m. 196 Erstes Blatt 177. Jahrgang Dienstag, 25. August <927 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vruck «nd Verlag: VrLhl'fche llniverfitälr-vuch- nnö Ltein-rvckerei L Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Drei Todesurteile nach sieben Jahren vollstreckt Schwere Ausschreitungen gegen das Dölkerdundgebäude in Genf lt es jür den Sep- tember „ein ein Ringen öol Volksmenge durchzog die Straften und bewarf mehrere Kinos und Hotels mit Steinen, so daß tg 4 17 16 K l< <1 eit der Begriff „Locarno" von seiner gesetzt. Eine nach vielen Hunderten zählende Volksmenge durchzog die Straften und fctoarf die Fensterscheiben zum Teil zertrümmert wurden. 3n der Aähe des Bahnhofs Eornavin wurde von einem Unbekannten ein Schuh abgegeben, dem ein Angestellter zum Opfer fiel. Hierauf zogen die Demonstranten nach einem benachbarten Polizeiposten, um dort die Fensterscheiben mit Steinen einzuwerfen. Die Poli'zei machte von der Schuhwaffe Gebrauch, gab jedoch nur blinde Schüsse ab. Die städtische Feuerwache kam zur Hilfeleistung herbei und wehrte die Demonstranten mit der groften Motorspritze ab. Die Lage in der Stadt ist s e h r k r i t i s ch. Das ganze Bataillon der städtischen Feuerwehr ist aufge-.o'^rn. 60 Personen wurden bisher zur Feststellung ihrer Personalien f e st g e - nvmm en. Eine Menge von etwa 400 Personen, meist junge Leute, begab sich in den späten Abendsturchen vor das Völkerbundspalais. Die mächtigen Fensterscheiben des groften Saales, in dem die Sitzungen des Völkerbundsrates gewöhnlich stattsindm, und in welchem heute die Dritte Internationale Verkehrs- und Transitkonserenz eröffnet werden sollte, wurden mit Steinen beworfen und vollständig zertrümmert. Auch die Fensterscheiben der Bibliothek sowie das Eingangsportal des Palais erlitten das gleiche Schick'al. Die Nachtwächter benachrichtigten unverzüglich die Polizei: jedoch war es bereits zu spät. Der Sachschaden wird auf mehrere tausend Franken 10“,64 ts !Z Boston, 23. Aug. (WTD.Funkspruch.) $ a c c o und van ; elti sind kurz nach Mitternacht amerikanischer Zeil h i n g e r i ch t c t worden. Auch der Portugiese Madeiras wurde h i n g e r l ä) l e t. M a d e i r o s betrat die Todeskammer um 12.02 Uhr und wurde um 12.09 Uhr für tot erklärt. Sacco folgte Madeiras um 12.11 Uhr und wurde um 12.19 Uhr für tot erklärt, v a n z e t t i betrat die Todeskammer um 12.20 Uhr und wurde um 12.26 Uhr für tot erklärt. Die Hinrichtung Saccos, Vanzettis und Madeiros dauerte knapp eine halbe Stunde. Sacco war bleich, aber standhaft und rief in italienischer Sprache: »Lang lebe die Anarchie!" Unmittelbar vor der Hinrichtung ries er seiner Familie ein »Lebewohl" zu. Am ruhigsten und am meisten gefaßt von allen dreien beschritt Vanzetti die Todeskammer. Er gab den beiden Wächtern die Hand und schritt auf den elektrischen Stuhl zu. Er beteuerte seine il n - schuld und erklärte zum Schlüsse: »Ich vergebe allen, die meine Hinrichtung herbeigesührt haben!" Als die Schwester Vanzettis von Gouverneur F u l l e r zurückkehcte, erklärte sie Prefse- vertretern, ihr B.uder habe sie gebeten, Gouverneur Fuller zu sagen, daß, wenn ihm mehr Zeit gewährt worben wäre, Tatsachen bekannt werden würden, die seine Unschuld beweisen. ogramm Tenders. iuguft Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Dte Scholle. MonatS'Bezvgrprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11688. 5 Ö A II 19 10 19 13 16 ii i) 6 l 11 0 6 112' is.H äjri1 * * * * * «Ä l<- Lil« Ä Ge ifer Tagung und Rheinland-Frage Von unserem Genfer Korresoondenten George Popofs. M ioM «fl.670 *0,4* !iZ Annahme von Anzeiaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20u mehr. Chefredakteur Dr. 5riebt. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. sch. Mn von Ami? von : Verlag, Derlin t hinein in die stichge nncr russischen Pr> tnreiches, und toirft s die sittliche Der- ssischen Gesellschasts- sende Echilderunger den Drennpunft dr enten reichen §on) mktur ungemein toll' . ist allerdings keine Menschen, denen« mde, aber gercken ichnendes TittenW d, als erschüümider Irrungen und ihres oMum zu echschi^ 59,16 11,«? 1,391 "öü •& Bahn leistete Patrouillendienste in der Bähe des Gefängnisses. <3 d) e i n to c r f e r wurden an der Seile des Gefängnisses aufgestellt, die nach der Bahn zu gelegen ist. Auf dem kleinen Fluh, der parallel mit der Gesängnismauer fließt, wurden alle Schisse entfernt, ein Polizeiboot mit starken Scheinwerfern patrouillierte. Die Straßen in dem Teil der Stadt, in dem das Gefängnis liegt, waren vollkommen menschenleer, aber an jeder Straßenecke standen Polizisten. Im Bezirk Charleston, der an das Gefängnis grenzt, und im Gebiet außerhalb der polizeilichen Absperrung drängten fid) un - zählige Fußgänger, als fid) die Hin- richtungsftunde näherte. In den mehrstöckigen Gebäuden, die an das Gefängnis grenzten, winkten zahlreiche Einwohner mit ihren Kindern aus den Fenstern heraus. Generalstreik und Unruhen. Paris, 22. Aug. (WTB.) Wie Haoas aus Boston meldet, ist dort heute vormitag ein Generalstreik proklamiert worden. Aus Boston wird gleichfalls berichtet, daß der Richter Taft vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten tele- graphisd) ein an ihn gerichtetes Telegramm beantwortet habe, daß es nicht in seiner richterlichen Macht stehe, den Aufschub der Hinrichtung der Verurteilten zu bewirken. Er habe es infolgedessen abgelehnt, eine entsprechende Petiton entgegenzunehmen. Richter Stone vom gleid)en Gerichtshof habe Petitionen gleichen Inhalts gleichfalls abgclehnt. Pittsburgh, 23. Aug. (WTB.) In Cameron (Pennsylvania) sprengte die Staatspolizei eine Versammlung von 2000 Sacco-Vanzetti- Anhängern unter dem Hohngeschrei der Menge mit Knüppeln und Gasbomben. Dabei wurde e i n Staatspolizist von den Demonstranten e r - schossen. Verstärkungen der Staatspolizei trafen ein, da weitere Ruhestörungen befürchtet werden. Schwere Ausschreitungen in Gens Gens, 22. Aug. (WTB.) Heute abend kam es vor dem amerikanischen Konsulat tn Gens zu Demonstrationen gegen die Hinrichtung von Sacco und Vanzetti. Bei den Zusammenstößen mit der Polizei wurden verschiedene Polizeibeamte verletzt. Die Demonstrationen wurden bis in die Aacht sort- tv. 'M 168,£ 23,05 109,1? 69,y t.60 112,83 fcS «s geschäht. Bei diesen Kundgebungen hat die Polizei 17 Personen verhaftet, darunter mehrere Italiener. Beben dem Polizeiposten, einem amerikanischen Reisebüro, mehreren Kinos imÖ einer Bar richtete sich die Wut der Demonstranten besonders gegen das Völkerbundspalais. Die Vorhalle und der große Versammlungssaal sind mit Glassd>erben und Steinen förmlich besät. Unter der Menge befanden sich viele, die die jugendlichen Demonstranten aufwiegelten. Zunge Mädchen von 16 bis 18 Zähren schleppten große Steine herbei. Der Angriff auf das Völkerbundsgebäu'e wi d von der Genfer Bevölkerung auf das schwerste verurteilt. Man weist allgemein darauf hin, daß die Vereinigten Staaten ja dem Dun'te gar nicht angehören, und man fragt )ii>, welches die eigentlichen Beweggründe der Demonstranten gewesen sind. Kundgebungen in Deutsch and. Sinnlose Angriffe der Menge gegen die Polizei. Berlin, 22. Aug. (WB.) Die Kommunistische Partei mit einer Anzahl i,r nahestehender Organisationen veranstaltete heute abend auf verschiedenen Platzen Berlins und der Vororte Straßendemonstrationen gegen die Hinrichtung Saccos und Lanze 11 i s. Zm Süden der Stadl kam es dabei zu einem Zusammen st oft zwischen einem Demonsträtionszug und dem begleitenden Polizci- kommando. Als ein Demonstrant wegen beleidigender Zurufe von einem Polizisten zurechtgewiesen wurde, gingen die Zugteilnehmer t ä t- lich gegen die Polizei vor, die mit dem Gummiknüppel die Buhe wiederherstellte. Zm übrigen verliefen die Denronstrativnen ohne Zwischenfälle. Die amerifanifdye Botschaft und daS Generalkonsulat waren von starken polizeilichen Kräften abgeriegelt. Hier wurden einige Leute polizeilich festgestellt. Halle, 22. Aug. (WD.) Auf kommunistische Aufforderung gingen die Arbci - t e r heute nachmittag zum großen Teil aus den Betrieben und veranstalteten auf dem Hall- marft eine Kundgebung für Sacco und Vanzetti. Aach Schluß der Kundgebung räumten sie nicht den Platz, sondern nahmen gegen d i e Polizei eine drohende Haltung ein, w?bei sie auch mit Steinen warfen, so das; die Polizei den Platz mit dem Gummiknüppel räumen mußte. Dabei wurden 63 Personen festgestellt. Die Arbeiter sammelten sich immer wieder und umlagerten auch das Polizeipräsidium. Bis 22 Tlhr abends hat die Polizei etwa zwanzigmal einschreiten müssen. Um 20 äIHr wurde das Uebersallkommando nach ter Dorstadt G laucha gerufen, wo die Polizei mit Steinen angegriffen wurde. Breslau, 23. Aug. (WB.) Gestern abend fanden wiederholt Ansammlungen vor dem hiesigen amerikanischen Konsulat statt. Es wurden mehrfach Hochrufe auf Sacco uni) Vanzetti ausgebracht. Mehrere Personen wurden fcstgenom- men. In der zehnten Abendstunde zerstreute die Polizei unter Anwendung von Gummiknüppeln weitere Ansammlungen. Kundgebungen in Schweden. Stockholm, 22. Aug. (WB.) In verschiedenen Teilen des Landes wurden heute Kundgebungen zugunsten S ac c o s und Vanzettis veranstaltet. Der von dem Sacco-Vanzetti-Komite? proklamierte Proteststreik hat keine größere Ausdehnung gefunden, da die Gewerkschaften gegen den Streik sind. In den südlichen und westlichen Teilen Schwedens hat man die Streikparole überhaupt nicht befolgt: in den mittleren und nördlichen Teilen ruht die Arbeit hier und da: in den Eisenerzgruben in Kiruna ist die Arbeit völlig eingestellt. Die Zahl der Streikenden dürfte 20 000 nicht übersteigen. Die amerikanische Zustiz hat es also fertiggebracht, sieben Zahre nach der älr- teilsfällung drei Männer hinzurichten. Mit Entsetzen blickt die Welt auf diese Tat, denn geradezu unfaßbar ist es. zum Tode verurteilte Menschen sieben lange Zahre hindurch in Todesangst und Pein schweben zu lassen und sie dann doch noch dem Henker auszuliefern. Es sei hier zu der Frage, ob die Hingerichteten wirklich schuldig oder doch unschuldig waren, keine Stellung genommen, auch die Tatsache, daß Sacco, Vanzetti und Madeirv Anarchisten gewesen sind, soll hier gänzlich auSgeschaltet werden, einzig und allein vom rein menschlichen Standpunkt aus ist dieser Akt der amerikanischen Zustiz grauenhaft zu nennen und höchst verurteilenswert. Die Manner, in deren Hand die letzte Entscheidung über Tod und Leben der Verurteilten lag und die sich für das erstere ent- schieden, haben damit ihrem Lande einen schlechten Dienst erwiesen, denn gegen eine derartige Zustiz empört sich mit Recht der Menschlichkeitsgedanke in aller Welt. DLe letzten Stunden der Verurteilten. B o st o n , 23. Aug. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend um 8.40 Uhr teilte der Gefängnisgouverneur Sacco, Vanzetti und Madeiros mit, daß sie in der Nacht ft e r b e n müßten. Vanzetti antwortete: „Wir müssen uns dem Unvermeidlichen fügen." Sacco schrieb einen Brief an seinen Vater in Italien. Madeiros schlief, als er aufgeweckt wurde, schien er gleichgültig und trat so den Gang zum elektrischen Hinrichtungsstuhl an. Sacco und Vanzetti haben allen religiösen Zuspruch abgewiesen. Außer den Beamten und Aerzten waren als einzige Zeugen der Hinrichtung ein Vertreter der Associated Preß und der Agentur Reuter zugegen. Starke Polizei-Maßnahmen in Boston. Boston, 23. Aug. (WTB. Funkspruch.) Mehr als 200 berittene städtische und ft aa t» liche berittene P v l i ze i b e a m t e wurden in beherrschenden Stellungen an den Straßen, die von den Toren des Gefängnisses wegführen, aufgestellt. Die Polizei der Boston- und Maine- Die große Septembertagung des Völkerbundes rückt heran und — obwohl die Tagesordnung tei- nerlei Fragen von Bedeutung aufweist — seh! nicht an Stimmen, welche bereits für den < . heftiges Ringen in Genf Voraussagen, n um die Rheinlandbesetzung unb die anderen zwischen Deutschland und Frank- der veränderten Lage, die in Genf und Locarno angcbahnte Verständigungspolitik einen, wenn auch verlangsamten, so doch unablässigen Fortgang nehmen dürfte, bietet immerhin die Persönlichkeit Aristide Briands und die Zielsicherheit seiner Friedenspolitik. Gerade der Lärm, der in den letzten Tagen um das unglückselige Memorandum des Generals GuiUaumät geschlagen wurde, förderte Tatsachen zutage, die bewiesen, daß die französische Politik, solange sie in den Händen von Briand liegt, die gerade, auf eine Verständigung mit Deutschland gerichtete Linie kaum verlassen wird. Die gegenwärtige ungünstige Konstellation sollte daher nur als eine jener Stockungen hingenommen werden, die Dr. Stresemann in seinen Reden so oft als unvermeidlich bezeichnet hat. Man muß es auch als nicht gering anrechnen, daß Briand es wenigstens durchgesetzt hat, daß in Bälde, wahrscheinlich Ende September, eine wesentliche Verminderung der Besatzungsarmeen eintreten wird. Die Ziffer, die in Genf mit ziemlicher Bestimmtheit genannt wird ist 10 000 Franzosen, zu denen nod) etwa 1000 bis 2000 Engländer hinzuzurechnen sind. Diese Reduktion, einmal durchgeführt, wird weitere nach sich ziehen, und das Verdienst, diesen stufenweisen Abbau der Besatzung eingeleitet zu haben, kommt neben Dr. Stresemann vor allem Aristide Briand zu. Dieser erfahrene Politiker hat übrigens bei dieser Gelegenheit wieder einmal eine er- ursprünglichen Geltung recht viel eingebüßt hat. Dies gilt zur Zeit für ganz Europa. Dor allem aber muß dieser Eindruck, nämlich der, daß Locarno nur „ein trügerisches Mißverständnis* ge« inefen, bann aufkommen, wenn man jene unerguick- li d)e Zuspitzung in den Erörterungen zwischen Frankreich und Deutschland verfolgt, die heute be- ionbers von Paris aus in so auffallend heftiger Weife geführt wird. Und unwillkürlich fragt man lief) — wird diese Erörterung auch nach Genf her- üIberspielen und zu welchen positiven oder negativen Ergebnissen sie evtl, führen mag? Eine teilweise Aufklärung gibt die Entstehungsgeschichte der letzten Vorgänge. Jedem unabhängigen mb von ber Ferne bie Dinge beobachtenden Friedensfreunde mußte es auffaUen, daß das Pariser Kesseltreiben just in dem Augenblick einsetzte, iiCs Deutschland, in erstaunlicher Selbstüberwindung, ‘inen weiteren Beweis seiner Loyalität und Friedensliebe gab — indem es in bie Kontrolle ber ge- | Meisten Ostbefestigungen einwilligte. Kaum , u«ir aber biefe Operation zu allgemeiner Zufrieden- | beit verlaufen, als von französischer Seite ein wahrer Hagelschlag neuer Beschuldigungen auf Icutschland nieberpraffelte: jetzt gedachte man ber , nod) nicht zerstörten Seebefestigungen", ■ seht traten Eccarb unb b e Drocqueville m it ihren „Enthüllungen" hervor, jetzt bauschte man itn lügenhaften Artikel ber „Menschheit" zu einer iC-cnsation über angebliche „deutsche Gehcimrüstun- Iper auf unb jetzt veröffentlicht man bas sechs Mo- nate alte Memoranbum bes Generals G u i l - Die Rolle zu erörtern, bie dem Problem S o - wjetrußland in bie,em politischen Spiel zusällt, — würde hier zu weit führen. Dod) es scheint sich jetzt nachträglich zu bestätigen, daß während der Junitagung des Rates der Begriff Sowjetrußland durchaus im Zusammenhänge mit der Rheinlandfrage erwähnt worden ist und — trotz der zahlreichen Londoner Dementis — ist man heute in Berlin berechtigt, sich zu fragen, ob die reservierte Haltung, die England zur Zeit in der Rheinlandfrage einnimmt, nicht dennoch auf das Ausein- anderaehen zwischen der englischen und deutschen Auffassung bezüglich des sowjetrussischen Problems zurückzuführen ist? Wie dem auch sei, die Franzosen scheinen ber englischen Unterstützung durchaus fidier zu sein. Bezeichnend hierfür ist u. a. auch bie Bestimmtheit, mit ber von Paris aus — zwei Wochen vor ber Septembertagung — die Frage der lieber- tragung eines Kolon ialrnandats an Deutschland „als unbegründet" abgetan wird. Endlich sprechen die Pariser Beteuerungen, daß zur Zeit „weder London noch Rom auf eine baldige Rheinlandräumung drängen würden", sowie die voreiligen Versicherungen, daß „die kommende Genfer Tagung sicher absolut ruhig verlausen werde", eine zu beredte Sprache. Das sind die Tatsachen, über die man sich in Deutschland feinen Illusionen hingeben sollte. Doch eine gewisse Gewähr dafür, daß, trotz 29’ 6 (in- 8 25, Ä 23.50. . bis ^0bi86°« *. 4.50 biz 5"' 16 K tviehtnarli LU. SO 54Ä(äitej Schlacht^ "zz to* sAchige, h°4. 3750; Wifle 38 fMarfen - We’^ge, ousce. "s 65, voll, ; 50 bis 55. - Walkt iß bis fc 70 bis 75. ' Schafe-, Msi. mml (TMbtmatt) .Mschterinr über Uw.vvllsieilchige Lebend- 160 fa 200 Psi-nd IW Schweine von oogetvichl 60 bis 65, Natklvetlaus' leberstarid. Kälber ig und geräumt, ata abflauend bei Idjift „Aux Ecoutes", welche das Memorandum W 61 nllaumats bekanntgab, teilt mit. daß sie in ihrer | nächsten Nummer noch einen „sehr bedeutsamen Anhang" zum genannten Bericht publizieren werde. Dieses alles wird mit einem derartigen Eifer M betrieben, daß man blind fein müßte — um dar- cii5 nicht eine durchsichtige Absicht heraus- idefen. Die Franzosen sind Meister im Schaffen it r ihnen jeweils nötigen „Atmosphäre". Nirgends unb zu keiner Jahreszeit ist ihnen aber so an einer (luljpredjenben Stimmung gelegen, als in Genf, im Monat September eines jeden Jahres. Und beson- be-rs bezieht sich das auf die diesmalige Tagung, bie Frage der Rheinlandräumung, unzähligemal | bereits hinausgefchoben, von der öffentlichen Mei- IniBuq ber Welt als ein überreifes Problem be- tre^tet wird, bas längst feine Lösung hätte finden 'örnnen. Frankreich ist dieser Umstand nicht un- c lannt, unb um die Entscheidung dieser Frage noch weiter hinauszuschieben, ist es nun auf jede Art mb Weise bemüht, bie Weltmeinung zu seinen önnften zu beeinflussen. Zugute kommt ihm dabei i« Tatsache, daß in letzter Zeit eine allgemeine Kon- te'Iation in ber Weltpolitik eingetreten ist, welche z pta Regierungen jener Mächte, bie in ber Rhein- mdfrage mitzusprechen haben, Frankreichs Wün- djjm mehr ober weniger gefügig machen dürste. Eine aanze Reihe von Faktoren, bie bisher stets Verhältnis zwischen Deutschland unb Frank- eiich mitbeftimmten, haben in letzter Zeit eine für Frankreich günstigere Wenbung genommen. Daß !?r:mkreichs Abhängigkeit von den Vereinigten Sthaten und von den anderen Geldgebermächten u ich die verbesserte finanzielle Lage stark gemildert (L sei nur nebenbei erwähnt. Besonders wichtig ist b tr für Frankreich jene Veränderung in dec poli- ischen Haltung Englands, die burd) bas Fiasko der öenfer SeeabrüftungsEonfereng entstanden ist. Hat ■o-d) England in Genf gegen die Vereinigten Stoorn fast die gleichen Argumente („besondere Erfor- i.. riinisse zur See") angewandt, welche Frankreid) Md Jahr und Tag bei den Genfer Abrüstungsdebat- ?m vorbringt und welche der von Paul Boncour 1 erfochtenen These des „Kriegspotentiels" nicht un- chfflich sind. Das Aufkommen eines gewissen Gegen- rigis zwischen England und bcn Vereinigten Staa- -it wird — infolge des Genfer Schiffbruches — ittt zu vermeiden sein. Das bedeutet ein Sichzu- ridroenben Englands nach Europa, wo es Frank- richs Unterstützung heute in stärkerem Maße, als im laufe der letzten Jahre brauchen wird. Auch dürfte ‘talien sich nun mehr ober weniger gezwungen ch«n, das französisch-englische Zusammenwirken als Dritter im Bunde^ zu ergänzen. Alles in allem ■tarntet die neue Lage etwas wie ein durch Frank- •iqs Zutun zustande gekommenes Wiederauflehen ?r alten „Entente", in der wohl auch für Deutschri Ö ein Platz frei bleibt, um dessen Besetzung aber nach Kräften gefeilscht werden soll. staunliche Geschicklichkeit an den Tag gelegt, indem er sich von den in dieser Frage maßgebenden Generälen G u 111 a u m a t und Petain — schriftliche Erklärungen hat geben lassen, in denen die Militärs eine Okkupationsverminderung bedingungslos als erwünscht bezeichneten. Damit hat sich Bri- anb für alle zukünftigen Debatten über den Abbau ber Besatzung einen nicht zu unterschätzenden Trumpf gesichert, den er ohne Zweifel bei zukünftigen Gelegenheiten ausspielen wirb. Aus all dein ergibt sich bie Wahrscheinlichkeit, daß man wahren!) der kommenden September- Tagung des Völkerbundes nicht nur ein diplomatisch-gestärktes Frankreich, sondern zum Glück auch einen in gesicherter Position dastehenden Briand sehen wird. Seine Persönlichkeit, sowie diejenige Chamberlains und Stresemanns, bieten immerhin eine Gewähr dafür, daß „Locarno" doch nicht als ein „trügerisches Mißverständnis" verurteilt und begraben werden wird. Die zahlreichen Genfer Zusammenkünfte dieser drei Männer haben das Problem der europäischen Verständigung immer noch ein Stück vorwärts gebracht, und man ist berechtigt, zu hoffen, daß, trotz der unleugbaren Tatsache einer, gegenüber den letzten Monaten völlig veränderten politischen Lage, bie brei auch diesmal eine gemeinsame Sprache finden werden. Die Rolle des Völkerbundes ist hierbei allerdings stets beschränkt gewesen. So T Redaktion- bis i W W* ® * en.___—■** räch noch schwebenden Fragen. Ob das nun in ber lat ber Fall sein wirb, laßt sich selbst von hier aus noch nicht bestätigen. Aber bekannt unb mehr- soch errriefen ist es, baß bie Genfer Ministerzusam- menkünste oft dazu beigetragen haben — gespannte .internationale Atmosphären" zu entspannen. Unb daß zur Zrit roroöer einmal eine derartige „Spannung der Atmosphäre" vorliegt, wirb niemanb, ber bie Vorgänge ber letzten Wochen verfolgt hat, fort- leugnen können. Auch biejenigen, die in bezug auf bie Weiteren!. L'icklung ber europäischen Verstänbigungspolitik stets optimistisch gestimmt finb, werben zu geben müssen, tunte fa3uga£; t bes HausoriMi tä 18.05 Uhr: N- 18.45 Uhr. * >h Dalteä unb M .eftor Staub anlr |au m a t. Das nicht genug — steht noch bie Be- nktesinehmer. - 1” la nntgabe eines (bereits im Juni redigierten) Be- u{e- Die Cteteutt liAhtes bes Marschalls Fach bevor unb bie Zeit- nbri“, Vortrag » SÄ*®: 112,31 »1.0 19.16 12.6» 73,23 A OB. -3^ ; wird ihm wohl auch heute, da die Rheinland-Frage das Problem des Tages ist, nichts anderes übrig bleiben, als — nach dem treffenden Ausdruck eines Schweizer Kollegen — während der Beratungen der europäischen Minister „Friedenspalme bei Fuß" Wache zu halten, eine Funktion, die sich aber unter Umstünden als von allergrößtem Segen erweisen kann... '■ London, 23. Aug (WTB. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Obgleich die Pariser und Londoner B e - । 'prech ungen über die Frage der Rheinland- i truppen fortdauern, wird anscheinend in offi- j zielten britischen Kreisen keine sofortige L ö s u n g in den a u s e i n a n d e r g e h e n d e n Ansichten der englischen und der französischen Regierung erwartet. Paris scheint^ heute geneigt, die britische Garantie für Frankreich und Belgien im Locarno-Bertrag für geringfügig anzusehen, wenn sie nicht durch andere Garantien von französischer Wahl ver- skärkk wird, die nicht einmal alle im Versailler Vertrag vorgesehen sind. London andererseits findet es etwas schwer, diese veränderte Auffassung der französischen Regierung zu verstehen und ihr zuzustimmen. „W e st m i n st e r Gazette" veröffentlicht . einen Leitartikel 3. A. Spencers über die 'Rheinlandfrage, worin es heißt: „Es wurde zwischen den Unterzeichnern des Locarno-Paktes vorausgesetzt, daß in einem angemessenen Zeit- raum eine wesentliche D e r m inderung des Besayungsheeres im Rheinlande stattfinden soll. Wenn dies verschoben wird oder die Verminderung nicht wesentlich ist, wird die Stellung Stresemanns in Deutschland ernstlich gefährdet werden und die Politik der Versöhnung einen äußerst ernsten Schlag erhalten. Es be° stehen zweifellos schwere Einwände dagegen, daß die Besatzung sich ganz in französischen Händen befindet, aber es bestehen noch größere Einwäirde gegen die Vichterfüllung der in Locarno gegebenen Zusage." Spencer bemerkt weiter: „Wir sollten klar zum Ausdruck bringen, daß, wenn die Franzosen unnachgiebig sind, wir unseren Teil der gegebenen Zusage erfüllen werden und dann bis zur Zurückziehung so gut wie unserer gesamten Streickraft, es sei denn, daß die Deutschen selbst den Wunsch äußern, daß wir bleiben. Wir form en wenigstens auf diese Weise d^rtun, daß die britische Meinung gegen die Besetzung deutschen Gebietes durch große, vormals feindliche Truppen neun Jahre nach dem Ende des Kriege ist, und wünscht, daß sie so rasch wie möglich beendet wird. Fochs Nachepolitik. Paris, 22. Aug. (Wolfs.) Der „Petit Parisien" berichtet über eine Unterredung, die Marschall Foch mit einem Vertreter des englischen Sonntagsblattes „Veferee" hatte hinsichtlich der deutsch-französischen Beziehungen. Marschall F v ch wünschte eine Besserung dieser Beziehungen, erklärte aber, daß dieses Ergebnis nur im Rahmen der bestehenden Verträge ongeftrebt werden dürfe, und daß Deutschland, das immer nodj von unruhigen Element en gestört werde, sich entschlossen auf den Friedensweg begeben müsse. „3ch sehe tonen Grund dafür", so führte Marschall Foch aus, „doß die Dezi^unyen zwischen Frankreich und Deutschland sich nicht freundschaftlicher gestalten könnten, und wir sind die letzten, die dies nicht wünschen. Aber ich sehe nicht, wie die Gefühle der Beunruhigung in Frankreich beseitigt und wie die Annäherung zwischen den beiden Völkern vollzogen werden kann, solange der Geist der Versöhnung in Deutschland sich nicht bemerkbar macht und solange dieses Deutschland es ab lehnt, die militärischen Verbände aufzulösen, seine Arsenale zu zerstören, die es in Verletzung des Vertrages beibehält und solange die Zerstörung seiner verbotenen Befestigungen nicht beendet ist." Die Veuhork „World" bringt einen längeren Artikel von Marschall F o ch, der in R u ß- land und Deutschland nach wie vor die Gefahren für den europäischen Frieden sieht. Foch schreibt: Deutschland wird sich demnächst entscheiden müssen, ob es sich östlich oder w e st l i ch orientieren will. England und Frankreich müßten in ihrer Entente cordiale darauf achten, daß Rußland nicht den Frieden störe, und daß Deutschland den Versailler Vertrag, der trotz Locarno das oberste Gesetz bei den deutschen Beziehungen zum Ausland bleiben müsse, genau befolge. Danziger Fragen auf der Ratstagung. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers'. Danzig, 23. Aug. Bei der am 1. September in Genf beginnenden Ratstagung stehen eine ganze Anzahl Danziger Fragen auf der Tagesordnung, die sich im einzelnen in zwei große Gruppen einteilen lassen, einmal Fragen, die die polnischen Machtwünsche betreffen, und schließlich Fragen, die sich im speziellen mit dem Schicksal Danziger Staatsangehöriger beschäftigen. Die erste Fragengruppe beschäftigt sich zunächst mit der Exterritorialität der W e st e r p l a t t e , auf der bekanntlich Polen ein großzügiges Munitionslager angelegt hat, zu dessen Errichtung die Danziger Bevölkerung auf Beschluß des Völkerbundes noch drei Millionen Gulden beitragen mußte. Zu diesem Punkt kommt noch der sog. Port d'attache d. h. die Frage, die sich mit dem Einlaufen polnischer Kriegsschiffe in Danzig beschäftigt. Bekanntlich hat Polen die Erlaubnis, seine Kriegsschiffe solange nach Danzig zu führen, bis der polnische Kriegshafen Gdingen fertig ist. Da dies aber nunmehr der Fall ist, besteht für Polen keinerlei Berechtigung, feine Schiffe im Danziger Hafen einlaufen zu taffen. Der dritte Punkt bezieht sich auf die Verlegung des Munitionslagers vonDanzig nach Gdingen überhaupt. Eine weitere Frage, die den Völkerbunds- rat beschäftigen wird, ist die der Herstellung von Flugzeugen in Danzig. Die Danziger Regierung steht auf dem Standpunkt, daß sie durch Einführung dieses Industriezweiges in Danzig in der Lage sein wird, der außerordentlich großen wirtschaftlichen Rot deS Freistaates zu steuern. Eine Tlntersuchungskommiffion des Völkerbundes hat sich bereits mit dieser Frage befaßt, und der VölkerbundSrat hat nunmehr dazu Stellung zu nehmen. Polen wendet sich dagegen, weil es die Danziger Konkurrenz befürchtet. Die zweite Fragengruppe beschäftigt sich also mit der Behandlung Danziger Staatsangehöriger. Da ist einmal die Frage der Liquidation des in Polen gelegenen Gutes K v s i h k a u, das dem Danziger Staatsangehörigen Herrn von Rühen gehört. Die Polen halten sich zur Liquidation für berechtigt, weil sie behaupten, Herr v. Rühen sei deutscher Staatsangehöriger. 3n dieser Frage dürfte sich der Dölkerbundsrctt am besten an die Beschlüsse des Hohen Internationalen Gerichtshofes im Haag halten. Ferner stehen auf der Tagesordnung der Völkerbundsratstagung die Frage des Klagerechtes der Danziger Eisenbahner, die auf Grund des Versailler Vertrages in polnischen Diensten stehen und nach polnischer Ansicht ihre Klage in Ansprüchen an den polnischen Staat nur noch bei polnischen Gerichtshöfen anbringen können. Dieser Punkt steht seit längerer Zeit schon in der Schwebe, dürfte aber eigentlich für besonders schwerwiegende juristische Auslegungen keinen Anlaß geben. Der letzte Punkt, der in Genf zur Verhandlung kommen wird, ist die Aenderung des im Artikel 6 des Danzig-polnischen Vertrages vom 9. Vovember 1920 vorgesehenen Verfahrens, betr. die Mitwirkung des Völkerbundsrats bei Abschluß von internationalen Verträgen. In diesem Falle hat man in den Verhandlungen mit dem Dölker- bundskommisfar van Hamel bereits eine Einigung finden können, so daß es hierbei in Genf wohl kaum zu besonders schwerwiegenden Verhandlungen kommen dürfte. Der MlionalMenkongreh in Eens. Genf, 22. Aug. (WB.)Heute nachmittag wurde hier der Dritte Europäische Nationalitätenkongreß eröffnet, an dem 35 verschiedene Minderheitsgruppen aus allen Teilen Europas beteiligt find/die zusammen eine Bevölkerung von über 40 Millionen vertreten. In der Eröffnungsrede wies der Präsident der Konferenz, Dr. Wil - f a n , slowenischer Abgeordneter im italienischen Parlament, auf die wachsende Bedeutung der Bewegung der nationalen Minderheiten hin. Als die Hauptgegenstände der bisherigen Arbeiten erwähnte er die Gefährdung des europäischen Friedens durch die nationale Unduldsamkeit, die innen- und zwischenstaatliche Zusammenarbeit der Nationalitäten, das Sprachenproblem, die Frage der Nationalitätenkunde, sowie die Aufstellung von Statuten des Verbandes der Nationalen Minderheiten. W i l f a n teilte mit, daß nach der Aufstellung dieser Statuten neue Gruppen nicht mehr ausgenommen werden könnten. Zum Schluß seiner mit Beifall aufgenommenen Rede erklärte der Präsident, daß die Lösung des 2Ninderheitenproblems für die Erhaltung und Festlegung des europäischen Friedens ausschlaggebend sei. Hieraus ergriffen d ' übrigen Mitglieder des leitenden Ausschusses das Wort. Der Kongreß ernannte odann oter Kommissionen, die sich mit der Zu- ammenarbeit der Minderheiten in der Sprachen- rage, der Organisierung des Berbandes und mit )er Ausarbeitung der Statuten befassen werden. Der Bericht der Saarfommiffion Genf, 22. Aug. (Wolff.) Die Regierungs- kommission des Saargebietes hat dem V ö l ke r b u nd s se k r e t a r ia t den zweiten Bierteljahresbericht für 1927 überreicht. In dem Bericht wird zunächst an die bekannten militärischen Umwandlungen im Saargebiet erinnert Gegenwär! g verfüge die Kommission erstens über einen Bahnschutz von insgesamt etwa 800 Mann und über eine Ne tz k o m m i s s i o n, deren Bestand 100 Man nicht übersteige. In dem Bericht heißt es dann weiter, ivas die wirtschaftliche und soziale Lage anlange, habe die Kommission sich damit besaßt, eine Verlängerung des beut sch-französischen Abkommens über die Handelsbeziehungen im Saarbecken zu erreichen. Die Kommission habe ferner bei der deutscben und französischen Regierung angeregt, die Interessen des Saargebietes bei den Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich zu berücksichtigen. Die finanzielle Lage ergebe für 1927 an Einnahmen 403 232 037 Franken gegenüber Ausgaben in Höhe von 403 034 456 Franken. Es ergebe sich also ein lieber- schuß von 197 581 Franken. Der Arbeitsmarkt habe sich auch i-m zweiten Vierteljahr 1927 gebessert. In der Kohlenindustrie seien in der Berichtszeit eine gewisse Zahl arbeitsloser Taae zu verzeichnen gewesen. Die Zahl der Arbeitslosen habe Anfang April 3582, Ende Juni 2000 betragen. Der Bericht enthält dann noch sehr eingehende Einzelheiten über die allgemeine Reorganisation des öffentlichen Unterrichts. Der deulsch-belgifche Ausschutz. Berlin, 22. Aug. (Wolff.) Die belgischen Blätter beschäftigen sich eingehend mit der Einsetzung des kürzlich 'beschlossenen Untersuchungsaus- f ch u s s e s in der Frage der Verletzungen des Völ- kerrcchts während des Krieges. Der „Soir" wünscht, daß der Ausschuß durch den Völkerbund eingesetzt werde. Zur Zeit finden, wie den Blättern mitgeteilt wird, zwischen Deutschland und Belgien diplomatische Besprechungen in der Frage der Einsetzung des Ausschusses statt. Die Zukunft des Dawesplanes. R e u i) o r f, 22. Aug. (Wolff.) Unter der Tleberschrift „Die Zukunft des Dawesplans" bespricht die „Reuhork World" in einem Leitartikel den Vortrags den der frühere Reichsfinanzminister Dr. Reinhold über die Aussichten des Dawesplans im Institute of Politics gehalten hat. Rach der „World" hängt die künftige Gewährung von Anleihen an Deutschland von hem Zustand seines Budgets ab. Bisher habe Deutschland in den Ve reinigten Staaten reichlichen Kredit gefunden und werde ihn auch zweifellos dort weiter erhalten, falls die deutschen Finanzen in Ordnung bleiben. Zur Leistung von Reparationen und zur Regelung seines Zinsendienstes für seine Auslandschuld müsse Deutschland jedoch seinen Außenhandel wesentlich erweitern. Die brennende Frage sei daher, ob die Hebung des deutschen Außenhandels angesichts der heute bestehenden Handelsschranken möglich fei. Ein Versuch in dieser Richtung wäre zugleich auch eine Probe auf den Dawesplan. Der deutfch-franzöf ifche Handelsvertrag fei ein hoffnungsvolles Zeichen, doch müßten viele Handelsverträge abgeschlofsen werden, um Deutschland die Möglichkeit zu geben, seine durch seine Auhenschuld entstandenen Verpflichtungen durch feinen Außenhandel zu decken. Dawes lehnt die Präsidentfchaftskandidatur ab. Cincinnati, 23. Aug. (WTB. Funkspruch.) Vizepräsident Dawes hat in einem Schreiben an ein Mitglied der Aoung-American-Union eine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen abgelehnt. Die Militärkontrolle in Ungarn. Genf. 22. Aug. (WD.) Dem Völkerbundssekretariat ist ein Schreiben des französischen Außenministers B r i a n d. des Präsidenten der Dotschafterkonferenz. zugegangen, in welchem er zur Kenntnis bringt, daß die Bot- schafterkonferenz beschlossen hat, die Militär- kontrollkommission aufzuheben Bei dieser Gelegenheit glaubt die Dotschafterkonferenz die Aufmerksamkeit des Völkerbundsrates auf die Vorbehalte der Kontrollkommission über die Anwendung derRekrutierungsgesehe in Ungarn lenken zu müssen. Die Vorbehalte sind in einer Rote, welche dem Schreiben beigegeben ist, angeführt. In dieser Rote erflärt die Kommission, daß sie von Anfang der Inkraftsetzung des Militärgesetzes von 1922 an sich Rechenschaft darüber ablegte, daß die Anwerbung neuer Soldaten meistens unter Z w a n g erfolge, während das Gesetz nur freiwillige Anwerbungen vorsieht. Um künftig eine ordnungsmäßige Rekrutierung zu ermöglichen, erbittet die Kontrollkommission von der Botschafkerkonferenz die Festsetzung genauer Regeln, welche im wesentlichen bestimmen, daß das jährliche Kontingent neuer Anwerbungen 3720 Mann nicht übersteigen soll. Die Botschafter- Konferenz hat sich veranlaßt gesehen, der ungarischen Regierung gewisse feste Regeln vorzuschreiben, und diese hat die Verpflichtung übernommen, die Regeln innezuhalten. Das Schreiben Driands wurde unvorzüglich den Mitgliedern des Völkerbundsrates und der ungarischen Regierung zur Kenntnis gebracht. Die Kampfe am yangtse. Schanghai, 22. Aug. (WTB.) Wie aus R a n k i n g gemeldet wird, dauert dort die Beschießung militärischer Objekte durch die Rordtruppen an. Von Pukau aus wird mit Gewehren und Maschinengewehren gefeuert. Da die Beschießung von Kauffahrteifahrzeugen von den Flußufern aus erneut einsetzte. fahren die Schiffe wieder geschlossen und unter Bedeckung. Heute wurde ein englisches Schiff unterhalb von Ran.'mg beschossen Das Feuer wurde durch ein englisches Kriegsschiff zum Schweigen gebracht. Ein englischer Kreuzer hat zum Schuh des britischen Eigentums in Ranking Marinesoldaten gelandet und dann seinen Weg nach Wuku fortgesetzt. London, 22. Aug. (WD.) Einer Agenturmeldung aus Hongkong zufolge wurde der britische Zerstörer „Sirdar" von Maschinengewehren vom Südufer des QJangtfe gegenüber von Kwantschau in der Rähe Tschekiangs beschossen Er erwiderte das Feuer mit vierzölligen Geschützen und Maschinengewehren Die Chinesen sollen durch das Feuer des Zerstörers sechs Man verloren haben Der britische Zerstörer Hai keine Verluste erlitten Die Agentur Indo Pacific meldet aus Schanghai, daß keine merkliche Aenderung in der Lage eingetreten sei. Etwa 4000 aus Ranking kommende Soldaten Die auf Hang- tschau vorrücken wollten seien an der Stelle, wo die Eisenbahn unterbrochen ist, aufgehalten worden. Trotz der erfolgten Rückgabe der Tragflächen des englischen Flugzeuges bewachen die engl 'chen Truppen noch immer die Eis enbahn st recken. Alle in Kanten verfügbaren Truppen seien in Shiukwam zusammen- gezogen, um zu verhindern daß vor der möglichen Wiedervereinigung der einzelnen Verbände der Kuomintang von Ranking und Han- kau ein Einfall in die Provinz Kwanttrng unternommen werde. Hebung der deutschen Milchwirtschaft. Berlin, 22. Aug. (WB.) Reichslandwirtschafsminister Schiele hat bei Begründung der Zoll- tarifnooelle Anfang Juli 1927 im Reichstag angekündigt, daß er mit den Ländern und landwirtschaftlichen Organisationen in Verhandlungen darüber eintreten werde, was zur Hebung der deutsche Milchwirtschaft getan werden könne. Im Verfolg dieser Ankündigung hat er soeben ein Rundschreiben an d i e Landesregierungen gerichtet, dem wir folgendes entnehmen Infolge der außerordentlich hohen Einfuhr an Molkereier^eugnifsen aus dem Auslande ist vielfach eine ausgesprochene Absatzkrise für deu t s ch e Molkereierzeugnisse, insbesondere Käse, heroorgerufen wordcn. Da die Milchvichhaltung vorwiegend in den Händen der landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetriebe ist, so bedeutet diese Entwicklung eine starke Gefährdung der bäuerlichen Besitzer. Gleichzeitig stellen die hohen Einfuhren an Molkereierzeugnissen eine nicht mehr tragbare Belastung der deutschen Handelsbilanz dar. Infolge von handelsvettraglichen Bindungen kommen zurzeit zur Beseitigung dieser Umstände zollpolitische Maßnahmen nicht in Betracht. Um so mehr sollten wir die Mittel ergreifen, die aus eigener Kraft eine Besserung her beizvführen vermögen. Hier sollen in erster Linie die Standardisierungsbestrebungen der hierzu berufenen Stellen nach Kräften gefördert werden. Dazu soll die Qualität der gewonnenen Milch und der Milcherzeugnisse allgemein gehoben werden. Ein besonderes Augenmerk soll auf eine Rationalisierung der Molkereibetr i e b e zu richten sein. Soweit die Herstellung von Standardwaren und die Erreichung der sonstigen Ziele davon abhängig ist, daß die modernen technischen Einrichtungen für die Milchoewinnung, den Milchtransport und die Milchoerarbeitung ergänzt ober neu beschafft werden, ist die Reichsregierung entschlossen, sich für eine Bereit st ellung der erforderlichen Mittel im Kreditwege einzusetzen. Die Landesregierungen sind daher aufgefordert worden, anzugeben, welche Kreditbeträge für ihr Staatsgebiet voraussichtlich erforderlich sein werden und ob eine Verbilligung des Zinssatzes dieser Kredite geboten erscheint. Aus aller Welt. Reuschnee im Allgäu. Auf den Dergen des Allgäu zeigt sich fett Donnerstag Reuschnee. Im Tal halten falte Regenfälle an. Spät aufgeklärter Doppelmord und Selbstmord. Aus Hveringen a. d. Werra wird gemeldet: Der Sägewerksbesitzer Licht aus Herfa fand im Dickicht des sog. Seulingwaldes drei Leichen. Es handelt sich um die Leichen eines Mannes und zweier Kinder, die sämtlich schon stark in Verwesung übergegangen waren. Es handelt sich um den Lehrer Fötzing und seine beiden Kinder, einen Knaben und ein Mädchen. Fötzing war früher in Heimboldshausen tätig und ist bann nach einem Ort in bet Nähe Kassels versetzt worben. Er lebte von seiner Frau getrennt, bie auch bas dritte Kind mit sich genommen hatte. Die Trennung liegt schon Jahre zurück. Im Mai 1925 hatte er an seinen Bruder geschrieben, daß er sich das Leben nehmen wolle. Er wurde bann in Bebra unb zuletzt in Höhnebach gesehen. Der bortige Oberförster hat den Wald seinerzeit abgesucht, aber nichts gesunden. Wie der Befund ergab, sind die im Alter von 7 bzw. 10 Jahren befindlichen Kinder mit einem Revolver erschossen worden; darauf hat sich Fötzing selbst erschossen. Die eigenen Kinder verbrannt. In Marklohlih bei Halte brach in der letzten Rächt im Hause des Rachtwächters ein Feuer aus, bei dein die beiden Kinder des Wächters, ein Mädchen von sieben und ein Knabe von neun Iahr?n, verbrannten. Der Rachtwächter wurde als vermutlicher Brandstifter verhaftet. vor den Zug gefchleuderl. Infolge Bremsenbruches fuhr gestern ein Motorradfahrer bei Bad Lauterberg mit großer Geschwindigkeit gegen eine geschlossene Bahnschranke. Hierbei wurde der Mitfahrer vom Soziussitz über die Schranke gegen einen vorüberfahrenden Güterzug geworfen. Er wurde vorn Zuge erfaßt, eine Strecke mitgeschleift und erlitt so schwere Verletzungen, daß er im Krankenhaus verstarb. Der Führer des Motorrades, der ebenfalls gegen den Zug flog, wurde wieder zurück- geworfen und trug nur leichtere Verletzungen davon. Lustmord bei Goslar. Gestern abend wurde im Walde bei Goslar am Rarnmelsberge die Gemeindehelferin der Marktkirchengemcinde Mia Hoda ermordet auf* gefunden. Rach dem Befund handelt es sich um einen Lustmord, dem ein heiliger Kampf zwischen dem Mörder und seinem Ovfer vorausgegangen fein muh. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur. Schwere Bluttat beim Erntefest. Eine schwere Bluttat ereignete sich in der Rächt zum Montag auf dem Rittergut Wettin bei Schippenbeil in der Rähe von Rastenburg (Ostpreußen). Bei einem Erntefest kam es zu Streitigkeiten, in deren Verlauf ein Instmann und dessen Bruder durch Messerstiche getötet, ein anderer Bruder sowie der Oberinspektor des Gutes durch Messerstiche schwer verletzt wurden. Line Krankenschwester unterschlägt 80 000 lll'-rt Die Krankenpflegerin Käthe Weber, d'.e im Verlaufe mehrerer Jahre >as St. Elisabeth- Krankenhaus in Oberhausen um 80 000 Mark betrogen hatte, wurde vom Schöffengericht Ober- Kaufen zu zwei Jahren Gc'ängnis verurteilt. Unwetter über England. Aus den meisten Teilen 'ngtanbs wirb stürmisches und nasses Wetter gemeldet, wie es seit fünfzig Jahren im August nicht erlebt worben ist. Im Kanal wütet nach wie vor heftiger Sturm. Alle Verarm- gungsfahrten nach ber Jsle of Wight sind eingestellt worben. In Eastbourne würbe wegen des hohen Seeganges bas Baben im Meer untersagt. Sogar in öonbon erreichte bie Winbgeschwinbigkeit über 30 Meilen bie Sttinbe. Untergang eines Fischerbootes. Nach einer im „Echo be Paris" veröffentlichten Melbung aus Borbeaux wirb ber Untergang eines Fischerbootes berichtet. Sechs Mann ber Besatzung iDerberi vermißt. Fünf konnten sich retten. Untergang eines schwedischen Dampfers? Oestlich von Oeland (Ostsee- traf der Stettiner Dampfer „Werner Kunstmann am 20. Aug. vormittags ein kielobentreibendes Rettungsboot, mehrere Rettungsringe, Luckendeckel und andere Schiffstrümmer an, so daß die Vermutung nahe liegt, daß ein Schiff an dieser Stelle untergegangen ist. Der Dampfer setzte nach fünf Stunden erfolglosen Suchens an der Unfallftelte seine Reise nach Stettin fort. Rach den geborgenen Rettungsringen ist zu vermuten, daß es sich um den 2000 Tonnen großen schwedischen Dampfer „Rellie" handelt. G Lchlüssel Ml Der einzige, bewohn» in fr Schlag. Unb mol Schlosser holen! gemacht. Außerb vorher noch einka usv.) 3toeili eigene Wohnung iornme, ist es fr parterre wohnen. Soviel Zeit schleichen wie Sh ob ein Fenster c lüftet habe, ist t abend, hintenra raus auch. Hei tes M schwarzen^ ^neuerdings Romanen eine Dis letzt Sashahn , nicht übetgM ei ha"s nicht » ,nch keinen Spiegelei bui. <2 hebe Spiegeleier M hat seine g> tzs war ^n wurde weine 5« sind aber die L was z« ellen M Menst geh'. M 4ui -uf a halbes Pstnd W zimmer ist eins gegenüber eite (Unb man ist ii die Bogenlampe woanders brenn an der Ecke. 2 trenn ich heimkt Ich komme ?«r Aegen rin man ein Ding stelle ich derweil Jetzt geht lein Schlosser is Sani, daß die Lchupomann ist Passanten, die (einer die Poktzl Jetzt: ein K. leucbtung wert g ßifalabiergerüff W auf dem Fe taj leere Zimmr Ehrend ich fad ich mir vor, ein M stehl. Fehl 2od mit den Erstellung, das, , Meine Frau megen, wenn id bei uns gestiegen ...du werde aber gleit Die Suche nach den vermißten ^onolulufliegcn. Auch in den letzten 24 Stunden wurde keine Spur von den noch immer vermißten drei Hono- lulufliegem entdeckt. In dem Heimatorte ber Miß Daran würbe ein Bittgottesdienst abgehalten. In ber Methobistenkirche bortselbst hatten Freunde ihren Kirchenplatz mit Blumen geschmückt. Wettervoraussage. Das gestern über den britischen Inseln lagernde Tiefdruckgebiet hat sich heute unter geringer Abflachung nordöstlich verlagert. Auf seiner Rückseite dringen kühle Polarluftmassen nach dem europäischen Kontinent vor. Der kühle Witterungscharakter bleibt vorläufig noch bestehen, so daß bei etwas fallenden Temperaturen mit Bewölkung und einzelnen Schauerregen zu rechnen ist. Der Luftdruck ist gleichzeitig über den britischen Inseln stark angestiegen, infolgedessen wird sich später die Wetterlage etwas beruhigen. Ob sie sich weiter bessert, läßt sich heute morgen aus den eingegangenen Wettermeldungen noch nicht ersehen. Wettervoraussage: Weiterhin unbeständig, wechselnd wolkig, etwas kühler, einzelne Regenschauer, lebhafte westliche bis nordwestliche Winde. Witterungsaussichten für Donnerstag: Wolk'.g auch zeitweise aufheiternd und vereinzelt leichte Riederschläge. Lufttemperaturen: 22. August mittags 20,5 Grad Celsius, 22. August abends 16,7 Grad Celsius, 23. August morgens 16,9 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: 22. Aug. 19,7 Grad Celsius, 23. August 14,3 Grad Celsius- Gestrige Tagestemperatur: Maximum 21,1 Grad Celsius, Minimum 12,5 Grad Celsius. Riederschläge: 0,4 Milimeter. Sonnenscheindauer: 8 Stunden. V Goslar. Jetzt: ein Klimmzug, der einer besseren Deiche steht. Fehlt bloß die Blendlaterne und der an der Ecke. Der wird etwas zu sehen kriegen, toexvn ich heimkomme. Ich komme heim. Es ist schon beinahe dunkel. Aer Regen rinnt. Das richtige Wetter, wenn i.i nz, M hatte nicht ins Zimmer geregnet, und es hatte a id) keinen Stubenbrand gegeben, wenn ich ein Spiegelei bul. (Alle Strohwitwer machen mitDor- lmbe Spiegeleier, wenn sie nicht auswärts essen; d-as Hot seine guten Gründe.) Es war am Damstcsgnachmittag. Morgen Dürde meine Frau wieder da sein. Am Sonntag stad aher die Läden zu, und wir müssen doch 0208 zü essen haben. Ich werde also, ehe ich itirn Dienst gehe, schnell vorher einkaufen. Ich sehe lchleichen wie Sherlock Holmes, um nachzuschen, d6 ein Fenster offen steht. Wenn ich nicht ge- lü-ftet habe, ist der Schlosser fällig, trotz Feierabend. Hintenraus ist alles hübsch zu. Dorne- raus auch. Rein — Heil mir! — im Schlaf- ereignet? sich in i dm Mergnt M Mhe ton 'Safterh; Crnteses! kam ein :Iauf ein JnstmamnÄ leslerltiche getöltt rin raussa^' ( I tin#’ eh«"' Oeiterh'^ AitimeA Must i era>ur.. iieter. »r Oberinspektor M . schwer verletz! üurhm. lein Schlosser ist jetzt mehr zu haben. Gott sei Jank, daß die Bogenlampe noch nicht brennt. Icrjdjlägl BOiwZInl. Schupomann ist auch nicht zu erblicken. Ein paar Käthe Weber, d un assanten, die es eilig haben. Hoffentlich ruft i ^as St Elisabeth' (einer die Polizei an. fen um 800$ 'M Jetzt: ein Klimmzug, der einer besseren De- S$)ffengerid)t Ober- bLichtung wert gewesen wäre — ich denke ans ' ngnis verurteilt kslaladiergerüst bei den Preußen — ruckzuck, sitze auf dem Fensterbrett, schwarz gähnt mich LMM. _ kas leere Zimmer an, Regen rauscht ... und dcihrend ich sachte ins Zimmer gleite, stelle mir vor, ein Klettermax zu sein, wie er im hxrbe aber gleich hinzufugen: ..... das war ich/ Aijcherbooles. ,y. e Poris' veröjfen^ ...... n .......... lirb her Unk* J* ' —--- - d)6 Mann her . • t nten sich re**er- «SM **»' I0M STw*- Äx* °V .r 6* alt» 4 Stunden fiorf Sys*1’ --iuquvaLl« i1cn Hut auf und memoriere: ein Laib Drot, ^aMistxi verhaftet. b«lbes Pfund Dutter, Tafel Schokolade zur Be- schleuder! irüßung... schwapp, fällt die Tür ins Schloß. L.r ' . I NH stehe nachdenklich im Treppenhaus, Unb der JJJF * 61 Schlüssel steckt inwendig. e ft Der einzige. Und kein Mensch daheim. Mit- r TVifuc!’ ™ vewohner in der Sommerfrische. Ein schwerer aenm^ Vvm.öl» I lSchlag. tint> morgen ist Feiertag. Erster Gedanke: rfj ^Eiev Schlolser holen! Aber der hat wohl schon Schluß toB gemacht. Außerdem ist es Zeit zum Dienst. And geschleift und erlitt ; vorher noch einkaufen. (Ein Laib Brot, ein halbes mtorrades, der eben, wurde wieder zurück, leichtere Derlehunga "nhicmd; wird ttümi' einet, wie es sei! stchg ih b- morden ist. Im Smo! •r Sturm. Alle &rcnü- (xid mit den „Klamotten". — Eine peinliche of Wight sind eingettettl 3 vrstellung, das muß ich zugeben. )c wegen des hshr Meine Frau wird einen ziemlichen Schreck -er untersagt coc-:: ‘ Iliegen, wenn ich ihr morgen erzähle: „Denk meichwinhigk«! 11 Mdir —: bei uns ist gestern abend einer ein- -rf- gestiegen ... durchs Schlafzimmersenster." Ich eiliger Kamps Mschn u mmer ist eins offen. Aber da brennt abends Ovier bota-dSgeaanoc, gegenüber ei.*e unverschämt Helle Bogenlampe, sehlt bisher jede Lpw 'UnZ) man ist in Fachkreisen darüber einig, daß btt Bogenlampe bei solchen Gelegenheiten besser ieim 6tntc|e|l. w «anders brennt.) Auch steht öfters ein Schupo “Ugau. 5^; L rWelUnfi Übern Lehrer LK e im Alter , m!j • r 00,1 । bim ,ld) 0°d'ng feibft er. ; verbrannt. Gies;encr Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück» 60 lns 130, Wir.ina 12 bis 20, Weißkraut 12 bis 20, Rotkraut 20 bis 25. gelbe Rüben 10 bis 15. rote Rüben 10 bis 15, Spinat 35, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grüne) 10 bis 20, (gelbe) 15 bis 25, Erbsen 30, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 100, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 6, Frühäpfel 12 bis 40, Falläpfel 6 bis 8, Dirnen 12 bis 20, Pflaumen 10 bis 20. Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 40 bis 65, Reineclauden 30 bis 40, Honig 45 bis 50, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner ICO bis 120 pro Pfund; Eier 13 bis 14, Blumenkohl 20 bis 120, Salat 10, Sa'atgurken 10 bis 40, Einmachgurken 3 bis 5, Endivien 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Aettich 10 bis 20 pro Stück; Radieschen 10 Pfennig pro Dund. Lornotizen. — Ta g e s ka l e n d e r für Dienstag. Derein Rudersport: 8.30 Ahr, Doo.shaus, OJlo- natsvecsammlung. — Palast-Lichtspuele: „Hotel Stadt Lemberg". — Astoria-Lichtspiele: „Einer gegen Alle". *• Der Oberhessische Automobilklub bot am Samstagnachmittag auf dem hiesigen Flugplatz eine sehr interessante autosport- liche Deranstaltung. Zunächst hatte man Gelegenheit, in einer Geschicklichkeitsprüfung für Kraftwagen 22 Wettbewerber (Mitglieder des Dereins) auf ihren Wagen um die beste Leistung ringen zu sehen. Durch die mannigfaltigsten Fahrbedingungen und Hindernisse wurde den Fahrern die Aufgabe reichlich schwer gemacht, trotzdem sah man durchweg sehr gute Leistungen, die bei dem zahlreichen Publikum ihren Eindruck nicht versehlten. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete eine mit 12 schnittigen Wagen gefahrene Auto-Quadrille, in der man sowohl hinsichtlich der Wendigkeit der Fahrzeuge, der Sicherheit dec Fahrer wie auch in der Schönheit der gefahrenen Figuren ganz Hervorragendes zu sehen bekam. Der hochqualifizierten Leistung der Fahrer dankte dann auch verdientermaßen der lebhafte Beifall der sehr interessierten Zuschauer. Für die Güte der gebotenen sportlichen Darbietungen zeugt die Tatsache, daß die Zuschauer trotz des ungünstigen, zum Teil regnerischen Wetters bis zum Schlüsse ausharrten. Die Leitung des Oberhessischen Automobilklubs und die an dem Wettbewerb beteiligten Fahrer können auf die in allen Teilen wohlgelungene Veranstaltung mit berechtigter Befriedigung zurückblicken. '"Weite Reiseeines Luftballons. Herr Georg Ermert, Gietzen, Rordanlage, fand am Sonntag an der Heuchelheimer Straße, zwischen 19 und 20 Ahr, einen fr., „ösischen Ballon, der von einem Herrn Dorchard, La Bruffiers, am 21. August um 7.50 Ahr abgesandt wurde. Die anhängende Karte soll nach Clisson (Loire-Inferieure) zurückgcsandt werden; dem Wunsch des Absenders wird entsprochen werden. ** Siesta wird abgeschaf f t. Die Hauptverwaltung der Reichsbahn wird, der „Voss. Ztg." zufolge, den Vertrag mit der Siesta- Gesellschaft, der seit sieben Jahren besteht, zum 1. Oktober 1928 kündigen. Rach der „Voss. Ztg." begründet die Reichsbahnverwaltung die Maßnahme damit, daß viele Reisende, die früher zweiter Klasse gefahren sind und die es sich auch letzt schon toi,. r? leisten können, dritter Klasse fahren und sich einen Siestasitz mit ins Abteil nehmen, wodurch die Eisenbahn geschädigt werde. " Reklame auf Amschlägen. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Die auf der Außenseite der Briefsendungen außer der eigentlichen Anschrift gestatteten Vermerke (Absenderbezeichnungen, Reklamen usw.) dürfen nur auf der Rückseite und dem linlen Drittel der Vorderseite der Briefumschläge, Streifbänder usw. angebracht werden. Die rechten zwei Drittel der Vorderseite sind für die Anschrift des Empfängers bestimmt und müssen daher freibleiben von allen sich nicht auf die Postbesörderung beziehenden Angaben. Das Reichspostministerium hat die Frist für den Aufbrauch von Briefumschlägen, die diesen Vorschriften nicht entsprechen, bis zum 1. Oktober 1928 verlängert. Es ist dringend zu raten, bei der Herstellung neuer Amsazläge die vorstehenden postalischen Destiminungen genau zu beachten, da mit einer nochmaligen Verlängerung der Aufbrauchsfrist nicht zu rechnen ist. " Markenberichtigung b e i freiwilliger Invalidenversicherung. Gemäß § 1440 der Reichsver'icherungsordnung sind bei der Selbstveriicherung und Weiterversicherung Beiträge in der dem jeweiligen C.nkomi..en entsprechenden Lohnklasse zu entrichten. Personen ohne Einkommen oder mit einem solchen von nicht mehr als 12 Mark wöchentlich, müssen mindestens Beiträge in der Lohnklasse II entrichten. Beiträge der Lohnklasse I oder einer zu niedrigen Lohnklasse sind bei der Selbst- und Weiterver- sicherung ungültig. Rach der jetzigen Rechtslage kann die Berichtigung zu niedrig geklebter freiwilliger Beiträge nur innerhalb der Grenzen des § 1443 RDO., also nur auf ein Jahr zurück, erfolgen. Auch die verwendeten Beiträge l. Lohn- klasse können innerhalb dieser Frist berichtigt werden. Dem freiwillig Versicherten steht es frei, welche Mittel er für die Berichtigung auf- wenden will, d. h. wie viele der geklebten unrichtigen Marken er berichtigen lassen will, ob er an Stelle einer größeren Anzahl zu niedriger Beiträge die entsprechend geringere Zahl der gesetzlichen Beiträge treten lassen will. Richt berichtigte, zu niedrig entrichtete Marken smd ungültig und zu vernichten Der Wert der nicht berichtigten, vernichteten Marken ist in den ®ren- zen des § 29 Abs. 2 RVO. zurückzuerstatten Bei Berichtigung ber Deitragsleistung darf der Wert der zu niedrig verwerrdeten Beiträge nur insoweit angerechnet, bzw. verrechnet werden, als § 29 Abs. 2 RDO. dies zuläßt. ** 5. Divisionstag der 76. Rest-Division. Am 3. und 4. September findet in Frankfurt a. M. der 5. Divisionstag der 76. R.-D. statt. Die Einladung hierzu ergeht an alle ehemaligen Truppenteile, die der Division (wenn auch nur vorübergehend) angehört haben; für die hiesige Gegend kommen vor allem die Angehörigen der Reserve- Infanterie-Regimenter 253 und 254 sowie des Res.- Feldartillerie-Regiments 56 in Betracht. Amtsgericht Gießen. Gießen, 20. August. Ein Fabrikarbeiter aus L. geriet mit einem Kollegen bei der Arbeit in einen Wortwechsel und rief ihm zu: „Glaubst du, du kannst es mit mir machen wie mit deinem S'h egervater, der wegen dir ins Feuer gegangen ist?" Letzterer soll nämlich selbst seine Scheuer angesteckt haben und dann in das Feuer hineingesprungen sein, um seinem Leben ein Ende zu machen. Aus erhobene Beleidigungsklage nahm der Angeklagte die Aeuße- rung mit Bedauern zurück und zahlte sämtliche Kosten. Eine Schneiderin von hier hat di« Ehefrau eines im Hause ihrer Eltern wohnenden Arbeiters verklagt, weil diese ihr zugerufen habe: „Du bist auch ein« Mißgeburt". Die Frau gibt zu, dies« Aeußerung in der Aufregung darüber daß die Schneiderin ihr Kind ohne Grund geschlagen habe, getan zu haben. Da sie wegen wiederholter Beleidigung der Privatklägerin vor einigen Monaten schon einmal bestraft worden ist, erhält sie eine Gelöst rase von 15 Mark. In der Zwischenzeit ist eine Klage gegen die Schneiderin wegen Mißhandlung des Kindes anhängig gemacht worden. Die Privatklagen zweier Einwohner von Großen-Buseck gegen eine Frau von dort wegen Beleidigung mußten auf zwei Monate vertagt werden, da die Angeklagte, die schon längere Zeit nervenleidend ist, erneut einen Rervenanfall bekommen hat und deshalb vor Gericht nicht erscheinen konnte. Gießener Jugendgericht. An der jüngsten Sitzung des Jugendgerichts nahmen als Jugendschöffen teil August Friedc.ch Rinn von Heuchelheim und Georg Klingel- Höfer von Großen-Linpen. Der Dachdeckergeselle L. M. von Gießen ist in den letzten Monaten mehrfach mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten und zeichnete sich hierbei durch Rohheit und Zügellosigkeit aus. Rach- dem er erst kürzlich vom Jugendgericht wegen gefährlicher Körperverletzung eine Gefängnisstrafe von vier Wochen erhalten hatte, mußte er sich heute wiederum wegen Körperverletzung verantworten. In der Rächt vom 9. 10. Llpril ging ein hiesiger, in der Wehsteinstraße wohiccnder, älterer Händler nach Hause. Auf dem Marktplatz streifte er den dort befindlichen Angeklagten unabsichtlich am Rocke. Der Angeklagte, der behauptet. er sei vom Bürgersteig heruntergestoßen worden, schlug dem Zeugen unmittelbar darauf von hintenher unversehens mit der Faust ins Gesicht, ging dann vor dem Zeugen durch und versetzte ihm kurz darauf wiederum von hintenher und mittels hinterlistigen Ueberfalls nochmals mehrere Faust schlüge ins Gesicht, die schmerzhafte, blutende Derlehungen verursachten. Mit Rücksicht darauf, daß diese Tat v o r der früheren Aburteilung des Angeklagten geschah, gewährte das Jugendgericht dem Angeklagten noch einmal eine Bewährungsfrist von fünf Jahren, verurteilte ihn aber im übrigen in eine Ge - fängnisst rafe von vier Wochen. Gleichzeitig wurden Erziehungsmaßregeln angeorbnet, deren Auswahl der Dormundschastsrichter treffen wird. Doraussichtlich wird hiernach dem Angeklagten das Betreten der Straße, für deren Passanten er in seinem Rowdytum eine Gefahr bildet, für eine geraume Zeit von einer bestimnv- ten Stunde an verboten werden, da die vom Angeklagten bedrohte öffentliche Sicherheit solche einschneidende Maßnahmen erfordert. Ein Maurerlehrling, dec von einem Rachbardorfe stammt, hat an einer hiesigen Baustelle einem dort beschäftigten Gesellen aus seinem in der Bauhütte hängenden Rocke eine silberne älhr entwendet, die später bei ihm im Bett versteckt vorgefunden wurde. Rach Lage der Sache war ein empfindlicher Denkzettel am Platze, da >:r Angeklagte gebessert werden muß. Mit Rücksicht auf die erste gerichtliche Bestrafung des jugendlichen Angeklagten wurde auf eine Gefängnisstrafe von drei Tagen erkannt, wegen deren ihm eine Bewährungsfrist von fünf Jahren gesetzt wurde. Auch hier wurden Erziehungsmaßregeln für nötig erachtet, über deren Anordnung und Auswahl der Dormundschastsrichter weitere Bestimmungen treffen wird. Berliner Börse. Berlin, 23. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Bormittagsoerkehr bietet dasselbe Bild der Geschäftslosigkeit wie gestern. Es herrscht vollkommene Lustlosigkeit und Zurückhaltung. Die Kurse rein nominell liegen weiter nachgebend. Farben 298 bis 299, AEG. 184, Siemens 287. Am Devisenmarkt kommt London gegen Paris auf 124,02, Mailand 89,25, Madrid 28,79 und Kabel mit 4,8615. Rundfunk-Programm. Mittwoch, 24. August. 13 bis 14 Uhr: Reue Schallplatten. - 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Impressionistische Musik. - 17.45 bis 18.15: Die Bücherstunde. — 18.30 bis 19: „Schopenhauer über den Tod und sein Derhältnis zur Unzerstörbarkeit unseres Wesens an sich", Dortrag von Pfarrer Clemens Taesler. — 19 bis 19.30: „Ein- und mehrstimmige Musik", Dortrag von Dr. Paul A. Pisk, Wien. - 193) bis 19.35: Wirtschaf s- meldunaen. 19.35 bis 20: Stenographischer Fortbildungskursus. — 20 bis 20.15: Senckenberg- Viertelstunde: „Blüten und Insekten", Dortrag von Privatdozent Dr. Kräusel. — 20.15: Kammer- opern abend. Eine neue Offenbarung der Natur. Die Medizin stebt nicht mehr weit von der Erkenntnis, daß alle Krankheiten im Grunde nur Erkrankungen der Drüsen sind. Drüsen- Therapie wird darum zum künftigen Schlagwort der Heilkunde werden. Die Drüsen sind verantwortlich für Jugend oder Filter, für Gesundheit oder Krankheit, für Altersschwäche oder Lebenskraft. Es ist erstaunlich, welche Veränderung im Menschen durch die Verbesserung der Drüsen hervorgerufen werden kann. Der Mensch ist so alt wie seine Blutdrüsen funktionstüchtig sind (Schilddrüse, Keimdrüsen, Hypophyse, Pankreas, Bauchspeicheldrüse, Nebennieren usw.). Die Medizin sucht nach einem Präparat, das bei krankhaften Störungen die gesamte innere Sekretion wieder anzuregen vermag. Dieses haben wir nunmehr in„Lukutate“ gefunden. Lukutate ist das Drüsenmittel der Zukunft. Was ist Lukutate? Eine In Indien heimische Beerenfrucht, die wegen IFret besonderen Verjüngungseigenschaften soeben auch in Deutschland Aufsehen erregt. Die Hauptwirkung der Lukutate liegt in der Befreiung, Entgiftung, Stärkung und Verjüngung der Drüsen und in der daraus folgenden Stärkung des gesamten Organismus. Lukutate entspricht einem dringenden Bedürfnis, wie Erfolge und Nachfrage beweisen. Ein großes, dankbares Publikum empfiehlt Lukutate von Mund zu Mund. Wir haben in Lukutate ein wahrhaftes natürliches Verjüngungsmittel, welches als einfache Vor- und Nachspeise, als Brotaufstrich oder Beerensaft in den nachstehenden Formen verwendet wird. Man wählt je nach Geschmack oder wechselt: i. Lukutate-Gelee-Früchte, die eüße Geedimadufonn Mk. 3.60 2. Lukutafe-Bouil Ion würfel Mr den, der „,ÜÜ" nickt mag, sowie Mr Korpulente und Diabetiker . Mk. 3.60 1. Lukutate-Mark, Marmelade als Brotaufstrld» etc Mk. 3.60 k Lukutate-Beerensaft, (mit Indischem Rohrzucker) .. Mk. 2.60 v Lukutate-Mark konzentriert, (Loku-ta-te india original Hiller)................. Mk. Sein allen Hpotbeken, Drogerien und Reformhäusern erhältlich. Literatur durch die Fabrik i Wilhelm Hiller, Nahrungsmittel-Werke, Hannover, tugleld> Hersteller der Brotella-Darm-DIÄt nach Prof. Dr. Geweckt. Mod—h=us hayf nml Gießen / Seltersweg 8S B Q w tJ M wll Hel Zugang während des Umbaues durch d. Seiteneingang «j^jwb».v MWUinWb'WlHlh^tWiff?w,r*»1».AMggrararMt&fcT. ^MrjWRaT.v'rnT^rrgw^ an PStfF>. -,a bmibj ---------------------------->- Während des Umbaues auf alle Waren ausgenommen die bereits herabgesetzten, "3fr------------------------------- 7fr.- I 7667D Heute morgen entschlief sanft nach 14tägigem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater und Großvater Herr Ludwig MM Maurer im Alter von 74 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Schwalb geb. Hahn nebst allen Kindern. Albach, Steinbach, Lieh, den 22. August 1927. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 24. Aug., nachm. 3 Uhr statt I D r. O ß w a 1 d. 7674 D :Ä Nachruf. Durch das plötzliche Ableben unseres Kranken- P,,egers Peter Jöst haben wir einen hervorragend treuen, zuverlässigen und pflichteifrigen Beamten verloren. Anstalt, Personal und Kranke trauern einheitlich um den allzufrüh Entschlafenen und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gießen, den 23. August 1927. Die Direktion der Heil- u. Pflegeanstalt Giefcen 76. Res.-Divifiou 5. NWonslag mKanksurlr am 3. und 4. September 1927 in der Festhalle. Einladung an alle ehemaligen Angehörigen der ZRefert>e*3nf.» Regimenter Nr. 252, 253 und 254, der Reserve- Feldartlllerie-Regimenter Nr. 56 und 58, der Res.- Pionier-Kompagnien Nr. 76 und 77, sowie an alle auch nur vorübergehend bei der Division tätig gewesenen Truppenteile. Auskunft erteilt Gustav Petri, Gießen, Markt 48, Telephon Nr. 55. Meldet euch sofort an bei Kamerad A. v. Reckow, Frankfurt a. M., Unlerlindau 69. 7678 D | Vermietungen [ H. Wimmer-Nohn. mit Zentralheizung Warmwasser, fompi. Bad, a. orm 06038 Friedrtchstr. 53. Gut möblterteö, neu hergcrichtetes f«l05 Botin-u.5(ijlnf3lmme[ m Oester Lage, sowie ein Einzelzimmer anDauerni.abzugeO. Sclterswcg 64 II. Gut mööl. Zimmer Sch etblisch, cl V.. au vermieten 06114 Wctzsteinstr.44llr. Sdiionielle^z Wo? sagt dteGeschir. d Gieij. 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Dom 2. bis zum 21. August hat die .Weltkonferenz für Glaube und Derfassung" in Lausanne getagt. Ein zusammenfassendes Urteil über diese Tagung wird den Lesern nicht unwillkommen sein. Was wollte die Konferenz? Welches ist ihr Ergebnis? Die Konferenz hat ihre Ursprünge nicht in der Rachkriegszett mit ihren vielen neuen Plänen; sie reich, weiter zurück. Sie ist auch nicht aus bloßen utopischen Einheitswünschen entstanden, sondern sie hat sehr reale Tatsachen als Ausgangspunkte- nämlich vor allem die aus der Zersplitterung des Protestantismus erwachsenden Schwierigkeiten in den Missionsgebieten und die mit derselben Erscheinung zusammenhängenden schmerzlichen Erscheinungen, die besonders kraß auf amerikanischem Boden zutage treten. Sie stößt unleugbar auch in den übrigen Ländern auf eine Stimmung, die nicht ungünstig ist: des zerreißender! Haders müde, sehnen sich viele nach stärkerer kirchlicher Einheit. So gelang es, in Lausanne etwa 400 Kirchemnänner, großenteils solche in leitenden Stellungen, zu einer imposanten Versammlung zu vereinigen. Fast drei Wochen lang haben sie beraten. Alle bedeutsamen Gruppen des Protestantismus waren vertreten: dazu kamen viele Männer der morgenländischen Kirche. Allein bieje Tatsache ist bedeutsam. Die nichtrömische Christenheit gab sich ein Stelldichein: sie erwog, wie man näher zusammenrücken könne. Ihre Dertreter waren freundlich-brüderlich beisammen und besprachen offenherzig, rückhaltlos und doch rücksichtsvoll, was sie eint und was sie trennt. Dieser Geist freundlicher Gemeinsamkeit blieb wirksam bis zuletzt. 3n ihm beging man gemeinsame Gottesdienste, gemeinsame Andachten. Sn ihm sprach man täglich des Morgens gemeinsam, jeder in seiner Sprache, das Vaterunser. Man wird dieses Erlebnis als eine dokumentarische Feststellung einer alle Schranken der Einzelbekennt- nisse überbrückenden Einheit im Christusglauben buchen dürfen. Man wird darin den Ausdruck herzlichen Einheitswillens sehen dürfen. 3n der Tat: hier liegt das wichtigste Ergebnis der Konferenz. Die Christenheit besinnt sich darauf, daß es für sie eine höhere Einheit gibt. Sie betont nicht mehr nur das Trennende. Es will nicht mehr jede Kirchengemeinschast ihren Weg für sich gehen: der Blick wird weit. Wohl hat die Konferenz für praktisches Christentum (Stockholm 1925) bereits ein ähnliches Dild gezeigt. Aber es war nicht vergeblich, daß Lausanne den Willen zur Gemeinsamkeit noch kräftiger herausarbeitete. Dun haben die Veranstalter der Konferenz zweifellos mehr Ergebnisse erhofft. Das Programm der langen Tagung war so angelegt, daß sechs große Themata eingehend durchberaten werden sollten. Dabei war man nicht davor zurückgeschreckt, sehr schwierige Gegenstände zu wählen. Das Wesen des Evangeliums, das Wesen der Kirche, das Glaubensbekenntnis der Kirche, das Amt, die Sakramente, das Verhältnis der Kirche zu den Kirchen — das waren die Gegenstände, um die es ging. Die Absicht ist dabei unverkennbar gewesen, durch gegenseitige Aussprache Formulierungen zu finden, die eine höhere Einheit darstellten, die also von allen angenommen werden und so ein Cinheitsband zwischen den christlichen Konfessionen und Kirchen werden tonnten. Zum wenigsten sollte auf diesem Wege einem Einheitsbekenntnis die Dahn bereitet werden. Da so wichtige Fragen der Praxis wie das kirchliche Amt und die Sakramente mitbehandelt wurden, so wäre zugleich, wenn das Unternehmen zum Ziel führte, auch auf dem Gebiet der Kirchenordnung der Einheit vorgearbeitet worden. Damit sollte dann der erste Schritt zu einer christlichen Einheitskirche getan werden. Diesem Plan ist die Konferenz in der Einteilung ihrer Arbeit gefolgt. Das hatte zur Folge, daß die offene gegenseitige Aussprache ganze Strecken lang vor dem Streben nach Formulierungen in den Hintergrund geschoben wurde. Sie ist nicht völlig erdrückt worden: sie hat bei ■nmnwwn nmu ihimmiiw—r iiiimi grms überbrachte Geheimrat Freiherr von dem B u s s ch e, diejenigen der österreichischen Bundes- forstverroaltung Direktor Razmann, des österreichischen Reichsforstvereins Forstrat Locker. Ferner sprachen: für den Reichsforstwirtschaftsrat Oberforstmeister K r a n o l d, Hildesheim, für den Reichsverband der Deutschen Waldbesitzer Graf Asse- bu r g - Fa l k e n sie i n, für die Wiesbadener Regierung Obersorstmeister Gras H a m m e r st e i n. Zu Ehren des kürzlich verstorbenen Oberforst- meisters Fleck, Frankfurt a. M., des Organisators der heutigen Taguna, erhob sich die Versammlung von ihren Sitzen. An den Reichspräsidenten von Hindenburg und den österreichischen Bundespräsidenten H a i n i s ch wurden Begrüßungstelegramme abgesandt. Darauf erfolgte die Erstattung des Geschäfts- berichts durch Den ersten Vorsitzenden Dr. Wappe s. Er umschrieb zunächst mit kurzen Worten Ziele und Aufgaben des Deutschen Forstvereins. Hin die deutsche Forstwirschaft zur vollen Leistungsfähigkeit zu bringen, sei es nötig, von dem heute veralteten Grundsatz der Verwaltung zu dem der Wirtschaft Überzugehen. Dazu sei nötig, bafc der von der Forstwirtschaft erzeuge Stoff physikalisch und chemisch besser erforscht, und daß neue Verwendunysarten gefunden werden. Ohne Aufwendung entsprechender Mittel sei das aber nicht möglich. Deshalb müsse die nahezu völlig passive Haltung der Forftwirtsck)aft auf- gegeven werden. Weiter sei hinzuwirken aus eine Hebung der Leistungsfähigkeit aller in der Forstwirtschaft tätigen Personen. Die erforderlichen Mittel müßten von der Waldwirtschaft, vor allem aber durch den Staat, aufgebracht werden. Darauf kennzeichnete der Redner die bisherige erfolgreiche Arbeit des Vereins: Inangriffnahme der Arbeitslehre und des Maschinenwesens, der Betriebsstatistik, des Kanz- leiwesens, der Fortbildung, der Auslandbeziehungen, der Statistik usw. Der Mitgliederstand Ist weiter angewachsen und hat bereits die 5000 überschritten. Die Beziehungen zu den anderen Spitzenoerbänden, wie Reichssorstwirtschaftsrat, Reichsoerband der Wald- besitzer und Verband der Prioatforstbeamlen sind gut. Nachdem sodann der Haushalt genehmigt worden war, überbrachte Oberregierungsrat Schmidt, Dresden, die Einladung der sächsischen Regierung, die nächstjährige Tagung in Dresden abzuhalten. Die Deriammlung stimmte einmütig zu. Anschließend folgte das Referat über das erste Thema „W ie sollen Wissenschaft und Praxis im forstlichen Versuchswesen zusammenarbeiten?" Universitätsprofessor Geh. Hofrat Dr. Hausrath (Freiburg i. Br.), betonte einleitend, daß eine engere Fühlungnahme zwischen Versuchsanstalten und Praxis anzustreben sei. Durch die Bersuchstätigkeit wolle' man Erkenntnis gewinnen von den Bedingungen, unter denen sich die Vorgänge im Walde abspielen. Die Hauptbedingungen lägen in der Stetigkeit des Dersuchs- ganges. Neue Erfahrungen und Erkenntnisse müß- sängen begann die eigentliche Opferhandlung, In der Gestein, Seide, Mais und Hirse auf dem Altar dargebracht wurden. Auf eine zweimalige Wiederholung der Opferzeremonie folgte schließlich die Verlesung der Opferdichtung, an die sich wieder Gesänge und pantomimische Handlungen anschlossen. Das Publikum stand offensichtlich tm Banne des für die seelische Haltung und den Kult des chinesischeia Volkes ungewöhnlich charakteristischen Vorganges. Die ethnographische Abteilung der Snter- nattonalen Musikausstellung gibt in den der Regermusik gewidmeten Gruppen ein Dild der zur Verwendung gelangenden Snstrumente von schwerlich überbietbarer Reichhaltigkeit. Zugleich macht das von Professor Doegen eingerichtete Lautarchiv der Preußischen Staatsbibliothek mit dem Melodienschatz der Reger- stämme aller Zonen bekannt. Eine sehr aufschlußreiche Ergänzung fanden diese Einblicke durch das Auftreten der „Utica Jubilee Singers“, die eine nicht von Sazzrhythmen und anderen erst im letzten Sahrzehnt beigemengten Surrogaten verfälschte Regervolksmusik zu Gehör brach.en. Fünf ehemalige Studenten der Regeruniversität in iltica führten ohne alle künstlerische Prätension, aber mit feinem Gefühl für den seelischen Gehalt der Lieder und angenehmer Klanggebung Gesänge verschiedenen Charakters vor, die ihren Ur- sprung durchweg in der Sllavenzeit der amerikanischen Schwarzen haben. Man lauscht diesen schlichten, überwiegend von einer sanften melancholischen Stimmung durchzogenen Gelängen, die von einer besseren, freien Zukunft sprechen, und den Dialektliedern nicht ohne Ergriffenheit und läßt gern den naiven, gutherzigen Humor dec Dialektlieder auf sich wirken. Der Begriff „Paneuropa“, der dieser Ausstellung wie /einem zweiten kulturellen ilnter- nehmen nach dem Kriege das Gepräge gibt, Hütte nicht seine volle Bedeutung betommen, wenn nicht auch die internationale Arbeiterschaft in 'die Serien der repräsentattven Aufführungen eingegliedert worden wäre. Chöre aus Frankreich, Oesterreich, Delgien, Dienstag, 25. August 192? ten zur Einführung neuer Versuche führen. Die Ertragsforschung müj|e ergänzt werden durch eine von der Praxis^ zu schaffende Betriebsstatistik. Zur Klärung der Rassen- und Saatgutfrage seien einerseits ausgedehnte Anbauoersuche, andererseits gründliche Erforschung der geschichtlichen Entwickelung notwendig. Das zweite Referat über dasselbe Thema hielt Statsrat und Landforstmeistcr a. D. Dr. Weber (Konradshof) in Oberhessen. Bei der Zusammenarbeit der forstlichen Pratti.er mit dem sorstlichen Dersuchswesen und der Wissenschaft erscheine m v g - lich st frühzeitige Spezialisierung zweckmäßig. Jedem Studierenden müsse es freistehen, seinen Bildungsgang nach besonderen Lehr- planen im Rahmen einer besonderen Ausbildungs- Möglichkeit frei wählen zu können. Einzelne bisherige Hauptfächer seien in Nebenfächer umzuwr.n- dein; die naturwissenschaftliche Richtung und diejenige des Jngenieurwesens müßten aber für sämtliche Studierende als Hauptfächer gelten. Das söge- nannte „Vorexamen" bilde das größte Hindernis für Studienfrciheit, Forschergeist und Freizügigkeit. Die Schlußprüfung müßte zweckmäßig an der zuständigen Landeshochschule abgehallen werden. Der Referent erörterte dann die Frage, wie Praris, Dersuchswesen und Wissenschaft gemeinsam ihre Aufgaben lösen könnten und welche Arbeitsorganisation dazu erforderlich sei. Lang cn- bauernbe Versuche unb Untersuchungen bedürften bauernder Einrichtungen. Es müsse 'ba.y.i der Weg dauernder Beobachtung nach zwei Richtungen beschritten werden: 1. Statistische Meßbeobachtiing auf kleinen, scharf abgegrenzten Flächen; 2. statistische Auswertung der Ergebnisse. Die Errichtung einer forststatistischen Geschäfts- und Arbeit5ste''e auf Reichskosten, die dem Forstverein anzugliedern sei, sei dringend zu befürworten. Der deutsche Wald umfasse nahezu ein Viertel der Oberfläche des ' 'ei- ches (rund 1200 Millionen Hektar) mit einer Ho'z- vorratsmasse von 1,5 bis 2 Milliarden Festmeter Derbholz und einem Wert von 20 bis 30 Milliarden Mark. An solchen Wcrtobjekten könne die Rc:chs- statistik auf die Dauer nicht vorübergehen. Die Vorbedingungen zur statistischen Erfassung, so groß sie auch zu sein scheinen, seien da und die Arbeit könne bei richtiger Verteilung der Kräfte ohne erheb!) e Kosten geleistet werden. Die Kosten seien an zweckmäßigsten vom Reiche zu tragen. Während eines Zeitraums von etwa fünf Jahren wäre ein Reichszuschuß von etwa ein bis zwei Millionen Mark ober ungefähr eine Mark pro Hektar erforderlich. In der Nachmittagssitzung wurdn die Berichte über „Die Ereignisse d e s Jahres auf b em Gebiete der Forstpolitik unb die wirtschaftliche Lage" erstattet. Zunächst sprach Professor Dr. Raab, Tharandt in Sachsen (früher Privatbozent an der Universität Gießen), der eingehend barl ie, we sich in den letzten Jahren unsere wirtschaftliche Lage gebessert habe. Heute seien 4 Prozent der Gesamtbevölkerung mehr in der Wirtschaft tätig als vor dem Kriege. Der Arbeitsertrag habe sich zwar gegenüber den ersten Nachkriegsjahren gehoben, habe aber immer noch nicht den Dorkriegsstanb erreicht. Wesentlich ungünftiger als Arbeitsleistung und Arbeits- ertrag stelle sich die Kapitallage der deutschen Volks- wirtschaft bar, besonders dadurch, daß wir durch den Derfailler Frieden einen großen Teil unseres Ernährungsbodens verloren hätten. Um das gesRmä- lerie Kapital wieder aufzufrrscben, sei nachdrücklid;es Sparen erforderlich. Leider habe unsere Handels- bilanz immer noch eine Passivität — in diesem Jahre vier Milliarden — aufzuweisen, was vor allem eine Folge der Reparationsleistungen fei, so daß wir in immer wachsenden Maße an das Ausland ver- schulden. Auch die öffentlichen Lasten hätten sich noch weiter vermehrt. Nur stärkere Beschäftigung, wesentliche Produktionssteiaerung, größte Sparsamkeit und Verminderung der Reparationslasten könnten das deutsche Volk aus dieser Misere erlösen. Als zweiter Redner äußerte sich zu dem Thema Ministerialrat a. D. Dr. K a h l, der sich wieder mehr mit der allgemeinen Lage der Forstwirtschaft unb den sich daraus ergebenden Maßnahmen beschäftigte. An die Vorttäge schloß sich eine längere interessante Aussprache. Oberforstrat Dr. D i e t r i ch (Stuttgart) sprach vom Stanbpunkte des Dersuchs- wesens unb betonte babei bie Notwendigkeit ci .er scharfen Trennung der Aufgaben von Wissenschaft und Praxis. Professor Dr. Borgmann (Gießen) wandte sich gegen verschiedene Thesen, die der zweite Referent, Staatsrat Dr. Weber (Konradsdorf), Holland, Luxemberg, aus der Tschechoslowakei und der Schweiz sind dem Ruf ihrer deutschen Sangesbrüder gefolgt. So ergab sich in dem .Snternationalenr Volksliederaben k/' ein aufschlußreiches, allerdings schon durch das Fehlen mehrerer für den Dolksgesang besonders wichtiger Staaten unvollständiges Bild vom gegenwärtigen Stand des Arbeiterorchesterlebens in Europa. Die erschienenen Vereinigungen ließen auch deshalb nur bedingt ein über die Einschätzung der jeweiligen Darbietung hinausgehendes Urteil zu, da Anhaltspunkte für die Feststellung fehlen, ob die erttsandten Korporattonen wirklich Spitzenleistungen ihrer Länder zu bieten haben. Zu bem*' großen, noch nicht abzuschäyenden Gewinn, den die Musikpflege Europas von der Frankfurter Ausstellung zu verzeichnen hat, wird jel cn» falls auch der gehören, daß die Chöre der internationalen Arbeiterschaft manche neuen Maßstäbe gefunden haben. Hochschulnachrichten. Den Privatdozenten in der philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg Dr. Eugen Herrigel (Philosophie), Dr. Albrecht Götze (Vergleichende Sprachwissenschaft und semitische Philologie) und Dr. Erich Frank (Philosophie) ist die Amtsbezeichnung außerordentlicher Professor verliehen worden. — Für das Fach der Kinderheilkunde habilitierte sich in der Marburger medizinischen Fakultät Dr-. wed. Soachim Brock, Oberarzt in der Kinder- llinik. — Mit Genehmigung des Gesamtministeriums ist die Wahl des Professors der klassischen Philologie, Geh. Hofrats Dr. Erich D e t h e zum Rektor der Universität Leipzig für das Universitätsjahr 1927 28 bestätigt worden. — Der Leiter des zentrale Städtebauamts der Stadt Berlin, Magistratsoberbaurat Dr.-Sng., Dr. rer. pol. Roman Heilig ent Hal in Der- lin-Halensee ist vom 1. Oktober 1927 ab zum orfoHtlidjen Professor des Städtebaus und des Städtischen Tiefbaus in der Abteilung für Bauingenieurwesen der Technischen Hochschule zu Karlsruhe ernannt worden. aufgestellt hatte. Vor allem lehnte er dessen Auffassung hinsichtlich der Spezialisierung des Unterrichts an den Hochschulen ab. Weiter sprachen noch Professor Dr. Godbergen (Hann-Munden) und Oberförster Dr. Künanz (Darmstadt), die die Thesen Dr. Webers gegen die verschiedenen Angriffe verteidigten. Vom Reichspräsidenten v o n H i n d e n b u r g ist ein Begrüßungstelegramm eingelaufen, in dem er der Tagung besten Erfolg wünscht. Kreisjugendlag des D. H. V. Am Samstag und Sonntag hielt der Bund der Kaufmannsjugend des Deutschnationalen Handlungsgehilfenoerbandes seinen diesjährigen Kreisjugendtag in Alsfeld ab. Zahlreich war die Beteiligung der Kaufmannsjugend aus dem Kreisgebiet (Oberhessen, Lahn- und Dillgebiet) und gab dem Straßenbild Alsfelds ein besonderes Gepräge. Eingeleitet wurde die Tagung mit einem Fackelzug unter Dorantritt der Feuerwehrkapelle. Der Zug bewegte sich vom Bahnhof durch die Straßen der Stadt zum Marktplatz, der von der Einwohnerschaft Alsfelds trotz der späten Abendstunde dicht besetzt gehalten wurde. Auf dem Marktplatz begrüßte Beigeordneter Weitz als Vertreter des Bürgermeisters die Kauf, mannsjugend. Er wies auf die altehrwürdigen Bauten Alsfelds hin. die von einer glanzvollen Vergangenheit als Handelsstadt zeugten. Alsfeld sei mithin der geeignetste Ort für eine Tagung des Heranwachsenden Kaufmannsstandes. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildeten die Ansprachen des Gauoor- stehers Auerbach (Frankfurt) und des stellvertretenden Gauvorstehers Hirsch (Gießen). Gauvor- sicher Auerbach wies auf die nationale Bedeutung des Kaufmannsstandes hin und erinnerte die Kaufmannsjugend daran, daß auch sie die Aufgabe habe, an dem Wiederaufbau und der Befreiung des deutschen Vaterlandes mitzuarbeiten. Mitarbeit bedeute Pflichterfüllung, die der Redner dann im einzelnen erläuterte, wobei er auf die Bestrebungen des Bundes der Kaufmannsjugend im D. H. V. hinwies. Stellv. Gauvorsteher Hirsch nahm die Weihe einiger Wimpel vor, deren symbolische Bedeutung er den Kausmanslehrlingen vor Augen führte. Während der Weiherede setzte die Festbeleuchtung des Marktplatzes, insbesondere des Rathauses uno der Kirche ein, ein Schauspiel, das der Alsfelder Bevölkerung zum ersten Male geboten wurde. Der Sonntag vereinte die katholischen Bundesbrüder zu einem gemeinsamen Kirchgang, während für die evangelischen Lehrlinge ein Feldgottesdienst abgehalten wurde. Es folgten alsdann die sportlichen Wettkämpfe (Berufswettkämpfe im kommenden Januar) im Dreikampf, Hochsprung, Weitsprung, Diskuswerfen, Speerwerfen, 1OO=, 200=, 400= und 1500-Meterlauf. Den Schluß bildete ein Fußballspiel Gießen und Lauterbach. Rach der Mittagspause führte eine Kundgebung die Kaufmannsjugend im Hotel „Deutsches Haus' nochmals zusammen. Diese Kundgebung, bestehend aus Gesängen, Ansprachen und einem Vortrag des Gaujugendführers K u b a n k e (Frankfurts, stand unter dem Leitwort des Leipziger Bekenntnisses: „Wir, die Kaufmannsjugend im D. H. V., wollen: an Leib und Seele ganze Männer werden und im Berufe die Tüchtigsten sein. Wir wollen in der Lehre und durch Eingliederung in unsere Gewerkschaft rastlos und freudig an uns arbeiten. Wir wollen durch unsere Arbeit im Leben, im Beruf und in der Gewerkschaft unserem Volke dienen, dem wir uns aufs innigste verbunden fühlen." Gaujugendführer K u b a n k e sprach über „Die nationalen Aufgaben des deutschen Kaufmanns". Anschließend erfolgte die Verkündigung der Sieger im sportlichen Wettkampf. Mit einem Schlußwort fand die eindrucksvolle Tagung ihr Ende. Turnen, Sport und Spiel. Sportfest der Gießener Garnison Mehr Pech konnte unser Bataillon mit dem Wetter zu seinem am Sonntag ausgetragenen S p o r t f e st nicht haben. Mit dem ersten Startschuß um 15,30 Ahr stellte sich ein immer stärker werdender Regen ein, der sich bis zum Schluß in Platzregen verstärkte. Trotz des zweifelhaften Wetters vorher hatten sich weit über 1000 Zuschauer auf dem Platz eingefunden, die zum größten Teil im Regen bis zum Schlüsse durchhielten — ein Zeichen für die abwechselnden und spannenden Ääni'/e, die unsere Soldaten der Bürgerschaft boten. Alle Anerkennung der Leitung, den Kampfrichtern und den Wettkämpfern, die durchhielten und mit soldatischer Selbstverständ- lichkeit trotz aufgeweichter Bahnen und schlüpfrigen Rasens immer wieder zum Kampfe antraten. Als dann beim Handballspiel der Regen seinen Höhepunft erreichte, mußte sich die Leitung entschließen, das Spiel wegen aufgeweichten Bodens abzubrechen und auch die Quadrille ousfallen zu lassen. Die Wettbewerbe wickelten sich dem Programm gemäß ab. Mit besonderem Interesse verfolgten die Zuschauer die Austragung des s. M. G. und I. M. G. -Hindernis l a u f s. Die glatte Aeberwindung der Hindernisse war auf dem nassen Boden stark beeinträchtigt, und doch waren die Zeiten erheblich besser als in den Borkämpfen. Schon hier kam die Tendenz des Militär-Sports zum Aus- im Massen-Wettkampfe die Prü- süng seiner sportlichen Ausbildung zu sehen. So traten auch die Stafetten stark in den Vordergrund; die gute 4 X 100-m-Mannschaft der 2./15 hatte sich im Borkampf durch Hebers chreit- ten der Wechselmarke disqualifiziert; sie lief auch am Sonntag die beste Zeit vor der siegreichen Stafette der 1. 15, deren Startmann Grenad. Weigand sich als veranlagter Sprinter schon -beim 100-m-Lauf entpuppt hatte. Im Turnen trat Fischspringen an Stelle des Reckturnens. Oberleutnant Schäfer führte eine 12 Mann starke Riege mit gut ausgeführten Sprüngen vor. Inzwischen war die Rachrichtenstafette zugunsten der 2./15 entschieden worden, und einige Gewehrfechtpaare zeigten technisch gute und forsche Kämpfe. Die in Gießen erstmalig vorgeführte Medizinbollstafette bot in ihrem Aufbau wie in der Durchführung ein hübsches Bild neuzeitlicher Soldatenspiele. Der Höhepunkt wurde mit der 50x105- Meter-Komp.-Stafette erreicht. Der Aufmarsch der 200 Läufer im geschlossenen Stillauf klappte im Takte des „Lampenputzers" wie der Parademarsch auf dem Kasernenhof. Cs ist besonders anzuerkennen, daß die Sensation der Wettkämpfe auf diese breite Basis der Massen- ausbildung gestellt wurde, die man leider bei den meisten Vereinen noch vermißt. Die 3. Komp, setzte sich durch den Einsatz ihrer besten Läufer schon in der ersten Runde an die Spitze und lag bis zur vorletzten Runde mit wechselndem Vorsprung von 30 bis 80 Meter durch; dahinter stets 2. 15, gefolgt von der 1./I5, dann 4. Komp. Gegen Schluß schob sich das Feld enger zusammen; die beiden vorne liegenden Mannschaften (3. und 2. Komp.) wechselten beim 49. Wechsel gleichzeitig, so daß Centn. Petermann für seine 2. Komp, den verdienten Sieg herauslaufen konnte. In der langen Strecke, 3000-Meter- L a u f gelang es dem Unteroffizier Wagner, 3./15, in hartem Endkampf seinen stark nachdrängenden Rivalen abzuschütteln und in einer beachtlichen Zeit als erster durchs Ziel zu gehen. Den 100-M«’er-Lauf zwischen Läufer, Radfahrer, Motorradfahrer und Reiter gewann der Läufer mit 20 Meter Vorsprung. Abends fand im Zusammenhang mit dem Konzert der Bataillonskapelle die Preisverteilung in der Dolkshalle statt. Der Kommandeur, Oberstleutnant Fritz, begrüßte die Gießener Bürger, die die Halle bis zum letzten Platz beseht hatten, und sprach den Stiftern der Ehrenpreise seinen Dank aus. Rach einigen feierlichen Minuten im Fackelschein des „Großen Zapfenstreichs" feierten unsere Grenadiere bei Tanz und geselligem Zusammensein den Manöverabschied von ihrer Garnison. Rachstehend die Ergebnisse der Weitlämpfe: 100-Meter-Lauf: 1. Obergren. Weigand, 1. Komp., 11,7; 2. Antecoff. Wagner, 3. Komp., 11,8; 3. Gefr. Rehren, 1. Komp., 12,0; 800-Meter-Lauf: 1. Obergesr. Rüth, 3. Kvmp.; 2. Obergren. Bohn, 1. Komp.; 3. Obergren. Büttner. 3000-Meter-Lauf: 1. Anteroff. Wagner, 3. Komp., 10,17,2; 2. Obergren. Müß, 3. Komp., 10,19,8; 3. Obergren. Wagner, 1. Komp., 10,54,5. Hvchsprung: 1. Feldw. Paulus, Stab, 1,58; 2. Gefr. Krämer, 2. Komp., 1,56; 3. Anteroff. Kämmerer, 1. Komp., 1,52. Weitsprung: 1. Feldw. Paulus, Stab, 5,88; 2. Obergesr. Lang, 3. Komp., 5,77; 3. Gefr. Rehren, 1. Komp., 5,48. Handgranatenweitwurf: 1. Obergren. Mvhl, 3. Komp., 61,15; 2. Gren. Schnell, 1. Komp., 59,30; 3. Gren. Fischer, 2. Komp., 58,55. Geld und Erfahrung Novelle von Max E y t h. 23 Fortsetzung Nachdruck oerbolen „Oberst Olcott. Wissen Sie es schon?" bestätigte der Direktor. „Sie sehen, daß sich alles bei uns ziemlich prompt und flink abwickelt. Ein anderes Tempo als in Ihrer alten Heimat, das müssen Sie zugeben. Oberst Olcott, einer unserer schneidigsten Kongreßleute — ich gratuliere Ihnen dazu, daß Sie mit dem befreundet sind. Ich habe schon öfter von ihm gehört und wollte, er wäre mein Freund?" „Und dagegen ist nichts zu machen?" fragte ich halb betäubt. „Zu machen? Was wollen Sie dagegen machen?" fragte der Direktor. „Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Freund, und Sie wollen etwas dagegen machen?" „Aber das Geld sollte nicht Olcott, sondern ich erheben! Olcott hatte nicht entfernt die Berechtigung —" „Was, ist er nicht Ihr Freund?" „Gewiß, aber wie bekomme ich jetzt das Geld von dem Obersten?" fragte ich, aufs tiefste beunruhigt. „Ja, das ist eine ganz andere Sache, lieber Herr Etzth", versetzte der Direktor und preßte einen leisen, dünnen Pfiff durch seine schmalen Lippen. „Dies geht das Zollamt eigentlich nichts an. Ich würde ihm schreiben." „Donnerwetter!" rief ich mit übcrwallendem Gefühl, „das will ich auch. Einen gepfefferten Brief!" „Freilich, es wird seine Häkchen haben. Ich würde mit dem Pfesfer vorläufig recht sorgfältig umgehen", sagte mein Berater sehr nachdenklich. „Ein Kongreßmann, der vierundzwanzig Stunden nach der Annahme einer derartigen Verordnung viertausendzweihundcrt Dollar aus der Hauptzoll- amtskasse gabelt und für seinen Freund in die Tasche steckt, versteht das Geschäft. Aber schreiben Sie nur. Ich würde ihm sehr höflich schreiben. Und wenn er nicht antwortet, telegraphieren Sie, am sichersten mit bezahlter Antwort. Die Herren haben nicht immer bar Geld bei der Hand." Er lachte vergnügt mit seiner dünnen, zersprungenen Stimme und schob mich höflich zur Türe hinaus. Ich war selbst in Eile. Der Brief an Olcott brannte mir unter den Fersen. Diese Unverschämtheit! Eine Stunde später war die Epistel im Briefkasten, leidlich gesalzen, trotz der Warnung des Direktors, und ich auf dem Wege nach dem Bureau der Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana. Das Ereignis des Morgens hatte mich aufgeweckt. Ich wollte wenigstens zunächst die siebenhundertfünfzig Dollar sichern — meinen Ehrenpreis für den besten Dampfpflug, den ich mir wettrennend redlich verdient hatte. „Wer weiß," dachte ich, „ob mein zweiter Freund Delano mit dem bescheidenen Betrag nicht schon auf dem Wege nach der Havanna ist!" Doch nein, Delano war noch in Amt und Würden. Seine trübselige Stimmung hatte ihn allerdings wieder erfaßt; auch war er gelber als je und empfing mich mit dem hoffnungslosen Lächeln, das ihm eigen war. Ich begrüßte ihn mit künstlicher Fröhlichkeit. Es war für meine Zwecke notwendig, feinen Mut aufzurichten. „Ich besuche Sie hauptsächlich, Verehrtester, um Ihnen zu den glänzenden Einnahmen Glück zu wünschen, die unsrer Donnerstag gebracht hat", log ich, mit derselben Absicht, munter. Es machte mir nicht die geringsten moralischen Bedenken, denn Delano durchschalle mich, trotz seines trüben Blicks, ohne alle Schwierigkeit, und ich wußte dies. „Glänzende Einnahmen!" stöhnte er. „Wenn Sie nur wüßten! Es reichte gerade, um die dringendsten Schulden zu bezahlen, wenn mir weiter existieren wollen. Fünf Minuten vor Ihnen war ein Mann hier, der die zweite Anzahlung für die Holzbrücke haben wollte, die Sie uns zusammengefahren haben. Sieht das wie Kredit aus? Ah, dieser Krieg, dieser Krieg! Das war anders vor fünf Jahren, und ich fürchte, selbst Ihr Dampfpflug wird uns nicht herausreißen." „Fassen Sie Mut, Herr Delano," sagte ich mit steigender Besorgnis; „selbst in den alten Sklavenzeiten haben Sie sicherlich nie einen besseren Tag Kugelstoßen: 1. Gren. Arndt, 3. Komp., | 19,19, 2. Obergren. Mohl, 3. Komp., 19,00; | 3. ©een. Steines, 1. Komp., 16,83. Speerwerfen: 1. Obergren. Friedrich, 3. Komp., 38,10; 2. Obergren. Bohn, 1. Komp., 37,80; 3. Leutn. Petermann, 2. Komp., 36,04. 50-Meter-Schützenlauf mit anschl. Handgranatenwurf. 1. O.-Gren. Quirmbach, 1. Komp., 76 P.; 2. Gren. Stang, 3. Komp., 74 P. 1 0 0 - Meter I. M. - G. - H i n d e r n i 8 - lauf. 1. Dolay—Schneider, 3. Komp., 48; 2.Htssz. Dippert- Wilker, 2. Komp., 49,5; 3. Caspar— Hahl, 2. Komp., 49.9. 6 0 - Meter s ch w. M. - G. - H i n d e rn is- l a u f. 1. Gewehr Schwerer, 4. Komp., 59,4; 2. Gewehr Scheuer, 4. Komp.. 1,1,5. Gruppengepäckmarsch. 1. Gruppe Atffz. Jung mit 9 Mann, 1. Komp., 2,40,27; 2. Gruppe Atffz. Lippert mit 7 Mann, 2. Komp., 2,51,23; 3. Gr. Atsfz. Hüfner, 3. Komp., 2,57,49. Zehnkampf. 1. Feldw. Paulus, Stab, 454 Punkte; 2. O.-Gcfr. Schäfer, 1. Komp., 452 P.; 3. Gren. Arndt, 3. Komp., 433 P. Sechskampf. 1. Gefr. Rehren, 1 Komp., 9,5 P.; 2. Leutn. Petermann 13 P.; 3. Gren. Burkart, 2. Komp., 19,5 P. 4xl00°Meter-Stafsel. 1. 1./15, 49; 2. 3. 15, 49,4; 3. 4. 15, 49,6; außer Konkurrenz 2., 15, 47,4. Olymp.- S 1. 1. 1. 15, 3,59; 2. 3./15, 4,3,2; 3. 2./15, 4,3,4. 4 X 1 500-Meter-Staffel: 1. 1./15 19,06,1; 2. 3./15 19,16,4; 3. 4./15 20,08,0. 50X105-Meter-Staffel: 1. 2./15 11,37,8; 2. 3./15 11,38,5; 3. 1./15 11,42,7. Rachrichten-Staffel: 1. 2./15 11,24; 2. Stab 12,46,6; 3. 3./15 13,44,2. Medizinball-Stafette: 1. 2./15 3,49,9; 2. 3./15 2. M. 3,59,0; 3. 1./15 4.07,2. Gewehrfechten f. Unteroffiziere: 1. Ünteroff. Vickhardt, 1. Komp., 7; 2. Anteroff. Ritter, 2. Komp., 6; 3. Anteroff. Jung, 1. Komp., 4. Gewehrfechten für Mannschaften: 1. Oberschütze Kuhnert, 3. Komp., 6; 2. Obergren. Becker, 1. Komp., 5; 3. Obergesr. Röth, 3. Komp., 4. Geräte-Sechskampf: 1. Obergren. Burkart, 2. Konrp., 95 P.; 2. Schütze Gerhardt, 4. Komp., 89 P.; 3. Gefr. Borger, 3. Komp., 84 P. Mu st er rie gen: 1. 1./15 97 P.; 2. 3./15 95 P.; 3. 2./15 91 P. Gewichtreihen: 1. Obergren. Arndt, 3. Komp., 98; 2. Obergren. Knorr, 2. Komp., 96; 3. Obergren. Hardt, 1. Komp., 94. 100-Meter-Bru st-Schwimmen. 1. O.°Gren. John, 1. Komp., 1,49,4; 2. Gren. Link, 3. Komp., 1,51,5; 3. O.°Gven. Otto, 3. Komp., 1,54,1. 100 Meter Rücken. 1. Gren. Limk, 3. Komp., 1,53,1; 2. O.-Gren. Otto, 3. Komp., 2,05,6; 3. Oberschütze Herzog, 4. Komp., 2,13,4. 4 0 0 Meter beliebig. 1. O.-Gren. John, 1. Komp., 8,56.0; 2. Gren. Eisenträger, 1. Komp., 9,24,5; 3. Schütze Händen, 4. Komp., 10,07,0. Streckentauchen. 1. O.-Gren. Wallner, 1. Komp., 50 Meter in 40,0 Sek.; 2. Atffz. Frick, 2. Komp., 47 Meter in 41,4 Sek.; 3. Oberschütze Kuhnert, 4. Komp., 40 Meter in 37,6 Sek. Wasserspringen. 1. O.-Grea. Burkart, 2. Komp., 24,45 Punkte; 2. O.-Geir. Krumbholz, 2. Komp., 22,45 P.; 3. Gren. Link, 3. Komp., 20,7 P. 2 0x5 0 - M e t e r - S t a f e 11 e. 1. 2./15, 18,27,4. Wettlauf (Radfahrer, Motorrad, Läufer, Reiter). 1. Schweikart, 1. Komp. Leichtathlet k. Deutschland gewinnt den Leichtathletik-Länderkampf gegen Frankreich mit 89:62 punkten. Der Leichtathletik-Länderkampf Deutschland-Frankreich am Sonntag im Stadion Colornbes in Paris endete mit einem — erwarteten — deutschen Siege von 89 zu 62 P. Sieger in den einzelnen Wettbewerben wurden: 100 m Körnig - D. 10,8; 200 m Körnig - D. 21,8; 400 m Büchner-D. 48,6; 800 m S. Martin- F. 1 : 53,2 (Dr. Peltzer Dritter hinter Engelhardt); 1500 m W i - riath-F. 3:56,4; 5000 m Kohn-D. 15:3 (neuer deutscher Rekord); 110 m Hürden Semp 6 - F. 15,2; 4 X 100-m-Staffel Deutschland 41,4; 4 X 400-rn-Staffel Deutschland 3:18,2; Kugelstoßen Brechenmacher-D. 14,17 m; Speerwerfen Schlokat-D. 60,16 m; Diskuswerfen Hoffmeister-D. 44,84 m; Hochsprung KöPke - D. 1,90 m; Weitsprung Doderma n n - D. 7,22 m; Stabhochsprung Vin- tousky - F. 3,70 m. gehabt als den letzten Donnerstag. Sie müssen fünf- zigtausend Dollar eingenommen haben, nach dem Gesicht zu urteilen, mit dem Sie abends in Ihrer Gelddroschke saßen. Seinen Ehrenpreis hat der Dampfpflug zehnmal verdient." „Mein Gesicht!" rief Delano mit schmerzlicher Entrüstung. „Kann ich dafür, daß ich mit einer heiteren Miene geboren wurde? Sie täuschen sich bitter. Mein Gesicht wird noch mein Tod sein. Alle Welt fliefjt mich mit meinem vergnügten Gesicht auf, wenn ich vor Sorgen zusammenbreche. Dieser Krieg hat uns alle ruiniert. Nichts aus der guten alten Zeit ist übriggeblieben als mein Gesicht; glauben Sie mir das. Aber daraus Schlüffe zu ziehen auf unsere Kasseneinnahmen, das ist grausam!" Delano war offenbar kein Freund seines Rasierspiegels. Er hätte sich sonst besser kennen müssen. Ich suchte jetzt ohne Umschweife auf mein Ziel los- äugehcn. „Jedenfalls wird es Ihnen Vergnügen machen, mir meinen Ehrenpreis auszuhändigen. Ich wenigstens könnte mir keinen größeren Genuß für den Generalsekretär einer Landwirtschystsgesellschaft denken. Siebenhundertfünfzig Dollar ist wahrhaftig ein bescheidenes Sümmchen, alles in Betracht gezogen. Mir selbst liegt eigentlich mehr an der Ehre. Es ist der erste Preis, den unser Dampfpflug in Amerika erringt." „Das freut mich, Herr Eyth, das freut mich in der Tat," sagte Delano mit ungewohnter Wärme. „Ich dachte mir’s übrigens sogleich, daß Ihnen die Ehre genüge. Die Sache wird in der ganzen Welt Aufsehen erregen und Ihnen tausendfältige Früchte bringen, davon bin ich fest überzeugt." „Ich auch. Aber doch wäre mir’s lieb, wenn Sie mir, der Ordnung wegen, die siebenhundertsünfzig Dollar einhändigen wollten, Herr Delano!" drängte ich mit einer Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrigließ. „Und an die Parkwege, die Sie uns zerfahren haben, denken Sie nicht, Herr Eyth", entgegnete Delano vorwurfsvoll. „Sie hätten gestern unser Rennkomitc« schimpfen hören sollen über den Zustand, in den Sie den großen Ring versetzt haben. Mitglieder des T. D. 1846 Gießen in Berlin erfolgreich. Die Kreisleitung des IX. Kreises der D. T. hatte die 1. Sieger aus den Wettkämpfen auf dem Kreisturnfest dazu besttmmt, an den Schwimm-Meister,chastskämpsen der D. T. teil» zunehmen. Danach hatte die Turnerin I. Hauk und Turner H. G c i ß m a r, beide vom T. V. 1846 Gießen, in Berlin anzutreten. Dort kämpften letzte Woche die Besten der Kreise miteinander, damit der oder die Beste in dem betreffenden Kampf festgestellt werden konnte. Surret Geißmar errang den 4. Sieg im Mehrkampf und der Turnerin I. Hauk gelang esz im Streckentauchen an 4. Stelle zu kommen. Beide können ebenso wie der T. V. 1846 auf ihren Erfolg stolz fein. Spielvereinigung 1900 Dießen. ö. Am letzten Sonntag kamen nur vier von den vorgesehenen Spielen zum Austrag. Sie ergaben zwei Siege und zwei Unentschieden. Die 3a-Mannschaft errang auf eigenem Platz einen hohen 6:0- Sieg über die eifrigen Gäste aus dem Gau Marburg „Verein Sportlust 1926“ Cappel. Die Einheimischen waren dieses Mal besonders gut aufgelegt und zeigten große Schieh- lust, sodaß die Gäste trotz aufopferndem Spiel an einer Riederlage nicht vorbeikcrmen. Zu bemängeln war beim Platzverein das viele Rufen und Schreien. Die 1. Schülerelf 1900’8 trennte sich nachmittags von der des Wetzlarer Sportvereins 1 :1, damit erneut den Beweis erbringend, daß zur Zeit alle Schülermannschaften des Gaues Gießen-Wetzlar Weiche Spielstärke besitzen. Auch die 3b-Mannschaft setzte ihren Siegeszug fort und gewann in Lich gegen Verein für Ralenspiele 2. Mannschaft 6 : 2. Das Spiel artete unter Leitung eines Licher Herrn zeitweise aus, sodaß es auf beiden Seiten Platzverweise gab. Das Treffen 1900'8 2. Jugend gegen Lichs 1. Jugend, das auch in Lich zum Austrag kam. wurde beim Stande von 1 : 1 nach kaum viertelstündiger Spielzeit vom Schiedsrichter vorzeitig abgebrochen. Kirchhain schlägt Frohnhausen im Wiederholungsspiel. o. Bekanntlich hatte der D. f. B.-Kirchhain gegen die Riederlage vom 7. August auf dem 1900-SportPlatz in Gießen gegen „Oranien"- Frohnhausen protestiert, da der dritte und entscheidende Torerfolg Frohnhausens regelwidrig errungen worden sei. Dem Protest wurde statt- gegeben und das Spiel für den 21. August nach Marburg neuangesetzt. Diesmal wandte sich da- Glück und Kirchhain blieb mit 4: 2 Sieger, Frohnhausen damit in dem bereits sicher errungene« Ziel abermals das Rachsehen gebend. H. Singe l t e r - Marburg leitete vorzüglich. Die Derdandsspiele im Marnbezirk hatten sämtlich unter den Unbilden der Witterung zu leidem Fast alle Plätze waren durch den heftigen Regen in kleine Moraste verwandelt worden. Die Kämpfe wurden jedoch im Hinblick auf die drohente Terminnot durchgeführt. Eine Tleberraschung bildete der verdiente Sieg der Hanauer 93 auf fremdem Platz über die favorisierte Union Riederrad. Gruppe Main. FSD. Frankfurt a. M. — Fechenheim 12 :1 Rot-Weih Frankfurt a. M. — Sport 1860 Hanau 6 : 1 Hanau 94 — V.f.R. Offenbach a. M. 1:1 Union Riederrad — Hanau 93 0 :3 Kickers Offenbach — Germania Frankfurt a. M. 3 :0 Viktoria Aschaffenburg — Eintracht Frankfurt a. M. 0:3. Gruppe Hessen. Sp.-Gmd. Höchst — SV. 98 Darmstadt 3 :1 V.f.L. Reu-Isenburg — Wormatia Worms 4 :1 Alemannia Worms — Hassia Bingen 2 :1 Aarheiligen — F.S.V. 05 Mainz 2 :2 SV. Wiesbaden — Germania Wiesbaden 4 :0. D. s« B. Leipzig schlägt 1. F. C. Nürnberg 5:1. Der deutsche Fußballmeister mußte am Sonntag in Leipzig eine unerwartete Riederlage einst ecken. Er wurde vom DfB.-Leipzig glatt mit 5:1 (3 :0) geschlagen. Was glauben Sie wohl, was er uns kosten wird, die Löcher und Gruben, die Berge und Täler wieder einzuebnen, die Ihre Elefanten auf meinem Rasen angelegt haben? Von den zwei Klaftern Holz will ich gar nicht sprechen, die ich für Sie anfahren ließ und die spurlos versunken sind. Sagen Sie einmal, wie ging das denn eigentlich zu? Wie machten Sie es? Der Erdboden in Louisiana hat doch kein Loch, so daß zwei Klafter Holz spurlos unten durchfallen könnten?" Unser Gespräch nahm eine bedenkliche Wendung. Ich fühlte, daß ich zornig wurde. Je düsterer ich aber dreinsah, um so heiterer wurde Delano, während er mir die Not der letzten drei Tage mit wachsender Beredsamkeit vorhielt. Zum Glück trat in diesem 'Augenblick Lawrence ein, guter Dinge und voller Geschäfte, wie immer. Ich weihte ihn sofort in unser Gespräch ein, während Delano wieder gelb und traurig wurde. „Natürlich! Selbstverständlich!" rief mein Freund und Gönner, „Ihren Ehrenpreis müssen Sie haben. Die Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana läßt sich nicht lumpen; dafür stehe ich Ihnen, ich, Mister Lawrences Bruder! Machen Sie keine Umstände, Delano! Heraus mit der Kasse!" Mit allen Anzeichen hoffnungsloser Gebrochenheit wandte sich Delano zögernd nach dem Kassenschrank. Auf dem Wege machte er einen letzten Versuch, sich an die zwei Klafter Holz anzuklammern, und wollte von Lawrence wissen, wie zwei ganze Kubikmeter wertvoller Hickoryscheiter spurlos verschwinden können. Lachend half ihm Lawrence den Schrank öffnen und erklärte, daß sie beide nichts von Elefanten verstünden. Dann zählten sie siebenhundertfünfzig Dollar in Papierscheinen auf den Tisch, wobei Delano mit der peinlichsten Vorsicht, Lawrence mit jugendlicher Unbesonnenheit barauflos arbeitete. Ich hatte in meinem ganzen Leben eine solche Lumpensammlung nicht gesehen. Ein halbes Dutzend völlig entwerteter fonföberierter Papiere wurden von Lawrence mit ehrlicher Entrüstung auf den Boden geworfen und von Delano sorgfältig wieder aufgehoben. (Fortsetzung folgt.) ,,Wassersreunde" Hannover Deutscher Wafserballmeister. 3n Braunschweig standen sich am So..:i- tag im Endspiel um d i e Deutsche Was - serballrneisterschaft Hellas-Magdeburg und Wasserfreunde-Hannover gegenüber. Hellas gelang es nicht, seinen Meistertitel mit Erfolg zu verteidigen. Bis zum Ablauf der regulären Spielzeit stand das Spiel 4 :4 unentschieden. Aach der Verlängerung ging Hannover in Führung. Hellas vermochte auszugleichen. Aber ein weiterer Treffer der Wassersrmnde stellte mit 6 :5 den Sieg sicher. Neuer Weltrekord im 200-Mtr.- Bruslschwimmen für Damen. 3m Rahmen des Länderkampfes im Schwim- men zwischen Schweden, Norwegen und Finnland in Oslo siel te die junge Dänin Else 3 a c o b s e n . inen neuen Weltrekord im 2JO Meter Brustschwimmen mit 3 :16,6 auf. Der bisherige Welt- .ekord wurde von Frl. Baron-Holland mit J : 18,4 gehalten. Der deutsche Rekord über die leiche Strecke, den Frl. Murray 1925 auf» stellte, beträgt 3:20,2. Obertzeffen. t'unmrcie Gictzen H. Grohen-Linden, 22. Aug. Dor einigen Tagen mach e man hier eine interessante ornithologische Entdeckung. Seit Beginn des Frühjahres trieb sich in nächster Umgebung des Dorfes ein Rabe umher, der sich iurch besondere Dreistigkeit vor seinen schwarzen Kameraden auszeichnete. Er durchsuchte auf den Daumstücken Daum für Daum nach jungen, frisch ausgebiüteten Vögeln und zahlreiche zerstörte Buchsinkennester zeigten den Erfolg seiner eifrigen Tätigkeit. Sogar bis in die Hausgärten wagte er sich, und an einem Sonntagmorgen holte er elf junge Hühnchen aus einem etwas abgelegenen Gehöft. Endlich gelang es dem Flurschützen, der den Raben schon längere Zeit vergeblich verfolgt hatte, ihn flügellahm zu schießen. Da fand man am rechten Fuß einen Aluminiumring mit der Aufschrift: Retur Zool. Etat. Helgoland 31 706. Auf Anfrage bei der „Staats. Biolog. Anstalt auf Helgoland" erfuhr man, daß der Vogel als junges Tier am 14. Mai 1925 in Kinzenbach (Kr. Wehlar) beringt worden war. Er hat also nicht, wie man zuerst annahm, eine Reife von Helgoland bis hierher gemacht, sondern er ist von einem Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland, die jedem, der sich in tfjren Dienst stellt, kostenlos Fuhringe zur Beringung von Vögeln zur Verfügung stellt, marfiert worden. H Grünberg. 22. August. Dieser Tage verunglückte der in dem Steinbruch am Höllkopf bei Queckborn beschäftig.e Arbeiter Hermann Röhrn. Größere Gesteinsmassen lösten sich in etwa 10 Meter Höhe, trafen ihn und verletzten ihn am Kopf, Brust und Leib so schwer, daß seine Einlieferung in die Klinik sofort veranlaßt werden mußte. Dr. F u l d a t (Grünberg) leistete die erste Hilfe und brachte den Derunglückien mit feinem Auto nach Gießen. Die schweren Verletzungen erforderten eine sofortige Operation, die aber keine Hilfe mehr bringen konnte. Seinen Verletzungen ist er dann am Samstag erlegen. Die Familie findet allgemeine Teilnahme in der Bevölkerung. Der Fall ist um so tragischer, als erst vor kurzem die Frau verstorben ist und vier unversorgte Kinder nun allein stehen. — Der Verstorbene war als Austräger des „Gieß. Anz." in Grünberg tätig. S Grünberg, 22. Aug. Der Anbau der hiesigen Oberrealschule geht allmählich seiner Vollendung entgegen. Man ist augenblicklich mit der 3nnenausgestaltung beschäftigt. Das neue Gebäude ist vollkommen mit dem alten Schulgebäude verbunden. 3m Keller des Anbaues ist die Heizungsanlage untergebracht. 3m Erdgeschoß befindet sich ein gemeinsamer,, geräumiger Physik- und Chemiesaal mit den dazugehörigen Rebenräumen, je einem Vorbereitungszimmer für Chemie und Physik und einem physikalischen Sammlungsraum. 3m oberen Stockwerk wurde ein großer Saal geschaffen, der als Zeichensaal und Versammlungsraum Verwendung finden soll. Die freiwerdenden Räume im alten Gebäude werden dann als Klassenzimmer verwandt. Man hofft in sechs Wochen die neuen Räume beziehen zu können. — Das neue F i - nantsamtsgebäude an der Theo-Koch- Straße wurde im Laufe der vorigen Woche begonnen. Es soll im Rohbau noch vor Winter fertiggestellt fein. D Lich, 22. Aug. Der großen Tage unseres Vaterlandes (18. August 1870 und 22. August 1914) gedenkend, gab sich die hiesige Vereinigung der Kampfgenossen am Sonntagabend ein Stelldichein. Leider konnte nur einer der wenigen noch lebenden Kampfgenossen aus dem Kriege 1870/71, Polizeidiener i. R. Schmidt, der Veranstaltung beiwohnen. Der Vorsitzende der Vereinigung, Wilh. Weigel, sprach in vortrefflichen Worten von den großen Tagen unseres Volkes und gedachte besonders derer, die im Kampf für das Vaterland den Tod gefunden haben. Kreis Friedberg. * B u tz b a ch, 23. Aug. Der nächste Rindvieh- und Schweinemar t in unserer Stadt findet am 8. September statt. Es dürfte wiederum mit einem starken Viehauftrieb zu rechnen sein. G a m b a ch , 22. Aug. Am vergangenen Sonntag wurde hier das Dezirksfest des 4. Bezirks des Arbeiter-Radfahrerbundes „Solidarität" gefeiert, dessen Iurchführung der hiesige Arbeiter-Rad- fahrerverein übernommen hatte, der auch leichzeitig das Fest seiner Bannerwrihe damit i?:ibanb. E'.ngeleitet wurde die Festlichie t durch einen Fackelzug am Samstagabend. Rach Ankunft auf dein Festplahe erfolgte die Degrühungs- aisiprache des 1. Vorsitzenden Heinr. Mohr und des Bezirksleiters Bauer. Weiterhin fanden dann Reigenvorführungen der Reigenmannschaf- ten der erschienenen Ortsgruppen statt. Der Sonntagmorgen brachte dann die Reigenwettbewerbe. Die Ergebnisse sind folgende: 3m Sechser-Schulreigen erhielt Ober-Mörlen den ersten Preis. 3m Vierer-Schulreigen errang die zweite Mannschaft der hiesigen Ortsgruppe die höchste Punktzahl. Am Rachmittag bewegte sich dann ein recht stattlicher Festzug durch die Orisstraßen. Rach Ankunft auf dem Festplaye ergriff Herr Sch ar- ko w s k i - Gießen das Wort zu seiner Festrede, in der er Zweck, Ziel und Bestrebungen des Rad» fahrerbundes „Solidarität" kennzeichnete. Dann weihte er das neue Danner und übergab es dem * Bannerträger, der es mit Worten des Dankes übernahm. Das Ergebnis des Preiskorso ist folgendes: Den 1. Preis (18 Punkte) errang die Ortsgruppe Gambach, 2. Pr. (17) Ortsgr. Gie- feen, 3. Pr. (16) Ortsgr. Ober-Mörlen, 4. Pr. (15) Ortsgr. Pohlgöns, 5. Pr. (14) Ortsgr. Großen- Linden. Kreis Büdingen. = Büdingen, 22. August. Unsere immer wieder gern ausgesuchte altertümliche Krrisstadt stand gestern im Zeichen zweier Tagungen, die von größeren hessischen Organisationen veranstaltet wurden. Außer den he suchen Grichichts- und Altertumsvercinen, über deren Tagung gestern bereits berichtet wurde, war auch der hessische Landesverband des Deutschen Seevereins hier zu Gast und hielt hier seine diesjährige Hauptversammlung ab. 34 Delegierte aus den Ortsgruppen von Oberhessen und Starkenburg nahmen an der Tagung teil, die im Hotel -Zum Stern" stattfand und auch einen guten Besuch seitens des hiesigen Seevereins aufwies. Der Vorsitzende des hessischen Secvereins, Geheimrat Dr. Merck (Darmstadt) begrüßte die Gäste, darunter die hiesige Fürstin, mit herzlichen Worten und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Tagung in dem schönen erinnerungsreichen Büdingen stattfinden könne. Lebhaftem 3ntereffe begegnete der Dortrag von Korvettenkapitän 3 a c o b f e n über „Ziele und Bestrebungen des Seevereins". Gr gab wertvolle Anregungen, wie die Ziele des Seevereins Gemeingut aller Dolkskreise werden können und sprach damit allen Anwesenden aus dem Herzen. Ein Dertreter Gießens äußerte den Wunsch, daß die Anregungen im Druck allen Ortsgruppen zugänglich werden möchten. Major a. D. Dolmar (Darmstadt) erstattete den Geschäftsbericht. Er sand dankbaren Beifall für die gewissenhafte Geschäftsführung. Beschlossen wurde, mit den Tagungen unter den drei hessischen Provinzen zu wechseln. 3m nächsten 3ahre soll, wenn möglich, Mainz oder Bingen Tagungsort werden. Ein von Lehrer Heusohn (Lorbach), dem trefflichen Kenner der Geschichte Büdingens, geführter Rundgang durch die Stadt machte mit den mannigfachen Sehenswürdigkeiten unserer Stadt bekannt und bildete einen schönen Abschluß der Tagung. nd. R i d d a, 22. Aug. 3n dem heutigen Dormittagsgottesdienst wurden die nächstjährigen Konfirmanden unseres Kirchspiels feierlich in den Konfirmandenunterricht eingeführt. Es sind nur 49 Kinder, 17 Knaben und 32 Mädchen, die größtenteils im ersten Kriegs- jahr geboren sind. Seither zählte unser Kirchspiel durchschnittlich jährlich 65 bis 70 Konfirmanden. Pfarrer Laut hielt eine beherzigenswerte Predigt über das Thema: „Wir und die Kinder", worin er eindrücklich auf die Pflichten der Eltern, Dcrwandten und aller Gemeindeglieder den Kindern gegenüber hinwies. — Der vor einigen Tagen ausgebrochene Streit zwischen den Gemeinden Ridda und Michelnau über die Fassung einer neuen Quelle zu unserer Wasserleitung hat sich als völlig unnötig erwiesen, nachdem die hiesige Bürgermeisterei einen notariell aufgenommenen und kreisamtlich genehmigten Kaufvertrag aus dem Jahre 19 14 aufgefunden hat. Derselbe enthält die Bedingung, daß die Stadt Ridda mit dem Kaufpreis der damals von Michelnau erworbenen Quelle auch das Wasservorkommen in der Michelnau verbliebenen Restparzelle gekauft hat und nur bei vorkommenden Arbeiten den direkten Schaden zu vergüten hat. 3n dem gegenwärtigen Falle kann es sich also für Michelnau nur um den Derlust der Grasnuhung handeln. h. Bad Salzhausen, 22. Aug. Nachdem die Anlage einer unterirdischen Telegraphen- und Telephonleitung von hier nach Ridda in Betrieb gesetzt ist, ist die oberirdische Leitung längs der Straße nach Ridda überflüssig geworden. Die Masten wurden kürzlich entfernt. Die neue Leitung ist kürzer, weil sie über den Berg zum Postamt Ridda führt. Kreis Schotten. S L a u b a ch , 22. Aug. Heute vollendet in ichcr und geistiger Frische Landwirt Georg Göbel IV. sein 8 0. Lebensjahr. Hm ein volles 3ahr älter ist Landwirt Konrad 3ochem HL, der als Gemeinderat und Feldgeschworener sich sehr verdient machte. Das hessische Ministerium hat durch das Vermessungsamt Hungen ihm durch ein besonderes Schreiben den Dank für seine 35jährige ersprießliche Tätigkeit ausgesprochen. — Am Samstag und Sonntag fand hier die alle zwei 3ahre wiederkehrende Versammlung der „Vereinigung ehemaliger Lehrer und Schüler des Gymnasiums Fridericianum" unter starker Teilnahme der alten Pennäler statt. 3m „Solm- fer Hof" wurden zwei Vorträge gehalten, von Studienrat Dr. Listmann-Darmstadt über: „Die Vorzüge der humanistischen Bildung", und von Pfarrer Karl V o l p - Heidelbach: „Wozu verpflichtet der Besuch des Gymnasiums Fridericianum?" Abends fand ein gemeinschaftliches Essen statt. Zum Kommers war der große Saal des „Solmser Hofes" bis auf den letzten Platz beseht. Dr. Karl Andree, Marburg, der Vorsitzende des Bundes, der jetzt 585 Mitglieder umfaßt, hatte das Präsidium übernommen. Er begrüßte die Versammlung und sprach über die Bedeutung der Tagung. Bernhard Graf zu Solms - Laubach sprach in Vertretung seines älteren Bruders Georg Friedrich, des Vorsitzenden der Ortsgruppe Laubach, den Dank für die Begrüßung aus und ließ den Pennäler-Bund hochleben. Chefredakteur Wilhelm 3uh i, Berlin, toastete auf die anwesenden Damen. Sodann wurde einstimmig eine Resolution betr. Wiederaufbau des Gymnasiums Fridericianum gefaßt: diese soll der oberen Kirchenbehörde übergeben werden, die gebeten wird, die Angelegenheit in die Wege zu leiten. Die treffliche Kapelle Topp, Gießen, trug wesentlich zur Belebung der Versammlung bei, die bei fröhlichem Gesang und angeregter Unterhaltung bis 3 Hhr vereinigt blieb. Am aridem Morgen rief das Schul- glodlein die Festgenossen zu einer Gedenkfeier an der Ehrentafel für die Gefallenen des Weltkrieges in der Aula des Gymnasiums. Diese Tafel wurde 1923 gestiftet und enthält die Ramen von 59 früheren Angehörigen des Fridericianums, die für das Vaterland starben. Hier hielt Chefredakteur 3 u h i die Gedächtnisrede. Auf 10 Hfjr war gemeinschaftlicher Kirchgang angeseht. Es predigte Dekan Volp: die Orgel spielte Konzertorganist Adolf Wieder, Halle, ein ehemaliger Laubacher Gymnasiast, mit bekannter Meisterschaft. Ein Abschiedstrunk beschloß die in allen Teilen wohlgelungene Feier. 8chach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 123. Don Ed. Petsch-Manskops. Schwarz. a b c d e r g h a b c d e f : h Weih. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 5 Steine. Kc2; Lf8; Sb4; Bb3, g7. Schwarz: 2 Steine. Ka3; Bb6! Ein selten schönes Problem des bekannten deutschen Komponisten. Partie Nr. 123. Gespielt in der 6. Runde des Rheinmeisterturniers zu Aachen. Italienische Partie. Weiß: Multhaup. Essen. Schwarz: D. v. Nüß, Düsseldorf. 1. e2-e4 2. Sgl -f3 3. Lfl - c4 4. c2-c3 5. d2-d4 6. c3xd4 7. Sbl -c3 8 e4xd5 1. "e7 - e5 2. Sb8 —c6 3. Lf8-c5 4. Sg8-f6 5 e5xd4 6. Lc5 - b4 4- 7. d7-d5 8. Sf6xd5 Dieses Entwicklungssystem verdient unseren Beifall nicht: vorzuziehen ist 7..... Sf6xe4, worauf sich nach 8. d5 der Möl.ersche Angriff ergibt. 9. 0-0 9. Lb4Xc3 10. b2xc3 10. 0-0 11. Lei -a3 22. De2xe8 + 23. Telxe8+ 24. d4-d5 25. dSXcb 26. c6xb7 27. c4xb5 28. b5 — bö? ? 22. DfTxeS 23. Lg6xe8 24. a7-a6 25. a6xb5 26. Sb6-d7 27. Le8 — f7 Dadurch gibt Weiß den Gewinn auS Hand, mit 28. Sd4 war total verloren. 28..... 28. c7xb6 29. La3-d6 29. Lf7-d5 30. b7-b8D+ 30. Sd7xb8 31. Ld6xb8 31. Ld5Xf3 Mit klarem Remisschluh. der Lösung deS Problems Nr. 120. Don Fr. Müller. 1. Kc2-d3, h6xh5 2. Lel-h4 usw. 1....., h6xg5 2. Df7-h7 usw. 1...... Kg4xg5 2. Kd3-e4 usw. Lösung des Endspiels Nr. 37. Don A. Kubbel. 1. c6-c7, Tf4-e4+ 2. Kel -d2! (bet einzige Zug auf Kfl oder f2 folgt Te8 3. Sd6, Tf84- nebst Lxl.5 und Schwarz kann remis halten). Te4xd4-f- 3. Kd2-c3, Ldl-g4! 4. h3Xg4, Td4-d7!! (auf c7-c8D folgt jetzt Tc7+ 6. Dxc7 und Schwarz ist patt). Also 5. Sb7-d6, Td7xc7+ 6. Kc3-b4! und Weih gewinnt, da auf einen Turmzug S15 .... auf Kg7 jedoch Se84- mit Turmgewinn folgt. Eine lehrreiche Studie. Aus der Schachwclt. 3n dem am 8. August beendeten Silberpokal- tumier siegte Bleutgen, Mainz, mit 6 Zählern aus 7 Partien vor Buerger, London, (+ 5); eine sehr gute Leistung. Dritter Preisträger wurde Goldstein, London, mit 41/» Punkten: derselbe ist als moralischer Sieger des Turniers zu bezeichnen, da er in einer glatten Gewinnstellung gegen Professor Mannheimer eine Figur etn- stellte und so noch verlor. Den 4. bis 5. bis 6. Preis teilten Professor Mannheimer: Haar, Frankfurt a. M.: Scringeour, London: sowie Werner, Würzburg. 3m Rebentumier siegte 3ellie, London, vor Loustroff, Wiesbaden. 3m Damenturnier wurde Siegerin Fräulein Oppenheimer, Homburg. Das Vereinsturnier, welches an annähernd 80 Brettern ausgetragen wurde, sah Wiesbaden siegreich. Der zweite Preis fiel an Höchst, der dritte an Mainz. Als Abschluß des Kongresses wurde eine lebende Schachpartie zur Darstellung gebracht. Die Narrenkappe. Die beiden Läufer sind nun sehr wirksam postiert. 11..... 11. Tf8-e8 12. Ddl-d2 12. Lc8-g4 Ein unmotivierter Angriffszug. Schwarz sollte sich lieber mit Le6 verteidigen. 13. Sf3-g5 13. Lg4 - h5 Alm die Drohung 14. Sxf7 nebst 15. Df4 -f- zu begegnen. 14. Tal -el 14. Dd8-d7 15. f2 — f4 16. Se5-f3 17. TflXel 18. Lc4-b5 15. Lb5-g6 16. TeSxel 17. Sd5-b6 18. Dd7-d5? Ein schwacher Zug, Schwarz übersieht folgenden Tempogewinn des Weißen, der c4 die schwarze Dame zurücktreibt. 19. Dd2-e2! 19. f7-f6 den mit 20. c3-c4 20. Dd5-f7 21. g2 — g4! Ein starker Angriffszug. der Figurgewinn droht; falls f5, so Se5l (nach Lc6:). 21..... 21. Ta8-c8? Dieser Zug verliert, Weih begeht im entscheidenden Augenblick jedoch eine Alebereilung, so dah sein Gegner noch mit einem „blauen Auge" davonkommt. Splitter und Sparren vom Redakttonstisch. Anekdoten um Liebermann. . Liebermann hat Richard Dehrnel gemalt. Der Dichter hatte aber zum Schluß immer Äenderungs- wünsche, bis Liebermann entgegnete: „Hörense mal, Sie dürfen von einem Porträt nicht verlangen, daß es noch Papa und Mama sagen kann." Ein Besteller ist mit der Aehnlichkeit seines Porträts nicht zufrieden. Liebermann lagt ihm: „Wislense, ick habe Sie ähnlicher gemalt, als Sie sind. Liebermann sitzt in Haarlem, wo er Franz Hals kopiert, am Markt im Caf6 in der Gesellschaft eines damals sehr bekannten deutschen Schlachtenmalers und eines anderen Künstlers. Der berühmte Hof- maler fragt Liebermann: „Sagen Sie, wozu kopieren Sie das alte Zeug eigentlich, was finden Sie bloß an dem Franz Hals/ Liebermann antwortet: „Das is nid) so einfach zu sagen — zum Beispiel es siebt doch niemanden, der so eenen Kopp malen kann." Da erhebt sich der Begleiter und sagt mit ehrfürchtiger Handbewegung: „Aber hören Sie mal, hier der Herr Professor . . ■= ■ = Hoherodskopf, 22. Aug. Hier hatten sich am letzten Samstag zahlreiche Lehrer aus elf verschiedenen Bezirken zu einer größeren Konferenz gufammengefunten, die unter Leitung von Lehrer i. R. Karl Link, Rudingshain, stand. Die Versammlung bekam ihre besondere Rote durch die Anwesenheit des ersten und zweien Vorsitzenden des Hessischen Landeslehrervereins, Rektor und Landtagsabgeordneten Reiber, Darmstadt, Lehrer K a u f f m a n n, Atzenhain sowie des Schriftleiters des „Schulboten", Lehrer Gg. Rückert, Darmstadt. Rach Begrüßung der Erschienenen und Eröffnung der Konferenz referierte in längeren Ausführungen Lehrer K a u f f m a n n, Atzenhain, über die kommende Desoldungsneuordnung und der Bedingungen, die an sie hinsichtlich einer Einstufung der Lehrer zu stellen sind. Landtagsabgeordneter Reiber und Lehrer Rückert ergänzten diese Ausführungen in mehrfacher Hinsicht. An die Darlegungen der Redner schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in der besonders die Wünsche der Landlehrer auch hinsichtlich der Steltenbesetzun- gen in den Städten zum Zwecke der Kinderausbildung zum Ausdruck kamen. Weiterhin wurde die Frage des kommenden Reichsschul- gesehes erörtert. ------ Breungeshain, 22. Aug. Hier ereignete sich beim Kartoffelausmachen ein bedauernswerter Alnglücksfall. Ein sechsjähriger Knabe traf sein dreijähriges Schwesterchen mit dem Karst so unglücklich auf den Kopf, dah das schwerverletzte Kind sofort in die Klinik nach Gießen überführt werden mußte. Es liegt eine Verletzung der Hirnhaut vor. Rheinhessen. Lpd. Mainz, 22. Aug. In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen Personen auf Rummelplätzen durch Unvorsichtigkeit oder schadhafte Geräte verunglücken. So ist gestern wieder auf der hiesigen Messe ein 33jähriger Mann aus Bretzenheim aus einer Schiffschaukel gestürzt, wobei er schwere innere Verletzungen erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Preußen. Kreis Wetzlar. -^-Lützellinden, 22. August. Trotz der ungünstigen Witterung wurde gestern unter starker Anteilnahme unserer Einwohnerschaft und zahlreicher auswärtiger Festgäste das Jahres- fest der hiesigen evangelischen Kl ein- kinderschule gefeiert. Alntet Vorantritt des Posaunenchors zog am Nachmittag, von mehreren Schwestern betreut, die kleine, festlich geschmückte Kinderschar nach dem nahegelegenen Festplatz, wo die Kleinen durch mancherlei Spiele und Vorführungen die Zuschauer zu unterhalten wußten und dann mit einer mächtigen Bretzel belohnt wurden. Bedauerlicherweise machte der Regcn dem fröhlichen Treiben ein vorzeitiges End?, so daß nach einem Gesangsvortrag des Gemischten Chores unter Leitung des Dirigenten Alten- Heimer der Ortsgeistliche, Pfarrer Koch, mit einem kurzen Schlußwort die Feier beenden mußte. — Die hiesige Kleinkinderschule besteht in unserem Orte schon seit über zwanzig Jahren unb hat sich während der Dauer ihres Bestehens als äußerst segensreiche Einrichtung erwiesen. Als Station des Schwestcrnmutterhauses in Ronnenweiher steht sie zur Zeit unter der Leitung von Schwester Luise Rühl und ist im hiesigen evangelischen Vereinshause untergebracht, jedoch soll ihr später auf einem schon bestimmten Platz ein eigenes Haus gebaut werden. Q Riederkleen, 22. Aug. Ein hiesiger 13 Jahre alter Schuljunge verunglückte durch die Explosion einer Sprengkapsel derart schwer, dah sofort ärztliche Hilfe herbeigeholt und er nach Anlegung eines Rot- verbandes in das Iohanniter-Krankenhaus in Rieder-Weisel überführt werden mußte. Der Junge hatte die Sprengkapsel an das Herdfeuer gehalten, so daß sie nach kurzer Zeit explodierte und ihn an der rechten Hand, an der Brust und im Gesicht erheblich verletzte. Die Sprengkapsel soU von 14 und 15 3ahre alten 3ungen aus dem Aufbewahrungsraum eines der Stein- brüdje im Distrikt „Mühlberg" entwendet worden fein. O Groß.Rechtenbach. 22. Aug. Die Kirchengemeinden Groh- und Klein-Rechtenbach feierten am Sonntage ihr diesjähriges Mi s- si onsf est , zu dem sich trotz des ungünstigen Wetters eine verhältnismäßig große Anzahl Gäste, besonders auch aus den benachbarten Gemeinden, eingefunden hatte. Der erste Teil dcA Festes fand im Freien bei der Kirche statt. Dem Festgottesdienst hielt Pfarrer Schmidt, Wey- lar: außerdem sprach Ortspfarrer Cap pell. Klein-Rechtenbach. Die sich an eine kurze Kaffee- pause anschließende Rachversammlung konnte we- gen des inzwischen eingesetzten Regenwetters im Freien nicht abgehalten werden. Da die räumlich beschränkte Dorfkirche nicht alle Gäste faßte, mußte eine zweite Versammlung in den Saal des hiesigen Evangelischen Dereinshauses verlegt werden. 3n den Rachversammlungen hielten Festansprachen Pfarrer Schmidt, Wetzlar, Missionar Wagner. Sumatra und Missionar Bähr, Groß-Rechtenbach. 2m übrigen wurde das Fest durch Musikvorträge des hiesigen Posaunenchors, sowie durch Gesangvorträge des Gemischten Chors der Hiesigen Evangelischen Gemeinschaft verschönt. r« I Groß-Rechtenbach, 22. Äug. Die kürzlich veröffentlichte Notiz, daß das hiesige Bürgermeisteramt mit der Ueberlandzentrale der Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar eine Vereinbarung getroffen habe, nach welcher bei gesteigertem Kraftstromverbrauch für die Verbraucher Ermäßigungen stattfänden, ist insofern nicht zutreffend, als das Bürgermeisteramt eine solche Vereinbarung nicht getroffen hat. Richtig ist, daß den Kraftstromabnehmern bei dem Verbrauch der angegebenen Strommengen die dabei angegebenen ermäßigten Sätze zuge/tanden werden. Es handelt sich hierbei aber nicht um eine Vereinbarung, die lediglich das hiesige Bürgermeisteramt mit der Ueberlandzentrale der Buderusschen Eisenwerke getroffen hat, sondern um eine Vergünstigung, die die Ueberlandzentrale allen Gemeinden ihres Versorgungsgebietes gewährt, die sie dann wieder den Kraft- ltromabnehmern ungeschmälert zugute kommen lassen. Dillkreis. bl. älebernthal, 23. Qlug. Die hier ein» getroffene Mordkommission, bestehend aus . cm Oberstaatsanwalt aus Limburg mit zwei Untersuchungsrichtern und dem Gerichtschemiker Zr. Popp aus Frankfurt a. M. hat die Unter« uchung des Mordes anderPaulaPfeif- f e r in die Hand genommen. Der erst verhaftete und dann wieder freigelassene Peter wurde erneut fe ft genommen und einem längeren Verhör unterzogen. Ferner hat man eine Anzahl Einwohner vernommen. Die bisherigen Feststellungen haben ergeben, daß das Mädchen den Tod durch Erwürgen gefunden hat. An der MordsteUe hat man weitere Beweisstücke, wie Haare und Kleiderstücke gefunden. Wirtschaft. * Unstimmigkeiten im Deutschen Steinsalzsyndikat. 3m Deutschen Stein- salzshndikat hat sich eine äußerst zugespitzte Lage ergeben. Die Deutschen Solvay-Werle A.-G., Bernburg, haben von der jährlichen Gesamtproduktion des Syndikates von rund 2 Mill. Tonnen (wovon ca. 1 Mill, exportiert wird) für ihr niederrheinisches Salzbergwerk vom Syndikat neben ihrer Syndikatsquote noch einen Lie- serungsanteil von zunächst 400 000 Tonnen gefordert, was ca. 40 Prozent des gesamten Syn- dikats-Inlandabsatzes entspräche, was jedoch auf Kosten der übrigen, und besonders der süddeutschen Salzbergwerke gehl. Infolgedessen erfolgte die Kündigung des Syndikatsvertrages zum 31. Dezember 1927 durch die letzteren und zwar durch die Salzwerk Heilbronn A.-G. und' das württembergische staatliche Werk Friedrichs- Hall. Die von dem Solvay-Werk A.-G. inzwischen auf nur 36 000 Tonnen ermäßigte Forderung beträgt aber immer noch 190 000 Tonnen mehr als die in dem bisherigen, jetzt nach einjähriger Dauer abgelaufenen Sonderabkommen festgesetzte Menge, so daß eine Einigung im Syndikat nicht erhielt wurde. Die beiden süddeutschen Werke haben inzwischen unter sich für einen stärkeren Konkurrenzkampf weitgehende Vereinbarungen getroffen. • Preiserhöhung in der Emaille- Industrie? Vom 12. bis 17. September werden Sitzungen der Emaille-IndustrieÜen in Berlin stattfinden. Es wird damit gerechnet, daß die Anträge auf Erhöhung der Verkaufspreise um durchschnittlich 12 Prozent angenommen werden, nachdem die Dorverbandsgeschäfte im großen und ganzen abgewickelt sind, und die Produktionskosten dringend eine Erhöhung der Verkaufspreise fordern. Der Auftragseingang war in den letzten beiden Monaten, wie das in den Sommermonaten regelmäßig der Fall ist, schwach. Die Kundschaft habe aber bereits begonnen, sich für den Herbstbedarf einzudecken, so daß der Deschäftigungs- sland sich gebessert hat, und die Werke in den kommenden Monaten mit einem lebhaften Geschäft rechnen. * Kapitalserhöhuna der Frankfur - ter Flugplatzgesellschaft. Die nächste Frankfurter Stadtverordnetenversammlung wird sich mit einer Magistratsoorlage beschäftigen, die die Umstellung der Frankfurter Flugplatz G. m. b. H. betrifft. Das Gesellschaftskapital der Flugplatzgesell- schast soll von 45 000 auf 1 450 000 Mark erhöht Straßensperrungen mitgeteilt vom Oberhesfifchen AutomobU-Tluv E. D., Gießen. Welche Strecke wird gesperrt? 3n welchem Straßenzug liegt die Strecke? Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung? Doraussicht- liche Dauer der Sperre Umleitung Schlitz-Hutzdorf Fulda-Hersfeld Für alle Fahrzeuge bis auf weiteres Wernges - Grebenau - Niederjossa Alsfeld-Eifa Alsfeld - Hersfeld ff bis auf weiteres Elpenrod o. Brauerschwend Biedenkopf- Ludwigshütte Biedenkopf - Laasphe II bis auf weiteres Nebenwege im Ortsbereich Köppern i.T. Friedberg - Bad Homburg ff bis auf weiteres Nodheim v. d. H. - Holzhaufen Folgende Straßen Otsdurchfahrt Ober.Roh perrungen sind ar lach im Zuge der fgehoben: Ecke Straße Friedber Ishaufen -Bieden z-Bad Homburg Kopf ab 25. August 1927, werden, wovon sich das Reich und Preußen bereit erklärt haben, je 300 000 Mk. einzulegen. * Kapitalerhöhung bei der Zellst offabrik Waldhof. Die Zellstoffabrik Waldhof beschloß, einer im September statt- findenden außerordentlichen Generalversammlung die Erhöhung des Grundkapitals um 7 140 000 auf 34 675 000 Mark vorzuschlagen, und zwar soll das bisherige St.-A.-Kapital von 25 um 7 auf 32 Mill. Mark erhöht und damit auf den Vorkriegsstand gebracht werden; auch soll das Vz.-A. - Kapital Lit. A. um 140 030 auf 700 003 Mark erhöht werden. Den Aktionären soll durch ein Bankenconsoriium ein Bezugsrecht dergestalt eingeräumt werden, daß auf 5 alte St.-A. eine junge St.°A und auf nom. 2300 Mark Vz.-A. Lit. A. eine junge Vz.-A. Lit. A. über nom. 700 Mark bezogen werden tonnen. Der Dezugskurs für die jungen St.-A ist mit 225 Proz. in Aussicht genommen, der zu fassende Beschluß der a. o. G.-D. soll ihn jedoch der Börsenlage zur Zeit jber Ausübung des Bezugsrechts anpassen. Die jungen Vz.-A. Lit. A. sollen zu pari bezogen werden. Die nicht zum Bezug bestimmten nom. 2 MilL Mark junge St.-A. sollen der Verwaltung für eventuelle Angliederungen zur Verfügung gehalten werden. Frankfurter Börse. F r a n f f u r t a. M., 23. Aug. An der heutigen Börse konnte sich eine etwas freundlichere Stimmung durchsetzen, so daß die Kurse leicht anzogen. Das Geschäft blieb aber nach wie vor auf die Spekulation beschräntt, die zu kleineren Deckungen schritt, während sich das Publikum weiter fernhält. Einige Anregung bot der unverändert leichte Geld st and, wenn auch die weitere Entwickelung noch pessimistisch beurteilt wird. Zu der freundlichen Stimmung trug ferner der Kapitalerhöhungsbeschluß der Z e l l st o f f Waldhof A. G. bei. Das Bezugsrecht wird als nicht ungünstig betrachtet. Verstimmend wirkte dagegen weiter die Verzögerung der Ernteeinbringung infolge der dauernd schlechten Witterung. Bei Festsetzung der ersten Kurse konnten sich an den Effektenmärkten gegenüber den gestrigen Abendnotierungen Erholungen von 1 bis 2 Prozent durchsetzen. Banken waren nur mäßig gebessert. Nennenswerte Umsätze hatten nur Zellstoff Waldhof, Elektro-, Schiffahrts- und einige Montan- werte. Etwas schwächer lagen Süddeutsche Zucker, Lahmeyer und Voigt & chaeffner. Renten blieben vernachlässigt. Anleihe-Ablösungsschuld abgeschwächt. 3m Börsenverlaufe blieb das Geschäft still, doch konnten sich die Kurse behaupten, da vereinzelt Deckungen vorgenommen wurden. Die Spekulation glaubt, daß die an den verschiedenen Emissionen interessierten Banken einem evtl, weiteren Sinken der Kurse durch Interventionen begegnen werden. Der Geldmarkt blieb flüssig. Tagesgeld stellte sich auf 5,5 Prozent und war reichlich angeboten. 3m Devisenverkehr hörte man die Reichsmark gegen Kabel 4,1995, gegen London 20,4250, Paris gegen London 124,025, Mailand 89,25, Madrid 28,79. Berliner Börse. Berlin, 23. Aug. Aach der weiter schwächeren Haltung an der gestrigen Frankfurter Abendbörse und im Spätabendverkehr machte sich im heutigen Dormittagsverkehr eine etwas freundlichere Stimmung bemerkbar, die sich auch auf den offiziellen Derkehr übertrug. Die Spekulation, die gestern große Leerverkäufe getätigt hatte, schritt zu Deckungen und nahm auf der ermäßigten Kursbasis sogar einige Meinungskäufe vor. Die Börse blieb aber vollständig unter s ich, da das Publikum weiterhin dem Markte fernbleibt. Die Geldmarktlag e ist unverändert. Tagesgeld 4,5 bis 6 Prozent, Monatsgeld 7,75 bis 8,75 Prozent, Warenwechsel nominell 6 Prozent, doch rechnet man zum Ultimo mit einem Anziehen der Sähe. Die Kursentwicklung an den Effektenmär k- t e n war sehr uneinheitlich. Die Mehrzahl der Werte konnte 0,5 bis 2 Prozent anziehen, dagegen waren auch Abschwächungen bis zu 3 Prozent zu verzeichnen. Die Kapitalerhöhung bei Zellstoff Waldhof wirkte wenig befriedigend, da man bessere Erwartungen gehegt hatte. Die Kurse gaben 3Prozent nach. Heimische «Renten ruhig, doch gehalten. Don Ausländerin blieben Oesterreicher etwas gefragt. Rach Festsehung der ersten Kurse blieb die Tendenz freundlich, wenn auch das Geschäft weiter sehr klein war. Einige Werte konnten 0,5 gewinnen, doch gingen diese Gewinne im Verlause wieder verloren. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 23. Aug. Das weite.hin trübe Wetter im Einklang mit den erhöhten Ausland- notierungen rief eine weitere Befestigung des Marktes hervor. Inlandgetreide in guter, trockener Beschaffenheit kommt nur spärlich an den Markt. Die Preise steigen ständig. Futtermittel sind sehr knapp geworden. Süddeutsche Mühlen sind in Oelkuchen ausverkauft. Weizenkleie zur prompten Lieferung ist sehr knapp und für spätere Lieferung begehrt. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 28,75 bis 29 Mk., Roggen (inl.) 24. Sommergerste (für Brauzwecle) 25,50 bis 27, Hafer (inl.) 23 bis 23,50, Hafer (ausl.) 23,75 bis 25. Mais (gelb) 19.25 bis 19,50, Weizenmehl (inl.. Spezial 0) 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 34.50 bis 35, Weizen- und Roggenkleie 13,50 bis 13,75 M. Berliner roduktcnbörse. Berlin, 22. Aug. Rachdern nun jetzt auch schon die amerikanischen Rotierungen die ungünstige Lage der europäischen und australischen Ernte zum Ausdruck bringen, steht hier einer Aufwärtsbewegung nichts mehr im Wege. Die Ciffofferten haben sich um 5 bis 15 Guldencents erhöht. Da auch das wenige Material an inländischem Brotgetreide bei den Provinzmühlen bleibt, herrscht hier in sofortiger Ware großer Mangel und selbst bei hohen Geboten kommen Abschlüsse kaum zustande. Am Lieferungsmarkt zogen die Preise für Weizen um 2,50 bis 3,50 Mark, für Roggen um 2,25 bis 2,50 Mark an. Die Rachfrage nach Weizenmehl in schneller Ware verstärkt sich, die Preise sind um etwa eine halbe Mark erhöht, auch Roggenmehl profitierte von der Aufwärtsbecvegung in Brotgetreide. Das Geschäft für Herbst ist jetzt für beide Arten in Gang gekommen. In Hafer und Gerste entwickelt sich bei weiter fester Tendenz nur langsames Geschäft. Mais wird zu etwa 2 Mark höheren Preisen gehandelt. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 275 bis 279, Sept. 280,50 bis 281, Oft. 277 bis 278,25, Dez. 278 bis 278,50 (sehr fest); Roggen, märk. 227 bis 231, Sept. 239,50 bis 240,50, Oft. 238,50 bis 240, Dez. 238,25 bis 239,50 (steigend); Sommergerste 220 bis 268; Wintergerste und Futtergerste 202 bis 208 (gefestigt); Hafer 204 bis 215 (fest), Sept. 214 (ab schles. Stationen), Oft. 211, Dez. 212 bis 211 (fest); Mais, La Plata 194 bis 196 (fest); Raps 285 bis 290 (ruhig); für je 100 Kilo: Biktoriaerbsen 40 bis 46; kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 14,75 bis 15,75. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 18. Aug. Gastwirt G. von hier hat gegen den Juwelier B. Privatklage wegen Beleidigung erhoben, weil' letzterer behauptet haben soll, G. habe Ende Januar auf der Jagd drei zahme Enten geschossen. G. war um die damalige Zeit mit zwei anderen Herren auf der Jagd gewesen und hatte damals zwei Wildenten geschossen, während der eine dec beiden Herren ebenfalls eine Wildente erlegt hatte. Als B. dies hörte, ging er ebenfalls auf die Jagd, um sein Glück zu versuchen. An einem Bachlauf begegnete ihm ein Herr, der ihm erzählte, er sei auf der Suche nach drei zahmen Enten, die ihm entkommen seien. Daraufhin erklärte B. ifjm, sein Mitpächter habe drei Enten geschossen, er wolle sehen, ob er auch Glück habe. Dieses Erlebnis erzählte B. hier in Gießen verschiedenen Personen. In der Folgezeit kam in der Stadt das Gerücht auf, G. habe drei zabme Enten geschossen. Da G. annahm. B., von dem er sich in der Zwischenzeit getrennt hatte, sei der Urheber des Gerüchtes, verklagte er ihn. In dec Hauptverhandlung konnte jedoch ein Beweis dafür, daß B. tatsächlich erklärt habe, G. habe drei zahme Enten geschossen, nicht erbracht werden. Der Herr, der auf der Suche nach den drei ihm abhanden gekommenen Enten war, erklärte ausdrücklich, B. habe ihm erzählt, sein Mitpächter habe drei Wildenten geschossen. Don den übrigen Zeugen hatte nur einer bei der Erzählung des B. den Eindruck, als ob er habe sagen wollen, G. habe zahme Enten, und zwar wahrscheinlich die vermißten, geschossen. G. nahm daher, nachdem B. nochmals ausdrücklich erklärt hatte, er habe niemals behauptet und behaupten wollen, daß G. zahme Enten geschossen habe, die Privatklage zurück. Daraufhin wurde das Derfahren eingestellt und G. mit den Kosten belastet. * Gießen, 19. Aug. Ein Hüttenarbeiter R. aus einem benachbarten Dorfe hatte mit einem Mädchen aus dem Biebertale ein Verhältnis, das kurz vor der Verlobung aufgelöst wurde, weil bei den Eltern des Mädchens ein anonymer Brief einging, in dem sie vor R.^gewarnt wurden. Dieser hatte als Schreiber des Briefes zuerst einen gewissen Z. im Verdacht und teilte Liefern auch seinen Verdacht mit. Z. fuhr zu den Eltern des Mädchens und ließ sich den Brief zeigen, dessen Inhalt er sofort dem R. erzählte, wobei er entschieden bestritt, der Schreiber des Brieses zu fein. R. war jetzt auch davon überzeugt, daß er sich geirrt habe, weil in dem Briefe eine Mitteilung enthalten sei, die Z. gar nicht wissen könne, und die nur einer Frau L. bekannt fei. Deshalb nahm er an, daß nicht Z., sondern! Frau L. den Brief geschrieben habe, und sagte dies auch dem Z. Dieser hielt alsbald dem Ehemann L. vor, es sei festgestellt worden, daß seine Frau den anonymen Brief geschrieben habe. Er habe ihre Schrift einziehen lassen, Prof. Dr. Popp in Frankfurt a. M. habe ihre Täterschaft festgestellt. Trotzdem L. nach Rücksprache mit seiner Frau dem Z. erklärte, er habe sich geirrt, blieb dieser bei seiner früheren Behauptung. Auch R. sagte dem L., niemand anderes als seine Frau sei die Briefschreiberin. Daraufhin erhob Frau L. gegen R. und Z. Privatklage wegen Beleidigung. Sie legte in der Hauptverhandlung mehrere von ihr selbst geschriebene Briefe vor und schrieb auch nach Diktat des Gerichts einen Teil des anonymen Briefes nieder. Da diese Briefe und das Diktat keine Aehnlichkeit mit der Handschrift des anonymen Briefes zeigten und die Hauptverhandlung auch sonstige Anhaltspunkte dafür ergab, daß Frau L. den Brief nicht geschrieben habe, erklärten R. und Z., sie hätten cie Lieberzeugung gewonnen, daß Frau L. nicht die Briefschreiberin sei, und übernahmen die gesamten Kosten beider Klagen. fiepte !J?acbrifhten. Serbiens Kriegsschulden an Frankreich. Paris, 23. Aug. (WTB.) Havas meldet aus Belgrad: Die Blätter berichten, daß der französische Gesandte in Belgrad beim südslawischen Finanzministerium eine Demarche zur Ausnahme von Verhandlungen zur Regelung der serbischen Kriegsschulden bei Frankreich unternommen habe. Gleichzeitig soll der französische Gesandte mitgeteilt haben, daß ein französischer Konzern sich für den Bau einer Eisenbahn st recke zur Adria interessiere und ein entsprechendes Angebot der Regierung zu unterbreiten beabsichtige. Venizelos taucht wieder auf. Athen, 23. Aug. (WTB. Funkspruch.) Laut Blättermeldungen hat die Regierung Venize- l o s gebeten, den Vorsitz in der griechischen Völkerbundsdelegation zu übernehmen, oder wenigstens ihr als Mitglied anzugehören. Verantwortlich für Politik: i. 23. Ernst Blumschein. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. _____________________hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a M Berlin Berlin. 22 Angun.________ Dries Schlugst urs '-Uhr. flute Schlitz, flurs Anfang fluro Schiub Kurs 1 «Uhr- Kurs Sajluß- Kurs Anfang Kurs | 23. 8. Schluh 1 1«U1)r‘ Schluß | Anfang Französische Noten...... Holländische Noten...... italienische Noten...... Norwegische Noten...... Teutsch-Oesterr-, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten - . ■ Devisenmarkt Berlin Telegraphische 16,47 167.1-8 22.92 109,03 59.18 2,585 112,37 80,96 70 63 12.408 73.21 —Frankfur Auszah 168,56 23,02 109,47 59.59 2.605 112,83 bl. 28 70,91 12,468 73,51 a. TL u n q. Datum: 28. 8. 23. 8. 22. 8. 23. 8 Datum: 22. 8. | 23. 8. 22. 8. Datum: 22. 8. I 23. 8. 22 8. | 23. 8- F/o Di ReichSanleihe v. 1927 Dt- Anl Adlos Schuld mit AuSlos »Rechten ... DeSgl. ohne AuSlol.«Rrchten 7% tfrann Hop.»Bk. Gochps unkündbar bis 1932 .... 4‘/a0/0 Rheinische Lvp »Bant üiqu »Goldpl .... AEG abg BorkriegS-Ob- (igationen, rückzahlbar 1932 4% Schweiz. BundeSb.-Lnl. 1% Oesteretchtsche Goldrte >.20°/, Oesterr ich. Silberne > l0 Oesterreich, rinbeitl. Rtc 4% Ungarische Goldrte. . . l"/o Ungarische StaatSr.v.1910 4'/,% deögl. von 1913 . . . 4’/0 Ungarische fironenrte . . 4‘Vj Türk. Zollanleihe v 1911 »»/, Türk. VagdadbahN'Aul. Serie 1......... 4°/0 deSgl. Serie 11..... 4°„ Rumänen convert. Rte > V,0/, Rumänen Goldanl. - voll 1913 . 21110 Deutsche Eisenbahn .4'/, Hamburg-Amerika Palet. . v oamb.»Südam Dampssch. .8 Hansa Damvischill • • -6 Norddeutscher Lloyd . . 6 .'tilg. Deutsche Credtlanst.. io Barm.'r Bankverein . io Berliner HandelSaesellsch. 12 Commerz, und Privat-Bk. 11 Lärmst, u- Nationalbank. 12 Deutsche Bank....... 10 DiSkonto-Gesellschast «tat 10 Dresdner Bank.....-10 Mitteldeutsche Lreditbant . S Metallbank..........8 RetchSbank........." 57.» 15,6 26,76 6,25 24.65 22.65 13,9 14.5 15,76 91 160,26 150,6 146.75 147,6 174,6 £32,76 1(51 167.9 164,76 144 25 172.6 67.76 15,7 13,76 14,26 15,6 152,25 151,76 147,5 "M 161.76 168.25 165 246.5 146 170 87,6 68.1 15.8 26,65 24,4 13,9 17 14,75 16 88.5 151.75 227,5 226 6 151.75 147 148.6 248 176.5 233.6 161.5 168 165,25 247 145,5 172 68,1 15,5 24,75 2.3 13,76 87.5 161 226 5 226,75 151.5 146 148 248,5 178.5 234.25 162,5 159,25 165,75 247 145 170,65 A. E G..........7 Bergmann ........8 Elektr. Lieferungen . . . . lo Licht und Kraft......10 Helten & Guilleaume .... 6 Ges f. Elektr Untern. . . 10 Hamb. Elektr. Werke ... 10 Rhein. Elektr. 8 Schles. Elektr. ..... 10 Schlickert . ....... 7 Siemens & Halske . ... 16 Transradio..... 8 Labmevcr 96 192.25 -01 141 168.5 20t ■286,6 179 111.5 167 156,75 201 267 160,5 180,9 132 101 117 256 02 172 130.5 33.6 177 187 — 298,75 212,75 133 99 185 181.76 107,5 140 165,5 205 289 178 113 158 158 -02.5 160,25 181,5 132,13 118 256 204 130,75 178 189 00 214,25 13.,5 99 5 185,13 197 194 202.25 141.5 255,75 164.75 166 178 204.5 288,13 134,25 180 113.1.3 157,75 168 156.75 202.6 178 270 159 174 181,5 132,25 99 101 117.65 256 5 102,25 171 5 130.9 33.65 177,5 187.6 239 <01.25 144.5 133,76 99,25 185,75 196,75 »92.75 201,13 140,75 257,65 !65,75 165,75 - 205 290 135,5 177,25 113,13 158 158 202,5 178 4 266 5 160.25 173.9 181.5 132.7j 98.75 102 118.4 256,5 202,5 131.5 33.13' 178,25 189,25 241 300.25 144,5 133.25 99,25 Bbtlipp Holzmann .... 12 Heidelberger Gement . . Tement Karlstadt.....s B'ayß & Freitag . . . . ic Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwerke . . ...... 12 Ber. Glanzstoff......15 Bemberg..........k Zellsto-t Waldhof.... 12 Zellstoff Aschaffenburg . 10 Charlottenburger Waller. 7 > essaucr GaS.....8 Daimler Motoren.....0 Demag........0 Adlerwerke filetier. .... 0 Ludw. t'oen e . .... IC Rat- Automobil...... 6 Orenstetn & Koppel .... 4 Linke Hofmann ...... 0 Leonhard Tietz...... . e Bamaa-Megnin...... 0 Franks. Maschine« .... 0 Gritzncr ..... 7 Hevliaenstaedt ...... 0 itungbanS ........ Lechwerke...... . 8 Mainkraftwerke ...... « Miag . . ....... 10 Nekarlulmer ...... x Peters Union ....... 8 fflebr. Roeder . ...... 10 Voigt L Hoeffner.....6 Südd. Zucker ......0 Bant 199 146 185.5 165 334.76 203 122 48 73 118 24.5 116 122 125.1 137 117 116 141 158 143 noten. 10 1 iS ! 1 1 1 & • -» 1 “? t । | ' S l ' 1 1 1 12 1 1 S5 §8 ”8 s S 8 - — •M0.I3 446 425 704 565 338.5 150 206.65 122,75 93 117 «77,5 121.5 139 149,75 48 78 116 116,6 138,5 118 116.5 169 144 201.75 448 425 710 331.25 149 208.25 122 91,5 116 280,5 138,75 150.5 22. August. 23. August. Amtliche Noti rung Geld '-Brief Amtliche Notierung Geld : Brief _ Amst.-Roit Buen-.AireS Brst.-Antw Ehristiania Kopenhagen Stockholm . Helnng'vrS. Italien. . . London. . . 9,'cunork . . Baris.... Schweiz . . Spanten. . Japan . . . Rio de Jan- Wien in D-» Ceft. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lillabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . (Sanaba »ru uay. . Tatro - - 168.22 1,792 58.425 109,29 112,45 112,65 10,675 -2,88 -0,406 1,197 16,45 10,94 70.91 1.989 0.4972 39,16 12,442 7,391 73,41 ■1,037 20,715 81,37 2,058 5,514 4.195 4,206 20.935 168,56 1.796 68,54 . 109,51 112,57 112,87 10,695 22,92 20,416 4,20. 16,49 81,10 71,07 1.993 0,4992 69,28 12,462 7,405 73,55 3,043 20,7 >5 81,53 2,092 5.526 4.203 4. 14 20.975 168,21 1,789 68,41 109,19 112,43 112,61 W.57 22,89 20,4 05 4,1965 16,445 80,91 70,81 1,987 .4965 39,14 12,44 7,391 <3,40 .,067 -0,70 81,36 -',093 5,544 4,198 4.208 20.93 168,55 1,793 58,53 109,41 112,65 112,90 10,59 22.93 20,445 4,2045 16,485 öl. 07 70,95 1,991 0.4985 69,26 12,46 7,405 78,54 3, M3 20.74 81.62 2,097 5,556 4,206 4.214 20.97 Berlin. 22 August. | Geld Briet Amerikanische Roten..... Belgische Noten...... Dänische Roten ...... Englische Noten ....... I 4.182 68,-8 112,17 1 20,37 4.202 58,61 112,63 10.45