Nr. 72 Erster Blatt 177. Jahrgang Samstag, 26. MSrz 1927 Erichen» täglid),aefo« Sonnlags nnfc jeiertag* Beilagen. Eletzener ^amiüenblätta Heim al im Bill» Die Scholle ®oeats«Be}nfiprolitih Dr Fr Wild Lang», für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein- für den Anzeigenteil i. Bertr H Beck, sämtlich in (Bießen. Englands Schatten auf dem Balkan. Stresemanns große politische Rede hn Reichstag war eine Etatrede alten «tils, wie wir sie seit enden Fahren nicht mehr zu, Horen bekommen haben, lieber dem ganzen Komplex von Fragen, die sich als Folgerungen des Versailler Vertrages über dem Generalnenner „das deutsche Problem" zusarn- menfaffen lassen, hatte man bislang weder Zeil noch Kraft, sich um die weltpolitischen Dinge sonderlich zu kümmern. Das ist jetzt anders geworden, und Dafür war gerade diese Etatrede Strefemanns, die an gute alte Friedenstradition ankrrüpste, ein weithin sichtbarer Merkstein. In knappen Worten berichtete er zwar auch über das Ergebnis der Genfer Ratstagung, wie es sich für die dort angeschnittenen deutschen Fragen — das Saargebiet und Oberschlefien — auswirken wird. Aber das Wesentliche seiner Rede war eine Darstellung der weltpolitischen Lage und der Folgerungen, die sich aus ihr für Deutschland ergeben. Der deutsche Außenminister hat natürlich allen Anlaß, dabei^recht vorKchtig zu Werke zu gehen. Er verteilt die Syrn- patgien oes massen- und wehrlosen deutschen Volkes streng paritätisch unter die großen Rivalen auf dem Welicheater. Weder England noch Rußland sollen Grund haben zu der Annahme, daß Deutschland sich in die Front ihres Gegners werde einreihen lassen. Deutschland wird seine ganze Kraft dafür einsetzen, um seine durch Locarno und den Berliner Vertrag feftaelegtc Neutralität zu behaupten. Es hat auch nicht den Ehrgeiz, in irgendwelchen internationalen Konflikten den Mittler zu spielen. Die Wil- Helmstraße wird allen Lockungen zum Trotz nicht wieder in die üble Rolle des ,Hans Dampf in allen Gaffen" zurpckfallen, die der deutschen Vorkriegspolitik den Vorwurf der Unftetigfeit und Unzuverlässigkeit nicht mit Unrecht eingetragen bat Diese betonte Uninteressiertheit darf nicht hindern, mit offenen Auaen den Dingen nachzugehen, die sich auf der weltpolitischen Bühne in fast sich überstürzender Szenensolge abrollen. Und wenn es uns dabei gelingt, emen Blick hinter die Kulisien zu werfen, so ist das tausendmal mehr wert, als sich am Biertisch darüber zu streiten, ob Deutschland in einer Oft- oder Weftkoalition mehr Aussichten hätte, seine alte Stellung wieder zu erlangen. Der Streit um A l b a ni e n, der in der »ergangenen Woche so überraschend akute Formen angenommen hat. hat doch Zusammenhänac aufge- deckt und Fäden bloßgelegt, die man bis heute bestenfalls nur ahnen konnte. Wenn man den Anfängen des albanischen Problems nachspüren wollte, müßte man zurückgehen auf die Tage des Römer- reiches und auf Venedigs Kampf mit den Türken. Immer hat Albanien eine Rolle gefpielt, wann ein« italische Macht mit dem Schritt über die Adria sich den Weg zum Orient erschließen wollte. Hier, an der Scheide zwischen Morgen- und Abendland, haben fick stets die Interestenkreise der großen Mächte gcfdjmtten, hier waren stets die Völker ein Spielball in den Händen mächtiger Nachbarn, hier gingen schon so manchesmal die Flinten los, von denen später keiner recht wußte, wer sie geladen und gerichtet hatte. Die albanische Frage, wie sie sich uns heute darstellt, reicht weit in die Vorkriegszeit zurück. Der habsburgische Kaiserstaat, das geeinte* Italien, Serbien als Vorhut des Slawentums, verteidigten an der Adria allhistorische Aufgaben. Oe st erreich glaubte, Albaniens nicht entraien zu können als Schutz seiner gefährdeten Flankenstel- lung an der langgestreckten dalmatinischen Küste, Italien suchte dort den ersten festen Halt am anderen Ufer der Adria, dem italienischen „Mare nostrum Serbien erstrebte hier den Ausgang zum Meer. Nur der Rivalität der drei verdankte das autonome Fürstentum Albanien nach dem ersten Balkankrieg (1913) seinen Eintritt in die Geschichte. Doch schon die Fluten des Weltkrieges machten den Königsträumen Wilhelms von Wied ein unrühmliches Ende. Albanien suchte einen neuen Herrn. Der war bald gesunden. Für den offenen Abfan vom Dreibund wurde das heißbegehrte Bergland Italien als Köder hingehalten. Rom biß an. Im Londoner Vertrag vom April 1915 erhielt Starten von den AU irrten das Protektorat über ein autonomes Albanien zugesprochen, wenn es binnen Monatsfrist den Säbel gegen die ehemaligen Verbündeten zog. Das von der Gnade der mächtigen Bundesgenossen abhängige Serbien mußte kühne Adriatraume auf bessere Zeilen zuriickstellen. Sie kamen, als es auf der Versailler Friedens- konferenz dem greifen Pasitsch gelang, mit Frankreichs Hilfe die Grenzen des neuen großferbi- [djen Staates bis an die Adria oorzutreiben und Italien zur Räumung Albaniens zu zwingen. Ita- lien wurde von feinen Allierten um seine Kriegsbeute betrogen. Das hat es bis heute nicht vergessen und das faszistifche Regime läßt keinen Tag vorübergehen, ahne an seine im Kriegsdienst der Entente erworbenen Ansprüche auf ausreichend.-» Kolonialbesitz, auf Tunis. Nizza, das Dftufcr der Adria, Kleinasien, zu erinnern. Aus Albanien machten die Wetten von 3er faiUes wieder den alten Pufferstaat, tn den. sich nun nach jahrhundertealter Sitte cinheirr ische H. linge, denen die großen Nachbarn nach Bedarf Grid und Munition zustcck'.cn. um die Macht rauften. Rom und Belgrad zogen die Drähte, an denen die albanischen Marionetten auf- und niedertanzicn. Fan Noli, der Schützling 3tal:c.is, wurde 1924 gestürzt, der von Serbien ausgehaltene Achmed Zogu bemächttgte sich oer Herrschaft, dankte aber seinen bisherigen Schur,Herren serle.cht, denn er trieb bald mit vollen oagcl.i in römischem Fahrwasser. Italien begann sich in Albanien häuslich einzurichten, der Vertrag von Tirana vom Novem- ber 1926 erklärte auch in aller Oeffentlichkeit Italiens Protektorat über Albanien. In Belgrad Ernste Lage in China. London, 25. 2Tlän. (WIB.-Junflprud).) Die widerspruchsvollen drahtlosen Meldungen aus Jlaa- fing geben kein vollständiges Bild von der Loge. Sie lassen nicht erkennen, wieviel Ausländer zu Schaden gekommen sind und ob die Feindseligkeiten aus- gehört haben. Ls sollen sich immer noch viele Ausländer l m H e rz e n der Stadt befinden, abgeschnitten von feder Hilfe inmitten einer fanatischen Menge von Zivilisten und undisziplinierten Soldaten. Der englische Generalkonsul in Nanking wurde in verwundetem Zustand gerettet und an Bord des Kreuzers „tEmeralb” ge- brachl. Der Vizepräsident der Nankinger Universität. Dr. Williams, ein Amerikaner, wurde getötet. Der britische Dampfer Wenchow hat 20 amerikanische Missionare aus Tschingkiang ausgenommen. wo im Anschluß an eine Demonstration gegen die Fremden viele Häuser von Ausländern geplündert wurden. Auch die Atmosphäre in Schanghai wird immer gespannter. Dort sind Kantonsoldalen, die Zivilkleider über ihrer Uniform trugen, in die französische Konzession eingedrungen und haben von da die Barrikaden der internationalen Niederlassung zu passieren versucht. Line Anzahl von ihnen wurde verhastet. Die Lage in Schanghai gleicht der Stille vor dem Sturm. Die tErcigniffe in Nanking haben eine gewiße Unruhe ausgelöft. Ls ist doch zweifellos, daß sich die Engländer „inmitten von Todfeinden, die nur auf ihre Vernichtung aus sind", befinden. Der Bau einer inneren Verteidigungslinie zum Schutz der internationalen Niederlassung hat begonnen. Man erwartet, daß die roirflid)e Belagerung bald beginnen wird. 3m übrigen hat die neuliche Erklärung Lord Desborougbs Im Oberhaus von der Möglichkeit einer Ab- inadjung mit Ischen über Schanghai entsprechend dem hankauabkommen in englischen Kreisen in Schanghai große Empörung verursacht. Man bezweifelt, daß diese Andeutung der Meinung der Regierung entspricht und weist daraus hin, daß Ischen in der Kuomintang keine Geltung mehr habe und daß alle Verhandlungen, selbst wenn Ischen als Dolmetscher und Sekretär beansprucht werden sollte, In Wirklichkeit mit den extremen Kommunisten, an deren Spitze Borodin stehe, geführt werden würden. Die Ereignisse hätten sich seit han- fau rasch entwickelt, und der Flügel der Kuomintang-Partei. der damals an der Macht gewesen fei, sei setzt vollkommen ausgeschaltet. Vie Einwohner der internationalen Niederlassung sahen heute vormittag jum ersten Male kantonesische reguläre Iruppen. als der nationalistische Befehlshaber von Schanghai. General Pait Sching-Hsin, mit einer starken bewaffneten Eskorte von ungefähr 50 Mann erschien, um den verschiedenen fremden Konsulaten formelle Besuche abzustatten. Nur der Hälfte der Eskorte wurde die Erlaubnis zum Betreten der Niederlassung gegeben. Zuletzt sprach der General aus dem Sowzetkonsulat vor. Lin amerikanisches Ultimatum. Washin 1 on, 25. Mörz. (Wolff.) Den Kan- tonesen ist mitgeteilt worden, daß die militärisch wichtigen Punlke psn Nanking durch die britischen und amerikanischen Kriegsschisse unter 5euer genommen werden, salls nicht sosorl eine Vereinbarung zustande kommt, durch die das Leben und Eigentum ausländischer Staatsbürger in Aanking sichergestellt wird. Der amerikanische Admiral Williams teilte in seinem Bericht an das IHarineminifterium mit. daß auf die Aufforderung an die Kanlonesen eine herausfordernde Antwort erteilt worden sei. Der Admiral hat erklärt, er teile die Meinung der britischen Marinesachverständigen in Aanking. daß ein entschlossenes Durchgreifen in Form einer Beschießung der militärisch wichtigen Punkte von Aanking unter gleichzeitiger größtmöglicher Schonung der Viertel, die von Aicht- kämpscrn bewohnt werden, die Lage günstig beeinflussen werde. Der amerikanische Generalkonsul in Schanghai. Gauß, teilte dem Staatsdepartement mit. daß er die in der Umgegend von Schanghai wohnenden Amerikaner aufgesorderl habe, in Schanghai Zuflucht zu suchen. Gauß erließ durch Funkspruch eine Warnung unter Hinweis auf die schweren Zwischenfälle In Aanking. Der Generalkonsul erklärte ferner. eS lägen Meldungen vor über eine neue fremdenfeindliche Bewegung in Hankau und gelegentliche Unruhen in Schanghai selbst. Danton wünscht Verhandlungen Schanghai. 26. März. ("Reuter-Funk- fpruch.) Die Oberbefehlshaber der Kantontruppen T s ch a n g-K a i-S ch e ck und Pait-Schung- H f i haben erklärt, daß sie eine freundschaftliche Regelung der ZwischensäNe in Aanking wünschen. Tschang-Kai-Schek hat durch einen Vertreter de« japanischen Konsulates in Aanking erklären lassen, obgleich die Ursache der Beschießung durch die Ausländer unbekannt sei. empfänden die Südtruppen keine Feindschaft gegen Großbritannien oder Amerika. Tschang-Kai-Schek wird Berlin, 26. Mär;. (Priv.-Icl.) 3a Belgrad werden lebhafte Gerüchte verbreitet, wonach i n Alban ken eine Revolution ausgebrochen sei. Den Aufständischen soll es gelungen fein, in Tirana einzudringen und den Präsidenten A ch - rned Zogu gefangenzunehmen. Nach einer Blätkrmdbung aus Athen soll in Elbassan e i n albanisches Bataillon gemeutert haben, wiener Korrespondenten englischer Blätter sollen aus Albanien Nachrichten über derartige Gerüchte erhalten haben. Bis gestern abend 6i Uhr Ist beim Belgrader Außenministerium keine amtliche Meldung über den Ausbru cheiner Revolution in Albanien ober die Verhüllung Achmed Zogus elngelaufm. Man wird also vorerst den Berichten mit äußerster Skepsis gcgenüberstchen müssen. Die Beilegung des Konflikts. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 25. März. Seit einigen Tagen findet ein lebhafter Gedankenaustausch zwischen sämtlichen interessierten Kabinetten zur Frage der Einberufung der Albanien-Kommission statt, ohne daß es bis zur Stunde zu irgendeinem bestimmten Llebcreinkommen gekommen wäre. Die deutsche 'Beteiligung ist zunächst angeregt worden, eine Stellungnahme unsererseits dazu ist jedoch nur insofern erfolgt, als wir uns selbstverständlich an den Besprechungen beteiligen. Zunächst liegt ja auch noch keine Zustimmung seitens Italiens vor und auch von Jugoslawien ist nur das bekannt, was der jugolla- wische Außenminister Perilsch in der Skuptschina äußerte. Eine "Beteiligung Deutschlands an der ^Intersuchunaskommission würde natürlich. wenn alle Mächte den Wunsch äußern, ohne weiteres zugesagt werden, schon weil es sich darum handelt, durch eine internationale überparteiliche Aktion dem Frieden dienen zu können. Aach Pariser Meldungen haben bereits die Gesandten Frankreichs, Englands und Italiens lange "Besprechungen mit dem südslawischen Außenminister gehabt. Auf Grund dieser Unterredungen sollen die serbischen Aegierungskreise dec Ansicht sein, daß der italienisch-serbische Konflikt grundsählichbeigelegtsei. Die Wili- tärattachees der genannten drei Staaten würden sich in einigen Tagen, jeder für sich, an die albanische Grenze begeben, um dort eine "Besichtigung vorzunehmen, über deren Ergebnis sie ihren Regierungen berichten toürben. Diese würden dann beschließen, ob sich der Völkerbund alsbald selbst nach Aanking kommen, um den Zwifchensall mit voller Verantwortlichkeit au regeln, unb es wurde darum gebeten, daß diese Erklärung den britischen und amerikanischen "Behörden in Aanking übermittelt wird mit dem ernsthaften Wunsch, daß sie die Feindseligkeiten einstellen. In Hankau. Schanghai. 25. März. (Reutcr.) Infolge des erneuten Ausloderns der Fremdenfeindlichkeit hat sich die Lage im oberen Teil des Amgtsetales h t. unruhigend verschlechtert. In Hankau hat man die amerikanischen Frauen und Kinder $ur Räumung der Stadt veranlaßt, während in Ischm- klang die enalischen wie auch die amerikanischen Frauen unö Kinder in der unmittelbaren Nähe des Flußuserv versammelt worden sind und Zerstörer bereitgehalten werden, um sie, wenn nötig, sofort an Bord ausnehmen zu können. Bei Shamecn hat das Kanonenboot „larantula" Abteilungen an Land aesetzt. die die Drahtverhaue wieder herzu- stellen haben. mit dem Zwischenfall befassen muß ober ob es besser sei. auf direktem Weg zwischen Rom und Belgrad mit Unterstützung der Großmächte auf freundschaftlichem Wege zu verhandeln. Die Belgrader Regierung habe sich mit diesem Versahren einverstanden erklärt, da es den Aationalstolz nicht beleidige. Die Militür- attacheeS hätten ohnehin daS Recht, im Innern des Lande- zu teilen und könnten sich brifter auch an die albanische Grenze begeben. Diese Lösung sei auch von der italienischen Regierung angenommen worden, denn sie entspreche ihrem Wunsche, über die Richtigkeit der Aachrichten betreffend militärische Vorbereitungen In öübflatoien unterrichtet zu werben. Nach serbischen Meldungen soll sich England in Belgrad als Schiedsrichter angebvten hoben. Die Regelung des itallenisch-serbischen Zwischenfalls würde in zwei Etappen erfolgen: 1. Südslawicn würde eine Enquete an der albanischen Grenze annehmen, um öte von 3talien erhobenen Beschuldigungen zu widerlegen, während dieses einwillige, daß Nachforschungen auch aus seinem Gebiel vorgenommen würden. 2. Die gesamte albanische Frage würde durch eine italienisch-sudslawische Konferenz geregelt werden. Die Londoner Regierung solle in dieser Hinsicht den Abschluß eines Vertrages zwischen Belgrad und Ilrana angeregt haben analog dem Italienisch-albanischen. Sie sei der Ansicht, wenn 3(allen und Serbien gleichzeitig Albaniens Unabhängigkeit garantieren würden, die Angelegenheiten des einseitigen Vertrages verschwinden. Spät abcTibd wurde e.n an den Skupschttna- präsibenten gerichtetes Schreiben sämtlicher Oppvsitivnssührer bekannt, in bem sie eine einleit i^ge Untersuchung in Sübllawien als eine Verletzung der serbischen Souveränität bezeichnen. Eine Untersuchung in Sübsiawien erscheine nur bann als zuäs ig, wenn entsprechenbe Unterfudjungen in Italien unb in Albanien vorgenommen wür- bren. Die Opposition verlangt eine sofortige Beruhigung der öffentlichen Meinung über diesen Punkt Ein englisches Urlei'. Keine serbischen Rüstungen an der (Grenze. Belgrad. 25. März. (Agentur Avala.) Der britische xortful in Albanien, John Pereell, der persönlich dieser Tage eine Untersuchung längs ber albanischen Grenze vorgenomme? hat unb zwei Tage in Bitolj weilte, gab bem bor- Revolution in Albanien? empfand man diese Wendung als eine schwere diplomatische Niederlage. Der serbische Außenminister N i n l I ch i t s ch . der auf einen Ausgleich der Inter- csiengegensätze mit Italien bingearbeiiet hatte, muhte über die Klinge springen, und Jugoslawien suchte in Paris Schutz vor dem sich bedrohlich reckenden Gegner, hinter dem es gewiß nicht mit Unrecht England vermutet. Ohne diesen mächtigen Ver- bünöden würde Mussolini eine so laute Sprache an der Adria wohl kaum gewagt hoben. Chamberlain nimmt die alte traditionelle Politik Großbritanniens wieder auf. Er I 'acht ..kontinentale Degen" für Enßland und Hot hi Mussolini einen unbedingten ge- runden. Der Abessinienoertrag, der Frankreich peinlich auf die Nerven ging, war die criir Frucht dcs Zusammenarbeitens zwilchen Rom und der Towningstreet. die Abmachungen von Livorno besiegten die Freundschast. Italien wurde von seinem antifranzösischcn Kurs abgedrchl und dyr. jenseits der Adria ein näheres Ziel gezeigt. Die Rati'izierung des B e I s a r □ b i e n a b ' o m ■ mens war Italiens Dank für die britischen Sekundantendienste auf dem Balkan. In Moskau hat man diesen Schritt Mussolinis als unfreundlichen Akt empfunden. Das gute Verhältnis zwischen Faszis- mus und Bok'chewismus hat einen Swh bekommen. Die Sowjets sehen eine neue Figur in der britischen Front. Daß das beleidigte Jugoslawien nicht ins gegnerische Lager abglcitct, dafür wird England sorgen. Es Hot den Konflikt um Albanien schon ab- geblasen. Italien wird es nicht zum Kriege kommen lassen dürfen. Unter Chamberlains Aegide haben schon die Bemühungen eingesetzt, -wischen Italien und Belgrad zu einem Ausgleich zu kommen. Man wird dort wieder antnüpren, wo Nintschitsch im Herbst vorigen Jahres der Faden zerriß. Dem ein» gekreisten Serbien steht nur der Weg nach Rom offen, io bitter ihm im Augenblick jeher Schritt dahin auch werden mag. Eine serbisch-italienische Annäherung bedeutet die Eingliederung des mächtig- stcn Balkanstaotes in das britische Bündnissystem. Der leidtragende Teil an dieser Entwicklung der Dinge ist F r a n k r e i ch. Die ,Kleine Entente" ist zerfallen, und mit Belgrad verliert es sein letztes Bollwerk auf dem Balkan. Aber mit dieser Einbuße kaust es sich von Italien los, dessen ungestümes Drängen nach Tunis, nach Syrien, ja nach Nizza und Savoyen durch dies Opfer aus dem Balkan wenigstens für einige Zeit beschwichtigt werden konnte. (Emen Ausfluß für das überiließende italienische Menschen» rejervoir bietet auch der Balkan nicht. 3labens Ansprüche auf Kolonien sind nur vertagt. Sache der französischen Polittk wird es sein, rechtzeitig und großzügig den italienischen Wünschen entgegenzukommen. Wie jetzt hier auf dem Balkan, so haben wir auch in den baltischen Randstaaten und in Polen den Riesen'chatten des brittschen Reiches gespenstisch hinter den Dingen emporwachsen sehen. Man scheut sich das unheimliche Wort „Einkreisung" zu gebrauchen, und doch drängt es sich immer wieder auf, wenn man die Fäden sich enger und enger knüpsen sieht zu einem feinmafdjtgen Netz, das Rußland von der Ostsee bis nach China umspannt. Niemand weiß, wie weit Englands Versprechungen in Litauen, in Polen, in Italien und wo sonst überall die britische Diplomatie fieberhaft tätig ist, flehen, ob überhaupt konkrete Zusagen oorliegen. die Wunsche der Kleinen zu unterstützen, ob überhaupt Englands finanzielle und gar militärische Möglichkeiten ausreichen, eine Hilssstellung in dem Ausmaß zu gewähren, wie sie die neuen Freunde vielleicht erwarten. Zweifellos liegt in dieser Undurchsichtigkeit der britischen Politik, die so außerordentlich her verzweifelten Situation in ben Julitagen 1914 ähnelt, ein ungeheures Gefahren- moment für den Weltfrieden, das weder Völkerbund noch Abrüstungskonferenz abjchwächen können. Der Verlaß auf mächtige Verbündete hak die Kleinen schon manchen Konflikt, den eine Intervention der Mächte leicht hätte beilegen können, zum Kriege' treiben lasten. Erst der Weltkrieg war em beredtes Beispiel dafür. Wer bürgt heute dafür, daß in Litauen ober in Polen oder auf dem Balkan nicht eines Tages die Flinten losgehen im Vertrauen auf die Htlse Englands, auch wenn man vielleicht in London weit davon entfernt war, positive Berfprc- chungen zu machen? Die Spuren Edward Greys schrecken. Ohne Englands Bünbniepolitif, die in ihren Prinzipien her heutigen gleicht wie cm Haar bem anderen, wäre der Weltkrieg undenkbar gewesen. rtgm Korrespondenten der Belgrader Zeitung .Politica" folgeride Erklärungen über seine Eindrücke: .Die Behauptungen der Italiener über angeblich« Vorbereitungen au einem Einfall nach Albanien sind albernes Gerede! Dor meiner Abreise nach Bitolj hatte ich auf Grund der zahlreichen Behauptungen, denen ich Glauben geschenkt hatte, den Eindruck, daß Ihr z u a l le m bereit seid, und dah Euer Einfall in olbn- nischeS Gebiet nur noch eine Frage von Tagen sei. Während ich das Grenzgebiet und das Innere des Lande« in einer Ausdehnung von mehreren hundern Kilometern durchstreifte, bin ich nur sechs Soldaten begegnet, davon zweien auf der Straße nach Prllep, und vieren auf der Strahe Bitolj—Struga. Die Bevölkerung geht ruhig ihren Geschäften nach. 3n Struga kämpfen die Einwohner beispielsweise gegen Mücken und die Malaria und lachen über die Sorgen Italiens um die Albaner. Ich möchte eher sagen, daß etwas in Albanien vorbereitet wird. Ich habe in ganz Albanien einen starken italienischen Einfluß feststellen können, und ich bin nicht davon überrascht, dah Alarm geschlagen wurde." Die Ablehnung des Scheldsvertrags. Holland behauptet seine Lelbständigkeit Eigener Drahtbericht de» „Gießener Anzeigers". Berlin, 26. März. Die Ablehnung des Schelde-Dertrages in der holländischen Ersten Kammer, die zum Rücktritt des Außenministers Dr. van Karnebeek geführt hat. ist ein Ereignis, das auch Deutschland angeht, insofern es sich dabei um die Regelung einer Frage von groher wirtschaftlicher Bedeutung für den Wasserverkehr zwischen der holländischbelgischen Küste und dem Hinterland, zu dem auch vor allem das deutsche Rheinland zählt, handelt. Rach holländischer Auffassung, die zu dieser Ablehnung eines von der belgischen Kammer bereits vor neun Monaten ratifizierten Vertrages führte, handelt es sich bei dem Abkommen darum. Antwerpen zum' R ach - teil Rotterdams an die Spitze der Häfen des Rheindeltas zu bringen. Weiter wird beanstandet. dah Holland zu den Kosten dieses Ausbaues durch einen Kanalbau beitragen soll, und schliehlich steht im Hintevgrund der Ablehnung die Besorgnis bedenklicher Festlegungen für den Kriegsfall. Holland sollte sich natürlich verpflichten, jede absichtliche Verletzung seiner Territorialhoheit als Kriegsfall zu be* zeichnen, d. h. gegebenenfalls sich durch die Umstände und unter der Schutzmarke einer Verpflichtung zur Sicherung des gemeinsamen Wasserstrahennetzes zu einer gemeinsamen militärischen Aktion mit Belgien zwingen zu lassen. Dahinter steht bis zu einem gewissen Grade die englische „Glacis- Politik". die ja bekanntlich in der Epoche vor dem Abschluß des Locarnvoertrags das Gebiet bis zum Rhein mit Rücksicht auf die Rlöglichkeit von Luftangriffen als Glacis von London proklamierte. Sachlich handelt es sich um einen Vertrag vom 3. April 1925 zur Revision des alten Schelde-Abkommens von 1839. Er ist das Ergebnis langer diplomatischer Verhandlungen und wurde am 17. Mai 1926 durch ein Brüsseler Zusatzabkommen ergänzt. Dieses Zusatzabkommen suchte die zunächst aufgetauchten, oben angedeuteten poli- - tischen Bedenken zu beseitigen und der Außenminister van Karnebeek, der sich mit diesem 23er- t tragswerk weitgehend identifiziert hatte, verfocht in ■ der Oefsentlichkeit den Standpunkt, daß das Rhein- ' Maas-Lcheldedelta mit den in ihm liegenden belgi- . schen und holländischen Häfen gemeinsameIn- teressen gegenüber Deutschland und Frankreich zu verteidigen hätte. Die Rechtslage Deutschland gegenüber ergibt sich aus Artikel 3 des Versailler Vertrages, durch den Deutschland seine Genehmigung zur Aufhebung der Verträge von 1839 und damit auch der belgischen Neutralität im voraus erteilen mußte. Frankreich und England -haben das ihrerseits in einem besonderen Vertrage vorn 22. Mai 1926 getan, mit dem sie ihre Zustimmung zur Aufhebung der alten Verträge abgaben. Aber dieser rein politische Gesichtspunkt trägt der wirt schaftlichen Wirklichkeit nicht Rechnung, die keineswegs ein derartiges belgiscy-hollän- disches Gememschaftsinteresse kennt, im Gegenteil, eine recht scharfe Rivalität und eine ganz verschiedene wirtschaftsgeographische Orientierung der holländischen Häfen einerseits, Antwerpens andererseits. Deshalb ist für di« öffentliche Meinung Hollands die Tatsache wohl entscheidend gewesen, dah man mit dem geplanten Kanal Moerdijk—Antwerpen die Vorherrschaft Antwerpens gleichsam direkt und auf hol- lmrdische Kosten sicherstellen würde. Die außerordentlich scharfe Form der Ablehnung, die in öffentlicher gnd namentlicher Abstimmung mit 33 gegen 17 «Stimmen erfolgt ist, nachdem lange Monate hindurch die Regierung die öffentliche Meinung für die Annahme bearbeitet hatte, beweist also, welches Gewicht diese letztere in Holland einer wirtschaftlichen und politischen vollen Selbständigkeit und Unabhängigkeit beimiht. Verstimmung in Belgien. Brüssel, 25. März. (Wolff.) Die gesamte belgische Presse beschäftigt sich mit der Ablehnung des belgisch-holländischen Vertrages durch die erste holländische Kammer. Der Antwerpener ..Matin" schreibt, in erster Linie habe die belgische Regierung die Pflicht, die Scheldefrage vor den Völkerbund zu bringen. — Das katholische „Dingtitzrne Siecke" schreibt, die öffentliche Meinung von England, Italien und- Frankreich habe Belgien ihre Sympathie bekundet. In London, Rom und Paris müsse man an die feierlichen Versprechungen erinnern, die nach dem Weltkriege Belgien gemacht worden seien. Holland habe noch einmal mehr seinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, Belgien zum Erstickungstod zu verurteilen. — Die ,‘2l a t i o n Belg e“ bleibt ihrem Grundsatz der Deutschenhehe treu, indem sie die Frage stellt, ob nicht Deutschland seine Hand i m Spiele habe. In gewissen Kreisen spreche man davon, daß durch den Kanal des Prinzgemahls ein Druck auf Holland ausgeübt worden sei. Deutschland sei jetzt Mitglied des Völler- bundes und des Döllerbundsrates und in der Lage. Holland eine wirksame Unterstützung für alle Eventualitäten, die eintreten können, zu gewähren. Holland rechne stark darauf. Die Genter Zeitung ^Flandre Liberale" schreibt. Holland forme sich keine Vorstellung davon machen, daß Belgien infolge seines Sieges im Weltkriege nunmehr ein unabhängiges Land geworden sei. Die Luftschifflinie Spanien - Südamerika. Eine Erklärung Erkenrrs. In Berlin empfing Dr. Eckener einige Pressevertreter, um der Öffentlichkeit über den äugen» blicklichen Stand des Luftschiffbaues und der Verhandlungen über die spanisch-südamerllarrische Luftschifflinie zu berichten. Rach seinen Ausführungen ist damit zu rechnen, dah der Verkehr im ungünstigsten Falle im Oktober nächsten IahreS ausgenommen werden kann. Die Verhandlungen mit der spanischen Regierung haben dazu geftihrt. daß Spanien in Form von Subventionen für ausgesührte Fahrten die Mittel durch Schaffung der Hafenanlagen in Sevilla hergibt und im Falle einer Einstellung des Fährbetriebes die Aufwendungen vergütet. Die spanische Gesellschaft wird zunächst vom Luftschiffbau Zeppelin das im Bau befindliche Luftschiff L. Z. 127 chartern. Das Schiff wird alle drei Wochen eine Fahrt hin und zurück ausführen. Es werden etwa 15 000 Kg. Rutzladung hierbei auf jeder Fahrt befördert werden können, die zum größten Teil in Post und Paketen, zum geringen Teil in Passagieren bestehen. Die Fahrtdauer wird nach Südamerika 75 bis 80 und zurück etwa 96 bis 100 Stunden betragen gegenüber 16 Tagen Reisedauer zur See. Der L. Z. 127 hat nicht allein die Aufgabe, der Welk den Beweis für die Verwendbarkeit des Zeppelin über ausgedehnte ozeanische Strecken zu erbringen, er hat gleichzeitig ein drohendes französisches Verkehrsmonopol auf den. Südatlantik zu vereiteln, und für Deutschland einen großen prestigemähigen Wert. Das Republikschutzgesetz. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin. 26. März. Richt nur durch den Brief des preußischen Ministerpräsidenten Braun an den Reichskanzler, sondern auch im allgemeinen beschäftigt sich die öffentliche Meinung seit einigen Tagen sehr lebhaft mit der Frage der evtl. Verlängerung des Republikschutzgesetzes und der Möglichkeit einer Rückkehr des früheren Kaisers nach Deutschland, wobei zumeist die Besorgnis um eine erneute Beunruhigung der 'Bevölkerung im Vordergründe steht. Das Reichskabinett selbst hat sich bisher noch nicht mit dieser Frage beschäftigt. Cs ist jedoch anzunehmen, daß der Bries Brauns an Dr. Marr eingehend beraten werden wird, zudem muß die Frage des Republitschutzgesetzes, dessen Geltungsdauer am 21. Iuli abläuft, in allernächster Zeit in Angriff genommen werden. Die Stellung des Reichskanzlers ist in dieser Be- fiehung nach wie vor dieselbe, die er bereits bet rüderen Anlässen u. a. anläßlich der Regierungserklärung vom 3. Februar 1927 geäußert hat, und In denen er sich unzweideutig dahingehend aussprach, daß eine Rückkehr deS Kaisers t n jeder Beziehung unerwünscht sei. Immerhin ist durch den Brief Brauns die Behandlung dieser Frage In Fluß gekommen und man wird sich nunmehr über kurz oder lang endgültig damit befassen müssen. Ob eine Verlängerung des Republikschuhgesetzes in Frage kommt, steht noch nicht fest. Es ist aber anzunehmen, dah lediglich gewisse Paragraphen aufrechterhalten werden, wodurch auch die Frage der Rückkehr des früheren Kaisers in einer allgemein befriedigenden Form gelöst werden wird. Zudem scheinen auch in Doorn keine Rückkehrpläne zu bestehen. wie aus dem Schreiben des Generalbevollmächtigten des früheren Königshauses an Staatssekretär Weismann hervorgeht. Die Deckung des Defizits. ^eichöfinanzminister Dr. Köhler im ReichHhaushattsausschutz. Berlin, 25. März. lD. D. Z.) Der Haus- Haltsausschuß des Reichstages setzte heule die Beratung des Etats bei der allgemeinen Finanzverwaltung fort. Reichsfinanzminifter Dr. Köhler führte dabei u. a. aus: In der Frage des Finanzausgleichs haben wir d>e erhöhten Garantiesummen und die erhöhten Antelle an der Bier» fteuer in den Etat einzustellen. Aach dem Auskommen der letzten Monate hat die Hoffnung auf ein höheres Erträgnis der Körperichaftssteuer eine gewisse Berechtigung. Rach Prüfung aller Eingänge wird voraussichtlich die Einnahme aus der Einlommen- und Körperschaftssteuer von 2750 Millionen auf 3020 Millionen erhöht werden können. Ich hoffe bestimmt, daß diese Summen bei Berücksichtigung der gesamten Wirtschaftslage wirklich aufkommen werden, vor- ausgesetzt natürlich, daß nicht neue Krisen die Wirtschaft erschüttern. Die Hauptausgabe, die den Haushalt für 1927 belasten wird, sind die Ausgaben für die Erwerbslosen- und Krisenfürsorge. Das Reichskabinett hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß das den Ländern und Gemeinden gegebene Versprechen, ihnen vom 1. April d. Is. ab die Erwerbslosen- fürforge abzunebmen, einzuhalten sei. Wir rechnen damit, daß bis zum 1. Oktober d. Is. das Erwerbslosen Versicherungsgesetz in Wirksamkeit tritt. (Zuruf: Ganz unmöglich I) Wenn das unmöglich ist, so ist mir unerfindlich, wie d e Reichskafse ohne Erschütterung die weiteren Belastungen tragen soll. Las Ge- s e h muß eben zustandetommen. 'Wenn das Reich die Erwerbslosen- und Krisenfürsorge noch bis zum 1. Oktober tragen müßte, so bedeutet das für den Reichsetat eine Belastung von nicht weniger als einer Viertelmilliarde Mark. 3n Zukunft zeigt der Aufwand die Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses für die Beamten einschließlich Kriegsbeschädigten mit etwa 60 Millionen, für die Invalidenversicherung durch Erhöhung der Leistungen 12 Millionen und Erhöhung des Reichsanteils der Rentenempfänger 70 QHil ionen, für die Durchführung einer Unterstützung für die Kleinrentner über den jetzigen Unter- stützungsumsang hinaus 25 Millionen und eine Anlorderung von 21 M U tonen für kleinere 'Scroll igungen In den Ergänzungselats. Weiterhin brauchen wir als Abschluß für die Unterst Übungen. Entschädigungen utw auS Anlaß des Ruhreinfalls noch einmal 30 Millionen, endlich für den Grenzfonds eine weitere Erhöhung von 10 Millionen. Das gibt im ganten einen Betrag von nahezu einer halben Milliarde, ohne daß unmittelbare Deckung dafür vorhanden wäre. Um, den Etat auszubalancieren, müßte eine Erhöhung der jetzigen Steuern absolut ausscheiden. Sie kann unter keinen Umpä.Jxu im gegenwärtigen Augenblick in Betracht kommen. Da die Balancierung aber erreicht werden muh. blieb nur übrig, zunächst einmal an eine Drosselung der Ausgaben zu denken. Es sollen durch Abstriche an einzelnen Etats - Positionen etwa 66 Millionen eingebaut werden. Weiterhin ist vorgesehen, den voraussichtlichen Uebecschuß deS Iahres 1926 sofort in den Etat für 1927 einzustellen, und zwar in einer Höhe von 200 Millionen. Weiterhin bin ich entschlossen, auch die letzte Reserve, nämlich den BetriebsmlltelfondS. im weiteren Umfange zur Beseitigung des Defizits heranzuziehen, und zwar in Höhe von 190 Millionen. Wir müssen uns für 1927 den Betriebsmittelfond mit fremdem Gelde schaffen, für das wir natürlich Zinsen zahlen müssen. Aber die Schwierigkeit der gesamten Situation rechtfertigt wohl die Anwendung dieses Mittels. Mit dem obigen Vorschlag sind alle Ueberschüsse des Haushalts auf gebrau cb t. Unsere ganze Finanzwirtschaft bedarf also der äußersten Aufmerksamkeit und der vorsichtigsten Gebarung, insbesondere da noch einige große Posten überhaupt nicht berücksichtigt sind, so die von mir als Staatsnotwendigkeit bezeichnete Verbesserung der Bezüge unserer Beamten und der Kriegsbeschädigten. Dic ReichSregierung ist entschlossen, diese Frage noch im Iahre 1927 zur Entscheidung zu bringen. Für die Liquidation sgefchädigten liegen feste Vorschläge über die Art und Weise der Entschädigung noch nicht endgültig vor. Den jetzigen Aufwand des außerordentlichen Etats bin ich entschlossen, auch weiterhin durch Anleihe zu decken, um die Belastung der Wirtschaft nicht höher werden zu (affen. Von dem Bedarf für 1926 sind 450 Millionen durch Anleihe und 100 Millionen durch Postkredit gedeckt. Es besteht noch ein Restbetrag in Höhe von 400 Millionen, der noch der endgültigen Deckung bedarf. Dazu kommt ein Bedarf für 1927 in Höhe von über 500 Millionen, so daß gegen eine Milliarde neuer Bedarf besteht. Angesichts dieser Zahl müssen auch auf dem Gebiete des Ektraordinariums Kürzungen vorgenommen werden. Es wird vorgesch'agen, 25 Millionen, die für den Detriebsfoicks der Spiritusmonopolverwaltung im Etat vorgesehen sind, wieder aus- zuscheiden und durch Verlangsamung des Tempos der Äanalbauten 35 Millionen abzusetzen. Insgesamt würde der außerordentliche Etat u m 60 Millionen vermindert. Ich lege deshalb Wert daraus, daß gerade für 1927 dieser Anleihebedarf vermindert werde, weil eine neue Reichsanleihe in nächster Zeit überhaupt nicht in Frage kommen kann. Das Arbeitszeitnotgesetz. Berlin, 25. März. (Wolff.) Die Ver» einigung deutscher Arbeitgeberverbände veröffentlich anläßlich der Beendigung derReichsratsberatungen über das Arbeits- zertnotgesetz eine Erklärung, in der sie gegen Die technischen Einzelheiten des Entwurfs Bedenken geltend macht, die sie damit begründet, daß die rechtlichen Bestimmungen des Entwurfs zur völligen Uneinheitlichkeit und Unübersichtlichkeit des deutschen Arbeitsrechts zum Schaden der Rechtssicherheit und der Cntwicklungsmöglichkeit des deutschen Rechts- Wesens und zum Rachteil für den sozialen Frieden führen mühten. Auch das Präsidium des Reichsverbandes der Deutschen Industrie hat sich mit dem Arbeftszeitnotgesetz. mit der Erhöhung der Beiträge zur Invalidenversicherung sowie mit der Erhöhung der in der letzten Zeit zutage getretenen auf Lohnerhöhung hinzielenden Praxis der Vorsitzenden der Schlichtungsausschüsse beschäftigt. Das Präsidium war einhellig der Meinung, daß die zu erwartende Entwicklung der wirtschaftspolitischen Lage nur mit größter Sorge betrachtet werden könne. Die Tn dem Anträge der Regierungsparteien zu dem Arbeitszeitnotgeseh festgelegten Bestimmungen bedeuteten eine Verschärfung der Schematisierung der Entlohnung, die untragbar sei. Die tage für die Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen. Berlin, 25. März. (VDZ.) Der Reichs- tagsausschuß für Kriegsbeschädigte n f r a g e n kam heute zum Abschluß der Beratung der Anträge aus Aenderung der Der- sorgungsaesetze. Angenommen wurde der Antrag der D. Vpt. und des Zentrums: „Der Reichstag erwartet, daß die Reichsregierung den angekündigten Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Versorgung der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebene n so rechtzeitig im Reichstag vorlegt, daß dessen Verabschiedung noch vor den Somme r f e r i e n gesichert ist. Insbesondere erwartet der Reichstag Vorsckläge, die die Bezüge derjenigen Dersorgungsberechtigten. die seither Der« mrchlässigt wurden, in angemessener Weise heben. Er erwartet weiter, daß die Heilbehandlung der Richtkrankenversicherungspflichtigen und Hinterbliebenen gesichert wird und Mittel be- reitgeftelü werden für die Förderung der Berufsausbildung der Kriegswai- s e n. Der Reichstag ist ferner der Meinung, daß die Bestimmungen über die Gewährung von Elter nrenten einer Buchprüfung zugunsten der Kriegerektern unterzogen werden müsse." — Gegen die Regierungskoalttion wurde ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, der die Regierung ersucht, noch vor der dritten Lesung des Etats eine Rovelle zum Reichs t^r- sorgungsgesetz vorzulegen und die für die Versorgung der Kriegsopfer erforderlichen Mittel um mindestens 150 Mikllonen zu verstärken. — Für die Wohnungsfür- sorge für Schwerbeschädigte und Hinterbliebene iollen nach einem weiteren Beschluß weitere fünf Millionen zur Verfügung gestellt werden. Die Neuregelung der Aufwertungsgesetzgebung. Berlin. 25. März. (VDZ.) Im Rechtsaus- schuß des Reichstags, der sich mit den Aufroer- fungflfragen beschäftigt, teilte in der heutigen Sitzung der sozialdemokratische Abg. Lands- b e r g mit, daß die sozialdemokrattsche Fraktion beschossen habe, Herrn Dr. Best, der nach der Auflösung der völkischen Arbeitsgemeinschaft wieder ohne Sitz im Ausschuß ist, einen ihrer Sitze zu übertragen, ohne jede beiderseitige Bindung. In der Beratung der Rovelle zum Aufwertungsgesetz kam die Bestimmung zur Erörterung, wonach dieZinsenfüraufgewerteteHy- potheken ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Wiedereintragung zu zahlen sind, ab 1. Iull 1926. Dazu stellt der Abg. Dr. I ö r i s s e n (Wirt- schafft. Vgg.) den Antrag, diesen Zeitpunkt auf den 1. (Januar 1927 hinauszuschieben. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Demokraten beantragten dagegen, den Zeitpunkt zurückzuverlegen aus den 1. (Januar 1926. Dieser Antrag wurde vom Reichsjustizminister Dr. H e r g t scharf bekämpft. Der Minister machte geltend, daß viele Schuldner nicht in der Lage sein würden, diese Zinsen rückwirkend zu zahlen. Der demokratische Antrag wurde mit 15 gegen 9 Stimmen angenommen. Dafür stimmten außer den Sozialdemokraten. Demokraten und Kommunisten auch mehrere Mitglieder deS Zentrums und der Vertreter der Bayrischen Volls- partci. Die Vertreter der Deutschnationalen und der Deutschen Vollspartei stimmten geschlossen gegen den Antrag. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident hat den neuernannten tschechoslowakischen Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. Frantisec- E h a r k o v j k y zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens empfangen. An dem Empfang nahm außer den Herren der Umgebung des Reichspräsidenten der Reichsminister deS Auswärtigen. Dr. ßtrefemann, teil. Dem Reichswehrminister sind aus Anlaß des Todes seines Sohnes so viel tetl- nehmende Kundgebungen ton allen Seiten angegangen. daß es ihm leider nicht möglich ist. jede einzelne sofort zu beantworten Er bittet daher, seinen vorläufigen Dank auf diesem Wege entgegennehmen zu wollen Der Reichstag setzte die Beratung dc Haushalts des ReichsverkehrsministeriumS for. Reichsverkehrsminister Dr. Koch teilte u. a. mit daß eine ganze Reihe von Wünschen und De-- schwerden and) von der Reichsbahn anerkannt wurden, daß sie aber wegen der Reparationslasten nicht berücksichtigt werden könnten Ein Antrag. 2 Millionen für den Zeppelinbau zu bewilligen, wurde abgelehnt. Der deutsche Botschafter in London, S t h a - mer, gab auf der deutschen Botschaft, ein Essen, zu dem u. a. geladen waren: Premierminister Baldwin und Gemah'.in. der ital enische Botschafter und der französische Botschafter mit Gemahlinnen. der norwegische Gesandte, der vormalige britische Botschafter in Wien, Sir Maurice Bunsen, Lord Beauchamp. Sir Ian Ha- ton und Gemahlin und Graf Bernstorff von der deutschen Botschaft. In Genf ist die Architektenjurh zusammen- getreten, die im Auftrage des DölkerbundsrateS über die vorliegenden Projekte für den Bau eines neuen Völkerbundsgebäudes entscheiden soll. Der Iury liegen 375 Projekte aus allen Teilen der Welt vor. Die Iury besteht aus acht bekannten Architekten verschiedener Staaten: Deutschland ist jedoch In der Ar- chitettenjury nicht vertreten. Der Wahlrechtsausschuh der französischen Kammer Hal mit 7 gegen 5 Stimmen den Vorschlag seines Berichterstatters, den Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu verleihen, verworfen. Kunst und Wissenschaft. Die Beethoven-Jahrhundertfeier in Wien. Wien, 26. März. (WTB. Funkspru«ch) Danz Oefterreich steht heule am 100. Todestage Beethovens im Zeichen des größten Meisters -t>cr Tonkunst. Alle amtlichen und zahlreichen Privatgebäude in Wien haben geflaggt. In den Schulen werden wie an nationalen Feiertagen statt des Unterrichtes Beethoven-Gedenkfeiern abgehalten. Reben Artikeln unb zahlreichen Telegrammen aus aller Welt bringen die Blätter Aeuherungen hervorragender Persönlichkeiten über die Bedeutung Beethovens. So sagt Reichsminister von Keudell in der „Reuen freien Presse": .Beethoven-Gederckseiern sind seit längerer Zeit wieder ein großer! nationaler Feiertag deS ganzen deutschen Volkes. In Beethovens Musik erlebt daS deutsche Volk über staatliche Grenzen, Weltanschauungen und soziale Schichten hinweg, die heroische Form seines eigenen We - s e n s." Der Beelhovenlag in England. London, 26. März. (WTB. Funkspruch.) Alle Blätter veröffentlichen anläßlich des 100. Todestages Beethovens Bilder des Meisters und Würdigungen seines Werkes. „Daily Mail" schreibt: „Wohl kein anderer Mann hat je die Menschheit durch sein Werk so bereichert, wie Beethot>en." Im „Daily Telegraph" heißt es: „Von allen großen Tondichtern ift Beethoven der gewesen, der am beständigsten weder Vermögen noch Beifall suchte, sondern die Treue des Ausdruckes und die individuelle Schönheit, die der Leitstern des wahren Künstlers fein soll." Berufung deutscher Wissenschaftler nach Kanton. Prof. Dr. Wagner von der Lc^chwir/- schastvkammer in Wiesbaden hat die an ihn ergangene Berufung als Professor für Landwirtschaft an der Universität Kanton und alS land- wtrllchaffticher Berater der südchinesischen Regierung angenommen. Prof. Wagner wird im Laufe des Monats März die Reise nach Ehina antreten. Außer ihm sind noch sechs Mediziner und ein Oberförster als Professoren nach Kanton berufen worden. Sic sind zum Teil schon ab- gereift. Lücttcrvoraussage. Bei auffrische irden Winden, weiterhin unbeständig. wechselnd bewölkt. Temperaturen wenig ' verändert und regnerisch. Gestrige Tagestemperaturen: Maxunum 10,3, Minimum 7 Grad CelsiuS. Riederschläge. 4.8 Millimeter Heutige Morgentemperatur: 4.2 Grad Eellius Del Sch,!-' Der So««* pe sich obem. jj* tutf Lc ffJS M, 11 Ne allen trauen aücrllelnU afiügen. a _rad)l der rönne, di sieht aneri slickereioel ro;igen Sl sl.rml'ch dl ten-. Mull dclkliche": -Msersl, ihre W machung a rauchen ei grogen ® die -reife! Hüpfen nec oder die ai lidien Mc den Dach Eine < schweren Plätzchen. Mann ar und ihr t zunehmen: ^?'f* ihn. Sie ö Eifrig i auf bas lit Weisheit 1 ptn zwifch beim sie ft das mehr hängt. hier h< tung die l Sporibcrid hat's ihm gibt vor I bafj der p Seite fdjli den Schlo sie wärm! Noch aufgereiht sitzt auf । klasse uni Die Sonn sich über < anmutig fji unimM ianM fti Stimmen ..Mariech, was doch M Von Sii Das i| Tagen da: manches $ bis dann bringt: eil schmettern, fürchtete e Wochen u nichts Hal auf die h 'ft argerli, und oerstö nicht aus nimmt kei neuem, tu ®affenmü vamilie ui ..Schande" Diesen ’M Segen ^Uni vtüütlup bar? hr schule fchi tenb wir 2ahr übt folg oerf Sesproch, und unrr •nuner t Vater ui an ber ß 'hm rede Uns der Provinzialhauptstadt. Dietzen den 26. Würz 1927. Der Platz an der Sonne. Ach, jeder möchte ihn sich erobern, den Platz an der Sonn«! Ader wie olden gelingt es nie. |o jehr sie sich auch strebend bemühen. Doch den Platz, von dem ich heute sprechen will, kann jeder sich erobern. sobald die liebe Lonne nur scheint, und eine vorsorglich« Stadoerwaltnng (und jede Stadlverwal- tunfl ist bei un» vorsorglich) genügend Banke, in Ihren Anlagen ausgestellt hat. Noch sind die Bäume kahl — wozu sollten sie auch Schatten geben, wenn niemand ihn aussuchen würde? ei«, IN den Hellen Sonnenschein drangt jeber. die alten Leutchen mit ihren zerfurchten, öintrr grauen Gesichtern, und die langen Mütter mit ihren allerkleinslea Herzblättchen. E» ist geradezu ein Vergnügen. an den Bänken iwrbelzugehen; allein die rächt der Kindermagen ist nicht zu beschreiben. Die -onne. di« eigentlich nicht L Weiß«» dulden sollte, sieht anerkennend und strahlend aus oll die weihen, stiekereioerzierten Kissen, aus denen sich die runden, rosigen Köpfchen abheben. Di« farbig gehäkelten M itzchen und Jäckchen sind wunderbar mit den Blagen decken abaestimmt, und man sieht im Geiste förmlich di« Hunderte von fleißigen häkelnden Ian- tcn-, Mütter- und Grohmütterbänden, denen diese herrlichen Wollschöpsungen ihr Entstehen verdanken. Selbstverständlich bringen auch die kleinen Mädchen ihre Puppenkinder in gleicher blendender Aufmachung an die Lonne, und ihre zärtlichen Blick« tauchen ernsthaft und stolz in die unbeweglichen großen Glasaugen ihrer Lieblinge. Ueberoll t nzen die Kreisel, und Balle fliegen lustig durch die Lust. Hüpfen neckisch aus den eingefriedigten Rasenstretfen öder die ausgelockerten Beete, und werden mit ängstlichen Blicken nach einem möglicherweise oustauchen- den Wächter hoppla, hoppla zurückgehott. (Sine ältliche, rundliche Frau kommt mit einen, schweren Trogkorb daher; hier winkt ein Ruhe- plätzchen. Sie steuert auf die Bank zu. lacht den Mann an. der bereit« dort Platz genommen hat und ihr ritterlich Hilst, den schweren Tragtorb abzunehmen: „Na, junge ft rau, auch ein Blertelstünd- chen?" schäkert er, und kichernd setzt sie sich neben ihn. Di« Frühlingssonne hat» in sich. Eifrig redet der langausgeschossene |unge Mensch auf das liebe Mädelchen an seiner Seite «in. Beider Weisheit liegt wohloerpackt in den zwei Ledermap- pen zwischen ihnen, die leidige Schule ist oergesien, denn sie sind mit einem wichtigeren Abc befchastigt, das mehr mit Herz- als Kopfzerbrechen zusammen- hängt. Hier haben zwei junge Burschen über einer Zeitung die Köpfe zusammengesteckt und lesen deren Sportbericht mit glühendem Interesse. „Mensch, der hat's ihm gegeben“, sagt der eine triumphierend und gibt vor Begeisterung Dem (Befänden einen Schubs, daß der fast von der Bonk fliegt. Auf der anderen Seite schläft inzwischen ein Schlosseraeselle friedlich den Schlaf de« Gerechten: die Sonn« sticht Ihn nicht, sie wärmt nur behaglich seinen Traum. Noch sind die Schwalben nicht da, aber aufgereiht wie sie auf dem Telearaphendraht sitzt auf einer langen Bank eine haloe Backfisch- klasse und zwitschert und schwatzt durcheinander. Die Sonne lacht über das ganze Gesicht und freut sich über oll di« hellbestrumpsten. gekreuzten oder anmutig herabhängenden schlanken Beine, die keine unfreundliche Mode verhüllt. Neben der Bonk aber tanzen Kinder im Streife und fingen mit Hellen Stimmen jauchzend den letzten Vers ihres Liedes: „Mariechen kommt in» Himmelreich, Himmelreichs, was doch gewiß ein schöner Abschluß ist. E. o.M. Wird unser Kind versetzt? Don Siudienasiesior Dr. Heinrich Kraushaar. Das ist di« Frage, die in dielen Wochen und Togen das Herz gar vieler Eltern bewegt. Auch gar manche» Kind bangt und quält sich in bittrer Sorge, bis bann enblich der 2. April die Entscheidung bringt: ein befreiendes Aufatmen, oder die niederschmetternde Gewißheit. Und wenn nun das Gefürchtete einactrclen ist, wenn aller Fleiß der letzten Wochen umsonst war und alle Privatstunden doch nichts halfen, bann legt sich ein drückender Alb aus die Herzen von Eltern und Kind. Der Vater ist ärgerlich, die Mutter weint, das Kind geht bleich und verstört umher, und eine rechte Dfterfreube kann nicht auskommen. Da« Schimpfen und Nörgeln nimmt fein Ende und beginnt immer wieder von neuem, wenn der Sohn bee Nachbarn die neue Klaffenmütze spazieren trägt. Oft leibet die ganze Familie unter der Zwangsvorstellung, daß ihr Kind „Schande" bereite. Diesen Eltern will ich zurufen: „Seid nicht so hart gegen euer Kind! Habt Mitleid mit ihm, wenn ihr im Grunde eueres Herzens davon überzeugt seid, daß es nicht mehr leisten konnte. Da helfen feine Prügel und Schimpfwort«, da hilft nicht die „furcht- bare* Drohung, daß man es wieder in die Volksschule schick«! Wie demütigend, wie geradezu vernichtend wirkt e« auf ein solches Kind, das das ganze Jahr über fleißig lernte, dem aber trotzdem der Er folg versagt war — von Faulenzern soll hier nicht gesprochen werden —, wenn ihm bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit, allein und vor Zeugen immer wieder fein« Unfähigkeit vorgehalten wirb Väter und Mütter, bcbcnfl. baß ihr einen Mord an der Seele eurer Kindes begeht, wenn ihr so zu ihm redet! Ihr raubt ihm jo das letzte Nestchen von Seldstgefuhl und Selbstachtung, bat e» noch besitzt. Damit aber nehmt ihr ihm alle»! Nein, im Gegen- teil: stützt er, sprecht ihm Mut ein, hebt sein Selbst- gefühl, iucht nach Gelegenheiten, wo ihr ihm ein Wort der Anerkennung und der Lobe» lagen könnt. Die Bedeutung des Lobe» wird selbst von der mo- bernften Pädagogik noch nicht genügend gewürdigt. Sehr wahr sind die Worte de» Dichter» Sogst du dem Schwachen stets daß er nichts fann. so glaubet et zuletzt auch selbst daran, und Mut und Lust, sie werden ihm vergehn, und um fein Dorwärtsstreben ist» aeschebn. Würdst du dagegen seine Leistung loben und sei sie dein - er fühlet sich gehoben, rt faßt Vertrauen und gewinnet Mut. und du wirst sehn, daß Glaube Wunder tut. Unendlich groß ist di« Zahl der Kinder, die Dem Ehrgeiz Der Eltern geopfert für deren Lii:!z Märtyrer werden. Ss oih höchste Anerkennung. menn Eltern keine Ausgabe scheuen, um ihrem Kind« eine vorzügliche Schulbildung angebeiden zu lassen, damit ee auf der sozialen Leiter einige Stufen übrr sie hinweg- steige, ober gar viele bedenken nicht, daß sie Dabei oft ihre Forderungen an das Kind Übertritt»en. .Man kann nicht aus jedem Holz einen Merkur schnitzen." Und Darum, ihr Sltern. wenn euer Kind am 2. April nach Hause kommt und bringt ein schlechte- Zeugnis mit oder ist nicht verletzt worden. Dann baDert und zankt nicht mit ihm, es trägt schon schwer genug an diesem Mißerfolg. Muntert es auf, stützt fein gesunkenes Selbstvertrauen! Menn euch aber die Lehrer raten, daß daS Kind beim besten Willen nicht Die an es gestellten Anforderungen erfüllen kann, Dann seid vernünftig, brecht mit dem Stolze, nehmt eS heraus und schickt eS in Die Schule, Die seinen Fähigkeiten mehr Rechnung trägt. Tut das und ihr habt in wahrer Meise eurer Gltempslicht genügt! (BewerbeausfteHung Dietzen 1927 Die Vorarbeiten für Die Anfang 3uni beginnende Gewerbeausstellung lind in- zwischen soweit gediehen, daß sich das Ausmaß der Ausstellung einigermaßen überblicken läßt und auch schon einiges über ihre Einteilung gesagt werden kann. Die Ausstellung wird in der Volkshalle und in Hallenbauten, Die auf Dem vorderen Teil deS Triebs oufgcstellt werden, untergebracht. Das AuSstellungsgelände zieht sich bis zu den Sportplätzen hm. ES ist geplant, zwei Hallen rechtwinkelig zur Volkshalle auszu- st «l l e n. Jede von ihnen wird eine Länge von 100 Metern haben. Die größere wird 23 Meter, Die kleinere 11 Meter breit werden. An die Hallen werden sich Säulenreihen anschließen, die einerseits dazu bestimmt sind, doS AusstellungSgelande geschmackvoll zu umrahmen, andererseits, es von dem nach Der Liebighöhe hin gelegenen Vergnügungspark abzugrenzei^ Der AusstellungSploh wird noch Osten hin durch eine quer zu den Hallen gestellte, etwa 60 Meter lange WirtschastShalle abgeschlossen. Die Ausstellungshallen stehen etwa 60 Meter auseinander. Der Platz zwischen ihnen wird durch gärtnerische Anlagen geschmückt: «S wird Dort u. a. ein Springbrunnen errichtet werden, dessen Fontäne farbig beleuchtet werden wird. Die Unterbringung Der AuSstel- lungSgeaenftände wird voraussichtlich in folgender Weise geschehen: 3n der Volkshalle wird zu ebener Grd« zunächst Die Bäckerei untergebracht werden, «S wird Dort ein Dampfbackofen aufgestellt und die Herstellung von Dackwaren aller Art gezeigt werden. Daneben wird man Waschereimaschinen und Kühlanlagen sehen. Außerdem werden Dort Mehgereimaschinen im Betrieb vorgeführt werden, insbesondere wird man die Wurstfabrikation beobachten können Die Weiterbehandlung der Wurstwaren erfolgt in einer Der Hallen in der Ausstellung De»_ Gaswerkes, wo gasgeheizte Kochkessel, GaSräucher- apparate und GaSbratroste im Betrieb gezeigt werden. In der Volkshalle wird eine Firma außerdem noch Die Herstellung von Tabakfabrikaten im Betrieb Vorführern eine andere die von Seifen. 3m ersten Stock der Volkshalle werden vorwiegend Schreinerarbeiten zu sehen sein. 3n der großen Ausstellungshalle sollen u. a. die städtischen Werke und Die Damit im Zusammenhang stehenden Installateure ihre Arbeiten zeigen: die kleinere Halle wird das Textilgewerbe und den Handel aufnehmen. Ätencncr ttiod/cnniarttpreifc. GS kosteten auf dem heutigen Woche nm artt Butter. Pfd 1.50 bis 1.70; Matte 30 bis 35; Käse. 10 Stück 60 bis 1.40; Wirsing, Pfd. 15 bi» 20; Weißkraut 10 bis 20: Rotkraut 15 bi» 20; gelbe Buben 10 bis 15, Bote Hüben 10; Spinat 30 bis 35: Unter-Kohlrabi 6: Grünkohl 20 bi» 25; Aosenkohl 35 brs 40; Feldsalat 1.00 bi» 1.50; Tomaten 60; Zwiebeln 10 bis 20; Meerrettich 35 bis 80; Schwarzwurzeln 30 bis 50; Kartoffeln 7; Aepfel 20 bis 50; Birnen 15 biS 20; Honig 50: junge Hahnen 1.00 bi» 1.30. Suppenhühner 1.00 bi# 1.30: Vüsse 80; Eier. Stück 11; Blumenkohl 30 Di# 1.20. Salat 20 bi# 40; Endivien 80 bis 1.00: Lauch 5 bis 15; Sellerie 20 bi» 50: Radieschen. Bund 20 bi» 30. Bornotize«. — Tageskalender für Samstag. Stadttheater Z.30 Uhr. Gastspiel der Kammer- tan.zbübne. Rudolph Laban. — D ort heb und 8 Ubr. Veue Aula Beethoven-Gedeickfeier - 5rcito. Ga. Ische Feuerwehr 830 Albr. Schipkapaß. ordentliche Haupt Versammlung Deutsche öe- bensrettungS-Gefellschaft. Bezirk Oberchefs en 8 Uhr. Hotel Schütz. Vortrag. — Lichtspielhaus Bahnholstraße: .Der tanzend« Tor" Astoria- Lichtsp-.ele: .Der ikotoboykänig". - TageSkalender f ü r Sonntag Stadttheater: 3 Uhr nachm. ..Dießen wird Großstadt" -Ende nach 6 Uhr) 7 Uhr ..Auf der Sonnenseite" chsku^zschristgeselifchasi „(9a- bcKberger" und Damena teilung 9,30 Uhr vorm. Pestalozzischule, Vereinswetttchreiben. - Die- teuer Radfahrer-Verein 1.30 Uhr. Hess. Hof, Anfahren. 4 Uhr SchützenhauS. Zusammenkunft - Lrchtsptelhaus Bahnhofstraße.* .Der tanzende Tor" — Palast-Lichtspiele: .Das Aätsel des Borobudur". — Astoria-Lichtspiele: Der Lowbovkönig." — AuS Dem Stadttheaterbureau werd unS geschrieben: Nochmals lei auf Die beiden Sonntagsvorstellungen hingewiesen. Der "Nachmittag (Anfang 3 Uhr) bringt mit der Lokal- posse .Dießen wird Großstadt" soviel deS Interessanten, so viel für Auge und Ohr. daß alle, die daS luftige Stück noch nicht gesehen haben, diese Gelegenheit benutzen sollten, xumal es eine der letzten Ausführungen der Pofse ist. Am Sonntagabend findet eine Wiederholung deS Blumenthal-Kadelburgifchen Lustspiel# .Auf der Sonnenfeite"' statt. Das lustige Werk wird hier so lustig gegeben, daß alle Freunde des Humors auch bei dieser Vorstellung auf ihre Rechnung kommen werden. — Beethoven-Gedenkfeier. Der Goethe-Bund bittet unS. nochmals Darauf hinzu- weisen. daß er zum heutigen 100. Todestage Beethoven# die Bürgerschaft für heute abend zu einer Gedenkfeier in die Heue Aula der Universität cinläDt. Er schreibt unS dazu: 3m Mittelpunkt der Feier steht die Red« des österreichischen Dichters und Schriftstellers Dr. Richard Platten- st e i n e r aus Wien und seine Vorlesung auS 1einen eigenen Beethoven-Dichtungen Dr Plat- tensteiner gehört zu unseren bekanntesten und besten Vednern. Er wird zunächst aus seinen Beethoven-Dichtungen einige Abschnitte lesen Der tief« Gindruck, den seine Dichtung bei jedem Hörer hinterlassen dürfte, wird noch verstärkt werden durch feine Gedenkrede .Beethoven, der große Grzieher der Menschen". Di« Feier wird umrahmt durch Beethoven-Gesänge deS Bauerschen Gesangvereins, unter Leitung seines Chormeisters Görlach. (Siehe heutige Anzeige.) — Bund der Äolonialfreunbe. Am Freitag, imb Samstag, 2. April, wird in den Palastlichtspielen vom Bund der Kolonialfreunde ein ftUmvortrag „Dom Kilimandscharo zum NU durchs verbotene Afrika" veranstaltet. Eine Fülle von interessanten Bildern zeigt die landschaftliche (Eigenart der verschiedenen Landeskeile, Sitten und Gebräuche der (Eingeborenen aus Deutfdj-Dftafrtta. Herr Oberzollinspektor Heß als guter Kenner des Landes hat bei den Abendoorfuhrungen Den Je- gleltDorlrag übernommen. (Näheres siehe heutige Anzeige) ' Musikdirektor Lhristian Kruse vollendet heute, 26. März, in körper.icher und geistiger Frische sein 88. Lebensjahr. Kruse war vor 1866 beim Waldeckschen Bataillon als Musiker eingetreten und spielte als solcher beim Kurorchester in Pyrmont mit. AlS 1867'68 daS Waldcckfche Milttär zu ejiftieren aufhörte und preußisch wurde, wollte Kruse, der geborener Waldecker war. diesen Schritt ni$t mitmachen und ließ sich infolgedessen pensionieren. Er wohnte dann in Äaflcl, wo er Musikunterr:ck>l erteilte, zog später nach Frankfurt, wurde dort Mitglied deS Palmenhaus-OrchesterS und kam 1891 nach Gießen, da# ihm eine liebe zweite Heimat geworden ist. Er hat seitdem ununterbrochen Den „Gießener Anzeiger" gehalten. Krus« ist vielen Gießenern wohl noch in Der Erinnerung als Inhaber des ehemaligen „Konzert- Hauses Lahnftein". Es war KruleS Lieblingsbeschäftigung. noch im jugendlichen Alter befindlichen Schülern und Schülerinnen Musikunterricht äu erteilen, besonders solche Kräfte für Streichinstrumente auszubilden. Die öffentlichen Konzerte mit seinen Schülern waren in unserer Stadt seinerzeit berühmt und erfreuten sich stet# starken Besuch#. Manches Talent hat Der tüchtige Wann in der Jugend ausgebildet und auf Den richtigen Weg geleitet. DaS greife Geburtstagskind ist wohl der älteste Mann in unserer Stadt und musiziert beute noch gern. Wögen dem Jubilar noch viele Jahre in Gesundheit l>«schieden fein; er selber erklärt «r hoffe noch 12 Jahre Da zu bleiben, damit dl« 100 Jahre voll werden. •* Dor 78 Jahren. Bei Umbauten im Anatomischen Institut zu Gießen haben sich im Sammlungsraum Inschriften von Handwerkern gesunden, die für Die Vachlommen oder Zunftgenossen dieser hier mit- get eilt Men Zwei Inschriften stehen auf her Unterseite des BodenS eines Schrank«#, Der die AO -Ecke Der Sammlung einnimmt. Sie konnten nur nach Auseinandernehmen des Schranke« wieder iichlbar werden. 3n Originalorthographie lauten fic 1 .Diesen Schrank hat Dcrlcrtid)! Anton Staub# aus Wetzlar in Arbeit gestanden bei Hernn BaNtasar ChntteU in den Aeuhen Beu en Gießen. Den 11. September 1849 Wer es Cd en Thut Der denck anrnech." 2. .Der Tischler Gefell Joseph Hanke aus Oberlchlesrgen Ottrnachau hat diesen Schrank verfertigt 1849 Den 11 sept 3. D>e Dritte Inschrift an Der OftwanD Der Sammlung oben an einer Fensternische stammt von Demselben Anton Staust .Schreinergesell Anton Staub# au# Wetzlar hall Diesen Schrank helfen perligen 1849." " IX. Internationale Hundeausstellung Man schreibt uns: D.« am 3. April hier ftattfinDenbe IX. Internationale Hundeausstellung verspricht ein« bedeutende Veranstaltung auf Dem Gebiete Des Hundesports. Der Zucht und GebrauchSprüsung zu werden. Eine große Anzahl von Spezialzuchtvereinen hat Sonderschauen ihrer Aassen angegheDert. die «Int Menge erstklassiger Zuchtprodukte den Aichtem zur Begutachtung vorstellen werden, öttoa 20 Herren. Die auf dem Gebiete der Hundezucht als Kapazi- tat gelten, sind al» Richter gebeten, um das reichhaltige Material einer fachmännischen Kritik zu unterwerfen. Ganz besondere Anziehungskraft Dürfte die am Vachmittag de» Ausstellungstages staktsindend« Melded-.enstvorluhrung der Heere»- diensthunde de» 1. Ball. 15. Inf.-Negis ausüben. Da die AuSstellungSle.tung gezwungen ist, haus- hälterfich mit Den zur Verfügung stehenden "Räumlichkeiten umzugehen, ist fle genötigt. Den auf den 27. März festgesetzten Meldeschluß strengsten» elnzuhalten. (Siehe heutige Anzeige.) • • Schachwettkampf Dom Schachklub Gießen wird unS geschrieben. 'Nachdem am 31 Oktober v. 3. da# Wettspiel des Schachklul»» Betzdorf gegen den Schachklub Gießen in Betzdorf mit 6:3 für Gießen gewonnen wurde, kam e# am 13. ds Mts. zum Rückspiel in Gießen. Hierbei siegte Gießen wiederum mit 9: 5. - Am 18. ds M:s. gab Der Schachg roh meister Bogoljubow im Schachklub Gießen eine Simultanvorftellung. Besetzt waren 21 Bretter Der Meister gewann 16. verlor 2 Partien und macht« 3 remis Di« Gewinner waren die Herren Dr. Hodde» und A a u t h, Bemis erzielten die Herren Pros. Weber, Dr. Aotdenberger und Stumpf. — Sine vorher von Den Herren Pros. Weihger - der und Dr. Rothenberger gegen den Meister gespielte BeratungSpartt« wurde als remis abgebrochen. • • Der Verein für Motorrad- Sport 1926 machte, wie er uns schreibt, am vorigen Sonntag feine diesjährig« Anfahrt nach Braunfels, an Der etwa 28 Personen teilnahmen. Vorher wurde eine Propaaandafahrt durch die Straßen Der Stadt auSgeführt. die reges Interesse sand. Die harmonisch verlaufene Fahrt dürfte Dem jungen Verein neue Freunde zuge- sührt haben. • • Verhaftung eine» Einbrechers. Der Polizeibericht meldet: Am Sonntag, 20. März, nachmittags zwischen 4 und 6 Uhr, wurde in Dem Hause Goetdestrahe 69 ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt, wobei der Dieb einen Hand- kosser. Servelatwürste, Speck und Dörrfleisch entwendete. -stach den angestellten Ermittelungen hat am gleichen Tage vormittags ein Mann, Der sich von Eckert nannte, in diesem Hause bei einem Major a. D. Vorgesprächen, sich al» ehemaliger Offizier vvrgestellt und um Aeiseuitter- stühung nachgesucht, Die ihm auch gewährt wurde. Dieser Mann hat unter dem gleichen Barnen (von Eckhardt) Die" gestohlenen Wurst- und Fleischwaren abend» gegen 7 Uhr an einen hiesigen Gastwirt für 15 Am. verkauft. Den Kofwr hat er in einer anderen Wirtschaft hier untergestellt unter dem Borge den, er wolle nur In der Stadt noch etwa» besorgen, ist jedoch nicht mehr erschienen. DaS DiebSgut konnte dem Geschädigten wieder zugestellt werden. Aus Grund eine» erlassenen Ausschreiben» wurde der Täter, Techniker Han» von Eckhardt, geb. am 3. September 1901 zu Offen, durch die Kriminalpolizei Offenbach gestern vormittag in Offenbach fest- genommen. Ob seine Personalien richtig sind, werden Die weiteren Ermittelungen ergeben. ” Fe si genommen wurde am Donnerstag ein Mann au» Gießen wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen. • • Der Verba nd der Freiwilligen Feuerwehren des Kreise# Gießen hält morgen Sonntag, nachmittag» 2‘ t Uhr. in Der Gewerbeschule. Kirchstraße, feine FruhjahrSver- bandstagung ab Vach Erledigung Der Tagesordnung wird Die für den Krei» Gießen angeschoffte Motorspritze vorgeführt. Schlechte Säfte, unreines Blut fink die Otrunburladx vieler Krankheiten. 3m sZrüdtodr ist bekanntlich der Ctaonllmul besonder» geneigt durch ReUdef« Wacholder-Extrakt Schürfen und Unreinigkeiten aaHulfteiben. tvetbalb wir gerade letzt tu einer «ussrftchua, bei Blute» mit diekem natürlichen peilstotz raten können 3n Lrogerie» und Avotbeken erbütttich. de» ostten Rach- abmongen wegen achte man aber genau au» die Worfr «edie» und Finna Otto Reichel. Berkin SO. 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Seltsame Doppelbedeutung, die daS mühselig geförderte und doch zu gewaltiger Höhe getürmte Lebens» wert des kaum über SechSundfünfzig alt Gewordenen für die gesamte Kultur De6 Abendlandes gewonnen hat. — Kein Entweder-Oder au« januShasler Zwiespaltwirkung, je nachdem die Ratur der Empfangenden sich entscheiden möchte, keine Doppelkopf igkeil zweier getrennter Veranlagungen renaissanc«mäßig auf Einen gehäuft; sondern einmal zugleich ein zentraler Tonkünstler, aber außerbem noch ein so über bie Matze bloßer Zachkunst in« Weltanschauliche aufquetlenber, aus schwellender Denker und Mensch, datz der Musiker geradezu auch als Dertreter einer Philosophie hat beansprucht werden dürfen. Wohlgemcrkt keiner, der bewutzt Weltanschauer. Weltiuldlehrer hätte sein wollen ober können und mit solcher autzerkünsilerischen Bestrebung da« Wesentliche seine« .in Tönen sprechen" rational geschwächt. fiefnidt, verbogen hätte. Sondern ein ganz eigent- icher .Sänger" — von jener Urgründigkeit allerdings. die dem Künder zum Seher vertiefen mußte und an ihm verwirklichte, wa« er (halb unwissend um die ganze BedeutungSweite des Worts) einmal gesagt, datz nämlich Musik (nun «den seine!) .Höher fei denn alle Religion und Philosophie" weil er Kunst. Frommsein und Daleinsweisheit durch fein Glühen wahrhaftig bi Sin« verschmolz. Darin, damit, dadurch war et zunächst unbewußter Erfinder von etwa« erstaunlich Reuem — nicht gänzlich ohne Vorgang, aber doch Eröffnet einer großen, bi« dahin kaum zum Spalt geöffneten Pforte — ba« ganze neunzehnte Jahr- hunbett ist bann durch bie flügeloffene Tür breit in singender Prozession gewallf ährtet. Datz Töne nicht bloß Spiel, Unterhaltung ober selbst Erbauung und Schilderung au geben vermochten, sondern geradezu begriffsnahe Sprache des Heber- begrifflichen werden konnte — diese Möglichkeit hat doch erst Beethoven voll gezeigt, ihr sogleich unvergleichliche Erfüllung gegeben. Und was meinte diese Sprache, diese« .unmittelbare An- schauen und Wissen"? Richt müde Symbolik, keinen detn Pathologischen nahestehenden Wabr- traum etwa Sondern jugendlich feurigsten Willen zum Guten. Schönen. Erhabenen, eine be- acifterte Ritterlichkeit um daS Ideal, eine hel- vische Kreuzfahrersehnsucht nach dem heiligen Land edler Willensfreiheit und Selbstverant- wortlichkeit tm Kampf gegen alle niedern Triebgewalten , mannhafte Rührung eine« ewigen Priesterjünglings im anbetenben Verehren der Herrlichkeit Gotte«. Ein muhsalreicher Herakles zwischen ben Menschheitsheroen; einer, der Kants und Schiller« stolze Imperativfanfare wahrhaft erlebt und gelebt hat wider allen Stachel eigner irdischer Dollblütigkeit — und dem da« alles zu herrlichen, kunsthaften Gesichten geworden ist. Freilich, diese« ungreifbar Erschaute dann auch den Andern, Kleineren als Mal auszurichten, au« ungestaltetem Felswerk herauszumeiheln, zu mahnender, ragender Erscheinung werden zu lassen, hat diesen großen Beherrfä^r seines Reiche« blutige Fäuste gekostet. Er war noch nicht ins Zeitalter selbstherrlicher Artisttk, in Romantikers Traumland hinein- geboren, er mußte sich solch heimliche« Königreich der unbegrenzten Denkbarkeiten erst Schrtlt für Schritt erobern, ohne noch erst zu ahnen, wohin eigentlich ihn der pochende Zwang seines königlichen Müssen« reißen werde. Dienstmusik, Kunsthandwerk im Lakaienhabit. DesellschaftS- konvention in Tonspielformen - daS sand er vor, Bach und Händel waren lange dahin. Der Höheres erschaut. Mozart, blieb vorzeitig gebrochen im W.rtfchaftskampf am Wege liegen; an Haydn, dem Meister größter v or beet Hoven- scher Adagio«, stieß er sich tm engen Echul- zinnner wund; Schubert erblickte er mxb kaum — so blieb ihm Einsamkeit Gefährtin, würgte ihn manchmal — den Tauben. Man hat viel von der romantischen Tragödie diese« ßetben« gesprochen und ben Meister um dieser Heimsuchung beklagt, ja hat sogar Eigenheiten seine« KlangstilS vom Versagen seines leiblichen Gehör« abhängig machen wollen; aber schon Goethe begriff, daß diese Taubheit wohl dem Virtuosen des Klaviers und dem geselligen Menschen zur verhängnisvoll abfonbemben Schranke werden mußte, dem Schassenden aber kaum Hindernisse bereitet hat. da ja die Ton- Dorftcllungen de« Gewaltigen vom physischen Ohr unberührt blieben. Roch tiefer schürst Wagners Beobachtung, ber jene Taubheit mit bem BlindBonn und dann in Wien ein deutscher Meister Erdenlust geatmet hat, dessen heiliger Wandel im Schaffen nicht eher wird untergehen können als unsere ganze übrige Kultur auch weil ihm wie sonst nur noch ganz wenigen gegeben war deren Höchstes auSzulprechen. (Ein Kämpferleben. Don M. M u f a L Das Ewige, Bleibende im Wechsel, im Menschen und Künstler seftzuhalten. wie in einem Spiegel aufzufangen; daS muhte die grotze Aufgabe bet Gegenwart Beethoven gegenüber fein. Paul Decker löste sie in ber Vorkriegszeit durch sein große« Beethovenwerk. Es ist, als ob hier zum erstenmal jener Abstand gewonnen wurde, der nötig ist. um eine Erscheinung wie die Beet- Hovens in ihrer ganzen Monumentalität zu erfassen! Und doch erscheint da« Bild des Menschen und Künstler- nah und tief vertraut. DaS Menschliche wurde in seinen, scharsen Zügen bc- Unsterbliche Geliebte. Don Derner Bock. 'iingo um dich starrt schon längst ein großes Schweige Kein Erdenlaut bricht in die Stille ein. Doch ferner Ton aus der Gestirne Reigen Erfüllt dein Herz mit göttlichen Schalmeien. Du stürmst mit wirrem Haar durch Herbstgelände, Gesenkt den Blick in frühlingshafter Schau, Da fühlt dein Haupt die unoergeff’nen Hände, Da blüht dein Mund vom Kuß ber liebsten Frau. Wie hält dein Arm sie heute noch umschlungen — Unsterblich Glück! — umfängt in ihr das All. Es fließt herab in tausendfachen Zungen Und wird in Liedern ewiges Kristall. fein de« Sehers Teirefias verglichen — die große Stille schied ihn, den seherischen Musiker, vom Lärm des Tage« und führte ihn in feierliches Tempelfchweigen, wo einzig die Harrnonien seines Inneren aufdröhnten. Man kann, von Beethovens Edelstem rückfchlietzend. sagen; auch bei gesund gebliebenem Gehör hätte er das Rückertsche .Ich bin ber Welt abpanben gekommen" so weit und so tief erlebt, daß es dem wirklich Ertauben nahegekommen wäre. Und ein .romantisch Unglücklicher" ist Beethoven trotz mancher Tücke des Objekts von ber tragikomischen .Wut über ben verlorenen Groschen'^ bis zum heiligen Ergrimmen übet den posierten Selbstmordversuch de« verlorenen Reffen doch nie gewesen. Denn romantisches Unglücklichsein ist letzten Ende« immer nur Schwäche im Ertragen des Daseins — aber dieser Mann ist eifern stark und herrlich gesund gewesen; ein Dionysier nicht aus dekadenten Reurosen, sondern aus Ueber- mah der inneren Kraft. Es ist hier nicht der Ort. den ganzen Werkreichtum seiner Lebensleistung auszubreiten — dafür gibt es Biographien und Rachschlagebücher. Es kam nur darauf an, knapp zu umreisten, was der Meister des Fidelio, der neun Sinfonien und der sechzehn Streichquartette. der .Adelaide" und der zweiunddreißig Klaviersonaten jenseits von Theater und Konzertsaal unserem Weltbild bedeutet. Was an ihm noch Rokollo und waS schon Empire sei, wieweit Sturm und Drang. Früh- tomanttt und Klassizität an seiner Gesamtleistung Anteil haben mögen, bleibe den Stilgeschichten zu entscheiden übertaffen. Wichtiger als die« alles ist; dah da bis vor hundert Jahren zu leuchtet. Aber es bildet doch nur daS Postament, daraus riesenhaft in feinen Dimensionen das Bild des Künstlers sich erhebt! — Alle« was klein, was irdisch war an Beethovens Erscheinung, ist, gegenüber den älteren Beethoven- Biographien (Schindler, Rohl, Wasielewsliy, Marx Thayer u. a.) wie Schlacken zu Boden gesunken; losgelöst vom Zufall, vom Auf und Ab nüchternen, quälenden Alltags hebt sich die künstierifche Persönlichkeit geheimnisvoll aus den Tiefen ihres mystischen Ursprunges, die eigene Entwicklung unaufhaltsam verfolgend. die eigene Erlösung mit Titanenkraft vollendend, — die Erlösung durch die künstlerische Tat! — Der hundertjährige Todestag Beethoven« ist wohl ber geeignetste Ansatz, des Bekkerschen Monumentalwerkes zu gedenken! Denn erst feit Becker wissen wir, wer Beethoven war. Der Meister wächst in Bonn in seinem überaus sorgengrauen Elternhause auf: sein Tater, ein verkommener Mensch, ohne moralische Hemmungen. ohne jedes Derantwortungsgesühl den Kindern gegenüber; die Mutter zart, sanft, duldend, aufgerieben durch Wirtschaftsmühen, und die Sorge um ihre sieben Kinder, die später überlebenden Brüder Karl und Johann geistig unbedeutend, ja — minderwertig. Unwillkürlich denkt man an Goethes Rachlommenschast, — an ben Sohn, die beiden Enkel, beim Anblick der völlig degenerierten Familie Betthovens; e« ist. als ob die Ratur an Den anderen Familienmitgliedern zu sparen versucht hätte, um in ver- schwenderischster Fülle alle« auf den Einen desselben Bluts zu häufen! Eine Kette von sauren Tagen, durch keine Die Verklärung. Don RomainRollanb*). . . . So hat sich denn Beethoven zu seinem Glaubensbekenntnis, zum großen Hymnus an die Freude durchgerungen. — Wird es seiner Seele vergönnt sein, für immer in der Höhe zu bleiben, die feine Stürme mehr erreichen? Wohl kommen Tage, an Denen die alle Bedrängnis ihn wieder überfällt, wohl tauchen in seinen letzten Quartetten seltsame, dunkle Schatten auf, trotz alledem hat sein sieghaftes Werk, die Reunte, einen Riederschlag in ihm zurückgelassen: feine Pläne zukünftiger Werke; eine zehnte Symphonie. Ouvertüre auf Den Tarnen Bach; Musik zu Grillparzer Melusine. Korners Odyf- seuS. Goethe« Faust, das Oratorium Saul unb David, alle diese Pläne offenbaren seine auf die alle« überwindende, heitere Ruhe ber deutschen Altmeister Bach und Händel gerichtete Sehnsucht. Eine zweite steigt zugleich in ihm auf: die Sonne des Südens sehen, des südlichen Frankreichs! Italien mit einem Freunde durchstreifen. AIS ihn Doktor Spiller im Jahre 1826 sieht, sagt er. Beethovens Ausdruck sei nicht nur fröhlich er sei freudig zu nennen. 3m gleichen Jahr, da Grillparzer zum letzten Male mit ihm spricht, ist es Deelhoven, ber Dem niedergeschlagenen Dichter neue Kraft gibt: Grillparzer sagt: .Hätte ich den tausendsten Teil Ihrer Kraft und Festigkeit!" — Schwer lastet die Restaurationszeit auf allen Geistern. Frei Denkenden, Sprechenden scheint Rordamerika das einzige Asyl, in das sie sich slüchlen möchten. Aber keine Macht der Welt vermochte Beethovens Gedanken zu knebeln. Der Dichter Kussner schreibt ihm; ,Die Worte sind verpönt; glücklich, datz Die Töne, Die patentierten Repräsentanten der Töne, noch frei sind." Beethoven ist die mächtigste Stimme Der Freiheit, vielleicht damals ihre einzige deutsche Trägerin. Häufig spricht er von seiner ihm aufctleg.cn Pflicht, auf dem Wege Der Kunst .für die arme Menschheit", .die künftige Mensch- •) Der hier wiedergegebene Aufsatz ist Dom Schluhkapitel von Rollands genialem Bocthoven- aufsatz aus Den „Cahiers de la quinziine“ entnommen (Reuausgabe Dos Rotapsel-Berlages in Zürich). heil" zu wirken, ihr wohlzutun. ihr Mut ein- zuflötzen, Die schlasenDe zu rütteln. Die feige zu geißeln. Er schreibt einmal an seinen Reffen: „Unser Zeitalter beDatf kräftiger Geister, Die Diese Neinsüchtigen, heimtückischen, elenDen Schufte von Menschenseelen geißeln." 1827 sagt Dr. Mütter tt>on ihm, Beethoven spreche sich selbst in Gesellschaft über Regierung. Polizei, Aristokratie aus. Sie Polizei wisse Davon unD lasse ihn gewähren. Da sie seine Kritik, selbst seine Satiren für harmlose Träumereien halte. Eie lasse Den Mann gewähren, Dessen Genie Den Rus Des Außergewöhnlichen habe. Es scheint, daß fortan nichts mehr diese unbezwingliche Kraft anzufechten vermag, Der selbst Der Schmerz nur noch ein Spiel ist. Trotz Der traurigen Bedingungen, unter Denen sie geschrieben wurden, enthalten Die Werke Der letzten Jahre eine ganz neue Rote Des Spotte«, der heroischen, freudig lachenden Verachtung. Das neue Finale Des Quartette« op. 130, Da« letzte Stück Das er vier Monate vor feinem Tode, im Ro- vember 1826, schreibt, ist von großer Fröhlich» kei! erfüllt. Freilich ist es keine Allerwel.s» fröhlichkcit. Bald glaubt man das rauhe, laute, stoßweise Lachen zu Horen, von Dem MoscheleS spricht, bald Das rührenDe Lächeln Dessen zu sehen. Der Die Leiden überwunden hat. Eicher ist Beethoven h a t überwunden. Ser Tod kann ihm nichts mehr anhaben. Aber er kommt auch zu ihm. Ende Rovember 1826 zog er sich durch Erkältung eine Lungenentzündung zu. Rach der Rückkehr von einer Reise, die er unternommen hatte, um Die Zukunft De« Reffen zu sichern. tourDe er in Wien krank. Eeine Freunde waren nich: Da. So beauftragte er Den Hoffen, ihm einen Arzt zu schicken. Der Richswürdige vergaß Den Auftrag für zwei Tage. Der Arzt kam zu spät, und als er kam. vernachlässigte er den Kranken. Drei Monate kämpfte Beethovens Riesenkraft gegen das ilebd. Am 3. Januar 1827 setzte er seinen geliebten Ressen zum Universalerben ein. Er gedenkt noch einmal seiner lieben Jugendfreunde am Rhein und schreibt an Wegclcr; ,Wic viel möchte ich Dir noch sagen, allein ich bin zu schwach: ich kann daher nichts mehr, als Dich mit Deinem Lärchen tm Geiste zu umarmen." Wäre nicht die Großmut von ein paar englischen Freunden gewesen, so hätte das Elend auch seine letzten Stunden versinsterl. Er war sanft und geduldig geworden. Am 17. Februar 1827 schrieb er auf seinem Sterbebett nach der Dritten Operation unD vor Der vierten stehenD: .Ich gedulde mich und denke: alles Ueble führt manchmal etwas Gute« herbei." Das Gute war in diesem Falle Die Erlösung, -das EnDe Der Komödie", wie er selbst sterbend sagte — wir aber sagen: Der TragöDie seines Lebens? Er starb während eine« Gewitters mit Echneesturm. lieber Dem Sterbenden rollte Der Sonnet. Eine fremDe Hand Drückte ihm Die Augen zu (26. März 1827). O Beethoven! Andere haben vor mir Die Größe Deine« Künstlertums gepriesen. Du aber bist mehr als Der erste unter allen Musikern, Du bist Die Verkörperung Dc« HelDentum« in Der ganzen moDemen Kunst, Du bist Der größte und beste Freund der Leidenden, der Äämpfenben. Wenn das Elend der ganzen Welt uns überwältigt, Dann nahst Du dich uns, wie Du dich einer trauernden Mutter nahtest, dich toortlc« ans Klavier setztest und Der Weinenden Trost reichtest in Dem Gesang Deiner ergebenen Klage, unb wenn uns Ermattung Droht im ewigen nutzlosen Kampf gegen Die Mittelmäßigkeit Der Tugenden und Der Lasten, bist Du Der Ozean des Willens. De« Glaubens, in von wir untertauchen. Der unsere müDen GlicDer stärkt. Du gibst uns Deine Tapferkeit, Deinen Glauben Daran, daß Der Kamps Glück ist. Dein Bewußtsein Der Gott- ähnlichkeit. Es ist, als hätte Beethoven Durch beständige innige Berührung mit der Ratur Deren geheimste Krast in sich aufgesogen. Grillparzer, dessen Bewunderung für Beethoven mit einer Art Furcht gemischt war, sagt von ihm: .....er ging bis zu Dem surch baren Punkt, wo DaS Gebildete übergeht in die regellose Willkür streitender Raturgewalten", und Schumann schreibt von der C-Mrll-Eymphonic: „So oft gehört im öffentlichen Saal wie im Innern, übt sie unverändert ihre Macht auf alle Lebensa! er aus, gleich wie manche großen Erscheinungen in der Ratur, die, so oft sie auch wiederkehren. uns mir Furcht unb Bewunderung erfüllen." Schindler, sein Vertrauter, sagte, er habe sich des Raturgeiste« bemächtigt. — In frohen Feste unterbrochen, ist Beethoven» Jugend. Sogar feine früh fico äußernde musikalische Begabung. die der gewissenlofe Vater rücksichtslos auf Kosten Der GesundhcU De« Knaben auszubeu- len sucht, wird ihm zu einer Quelle von Leiden! Innerlich einsam wächst er aus. Da» mutz man sich immer wieder klarmachen, um die Schroffheiten und Eigenheiten in seinem Wesen, die ihm später manchen Freund entfremdeten, verstehen zu können Die Ankunft Ehristian Qlctle«. der 1779 al« Musikdirektor nach Bonn berufen wird, ist Der erste Lichtstrahl in seinem Dasein. Ties und nachhaltig ist der Stnslutz Reese« auf seinen Schüler der scheue, verschlossene Mensch taut auf. — seine Kunst, seine Kompositivnsver- suche kommen in ernste Zucht. Beethoven ist dann Bratschist am Bonner Theater, wo er sich mit der ganzen Orchester- und S'nglpiel- literatuc vertraut macht. Ein S-ebzehnjähriger erst, mutz et nach Dem Tode Der Mutter da« Familienregimen! übernehmen und toiTb fast zum Melancholischen über dem Gedanken, datz Die Verantwortung für Die Brüder und den entmündigten Vater ihn an die Stadt bindet, ibn auf« äiitzerste einengt, so datz ein jeder Fortschritt in feiner Kunst unmöglich wird» Denn, was in Bonn zu lernen war, daS hatte er gelernt! — Er reißt sich endlich aber doch los und kommt nach Wien, der Zentrale deS damaligen musikalischen Leben». Haydn wird zwar fein Lehrer, zeigt aber nicht da« mindeste Verständnis für den seltsamen Schüler, — unD der trockene Konlrapunktist Albrechtsberger ermüdet ihn. Aber Das musikalische Leben selbst regt ihn auf« äußerste an: aus allen Quellen unermüDlich in sich aufnehmenD. arbeitet er angestrengt, und schon nach einjährigem Aufenthalt nimmt er Die angesehenste Stellung al« Virtuose und Lehrer in Wien ein, Io daß er völlig sorgensrei leben kann. Sin Kreis von kunstsinnigen Männern und tüchtigen Musikern schart sich um ihn. Als Komponist aber gelingt eS ihm nicht, sich sobald Geltung zu verschaffen: Wien ist Der Musikalicnmarkt für Die ganze Welt HahDn lebte noch, unD man zehrte von Mozart« Erbe; und Beethoven kam mit zu viel Reiterungen; man war zu „bequem", um ihm zu folgen. So läßt er denn feine Werke erst in den Häusern der sürstlichen Männer vortragen, deren Salon« damals daS „öffentliche" Musikleben umsahten, — und — cs endigt mit einem Wettlaus Der Verleger um seine Werke: Die ersten Klaviersonaten kommen — Da« Septett, die ersten Quartette, die erste Symphonie. 1790 war die „Adelaide" erschienen. Da setzt die Gegenströmung ein! Da« Gespenst der Taubheit taucht auf, da« für Den Musiker verhängnisvollste; kein verzweifelte« Wehren hilft, keine ärztliche Behandlung, kein stärkender Landaufenthalt! In einet Zeit größter Schaffenslust bricht er zusammen! Von seiner tiefen Hoffnungslosigkeit gibt ba« sogenannte „Heiligenstabter Testament" ergreifende Kunde: „O, — ihr Menschen!" — heißt e« Da, — .die Ihr mich für feindselig, störrisch oder misan- thropisch haltet, — wie unrecht tut Ihr mir! Bedenkt, daß seit sech« (!) Jahren ein heilloser Zustand mich befallen! Wit einem feurigen, lebhaften Temperament geboren, mußte ich mich früh absondem, einsam mein Leben zubringen! Ich war nahe der Verzweiflung! ES fehlte nicht Diel, fo endete ich selbst mein Leben! Rur sie — die Kunst — hielt mich zurück!" Und in der Tat fällt das gewaltige, trotzige Wort: „Ich will dem Schicksal in- Den Aschen greifen! Riederbeugen soll es mich nicht!" Der Glaube an seine Mission hält ihn aufrecht! Die Hochblüte seine« Schasfen« seht ein, — u. a. wirb Die „öroica“ entworfen. Da schafft ihm Da« Schicksal eine neue Quelle von Leiden er verpflichtet sich seinem sterbenden Bruder Karl gegenüber, die Vormundschaft über dessen kleinen Sohn zu übernehmen. Die langwierigen Prozesse mit der Mutter Dc« Kindes reiben ihn Wahrheit: Beethoven ist Die schöpferische Kraft Der Ratur selbst. Der Kampf. Den feine Sle- mentarfraft gegen die ganze Umwelt zu führen hatte, ist von antiker, homerischer Große. Gleicht nicht Beethoven« ganze« Leben einem Gewittertag? — Der junge, klare Morgen steigt auf, faum, daß von Zeit zu Zeit ein sanfter Hauch die Blätter bewegt. Aber diese scheinbare Ruhe ist erfüllt von geheimnisvoll drohender Ahnung. — Schwarze Schatten gleiten über Den Boden, dumpfer Donner grollt, auf ihn folgt entsetzliche« Schweigen, das doch von zitterndem Schal! erfüllt scheint, jetzt — diese sausenden, wütenden Windstöße der Eroica. der ^-Moll- Symphonie. Aber noch ist die Klarheit de« Tage« nicht vollständig getrübt, noch lebt Die Freude, noch steigt aus allem Leid Die Hoffnung wieder auf. Erst nach 1810 wird Da« seelische Gleichgewicht zerstört. Run verändert sich seltsam Da« Licht. Aus Den klarsten GeDanken steigen Rebel auf. Die sich wieder zerstreuen, um sich von neuem zu ballen. Die Das Herz beklemmen mit bohrendem Schmerz. Manchmal will die musikalische Idee ganz verschwinden im Rebel, ein-, zweimal taucht sie empor. Dann versinkt sie im Dunkeln. Wenn sie am EnDe wieder erscheint, trägt sie Der Sturm. Wild und rauh ist Der Frohsinn geworden, Fieber, Gift mischt sich jedem Gefühl. Die Wolken ballen sich, daS Gewitter drängt zum AuSbruch, je näher Der AbcnD kommt. Sieh da. Die nächtlich schwarzen Wollen, Die Sturm Gebärenden, Blitz Schleudernden, — Der Anfang Der Tleunten! — Da plötzlich, mitten im Wüten De« Sturm«, zerr eist Die Finsternis ein mächtiger Dille; er heiß: bie Dacht entfliehen, unD auf« neue schenkt er dem Tag Heiterkeit. Was für ein Sieg kommt Diesem gleich? Reicht eine Schlacht Rapoleons. reicht Die Sonne von Austerlitz an diesen herrlichsten aller Siege, Der je vom Geist erkämpft worden ist, an ben Ruhm. Den übermenschliche Kraft sich errungen hat? Ein Armer, noch mehr: ein Einsamer, ein Kranker, noch mehr — Der ganz Schmerz Gewordene. dem die Welt ihre Freude vertagt, wtrd selbst zum Schöpfer der Freude und fdjenft sie der Well! Aus feinem Elend IdjmieDet er He, stolz bekennt er e« in dem Wort, das jeder heroischen Seele zum Ziele leuchtet: .Durch Leiden zur Freude." der ballt damit auf gewesen fein Wird. Zum Auch r mit den e rrt * Verkauf von Speifeei an Jugendliche. wigshasen), Dr.-Ing. e. 'n. Karl K l i na s p o i (Dffenbad)), Kommerzienrat Bernhardt Maye« (Mainz), Dr. Karl Merck (Darmstadt) und Kam merzienrat Albert Zimmermann (Mainz) wie dergewählt und an Stelle des Dir. Prechtel geworden, denn er liebt noch immer dieses Leben, um der Kämpfe und Leiden willen, die eS ihn gekostet: denn auS dem Schmerz gebiert sich ihm die Freude." Bekker macht uns den Deelhoven zu eigen, den die kommenden Jahrhunderte sehen werden: den Künstler Beethoven, tief im geheimnisreichen Mutterboden des Transzendentalen wurzelnd unb hoch im Transzendentalen sich verlierend — mit dem Scheitel die Sterne berührend —, ein riesenhaftes Monument der kün'tleriichen Persönlichkeit in ihrer letzten und höchsten Potenz. — d.e vollendetste Offenbarung des ewig Göttlichen im Menschen! Mittelrheinischer zabrikanten- verein Ahl ist hören. Er promovierte bestand im 42 Jahre alt und in Mainz ge- studiertc in Gießen und Jena, 1911 in Gießen zum Dr. jur. und Frühjahr 1912 die Staatsprüfung. Bach längerer Tätigkeit im Dienste der Land- wirtfchastskammcr für Hessen und als Siegle- rungsafsesfor in Darmstadt erfolgte 1919 feine Ernennung zum Kreisamtmann und im Januar 1921 seine Versetzung i' das Polizeiamt Darmstadt. Dom Mai 1921 ab bis jetzt war er als Hilfsarbeiter im Hessischen Innenministerium tätig. aus zu. Ein Frühlingsgewitter tobt über Wien, als er im Todeskampf ringt; ein heftiger Donner- schlag cr'chüftert das Haus bis in d.e Grundfesten I Da richtet Beethoven sich auf, ballt drohend die Faust. - und sinkt dann sterbend zurückI „So fuhr Beethoven wie im feurigen Wagen gen HimmelI" schreibt Bekker. Mit mancher landläufigen und idealisierten Vorstellung von Beethoven wird man nach Belker brechen müsfen, z. B. mit der Vorstellung von einem lebens- und weltunklugen, unerfahrenen Mann. Vekler beweist, daß Beethoven, ehe in Gießen find die ambulanten Speis everkäufer mit ihren leicht transportablen Wagen bekannte Straßenerscheinungen. Weniger bekännt dürste aber sein, daß deren Gewerbebetrieb, soweit Der Verlauf an Jugend- Düraermeisterwahl in Bad-Nau'e m. Rcg.-Rat Dr. Ahl (Darmstadt) gewählt. Z. Dad - Nauycim, 25. März. In öffentlicher Sitzung sand heute die Bürger mei- t erwähl statt. Sämtliche S.adtverordnete mit Ausnahme von Dr. U r b a h n waren anwesend. Der Zulchauerraum war überfüllt. 'Bürgermeister Dr. Kayser eröffnet nach kurzen Mitteilungen den Wahlalt, dabei der Hoffnung Ausdruck gebend, daß fein Nachfolger möglichst alle Stimmen aus sich vereinige. Stadtverordneter Rößler schlug daraus im Auftrage der sozial- dcmolratischen Stadtverordne''nsraltion den Beigeordneten Kling für die Wahl vor, der bisher dem Bürgermeister eine sehr wertvolle Hilfe gewesen sei und reiche lokalkommunale Erfahrungen gesammelt habe. Im Auftrage der Rechten, der Arbeitsgemeinschaft der Mitte und der übrigen bürgerlichen Fraktionen empfahl der demokratische Stadtverordnete Heß ohne nähere Begründung Regieru^gsrat Dr. Ahl (Sarm- tadt) als ' m geeigneten Kandidaten, während der kommunistisch Stadtverordnete I. Schäfer in langen Ausführungen, in denen er an dem angeblich arbeiterf-'i-idlichen Verhalten des Beigeordneten Äi.tii übte, den Landtagsabgeordneten Galm (Offenbach) in Vorschlag brachte. Die hierauf folgende geheime Wahl hatte olgendcs Ergebnis: Dr. Ahl 14, Beigeordneter Kling 8, Galm 1, neutral 1 Stimme. Bürgermeister Dr. Kayser gab sodann bekannt, daß Rcgierungsrat Dr. Ahl mit absoluter Mehrheit als ’en Nachfolger gewählt worden fei. Der neue Bürgermeister unserer Stadt, der seither im Ministerium des Innern tätig war, wird fein Amt Anfang Juni antreten, zu welchem Zeitpunkt Bürgermeister Dr. Kayser genau 24 Jahre (2 Wahlperioden) hier tätig hciwrücklage 265 000 Mi. zufließcn, welche ‘ 600 000 Mk. anwächst. stücke, auf denen sich Jugendliche in großer Anzahl aufzuhalten pflegten, verbiete, um ihnen sede Gelegenheit zum Slafchen zu nehmen, das oft in einem Maße und zu einer Zeit (Erhitzung) erfolge. daß es gesundheitsschädlich wirken müsse. Der Angeklagte lieh auch durch feinen Verteidiger die Gültigkeit der ganzen Verordnung in Zweifel ziehen. Aber es war ihm auch in dieser Richtung der Erfolg versagt, da nach Ansicht des Oberlandesgerichts der Inhalt der Verordnung sich durchaus im Rahmen des Ausgabenkreifes der Polizei bewegt, und in diesem Rahmen »die Vorbeugung. Abwehr und Beseitigung gefahrbringender, rechts- ober ordnungswidriger und zugleich dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen- ber Zustande" gehört. Am 21 d. M. hielt der Herein unter Dem Vor- von Geh. Regierungsrat Dr. b. c. H a e u f c r in ainz seine diesjährige Hauptoersamm- g ab. Nach der Begrüßungsansprache des Vor. Gründung der Basallunion. WTD. Einer Meldung aus Linz zufolge ist nach langen Verhandlungen in der westdeutschen Basalt-Schotter-Jndustrie unter Beteiligung von mindestens 90 Prozent dieser Industrie ein Verband zustande gekommen. der ausgesprochenerweise die Regelung der Produktion und' engste Zusammenarbeit mit den in Frage kommenden Ab- nehmerkreisen zum Gegenstand hat. Zu diesem Zweck ist es gelungen, den Mitgliedern der Vereinigung Produkrionsquoten zuzuweisen, irgendwelche Bestimmungen über die Preisbildung find in dem abgeschlossenen Jndustrievertrag nickt enthalten. Der Inhalt des Vertrages ist in enger Fühlungnahme mit den maßgebenden Vertretern der Abnehmer und der Abnehrnerorgani- fationen zustande gekommen. Dre mit den Abnehmerkreisen geführten Verhandlungen haben dazu geführt, daß die an den Verhandlungen beteiligten Abnehmervertreter ihren Verwaltungen und Organisationen empfohlen haben, in enger Fühlung und in enger Arbeitsgemeinschaft mit der Bafaltunion zu arbeiten. Gegenstand dieser Gemeinschaftsarbeit wird auch die nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten wichtige Preisbildung für die in Frage kommenden Jndustrieprodukte fein. Den Vorsitz in der Basalt- Union hat Dr. Barth auser, stellvertretender Vorsitzender ist Dir. Klein. sein Gehör ihn ifoLerte, durchaus praktisch war, daß wenige Musiker eine so klare und sachliche Vorstellung von der Außenwelt hatten wie er, Beethoven ist in feinen Mannesjahren durchaus kein idealistischer Träumer. Er ist scharfblickend und nüchtern ur e lend; seine Lebenssüh- rung beweist es. Seine Korrespondenz zeigt ihn als fingen Rechner, er ist alfo nicht von allen Seiten übervorteilt, wie ihn äl ere Biographen, bezugnehmend auf feine häuftgen Klagen, hin- stellen wollen. — Sein Freund zu sein, war nicht leicht. Rur die Familie des Hofrats von Brcuning. und Wegeier - Bekanntschaften, die noch aus seiner Vaterstadt Bonn sich Ijerlei’eten — sind ihm durch sein ganzes Leben — und er ihnen, treu geblieben. Aus die Wiener Freunde sah er, ohne Ausnahme, herab. Und das ist kein Wunder; das Niveau um Beethoven ist erschreckend niedrig! Die Interessen sind seichtester Art! Aber, - je kleiner seine Umgebung, desto mehr wächst er! Mit wem hätte er sich auch restlos verbrüdern sollen? Gr sand keinen Ebenbürtigen, und hätte er ihn gesunden, zu einem Gedankenaustausch, wie er z. B. zwischen Schiller und Goethe durch ein Jahrzehnt in einziger Weise bestand, war er zu eigenwillig. Er war zum Alleinherrscher geboren. Seine Korrespondenz, seine Tagebücher nennt Bekker „Nach- richtendienst"; sie bedeuten keine Aussprache über inneres Erleben. Der ältere Beethoven hängt in der Tat mit dem äußeren Geben nur noch lose zusammen, seine schweren Seelenstürme ficht er, einzig auf seinen Mannestroh gestellt, ganz allein auS; was um ihn her vorgeht, berührt kaum die Peripherie seines Wesens! Bettina v. Arnim, dies Genie der Anpassung, ? ist wohl die Einzige gewesen, der er fein Inneres erschloß, weil sie es verstand, sich restlos in seinen Gemütszustand, seine Seelenstimmung hineinzu- sühlen. — Sonst haben die Frauen in seinem Leben wohl eine Rolle, aber keine durchgreifende, gespielt; das Verhältnis zu ihnen erwuchs in erster Linie auf dem Boden der Freundschaft. Zwar meint fein Freund Amenda: „Beethoven war nie ohne eine Liebe, und meist von ihr in hohem Grade ergriffen!" Aber die Erlebnisse dieser Art. die meist mit Entsagung endeten, trugen doch mehr den Charakter der Episode, und konnten nur Resignation in ihm auslösen. Sie waren ihm kein tiefer Lebensschmerz! Ein Beethoven konnte an Frauen nicht zugrunde gehen, „denn die Deethovensche Erotik spannt sich — weit über das persönliche Verhältnis hinaus — nach den höchsten Zielen: es ist die Sehnsucht nach der Liebe einer Welt, die ihn erfüllt". Für andere Interessen war nicht viel Raum mehr: einzig das. was ..das Höhere, Bessere" nannte. — feine Mission als schaffender Künstler, konnte ihn erfüllen. Sucht man den inneren Rhythmus, den Pulsschlag in Beethovens Leben und Schaffen auf, so ergeben sich drei Strömungen, die nebeneinander herlaufen und die führende poetische Idee in drei Stilarten aufweisen: im improvisierenden Sonatenstil, im abstrahierenden Kammermusikstil, und im monumentalifierenhen Symphoniestil. Hinter diesem allen steht das dichterische Problem; so konnte Beethoven mit Recht über seine Arbeiten schreiben: „Gedichtet, nicht komponiert, von Ludwig van Beethoven." Mit Problemen ringt er durch sein ganzes Leben hindurch, und über kein anderes Geben eines Schassenden möchte man so eindringlich das Goethewort schreiben: „Denn ich bin ein Mensch gewesen, und das heißt ein Kämpfer fein." Die starken Wurzeln Beethovenfchen Schaffens ruhen ursprünglich in der Klaviermusik. Hier ist keine Anpassung an das Instrument, wie z. B. später bei Chopin; — im Gegenteil: die Persönlichkeit macht sich das Instrument dienstbar. Das dichterische Element ist die Seele seiner Kunst auch als Ausübender. Sein Geben hat Beethoven in den Sonaten niedergelegt. Mit zunehmender Schwerhörigkeit und dem damit verbundenen Aushören seiner Tätigkeit als Pianist mag auch da« Interesse am Klavier erloschen sein. Unwillig schlägt Beethoven den Flügel zu: ,.Es ist und bleibt ein ungenügendes Instrument". Ganz in die Welt des Inneren versunken, irrt er in Feld und Wald umher — hellhörig geworden — empfängt er Im Verkehr mit der Natur die unerhörtesten Eingebungen, tief in Mystik versinkend. letzten Geheimnissen nachspürend. Der Klang ist „übersinnlich" geworden — Formen dämmernder Traum. So in seinen letzten Sonaten. die Heine ..die tönende Agonie der Er- scheinungswelt" nennt, — so in seiner neunten Symphonie, die nur noch eine verklärte Spiegelung aller Ereignisse bedeutet. „Er hat den Schleier des Lebens gelüstet", sagt Bekker. „und furchtlos das wahre Bild des Daseins dahinter erschaut. er ist nicht zum Büßer, zum Propheten darüber s u n ß .... . ...... . „ „ sitzenden behandelte Professor (Eberle von Technischen Hochschule Darmstadt in einem großem Beifall aufgenommenen Dortrag gegenwärtigen Stand der Gass Versorgung. Der Vortragende führte zunächst aus, daß in der Zukunft das Bestreben daraus gerichtet sein müsse, die Kohle nicht unmittelbar zu verbrennen, sondern ihr zunächst In einem |og. Sohlen« oeredelunasversahren ihre Wertstoffe, wie flüssige Brennstoffe, Schmieröle, Fette usw., zu entziehen und die zurückbleibenden Produkte, insbesondere Gas und Koks, zu Heizzwecken zu benützen. Die Durchführung dieses Gedankens führe dazu, daß in Zukunft in wesentlich größerem Umfange Gas als Heizmittel dienen müsse, als dies bisher der Fall ist. Die Gasversorgung wird sonach nicht auf die Städte beschränkt bleiben können, sondern sich über das ganze Land ausdehnen mühen; außerdem werden neben dem Haushalt auch Gewerbe und Industrie in viel größerem Umfange als bisher von der Gasheizung Gebrauch machen. Diese weitgehende Verbreitung des Gases und die Tatsache, daß mit Rück- icht auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes große Erzeugeranlagen geschaffen werden müssen, die an dem Kohlengewinnungsort, an größeren schiffbaren Flüssen und in Großstädten liegen, führt zur Schaf- (Mannheim), der aus der Industrie ausgeschieden ist, Kommerzienrat Schröder (Niederlahnstein) neugewählt. Dom Hess. Sparkassen- und Giroverband. Der Hessische Sparkassen- und Giro, verband und seine Bankanstalt, die Hessische Girozentrale, haben für das verslossene Kalenderjahr einen ausführlichen Bericht erstattet. SDlit» glieber des Verbandes sind bekanntlich in erster Linie die hessischen öffentlichen Sparkassen. Daneben gehören dem Verband aber auch hessische Gemeinden und Gemeindeverbände an. Die Derbandsmitglieder umfassen etwa 95 Prozent der hessischen Gesamtbevölkerung. Der Derbandsoor« sitzende und ein Derbandsreoisor, dem die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Sparkassen obliegt, sind im Hauptamt tätig. Die Giroverbände der einzelnen Landesteile sind in dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband zusammengeschlossen, dem auch der Hessische Sparkassen- und Giroverband als Mitglied angehört. Den hessischen Sparkassen hat das Jahr 19 2 6 einen recht ansehnlichen Zuwachs an Spa nlagen gebracht; sie stiegen von 39 auf 74 M. tonen Mark. Die Vermehrung um 35 Millionen Mark entspricht ungefähr dem Zuwachs in dem Jahrfünft 1890 95. Auch bei der H e s s i s ch e n Girozentrale war eine recht befriedigende Vorwärtsentwicklung festzustellen. Die Bilanzsumme stieg von 17 auf 51 Millionen Mark, der 11 in (a b von 560 auf 887 Millionen Mark. Don den der Bank neu zugeflossenen Mitteln wurde der größte Teil zur Befriedigung des öffentlichen Kredits verwendet. Ende 1926 waren 13 Millionen Mark in kurzfristigen und 12 Millionen Mark in langfristigen Darlehen an öffentliche Verbände ausgezahlt. Auf das Prioatkreditgeschäft entfielen dagegen nur 982 000 Mk. Der Bericht bemerkt, daß Verluste an Prioatkredlten bis jetzt nicht entstanden eien. Aus dem Gewinn der Bank sollen der Sicher- liche. insbesondere an Kinder unter 14 Jahren, in Betracht kommt, aus naheliegenden Gründen wesentlichen Einschränkungen unterworfen ist. In 8 1 der Verordnung vom 7. Mai 1923 über den Verkauf von Speiseeis in der Stadt Gießen heißt es, daß solches an Kinder unter 14 Jahren auf öffentlichen Straßen nicht verkauft werden darf und in § 2 daß die Speiseeis- Verkäufer sich Schulgebäuden und Spielplätzen in einem Umkreis von 200 Meter während der Dauer der Spiele und während des Ganges der Schulpflichtigen zu und aus den Schulen nicht nähern dürfen. Auf Grund deS § 2 erging gegen einen Speiseeisvertäufer Strafbefehl, well er eines Tags vormittags von 11 Uhr ab feinen Wagen in der Reustadt aufgestellt hatte und die Stelle, wo der Wagen hielt, weniger als 200 Meter von einem Schulgebäude entfernt war, in dem bis 12.25 Uhr nachmittags Forlbildungs- schulunterricht abgehalten wurde. Auf erhobenen Einspruch sprach das Amtsgericht den Angeklagten f r e i, da 8 1 und 2 im engen Zusammenhang miteinander ständen und die Verordnung nach § 1 nur den Schutz von Kindern unter 14 Jahren bezwecke, so daß Fortbildungsschulen und ähnliche Schulen nicht in Betracht kämen. Das hessische Obcrlandesgericht hob als Revi- sionsinstanz daS Urteil auf und verurteilte den Angeklagten — es handelte sich lediglich um die Austragung einer Prinzipienfrage — zu der geringsten Geldstrafe. In dem Urteil heißt eS. daß § 2 keinerlei Bezugnahme auf die Vorschrift des § 1 und keine Beschränkung auf Jugendliche unter 14 Jahren enthalte, vielmehr unter den erwähnten Voraussetzungen den Speise- eisverkäufern jede Annäherung an Schulgrund- fung von Gasfern Versorgungsnetzen. In Deutschland besteht im Ruhrbezirk zur Versorgung einer Anzahl von Städten und Gemeinden mit Koksofengas ein ausgedehntes Gasfernleitungsnetz. Die Stadt Barmen wird feit 1910 lediglich von dem Werke der Zeche Deutscher Kaiser bei Hamborn mit Gas versorgt und hat nie eine wesentliche Störung in ihrer Versorgung erlitten. Bei dieser Sachlage hält der Vortragende die Frage der Gasfern- lcitung vom technischen Standpunkt aus für vollkommen geklärt. Da das Gas gegenüber den festen Brennstoffen für die Verwendung große feuerungs- technische und sehr häufig auch betriebstechnische Vorteile besitzt, die der Vortragende an einer Anzahl von Beisoielen erläuterte, so liegt die ausgedehnte Gasbelieferung auch im Interesse der Der- braucher und der Gasverbrauch kann leicht aus ein vielfaches des heutigen gesteigert werden, wenn Preise zugestanden werden können, die einen roirt- chaftlichen Wettbewerb mit der Kohle ermöglichen. Dies hält der Vortragende für unbedingt möglich, wenn Gaserzeugungs- und Derteilungsanlage In eder Hinsicht zeitgemäß und wirtschaftlich durchge- uhrt und betrieben werden. Ein solches Unternehmen wird sich um so besser entwickeln, je mehr es die berechtigten wirtschaftlichen Forderungen der Verbraucher erfüllt. — Im Anschluß daran teilte Oberbürgermeister Dr. K ü l b die Stellungnahme des Städtetags mit, die sich mit den Schlußfolgerungen des Vortragenden decke; die Lösung der Frage liege für die Städte wesentlich auf finanziellem Gebiete. — Hierauf erstattete der Geschäftsführer, Dr. Meesmann, den Jahresbericht, in welchem er naher auf die Fragen des besetzten Gebietes einging, die leider im Brichtsjahre noch keine wesentliche Förderung erfahren hätten, ferner auf die Handespolitik, deren Stand deshalb ein unbefriedigender sei, weil der wirtschaftliche Nationalismus, wie es Staatssekretär Trendelenburg genannt habe, eine wirtschaftliche Verständigung nicht aufkommen lasse. Er ging dann auf die Handelsbilanz, die trotzdem etwas günstiger geworden fei, aber mehr die Folge einer Drosselung der Einfuhr von Rohstoffen, als einer Steigerung der Ausfuhr von Fertigsabrikaten sei. In bezug auf die sozialen Abgaben sei auch kein Abbau, sondern im Gegenteil ein starkes Anwachsen festzustellen; von 1,4 Milliarden Mark im Jahre 1913 fei diese Belastung auf annähernd 4 Milliarden gestiegen. Endlich berührte der Geschäftsführer das Verhältnis der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das unbedingt einer Klärung bedürfe durch Erörterung der grundsätzlichen Fragen der Wirtschaftsverfassung und Wirtschaftsführung. Als dritter Referent sprach Assessor Dr. Meier von der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs- A.G. über die Exportkreditversicherung, die die Steigerung der Ausfuhr auf die Friedens- Höhe bezweckt. Außer der Hochschutzzollvolitik der Abnehmerstaaten und der Jndustriealisierung der Rohstoffländer hat vor allem die finanzielle lieber« legenheit Nordamerikas die europäischen Industriestaaten vom Weltmarkt verdrängt. Die deutsche Kapitalkraft ist durch die Inflation geschwächt, die hohen Steuerlasten verhindern die Bildung genügender Reserven für ein hohes Ausfuhrristko. Diese Umstände führten zu dem Verlangen der Wirt« fdiaftsoerbänbe an die deutsche Regierung auf Uebernahme des Kreditrisikos und zur Schaffung der Exportkreditoersicherung. Die Entscheidung über die Anträge liegt bei einem Ausschuß in Berlin, in dem die Vertreter der Wirtschaft und des Reichs überwiegen. Die Versicherung gibt den Firmen Entlastung ihres Gesamtengagements bei lieber« nähme ebenso langer Kreditziele wie sie die ausländische Konkurrenz gewährt. Dagegen ist es nicht Zweck der Versicherung, einen Anreiz zu leichtfertigem Export zu geben. In der Aussprache schloß sich Dr. Iutzi im allgemeinen den Ausführungen des Referenten an, gab aber der Ansicht Ausdruck, daß es jedenfalls gesünder für die Wirtschaft sei, wenn die Betriebe wie» Der in Die Lage versetzt würden. Reserven anzusam« mein und aus ihnen selbst die Mittel zur lieber« »ahme des Risikos für ausländische Geschäfte zu tragen. In seinem Schlußworte gab Dr. Meier noch Aufschluß über die für die Ausfuhrkredite zur Verfügung gestellten Beträge und ihre bisheige In- anspruchnahme. Bei der Ersatzwahl zum Dor st and wurden die Herren: Direktor Dr. Hans Keller (Lud« Turnen, Sport und Spiel. Frühjahrswaldlauf 1927. Am morgigen Sonntag wird die diesjährige Leichtathletik-Saison mit den Zrrühjahrswaw- laufen eröffnet. Für den Bezirk Gießen-Wetzlar sind diesmal drei Gruppen vorgesehen: davon halt die Gruppe Gießen-Buhbach ihren Laus hier in Gießen ab. In entgegenkommender Weise hat die 1900er Leichtathletik-Abteilung die Durchführung des Laufes übernommen. Das Meldeergebnis ist recht günstig, und Der Lauf verspricht daher sehr interessant zu werden. Besonders die Seniorenklasse ist mit acht Mannschaften (ca. 35 Lauser) sehr stark besetzt. Als Favoriten gelten hier die starken Läufer der Sp.-Vgg. 1900 Die Jugendklassen haben nicht die starken Felder gesunden wie in den früheren Jahren. Auch hier wird es spannende Kämpfe geben, die durchaus offen find. Die Strecken führen In der Hauptfache durch den Philosophenwald und stellen keine allzu großen Anforderungen an die Läufer, dagegen sind die schönen Waldstrecken recht reizvoll und dürften dem gefunden Wald- lauffport wieder manchen Freund zuführen. Für Zuschauer ist Gelegenheit geboten, die Läufer auf dem Trieb zu beobachten. Start und Ziel liegen auf dem Platz der Spielvereinigung 1900. (Siehe heutige Anzeige.) Kirche und Schule. tog. Schotten, 25. März. Unter dem Vorsitz von Dekan A o l p - Gaubach sand hier die zweite diesjährige Konferenz der Geistlichen des Evangelischen Dekanats Schotten statt. Sie wurde durch Pfarrer Crull- Ulfa mit Schriftlesung und Gebet eröffnet. Der Konvertit Schultes aus Unterfranken hielt daraus einen sehr lehrreichen Vortrag über daS Thema „Der moderne Katholizismus , der eine lebhafte Aussprache auSlöste. In den weiteren Verhandlungen wurde eingehend die Frage der Sonntagsheiligung behandelt. Ferner beschloß man, anläßlich der am 10. Juli in der Dekanatsgemeinde Gedern stattfindenden 84. Jahresversammlung des Hessischen Haupt- vereins der Gustav-Abolf-Stiftung eine Festgabe in den Gemeinden des Dekanats zu sammeln. Der Antrag des Deka- nats Nidda, bei der obersten Kirchenbehörde ein Verbot der Osterkonsirmation zu erwirken und Die Konfirmation erst nach Ostern zu gestatten, wurde mit überwiegender Mehrheit abgelehnt. Am Nachmittag deS Konferenztages fand noch eine Sitzung der Dekanatskrankenpflege unter dem Vorsitz von Pfarrer Römer- Schotten statt. Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 27. Marz, 10 norm. Deethovenfeier. Abends 7*/t bis gegen 10'/« Der Troubadour. Montag, 28., 7 bis 9% Fidelio. Dienstag, 29., 7 bis gegen 10'/,: Carmen. Mittwoch, 30., 7 bis gegen 101/,: Die ZauberslötL Donnerstag, 31.. 7 bis nach 10: Die Jüdin. Freitag, 1. April. 7'/, bis 10'/.: Der fliegende Holländer. Samstag, 2., 7 bis 10: Don Juan. Sonntag, 3., 6 bis nach 10Vr Parsifal. Schauspielhaus. Sonntag, 27. März, 3 bis 6: Kabale *mb Liebe. Z*/i bis nach 10V,: Florian Geyer. Montag, 28., 7 bis 10: Florian Geher. Dienstag. 29.. 7 bis 10'/,: Bonaparte. Mittwoch. 30. 6 bis 91/,: Bonaparte. 10 bis 11'/.: Tanzabend Kreuhberg. Donnerstag. 31., 8 bis 10'/,: Kilian oder die gelbe Rose. Freitag, 1. April. 7 bis 10: Florian Geyer. Samstag. 2., 7 bis 10: Florian Geyer Sonntag. 3., 3 bis 6: Kätchen von Heilbronn. 8 bis 10: Sin besserer Herr. auf; aber waS fast schlimmer ist, der Knabe mißrät, und für seine tiefe, leidenschaftliche Liebe erntet Beethoven nur die Verachtung des Neffen, der in dem ewig ermahnenden Oheim einen langweiligen alten Narren sieht. Der strenge, leidenschaftliche Befthoven. der einst das stolze Wort gesprochen: „Künstler sind feurig; — die meinen nicht!" — hier ist er schwächer und hilfloser, als je eine schwache Mutter gewesen, und die Sorgen um den Neffen find wohl das einzige, was er dem Tempel feiner Kunst nicht fernzuhalten verstand. — Seine Tage find dennoch durch große Arbeiten ausgefüllt. - sein Gehörle'.den nimmt stetig zu und isoliert rhn mehr und mehr. Bei der Leitung einer Fidelio-Probe im Jahre 1822 muß man ihn bereits bitten, den Taklstock niederzulegen, damit keine Verwirrung angerichtet wird, und als im Jahre 1824 gele^ent ich der Aufführung der „Neunten" der künstlerische Erfolg al.es bisher Dagewesene übersteigt, muß ihn die Sängerin Karoline Unger erst dem Publikum zudrehen, damit er den Jubel, den er nicht mehr hören kann, doch wenigstens sieht. — Fast al jährlich hat er nun einen schweren Angriff auf feine Gesundheit zu überstehen, und Im Frühjahr 1827 führt ein Geberleiden, das sich feit Jahren vorbereitet hafte, mit schnei en Schritten zum Tode. „Komme, wenn du willst — ich gehe dir mutig entgegen!“ ruft Beethoven ihm vom letzten Gager 46'/r et Sp.-Agg. 1900 die starken Felder n Jahren. Auch geben, btt durch- führen In der ’ovfcntoolb und bcrungen an hk m DMrecken Kunden Wald- ,tü) führen. Für loten, die Läufer . Start und Ziel ^Vereinigung M ‘"Won. i'J ist bien ,,b.i° ?,,,. 6 «rte j„. 73*wen D- 13« ‘wtn der An- ‘Mh!buno ftnb »«ertrag nicht S-s l» in WMbtn An. Mmerorgani. « ■» den W. 'Nunoen haben ^Handlungen J1 Arnoallun- Vien haben, w orit-Mkinichtztt ;m- Gegenstand auch die nach innen wichtige trage lvnunenden lihinderAalolt- stellvertretender Zchule. i Unter dm Aor- och sand hi» die bei Geistlich" kanatS Scho'- Pfarrer Siull* lebet eröffnet. ®et Unlersronken hiev Aortrag über dos izisinus', der ^nc In den weiteroi !»S gafft ’S'Äg statt. artet 2t.*« I»Ä> z m 9J ‘ anut- # » 3* 'SS! EM Vßff ParM ionnM- -Ä i 10'/»■ . jo b'S 2°«°P°L . 51" »tfST’ft gelbe * Seyek- 3 bis^ «in WH* bis 10- Glänzend bewährt Hal sich bet der Aufzucht und Kräftigung aller Tiere 1 DrockmannS Bieh-Lebertran-Emulfion „Osteosan“. Schutz vor Krampt und Lähme! Keine 5ertel- und Kälber sterbe mehr! Sa bei billig. Pro'pette kostenfrei. Echt nur in 6**"«*« Original.Flaschen. Zu haben in Drog.. Apoth. und tonst, eintchl. 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Zeuge Klinke erklärt aus Befragen durch Rechtsanwalt Sch link, dah er selbst die Worte Heinz' nicht gehört habe, diese ihm vielmehr nur durch einen Dertrauensmann berichtet worden seien. Zeuge Kriminaliomm i ar Maslak - Berlin vermag nichts Hngünstiges über den Zeugen Schmidt anzugeben, jedoch ha» er die Glaubwürdigkeit des Schmidt -..Halosckuh" nicht leibet nachgeprüft Zeuge hat im Auf.rage des Berliner Polizeipräsidiums, das vom firan,futter Polizeipräsidium darum ersucht wurde. nach Wagner Rachforschungen angestellt und dabei auch Schwing im Buhbacher Hntersuchungs- gechngniS besucht, wöbe- er Schwing nahezu völ iq zusammengebrvchen vor'and. Zeuge Regierungsassessor Dr. Schmidt vom Polizeipräsidium Berlin Üuhert sich über S ch m i d t - .H a l b s ch u h" und sagt u. a.: Heber Schmidt haben wir sosort Erhebungen angestellt, da er mehrere Ramen sührtc. Es ergab sich dabei nichts Ungünstiges. Schmidt ist bann häufiger von uns vernommen worden und hat dort Angaben gemacht, die uns manchmal recht verworren klangen. Wesentliche Teile der Angaben Schmidt- Haben sich dann im Landsberger Prozeh al- richtig erwiesen. Es liegen bei uns mehrere Zeugnisse übet Schmidt vor. die günstig lauteten. Kokaingenuh in einem oder in zwei Fällen hat Schmidt zugegeben, jedoch bestritt er. Kokainist zu sein. Bei polizeilichen Rachforschunaen über das Leben Schmidts haben die Ermittelungen nichts Rachteiliges ergeben Heber das Motiv seines Handelns hat Schmidt etwaS verklausuliert gesagt, nach deni Pannicr-Prozeß sei er empört gewesen, dah Führer sreigesprochen und die au-führenden Mannschaften zum Tode verurteilt würden: durch seine Aufklärungen wolle er (Schmidt) bewirken, dah seine Kameraden nicht als gemeine Mörder vor der Oesfentlichkeit daständen und auch in den Genuß einer Amnestie kämen. Ich habe nicht den Eindruck gehabt, daß Schmidt daraus ausging. für seine Angaben Geld zu erlangen. Gr hat an uns in dieser Richtung auch keine Ansorde- rungen gestellt, wir haben ihm aus eigenem Ermessen Erfaß seiner Hnkosten gewährt. Bon einem Verkauf des Feme-Materials Schmidts an den Reichskommissar kann ich aus eigenen Wahrnehmungen nicht- sagen. Seinen LeoenS- unterhalt hat Schmidt u. W. im wesentlichen auschriststellerischer Arbeit bestritten, wir haben jedoch etwas ganz Bestimmtes nicht feststellen können. ES ist mir bekannt, daß Schmidt sich der Mithilfe bei der Flucht FahlbufchS usw. bezichtigt hat. Zeuge Iustizfetretär Ranft- Gießen bestätigt. dah die Protokoll-Riederschrift des Landgerichtsrats Keller so aut wie ganz den Angaben Schwing - entspricht, der das Protokoll selbst diktiert habe, Was in dem Protokoll auf Grund der Aussage Schwings enthalten lei. entspreche der Wahrheit. Auch das Protokoll über die Vernehmung deS Dr Klotz entspreche der Wahrheit da Dr. Kl oh nach seiner Erinnerung seine Angaben selbst diktiert habe. Bei der Feststellung der Protokolle sei korrekt ver- fobren worden. Zeuge Weiher- Gießen deznchnel Schmidt als Phantasten. Don feinen Erzählungen müsse man 90 Prozent abziehen, und den restlichen 10 Prozent müsse man mit Mißt rauen geacn- überfteben Die Erzählungen Schmidt- yabe et (Zeuge) nicht geglaubt Heber Salomon äußert sich der Zeuge günstig Zeuge Kapitünleutnant a. D Kauter, jetzt In Offenbach wohnhaft, lagt aus. unter .Feme" fei niemals mehr zu verstehen gewesen als eine Einschüchterung und Drohung. Mord fei nicht in Betracht gekommen .Unbedingter Gehorsam" sei nur für den Fall gefordert worden, daß bei inneren Unruhen und flfo.en den erwarteten vierte.: polnischen Aufstand das Regiment zur militärischen Abwehr aufgerufen werden mußte. Sic Entwürfe der Satzungen feien lediglich Entwürfe geblieben, aber nie in Kraft getreten Der Staats- yerichtshof zum Schutze der Republik hat da» bestätigt Zeuge Kaufmann Schröder - Aßlar stellt Salomon, mit dem er in Oberfchlefien zusammen war. daS beste Zeugnis auS. Angell Schwing läßt nun durch feinen Verteidiger erklären, er könne den Verhandlungen nicht mehr folgen. Es tritt eine Pause ein, in der der Angeklagte von dem Sachverständigen. Medizinalral Dr. 6 < r i b a . untersucht wird. Während dieser Pause berät der Gerichtshof über die vor! elenden Beweivanträge des Staatsanwalts und der Verteidigung Staatsanwalt Weidemann bemerkt, be- vor sich das Gericht zur Beratung zurückzieht, er feinerfeits lege kein Gewicht auf die Anhörung des von der Verteidigung benannten Zeugen für die oben wiedergegebene gestrige Aeuherung des Zeugen Schmidt-„Halbfchuh". Auf derartiges Geschwätz gebe er nichts, im Saale seien sicherlich eine ganze Anzahl Personen, die ihm (dem Staatsanwaft)'noch mehr wünschten. Rach Wiederaufnahme der Sitzung teilt der Vorsitzende mit, daß die Beweisan- träge abgelehnt sind. Der Sachverständige erklärt, Schwing sei in seinem Krästezustand so geschwächt, daß er den Verhandlungen wohl nicht mehr folgen könne. Gr sei aber noch in der Lage, der Vorlesung von Hrkunden beizuwohnen, jedoch müsse man davon absehen. die Sachverstgntig ngulachten jetzt vor- zutragen. Daraus werden Hrkunden aus dem Prozeß gegen die Rathenaumörder verlesen. Die Verlesung weiterer Beweisstücke wird gegen 2 Hhr auf Montag früh verschoben und hieraus die Sitzung für heute aufgebober. Weitervcrhand- lung am Montag Der Vorsitzende erklärt, ei wolle den Prozeß unter allen Hmftänben b i s Dienstagabend zu Ende bringen. Hiernach dürfte die H r- teilSverkündung am Dienstagabend zu erwarten sein. e Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht fei noch mitgeteilt, daß Staatsanwalt Weide- mann zu den Anträgen der Verteidigung über die Hntcrrebungen des Staatsanwalt- mit den Angeklagten und deren Angehörigen eine Erklärung dahin abgab. daß er dabei In loyaler Weise und im Rahmen seiner Befugnisse vorgegangen sei. Eine Deeinflussung habe ihm fern- gelegen und fei auch in keiner Weife geschehen. Die Verteidigung bemerfte hierauf, daß sie sich mit dieser Erklärung deS Staatsanwalt- befriedigt gebe. RA. ßütgebrune sagte namens des Angeklagten ».Salomon, daß dieser an der Tatsache oer Huterrebung des Staatsanwalts mit Frau v. Salomon, der Mutter des Angeklagten, nichts auszusetzen habe. Die Verteidigung zog dann die gegen die Unterredungen des Staat-anwalks gerichteten Bewei-anträge zurück. vierter lag. ®ieben, 25. März 1927. Die Nachmittayssihung. Kurz nach 31/, Hhr wird die Rachmittags- fitzung eröffnet und die Zeugenvernehmung sor.gcführt. Zeuge Kapitänleutnant a. D Dietrich spricht sich lobend über Kem und Salomon auS. die er beide im Marinedienst fennengelernt hat. Zeuge Student Brandt- Kiel teilt mit, Kern habe ihm von der Rau- tzeirner Sache erzählt und habet gesagt. eS sei einer von der Dittrnar-Defreiung. der den Mund nicht richtig gehalten habe, verhauen worden, unter der Einwirkung des Alkohol- sei die Sache nur etwas schlimmer geworden, als beabsichtigt war. Zum Glück sei von Salomon dabei gewesen und habe ihn (Kern) vom Schlimmsten abge- halten. Zeuge hatte den Eindruck, daß Kern die Sache bedauerte. Ausgeschlossen fei es. daß Kern sich von Hein» habe beeinflussen lassen. Zeuge Wende- Kiel kann über die Beziehungen twi- schen Kern und Salomon so gut wie nichts sagen. Hebet Kern äußert er sich in bester Weise. Zeuge Syndikus Kloy- Frankfurt erklärt — und legt das in Einzelheiten dar — er fei bei feiner Vernehmung von dem Hnterfuchungs- richtet. Landg.-richtsrat Keller« Gießen, unerhört beeinflußt worden. 3m weiteren Verkaufe feiner eingehenden Vernehmung nimmt der Zeuge feine Aeuherungen gegen den Unter» suchungsrichter bis auf einen Punkt jedoch wieder futüd. Der Vorsitzende stellt nach der gründ- ichen Prüfung der Dinge fest, dah das Protokoll von dem HnterfuchungSrichter in allen Teilen sorgfältig bearbeitet wurde. Zeuge Ohl- Rüdes- heim stellt v. Salomon ein gute- Zeugnis aus. Eine lange Reihe weiterer Zeugen bringt nichts Reue» zur Sache vor. Der Staatsanwalt verzichtet auf einige Zeugen, ebenso die Verteidigung. Degen 6 Hhr wird die Sitzung abgebrochen. Weiletverhandlung Samstagvormittag. Fünfter Tag Gießen, 26. März. Die Verhandlung wird um 8$/< Hhr fortgesetzt. RA. S ch 1 i n k stellt zunächst einen neuen BeweiSantrag zur Kennzeichnung des Verhalten- deS Zeugen S ch m i d 1 - ..H a l b s ch u h". Dieser habe gestern auf die Frage nach dem wahrscheinlichen AuSgang des Prozesse- zu einem vom Verteidiger genannten Herrn gesagt: .Wissen Sie. wer die meiste Strafe verdient, das ist der Staatsanwalt, der müßte auf 2 bis 3 Jahre ins Gefängnis." Das Gericht wird über tiefen Antrag beschließen. Hieraus gibt der Hntersuchungsrichter. Land- gerichtsrat Keller, eine örfläning gegenüber den gestrigen Bemerkungen des Zeugen Dr. Klotz ab. Der Untersuchungsrichter betont in seinen Ausführungen, daß bei dem Zustandekommen des Protokoll- in vollkommen einwandfreier Weise verfahren worden fei und daß in keinem Punkt Grund zu Beanstandungen bestehe UebriaenS habe ja der Zeuge Klotz den größten Teil seine- Protokoll- selber diktiert. Um Anschluß daran wird noch Über verschiedene Einzelheiten der Voruntersuchung gesprochen. Kriminalsekretär Sieber- Frankfurt gibt Auskunft über die Vernehmung der Angeklagten »>nd die Protokollierung der dabei gemachten Feststellungen. Weiler verbreitet sich der Zeuge über die politische Tätigkeit des Heinz. Betastende Schlußfolgerungen daraus für den Rauheimer Fall kann der Zeuge nicht ziehen. Zeuge Kriminalkommissar Klinke von der Landeskriminalpolizei Magdeburg sogt auS über die Verhaftung des Heinz. Von der Sache in Der Gießener Femeprozeß. Weitere Ieugenaussagen. - Eine unglaubliche Aeuherung Schmidt-,,Halbschuhs Eingesandt. t Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber (einerlei T«* . i'oirnng Jlodmat» die Bäumr am früheren Garnisonlazarett Dem Verfasser des .Eingesandt" in Rr. 70 deS .(Siebener Anzeigers" vom 24. März d IS mag es in seiner Besorgnis um die .Vaumriesen am früheren ®arni(onla*arctf zur Beruhigung dienen daß im wesentlichen nur Airei vor dem Haupteingang stehende Bäume beseitigt werden mußten, weil sie einen Teil der Institutsräume so stark beschatten daß die daselbst auszuführen- ben Arbeiten wie z B mikroskopische Untersuchungen. beeinträchtigt werden. Es bleibt somit immer noch schattenspendendes »Grün' in der Braugasse übrig, das ausreichend ist. da- schöne Straßenbild vor einer Verunzierung durch den .geschmacklosen Olcit- bau" zu schützen Vielleicht sieht sich der Einsender den Reubau. der übrigen- dte Braugatse gar nicht berührt, einmal von der Oft anluge an. Wenn er ihn dann auch noch für . geschmacklos" hält, bann wollen wir mit ihm über .Geschmack nicht weiter streiten unb ihm auch seinen Glauben an die .Baubureaukratie" nicht verkümmern. B Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 27. März Lätare Gießen. Stadtkirche. 9* Pfarrvikar Hertel 11: Kinderkirche f. d. MatthäuSgm. Pfarrvikar Hertel. 6: Pfr. Becker. Beichte und heilige- Abendmahl für Matthäus- u. Markusgemeinde. Mittwoch, den 30. März, abend- 6; 5. PassionSandacht. Pfr. Becker - IohanneSkirche. 9' Pfr BechtolSheimer. 11: Kinderkirche f. die Lukasgem. Pfr. BechtolSheimer. 2: Vorstellung und Prüfung der Konsirmanden (Knaben) d. LukaSgm Pfr. BechtolSheimer. 6: Pfr. Ausfeld. Sich. 7.10: StistSdechant Lenz. 7,1: Kindergottesdienst. 2: StiftSpfarrer Schorlemmer. Mittwoch 8: Passionsandacht. - Watzenborn- Garbenteich. Watzenborn-Steinberg ■ ,10 Konsir- mandenprüfung. 77, Passtonsgottesdienst. Garbenteich: 1 Konsirmandenprusung. - Kirchberg. 10. Saubringen: 17,. Mainzlar: 17,. Wir-ieck. Rur Abendgottesdienst 7'/,:Pfarrasi.Schultheis, Gießen. Katholisch« Gemeinden. Gießen. Samstag, den 26. März 47, u.7 Deichte Sonntag, den 27. März. Vierter Fasten-Sonntag. 6‘ , Beichte. 7 Messe, Rom. der Frauen, 8 Rom.. 9 Hochamt m. Pr»d., 11 Meße m. Pred., 57, Ehristen- lehre und Andacht. Dienstag und Freitag abends 67, ist Fastenandacht. Donnerstag 6 ist Beichtgele- genhelt. Freitag 67, ist Segensamt. - Grünberg. 9' Meße m. Predigt. — Hungen 97, Hochamt m. Predigt- - Sich. 7', Messe mit Predigt. SounlaaSvteuu v.ttierzten.Avotdeken am L7.3. . Prof. Dr Honigmann Dr. Schäffer, ikngeiapolheke Zahnarzt: Dr. (Benter. "D Mit dem neuen Ventzkl-Süddeutsch I. Prtuu ist ein Selbst- tliier-Pflujr von bislang unerreicht er Einfachheit in der Handhabung geschaffen,durch dessen Bauart die Schwachen der mit zwei Ketten versehenen Selbst- führerpflÜRe vermieden sind. Er wird in den verschiedensten Größen und Körperformen für die schwierigsten Bodenverhältnisse geliefert u. hat fo'jrende Haupt- vorzüsre aufr-uwetsen: L Eine leichte, auch während der PUegarbelt za betltlgeade Eil- stellen sif sei gewftasektea Tlefgug: L Besoiders etitacbe ElisleUaii der Fereheibrette; 3. 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Dar jm«, wi< lem Kopf, Mannt ^be, bis, °ir in de S wie 'M Njchf «j-bX1 !°M als e,PPen ci b-'hfom L'lschie, r,e^( Nr. 72 Drittes Blatt Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Samstag, 26. März 1922 Individualpiychologie und Erziehung. Don Oberschulrat Dr. August Messer, o. Professor der Philosophie und Pädagogik an der Universität Gießen. Mehr Rücksicht aus die Individualität — daL ist fürwahr keine neue Forderung. Um von olleren Pädagogen zu schweigen: schon Pestalozzi hat mit allem Aachdruck gefordert, daß der Erzieher sich in die Seele des Zöglings einfühle und seiner persönlichen Sigenatt wie seiner .Individualloge" Rechnung trage. Aber so alt diese Forderung ist, so unbeachtet verhallt sie vielfach in der Praxis der HauS- und Schulerziehung. Aber daS darf den, der die grundlegende Bedeutung jener Forderung erkannt hat, nicht müde machen, sie immer wieder auf6 neue zu erheben und zu begründen. Anlah Dazu bietet gerade jetzt die Tatsache, dah die Presse in den letzten Wochen eine gröbere Zahl von Schülerselbstmorden zu melden hatte. Der bekannte Resormpädagog« Prvsefsor Ludwig ®utlitt hat jüngst im „Berliner Tageblatt" (QZr. 34 vom 23. Mürz 1927) zu der Frage sich in bemerkenswerter Weise geäuhert. Er erzählt dabei, er habe schon zu Beginn des Jahrhunderts. als einmal eine wahre Lchülerselbst- mordepideinie in Deutschland grassiert habe, nach England sich gewandt, um zu erfahren, wie es dort damit stehe. Da habe er die Antwort erhalten, dah man in England von Schülerselbft- morden nie etwas höre. Weshalb solle sich auch ein englischer Schüler daS Leben nehmen? Er lebe in der Schule so freudig und gern, dah er daS Ende der Ferien nicht erwarten könne. Durlitt fügt hinzu „Ich konnte mich selbst bei wiederholten Besuchen Englands davon überzeugen. dah den Eltern die Erfolge ihrer Söhne auf dem Platzground (Spielplatz) wichtiger waren als die in den Schulwissenschaften. Da es keine Einjährigenzeugnisse gab und gibt, war eS den Eltern auch ziemlich gleichgültig, ob ihr Sohn auf rückte oder nicht. Jedenfalls gab es deshalb keine Famillens^enen. Da auch dem Dtelwesen dort keine Opfer gebracht werden und jeder Mister" heißt, einerlei, ob er nur eine Volks- schule oder ein vornehmes College besucht hat, so kennt man dort all daS Hetzende nicht, das auS den deutschen Schulen scheinbar nicht auS- zurotten ist." Gewiß können wir auS diesen englischen Zuständen manches zum Besten unserer Jugend Urnen. So wird man z. B. immer wieder fragen dürfen: wo bleibt die tägliche Turn- oder Spielstunde?! Aber daß wir die englischen Gr- ziehungs- und Schulzustände einfach unS zum Muster nehmen sollten, davon kann wohl nicht 66c Rede sein. Die ganze geschichtliche Entwicklung deS Dildunaswesens in den beiden Ländern zeigt außerordentlich starke Verschieden- Hellen. Diese aber wurzeln ihrerseits in tiefliegenden Unterschieden deS Rationalcharakters. Diese Unterschiede abschwächen ober gar beseitigen zu wollen, wäre ein bedenklicher pädagogischer Mibgrisf. der zu einer Verarmung menschlichen Geisteslebens, zu einer Verkümmerung seiner Fülle und Mannigfaltigkeit führen würde. Kein denkender Pädagoge wird Derartiges onftreben; auch nicht unter Hinweis auf die bekannte VersassungSforderung. dah die Erziehung .im Geiste der Völkervcrsöbnung" erfolgen solle. . Dölkerversöhnuna" bedeutet nicht Völkermischmasch und Gleichmacherei. Auch stellt die Verfassung selbst I Dor diese Forderung voraus die andere: .im Geiste des deutschen DolkstumS". Diesem Geiste aber würde es entschieden nicht entsprechen, wenn man die Erfolge der Jugend auf dem Turn- und Spielplatz höher werten wollte alS die in den Schul- Wissenschaften. Es liegt uns darum auch fern, die Schuld für die Selbstmorde von Schülern einseitig auf die hohen Anforderungen der Schule zu schieben, die manche Schüler zur Verzweiflung trieben. Eher wäre zu sagen: die Forderungen sind vielfach nicht hoch genug und werden in der Pralls nicht streng genug zur Geltung gebracht. So wird die höhere Schule nicht der Aufgabe gerecht, eine Institution der Auslese zu sein für solche, die in kulturell bedeutsame Berufe und in leitende Stellunaen einzurücken wirllich .berufen" sind. Die Erfahrung zeigt auf Schollt und Irin, dah junge Leute in großer Zahl auf unsere Hochschulen kommen, die. ihrer GeisteSart und Begabung-Höhe nach beurteilt, nicht dahin gehören. Mll dieser Feststellung soll aber nicht behauptet werden, dah etwa auf unseren höheren Schulen alle- in Ordnung wäre, wenn man sich nur entschlösse, nicht so viel Hnbefähigle in unangebrachter .Milde" doch.durchzulassen". Wenn auch die H ö h e der Anforderungen durchaus nicht herabgesetzt, sondern eher gesteigert werden soll, so sollte doch die Art der Anforderungen anders werden. Roch immer findet in unseren höheren Bildungsanstalten allzu einseitig der theoretisch-wissenschaftliche Begabungstypu» Berücksichtigung und Anerkennung und in den auf ibn zuge'chnittenen Anstalten wird oft über Gebühr daS stoffliche Wissen gewertet zuungunsten deS tieferen Verstehens und deS formalen Könnens. Sodann mag auch die Art der Behandlung, zumal der reiferen Schüler. bisweilen nicht dem entsprechen, was psychologisch das Richtige wäre. Eine Vertiefung der Lehrerbildung nach der psychologischen Seite kann gar nicht dringend genug gefordert werden. Wenn man in Lehrer kreisen noch biS vor kurzem von der experimentell e n Psychologie alle-Hell erwartete, so hat doch in letzten Iahren eine große und berechtigte Wandlung eingesetzt. Man beginnt zu erkennen, daß die experimentelle Psychologie naturwissenschaftlichen GeprägeS, so groß Ihre Bedeutung für spezialwissenschaftliche Ausgaben sein mag. dem Lehrer für die Praxis deS UnterllchtS und ganz besonders der Erziehung zu wenig unmittelbar Anwendbares und Verwertbare- zu bieten vermag. Die dem Experiment wirklich zugänglichen seelischen Vorgänge gehören doch im allgemeinen nicht zu jenen tiefliegendsten und intimsten, in deren Bereich die letzten Entscheidungen fallen und die zu beeinflussen höchste und feinste Aufgabe der Erziehung fein muß. Auch leistet die naturwissenschaftlich-experimentelle Psychologie doll das Höchste, wo sie, vom Sinn des seelischen Geschehens absehend, vorwiegend seinen Ablauf und seine Aeußerungen exakt festzustellen unternimmt. Aber das Seelenleben ist in Wahrheit bis in seine unbewußten Tiefen hinab sinnvoll, wenn dieser „Sinn" auch nicht immer bittigenSwert ist und bis zum Wahnsinn sich verirren kann. Vor allem die psychoanalytische Methode Freuds und —für den Pädagogen wohl noch fruchtbarer — die . Individual- Psychologie" AdlerS haben der psychologischen .Tiefenforschung" werwolle und nachhaltige Anregungen gegeben. (In meiner Monatsschrift.Die Schule". Verlag G. ThomaS, Dielefeld, geöenfe ich in Kürze auf diese beiden psychologischen Richtungen und ihre pädagogische Bedeutung einzu- g ehern) IedensallS muß jene neue Richtung der Psychologie. die man im Unterschied von der natur- wissenschaftlich-expellmentellen alS „geisteswissenschaftlich" bezeichnet hat, also eine Psychologie des lebevoll-meirschlichen Verstehen-, des Sinn-Deutens, des in seelische Tiefen Dringens bei der Ausbildung der Lehrer aller Schularten eine weit größere Berücksichtigung finden wie bisher. Und nicht nur die Lehrer bedürfen dieser Art psychologischer Ausbildung, auch die künftigen Seelsorger — setzt nicht jede Seelsorge tiefstes Verstehen der Seele voraus? — und nicht zuletzt auch die 3 u r i ft e n I Ist doch seelisches Verstehen Voraussetzung gerechten Beurteilens, und fordert doch die Entwicklung der national so bedeutsamen „Jugendfürsorge", daß Iullsten und Verwaltungsbeamte immer mehr auch als Erzieher sich fügten und verständnisvoll mit De- rufserziehern Hand in Hand gehen. Solche psychologische Ausbildung muh „2 u - gendtunde" im weitesten und tiefsten Sinne des Wortes bieten, eine Kunde der Iugend. die auch Verständnis umschließt für die seelisch Labilen und überhaupt die mannigfachen Zwischen stufen zwischen seelischer Rorma- lllät und Krankheit. Gerade aus folchen Regionen stammen ja die meisten derer, die daS Märtyrer der Liebe. Roman von 3. Schneide'-Förstl 34 ßortlcbung. Nachdruck verboten .Ich habe solche Angst!" wehlle Elisabeth. „Laß es lieber jein! — Bitte, laß es fein, Nella!" Netto war ganz Erbarmen. Sie klingelte und befahl, den Teetisch zu decken. „Gleich hier!" gebot sie. Da blieb sie wenigstens mit der jungen Frau ungestört. Elisabeth mußte zwei Tassen heißen ^Getränkes nehmen, auch einige Biskuits und ein Stück Sandtorte nötigte sie ihr auf. Ein Schimmer von leisem Rot lag wieder über Elisabeths Waygen. Sie wurde ruhiger. Ob ihr Mann etwas von diesem Bruder wisse, wurde sie nun von Netto gefragt. Sie verneinte. „Du mußt es ihm sagen, liebes Kind!" entschied diese, .denn weißt du, im Grunde genommen sind alle Manner gleich. 3n ihrem innersten Herzen schläft immer und ob' Du mich nur sieb, soviel du lannü, mein Häschen!" ermunterte er. »Liebe ist nie zu viel aber leicht zu wenig." Sie mußte ihm alles erzählen, was sie über den unbekannten Bruder von Hanna und ihrem Vater erfahren hatte. Es war reichlich wenig. „Wenn er dich finden will, kann er's," sagte er im Nachdenken. „Will er nicht. Dann laß ihn (ein. Nur nichts erzwingen wollen. Das macht Das Beben störrisch, unD es hängt immer ein Haken Daran." „Aber wenn er eines Tages kommt!" wagte Elisabeth schüchtern zu fragen. „Dann ist er eben Da. Wenn er nicht gerade ein Zuchthäusler ist, werde ich ihn ganz gerne als «chwager begrüßen. Im Arbettskittel kann er ruhig vorfprechen. Das verschlägt mir nichts!" „Danke!" sprach sie aufatmenb. .Ich wüßte nicht, wofür Du zu danken hättest," sagte er barsch. „Uebrigens hast Du nicht einmal einen richtigen Automantel Das ist mir heute erst ausgefallen, als du in beinern Sommerkleid im Wagen gefroren hast. Laß dir eine Auswahl schicken, selbstverständlich auch von anderen Sachen, die du brauchst. Don Toilette versteh' ich absolut nichts. Ich kann nur sagen, ob mir etwas gefällt ober nicht. Das Geld hebst Du von Der Bank ab. Brauchst nicht $u knausern. Ich hab's zur Zeit. Denn wir einmal knapp sind, sag' ich dir's schon." Sie legte beide Arme um seinen Hals und küßte ihn wortlos. Als er eine Stunde Darauf an ihr Lett trat, sah er noch Tränenspuren an ihren Augen, obwohl sic schon schlief. Es gab nichts Rätselhafteres als'eine Frau. • Um Das kleine Doktorhaus in Eisenbach wirbelten die Flocken, dicht, in ununterbrochenem Reigen tanzten sie auf das Schieferdach, breiteten eine weiße Decke über Den gepflasterten Hof, sahen auf allen Zweigen und Heften im (Barten und guckten verstohlen in Die Küche, wo Hanna ihres Amtes waltete. Ach, niemand war so zufrieden wie Die getreue Alte. Ein über Das anDere Mal lobte sie, wie gut bas nun *ei, so gar nicht mehr frieren zu müssen. In Lud- wigstal war im Winter stets alles voll schüttelnder Kälte gewesen. Das große Herrenhaus mit feinen gepufferten Gängen, feine eisige Kälte ausftrömen- den Wänden und Den riesigen Fensterflügeln, durch die aus allen Ecken und Enden der Welt pfiff, hatte ihr jedes Jahr einen bösen, sehr schmerzhaften Rheu- matismus gebracht. Heuer war Das liebel faum nennenswert. Niemand konnte ermessen, wie glücklich Hanna Darüber war. (Fortsetzung folgt) mittel gewesen, einen Strafausschließungsgrund nicht bittren. Die Lohnsteuer wird vom Lohn des Arbeitnehmers abgezogen. Der Arbeitgeber ist zum Lohnabzug nur unter der Bedingung berechtigt, daß er den abgezogenen Betrag an die Steuerbehörde abführt. Er ist, ebenso wie bei den Abzügen für die Krankenkasse nur Vermittler zwischen dem steuerpflichtigen Arbeitnehmer und der Steuerbehörde. Oberhessrn. Landkreis Wichert X Allendorf (Lahn), 25. März. Die im vorigen Jahre in Ängr.ff genommene Verbreiterung derVerbindungSstraßeWetz- later Straße—Allendorf — Große n- Linden geht jetzt ihrer Vollendung entgegen. Sobald das durch neue Graden beiderseits ab» gegrenzte erweiterte Planum befestigt ist, können Fuhrwerke aller Art die Straße ohne Gefahr passieren. — Die nähere Umgebung unseres Dorfes bietet jetzt den Anblick einer Zerstörung. Durch die Grenzberichtigungen anläßlich der Zusammenlegung müssen fast alle alten Garteneinfriedigungen umgelegt werden, um neuen Einfriedlgungen Platz zu machen. Auch zahlreiche alte Obstbäume werden beseitigt. • Lich. 25. März. Dieser Tage fand in den Räumen des Hess. Landwirtschaftsamtes Lich die Schluhprüsung des Winterhalbjahres 1926/27 statt. Als Vertreter des Hess. Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, Abtellung für Ernährung und Landwirtschaft. war Oekonomierat Glaser- Lauterbach mit der Abhaltung der Prüfung beauftragt. Es wurde geprüft: Obe lässe D .e tvr Dc. Lehr über „Schweinemast", Landwirtschaftsrat Dr. Schneider über „Luzernebau": Anterklasse: Landwirtschaitsrat Dr. Fischer über „Landwirtschaftliche Wetterkunde" und Landwirtschaftsreferendar Dr. Pastor über „Aasscniunde". Aach kurzen, trefflichen Ansprachen der Herren Oekonomierat Glaser- Lauterbach und Regie- rungsrat Dr. Braun-Gießen, an die Schüler, in denen auf die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Landwirtschaft und besonders auf die Aufgaben der wissenschaftlich vorgeblldeten jungen Landwirte als Pioniere des Fortschritts im landwirtschaftlichen Berufsstande hingewiesen wurde, entließ der Direktor Dr. Lehr mit den besten Wünschen und Ermahnungen für die Zukunft die Schüler der Oberklasse und rief den Schülern der Unterklasse ein herzliches „Auf Wiedersehen!" im Winterhalbjahr 1927 28 zu. Ein Umzug mit der Feuerwehrkapelle an der Spitze durch die Stadt mit anschllehendem gemütlichen Beisammensein in Steins Saal beschloß den zweiten — etwas ausgedehnteren — Teil der diesjährigen Schlußfeier. * Langsdorf, 25. März 3n den letzten Tagen wurde vom Hess. Landwirtschaftsamt Lich im Gemeindesaal in Langsdorf ein Vortragskursus aus dem Gebiete der Tierzucht abgehalten. Es wurde gesprochen über „Die Zusammensetzung und Wirkung der Futtermittel von Landwirtschaftsreserendar Dr. Pastor. Ferner referierten Landwirtschaftsrat Dr Fischer über „Rassenfrage" und Landwirt- schaftSrat Dr. Schneider über „Iungviehauf- zucht". Den Schluß bildete ein Vortrag deS Direktors Dr. Lehr über „Rationelle Fütterung deS Milch- und Mastviehes". Daß mit der Ab- hcll.ung dieses Fortbildungslur'es das Landwirt- schastsamt Lich einen vvl en Erfolg hatte, bewies der sehr gute Besuch aller Dorträge. Wit be- gründeter Zuversicht konnte auch am Schlüsse der Veranstaltung der Bürgermeister Kneipp die Hoffnung aussprechen, daß recht viele Land» wirte zu ihrem eigenen Vorteil sich mit wertvolle.' wissenschaftlichen Kem.tnissen bereiche» haben würden, ohne die eine fortschrittliche De- triebssührung heute nicht mehr möglich sei. Kreis Friedberg. WSA. Heldenbergen, 25.März. 3nder letzten Gemeinderatssitzung wurde Bürgermeister Goy beauftragt, die nötigen Schritte für den zweiten Teil der Aidderregulie- rung in die Wege zu leiten. Starkenburg. • Darmstadt, 25. März. Die hiesigen Blätter berichten, daß in einem Teich bei Darmstadt 140 Zentner b r a s ili anis che rTa - bat auf ministerielle Anordnung aus Berlin hin, versenkt werden sollen, weil der Empfänger des Tabaks die Zahlung des Zolls verweigert habe. Man fragt mit Recht, ob nicht der Tabak zu verwerten sei, indem man ihn Bedürftigen (Arbeitslosen) zukommen läßt. WSA. G r o h - G e r a u, 25. März. 3n einer aus allen Schichten der Bevölkerung start besuchten Versammlung wurde nach Referaten des Vorsitzenden des Hessischen VerkehrsverbMrdes Stemmer und des Syndikus der 3ndustrie- und Handelskammer Darmstadt Dr. Roesinger ein Verkehrsverein f ü r Groß-Gerau und Umgegend gegründet, dem sofort über 100 Mitglieder beitraten. Bürgermeister Dr. Lü decke teilte mit, daß der Gemeinderat einstimmig den Beitritt zu dem Verein beschlossen habe 3n den Vorstand wurden gewählt: Fabrikant Hirsch als erster. Bürgermeister Dr. Lü- decke als zweiter Vorsitzender, Dankdirektor R a i ß als Kassierer und Redakteur Engel als Schriftführer. WSA. Beerfelden. 25. März. Bei Heb- stahl im Odenwald geriet gestern ein von der Station Gaimühle kommendes Auto beim Rehmen einer Kurve zu weit nach rechts und stürzte, sich mehrmals überschlagend, den steilen Abhang hinunter in den 3tterbach. Ein im Wagen befindlicher Reisender flog in großem Bogen heraus und kam mit leichteren Verletzungen davon. Der Wagenlenker erlitt dagegen so schwere innere Verletzungen. daß er bald darauf verstarb. Das Auto wurde völlig demoliert. Rheinhessen. WSN. Rüsselsheim, 25. März. Gestern nachmittag hat sich hier eine blutige Auseinandersetzung zwischen einem Ehepaar ereignet. Der 53 Jahre alte Maurer Heinrich Haas IV. aus Groß-Zimmern erschien plötzlich bei seiner hier getrennt von ihm lebenden Frau und forderte sie auf, wieder zu ihm ^urückzukehren. Als die Frau sich weigerte, gab er einen Schuß auf sie ab, durch den sie am Kopf schwer verletzt wurde. Er flüchtete dann und gab, als er verfolgt wurde, auf sich ebenfalls einen Schuß ab. Beide wurden ins Mainzer Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr soll jedoch nicht bestehen. Preußen. Kreis Wetzlar. -• Wetzlar, 25. März. Der Kreiskriegerverband Wetzlar hielt dieser Tage seine diesjährige stark besuchte Haupwersamm- lung ab. Aach dem Jahresbericht des Vorsitzenden, Bureaudirektor Schlot t. befindet sich die Kriegervereinsbewegung in unserem Kreise im steten Zunehmen. Bei 270 Aeuaufnahmen im verflossenen Geschäfts.ohr zählt der Verband augenblicklich 2296 Mitglieder, und zwar 2058 aktive, 6 passive und 232 Ehrenmitglieder. — Der dieswöchentliche Ferkelmarkt war gut beschickt. Trotzdem ein recht flotter Handel zu verzeichnen war, waren die Preise verhältnismäßig niedrig, was auf die niedrigen Preise für Fettschweine und auf die sehr hohen Futterpreise zurückzuführen ist. Es wurden bezahlt für 5 bis 6 Wochen alte Tiere 26 bis 28 ML. 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden mit 32 bis 38 Mk. pro Stück verkauft. Für ältere Tiere und Läuserschweine wurden entsprechend höhere Preise gefordert. G r oß-Altenstädten. 25. März. 3n- folge der günstigen Witterung der letzten Wochen sind die Arbeiten amDauunsererWasser- [ ei t u n g dermaßen fortgeschritten, daß nach Fertigstellung der Hausanschlüsse der Wasserleitungsbau beendigt fein wird. <> Hochelheim . 25. März. Gestern nachmittag fand in der Gastwirtschaft Friedrich 3ung. Hierselbst eine Vers ammlung der an der Kraftpostlinie Gießen — Kleebachtal beteiligten Gemeinden statt, die sich mit dem Sommer-Fahrplan-Entwurfe für die Kraftpostlinie befaßte. An der Versammlung. die von Bürgermeister Schneider. Groß-Rechtenbach, geleitet wurde, nahmen die Gemeindevorsteher von Lützellinden, Groß-Rech- tenbach. Hörnsheim, Hochelheim. Dornholzhausen und Aiederlleen, sowie ein Vertreter des Postamtes in Gießen teil. Der von der Postverwaltung aufgestellte Sommer-Fahrplan-Entwurf sieht die Aufhebung derKraftpostlinieauf der Teil st recke Hochelheim — Rieder- kleen vor, weil nach den stattgehabten Feststellungen der Verkehr auf derselbe« zu schwach sei. Da die Gemeindevorsteher von Dornholzhausen und Risderkleen gegen die Aufhebung keinen Einspruch erhoben, werden die Fahrten nach diesen Gemeinden von einem noch näher zu bestimmenden Zeitpunkte ab eingestellt werden. 3m übrigen wurde der Fahrplan-Entwurf gut- geheißen. Gewünscht wurde, daß die Abendfahrt in Gießen im Sommerhalbjahr erst um 8.30 Uhr beginnt. Ferner stellten die Vertreter von Hochelheim. Hörnsheim und Lützellinden den Antrag, zu den Zügen, die abends gegen 6 Uhr in Großen- Linden eintreffen. eine besondere Fahrt einzulegen. Schließlich wurde der Versammlung noch Kenntnis gegeben von der Errichtung einer Re- paraturweÄstätte für die Kraftpostwagen in Gießen. Kreis ßimburq. WSA. Limburg. 24. März. 3n Limburg Würd' eine .Fernsprechvermittlungs- ft eile mit Selbstanschlußbetrieb am 26. März in Betrieb genommen. Dillkreis. bl. Dillenburg, 25. März. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß in ihrer jüngsten Sitzung die Wiederinkraftsetzung der Getränkesteuer ab 1. April d. 3s. 3n Anbetracht der gespannten Finanzlage der Stadt glaubt man auf diese Steuer, die eine Einnahme von 14 000 Mk. im 3ahre erbringt, nicht verzichten zu können. — Zur Hebung der D au- tätig k eit soll der Magistrat prüfen, ob nicht eine weitere Anleihe von 25 000 Mk. zur Vergebung an Bau lustige aufgenommen werden kann. bl. H a i g e r, 25. März. Die Grube ,.Hach e lb a ch" hat 80 Arbeitern gekündigt. Die Maßnahme hängt mit der schlechten Wirtschaftslage zusammen. Fahrplanänderungen am 1. April. Die im vorigen Sommerfahrplan verkehrenden O-Züge 127 128 Trier—Gießen, sowie die 0-Züge 27 28 Mainz—Wiesbaden—Homberg- Gießen—Berlin verkehren in diesem 3ahre bereits vom 1. April d. 3. ab. D 127 von Trier kommt Gießen an 12.26 n.. mit Kurswagen nach Berlin, in Gießen ab 1.25. D 128 nach Trier in Gießen ab 5.50. 0 27 von Mainz über Wiesbaden—Homburg- Gießen nach Derlin-Potsd. DH. Gießen an 1.15. Gießen ab 1.25. D 28 von Derlin-PotSd. DH. über Magdeburg — Gießen — Homburg — Wiesbaden nach Mainz in Gießen an 5.27 n., tn Dießen ab 5.37. Rundfunk-Programm deS Frankfurter TenderS. (Aus der .Radio-Umschau'.) Sonntag, 27. März: 8.30 biS 9.30 Uhr: Morgenfeier. 10 Uhr Übertragung aus dem Frankfurter OpernhauS: Deethoven- Feier des Frankfurter Bunde- für Volksbildung. 12 bis 12.30 Uhr: Eltern stunde. .Die Versetzungsfrage". Vortrag von Mittelschullehrer P. Harikorn-Wiesbaden. 2.30 biS 3.30 Uhr: Die Stunde der 3ugend. 5.30 bis 6.30 Uhr: Konzert des HausorchesterS: Die Oper Der W:che. 6.30 bis 7.30 Uhr: S unde des Rhein-Mainischen Verbände- für Volksbildung. 8 bis 10 Uhr: Dun ter Abend. Darauf Sportnachrichten. Anschließend bis 12.30 Uhr: Übertragung von "Berlin: Tanzmusik der Kapelle Kermbach. Montag, 28. März: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der 3uaend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert de« HauSorchesterS: M. P. Mussorgsky. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lese- stunde: Aus der Sammlung „Deutsches Lesebuch" von Hugo von Hofmannsthal. 6.15 vis 6.30 Uhr: Übertragung von Kassel. „Die Stunde der Frau". 6.30 bis 7 Uhr: Stunde des Kulturkartells der modernen Arbeiterbewegung. 7 bis 7.30 Uhr: Übertragung aus dem Mannheimer Besprechungsraum: „Dom Sinn und Unsinn der Kritik". 7.30 bis 8 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8 bis 8.15 Uhr: Englische Liieraturprvben. 8.15 Uhr: Kammermusik von Beethoven. Der neueste, fast geriiuechloee Mager Moenpal Ratenzahlung Mk. 6.— pro Woche. — Näherei 02035 „Khelnelektra“. Lantenbach. Für Architekten, Geometer, Bau- goschäft , Technische Betriebe, Fabriken usw ist heute das unentbehrliche Ozalid- Lichtpauspapier mit seinen vielen Vorteilen eine große Erleichterung. Wo bis jetzt noch nicht eingeführt oder bekannt, kostenlose Vorführung. Prospekte und Muster zu Diensten. 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AngebotSvordnide sind daselbst erhältlich. Zuschlagsfrist 3 Wochen. (Mienen. den 25. März 1927. stadtbauamt: Z. V.: Notz. 29208 vefannlmachung. Tic zur Herstellung von ftanälen im Rechnungsjahr 1927 erforderlichen Hau- stosse wie Zement, Traft, Zementrohre und Steinzeugrohre sollen auf Grund bet ReichSverdingungsordnung vergeben werden. Angebote sind spätesten? am 0. April 1927, vorn:. 10 Nhr beim etabtbauamt, Asterweg 9, abzu geben. Angebotsvordrucke sind daselbst erhältlich. Zuschlagsfrist 3 Wochen, während der die Bieter an ihre Gebote gebun den sind. Gieften, den 25. März 1927. Stabtbauamt: 3- B.: Roft.29190 vefannlmachung. Unter Zugrundelegung der Reichsver- dingungsordnung sollen zur Errichtung von Rotivohnungen an der Margaretenhütte nachstehende Arbeiten vergeben werben: 1. Erd- unb Maurerarbeiten 2. Zimmerarbeiten 3. Tadibederaibeiten 4. Verputz- und Anstreicherarbeiten einlchl. Herstellung von Isolierungen unb Zwischenwände aus Leichtbauplatten <">. Zchreinerarbeiten ß. Sd)lp*äcrarbeitcn 7. Cfenarbciten. Zeichnungen unb Unterlagen liegen bei undS zur Einsicht offen. Angei. ote versiegelt unb mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Eröfsnungstermin nm Ireitag, dem 1. April 1927, vorm. !• Nhr bei undS einzureichen. ZuschlagSfrist 4 Wochen Gieften, den 25. März 1927. Stabtbauamt Gießen _________I. B.: Wettläufer. 2fr>rtB Vergebung von 8ieinan- fuhr für den Stabtroalö. Die Anfuhr von inSgeianil 300 cbm BasaltNeinschiag von dem ftabtifdicu Stein* brudi (an der 9 Schneise! an die Holz* abful rwege unb war Los 1, Försterei Rödgen (Förster Briid, Nödgen' 100 cbm Los 2, Försterei Hochwari fDörfler Arft, Iorsthouc Hochwart) 50 cbm Los Försterei ('ließen (Förster Geilet Gießen! — 160 cbm soll am Mittwoch, dem 3i. März 1927, vormittags 11 Nhr im Stadthaus Bergstraße Zimmer 0, ver- geben werden. Schriftliche Angebot/ lind bis zu diesem Termin an das städtische Rcchiulngsamt, Stadthaus Bergsti ofte, cin- zureichen. Tori können auch die Bcdin- gungen eingesehen werben. Gieften, den 24. März 1927 Ter Cberbürgermeistcr _______3. B.: Dr. Rosenberg. 2918U Dorkauf. Tie Gemeinde Treis a. b. Lumda verkauft einen fetten Bullen. Angebote können auf der Bürgermeisterei bi? zum Mittwoch, den 30. Mär: 1927, nachmittags 4 Uhr eingereichr werben, wo alsdann die Eröffnung s.attftndet Treis a. b. Lumda, den 24. März 1927. Hessische Bürgermeisterei: Will. 2872D tecr>rjcMoc>a.Titflio, Tcmnausint < l wo’.** frtt Für Sie u. Ihre Angehörigen 1,1 eine ZeninliRliung «ehr wertvoll Sie braucht nicht teuer tu »ein, muB aber doch alle Bequemlichkeiten einer modernen HeUune bieten Der Sieger.Wikat-Küchenherd D. R. P. tot gleich- leitig Kochherd nnd Hrizung,kei*el Praktisch, sparsam und billig, da, tot da, Urteil eine, jeden Fachmannes. Lauen Sie «ich kostenlos beraten. Georg Appel, GieBen Gesund holt* technische A »lagen Fernsprecher 131 Arbeitovcrqebnttg. Zum Anbau der Oberrealschule zu Grünberg werden die Glaser-, Verpug arbeiten und Beleuchtungsanlagen zum öfsentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Angebotsvordrucke, Zeichnungen unb Bedingungen liegen von Donnerstag, den 24. März b. 3„ aus der .streisbauoerwal- lung, Zimmer Nr. 18, offen. Angebots- Vordrucke werden auf daselbst, solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, portofrei und nut entsprechender Aufschrift versehen, zu dem am 31. INär; b 3., vormittags 10 Uhr, auf der kreis- bauoerwallung stattsinbenden Verdingungstermin einzureichen. 2772C Zuschlagsfrist 14 Tage. Gietzen, den 22. März 1927. kreisbauocrwaltung. ________3. D.: Schneider.________ Holzversteigerung. Mittwoch, br« 80. März 1927, vormittag» k Nhr, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. b. Lumda, Distritt Hinnerling unb Verschiedene IForst- lüortci II) folgende Holzsortimente versteigert : 1 Eschenstamm mit 0,27 fm, 29 Fichten- Terdstangen, 7 rm Eiche-Ruyrollen, 2^ m lang, fi rm Eiche-Nutzrollen 2 m lang, 3 rm Eichen'Autzknüppcl 2*/> m lg., 60 rm Buchen-, 2 rm Liefern-Scheit, 345 rm Buchen-, 145 rm Eichen-, 1 rm Eschen-, 30 rm Fichten-Knüppel, 430 rm Buchen-, 94 rm Eichen-, 5 rm Dichten-Reisig, 25 rm Bucken-, r> rm Eichen-, 20 rm Dichten-Stöcke. Tas Holz aue den Tistritten „Verschiedene^ wird bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und kommt in der ÄittagSpause zum Aufgebot. Zusammenkunft bei Brennholz Nr. 529 im Distrikt Hinnerlmg. Allendorf a. d. Lda., ben 25. März 1927. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda.: Rein__2910V Bekanntmachung. Mittwoch, ben 30. b. M., rindet dahier Vieh- und Mrämermarlt statt. Ter Auftrieb de- Viehes erfolgt vormittag» 9f^ Ubr Hessische Bürgermeisterei ___________Nieder-^hmcn.______2697D Fischerei - Verpachtung. .Im Sametaa, d. m 2. April 1927, nack- intttag» 4 Uhr, wird auf dem Rathause in Lützellinden d.c Ausübung de» Fischerei- I rechts in den öffentlichen Gewässern der Gemarkung Lützellinden auf die Tauer von 6 Jahren öffentlich meistbietend ver pachtet. Groftrecktendack, ben 23. März 1927 Ter Bürgermeister: Schneider. 2861V NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN MITTELMEERFAHRT 1927 mit Dopp«lichreeb«ede<*pfer »LüfZOW« 8716 Brutto.Reg.Tons vom 13 Mel bii 30 Mel 1927 Pahrprc.i BH. 4», und hoher PFINGS TFAHR T 1927 in die Ostsee mit Doppel ecbraebftideepftf »LütZOW* |716 B f u i • Reg -Tee. vom 4 | o n I bi« IJ.|unil927 Pahrprcli BH. Mt.— undhdher NORWEGENFAHRTEN 1927 mit Doppclichraebendeepftf »Sierra C6rdoba< u 469 Bruno-Reg-Ton. I. Reite 7 Juli bl. 2$. Jul, 1927 2 Reite 28. Juli bis II. August !927 Pahrprei» BH. 499.— u n d h 6 h < r mit Doppel.ebraubendampfer »LütZOW« 8716 Brutto.Reg -Tons ). Reite vorn 29. Juli bi. 16. August 1927 Fahrprcit B Fl. 8 9 9. - und hoher POLARFAHRT \927 mit Doppeltchraubcndampfer ♦ Stungart« 1 ) 367 Bruf lo-Rtg -Toe. vom 22. JuH bi. 17. August 1927 Fahrprei. Rh. 999.- undh»her SKANDINAVIEN-OSTSEEFAHRTEN /927 1 Relle lOJoli bl. 12. August 1927 mit Doppel, chr.ubcod.mpler • Madrid« 8753Brutto.Reg.Toee 2 Reise 4 Aug bi. 17 Aug 1927 mit Doppel, c h r.ubendampfer •Yorck« 9976 Bruito-Reg -Tont bahrpreit BM. 110.- u ■ d b d h e r Kotienloie Autkuofi u Proepebte durch (Gießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 ji • Leiftmrgsruchi weißer, amerikanischer Leghorns Abgehärtete Tiere mH Auslauf auf Viehweiden u. Wald Zuchtziel Winterleger mit großen Ctirrn Dom Dessen das Besse Ilachweisl. ÄefruchtungSergebnlS i. vorig.Hahr V6-100'/, Brutei 40pfg., Sintagskücken AO pffl., Zungttere 5 Mk. 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Rlibsamen,Men hx^Th- Ur. 72 viertes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 26. März (927 ^ranHnrt a. 4.1 do. Rr XioOl-tOOOu 322 24.7 42.4 184.75 !1W7.75 195.6 272 Geld arz 138.5 123 191 m 150.25 308 143,5 3<0 321 152 316 144 2U8 280 25 191,75 IM 186.5 161,75 243 >20.62 185.25 Ihn 230.75 205 70,25 5 178 268 9 188.75 208 94,25 219,4 151 139 806 227 5 189.5 122 186 189 235.25 206 94 220.75 150.9 121 139.5 305 178,5 155 5 252.75 208 -81 192.5 183.4 186,5 207.5 279 199 5 l- 184.5 160 4 251 ISS 188 122 185 1*6 232.25 201 207 94.25 ■18 149 9 119 135.5 299 225 9 174 126 I155,25 154,75 148.12 121.5 187,5 ,232,75 216 5 - 202,75 135 , 180,25 183 75 271,75 I 271,5 380 322,5 24.5 4.-06 58.45 112,03 20,405 16.505 168.06 19 42 109.63 59.10 3,71 112 43 80.92 75,18 12.432 73.29 99.1 16 25 42.85 256.25 207 2-1 190 4 182 184 252 8.9 189 180 274 206.25 94 ! 218,5 150 119 75 ■ 315.5 144 243 164 190 202.5 99.25 16 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. TL Banknoten. 163.25 190 200.5 201.62 181.75 270.75 139,25 121.76 163,5 ! 203,75 202.65 .182,75 270 138.9 123,4 136 299 173,23 148,25 154,25 147,5 308 | 143.75 240 I 163.75 । 189 203 5 I Werden, geflüchtet. Die zahlreichen Angestellten Schuppes, die schon seit längerer Zeit kein Gelb mehr erhalten haben, erwirkten einen Sicher- heitsarrest, konnten aber lediglich die Bureau» möbel pfänden lassen. Mit einer Summe von 35 000 TU., die er einem Verwalter für fein Garagengebäude al- Kaution abgenommen Halle, ist Schuppe flüchtig geworden. — Hierzu erfährt eine Korrespondenz vom TechtSbeistand der Firma Schuppe, daß Biklor Schuppe auf Anraten der Aerzlc nach Italien gefahren fei. um «ich von einem Nervenzusammenbruch zu erholen. Er werde jedoch in den nächsten Wochen nach Berlin zurückk.hren. Inzwischen seien mit den Hauptgläubigern bere.ts . c.Handlungen eingeleitet. Die Gesamtverbindlichkeiten Schuppes betrügen 1 200 000 TU., von diesen seien jedoch nur 303 003 Mark ungedeckt. Börsenkurse. • Die Frankfurter Frühjahrsmesse. In einer Besprechung mit Pressever- tretem gab die Messeleitung ein eingehendes Bild über die voraussichtliche Beschickung der Frankfurter Frühjahrsmesse. Soweit sich bis jetzt feststellen läßt, wird die Beschickung beträchtlich stärker sein als im Herbst. Ohne die Nachzügler kann heute schon festgestellt werden, dah rund 25 Prozent Aussteller mehr vorhanden sein werden als im vorigen Herbst. “Mainzer Stadlanleihe von 1926. Die 3 Mill. (Sm. 8prozentige reichsmündelsichere Anleihe der Stadt Mainz von 1926 wurde an der Frankfurter Börse zugelassen. Sie dient zur Herstellung von Straßen und zur Anlage von Kanälen in bebautem Gelände und zum Erwerb von Baugelände. Die Anleihe ist bis 1. Mai 1931 unkündbar und kann von da ab von städtischer worben. , , • Der Zusammenbruch der <5 t r m a Viktor Schuppe. Viktor Schuppe, der Inhaber der gleichnamigen Reederei und der Auto- mobilbetriebe Schuppe in Berlin ist unter Zurücklassung von Verbindlichkeiten, die nach der .Vosf. Zta“ auf 1.5 Millionen Mark geschäht Frankfurter Börse. Frankfurt a. TL, 26. März. Tendenz- fest, besonders Montanwerte. — Der Wochenfchluh lieft sich durchaus freundlich an, ausgehend von der Bewegung am Montanmarkt. Im Mittelpunkte standen Harpener. Slahltrust und Phönix. In diesen Werten hielten die seit einiger Zeit wieder in Erscheinung gc.r: tonen rheinischen Käufe stärker an. An den übrigen Märkten waren beachtenswer.e Puöl.kumskäufe zu beobachten. die die Spekulation entgegen ihrer gestrigen Hal.ung zu Meinungskäufen und Wie» dereindeckungen »:ranlaf>te 1. ^atp.net z-> e.i um 4 5 Prozent an und gA) anr.cn rasch weitere 3 Prozent, Stahltrust plus 3.5 Prozent, Phönix plus 3,5 Prozent. 2. -G. -Farben-Aktien verkehrten nur zeitweise lebhafter, lagen aber eben.al s 3,5 Prozent höher. W.r wiesen ber.its daraus hin, dah vorgestern in Berlin ein grösserer Posten außerhalb des Marktes an die Dermal ung übergi g E l e k t r 0 a k t i e n traten stärker in den Hintergrund und waren von der Bewegung kaum berührt. Am Dankenmarkt zogen Deutsche auf Abschluherwartungen um 2 Proz. an. Zellstossaktien im Verlause beseitigt. Die Werte der Metallbankgruppe zogen mastig an. Holzdestillationswerte wenig verändert. Autoaktien zunächst eher etwas schwächer. Wa'chincn- aktien sehr still. Der Börsenverlauf blieb für Montanwerte, besonders Harpen er. Ltahltrust und Mannesmann, sehr fest, wenn auch vorübergehend durch Glattsiellungen mäßige Rückschläge eintraten. Heimische Anleihen fest. An- leihe-Ablösung 24.70. Schutzgebiet 12,80. Der Geldmarkt ist wieder eher leichter geworden. Tagesgeld 4.5, Monatsgeld 5' • bis c: » Proz. Privatdiskonten 4 . Proz. 3m Devisenver- kehr lagen Mailand und Madrid sest. Mailand gegen Loudon 105,75, Paris 124 0?, Zürich 2525. Seite ganz oder teilweise ^ur Rückzahlung aufgerufen werden. Der finanzielle Status der Stadt Mainz am 1. Mai enthält nach dem Börsenprospekt ein Gesamtvermögen voll 75 Mill. Rm.. tarnen 20,85 Mill. Rm. Schulden gegenüberstehen. Der Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben für das Etatsjadr vom 1. April 1926 bis 31. Tlr- 1927 beträgt 37.79 Mill. Am. • Hebergang der Ufa-Tlajorttat an Hugenberg. Wie mehrere Blätter melden, hat die 'Hugenberg-Gruppe die Aktien-Majorität der Ufa aus dem Besitz der Deutschen Dank erbe. ohne Hn6(o(unQ6rtd)t Xtuddx iZyarDramirnanlti*' Teuktche L-end- loUar-ünl Botltürfen V/e ßclbrnrrikmer ..... Strltner tambcKotfetlfdiaft • UonuncH unb Orloct rant. Tarmft. unv 'Jlattonalbant . Teullche fanl lillonto uommanbtl ... I rcßbntr Bank....... Mclalldank........... Miiiclvcuiiche Urtbitbanl . ■ Ccft. rcidufcoe drebüanftatt VtcicdSbank...... «ochinner Aoß........ Vudcr-6........... Tcuilch Lnrembura C6tlfcntird)tner Acrgwerke. . Sr.rpenct Bcradou . . ahrottlf ÄfdjcrSlebtn. . . - «kaliwrrkc Wrslerrgetn..... L'aurabülte. ..... . • . ' annrSmann ........ ManSielder Cbrrbtbarf l oldichmidi . . Holzverloblung. . . 0 18 Larven-Industrie. . . RiligerSnxrke........ Echeid.anstalt . . .... 9111a- EIeklri;iiät6.Gesells-ast Bergmann . . . ....... (klein. Lieferungen...... Licht und Kraft Moinkra'Iwerte ....... Cchullert........... Siemens A HalSke Ldlerwerle Kleber ...... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... l'.eautn......... . . Mmrnbeimer Motoren .. . . ffrankfuner Armaturen . . . ztonservensadrik Braun . . MetaUgescll chatt Frankfurt. Pet. Union fl.-iS. ..... Schutnabrik H.rz ...... Sichel.............. Zellstoff «schaffenburg. . . . Zellston Daldbos . . . . 150.5 151 79.75 , 78 25 Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Entwicklung der Börse in der vergangenen Woche machte den Eindruck, als wenn der Tiefstand erreicht wäre. Die starken Zuckungen innerhalb der einzelnen Börsentage sprechen aber noch dafür, hast der Kampf zwischen der Haussee- und Baisse-Partei noch nicht zu Ende gesührt ist. Maßgebend bleibt ja bei einem derartigen Kamps immer, wie sich das austenstehende Publikum verhält, und wenn auch die Bankenkundschast noch sehr zurückhaltend ist, nachdem sie jedenfalls lange nicht in dem Maste verkauft Halle, wie es di« Baisse-Partei erwartet hatte. Io hat doch die Kauftätigkeil rheinisch-westfälischer Kreise in den letzten Tagen unverkennbar wieder zugenommen. Man lästt sich dort durch pessimistisch« Auslassungen nicht beeinflussen, da man sieht, dah der Geschäftsgang in der dortigen Industrie recht lebhaft ist. Auch in der Beurteilung des Geldmarktes scheint man neuerdings etwas optimistischer geworden zu sein, da, angezogen durch die hohen Zins- sätze, ausländische Gelder zur kurzsristigen Anlage reichlich zur Verfügung stehen. Das starke Angebot an täglichem Geld lästt darauf schlichen, dah man sich in Erwartung eines angespannten Ultimos frühzeitig mit dem notwendigen Ultimogelde versorgt hat und dieses jetzt bis zum Eintretest des Bedarfes, wenn aud) nur in geringerem Maste zinsbringend, jo doch zinsbringend anlegen will. Der in seinen Auslassungen über die Lage am Effektenmarkt recht zuversichtlich klingende Geschäftsbericht der Darmstädter und Nationalbank dürste auch das ©einige dazu beigetragen haben, dast eine optimistischere ‘Juffafiung bezüglich des Geldmarktes berechtigt er- scheint, ist doch noch sehr fraglich Wenn auch für den Ultimo die notwendigen börsenmästigen Vorkch- rungtn getroffen worden sind, so ist doch zu bcrück- jichtigen, dast der Ultimo als Quartals-Ultimo an sich schon größere (tzeldersordernisse bringt, und dah zu diesem Termin wieder größere Dawcszahlungen zu leisten sind, so eine Berzinsungsrate der Industrieobligationen in der Höhe von 125 Millionen. Die häufig gehörte Vermutung, daß die Reichsbank eine Diskonterhöhung vornehmen wird, erscheint uns jedoch abwegig. Die Rückflüsse an die Reichsbank waren recht erheblich. Die Deoisenabslüsse haben wenigstens einstweilen aufgehört. Es sind sogar De- visenrückflüsse cingetreten, wohl in Verbindung mit dem obengenannten Zufluß kurzfristiger ausländischer Golder. Der Zweck der seinerzeitigen Diskont- crmäfügung mar doch eine Erleichterung der Placie rung der funsprozentigen Reichsanleihe. Wollte man bereits setzt wieder den Diskont erhöhen, so hieße das eine schwere Schädigung der Kursgestoltung dieser Reichsanleihe, die wohl im Verlauf des April !ur offiziellen Notiz gelangen wird, und man muß elbftverständlich aus Prestigegründen darauf bedacht ein, daß der Einführungskurs nicht unter dem Auflegungskurs liegt. Ob allerdings nach der ganzen Sachlage der Dinge die feinerzeitige Diskontermäßi- gung nicht etwas verfrüht war, ist eine andere Frage. Jedenfalls hat sie die weitere Hereinnahme ausländischer Anleihen außerordentlich erschwert, was allerdings nach dem Standpunkt, den der Reichsbankpräsidenl diesen gegenüber einnimmt, wohl mit der Zweck der Hebung war. Ob aber die deutsch« 'Wirtschaft bereits so erstarkt ist, daß sie diese ganz entbehren kann, ist nach der Entwicklung der letzten Monate dock, wieder sehr fraglich geworden, zumal die öffentliche Hand die inländische Kapitalbildung in einem stärkeren Maße in Anspruch nimmt, als es für die ganze Wirtschaft zuträglich ist. War auch, wie oben bereits angebeutet, eine allgemeine Hausseeniwicklung noch nicht zu verspüren, so beschließen doch eine ganze Reihe von Spezialpapieren die Woche mit einer kräftigen Kurssteigerung, wobei in erster Linie wieder die früheren Favoriten, Schultheiß, Ostwerke und '23er. Glanzstoff zu nennen sind. Am Schiffahrtsmarkt konnten sich insbesondere Hamburg-Süd und Hansa recht kräftig erholen, während am Bankenmarkt Mitteldeutsche Kreditanstalt, wo man Interessenkäuse vermutet, eine Sonderbewegung hatten. Dasselbe gilt am Elektrizi- lätsmarll für Bergmann und am Montanmarkt für Mannesmann in Verbindung mit allerdings recht nagen Mutmaßungen über einen bevorstehenden Zusammenschluß mit den '23er. Stahlwerken. Nach unseren Informationen eilen hier die Gerüchte den Tatsachen weit voraus. I 18 121 32 60 | 201 113*5 I 77 2,5 179,5 269,5 Berlin, 15 März flmcre» .. ... Belgische Stolen ....... Tamlche Noten ^nQlifrtK Noten......- « ftniruohftfir Noten ...... Holländische Noten...... It. lienische Noten ..... Norwegische Noten. Deutsch Crfirn .5100 Ämnni Nu manische Noten...... schwedische Noten ..... Cdjrorurr Noten ...... Spanische Noten Tschcchoilowatische Noten . . Ungarische Noten 154,75 148.75 14« 25 168 1651 - 191 ! — l.Udf Aut« Bne> 4,2.6 58.75 112.39 20,505 16.585 168.91 19,52 110,1. 69.4H 2,75 HZ. 99 81,32 75.56 12,492 73.65 Berlin Schluß. Amana Aor« "e. 5. 3. ; 26. 3. Trtm-n: Snletdr Ablösung Nr 1-30uoo Rätsel-Ecke. Silben rätscl a — bau — b« — bet — bui — 4>.' - chow — die — bitt — e — e — d — eng — fam — ga — fca — i — in — !e — lo — ro — land — le — lei — Icr - U — li — lu — Ihm — men — ne — no — pe — phe — put — re — rv — fal — fter — ter — tt — tut — vel — Wei — »us. Aus vorstehenden 45 Silben find 19 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden 1. Zierpflanze. 2 übertriebener Aufwand. 3. sagenhaftes Land. 4. mathematische Fläche. 5. San. 6. Rätselart. 7. behördliche Verordnung. 8. Stadt in England. 9. alitcftamentlicber Prophet. 10. asiatisches Hochland. 11. spanischer Prinzentilel, 12. kurze Erzählung. 13. Getreideschober. 14. Ort in der Provinz Brandenburg. 15. Baustil, 16. Einzelgehöft. 17. europäisches Reich 18. Impfstoff 19. orientalische Kopfbedeckung Sind die Wörter richtig gebildet ergeben deren Anfangs- und Endbuchstaben, von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Rudolf Ihering. Arcuzworträtscl. 15 19 20 21 30 31 6 "12 15 17 _ 25 1. Von links nach rechts: 2. Körperliche Erfrischung. 6. Anerkennung. 8. biblische Stadt. 10. andere Bezeichnung für Vorgebirge, 12. weiblicher Personenname. 13. Kampfplatz im alten Rom. 14. Schweizer Kanton, 15. Stadt in der Mark Brandenburg. 16. Tonkünstler. 18. französischer Opernkomponist, 22. chemisches Element. 24. israelitischer König. 27. Stadt in Südtirol. 28. japanischer Staatsmann. 29. Singstimme. 30. kirchliche Feier, 31. weiblicher Personenname, 32 Inhalt einer Schrift, 33 Kauwerkzeug. 2. Von oben nach unten: 1. Männlicher Personenname, 2. chemisches Element. 3. Ab- schiedswort. 4. russischer Strom, 5. kaufmännischer Ausdruck, 6. Stadt in der ehemaligen Provinz Posen. 7. chemisches Element. 8. Nebenfluß der Donau. 9. Merkzeichen. 10. Haustier, 11. Singvogel. 17. Farbe 19. Brettspiel. 20. männlicher Personenname. 21. Teil des Schiffes. 22. alkoholisches Getränk, 23 Blume, 24. Mineralisches Gewürz: 25. weiblicher Personenname, 26. amerikanisches Territorium. Tauschrätsel. *3« den nachfolgenden 18 Wörtern soll je ein Buchstabe durch einen andern ausgetauscht werden, so bah neue Wörter entstehen. Diese neuen Buchstaben ergeben alsdann, zu einem Wort Ausammengezogen, den Tarnen eine- großen Pädagogen. Leim — Matte — Lena — Mohr — Kuh — Hammel — Tour — Seine — Strubel — Kohle — Klaue — Lotse — Kosser — Heim — Base — Tang — Pille — Tante Namcnumbildungsausgabc. Aus den nachstehenden zehn* Tarnen sollen durch Zusammenstellen neue Tarnen gebildet wer» den. Die Zusammenstellung hat in bei Weise zu erfolgen, daß stets eine End- und Anfangssilbe der vorhandenen Tarnen einen neuen Tarnen ergeben. Emanuel — Hubert — Lazarus — Olaf — Othello — Ottilie — Ramses — Raphael — Richwalt — Sibylle Siälscl. Emst habe ich dich sehr erfreut. Da ich geschmückt mit grünem Laub«. Tun aber, meines Schmucks beraubt. Wälz' ich im Schmutze mich und Staube. Bilderrätsel. Auflösungen Silbenrätsel. 1. Diwan: 2. Anni: 3. Schlehe: 4. Wallis: 5. Olmütz, 6. Humboldt. 7. Lake: 8. Daulas: 9. Ende. 10. Sperling: 11 Volte. 12. Oberst. 13. Lurus: 14 Kampfer: 15. Ehe. 16. Strandkorb: 17. Silo, 18. Orkus: 19. Lava: 20. Leumund DaS Wohl des Volkes soll das oberste Gesetz sein. Kreuzworträtsel. BIEIR 1 \ y h _j , ETEjr-JH E L iro lanfiliaauBfii nrnaan örarNrjö Telegrammrätsel. Aufruhr; Kehle Schlingel: Weser. (Salto; Achat Gent. Frühlingserwachen. Bilderrätsel. Wer andere hemmt, sich selber klemmt. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RrdaktionSttfch. Falsche Richtung. Der Dampfer konnte wegen dicken AebelS nicht in den Hasen einfahren. Ein ungeduldiger Passagier wurde furchtbar wütend und stürmte zu dem Lotsen. .Sie, Herr Lotse, warum bleibt der Dampfer liegen?“ „3u neblig, kann nicht genügend sehen“, war die kurze Antwort. .Aber Sie können doch die Sterne über uns erkennen?“ .Freilich“, antwortete der Mann am Steuer. .Aber solange nicht der Kessel platzt, wollen wir dort nicht landen.“ Luftfahrt. .Und noch eins. Herr Konduktor, fliegen Sie nich zu hochl Ich hab' mir sagen lassen, in der Milchstraße fangen die Propeller an zu buttern I“ Das Rätsel. Eine Zeitschrift verösientlicht folgendes (vorn Seher vermutlich etwa- stiefmütterlich behandeltes) Rällcl Sin aus 7 Wagen bestehender GiUug fährt von A. nach B. Die ersten 6 Wagen sind 23,765 Meter lang und 2,755 Meter breit. Die vierte Kugel fliegt dreimal so schnell als die zweite, während im ganzen nur drei Zentner Weizen im Lack waren. Es fragt sich nun Wie alt ist der Kapitän? Daraufhin trafen im Laufe der nächsten Tage drei Schiffsladungen Beschwerden ein. Jedoch: ein gewisser Meyer aus Bielefeld sandte eine Lösung: ,78 Kilo, aber nur, wenn man di« Lustlinie nimmt!“ Lust. Bl. Berliner Börse. Berlin. 26. März. Die Gröffnungstendenz der Samstagbörse war nicht so fest, wie man nach der offiziellen Vormittagssihung erwarten konnte. Immerhin waren die ersten Kurse um 1 bis 2 Prozent erhöht, wofür das bisher noch nicht beendete Deckungsbedürfnis der Spekulation maßgebend gewesen sein dürfte. Das Publikum war für Termin- und Kassawerte in bescheidenen Beträgen Käufer. Während der ersten Stunde entwickelte sich nach ruhigem Beginn in Spezialwerten ein außerordentlich lebhaftes, zeitweise stürmisches Geschäft. 3m Mittelpunkte standen Harpener, die stark manipuliert wurden und plötzlich von 232 auf 238 Prozent anzogen. Mannesmann sanden gleichfalls stärkere Beachtung. Der Montanmarkt hatte unter Auswirkung dieser Bewegungen eine besonders günstige Verfassung. Daneben hatten I. G. Farben einen größeren Markt und zogen um 6 Prozent an. Man erwartet sehr günstige Abfchluhziffern. Die übrigen Terminmärkte traten mehr in den Hintergrund. Durch die zuversichtlichen Anschauungen über d.e bevorstehende Ultimo-Abwickelung konnten sich größere Daisse- Enaagcments nicht ausw.rken. Termingeld soll zu 7 bis 8 Prozent ausreichend angeboten gewesen sein. Tagesgeld unverändert flüssig mit 3 bis 5 Prozent Warenwechsel mit Großbankgiro 4.88 Prozent. Im Devisenverkehr lag die spanische Währung außerordentlich fest mit 27,16 gegen das Pfund. Die spanische Währung erreicht damit die Goldparität. Man ftibenti daher den aus Spanien kommenden Meldungen Glauben, wonach die spanische Regierung die Wiedereinführung der Goldwährung beab'ichttgt. Die Reichsmark gab gegen den Dollar stärker nach unb senkte sich auf 4,2175. London-Kabel sehr fest mit 4,8572. Letzte Nachrichten. Die Rückzahlung der Gießener Gerränkefteuer. Darmstadt, 23. März. (Eigener Drohlbencht.» Der Hessische Verwaltungsgerichtshof beschäftigte sich heute vormittag mit der Klage der Firmen Ihring-Melchior in Lich und Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik Denninghosf in Gie ßcn gegen die Stabt Gießen wegen Erhebung der Getränkesteuer. Dom Provinzialausschuß war am 27. Dezember vergangenen Jahres die Klage der Firmen abgewiesen worden, weil er sich für nicht zuständig erklärt hatte. Der Derwoltungs- gerichtshoi wies heute die Berufung gcgen das Urteil des Prooinzialausfchuffes kostenpflichtig ab. Es handelt sich bei dieser Angelegenheit um die Rück- zahlung der Getränke st euer in Höhe von mehr als 100 000 Mark. Vier Todesurteile im Wilms- Droieh. Berlin, 26. März. (IU. Drahtmeldung.) Di« Angeklagten Fuhrmann, klapproth und U m ho f er wurden im Milms-Prozch wegen g e- meinschaftlichen Mordes zum lode, der Angeklagte Schul; wegen Mnfliflung zum Morde ebenfalls z u m lobe verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigefprochen. Die Angeklagten waren beschuldigt, als Angehörige der sog. schwarzen Reichswehr den ehemaligen Feldwebel Wilms als angeblichen Beträtet auf einer Autofahrt erschossen und die mit zwei fiabelmuffen beschwerte Leiche in der Havel versenkt zu haben. Gegen Gicht, Stein- und StoffDechselleiden! / Ermäßigte Pauschalkuren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis Mk. 189.-. 3m Kurhaus: Wochenpauschalpreis Mk. 80.50, im Ladehof: Wochenpouschale MI. 105.-. / Auskunft auch über Lauskuren durch die Ladeverwaltung. Wer noch keine £ofe der 2929V Kriippcheim-Vauloltme f)0f, der deck- sich schnellstens ein, da in denerNenTage« des Avril hier derlosverkanf emgestelstwird! Einladung an alle Damen Mercedes - Büromaschinen - Werke Zella-Mehlis In Thüringen 622D ■ NWK 2854a Blumenpflege rahtzaun 2.95 Paar 3 Paar .... 8.70 Treu, J. B. Häuser • Gieren Mäueburi? 10. Telephon 660 Neustedt 56 2K93n Uli NWK Wolle ME MM <”027» wie ein Holzzaun. Er hält Unberufene — Menschen undTiere — von Ihrem Eigentum ab. 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