fein tauft tatet* Unser ntuM •ggjgw Sie sich Üjnserer Räder so.. 100.. - — Garantie rik-Verkaufsstelle oder liSiTi ■ Verbrauclier npfehlung >on (Biegen unb Umgegenb Beginn dieses Jahres ein linlinisH ge[ammellt6ifal)rungen Lage, alle einschlägigen n unb fi^ert jtbtimann in. 'MjtungsDoH Gießen mb ’bttotatetrt itt Wohnung, IBoetlje» entgegen. 662D Han sollte mgviehlosorlnachd.Abl-hen •odmannÄ Uie^fieberttan- ton „Osteosan" verab- . Mn ertielt schnellwüchU e, Iraflstwhende Tiere - vor Stampf und Lahme. Settel- unb Salbeistnbk Prospekte lollenteet Sch' Otig.-3la,*en. Zu h-«n Seschästeu. Wo mcht, durch n.b.A., Leipzig-Tutr.SVc. en bei 8tn| 2vll. Sailer- lenplah b. „ Januar 1927 SSEN zu Mk.3.50 eeO»s”nlende«s|iidl m,‘ g Apfd-S* m Inneren- leHUn0SK« l6edom -D,,i. np|nöh> . ,t Oe1- :N Mk. 3-50 M. 19 Erstes Matt 177. Jahrgang Montag, 21. Januar 1927 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen PoN|d).JIonio: Stanifurt am Main u gm. vrnd vnk> Verlag: vrühl'sche UniversiMr.vuch- und Steindnlckerei «.tanze in Sieden. Schriflieitunq und Geschäftsstelle: §chu!st7^e 7. f r|d)r tut täglich,avtzei Sonntags unb feiertags Beilagen Bietzen« Familien Hättet Heimat im Bild Die Scholle Btonais-BejngsFrets: 2 Reichsmark unb 20 Reichspsennig für Trüge» lohn, auch Lei Nichte» scheinen emzelnerNummern infolge höherer ißtwalt Jern|pred)an|d)lü||<: 51, 54 unb 112 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Kietze». Uanahme von Snzeiae» für die lageonummer bio zum Nachmiuag vorher. Preis tur | rem höhe für Anzeigen dm 27 inrfl Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig, für Re» klamean-eigen von 70 mm Breite 35 Reichopiennig, Platzvorfchrift 20 , mehr. Ilbefrebahteur Dt Friedt Will) Lange. Verantwortlich für Politik D. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Di H Ibgnot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil L Teilt. Jrj. Tedu iämtlid) in Dietzen Polen und die deutsche Ostgrenze. Wozu der Lärm? Die Hintergründe der polnischen Offensive. Don unserem ständigen 8.-Berichterstatter. (Nachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten.) TV a r s ch o u, Witte Januar 1927. Die gegenwärtige polnische Repierungsaera verwöhnte bisher nicht durch Mitteilsamkeit. Sejm und Senat tagen oft vor leeren Minister- bänlcn. Es ist unser Programm, so hieß es sogar auS Regierungskreisen, kein Programm zu verkündigen. Tatsächlich ist das sonst übliche sSiDof.' beS Ministerpräsidenten ja auch biS heute nicht erfolgt. Der allgemeinen Tvortkargheit pahte sich auch der Minister deS Aeußeren, Zaleski, an. Den Tvunfch der Sejmkommission, vor der letzten DölkerbundStagung über die außenpolitische Lage unterrichtet zu werden, lehnte er z. D. ab. Da war es um so ausfallender, das) Zaleski in der letzten Tvoche gleich zweimal sich vor der Oessenllichkeit vernehmen lieh, und zwar in einer Tonart, die offenbar möglichst Horbnr sein sollte. Am hervorstechendsten war in beiden Fällen die Stellungnahme zu Deutschland. 3m besonderen aber die Duplizität der entsprechenden Kundmachungen erweckte den Eindruck, als sei hier geradezu die Gelegenheit versucht worden, die volnisch-deulschc Frage ausS Tapet zu bringen. Außenpolitisch lag hierzu kein besonderer Anlaß vor. Oder wollte Zaleski zu den soeben in Paris verhandelten Fragen dr deutschen Ostbefesti- g un gen sein Scherflein beitragen? Möglich. Es überwiegt aber der Eindruck, das) auch hier wiederum einmal Austenpolitik weniger um der Wirkung nach austen als um der Wirkung nach innen willen getrieben worden ist. 3n parteipolitischen und WirtlchastSsragen geht baS Mairegime ziemlich unbekümmert vor. Dagegen ist man selbst im Belvedere nervös, wenn von irgendeiner Seite die Losung in die Oeffentlichkeit geworfen wird, die Regierung verhalte sich schlapp nach austen. Wozu, wirb dann gesagt, die Militär- lasten? Diese Dorwürse aber bekommen noch ihre besondere Spitze, wenn man dem Pilsudskismus nachsagen zu können meint, er sei nachgiebig gegen Deutschland. Natürlich, heistt es dann, die Aktivisten! Alle Liebe rostet nicht. — Unb nun nehme man noch endlich hinzu, das; diese Treibereien nirgends dankbareren Boden finden als in Posen, der S)txf)burg der Rationaldemokratie und der Feinde deS gegenwärtigen Regimes. Was sich in Warschau in der Form von Bedenken äußert, wird dort zur Anklage, und man zischelt: Berrat! Die Erfahrung zeigt, daß unter dem Kandarendruck von dieser Seite selbst das sonst so eigenwillige Regime von heute nachgibt. 3n seiner ersten Bede vor dem Sejmausschust hatte, wie völlig deutlich war. Zaleski dem heiklen deutsch-polnischen Problem nur einige Pflichtsätze widmen wollen. Die ganze Bede war überhaupt mastvoll. Was aber insbesondere Deutschland an« langt, so zeigte sich zwar eine gewisse Verstimmung gegen ..gewisse Kreise in Deutschland", welche die Beziehungen zu Polen angeblich her» 'chärsen wollten, aber diese an sich unbestimmte Wendung wurde balanciert durch eine ganze Reihe von versöhnlichen Aeuherungen. Hierüber Tmpörunci bei der Rationaldemokratie. 3n ihrem Kamen sprach der ehemalige Austenminister 5et)ba. Er lehnte es ab. das Ervoss Zalttkis zur Kenntnis zu nehmen. Der Thorns seiner Par- erpresse nahm diese Parole auf. Wieder in dem bekannten Sinne: Da haben wirs, fic kneifen. Der Hieb war der alle. Aber diesmal muhte tr gut getroffen haben. Denn bereits fünf Tage 'pater hatte Zaleski, ohne dast in der Zwischenzeit sich auch nur das mindeste verändert hätte, eine völlig andere Haltung eingenommen. Er benutzte bi? Gründungsfeier der neuen „Gesell- chaft zum Studium internationaler Fragen", also eine Institution, von der man eher versöhnliche Bestrebungen erwarten sollte, um glattweg eine Kampfrede gegen Deutschland zu halten. Er überging dabei alle anderen Probleme: daS dringende des Wirtschaftsvertrages, die Minderheitssragen, ja leider auch einige Angelegenheiten der nachbarlichen Rechtsrege- lung, die unlängst sogar einige Fortschritt? zu verzeichnen bähen, unb verweilte nur bei bem Drenzproblem. Hier holte er nun zum Schlage au8. Wenn Deutschland auf eine Aen- frerung seiner Grenzen mit Polen hinarbeite, so verletze cs den Böllerbundspakt. Ein Dreißig- nillionenvolk werde sich das niemals bieten lasen. Mit Gut und Blut werde jeder Pole jeg- ichen Fußbreit seiner Erde verteidigen, llnb io weiter. Damit war denn nach innen wirklich ein gewisser Effekt erreicht. Selbst Seydas Kurjer Poznansli" erteilte nun wenigstens eine halbgute Zensur. Man wollte die Rede Za- leskis wenigstens als Gesinnungszeugnis gelten lassen. Aber nun müsse auch gleich praktisch weiteres folgen: Keine Beschränkung der Li- luibationcn, fein Entgegenkommen in den Fragen des Staaisbürgerrechts, Intransigenz in der Aiederlassungs rage, weitere Entdeutjchung De r West marken usw. Da hatte Herr Zaleski scine Quittung. Die Posener Bendee stellt er Doch nicht zufrieden. Dort kommt der Appettt beim Essen. Aber noch ein zweiter innenpolitischer Beweggrund der jüngsten austenpolitischen Attacke Hielte mit. Mit besonderer Heftigkeit wandte sich Zalesli gegen diejenigen, welche ..das unsinnige ■Crojcft kolportierten", Polen solle sich mit Deutschland über das Schicksal Litauens verständigen unb dafür auf den Danziger So:» tiÖDt verzichten. Diejenigen, die solche Ideen verbreiteten, me.nte Zaleski. „könnten wohl red» liche Absichten haben, aber sie erwiesen doch Bärendienste." Auch diese Wendung war hauptsächlich für den inneren Gebrauch bestimmt. Am Abend desselben Tages, an dem Zaleski sprach, hatte man morgens in der Presse von folgendem geleien: In S.norgon im W.lnagebiet hatte eine Versammlung dor.iger polnischer Großgrund- besitzerk.else ftahge u.iden. an welcher auch b.r Vertrauensmann tief.r Sphären im geöcnU:är- ligcn Kabinett, der Iustiz.ninistcr M e y s z t o - wicz, teilgerwmmen hat. Diesen W.lnaer Kreisen ist am Danz ger Korridor wenig gelegen, olles dagegen an einer Eröffnung deS nächsten Verkehrsweges zum Memelhasen und zum Baltischen Meer. Kein Wunder, hast man hier die litauische Frage vornean stellt, sollte sie auch den Korridor kosten. ES kommt hinzu, das) man ja auch im Auslande einen derartigen Eebietrtausch gelegentlich empfohlen hat: in diesem Sinne schrieb erst unlängst der Führer der Paneuropa- bewegung Gras Eoudenhove-Kalergis. Der Pan- europabe regung gehören andererseits auch in Polen eine Reihe einflustreicher Personen an. Kurzum, jene Idee des Gebietstausches war hier in der Tat eine Art Tagesgespräch geworden. Dem wollte Zaleski ein Ziel sehen. — Wenn der polnische Austenminister das erwähnte Projekt so energisch verwirft, so kann man ihm im übrigen nur zustimmen, In dieser grobschlächtigen Weise, wie die Wilnaer „Wisente" (Zubry — Spitzname der nordostpolnischen ßatifunbienbe- litzer) es sich dachten, lästt sich die Frage natürlich nicht lösen. Auch die deutsche Politll denkt natürlich nicht daran, einesteils die gegenwärtigen Ostgrenzen abzulehnen, weil man bei ihrer Festsetzung u. a. auch die Selbstbestimmung der bodenfässigen Bevöllecung verletzte, unb andererseits etwa ihr Placet zur Vergewaltigung der Selbstbestimmung Litauens zu geben. Dieser Weg ist also nicht gangbar. Welcher aber wäre eS? Die allgemeine au- stenpolitische Konstellation verlockt heute noch einen polnischen Austenmtnister, sich zu dieser Frage rein negierend zu verhalten. Unb, wie man einräumen must, bie innerpolitische Konstellation in seinem eigenen Lande ermuntert ihn sogar dazu. Hm so mehr wäre also Hngebulb fehl am Platz. Gegenwärtig scheint eS der deutschen öffentlichen Meinung denn auch zu genügen,, dast bai Bewußtsein aufrecht erhalten wird, auch Gebietsabgrenzungen seien natürlich nicht unabänderlich. Ihre Erörterung verstößt auch keineswegs gegen den VölkerbundSpakt, bet vielmehr im Artikel 19 sogar ausdrücklich vorsieht, dast solche internationalen Verhältniise, deren Aufrechterhaltung den Frieden ge ährden könnte, von Zeit zu Zett nachgeprüst werden. Vorberhanb ist das Theorie. Damit eine solche Bestimmung aber praktisch anwendbar werde, müssen auch die konkreten Bedingungen ihr günstig sein. Aber solche können jederzeit eintreten. Für den hier behandelten Fall z. 2. dann, wenn Polen es für sein Da fern le.enswichtig erkennen würde, sich im Westen zu verständigen. Solche Augenblicke hat es in der Geschichte der ber- maleinst:gen Erlauchten Republik Polen mehrfach gegeben. Warum sollen sie nicht auch in Zukunft möglich fein? Verglichen etwa mit ben Zeiten Ian Kasimirs haben ja Polens Rachbarn im Osten unb Westen an Macht nicht verloren, sondern zugenommen. DaS läßt an das derbe, aber lebenskluge russische Sprichwort denken: Spuck nicht in den Brunnen. Vielleicht wirst du noch daraus trinken müssen. polnische Propaganda in Rom. Für Aufrechterhaltung deS Status quo im Osten. Rom, 24. Jan. (TU.) Der neue polnische Gesandte für Rom, Knoll, äußerte sich in einem dem „Messagers" gewährten Interview über bie deutsch-polnischen Beziehungen. Polen wünsche den Frieden, würde aber niemals zugcben, daß man feine Grenzen verletze, und würde auch jede Diskussion zu diesem Thema a b l e h n e n. Rur der s'atus quo sei eine Basis für den Frieden von Europa und niemals könne man die Sicherung der Ostgrenze von der der Westgrenze trennen. Dafür sei das Deifpiel der ser- bischen Lage 1914 der beste Beweis. Polen vertraue auf das Gerechtigkeitsgefühl Europas und auf feine eigene Stärke. Eigentümlicherweise fetzt mit dem Eintreffen Knolls in Rom eine Serie von Artikeln in den römischen Blattern ein, die in der deutsch-polnischen Frage eine objektive Beurteilung stark vermissen lassen. Bisher ging aus Den offiziellen Pressekommentaren stets hervor, daß man sich in italienischen Regierungskreisen über die Matette und Schlußfolgerungen der Pariser Verhandlungen vollkommen llar war. Es müßte daher mit starkem Befremden in Deutschland vermerkt werden, wenn die italienische Oefsentlichkeit von dieser klaren Erkenntnis der Dinge durch eine ein- fettige, wenn auch nur vorübergehende Bearbeitung abgezogen werden sollte. Itat Verhandlungen de; Reichskanzlers. Aunntehr scheint bie Entwirrung ber Regierungskrise endlich etwas schneller vonstatten zu gehen. Der plötzliche Umschwung im Zentrum hat natürlich in weiten Kreisen Aussehen unb Verwunderung erregt Dasselbe kann nun von ber doppelten Kundgebung fag.n, mit ber das Zentrum seine Schwenkung begründet Roch unmittelbar vor ber Entscheidung hatte ber linke Flügel unter der Führung des früheren Reichskanzlers Wirth unter freundlichem Beistand der „Germania" mit äußerster Schärfe gegen jeden Gedanken an ein Zusammengehen mit den Deutsch- nationalen Front gemacht Unb nun wurde ein Redaktionsausschust eingesetzt mit ber Aufgabe, bie erwähnte Kundgebung zu verfassen, älnd zu Mitgliedern dieses Ausschußes wurden die Herren Reichsarbeitsminister Dr. Brauns. Dr. Wirth und Joos erwählt. Schon diese Auswahl mußte Aufsehen erregen. Joos ist der getreue Schildknappe des Herrn Dr. Wirth. In dem Redak- tionsausschuf) saßen also zwei bishettge Gegner der neuen Regierungskombination unb ein Befürworter. Rach jeglicher Logik hätte das Ergebnis der schriftstellerischen Bemühungen ber brd Herren sein müssen, daß scharfe Forderungen ausgestellt werben würden, bie es ben Deulschnationalen so gut wie unmöglich machen dürften, darauf einzugehen. Statt dessen kam nach mehrstündigen Bemühungen ein Opus zutage, über den in deutschnationalen Kreisen alsbald das Urteil gesprochen wurde: daS können wir mit aller Gemütsruhe anerkenne m Freilich sanden die Deutschnationalen doch bei näherem Zusehen etwa zwei bis drei Stellen, die ihnen ringe Beklemmungen verursachten. Dahin gehört vor allen Dingen bie Stelle, die von ber Republik unb ihren Symbolen spricht, ferner bie Stelle über die Rekrutierung ber Reichswehr unb schließlich bie geflissentliche Betonung des internationalen Moments, sowohl bei der Außenpolitik wie bei der Sozialpolitik, in bezug auf das Washingtoner Abiornmen und das Internationale Arbeitsamt in Gens. Heber alle diese kleinen Einwendungen hat man sich jedoch im deutschnationalen Lager vorläufig wenigstens schnell hinweggesetzt, denn cs ist bereits als Ergebnis einet vertraulichen Fraktionssitzung verkündet worden, daß die vom Zentrum aufgestellten Richtlinien, die als Grundlage für Verhandlungen ausgearbeitet toprben seien, kein Hindernisgrund für die sachliche Zusammenarbeit bedeuteten. Während man somit in deutschnationalen Kreisen vorläufig abtoartet, bis ber Reichskanzler mit bestimmten Fragen ober Vorschlägen an sie herantritt, hat Herr Marx selbst nach Bericht an ben Reichspräsidenten über die Entwicklung ber Dinge ben Auftrag zur Bildung des Kabinetts der bürgerlichen Parteien übernommen. Den Anfang hat er mit Besprechungen bet Führer der bisherigen Regierungsparteien gemacht. Dabei bereifet eine andere Erscheinung mindestens eine ebenso große Ueberraschung, wie ber plötzliche Umschwung des Zentrums. Als zuerst bekannt wurde, bah das Zentrum sich bereit erklären werbe, in Ver- banbtungen mit den Deutschnationalen einzutreten, faßte die demokratische Fraktion einen Entschluß, in dem kurzerhand erklärt wurde, in einer solchen Regierungskombination habe sie nichts zu suchen. Zwei Tage daraus, am Samstag, hat die demokratische Reichstagsfraktion eine andere Entschließung gefaßt, in ber fic die Kundgebung der Zen- trumssrattion begrüßt. In der Entschließung wird auch die Bereitwilligkeit der Demokraten. ber neuen Regierung anzuge- gehören, auseinandergesetzt. Es heißt da. die Fraktion habe ihren Vorsitzenden beauftragt, der Zentrumsfraktion anheimzustellen, dast sie vor den Verhandlungen über die parteipolitische und persönliche Zusammensetzung des Kabinetts den bisherigen Regierungsparteien sowohl wie ben Sozialdemokraten und Deutschnationalen das Dokument (bie Kundgebungen« zur Erklärung und Zustimmung unterbreite. Das heißt also, daß man ebenso wie die Deutschnationalen in dem Dokument unb in ber übrigen Entwicklung der Dinge keinen Hindemisgrund für die sachliche Zusammenarbeit entdecken könne. Ob wir nun sehr schnell oder nach nochmaliger Verzögerung zu einer neuen Regierung gelangen, wird davon abhängen, welchen Gebrauch der Reichskanzer von der Kundgebung des Zentrums in seinen Verhandlungen mit ben Deuifchnatio- nalen machen wird. Die formellen Besprechungen mit ben Vertretern ber Deutschnationalen werden heute ausgenommen werben. Man wirb abwarten müssen, ob Dr. Marx bestimmte Forderungen aus ber Kundgebung des Zentrums, namentlich solche innen- und auhenpolitischer Ratur, heraus- schält und in festen Formen zur Ecllärung oder Beantwortung den Deutschnationalen unterbreixt. ober ob er sich damit begnügt, mit ihnen bas ganze recht umfangreiche Dokument luttorisch durchzusprechen. Maßgebend wird letzten Endes sein, mit was für einer Regierungserklärung sich das neue Kabinett dem Reichstag vorstellen wird. Selbstverständlich wird die Vorbereitung bitter Regierungserklärung ben Hauptgegenstand der Verhandlungen bilden, ab.^ttehen von der Pettonalsrage. Im Interesse des gesamten Volkes liegt es. daß die Derhandlunge» so bald tote möglich zu einem gedeihlichen Abschluß gelangen. Die Stellung der Demokraten. Berlin, 24. Jan. (Wolff.) Amtlich wird folgende Mitteilung ausgegeben: 3.n Cau,c des Sa.t'S- lagconnlttag trat das gef chäf tsf ührcnüe Reichskabinetk jur Erledigung einiger laufender ItngcIcgenWlen zusammen, die feinen Aufschub duldeten. Mit Fragen drr Regierung-h lbunq besohle sich das Relchsfabinett nicht. 3n Ausführung des ihm vom Herrn Reichspräsidenten ge- rooebenen Auftrags hatte In den Millagsslimd-m Heer Dr. Marx zunächst eine Aussprache mit den Reichsminislcrn Dr. Slrefemann und Dr. Brauns und emp ing im Laufe des Radjmitt ig» hintereinander die Abg. koch, Erkelenz und Dr. Haas von der Deutschen Demokratischen Bartel, den Abg. Prälaten Leicht von der Bayerisch.n Polfsparlcl unb schließlich die Abg. Westarp und Ma I I ras von der Deulschnationalen Bolks- partei. Die Besprechungen betrafen, wie das BDZ.- Bureau hört, zunächst nur die sachliche Möglichkeit der Bildung einer bürgerlichen Mehr- heitsregierung. lieber Personenfragen wurde heute noch nicht gesprochen. Die Demokraten Koch, Erkelenz unb Dr. Haas, die der Reichskanzler zuerst empfing, machten Dr. Marx Mitteilung von einem demokratischen Fraktionsbeschluß, der es für wünschenswert hält, daß ber Inhalt des Manifestes ber Zentrumsfraktion allen Parteien, auch ben Sozialdemokraten, oorgelegt würde, damit sie die Möotichkeit haben, sieb dazu zu äußern. Reichskanzler Dr. Marx hat diese Anregung wohlwollend aus. genommen und sich in dem Sinne geäußert, daß er selbst schon ähnliche Absichten gehabt habe. Aus seine Frage, ob bie Demokraten sich an der von ihm beabsichtigten Regierungsbildung beteiligen würben, wurde ihm von ben demokratischen Fichrern geantwortet, daß sie zu Derhandlun- gen bereit seien, falls die Richtlinien des Zentrums von allen in der Regierung vertretenen Patteien als Mindestprogramm anerkannt würden. Der dann vom Reichskanzler empfangene Führer der Bayerischen Dotkspattei Prälat Leicht tagte Dr. Marx bie Beteiligung feiner Fraktion an der Regierungsmehrheit zu. In politischen Kreisen wird angenommen, daß Dr. Marx am Sonntag mit mehreren Politikern. darunter den für daS neue Kabinett wieder in betracht kommenden bisherigen Ministern, die Grundzüge des Regierungsprogramms ausgearbeitet habe, über das er heute mit den deutschnal'onalen Vertretern verhandeln werde. Die .Montagspost" w.ll wissen, bah Dr. Marx den deutschnationalen älnterhändlern ganz konkrete Fragen über Republik, Verfassung, Reichswehr und Außenpolitik vorlegen werde. Wie der .Montag" mitteilt, sind von den Deutschnationalen die geordneten Gras Westarp. Wallraf, Rippel, v. Goldacker und der politische Beauftragte der Partei. Treviranus. zu Llnterhändlern bestimmt worden. Das Blatt nimmt an. daß bei der Unterredung mit den Deutschnationalen auch Dr. BraunS und Dr. Stresemann zugegen fein werden. Auch mit den Sozialdemokraten dürfte nach der gleichen Quelle Dr. Rlarx noch einmal Rücksprache nehmen. Briands Gegner. MaginotnbcrdicNäumunstdcsRhcinlandcS Paris. 24. Ian. (WT2. Funkspruch) Einen Beweis dafür, wie die Feinde der Driand- schen Entspannungspolitik arbeiten, liefert heute der ehemalige Kriegsminister M a g i n o t , der der intimste Freund Poincarös getoefen ist. Er äußert sich im Rahmen der vom „Echo de Paris" angestellten Enquete über die Frage der vorzeitigen Rheinlandräumung und erdürt il a.: -Es gäbe überhaupt keine wirtschaftlichen und finanziellen Vorteile, die eine Sicherheitsgarantie. eine Aussicht, den Krieg zu vermeiden. aufwiegen könnten. Keine Sicherheitsgarantie sei so viel wert, wie die Beibehaltung der Besatzung des Rheinlandes. Die Zurücknahme der französischen Truppen gegen die Einrichtung einer interalliierten Spezial- kontrolliommission im besetzten Gebiete auszutauschen, werde nur ein Geschäft fein, bei dem Die Franzosen getäuscht würden. Sie würden eine tatsächliche Garantie gegen eine Illusion austauschen. Er sei nicht Gegner einer deutsch-französischen Annäherungspolitik, man sehe in ihr im Gegenteil die sichere und unerläßliche Grundlage für den europäischen Frieden. Wir wären aber leichtgläubige Menschen oder Feiglinge, wenn wir die Vergangenheit vergessen wollten. Das Urteil gegenöie katalanischen , Verschwörer. Paris. 22. Ian. sWB.) Heute abend wurde in der Anaelegenheit des katolonifchsn Komplottes das Urteil gefällt Oberst Macia und Riciotti Garibaldi erhielten wegen verbotenen Was- senbesitzes je zwei Monate Gefängnis und je 100 Franken Geldstrafe, die übrigen Angeklagten wegen gleichen Vergehens — sämtliche Katalonier mit Ausnahme des Italieners Rizzoli — je einen Monat Gefängnis und je 50 Franken Geldstrafe, und zwar alle ohne BewÄirungssrift. Die Strafen gelten als durch die Untettuchungshaft verbüßt Die Ange- die ,Tja, Smilie, — Fünfmal an einem ölüdH' Tacho. Llnvorsichtigkeit 314 (393). Verletzt wurden 1063 einer ins Slus aller Welt. Versetzung der Kaiserin Charlotte. ein doppelter Beinbruch?!" Born otrzen. Um eine Frau. 2n einem Hause der Selowersiraße in Berlin spielte sich Sonntag mittag ein Eifersuchtsdrama ab. ich habe mir überlegt, daß es DaS beste — für meinen Gesundheitszustand ist, wenn Sie für ein paar Wochen zu Ihren Eltern gehen. Packen Sie heute abend noch, damit Sie morgen früh mit dem ersten Zug reisen können, ehe die Grippe bei Ihnen ausbricht!" So, das war ins Gle s gebracht, setzt schnell zum Stammtisch und Alkohol zugeführt, um den Kampf gegen die Daz.llen in schärfster Form aufzunehmen — — — Emilie hatte ihre Koffer gepackt, sie in der Wohnung zurechtgeslellt und war gerade im Begriff, wieder nach oben zu gehen, al» c4 heftig klingelte. Ein Wagen stand vor der Haus- türe. aus dem man eben Herrn Dorsorge vorsichtig herauShob. Er hatte sich keineswegs von der Grippe anstecken lassen, er war nur infolge deS etwas überreichlichen Alkoholgenusses beim Gehen etwas unsicher geworden und dadurch eine Treppe heruntergestürzt, wobei er sich daS rechte Bein gebrochen hatte. «Gut. das) ich noch nicht abgereist bin,“ sagte Emilie, «ich werde Sie bald wieder gesund gepflegt haben!" — «Da ja, bleiben Sie hier, wenn ich doch wochenlang liegen must, ist mir'S egal, ob mit oder ohne Grippe. Autsch!" stöhnt« er dann, «ob die Grippe auch so wch tut wiH Die unmittelbar nach dem litauischen Umsturz aufgetauchten Hoffnungen, die neuen Machthaber würden den MemellLndern endlich ihr Recht S'en, haben sich leider nicht erfüllt. Ilrsprüng- bestand vielleicht bei S m e t o n a und o l d e m a r a s der Plan, mit Deutschland wieder in ein freundschaftlicheres De hältnis zu treten und infolgedessen auch au der Memel mit den vertragswidrigen Zuständen aufzuräUmen. . 'attische Ungeschicklichkeiten haben aber sehr bald die litauische Regierung wieder in ihre alte Isolierung zurückgeführt, zumal sich auch die R u s - s e n Lurch die Erschießung einiger Kommunisten vor den Kopf gestoßen fühlten. Statt nun zu versuchen, begangene Fehler wieder gut zu machen, ha t die Kownoer Regierung an der Aufrechterhaltung des Kriegszustandes im Memelgebiet fest, unter dessen Schutz die Dergewa'tigung der Meiiellander nach wie vor freien Lauf hat. Als direkte Unsreundlkchkeit auch gegen Deutschland muß die Ernennung LeS Deutschenhe''ers Simonailis zum kommissarischen Landrat des Landkreises Memel aufgeiäßt werden. Am Samstag sollte nun der meme ländische Landtag die Regllrungs- erkiärung des neuen von Kowno aus vertragswidrig eingrf«tzt«n Direktoriums entgegeanehmen. Die Abgeordneten hielten sich jedoch in ihrer groben Mehrzahl der Schung fern, so daß die Regicrungserk'ärung nicht abgegeben werden konnte. Die Antwort darauf war die Auflö- s u n g s des Landtags. Hält Kowno an dieser gegen die Interessen deS Memelgebietes und Damit auch Deutschlands gerichteten Politik fest, dann darf es nicht erwarten, von Deutschland irgendwann und irgendwo einmal Unterstützung zu erhalten. Wettervoraussage. Anfänglich ein wenig kälter, dann erneute Tem- peraturzunahnw und Niederschläge (nur teilweise Schnee), meist bedeckt. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 1,2 Grad Celsius, Minimum minus 0,1 Grad Celsius. Niederschlage 0,9 Millimeter. Heutige Morgeutempe- ratur 1 Grad Celsius. Der Memelländifche Landtag ausgelöst. Memel, 22. Jan. (WB.) Der Landtag dec '"cemelgebietes ist heute abend von dem litauischen Gouverneur a u f g e l ö st worden. Die Auflösung erfolgte auf Antrag des Direktoriums. Gründe für diese Maßnahme wurden nicht angegeben. Die Auslösung ist erfolgt, obwohl die Mehrheitsparteien des Landtags in der letzten Heit alles versucht haben, um zu einer Verständigung zu gelangen. Ihr Entgegenkommen ging so weit, daß sie bereit gewesen mären, für ein zu wählendes Direktorium wiederum S i m o n a 11 i s als Präsidenten vorzuschlagen, wenn dieser ein Direktorium aus Mitgliedern der Einheitsfront bilden würde. Man würde schließlich sogar von den vier Direktoren einen Sitz den Litauern zugebilllgt haben. Nach dem Memelstatut müssen Neuwahlen innerhalb sechs Wochen vorgenommen werden, und der Landtag muß 15 Tage nach der Wahl zusammentreten Der 21jährige Arbeiter Daligora verletzte den dort bei seiner Mutter wohnenden 33jährigen Kellner Glaser durch fünf Schüsse schwer. Der Bluttat war eine heftige Aussprache zwischen den beiden, die das gleiche Mädchen heiraten wollten, ooraufgegangen. Waligora flüchtete, wurde aber von der Mutter Glasers bis auf die Straße verfolgt, wo er von Passanten und Schutzpolizisten festgenommen wurde. „Teufelsaustreibcn" in Frankreich. Zm 2anuar des vorigen Jahres hatte sich eine Anzahl von Flagellanten, die zum Teil aus der Gegend von Bordeaux kamen, unter der Führung einer Frau Mesmin zusammengetan und dem Pfarrer von Bombon, dem Abbs N o y e r s, einen Besuch abgestattet, um ihm, der nach ihrer Ansicht von einem Teufel besessen war, diesen Teufel au*- xu treiben. Die Flagellanten hatten den Abbs, seine Haushälterin und deren Nichte übel z u gerichtet. Nun fand die Gerichtsverhandlung nach einjähriger Boruntersuchung statt, $u der die zehn Angeklagten, acht Frauen und zwei Männer, nicht erschienen waren. Sie wurden in Abwesenheit zu Strafen von acht bis sechs Monaten Gefängnis verurteilt und ferner dem Abb6 5000 Fr., feiner Haushälterin und deren Nichte je 1000 Franken Schadenersatz zuerkannt. Selbstmord eines deutschen Malers in Italien. In Siefoie hat Der deutsche Maler Heinrich Rudolf Decvorner Selbstmord verübt. Der 1864 in Leipzig geborene Maler, der an schwerer Neuralgie litt, stürzte sich in einen Brunnen seiner D.lla. Einbruch in ein Zollamt. 2n das Hauptzollamt in Boppard wurde nachts eingebrochen und Tabaksteuerbanderolen in größerem Werte gestohlen. Don den Dieben fehlt bislang jede Spur. Große Lisenerzfnnde in Italien. Einer Meldung aus Rom zufolge sind reichhal- tige Eisenlager bei Monte Tabura bei Pisa entdeckt worden. Die Untersuchungen und Bohrungen an der jetzigen Fundstelle wurden vor fünf Monaten als aussichtslos aufgegeben. Der Bergwerksinye- nieur della Rosa, der die Arbeiten leitete, der längere Zeit im westfälischen Kohlenbezirk arbeitet uni) Dort in Verbindung mit Stinnes und Krupp stand, hat jedoch die Schürfungen fortgesetzt und den nunmehr bekanntgewordenen Erfolg erzielt. Unwetter in Süditalien. Das heftige Untoetter in Süditalien und auf Sizilien Dauert an. Die SchiffsverbinDungen zwischen Italien unD Sizilien sowie mit Tripolis, Malta und Denghasi sind unterbrochen. Grohfeuer. Durch Grohfeuer ist in der Rächt vom Samstag auf Sonntag Die Fleischwarenfabrik von Dogt L Wolf A -G .. in GüierS.oh schwer heim- gesucht worden. Dir Fabrikanlagen wurden zur Hälste zerstört, doch wird eS möglich sein, len Betrieb, wenn auch unter erschwerten ilmftä.iDen, aufrecht zu erhallen. Die Feuerwehr konnte erst nach angestrengter neunstündiger Löschtäiigkeit Des Feuers Herr werden. Das deutsche Forschungsinstitut für Psychiatrie. Die Rockefeiler st iftu na in Neuyork hat beschlossen, der Deutschen Forichungsanstalt für Psychiatrie zu den im Sommer gespendeten 250 000 Dollar einen weiteren Betrag von 55 000 Dollar zu Dem geplanten Neubau zu geben. Damit sind bis auf einen kleinen Rest die Baukosten gedeckt und die Existenz und weitere Entwicklung der Münchener Anstalt gesichert. Aus dem Jesuitenorden. Nach dem neuesten Katalog zählt die Gesellschaft 2esu im ganzen 19 569 Mitglieder, wovon 9262 Priester und 5981 Scholastiker sind. Gegenüber dem 2ahre 1925 hat sich die Mitgliederzahl um 393 vermehrt. General des Ordens ist seit Dem Zähre 1915 Graf Wladimir Ledochowski, Der im Collegium Germanicum in Rom residiert. Der ganze Orden gliedert sich in: die italienische Assistenz mit sechs Provinzen und 1614 Mitgliedern, wovon 749 Priester sind: die deutsche Assistenz mit neun Provinzen und 3684 Mitgliedern, wovon 1730 Priester sind, die französische Assistenz mit vier Provinzen und 2684 Mitaliedern, davon 1695 Priester, die s pa n i s ch e Assistenz mit neun Provinzen und 4708 Mitgliedern, davon 1918 Priester, die englische Assistenz mit fünf Provinzen und 3182 Mitgliedern, davon 1641 Priester, die amerikanische Assistenz mit vier Provinzen und 3418 Mitgliedern, davon 1484 Priester. Die Unglücksfälle bei der Reichsbahn im Jahre 1926. Rach der Zusammenstellung rm (Jahresbericht Der Reichsbahn-Gesellschaft ereigneten sich im ganzen 3al)re 1926 — die Ziffern des Borjahres sind in Klammern Daneben gesetzt — 2947 (3086) Unfälle und zwar 470 (415) Entgleisungen, 187 (213) Zusammenstöße xmh 2290 (2458) sonstige Betriebsunfälle. Die Zahl Der getöteten Reisenden betrug 174 (148). Durch eigene Unvorsichtigkeit verunglückten tödlich 93 (118) Reisende. Verletzt wurden insgesamt 1268 (796) Reisende, davon durch eigene Unvorsichtigkeit 317 (359). Von Vahnbedien steten fanden Den Tod 318 (409), davon durch eigene Gruft. Klage der Kaiserin Ztta auf Herausgabe des Kronfchahes. Wie Die Berliner Morgenblätter aus Paris melden, hat das Dortige Gericht Die Klage der früheren Kaiserin Zita gegen Die Gebrüder Bienenfeld in Paris auf Herausgabe des österreichischen Kronscha'-es kostenpflichtig abgewiesen. Der gefährliche Bkmartffilm. Die Interalliierte Rheinlandiommission hat den Film -Bismarck", 2. Teil, für das besetzte Gebiet verboten. Den ersten Teil deS Films hat sie bereits im Februar des vorigen Iahves vom besetzten Gebiet ausgeschlossen. „nimm dir lieber einen Strick." Der in Ludwigshafen geborene 24 Iahre alte Reichsschiffmatrose Heinrich Bender wollte sich in Germersheim nach Den Verhältnissen bei Der Fremdenlegion erkundigen und allenfalls dort eintreten. In Der französischen Kaserne, wo er zunächst längere Zeit warten mußte, bat er einen deutschsprechenden Soldaten — vermutlich einen Elsässer — offen um Bescheid über Die Verhältnisse in Der FremDenlegion unD wie es Dort zugebe. Der französische SolDat antwortete wörtlich: „Aimm Dir lieber einen Strick und häng dich auf." Rur mit vieler Mühe gelang es Bender, aus Der Kaserne zu entkommen. Zusammenstoß eines Expreßzuges mit Autobus — 14 Studenten getötet. 3n Roundrock (Texas) raste ein Großauto, das 22 ForststuDenten von einer leichtathletischen Der- anstaltung nach Haufe fahren sollte, mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Expreßzug. Der Autobus wurde mit furchtbarer Gewalt umhergewirbelt und vollkommen zerstört. 14 Studenten wurden auf der Stelle getötet. Der Chauffeur des Wagens hatte infolge des undurchdringlichen Nebels den Expreßzug nicht rechtzeitig gesehen. Verzweiflungstat eines Vaters. Ein fünfzigjähriger Kaufmann aus Char- lottenburg zog am Samstag plötzlich während einer Verhandlung auf Dem Finanzamt Reu- kölln einen Revolver und schoß auf feinen elfjährigen Sohn, der ihn begleitet hatte. Der Knabe brach schwer verletzt zusammen Dann richtete der Vater Die Waffe gegen sich selbst, wurde aber von Den Finanzbeamten am Selbstmord verhindert. Der Grund zur Tat ist schwere wirtschaftliche Rotlage. Gefängnis für eine unmenschlichen Vater. Honten werden demnächst in Freiheit gesetzt werden. In der ilrteil6begrünDung wird ertiän, dah Garibaldis Teilnahme an dem Komplott nicht erwiesen sei und er deshalb in Diesem Punkte freizusprechen sei. Rizziotti Gari- baldi, Der am Donnerstag Frankreich verlassen muh, will sich unter polizeilicher Begleitung nach Le Havre begeben, um von Dort nach Amerika zu reifen, wo er mit seinem Bruder Peppino Garibaldi, zusammenarbeiten toill. Der Führer Der katalanischen Separatisten, Oberst M a c i a, erklärte Iournalisten, er habe noch keine Entscheidung getroffen. Vermutlich werde er nach Chile oder Kuba übersiedeln. Uns der provinzialhauptfladf. Gießen, Den 24. 3anuar 1927. Was dabei herauskam . • . Herr Vorsorge sah verstört von Der Zeitung auf, in Die er sich seit einer halben Stunde liebevoll vertieft hatte. Da stand zu lesen: «Es wurde Die Beobachtung gemacht, daß schwächliche Menschen infolge einer durch viele Krankheiten erworbene Immunität weit eher von Der Grippe verschont bleiben, als Menschen. Die immer gesund waren." Hmmm. das war ja eine üble Geschichte, hatte er deshalb fein ganzes Leben lang ängstlich über seine Gesundheit gewacht, um nun als besonders appetitlicher Brocken den Grippebazillen zu verfallen? Das durfte nicht sein, es mutzte Rüttel und Wege geben, um dieser greulichen Epidemie, Die bald hier, bald Dort abgeleugnet wurde, zu entgehen! Sorgfältig erwog er alle für ihn in Betracht kommenden Vorbeugungs- matzregeln: Hm immer warme Füße zu haben, wird er ab morgen nur noch seine Derben Touristenschuhe tragen und zwei Paar Strümpfe anziehen: den Weg zum Geschäft wird er vorläufig zu Fuh zurücllegen anstatt mit der Straßenbahn, in Der man eher Der Ansteckung aus- gesetzt ist — bitter ist es allerdings, Daß er dazu fast eine halbe Stunde frül>y^ aufstehen muß. aber diese Unbequemlichkeit ist man seiner Gesundheit schuldig. Rauchen hat sich auch als Desinfektionsmittel erwiesen? So, das ist ja famos, jetzt muh er sich also aus Gesundheitsrücksichten täglich einige Zigarren mehr gönnen — damit war sozusagen ein Ausgleich geschaffen für Die verkürzte Rachtruhe. Versammlungen, zu Denen sich Die Menschen Drängten, besuchte er so wie so nie und den Stammtisch — nein. Den brauchte er nicht auf au geb en! Schon ein alte» Wort sagte: .Schnaps ist gut für Die Cholera" unD auch jetzt las man häufig von Der hervorragenden Wirkung des Alkohols als Vorbcu- gungsmittel — es war also geradezu seine Pflicht, am Stammtisch mit seinen Brüdern um die Wette zu trinken! Hall, er besaß ja auch ein Theaterabonnement! Ei. ei, das war gefährlich, inS Theater zu gehen. Denn solange er Abonnent war, hat er sich um diese Iahreszeit schon immer wütenv Darüber geärgert, Daß Die meisten Besucher anscheinend erlittet waren und mit Riesen unD Husten Die wirkungsvollsten Stellen um ihren Erfolg brachten! Also — kurz entschlossen — er wird daS Abonnement verschenken, und zwar an seine tüchtige Haushälterin Emilie. Aber nein, was war das wieder für eine dämliche Idee, Dann ging Emilie ins Theater, fing Die Bazillen und brachte sie ihm mit nach Hause!! Ach Du liebe Güte, Emilie hatte überhaupt so viele Bekannte, mit Denen sie halb Da, bald dort zusammenkam, sie ging täglich unvorsichtigerweise in Geschäfte, in denen es nur so von Menschen wimmelte--was nützte ihn feine ganze Vorsicht, wenn ihm Emilie mit seinen Lieblings- geeichten zugleich Grippenbazillen servierte! ?! Dieser Gedanke erregte ihn ungeheuer unD er sann fieberhaft nach einem Ausweg. Endlich kam ihm eine rettende Idee: Er würde Emilie beurlauben und sich eine Zeit lang allein behelfen! WaS war daS! ? DaS (lang ja gerade, als ob ein Mensch in seiner Rähe niesen würde! Herr Vorsorge stürzte hinaus in die Küche: «Emilie, haben Sie eben niesen müssen!?" — „UnD Wiel — TageskalenDer für Montag. Licht pielh u , Bah h s ,ratze: .,D sm rck" 2. Tel — Ajtoria-Lichlspiele: «Sumpf und Moral". — Reichsgründungsseier. Die im Bezirksverband Gießen des Hessischen Vaterländischen Blocks zusammengeschloifenen Verbände laden in unserem heutigen Anzeigenteil zu ihrer Reichsgründungsseier ein. Die Gedenkrede — so schreibt man uns — wird der alsRedner sehr geschätzte Professor V e i d t, früher Pfaroec an der Frankfurter Paulskirche, halten. Den musikalischen Teil hat die Kapelle T o p v übernommen; ein Theaterstück: .Der 18. 3anuarof betrat. Niemand im ganzen Hause ahnte, welch schreckliches Drama sich in den nächsten Augenblicken abspielte Die Entdeckung de» grauenvollen Verbrechens erfolgte durch den Dessen deS Juweliers, der um 11 Uhr feinen Onkel ab- holen wollte Der Reffe sand, al» er' die unverschlossene Tür ausmachte, ein grauenvolles Bild vor. 3m Laden waren Wände und GlaSschränke über und über mit Blut besudelt. Der Onkel lag in einer groben Blutlache vorn an der Eingangstür mit zertrümmerter Schädeldeae. Die Leiche lag derart, das) man sie von der Kaiser- strahe aus durch den Briefkastenschlitz beobachte» konnte. Die sofort alarmierte Rettungswache konnte nur noch den Tod seststellen. Die dem Toten beigebrachte Wunde auf dem Schädel must mit einem stumpfen We rkzeug verursacht werden sein. Die Mordkommission nahm eine genaue Prüfung de» Tatbestandes auf und machte photographische Ausnahmen. ES wurde bereit» sestgestellt. dast sich Grebenau bereits im Laden des and, als der oder die Täter in da» Geschäst cinbrangen. was sich daran» ergibt, dast die Eingangs- tüt unbeschädigt war und dast man dem Getöteten die Schlüssel entwendete, mit denen die Kassenschränke geb ff ne t wurden. Diese Schlüssel wurden nachher auf dem Boden liegend gefunden. Es scheint zwischen dem Mörder und seinem Opfer zu einem Ver- zweislungSkampf gekommen zu sein, was auch die Dlutspriher an den Wänden vermuten lassen. Auster 300 Mark Bargeld, die Grebenau noch in der Tasche hatte, wurde kein Geld mehr gesunden. Die Iuwelenschränke waren fürchterlich durchwühlt' scheinbar haben sich die Mörder nur die wertvollsten Gegenstände angeeignet und die geringwertigen liegen gelassen. Der Wert der geraubten Sachen wird nach oberflächlicher Schätzung auf rund 60 000 Mark angegeben. SS wird vermutet, dast die Tat vo n langer Hand vorbereitet wurde und dast die Mörder sehr genau mit den Deslogenheiten des Juwelier» vertraut waren. Wahrscheinlich wurde er schon öfter» beobachtet, um sich zu vergewissern, wie und wann Grebenau nach seinem Geschäft zu kommen pflegte. Die Täter haben den Tatort augenscheinlich in größter Eile verlassen, denn in dem Kassenschrank lagen noch Brillanten im Werte von über 500000 Ml Die Leiche de» Ermordeten wurde nach dem Hauptsriedhos gebracht. 11 den 24 -> '.Mfirt h m . n noch hab^ ?Um (ßft ir?et der 6ha. lfl es an25Un9 aus. ; Slunde Irühö’mif? n Mmlichkei^ ^>Uehen ^uche,, 7 j°w",eL Äff* eil ) ülsv aus ® *fl' Nrren e,n Qiu»nl,,löc ,S°nnen - nche. für Huaebeni &L P8 ist M M alui 1Qn häufig bnn^iL^kta" ■viuuern um die Dell« ia auch ein TheatemKnn^ ;at «rlich.°§L^ 92 et Qlbonnenl toar. bat n M fi°" dnnier ’toülenö *6 die meiflen Desuchn ™ S‘ mit jtffS hollflm Stellen um ihren Lr - er nt verschenken, und »war )aushalterin Emilie. Wn Met für eine btalidx mhe in» Thealn. fing die - 1« ihm mit nach Hause!! Smilie Halle überhaupt s- dmen sie bald da, bald dort ng täglich unvorsichligellveise en es nur so von Menschen 6 nähte ihn klne ganze 2or- milie mit seinen Lieblings. Dri-penbazillen servierte! ? I 'egt« ihn ungeheuer und er ch einem Ausweg. Endlich nde Idee: 8r würde Emilie । eine Zelt lang allein bt* Dai flan^ ja gttabt, ali ob Aähe niesen würdet 5>rrr xui in die Adchr'. .Emilie, ien mü\\tn\Tl - .2nd wie! - .Tfa, Emilie, - gt, dah ei dai beste - für izustand ist, Venn Sie für i Ihren Eltern gehen. Paiken och, damit Sie morgen früh Zug reisen können, ehe 6k i ausbricht!" Gie s gebracht, jetzt schnell ib Alkohol zugesührt, um den az.lken in schärfster Fom aus. jre Koffer gepackt, sie In der estellt und war gerade ta ach oben zu gehen, als « l Wagen stand vor der Zaus- n eben Herrn Er hatte sich lecnesvegs tv» >n lassen, er war nurjnW chlichen «t geworden unddadurch-^ iürzt. wobei er sich das «chl« s-Ms? chruchi! jäjw# rfe*. - ,er ein- rsrechnet l;»r r sfts* ■■•äs iS? «’S* <*! SS* i°mmen Atif dev L?inter|Port' andere ch reget »‘^eltt 6»'j>*2aS|eirU (13. März) zu begehen. •* Personalien. Aus dem hessischen Staatsdienst entlassen wurde der ordentliche Professor für semitische Philologie, m der philosophischen Fakultät der LandeSuniversität in Diesten. Dr. Rudolf Strothmann, auf sein Rach- fuchen mit Wirkung vom 1. April 1927 ab. — Ernannt wurden der Oberförster Hermann Diefenbach au Beerfelden zum Forstmeister d:s xnrltamt» Airtorf , der Oberförster IörgS chloi- i.tter zu Lauterbach zum Forstmeister des Forst- amis Grebenhain, der Oberförster Hugo Suh- ncr zu Bad-Salzhausen zum Forstmeister; der Forstassessor Karl Deuster au Schotten zum Oberförster, und der Forstassessor Dr. Hermann Künanz aus Hungen zum sorlUechnischcn Beamten bei dem Forstwirtfchastsamt mit der Amts- dczri^nung .Oberförster . sämtlich vom 1. Januar 1927 an. - 3n den Ruyestand verseht wurde dte Lehrerin an der BolkSschule zu Bad-Rauheim Mathilde Lorenz auf thr Rachsuchen weaen «- schwächtet Gesundheit mit Wirkung vom 1. Mat ab — Durch die Kirchenvegierung wurden übertragen: dem Pfarrer Lic. Dr. Kanz Stumpf zu Eschenrod die evangelische Pfarrstelle zu Merlau. Dekanat Grünbrrg: dem Pfarrverwalter Karl Schwöbel zu Götzenhain die evangelischePfarr- ftclle zu Rimhorn, Dekanat Reinheim, und dem Pfarrverwalter Karl Lantelme zu Albig die evangelifche PfarrsteNe zu Hartershausen, Dekanat Lauterbach. •• Die Bestimmungen des Ardeits- zeitgefetzes. Dom Presseamt des Hess. Staat* Ministeriums wird mitgeteilt: Immer wieder werden Beschwerden laut, dast die Beschäftigung von Arbeitern und Angestellten in vielen Industrie- und Handelsbetrieben sowie gewerblichen Unternehmun- gen den Arbeitszeitdestmunungen zuwiderlausen. Dies ist, abgesehen von ber Gesetzwidrigkeit einer solchen Beschäftigung an sich, mit Rücksicht auf die noch immer herrschende umfangreiche Erwerbslosig- leit ungemein zu bedauern, da wohl mancher zur Zeit aus öffentlichen Mitteln unterstützte Erwerbs- lose sehr wohl Beschäftigung finden könnte, wenn die Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes überall befolgt würden. Wenn auch in gewissen Fällen Ueberarbeit nicht ganz zu vermeiden sein wird, da zur Bewäl- tigung eines nur ganz vorübergehenden Arbeit»- bedarf» dem Arbeitgeber nicht wird zugemutet «erben können, neue Arbeitskräfte einzustellen, so wird doch vielerorts auch da Ueberarbeit gefordert, wo die zu erledigende Mehrarbeit von so langer Dauer und einem solchen Umsange ist, sie als llcberftun- denarbeit auszuführen. Die beteiligten Streife werden deshalb darauf hingewiesen, dast Zuwiderhand, lungen gegen die Arbeitszeitoorschriften in Zukunft unnachsichtlich zur Anzeige gebracht werden müssen. Die Gewerbeaufstchtsbeamten sind mit Anweisung versehen, bei Bewilligung von Arbettszettverlänge. rungen mit äuherster Vorsicht oorzugehen und Anträgen nach Ueberarbeit nur in ganz besonders gelagerte» Ausnahmesällen zu entsprechen. ee Ablauf wichtiger Fristen bet der Lohnsteuer. Das Reichsfinanzministerium weist auf folgendes hin: Arbeitnehmer die wegcm Berd.enstausfalle» oder we- aen besonderer wirtschaftlicher Derhältnisse einen Antrag auf Erstattung von Lohnsteuer stellen können, müssen dies bis zum Zl. März 1927 bei dem Finanzamt, in dessen Bezirk sie am 31. Dezember 1926 ihren Wohnsitz gehabt haben, tun. Fristversäumnis hat Ablehnung be» Erstattungsantrages zur Folge. Die Einzelheiten ergeben sich au» einem Merkblatt. daS ebenso wie Dordrucke zu Erstattungsanträgen, die auf Derdicnstaussall gestützt werden, bei den Finanzämtern unentgeltlich erhältlich sind. Arbeitgeber. die im Kalenderjahr 1926 die Lohnsteuer ihrer Arbeitnehmer in bar ober durch Ucbev- weisung an das Reich abgeführt haben, müffen bis zum 31.3anuar 1927 dem Finanzamt an das die Lohnsteuer abgeführt worden ist, Ueberweisungsblätter, Ra chwei- sungen und Zusammenstellungen nach vorgeschriebenen Mustern, die bei den Finanzämtern unentgeltlich erhältlich sind cinreichen. Arbeitnehmer, für die im Kalenderjahr 1926 Steuermarken verwendet sind, sind verpflichtet. ihre E teuerkarten für 1926 mit den mit Marken beklebten Einlagebogen bi» zum 31. Ian. 1927 bei dem F.nanzamt abzuliefern;. in dessen Bezirk sie am 31. Dezember 1926 gewohnt haben. *• .Sie Politik der Gegenwart". Heber diele» Thema sprach am Donnerstagabend in der hiesigen Ortsgruppe be» Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Derbande» Dr. Rennert- ©tefjen. Der Vortragende führte u. a. aus: Der einzelne Mensch hat zumeist von der geschichtlichen Bedeutung der Zeit, in der er lebt, keine Ahnung. Et wird verwirrt durch die unendliche Fülle der Ereignisse, die er nicht zu gruppieren vermag. Europa war früher der Mittelpunkt der Welt. Bon hier au» wurden die übrigen Länder entdeckt. Heute ist Europa nicht mehr Mittelpunkt der Weltpolitik: andere Erdteile sind ihm gleichberechtigt an die Seite getreten. Die Völker der Erde sind erwacht' die Botschaft vom Selbstbestim- mungSrecht der Völker ist überallhin gedrungen. Besonders bemerkenswert ist der Drang der Staaten nach Großräumigkeit. Je größer die Bevölke- rungSzahl eine- Landes wurde, desto mehr luchte es sich auszudehnen. Dieses Bestreben, die Grenzen weiter hinauszuschieben, ging bei den europäischen Völkern nicht ohne Konflikte mit den Rach- barftaaten ab; deshalb entstanden hier die vielen Kriege. Die Tendenz nach Großräumigkeit ist in Amerika am reinsten ausgebildet. In Rordamerika haben sich die Vereinigten Staaten über eine gewaltige Fläche ausgedehnt; dort treibt man schon seit langem nach dem Grundsatz Politik: ^Amerika den Amerikanern." In Südamerika, wo ein ähnlich große» Reich zwar noch nicht besteht, verfolgt man aber ähnliche Tendenzen. SS sind Bestrebungen im Gange, diese beiden Hälften deS amerikani'cyen Kontinents zufammenzufafsen. Würde diese panamerikanische Bewegung Erfolg haben, so würde Jeder Kunde erhalt bei Einkauf von 10 Mk. an - mit Ausnahme der Dr. Scholl Fußpflege-Artikel — von Montag, den 24. Januar bis einschließlich Samstag, den 5. Februar gratis ein Los der Wohlfahrlslotterie zur Errichtung eines KrOppelhelms in Gießen. - Eine große Monge wertvoller Gewinne kommt zur Anmeldungen schriftlich oder mündlich Mittwoch» und Freitag», 10-11 Uhr, im Schullokal, Bietzen, Nordanlage 15 «Kaufmännisches Vereinshaus). Schlutztermin der Anmeldung am 30. MSrz 1927. Hausfrauen verwendet für 303A Haus- und Küchenbrand die hochwertigen 7?uhr= 'SiformbriAetts weil wesentliche Ersparnis gegenüber sonstigen Brennstoffen. In größeren Kohlenhnndlungoa srMIWolk 3 Liittfer- schwenie ru verkaufen 0526 LöderS Hoi 5. 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(tau Ottlar oom 9tull Msvns ui Zranlreich linlsrheinisi und der d muhte sich der Aepul -ir der m lichen.Er und Clem .Denn 5 Beweise st Garantien dslichtunge und assozii einander z 2eendigun Dieses Zu doh beim । Zeitige Ac sei, hat d. druck in 5 vor dem 2 Een Derp ©bet Die ge ^lasser Ku «ne Anzah ^rvsessors: um vier Hai Arberger ^'chnungen !°u- eines wseln bei! _ Uni« wittDutf ei li™ ulB Auge, dsrh-monui «r Frank Deren unm if. lremd und westen *'"l° dch u.'^en eines »ug'g und Nerhaste ^ndteile Erobert ^'nheit er D An >rakte mA1 eniiDotL einstd ®< IÜÄ Ko Ä 1 Nr. (9 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)Montag, 24. Zanuar (927 Das Rheinland als Tummelplatz des franzöfifchen Militarismus. Don Dr. Sari Mehrmann-Koblenz. DaS ist daS befehle Gebiet — ein Tummelplatz deS französischen Militarismus. Dicht nur für die terren Aouzier. die in der Maste deS Zivils chirsjübungcn auf harmlose Deutsche reranstallen; nicht nur für die Herren M a g i n, die auS lauter Äeutralitat für den Dortenschen und anderen Separatismus Partei nahmen- nicht nur für die Herren Mordacq, die mit Kolonialn.c.hoben durch Marokkaner den Dheinländern morcs und cullurc beibringrn zu mässen glaubten. Sondern auch für die ganz, ganz ernsthailen, für die allerhöchsten Militärautoritüten- den sranzö i chcn Ge- neralstab. den Marschall Foch. Schon am 28. Ao- vember 1918, also nach kaum gewonnenem .Sieg", erklärte der französische Oberbefehlshaber „Aus dem linken Rheinufer kann cS keine neutralen Staaten geben. Die ganz: Bevölkerung aus diesem Ufer muh imstande sein, die Massen gegen die deutsche Gcsahr zu ergreifen..... Es wird Sache deS FricdcnsverlrageS fein, die politisch« Organisation der wieder mit dem Sch d- fal deS kontinentalen Westen» verbundenen Be- völkerungen ^Luxemburg. linksrheinische Gebiete) festzulcgen. sie zu verhältnismäßig unabhängigen Staaten zu machen oder als solche zu erhallen. Dtchtsdestoweniger muh die'e Organisation daraus hinauSgehen. daß die Bevölkerungen im gegebenen Augenblick eine deutschgegne- r isch e Politik treiben und militärisch g e g e n Deutschland Vorgehen. Folglich müssen die wehr- fähigen Männer schon in FriedcnSzeiten und In einem der Einwohnerzahl entsprechenden De» hältniS zu Truppen organisiert sein, die im Kriegsfall zum Kamps gegen Deutschland sicher brauchbar sind." So berichtet Tardieu in „2a Paix", Seite 214. Man beachte die rührend? Fürsorge deS französischen Obcrbcschlshab rs für den männlichen Teil der rheinischen Bevölkerung. Wenn wir uns recht erinnern, wurde der Krieg von der Entente zur Befreiung der Welt (und zu der gehört doch wohl auch daS Rheinland) von dem „verfluchten" preuhischen Militarismus geführt. Der erste Gedanke bes Marschalls Foch nach dem Waffenstillstand von Cornpiegne Ll dagegen, wie er die wehrfähigen Männer des linken Rhein- uferS mit dem Kriegsdienst beglückt. Wohlgemerkt : a l s Landsknechte des fron* zösifchen Militarismus, als Kanonenfutter gegen ihr angestammtes deutsches Dater- land. Marschall Foch hat weiter in einer Rote vom 10. Januar 1919 aus seinem Drohen Hauptquartier seine Gedanken über die militärische Behandlung des linken Rheinufers niedergelegt, unb in dieser Form sind sie dann inhaltlich in die Denkschrist der französischen Regierung vom 25. Februar 1919 übergegangen. 3n einer . Schluh- folgerung" sorderle im Einklang mit Foch die Denkschrift der französischen Regierung, dah die deutsche Westgrenze an den Rhein verlegt und die Rheinbrücken besetzt werden. Es ist zu der von Foch und Poincarö-Clemen- ceau verlangten Abreihung des linken Rheinusers vom Deutschen Reich unter b;m Widerspruch Wilsons und Lloyd Georges nicht gekommen. Frankreich muhte sich mit einer Besezung des linksrheinischen Gebietes für 15 Jahre begnügen, und der damalige französische Ministerpräsident muhte sich gegen den Widerstand deS Präsidenten der Republik Poincarö am 18. Juni 1919 sogar der moralischen Verpflichtung in einet feier» ichen „Erklärung", die von Wilson. 2loyd George und Elemenceau unterzeichnet wurde, verstehen: „Wenn Deutschland zu einem früheren Dalum Beweise seines guten Willens und befriedigende Garantien gegeben hat. die Erfüllung feiner Verpflichtungen zu sichern, dann werden die alliierten und assoziierten Mächte vereint bereit sein, untereinander zu einem Abkommen über eine frühere Beendigung der Lklupationsperiode zu geling.'n." Dieses Zugeständnis der sranzösischen Regierung, dah beim Ersüllungswislen Deutschlands eine vorzeitige Räumung deS besetzten Gebiete» möglich fei. hat dann im Versailler Diktat feinen Ausdruck in Art. 431 gesunden: „Wenn Deutschland vor dem Ablaus des Zeitraumes von 15 Jahren allen Verpflichtungen genügt, welche ihm aus dem Gberhessischer Runfiverein. Die gegenwärtig lausende Ausstellung der Elsässer Künstlergruppe ist ergänzt worden durch eine Anzahl von Entwürfen des Düsseldorfer Professors Karl W a ch. Es handelt sich zunächst um vier handgearbeitete Gobelins aus den Kammerberger Werkstätten von Wach, sodann um Zeichnungen und Originalmodelle zu seinem Entwürfe eines Reichsehrenmals auf den Rhein- infein bei 2orch. Unter den Gobelins fassen wir zunächst den Entwurf einer „Flora" von Sepp Frank (München). einem unserer bedeutendsten Graphiker, ins Auge. Das Motiv ist in dem gleichen hieratisch-monumentalen Stil ausgefaht und gestaltet, der Frank auszeichnet und unter zahllosen anderen unverkennbar heraushebt. Auherordentlich fstücklich ist die beherrschende Figur eines uns remd und unpersönlich gewordenen Mythus in den weiten Raum hineinkomponiert, und zwar ebenso dekorativ und den besonderen Erfordernissen eines Wandteppichs angemessen, wie groh- zügig und bildhaft. Die Gestalt wird auf eine meisterhafte Weise durch ornamental behandelte Gewandleile und botanische Motive gewissermahen vergröbert und stilisiert. Von stimmungsreicher Feinheit erscheint die Farbenzusammensteltung. die sparsam und zugleich eindringlich wirkungsvoll ist. Besonders auf den großlinig um die Gestalt gelegten Faltenwurf des tief roten Schleiers auf lichtblauem Grunde sei hier das Augenmerk gelenkt. Die Körperprvponionen. insbesondere daS Verhältnis von Kopf zu Rumpf, entsprechen dem charakteristischen Jigurentypus bei Frank. Ein wenig überraschend erscheint die relie,artig maskenhafte Behandlung des Kopfes. Das Ganze: eine bei aller Schlichtheit prunkvolle und sehr vornehme Arbeit. Ein ebenfalls mythologisches Motiv behandelte der von Professor Münzer in Düsseldorf entworfene Gobelin „Orpheus". Auch hier fällt ein seines Kolorit und die sehr straffe Komposition sofort ins Auge, obwohl gegenüber der beherrschten, großen Linie bei Frank eine zu- faimnengcörängte Vielheit in den farblichen und gegenwärtigen 03ertrag: erwachsen, so werden die DesahungStruppen sofort zurückgezogen" Damit ist klar und deutlich festgelegt, dah Frankreich das ganze Rheinland räumen muß, wenn Deutschland seinen guten Willen bekundet. Das Deutsche Reich hat die Beweise dafür geliefert: auf dem Rcparalionsg biet durch den Dawcs-Pakt: zur Beseitigung der franzöfi- fchen Angstpsychose durch das Locarno-Abkomm en und den Eintritt in den Völkerbund: in militärischer Hinsicht durch den m.t der Räumung KclnS, von der Bot'chaftcrkonsercnz am 6. März 1923 und zuletzt auf der Genfer Dezembertagung von der Entente anerkannten Vollzug der Entwaffnung. Trotzdem widersetzt sich die französische Generalität der Räumung, und sie ist dabei sicherlich dcS Beifalls des Ministerpräsidenten Poincare gewiß. Seit Jahresanfang hat das „Echo de Paris" eine Reihe hervorragender französischer Generäle zu Kundgebungen veranlaßt, und alle diese Aeußerungen gehen dahin: das besetzte Gebiet darf wegen der Sicherheit Frankreichs nicht geräumt werden 3n einer Auslassung, die allgemein als die Auslassung des französischen ®cnc- ralstabes angesehen wird, wird von dem Pari'er Blatt versichert, daß die drei Gebirgssvstemc des Rheinlandes, die Eifel, der Hunsrück und die Hardt, einen erstklassigen Verteibigungs- block darstellen, der im Falle eine» Krieges dem sranzösischen Oberkommando Zeit lasse, da» Gros seiner Etrcitkräste im rheinischen Aufmarschgebiet zu konzentrieren Das ist klar und unmißverständlich, aber es verstößt aus- allcrgröbfte gegen das Der- tragsrecht. auf des len Beobachtung, wenn sie Deutlchland abgcsordcrt wird. Frankreich sonst den allergrößten Wert legt. Wir Deutsche haben nicht den geringsten Anlaß, von dem klaren Recht auf sofortige Räumung auch nur einen Tüttel auf zugeb. n Wir appellieren an die juristische Autorität des Art. 431 und an die moralische Verpflichtung des Dokumentes vom 16. 3uni 1919. Wir tun da» um so mehr, al» selbst Pertinax in diesen Tagen auf die moralische Bindung der Entente vom 16. 3uni 1919 aufmerksam gemacht hat. Aus Grund deS Rechts- und Moraltitels lehnen w.r Deutsche auch jedes Singehen auf di? sranzösi che Sorbetu falls daS Rheinland doch geräumt werde, dort eine besondere militärische Dauerkon- trolle durch sogenannte „elements Stahles“ einzuführen. Diese Dauerkontrolleure würden die Vorherr'chast deS französischen Militarismus am Rhein begründen und die Rückkehr der vollen Reichs-Souveränität ausschalten. Für sie bietet das Versailler Diktat nicht eine Spur von Andeutung. DaS besetzte Gebiet steht In der Frage der Milltärkontrolle nicht im geringsten anders da als daS unbesetzte Deutschland. Wenn es für dieses genügt, von Fall zu Fall eine Dölke» bundskontrolle anzurufen, fo darf das vielgeprüfte Rheinland um nichts schlechter stehen. ES hat es satt, Tummelpatz des französischen Mlli- tarismus zu fein. Don Prof. Rie vergesse ich meinen ersten Eindruck, als wir im Dezember 1920 in Schanghai ans Land fliegen. Der englische Zollbeamte, der unser Gepäck revidierte, versetzte einem der sich herandrängenden chinesischen Kulis einen so wohlgeziel- ten Fußtritt auf das Gesäß, daß er wie ein Schwimmer kopfüber auf einige Säcke flog. Obwohl der Betroffene sich grinsend zu neuer Konkurrenz erhob, hatte ich besonderes Mi gefühl, weil ich körperlich ein Menschenalter früher ein ähnliches Erlebnis gehabt hatte: ich war im Harz ein paar Meter abgestürzt, mein Kommilitone hinter mir her. und seine Absätze hat.en einen liefen Eindruck auf mich gemacht. Aber die Reihenfolge der Ereignisse war umgekehrt, die menschliche Würde blieb gewahrt. 3m franzö'iichenIndochina war es schlimmer gewesen: mit der Reitpeitsche wurden in Stock die armen Kulis traktiert, während dieser Engländer, in den Händen unsere Papiere, im Munde die Stummelpfeife, keinerlei Haß zeigte, sondern nur arbeitend auch mit den geübten Beinen den Reifenden diente. Weniger erheiternd freilich als auf den Kulischwarm, der dem „Kollegen" die Riederlage gönnte, wirkte der Vorgang auf unsere drei chinesischen Begleiter. Akademiker, die in Deutschland studiert hatten. „Das können Sic hier oft sehen", sagte einer von ihnen, ein Mediziner, mit tiefer Erbitterung. Eine solche erste Anschauung verhilft besser als dicke Bücher über China zum Verständnis der jungchinesischen Bewegung, die heute von Kanton ausgeht. Roch steht der mittlere 3angtse mit Hankau im Vordergründe des 3nteresses. Seine Weltbedeutung und damit seinen politischen Wert aber erhält ein jeder Strom nur durch feine Mündung, ohne dessen Besitz auch das 3angtfe- Becken ein rein strategischer Begriff chinesischer Marschallskriege bleiben müßte. Das weiß jeder Chinese. „Schanghai ist unsere Pforte, und wir haben den Schlüssel nicht", klagte uns r chinesischer Gastgeber, als wir zusammen die crftei Haifischflossen verzehrten. Don Schanghai ging auch dir jetzige Empörung aus, in Schanghai wurden gegen sie die ersten englischen Schüsse abgcg:bcn. Ohne Schanghai können die Kantonesen an dir Gebiete nördlich des 3angtfe gar nicht denken. Richt um Peking geht es zunächst, sondern um Schang - h a i mit seinen 20 000 Fremden (vor zw.i 3ah» zehnten erst 12 000), die sich denn auch ahnungsvoll zur Abwehr rüsten, mit besseren Mit eln als in Hankau. wohin nur Kanonenboote und Zerstörer hinauf können. (ehern. Rational Mniversith Peking). China» Reuyork, wie Schanghai heißt, verdankt seine Entwicklung freilich den gehaßten Briten, die es 1844 für den freien Welthandel öffneten. Die Selbstherrlichkeit der Frcmden- Riederlassung. zuerst einer englisch-amerikanischen, datiert von 1S63, dem Geburtsjahr der „völkerrechtlich" sestgclrgt.'n Exterritorialität der Weißen. Den britischen Vorsprung haben dort nicht einmal die Vereinigten Staaten einholen können, wenngleich im letzten 3ahrzehnt zahlenmäßig die Japaner an die erste Stelle gelangt sind. Britischer Besitz, briti ches Kapital (Hongkong-Schang- Hai-Bank, und britische Industrie (nicht nur etwa Spinnereien) überwiegen bei weitem. Schanghai ist eines der stolzesten und bisher sestesten Denkmäler der englischen Kolonialgeschichte. 3m Gemeinderat des Settlements hat England stets die Majorität und fast stets den Vorsitz, der nur viermal an Amerika verloren ging. Von einem Briten wurde immer die Polizei kommandiert, die neben 50 Weißen mehrere hundert Inder und 1200 — natürlich ebenfalls von den Fremden bezahlte — Chinesen umfaßt Unersetzlich sind die betutbanten indischen Sikhs: groß, stark, dunkelbärtig, undurchdringlich im Antlitz und von einer geradezu unnatürlichen Ruhe mitten in Streik-Strömungen und Auto-Wirbeln. Mm was eS jetzt In China geht, das weiß jeder, der auch nur einmal durch seine Straßen gefahren ist. vorüber an den hochragenden Fassaden der Danken, Industrie-Konzerne. Fabriken und Hotels. So leicht wie Im Taiping-Ausstand 1853 und dann 1861 wird die Verteidigung diese- Mal den Angelsachsen nicht werden. Mnb keine Deutschen sind heute an dieser Front als Blitzableiter für den Haß der gelben Rasse. Aber auch die Kantonesen werden erst jetzt merken, daß ihre Arbeit noch in den Anfängen steckt. In Schanghai stößt mit ihnen der russische Bär auf den britischen Löwen. Wa» die Sowjets im Binnenlande vermochten, dürfte Urnen am Meere sauer werden. Für ihre kommunistischen 3deen ist innerlich ja doch kein Chinese zu haben. 3m Rorden muß Kanton früher oder später an 3 apan scheitern, solange es mit den Bolschewisten geht. Zu dieser Erkenntnis gehört wirklich keine prophetische Gabe. Mnb im republikanischen China hat bisher noch immer die Partei den kürzeren gezogen, bie sich nicht auf ihren engsten Heimatbezirk beschränkte, also großchinesischen Ehrgeiz zeigte. Zur dauernden Zentralisierung ist China zur Zeit nicht reif, da seinen Massen noch das staatsbürgerliche Be- Schanghai. Dr. Waldemar Oehlke figürlichen Mitteln ausgewendet wird. Der Gestalt des Leierträgers ist hier eine zum mindesten eigenartige Auffassung verliehen: man könnte sich den Orpheus sehr wohl ein wenig gelöster lyrischer und minder heroisch vorstellen. Gänzlich auf ornamentale Wirkung bedacht ist ein Projekt von Professor Langer (Düsseldorf), der sich eine Schäferszene zum Vorwurf genommen hat, das Motiv jedoch zugleich allen Rokokoanklängen, wie auch einem vielfach überkommenen. antik-idyllischen Stll einigermaßen ferngerückt hat. Die Hirtens?ene ist tafelbildartig, flächig und breit entwickelt, in den Farben zurückhaltend, im Figürlich-Linearen aufgehend. Der Raum ist auch hier für unser Empfinden — wenn man die bildmäßige Komposition im Auge hat — ein wenig überfüllt und zu absichtlich auf die Geschlossenhmt des Ganzen hin angelegt. Carnpendo n ck (Krefeld), bekannter Expressionist. überträgt den geflissentlich primitiven Bilderstil, der ihn auszeichnet — seine malerische Haltung ist typisch für eine ganz bestimmte expressionistische Abart — auf den Gobelin in feinem Entwurf „Hirte mit Tieren". Es ist hier zu sagen, daß die ganz unbestreitbar von manchem seiner Bilder ausgehenden Wirkungen sich nicht gleichwertig auf dem Gobelin hervorbringen lassen, sondern eher den Eindruck der gewollten Einordnung und entschiedenen Anarchie in Farbe und Form verstärken. Zum wenigsten wäre für diesen an sich nicht uninteressanten Entwurf — wie aus naheliegenden Gründen auch für die übrigen — eine sehr sorgsam abgeftimmtc Mmgebung zu fordern, die feinen Schmuckzwecken entgegenkommt. (3n der Ausstellung ist dies aus räumlichen Gründen nicht möglich. Was die Entwürfe von Pros. Wach zu einem Reichsehrenmal angeht, so liegt es uns aus triftigen Gründen fern, bei dieser Gelegenheit die sehr schwierige Frage einer gemeinsamen deutschen Gedenkstätte abermals aufzurollen. Wir müssen uns daraus beschränken, von der künstlerischen Seite dieses Entwurfes zu sprechen, und nur davon. Wenn man von gewissen äußeren Einwänden absehen will, die durch die Insellage des Ganzen natürlich bedingt sind, so ist zu sagen. daß die ganze Anlage sowohl, .wie auch ihre Cinzeltelle ein großzügiges und würdiges Bild geben, das sich übrigens au» den perspektivischen Ansichten uns Ha ter und übersichtlicher zu entwickeln scheint, als aus dem plastischem Modell, das mehr aus die Einordnung in die Mmgebung Wert legt Auch wer etwa einen anderen Standort für ein künftiges Reichsehrenmal bevorzugen sollte, wird zugeben müssen, daß dieser Entwurf eine erwägenswerte Möglichkeit barstellt. Insbesondere ist nicht zu verkennen, daß eben die Insellage zwar zu manchen Bedenken Anlaß gibt, aber zugleich auch den entschiedenen Vorteil einer gewissen Isolierung bietet, die aus inneren Gründen einer solchen Stätte durchaus zu wünschen ist, sind die doch andererseits nicht gleich den ebenso unangebrachten Beigeschmack von welt- abgelegener Einsamkeit in sich schließt. Die architektonisch-plastische Gestaltung des Ehren- hofes und der „Heiligen Straße" ist so groß« linig, ernst und schlicht, wie man sie für eine Gefallenengedenkstätte verlangen muß: dgs Ganze ist sowohl der gestreckten Inselform zwanglos angepaßt, wie dem eigentümlichen Landschaftsbild unaufdringlich eingegliedert. —y— Winterbilder aus dem Engadin. Don Reinhard W e e r. Am Anfang war das Trinkgeld ... Die Sache ist ganz einfach. Sie beginnt damit, daß man mit seinem Hotelportier spricht. Der leitet dann eine geheimnisvolle diplomatische Aktion ein, hält Pourparlers mit den Vertretern der anderen Großmächte, zu deutsch: den Portiers der anderen Hotels, antwortet eine Weile auf alle Fragen nach dem Ergebnis seiner Demarche ausweichend, zeigt eine undurchdringlich wichtige Miene und überrascht dich eines schönen Morgens. wie du bei ihm die Post abholst, mit der Eröffnung, daß bei der Mannschaft des Bobs „Old Pete" ein Platz zu vergeben sei, und daß man es sich zur Ehre anrechnen werde usw.... Du kannst die Sache auch anders beginnen, zum Beispiel durch direkte Einführung in einen wußtsein fehlt. Denkbar ist einstweilen nur eine Zu ammensafsung sAbständiger BundeSstaaten. für die aber noch kein Mann al» Führer sichtbar ist. Mit Schanghai rücken noch andere Schwierigkeiten in die Rahe der siegreichen Kanwnesen. unangenehme Rachlarn. Mit der Insel Formosa grei t Japan beinahe bi» nach Kanton selbst hinüber Einst (feit 1622) ein friedlicher Belitz der ostindischcn Konrpagme Holland-, da- zviscpcn zwe. Jahrzehnte span.Ich. ist d e c» E.- land, da» Para.ies der größten und schönsten Schmct.erlinge, kd 1895 so gründlich japanillert. daß neben der japanischen Bevölkerungöz:f,cr von 182 000 und der wci ten von 30 000 d e chi- nc i che für da- Festland sich nicht mehr durchzuletzen vermag. Di: japanische Kont.olle ist so ei ern, daß n.cht einmal chi: elische Geld-Me^er- weisungen, etwa als Slreikhil en. nach de n Kontinent hin möglich find. Richt viel weiter von Kanton ent .ernt, taucht, so.ald der Kamps um Schanghai beg.nnt, ein anderer unangenehmer Rachrar aus: Amerika mit seine > Philippinen, von denen e» da» Kanton^Dllt. die Lehre der Selostoc^eiung der Völler, trry aller eigenen schönen Re.en ü.er We.tverbrüoe.ung ängstlich fern halten muß. Auch de ciaakn Haren seit 18JS n.cht- Amerikani che» auf ihrem asiatischen Inseloesitz versäumt. Ihr Motto ist dort, sie dürsten die christliche Zivilisation nicht gefährden, zumal sogleich Japan daS nehmen würde, was |ie zu Gunsten der E.ngerorenen etwa aufgc.cn wollten. W.e sagte doch ihr Senator Beveridge so schön schon 1399: Gott habe die Amerikaner nicht so mächtig gemacht, um ihnen nicht auch für die Philippinen da» Recht christlicher Beherrschung zu gc.cn. In Kanton- Ideen und zu einem rein national-chinesischen Schanghai stimmt da» a er schlecht. Mi.llärisch allein kann die Mögl chkeit deS Erfolge» einer Volksbewegung w:e heute der chinesischen nicht abgeschätzt werden. Als ich in Japan war, hörte ich, daß d e Generale den Wll'abo von Deu.schlands sicherem Siege im Weltkriege zu über eugen suchten, uä ,rcnb die maßgebenden Po.i.iker. an der Spitze Graf Oku» ma, das Gegenteil behaup.elen und durchsetz en. Kriegsschifje allein tun es heute in Schanghai nicht mehr. Aber auch verbündet mit Sowjet- Ideen, dir Ostasiens Rationen selbst innerlich e.iig fremd bleiben werden, kann au» Klein- Kanton niemals ein Groß-Ehina werden, kann es rielmehr trotz aller „roten Stationen" Karal- hans und Borodins leicht schon in Schanghai scheitern. Deshalb wird die chine'ische Selbst- befrclung doch den Weg nehmen, den wir Deutschen ihr von Herzen gönnen. D e Zeil der Zußtri.te ist auch für chinesische KuliS als lächelnde Empfänger endgültig vorüber. Vie 5iidfeekolonien und die koloniale 5chuld!üge. Von Dr. E. Schultz-Ewerth. Gouverneur von Samoa z. D. Die Südsee verdient von Recht- wegen eine bevorzugte Behandlung in der Oessentlichkeil, und zwar allein schon deshalb, weil sie von jeher hinter den afrikanischen Kolonien hat zurückstehen müssen. Es verlohnt sich, ein wenig bei den Mr- sachen zu verweilen, auf die bicc, sagen wir. etwas stiesmütterltche Behandlung zurück- zusühren ist. Da ist in erster Linie der Vorsprung zu nennen den Afrika entdeckungSgefchicht- l i ch hatte und der natürlich die Entwicklung der afrikanischen Kolonien beschleunigte, fo daß sie viel früher als die Südsee mit Europa in eine engere Verbindung traten. Damit zusammen hängt das Hi.idecni» des Raume», der Entfernung, durch das der durchschnittlichen Denkweise daheim die richtige Einschätzung jener entlegenen Gegenden erschwert wird, Selbstverständlich muß dagegen geltend gemacht werden, daß im Zeitalter des Verkehr» Entfernungen keine Rolle mehr spielen dürfen, da sie infolge technischer Fortschritte, die jedem Volke zugute kommen, mehr und mehr zusarnmenschrumpsen. In älteren Zeiten ist erfolgreich kolonisiert worden, obwohl die Transportsrage, vom .modernen Standpunkt aus beurteilt, noch sehr im argen lag. Klub, es führen viele Wege zum Ziel. Man wirft sich also in Sankt Moriyer Besuchstoilette, indem man, ganz ausnahmweise, eine Mütze auf» stülpt und einen Rock über den Sweater zieht, steckt Visitenkarten ein umb rutscht aus Skiern nach Celerina, um dem Ches besagter Mannschaft. Captain Robinson Lycett Bentley von den soundsovielten Lancers, seine Aufwartung zu machen. Man wird von dem zinnoberroten Liftboy einem blonden, kräftig gebauten Herrn zugeführt, der eine blaujeibene Zipfelmütze trägt, eifrig den „Manchester Guardian" studiert, was ihn allein schon sympathisch macht, und dessen schön ockerbraunes Gesicht von einem weißen Strich gespalten wird, der sich bei näherem Zusehen al» Schnurrbart entpuppt. Alsbald entspinnl sich folgende Mnterßaltung, sachlich und knapp: „Ich freue mich, Ihre Bekanntschaft zu machen. Auch Miß Mac Rorton wird sich freuen.“ „Bitte sehr, das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite." „Sie sind Spvrtsmann?" „Ein wenig." „Sie sind schon Bob gefaßten?“ ,3a, in Caux und Les Avants, aber da» ist schon lange her." „Well, wir werden sehen. Sie werden Rümmer vier fein und hinter Miß Mac Rorton sitzen, you know. Mnd Sie müssen unsere Schärpe beschössen, das ist unser Abzeichen, you know; Miß Mac Rorton kann sie Ihnen besorgen.“ So noch ein paar Worte mehr, und immer wieder: Miß Mac Rorton wird dies und kann jenes. Ich bekam schon im voraus einen heillosen Respekt vor dieser offenbar grenzenlos tüchtigen Person. So wurde ich Rümmer vier beim „Alten Peter". — Bitte, „Old Pete" heißt also unser Bobsleigh. Das hat eigentlich den Rebensinn von etwa- Langsamem, Trägem, schwer in Bewegung zu Dringendem. Aber man glaube ja nicht, baß unser Bob faul gewesen fei; wer ba» behaupten wollte, bekäme es mit Bentley (und. selbstver- 6in weiteres Hemmnis, dem ich hm und wieder begegnet Lh, ist wirtschastspsychologischer Art. Die Lüosee ist die Heimat und das Hauptgebier einer besonderen Romantik, die sich aus literarisch - ästhetischen und trivialeren, z. T. ins Grvb-A^e.:teuerliche übergehenden Eedanken- gängeu zusammensetzt und deren Wurzeln sich bi3 in die Aufklärungsperiyde zurückverfolgen lassen. Run, mit der Südseeromantik hat da- seine Richtigkeit. Ich will seststellen, daß die Romantik eine unzertrennliche Begleiterin der kolonialen Bewegung an sich ist. Der koloniale Tri b erwächst aus verschiedenartig abgetönten, vo.i.lschei, wi.tschafllichen und sozialen Motiven, denen aber allen eins gemeinschaftlich ist.- der Wunsch nach einer andern Umwelt, nach einer Milieuveränderung. Lis romantische Denkweise hat also den ko- loi ialen Unternehmungen grobe D enste geleistet, und sie kann große materielle Erfolge buchen. Dos hat sich auch an unfern Südsee'olonien erwie'en. Diese sind das Gebiet gewesen, wo sich die deutsche Kolonialwirtschaft am erfolgreichst e n betätigte und wo die rentabelsten Unternehmungen arb.iteten. 3dj will, ohne mit Zahlen und Ziffern zu behelligen, nur folgendes an- führen: Sic Haup erzrugnisse der Südseekolonien sind Kopra, Kakao, Kautschuk und Phosphate. Außerdem sind in dem noch wert-, bekannten Innern Reuguineas mit Sicherheit bedeutende.Bodenschätze, namentlich Kohlen und Metalle, vorhanden. Kopra, das in Streifen geschi i tcne und gedörr e Fruchtfleisch der Kokos- nutz, ist einer der wichtigsten Rohstosse für die Fe.t- und Cea chustrie. Es steht wissenschaftlich fest, daß die Kolospalme, nebenbei eines der nützlichsten Gewächse, die es gibt, auf den Süd- feciaseln, und zwar sowohl in dem sandigen Ko- rallenkalk der Atolle, wie in den vulkanischen Humusböden der hohen Inseln die denkbar besten Wachstumsbedingungen findet und die reichen Erträge, wie sonst nirgendwo, ohne sonderliche Pflege liefert. Sie wird teils von den Eingeborenen, teils rationell-wirtscho't.ich von Europäern angcbaut. Die Pflanzungen drei.e.en sich dauernd aus, Jahr für Jahr traten wachsende Bestände in das Alter dec Tragfähigkeit, und es lief) sich berechnen, daß Deutschland binnen wenigen Jahren seinen oe«'amten Bedarf an Kopra iiuä fei. ca Südseekolonien hatte decken können, und in dem Bezug von Phosphaten, die in reichen Lagern aus einigen Inseln des Reu- gui '.ea-Schuhgeöiets auftehen und für die Land- wirtschaft unen.behrlich sind, hätte sich Deutschland jede.züt vom Ausland unabhängig machen können. - -Hebet die Bedeutung des Kakaos für Li? Bolksernährung und von Kautschuk für die moderne Industrie ist kein Wort zu verlieren. Dazu muß aber noch erwähnt werden, daß die finanzielle Lage der Südseeiolonien eine hervorragend günstige war. S.e waren schon früh und leicht befriedet worden. Kostspielige Kolonialkriege hatte es nicht gegeben. Samoa, das überhaupt ohne Schuhtruppe regiert wurde, hatte schon geraume Zeit vor dem Kriege end- gül.ig aus Zuschüsse vom Reich verzichten können, und bezüglich Neuguineas war dieses Ziel in absehbarer Zeit zu erhoffen. Das alte kolonial- verdros ene Schlagwort, daß die Kolonien nur Geld kosteten und nichts einbrächten, war also nirgends unangebrachter als in der Südsee. Zum Schluß muß ich noch an den Kampier von Behauptungen, Zeitungsartikeln und diplomatischen Roten anlnüpsen, der unter dem Rainen der „Kolonialen S ch u l d l ü g e" zusammen- gefaßt wird und dessen Haltlosigkeit und Un- wahrhastigleit in der Südsee ganz besonders kraß in Erscheinung tritt. — Die fremden Kolonialnationen haben dort stellenweise ein sörmliches Ausrottungssystem unter den Eingeborenen getrieben und im übr g?n so rücksichtslos ge- wirtschaftet, daß ein ge dieser noch unberührten, toc. i] seuchc.esten Dölierscha.ten bereits gänzlich ausgestorben und andere Dem Aussterben nahe -.sind. DaS ist der sogenannte Bölcertod in der ^Südsee. ein geschich l ches Ereignis, das hauptsächlich der englischen Kolon sation zur Last fäll'. In meinem kürzlich ersch enenen Buche '„Erinnerungen an Samoa" habe ich die wcsent- lichstcn Tatsachen und Daten darüber zusammengestellt, säst ausschließlich nach engl sch.n Quellen, und ich kann mich hier nicht weiter in den wenig erfreulichen Einzelheiten ergehen. Dagegen hat die pflegliche deutsche Ko- lonialverwaltung den von ihr in der Südsee übernvm e..cn B?völk?rungsb?stand. vornehmlich | durch die humanitäre Tätigieit der Kolonialärzte, | «^arrv.2:j!^:T'g:a^"rri" ■mm ■■, ——awaummzwurBraru stündlich, mit Miß Mac Norton) zu tun. Es war Bescheidenheit, Selbstironir, vie l icht auch eine Art von a.ergläubischer Geisterbeschwörung, die ihm feinen Namen eintrug. Mit „Old Pcte" konnte man bei jedem Rennen Ehre einlegen, und wenn wir keinen besonders großartigen Preis davontrugen, so war daran benimmt ein altes Weib oder eine schwarze Katze schuld, die unserem Kapitän am Denn- morgen über den Weg lief. Denn alle rechten Bobsleighfahrer sind abergläubisch. Im übrigen sei nicht vergessen, zu bemerken, daß wir eine violette Sei.:enschärp-' trugen, auf dec gelbgestickt „Old Pete" zu lesen stand. Bon mir aus hätte er „Cienjen aus dem Dusch" heißen sollen, aber das war nun nicht mehr zu ändern. Es lebe unser »Alter Peter". Robinson Lycett Bentley heißt unser Führer und Steuermann. Er hält sich nur des Bobsleighfahrens halber in Sankt Moritz auf und wendet, wie viele Engländer, sein ganzes Interesse ausschließlich der von ihm erwählten Sportart zu, die er mit fachmännischer, geradezu wissenschaftlicher Gründlichkeit betreibt. 3m Jahre vorher hat er sich nur mit dem kleinen stählernen Skeleton abgegeben, und nächstes Jahr wird er seine Aufmerlsamkeit allein dem Schlittschuhlauf zu- wenden. Keine schlechte Methode, weil man es auf diese Weise wirklich auf allen Feldern zu etwas bringt. Außerdem ist er noch ein recht guter Violinspieler, bei einem Engländer und vollends gewesenen Offizier sicher etwas ziemlich Seltenes und sehr musikverständig. Das Oss^ierspielen hat ec aufgegeben, weil ihm die Welt zu friedlich geworden ist. und fein Vermögen, wie er sagt zu klein: aber Rahrungsforgen scheint er noch nicht gerade zu haben. Für den »Old Pete" ist er ein großartiger Chef. Wer kennt die Sankt Moriher Bobbahn besser als er? Wer führt den stählernen Flieger schneidiger durch die Kurven? Wer drillt seine Mannschaft mit mehr verbissener Gründlichkeit ein als er? 3n ganz Graubünden, in der ganzen freien Schweiz ist keiner, der ihm da- Wasser reicht. Hell unserem Bentley! Mac Norton heißt unser Dobmädchen, Ellen Mac Norton. Gibt eS eine bravere Dobdame im nicht nur erhalten, sondern verschiedentlich sogar noch eine Bevölkerungszunahme zu erzielen vermocht. Unter diesen Umständen begreift es sich, dah der Kolonialdeulsche aus der Südsee seine Enteignung und Vertreibung, de die Mandatsmächte auf Grund des Friedensvertrages vorgenommen haben, bri völlig unzureichender Entschädigung als besonders hart und bitter empfinden muß. Aber die kolon ale Schuldlüge trifft moralisch nicht etwa lediglich nur die Deutschen, die draußen oder daheim als Beamte, Kaufleute oder Pflanzer kolonial tätig gewesen sind, sondern uns alle, weil sie dem deutschen Volke als solchem den Beruf und Rang eines Kulturvolkes abspricht und darum sollte ihre Bekämpfung allen, ohne Rücksicht aus Partci- stellung, am Herzen liegen. Sanguiniker haben gemeint, daß durch neuerliche unverbindliche Äußerungen englischer Staatsmänner über die Möglichkeit eines Kolonialmandats für Deutschland die koloniale Schuldlüge beseitigt worden sei. Politisch beseitigt wird sie aber erst fein, wenn durch eine konkludente Handlung uns wieder eine kolonialpolitische Handlung uns wieder eine kolonialpolitische Betätigung eröffnet wirb. Wie weit es den Leitern der Geschicke Deutschlands gelingen wird, zu bewirken, daß das uns zugefügte große Unrecht wieder gut gemacht wird, ist heute noch nicht zu Übersehen. Unsere Aufgabe ist es, die Erinnerung an unfern Kolonialbesitz ohne Unterschied und den kolonialen Gedanken allgemein wach zu erhalten und daraus zu achten, daß die Revisionsbedürftigkeit des kolonialen Teils des DerfaUler Friedens nicht auf die lange Bank geschoben wird. Wenn die politische Konstellation sich dann so gestaltet, dah die koloniale Frage aufgerollt werden kann, muß sie in vollem Umfange auf der Tagesordnung stehen. Zur Vorbereitung einer Lösung gehört auch ein völliger Abbau der Kriegspsychose, die in Australien und Neuseeland bei dem durchschnittlich nicht sehr hohen Bildungsgrade der englischen Kolonistenbevölke- rung sehr tiefe Eindrücke hinterlassen hat. Alle Verleumdungen: die uns angehängt wurden, fanden dort bereitwillig und kritiklos Glauben. Es ist daher besonders zu begrüßen, dah die Welt- umseAelungscxpedition des Grafen Luckner, auch die Südsee aufsuchen und dort in den durch die örtlichen Umstände gebotenen Formen dem Deu.fchtum wieder Eingang zu verschaffen bestrebt sein wird. Parlamentarisches aus Hessen. Die Deutschnationale Fraktion hat folgenden Antrag gestellt: Durch Entscheidung des Reichsgerichts ist § 28 Abs. 2 des Aufwertungs- gesehes dahin ausgelegt worden, dah bei der Aufwertung von Rückwirkungs- v b l a ft e n nicht nur für die Oblast selbst, sondern auch für die persönliche Forderung die Verzinsung erst mit dem Beginn des auf die Eintragung folgenden Kalendervierteliahres beginnen soll. Diese Entscheidung bedeutet eine neue empfindliche Schädigung der Gläubiger. Wie uns mitgeteilt wird, sollen bei Grundbuch- ämtetn infolge der dort eingetretenen Heber» lastung noch Anträge unerledigt sein, die bereits vor einem Jahre und mehr eingereicht worden sind. Durch diese Verzögerung wird auch der Beginn der Zinszahlung in den Fällen § 28 Abs. 2 hinausgezögert. Wir beantragen einen Beschluß dcS Landtags, der daS Justizministerium ersucht, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Wiedereintragung der sogenannten Rückwirkungsobkasten zu beschleunigen. Der Minister des Innern legt dem Landtag folgende Regierungsvorlage über die einstweilige Zurverfügungstellung dec im Staatsooranschlag 1927 für D.e Provinzial st raß enverwal- tung vorgesehenen Baukredite vor: Erfahrungsgemäß ist es wirtschaftlich vorteilhaft, die Materialien für die Strahenunterhaltung bereits im Winter zu ^stellen und anliefern zu lassen. 3n dieser Zeit sind die Werke noch nicht so mit Aufträgen überhäuft wie im Sommer Äur Zeit des Beginns der Walzarüeiten: weiter sind die Fuhr löhne ganz wesentlich billiger, solange die Feldbestellung noch nicht begonnen hat, und schließlich können beim Brechen und beim Laden der Steine im Winter Erwerbslose In größerem Umfange beschäftig' wurden, während sie im Sommer eher die Möglichkeit zur Beschäftigung bei Bestellung der Felder und beim Anziehen der Bautätigkeit haben. Es soll deshalb ganzen Engadin? Wie sie in den Kurven auf- jauchzt, wie sie mittut beim „Bobving" — cne — two —> Ihres —, wie ihr sommersprossiges Näschen sich bläht und ihre Augen aufleuchten, wenn wir unsere Zeit um eine Sekunde oder auch nur einen Bruchteil davon verbessert haben. Sie ist resolut und weih, was sie will, aber nicht mit jener etwas blaustrümpfigen Tüchtigkeit be» haftet, die ich nach Bentleys ständigem „Miß Mac Norton wird..." und »Miß Mac Norton kann.. /' bei ihr anzutreffen gefürchtet hatte. Sie ist keine Ballschönhell und zum Tanzen nicht ganz so gut zu gebrauchen wie auf dein Schlitten, aber als feiner Sportkamerad nicht zu übertreffen: draufgängerisch, tollkühn beinahe, muskelzähe, nicht totzukriegen. Sicher stammt sie aus einer der schottischen Familien, die es sich *um Ruhm anrechnen, daß einige ihrer Ahnen wegen Pferdediebstahls gehängt worden sind. Es lebe die kleine Mac Norton I Müller und Myers seien die beiden äußeren Bobgenossen genannt, jener Deutscher, dieser Holländer, Freund von Mein der eine, von Whisky (mit wenig Soda) der andere. Aber dieser Freundschaft können sie wenig frönen, weil Bentley scharf auf seine Mannschaft aufpaßt. Myers ist obendrein noch von dem harten Geschick betroffen, ständig unglücklich verlieht zu sein, aber das ist ein Zustand, den er für fein Wohlbefinden braucht, es wäre eine Katastrophe, wenn er einmal in der Liebe Glück hätte. Müller ist unser „Breaker", der in der Theorie die Bremse bedient, sie aber tatsächlich nicht ober nur im äußersten Notfall handhaben darf, weil das 50 Franken für Reparatur der sorgfältig geglätteten Bahn tostet. Was ist sonst noch von Müller und Myerd zu sagen? Von ihren privaten Lebensverhält- nissen weih man nicht viel. Kurz und gut: sie lind brave IungenS und gute Genossen auf der weißen - fast hätte ich gesagt: Schlittenstrecke, und damit die ganze Zunft beleidigt: aber ich beeile mich zu berichtigen: der Bobsleigh ist bekanntlich kein Schlitten, sondern ein Mittelding zwrschen Flugzeug und Automobil. Jawohl! Man kennt jene trefflichen Filmaufnahmen von Dobsleighrennen, bei denen man eine bergab den Provinzen für Den vorgenannten Zweck etwa 50 v. H. des nach Artikel 5 Abs. III des Gesetzes über das Straßenwefen in Hessen vom 15. Juli 1S26 zu leistenden Staatszuschusses für 1927 bereits letzt zur Verfügung gestellt und ausbezahlt werden, sobald sie die Bestellung des Materials aufgegeben und hierher berichtet haben. Ich beehre mich, unter Bezugnahme auf Artikel 56 der Verfassung vom 12. Dezember 1919 zu beantragen: Der Erste Ausschuß wolle zustimmen, daß — soweit die erforderlichen Mittel beschafft werden können — die im Staatsvoranschlag für 192? für die Provinzialstraßenverwaltung beantragten K^e dite bis zur Hälfte alsbald verwendet werden können. • Der Finanzminister hat dem Landtag folgende Regierungsvorlage zugehen lassen: 3m Hinblick auf die in den nächsten Wochen im D äuge w e r b e, namentlich im Weißbindergewerbe, zu erwartende starke Arbeitslosigkeit ist aus Kreisen des Handwlrks angeregt worden, öle Baubehörden möchten hier einschlägige Arbeiten, soweit die Winterszeit ihre Ausführung erlaubt, alsbald in Auftrag geben und aus- führen lassen. Um dieser Anregung nachzukommen, ist beabsichtigt, von den im Staatsvoranschlag 1927 In Aussicht genommenen Bauarbeiten und Herstellungen einen Teil der Arbeiten der laufenden Unterhaltung der Staatsgebäude vorweg äu nehmen. Die Gesamtkosten der laufenden Unterhaltung betragen für 1927 rund 2 085 800 Mar'. Es ist beabsichtigt, aus diesem Betrag 120 000 Mi. im voraus zur Verfügung zu stellen. Der vorgenannte Betrag soll je nach Arbeits- mögllchkeit den einzelnen Hochbauämtern zugeteilt und die Arbeiten ohne Verzug in Angriff genommen werden, um so dem Gewerbe Arbeitsgelegenheit in den Wintermonaten zu schaffen. Die Regierung ersucht daher auf Grund des Artikels 56 der Verfassung den Finanzausschuß, die Zustimmung zur Bereitstellung des Betrages von 120 000 M k. schon jetzt zu erteilen. Folgende Regierungsvorlage hat der Staatspräsident dem Landtag unterbreitet: Der Amtsgerichtsrat Schnittspahn in Groß-Umstadt hat gegen den Landtagsabgeordneten Rechtsanwalt und Notar Otto Sturmfels daselbst Strafantrag wegen Beleidigung g-stellt. Letzterer habe ihn in öffentlicher Gerichtssitzung wörtlich beleidigt, ihm auch mindestens zweimal Ohrfeigen angeboten. Wegen dec Einzelheiten darf auf die u. R. mit» folgenden Akten (liegen im Lckndtagsamt zur Einsicht offen) verwiesen werden. 3ch ersuche ergebenst, gemäß Artikel 37 der Reichsverfassung einen Beschluß des Landtags gefälligst herbeizuführen, ob er die beantragte Strafverfolgung genehmigt. Das Kote Kreuz im Jahre 1926. Das Deutsche Rote Kreuz legt soeben seinen neuen 3ahresbericht vor. Die darin enthaltenen Zahlen reden eine nicht zu überhörende Sprache. Auf 7 2 00 Zweigvereinen in allen Teilen deS Reiches erhebt sich der Bau drs Deutschen Roten Kreuzes. 1 1 25000 Mitglieder gehören insgesamt diesen Vereinen an. Aus 1000 Einwohner kommen mithin in Deutschland 18, die Mitglieder des Roten Kreuzes sind. Jedem Deutschen ohne Unterschied des Standes, des Bekenntnisses und der Partei ist der Eintritt in die Hilfsorganisation des Roten Kreuzes unbenommen. Nach dem neuen 3ahresbrricht unterhalt das Deutsche Rote Kreuz 304 Anstalten mit 16 000 Krankenbetten und 3563 Pflegekräften. Es unterhält ferner 5e6 Krippen, Kindergärten, Horte ufto. mit 26 825 Plätzen und 1112 Pflegekräften. Die Zahl der Rotekreuzschwestern beträgt 7211. 3n 2167 Sanitätskolonnen vereinigen sich rund 84 000 Sanitätsmännec: sie und ihre Einrichtungen sind im Berichtsjahre 443 824inal In Anspruch genommen worden. Das Eisenbahnunglück bei Seiferöe und die Typhusepidemie in Hannover zeigen, welche Ausgaben hier zu bc- wältigen gewesen sind. Hilfe in jeglicher 21 o t: Krankenpflege, IugendtoohllahctSpflege. Adoptionsvermittlung, Studentenhilfe, Otentner- hilfe, Gesundheitsfürsorge, Erste Hilfe ufto. bildeten die Jahresarbeit deS Deutschen Roten Kreuzes. Da Millionen Hände sich für sie regten, wird der Segen für unfeee Volkswohlfahrt groß gewesen sein, toenn auch die nüchterne Sachlichkeit des Jahresberichtes nicht davon spricht. sausende Schneelatoine mit einem dunklen Kern, Wenn s ganz gut geht, auch noch ein nachslattern- des Schalende erfennt. Wie wär's zur Abwechslung mit einem Film, der den Gedankenablaus bet einer Bobsleighfahrt registriert? Diel Zeit zur Entfaltung von GedankenluxuS hat man zwar nicht, da die ganze lange Strecke in anderthalb bis zwei Minuten durchfahren Ist. Immerhin, da man die Spintisierzentrale nicht ganz abstellen kann: etwas denkt man schon in diesen schönen nervenkitzelnden anderthalb Minuten. Laßt sehen, was dabei herausschaut: Blöd, tote langsam das anfängt! Saure Arbeit, dieses erste Anstemmen. Ob Muller dabei nickt fein Monokel verliert? Der Affe dort grinst so hämisch! Endlich, jetzt sind wir in Fahrt — So. rin in die erste Kurve! Mehr links, mehr links, Captain, wir schteßen ja über die BöschungI Sapristi, wie wir jetzt fliegen! Wir sind doch forsche Kerle. Ob toir wohl unsere Zeit verbessern werden? — Sunny Corner! Warum schreit Bentley so? — Ah, fein genommen! — Aber jetzt Horseshoe Corner! — Ich hätte doch vielleicht die Lebensversicherung... Himmel, die EiStoand! Das geht nicht gut, das geht nicht gut, das geht bestimmt nicht gut! — Wir kippen!! — Nein, für diesmal hätten wir's noch gepackt! Ob toir wohl unsere Zeit... Bentley ist ja heute von einem Leichtsinn... Jetzt schreit auch das Mädel. Sicher aus Erleichterung. — Sv, da wären toir im Auslauf. Die letzte Kurve war ein Kinderspiel. — Schau schau, das Gewimmel! — Kommen wir nicht glanzend herein? — Ob wir Wohl unsere Zeit verbessert haben? Ergänzend ist zu bemerken, bah aus zarter Rücksichtnahme auf oen Setzer viele Ausrufezeichen und alle Naturlaute fortgelaffen find. Man denkt nämlich beim Bobsleighfahren mehr in Natur- Iouten und Ausrufezeichen als in Worten. — Kein Zweifel, wir waren wirllich forsche Kerle! Wir hatten unsere Freunde und Freundinnen, die 50 Franken und mehr beim Rennen um den Rhätischen Pokal auf uns fetzten und ebensoviel bei dem Spaß verloren. Wir hatten unsere Verehrer und Verehrerinnen, die bei Oberhessen. Krcis Kricdberg — Bad-Nauheim. 23. Ian. Der Beginn der in diesem Jahre hier ftattfinbenOen größeren wissenschaftlichen Tagungen wird mit dem 2. all* gemeinen ärztlichen Kongreß f ü r Psychotherapie eröffnet, der in den Tagen von 27. bis 30. April hier abgehalten wird. Den Vorsitz führt Geheimrat Prof. Dc. Sommer (Gießen). Im Vordergrund der Verhandlungen wird das Thema der Psychoanalyse stehen. Berufene Forscher, wie Schilder flöten), G o l d- ft e in (Frankfurt a. M), Simmel (Berlin) u. a. werden dazu sprechen. Weitere DerhandlungS- gegenstände sind die Heilpädagogik und die er« perimenrelle Psychologie. «r Dad - Rauhelm, 23. Ian. Die S ta d t- verordneten bestätigten in ihrer jüngsten Sitzung die unter Vorbehalt an die städtischen planmäßigen und außerplanmäßigen (Beamten, Ruhegehalts mpfäneec und Hinterbliebenen gezahlte W e i h n acht s b e i h l l f e. dir in den Gruppen 1—11 für Ledige 3‘> Wk., für (Beamte mit eigenem Haushalt 50 Mk. betrug und außerdem einen Kinderzuschlag in Höhe von 5 Mk. gewahrte. Beschlossen wurde, daß die Deso l d u n g des im Juni neu zu wählenden Bürgermeisters (wir haben darüber bereits berichtet) nach der Aelchsbesoldungsordnung erfolgt, und zwar nach Gruppe 12 mit Eintritt in Stufe 6 und mit Ausrückungsmögllchkeit nach" Gruppe 13, Die Bewerber sollen das 45. Lebensjahr nicht überschritten haben und in der ftommunalber- waltung Erfahrung beflben, wie auch Befähigung zum Dichteramt oder höheren Verwaltungsdienst erwünscht ist. Die Stadt erwirbt die Mitgliedschaft beim Verein f ü r das Deutschtum im Auslandc mit einem Jahresbeitrag von 20 Mk. Eine städtische Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges soll am Volkstrauertag (13. März) auf dem neuen Friedhof stattfinden. Ein besonderer Ausschuß nimmt die Vorbereitung der Feier in die Hand. Dem Stadtverordneten Christian Schäfer, über die Stadt hinaus im hessischen Kriegen, er eins- Wesen sehr bekannt, der 2 5 Jahre ununterbrochen der Gemeindevertretung angehört, wurden unter allgemeinem Beifall die Glückwünsche der Stadt und des StadtverordnetenkollegiumS durch Bürgermeister Dr. K a v s e r hergebracht. — Das hiefiqe Ortskartell der Beamten, in dem über 300 Beamte am Platze organisiert sind, nahm in seiner gestern unter dem Vorsitz' von Lehrer Porth stattgchabten Mitgliederversammlung Stellung zu der in Hessen getroffenen Regelung der W e l h n a ch t s b e i h i l f e f ü r die Beamten. 3m Anschluß an das vom Bor- fitzenden erstattete (Referat über die Protestversammlung in Darmstadt am 2. Januar sprach die Versammlung die bestimmte Erwartung aus. dah das an einem Teil der hessischen Beamtenschaft offenbar begangene Unrecht wieder gut gemacht werde. Lehrer Porth hielt dann einen sehr gründlichen und lehrreichen Vortrag über das zeitgemäße Thema „Deamteund Wirtschaft'. Der Redner behandelte die Beziehungen deS (Beamten zur Wirtschaft und kam zu dem Schluß, daß sich das Beamtentum aus volkswirtschaftlicher Erkenntnis zufommenschließen müsse, und zwar gewerkschaftlich zum Zweck eines gesicherten Einkommens und genossenschaftlich wegen eines sparsamen Auskommens. Eine örtliche Sterbekasse der hiesigen Beamten ist auf Grund eines UmlageversahrenS gegründet worden. Die vorgelegte Satzung wurde genehmigt. Kreis Bttdingen. △ Büdingen, 22. Ian. Dom 26. Januar bi» ö. Februar finden die schon für Dezember v. I. vorgesehenen Vorführungen des Kreisschulkinos in den fcftglegten Orten statt. th. Leidhecren, 22. 3c n. Rach D:enk igung der Holchauerarbeiten Im hiesigen Walde beträgt die Zahl der Arbeitslosen in unserer Gemeinde 19 Mann. Ein Teil Der Leute wird nun mit DurchsorstungZarbeiten im Walde beschäftigt, Der andere Tell säubert die sogen. Wingerten von Hecken, Steinen und Geröll, Da die Gemeinde hier eine Pflanzung von Kirschbäumen, 96 Bäume In einer Allee von 6 Reihen, anlegen will. Kreis Schotten. ------ Gedern, 22. 3an. Der Schulvorstand beschloß einstimmig, für die Mädchen- fortbildungsschule ab Anfang März den keiner unserer Uebungssahrten versäumten, am Sunny oder Horfeshoe Cvrner Den »Alten Peter" mit ermunterndem Zuruf zu grüßen. Und wir hatten als Schutzengel, der für uns betete und Portwein und Kaviarschnittchen für und bereit- hielt, die blldhübsche Frau unseres Steuermanns. Evelyn Bentley, die Robinson gegen alle englische Sitte nach jeder Fahrt vor unseren Augen glückstrahlend umarmte, und in die sich der ganze männliche Teil Der Mannschaft pflichtschuldigst verliebte. 2lod) zwei „Old Pete"-Verehrer müssen mit Ramen genannt werden, Die Herren Morris Vater und Sohn. Sie pflegten — Engländer» typen, wie sie eigentlich nur in alten Kinder- bilderbüchern noch Vorkommen — stets am Sunny Corner zu sitzen, gestreift wie zwei Zebras ober kariert wie wandelnde Schachbretter, stundenlang geduldig wartend, pseifen- bewehrt. Kein Zuschauer kann treuer und langmütiger sein als die beiden. Daß sie nicht vor Langeweile gestorben sind, ist einfach ein Wunder, wenn man bedenkt, daß die Bobs in Abständen von mehreren Minuten fahren und oft recht lange Pausen elntreten. Einmal machte und Morris junior, redseliger als sonst, in fünf Worten eine Bemerkung über eine Fahrt des Alten Peter, Morris junior, der an die sechzig 3ahre zählen möchte: worauf sein 80- oder AOjährlger (Batet uns entschuldigend sagte. ,Gr versteht nichts davon, es ist noch zu jung." An einem Abend übten wir noch in her Dämmerung mit den beiden DlvrriS am Sunny Corner als einsamen Zuschauern. Ein« schon telephonisch nach unten gemeldete letzte Fahrt wurde wegen der hereinbrechmden Dunkelheit und Rachrkälte aufgegeben. Am nächsten Morgen flitzten wir um 9 im ersten Sonnenlicht wieder die weihe Strecke hinunter. Arn Sunny Corner sahen, statuenhaft, einsam wie am Abend vorher, Morris Vater und Sohn. „Gott soll schützen," sagte Müller tief erschüttert, als wir unten ankamen, »Gott fott schützen, sie haben die ganze Rocht auf und ge- *1 AH?K"N Ma1 tf* iiÄ®;s «'»»•. Vorbei.Stet jung. ‘fe'FiRÜ*® «K'L '"« t>urb,L* N rben öflS”rn®üt. l2 mit Vnlriit? S?0^1. NÄ3 wem 9Qbtc3b ,L(6JUm )e ötbenfiA -ng to” ^UhTuJr.HIh MM WftlÄfi tesRSi ■fiun Äff* $™ Är: ,^sall die ©IfidtoünjÄ »Mssr WfcWgnÄ J.yfc g-trvürnen chtsbelhlllrtürble "uv an das Dom TJ3t. vA übet bk PrMvn " am 2. Januar sprach 'Mmmtr Trvartung aus, 1 der HMchen Deamlrn. jene Unrecht wieder Lehrer Vorth hielt itchen und lehrreichen 2oo veThema „‘Beamte unb Redner behandelte die 2e. m zur Dirtlchast und kam sich das Deamtentum aus Kenntnis -ujammcnsllicb.'n 5chafrl!ch zum Zweck eines iS und gmoffenfchMch Vutfomnienä. Sine Sri» der hiesigen 2)e« eines Umla^vrcichren» t »otyleatt Tagung igif«6tten m . Corner den .Wen P«« urui zu grüßen, ^nd B*r rV für uni Wunlt o'-Mch-n für unS fe«Ü- le Pingten Ajnder« M nur w ((el6 am üDtlommW Dic wd iinen, Zchach' i wie van^lM w grduldtg lang' 1^*3 üs%%ft *i«S * 3"$$ *TS » chM »t*,A SunnU tüf Cf fteSSf •* ** ite gE Mmgen. 2. Jon. Dom 26. Januar bi» chon für Dezember v.J. vor- n des Areirfchulkino» i statt. , 22. Jcn. Äach D:eniiguna Im hiesigen Walde beträgt itelofen in unlttet inn. Ein Teil der Leute orsiungSarbeiten tm Walde :e Tell säubert die logen, n Steinen und Verölt, da eine Pflanzung von 16 (Bäume in einer W en will. Srfjottcn. 22. Jan. Der Hau-Wirtschaftlichen Unterricht beginnen zu lassen. Sr wird sich bei täglicher Unterrichtserrcilung aus einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen etitreefen. so Daft er bid zum Beginn der lasrdwtrlschastlichen Ftichjahrsarhei. ten beendet ist. Ferner beschloß man. auch die MädchensorÜnldunCSschule künftig dreijährig zu gestalten, doch soll der Unterricht auf die Wintermonate, wie seither, beschränkt bleiben. Starkenburg. • Darmstadt. 21. Ian. Die Ortsgruppe Darmstadt der Deutschen Volks Partei wr- anftoliete gestern abend eine Reichsgrün- dungssejer, der weit über 1OOT> Personen bei- wohnten. L'nnbtagsabfl. vr. Keller (Büdingen) hielt die Gedächtnisrede, worin er Bismarck als den Reichsgründer feierte Im Anschluß an die Rede wurde ein Bismarck' I Im qe\rint, dessen Bor- iührung etwa zwei Stunden In Anspruch nahm. Der Abend fand bei den Besuchern der Veranstaltung cbhafte Anerkennung. Preußen. Miete Wetzlar. DSM. Dedlar, 21 San. Da Die Holz- lällerarbeiten in zahlreichen Gemeinden bereits bcendet find und die ungünstige Witterung gewisse NotstandSarbelten unmöglich macht, hat die Zahl der Erwerbslosen in Stadt und Ärcie Wevlar, sowie im Kreis« Biedenkopf, di« zu einem Verwaltungsbezirk zusammengeschlotsen sind, eine wesentliche Erhöhung erfahren. Sie beträgt insgesamt 1961 AauptunterstühungS- empfanger. sowie 33 D3 ZuschlagSempsänaer <> Dprnholzhaufen, 22. Ian. Bei Neu- 'chnee hatte man Im Distrikt „iränfbath" de» hie- "gen fficmelnberoalbe» Sauen « lnaekreist. Es Klang den Treibern jedoch nicht, die Sauen aus der Dickung, In der sie „fest" gemacht waren, berauszu- bringen. Die Jagd mutzte daher mit Einbruch der Dunkelheit ergebnislos abgebrochen werden. Tillkrcis. Ö69L Dillenburg, 22. Ian. In der ver- t-mgenen Otocht drangen unbekannte Einbrecher nittel» Dietrichs in da» hiesige Warenhaus der lirma B r a u m ein, plünderten Die W a , r^enbe stände aus und hießen allerlei nützliche -achen, wie fertige Anzüge, Hosen, Strümpfe, Hem- ?cn usw. sowie außerdem die La den kaffe mit 1OO0 Mark mitgeben. Die later sind darauf spurlos verschwunden. Untersuchung ist eingeleitet. Kreis Hulda. DEN. Fulda, 22. Ian. In der gestrigen Stadtverordneten sitzung teilte Ober« Bürgermeister vr. Antoni mit, datz die bezüglich les Ausscheidens der Stadt Fulda au» dem Landkreise eingeleiteten Verhandlungen bereit« soweit gediehen seien, datz die Beratungen 1" der kommenden Woche zu Ende gehen Dürften. 3n der Sitzung wurde ferner ein Abbau d e r Gewerbesteuer (Herabsetzung dos Gemeinde- ,vifd)lag9 von 750 auf 600 Proz.) beschlossen. Kirche und Schute. Für das nördliche Oberhesfen fallen in ciefem Jahre die beiden Kirchenvorstchertagllngen in 2 l b e » h a u f e n am 21. März und in Ehringshausen am 28. März stattsinden. Die Predigt rjnirb an beiden Orten Oberkirchenrat Wagner Hal- tm, den Vortrag Prälat 0. vr. Diehl über .Die Bedeutung der Konfirmation und unsere dichten gegenüber den Äonflrmanben". Amtsgericht Gießen. Eine Ehefrau ist vor dem Einzelrichter ange> flogt, anfangs August 1926 ihren minderjährigen Sohn durch Mitzbrauch ihre» Ansehens angeftiftet haben, eine Nachbarsfrau und Frau eines Kol- I eflen zu mitzhandeln. Der Sohn, ein Kaufmanns- l«hrling.. soll sich oor dem Jugendgericht Dafür ver- antworten, Datz er Die Nachbarsfrau vorsätzlich unD mittels hinterlistigen Ueberfalles mißhandelt und an btr Gesundheit veschädigt habe, obwohl er nach feiner geistigen und sittlichen Entwicklung fähig war, tos Ungesetzliche feiner Handlungsweise einzusehen uenD feinen Willen hiernach zu bestimmen. Die vor- tozeichncten Frauen find durch Schwatzereien hinter- e nander geraten, während sie früher gut mitein- «"der standen. Die Feindschaft übertrug sich leider «uch auf die Kinder. Es wurden zahlreiche Zeugen DerZrosch mii derMaske Roman von Edgar Wallace. UZ Foniegunp Nachdruck verboten „Ist da» eine stupide Idee!" sägte Ray Bennett, ritz Die Augen auf und gähnte. Er (eate sich ins Gras zurück, faltete Die fjänDe unter Dem stopf und gähnte teon neuem. „Du, — Lew! — Wer ist Denn eigentlich dieser Frosch?" Lew Brady leerte Den restlichen Inhalt Des Fläschchen» auf das Gras, schraubt« Den Stöpsel rteber ein und schüttelte ieöen Tropfen aus dem Eecher aus, bevor er sich eryob, um zu Dem schlafen- ton Jungen hinuberzugehen. „He du,— steh aufr sagt« er. Es kam keine Antwort. „Steh auf!" Mit einem Stöhnen Drehte sich Ray um, Den 8oof auf Den Arm gebettet, und nun rührte er sich mchl mehr. Ein plötzlicher Lzerdochl ftlw in Lew auf. War k i am Ende tot? Lew erbleichte bei Dielem Gedanken. Tiefer so geschickt eingefäbelte Streit würde ge- raigen. ihn zu überführen. Er ritz bas Fläschchen rjs seiner Tasche und Hetz es In Die Brusttasche Des Schläfer» gleiten. Da hone er ein Geräusch. Als er fäh umwendete, sah er, daß ein Mann ihn beob» j hlete. Lew starrte ihn an und östnete die Sippen, :»n zu reden, aber Da kam es: ..Plop." Er sah Den Blitz Der Flamme, bevor di« Kugel ihn traf. Er versuchte neuerlich die Lippen zu öffnen, un au reden, und wieder tarn es: „Plop." Lew Brady war tot. Der Mann zog Öen Schalldämpfer von der distale, ging ohne jede Hast zu Dem schlafenden ämj hinüber und steckte Diesem die Pistole In die 'rtiaffe -and. Dann kam er zurück, kehrte Den Kör- Pir De« Toten um und sah ihm ins Gesicht. Er «nl- "muggelL Trotz Der strengen Gesetze. Di« die ägyptische Regierung gegen den Handel mit Haschisch, Kokain und a«Deren Narkotiken erlassen hat. blüht Der Schmuggel unD der unrechtmäßige Handei mit diesen ^csährlicheii Drogen Im Pharaonen- lande wie nie Autor. Haschisch ist Da» Liebling-- gift, zu Dem die unteren Klassen In Den StäDtcn und Dörfern greifen, aber viele haben sich in neuester Zett auch mit Kokain. Heroin und Morphium angefreundet. Diele primitiven Morphinisten verfügen mellt über feine richtigen Spritzen, sondern Ke benutzen eine Nadel und ejnen Vummisguger. wie er zum Einfüllen Der Tinte in Die Füllfederhalter biegt. Es vergeht kaum eine Nacht in Kairo, in Der nicht Die Polizei einigen Haschisch-Höllen auf die Spur kommt, in Denen Raucher dichtgedrängt wie Die Heringe liegen. Verhaftungen von Händlern unD Schmugaiern sind an Der Tagesordnung. Aber man findet Immer neue Tricks, um die verbotene Ware hereirtzubringen, und am eifrigsten find Dabei Die Frauen. Am häufigsten geschieht Der Schmuggel von Haschisch In der Welse, Daß er von Dem Bord eines ankommenden Schiffes an einer vorder verabredeten Stell« auSgcvo-r- fen wird, an Der ihn Dann Der Helfershelfer auf- sischt. Das kostbare Paket ist wasserdicht verpackt und so beschaffen, Daß es auf den Mellen schwimmt Ein Haupttrick Der Haschisch-Schmuggler. Der jetzt von Der Polizei erkannt worden ist. bestand Darin, dah man sich toter Schafe oder Rinder bediente, die beim Transport von Syrien her auf Dem Schiff krepiert waren. Der Kadaver wurde geöffnet, mit Haschisch vollgestopst und Dann über Bord geworfen an einer Stelle an Der Küste, Die mit den Komplicen üerabrebet war. Während man den Methoden des Haschisch- Schmuggels bereits Aiemlich auf Die ©pur gekommen ist, läßt sich Die Einfuhr von .«totem viel schwieriger verhinDem. Da werden Immer wieder neue TrickS herausgefunden, wobei Frauen und Kinder eine Hauptrolle spielen. Die Äegdp- terin ist äußerst geschickt in der Kunst, alle möglichen Dina« unter ihren Kleidern zu herbergen, und die strengen Anschauungen DeS Islams leisten ihr Dabei Vorschub, Da die Polizei nur $ugreifen Darf. Wenn sie ihrer Sache ganz sicher ist. Die Narkotika werden mit Vorliebe In Paketen mit Schokolade unD Süßigkeiten verborgen. Die offen in Den Straßen verkauft werben. Schon öfters ftnb Kinder unter schweren Der- gistungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht worden, die uiibeabsichtigt von solchen „gewürzten" Leckereien aßen, denn bet Kokainhändler ist höchst gewissenlos unb kümmert sich nicht barum, ob Junge ober Alte seine Ware erhalten. Als Kokain-Verstecke müssen auch bie in bet Umgegend von Kairo gelegenen öben Stieb- Sie gingen zusammen in Den Speisesaal, unb Elk war es. als trete er in eine Kirche, solch feierliche Wurde herrschte in bem stattlichen Raum. „Wac hat Sie Denn so lange aufgehalten, Elk?" fragte Dick. ,^ch beklage mich ja nicht Darüber, aber wenn Sie nicht zur Zeit kommen, io mache Ich mir Sorgen Darüber, was Ihnen geschehen fein könnte." „Mir ist gar nichts gefchehen," sagte Elk unb nickte dem verlegenen Klubkellner freundlich zu. „Wir haben nur eine Untetiuchung in Gloucester gehabt. Ich dachte, ich hätte «Ine neue Frvschaffäre ausgedeckt, aber bie zwei Leute, Die In Die Angelegenheit verwickel, waren, hatten kein Frosch- zeichen/ „Um wen hanDelt es sich?" „Einer heißt Phenan, Das ist Der Tote?" „Ein Mord'?" „Ich glaube ichon," sagte Elk unb legre sich oor. „Er war schon tot, als man ihn in Iobley Cops« sand. Den anbem Hal man eingesperrt. Er war sinnlos betrunken. Wie es scheint, waren sie in La. verstört unb haben schon In Der Sdiente zum „Roten Löwen" Streit gehabt unD eine Rauferei begonnen. Di« Polizei wurde informiert und hat nach dem nächsten Dorf telephoniert. Der Schutzmann möge auf die beiden ein Auge haben, aber sie waren noch gar nicht hingekommen. Unb deshalb schickte man eine Radfahrpatrouille aus, um nach ihnen zu suchen. Es sind nämlich in Der Gegend ein paar Einbrüche verübt worden. Carter, Das ist Der Mörder, hat man in Das Gefängnis von Gloucester gebracht. Es ist ja ein ganz einfacher Fall, unb die Polizei von Gloucester hat ja auch hochmütig über Die Idee gelächelt, die Polizeidirektion davon benachrichtigen zu sollen. Aber es ist dpch immerhin ein Verbrechen, Das mehr als Das intellektuelle Niveau her Landpolizei verlangt." Dicks Li open preßten sich zusammen. „Ach, gerade jetzt folüen mir nicht grohtun, wo die Land« Solizti so unanaenehme Kommentare über unsere Weisheit abzugeben vermag," sagte er. „Mögen sie," tröstete Elk. „Diese Leut« haben doch auch em Recht auf ihre bescheidenen Vergnügungen und ich bin Der letzte, es ihnen ab» -uisprechen. klebrigen» habe Ich heute schon wieder John Bennett auf einem Bahnhof getroffen, auf dem Paddinalon-vohnhof diesmal. Ich hab immer das Glück, ihn auf Bahnhöfen zu treffen. Der Kerl Höfe dienen, in Deren unheimliches Berich sich bet gewöhnliche Sterbliche nicht gern wagt DH Droge wird gewöhnlich über bie Srnal-Grentze durch Kamellarawanen geschmuggelt, btt schlecht zu kontrollieren sinb. Die Karawanen inachen nachts zwischen den Mokatom-Hügeln Halt, von Denen aus man Kairo liegen sieht, unb da- kostbare Glst wird unter dem Schutz der Dunkelheit in bem leeren Grabe eines Friedhofs bestattet. Der Händler holt sich bann aus dieser Vorratskammer bie Ware ab. Hauptsächlich Unb Tabak- Händler Verkäufer von 'Kokain, aber auch Drogisten betreiben bleien Handel, unb kürzlich kam man in einem Drogengelchäft Der besten Gegend bei europäischen Diene!- von Kairo einem ausgedehnten Kokain-Hande! aus bie Spur, ben bet angesehene Besitzer in großem Stil betr eb; er besuchte in feinem Kraftwagen regelmäßig seine Kunden. Sin anderer Derorechcr. der log ..Ko- kain-Kbnig". Der dingfest gemacht wurde, hatte ein gänzes Heer von Kleinhändler unter seiner schlechtesten Vierteln bet Stabt. Wirtschaft. Die Lage auf dem Wohnungsund Baumarkt. Nach zuverlässigen Berechnungen Itnb tm Jahre 1924 95 000 Neu- unb 20 000 Umbau- moljnur.gen im Werte von 1,22 Milliarben RM. errichtet Worben. Im Jahre 1925 steigerte sich biese Zahl auf 166 000 Neu- unb 25 0to Umbau- Wohnungen, btc 1.74 Will. RM Kosten verursachten^ für 1926 kann mit 180 000 Neu- unb 20 000 Umbauwohnungen mit einem Kostenaufwand von 1,86 Will? RM. gerechnet werden Insgesamt find also in ben letzten br« finkt. Da mit einem baldigen Abbau der Hau-zlnS« steuer nicht zu rechnen ist, muß trenlgftent gefordert werden, Daß ihre Erträgnisse viel mehr al- bisher ihrer eigentlichen Zweckbestimmung zugeführt werden. 2llS Ziel muß natürlich erstrebt werben, btn Dau unb bie Vermietung von Häusern wieder rentabel zu machen. Lei teilt er GettchtSlnlnkt muß daher sein bis Beselkigung bes System- künstlicher Mictpreisbilbung unb bas Streben nach Erreichung der natürlichen Miete. Allerdings ist nicht zu verkennen, baß bk Kaufkraft ber Bevölkerung nur fchwcr bie für bie Neubauwohnungen geforderten Mieten, bk minbestenS 50 Prozent über ben Mieten für Alttvohnungen liegen, aufbringen kann, ein Umftanb, bet bereits oai Leerstehen zahlreicher Neubauwohnungen verursacht hat. Ss ist deshalb für möglichste Verbilligung von Neubauten unbedingt Sorge zu tragen. Wenngleich in beit letzten belben Itchren bie Baukosten sich bereit- lausend verbilligt habc-n, fo liegt dennoch auch jetzt ber Dauinber immer noch runb 15 Prozent über Dem allgemeinen Inber, ein Zustand, ber auf bk Dauer unhaltbar ist. Neben der Verbilligung ber Baukosten an sich, bie durch den finkenden Zinsfuß begünstigt wirb, ist auch bahm zu streben, baß burch Normalisierrmg ber Bauhilfsstofte, durch Schaffung von Typcichchi- fem, durch fpatiamerc Ausnutzung ber Boden- unb Hau-släche, burch Verteilung ber Bauprojekte auf ba- ganze Jahr usw. Weiter« Verbilligung eintreten Das die Aussichten für die kommende 03au- faifon angeht, so bildet ein gute- Vorzeichen ber Umftanb, daß auch In ben biLhcrigen Wintermonaten bie Bautätigkeit sowt^l für öffentliche. ist sicher ein Reifender. Diesmal hab« Ich mit ihm gesprochen. Er war ganz verzweifelt. Er Hai mir erzählt, daß er eingeichlafen ist und Im Traum auf ben Auslöser gedrückt unb ein Vermögen an Films verschwendet habe. Ich sagte ihm, daß ich neulich «ine Notiz über feine Bilder In Der Zeitung gelegen hatte. Es sah ja wirklich wie ein ungewöhnlicher Erfolg aus." ,.3d) würbe es ihm aufrichtig wünichen," sagte Dick ruhig, unb ein Etwas In feiner Stimme ließ feinen Gast aufblicken. „Sie erinnern mich baran, daß ich von Freund Johnson einen Brief bekam, in bem er fragt, ob Ich nicht Rays Abresse wüßte. Er hat ihn im Herons Klub angerufen, aber Ray war schon seit lagen nicht bort. Er möchte ihm eine Anstellung geben. Eine ganz groß« Anstellung. Es ist dock wirklich viel Gute» an diesem Johnson." .'Haben Sie ihm die Adresse gegeben?" Elk nickte. ,Vch gab ihm die Adresie und hab« Ray besucht, aber er ist nicht mehr In der Stabt. Er Ist vor ein paar Tagen fortgefahren unb wird nicht allzubald zurück fein. Cs wäre zu töricht, wenn er deshalb feine Stellung verlieren sollte. Ich glaube, es tat Johnson leid, zu sehen, wie ber junge Mann sich auf führt«. Vielleicht ist da noch «In anderer Einfluß am Werk." Dick verstand wohl, daß er Ella meine, aber er reagierte nicht auf die Anspielung. Nach bem Essen gingen sie ins Rauchzimmer hinüber. Während Elk mit Behagen eine der guten Zigaretten feines Wirtes rauchte, schrieb Dick einen Brief an (Ella, bei der seine Geoanken ben ganzen langen Tag über gewellt hatten. Es war ein unnötiger Brief, ein überlanger Brief, aber bk Nach, richt, die Elk gebracht hatte, mochte vielleicht zu feiner Entschuldigung dienen. Elk begann Dick eine neue Theorie darzulegen. .Ich höbe einen meiner Leute hlnbeordert, um "ch einmal diese chemische Fabrik anzuseben, an die Balders Briese gerichtet waren. Es ist eine Tchwindelgesellschosi. Kaum ein Dutzend Leute sind angestelli, unb auch diese nur von Fall zu Fall. Ts ist eine alle (Biftgasfabrtf, aber sie hat eine vielkräs« tige elektrische Anlage. Dk ,etzi§e Gesellschaft hast« für einen Pappenstiel gekauft ttnb Awei Burschen» die wir in Gewahrsam hoben, sind bie nominellen ÄauRr. (tzvstetzung folgt-) als auch für private Bauten relativ recht gut gewesen ist: die milde Witterung, die Bereitstellung nicht unerheblicher Beträge aus öffentlichen Mitteln usw. haben diese günstige Lage herüeigesührt. Aach den jetzt vorliegenden Anzeichen ist damit zu rechnen, daß auch die kommende Dausaison befriedigend verläuft, bereits jetzt liegt eine größere Anzahl Bauvorhaben vor, als in der entsprechenden Zeit des Jahres 1926. Das gilt insbesondere für die kommunale und für die industrielle Bautätigkeit (hier namentlich für die Schwerindustrie und die Ehe- mie). Gerade die industrielle Bautätiglei! ist von besonderer Wichtigkeit: sie hat in den letzten Jahren nur immer knapp 15—20 Prozent der Friedensregelziffer erreicht. Voraussetzung für eine weitere Befriedung ist natürlich, wie schon gesagt, die Fortsetzung einer Berbilligungs- aktion für Bauten, sowie die Sicherung des Arbeitsfriedens für die ganze kommende Bau- saison zu erträglichen Bedingungen. Gerade Störungen des Arbeitsfriedens haben neben plötzlichen Lohnheraussetzunaen in den letzten Jahren wiederholt günstige Entwicklungstendenzen erschwert oder gar gänzlich vernichtet, ein Beweis dafür, welche Bedeutung gerade diesem 11m- stand beizumessen ist. Der deutsche Außenhandel im Dezember 1926. Dar deutsche Außenhandel zeigt im Dezember 1926 im reinen Warenverkehr einen Einfuhr ü b e r s ch u h von 227 Millionen AM. im Vormonat, gegen 123 Mill. AM. Das Jahr 1 9 2 6 schließt somit mit einer leichten Passivität im reinen Warenverkehr von 132 Millionen AM. ab. Der Einfuhrüberschuß insgesamt beträgt 711 Millionen AM. Der deutsche Außenhandel zeigt im Dezember eine leichte Erhöhung der Einfuhr und gleichzeitig eine Ab- schwächung der Ausfuhr. Die Zunahme der reinen Wareneinfuhr beträgt 60 Millionen AM. Die Einfuhr an Lebensmitteln ist um 10 Millionen AM., die Einfuhr an Rohstoffen um 52 Millionen AM. gestiegen. Bei der Warenausfuhr ist eine Abnahme um 44 Millionen AM. festzustellen. Davon entfallen 7 Millionen AM. auf Lebensmittel. 24 Millionen AM. auf Rohstoffe und 13 Millionen RM. auf Fertigwaren. Die Einfuhr an Gold und Silber zeigte eine leichte Zunahme (um 8,4 Millionen AM.), die Ausfuhr ist nahezu unverändert geblieben. Von den Schlachtviehmärkien. An Öen deutschen Schlachtviehrnärkten der vorigen Woche war die Marktsituation bei Kälbern und Schafen gegenüber der Vorwoche kaum verändert: für Rinder gestaltete sich die Marktlage eher etwas ungünstiger, während Schweine ein um eine Kleinigkeit besseres Geschäft verzeichneten. Die Auftriebsziffern erfuhren allgemein eine kleine Erhöhung. Die Preise waren für Rinder unter Schwankungen ziemlich stetig, für Kälber vorwiegend etwas abgeschwächt, bei Schafen und Schweinen uneinheitlich, in der Hauptsache aber gut behauptet: Schweine hatten sogar verschiedentlich größere Gewinne zu verzeichnen. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 18-60 45-90 28-56 64-75 Bremen 24-60 40 — 85 40-58 60-72 Breslau 18-59 48-78 20-56 60-71 Chemnitz 20-59 55-82 40-56 62-79 Dortmund 30-60 50-98 35-50 68-75 Dresden 23-60 54-82 33-62 64 Düsieldors 25-63 50-85 — 62-75 Elberfeld 20-64 52-90 — 60-77 Essen 30-62 50-120 33-54 63-74 Frankfurt M. 22-61 57-82 33-48 63-77 Hamburg 18-60 30-92 23-58 58-72 Hannover 24-64 40-88 25-55 50-73 .Husum — — — — ^Karlsruhe 20-58 66-76 — 73-79 Massel 28-62 53-70 — 63-75 Kiel 19-53 33-66 24-55 45-72 -Köln 20-62 53-112 46-50 60-75 Leipzig 23-59 48-80 30-58 62-77 Magdeburg 20-58 35-75 30-52 60-74 Mannheim 15-60 54-84 32-46 60-77 München 18-57 50-83 — 52-76 Stettin 15-54 30-82 15-48 62-73 Stuttgart 13-58 55-82 — 54-78 Zwickau 15-55 60—82 30-54 65-78 Süddeutscher Produktenmarkt. Die Weizenabgeber der Exportländer versuchten in der letzten Woche verschiedentlich, die gedrückten Weizenpreise zu heben, was die Kurse der betreffenden überseeischen Börsen beeinflußte. Die Tatsache jedoch, daß in dieser Kampagne mit einem erheblichen Weizenüberschuß zu rechnen ist, läßt eine Haussebewegung von Dauer nicht aufkommen. Trotzdem wurden in ausländischem Weizen verschiedentlich zu höheren Preisen Ware umgesetzt. Man kann im übrigen fest- stel'en, daß die ausländychen Weizeneigner gerne verkaufen. An den süddeutschen Märkten zeigte sich teilweise lebhaftes Geschäft in La Plala- wcizen unter Beteiligung der Mühlen und des Handels. Die Hausse in Roggen hat dagegen im Inland weitere Fortschritte gemacht, und das Ausland zu erhöhten Kursen veranlaßt. Speziell in Aorddeutschland war das Roggengeschäft lebhaft. Der Weizenmehlmarkt zeigte we il Veränderung, es wurde von den Mühlen aui ipätere Termine April Mai einiges umgesetzt, währenddem der Markt für nahe Waren vollkommen von der zweiten Hand beherrscht wurde. Roggenmehl lebhaft gefragt, doch wird das Geschäft darin immer schwieriger, je mehr sich der Preis dem Weizenmehl nähert. Weizen, auvl., 30 25 bis 32.75; inlänÖ. 29,50 bis 30; Zeigen, auSl.. 26.75 bis 27; inländ., 26.25 bis 23-0. Süddeutsches Weizenmehl per Januar/Fe- vcu-'.r März 40.50; per April/Mai 39.75 bis 40 Aoggenmeör 36.50 bis 38; Weizenbrotmehl 29.75 bis 30.50. Das Geschäft in Gerste und Ha er war weiterhin lebhaft; bei festen Preisen ist besonders Hafer sehr gefragt. Das Singest ut süddeutschem Hafer geht immer mehr 5u Ück; Braugerste 27 bis 31; Futiergerste 21.50 H. .2.50. Inländischer Hafer 20.50 bis 21. -» nicht ziemlich verändert. Die Forderung fin La Platamais beläuft sich auf 18.75. Am (S’.'.tkrinittelmant dauert die Aachsrage weiter an und find die Preise speziell für prompte Rui' lennachprodukte weiterhin in die Höhe gc- gci-gen. Weizennachmehl 22 bis 22.25; Weizen- f Ul, er mehl 14 75 bis 15; Weizenkleie, fein. 11.75 k' *2; grob, 12.75; Erdnußkuchen 20.25 bis 2-.5u; Rapskuchen 17.75 bis 17.50; Malzkeime 16 bis 16.50; Biertreber 16.50 bis 17 Mark. Börsen kuNe. 0.95 । 0.972 9.9175 0.9725 0,9497 0.90 1.9307 0.9625 0,95 0.965 0.625 0,95 -22 । 137 136,5 191 190 157,25 153,13 156 215,5 270 117,75 22. Jan. 24 Jan. Berlin, W Jan 17.62 i 45 5 । 160.5 180 66 40 641 147.4 181,75 131,6 181,5 219,9 125 107,5 244 155,5 161 181 138.75 144 158 5 176 164 0 93 U2.8 188 75 269.5 181 218.9 124 109,75 176 185.75 1*3.25 194.5 80 214,5 127,5 176,5 189 195 185 17,25 45,25 285 221 291,9 194,75 187.25 0.595 0.935 1.05 17,75 46 286 222.5 187 190 5 lil.8, 181,75 190.5 136.62 843 147 75 272.75 177 190 185 200 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 194 195 75 .216 162.5 177,25 163,25 191.5 19; 214 180 192 93 245.9 155 110 146 273.25 226,5 191.5 127.5 84 6,5 188.5 267 118 144,75 2.8 188,70 269 116 25 146,5 147.75 280 227.75 191 * Rütgerswerke A. - G , Berlin. Wie dem DHD. gemeldet wird, find laut Anfrage bei der Leitung dcr Teerdestillation und Teerfabrik in Rauxel, die zu den Hauptbetrieben der Rütgerswcrle A.-G. gehören, sämtliche Betriebs- anlagen seit längerer Zeit bis zum äußersten beschäftigt. Die Belegschaft ist entsprechend verstärkt worden. Durch die vor über Jahresfrist in Betrieb genommenen umfangreichen Aeuan- lagen und Umbauten fjat die Erzeugung noch rationeller gestaltet werden können. Der Friedensstand der Produktion ist schon seit längerer Zeit erreicht bzw. in letzter Zeit überschritten worden. Durch umfangreichen Austragsbestand ist bei den Betrieben auf einige Monate hinaus volle Beschäftigung gesichert. * D i e 60-Millionen-Kruppanleihe. Die außerordentliche Generalversammlung der Fr. Krupp A.-G. genehmigte die bekannte 60-Millionen- Mark-Anleihe mit einer Laufzeit bis zum Jahre 1956. 194,5 195,5 215,5 185.5 193 5 92.5 243 152.75 129 5 147.5 279 227.75 194 179 5 117.25 124 105 5% Tcuttche 9ietd)-3.infcihe . 4% Deutsche Reich^.nicche . S'.V/n IculfcfK Reich .-ulethr 3u/0 Deutsche RclchSu:leibe . Deutsche (Zparprawic^aulcibe 4°/0 ^eenhische SonsolS . . . 4",, Hessen........... 37,% Hessen.......... 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto-Doll -Schatz-Anireisna. . 4% ijolllürfcn ....... 5% Gclvmertkaner Berliner Handelsaesellschasi. Cominer;. und Privat-Bant. Darmst. lmd Nastonalbant . Deutsche Bank DiSkonto E^rnmandtt .... Dresdner Bank • Metalldank Miueldeutsche Creditbank . . Ocstcereichlschc LrrditanstaU. RcichSbank.......... Bochumer Gaß ...... BuöcruS........ Taro........... Dcuksch'Lunmbura ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln.. . . . Laurahütte Manneöinanu ...... Mansseldcr...... Oberbedarf...... Pbönir "lergbau ...... Rheinische Braunkohlen . . . SUjehtftobi........... Rtebcct Montan TelluS Bergbau ... vereinigte Stahlwerke.... Zamburg-Amerika Paket. . . norddeutscher Lloyd . ... Tl-rramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holtmann Sluglo Tour Guano Tbemische Mayer Akaptu. . . l'^oldschmidt........ . '-.oliverkohlung......... X G- Jarden-Jndustrtr. . . nülgerSwerke......... Scheideonsialt ..... 910«. Elektrizilätr-Gesellschast Bergmann........... Tlcktr. Lieferungen...... Licht und Kraft..... Mainkrastwerle . ..... Schultert Siemens UT6 l»Ubr. Aut* 5 -Unfall« Aia*» , O'i-c Taiirnr: 22 1. 21. 1 22. 1. | 24. 1, Amtliche (Selb Roll rang Briei Amtliche Rotieruna Geld 1 Bries 16KJ4 16B,8& 168,14 168,88 1,739 1.743 1,741 1.745 58,6'J 58.71 58,60 58.74 107,42 107,08 107,45 107,71 112,30 112,58 112,31 112.69 112,411 112,74 112,43 112,73 10,097 10,037 10,60 10.64 18,31 18.35 18,20 18.24 -0.451 ZV..503 20,451 2V.5O- 4,2135 4,2235 4,2136 4,2256 16,70 16,74 10,71'5 16,745 61,10 81,34 81,165 öl.ifli 68,23 68.41 68.25 68,53 2.0Ö5 2,059 2,054 2,058 n.491 0,496 0.495 0,497 5t», 43 69,5? 69,47 69.61 12.473 12,513 12,475 12,6l5 7.413 7.433 7.413 7,433 73.63 73.83 78.67 73,83 3.037 J.O47 3,037 4,047 21,575 •21,625 21,665 21,615 «1,55 «1,75 81.69 61.70 8,122 2,135 2.125 2,135 5,61 5,52 5.43 5 50 4,208 1,213 4.202 4.212 4.245 4.252 4,245 4,255 8O.V64 B( 21.016 intnote «1.964 N. 21,018 setzten ohne Ausnahme kräftig erhöht ein, für die bayerischen Werte erschienen an den Maklertaseln sogar Pluszeichen. Kriegsanleihe (0,972) stark beachtet, doch ließ das Geschäft hierin infolge der Bewegung an den Aktienmärkten zu wünschen übrig. Der Geldmarkt zeigte keine Veränderung, das Angebot in kurzfristigen Mitteln ist nach wie vor überreichlich. Im D e v i se n o e r k e h r lag der Dollar gegen die Reichsmark mit 4,2190 bis 4,2195 weiter sehr fest. Die übrigen Valuten sind nicht wesentlich verändert. Frankfurt a. M., 24. Ian. Tendenz: fest. — Die freundliche Grund st immung der letzten Woche übertrug sich auch auf die heutige Börse, wobei wiederuni die Gesamthaltung von der Flüssigkeit des Geldmarktes sowie von einigen Spezialbewegungen getragen wurde. Auf dem Anleihemarkt wirkten sich, die Erwägungen des Reichsfinanzministers über eine im Februar zu erwartende Auflegung einer öproz. Reichsanleihe im Betrage von etwa 500 Millionen Reichsmark zu einem Zeich- nungslurs von 92 Prozent aus. Kriegsanleihe und die übrigen alten Anleihen des Reiches und der Länder bei lebhaften Umsätzen stark erhöht. Kriegsanleihe 0,9722, Schutzgebiet 18,3. Auch fremde Renten lebhaft und fest. An den Aktienmärkten wurden I.-G.-Faroen, Montanaktien und teilweise auch Elektrowerte bevorzugt. J.-G.- Farben konnten sich anfangs 4 Prozent befestigen. Von Montanwerken gewannen Phönix 1, Deutsch Lux 2, Riedcck 3 Prozent. Kohlenwerte wurden lebhaft umgesetzt und stärker erhöht. Harpener plus 2,25, Rheinische Braunkohlen plus 4 Prozent. Am Elektro markt hatten Licht und Kraft eine beträchtliche Steigerung uni 16,5 Prozent aufzuweisen. Bergmann plus 2,5, Lohmener plus 1,5 Prozent. Siemens nur mäßig befestigt. Petroleum- aktien fest. Deutsche Erdöl plus 4, Rütgerswerke plus 2,75 Prozent. Von variablen Werten standen Bauaktien im Vordergründe. Wayß & Frey- tag auf den Heidelberger Auftrag plus 7, Zement Heidelberg plus 2,5 Proz. Anfangsgewinn. Autoaktien ruhig. Daimler plus 1,5 Proz. Die Metallbankgruppe trat bei behaupteten Kursen etwas in den Hintergrund, desgleichen «cheideanstalt. Zellstofs- aktien unverändert. Maschinen- und Metallwerte waren leicht befestigt. Rach der Erledigung von zahlreichen Publikumsaufträgen sowie rheinischer Orders wurde der Verlauf etwas ruhiger und für die Hauptwerte etwa 1 Prozent schwächer. Der Geldmarkt ist weiter überaus leicht. Tagesgeld 3, Monatsgeld 4,75 bis 6 Prozent. Im Devisen- verkehr lag die Reichsmark gegen den Dollar schwach mit 4,22, gegen das Pfund mit 20,4875. Paris gegen London 122,45, London Kabel 4,8535 Arantfurtcr ?*v. Frankfurt a. M., 24. Jan. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,50 bis 29,75 Mk.; Roggen, inländischer, 26 bis 26,25; Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 27,50; Hafer, inländischer, 21 bis 21,75; Mais, gelb, 18,25 bis 18,50; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 40 bis 41,50; Roggen- mehl 37,50 bis 38; Weizenkleie 13 dis 13,25; Roggenkleie 13,25 bis 13,50; Erbsen 35 bis 65; Linsen 50 bis 90; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 9 bis 10,25; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,25 bis 5, gebündelt 3,75 bis 4; Treber, getrocknet 16,50 Mark. Tendenz: fest, mit Ausnahme von Weizenmehl. frankfurter Schlachtvickmarkt. Frankfurt a. M., 24. Jan. Auftrieb: 1170 Rinder, darunter 306 Ochsen, 41 Bullen, 590 Kühe, 233 Färsen; 440 Kälber; 188 Schafe und 4543 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollflei- schige ausgemästete höchsten Schlachtwerts: jüngere 57 bis 60 Mk., ältere 61 bis 56; sonstige vollfleischige 46 bis 50; fleischige 42 bis 45. Bullen: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 52 bis 54; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 47 bis 51. Kühe: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 47 bis 53; sonstige vollfleischige oder ausgemäftete 38 bis 46; fleischige 31 bis 37; gering genährte 22 bis 30. Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausmästete höchsten Schlachtwerts 56 dis 52; vollslei- schige 49 bis 55; fleischige 40 bis 48.' — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 80; mittlere Mast- uni) Saugkälber 65 bis 74; geringe Kälber 54 bis 64. — Schafe: Mastlämmer und jüngexe Masthämmel (Weidemast) 45 bis 49; mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 36 bis 43. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 70; vollfleischige von ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 70 bis 71; von 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 70 bis 72; von ca. 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 70 bis 72; leischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 67 bis 69; Sauen 60 bis 67 Mk. — Marktoerlauf: Rinder werden bei mäßig regem, Kälber bei schleppendem und Schafe bei lebhaftem Handel ausoerfauft. In Schweinen verbleibt bei chleppendem Geschäft Ueberstand. Büchertisch. — Stern Küchlein 1 927, von Robert Henseling. Mit einer zweifarbigen Tafel und 38 Vildern. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Preis 1,50 Mark. — Das Bändchen bringt wieder die Üblichen Monatskalender mit zahlreichen Anweisungen zu genußreichen Beobachtungen, außerdem besondere Artikel über das Antlitz des Mondes mit den vollkommen- ten, bisher gewonnenen Photographien, über das Sonnensystem und die Fixsterne 1927, sowie zahlreiche nützliche Tabellen. 6 — Erdbüchlein. Ein Jahrbuch der Erdkunde für das Jahr 1927. Mit 30 Abbildungen und Kärtchen. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Preis geheftet 1,50 Marl, — Hier werden alle wichtigen Veränderungen verzeichnet, die für unsere erdkundlichen Kenntnisse von Belang sind. Karten und Abbildungen geben die nötigen Erläuterungen. An besonderen Abhandlungen enthält der neue Jahrgang: Die Verbreitung der Weltsprachen, die Slawen in Deutschland, Montenegro einst und jetzt, Finnlands 'Bedeutung, was die Deutschen in Afrika geleistet haben usw. 5 — Dorkriegs- und Kriegssünden und ihre Lehren, eine allaemeintocrftänb- liche Studie auf militärischem und militärpolitt- chem Gebiet von Gerhard Gieren. Kgl. Preuß. Major a. D. Verlag: Thalacker IV Schwarz, Leip- zig. In Leinen gebunden 7,50 Mk. 674 -Physikalische Begriffsbildung. Don Dr. Rudolf Carnav. (Wissen und Wirken, Band 39.) Verlag G. Braun, Karlsruhe. Preis 1,20 Mk. — Mit dieser klar und folgerichtig durchgeführten, überall an konkrete Beispiele geknüpften Darlegung der drei Stufen physikalischer Begriffsbildung, die von den vorwissenschaftlichen Wahrnehmungserlebnissen zu dem einheitlichen Theorienzusammenhang der modernen Physik führt, widerlegt Carnap zugleich ein verbreitetes Vorurteil gegen die mathematische Raturwissen- schäft durch den Rachweis. daß auch die abstrakteste mathematische B.Handlung physikalischecPrv- bleme die Rückübersetzung in die qualitativ anschauliche Welt immer wieder ermöglicht, weil sie durch Messung und Rechnung nicht ersetzt und verdrängt. sondern nur in bestimmter Weise bezeichnet wird. 29 — Eine neue Höchstleistung des deutschen Wettrekordlers Dr. Otto Pelher — diesmal auf sportliterarischem Gebiete — ist fein „Trai - ningsbuch des Leichtathleten", das er unter Mitarbeit erster Fachleute und Meister, wie Reichstrainer Waiher, Söllinger, Rau, Bedarfs. Buchgeister. Huhn. Lehninger u. a. im Sportverlag Dieck & Co.. Stuttgart herausge- geben hat (gebunden 6.50 Mk.). — Damit - liegt das erste moderne Leichtathletik-Lehrbuch vor. das wirklich alles umfaßt, was ein strebsamer Leichtathlet wissen muß, um merkbare Fortschritte in Ieinem Fache zu erzielen. Mitten in der aktiven Bewegung stehen noch heute die Bearbeiter. und kein schwacher Punkt des Leichtathleten ist ihnen unbekannt geblieben. Darum wird in diesem Buche nicht nur gesagt, wie eine Hebung richtig auszuführen ist. es werden vor allem die bei jeder Hebung auftretenden typischen Fehler gründlich besprochen und ihre llr- sachen erklärt. 23 — Der Kunstwort- (Verläg^ G. D. W. Callwey, München). Das Januarheft bringt u. a einen sehr beachtenswerten Aufsatz von Fritz Gerathewohl über „Deutsche Sprechkultur". 3m übrigen wären zu nennen: ein gut unterrichtender Aussatz von Joseph Popp über die „Moderne Baukunst"; eine Würdigung des verstorbenen Malers Albin Egger-Lienz von Theodor Wall; ein in seiner klugen Objektivität recht aufschlußreicher Bericht über „Das Dessauer Bauhaus", dessen Reugründung in Dessau ein so heftiges -Für und Wider in der Fachwelt wie in ßaien- freifen entfesselt hat; eine temperamentvolle Stellungnahme der Gabriele Reuter zu dem Thema „Wissenschaft und Frauenfrage" und andere größere Aufsätze mehr. 3n den „Losen Blättern" sind einige tief aufwühlende Proben aus Ernst Bertrams „Romenbuc-" hervorzuheben. ferner eine feine Skizze in Briefform von Paul Alverdes „Severin kehrt heim". Die Hm- schau ist wie immer vielseitig unterrichtend und wegweisend, desgleichen die „Dücherschau". Zu dem Baukunst-Aussatz von Popp werden eine Anzahl höchst beweiskräftiger Bildbeispiele von Autzenarchitektur und 3nnenraumlunft beigebracht. Den Beschluß des gediegenen Heftes bildet eine aus fünf Sähen bestehende Suite für Klavier Über den Choral „Auf meinen lieben Gott" des ehemals hochberühmten Orgelmusikers Dietrich Buxtehude, her 1707 als Organist der Lübecker Marienkirche starb. — Aus dem neuen Heft der „K orakle" (Ullstein, Berlin): Ein seltsames Schoßtier. — Der Ingenieur als Chirurg. — Indianerleben am Amazonas. — Der Mensch der Zukunft. — Die entlarvten Marskanäle. — Die Aufsätze des Heftes sind mit einer Reihe interessanter Naturaufnahmen illustriert. Aus dem Amtsverründigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 5 vom 21. Januar enthält: Geschäftsgang bei dem Kreisamt Gießen. — Vertilgung der Mäuse. — Maul- und Klauenseuche in Odenhausen, G.oßen Buseck, Steinbach, Reiskirchen und Lollar. — Dienst- nachrichten. Rundfunk-Programm des Franksurker SenderS. (Aus der .Radio-Umschau".) Dienstag. 25. Januar. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. —* 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Friedrich v. Flotow. — 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. — 6.45 bis 7.15 Uhr: Beamtenfortbildungskursus: „Grundzüge des deutschen Strafrechts VIH", Vortrag von Oberlandesgerichtsrat Dr. Aschaffenburg. — 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhochschule: „Altdeutsche Tafelmalerei XV", Vortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunstinstitut. — 7.45 bis 8.15 Uhr: Funkhochschule: „Altgermanischer Wodanglaube", Bortrag von Professor Dr. Naumann. — 8.15 bis 9.15 Uhr: Synagoge, hebräische und jiddische Gesänge. — 9.15 bis 10.15 Uhr: Volkstümliches Konzert. Letzte Nachrichten. Kein Ausscheiden der Stadt Marburg aus dem Kreisverband. Wiesbaden, 24. Jan. (W2R. Drahtmeldung.) Der Provinziallandtag für Hessen-Rassau hat in seiner heutigen Sitzung den Antrag der Stadt Marburg auf Lostrennung vom Landkreis Marburg abgelehnt. Sprechstunde,, der Sicdaklivn. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne bcigesügles Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeige nauftrage sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. I 1, er llk. 2° Dü - IM Amt" e'/tz w ?! -"N poM zrailluriar moti Lii hab! gojialP01*11 nut m wetzen M gejeplidicn mehl das $ satonsche ü trage» und Pariser Lo Arbeitsor bundsorgan also noch w Seit dieser waltungstal im Arbeitet gierte auf t fassenden Se lands in den arbeit jweisk sich die Fr< Mammana Gründen ist Die inten gleichung d. h. in alle politil hier tische Ges Politik, aß kommt. Ti Betrieb ül riditungen Politik, die trieben wir Aeußerlic wohl in de zu machen, er umfaßt 5 19 in Ameri dazu komm Staaten. £ einigten St Myko, Zur kleinerer Sla iation nächst erreichte. As einer solche Die steßt fepungen s Ein Ausdrw (Üeroalt Ion auf den fre an, ob sie e oder ihn igr des Staates Maßgebende Bedeutung überzeugt ist Stellung zu stimmende si die Motive, ichastsarbest für zwerkmä Reiches sir einzelnen S! aisse viellcich ests'jedes Si iaiiet der l toten das bi lit|i eine tljei toljie die 3) Ötünbung he juulierung die Wn diese ? mannte j «ertrage« foi »^a der Z Er?1 ium aus dem Pos !?"den iQn, IWtel Unger Kunden sind, ^tracht ges da eine Ser "forderlich j 2 .dlrbeits, Migteit, der Qnjcmeffene Putzes der1 feilen jo Binder r S»» Bl'd)en um htb/.^rrebe > Sn (??e5