich fuhr zuerst vor sein Haus ... Es war ein Diener da ... sonst niemand. Der alte Herr habe Sitzung und käme nicht vor zwei Uhr zu Tisch. Der junge Herr sei seit gestern nacht zurück von seiner Reise und auf die Fabrik gegangen. Ich bat, nach ihm zu suchen. Man rief sein Bureau an . . . der Direktor antwortete, Valentin junior sei eben in der Fabrik gewesen und vor zehn Minuten mit dem Auto fortgefahren." „Wohin — hierher?" „In der Richtung nach der Stadt, meinte der Diener." „Also hierher." In dem erloschenen Blick Me- littas leuchtete es auf. Eine vage Hoffnung belebte sie. „Er ist unterwegs ... ist vielleicht schon hier! Und wartet auf mich. Er will nicht in mein Haus kommen, ich verstehe das ... Ist nicht Freitag heute, ja? Sieh doch auf dem Kalender nach ... Ich weiß kein Datum mehr ... Freitag? Richtig ... er wird in der Platanenstraße sein--. Ich werde zu spät kommen ... er sott nicht warten." Sie schellte. „Meinen Hut, mein Cape", rief sie dem Diener zu, der auj ihr Klingeln kam ... „Ich muß fort, ein Auto, rasch ..." „Melitta, willst du ... dorthin?" „Natürlich, er wird dort sein ... er wartet auf mich ... ich verstehe jetzt alles ... Er war nicht da ... war verreist, wie ich ahnte ... als er heimkam, hat er die Briefe gefunden ... Und ist sofort hergefahren ... Wie endlos das dauert, bis man hier einen Wagen bekommt, bei dem Wetter ..." Draußen klatschte der Regen. An den Scheiben floß er herab. Ethel sah der Freundin zu, wie sie sich mit nervösen Händen das Haar feststeckte, das Netz darüber zog vor dem Spiegel, etwas Puder auflegte, und die blaffen Lippen färbte. „Nun, Ethel . . . wird es sich entscheiden . . . in dieser Stunde noch . . ." Der Diener bracht» das Cape und den Hut . . . „Rasch, rasch — — ich bin — — eingeladen. Ich komme spät--heute. So, danke... warten Sie nicht auf mich." Sie wandte sich an Ethel. „Vielleicht komm' ich nicht mehr zurück . . . dann sag' es ihm . . . Meine Koffer hab' ich hier gelassen — ich schreibe dir — du sorgst für alles, nicht wahr? verbandstagderheWchenVauVemneinGiehen * Gießen, 25. Sept. Der Verband der gemeinnützigen Bau vereine in Hessen trat heute auf der Liebigshöhe zu seinem diesjährigen Verbands- ta g und unter Leitung feines Vorsitzenden, Ministerialrats Klump, Darmstadt, zusammen. Die Tagung war von Delegierten aus allen Teilen des Landes sehr stark besucht. Ministerialrat Klump stellte in feiner Eröffnungsansprache u. a. fest, daß die im vorigen Jahre gehegten Hoffnungen hinsichtlich der Besserung der Baulage in diesem Jahre nur teilweise in Erfüllung gegangen seien. Als Erklärung dafür erinnerte der Redner vor allem an die Leere des Geldmarktes, die heute noch nicht behoben sei. Bei aller Würdigung der ausländischen Kapitaleinfuhr müsse doch gesagt werden, daß zu viele Verpfändungen von Realwerten an das Ausland keinen Gewinn für unser Volksvermögen darstellen. Immerhin habe es sich ermöglichen lassen, auf die Landgemeinden in diesem Jahre 13 Millionen Mark Baudarlehen zu verteilen, gegen 4 Millionen Mark im Vorjahre. Geldgeber waren die Hessische Landesbank und die hessischen Bezirkssparkassen. Der Redner wies in diesem Zusammenhänge auf die großen Vorteile der zinsver- bilHgenben Darlehen für den Kleinwohnungsbau hin und betonte, wenn diese zinsoerbilligenden Darlehen beibehalten würden, dürfte bis 1932 die Wohnungsnot in den Landgemeinden als beseitigt anzusehen sein. Nur dadurch, daß der Hessische Staat für die Aufnahme der Anleihen die 'Bürgschaft übernahm, war es leichter möglich, diese Gelder hereinzunehmen, weil die Geldgeber dadurch die Sicherheit für ihr Geld in hohem Maße erhielten. Für die Baugenossenschaften sei es wichtig, sich auf dieseiß Wege in größerer Zahl einzuschalten. Der Redner begrüßte dann noch die Vertreter der Behörden, verschiedener Organisationen, der Tagespreise und die Verbandsmitglieder und dankte zum Schluß dem Minister für Arbeit und Wirtschaft für die bisherige wohlwollende Unterstützung der Baugenossenschaften. Die Abwesenheit des Ministers entschuldigte der Redner mit dem Hinweis auf eine Erkrankung des Ministers. Beigeordneter Dr. Hamm, Gießen, begrüßte hierauf den Verbandstag im Namen der oberhessischen Provinzialhauptftaot, dankte für die Einberufung nach hier und übermittelte weiter im Auftrage der Vertreter der staatlichen Verwaltungen deren beste Grüße und Wünsche. Der Redner hob sodann hervor, in Gießen sei man der Auffassung, daß die Bau- genossenschaften tatkräftig gefördert werden müßen, denn sie seien es, die der Stadt die Fürsorge für kleine Wohnungen abnehmen, für die sich die private Bautätigkeit zur Zeit weniger interessiere und auch geringer einsetzen könne. Von diesem Standpunkt ausgehend, habe die Stadt Gießen der hiesigen Baugenossenschaft kräftig geholfen. Dadurch war es möglich, beim jüngsten Bauprogramm statt der ursprünglich vorgesehenen 150 Kleinwohnungen deren 270 mittels Baudarlehen zu schaffen. Auch in der Zukunft unserer Baugestaltung werde den Baugenossenschaften ein ganz hervorragender Anteil zukommen. Deshalb verfolge die Stadt Gießen die Arheit der Baugenossenschaften mit größtem Interesse. Zum Vorteil für die Baugenossenschaftssache möge auch diese Tagung sein. Nunmehr hielt Regierungsrat Enes. Darmstadt, (Landesfinanzamt) einen sehr instruktiven Vortrag über „D i e verschiedenen Steuergesetze und ihre Bedeutung für die gemeinnützige Bautätigkeit“. Anschließend sprach Staatsanwalt Dr. Brauns, Worms, fesselnd und aufschlußreich über „D a s Erbbaurcch t“. Beide Vorträge, über die wir noch besonders 'berichten werden, fanden den lebhaften Beifall der stark interessierten Zuhörer. In der anschließenden Aussprache machte Beigeordneter Dr. Hamm. Gießen, aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen auf städtebaulichem Gebiet noch bemerkenswerte Ergänzungen und Vorschläge zum Thema „Erbbaurecht", aus die wir im Zusammenhang mit dem Abdruck der Grundgedanken dieses Vortrages noch zurück- kommen werden. Als erster Punkt der geschäftlichen .Angelegenheiten stand der Geschäftsbericht für 1 9 26 zur Beratung, aus dem wir folgenden Auszug geben: „Das Geschäftsjahr 1926 brachte unter der Auswirkung der Stabilijierungserschei- mtngcn in der allgemeinen Wirtschaft eine rege Tätigkeit. Insbesondere erforderten die bei vielen Genossenschaften zu Beginn des Jahres noch bestehenden älnsicherheften in den Aufwertungsfragen mancherlei Aufklärung, die teils schriftlich. teils mündlich erteilt wurde. Inzwischen sind diese Zweifel in mehr oder weniger befriedigender Weise gelöst worden. Leider sind einzelne, vor 1914 sehr tätige Genossenschaften dadurch außerordentlich nachteilig betroffen worden, daß sie die nach dem Kriege errichteten Reu- bauten sehr bald veräußert haben und jetzt über keinen Hausbesitz oder andere Realwerte verfügen. Soweit Hypotheken oder Restkaufgeldguthaben bestanden, geschah die Aufwertung nach der gesetzlichen Regelung. Der fühlbare Mangel an flüssigen Geldmitteln verhinderte vielfach die Wiederaufnahme der Bautätigleit, die nur unter Bereitstellung größerer Zuwendungen seitens der Gemeinden neben den Landesbaudarlehen in Gang gebracht werden konnte. Ein erheblicher Teil der aufklärenden Tätigkeit erstreckte sich auf die Mietpreisfestsehungen in zahlreichen Fällen, bei denen die Mieteingänge nicht mehr zur Bestreitung der Kosten für den Hausbesitz ous- rerchten. Obwohl der Hausbesitz gemeinnütziger Baugenossenschaften der gesetzlichen Mietpreisregelung nicht unterliegt, war es in einer Reihe von Fällen nicht möglich, geringe Mietsteigerungen über die allgemeine Grenze hinaus durchzu- fiihren, obwohl die gezahlte Miete vielfach unter dem örtlichen Durchschnittssah der Miete für andere gleichartige Wohnungen lag. In der Zuteilung der Baudarlehen aus öffentlichen Mit- Montag, 26. September 1927 fein (Hauszinssteuer bzw. Sondergebäudesteuer) trat eine Aenderung gegen das Vorjahr nur insoweit ein, ols der Wohnungsbauanteil ganz in dem staatlichen Steuerausschlagsah enthalten war und das einzelne Darlehen vom Staate bewilligt wurde, ohne daß die Gemeinde, wie es in 1924 und 1925 der Fall war, einen Pflichtanteil zu leisten hatte. Es wurde ein Wohnungsbauprogramm auf längere Sicht behandelt, das sich für die Landgemeinden erstmals im Baujahr 1927 auswirken wird, indem statt rund 4 Millionen Mark jetzt rund 13 Millionen Mark Baudarlehen auf die Landgemeinden verteilt werden. Ferner hat die Regierung zu der Tätigkeit der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft sowohl im Landtag. als auch durch Aufklärung in den Tagesblättern im Oktober 1926 Stellung genommen. Es erübrigte sich daher, noch weiter in der Sache einzugreifen." Anfang 1926 gehörten denk Verbände 50 Genossenschaften an, ausgeschieden smd im Berichtsjahre 2, so daß Ende 1926 noch 48 Genossenschaften als Mitglieder vorhanden waren. Die Gesamtzahl der im Jahre 1926 erstellten genossenschaftlichen Wohnhäuser beträgt 373. Hebet die Mitgliederzahlen her angeschlossenen Genossenschaften wird mitgeteilt, daß 13 Genossenschaften bis 50 Mitglieder haben, 15 Genossenschaften 51 bis 100 Mitglieder. 8 Genossenschaften 101 bis 200 Mitglieder. 5 Genossenschaften 201 bis 400 Mitglieder und 5 Genossenschaften 401 und mehr Mitglieder. Der Geschäftsbericht für 1926 und die Rechnungsablage für den gleichen Zeitraum, die mit 1854.51 Mk. Einnahme. 1037,43 Mk. Aus- gäbe und 817,08 Mk. Bestand abschließt, wurden glatt genehmigt. Einstimmige Annahme fand auch der Voranschlag für 1928, der in Einnahme und Ausgabe mit 2000 Mk. abschließt: einhellig zugestimmt wurde auch der etwas erhöhten Dei- tragsfestsehung für 1928, die nach der Mitgliederzahl der einzelnen Genossenschaften gestaffelt ist: einstimmig abgelehnt wurde ein Antrag der Baugenossenschaft Bensheim, den Beitrag wieder auf die Vorkriegshöhe herabzusehen, gegen den Antrag wurde geltend gemacht, daß er zur Lebens- unfähigkeit des Verbandes führe. Die turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Ministerialrat Klump- Darmstadt und Bürgermeister Müller- Rüsselsheim wurden einstimmig wiedergewählt, ebenso einstimmig wurde Ministerialrat Klump der Vorbands- vorsih wieder übertragen. Beim Dotenreformer- Bund soll die Mitgliedschaft erworben werden. Als Ort des nächstjährigen Derbandstages wurde Darmstadt gewählt. Für die mit Der nächstjährigen Tagung verbundenen Feier des 25jährigen Bestehens des Verbandes wurde die Erhebung einer einmaligen Sonderum- lage auf die angeschloffenen Genossenschaften in Höhe des halben diesjährigen Beitragssatzes beschlossen, mit der die Kosten ter Feier bestritten werden sollen. Rach Erledigung einiger kleinerer interner Angelegenheiten äußerte sich auf Wunsch der Versammlung Regierungsrat Dr. Rinds uß- Friedberg noch über die Deutsche Bau- und Siedl ungsgemeinschaft in Darmstadt, die er sehr kritisch besprach und vor der er alle Daulustigen aufs dringendste warnte, da das zinslose System dieser Organisation nichts anderes sei als „zinsloser ünfinn" oder, wie ein anderer Genossenschaftler sagte, „zinsloser Unfug", denn von Zinslosigkeit könne gar feine Rede sein: den Vorteil hätten nur die paar Leute, die zuerst zum Bauen kämen, alle übrigen aber hätten nur große Rachteile. Im Anschluß hieran wurde einstimmig eine, Entschließung angenommen, in ter die öffentlichen Behörden ersucht werden, die Gründung und Bestätigung zweifelhastcr Organisationen für den Wohnungsbau durch öffentliche Warnung und andere geeignete Maßnahmen zu verhindern, ferner dafür zu sorgen, daß die bei den Brzirkssparkassen und ähnlichen Geldinstituten einlaufenten Spargelder der minderbemittelten Bevölkerung in erster Linie den dem Verband angeschlossenen gemeinnützigen Baugenossenschaften zugeleitet werden. Rach einigen weiteren Erörterungen fand ter Verbandstag in der dritten Rachmittagsstunde seinen Abschluß. Im Anschluß an ein gemeinsames Mittagsmahl besichtigten die Teilnehmer der Tagung die von der Gießener Baugenossenschaft 1894 errichteten Wohnungen, sowie ter Einzel- — — Und . . . auch — — für ihn ... Nimm dich seiner an. Er soll nicht leiden ... er wird mich vergessen ... Ein Zurück gibt es nun nicht mehr. Ja, Ethel, ich habe alles eingesetzt — —." „Laß mich dich wenigstens begleiten," bat Ethel, „nur bis vor die Haustür dort . . ." „Nein", sagte Melitta entschlossen . . . „Diesen letzten Gang muß ich allein gehen . ." Mit einer müden Beweguna setzte sie den kleinen Brokathut auf und wickelte fid) in ihren schwarzseidenen Umhang ... „Adieu, Ethel. Hab' Dank ..." Und sie umarmte die Freundin. * Das Auto glitt die nebelfeuchte Straße hinunter ... In ihrem zermarterten Kopf, überanstrengt von den durchmachten Nächten, fühlte sie jeden Stein, über den die Räder glitten . . . jede Kurve, die sie nahmen. Durch das regenbesprühte Gras sah sie glänzende Läden, Lichter, Menschen, im Nebel und Regen.--Lilles tauchte auf und verschwand. Das strahlend erleuchtete Kurhaus jetzt . . . eine lange Villenstraße, in denen Laternen brannten. Die Platanenstraße tat sich auf, dunkel und einsam. Im Unterstock der dritten Villa brannte kein Licht, die kleine Gartentür stand offen, wie immer ... Im ersten Stock tönte das heisere Gekläff des Hundes der Prinzessin ... er bellte wie immer, wenn sie kcrm ... Als wollte er mich verraten, dachte sie. Der Flur war trüb beleuchtet ... im Hintergrund stand ein Rollstuhl ... es war, als siche er ♦ ihr zu, während sie die Tür des Zimmers mit zitternden Händen aufschloß. Sie machte Licht. Das Zimmer war leer ... die beiden Sessel standen vor dem Ofen, dazwischen der Rauchtisch, auf dem eine leere Zigarettenschachtel lag. Sonst nichts. Die blau- grünen Vorhänge hingen leblos herab. Das Klavier war verstaubt, in einer Vase stand ein Strauß welker Nelken. Wie tarnen die Blumen hierher? — Sicher nicht von ihm ... er brachte nur Zigaretten mit und schob sie ihr hin ... er rauchte fortwährend, sie kannte ihn nur mit der Zigarette ... Sie setzte sich in den Sessel und schaute auf die Uhr, während sie nach draußen lauschte. Schritte klangen im ©arten, knirschend auf dem Kies, eine Tür ging, schloß sich wieder ... irgendwo trillerte ein Kanarienvogel. Es mußte unten in der Küche sein . . . (Fortsetzung folgt.) Häuser 21m Kugelberg, in ..Plattenhaufen" und in der Karl-Bogt-Strahe; letztere befinden sich zur Zeit nach im Rohbau. Herr Fourier, Vorsitzender der Baugenossenschaft, gab Aufschluß über die Erstehung der Bauten bis in die heutige -Zeit. Allgemein war man befriedigt über die Art und Ausführung der Wohnungen und Einzelhäuser, ferner über die rege Bautätigkeit der Baugenossenschaft 1894. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 22. Sept. Der mehrfach vorbestrafte, aus der Untersuchungshaft oorgesührte W. N. aus G. hatte im Juni, wie schon öfters, einen Zusam- nrenstoß mit der Polizei. Er kam nachts angetrunken nach Hause und lärmte von seiner Wohnung aus zur Straße hinunter. Ermahnungen von Polizeibeamten, ruhig zu sein, wurden mit Beleidigung und Bedrohung beantwortet. Mit Rücksicht auf die Vorstrafe uni)" die gerichtsbekannte Persönlichkeit des Angeklagten lautete die Strafe auf 2 Wochen Gefäbgnis. .$). B. und sein erwachsener Sohn I. B. leben schon lange mit dem einen Straßenwart auf gespanntem Fuß. Im März stellte der Vater B. dcn Straßenwart auf der Landstraße zur Rede. Er packte ihn au und holte mit einer Schippe zum Schlag aus. Der Straßenwart kam ihm jedoch mit dem Schlag zuvor, so daß der Vater B. zurücktaumelte und h'm- fiel. Run verfolgte der Sohn B. den Straßenwart und warf ihm einige Steine in den Rücken. Der Vater B. schloß sich der Verfolgung an. Vater und Sohn waren angeklagt wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt,' da der Straßenwart, dem gewisse polizeiliche Befugnisse zustehen, im Dienst war. Dazu kam die Anklage wegen Körperverletzung und bei dem Vater B. auch wegen Beleidigung. Da beide Angeklagten noch nicht vorbestraft sind, erhielt der Vater B. eine Geldstrafe von 50 Mark, der Sohn eine solche von 3 0 Mark. Ein Kraftfahrer, der regelmäßig durch Beuern in übermäßigem Tempo gefahren war, bekam auf Einspruch gegen einen Strafbefehl seine Strafe von 3 0 M k. a u f 4 0 M k. heraufgesetzt In einem weiteren Fall, in dem er auf offener Straße rücksichtslos an einem Fuhrwerk vorbeifuhr, dessen Pferde unruhjg wurden, verblieb es bei der Strafe des Strafbefehls in Höhe von 15 Mk. ' Gießen, 23. Sept. Der Angeklagte Steinmetz E. S. aus L. war bereits vor einiger -Zeit mit Geldstrafe bestraft worden, weil er nicht für sein uneheliches Kind sorgt obgleich er dazu in der Lage ist. Die Strafe hat nichts genützt, Deshalb wird er diesmal mit einer H a fist rafe von drei Wochen belegt. Der Angeklagte glaubte sich, wie dies in solchen Fällen üblich ist, dahinter verschanzen zu können, daß er bei feinem Vater gegen Kost und Logis und etwas Taschengeld arbeite und deshalb nicht in der Lage sei, für das Kind etwas zu zahlen. Der Richter erblickte in der Tätigkeit des Angeklagten keine restlose Ausnützung seiner Arbeitskraft, wie sie das Gesetz verlangt. Der Angeklagte, der seit Jahren noch nichts gezahlt hat, hätte wenigstens seinen guten Willen zeigen müssen. Als der vorbestrafte Arbeiter D. aus Tr. in Rödgen erfuhr, daß sein Schwager mit seiner Familie auf dem Felde arbeite,, drang er in dessen Haus ein, öffnete mit einem Rachschlüsscl eine Geldkassette, stahl 20 M. und einige Würste und Eier. Der Tat schloß er eine Autofahrt in einem Mietauto an, wobei er das Geld verpulverte und die Lebensmittel teilweise verkaufte. Den Rest ließ er sich selbst schmecken. An einem anderen Tage hatte derselbe Angeklagte seinem Mitbewohner in Tr. einige Bücher entwendet. Er behauptete, er habe sie nur lesen wollen. Es handelte sich um Klassiker. Drei Väirde davon ließ der Angeklagte, der durchaus nicht der Eindruck machte, als habe er Berständnis für Schiller und Goethe, einige Zeit in einem Paket verpackt in einer Wirtschaft in Gießen liegen. Der Richter nahm Diebstahl als erwiesen an. Gesamtstrafe: vier Monate eine Woche Gefängnis. Auch dem vielfach vorbestraften, aus der Untersuchungshaft vorgeführten Kaufmann F. S. aus G. nützte das Leugnen nichts. Er hat Ende 1926 seine Ehefrau verlassen, nicht ohne ihr den gesamten Wäschebestand mitzunehmen. Damit nicht genug, entwendete er einer älteren W'.twe, ' bei der er zur Miete wohnte, eine weitere stattliche Anzahl Wäschestücke. Dabei öffnete er den Wäscheschrank der mißtrauisch gewordenen Vermieterin mit einem falschen Schlüssel oder Dietrich. Einige der gestohlenen Stücke wurden in einer späteren Wohnung des Angeklagten vorgesunden, das meiste ist jedoch endgültig verschwunden. Der Angeklagte behauptete, da er wegen der Wäsche dauernd zu Unrecht mit der Polizei Scherereien gehabt habe, habe er schließlich seinen Wirtschaft. Von den SchlachLoiehmärkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war die Geschäftstätigkeit nicht ganz einheitlich. Während der plötzliche Witterungsumschwung für Großvieh ein Äachlassen des Umsatzes auslöste, war der Geschäftsgang bei den übrigen Gattungen normal und wich gegen die Vorwoche nur wenig ab. Geschäftshemmend wirkte bei Rindern auch die-weitere Zunahme der Auftriebszi-sern (23 500 gegen 21 500 in der Vorwoche), sowie der Umstand. daß sich der Export starke Zurückhaltung auferlegte. Die Zufuhren für Kälber Schafe und Schweine liegen etwas niedriger (Käjle: 16 000 gegen 17 000; Schake 10 000 gegen 13 000 und Schweine 85 000"gegen 89 000). Bei Rindern war die Preislage geschwächt, und zwar betrugen die Rachlässe im Mittel 1 bis 2 Pfennig. Kälber hatten im allgemeinen befriedigenden Geschäftsgang zu verzeichnen. Die Preise verschoben sich in den meisten Klassen leicht zugunsten der Verkäuser. Für S ch a s e war die Basis der letzten Rotierungen maßgebend. Beste Lämmer konnten um Kleinigkeiten profitieren. Am Schweinemarkt war die Preisgestaltung uneinheitlich. Schwere Ge Wichte waren besonders gesucht und bald zu etteaS festeren Rotierungen geräumt. Uelerhauvt waren Besserungen von 2 bis 4 Pfennig in der Mehrgesamten Wäschebesih im Bergwerlswald verbrannt. Dies zogen einige Zeugen in Zweifel. Da der Angeklagte bereits wegen Di:bstahls im Rückfall vorbestraft ist und in rücksichtsloser Weise eine alte Rentnerin bestohlen hat und zwar unter erschwerenden Umständen (Rachschlüssel), wurden ihm mildernde Umstände versagt. Es wurde auf die gesetzliche Mindeststrafe von zwei Jahren Zuchthaus erkannt. Schöffengericht Gießen. • Gießen, 23. Sept. Ein Schreiner ist der Urkundenfälschung in einem und der Unterschlagung in drei Fällen angeklagt. Er war von einer Möbelhandlung zum Verkauf ihrer Fabrikate angestellt. Er verkaufte eine Küche statt mit 180 mit 220 Mk. und fälschte zum Zwecke der Täuschung seines Auftraggebers den Bestellschein. Außerdem unterschlug er in zwei Fällen empfangene kleinere Geldbeträge. Das Gericht bewilligte ihm Mit Rücksicht auf seine Rotlage und die gezeigte Reue trotz mehrerer Vorstrafen mildernde Umstände und erkannte auf eine G e - famtftrafe von 17 Tagen Gefängnis. In einem weiteren Fall wurde er dem Antrag des Staatsanwalts gemäß von der Anklage der Unterschlagung freigefprochen. Ein mehrfach vorbestrafter Knecht soll seinem Dienstherrn ein Fahrrad gestohlen haben. Er befindet sich im Rückfall. Der Hauptzeuge war trotz ordnungsmäßiger Ladung auSgeblieben. Da der Angeklagte behauptet, das Rad sei ihm zum Gebrauch von dem Eigentümer überlassen worden, er also nur eine Unterschlagung zugibt, muß die Verhandlung auf Antrag des Staatsanwalts ausgesetzt werden. Der ausgebliebene Zeuge wird in eine Ordnungsstrafe von 50 Mk. genommen. Ein Kaufmann ist mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft und heute wegen Rückfalldiebstahls angeklagt. Er soll in einem Wartezimmer in der hie igen Klinik einem Mädchen, während sich die es beim Arzt zur Untersuchung befand, aus seiner Handtasche einen Zehnmarkschein gestohlen haben. Der Angeklagte leugnet die Tat hartnäckig. Er wird aber durch einen umfangreichen Indizienbeweis, den das Gericht als lückenlos und schlüssig ansieht, überführt. Es steht fest, daß nur er als Täter in Betracht kommen kann; er hat sich in der Rähe der Handtasche zu schaffen gemacht und hat auch, was er allerdings bestreitet, kurz nach dem Vorfall in einem hiesigen Cafe, den Zehnmarkschein in Zahlung geben wollen. Das Gericht versagt dem Angeklagten mit Rücksicht auf seine Vorstrafen, auf sein Leugnen und die bewiesene Dreistigkeit und Rafsiniertheit mildernde Umstände und verurteilt ihn zu e i n e m Jahr Zuchthaus. Außerdem wird gegen den Angeklagten Haftbefehl erlassen. AbLehnung des Protestes Dempxeys. Chicago, 24. Sept. (WB.) Der Vorsitzende der Athletic-Commission von Illinois hat sich geweigert, den von Flynn im Ramrn Dempsehs eingelegten P r o t e jt anzuneh.nen. Zur Begründung seines Standpunktes führte der Vorsitzende an, Dempsehs habe die Regel gekannt, daß er in die neutrale Ecke zuräckkehven mußte, bevor das Auszählen begann. zahl. Cs wurden in Pfennig je Psimd Lebendgewicht bezahlt: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 20-59 60-90 30-68 60-73 Bremen 25—56 45 — 80 35—60 50—74 Breslau 18 -60 55 - 84 30 - 63 60 - 76 Chemnitz 24-64 70-90 45-58 66-81 Dortmund 28—63 60—92 — 64 — 78 Dresden 25-65 65-90 39-67 65-79 Düsseldorf 25—64 55-88 - 63-79 Elberfeld 25-62 50-90 - 68-84 Essen 30-62 60-120 27-56 64-78 Frankfurt M. 30-65 60-84 34-54 63-77 Hamburg 16-58 35-90 25-62 56-72 Hannover 25 — 60 45 — 90 50 — 65 62 — 74 Husum 20—59 - 42-55 — Karlsruhe 20—63 61—83 — 70 — 79 Kassel 25-63 62-74 - 63-77 Kiel 22-55 37-78 36-60 50-71 Köln 25-65 60—115 40-58 62-80 Leipzig 25-62 55-85 30-69 63-75 Magdeburg 23-63 45-82 30-60 57-65 Mannheim 15-63 60-84 42-49 60-77 München 22—63 70 — 87 — 55 — 74 Stettin 15-60 40-82 20-60 55-74 Stuttgart 15 — 65 64-87 — 54 — 75 Zwickau 20-62 60-82 40-64 64-77 * Die amtliche G r oß h an d elsiudex z i f f e r. Die auf den Stichtag des 21. September berechnete Großhandelsindexziffer des Sta- tistischen Reichsamt ist mit 139,6 gegenüber der Vorwoche (139,3) nahezu unverändert. • Ermäßigung des SaheS fur Re- p o r t g e l d. Die Berliner Banken haben in ihrer Sitzung vom Samstag einstimmig beschlossen, den offiziellen Sah für Reportgeld um 1/i Prozent auf 81/4 bis 83/< Prozent zu ermäßigen. FranLnrrtor Börse. Frankfurt a. M., 26. Sept. Tendenz: uneinheitlich. — Die Börse ging z i e m l i ch l u st l o s und bei kleinem Geschäft in die neue Woche. Die Tendenz war nicht einheitlich, nachdem noch vorbörslich das Interesse von Auslandselle für Elektrowerte die Stimmung etwas zuversichtlicher erscheinen ließ. Verstimmend wirkte dieandauerndePas- s j v i t ä t des Publikums. Im Zusammenhang mit den Ultimovorbereitungen kam Material an den Markt. Obwohl der Quartalsultimo gut vorbereitet wurde, hält man Ueberraschungen nicht für unmöglich. Einen guten Eindruck machte die Herabsetzung des Reportgeldsatzes in Berlin aus 8,25 Prozent. Kaum beachtet wurden einige günstige Wirtschaftsmeldungen, wie die weitere Zunahme der Ruhr- kohlensörderung, bei beträchtlichem Rückgang der Feierschichten, und die Besserung der Arbeitsmarktlage. Gegenüber den Samstagnotierungen ergaben sich durchschnittliche Kursveränderungen bis zu 2 Prozent nach beiden Seiten. J.-G.-Farben wurden angeboten und schwächten sich 1,25 Prozent ab. Scheideanstalt dagegen plus 1,25 Prozent. Banken überwiegend etwas anziehend. Elektrowerte waren aus Realisationen bis zu 2 Prozent abgeschwächt. Rur für Licht und Kraft bestand weiter Interesse bei einem Kursgewinn von 1,5 Prozent. Die Werte der Metallbankgruppe zogen 1 Prozent an. Von Montanwerken zogen Mannesmann 2 Prozent an, auch Otavi auf Berliner und Hamburger Käufe plus 2,75 Prozent. In Voigt & Haeffner verstärkte sich das Angebot, der Kurs gab 12 Prozent nach. Hei mische Renten still. Von Ausländern hatten Russen weiter einiges Geschäft. Im weiteren Verlaufe schlief f a ft jede Geschäftstätigkeit ein, und die Kurse bröckelten'leicht ab. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 5,5 Prozent. Am Devisenmarkt lagen Devisen weiter angc boten. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,1955, aegen London 20,419. Paris gegen London 124,02, Mailand 89,20 und Madrid 27,64. Berliner Börse. Berlin. 26.Sept. Im Gegensatz zum heutigen Vormittagsverkehr und auf die Meldungen aus Genf eher schwächeren Tendenz brachten die ersten Kurse eine gewisse Widerstandsfähig- feit, namentlich für Spezialwerte. Verschiedene günfiiee Momente (Besserung der Arbeitsmarktlage. Zunahme der Ruhrkohlenförderung, günstige Freigabenachrichten) konnten jedoch nicht voll zur Auswirkung kommen, da di? Passivität derPri- v a t t u n d s ch a f t die Börse ebenfalls zurückhält. Die Kursveränderungen hielten sich im allgemeinen in engen Grenzen. Vereinigte Glanzstoff konnten 5 Prozent anziehen, da man mit einer über Parität liegenden Bezugsrechtnotierung für heute rechnet. Ludwig Loewe plus 2 Prozent. Dagegen stellte der erste- Kurs von Gessürel eine Enttäuschung dar. Die amtliche Rotiz stellte sich aus 290 Prozent, nachdem vorbörslich ein Kurs von 295 Geld zu hören war. Heimische Anleihen etwas fester. Ausländer ruhig. Bosnier und Anatolier bis 0,5 Prozent niedriger. Oesterreichisch? Eisenbcchnen und Russen dagegen etwas fester, Pfandbriefe überwiegend schwächer, aber ohne Geschäft. Der Geldmarkt trägt unverändertes Gepräge. Tagesgeld 4,5 bis 6 Prozent weiter leicht, Monatsgeld 8 bis 9 Proz. Warenwechsel 6,13 bis 6,38 Prozent nominell. Rs- portgeld 8,25 bis 8,75 Prozent. Im Verlaufe machte sich die herrschende Geschäftslosigkeit st ci r - ker fühlbar. Die Spekulation setzte ihre Glattstellungen fort, die zu 1- bis 2prozentigen Kursrückgängen führten, zumal sich nach den vorliegenden Meldungen die Lage in Genf eher zuzuspitzen scheint. Eine Ausnahme machten die anfangs schwächrren Gessürel, die 2 Prozent zurückgewinnen konnten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurter. M., 26. Sept. Die jüdischen Feiertage machten sich heute bereits durch einen geringeren Besuch an der Börse bemerkbar. Das Geschäft war sehr ruhig. Weizen wurde, heute zum ersten Male in zwei Qualitäten notiert uni) zwar 1. „gut, gesund, trocken und auswuchsfrei und 2. gesund, trocken mit vereinzeltem Auswuchs". Die Rotierung für die zweite Qualität stellte sich 0,75 bis 1 Mark niedriger. Die Preis? waren bei geringem Geschäft etwas fester. Weizenmehl, das von den Mühlen um 0,25 Mark erhöht wurde, lag sehr ruhig. Roggrnmehl dagegen etwas gesucht. Kleie unverändert ruhig. Die erhöhten Preise des amecilanischcn Maritas machten keinen Eindruck, da man nicht an ein Anhalten der Preissteigerungen glaubt. Cl- wurden notiert: Weizen, gut, gesund, trod-.n. auswuchs frei 26,50; Weizen, gesund, trocken, mit vereinzeltem Auswuchs 25,50 bis 25,75; Rogge.', int. 24,75 bis 25; Sommergerste für Drouzweck.- 26 bis 28; Haser, inl. 22,50 bis 24; Hafer, ausl. 24,50 bis 25: Mais, gelb 19 bis 19,25; Weizenmehl, inl., Spezial 0 39,25 bis 39,50; Regnen- mehl 35 bis 35,50; Weizenkleie 13; Roggerckleie 13,75; Erbsen 40 bis 60; Linsen 50 bis 75; Heu. süddeutsches, gut, trocken 5,50- bis 6; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,50 bis 5; gebündelt 3 bis 3,75; Treber, getrocknet 16,50 bis 17 Mark. 3 ranksurter Schlachtviei markt. Frankfurt a. M., 26. Sept. Auftrieb 1366 Rinder (darunter 375 Ochsen, 79 Bulle.: 526 Kühe, 386 Färsen), 448 Kälber, 151 Schaf 5728 Schweine. — Rinder (Ochsen): Bot! fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwer-s (jüngere) 61 bis 64 Mk., (ältere) 57 bis CO. sonstige vollfleischige (jüngere) 54 bis 56, (ältere) 48 bis 53; (Bullen): jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 57 bis 61; sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 51 bis 56; (Kühe jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 59 bis 54; sonstige vollsleischige oder ausgemästet? 44 bis 49; fleischige 37 bis 43; gering genährte 28 bis 36; (Färsen — Kalbinnen, Jung riicher —): vollfleischige, ausgemästete. 'höchsten Schlachtwerts 60 bis 64; vollfleischige 55 bis 59 fleischige 47 bis 54. — Kälber: Beste Mai - und Saugkälber 80 bis 85; mittlere Mast- uni, Saugkälber 70 vis 79; geringe Kalber 60 bis 69. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Ma- hämmel (Weidemast) 50 bis 54; mittlere Ma.i lämmer, ältere Masthämmel und gut genähn Schafe 43 bis 49. — Schweine: Fettschwei: über 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 76; voll, fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfun Lebendgewicht 72 bis 76; von etwa 200 bis 21' Pfund Lebendgewicht 72 bis 75; von etwa 16 bis 200 Pfund Lebendgewicht 71 bis 74; fleisch: Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebern gewicht 66 bis 70; Sauen 63 bis 70 M! - Marktverkauf: Rinder ruhig und nahe, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig und a räumt. Schweine schleppend, Lieberstand. 5 et schwein? wurden über Rotiz bezahlt. Lll: Schweine sehr vernachlässigt KaiserNatrcj wirkt durch den hohen Kohlensäure-Gehalt sehr er- I frischend. 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Papieren an Berlin geführten Zistern geben Datum: die Höhe der strankfurta.9-6'. zuletzt beschloß Berlin enen Dividende an. — 5 Datum: ieichSbankdisl strankfurta M ont 6 Prozent Berlin Lombardzinssiih 1 Prozent Berlin. 24 Sevtbr.__ stranzönlche Noten..... Holländische Nolcn ..... Htalicnische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesicrr-, 5100 Kronen Rnntänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Svanische Noten - - - - ■ - - Tschechoslowakische Noten - - Ungarische Noten Devisenmarkt Derlm -Telegraphtfche Geld 16.4 ;7 167.7 ii 22,88 110,48 68.1’4 2,51’9 112,52 80.5'9 73 23 12.385 73.21! —Frantfur Allszab Vri'f i6.4'.t; 168.41 22.98 110.9: 59.18 2,619 112.0.8 bO :>i 73.5. 12,445 73.1'3 (L M. lang. Schl».-; I.lkhc. 1 Kur» Kur» | .'1.9. ■ 26.9. | Schluß. I-Jhifang Kur» m.r-, 21. 9. । 26. 9 r-ch.ub Kurs 24. 9. -Uhr- Kur» 26. 9. Scmufc Kurs 24.,9. Anfang Kurs 26. 9. Schlus>>; l'Uhr» Kurs Kurs 24. 9. 1 26. 9. Schlich- Anfang Kurs Kurs .4- 9. । 26. 9. Dt *Kcirf)9nnIcit)e v. 1927 -21 «Inl Ablos. Schuld mit Auslos -Rechten . Tesal. ohi e Auslos-Rechten 7% Franks. Hiw.'B'. Go dpf nnlündbar bi-5 )932 . . . 4*///o Rheinische Ldv >Banl C'.qn -Goidps . . 81 E G n(?g Borlricgs-Lb- hgationcii, rückzahlbar 1932 4°/„ Schwei;. BundeSb Anl. 4°/o Oesiereichische Goldric 4,-20°/n Ccftcrr id). <£ilbcrrte. . <-7o Oesterreich, einheül. Rte 4% Ungarische Goldrke 4u/n Ungarische StaaiSr. b.1910 4*/,% desgl. von 1913 . . . 4’*/o Ungarische 5kronenrte . . 47 Türk. Zollanlcihe v 1911 4% Türk. Bagdadbahn. Anl- Serie L 47» deSgl. Serie 11..... 4°o Rumänen converk. Rte. 41,,0/0 Rumänen Goldanl. • von 1913 . . ölig Dcutiche Eisenbahn .4'/, Hamburg-Amerika Pale;. 6 Hamb.-Südam Damvisch. 8 Hansa Dauivfschifs ■ .6 Norddeutscher L'lonb . . . • C Allg. Deutsche Crcdilanst.. 10 Barm r Bankverein io Berliner Handelsgelellsch. 12 Commerz- und Prtval B'. 11 9?m m ft. u. Ralionalbank. 12 Tentlcho Bank. 10 DiSlonto-Gescllschaft Ank. 10 Dresdner Bank.....10 Mitteldeutsche Credilbank . 9 Metallbank.......8 Acichsbank.....i «7.25; — 55, — 15,5 16.1 96,5 78,25 - 83 - 30.5i - 6 5 27 5 - 24.6 24,75 14 14 11.4 6,05 18.4 ! - 87 | H9.5 150,1 — 1 149 150,75 111 , 144,t H5 172.5 12 228 1 2 7.5 161 75 164 6 155.75 ! 156 169.5 1 162.5 ? 3b j 139 , 11C 171) 1 168.75 7Sätb5.L l' KL.bi’czCi-£ S «L.© 1 S । -8 1 ■ । ' c ff O C*. 1^ *» »fc iU ■* cf üi — *• •SS wbsL-1 1 C-. 1 1 ' 1 äö 1 1 Öc 1 1 1 • 1 1 • Mü* A. E G..........7 Bergmann .........8 Eloktr- Lieferungen.... 10 Licht und rlraft. .... 10 Feiten &. Grnll aume ... .6 Ges f. Eick r Untern. . . 10 Samb. Elcktr. Werke ... 10 Rhein- Elcktr- .... 8 Schics. Elcktr- . .....10 Schucken . ........7 Siemens L Halske . ... IG Transradio..... .8 Labmeücr & To........9 Buder..s..... 0 Deutsche Erdöl........ 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