Nr. 21 Erstes Blatt 177. Jahrgang Mittwoch, 26. Januar 1927 Er Id) eint täglich, anher Sonntags and feiertags Beilagen; Siebener FamiliendlLtter Heimat im Bild Die Scholle Monat». I'ezrcrrrelr. 2 Reichsmark und 20 Retchsplenntg tüt Träger» lohn, auch Lei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanl chlüfse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drohtnach» richten Anzeiger Gtehe». Post sch :rttonlo: Sranlfi'rffintmaii 11686. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrrck vnd verfog: vrlihl'fche Univerfitüts-Vuch- und Steinöruderet R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Hujeigee für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. preis für i mm Höhe für Anzeigen vo.t 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Betchspiennig, für No» klamean eigen von 70 mra Breite 35 Neichspjenniq, Ployvorschttl« 20' , mehr. Chefredakteur Dr Friedt wich Lange. Verantwortlich für Politik D Ft Wich Lange, für Feuilleton Dr h Ibgriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« jeigenteil LTertr H.Bcch, sämtlich in (Biegen. Fortschritte in den Verhandlungen. Bor der Formulierung eines Regierungsprogramms. Berlin. 25. Dan. (IDIB.) Die verhaudlungcn über die Rcgieruiigabiloung wurden vom Reichskanzler während des ganzen henligen Tages fort- gcfeljL Zu diesem Zwecke empfina er heule oor- mlifug die Bedrct.-r der veulschnallonalen Boltsparlel, die über ihre geflrige Frakllons- beraiunfleo verichl erstatteten. Um 4 Uhr nachmittags besprach er sich mit den Führern der Deut- scl-en Demokratischen Partei, den Ubg. Koch, Erkelenz und Dietrich. Rach einem weiteren Empfang des Abg. Leicht von der Bayerischen votkspartei sand in der. Abendstunden eine erneute eingehende Aussprache mit den Beauftragten der Deulschnationalen votkspartei unter Beteiligung der Reichsminlster Dr. Slrese- m a n n und Braun» statt, die morgen ihre Forl- sehung flnben soll. Für morgen vormittag ist ein Dortrag de? Re.ch^kanzlers über den gegenwärtigen Stand der Derhandlungen bei dem Herrn Reichspräsidenten vorgesehen. Die Derhand'ungcn mit den deulschnationalen Unterhändlern über die Richtlinien des neuen Kabinett > haben bk, auf drei Restpunkte zu einer Einigung geführt. Die noch unerledigten Punkte sollen Fragen der Formulierung der anfzenpoliti- schen i-nd Ber eifung, proble.ne betreffen. Aber auch in di sen Punkt n dürste bi» morgen mittag eine Einigung erzielt worden sein, so bah die sachliche Seite der Bcrb-in'jlimacn über die Rrgienmgsbil- bung beenbel sein bürfte. Am RUttwochoormil- tag ist eine gemeinsame Besprechung ber Führer ber für die Rcgierungsbllbung In Aussicht genommenen Parteien vorgesehen. Dr. Marx wird ble in bet heutigen Abendbesprechung vereinbarte Formulierung am Mittwochvormtt- fag ber Redaktionskommission ber Zentrumssraklion vorlegen. Mil grotzem Interesse sieht man der Lnt- schli ßung entgegen, die die ebenfalls für TNittwoch elnberusene Fraktionssihnng der Demokratischen Partei über ihre Beteiligung ober Richt- betciligung an ter Regierung fassen wirb. 3n parlamentarischen Kre.sen rechnet man damit, daß die Deutsche Bolksparlei am Mittwoch in Reichstagsplenum beantragen wird, die für Mittwoch vorgesehene Beringung solange hinanszuschle- ben, bis cs dem Kanzler möglich ist. mindestens eine Zwischenerklärung über das Zustandekommen her Regierung abzugeben. Sollten auch die perfonenftaaen, über die die Dcri'anblun- gen bereits am Mittwoch beginnen, inzwischen geklärt sein, so würbe Dr. Marr sein Kabinett noch vor ber D*rlagung Dorff elfen. Die Regierungserklärung wirb voraussichtlich sehr kurz gehalten fein und die Debatte sowie die Abstimmung über dos Bertrauenrootum bis zum wlederzusommentritt des Reichstags vertagt werden. Die Perfonal’ragen. Berlin, 26. San. (03. 'S). 3 ) ODenn auch offizielle Verhandlungen über den Eintritt deutschnatto. a er Qliini ter in daS Kabine.t noch nicht stattgefunden haben, so werden die Personen fragen in iv? i Wände gangen des Reichstages schon lebhaft erörtert. Wan erwar.et, in parlamentarische. Kreifen, daß den Deutschna- tionalen drei bis vier Winisterpoften angeboten werden und -war das Amt des Vizekanzlers (Sprechminister), das des Innen mini.terS, daS des ü a n d w irisch a s t s - u. das d 5 Justiz Ministers oder des Mini iers für die besetzten Gebiete. Als 5ianfcua.cn teerre.. u. a. genannt: Wallraf für die Di-clanzlerschcnt. d. xiinbeiner für das Innenrnii.i .erium, Thomsen oder v. Gold- acker für das Landwirt chaftsministenum. Wallraf kommt unter Umständen auch für das Justizministerium in Betracht. Kein olb bleibt Berlin, 26. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die da» .,Berliner Tageblatt hört, wirb die bcinofra- tische ReichLtagrsraktion nicht in die Regierung eia- freten, jedoch soll Dr. Reinholb für seine person bereit fein, bas Amt des Reichsfi n a n; m i n i ft e rs aud) in der neuen Regierung z u behalten. Das sozialpolitische Programm. Berlin. 25. 3an. (DDZ) 3n Fortgang der Verhandlungcn über die Regierungskrise haben die Deutschnationalen eine besondere Fachkommission cingesehr, die das fozialpolitftche Programm des Rcid^kanzlers im einzelnen durchzuprüfen hat. Diese Kommission besreht aus den Herren Schiele, dem früheren Reichsminister des 3nnern, Behrens, Vorsi^ender des Zen- tralverbandes der Landarbeiter, Leopold, Bergwerlsdireitor, Lambach und v. G o l d - a ck e r. Die Kommission verhandelte im Laufe des Tages mit den RcichsrninisternDr. Brauns und Dr. Eurtius über die Formulierung der sozialpolitischen Progrommpunkre. worüber eine Einigung erzielt wurde. Der Standpunkt der Wirtschaftlichen Bereinigung. Berlin, 25. 3an. (DDZ.) Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung beschäftigte sich in ihrer heurigen Frattionssihung mit der Frage der Regierungsbildung und nahm den Bericht über die Verhandlungen mit D r. Marx entgegen. Die Fraktion hält an dem bisher eingenommenen Standpunkt feft, daß sie die tßeteiligung an einer Regierung ablch- nen müsse. Sie will dem Kabinett der bürgerlichen Parteien mit wohlwollender Reu- t r a l i t ä t gegenüberstehen und es unterftütjen, solange die Regierung den Forderungen des Mittelstandes Rechnung trägt. Autzenpolitik und Regierungsbildung. Eine Erklärung Stresemannd. Berlin, 26. 3an. (WTB. Funkspruch.) 3n einem Interview mit dem Berliner Vertreter der .Times" wendet sich Dr. Stresemann gegen gewisse, im Zusammenhang mit der Regierungskrise im Auslände aufgetauchte Irrige Meinungen über die Gefährdung der auf London und Locarno aufgebauten deutschen Außenpolitik. Er erklärte dann, daß die Ursachen der Krise ausschliehlich auf innerpolitischem Gebiet liege, daß sich auf außenpolitischem Gebiet seit geraumer Zeit eine sehr große Mehrheit für die von ihm in liebereinftim- munfl mit dem Reichskanzler Dr. OHarr geführte und vom Reichspräsidenten gebilligten Außenpolitik herausgebildet hat, wie drrS aud) der Zuh- der der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion im Dezember v. 38. im Reichstage unwidersprochen seststellte und daß es demgemäß bei allen Verhandlungen über dis Reubildung des Kabinetts als ganz selbstverständlich gegolten hat. Berlin, 25. 3an. (TU.) 3m RechtsouS» schuß des Reichstage- begann heute die Aussprache über die Ehescheidungsreform mit einem Vortrage des Ausschußvorsiyenden, des Volksparteilers Professor D. Dr. Kahl. Der Redner wies daraus hin, daß die Schweiz bereits im 3 ah re 1907 und zuletzt Dänemark im 3ahre 1922 die objektive Zerrüttung der Ehe, unabhängig «vom Verschulden eines Ehegatten unter die gesetzlichen Ehcscheidungsgründe aufgenommen haben. Die schuldlose Ehezerrüttung könne nad) Kahls Meinung in einer übereilten Eheschließung. in einer Unvereinbarkeit der beiden Temperamente und Charaktere, in religiösem Streit, vornehmlich über die Kindererziehung, in Verarmung oder Erkrankung und be-onders in der zunehmenden Rervenzerrüttung eines Ehegatten liegen. 3n letzter Zeit sei noch die Politik als Faktor der Ehezerrüttung hinzugekommen. Rad) einem v rlo.en gegangenen Scheidungsprozeß könne man auch nicht mehr die Fortsetzung der Ehe verlangen. Professor Kahl wandte sich gegen einen kommunistischer Antrag, der die Ehescheidung schon fcurd) beiderseitiges Einverständnis durchgeführt wissen will. Damit wäre die Willkür zum Grundgesetz der Ehe erhoben worden. Der sozialdemokratische Antrag, den Ehebruch als Hindernis für die zweite Eye zu streichen, sei dagegen einer Erörterung wert. Die verschuldete Zerrüttung der Che müsse aber weiter beibehalten werden, weil es das Rechtsbewußtsein des Volkes verlange. Kahl verlangt, daß der neue Ehescheidungsparagraph ausdrücklich die Tatbestände der obj ttiven Ehezerrüttung anlieht. Dahin gehören die längere Trennung der Ehegatten vor der Klagezulassung, die auch ein vorhergehendes Hebereiniommen über die vormögens- und samilienrechtlichen Folgen der Scheidung, weil diese Tatbestände den Emst der Schcidungsbereitung beweisen. Jeder der Ehegatten mußte das Recht auf den Scheidungsantrag haben, wenn aud) der andere Teil aus edlen oder unedlen Motiven die Fortführung der Ehe wünsche. Professor Kahl sprach dann als Kirchenrechtler. Auch in dieser Eigenschaft müsse er zugeben, daß eine zerrüttete Ehe nichts mit der Htt-llgle.l der Ehe zu tun habe, obwohl er wisse, dah er in kirchlichen Kreisen mit seiner Meinung isoliert dastehe. Eine maßvolle Reform trage zur Gesundung und Heilighaltung der Ehe nur bei. Auch für die Kathoden dürfe die Ehescheidungs- reform keinen iirchenrechtlichen Eingriff bedeuten, sondern nur die Ausfüllung einer 2 ü d e im bürgerlichen Gesetzbuch. In der darauffolgenden Aussprache sprach sich die Zentrumsrednerin, Frau Weber, gegen Kahls Anregungen aus. weil das Zentrum an dem Grundsatz der Linauttöslichkeit der Ehe schon hn Interesse der Vollsgesamtheit festhalten wolle. Auch die deutschnationale Rednerin. Frau von Sperber. lehnte eine Erleichterung der heutigen Ehescheidung ab. Dagegen gaben die Redner und Rednerinnen der anderen Parteien den Ausführungen Professor Kahls ihrs Zustimmung. Das Auswärtige Amt. Aus dem Haushattsausschutz. Berlin, 25. Ian. (V. D. Z.) Der Haus- haltsausschuh des Reichstages setzte die Beratung d^s Etats 1227 beim Haushalt des Aus- wä.tigen Amtes fort. Berichterstatter Dr. Hoehsch begründet u. a. die tteber ührung der Reichszentrale für Heimatdienst in daß die folgerichtige Einhaltung der bisherigen außenpolitischen Liitie unbedingt gewährleistet werden muh. ,Jetzt, wo die inneren Widerstände gegen meine Außenpolitik so sehr zusammengeschrumpst sind, kann kein Vernünftiger annehmen, daß ich mich von dem klar vorgezeichneten Wege abdrängen lasse. DaS gleiche gilt vom Reichskanzler Dr. fBlarj.“ Entschieden lehnt Dr. Stresemann den Gedankein ab, daß die Fortführung der 2e:arno- Po.itik Deutschland hinsichtlich der B.ldung seiner parlamentarischen Einrichtungen Bindungen irgendwelcher Art au,erlegt, die jede andere Locarno-Macht, die überhaupt jeder souveräne Staat weit von sich weisen würde und tagte schließlich: „Wenn jetzt die deut sch- nationale Partei die Oppoition ausgibt, und wieder in die Regierung eintritt, und wenn dieS, wie unzwe.se ha, t seststeht, unter Festhaltung deS bisherigen Kurfes der Außenpolitik geschieht, so bedeutet dies doch in außenpolitischer Hinsicht nichts anderes, als daß sich seit 01» tobet 1925 ein bedeutsamer Wandel vollzogen hat. Es ist ein Beweis dafür, daß auch in den weiten Kreisen, die hinter der deutfchnationalen Partei stehen, inzwischen das Verständnis für die Locarno-Politik lebendig geworden ist und daß sich diese Politik in Zukunft sowohl im Parlament als auch in der Öffentlichkeit auf eine ganz übertoic» den Etat der Reichskanzlei. 3n Europa habe Deutschland den Bestand an Konsulaten vor dem Kriege wieder erreicht, dagegen noch nicht in dcn übrigen Erdteilen. Die Persvnalanforde- tungen bedeuteten eine Erhöhung der Zahl der Konsuln um 10 Prozent, der sonstigen Beamten um 25 Prozent. Mitberichtersta ec D i e - t r ich-Baden (Dem.) begrüßte es, daß dieEm- nahmeseite des Amtes zurückgegangen ist, weil diese im wesentlichen aus Postgebühren bestand. Es müßte mit den Attaches vom Ernährungs-, Arbcits- und Wirtschaftsministerium Hand in Hand gearbeitet werden. Reichüaußenminister Dr. Stresemann führte aus, die politische Vertretung dürfte gegenüber der wirtschaftlichen im Auswärtigen Amt nicht zurücktreten. Andererseits hätten wir mit manchen Ländern in erster Linie wirt chaftliche Fragen zu bereinigen, und die Gesandten in diesen Ländern müssen mit richtigen Augen auch unsere wirtschaftlichen Interessen beobachten. D.e Rcpräse.italionsrer- pfttchtungen seien in Berlin so hoch, daß vielfach die Ruckberufung nach Berlin von den Außen- beamten als eine Art Strafe angesehen werde. In der Frage der Wahllonsuln r.e.ge er der Meinung zu, daß sie in manchen Ländern zu entbehren seien. Eines beunruhige ihn als Reichs- außenmir.i-'ler: der gep.ante Durchbruch durch die Wilhelm st raße aus Dertehrsrück idjten. Habe man, so sprach der Minister, überlegt, daß man dam t zwei große Ministerien zerschlage? Wo sollen die dort beschäftigten Beamten untergebracht werden? 21bg. Schreiber (Zentr.) forderte, daß der Nachwuchs auf breitere Grundlage g e- stellt werde. Die NachrichtenübermitUung über den 'Außenhandel müsse verbessert werden. — Abg. (Erging (Zentr.) befürwortete die Einrichtung von Sozialattachss bei den deutschen Missionen. Es dürste bei der Heranziehung der jungen Kräfte jjum Auslanbbienst nicht auf eine ganz enge Ge- scllschastsschicht zurückgcgrisfen werden. — 'Abg. Dr. BreiIscheid (Soz.) erklärte es für bedenklich, wenn bei der Auswahl des Biplomatennad)- wuchfes auf die Vermögensoerhältnisse des Kandidaten Rücksicht genommen werden müßte. Reichsminister Dr. S t r e s cm a n n betonte, daß auch gegenwärtig schon in den Berichten der Missionen die wirtschaftlichen und sozialen Fragen eine besondere und sehr ausführliche Rolle spielen. Die Schaffung von Sozialattachss würde lediglich künstliche Trennungen auf einem Arbeitsgebiet bedingen, das sonst durchaus einheitlich wäre. Bei der Neueinstellung von Attaches ins Auswär- tige Amt werde lediglich auf Vorbildung, Eignung und Tüchtigkeit, keinesfalls ober auf Zugehörigkeit zu irgendwelchen gesellschaftlichen Schichten gesehen. Der Barmalprozetz. Berlin, 25. San. (TU.) Im Barmatprozeß wurden heute zunächst Staatsbankpräsident Schröder und Geheimrat Rügge als Zeugen einander gegenübergefteUt, um einige Widersprüche in ihren Aussagen aufzuklären. Präsident Schröder erklärt, daß cs die Staatsbank für kaufmännisch richtiger hielt, die Kredite weiter zu geben, als Barmat am 15. Juli nicht zahlen konnte. Der Zeuge Geheimrat Rügge betonte wiederholt, er ljabe gar keinen Auftrag bekommen, Darmat zu Rückzahlungen im Juli zu veranlassen. Er habe aber mit Barmat das Abkommen getroffen, die Kredite zu stunden und allmählich zurückzuzahlen. Präsident Schröder fei damit zufrieden gewesen. genfce Mehrheit stützen kann. TOcrauf eS ankommt, ist. daß bad in Locarno begonnene Werk der europäischen Befriedung nur gedeihen kann, wenn cs unabhängig bleibt vom Wechsel der Partei - K o n st e 11 a t i o - nen, immer vorausgesetzt natürlich, daß sich in jedem Dertragsstaat die an der Regierung befindliche Gruppierung unzweideutig zum Lo- camowerk und seiner Fortführung bekenntl" Das Interesse in London. London, 25. 3an. (£11.) 3m Zusammenhang mit den Verhandlungen über die Bildung einer bürgerlichen Mchrheitereg.erung inTe..tsch- lanb wird in hiesigen amtlichen Kreisen daraus hinaewiesen, daß für die Beurteilung einer solchen Regierung nicht die politische Zusammensetzung, sondern das Verhalten gegenüber den bestehenden Verträgen und Abmachungen maßgebend sei. Auch in dem Marrkabinett, das das Dawesabkommen unterzeichnet hätte, feien Deutschnationale vertreten gewesen, ebenso im Kabinett Luther, das den Locarnopakt untertrieben habe. Von den Blättern widmen heute die „Times" der Regierungskrise in Deutschland einen Kommentar, in dem sie ausführlich auf das Mani - f e ft des Zentrums eingehen. Die in ihm enthaltenen außenpolitischen Richtlinien und laS Verhältnis gegenüber der Reichswehr ents rachen, so meint das Blatt, kaum den Doktrinen der Dcutschnationalen. Falls man von ihnen eine Zustimmung zu diesen Richtlinien verlange, dann müßten sie entweder ihre ganze Dergange-.cheit verleugnen oder beiseitestehen. (Eine Verwahrung des Zentrums. Seine kultnrpolitischcn Abmachungen mit den Deutfchnationalen. Berlin, 25. Jan. (DDZ) Die Zentrumsfraktion des Reichstages nahm in ihrer heutigen Sitzung weitere Berichte über den Verlaus der Verhandlungen um die Regierungsbildung entgegen. Dabei sand die durch gewisse Gerüchtbildungen in namhaften volkspar.e.lichen Bläsern geschaffene Sachlage besondere Beachtung. (Vergl. die „2ägL Rundschau" in unserer gestrigen Zeitungsschau. Red.) Die Deutsche VolkSpar- t e i hat sich den aussichtsreichen Möglichkeiten einer Wiederaufrichtung eines Kabinett- der Mitte widersetzt und auf den Versuch der M e h r- heitSbildung mit den Deut^chnatio- n a l e n hingedrängt. 3m Augenblick, da der Beauftragte des ReichSpräfidentett. der Zen- trumsrnann Dr. Marx, auf Grund des Manifestes seiner Fraktion Verhandlungen ausgenommen hat, schicken sich volksparteiliche Blätter an, die sachlich politischen Ziele des Zentrums durch leere Kombinationen in ein völlig falsches Licht zu rücken, das Zentrum zu diskreditte- ren und eine gemeinsame Abwehrfront des Liberalismus gegen eine angeblich „dem deutschen Geistesleben drohende Gefahr" zu gründen. Das ungewöhnliche dieses Vorganges ist offensichtlich. Demgegenüber sieht sich die Reichstagssrak- tion des Zentrums veranlaßt zu nachstehend formulierter Stellungnahme.' .Mit Staunen und Entrüstung nimmt die ZentrumSsraklion Kenntnis von den geflissentlichen Ausstreuungen volksparteilicher Blätter über kulturpolitische Vorverhandlungen und Abmachungen des Zentrums mit deutschnationalen Kreisen. Solche Verhandlungen ober Verabredungen haben, w.e wiederholt festgestellt worden ist, in keiner Weife ftattgefun- d e n. Solche, jeder Grundlage entbe')reni e Ausstreuungen sind aber geeignet, die politische Atmosphäre zu vergiften und die lausenden Verhandlungen zwecks Bildung einer Regierung auf das ernsteste zu stören. Die Zenlrumsfrartion wird die Verantwortung übe: die möglichen Folgen eines solchen Vorgehens den Urhebern bufer Kombinationen überlassen. Die Deweggrünfce zu ihrem politijchen Verhalten hat dir Zentrumsfraktion in ihrem Manifest offen dargelegt. Sie hat dem nichts hinzuzufügen I" Günstiger Stand der Pariser Verhandlungen. Paris, 26. 3an. (WTB. Funkspruch.) Lieber die Verhandlungen, die General von Pawels mit dem interalliierten Militär-Eomite, das unter dem Vorsitz von Marschall F o ch steht, wegen der Ostfestungen führt, verbreitet die Morgenpresse optimistische Berichte. Das .Journal" hält eine vollkommene Regelung der An- gelegerchcit bis Ende dieser Woche für möglich und kündigt den Zusammentritt der Botschafter-Konferenz, die das le^te Wort in der Angelegenheit zu sprechen hat, für Freitag oder Samstag an. Ooerst Michaelis vom Kriegsministerium soll General von PawelL bei seinen technischen Beratungen unterstützen. Auch der „Matin" spricht von der Fortführung der nunmehr konttadittcrisch geführten Vcrhan^lungen und stellt fest, daß der allgemeine Eindruck günstig sei. iv ' * * ’ • -------------- i Reformdes Ehescheidungsrechts Professor Kahl im Rechtsausschutz. f *' der Staats« 6emi' nar Die Jahre den lang geplanten Bau eines neuen K. J. 0. der dr» Hrrrn Mi pfirsichzarten Teir.b gibf I Schachteln zu 20,30,00 *130 Pfi; diesem Güter« Am Don Trotzen Aul gum Ri WTN. A höflichen 6: die Morde j)Q i|1 «i^ier Aus aller Welt. Neuer Gülerbahnhof In Debra. Bahnoerwaltung beabsichtigt, in Sainei 3m Reichstag wird nach Erledigung kleinerer Vorlagen gegen die Stimmen der Demokraten. Sozialdemokraten und Kommunisten ein Antrag abgelehnt, der einen Fürsorgegesehent- wurf verlangt. Hierauf wird noch ein Antrag des Ausschusses für Ostfragen angenommen bezüglich der durch die neue Grenzziehung notwendig gewordenen Dahnbauten. 3m Hauptausschuß des preußischen Landtags fanden Anträge Annahme, der Stabt Hannover sür die zur Vorbeugung einer Wiederholung einer gleichen Katastrophe wie Der Ty- phusepidemie unumgänglich und sofort notwendig erscheinenden hygienischen und sanitären Maßnahmen einen Zuschuß von insgesamt drei Millionen Am. zu gewähren. DaS türkische LInabhängigkeitstribunal in Angora hat acht Personen wegen Beteiligung an der Ermordung eines Deputierten in Anatolien zumTode verurteilt. Fünf der Verurteilten wurden bereits um Mitternacht gehängt, während die übrigen in contumaciam verurteilt worden waren. ten unserer selbst werden lieh. Vornotizen in China zu finden. 3edoch ist dies wegen verschiedenartigen 3nteressen nicht leicht. Amerikas Sonderstellung in China. Der türkische Ministerrat hat die Bildung einer Freizone im Hafen von Konstantinopel gebilligt. ®ntrittspteii; Gallier, J Uniot Tedner: Nlillioe; ^hlreichez Verminderung der dozent Dr. Steinhaufen, dankte in bewegten Worten für die Ehrung, und seine Schwester sang zum Gedächtnis des Vaters ein inniges Lied mit Steinhausenschen Versen. 3m Aamen von Thomas greiser Schwester Agathe Thoma und der Stadt Karlsruhe dankte Frau Sophie Bergmann-Küchler. Damit schloß die würdige Gedenkfeier. Ausbau des Marburger Kunsthistorischen Instituts. 3m Preußischen Landtag ist folgender deutschnationaler Antrag cing:gang:n: Der Landtag wolle beschließen ,das Staatsministerium zu ersuchen, bei dem 3ubiläums- Kun st in st i t u t an der ^lniversi:ät Marburg 1. eine ordentliche Professur für Prähistorie zu errichten, 2. ein prähistorisches Seminar einzurichten und mit 750 Mk. jährlich zu dotieren, 3. ein planmäßiges Lektorat für Photographie zu schaffen, 4. für Assi« stenzleistungcn im Archäologischen 2400 Mk. einzusetzen. ö>i Särte". pflanz - grtlü! »”Ä fi« ®1P Q),n i < «»'S, 5 S überha^ is-p-i- St» lvel^jch yru Streife gsfi sfiBt* 'Slict urd). werden Liebe ill* ® würde mehr SW ein‘9u geichassenen vierieln seM' manche-" 10. W‘ab-2 ües SSckieM auch 5icht!a^ werden. , 03 Dle Um dir vpa schiebenr Ger für Sperlmg viele dieser 6er Schoden Jede neue Ausgabe ist unwiderruflich von der Bedingung der Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes abhängig. Die Regierung kann kein Anziehen der Steuerschraube ins2luge fassen, sondern wird die Politik der Revision gewisser Steuerbestimmungen der Erleichterung und Herabsetzung befolgen. Aufbesserungen sollen erfolgen aber stufenweise. Mißbrauche werden obaestellt werden. Die — Tagest al ender für Mittwoch. Stadttheater: 7.30 Uhr, „Judith". (Ende nach 10 Uhr.) — Altersoereiniauna 1877—1927: 8.30 Uhr, Gasthof Hindenburg, Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bismarck", 2. Teil. — Asto- ria-Lichtspiele: „Sumpf und Moral". — Der Lichtbtlderoortrag über „Dar Wunderland Ruanda", der auf Veranlassung des Frauenoereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See morgen, Donnerstag, abend 8 Uhr, in der Aula der Universität stattfinden wird, sei allen Freunden des kolonialen Gedankens noch einmal in Erinnerung gebracht. Der Vortragende, Major Köhl, ein alter Afrikaner und Mitkämpfer Lettow- Dorbecks, wird viel Interessantes und Wertvolles aus dem Schatze seiner Kolonialerfahrung zu sagen haben und cs durch das Lichtbild illustrieren. Der norwegische Storthing lehnte einen Antrag auf Abrüstung und einen weiteren auf Be- schränku g des Militärbudgets auf höchstens 25 Millionen Kronen ab. Dagegen wurde beschlossen, daß die neue He:resordnung, die einen Kostenaufwand von 40 Millionen Kronen erfordert, baldigst ausgearbeitet werden soll. Kunst und Wissenschaft. Aranksurl ehrt Hans Thoma und wilh. Steinhaufen. WSR. (Frankfurt a. M., 24. 3an. Sie Stadt öranlfurt nahm dieser Tage e.ne Ehrung zweier Manner vor. deren Aamen mit dem Kunstschaffen der 6:aöt und ganz Deutschlands unlöslich verknüpft sind. Dem Maler HanS Thoma, der in Frankfurt die glücklichsten und schasfenSrcichsten 3ahre seines Lebens verbrachte, und -dem Frank- fur.'er Maler Wilhelm Steinhaufen wid- me'e der Magistrat der Stadt Frankfurt zwei Gedenktafeln an den beiden Nachbarhäusern in der Wolssgangstraße, wo die Meister in Freundschaft verbunden ihrer Kunst lebten. 3n der s cinhausenschen V.lla, im Kreise der Kinder und Enkel des Frankfurter Künstlers, wo seine Meisterwerke von ben Wänden bl den, fand vor einem auscrwählten Kre.S eine schlichte Feier statt. Stadtrat Meckbach übergab die beiden Tafeln im Aamen des Magistrats der Oeffent- lichleit als Zeichen der Dankbarkeit der Stadt Frankfurt, wobei er in feinsinniger Weise auf die tiefe Freundschaft der be den sich in vielem so ähnlichen Künstler hinwies und als Haup züae ihres Wesens ihre 3nnerlichkeit. ihren Ernst und besonders ihre Menschensreundlichkeit hervorhob. Der Sohn des Frankfurter Künstlers, Privat- sich nach dei Singen sollt' Augelalltn lo sichtig und n tenö andere in ihr« Zlinte lomm diele Desahr dehals. A hlaunclle, 01 lich sehen, Oft wird a geschossen, v kein T»gell' in Ferien v hatten. Aw Rudolf Fi buch gegen angeführten alS wirksam gen von Tot linqsbrut fei •* Sie 5 in Obeu&aultt mäne Konrad d;en. Erlösche L.cinbach, 21 (Äteiä lübir feit»; Mhe und D»lssh ** Der neue hessische Oberlandes, gerichtspräsident. An Stelle des kürzlich in den Ruhestand getretenen Oberlandesgerichtspräsi' denken Lang wurde Landgerichtspräsident Dr. Stein (Darmstadt) zum Oberlandesgerichtspräfl, denten ernannt. ** Die Inhaltsverzeichnisse unserer Beilagen „Gießener Fomilienblätter" und „Die Scholle" sind in der heutigen Ausgabe enthalten. Interessenten seien darauf besonders aufmerksam gemacht. Die Stadtverordneten»Sitzung am kommenden Freitag nachmittag, 5 Uhr beginnend, wird sich u. a. mit folgenden wichtigen Vorlagen zu beschäftigen haben: Gewährung eines Darlehens von 75 000 Ma k an den Dolts- halleverein. Wohnungsbauprotjramm für das 3a hr 1927. Einführung von einheil ichen Sam- melgeiäßen für den Hausmüll. Errichtung der Oberprima in der Studienanstalt. GewerdeauS- stellung 1927. ** D e r Ausmarsch unserer Garnison zu der Winterübung bei Wabern erfolgte gestern nachmittag mit militärischer Pünktlich clt unter Vorantritt klingenden Spiels. Die Bevölkerung wohnte dem interessanten militärischen Schauspiel nur in geringer Zahl bei, da die Nachricht von dem Ausmarsch nicht rechtzeitig bekannt geworden war. Das Bataillon kehrt heute, Mittwoch, abend 9 Uhr,, hierher zurück. Dabei werden unsere Mitbürger sicherlich zahlreicher zur Stelle sein. ==ö. Städtische Holzver steige- rung. Bei der gestrigen Drennholzversteigerung der Stadt Gießen wurden folgende Durchschn tls- preise erz el!: Eichenscheiter 10,50. Eichenlnüppel 950, Kiefernlnüppel 8.20, Fichtcnknüppel 7, Eschenknüppel 10, ällmen.nüppel 10.40, Eichenstöcke 6,20, Kiefernstocke 5, F chlendeckreisig 4 Mark je Aaumme.er, Eichenre.sig 18. Kiefernreisig 12. Wermuthsiiefernreisig 12. Fichtenreisig 10,50, Eschenreisig 20 Mark je 100 Wellen. —D i e Autoverbindung Steinbach— AlbaL — Gießen wird sic.) nun nach langwierigen Verhandlungen mit der ReichS- bahn-Gesellschcft verwirklichen. Die Reichsöchhn verlangt nämlich, daß daS Auto den Ort Steinbach nicht nur mit Gießen, sondern auch mit der Station Garbenteich verbinden soll. Die Firma Aßmann und Schneider-Gießen will mit einem 34°Siher den Verkehr übnehmen. *• Eine beachtenswerte Anregung zur Schaffung von Kleingärten gibt ein aufmerksamer Dwbachter in der nachstehenden Aus der Provinzialhauptflaöt. Gießen, den 25. 3anuar 1927. Feierstunden. Das Leben unserer Zeit ist eine ewige Hetzjagd. Vom frühen Morgen bis zur Mitternacht ist die Zeit hinter uns her, peitscht sie und von Stunde zu Stunde. läßt uns um die Minute kämpfen. Kaum baß wir uns einmal auf uns selbst besinnen, ausschwingen, in einer inneren stärkenden Auhelage für eine Zeit verweilen können. Tempo? Tempo! Das öffentliche Leben der Gegenwart kennt alles mögliche an Zerstreuung, nur j nen ruhenden Pol nicht mehr, wie es brr Abend fein müßte, öie Tageszeit, in der sich der menschliche Gefamt- organismus naturnotwendig durch ein physisches und Psychisches Abklingen auf einen gefunden Schlaf einzustellen hat. Viele stürzen sich mit abgewirtschafteten Aerven in abendliche Vergnügungen (an denen eS ja nirgends mangelt) oder sitzen irgendwo mit Gleichgesinnten in nicht gerade der gesündesten Luft beisammen, nur die eigenen vier Wände haben für sie nicht mehr jene magnetische Kraft, dir früher das abendliche Heim zum 3ungbrunnen für den neuen Tag werden ließen. Die Menschen von heute sind meist Massengeselligkeitsanbeter. Jener feine Hauch des gegenseitigen Gebens und Rühmens. jene seelischen Zwiesprachen in engem, aber verstehendem Kreis, die die Geselligkeit vergangener 3ahrzehnte zu einem wertvollen Kulturfaktor erhoben, ist heute vielfach im Materiellen erstickt. Meist hat man sich nichts oder nur wenig zu geben und desto mehr zu nehmen. Gemütlichkeit und Behaglichkeit sind für die meisten veraltete Begriffe geworden unb durch laute Ersatzmittel verdrängt. Man will sich amüsieren, jeder für sich und nach seinem Geschmack. Das Gefühl für ticsmenschliches V?rbundensein. mit Familie, mit Verwandten oder Freunden, die man hin und wieder am Abend bei sich zu Gast hatte, ist leider allzu stark ver'andet. Wenn schon, dann trifft man sich gelegentlich in öffentlichen Aäumen. llnö geht, ohne sich innerlich bereichert zu haben, wieder auseinander. Der Zauber deS Abends, in dem unsichtbar und kaum erfühlt etwas von dem Geheimnisvollen des Weltalls schwingt, drinnen und draußen. daS uns Zu unZ selbst zurückfinden, an unS selbst nicht verzweifeln läßt, ist etwa- Unschätzbares, um das es sich verlohnt, dem Begriff Häuslichkeit wieder eine lebendige Seele einzuhauchen. Aach des TageS Arbeit soll Der Abend erquickende Feierstunde sein, losgelost von dem Schreckgespenst Zeit, daS uns zu ruhelosen Schat- bahnhoses in Bebra in Angriff zu nehmen. Es handelt sich um ein gewaltiges Projekt. Die Anlagen werden sich bis nach Meckla, eine Strecke von etwa 80 Kilometer, erstrecken. Es sollen eine Eilgüter« und eine Stückgutumladestelle gebaut, sowie umfangreiche Gleisanlagen geschaffen werden. Die Erdarbeiten erfordern schätzungsweise eine Bewegung von etwa einer Million Kubikmeter Erde. Die Fulda muß von Meckla bis Blankenhain verlegt werden. Der vergrabene Geldschah. In Wiesbaden entdeckte man, daß aus einem von Köln gekommenen P o st b e u t e l ein Geldbeutel mit 1500 Mark Inhalt verschwunden war, und es war unerklärlich, wohin das Geld gekommen war. Einiae Tage später wurden der Post aus einem Dorfe im Westerwald 700 Mark anonym zu- geschickt, und die Postkriminalisten entdeckten, daß die Schrift Aehnlichkelt mit der Handschrift eines Obcrpostschaffners in Wiesbaden hatte. Als die ein- gezahlten Geldscheine nachgeprüft wurden, fand man auch Bodenreste an ihnen hängen. Der Oberpostschaffner gestand die Unterschlagung ein und führte die Kriminalbeamten unter einen Apfelbaum, wo er einige Meter unter der Erde ein Käst« chen ausgrub, das den Rest des veruntreuten Geldes enthielt. Der ungetreue Beamte, der schon 40 Jahre im Dienste war, wurde sofort suspendiert. Ein Jubiläum des Kaffees. Das Jahr 1927 bringt für den brasilianischen Kafseebau ein Jubiläum. Vor 200 Iah- ren wurden die ersten Kaffeesträucher von Westindien und Guyana nach Brasilien gebracht. Zu Ehren des um die Kaffeekultur hochverdienten Dr. Deaffert soll im Landwirtschaftlichen Institut von Campinas eine Bronzebüste aufgestellt werden. Die Moabiter AklendiebstShle. Rach Informationen des „Derl. Tagebl." werden sich die Behörden mit der Aufklärung von weiteren 50 neuen Fällen von Aktendiebstählen zu beschäftigen haben, die jedenfalls noch eine ganze Reihe von Verhaftungen zur Folge haben durften. Zur Zeit prüfe man in den einzelnen Gerichtsschreibe, relen der Staatsanwaltschaft 1 die dort liegenden Aktenbände nach. Dabei hätte sich schon jetzt ergeben, daß über 50 weitere Strafakten in Moabit verschwunden sind. Den Nebermul mit dem Tode bezahlt. 3n Paris trank ein ILjähriges Mädchen, dem man bei einem Gelage den Vorwurf machte, daß es angeheitert fei, um baS Gegenteil zu beweisen, eine Flasche Aum aus und schickte sich Dann an, zu tanzen. Kaum hatte sie einige Schritte getan, als sie vom Herzschlag getroffen tot auf am - menbrach. Der höchste Schornstein Europas. 3n Bochum wurde für Guhstahlfabrlkation der wahrscheinlich höchste Schornstein Europas in Betrieb genommen. Der Schornstein dient zur Abführung von Gasen und ist 141 Meter hoch, erreicht also fast die Höhe des Kölner Doms. Der Oberdurchmesser de<> Riesen mißt 5 Meter, der Durchmefser der Fundamentplatte gar 19 Meter. Tin perfonenjug von einer Lawine verschüttet. 3n 3apan ist ein Personenzug von einer Lawine begraben worden. Sämtliche Reisende find wahrscheinlich umgekommen. Raubüberfall. In Hamburg überfielen zwei Männer den 75 Jahre alten Inhaber eines Zigarrengeschäftes, warfen ihn zu Boden und fesselten den lieber, fallenen. Dann raubten die Verbrecher 450 Mark und verließen das Geschäft. Der alte Herr konnte sich aber bald befreien und Anzeige erstatten. Erdrutschkalastrophen In Italien. Die Ortschaft L a g h i t e l l o in Calabrien muhte geräumt werden, da Der Lehmboden, auf dem Die Ortschaft aufgebaut ist, infolge der Regengüsse ins Rutschen gekommen war. 20 Fa- mll en wurden obdachlos. Auch aus Campiglia bei Spezia wird ein Erdrutsch von zwei Quadratkilometern Ausdehnung gemeldet. Große Me n- und Ollvenplantagen wurden verachtet. Das seismograph.sche 3nstltut in Dendanti Faenza meldet heftige Erdbeben. Die Apparate blieben drei Stunden lang gestört. DaS Zentrum des Bebens liegt 10 000 Kilometer In östlicher Richtung. Riefengeldstrafen für Autoschmuggler. Wegen verbotswidriger Einfuhr von 15 Kraftwagen und Zollhinterziehung wurden ein Autohändlcr aus Offenburg und ein Mechaniker zu je 180 000 Mark Geldstrafe bzw. einem 3ahr Gefängnis und ein Berliner Ingenieur wegen Anstiftung zu 90 000 Mack Geldstrafe verurteilt. Außerdem wurde Die Beschlagnahme von sechs fichergestellten AutoS cerfügt. Für neun nicht ermittelte Wagen wurden die Angeklagten zum Werterfatz von 51 000 Mark verurteilt. Lin „Bund der evangelischen Kirchen" in der Tschechoslowakei. Am 2. Februar wird d.e Gründung des ..Bundes der evangelischen Kirchen" in der Tschechoslcwakci Dorgenommen werden. Der Bund wird die Angehörigen der in der Republik bestehenden sechs evangelischen Bekenntnisse — zur Ze t 600 000 Seelen — umfassen. Die deutsche evangel sche Kirche. Die Reformierte Kirche in der Tschechoslowakei und die Freie Reformierte Kirche verbleiben Dotläufig außerhalb dieses VerbandeS. 1 ■ Neuyork, 25. Jan. (TU.) Im Weihen Haus wird erklärt, daß die Vereinigten Staaten ein von den fremden Mächten unabhängiges Vor- .gehen in China vorbereiten. Der amerikanische ' Standpunkt sei deshalb von dem der anderen Mächte grundverschieden, da diese große Konzessionen in China besäßen. Der Auswärtige Ausschuß des Abgeordnetenyaufes faßte eine Resolution, nach der die Regierung unverzüglich Verhandlun- aen mitChinaaufderBasisderGleich- berechtiguna aufnehmen soll. Staatssekretär Kellogg beabsichtigt, innerhalb der nächsten 48 Stunden eine hochwichtige Erklärung über Amerikas China-Politlk abzugeben. Pomcars vor -er Kammer. Die Erfolge der Ltabilisierungspolitik. Paris, 23. 3an. (WT2.) Dor dem Finanzausschuß der Kammer hat Finanzminister Poin- care heute Die angekündigten Erklärungen über seine Finanz- und Währungspolitik abgegeben. Die von feiner Regierung getroffenen Maßnahmen hätten durch normale Mittel und ohne Erhöhung der öffentlichen Schuld dem Schatzamt die wünschenswerte D^wegungSfreiheit gegeben. Außerdem habe der Staat zum ersten Male seit dem 31. Dezember 1921 d?r Bank von Frankreich zwei Milliarden Vorschüsse zurückzahlen tonnen. Der Dörsenwert der sranzosischen S aats- papiere und Renten sei durch die getroffenen Maßnahmen so gestiegen, daß er gegenüber Dem 3ahre 1926 für Die 3nhaber von Staatspapieren einen Mehrwert von 17 Milliarden Frank dar- stelle. 3m übrigen habe das Schatzamt feit Beginn dieses 3ahreS keine Devifenkäufc mehr vorgenommen. Die Dank von Frankrrich habe die Äeberwachung des Devisenmarltes übernommen und es sei ihr gelungen, eine Stabilität des Kurses für den Frank auf Dec Grundlage eines Sterlingkuries von etwa 122 zu erzielen. Rach Ansicht aller zuständigen Persönlichkeiten fei eine legale Stabilisierung des Franken nur nach längerer Dauer der tatsächlichen Stabilisierung möglich. Die Dank von Frankreich werde olles tun. um Den Franken auf der Par.t.it von 122 £ zu halten, um der Industrie die Möglichkeit zu geben, sich auf dieses Dert- verhältniS einzustellen. Belgiens Finanz- unb Wirtschaftslage. Brüssel 25. Jan. (WTD.) In der Kammer gav Miniiterpräsident Jaspar eine Erklärung über Die Finanz, und Wirtschaftslage des Londes ‘ab. Er erkannte an. daß die Entwertung des Franken Auf. befierungen der Pensionen unvermeidlich mache, betonte aber, daß vor allem das Gleichgewicht des Staatshaushalts und die Flüssigkeit des Staatsschatzes aufrechterhalten werden mühten. bebienfteten ist gegenwärtig im Gange. Das Hauptproblem besteht in der Befolgung einer großzügigen Sparpolitik. Wir müssen erzeugen und ausführen. Die Not Memels. fruchtlose Borstellungen in Äowno. K o w n o, 25. Jan. Die in Kowno zur Zeit an- wesenden Mitglieder der memelländifch- deutschen Fraktion des litauischen Landtags wurden heute bei Ministerpräsident W o l d e m a « ras vorstellig, um mit ihm aktuelle memellän- dische Fragen zu besprechen. Die Abgeordneten fragten den Ministerpräsidenten zunächst, ob die Auflösung des memelländifchen Landtage zurückgenommen werden würde. Der Ministerpräsident gab der Ansicht Ausdruck, daß das nicht möglich fei, do die Auflösung schon be- kanntgemacht worden sei. Es müsse daher bei Der Auflösung bleiben. Die weitere Frage, ob in Anbetracht der bereits ausgeschriebenen Wahlen der Kriegszustand aufgehoben imb die Presse- und Versammlungsfreiheit wicderhergestellt würde, beantwortete der Minister« Präsident ausweichend, indem er erklärte, es könnten Wahlversammlungen abgehalten werden, und auch die Presse werde schreiben können, „wie es nötig wäre". Die Frage der Bildung des Landesdirektoriums wurde sehr ausführlich besprochen, ohne daß jedoch eine Uebereinftim« mung der Ansichten erhielt wurde. Der Ministerpräsident blieb bei seiner Auffassung, der Landtag habe nicht gewollt, d. h. er habe die Verständigung nicht gewollt. Auf die Frage nndi der Ursache der Auflösung antworicte der Ministerpräsident, es wäre Pflieht der Abgeordneten gewesen, zu der von dem Gouverneur des Memelgebietes auf Grund der Memelkonvention einberufenen außerordentlichen Landtagssitzung zu erscheinen. Die Abgeordneten hätten in dieser Sitzung Ja Dem neuen Direktorium ihr Mißtrauen ausfprechen können, wenn sie mit ihm nicht einverstanden gewesen wären. Das Fernbleiben von der Sitzung sei aber ein offener Boykott, der sich um so schärfer aus» wirke, da, wie er gehört habe, an dem betreffenden Tag ein Teil der Abgeordneten des Landtags in Pogegen zusammengekommen sei. Das wäre ein revolutionärer Akt, der noch Folgen nach sich ziehen werde. Die Abgeordneten erwiderten, daß es dem Ermessen Der Abgeordneten überlassen bleiben müsse, an den Sitzungen teilzunehmen oder nicht. Es stehe ihnen durchaus das Recht zu, den Sitzungen fernzubleiben, und sie hätten keinem Befehl zu gehorchen. Zum Schluß erklärte der Ministerpräsident, daß Neuwahlen schon deshalb erfolgen müßten, weil bei den letzten Land» tagswahlen nahezu 8000 Optanten mitgewählt hätten. Es sei aber nicht angängig, daß deutsche Staatsangehörige Vertreter im memelländischen Landtag hätten. Im übrigen habe Der Landtag gezeigt, daß er gedeihliche Arbeit nicht leisten wolle. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident v. Hindenburg empfing Den preußischen Ministerpräsidenten Braun. (Einigung Chinas? Gegen die britische Expedition. London, 25. 3an. (WTV. Funrsvruch.) Der Sonderberichterstatter Der ,Ch.cago Tribüne meldet aus Schanghai von D^enstagmitternacht: „Die Entsendung britischer Truppen nach Schanghai Deutet auf Die W^lichkeit einer baldigen Bereinigung aller Parteien gegen England hin. General Tschang-3u- Siang, der Sohn des Marschalls Tschang-Tso- Lin, etllärte in einem 3nterview: „Wenn die En§länder Gewalt anzuwenden suchen, so bin ich sicher, daß alle Ehinrsen, gleichviel ob aus dem Rorden oder aus dem Süden, Schulter an Schulter zur Derteidiguna des Landes ausstehen werden. Das Vorgehen der Rattonaiisten in Hankau und Kiukrang war sehr unvorsichttg, aber die Ehinesen haben lange unter ungerechter Behandlung gelitten. Wenn ti? Engländer ein großes Geschwader nach China schicken, so glauben sie anscheinend, daß sie uns die Kehle ^uschnüren können, aber wenn es zu weiteren Mißhandlungen fomrnt werden die Engländer den Rorden upd Süden geeinigt finden. Der General schloß: »Wir müssen die Souveränität der Ration ausrechterhalten. Die Zeit ist gekommen. Dem Bürgerkrieg ein Ende zu machen, die streitenden Parteien zu einigen und das ganze Land zu verteidige n." Eine weitere Meldung des gleichen Tericht- erstatters aus Schanghai besagt: Hiesige ame- riranische Beamte sind ausgesprochen betümmert . über die Lage und glauben, daß die Absendung brittscher Truppen nach China einen gefährlichen Zustand in den Beziehungen Chinas zu allen fremden Mächten schaffen wird und daß ein Boykott des ganzen ausländischen Handels sicher herbeigeführt werden würde. Die englische Aktion in China. London, 25. 3an. (WTD.) Rach Dem „Evening Standard" erklärte Generalmaior Duncan, Der britische Reichsgeneralftab ljalie vorläufig nicht Die Absicht, einen „Oberbcfe^ld- haber" in China zu ernennen, da eine solche Ernennung einen Kriegszustand bedeuten würde, Der nicht bestehe und auch nicht erwartet werde. — Die nationalistischen Zeitungen 3ndienS wenden sich scharf gegen Den Transport indischer Truppen nach China. ^Bombay Chronicle" und andere Blätter geben ihrer Sympathie für die chinesischen Rationalisten und die Kantonregierung „in ihrem Kampf zur Befreiung ihres Landes von der Fremdherrschaft" Ausdnick. Die in Kalkutta erscheinende Zeitung ^Patrika" begrüßt die Erklärung des Arbeitsausschusses des Rationalkon- gresfes. Die sich gleichfalls gegen die Verwendung indischer Truppen In China ousspricht. Starke Zurückhaltung Japans. Tokio, 25. 3an. (WTD.) Aus verschiedene an ihn gerichtete Fragen erklärte Der japanische Minister des Aeußern Shidehara im Parlament zur japanischen Politik in China: Obgleich 3apan nicht in allen Punkten der britischen Politik in China folgen kann, so bleibt Doch Die japanisch-englische Freundschaft unverändert bestehen. 3apan erblickt nur geringe Anzeichen Dafür, Daß Die Kantontruppen bolschewistisch gesinnt sind. 3hre Haltung gegenüber Den 3apanem i st nicht unfreundlich. 3apan sucht mit Den anderen Mächten Die gemeinf ame Plattform '!**< ■in9'" in "?1 3S it |i’,n änet hJ?8 . 8iil )V?5tU'to,r4Ä K^iKr a X?1jS. Jj* ÄWR LlHrx ’™Rt *ö'*^ 6,19 * *«Ä5 Ätet- w wW ff nd nach i,i^ llch «M, lcMick-zV?k!chinaL m MM A^.di, ffÄa&Sj Äff " L taÄtart«taÄ '5^"ä £gtn ftiflcm hoben: Seloägrung 7500Q W-! an ta W igslauproMMM lur oas mg von einhelt tchen 6am Msmüll. örnailungfr tudienanstalt. SemerbeauS« !»!Ä$ Jabel »erben Neu W nen-nü-p-lL '^Äarl je *‘sV»=^S ieien. 1*1®’ ?üb:r>E,InrrgvnS sAM ^Zuschrift: ,3m allgemeinen werden nur wenige Gären in Plenen rich/g bewirtschaft«. Die neiften Gurten s.nü zu dicht mit Obftbuumcn be- pflanzt, dadurch Wersen diese Pflanzungen keine rich: gen Erträge ab. und der Boden selber ift Burd) die Beschattung nicht zur Garienlultur geeignet. Man vergleiche in dieser Hinsicht die ©arten am Rahrungsderg. Hier leiden die Damn- pslanzungcn sehr an den Obstbaumschüdlingen. ein großer Teil ist von der Blutlaus befallen, und müh e durch starke Lichtungen Wandel geschossen verden. Aon den Tri ebvierteln werden kaum 5 Proz. richtig bewirtfchaftet. (Sine Fruchtfolge ist h er überhaupt nicht zu beobachten! jede- Jahr verden die Stücke m t Kartoffeln bepflanzt, der Meerrettich und das Unkraut wuchert in der chSnsten Weise und von einer Rentabilität kann keine Red: lern. Hier müftte unbedingt die Stadt ourch 6d)dffung von Kleingärten mit gutem Seispiet beginn.n. Die einzelnen Gärtchen wären iur 250 bis 300 Quadratmeter grob zu bilden, einzuzäunen und mit Waller zu verlehen. Dadurch wäre das nicht hinreichende Pflügen aus- geschaltet und die Spcaenluliur würde einseyen. Die Pach.preile für diese Kleingärten würden höher werden, die Pächter würden mit mehr Liebe ihr Gärtchen bebauen, der Gemüsebau vürde mehr ausgenommen werden, die sicheren Erfolge cin.ger Pächter würden zur Racheiserung inspornen, und eS wäre ein? Lust, durch die ;efchaffen, 27 533 P. S ; S r e i n i n d u st r i e. 1014 Be riebe >, 15 236 heschästigte Personen (davon 1272 weibliche>. 29 000 P. S ; Metallindustrie 3679 Betriebe. 14 341 beschäftigte Perwnen (da- von : 61 < we bliche). 8303 P S ; Ehemllche Industrie: 249 Betriebe. 12 470 beschästig « Personen ibaoon 3134 weibliche), 26 503 P. S.; von sonstigen IndustriellP.irben Hessens find noch bedeutungsvoll die Papierindustrie mit 9252, die eleltrotechnische Industrie mit 4431, die Tertll- Industrie mit 4314 und die Wasser-, GaS- und ElektrizitätSveriorgung ml: 3t81 be chäftigten P.r- onen. Der Rest entfällt auf sonstige Industriezweige. In der Abteilung Handel und Verkehr wurden insgesamt sestgeste'.U 35 696 Betriebe mit 101 025 beschäftigten Personen idavon 31 121 weibliche) und 932 003 P.S. an motorischer Krast. An der Spitze dieser Abteilung steht das HandelSgewerbe mit 26 334 Betrieben, 59 268 beschäftigten Personen (davon 21 121 Weibliche) und 40 030 P. 8.; bann folgt das Verkehrswesen teinschlietzlich Reichsvost und Reichsbahn) mit 2853 B:lrieben. 29 269 beschäftigten Personen (davon 1281 weiblich) und 912 000 P. S.; an letzter Stelle kommt das Gast- und Lchankwi rtschaftSgewerbe mit t240 Betrieben. 13 515 beschäftigten Personen (wovon 8111 weiblich) und etwa 1030 P.S. Die Abteilung Gesundheitswesen und hygienisches Gewerbe weist 2376 Betriebe mit 8531 bewältigten Personen auf. in der Abteilung Theater-, Musik - und S ch a u st e l l ungs- getoerbe wurden gezählt 540 Betriebe mit 2056 beschäftigten Personen, während in der letzten Abteilung (Richtlandwirtfchaftiiche Gärtnereien sowie Tierzuchtanstalten und Fischerei- Dctriebe) 703 Betriebe mit 1948 Angestellten fest- gestellt wurden. Buntes Allerlei. Dom Dersteckspiel der Sprache > Auch wenn man den Ausspruch des großen Diplomaten Talleyrand nicht anerkennt, nach dem die Sprache dazu sein soll, um unsere Gedanken zu verbergen, muh man doch zugeben, dah wir alle in unseren Ausdrücken bisweilen Versteck fptelen und unangenehme, grobe ober peinliche Dinge gleichsam mit einem freundlichen Sprach- gewand umhüllen. Solche „schonenden" Ausdrücke kennt bereits die griechische Sprache alS eine besondere Klasse von Wendungen, und die Alten waren überhaupt in solch zarten Andeutungen des Unabwendbaren groh. „Wären die Troer nur nicht Feigherzige, traun, es umhüllt längst dich ein steinerner Rock für das Unheil. daS du gehäuft hast!" So sagt Hektor in der „Ilias" zu dem Bruder Paris, der den zehnjährigen Kampf um Troja verschuldet hat und dem er damit auf feine Weise zu verstehen gibt, er verdiene eigentlich. gesteinigt zu werden. Auch heute noch Hebt man, wenn man vom Sterben sprechen mutz, älmschreibungen. wie Abscheiden. Dahingehen, wir nennen den Tod den letzten oder ctotgen Schlummer. Goethe war besonders erfinderisch in der Verschleierung dieses Schicksals aller Menschen und findet in den Briesen feiner Spätzeit immer neue Bezeichnungen, wie abberufen werden, entschwinden usw. Den gewaltsamen Tod mochte man früher noch viel weniger beim rechten Rainen nennen, und vor allem hat man dem Galgen eine älnzahl von Benennungen gegeben, wie z. B. „das breibeinige Tier", „die Herberge zu den drei Säulen" usw. Anstatt zu sagen: „er kommt an den Galgen", spottete man: „er mutz auf einem hänfenen Pferd zum Himmel reiten", „er hält Hochzeit mit der Jungfer Strick", „bekommt einen hänfenen Äragen" usw. Aber "tcht nur das Schreckliche, sondern auch das Grobe wird verhüllt. Man sagt feinem Rächsten nicht gerade a auf den Kop:. er sei ein Faulpelz, sondern beutel ihm feinen Feh.er mit der Wenduiig an Heber zu grotzen Fielst hat sich bei dr auch noch niemand beklagen brauchen". Gin besonders ieobasteS Vcrsteckspicl treiben in ter Sprache Witz und Humor Der Student, der keinen Onkel anpumpen will, wird nicht mit Der Tür ins Haus fallen, sondern lieber schreiben. „Leider ist der Bestand meiner Kasse so we r gesunken, dast ich grade noch einen unfrankierten Bries an Dich schreiben kann". Aus die Frage: ..Darum gehst du deinem Schneider aus dem Wege?' wird dn wohlerzogener Mensch das peinliche Wort Schulden vermeiden, sondern er wird licoer ein wenig verwickelter, aber dafür wohlklingender erwidern: ..Ach. weistt du, der ist mir noch die Quittung über zwei Anzüge schuldig". Heine kam einmal ganz vergnügt cuj5 einem schlechten Konzert, und aU man ihn nach dem Grund fragte, sagte er: „Ich habe eben acht gute Groschen verdient: mein Billett hat 16 Groschen ge!ostet, und ich habe mich für einen Taler gelangweilt'. In einem so grotzen Augenblick, wie dem des Heiratsantrags. wird der taltvolk Lieohaber nicht mit der Tur ins HauS fallen, sondern er wird sich vielleicht zu der Wendung ausschwingen: „Hätten Sie etwaS dagegen einzuwenden, mein Fräulein, wenn m.r zur gleichen Zeit und am selben Ort Hochzeit hielten?" Drrft'/'ter war schon die Antwort eines Mannes. T$r in unglücklicher Ehe lebte, aus die Frage ißj) der Zahl seiner Familienmitglieder: „Meine Frau und ich, macht zusammen acht", sagte er und deutete so an. dast seine Ehehälfte eine böse Sieben fei, ohne sie so zu nennen. Geistvolle Männer spielen gern mit der Sprache Versteck, wenn sie scharfen Urteile nicht direkt abgeben wollen. So sagte Liszt von dem Spiel einer Dame, die durchaus sein Urtext hören wollte, sie nehme die leichtester Passagen mit der größten Schwierigkeit, und Rubinstein riet einer Künstlerin, d.e ihm vorspielte und die dann fragte, welchen Beruf sie einschlagen solle, so möge so rasch wie möglich heiraten. Seriba aber fand bei einer solchen Anspielung einen schlagfertigen Gegner Gin junger Schriftsteller bat Ion. er möge doch in ein Lustspiel. das der Anfänger geschrieben, ein paar Keine Szenen hlneinarbeiten: dann werde man das Stück eher annchmen. ..Gs steht geschrieben, du sollst das Pferd und den Sfcl nicht zusam- menspannenl" erwiderte Scriba stolz, woraus der andere sofort erwiderte: „Aber wie kommen Sie dazu, mich ein Pferd zu nennen!“ Wcltcrvorautzsane. Schwankende, im ganzen wenig veränderte Temperaturen, meist bedeckt und stellenweise Nebel ohne Niederschläge von Bedeutung. Gestrige Tagestemperaturen: Marimum 3 Krad Eelsius Minimum minus 0,9 Grad Celsius. Heutige Nlorgeiueniperatur minu- 0,6 Grad Celsius._______ Eprcckiüttt'.dctt der ihcDafnoii. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag», Samstag nachmittag geschlosien. Für unverlangt eingrfanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird feine Gewähr üvernommen. llntcigenauftrdge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Bei Grippegefcchr iaujcn.cn 4t3id Fraoeovereio v.Hoien KßU! i. Dealsche überSee Um Donnetstaa, dem 27. Januar, abends 8 Uhr. in der Vrohen Aula der Univerfltät: AMk-NlkU bei Herrn Major Köhl aus Würzburg — Mitkämpfer von Lettow-Dordeck — über Eintrittspreis: 0.50 Mk. Karten sind im Dorverkauf bei Herrn Cha Iller, Neuenweg, und bei Herrn Oberassistent fRitter, Universität, sowie an der Abendkasie erhältlich. 315 WMM WM" Oost- und Bartenbau-Verein Am Sonntag, dem 30. Januar 1927, 3' ilbr nachmittags, bet Rahneseld (»Pfälzer Hof-), Schanzenstratze »MeSri-SkilM«« Redner: KrelS-Odstbaulnspektor Klip, Wehlar. BtiMiiüüje LelMlullgsmilMn v.SWuMWdttge -Wegen der Wichtigkeit der zur Besprechung stehenden Fragen ist zahlreiches Srfch.'inen erwünscht. Der Vorstand. 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Soeben ist in Prag eine bcbeutlame Äa» binetierctcnftruftlon vorgenommcn worden, indem zwei Slowaken in des Mini st e - 11um Echwehla ei n oe treten lind, dem derei s 3 :• e i deutsche Minister anaehören. Bon den sechs Nationen, die die Tschechoslowakei umschlicht, sind nunmehr drei an der Regierung beteiligt. 3m Ministerium unvertreten bleiben die Ungar n. von denen eine Millron in der Tichccheslowakei an.ässig ist. sowie die zwei kleineren Nationalitk.en. dir 430 003 Karpatbo- r u f f e n und die 150 OCO Polen. Die Ausnahme drr Slowaken in die Regierung lag schon im Plane drS SystemwechsclS. der im vorigen -erbst v rgcnommen wurde, als an Stelle der verkrachten allt chechischen Koalition eine bürgerliche Regier/ ig trat. Die Stärkeverhältniise im Parlament beacht n eS mit sich, dah eine bürgerliche Regierung die Mehrheit nur erzielen konnte, wenn die bürgerlichen Gruppen der T.chechen, Deutschen uni) Slowaken sich zu'ammenschlossen. 3m Ok ber. als die neue Regierung ernannt wurde. drillen außer den ursprünglichen siche- chiich bü», glichen Regierungsparteien bloß die deutschen Bürgerlichen zwei Minister auf. Diese Sinigung l itte sich schnell vollzogen, weil die Deutschen keine Bedingungen für ihren Eintritt in'tue Regierung stellten und mit einem Blankowechsel auf die Zukunft in die Regierung gingen. Ander« die Slowaken. Ihr Wunschzettel enthielt ein Dutzend Forderungen, darunter als schwerwiegendste da-Verlangen nach weitestgehender Autonomie der Slowakei unter aus'chlichlich slowuki'cher Leitung. Das mar ein Begehren, dem sich die scharf zentralistisch eingcfteltcrt Tsche^en nicht anpassen wollten und so blieben die Slowaken zunächst außerhalb des Ministeriums. Rur durch das Der- iprechen. daß über ihre Forderungen weiter .> e r b a n ö \ t werden würde, liehen sie sich letoegen, der Regierung bis auf weiteres ihre Stimmen zur Verfügung zu stellen, von denen bte Mehrheit deS Kabinetts abhing. Drei Mo- natc muhte verhandelt werden, ehe man zu Vereinbarungen gelangte, die nunmehr den formellen Anschluß der slowaki'chen bürgerlichen Aruppe, der Hllngapattei, an die Regierung des Bürgcrbkdd gestattet haben. Die Vereinbarungen bringe^ den Slowaken eine teilweise Er- iflllung ihrer autononristiichen Wünsche. DiefeS Ereignis ist vor allem deshalb bemerkenswert. tofil t3 ein weiterer toi 5 tiger Schritt auf Dem Wege zur Umwandlung des na - lionalpolitischen Charakters des Staates und zur Anpassung seiner äußeren Fassade an seine wahre innere Struktur ist. Die Tschechen haben der Republik die Form eines tschechischen Rationalstaates gegeben, indem fic behaupteten, daß Tschechen und Slowaken ein einheitliches Volk seien, das bloß zwei Mund- arten spreche. Sie haben Den staatsrechtlichen Begriff Des tschechoslowakischen Volkes gekauften. das einen Block von neun Millionen Dar» stellte, und haben mit einem ganzen Arsenal Ton Beweisen bar au tun versucht, daß diese neun Millionen ein Recht befäfoen, viereinhalb Millionen anderer Volkszugehörigkeit zu beherrschen. Selbst wenn Die tschechischen Thesen sich als richtig erwiesen hätten, wäre wohl ein sogenannter Ra- nonalftaat mit einem Drittel fremDnatlonaler Bevölkerung auf die Dauer unhaltbar gewesen. Aber Die Entwicklung ist wesentlich beschleunigt worden durch Die sehr energische Ablehnung d e r S l o w a k e n, mit den Tschechen verschmolzen zu werden. Schon in den allerersten Jahren der Republik rückten einflußreiche slowakische Gruppen von den Tschechen ab und sührten Klage über den Bruch der Vereinbarungen, die noch während des Krieges zwischen den Führern Der beiden Völker getroffen toorDen waren. Siebener Konzertverein. Mar Regers Streichaurrtett op. 74 (O-Moll) gehört Der Münchener Zeit Des Meisters an unD gibt Den Rachhall von Den Gärungen DeS Weidener Schaffens. Stellt man es in Gegensatz zu leinen späteren Werken, so tritt gerade bei ihm iod> das Impulsive stark hervor. Fast will es 'cheinen. als wären die Klangmittel des Streichquartettes zu schwach für Die starken subjektiven Evolutionen in ihrer elementaren Größe. Andrer» -stitS aber treten Diesen Gefühlsausbrüchen im thematischen Verlauf Stellen von intimster Zart- -heit gegenüber, Aeußerungen seiner verträumten itoelten Ratur. Wollte man Den thematischen Aufbau Des Werkes an Der Hand schulgerechter klassischer Beispiele nachprüfen, so toürDe man zunächst chwerlich eine Formel für fein Schaffen finden iönnen; denn die grundlegenden Themen sind bei aller charakteristischen Prägnanz derart mU lebendiger Energie geladen, dah sie sich nicht immer leicht bestimmten Formen fügen. Bei Der Wiederkehr nach der Durchführung haben seine Themen meist ein neues Gesicht gewonnen und erscheinen so nar.icrL Vielleicht könnte man bei ihm Die Themenaufstellung als einen Werde» rrozeß ansehen, in dem Das Thema Durch das Werden zur Erkenntnis seiner selbst kommt. So wird Der Tonstrom sich nicht immer in gleichmäßiger Breite ergießen. Hemmungen, Ruhepunkte zum Bedenken, Aufwallungen. Interjektionen kennzeichnen einzelne Stadien des Werdens noch im fertigen Werke. Diesem Ausdehnen der Form gesellt sich c,ne AuSnützung harmom- scher und kontrapunktischer Mittel zu. wie sie nur Reger eigentümlich ist. Alteration der Akkorde zeugt reiche modulator.sche Möglichkeiten Ton starker Ausdruckskraft biS zu sammetweichen, weltentrückten Klängen, ohne jedoch Dem Alona- lismuS zu verfallen. Die scharfe Prägung der OrunDmotioe, ihre in sich gefestigte moDula« torische Struktur, läßt bei aller Freiheit Der Verarbeitung dennoch das Werk als ein in sich begründetes Ganzes erscheinen. Durch Den Reichtum Der harmonischen Mittel wird auch die Vielgestaltigkeit seiner Stimmführung beeinflußt. Gern läßt er kontrapunkt siche Intermezzi organisch erwachsen. Ihren Höhepunkt «erreicht seine Poltzphonie in Den Variationen. Hier g-bt ihm das schlichte gesangliche Thema reiche Möglichkeiten. Die verschieDenen Stimmungen, unter Denen er Das Thema erlebt, festzu- hallen. Fast jede Variation steht in engster Be- Der ge. ent artige Präsident Masaryk hatte während seiner Kr.egLpropcgandaahr.en in Rordame-.i-'a, r o eine Million ausgewanderter Slowaken anaefübelt ist. mit Den Dortigen slowakischen Führern den sogenannten Vertrag von Pitlsburg geschlossen, der von Der Gründung eine« gemeinsamen Staates der Tschechen und Slowaken handelte. Dieser Vertrag veranlaßte Di: nach Kriegsende in Turocs Szt. Marton tagende Versammlung hiesiger flowa- lischer Notaleln ihre Zustimmung zur Gründung eines gemeinsamen Staates zu geben, De-gleichen war der Vertrag von Belang, als Dir Friedenslonlere.iz die selbständige si^cchollopa siche Republik errich e.e. Run heißt s in jenem V.rtrag. daß D e Slowakei innerhalb vc3 gemeinsamen S:aa ei eine vollkommen autonome Stellung ein reimen werde mit einem eigeren slowakischen Landtag als gesetz» ? elendem Körper. Es war also an eine dua - istische Stcats'orm nach dem österreichisch- ungarischen Vorbild gedacht, an einen Bundesstaat. Statt dessen schuf der revolutionäre Ra- tionalkonvent. in Den von slowakischen Persönlichkeiten nur ausgesprochene Tsche ' enireunde ernannt irorDen waren, eine scharf zentralistische Republik. Von eirem slo alischen CanDtag uar kci.e Rede, e3 wurde vielmehr ein Ministerium für Die Slo oakri errichtet, Das aus- schiirßlich nach Drage: W.i ungen Hande te, säst alle Beamtenstellen im Lande mit Tschechen besetzte unD auf ei c mözl ch-.e Verschmelzung beider Völler hinarbeile.e. In Der ersten nationalen Begeisterung gelang es Den Tschechen noch, bei den ersten Parlamentswahlen Dir Kandida ur cL.ec eige en slo- waiischnatioralen '• a:lei zu verhindern. Die ver- schirdenen tschechischen Parteien bildet n slowakische Dependenzen und so fehlte im Parlament zunächst eine slowakische Partei. A er schon nach einem Jahr spaltete sich von der tschechischen katholischen Vollspartei. Die in dem frommen Lande Den Löwenanteil an Mandaten davongetragen hatte, Die Gruppe Des Paters Hlinka, deS streitbaren Pfarrers von Rosenberg, ab und bildete von da an die selbständige slowakische Volks-Partei mit einem scharf a u - tonomistischen Programm. Für die Stimmung in Der Slowakei war es bezeichnend, dah bei Den nächsten Wahlen d.e Hlmkapartei die Hälfte aller flowa.i.chen Stimmen erhielt, Die nächstgrößten Erfolge hatten Die Kommunisten, Die in nationaler Beziehung ebenfalls Die Autonomie anstrelien, und nur ganz vereinzelte Mandate fielen tschechischen Parteien zu. Auf diese Stimmung gestützt, stellte dieHlinga- Partei ein wcitgeh.ndes Autonomieprogramm auf, als sie im Herbst zum Eintritt in die Regierung ausgefordert wurde. Ihr Führer, Der zu den geschicktesten Taktikern des tschechischen Parlaments gehört, stellte in kluger Benützung der tatsächlichen Verhältnisse an die Spitze die Forderung, daß Das Ministerium für die Slowakei in die Hände der Hllnka- Partei gegeben werden solle. Damit wäre ohne schwierige verfassungsändernde Maßnahmen Der Autonomiewunsch Dec Slowaken in weitgehendem Maße erfüllt gewesen. Denn dieses Ministerium ist mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet, und ein Minister der Hlinka-Partei an seiner Spitze hätte im Handumdrehen jeden tschechischen Einfluß in Der Slowakei ausschalten können. Um Diesen Punkt gingen Dir Dreimonatigen zähen VcrhandlungcrrLns Kompromiß, mit Dem sie schlossen, ist zwar nicht ein voller Erfolg Der Slowaken, aber Doch ein Eingehen auf ihre Wünsche. Das Ministerium für Die Slowakei wird unter Aufsicht Der in Die Regierung eintretenDen slowakischen Minister liquiDiert, unD hierauf soll eine neue L a n D e s v e r w a l t u n g für Die Slowakei organisiert toerDen. Diese Lösung ist nicht bloß für Die Slowaken, sonDern auch für Die S u D e t e n d e u t s ch e n äußerst interessant unD wichtig. Auch Die Deutschen streben ia eine Umformung des Staates an, auch sie verlangen Die Anpassung des äußeren Aufbaues an die innere Zusammensetzung. Die ziehung zum Thema dadurch, daß eS in irgendeiner Stimme seine Erwähnung finbet, so daß es sich durch das reiche dekorative Stimmgewebe wie ein leuchtender Faden hindurchzieht. Die Entfaltung der freigeführten Gegenstimmen in überaus kleinen Rotenwerten erinnert stark an die Struktur seiner Orgelwerke. In nie sich erschöpfender Formung weiß er jeder einzelnen Variation ihr besonderes Gesicht zu geben, indem er den einzelnen Instrumenten abwechselnd eine Führerrolle zuweist und im reichen Tempowechsel Dem Thema immer wieder etwas Reues entlockt. Rach einer solchen kaleidoskopartigen Folge läßt er Die Reihe harmonisch verklärt verklingen. In dem spukhaften Vivace des zweiten Satzes seht er ein kurzes Adagio an die Stelle des im Scherzo üblichen Trios. Welcher Ausdruckskraft er in diesen wenigen Takten fähig ist, das betätigte Die Aufführung am Sonntag. Regers gewaltige EntlaDungen scheinen oft über Den durch den Klangkörper Des Etreich- quartetld gegebenen. Rahmen hinausgehen zu wollen und nur einer Vereinigung, Der eine so starke Plastik Der Einzelstimmen zu eigen ist, wie Dem Wendling-Quartett, wird eine restlose Ausschöpfung Dieses Werkes möglich fein. Die klanglichen Steigerungen, besonders in Den Variationen, wuchsen in allen Einzelstimmen überaus llar heraus, trotz Der sich manchmal in Der Partitur fast überstürzenden Hot enf eigen. Charakteristisch in seiner Auswirkung zog Der zweite Satz vorüber. Die Ecksätze waren in ihrer großzügigen Hera usar bei tun g unD übersichtlichen Artikulation und feinen Pointierung schlechthin unübertrefflich. Zeigte sich auch hier unD da ein Abweichen von Den in Den Stimmen vorgeschriebenen Vortragszeichen, so Diente Das um so mehr dazu. Dem Werke Die Plastik zu verleihen. Die bei Der Reger eigentümlichen Klangstruktur unumgänglich nottocnDig ist. Ein besonders Zeichen für das persönliche Einleben in das Werk und für die subtile Durcharbeitung des Ganzen. Dem Reger-Quartett konnte kaum ein Werk besser angeschlossen werden, als gerade Schuberts letztes Streichquartett OÄur (op. 161), das den Meister in seinem Quarlettschasien auf eigensten Dahnen erweist mil einem Aufbau der Form, den man schlechthin als kühn bezeichnen kann. Der erste Sah möchte fast als eine Auseinandersetzung „ob Dur, ob Moll" erscheinen. Schwellende Durakkorde führen zum Mollakkord gleicher Stufe in den Anfangstakten: bei der Wiederkehr nach der Durchführung tritt das Hauptthew' zwar in Dur auf, aber die Entschei- zentralistische Form kann Den nationalen Wünschen der einzelnen Völker nicht gerecht werden. Deren Zufriedenstellung nur das {5DcratiDe System hcrbcizulühren vermag. In dieser Richtung haben Die Deutschen bisher nicht den geringsten Erfolg zu erzielen vermocht Auch der bedingungs- löse Eintritt der aktivistischen Parteien in Die Regierung hat an Dem harren Zentralismus nichts geänDcrt, Der die tschechische Vorrangstellung nicht aufgeben will. Da ist es nun gewiß von weittragender Bedeutung, wenn zugunsten der Slowakei Ausnahmen geschaffen werden. Es ist die erste Dresche, die in den Zentralismus gelegt wird, es ist eine unverkennbare Schwächung deS Systems, von Der vielleicht auch Die Deutsche Politik wird Donell ziehen können. Ist doch der tschechische Widerstand g?gen Die slowakischen Forderungen nicht zum geringsten Teil Darauf zurückzufuhren. daß man sich auf tschechischer Seite Der Rückwirkungen bewußt ist, und voraussieht, um wieviel schwerer cS werden wirb. Die deutschen Forderungen zu ignorieren. ’obalD Den Slowaken eine freiere Stellung eingeräumt toorDen ist Den Tschechen kommt es schwer an, von Der Fiktion ihres Rationalstaates Abschied zu nehmen. Obwchl Die Umwandlung In einen Föde- rativstaat vermutlich das einzige Mittel ist, um diese national so scheckige RPublik bet Komplikationen, die im Laufe her Zeit kaum audbleibcn werden, vor sofortigen Katastrophen zu bewahren. Regierungsbi Dung und Arbeitnehmer. Von F. 2 a l t r u s ch , M. d. ReichswirtschaftsratS. Dei Der RegierungsbUDung werden u. a. auch die Arbcitnehnerorganisatisnen gefragt, welche Forderungei auf wirtscha -lichern und sozialem Gebiete sie für vordringlich halten. Es Dürfte angeb.ahl fein, kurz auf die Stellungnahme Der Ar^eitnehmeror.-anisationen, Die einzeln gehört wurden, e'.nzuge.-en. Von den Vertretern deS Deutschen Eewerischastsbundes wurde beispielsw.i'e in w'rtfchastiicher Hinficht die alt: einheitllche Forderung der gesamten Gewerkschaften an die Spitze gestellt, den Art. 165 der Reichsversassung alsbald in Die Praris umzusehen. Man will danach Die schleunige unD verantwortliche (Singlieteuu.ig her Arbeitnehmer in Die Handels-, Handwerks-, und Landwirt- schastSlammern, sowie die Schaffung des endgültigen Rrichswirtschafts.a eS mit angemessener Deteillgung der Arbeitnehmer. Zur Diskussion stand ferner die Forderung der Pre ssenkung durch die Regierung, und zwar durch entsprechende Rege ung ter Zölle, Der Steuern, des Geldumlaufs, sowie Der Kartellgesetz- gebung und -Rechtsprechung in dem Sinne, haß hahurch Die freie Konkurrenz geförDert toirD. Die Rationalisierung soll und müßte Preissenkungen und Erhöhung der Arbeitseinkommen mit sich bringen, wenn sie sinnvoll sein foIL Eine weitere Forderung war die nach einer stärkeren Einflußnahme des Staates und der Arbeitnehmer in den Trust- und Kartellbildungen durch Ausbau der Kartellgesehgebung und des Betriebsrätegesetzes. Es wurde ein entsprechendes Kar- tellgeseh oder der planvolle Ausbau der jetzigen Kartellverordnung sowie die Anpassung des Detriebslälegesetzes an die veränderten Wirtschaftsformen verlangt. Um der weiter ansteigenden Arbeitslosigkeit zu begegnen, schlug man Die schnellere Durchführung des Arbeitsbeschafsungsprogram- rnes, Die Inangriffnahme größerer Rotstands- arbeiten, sowie Die größere Ausdehnung des sogenannten Russengeschästs vor. Da Der Schlüssel zur Beseitigung Der Arbeitslosigkeit zu einem sehr wesentlichen Teil beim verstärkten Wohnungsbau liegt wurde die stärkere Heranziehung der Hauszinssteuec für Den Wohnungsbau, Die Erleichterung Der Hypotheken- beschafsung und -Verbilligung, sowie Die Bekämpfung Der Spekulation mit Baugeländen und Dung geben Die letzten Takte Des Satzes, wo Die Instrumente in zwei Gruppen Das Anfangsmo'.iv abwechselnD von Dur nach Moll führen, bzw. von Moll nach Dur, bis Dur In leuchtenher Kraft Den Triumph Davonträgt. Wie Die Form immer straffere Struktur gewinnt, wie Das Thema Dem geistigen Verlauf Des Ganzen sich einordnet, zeigt ein Vergleich der Themen des ersten Satzes vor und nach der Durchführung. Das Hauptthema mit seiner scharfen punktierten Rhythmik erscheint nach der Durchführung in milderem Lichte, statt Der Punktierung einfache Achtel. Die melodische Linie wird von Koloraturen lieblich umspielt: dem Seitenchema in seiner metrischen Erregung gefeilt sich eine Cellokantilene bei. Im Andante stellt sich einem weichen, srhnsuchtsvol en Gesangsthrma des Cello im Mittelteile ein Aufwallen mH düsterem Tremolo, aufgeregtem Rhythmus und Passagen entgegen; danach gewinnt das erste Thema wieder die Oberhand, jedoch diesmal durch kontrapunk- tische Führung der Stimmen in feiner Ausdruckskraft gestärkt. Dem huschenden Scherzo ist ein ländlerartiges Trio eingegliehert. Im Finale (Allegro assai) ziehen die Themen des Rondos an uns vorüber, spielend, emhaltend, sich steigernd. verschwindend, zum Schluß ein Auswachsen zum fff und ein Verlieren zum pp. Daß Schubert ebenso wie Reger sein vollstes Recht durch die Aussührenden wurde, bedarf wohl nach dem oben Gesagten kaum der Erwähnung. Mit welcher Gestaltungskraft wurde der erste Satz in seinen Gegensätzen durchgeführt, welcher Zauber lag über hem zweiten Satze! Unb diese beschwingte Leichtigkeit des letzten Satzes mit Spiel und Gegenspiel der Instrumente! —in— Was der Nicaraguakanal bedeutet. Die Hintergründe für das Eingreifen der Vereinigten Staaten in Ricaragua Durften wohl in erster Linie wirtschaftspolitischer Ratur fein, unD Dabei spielt Der feit längerem geplante Ricaragua-Kanal hie wichtigste Rolle. Dieser Plan, Der im Zusammenhang mit Den FeinDselig- leiten zwischen Mittelamerika und RorDamerika viel besprochen wirb, erscheint auf den ersten Blick ganz ungeheuerlich. Wieso sollten die Vereinigten Staaten nach einer künstlicher Schisf- sahrtsstrahe streben, die 300 Kilometer lang ist unö sechs bis neun Schleusen braucht, wenn sie in hem Panama-Kanal einen nur 57 Kilometer langen und nur mit zwei Hndschleusen Mittwoch, r>. Zamtar 1927 mit Baustoffen sowie Die Verbilligung DeS Bauens auf jede geeignete W.ise angeregt. Dabei wuldrn Die aUba.hige Vorlegung Des Wo a- heimstättengesetzes und die SRaffung eineS sozialen Reichswohnung-toi:t!cha,tsge etzcS als Dauerrecht in Den Vordergrund gestellt. Um den so notwendigen stärkeren Ansch.uß Deutschlands an Den Welthandel zu crre.chen, soll e eine Zoll- und eine Einfuhr- und Aussuhrpolittk betrieben werden. Die dieses mög.tch macht. In sozialpolitllcher Hi sicht wurde Die schien- nigung Srl.'h gung der ArbeitSzeilsrage. be on- drrS in der Schwerindustrie und in Den gesund- he tSfchäd.ichen Industrien geordert. R.bea her vorgcschlage. en Zw.sche lüfung wird die Ve.ab- fch'.edung des Arbxüs chun,'e!ehes. in daS auch hie Lanh- unb Forstw.rtscha t sowie hie Re.chS- arbe ter und Lohnemp ängcr der Reichsbahn ein- bezogen werden sollen, verlangt Ferner richten sich die Wünsche Der Gewerkschaft auch auf die Durchsührung Der vollen Soni tagsruhe tn Handel und Gewerbe sowie aus daS balDtgc Jn- kra ttreten der Arbeitslosenver.ickx ung, für Deren Durch ührui.g zweckentsprechende Vorlch.äge gemacht wurden. Vordringlich erschien auch die Vorlage des arigclünhigten BerufSschulge- seheS sow.e die Verabschiedung deS HauS- gehilsengeseheS. Bezügllch des HauSar- be tsgesehea wurde vorgeschlare.n. daß Den im Gesetze vorgesehenen Fachausschüssen bezüglich ter Durchführung Der Ri ndestentge.ie wei e. gehende Vollmachten als bisher zuerkannt werden. Es ist gar kein Zweifel, daß diese vorstehenden Wünsche Der großen Arbeitnehmerorga- n'.fatlonen sowohl bei der Regierungsbildung wie auch nach der Bildung der neuen Reichsregierung im öffentlichen Leben eine erhebliche Rolle spielen werden. Das amerikanische Etnwanderungsgefetz. Don der Hamburg-Amerika Linie werden uns in dieser Sache folgende Mitteilungen genracht: Aus Grund her zahlreichen Meldungen in den Zeitungen über hie bevorstehende Neuregelung des amerikanischen EinwanderungSge etz«S mehren sich die Anfragen um Auslunst über Den augenblicklichen Stand her diesbezüglichen Verhandlungen in den Bereinigten S.aaten. Eine kurze zusammcnfassenhe Darstellung her gegenwärtigen Lage, so weit sie von hier aus zu übersehen ist, dürfte daher einem allgcmcir.cn Bedürfnis entsprechen. In Dem mit Dem l Juli 1924 in Kraft gctre.enen amerikanischen Cinwa..- Derungsgesetz war vorgesehen, Daß Die Gesamtzahl Der In die Vereinigten Staaten jährlich zuzulassenden Einwanderer mit dem 1. Juli 1927 von etwa 162 030 auf 150 000 herab- gesetzt werden sollte. Während in dem big* erigen Einwanderungsgeseh hie Quoten her einzelnen ßänher ^wei Prozent her im Jahre 1890 in ben Vereinigten Staaten ansässigen Angehörigen hieser Länder betrugen, sollten für die Zeit nach Dem 1. Juli 1927 Die Quolen der einzelnen Staaten auf der Basis Der Abstam - mung her Bevölkerung der Vereinigten Staaten im Jahre 1920 errechnet werben. Bei der Festsetzung dieser Quoten hat sich jedoch ergeben? Daß dieser Schlüssel eine sichere Grundlage hierfür nicht DarftelU. Zugleich hat sich gezeigt, daß diese Neufestsetzung der Quoten praktisch aus eine nicht unbeträchtliche Verminderung der Quoten Der nördlichen Länder mit Ausnahme Englands zu Gunsten der östlichen u. südlichen Länder hinauSkommt, Infolgedessen haben hie Deutsch-Amerikaner. Skanhinavisch-Anierilaner unb Jrlsch-Ameli.aner, hie in gleicher Weise von bet Herabsetzung ber Quote betroffen werden, schärfsten Pro- t e st ge^en diese Heuieje.ung des Einwande.ungS- gesetzes erhoben. In bem Gesetz war vorgesehen, daß die- neuen Quoten durch eine Verordnung Des Präsidenten ohne weileres In Kraft treten sollten. Inzwischen hat jedoch der Präsident auf Grund eines Initiativantrages deS ausgestalteten Kanal zur Verfügung haben? Bei näherer Betrachtung aber erscheint das Streben der Vereinigten Staaten gerechtfertigt, Denn es Dürfte in nicht allzu langer Zeit nottocnDig fein. Den Verkehr im Panamakanal, der sich über alles Erwarten entwickelt hat, durch eine neue Schiffahrtsstraße zu entlasten. Der fiärkste Verkehr, der Durch Den Panama-Kanal betoäitigt werden kann, beläuft sich auf 45 Schiffe pro« Tag. Schon nach zehn Jahren war der Schisss- verkehr Im Panamakanal 1924 auf 5000 Schiffe jährlich, h. h. täglich auf 15, gestiegen. Es ist daher wahrscheinlich, daß in einem oder zwei Jahrzehnten Der Kanal Die Ansprüche nicht mehr besrieDigen wirb. Außerdem hat man auch nicht vergessen, daß währenb dec Kriegszeit Erdrutsche hie Benutzung des Panamakanals monatelang unmöglich machten und Damit Die gewinnbringenden Kriegslieserungen nach Wladiwostock un- terbanDen. Der Plan deS Ricaragua-Konals wird also immer dringlicher, zumal Die größere Länge dieses Kanals im Verkehr zwischen ber Ost- unb Westküste Rordameritas dadurch wett gemacht wird, daß er 400 bis 500 Kilometer näher an Nordamerika liegen würde, als Der Panamakanal. Wie in Der Leipziger „Illustrierten Zeitung" mitgeieili wirb, hckben die amerikanischen Ingenieure in Den letzten Jahren Die Planungen unb Vermessungen sehr geförDert. Der Verlauf Des Kanals ist so geDacht, baß vor allem Der große, 163 Kilometer lange Ri- caragua-See, dessen Spiegel nur 32 Meter über dem Meeresnioeau liegt, für ihn nutzbar gemacht werden soll. Die'er See ist vom Stillen Ozean nur durch einen 33 Kilometer breiten Isthmus getrennt, dessen Wasserscheide den Seespiegel nur um 12 bis 15 Meter überragt; mit ihn, wirb hie heutige Technik verhältnismäßig leicht fertig werben, unb Dedenken muß nur bie Nähe von Vulkanen unb bie Häufigkeit von Erbbeben erregen, bie ben Sch.eusen leicht verderblich werden könnten. Schwieriger ist der weit längere Abstieg zum Atlantischen Ozean, obgleich hier her Abfluß des Nicaragua-Sees, der San Juan- Fluß, benutzt werden kann; sein geringes Gefälle ist jedoch nicht gleichmäßig verteilt, bie atlantische Seite, bie bicht mit tropischem älr- walb bewachsen ist, hat ein sehr ungesundes Klima, unb so Dürfte ber tückische Fluß den Ingenieuren manche Nuß zu knacken geben. Die Stromschne'llen sollen dadurch unschädlich gemacht werden, daß man einen Stausee bildet, unb Der Unterlauf soll durch einen abkürzenden Sei* tenlanal ganz abgeschnitten werden. , Senats die Quoten zunächst frem Kongreß zur Begutachtung vorge'egt, der die weitere Behandlung dem EinwanderungSkomitre überwiesen hat. So wie die Dinge gegenwärtig liegen, läßt sich nicht übersehen, welche Entscheidung der Kongreß (Repräsentantenhaus und Senat) treffen wird. Da auch di« amerikanische Einwande- rungsbehörde sich gegen den neuen Errechnungsschlüssel für die Quoten erklärt hat, steht zu hoffen, daß man auf die bisherigen Quoten zurückgreifen wird Bei den Parlamentarischen Verhältnissen in den Bereinigten Staaten ist jedoch auch die Annahme der neuert Quoten keineswegs ausgeschlossen. Di» in diesen Tagen allgemein verbreitete Nachricht, daß eine Ab- änoerungsbestimmung des Einwandecungsgesetzes angenommen worden ist, wonach etwa 35 000 Frauen und Kindern von drüben ansässigen Personen, die vor dem 1. Süll 1924 in die Vereinigten Staaten eingewandert sind und den Antrag auf Erteilung des amerikanischen Bürgerrechtes gestellt haben, außerhalb der Quote zugelassen würden, ist inzwischeit wieder überholt. Bei der Beratung in tarn Sintoanterunas- komitee bei Kongresses Hal sich eine Mehrheit für die Annahme dieser Bestimmung bisher nicht gefunden, so daß die Erörterung darüber bis auf weiteres verschoben wurde, was «ine Verabschiedung dieses Antrages in dieser Sitzungsperiode des Kongresses sehr in Frage stellt. Der Banknotenkonflikt mit Rumänien. Der rumänisch-deutsche Leinotew» Konflikt. Der Streit um die noch aus der Okkupationszeit stammenden und von den deutschen Besatzungsoehörden ausgegebenen 1,5 Milliarden Leinölen will kein Ende nehmen. Rn- mänien verlangt, Deutschland solle diese Noten durch Barzahlungen ablösen, während die Reichsregierung mit Recht darauf hinweist, daß nach dem Abschluß des Reparationsabkommens vom Herbst 1924 Deutschland z u keinerlei Leistungen außerhalb des Rahmens dieses Vertrages verpflichtet ist. Die Bukarester Regierung wandte sich inzwischen auch an die Reparationskommission, erhielt aber dort nur den Bescheid, daß Rumänien bei der Aufteilung der jährlichen deutschen Leistungen ebenfalls berücksichtigt worden fei und eine festgesetzte Summe erhalte, die cd zur Abdeckung aller aus dem Kriege herrührenden Schäden verwenden müsse. Damit war man aber nicht einverstanden, sondern versuchte nun, Deutschland unter Druck zu nehmen. Es kam im Jahre 1925 sogar so weil, daß Rumänien zu Deutschenausweisungen schritt, wodurch das bisherige Verhältnis beider Länder zueinander in die Brüche zu gehen drohte. Run hat die Bukarester Regierung nach Deutschland einen Eisenbahn materiallieferungs- a u f t r a g von 41 Millionen Mark vergeben. Davon sollen 32 Millionen auf Sachliescrungs- lonto gehen. Da Rumänien im zweiten DaweS- jahr nur neun Millionen Mark aus dem Re- parationsfonds erhielt, befindet es sich in einer geradezu nicht glücklichen Situation, weil es aus das Cisenbahnmaterial angewiesen ist, wir aber auS bestimmten reparationspolitischen Gründen gar nicht daran denken, einem Gläubiger die Zahlung einet bestimmten Reparationssumme auf ' Jahre hinaus zu garantieren. Bukarest glaubt jetzt, die Reichsregierung wegen der Lei- noten und anderer Forderungen zum 'Nachgeben bringen zu können, wenn es diesen Auftrag anhält, der aber für uns von Wert ist, wenn die rumänische Regierung mit Barzahlungen aufwarten kann. Deutsche Geldgeber haben sich bereit erklärt, Rumänien mit einer Anleihe unter die Arme zu greifen, damit der Auftrag ausgeführt werden kann, verlangen allerdings S r ei* ,gäbe des deutschen E igentumS und 'Verzicht auf den Liquidatipnspara«- xgraPhen des Versailler Vertrages. Das will das Dularester Kabinett wieder nicht, fo daß im Augenblick die Dinge eigentlich wieder so wie vordem stehen. Einigungsverhandlungen sollen nun in allernächster Zeit stattfinden. Schon einmal hat sich die Reichsregierung bereit erklärt, Rumänien entgegenzukommen, ist aber dabei aus so hohe Forderungen gestoßen, daß sie auf jede Verhandlung verzichtete. Wir sind auch heute nichr verpflichtet, irgendwelche Zugeständnisse zu machen^ wenn wir uns aber dazu dennoch bereit- finden, dann nur bei gleichzeitigem Entgegenkommen Rumäniens. Oberhessen. Ltrndkreis Ziehen x Heuchelheim, 25. Jan. An der Kreistzraße Gießen —Rodheim mußte wieder mancher dem Absterben nahe Apfelbaum der Axt zum Opfer fallen. Viele der einst reichlich tragenten Obstbäume sind so stark von Brandwunden befallen, daß selbst durch wiederholtes Bestreichen mit Teer diese Stellen nicht wieder ausheilen + Lang-GönS, 24. Jan. In der jüngsten Gemein deratösitzung wurde zur Besol- dungder Gemeindebeamren beschlossen, dem Bürgermeister monatlich 200 Alk., dem Gemeinderechner 160 Mt. Felbschüy 90 Mk.. Polizeidiener 90 Mk., Faselwärter 110 Mk.. Nachtwächter i einschließlich Schweinehirt) 130 Mk. zu zahlen — An Erwerbslosen haben wir gegenwärtig 75 Mann. — Bei den hiesigen Holzhauer- arbeiten vom 13. Dezember bis 18. Januar wurden 1950 Festmerer Holz gefällt. Dabei waren 83 Erwerbslose beschäftigt. * Garbenteich, 25. Jan. Am SamStag veranstaltete die Gefolgschaft Garbenteich des Jungdeutscnen Ordens eine Reichsgründungsfeier. Nach einer kurzen Begrüßung des hiesigen Gefolgsmeisters Burk hielt ^er Großmeister der Gießener Bruderschaft, ütubieurai Dr. Gebhard, die Festrede. Von Angehörigen der hiesigen Gefolgschaft wurden bann in vorzüglicher Weise Deklamationen und ein vaterländisches Schauspiel geboten. Mi! dem Gesang der Nationalhymne fand die stimmungsvolle Feier ihren Ausklang. (H Lollar, 25. Jan. Der hiesige Veteranen- und Krieger verein oot am Samstagabend seinen Mitgliedern einen genußreichen LlnterhaltungSabend, der durch Thea- tecausführung, Gesang- und Gedichtvorträge und gute Militärmusik den außerordentlich zahlreich erschienenen Zuhörern einen wertvollen Genuß bereitete. Verbunden mit dieser Veranstaltung war die Weihe eines Wimpels der Hassia-Jilgendkameradschast Lol-' la r. wobei der Vorsitzende des Hassia-Bezirkes Gießen, Pros. Dr. K r a e m e r - Gießen, die Weiheredc hielt. Die Jungmädchen des Vereins stifteten dem Wimpel eine kunstvolle Schleife. Weiter wurde durch den Dezirlsvorsitzenden die Ehrung verdienter Kameraden vor-- genontmen; es erhielten itrfunten für 50 j übrige Mitgliedschaft: Heinrich SimonII., Ehristian Biehl, Friedrich Schön II. und Christoph Fuchs, das Abzeichen für 25jährige Mitgliedschaft erhielten: Joh. Schmalbach. Heinrich Löhr, Heinrich Schomber, Heinrich Bauer, Theodor Pfaff. Johannes Schäfer und Ferdi- nandJacobi. Dem Vereinsvorsitzenden. Kamerad Steuerinspektor M. T a u b e r t, wurde vom Präsidium der Kriegerkameradschaft Hassia das Hassia-Ehrenkreuz verliehen, das der Bezirksborsitzende dem Ausgezeichneten mit Worten der Anerkennung überreichte. Der Abend wird den Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. — In diesem Zusammenhangs ist es von Interesse, darauf hinzuweisen, daß die Verein sfa hne das ehrwürdige Alter von bei- na h e 200 Jahren besitzt. Die Fahne stammt aus dem Jahre 1742 und dürfte wohl eine der ältesten Vereinsfahnen fein. z. Allendo rf ad. Lda., 25. Jan. Der hie- ige Schütz enverein veranstaltete am Sonn- ag seinen diesjährigen Fa ni.ienabend. Der Vor- ihsnde, Geometer Lotz, wies dabei aus die Bedeutung deS Schießsports hin. Der Abend, der reiche Abwechslung bot, erreichte seinen Höhepunkt in einem Damenpreisschiehen, in dem Frau Schmidt mit fünf 12 den ersten Preis erringen konnte. Der Verein, der seit drei Jahren besteht, entfaltet eine äußerst rege Tätigkeit, hat er sich dock durch eigene Kraft einen mustergü'tigen Schießftand mit Dereinshaus errichtet, aus dem alljährlich öffentliches Preis- chiehen stattfindet. v. L o n d or f, 25. San. Am Sonntagabend hielt der Arbeiter-Gesangverein „Uni on" seine diesjährige Winterveranstaltung ab. Das Programm bestand in schön zu Gehör gebrachten Liedern, Theaterstücken usw., die flott OerFrofch mit derMaske Roman von Edgar Wallace, 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „traten Sie irgendwelche Klagen, Carter?" „Nein, Herr Direktor." „Wünschen Sie etwas?" „Olein, Herr, nichts." Der Direktor sah nach dem Tisch. Die Schreibmapve. die man zur Benutzung dem Verurteilten bereitgelegt hatte, war unberührt geblieben. „Haben Sic keine Briese zu schreiben? Sie können doch schreiben?" „Ja, aber ich habe niemanden, an den ich schreiben möchte." „Wer sind Sie eigentlich, Carter? Sie sind kein gewöhnlicher Landstreicher. Sie sind besser erzogen, als diese Klasse es zu sein pflegt." „Ich bin ein ganz gewöhnlicher Landstreicher, ■tetr," jagte Ray ruhig. „Erhallen Sie auch alle Bücher, die Sie wünschen?" Ray nickte, und der Direktor ging. Täglich kamen die unausbleiblichen Fragen. Manchmal machte der Direktor auch eine Anspielung auf seine freunde, aber er wurde dessen mute, ihn der iinbenufoten Schreibmappe wegen zu befragen. Ray hatte dir Stufe vollkommen reinen Verstehens erreicht und bedauerte nichts mehr. Morgens und abends durchschritt er den vier» eckigen Uebungshos, von drei Wachen beobachtet und eifersüchtig vor den Blicken der anderen Gefangenen bewahrt. Sein, Heiterkeit erstaunte alle, die ihr. sahen. Das Triebrad der Geschehnisie hatte ihn ersaßt und er mußt« die volle Drohung mitmadjen. Gr war schon ein toter Mann. Niemand nahm sich die Mühe, einen Urteilsausschub zu erwirken, btt Zeitungen brachten keine Riesenüderschriften, die einen neuen Prozeß verlangten, seinetwegen würden sich die berühmten Advokaten nicht versammeln, um über den Fall zu diskutieren. Gr war ein zu uninteressanter Mörder. i»—i„»i wm im H i i’Tirwu m ....... । Gr Hölle Besuche empfangen dürfen, die er zu sehen verlangte, aber er schöpfte aus feiner Einsam-. kett eine ganz seltsame Befriedigung. Einos Tages trat der Direktor in feierlicher Weife ein, und in feiner Begleitung erschien ein Herr, den Rai) am Tage des Prozesses gesehen zu haben sich erinnerte. Es war der Untersheriff. Der Direktor mußte sich zweimal räuspern, bevor er sprach: „Garter, Der Staatsanwalt hat mir mitgeteilt, daß er leinen Grund sieht, den Lauf des Gesetzes aufzuhalten. Der Oberexekutor hat den nächsten Mittwoch, morgens acht Uhr, als Datum und Stunde der Hinrichtung bestimmt." Ran neigte den Kopf. „Ich danke Ihnen, meine Herren", sagte er. XXXIII. Der Frosch in der Nacht. Hohn Bennett kam aus seinem Holzschuppen, den er zur Dunkelkammer umgewandelt hatte, und jeder Hand trug er eine flachs, viereckige Kastelte. „Ella, ich bitte dich, sprich jetzt nicht zu mir," sagte er, „oder ich werd« diele zwei verwünschten Dinger verwechseln. „Dqs ba4, er schüttelte seine rechte Hand, „ist eine Forellenaufnahme und eine wirklich wunderschöne Aufnahme!" sagte er begeistert. „Der Manu, der die gorellenfarm leitet, hat sie mich durch die Glasseite des Behälters machen lasten, und es war ein wunderbar sonniger Tag." „Und die andere, Papa?" fragte Ella. „Ach, das ist die verdorbene," sagte er bedauerlich- „Dreihundert Meter guten Films find verdorben. Bielleicht habe ich zufällig auch ein Bild mitaufgenommen, aber ich kann es nicht riskieren, sie auf jeden Fall entwickeln zu lassen. Ich will sie aufheben und eines Tages, wenn ich Geld habe, inerte ich mir das Vergnügen leisten, meine Neu« gierte zu befriedigen." Er trug beite Kastelten ins Haus und war im Begriff, die kennzeichnenden Etiketten zu schreiben, als Dick Gordons fröhliche Stimme unter dem Fenster erklang. Er stand hastig auf und ging zu ihm hinaus. „Nun, Hauptmann, wis steht es?" fragte er. „Ich hab'« bekommen!" rief Dick feierlich und schwang einen Briefumschlag in der Luft. „Sie sind der erste Kinophotograph, der die Erlaubnis hat, im Zoologischen ©arten Ausnahmen zu machen, aber gespielt bzw vor^eiragen wurden- Der Verein unter der bewährten Leitung bcs Musikers Schomber aus Beuern hat gezeigt, daß er tm vergangenen Jahre recht gute Fortschritte gemacht hat. ton. Weickartshain, 25. Jan. Am Samstag hielt der hiesige Kriegerverein im Vereinslokal seine Generalversammlung ab. Durch die Erbauung eines Schießstandes im vorigen Jahre waren die Ausgaben des Vereins außerordentlich hoch: ce muyken durch besondere Hebttiße 150 Mk. gedeckt toerbat Die seitherigen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. bs. 6 t e i n b e i >n bei Hungen, 25. Jan. Am Sonntag veranstaltete der hiesrge Gesangverein »Frohsinn" feine diesjährige Abend- untechaltung. Unter Leitung seines Vorsitzenden Karl Becker ging ein Dreiakter flott gespielt über die Bretter. Mehrere gut gelungene Ehöre verschönten die Feier. Der Verein gedenkt im kommenden Jahre die Feier seines 50jährigen Bestehens in größerem Rahmen zu begehen. Streif Fricdbcrst ä 9 r i e h b e r g ,x23.3an. Die schlechte Witte« rung macht sich auch im Schulbetrieb bemerkbar, der burrfj zahlreiche Erkrankungen der Schuler und zum Teil auch des Lehrpersonals recht gestön wird. Das gilt nicht nur für die hiesigen Schulen, sondern auch für viele Landschulen. Hier fehlten die letzten Tage durchschnittlich 10 Prozent per Schulkinder: im Stadtteil Fauerbach ist der Prozentsatz zur Zeit noch höher, sehnliche Meldungen kommen auch von anderen Orten des Kreises. In Steinfurth mußte eine Schulklasse wegen sehr Zahlreicher Erkrankungen der Kinder geschlossen iocr Den. Nicht in alle» Krankheitsfällen bandelt es sich um Grippe. Vielfach kommen nur einfache Errät, tungskrankhetten vor. e Friedberg. 25. Jan. Zn dem Bericht in Nr. 16 des »Gieß. Anz." vom 20. Januar über eine Versammlung, in der über die neue Steuer-Cinheitsbewertung referiert tourte, teilt uns die Industrie - und Handelskammer Friedberg mit, daß diese Versammlung nicht vom Grund- und Hausbesitzer-Verein, sondern von der Handelskammer Friedberg in Gemeinschaft mit der Handwerkskammer-Nebenstelle Friedberg einberufen worden ist. Wunschgemäß geben wir dieser Feststellung hier Raum. 58 a b » 91 a u t) e i m, 25. Jan. Der Gesang» verein „Frobsinn". der älteste Herein am Platze, hielt bei jetzt lehr gutem Besuch seine 84. Ge neralDevjammlung ab. Der sehr rührige Verein hielt im Geschäftsjahre 60 Singstunden ab. Dirigent ist über drei Jahrzehnte ununterbrochen Vberreallehrer B e ch t o l s h e i m e r. Die Rechnung schließt ab mit 2466 Mark in Einnahme und 2279 Marl in Aufgabe. Sieben Mitglieder konnten für 25jährige Vereinszugehörigkeit geehrt werden. — 3m Anschluß an einen Vortrag über Wohnungsbau mit zinslosem Gelds, den Essinger (Butzbach) vor einem statt, lichen Interessentenkreise hielt, wurde hier eine Ortsgruppe der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft (Sitz Darmstadt) gegründet. Vorsitzender ist Obertelegrapheninspektor Müller. — Im abaelaiisenen Jahre sind hier durch Neubauten insgesamt 41 Wohnungen ge« schaffen worden. — Mt dem Ehrenbrtef des Gaues Hessen der deutschen Turnerschaft tourte ter Turner Heinrich Henes pom Tv. 1860 ausgezeichnet. Der Gefeierte ist unter dem Ehrennamen „Vater Jahn" im ganzen Gaugebiet bekannt, seit 40 Jahren fehlt er bei keiner Gauveranstaltung als Wett- turner oder Kampfrichter. Früher gehörte er zu den erfolgreichsten Turnern des Gaues, besonders im Gerätewettkampf. Trotz seiner 57 Jahre ist H. noch einer der eifrigsten Vorturner feines Vereins, wie er auch bei den letzten Gauturnfesten immer noch als Wetturner in der Attersstuse zu sehen war. — Der Hessische Krankenkassenverband hat das am Bahnhof gelegene Hotel „Imperial" dieser Tage käuflich erworben. Das in lehr gutem Zustande befindliche große Haus' wird er als ein Kur heim für seine Mitglieder cinrichten, ähnlich wie die Deichsversicherungsanstalt für Angestellte im vergangenen Jahr die durch Kauf erworbene Pension „Aegir" in ein Kurheim umgctoantelt hat. ± Butzbach, 25. Jan. Die im Dezember v. Js. errichtetenButzbacherKraftwagen- l i n i e n nach den verschiedensten Richtungen, ich mußte vor den hohen Herrschaften meinen Kotau machen, um nur die Erttaibnis zu erwirken." Bennetts blafsee Gesicht rötete sich vor Ber- gnügen. „Das ist ja großartig!" sagte er. „Es sind noch niemals Aufnahmen vom ^oo gemacht worden, und Selinski hat mir eine fabelhafte Summe versprochen, falls ich ihm den Film bringe." Ella erinnerte sich nicht, ihren Vater je lächeln gesehen zu haben. „Die fabelhafte Summe ist bereits in Ihrer Tasche, Herr Bennett", lachte Dick. „Es war sehr nett, sich für mich zu verwenden, Herr Hauptmann." „Ich habe ja gewußt, daß Sie sich für Tier- photograpbien so sehr interessieren." John Bennett ging mit leichterem Herzen zu seinem Pult zurück, als an so manchem Tag. Er schrieb die Zettel fertig, befeuchtete den SUebeftoff und zögerte. Dann stand er auf und ging in den Garten. ..Ella, erinnerst du dich, in welcher von den zwei Kassetten der Film mit den Forellen war?" ,Ln der zur rechten Hand, Papa", sagte sie. „Das habe ich mir autf) godacht", sagte er und ging, um feine Arbeit zu nollenten. Aber al» er die Schildchen aufgeklebt hatte, kam ihm ein neuer Zweifel. Er besann sich nicht mehr, an welcher Seite des Tischchens er gestanden habe, als er die Kästchen nieterfteUte. Dann begann er mit einem Achsel« zucken die Forellonaufnahme einzupacken, und die beiden jungen Leute säten, wie er, das Kästchen unter dem Arms, zum Dorfpostamt ging. „Noch keine Nachricht von Ray?" fragte Dick. Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Was meint Ihr Vater?" „Er spricht nie von ihm und ich habe auch die Tatsache ihm gegenüber nicht erwähnt, daß seit Rays letztem Briefe io lange Zeit vergangen ist". Sie schlenderten durch den Garten hin nach dem kleinen Lusthäuschen, das John Bennett erbaut batte, als Ran noch rin Schuljunge war. „Und haben Sie nichts von ihm gehört?" fragte sie. .Ich denke Sie mir immer mit einer Allwissimheil aue» gestattet, die Sie vielleicht gar nicht besitzen. Haben Sie den Mann noch nicht gesunden, der Maitland erschollen hat?" „Nein," sagte Dick. „Aber ich würde wahrhaftig wünschen, daß ich allwistend wäre. 3d) habe in all ten Male mit i „ dritten Male mit einem Stock " 5^ und zwn vierten Male mit einem silbernen Sina am Stock 3 Mitglieder, darunter auch die beiten Vorsitzenden. 4 Nidda, 25. Oan. Unter großer Beteiligung wurde hier der Kaufmann Heinrich Roo polt, ter ganz plötzlich im Alter von beinahe 58 dahren Der» störten ist, zu Grabe getragen. Er war werden vor wie nach recht gut tn Anspruch gt» nommen. Während der hiesigen Inventur-Aus» uetläufc verkehrt ein Wagen sogar auch an zwei Tagen der Woche (Montag und Donnerstag) zweimal nach Griedelbach über Hausen, Gspa. Weiperfelden, Brandoberndorf: Dienstag unll Freitag über Vogl-Göns, Ebersgöns. Nieterileen. Oberkleen nach K l e e b e r g. Man hat die Absicht. ständig an zwei Tagen in der Woche diese Autolinikn fahren zu lassen! diesbezügliche Verhandlungen mit den Gemeinden sind zur Zeit tnt Gange. starben ist, zu Grabe getragen. Er war ein gewandter, tüchtiger und vornehmer Kaufmann, her das pon ihm begründete Warenhaus gedeihlich ent' wickelte. Er gehörte längere Jahre dem Stadloor. stand und bis zu feinem Tode dem Vorstand der Bezirkssparkasie und dem Kuratorium der Realschule an. WSA. Obereschvach, 25. Jan. De? Guls- verwalter Schneider, der gerate- ür Scart ff» war. mit einem Pfertegcspann auf das Feld zu fahren, wurde beim Anschirren von einem h • ti**” nim i) p d) e l b • I m , 25,Qan. Di« schon de. richtet, feiert der hefige Sesanaver sinn am 29, und SO. Mai sein 60 |ä b Rheinhessen. DSA Mainz, 25. Ian. Aettvr Konrad Bei sing, eine in pädagogischen Krisen allgemein bekannte und geschätzte Persönlichkeit, ist hier im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Verstorbene. der auS Kl.'lnhau en bei Bensheim bei Prämicnstzstems dem Wotznungsmarlt insgesamt 7 1 8 Wohnungen erschlossen worden, davon 233 Zweizimmer- und 238 Bier- zimmerwohnungeir. D.r seinerzeit dafür bow l- Haie Kredit von 250 000 Mi ist demnächst erschöpft — Dor dem hiesigen Schöffengericht fbllte sich heute vormittag der früher« HerauS- get auf dem Westerwald w'-rd bei ter Deutschen KullutbLden- A. G. eine Anleihe von 12000 Mark zur Wei- trrsübruna der Arbeiten aufnehmen. Der Kreis soll die Bürgschaft übernehmen. ftretä Westerbnrq. 00 Dest« rburp, 25. Ian. Dieser Tage fan« den Leut« von A o m b o r n den Mühlenbauer Adam Voll am Dege liegend vor. Da er noch Leben zeigte, wollt« man ihn nach Hause bringen. Unterwegs verstarb er jedoch Der Mann war in oetrunkenem Zustand aus dem Heimweg liegen geblieben und In der Kälte erfroren. KreiS Marburg. sch. Marburg, 25- 3an. H den der Marburger UnloerfltSl wird auch das hies ge Gymnasium Philippinum in b.esem 3ahre auf ein sOOjahriges Bestehen zurückblicken können. As Pädagogium wurde es gleichzeitig mit der Unibeifi äi im Zusammenl aage mH der Einführung der A-'sormation in Hrs «a durch den Landgiaeii PhiiiPP den örofunütigen am 30. Mai 1527 gestiftet. Während die Universität diele- 3ubi aum erst Ende 3uü feiern w rd. ge* denkt da» Gymnas.um am ® iftung-taa: selbst feinen Geburtstag festlich zu bejeCcn. 3n die- felbe Ze t ial.en die grohtzügig i szenierten Re - sormations-8e st spiele, hie vor der Lutherischen Kirche vis über P.i.tgsten hinaus zur Aufführung kommen werden. — D-e b estge Wandcrarbeitsftält« suchten im tetjin* fl?nen Jahre 3247 Ara« ter auf. Die Zander Derpslegungstage be rüg 10044; an Bervfie» gungsgclbern wurden 1.039,80 Mark ausgebracht. 1000 Arbe ter wurden mü der Bahn von Kirchhain rach Staffel briördect. H Marburg, 25. Han. ^Ht dem 20. Januar wird di: 37 Jahre alfr Ehefrau Elisa- bech Merkel au3 A e < I e m, im Ebsdorser Grund, v e r m i fj t Sie hat sich In der Aacht cu» ihrer Wohnung entfernt, trotz aller Aach- forschungc-n ist bis jetzt übet ihr Verbleiben noch Lützellinden, 25. Ian. Di« anfange Dezember hier feftaestellte Maul-undülauen» che ist erfreulicherweise setzt zum StiUftanb ae« kommen. lkrieuu)t waren insgesamt zehn Gehöft«. eine äuherst lebhaft« Entwicklunysiä.igkelt; die le teerigen Uebungsstoffe und -fo.men werden nicht nur scharf i a bgcprü't und g.sich:«'., sonde.n auch neue Arten und Firmen treten hinzu mit dem gemeinsamen Z el, für da» in erfreulichem Aufschwung bcgr'.f'ene Frauenturnen eine entsprechende, der ledigem« Eigengestaltung heraufzuführen. Zur Mi;arb:it an der Förderung unb Klärung dieser bebe atu gsvofen Ausgabe ha te der Wittelrheinkreis zwischen den Iahen einen n shrtä i.e.i Lehrgang in Koblenz veransta.tet, an dem au,»«r dem Gaufrauen- turntnart noch der Abteitungsleiter Hein.ich Schneider tW.tzl-rf und die Bsrtur,'.«.innen Henny Schneider «W tz ar), Lu.se Schwarz (Sri bberg) u d Gertrud B o ck (örürbc.g) t il- ra5men. Wertvol e Anregungea nach Stoss unb Methode hat dieser Lehrgang in die Gaue de» OH Leirbdu» getrage.i und bet unseren Frauenabteilungen den lebhaften Wunsch auSgeiust, dast im Kaufe des 3ahreS auch im (Sau Hessen ein einführender Lehrgang mög ich gemacht Dom Frauenturnen im Turnoau Hessen D. T. —Gfesten , 24. 3an. Zu der zweiten Uebungsftunde, d.e für Leiter unb Leiterinnen von Frauenableilungen am Sonntag nachm t aj in der Turnha.le be» Tv 1846 ftoti« fand, könnt: der (Sauftauenturntoarl Rudolf Paul (Giesten) über 80 Teilnehiner begrüsten. 68 waren vertre en die Abtei.ungen der Turnvereine Als elb, Bad-Aauheim 18-0 und Mio., Butzbach, uöibe, Fta kenbera, Fr ednerg Tgde., Gipsten 184b und Mtv, Gladenbach. Grch,e.-- Llnb.n, Grünberg, Heuchelheim b. Giehen. Hungen, Kiein-Linden, Krofdorf. Lauterbach. Lich-, Mar5a-, Marburg Tgd:., und T- u. Svv.. A.dda. Aisder-Girmes, Lrei» a b vda., W l ec und W:tzlar. Dis starke Beteiligung, auch von feilen der geübteren Tun.er innen, war in der Hauptsache dadurch veiailastt, dast manches Neue und Lutsche. dende zu erwarten war. Luch auf dem Gebiet de» ZrauenturNens herrscht gegenwärtig nichts ermittelt. ÖH teilt angenommen dast die 5 rau :n einem Anfall Umnachtung rlanlo» ins GelLnde gelaufen ist. oder auch den Tod gesucht 6dt. V. S< ord«ck . 25. Jan. Gestern start» hier bei 1 ro • i t ä 11 e ft e Einwohner unseres Orte», der ttandwin äbam fi o g el, im Atter von 80 fahren. Kreta mbitrq. DSN. Oimburg . 25. 3an. Der Prozest gegen den Bermann Nov Krämer aus Höhn, der im vorigen 3ahr seine Braut. dasBienst- mödchen Anna Senner, au’ betzialstchc Weis« in der Nach! Im Wald« bei Hehl-Nitzöau’au ermordet hat, war bekannttich für Anfang Dezember npriaen 3ahres angesttzl worden. Wegen schwerer lirfrantung «ine» Hachverständlaen muhte im letzten Augenblick der Prozest auf unbestimmte Zc.t vertagt werden. Nachdem der Sachverständige wiederhergefteUl ist. wird nunmehr der Mordprozeh am 10. Februar vor dem hiesigen Schwuraertchl zur Verhandlung lammen. Für die Derhandlung Und zwei Tage vorgesehen. Maingau. WS2^ Frankfurt a. M, 25. 3an. fier Magistrat bat einer Erweiterung de» Programm» |i für Notftaudsarbeiten um eine Ncih« von Lrsatzarbeiten im Almfang von rund 336 000 Ml. »ugestimmt, nachdem sich er- gti?en hat. dah verschieden« vorgcfeEene Arbeiten sich innerhalb de» bewilligten Kredits dis zum Lchluh be» laufenden Rechnungsjahre» nicht be- enden lassen. — Drr Magistrat Hal sich ferner mit der Frage des DohnunaSbaueS im 3 ahre l 92 7 besaht. Um Uahre 1926 sind rund 2000 Wohnungen erstellt worden. Für 1927 wurde nach den Beschlüssen der ftädtt’chen Körperschaften zunächst M« Anstellung von 1500 Wohnungen vorweg genommen. Die Mi.tel der Haus^inssteuer würden — unter geteilten Bvr- auSsetzungen — eine Erweiterung der Zahl der •Huf de? Pressegesetzes ersudie ich Sie", so schreibt uns Herr Bliemchen, Blächheim, Zückerthenstraße za u, ,zu berichtigen, daß ich der in Ihrer Anzeige Nr. 14 erwähnte Bliemchen nicht bin". Sein Wille geschehe hiermit. Herr Bliemchen erinnert uns an einen wegen Beleidigung verurteilten Mann, der sich streng an das Gesetz hallen wollte, damit aber gerade Schiffbruch erlitt. Um nicht noch einmal hereinzufallen, fragte er einen Schöffen: .Darf ich tu einem Herrn niemals Ochse sagen?“... .Nein, niemals'... .Aber zu einem Ochsen könnte ich hoher Herr sagen?“... .Ja, das könnten Sie“... „Na, dann danke ich schön, hoher Herr". So kann's kommen. Deshalb wollen wir uns lieber davon abwenden und von etwas anderem plaudern: vom Gesetz der Überlieferung. Unser Münchner Kindl, das Wahrzeichen der alten, weltbekannten Zuban-Zigarettenfabrik, steht mit Dr. Ali Nabt, unserem Tabakdoktor, in dessem Laboratorium. „Du weißt ja", erzählt der alte Tabakdoktor, „daß edle Tabake allein nicht genügen, um kostbare Zigaretten zu schaffen. Vor allem muß man die besonderen Eigenschaften jeder Sorte genau kennen. Mein Stamm übertrug im strengen Überlieferungsgesetz die uralten Geheimnisse in der Tabakexpertlse von Geschlecht zu Geschlecht bis auf den heutigen Tag. Meine unermüdlichen Versuche, diese uralten Rezepte den heutigen Geschmacksrichtungen anzupassen, sind mir so gut gelungen, daß sich auch die verwöhntesten Zubanraucher daran begeistern werden. Eine Feierstunde wird jeder Zubanraucher erleben. Der Zuban-Zigarettcnfabrikgehöit dieser beispiellose Erfolg!“ Übermorgen hören Sie mehr! Die Gesdimacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wir gehen mit! Die leichten, süffig süßen Mischungen unserer Zigaretten sind Glanzslücke der heutigen Zigaretten-Herste^ lungsari. Drum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sondern werden Sie Künstler des Geschmacks/ Rauchen Sie: Lucy Doraine, die Zuban-Fünfer! 1 Verdstangenverfttigerung. | Donnerstag« den 27. bS. MtS., wer- den im Staufenberger Semeindewald 164 Slim. Sichte - Herbstangen. 1« und 2. Klaffe, von 20 bis 25 Mir. 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Luise Schwarz (Friedberg) mit vorbereitenden Liebungen zu den Gru d'or. en dec Kreisfre Übungen ein, die auch für den Gau übernommen worden sind: Ruti. Paul (Geßen) und Hch. Schneider (Wetzlar) entwickelten anfchl eßend die ersten beiden Gruppen, die als Massenvorführung ihren Eindruck nicht verfehlen werden. Auf ter Grundlage i eu e i e F ei '.brnxe Mt t e ner tu ch 2t. a u 1 K u.e Übungen zur Durchführung gebracht, die bei dem Canwetturnen an Stelle der seitherigen dritten Kürübung a's reue Pfl chtiibung in den 2!:unkampf der Tuenerinren und Iugentioberstufe e ngeglielert werden sollen und damit der Pflege der Keulenübungen überhaupt einen neuen Auftrieb vermitte'n. Zu drei R e^en au'gelost wurden die Teilnehmer in den Stosskreis cinge'ührt, aus dem demnächst die Pflichtübungen für Reck, Barren und Pferd zusommengefte.t werden sol en. Anmutige Tanzb wegungen (ein Schwedisch-Schottisch) leite, en zum Sch uf) zu Freude und Frohsinn über, die auch allmählich über sonst ernstere Gesichtszüge ihre befreiende Macht gewannen. Für das diessäirige Gaufrauenturnen Ende August tonnt? Weh ar re ne Bewerbung äußerer Llmilä de halber nicht aufrecht erhalten: da ür stellen Lauterbach, L.ch und Gladenbach ihre Meldungen in Aussicht. Als vIlkstüml'che Llebungen für den Wett- kamps werden 75 Meier-Lauf, Kugelstossen aus dem Kreis und Hochsprung in Vorschlag gebracht für den Freiweithochsprung, der auf dem Kreis eft zu Darmstadt gefordert wird, Der» mocktr man sich nicht ^u entscheiden. D e nächste Llebungsstunde, die am 27. Febr. bzw. am 13. März an gleichen Ort stattfinden soll, wird der Ausgestaltung und Vertiefung der lausenden Arbeit gewidmet sein. Linier allgemeinem Beifall wurde beschlossen, dem am Sonntag, den 20. 2Narz zusammentre enden all- gemeine.i Gauturn'ag die Wiederwahl des Gaufrau mturnwartes Rudolf Paul (Gießen) zu empseh'en. Eine Sammlung für das neue Kreisbanner ergab die Summe von 150 Mark. Ski-DerbandsweMänfe in Winterberg. Am 22. und 23. Januar hielt der Landesverband Ski-Klub Sauerland, dem der Sli-Klub Gießen als Ortsgruppe angehört, in Winterberg seine diesjährigen Ski-Wett- l ä u f e ab. Schneeverhältnisse und Wetter waren im Gegensatz zu den Vorjahren überaus günstig. Von den Ortsgruppen des Landesverbandes Sauerland war auch der Ski - Klub Gießen zahlreich vertreten. Sechs Mitglieder starteten. Zwei erste Preise wurden errungen. Am Samstag fand der Langlauf für Herren statt, auf einer 18 Km. langen Strecke durch bewaldete Gegend mit einer Gesamtsteigung von 300 Meter. Hierbei starteten vom Sli-Klub Gießen in der Läuferllasse II (Herren von 20 bis 32 Jahren) Forstreferendar Walker und conti, ing. Hamann, ferner in der Alters- llasse II (Herren von 40 bis 50 Jahren) Daural Mangold. Dieser war erster Sieger seiner Klasse. Der Sieg des Baurats Mangold ist um so anerkennenswerter, als dieser Läufer in einem ihm seither gänzlich unbekannten und unüber- sichtl chen, zum Teil recht schwierigen Gelände laufen mußte und es sich um eine Strecke handel e. die d'r Länge der Bahnstrecke von Gießen bis Butzbach entspr cht. Auch die beiden Langläufer in Klasse II f) eilen sich wacker, wie die un.'en angegebenen Zeiten bewe sen. Am selben Vormittag errang der Ski-Klub Gießen auch m Gelandelauf f ü r Samen, tier über eine schwierigere S recke von 3 Km. ging, in der Läuferinnemlasse II den ersten Preis. Frl. Margrit 3 a e g e r war die Siegerin. S e hatte, wie die Laufzeiten beweisen, als Geläntieunlundige eine scharfe Konkurrenz gegen eine gelandeiund'ge Dame zu bestehen. Hm so erfreulicher ist ti'r Sieg der Gießnerin, auf Grund dessen sie in 6h Läus-erinnenklasse I des Deu'schen Sli-Verbandes e'ngerciht wurde. Auch die zweite Start?rin des S.'i-Klubs Gießen. Frl. Elisabeth Grabendörfer, g langte nach anerkennenswertem Lauf an vierte Stelle durchs Ziel. 2lm Sonntagvormittag starteten im Ge - ländelauf fü r Herren in der zweiten Klasse vom Sli-Klub G esten die drei Mitglieder Dr. meti. Heiß, Forstrefwendar Walker und cand. ing. Hamann. Bei der scharfen Konkurrenz sind Preise für Gießen zwar nicht errungen worden, aber trotzdem wurde mit Ehren bestanden, wie d e Laufzeiten zeigen. Zu un» gunsten der Gießmer Läufer w'rkte sich vor allem bei d'esem Lauf ihre Geländeunkenntnis aus, auch waren Marlierungsfähnchen umgerissen, so daß Fehlläufe vorkamen. Hierbei verlor insbesondere Hamann viel Zeit. Er war auf einer Fehlspur weit abgefahren und mußte den 2Beg aufwärts wieder zurück. Dr. Heiß, der an sich nach seinem Können zu den fceften Hoffnungen berechtigte, war leiden: nicht auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit, da er in der Woche vorher eine Gr ppe durchgemacht hatte. Hervorgehoben muß aber werden, daß die drei genannten Läufer zu den wenigen gehörten, die den schwierigsten Steilhang durch eine Fichtenwaldung hindurch in Schußfahrt genommen haben. Die meisten Zuschauer lockte, wie stets, der Sprunglauf an. Wer die Rauchloch- schanze oder sonstige größere moderne Sprungschanzen noch nicht gesehen hat, hält es beim ersten Anblick n'cht für möglich, daß Skiläufer auf ihnen bestehen können. Der Anlauf der Rauchlochschanze hebt sich auf einem hölzernen Turmgerüst 15 Meter hoch bis in die Wipfel der Bäume. Mit Eisenbahngeschwindigkeit gleiten die Springer zur Schanze heran, von der sie sich weit heraus auf die Sprungbahn werfen, die in einem Winkel von 34 Grad geneigt ist und deren Auslauf weit unten 'm Tal endet. Nachdem der an sich 32 Meter lange, in guter Haltung ausgefiihcte Eröffnungssprung des Berufs- ikilehrers o. Nordheim (Winterberg) nicht gestanden war, schien bei den Springern eine gewisse Nervosität sowie Zweifel darüber zu bestehen, in welchem Maße bei der betr. Schneeart zu wachsen war. Deshalb erreichten viele Sprünge nicht die Länge, wie sie bei der Schanze möglich sind. Don den Gießener Startern schied Walker bereits nach dem Probesprung aus, da er bei diesem unglücklich gestürzt war. Bei dem anderen Gießener Starter, Dr. Heiß, war die erwähnte körperliche Indisposition für das Springen besonders bedauerlich. Trotzdem waren feine Sprünge im Vergleich zu denen der Sieger gute Leistungen. Zum erstenmal ist der Gießener Skiklub bei den Wettläufen seines Landesverbandes in stärkerem Maße heroorgetreten. Seine sportlichen Leistungen haben sich auch außer den beiden ersten Preisen allgemeine Achtung erworben. Es ist keine Uebertreibung, wenn hier bemerkt wird, daß auch außerhalb der Wettkämpfe S'.iläufer wie Dr. H e i ß, Walker, Hamann und Frl. I ä $ e r überall da, wo sie sich auf Uebungssteilhängen zeigten, die sportliche Beachtung aller Anwesenden fanden. Voller Befriedigung kann der Skiklub Gießen auf die Tage der Winterberger Wetlläufe zurückschauen, zumal Forstreferendar Walker nach dem Abschluß der Wettkämpfe noch feine Sllehrerprüfung bestanden hat, die für den gesamten Deutschen Skioerband gilt. Nachstehend die Angaben der Zeiten, soweit sie die Läufe der Mitglieder des Gießener Skiklubs betreffen ober für deren Beurteilung von Interesse sind. A. 5) e r r e n • C a n g I a u f (18 Kilometer). I. Kl. (Herren von 20 bis 32 Jahren): 1. Sieger Deimel (Winterberg), 1:19,5. — II. Kl. (Herren von 20 bis 32 Jahren): 1. Sieger Rolfsen, Jens (Norwegen), 1:24,38. — Vom Gießener Skiklub liefen diese Strecke: W a l k e r in 1:39,5; Hamann in 1:40,12. Altersklasse II (Herren von 40 bis 50 Jahren). 1. Sieger Baurat Mangold (Skiklub Gießen) 2:0,25. B. Geländelauf f ü r Damen (3 Kilometer). 1. Siegerin Frl. Margrit Jäger (Skiklub Gießen) 21:32; 2. Siegerin Frl. Sonntag (Winterberg) 22:36. — An vierter Stelle ging Frl. Elisab. Grabendörfer (Skillub Gießen) durchs Ziel. L. G e l ä n d e l a u f f ü r H e r r e n. Kl. I: 1. Sieger Deimel (Winterberg) 11:22. Kl. II: 1. Sieger Rolfsen, Jens (Norwegen) 10:24. — Vom Gießener Skiklub liefen Dr. H e i ß in 12:48; Hamann in 14:40 und Walker in 15:20. D. S p r un g l a u f: je zwei gewertete Sprünge. Kl. I: 1. Sieger Jennuert (Willingen), Sprungweiten 21,50 und 20 Meter, beide gestanden; 2. Sieger: Deimel (Winterberg) 11,50 und 17 Meter, beide gestanden. Kl. II. 1. Sieger: Wahle (Winterberg) 23,50 und 21 Meter, beide nicht ge- standen. — Dr. H e i ß (Skiklub Gießen) sprang 21,50 und 23 Meter, beide nicht gestanden. Wal- ker mußte infolge eines Sturzes beim Probesprung das weitere Springen aufgeben. Weste des Probefprungs 22,50 Meter, nicht gestanden. Ans bem Amtsverkündiaungsblatt. • Das Amtsverküntiigungsblatt Rr. 6 vom 25. Januar enthäli: Maul- und Klauenseuche in Grotzen-L ntien und Rödgen. — Feldbereingungen in Allendorf a. d. Lahn und Ober-Steinberg. — Dienstnachrichten. Rundfunk-? roqramm. Donnerstag, 27. Januar. 1,30 bis 2,30 Ll.)r H.b.rtragung von Kassel: M.ttagskonzert des Hausorcheiters: Mozart. 3,30 b.s 4 Hhr: Sie Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Hhr: Konzert des Hausorchcsters: Mozart. 5,45 bis 6,05 Hhr: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45 Hhr: Zyklus religionswissenscha tlicher Bort äge des D.fchö.lichen Kommissariats: „1. Das Recht der Moden." 6,45 bis 7,45 Hhr: „Türk.sche Musik"; Dortrag von Dr. Wilhelm Hemitz. 7,45 bis 8,15 Hhr: Hebertragung von Kassel: „Das Gcheunnis von Hildburghausen im Licht tier Forschung"; Vortrag von O. V. Maeckel - Fr.elendorf. 8,15 Hhr: Vortrags- Abend Rrsi Langer-Berlin. Anschließend bis 12,30 Hhr: Tanzmusik. Holzversteigerungen dcS Gräflichen ForstamtS zu Laubach. 1. Montag, den 31. Januar 1927,10% Uhr vorm., in der Turnhalle zu Freienseen aus den Distrikten Wintersberg 1—4, Kendelrain, Mushau, Schornber»hKuh- strauch, Baumkircherwald, Pet^mvald la, 1b, 2a, 2b des Reviers Oberseen — Rm —Scheiter: 690 I. Kl., 100 II. Kl. Buche, 2 Eiche, 1 KirchbcMm II. Kl.; Knüppel: 130 I. Kl., 50 1t Kl. Buche, 10 Eiche 1. und I I. Kl., 4 Esche, 7 Kirschbaum; Stöcke: 158 Buche: Reiser- knuppel: 247 Buche. Die Buchenscheiter ' und -Knüppel I. Kl. aus Wintcrsberg 1—4, sowie Buchenknüppel I. Kl. aus ' Peterswald 2a, 1b werden nicht aus- p geboten. Kohlreiser und Lesholz flächenweise. Auskunft erteilen Förster Schrei- , ner zu Altenhain und Forstgehilfe Flick zu Freienseen. 2. Dienstag, den 1. Februar 1927, vorm. 10Ya Uhr, im Gasthaus zur Traube zu Lauoach aus den Distrikten Forstwiese la, 2a, Weingärtnerskopf,Schneppmals- dickung, Eselskopf, Feldchen, Betten, Walleuberg des Reviers Gonterskirchen — Rm — Scheiter: 550 I. ftL, 50 II. Kl., Buche, 2 Birke; Knüvpel: 210 I. Kl., 140 II. Kl. Buche, 10 Eiche und Bkrke, 10 Fichte und Lärche; Stöcke: 140 Buche, 20 Fichte; Stammreifer- knüppel: 30 Buche; (Forstwiese, Schepp- malsdickung) Stammreiscr: 24 Buche (abftg. Scheppmalsdickung); Astreifer: 720 Buche. Aus Wallenberg und Betten kommt nur das abständige Holz zum Ausgebot. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Käufer belieben das Holz vorher ein* zusehen, da spätere Reklamationen nicht oerucksichtigt werden. Auskunft erteilt Förster Melchior zu Gonterskirchen bei Laubach. Bekanntgabe. Die Gemeinde Mainzlar beabsichtigt, einen abgängigen 653l) Simmentaler Bullen auf dem Submissionsweg zu verkaufen. Kaufliebhavcr möchten ihre Angebote, pro Zentner Lebendgewicht bis zum Montag, den 31.Januar l. J..nachmittagS4Hbr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei ein- reichen. Mainzlar; den 21. Januar 1927. ________________Bürgermeisterei: Bogel Bulle und Ziegenbock. 'Montag, den 31. Januar 1927, vorm. 10'/»Uhr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei ein Bulle im Submissionswege pro Zentner Lebendgewicht verkauft. Im gleichen Termin wird ein abgekörter Ziegenbock versteigert. Angebote auf den Bullen sind verschlossen mit Aufschrift versehen bis zum Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzurcichen. Allendorf a. d. Lumda, den 25. Jan. 1927 Hess.Bürgermeisterei Allendorf a.d.Lumda: Rein. 8000 Reisebüro Loeb Vertretung der Hamburg-Amerika-Linie Bahnhofstraße 52 Gießen Fernsprecher 396 Vermittlung von Ueberseereisen :-: Gesellschaftsreisen Vorverkauf vonTheaterkarten sämtl. Frankfurter Bühnen Agentur der Frankfurter Zeitung und des Illustrierten Blattes (Annahpie von Abonnements und Inseraten zu Originalpreisen) 795 D fl mtllilM II mm IHM > HUJIjiUMMUMt I IBIIMIi IIMMMMmMMMMMMWWM Büdinger Petrimaritt vom 20. bis 23. Februar 1927 tSroher Pferde-, Rindvieh-, Schweine -und Kramermarkt mit Prämiierung und Verlosung Ausstellung von landwirtschaftlich. Maschinen und Düngemitteln Sonntag nachmittag ab 1 Uhr Pferde-Prämiierung. Montag Pferdemarkt. Dienstag Nindvichprämiierung. Dienstag und Mittwoch Pferde-, Rindvieh-, Schweine- und Krämer-Markt. Mittwoch Verlosung. Maler- und weihbinder- geschäft sofort ob. später zn verpachten, '.'iuterff. Kräfte, die felbftänb. Ard. ncto. find. woll. ausflibrl. Zufchr. u. 0316 an d. G. A. richt. Wer tväfcht, plättet und bessert Wäsche Mts? Schr. Ana. n. SOOD an d. W. Anz. Jeder Kunde erhält bei Einkauf von 10 Mk. an - mit Ausnahme der Dr. Scholl- Fußpflege-Artikel — von Montag, den 24. Januar bis einschließlich Samstag, den 5. Februar gratis ein Los der Wohlfahrtslotterie zur Errichtung eines Krüppelhelms in Gießen. - Eine große Menge wertvoller Gewinne kommt zur Verlosung - der Hauptcew nn ist ein Einfamilienhaus, massiv oder in Holz, nach den Wünschen und am Platze des Gewinners Gießen erbaut - Im Werte von Reichsmark 30000 Spezialgeschäft 1. Ranges Mäusburg Gegründet -2.------------------------------- 12 1889 ^Teppiche X, firofi. invcntiir-VcrKaiil vom 25. Januar bis 14. Februar 1927 zu bedeutend herabgesetzten Preisen / Deutsche Teppiche Qualitäten 76.— 120.— 160.— etc? Piwan decken 35.- Uhr ab, werden im Saale der Gastwirtschaft Weißbrod nachstehende Holzmcngen aus dem Gemeindewald Salzböden öffentlich meistbietend versteigert: 1. Nutzholz. Distrikt 13b Schottenholz: 2 Buchenstämme II. Kl. 6 Buchenstämme III. Kl. Distrikt 9 Gehren: 3 rm Eichen-Nutzschcit 2 m lang 5 rm Eichen-Nutzscheit 1,25 m lg. II. Brennholz. Distrikt 9 Gehren: 13 rm Eichenknüppel 31 rm Buchcnscheit 136 rm Buchenknüppel 410 rm Buckienreifer. Distrikt 14 Schottcnholz: 82 rm Buchcnscheit 22 rm Buchcnknuppel 180 rm Buchenrciser. Distrikt 13b Schottenholz: 104 rm Buckenscheit 20 rm Bumcnknüppel 193 rm Buchenrciser. Verkaufs- und Zahlungsbedingungen werden im Termin bekannt gegeben. Krofdorf, den 25. Januar 1927. Ter Bürgermeister: Brockmcier. 803D Drucksachen aTlerArt tiefen in Jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl'sehe Unlr.-Druekertl. R. Uica $ - nr. 21 Drittes Blatt Eirßener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 26. Zonnar 1927 9 betcnnte — fick ihnen zu ausklärend u on bet Filmtechnik hat eine c von Verfahren dazu durch- Vild l. 1 Aufnahmeapparat, 2. Spiegel, 3. Spielfeld, 4. Model!. Wiojän65Sl \ru[136f, der Filmtechnik bildet. in Fleifchfauce bestrichene Gesicht geduldig ab> Mitteln nachgcstalten. „Soll länglichen dem Menschen gegenüber a.-.- gesät in Tiere dazu zu erziehen, nickt gewisse lecken ließ. In dem Ufa-Äultur-Fllm „Zum Schnee- gipfel Afrikas" wird eine Szene gezeigt, in welcher mehrere riesige afrikanische Löwen und Löwinnen auf fünf Schritt Entfernung gekurbelt worden sind. Allerdings handelt es sich hierbei um die bloßen Zufallsausnahmen des herzhaften Kapitäns a. D. Karl Donnert, dem — ganz*anderen Objekten nachspürend — urplötzlich die drohenden Lichter eines sich auf fünf Schritt bereits genähert habenden Rudels Löwen entgegenfunkelten. Da gab es nur eine Rettung: Geistesgegenwart! Unentwegt weitcr- kurbeln. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Wehe, Bild 11. Filmbild Unter der gestrichelten Linie, die r.uiuitid) aul dem Bild nicht vorhanden ist, Aufnahme der wirtlichen Gegenstände 3, darüber Aufnahme des Modell- 4. Was der geschichtliche Film zu schaffen und zu wirken unstande ist, mag der entschiedene Erfolg ^iarw'l gebildet, die die verblüffendsten Bilder zu drehen gestatten. So werden z. B. Geister dadurch aus den ftilmftrcifcn beschworen, daß zunächst die Szene mir beit lebendigen Darstellern wie gewöhnlich gekurbelt wird. Tonn wir> der so belichtete Film zurüagedreht, worauf der Geist austritt, der beim zweiten Durch- „Seine Majestät Lar Kinu". „Seine Majestät das Kind", daS ist der Titel eines Kulturfilms, der soeben im Emella-Palast in Berlin seine Uraussübrung erlebte und der uefiimmt Nachwelt zu bringen, eine Entwicklung im Fluß der Dinge, innere Zusammenhänge, Bindungen und goto eitere Erschließung des neu eröffneten Gebietes wettbewerbsfähig zu bleiben. Die ted}m£d)c:i Möglichkeiten des neuen Verfahrens sind schon jetzt außer- ordentlich groß. Aufnahmen in jeder Landschaft, vor oder in jedem Bauioerk, mögen sie nun in Afrika, Indien oder Amerika spielen, können beute in oder vor dem Glashaus in voller Natürlichkeit und mit vollendeter künstlerischer Wirkung gedreht werden, wenn man nur eine gute Photographie des Gegenstandes hat und daS notwendige Spielfeld aufbaut. Hervorragende Bedeutung hat das Schüfftanrcr- sahrcn auch für Trickaufnahmen und namentlich für phantastische Bilder, wie einige im Metropolisfilm laufen. Hier sind noch lange nicht alle Möglichkeiten erkannt, geschweige denn auSgcnntzt, und es ist durchaus denkbar, daß die Schüfftansche Erfindung des Zauberspiegels den Auftakt zu einer Umwälzung wenn Tennert ausgebört hätte, als der Film w Ende war. Wehe, wenn auch nut ein Zweig unter seinen Füßen geknistert hätte ... ES war ein richtiger Steppenbrond. der Blutdurst von dem Angst- und Ohnmachtsgefühl gegenüber dem Elementaren überwiegen ließ . . . als Veisviel tue Szene nut der großen xamvsbahn (Bild 2), die man aus deutsai „Stadion" nennt: Tatsächlich erbaut war nur das Spiet,'eld mit der Seitenbahn, wie wir dies in Bild 1 bei 3 »ehen; wir finden es in unserem Bild 2, dem Filmbild, unterhalb der gestrichelten Linie. Ter ganze sich darüber erstreckende Aufbau war nur ein kleines Modell, das wir in unserem Bild 2 über der gestrichelten Linie durch den Scküsstanschen Zauberwiegei unmerklick über das Spielfeld gesetzt sehen, Kulisse und Modell müssen natürlich ein Spiegelbild sein, da ,a durch den Spiegel rechts und links vertauscht iverben, wenn man nicht noch einen zweiten Spiegel zu Hilfe nimmt. Voraussetzung für die völlige Bersckmel'ung der beiden Ausnahmegegenstände ist peinlichste Berechnung aller Größen und Entfernungen, sowie richtige Abgleichiing der Beleuchtung. Trotzdem sind die Kosten un Vergleich zu wirklichen Bauten so gering, daß die Ge- san.tkosten nur ein Tuttel bis ein Fünftel betragen. In diesen wirtschaftlichen Vorteilen liegt die Hauptsäliste Bedeutung der Erfindung. Ter dcut'chen Filmindustrie, die schwer gegen den ausländischen Wettbewerb — besonders aus dem Weltmark — zu kämpsc:: hat, ist damit die Möglichkeit gegeben, durch Verminderung bet Filmherstellungskosten und durch und 5}ajcn“ z. D. war der beste Beweis dafür, dah der Film den künstlerischen Gesetzen des Romans nicht gewachsen ist, oder dah er, wenn er gleichwertig zu sein versucht, sich einer jener groben Grenznberschreitungen schuldig macht, von denen eben die Rede war. Die grosten Erfolge des historischen Films hingegen, wie wir sie in den letzten Jahren oft genug erleben konnten, sollten gezeigt haben und immer wieder zeignr, wo der Film noch ein weites Neuland nuobringend. aufbauend. Volks- erzieherisch und mit eigtnen Kunstmitteln erschließen kann. D.e grünt kg :n2e Dramaturgie — sie heiße nun nach Aeubabelsberg oder Holly- wood — ist wohl bis heute noch nicht geschrieben. Mir brauchen sie aber als ein kritisches, klares Gesetz, das die Lehren aus der Vergangenheit zieht und den Weg in die Zukunft weist. dieses historischen Dokuments „Bismarck" bewiesen haben, das gegenwärtig im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße zu sehen ift; nicht die Publikums- essor Dr. Z i e h e n ist erfreulich knapp, sparsam auf >as Allernotwendigste bedacht: der Text gibt die be- cheidenften Gedächtnisstützen, die man zur inneren Binduntz braucht: aber jedes Mehr würde schon Wenn man eS recht verstehen will: dieser Film „läuft“ eigentlich nicht im Sinne fließender „Handlung" — er „steht" in bewegten Gruppen, in Bildern mit wechselnder Beleuchtung, von verschiedenen Standpunkten aus — fast gleäfjaeitig — gesehen. Des drückt sich auch im Schauspielerischen ganz deutlich aus, wobei der Ton durchaus auf der ersten Silbe Legt „Gespielt" wird gar nicht viel: aber auf die Maste und die Figur lammt es sehr an. Lind die Masten s.nd durchweg glücklich ersaßt. Lleberzcuzend der markante Bismarcklopf, die wuchtige, überlegene, beherrschende Erscheinung Franz Ludwigs, der die Titelrolle trägt Glänzend der Napoleon (de 2oigt>, die beiden Frauengestalten hüben und drüben: die fanatische Eugenie der Annenkosf, die liebreizende Anmut der Erna Mo re na (Fürstin Bismarck). Weiter, nur die wichtigsten: Klein (Wilhelm I.), Zimmerer (Friedrich HI.), Leffler (Roon), MoebiuS (Molrke): die vielen anderen kann man nicht alles einzeln auszählen. Aus dem großen Regiestab sei nut noch Winfried Wolf namhaft gemacht, der die musikalische Begleitung zum Bismarck-Film zulam- menstellte: sie ist vortrefflich: ein psychologisch sehr zu beachtender Helfer zum Erfolg. — r — Der Iaubersp'regel. (Eine technische Erläuterung zum Metropolisfilm). Bon Wilhelm Buchmann. Nachdruck verboten. Ter Film hat für viele etwas Geheimnisvolles, nicht nur weil er aus einer Welt komm,, deren gan-.e Lebensart und -^tuffaiiung scheinbar leichter tu als bei den meisten Sterblichen, sondern auch, weil durch eine verfeinerte Bildteainik Aufnahmen zuwege gebracht werden, deren Zustandekommen uns oft rätselhaft erscheint. Lolche Trickaufnahmen sind ein wichtiges Hilf-mittel in der Hand des Spielleiters — zu deutsch: de) Regisseurs—, der sich ihrer zur Tat- stellung von Traum- und Gei>'kererschemungen, von Doppelgängerrollen und überhaupt von mehreren Szenen auf einem einzigen Biloc gern bedient. Die Raubtier-Kilmausnahmen. Bon Erwin Wolfgang Nack. Beschäftigen wir uns mit der „Entwicklungsgeschichte der Raubtier-Filinaufnahmen", so dürsten es toicber einmal die Amerikaner gewesen sein, welche — im Jahre 1909 — allen filmbegeistertcn Kulturvölkern mit „leuchtendem Beispiel" voran- gegangen sind. Sie begannen also allerlei Gelier vor dem fturbcllaftcn zu postieren und in allen nur er- deutlichen Stellungen zu verfilmen. Immerhin jedoch kam man nicht recht aus den Anfangsversuchen heraus, bis im Jahre 1915 ein besonders gewitzter Kopf zur Gründung einer Tramatischen Schule für vierbeinige Filmschauspieler kchritt und diese der Filmstadt Umversal-Eity in Kalifornien einverleibte. Schon der Prospelt auS den Gründungsjahren weist auf die sich dort befindliche reichhaltige Tiersammlung hin. Hier eine kleine Auszählung: Löwen, Tiger, Elefanten, Büffel, Dromedare, Wölfe, ganze Rudel edelster Pserderasjen, dazu Hunde, Wölfe, Schakale usw. Daß sich der Unternehmer keineswegs an den Begriff „Dramatische Schule für Vierfüßler" gebunden hielt, beweist auch das Vorhandeniein von Schlangen aller Art und eine erstaunlich reichhaltige Sammlung großer und kleiner Vögel. Bei welchen Tieren immer ein „Anstandsunter- richt" dem menschlichen Partner gegenüber von voraussichtlichem Erfolg begleitet sein konnte, ergab eineArt„Jntclligenzprüfung". Grundgedanke war also: Blutdürstige — ober zum mindesten aus der Zoologie ehe 'erkauf ar 1927 en Preisen lli 3X4 Mb. - 160.- etc. o 22.- k n 40.- 1 aufnahme allein, sondern vor allem auch der künstlerische Erfolg. Wenn es — nach unferm heutigen Stande — überhaupt möglich ift, Weltgeschichte in großen, lebendigen Bildern ^usammenfassend auf die heute noch nicht die technischen Hilfsmittel dcs Films erschöp't haben und ihre kommenden Möglichkeiten nicht zu übersehen vermögen. 3m allgemeinen wird aber di s festzuhalten sein: wemi man einmal jene Filmmanuskripte außer acht läßt, die ganz oder überwiegend aus eigenschöpfertschec (nicht nachgestaltender) Phantasie geboren worden sind, so wird man vor allem zwei Kategorien zu unterscheiden haben: den historischen und den literarischen Film; von ihnen scheint jener eine große Zukunft zu haben, während dieser nur in b.n seltensten Fällen („Die QUbclungcn“) Anspruch darauf erheben kann, als eigenes Kunstwerk für unsere Zeit berufen zu fein. Bei der Verfilmung von künstlerischen Schöpfungen, an deren Wert kein Zweisel gestattet ist (.Soll und Haben". .Mariä Magdalene", „Faust". „Wilhelm Seit“) wird und muß der Film notwendig hinter der Kunstform dcs Dramas oder Romans zurückbleiben, er wird im besten Falle ®eftait?tcd mit andern — unzu- Atso schön! Mundusvultdecipi—will durchaus die Welt betrogen werden, gut, so laßt sie uns betrügen! Und so mühte man sich nicht länger mit langwierigen Dressuren ab, sondern filmte die Menschen zusammen mit Tieren in ihrer ganzen ursprünglichen Wlldhett. Ta dies mit Hilfe von Doppel-Photo- graphre'n geschah, b. h. erst der Mensch und ba*nn das Tier unter genauem Zahlen bet Umdrehungen beim Murbein, wobei das Äiederzurückdrehen deS Filmstreifens eine große Rolle spielte, so war nur am etwaigen Nicht-Uedereinstimmen naturgemäßer Bewegungen „der Schwindel" erkennbar. Statt per- lönlichen Mutes der Darsteller — ein kümmerlicher Behelf durch allerdings oftmals sehr schwierige photographische Tricks. Superkluge kamen und kommen leider auch heutzutage auf den Einfall — ausgerechnet Glasscheiben zwischen Tier und Mensch zu setzen. Selbstredend — sofern nicht bet Vierfüßler mittels eines Sprunges burd) bie gläserne Wand sich „bie Ehre seines Besuchs" bei den wohl entsetzt auSeinanbcrftiebenben sonstigen Glashausinsassen gibt, genügt schon bas leiseste Reflektieren bet Beleuchtungsquelle, sowie die unvermeibllche Spiegelung im Glas, um auch einem weniger technisch geschulten Publikum später im Mino ben Betrug zu offenbaren. Einsatz her ganzen Persönlichkeit, Zielbewußtsein, bis Mim gewissen Grade vorangegangenes Studium der Tierpspche, bas alles ist unbedingtes Erfordernis, um mit Raubtieren gemeinsam künstlerisch wertvolle Arbeit zu leisten. Nur ganz wenige Darsteller haben sich dabei bewährt. Nicht vergessen sei der wirklich mutige Carl de Vogt, als er fidi beim Drehen einer Szene zum Hagenbecksilm „Allein im Urwald" unbesorgt im angeblich fd)Iafcnbcn Zustand (in einem durch Urwaldszenerie verdeckten Käfig) von zwei ekelhaften riesigen Hyänen beschnuppern und Fräulein Sergyl im „Mirakel der Wölfe" sich das — mit Reicksanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kindersterblichkeit in dem von Professor Langstein geleiteten Kaiserin-Augusia-Bittona-Hause ausgenommen unter Mitwirkung namhafter Künstler, sowie der Acrzte und Pflegerinnen der Anstatt, führt bet Film in die Wett deS Kindes und zeigt, wie der Säugling gepflegt unh betreut werden mich, bamit er gesund an Leib und Seele auswachsen kann. Professor Langstein begrüßte die Gäste. An die Vertreter der Reichs- und CtaatSbehörden, der össentlichen und freien WvhlsahrtSpslege, der Versicherungsanstalten usw. richtete er seine Werte, mit denen er Sinn und Ausgabe deS FilmS erläuterte. Professor Langstein betonte, daß alle die, die sieh die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit zur Ausgabe gemacht hätten, immer wieder aus Hindernisse und Schwierigkeiten stoßen, ba die Massen ben Bestrebungen verstänbnislos gegenüberftänben. Der Film solle lebendig vor Augen führen, was dem Kinde fromme und waS ihm schabe. Der Titel beS FilmS solle nicht etwa auSbrücken, baß bas Äinb der tyrannische Herrscher seiner Umwelt sein soll, fonbem er wolle besagen, baß wir uns alle beugen vor bcu Werbenben, bie einmal berufen sind, zu ernten, was wir heute nur säen könnten. Ter Render gab bet Hoffnung Ausdruck, baß der Film segenSreick wirken möge, nicht nur in Deutschland, sondern audj in anderen Ländern. wider die nun einmal bestehenden Gesetze des Films als eines selbständigen Kunstwerkes verstoßen. Beide, Regisseur und Textgestalter, halten sich im ganzen an die großen und dekorativen Höhepunkte der abgeschlossenen Historie, die gleichsam das Grundgerust des Ganzen bilden. Und sie streuen dazwischen, sehr glücklich, das ftimmunggcjcnbe, vertraute Beiwerk, Episoden von geringer Bedeutung und Anekdotisches geschickt ausnutzend; z. B. das historische Eckfenster — das Attentat — die Königgräyer Zigarre — das Varziner Idyll. ’ser etc. 10.- etc. traulich nähernde Zwei geheim: ohne weiteres nieder- zuscklagen, zu 5enleiid.cn und eventuell mit Haut uno Haaren zu verspeisen. Daß eS aber auch keineswegs immer mit der Trciiur gemac-.it ist, zeigte sich nur zu bald bei den „auft Ganze gehenden" Filmaufnahmen. So lehr war nämlid) bie Bestie systematisch an bie Umgebung (Dekoration) und den Atelier- ikandat (Schreien, Hammern, Singen und Zischen der Lampen, Geräusche beim Bedienen des Murbel- lastens) gewöhnt, daß Uc phlegmatisch alle» über sich ergehn ließ und auf den leisesten Wink, jedem halblauten Zuruf gehorchte. Das wieder mit anzusehcn, näßte dem Publikum keineswegs. Cin Löwe, der scheu und den Winken seines Herrn gewärtig mit ungeflemiii- tcm Schwanz umherschlick, wurde glatt ausgepfiffen. Ha — meld, ein anderes Bild, wie cs sich bie glühcnbc Phantasie ausgemalt; jener mit unoänbiger Wildheil auf den zweibeinigen Störeniried loS- stürzende Äönig der Wüste! fungen aus Ursache und Wirkung vor dem Auge bar- zustellen (bei sparsamster Verwendung des Wortes und nur stimmiingsmäßiger Hilfen für das Ohr) — dann hat der Bismarck-Film das (vorläufig) Möglichste erreicht. Zwei große Teile; der erste ist Austakt und Vorspiel: der werdende Bismarck — Bismarck, das Kind, der Schüler, der Göttinger Korpsstudent. Sann: Bismarck als Referendar in Berlin, als Gutsherr auf dem Kniephof. Endlich: der Deichhauptmann — das Jahr 48 — diplomatische Anfänge und erster Austtieg. (Man kann nur die Stichworte geben.) Auch für den zweiten Teil, der von 1862 bis 1898 reicht, der den Höhepunkt bringt, die starken brama- tischen Akzente, die unerhörte Erfüllung und den tragischen Austlang eines Menschenlebens von übermenschlichem Maß in Bilder faßt. In die stUechten, schwungvollen Wechselbilder von sieben Akten. Die Stichworte lauten hier etwa: Der Ministerpräsident und das diplomatische Präludium zu den drei Eini- gungskriegen. Alsen und Königgrätz, Varzin und Ems; Romen von gewichtigem Klang, die das B i l d fast schon in sich tragen. Mars la Tour — Sedan — Donchery. Versailles und der Truppeneinzug, den Fontane so prachtvoll zu deuten versuchte. Auf die mitreißenden Klänge des Pariser Einzugsmarsches folgt gleichsam das Cargo des Schlußaktes: Berliner Kongreß — Entlastung — der Sachsenwald. (Rur Etichworte.) Der Regisseur D l a ch n i tz k y bringt selten Szenen oder Szenengruppen, fast überwiegend anein- andkrgerelhte Bilder, die großen, sinnlich greifbaren und wirksamen Momente. Das Manuskript von Pro- lauf des FdmS ausgenommen wiro. Durch geeignete Einstellung der Pc Achtung undderBelichtungLzett lassen sich so buru au 5 „naturgetreue" Spukerscheinungen erzeugen. Raa, einem anderen Verfahren, daS man ;. B. für Doppelgängerrollen benutzt, roub ein Teil bcks Filmstreifens bei der Aufnahme dcs Doppelgängers Nr. I durch eine vorgesetzte Blende vor Belichtung geschützt, auf den bann beim nochmaligen Durchbrich en bei Films bet Toppclgänger Nr. 2 unter Abblenbung des schon bcliditetcn Teils ausgenommen wird. Man crrcidjt bie gleiche Wirkung, wenn man jebe Szene wie gewöhnlich brcljt und bie beiden Negative unter entsprechender Abblenbung ober auch unter Nachttischen auf einen Filmstreifen nacheinander kopiert. Es bedarf bei solchen Aufnahmen natürlich großer Umsicht, bamit bie Silber lückenlos znsammenpassen und die Spieler im vorgeschriebenen Aufnahnu-feld bleiben. Wievicle Kilometer Filmband mögen dabei schon nutzlos „verdreht" ivorben sein. Zu biefen Lichtbilbkünsten ist neuerbingd ein Verfahren ß«-»igekom'^ien, vaS nackt seinem Erfinder, dem beutf-.oen Ingenieur Schüfstan, das Schüfs- tanfdje Spiegel- ober KombinationSversahren genannt wird. Es ist in fernem Grundgedanken so einfach, daß man sich wundert, weshalb man das nicht schon lange so gemacht hat. Aber dasistnuncinmal beim menschlimen Schassen meist so: Erst auf Umwegen wird der kürzeste Weg gefunden! Schüfstan setzte in geringe Entfernung vor dem ?lusnahmeapparat 1 einen Spiegel 2 unter einem Winkel von etwa 45 Grad (Bckdl). Dadurch ist es möglich, Gegenstände 4 aufzunehmen, die fick) seitlich vom Apparat befinden. Nack) Entfernung eines Teils deS Spiegelbelages kann man durch die so durchsichtig gcmaditen Stellen hindurch aber auch in gerader Richtung die Gegenstände 3 vor dem Apparat photographieren; es lassen sich also zwei räumlich getrennte Szenen zu gleicher Zeit auf den gleichen Filmstreifen bringen. Nun läßt sich aber der Spiegelbelag fo entfernen, daß srch zwischen Spiegelbild und Durchsicht keine scharfe Tremtlinie ergibt, sondern daS eine Bild vollkommen unmerklick) in das andere übergeht. Tiefe Möglichkeit erschließt dem neuen Verfahren nicht nur weite Gebiete des Filmtricks, sic gibt ihm vielmehr ein unenblid) viel größeres Anwendungsgebiet gerade für den gewöhnlichen Spielfilm, für den die Erfindung geradezu umwäl- zcnd gewirkt bat; dies haben einige neuere Filme, ganz besonders der große Metropolisfilm der Ufa schlagend bewiesen. Nehmen wir aus diesem Film Der Bismarck-Film. Lichtspielhaus. Der sehr umfangreiche Probkmkomplek. der sich bei der Vorstellung des in den Ictjtcn Jahren — insbesondere technisch — erstaunlich vervoll- komm.eien künstlerischen Films als einer ©c- sanric, cheinung auftut, läßt sich vielleicht am ehest : kritisch überschauen und programmatisch betocii .n, wenn man von vornherein die schwerwiegende Frage der Stoffwahl ins Auge faßt. 3hre Bedeutung wirs) fofoti erkannt, wenn man sich klarmacht, daß ste von dem zweiten — entscheidenden — Grundprobkm gar nicht zu trennen ist: dem der ästhetisck>en Abgrenzung dcs Filmkunst Werkes. wie wir eS bis heute technisch bewältigt haben und als eine neue darstellende S~onn mit eigenen ®ef:’ltamm hrcn: Müirm lang »ggsa-M«* II ■grcnngOU* rwr s M 5b*Är** sacnen^!^ von 10 Prozent gezahlt. Berliner Börse. die Iagdausübenden allein unmittelbar interessiert, ü</s Prozent zuzüglich 6 Prozent Stück- zinsen au 1. Januar 1927 bis zum Zahlungstage und ist in der Zeit vom 10. bis 25. Februar gieren noch stärker ab. Satedethfurth verloren 7,5, . G. Farben 5, Continental-Coutschouc 4 Prozent. Trotz dieser teilweise empfindlichen Kurseinbußen war das Gesamtbild der Aktienmärkte durchaus nicht u n g ün st i g. Im Vergleich zu den 26. Jan. Die Tendenz war zunächst Eine große Anzahl von Kursen schwächte sich 1 bis 2 Prozent, eine Reihe von Po« und Munitivnsindustrie allein etwa 20000. Als ds. Ls. zu entrichten. * Umfangreiche belgische Aufträge an die deutsche Elektroindustrie. Nach einer Mitteilung von belgischer Negierungsseite ist das Reorganisationsprogramm für das belgische Telephon- und Telegraphenwesen in seinen Richtlinien sertiggestellt. Es wird sich auf mehrere Jahre erstrecken. Einzelheiten sollen in absehbarer Zelt abgegeben weroen. Wie aus belgischen elektroindu- ftricllen Kreisen verlautet, ist beabsichtigt, die Hälfte der Materiallieferungen an deutsche Firmen auf Reparationskonlo zu vergeben. Aus Regierungskreisen sei der belgischen Elektroindustrie die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft mit deutschen und evtl, anderen ausländischen Elektrounternehmen auv Durchsührung der Reorganisation des belgischen Telephon- und Tclegraphenneges, deren Kosten auf Franken veranschlagt werden, ange- Forrn, unter der die Filmprüfstelle ihn zugelaßen hat, beurteilt werden kann, nicht seine Vorführung. Tiefe Begutachtungsweise wird einer ost gerade recht hochstehenden Gruppe von Bildstreifen nicht gerecht, nämlich bcm Lehrfilm, der als Vortragsfilm zur Aufführung gelangt. Er ist zwar zweisellos der eigentliche Träger der Belehrung, bedarf aber oft der begleitenden Erläuterung, weil der Inhalt nicht restlos durch das Auge dem Verständnis des Zuschauers nahegebracht werden kann, und weil auch Zwischentitel häufig dem Bildverständnis wenig aufhelfen. Ihre Leitüre fällt für den Zuschauer nicht zeitlich mit der Bildbeobachtung zusammen. Tem Gutachterausschuß liegt nun manchmal em zweifellos hochwertiger Lehrfilm dieser Art vor: ein zu sprechender Begleittext ist mit eingereicht worden. Doch besteht keine Gewähr dafür, daß dieser Text wirklich bei jeder Vorführung gesprochen wird, und zwar in der vorbildlichen Weise des vom Film oorausgesetzten Begleittextes, ebensowenig wie bei einem Unterhaltungssilm gewährleistet werden kann, daß die eigens komponierte Musik wirklich bei jeder Vorführung, uub zwar in einwandfreier Ausführung gespielt ioird. Wie nahe läge es, bei solchen Bildwerken den zu- gehörigen Erläuterungsvortrag an die Bildizenen so heranzukopieren, daß er wie die Bilder selbst zur Substanz des Werkes gehört, untrennbar nut ihm verbunden? Tann wäre solch ein Bildstreifen ohne weiteres als Lehr- oder volksbildendes Werk zu er- flaren und genösse die Steuerermäßigung oder Steuerbefreiung. Technisch ist die Ankopierung eines inhaltlich und stilistisch wie akiisnfch muster- gültigen Vortragstextes an einen irgendwo, irgend- wann und irgendwie aufgenommenen Lehrfilm eigeiitlich überhaupt kein Problem mehr. Nur dafür müßte noch Arbeit zu leisten sein, daß solch sprechender Vortragsfilm durch die normalen Bildwerfer laufen kann und nicht andere Maße verlangt als jeder andere Bildstreifen; denn Schulen und Jugend- pflege- oder Bolksbildungsveranstaltungen können nicht doppelt mit Apparaturen ausgestattet sein für stumme und für vortragbegleitete Lehrfilme. Leider geschieht aber für diese Art des sprechenden Bild- streifens so wenig wie für jede andere. Das ist schade. Daß ebenso an Spielfilme eine mustergültige Begleitmusik herankopierbar wäre, ist wieder eine Sache für frch. Wirtschaft. Die 5%tge auslosbare Neichs- anlerhe. Bon den Kreditmöglichkeiten, die dem Reich zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben durch Die Ctatsgesetze von 1925 und 1928 in Höhe von rund 940 Millionen Reichsmark eingeräumt worden sind, hat das Reich bisher weder im Wege einer öffentlichen Anleihe, noch im Wege von Schahanweisungen Gebrauch gemacht, weil seine Kassenlage es gestattete, eine bessere Entwicklung des Kapitalmarktes und dementsprechend eine Herabsetzung des Zinsfußes abzuwarten. Die inzwischen erfolgte Senkung des Reichsbankdiskonts auf 5 Proz. und die befriedigende Verfassung des Geldmarktes haben nunmehr den Reichs- Minister der Finanzen bestimmt, den besonders günstig erscheinende:» Zeitpunkt nicht vorübergehen zu lassen, sondern einen Betrag von 500 Mill. Reichsmark 5proz. deutscher Reichsanleihe zu begeben. Von den 500 Millionen werden 300 Millionen Reichsmark von einem unter Führung der Reichsbank stehenden Konsortium von deutschen Banken und Danksirmen übernommen. Die restlichen 200 Millionen Reichsmark sind zum weitaus größten Teil bereits fest mit vorläufiger Sperrverpflichtung untergebracht. Die Anleihe ist bis 1934 untilgbar. Von da ab erfolgt die Tilgung innerhalb 25 Jahren durch Auslosung zum Rennwert. Eine verstärkte Tilgung oder Gesamtkündigung ist bis 1937 ausge- schlossen Die Zeichnung findet zum Kurse von 92 v. H. in den Tagen vom 3. bis 11. Februar 1927 statt. Die Einzahlung ist in Höhe des Zeichnungsbetrages zuzüglich Stückzinsen ab 1. Februar 1927 in der Zeit vom 21. bis 23. Februar 1927 zu leisten. Die Einführung der Anleihe an den deutschen Börsen und die Erklärung der Lombardsähigkeit bei der Reichsbank werden sofort in die Wege geleitet werden. (Jcgengrimb wird gewöhnlich der Wildschaden angeführt. Tatsache ist, daß dieser im einzelnen wie insgesamt meist stark übertrieben wird. Tas Wild nährt sich nicht von Feldfrüchten allein, sondern setzt in etwa 'JO Prozent seiner Nahrung wirtschaftlich nutzlose Gräser und Unkäutcr in wirtschaftlich er» faßbare Form, nämlich Wildbret um. Lor dem Krieg wurde der Wildschaden im ganzen Reich auf zwei Pfennige pro 100 Mark landwirtschaftliche Einnahme veranschlagt. Dadurch wird die Volksernährung in keiner Weise gefährdet, während die Rechte des direkt Geschädigten durch die Wildschadengesep- gebung gewahrt sind und häufig recht teuer bezahlt werden müssen. Auf weitere Einzelheiten einzugehen, soll nicht Aufgabe dieser Zeilen fein. Es erscheint aber immerhin wünschenswert, daß die Ergebnisse solcher Untersuchungen allen beneit, die mit der Jagd zu tun haben, vor allem also Staat, verpachtender Gemeinde oder dem Pächter bekannt sind, damit nur solche Entschlüsse gefaßt werden, die eine Erhaltung ober Steigerung des wirtschaftlichen Wertes der Jagden gewährleisten. Wir hören immer wieder, wir seien ein armes Volk geworden, das alle Kräfte ansnützen müsse, die irgend verfügbar feien. Dazu gehört auch der Teil des Volksoermögens, der in der Jagd steckt. Diese Betrachtungen erfdieinen besonders zeitgemäß, wenn - wie jetzt - Jagden neu verpachtet werden sollen. Vor allem ist dringend wünschenswert, daß die (Gemeinden von dem igucn zustehenden Recht Gebrauch machen und, genau wie der Staat, ihre Jagden auf mindestens 9, wenn nicht 12 Jahre Der* pachten. Tie Bedenken gegen die 6jährige, gesetzlich vorgeschriebene Mindestpachtdaner seien ausgeführt in der Antwort, die ein oderheffischer Bürgermeister dem Verfasser auf die Frage nach der Pachtdauer bei der Reuverpachtung der Gemeindejagd gab: „Selbstverständlich auf neun Jahre. Tas machenwir schon immer so. In sechs Jahren kann der Jagd- vächter nichts ziehen." Dieser Bürgermeister und mit ihm sein Gernemderat zeigen damit, daß sie als Nichtjäger das richtige volkswirtschaftliche Verstand- nis Haden. Sie führen auf die Weise der Volksernährung mehr Wild zu, sind aber and) selbst dabei, was den Pachtpreis anlangt, nie schleckt gefahren. Wer eine Jagd auf neun Jahre pachtet, will sie nicht aussckneßen; er wird aber häufig gern etwas mehr an Pacht zahlen, wenn er weiß, daß er dafür für lange Zeit ein Revier bekommt, an dem er als Heger feine Freude haben kann. Zum Schluß ein nicht uniuter- effanter Weg, der in einem preußifchen Streife in der Kasseler Gegend beschritten wurde und der versucht, die beiderseitigen Interessen auszugeleichen. Bei Verpachtung von 9 statt auf 6 Jahre wurde vorn 6. Jcckrce an auf die Pachtsumme ein Ausschlag von 5 Prozent, bei 12 Jahren dagegen vom 8. Jahre an H. Die wirtschaftliche Bedeutung der Zagd. In der Jagdübersicht des „Gießener Anzeigers" für den Monat Januar war darauf hmgeiviesen worden, daß leider dem Gesichtspunkt der Erhaltung der Jagd als Faktor unseres Wirtschaftslebens in vielen Fällen bei Verpachtung der Gemeindejagden zu wenig Rechnung getragen werde, teils dadurch, daß man den Pächter vor der Zuschlagserteilung zu wenig daraufhin prüfe, ob er der geeignete Ver- walter eines Teils des Gemeindevermögens lei, teils durch Verpachtung auf eine zu kurze Zeit. Das hangt auch damit zusammen, daß mar. sich im allgemeinen über die wirtschaftlichen Werte, die »n der Jagd stecken, keine richtige Vorstellung macht. Rur hiervon soll nachstehend die Rede sein, nicht von dem hohen sittlichen Gehalt des Weidwerks, nicht von feinet Bedeutung für die Volksgesundheit und auch nicht von den seelischen Werten, die Wild und Hei- mat miteinander verbinden. Für viele ist die Jagd nur ein „Sport", für Zartbesaitete sogar ein „roher Sport". Gerade das ist aber bie Einstellung, die von dem deutschen Waid- manne abgelehnt wird. Seine Auffassung steht ganz im Gegeniatz zu der jener Jäger. d,e den Wildstand Italiens vernichtet haben, oder deren Schietzwut in Frankreich der größte Teil des Bestandes an größerem Wild zum Opfer fiel. Bei uns stellt die Jagd einen nicht zu übersehenden Faktor in unserem Wirtschaftsleben bar, *ben der Staat durch geeignete Gesetzgebung zu erhalten sucht, unterstützt durch eine Jägerei, die in der Aufstellung bestimmter waidmännischer Jagdregeln in der ^gleichen Richtung zu wirken bemüht ist. Ihr Be- jfreben ist es gerade, daß sie die Jagd sachgemäßer bewirtschaften und auf eine Höhe bringen will, öie mit dem Stand der Bodenkultur in Einklang zu bringen ist. Tie Hilfe, die der Staat ihr dabei an» gedeihen läßt, genügt vielfach nicht und zwingt zur Selbsthilfe, die fich in der Begründung von privaten jagdtundlichen ForfchungSinstituten, im Zusammen- chluß zu zahlreichen Jägervereinigungen, sowie in der Begründung besonderer Hegeveremigungen äußert. Die in der Jagd vorhandenen Werte m Zahlen auszudrücken, ist eine schwierige Ausgabe. Es liegt in der Natur der Sache, daß es nicht möglich ist, den vorhandenen Bestand, das Kapital, richtig anzugeben. Eher möglich, aber auch nicht aus gründ erschöpfenden ftatiftifchen Materials, ist eine Er- fassung der erzielten Jahresstrecken. In der letzten Zeit sind eine Anzahl von Arbeiten erschienen, ober durch Bearbeitung bekannter geworden, die sick mit diesen Fragen eingehender beschäftigen. Einige deutfche Länder haben fich in der Nachkriegszeit neue, z. T. mustergültige Jagdgesetze gegeben, die den Volks- wirtschaftlichen Standpunkt scharf hervorlehren. So ist zur Beratung dcS neuen füchfischen Jagdgesetzes ein Gutachten von Professor Dr. Stieda von der Universität Leipzig vorgelegt worden, daS in den Beratungen eine wichtige Nolle spielte und dazu beitrug, daß m dem Gesetz die Belange der Jagd in verständnisvoller Weise gewahrt worden sind. Wenn im Folgenden Zahlen angeführt sind, so handelt cs sich dabei um vorsichtige Schätzungen von sachverständiger Seite auS der Vorkriegszeit. Ta- nach ist die Strecke an Nutzwild auf rund 15 Millionen Stück = 42 Millionen Mark zu veranschlagen. Hinzu kommen neben diesem Wildbretwert als Wert für Decken, Bälge usw. 4,6 Millionen. Tas Raub- zeug wird mit 1,5 Millionen veranschlagt. Diese Zahle werden ergänzt durch die Aufwendungen für Jagdpacht, Stempel, Jagdpah, Gehälter, Treiber- löhne, Schußgelder, Wassenbeschaffung, Munition, Kleidung, Hunde u. ä., sowie durch die Anrechnung- setzung der Wildverwertung, der Herrichtung der Decken u. ä., Verarbeitung der Haare, der Hafenwolle u. f. f. DaS ergibt eine Gesamtfumme von rund 165 Millionen pro Jahr. Nach dem Kriege haben fich die Verhältnisse insofern geändert, als die Pachten, Paßgebühren, Stenern, Wildpreife ufio. zum Teil nicht unerhebliche Steiaerungen zeigen, ohne baß mangels sicherer Grundlagen bafür cinipanbfrcic Zahlen gegeben werben könnten. Nach Profeffor Stieda könnte der jährliche Fleichbedarj von 600000 Menfchen in Deutschland durch die Ertrag- mite der Jagd gedeckt werben. Daß der vorhanbene Bedarf barüber hinauSgeht, bürste wohl aus ber Einfuhr von auslänbifchcm Wilb in untere Groß- stäbte fich ergeben, liefe Zahl stellt einen Betrag bar, über ben man nicht ohne weiteres binwegteheii kann. An ber Erhaltung bet Jagd find aber nicht Dfltum: M. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. 2o. Jan. 158,81 11.Uli Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewahr.) 8,1161 •).49e 89.63 U.litt 7,41 13,89 o.tPö dl,bl 91,61 9,14 6 öu 4.214 unuiuftf Wen runa c^cid । Brie'__ Urankfurk a.Tt.j Berlin vorangegangenen sprungweisen Steigerungen stellen bie Rückgänge nur eine martttechnische Erscheinung bar. Die Grunbaufsassung ber Tagesspekula- tion war nach wie vor zuversichtlich und wurde darüber hinaus durch bie feste Haltung mehrerer Papiere, die gegenwärtig stärkste Beachtung finden, noch gefördert. So gaben die Grörterurgen über die Ferngasprojekte im Reichskohlen- rat eine Anregung für Mannesmann, da bie zu errichtenden Rohrleitungen dieser Gesellschaft beträchtliche Aufträge zuführen dürften. Mannesmann plus 6 Prozent. Gleichzeitig zogen Rheinstahl um 4 Prozent an. Bon diesen Wetten ging im Ver- laufe ber ersten Stunbe eine allgemeine B e - festigung ber Aktienmärkte aus. Die anfänglichen Kursverluste konnten annähernd wieder eingeho'.t werden. Empfindliches Angebot trat in heimischen Staatsrenten hervor, nachdem die neue Reichsanlcihe nunmehr aufgelegt wirb und bie Erwartungen der Spekulation über eine Begünstigung ber Reubesitzcr der alten Anleihen sich als unberechtigt herausgestellt haben. Die Notierungen ber alten Reichs- un b Staatsanleihen gingen burchweg bebeutenb zurück. Kriegsanleihe ca. 0,9. Die Gcldmarktverhältnisse erfuhren keine neue Beurteilung. Man scheint nicht mit einer unmittelbaren Anspannung nach ber Auslegung der neuen Reichsanleihe zu rechnen. Diese Meinung fand eine Stütze in der Entwicklung des Reichsbank- ftatuts, das nach dem heutigen Ausweis wieder eine erhebliche Entlastung erfuhr. Am offenen Geldmarkt nannte man die bisherigen Sätze. Im D e - v i s e n v e r k e h r lag der Dollar unverändert fest. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel auf 4.2195. London Kabel 4,8505. Madrid gegen London 29,63. Dörlenkutt-. (Obne Gewähr.) 5% Deuttche Rcichscm'.eioe . 4% Deutsch, Reichsanleihe . 3’/*°,n Deutsch- Rrich^mleihe 3e/0 Deutsche NeichSanlcihe . Tcuuchc Svorprämienanleihr 4°/0 Preußische Kousols . . - 4° n Hessen........... 3’/,% Hessen 3% Hessen Deursche ^?crtb. Dollar-An! dio. Toll Schatz-Anireisna. . 4°/0 Zollliirken 5% 6cldMexikaner Berliner HanLciSgesellschaft. Commerz- und Pnoat-Bank. Tarmft. und Raiionalvant . Deut'che Bank Diskonto Commandit . • • Dresdner Bank........ Metallvan! - - - Miiteldeutsche Creditbank. . Orste reickische Credltanstalt- Reichsbank........ Bochumer Guß .••••••- Buder.S. . - Caro.............. Teutsch'Lnrembnra tyelsentirchener Bergwerke.. aiicr Bergbau icrfc Ascycrslcbeu.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte........ • • Mannesmann......... Mansieldcr. .......... Cberbcbarf ......... Phönir Bergbau ..... Rheinische Braunkohle» . . . Rheinstaiil........... Riebcck Montan Tellus Bergbau Bereinigte Stahlwerke .... Hamburg Amerika Pake«. . . Rorddeuischer Llouo • ... Chermnische Werke Akbtu . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo Conl (Suano .... Chemische Mayer Uloptn. . . Goldschmidt....... . Holjveriohlung I ® Farven-Industrie. . . Riitgerswerke........ Scheid, anstatt . . Alla Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann El ktr. Lieserungen - Licht und .Kraft Mainkraitlverle ...... Schuckert • • • Siemens Brief bcblu ,» Sur; i-Ubr» 1 Kur» 1 Schluh-iAnfana Kur» a-ire 25. 1. | 26 1. | 25.1. j 26. 1. 0.925 i,9062 0.92 0.90 — —- 0,93 0.89 * 0.9 U 96 0.8875 — — 0.99 0.925 o,eo — 0 625 —• 0,9 0,92 0,8875 —> —» — — (i,9 — — 1U0 — 102,25 — — — 18 2 17.75 18 4«, 25 47,25 45.6'2 —- — — 275 271.25 217.5 216 2l8 216 5 2M4 286 286 287 193 75 190.75 192 190 185 183.5 185,75 183,5 184 182 185 25 182.25 179 25 177 177 175 185 181 185.25 10.7 10,2 10.5 10 4 181.5 180 180 180.5 — 192 194,25 192.5 131.2 135 1,4 133 — —- —» — 192 5 191 194.75 193 194 5 192 5 195,5 192.5 208 208,5 2,9.5 207.5 181.75 176,5 178,75 178 192 1'7 190,25 188 25 92 — 91 90.2.> 234.25 239 234 240 1645 149 154.25 147.62 126 12 i 127 126 25 145, ü 145 147.5 144.9 279.75 276 289 276 m 223,25 218,5 224 193 75 192 189 124 —» — — 161.5 IM.75 161.5 158 76 173 5 172.23 173.5 172 160.75 159 160,75 15» — — 103 162 — * 180,25 — 177 130 129,75 — - — (55.5 152 155 152 100,25 loo — * -38 332.75 139.25 382 146 9 114 5 147 144 265 258 25 — - 179,75 175 75 179 175 5 185 75 183 5 188 181 18-5 185 1'6 181-2» 203 194 198 19 i 139 139.75 — — 18: 17.8 179 178.9 218 215,75 218.9 215.5 12 122 121.5 120.5 106 105 106,62 104 5 41 * * — 65 6« 75 w — — 41,5 ** 24 — e* * K) — * * 210 205 — •* 128 — — ■» 8O.ß * 79 — 2,75 — 6 — 186 5 183 186 ist 268.25 263 75 .70.25 .61 120 120 119 62 ■>* 148 25 149,5 146 — Sinin.» 91 nn 168.14 168.86 168,39 Bu n -Aire> 1.744 1.746 1.739 58. U Bru. Antw 51.695 58.735 Gfjriftlaniü 107.67 107.9.1 107.67 .flouenLna.n 112.30 112.58 112.24 €lorfhofm 112.H 112.71 112.45 10.595 18.10 ßclfinfliGts Italien. . Lonvon. . . 10,595 18.055 10.635 18 095 0,447 U.499 40.4,7 Weunor! . . 4.2135 4,2235 4,214 TnriS... 16.08 16.72 10.66 Schweiz . . il..5 M.35 11.135 Sva Lil • 68,! 1 59.09 o«,94 xtapon . . 2.053 2.017 2.057 •Hio de Ian > .494 0.496 ).49J Wle i in T- Ceft- abgeft 69.47 59,61 59.46 Prag . . . 12.477 12,611 12,476 Bel, rod . 7.413 7.453 .41 73 7 1 Dudap?st. 73.67 73.85 Bul arien Lissabon J.ülö >.055 u,t>45 41.665 l,6li .-1.30» Donpg.. . M.59 1.7'J 61,44 Kann ntht 4.125 .-,135 i. 13 Ail.en. . . 6.11 MO 5.4 > Conada 4,3'12 4.214 4.20t Uru uat) . I.24j 4.255 4.2lo Cairo 40.961 21.016 20.951 1.743 68,76 107.93 112,62 112,74 10,025 18.14 20,4 9 4.21 16.7J B|,,3» 1,9.13 V a n t n o t e n. Berlin. 25 Jan «clb Brie Amerttanllchr Violen..... Brlglichr Roten ....... Daiu'che Roten ....... Englische Asien........ Franzaslschc 9,’otfn...... vottändilche Roten ..... jtulitnifAf Roten...... Rorlbrailche Roten • Dnnfdi rcflcrr .ilOO.ftroncn 9iuinänilchr Roten...... Schwedilche Roten . . ... Schweizer Raten ...... Spanisch- Violen....... Tlch.chouowaliiche VZoteit . . Ungarische Role«..... 4. 199 48.43 112.67 40. 407 16.75 168 (8 11 14 IU7 48 19..5 9 2 2Uj IU.IU 81.12 68.78 13.45 73.M 4,219 58.73 112,03 41,507 1685 168 V- 18.21 108.02 19.6« 2.-41 • 12 66 81.52 69.12 12.51 73.91 Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbcricht des ..Gießener Anzeigers^.) Frankfurt a. M , 25. Ocn. Tendenz: weiter abgefchw-ächt. — Tas Realisalion-bedürfniS lcc Spetulatwn führ e zu nc.en KurLab - schwächungcn, die bei den Haupt.rerten vcr- einze't 4 bis 5 >tay ausn.aH.en. Die ausge- sprochc.'. schwane Voröörsenstimmung in Manta n a ! t i e n wurde e.was gedrängt durch eine erneute A u f w ä r t s b e v c g u n g der Mannesmann-Aktien, die von dem Vorbörsenkurs von 234 Proz. Im Verlaufe bis auf 242 Prozent anzo^en. Sa^e-cn fetzwn schwächerem: Deutfch-Lux n.inuS 35 Pzt., GclsenkirZen min» 1,5 Pzt., Phönix ml.;u3 1,5 Pzt. Kaliaktien stärker gedrückt. We '.erege.n 3,25 Pzt., Wanste.der minus 5 Pzt. Fcf.er !a^e i R)cinstahl plus 1,25 Pzt, Vucerus plus 2 Prozent. Bankaktien überwiegend schwächer. Var-r. Hypotheken minus 2.5 Pzt.. Me.a.lbank minus 3 Pzt., Dresdner minus 2 Pzt.-, nur Darmüäd er und Barmer Ba kve.ein je plus 2 Prozent. Schis f- fahrtsattien erneut schwacher. Die Werte der Metallbank gruppe lagen n ebrlgcc. Auch Scheideansta.t minus 2 Prozent. Von variablen Werten gaben Autoaktien 6iS zu 2 Prozent nach. Maschinenakt i«n angeboiew Zellsioffaktien im Verlause wieder befestigt. Südd. Zpckeraktien widerstandSsädig. Von C i n h c i t S w e r t« n gaben. Vahnbedarf aus die Mitlci.ung über d.e Verwal^ungSäuße- rung zu den hohen Kursen, sowie Hw- Öen erneuten Verlus.abschluß stär.er nach. Am heimischen Anleihemarkt fetzten Kriegsanleihe ihren Rückgang in stärlere.n Umfang« fort Schutzgebiet 17,75. Fremde Renten zicm.ich lustlos. Am Geldmarkt hielt die glüf.iglcit an, die Sähe sind unverändert. 3m Devisen- verkehr schwächte sich das englische Pfund gegen Kabel auf 4,85075 ab. Paris-London 122,70. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel auf 4,2190; gegen das Pfund auf 20,455. Der weitere Verlauf dec Börse brachte für Mannesmann ein« weitere Steigerung. 3.-G.-Farben konnten sich erholen, ebenso Stahltrust etwas gebessert. An-- leihen blieben schwach. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtberichi des „Gießener Anzeioers".) Frankfurt a.M., 26. Jan. Es notierten: Weizen, Wetterauer, 29,75 bis 30 Mk.: Roggen, inländischer 26,50; eommergerfte für Brauzwecke 26,50 bis 27,50; Hafer, inländifcher, 21 bis 21,75; Mais (gelb) 18,25 bis 18,50; Weizenmehl, Inländi- fches (Spezial 0) 40,25 bis 40,75; Roggenmehl 38 bis 38,50; Weizenkleie 13 bis 13,25; Roggenltei« 13,25 bis 13,50 Mk. Tendenz: fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 25. Januar. Der Produkten- markt verlief heute ziemlich ruhig, da ein großer Teil der Interessenten sich infolge de» Saatenmarktes der Börse fernhielt. DaS Ausland hatte gestern in lletereinftimmung mit Liverpool allgemein festere Preise gemeldet und für heute lagen sowohl von Süd- wie Rord- amerika erhöhte Cisforderunaen vor, so daß trotz schwächeren Liverpooler Anfang der Weizen imZeithandel allgemein 1 Mark höher gesetzt wurde. Für Roggen zeigte sich nach wie vor Bedarf auS der Provinz. Auch hier konnten die ersten Kurs« einen Gewinn von etwa 1,5 Mark verbuchen. Die Tendenz für Gerste hat sich nicht geändert. Guleü Braumaterial behält 5ragt, dagegen finden die kräftig an^boteirrn OHitlel- sotten nur wenig Beachtung. Haler bei guter Frage nach der Küste sowie für Rechnung de» Konsums fest. HilfSfutterstofse ruhig und in den Preisen säst unverändert. Es wurde notiert für je 1000 Kilo' Weizen, märt. 255 bis 269. Sommergerste 217 bis 245, Mais, loko Berlin 188 bis 190, Roggen 249 bis 253, Wintergerste 194 bis 207, Hafer, mark. 185 bis 195; für je 100 Kilo. Weizenmehl 35 bis 37,75, Weizenkleie 14,75, Roggenkleie 14,75, 'Roggenmehl 34,75 bis 36,75, Vmoriaerbsen 52 bis 63, kleine Spnserrbsen 30 bis 32, Futtererbsen 22 bis 25, Peluschken 22 bi« 23, Ackeroohnen 20,5 bis 21,5, Wicken 23 bis 24.5, Lupinen, blau 15,5 bis 16,5, do. gelb 17 bis 18,5, Serradelle, neu 31 bis 31, Rapskuchen 16,2 bi« 16,3, Leinkuchen 20,7 bis 21, Trockenschnihel 11,6 bis 12. Soyaschrot 19,5 bis 20, Kartoffelstöcken 30.2 bis 30.6 Mk. Kirche und Schule. verband hessischer Schulgeographea. ----- D a r m st a d t, 25. 3an. Der Verbanb hessischer Echulgeographen, dcr dem Verbanb dcut.cker Echulgeographen angcschlossen ist und dem Lehrperfonen aller Schulgattungen von der Hochschule bis zur Volksschule ongehören, wirb eine diesjährige Hauptvcr^ammlung um tle Dfter- M inOffenbach abhaltcn. Der Veranstaltung oll eine Lehrwanderung durch da« M a i n l a n d voranSgehen. bei der vor allem öie siedlungsgeographiscse und kulturgecgraphische Betrachtung der Landschaft Im Vordergrund stehen wird. 3m Mittelpunkt der Hauptversammlung wird eine Aussprache über die Erd- und Heimatkunde in der Grundschule und Ihre Beziehungen zum geographischen Unterricht der höheren Schulen steh n. Gin e.nsührcndeS Referat wird Krcisschulrat Dietrich (Darmstadt) geben. Letzte Nachrichten. Delriebs'.msall im Wiesecker Autvbetrieb. Heute DormUtng gegen 11 Uhr entstand in dem Motor eines im Dienste des Zweckoerbande» Wieseck-Alten-Buseck lausenden Auto- o m n i b u H e 5 aus bis jetzt noch nicht festgestellter Ursache in der Nähe der Ludwigsburg zwischen Mieseck und Alten Buseck ein D e r fl a ] e r b r a n b. Dem Chauffeur gelang es, durch entschlossenes und zielbewußtes Eingreifen der Flammen Herr zu werden, so daß eine Ausdehnung des Sran» bes über den Bereich des Motors hinaus verhindert wurde. Der Wagen wurde aus dem Fahrdienst gezogen und im Laufe des Nachmittags zur Reparatur gebracht, die — wie man annimmt — bis beul» abend beendet fein dürfte. Personen sind bei dem Vorfall nichtzuEchaden gekommen. Die in der Stadt herumschwirrenden Gerüchte über völlige» Verbrennen de» Wagens entbehren jegllchek Grundlage. IDO) 00 m CD m m K CD T N CO >9 i -P © © »3JL ■2fr ft £P E •eS PS ft £p£ s®. k^ZL < DZ A fH^Pp ^00(>j&ftftQ -e | * I iS- o ft Z -£ ■e v ’S D KPZ, CQ E« k © <*/ 5 s r.3 L e a> SEP P £ o© ft c £ M ~SP *e,5i,j)m z CM CM E p ■'S c -Da ® c ^•c^.5 ,/^e O 5.2 »P^T®# s©ZZA <3 5 5*8- | 07 ft I PPPPPNP ©ä Ifl 09 00 CM m CM 00 CM CM CD SO CM in 00 — CM m 'S T0 ZL P §> .& L- © ß $ E - » •<« *6 ir> e p © — X u. o *» © t c- Pg CI * © Co« ,L £ CÖC7(*> ©© ©©© ©© ino>cc — -CLO» dl CM in in co m — m m in in CM W9 S t 5 Q P c 5 -e • w 8 w .8 • • E S £ ■ E L 12S£58i§lg > © .&£ © ft: © %,© /c'^ CP e-- E '© « :a c £ E 3 ■e e a> —r m ö> co in m CT. 90 cm m in cd cm CM CM y SCO CD ^CM — CM CM « Q © E o? = L 2ft 9- ©■ .ft © E (*> @© © £ - 5 L p PPPP PP p PP PP PPP ©0© Ä LV V rV VVÄVt^ (2 £7^5 S m in gfl I« 55 d p « jd t m in m — inr> cnm m m CM te Ö sr a s © E C •6 « G* CM U s ~Q Ä-1 P E e 3 L. Z V 1 6 s Z> e G0 in £ •P sr JO Z 8 s ■04 . «4 K “Si* Q© 71 s C £ c « fte © . tT • 'S © s 3 ec - - - c ,»■2- s « £ £, er. c: S.LZ! e E^e- :ü Ls • :e •e§ ig© ^3 e ä L© -3 S 3 5 o © £•2 • &©u „ Et S £ C y s» 'S -» <2 D B = . LL-^ V E £ » t£ 11 E 55 — — — CM K'Lk ri s« Z = 5 ’S J «I E • = C • je l, • <3 SZ-« '§L Ä Ö3JS > u eS = oPh e:Ä£P «Qrj j '• =£ o _ । i <* 1 £ »g- 1 1 f r© । © ri 6Lsr - 8®t^S CD ro QCm — 00 CD CD eE5^ g p =

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SK ■y m oo op cm — — rt J • £ g:i H.s C) p‘S 500 leg e a ae 5 K<§ J «So .« e .5 mW -— V (f. — £ P c u eS/iß -£t t» 5/6 E u Ä« ®WUF = £ -2 K ZL Z.Z © . 3 f Vs |S®. vgt'© •© a««ÄS Z?L«8 ~^'S - . 3 g c © e • e E 0 -LZS •£© . •al •=^>:5 , 3 -e> 5 0^? «Cc ’.®Edh' c.tpc -k> 2 S© £ 5* 3 J e ^7 « ZZÄ . u C3 -L£r: .0 «© k> a Ax 8 » •1? ■26 «L * ’Ä ' 'S t * f 2« s^r 288 8 - - - CM tz .^Q 3 55^ w ■c © §5ZZ - ßn • jj y £ v .F = °o =P^5t 1§£®P ilfj6 6JÄft ©6-SD2 t . — . । , , n , •—"y -ff <3 e'* ■ö Lr-=£ CM CD* CD Sinin er — CM ? -x U .© ©5 = TZZ . te' © E E ÄftZ e=“ rr n ’3' «5 KZN E .p3© E ' >°J- 3 « e = e eie© b 5 = .ß§- ©©-to. _ iE; | . .5 S .ßt L V --O© p :L* •3 © •P s •£ -e .0 .Z . . o r> liie L !::i •0-rT •e । O * . ' C «i - ft - a e « — 3 U -ftß =g2^ «Q = =. = . E -£ .0 t «£ z> t. ö y “’R'äe ZZLZZ 3 JO. £ Ö5 . . .8 • L '*» D £ « - o .g.? «i^E ©LZ LZS — Ecj = e^= » W wiox»c' '» «3 ! :ZsÄZss - -: otft'y 5 ö ö ö ö = oß 5 o o* i:*'?«^aÄflSQo5aZ caco £Ä£^-.= ’ © © ©©©© © © © fe» 0W© © 3PP P P fevpp P P P C9 C7 CO i x U c r- s^vZL .2 O «.irgf 26 = 2 testE - o ,D «3 E « . © u£3 o - P^^PP P '6 Pqq"q q qqq'q"q~qS55 S qgqq 'qq^qqqqPP-PPP "PPPo PN K=j^5 ®=ip7 s ■ | X 3 £ 1 — . c T5,r= o u de A — -ZE0Z2L *2» AZZLZ-kr-isZ eTSoS-nn^ft p ©©ftQ Q mb Schult» ie,2Ä*» . ?• f J m Jrrbcmv £\&*«t ssS-i ^■clÄ^A SruMule t P «s t» JNLZL Pv-^J r£ES = es o 3 s -A©-£ .||a . ZßZL - rQ O ® fi-ßi—'T KNAAZO -L S :J:I ■hi *0 ££ — x &©««■• 9p :fn - - 2« ^e©^-LZZL P©r,©^6v6-: 'S] 1 l$IäP3li | ftftftiiÄw I I •S5 - -Z k> - • = "o "o S g s © q ftftftftftft ft ft ftftftft ft ftftft ft ft « — -2e> E ZZJZrs il 2 i §e. :«t iA ej” «i :H1 ’ärtC iMcr-e P = E -2 a“ rSL^. l?Sttr 1 ^Qu|aq?tcni: n*!»sSS J. setzten Ä ®“f 2ü 6->h$St KOKr Bücher. n> ' ^fln|. 12NÄ:er Ulli) L?" ®4i, lj 2 »U>H ««tlo-t Uenakl-n iu 2 -LK Trierern :kt Kielt hu 5-r3'm4i$ l"’?1*- 8” $16'S* iäW; |./Q‘*,öonöon 12270 AffittS u»'ä01 brmten sich ult tttoai gekellert. L 8-treidebörse. s..Siebener Qln^’.gerr.) ,?- 3>>n. Es notierten; 10 b'Z 30 !Dlt ■ »oflfltx Sraujioeife nJnanbÄ«. 21 bis 21,75; Mnbi. fi sssWumkhl Z8 ' ^1S 13,25; vloggentleit enj: lejt * iduNeM^e. NUN. Der yrvdulten, -irmlich ruhig, ba t»n dienten lich infolge bei >rfe femhielt Das Aus» 1 Ae^rreinstiimung mit itat greife gemeldet unb Sl von 6ub» loie 7l:tb- )rbrrungen vor, |o bah »ooler Anfang der Mzen n 1 Mari höhn gefcht zeigte sich nach wie vor .-u. Auch hier konnten die pinn von etwa 1,5 Mark für Ser/K bat fid) nicht material betjält Sragt, tig anyjotenen *Ä\tUV chtMz. S)a\ex to guter \otoie für Rechnung des ;etftofie ruhig unb in ben >rt. Ts wurde notiert für matt 255 bis 2N, 60m« ), Mais, lolo Berlin M bis 253, Minlergnste 194 85 bis 195; füt je IWftilo. 37,75, DeiMkleie 14,75, iggeninchl Ms bis 35,15. 63, kleine Spnferrbfm 30 2 bis 25, Pelufchlen 22 M 21,5. "Mm 23 bis D, 116.5. do. gelb!? W 18,5. s 31, Aapskuchen V bis bis 21. Troaenfchntzellls )5 bis 20, Kartoffelsiocken Z Z - Ö> . E • 3 • a» - E • ’ o n * J J_§©S E sSa£®äi|l@3t rZ »I» a“1« «5; v -S~^5j§R©©|^£© * • -esL ' o ’6cf ItES© Sp-LZ 5 e ' ' «L 15 ' '?« ■5 xti2£« 5 | u •p’5» « ts— -'s S >' ztisil's, ।. । IS», o •» E - • -3-r -L i 'S» £ . 'r = = Je© . G' ’« §-- x- • • ® 5 - • 3 ~ <7 § 14 1» ’SP C- E«&£^H€7£ ?i9v®toS£|ü P P P P P © 5 ZtLsp • e!sco-£ 3bz> 3^ O 'S A O * . Ti' Ai "1 //) tJ P = ,X=iäSÄ=E^|Eig6$S -H - SJ Me sl •i4W 3 =D? £•£ ? - 4-ir el J'5§ c o x |UI il iachri*1^ -‘dä«to 3u!-ck ffiS** >is i«Ö‘ nffl burfl^t ..siudlv'Z , -brobb- L 9Jiolof$ b „Qf)r6j£nP 6<* iBog«1’6 — nry-m cDf.noc co — CM CM — esÄr:'..1.y;T... _______5 .__'i I P I I I I P I 66c/6 I I ©©©©©©©©©©© I I I ©©© I I | I © I | | ©ZpA | O = fttoü» s ' • X M « x 2 'S g A £: u'Sn i 0 C* »,2. <3 y ” £ e. tu - -I p =• X • J U DZ? •§« EEEE.E v 5 5 5 5 ' 0/ ’S G O O ■g d e e . d « c 3 « . = F r = r. ,E -SfZf« - © ’iSS • — . c o o . otS'??- ©E S S »« * * ’ * ©5 ®. -©5®-l LZ-xLß© ■BeÜ.e^i .£L c E© 0 t G O C.L ' E O « D « =T PP PP P V ’ 5 o £?. 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