’Ö ??r. älter. Ltzi b,5 49aieild) CT °'nc- gettSliA' KS UÄ' T.9eringeniiebcrflfli chrichten. erus in Lollar eJern vormittag finb, ^flu&ereiberi ^lenwerke M ?te ^u^tönbigcn er * °n.d°h fu bei ,n ^r Gieherei burq nbetoerbienft hätten » ileitung erfatjren, ist s nicht begrünbel, te । ^'9 leien, batz bie 8ttr ermenst kommen tör- n neuen ÜlrbeilsDtrftf- lerner sei ihnen eine t- -iiung zugestanben wü- erdienste bezahlt er^ der Firma wird te lligt, ebenso sich; n Standpunkt, baß bi? r r Vertragsbruch vrO hat sich auch der btiiiiz hlossen. Zur Zeit stad rr. i t. Sollte bie AM ti en werden, so dilrstr, ie teilungen, in einigen L,- in mangels zu wtqkk iterbeschästigung nicht «f überfall kisenbahM 25. Qhig. (M M ilt mit, M °chu« den Eoutzochacil«' Acapvneta r Mft Schüsse fetten ci Es wird gtndbd, W >?r verMmde sem M findet sich eine 'V Amerikaner, die M • moeW Ser -mier! (m tourte Mort bei. yarit telegraphisch » Programm, 26.21ugu(l. AchollpMern -M. mittag. °Dre M- von Lehr« ba- e Lesestunde. -- w Wt: „6t^,y- ) bis 19: y-/; incmzaMlech d". Ertrag 19,15: Englische -^, t£Ss KSG Lechnlk. WM«"“*“,., »unsMesrrM wirbHoen^ >zent- tert 12.11 .2 i sagte u. a. weiter: Wir bewundern in 'ein, was wir auf dieser Messe gesehen haben, ■ cn kraftvollen Aufstieg Deutschlands. Mit Freude empfanden wir es, daß die Deutschen, allen voran Ostpreußen, die ersten waren, je i en Wiederaufbau Rußlands unter» stützten. Das werden wir Deutschland immer gedenken. Französische Hetzrede vor Friedensfreunden. Paris, 25. Aug. (Wolff.) In Anwesenheit von etwa vierhundert Parlamsntariern aus 35 Staaten ist heute früh die 2 4. Jahreskonferenz der Interparlamentarischen Friedensunion eröffnet worden. Rach Ansprachen des zum Vorsitzenden der Tagung gewählten Präsidenten des französischen Senats D o u m e r und des französischen Senators M e r- l in ergriff Ministerpräsident P oi n c a r e«das Wort, um im Ramen der französischen Regierung die Teilnehmer zu begrüßen. Poincare ging bei feinen Ausführungen aus von der Weltausstellung in Paris, den damals bezeichnenden Fortschritten der Technik und der Wissenschaft, sowie von dem großen Aufblühen der Menschlichkeit, die durch den Krieg jäh unterbrochen worden sei. Die Lehre des Krieges sei die, daß man in noch stärkerem Maße jedes Werk unterstützen müsse, das der Annäherung diene, nicht aber etwa, daß dadurch die einzelnen Rationen ihre Kraft und ihre Vitalität verloren hätten oder verlieren mühten. Das Vorhandensein unabhängiger Rationen, die einander nacheifern und sich nicht mehr feindselig gegenüberstehen, ist eine der unerläßlichen Garantien 'für den Fortschritt der Zivilisation. Keiner von uns, wessen Landes Bürger er auch sein möge, würde darin einwilligen, nur ein Weltbürger zu sein. So wünschenswert und so notwendig auch die Harmonie zwischen den Völkern ist, so fuhr Poincarö fort, so läuft sie oft Gefahr, durch unvorhergesehene Besttrnmungen gestört zu werden, fei es nur, daß hier und dort Interessengegensätze, Rivalitäten, Eigenliebe, intensive Vorurteile, vielleicht sogar nur ein in gewissen Kreisen gepflogener Hintergedanke vorhanden find. Auf- gäbe der Interparlamentarischen Union muß es des- halb sein, soweit als möglich das zu beseitigen, was die Rationen entzweit, und das zu festigen, was sie einander näherbringt. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung die Diskussion des Geschäftsberichts des Generalsekretärs. Als erster Diskussionsredner gab der kanadische Senator Dandurant der Hoffnung Ausdruck, daß die Vereinigten Staaten, England und Frankreich die Interparlamentarische Friedensunion in ihrem höchsten Ziele, dem obligatorischen Schiedsgerichtsverfahren, einen Schritt näher bringen toürben. Der Vorsitzende der englischen Delegation Treawen begrüßte mit Genugtuung die in den letzten zwei Jahren durch das Abkommen von L o c a r n v erzielte Stärkung des Vertrauens. Er kritisierte die Haltung Rußlands, das es ablehne, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Er kennzeichnete den gegenwärtigen Wirtschaftszustand als äußerst beunruhigend, um so mehr müsse man aber Deutschland und Frankreich Anerkennung zollen für den Abschluß von Wirtschaftsabkommen, durch die sie zur Belebung des Handels beigetragen hätten. Reichslagspräsident Löde, der mit Beifall begrüßt wurde, gab dem Wunsche Ausdruck, daß die diesjährige Konferenz zur Konsolidierung des Friedens beifteuem möge. Seit zwei Jahren habe man auf dem Wege der Verständigung ernste Probleme lösen können, und es sei zu hoffen, daß der gleiche Weg für sämtliche Fragen eingeschlagcn würde. B r i a n d habe Mut bewiesen durch Aufnahme von Verhandlungen mit Strcsemann. Man habe jedoch den Eindruck, daß auf dem Wege der V e r st ä n d i - gung ein S t i l l st a n d eingetreten fei. Z u oft öffne man d i e Wunden, die aufgehört hätten, zu bluten. Die Geheimverhandlungen seien gleichfalls geeignet, das Mißtrauen der Völ.er zu wecken. Mißtrauen aber sei schlimmer als Haß. Die Beziehungen zwischen den Völkern müßten öffentlich fein und die Geheimdiplomatie abgeschafft werden. Der Mechanismus des Völkerbundes arbeite mit äußerster Langsamkeit. Beim llebergaag vom wort zur Tal fei ein versagen festzustellen. Wenn Frankreich uns erklären würde, am 1. Januar 1928 wird kein Franzose mehr auf deutschem Gebiete stehen, bann würde man ein Wort aussprechen, das der Sache der Menschheit dienen würde. Rach Erklärungen von Tabeke (Japan) und D e m b i n s k i (Polen), die von der Verbesserung des Parlamentarismus eine politische und soziale Erneuerung erwarten, wurde die Sßeiterberaturg auf nachmittags 3 Uhr vertagt. Bemerkenswert ist, daß in der Dormittagssitzung einstimmig der Vorschlag angenommen wurde, die Redezeit auf zwanzig Minuten zu beschränken. Aus die Rede des Reichstagspräsidenten Löbe antwortete in der Rachmittagssihung. in der die Diskussion über den Tätigkeitsbericht fortgesetzt wurde, Senator Henri de Iouvenel folgendes: Löbe sagte, man müsse die Vergangenheit vergessen imb aus ihr nur Lehren zurückbehalten, denn der Blick müsse in die Zukunft gerichtet werden Eine vernünftige Politik müsse sich weniger mit den Beweggründen, als mit den Folgen beschäftigen. Aus diesen Gründen sei eine Enquete über die K r i e g s- verantwortlichkeit gefährlich Jeder Mensch soll sich vertragen und seinen Ramen verteidigen. Aber man sehe, daß der Reichs- t a g offiziell Dokumente veröffentliche, aus denen sich ergebe, daß Belgien seine eigene Reutralität verletzt haben soll. Die jetzige Generation sei noch zu jung, um in Ruhe die Kriegsereignisse zu beurteilen. Wir dürfen hier nur die Verantwortlichkeit in Gemeinschaft mit dem Frieden verurteilen. Um das Friedenswerk zu fördern, müssen wir die wirtschaftlichen Fragen über die territorialen Fragen stellen, sonst kommt es eines Tages zu einem Konflikt. Man müsse die Solidarität des Friedens organisieren, wenn nicht eines Tages die schreckliche Solidarität des Krieges kommen soll. Löbe sagte heute morgen, er habe den Eindruck, daß man zurückhaltend mit dem Frieden sei; das ist darauf zurüctzuführen, daß zwei Europa beschlossen wurden: Ein Westeuropa, in bem der territoriale Status quo durch die Großmächte garantiert ist, und ein O stell r o p a , in dem die Unterschriften zweier Großmächte, nämlich Englands und Italiens als Garanten fehlen. Deutschland habe auch das Abkommen mit Rußland getroffen in dem Augenblick, in dem es in den Völkerbund eingetreten sei, und Artikel 15 des Dölkerbundstatuts gebe Deutschland die Möglichkeit, falls Rußland gegen irgend jemand agressiv vorgehen sollte, durch sein einfaches Vetorecht die Einmütigkeit, die für eine Aktion des Völkerbundes notwendig sei, zu verhindern. Löbe sagte ferner: Räumt das Rheinland am l. Januar 1 9 28. Aber die militärische Rhein la ndbesehung ist die einzige Garantie für den Frieden und für die Stabilität in Osteuropa, solange hinter der Fassade von Locarno sich noch etwas anderes verbirgt, als das Bestreben des Völkerbundes zu einer einheitlichen, ganz Europa umfassenden Politik. (Lebhafter Widerspruch innerhalb der deutschen Delegation.) De Jou- venel schloß: „Wenn man so lange Zeit Gegner war, muß man sich langsam auf den Weg der Freundschaft begeben, anstatt durch Heber- stürzung einen neuen Bruch herbeizuführen. Frankreich will den Frieden; aber es will seinen Frieden nicht trennen von dem Frieden der anderen. Ein Europa — ein Friede, das ist unser Grundsatz." De Iouvenel erntete für seine Ausführungen lebhaften Beifall, hauptsächlich seitens der polnischen Delegation Die Diskussion über den Tätigkeitsbericht der Jrtterparlamentarischen Friedensunion wird morgen vormittag fortgesetzt. Deutscher Widerspruch. Paris, 25. Aug. (WB.) Wie wir hören, wird die deutsche Delegation bei der Interparlamentarischen »Friebensunion höchstwahrscheinlich morgen eine Erklärung abgeben, um auf bie heutige Rebe be Iouvenels zu antworten, weil sie den Eindruck hat, baß biefc Rebe sich gegen die Locarnopolitik richtet. Senat und Kammer Frankreichs hätten ben Locarnooertrag gebilligt, so erklärt man innerhalb der beutschen Delega- I tion, währenb be Iouvenel ihn jetzt mit so großen Zweifeln umgibt. Seine Rebe sei ein H i e b I roiber bas Prinzip der fchiebsgericht- lichen Verständigung, besonders wenn er die Bajonette als einzige Garantie des Friedens bezeichne, während bie Interparlamentarische Friedensunion doch gerade bie fchiebsgericht- lichen Verträge an bie Stelle der Bajonette setzen wolle. Erklärungen Löves. Paris, 25. Aug. (WB.) lieber die Ausführungen, die der Präsident des Reichstages, Löbe, heute vormittag auf der Konferenz der Interparlamentarischen Friebensunion gemacht hat, gibt er dem Pariser Vertreter des WTB. folgende Aufklärungen: „Ich bin in meinen Aus- führungen ausgegangen von der U m ft e 11 u n g der Reparationsfrage aus der Atmosphäre der Sanktionen und Gewaltmaßnahmen auf die der friedlichen, wirtschaftlichen und schiedsgerichtlichen B e r ft ä n b i < gung. Die Welt hat diese Wendung als Anfang einer versöhnlichen Lösung der noch offen stehenden Fragen begrüßt. Heute kann man, wenn nicht einen Rückschlag, so doch einen Stillstand feftftellcn. Die Gründe für diesen Stillstand sind einmal bas Wühlen in alten Wunben und das Hervorsuchen der früheren Sünden, sowie die Heimlichkeit der Diplomatie und die militärischen Vorbereitungen, die das Mißtrauen wecken. Es fehlt in unseren Tagen an dem freiwilligen Entgegenkommen, das bezwingt und überwältigt, das durch Offenheit und Ehrlichkeit die Völker zur Nachahmung zwingi. Als solches würde ich es ansehen, wenn Frankreich zu Deutschland sagte: Vom 1. Januar 1928 ab steht kein französischer Soldat mehr auf deutschem Boden, ober wenn Deutschland zu Frankreich sagen würde: Wir erklären offen, daß wir auf jede Vermehrung unserer Heeresstärke verzichten, weil ja die deutsche Abrüstung der Anfang der allgemeinen Abrüstung sein soll. Einen solchen Schritt würde ich sehen darin, wenn England ober Amerika trotz des Scheiterns der Abrüstungsoerhandlungen von sich aus erklären würde: Wir werden unsere Rüstungen um zwanzig Prozent vermindern und dadurch ein weithin leuchtendes Beispiel geben. Wir rufen nach dem Staatsmann, der einen solchen kühnen Schritt wagt, auch gegenüber dem Mißtrauen bei seinem eigenen Volke. ®me Rede Bricmds in Sicht. , Paris, 25. Aug. (WB.) Wie der ..Temps" zu wissen glaubt, wird Außenminister B r i a n d am Dienstag im Verlause der Schlußsitzung der Konferenz der Interparlamentarischen Fr.e- densunion das Wort ergreifen. Das gleiche Blatt stellt fest, daß die genaue Zahl der an der Konferenz teilnehmenden Delegierten 416 beträgt, darunter 35 Frauen. Londons Forderungen zum Vesatzungzabbau Kriege G a r- und London, 25. Aug. (WTB.) Der gestern aus Kanada zurückgekehrte Premierminister führte auf einem heute nachmittag abgehaltenen Kabinetts- 1925 an und fährt fort. „Die Alliierten führten sofort verschiedene wesentliche Aenderun- gen in dem Verwaltungsregime der besetzten "Gebiete durch." Rach Ausführung dieser Abänderungen^ und der Erwähnung der vollkommenen Räumung des nördlichen besetzte n Bezirkes bemerkt die „Times" wei- der deutschen Bezirk Koblenz weil vor dem r a t ben Vorsitz. Alle in London anwesenden Kabinettsmitglieder, Chamberlain, Churchill, Bridgeman, Hoare, Hogg und Kriegsminister Wotthington Evans, nahmen daran teil. Verschiedene ausstehende Fragen wurden erörtert, darunter an hervorragender Stelle die Frage der Verminderung des Besatzungsheeres im Rheinlande. Wie verlautet, ist in dem Stande der englisch-französischen Verhandlungen über diese Frage noch keine Einigung erzielt worden. Dies wurde auch nicht erwartet, bevor die heutige Sitzung des britischen Kabinetts sich mit den von den beiden Regierungen eingenommenen Standpunkten befaßt hat. Die drei Puntte Englands. Berlin, 26. Aug. (DTv. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt zu den gestrigen Kabinetts- erorterungen über die Frage der Herabsetzung der vesahungslruppen im Rheinland: Die offizielle Haltung Großbritanniens ist weiterhin von drei Haupterwägungen geleitet: 1. daß die Verminderung wesentlich sein soll; 2. daß sie im Verhältnis der Zahl der im Rheinlande anwesenden britischen und französischen Truppen erfolgen soll; 3. daß die Frage der französischen Siche r- h e i t eine besondere Frage ist, deren Verknüpfung mit der Frage der Truppen- oerminberang im Rheinlande weder durch den Versailler Vertrag, noch durch den Locarnopakt qerecykser- tigf ist. Ein Kommentar der ,,T mes". London, 25. Aug. (WTB.) Die „Times" schreibt in einem Leitartikel: „Cs ist. klar, daß die Verhandlungen zwischen Großbritannien und Frankreich über die Verminderung der Be- sahungstruppen im Rheinland n i di t günstig fortschreiten." Das Blatt führt den Inhalt der Rote der Botschafterkonferenz vom 14. Rvvember n i f o n e n im Wiesbaden war, ter: „Diese weitreichenden Maßnahmen hätten als eine reichliche Ausführung der alliierten Zusagen angesehen werden können, aber die deutsche Regierung lehnte es ab. diese Ansicht anzunehmen und hat seither ständig fortgefahren, um weitere Zugeständnisse zu ersuchen. Die „Times" fährt dann fort, es sei augenscheinlich nicht Teftdu'tellen, wie groß die normale Stärke * vollkommenes Stillschweigen über die Truppenstärke in jenen Teilen Deutschlands bewahrt wurde, und es sei daher klar, daß die willkürlichen Zahl en. die jetzt angeführt würden, nicht als Beweis für ein angeblich gebrochenes Versprechen herangezogcn werd n könnten. Das Blot' fährt fort, die britische Regiernng; habe es auf jeden Fall flor gemacht, daß sie bereit sei. eine weitere Verminderung des Besatzungshecres heröeizuführen. Die britische Regierung habe, wie verlautet, den Vorschlag unterbreitet, daß die Zahl der Desahungstruppen durch ein im gegenseitigen Verhältnis stehendes Zurückziehen der Truppen^ der drei Länder auf 56 000 Mann herabgesetzt werden soll. Tie Zahl der Gesamttruppen scheine keine großen Schwierigkeiten zu bereiten, aber Frankreichs Haltung sei die, daß Frankreich auf jeden Fall die Zahl seiner Truppen nicht auf einen - Stand unter 50 000 Mann vermindern könne. Wenn daher die Gesamtzahl von 56 000 Mann angenommen werden toürie. so würde die Zahl der britischen und der belgischen Truppen verhältnismäßig unbedeutend sein und das Rheinheer würbe dann ein französisches Heer fein. So einfach und so wünschenswert in gewissem Sinne eine solche Lösung erscheine, so stoße sie doch auf einen unüberwindlichen Einwand auf bet britischen Seite, „denn es ist die Ansicht dev britischen Regierung, daß es wesentlich ist, daß das Desatzungsheer seinen internationalen Lharakter behält." Das Blatt betont, daß die Erörterungen weitergeführt werden „in jenem Geist« freundschaftlicher Intimität, der glücklicherweise die Beziehungen zwischen Frankreich und Großbritannien kennzeichne." Aber leider sei ein neuer Faktor hineingrbracht worden, der das Problem sehr verwickelt gestalte. Die französische Ansicht, daß das De- satzungsheer eine Gewähr gegen einen möglichen deutschen Angriff bilde, stehe, wie die „Times" hervorhebt, vollkommen im Gegen- s a tz zu dem ZweckdesRheinlandheeres, der ihm von dem Bersailler Vertrag bestimmt worden ist. Die Frage der französischen Sicherheit wurde besonders auf der L o c a r - nvkonferenz geregelt. London wünscht Besprechung mit Slresemann? Paris, 25. Aug. (WB.) Heber den Stand der französisch-englischen Verhandlungen über die Verminderung der Besatzungstruppen im Rheinland schreibt das „Journal des D6bats", die englisch-französische Besprechung hierüber habe k e i n e Fortschritte gemacht. Da der Völkerbunds- r a t vier Tage früher als die Vollversammlung zusammentritt, sich also am 1. September versammeln muß, ist es sehr Wohl möglich, daß die Frage nicht vor diesem Zeitpunkt gelöst wird. Man hat den Eindruck, daß das englische Kabinett die Lösung lieber vertagt, weil es wünscht, daß die Angelegenheit zu einer Besprechung Anlaß gibt, an der auch Reichsminister Stresemann teilnimmt. „Deutschland denkt nicht an Krieg". London, 25. Aug. (WTB.) Die Zeitschrift „Spectator" wird in ihrer morgigen Rümmer mit einer Reihe Artikel ihres Chefredakteurs Wrench über „Rordeuropa nach 15 Jahren" beginnen. Der morgige Artikel befaßt sich mit Deutschland. Er beginnt mit den Worten: .,Ob man es liebt oder haßt — Deutschland bleibt einer der Hauptfaktoren in der europäischen Politik. Man fann nicht eine hochgebildete und industrialisierte Ration von über 60 Millionen Seelen ignorieren." Was Wrench hauptsächlich aufgefallen ist, ist die „Abwesenheit äußerer Zeichen von Militarismus". Deutschland denke nickt an Krieg, sondern an wirtschaftliche Entwicklung. Deutschland könne England viel in sozialer Organisation lehren. Man sehe in Deutschland viel weniger Zeichen der Armut als in England, es herrsch? jedoch zweifellos viel Armut in den Mittelklassen und den Berufszweigen. Wrench schildert eingehend die in Deutschland herrschende Stimmung gegen die Anwesenheit von 7 0 000 alliierten Truppen auf deutschem Boden neun Jahre nach dem Waffenstillstände. Die deutsche Delegation für Genf Berlin, 25. Ackg. (Wolff.) Zu deutschen Delegierten zu der am 5. September beginnenden achten Völkerbundsversammlung sind, wie im Vorjahre, Reichsaußenminister Dr. S t r e s e m a n n , Staatssekretär im Auswärtigen Amt Dr. v. Schubert und Ministerialdirektor Dr. Gaus ernannt worden: außerdem werden als Delegierte wiederum Vertreter der großen Parteien des Reichstages an der Bundesversammlung teilnehmen, und zwar die Abgeordneten Gras Bernstorfs, Dr. Breitscheid, Professor Dr. H o e tz s ch, Prälat Dr. Kaas und Freiherr von Rheinbaben. Der Delegation werden ferner Staatssekretär der Reichskanzlei Dr. P ü n d e r und Staatssekretär im preu- ßisäxsn Staatsministerium Dr. Weismann angehören sowie eine Reihe von Sachverständigen die Delegation begleiten, darunter Frau L a n g - B r u - mann, M. d. R., der Chef der Presseabteilung der Reichsregienina Ministerialdirektor Zechlin und vortragender Legationsrat v. Bülow. Der Berliner Aaggenstreit. Berlin, 25. Aug. (WB.) Wie das „Derl. Tageblatt" zu dem Flaggenkonflikt zwischen Magistrat und Hotels erfahrt, hat sich auch das Berliner Messeamt dem Standpunkt des Magistrats angeschlossen. Es wird bis auf weiteres keine Veranstaltung in den in Frage kommenden Hotels mehr abhalten, und es hat bereits einen Pressetee, der heute im „Esplanade" stattfinden sollte, abgesagt und nach dem Funkhausrestaurant verlegt. Es schweben auch Verhandlungen darüber, den Pressetee und das große Bankett, das am 2. Ses>. mber im „Esplanade" airläßlich der Funkausstellung statt- finden soll, in ein anderes Hotel zu verlegen. Morgen findet in Berlin eine Sitzung des Reichsverbandes der Hotelbesitzer Deutschlands statt, in der über den gestrigen Beschluß der Hotelbesitzer, nicht in den Reichs» färben zu flaggen, verhandelt werden soll. Der "Berliner Magi st r a t, der sich erneut mit der Angelegenheit beschäftigt hat, hat beschlossen, seine Stellungnahme in vollem Umfange aufrecht zu erfyalten. Wie eine Korrespondenz erfährt, wird die für Freitag angesetzte Zusammenkunft des Vorstandes und Beirates des Vereins der Berliner Hotelbesitzer von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein, da die Auseinandersetzungen in den 'ctzten Tagen auch im Reich eine starke Kampfstimmung erzeugt haben. Seitens der Berliner f)otelbetricbe wird der Antrag gestellt werden, die von Berlin ausgehende Bewegung nicht nur auf das ganze Reich auszudehnen, sondern es soll auch an die im Auslande beste- yenden deutschen Hotels die Aufforderung ergehen, die Reichsflagge künftig nicht mehr zu hissen. Weiter wollen die in gemeinsamer Front stehenden Berliner Hotels in dieser Zusammenkunft den Antrag stellen, daß in den Berliner Betrieben und in den Betrieben im Reich diejenigen Zeitungen nicht mehr ausgelegt werden, die zum Boykott der Gaststätten ausgefordert haben. Darüber hinaus sollen noch weitere Beschlüße wirtschaftlicher Natur gefaßt werden. Ferner sollen mehrere Berliner Großrestaurants uni) Hotelbetriebe beabsichtigen, sich dem Vorgehen ihrer Kollegen anzuschließen und die Reichsflaggen nicht mehr zu hissen, obwohl einige von ihnen bisher die schwarz-rot-goldene Fahne gezeigt haben. Die Hotelbesitzer erklären erneut, daß ihr bisheriger Beschluß, keine Flagge zu setzen, unwiderruflich sei, und daß sie auch fest entschlossen seien, die Konsequenzen zu ziehen. Walker in Berlin. Berlin, 25. Aug. (WTB.) Der American Club of Berlin gab heute abend zu Ehren des Oberbürgermeisters von Reuyork, James Walker, und seiner Gattin im „Kaiser- hvf' ein Essen. Der Festsaal war mit dem Sternenbanner, der schwarz-rot-goldenen Reichsflagge und den Farben der Stadt Reuhork geschmückt. An dem Empfang nahmen zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten, Vertreter der amerikanischen und der deutschen Presse, Mitglieder des Klubs und Freunde Amerikas teil, so außer dem Ehrengast der amerikanische Botschafter Sh urm an, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts Dr. v. Schubert, von der Presseabteilung der Reichsregierung der Dirigent Geheimrat v. B a l i g a n d, Geheimrat Dr. F u e h r und Legationsrat Dr. Thomsen. Ferner sah man den früheren Reichskanzler Dr. Cuno, Dr. Bertling vom Amerikainstitut uni) Direktor Merkel von der Lufthansa. Botschafter S h u r m a n begrüßte Oberbürgermeister Walker mit herzlichen Worten in einem Lande, das so viele Beziehungen mit Amerika verbänden und das mit die t ü ch - tigsten unter den Staatsbürgern Amerikas gestellt habe. Der Botschafter hob sein Glas auf das Wohl des Reichspräsidenten v. Hindenburg und des deutschen Volkes. Im Ramen der Reichs regierung hieß Staatssekretär v. Schubert Herrn Walker herzlich willkommen. Er schloß daran ein Hoch auf Präsident C o o l i d g e und das amerikanische Volk. Als persönlicher Freund richtete Geheimrat Cuno einige herzliche Begrüßungsworte an Mr. Walker. Er erinnerte daran, daß eines der größten Schiffe der Hapag den Ramen der Stadt trägt, deren Geschicke von Herrn Walker geleitet werden. Das sei ein Symbol der deutsch-amerikanischen Freundschaft, die wir aufrecht erhalten wollen. Geheimrat Cuno schloß mit einem Hoch auf Mr. Walker und seine Gattin. Mr. Walker sprach dann allen Stellen, die ihn so freundlich empfangen hätten, seinen herzlichen Dank aus, natnentlich auch dem Präsidenten des American Club. Auf Botschafter Sh urman sei das amerikanische Volk stolz. Er sei der richtige Mann am richtigen Platz. Der Redner sprach sich dann des näheren über die deutsch-amerikanischen Beziehungen aus und betonte dabei, daß beide Völker über die Mißverständnisse der Vergangenheit die Hand zur Zusammenarbeit und Freundschaft reichen müßten. Senator Wagner, der ebenfalls in diesen Tagen in Berlin weilt, sei Deutscher von Geburt. Wie sehr das Deutschtum in Amerika geschätzt werde, ginge auch aus der Wahl dieses Mannes hervor. Mr. Walker sckstoß mit einem Appell an die Vertreter der amerikanischen Presse, ihre Arbeit im Sinne der Verständigung zwischen Amerika und Deutschland meiterzuführen. Im übrigen wurde der Abend noch verschönt durch den stimmungsvollen Vortrag von Volksliedern durch einen Berliner Kinder- ch o r unter der Leitung des Herrn Klaut. Die Lieder wurden mit großem Beifall aufgenommen, Oberbürgermeister Walker bedankte sich besonders und ließ es sich nicht nehmen, die Kinder für den Abend zu bewirten. Der Krach im Minderheitenkongreß Genf. 25. Aug. (Wolff.) Die Minderheitengruppen, welche sich von dem in Genf stattfindenden europäischen Minderheitenkongreß zurückgezogen haben, veröffentlichen eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Angesichts des scharf ausgeprägten einseitigen politischen Charakters des Kongresses sieht sich der Verband der nationalen Minderheiten in Deutschland gezwungen, aus dem Kongreß auszuscheiden und eine abwartende Haltung einzunehmen. Sämtliche polnischen Gruppen haben sich mit dem Verband der Minderheiten in Deutschland solidarisch erklärt. Dem Beispiel der dänischen und polnischen Minderheiten folgend, haben auch die übrigen slawischen Gruppen den Sitzungssaal verlassen. Sämtliche obenerwähnten Gruppen haben festgestellt, daß sich ihre Haltung in feiner Weise gegen die Person des Kongreß- Vorsitzenden richtet, der nach wie vor das volle Vertrauen genießt. Diese Gruppen haben einstimmig beschlossen, sich auch in Zukunft von denselben Ideen leiten zu lassen, die sie seit dem ersten Kongreß verbindet, und die Aufgaben der Verteidigung der Rechte der Minderheiten mutig zu verfolgen. Beschwerde über die Manöver in Rheinhessen. Berlin, 26. Aug. (Priv.-Tel. des WB.) In einem Schreiben an das Reichs Ministerium für die besetzten Gebiete führt Abgeordneter K o - r eil, der „Voss. Ztg." zufolge, Beschwerde über die Manöver der englischen De - sahungstruppen, die dieser Tage im südwestlichen Rhein Hessen stattfinden. Durch sie werde das Einbringen der durch das schlechte Wetter verzögerten Ernte und die Weinbauarbeiten der bäuerlichen Bevölkerung, vor allem des Dorfes Ferfelden und der benachbarten Gemeinden auf das empfindlichste gehört. Die „Voss. Ztg." weist ergänzend darauf hin, daß es überall in zivilisierten Ländern üblich ist, die Manöver nach der Ernte abzuhalten. Die Besoldungsreform. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 26. Aug. Trotz der Ferien und trotzdem sich der Reichsfinanzminister Dr. Köhler gegenwärtig in Marien bad zur Kur aufhält, sind jetzt die Besoldungsreform, oder besser deren Vorarbeiten soweit gediehen, daß man sie als fertiggestellt ansehen kann. Im Reichsfinanzministerium ist sehr eifrig gearbeitet worden, und zwischen dem Finanzminister und seiner Behörde haben in den letzten Tagen eine Reihe sehr wichtiger Konferenzen stattgefunden, in denen der Entwurf endgültig festgelegt worden ist. Der Entwurf ist jetzt Gegenstand eingehender Erörterungen zwischen der Regierungsparteien, deren Spezialisten für Beamtenfragen nacheinander in Marienbad beim Finanzminister eintreffen. Wie es heißt, soll der Entwurf bereits in der Septembertagung dem Reichstag zur endgültigen Beschlußfassung vorgelegt werden. Einzelheiten über 1 den Entwurf sind bisher noch nicht bekannt geworden. So viel aber steht fest, daß die Desol- dungsreform für die unteren Gehalts- klassen eine beträchtl ich? Auf bess e- rung bringen wird. Es ist daher zu hoffen, daß die großen Deamtenverbände, die naturgemäß an dem Entwurf das größte Interesse haben, ihm ihre Zustimmung nicht versagen werden Branker über die deutsche Fliegerei. Berlin, 25. Aug. (WTB.) Der seit gestern in Berlin weilende englische Luftmarschall Sir Sefton Branker begibt sich morgen im Flugzeug gemeinsam mit Ministerialrat Brandenburg nach Kopenhagen. Dort werden beide Herren als Vertreter ihrer Länder an der Internatio-» n a len Luftfahrtaus stellung teilnehmen. In einer Unterredung mit einem Vertreter des „B. T." betonte der englische Luftmarschall, daß die deutsche Fliegerei auf außerordentlich gesunder Basis aufgebaut sei. „Ihre Piloten und die Konstruktion Ihrer Flugzeuge ist außerordentlich gut." Sir Sefton Branker erwähnte dann die Möglichkeit eines ständigen transatlantischen Luftverkehrs. ,Lch halte die Ozeanflüge doch für sehr wertvoll, falls sie gelingen. Außerdem tragen Ozeanflüge, wenn sie gelingen, sehr zur Popularisierung des Luftfahrtgedankens bei. Ich bin fest überzeugt, daß ein ständiger transatlantischer Luftverkehr, allerdings mit Zwischenlandungen, nur noch eine Frage der Zeit ist." Die deutsch-englischen Luftbeziehungen bezeichnete Sir Sefton Branker als außerordentlich gut. Aus die Frage, ob der deutsch-englische Luftverkehr oder der Verkehr mit Kontinental- e u r o p a weiter ausgebaut würde, erklärte Sir Senfton Branker: „Nein. Ich muh auch ganz offen sagen, daß in dieser Beziehung das Interesse Eng- lands an Kontinentaleuropa ziemlich gering ist. Die britische Luftpolitik geht dahin, alles verfügbare Geld für den Ausbau unferes Reichsluftoerkehrs, also unserer Dienste nach Indien, Australien, den Straits usw. zu verwenden." Zum Schluß erklärte Sir Sefton Branker, daß das englische Luftamt genau wie das deutsche die projektierten Ozeanslüge unterstütze. Dem Berliner Berichterstatter der „M o r n i n g P o st" gab Branker eine begeisterte Schilderung seiner Eindrücke. Die ganze deutsche Nation sei patriotisch an der Fliegerei interessiert. Er sprach über das über Deutschland ausgebreitete Netz von Fluglinien und die Sommerlinien nach den Seebädern. Er'sprach weiter seine Befriedigung über das freundschaftliche Zusammenwirken der Zivilluftfahrt Deutschlands und Englands aus. Wüste Ausschreitungen in Hamburg. Hamburg. 25. Aug. (Wolff.) Im Anschluß an die bereits gestern gemeldeten Demonstrationen der Kommunisten für Saeco und Vanzetti setzten bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Groß-Reumarkt, dem Zeughausmarkt und Umgebung die Angriffe auf Polizeipatrouillen ein. Die Beamten wurden mit Steinen und Schlacken beworfen. Auf dem Zeug- hausmarkt wurde ein Straßenbahnwagen angehalten. Als der nicht im Dienst befindliche Polizeiunterwachtmeister Gvdbersen in einem Straßenbahnwagen von den Demonstranten bemerkt wurde, stürzten sie sich auf- ihn, holten ihn aus dem Wagen und mißhandelten ihn in unmenschlicher Weise. Es gelang ihm dann, sich loszureitzen und bis zu den Anlagen am Holstenwall zu kommen. Dort brach er zusammen. Auf den völlig erschöpften Beamten stürzte sich nun eine Rotte von fünfzig bis sechzig Mann mit den Rufen: „Schlagt ihn tot!" Einer der Angreifer stteh Gvdbersen ein Messer in di« Brust und verletzte ihn tödlich. Der Mörder entkam. Die Polizeibeamten waren bei dieser Sachlage gezwungen, von ihren Pi st ölen Gebrauch zu machen, zumal auch aus einem Hause auf sie geschossen wurde. Verletzt wurden bei diesen Kämpfen ein Polizeibeamter durch Flaschenwürfe und ein 21jähriger Demonstrant durch einen Kniefchuß. Mehrere völlig unbeteiligte Privatpersonen wurden von den Demonstranten gleichfalls schwer mißhandelt. Wegen dieser Zusammenstöße hat die Polizeibehörde in Hianburg Demonstrationen der K. P. D. bis auf weiteres verboten. Auslösung des irischen Parlaments. Dublin, 25. Aug. (WB.) Der Generalgouverneur des Freistaates unterzeichnete einen Erlaß, der die Nationalversammlung auflöst und neue Wahlen vorschreibt, die Mitte September stattfinden werden. Einnahme Nankings? London, 26. Aug. (WTB. Funkspruch.) Laut „Daily Telegraph" meldet der Sonderberichterstatter der „Chikago Tribüne" in Peking die Einnahme Nankings durch S u n s ch u a n g f a n g. Die Pekinger Regierung habe eine Beschleunigung des Feldzuges gegen Fengyuhsiang besohlen. Aus -aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich. 18 Tote. Aus Chamounix wird gemeldet: Gestern nachmittag um 17,15 Llhr begaben sich drei Züge der Linie Chamounix—Eismeer, wie gewöhnlich, fahrplanmäßig talwärts. Der letzte der Züge stürzte nach dem Passieren eines großen Via- duktes in einen 15 Meter tiefen Graben. All« Aerzte der Ortschaft uni) der Umgebung sind zur erften Hilfeleistung herbeigeeilt. Der Präfekt begab sich mH dem Oberingenieur an die Unglücksstelle, um die Hilfeleistung zu organisieren und die Untersuchung einzuleiten. Rach einem Bericht der Agentur Havas hat der Zug 250 Meter nach Abfahrt vom Bahnhof Montenvers eine ungeheure Schnelligkeit entfaltet und ist bei der ersten Kurve an einem Viadukt entgleist. Der zweite Wagen blieb unbeschädigt, dank der Geistesgegenwart eines Touristen. der die Rotbremse zog. Unter den achtzehn Toten befindet sich auch der Lokomotivführer. Die Zahl der Verletzten wird verschieden angegeben. Havas berichtet von 25, eine Meldung des „Petit Dauphinois" aus Chamounix von etwa 40 Verletzten. Die Identität der Toten und Verletzten ist noch nicht festgestellt worden. Das Eisenbahnunglück in England. Rach den letzten amtlichen Londoner MÄ- dungen beträgt di« Zahl der Opfer des @ifem* bahnunglücks bei Sevenoaks 12 Tote und 48 Verletzte. Man vermutet, daß die Katastrophe durch eine Senkung des Bahnkörpers infolge des Regens verursacht wurde. Lin gefährlicher Spion abgeurteilt. Der frühere Reichswehrsoldat Peter Dann- Häuser aus Rieder-Ingelheim wurde gestern vom Ferienstrafsenat des Reichsgerichts in nichtöffentlicher Verhandlung wegen militärischen Landesverrats, Verbrechens gegen das Spionage- gesetz in Tateinheit mit Landesverrat zu vierzehn Jahren drei Monaten Zuchthaus, zehn Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Der Angeklagte ist im Juli 1923 in Griesheim in den französischen Spionagedienst eingetreten gegen ein Monatsgehalt von 1000 Franken. Im Oktober 1923 veranlaßten ihn seine französischen Auftraggeber, in die deutsche Reichswehr einzutreten. Im 13. Jnfanterie-Regiment in Stuttgart entfaltete nun der Angeklagte eine intensive Tätigkeit, indem er zahlreiche Kameraden dazu verführte, ihm geheimzuhaltendes Material zu verschaffen, das er den Franzosen auslieferte. Als im Jahre 1925 ihm der Boden zu heiß wurde, desertierte der Angeklagte und betätigte sich bis zum Januar 1926 als fran* zösischer Spion in der Schweiz und in Italien. Ende 1926 erwarb er in Frankreich die französische Staatsangehörigkeit und war dann vom Elsaß aus bis zu seiner Verhaftung wieder in Deutschland als Spion tätig. Ruhr in der Kaserne. In der Kaserne des Reiterregiments Nr. 18 in Cannstatt ist eine Ruhrepidemie ausgebrochen, die schon einige Todesopfer gefordert hat. lieber fünfzig Soldaten sind in den letzten Tagen ruhrkrank in das Lazarett gebracht worden. Die Epidemie hat auch bereits auf die in der Nähe der Kaserne lebende Zivilbevölkerung übergegriffen. Don amtlicher Seite wird versichert, daß die Epidemie jetzt zum Stillstand gekommen und seit einigen Tagen kein Ruhrkranker mehr gemeldet worden sei. TDcfferflurj und Neuschnee in Tirol. Aus ganz Tirol wird ein Wettersturz gemeldet. In der Nacht entluden sich mehrere Gewitter. Heute früh sind die Berge bis in die Täler hinab mit Neuschnee bedeckt. Inn und Sill führen Hochwasser. Auch aus Bozen und Meran wird Wettersturz und Neuschnee auf den Bergen gemeldet. Furchtbare Tragik auf dem Meere. Der seit längere Zeit vermißte schwedische Dampfer „Trhggve" erlitt am 14. August im Finnischen Meerbusen Schiffbruch und ging unter. Dabei ertranken vier Männer und zwei Frauen. Der Kapitän und die übrige Besatzung, darunter zwei Passagiere, gingen in ein Rettungsboot. Während das Boot in den folgenden Tagen auf dem Meere trieb, wurden die beiden Passagiers wahnsinnig und sprangen über Bord. Die Besatzung folgte ihnen nach. Zuletzt wurde der Kapitän wahnsinnig und wurde von dem noch überlebenden Matrosen über Bord geworfen. Der Matrose wurde später von einem finnischen Motorschoner geborgen und dem Krankenhaus zugeführt. Unterschlagungen auf einem Berliner Postamt. Aus dem Postamt SW 19 wurde gestern abend ein Postaushelfer dabei überrascht, als er einen Geldbrief mit 5000 Mark Inhalt unterschlagen wollte. Der ungetreue Angestellte wurde verhaftet und dem Untersuchungsrichter ooraeführt. Er ist ae« ständig, bestreitet aber, weitere Verschlungen begangen zu haben. Die Wetterlage ML Hipan 4/MMl itocl 'Scan Pans O Q 12 O Btrfln' ° o Owaoert- ■Ujlder/uiftl *■* o k« LZJ Oslo ' ■/ =3 % (.tnr 79 Donners ta.gd.25Jluq. jz 7 4 <3 bends.______1927p r Barfn-lns.- 0Momentes.® nerter. Q naro veaecxl. ® woixig. eoedeext •Regeix # Schnee & «jraupem ■ Neöei "R Grwuter.©Windstille. «O sehr leichter Osi massiger SudsOdwest X stürmischer «ordwest Die Pfeile fließen mit dem winde Oie Deinen Stationen stehenden zahlen gehen die Temperatur an. Die Urnen veromden Orte mit gleichem auf Meeresniveau umgcreUinelen Luftdruck — cLlervoraussage. Das westeuropäische Hoch hat sich etwas südöstlich verlagert und zeigt in Westfrankreich einen Barometerstand von 770 Millimeter. Gleichzeitig dringt das kräftige isländische Tiefdruckgebiet mit einem Barometerstand von 735 Millimeter im Kerngebiet weiter in südöstlicher Richtung vor. Eine starke Beeinflussung unserer Wetterlage wird es vermutlich nicht herbeiführen. Wettervoraussage für Samstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, mäßig warm und vereinzelt Niederschläge. Witterungsaussichten fürSonntag: Zeitweise wolkig, auch stärker aufheiternd, keine wesentliche Temperaturveränderung und strichweise Regenfälle. Lufttemperaturen 25. August vorm. 16,5 Grad Celsius, nachm. 11,5 Grad Celsius; 26. August vorm. 11,5 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: 25. August 18,3 Grad Celsius; 26. August 13,5 Grad Celsius. Maxi um 18,5 Grad Celsius, Minimum 10 Grad Celsius; Riederschläge 5,8 Millimeter; Sonnenscheindauer 6 Stunden. Aus der Provinzialhauptstadl. Gießen, den 26. August 1927. Ihnen gesagt! »Ihnen gesagt!" klingt so vertrauensvoll, daß man manchen Menschen fast ansieht, wie sie ich durch das, was ihnen gesagt ist, und durch die Art, wie sie zu Mitwissern einer geheimnis- -ollen Mitteilung gemacht werden, ordentlich gehoben suhlen. Aber - unter uns gesagt -dos ihnen Gesagte haben andere auch schon zu Horen bekommen oder werden es noch mit dem gleichen Handschlag auf die Schulter vernehmen. Selbst- cedend nur: Ihnen gesagt! __ „Ihnen gesagt!" ist eine der vielen Phrasen, mit denen der heutige Mensch zu erkennen gibt, daß er ein gewisses Maß von Fingerspitzen- efühl in der Behandlung vieler Dinge ver- oren Hot. Denn (Ihnen gesagt!) entweder war os Gesagte ein offenes Geheimnis, mit dem die perlinge sich schon im vergangenen Jahre gegen- itig aus der Dachtraufe graulten, also eine über- lässige Lungengymnastik und kösfeeklatschige Bichtigtuerei. Oder: „Ihnen gesagt!" war ein glatter Der- rauensbruch. der. auch wenn er „Unter uns gesagt!" sein sollte, den Moralkoeffizienten nicht erhöht. Bielleicht tut unserem ganzen öffentlichen Leben nichts mehr not, als daß ihnen auch wirklich gesagt bleibt, was nur sie zu hören bekommen hoben. Das „Ihnen gesagt!" aber ist zum mindesten ein fahrlässiger Offenbarungseid, mit dem Treu und Glauben in Konkurs gehen. Nebenbei und „unter uns gesagt!": derartigen Worthausierern gibt kein ernsthafter Mensch einen größeren Personalkredit. Das Schlagwort ist heute häufig ein Markenartikel mit gefälschter Banderole. Man meint das Gegenteil von dem Gesagten, um einen mutmaßlichen Konkurrenten unter der Maske eines Kon- lunkturwahrsagers eine Flaute in die Segel zu blasen, die ihn aus dem Bennen um einen geschäftlichen Borteil wirft. „Ihnen gesagt": ein Trostpreis für eine ausgeredete Gewinnchance. Unter uns gesagt, und das lassen Sie sich gesagt sein, wenn Ihnen einer mit: „Jhsten gesagt!" komm', dann hat er Ihnen in den meisten Fällen n'chts zu sagen, was Sie sich nicht irgenö- wie selbst sagen können oder schon gesagt haben. K. J. G. Rückgang der Erwerbslosigkeit in Hessen. Die Zahl der unter st ätzten Erwerbslosen betrug nach der amtlichen Statistik im Mai dieses Jahres in den größeren Städten Hessens auf je 1000 Einwohner in: Mainz 24,1 (1. Januar: 52,1), Darmstadt 15,8 (1. Januar: 30,4), Offenbach 46 (1. Januar: 76,4), Worms 29 (57), Gießen 12,5 (20), Friedberg 7.9 (23,9), Lampertheim 33,2 (44), Neu-Isenburg 36,5 (67,3), Biernheim 24,5 <23,6), Bensheim 18,8 (33,6), Dingen 22,4 (27). Danach hat nur Biernheim einen unbedeutenden Zuwachs zu verzeichnen: eine zum Teil über 50prozentige Abnahme haben alle übrigen hier in Frage kommenden Plätze festzustellen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Palast-Lichtspiele: „Mitgistjäger". — Astoria- Lichtspiele: „Gin roter Gentleman". * Kirchlich« Persvna lien. Durch die Kirchenregierung wurde der durch die Erben des Fürstlich Fuldaischen Geheimrats von Buseck, gen. Münch, auf die evangelische Psarrstelle zu Rödgen. Dekanat Gießen, erfolgten Präsentation des Pfarrers Ernst Bönning zu Freiensteinau die Bestätigung erteilt; Geheimer Olerkonsistv- rialrat Franz Merck zu Darmstadt und Pfarrer Christian Jung zu Ober-Ohmen wurden auf ihr Rachsuchen und unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom l.Ok-ober 1927 in den Ruhestand verseht. •• Das nhaltende Regenwetter, das nun schon seit vielen Tagen aus fast allen Teilen der Provinz gemeldet wird, tut der Ernte überall empfindlichen Abbruch und wird allgemein von der oberhessischen Landwirtschaft sehr unangenehm empfunden. Besonders liegen neuerdings wieder aus dem Bogelsberg recht bedenkliche Rachrichten über die Ernteverhältniffe vor. Die Roggenernte, die hier an sich schon reichlich später beginnt als in anderen Gegenden, muß als beinahe verloren angesehen werden. Rur wenigen Landwirten gelang es, vor dem Beginn der Regenperiode eine oder zwei Fuhren Roggen einzusahren. Infolgedessen stand das ab- gemähte Korn 14 Tage im Regen und begann zu wachsen. Man sah Roggenhaufen, die schon ganz grün waren, da die Keime teilweise schon fingerlang waren. Auch auf dem Stand ist das Getreide z. T. schon gekeimt. Die Gerste, die 14 Tage lang „aus der Breite" lag, muß ebenfalls großenteils als verloren angesehen werden. Die Landwirte fangen schon an, das Getreide in feuchtem Zustande einzufahren, um zu retten, was noch zu retten ist. Eine Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehren fand gestern abend stak. Uebungsobjekt war das städtische Grundstück in der Kirchstrahe zwischen Stadt- kirche und dem Leibschen Haus. Der Uebungs- idee lag der Gedanke zugrunde, daß der Dachstock des Hauses brenne und infolge der angenommenen Windrichtung das angrenzende Leibschc Haus stark gefährdet sei. Um 7.23 Uhr ertönten die Sirenen, um 7.27 war bereits das erste Gerät zur Stelle, dem unmittelbar anschließend in sehr rascher Folge alle weiteren Geräte und die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz folgten. Bereits nach 5 Minuten war der gesamte Angriff mit Anstellen der Leitern, Einsteigen der Feuerwehrleute über die Hakenleitern in die Wohnungen und Wassergabe von der großen Leiter durchgefhhrt, während die Sanitätskolonne ebenfalls sehr schnell die „Verunglückten" auf dem rasch hergerichteten Verbandsplatz am Portal der Kirche mit der ersten Hilfeleistung versah. Trotz des außerordentlich ungünstigen, sehr regnerischen Wetters und der engen Raumverhältnisse in der schmalen Straße und dem engen Seiten-- gäßchen wurde die Uebung in allen Teilen mit großer Exaktheit durchgeführt. Die polizeiliche Absperrung des Uebungsplahes war - im Gegensatz zu der vorhergehenden Uebung in der Neustadt — diesmal außerordentlich wirksam uni) gleichfalls in unmittelbarem Anschluß an den Alarmruf vollständig durchgeführt. Ain Schluß der Uebung, die von großer Schlagkraft der beiden Feuerwehren eindrucksvoll Zeugnis ablegte, konnte der Dezernent unseres städtischen Feuerwehrwesens, Beigeordneter Dr. Hamm, mit Recht den beiden Feuerwehren, der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und der Polizeimannschaft vollste Anerkennung für ihre ausgezeichneten Leistungen aussprechen. ** Teil ft reit bei Buderus in Lollar. Wie wir in einem Teile unserer gestrigen Auflage bereits meldeten, sind am Mittwochvormittag die Former der Radialorengießerei der Buderusschen Eisenwerke in Lollar plötzlich in den Streik getreten. Die Ausständigen geben als Ursache für ihr Vorgehen an, daß sie bei dem neuen Arbeitsverfahren in der Gießerei durch erhöhten Bruch einen Minderverdienst hätten. Wie wir hierzu von der Werkleitung erfahren, ist diese Ansicht der Streikenden nicht begründet, da die Arbeitsverhältnisse derartig seien, daß die Arbeiter auf ihren bisherigen Verdienst kommen könnten, nachdem sie sich mit dem neuen Arbeitsverfahren vertraut gemacht haben; ferner sei ihnen eine mehrwöchige Zeit zur Einarbeitung zugestanden worden, in der sie die alten Verdienste bezahlt erhielten. Vom Betriebsrat der Firma wird dieser Streik nicht gebilligt, ebenso steht die W e r k l e i t u n g auf dem Standpunkt, daß die Ar^ beiter ihre Arbeit unter Vertragsbruch verlassen haben. Dieser Aufsassung hat sich auch der heute an- gerufene Schlichter angeschlossen. Zur Zeit sind rund 3 0 0 Heute im Streik. Sollte die Arbeit nicht bald wieder ausgenommen werden, so dürfte, nach den uns gewordenen Mitteilungen, in einigen Tagen für weitere 3—400 Mann mangels zu verarbeiten den Materials eine Weiterbeschäftigung nicht mehr möglich sein. Heute vormittag sind Verhandlungen mit den Gewerkschaften im Gange. Auch von (9e werkschastsseite wird der Streik nich: gebilligt, lieber den Ausgang der Verhandlungen ist uns bis zur Niederschrift dieser Zeilen noch nichts bekannt. “ Fernsprechanschluß auf dem Bahnhof. Sowohl von Reiseirden, als auch von Einheimischen wurde es schon lange als Mißstand empfunden, daß auf einem so bedeutendem Bahnhof wie dem hiesigen keine Möglichkeit bestand. Ferngespräche führen zu können. Der auf Bahnsteig I befindliche automatische Fernsprecher genügte den Bedürfnissen nicht. Nunmehr hat der Inhaber der hiesigen Bahnhofswirtschaft unter Nr. 2516 im Wartesaal II. Klasse einen Fernsprechanschluh Herstellen lassen, der jedermann gerne zur Verfügung gestellt wird. Eine neuzeitliche, schallsichere unb geräumige Zelle ermöglicht ungestörte Gespräche nach den entferntesten Plätzen. •• Für das metrische Maßsystem. Da als Flächenmaß immer noch die alten Bezeichnungen Rute, Morgen usw. benutzt werden, so hat, um dem metrischen Maßsystem mehr Geltung zu verschaffen, das Landesamt für das Dil° dungswesen an die Direktionen der höheren Lehranstalten, die Leiter der höheren Bürgerschulen, die Direktionen und Leiter der gewerblichen Unterrichtsanstalten, sowie die Kreis- und Stadt- schulämter nachstehendes Ausschreiben gerichtet: „Dos seit mehr als 50 Jahren in Deutschland amtlich eingeführte metrische Maß hat sich hinsichtlich der Flächenmaße im Gebrauch immer noch nicht vollständig 'durchgeseht. In weiten Teilen des Reiches hängt die Bevölkerung noch an den alten Flächenbezeichnungen (Rute, Morgen, Tagwerk. Acker usw.) fest, und wendet sie besonders auf dem flachen Lande vielfach ausschließlich an. Infolge ihres in den einzelnen Landesteilen verschiedenen Verhältnisses zur metrischen Einheit ergeben sich daraus — insbesondere auf dem Gebiete der Statistik — Unzuträglichkeiten. Die statistischen Erhebungen des Reiches und der Länder müssen auf der Grundlage metrischer Maße durchgeführt werden. Bis in die neueste Zeit ist es aber nicht durchweg gelungen, metrisches Urmaterial zu erlangen. Wo die statistischen Aemter versuchsweise metrische Angaben forderten, zeigten sich, selbst, wenn den Erhebungsformularen Umrechnungstabellen beigefügt waren, mitunter so große Rechenfehler, daß die Richtigkeit der Erhebungen ernst li-ch in Frage gestellt war. Um zuverlässiges Material zu gewinnen, blieb nur übrig, das Material in der herkömmlichen Form, d. h. mit den alten Flächenm ah angaben, anzunehmen und vor der Verarbeitung bei den statistischen Aemtern selbst mit großem unproduktiven Kräfteaufwand umzurechnen. Eine Besserung dieses Zustandes wird sich nur im Wege der belehrenden Einwirkung auf die landwirtschaftlichen Berufsvertretungen und Berufs- Straßensperrungen milgeteilt vom Oberhefsischen Automobkl-Lluv E. D., Gießen. Die Straßensperrung Inheiden-Utphe im Zuge der Straße Gießen-Hungen-Gelnhausen ist ab 28. August 1927 aufgehoben. Welche Strecke wird gesperrt? 3n welchem Straßenzug liegt die Strecke? Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung? Voraussicht- liche Dauer der Sperre Umleitung km 2,0 - km 3,5 Weilmünster — Laubuseschbach Für alle Fahrzeuge bis 29. August Rohnstadt km 3,7 - 4,0 u. km 5,2 - 5,4 Königstein - Oberursel bis 9. September Oberhöchstadt km 21,9-km 22,0 Diez—Nassau (i. (Bern. Obernhof) bis 8. September Attenhausen - Singhofen Romrod - Alsfeld Gießen - Alsfeld bis auf weiteres Zell-Angenrod Vereinigungen, sowie vor allem durch Beeinflussung der Heranwachsenden Jugend mit Hilfe der Schulen aller Gattungen, besonders der Fort- vildungs- und landwirtschaftlichen Schulen, erreichen lassen. Ich beauftrage Sie, in geeigneter Weise im Sinne der vorstehenden Ausführungen des öfteren die Schüler und Schülerinnen, insbesondere der Fortbildungsschulen, belehren zu lassen." ** Bcsitzwechsel. Fabrikant Otto Goebel verkaufte fein Haus, Dftanlage 37, für 45 000 Mark an den prakt. Arzt Ör. S t u h l. — Die Postschaffner Trapp Erben verkauften ihr Anwesen, Elfter- weg 40, an Frau Marie Schwalb Wwe., für 35 Ö00 Mark. Briese an die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir, alle für die Redaktion bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an die Redaktion" zu richten. Nur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. *8»rliner Börse. Berlin, 26. Aug. (WTB. Funkspruch.) Auch im heutigen Frühverkehr bleibt das Geschäft klein, doch erhält sich die freundliche Stimmung weiter. Man hört Farben mit 294,5 bis 295,5. Im Devisen- verkehr hört man Paris mit 124,02, Mailand 89,25, Madrid 28,92, Kabel 4,8612 und Brüssel 34,925. Vermischtes. Rach zehn Jahren einen Mord eingeslanden. Aus der Bergarzkaralpe im Pongau wurden am 9. Juli 1917 der Jäger Pfand! und der als Wilderer bekannte Johann Trinker erschossen aufgefunden. Schon damals wurde der gleichfalls als Wilderer bekannte Bauer Friedrich Gerharter unter dem Verdacht des Mordes verhaftet. Das Verfahren mußte aber wegen Mangels an Beweisen eingestellt werden. Neuerliche Nachforschungen führten zu einer zweiten Verhaftung des Gerharter, der unter dem Druck der vorliegenden Beweise nunmehr gestand, daß er mit Trinker von dem Jäger überrascht worden sei und ihn im Laufe des Kampfes erschossen habe Schaljapin degradiert. Meldung der Telegraphenagentur der Sowjetunion. — Der Volkskommissionärrat hat beschlossen, Schaljapin die Würbe eines Volkskünstlers der Republik zu entziehen. Ueberfall Jugendlicher auf einen Straßenbahnwagen. Wie den Pariser Morgenblättern aus Marseille berichtet wird, haben gestern am Hellen Mittag fünf junge Burschen mit vorgehaltenem Revolver einen Straßenbahnwagen angehalten. Während drei von ihnen die Fahrgäste in Schach hielten, haben die beiden anderen sie ausgeplündert. Sie find in einem Auto entkommen. Taifunoerheerungen auf den Philippinen. Nach einer Meldung der Agentur Jndo Pacific aus Manila Hai ein gewaltiger Taifun nördlich der Insel Luson schweren Schaden, besonders an der Tabakernte angerichtet. Ein Fischerboot kenterte; 26 Mann der Besatzung sind ertrunken. Kirchliche Nachrichten. 3fr. Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage).Samstag, den 27. August 1927 Vorabend 7.00, morgend 8.30, abds. 7.30 u. 8.10. Gottesdienst der ifr. ReligionSgesellschaft. Sabbatfeier, den 27. August 1927. Freitag abd. 6.55, Samstag norm. 8.00, Predigt, nachm. 4.30, Sabbatausgang 8.10. Wochengottesd. morg. 6.15, abds.6.30. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen Verantwortlich für Politik: i. D. Ernst Blumschein. Nein! Es ist nicht nötig, daß Sie zum Haarewaschen Lavarensal, mti einem beliebigen Shampoon mischen. Nehmen Sie doch daS wohlriechende Blüten-Shainooon, da- einen besonderen Lav nen^nsatz enthält und irotzdew nur 20 P'ennig tonet Die Drogerien führen es . ,,.A <-7ö, OVBRSTOLZ RAVENKLAU LÖWENBRÜCK GÜLDENRINO J4I21, .TP uweunv 7TS* 7J F w.o WMWW .neuERBune 1925 1924- 192; ' ' fiemand würde daran denken,einer Wein deshalb zu empfehlen, weil er aus der letzten Ernte stammt. Denn jeder weiss, dass der Wein mehrjähriger Lagerung bedarf, um seine Qualitätseigenschaften zu entwickeln Ebensowenig ist es ein \brzug, wenn eine Zigarette ausschliesslichTabake der letzten Ernte enthält. Der Orienttabak macht denselben Gärungsprozess durch wie der Wein-.eine Tabaksorte durchlauft ihn schneller,die andere langsamer. Auch hier güt das Gesetz. Je besser das Produkt,umso langsamersteigt die Kurve der Qualitat.Edle Tabaksorten brauchen 5 Jahre,bis sie den Höhepunkt dieser Kurve erreicht haben. Wir stellen deshalb unsere Zigaretten grundsätzlich aus mehreren Tabakjahr- gängen her.Nur dadurch ist es uns möglich,jede einzelne Tabaksorte im Stadium ihrer höchsten Reife zu verarbeiten und die Eigenschaften der guten Provenienzen, die wir zu kaufen pflegen,voll zur Entfaltung zu bringen.Diesem Grundsatz verdanken unsere Zigaretten den ausgereift edlen Geschmack und ihre Be kömmlichkeit. 1 Tüctzttge •Gartenarbeilerin gesucht. 06167 06168 Statt besonderer Anzeige im 85. Lebensjahre. whictit. 06177 7748 D Heiller’A Yerlagsliiichliaeilhiiiy / liieren In In allen Buchhandlungen zu haben! sofort zu vergeben. 775888 75W Zur Uebernayme des Bezirkes sind 2 -300 Mark erforderlich. Cilofferte unt. F. H. R. 127 an Rudolf Mosse, Frankfurt am Main. Am 23. d.M. entschlief sanft in Hameln a.d.W. unser lieber Vater und Großvater Anstich möüL Zimmer ges, evtl, mit Kost. Schr. Angeb. unter H6170 a. d. Gtest. 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August 1921 —■m——mn—i". ■■ i i "i'*'* -”1———rr~—rwn— i ’i —rrr- -■ ■, ■■ i■ Der deutsch-französische Handelsvertrag. Der zwischen Deutschland und Frankreich abgeschlossene Handelsvertrag, der nach schwierigen Verhandlungen am 17. August in Paris unterzeichnet und von uns in seinen Grundlinien bereits veröffentlicht worden ist, wird jetzt im „Reichsanzeiger" bekanntgegeben. Sn der durch das neue deutsche-französische Handelsabkommen vereinbarten L i st e B sind die Mini- mal-Sähe eines neuen französischen Zolltarif es festgelegt. Diese Minimal-Sähe kommen vom 6. September an Deutschland zugute und stellen es damit in eine Linie mit denjenigen Ländern, die bereits in Frankreich den Minimal- Tarif genossen und die nunmehr auch die neuen erhöhten Minimal-Sätze der Liste B zu bezahlen haben. Diese Liste B umsaht etwa 75 Prozent des deutschen E x p o r t i n t e r e s s e s nach Frankreich, während der neue Handelsvertrag etwa 85 bis 90 P r oz en t des gesamten deutschen Cxportinteresses. gegenüber Frankreich deckt. Frankreich wird in diesen Tagen seinen neuen Zolltarif durch eine Verordnung der Regierung, die dazu besonders ermächtigt ist, erlassen, und die Minimal-Sähe dieses Zolltarifs bilden die in der Liste B des deutsch-französischen Handelsvertrages enthaltenen Sähe. Die Folge wird sein, das) Frankreich mit einer ganzen Reihe von Staaten neue Handelsvertragsverhandlungen führen muh, bei denen weitere Listen B aufgestellt werden. Für alle diese Listen B gilt das jetzige mit Deutschland festgelegte Riveau, dessen Sätze gebunden sind, und das im einzelnen nur mit Zustimmung Deutschlands erhöht werden kann. Die ganzen Verhandlungen, die Frankreich zu führen hat, werden ein langsames automatisches Hineinwachsen Deutschlands in die Meistbegünstigung zur Folge haben, da alle von jetzt ab von Frankreich anderen Staaten gewährten Zugeständnisse auch Deutschland zufalleir. Die Liste B deckt zunächst fast den gesamten Bereich der drei grohen deutschen Exportindustrien, nämlich des M a • schinenbaues, derChemie und der Elektrotechnik. Weiter umfaht sie die ganze Optik, das Glas, Porzellan und Fayencen. Befriedigende Sähe sind vereinbart für das grohe Gebiet der Papiererzeugung und der Papierverarbeitung. Auch für die Lederindustrie ist es gelungen, Sähe auf der Liste B zu vereinbaren, die allerdings eine nicht unbeträchtliche Höhe erreichen. Annehmbare Ergebnisse wurden für grohe Teile der Kleinindustrie, für Uhren und Pforzheimer Waren erzielt. Von einzelnen Gebiete seien noch genannt: das Linoleum, die Industrie der Filze und der Posamenten, endlich auch die Industrie der Fittings. Eine Reihe von Waren ist auf die L i st e A gekommen, d. h. für sie gelten die Minimal- Sähe des alten französischen Tarifs. Hier sind zu nennen in erster Linie die Gebiete des Holzes und der Holzwaren, Musikinstrumente, zahlreiche chemische und Textil-Erzeugnisse. Die Liste A wird vorläufig bleiben und enthält wie die Liste B gebundene Sätze. Wenn Frankreich neue Tarifierungen der in der Liste 4 vorhandenen Waren vornimmt, fallen auch die Minimal- Tarife der neuen Tarifierung Deutschland zu, und Frankreich darf über die bisherigen Sätze nur mit Zustimmung Deutschlands hinausgehen. Auf die L i st e C, d. h. zu Zwischensätzen, sind ausgenommen u. a. die Schuhwaren und die Halbfabrikate und fertige Erzeugnisse aus Zinn, Zink und Nickel, während für die entsprechenden Erzeugnisse aus Kupfer und Aluminium annehmbare Sätze auf Liste B vereinbart sind. Auf Liste C befinden sich ferner Textilerzeugnisse, soweit diese nicht auf die Liste A ausgenommen sind, ferner feuerfeste Erzeugnisse und eine Reihe von Stählen und Blechen. Die Liste C enthält meistens Fälle, wo eine Anwendung der Liste B nicht möglich war. Auch ihre Sätze sind gebunden. Für die Erzeugnisse der deutschen Landwirtschaft ist im wesentlichen mit der Liste A der gegenwärtige Mini- mal-Tarif zugestanden worden. Die deutschen Gegenlei st ungen bestehen im wesentlichen in Z o l l b i n d u n g e n , die sich über den ganzen Bereich des deutschen Tarifs erstrecken, und in Z o l l h e r a b s e tz u n g e n , die in erster Linie die drei großen Textilgebiete der Baumwolle, Wolle und Seide, dann aber auch Nebengebiete wie Porzellan, Glas usw. treffen. Die Sätze für Seidengewebe sind im Durchschnitt um etwa 15 Prozent gegenüber den niedrigsten mit der Schweiz vereinbarten Sätzen gesenkt worden. Auf dem Baumwollgebiete sind Garne um etwa 1 Reichsmark gegenüber den Sätzen der Schweiz ermäßigt worden, was keinen allzu großen Einbruch in das deutsche Zollniveau bedeutet. Größer ist er dagegen bei Baumwollgeweben, deren Sätze von 95 auf 82 Reichsmark gesenkt worden sind, für elsaß-lothringische Gewebe auf 70 Reichsmark, so daß sich für die elsaß-lothringische Textilindustrie die Aussicht auf ein nicht unbeträchtliches Geschäft mit Deutschland ergibt. Die stärkste Herabsetzung haben die Sätze für französische Wollgebilde erfahren, woran Elsaß-Lothringen und Nordfrankreichs Textilindustrie ein besonderes Interesse haben. Die Seitens einzelner französischer Industrien werden natürlich starke Widerstände gegen das Abkommen zutage treten, und die Mehrheit, auf die die französische Regierung in der Kammer rechnet, wird nicht überwältigend sein. Der R e i ch s r a t erklärte sich in feiner öffentlichen Vollsitzung vom Donnerstagnachmittag damit einverstanden, daß der deutsch-französische Handelsvertrag vorläufig in Kraft tritt. Gegen den Vertrag stimmte nur He s s e n, und zwar mit Rücksicht auf seinen Weinbau. Die neuen 8ttuerrahmengesetze. Der Text der Entwürfe der neuen Steuerrahmengesetze liegt nun vor. Das Reichskabinett hat ihnen jetzt zugestimmt. Die Der neueire R-ßna« Liesset MU nimmt morgen im Gießener Anzeiger seinen Anfang unter der Überschrift Zwischen UZE und sieben Dieses letzte Werk der bekannten Schriftstellerin wird der Leserschaft des Gießener Anzeigers sicher nicht weniger gut gefallen als ihr Liebenswürdiger Theaterroman LranziskaE der vor zwei Zähren so beifällig ausgenommen wurde. Neubesteller erhalten den Gießener Anzeiger bis Anfang September kostenlos. Man bestelle sofort in Gießen bei der Gefchästsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Vertriebsstellen oder bei den Postanstalten. Sätze für leichtere Wollgewebe liegen etwa ,30 bis 50 Prozent über denen der Vorkriegszeit. Außerdem sind zwei Expositionen für Cheviots und Musse- line vorhanden. Es muß zugegeben werden, daß der sächsisch-thüringischen Wollindustrie eine nicht unerhebliche Konkurrenz der französischen erwachsen wird. Auf Grund des nunmehr vorliegenden genauen Wortlauts des deutsch-französischen Handelsabkommens erkennt man, daß die Hauptkonzessionen Deutschlands auf dem Textilgebiete liegen. Dafür ist von Frankreich Deutschland die Meistbegünstigung zugestanden worden, und Deutschland kann mit Frankreich auf weite Sicht und auf dem Boden der Gleichberechtigung Geschäfte machen. Die Wirkungen des Abkommens werden sich selbstverständlich erst nach einem halben Jahre zeigen können. Die Bedeutung der Liste B liegt vor allem darin, daß ihre Sätze einen 40= bis 50prozentigen Abschlag gegenüber dem bekannten französischen Kammerentwurf eines neuen Zolltarifs bedeuten. Rahmengesetze sind ihrerseits nochmals in einen Rahmen gestellt worden, der die Bezeichnung trägt: „Entwurf eines Gesetzes über die Vereinheitlichung des Steuerrechts (Steuervereinheit- lichungsgeseh)". Das Gesetz enthält nur zwei Paragraphen. Im ersten sind die vier Anlagen aufgezählt, und zwar das Grundsteuerrahmengesetz, das Gewerbesteuerrahmengeseh, das Gebäudeentschuldungsgesetz und das Gesetz über die Vereinheitlichung des Verfahrens in Steuersachen und über die Anpassung der Reichssteuergesehe (Steuerairpassungsgeseh). Eine Begründung ist dem Gesetzestext einstweilen nicht bcigegeben worden. Es soll sich hierbei um eine sehr ausführliche Druckschrift handeln, die auch wohl Aufschluß darüber geben wird, warum die ursprünglichen Absichten des Reichssinanzministeriums nicht in vollem Umfang verwirklicht werden konnten. Den größten Umfang nimmt das Steuer- anpafsungsgesetz an. Hier werden die Aende- rungen aufgeführt, die auf Grund der Rahmengesetze notwendig werden. Gemischtes Doppelspiel. Erzählung von Werner S ch e f f. Um Rudolf Kayser drehte sich der Platz mit seinem rotbraunen Boden, den weißen Limen, dem Retz, den langgestreckten, von Menschen dicht- besetzten Bankreihen zu beiden Seiten und mit den drei Spielern, die, wie er, schon fast P/e Stunden in glühender Sonnenhitze den Schläger handhabten. Man war den Fünfundvierzig zu nahe, um die körperliche Anstrengung nicht zu spüren; der Jugend aber nicht so weit entrückt, um das seelisch Erregende dieses Kampfes nicht zu empfinden. Die reizende kleine Osbeck lieh einen zudem im Stich. Diese zahllosen Doppelfehler beim Ausschlag, der sonst ihre Stärke war. dieses fast plumpe Hochspielen der meisten Bälle, die der Russe dort drüben lächelnd zurückschmetterte, so kraftvoll, so aut placiert, daß keine Rettung mehr war! Rudolf Kayser fühlte sich gedemütigt, nicht nur innerlich blamiert, sondern auch äußerlich. Und Marga spielte neben diesem Abenteurer, wie er Draguteff heimlich nannte, besser als je zuvor. Zum erstenmal hatte man das Ehepaar Kayser getrennt, weil die beiden zusammen kaum zu schlagen waren, und nun kam dieser Russe oaher, gradwegs von der Riviera, wo er Franzosen und Engländer im schwersten Kampfe niedergerungen hatte, und mit ihm gemeinsam schien Frau Marga erst zu zeigen, daß sie noch immer die beste Spielerin des Landes war. Die kleine Osbeck wurde immer nervöser, je mehr sich der dritte Sah dem für sie und Rudolf Kayser unheilvollen Ende näherte. Ihr Partner suchte sie auszuschalten. Wahrscheinlich hatte sie in ihrer Che neues Unglück erfahren. Warum auch mutzte sie gerade den leichtsinnigsten von allen heiraten: Reinhold von Osbeck. Gewiß: er betrog sie. er hatte ihre Mitgift am Spieltisch durchgebracht, er quälte sie und ließ alle wissen, daß er sich auch in der Ehe seine Freiheit gewahrt habe. Aber darum brauchte man doch nicht so viel Bälle ins Retz zu jagen, nicht so oft an der ungünstigsten Stelle zu stehen und den weihen Ball vergeblich in letzter Sekunde zu erhaschen suchen. Sonst spielte sie so sicher, so verläßlich. Und gerade heute war sie Rudolf Kayser keine Stühe, wo er selbst die Rerven verlor. „Fedor Draguteff," ging es ihm durch den Sinn, während er den verderblich geschnittenen Aufschlag-des Gegners erwartete. „Fedor Draguteff. was für ein Schuft bist du! Seit vierzehn Tagen kennst du meine Frau, meine allerdings um siebzehn Jahre hinter meinem Alter hertänzelnde junge Frau, warst mehrmals Gast in meinem Hause, hast dort unseren Jungen gesehen, an dem wir beide hängen, Marga und ich, hast mir beim Wein und beim Sekt in diesen Tagen oft versichert, daß du freundschaftliche Gefühle für mich empfindest, und nun must ich gerate zwei Minuten vor Beginn der Schlußrunde in der Iackentafche meiner Frau diesen Brief finden!" Flugs ... da kam der Ball daher. Spielen konnte der Kerl. Kaum zu nehmen, so scharf, so knapp an der Mittellinie. Aber gottlob, man war auch nicht ohne Grund jahrelang Meister, man gab ebenso zurück. Aber dann schlug Draguteff den Ball dorthin, wo er Dora von Osbeck wußte, tat es sicherlich mit schlauer Berechnung, und sie vergab die Chance, drosch ins Out! „Fedor Draguteff," sagte sich Rudolf Kayser wiederum, diesmal mit noch mehr Ingrimm, „ist es nicht närrisch, daß ich dir hier gegenüberstehe. daß ich überhaupt noch zu diesem Schluh- spiel angetreten bin, anstatt zu erklären: gegen einen Mann von der Art dieses russischen Hochstaplers hebe ich kein Racket, fonbern nur die Pistole oder ... die Hundepeitsche! Ist es nicht reinster Wahnwitz, Ausgeburt verrücktesten sportlichen Anstandes, daß ich unsere Affäre so lange ruhen lasse, bis du deinen Willen hast und ich auch hier besiegt bin, so wie du mich gestern un Einzelspiel geschlagen hast! Bin ich ein sar- matischer Lump wie du oder ein übertrieben empfindlicher, feinnerviger Europäer, daß ich sogar daran denke, dich und Marga ungehindert eurer Wege ziehen zu lassen! Ich weiß es nicht mehr, Fedor Draguteff, aber ich weiß, daß du auf dem Zettel, den ich vorhin in der Jacke meiner Frau entdeckte, meine Marga deine ge- liebtefte, angebetete Göttin genannt hast! Eine Geschmacklosigkeit an und für sich, aber offenbar der wirksamste Köder für die Frauen, die keine Grenze ihrer Eitelkeit kennen und immer angebetet fein wollen." Hnö wieder der Ball. Gottlob, diesmal ging der Erste des Aufschlags ins Reh, der Zweite ist sanfter, sanft wie das Lüftchen, das heute weht, und keine Kühlung bringt. Rudolf Kayser schlägt zu. der Russe bekommt den Ball unvorbereitet an die linke Seite, der Punkt ist gerettet. Der Linparteüsche sagt: „Fünfzehn beide!" Fort mit den dummen Gedanken, so will sich Rudolf Kayser bezwingen. Er weiß, jetzt geht es auf Biegen oder Brechen. Im Spiel zuerst, nachher im Leben! Den ersten Sah hat er mit feiner Partnerin verhältnismäßig leicht an sich gebracht, len zweiten haben Marga und der Fremde gewonnen und um den dritten kämpfen sie schon lange. Zehn Spiele hat Rudolf Kayser gebucht, elf die Gegner. Der Matchball naht. Man muh sich zusammenraffen. Kaum möglich bei diesem Spiel der Osbeck. Schon wieder ein Fehler, ein hoher Ball, den Draguteff am Retz erwischt. Dreißig zu fünfzehn. Gleich darauf ein Aufschlag des Russen, den sogar er, Rudolf Kayser, nicht mehr zurückgibt. Das Spiel scheint verloren. Damit die Partie. Wie schrieb der frühere zaristische Rittmeister an Marga? Ihr Zug ginge gegen lOUtjr. Waren sie also schon so weit? Lind in ein Land wollte er sie bringen, wo es nur Farbe und Freude gab? Abgedroschene Phrase! Romanhaft, aber wohl noch immer zugkräftig. Lind fie sollte unbedingt im Abschiedsbrief an ihren Mann mit keinem Wort das Ziel der Reise verraten. „Wenn diese Komödie vorbei ist, schlage ich ihn vor all diesen Reugierigen nieder," murmelte Rudolf Kayser in sich hinein. Die wichtigsten Aenderungen beziehen sich aus das Finanzausgleichsgeseh vom 27. A p r i I 1 9 2 6 und das Gesetz vom 9. April 1927. Hier werden die Realsteuerii (die Grundsteuer und die Gewerbesteuer) ausdrücklich als Landes- steuern bezeichnet, die lediglich nach Maßgabe der Rahmengesetze erhoben werden können. Die Grundsteuer (und zwar die Anteile von Ländern und Gemeinden) sollen nur unter gewissen Erschwerungen über den Sah von 100 Steuereinheiten erhöht werden. Von 100 bis 125 Steuereinheiten müssen die Gemeindebehörden die DertrelUngen der Wirtschaftszweige zuvor gutachtlich anhören. Bei Erhebung von mehr als 125 Steuereinheiten ist die Genehmigung der Landesregierung einzuho.e.r. Für Beträge zwischen 125 und 140 Steuereinhe.lcn kann eine von der Landesregierung besonders bestellte Behörde die Genehmigung erteilen. Wichtig ist auch die Bestimmung, wonach eine Gemeinde stets dann zur Einholung der Genehmigung der Landesregierung verpflichtet sein soll, wenn der Voranschlag, dem der Beschluß zugrunde liegt, das um 20 v. H. gekürzte Aufkcmrncn in Rechnung per 1926 übersteigt. Für die Gewerbeertragssteuer gelten diese für die Grundsteuer festgesetzten Bestimmungen in entsprechender Weise. 2).c Kapital» und Lohnsummensteuer darf nur dann über, den Satz von ICO Steuereinheiten erhöht werden, wenn die Gewerbeertragssteuer mit mindestens 100 Steuereinheiten erhoben wird. Das Aufkommen aus der Gebäudcentschuldungssteuer soll zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarss der Länder um) Gemeinden, zur anderen Hälfte zur Förderung der Bautätigkeit dienen. Der Entwurf wird zweifellos starke Kritiken Hervorrufen. Er wird den Reichsrat erst im September beschäftigen. Oberhessen. Landkreis Gietzen. ck. Heuchelheim, 26. Aug. Tödlich verunglückt ist gestern abcnb um 1/26 Lkhr der bei der Firma Berken Hof und Tre bus in Kinzenbach (frühere Ziegelei) beschäftigte Schlosser O. Reuschling von hier. Der im 26. Lebensjahr stehende Mann war allein in einer Werkstatt mit autogenischen Schwerstarbeiten beschäftigt. Beim Schweißen eines eisernen Kessels explodierte dieser auf noch unaufgeklärte Weise; der mit aller Wucht hoch- gefchleuderte schwere Deckel riß dem Llnglück- ti d) en d i e Hirnschale weg, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. * Klein-Linden, 26. Aug. Die in der jüngsten Gemeinderatssihung aufgetauchten Bedenken gegen die Abhaltung der Kirmes in diesem Jahr wegen Steuerrückständen sind beseitigt. Die Steuerangelegenheit ist erledigt, so daß die Kirmes in unserem Orte wie alljährlich stattfinden wird. Q] ß o 11 a r, 25. Aug. Eine erfreulich günstige Geschäftslage zeigen gegenwärtig die hiesigen Betriebe. Insbesondere trifft dies für den größten Betrieb, die Buderusschen Eisenwerke, zu. Während dieses Werk tm Jahre 1924 seine Belegschaft bis auf 600 Mann verringern muhte, ermöglichten es die Geschaftsauf* träge des letzten Jahres, daß dauernd Reueinstellungen von Arbeitskräften vorgenommen werden konnten. Es werden heute rund 1700 Arbeiter beschäftigt. Die dadurch bedingte Steigerung der Produktion wirkt sich ebenso günstig auf den Eisenbahnverkehr aus. Die Verladestellen der beiden Abteilungen des Werks, der Kessel- und der Radiatorenfabrik, arbeiten mit voller Ausnutzung; die erstgenannte Abteilung hat feit 8 Sagen noch eine zweite Ladekolonne eingestellt, fo daß die eine Kolonne von 6 bis 15 Llhr, die andere von 15 bis 24 Llhr den Verladebetrieb vornimmt. Der Versand an Gütern ist entsprechend groß, wie auch ein ebenso großer Empfang von Rohmaterialien, wie insbesondere Roheisen, Koks und Formsand (Rhein- und Mainsand), bedingt ist. Cs kommen im Tagesdurchschnitt etwa 180 bis 190 Tonnen Ladungsgut und 25 Tonnen Stückgut zum Versand, während der Eingang an Materialien sich auf etwa 350 Tonnen beziffert. Weniger günstig ist die S t e i n i n d u st r i e beschäftigt. Der Daustersche Steinbruch am Loklarer Kopf mit Klopfwert liegt feit Wochen wegen Fehlens von Aufträgen still. Die hier zur Entlassung gekommenen Arbeitskräfte haben fast durchweg in Er sieht böse über das Retz hinweg, wo sich Fedor Draguteff anschickt, den entscheidenden Ball abzusenden. Ein schöner Kerl, gewiß! Ein schlanker, muskulöser Körper, ein sympathisches, von der Sonne des Südens gebräuntes Gesicht, beinah russisch-gutmütig! Lind doch einer solchen Gemeinheit fähig: spricht von Freundschaft und nimmt einem die Frau weg. Dann ist das Ende da. Den Ausschlag kann Rudolf Kayser wohl noch parieren, aber schon hat Marga den Ball bis an die Grundlinie zurückgeschickt, wo ihn Dora von Osbeck schlecht nimmt. Wieder ins Retz! Der Schiedsrichter verkündet den Ausgang des Spiels, man klatscht, man erhebt sich. Marga und der Russe treten vor. Die Frau reicht dem Gatten lächelnd die Hand. Er berührt sie flüchtig, weicht ihrem Blick aus. Draguteff und die Osbeck schütteln sich die Hände und lachen seli- sam gezwungen. Dann streckt sich die Rechte Draguteffs Rudolf Kayser entgegen. „Darum keine Feindschaft," sagt er mit einem tiefen, natürlichen Lachen. Rudolf dreht sich auf der Ferse herum, übersieht die Hand. Man hat es bemerkt. Die Rächst steh end en stutzen. Marga fährt zusammen, die kleine blonde Osbeck erschrickt. Aber Rudolf Kayser geht unbekümmert davon, wirft das helle Tuch um de» Hals und verschwindet in der Richtung nach dem Klubhaus. • „Ich bin ein Feigling," sagte er sich eine Stunde später, „ober ich besitze zuviel Kultur." Er hat sich schnell umgetleibet. Lind als ihn der Strahl der kalten Dusche traf, ging die große Veränderung in ihm vor. Er wurde hart, oder vielleicht auch weich: jedenfalls beschloß er, sich meßt durch den Skandal zu rächen, Draguteff nicht zu züchtigen, wie et es verdiente, Marga nicht blotzzustellen, wie er es zuerst beabsichtigt hatte. Mit aliebem hätte er sich selbst zu schwer getroffen. Er wollte klüger sein: Marga sollte ihre Strafe in dem finden, was sie an der Seite dieses Ruhelosen erwartete. Denn wo4 erzählt« anderen Betrieben, insbesondere bei DHeidHaner und Gießing in Mainzlar, Arbeit gesunden. Das Bauhandwerk ist leidlich gut beschäftigt. Beben einem größeren Qln» und Umbau eines hiesigen Geschäftsmannes wurden drei Wohn- häuser im Rohbau erstellt. Ein weiteres ist noch in Aussicht genommen. Arbeitslose sind zur Zeit hier fast nicht mehr vorhanden. 8 Grünberg, 25. Aug. Auf dem heutigen F e r k e l m a r k t waren 402 Ferkel aufgetrieben. Der Markt verlief bei günstigeren Preisen gut. Der Ueberstand war diesmal gering. Die Preise waren folgende: 6 bis 8 Wochen alte Ferkel kosteten 15 bis 18 Mk., 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 18 bis 22 Mk. und Läuferschweine entsprechend dem Alter bis zu 30 Mk. ~ Grünberg, 25. August. 3m Gasthaus zum Taunus trat dieser Sage die Gallu s - markt kommissivn zu einer ordentlichen Sitzung zusammen. Der Vorsitzende der Kommission, Schreinermeister G e h r i n g e r. begrüßte die erschienenen Mitglieder tnti> gab die Tagesordnung bekannt. Zur Bevatung stand hauptsächlich die Werbetätigkeit, Ausgestaltung und Hebrrng des Gallusmarktes. Der Vorschlag des Vorsitzenden, Werbeplakate wie im Vorjahre drucken zu lassen, fand Annahme. Die Versammlung bildete aus ihrer Mitte einen Werbeausschuß, der sich aus den Herren Diehl, Dr. Selzer, Robert. Allmendinger jun., Gehringer, Pfeffer und Schweißguth zusammenseht. Der Juxplah wird in diesem . Jahre, nach dem Bericht des Marktmeisters Frank, gut beschickt fein Der Reit- und Fahrverein Grünberg wird am zweite,' Gallusmarkttag nachmittags ein größeres Turnier veranstalten, an dem sich die Rachbarvereine Rabenau, Lich. Büßsrid u. a. voraussichtlich beteiligen werden Der Vorsitzende des Reitervereins gab einen kurzen Tleberblick über die beabsichtigten Veranstaltungen Es werden recht interessante Konkurrenzen zum Aus trag kommen, so u. a. ein Jagdspringen Galopprennen, Trabrennen und ein Geschicklichkeitsreiten Der auch in diesem 3ahve wieder stattfindende Pferde markt toirb auf der sogenannten „Lehmekaute' abgehalten werden Der Platz ist für derartige Veranstaltungen sehr geeignet. Der Vorsitzende regte an, daß das »Antrommeln und Pfeifen" am ersten Gallusmarkttag. wie es andernorts althergebrachte Sitte ist und früher auch in | Grünberg üblich war, wieder ins Leben gerufen würden Der Vorschlag wurde sehr begrüßt. Die Verlosung der Gallusmarktlvtterie wird am zweiten Gallusmarkttag vormittags abgehalten Die ersten fünf Preise sind: 1. Preis ein Rind, 2. Preis ein Fohlen, 3. Preis eine Nähmaschine, 4. Preis ein Fahrrad, 5. Preis ein Läuferschwein Der Vorsitzende regte ferner an, den dritten Pfingst- feiertag, an dem in früheren Vahren Markt in Gründerg abgehalten wurde, wieder zu einem Markttag auszubauen Dr. Selzer schlug vor, den dritten Pfingstfeiertag als Sommermarkt mit einer Dullenauktion oder Prämiierung von Vieh wieder zu beleben Kreis Büdingen. rl. Bleichenbach, 25. Aug. Ein sehr bebauen licher Unglückssall traf einen hiesigen Landwirt beim Getreideholen Sein sechsjähriger Enkel sollte ihm die Fruchtgabel bringen. In kindlichem Mutwillen warf er sie dem Großvater zu, der, darüber jäh erbost, die Gabel dem davonlaufenden Kinde nachwarf. Im unglücklichsten Augenblick drehte sich der Junge um, die Ga b e l f u h r i h m i n s A u g e, und er fiel bewußtlos zu Boden Da wahrscheinlich auch eine erhebliche Gehirnverletzung vorliegt, mußte das bedauernswerte Kind sofort nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Dort hofft man, das bedauernswerte Kind trotz feiner bedenklichen Verletzungen am Leben erhalten zu können. Kreis Schotten. # Schotten, 25.Aug. Zu Ehren der zurzeit hier weilenden 1. und 2. Präsidenten des Schot- teuer Männerchors Neuyork, der Herren Charles Weitz und Jos. B e i s l e r fand gestern abend im „Darmstädter Hof" unter Mitwirkung des Turn- und Gesangvereins ein wohlgelungener B e - grühunasabend statt. Herzliche Worte der Freundschaft wurden zwischen den beiderseitigen Sprechern der Vereine gewechselt. Aus den Reden der amerikanischen Gäste klang Liebe und Sehnsucht nach der alten deutschen Heimat, lieber 40 Jahre gehören die beiden Herren schon dem Schottener Männerchor Neunork an. Die Vorsitzenden tauschten gegenseitig besonoere Ehrennadeln aus. In herzlichen Worten begrüßte und feierte Bürgermeister Menget die Gäste. Der hiesige Männerchor trug herrliche Gesänge vor. § Schotten, 25. Aug. Aus dem Gemeinde- rat: Ein den neuzeitlichen Verhältnissen angepaß- tesO rtsbauftatut wurde für die Stadt in der vorgelegten Fassung vom Gemeinderat angenommen. Das Statut enthält eingehende Vorschriften über die Kostenverteilung bei Neuanlage von Stra- ßen, Fußsteigen u. dgl. Besonderer Wert ist darauf gelegt, daß der altertümliche Charakter der Stadl und besonders schöner Häuser, Fachwerkbauten usw. gewahrt bleibt; Vorschriften über das Schilder- und Reklamewesen sind ausgenommen; ausführliche Bestimmungen sind für die offene Bauweise getroffen. — Für den im Schulgebäude völlig neu geschaffenen Zeichensaal wird vom Gemeinderat das nötige Schulmvbiliar, Zeichentische, Schemel, Defen usw. bewilligt. Die Stadt trägt sich mit dem Gedanken, die beiden Schulhäuser mit Zentralheizung (Warmwasserheizung) zu versehen. Zunächst soll ein Voranschlag über die Höhe der Kosten eingeholt werden. — Für das in der Rathaushalle einzurichtende Heimatmuseum wird eine besondere Kommission bestimmt. — Die Stadt wechselt zurzeit den Wasserleitungsstrang vom städtischen Hochbehälter bis nach Götzen, gegen 120 Millimeter- Rohre aus. Die freiwerdenden alten gußeisernen Rohre sollen bestmöglich verwertet werden. — Die Schuldienerfrage wird vom Gemeinderat neu geregelt, die Vergütung und eine Pauschale für Reinigungsmaterial wird neu bestimmt. — Die Baufluchtlinie für einen Neubau in der Hauptstraße wird vom Gemeinderat festgelegt. — Für die Erweiterung des Hohenwiesen- m e g e s und für Bauzwecke wird eine kleine Parzelle von der Stadt erworben. Gedern, 25. Aug. Im letzten Bericht über den August markt ist ein Jrrium unterlaufen, der folgendermaßen zu berichtigen ist: Für Ferkel wurden 8 bi? 12 Mark bezahlt, für Läufer 38 bis 50 Mart. Aufgetrieben waren 629 Schweine. Kreis?1lsfelÄ. L_ Mücke. 25. Aug. Am Sonntag fanb hier ein Dirigententag des Ohmtal-Lumda- tal-Sängerbundes statt. Herr Becker, Kesselbach begrüßte als Vorsitzender des Blindes die erschienenen Dirigenten. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Besprechung der Kritiken vom Wertungssingen in Atzenhain am 10. Juli. Jedem Verein wurden bereits die Kritiken sämtlicher Bundesvereine zugesandt, so ch vor Augenblicken zu Deriieren geglaubt hatte. 3et)t hätte er sie am liebsten hochgehoben und nicht mehr zur Erde niedergelassen. .Ganz gut... aber der Brief Dvaguteffs cm mich?" »3st nichts weiter, als die Bitte, ihm zu er- klären, was du eigentlich gegen ihn hast. Er ist so gutmütig, und ist nur traurig, weil er dich zum Freunde haben möchte und weil du ihn vor den Kopf gestoßen hast!" „Marga, ich bin ein schrecklicher Esel!" Da antwortete sie ganz ernsthaft: „Ja... das ist allerdings nicht aus der Wett zu schaffen!" Leib. Er schleppte sich unter starken Schmerzen bis zu seiner Wohnung, wo er zusannnenbrach. Er wurde nach dem Krankenhaus Hephcrta überfuhrt, wo er bald nach seiner Einlieferung starb. Maingau. Lpd. Höchst a. M., 25. Aug. Heute nachmittag um 1 Uhr kam der 10jährige Schüler Hans Gerhard Haupt aus Bad Soden auf dem hiesigen Bahnsteig dadurch zu Tode, daß er seinen Kopf durch den Aufbau eines G e p ä ck a u f z u g e s steckte. Der gerade hochkommende Aufzug verletzte den Jungen so schwer am Kopf, daß der Tod sofort eintrat. Turnen, Sport und Spiel. Wasserball. Einzelwettkämpfe und Staffeln des Sä)wimm- festes find vorüber, und doch verläßt noch keiner der Zuschauer die Kampfstätte. Was folgt noch? Das Wasserballspiel, das sich in letzter Zeit in Deutschland einer stets steigenden Beliebtheit erfreut. Rasch sind in dem Schwimmbecken zwei Tore aufgebaut. zwischen denen ein Spielfeld von verschiedener Länge (17 bis 28 Meters und verschiedener Breite (nicht mehr als 18 Meter) liegt. Auf jeder Seite sieben Spieler (Torwart, zwei Verteidiger, Verbindungsmann, drei Stürmer) — bei beschränkten Raumoerbältnissen kann jede Partei auch mit fünf Mann spielen, Meisterschaftsspiele werden natürlich nur mit vollständigen Mannschaften ausgetragen. Das Spielfeld ist ganz frei, die Mannschaften lauern auf der Torlinie, der Schiedsrichter pfeift, die Stürmer stürmen nach dem in der Mitte besindlichen Ball. Der saust nun schnell hin und her, scharf aeworfen und gut gefangen, und schon steht ein Torschuß bevor, als der -en Ball haltende Spieler von einem gegnerischen getaucht wird. Das ist erlaubt? Der Schiedsrichter pfeift nicht und tut es doch so oft in Fällen, die anscheinend gar keinen Anlaß bieten. Ja, wer Wasserball spielen oder die Spielführung nur richtig verstehen will, muß sich mit den gar nicht so einfachen Regeln sehr vertraut machen. Es ist erlaubt, den Gegner zu tauchen, wenn er im Besitz des Balles ist (er soll dadurch veranlaßt werden, den Ball möglichst schnell weiterzuspielen); und was alles „Fehlev' sind: den Ball mit beiden Händen gleichzeitig zu berühren, im Wasser zu gehen oder zu laufen, den Gegner zu behindern, wenn er nicht den Ball hält, den Ball beim Angriff eines Gegners unter Wasser zu halten, sich von einem Gegner abzustoßen, den Ball zu berühren, bevor er, wenn er vorn Schiedsrichter geworfen wurde, die Wasseroberfläche berührt hat — das sind „einfache Fehler" — ober: absichtlich Zeit zu vergeuden, zwischen Abpfeifen und Wiederbeginn des Spieles absichtlich seinen Platz zu verändern, sich innerhalb der feindlichen Zweimeterlinie aufzuhalten, mit der geballten Faust nath dem Ball zu schlagen, das sind „absichtliche Fehler . Und alles muß der Schiedsrichter sehen, er muß bei solchen fehlerhaften Handlungen „pfeifen", Frei- würfe und Strafwürfe verhängen und unter Umständen den schuldigen Spieler für bestimmte Zeit ausfchließen. Spielzeit ist ausschließlich aller irgendwie herdei- gesührten Pausen zweimal sieben Minuten. Und diese knappe Viertelstunde genügt reichlich, an Können und Kraft des Spielers größte Anforderungen zu stellen. Es sieht nicht als zu schwierig aus, wenn der Ball mit ziemlich großer Geschwindigkeit hin und her geht, genau zugespielt wird. Und wenn der ahnungslose Zuschauer — hoffentlich ist er immer schwimm kundig — einmal selbst ins Wasser steigt und das Ballwerfen probiert, so merkt er, daß es zunächst gar nicht so leicht ist, den Ball überhaupt mit einiger Fahrt, dann noch genau, und schließlich sogar verhältnismäßig scharf und weit zu werfen. Er kann dann etwa ermessen, inwieweit ein guter Wasserballspieler einer intensiven technischen Schulung bedarf. Da kommen je nach der Situation Schöpfgriff (Aus- nehmen des Balles mit gebeugtem Arm) und Wurf mit Schwung aus dem Handgelenk (GelenIwurf), Stemmgriff und Wurf durch Drehung des Armes oder Vorhandwurf, Schrauben des Balles, Rückhand- wurf, Doppeln (Weiterschlagen des Balles mit der flachen Hand), Dribbeln (Rachvorndringen des Dalles, der natürlich nicht festgehalten werden darf) in Anwendung, immer in Derbinduna mit wirksamster Beintätigkeit. Und stets wird in schärfstem Tempo gespielt. So reichen zweimal sieben Minuten für den Spieler, um „schlapp" zu werden. Das Wasserballspiel hat auch seine Geschickte, die in England (um das Jahr 1870) beginnt, yn Deutschland erfuhr man von diesem Spiel erst gegen das Jahr 1900 einiges, und zur Austragung einer Meisterschaft des Schwimmverbandes kam es im Jahre 1912. Anfänglich wurde nach besonderen Regeln des D. S. D. gespielt; 1924 die internationalen Wasserballregeln dann übernommen. In den allerletzten Jahren hat das Wasserballspiel ganz wesentlich an Bedeutung gewonnen und insbesondere in Deutschland, wo jetzt auch die Deutsche Turnerschaft in ihrem Schwimmbetrieb eine Wasserballmeisterschast austrägt, ist die Beachtung für dieses Ballspiel im Wasser sehr gestiegen. In diesem Jahr ist die Wasserdallmeisterschafl des Deutschen Schwimm-Verbandes gegenüber der früheren Austragsweise nach einem neuen System — in Rundenspielen — durchgeführt worden, um das Interesse an diesem Spiel, in dem Deutschland international noch keine führende Rolle spielt, zu steigern. Bisher waren an den Endspielen die Sieger der einzelnen Kreise des D. S. V. teilnahmeberechtigt, in diesem Jahre wurde die Meisterschaft unabhängig von der Organisation des Schwimmverbandes durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 26 Vereine an den diesjährigen Meisterschaftsspielen, aus denen sich erwartungsgemäß Hellas - Magdeburg und Wasser- freunde-Hannover für das Endspiel qualifizierten. Beide haben die Meisterschaft schon in früheren Iah- ren mehrmals gewonnen, Verteidiger ist Hellas- Magdeburg im Braunschweiger Endspiel. D. f. D. Erstes Verbandsspiel der Bezirksligaklasse I. Am kommenden Sonntag beginnen für die 1. Be- zirksligaklasse des hessisch-hannöverischen Bezirks wieder die Verdandsspiele. Die V. s. B.-Liga hat im ersten Kampf um die Punkte zwar den Vorteil des eigenen Platzes für sich, aber eine der stärksten Mannschaften ihrer Gruppe zum Gegner. Und zwar Ht es der durch seine letzten Resultate oft genannte S. C. 03 Kassel, der am Sonntag zum erstenmal auf dem Waldsportplatz des D. f. B. zu Gast ist. S. C. 03 Kassel schlug vor 14 Tagen die Vereinigten Marburgs mit nicht weniger als 11:1 und bewies am vorigen Sonntag in einem Spiel gegen den vorjährigen Deutschen Meister und diesjährigen Süddeutschen Pokalmeister, die bestbekannte Spielver einigung Fürth, erneut feine Spielstärke, indem er nur knapp mit 2:4 der Meisterelf ehrenvoll unterlag, wobei besonders erwähnenswert ist. daß Kassel in der ersten Spielhälfte mit 2:0 in Führung lag. Trotz alledem sollte D. f. B. opiel und Punkte noch nicht verloren haben. Die Mannschaft hat durch ihr intensives Training während der Sperrzeit ihr Können bsdeutend verbessert und geht nicht ganz ohne jede Chance in den Kamps. Voraussetzung für ein günstiges Abschneiden ist, daß sie angesichts der schweren Ausgabe unter Aufbietung aller Energie kämpft bis zum Schluß und im gemeinsamen Willen zum Sieg ein harmonisches Ganzes bietet. Mag das Spiel ausgehen, wie es will, man darf ihm jedenfalls mit Interesse und Spannung entgegensehen. Die Ligareserve fährt nach Butzbach und tragt Degen die dortige Reserve ebenfalls ihr erstes Punkte- igiel aus. Ihr kann man aller Voraussicht nach mehr Siegesaussichten zusprechen, womit nicht gesagt sein soll, daß sie bereits gewonnen hat. Auch die Dritte beginnt mit den Verbandsjpielen und hat auf eigenem Platz Lollar zum Gegner. Wenn V. f. B. nicht in bester Besetzung antritt, ist hier der Sieg und damit der Gewinn der Punkte sehr in Frage gestellt. Die Jugendmannschaften tragen noch Gesellschaftsspiele aus. Die Erste hat die gleiche von Grünberg zu Gast. Sie dürfte nicht aUuoiel Mühe haben, einen glatten Sieg zu landen, da Grünberg bei allem Eifer noch nicht die richtige Wettspielerfahrung besitzt. Die Zweite tritt auf dem Trieb gegen die neu- gebildete Jugendelf des hiesigen B. C. 20 an. Wenn sie nicht mehr Geist und Eifer zeigt, als in ihren letzten Spielen, verdient sie keinen Sieg. Dasselbe gilt van der Dritten, die einer Ein- lodung nach Großen-Buseck folgt. Hier wird die körperliche Ueberlegenheit der Gastgeber über das technisch bessere, aber lahme Spiel der V. f. B.-Jugend siegen. Spielvereinigung 1906 Giehen. o. Durch besondere Umstände hat 1900 für die Ligamannschaft für kommenden Samstag und Sonntag zwei Gegner verpflichtet. Beide Spiele finden auswärts statt und stellen an die teilnehmenden Spieler außergewöhnliche Anfor- derungen. Zunächst stand das schon vor langer Zeit festgelegte Rückspiel gegen die Dezirksligamannschaft vom Verein für Bewegungsspiele Weidenau a. d. Sieg auf dem Sonntagsprogramm. Der Gäste- platz unterliegt aber zur Zeit einem Umbau und ist daher nicht benutzbar. Das vorgesehene Freundschaftstreffen wird deshalb schon am Sams- tagnachmittag in Siegen auf dem ..Jahnsportplatz" zum Austrag kommen. Man ist allseits gespannt, wie sich 1900'8 junge Elf hier aus der Affäre ziehen wird. Das Vorspiel in Gießen gewannen s. Zt. die „Vereinigten" mit 3 :2. dazu einen Elfmeterball auslassend. Die Leistungen konnten damals nicht überzeugen, da beiderseits reichlich Ersah eingestellt war. Durch die Verzögerung dieses Abschlusses hatte die Spielvereinigung für den Sonntag bereits einen anderen Gegner verpflichtet und sieht sich nun in die Lage versetzt, beide Spiele auch auszutragen. Am Sonntag gewährt den Gießenern der Mainbezirkspvkalmeister. Fußballverein „Germania 1901", Bieber bei Offenbach a. M., Gastfreundschaft. Der Gastgeber ist durch sein gutes spielerisches Können und stets erfolgreiches Abschneiden in Pokal- und Meisterschaftskonkurrenz weit über die Grenzen des Mainbezirks hinaus bekannt. Die Mannschaft steht unter Leitung des bekannten Spielers Huber (früher 1. Fußballklub Nürnberg) der in der Elf den Posten des Sturmführers einnimmt. Bei den, letzten Auftreten in Gießen konnte Bieber mit 5:1 über die 1. Elf des V. f. D. siegreich bleiben. Ueber das Abschneiden der Blauweißen in diesem Spiel läßt sich nichts voraussagen, da man nicht wissen kann, ob in der einheimischen Elf Spieler nach dem schweren Samstagspiel erseht werden müssen. Die 3a°Mannschaft trägt bei dem Verbandsneuling Leihgestern ihr erstes Meisterschaftsspiel in dieser Saison aus und müßte auf Grund der seitherigen Leistungen unbedingt Sieger bleiben, wenn die Elf komplett antritt und sich bald mit den ungewohnten Plahverhältnissen, die nicht gerade ideal sind, vertraut macht. Die 1. Jugend 1900'd empfängt nachmittags die 1. Jugend Butzbachs zu einem Gesellschaftsspiel. Der Ausgang ist völlig offen. Während die 2. Jugend spielfrei ist, geht die 3. mit nach Leihgestern, um der dortigen 1 Jugend ein Rückspiel zu liefern. Die 1. Schülerelf stellt sich in Wetzlar dem dortigen Sportverein zum Rückspiel. Das Vorspiel am vergangenen Sonntag in Gießen endete bekanntlich 1:1. Schwimmweltkämpfe in Gieren. L Zu den am kommenden Sonntag stattfindenden kreisoffenen Schwimmwettkämpfen des Gießener Schwimmvereins haben eine ganze Reihe von Vereinen aus Darmstadt. Frankfurt, Heidelberg, Mainz, Wiesbaden, Offenbach Von der Reise zurück Prof.Dr.Walther Frauenarzt Liebigstraße 43 Sprachst. 10—11 und 21/,—4 Uhr 7738D MeMMSU feinste Goldtrauben, das Pid. 60 tz Frische Bananen, Zitronen, Tomaten. Hochs., selbsteingemachtes, neues Sauerkraut Pfund 30 A 3 Pfund 80 -) Reue Salz- u. Essiggurken 3 Stück 20 <4 Feinster, echter Emmentaler Schweizerkäse */, Pfund 55 in Stücken von 1 Pfund ab -x 2.— das Pfund. Dollsetter Edamer Käse das Pfund 1.40 Ehester, Camembert, Schweizer ohne Rinde. Lang-Gönser Handkäse Pa. Slangen-Limburger das Psd. 80 tz, b. Stange Psd. 70,) Allgäuer Ramadou vollfett, Pfund Jt 1.20 Pumpernickel in Päckchen und Dosen Frische Tafelbutter Große Auswahl in Oelsardinen Hummer, LachS und Fleisch- konserven, feinste Brabanter Sardellen ‘:4 Pfund 45 4 da» Psd. 1.60 Sardellenfilets MMMwW Babnbosstr. 27, Fcrnspr. 1631 ____ 7756a Haben jetzt Telephon-Anschluß Ar. 2511 Zahnpraxis A.U.L. Stiller, Dentist (in) vonn. Graes. 06162 Der Deutsche 1 ----- Last- und Lieferwagen ----- Verlangen Sie ausführliche Kostenanschläge! Daimler-Benz A.-G. Verkaufstelle Frankfurt Abt Nutzwagen, Hanauer Landstr.106/108. Vertriebstelle: Automobil-Verkaufsgesellschaft m. b. H. Gießen, Marhurne'- S^aße 68, '090 ”nc MWUWMWW J 1JJB Meiu-Änden Gasthaus „Zurr Vnvg" Sonntag, den 28. und Nontag, den 29. August 1922 rsttvmes ' wozu freundlichst einladen 06174 Gasiwiri Philipp Jung / Oie Burschen Frisch geschlachtet! Echt Hausmacher! NB. Großer Zuxplah, wie Karussell, Schießbuden p. p. 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Aber in meinen Ohren geisterten sogleich Stefan Georges aufwühlende Verse, überschrieben „Pona nigra": Daß ich zu eurer zeit erwachen mußte, Der ich die pracht der treverstadt gekannt, Da sie den rühm der schwester roma teilte ... Die Frühlingssonne liegt veraoldend auf den gestürzten Säulchen des neu aufgegrabenen Mi- thrastempels, und die edlen Profile des geborstenen Altars schimmern weiß aus dem braunen Erdreich. Altar der Sonne . . . tausend Jahr begraben! . . . Und vor den Trümmern ihres Tempelchens sitzt dort die Muttergöttin Aveta mit dem Fruchtkorb auf dem Schoß — doch ihr fehlt das Haupt . . . Da tönt das Angelus von „Liebfrauen", und es lockt mit jenem Klang, von Jugend auf gewohnt, hinein in der Slrdjcn ehrwürdige Nacht. Die Heiligen am Portal Unserer Lieben Frauen lächeln mir zu ... So mögen Königinnen gelächelt haben in Sainte Chapelle an der Seine bei Notre Dame ... Und dann weht es kühl aus der Spitzbogenrunde des edelsten gotischen Zentralbaus. Abendsonne in den Fenstern, purpurn, saphiren, golden und von jenem unirdischen Grün, das die Himmelswiesen darstellt in alten Glasbildern. Kerzenschimmer flackert im Schatten drüben vor einem Altäre . . . Beter knien. Bilder sehn dich an . . . Fremdling, du, mit dem faustischen Drange . . . Höher steigt das Sonnengold dort an den Pfeiler, dort an der Säule . . . Und plötzlich ist's dir, als spränge eine magische Pforte: ein anderes Jahrtausend tut sich aus. Ruht dort nicht einer aus Rilkes Sippe, oder einer, aufgestanden vom Gast- mahl des Piccolomini? — Halbaufgerichtet, im Waffenrock und Priestermantel, dazu Wallensteinerstiefel, zierlich das Bärl- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Göerheffen) Noch das Beste, was man für sie erhofft, wäre ein Gleichgewicht mit der Rechten; ein wohlbekannter Zustand, dessen Ergebnis adauernde Kabinettskrisen sind. Die radikale Partei weiß weder aus noch ein, die eine Hälfte wünscht das Wahlkartell mit der Linken aufrechtzuerhalten, die andere sympathisiert wieder mit der gemäßigten Rechten. Es ist bemerkenswert, wie lebhaft jetzt das Problem der kommunistischen Agitation erörtert wird. Die Dritte Internationale soll jetzt Frankreich zum Hauptbetätigungsfeld gewählt haben. I und sie erreicht auch lokale Erfolge. Die große Aktion der Regierung gegen die Kommunisten dauert nicht mehr an, besonders der Innenminister Sarraut hält sich neuerdings sehr zurück. Das bedeutet noch nicht, daß man der kommunistischen Gefahr gegenüber untätig bleibt, aber der Kampf gegen die Kommunisten hat seine politische Schlagkraft einge- büßt. Man beschränkt sich auf administrative Maßnahmen. Wie man sieht, scheinen also all die politischen Schlagworte der Regierung ihre Wirkung verloren zu haben. Die chinesische Agrarrevolution Don Dr. Günter Keifer. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Es heißt die chinesische Devolution völlig verckennen, wenn man annimmt, es handle sich hier um eine rein nationale Revolution gegen den fremden „Imperialismus" und seine „ungleichen Verträge" und gegen seine chinesischen Verteidiger, die Generäle und Militärgouver- neure des Rordens. Die tieferen wirtschaftlichsoziologischen Quellen der Bewegung, denen sie allein ihren Elan verdankt, erkennt man, wenn man beachtet, daß das Programm der Kuomintang, der „Volkspartei", in der sogenannten Theorie des „Samenismus" die untrennbare Einheit folgender drei Ziele postuliert: Befreiung Chinas von der Herrschaft des Imperialismus und seiner Werkzeuge, md Einigung zu einem freien Rationalstaat; — Beseitigung der Militärdiktaturen und unbebin' e Demokratie; — Enteignung und Reuverteilung des Bodens und Verstaatlichung der großen Unternehme n. In der Tat laufen mit der nationalen Revolution vorläufig noch aufs engste verschlungen drei weitere revolutionäre Bewegungen Hand in Hand: eine bürgerliche Revolution gegen Autokratie und Reste des Feudalismus; eine proletarische Revolution gegen die fürchterliche frühkapitalistische Ausbeutung der Massen der armen Kulis und der durch den europäischen Import verelendeten Handwerker, bzw. vor allem ihrer Frauen und Kinder in den modernen chinesischen Fabriken und Verkehrsanlagen; vor allem aber eine agrarischeRevo- lution, ein Bauernaufstand. Diese letzte Quelle der revolutionären Bewegung wird bei uns viel zu wenig beachtet und gewürdigt, während andererseits die Russen nach dem Scheitern ihrer Spekulationen mit der proletarischen Revolution auf diesen in Sturm geratenden „bäuerlichen Ozean", der 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung Chinas ausmacht, ihre ganze Hoffnung seyen. Es erscheint daher angebracht, die Ursachen dieser Dauernbewegung, soweit das bei dem Fehlen zuverlässiger, vor allem statistischer Unterlagen mögllch ist, aufzudecken. Agrarrevolutionen sind für China höchst gewöhnliche Erscheinungen; sie finden sich im Verlauf der chinesischen Reichsgeschichte periodisch im Abstand von einigen Jahrhunderten, und zwar zumeist als Begleiterscheinungen politischen Verfalls. Die Ursache ist naturgemäß immer die Verelendung der Bauernschaft, die in früheren Fällen, wie heute, dem furchtbaren Steuerdruck seitens der Provinz- und Mllitärgouver- neure zu verdanken ist. Diese finb seit je in der Festsetzung der Grundsteuerhöhe völlig souverän und treiben die Leistungen der Dauern natürlich vor allem in Kriegs- und Revolutionszeiten ins Ungemessene. Ihre volle Scharfe erhielt diese alte Bäuernnot nun im heutigen Falle durch die unaufhörliche Zerstückelung des Bodens im Verlauf der letzten zwei Iahrhunderte; sind doch seit dem Iahre 1700 in China über 300 Millionen Menschen auf ein und demselben Acker- boben neu untergebracht worden. Daher kommt es, daß heute vermutlich ca. die Hälfte aller Bauern nur Parzellen bis zu 1,2 Hektar und ein weiteres Viertel nur Gütchen bis zu 2,4 Hektar bewirtschaften. Die wenigen Großbauemgüter, die sich daneben erhalten haben, und vollends der chen an Lippe und Kinn und auf das Knie ein aufgeblättertes Buch gestützt — so ruht in Bronze Karl von Metternich hier auf seinem schwarzen Marmorsarkophag. Und vor ihm — teuflische Tollheit am heiligen Ort! — tanzt mit dem Füllhorn. dieser Welt ein nackter Bube. Gewiß ist er dem Tempel der Heilmutter Aveta entwichen, der tolldreiste Kleine: denn dort sand man solche Bübchen, Weihgaben besorgter Eltern, süß und nackt, der Göttin dargebracht zum Heile des leibhastigen Treverer-Kindes, des Blut nun vielleicht urerblich in der kleinen Kvmmunikantin kreist, die dort zur holdlächelnden Mutter Gottes betet . . . Und inmitten der gotischen Halle sehe ich plötzlich Aveta vor mir sitzen, die gallische Heilgöttin mit dem abgeschlagenen Haupt, und ihre steinerne Hand streut lebendige Blüten auf die kalten Fliesen . . . und Metternich blickt von seinem Buche auf zu ihr hinüber. . . Und nun hat sie das Haupt einer der Königinnen draußen vom Portal Unserer Lieben Frauen . . . Gießt da nicht der nackte Bube von Metternichs Sarkophag sein Füllhorn aus zu Füßen der Göttin? — Das letzte Sonnengold ist verblichen. Blaue Schatten wallen um die Pfeiler. Die Kerzen schwelen .. . Blickt da nicht eine der Masken wilder Eifeljäger, närrische Steinmasken, vom Kyllburger Eifel-Dom, um die Ecke? — Was klingt mir in den Ohren: „Göttinnen thronen hehr in Einsamkeit, Um sie kein Ort, noch weniger eine Zeit; Bon ihnen sprechen ist Verlegenheit. Die Mütter sind es! . . ." Die Schlüssel rasseln draußen an der Pforte. „Schaudert's dich?" Tief atmend wanke ich hinaus, am Dom vorüber. „Die Mütter! Die Mütter! — 's klingt so wunderlich!" Der Platz liegt öde. Um das tausendjährige Marktkreuz dort vorn spielt der Mondschein. Dahinter ragt ein gotisches Gasthaus, darin speiste Johann Wolfgang Goethe 1792. Ein Grund einzutreten. „Serriger Vogelsang", Neunzehnhunderteinundzwanziger, soll mir in der Kehle zwitschern ... Ich mag den Metternich nicht mehr vor mir sehen . . . Fort, ihr Buben! Ah, wie das ins Blut flieht! Großgrundbesitz, wie er sich in der Mandschurei und sonstigen halbkolonialen Bezirken findet,«bildet unter solchen Umständen leicht einen dauernden Anreiz zu sozialem Mißmut und Empörung. Dazu kommt, daß die Einbeziehung der chinesischen Wirtschaft in die kapitalistische Weltwirtschaft die für den bäuerlichen Haushalt oft lebenswichtige Hausindustrie (vor allem Seiden-, Stroh- und Bambusverarbeitung) bedroht. Zugleich nimmt der Lebensmittelimport aus Indien und Amerika, durch den minimalen von den ausländischen Mächten kontrollierten Seezoll unbehindert, und durch den billigen Seetransport begünstigt, den durch hohe Transportkosten und Inlandzölle (Linkin) belasteten Waren des chinesischen Binnenlandbauern den Markt gerade in den günstigsten Absatzgebieten weg. Entscheidend für die heutige Rotlage und damit Hauptansahpunkt der Dauernrevolution ist aber der Umstand, daß der- Heine überteuerte Parzellenbauer mit Rotwendigkeit immer tiefer in die Abhängigkeit feines dörflichen oder städti-i schen Händlers gerät, der ihm die Ernte bevorschußt bzw. verpfändet. Der Geldverleiher, den man — bei einem Minimalzinsfuß von 3 Proz. per Monat — richtiger als Wucherer bezeichnet, steckt dabei den Hauptertrag selbst ein. Da Händler und Wucherer zumeist eine Person sind, so pflegt das letzte Ergebnis dieser Entwicklung das zu sein, daß -der Dauer Haus und Hof an den Händler-Wucherer verliert, um es in Pacht zu unsagbar strengen Bedingungen — sehr häufig Halbpacht, d. h. Abgabe der halben Ernte in Ratura — zurückzuerhalten. So sollen heute 50 Prozent der chinesischen Bauern nur noch Pächter fein, und man versteht, daß das doppelte Ioch von Steuer und Pacht und die daraus rasch folgende neue Derschuldungi diese Schicht in ein namenloses Elend reißen muß, das durch die allen Elendsklassen anhaftende Reigung zu Glückspiel und Rauschgiftgenuß (Opium), die die Militärmachthaber noch dazu wegen der damit verbundenen hohen Steuereinnahmen eifrig fördern, weiter verschärft wird. Die Zerrüttung des Bauernstandes resultiert dann im Verein mit den Kriegen in einem Verfall der für die chinesische Landwirtschaft lebenswichtigen Bewäs serungs Anlagen und -Organisationen, sowie der Dammbauten, wodurch in einem Circulus vitiosus Dürre, Hungersnot und Aeberschwemmung die Verelendung auf den Gipfel treiben. Politisch gesehen kommt hierzu noch daß die uralte dörfliche Selbstverwaltung in den Händen einer Art Dorfbourgeoisie, einer „Gentry" aus den Großbauern und Händler-Verpächtern, liegt. Auf die Dauer muß dieser Zustand, zumal er in Llnruhzeiten Machtmißbräuche begünstigt, auch von den an der lieber!ieserung hängenden einfachen Chinesen als unleidlich empfunden werden. Gegen diese Dreiheit: die Steuer erpressenden Militärmachthaber, den mittelalterlichen und urchinesischen Kapitalismus der Händler, Wucherer und Verpächter und die Dorfaristokratie der Gentry richtet sich der Stoß der aufrührerischen Dauern. Zunächst äußerte sich die Bewegung ganz chaotisch und icnpolitisch als Landflucht, als Bettler-, Räuber -und Banditenwesen, dann entstanden ebenfalls nach uraltem Ein Büchlein hat mir der Freund, der Musikus, zugesteckl. gestern um Mitternacht, bei demselben „Serringer 2 ageigcsang". Nun schlag' ich's auf ... „Trierische Hügel beherrschte Dionysos, aber der Bischof Dionysius trieb ihn und die Seinen herab; Christlich lagerten sich Bacchanten-Scharen im Tale; Hinter die Mauern versteckt, üben sie alten Gebrauch." Johann Wolfgang, Wahrtraumdeuter du! Dir dies Glas! Und Metternich, dir, reisiger Domherr! Und: Evoe Dionyse! ... Wenn unsre Fischer Glück haben .. Von Dr. Iohannes K l e i n p a u l. Dermaleinst, in der „guten allen Zeit", bedang sich das Gesinde in seinen M.etverträgen aus, nicht mehr als zweimal in der Woche mit Lachsfleisch gefüttert zu wer. en. lind im Iahre 1871 wu,rde an die auf dem Gracauer Anger bei Magdeburg unie.gebrachten französisi' en Kr egs- gefangenen Storfleisch um 2 Groschen das Pfund verkauft. Damals hatte man dort an einem Tage vierzig große Fische dieser Art gefangen und wußte sie nicht besser zu verwerten. lins Heutigen Hingt dergleichen wie Sage und Märchen. Aber auch jetzt werden bisweilen reiche Lachssänge vorn Riederrhein gemeldet, während im Stromgebiet der Elbe der Lachs und gar erst der Stör eine Seltenheit geworden ist; aber ab und zu gehen da und dort den Fischern doch immer noch wahre Riefenfische ins Garn. Was nennt der Fischer einen respektablen Fisch? Für einen Rapsen gelten 70 Zentimeter als anständiges Ducchschnittsmah; Zander und Flußkarpfen erreichen nur se.ten diese Länge. Für einen Hecht gelten 80 Zentimeter als Regel und ein Meier für einen Aal und Lachs, während Stör und Wels dreimal so lang werden. Ein solcher Mels wird seine fünf Zentner schwer, und Plinius berichtet von den Welsen des Mains, daß sie mit Ochsengespannen aus dem Wasser gezogen wurden. Lachse bringen es bis auf 40 Pfund; Hechte auf nahezu ebensoviel; der größte Hecht, von dem die Geschichte meldet, 37,5 Pfund schwer, wurde im Iahre 1707 unterhalb Dresdens erbeutet. Ein nahezu ebenso schwerer 35pfündiger Hecht ist — in seiner stattlichen Länge von fünf Ellen — Sreitag, 26. August 1927 chinesischen Brauch Geheimgesellschaften und Schwurbünde, so die bekannten „Roten Lanzen" (auch Rotspeerbünde genannt), und neuerdings haben die Kuomintang und ihre russischen Instrukteure versucht, die Bewegung aufzufangen und in ihre Dahnen zu [enten. Sie haben Auf- klärungskomitees in die Dörfer geschickt, Dors- sowjets errichtet, Provinzbauernbünde organisiert — so soll der Dauernbund der Provinz Kwantung 4000 Ortsgruppen mit 700 000 Mitgliedern zählen — und Dauernwehren geschaffen, die sehr bald in Kampf mit von der Gentry errichteten Milizen, dem „Mintuangs" gerieten. Man hat zusammen mit diesen Bauernbünden ein Agrarprogramm aufgestellt und vor allem die Herabsetzung des Pachtzinses um 25 Prozent zunächst einmal von Kanton aus dekretiert. Tschiang Kai Schek, den man häufig als Vertreter des chinesischen kapitalistischen Bürgertums bezeichnet, scheint bemüht gewesen zu sein, die Bewegung aufzuhalten. Demgegenüber suchten die Russen als Gegenmaßnahme mit allen Mitteln die 'Hankauregierung zu einer Radikalisierung ihres Agrarprogramms und zu engstem Paktieren mit den Bauernbünden zu bewegen. Roch befindet sich die ganze Dauernbewegung in unllaren Ansätzen, aber für das zukünftige Gesicht Chinas ist es entscheidend, ob sie, wie es mit unteren Bauernaufständen und Kriegen im 15. und 16. Iahrhundert geschah, an ihrer mittelalterlichen Chaotik und Primitivität zerschellen wird, oder ob sie, sei es mit Hilfe der sich eifrigst darum bewerbenden Russen und bei jungen Proletariats, fei es, was zu hoffen ist, aus eigener Kraft den Weg zu einer grundsätzlichen sozialen Reform der Ägraroerhältnisse bahnen wird. Denn diese ist allein in der Gage, China der großen inneren Markt zu eröffnen, den es zu seinem Aufstieg braucht. Buntes Allerlei. Wildwest bei Berlin. Die Romantik ist trotz des realen Zuges der Zeit noch nicht ausgestorben. Sie treibt, wenn auch versteckter als ehedem, nach wie vor ihre Blüten. Am schönsten und unverdorbensten aber finden wir sie auch heute noch in den Kreisen der Pennbrüder, der Landstreicher und der Verbrecher. Erst kürzlich konnte die Polizei wieder einmal eine Räuberhöhle im wahrsten Sinne des Wortes entdecken, die noch vor ganz kurzer Zeit als Llnterschlupf und Magazin für nachtscheues Gesindel gedient hatte. Sie enthielt alles, was man sich nach den Vorstellungen aus den Abenteuern Robinsons nur wünschen kann. Die Höhle hat die Ausmaße eines großen Wohnzimmers, die Wände sind sorgfältig versteift. Das Dach ist aus dünnen Baumstämmen gebildet und mit Gras belegt. Das Eingangsloch war mit einem Kistendeckel verstellt, so daß es nicht zu sehen war. In der Höhle waren mehrere Lagerstätten aus Heidekraut hergerichtet. Sogar eine Beleuchtungsanlage in Gestalt einer Stallaterne wurde gefunden. Cinbruchswerkzeug aller Art, Schlingen und großkalibrige Waffen vervollständigten das Inventar. Da die Höhle seit Tagen nicht bewohnt war, kann man nur annehmen, daß es sich um eine Art Weckendhütte der Pennbrüder handelt, die von den „Sorgen des Alltages" sich um eine Art Weekendhütte der Pennbrüder Kräfte für ihr „Tagewerk" sammelten Man nimmt auch an, daß die Höhle einer berüchtigten Einbrecherbande, die lange Zeit in der Gegend von Birkenwerder bei Berlin ihr üln- wesen trieb, als Unterschlupf gedient hat. (Eine Schreckensnacht in den Alpen. Eins der gefährlichsten Alpendramen, die sich in den letzten Iahren abgespielt haben, ereignete sich kürzlich bei einer Besteigung des „Pierre Caboh", eines überaus schwierigen Felsgipfels in den Alpen oberhalb des Rhone-Tals. Ein holländischer Beamter des Völkerbundes Dr. van Waise de Bordes unternahm mit einem bekannten Führer von Gryon, Francois K v h l y, den Aufstieg. Die Spitze selbst ist so steil und bietet so wenig festen Halt, daß sie barfuß bezwungen werden muh. Bei dieser Erllimmung im Rathause zu Heilbronn abgebildet, und ein beigefügtes Gedicht vermeldet seine noch viel längere — Geschichte. Gr wurde nämlich im Iahre 1230, wohl schon als stattliches Tier, von „Friederico dem Andern" in den Böcklinger See gesetzt und im Iahre 1497 wieder herausgefischt und Kaiser Maximilian zu Füßen gelegt. Beweis dafür ein hinter feinen Kiemen gefundener Messingring mit griechischen Schriftzeichen und erstgenannter Jahreszahl; er wurde sonach etwa zehnmal sovie.'e Iahre alt, als er Pfunde wog. Richt der einzige Fischriese, dem man ein Denkmal setzte. In der Greifswalder Marienkirche wurde im Iahre 1545 das Bild eines „Bluts- kopfs" aufgehängt, wie man dort die Welse bezeichnete, die man anderswo „deutsche Walfische" nannte. Im Rhein bringen diese mitunter bis in den Oberlauf vor; beispielsweise wurden im Jahre 1688' ihrer mehrere bei Bakel gefunden und im Juni 1918 einer sogar im Starnberger See erbeutet; er wog 80 Psund und brachte dem glücklichen Fischer einen Erlös von weit über 500 Mark. Zu derselben Zeit wurde bei Wien, nachdem sich das Hochwasser verlausen, ein 42 Pfund schwerer Spiegelkarpfen aus der Donau gezogen. Er maß von der Kopf- bis zur Schwanzflossen- spihe 102 Zentimeter und war 47 Zentimeter hoch und war Wohl von allen seinen Artgenossen der schwerste und größte, während das bis dahin von einem andern galt, der zwei Jahre vorher aus dem Zugersee gefischt wurde; von 92 Zentimeter Länge, 75 Zentimeter Brustumfang und 35 Pfund Gewicht. Leider war er prall mit Rogen gefüllt, nach dessen Entfernung er immer noch 22 Pfund wog. Ein Gipsabguß dieses kaltblütigen Riesen wird im Zuger Fischere-Museum aufl enahrt; ein Prachtstück mit 40 Schuppen in der Mittelreihe, von denen die größte einem Fünffrankenstück in Silber gleichkommt. Begreiflicherweise ist es -nicht immer leicht, derartige Deutetiere in Sicherheit zu bringen. Schon mancher Seeadler, der sich mit seinen Krallen in ihrem Panzer verfing, wurde von ihnen in die Tiefe gezogen. Desser kommt ihnen der Fischotter bei, doch nicht immer zu seinem Heil. Im Frühjahre 1918 brachte ein Thüringer Fischpächler einen 20 Pfund schweren Hecht mit heim, und gleichzeitig einen Fischotter, den ec erschlug, gerade, als der vor seinen Augen den Fisch ans Ufer zog. glitt der Führer aus und stürzte in einen 900 Fuß tiefen Svali herab. Hätte er den angefeilkn Alpinist ei^ mit heruntergerissen, dann war das Schicksal der beiden besiegelt. Aber de Bordes lieft sich nicht mit herunterziehen, sondern hielt den Führer in der Schwebe und zog ihn dann langsam auf einen sicheren Platz heraus, obwohl er sich an dem Seil mit seiner schweren Last die Hände bis auf die Knochen durchschnitt. Der Führer hatte ein Bein gebrochen und war bewußtlos: in diesem Zustand legte ihn der Holländer auf den schmalen Grat an dem tiefen Abgrund und blieb bei dem Verletzten die ganze Nacht, eine wahre Schreckensnacht, bis die beiden am nächsten Morgen von einer Touristengesellschaft gesunden wurden. Es wurde dann noch am selben Tag eine Hilfsexpeditton ausgerüstet, die den noch immer bewußtlosen Führer aus seiner gefährlichen Lage rettete. Die beiden hatten 21 Stunden buchstäblich über dem Abgrund gehangen. Der goldene Baben Jleugotfs. Die ungeheuere Wertsteigerung, die der Boden Neuyvrks in der Hauptgeschäftsgegend gewonnen hat, wird durch einige Zahlen beleuchtet, die Veuhorker Blätter veröffentlichen. Man hat kürzlich ein Schriftstück gefunden, in dem der Preis für ein Grundstück von 4 Hektar am Ende des 17. Jahrhunderts angegeben ist. Ein Holländer, namens Johanan Roes«, zahlt« damals 1000 Pfund, und der Preis wird als „ungeheuer hoch" bezeichnet. Wäre dieses Grundstück noch im Besitz der Familie, dann könnte sie heute mit Leichtigkeit 25 Millionen Pfund dafür erzielen. Der Ülnion-Klub, der älteste der Stadt, zieht seit seiner Gründung im Jahre 1836 zum sechsten Male um. Das ursprüngliche Terrain am Broadway kostete wenige 100 Dollar: für seinen neuen Sih an der Ecke der Parkavenue und der 69. Strafte muft er 1,25 Millionen Dollar zahlen. Die Parkavenue, die heute das Wohnviertel der Millionäre darstellt, ist erst seit wenigen Jahren so sehr im Preis gestiegen. Wirtschaft. Zur Lage des Baumarkles. Die im ersten Halbjahr erteilten, ständig gestiegenen Bauerlaubnisse hätten im Monat Juli eine ganz gewaltige Steigerung der Bauvorhaben bringen müssen. Jedoch ist trotz der vorhandenen Baugenehmigungen ein beachtlicher Rückgang der Wohnbauten sestzusieiten. Ein Rückgang der Bankonjunkttir selbst bzw. die Ueberschrcitung des Höhepunkts läßt sich ans dieser Tatsache jedoch nicht ohne weiteres folgern, da gleichzeitig mit dem Rückgang der Wohnbauten bzw. Bauvorhaben für den Wohnungsbau eine beträchtliche Zunahme der Bauvorhaben für gewerblichen Zwecken dienende Bauten festzustellen ist. Die Bauschwierigkeiten, wie sie wiederholt geschildert worden sind, wirken sich selbstverständlich vor allem auf den Wohnungsbau aus, da dieser ganz und gar von der Verfassung des Kapitalmarktes abhängig ist. Beim Wohnungsbau spielt die Frage der Rente des Baues die Hauptrolle und die zunehmenden Bauschwierigkeiten lassen den Bauunternehmern eine Inangriffnahme ihrer Bauvorhaben nicht ratfam erscheinen. Die Hauptschwierigkeiten liegen einerseits in der durch die stark gediegenen Baustoffpreise gegebenen Verteurung, andererseits in der Daufinarizierung. Für die Hypothekenbanken ist 9er Pfandbriefabsatz nach wie vor sehr schwer, und noch heute müssen die großen Pfandbriefemissionen vom Anfang des Jahres an den Mann gebracht werden. Auch der Zufluß von Wohnungsbaugeldern der Versicherungsgesellschaften ist mit der Verengung des Kapitalmarktes geringer geworden. Infolge dieser Entwicklung hat sich die Baumartttendenz bei Wohnungsbauten vollkommen geändert. Wenn trotzdem die Beschäftigung im Baugewerbe gegenwärtig noch durchaus günsttg ist, so ist dies darauf zurückzuführen, daß die Bauvorhaben für In- dustriezwecke gegenüber der gleichen Vorjahrs- zeit beträchtlich höher liegen. Die Zunahme der Industriebauten ist zweifellos eine Folge der diesjährigen ansteigenden Konjunktur und ent» spricht der Expansion der Industrieanlagen. Bei Industriebauten fällt auch die Frage der Rente weg. und die Kosten werhen in den meisten Fällen aus den eigenen Mitteln der Industrie- firmen bestritten. Mithin ist die Situation heute die, daft die starke Zunahme der Industriebauten einen gewissen Ausgleich für die Abnahme der Wohnbauten bringt, und man kann bei anhaltender Konjunktur damit rechnen, daft die Lage der dem Baumarkt beliefernden Industriezweige günsttg bleiben wird. Eine gewisse Belebung wird auch aus Bauaufträgen der Landwirtschaft eintreten, die bekanntlich nach der Ernte ihre ‘Bautätigfett wieder aufzunehmen pflegt. • Pünktliche Zahlung aus der deutschen I n v u st r i e b e l a st u n g. Die Bans für deutsche Jndustrieobiigattonen hat am 25. August den Betrag von 125 Mill. Ml. gemäß den Bestimmungen des Jndu .riecelastung.g^e^es als zweite Halbjahresrente der für das dritte Reparationsjahr vorgcsch:nen Johrcszinsleistung von 5 Proz. aus die 5 Milliarden Belastung der deuttchen Industrie dem Generalagrn e i für die Reparationszahlungen zu Rechnung des Treuhänders für die deutschen Jndustrieobligattonen überwiesen. 'Verhandlungen über einen inter- nationalen chemischen Konzern. Die „Morning Post" meldet, daß in Deutschland Verhandlungen über einen uternaäcnalen chemischen Konzern im Gange seien. Die I. G. Farben- industrie plan« von ihrer starken Stellung aus die Bildung eines europäischen Ehemietrusts. Heber den ersten Schritt werde jetzt zwischen den britischen Interessenten und dem deutschen Konzern verhandelt. Sir Alfred Mond, der Präsident der britischen Gesellschaften befinde sich in Deutschland und es werde angenommen, daß der Entwurf eines Abkommens zwischen den deutschen und den britischen Konzernen bereits auf- gestellt worden sei und nur noch auf die Schluß» revision warte. (Anm. der Red.: Seitens der beteiligten Kreise war eine Stellungnahme zu dieser Meldung nicht zu erhalten, wobei darauf hingewiesen wurde, daß vorstehende Nachricht von keiner der an den schwebenden Verhandlungen maßgeblich beteiligten Persönlichkeiten stamme. Von einer Anwesenheit Sir Alfred Monds in Deutschland sei nichts bekannt.) * Versuche zur Jndustriefinanzie- rung in der Textilwirtschaft. Die Bemühungen von Jndustriegruppen, im Wege der Bildung von Genossenschaften und ähnlicher die Haftung gesamtschuldnerisch übernehmender Organisationen, Kredite auszunehmen, sind mehr oder weniger erfolglos gewesen. Runmehr hat eine bedeutende auslärwich-e Kapitalgruppe, über deren Zusammensetzung erst später Näheres bekanntgegeben werden kann, sich bereit erklärt, in großem Umfange Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Rationalisierung der Betriebe bzw. die hierfür erforderliche Anschaffung von Maschinen zu erleichtern. In erster Linie sollen die Mittel der deutschen Textilindustrie zugeleitet werden. Die Amortisierung der durch die Lieferung der Maschinen entstandenen Schuld hat durch eine Airzahlung, die sich zwischen 20 und 25 Prozent bewegt und vierteljährliche Ratenzahlungen, verteilt auf drei bis vier Jahre, zu erfolgen. * V o m süddeutschen Schnittholz- markt. Am subdeutschen Schnittholzinarit macht sich die alljährliche stillere Saison in diesem Jahre weniger deutlich als sonst bemerkbar. In der Vreislage ist seit längerer Zeit ein allgemeiner Stillstand eingetrelen. Auch Umfang und Leb» haftigkeit der Nachfrage scheinen ihren Höhepunkt allmählich überschritten zu haben. Andererseits sind die Vorräte in Schnitthölzern gegenwärtig nicht groß. Die Beschäftigung der Merke mit Einschnitt und Lieferung von Bauholzlisten ist noch befriedigend, jedoch sind die Anforderungen in letzter Zeit weniger zahlreich und driiiglich. * Oelänbefäufe der Siemens- Schuckert-Werke A.-G. Die Siemens-Schuckert- Werke A. G. haben dieser Tage einen Teil des an der Berliner Chaussee in Spanbau gelegenen Geländes mit Fabrikationsgebäuden von der Deutsche Werke A.-G. in Liquidation zur Entwicklung ihrer bis jetzt im Kabelwerk Gartenfeld bei Spanbau gelegenen Leistungsfabrikation käuflich erworben. frankfurter Börse. Frankfurt, 26. Aug. Tendenz: Still. — Die heutige Wochenschlüßborse hatte kleine Umsätze, da weiterhin Zurückh. itung geübt wird und die zweite Hand auch heute fehlt. Die Kurse blieben im allgemeinen knapp behauptet, nur in einigen Spezialwerten konnte sich etwas Geschäft entwickeln, da hier die Spekulation Wochen- s ch l u ft d e ck u n g c n vornahm. Anregungen boten dabei die Verhandlungen der I. G. mit der englischen Chemieindustrie. Mit Befriedigung wurde auch der Reichsbankausweis aufgenommen, der ein« weitere Entspannung zeigt (Rückgang der Wechsel- und Lombardbestände um rund 123 Millionen Mk. und des Rotenumlaufs um nmd 114 Millionen Mk.). Der Geldmarkt war kaum verändert. Bei weiterer Flüssigkeit von Tagesgeld blieb Termingeld knapp. Die lleberroeifung der 125 Millionen Mark Jndustrie-Obligationen-Zinsen an den Reparations- agenten machte sich am Geldmarkt nicht stärker bemerkbar, da umfangreiche Vorbereitungen getroffen worden waren, was allgemein befriedigte. Verstimmend wirkte dagegen die dauernd feste Haltung der Produktenmärkte in Verbindung mit der schlechten Witterung, die die Ernte gefährdet. Gegenüber den Kursen der gestrigen Abendbörse ergaben sich an den Effektenmärkten im allgemeinen unr geringe Veränderungen. Lebhafter umgefeftt und bis 2 Proz. fester wurden I. G. Farben und die Mehrzahl der Elektrowerte, besonders Siemens. Bankaktien und Montanwerte lagen knapp behauptet. Etwas schwächer er» öffneten Sd/eibeanftalt und Bergmann. Dagegen konnten Wayft & Freytag 2,5 Prozent anziehen. Heimische und fremde Renten blieben fast geschäftslos. Im nxiteren Verlaufe verstärkten sich die Deckungskäufe der Spekulation und erstreckten sich jetzt außer I. G. Farben und Eletkrowerten auch auf Bankaktien bei Kursbesserungen von 1 bis 2 Prozent. I. G. bis 3 Proz. fester. Am Geldmärkte ermäßigte sich der Satz für Tagesgeld auf 5 Proz. Im Deoifenverkehr konnten sich das Pfund und der Dollar merklich befestigten, da sich die Nachfrage nach Devisen verstärkt hat. Die Reichsmark schwächte sich daher gegen Kabel auf 4,2024 und gegen London auf 20,4390 ab. Ferner notierten: Paris gegen London 124,02, Mailand 89,25, Madrid 28,85. Berliner Börse. Berlin, 26. Aug. Die Börse zeigte heute ein freundliches Aussehen. Zwar ist das Geschäft nach wie vor noch nicht groß, doch schreitet die Spekulation weiter zu Deckungen. Die Börje scheint das Bestreben zu haben, die Abschläge gegen die letzten Liquidationskurse nicht attzugroß werden zu lassen, damit die Nachschüsse nicht so erheblich sind. Der Reichsbankausweis wurde mit ziemlicher Befriedigung aufgenommen, da er die Erwartungen der Börje eigentlich übertroffen hatte. Auch die Exportziffern Deutschlands am Weltkohlenmarkte im ersten Halbjahr sind günstig und regten besonders für Montanwerte an. I. G. Farben wurden auf Grund der deutsch-französisch-englischen Chemieverhandlungen reger gehandelt und konnten fast fünf Prozent gewinnen. 9m allgemeinen betrugen die Kursbesserungen 1 bis 3 Prozent. Glanzstoff und Bem berg konnten sogar 11 bis 12 Prozent anziehen. Allerdings blieb auch ein großer Teil der Kurse unverändert. Am Geldmarkt hat sich die Lage nicht geändert. Tagesgeld 4i bis 6, Monatsgeld 7z bis 8z Prozent. Heimische und fremde Renten fast geschäftslos. Nach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Tendenz allgemein weiter fest. Die Besserungen betrugen weitere ca. ! Prozent. Glanzstoff konnten sogar noch sechs Prozent gewinnen. 9. G. Farben plus 2 Prozent. Später wurde das Geschäft ruhiger. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a .M., 26. Aug. Bei weiter anhaltendem schlech:en Wetter kommt kaum noch trockene Ware an den Markt. Vollkommen einwandfreier Jnlandweizen wird weit über Notiz bezahlt. Roggen zog im Preise an. Da auch di« Forderungen vom Auslande heute höher lauteten, zogen die Preise für Mehl an. Roggenmehl ist sogar bis 0,50 Mk. teuerer, da wieder in größerem Maße Auslandroggen vermahlen werden muß. Kleie ist stark befestigt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 28,75 bis 29, Roggen. inländ. 24,25, Sommergerste für Drauzwecke 25,50 bis 27, Hafer, inländ. 23,25 bis 23,75, Hafer, ausländischer 23,75 bis 25, Mais gelb 19/25 bis 19,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 35 bis 36, Weizern- und Roggenkleie 13,75. Tendenz fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 25. Aug. Das katastrophale Wetter hat am hiesigen Markt zu einem unerwarteten Tendenzumschwung geführt. Trotz der starken Preisrückgänge auf sämtlichen ausländischen Märkten setzte sich für Roggen bis 5,50 Mark, für Weizen vis 3,75 Mark betragende Preiserhöhungen durch. Anlaß hierfür war der trostlose Regen, der in einzelnen Teilen Deutschlands das noch auf den Halmen befindliche Getreide verderben läßt. Die Berliner und auch die übrigen Inlandmühlen sind mit Rohmaterial, besonders für Roggen, nur noch für ganz kurze Zeit gedeckt und müssen unweigerlich zum Stillstand kommen, wenn nicht in Käme eine Besserung des Wetters und damit erhöhte Zufuhren eintreffen. Beim Weizen find die Verhältnisse nicht ganz so schlimm, weil man sich noch mit alter Aus« lanbroare behelfen kann und vom Inlande, wenn auch in abfallenden Qualitäten, immerhin manches Angebot besteht. Am Mehlmarkt find die Preise nur ganz wenig mit der Haussebewegung am Getreidemarkt mitgegangen, da der Konsum nur das Notwendigste aufnimmt. Großes Geschäft entwickelt« sich am Cifmarkte in Auslandroggen. Es sollen bis zur Börse bereits 6500 Tonnen Roggen gehandelt worden sein. Mais hat wenig Geschäft bei unveränderten Preisen. Für Gerste hält die Nachfrage nach guter Ware an. Hafer ist als fester zu bezeichnen, die gestrigen Preisverluste sind wieder eingeholt. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 277 bis 281, Sept. 283,75 bis 284,75, Oft. 280 bis 282, Dez. 280 bis 280,50 (sehr fest): Roggen, märt., 231 bis 235, Sept. 248 bis 249,50, Oft. 248,50, Dez. 242,50; Sommergerste 224 bis 272; Wintergerste und 1 Futtergerste 203 bis 209 (fest); Hafer, märkischer, ab schief. StaL 202 bis 214 (etwas matter), Sept, (ruhig), Ott. 210. Dez. 208; Mais, La Plata, 196 bis 197 (ruhi!H;Naps 290 bis 295 (stetig); (100 Kilogramm): Weizenmehl 35,75 bis 37,50 (fest); Roggenmehl-32,50 bis 33,25 (fest); Weizenkleie 16 (fest); Roggenklcie 15,25 (stetig); Viktoriaerbsen 42 bis 48; kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 Letzte Nachrichten. Brand des Amtshaufcs in Wien. Wien, 26. Aug. (WTB. Funkjpruch.) Heute Nacht ist in dem neuen Amtshause der Stabt Wien ein Dachstuhlbrand ausgebrochen, der, als er gegen Mitternacht entdeckt wurde, schon längere Zeit im Innern gewütet haben mußte. Dem sofort herbeigeeilten großen Aufgebot der Feuer- wehr gelang es, das Uebergreifen auf andere Gebäude zu verhindern und um 5 Uhr morgens den Brand zu loschen, so daß sie um diese Zeit bis auf eine Feuerwache abrücken konnte. Im ganzen sind etwa 1 0 00 Quadratmeter Dachstuhl ausgebrannt. Der Schaden ist beträchtlich. Verletzt wurde ein Feuerwehrmann. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. In dem Amtshause sind Abteilungen des Wohlfahrtsamtes und der Lebensmittelversorgung der Stadt untergebracht. Verurteilung französischer Soldaten wegen Gehorsamsverweigerung Paris, 26. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das Kriegsgericht in Rouen hat einen Sergeanten zu 1 Jahr Gefängnis, einen Unteroffizier zu 18 Monaten Gefängnis und zwei Soldaten zu 1 0 bzw. 5Monaten Gefängnis verurteilt. Sie waren angeklagt, sich während ihres Aufenthaltes in einem Reseroistenlager der Gehorsamsverweigerung, der Beleidigung und der Aufreizung von Militärperfonen zum Ungehorsam schuldig gemacht zu haben. Nene Waldbrände in Frankreich. Paris, 26. Aug. (WTB. Funkspruch.) Haoas berichtet aus Toulon über neue Wald- b r ä n b e an ber Sübfüfte Frankreichs. Truppen finb zur Bekämpfung bes Feuers abgefanbt worben. Innere Anleihe Rußlands. Moskau, 26. Aug. (WTB.) Das Präsibium bes Zentralerekutiokomitees ber Sowjetunion genehmigte die Ausgabe einer sechsprozentigen inneren Staatsanleihe von 200 Millionen Rubel in Stücken von' 25 Rubel mit zehnjähriger Tilgungsfrist vom 1. Oktober 1927 gerechnet. Die Anleihe wird für die Industrialisierung ber Volkswirtschaft verwandt werden. Schwere Ausschreitungen bei Mukden. London. 26. Aug. (WTV. Fimfspruch.) ..Times" meldet aus Peking: V«i einem Streik in einem bedeutenden japanischen Kohlen- und Eisen-Konzern in der Nähe von Mukden kam es zu Ausschreitungen, in deren Verlauf die Starkstromzen- trale geftilrmt und der Strom abgeschnitten wurde. Die Stadt wurde in Dunkelheit gehüllt und der Pöbel griff mit Knüppeln und Aexten bewaffnet die Bureaus und Wohnungen der japanischen Angestellten an, tötete einen Japaner und verwundete mehrere. Ein Zusammenstoß zwischen dem Pöbel und der Polizei verursachte viele Verluste. Der japanische Premierminister ist entschlossen, die japanischen Interessen in der Mandschurei zu schützen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuft 7 Prozent. Frankfurt a M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin 2 1 5 j 5 I । Berlin. 25 Auaust. «eld Brief ^ranzdiiichr Roten...... wlländische Roten...... .lalieniscke Roten...... Norwegische Roten...... Deutsch Ccflcrr ,5100 Jhoncn iumänische Roten...... schwedische Roten...... schweizer Roten....... Spanische Roten....... stchcchoslowakische Roten . . lltgarische Roten . . . Devisenmarkt Berlin Telegraphische 16.40 («7.84 22,92 108.86 69.15 2,b8 112.42 80,75 70 46 12.369 73.15 —Frankfur Auszah 16.a; 168,62 23,02 109, 0 59,39 2,60 112.88 hl 07 70.74 12,456 73.45 a. HL luno. Schlich. Kurs lUhr- Kur» Schluß. Kurs Anfang Kurs Schluß Kur» -Uhr. Sure Sa>luh> Kure Anfang Kurs Schlug» Kur, 1-Ubr. Schluß. Anfang Kur* l Nur, Datum: 25- 8. 26. 8. 25. 8. 26. 8. Datum: | 25. 8. | 26. 8. 25. 8. | 26. 8- Datum: 25. & 26. 8. 25.8. 26. 8. 6°/o Dl ReichSanleihe v. 192? Dt 8lnl »Ibloi Schuld mit Ansloi -Rechten . . . Desal. ohne AuSls -Rechten 7°/e ftrmttf Hup.-Bl. Gv.dpl unkündbar bit 1932 ... l‘/,% Rheinische 6op -Bank Liqu -Voidpf ... A liJ nbg BorkriegS-Ob liganonen. rückzahlbar 1932 4% Schweiz. BundeSb.-Anl. 4% Lestereichische (tolbrte 4,20°,'n Oesterr ich. Silberne <7o ».citerreich ein eilt. Rte Via Ungarische Äoldrie 4°/, Ungarische SlaotSr 0.1910 4'/,°/.. dcSgl. von 1913 4,J/0 Ungarische Kronenrte . . 4°/, luvt. Zollanleihe v 1911 4% lud Bagdadbahn-Anl Serie I 4°/, dcügl Serie 11. ... 4e0 Rumänen convcrt VUc 4 V.o Rumänen Goldanl. . von 1913 . . flltfl Deutsche Eisenbahn Hambura-Ainerita Paket. . g vamb-Sudam Tampstch s Hansa Damvtichitt • • .6 Norddeutscher Lloyd . - 6 ?ulg. Deutsche Ercditanft- - 10 Barm r Bankverein 10 Berliner HandrlSaesellsch- 12 Commerz' und Privat-Bk. 11 Dannst. u- Rauonatbank- 12 Teuvche Bank. . . . ■ - 10 D'Skonto Gesellschaft «nl. 10 Dresdner Bank..... io Mitteldeutsche Creditbank 9 Metalldank..........8 RcichSdank.....1' 87,5 .'7.75 16.13 s 5,26 - 25.26 22,9 23,6 13,76 14 5 15 «6 149.25 150.5 113.13 147.5 244 176 26 IÜU 156 16- 238.75 145 173 5 1 1-7 1 1 1 t 1 1 1 1 1 1 1 1 III 1 1 **! 1 1 8 I “l 1592 1 1 । 5 । 2 ? - S 87.6 68 15,25 a 25.1 22, <5 2.25 13,4 16,75 14 15,5 87 149 Id 221 228.5 150 25 I44.fi 147 244.5 171.75 226,9 160 155,75 163.75 237 143.6 174 68 15.13 25,25 22,75 2.2 13.4 86.4 149.5 22? 223.75 150 1 144.65 I47.6u 175. n 227 160,2. 156 163.5 235 174 91. 6 <3..........7 Bergmann . . ......8 Elcktr. Lieferungen . . . . io Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume .... 6 Ges. t. Elckir Untern. • . 10 Hamb. Elektr. Werke . . Io Rhein- Elektr.......8 Schles. Elcktr. ....... io Schlickert ..... 7 CicmenS & Halske . ... 16 Transradio...... 8 Ladmever LTo. - .... .9 Buderus , ...... o Deutsche Erdöl..... .6 Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener . f. '/, I. 4 Harpcner.........8 Voesch Eisen .......... Hlse Bergbau ........8 Klöcknerwerke ........ 5 Köln "Neuesten .....51/, Mannesmann .f. */i 9 * Mans eldcr..........7 Oberschlei. Eisend. Bedarf 0 Oberkchles. KokSwerke . . .0 Phonte Bergbau f 9 3 Rheinische Braunkohlen • io Rheinstahl.........o Riebeck Montan.......6 Bereinigte Stahlw. f. I 3 Otavi Minen . . . . i sh Kali Aschersleben . ■ . . 10 llailWesteregeiu . - 10 Kaliwerk Salzdetfurth 12 8 G. Farben-Jndustrie. 10 Dynamit Nobel ......0 Scheid.anstalt ....... .8 Goldschmidt.........5 RütgerSwerke........0 MetallgelclUchatz.....10 185 lit7.fi 192.5 202,5 139,6 163.5 202.5 286,5 176 111.5 154,13 165,5 199,5 266.5 168,76 177.75 129 98 <16 5 251 200 168 131.25 33 5 177 184.6 295 214,5 134 98.5 185 184,5 .96 •204 1J8 203,5 287 .5 176.75 111.5 155.25 155.5 206 176.9 129 U7.5 251 199.5 169 131.25 184 29- 98.25 183.5 194.75 189 202 139 255,5 •64.5 162 173.75 200.65 283.75 132 176.5 HO 154.5 164 5 154.5 198.65 175 156.25 171.25 175.75 129 99 98.75 115.75 250,5 196.73 167 131 34 174,9 183.75 239 291.75 140,5 131,75 98 184.2a 196 188 204,25 137.75 260.75 164 162 173,76 203.25 286.25 175^5 100.75 155 164 156 4 199 176,5 157 5 172.5 176.45 128.6.< too 100.13 115.5 250 131.5 33.5 173 183.5 296.5 133.13 97.25 - Philipp Holzmann .... >7 Heidetberaer Cemenl . . 8 Cemeni Karlstadt.....x Wavß 4 streitaa • . . lu SchulthetS Poyenhofer. . 15 Ostwerke........... Brr. Glanzstoff........ Bemberg........... Scüitoir Waldstof. . . . 12 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Charlottenburger Wasser. 7 y cfiaucr Gas......x Daimler Motoren.....0 Demag.......... Adlerwerke fließet.....0 Ludw- Loewe ..... li Wat. Automobil.....6 Orenstein & Koppel .... 4 Linke Ho,'manu...... Leonhard Tie». . . . . . g Bamaa-Megnin....... Franks. Maschinen Grivner ...... 7 Hevliaenstaedt ...... c Ynngbans ...... r Lechwerke......... Matnkrastwerke ...... s Miag ...........ic Rekarsulmer ........ x PctcrS Union ...... x Gebr Roeder ...... 10 r'oigt 4 Hocffner.....6 6>ndd. Zucker.......0 Ban 193 143 75 185.5 165 .22.75 206 121 114 46 76 115 24.9 114 122 122 138 114 113.75 155,75 141.25 knoten. So 1 1 1 l 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ■ ?. Li 1 . 1 1 1 1 £ 1 | 1 193 421 403 676 550 121.75 147.25 WO.7b 120,4 96.5 115,4 271 119.5 < 136 150 75 46.5 76 113 114 137.5 114.75 114,5 155.25 141 1 1 ' 1 «SS l A ' KS10--10. KlglSlHIIIIIIIIII ____r ' t ’ _____ 25. August. 26. August. Amtliche Notierung Keld Rriei Amtliche 'Notierung v)eld l Brief mit.» dt 011 -neu.-Aires ^rst.-Antw hriftianta 'oprnbagen Stocfbolnx . lelstngforS. Italien. . . ondon. . . Zeunort . . iariS.... Schwei, . . Spanien. . sapan . . . Mio de Ian Dien in D - - tft. abgest frag .... "elirad . . Budapest. . Du la arten ''stabon . Sanrig. . . itonft’inrin. ithen. . . Kanada . 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