Nr. 224 Erster Blatt ITT. Jahrgang Samstag, 24. Septemder,927 «r,ch eint tägltd), trafo« Sonntags und Feiertags. Beilagen: (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monats-Besngsprets: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlllsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehe«. Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. SWnerAnjeiger General-Anzeiger siir Oberhessen VrvS rmd vertag: VrLhl'sche Univerfitütr-Vuch- und Stetnbraderd K Lanze ht Sletzen. 5chrtft!ettung und SeschLftrsteSe: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rackmittag vorher. Preis für i mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtl.ch 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Thefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt tzillmann, sämtlich in Dietzen. Hoffnungen und Wünsche. Deutschlands inner« Politik wird schon setzt über- 1 -schattet von dem Gespenst der kommenden Wahlen. Damit wird auf Monate hinaus ein Zustand vor- ausgenommen, der die fachliche Abwicklung der poli- tischen Geschälte in höchst unerfreulichem Matze zu beeinflussen pflegt. Es läge nur im Interesse einer gesunden Stetigkeit in der Reichspolitik, wenn das, was man unter dem Stichwort „Wahlkampagne" zu begreifen pflegt, in einen denkbar kurzen Zeit- obfchnm zusammcngepretzt würde. Es ist zweifellos unbefriebiflerri), wenn setzt schon, viele Monate vor dem Termin der Reichstagswahlen, die großen Problem« unserer inneren Politik unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, welchen Stoff sie wohl für Wahlagitation und Propaganda abgeben könnten. Vielleicht liegt dies zum Teil daran, daß man auf der Seite der Opposition die Lebensfähigkeit des vierten Kabinetts Marx erheblich unterschätzt hat. Und die Oppositionsparteien trifft gewiß keine Schuld, wenn das Diindnis zwischen Zentrum und Deutschnationalen so lange gehalten hat. Seinerzeit konnte man in Blättern der Linken lesen, daß man dieser Regierung Muße geben müsse, sich auszuwirken, chre Taten würden das denkbar beste Agitationsmaterial für die große Abrechnung bei den Wahlen fein. Aber die Zeit scheint der Opposition zu lang geworden zu fein. Man mochte nicht länger warten, und so begann schon vor den Sommerferien des Reichstaas ein nicht sehr erfreu- llches Spiel, das auf eine Unterhöhlung der Regierungskoalition hinauslief. Alle nur denkbaren fragen wurden aus der Berten hing hervorgeholt, wur- ! den über Nacht „aktuell^ gemacht, wenn man nur 1 glaubte, in ihnen geeigneten Zündstoff für die i Sprengung der Koalition gefunden yx Haden. Die Dorgeschichte dieses Bündnisses zwilchen Zentrum und Deuqcbnationalen bot ja nun allerdings auch genug Blößen, die nur immer wieder aufgezeigt werden brauchten, um Regierung und Parteiführern । das Leben schwer au machen. So sind es namentlich j die berühmten „Richtlinie n", die in dixsen ; Sommermonaten den Regierungsparteien von der I Linken immer wieder oorgehalten wurden, wenn | man glaubte, bei einem der Vertragspartner irgend- I wo einmal einen Schritt entdeckt zu haben, der vom : rechten Weg abführte. Und das war natürlich häufig I genug der Fall, denn es ist ja kein Geheimnis, daß owoyl bei den De-utschnationalen wie beim Zentrum I große Teile der Partei nicht gerade mit besonderer | Inbrunst diese Ehe eingegangen sind. Man braucht I da gar nicht auf Herrn Wirth zurückzugreifen, der I mit der ihm eigenen Offenheit ja von vornherein I erklärt hat, daß er alles daransetzen werde, die I Malilion feiner Partei mit der Rechten kaputt zu | machen. Aber heute mutz doch festgestellt werden, »daß die Parteien in der praktischen Arbeit der I Tagespolitik näher aneinandergerückt sind, als auch • )fttrrz des Dot- schasters von Maltzan wurde im Laufe der heutigen Mittagsstunden hier bekannt. Sie ist von sämtlichen Mitgliedern der deutschen Delegation mit tiefster Erschütterung und größter Te lnahme ausgenommen worden. Dr. Stresemann selbst weilte zu Mittag bei der belgischen Delegation zum Frühstück und erhielt die Nachricht erst spät. In einer Sitzung der deutschen Delegation widmete der Reichsaußenminister dem Gedächtnis des Verstorbenen folgende Worte: Jeder, der den Verstorbenen gekannt hat, weih, welche starke und große Persönlichkeit in ihm dahingegangen ist. Auch in Zeiten, in denen er im Auswärtigen Amt eine Stellung bekleidete, die nicht zu ben ersten und leitenden gehörte, hat er der Arbeit, die er leistete, seinen Stempel aufzudrücken gewußt. Er war maßgebend und wegweisend für viele Entscheidungen unserer Außenpolitik. Als er Staatssekretär des Auswärtigen Amtes war, habe ich mit ihm täglich um die Zukunft unseres deutschen Volkes überhaupt. Wir glauben, daß der Wille der konservativen Parteien, ein Reichsschulgeseh zu schaffen, groß genug ist, um die Existenz der Koalition nicht an dem Widerstand der NationaNiberalen gegen eine rückschrittliche Gestaltung unseres Schulwesens scheitern zu lassen. Man sieht diesen Willen schon aus den beiderseittgen De- müfjimgen, alle Streitfragen aus den „Richtlinien", die von der rührigen Opposition immer wieder in die Debatte geworfen werden, möglichst schnell und unauffällig aus dem Wege zu schaffen. Die letzten Reden des Reichskanzlers auf dein Dortmunder Katholikentag und in Königsberg sind, nicht minder wie die große Rede des Grafen Westarp auf dem Deutschnationalen Parteitag, ein schlagender Beweis dafür, wie man sich bemüht, das Bündnis für die kommende Auseinandeftetzung kampffähig zu erhalten. Was der deutschnatio- nale Parteiführer über die Auß enpolitik ausführte, war doch in allen entscheidenden Punkten eine Zustimmung zu der großen politischen Linie Strefemanns, wenn er auch selbstverständlich die wohlbegründeten deutschen For- berungen auf Räumung des Rheinlandes und endlich! Erfüllung der Abrüstungsverpslichtun- gen durch unsere Versailler Vertragskontrahenten mit größerer Entschiedenheit und Schärfe unterstrich, als der verantwortliche Außenminister es vor der Döllerbundsversammlung hatte tun können. Gerade dieser Passus seiner Rede bedeutet jedoch eine erfreuliche Rückenstärkung Strefemanns. Mit besonderer Betonung hat Westarp dann bei der Besprechung der innerpolitischen Lage die von den Deutschnationalen in den „Richtlinien" übernommene Verpflichtung hervorgeho- ben, die Reichsverfassung und die in ihr festgelegten Reichsfarben „nicht nur gegen rechtswidrige Angriffe, sondern auch gegen herabsetzende Verunglimpfungen" zu schützen, Lind er knüpfte daran eine ernste Mahnung an die den Deutschnationalen nahestehende Presse, sich diese Verpflichtung zu eigen zu machen. Damit ist den fortgesetzten Bemühungen der Linken, durch Aufrollen der Flaggenfrage zwischen Deutsch- nationalen und Zentrum Mißtrauen zu säen, der Boden entzogen. Auch auf der Zentrumsseite kann man das Bestreben feftstellen, durch denkbar weitgehendes Entgegenkommen die Flaggenftage als Zankapfel der Parteien auszuschalten. Immerhin scheint uns die Diskussion darüber inzwischen so weit gegangen zu fein, daß es für das Reichskabinett dringend geboten erscheint, zumindest eine für alle Dolksteile annehmbare Zwischenlösung vorzubereiten, wenn man schon einmal glaubt, daß der Zeitpunkt für eine radikale Bereinigung dieser Streitfrage noch nicht gekommen ist, einer Streitfrage, die um so unerquicklicher und unfruchtbarer wird, je länger der gegenwärtige Zustand andauert. Regierung, Parteien und Verbände könnten unserem verehrten Reichspräsident zu seinem achtzigsten Geburtstag am kommenden Sonntag kein schöneres Geschenk darbringen, als eine gütliche Einigung in der Flaggenftage. Der psychologische Moment ist hierfür der denkbar günstigste. Grade im Hinblick auf den außergewöhnlichen Festtag, der am 2. Okwber das ganze deutsche Volk mit seinem Staatsoberhaupt eint, tritt in allen Lagern der Wille zutage, den unseligen Zwist über die Symbole des Reichsgedankens zu Ende zu bringen. Der Augenblick will genützt sein, nur allzu schnell pflegt eine derart versöhnliche Stimmung im kleinlichen Gezänk des politischen Alltags zu verfliegen. Darum sollte eine entschlossene Hand noch in diesen Tagen die beiden Gruppen zusammenführen, um zumindest die Duldung eines ftiedlichen Nebeneinander beider Flaggen zu erreichen, solange nicht durch eine Verfassungsänderung der Flaggenstreit auch gesetzlich aus der Welt geschafft rst. Es wäre dies Sichftnden in gegenseitiger Achtung und Anerkennung ein geringes Zeichen der Liebe und Dankbarkeit, die sich unser Reichspräsident in einem langen Leben voll Treue und Hingabe um das deutsche Volk verdient hat. Kein verheißungsvollerer Auftakt für die kommende innenpolitische Arbeit lletze sich denken als eine Ausschaltung des Flaggenzwistes. Es ist doch wirklich ausreichend gesorgt für sachlichere Probleme, an denen politische Heißsporne sich die Köpfe einrennen können. Auch die Parteien, die heute in der glücklichen Lage sind, Opposition treiben zu können, sollten sich dabei bewußt fein, daß sie in vielleicht nicht allzuferner Zeit einmal genötigt sein werden, ihren Anhängern zu beweisen, 'daß sie es 'besser machen können als die Regierung, der sie eben erst ihre Sünden vvrhielten. Reichskanzler Marx hat in einer feiner letzten Reden das Wort von der sich ihrer Verantwortung be- touBten Opposition aufgegriffen und dabei der äleberzeugung Ausdruck gegeben, daß das deutsche Volk sich auf dem besten Wege zu diesem glücklichen Zustand einer Ausbalancierung seiner politischen Kräfte befinde. Manche Vorgänge dieses Sommers im engeren wie im großen Vaterland scheinen ihn hierin Lügen zu strafen. Jedoch ein gesunder Optimismus ist der halbe Sieg, und wir wollen gewiß die ersten sein, die der Kanzler an seiner Seite findet, wenn er dem inneren Hader und der Parteienzwietracht Fehde ansagt. arbeiten und dabei feststellen können, welche großen Gaben des Geistes ihm gegeben waren. Ms er nach Washington ging, stand er vor einer schwierigen Aufgabe. 3n verhältnismäßig kurzer Zeit ist es ihm gelungen, sich dort eine große Position zu schassen. Beziehungen anzuknupfen und Vertrauen und Freundschaft sich zu erwerben, die den Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zugute gekommen sind. Wir hofften, daß er, der auf der Mittagshöhe des Lebens stand, in der Lage sein würde, in seiner heutigen Stellung und vielleicht in anderen großen Tätigkeiten noch vieles für Deutschland aufgrund seiner Erfahrungen und Fähigkeiten zu wirken. Cs ist so unendlich schmerzlich, sich vor- ftellcn zu müssen, wie seine Frau ihn ertoortet, um mit ihm zusammen die Rückreise nach Washington anzutreten, und dann statt des Gatten die Rachricht von seinem Tode erhält. Ich glaube, es gibt viele unter uns. vielleicht sind es die meisten, die ihm auch persönlich näher standen und deshalb nicht nur den Tod des Diplomaten, sondern auch den Tod des Freundes beklagen. In diesem Sinne möchte ich seinem Gedächtnis diese Worte weihen. Sein Andenken wird in uns unvergessen bleiben. Die Teilnahme Amerikas. Washington, 24. Sept. (WTD. Funkspruch.) Die deutsche Botschaft wurde vom De- kanntwerden des tödlichen Unfalls des Missionschefs bis in die späten Abendstunden von vssiziellen Vertretern der amerikanischen Re- gierung und des diplomatischen Korps aufgesucht. Präsident Coolidge sandte seinen Adju» tonten. Staatssekretär Kellogg und sämtliche Referenten des Staatsdepartements gaben Bei- leioskarten ab. Unter den ersten Kondulenien erschien der französische Botschafter Claudel auf der deutschen Botschaft und sprach dem Geschäftsträger Dr. Kiep zugleich nut der Ditte um Uebermittelung an die Gattin des Vctschasters von Malhan und an die deutsche Regierung, wärmste Teilnahme aus. Der 6rt» tische Botschafter sandte ein herzlich gehaltenes Beileidstelegramm. Senator Borah rühmte die Popularität von Malhans und bedauerte den großen Verlust, den beide Länder durch fernen Tod erlitten haben. .Associated Preß" veröffentlicht die Beileidstelegramme des Präsidenten und Kelloggs sowie Kelloggs Kommunique und fügt hinzu: Deutschland werde aus diesen spontanen und ganz ungewöhnlichen Kundgebungen des offiziellen Amerikas ersehen, wie sehr hier die Arbeit eines deutschen Berufsdiplomaten geschäht wurde. Cs sei zu hoffen, daß sein Rachfolger mit gleichem G e- schick die Fäden aufnehmen werde, die ein grausames Schicksal Freilerrn von Malhan aus der Hand riß. , Staatssekretär Kellog würdigte auf die Rachricht von der Flugzeugkatastrophe hin die Verdienste Malhans in warmen Worten. Er führte u. a. aus: „Malhan hat hier in Washrng- ton seine Fähigkeiten bewiesen, wie er sie schon vorher in Berlin bewiesen hatte. Was Malhan in den Vereinigten Staaten außer seinen Amtspflichten noch anstrebte, war, erneut herzliche Beziehungen zwischen dem ameri- konischen und dem deutschen Volke zu schaffen. Seine Bemühungen waren in hohem Maße von Erfolg gekrönt. In den ganzen Vereinigten Staaten war er eine ollgemrtn bekannte unb beliebte Persönlichkeit." Der Staatssekretär hat an den Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin. Shurmann, folgendes Telegramm gerichtet: „Der vorzeitige Tod des Botschafters Freiherrn von Malhan hat mich tief bewegt und betrübt. Seine trefflichen persönlichen Eigenschaften, der große Takt und das kritische Urteil, die in den von ihm gesührten Verhandlungen zutage traten, werden seinen Tod in ganz Amerika als einen schweren Verlust erscheinen lassen. Seine hervorragende Persönlichkeit machte ihn besonder- geeignet, die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern zu erhalten." Präsident Coolidge an Hindenburg. Berlin. 23.Sept. (WB.) Der Reichspräsident hat folgendes Telegramm des Präsidenten Coolidge erhalten: „Ich drücke Eurer Exzellenz mein aufrichtiges Beileid anläßlich des bedauernswerten Hinscheidens des deutschen Botschafters aus, der während seines Aufenthalts in Washington seinem Vater- lande hervorragende Dienste gelei- ft c t hat. Die Regierung der Vereinigten Staaten wird dem Verstorbenen nicht nur als einem Diplomaten von besonderen Fähigkeiten, sondern auch als einer Persönlichkeit, deren große Qua» litä'.cn ihm die Hoch chlung aller erwerben haben, ein ehrenvolles 0:1)2tuen bewahren. Ich bitte, meiner Frau und meine Anteilnahme der Baro tun Malhan zu übermitteln. Calvin Coolidg e.“ Botschafter Shurman zum Tode Maltzans. Berlin, 23. Sept. (WTB.) Ms erster der hier beglaubigten fremden Diplomaten überbrachte heu'e in den Rachmittagsstunden der ame- rikLnische Botschafter Dr. Shurman das Bei - leid seiner Regierung und des amerikanischen Volkes zu dem tragischen Tode des deutschen Dokschafters, Frrtherrn v. Malhan. Botschafter Shurman sprach zunächst in der Reichskanzlei vor, wo in Abwesenheit des Reichskanzlers, der sich heute in Magdeburg auf Der Tagung des Deutschen und Preußischen S ädiciages befindet, Ministerialdirektor Dr. von Hagenow den Botschafter empsing und ihm für Den Ausdruck der Teilnahme dankte. Im Anschluß hieran begab sich der Botschafter ins Auswärtige Amt zu dem V.rtreter des Reichs» oußenministers, Ministeriald.reltor Köpke, der ihm gleichfalls für die bekundete Anteilnahme wäcniften Dank aussprach. Botschafter Shurman hat den Vertretern der amir1tan:fG..n P.e.se eine Würdigung des Bot- schaftcrs Freiherrn v. Malhan gegeben, in der er erilurte, daß ibn der Tod seines Freundes von Malhan, mit dem er sich noch Mittwoch abend un erhol'en habe, unsäglich erschüttert habe und hinzugefügt: Mal''ans größter Wunsch war es. dc i zu helfen, die durch den Krieg zerrissenen Fäden der Freundschaft zwischen dem amerikanischen und dem deut.chen Volke zusammen z u k n ü p s e n: mit welchem Erfolge er sein Ziel erreicht hat, das wissen alle, die die Ergebanwesenden Besuchern, die ihr Eintrittsgeld zurüclverlangten. Ein Sturm auf die Kasse blieb erfolglos, da die Einnahmen inzwischen von Gläubigern bereits mit Beschlag belegt worden waren. Polizei mußte schließlich die zwangsweise Schließung der Räume vornehmen. An den folgen eines Schnakenstichs gestorben. In Oberlahnstein erhielt eine junge Frau einen Schnakenstich in den Arm, der, trotz recht« zeittger Amputation desselben, jetzt den Tod oer Frau zur Folge hatte. Es scheint sich um eine Infektion mit Verwesungsgift zu handeln. Massen-Fleischvergiftungen. In einem Dorfe bei Cüllichau (Mark) liegen etwa 60 Personen unter schweren Vergift unas- erscheinungen krank darnieder. Siner der Erkrankten ist bereits verstorben. Die Erkrankungen sind auf den Genuß von im Dorfe verkaufter Wurst zurückzuführen, in der, wie man annimmt, Paratyphusbazillen waren. 5für) vom Triumphbogen. E:n 61 Jahre alter, anscheinend geistesgestörter Mann hat sich in Paris von dem Triumphbogen herunterge stürzt. Er war sofort tot. In seinen Taschen fand man einen Bries, in dem er die -^eberzeugung ausspricht, baß der unter dem Triumphbogen begrabene unbekannte Soldat sein während des Krieges vermißter Sohn sei. anojHumrnr wiimii ....... iiii — nisse seiner Täftgkeit in Washington beobachteten. Sein Werk wird leben und es wird andauern, weil es mit den edelsten Idealen der Menschlichkeit und mit der moralischen Weltordnung in Einklang steht. Aus aller Welt. Erneutes Änschwellen der Kinderlähmung. Die Zahl der in Leipzig an spinaler Kinderlähmung euranlten Personen hat vom 21. bis 22. September erneut einen Zuwachs um zehn Fälle erfahren, ebenso sind z w e i n e u e Todesfälle zu verzeichnen. Die Gesamtzahl von Erkranlungsfällen beträgt nunmehr 105, von denen 73 im Krankenhaus behandelt werden. Die Gesamtzahl der Todesfälle ist achtzehn. Von den 105 Fällen betreffen 66 Kleinkinder, 31 Schulkinder einschließlich Berufsschüler und acht Erwachsene. — Auch in T r e u e n b r i h e n ist ein Fall von spinaler Kinderlähmung festaestellt worben. Es handelt sich um einen fünfjährigen Knaben, der sofort in das städtische Kraul.ichaus gebracht wurde. Tumult im Berliner Apollo-Theater. Zu unliebsamen Szenen kam es im Berliner Apollo-Theater. Die Direktion war dem Künstler-- personal schon mehrere Tage hindurch die Gage schuldig geblieben. ( e-tern abend stellten nun die Darsteller mitten in Der Vorstellung die Arbeit ein. Es entstand ein Tumult unter den Strefemann zur Tannenbergrede. Dolle Uebereinstimniung mit den Worten des Reichspräsidenten. Paris, 24. Sept. (WTB. Funksprüch.) Dr. Stresemann erklärte dem Außenpolitiker des „Biotin“ in Genf in einem Interview: ,,3d) bin nicht nur überrascht, sondern erstaunt, daß die vom Reichspräsidenten in Tannenberg gehaltene Rede in Frankreich in diesem Blaße Aufsehen erregt hat. Zunächst bringt diese Rede nichts anderes, als schon off ausgesprochene Ansichten. Rian muß daran denken, daß in Deutschland viel weniger als in Frankreich Kriegerdenkmäler enthüllt und dabei Rlinifterreden gehalten wurden. 3n Frankreich ist die (Erinnerung an den Krieg und der Rückblick auf die Vergangenheit f a ff alltäglich. Der Reichspräsident hat, wenn ich mich recht erinnere, seit seinem Amtsantritt noch niemals ein Kriegerdenkmal eingeweiht. Aber Tannenberg ist fein Merk, ein Werk, mit dem seine Person und seine Existenz verbunden sind. (Er befand sich da auf einem historischen Boden und alle Kriegsereignisse, die sich an seinen Hamen knüpfen, ebenso wie seine spätere Tätigkeit als Staatsoberhaupt sind ihm gewissermaßen im Gedächtnis wieder aufgestiegen. Was er bei dieser Gelegenheit gesagt hat, alles das ist ein allen deutschen Gemütern eigenes Gefühl. Der wesentliche Punkt der Rede des Reichspräsidenten ist, daß ein unparteiisches Schiedsgericht prüfen und 6e- stimmensoll, was sich im Sommer 1914 im Laufe des diplomatischen Hofen- ausla usches abgespielt hat und auch — was noch viel bedeutender ist — die Ereignisse, die sich in den ooraufgegangenen 3 ab re n entwickelt haben, präzisieren soll. Selbst B r i a n ö hat in seiner Rede in Gens am Schlüsse gefordert, den Frieden durch das Schiedsverfahren zu schaffen. Rian fordert das Schiedsverfahren für Wirlfchaftsfragen und für finanzielle Probleme, also für die verschiedenartigsten Konflikte. Wenn dieser Grundsatz der einzig wirkungsvolle ist, um die Befriedung der Völker herbeizu- sühren, warum soll er nicht anwendbar sein bei Fragen, die auf einem Volk schwerer lasten, als ungünstige schiedsgerichtliche Entscheidungen in einer Debatte rein materieller Art? Das deutsche Volk empfindet die These, die allein auf der deutschen Initiative die schreckliche Katastrophe des Weltkrieges lasten läßt, als eine schwere Beleidigung, und es ist sehr begreiflich, daß es sich vor einem Urteil nicht beugen kann, bei dem Ankläger und Richter die gleichen waren. Diese tiefe Empfindung steh', nicht im Widerspruch zu der Friedens- Politik, die wir mit unerschütterlichem vertrauen fortsehen. von dem im Völkerbunde herrschenden Standpunkt aus kann niemand den Gedanken eines derartigen Schiedsspruches tadeln. Wenn er nicht schon jetzt eine konkrete Form annimmt, bann wird er durch die Gesamtheit derer, die die Geschichte schreiben, gefällt werden, vor dem endgültigen Urteil der Geschichte können und müssen alle Völker sich beugen. Gemeinden und Reichsfinanzen Reichsfinanzminister Dr.Köhier spricht auf dem DeutschenStLdtetag Magdeburg, 23. Sept. (Wolff.) Die Tagung des Deutschen Städtetages hat etwa 1400 führende Männer der deutschen Kommunalverwaltungen nach Magdeburg gebracht. Zahlreich sind die Regierungen der Einladung gefolgt. An der Spitze der Vertreter der Reichsregierung ist der Reichskanzler mit dem Reichsfi - nanzminister erschienen. Die preußische Regierung vertritt der Minister des Innern und der W o h l f a h r 1 s m i n i st e r. Als Ehrengäste sind die ehemaligen Reichskanzler Scheide mann und Dr. Luther, die ehemaligen Minister Hamm und Jarres und Reichstagspräsident Löbe anwesend. Eing:leitet wurde die Tagung gestern abend durch eine Fest- Vorstellung im Stadtthew.r. Heute begannen in den Vormittagsstunden die Sitzungen Der einzelnen Fraktionen. An diese schloß sich um 1/,11 älhr die Hauptversammlung in der Stadt- Halle an. Reichskanzler Dr. Marx von lebhaftem Beifall begrüßt, nimmt das Wort zu einer Ansprache. Er betonte, daß er der Einladung zur Teilnahme an der Tagung mit großer Freude gefolgt fei, beruhe doch die Wohlfahrt des Reiches in hohem Maße auf der verständnisvollen und bereitwilligen Zusammenarbeit zwischen Städten, Ländern und Reich Eine erdrückende Fülle ernster Probleme sei den Gemeinden aus der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Llmwälzung des letzten Iahr-ehnts erwachsen. Mit vorbildlicher Tatkraft und bestem Erfolg seien die Städte an dem wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau unseres Vaterlandes, dessen Abschluß noch keineswegs erreicht sei, herangegangen. Der Reichskanzler wies auf das Problem eines gerechtenFinanzaus- gleiches zwischen Ländern, Gemeinden und k^m Reich und das Problem der Abgrenzung des Eigenlebens der Städte gegenüber den Ländern und dem Reich hin und fuhr fort: Aber auch wir, die auf allen Gebieten des Lebens wirken, stehen unter dem ehernen Zwang, zwischen dem an sich Wünschenswerten und dem tatsächlich Möglichen einen Ausgleich zu schassen, daß ein Höchstmaß an Leistung für die Ration erzielt werde. Rachdem Oberbürgermeister Böß-Berlin dem Reichskanzler für seine Ausführungen gedankt hatte, führte Präsident Dr. Mulert über „Reichspolitik und Städte" u. a. aus, die Gesamtsteuereinnahmen der Gerne nden seien, auf den Kops der Bevölkerung verrechnet, gegenüber 1913 nur 75 v. H. gestiegen, während die Steuer- einnahmen der Länder um 159 v. H., die des Reichs um 245 v. H. zugenommen hätten. Heute verschiebe sich das Schwergewicht in der Behandlung wichtiger kommunaler Fragen immer mehr nach dem Reiche. Eine st a a t l i ch e Rechts beziehung der Städte zum Reich sei aber nicht hergestellt. Keine der gesetzlichen Verwaltungsstellen im Reich oder in den Ländern habe die volle Zuständigkeit, keine habe infolgedessen auch die volle Verantwortung für die Gemeinden. Vereinheitlichung sei nur dann ein Fortschritt, wenn sie gleichzeitig getragen werde von weitgehender Dezentralisation. Der Redner forderte bann die Einrichtung einer Kommunalabteilung beim Reichsministerium des Innern nach dem Muster dieser Abteilung beim preußischen Jan-,., . iftlerium. Darüber hinaus mi i:e den Gerne in.-en eine ausreichende Vertretung in dem zur CGor' :tei» tung oder zur M ' riung bei der Gesetzgebung berufenen . .r^ erschaff en gr eben werden. Im weiteren Verlauf der Bern ung n nahm Reichsfinanzmimster Dr. Köhler das Wort. Der Wiederaufbau Deutschlands, so betonte er, könne nur durch den bewußten Willen zum Leben geschaffen werden. Riemand werde bestreiten wollen, daß an tem Wiederaufbau Deutschlands der Haug anteil den Gemeinden zufalle. Selbstverwaltung und SelbstveranlWortung seien ein wichtiges Gut. Selbstverwaltung könne aber nie Selbstzweck s.ia, sondern nur Mittel zum Wohle der Gesa.n^ u des Volkes. Das große Problem: älnitaris.n 16 und Föderalismus gehe nicht nur um Wirtschu, Lgrenzen und Detätigungskompejenzen, es gehe dab i vielmehr um die Seele vieler Millionen deutscher Volksgenossen, besonders in Süddeutschland: es gehe um d i e Einheit des deutschen Volkes, man müsse in dics.r Frage besonders Vorsicht walken lassen. Durch die Reparationslasten sei die allgemeine Belastung von Ländern und Gemeinden naturgemäß hervorgerufen. Das Steueraufkommen reiche heute nicht mehr aus, um den Ausgaben der Gemeinden gerecht zu werdrn. Das Steuer vereinheitlichungsgesetz verdanke seine Entstehung nicht einer länder- oder gemeindefeindlichen Einstellung, sondern ist die logische Fortsetzung der Politik der S t e u e r - Vereinfachung und der endgültigen Regelung der R e a I ft c u e r n. Es müsse der deutschen Wirtschaft erm.-glicht werden, jederzeit im großen und ganzen sich ein genaues Bild über die Realsteuern machen zu können. Dieselbe Möglichkeit müsse dem Steuerschuldner verschafft werden. Man könne nicht einerseits fortgesetzt in Deutschland die Vereinfachung und Reform der öffentlichen Verwaltung verlangen und andererseits eine Kritik an dem Steuervereinh.'i lick'ungsg:seh üben, das gerade diese Reform durchfuhren soll. Dr. Köhler erklärte, daß von einer 20proj. Senkung der Realsteuern, von der gelegentlich hier gesorochen worden sei, keine Rede sein könne. Wenn auch die Reichsregierung die Absicht habe, eine allgemeine Senkung der Realsfeuern herbeizuführen. Wenn die Reichsregierung zu Beschränkungen in den Ausgaben ermahne und namentlich vor den kurz- triftigen Verpflichtungen warne, so wolle sie nicht die private oder öffentliche Wirtschaft drosselrn Die dauernde Verschuldung sei eine schwere Gefahr, da müsse die Rcichsregicrung eingreifen. Die Mahnung zur Sparsamkeit gelte nicht nur den Gemeinden allein, sondern auch den Ländern und erst recht dem Reiche. Das fei auch das Ziel des steuerlichen Ber einfachungsgesctzes. Im übrigen stelle die Reichsregierung Grundsätze auf, die beachtet werden sollten, aber nicht beachtet werden müßten. Die Länder sollten darüber beschließen im Zusammengehen mit den Gemeinden. Auch bezüglich der Berechnung nach dem Ertrag ober nach der Lohnsumme usw. sei die Entscheidung in die Hände der Länder gelegt. Der Charakter der Grund- und Gewerbesteuer müsse aufrechterhalten werden, aber die weiteren Bestimmungen müßten den Ländern überlassen bleiben. Jede Uniformierung liege dem Entwürfe fern, aber die Vereinheitlichung sei so wichtia, daß eine Beschränkung der örtlichen Bewegungsfreiheit unter Umftäm den mit in Kauf genommen werden könne. Er sei zur Vereinfachung bereit und hoffe, daß die großen Selbstverwaltungskürper ihm die Hand reichen und dafür sorgen würden, daß auch auf diesem Gebiete ein wirklicher Fortschritt erreicht werde. Gegen die kommunistischen Stimmen wurde bann eine Enlschttehung des Vorstandes angenommen, in der von den Vertretern der deutschen Städte gefordert wird, daß bei der in Gang befindlichen älmgestaltung der inneren staatspolitischen Verhältnisse d i e Lebensnotwendigkeiten der deutschen Städte berücksichtigt bleiben. Als weitere dringende Forderungen werden bezeichnet: Eingehende Dezentralisation der Verwaltung und unmittelbare Verbindung der Gemeinden zum Reich, stärkere He-anftehung der kommunalen Epitzenverbände zur Mitarbeit Errichtung einer Kommunalabteilung im Reichsministerium des Innern, ausreichend« Beteiligung der Gemeinden im Reichswirtschaftsrat, dauernde Fühlung mit Reichstag und Abgeordneten, Wiederherstellung der finanziellen Selbständigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Städte und Abänderung ^es Finanzausgleiches. Schließlich beanspruchen i ? Vertreter der deutschen Städte, daß den beult -en Städten die organisatorischen und finanz e en Voraussetzungen gegeben werden, um ihre öffentlich-rechtlichen Ausgaben zu erfüllen, ihren sozialen Verpflichtungen nachzukommen unö an dem wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg Deutschlands mitzuwirken. Dis hessischen Landtagswahlen. Darmstadt, 23. Sept. (TU.) In der heutigen Sitzung des Gesetz^ebungsausschusses de- Landtages wurde die Regierungsvorlage betr. Abänderung der hessischen Verfassung beraten. Der Artikel: „Die Abgeordneten werden unbeschadet der Vorschrift in Artikel 24 Absatz 4 gleichzeitig auf den am Wahltag beginnenden Zeitraum von drci Jahren gewählt" wird ergänzt durch den Zusatz: „Die Wahl des n :uen Landtages soll v o t Ablauf dieser Zcst ftgitfinben.“ Des weiteren wurde für den Artikel 22 folgende neue Fassung beschlossen: „Der Landtag tritt kraft eigenen Rechts am 18. Tag nach der Wahl und, falls dieser Tag vor Ablauf der Dauer des vorhergehenden Landtages fällt, an dem unmittelbar hierauf folgenden Tag, im Falle der Auflösung am 18. Tag nach der Reuwahl am Sih der Landesregierung zusammen. Fällt einer der vorgenannten Tage au‘ einen Sonn- oder Feiertag, so tritt der Landtag er ■ am darauffolgenden zweiten Werktag zusammen." Weiter wurde eine Abänderungsvorlage beraten, wonach die Wahlvvrschläge von mindestens 7000 Wählern unterzeichnet sein müssen und für jeden Wahldorschlag 5000 Mark I einzuzahlen sind. Der eingezahlte Betrag verfällt der Staatskasse, wenn kein Bewerber des Wahlvorschlags zum Abgeordneten gewählt wird, andernfalls wird der Betrag zurückgezah ft. Hierdurch soll die Bildung von Splitterparteien unterbunden werden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Der demokratische Antrag, die Legislaturperiode des Landtages von drei auf vier Jahre zu verlängern, sand nicht die vorgeschriebene qualifizierte Mehrheit und ist somit als a b g e l e h n t zu betrachten. Preußen und der Reudellsche SchulgesetzentNurs. Eine geeignete Berhandlungsgrundlage. Berlin, 24. Sept. Gleichzeitig mit den Anträgen der preußischen Regierung zum Reichsschub gesetz ist gestern dem Reichsrat' eine Begrünbung der Anträge, die das Wesen det Vorlagen nicht de- rühren, zugegangen. In der Begründung wird der Reicbsschulgesetzentwurf nach seinem Aufbau, seiner Gliederung und seinem Gesamtinhalt, alle Einzelheiten zunächst vorbehalten, als eine geeignete Grundlage für die Erörterung über die reichs- gesetzliche Ausführung des Artikels 146, Absatz 2 der Reichsverfassung bezeichnet. Rach dem Kämpfend wurs des Jahres 1926 bedeute er einen fo außerordentlichen Fortschritt zur Erreichung einer Mittellinie, daß unter allen Umständen der Versuch gemacht werden müsse, ihn in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Reichs- Instanzen so auszubauen, daß er eine segensreiche Wirksamkeit ausüben könne. Hindenburgs Geburtstag. Tas Berliner Programm des 2. Oktober. Berlin, 23. Sept. (Wolff.) Arn 1. Oktober vormittags wird der Reichspräsident auS den Händen eines Vertreters der Hindenburg- spende die Urfunbe über die ile&ertragung dcr Verfügung über die Mittel der Hindern- burgspende entgegennehmen. Daran wird sich ein Empfang von Abordnungen von Kriegsteilnehmerverbänden anschließen. Am Abend des 1. Oktober wird der Reichspräsident voraussichtlich auf einige Zeit an einem E m v- sangsabend der Offizierverbände im früye- ren Landwehrkasino im Zoo teilnehmen. Um 21.15 Uhr veranstaltet die Reichswehr zu Ehren Hindenburgs einen Zapfenstreich im Vorhof des P räsidentenhauses. Der 2. Oktober beginnt mit einem Morgen- ständchen einer Reichswehrkapelle im Garten des Reichspräsidenten. Danach wird der Reichspräsident die Kirche besuchen. Hierauf finden Empfänge statt. Es werden dem Reichspräsidenten ihre Glückwünsche barbringen: Die Reichsregierung mit den Chefs der obersten Reichsbehörden, die Chefs der Landesregierungen mit den Bevollmächtigten zum Reichsrat, der apostolische Runtius als *»!*»« un» 61 peN » mcteine. ScranftaH Präsiden P Der rn del Dlagöe ff., Slädtelag Äes vlii' v3ie in Mgl Sachen UI“J finden im keu'.schrn unb Aeichsprns tu feinem ov. W Das ha! den tzielle berüsm hat. 3n u «rsüNung Hingabe a KeichSpräside Aufbau des t deutschen Stä Mpfundenen hie innig Vünsche. 2 knien vergv Geistes und d haS ihm über Republik zu e Vst echte die.Tochter vielfach in dc kommen. Di nennt, ist oft Limonade ge< Dörtes der1 freuen zu köi als GeburtSt ist eine Hoch dem Unausa Dlumenstraus Tausch bergn Husch Sonne, ist erhaschen Snubelfh W Öingegel ^lebnisseS, 3| ste sich ein: Aeinste Freu! zvungenes. 6 Vie der Frü! Taum. Fiebe Dann tote ein vergessen, daß Iclfd" besteht. sechster, iDenn jeder { Freude ,t Men Welte in der fc Jj« hm Erledigung tzestimmtsein i vchtoungkraft toten auf f Mfafoen sm ®raö der ech SS neflt °l vchdall tovbl in en. i 6 Die Sn Ä Sp°r< ffOSt 'Sloan .ond 5 nai» oeoecei ® wenig. ® Dcdcctt. stegci # Schnee o Oreupem e Neoei K Gewitter .(^windstille. •<>-• seh» leichter Ost -nissiger Sudsoowes« Q stürmischer "^dtfesl 8le Pfeile fliegen mit dem winde Oie oetoen Stationen stehenden Zahlen geden die Temperatur an. Pie Urnen »erpmdeo Orte mit gleicher» auf r*e.eresni#eau umgerechneten teftdruce Wettervoraussage. Das Rordsee-Dvickfallgebi-rt hat an Intensität Angenommen, ferne Lage aber dabcj kaum verändert. Randstörungen haben unter Südwest- Luftzufuhr unserem Gebiet schon Eintrübung und Regen gebracht, weitere Riederschläge treten aus. Auch heute läßt sich an der Rüclseite deö Fallgebietes das Einströmen von polaren Luftmassen erfernten, die später in Mitteleuropa den Witterungscharakter veränderlich gestalten. Wettervoraussage: Unbeständig, wechselnd wolkig mit Aufklaren, Temperaturen roer.tg verändert, zeitweise Schauerregcn Witterunasaussichten für Montag: Weiterhin ver- änderliches Wetter. Dohm deS diplomatischen Korps, der Reichs- »agSvorstand eine Vertretung der ReichS- wehr und der RetchSmarlne, das Präsidium deS Preußischen Landtages, der Oberbürgermeister der Stadt Verlin und «ine Abordnung von Vertretern der alten Wehrmacht. Am Rachmittag wird der Reichspräsident sich feiner feierlichen Veranstaltung der chulen in das Stadion begeben. In Anwesenheit der Spitzen der Reichs-, Staats- und Kommunalbehördcn werden über 40 000 Schüler und Schülerinnen den Reichspräsidenten erwarten, der an den Reihen entlangfahren wird. Sodann wird ein 7000 Köpfe starker Schülerchor dem Rei6>spräfidenten eine Reihe von Ctebern Vorsingen. Für die Hinfahrt zum Stadion ist «ine Spalierbildung der Bevölkerung sow'.e der Vereine Verbände ufw. vorgesehen. Wettere Veranstaltungen unter Teilnahme des Reichspräsidenten frühen nicht statt. Der Deutsche 5täbtetag rn den Reichspräsidenten. Magdeburg, 23. Sept. (TU.) Der Deut- sche Städtetag hat an den Reichspräsidenten folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: »Lie in Magdeburg versammelten Vorstände des Deutschen und des Preußischen Städtetages übersenden im Ramen der von ihnen vertretenen deutschen und preußischen Städte dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg zu seinem 80. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche. Das Vertrauen des deutschen Volkes hat den Herrn Reichspräsidenten aus die oberste Stelle berufen, die das deutsche Volk zu vergeben hat. In unerschütterlicher Pflichterfüllung und mit nie versagender Hingabe an den Staatsgedanken hat der Herr Reichspräsident unermüdlich an dem Wiederaufbau des deutschen Staates mit gearbeitet. Die deutschen Städte sprechen ihm dafür ihren tief- empfundenen Dank aus und verkünden damit die innigsten Glück- und Segenswünsche. Möge es dem Herrn Reichspräsidenten vergönnt sein, in voller Frische des Geistes und des Körpers noch viele Jahre das ihm übertragene höchste Amt der deutschen Langjährig erprobte und währteJaaße-Mcea fertigt als Svettaliint in ver- r schied Gtöß u. Ausführungen ngJ mit fünf Jahren Garantie und 14 Tagen Probezeit MM Karl Germer Hcuchelbeim b. Gießen. Sela Mföllpn mit Wasser efiorcerliiü. Preisliste gratis und franko. 7601D Alle ins Vumvensach einschl. Revaraiuren NMfOen llusnoming Mein n.orelswm öle MhiW anlü.-Dnmerel. H. Longe. Giesen. SWistt.7. em 1. Oktober ausgezohtt werden. Der Alncm;- mlalffer wird heute dem Landtag eine entspreä-cnde Vorlage zugehen lassen, die bereits am Montag vom Finanzausschuß beraten und dem am 27. Seplem- ocr zusammcntretenden Landtag oorgdegt wird. Unser neuer Roman. Hm unseren neu hinzu tretenden Lesern einen vollständigen, abgeschlossenen Roman bieten zu können, beginnen wir in der heutigen Ausgabe unseres Blattes, noch vor dem Abschluß des gegenwärtig lausenden Werkes von Liesbet Dill, mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romans: „Um Erfolg und Liebe" von Robert Misch. Der bekannte und beliebte Autor, der in letzter Zeit mit mehreren bemerfenStoerten Arbeiten auf dem Felde der Belletristik erfolgreich hervorgetreten ist, schildert hier in überaus anziehender und feffelnber Form den Aufstieg eines blutjungen, hübschen und ungewöhnlich begabten Mädchens aus dem Volke in die große und verwirrende Well der Gesellschaft, ihren Eintritt in die phantastischen und abenteuerlichen Lebensbezirke des Theaters: aus der kleinen und gewissermaßen völlig namenlosen Isa Mengers wird eine junge Dame von Welt: Madonna mit der Feuerkrone: nach einer Dackfischiändelei reift ihr Herz der großen Leidenschaft zu einem berühmten Schauspieler entgegen, um endlich, nach bitteren Enttäuschungen und begrabenen Hoffnungen, in der stillen Liebe eines gereiften Lebens kamera den auSzuruhen. Mit leichter, sicherer Hand umreißt der erfolgreiche Autor die markanten Gestalten und die wechselnden Schauplätze feiner Geschichte; mit großem Geschick wird die von lebhaftester innerer Spannung getragene «ttaixU und Buben sicherlich «sch verwinden. e* Zweihundert Mark Belohnung für die Ermittlung eines Rowdys. Der Rohling, der in der Nacht vom 20. zum 21. September die Resormationsiinde an der Iohanneskirche mit einem scharfen Gegenstand so schwer beschädigt hat, daß ee fraglich ist, ob der Baurn erhalten bleibt, ist bis jeht leider noch nicht ermittelt worden. Die evangelische Kirchengemeinde hat dc-chaib dem- reuigen eine Belohnung von 200 Mark zugesichert, der über den Täter derartige Angaben macht, daß dieser gerichtlich belangt werden kann. (Siehe Bekanntmachung in der heutigen Nummer.) ,e DaS Schulsegelflugzeug der Iugendmlt glleder deS Gießener Luftfahrtvereins, über daS wir gestern einiges berichteten, wird morgen vormittag und nachmittag, ab 11 Uhr vormittags, in der Turnhalle deS Realgymnasiums, Ecke Ludwig- und Bismarckstraße, bei freiem Eintritt zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Weitere Lokalnachrlchken Im 2. Blatt Vieh- und Krammarit in Herbern am Donnerstag, dem 29- September 1927 —°v eaÄeä "Men jHntcn, r-1 'keiheii unter n r n’ werden K?5tän' hoffe, ba6 hu 6r lei die f)anb\b, ABro6en ch auf bieÄn?nb cht «erde ®rtie,e ^«titanbes Haltung jl die p/c“ ^eren »u *bc««no/- ■Ä,’i " aofeifung fw-reichende De- ^chAvirifchaftsrat, Wgeord. "tt und v°i. deutschen ©täbte und Metches. Schliß ber deutschen Stüdie d'e organisatorischen 'jungen gegeben ^eWchen Aufgaben Arpflichtungm nach, schastbchen und tultu- M mitzuwirlen. und der Postkarte, deren Zuschk«- nW 3, die Legislativ s van brei aufJj sand N'cht d>e vW Ichheit und ist I«* achten- «ild der e«ignei< n in ’ I b,n »» । rönne. SediirtriaS- Ml 2. ombtl «im H» * . oktotc SS? hieraln'^^ ff t*" if<6c ohne die innere Genugtuung, ohne die tiefere Befriedigung über ein »Geschafftes" ist ein Froh- geftlmmtfeln undenkbar, das den Antrieb und die Schwungkraft zur Uebertoinbung der Unebenheiten auf dem Lebenspfad gibt. Dröhnende Lachsalven sind noch lange fein Maßstab für den Grad der echten Freudigkeit. In einem blanken Blick liegt oft viel mehr Glück, als in einem Schwall wohlgesehter Worte. Sich über Kleines freuen können ist ein großes Geschenk. Es ist vielleicht das große Los, das der Mensch in der Lotterie des Schicksals ziehen kann. Z. Die Beamlenbesoldung in Hessen. Die eene Bef olbungsuorlage des Reiches wird auch von Hessen übernommen. Die den Reichsbcamlen bewilligten Vorschüsse auf die Gehaltsaufbesserung sollen auch in Hessen jCJ Ich habe die Praxis des verstorbenen Ü Heilkundigen H Herrn Hermann Jochem übernommen und führe sie in dem- •elbcn Sinne weiter. Ich bitte, das meinem Vorgänger entgegenge- hrachte Vertrauen auch auf mich Übertrag m zu wollen. Gießen. Westanlage 27. Georg Strauss Heilkundiger Homöopathie — Augendiagnose Sprechstunden: 9-12 und 3—6 06942 Sonntags 10—12 Fehlt Ihnen MulinänniSGhe Ausbildung? Dann verlangen Sie sofort kostenlos unsere aufklärende Druckschrift Neue Kurse 17. Oktober 191) Vogtscb «Handelsschulen (Heben Herborn Alsfeld Direktion Dr. Renk auf, Gtefccn Gocthestrafce 32 Goetbestrafce 32 AUSSCHWA Frankbauten ®*D Beginn am 1. November Maschinenbauschule Bauabtettunk,' Schretnerfach schule. Malerfachschule, keramische Abteilung, Lorberettung auf die Kunstge> werbeschule, Schubmachersachschule. 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Belohng osim Ooethestr. 42. önfieniioriüt'te: . „hellfiS“ 1920 t’JJ Eonntag, 25.1?,., nachmttt. 3 Uln, ttu Bootshaus: Ta', fe zweier nngia- viercrm.2lbrndern nbb8.7U.b E. Shek, i)amm straffe StlftunKR.1 est. Wir bitten um vollzähliges Erscheinen dec Aiitglieder. Der Vorstand. V. 1.1 Sonntag, abends 6 Llhr: Trefi- pxtnkt aller V. f. B«- im DereinshauS. Dienstag, den 27. September,abends 6'A Uhr: liioirats- Versammlung im DereinSheim auf dem Wald- sportplatz. 862t e Der Borland Hessische Brigade. Samötag, 1. Okt.. Llbsahrt nachTarm stadt zur Venimals- einweihung uachrniit. 15 42 (3 421 Sonntagskarte. Ter Vorstand Drag.-Rcgim. 24. Der Vorstand Drag.-Rcgiut. 23. Iahres- abschiessen Montag, den 26, September, Sonn tag, d. 2. Oktober, nnd Montag, dev 3. Oktober, nack mittags. 8646c Ter Vorstand klkT Das j [Bon Pkvl Silglied Die bandsv des W lmd,d)e rumänisch Der keines des 2 °^ moralische staaten a> zu einem sogenanni AuSdrua, Ämenka Jerpstichi die Dölkc geii«b! glieder I irgendeine für die 2c alles zu vor, W Englands er überha müssen. ri zwischen Japan ur gleich von der nannies maa. 3n solchen! Der. mänien bedeutend müht. *3. schwierigst einfach. ( ob der Ä konflilt (z und Recht entscheidet war eine düng dei Aumänie entsprach. Chamb darin la, Appon Und der Gesichtsp man lern ker, als - nicht erst Aatssitzu ging nad sitzung k jedensall! starle Ä Entscheid ist doch t Auch tiefe 8, D was in bez Sicherheit, kannten T ihr Kes ü Spann, von Gens bewußter ist sie ni Driand h und durck berufung ’ W. 1 in der 6| $um Abs( Paktes, ö treffen so tragt, ta darüber Polen u, (cheint es zahlen s «opqrigj . ^5 Qt ugm und «anM deu » ^nnan ^8 An, nol9, ! i": beten ^Ichaftssr •bie an K°m °r>ngen. ui bohn £cr lunff ff feilt braune ; fernen sjfll v Würde Sä; &? fe?« wollte- -. P'" T?rz ilrafie (liehen ‘rten ttwoch, den 1927, in dem 'ußbehandlung 1 weltbekannte :em tisch Vorfahren i tetit g» Wr. ^r: itß' moi^b- yammitrane Stiftung n Vir bitten umK- zäbl'geS EA'- dec i'ittaheoet- Sonntag, abei^ 8Üi)t: Treff- punkt. rr V f. B* 11 elI$CItin llllllflllllllilllllllllllillllll I-Einlagen tragen, ichung eingeladen 861h Lonnwtz.2».l?- BoMan?-'. Sm ie zweier R-uiM viererm-Abrudm nbb8.7U.b.E.lM "W MigaveE i cb1 gatnÄ'iiati Slblnbrt;66^ "S< eiillvA igisgti 8SS5i I» SelbetKamri 11 entflogen. Wiederbr. Selob«» „g,, Qoethastr. il BiS, JWti-tiM Nr. 224 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Das Ergebnis von Genf. Außenpolitische Umschau. Don Professor Dr. Otto Hoehsch, M. d. R., Mitglied der deutschen Völkerbundsdelegatton in Genf. Die bisherigen Ergebnisse der Völker- bundsversammlung sind: die Annahme des polnischen Antrages gegen den Angriffskrieg und die abcrmalie Vertagung des ungarisch- rumänischen Streits. Der erste Beschluß, einstimmig erfolgt, ist keine neue rechtliche Bindung, keine Ergänzung des Dölkerbundspaktes usw. Es ist lediglich eine moralische Verpflichtung, die alle Dölkerbunds- staaten auf sich nehmen, unter keinen Umständen zu einem Angriffskrieg zu greifen. Das ist die sogenannte „Outlawrh of war", ein amerikanischer Ausdruck, der auch in Verhandlungen zwischen Amerika und Frankreich eine Rolle spielt. Diese Verpflichtung rein moralischer Ratur gilt für die Dölkerbundsstaaten auch in ihren Beziehungen zu den Staaten, die nicht Völkerbundsmitglieder sind. Hat dieser Beschluß überhaupt irgendeine Tragweite, so gilt diese besonders für die Befürchtungen Rußlands, England bereite alles zu seinem Angriffskrieg gegen Rußland vor, Befürchtungen, die durch die Teilnahme Englands an diesem Beschluß, wie gesagt, soweit er überhaupt etwas bedeutet, zerstreut werden müssen. Das gleiche gilt für die Beziehungen zwischen Polen uns Rußland und die zwischen Japan und Rußland. Der Beschluß erledigt zugleich für diese Tagung vollständrg alles, was von der anderen Seite in bezug auf ein sogenanntes O st-Locarno gedacht worden sein mag. In keiner Form ist die Rede von einem solchen? Der Konflikt zwischen Ungarn und Rumänien ist über die Maßen verwickelt. Die bedeutendsten Juristen haben sich damit abgemüht. Wie aber sehr oft im Leben, sind die schwierigsten und verwickeltsten Dinge im Grunde einfach. Es handelt sich darum letzten Endes, ob der Rat des Völkerbundes einen Rechts- konflikt (zwischen staatlichem Gesetzgebungsrecht und Recht der Friedensverträge) politisch zu entscheiden befugt ist. Was der Rat vorschlug, war eine politische Entscheidung, eine Entscheidung der Macht, der sich natürlich vollständig Rumänien unterwarf, weil sie seinen Interessen entsprach. Darin lag die Schwäche der Position Chamberlains als des Berichterstatters, und darin lag die Stärke der Position des Grafen Ap Ponyi, die sonst gar nicht so einfach war. Und der Rat? Die Opposition, die unter dem Gesichtspunkt eben des Rechts Deutschland, man kann Wohl sagen, führte, war insoweit stärker, als eine Entscheidung zugunsten Rumäniens nicht erfolgte. Die Sache wurde bis zur nächsten Ratssitzung im Dezember vertagt, und alles ging nach der außerordentlich spannenden Ratssitzung darüber auseinander mit dem Gefühl, daß jedenfalls der Völkerbund keine übermäßig starke Kraft fei. Rach solchem Aufgebot diese Entscheidung einer abennaligen Vertagung: das ist doch reichlich wenig! Auch heute kann noch nicht abschließend über diese 8. Versammlung geurteilt werden, über das, was in bezug auf Abrüstung, Rheinlandräumung, Sicherheit, Schiedsgerichtsbarkeit und wie die bekannten Themen alle lauten, zu sagen ist. Reben ihr lief weiter jene russi ch-franzofische Spannung, die sogar Br and auf einige Tage von Genf weg nach Paris führte. Trotz ziel- bewußter Agitation der fran,ösischen Rechtspresse ist sie nicht auf die Spitz getrieben worden. Briand hat seinen Standp.nkt aüfrechteichalten und durchgcsetzt, daß Fran reich auf der Abberufung des russischen • Do schafters nicht besteht. Rußland wieder wird diesen vermutlich in der Stille verschwinden lassen und ist bereit, zum Abschluß eines gegenseitigen Richtangriffspaktes, der die ganze russische Westgrenze betreffen soll. Der Ministerrat hat Briand beauftragt, tatsächlich mit der russischen Regierung darüber Verhandlungen im Einvernehmen mit .Polen und Rumänien zu beginnen. Zugleich scheint es, als habe die langwierige Schuldenfrag« zu einer Einigung dahin geführt, daß Ruhlllnd jährlich 60 Millionen Goldfranken bezahlen will in Anerkennung der Dorkriegsverpflichtungen Rußlands. Bestätigt sich das — eine Mitteilung Litwinows ist gerade zu Beginn der Pariser Agitation zum erstenmal gewissermaßen offiziell erfolgt —, so hätte Frankreich kein schlechtes Geschäft gemacht und Rußland eine auch grundsätzlich sehr wichtige Konzession. Wiederum gleichzeitig hat Stalin bei dem Empfang einer amerikanischen Arbeiterdclegativn, die aus Rußland abreiste, sich so geäußert, daß man daraus den Willen mindestens zur Richt- Verschärfung der ganzen Beziehungen erkennt. Schließlich beauftragte der französische Ministerrat Briand, sich zu vergewissern, ob für den Abschluß eines Vertrages mit Rußland, wie ihn Rußllind vorschlägt, auch alle notwendigen Bedingungen gegeben seien. Darüber steckt wohl mehr, als auf den ersten Blick scheint, nämlich die Absicht, den Derständigungswillen der russischen Regierung einmal auf die Probe zu stellen, wobei dann auch eben das Hauptproblem von selber hereinspielen würde, daß Rußland sich verpflichte, unter keinen Umständen sich in die Verhältnisse des anderen Staates einzumischen. Oder anders ausgedrückt: das Verhältnis der russischen Regierung zur 3. Internationale. Das sind bedeutungsvolle Anzeichen, die jedenfalls für die Sicherheit der Briandschen Politik und die Festigkeit seiner Stellung sprechen. Sie werden auch von uns weiterhin genau zu verfolgen sein. Man mag sie klein und noch nicht bedeutungsvoll nennen. Aber kann man behaupten, daß trotz des riesigen Apparates in Genf die Anzeichen einer wirklich tiefgreifenden Verständigung im Sinne der Abrüstung und dergleichen viel größer wären? Vie deutschen Seeflughäfen. Das Problem der Transozeanflughäfen, das mit den günstigen Erfolgen, die in diesem Sommer bei den Transozeanflügen erzielt worden sind, immer mehr in den Vordergrund des Interesses tritt, beginnt aufs neue die Öffentlichkeit in stärkerem Maße zu beschäftigen, da sich jetzt auch OeßMÄi im MW GLeKMW BamMLItAMev Die Schotte Das sind die zeitgemäß ausgestatteten, auf unsere einheimische Äevölkerung abgestimmten, im eigenen Betriebe bearbeiteten und auch gedruckten Sonderbeilagen zum Gießener Anzeiger Wer? Sammies aus -Krrnsi und tVMenLchatt Bades, LVandssu und KMen Lsns dSV WM des Muss Tuvnen, Gssi und GdisS Aus dem KeM des Bsau Luserrd und Kschfchule Aus Katuv und TechmL Füs den BLuhsvMrh Das sind die regelmäßig wiederkehrenden, sämtliche Gebiete des modernen lebens, des Geistes, der Technik und der Kultur straff zusammenfassenden Sonderseiten des Gießener Anzeigers Das große Heimat- und Anzeigenblatt Oberhessens und der benachbarten preußischen Gebietsteile ist der seit 177 fahren erscheinende, mit allen Volksschichten aufs engste verwachsene GjeSenev Anzeiger Samstag, 24. September 1927 das Reichsverkehrsministerium für di« zahlreichen Pläne und Projekte interessiert hat. Das Reichsverkehrsministerium hat für den Bau des Weserflughafens Blexen bereits seine Beteiligung zugesagt und einen Betrag von 40 000 Mark vorgesehen, mit dessen Hilfe die Vorarbeiten aller Voraussicht nach im nächsten Frühjahr begonnen werden können. Die aktive Rolle, die das Reichsverkehrsministerium in dieser Angelegenheit einnimmt, läßt darauf schließen, daß es das Blexener Projekt für das Richtigste für einen späteren Zentralseeflughafen Deutschlands hält. Bei dem Reichtum Deutschlairds an großen Wasserflächen möchten wir aber auch den Gedanken nicht von der Hand weisen, daß für einen Lleberseeluftverkehr der Zentralhafen im deutschen Binnenland« liegen könnte. Wir haben vor kurzem erst über die Projekte berichtet, die den Müggelsee als Zentralflughafen für den Lleberseeverlehr Vorschlägen. Die Stadt Berlin, die an diesen Plänen am meisten interessiert ist, hat es im übrigen auch nicht an der nötigen Sropaganda für den Müggelsee fehlen lassen. $ will auch uns scheinen, daß es vielleicht besser gewesen wäre, wenn sich das Reich für dieses zentralere Projekt eingesetzt hätte. Vorläufig befindet sich ja aber alles noch in einem vorbereitenden Stadium, und man muß die Vorschläge und Anregungen gegeneinander abwägen und die besten und wertvollsten zurückbehalten. Wenn der Luftverkehr sich weiter günstig entwickelt und der Transozeanverkehr mit ihm Schritt hält, so wird auch die Zahl der Seeflughäsen beträchtlich vermehrt werden müssen. Es werden dann sicher auch noch eine Reihe anderer Seeflughäfen eingerichtet werden, die nach ihrer Lage und ihrem Umfange klassifiziert und abgezeichnet werden müssen. Deutschland hat noch aus der Kriegszeit her Seeflughäsen in Stralsund, Warnemünde, Kiel und List auf Sylt, die im Bedarfsfall« so weit ausgebaut werden können, daß sie allen Anforderungen genügen. Zu den erwähnten Eee° flughäfen kommt noch der von Rvr derneh, so daß also auf die Küsten schon jetzt fünf See- flughäfen entfallen, von denen aber zur Zeit nur zwei im eigentlichen Luftverkehrsdienst stehen. Das ist nicht sehr viel, so daß also bei der aufsteigenden Linie, die der deutsch^ Luftverkehr zeigt, die Anlegung von weiteren Seeflughäfen wohl gerechtfertigt scheint. Es wird daher auch dem an der Weser geplanten Weserflug- Hafen die Daseinsberechtigung nicht abgesprv- chen werden dürfen. Aach Ansicht des Reichs- Verkehrsministeriums soll er vorerst im bescheidensten Maße ausgebaut und im Seebäder- unk sonstigen Küsten verkehr beflogen werden. An sei nen weiteren Ausbau ist gedacht, sofern de Äeberseeluftverkehr eine günstige ErAoicklung nehmen sollte. Dann aber werden auch die anderen Projekte einer eingehenden Würdigung von staatlicher Sette her unterzogen werden. ly.haupttagungdesLutherischen Einigungswettes. Marburg, 23. Sept. (TLl.) Der Mette Tag der Hcrupttagung des Lutherischen Einigungs- Werkes schloß mit einer überaus zahlreich besuchten Abendversammlung in den Stadtsälen, in der die Vertreter der ausländischen Kirchen zu Wort kamen. Die Delegierten gaben einen kurzen Lieberblick über die lutherischen Kirchen ihrer Länder und betonten alle, daß die Kirchen trotz aller Schwierigkeiten und Bedrängnisse ihre lutherische Eigenart bewahrt hätten und bestrebt seien, sich mit den übrigen lutherischen Kirchen der Welt zuscnn- menzuschließen. Der dritte Tag wurde durch einen lithur- gischen Morgengottesdienst eröffnet. 3m Anschluß daran versammelten sich die Teilnehmer in der Aula der LIniversttät zur zweiten Hauptversammlung, in der Prof. Dr. Svmmerlath (Leipzig) über das Thema: „Llnfere Zukunftshoffnung" sprach. Erging davon aus, daß die gegenwärtig immer mehr hervortretende Frage nach der cAckstlichen Zukunftshoffnung einerseits psychologisch durch die Katastrophe des Weltkrieges und die daraus llmErsvlgundttebe. Roman von Robert Misch. Copyright by Carl Dunker, Berlin SW 62. Alles atmete erlöst auf, als der Redner endlich mit einem Hoch auf „diesen eminent begabten, tüchtigen und ehrbaren Kaufmann, diese Zierde der ganzen deutschen Kaufmannswelt" schloß. Hermann Nsttebohm hatte heute seinen großen Tag. Am Vormittag die Deputationen des Personals, der Handelskammer und anderer Körperschaften, deren Vorstand er angehörte, und zuletzt die Geschäftsfreunde. Sie alle waren gekommen, um dem neugebackenen Kommerzienrat ihre Glückwünsche zu überbringen. Am unteren Ende der Tafel saß der einzige Sohn Hermann Nettebohrns inmitten einiger jüngerer Vettern und Basen entfernteren Grades, der jetzt fünfzehnjährige Gymnasiast Eberhard. Mit einer feinen Röte auf den Wangen und glänzenden, braunen Schwärmeraugen hatte er das Loblied auf feinen Vater mitangehört. Wurde er je solche Vollkommenheit und Bedeutung erreichen, wie sie hier als Muster und Vorbild gepriesen wurde? Und besonders in der Welt des Handels, für die er doch nun einmal bestimmt war. Ach, sein Sinn stund nach ganz anderen Idealen. 2(ber das war ja kindisch. Wenn man Geld hatte — Vater und Mutt« predigten es ihm täglich — konnte man tun und treiben was man wollte; kein Mensch hinderte einen daran. Auch dichten oder zeichnen und malen und ganz in der Welt des Schönen leben, was ihm als das Herrlichste erschien. Seine Augen schweiften nach der weit offenstehenden Flügeltür hinüber, an der sich das Dienstpersonal drängte und mit Schüsseln und Flascken Wartend der Rede auf den Hausherrn lauschte. Neben dem würdigen Lohndiener Brendicke, der bei großen Gelegenheiten zu dirigieren pflegte, einige schwarz gekleidete junge Mädchen mit weißen Schürzen und Häubchen. Unter den Mädchen eine Halberblühte, Hoch- gewachsene von zartem Wuchs, der man mehr als die fünfzehn Jahre gab, so klug und überlegen blickten in unbewachten Momenten ihre großen, graublauen Augen unter dem mabonnenförmia gescheitelten, rotblonden Haar. Sie blinferte mit kaum merkbarem Nicken dem jungen Herrn Eberhard zu, der ihr ebenso unmerklich zulächelte und verstohlen sein Glas gegen sie hob, gerade als das Hoch erklang, das alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Gesellschaft zerstreute sich in den umliegenden Räumen, um den Kaffee und die Liköre einzunehmen. Hier strahlten schon die elektrischen Lichter von Wänden und Decken. Um Heinrich Lahland, den Sozius des Kommerzienrats, stand lachend eine Gruppe. Lahland war in diesen Kreisen als Lebenskünstler und charmanter Gesellschafter sehr beliebt und viel ein- geladen; auch wurde er in Geschmacks- und Sammelfragen öfter als Ratgeber benutzt, auch zu den Kunstaukttonen geschickt, wofür er übrigens Prozente nahm. Eben gab er einige Erlebnisse aus seiner Brüsseler und Pariser Glanzzeit zum besten, und leise, gedampfte Heiterkeit, wie sie hier zum guten Ton gehörte, belohnte ihn. Plötzlich verstummte er. Brendicke, der würdevolle Lohndiener, kam mit den Likören, und hinter ihm das junge Ding mit dem rotblonden Madonnenscheitel, ein Plateau mit weiten, schalenförmigen und spitzen, hohen Gläsern in der Hand. Der Alte war ein berühmter „Mixer": er dichtete aus den verschiedensten bauchigen und hohen, dicken und dünnen Flaschen di« eigenartigsten Mischungen zusammen, für welche in diesen Kreisen sehr geschätzte Kunst er sich dementsprechend bezahlen ließ, auch mir die „solidesten" Häuser mit seinen Leistungen beglückend. Mit wohlwollendem Schmunzeln blickte dieser Genießer den umständlichen Mischungen zu, aber nicht minder behaglich auf den weiblichen Helfer dieses modernen Ganymeds. „Donnerwetter — nettes Mädel!" flüstert« der Kommerzierat Gittelmcmn dem Generalkonsul Leibusch zu und kniff di« Augen zusammen. — „Wie alt taxieren Sie diese hübsche Kleine?" Und sie stritten leise, ob sie über ober unter sechzehn Jahre alt sei. • „Sehen Sie sich boch die Augen an — und überhaupt, ich schätze siebzehn", meinte ber Generalkonsul. Heinrich Lahlanb kniff der Kleinen wohlwollend in die Wang«, als jetzt Brendicke mit seiner Assistentin zu ihm trat, was dies« mit einem leichten Knix und (eitern Lächeln beantwortete. „Ra, Jsachen — wie gehfs dir denn? Oder darf man jetzt nickt mehr du sagen, seitdem du eingesegnet bift?'z Isa, die Rotblonde, lächelte sanft und unbestimmt weiter, aber ihre großen Augen warfen einen Blitz auf Heinrich La bland, ber in sein immer noch entzündliches Herz Drang, und senkten sich bann züchtig zu Sieben. Brendicke vollzog sich nach vollbrachter Tat — manche Herren hatten sich eine zweite Mischung auf den Tisch fetzen lasten — ins Nebenzimmer, und sämtliche Blicke der Herren folgten ber jungen Isa, Deren leis roiegenber Gang so etwas wie eine elektrische Spannung hn Zimmer zurückließ. * Die letzten Autos und Coup6s waren endlich davongerollt. Hermann Nettebohm war mit dem anstrengenden Tage zufrieden — die Kosten des Titels und des Festes würden sich lohnen. Unterdes ging Frau Anna Nettebohm noch einmal durch die Zimmer ihrer Wohnung und gab die letzten Befehle. Unter Aufsicht ber Frau Men- gers unb ber alten Köchin räumten bereits die Mädchen das Silber und Porzellan wieder in die Schränke ein. Herr Brendicke, mit einer wohlgefüllten Leder- lasche in der Hand und einem strotzend weiten Uebermantel mit extra vielen, sackartigen Taschen — ber Sekt für ihn, bas Dessert für seine Jöyren — bas Filet für alle — hatte sich natürlich schon von bem Schauplatz seiner Tätigkeit entfernt. Frau Komerzienrätin Nettebohm konnte sich auf ihre gutbezahlten Leute verlassen unb sich beruhigt in ihr Schlafgemach zurückziehen. Im ersten Stock bes kleinen Seitenflügels brannte noch Licht. Hier hauste die Familie Mengers, deren Oberhaupt bas Hausfaktotum ber Firma war. Hier war die kleine Isa aufgewachsen und hatte innige Freundschaft mit dem kleinen, um ein Jahr älteren Eberhard geschlossen. Mit brennendem Neide, der langsam mit ihr gewachsen war, mit den offenen Augen des Kindes unb der kleinen Leute, in denen sich jeder Unterschied noch vergrößert, sich jede Entbehrung, jeder Mangel angesichts des Vergleiches tief ins Herz bohrt, blickte sie täglich hinüber nach diesen glänzenden Wohnräumen, auf das behagliche und breitgegrünbete Leben ber Herrschaft. Wer es boch auch so haben, wer boch auch so speisen, so wohnen und vor allen Dingen sich so fleiben konnte! Wenn sie nach Kinberart barüber plauberte unb Fragen stellte, weshalb sie es weniger gut hätten, weshaw die einen Leute reich unb die anderen arm seien, bann wies sie ber Vater Mengers barsch zur Ruhe. „Dummes Ding — alle können wir nicht reich fern; bas ist stets so gewesen unb wird stets so fein. Uns geht es dock sehr gut; unb wir müssen ber Herrschaft bankbar fein." Mer Mutter Mengers schürte heimlich den Funken im Herzen ihres Kindes, für bas sie, wie bie meisten Mütter, die das Leben nicht ganz zermürbt, eine glänzende Zukunft erträumte. Unb als sich mit ben Jcchren besten eigenartige Schönheit zu offenbaren begann, als alle Welt iyr sagte, wie „apart" bieses Kind sei, erblickt« sie oorahnend ihre Tochter schon in ben höchsten Höhen ber Gesellschaft. Auch fühlte sie sich als Tochter eines Oberpost schaffners aus einer höheren Sphäre stammend und hatte schon als hübsches junges Ding ben Drang nach oben empfunden. Seit ihrer Heirat fühlte sie sich im Grunde genommen ganz wohl, denn ihr Mann wurde gut bezahlt und hatte freie Wohnung außer ben Selb- unb anderen Geschenken, die reichlich in das Hinterhaus hinüberströmten. Schon zahllose Male hatte sie ihre Isa — ber Name stammte von einer gefeierten Operettendiva ihrer Theaterzeit — aus den Karten eine glanzvolle Zukunft, eine steinreiche Heirat mit einem Großindustriellen prophezeit. Dann leuchteten ihre matten, blauen Augen in heller Begeisterung. Denn sie gehörte jener Gattung der fartenlegenben Prophetinnen an, bie selbst an ihre Kunst glauben, ihre Aussagen nötigenfalls aber des Geschäftes halber „umbogen". Jetzt faßen Mutter und Tochter nach verbrachter Arbeit bei einigen Delikatesten „von drüben" — unb schlürften dazu eine Röberer Carte blanche. (Fortsetzung folgt.) «folgte Hilflosigkeit unserer Zeit zu erNLren sei, anderseits beruhe sie auf der großen Ernüchterung, die allmählich eingetreten fei. Es bedürfe in der heutigen Zeit der GLhrung besonderer Nüchternheit, um festzustellen, was von der Swigkeitshosfnung zu erwarten sei. DaHer müsse man bei aller Erfahrung auf die heilige Schrift zurückgreifen. Der Redner schloß mit Betrachtungen über das Wesen und die Erkenntnis des kommenden Gerichts. In dec dritten Hauptversammlung am Nachmittag sprach der Landesbischof von Hannover, D. Marahrens über das Thema: „Was hat Luther heute der Jugend seines Volkes zu sagen?" Der Redner kennzeichnete zunächst die Problematik und die Not der gegenwärtigen Lage und im Zusammenhang damit das Bild der heutigen Iugend. Sodann schilderte er die Persönlichkeit Luthers mit seiner Wahrhaftigkeit unb Natürlichkeit, seiner Echtheit und Gesundheit, der ganzen Herbheit und doch Innigkeit seiner aus der Bibel lebenden Frömmigkeit, um dann zum Schluß auszuführen, wie Luther der Iugend zeige, daß wirkliche Kraft nur da quillt, wo die letzte Wirklichkeit des Gerichts und der Grund angesichts der Heilstalsachen des Kreuzes und der Auferstehung sich aufgetan habe. Diese aus dem Objektiven quellende Kraft, die vom Glauben lebe, mache von aller nur irgendwie möglichen irdischen Bindung frei. Am Abend versammelten sich die Delegierten zum Schluhgottesdienst in der Lutherischen Pfarrkirche, in dem der Landesbischof von Sachsen, D. Ihmels, die Predigt hielt. Aue der provinzialhauptstadt. Gießen, den 24. September 1927. Fremdenvorstellungen im Gießener Stadttheater. Von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Eine Einrichtung, die das lebhafteste Interesse aller Kunstfreunde der näheren und weiteren Umgegend Gießens erregen wird, ist von der Verwaltung unseres Stadttheaters getroffen worden: Die Veranstaltung regelmäßiger F re m- denvorstellungen an den Sonntagen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Nachmittagsvorstellungen auf auswärtige Besucher keine Anziehungskraft ausüben, und so werden die Fremden-Borstellungen abends um 6 üljr beginnen. Es ist dies ein Zeitpunkt, der ein durchschnittliches Dorstellungsende gegen 8Vn Uhr ermöglicht und so den Besuchern aus Wohl allen Orten der Umgegend Gießens eine sichere Heimkehr gestattet. Diese Fremdenvorstellungen sollen ein abwechslungsreiches und anregendes Programm bieten, das zum Teil von dem Programm der Abonnementsvorstellungen abweicht: doch sollen Vorstellungen, die im Abonnement «in« besondere Wirkung erzielt haben, auch als Fremdenvorstellungen gebracht werden. Diese neu eingerichteten Vorstellungen sind natürlich auch den Gießener Einwohnern zugänglich, aber doch in erster Linde für auswärtige Interessenten gedacht. Um denen, die noch die Reisekosten zu tragen haben, den Besuch zu erleichtern, ist für die Fremdenvorstellungen eine wesentliche Preisermäßigung gegenüber den regulären Vorstellungen festgesetzt worden. Ein« weitere Annehmlichkeit wtrd es für die auswärtigen Besucher s«in, daß in allen Orten, die Interesse für di« F re m d env v r st e.l- tun gen bekunden. Annahmestellen für Kartenbestellungen eingerichtet werden, die Ne eingegangenen Aufträge telephonisch der Theaterkasse übermitteln, so daß künftig die auswärtigen Besucher sicher darauf rechnen Lnnen, die gewünschten Plätze zu erhalten. Die einzelnen Annahmestellen für die Kartenbestellungen werden noch bekanntgegeben werden. ** Personalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Volksschule zu Windhausen (Kreis Alsfeld) Konrad Börmer mit Wirkung ob 1. November auf fein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit. — Ernannt wurden der Lehrer Karl Reitz zu Kefenrod. Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Volksschule zu Borsbon, Kreis Büdingen: die Vermesfungspraktikanten Aug. Becker zu Lauterbach, Georg Daum zu Gießen, Georg D e ch e r t zu Alsfeld, Johanures Kühl zu Alsfeld, Willi Low zu Friedberg, Ernst Stephan zu Gießen, Heinrich Stock zu Lauterbach, Wilhelm Schäfer zu Lauterbach, Hermann Schmidt zu Schlitz, Heinrich Schwab zu Friedberg, mit Wirkung vom 1. Juni 1927 an zu überplanmäßigen Dermesfungslekretären mit der Amtsbezeichnung „Oberoermessungssekretär". ** Gewerbe- und Maschinenbau« schule der Stadt Gießen. Der vom Stadtparlament beschlossene Erweiterungsbau wird im nächsten Frühjahr begonnen werden. Für die Zeit bis zur Vollendung der Neubauten ist ein provisorischer Bau mit 7 Klassen- und Nebenräumen erstellt worden, der mit Beginn des kommenden Wintersemesters bezogen wird. Hierdurch ist die Moglicykeit geschaffen, daß der Betrieb schon jetzt im vermehrten Umfang ausgenommen werden kann. Auch wird hierdurch mehr Platz gewonnen für die angegliederten Fachschulen, besonders auch für die feit einem Jahr bestehende keramische Versuchswerkstätte und Töpferfachschule, welche ebenso wie die anderen kunsthandwerklichen Klaffen für den Besuch der Kunstgewerbeschule vorbereitet. = Vom kaufmännischen Fortbil - ü u n g s s ch u l w e s e n. In Darmstadt treffen sich am «onntag die Diplom-Handelsiehrer aus Hessen, Baden, Württemberg, dem Saargebiet und der Pfalz zu ihrer diesjährigen großen Tagung, die — wie die Zusammenkünfte der Vorjahre — wieder zu einem regen Austausch der Erfahrungen führen wird. Den Auftakt der Tagung bildet eine Veranstaltung allgemeinen Charakters, bei der die hessischen Handelslehrer vor der Oesfentlzchkeit den Kreisen von Handel und Industrie und den Vertretern des Landtags und der Regierung den Gedanken der wirtschaftlichen Bildung näherbringen wollen. Als Redner für die Veranstaltung sind gewonnen: Prof. Pope, Jena, der über „Wirtschaftsrationalisierung" spricht, und Studienrat Bader, Mainz, der das Thema „Siele und Wege der kaufmännischen Bildung" behandelt. Die Tagung wird auch aus Oberhessen besucht. ' Neues Operettentheater, Frankfurt a. M. Man schreibt uns: Seit gestern gastiert Deutschlands berühmtester Tenor, der Kammersänger Richard Tauber von den Staatsopern Berlin-Wien, in seiner neuesten Glarzpariie als „Zarewitsch" in ter gleichnamigen Operette von Franz Lehar, dem glücklichen Schöpfer der Operetten: Lustige Wktwe, Graf Die Aenderungen im Winterfahrplan. Im neuen Fahrplan treten ab 2.Ottober folgende Aenderungen eine: Strecke Gießen—Frankfurt. D 192 von Hamburg, bisher Gießen ab 4.34, verkehrt nur vom 16. Dezember 1927 bis 15. April 1928. Neu D 92 von Berlin und Hamburg, Gießen ab 4.34, verkehrt bis 15. Dezember 1927 und ab 16. April 1928. Pz. W bisher Gießen ab 4.09, verkehrt vom 16. T^zember ab bis zum 15. April 1928 bereits um 3.59; sonst 4.09. D 74 (von Hamburg) bisher Gießen ab 21.48. fährt vereinigt mit D82 (von Siegen) in Gießen ab 22.02. Frankfurt—Gießen. D 81 von Frankfurt, bisher Gießen an 8.16, und 0 73 von Frankfurt, bisher Gießen an 8.36, kommen vereinigt, Gießen an 8.16. Pz. von Frankfurt, bisher Gießen an 21.51, neu 21.54. Pz. von Frankfurt, bisher Gießen an 1.01, verkehrt ab 16./17. Dezember 1927 10 Min. später. D von Franksurt, bisher Gießen an 0.51, verkehrt bis 15./16. Dezember 1927 und ab 16 /17. April 1928. Neu D von Frankfurt, Gießen an 1.01, verkehrt vom 16./17. Dezember 1927 bis 15./16. April 1928. Gießen—Kassel. Pz. Sonntags nach Londorf, bisher Gießen ab 22.34, verkehrt Sonntags vom 2. Oktober 1927 bis 31. März 1928, sowie am 26. Dezember bereits um 20.37. Vom 1. April 1928 bis 14. Mai 1928 fährt dieser Zug wieder um 22.34. D bisher Gießen ab 0.52, verkehrt bis 15./16. Dezember; ab 16./17. Dezember Gießen ab 1.02. Kassel—Gießen. D bisher Gießen an 4.33, neu 4.32, bis 15. Dezember 1927 und ab 16. April 1928. D Gießen an 4.23, ab 16. Dezember 1927 bis 15. April 1928. Pz. bisher Gießen an 20.49, neu 20.58. Gießen—Dillenburg. Neu Pz. Gießen ab 6.58 W, vom 2. Oktober 1927 bis 14. Mai 1928 (bis Wetzlar). Beschl. Pz. bisher Gießen ab 15.15, neu 15.16. Dillenburg—Gießen. Keine Aenderung. Gießen—Koblenz. Neu Pz. Gießen ab 6.58 (bis Wetzlar) vom 2. Oktober 1927 bis 14. Mai 1928. Pz. bisher Gießen ab 22.20, neu 22.25. Koblenz—Gießen. Keine Aenderung. Gießen—Fulda. Pz. Lauterbach nach Fulda bisher ab Lauterbach 6.36, fährt ab 2. Oktober 1927 bis 31. März 1928 erst 7.06. Pz. Gießen ab 17.35, Grünberg an 18.19, wird bis Renzendorf durchgeführt: Renzendorf an 19.30. Der Zug verkehrt werktags, außer dem Werktag vor Sonn- und Feiertagen. Der Güterzug mit Personen-Beförderung Lauterbach—Fulda, bisher Lauterbach ab 19.20, verkehrt vom 3. Oktober hiS 14. November erst 20.06 ab Lauterbach. Dom 15. November ab um 19.30. Fulda—Gießen. Pz. (Schülerzug) Grünberg—Gießen verkehrt in seinem jetzigen Plan Grünberg ab 6.29, Gießen an 7.10, erst vom 1. April 1928 ab. Vom 2. Oktober 1927 bis 31. März 1928 fährt er in Grünberg ab 6.54, in Gießen an 7.35. Güterzug mit Personen-Beförderung, bisher Großen-Lüder ab 6.07, Lauterbach an 7.11, fährt von Luxemburg, Rastelbinder, Zigeunerlieb«, Frasquita, Paganini usw. Di« Direktion hat eine glanzvolle Aufführung vorbereitet, die jeder Weltstadtbühne zur Zierde gereichen würde. Den Theaterbesuchern aus Gießen bietet sich bequeme Gelegenheit zur Hin- und Rückfahrt. Die Züge sind in der Anzeige int heutigen Inseratenteil genannt. Oberhessen. Landkreis Gießen. $ Alten-Buseck, 23. Sept. Bei der gestrigen Ob st Versteigerung der Gemeinde war die Beteiligung von einbeimischen und auswärtigen Kauflustigen ziemlich levhoft. Trotz der zum Ausgebot gekommenen gewaltigen Obstmenge waren die erzielten Preise sowohl für die Gemeind«, als auch für die Steigerer angemessen zu nennen. Gewöhnliche Wirtschafts- und Kelteräpfel stellten sich auf 3 bis 4 Mk., Tafelobst je nach Qualität auf 6 bis 8 Mk. pro Zentner am Baum. Birnen waren verhältnismäßig niedrig im Preise. Mehrere Privatbesitzer haben gelegentlicb dieser Versteigerung chre eigene Obsternte ganz ooer teilweise mitoersteigern lassen. Ein anderer Teil der Landwirte hat gemeinschaftlich Schritte unternommen, um für ihr Obst im westfälischen Industriegebiet Absatz zu finden. — Nachdem seit einigen Tagen mehrere Kinder unter scharlachverdächtigen Erscheinungen erkrankt sind, wurde durch den heute anwesenden Schularzt Dr. Orth der Scharlach in etwa 7 Fällen festgestellt. Die Kinderschule wird aus diesem Grunde bis auf weiteres geschlossen werden, bei der Volksschule erübrigt sich wegen des Ferienbeginns eine etwa notwendig werdende ähnliche Maßnahme. — An Stelle der nach Brasilien auswandernden Schul- verwalterin Frl. Schwabe wurde Frl. Repp aus Bingen, z.Z. in Holzheim tätig, mit der Der sehung der 4. Schulklasse betraut. chM a i n z l a r, 23. Sept. Bei der gestrigen G e melnbeobftDerfteigerung stand eine größere Menge Tafel und Wirtschaftsobst an den Baumen zum Verkauf. Käufer waren in ansehnlicher Zahl nicht nur von hier, sondern auch aus dem benachbarten Daubringen erschienen. Die Preise bewegten sich nicht einheitlich und fliegen kaum über die mittlere Preislage hinaus. Je nach Sorte und Qualität stellten sich bessere Sorten, wie Goldparmäne, Schöner von Boskoop, Herberts Reinette, Landsberger Reinette usw., aus durchschnittlich 4 bis 6 Mk. für den Zentner am Baum. Wirtschaftsobst lag im Preise etwas niedriger; es läßt sich sehr schwer ein Durchschnittspreis angeben, da es auf gut Glück der Steigerer ankam, auch einmal einen Baum für weniger Geld zu bekommen. Immerhin hat die Gemeinde eine stattliche Summe aus der diesjährigen Obsternte vereinnahmt. vom 2. Oktober ab Großen-Lüder 6.03, Lauterbach an 6.57. Pz. Fulda ab 18.31, Alsfeld an 19.49, wird bis Gießen durchgeführt. Alsfeld ab 20.01, Burgund Rieder-Gemünden an 20.33. Don da weiter im bisherigen Plan, ab daselbst 20.49, in Gießen an 21.52. Der Zug verkehrt von Fulda bis Burg- und Rieder-Gemünden werktags, außer dem Werktag vor Sonn- und Feiertagen. Don Burg- und-Rieder-Gemünden bis Gießen täglich. Strecke Aisfeld—Riederaula. Pz. Sonntags bisher Grebenau ab 4.24, Alsfeld an 5.03, verkehrt nur Sonntags vom 15. Mai bis 1, Oktober. Pz. bisher Riederaula ab werktags 6.34, Alsfeld an 7.48, verkehrt nur werktags vom 15. Mai bis 1. Oktober. Vom 2. Oktober 1927 bis 31. März 1928 verkehrt er Riederaula ab 7.03, Alsfeld an 8.13. Güterzug mit Personen-Beförderung werktags Grebenau ab 15.50, Alsfeld an 16.57, verkehrt auch im Winter (ab 2. Oktober 1927). Der Pz. Riederaula ab 19.25, Alsfeld an 20.41, fährt durchweg 5 Min. später. Pz. ab Alsfeld werktags nach Grebenau in Alsfeld bisher ab 4.50, fährt ab 2. Oktober 1927 bis 31. März 1928 erst 5.36, Grebenau an 6.15. Pz. ab Alsfeld werktags bisher 10.29 nach Riederaula, fährt Alsfeld ab 10.35, Riederaula an 12.24. Güterzug mit Personen-Beförderung werktags Alsfeld ab 14.14, Grebenau an 15.38, verkehrt auch im Winter (ab 2. Oktober 1927). Salzschlirf—Schlitz. Pz. Schlitz ab 4.55, Salzschlirf an 5.20 werktags, vom 2. Oktober 1927 bis 30. April 1928. Ab 1. Mai 1928 täglich. Pz. Schlitz bisher ab 20.11, ab 2. Oktober 20.15, in Salzschlirf an 20.37. Pz. Salzschlirf ab 5.55, Schlitz an 6.15, nur werktags. Gießen—Londorf. Pz. Sonntags bisher Gießen ab 22.34, fährt ab 2. Oktober 1927 bis 31. März 1928 bereits Gießen ab 20.37. Vom l.A^ril 1928 wieder 22.34 ab Gießen. Hungen—Friedberg. Pz. Sonntags Friedberg ab 21.20, Hungen an 22.13, fährt vom 2. Oktober 1927 bis 14. Mai 1928. Pz. Sonntags Hungen ab 20.14, Friedberg an 21.09, fährt vom 2. Oktober 1927 bis 14. Mai 1928. Friedberg—Ridda. Neu Pz. Friedberg ab 14.23, Nidda an 15.36. Der Zug verkehrt nur am Werktag vor Sonn- und Feiertagen. Neu Pz. nur Sonntags vom 2. 10. 27 bis 14. 5. 1928 Friedberg ab 20.41, Nidda an 21.43 (bisher Ömbberg ab 21.20, Nidda an 22.18). Neu Pz. Nidda—Friedberg, bisher Nidda ab 19.57 fährt ab 2. Oktober bis 14. Mai 1928 bereits um 18.46 in Nidda ab, Friedberg an 19.50. Ridda—Schotten. Der bisherige Zug ab Nidda 20.53, Schotten an 21.31 verkehrt vom 2. Oktober ab nur werktags. NssU Sonntagszug Nidda ab 21v48, Schotten an 22.30. Der bisherige Sonntagszug Nidda ab 22.33, Schotten an 23.11 fällt weg. Der Zug Schotten ab 17.34, Nidda an 18.20 verkehrt täglich. Die bisherigen Sonntagszüge Schotten—Nidda, in Schotten ab 19 und 21.41 Uhr, verkehren im Winter nicht. Strecke Stockheim—hartmannshain. Die Züge 4115 und 4114 Frankfurt—Hartmannshain verkehren ab 2. Oktober Sonntags bei gutem Wintersportwetter nach jedesmaliger vorheriger Bekanntgabe. * Londorf, 23. Sept. Zu dem gestrigen Bericht über die Erfolge des Ländlichen Reit- und Fahr Vereins Rabenau bei dem Reit- und Fahrturnier auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Darmstadt ist noch folgendes nachzutragen: Im Iagdspringen Klasse A (Abt. Belgier) erhielt Adolf L o th, Weitershain, den 3. Preis: im Iagdspringen Klasse A (Abt. Oldenburger) Ludwig Schmidt, Großen-Buseck, den 3. Preis. Im Landwirte- Gruppenspringen erhielten: Ludwig Schmidt, Großen-Buseck, und Otto Schmidt, Trohe, den 4. Preis. In der Reitprüfung Klasse A errang Wilhelm Riclas, Weitershain, den 3. Preis, in der Vielseitigkeitsprüfung für ländliche Reiter Wilhelm Riclas, Weitershain, den 3.Preis und Ludwig Schmidt, Großen-Buseck, den 5. Preis. i Grünberg, 23. Sept. Auf dem gestrigen Ferkel markt waren 434 Ferkel aufgetrieben. Das Geschäft war mäßig bei großem Ueberstand. Für erstklassige Ferkel wurden folgende Preise gezahlt: 6 Wochen alte Ferkel 16 bis 18 Mk., 7 bis 8 Wochen alte 18 bis 24 Mk., 8 bis 13 Wochen alte 24 bis 30 Mk. und für Läufer 30 bis 35 Mk. ~ G rünberg, 23. Sept. Der Gemeinderat hat in feiner jüngsten Sitzung folgendes beschlossen: Die Kanalisation der Lon- dorfer Straße nach dem Vorschlag des Tiefbauamtes Gießen wird beschlossen. Bei dieser Gelegenheit sollen auch für die städtische Wasserleitung von der Gallusstrah« bis unter die Oberhessische Eisenbahn hin größere Rohre von 200 Millimeter neu gelegt werden. Heber di« Aufbringung der Kosten für dies« Arbeiten wird später beraten. — Beim Kreis amt soll beantragt werden, daß die H ö ch st g e - schwindigkeit für Personenautos und Lastautos durch Grünberg nicht mehr als 15 Kilometer pro Stunde betragen darf. Diese Maßnahme ist infolge des bergigen Charakters der Stadt und der engen Straßen mit unübersehbaren Kurven dringend notwendig für die Sicherheit der Bewohner. — Der Anschluß d« s Glockengeläutes an die Uhr auf automatischem Wege wird für später zurückgestellt. — Der Ankauf des Gartens von Karl Heinrich F u l d a t in der verlängerten Bis- marckstraße zum Preise von 3000 Mk. zu Bauplätzen wird genehmigt. — Dem Reit- und Fahrverein ©rünberg und Umgebung wird zur Einfriedigung des Turniergeländes am ©al* lusmarkttage 1 Festmeter Holz bewilligt. Außerdem wird dem Verein ein Ehrenpreis gestiftet. — Die Gemeinde Grünberg übernimmt ausnahmsweise wdie Hälfte der Straßenbau-, K a n a li s a't ivns - undWässe rlei t ungs- kosten beim Neubau des Hessischen Staates in der Theo-Kochstraße. 2 i ch, 23. Sept. In der jüngsten Sitzung des S tad t v o r st a n de s gab der Vorsitzende in Ausführung eines früheren Beschlusses die Namen der Feldfrevler in der Gemarkung Lich be- kannl. 3m Anschluß hieran wies der Vorsitzerche darauf hin, daß es dringend erforderlich sei, die Zahl der vorhandenen Feldgeschworenen zu erhöhen, damit in Zukunft unliebsame Verzögerungen bei Dermessungsarbeiten nicyt mehr Vorkommen können. Seitens des Stadtoorftandes wurden sechs geeignete Herren in Vorschlag gebracht, deren Verpflichtung beim Kreisamt Gießen beantragt werden soll. — Der Oberfeldschütz Christian Le- dermann dahier hat die Absicht, vom 1. Oktober ab in den Ruhestand zu treten. Seinem dahingehenden Gesuch wurde entsprochen, unter Anerkennung der der Stadt Lich geleisteten treuen Dienste. — Verschiedene Keller an der Kirch- straße haben seit Jahren G r u n b w ass e r. Bereits Im Äahre 1924 suchte der Stadtvorstand diesem Hebel dadurch abzuhelfen, daß er in dem am tiefsten gelegenen Keller des stiftischen Gemeinbesaals eine Wasserstrahlpumpe einbauen ließ. Diese Maßnahme hat zu einem vollen Erfolge nicht geführt. Durch öfters auftretende Wasserleitungsschäden mußte die Wasserleitung abgestellt werden. Da die Pumpe während dieser Zeit nicht arbeiten kann, stellt sich das Wasser in dem Keller hoch und bringt in die Keller der Nachbarhofreiten ein. Auf eine erneute Eingabe mehrerer Interessenten beschloß nunmehr der Stadtvorstand, die bestehende Kanalanlage in dieser Straße tiefer verlegen zu lassen und die tief gelegenen Keller hieran anHuschließen. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 800 Mark wurden bewilligt. — Dem Verein für das Deutschtum i m Ausland wurde auf fein Ansuchen ein jährlicher Beitrag von 20 Mark ab 1. April d. 9. bewilligt. — 9m Fahre 1906 wurde durch den hessischen Staat in der Stabt Lich ein Gebäude für eine Bezirkskasse errichtet und die Bezirkskasse des Finanzamtes Hungen hierher verlegt. Die Stadt stellte den Bauplatz, den sie selbst erst von dem hiesigen Marienstift zum Preise von 2022.74 Mark käuflich erwerben mußte, dem Staat kostenlos zur Verfügung. Vor vier Jahren wurde die Bezirkskasse nach Hungen verlegt, seitdem wird das Gebäude als Beamtendien ft wohnung verwandt. Der Stadtvorstand vertrat die Auffassung, daß die Stadt von dem Staat jetzt eine Bezahlung für das im 9nter- esse der Errichtung einer Bezirkskasse hin- gegebene Baugelände verlangen könnte. Der hessische Finanzminister hat einen Rechtsanspruch der Stabt Lich verneint. Ein Gutachten des Rechtsanwaltes Schneider spricht sich dahin aus, daß die Stabt Lich keinerlei Ansprüche gegen ben Staat bi Iben kann, möge man auch bie im Iah re 1906 vollzogene Schenkung unter ben verschiedensten möglichen Gesichtspunkten betrachten. Nach Lage der Sache soll von einer weiteren Verfolgung der Angelegenheit Abstand genommen werben. — Anschlie ßend hieran gab der Bürgermeister davon Kenntnis, daß die ungenügende Wafseroersor- g u n g der Haushaltungen in den vergangenen Mo naten daraus zurückzuführen sei, daß in der Hinter- gasse ein WasserleitungÄiruch bestanden habe, der Das Wasser direkt in die städtische Kanalisation ab- führte, daß durch einen städtischen Beamten eine Revision der Zapfstellen in den Haushaldurwen stattgefunden imb babei feftgefteUt worben sei, daß 25 Klosettanfchlüsse in voller Rohrstärke ununter' brachen Wasser abgeführt hätten. Die Instandsetzung der defekten Entnahmestellen sei erfolgt und polizeilich überwacht worden. — Weiter fanden verschiedene kleinere Vorlagen ihre Grlebigung. y Lich. 23. Sept. Das DvlkStheater Darmstadt gab gestern abend hier feine erste Vorstellung mit dem Lustspiel: .Ich hab' mein mein Herz in Heidelberg verloren." Der Besuch war schwach, was zu bedauern Ist, denn in weiten Kreisen unserer Bevölkerung besteht der lebhafte Wunsch, ab und zu ein gutes Theater am Platze zu haben. Es war auch nicht gerade glücklich, das Stück als „Grohstadtschlager^ anzukündigen, denn daraus gibt man hier nichts. Die Leistungen der Künstler waren durchgängig auf der Höhe und verdienten mit Recht den Beifall der Besucher, bi« von dem Gebotenen sehr befriedigt waren. Nachmittags spiel« das Ensemble für die Jugend „Hänsel und Gretel": es hat damit auch den Kleinen eine Freude bereitet Wie man hört, will die Theatergesellschaft im kommenden Winter drei- bis viermal hierher kommen. Da das Echo der ersten Darbietung ein gutes war, ist die Hoffnung auf Erhöhung der Besuchsziffer für fünftige Fälle jedenfalls berechtigt. Ihre Masche läuft......! Dieser Alarmruf hat für die feinbestrumpfte Dame feine Schrecken verloren, wenn sie die aller- neueste Erfindung zum Schutze feiner Strümpfe bei sich führt. Es ist die einfachste Sache von der Welt. Die Dame greift in ihr Täschchen, öffnet das Fläschchen mit dem gesetzlich geschützten „Rur-Strumpf- ietter“, tupft einen oder zwei Tropfen des Inhaltes auf die Stelle, bis zu dec die Masche gelaufen ist. Der Strumpf ist gerettet...... 8592a Oie Masche läuft nicht mehr! Aebermorgen erfahren unsere Leser mehr darüber. 8597c wohlschmeckende - — Erweitertes Schöffengericht Bietzen. • Gießen, 21. Sept. Vier noch verhält- ni-müßig junge, im Grunde anständige und bisher, im wesentlichen unbestrafte Leute haben sich durch einen üblen Streich schwer ins Unglud gebracht. An einem Samstagabend zechten sie tn Friedberg in einem Wirtshaus und beobachteten dabei, daß ein an einem Vebentisch sitzen- der Landwirt über hundert Mark bei sich hatte. Sie machten sich an ihn heran, ließen sich frei« halten und verabredeten, ihn seiner Barschaft zu erleichtern, nötigenfalls auch mit Gewalt. Auf dem gemeinsamen Heimweg wurde der Landwirt plötzlich von einem der Angeklagten zu Boden geschlagen und von einem anderen des Bestes seines Geldes, etwa sechztg Mark, beraubt. Die Beute wurde geteilt. Da bie QKnv deststrase bei Straßenraub auch bei Annahme mildernder Umstände ein Jahr Gefängnis ist mußte auf schwere Strafen erkannt werden. Es erhielt einer der Angeklagten ein Jahr sechs Monate Gefängnis, ein zweiter ein Jahr drei Monate, die beiden andern je ein Jahr Gefängnis. Unter Ausschluß der Oessentlichkeit erhielt ein junger Mann aus Burghaun wegen Ä o t - zuchtversuchs fünf Monate Gefäng- n i s. Strafmildernd wirkte seine verminderte Zurechnungsfähigkeit. Eine Rückfallbetrügerin, d.e hiesige Geschäftsleute unter der Vorspiegelung, sie kaufe für ihre Tante, eine den Verkäufern bekannte zahlungsfähige Dame, um nicht unbeträchtliche Beträge geprellt hat, erhielt unter Einbeziehung einer von einem anderen Gericht erkannten Strafe eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten. Turnen, Sport und Spiel IvTodesoPfer des Boxkampfes Tunney-Dempsey N « u y o r k, 24. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die 6. Runde des großen Boxkampfes Tunne y— Dempfey war nicht nur für Tünnen sehr kritisch, sondern gereichte drei Boxbegeisterten zum Verhängnis, die infolge der Aufregung beim Anhören der Rundfunkbeschreibung des Kampfes starben. Auf di« gleiche Weise starben vier andere während der übrigen Runden und ein Mann sofort nach dem Boxkampf, so daß im ganzen nicht weniger als acht Personen chre allzugroße Teilnahme an dem Kampfe mit dem Leben bezahlten. 3n Los Angeles ftarben zwei Män - n e r infolge Aufregung beim Anhören der Funk' berichte über den Borkampf. Ein dritter Mann wurde, als er vor einer Anschlagtafel mit Nachrichten über den Verlauf des Kampfes Hochrufe auf seinen Favoriten ausbrachte, durch Stiche in den Rücken lebensgefährlich verletzt. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 25. Sept., von 71,. bis gegen 101/» Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag, 26., von 7 bis nach 10*/4 Uhr: Doktor Faust. Dienstag, 27., von 7 bis gegen 10‘/t Uhr Die Zauberflöte. Mittwoch, 28., von 7 bis 10 Uhr: Othello. Donnerstag. 29.. von 71/» bis gegen 10V2 Uhr: Hosfmcrmrs Erzählungen. Freitag, 30.. von 7Vr bis 10 Uhr: La Traviata (Violetta). Samstag, 1. Oft., von 71/« bis 10 Uhr Die Bo- höme. Sonntag, 2., von 51/, bis nach IOV8 Uhr: Die Meistersinger von Nürnberg. Montag, 3., von 71/. bis 10*/4 Uhr: Wiener Blut. Schauspielhaus. Sonntag. 25. Sept.. Montag, 26., Dienstag. 27., von 7Vr bis nach 10 Uhr: Cäsar und Cleopatra. Mittwoch, 28., von 8 bis gegen 10>/4 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Donnerstag, 29., von 8 bis 10 Uhr: Leonce und Lena. Freitag. 30., von 8 bis gegen 101/? Uhr: Der Patriot. Samstag, 1. Oft., von 8 bis gegen 10'/«: Iphigenie auf Tauris. Sonntag, 2., von 8 bis gegen 10'/, Uhr: Der Patriot. Montag, 3., von 7'/, bis nach 10 Uhr Cäsar und Cleopatra. Aus dem AmtsverkünDigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt R r. 6 8 vom 23. September enthält: Verordnung über die vereinfachte Einreichung der Belege über den Steuerabzug vom Arbeitslohn. — Einfuhrverbot für Hengste und Stuten ans Italien und Spanien. — Wahlen zum Ausschuß der Hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamten. — Bajazzo-Automaten. — Arbeitsbeginn in Bäckereien. Amtsgericht Wetzlar. Q Auf gefährliche Körperverletzung lautete die Anklage gegen einen Kraftwagenführer aus Frankfurt a. M. Der Angeklagte war früher bei der Wetzlarer Verkehrs»A.°G. als Krastwagen- führer angestellt und wurde nach einem Streit ' mit dem Schaffner entlassen. Er suchte nun ! eines Tages den fraglichen Schaffner in der ' Autogarage der Verkehrs-2l.-G. auf. bearbeitete ! ihn mit einem Spazierstock und lief davon. Der ! Mißhandelte erlitt blutunterlaufene Verlehun- gen. Obwohl der Angeklagte diesen von Zeugen geschilderten Sachverhalt bestritt, sah das Gericht feine Tat als erwiesen an und diktierte ihm 40 M. G e l d st r a f e, evtl, acht Tage Gefängnis zu. Rundfunk-Programm. Montag, 26. September: 16.30 bis 17.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 17.45 bis 18.05 Uhr: Die Lefe- WBwmmririan—TiiTT stunde. 18.45 Mi 19 Uhr: Uebertroflimg von Kassel „Die Stunde der Frau", Vortragende: Mathilde Meissel. 19 bis 19.30 Uhr: „Kultur und Literatur in China", Vortrag von Dr. Max Funk, Leipzig. 19.30 bis 19.45 Uhr: Englische Literaturproben. 19.45 bis 20.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 21.15 Uhr: Kammermusik-Konzert. 21.15 bis 22.30 Uhr: Übertragung aus den fiiinftlerfpielen Polter, Kassel: Eine heitere Stunde. Sonntag, 25. September: 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgoerein, Frankfurt a. M. 11 Uhr: Heber- tragung aus dem Römersaal des Rathauses: Oessent- liche Tagung des Verbandes Deutscher Diplom-Jn- genieure. 14 Uhr: Übertragung von Hamburg: „Funkheinzelmännchen", techn. Märchen. 15 bis 15.30 Uhr: Die Elternstunde. 16 bis 17 Uhr: Konzert des „Sängerquartetts Schmalbach". 17 bis 18 Uhr: Gitarre-Konzert. 18 bis 19 Uhr: Stunde des Rhein - Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Der Staatsgedanke", ein Zyklus — „Wilhelm von Humboldt", Vortrag und Vorlesung aus einen Schriften von Privatdozent Dr. Kurt Rhein- )orf. 19 bis 19.30 Uhr: Vortragszyklus des Gewerk- chaftsbundes der Angestellten: „Kleinwohnungsbau für Angestellte", Vortrag von Stadtverordneten A. Geßner. 20 Uhr: Konzert des Kulturoerbandes der modernen Arbeiterbewegung Offenbach a.M. Anschließend Tanzprogramm. ■ ■ ■ Pianer Heuraas Heilmittel K„D stets vorrätig ind. 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Zu t der ®agfabtt)j Sinnner^ung Mlschrmk, als nehm zu mach- schassMg aber sich die De^e Rohrweite, die auf den Lichts dem erheblich sprechende Zu Möglich ist, daß eben kein Din öu leisten vern yn den neuere Installation au Wendung des ( anstandunM Hammen nicht altCTenRaufet ^kvnsum an ^Ssrvhre nc- Körnet, nicht u Naphthalin £ WocheM Q Nnd °*ä »Ä L K r1* L wenig d°ch über aN- am Zjtzs »7^in Ä S hestez V tzW °r-r 6"te >IÖ das s,'«bunte W? M, J» Aaw,^er L°K> EmilSdimall 1 Biergrobhandlung Gießen Frankfurter Strafte 7. Telephon 83 M Gießen, 24. September 1927 Gießen, den 24. September 1927 MM* Fit Gießen (Gnauthstraße 12), 24. September 1927 8591D ry i>3?. 8590D Heuchelheim, den 24. September 1927 Gießen, den 23. September 1927 lz. 3- Ev. Schwesternhaus) Ihre Vermählung zeigen an Horst von Salomon und Frau Hildegard geb. liebe Für die Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung sprechen wir auf diesem Wege unseren Dank aus Hans Ärückmann nebst Frau geb. ZRomer Hamburg-Fuhlsbüttel, Stzestraße 36 I September 1927 Die glückliche Geburt eines gesundenZungen zeigen froh und dankbar an 3. Offenkamp und Frau Frieda geb. Eckhardt Ihre Vermahlung beehren sich anzuzeigen Ludwig Schaffner und Frau Emma geb. Äaun Eduard Dillemuth lind Frau Emmi geb. Möller Vermählte Hermann Fröde und Frau Elisabeth geb. Heß Vermählte Wilhelm Förster Marie Agnes Förster geb. Zufall Vermählte Pfungstadt Gießen | 24. September 1927 Für die mir zu meinem 80. Geburtstage erwiesenen Aufmerksamkeiten spreche ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank aus Frau Ernestine Fasse Bahnhofstraße so Trinkt das gute Mainzer Aktien-Bier! 6222D __ Neues Operetten-Theater. Frankfurt a. M. Am Eschenheimer Turm Kasse: Telephon Hansa 13 Direktion: Glock & Land. Ab Freitag, den 23. September (Premiere abends 772 Uhr) Täglich abends 8 Uhr Gastspiel Kammersänger Richard Taober Staatsoper Berlin-Wien Deutschlands berühmtester Tenor in der neuesten, großen Operette von Franz Lehar DER ZAREWITSCH Numerierte Sitzplätze von 2.- Mk. aufwärts. Bequeme Fahrtverbindung ab Gießen um 1542 Uhr, Rückfahrt ab Frankfurt a.M. Hauptbahnhof 2316 Uhr. Billet- bestellungen rechtzeitig vorher erbeten. Billetbestellungen nimmt ReisebüroLöb, Bahnhofstr. 52a an. söisd gl.C. Plockstr. 5.IT T i Heute abend U.C. Piod«^ u.C. s ■•r s TANZ _________-___2LL Zum Abendstem Sonntag, -en 25. September 1927 Kirmrsf LigeneSchlachtung. Montagabd. 7llhr DLmmeBichoMerrd^ Es ladet freundlichst ein 068S6 GusiaVDuMMastwwi Kein Herzklopfen, keine IHagenbesehwerden 5-Pulv.-Packs .41.15,10-Obl. Packg..«1.30 Prospekte kostenfrei. 61ll0id Otto & Co, Frankfurt am Main-Süd. Bestellungen auf Welmen in den beliebtesten Sorten für den Winter« bedarf nimmt entgegen S.Trechsler.Kartosselhanblg. 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September. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Erstklassige Kapelle. WWW. »litt. 14 Sonntag, den 25. September, nachmittags 3 Uhr ABENDESSEN zu Mk. 3.50 Krebs-Suppe Gelrüffelte Gänseleber in Aspik Tournedos Bonaparte Eisauflauf Mascotte zu Mk. 3.50 Suppe Nelousko Forelle nach Genfer Art Junger Hahn Marengo Wein,Gelee, Früchte, Gebäck Bis einschließlich Sonntag: Heiraten ist kein Kinderspiel Großes Detektivdrama in 6 Akten. In den Hauptrollen: Viola Dana u. Raymond GrifHth. Ferner: Junge, lab das Küssen sein!! Sensationsschauspiel in 6 Akten. 8622c »«Ml WWW Wiederbeginn und letzte Proben zur bevorstehenden Aufführung, die schon in kurzem siattfinden muß, am Miiwoch,den2Ä.Geptember abends 8 Llhr pünktlich, wie immer, im großen Hörsaal der Universität Allseitiger Besuch somit gleich von Anfang an unerläßlich. Freunde guter und ernster Musik, die, namentlich in den Männerstimmen, als Sänger mitzuwirken und dem Verein beizutreten beabsichtigen, sind jederzeit willkommen. Anmeldungen an den Probe-Abenden im üebungslokale. Palast-Lichtspiele Lindenplatz Germanen-Oefen 'T"................. Auto-Neeb Nur noch heute und morgen: Valencia 7 Akte nach dem bekannten Tanzschlager von Löhner-Beda. Herrliche Natur-Aufnahmen von Spanien. In den Hauptrollen: Maria llalbalcin, Doro- theaWieck, Oscar Marlon. Johannes Riemann. Maria Forescu. Ferner: Bas reichhaltige lustige Beiprogramm. Cafe Astoria Heute Tanz-Abend Streich-Orchester 06926 EÄBislUdwü Heute abend TANZ bis 4 Uhr geöffnet S637c 06930 2. Wtnterprogramm 'c Saalbau Sauer Sonntag Abend Für Tanz- und Gesellschaftskleider Crepe de Chine Cr&pe Georgette Veloutine Tafte sowie sämtliche anderen modernen Seiden Größte Farbsortimente Aeußerst billige Preise. Von der Reise zurück Zahnarzt ör. Fischer Seltersweg 77 8l dtittbeeeoete« LudwisftvaLe 44 vormittags 9-12 Llhr, nachmittags 2-5 Llhr. Wegen Herstellungen und Erneuerungen ist der Kindergarten bis 3. Oktober geschloffen. Äeglnn Montag 3. Oktober. Dorm. 9-12 Llhr monatlich 8 Mark. Vormittags 9—12 Llhr und nachmittags 2-5 llhr monatlich 10 Mark. Nur nachmittags, auch Schulkinder bis zu 8 Jahren, nach Vereinbarung. Anmeldungen Ludwigstraße 44, I. Stock. 06945 g.B°E°d°n-s. $cr $ot[ianb. OmeM-Versammlung des Koyzerivereins Montag, den 26. Sept., abends 8 llhr im Musikzimmer des Kollegienge- bäudeS der Universität. Tagesordnung: 1. Kassenbericht und Entlastung des Rechners. M-MeMOft Bellet lö H 06636 Anruf V Mod. Wagen. Billigste Berechnung. L. Bernard jetzt nur Plockstraße 16. 8617a IIIIIIIIIIIIIUIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHI Illi IUI II IIID iiiiiiiiiiiiiyiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiüiiDiiiiiiiiiiiiiiiiöi IIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIlllllllllllllllllllllllll Nr. 224 Drittes Blatt siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Samstag, 24. September (927 Alling 192? >. Sufafi itember 192? anzuzelgen von 1870 Saun (Sieten in an aße 361 Mdt r 1927 #'8'£l n .liebe *n3*" ir«n n inier i6fid) unfern 5>9i Fröstelnd kleiden wir rnrs an. Sterne knistern bereits über den schwarzen Fronten der Walder. Unten am Wasser gibt es alte Kneipen, wo wir uns zur Feier ein Bier kaufen. Lichter flammen aus und ertrinken im Wasser gleich silbernen Säulen. Unser Venedig! Zur Rechten überquert die Heerstraße als gewaltige Brücke die ganze Rächt und den See. Was ist das? Aus der Ferne bricht ratternd mit glühenden Augen ein Flugzeug vorn Land über uns dahin, noch eind und wieder eins, ganze Geschwader fegen in die Sterne... bis ich begreife, daß es die Autos der anderen sind, die bis in die Rocht arbeiteten und rechneten und jetzt ihren Wochenend- Palästen mit Jazz und Radio zueilen. vom Betrieb zu erholen. Wo der Kaffee wächst. Kaffeeplantagen gedeihen, wie uns das neue „Daheim" (Delhagen & Klasing, Leipzig) in einem reich illustrierten Aufsatz sagt, am besten in Mittelgebirgslage. „Die Urheimat des Zaubertrankes, der selbst von unseren bescheidensten Volksgenossen, die ihn nur als ,Bliemchentasfee^ kennen, noch leidenschaftlich geschätzt wird, liegt im dunkelsten Afrika. Die abesshnische Landschaft K a f f a, wo er wild wächst, hat ihm den Ramcn gegeben, lieber die Handelsstadt Mokka am Noten Meer nahm er dann seinen Siegeszug über die ganze Welt. Die Hausfrau, die im Kolonialwarenladen am Samstag ein halbes Pfund Kaffee einkauft, fragt nach dem Preis der Bohnen, nicht nach dem Ursprungsland. Der Kleinhändler würde wahrscheinlich auch gar nicht imstande fein, es anzugeben oder gar nachzu- weiseru Man ist auf .Mischungen' abgekommen, die — nach der Meinung der Großhändler — dem Geschmack der Verbraucher am besten entsprechen. Der Kaffeebaum wächst heute in Asien und Amerika so gut und gedeihlich wie in Afrika. Es gibt Kenner, die der Bohne von Java den Vorzug geben, aridere begeistern sich für die von Brasilien, wieder andere für die von Mittel- amerika, besonders Guatemala, Mexiko und Salvador, von Westindien. Kuba lieferte früher hochgeschätzte Sorten: aber als Santos die Füh- rung auf dem Weltmarkt übernahm, wandte sich Kuba mehr und mehr der Zuckerpflanzung zu. Der Weltkrieg hat noch weitere Verschiebungen verursacht. Und welche Schäden auf diesem Gebiet! Als die europäischen Mittelmächte als Hauptbezieher ausschieden, hat man die ungeheuerlich anwachsenden Kaffeelager in Brasilien als Brennstoff verbrauchen müssen! Die Hauptausfuhr aus Guatemala ging schon immer nach Deutschland. Etwa vierzig vom Hundert der ganzen Produktion. Da mag ein Zusammenhang erkennbar sein mit der Tatsache, dah es gerade deutsche Ansiedler waren, die den Kaffeebau in Guatemala auf wissenschaftlicher Grundlage praktisch zu allerhöchster Blüte entwickelt haben." pne3<$ 0'50 0.(01* elfen Ist die Erde übervölkert? Ein Kapitel internationaler Bevölkerungspotttik. Von Dr. jur. Carl Cremer, M. d. R. schon die deutsche Bevölkerungszisfer als eine gewaltige Uebervölkerung erschienen, und doch hat die kraftvolle Entwicklung der Eine antike Schneiderrechnung. Sn einem Museum zu Paris wird eine Echneiderrechnung aufbewahrt, die wohl als die älteste bezeichnet werden darf. Ihr Alter kann auf 4700 Jahre geschäht werden. Sie entstammt dem Tempel von Rippur und besteht aus einer Tontasel mit eingeritzten Schriftzeichen. Rach den Feststellungen der Archäologen war diese Rechnung für die Gattin eines hohen chaldäischen Staatsmannes geschrieben. Der Rechnungsbetrag war sehr hoch. Es waren über achtzig Untergewänder und etwa ein Dutzend Oberkleider angefertigt. Aus der Rechnung läht sich u. a. die interessante Feststellung machen, dah die Schneiderinnen in Chaldäa auch die umständliche Parfümierung mit Kassia, Myrrhen und Ambra vornahmen und sich dafür sehr gut bezahlen ließen. Es werden auch noch andere Zutaten aufgeführt, aber die Ausdrücke können leider nicht in unsere Sprache übertragen werden. Rur ein Wort, das auf der Tontafel häufig vorkommt, kann mit Band oder Schleife übersetzt werden, woraus also hervorgeht, dah an den Kleidern der Chaldäerinnen viel Garnierungen angebracht waren. Die Tontasel ist an beiden Seiten mit Henkeln zum Anfassen versehen, an denen sie von den knienden Sklavinnen oder Sklaven der Gebieterin oder dem Gebieter zum Lesen vorgehalten wurde. deutschen Wirtschaft von 1870 bis zum Weltkrieg nicht nur die gesamte natürliche Volkszunahme absorbiert, sondern darüber hinaus noch Hun- derttausende und Millionen Ausländer magnetisch angezogen und dem deutschen Volkskörper emtrerleibt. Hätte man in der auf 1815 folgenden Zeit unter dem Gesichtspunkte des Malthusianismus gehandelt und künstlich eine Vermehrung das CBoIfeS verhindert, so würde die ganze folgende Blüte und die heutige Bedeutung des ' deutschen Volkes niemals erreicht worden sein. AehnllcheS wäre ohne Zweifel auch über die Entwicklung des großen vstasiatischen Kulturvolkes decChinesen zu sagen, dessen Weltanschauung! derjenigen des Malthusianismus geradezu entgegengesetzt ist, und das trotz der Begrmzthnt seines Lebensraumes und der Primitivität seiner Technik sich selbst niemals als übervölkert angesehen hat, vielmehr im wesentlichen durch Intensivierung feiner Bodenkultur und durch feinen Jahrtausende langen Kampf gegen die Wüste sich zum größten Volk der Erde mit mehr als 400 Millionen Köpfen entwickeln konn'e. Schon allein der Hinblick auf die unausgesetzt fortscheitende Ausbreitung der gelben Rasse müßte davor warnen, einer ähnlichen Entwicklung der weihen Rasse künstliche Grenzen zu ziehen. Die Zukunft der weihen Rasse gegenüber der gelben und den übrigen großen Völkern der Welt Rach den gewaltigen Menschenverlusten des Weltkriegs nimmt es einigermaßen Wunder, wenn sich heute in Europa erneut Stimmen öffentlich melden, die von der Rotwendigkeit sprechen, den Bevölkerungszuwachs aus wirtschaftlichen unb kulturellen Gründen nach Möglichkeit zu beschränken. Es hat sich ein neuer malthusianifcher Weltbund auf getan mit dem Ziel, zur Besserung der Lebensbedingungen der Menschheit den Stand der Bevölkerung mit den sozialen und ökonomischen Verhältnissen in Einklang zu bringen und das Auswachsen einer Ueberzahl von Kindern zu verhüten. Daß diese Bestrebungen ausgeoechnet von Holland ausgehen, wo außerordentlich günstige Umstände, insbesondere ein ausgedehnter Kolonialbesitz, einen besonders breiten Spielraum für die Entwicklung des Volkes schaffen, ist besonders bemerkenswert: viel näljer würde es liegen, wenn von Deutschland oder England, den beiden Ländern, welche am meisten durch die Rachkriegserscheinung der Aröeitslösigkeit geplagt werden, derartige Gedankengänge nach oben drängen. Man wird sich fragen dürfen, wozu die weißen Völker, insbesondere diejenigen, deren Industrialisierung schon vorwärts geschritten ist, noch besonderer Einrichtungen bedürfen, um die Einschränkung der Kinderzahl zu fördern, wenn man in Betracht zieht, dah der Geburtenrückgang durchweg in der Rachkriegszeit einen geradezu beunruhigenden Umfang angenommen Hat, so dah die Geburtenziffern nicht viel mehr als die Hälfte der Vorkriegszeit, insbesondere auch bei uns in Deutschland, betragen. Es ist genügend bekannt, daß die Propaganda von Mund zu Mund für die Einschränkung des Wochenend des kleinen Mannes. Von Karl Otten. Samstagmittag... das ist die Zeit, Elle und Federhalter hinzuwersen mit besonderem Schwung lund die Flucht ins Grüne zu ergreifen. Gute Sitte, Gesundheit und die Suggestion verlangen es so vom modernen Menschen. Wer am Samstag weiterschuftet, mit dem ist etwas nicht in Ordnung, der macht Bankerott. Beklage dein Los, kleiner Mann, das dir immer noch ein Auto vvrenthält. Aber ein Gott gab allen den Autobus. Sei gegrüßt, schaukelnder Mamnntt, Schiff der Asphaltwüste. Wie kühl ist es auf deinem Rücken, welche Illusionen tropischer Seereisen umkribbsln meinen Magen. Für wenig Groschen gondelst du eine Stunde hoch über allem Staub, und des Schaffners Ruf - am Ziel klingt den Zehntausend wie Thalafsal! Jeder Reisende ins Wochenend trägt unterm Arm die Mtenmappe. Reste des Stenogramm- heftes, Lineale und Kontobücher verkrümeln sich scheu in eine Falte. 2lll.es andere... unvorstellbar lustige Stilleben: Eine Schwimmhose, ein Handtuch, Butterbröte, eine Thermosflasche mit Tee, eine Wolldecke, ein Expmrdor, Springleine oder die bunte Gummihaut eines Balles, all das strafft gottlos die sonst so ernste, magere Tasche zu einem prallen Sack. Und mm stürzt jeder zu seinem Lieblingsplatz ... auf seinen Flecken Gras, an seinem Baum, zu seinem Quadratmeter Sand. Die Erde verschwindet unter den Kleidern imb Hüten und die Natur unter den Leibern. Allen aber gehört gemeinsam der Blick durch den Dunst der Wochentage über die endlosen Seen, die gescheckt sind von braunen Leibern, umtänzelt von rosablauen Segeln. Wir schwören, daß es sogar Delphine in diesen zarten Fluten gibt. Aber sehen wir das wirklich? Zunächst liegen alle platt, reglos auf der Erde, betäubt von tiefer, unbezahl er Gedankenlosigkeit. Man atmet alle Welträtsel, alle Börsrngrhrimnisse, Politik und Wohnungsnot zum Halse heraus. Und schluckt Sonne, Staub, Hitze und Feuchtigkeit, bis der gerechte Ausgleich das Vesperbrot noch reizvoller macht als die Ratur ringsum. Kinderreichtums in den mittel- und westeuropäischen Ländern seit einem Menschenalter derartig tiefgreifende Wirkungen ausgelöst hat, daß heute Familien mit mehr als hrei Kindern sowohl auf dem Lande wie in der Stadt zu den Seltenheiten gehören, so dah die sich hier anbahnende Entwicklung innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem Rückgang der Dolkszahl führen muß, da die Erhöhung des durchschnittlichen Sterbealters natürlich nur bis zu einem gewissen Grade fortschreiten kann. Die Befürworter einer bewußten Geburtenbeschränkung in Europa verweisen auf die an» gebfidj viel günstigere Lage der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten von Amerika und glauben der europäischen Bevölkerung eine erhebliche Verbesserung ihrer sozialen unö ökonomischen Verhältnisse Voraussagen zu können, trenn fie dem Bei spiel Amerikas folgt. In der Tat haben die Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten nicht nur eine Beschränkung der Einwanderung, sondern in noch oid größerem Umfange auch eine Verminderung der Geburtenzahl getrieben. Es ist keine Frage, daß die Armut an Menschen in den Vereinigten Staaten die wesentlichste Triebfeder für den schnellen und unaufhaltsamen Fortschritt der Technisierung und Rationalisierung, aller Lebensgebiete gewesen ist: der Mangel an menschlicher Arbeitskraft hat zur Benutzung der Maschinen gezwungen. Der natürliche Reichtum des Landes gestattet drüben eine verschwenderische Inanspruchnahme der Raturschähe, die Weite des Raumes, die schnelle Lösung des Einwanderers aus der Gebundenheit ungelernter Lohnarbeit. Trotzdem aber ist der Tiefstand der den gegenwärtig bestehenden Verhältnissen ab- finden müssen Der Gang der wirtschaftlichen Entwicklung und die technischen Erfordernisse drängen immer stärker daraus hin, die Frage der Erbauung des neuen Gaswerkes nun baldmöglichst der Lösung zuzuführen Bedauerlicherweise ist man trotz monatelanger Beratungen bisher noch zu keinem Uebcreinlommen in der Plahfrage gelangt. Wir wollen die verschiedenen Vorschläge, die in diesem Zusammenhänge aufgetaucht sind, hier keiner Erörterung unterziehen, da diese Dinge zu heikel sind, um in der Öffentlichkeit besprochen werden zu können Aber wir möchten doch sagen, daß mts nachgerade die Zeit gekommen zu sein scheint, in der man nach den langwierigen Beratungen endlich einen Entschluß fassen sollte. Bei der Prüftmg dieses großen Projektes sind allerdings auch die FeriwersorgungsPläne der Kohlen Industrie des Ruhrgebietes mit inS Auge zu fassen Obwohl in dieser Hinsicht bis heute noch alles in der Schwebe ist, glauben wir nach dem jetzigen Stand der Dinge nicht fehl zu gehen in der Meinung, daß man diese Pläne als Abschreckungsmittel gegenüber dem Gießener Gas- werkprojelt nicht gelten lassen kann Nachdem Frankfurt a. M. durch seinen bekannten Gruben- kauf und durch den Bau einer neuen großen Kokerei deutlich genug bekundet hat, daß es nicht gewillt ist, mit den Ruhrprojekten gemeinsam die Fahrt in die Zukunft anzutreten, und nachdem auch im hessischen Rheingebiet usw. die Stimmung gegenüber den Plänen der Kohlenindustrie außerordentlich flau geworden ist, dürfte die Situation auch für uns soweit klar geworden sein, daß wir in den nächsten Jahren auf eine Aenderung unserer Gasversorgungsverhältnisse durch das Erscheinen der Fernversorgung aus dem Ruhrgebiet Wohl nicht zu rechnen brauchen Auf einen unsicheren Zukunftswechsel hin sckllte man aber die Entscheidung in der Gaswerk frage nicht noch weiter zurückstellen Wenn später einmal wider Erwarten das Ruhrprojekt auch für unsere Gegend Geltung bekommen soltte, so wird sich für die neuen Gießener Gaswerkeinrichtungen sicherlich eine Verwendung finben, die zur weiteren Rutzbarmachung der hiesigen Anlagen führen wird. Gießener GasWerkfragen In Rr. 212 vom 10. September haben wir einem Bericht aus Wieseck Raum gegeben, in dem interessante Mitteilungen über eine bemerkenswerte Expansion des Gießener Gaswerkes gemacht wurden Danach hat sich unser Gaswerk durch einen auf 25 Jahre laufenden Vertrag zur Gaslieferung an Wieseck verpflichtet. Gleichzeitig hat sich Gießen in diesem Vertrage das Recht gesichert, „das Gas nach auswärts durch die Gemarkung Wieseck weiterzuleiten" Diesen Gaslieserungsvertrag in Verbindung mit der eben erwähnten Rechtssicherung über die Gasweiterleitung durch die Gemarkung Wreseck hindurch kann man als den ersten und verheißungsvollen Schritt zu einer Gasfernver- soraung vom Gießener Gaswerk aus ansehen Man darf diesen Vertrag mit der weitgesteckten Zielsetzung begrüßen, und das umso mehr, als man jetzt schon mancherlei verlauten hört über weitere DaSvers orgungspläne, die auch noch andere Gemeinden einbeziehen Ra- türlich ist es gegenwärtig inopportun, auf diese Angelegenheit näher einzugehrn, aber soviel kann wohl schon heute gesagt werden, daß die glückliche Durchführung der jetzigen Erwägungen von großem Vorteil für alle Beteiligten wäre. Die räumliche Ausdehnung einer Fernversorgung mit GaS würde in unserer Gegend natürlich nicht so groß fein wie etwa die Ueberland-Gasver- sorgung im Ruhrgebiet rm unmittelbaren Anschluß an die Zechen, immerhin aber würde sich das Ausmaß des Versorgungsnetzes doch erheblich über den unmittelbaren Wrrtschaftsbereich Gießens hinaus erstrecken Mancher Gießener Mitbürger wird den Bericht übet den Vertragsabschluß mit Wieseck mit etwas gemischten Gefühlen auf genommen haben. Er hat dabei wohl an die Gasiröte gedacht, die in manchen Häusern Gießens leider zu verzeichnen sind, und er wird vielleicht von diesem Ge- sichtspunkt aus sich die Meinung gebildet haben, daß es doch notwendig sei, zunächst den Gießener Gasbeschwerden gründlich abzuhelfen und dann erst hcnauSzugehen in die Umgegend, um auch dort Gas avzugeben. Derartige Erwägungen sind aber bei näherer Prüfung der Dinge unbegründet Es soll nicht verkannt werden, daß in manchen Haushaltungen mit Recht über die geringe Stärke der Gasflammen geklagt wird. Aber die Der- hältnisse liegen doch so, dah diese Erscheinungen nicht etwa auf mangelnde Leistungsfähigkeit unseres Gaswerkes zurückzusühren sind, sondern dah die Ursache des Mangels in den in Betracht kommenden Häusern selbst zu suchen ist. Die meisten unserer Gießener Häuser sind nämlich bei ihrer Erbauung mit einer Gasinstallation versehen worden, bei der von vornherein keine Rücksicht auf künftige Entwicklungsmöglichkeiten genommen worden war, damals vielleicht auch nicht genommen werden konnte. Man installierte seinerzeit nur für die Versorgung mit Licht, für die Rohre mit geringer lichter Weite ausreichten, die man meist auch für die Zuleitung von der Straße her benutzte. Seitdem hat die Gasverwendung aber allerlei Entwicklungsstufen durchschritten. Zu dem Licht kam der Gaskocher, dann der Gasbadeofen, weiter der Gasbackofen, die Zimmerheizung mit GaS, neuerdings der Gas- Kühlschrank, alles Dinge, die das Dasein angenehm zu machen geeignet sind bei deren Anschaffung aber nur eins übersehen wurde, nämlich die Weite des Zuleitungsrohres. Dieselbe Rohrweite, die beim Einbau in daS Haus nur auf den Lichtbedarf berechnet war, sollte nun auch dem erheblich erweiterten Gaskonsum die entsprechende Zufuhr gestatten. Daß dies nicht möglich ist, daß da Mängel auftreten müssen, weil eben fein Ding über seine Bestimmung hinaus zu leisten vermag, das liegt klar auf der Hand. In den neueren Häusern, die in ihrer Gasrohrinstallation auf die heutige umfangreiche Ver- wendung des Gases eingestellt sind, werden Be- anftanbungen über mangelnde Stärke der Gas- ftaurmen nicht Vorkommen, ebensowenig auch in älteren Häusern, in denen eine dem erweiterten Gaskonsum angepaßte Umänderung der Zuleitungsrohre vorgenommen wurde. Anderseits ist aber auch em gewisses Störungsmoment im Gas- rohmetz nicht unbeachtet zu lassen. Es ist dies das Naphthalin, ein Ausscheidungsprodukt des Gases, Diele allerdings müssen sich damit begnügen, Halme zu kauen oder an Kienäpfeln zu knabbern. Beginnt das Tier in rrns so schnäl lebendig zu werden, das ewig schlummern muß, weil es Schreibmaschinen und Rechenschieber für unverdaulich erkannte? Oder ist es ein symbolischer Akt inniger Verschmelzung, Vermählung mit der Statur, um sie ganz innen, bitter, roh und unverfälscht zu schmecken, ästhetische Rohköstler, die nur an Samstagen ihren Gelüsten fronen können. Wir sind ein ganzes Volk von Wilden mit unsichtbaren Stehkragen und liegen im Sande unb pfeifen auf das Bambusrohr des Chefs. Wir sind alle nackt bis auf den Lendenschurz, den viele wie einen Smoking tragen. Das ist schon so wie Abenteuer. Kleidung bedeutet ja Bureau, Wochendienst, Etikette. Wie komisch wirkt so ein nackter Wochenendler, der sich verbeugt. Man sieht die Mechanik der Höflichkeit vom Skelett produziert und ist abgestoßen von» der Häßlichkeit solcher Onanieren, die lediglich ein Zivilist besitzen^ kann. Wir aber sind die hellenische Garde! Andächtig versinken wir in unsere schweigende Leere, die Spannung und Verlegenheit zugleich ist. Was sollen wir jetzt beginnen, ohne Taschen, ohne Tische, ohne Telephon und Kino? Dielen von uns wird die Ratur unerträglich. Sie beginnen umherzutraben wie Pferde oder klettern auf die Bäume. Wie sie die Zähne fletschen und mit den langen Armen von Ast zu Ast greifen, unartikulierte Laute aus stoßend. Und ehe das Auge die schier unermeßliche Ferne ganz austransi trübt sich der Himmel orangen, grün, und preußischblaue Rächt kriecht mit gerunzelten Brauen über die Wipfel, die plötzlich Bajonetten gleichen. Die Hügel beginnen zu zittern unter den Füßen der Sportler, die jetzt trainieren müssen, den Expandor reißen, springen und radschlagen. „Wir müssen noch die Uebung fünfzehn durchnehmen, mein Schah," sagt eine Frau mit ernster Stimme zu einem Mann. Hurtig legt er sich auf den Rücken und beginnt die Füße langsam zu heben, bis sie hinter dem Kopf den Boden berühren. Kritischen Blicks verfolgt sie das Tempo und hart erschallen chre Kommandos durch den von Menschen gelichteten Wald. Die Ratur macht Feierabend. amerikanischen Geburtenziffer etn Gegenstand ernstester Sorge für alle Denkenden drüben: man konstatiert insbesondere das schnelle Aus sterben der wertvollen Elemente, die ursprünglich den Hauptkern der europäischen Einwanderer bildeten, vor allem also des englischen und deutschen Elements. Auf der andern Seite beobachtet man mit Beunruhigung das relative Anwachsen der Regerbevölkerung und das Hin- einströmen wachsender Ziffern von Einwanderern aus den europäischen Ostgebieten, die der ursprünglichen Kultur des Landes fremd sind und deren Aussaugung durch das alttingettxmberte Element den größten Schwierigkeiten begegnet. Amerika bietet naturgemäß der lebenden ©ene- ratton eben wegen seines Reichtums an Raturschätzen und seines durch die Rot erzeugten technischen Fortschritte eine wett günstigere Lebens- mögllchkeit als Europa, aber seiner Ausgabe, die ungeheuren Räume zwischen den beiden Ozeanen wirllich zu einem Lande des weihen Mannes zu machen, rückt es nicht näher, so lange es diesen Lebens - raum nicht auch mit lebenden Menschen zu erfüllen vermag und eine wachsende Bevölkerung für die nächsten Generationen sicherstellt. Den schweren Zukunftssorgen der amerikanischen Sachkenner muß man daher in vollem Umfange beipflichten, man kann es insofern nur als eine sehr egoistische Kurzsichtigkeit der am'ii- lanischen Gegenwart bezeichnen, wenn die gün- ftige Gelegenheit, aus dem durch den Weltkrieg wirtschaftlich erschöpften Europa eine große Zahl wertvoller Auswanderer herüberzuholen, versäumt wird, während man nach Jahrzehnten sich vielleicht entschließen muß, wahllos den Bodensatz der europäischen Devöllerung aufzunehmen. So schwerwiegende Fragen wie diejenige einer willkürlichen Geburtenbeschränkung dürfen und formen nicht nach dem scheinbaren Bedürfnis eines einzelnen Landes oder eines kurzen Zeitabschnittes beurteilt werden, sondern sie müssen durchaus unter dem Gesichtswinkel der säkularen allgemeinen Entwicklung der Menschheit treten. Die industriellen Länder Europas leiden zwar heute unter mangelnder Auswirkungsmöglichkeit ihrer hoch gesteigerten Arbeitskraft, das ist aber nicht gleichbedeutend mit Uebervölkcrung, sondern nur der Ausdruck der gewaltigen wirtschaftlichen Kraftver- fchiebungen, die sich während des Weltkrieges und in seinem Gefolge entwickelt haben, und deren Ausgleich in dem Augenblick sich ziemlich schnell vollziehen wird, wo das Wirtschaftsleben unb die Initiative der europäischen Völker sich genügend gekräftigt haben, um die der weißen Rasse im Blute liegende Expan- s i v n s k r a f t neuerdings entfalten zu können. Unter dem Gesichtswinkel des Jahres 1815 wäre daS sich in den Leitungen absetzt und diese von Zeit zu Zeit so verdichtet, daß in den engen Rohren der Hauszuleitungen mehr oder minder starke Verstopfungen entstehen können. Um diesem liebelstand in wirksamer Weise zu begegnen, hat das Gaswerk vor einiger Zeit einen Naphthalinwascher in Betrieb genommen, durch den das Gas vor seinem Austritt aus dem Werk in den Konsmn- bereich zwecks Entfernung des Naphthalins „gewaschen' wird. Die Auswirkung dieses Apparates auf das jetzt in den Leitungen steckende, in der vorhergehenden _ Zeit abgesetzte Naphthalin wird sich jetzt allmählich geltend machen. Im übrigen ist auch noch die Tatsache im Auge zu behalten, daß unsere Stadt innerhalb ihres Bereichs einen Höhenunterschied von etwa 40 Metern aufweist, wodurch zwischen den hochgelegenen Straßen und den tiefersiegenden Stadttellen immer eine aewisse Druckschwankung bestehen bleiben wird, Die man namentlich in der Hauptkonsumzeit, beim mittäglichen Kochen, wird bemerken formen. Hierbei ist daran zu erinnern, daß eben auch unser zum Teil schon im Jahre 1856 verlegtes Gasrohrnetz nicht mehr ganz den stark in die Höhe geschnellten Anforderungen in den Stunden des Haupttonsumes Genüge leisten kann. Wir haben eben nicht nur in vielen Gebäuden zu enge HauSleitungsrohre, sondern auch ein zum Teil nicht mehr ganz auf der heutigen Konsumhöhe stehendes Sttahenzuleitungsnetz. In dieser Hinsicht hätten die zuständigen Stellen schon längst Abhilfe geschaffen, wenn nicht die dringende Rotwendigkett bestände, den GaSwerks- betrieb aus der Stadtmitte hinaus zu verlegen und bei dieser Gelegenheit gleich ein neues Gaswerk zu erbauen, daS auch den Anforderungen vieler kommender Jahre Entsprechen kann. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus ist es natürlich nicht möglich, heute neue und größere Rohre zu verlegen, wenn man noch nicht mit Bestimmtheit weih, an welcher Stelle des Stadtgebiets das neue Gasweick errichtet wird. Würä man anders verfahren, so liefe man Gefahr, in Kürze unter Umständen teure Rohre eingebaut zu haben, die nach der Inbetriebnahme des neuen Werks ganz oder zum großen Teil am unpassenden Platze sich befänden Bei dieser Sachlage wird man sich also noch eine geraume Zett mit en 27 85910 SÄ 1 Rätsel-Ecke an i i. r. e. 5 6. 7. TT 20 N 8. Station ?5 S. JO. ir 12. 13 14. bet i mer her so lie und was! als im fern 15 geht 1 ge I zen man früh im spät ort der die 16. nim mehr nit benbe wenn gen 17. nicht stcrn genb» auö mor a 18 blicft ein im rot den der beS es gen flc 19. $ lie ! nicht rückt such tob au 20. fort I such i aus dir 21. 22. 23. Sie halte ich nicht gemeint. (Lust. Bl.) 24. 25 26. 28. 29 2 WI Tie Gik 30. 31. 1 3 lTmiJ ZEl 9 3. 4. Don links nach rechts: Einhufer; 4. unsäglicher Schmerz; 6. türfl- Personenname b. iveibiicher Personenname. Orb/ 9h. I 1. 1. scher Bedeutsam nenn’ ich den Beruf, Wozu das Schicksal mich erschuf, Auch du hältst ihn in Ehren; Mich kann die fortgeschrittne Welt, Der Wissens- und der Geistesheld, Der Kaufmann nicht entbehren. Mich führt sehr oft der Uebermut, Bald dien' ich schlecht, bald dien' ich gut; Mir war sogar besch.eden Ein wichl'ger Anteil, was mit Gram Mich noch erfüllt und bitt'rer Scham, An dem Versailler Frieden. Bilderrätsel. Magische« Quadrat. tube = rose kurs buch fach - mann maul ■ affe. Bilderrätsel. An der Rede erkennt man den Mann. Rätsel Von nied'rer Abkunft bin ich zwar. Ein Vogel meine Mutter war. Doch habe ich schon lange Aon der Verwandtschaft mich befreit, Ich trage jetzt ein stählern Kleid, Wie Panzer oder ^'jange. Auflösungen Silbenrätsel. 1. Walfisch; 2. Ekuador, 3. Hüftweh; 4. Ebene; 5. Delhi, 6. Edikt; 7. Michigan; 8. Droni; 9. Drbec; 10. Logogriph; 11. Komment; 12. Erich, 13. Drohne; 14. Eraudi, 15. Mörtel; 16. Delagoa- bai; 17. Iburg; 18. Eftomihi; 19. Weihenfels; 20. Albert. Wehe dem Volke, dem die Wahrheit nicht heilig ist. Skatkarte. Asien — Königtum — Oberlin — Unterwelt — Zehnte — Neunauge — Achterdeck — Siebenlehn — Eichelkaffee — Gründer — Rottweil — Schellenbaum. Kreuzworträtsel. 1 g3lr. 140 " 70 * 80 " 80 " 230 " H00 IUM fort im mer I e- 10. ui.fertiges Gebäude; 11. Körperteil; 14. japanische Münze; 15. Bad in Hessen-Nassau; 16. rumä- nische Münze; 17. wie 6.; 18. Nebenfluh der Donau, 19. nordfriesische Insel; 21. Spitze eines Truppen- körpers; 22. blasierter Mensch; 24. Erdstrich; 25. Mündungsarm der Weichsel; 26. schwungvolles Gedicht; 27. europäische Hauptstadt. 2. Don oben nach unten: 2. Europäisches Land, 3. Erquickung; 4. Papst name; 5. europäischer Staat; 7. Paarzeher; 8. Nebenfluß der Donau, 9. Insel im Aegä.schen Meere; 12. Zinseinkommen; 13. Sprengladung; 20. Hirn melskürper; 21. rennsportlicher Ausdruck; 23. kurzer Windstoß; 24. Herrschertitel. Rösselsyrunsi EB0K1Q InöQEJffi EaQBiBBH|rjaa BnglQanlBiig paar schwar-e Hugstiefel, der Hirt ist braun unb trägt innen die Buchstaben B. S. Wer dec Tote ist, konnte bis zur Stunde noch nicht festgestellt werden. Ob Selbstmord oder ein Unglücksfall vorliegt, muß erst durch die Untersuchung fest- gestellt werden. WSR. Assenheim, 23. Sept. Mittwoch, mittag ereignete sich beim Rangieren des Güterzuges Rr. 8838, der um 13,10 Uhr hier einläuft, ein Unfall. Die beiden Teile deS Zuges fuhren aufeinander, wobei ein Wagen, der eine Ladung Pflastersteine enthielt, vollständig zertrümmert wurde. Gin zweiter Wagen, der mit Brikett« beladen war, sch>b sich über den zertrümmerten und stand säst senkrecht in die Höhe. Die Ursache des Unglücks soll eine falsche Weichenftelllmg gewesen sein. Dec M.ite- rialschaden ist beträchtlich. Mvciö Büdingen. * Geiß-Ridda, 23. Sept. Bahnhofs- meister Spangenbery am hiesigen Bahnhof tritt am 1. Oktober in den Ruhestand, nachdem er 34 Jahre im Dienste der Gisenbahn- verwaltung gestanden hat. Den größten Teil seiner Dienstzeit verbrachte er als Eisenbahn- assistent in Ober-Schmitten. Dor sechs Jahren siedelte er nach hier über. Ob seines gefälligen! Wesens ist Herr Spangenberg bei der Bwölke- rung sehr beliebt. Gr beabsichtigt, seinen Wohn- sitz von hier zu verlegen. - Die benachbarte Häuserhof, die infolge der SparsamkcitSmaßnaHmen der Rnchsbahn^ertoal- Die Narrenkappe. Splitter trab Sparren vom Rrdakttonstisch. Literarische Neuigkeit. Ein italienischer Verlag wird demnächst einen Roman herausaeben, dessen verschiedene Kapitel von verschiedenen Autoren erfunden sind und dessen Ti- tetfcite di« Namen von nicht weniger al» zehn Verfassern nennen wird. — Die Neuheit besteht ledig- lich darin, daß der eine die Nennung der neun anderen zulaßt (Jugend.) Falsche Verbindung. Zwei junge Leute gehen auf der Strandpromenade hinter einer entzückenden Dame. Die entzückende Dame verliert ihr Taschentuch. Der eine der jungen Leute hebt es auf und bringt es der Verliererin. ^Obwohl er gesehen hat. wie das Taschentuch zur Erde fiel, stellt er die geistreiche Frage: „Verzeihen Sie, Gnädigste, gehört das Ihnen?" „3a," erwidert die entzückende Dame, aber u lu|c ob te Qufen,, Brtenb ' Für tung vor drei Jahren ausgehoben wurde, wird mit dem 1. Oktober L 3. wieder besetzt. Vorläufig wurde Eisenbahnassistent L a m b von Ober-WidderSheim mit der Di en st Versetzung betraut. — In den letzten Tagen mit gutem Vöetler wurde das Feld vom letzten Grummet ge- räumt. Man ist gegenwärtig an der Kartoffelernte, die hier sehr gut auSfällt. Faule Knollen kommen nur vereinzelt vor. Auch die Obsternte hat begonnen. Sowohl Apse'- als auch Birnbäume hängen sehr voll. Die Preise waren In den letzten Tagen im Rachgeben be- griifen. Für Pflückäpsel wurden nur noch 5 ORT. bezahlt, während Tafelbirnen ntv noch 3 Mk. kosteten. Zwetschen wer en zu 6 MI. pro Zentner verladen. Fauerbach, 23. Sept. Im Rahmen der Feldbereinigung, die hier im Gange ist, sollen im Anschluß an die Grummeternte die unter- halb des Dorfes gelegenen Wiesen entwässert werden. Das neu zu schaffende Graben netz soll außerdem mit der bereits von der Gemeinde durch- geführten Kanalisation die Gefahr beseitigen, daß bei schweren Gewitterregen die tiefergeleaenen Orts- und Geinarkungsteile überschwemmt werden. Mrciö SchoUcn. ■+■ Rainrod, 23. -Sept. Seitdem die von der bie-figen Ouellsassung gespeisl.n Gemeinden Ulfa, D b e r - S d> ni i 11 c n und Di a i n r or den zaalreichrn Besuchern Der Mongolei immer wieder berichtet wird, daß dort schon heute Die zähe Arbeit deS chinesischen Kolonisten Jahr für Jahr eine grüne Zone von mehreren Kilometern Breite weiter in die Wüste hineinschiebt. Was hier mit Den primitivsten Methoden und unter Den gri'ä.m Schwierigkeiten erreicht wird, wird mit Den QIHttcln mo! ernster Technik zu einer gegebenen Zeit ir.t- endlich viel leichter fein. Warum also das Gespenst einer älebervblke- nmg der Erde an Die Wand malen und damit dem einzelnen einen wissenschaftlichen und moralischen Hintergrund für ein Verhalten geben, welche- leitet in Den meisten Fällen mehr dem nackten Egoismus und der Scheu vor Der ' Verantwortung für Die neue Generation s,ct- fbringt? Gewiß entspricht eS nicht Dein Interesse des Volkes und Der Rasse, daß in Den Familien eine übergroße Zähl von Kindern zur Welt kommt, Die nuö Mm kleineren Teil grohgezogen, werten kann wohl aber ist an Der Tatsache nicht zu rütteln, daß bei einer durchschnittlichen Kinde rza hl Der Familien von Drei, die gesund her- anwachsen. bereits Die Mindest zahl liegt, unter welche die DolkSvermeli.ung nicht herab- sinken Darf, wenn nicht die Zu u.ift Der ©egen- wart geopfert werten soll. Die meisten l>?ute lebcnTen Rutschen verdanken ihr? Eristenz jedenfalls ter Tatsache, daß sich nach ten großen Katastrophen des BOjährlpen Krieges und des napo- levnisdren Zeitalters ihre Vorfahren nicht ebenso besorgt um die Annehmlichkeit ihres eigenen Daseins zeigten, wie es leider im heutigen Deutschland so vielfach geschieht. Es ist Psllcht aller Weitsichtigen, gegen so gefährliche Gcdankengänge. wie sie der neue Malthusianismus entwickelt, mit aller Kraft Front ati machen, freilich auch die f)anb dazu zu bieten, daß Staat, Gemeinde und Umwelt den kinderreichen Familien und überhaupt jeder Mutter und jedem Kind die Hilfe und Förderung bieten, deren ihr besonderes Verdienst um. die Zukunft des Volkes wert ist. Silbenrätsel. a — ba — ba — cha — dap — bi — do — dou — e — en — gie — he — i — kla — le — lent — Io — nan — nek — pol — rach — ring — sang — (ar — se — (en — fto — ta — te — ve. Aus vorstehenden 30 Silben sind elf Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Berg in Titel, 2. Heine witzige Geschichte, 3. russische Festung; 4. Stadt in Italien; 5. Gedichtform; 6. Stadt im Nheinland; 7. geographische Bezeichnung; 8. Nord- polforscher; 9. Nechtslehrer; 10. französischer Dramendichter; 11. altgriechische Geidmünze. — Richtig geordnet, ergeben die Wörter in ihren Anfangs- und Endbuchstaben, von vorn nad) hinten gelesen, ein Sprichwort. Kreuzworträtsel. 8_ Vf_ 17 als oud) auf leichten Bodenarten. Dagegen trifft man bei den hellschaligen Kartoffeln oftmals masfenhaft faule an. Krcis Lauterbach. 4 Hörgenau, 23. Sept. In der Nähe unseres Dorfes ist vor Vierteljahresfrist ein B a ( a 11 ft c l n- b r u d) in Betrieb genommen worden, der seither sehr gute Pslastersteine lieferte. Für eine große Anzahl Arbeiter war gute Verdienstmöglichkeit. Es Halle den Anschein, als ob der Bruch auf lange Hcit rentabel sein würde. Nun stellt sich aber, wie das im Vogelsberg — abgesehen von einigen besonders günstigen Plätzen — die Regel zu sein scheint, heraus, daß der Betrieb zum mindesten stark eingeschränkt werden muß. Eine große Zahl 6lelnrld)tcr aus der Kasseler Gegend, die hier sehr gut bezahlt mürben, ist wieder nad) Hause zu- rückgekehrt. Und wenn, wie es den Anscstein bat, die rote Ader, auf die man gestoßen ist, nicht sehr bald abgetragen ist, wird der Steinbruck) in Bälde genau so still wieder da liegen wie früher. Rheinhessen. WSA. Worms, 23. Sept. In Der vergangenen Rächt tourten aus Den Weinbergen bei ter Liebfrauenkicch? zwei Zentner Weintrauben gestohlen. Die einen Wert von 80 Mk. Darstellten Rach Den gemachten Feststellungen hantelt es (ich um zwei Diebe, Die eine besondere Vorliebe für Ltebfraumilchtrauben besaßen. Starkenburg. * DarmstaDt, 23. Sept. Dec sozialDeino- kratische LanDiagsabgeorDnele Bürgenneister Ritzel von Michelstaot wurde mit 12 Stimmen Der Linlsparkeien gegen 9 Stimm Enthaltungen ter Rechten zum Bürgermeister von E b e v ft a D t bei Darmstadt gewählt. — Gestern rannte ein Motorradfahrer auS Frankfurt mit einer Dame auf Dem Soziussitz Der Maschine in Der Rühe von Acheilgen gegen eine st e i- n e r n e Brücke. Dem Fahrer tourte ter Fuß abgerissen, auch erlitt er schwere innere Verletzungen. Der Dame tourte Das linke Bein am Schienbein abgerissen. Beite Verletzte wurden in das Darm- stad er städtische Kranlenhaus eingeliefert. WS^k. D a v m ft a D t, 23. Sept. Gestern abend ist ein Mitglied Der akademischen Fliegergruppe Darmstadt, H a n S Völker, auf Dem Flugplatz BabenHausen tödl ich verunglückt. Dcler war mit Heineren R- pa- M D IN 19 22 11 M T[z 12 15 71 23 126 £ G A R r". L 'E1 R E Deutsche Aepfel. Etwa 8574D 80 Ztr. Schöner von Boskoop 90 „ Roter Bellefleur 140 „ Baumanns Reinette 70 „ Königlicher Kurzstiel 80 „ Trierfcher Weinapfel 80 „ Rheinischer Bahnapfel und 230 „ sonstige Tafel- und Wirtfchafts- äpfcl darunter insbesondere Ripston-Pepping, Graue und Kasseler Reinette, Holländischer Rambour und Lokalsorten zusammen etwa 770 Hlr. Tafel- und Wirtschaftsäpfcl sind ab Bahnhof Orkenberg (Bahnlinie Frankfurt a. M.—Lauterbach—Fulda und Verbindung Stockheim—Gictzei^ z» verlaufen. Goldparmäne hiesigen Wachstums können durch die Obstverwertungsstelle Büdingen mitbezogen werden. Angebote an unterzeichnete Stelle erbeten. Ortenberg (Oberh.), 20. September 1927. Fürstlich Stolbergsches Rentamt. Obstverfteigeruttg. Nächsten Donnerstag, den 29. d. 2H., vor- mittags von 10 Uhr an, wird das Obst der Gemeinde Kinzenbach öffentlich meistbietend versteigert. Es kommt prima Tafel- und Wirtschaftsobst, insbesondere Honigbirnen, zum Verkauf. 8538k) Anfang am Ausgang des Dorfes nach dem Wald. Krofdorf, den 22. September 1927. Der Bürgermeister. Obstversteigerung an den Provinzialstrahen der Provinz Oberhessen Orb.- Nr. Provinzialstraße Zeit der Versteigerung Zusammenkunft 1. Klein. Linden—Dutenhofen 26. Sept. 8 Uhr bei Klein-Linden 2. Klein-Linden—Lützellinden Kirchberg—Sichertshausen 26. „ 26. „ 7,30 „ anschließend bei Kirchberg 3. Kirchberg—Ruttershausen Ruttershausen— Odenhausen—Ttaufenberg Staufenberg—Daubringen Lich—Langsdorf 26. „ 26. „ 26. „ 26. „ 8 anschließend anschließend anschließend bei Lich 4. Röthges Kreuz-Wetterfeld— Laubach 26. „ 8 bei Röthges 6. Bcn nhof Wetterfeld—Lauter Gießen—Gleiberg und Rod- heim 26. „ 27. „ 7,30 „ anschließend an der Hardt Heuchelheim—Mendorf Gießen—Steinbach ab Wald 27. „ 15 „ bei Heuchelheim 6. 27. „ 8 Waldausgang Garbenteich—Watzenborn— Schifsenberq 27. „ 14 bei Garbenteich 7. Gießen—Rödgen 27. „ 8 am Flughafen Gießen—Annerod—Grün- berg 27. „ 9 n anschließend Gießen—Reiskirchen— (Oppenrod) 27. w 14 „ an der Ganseburg 8 Treis—Mainzlar 27. „ 7,15 „ bei Tre.s Daubringen—Alten-Buserf— Wieseck 27. „ 8,30 „ bei Daubringen 9. Wieseck—Trohe—Rödgen Lich—Eolnhausen 27. „ 27. „ 7 „ anschließeird bei Lich Litt)—Steinbach (Wald) Lich—Albach—Burk Hardts sel- den Albach—Steinbach Steinbach—Lich (Wald) 27. „ 27. „ 27. „ 27. „ 15 anschließend anschließend anschließend) bei Steinbach 10. Klein-Linoen—Großen-Lin- den—Lützellinden 28. „ 8 bei Klein-Linden 11. Gießen—Steinberg—Leih- gestern Grüningen—Lang-Göns 28. „ 28. „ 12 „ nächst Steinberg bei Grüningen 12. Gießen—Reiskirchen (von Kilometer 9 an) 28. „ 8,30 „ Abf. nach Oppenrod 13 Reiskirchen—Bersrod und Hattenrod Langsdorf—Nieder-Besiingen (Wald) 28. „ 28. „ 7 anschließend bei Langsdorf 14 Langsdorf—Hungen Ettingshausen—Querfborn 28. „ 28. „ 8 anschließend bei Ettingshausen Steinmühle—Grünberg Grünberg—Lindenstruth (Kilometer 18) Göbelnrod—Beltershain Göbelnrod—Grünberg Grünberg—Beltershain 28. „ 28. „ 28. „ 28. ,, 28. „ 13 anschließend anschließend anschließend anschließend Bahnhof Grünberg 15 Gr.-Linden—Lang-Göns— Hochelheim 29. ,, 8 ,, bei Großen-Linden 16. Lang-Göns—Kirch-Göns— Butzbach Beuern—BerSrod 29. 29* " 8,30 „ ^anschließend am Wald Beuern—Allertshausen 29. „ 9,30 „ bei Beuern 17. Beuern—Climbach—Allen- darf Lumda—Weitershain—Rüd dingshausen 29. „ 29. „ 9,15 B anschließend bei Lumda Rüddingshausen—Terfen- bach (K'rsgr.) 29. „ 14 bei Rüddingshausen 18 Dors-Gill—Hos-Gill—Eber- stadt 29. „ 7 bei der Seemühle Eberstadt—Ober-Hörgern (Abf. Münzenberg) 29. „ 12 bei Eberstadt 19. Hungen—Inheiden—Utphe— Berstadt 29. „ 7 „ bei Hungen 20. Grünberg—Lehnheim—Atzenhain—Bernsjeld 29. „ 8 Schießst. b. Grünberg 21 Atzenhain—^lieber* Ohmen und Merlau Gießen—Wißmar 29. „ 30. „ 8 anschließend Stadtgrenze Gießen—Lollar—Daubringen—Gießen 30. „ 10 Karlsruhe 22 Aliendorf—Londorf—Nordeö 30. „ 7,30 „ An der Weidmühle 23. Londorf—Kesselbach—Geils Hausen (Wald, Glarbenteid)—Lich 30. w 30. „ 7 „ anschließend bei Garbenteich Lich—^Rieder-Bessingen 30. „ 11 „ bei Lich 24. Nieder-Bessingen—Langsdorf—(Wald)—Nonnenrotl 30. „ 7 bei Nieder-Vessingen 25 Nonnenrotl!—Billingen Röthges—Ronnenroth— Hungen (ab Kilometer 9) Grünberg—Weickartshain 30. „ 30. „ 30. „ 8 anschließend anschließend bei Grünberg Grünberg—Stangenrod— Kreuz 30. „ 12 Abf. n. Stangenrod 26. Gießen—Leihgestern—Lang- Göns 1. Olt. 8 am Magazin 27. Reiskirchen—Lindenstruth 1. „ 8 bei Reiskirchen 28. Lindenstruth—-Grünberg (Wald- Saasen—Bollenbach Nied.-Besiingen—Münster— Kreuz 1. „ 1. „ 1. „ 7 „ anschließend anschließend bei Nied.-Bessingrn 29 Münzenberg—Ober-Hörgern —Butzbach 1. „ 7 Bahnhof Münzenberg bei Beltershain 30. Beltershain—Geilshausen 3. „ 8,30 „ 31. Muscheiiheim—Trais-Mün- zenberg 3. „ 7 „ Bahnhof Muschenh. Muschenheim—Bettenhausen Bettenhausen—Bellersheim —Bahnhof Sie Steigbeträge sind sogleich 3. „ 3. „ an Ort und Stelle zu c anschließend anschließend, ntrichten. Gießen, den 17. September 1927. 8499V Provinzia^direkLron Oberhessen / Tiefbau. Obstversteiyerung. Mtlwoch, den 28., und Donerstag. den 29. September d. 3.» von vormittags 9 Uhr ad, wird das Obst der Gemeinde Grohen-Buseck, bestehend aus großen Quantitäten Aepfeln und Birnen, bestes Tafel- und Wirtjchaftsobst sowie Nüsse, öffentlich meistbietend versteigert. Zusammenkunft am ersten Tage am Ortsausgang nach Rödgen: der Anfang am zweiten Tag wird am Schluß vom ersten Tag bekanntgegeben. 8556V Großen-Buseck, den 21. September 1927. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Gans. verkauf der hlndenburg- wohIfahrtsBriefmarmtt Bezüglich der in der Nähe des Markt Platzes vorhandenen Stallungen erteilt Herr hoflohntutscher Huhn Auskunft. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung des besten Pserdematerials verbunden, wofür über 2000 Wart zur Verfügung stehen. Der Landwirtschaftskammer- ausschuß für Oberhessen hat 300 Mark und der Hessische Landes-Pferdezuchtoerein 100 Mark für Die Prämiierungen bei den Gie- {jener Pferdemärkten gestiftet. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Rentner August Schwan in Gießen erhältlich. Die Prämienoerteilung erfolgt nach Beendigung der Prämiierung. Die Ziehung der Pserdemarktlotterie mit wertvollen lebenden Gewinnen sowie Ein- richtungs- und Gebrauchsgegenständen aller Art findet am 6. Ottoöer 1927 statt. Hauptgewinn ein Pferd mit Geschirr und Lauterbacher wagen. Gießen, den 20. September 1927. Die städtische Pferdemarkt-Deputation. K l i n g s p o r, Beigeordneter. Arbeitsausschreibung. Die Ausführung von Kanalifations- und Wasjerleltungsarbeiten in der Londorfer Straße in Grunverg einschließlich der Lieferungen soll im ossentuchen Wettbewerb vergeben werden. Pläne usw. liegen bei uns offen. Angebolsoordrucke sind zum Preise von 2,50 Mark bei uns erhältlich. Eröffnung der Angebote Samstag, den 8. Oktober 1927, vormittags 10 Uhr, in unserem Bureau, Frankfurter Straße 29. Gießen, den 21. September 1927. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Negierungsbaurot. Obftvcrsteigernng. Dienstag, den 27. September d. 3., von vormittags 10 Uhr anfongend, soll das der Gemeinde Bersrod gehörige Obst, be- stehend aus Tafel- und Wirtschaftsäpfeln und Birnen öffentlich meistbietend verfiel- gert werden. 8603V Zusammenkunft ist im Ort. Bersrod, den 24. September 1927. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker. Tdstverfteigernng. Donnerstag, den 29., und Freitag, den 30. d. 21L, und Samstag, den 1. Oktober, an allen Tagen vormittags um 9 Uhr beginnend, versteigert die Gemeinde Münzenberg etwa 150 Zentner paslorenbicnen, '000 Zentner Tafel- und Wirlschaflsäpsel, darunter ein großes Quantum Goldparmänen, Champagner-Reinetten, Baumanns Reinetten, Kanada-Reinetten, Gold-Reinetten von Blenheim und andere haltbare Sorten. Anfang am 29. September am Gasthaus ,.Zur Burg", am 30. September an der Bahnhofstraße, am 1. Oktober an der Rockenberger Straße. 8587V Münzenberg, den 21. September 1927. Bürgermeisterei: W e tz. Obstvcrsteigernng. Montag, den 26. d. M., wird sämtliches Obst der Gemeinde Querfborn, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert. — Zusammenkunft um 9 Uhr am Bahnhof. 8584 D Querfborn, den 22. September 1927. Hessische Bürgermeisterei. Albert. [Jeder Kunde erhält beim Einkauf von M.10.- an ein Los der Gießener Pferdsmarkt-Lotterie (Ziehung 0. Oki.) । Damen-, Herren- u. Kinderschuhe nur gediegener bewährter Fabrikate zu billigsten Preisen Vornehme Gesellschaffsschuhe, Sport- und Tourenstiefel In großer Auswahl 8601a V 1 Mäusburg Nr. 12 Gießen Gegründet 1889 V. _—______— .Kartoffel- Lieferung. Die Lieferung von 1000 — eintausend — Zentner Speisekartoffeln — „Industrie" — |oU im Wege des unbeschränkten Wettbewerbs vergeben werden. Die Anlieferung hat im Oktober 1927 zu erfolgen. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf der Kanzlei zur Einsicht offen, sie können auch abschriftlich gegen Erstattung von 80 Pf. bezogen werden. 8406V Für das Angebot ist ein bcfondercs Formular vorgeschrieben, dos zum Stückpreis von 10 Pf. auf der Kanzle, erhältlich ist. Angebote mit der Aufschrift „Kartoffel- lieferung" sind verschlossen bis spätestens zum Eroffnungstermin 3. Oktober 1927, vormittags 11 Uhr hier einzureichen. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter 50 Zentner, erfolgen. Zufchlagsfrijt: eine Woche. Marienfchloß, den 2. September 1927. Die Direktion des Hessischen Landeszuchthauses. Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen Telegraphcnlinie in der Roonstrahe und im Großen Steinweg in Gießen liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab vier Wochen aus. Gießen, den 24. September 1927. Telegraphenbauamt. Obstversteigerung. Donnerstag, den 29., und Freitag, den 30. September d. 3., soll das Gemeindeobst — etwa 1000 bis 1200 Zentner Aepfel, 40 bis 50 Zentner Birnen und 30 bis 40 Zentner Zwetschen — an Ort und Stelle abteilungsweise meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft am ersten Tage vormittags 9 Uhr auf der Straße Hoch- weiset—Butzbach, am allen Kalk: am zwei- ten Tage vormittags 9 Uhr auf der Straße Nieder-Wcisel—Butzbach am Ortsausgang. Am ersten Tage kommt sämtliches Obst auf der Straße Hochweifel—Butzbach, alten Kalk und Waldstücker, am zweiten Tage der Rest um den Ort zur Versteigerung. Nieder-Weisel, den 22. September 1927. Hessische Bürgermeisterei Nieder-Weisel. Winter. 85860 Gdstversteigerung. Am Freitag, dem 30. September d. 3., vormittags 9 Uhr, wird das Obst meines Baumgartens an der Krcisftraße Gießen— Leihgestern (in der Nähe des Kreismagazins), bestehend in Tafel- und Wirtfchafts- apfeln sowie Birnen, versteigert. 8632V E. Schäfer Zwetschenversteigerung. Montag, den 26. September, mittags 1 Uhr, sollen die Zwetschen in der gräf lichen Gärtnerei Arnsburg versteigert werden. Anfang im Kloster. 8605V Gräfliche Gärtnereiverwaltung. Obftverfteigernng. Arn Mittwoch, dem 28. d. M., wird das der Stadt gehörende Obff baumweise gegen Barzahlung versteigert. Zusammenkunft auf der Hattenröder Straße, nahe dem Waldeingang, um 8 Uhr vormittags. Lich, den 24. September 1927. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. 8648V Nur für Händler! 5kück> -Mess ...........Tö- 1.20 Licherb.-Nad................. GrS. 0.30 Melerstäbe.................Dtz 1.5 > m ftb............... „ 2.40 Makko-Niem. 100 cm......... 100 P. 2.7J Reißnägel. 3 D.............. 100 ft. 2.50 El,löstet, vvl................... Dv. 0.90 Bai. ^os-Kliövse ............ GrS 0.65 Kra» -Knöoie.............. GrS. 0.85 Kamitt-mrnnur. 4t............... Tv- 4.20 Bür >>en „ 5:....... • 840 3:reift 20 St. ...... 080 Bleistifte .................. GrS. 3.- -Hos.-Träg. m. Led. ............ Dtz. 6.— Hestpflaiier ................ 100 St. 0.70 ufro. usw. usw. ISOlOse ILltaMer. Snmlfiiii ß.ffl., AeSlie|ltlaileA!r-ltze 9 ßUMM-SlöHMIllW. Ileisch-Räucher- und Ausbewahrungsschräntc von^LkMavkan Teilzahlung bis zu einem Jahr Preisliste gratis und franko tzackosön-Mnsine Snst. Kunz Lauterbach 258 in Hessen 8332 D Dach-Ziegel ölMiW-Zimi. LisersSMze zu billigem Preis. C Rübsamen,Gießen Fern prLck er 1659. 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Die Kursgestaltung wurde dann auch kaum von sachlichen Momenten bestimmt, bei im allgemeinen geringfügigen Kursveränderungen war die Grundstiinmung schwankend und unsicher, da die Spekulation teils die Gewinne aus der Vorwoche realisierte, teils durch Blancoabgaben die Kurse zu drucken versuchte, um dann aber gleich wieder zu Deckungen zu schreiten. Außerordentlich geschäftshemmend wirkten die Besorgnisse über die Gestaltung des Geldmarktes zum herannahenden Quartalsultimo. Man befürchtet, daß dieser Termin nur sehr schwer überwunden werden wird, toerm auch jetzt schon umfangreiche Vorbereitungen getroffen worden sind, worauf die Flüssigkeit des Tages- geldmorktes mit zurückgeführt werden dürfte. Bei nicht einheitlicher Kursgestaltung überwogen die Abschwächungen, trotzdem eine Reihe anregender Momente vvrlag. Im Vordergrund stand die 30-Millionen-Dollar-Anleihe für den preußischen Staat, die nunmehr zum endgültigen 2lbschluß gekommen ist. Dann waren verschiedene Konjunk- turmeldungeit zu beachten; so berichtet die Eisenindustrie über befriedigende Beschäftigung, der Monatsbericht der Reichsbahn zeigt eine starke Erhöhung der Einnahmen, die Güterwagengestellung ist weiter gestiegen, der Röhrenverband ist lebhaft beschäftigt usw. Alle diese Meldungen blieben ohne nennenswerten Einfluß, während andererseits die sich verschärfenden Lohn- konslikte beachtet und angeführt wurden. Rachhaltigeren Einfluß konnte auch die wichtigste Tatsache in dieser Woche nicht ausüben, nämlich die stark verringerte Passivität der deutschen Außenhandelsbilanz für den Monat August. Diese Besserung war ziemlich überraschend gövmmen, da man verschiedentlich vorher wissen wollte, daß das Bild der Außenhandelsbilanz wieder recht ungünstig sei. Die Farbenaktie trat in dieser Woche im allgemeinen etwas zurück, nur zeitweilig war das Geschäft darin etwas lebhafter, wobei die Meldung, daß die I. G.-Farbenindustrie die Vorarbeiten zur Herstellung des synthetischen Benzins abgeschlossen habe, anregte. 3m Vordergrund standen die Elektrizitätsaktien, die einzige Akttengruppe, die gegen die Vorwoche einige Kursgewinne sichern konnte. Einer: sehr günstigen Eindruck hatten die Ausführungen Geheimrats Deutsch in der Generalversammlung der A. E. G. gemacht. Danach sind alle Werke 70 Proz. stärker afe zur gleichen Zeit des Vorjahres beschäftigt, und vor allem wurde die zukünftige Entwicklung außerordentlich günstig beurteilt. Eine Anregung bot ferner die große Kurssteigerung für Elektrowerte an den ausländischen Börsen. Am Elektromarkte gewannen Siemens 5 Proz., Licht und Kraft 4 Proz., besonders begehrt waren die internationalen Papiere. Ges- fürel plus 10 Proz. Chadeaktien wurden im Freiverkehr bis 600 gehandelt. A. C. G. selbst waren schließlich angeboten und 2 Proz. schwächer. Auf allen anderen Marktgebieten gab es Kursabschwächungen von 1 bis 7 Proz. Stärker im Angebot lagen 3. G.-Farben und Scheideanstalt mit je minus 8 Proz. Lebhafteres Geschäft hatte, im Gegensatz zur Allgemeintendenz, der Rentenmarkt. -Zunächst waren Türken unter Führung der Anatolischen Prioritäten, Oesterreicher und Mexikaner stärker verlangt, später zeigte sich für Russen, Serbea, Rumänen und Lemberger größeres 3nteresse bei merklichen Kurssteigerungen. Anleihen lagen still, doch auch etwas erholt. 3m Devisengeschäft zeichnete sich die Mark durch große Festigkeit aus. wohl infolge des Hereinströmens weiterer Dollaranleihrn. Auch das Pfund lag vorübergehend recht fest, ferner Spanien stärker anziehend. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Produktenmarkt war in dieser Woche sehr klein. Die Käufer üben Zurückhaltung, da die meiste Ware zu Beanstandungen Anlaß bietet und die geforderten Preise als zu hoch betrachtet werden. 3m Verlaufe der Woche konnte sich die Tendenz etwas freundlicher gestalten, so dah das Geschäft eine kleine Belebung erfuhr. Stimulierend wirkten auch die Berichte der überseeischen Märkte, die eine merklich bessere Stimmung aufzuweisrn hatten. Auch machte sich Rachfrage nach Landweizen bemerkbar, gute Ware war sehr knapp. Roggen wurde hauptsächlich von Mannheim verlangt. Der Markt war aber mit Roggen sehr spärlich beschickt, so daß sich der Preis dafür gut behaupten konnte, teilweise sogar höher bezahlt wurde, als die amtliche Rotiz lautete. 3n Mais fand lebhafteres Geschäft statt, die Rotte- rung muhte erhöht werden, da auch das Ausland höhere Preise forderte. Das Mehlgeschäst war sehr klein, und die Preise muhten sowohl für Weizen- als auch für Roggemnehl nachgeben. 3n Kleie war anfangs lebhafteres Geschäft, doch erhielt sich das Intereste nur für Roggenkleie. Zum Wochenschluh wurde das Geschäft wieder stiller, die erneut schwachen Ausland-Rotierungen verstimmten. Roggen muhte nachgeben. 3n Mais schrumpfte das Geschäft fast vollkommen ein. Der älmsatz bewegte sich in den allerengsten Grenzen. 3m Vergleich zu den Rotierungen der vergangenen Woche konnten Roggen, Sommergerste, Hafer inländischer und ausländischer ihre Preise behaupten. Weizenmehl. Roggenmehl, Weizenkleie muhten 0,25 Mark und ' Weizen 0,50 Mark nachgeben. Dagegen konnten Mais und Roggenkleie den Preis um 0,25 Mark erhöhen. Der Markt schloh zu folgenden Rotierungen: Weizen 26,25 bis 26,50, Roggen 24,75, Sommergerste 26 bis 28. Hafer, inl. 22,50 bis 24, Hafer, ausl. 24 bis 25, Mais 19 bis 19,25, Weizenmehl 39 bis 39,25, Roggenmehl 35 bis 35,50, Weizenkleie 13 bis 13,25, Roggenkleie 13,50 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Trotzdem das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt in dieser Woche sehr ruhig und klein war, wurden alle Diehgattungen glatt ausverkauft. Am Kälber- und Schafmarkt gestaltete sich das Geschäft etwas lebhafter. Besonderes 3nteresse bestand für Fettschweine, die lebhaft verlangt waren und über Rotiz bezahlt wurden, dagegen waren leichte Schweine stark vernachlässigt. Am Rebenmartt waren nur Kälber lebhafter gehandelt, während in allen anderen Viehgattungen nur schleppendes Geschäft zu verzeichnen war. Der Gesamtauftrieb bestand aus: 390 Ochsen, 112 Bullen, 693 Kühen und 421 Färsen, ferner aus 1434 Kälbern, 640 Schafen und 6795 Schweinen. 3m Vergleich zum Austrieb der vergangenen Woche waren dem Markte 150 Rinder mehr zugetrieben, dagegen standen 53 Kälber, 86 Schafe und 703 Schweine weniger zum Belauf. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen Al. 61 bis 65, 2. 57 bis 60, Bl. 54 bis 56, 2. 50 bis 53, Bullen A. 57 bis 61, B. 51 bis 56, Kühe A. 51 bis 55, B. 44 bis 50, C. 37 bis 43, D. 30 bis 36, Färsen A. 60 bis 64, B. 55 bis 59, C. 50 bis 54, Kälber B. 78 bis 83, C. 70 bis 77, D. 60 bis 69, Schafe Al. 48 bis 52, B. 40 bis 47, C. 34 bis 39, Schweine B. 73 bis 75, C. 73 bis 75, D. 72 bis 74, E. 68 bis 71. Verglichen mit den Rotierungen der vergangenen Woche waren Rinder unverändert, Kälber, Schafe und Schweine zogen 1 bis 2 Mark im Preise an. • Die Einlagen bei den preußischen Sparkassen im August. Ende August belief sich der Stand der Spareinlagen bei den gesamten preuhischen Sparkassen auf 2727,8 Mill. Mark gegen 2652,2 Mill. Mark Ende 3uli. Der August erbrachte somit einen Zuwachs von 75,8 Mill. Mark. Der Bestand der Giro-, Scheck-, Kontokorrent- und Depositen-Einlagen stellte sich zum gleichen Zeitpunkt auf 794,2 Mill. Mark gegen 769,6 Mill. Mark Ende 3uli. * Lleberzeichnun g der 6proz. Roten der Deutschen Bank. Die in Hol- land aufgelegten 3 Mill. Dollars 6proz. fünfjährigen Roten der Deutschen Dank wurden so stark überzeichnet, daß die Zuweisungen beschränkt werden müssen. • Zellst 0 ff Waldh 0 f A.-G. 3n der Generalversammlung der Zellstoff Waldhof A.-G. waren 164 975 Stimmen Stammaktien und 223 000 Sttmmen Vorzugsaktien vertreten. Der Antrag der Verwaltung, das Akttenkapital um 7 Millionen Mark zu erhöhen, von denen aber 2 Millionen zunächst nicht emittiert werden sollen, wurde gegen 216 Stimmen eines Oppositionsvertreters, der Protest zu Protokoll gab, genehmigt. Er wandte sich gegen die Kapitalserhöhung" überhaupt. Auch genüge die Erklärung der Verwaltung über die Erhöhung des Aktienkapitals nicht. Das Geschäftsjahr 1927 hat. soweit sich überblicken läßt, ähnlich gute Erträgnisse gebracht, wie das 3ahr 1926. Die Englandanleihe hat die Verwaltung in die Lage versetzt, die Rationalisierungsbestrebungen sowohl in Produktion wie Verkauf durchzuführen und eine Vorratswirtschaft namentlich auf dem Holzgebiet zu treiben, die sich zum Vorteil der Gesellschaft entwickelt hat. Die aus der Anleihe hereingeflossenen Mittel haben den normalen Kapitalbedarf der Gesellschaft zu erfüllen vermocht. Die Verwaltung hat es für ihre Pflicht gehalten, über die Befriedigung der augenblicklichen Bedürfnisse hinaus auf weite Sicht Dispositionen zu treffen. Eine Verbrauchsvermehrung in Zellstoff und Papier ist durchaus wahrscheinlich, namentlich auch in der Kunstseidezellulose. Die Verwaltung will auch in Zukunft für den Konkurrenzkampf gerüstet sein und betrachtet deshalb eine Stärkung der finanziellen Position als notwendig. Die Gesamtprodukiion des weiteren Waldhofkonzerns hat 1926 rund 268 000 Tonnen Zellstoff und rund 94 000 Tonnen Papier betragen und wird mit der 3nbetriebnahme des Werkes Kelheim auf über 300 000 Tonnen Zellstoff steigen. Die Verwaltung halte es für richtig, daß die neu zu- schaffenden 7 Millionen Maä Stammaktien nicht in vollem Umfang jetzt schon emittiert werden, sondern der Betrag von zunächst 2 Millionen zurückbehalten wird, um in der Lage zu sein, neue Projekte durchführen zu können. Xlm die Bedenken zu zerstreuen, dah die Schaffung von Verwertungsaktten den alten Aktionen das Bezugsrecht verkümmern könne, wurde erklärt, daß die Verwaltung entschlossen sei, falls nicht eine Verwertung der 2 Millionen Mark Aktien zu Angliederungszwecken ftattfinöen sollte, nachträglich diese Aktien den Akttonären anzubieten. Frankfurter Börse. F ra n k f u rta.M., 24. Sept. Tendenz: still, überwiegend schwächer. — An der heutigen Samstagbörse herschte große Geschäfts stille und allgemeine L u st l 0 s i g k e i t. Zu Beginn war die Haltung überwiegend etwas schwächer, da, wohl im Zusammenhang mit den Maßnahmen zu Ultimo, etwas Material herauskam, das nur schlecht Unterkunft finden konnte. Berstimmend, namentlich für Monianwerte, wirkte, daß der neuerliche Schritt des Rheinisch-Westfälischen Kohlenmndikates beim Reichswirtschaftsministerium in der Frage der K0hlenpreiserhöhung keinen Erfolg gehabt hat und das Ministerium auf feinem ablehnenden Standpunkt verharrte. Bei kleinen Umsätzen waren die Kursveränderungen minimal. Kursstützend wirkte wieder die Nachfrage nach Elektrowerten. Gegenüber der gestrigen Abendbörfe ergaben sich Kursrückgänge von 0,5 bis 1,5 Prozent. I. - G. - Farben blieben vernachlässigt und lagen 1 Prozent schwächer. Am Bankenmarkt waren Deutsche Bank stark angeboteü und verloren 3,75 Prozent. Der Montanmar7t verzeichnete Ku r so e r l uft e bis zu 2 Prozent. Rheinstahl und Oberbedarf behauptet. Auch Ekektrowerte gaben zunächst bis zu 1,5 Prozent nach. Gleich nach Festsetzung der ersten Kurse wurden zum Wochenschluß einige Deckungen vorgenommen, da sich die Stimmung, vom Elettromarkt ausgehend, etwas belebte. Im Vordergründe standen weiter Gessürel, die erneut 2 Proz. anziehen konnten. Man erinnerte sich jetzt auch an den günstigen Monatsbericht der Deutschen Bank. Anleihen ruhig. Etwas Geschäft entwickelte sich in Rumänen und Türken. A b • lösungs schuld weiter vernachlässigt. Im weiteren Verlaufe wurde die Haltung wieder ruhig und die Kurse bröckelten ab. Stark verlangt blieben Gesfürel, die abermals 2 Proz. anziehen konnten. Der Geldmarkt ist weiter leicht. Tagesgeld 6 Prozent. Am Devisenmarkt war der Dollar weiter angeboten. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,1955, gegen London 20,415. Paris gegen London 124,02; Mailand 89,20; Madrid 27,74. Berliner Börse. Berlin, 24. Sept. Man hört allgemein die Ansicht vertreten, daß die Tendenz auf Grund der vorliegenden günstigen Meldungen hätte fester werden müssen. Die 10-Millionen-Mark-Be- st e l l u n g der Reichsbahn für die Waggonfabriken, die Ueberzeichnung der Anleihe der Deutschen Bank, die Hoffnungen auf eine Ermäßigung der Reportgeldsätze und der leichte Geldmarkt waren Haussemomente. Bei dem Mangel an Kundenorders lag das Geschäft hauptsächlich in Händen der Spekulation, die aber auf Grund von Befürchtungen, daß Dr. Schacht gegen neue Auslandan- leihen vorgehen wolle, überwiegend zu Realisationen schritt. Mit Ausnahme von Elektrowerten waren die ersten Kurse ein bis zwei Prozent schwächer. In Gesfürel lagen Auslandskäufe vor. Auch Waggon- und Maschinenwerte relativ kcst und zwei bis drei Prozent höher. Voigt & Haeffner schwächten sich fünf Prozent ab. Anleihen lagen ruhig. Ausländer wenig verändert. Russen eher schwächer, dagegen Serben fest. Pfandbriefe vollkommen geschäftslos. Der Geldmarkt ist leicht. Tagesgeld 4,5 bis 6 Prozent; Monatsgeld 8 bis 9 Prozent. Im Verlaufe wurde die Tendenz, von Elektrowerten ausgehend, allgemein fester. Unter Führung von Gesfürel und Löwe zogen die Kurse teilweise ein bis drei Prozent an. Glanzstoff plus fünf Prozent. Berliner Produktenbörse. Berlin, 23. Sept. Die Marktlage war heute im allgemeinen wenig verändert. Weizen blieb aus Vorpommern und Mecklenburg sowie auch in den schweren sächsischen Qualitäten reichlich angeboten, die Mühlen verharren aber in ihrer Reserve und nehmen nur das notwendigste Material, und zwar die besten Qualitäten, aus dem Markte. Die Preise waren um etwa 1 Mark rückgängig. Roggen ist aus Pommern, Mecklenburg und der Wartegegend in Kahnladungen stärker angeboten, während Waggonware nicht so reichlich vorhanden ist. Die Offerten hielten sich ungefähr auf gestrigem Stand. Die Mühlen halten infolge des unbefriedigenden Mehlge- schäftes mit Käufen zurück. Die Auslandofferten für Weizen und Roggen lauteten ziemlich unverändert, Geschäfte waren in Auslandgetreide bis zur Derichtsabfassung nicht zu verzeichnen. Am Lie- ferungsmarkte ergaben sich für beide Brotfrüchte geringfügige Preisabschläge. Weizen- und Rog- genmehl hatten bei unveränderten Forderungen schwieriges Geschäft. Für Hafer zeigt sich bei ermäßigten Preisen in guten Qualitäten einige Kauflust, während geringe Sorten kaum unterzubringen sind. Gerste blieb unverändert. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 252 bis 256, Sept. 272 bis 271,75, Oft. 271,75, Dez. 272,50 (ruhig); Roggen, märt. 239 bis 242, Sept. 261,25 bis 261,50, Oft. 248,50, Dez. 244.25 (ruhig); Sommergerste 220 bis 265; Wintergerste und Futtergerste 217 bis 224 (ruhig); Hafer, märt. 196 bis 209 (matter); Sept. 214,50 (matter); Mais, La Plata 194 bis 196 (ruhig); Raps 300 bis 310 (ruhig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 36,25 (matt); Roggenmehl 32,50 bis 34,50 (matter); Weizenkleie 14,75 (still); Roggenkleie 14,75 (still); Viktoriaerbsen 47 bis 55; kleine Erbsen 27 bis 30; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 15 bis 16. Kunst und Wissenschaft. Reue Kunst in Darmsladl. Es wurden neuerdings in der Ausstellung Reue Kunst, Mathildenhöhe, in Darmstadt fol-' gende Arbeiten verkauft: „Ausflug", Aquarell von Joseph Dato, Berlin und „Motorboote auf dem Templiner See", Pastell von Paul P a e s ch k e, Berlin. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 25. September. 15. Sonntag n. Trin. Sladtkirche. 8: Pfarrassistent Hertel. Zugleich Christenlehre f. d. Reukonfirmierten aus der Markus- gemeinde. 9l/2: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche f. die Matthäusgemeinde. Pft. Mahr. JohanneSkirche. 8: Pfr. Ausfeld. Zugleich Christenl. für'die Reu- konfirmierten aus der Johannesgern. 91/,: Pfarrer Bechtolsheirnrr. 11: Kinderkirche f. die Lukasgem. Pfarrer Vechlolsheimer. — Lich. Kollekte für ev. kirchl. Frauenvereine. 97,: Stiftsdech. Lenz. Christenl. für die Jungen. 7« 1: Kindergottesdienst. 2: Stiftspfarrer Schorlemmer. - Kirchberg. 10; 11: Christenlehre für die weibl. Jugend. Rachm. 17,: Mainzlar. - Wiefeck. 7,10; 7«11: Kinderkirche. - Hausen- Garbenteich. Garbenteich: 97,: Feier des heiligen Abendmahls. Hausen: 1.-Watzenborn-Steinberg. 9'/«: Beichte. 97,: Gottesdienst, anschl heil. Abendmahl der Alten. 1: Christenlehre d. männl. Jugend. (In beiden Gottesdiensten Kollekte für evangelische Frauenvereine.) Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 24. Sept- 167, u. 19 Beichte. Sonntag 25. Sept. 16. Sonntag nach Pfingsten. 67, Beichte, 7 Messe, Kom. der Frauen, 8 Korn., 9 Hochamt m. Predigt, 11 Meße m- Pred, 14 Andacht. - Grünberg. 97, Meße m. Pred. - Hungen. 97, Hochamt m. Predigt.-Lich.7'/, Meßem.Pred. Sonntagsdienst d.Berzte «.Apotheken am 25.9.27 Dr. Neumann. Frau Dr. Marr Engelavotheke Zahnarzt: Dr. Fischer. &toD Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent. Frankfurt a M Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a.M Berlin • i 'S 1 l Berlin. 23 Sevtbr. Geld Brief französische Noten...... holländische Noten...... (rtalienische Noten...... Norwegische Noten...... deutsch Lesterr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... schwedische Noten...... schweizer Noten....... spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... Devisenmarkt Berlin Telegraphische 16,447 167.74 22,87 110,23 68.95 2.599 112,42 80,61 72,70 12.395 73.20 —Frankftrrk Auszah 16.507 168,42 22,97 110,67 59,19 2,619 112,88 80,93 73,CO 12.455 73,60 a. 1 un g. Schluß Kurs vUhr- Kurs Schlich- Kurs Anfang Kurs Schlutz Kurs i -Uhr. ' Kurs Schlich. Kurs ■Anfang Kurs Schluß 1-Uhr. Kurs Kur» Schluß. Kur» lAnsang I Kurs Datum: 28. 9. 24. 9. 23. 9. | 24. 9. Datum: 23. 9. | 24. 9. 23. 9. 1 24. 9. Datum: 23. 9. 24.9. 23. 9. 24. 9 V)<> Dt. Reichsanleihe v. 1927 Di Aul Ablös. Schuld mit Auslos -Rechten . . 87,23 54,85 96,5 78,75 84 -0,5 6,5 27.5 24,75 2.85 14.25 17,5 6,2 18,4 86,25 <49,: 150 145 174 230. .'5 165,75 163,5 139 17? 1 3 1 1 | i l 1 1 1 1 1 I 1 1 1 l i 1 1 5 1 l 1 • 3 1 '3 l s 1 §5 1 1 87,5 65 15,4 6,5 27,25 24 75 24,9 14,25 15,5 19 88 149.25 229 5 150,65 143,25 141,75 246 173.5 231.25 165.75 1'6,5 163.4 238 139 170 1 8 1 ' 1 1 1111(1111 III , | | i^ZÄ<2 1 _____ fTssx sß A. E ..........7 Bergmann .........8 Elcllr. Lieferungen.... 10 Licht und Kraft ...... 10 Felten k Guilleaume ... .6 Ges. f. Elcktr. Untern. . . 10 Hamb. Elcktr. Werke ... 10 Rhein. Elcktr.......8 Cchles. Elcktr........io Schlickert .........7 Siemens k HalSke . ... 16 Tran -radio..... 8 Labmever & Co. ....... 9 BudcruS . . ...... 0 Deutsche Erdöl........ Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener - f. 7, I. 4 Harpencr. 8 Hocsch Eisen ........ 5 ylfe Bergbau........8 Klöcknerwerke ...... 5 Köln-Neuessen ..... .6'/, Mannesmann • - .f. I. 4 Mans elder.........7 Obcrschles. Eisenb. Bedarf 0 Oberschles. Kokswerke . .0 Pdöuir Berabau. f '/, I 3 Rheinische Braunkohlen io Rocinstadl • • .0 Ricbeck Montan.......6 Bereinigte Stahlw. f. '/, 5 3 Otavi sllitnen.....1 sh ^ali Aschersleben ... .10 KaliWesteregeln . . 10 Kaliwerk Salzdetfurth • 12 I. G Färben-Industrie. 1C Dynamit Nobel ...... o Ccheioranstall........8 Goldschmidt.........5 Rütgcrswerke ........ o Mekallaciellichaft ..... 10 185 199 216.75 138.5 287,5 204.75 298 181 107 75 148,5 151 203,5 170,75 — JO.5 243 192 123,5 170 181 295,25 211 129 65 95.5 191 184.7. 198 188 215.75 137 163 204,25 296,5 181 106 201,75 170?4 127.25 105 110.5 '242 192 123 294,5 210 94,13 190.5 184 198.5 187.25 214.5 137,75 285,75 165.25 16-1.5 171,5 297.65 130,75 106,75 147.5 157 150.5 201,25 175,25 157.5 175.75 171 128.5 105 101.5 111 244 191.4 171.5 123 4.4 170 182 247 294 139 128 95,5 ~ I l l S 1 1 .oo l 1 1 «*25*°. 1 ■°.££'° 1 3“? 1 1 “’S 1 s | | Wbtltpp Holzmann .... ,2 Heidelberger Gement . . s dement Karlstadt....... Wayß k Freitag......10 Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwerke..........12 Ber. Glanzstofi ...... 15 Bemberg........... Zellston Waldbof.....12 3c n ft off Aschaffenburg . . 10 Gharlottenburgex Wasser. 7 > cssauer GaS......8 Daimler Motoren...... Demag.......... Adlerwette Kletzer.....0 Ludw. Loewe..... . 1t Nat. Automobil......6 Crenftein k Koppel .... 4 Linke Hofmann . .... 0 Leonhard Tietz...... c Bamag-Meguin...... 0 Krankt. Maschinen .... 0 (»rinnet ..... 7 Hculigenstaedt ....... 0 stungbans ...... 6 Lechwettc. ....... 8 Mainkraftwette ...... 8 Mtag ..... 10 Nckarlulmcr....... . h Peters Union ....... 8 Gebr. Roeder ....... 10 Doigt k Haeffner.....fi Südd Zucker .......u Ban 195.20 191 162 16 199 — z 45.5 72.25 113.5 33.75 107.5 119 123.5 134 112.5 140.5 19b 138 nolen. 139,5 161.5 315,5 117 _ - I 199 140 196 427 400 724 585 31» 198 140.75 195.75 118.25 86 106,5 279.5 117,5 133.5 167 45,25 72 112 107 135 113.5 115,5 201,25 139 424 720 592 314,5 198.5 140.75 194,0 117.25 85.5 105,75 278,5 117.5 132 167 200 DeSal. ohne ÄuSlos.-Rechten TI«, Franks. Hyp.-Bk. Goldpf. unkündbar bis 1932 .... /,% dcsgl- von 1913 . . 4% Ungarische Kronenrlc . . 4°/, Türk, ^ollanlcihe v 1911 4% Türk. Bagdadbahn-Anl Serie 1...... 4°/0 dcsgl. Serie 11. ... 4% Rumänen convert. Rte. 4%% Rumänen Goldanl. • von 1913 , . HQa Deutsche Eisenbahn .4% Hamburg-Amerika Batet. . 6 Hamb.-Südam Damv'sch s Hansa Dampfschiff . .6 Norddeutscher Lloyd . . 6 Allg. Deutsche Crcdilanst.. 10 Barm r Bankverein lu Berliner Handelsgcsellsch. 12 Commerz- und Prioak-Bk. ii Lärmst, u. Na'ionaldauk. 12 Deutsche Dank..... 10 Diskonts-Gesellschaft Ant 10 Dresdner Bank . . . . 10 Mitteldeutsche Lreditbank 9 Metallbank..........8 «eichsbank....... lu 23. Septbr. 24. Septbr. Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld Brief Imst.. Rott. luen^AireS Irss.-Antw chrrstiania kopenhagen Stockholm . ,elsingforS. ftallen. . . ondon. . . iemwtt . . laris.... Schweiz ». Spanien. . sapan . . . Hio de Jan Lien in D- Deft. abgest trag .... isclzrad . . ludavest. . Sulgarieu. issabou Eandfl.. . Konstantin. Ithen. . . anada . ru zuatz ■ . ürtro ■ ■ 168,01 1,790 o8,41 110,49 112,26 112,69 10,56 22,845 -0,39 4,190 16,465 50,79 72,98 1,957 1.499 59,09 12,422 7,386 73,33 3,032 20,58 81,27 2,145 5,541 4.195 4,206 20.945 168,35 1.794 o8,53 110,71 112,48 112,91 10,58 22,885 20,43 4,198 16,505 60,95 73,12 1.961 U.50I 59,21 12,44? 7,400 73,47 3,038 20,62 81,43 2,149 5,556 4.203 4,214 20,985 168,06 1,791 58,39 110,76 112,29 112,76 10,57 22,875 20,399 4,1905 16,445 60,81 73,48 1,950 .499.) □9,095 12,423 7,387 73,35 1,024 ?0,55 81,33 2,140 5,494 1,194 4.20h 20.92 168,40 1,795 08,51 110,98 112,.' 1 112,98 10,59 22,915 20,439 4,1985 16,485 •>0,97 73,62 1,954 1.5015 59,215 12,443 7.401 73,49 „,U30 20,59 «1,49 .',141 5,50b 1.20? 4.224 20.96 Berlin, 23 Septbr. | Geld 1 Briet Amcrikaimche Noten..... Belgische Noten...... Dänische Noten...... Englische Noten....... I 4,18 58,18 112.08 1 20,377 4.20 58,42 112,52 | 20,457 MW Drei Turme’j Leinen häusA d iM .. 'j r/j hi [’oi Jllf! 51 i\*i L*' i H B B I „Nein, ich bin nicht krank, Ethel, es mar gar nichts, ein kleiner Schwächeanfall... Ich hatte wieMetitta schaute dem Auto nach, das die Straße herunterfuhr zwischen den entlaubten, naßgeregneten Gärten. „Soll der Salon abgeschlossen werden, gnädige Frau?" „Nein ... doch, lassen Sie alles stehen, wie es steht, bedecken Sie die Sessel mit alten Vorhängen. „Gnädige Frau, ein auswärtiges Gespräch." Sie flog von ihrem Schreibtisch aus, stieß die Schublade zu und schüttete die zerrissenen Briefe von ihrem Schoß in den Papierkorb . . . „Hallo . . . wer ist dort? —" Die fremde, tiefe Stimme eines älteren Herrn klang aus der Ferne. „Hier Valentin . . . Valentin sknior ... Sie wünschten mich zu sprechen?" Ihr erstarv der Ton in der Kehle, ihre Hand zitierte . . . „Ah, Herr Valentin — senior?... Ich wollte Ihren Herrn Sohn--" „Mein Sohn ist verreist..." „Verreist? Für--lange?" „Nein, für ein paar Tag«. Er ist mit ein paar Freunden zu dem Autorennen nach Berlin ... Soll ich ihm etwas ausrichten?" „Nein... es war nur etwas ganz Unwesentliches ... wegen der Adresse eines Hotels in Meran ... Ich verreise--nach dem Süden . . ." „So? Dann gute Fahrt, gnädige Frau. Ich werde es meinem Sohn ausrichten. Er will heul' abend zurück sein . . . Und Ihre Nummer? Wer ist denn dort?" — Als die Köchin mit dem Teegeschirr über die Diele kam, fand sie die Telephonzelle erleuchtet. Sie ging hin, um das Licht auszudrehen, aber sie fuhr zurück... Auf dem Boden lag Melitta, das Gesicht in den Armen, leblos . . . wie eine Tote . . . der nicht g^chlafen ... und kann nichts eflen ... das rst's... Sobald ich einmal von hier fort bin, ist alles wieder gut..." Die Freundin, die in Pelzjack« und Hut auf dem Bettrand Melittas faß, strich Melitta über die Stirn. Sie war heiß wie im Fieber... „Erzähl' mir, wie es kam, ich bin entsetzlich erschrocken." Melitta schwieg. Ihr schönes Gesicht war verfallen ... Abgemaaert ... und gealtert. „Melitta ... geh' fort, warte nicht mehr. Oder soll ich hinsahren ... in lein Haus ... ihn stellen? Auge in Auge--ihn fragen? Ich nehme mir ein Auto, einen Mietswagen, niemand kennt mich dort. . . . Ich muß eine Antwort erzwingen ... Zu einem Sportfest ist er gereist mit Freunden! ... Das ist so fürchterlich ... die ganze Geschichte ... ich fass' es nicht ... Die Männer haben sich sonst umgebracht für ein Lächeln von birl Weshalb muß es dieser sein ... gerade der ...?" „Wissen wir das? Ich liebe ihn. Wenn man mich heute vor die Wahl stellte, ihn noch einmal zu sehen, allein, in dem kleinen Zimmer, und dann zu sterben, bei ihm, von ihm, mit ihm--ich würde es einem Leben vorziehen, vor dem mir graut ... einem Leben ohne ihn!--" Ethel packte sie bei den Schultern ... „Melitta!" „Nein, Ethel. Ich hab' kein Fieber, bin ganz ruhig. Ich sage dir, was ich mir jeden Morgen sage, wenn ich erwache ... kann ich nicht m i t ihm leben, so will ich nicht mehr--ohne ihn sein." „Gut," sagte Ethel, „ich fahre ..." Sie stand auf, schloß ihre graue Fehjacke mit dem Deilchen- b ufert. „Du hast dejne Jacke schief zugeknöpft, Echel, erlaube ..." Melittas schöne Hände öffneten und schlossen die Jacke der Freundin. „Wie gut der Silbertan dir steht ... Du siehst so jung aus, so ... unberührt von allem ... Genügt dir das? Das bißchen Photographieren ... ein netter Flirt ..." „Ja, es genügt mir ... Augenblicklich wenigstens. Wir Frauen sind ja nicht immer gleichgestimmt ... Ich war als Mädchen ganz kalt und unnahbar ... Ich bildete mir ein, die Männer seien mir gleichgültig ... Keiner meiner Freunde konnte sich rüh- men, je mehr erhalten zu haben, als meine Finger- spitzen zum Kuß ... Dann sah ich Leslie ... und ich verliebte mich in ihn ... blind, wahnsinnig. Ich Die Bilder nehmen Sie herunter, mein Schreibtisch ist leer ... Die Garderobensckränke schließen Sie ab, alles übrige bleibt ... oi» ... ich wieder- komme ..." Nach Tisch rief sie bei Echel an. Der alte Diener antwortete. „Frau Gräfin sind bis jetzt noch nicht nach Haus gekommen ..." Echel war noch nicht zurück? Eine Unruhe war in ihr. Sie litt unter den forschenden Blicken der Dienerschaft: Wann gehst du endlich? Auf was wartest du noch? Sie hielt es nicht mehr im Hause aus. Sie chng durch die Anlagen nach der Stadt. Ein paar Bonnen mit Kindern und alte Paare in Regenmänteln wanderten im rieselnden Regen zwischen den kahlen, entlaubten Sträuchern, die Vögel saßen so traurig und sttll auf den naßen Zweigen, als frören sie. Die Promenaden um das Kurhaus waren beleot, Autos fuhren vorbei, dis-. Fontäne plätscherte in der Anlage, Musik klang aus den Kaffees ... man tanzte in den Bars, konzertierte im Kurbaus, kaufte Theaterkarten in den Kolonnaden. Im Lesezimmer lasen ältere Herren und Damen die neuen Zeitunge, oder spielten Schach ... der Zeitvertreib der Alten. ... Im Wintergarten flüsterten junge Paare in verschwiegenen Ecken . . . Am Weiher sprach sie jemand an ... Ein« geschminkte Alte stand mit vor Frost zitternden Händen, die in Filethandschuhen steckten, vor ihr. „Geben Sie mir etwas, gnädige Frau — — ich bin die frühere Souflleuse vom Theater, ich habe keine Stellung . . ." Sie erkannte die Frau aus dem Wal-, die sie gewarnt hatte, weiterzugehen. Sie griff in da» gol- bene Täschchen, nahm ein Geldstück heraus un$ gab es der Alten. „Taufend Dank . . . vergelt's Ihnen der liebe Gott . . ." Ach ja! der liebe Gott... Dort stand die Kirche, in der man sie einst getraut, grau und ernst mit ihrer leeren, breiten Treppe, im Dämmern eines sinkenden Wintertages auf dem freien Platz, sie war verschlossen. Der Markt sah aus wie leergefegt, «in kalter Wind trieb welke Blätter vor ihr her . . . Sie sah von weitern zwei Herren die Straße her- untertommen und erkannte den Intendanten mit Bender ... Sie wollte ihnen um keinen Preis jetzt begegnen und trat rasch in ein Caf6 am Markt ein. (Fortsetzung folgt.) füllte, daß er mich nicht so liebte, wie ich ihn, oaß er mir nicht lange treu sein würde, daß er mtch vielleicht — schon als Verlobter betrag... Ich wurde gewarnt von allen Seiten, mein Vater verbot mir die Heirat, ick verfeindete mich mit meiner Familie ... Ich ging yeimlich mit ihm fort Wir ließen uns trauen ... in London ... Ich war so glücklich ... — ein Jahr ungefähr ... Mein ganzes Leben drehte sich nur um diesen Mann. Bis ich die andere Fran kennenlernte, mit der er mich betrog ... Leslie war der geborene Verführer, den nur die Eroberung interessierte. Dann kam eine andere ...Ich ahnte, was hinter meinem Rücken oorging . . . aber ich wußte nicht, wer die andere war. Bis zu einem Frühjahrsrennen ... Er behauptete, verhindert zu sein. Ich war zu Tisch bei Freunden eingeladen, sie nahmen mich mit in ihrem Wagen zur Rennbahn. Als wir hinfamen ... seh« ich gerade unser Auto ankommen, und Leslie steigt aus und hilft „ihr" aussteigen ... der anderen. Und so haben wir uns zum erstenmal gesehen ... die beiden Frauen des Grasen Leslie ... Da hab' ich mich umgedreht, bin heimgefahren, habe meinen Anwalt bestellt ... und nach sechs Wochen waren wir beide frei . . . Ich bin nicht geschaffen für das Abenteuer, ich bin keine romantische Frau, keine Künstlerin. Ick brauche Klarheit und Wahrheit um mich . . . Ich habe unter seinen Betrügereien zu sehr gelitten, um ein« Wonne in meinem Leiden zu finden. So — — liebe ich nicht, Melitta ... Es mag ein Fehler (ein, ich rechne mir diese „Vernunft" nicht zur Tugend an ... aber es ist so ... Ich will nicht gemartert werden, wenn ich liebe. Muß denn so viel Leid dabei sein? Du schweigst? ... Ich versteh' das nicht ... Ich weiß mir eins, daß man das Schmerzliche, das sie uns antun, vergißt — aber das an- bere bleiet ... Die Männer sind mir nicht gleichgültig geworben, sie haben nur ihre Macht über mich verloren ... Aber vis man einmal bahin kommt --das ist ein weiter, steiniger Weg ..." Zwischen fönsnnd sieben Roman von Lieebet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ach, Ethel.. Wir begreifen so vieles nicht... und müssen es schließlich doch... ,Zch würde depeschieren ... mit Rückantwort... Das ist das einzige ... Diese ... antworten nur auf Depeschen." „Ich soll ja nicht depeschieren!" klang es verzweifelt. „Er hat es mir verboten. Das Warten, Echel... bringt mich um ..." H.2 = a> h* gji R K C6 a ® .'6' *'*bI $ W U R § W eh« rf»« *0 -> das führende Schuhhaus Alleinverkauf seit 1883 .fcHheHd-HEM-SCHUH wird ausschliesslich verbärgt durch den g@s. gasch. HEftXdtfiMPEL1 aufder Sbhfe. Prüfen Sie selbst Sie haben das hecht für wdh f ) wertiges Geld ein vollwertiges GriginaMäbrikafvon WelM.in verlangen. \ J Löberstraße 17 Bitte um unverbindlichen Besuch t 8634a lologarageö, Lagerhallen, Mslällen SMUMGr Veikuier 1. anerfannfe Slbfaaf peffufer 1. anerkannte Absaat 8470 ßhnikumlaae InbenIeur-Schule MaschinenöauEiektro- tscnnlt.HocZ-u. Tiafiao, Aiäontiifllts- und Bürogebäude In zerlegbar. Holz-, Boton- oder Liren- Bdlon-Aushüimng. Toninousina. 6. Wertmeistar-Ableiloeee». 3t»^.Kitiiia.lehrpianefreL Prospekt? und Gutachten durch: 06703 Karl Peppier, Bleiiee, Martmrüerstr.29 Heinrich Hahn Vahnhofsir.SckeWolkengaffe. 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