ZLKH ier «ötjc. »« bi.S'Wter » Ä ^""'4 'hä"' sp";;* w jafebr* ” ®eft«n «" neuen ieuWanbs ?' W erun9 der^k^-> reüier unh Cn or> f oorbereite, s! Sben Ld- te"n »ÄSSÄä S"ÄÄ,‘i äfris Ä'tet tVno??er vvd stellte Jm Deoisenoertehr ’^n Sabel 4,2010, gegen !gy London IWz, Getreidebörse. 5 «Tiebener Anzeigers^ 25- 3uli. Zu Beginn der c Tendenz am hiesigen lche. Roggen und in Ber« >ehl angeboten und bis o wurden die Rolierungen l Hafer um 0,50 Ml. her- verlangt. Futtermittel lie- >cn notiert: Weizen. M Roggen, inländischer. 26,50 . 25,50 bis 26; Hafer, aus» ); Mais (gelb) 19; Weizen, al 0,39,75 bis 40; Roggen- SeizenNeie 13; Roggentlcie । bis 60; Linsen 40 bis 60; trocken, 2,80; Weizen- und ;ht) 4,75 bis 5,25; gebünb. ocknet. 15,2-5 bis 15,50. Ten- chiachtviehmarkt. •s „(Siebener Nigers“} L, 25. Juli. 2lultr\^: 454 Kälber, 48 Schafe; fierten: Ochsen, vollslei- chften Schlachtwerts: jün- 58 bis 62, sonstige voll« is 57, ältere 50 bis 53; ischige, höchsten Schloch!' ? Eleischige oder aus- h: jüngere, vollfleilch^e, 51 bis 50, sonstige tnfl- stete 44 bis 50, flM ährte 30 bis 36; Farsn r): volAeischige, ausF.-' chtwerts 62 W 66. jf. ischige 50 brs 5,; Kalbn- ckälber 12 bis 78, n* 65 bis 71, gerlvSe.Kalm Mstlämmer und M?e« 5 50 bis 55, Schöne. fS W Mnd Lebert bis rvu w Rarktverlaus. { § «I*6 & giessen! nt. Sn:1 n:tinw r.u 'S s 13,Ü Ä. lv-8 80,9b 71.76 i3,l 73,05 nn-Sranff^ 61 nr. m Lrstes Blatt 177. Zahrgang Dienstag, 26. Juli (927 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen DrMd und Verlag: vrühl'sche Untverfitäts-Vuch- und Zteinsruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot' für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Giehen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monats-Besugspreis: 2 ReichsmarN und 20 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Nichterscheinen einzesnecNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen, povschecklonto: Frankfurt am Main 11686. Die Jubelfeier der Universität Tübingen R i - „ ~ OK rY,.r- ZO-8T \ O- . .. ’ Tübingen, 25. Suli. (TA.) In der alten besonders hochgehalten daorben. Möge dies immer so bleiben zum Segen unseres deutschen Vaterlandes. Die Minderheitsschulen in Süds'awien. Belgrad, 25. Juli. (WD.) Der Unterrichtsminister erließ eine Verordnung, durch die die Frage der LehrerbildunH für Minder- hcilsichulen geregelt wird. Danach werden schon im nächsten Schuljahr in der Lehrer- und Leh- rerinnen-Bildungsanstalt in Zombor ungarische und in der Lehrerbildungsanstalt in Ver- sec deutsche und rumänische Lehrstühle errichtet. Für jeden Lehrer wird die Erlernung einer Minderheitssprache obligatorisch gemacht. Die genannten neuen Kollegien haben nicht nur Grammatik, sondern auch „Zur 450jäf)tigen Jubelfeier der Eberhard- narls-Universitäl spreche ich Eurer Magnifizenz, dem Senat und der Studentenschaft meine aufrichtigen Glückwünsche aus. Der alma mater im« anmutigen, fruchtbaren Schwabenlande rufe ich am heutigen Tage ein herzliches vivat, crescat, floreat zu. gez. v. Hindenburg." Diesen Wünschen des Herrn Reichspräsidenten schließt sich die Reichsregierung von ganzem Herzen an; ist doch die Universität Tübingen schon lange vor Gründung des Deutschen Reichs, ja ich darf wohl sagen, vom Tage ihrer Stiftung ab, ein Bindeglied für alle Stämme des weiten deutschen Volkes gewesen. Graf Eberhard im Barte hat bei der Gründung der Universität im Jahre 1477 als Ziel gesetzt „einen Bronnen zu graben, damit von allen Enden der Welt geschöpft werden möge tröstliche und heilsame Weisheit zur Erlöschung des verderblichen Feuers, menschlicher Ohn- vernunft und Blindheit". Unö das Zie>l, das dein damals immer mehr an Boden gewinnenden Humanismus entsprach, wurde in Tübingen festgehalten. „Ein Born der Wissenschaft wurde geschaffen, aus dem Alldeutschlands Jugend schöpfte." Schon lange, ehe es gelang, ein deutsches, einiges Vaterland zu schaffen, saßen zu Füßen der Tübinger Professoren die Studiosi aus allen deutschen Gauen und gerade in den süddeutschen Hochschulen, voran in Tübingen, wurde nach 1848 die Sehnsucht nach einem großen, einigen deutschen Vaterlarrde besonders wachgehalten. Man- cher, der, wie älhland sagt, „des Rechts beflissen gegen seines Herzes Drang" nach dem schönen Tübingen zog, ist als begeisterter Verehrer seiner Wissenschaft von Tübingen geschieden; .denn Tübingen ist trotz all ihrer lockenden Schönheit der Stadt und ihrer Llmgebung, eine Stadt der Arbeit. Die akademische Freiheit wird vielleicht nirgends so genossen, wie in Tübingen, aber sie wird hier nicht mißverstanden. sie wird nicht mißbraucht. Fichte hat als der Sünden größte bezeichnet die drei F: Faulheit, Feigheit und Falschheit. Mit Stolz können Sie bekennen, diese gedeihen in Tübingen nicht. Freundschaft ist es, was als das besondere Zeichen, gerade für die Tübinger Studentenschaft genannt werden kann. Eine Freundschaft, die damit vielfach dazu beiträgt, in den Gegensätzen, die sich zwischen den einzelnen Landesteilen ergeben, einen willkommenen Ausgleich zu schaffen. Der große Erzieher Krieg hat ein mächtiges Gemeinschaftsgefühl geschaffen, vor allem auch in der deutschen Studentenschaft, Dien st am großen Ganzen, Dienst für die 2lllgemeinheit, Dienst für das Vaterland soll die Parole für unsere akademische Jugend sein. Auch hier sollen sie als künftige Führer des Volkes mit leuchtendem Beispiel allen oorangehen. Nicht leicht wird es heute der Jugend gemacht, denn Kämpfe aller Art spalten und zerreißen unser Volk. Die wahre Liebe zu unserem deutschen Vaterlande findet auch hier den richtigen Weg. Niemals wollen wir vergessen, was das alte Reich uns gewesen, niemals wollen wir dulden, daß unsere ruhmreiche Vergangenheit in den Schmutz gezogen wird, aber ebenso heißen Herzens und mit ebenso großer Liebe wollen wir dem h e u- t i g e n Staate dienen, bei allen unseren Handlungen immer nur das Wohl des Vaterlandes im Auge haben. Hier gibt ein wunderbares Beispiel unser hochverehrter Herr Reichspräsident, der mit allen seinen Fasern im alten Staate wurzelt, dem neuen Staate aber, dem deutschen Vaterlande mit allen seinen Kräften ehrlich und treu dient. Ich weiß, hier in Tübingen, hat das nationale Wollen immer einen besonders festen Boden gehabt. Hier ist der d e u t s ch e G e d a n k e zu allen Zeiten Aula der Eberhardt-Karl-Universität fand heute vormittag der offizielle Festakt aus Anlaß des 450jährigen Bestehens der Universität statt. Die Teilnehmer an dem Festakt begaben sich zur Aula in einem Festzug, der von Reitern und Musikkapellen eröffnet wurde. Hieraus folgten die Korporationen, die württembergische Staatsregierung und außer württembergischen Behörden die Ehrengäste, der Lehrkörper der Universität und die Beamtenvertreter. Zn der alten Aula hatte sich zu der Feier die frühere Königin Charlotte von Württemberg eingefunden, die vom Staatspräsidenten Bazille begrüßt wurde. Vor dem Festakt legte der Rektor Professor Treicdelenburg einen Kranz am Sarkophag des Universitätsgründers nieder. Der Festakt selbst wurde durch den Vortrag des ersten Teiles der Jubiläumskantate vom Universitätsmusikdirektor Hasse eingeleitet, worauf der Rektor Prof. Trendelenburg die Festrede hielt. Die Jubiläumsfeier sei nicht nur eine Sache der Universität, sondern des ganzen württembergischen Volkes, dem die Universität soviel verdanke, dem sie soviel sein > dürfe und noch mehr sein müßte. Die Universität sei sich der großen und entscheidenden Förderung bewußt, die sie von der württem- bergischen Volksgemeinschaft erfahre. Dem kleinen Lande Württemberg falle es nicht immer leicht, den steigeWen Bedürfnissen der Universität nach- zukvmme«, trotzdem sei stets alles geschehen, was im Bereich des Möglichen lag. Die Jubelfeier habe auch weit über die Landesgrenzen hinaus große Anteilnahme gefunden. Der Redner wies dann auf den regen Austausch von Interessen und Kräften im Universitätswesen über die Reichsgrenzen hinaus hin, der nur durch Festhalten an einer gewissen Ue b e r l i e fe- rung möglich sei. Dieses Festhalten an Ueber- liefertem dürfte aber niemals zur Verhinderung des gesunden Fortschritts führen. Die Universität Tübingen wolle ihr Teil dazu beitragen, daß die deutsche Wissenschaft lebe und sich durch kein Schicksal den Glauben an die Zukunft nehmen lasse. Die Glückwünsche der Regierung und des Landtages von Württemberg überbrachte hierauf Staatspräsident Bazille, der u.a. ausführte, daß seit ihrer Gründung die Universität mit Leben und Geschick des württem- brrgischen Volkes aufs innigste verbunden sei. Sic habe Württemberg eine große Zahl bedeu- teirder Männer geschenkt. »Der Staatspräsident gab dann (feiner Freude Ausdruck, daß es möglich gewesen sei, der Universität zu ihrer Jubelfeier ein neues wertvolles Institut, big Kinderklinik, zu übergeben und für die akademische Jugend einen neuen schönen Sportplatz zu beschaffen. Als Festgabe hätten Regierung und Finanzausschuß des Landtages einen Betrag von 120 000 Mark bewilligt. Soweit es die Finanzlage gestatte, solle die Universität in erster Linie ihre medizinischen Anstalten im den nächsten Jahren auf die den Bedürfnissen! und dem Fortschritt der Zeit entsprechende Höhe gebracht werden. Für den Erweiterungsbau der Aula habe schließlich der Finanzausschuß dem Vorschlag der Regierung zugestimmt, im Haushaltsplan des nächsten Jahres eine Summe von mehreren Millionen Mark als ersten Teil der Dausumme bereitzustellcn. Zum Schluß gab der Staatspräsident dem Wunsche Ausdruck, daß es der Universität Tübingen be» schieden sein möge, alle Zeit ein Brunnen des Geistes für das württencbergische Volk, ein Zentrum- der Kraft für das Land und ein Quell der Hoffnungen zu bleiben, die uns durch die Wüste dieser Zeil in das gelobte Land neuer deutscher Herrlichkeit geleite. Darauf überreichte Staatsrat Rau die Jubiläumsspende von insgesamt 450 000 Mark, worauf Oberbürgermeister Dr. Hauser die Glückwünsche der Stadt und der Einwohnerschaft Tübingens überbrachte. Die Glückwünsche des Reichspräsiden- t e n brachte dann Nerchskommissar Dr. Künzer vom Rcichsministerium des Innern mit folgenden Worten: Der Herr Reichspräsident und die Reichsregierung haben mich hierher gesandt, um der ehrwürdigen Eberhard-Karl-Universität zu ihren, 450. Jubeltage die herzlichsten und wärmsten Glückwünsche zu überbringen. Der Herr Reichspräsident, der an dem Jubelfest der Württembergischen Landesuniversität wärmsten Anteil nimmt, hat mir einen schrist- lrchen Gruß und Glückwunsch für Universität, wenat und Studentenschaft mitgegeben, den ich hernach Seiner Magnifizenz überreichen werde und den jetzt zu verlesen, Sie mir gestatten... Die Glückwünsche der Hochschulen. Staats- und Kultusminister Dr. Leut- Häuser- Weimar sprach dann im Ramen der deutschen Länder, während der RÄtor der Universität Berlin, Professor Dr. T r i e p e l die Glückwünsche der Universität und der Technischen Hochschule Berlin überbrachte. Für die Stuttgarter Technische Hochschule und zugleich für die übrigen deutschen technischen Hochschulen sprach Pros. Dr. Schmoll v. Etsenwcrth, der eine Bronze- figur aus der Hand des Stuttgarter Bildhauers, Professor Janssen als Geschenk für die neue Aula überreichte. Für die landwirtschaftlichen Hochschulen beglückwünschte die Jubilarin Prof. Dr. Plieninger -Hohenheim. Für diewürttember- gische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft übergab dann Professor Dr. Ewald-Stuttgart der Universität ein Schriftblatt. Den Reigen der Gratulanten aus dem Auslande eröffnete Professor Dr. Dop sch-Wien, der die Wünsche der österreichischen Hochschulen sowie der Univcr- vcrsität Prag übermittelte und dabei auf die innigen Beziehungen zwischen dem Schwaben- lande und Oesterreich in der Vergangenheit hinwies. Die Grüße der Universitäten Zürich, Bafel, Bern und Freiburg überbrachte dann Professor Dr. Miggli-Zürich während für die, mit der Universität Tübingen gleichaltrige Universität Upsala Professor Pshlander sprach Zum Schluß übernrittelte- Professor de Marnetz- Baruch Reuhork, die Glückwünsche der Vereinigten Staaten von Rvrdamerika. Sodann erfolgte die Bekanntgabe der Ehren- ernennungen. Unter ihnen befinden sich seitens der rechtswissenschaftlichen Fakultät der frühere Staatspräsident Dr. H i e b e r und der württembergische Minister Beyerl«, seitens der wirtschaftlichen Fakultät Generalfeldmarschall Herzog Albrecht von Württemberg, seitens der medizinischen Fakultät Staatspräsident Bazille. Nach Beendigung des akademischen Festaktes trafen sich die Ehrengäste, Professoren und Ver- treter der Studentenschaft zu einem Festessen im Rittersaal auf Schloß Hohentübingen, der in seiner alten Große wieder freigelegt und festlich geschmückt war. Nach einer Begrüßungsansprache des Rektors Dr. Trendelenburg hielt der Kanzler der Uni- verfität, Staatsrat Dr. Max Rümelin, eine An- spräche, in der er auf die Not der Universitäten nach dem Kriege hinwies. Er betonte dabei, daß der Blick nunmehr frei geworden sei, und daß die wissenschaftlichen Kreise des Auslandes den früheren Boykott bereuten, der, was auch die Urheber, die Franzosen, selbst eingestehen müßten, nicht uns, sondern ihnen s e l b st geschadet hat. Der Redner schloß mit einem Hoch auf das schöne Württemberg, seine Regierung und feine Volksvertretung. Staatspräsident Bazille brachte in einer kurzen Erwiderung einen Trinkspruch auf die Universität aus. Ferner sprachen Landtagspräsident Körner und General der Infanterie Reinhardt- Kassel. Mit großem Beifall wurde die Verlesung eines Huldigungstelegramms an den Reichspräsidenten ausgenommen. Im Anschluß hieran wurde das Deutschlandlied gesungen. Nach dem Festessen wohnten Ehrengäste, Pro- fesioren und Studenten einer Festvorstellung des Württembergischen Landeslheaters in Stuttg.irt bei, das Schillers „R ä u b e r" in neuer Inszenierung bei großem Beifall aufführte. Den Ad- schluß des ersten Festtages bildete ein F a ck e l z u g. Rumänien nach dem Thronwechsel Max Perlmann, Bukarest. Rumänien ist durch beft Tod König Ferdinands vor schwierige dynasttsche und inner- politische Probleme gestellt. Auch 1914, mitten im Strudel des großen Völkerkampses, hat Rumänien seinen König verloren. Aber König Carol hinterließ, währerrd an den Grenzen des damals noch kleinen Königreiches die Flammen des Krieges hell aufleuchteten, dem Lande wenigstens geordnete dynastische Verhältnisse. Damals tonnte der jetzt verstorbene König Ferdinand als von arten Parteien anerkannter Monarch den Thron besteigen. Wie damals, lodern auch heute Kriegs- flammmr. wenn sie auch aus dem fernen Osten kommen. Heute sind wir mitten im englisch-russischen Konslitt, der ohne Zweifel bei weiterer Zuspitzung auch Rumäicien als ein an der Peripherie-legendes Land mit in die Wirnisse hineinziehen würdg Aber heute besteigt den Thron der kleine König Michail, ein Kind mit goldenen Locken, das ich noch unlängst auf einem Rad auf der Chaussee spielend sich tummeln sah. Gewiß, die Geschichte sagt, daß auch in anderen Ländern Kinder auf Throne gesetzt worden sind und daß in ihrem Ramen eingesetzte Regenten Jahre hindurch regiert haben. Aber wir leben heute in anderen Zeiten. Wir haben die größte Revolution, die die Weltgeschichte registriert hat, kaum hinter uns. wir haben auch kaum die bewegten Rachkriegsjahre überwunden, in denen ein Thron nach dem anderen stürzte. Die erste große Frage, die sich neben andere drängt, ist die: W^e wird sich der Exkronprinz Carol verhalten? Von ihrer Beantwortung wird es abhängen, ob man, mindestens für die allernächste Zukunst, mit ruhigen oder bewegten Verhältnissen in Rumänien wird rechnen können. Im Dezember 1925 hat Kronprinz Carol seinen Thronverzicht ausgesprochen. Man hat allerlei Gründe dafür angegeben. Einige offiziösen Charakters wollten wissen, daß es der Frau Lupescu wegen geschehen sei; andere, von Fr unden des ehemaligen Kronprinzen lanciert, besagten, daß Carol infolge einer vom jetzigen Ministerpräsidenten B r a t i a n u angezettelten Intrige zur Abdankung gezwungen worden sei. Es ist außer Zweifel, daß der jetzige Ministerpräsident Bratianu, der auch damals die polittschen Geschäfte des Landes leitete, bei der Abdankung Carols die Hand im Spiet gehabt hat, was durch die unerbittliche Feindschaft Carols gegenüber Bratianu erklärt werden könnte. Aber immerhin — es ist Carol gewesen, der mit Frau Lupescu wegfuhr, und es lag schließlich bei Carol, seine Llbdankung einzureichen oder nicht. Kein Mensch konnte ihn dazu zwingen. Ist er nach dieser Richtung hin beeinflußt" worden, wie es seine Freunde behaupten, dann wird ihm damit gewissermaßen ein Armutszeugnis ausgestellt. Denn der Königssohn, der Thronfolger war, konnte mit mindestens ebenso starten Mitteln •gegen Bratianu kämpfen wie dieser gegen ihn. Man muß bei der Handlungsweise Carols annehmen, daß er mit wenig dtteberlegung und unter dem Eindruck jener schönen Frau auf den Thron verzichtet hat. And nun? Auf der einen Seite, hier in Bukarest, steht die Legalität, die Bratianu mit eiserner Faust überwacht, mit der Michail zum König proklamiert und die Regentschaft vom Parlament in ihre Funktionen eingesetzt wurde. Auf der anderen Seite, an den Äsern der S.äne, lebt Carol, der Sohn des verstorbenen Königs Ferdinand und Vater des erst fünfjährigen Königs Michail, und möchte gern^den Platz, auf den er einst für nichts oder wenig verzichtet hatte, wieder haben. Vor dem Tode seines Vaters hatte er laut, damit man es in Bukarest hören sollte, betont, er sei entschlossen, nach Ableben des Königs seine Rechte geltend zu machen. Run hat er aber auf diese Rechte eben verzichtet und gäbe es in Rumänien eine geschlossene Front der Parteien in dieser Frage, würde nichts mehr zu ändern fein. Die ganze Lage ist aber gerade in der Auffassung über die Thronfolge noch recht unklar. Die stärkste Partei des Landes, die liberale, mit Bratianu an der Spitze, unterstützt von der Unabhängigen Bauernpartei Dr. L u - p u s, die jetzt die Regierung bilden, tritt für die bestehende verfassungsmäßige Lösung ein. Aber auf der andern Seite steht die starke Persönlichkeit des Prof. Rikolas Sorga, des ehemaligen Lehrers Carols und jetzigen Führers der nicht allzu bedeutenden Rationalpartei, der für Carol kämpft. Die nicht sehr starke Volks- Partei des Generals Averescu wiederum nimmt eine nicht geradlinige Haltung ein; vorläufig scheint sie sich zu einer Carol-Partei zu entwickeln. Das Schwergewicht jedoch liegt bei der Bauernpartei und beim Verhalten der Armee. Rach dem, was man bisher hört, ist cs der Dauetmpartei so ziemlich gleichgültig, wer auf dem Thron sitzt. Was sie aber fordert, ist: stärkere Demokratisierung des Landes und Garantien, daß die 2regentschaft u n - parteiisch regieren wird. Dei ber Bedeutung der Bauernpartei als dem Sammelbecken der Bauernschaft und des Kleinbürgertums ist es von größter Wichtigkeit, ob die Regierung und diese Partei zu einem Einvernehmen kommen. Gelingt es Bratianu, das Einvemehme." her- beizuführen — und man braucht bei seiner großen Geschicklichkeit und Geschmeidigkeit darüber kaum im Zweifel zu sein — dann ist Rumäniens Ruhe gesichert. Wenigstens von der dynastischen Seile her. Denn, wenn es auch wahr ist, daß große Teile des Offizierkorps mit Carol sympathisieren, so ist es nicht minder wahr, daß diese Sympathie weniger persönlich ist, als aus ber Antipathie gegen Bratianu resultiert und daß diese Offiziere ihre Hoffnung auch auf die Bauernpartei richten. Eine Verständigung der Regierung mit dieser im Volke und in ber Armee populären Partei in den wichtigsten Fragen würde also den jetzigen konstitutionellen Zustand für die allernächste Zukunft festigen. * Eine andere Frage ist es, was mehr die Kontinuität der Monarchie in Rumänien gewährleistet, der jetzige konstitutionelle Zustand oder die Rückkehr Carols. Man kann, angesichts des bisherigen Verhaltens Carols vielleicht ersteres bejahen, wenn wir auch, wie gesagt, l;eute nicht mehr in Zeitaltern leben, in denen einem fünfjährigen Knaben ein Königtum durch eine Regentschaft auf 13 Jahre leicht erhalten bleiben kann. Doch das ist keine akute Frage und nur die Zukunft kann lehren, ob Rumänien Monarchie bleiben oder ob diese langjährige Regentschaft auch dieses Land an der Donau der republikanischen (Staatsform zuführen wird. Ein neuer Oettrrieg. Amerika, England nnd das russische Petroleum. B e r l i n , 26. Juli. Der Weltpetroleuin-Markt steht wieder einmal im Zeichen heftiger Jnteressen- käinpfe. Diesmal gehen die Auseinandersetzungen um das russische Erdöl. England, dessen verantwortliche politischen Führer zwar immer wieder betonen, sie dächten nicht daran, Rußland zu schädigen, haben nicht gezögert, auch dem russischen Petroleum den Kampf anzusagen. Die Royal- Shell-Gruppe ist sogar so weit gegangen anzudrohen, daß sie russisches Del, das im Machtbereich des britischen Staates zum Kauf angeboten wird, beschlagnahmen lassen werde, weil es gestohlenes Gut sei und den entschädigungslos enteigneten englischen Quellen auf russischem Territorium entstamme. Dieses gewaltsame Vorgehen gegen die russische Konkurrenz ist natürlich unfair, es wird aber in England nicht verurteilt, weil an sich die Stimmung antirussisch ist und man es infolgedessen für durchaus richtig hält, die russische Enteignung mit der englischen Beschlagnahme zu beantworten. In diesem englisch-russischen Petroleumkrieg spielen aber noch die Amerikaner eine große Rolle. Ein Teil der in der Standard D i I C y. vertretenen Gesellschaften möchten mit den Russen ein gutes Geschäft machen, der andere Teil aber, der wiederum mit den Engländern zusammenarbeitet, versucht sich der Einstellung der Washing- toner Regierung und des amerikanischen Volkes anzupassen und lehnt jede Geschäftsverbindung mit den Russen ab. Nach allem, was inzwischen durchgesickert ist, hat es Herr Rockes eller, der Petroleumkönig, doch für richtig gehalten, sich dem amerikanischen Volk als Antibolschewist vorzustellen, gleichzeitig aber mit den Russen Verkaufsoerträge abzuschließen, damit die in Aussicht stehenden Gewinne nicht etwa von einem lachenden Dritten eingesteckt werden. Die Engländer sind hinter die Schliche der Standard Dil längst gekommen; sie tobens zwar, werden aber diese amenkanisch-russische Zusammenarbeit, zu der jetzt der Grundstein gelegt worden ist, nicht mehr zerschlage^ können. Literatur und G eschi chte derMinder- Herten vorzutragen. Von den Minderheitsspra- Jcn müssen wöchentlich ebenso diele Stunden gehalten werden, wie von der südslawischen Sprache. Oesterreich gegen Wien. Von unserem H. ^.-Sonderberichterstatter. , Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) I n n s b r u ck, 24. Juli 1927. Deutsch-Oesterreich ist so s ch m a l, datz eine leidlich anständige Kanone quer über das ganze Land Hinwegschiehen könnte — über Täler, Gipfel und Gletscher. Aber es ist so lang, daß ein Nationalrat der westlichen, der Alpenländer, Tage und Nächte fährt, um an den östlichen Zipfel unseres Bruderlandes zu kommen, nach Wien, wo er feine Pflichten zu erfüllen hat. Und jedem, der, wie das doch häufig vorkommt, in der Hauptstadt etwas zu erledigen hat, geht es nicht anders. Da das Mißvergnügen eines Landes mit seiner Hauptstadt im Quadrat der Entfernung von ihr wächst, kann man sich vielleicht einen Begriff von den Gefühlen machen, die die Bewohner der Alpenländer gegenüber Wien hegen. 3m Vergleich mit dieser Abneigung ist das, was der Bayer für Berlin übrig hat, eine wohlwollende Sympathie. Man sollte meinen, daß die Städt Wien angesichts dieser Lage der Dinge eifrig bemüht wäre, die Sympathien der Länder zu gewinnen. Weit gefehlt! Wien geht in allem und jedem seinen eigenen Weg. Die Einsichtigen werden nicht gehört, und das offizielle Wien, das rote Wien, pocht für seine Berufung als Hauptstadt aus die Tradition, die es selbst mit Füßen tritt. Das stolze, oft wiederholte Wort, Wien ist das größte sozialistische Gemeinwesen der Welt, ruft bei den so gänzlich vom Marxismus verschont gebliebenen Tirolern Uebel- keit hervor. Da könnte schon eher noch das Argument Beweiskraft haben: „Wien ist der stärkste Steuerzahler Oesterreichs." Diese Tatsache wird nirgends bestritten. Aber die Antwort ist ebenso kurz wie treffend: „Wer ganz Oesterreich als Opfer stock hat, kann leicht sein stärkster Steuerzahler sein!" Es fliehen nicht nur an sämtliche Zentralstellen jeglicher Verwaltung die üblichen Gelder, der Landwirt der Alpengebiete muh feststellen, daß die vom roten Wien aus gemachte Zollpolitik ihn selbst zum Bezug teurer industrieller Erzeugnisse als Wien zwingt, während die Hauptstadt ihre Bedürfnisse an Agrarprodukten aus dem nahen Ungarn, der Tschechoslowakei und Jugoslawien deckt! Dieses Stück Tradition hat das neue Wien ebenso gernH von der alten Donaumonarchie übernommen, wie die angeblich ewige Negie- rungssähigkeit verleihenden ehrwürdigen Paläste, von denen ab und an ein Nebenraum aus die Niederlage der bekannten Seidensirma Cords am Kurfürstendamm erbrochen und wie sich jetzt herapSstellt, Seidenstoffe im Werte von 20 000 Mark geraubt. Sie hatten Waren im doppelten Werte bereits zum Fortschaffen beiseite gelegt, als sie versehentlich die von ihnen angelegte Alarmvorrichtung in Betrieb setzten und deshalb unter Zurücklassung eines TÄls der Beute fliehen mutzten Die Bluttat in Raabs. Die „Wiener Allgemeine Zeitung" meldet zu der Bluttat in Raabs, daß der schwerverletzte Gefängniswärter Hermann außer Lebensgefahr ist, daß jedoch ein Auge operativ entfernt wer- den mußte. Bei Hermann fanden sich in einer Tasche noch 10 000 Schilling, so daß dem Mörder seiner Frau und seiner Kinder nur ein geringer Betragin die Hände gefallen [ein kann. Der Mörder Sourada wird, wenn er tatsächlich tschechoslowakischer Staatsangehöriger ist, an Oesterreich nicht ausgeliesert werden, sondern in der Tschechoslowakei, wo im Gegensatz zu Oesterreich, die T o d e 3 ft r a fe noch besteht, abgeurteilt werden. Richt nach dem Lssen baden? In Boppard^hat ein 20 Jahre alter Arbeiter kurz nach dem Mittagessen im Rhein ein Bad genommen. Dabei wurde er von einem Herzschlag befallen und ertrank, bevor ihm Hilfe gebracht werden konnte. 3m Schlamm erstickt. Bei der Durchsuchung eines toten Armes der Wümme bei Rotenburg ist ein junger Jäger vom Jagdhaus Fährhof in Groß-Sottrum im Schlamm erstickt. Er scheint einen Krampf erlitten zu haben, so daß er sich nicht freiarbeitenl konnte. Dampfer-Zusammenstoß in helsingfors. Der deutsche Passagierdampfer „Rügen" stieß bei seiner Ausfahrt von Helsingfors in der Nähe des Leuchtturms Graohara mit dem Küsten- wehrdampfer „Ehrensvaerd" zusammen. Der Kapitän des Dampfers „Ehrensvaerd" wurde über Bord geworfen und ertrank. Der Dampfer „Ehrensvaerd", der schweren Schaden erlitt, wurde von dem deutschen Passagierdampfer nach Helsingfors geschleppt. - Der Dampfer „Rügen^ setzte später die Reise fort. Er hatte bei dem Unglück einen Lotsen an Bord. Unglücksfall beim Brückenbau. OBei dem Bau einer Eisenbahnbrücke über den Fluß Athabaska (Qllberta U. S. A.) stürzte ein eiserner Träger in den Strom hinab. Vier Personen wurden getötet, zwei schwer verletzt. Wettervoraussage. Langsame Bewölkungszunahme, allmählich Uebergang zu Niederschlägen, stellenweise mit Gewitter, südliche bis westliche Winde. Okftrige Tagestemperaturen: Maximum: 21 Gr. Celsius. Minimum: 9,6 Grad Celsius. Niederschläge: 0,3 Millimeter. Sonnenscheindauer: 5 Stund em Heutige Morgentemperatur: 13,3 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Donnerstag: Zeitweise mollig, einzelne Gewitterstörungen mit Niederschlägen wahrscheinlich. an ur Vie - IgOern dr i* * Äst in W »J jun verir W mit - jtlDttW ® TI#1 ‘ uhrhasicr flnfew igitet Zei unD der ■ aber man KontrM einmal m um 5*erm mt 2iaum" lä Miing o „des Ziens wie ein 3 vernehmen eine Ühr zeichen fü abgibt d anerkannt Nm der Uhr. halb Det£ verspiegel gestempelt Merunözv am Frühsi auf den ■ des Leben ati ob er ohne mich llnaete der Zeit Das iu weitere Äi Der A legt worb und ftrüi Strahenlr hatte. 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Denn mit einemmal wird man das Gefühl nicht los, als ob eine Lücke in dem gewohnten Ablauf der Stunden klaffte. Man vermißt den Zeigefinger des Schicksals, der mit einem Schlage (oder mehreren) die jeweilige Sachlage erhellte, (obwohl bei manchen Menschen der Magen die gleichen Dienste mit fast uhrhafter Pünktlichkeit versieht). Unsere Uhr hat sich uns plötzlich als wichtigster Zeitfaktor wieder deutlich in Erinnerung gebracht. Die Stand-, Küchen- und Taschenuhr und der Wecker gehen zwar ihren Gang weiter, aber man hat nicht mehr die Garantie und die Kontrolle darüber, daß eine Uhr nicht auch einmal mit der Tücke des Objekts liebäugelt, um subjektiv ihre Notwendigkeit zu beweisen. Denn mit der „Erhabenheit über Zeit und Raum" läßt sich wohl ein Brustton der Lieberzeugung vortäuschen, in Wirklichkeit jedoch läßt „des Dienstes ewig gleichgestellte Llhr" ihr Ticken wie ein Motor-Schrittmacher immer neben uns vernehmen. Das merkt man erst recht, wenn eine ilfjr still steht, die gewissermaßen das Zeit- zeichen für einen größeren Kreis von Menschen abgibt, die als der Regulator der Llmgegend anerkannt ist. • Man erwacht frühmorgens und sieht nach der LIHr. Halb elf. Man lacht. Halb ärgerlich, halb vergnügt. Eine Uhr, die falsche Tatsachen vorspiegelt, ist nicht mehr wert als ein rotgestempelter Tausendmarkschein. Rach der neuen Vierundzwanzig-Stunderueit also: 0,00. Man sitzt am Frühstückstisch und ist unruhig. Man wartet auf den Rufer zum Streit (um di« Belange des Lebens). Der eherne Mund macht Pause, als ob er sagen wollte: Sieh zu. daß Du auch ohne mich weiterkommst I Ungeteilte Freude über das stillstehende Rad der Zeit habens nur diejenigen, für die Zeit gleichbedeutend mit Zwangsjacke ist, wenn sie rechtzeitig zu Hause sein sollen: die Kinder. K.J.G. Abgabe von Achlungsstgnalen an unübersichtlichen Straßenkreuzungen. Das nachstehend besprochene Urteil dürfte für weitere Kreise von Interesse sein. Der Angeklagte war mit einer Geldstrafe belegt worden, weil er an einer durch Steigungen und Krümmungen besonders unübersichtlichen Straßenkreuzung kein Warnungssignal abgegeben hatte. Seine hiergegen gerichtete Revision wurde aus folgenden Gründen verworfen. „Die jetzige Fassung des § 19 Abs. 1 Krf.VO. hat inhaltlich an der Vorschrift des § 19 Abs. 1 der VO. vom 3. November 1910 nichü geändert ui d namentlich ihren Zweck unberührt gelassen, andere Personen, die durch das herannahende Kraftfahrzeug gefährdet werden können, rechtzeitig auf die Gefahr aufmerksam zu machen und so Unfällen vorzubeugen. Dieser Zweck würde nur unvollkommen erreicht werden, wenn der Führer, der nur die Fahrbahn in gerader Richtung voraus innerhalb dichtbebauter Ortsteile übersehen kann, nur nach der subjektiven Beurteilung der erkennbaren Vcrkehrsverhältnisfe sollte ermessen dürfen, ob WcrrnungSzeichen geboten seien oder nicht. Er muß an unübersichtlichen Straßenkreuzungen oder Abzweigungen stets mit der M5gli<Äeit rechnen, daß andere Personen, insbesondere Kraftwagenführer, Reiter, Radfahrer, Fuhrwerkslenker, seine Fahrbahn kreuzen ober in diese einlenken wollen, und auch mit der ferneren Möglichkeit, daß dies in der normalen Geschwindigkeitsgrenze von 20 bis 30 Knr. in der Stunde geschieht; er muß nicht minder damit rechnen, beim Befahren einer durch starke Steigung und Krümmung besonders unübersichtlicher Straßenkreuzung, wie sie festgestelltermaßen am Tatorte gegeben war. Will der Kraftwagenführer erst Einblick in die Verkehrsverhältnisse nehmen, um sich zu entschließen, ob er War- nungszcichen geben soll oder nicht, so wird es bei 30 Km. Stundengeschwindigkeit meist zu spät fein, um ein Unglück durch Zusammenstoß abzuwenden. Das Warnungszeichen soll dem aber vorbeugen und es ist nicht dann abzugeben, wann die Verkehrssicherheit es erfordert, sondern überall d a , w o dies der Fall ist. An besonders unübersichtlichen Straßenkreuzungen erfordert die Verkehrssicherheit die Abgabe von Warnungszeichen schlechthin und es kann nicht darauf ankommcn, daß im entscheidenden Zeitpunkte die Derkehrsverhaltnisse am Tatorte — die der Kraftwagenführer gar nicht übersehen kann, die Warnungsbedürftigkeit etwa ausschließen, weil die Kreuzungsstelle zufällig von anderen Personen nicht berührt wurde." Das Urteil lehnt die von der Revision vorgebrachte Auffassung, wonach für die Llbgabe von Warnungszeichen die jeweiligen Verkehrsverhältnisse am Tatort entscheidend seien, ausdrücklich als nicht begründet ab. „Geld und Erfahrung" ist der Titel einer Novelle, mit deren Abdruck wir. nachdem der Roman von Elvestad heute abgeschlossen wurde, in der morgigen Nummer beginnen werden. Die Erzählung stellt einen in sich abgeschlossenen Teil des großen Romanwerks „Hinter Pflug und Schraubstock' von Max G y t h dar. Hier erzählt Eyth, Schriftsteller und Weltreisender, Ingenieur und Entdecker in einer 'Person, Überaus anschaulich und mit einem in der Tiefe seines schwäbischen Gemüts wurzelnden Humor von seinen Lehr- und Wanderjahren drüben im neuen Erdteil, im Lande der phantastischen Möglichkeiten und der unbedingten Herrschaft des allgewaltigen Dollars. Eine einfache, aus nüchternster Wirklichkeit geborene Geschichte vom täglichen Leben, in der nichts erfunden und erdichtet, aber alles und jedes ergebt und erarbeitet ist. Wir hoffen mit dieser Kapitelfolge recht vielen ßef«rinnen und Lesern eine Freude zu machen. Gieüeuc,.' '^üchenmLrktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 130 bis 190 Pfennig, Matte 25 bis 35, Käse 60 bis 140, Wirsing 20 bis 25, Weißkraut 20 bis 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben | 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Römischkohl 10 bis lo, Bohnen, grüne 20 bis 30, gelbe 25 bis 35. I Erbsen 20 bis 35, Mischgemüse 15, Tomaten 30 bis 55, Zwiebeln 20, Rhabarber 15 vis 20 Pilze 20 bis 40, Kartoffeln 8, Birnen 40, Kirschen 55 bis 60, Heidelbeeren 50, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 85 Himbeeren 35 bis 50, Zwetschen 60, Reineclau. §onig 45 bis 50, junge Hahnen 100 brs 110, Suppenhühner 100 bis 120: das Stück: Eier 11 bis 13, Blumenkohl 20 bis 100 Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 70, Einmachgurken 8 bis 10, Ober-Kohlrabi 5 bis 20, Rettich 10 bis 15, Radieschen (Bd.) 10 bis 15, Tauben 60 bis 70 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Palast-Lichtspiele: „Die Großfürstin und ihr Kellner . —- Astorra-Lichtsp.ele: „Gauner im Frack'. ** Hindenburg - Wohlfahrtsbrief- marke. Die Deutsche Reichspost wird in Ausführung eines Beschlusses der Reichsregierung zum 80. Geburtstag des Reichspräsidenten eine Hindenburg-Briefmarke Herausgebern Es werden vier Markenwerte zu 8, 15, 25 und 50 Rpf. hergestellt: ferner ist die Ausgabe einer Postkarte mit eingedruckter Marke zu 8 Rpf. in besonderer Ausstattung geplant Alle diese Marken und die Postkarte werden zum doppelten Preise des Nennwertes für einen beschränkten Zeitraum — etwa von Mitte September ab — verkauft werden. Es wird nur eine beschränkte Auflage gedruckt. Nach Ablauf der auf mehrere Mo- natc zu bemessenden Laufzeit werden etwaige Restbestände zurückgezogen werden. •* Sportfest der Garnison. Wie wir hören, veranstaltet das hiesige Grenadier-Bataillon Mitte August ein großzügiges Turn-, Sport- und Schwimrnfest, bei dem auch militärische Dor- führungen, wie Maschinengewehrhindernislauf, Nachrich'enstafetten, Handgranatenwerfen und Patrouillcnläufe vorgeführt werden. Die Dorkämpfe, ein Gepäckmarsch und das Wettschwimmen finden in der Zeit vom 10. bis 18. August statt, die Hauptkämpfe mit einem sportlich, turnerisch und militärisch wechselnden, reichhaltigen Programm sind auf den 21. August von 15.30 Uhr bis 18 Uhr festgesetzt. Soweit sich daS Programm übersehen läßt, wird die Gießener Bevölkerung durch den Besuch dieser Veranstaltung einen Einblick in die vielseitige sportliche und militärische Ausbildung unseres Heeres erhalten. Abends soll ein bunter Abend mit Preisverteilung und großem Zapfenstreich das Bataillon mit der Bürgerschaft vereinen. ** Zwei Unfälle. Infolge des strichweise starken Nebels wurde heute nacht gegen 3 Uhr auf der Landstraße zwischen Großen- Linden und Gießen der sich auf dem Heimweg befindende Lehrling Walter Weller "so stark von einem Motorradfahrer ungefähren, daß er einen Unterschenkelbruch erlitt und einig: Kopfverletzungen davontrug. Der Verletzte wurde mit dem städtischen Sanitätsauto in die Chirurgische Klinik verbracht. — Der Postbeamte Wilhelm D v l l h a a r wurde gestern auf der Hauptpost durch herabstürzende Kisten verletzt und muhte ebenfalls durch das städtische Sani- tätsauto in die Chirurgische Klinik verbracht werden. *• Der Polizeibericht meldet: In der Zeit vom 22. nachm. bis 23. vonn. d. M. wurden auf dem Dache eines Neubaues in der Karl-Dogt- strahe Hwei acht Meter lange, 2*/z Zentimeter dicke Gerüstseile (Plankenseile) zerschnitten und die Stücke von je [€$8 Meter Länge entwendet. Personen, welche über die Täterschaft Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, die Kriminalpolizei in geignetet Weise zu verständigen. — Sn der Nacht zum Sonntag entstand in der Bahnhofstraße und Löwengasse eine Schlägerei, wobei Ruhestörung erregt wurde, so daß ein Ehepaar, trotz polizeilicher Derwarmmg in Polizei gewahr sam genommen werden mußte. — In den letzten Tagen ist hier wieder ein Schwindler aufgetreten, der in einem hiesigen Kolonialwarengefchäft erschien.-um 10 Mark Silbergeld gegen einen Zehnmarkschein umzuwechseln, da er diesen Schein in einem Einschreibbrief fortschicken wollte. Es wurde ihm auch von der Geschäftsfrau ein 10-Markschein gegeben. Als er das Hartgeld vorzahlte, fehlten 50 Pf., und er bemerkte, er wolle schnell noch 50 Pfennig holen, er sei ja in der Nachbarschaft auf einem Büro beschäftigt. Er ließ den Brief, welcher mit 40 Pfennig Porto oerfefjen war, liegen, nahm jedoch das Hartgeld und den Zehnmarkschein mit und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Als einige Zeit verstrichen war, öffnete die Geschädigte den Brief, worin sich nur Papierfchnitzel befanden. Vor dem Betrüger wird hiermit gewarnt. Mehr Vorsicht bei unbefannten und redegewandten Personen! WEN. Gegen die Fliegenplage. Fliegen sind nicht nur lästig, sie können auch sehr gefährlich werden. Sie können Krankheitskeime auf Lebensrnitteln absetzen, die dann in Magen und Darm des Menschen gelangen. Alle Lebensmittel sollte man daher verschlossen aufbewahren oder sie durch Glas- oder Drahglocken überdecken. Die Vorrichtungen zum Wegsangen der Fliegen mit -Fliegenleim, z. D. die FUegendüten, die Bandstreifen ufto. sind zwar zweckdienlich, bieten aber einen unschönen Anblick Gute Dienste tut immer noch die Fliegenklatsche. Auch gutes Jnsekterrpulver, daß man zerstäubt, kann zur Beseitigung der Fliegen dienen. Das beste Mittel ist die Vorbeugung. Die Larven, das sind dicke, weiße Maden, vernichtet man durch Chlorkalk. Jede Fliege, die sich bemerkbar macht, sollte man schnell töten, denn wenn sie leben bleibt, farni sie sich binnen wenigen Monaten auf 20 000 Stück vermehren. •• Der Gießener Schühenverein E. V., welcher sich seit Jahren die Pflege des Jungschühen-Wesens angelegen sein läßt, hatte auf dem Deutschen Bundes schieß en in München einen großen Erfolg. Der Jungschühe Heinrich Balzer (Sohn des Weinhändlers Aug. Balzer, Braugasse), welcher der Jungschützenabteilung seit deren Gründung angehört, hat trotz der großen Konkurrenz aus ganz Deutschland auf der Festscheibe .Germania" als erster Sieger den 1. Preis, den goldenen Siegesbechsr, errungen. — Don der Deutschen Dolksparteä. Wie wir hören, findet der Parteitag der Deutschen Dolkspartei für die Provinz Oberhessen am 20. und 21. August in Bad-Nauheim statt. Als Aufta-kt zu den im Herbst erfolgenden Landtagswahl. n wird ihm eine größere als nur provinzielle Bedeutung zukommen, er wird auch von Vertretern anderer Provinzen, außerdem von dem Parteivorstand und der Landtagsfraktion der Partei besucht werden. Am 20. August ist ein Begrüßungsabend am Teichhaus in Bad-Nauheim vorgesehen, in dessen Verlaus Landtagsabg. Dr. Dingeldey über die Landespolitik und die grundsätzliche Stellung der Partei zur Landtagswahl sprechen wird. Für die Haupttagung am 21. August wird Reichstagsabq. Dr. Becker- Hessen als Redner erwartet. Der Haupt- Dcrfamlung schließen sich nachmittags die Sitzungen und Besprechungen der Sonderausschüsse an. Im Verlauf der Tagung sind für die Teilnehmer Führungen und Besichtigungen der Badestadt vorgesehen. ** Sonderzug zum Marburger Uni- oersitätsjubiläum. Wie der Marburger Verkehrsverein mitteilt, wird zum Unioersitätsjubiläum am Sonntag, 31. Juli, ein Sonderzug von Marburg nach Frankfurt a. M. fahren. Der Zug verläßt Marburg 0.30 und trifft in Gießen 1.19 ein. Dieser Zug bat in Gießen sofortigen Anschluß an einen zweiten Sonderzug, der in Frankfurt 3.33 eintrifft. Die Abfahrtszeit ist mit Absicht so spät gelegt; damit die Besucher außer dem Schloßsest auch noch die Schloßbeleuchtung sich ansehen können. Aufgehobene Straßensperren. Folgende Straßensperrungen sind wieder aufgehoben worden: Friedberg—Bad-Nauheim— Niedermörlen, und Lollar-Landesgrenze, Richtung Sichertshausen. Turnen, Sport und Spiel. Aus dem Turngau Hessen. —o— Das Turnjahr eilt nunmehr seinem Höhepunkt, dem 3 3. M i 11 e l rh e i n i s ch e n Kreis- t u r n f e ft, zu, das zu Darmstadt Ende dieser Woche zu voller Entfaltung kommt. Als eine Vorbereitung dazu wirkte für die Hessenturner das kürzlich zu H e u ch e l h e i m erfolgreich abgelaufene Gau turnfest, während die Turnerinnen unter Leitung ihres Gaufrauenturnwartes Rudolf Paul (Gießen) am vergangenen Sonntag nochmals zu Gießen in der Turnhalle des Tv. 1846 (Steinstraße) zu einer gut besuchten Dorturnerstunde zusammengekommen waren, um die Frei- und Geräteübungen einer letzten Ueberprüfung zu unterziehen. Das 7. Gau-Frauenwetturnen, für das z. T. dieselben Hebungen gelten wie für das Kreisfest, findet am 28. August zu Kirchhain (Bez. Kassel) statt. Zum ersten Male kommen die Turnerinnen des Gaues Hessen nach dem freundlichen Städtchen, aber sie finden dort eine seit Jahrzehnten turnfrohe Bürgerschaft, die in der Zurüstung und Durchführung turnerischer Wettkämpfe und in Gastfreundschaft wohl erprobt ist: gern erinnern sich die Turner an die schönen Gauturnfeste in den Jahren 1900 und 1914. Am Vorabend schon werden sich bewährte Frauenabteilungen des Gaues in der Festhalle zu einem Schauturnen zusammenfinden, das unter dem Leitwort „Deutsches Frauenturnen" einen Einblick in die Vielgestaltigkeit dieses Gebietes geben wird. Auch die Turner des Gaues werden sich noch einmal treffen auf der Gauturnfahrt, die für den 21. August von dem Tv. Krofdorf vorbereitet wird. Die Wettkämpfe des Tages beschränken sich auf das Volksturnen, das in drei Stufen, diesmal Kugelstoßen, Weit- und Weithochfprung und Laufen über 100-Meter zum Austrag stellt. Der örtliche Bru- deroerein verbindet damit die Feier seines 40jäh- rigen Bestehens, währenddessen er sich unter der Leitung bewährter Führer zu einer geachteten Stellung im Gau emporgearbeitet hat. Wettkämpfe im Dolksturnen wurden schon im Vorsommer im Rahmen der sechs Bezirke durchgeführt, so daß nunmehr bei der Zusammenfassung im Gau mit beachtens- werten Leistungen gerechnet werden kann, insbesondere was die Meisterschaftskämpfe und das Schauturnen anlangt. Turngau Lahn-Dünsberg. Am Sonntag fand in Dorlar das diesjährige Gauwettschwimmen statt: der Turnverein Dorlar hatte einen schönen Platz der Lahn im Kanal unterhalb der Mühle Marx dazu hergerichtet. Um 2 Uhr traten 39 Schwimmer an. Es wurde geschwommen 100 Meter Stilschwimmen. Hieran answlie^end wurde noch neun Turnern ihr Pflichtschwimmen für das Sportabzeichen durch den 1. Gautumwart Schmidt und 2. Gautumwart Keller abgenommen. Alle neun haben ihre Prüfung gut bestanden. Die Siegerverkündigung zeigte folgendes Ergebnis: 1. Artur Schmidt, Garbenheim, mit 1: 35,5: 2. Reinhard Schäfer, Kinzenbach, mit 1:38,5; 3. Adolf Wolf, Lollar, mit 1:39,5; 4. Fritz Geier, Ahbach, mit 1:40,7: 5. Erwin Zimmermann, Aliendorf a. d. Lda., mit 1:41; 6. Wilhelm Rupp, Garbenheim, und August Deibel, Lollar, mit 1:41,5; 7. Alfred Schaum, Garbenheim, mit 1:41,8; 8. Otto Dietz, Lollar, mit 1:42.7. SyieLvereinigung 1900 Bietzen. Glänzendes Abschneiden der 1900er Leichtathleten in Frankenbcrg. ö. Am vergangenen Sonntag starteten die Leichtathleten der Spielvereinig. 1 9 0 0 bei den Rationalen Wettkämpfen des S. V. F r a n k e n b e r g, die unter sehr guter Beteiligung aus Kassel, Korbach, Marburg, Gießen, Frankenberg u. a. bonftatten gingen. Die 1900er errangen insgesamt 20 Preise. 4 erste, 8 zweite und 8 dritte, obwohl sie ohne den größten Teil ihrer ersten Rennmannschaft antreten mußten. Eldracher, ©ei ft, Langlotz, © uhot und Becker starteten auf dem akademischen Olympia in Königsberg und konnten so die Farben ihres Dercins nicht vertreten. Die Wettlämpse selbst gingen bei guter Witterung bonftatten und brachten zum Teil ganz vorzügliche Ergebnisse, die um so höher zü bewerten sind, als die Plahberhältnisse (Grasbahn) schlecht waren. Offene Wettbewerbe. Hier waren bon den 1900ern nur wenige Leute gemeldet wegen des Fehlens berschiedener Senioren. Der bielfcitige Seipp gewann ganz überlegen den Fünfkampf mit 254 Punkten bor Weingärtner, Kurhessen Kassel, mit 228 Punkten und Bott, ebenfalls Kurhessen Kassel. Im Rahmen des Fünfkampfes erzielte Seipp die beste Hochsprungleistung des Tages mit 1,62 Meter; trotzdem wurde ihm der erste Platz in der Einzelkonkurrenz nicht zuerkannt, da er irr- tümlicherweise nicht gemeldet war. Im Diskuswerfen erzielte er 33,70 Meter und wurde damit Dritter hinter Gary, 88 Marburg, mit 34,50 und M o h l, D. s. D. Gießen. Im 800-Meter- Lauf wurde Blei Dritter. hinter den beiden Vertretern bon Kurhessen Kassel. Die 4x100- Mcter-Stafsel bestritten die 190Cer mit der Mannschaft Hopfenmüller, Birkenstock, Delbert, Seipp, die sich nach glänzendem Lauf um nur 3 Meter hinter den in 47,5 siegenden Kurhessen Kassel mit dein 2. Platz in 47,9 ab, finden mußten. Ferner liefen Frankenberg und Kurhessen Kassel II. Juniorenwet tbewerbe. Heber 200 Meter lief Delbert, 1900, ein gutes Reimen, 2 Meter hinter Bott, Kassel, wurde er in 25,8 Zweiter bor Wagner, Marburg. Recht gut hielt sich Birkenstock 1900, über 400 Meter, in einem scharfen Endkampf wurde er mit 59,0 ebenfalls Zweiter. Peters ging mit einer Futzverletzung in das 1500-Meler-Rennen, die ihn auf der unebenen Grasbahn stark behinderte. Den Lauf gewann der frühere 1900er Gerstenhauer, jetzt Kurhessen Kassel, in 4:37,0; Peters wurde Dritter. 2m beidarmig gen Kugelstoßen belegte 2 irkenstock, 1900, mit 17,57 Meter einen guten 2. Platz hinter M o h l, V. f. B. Gießen. Die olympische (Staffel gewann Kurhessen Kassel 4 Meter vor 1900 nach hartem Kamps. Peters, Delbert. Völker und B i rfenftod liefen hier ein schönes Rennen; die übrigen Monnscyaften griffen nie in das Reimen ein. Anfängerwettbewerbe: In dieser Klasse konnte sich Hopfen müller. 1900, in allen bc- ftrittenen Konkurenzen plazieren. Die 100-Meter brachten einen hartnäckigen Kampf zwischen H i in - melmann, Frankenberg, und dem 1900er, den der letztere im Ziel mit Brustbreite für sich entschied, beider Zeit 12,1 Min. Sehr gut hielt sich hier R i ch t b e r g. 1900, der seil längerer Zeit zum erstenmal wieder startete, 3 Meter hinter den beiben ersten wurde er in 12,5 Min. Dritter. Im Hoch, sprnng siegte 'Vogelsang, Germania Marburg, mit 1,60 Meter, im Stichkampf sicherte sich Hov. f e n m ü 11 e r mit 1,55 Meter den 2. Platz. Trotz der guten Leistung von 40,30 Meter wurde er im Speerwerfen nur Dritter hinter Hartmann. S. V. Korbach mit 43,10 und Dörrbecker, Kur- Hessen Marburg mit 40,90. Im Dreikampf siegte ebenfalls Hartmann, Korbach, mit 134 vor Hopfenmüller mit 124 und Himmelmann mit 120 Punkten. Jugendklasse A: Hier war als Einzelkon- kurrenz nur ein Dreikampf ausgeschrieben. Der talentierte 1900er Völker siegte ganz überlegen mit 220 Punkten. Sein Klubkamerad Maus sicherte sich den dritten Platz. In der 4X1OO-Meter-Staffel stellten die 1900er eine kombinierte Mannschaft mit Müller. Kraushaar. Maus, Völker, die trotz schlechter Wechsel zu einem zweiten Platz in 50,8 hinter Kurhessen Marburg vor Frankendach und Marburg II. kamen. Jugendklasse B: Den Dreikampf gewann H. M ü 11 e r mit großem Punktvorsprung vor Schettler, Marburg, und seinem Dereinskame- raden Balser. Besondere Erwähnung verdienen der hervorragende Speerwurf von Müller mit 44,80 Meter und der gute Weitsprung von Bal - s e r mit 5,65 Meter, der leider wegen knappen Hebertretens keine Anerkennung fand. D. f. V. Der vor kui^em erfolgte Hebertritt des hiesigen bekannten Militärsportvereins „Hessen* zum Verein für Bewegungsspiele bedeutet für den letzteren nicht allein eine rein ziffernmäßige Verstärkung, sondern vor allem eine wesentliche Hebung der Spielstärke aller aktiven Fußballmannschaften und nicht zuletzt eine sehr erfreuliche Belebung des Leichtathlettkbetriebes. Während den Fußballmannschaften durch die Sperre bisher die Gelegenheit, chre durch den Eintritt der Militärsportier gehobene Spielftärke in Wettspielen gegen gute Gegner zu er» proben fehlte, konnte bereits am vergangenen Sonntag die Leichtathletikabteilung des V. f. B. bei den Nationalen m Frankenberg durch Erringung von zwei Siegen und vier zweiten Plätzen ihr Können unter Beweis stellen. Die nachfolgend angeführten Erfolge der kaum vorbereiteten V. f. B.er find um so beachtenswerter, als sie gegen stärkste Konkurrenz aus Kassel, Wetzlar, Marburg und Gießen errungen wurden. Paulus Erster im Hochsprung (Senioren) 1,55 Meter (nicht ausgesprungen). Zweiter im Weit- J sprung (Senioren) 6 Meter, und Zweiter im Stab- - Hochsprung (Senioren) 2,92 Meter. Arnd Zweiter im Diskuswerfen mit 33,88 Meter und Zweiter im beidarmigen Kugelstoßen mit 19,10 Meter. Mohl Erster im beidarmigen Kugelstoßen (Junioren) mit 18,8.3 Meter. Jedenfalls kann der Verein stolz sein auf die vorläufig noch kleine Schar seiner Athleten, die bei intensivem Training noch von sich reden machen wird. Rudern. Erfolge des Gießener Ruderklubs hassia. Anläßlich der von der Regatta-Vereinigung Groß- Mainz veranstalteten 64. Regatta des S. R. D. konnte der bereits dreimal in der diesjährigen Ruderzeit erfolgreiche Skuller Karl Rupp von dem Gießener Ruderklub Hassia im Junior-Einer wieder den Sieg erringen. Die Zahl seiner Siege beträgt jetzt 20. Berliner Börse. Effekten-Frühverkehr. Berlin, 26. Juli. (WTB. FunkspruchH Bri stillem Geschäft bleibt die Grundtendenz des heutigen Frühverkehrs freundlich. Die Spekulation verhält sich jedoch wegen des Ultimos sehr reserviert. Geld ist weiter e^er flüssiges. Bisher nennt man Farben mit 319 bis 320. Arn Devisenmarkt hört man Paris 124,07 bis 124,11, Mailand 89,25 bis 89,30, das Pfund 4,8540 bis 4,8545 und Mailand 28,51. Rundfunk-Programm. Mittwoch, 27.3nIL 13 bis 14 LIHr: Neue Schallplatten. — 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45: Konzert für Kinder, veranstaltet vorn Hausorchester. — 17.45 bis 18.15: Die Dücher- stunde. — 18.15 bis 18.30: Tlebertragung von Kassel: Die Stunde der Frau. — 18.30 bis 19: „Schwindlertricks, auf die man leicht hereinfällt". Dortrag von Otto Schwerin. — 19 bis 19.30: ,.Die Stellungnahme des Handwerks zu dem Entwurf des Berussausbildungsgesehes", Vortrag von Syndikus Dr. Ferber. — 19.30 bis 20: Schachkurs für Anfänger. — 20 bis 20.15: Senckenbergviertelstunde: Beantwortung einge- gangener Fragen durch Prof. Drevermann. — 20.15: Tschechische Musik.__________________________ Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft LB. Dr. Har» Thyriot. Flöhe, | XSTiiditet Deutfdi'Amerikanifche Petroleum-Gefell fchaft Abteilung Spezialprodukte / Hamburg 36 6910D des nch Dmi Die M man in Dirtscha anlechen sprechen Stil poWche Dor nur dn< Rational1 ^egend^ loesm. t verarm mätek sicherlich aber gew [pater cir bemach Zeit der Tarlchen [olden der Lage sondern a ruerstatte Die G 1913 aus 2,6 Mill Anleihen In den trugen t unter Au Aückzahli Hierzu n auslandi die etäx machten, für lmz Da der an auglänbij 2(n btt Greife bei kurzem ü! innerhalb nomnenen Kleinla Mähe m 25 Pwzen Papiere bi Diese Tals hing Am« Politik dm seine eiger Politik. Amer den lehtei Don l &e tn pate besch $ Leben j Anteil aud hiötung da M. Leider S Nm S ^chichi en- inan n R und ®, Ne i (6 A trs? W s« «U»> 8$*j =1Q MMMMWMWÄM nach Darmstadt! Hauptfesttage 29. Juli bis 1. August 68400 Turnerische und sportliche Darbietungen, Kampfziele ieder2lrt, Festspiel, Volksfest Ems nette Bescherung, wenn man ruhig schlafen will ? 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Auch England war feit vielen Ge- nerationnen der Gläubiger der Welt, und ft ine Auslandinvestierungen sind auch heute nod) bedeutender als diejenigen der Vereinigten Staaten. Aber Groß-Britannien hat die Zins- und Amortisationszahlungen der ausländischen Schuldner meist in Produkten seiner Gläubiger entgegengenommen, und seine Handelsbilanz zeigt einen bedeutenden Einfuhrüberschuß. Die Handelsbilanz der Vereinigten Staaten dagegen ist stark aktiv. Auch die Vereinigten Staaten können letzten Endes die Zinsen für Auslandanleihen nur in Gestalt von Waren entgegennehmen, jedoch hat die Union nicht das Bestreben an den Tag gelegt, diese Warencin- fuhr zu erleichtern. Im Gegenteil, die Zollpolitik der Union weist eine star^ protek- t i o n i st i s ch e Tendenz aus, und die Abi tack ist deutlich erkennbar, die Waren der Länder, in denen Amerika Kapitalinvestierungen vorgenom- nren hat. von seinen Grenzen fernzuhalten. Eine Zeitlang kann die Union die Schwierigkeiten dieser Sage dadurch vermeiden, daß sie die Zinsen von neuem im AuLlande investiert. Wenn aber Amerika seine Wirtschafts- und Handelspolitik nicht ändert und den Erzeugnissen seiner Schuldnerländer nicht Eingang in seine Wirtschaft gestattet, so scheint mir einmal der Zeitpunkt kommen zu rn-ssen, in dem es zwangsläufig aufhören muh, zu freigebig ins Ausland zu leihen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder ändert die Union ihre Zollpolitik und gestattet ihren Schuldnern einen erhöhten Warenabsatz, oder sie führt Rohprodukte tropischer Länder in einem so großen Ausmaße ein, daß sie die Zinsen für ihre Auslandinvestierungen mittels der Guthaben ihrer europäischen Schuldner bei ihren Lieferanten, also auf dem Wege des sogenannten dreiseitigen Handelsverkehrs, in Empfang nehmen kann. Dieser Weg ist an sich durchaus gangbar, denn- Amerika hat einen ganz enormen Verbrauch von tropischen Rohprodukten. Man denle nur an seinen ungeheuren Bedarf an Rohgummi. Leider must festgestellt werden, daß trotz des fteigcnbev Auiomobilabsatzes beinahe der Sättigungspunkt in der Aufnahme von Rohgummi erreicht worden ist. Eins läßt sich jedenfalls sagen: Wenn Amerika in den nächsten sechs Jahren im gleichen Ausmaße wie in den Doraufgegangenen sechs Iahren Anleihen zu gewähren fortfährt, so muh es sich, soweit man Die Sachlage bisher übersehen lann, entweder dazu cnlschtießen, seine Zollpolitik zu ändern, oder aber aus die Zinszahlungen für feine Auslandinvestierungen zu verzichten. Es ist jedoch raum wahrscheinlich, daß in nächster Zeit die Rachfrage nach Auslanddarlehen bei den anderen Ländern in gleich großem Umfange bestehen bleiben wird, wie dies in jüngster Zeit der Fall gewesen ist. Besonders Europa dürfte kaum weiterhin einen so großen Geldbedarf haben, wie es für die Wiederaufbauzwecke nach dem Kriege der Fall war. Mit fortschreitender Konsolidierung der europäischen Wirtschaft werden die Länder dec alten Wett in immer größerem Maße in die Sage versetzt werden, ihren künftigen Geldbedarf aus eige° nen Er s p a rn issen zu finanzieren. Es wäre unklug, jetzt schon über die Auswirkungen der riesigen Auslandinvestierungen Amerikas au» Welthandel und Weltwirtschaft endgültige Schlüsse zu ziehen: handelt es sich doch dabei um bisher unbekannte Vorgänge auf wirtschaftlichem Gebiet. Eins ist jedenfalls sicher: wünscht Amerika den Wert feiner Auslandinvestierungen zu erhalten, so mutz es Welthandel und Weltwirtschaft zu größerer Cntsal- t un g bringen. Die Sicherheit der amerilani- schen Anleihen an Europa hängt letzten Endes davon ab, in welchem Umfange es den europäischen Ländern möglich ist, Exportüberschüsse zu erzielen, die es ihnen gestatten, ihre Auslandschulden aus den Ergebnissen ihrer aktiven Handelsbilanz zu tilgen. Rur wenn sie hierzu in der Lage sind, können Schwankungen in den Valuten vermieden werden, . die andernfalls nicht nur dem Zinsendienst sondern auch der Rückzahlung der Grundkavitalien an Amerika äußerst gefährlich werden können. Gefahren des Bon Geh. Medizinalrat Professor Dr. Kruse, versität Immer wieder kann man in den Zeitungen Meldungen über irgendwo ausgebrochene kleinere oder größere Thphusepidemien lesen. Die schwere Typhusepidemie, die im Spätsommer v. I. Hannover heimsuchte, & ja noch in aller Erinnerung. Mancher wird sich vielleicht auch noch an die viel schwerere Choleraepidemie von 1892 in Hamburg erinnern. Die beiden letztgenannten Epidemien haben das gemeinsam, daß von vornherein ihrer ganzen Verbreitung nach kein Zweifel über ihre Entstehungsursache bestehen konnte. Sie sind durch Verseuchung der Wasserleitung mit Krankheitserregern, d. h. Typhus- oder Cholerabazillen, hervorgerufen worden. Gar manchen packt da wohl die Furcht, solchen gefährllchen Bazillen könnten auch in seinem täglichen Glas Wasser vorhanden sein, und mancher glaubt gar, deswegen auf den Wassergenuß verzichten zu wollen. Richts wäre verkehrter als das, denn nach wie vor bleibt das Wasser nach dem alten griechischen Worte das beste der Getränke. Außerdem sollte für ängstliche Gemüter die ileberlegung beruhigend fein, daß es sich bei den Wasserepidemien nicht etwa um Dinge handelt, die wie Trinkwassers. Direktor des hygienischen Instituts der ilni- Leipzig. Erdbeben, Wirbelstürme, äleberschwemmungen usw. unvorhergesehen kommen und größtenteils unvermeidlich sind, sondern daß sie nach unseren heutigen Kenntnissen ziemlich sicher venneidbar und darum auch immer seltener und seltener geworden sind. Dieser Sah gilt nicht bloß für die Wasserepidcmien, sondern im hohen Grade auch für die sonstigen Ausbrüche des Typhus und der Cholera, mögen sie nun durch Mllch unb andere Nahrungsmittel oder, wie es am häufigsten ist, durch Berührung von Person zu Person erzeugt fein. Der beste Beweis für den Fortschritt der Wissenschaft auf diesem Gebiete ist die Tatsache, daß die Cholera seit 30 Iahren in Deutschland überhaupt nicht mehr um sich gegriffen hat und daß Typhus und Ruhr etwa 50 mal seltener geworden sind, als sie es früher waren. Roch vor kaum 50 Iahren stellte man sich in den weitesten Kreisen vor, die genannten drei Krankheiten wären überhaupt nicht ansteckend von Person zu Person unb würben nicht durch Wasser oder Rah- rungsrnittel, sondern nur durch Die Luft oder, wie man das nannte, ein Miasma erzeugt unb verbreitet. Die Folgerungen daraus liegen auf der llrJ72 ZWeitesBiatt Die amerikanische AnIeihepolM und ihre folgen. Don The Rt. Hon. Philip Snowden, ehern, großbritannischem Schahkanzler, Mitglied des Hinterhauses. Eine der wichtigsten Veränderungen im internationalen Wirtschaftsleben des letzten Jahrzehnts war die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten vom S dxi Ibner Europas ,5 um Weltgläubiger wurden. Es war sicherlich ein Glück für Europa, daß die Vermehrung des Slattonalreichtums der Vereinigten Staaten in einem so schnellen Tempo und in so ungeheurem Ausmaße erfolgte, daß die Aufnahmefähigkeit des einheimischen Marktes nicht zu folgen vermochte. Wäre Amerika^ nicht in der Sage gewesen, in einem so erheblichen Ausmaße dem verarmten Europa Darlehen zu gewähren, so wäre damit der Wiederaufbau der alten Welt sicherlich stark verzögert, wenn nicht unmöglich gemacht worden. Wenn man auch durchaus zugeben muß, dah die Anleihebereitschast Amerikas für Europa ein Segen gewesen ist, s besteht dennoch ein gewisses Mißverhältnis zwischen der frei- willig bargebotenen reichlichen Finanzhilfe unb der starken politischen Zurückhaltung Amerikas bei der so schwierigen Aufgabe der politischen Befriedung Europas. Dor dem Kriege hatten Auslandanleihen nur eine geringe Anziehungskraft in der Union. Die Tatsache, daß Amerika so bedeutende Summen seit Beendigung des Weltkrieges an Europa geliehen hat, beweist wohl zur Genüge, daß man in der Union ein großes Vertrauen in die Wirtschaftskraft der alten Welt setzt. Auslandanleihen sind gewöhnlich nur durch das Versprechen des borgenden Landes gesichert, daß es die gewährten Darlehen zurückzuzcchlen gewillt ist. Die Fälligkeit solcher Rückzahlungen tritt aber gewöhnlich erst ein bis zwei Generationen später ein. Der amerikanische Kapitalmarkt muh demnach der Ueberzeugung sein, daß, wenn die Zeit der Rückzahlung der an Europa gewährten Darlehen einmal gekommen ist, Europa ein solventer Schuldner sein wird, der in der Lage ist, nicht nur die Zinsen zu zahlen, sondern auch die Grundkapitalien pünktlich zurückzuerstatten. Die Gesamtsumme der in Reuyork im Iahre 1913 ausstehenden Auslandanleihen betrug etwa 2,6 Milliarden DEars, davon kamen auf die Anleihen Europas etwa ein Achtel dieser Summe. In den sechs Iahren, von 1921 bis 1926, betrugen die ins Ausland fließenden Anleihen unter Ausschluß der in der Zwischenzeit erfolgten Rückzahlungen über 4,75 Milliarden Dollars. Hierzu muß man die Investierungen in privaten ausländischen Jndustrieunternehmungen rechnen, die etwa den 'Betrag von 6 Milliarden ausmachten, ebenso den Betrag Don 1,5 Milliarden für kurzfristige Kredite. Wahrend des Weltkrieges stieg die Anzahl der an der Chicagoer Effektenbörse notierten ausländischen Anleihepapiere von 6 aus 128. An den AuSlandinvestierunger. nehmen alle Kreise des amerikanischen Volkes tejl. Eine vor kurzem über die Verteilung dieser Anleihen innerhalb der einzelnen Volksschichten vorge- nommenen Erhebung lieh erkennen, daß die Kleinkapitalisten in weitaus größtem Maße an diesen Anleihen beteiligt sind. Etwa 25 Prozent' aller in Amerika befindlichen Wertpapiere Dürften ausländische Werte darstellen. Diese Tatsache ist nicht nur für die künftige Haltung Ameriias in Fragen Der internationalen Politik von höchster Bedeutung, sondern auch für seine eigene Steuer-, Handels- unb Wirtschaftspolitik. Amerika konnte in so erheblichem Mähe in den letzten Jahren Darlehen an das Ausland Hessen auf der frankfurter Mufikaussteüung. Don Jos. M. H. Lossen-Frehtag. Die mit einer erstaunlichen Fülle des Materials beschickte Frankfurter Ausstellung „Musik im Leben der Völker" enthält in ihrem hessischen Anteil auch eine besondere, der Musikpflege am Darmstädter Hofe gewidmete Gruppe, deren Ausführung bas Dortige Schloßmuseum übernommen, hat. Seiber zwangen Zeit und UmftänDe dazu, auf eine systematische und erschöpfende Darstellung des geschichtlichen Entwicklungsbildes zu verzichten: man mußte sich auf persönliche Erinnerungen und Gegenstände beschränken, soweit sie bei Der Kürze der gestellten Frist erreichbar gewesen. Die oft erhebliche Schwierigkeit der Beschaffung, die Lückenhaftigkeit unb Derstreutheit eines bisher wenig gesammelten Materials macht, daß hier überhaupt zum erstenmal ein derartiger Versuch unternommen warb (anderes wiederum war nicht verfügbar, so das im Landesmuseums- besih befindliche Fiedler-Bild „Konzert im Freien"). Darüber hinaus aber ist bank der umsichtigen und verständnisvollen Leitung des Grasen Hardenberg (Direktors des Schloßmuseums) ein anregendes und reizvolles Bild zustande gekommen, dessen glückliche Anordnung noch besonders hervorgehoben werben barf. Hardenbergs mannigfach erprobte Art in solchen Dingen hat sich auch hier bewährt: ohne ihn wäre eine Darmstädter Beteiligung überhaupt unterblieben. Die Ausstellungsreihe beginnt mit Landgraf Ern st Ludwig, denn damals, um die Wende des 17. Jahrhunderts, nach Jahren notvoller Brandschatzung und Kriegshärte, nahm mit der Wiederkehr ruhigerer Zeiten das Darmstädter Kunstleben einen bedeutsamen Aufschwung. Jung noch an Jahren war Ernst Ludwig (1678—1739) auf den hessischen Thron gelangt. Dieser kunstsinnige und prachtliebenbe Fürst warb Der eigentliche Schöpfer unb Degrünber jener höfischen Kunsttradition der Hessenstadt, wie sie, unter allen Regenten fortgepflegt, sich einen europäischen Ruf erwarb und nach ihrer, durch Ludwig I. erfolgten Umftetlung auf moderne Grundlagen, unter Dem letzten Herrscher, Großherzog E r n st Ludwig, ihre höchste Blüte und reichste Entfaltung gefunden hat. Diese Drei Fürsten bezeichnen Die Hauptetappen einer aufsteigenden Entwicklung, Die durch Die mannigfaltige (Eigenart ihres Ausdrucks gemäß Der jeweiligen Steigung unD Persönlichkeit ehren befonDeren Reiz empfängt Musikalisch von starker Begabung, gewandt im Lvutenspiel unb selbst schöpferisch sich betä'igenb, war Landgraf Emst Ludwig früh mit einer Reihe Der angesehensten Künstlern feiner Zeit in Verbindung getreten, bei Denen sein KunstverstänDnis im besten Rufe ftanD; unter ihnen treffen wir Hamen wie HänDel, Telemann unb Ma11hes 0 n, helfen berühmte Schrift „Der vollkommene Kapellmeister" Dem ßanDgrafen getoiDmet ist. Von mannigfachen Reisen —' so Hamburg unD Dresden, wo ihm die deutsche und Die welsche Oper in ihren Vorzügen wie auch Schwächen entgegentrat — zurückgekehrt, begründete er in seiner Residenz die erste Deutsche Hofoper, ließ ihr Durch de la Söffe ein stattliches Haus erbauen, schuf eine Bühne großen Stils mit Dekorationen aus erster KünftlerhanD unD berief neben anderen ausgezeichneten Kräften Christoph Graupner aus Hamburg als Hoskapellmeister, Der fortan bis zu seinem 1760 erfolgten ToDe in Darmstadt verblieb und als Schöpfer weltlicher und geistlicher Vokal- wie Instrumentalmusik ein unbestrittenes Ansehen genoß. Daneben wirkten E. Wolfg. B r i e g e l (1626—1712), Kapellmeister und hervorrageiÄer Kirchenkomponist, Gottfried G runetoalb (1739), Graupners Amtsgenosse und gleich ihm Lehrer von Joh. Friedrich Fasch, sowie Emst Ehr. Hesse (1762), bedeutender Gambist und späterer Kriegsrat. Waren es unter Emst Ludwig vorzüglich Oper und Kirchenmusik, denen Die beson- Derc Pflege galt, so trat unter seinem Rachfolger Ludwig VIII. (1739—1768) vor allem Kammer- unb Jagdmusik in den Vordergmnd. Als passionierter Jäger und ernster Musikfreund zugleich, verstand er es, aus dieser Doppelneigung heraus sich eine Hofmusik von durchaus selbständigem Gepräge heranzuziehen. Dabei schienen Wiener Anregungen auf die Kammermusikpflege dieses intimen Freundes einer Maria Theresia nicht ohne Einwirkung geblieben zu sein, wie andererseits die Aufnahme besonderer Jnstmmente namentlich englische Einflüsse wahrscheinlich macht. So muß sich auf dem umwaldeten Kranich- steiner Schloß, Der Lieblingssitz Dieses Dem Wald so innig verwachsenen Fürsten, ein frisches reizvolles Musikleben entfaltet haben, wo Statur unD Kunst, JagD unD Musik sich aufs engste miteinander durchdrangen, unb ein Konzert im Freien, nach beenbetem Weidwerk, des Landgrafen höchste Lust und Freude war. Diese eigene Kranichsteiner Hofmusik (die unter ihre trefflichen Mitglieder auch Joh. G. Portmann (t 1798) zählte, nachmals als Theoretiker von weitreichendem Ansehen) warb von Wilhelm Gottfried E n ö e r I e (t 1793), einem der ersten Geiger seiner Zeit, befehligt, während Graupner Der großen Hof- und Kirchenmusik in Der Residenz Vorstand, deren Leistungen Der LanDgraf ebenso wie Oper und Schauspiel mit Interesse verfolgte. Ihm folgte in Der Regierung SuDtoig IX. (1768 bis 1790), ein leidenschaftlicher SolDaten- Enthusiast und GrünDer Der vielbesprochenen Pirmasenser Militärkolonie: wiederum fand Die Musikpflege einen ausgeprägt persönlichen Aus- Druck, entsprungen aus lebensnaher Wirklichkeit, mochten auch schwärmenDe Schöngeister unD empfindsame Aestheten weniger Begeisterung Dafür zeigen. Wer unleugbar war auch diesem Hefsen- fürften eine urwüchsige Musikalität zu eigen, Die zusammen mit Den Soldaten eine weit über Die Landesgrenzen hinaus berühmte Mllitär- und Kriegsmusik zu schassen wußte. Dabei muß Die Buntheit Der aus Den verschiedensten Stationen angeworbenen Mannschaften („großer Menageriekasten von Zweifüßlern" nennt sie ein Zeitgenosse mit Anspielung auf Das Völkergemisch aus Russen unD Türken, Zigeunern und Schweden, Franzosen unD Ungarn usw.) auf Besetzung wie Darbietung einigen Einfluß ausgeübt haben. Auch als Komponist ist Ludwig IX. hervorgetreten: zahlreiche Märsche sind von ihm überliefert, aus denen eine melodisch frische Begabung spricht. Unb wie sich Hautboisten, Trompeter, Pauker unb Pfeifer seiner befonberen Gunst erfreuten, so genoß er selbst Den Ruf, des Deutschen Reiches bester Trommelschläger zu sein: Derweil seine Gemahlin Karo- line, Die „Große Sandgräfin" mit Den namhaftesten Künstlern unb Gelehrten einen ausgedehnten Verkehr unterhielt und Der höheren Kunstmusik ergeben war, ihren Kindern aber eine sorgfältige Musikerziehung zuteil toerben ließ. Schon als Erbprinz bekundete S u d w i g X. (1790 bis 1830) — nachmals erster Großherzog — ein außergewöhnliches Interesse an Der Musik und kaum erst mit Der gleichgesinnten Prinzessin Suife vermählt, warD Der erbprinz- llche Hof baID Der Mittelpunkt regsten musikalischen Lebens. BeiDe trieb eine leidenschaftliche Kunstbe^eisterung zu gemeinsamer Ausübung, in Der sie einen Das Dilettantenhafte überragen- Den Grad Der Beherrschung erreichten. So spielte SuDtoig (von Löhrern, wie Baron Grimm, EnDerle, Sartorius unD Pvrtmann unterrichtet) Die Violine mit wahrer Virtuosität, DerftanD sich auf Klavier, Waldhorn, Flöte und andere 3nftrumente, dazu im Dirigieren unD theoretischen Kenntnissen bewandert, während Prinzessin Luise mit Der Vollendung einer Schauspielerin ersten Ranges, in Den Komödien, Opern und Operetten austrat, Die Die Hofgesellschaft unter Leitung Des Erbprinzen aufzuführen pflegte. Goethe, wie Merck. Carl August unD andere waren Bewunderer dieses Kreises, hi Dem auch Das eben erst durch RousseauDienstag, 2l>.ZuIi 1927 Hand. Man fühlt sich so gut wie machtlos gegenüber diesen Seuchen, refp. dem Seuchengeist, Dein genius epidemicus, mit Dem inan sich ihr Kommen und Gehen erklärte. Erst sehr allmählich und vielfach angefochten, bahntw sich richtige Vorstellungen ihren Weg Die ersten Beobachtungen, Die für Die Möglichkeit von Trinktoasfer- epibemien von Typhus unb Cholera sprachen, wurden in Den 50er Jahren Des vorigen Jahrhunderts gemacht. Es gab aber auch immer schon Aerzte, Die an Die Ansteckung glaubten unb Darum Isolierung Der Kranken u. Desinfektion ihrer Abgänge forderten: Eine maßgebende Wendung trat aber erst ein, als die krankheitserregenden Bazillen durch R. K o ch u. seine Schüler entdeckt wurden So fest stand aber noch Die alte Lehre, baß die reiche Stadt Hamburg bis 1892 durch eine Trinkwasserleitung versorgt wurde, Die das offenbar jeder Verunreinigung ausgesetzte rohe Clbwasser der Stadt zuführte. Erst Die große Choleraepidemie, Die in Diesem Jahre über Hamburg kam, gab eine wirkliche eindringliche Lehre. Es tarnen unter ihrem Eindruck die Seuchengesetze für bas deutsche Reich und alle Deutschen Länder zustande. Durch |ic wurden Die heute geltenden, Den früheren gerade entgegengesetzten Anschauungen für Die hygienische Praxis zur Richtschnur erhoben Das bedeutete zunächst für Die Wasserversorgung folgendes: Trinkwasser, das leicht Der Skrunrcini- gung ausgesetzt ist, also besonders das von Flüssen, darf Der Bevölkerung nur nach vorhergegan- gener Reinigung geliefert werden. Grund- unb Quelltoasser sind, wenn sie einwandfrei gefaßt werden, allermeist Der Verunreinigung entzogen, weil Die feinen Poren des Bodens überhaupt keine Bakterien, also auch feine Krankheitskeime hrndurchlassen. Sie werden deshalb vorzugsweise, wo irgend möglich, zur Skrforgung benutzt. Wo man Oberslächenwasser aus Flüssen unb Deen nicht entbehren kann, werben sie vorher durch künstliche Sand- ober Bodenftlter gereinigt. Das erfordert eine Technik, die nach ganz bestimmten Regeln verfährt und deren Erfolg durch ständige bakteriologische älntersuchungen des gefilterten Wassers überwacht wird, derselben ilebertoa- chung werden aber auch Die Grund- unb Quell- Uqässer immer unterworfen, weil man bie Erfahrung gemacht hat, daß auch hier Störungen in Der natürlichen Dodenfilterung, z. B. durch starke Regengüsse unb Hochwasser in benachbarten Flüssen gelegentlich Vorkommen. Die bakteriologische Untersuchung zeigt jebe vorkommende Verunreinigung mit genügender Sicherheit an. Sie gibt, wenn sie ungünstig ausfällt, den Fingerzeig zur Einschaltung von Reinigungseinrichtungen, unter Denen sich Die Chlorung des Wassers wegen ihrer Einfachheit unD Sicherheit am besten bewahrt hat. Es werden Dabei kleine Mengen von Chlorgas, das in Stahlbomben eingeschlossen, jetzt überall zu haben ist, dem Wasier beigemischt, und dadurch die Bakterien abgetötet, ohne daß Geruch oder Geschmack des Wassers sich verändern So gibt es viele Werke, die Fluhwässer nicht bloß filtern, sondern auch chloren und andere, Die Grund-und Quellwasier in gefährdeten Zeiten mit Chlor behandeln. Man geht wohl nicht zu weit, wenn man Die Behauptung aufstellt, Daß bei sorgsamer Heberwachung und Behandlung jebe Trinktoasser- epibemie verhütet werben kann Wenn trotzdem noch gelegentlich Typhusepidemien auftreten, so Hegt bas nahezu stets an irgenbwelchen Mängeln Der äleberwachung. Z. B. war Die Ursache für Die mächtige Typhusepidemie, Die seinerzeit Gelsenkirchen heimsuchte, Darin zu suchen, Daß man Dort nachweislich in trockenen Zeiten neben Dem einwandfreien Grundwasser noch roheS Flußtoasser durch sogenannte Sttchrohre zuführte. Es sind das Rohre oder ähnliche Einrichtungen, Die Das Fluh- Wasser unmittelbar mit Den Wasserwerksbrumien verbinden unD bie nach Bedarf geöffnet werden. Durch solche Sttchrohre sind schon vor Der Gelsenkirchener CpiDemie oft genug Thphusepidemien verursacht worden, ohne Daß es allgemein bekannt Ben Da entstandene Melodram eine seiner frühesten unD hauptsächlichsten Pflegestätten fanD. Zahlreich unD beDeutfam knüpften sich Damals die Beziehungen erster Künstler zu Dem Darmstädter Musendofe: so sinden wir Reefe, den Lehrer Beethovens, sinden den großen SKci- sbtr selbst, da er sich an den Großherzog als mit einen Der ersten betreffs seiner Missa so- lemnis wandte, finDen Georg Joseph (Abt) Vogler, Der zeitlebens in engster Fühlung mit Dem Hofe ftanD, um schließlich als Groß Herz ogl. Geh. Rat (1807) in DarmstaDt einen sorgenfreien LebensabenD zu verbringen. Ausgezeichnete Kräfte toirften in Dem von LuDwig neu erbauten Hoftheater: Aschenbrenner, Die gefeierte Sängerin, SB i ID, Der Tenorist, die Kapellmeister M a n g o l D unD Thomas, Dieser zugleich berühmter Konzertist auf Trompete unD Klarinette, womit er auf seinen ausge- Dehnten Reisen ungewöhnliches Aufsehen erregte; Dazu EnDerle, Sartorius und B a ch o f e n (Maler unD Musiker in einer Person), während Joh. Ehr. R i n ck (1846) Hoforganist unD Kantor, EhrenDoktor unD MitglieD angesehener Gesellschaften, als Orgelspieler große Erfolge errang, Meyer beer unD Carl M von Weber als Schüler Voglers in Darmstadt weilten — ersterer nachmals zum Großherzogl. Hof» und Kammerkvmponist ernannt, indes Weber Dem Großherzog seinen „Abu Hassan" widmete — Deren Kreis auch GottsrieD Weber, Musiker unD gewiegter Jurist, (zuletzt als Generalstaatsprokurator in DarmstaDt tätig), zugehörte. Dieser Glanzzeit Der Musikkultur am Darmstädter Hofe folgte mit Dem Hinscheiden SuDtoig I. zunächst ein merklicher Rücsichlag, ohne, jedoch das einmal Aufgebaute wieder vernichten zu können. Rühmlich haben sich aber Die beiDen Großherzoginnen Wilhelmine (De- grünDerin einer reichhaltigen Musikbibliothek) unD Mathilde hervorgetan. — Ludwigs I. Verdienst, Der mit großem Verständnis und weitschauendem Blick Die Musikpflege der alten landgräflichen Zeit in moderne Formen umgoß und in großzügiger Erfassung ein neuzeitliches Kunstleben begründete, legte eine gesicherte Grundlage, Die unbeschadet gelegentlicher Schwankungen jene Gntwicklungsmöglichkeit schuf. Die in wachsendem Aufstieg unter dem letzten Großherzog Ernst Ludwig .(wiederum dank einer ebenso starken ursprünglichen Begabung tote tatkräftigen Initiative) zur höchsten .Blüte empor* stieg, um bann, von allgemeinen Zeitwehen ergriffen, an einen neuen Wendepunkt zu treten, über dessen Entscheidung und Ausgang die letzten Würfel noch nicht gefallen sind. iU'ö«. Heute dürste wohl das Stichrohrsystem als ■: nögüÜig abgetan gelten. Wir sehen also, daß bet Anwendung aller ge- boicnen Vorsichtsmaßregeln nach dem heutigen Stande der Wissenschaft die Gefahren des Trink- wassers aus ein Minimum reduziert werden lönnen. Hinderlich ist hierbei allerdings noch eine bedauerliche Tatsache. Es gibt noch immer eine große Anzahl Leute, die nicht zugeben wollen, daß man durch Genuß von Wasser typhuskrank werden rann. Dazu gehört zunächst die große Masse derjenigen, die von der „akademischen" Wissenschaft ,.ichts wissen wollen. Aber auch unter den Aka- demikern selbst kommen solche Einspänner vor. Sie berufen sich dabei gern auf einen großen Aamen der Medizin, Max von Petterrkofer, und vergessen dabei, daß auch in der Wissenschaft nicht ganz selten falsche Lehren durch große Aamen gedeckt werden. Die Entscheidung bei Streitfällen, ob es jich um eine Verseuchung des Trinkwassers handelt, ist in den meisten Fällen übrigens sehr schwierig. Es gelingt nämlich erfahrungsgemäß nur ausnahmsweise, die eigentlichen Attentäter, die Typhusbazillen in der Wasserleitung nachzuweisen. Diesen Nachweis stellt man sich nämlich Mm allgemeinen viel zu leicht vor. Zudem sind sie sicher nicht in jedem Liter Wasser vorhanden — z. B. erkrankten ja in Hannover auch nur 1—2 von je 100 Einwohnern. Dor allem aber verschwinden die Bazillen meist zu schnell aus der Leitung, um noch nachweisbar zu fein zu der Zeit, wo die Epidemie erkannt und nach rhnen gesucht wird, d. h. 3—4 Wochen nach der Verseuchung des Wassers, lieber einen sogenannten Indizienbeweis über die Wasserverseuchung wird man also kaum jeweils hinauskommen. Für die Wissenschaft wird der Beweis dadurch geliefert, daß in solchen Fällen das Gebiet der Wasserversorgung mit dem Gebiet des Typhus zusammengefällt, mit anderen Worten: überall, wo das verdächtige Wasser getrunken wird, und nur dort wird es Erkrankungen geben. Für die Hygiene kann also die Lehre aus allen derartigen Epidemien immer nur lauten: caveant consuies... x Landesverband hessischer Bürgermeister. Eine am 13. Juli in Frankfurt a. M. stattgehabte Vorst andsffhung des Landesver- Verbandes hessischer DürgermeisterG an welcher auch die Kreisvereinsvorsitzenden teil» nahmen, hatte neben der Erledigung einer Aeihe geschäftlicher Angelegenheiten als Hauptpunkt der Tagesordnung die z. Zt. im Flusse befindlich» Deform der hessischen Derwaltungs- g e s e tz e zum Gegenstand. Aach einem,kurzen Re- ferat^des Mitgliedes des Unterausschusses für die hessische Verwaltungsreform, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g - Alsfeld, wurde wieder von neuem die einstimmige Forderung erhoben, daß in der kommenden neuen Gemeindeordnung der Begriff des „Ehrenbürgermeisters" mit seinen unangenehmen und für die Bürgermeister nachteiligen Begleitbestimmungen auf keinen Fall wiederkehren dürfe. Vielmehr soll die Regelung der Dienst- und Vergütungsverhältnisse auf Grund einet Ortssatzung bzw. Besoldur.gsordnung, welch letztere für ganz Hessen in Wirksamkeit zu treten hätte, zu erreichen gesucht und damit begründet werden, daß die ver- änherten Zeitverhältnisse mit ihren neuen und verantwortungsvollen Aufgaben für die Bürgermeister auf den unzähligsten Gebieten naturnotwendig auch eine durchgreifende Reform der fundamentalsten Grundlagen der im Gesetz verankerten . Rechte des Dürgermeisterslandes im Gefolge haben müssen, lind nicht zuletzt soll Regierung und Landtag immer wieder von neuem auf das Unrecht: hin gewiesen werden, das durch die Vorschrift Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller. München. (Schluß.) „Mein Klient", fuhr der Advokat unbeirrt fort, „war ’ ark. beschäftigt mit feinen Studien der süd- chinesischen Dialekte. In den vier Jahren, die er sich in Puh-Fuh aufhielt, hörte man in Frankreich überhaupt nichts von ihm. Eine Zeitlang glaubte man bestimmt, daß er tot sei. Wer dann zog man durch die Missionare (5rfunbigungen ein, und die Mitteilungen, die man erhielt, waren wirklich höchst erstaunlich. Es ergab sich nämlich, daß er längere Zeit hindurch vollständig als Chinese gelebt hatte. Nicht unter Mandarinen und anderen hohen Kasten, sondern im Volke, unter Kulis, in der Hefe der Städte, lind nicht genug damit, er lebte auch ganz so wie fie. Wohnte in ihren elenden Hütten. Aß ihre Speisen. Und schließlich konnte er auch mit seinem einzig dastehenden Talent ihre Sprache und ihre verschiedenen Dialekte sprechen. Es ist eine Eigentümlichkeit ineines Klienten, daß er, wenn er etwas studieren will, es bis auf den Grund tut Und er behauptet, man könne die Sprache eines Volkes nur kennenlernen, wenn man selbst unter ihm lebt und einer der ihren wird. So weit ich Herrn d'Albert kenne, zweifle ich nicht daran, daß er sich in diesen Jahren als Kuli gefühlt hat. Er gab seine Korrespondenz auf, seine Zeitungen, seine europäischen Gewohnheiten, seine Kleidung. Er arbeitete, handelte, dachte wie ein Kuli. Der einzige Unterschied zwischen ihm und den anderen bestand in seiner Wissenschaft. Jede Nacht füllte er seine Folianten mit sprachlichen Beobachtungen. Vielleicht hätte er noch heute vergessen in China gelebt, wenn nicht gerade feine Wissenschaft ihn wieder hervorgelockt hätte. Wie der stille Forschungsreisende in dett Urwäldern des Festlandes von Pflanze zu Pflanze geht, so ging er von Wort au Wort, von Dialekt zu Dialekt im südchinesischen Sprachgewühl. Schließlich verfolgte er einzelne Wörter und Sprachbilder von Stamm zu Stamm. Er kam über die Grenzen von China hinaus und befand sich plötzlich in Indien. Unter einigen Völkerschaften südlich des Gebirges fand er den Ursprung der Sprache wieder. Er mar ihrem Flusse gefolgt und war an die Quellen gelangt. Do machte er halt und sah sich um. Er hatte seine Arbeit beendet. Er tauchte aus seinen Studien auf und begann, nach Reuig- leiten aus Europa zu fragen, nach Zeitungen. Er naljin mieber feine tadellose europäische Kleidung in Gebrauch und schrieb im Hotel Imperial in Delhi sein epochemachendes Werk über die südchinesischen Dialekte." Der Mookat hatte sich ganz ki Begeisterung hin- eingeredet und zog aus ferner Aktenmappe einen dicken Band, den er den beiden Herren zeigte: Auf dem Bande stand «druckt: Tratte sur les patois de la Chine du Sud. Etudes faits dant le departement de Puh-Fuh. Der Polizeichef sah fragend zu Krag hinüber. „Ich beginne zu ahnen", sagte dieser leise. „Preisgekrönt!" rief der Advokat, das Buch m der Hand schwingend. „Preisgekrönt von der fran- des Artikel 95 des Gesetzes über die Wahlen für Gemeinden und Gemeind cverbände vom 7. Oktober 1925 in sofern geschaffen worden ist, daß die vor dem Inkrafttreten erwähnten Gesetzes wie- der gewählten Dürgermetster lediglich auf sechs Jahre und die nach dem 7. Oktober 1925 zur Wahl gelangten auf neun JJafjre gewählt sind, ein Unrecht, das bei der Verabschiedung der neuen Gemeindeordnung wieder gutzumachen eine moralische Pflicht des Gesetzgebers fein muß. Des weiteren hatte die von deni Vorstände des hessischen Landgemeindetages in seiner letzten Sitzung geführte Beschwerde über das von der Hessischen Landesbank bei der Begebung der verbilligten (Staats-) Baudarlehen geübte Verfahren den Ministerialräten Klump und Dr. S ch r o d Veranlassung gegeben, in Anwesenheit der Vertreter der Kreisvereine nähe/e Ausführungen über die inzwischen mit Genehmigung der Regierung zwischen der Hessischen Girozentrale und der Hessischen Landesbank in dieser Sache zu Stande gekommenen Vereinbarungen zu machen. Hiernach wird künftighin nicht mehr die Hessische Landesbank allein das verbilligte (Staats-) Baudarlehen gewähren, sondern es tritt auch die Hessische Girozentrale mit ihren angeschlossenen Sparkassen in die gleichen Rechte ein, und di? Hergabe der Darlehen erfolgt von beiden Geldinstituten in der Weise, daß die zweistellige (35prozentige) Dauhypothek nur im Zusammenhänge mit der erststeiligen (40prozentigen) gegeben wird. Es ist weiter eine dahingehende Bestimmung getroffen, daß andere Kassen und Genossenschaftsbanken zu der Darlehensgewährung nicht zuzulafsen sind: dahingegen den Bauenden die Aufnahme von Baukapital bei Privaten freisteheck und in solchen Fällen die Hessische Landesbank zur Hergabe des verbilligten Darlehens verpflichtet sein soll. Wie diese sehr wichtigen Ausführungen, so befriedigten auch die übrigen Aufklärungen und Anregungen der beiden Regierungsvertreter in bezug auf die Abwicklung der Darlehensgeschäfte selber vollständig, und der Dank der Versammlung war deshalb ungeteilt. Von den einzelnen Kreisvereins-' vorsihenden wurde es übernommen, innerhalb der Kreise für die erforderliche Aufklärung Sorge zu tragen. Zessischsr Landbunü. Der Landesausfchuß des Hessischen Landbundes hielt in Darmstadt eine Sit- -zung ab. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorsitzenden Dr. v. Helmolt, Rieder-Wöllstadt; zum zweiten Vorsitzenden wurde, anstelle von Dr. Deh- tinger, Landwirt Gottfried Buntschuh-Lengfeld gewählt. Die Beratungen der Tagung schlossen mit der A n n a h m e n a ch st e h e n d e r Entschließung: „Der Landesausschuß des Hessischen Landbundes erhebt-schärfsten Einspruch gegen die Erhöhung der Beiträge zur land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nd zu den Kranke n l a f f e n und zur Invalidenversicherung. Für die Landwirtschaft find die „sozialen Verficherungslasten" auf die Dauer untragbar. Der Landesausfchuß beauftragt den Vorstand des Hessischen Landbundes, in Verhandlungen mit den leitenden Stellen der Berussgenofsenschaft, der Krankenkassen und der Invalidenversicherung zu treten, um eine Sendung der Beiträge herbÄzu- führen, außerdem aber Landes- und Reichsregierung, sowie allen beteiligten Stellen klarzumachen, daß sich die hessische Landwirtschaft mit allen Mitteln gegen die fortgesetzte Aussaugung durch soziale Versicherungsbeiträge wenden muß. Eine Erleichterung durch Gesetzgebung und Verwaltung ist dringend erforderlich, wenn nicht unhaltbare Zustände einreißen sollen." zösischen Akademie, meine Herren! Ein epochemachendes Werk, wahrlich ein hervorragendes Werk!" „Weiter", bat Krag. „Wir find noch weit entfernt von dem Diebstahl in der Villa Rofenhain." „Sehr richtig, meine Herren. Wir find ebenso weit davon entfernt, wie Delhi von Christtania entfernt ist. Aber der Bericht von den Erlebnissen meines Klienten wird uns dem Gebiet dieser Stadt näher bringen. Von Indien ging feine langsame Wanderung über Afghanistan nach Kleinasien und weiter nach dem Kaukasus. Hier stieß er auf Sprachformen, die ihm ganz ohne Zusammenhang zu sein schienen mit dem ihm bisher bekannten Sprachen. Erst tief in Ungarn fand er einige mit ihnen verwandte Worte und Redewendungen. Er traf sie bei einem umher- strerfenden Zigeunerstamm. Das war ein neuer Wendepunkt in .Herrn d'Alberts Studien. Mtt dem größten Eifer warf er sich auf das Studium der geheimnisvollen Sprache. Und feinen alten Arbeitsmethoden getreu, begnügte er fich nicht damit, fie gelegentlich zu studieren, nein, er wurde Zigeuner oder Tatar oder wie man es nennen will. Zwei Jahre lang durchzog er mit einer Zigeunerbande Ungarn und Oesterreich. Darum kam er auf einem Zigeuner- fchiff, das Tauschhandel auf der Marne trieb, ins Innere Frankreichs. Und mit einer Gauklerfamilie durchreiste er England. Er hat auch in einem Zi- geunerzelt in Skandinavien gelebt. Seine Studien über die geheimnisvolle Sprache find noch nicht erschienen: aber ich glaube, feine Arbeit wird den Nebel zerstreuen, der feit Jahrhunderten über dieser Sprache und ihrem Ursprung liegt. Man könnte meinen, daß das ohne eigentliches Interesse für die vorliegende Angelegenheit ist. Aber in Wirklichkeit ist dem nicht so. Indem ich weniger wesentliche Nebenumstände wegließ, habe ich die Geschichte meines Klienten in gerader Linie bis zu seinen Erlebnissen hier in Christiania verfolgt. Was ich besonders hervorheben wollte, ist dies: in seinen Forschungen gleicht er keinem anderen Gelehrten, von dem ich je gehört habe. Was ihn von den anderen trennt, ist die einzig dastehende Art, wie er sich in seine Materien vertieft. Nicht nur der besondere Teil der Sprachforschung interessiert ihn, sondern ebenso sehr alles das, was die Sprache umgibt, der Volksboden, daraus die Sprache erwächst, das Leben selbst, das die Sprache ausstrahlt. Will er eine Sprache erforschen, so sucht er fich zunächst klar darüber zu werden, warum die Sprache so ist, wie fie ist, und nicht anders. Er will mitleben in dem Leben, das die Bedingung für die Entwicklung der Sprache war. Das habe ich den Herren deutlich machen wollen. Ist das, was ich gesagt habe, verständlich gewesen?" „Durchaus", erwiderte Krag. „Nun märte ich bloß darauf, daß Sie von Christiania sprechen werden." „Jawohl. Die Reise nach Christiania begann eigenllich bereits, während Herr d'Albert mit seinen Untersuchungen der geheimnisvollen Sprache beschäftigt war. Wie Sie sich denken können, meine Herren, ist diese Sprache in verschiedenen Schattierungen über ganz Europa verbreitet. Sie wird von den unsteten Tatarstämmen gesprochen, die von Ooertzesssn. OO Klein-Linden, 25. Juli. Die letzte G c - meinderatssitzung hatte als einzigen Punkt die W a h l eines Gemeinde rechners auf der Tagesordnung. Der seitherige Gemeinderechner Wilhelm Germer geht ab 1. August in den Dienst der Reichspost über und übernimmt eine Stelle in Arheiligen. Um die nun freiwesdende Rechnerstelle hatten sich sieben Personen beworben. Auf Karl Jung fielen 7 Stimmen, womit er, vorbehaltlich der Bestätigung des Kreisamts, als gewählt gilt. Der neue Gemeinderechner tritt am 1 August fein Amt an, vorerst provisorisch, bis die Einspruchsfrist von 4 Wochen und die Bestätigung des Kreisamts erledigt find. y. Lollar. 25. Juli. Unser Kirchspiel stand am Sonntag im Zeichen der Mission. Nachdem Missionar Laut- Frankfurt a. M., früher in China, am Vormittag befonders zu der Jugend geredet hatte, versammelte sich nachmittags eine sehr zahlreiche Gemeinde, auch Festgäste aus Gießen und aus Kurhessen, auf dem schattigen, geräumigen Platz vor der Kirche. Der Posaunenchor Klein-Linden, unter Leitung des Kreisbaumwartes Germer, verschönte die Feier durch mehrere exakt vorgetragene Musikstücke und durch Begleitung der Gemeindelieder. Pfarrer Haubach - Watzenborn und Missionar Laut redeten zu der Festversammlung. Der Ortsgeistliche, Dekan G u ß m a n n, sprach das Schlußwort. Das Fest nahm auch nach Seiten des äußeren Erfolges einen sehr befriedigend-en Verlauf. L Treis a. d. Lda., 25. Juli. In seiner letzten Sitzung beschloß der Gemeinderat die Anlage einer elektrischen Heizung in der neuen Schule für Säle und Lehrerwohnungen. Die Kosten werden auf 2000 bis 3000 Mark veranschlagt. — Der Sportplatz „Auf dem Busch" ist nunmehr vollendet und soll demnächst seiner Bestimmung übergeben werden. Eie Einweihung soll an einem der nächsten Sonntage stattfinden. Es ist hierfür eine größere Feier geplant, an der sich die verschiedenen Vereine und die einzelnen Schulklassen mit Vorführungen beteiligen werden. *!* Beuern, 25. Juli. Gestern nachmittag hielr Landwirtschastsassessor Dr. © e Id er vom Landwirtschaftsamt Grünberg in unserer Gemeinde einen Feldrundgang ab. Zu Beginn des Rundganges machte der Leiter des Rund- ganges auf die Bedeutung derartiger Veranstaltungen aufmerksam und gab seiner besonderer Freude darüber Aufdruck, daß die Landwirte sich so zahlreich eingefunden hatten. Dr. Selz er führte die erschienenen Landwirte zu verschiedenen Getreide- und Hackfruchtäckern, sowie Klee und Wiesen. Die Winterfrucht steht im allgemeinen besser als die Sommerfrucht. Besonders hervorgehoben sei der Stand der Hackfrüchte, der in der Gemeinde Beuern ganz ausgezeichnet ist. Infolge der verzögerten Heuernte sind allerdings die Hacksruchtäcker teilweise sehr verunkrautet. Dem Saatgutwechsel und der Saatgutauswahl werden in den meisten Fällen noch viel zu wenig Beachtung geschenkt. Besonders ausgefallen ist diese Tatsache durch den unausgeglichenen Stand des Getrrides und den vereinzelt beobachteten lückenhaften Bestand bei Kartoffeln. Der Rundgangsleiter wies auf diese Mängel besonders hin und empfahl bring-e: d i ie Abstellung derartiger Fehler. Ferner fiel eine allzu reichliche Aussaat zu Winter- und Sommergetreide ganz besonders auf, die bei der noch immer anzutreffenden einseitigen Stickstoffdüngung Lagerung verursachte. Dies Norden bis nach Südspanien reifen. Sic ist verschieden in den verschiedenen Stämmen, aber sie hat doch eine gemeinsame Wurzel. Während d'Albert uter den Tatarftämmen lebte, fiel ihm auf, daß der Sprache einige wunderliche Worte und Redewendungen zugeführt worden waren, halb Jargon, halb unverständliche WortzusammensteUun- gen, für deren Ursprung er keine Erklärung zu finden vermochte. Anfangs wenigstens nicht. Aber dann erkannte er, daß diese seltsame Zusatzsvrache von der zum Teil lichtscheuen Tätigkeit dec Zigeu- nerftämme durch die Jahrhunderte hindurch hec- rühren müsse. Es läßt sich ja nicht leugnen, daß die Zigeuner und die umherstreifenden Volker eine besondere Rolle in der Kriminalgeschichte der Nationen gespielt haben. 2lus dem Leben der einzelnen in Gefängnissen und Untersuchungsräumen, während Polizei und Gericht ihnen nachstellten, und aus dem Zusammensein mit den Verbrechern anderer Rassen haben sie dann in ihre Sprache eine Menge der Ausdrücke aufgesogen, die der Verbrecherwelt angehören. Diese Abart der Sprache fesselte d'Alberts Interesse in höchstem Maße. Und von da an warf er sich mit dem größten Fanatismus auf das Studium der Entwicklung der Ber- brechsrsprache. Er stieß ja überall darauf, wohin er kam. Auf die gleichen Worte und Redewendungen. Und wo etwas in verschiedenen Sprachen ausgedrückt wurde, war wenigstens die Wahl der Bilder die gleiche. Wie ein großer Sprachforscher, der längst gestorbene und vergessene Sprachen untersucht, fich durch Rekonstruierung dieser Sprachen ein Bild der entschwundenen Gerneinschaft bilden kann, so entstand jetzt bei meinem Klienten ein phantastischer, ober sicher wissenschaftlich wohlbegründeter Plan, mit Hilfe dieser Untersuchungen über die internationale Verbrecherjprache ein großes Werk zu schaffen, das er nennen wollte: Die Wanderungen der Verbrechen. Das ist also der Nero der seltsamen Angelegenheit. Indem mein Klient sich auf das Studium der Verbrechersprache warf, stürzte er sich gleichzeitig in die wunderliche Welt der Verbrechen hinein. Die Sache fing damit an, daß man ihm Zutritt zu einigen französischen Gefängnissen gewährte. Er begnügte sich nicht damit, ihnen einen Besuch abzustatten, nein, er lieh sich selbst als Gefangenen einstecken: er lauschte auf die Klopfzeichen, und auf den Arbeitsplätzen sammelte er manch merkwürdiges sprachliches Phänomen. Durch Kriminalbeamte ließ er fich durch die Verbrecherviertel von Paris führen, uni) er besuchte alle berüchtigten Kneipen. Aber diese rein oberflächlichen Studien interessierten ihn nicht besonders. Er wollte selbst das Leben der Verbrecher führen, und eines Tages verschwand er plötzlich. Schnell erwarb er sich Freunde in der düsteren, unheimlichen Welt, zuerst mit Hilfe seines Geldes, dann durch seine große und einzigartige Klugheit. Natürlich liegt etwas Wahnsinniges in dieser Mechode, Wissenschaft zu betreiben; aber ich kann nicht zugeben, daß er andere als rein ideale Absichten verfolgt hat. Lassen Sie uns einen gewöhnlichen Einbruchsdiebstahl als Beispiel nehmen. Er wollte den Begriff des Einbruchs in feinen verschiedenen Phasen feststellen, er hat wissen wollen, zu welchen sprachlich bemerkensHier schließt die Erzählung von dem Manne, der Christiania plünderte. Nach vielen Konferenz« n und Erwägungen der Polizeibehörde, der Staatsanwaltschaft, der französischen Gesandtschaft und der norwegischen Regierung wurde beschlossen, die Angelegenheit nicht weiter zu verfolgen. Ermöglickst wurde das vor allem durch den freiwilligen Entschluß des Gelehrten, den Krag nach der Aufklärung durch den Advokaten in tiefsinnigem Gespräch mit Doktor Saling in der Theaterstraße überraschte, sich für ein Jahr in eine Irrenanstalt zur Beobachtung zu begeben, ferner durch den Nachweis, den d'Albert erbrachte, daß er seine Helfer nach Spanien gesandt hatte, wo sie mit feiner Hilfe in geordnete Verhältnisse zurückkehrten. Auch der rothaarige Kellner und Thollon reiften nach ihrer Entlassung ins Ausland. Endlich wurden alle die, die Verluste erlitten hatten, reichlich entschädigt, und außerdem zahlte d'Albert an die norwegisch« Staatskasse eine Summe, di« den dritten Teil seines Vermögens ausmachte. In der Irrenanstalt war d'Alberts einzige Beschäftigung die Arbeit an seinem Werke; nach Jahresfrist verließ er Norwegen, um nie wieder teilzunehmen an der dunkeln Welt des Verbrechens. Der Schleier des Vergessens wurde über die Ereignisse gebreitet. Das ist der Grund, warum dse Angelegenheit nur den wenigen bekannt wurde, bte in sie verwickelt waren. werten Redewendungen er führt — beim Aus- Hecken des Planes wollte er alle die geheimen Worte kennenlernen, die über dem Kneiptifch ge- flüstert werden; dann hat er bei der Ausführung selbst die Zurufe gehört, die die Helfer ausstoßen, um eine Gefahr anzukündigen oder mitzuteilen, daß keine Gefahr besteht. Ich versichere Ihnen, meine Herren, daß er, um alles das zu erfahren, imstande gewesen ist, einen Einbruch in Szene zu setzen. So hat er die Verbrechersprache von £anb zu Land durchlebt. Die Verrücktheit seines Systems ist nach und nach natürlich immer auffallender geworden, aber er war sich sicher keinen Augenblick klar darüber, daß er etwas Schändliches, Unrechtes tat. Seme wissenschaftliche Manie machte ihn blind. Und doch lege ich meine Hand dafür ins Feuer, daß er seelisch rein und unberührt geblieben ist trotz diesem Treiben. Seine Handlungsweise erinnert an die des Vivi- sektors, der, um ein erstrebtes missenscl)aftlia)es Re- sultgt zu erreichen, nicht davor zurückscheut, seinen Mikgeschöpfen das größte Leid zuzufügen. Und dazu kommt, daß er selbst und die Institutionen, die er schuf, in unglaublicher Weise ausgenützt worden sind von den verbreck>erischen Elementen, mit denen er sich umgab. Auf seinen seltsamen Reisen ist er schließlich in Ihr Land gelangt, meine Herren, und hier hat seine Verrücktheit — wenn Sie so wollen — ihren Höhepunkt erreicht. Aber in dem Umstand, daß er mich gerufen hat, sehe ich einen Beweis dafür, daß er seine Untersuchungen abgeschlossen hctt und im Begriff ist, wieder ans Licht aufzutauchen. Das, meine Herren, ist der Zusammenhang der Verbrechen des Herrn d'Albert, und es ist die Erklärung dafür, daß man gleichzeitig Gelehrter, Millionär und ein Dieb fein kann " trat an vielen Feldern, die während des Rund- ganges besichtigt wurden, deutlich zutage. Di« Pflanzweite her Kartoffeln war im allgemeinen richtig ausgeführt. Es wurde auf das sachgemäße (Sinmieten der Kartoffeln ganz besonders aufmert* sarn gemacht. Die Aussichten für die Obsternte sind gut. Die beobachteten Pflanzenkrankheiten wurden besprochen und auf die jeweils in Betracht kommende Bekämpfungswcife ausmerisam gemacht. An Pflanzenkrancheiten wurden beobachtet: Dlafensuh an Roggen und Hafer, Flugbrand an Hafer, Gerste und Weizen, Rost an Weizen, Schwarzrost an Hafer, Schwarz» beinigkeil und Blattrollkrankheit bei Kartoffeln und die Runkelfliege - bei Rüben. Auf die Bedeutung der Wiefcnpflrgr und -düngung wurde hingewiefen, und die neuzeitlichsten Heuwerbungsarten auf den Wiesen und Kleeackern besprochen. Ferner machte Dr. Selzer auf die Bedeutung der Feldbereinigung aufmerksam und die damit unbedingt einzurichtende JungviLhweide. Rach über dreistündigem Rundgang trennten sich die Teilnehmer dieser lehrreichen Veranstaltung. Die Ausführungen Dr. Selzers wurden von den Landwirten mit großem Interesse ausgenommen. 3m kommenden Winter soll in unserer Gemeinde ein Lichtbildervortrag abgehalten werden. J) Lich, 25. Juli. Heute nachmittag gegen 1.30 Uhr verunglückte der im Maschinenhaus der Brauerei Jhring-Melchior in Lich beschäftigte jugendliche Arbeiter Wilhelm Mohr von Burkhardsfelden dadurch, daß er auf bisher noch unaufgeklärte Weife der Transmission zu nahe kam, von einem Riemen gepackt und gegen eine Wand geschleudert wurde. Er zog sich hierbei einen komplizierten Oberarmbruch und Hautabschürfungen zu. Die erste Hilfe leistete der sofort herbeigerufene Arzt Dr. Roth in Lich, der seine Ueberführung in die Gießener Klinik anordnete. Im Sanitätsauto wurde der junge Mann nach Gießen überführt. J) Lich, 25. Juli. Der Bürgermeister gab in der jüngsten Sitzung des Stadtoorstan- d e s zu Punkt 1 der Tagesordnung bekannt, daß bei der Submission der Rohbauarbeiten für die Kleinkinder schule zu Lich folgende Mindestpreise erzielt worden seien. Erd- und Maurerarbeiten: Karl und Christian Fey, Lich, 9642,55 Mk.: Steinhauerarbeiten (Lungsteine): Karl Damm, Beuern: 298,10 Mk., (Kunststeine): Philipp und Heinr. Scheid, Bellersheim, 269,50 Mk.; Zimmerarbeiten: Friedrich Karl Keßler, Steinbach, 4035,40 Mk.; Grobschlosserarbeiten: Fr. Schmidt, Lich, 166,30 Mk.; Dachdeckerarbeiten: Christian Vater II., Lich, 1395,75 Mk.; Spenglerarbeiten: Karl Heß, Lich, 299,07 Mk.; Eifenlieferung: K. Köhler, Lich, 552,36 Mk. Außer den Zimmerarbeiten seien den Wenigstfordernden bereits die Zuschläge für die Arbeiten erteilt worden. Der Zimmermeister Heinrich Schmidt von Lich war mit feinem Angebot von 4233,40 Mk. für die Zimmerarbeiten Zweitwenigftnehmender. Der Stadtvorstand beschloß, diesem die Arbeit zu feinem Angebot zu übertragen. — Als weitere Punkte standen zur Beratung die Z u s ch u ß l e i st u n g der Anliegergemeinden zur Buabach-Licher Eisenbahn. Nach dem von den Anliegergemeinden beschlossenen Verteilungsplan beträgt der Zuschuß der Stadt Lich für das Geschäftsjahr 1926 390 Mk. Set Stadtoorstand stimmte diesem Verteilungsplan zu. — Die Treuhänderstelle für die Ablösung der Markanleihen der hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände verlangte von der Stabt Lich eine Ablösung von 25 Prozent der noch unein- Inften Vorkriegsanleihen. Der ötabtuor» stand lehnte diesen Antrag ab und beharrte auf seinem früheren Beschlüsse, der den Ablösungssatz auf 12fr Prozent festsetzte. — Ein von der fürstlichen Rentkammer in Lich vorgelegter Vertragsentwurf wegen Herstellung eines Fußsteiges in h,r jjnH fyat ffN Li :ümhd) W 3uft 6«s enW'L >tDUt nid angrba beitet 'M ktto* Ginen leibet a Detter vrr. gürte bet Soirnnetftt ichinenotbc 0ut W Iie Kohl?' Wuchses ar lig in das sehr gute die Obft< zeigen ein« besseren J werben. < angeseht. 03 N allseits em; meinbe bai tine einfad Zchwimmle guter Absp- rer ertesst ii zeit Schw wird. Für i den getrenn 4 Äi wird eine unterhalb Lang-Töns gebaut. Di aus Eisen! baugesellsä Durch die gelegene C andern 5( gange, die mietet c letzten Sei arbeite schrille gr neuen En werden lc Mekiorati * A Tage gin. Witter i Ttegen m bitte ‘■en' aägerb Wullen di Wflenteies meinte sch.r 'Wandt T'e Hagells .'»ch auf bi Jeii baß 1 Häuser eini . * 6to wirb bei ton I bis 13 Uhr u btenft a n. Hch |' totfi ^gr auch 3enJ^5nt ■Mthmer S? tine™ laut ff814 her tz-lch e Eag ist gedeckt. federe sa;ten ein . SO* Ä Ur m Hl Karten £ U MX r V°"O M( r e (fr. u N:r LL d'e der Bahnhofstraße, entlang bes Schlohgartens, wurde genehmigt. ♦ Nieder-Bedingen, 25. Juli. Der in dem Bericht über den Licher Prämiierunasmarkt erwähnte Träger des 1. Pr-ijes in Klasse V (Familien) ist Karl K c b l o w s fq, nicht, wie es irrtümlich hieß. Rebloser. # Aus der nördlichen Wette rau, 25. Juli. Die diesjährige unbeständige Witterung hat die Heuernte um fast 3 Wochen verzögert, so daß erst in diesen Tagen das letzte Heu einge- bracht wurde. Man ist eben noch mit dem Ein- ernten des Kleeheus beschäftigt. Während in normalen Jahren der rote Klee ganz und der ewige Klee zum größten Teil als Grünfutter verwendet wurden, ist heuer der erste Schnitt der hier viel angebauten Luzerne zu Dürrfutter aufgearbeitet worden, und auch der zweite Schnitt des T.otflee» wird zu Winterfutter hergerichtet. Die Pr^sie für Heu sind weiterhin gedrückt. Die Händler bezahlen ie nach Qualität 1,80 bis 2.50 Mark. Einen herrlichen Stand weisen die Getreide- ielder aus, soweit sie noch von Hagel und Unwetter verschont geölü'ben sind. Die starken Regengüsse der letzten Tage haben große Flächen der Sommersrucht zum Lagern gebracht,' so daß Maschinenarbeit mehr oder weniger unmöglich ist. Gut haben sich auch die Hackfrüchte entwickelt. Die Kohlkulturen leiden bei der Ueppigkeit des Wuchses an Herzsäule. Die Kartoffeln sind mächtig in das Kraut geschossen und versprechen eine sehr gute Ernte. Glänzende Aussichten sind für die O b st e r n t e vorhanden. Die Aepfelbäurne zeigen einen überreichen Behang, und gerade die besseren Sorten müssen gestützt und gebunden werden. Auch die Birnbäume haben wieder reich angeseht. zrrcis Friedberg. CO Nieder-Florstadt. 25. Juli. Einem allseits empfundenen Bedürfnis wurde durch die Gemeinde dadurch abgeholfen, daß sie an der Nidda eine einfache Vorrichtung anbringen ließ, durch die Schwimmleinen befestigt werden können und ein guter Absprung möglich ist. Einer der hiesigen Lehrer erteilt in Turnstunden und außerhalb der Schulzeit Schwimmunterricht, der eifrig besucht wird. Für männliche und weibliche Personen wurden getrennte Badezeiten festgesetzt. # Kirch-Göns. 25. Juli. Gegenwärtig wird eine B r iLd e für den Fuhrwerkverkehr unterhalb unserer Haltestelle nach der Station Lang-Göns zu über die Main-Weser-Dahnstrecke gebaut. Die Arbeiten der Tleberführung, die nur aus Eisenbeton hergestellt wird, hat die Deton- baugesellschaft D ü ct e r - Düsseldorf übernommen. Durch die neue Brücke werden zwei in der Mihe gelegene Dahnwärterposten eingespart, auf der andern Seite auch zwei gefährliche Bahnübergänge. die in der Kurve der Bahnlinie unterhalb unserer Station liegen, beseitigt. — In der letzten Zeil haben die Feldbereinigungs- arbeiten in unserer Gemeinde recht gute Fortschritte gemacht, so daß bis zum Herbst die neuen Grundstücke den neuen Besitzern übergeben werden tonnen. Seither wurden Dränagen und Meliorationen jeglicher Art vorgenommen. # Aus dem H f a t a I, 25. Juli. Dieser Tage gingen in unserer Gegend heftige Gewitter nieder, die Wolken bruchartigen Regen mit starkem H a g e l s ch l a g im Gefolge hatten, durch die an den Fluren erheblicher Schaden angericht: wurde. Ganz befonöers stark hausten die llnipctter in den Gemarkungen Pfaffenwiesbach und Kransberg. In erster Gemeinde sch.ug der Blitz in einen Mast der Hochspannungsleitung und zerstörte ihn vollständig. Die Hagelkörner lagen nach Stunden noch fußhoch auf den Feldern. Die Wassermassen waren ewaltig. daß z. V. in Ufingen die Straßen - dcschwemm.t, in Kransberg sogar'in ganz kurzer vielt das Wasser in eine Anzahl tief gelegener Häuser eingedrungen war. Kreis Büdingen. • Stockheim, 25- Juli. Vom 1. August ab wird bei dem hiesigen Postamt an Werttagen von 7 bis 24 Tlhr und an Sonntagen von 8 bis 13 Tlhr ununterbrochener Fernsprechdien st abgeholten. Kreis Scholten. n. Schotten, 25. Juli. Zu der in Darm- fp :t st atts indem den Kunstausstellung wird dieser Tage auch ber prächtige Hochaltar der hiesigen schönen alten Stadttirche gesandt, .der von Kunstlermern außerordentlich hech geschäht wird. Mit einem Kostenaufwand von etwa 7000 Mk. soll laut Beschluß des Kirchenvorstandes das Innere der Kirche baldmöglichst gründlich und sttlgemäß erneuert werden. Der erforderliche Betrag ist nahezu durch freiwillige Spenden gedeckt. --- Gedern, 25. Juli. Die von Freunden des Badesportes einberufene Versammlung, die als Grün^)ungsversammlung eines Badevereins gedacht war. hatte wider Erwarten ein negatives Ergebnis, da sich nur ein verhältnismäßig kleiner Interessentenkreis ein- gefunden hatte, der dem in Aussicht genommenen Verein von vornherein eine nur schwache finanzielle Basis gegeben hätte. Man sah deshalb von der geplanten Dereinsgründung ab. * Eichelsdorf, 25. Juli. Gelegentlich der Wiederherstellungsarbeit an unserer etwa 700 Jahre alten Kirche stieß man beim Ausheben einer Heizgrube auf eine Anzahl Gräber, die sich im Hauptgange und in der Richtung eines wohl schon vor fast 300 Jahren zuge- mauerten Ostausganges fanden. In einem Grabe vorhandene Kleiderreste — anscheinend Leder mit feinem Spitzenbesatz — lassen darauf schließen, daß der Degräbnisplah der Toten aus dem .Adeligen Hof zu Eichelsdorf", der heutigen Kantermühle, aufgedeckt wurde. — Bei der An- • ace eines Entwässerungsgrabens an der Rord- feite der Kirche fand man die Stätte eines B e i n h a u s e s, unmittelbar an der Rordwand legen. -■» Ober-Seemen, 25. Juli. Dieser Tage a.ü) betreffs der projektierten Bahn» trecke von Büdingen durch das Seern e n b a ch t a l nach unserem Orte eine Besprechung mit Vertretern der Stadt Hanau statt, in der diese ihr Interesse für den Bahnbau bekundeten. Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß die Bahn späterhin durch die südöstliche Wetterau ihre Fortsetzung findet. )—( Ruppertsburg, 25. Juli. Unter der fachmännischen Führung des Acker bauiechnikers Buxler von der Landwirtschaftskammer in Gießen fand dieser Tage hier ein Gemarkungsrundgang statt. Zunächst wurde ein wohlgelungener Weizensortenanbauversuch, den die Landwirtschaftskammer auf einem Versuchsfelde des Pächters Müller, Henriettenhof, aus- I geführt hat, bestätigt. Recht schön hcrau^gewach- sen war namentlich Kraffts Sicgecländer Welze.'., der im Körnerertrag zwar etwas hinter den Dickkopsarten zurückbleiben dürfte, aber infolge seiner früheren Reife und seiner Anspruchslosigkeit in bezug auf Boden und Klima für höhere Lagen sich besonders eignet. Ein Kartoffel- düngungsversua) auf einem Grundstück des Konrad HögyIII. zeigte in vier gleich großen Parzellen Kartoffeln ohne Dünger, Kartoffeln gehängt mit Kali und Phosphorsäure in Form von Thomasmehl, Kartoffeln, gedüngt mit Kali, Thomasmehl und Kalkstickstoff, und endlich solche mit Kali, Phosphorsäure und einer verstärkten Kalkstickstoffdüngung. Die Kartoffeln zeigen zwar im allgemeinen einen guten Stand, leiden aber, tote auch im vorigen Jahre, unter Blattkrank- heiten. Vor allem ist es die Phytophtora. die manche Kartoffelsorten, namentlich Odenwälder Blaue, befallen hat. Außer ihr konnte man noch die Mosaik- und Blattkräuselkrankheit beobachten. )—( Ruppertsburg, 25. Juli. In diesen Tagen waren 30 Jahre verflossen, feit Frau Förster Steinbach als Handarbeitslehrerin im Dienste der hiesigen Gemeinde steht unb mit Treue und Eifer die weibliche Jugend unterrichtet. Der Lehrerin gebührt der Dank der ©emeinbe. — In der vorigen Woche würbe hier der Maurermeister Wilhelm H ö g y im hohen Alter von 83 Jahren zu Grabe getragen. Er war lange Jahre Sparkassenrechner, Bei- georbneter, Kirckenvorsteher, Ortsgerichlsmann unb Rechner des Gesangv«eins. Seine Wertschätzung bewies der lange Leichenzug und die ehrenden Rachruse. Kreis Alsfeld. ~ Rieder-Ohmen. 25. Juli. Landwirtschaftsrat Trautmann, Direttor des Canb- wirtschaftsamtes Grünberg, hielt gestern hier einen sehr lehrreichen Feldrundgang ab, zu bem sich viele interessierte Landwirte eingefunden hatten. Landwirtschaftsrat Trautmann besprach mit den Landwirten an den verschiedensten Getreide- und Hackfruchtäckern Fehler und Mängel unb machte Vorschläge zu ihrer Abstellung. Die Feldsrüchte stehen im allgemeinen sehr gut. Teilweise konnte Lager frucht bei Winter- unb Sommerfrucht beobachtet werden. Der Stand der Hackfrüchte ist recht gut. Die beobachteten Pflanzenkrankheiten wurden besprochen unb die Bekämpfungsmaßnahmen erörtert. Das Canbtoirt« schaftsamt Grünberg hat in unserer Gemeinde zwei Versuche angelegt, die einer eingehenderen Besichtigung unterzogen wurden. Dir. Trautmann demonstrierte zunächst einen Ritrophoska- versuch zu Futterrüben. Der Versuch zeigte deutlich die hervorragende Wirkung dieses neuen Vollbringe s b.’r J.-G.-Farbenindustrie. Ferner besprach Direktor Trautmann mit den Qanb* wirten einen Haferdünnsaatversuch Die dünngesäten Parzellen wurden im Frühjahr gehackt, und man konnte die Wirkung des Hackens deutlich erkennen. Am Abend des gleichen Tages hielt Direktor Traut mann einen interessanten Vortrag über „Jungviehaufzu ch t". Der Redner beleuchtete in leicht verständlicher Art die richtige und falsche Aufzucht des Jungviehes, und betonte die notwendige Einrichtung einer Jungviehweide, bgw. eines Tummelplatzes. Ferner sprach Direktor Trautmann noch über Hederich- belämpfung, Eggen der Somm-ersrucht unb Spar- saat. In der sich anschließenden regen Aussprache wurden noch die verschiedensten Fragen erörtert und von Direktor Trautmann beantwortet. 00 K i r t o r f, 25. Juli. Bei der gestrigen Bür- g e r in e i s, erwähl wurde der seitherige Dei- georbnete Land- unb Gastwirt Karl Stumpf mit 312 Stimmen zum Bürgermeister der Stadt Kirtorf gewählt. Sein Gegenkandidat unb Rssfse. Gemeindere hner Wilhelm L a t h e r. erhielt 148 Stimmen. Starkenburg. * Darmstad t, 25. Juli. Dieser Tage Der- starb hier nach kurzer Krankheit der Obstbauinspektor beim Landwirtschaftskammer-Ausschuß für bie Provinz Oberhessen Friedrich H. Wiesner im vollendeten 70. Lebensjahre. Die Land- wirtschaftstammer verliert in Wiesner, wie in einem Rachrus hervorgehoben wird, einen pflichttreuen, trotz hohen Alters schaffensfreudigen Beamten, einen Fachmann, der die Gabe hatte, sein vielseitiges Wissen und Können auch dem einfachsten Landwirt zu übermitteln. — Hier starb im 70. Lebensjahre der Rechnungsdirektor im Ruhestand im Landeskirchenamt Otto Roth- e r m e l, der als pflichttreuer unb zuvorkommender Beamter in weiten Kreisen sehr geschätzt war. Nheinhessen. Lpd. Mainz, 24. Juli. Am 8. August wird die Vereinigung Mainzer bilbenber Künstler in der Städtischen Ausstellungshalle eine Ausstellung von Werken der bekannten Künstlerin Käthe Kollwitz veranstalten, die sehr reichhaltig unb interessant werben dürfte. WSN. Nieder-Saulheim, 25. Juli. In Nieder-Saulheim fand gestern eine überaus stark besuchte Versammlung der Obleute der Alt- und Jungbauernschaft aus ganz Rheinhessen statt, zu der auch Vertreter der Landes- und Kreisbehörden erschienen waren. Der Vorsitzende der Rheinhessischen Bauernschaft, Landwirt M o s s e l - Marienborn, gab einen Ueberblick über die ungeheuren Schäden der von dem ch a g e 1 u n w e 11 e r betroffenen Gemeinden. Drei Arten von Hilfe seien notwendig: 1. Die Hilfe des Staates, von dem Streichung — nicht Stundung — sowohl der fälligen, wie der rückständigen Steuern, der Beiträge für die Landwirtschaftskammer und die Krankenkassen, vor allem aber Streichung der Winzerkredite gefordert werden müsse; 2. indirekte Hilfe der Landwirtschaftskammer und der Landwirtschaftsämter; 3. Selbsthilfe der Berufskollegen durch Zurverfügungstellung von Naturalien, da Geldmittel ja leider nicht geliefert werden könnten. Die rheinhessische Bauernschaft müsse als ein geschlossenes Ganzes dastehen, einer für alle und alle für einen. Ein Unwetter, wie es die Nieber- Saulheimcr Gegend in diesem Jahre so katastrophal heimgesucht habe, könne sich Jahr für Jahr wiederholen und auch andere Gegenden treffen. Regie- runasrat Dr. Falk von der rheinhessischen Pro- vinzialregierung betonte, daß seitens der Regierung alle Schritte zur Behebung der Not unternommen worden seien, und daß die vom Minister gebildeten Kommissionen zur Abschätzung der Schäden bereits in diesen Tagen ihr« Tätigkeit aufnehmen würden. In den Kommt sstonen sind auch die Obleute der Bauernschaft vertreten. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für bie Rebattwn bestimmten Mitteilungen, Losungen usw. sinb zu richten an die Schachrebaktiori bes ..Gießener Anzeigers" Problem Nr. 119. 8 6 7 5 4 3 2 a b 8 7 6 5 4 3 2 Weiß. Don 3. Pospisil. Schwarz, edel MM M- MM M Weiß zieht unb setzt in drei Zügen matt. Weiß: 5 Steine Kf7; Dd6; Tc5; Sd5; Be2. Schwarz: 8 Steine Kd4; Sa2; Ba6, b7, c3, e4, k4, g?. Partie Nr. 81. Gespielt im internationalen Turnier zu Keeskernet. Caro-Kann-Ervfsnung. Weiß: Derndison. Schwarz: Sandmann. 1. e2-e4 1. c7 —c6 2. d2-d4 2. d7-d5 3. e4 - e5 In Betracht kommt auch 3. Sc3. 3. . .. 3. Lc8 - f5 4. Lfl-d3 4. Lf5xd3 Rach 4. . . . Lg6 gelangt Weiß durch 5. e6! zu einem guten Spiele. 5 DdlXdS 5. e7-e6 6. 2-f4 6. Dd8-b6 7. Sgl — c2 7. c6-c5 8. c2-c3 8. Sb8-c6 9. 0-0 9. Sg8-h6 10. Sbl - d2 10. Sh6-f5 11. Sd2-f3 11. h7 t h5? Dieser Zug ist gegen g4 gerichtet, er schwächt aber den schwarzen Königsflügel. 12. Lei — d2 12. Ta8-c8 13. b2-b3 13. c5-d4 Schwarz sollte die Spannung im Zentrum lieber aufrecht erhalten, der vorzeitige Austausch sichert bie weihe Mitte unb ber Anziehende kann balb einen kaum zu parierenben Königsangriff einleiten. Der folgenbe Zug von Schwarz, van welchem sich berselbe wahrscheinlich viel versprochen hat, rechtfertigt den frühen Austausch nicht. 14. c3xd4 14. Lf8-a3 15. Kgl-hl um nach 16. Tgl erst den Durchbruch g4 zu erzwingen. 15. .. . 15. 0-0 Schwarz rochiert in das Verderben hinein, aber es ist bereits schwer eine spielbare Fortsetzung für den Rgchziehenden zu finden. 16. m-gl 16. Sc6-b4? Ein sehr schwacher Zug, der den Punkt d4 entlastet und so dem Wißen zu einem rasch entscheidenden Konigsangrifs verhilft. 17. Ld2xb4 17. Db6Xb4 18. Tal-dl 19. Sf3-g5 20. Dd3-f3 18. a7-a6 19. Db4-b5 20. Tc8-c2 Der Bauer L5 ist ohne Rachteil nicht zu decken. 21. Df3xh5 21. Sf5-h6 22. Se2-g3 22. Db5-d7 und auf elegante Weise zu Ende. 23. f4 — f5! 23. e6xf5 24. e5-eö! 24. f7xe6 25. Dh5-uG 25. 138-16 Es gibt keine genügend« Verteidigung mehr. 26. Dg6-h7+ 26. Kg8-fS 27. Sg3-h5 27. Dd7-c7 28. Dh7-H8 + 28 Sh6-g8 29. Sg5-h7+ Aufgegeben. Lösung des Problems Ar. 116. Don W. Shinkman. 1. Db5-b2!, Kc8-d7 2. Db2-e5 nebst Matt durch 3. De5-d5 oder Dc7. Schachbrieflasten. H. R., Uetzhausen: Bei der von Ihnen zum Problem Rr. 32 (Troihki) vorgeschlagenen Lösung ist das Remis nicht ausgesprochen, da nach l.a6, Lc5 2.a7, Lxa7 3. g3 +, Kg5 4. Sd6 Schwarz die Chance offen bleibt, durch Kf6 — e5 — d4 nach e3 einzubringen, tooburd) ber vorgeschobene Bauer d3 eine ständige Gefahr bedeutet. Der Remisweg Troihkis ist sicher und klar. 'Aus der Schcrchwoll. Echach-Iest-Woche in Wiesbaden. In der Zeit vom 3. bis 7. August 1927 findet in Wiesbaden eine Schach-Fest-Woche statt, welche mit verschiedenen Turnieren verbunden ist. Für das Hauptturnier hat die Städtische Kurverwaltung einen silbernen Pokal gestiftet, außerdem sind noch namhafte Geldpreise ausgesetzt. Sämtliche Veranstaltungen finden im Kleinen Saal des Städtischen Kurhauses statt. Donnerstag, Freitag, Samstag, vormittags 10 bis 1 älhr, und nachmittags 3 bis 7 Uhr, Pokal-Turnier. Samstag, 10 bis 1 Uhr. Entscheidungskampf um den Pokal; 3 bis 7 Tlhr Turnier ber umliegenden Vereine; abends 8 llhr Preisverteilung; abends 9 Uhr lebercdes Schachspiel. Sämtliche Turniere sind nur für Amateure aller Rationen offen. Anmeldungen sind zu richten an R. Allmann, Wiesbaden, Rouenthaler Straße 11. Reugeld zum Pokalturnier 5 Mk. Es finden ferner statt ein Damenturnier (Reugeld 3 Mk.), Blitzturnier, Tombolaturnier (Einsatz 1 Mk.), Turnier der umliegenden Vereine. Die Turnierleitung wurde dein Schachmeister Wilhelm Orbach übertragen. Der 25. Kongreß des Deutschen Schachbundes zu Magdeburg, welcher am 17. Juli begonnen hat, dauert bis Qlnfang August. Am Meisterturnier nehmen teil: Ahnes, Bogoljubow, Brinck- marni, Hilfe, v. Holzhausen, Leonhardt, L'hermet, Machate, H. Müller (Wien), Preuße, Sämisch, L. Schmitt, Schönmann, Spielmann. Außerdem sin. en statt zwei Hauptturniere zu je vier Gruppen mit je sechs Teilnehmern; die beiden Sieger jeder Gruppe (8) treten zu einer Siegergruppe zusammen. Der Beginn des Gast- sowie Rebenturniers wurde auf den 21. Juli festgesetzt. Am 24. Juli, 11 Uhr vorm., ist die Ordentliche Mitgliederversammlung. Besonders wichtige Punkte der Tagesordnung sind: Aenderung des 8 6 der Statuten (Gruppenmitgliedschaft); Revision der Spielregeln und der Turnierordrnmg; die Frage der Geldpreis«; Zulassung von Derbandsmeistern zum Meisterturnier; Weltschachbund. In London wird auf dem Kongreß des Weltschachbundes Dom 18. bis 30. Juli ein internationales Mannschaftsturnier von je vier Spielern von sechzehn Cänbern stattfinden. In einem kleinen Meisterturnier zu Scarborough wurde Colle Sieger (+ 61/}). eS folgten Faihrhurst und Jates (-£ 51/»), Duerger, Thomas, Wahltuch (4- 5), als 1. Richtpreisträger ^Bogoljubow (4- 41/o), sodann noch drei Engländer. I Die Narrenkappe. Splitter und Sparren Dom Rebakttonstisch. Mißverständnis. „Heute abend müssen Sie Ihr Bestes tun,“ sagte die Hausfrau zur neuen Köchin. „Wir haben eine musikalische Unterhaltung.'" — „Es wird schon gehen," erwidert die Küchenfee. „Ich habe zwar schon lange nicht mehr gesungen, aber .Wenn ich ein Vöglein wär" kann ich im Chor schon noch ganz gut mitsingen." Preußen. Ureis Wetzlar.'. <> Niederkleen, 25. Juli. Die im Laufe der letzten Jahre neu auscebaute Serbin- dungsstraße von hier nach Oberkleen, der sog. „Auweg", ist jetzt vom Kreise in dessen Unterhaltung übernommen worden. Die Gesamtlänge der Straße beträgt 1,30 Kilometer. Der Kreis hat die Unterhaltung der Fahrbahn, Bankette, Gräben und Böschungen unter den üblichen Bedingungen übernommen, während das Eigentum der Straße und die Grasnutzung auf den Böschungen der Gemeinde verblieben ist. Die Pflege und Nutzung der Bäume, auch der Obstbäume, erfolgt durch den Kreis. — Dieser Tage fand durch eine aus dem Kreisbaurat, dem Gemeinderat und dem Schulvorstand beftebenbe Kommission eine Besichtigungdes hiesigen Schulhauses statt. Die Besichtigung ergab die Notwendigkeit der Um- bzw. Neu- deckung des Schulhausdaches sowie der Anbringung neuer Kandeln und Abfallrohre. Bei den Arbeiten am Schulhausdach handelt es sich um die Erneuerung einer 350 Qm. großen Schieferdachfläche. Die Ausführung der Arbeiten soll sofort öffentlich oer- geben werden. —6— Reiskirchen, 25. Juli. Unser Dorf ist in der ganzen ilmgegenb bekannt wegen seiner großen Zahl von Walnußbäumen, von denen ein ober mehrere mächtige Exemplare fast in jedem Bauerngehöft anzutreffen sind. In diesem Jahre zeigen die Bäume wieder einmal einen guten Behang. 0 Weidenhausen, 25. Juli. Die hiesige Gemeindeoettretung hat den Beschluß gefaßt, einen neuen Plan für die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes aufstellen zu lassen, da ber lnSherige Betriebsplan veraltet ift und den Grundsätzen der neueren Waldbewirtscyastung nicht mehr entspricht. Die Kosten der Neuaufstellung, die sich auf einige Mark je Hektar Waldfläche belaufen, sollen durch einen Extrahieb gedeckt werden, der im nächsten Winter stattfinden soll. 0 Dvrnhvlzh ausen, 25. Juli. Eine größere religiöse Feier veranstaltete am Sonntag die Bruderschaft Hüttenberg des Jung- deutschen Ordens in der hiesigen Turnhalle. Die Veranstaltung hatte einen so zahlreichen Besuch, besonders auch aus den Rachbargemeinden aufzuweifen, daß die Turnhalle nicht alle Gäste faßte, und man sich daher gezwungen sah, den zweiten Teil der Feier ins Freie zu verlegen. In der Versammlung in der Turnhalle sprachen Pfarrer Schneider, Hochelheim und der bekannte Bauernschriftsteller Heinrich Hau« mann, Ranzhausen, unb in der Rach Versammlung Landtagsabgeordneter Sonnenschein, Marburg; die Redner verbreiteten sich sämtlich über das Thema .Vaterland und Evangelium". Das von ihnen Gehörte hinterließ unter den Versammlungsteilnehmern einen tiefen Eindruck. Zur Verschönerung der Feier trugen der Posaunenchor Groß-Rechtenbach unter Leitung von Fritz Kuhl unb bie Musikkapelle der Bruderschaft Hütten- berg des Jungdeutschen Ordens, unter Leitung von Albert V i e h m an n, Oberkleen, bei. <> Aus bem Kreise Wetzlar, 25. Juli. Die Kreisoerwaltung hat mit ber Wetterdienstabteilung bes Unioersitätsinftituts für Meteorologie unb Geophysik zu Frankfurt a. M. eine Vereinbarung dahin getroffen, daß für die Zeit ber Sommer« monate, unb zwar bis zum 1. Oktober, bie W e tte r« Umschlagsprognosen jeweils an bas Geschäftszimmer bes Kreisausschusses übermittelt werben. Von dort aus werben bie mitgeteilten Prognosen telephonisch ben Bürgermeisterämtern bes Kreises übermittelt, bie sie ebenfalls auf schnellstem Wege an bie Gemeinbevorsteher weiterleiten. In ben Gemeinden erfolgt bann öffentlicher Aushang an einer gut sichtbaren Stelle. Die sehr begrüßenswerte Einrichtung hat ben Zweck, bie Lanbwitte des Kreises in ben Erntemonaten auf möglichst schnellem Wege auf bevorstehende Witterungumschlage aufmerksam zu machen. —z— Von der mittleren Lahn, 25. Juli. Infolge der starken Regenfäll« der letztes Tage hat sich das Getreide auf manchen Feldern stark gelagert, so daß stellenweise ganze Flächen wie gewalzt daliegen. Da jedoch bei sämtlichen Getreidearten die Körnerbildung bereits beendet ist, entstehen durch die Lagerungen nicht wie im Vorjahre große Ginbuhen an den Körnerernten, lediglich dürste hierdurch eine Ernteverzögerung eintreten, da die gelagerte Frucht nur mit Rest und Sichel abgemacht werden kann. Auf leichteren Böden hat die Roa« genernt« begonnen, bedeutend später als vr anderen Jahren. Halm und Aehre befriedigen durchwegs im Ertrag, auf schwereren Böden dürfte die vorjährige gute Ernte noch übertroffen werden. Auch die übrigen Getreidearten berechtigen zu den schönsten Hoffnungen. Die Hackfrüchte, wie auch die Kartoffeln, entwickeln sich bci der feuchten Witterung sehr günstig. Dillkreis. bl. Dillenburg, 25 .Juli. Nach dem neuesten Stande sind im Dillkreise z. Z. 147 Vollerwerbslose, darunter 141 mänliche und sechs weibliche Personen. Die Zahl der Zuschlagsemp- i'änger beträgt 274 Personen, die der Notstandsarbeiter zirka do Mann. Ausgesteuert sind 66 Per- sonen. — Am Montag ging von hier ein Transport von Erhol ungskinderr. aus dem Dill- treis nach dem Ostseebad Boltenhagen ab. bl. Herborn, 25. Juli. Beim Kirchweihfest im nahen Burg wurde der Anstreicher Benner von bislang unbekannten Tätern durch beide Beine geschossen, so daß er dem hiesigen Krankenhaus eingeliesert werden mußte. Die Untersuchung ist eingeleitet. Kreis Marburg. sch. Marburg, 25. Juli. An der Vier- Hundertjahrfeier der hiesigen Universität wird gls Vertreter der Reichsregierung Reichs- justizniinistee H e r g t teilnehmen. Die preußische Siaatsregicrung wird durch Kultusminister Becker, Finanzminister Höpker-Aschoff und einige Ministerialräte vertreten sein. — Die Wiederausbauarbeiten am Landgrafenhaus find soweit gefördert worden, daß der Dachstuhl im Rohbau fertig ist und das Gebäude zum Jubiläum sein gewohntes Aussehen erhält. — Um dem vielseitigen Wunsche nach einer Landgraf-Philipp-Straße gerecht zu werden, hat der Magistrat die jetzige Schloßstraße in „Landgraf-Philipp-Straße" umbenannt. - - Die Kraftpostlinie Mar - b u r g—G l o d e n b a ch wird ncch vor dem Jubiläum in Betrieb genommen. Die Linie wird zweimal täglich befahren. — Das elekt ris che Ortsnetz derStadt Marburg genügt den gestellten Anforderungen nicht mehr. Das Elektrizitätswerk hat deshalb die Frage seiner Erweiterung bearbeitet. Geplant ist demnach die Beibehaltung der jetzigen Speisung des Rehes aus dem Elcktrizitäswerk und die Versorgung der Außenbezirke ebenfalls mit Gleichstrom aus je einem Unterwerk am Haupt- und Südbahnhof. Maingau. Lpd. Hanau, 25. Juli. In Langendiebach bei Hanau hat der 24 Jahre alte Arbeiter Fritz Sch mahl aus Langendiebach auf freiem Felde seinen 50 Jahre allen Vater durch mehrere Schüsse getötet, sich dann entfernt, nach Hause begeben und sich ins Bett gelegt. Von einem Landjäger wurde der Vater auf dem Felde gefunden und zu einem Arzt transportiert: doch ist er auf dem Transport seinen schweren Verletzungen erlegen. Unter dem Verdacht, seinen Vater erschossen zu haben, wurde der Sohn aus dem Bette verhaftet und gab, in die Enge getrieben, zu, seinen Vater in Rotwehr erschossen zu haben. WSN. K ö n i g st e i n , 25. Juli. Am Samstag wurde die neue Autolinie König st ein — Bad Soden, die nach beiden Richtungen täglich viermal verkehren soll, in Betrieb genommen. Kreis Usingen. — Cleeberg, 25. Juli. Gestern fand auf dem hiesigen Gemeindehause eine gut besuchte Versammlung der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft statt. Referent war H. Jssinger aus Butzbach. In einem eingehenden Vortrag schilderte er Zweck und Werdegang des gemeinnützigen Unternehmens. Amtsgericht Gießen. Gießen, 22. Juli. In einem Rachbarort hatten zwei Gen- darmerietoachtmeister einen jungen an einer Schlägerei beteiligt gewesenen Burschen zwecks Feststellung seiner Personalien festgenommen und nach der Bürgermeisterei abgeführt. Der heutige Angeklagte suchte diesen mit Gewalt aus den Händen der Wachtmeister zu befreien, rief ihm auch zu, er solle sich wehren und fortlaufen. Die Folge des Zurufs war ein allerdings mißlungener Fluchtversuch des Festgenommenen. Der Angeklagte beleidigte bei der nämlichen Gelegenheit die Wachtmeister sowohl durch ein Schimpfwort, 'als auch durch den Vorwurf der Parteilichkeit. Er erhielt wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Beamtenbeleidigung eine Geldstrafe von insgesamt 7 5 Mark, die zum Teil an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe treten. In einer Rächt wurden drei junge hiesige Leute, die auf dem Heimweg begriffen waren, von den Gebrüdern R. ohne jede Veranlassung angegriffen und schwer mißhandelt. Ein Sehlagring oder ein diesem gleichzuachtender Gegenstand spielte dabei eine Hauptrolle. Einer der Mißhandelten war mehrere Stunden lang bewußtlos, ein anderer mußte noch die Rächt die Klinik aufsuchen. Die beiden Angeklagten waren vorbestraft, der ältere schon recht häufig. Dieser erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten, der jüngere eine solche von fünf Wochen. Am Ostersamstag erschien dec Althändler Schn, auf dem hiesigen Wohlfahrtsamt und erbat als Erwerbsloser eine Unterstützung, die ihm aber mit Recht versagt wurde, da die Beamten u. a. amtlich erfahren hatten, daß der Angeklagte, dem von dem Bauamt Gelegenheit zur Arbeit gegeben worden war, diese durch eigne Schuld, insbesondere weger seiner Arbcitsunlust und wegen Schwähereien wieder verloren hatte. Er wiederholte mehrfach sein Verlangen und erging sich schließlich in höchst gefährlichen Drohungen den diensttuenden Beamten gegenüber, die jeden Augenblick an ihre Verwirklichung glaubten. Er schwang dabei einen Stock über die Köpfe der Beamten unb hinderte diese, die Hilfe hcrbei- holen wollten, am Telephonieren. Vorher hatte er schon eine zeitlang seine kleinen Kinder auf- die Amtsstube abgesetzt mit der Begründung, er habe für sie nichts zu essen. Dies alles geschah, um die Beamten zu nötigen, ihm die verlangte Unterstützung zu verabfolgen. Erst vor kurzer Zeit ist der nämliche schon häufig vorbestrafte Angeklagte wegen eines ganz ähnlichen Vorgangs den Beamten des Arbeitsnachweises gegenüber mit drei Wochen Gefängnis bestraft worden. Diesmal erhielt er zwei Monate Gefängnis. Seine tatsächliche, allerdings zum Teil selbst verschuldete Rotlage und seine dadurch und durch andere Umstände^hervorgerufei.e große Erregung bewahrten ihn vor einer härteren Strafe. Die heutige Verhandlung, ergab, daß ähnliche Vorkommnisse nicht zu den Seltenheiten, ja fast zu den täglichen Erscheinungen auf den einschlägigen Amtsstuben gehören. Pflicht des Gerichts ist es daher, gerade derartige Beamtenkategorien durch strenge Bestrafung der Uebel- tätcr, die abschreckend wirken soll, nach Möglichkeit zu schützen. Wirtschaft. Der DoKarkredrt der GoZdd'skonLLank. Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist am Montag von seiner Amerikareise wieder in Berlin eingetroffen und hat die Amtsgeschäfte wieder ausgenommen. Hinsichtlich der Meldungen über St r e & i t - abkommen der Golddiskontbank wird mit geteilt: Die Golddiskontbank hatte sich schon in früheren Jahren durch gelegentliche Abmachungen Bereit st ellung skredite in Reuhork verschafft, da sie es nicht für richtig hält, lediglich auf die Reichsbank angewiesen zu sein. Anläßlich der Anwesenheit des Reichsbankpräsidenten in Reuyork wurde die Wiederaufnahme der alten Abmachungen angeregt und von der Golddiskontbank akzeptiert. Darnach ist für die Golddiskontbank ein Kredit von 30 Mil- Honen Dollar zunächst für ein Jahr gültig in ähnlicher Form wie den früheren Abmachungen und mit einem aus den gleichen Firmen be- stehenden Konsortium abgeschlossen worden. Die Möglichkeit einer Verlängerung ist dabei vorgesehen. Ob und in welchem Umfange der Kredit in Anspruch genommen wird, läßt sich in keiner Weise Vorhersagen. Der frühere Kredit ist nur ganz im Anfang vorübergehend und auch nur ^zu einem kleinen Teile ausgenutzt worden und hat in der Zwischenzeit geruht. * Um d i e Amerikaanleihe der Girozentrale. Es wurde kürzlich davon gesprochen, daß amerikanische Bankhäuser mit der Deutschen Girozentrale, der Bank des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, in Fühlung getreten sind, und daß bereits Vorbesprechungen über eine Anleihe, über deren Höhe und Bedingungen selbstverständlich noch nichts bekannt- gegeben werden konnte, statffanden. Wie man jetzt erfährt, sind diese Vorbesprechungen bis zum Herbst verschoben worden und man nimmt an, daß bis d-hin die Lage des Anleihemarktes eine Aenderung erfahren wird, so daß im Herbst die Emission einer Anleihe zu besseren Bedingungen vorgenommen werden kann. * Von derPreußischen Staatsbank. Die Preußische Staatsbank (Seehandlung) veröffentlicht eine neue Zusammenstellung ihrer zur Zeit geltenden Zinsbedingungen. Daraus ist u. a. hervcrzuhcben, daß tägliche Gelder zur Ze.t nut 4 Prozent gegen 3,5 Prozent und Gelder über das Monatsende hinaus von mindestens 300 000 Mark mit 5'7.-, Prozent gegen 51/. Prozent verzinst werden. * Vom süddeutschen T a b a k m a t k t. Die Tabakvflanzen entwickeln sich unter dem Einfluß des günstigen Wetters recht gut weiter. Der Landesverband bayerischer Tabakbauvereine hält in der Zeit vom 30. Juli bis 21. August in der Rhsin- pfalz seine diesjährige Tabakfelderschau ab. Auch in Württemberg werden in diesem Jahre die Frühsatzanlagen prämiiert werden. In Boden hat die Badische Landwirtschaftskamnier sieben Tabak- milsteranlagen angelegt, um die besten Pflanzenresultate und Düngemittel zu erforschen. Am Tabakmarkt selbst ist ein großer Teil der schon vor längerer Zeit verkauften, aber noch nicht abgelieferten Rohtabake des 1926er Jahrganges nunmehr abgeliefert worden. Was noch unverkauft vorhanden ist, erzielt durchweg recht gute Preise. So nannte man für 1926er Pfälzer Schneideguttabake pro Zentner einen Preis von 140 bis 155 Mk. für beste und bessere Qualitäten, jedoch auch geringere Sorten kosteten etwa 120 Mk., sofern sie ausgesprochenes Schneidegut sind. Arn Markt der älteren Rohtabake hält die gute Nachfrage unvermindert an, jedoch ist in der Preislage keine Aenderung eingetreten. Auch der Rippenmarkt liegt unverändert fest. ' Vom süddeutschen Ledermarkt. Die Tendenz am süddeutschen Ledermarkt zeigt weiterhin eine recht feste Haltung. Unter dem Einfluß der höheren Rohhäutepreise sind die Rotierungen besonders für schwere Kernstücke höher geworden. Jedoch auch nach leichten Sorten besteht rege Rachfrage. An feinem Oberleder sind Ehevreau- und Lackleder weiter verlangt. jedoch findet auch Rindboxleder steigende Beachtung. Boxcalfleder ist weiter regelmäßig umgeseht. * Deutsche Gold- und Silber- scheideanstalt, Frankfurt a. M. Die Verwaltung bezeichnet die Dörsengerüchtc. auf Grund deren der Kurs an der Montagsbörss um zusammen 7 Prozent stieg, wonach sie ein amerikanisches Aluminium-Patent zurückgekauft habe und vom Reich 1 Mill. Mark zur Ausbeutung des Patentes erhalten habe, wogegen sie einen Teil ihres erwartenden beträchtlichen Amerika-Guthabens ihn verpfändet habe, als vollkommen haltlos und lediglich zu einem Börsenmanöver von irgendwelcher Seite frei erfunden. * Schuhfabrik Herz 21.-©., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft wird für 1923/27 wieder dividendenlos bleiben. Ob mit einem Verlust und in welcher Höhe zu rechnen ist. kann noch nicht gesagt werden. Eine A.-R.- Sihung findet in den nächsten Wochen statt. Im neuen Jahre sind die Reueingänge befriedigend, die Preise jedoch immer noch gedrückt. - Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 26. Juli. Trotz des sehr geringen Orderseinganges sah es im heutigen Vormittagsverkehr recht freundlich aus. Besonders die leichte Verfassung des Geldmarktes hatte anregend gewirkt, doch hatte sich das Interesse der Spekulation auf Spezialwerte beschränkt. Diese lagen auch zu Beginn des offiziellen Verkehrs ziemlich fest bei zumindest behaupteten Kursen, während die übrige Börse mit Abschwächungen von 1 bis 2 P roz. einsetzte. Die Börse selbst soll noch Schwierigkeiten mit dem Ultimo haben. An den einzelnen Märkten ist die Tendenz sehr uneinheitlich. Auffällig schwach lagen Vereinigte Stahlwerke. Heimische Anleihen behauptet, Ausländer eher schwächer. Der Geldmarkt zeigte eine weitere Erleichterung. Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 Proz. und darunter, Monatsgeld 8 bis 9 Proz., Reportgeld, offiziell unverändert, 81 bis 9 Proz. Im Verlaufe trat zunächst weiteres Angebot in Ultimoware hervor. Die anfangs stärker gedrückten Werte wie Hansa, Hamburg- Süd, Klöckner usw. konnten sich etwas erholen. Auch Vereinigte Glanz st off plus 2 Proz. Spater aber ziemlich einheitlich weiter abbröckelnd. Für Medio-Ware hörte man eher Geldkurse. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 26. Juli. Tendenz un- e i heitlich. Nachdem vorbörslich die Stimmung noch recht zuversichtlich war und feste Kurse genannt wurden, wurde die Tendenz bei Beginn des offiziellen Verkehrs etwas unsicher. Zur heutigen Ultimo - Liquidation kam noch verschiedenes Material heraus, für das sich der Markt nicht ohne weiteres aufnahmefähig erwies, zumal auch der weitere Auftragsmangel eine kursdrückende Wirkung ausübte. Ferner hat der Geldmarkt zum Ultimo eine Versteifung erfahren, obgleich er wohl allen Ansprüchen gerecht werden wird. Gegenüber den Kursen der gestrigen Abendbörse ergaben M) j < . • Notierungen für die Mehrzahl der B a n k a k t i e n, M o n - tanwerte, Goldschmidt und Rutger s w e r k e Kursabschwächungen bis zu 2,5 Proz. Dagege konnten I. G. Farben, Daimler, S ch u ck e r t und Z e l l st o f f - W a l 0 h o f bis zwei Prozent anziehen. Für Mansfelder und Scheideanstalt bestand weiter Interesie infolge des Zusammenschlusses in der Edelmetallverwertung der beiden Gesellschaften. Heimische und ausländische Renten still. Türken etwas fester auf die erzielte Einigung der Anleihegläubiger. Im weiteren Börser.oerlaufe wurde die Stimmung lustlos, und fast jede Umsatztätigkeit hörte auf. Die Kurse bröckelten ab, vor allem Stahlverein weiter schwächer. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6 Proz. Im D e v i s e n v e r k e h r lag die Reichsmark etwas schwächer, der Kurs stellte sich gegen Lodon auf 20,418, gegen Kabel auf 4,2063. Paris gegen London 124,09, Mailand 89,30, Madrid 28,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Juli. Das Geschäft ist weiter ruhig, besonders Mehl liegt still bei nachgebenden Preisen. Deutscher Weizen, soweit luxf) kleine Partien vorhanden sind, dient ledig' ch zu Futterzwecken und wird zum amtlich-nominell notierten Preise auch gehandelt. Kleie weiter befestigt und gesucht. Auch die übrigen Futtermittel, besonders aber Rachmehle, sind sehr knapp und stark gefragt. Cs wurden notiert: Weizen, Wct- tcrauer 31 nom., Roggen, inländ. 26,50 nom., Hafer, inländ. 25,50 bis 26, Hafer, ausländ. 23,50 bis 25,50, Mais, gelb 19, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39,50 bis 39,75, Roggenmehl 36,50 bis 36,75, Weizenkleie 13, Roggenkleie 13,75 bis 14. Berliner Produktenbörse. Berlin, 25. Juli. Die allgemeine Tendenz, des Produktenmarktes hat sich über das Wochenende nicht verändert. Die Grundstimmung ist nach wie vor als fest anzusprechen. Herbstbrotgetreide bleibt wenig offeriert, und ist in den Forderungen hoch gehalten. Die AuSlandforöe- rungen blieben ziemlich unverändert. Für sofort greifbaren Westernroggen und Baruso-Weizen besteht Rachfrage feiten^ der Mühlen zurDeckung des dringendsten Bedarfes. Am Zeitmarkte machte sich für Juliweizen und -Roggen stärkere Deckungsfrage geltend und auch die späteren Sichten vermochten sich zu befestigen. Roggenmehl hatte weiter Konsumnachfrage, während Weizenmehl ziemlich unbeachtet blieb. Hafer ist ziemlich wenig gefragt und auch nur sehr wenig offeriert. Auch neue Wintergerste ist in marktgängiger, trockener Ware kaum erhältlich. Es / notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt, Juli 294,50 bis 295,50, September 273 bis 273,50, Oktober 271,50 bis 272 (fest): Roggen, märt 251 bis 253, Juli 251,50 bis 252,25 bis 251,50, September 233,50, Oktober 233,50 bis 234 (fester): Wintergerste und Futtergerste 193 bis 205 (fest): Hafer, märt. 261 bis 268 (fest), Juli 222, Oktober 204 (fest): Mais, La Plata 187 bis 188 (fest): Raps 300 bis 305 (matt): für je 100 Kilo: Weizenmehl 35,50 bis 37,50 (fest); Roggenmehl 33,50 bis 35,75 (fest): Weizenlleie 13,75; Roggen- kleie 15,25; Viktoriaerbfen 44 bis 53; kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21,50 bis 23,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 14,75 bis 15,75; Lupinen. gelb 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 20,80 bis 21,20; Trockcn- schnihel 11,50 bis 13; Soyaschrot 19,40 bis 20,20; Kartoffelflocken 34,75 bis 35 Mk. Vermischtes Lin IBettberoerb der Berliner Straßenhändler. Auch die Berliner Straßenhändler, j:n.- Gewerbetreibende? die an allen Straßenecken mit Büchern Schnürsenkeln, Gemüse, Zigaretten usw. handeln, haben Humor und insbesondere Sinn für Reklame. Einen großen Reklamecoup führten sie am Sonntag durch, indem sie einen Wettbewerb mit Prämi ierung des, originellsten und redegewandtest en Verkäufers veranstalteter'.. Wer Gelegenheit gehabt hat. diesen Wettbewerb mitzumachen oder ihn anzuhoren, hat ein Vergnügen gehabt, von dem er noch manchen Lag wird zehren können. Per ausschreiende Strahenhändler mit der „größten Klappe" erhielt schließlich, nachdem die Jury gesprochen hatte, den ersten Preis. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st etle zu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Frankfurt« M. Berlin Schluß, .fiurs 1-Uhr- Kur» Schluß. Kur» Anfang Kurs Datum: 25. 7. 26. 7. 26. 7. 26. 7. 5®/0 Dt. Reichsanleihe v. 1927 Dt. Anl. Vlb(o). Schuld mit — — 86,5 - Anvios -Rechten .... DcSal. obuc Ausles.-Rechten T'Vo st-rankf. Hvp.-Bl. Go.dpi 299 299.5 299.75 299,75 17,1 17.16 17 17 luifunbbnr bi5 1932 .... _ <'/3°/o Rheinische Stiv -Bant L'gu -Goldps..... nbo BorkriegS-Ob- - - - - ligaitoncn, rückzahlbar 1932 — _ _ 4% Schwei;. BundeSb.°Anl. _ _ <°/o Oestereichische Wolbrte. . 27,6 - 27,8 _ 1.21°/, Oesterreich. Silberne. . 4'7, Oesterreich, einbeitl. Rte 6,65 — 6,5 _ _ _ <°/,> Ungarische (lofbrle. . . 4% Ungarische Staaten ü.1910 24.75 ___ 25 22,75 <7,°/> oeügl. von 1913 .... 23,9 4% Ungarische fiionenrtc . . _ _ 2 i°l, Tnrk. ^ollanleihe v. 1911 4°/, Türk. Bagdadbahn-Anl. 14.9 14,9 16 — Serie I............ l°/o deügl. Serie II..... 18 15,76 — 18.9 15 5 — ■i° o Rumänen convcN. Rtc. 4Rumänen Goldanl. . von 1913 .......... Alla Deutsche Eisenbahn 4’/, - — 85.65 84,75 Hamburg-Amerika Paket. . 6 145.25 146.6 147.13 145.25 vamd -,75 194,5 186,75 198 139,9 186 196.5 185.25 199.9 139 185,25 19.1.75 186,75 197 139.75 Elcktr. Lieferungen . . . . lo Licht und Kraft......io Festen & Guilleaume .... 6 Ges. f. Elcktr. Untern. . . 10 244 243 Hamb. Elcktr. Werke ... 10 164 163,9 167 Rhein. Elekir........8 168 184.5 Schief. Elektr. ....... 10 Schultert ...... 7 200,6 e84,6 202 -84 203.5 287 136.75 175,5 203.25 285.5 185.5 Siemens & Halske . . . . 16 Labmetier L Co......... 175 — Buderus..........o Deutsche Erdöl.......c> 120.6 119,5 120.0 119,5 155 156.5 158 155.5 Essener Steinkohle.....8 — — 173.5 169 Gelsenkirchener . f. >/, I. 4 169 167.5 168,13 167 Harpcner ... .......6 Hoesch Eisen.........5 Ilse Bergbau........8 -08 206 -08,75 208,25 — — 184.75 181,25 — 275 275 275 filöcknerwerke......... 169,5 166,5 169.5 165.75 fiöln-Neuefsen ......51/- _ — 184,25 180 B.anncSmann . . ,f. >/• $>. 4 193 5 191 193,75 194.5 Mansieldcr..........7 130 131.75 131 131.4 Oberschles. Eisenb. Bedarf 0 103.5 101 Oberschlcs. fiokSwerke . . .0 — — 99.25 99 Phönir Bergbau. f. I 3 Rheinische Braunkohlen . 10 126 125,13 126.5 125 268,5 265 270,75 264.5 Ryeinstahl.......... .20 220 220 420.25 Riebclt Montan.......g 182 182,25 183,5 182,5 Bereinigte Ckahlw. f. I 3 Otavi Minen......1 sh 189 136.25 138.5 136.18 36.9 180 185 235,5 Kali Aschersleben ... . . 10 fialiWesteregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth. . 12 179.5 188 177,5 185,75 179,5 189 240,25 A W. Warben-Industrie. 10 17,5 <19,25 320 820,25 Dhnamit Nobel.....0 Scheideanstalt......... 219,5 158,75 153,25 Goldschmidt.......... Rütyerswerke....... 0 138.5 10L5 134 136.25 133,75 Metällaciell'chast.....10 188 188.5 — Frankfurt a.M 1 Berlin 501MB ft wrs 1 l.Uhe. flut» Schluß, flnr» IXxfftMfl ! Kurs Datum: "Lbllipp Holzmann . ... 12 Heidelberger Gement . . s Gement Karlstadt......s 0,89 <1,60 1.974 1.490 49,13 12,449 7,<00 73.17 ^,037 20,78 81,29 2,1 <8 5,544 4.191 4,156 20.91 168,60 1.787 o8,495 108,63 112,70 112,86 10,593 22,88 20,425 1,208 16,47 91,05 71,74 1.978 0,498 59,25 12,469 7.414 <3,31 3,043 -0,82 81,45 2,152 5,556 4.199 4,164 20,95 168,36 1,784 58,40 108,49 112,42 112,53 10,58 22,865 -0,199 1.2025 16,44 "0,90 71,73 1,975 .496 39,16 12,454 7,395 73,23 3,042 20,73 81,35 2,138 5,634 1,198 4.136 20.925 168,70 1.788 ■18.52 108,7t 112,64 112,77 10,60 22,905 20.439 1,2105 16,48 11,06 71,87 1,97.1 1.498 »9,28 12,474 7.409 <3,37 ...048 20,77 81,51 .',142 5,646 4,206 4, Ul 20,965 4 < CJ Inhalts Sonderx M 9r«nje (c Tief Betr, m Der. L»» ?reifes i Jtat in W ist.