Samstag, 25. Zu» (927 177. Jahrgang Nr. 17.9 Erstes Blatt Die Lehren von Wien. Die Genfer Flottenkonferenz schling folgt.) noch weit Der Fall Horsing 'Q Rabatt Semeinderatsfitzung in Wien NutzenSie die Stunde der großen ► Preis' herab' Zeichnung getroffenen verschiedenen Maßnahmen zugehen zu lassen. Der Gegenantrag der christlich-sozialen Minderheit, dem Bürgermeister das Mißtrauen auszusprechen, wurde abgelehnt. Schließlich wurde der Antrag des Führers der christlich-sozialen Ge- meinderatssraktion, Kunschak, auf Auslosung der Gemeindeschutzwache ebenfalls a b g e l e h n t. nie Ergebnisse der Abstimmungen nahmen beide Parteien in voller Ruhe auf. Annahme von Anzeigen filr die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigentell Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Gesandte in Bukarest sei deshalb mit der Spezial. Vertretung beauftragt worden. Dec deutsche Reichspräsident hat den Gesandten von Mutius mit seiner Spezialvertretung beauftragt. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech ans ch lü sse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: granffurt am Blain 11686. Ein Ehrenfrühstüür fürPoincarL. Paris, 27. Juli. (WB.) Heute mittag hat in einem Moderestaurant im Dois de Boulogne dos Frühstück stattgefunden, das dre Mit- qlieder des Kabinetts Poinca re anläßlich des einjährigen Bestehens des „Ministeriums der nationalen Einigung" dem M i - nisterpräsidenten zu geben besch.ossen hatten. Während des Frühstücks wurden kerne Reden gehalten. Justizminister B a r t h o u überreichte hingegen im Rainen seiner Kollegen dem Ministerpräsidenten zur Erinnerung an dieses Jubiläum ein seltenes Exemplar des ersten Romans Robert de Fleurs „Jlsee, Princesse de Tripolis". Das Werk trägt folgende Widmung: „Raymond Poincare, unserem Präsidenten, unserem Chef, unserem Freunde in Bewunderung, Dankbarkeit und Ergebenheit. 22. Juli 1927.“ Die Widmung ist von sämtlichen Mitgliedern des Kabinetts unterzeichnet. m-Halbsdi. -£Q50 Boxk-Zug- 4 A50 urt. Fabrik. IV u. Zugscb. 4 4 25 .LXV.Xbs, 11 densdi.mit 4 *150 echtLXV. U i. u. Pumps 1150 beihaft bill. 1* hUschossen worden sei, und endlich ein Antrag auf Auflösung der G em e l n d e s ch u tz wa ch e. Um A7 Uhr abends wurde über die Drmgbchketts- anträge abgestimmt. Angenommen wurden beide Anträge auf Einsetzung von Untersuchungsauss^i en und ein fozialdemotratycher Zusatzantrag, dem Bürgermeister für seine Haltung m den kritischen Tagen Dank und Vertrauen auszusprechen und ihn aufzusordern, tem Gemeinderat die notwendigen Vorlagen zur Durchführung der von ihm Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck md Verlag- vrühl'lche Univerfilälr-Vuch- md Steindruckerei «. Lange in Sietzen. Schriftleitung und S-schäst-lt-lle: Schulstratz« 7. Chef des Kabinetts. Es ist notwendig, sich d.efe allgemeine Situation zu vergegenwärtig?,: um namentlich die politische Seite der letzten Borgänge in Wien und ihre Wirkung in den Bundesländern in ihrem Kern zu begreifen. S-e lediglich als Ausfluß der über den Freispruch eines Geschworenengerichts empörten Dolksleiden- schaft aufzufassen, dürfte hierzu nicht aus- p"11 Wien, 22. Juli. (WTB.) Die Gemeinderatsdebatte über die Wiener Ereignisse hat heute nachmittag begonnen und im allgemeinen einen r u h i - aen Verlauf genommen. Auch die Galerie verhielt fiel) vollkommen ruhig. Die Verhandlungen zwischen der Mehrheit und der Minderheit, die die Tendenz zur Beruhigung erblicken ließen, l-allen bereits Dringlichkeitsanträge zum Gegenstand, und zwar einen sozialdemokratischen auf Einsetzimg eines sechsgliedrigen Untersuchungsausschusses mit Rücksicht darauf, daß die Regierung eine parlamentarische Untersuchung der Men er Vorfälle nicht wolle, weiter ein Antrag auf Ueberprusung der Gerüchte, wonach während der Tumulte aus dem Rat- Bei den Verhandlungen der DeeabrüstnngS- konferenz rn Genf wechseln die Bilder imt kaleidoskopartiger Schnelligkeit, so daß gerade vom politischen Standpunkt aus die Werter- Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden nüißte. Mit Mühe und Rot war gelungen, durch eine Kunstpause den Abbruch zu verhindern und hinter den Kulissen die Dinge so zu schieben, daß wenigstens werter verhandelt werden konnte, als Plötzlich die Wh- rer der englischen Delegation ihre Koffer packten und Hals über Kopf nach London fuhren, nm mit ihrem Kabinett die ganze Lage besprechen zu können. Eine solche Reise ist etwas Ungewöhnliches, sie läßt vermuten daß entscheidende Dinge vorgegangen sind Da aber die Delegationen selbst aus begreiflichen Gründen dicht halten, ist der Kombination Tur und Tor geöffnet, und das Rätsel dieser Reise beschäftigt denn auch die Weltpresse in weitgehendem Maße. Vielleicht ist es dabei für den, dec zwischen den Zeilen zu lesen versteht, nicht einmal so ganz schwierig, die Lösung zu finden: die Gegensatz^ die zwffchen Englands den Vereinigten Staaten und Japan in dem Grundaufbau ihrer Flotten- rüstung bestanden und bestehen, sind 15 bekannt. Rachdem eine Verständigung über die Schlachtschiffe in Washington erzielt war, handelt es 1 sich jetzt um die Kreuzer und Unterseeboote. Amerika will wenige große Kreuzer, England will viele kleine und Japan will möglichst viele Unterseeboote, während England wieder die Unterseeboot« am liebsten überhaupt vermieden sehen möchte. Zwischen diesen Wünschen ein Parallelogramm der Kräfte herzu- stellen, ist nicht ganz einfach. Herr C 0 0 l i d g e hat aber geglaubt, daß er das Kunststück fertig bringen könnte und hat sich letzt auf den Gedanken eines positiven Ergebnisses festgebissen, weil das Schlagwort von der neuen Abrüstung ihm für seinen nächsten Wahlkampf sehr nützlich wäre. Zum mindesten wollte er erreichen, daß, wenn schon die Konferenz scheitert«, I nicht die Vereinigten Staaten die Schuld - I daran trügen, sondern England oder Japan. Diese Absicht hat die amerikanische Delegation aber gar zu deutlich an den Tag treten lassen, indem sie in einer der letzten Sitzungen erklärte, zwischen Amerika und Japan beständen größere Gegensätze nicht, eine Verständigung sei also gesichert in dem Augen- reichen. Die Vorgänge in Schattendorf und ihr gerichtliches Rachspiel brauchen rm einzelnen nrcyt noch einmal dargestellt zu werden. Wie man zuihnen steht, bleibt für die Beurteilung der Wiener Ereignisse eine Angelegenheic von sekundärer Bedeutung. Rur das eine verdient doch festgehalten zu werden, die Zusammensetzung des Schwurgerichts, das das, freckprechende Urteil über die angeklagten sront.amp- fer fällte. Don den zwölf Geschworenen, sämtlich lleine Leute aus dem Volke, waren mindestens sieben sozialdemokratisch orientiert, also ein seiner politischen Zusammensetzung nach gewiß unverdächtiges Doltsgericht, wie es die Linke stets forderte. Grade sein Spruch wird Anlaß zu blutigen Aufständen, wie sie Wien seit den Tagen der Revolution von 1848 nicht mehr aeseben hat. Das wäre schwerlich möglich gewesen ohne die planmäßige Verhetzung ^ Arbeiterschaft. wie sie die sozraldemokatischen Parteiführer und eine zügellose Presse seit Fahr und Tag gegen den Staat, in dem ihnen die Macht verpacht blieb, gegen das bürgerliche Kabinett Seipel und den Polizeipräsidenten Schober, den Hüter von Recht und Ordnung rn der Bundeshauptstadt, getrieben haben. Die politische chaßatmosphäre war sorgfältig vorbereitet, die Freisprechung der Schattendorfer Frontkämpfer nur der willkommene Anlaß, di« sozicllistlschen Massen au, die Straße zu bringen, um der bur- gerlicheii Regierung gegenüber einmal gehörig austrumpfen zu können. Rach berühmten Mustern hoffte man dann, auf dem^ recht undemokratischen Wege über Generalstreik und Terror das politische Ziel der Beteiligung an der Regierungsgewalt oder gar diese allein zu erlangen, ein Ziel, das der Sozialdemokratischen Partei un verfassungsmäßigen Lauf der Dinge durch Wahlen und Parlamentsmehrheit versagt geblieben war. Doch ebenfalls nach berühmten Mustern liefen die Massen, als sie einmal aus den Betrieben geholt waren, ihren Führern davom Die radikalsten Elemente gewannen schnell o e Oberhand, und der Mob, der sich m M(w Gr ß- stadt schnell dort zusannnenftnde, a» «’ wall gibt, tat das Seme, um all« Dersuche: zur Mäßigung der aufgepeitschten Aolksleche-iscyait-n in den Anfängen zu ersticken. Hilflos mußten d.. KrZ ‘inen nmt.en Dcn»irrt » ist j0S[M«5 (üb etlfNenh S6*0' hier? 3d)b S 3U Krag bes 'etBe 3R«int ieriterig/^ Müm J ft 'M ,e' 005 konnte „ich Wie der „Matin" berichtet, ist bei dern Internationalen Verband der ehemaligen Frontkämpfer folgendes Telegramm eingegangen, das sich auf die Ereignisse in Wien bezieht. Das Reichsbanner fordert auf Grund der auf der internationalen Konferenz der ehemaligen Frontkämpfer in Luxemburg am 9 und 10. Juli angenommenen Entschließungen, die Aufmerksamkeit aller Verbände auf die Tat» fache zu lenken, daß die Ereignisse vn Wien innenpolitischer Art sind. Es sei unnütz, Truppen an der österreichischen Grenze zu sammeln und so Gefahr zu laufen, einen Konflikt hervor zu rufen. Die Ordnung in Wien werde durch den republikanischen Schutzbund wiederhergestellt werden. Das Reichsbanner fordere daher von dem Internationalen Verband der ehemaligen Frontkämpfer gemäß der Luxemburger Konferenz zu intervenieren, um militärische Bewegungen an der österreichischen Grenze zu vermeiden. ____ Prinz Carol und die Thronfolge. Keine Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten. Paris, 22. Juli. (WTB.) Der „Marin" stellt fest daß Prinz Carol von Rumänien sich noch 1 mm er in seiner Villa in Ne ui l l y bei Paris befinde. Gleichzeitig veröffentlicht das Blatt . eine Erklärung, die ihm eine hochstehende, mit Prinz Carol in Verbindung stehende Persönlichkeit überreicht hat und die lautet: „König Carol von Rumänien, der in seinen Gefühlen durch den Tod seines Vaters getroffen wurde und in feinem Gefühl der Ergebenheit gegenüber dem verschiedenen Souverän berührt ist, bedauert, in diesem Augenblick der Presse keine Mitteilungen machen zu können. Er ist auf diese Weise verhindert die | Erklärung abzugeben, die die neue Lage erheischt. Er hat gestern vormittag telephonisch den Mitgliedern der königlichen Familie in Rumänien den Wunsch zum Ausdruck gebracht, den Verse tz u n g s f e i e r l i ch k e i t e n seines Vaters beizuwohnen. Man sieht aus der Abfassung der Mitteilung, so fügt das Blatt hinzu, daß Prinz Carol mehr denn je von seinen Rechten überzeugt ist und nicht die Hoffnung verliert, den Thron seines Vaters zu besteigen. Dem Prinzen ist inzwischen auf fein Er- uchen, der Beisetzung beiwohnen zu dürfen, von seiner Mutter eine ablehnende Antwort zu- geqangen. Das Telegramm der Königin weist aus die Komplikationen hin, die das Erscheinen Carols in Rumänien im gegenwärtigen Augenblick auslosen könnte. Der Prinz hat darauf dem Außenpolitiker des „Marin" persönlich u. a. erklärt: „Der Tod meines Vaters war für mich ein schrecklicher Schlag. Meine Gedanken lenken sich besonders jener Hauptstadt zu, wo dem großen Herrscher, der die nationale Einheit geschaffen hat, die letzte Ehre erwiesen wird. Die Erklärungen, die heute vormittag veröffentlicht wurden, sind der Ausdruck der Gefühle, die alle meine Freunde mir gegenüber bieten Es liegt mir ferne, unter den jetzigen Umstanden irgendeine Kundgebung zu veranstalten, die die Andacht stören tönnnte, in der sich die königliche Deisetzungsfeier vollziehen inuß. Die Aufbahrung König Ferdinands. SM .5'tb Rimmer im £ • ^huldigen mohl u‘ Ä'M,a i I* h bi. Ä T. ' 2ht"fi?riftiarnia?eraU^ b,t Stempel. Sie waren. WSÄ; rrK'Sü )er L jeden gjit. 0* 19Z1 «" g.dWJ’Lg > * tigk" ,, 192f. , *191« Bukarest, 22. Juli. (TM Der Weg zum Palais Cvtroceni, in dem dre Leiche König Ferdinands aufgebahrt ist, ist von einer großen Menschenmenge überflutet, die mn Sarge vorubw- ziehen will. Hohe Offize« aller Waffengattungen halten die Ehrenwache. Auch die Mitglieder des Berlin 23. Juli. Es dürfte aufgefallen höchsten Kriegsordens sind am Sarge des Königs bie Erklärung der Reichsregierung versammelt. Vor dem Katafalk ist em ^sch auf- > • Aufruf Hörsings an das Reichsbanner gestellt, auf dem die Krone, der Marschallstab fofort \ad) dem Bekanntwerden des . Auf- und der Säbel des Entschlafenen liegen. Auf dem erfolgt ist. Diese Verzögerung hat jedoch geöffneten Sarg liegen das Zepter und die Gene- ., ten ©rünbe. Bekanntlich hatte der Auf- ralsmühe der Dergjägec. .Der Sarg ist mit J A^chsbannervorsitzenden Hörsing wegen roten Lilien und Mohn bedeckt. König Alex^an- darin enthaltenen unmotivierten Ang r if fe der von Jugoslawien, drei lugoslawische au Oesterreich dort große Verst.im- Minister und eine Abordnung des flawistyen m hervorgerufen. Rachdem die Reichs- Parlaments werden heute abend m Vukarest s h^rvon in Kenntnis gesetzt worden erwartet. Als Vertreter des tschechoslowakischen sofort in Wien ihr Bedauern Präsidenten wird Minister Bene sch an den \ übet b e n 2lusruf aussprechen lassen. Da Deisehungsfeierlichkeiten teilnehmen. CH am - . ber Aufruf durch die Presse der gesamten b er la in hat ein Telegramm geschickt m dent ^^-^en Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wor- er erllärt, daß es infolge der kurzen Zeit nicht fa^ sich die Reichsrcgierung veranlaßt, möglich gewesen sei, den Pcinzeii von Wales oder öffentlich dazu Stellung zu nehmen, Den Herzog von Vvrk im Auftrage des englischen .R ber gestern veröffentlichten amtlichen Königs nach Bukarest zu entsenden. Der englische Meldung geschehen ist. Ehe diese Veröffentlichung r—— CQ-t—* mif brr Svnnal- I ^c^qte hatte die Reichsregierung, der Gepflogenheit entsprechend, mit der Preußischen Regierung Fühlung genommen. Aus der Tatsache, daß die Veröffentlichung erfolgte, darf wohl geschlossen werden daß die preußische Regierung nicht dagegen Einspruch erhoben hat. Es bleibt allerdings noch die Frage ob sie v 0 n srch aus gegen chren Oberpräsidenten etwas unternehmen wird. An sich wäre sie sehr wohl berechtigt, disziplinarisch gegen den Oberpräsident^i einzu- schreiten, dessen unqualifizierbares Verhalten eine außenpolitische Komplikation hervorgerufen und die Reichsregierung genötigt hat, sich emes Vorfalls wcqen in Wien förmlich zu entschuldigen, für den sie selbst keinerlei Verantwortung tragt. Indessen, die Aussichten, daß die preußllche Staatsregierung ihr mehr als mahvoNes Verhalten gegenüber Hörsmg ändert, sind auh^st gering. Man weih, daß P reich en gegenwa^ jede Gelegenheit benutzt, um sich an der Reichs- reaierung zu reiben. Die öffentliche Form des Bedauerns der Reichsregierung, die notwendig war um gegenüber einem befreundeten und so nahe verwandten Lande, wie Oesterreich, den Sachverhalt einwandfrei klarzulegen, wird zweifellos« wieder von den Parteipolitikern im Preußen-Kabinett dazu benutzt werden, um gegen die Reichsregierung schärf zu machen.Anmit^l- bare Handhaben, selbst gegen den preußischen Oberpräsidenten einzuschreiten, _ stehen der Reichsregierung nicht zur Veickugung. Wohl |e Die Toten der Wiener Schreckenstage sind zur letzten Ruhe bestattet. Lieber mehr als hundert blick, wo England und Japan sich verständigten, unglücklichen Opfern einer verantworlilnEosen Die Engländer haben diesen Wink verstanden und Hetze wölbt sich der Hügel. Disziplin und e>aDU- daraufhin versucht, die Vereinigten Staaten mit den besinnung haben wieder Einkehr gehakten m oct eigenen Waffen zu schlagen, indem jetzt die Eng- ehrwürdigen Donaustadt, sobald die staa.liche länber ihrerseits mit den Japanern sich in Serbin- Macht sich stark genug erwies und den entschie» düng fetzten und ihnen Angebote machten, die auf Werten Willen zeigte, der schrankenlosen Hen- der Konferenz ein englisch-japanisches schäft des Mobs em schnelles Ende zu bereiten Zusammenarbeiten gegen Amerika So kann man nun daran gHen, aus den Wiener ermöglichten. Dieser Versuch scheint überraschenden Ereignissen die politische Bilanz zu ziehen, cm Erfolg zu haben. Unterfangen, wichtig genua fur uns nicht n ir um Die Reise der englischen Delegation dürfte den for engen Blutsverwandtschaft willen. Die uns tieferen Sinn haben, durch das Londoner Kabinett mit Oesterreich verbindet, sondern auch der Zehren die Abmachungen gegenzeichnen zu lassen, die in wegen, die sich für die Gesundung umereB eigenen Genf mit Japan getroffen wurden. Und das Er- I imierpolitischen Lebens aus der Betrachmng Der gehn 15 wäre dann dies, daß Amerika entweder ein Borgänge in Wien geradezu aufdrangen, englisch-japanisches Programm schlucken müßte, das Republik Oesterreich, diese ^ot;gebürt den Bedürfnissen der Vereinigten Staaten nicht ge- Pariser Friedensvertiäge, schlicht m sich rade auf den Leib geschnitten ist, oder m aller überwiegend agrarischen altöfterreichische 1 Oeffentlichkeit die Schuld für das Scheitern der Kon- Aernlande Rieder« und Oberösterreich, Salzburg ferenz zu übernehmen hätte; eine mehr als ^irol und Vorarlberg, Kärnten und <5teicvmart peinliche Alternative. Im Augenblick sind einerseits und auf der anderen Seite das indu- jedenfalls die Amerikaner in Genf totmanövriert, »^le ien, die fast Zweimillivnen-Wells! ad:. und es wird sich nun zu zeigen haben, wie sie aus Oftmals das Regierungszentrum dec oBerber Schlinge herauskommen, die sie sich selbst reichisch-ungarischen Doppelmonarchie, heute 01c um den Hals legen halfen. Bundeshauptstadt eines verkrüppelten Staats- Amerikanische Mahnungen. schen^Industrie^ ein^durch Krieg, Inflation und Washington 22. Juli. (WTB.) In der unsinnige Staatenbildung prok^rlfterkeS Be» Ä v^^z^mokr^ie^^^ UMMZW ßMUMMM llllkvorbei^seien.^Die^jetzig Regierung sei kon- den Z>^n st^wCT En g^ LL ’&t - L W» ÄÄ S—HS und Tkatagua Mgtn Auch Tribun« nationale auf Jolbem „ 6 c , . Moses, Mitglied des auswarllgen Ausschuss^. roß deut sch eVi und^dev Zentrum s«? -6lE 60—1 gaben'ein getreues Spiegelbild dieser Politischen [ Machtverteilung in der Republik^ Dis , e demokraten, die Gemeinderat und Verwaltung der ' Bundeshauptstadt zwar restlos beherrschen, blle- aber müßte es Aufgabe des in beiden Ka- ben im Rationalrat des G^rmtimates m der binetten sowohl wie im Reichsbanner maßgebend Minderheit. Erne bürgerlich, Koalllcvn ^nter vor vertretenen Zentrums sein, auf eine rasche und herrschendem Einfluß der ^EÄ^m^Bräsat gründliäie Squibierung des neuesten Falls Hör- die Bundesregierung dtt ^stlrchs^ale Prala^ sing zu drücken. Bislang nimmt die Zentrumspresse | Seipel wurde^ als ^Bundeskanzler^ Wwd^un allerdings nur zu dem Verhältnis zwischen Zen- trum und Reichsbanner Stellung, ohne die wich- tiaere Fraae des Oberpräsidenten zu berühren. So erklärt die Berliner „Germania": Eine Fortsetzung so einseitigen Verfahrens würde es den Zentrums- Mitgliedern wohl oder übel schlechterdings unmöglich machen, beim Reichsbanner zu bleiben. Am nächsten Sonntag findet eine Tagung des Reichsbanneroorstandes zu Magdeburg statt. Bei dieser Gelegenheit dürfte die Angelegenheit ausführlich zur Sprache kommen. Es muß dabei unter allen Umständen erreicht werden, daß d e r paritätische Charakter des Reichsbanners in Zukunft gewahrt wird, und daß nur solche politische Kundgebungen in die Welt gehen, die die Zirstimmung des gesamten Vorstandes gefunden haben. Bedeutend weiter als das Berliner Zentrumsblatt geht der Badische Beobachter, das Zentralorgan des badischen Zentrums. Das Blatt erklärt: Wir haben den Eindruck, als ob das Verhältnis des Reichsbanners zum Zentrum nach dieser unmöglichen Leistung in sein letztes entscheidendes Stadium Getreten sei, und dies, um unseres Gewissens und unserer Ehre willen. Der Fall Pieck, Berlin, 23. Süll. (Priv.-Tel.) Laut „Tägl. Rundschau" hat auf die Anregung des preußi- chen Landtagspräsidenten Bartels das Auswärtige Amt ein Interventionsverfah- s ialistischen Parteitoryphäen mit ansehen, wie ! ? verhetzte Menge den Iustizpalast in Brand V o’e und die Löscharbeiten der Feuerwehr mit alt hinderte. Männer, wie Seih, der sozia- l »tische Bürgermeister von Wien, Deutsch, t:r Führer des republikanischen Schutzbundes, £)ito Dauer, und dec Stadtkämmerer Breitner, mußten sich beschimpfen und auspfeifen Inff en, als sie den Versuch machten, die Massen von Gewalttätigkeiten abzuhalten. Die machtlosen Führer griffen dann zu dem beliebten Mittel: sie „schalteten sich in die Bewegung ein" durch die Erklärung des Gene- r a l st r e i k s , um mit dieser Konzession an den radikalen Flügel, den Kommunisten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ein Mittel, das sich gleichzeitig als Pression gegenüber der Regierung benutzen lieh, um eine Reihe politischer Forderungen durchzusetzen. Ihr Ausmaß entsprach dem ersten Hochgefühl der Revolutionsstimmung: Rücktritt des Kabinetts Seipel, Absetzung des Polizeipräsidenten Schober, sofortige Einberufung des Nationalrats und Bildung eines Direktoriums unter Beteiligung der Sozialdemokratischen Partei. Die Sozialdemokratische Partei hat nicht eine einzige dieser Forderungen auch nur andeutungsweise zu erlangen vermocht. Sie hat binnen 24 Stunden widerstandslos kapituliert vor der Festigkeit der Regierung und der entschlossenen Abwehr des Bürgertums in den Bundesländern. Man hatte anfangs den Eindruck, daß Bundeskanzler Seipel unentschlossen und kampflos den Dingen ihren Lauf lassen wollte. Aber diese passive Haltung war wohl am besten dazu angetan, die sozialistische Altion sich tot rennen zu lassen. Das geschah denn ja auch überraschend schnell. Der Kanzler wich vor den Forderungen der Sozialdemokratischen Partei nicht um eines Haares Breite zurück. Sehr bald lieh man stillschweigend eine nach der andern fallen. Rur das Prestige suchte man zu retten. I' ergebens, der Kanzler blieb unerschütterlich: Bedingungsloser Abbruch des Generalstreiks und Einberufung des Nationalrats erst, wenn die Sicherheit der Tagung vor ! rroristischen Beeinflussungen gewährleistet sei. "ie Parteiführer haben sich dem Willen der ■egietung gefügt Ihre Riede tt'ge ist vollständig. Nicht unwesentlich dazu beigetragen hat d i e Haltung der Bundesländer. Üeberall in Tirol und Vorarlberg, Steiermark und Kärn- ! 3 haben Bundestruppen und Heimatwehr auf Anordnung der Landeshauptleute die Bahnhöfe i eht, Technische Nothilfe griff ein, und der Verletz rsstreik tonte in wenigen Stunden in sich sammengebrochen, wenn er von der Wiener Parteileitung aus nicht in Vorahnung des Kommenden so bald schon abgeblasen worden wäre. Der Wiener Arbeiterschaft selbst bemächtigte sich zuerst die Ernüchterung. Sie kehrte in die Beit. ebe zurück und verlangte nun folgerichtig, öah der Bahnverkehr unverzüMih wieder aufgenom- n. en werde, um nicht der Industrie die Zufuhr der Rohstoffe abzuschneiden und die Versorgung der Wiener Bevölkerung mit Lebensmitteln nicht f.U unterbinden. Die Hauptstadt war auf die Bundesländer angewiesen und konnte nicht für sich allein Revolution machen. Die sozialdemo- iratischen Parteiführer suchen ihren Mißerfolg damit zu verschleiern, dah sie behaupten, aus Besorgnis vor der Intervention fremder M ä d) t e. sei der Abbruch der Aktion erfolgt. So- . >hl Italien wie die Tschechoslowakei hätten mit cm Einmarsch von Truppen gedroht. Selbst Ber- ■ ’Xt Blätter der Linken, Äe die Bewegung in ' ien mit unverhohlener Sympathie begleitet ha- r-cn, kennzeichnen diese haltlosen Behauptungen als Tatarennachrichten. Es läßt sich eben nicht ableugnen, daß die m'affe des Generalstreiks sich im »politischen ampf als stumpf erweist, sobald Regierung und ürgertum in entschlossener Abwehr zusammen- hen. Der Streik als äußerstes Kampfmittel im uStrag wirtschaftlicher Gegensätze hat im pv-- >ischeu Kamps nichts zu suchen. Er ist unver- > wörtlicher Terror gegenüber der Volksgesckmt- ir. die ein Recht darauf hat, ihre Lebens- Wendigkeiten vor den Eingriffen einer Po- is Yen 'Parteigruppe geschützt zu sehen. Daß ‘ Generalstreik durch die Ereignisse in Oes er= J) als politisches Kampfmittel viel von seinen -recken eingeöüßt hat, mag eine Lehre sein, f das Bürgertum aus den Wiener Vorgängen .eheN kann. e Eine andere sei der Reichsregierung und allen, cs sonst angeht, ans Herz gelegt: dieEntpoli- tisierung unserer Verbände. Die Verbände dürfen nicht länger als Werkzeug der politischen Verhetzung unserer Jugend mißbraucht werden. Es muß einmal Schluß gemacht werden mit dem ewigen Demonstrieren. Die Straße ist nicht der Schauplatz zum Austrag von politischen Meinungs- ve^chiedenheiten. Solange die Verbände von rechts wie von links nicht von der Straße verschwinden, werden so beklagenswerte Vorfälle, wie der in Schai- tcudors — und ähnlid}e sind ja auch bei uns in Deutschland leider an der Tagesordnung — nicht aufhören, we Oeffentlichkeit zu beschäftigen und unser innerpolitisches Leben in steter Unruhe zu erhalten. Die Politik hat in den Verbänden aber auch gar nichts zu suchen. Die deutsche Republik ist Manns gertug, i ch selbst zu schützen. Sie bedarf dazu weder des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold noch der Vaterländischen Verbände. Es wäre Bankrott des Staates, coenn er seine wichiigste Ausgabe privaten Vereinigungen übertragen wollte. Ihnen bleiben genug ü'dere, die der heutige deutsche Staat nur fördern, icht lösen kaum Die Ertüchtigung der Jugend, ihre Erziehung zu Selbstdisziplin und Derantwortungs- ttühl gegenüber der Ration und dem Dolksganzen. 3n schöner Eintracht sehen wir Reichsbanner und Bte Frontkämpfer, Stahlhelm und Jungdeutschen Orden zusammenwirken bei dem Hilfswerk für die •'°n der Unwetterkatastrophe im Erzgebirge schwer r.'troffene Bevölkerung. Wir begrüßen Dies einmütige - chulter-an-Schulter-Stehen, gleichgültig welch poli- bscher Auffassung der einzelne huldigt, als einen rften Schrit der Abkehr von einem Wege, auf dem ’ür unser Volk und unsre Jugend nur die Gefahr unheilvollen Zwiespalts und törichter Selbstzerfleischung lauert. Die furchtbaren Vorgänge in Wien haben gezeigt, wohin dies« Weg führen Fann. Kritiklos mb leicht entflammbar wird die Jugend nur allzuoft 'las erste Opfer gewissenloser Demagogen. Möchten >och die frischen Gräber auf dem Wiener Zentral- rriebbof uns allen eine ernste Mahnung sein, vor mferer Jugend stets das Gemeinsame zu be- vneN, bas Trennende wird ohnehin früh genug sich selbst hervordrängen. I ren im Falle Pwa bei der öste^ ttmichen Regierung cingelcitet, für die j cd och keine st a a t s° rechtliche Verpflichnng vcrieg., b rauf einzugehen. Wie die fblätKr roeiter Mitteilen, wird sich auch die reichsdeutsche Dtta,- behörde mit der Wiener Rcise Peecks zu befassen haben. Pieck befindet sich mit Zustimmung des preußischen Landtags in Untersuchung wegen Hochverrats, weil er ohne Genehmigung der zuständigen Gerichts st el len Deutschland verlassen hat. Die Postgebühren. Die neue Tarifvorlagc im Berwaltungsrat. Berlin, 22. Juli. (Woisf.) Im Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost begründete dev Reichspostminister Dr. Schätze! die Gebührenerhöhungsvorlage. Es sei ein ungedeckter Mehrbedarf von 42Z Mill. Mark vorhanden, zu küssen Deckung die Erhöhung der Gebühren 208 Mill. Mark bringen soll, während der Rest von 219 Mill. Mark durch rationelle Maßnahmen unter Heranziehung der Reserven gedeckt werden soll. Außerdem soll für dauernde Anlagen auf dem Wege der Anleihe ein Betrag von 117 Mill. Mark verfügbar gemacht werden. Der Minister betont, daß die Post- tarife in kaufmännischer und wirtschaftlicher Weise aufgestellt worden seien. Die Ausgaben seien heute schon über die Grenze des Vertretbaren hinausgegangen. Eine Gebührenerhöhung würde unter anderem auch Sie Mittel für d i e Besoldungserhöhung bringen. Die Deutsche Reichspost komme mit der Gebührenerhöhung lediglich einer Angleichung an den allgemeinen Preisstand nahe. Der Derwaltungsrat beschloß dann, das Briefporto im O r ts - verkehr auf 8 Df- festzufetzen. Ein Brief im Fernverkehr soll entsprechend dem Antrag k^s Arbeitsausschusses 15 Pf., über 20 bis 250 Gramm 30. Ps., über 250 bis 500 Gramm 40 Pf. kosten. Drucks achenkarten, auch mit anliegender Antwortkarte, sollen einer ermäßigten Gebühr von 3 Pf. unterliegen. Im übrigen blieb es für das Drucksachenporto bei den Vorschlägen des Arbeitsausschusses, nämlich 5Ps. bis 50 Gramm. Auch die anderen Pvrloverände- rungen wurden entsprechend den Vorschlägen bed Arbeitsausschusses beschlossen. Die der Vorlage soll am Samstag erledigt werden. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg traf am Freitagnachmittag nach mehrtägigem Aufenthalt auf dem Gut Groß-Justin, der Besitzung seinbs Schwiegersohnes, Landrats a. D. von Bruckhusen, wieder in Berlin ein. Reichsinnenminister v. Keudell soll den volksparteilichen Abg. v. Kardorsf aufgefordert haben, bei der Feier des 11. August im Reichstag djss Festrede zu halten. Abg. v. Kardorsf habe zugestimmt. Bei der großen Abendfeier in der Funthalle wird der preußische Unterrichtsminister Dr. Becker die Festrede halten. * Zum Tode des Staatsministers v. Brenta n o sind weitere Beileidskundgebungen eingegangen von dem preußischen Ministerpräsidenten, bem badHhen Staatspräsidenten und dem Vizekanzler Hergt, der telegraphierte: „Im Namen des abwesenden Reichskanzlers und der Reichsregierung darf ich Ihnen, hochverehrter Herr Staatspräsident, und der hessischen Regierung die wärmste Teilnahme angesichts des schweren Verlustes aussprechen, den Hessen und mit ihm Deutschland durch das Hinscheiden Brentanos erlitten hat. Seinen höhen Verdiensten um das Vaterland ist ein bleibendes Andenken gesichert." * Der Bericht her alliierten Vertreter, hie unter Führung des Generals von Patoelsz die zerstörten deutschen O st b e f e ft i g un g en untersucht haben, ist eingegangon uni) wird voraussichtlich der Botschafterronferenz ohne Kommentar vorgelegt werden. Die Konferenz wird lediglich Kenntnis davon nehmen, daß das Abkommen erfüllt worden ist. Die He-rag. Die Untersuchung im Zweiten Landtags- ausschust. Von unserer Darmstädter Redaktion. D a r m ft a b t, 22. Juli. Heule nachmittag 36 Uhr trat im Sitzungssaal des Hessischen Landtags der Zweite Ausschuß als Parlamentarischer Untersuchungsausschuß zusammen, um die Beschuldigungen des Abg. Kindt zu prüfen, die dieser im Zusammenhang mit bei Gründung der Hefrag, namentlich gegen ben Ministerialrat Win disch. erhoben hat. Jener soll, um Generaldirektor der Hefrag zu werben, bie hessischen Interessen bei dem neuen Unternehmen geschädigt haben. Gegen den Abgeordneten Kindt wurde im Landtag non sozialdemokratischer Seite der Vorwurf erhoben, daß er nicht einwandfrei bei dem Angebot von K e s s e 11 i e s e r u n g e n für die Wölfersheimer Werke durch die Firma Eymer-A.-G. gehandelt habe. Abg. Kindt (Dn.) und Abg. KaUl (Soz.) hatten Anträge gestellt, die dahin gingen, daß der Zweite Ausschuß die Angelegenheit an Hand der Akten prüfe. Zu Beginn der Sitzung teilte her Vorsitzende, Abg. Schul, mit, baß außer den beiden Anträgen auch der Fall Eymer behandelt werden sollte. Als Zeugen wurden aufgerufen Ministerialrat Windisch, Fi- nanzminister Henrich und Direklor ©ermann von der AEG. in Frankfurt, aber vorläufig noch nicht vernommen. 2lbg- Sturmfels gab eine kurze g^chichk- iKbe Darstellung der Angelegenheit und verlas dann Die Akten über das Angebot für die Kesscl- lieferungen. Die Akten bestanden im wesrwlichen aus einem Briefwechsel zwischen Direktor Eymer und Ministerialrat Windisch. D.e Schreiben Eymers stellen einen Versuch dar, ben Ministerialrat festzulegen daß er die Kessel bestellt habe. Eymer droht im Verlauf des Briefwechsels dem Ministerialrat, als er dann jedoch nichts erreicht umschmeichelt er ihn. Die Briefe Eymers sind sehr wortreich, schwülstig und unklar In der Vernehmung gibt Ministerialrat W.rndrsch dciß chii die Angriffe Kindts, weil er sich nicht recht wehren konnte, maßlos erregt hatten Er wies auf andere Fälle hin wo Verhandlungsführer in die Leitung eines Werkes berufen wurden. Denselben Vorwurf den man in dieser Beziehung Hessen mache, könne man auch gegen Frankfurt erheben. Abg. Kindt habe behauptet, Frankfurt hätte bei dem Hefrag- u.iterNehmen besonders günstig, d. h. auf Kosten Helsens, aboejdjnitien; Die er Behauptung trat Ministerialrat Windisch in längeren Ausführungen über die Berechnung von Strompreisen entgegen. Im Falt Eymer könne man ihm den einzigen Vorwurf machen, daß ec sich zu lange mit ihm eingelassen habe. Auffallend sei es gern Jen. wie sich Abg. Kindt immer wieder für Eymer verwandt habe, um so mehr, da Aba. Kindt wissen Mußte, daß er (Windisch) das Angebot sachlich und wohlwollend^ prüfen werde. Abg. Böhm stellte an Ministerialrat Windisch die Frage, wann er erfahren hätte, daß er zum Generaldirektor ausersehen sei. Ministerialrat Windisch erwiderte, er habe dies von Anfang an gewußt, er habe sich selbst für den recyten Mann gehalten, in den Vorstand der Hefrag zu kommen. Abg. Böhm fragte hierauf, ob er Anhaltspunkte habe, baß Abgeordneter Kindt Vorteile aus seinen Bemühungen gezogen hätte. Ministerialrat Windisch erwiderte, et habe keinerlei Anhaltspunkte dafür. Äbg. Schreiber fragte, ob er der Meinung sei, baß Abg. Kindt nur aus Gefälligkeit gehandelt habe. Mini.erialrat Windisch erklärte dazu, ben Eindruck habe er gehabt, aber Abg. Kindt hätte wissen müssen, baß er bas Angebot Prüfe und er (Kindt) hätte nicht den leisesten Grund gehabt, sich weiter für Eymer einzusetzen. Aus den weiteren Verhandlungen ist noch die Mitteilung des Ministerialrats Windisch von Interesse, daß das Angebot Eymers nicht Kessel eigener Herstellung waren, sondern Kessel einer Firma Büttner und daß Eymer gar nicht in direkten Handelsbeziehungen zu der Firma Büttner stand. Weiter sei die Bemerkung des Ministerialrats Windisch festgehalten: Eymer hat Kindt düpiert. Direktor Maxmann berichtete in seiner Vernehmung über seine Erfahrungen mit Eymer: er faßte sie in der Bemerkung zusammen: Ich hatte den Eindruck, es mit einem nicht ganz normalen Menschen zu tun zu haben. Aus den Verhandlungen läßt sich jetzt schon ersehen, daß Abg. Kindt von seinen Bemühungen keinerlei Vorteil hatte. Diese Feststellung ist angebracht, da Abg. Sturmfels in seiner Berichterstattung des öfteren versuchte, ben Abg. Kindt so hinzustellen, als habe er nicht uneigennützig gehandelt. Tlm halb 8 Tlhr wurden die Verhandlungen abgebrochen. Nächste Sitzung Dienstag-vormittag 10 Ühr. Mus <»ller Wett Um den Langsireckenrekord im Flugsport. Der Weltrekord im LangstreckenflÜ' der bekanntlich durch den Ozeans.ug Cham' .ins und Acostas aufgestellt toorben war, sott gebrochen werden. Dieser Dauerflug der Amerikaner betrug 511/2 Stunde. Freitag morgen nun In aller Frühe sind zwei Piloten der Iunkerswerke, Rist i c z und Loose aufgestiegen, um den Gang- streckenrekord zu brechen. Sie pendeln zwischen Leipzig und Dessau hin und her und werden erst am Sonntagmittag wieder auf die Erde niedergehen, nachdem die Leistungen Chamberlins und Acostas übertrumpft worden sind. Die ganze Zeit über, in der sie zwischen den beiden Städten hin und her fliegen, werfen sie Flugberichte ab, amtliche Zeitnehmer des Deutschen Luftrats in Leipzig und Dessau kontrollieren sie. Ans diese Weise bleiben sie in ständiger Fühlung mit der Erde, von wo aus ihr Flug immer kontrolliert wird. Die bisherigen Meldungen, die über den Verlaus vorliegen, sind durchaus günstig, alle Anzeichen sprechen dafür, daß der Plan wunschgemäß zur Durchführung kommt. Dieser Flug bedeutet im gewissen Sinne eine Generalprobe für ben unmittelbar bevorstehenden deutschen Ozean- slug. Wenn er wunschgemäß glückt, so ist zu erwarten, daß mit derselben Maschine bereits in der allernächsten Zeit zur Ozeanüberquerung Nach Neuyork aufgestiegen wird. Der Reichsverkehrsminister über den deutschen Ozeanflug. Der Reichsverkehrsminister Dr. Koch erklärte einem Mitarbeiter der „Börsenzeitung" über das Problem des Transozean-Luftverkehrs u. a.: Die Schiffahrtsgesellschaften haben in den letzten Monaten ein besonders lebhaftes Interesse an dem Problem genommen. Ich begrüße dieses Interesse ganz besonders und würde 'mich freuen, wenn es gelänge, die Bestrebungen der Schiffahrtsgesellschaften mit denen der Deutschen Lufthansa zu verschmelzen. Wenn einmal der Luftverkehr wirtschaftlich selbständig wird, wird sich der freie Wettbewerb von selbst entfalten. Solange der Luftverkehr aber noch der öffentliche n Beihilfe bedarf, muß ich schon im Hinblick auf unsere begrängte Finanzlage unbedingt auf die Konzentration der Beihilfen auf ein Unternehmen hinwirken. Da die Schiffahrtsgesellschaften an der Deutschen Lufthansa bereits kapital,näßig beteiligt sind, so könnte ich mir vorstellen, daß sich ein gemeinsamer Weg leicht finden ließe. Flugzeugabsturz bei Vertin. 3n Rudow bei Berlin verunglückten bie Flieger Mühlhahn und Webekind. Bei dem Aufprall auf den Erdboden explodierte der Benzintanl. Durch den gewaltigen Luftdruck, ben die Explosion heroorrief, wurde der mehrere Zentner schwere Motor noch etwa 80 Meter .wett in ein Kartoffelfeld geschleudert. Hohe Stichs l a m m ee n schlugen empor. Passanten und Bewohner der benachbarten Häuser eilten sofort nach b?r Anfallstelle. Auch die Feuerwehr von Rudow war bald zur Stelle. Bevor man aber an bas brennende Flugzeug Heranrommen konnte, müßte man erst ben Tank auSovennen lassen. Cs konnten nur n och bie verkohlten Leichen der beiden Flieger geborgen werden. Die genaue Ursache des Unglücks konnte noch nicht festgestellt werden. Bei dem Apparat handelt es sich um ein Flugzeug neuerer Kvn- strultion _ Jahresversammlung bre Deutschen Vereins von Gas- und Wassersachmännern. Aus der 68. Iahresverfainnttung des Deut- scheu Bercins von Gas- und Wasserfachmännern, die kürzlich in Kassel staftkand, konnte der Vor-^ sihhnde des Vereins die Tatsache befannigeben. daß der Gasverbrauch in Deutschland im vergangenen Jahre trotz der außerordentlich trüben Wirtschaftslage und des überaus scharfen Wettbewerbes anderer Brennstoffe und Energieträger sich um rd. 4 Proz. über den vorjährigen Stand von ca. 3,2 Milliarden Kubikmeter hinaus Hal steigern können. 5)et Berichterstatter führte dies auf Die Tatsache zurück, baß in ben Haushaltungen der Gaskocher im wesen lichen durch den Gasherd verdräng! werde, und daß das Pubütum auch dem Warmwasserbereiter mit Gas in gesteigertem Maße Beachtung zeige. Stark: Zunahme zeig der Gasverbrauch auch für gewerbliche und industrielle geuerftätten. Namentlich im Fleischerei-. Konditor i- und Gaststättengewerbe bürgert sich das Gas immer mehr ein, und große Unternehmungen der verschiedensten anderen Industrien, namentlich fast alle Zweige des Mttall- gewerbes, bedienen sich ebenfalls dies s Energieträgers immer häufiger. Line Weinsorschungsanstalt in Trier. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß die @rria)tung einer Weinforschungsanstalt in Trier, die einheitlich alle für das Weinbau» gebiet von Mosel, Saar und Ruwer wichtigen Probleme prüfen und die Grundlage fü die Beurteilung und Vertretung der Interessen dieses Bezirks darstellen soll. Das Ziel ist die wissenschaftliche Erforschung der für Weinbau und KeUereitoisienschaft wichtigen Vorgänge im Werdegang des Weines, praltische Versuchs- anstellung ".nd Prüfung aller für bie Wein- oehandlung in Betracht kommenden Verhältnisse. Die erzielten Forschungsergebnisse sollen gleichzeitig für Weinbau und Weinhandel verwertet werden. Unwetter im Ruhrgebiet. Freitag nachmittag gegen 4 älhr ging über Mühlheim und Duisburg ein einftün» big es Untoetter nieder. Schlamm-Massen und Wasserfluten überschwemmten die Sülldorser Unterführung und machten ben Straßenbahnverkehr unmöglich. In tiefer gelegenen ©trafen» teilen drangen die Wassermassen in die Keller» räume ein. Mehrfache Blitzschläge richteten glücklicherweise nur Materialschaden an. Die Duisburger Straßenbahn mußte von 5 Uhr den gesamten Betrieb auf eine Viertelstunde einstellen, weil der Blitz die O b e_r I. e i t u n g durchschlagen hatte. Zwei Dörfer durch eine Windhose zerstört. Eine starke Windhose richtete in den Orten Stregda und Hötzenroda bei Eisenach innerhalb von zwei Minuten große Verwüstungen an. Die Dächer von über 60 Häusern wurden abgehoben. Beim Einsturz eines 40 Meter hohen Schornsteines wurde ein Arbeiter lebensgefährlich verletzt. Mehrere Häuser wurden zertrümmert. Es war so dunkel, daß man nur einen Meter weit sehen konnte. Hundert Jahre alte Bäume, viele Zentner schwere landwirtschaftliche Tllaschinen wurden bis 50 Meter weit fortgetiragen. Line Wasserhose in Estland. Während eines furchtbaren Gewitters entstand in Bernau eine Wasserhose, bie 24 Wirtschaften vernichtete. Ein Kind wurde getötet, fünf Frauen wurden schwer verletzt. Lin Auto von Regenmassen abgetrieben. In der Nähe von Fischbach wurde eist' Kreuz- nacher Weinhändler mit seinem Auto von einem schweren Unwetter überrascht, das so stark war, daß ein drei Meter hoher ©traßenbamm weg- geschwemmt würbe. Das Auto geriet in die Schlamm- und Wafsermassen und wurde abgetrieben, bis es an einem Eisenbahnschuppen hängen blieb. Der Führer faß bis an die Brust im Schlamm und mußte von der Feuerwehr befreit werden. Er hatte sich starke Quetfd)tz>un2>en zugezogen; das Auto ist stark beschädigt. Die Opfer der Unwetterkatastrophe In Sachsen. 3n Berggießhübel hat man wiederum zwei Leichen unter den Schuttmassen entdeckt, darunter die eines 15jährigen Mädchens. Trotzdem die Suche nach den Verunglückten mit fieberhaftem Eifer betrieben wird, werden immer noch zehn Personen vermißt. Kopenhagener Künstler für die Unwettergeschädiglen. Zugunsten der von der Naturkatastrophe in Sachsen Heimgesuchten.fand in der Domkirche ein Konzert statt, bas von dem Domorganisten N a a - ft e b t, dem Oratoriensänger Nils Rudolf Gode und dem Violinisten und Kapellmeister Kay Polykarp Andersen veranstaltet war. Die Künstler wollten damit ihren Dank für die künstlerische Bereicherung, die sie während ihrer Studienzeit in Dresden und Leipzig empfangen hatten, zum Ausdruck bringen. Eifersuchtstat einer Greisin. In Berlin gab die 72 Jahre alte Ehefrau ©tienle auf ihren im Bett liegenden Ehemann, einen 53 Jahre alten Musiker, mit dem sie seit zweiundzwanzig Jahren verheiratet war, angeblich, weil er seine Neigung einer anderen Frclu zugewandt h^te, drei Schüsse ab, von denen zwei ihm in den Kopf drangen und ihn schwer verletzten. Die Frau wollte hierauf flüchten, konnte aber noch rechtzeitig festgenommen werden. Die folgen einer Wette. Der Schneider Nehlaff wettete in dem Gasthaus eines Dorfes bei Naugard, 50 Schnäpse hintereinander zu tiinlcn. Er gewann die Wette. Als er heimlehren wollte, brach er vor der Tur, vöm Herzschlag getroffen, tot zusammen. Die holländischen Batavia-Flieger. Das holländische Fokker-Flugzeng, das Mitte vorigen Monats unter Führung der Flieger Geysen- dorfer und Schotte mit dem amerikanischen Millionär van Leer Black als Passagier an Bord in Amsterdam den Flug nach Batavia angetreten hatte und dort wohlbehalten am 30. Juni eingetroffen war, ist auf dem Rückwege, von Konstantinopel kommestd, über Budapest in Nürnberg eingetroffen Lin Raubmörder zum Tode verurteü.. Das Schwurgericht Stuttgart verurteilte den in München wohnhaften Monteur Johann Schüller wegen Ermordung des 26 Jahre alten Dienstmädchens Berta Lochmann aus Stuttgart z u m Tode und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Schüller war in der Nacht zum 24. September 1926 in das offsnstehende Kammerfenster des Dienstmädchens eingedrungen mit der Absicht, sie zu berauben. Dem schreienden Mädchen versetzte er zehn wuchtige Hiebe mit einem Beil. Nachdem er sie ermordet hatte, durchsuchte er Schränke und Schubfächer und erbeutete insgesamt 1,60 Mark. An Beulenpeff verendete Ratten auf Gctreide» dampfern. Nn Bord zweier aus A gentinien in Lon - don eingetroffenen Getreidedamp- f e r wurden zahlreiche tote Ratten entdeckt, die nach der bakteriologischen Llniersuchung anDeu- lenpest gestorben sind. Es wurden alle Maßnahmen getroffen, um jede Ansteckungsgefahr auszuschließen. ÄS der fQt 5 tDil^, öligen und ner, htahliiÄ9c b "9. 0(k- für bi?!61 *SS?ag** 16 01 Ruhrgebiet. LS*NÄ. ZM ZL?rs "«SB ' Tmdhose zerstkri. * *« in la tee in , 0ÖeQ bei Sismach uoet 60 Hausern toutbtn ".urz emes 40 Mn hohen ™«'ta lebrnsgesähv e Huuser wurden zer. r so dunkel, daß man nur ?en konnte. Hundert Jahre itnn schwere landwirtschaf,. 'den bis 50 Meter weil "S1S £ »EK'^A «MK rhose in Estland. furchtbaren Gewitters ent. le Wasserhose, die 24 Wirt- Ein Kind wurde getötet, i schwer verletzt. .egcmnossen abgetrieben. Fischbach wurde ein Kreuz- mit seinem Auto von einer berrascht, das so stark war hoher Ltrahrndamm weg- Das Auto geriet in 6ii eMüssen,und wurde abge- rem EisenbahnschupM hän- r saß bis an die Drull muhte von -er Feuertech: te sich starke ist stark schädigt, sterkaiastrophe in Sachsen. I hat man wiederum zwei tzchuttmassen entdeckt, dar- chrigen Mädchens. Trotzdem erungluckten mit fieberhafte rd, werden immer noch vermißt. für die Unwettergeschädiglea )n der Naturkatastrophe » । fand in der DomlirH dr. r'dem Domorganisten Saa- nsänger Nils Wf ®a, nd Kapellmeister Kay Po .eranftallct mar. Ze Danf tüt die kunsüensche bringen, stal einer Sreii>n. Ä drangen^ Äff “’SloöTn®^ ei Änugard, 5» ^ann du ■ zu tunM. « »er v°: chen Laiovia-5>^e^ FotkerWE cc Hfl nach & 30 Juni eg »j« vcrurlEl^' w * ,i«ud-illb6ii„ Nacht zus? «er des JV w 1 Srf rkotten ovl ^6'gentinien basd' er au- Vett^Lfi, * SM ein- Wettervoraussage. Bei auffrischenden westlichen bis nordwest- lichen Winden wechselnd wolkig mit zeitweisem Aufklären, kühler, einzelne Niederschläge in Form von Schauerregen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 23,3 Grad Celsius, Minimum 13,1 Grad Celsius. Niederschläge 1,7 Millimeter. Sonnenscheindauer 23// Stunden. Heutige Morgentemperatur 17,1 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Montag: Zeitweise wolkig, mäßig warm, mit strichweisen Niederschlägen ist noch zu rechnen. 50. Geburtstages von Carl Fries (Ortenberg) und Johannes Ködding (Giehen) hatte der Verein eine Ausstellung von Werken dieser Künstler veranstaltet und erwarb von jedem der beiden ein solches für seine ständige Sammlung. Besonders großes Interesse erweckte eine Ausstellung von Oelgemälden und Lithographien des verstorbenen Malers Wilhelm T r autsch o l d (1815 bis 1877), sämtlich aus Privat- Mit}. Die Bilder stellten mmst bekannte Gießener Persönlichkeiten einer früheren Generation dar und fanden allseitigen Beifall. Der Verein erwarb aus Privatbesih ein kleines Oelgemälde für seine Sammlnng: Gießener Bürger 1846, zwei andere Gemälde gingen ans auswärtigem in hiesigen Privatbesih über, eine Bleistiftskizze Trautschölds zu seinem bekannten Rhena- nenbild in denjenigen des Oberhessischen Museums im Alten Schloß. Im Dezember veranstaltete das Landesamt für das Bildungswesen wiederum eine Weihnachtsausstellung: „Hessische Künstlerhilfe 19 2 6“, bei welcher 50 hessische Künstler mit Werken verschiedenster Art vertreten waren. Diese Ausstellung erfreute sich ebenfalls wieder regen Besuchs, es wurden 105 größere und kleinere Werke im Gesamtpreis von 4913 Mk. verkauft, der Verein erwarb davon 10 Gegenstände im Gesamtbetrag von 319 Mk. netto für seine Mitgliedcr-Weihnachtsverlosung. Die Verlosung der Ausstellungslotterie fand dieses Mal in Darmstadt statt. Heber 100 Gewinne fielen auf Loseinhaber unserer Stadt. Die Kosten dieser Ausstellung konnten mit Hilfe eines Zuschusses des Landesamts für das Bildungswesen völlig gedeckt werden, was bei den übrigen Ausstellungen leider nicht der Fall war. Kauflust und -kraft des Publikums sind noch immer gering. Bei der am 14. Dezember 1926 stattgehabten Verlosung wurden acht Anrechtscheine, davon zwei zu je 100 Mk. und 52 im Laufe des Jahres zu diesem Zweck angekaufte Kunstwerke im Werte von ca. 900 Mk., im ganzen 60 Gewinne im Gesamtwerte von ca. 1300 Mk. unter die Mitglieder verlost. Die Mitgliederzahl ist leider wieder gesunken und betrug Ende 1926 nur 485. Nach den dunklen wirren Tagen sind die Erscheinungen in ein ruhigeres Fahrwasser gelaufen. Vieles, was einst veranlaßte, den Volksgenossen gegen den Volksgenossen zu drängen, ist gewichen. Ruhigere Heberlegung hat die Geister erfaßt. Fanatiker hat es immer gegeben und wird es immer geben. Es sind Phantasten, die ihre unmöglichen Phantasiegebilde in die Wirklichkeit umsehen wollen. Sie sind ungefährlich, solange die Gesamtheit klare Einsicht bewahrt. Erst, dann wenn diese Einsicht durch besondere Ereignisse verwirrt wird, finden sie den Boden, auf dem sie wie ein Gärungspilz wir- Aus der Provinzialhauptftadt. Gießen, den 23. Juli 1927. Hilssberettschast. ES gab eine Zeit, da man daran zweifeln konnte, ob es in unserem Volke noch Hilfsbereitschaft gab. Das Wort: „Einer für alle ..." schien außer Kurs gesetzt zu sein. Einer stand gegen den andern, jeder suchte rücksichtslos seinen Vorteil. Das Ellenbogenrecht schien proklamiert zu fein. Wer am besten die Fäuste zu gebrauchen verstand, kam vorwärts. Ja, noch schlimmer: Skrupellosigkeit trat frech hervor, scheute sich nicht vor Wucher und brutaler Benachteiligung. Kein Wunder, wenn ernste Männer mit stärksten Bedenken unserer Zeit gegenüberstanden und alles schwarz in schwarz sahen, vom Untergang redeten und keine Hoffnung gaben, daß es in kurzem wieder aufwärtsgehen werde. Ihnen gegenüber aber standen die unverbesserlichen Optimisten, die trotz allem, Was das ("citauen beeinträchtigen wollte, an das Gute -m Maschen und unsere Zeit glaubten. Sie '0.3t'. '. sich, daß eine kurze Spanne Zeit, auch r: nn s .e schwerstes, aufwühlendes Erleben brachte, ■ :.i Menschen nicht in seinen tiefsten seelischen CV.efen so umwandeln könne, um am Guten in '.'m verzweifeln zu müssen. Und es scheint, als vdie Entwicklung ihnen, nicht aber den Pessimisten recht geben wolle. 5 Kilogramm Rohtabak und aus einem Karton 6 Kilogramm Keks. Sachdienliche Mitteilungen hierzu nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. — Zwei Jugendliche aus Gießen hatten sich am 21. Juli je ein Fahrrad bei einem hiesigen Fahrradhändler auf zwei Stunden geliehen. Sie kamen jedoch nicht nach der verflossenen Zeit zurück, sondern wurden am 22. Juli nachmittags von der Kriminalpolizei in Mainz in Schuhhast genommen, weil sie den Versuch machten, die geliehenen Fahrräder abzusetzen. Im laufenden Jahr wurde die Tätigkeit des Vereins fortgesetzt. Es fanden bis jetzt fünf Ausstellungen statt, von denen sich namentlich die von Geheimerat D a n h e r - Marburg zu- sammengestellte großen Interesses erfreute. Sie hatte für den Verein ein besonders erfreuliches Ergebnis. Er konnte die eine der ausgestellten Vorarbeiten zu dem bekannten Bilde Dantzers in der Nationalgalerie in Berlin: „Abendrnahl- feier", und zwar Szene II: „Am Altar" erwerben, der Künstler stiftete dem Verein in hochherziger Weise die dazugehörige Szene I, so daß dieser jetzt die gesamten Vorarbeiten zu jenem Bilde besitzt. Beide Gemälde sind bereits in die ständige Sammlung im „Qteuen Schloß" aufgenommen worden: es wurde für sie ein Platz im bisherigen graphischen Kabinett besonders hergerichtet. Die Iahresrechnung 1926 ist von den Herren Professor Dr. Belke und Landgerichtsrat Hirsch geprüft und richtig befunden worden. Sie ergab am 31. Dezember 1926 auf Konto ordinär, einen Bestand von 90 Mark, auf Separatkonto einen solchen von 3640 Mark. Dem Rechner, Herrn Dankdirektor Grießbauer wurde unter Dancksagung für seine Mühewaltung Entlastung erteilt. Die Neuwahl des Ausschusses ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder, mit Ausnahme der nach Darmstadt versetzten Herren Oberlandesgerichtsrat K ü ch l e r und Professor Wentzel. Neu gewählt wurde Herr Geheimerat Professor Dr. O l t in Gießen. Am Schlüsse der Versammlung sprach Pro- sessor Dr. Belke der Dereinsleitung den Dank Der Erschienenen aus. Gie^ene» Töochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 25. Weißkraut 2fl bis 25, Rotkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 15, rote Rüben 10 bis 15, Rornischkohl 15 bis 20, Bohnen 30 bis 40, Erbsen 20 bis 30, Mischgemüse 15, Tomaten 50, Zwiebeln 20, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 8 bis 9, Birnen 60 bis 80, Kirschen 50 bis 80, Heidelbeeren 45 bis 50, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 35, Erdbeeren 100, Himbeeren "60 bis 70, Reineclauden 60, Honig 50, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund: Tauben 60 bis 80, Eier 12 bis 13, Blumenkohl 40 bis 100, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 60, Cinmachgurken 5 bis 10, Oberkohlrabi 10 bis 15, Rettich 10 bis 15 pro Stück: Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Palastlichtsviele : „Mädchenhandel". — Astoria-Licht- spiele: ,£)er Kampf im Pulverturm". —Tageskalender für Sonntag. Lichtspieltheater wie Samstag. ,_____________ Ein Oberhesse als Amerikaflieger. Graf Georg Friedrich zu Solms- Laubach aus Laubach, trägt sich bekanntlich feit einiger Zeit mit dem Plan, als Begleiter deS vielgenannten Verkehrspiloten Koennecke von der deutschen Lufthansa nach Amerika mitzufliegen und hält sich dieserhalb zur Zeit in Berlin (Flugplatz Staaken) auf; der Flug sollte bereits in allernächster Zeit, Anfang August, vor sich gehen. Da der Graf, der übrigens den Flug teilweise finanziert, indessen dieser Tage bei einem Autodroschkenzusammenstoß durch Schnittwunden leicht verletzt wurde, dürfte sich der geplante Start noch etwas verzögern. ** Die Rhei nf ahrt der Schulen des Kreises Gießen. Gestern fand die Rheinfahrt für die Schulen des Kreises Giehen ftatt Ein Sonderzug brachte die 750 Teilnehmer von Gießen nach Mainz-Kastel. In anerkennenswerter Weise hatte die Bahnverwaltung in Gießen für ausreichende Sitzplätze gesorgt. Mit der „Aurea Moguntia“ ging dann die Fahrt nach Rüdesheim. Von hier aus zog die frohe Kinderschar, begleitet von etwa 40 Lehrern, die steile Höhe zum Niederwald hinaus. Vor dem Denkmal fangen die Schüler angesichts der prächtigen Rebenberge „Kennt ihr das Land so wunderschön". Der Leiter der Fahrt, Lehrer Sommer (Gvohen- Linden), hielt daraus eine Ansprache, in der er die Bedeutung deö Rheines für Deutschland hervorhob und den Kindern die Mahnung mitgab, durch Einigkeit wieder zu Recht und Freiheit zu gelangen. Mit dem Gelöbnis „Ich hab' mich ergeben“, das hell über das Rheintal erklang, endete die kurze, eindrucksvMe Feuer. Don Aßmannshausen ging die Dampferfahrt weiter nach Koblenz. Die steilen Rheinufer mit den grünen Weinbergen und den trotzigen Burgen, der rege Schiffsverkehr zu Berg und zu Tal boten den Kinderaugen so viele neue und reizende Djlder, daß das Staunen kein Ende nahm. Mit besonderem Jubel wurden die Schisse begrüßt, auf denen ebenfalls Schüler winkten. Hm 5 Hhr wurde dann am „Deutschen Eck" gelandet, und am Abend brachte der Sonderzug die Kinderzahl durch das herrliche Lahntal wieder in die Heimat zurück. " Fahrplanänderung. Don Sonntag, 24. Juli, an erhält der Personenzug 782Gießen— Frankfurt a. M. einen Aufenthalt in Bruchenbrücken und Okarben; Bruchenbrücken ab 23,42 Hhr und Ofarbef'*ab 23,52 Hhr. * Militärkonzert. Das 5. Abonnementskonzert unserer Reichswehrkapelle fand am Donnerstagabend auf der „Giebigshöhe" statt. Die Veranstaltung war trotz der außerordentlich heftigen Regengüsse, die gegen 8 Hhr einsehten, überaus gut besucht. Die Kapelle hatte ein abwechslungsreiches und sehr' gut gewähltes Programm zusammengestellt, das in gewohnter, vorzüglicher Weise zum Vortrag gebracht wurde. Die ausgezeichneten Darbietungen fanden freundlichste Aufnahme und wurden der Kapelle teilweise mit stürmischem Applaus gedankt. Dies gilt besonders für die Serenade von Toselli (Biolinsolo von Unteroffizier WaniHeck) und für die Teil-Fantasie (Tylophon-Solv von Unter« feldwebel Moser). Die vortrefflichen Leistungen der beiden Herren riefen langanhaltenden Beifall hervor. Aus dem übrigen Programm seien hier noch die Melodien aus der Oper „Tannhäuser", die Ouvertüre zu „Raymond" und die Große Fantasie aus der Oper „Bajazzo" erwähnt. *• Der Polizeibericht meldet: In unserer Stadt treibt sich ein Mann umher, welcher in verschiedenen Häusern unter dem Vorgeben vorsprach, er sei abgebauter Bankbeamter der Mitteldeutschen Bank; er hausiert mit Schuh - riemen, um das Betteln damit zu verdecken. Da hier auf der genannten Bank in letzter Zeit keine Entlassungen stattgefunden haben, kann es sich nur um einen Schwindler handeln, vor dem gewarnt wird. — In der Nacht zum 13. Juli wurde aus einem Keller in den städtischen Notwohnungen an der Margaretenhütte Zigarren, Schokolade und ca. 40 Päckchen Pfefferminz tm Werte von 50 NM. entwendet. — In der Zeit vom 2. bis 4. Juli wurden auf dem Güterbahnhof Gießen zwei Waggons erbrochen, indem die Plombe und der Drahtverschluh beseitigt wurden. Entwendet wurden aus einem Ballen Vüchertisch. — Das Grenzerbuch Von Pfadfindern, Häuptlingen und Lederstrumpfen. Don Friedrich von Gagern. Mit 20 Tafeln und einer Karte. (Verlag Paul Parey, Berlin SW 11. Ganzleinen 12 Mk.) — Im Herzen wohl fast jedes Deutschen ruht eine stille Liebe zu jener prachtvollen, männlich-tüchtigen und edlen Gestalt des Lederst rümpf, des Helden feiner Jugend, an dessen Taten er sich begeisterte und den er bewunderte. Jener Lederstrumpf ist keine Erfindung Coopers gewesen, sondern er hat wirklich gelebt und hat eS zu hohem Alter gebracht im steten Kampfe mit der Wildnis und ihren Gefahren Daniel Doone war sein Name, er war auch in Wirklichkeit der prachtvolle Mensch wie ihn Cooper uns schildert. Aber er war nicht der einzige seiner Art. In den langen Jahrzehnten des erbitterten Kampfes um die Erschließung des Westens, den die Weißen den „wilden" nannten, tauchen noch viele großartige Männer auf, die Pfadfinder in das neue Land, das die vordringende „Zivilisation“, die ach so gar wenig zivilisiert war, zu erobern suchte. Aber nicht minder große Gestalten auch auf beiseite der ihrer Väter Land erbittert verteidigenden Indianer, die weit mehr waren als etwa blutige Horden, sondern die eine zum Teil große und alte Kultur besaßen und die Männer wie Tecumseh, die vielleicht größte Gestalt jener wilden ZeitSn, an ihrer Spitze sahen. Viele Jahrzehnte dauerte der Kampf um den Westen. Er sah viel Blut, aber auch viel Großes, viel Niedertracht, aber auch viel Heldenhaftes. Er war die Ilias und Odyssee der Neuen Welt. — Gagern hat uns diese Zeiten meisterhaft geschildert. Sein „Grenzerbuch" ist das Heldenepos dieser Zeit. Es zu schreiben war Gagern besonders berufen. Langes Geben inmitten von Indianerstämmen in heißem Sommer Und schneesturmgepeitschtem Winter, inniges Dertraut- fein mit indianischer Sprache und Sitte, gründliches Studium der Geschichte jener Zeiten, deren amerikanische Quellen viele Dutzende starker Folianten erreichen, haben ihn zu einem Berufenen gemacht. Es wird für alt und jung ein gleicher Genuß fein, ihm auf feinen Pfaden zu folgen. 378 — Handwörterbuch der Forstwissenschaft, begr. von Prof. Dr. Lvreh, vierte, verbesserte und erweiterte Auflage, herausgegeben von Professor Dr. Heinrich Weber, Freiburg i. Dr., in 4 Dänden. (Verlag der H. Lauppschen Duchhandlung in Tübingen.) In vier stattlichen Bänden, 26 Lieferungen, liegt nun das forstwissenschaftliche Handbuch in neuer Auflage vor. Wir haben die einzelnen Lieferungen hier nach ihrem Erscheinen laufend angezeigt, fo daß jetzt nur noch wenig mehr zu sagen bleibt, als hohe Anerkennung der geschickten übersichtlichen Anordnung des Gesamtwerkes, der ausgezeichneten Verteilung des ungeheuren Stoffes, den es zu behandeln galt und der trefflichen Bearbeitung bet einzelnen Gebiete. Das umfangreiche Werk wird auch in der verjüngten Gestalt Männern der Wissenschaft wie der Praxis, besonders aber auch unseren Studierenden ein umfassendes Kompendium des Wissens und ein stets gern gehörter Ratgeber fein. Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. V. Dr. Hans Thyri 01. ken können. Es könnte trotzdem ein verhängnisvoller Irrtum sein, sich gar zu leichtfertig rosig sehendem Optimismus hinzugeben. Noch lange sind wir in Deutschland nicht über den Dera hinüber. Roch gehen wir im Tal, und dunkle Wolken hängen über uns. Sorgen und Lasten mancherlei Art bedrücken uns. Aber es wäre auch nicht recht, die günstigen Zeichen nicht zu sehen und nicht sehen zu wollen. Wir brauchen nur einmal an das Hnglüd au denken, von dein das östliche Erzgebirge betroffen wurde. Don verschiedenen Seiten wurde hervorgehoben, tote dort Männer, die einander sonst aus politischen Anschauungen heraus sich scharf bekämpften, einträchttg nebeneinander wirkten. Ihre Arbett war frei von allen selbsttschen Absichten. Nur für die schafften sie, denen das Schicksal so arg mitgespielt hatte. Vergessen war, was fie trennte, vergessen aller Hader. Sie bargen gemeinsam die Toten und trugen gemeinsam die Balken ab, gruben und bauten an gleicher Stelle mit dem gleichen Ziel. Vergessen waren alle Gegensätze. Ein einziger großer Gedanke beherrschte sie: Hilfe denen, Die in Not sind. Hnb wir sehen weiter die Listen des pri- rn .1 Hilfswerk«S für daS Hntoettergebiet. GS . wie ein Wettstreit um die Hilfsbereitschaft. Cvl Geschäftsinhaber gibt wie der Angestellte, r Beamte wie der Arbeiter, der Handwerker w ? der Invalide. Ob die Spende groß oder klein t, spielt keine Rolle. Die kleine Spende kann ?üi- den Spender schwerer wiegen als die große, weil sie eine Entbehrung bedeutet. Man wird -ede achten. Hnd man wird aus den Spenden ' a; eine Große lernen, das schon oft deutlich erkennbar hervor trat: Die Not eint. Die Not lehrt das Trennende zurückstellen. Sie zeigt, daß wir Glieder eines Volkes sind, aufeinander angewiesen, einer vorn andern gewinnend. S. Der Oberhesfische Kunstverein hielt am 18. Juli im Stadthause seine ordentliche Mitglieder-Dersammlung ab. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Geschäftsbericht über das Jahr 1926. Es fanden acht Ausstellungen flott, in denen neben hessischen auch eine größere Zahl auswärtiger Künstler Kunstwerke verschiedener Art und Richtung zur Schau brachten. Mit größeren Kollektionen waren insbesondere der „Thüringer Aus- stÄlungsverein bildender Künstler zu Weimar", sowie der „Feldgraue Künstlerbund München", laber auch einzelne heimatliche Maler: Karl Lenz (Erdhaufen) sowie der verstorbene Maler Friedrich Fennel (Kassel) vertreten. Oelgemälde moderner Richtung zeigten mehrere Frankfurter Maler, ebensolche Aguarelle auf dem Gebiet des Straßen- und Gesellschaftslebens, Revue- und Zirkusszenen Joseph Hegenbarth (Dresden) Und Christian Beyer (Kassel). Von Lovis Corinth war eine kleine, ausgewählte Sammlung von Radierungen ausgestellt. Anläßlich des •* D ie Bekämpfung der Staub- Plage. Der zweite Automobil-Sprengwagen, dessen Anschaffung von der Stadtverordnetenversammlung kürzlich bewilligt wurde, ist vor einigen Tagen hier eingetroffen. Mit diesem zweiten Wagen wird jetzt wohl der Kampf gegen >en Staub intensiver als bisher aufgenommen werden formen. *• Die Bleichflratze von der Gubtoig- bis zur Stephanfttahe, deren Fahrbahn sich in einem äußerst schlechten Zustand befand, wird augenblicklich neu beschottert und gewalzt Auch wird hier die staubbindende Innenteerung zur Freude der Anwohner angewandt werden. •* D ie nächsten Diehrnärkte in ®ic- jen finden statt: am Dienstag, 26. Juli, Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt: am Mittwoch, 27. Juli, Schweine- und Dchlachtviehrnarkt. (Siehe heutige Anzeige.) *• Schweinepest. DaS Kreisveterinäramt Schotten bat bei vier verendeten Ferkeln des Molkereidirektors Schmidt in Hlfa die Schweinepest festgestellt. Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Giehen findet statt: 68248 Dienstag, den 26. Juli 1927, Rindvieh- (Nuhvieh-) Markt; Mittwoch, den 27. Juli 1927, Schweine- und Schiachlviehrnarkt. Gießen, den 23. Juli 1927. Der Oberbürgermeister. 3. 23.: Klingfp 0 r. Auto-Möbelwagen 6859V fäbrt Anfang August leer nach Frankfurt a. M. — Darmstadt. Güter nach dieser Richtung werden mitgenommen. fitWf) & Sklim, G. m. v. ö.. (Wen Spedition u. Möbeltransport, Marburgerslr. 7,__________Telephon 1519. he Preise liir M-Mmr Äosch-Hom FK 6 ob. 12 Dolt groß JLK 22.- SoMorn FG 6 ober 12 Dost mittel JUt 19.- Bosch.Sucher TP 100/100,100 mm Ourchm. SUI 23.50 Bosch'Scheibenwischer 6 ob.12 Doli JUt 36.50 Emil Althoff, Auto-Licht-Zentrale ________Gießen, Geltersweg 43. 05437 Reklame-Kalender-Fabrik sucht eingefiibrten BezirkS-Vertreler geg bobc Provision. Rewerbungen mit ?Jtef. und Bild unt. .1. Z. 212 befördert fhitbolt Moste, Berlin SW 19. [6*34ss Jetzt auch in PfUOdlpaketen ZU 85 Pfennig erhältlich. ~ Pressen WFßll-Keltern Uvvl TM saftbeute) Friedrich Heyd s,ca.600qm, für Geschäftsmann Banst IN der Nähe von Gienen sucht einen Mm GElHem bieten wir streb s Leuten nut eigener Wohnung ob. Laden öd).Errichiung einer nun. Leihbibliothek. 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Juli, nachm. 27, Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 05414 Man bittet von Beileidsbesuchen abzusehen. Heute morgen st,7 Uhr entschlief sanft mit großer Geduld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Bruder und Schwager Herr Heinrich Metzler im 60. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen Fran Lina Metzler geb. Goth und Kinder. Heuchelheim, Frohnhausen, Ibbenbüren, den 22. Juli 1927. Die Beerdigung findet Sonntag, 24. Juli, nachm. i/Ji Uhr, vom Sterbehause, Ernststr. 21, aus statt. 6852 D Garbenteich, den 23. Juli 1927 6858 D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres teueren Entschlafenen besonders Herrn Pfarrer Staubach lür die trostreiche Grabrede, dem Gesangverein Frohsinn für seinen erhebenden Grabgesang, dem hiesigen Kriegerverein für seine letzte Ehrenbezeigung, für die übereichen Kranzspenden, sowie allen denen die ihm das letzte Geleite gaben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Frau Anna Walbott Wwe. geb. Burk nebst Angehörigen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres Heben Kindes, sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Karl Seng und Familie | Verschiedenes! Vereine | Janadentsche Schwesternschaft Gießen. Der Gäueabend kommenden Moniag fällt aus unb wird aus Montag, den 8. August, verlegt. “eiD »Msn Bruchstrahe 17. Neues Damenrad Umstände halber zu verkaufen. 05433 ttrofdorfcrStr.L?. Stalleinrichloog für 2 Pferde preiswert zu verk. 05406 Kaiserallee 77. Eine Staute MIST zu verkaufen. bM*D Frist Schreiner, Frau gebtauS zum Naben und Flicken. Sckr. Angebote unt 05399 an den Gieh. Anz. MMMW billig zu verkaufen. Näheres duräi ,82,A Landwirt 5>öbler, Ermenrod, Sir. Alsfeld LeitspinDel- dretzbank m.Hohlsvindel235^c ferner Schraubstöcke, Amboh, Scldelsbcck billig abzugeben. __ H. Thoma«. Schiüenberg. Weg 5, Wirtschaft z. grünen ______Baum. »«91 Fast neues öeiten-WoO Marke Presto, mit elektr. 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Es lies; einen Vorstoß zu, der das heutige Oberhaus rückwärts auf die Machtstellung vor 1811 revidieren, der kurzerhand auch bei einer radikalen Mehrheit im Unterhaus die konservative Mehrheit im Oberhaus sichern wollte. Argen diesen Gedanken, der selbstverständlich die ; liberale und die Arbcitsopposition aufs schärfste wachrief, entstand eine Revolte in der eigenen konservativen Partei und der Plan einer solchen grundlegenden Verfassungsreform wurde nach we- 1 jtigen Tagen einfach zurückgeschoben. Das ist eine glatte Niederlage des Kabinettes, ’ die es sich selber besorgte. Und nachdem das Gewerkschastsgeseh die Einheit der Arbeitspariei wieder hergestellt hat, hat dieser Reforrnvorstoh in Sachen des Oberhauses noch die Spaltung der Liberalen überwunden. Lloyd George und Dreh sind seit 1916 zum erstenmal wieder genieinsam in einer Versammlung aufgetreten and rüsten sich gemeinsam zum Kampf in der Neuwahl. Vicht viel anders ist das Bild in der großen Politik. Vach dem jähen Abbruch der Beziehungen mit Rußland hat die englische Politik i^rückgehalten. Sie hat in keiner Weise Rußland provoziert und der letzte Monat ist ohne Der- fctärfung der Spannung verlaufen. 2lber was hat nun England davon? Die Welt glaubt wohl noch an die Ehrlichkeit und Friedensliebe Lhamberlains, aber sie sieht, wie er um seine Stellung im Kabinett kämpfen muß, und sw licht weiter, wie von England aus eine unausgesetzte Teunruhigung der Außenpolitik ausgeht. Vas will England eigentlich? Etwa iti Südosteuropa in der Auseinandersetzung zwischen Italien und Jugoslawien? Was will es vor allem eigentlich in seiner Stellung gegen c Sowjetruhland? c . ,x. Wir sehen mit Besorgnis, ja mit aufrichtigem Bedauern auf diese Situation, in der das englische Parlament sich rüstet, in die Ferien M gehen. Es wäre im Interesse Europas, wenn iii Es wird hier gezeigt, wieviel Unwissenheit, wieviel Leichtgläubigkeit, Unvorsichtigkeit und unangebrachte Vertrauensseligkeit dem internationalen Verbrechertum immer noch das abscheuliche Gewerbe erleichtert; man sieht hier auch, mit wieviel Vafsinement und Großzügigkeit, mit welchen Mitteln an Geld und Organisation von hoffnungslos entgleisten Existenzen in aller Herren Ländern gearbeitet wird; man wird endlich darüber belehrt, auf welche Weise und mit welchen riesigen Schwierigkeiten die Polizei und die Behörden an der Bekämpfung und Vieöerzwingung dieser Gefahr arbeiten, die die ganze zivilisierte Welt bedroht. Der Film führt den Beschauer in die berüchtigten Quartiere der großen Verbrecher, nach Budapest, Konstantinopel und Athen, man erlebt die unheimlichen Schicksale zweier junger Mädchen und ihre endliche Befreiung eindringlich mit; es gibt sehenswerte Landschaftsbilder, eine klar entwickelte Handlung; der Regisseur Jaap Speyer und der Manuskriptbearbeiter Rosenhahn (ein literarischer Spezialist auf dem Felde der Kriminalschilderungen) haben im ganzen erfreulich Hand In Hand gearbeitet. Nur eine schwache, brüchige Stelle ist im Aufbau des Films, die zu vermeiden gewesen wäre, die aber stört und den Eindruck abschwächt; alle Vorgänge flnö klar und durchaus wahrscheinlich gezeichnet bis zum letzten Akt, wo eine Wiederholung peinlich auffällt: es ist nicht anzunehmen, daß ein junger Polizeioffizier mit offenen Augen und gesundem Verstand sich die eben aus einem verrufenen Mittelmeerquartier in letzter Stunde geretteten Mädchen gleich darauf in der plumpen Weise zum zweiten- mal abnehmen läßt, wie das hier gemacht wird; schade darum, es ist das einzige, was man an dem Film auszusetzen hat. Auch die schauspielerische Besetzung ist zu beachten. Klein-Rogge (als Mabufe vielen Filmsreunden gewiß noch in guter Erinnerung) gibt einen Verbrecher von glaubhaftem Format. Kaiser-Titz unZ) Lincoln als gutgesehene Gegenspieler, ferner Mary Kid, Wera Engels, Mia Pankau, die Hesterberg und Diegelmann. — Zusammengefaht: ein Film, der im besten Sinne aufklärend wirkt, und dessen Besuch empfohlen werden kann. "r" ®n5 > ~e-o. ein zielbewußt geleitetes konservatives Kabinett auf dieser breiten Grundlage im Parlament in der Lage wäre, eine positive erfolgreiche Politik im Innern und eine wirklich erfolgreiche und zielbewuhte Außenpolitik zu machen, im Interesse Englands selbst, das doch selber den Frieden und für seine wirtschaftlichen Beziehungen den Frieden Europas braucht wie das liebe Brot. Run aber liegen die Dinge doch derart, daß dieses England für niemand, sobald es ernst wird, wirklich ein Bundesgenosse ist und daß England in öefc großen Politik Europas! ührend und bestimmend aufzutreten tatsächlich nicht in der Lage ist. Dieses Schwergewicht liegt vielmehr heute bei Frankreich. Sein Exponent ist Poincare. Briand ist krank und den Geschäften für längere Zeit fern. Es ist kein Zweifel, daß Frankreich sich nicht in die englische Ruhlandpolitik ziehen lassen will und daß es durchaus kein Handelsgeschäft wünscht etwa in der Richtung: Rhein- landräumung gegen Beteiligung an der Aufstellung gegen Rußland. Weniger klar aber ist, was es über sein Verhältnis zu Deutschland denkt. Will es die eingefrorene Verständigungsaktion wieder zum Leben erwecken? Oder will es sie liegen lassen, um zuerst die Währungs- frage vollständig unter Dach zu bringen? Die Antwort darauf ist auch, wenn man nur Poincare ins Auge faßt, keineswegs eindeutig zu geben. Roch weniger bestimmt ist die Antwort auf die Frage, ob Poincare im Innern noch so fest wie etwa im Frühjahr steht. Er hat die Führung behalten. Er hat seinen Willen in der Frage der Erhöhung der Beamtengehälter durchgeseht. Die Wahlreform ist angenommen worden, das Rekrutierungsgesetz desgleichen. Und die Kammer ist mit einem Ermächtigungsgesetz auseinandergegangen, das die Fortführung der Handelsvertragsverhandlungen ermöglicht. Aber sind das alles Erfolge Poin- cares? Man weih, daß auch dieses Kabinett alles andere ist als geschlossen. Mit dem Kampf um die Wahlreform ist zugleich der Kampf um die Orientierung der französischen Politik weiterhin eröffnet, und zwar un Sinne der Linken. Denn die Wiedereinführung der Em- zeltpahl und die Preisgabe des Proportional- wahlsystems bedeutet, daß der nationale Block als solcher schwerlich geschlossen in die Wahl geht und noch weniger geschlossen aus den Wahlen hervorgehen wird. Das neue System gibt der Linken mehr Aussichten auf Erfolg als das bisherige. Wir sind gespannt, wie Poincare die Ferien benutzen wird, ob er in dieser Zeit eine Umgruppierung in ferner Regierung anbahnt, um die nationale Einheit neu zu - begründen und aufrecht zu erhalten, die docy recht erschüttert ist. Wir sind noch gespannter, ob er im nächsten Winter bis zur Wahl sich halten, oder vor den Neuwahlen zurücktreten wird. Schwerlich wird er es noch einmal riskieren, wie das letzte Mal, in eine Wahl hineinzugehen, ohne die Sicherheit der geschlossenen Front und des Sieges. _ . Wie unsicher bereits jetzt die Lage geworden ist, geht aus der Art hervor, in der einer der klügsten Mitarbeiter Porncares. Tardieu, zum Wahllampf sich äußert. Er will nicht mehr die Trennung zwischen Kartell der Linken und nationalen Block, sondern er will eine neue große Mittelpartei. Ist das eine Idee, die tn sich Kraft trägt? Ist das schließlich etwas anderes als der nationale Block und das Kabinett der nationalen Einheit, die doch eben am Abwirtschaften sind? Kurz, auch Frankreich ist innenpolitisch in Unklarheit und Übergangserscheinungen. Der Position in der Außenpolitik in Europa vor allem entspräche eine unwandelbare Sicherheit und Ge- schlosseicheit im Innern, die aber nicht vorhanden ist. Und die letzte Probe hat ja auch Poinccnre noch nicht abgelegt. Die Währung ist in Ruhe, der Franken steht seit geraumer Zeit. Aber von einer endgültigen Sanierung ist noch ferne Rede; ausdrücklich behält Poincare sich doch vor, den engültigen Stabilisierungskurs zu bestimmen, wann und in welcher Höhe er will. Er hat eine Ferienbilanz in England und Frankreich Außenpolitische Ninschau. Don Professor Dr. Otto H o e h s ch, M. d. R. = 3® daß er, der als Lieferant der Brotgetreidemengen für die heimatliche Stadtbeoölkening volkswirtschaftlich unen tbehrlich ist, zugleich als Ansaugezentrum slawischer Arbeiter und slawischen Gesindes und als fiauptgueQe der Landflucht volkspolitisch eine Gefahr bedeutet, dringt durch die Landbevölkerung die deutsche Scholle, während der und Arbeitersohn in die Stadt ab- .0,5. ’ iS«« SH Ml Die französische Kammer hat sich vertagt, das englische Parlament nähert sich desgleichen dM Sommerschluh. Die Bilanz ist auf beiden Der „Gietzener Ehrenspiegel." Don Dr. W. Rehmann. Mill. Menschen - 36,1°/° Mill. Menschen = 64,4°/° 2o«r37 a- 8 p® * 3’1 ft © >4 X’ö’ -> o;g «H _______ - cker, zu dessen Andenken vor einigen Tagen am alten Pädagogium Ecke Sonnenstrabe und Neuen Baue eine Gedenktafel errichtet wurde, der sich zur Pflege deutsch-vaterländischen Geistes zusammengefunden hatte. Als dann nach den Freiheitskriegen die aus dem Felde zurückkehrenden Studenten wieder die Horfale bevölkerten, verband die gemeinsame Waffenbrüderschaft die Musensöhne auf der Universität weiter ort, und man schloß sich zur „Pflege deutschen Denkens und deutscher Sitte' zusammen. Im Wintersemester 1814 entstand die „Deutsche Gesellschaft", in der die Brüder Carl und August F o l l e n i u s eine führende Rolle spielten, und die ihr Streben darauf richtete, die ganze Gießener Studentenschaft in ihren Kreis einzubeziehen. Sie batte keine lange Lebensdauer. Als 1815 die landsmannschaftlichen Verbindungen der Hessen, Nassauer mb Konstantisten gegründet wurden, mit dem Ziele, tem Komment früherer Zeiten wieder Geltung zu »er chaffen, gelang es diesen anscheinend, die .Teutsche Gesellschaft" zu sprengen. Indes erstand 1-'hr bald (1815) eine neue vaterländische Verbin- Jung, der Germanenbund, mit den Farben schwarz- »lau-rot, der die Gießener Sttidentenschaft durch jein moralisches Uebergewicht" erobern und den Somment beseitigen wollte. Einer drohenden Um , rsuchung wegen statsgefährlicher Umtriebe entzog sich der Germanenbund dadurch, daß er sich als Deutscher Bildungs- und Freundschaftsverein' Inter Vermeidung äußerer Formen weiterfuhrte. £ ft 3 6 O I O 2- - *.? *i ' I 3 2 5'2 3'^—» I Innerlich trotz allem fest zusammenhaltend, arbeiteten die Germanen an der Reform des afabemi« fien Lebens weiter. 3m Juli 1816 schien, ba bie landsmannschaftlichen Kreise der Gründung eines allgemeinen Burschenschaftsstaates nich mehr ablehnend gegenüberstanden, die Verwirklichung der burschenschaftlichen Ideen nahegeruckt, zollen imb seine Getreuen arbeiteten einen Verfassungsentwurf für den zu gründenden Burschens.aat aus. Als aber dieser Entwurf, „D e r E h r e n s p i e g e l , im Dezember 1816 einer allgemeinen Studentenversammlung vorgelegt wurde, hatte sich die Stimmung im landsmannschaftlichen Lager geändert. Man vertrat jetzt den Stadpunkt, bie (anbs-- mannschaftlichen Verbindungen allein hätten bas Recht, über Kommentfragen zu entscheiben, unb bie Vertreter ber Konstantia unb Hassia verließen den Beratungsraum, als man von feiten der Burschenschafter auf Durchberatting des Verfassungsentwurfs bestand. Die zurückbleibenden Anhänger des „Ehrenjpie- qels" verbanden sich darauf mit den Germanen, nahmen den Entwurf des Ehrenspiegels an und gründeten im Januar 1817 die „Christlich-teutsche Burschenschaft". Der Kampf zwischen den Anhängern des Ehrenspiegels und den Landsmannschaften nahm seinen Fortgang. Als während des Wartburgfestes 1817 die Gießener Streitigkeiten zur Sprache kamen und der Vertreter der Gießener Landsmannschaften, der Hesse App, dem Sprecher ber Gießener Burschenschaft v. B u r i bie Hand zur Versöhnung bot, schien der Streit begraben zu (ein. Aber jetzt scheiterte die Versöhnung an dem starren Sinn ber innerhalb ber Gießener Burschenschaft ein besonberc Gruppe bilbenben „Schwaben", bie sich allein für bie berufenen Reformatoren des beut- schen Burschenlebens hielten. Als im Jahre 1818 von lanbsmannnschaftlicher Seite eine neue „Germania" mit ben Farben blau-rot-grun ms Leben neunen wurde, stauben bie „Schwarzen" grollenb beiseite, da sie infolge dieser Entwicklung immer weniger damit rechneten, ihre Ideen durchsetzen zu können. _ , Zur Rechtfertigung ihres Standpunktes gaben ie im Herbst 1818 die „Beitrage zur Ge- chichte der teutschen Sammtschulen eit dem Freiheitskriege 1813" heraus in denen ber Ehrenspiegel abgebrutft ist. 3m Januar 1819 fanb endlich eine Verschmelzung ber beiben burschenschaftlichen Parteien statt, unb bie Gießener Burschenschaft erreichte m diesen Monaten eine Mitgliederzahl von 134 Mann. Am 3. November mußte sich dann infolge der Karlsbader Beschlüße die Gießener allgemeine Burschenschaft auflosen. — Der Gießener Ehrenspiegel ist als Zeitdokument von historischer Bedeutung. Neben mancherlei überschwenglichen Forderungen unb Grunbsätzen enthält er vieles, was wir heute als Selbstverstänblichkeit ansehen, roie z. B. auf politischem unb wirtschaftlichem Gebiet die Einheit des Reiches ober in stubentischen Fragen bie Reform des Zweikampfes, bie Einsetzung von Ehrengerichten Vorbereitungen für die Hessische Landwirtschaftliche Landesausstellung. • Darmstadt, 22. Juli. Der Hauptausschuß der Hessischen Land- wirtschaftlichen Landesausstellung, die vom 15. bis 20. September in Darmstadt abgehalten wird, trat gestern im Sitzungszimmer der Landwirtschaftskammer zusammen. Anwesend waren, außer den Ausschußmitgliedern, der Präsident der Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft des Piinisteriums des Innern. Mini- sterialrat Direktor Hebel, sowie eine Reihe von Vertretern von Behörden und Korporationen. Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Oeko- nomierat Hensel, eröffnete die Verhandlungen, dankte aNen Anwesenden für ihr Erscheinen und legte des näheren die Gründe dar, die erst letzt, nach 22 Jahren, wieder in Hessen eine landwirtschaftliche Landesausstellung ermöglichen, die sonst alle fünf Jahre stattfinden sollte. Es waren der Krieg und die Viehseuchen, die die Ausstellungen verhindert hatten. Vielleicht, so erklärte der Redner weiter, besteht der Eindruck, als wäre wegen der vielen Ausstellungen und Festlichkeiten diese Ausstellung überflüssig; das ist aber nicht der Fall, sie ist geradezu nötig. Allgemein bekannt ist, daß die Landwirtschaft in der Nachkriegszeit schwer zu leiden hatte unter inneren und äußeren Mißgeschicken, unter der Gesetzgebung, dem Steuer- Wesen und namentlich auch unter schweren Witterungsschäden. Es ist notwendig, den Pessimismus zu beheben und den Landwirten das Selbstvertrauen zu geben, damit sie sehen, was sie leisten » - 3 o ' V" Iß» Lage und der Regierung. In einem freilich ist Frankreich erheblich einstioer daran als England. Wie man auch zu 'Soinc'are stehe, er hat sich auch in den letzten leweren Sommerkämpfen in der Kammer als ein vicksicbtsloser Führer bewährt, der weiß, was x will und vor allem die Einsetzung seiner Perlon niemals scheut, um seinen Willen durchzu- -üden. Das ist ihm auch gelungen. Dagegen j im englischen Kabinett die einheitliche Führung mehr und mehr verloren gegan- q cn. Man weiß, daß Baldwin und Chamberlain in ber Außenpolitik besonnen und friedlich vor- gehen wollen und in der Innenpolitik wenigstens Baldwin gewisse tory-demokratische Vorstellungen hot. Darunter verstehen wir eine konservative Politik, die von der Notwendigkeit des Ausgleiches zwischen Kapital und Arbeit ausgeht, um auch wenigstens einen Teil her in der Stadt arbeitenden Massen an der konsekutiven Fahne festzuhalten. Aber der entgegengesetzte Wille ist im Kabinett ohne Zweifel stärker, der Wille eines rücksichtslosen Kampfes gegen die Arbeiterschaft, für die llnternehmerseite, das Programm, das in der Innen- und Außenpolitik verständlich genug als das der „D i eh a r d s " bezeichnet wird. Schwerlich wird auf diesem Wege die Versöhnung der Klassen zustande kommen, schwerlich auch Erfolge der Außenpolitik zu erzielen sein, schwerlich zu- (*t)t auch der konservativen Parteisache wirllich BW A- nV - -es -2£?532 a.3- geräuschlos In beutscye Bauern- SW " = = 2 = ber beutschen Gesamtbevölkerung. Je starker bie Landflucht anhält, desto früher versiegt die Kraftquelle der Volkserneuerung im Generationswechsel. Das Sinken ber Geburtenüberschüsse in ben sich hemmungslos vergrößernden Städten wird in wenigen Jahren das Sinken der Sterblichkeitsziffern und die Geburtenüberschüsse des flachen Landes übersteigen, so daß das Wachstum ber deutschen Bevölkerung zum Stillstand kommt. Stillstand bedeutet aber auch in diesem Falle Rückschritt. Während in Deutschland die Geburtenziffern innerhalb einer Generation schneller gesunken sind als in Frankreich seit dem Ende des napoleonischen Zeitalters, zeigt das Slawentum feine Kraftüberlegenheit, indem es noch doppelt soviel Kinder erzeugt als das ganze deutsche Polk, vier- bis zehnmal soviel als bie beutsche Stabtbevvlkerung. Tsche- cf)en unb Polen brücken mit mehr als 10 Millionen lanbarmer unb -hungriger Zwergbauern in ihrer übervölkerten unb wirtschaftlich rückständigen Heimat (100 bis 130 Menschen auf 1 Quadratkilometer) auf ben beutschen Osten, ber mit 40 bis 60 Menschen auf ben Quadratkilometer in den Land- gemeinen und 10 bis 40 Menschen Je Ouabratkilo- meter in ben Gutsbezirken trotz seiner lanbwirt- schaftlichen Blüte das dünnbevölkertste Landgebiet in Kultureurvpa ist. Seit der großen osteuropäischen Bauernrevolution ist ber ostdeutsche Großgrundbesitz die einzige Insel landwirtschaftlicher Großbetriebe inmitten der anwachsenden Flut bäuerlicher Klein- und Mittelbetriebe auf dem ganzen europäischen Festlande. Es ist eine große Tragik, u. a. m. Vor allem aber zeigt er uns den unvergleichlichen Geist jener studentischen Jugend, bie bereit war, unter Einsetzung ihrer ganzen Persönlichkeit ber Sache bes beutschen Vaterlanbes zu dienen. Von dem „Ehrenspiegel" bzw. ben „Beiträgen", in benen er enthalten ist, finb nur noch wenige Exemplare vorhanben. Ein Stück besitzt bie Gießener Universitätsbibliothek. Dieses stammt von einem Pfarrer Friedrich Haupt, der 1822 Gießener Burschenschafter war, von dem es auf den früheren Gießener Bibliotheksdirektor, Geh. Rat Herman Haupt, kam, ber es ber Bibliothek überwies. Es ist ein Verbienst bes Universitätsbibliothekars Dr. Carl Walbrach, bieses Kulturdokument durch einen mit einer ausführlichen Einleitung versehenen Neudruck erhalten und weiteren Kreisen zugänglich gemacht zu haben. Das Merkchen erscheint in diesen Tagen als Festgabe zum 65. Gtiftunas- feft der Gießener Burschenschaft Alemannia, welcher der Herausgeber angehört. Palast-Lichtspiele Gießen. „Mädchenhandel." Diesen Film konnte man schon vor etwa zehn Jahren in vielen deutschen Städten laufen sehen; oder vielmehr einen andern, der genau den gleichen Stoff behandelte und sich löblicherweise um dieselbe Sache bemühte. Aber damals wurde man, wenn man das alles an sich vorüberziehen sah, einen unangenehmen Nebengeschmack nicht los: der „Aufklärungsfilm" — ein damals gerade häufig gebrauchter und mißbrauchter Begriff — war viel zu sehr auf Beiwerk, Ausmalung und, oft genug, üble und anreißerisch plakatierte Sensation gestellt. Heute wird dies alles einfacher, nüchterner, mit einem Wort: besser und viel wirksamer gemacht; die ganze Angelegenheit hat nichts wehr vom Kolportageroman, in volkserzieherischem Gewände erscheinend, sondern ist ein von zeitgemäßer Sachlichkeit wohltuend beeinflußter Tatsachenbericht, ein geschickt aufgebautes und geläufig sich entwickelndes Dokument, ohne Seitenblicke und Beigeschmack. Dabei ist diese Gegenständlichkeit, die den Film bestimmt, keineswegs trocken oder gar langweilig; man hat vorn Spielfilm gerade so viel hinzu getan, wie es für die Zwecke auch eines solchen Werkes notwendig ist. dessen wirtschaftliche Leistungen unb menschliche Vorzüge stets unbestritten fein werben, muß es fein, gegen bie zweite slawische Völkerwanberung eine zweitegroßeVolkssteblungzur Hilfe her- anzuziehen, bie in dem großen fruchtbaren Laube zwischen Elbe, Weichsel, Donau unb Karpgthen einen unburchdringlichen Bauernwall schafft. Für bie lanb- unb erwerbslosen zweiten unb brüten Bauernsöhne aus ben übervölkerten ßanbgemeinben Süb- unb Westbeutschlanbs ist hier Gelegenheit, wertvolle Kulturarbeit zu leisten. Gerade hier erwächst der deutschen Landfrau eine Aufgabe von großer, historischer Trag- roette. Es ist ein Gesetz von weltgeschichtlicher Schwere und Unerbittlichkeit, daß zunehmende Der- stadtlichung, 3nt)uftrialifierung und der alle Hemmnisse überwindende Sieg der zügellosen Erwerbs-, und» Genußsucht bie heranwachsenben Geschlechter immer unfähiger macht, die arbeits- und entbehrungsreiche Landarbeit zu „ertragen" und den Sturzfluten der aus den Städten auf das flache Land hereinftrömenden Reize zu widerstehen. Darum ist es von nationalpolitisch ausschlaggebender Bedeutung, daß die deutsche Landfrau als Lebensgefährtin des Landmannes und als Mutter der künftigen Landgeschlechter durch ihre Liebe zur Heimat- schölle unb zur Landarbeit sowie durch charakterfeste, sittenreine Erfüllung ihrer Mutterpflichten der Nation ein kerniges, gesundes Bauerntum heranzieht. Wächst unter der festen, tatkräftigen Erziehung und Pflege der Landfrauen ein gesunder junger Menschenschlag heran, der auch in den neuen Siedlungen mit Freude zur Arbeit und Liebe zur Scholle eine neue Heimat gründet; dann wird sich endlich die Hoffnung erfüllen, daß die innere Kolonisation eine Angelegenheit des ganzen Volkes wird. Sann, nur bann, erwächst bem beutschen Volke bie Kraft, seinen Lebensraum gegen das oorbringenbe Slawentum zu behaupten : und seinen künftigen Daseinskampf zu bestehen. 3 2 8 n -v-v? o ft 3.3 £- C 5 s « 2.5 o (?l| ft.?3 t2' : gewaltige Devisenreserve angesammelt und hat vielleicht jetzt schon die Kraft, gegen die Finanzgewalt der Engländer und Amerikaner aktiv vor- zugehen. Das sind Fragen, die auf der Neuhorker Konferenz der Notenbankpräsidenten sehr ernst besprochen worden sein werden. Poincare wird sich vermutlich denken, daß, wenn die Dinge so liegen, die Endlösung drs Problems — also die Endordnung der französischen Schulden in Amerika — sich für Frankreich noch günstiger gestalten läßt, als es bisher möglich war. Ist dem so und gelingt ihm das, so befestigt er natürlich auch seine Stellung tm Innern wieder mehr, und — für Deutschland das wichtigste — ist er noch mehr in der Lage als bisher, in der Rheinlandpolitik, überhaupt in der Politik Deutschland gegenüber, so vorzugehen oder vielmehr nicht vorzugehen, wie er es das letzte Jahr getan hat. Der Kampf Poincares im Innern und der Kampf um Poincare in den französischen Parteien wird im nächsten Winter nicht nur für Frankreich, sondern auch für die Europapolitik sehr interessant und sehr bedeutungsvoll werden! Die deutsche Landfrau im Kampf um die Heimatscholle. Von Dr. Ludwig Rubloff. Auf ben Schultern ber deutschen ßanbfrau ruht nicht nur ein großer Teil ber hauswirtschaftlichen unb öffentlichen Lasten ber deutschen Volkseniäh- rung, sondern auch ber Kampf um die Heimatscholle. Die deutsche Volksseele ist der Heimatscholle entfremdet worden; aber keine noch so weitgehende Befreiung der Technik von den organischen Lebens- schranken der uns umgebenden Pflanzen- und Tierwelt kann die enge Verwurzelung der Volkskraft mit ihrem Mutterboden lösen, ohne ihr Leben zu gefährden. Vor hundert Jahren war bas beutiche Volk ein Bauernvolk; seit zwei Menschenaltern sinb alljährlich Hunberttausenbe der lebenskrästigsten Menschen in die Städte gezogen; seit der Reichsgründung hat die Landbevölkerung sich nicht vermehrt, weil der ganze Bevölkerungszuwachs den Städte zugute gekommen ist. Die große Umschichtung ber Siedlungsweise spiegelt sich in folgenden Ziffern wieder: Es wohnten in Gemeinden: unter 2000 Einwohnern (Landgemeinden) 1871: 26,2 Mill. Menschen -- 63,9°/° 1925: 22,2 Mill. Menschen - 35,6°/° über 2000 Einwohnern (Stadtgemeinden) Die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts durch die burschenschaftliche Bewegung in der Studentenschaft lebendig gewordenen reformatorischen 3been waren an unserer Ludoviciana auf besonders günstigen Boden gefallen. Zuerst war :: ::r. um Friedrich Gottlieb W e l ck O:;-2‘ % 5 "-siyS » c/7 ,,D:2.C - 5 ft 3 X-1 Hw ft = aP® MM? L im = - = ft 2 ---- ’i- 4)5-ft ? ? - 2 o U!;» 2 5 *fyä ft ä Ä« ft _ 3 -j ft 9«? ' ~-Z i "L 0)8 9 3 » ^ftö^=pca?=2 ’ e ~ = c5»0 I shs-äi:?»»:? können, und wir haben die Lieberzeugung, daß sie etwas leisten werden, trotz der vielen Mißgeschicke. Die Ausstellung soll auch zeigen, daß die Landwirtschaft in technischer Beziehung Fortschritte gemacht hat, und daß darin Hessen keinem anderen Lande nachsteht. Der Generaldirektor der Landwirtschaftskammer, Dr. Hamann, der auch geschäftsftihven- der Direktor der Landesausstellung ist, bemerkte /in längeren Ausführungen, die er über den Aufbau der Ausstellung im einzelne,! machte, u. a. daß die Landwirtschaft der großen Wettbewerbe bedürfe als Ergänzung der kleineren Schauen auf dem Lande. Mehr als andere Maßnahmen können sie, wie der Redner erklärte, das Streben fördern, es im Wirtschaften den anderen gleich zu tun. Ferner dienen die größeren Ausstellungen der Förderung geschäftlicher Beziehungen zwischen der Landwirtschaft und den Berufszweigen, die mit Der Landwirtschaft zu tun haben. Die Stadt Darmstadt ist in weitestgehendem Maße dem Liniernehmen entgegengekommen durch Die Errichtung einer Festhallr, die auf einem der idealsten Ausstellungsplähe in Deutschland steht. Die Grundlage unseres Unternehmens ist die große Tierausstellung, die in einzelnen Abteilungen größer als selbst die der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ist. Es ist zu hoffen, daß die Bewohner des besetzten Gebietes ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse in großer Zahl ausstellen werden und auch so die Zusammengehörigkeit des besetzten und des unbesetzten Gebietes zum Ausdruck bringen. Die Standardisierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse wird u. a. gezeigt werden, d. h. deren Vorbereitung und Sortierung für den Verbrauch. Die Verpackung des Obstes wird praktisch vorgeführt. Weiter machte der Redner Ausführungen über die wissenschaftliche Abteilung, in der besonders der Staat und die Behörden ausstellen. Eine Prämiierung landwirtschaftlicher Maschinen findet, hauptsächllch auf Wunsch Der Industrie selost, nicht statt, dg in der kurzen Zeit eine wirtlich zuverlässige Prüfung nicht möglich ist. Ein Clektrohof zeigt die verschiedensten Durch Elektrizität angetriebenen landwirtschaftlichen Maschinen. Baurat Th al er von der Landwirtschaftskammer Mächte darauf aufmerksam, daß das Ausstellungsgelände eine Reihe von Vorzügen hat, daß GaS-, Wasser-, Kanalisations- und Elektrizitätsanschlüsse vorhanden sind. Generaldirektor Dr. Hamann machte Mitteilungen von Verhandlungen zur Errichtung einer Verladerampe für Vieh; es sei besonders zu begrüßen, wenn sie sich schaffen ließe und nicht technische Gründe dies verhinderten. Gegen die Viehseuchen würden besondere Maßnahmen ergriffen, um jede Gefahr zu beseitigen; so würden Impfungen vorgenommen, und Schafe dürften einige Wochen vor Beginn der Ausstellung nicht mehr in der Umgebung Darmstadts weiden. Ministerialdirektor Liebel erklärte in einer Rede, daß die Regierung es für ihre Aufgabe an- sche, die landwirtschaftliche Ausstellung zu fördern. Jeder hessische Bauer müßte Gelegenheit nehmen, die Landwirtschaftsausstellung zu besuchen. Der Präsident der Landwirtschastskammer, Oekonomierat Hensel, dankte für die Förderung und bat die Anwesenden, in fhren Kreisen für die Ausstellung Stimmung zu machen. Alle dtei hessischen Provinzen sollten zusammenstehen und als Einheit erscheinen. Bürgermeister Müller-Darmstadt begrüßte den Ausstellungsgedanken auf das lebhafteste. Die Stadt Darmstadt, die die Festhalle errichtet habe, werde alles tun, um das Unternehmen zu fördern. Polizeipräsident Dr. U f i n g e r gab gleichfalls die Versicherung ab, daß die Polizeiverwal- tung, die auf der Ausstellung in erster Linie als Verkehrspolizei in die Erscheinung trete, allen Wünschen gern entsprechen werde. Geheimer Regierungsrat von Hahn gab als Vorsitzender des Verbandes der Hessischen Obst- und Gartenbauvereine die Crllärung ab, daß der Verband alles tun werde, um die Ausstellung zu fördern und den Einzelvereinen Mittel hierfür zur Verfügung stellen werde. Oderheffen. Landkreis Vietze». * Klein - Linden, 22. Juli. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein Arionseine diesjährige Generalversammlung ab. Vor Beginn der Tagesordnung, welche sich aus Kassenbericht und Vorstandswahl zusammensetzte, wurde wie üblich von den Sängern ein Chor vorgetragen. Aus dem Kassenbericht, der von dem Recker Karl Weigel erteilt wurde, war zu ersehen, Daß sich die sinanzielle Lage des Vereins gegenüber den Vorjahren gehoben hat. Der Vorstand wurde unter dem Vorsitz von Ludwig Weinandt wiedergewählt. — Da Herr Konrad R i - colai aus Grckßen-Buseck am 3. Juli auf seine 15jährige Tätigkeit als Dirigent in dem Verein zurückblickte, wurde beschlossen, im kommenden Herbst ein Jubiliäumskonzert zu veranstalten und ihn als Dirigenten in entsprechender Weise zu ehren. Die Sängerzahl steigerte sich in letzter Zeit von 45 auf über 70. Am kommenden Sonntag beteiligt sich der Verein an dem Sängertag in Grohen-Buseck. ED Dollar, 22. Juli. Bei der Beratung des Gemein deooranschlags für das Rech- nungsjohr 1927 durch den Gemeinderat in der Sitzung vom 12. Mai wurde beanstandet, daß die Gehälter für die hiesigen Gemeindebeamten noch in alter Höhe eingesetzt waren. Der Voranschlag fand daher auch nur mit einem vom dem Gemeinderat Wissemann gestellten Antrag auf Revidierung der Gehälter Annahme. Nachdem in der Zwischenzeit sich die Finanzkommission mit dieser Angelegenheit besaßt hatte, stand dieser Punkt auf der Tagesordnung der letzten Sitzung des Gemeinderats. Die mit rückwirkender Kraft ab 1. April 1927 gültigen Gehaltssätze sind wie folgt, festgesetzt worden, wobei wir die seitherigen Beträge in Klammern beifügen: Bürgermeister 4600 (5238); Gemeinderechner 3600 (4356); Schutzmann (Polizeidiener) 2400 (2550); Faselhalter und Nachtwächter (eine Person) 2310 (2310); Feldschütze 2024 (2024), Schuldiencr 2220 (2257) Mark; dazu frei Licht und Brand; Leitungs- aufseber für die elektrische Lichtanlage 1296 (1296); Burgermeisterschreibgehilse 1600 (1458); Schreibhilfe für den Rechner 600 (600) Mark. Die Bersicherungs- prämicn für die Gemeindebeamtenoersicherung in Höhe von 18 Prozent der Gchaltsbeträge trägt wie seither die Gemeinde. Die neu festgesetzten Gehälter sind als feststehend zu betrachten, d.h., die automatische Anpassung der Gehälter bei allgemeinen Besoldungsneuregelungen infolge Zugehörigkeit zu bestimmten Besoldungsgruppen kommt in Wegfall, Aenderungen können nur durch Gemeinderatsbeschluß erfolgen. # L i ch, 22. Juli. Der hiesige Prämiierungsmarkt mit Tierzuchtauktion hatte folgendes Ergebnis: A. Vogelsberger Vieh, Klasse 1, Bullen: 1. Preis Gemeinde Hattenrod; 2. Preis Stadt Lich; 3. Preise: Prinz Ludwig zu Solms-Lich auf Mühlsachsen und Heinrich Münster in Hattenrod. Klasse 2, Rinder: 1. Preis Karl Merle, Lich; 2. Preis K. R e u s ch l i n g, Steinbach. Klasse 3, jüngere Kühe: 1. Preis Heinrich Scheid?., Großen- Buseck; 2. Preis Prinz Ludwig zu Mühlsachsen. Klasse 4, älteres Vieh: 1. Preise Hch. Scheid?., Großen-Buseck, und Konrad Heinrich Walz, Lich; 2. Preise Heinrich Kutscher, Hattenrod, Konrad Textor und Konr. Hch. Walz, Lich. Klasse5, Familien: 1.Preis K. R e b l o s e r, Rieder-Bessingen. — B. 6 im men» thaler Vieh. Klasse 1. Bullen: 1. Preise Gemeinde Langsdorf, Johannes Heß 21., Leihgestern; 2. Preise Adam Koch 2., Ronnenroth; Karl Vogt 1., Lich; Wilhelm Bausch, Reichelsheim; Heinrich Wilhelm Walther, Trais- Münzenberg, und Gemeinde Lich. Klasse 2, ältere Kühe: 1. Preise Heinrich Holler, Ober- Hörgern ; Hermann Wedemann, Eberstadt. 2. Preise Georg Christian Fischer und Philipp Keck, Lich. Klasse 3, Kalbinnen: 1. Preis Gust. Weber, Ober-Hörgern; 2. Preise Ernst Fauerbach, Eberstadt; Heinrich Köhler 3., Langsdorf. Klasse 4, jüngere Kühe: 1. Preise Wilhelm Weisel, Birklar; K. Zimmer, Lich. Klasse 5, Familien: l. Preis Wilhelm Weisel, Birklar; sührung der ausgezeichneten Tiere sprach Bürger- 2. Preis Philipp Keck, Lich. — Bei der Vormeister Völker seine Freude aus über das gute Ergebnis des Marktes, und der als Regierungsvertreter anwesende Regierungsrat Braun von Gießen wies auf den Aufstieg der oberhessischen Viehzucht hin. Für die Landwirtschaftskammer sprach Landwirtschaftskammer- nritglied Häuser von Rieder-Weisel. Die Zuchtviehversteigerung, zu der 16 hessische Fleckviehbullen, 2 Kühe und 2 Rinder der gleichen Rasse, eine Vogelsberger Kuh, drei ältere SchcH- böcke und 31 Bocklämmer aufgetrieben waren, zeitigte für die Bullen Kaufpreise von 630 bis 1110 Mk. Den letztgenannten Höchstpreis erhielt Johannes Heß 21. aus Leihgestern für das beste Tier. Kreis Büdingen. R i d d a, 22. Juli. Gestern vormittag fand hier im Rathaussaale im Beisein des Stadtvorstandes und zwei Vertreter des Hochbauamts Büdingen die Vergebung der Arbeiten zu dem Rohbgu für öie neue Realschule statt. Für die Erd- und Maurerarbeiten waren nur zwei Angebote eingegangen, eines von den Bauunternehmern Drott und L u p p gemeinsam und ein weiteres von auswärts. Den beiden Erstgenannten wurden die Arbeiten übertragen. Für die Zimmerarbeiten lagen mehrere Offerten vor. Zimmermeister Ll l l r i ch von Llnter-Schmittsn erhielt Den Zuschlag. Lieber die Vergebung der Dachdecker- und Spenglerarbeiten wurde noch kein endgültiger Beschluß gefaßt, weil die geforderten Preise dieser Angebote nochmals geprüft werden sollen. Mit den Bauarbeiten wird bald begonnen. Der erst vor 2? Jahren errichtete schöne ehemalige Kraftsche Saal- bau ist abgerissen worden und hat, dem Rea(- schulneubau Platz gemacht. Weiter soll noch in diesem Jahre mit dem Reubaueines Zws^I- familienwohnhauses, das die Stadt in der Rähe des Karlshofs errichten lassen will, begonnen werden. Ferner erwarb die Stadtverwaltung von Landwirt Bähr hier einen 1700 Quadratmeter großen Bauplatz, auf dem eine Feldscheuer steht, im Johanniterhof für 6000 Ml. Dieses Grundstück soll in vier Bauplätze cingeteilt werden. Die Feldscheuer soll vorerst als Schafstall für die Gemeindeschafherde bei schlechtem Wetter Verwendung finden, bis sie dem Reubau eines Wohnhauses weichen muß. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Juli. Am Samstag vollendet der hiesige Oberamtsrichter Friedrich Zimmermann sein 60. Lebensjahr. Er wurde geboren in Grünberg als Sohn des Großh. Landgerichtsassessors Z. in Grünberg. Zimmermann besuchte zuekst das von Pfarrer Koch geleitete „Institut" in Grünberg. Frühzeitig verlor er seinen Vater. Seine Mutter verzog nach Gießen, wo der Sohn das Gymnasium und die Universität besuchte. Seine erste Verwendung fand er als Amtsanwalt in Friedberg. 1896 wurde er zum Amtsrichter in Laubach, 1905 zum Oberamtsrichter ernannt. Nachdem er schon längere Jahre Vorstandsmitglied der Laubacher Bezirkssparkasse gewesen war, wurde er 1910 zum Direktor dieser Kasse gewählt. Im Kriege leitete Oberamtsrichter Z. die amtliche Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit größter Gewissenhaftigkeit. Zimmermann erfreut sich allseitiger Beliebtheit. Einen ehrenvollen Ruf an das Landgericht hatte er seinerzeit ausgeschlagen, da er in seinem hiesigen Wirkungskreise volle Befriedigung findet. - Lilrichstein, 22. Juli. Mft Besorgnis erfüllt Die Landwirte die unbeständige Witterung, die sich hier besonders auswirkt, weil sie die Haupternte des Jahres, die Heuernte, stark beeinträchtigt. Sie müßte normalerweise jetzt schon beendet sein, aber rund die Hälfte des Grases ist noch einzubringen. Auf vielen Wiesen liegt das Heu schon wochenlang an der Breite", alle darauf verwandte Zeit und Mühe war vielfach vergebens. Die Güte des Futters leidet naturgemäß stark unter der Witterungsunbill Die Oberwaldwiesen am Geiselstein und Sieben Ahvrn harren zum größten Teil noch des Schnittes. Da ihre Zeit eigentlich schon um ist, ist auch auf ihnen das Futter zum Teil bereits entwertet. Die diesjährige Heuernte im Vogelsberg zeigt so recht wieder, wie mühsam und entsagungsvoll die Arbeit und der Kampf des Gebirglers um seine Existenz ist. Auch die Frucht wird von der kalten und nassen Witterung ungünstig beeinflußt. Sie steht zwar durchweg gut, ist in den höheren Lagen aber im Verhältnis zu normalen Jahren in ihrer Entwicklung noch zurück und von der Reife noch weit entfernt, wenn nicht bald die sehnlichst erwarteten sonnigen Hochsommertage kommen. Kreis Alsfeld. * Groß-Felda, 22. Juli. Seit Dienstag, 19. Juli, morgens 7 Llhr, ist der Landwirt und Wagnermeister I. R o h r g a ß , der im Alter von 78 Jahren steht, verschwunden. Die hiesige Bürgerschaft ist seit einigen Tagen auf der Suche nach dem Vermißten, bisher aber leider ohne Erfolg. Kreis Lauterbach. ä Schlitz, 22. Juli. Am 30. und 31. Juli bekommt unser sangesfrohes Städtchen Sänge r b e s u ch, für dessen würdigen und gastlichen Empfang man sich hier gern rüstet. Es ist der Gesangverein „Cäcilia" in Lich, einer der stärksten oberhessischen Männerchöre, der hier als Gast des „Harmonischen Kränzchens" eintrifft. Ein Begrüßungsabend mit reichhaltigem Konzertprogramm ist vorgesehen. Voraussichtlich wirken die Licher Gäste auch beim Gottesdienst in unserer altehrwürdigen Kirche mit. Der jetzige Dirigent der „Cäcilia" Lich, Lehrer Stein, stand früher an der Spitze unseres „Harmonischen Kränzchens". Rheinhessen. WER. Mainz. 22. Juli. Gestern abend kam Der Hilfsweichensteller ©räberrnarm, der auf den Gleisen zum Gaswerk in Dobenheim beschäftigt war, als er die Gleise verlassen wollte, zu Fall und wurde von einer he r a n n ah e n de n Lokomotive erfaßt, die ihn überfuhr und feinen Körper in zwei Teile trennte. Der Verunglückte hinterläßt Frau und Kind. * Mainz, 22. Juli. Die neue hessische Beamten-Sterbekasse hielt dieser Tage hier ihre dritte Mitgliederversammlung ab. Der Jahresbericht und die Bilanz zeigten wie seither eine sehr günstige Aufwärtsbewegung; die Kasse erzielte in 1926 einen Retto-Lleb^schuß von rund 48 000 Mark, der Der Reserve zuging. Der Mitgliederbestand zu Ende 1926 beträgt 1490. Rach der Bilanz beträgt die Prämienreserve am 31. Dezember 1926 320 160,20 Mark und die Sicherheitsreserve 32 100 Mark. Der seitherige Vorstand, bestehend aus den Herren Ministerialrat Braun, Darmstadt, 1. Vorsitzender, Oberlandesgerichts- rat Weicker, Darmstadt, 2. Vorsitzender, Vermessungsrat Bergauer, Darmstadt, Direktor Burk, Darmstadt, Direktor Göbel, Offenbach, Förster K l i p st e i n , Darmstadt, Regierungsrat Schneider, Darmstadt, Stadtkassedirektor Vogel, Mainz, Beisitzer, wurde einstimmig wieder- gewählt. Preußen. Kreis Wetzlar. ZI Wetzlar, 22. Juli. Der Beschluß der Gießener Stadtverordneten auf Bewilligung von zwei Millionen Mark für Schulneubauten hat auch in hiesigen Schulkreisen lebhaftes Interesse hervorgerufen. Die Bestrebungen der Wetzlarer Lehrerschaft zur Verbesserung Der Sch ul- verhältnisse sindin den letzten Monaten mit verstärktem Rachdruck betrieben worden. Es ist an« zuerkennen, daß Die Stadt in den neuen Gebäuden der früheren Llnteroffizierschule durch große .Umbauten eine erstklassige Schulstadt hat erstehen lassen, die mustergültig genannt werden kann. In dieser Schulstadt hat jedoch nur eine Volksschule untergebracht werden können, die übrigen Räume sind für Aufbauschule. Lyzeum und Berufsschule gebraucht toorben. Auch das staatliche Gymnasium drängt, wie wir b'ören, auf eine Verbesserung seiner Raumverhältnisse, die für die Größe der Anstalt zu eng geworden sind. Hier sollen nun Verhandlungen schweben, die eine Verlegung der Anstalt voraussichtlich nach der Spilburg, also der neuen Schulstadt, zum Zwecke haben. ns» Dutenhofen, 22 Juli. In der letzten Gemeinderatsfitzung wurde neben einigen sonstigen Geschästssachen der Haushaltsplan für 1927 durchberaten und in Einnahme und Ausgabe auf 100 700 Mk. festgesetzt. Die Schulausgaben haben sich gegenüber dem Vorjahr infolge der Erhöhung der Beiträge zur Landesschulkaffe und der Verringerung des Beschulungsgeldes um 2100 Mk. erhöht. Für die Erfüllung der von der Gemeinde auf Widerruf übernommenen Kirchenlasten mußten 700 Mark mehr eingestellt werden. Da in diesem Jahr Gelegenheit geboten ist, durch billiges Material einige Wege gründlich instand zu setzen, mußte der Kredit für die Unterhaltung der Wege um 2000 Mk. erhöht werden. Die Zinsaufwendung für die Gemeindeschulen erfordert eine Erhöhung von 600 Mk. und die Steuern vom Gemeindebesitz 500 Mk. mehr. Diese zum Teil vorübergehenden Mehrlasten konnten aus den übrigen Etatposten nicht ganz erspart werden, so daß die Geineindesteuerumlage, die 1926 300 Proz. betrug, für 1927 auf 350 Proz. erhöht werden mußte. 8 Dutenhofen, 22. Juli. Rachdem kürzlich für die hiesige Gemeinde eine Polizei- Verordnung erlassen ist, die das Befahren der steilen Dorfstraße mit Fahrrädern verbietet, hat die Polizeiverwaltung nunmehr im Einvernehmen mit den Gemeindevertretungen von Dutenhofen und Ahbach eine weitere Polizei- Verordnung erlassen, nach der der W i e s e n w e g von Atzbach nach Dutenhofen für Kraftfahrzeuge aller Art und für Lastfuhrwerke im Durchgangsverkehr gesperrt wird. Auch der Erlaß dieser' Verordnung war notwendig, well die Lahnbrücke und noch weniger die Wiesen- straße, die nur auf dem Barme der Gemeinde Atzbach leicht gedeckt ist,, dem schweren Auto- und sonstigen Verkehr nicht gewachsen ist. Bei nassem Wetter kam es häufig vor, daß die Wagen im Schlamme des Weges stecken blieben. Die angrenzenden Wiesen wurden dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen und total zerfahren. § Kinzenbach, 22. Juli. In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde der Haushaltsplan für 1927 durchberaten und verabschiedet. Er gibt im allgemeinen ein günstiges Bild von der Finanzlage der Gemeinde. Obgleich für die Vorarbeiten für den Bau einer Wasserleitung erstmalig 1000 Mark, für den Umbau des Stromnetzes 4000 Mk. und für die Erweiterung und Verbesserung des Friedhofs 3000 Mk. ein-, gefetzt find, und die Schulkosten um rd. 900 Mk. gestiegen find, kann es bei der Umlage von 200 Proz. bleiben, während die Gewerbesteuer mit 400 Prozent belastet werden mußte. Der Haushaltsplan schließt im übrigen mit 70 500 Mk. ab gegenüber 68 7Ö0 Mark im Vorjahre. — In der gleichen Sitzung des Gemeinderates wurde nachträglich für das O ch s e n f e ft in Wetzlar ein Beitrag von 20 Mk. bewilligt. CO Atzb ach, 22. Juli. In der- letzten G e - meinderatssitzung wurde der Gemeinde Haushaltsplan für 1927 durchberaten unb auf 91100 Mk. festgesetzt. Der Plan für 192C schloß mit 82 700 Mk. ab. Die Erhöhung ist in der Hauptsache auf die Erwerbslosenfürsorge zurück zuführen, an der die Gemeinde aber nur mit \r beteiligt ist. Zur Deckung des Fehlbetrages so!' die Grundvermögenssteuer mit 300 Prozent un> die Gewerbesteuer mit 200 Prozent belastet roerhfr. Im Vorjahr waren beide Steuerarten mit 300 Pro;, belastet. § Dorlar, 22. Juli. Der letzten Sitzung des Gemeinderats ging die Iagbvcr - Pachtung voraus. Cs gelangte zur Verpachtung der rechts der Lahn gelegene Teil der Gemeinde; der links der Lahn gelegene Tell ist dem seitherigen Pächter freihändig weiterverpachtet worden. Das Höchstgebot für den rechts der Lahn gelegenen Gemeindeteil wurde von Duisburger Jagdherren mit 870 Mk. abgegeben. Der Gemeinderat beschloß indessen, den Zuschlag nicht zu erteilen, weil dies Angebot zu gering erschien. Ob es zur öffentlichen Reuverpachtung kommt oder ob die Gemeinde unter der Hand ein höheres Angebot erstreben soll, wird noch erwogen werden. — Die Endung der Blitz« ableiteranlage an der Schule soll geändert werden und an die Wasserleitung erfolgen. — Auf den Antrag des Müllers A m e n d erklärte sich der Gemeinderat bereit, demselben den anstoßenden Berg nebst einem Stückchen Weg zum Preise von 600 Mk. zu veräußern, wenn das Lieberwandlungsrecht der Angrenzenden erhalten bleibt und der Antragsteller sämtliche Kosten übernimmt. — Sodann wurde der H a u s- haltsplan für 1 9 2 7 durchberaten. Es ergab sich dabei, daß die Finanzlage der Gemeinde noch recht angespannt ist. Immerhin war es möglich, den Ausbau des Ortsnetzes nach Block Dorlar mit den Zuschüssen der Interessenten sicherzustellen, für den Ausbau der Siedlungsstraßen die Zinsen und Tilgungsraten in den Haushaltsplan hineinzubringen, die Kosten für einen Lichtbildapparat aufzunehmen, einen kleinen Beitrag für die Erhaltung der Klostermauer bereitzustellen, ohne daß eine Erhöhung der Umlagen gegenüber dem Vorjahre notwendig war Der Haushaltsplan wurde daher auf 103 600 Mk. gegenüber 134 600 Mk. im Vorjahr festgesetzt. Die höhere Summe des Vorjahres erllärt sich aus dem Wasserleitungsbau. An Umlagen gelangen daher wiederum 300 Prozent der Grund - Vermögenssteuer und Gewerbesteuer zur Erhebung. -ei' Vetzberg, 22. Juli. Der heute vom Gemeinderat durchberatene Haushalts - p l a n für das Jahr 1927 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 38 900 Mk. ab gegenüber 38 000 M!. im Vorjahre. Da die Schullasten infolge der Er Höhung der Beiträge zur Landesschulkasse um 1000 Mark gestiegen sind, mußte die Umlage gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent steigen. Es gelangen daher 200 Prozent Umlage auf die Grundoer- mögensfteuer und die Gewerbesteuer zur Erhebung. )( Launsbach, 22. Juli. In der gestrigen Gemeinderatssitzung stand der Haushaltsplan f ü r 1 9 2 7 unb die Deckung des Fehlbetrages auf der Tagesordnung. Der Haushaltsplan hält sich im vorjährigen Rahmen. Ein höherer Kredit war erforderlich für die Erhaltung ^er Schule und für die Beseitigung der Hochwasserfchäden. Für letzteren Zweck muß die Gemeinde noch 1200 Mk. ausgeben, während für die Schule rund 1650 Mk. mehr benötigt werden. Die Gemeindebacksteinbrennerei bringt einen kleinen Ueberschuß. Es wäre möglich gewesen, mit der Umlage des Vorjahres auszukommen. Da aber die Gemeinde vor dem Bau einer Wasserleitung steht, wurde es für richtiger gehalten, die Umlage um 50 Proz. zu steigern und mit 270 Prozent zur Erhebung zu bringen, um damit 1500 Mark für die Deckung der Vorarbeitskosten für die Wasserleitung zu gewinnen. Der Haushaltsplan schließt im übrigen mit 69 800 Mk. in Einnahme und Ausgabe ab. § Salzböden, 22. Jull. In der letzten G e • meinderatssitzung wurde folgendes verhandelt: Die N a ch t w ä ch t e r st e 11 e ist seit längerer Zeit frei. Um sie hat sich ein Ortseinwohner gemeldet, dessen Forderung indessen zu hoch erscheint. Der Gemeindevorsteher soll deshalb mit dem Manne verhandeln, daß er seine Forderung ermäßigt. — Dem Ortsdiener wurde für die B c • a uf fi djti gu ng des Wasenplatzes und der Lehmgrube eine zusätzliche Entschädigug bewilligt. — Schließlich soll der Verbindungsweg an dem Schreinerschen Hause entlang gepflastert werden, wenn der Kreis bre erforderlichen Steine zur Verfügung stellt. Zur Deckung ber Kosten soll bemnöchst eine Anleihe ausgenommen werden. — Wegen der schlechten finanziellen Sage soll der beabsichtigte Brückenbau in der Gansweibe bis zum nächsten Jahre zurückge- stellt werben. — Die Gemeindevertretung erklärte sich mit ber Verlegung des Grabens bei dem Neubau Weber einverstanden, wenn Weber die gesamten Kosten tragen will. — Schließlich wurde ber H a u s h a l t s p l a n für 1927 durchberaten und in Einnahme und Ausgabe auf 37 800 Mark festgesetzt. Da für Verbesserungen an der Salzböde 250 Mk. Kosten entstehen, ferner für die Aus dem Amtsverküi.digungsblatt. ungsblat i rung der Dienstnachrichten. toof)i gerüstet. des zu getinj heftig Die IDAS Seitenpulver »$*£. IDAS Bleich-Soda MM Sinn immHIHH IDAS SdieuermiHel IDAS Feinborax 68391) Kein Herzklopfen Keine Magen- beseh werden nur Möbelvutr „wunderschön" Ernst rioll.SMMog. LlndennL 5. "’D ce3 h'.er dem Vermischtes Der Beifall-Zähler. erstreben soll, toitb w D>e Endung der 2lih, an der Schule soll «, an die Wasserleitung «. Kreis Usingen. —K— Drandoberndors, 22. Juli. Am kommenden Sonntag hält der Rassauische Feuerwehrverband seine 13. Bezirtsta- gung in unserem Orte ab, verbunden mit dem Stiftungsfest der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. älnscre E.nwohnerschaft ist zum festlichen Empfang der zahlreichen Gäste dieser Angelegenheit auf § 196 Abs. 1 Bürgerlichen Gesetzbuches. D. S. 3m allgemeinen ist der Defitzer Hundes haftpflichtig-, indessen läßt sich von aus nicht entscheiden, wer die Schuld an Vorfall trägt. Spielpsau Der Frankfurter Theater. Opernhaus. Erste Vorstellung nach den Ferien: Donnerstag, 11. August, abends 7 Uhr: Die Zauberflöte. Schauspielhaus. Sonntag, 24. 3uli bis Sonntag, 31. Juli, abends 8 bis 103/4 Uhr: Operettengastspiel: Der Rastelbinder. hab. auch blitzblanke Möbel, denn siegeln:. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) M. M. in Gießen. Wir verweisen Sie in Oberhessisches Sameuha^ Teleph. 641 Gießen Lindenplatz empfiehlt zur bevorstehenden Aussaat: Stoppelerbsen Wicken Senf Sommersamen in prima Qualität zu äußersten Preisen. machen. Tote Stellen werden ganz aus gemerzt und durch andere erseht, und so dient das Erfolgs-Barometer, das der Beifallszähler geschaffen hat, allen Mitwirkenden dazu, möglichst gutes Wetter bei dem Publikum hervorzurufen. „Ich machte kürzlich mit einem „Zähler" eine Bunde durch das Theater", schließt der Mitarbeiter der Zeitschrift. „Der Eindruck war überraschend. Ein Stück hatte eine Gesamtzahl von 45 Gelächtern, ein anderes von 450. Bei einer dritten Vorstellung benahm sich ein Zuschauer so, daß der Zähler ein „richtiges Lach-Erdbeben" feststelltc. Leider erwies sich dann, daß der Mann die Witze im Programm gelesen hatte. Ein anderer Herr in einer Loge machte ein undefinierbares Geräusch, worauf mein Begleiter eifrig „Lachen" hinschrieb, während ich den Eindruck hatte, daß der Mann schnarche..." Rundfunk-Programm dos Frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) Sonntag, 24. Juli. 8 bis 9: Morgenfeier, veranstaltet vorn Wartburg-Verein. — 11.30 bis 12: Die Eltern- stunde. — 12.30 bis 13.30: Mittagsständchen. — 15 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16 bis 17: Konzert des Männergesangvereins „Rheingold", Biebrich a. Rhein. — 17.30 bis 19: Uebertrogung aus dem Elberfelder' Stadion: Endlauf der Meisterschaft der Welt hinter Schrittmachern über 100 Kilometer. — 20: Uebertragung von Stuttgart: Französischer Abend. — Anschließend: Sportnachrichten. — Darauf bis 0.30: Tanz- Programm. Montag, 25. Juli: 16.30—17.45 Mr: Konzert des Hausorchesters: Französische Spielopern. — 17.45—18.05 Llhr: Die Lesestunde. — 18.45—19.15 Uhr: „Vom Werdegang des deutschen Schicksalstrvmes (geologischmineralogische Betrachtung)", Vortrag von Dr. Mordziol. — 19.15-20.15 Mr: „Das Buch Hiob", Vortrag und Vorlesung aus eigener Llebersetzung von Ilniv.-Prof. D. Hans Schmidt. — 20.15 Mr: Abschieds-Abend für Aida Stukering: „Francesca von Rimini", Tragödie in fünf Aufzügen von Silvio Pellico. Anschließend: Reue Schallplatten. v zur kmemKimewA empfehle 6682 D neue Korbflaschen, Demijohns und Saure-Ballons fofori ab meinem Laaer zu Original- Hüttenvreifen lieferbar. Eduard Dondner, (Stehen Flaschen, Korbflaschen und Liorkcn- Grokbandluug, ttcllereibedar,. Telephon 326,:: Telegr. Gondner, Steinstr. Hochschulnachrichten. Tagung der Deutschen Finkenschast in Würzburg. Eine Sitzung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Finken fand im Rahmen des D e u t- schen Studententages in Wurzburg statt und wurde eröffnet mit einem Referat von Prof. S z y m a n t, Göttingen, über die Freistundenten- schaft vor dem Kriege. Daran schloß sich eine grundsätzliche Debatte über die ideelle Richtung der heutigen Finkenschaft, und zwar besonders über die Frage einer politischen Einstellung. Es trat klar bei der weitaus größten Mehrheit als offenbare Notwendigkeit hervor, dem unverkennbaren Hervortreten der politischen Dinge in die Studentenschaft Rechnung zu tragen. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Finken ist gewillt, zur Mehrheit zu stehen. Sie steht auf dem Boden der Würzburger Verfassung der Deutschen Studentenschaft. Damit ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß in der Sach- arbeit mit der Minderheit die Verbindung behalten wird auf der Grundlage der Anerkennung der Befähigung und des Arbeitswillens des einzelnen. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Finken läßt durch ihren Arbeitsausschuß Richtlinien ausarbeiten, die den in Frage kommenden Gruppen zugesandt werden sollen mit der Alternative, sich ihnen anzuschließen oder nicht. Turnen, Sport und Spiel. Tennis. Auswärtige Siege von Gießener Tennisspielern. An dem großen allgemeinen Tennis-Turnier in Marburg a. L. vom 8. bis 11. Juli, an welchem sich erste Spieler u. a. aus Berlin, Kassel, Frankfurt a. M. und Darmstadt beteiligten, nahmen auch die Herren Dostroem. Kirchner und Werner vom Gießener Tennis-Club 1922 mit Erfolg teil. Cs wurden folgende Siege errungen: Herren Einzel, offen Klasse 1: W. Kirchner 3. Preis. Herren Doppel, offen Klasse k S. Dostroem, K. Werner 3. Preis, W. Kirchner, Hönisch (Frankfurt) 3. Preis. Herren Doppel mit Vorgabe: Dostroem, Werner (Vorgabe: bis 152/1C) 1. Preis. Gießener Tennisklub — Marburger Tennisklub 10:7. Am Sonntag, 17. Juli, halte der Gießener Tennis-Club 1922 den Marburger Tennis-Club zu Gast und siegte nach äußerst spannendem und vollkommen ausgeglichenem Spiel mit 10 :7 Punkten, 23 :16 Sähen und 201 :181 Spielen. Die Stärke der Gießener lag besonders in den Herren- Konkurrenzen, wobei von neun Spielen nur eins verloren wurde. Marburg dagegen hatte seine Stütze in den gemischten Doppelspielen, in welcher Konkurrenz sämtliche zum Austrag gekommenen vier Spiele an Marburg fielen. *• Das Amtsverkündigung Rr. 55 vom 22. Juli enthält: Die Einfüh _ amtlichen Trichinenschau: Lehrbücher für die Volksschule: Reichsherbergsverzeichnis 1927 28: Fernruf 1367 Gießen Balmhofstr.65B Große Auswahl in äußert. Die Stärke des Beifalles wird nach verschiedenen Graden registriert. Da gibt es donnerndes Gelächter, starkes Lachen, hörbares Kichern: dann Schreien vor Vergnügen, minutenlange 8 Gewieher und Gebrüll. Diese Kategorien gelten natürlich nur für das Lustspiel und die Posse. Beim Rührstück hat der Beifall-Zahler die Menge der gehörten Seufzer aufzuzeichnen: er berichtet etwa in folgenden Abstufungen: starres Schweigen mit einigen Hustenunterbrechungen, häufige Seufzer, leises Stöhnen, zeitweiliges Atemanhalten, zahlveiche „Ohs', häufige Benutzung der Taschentücher. Wenn der Beobachter Stücke besucht, in denen Ernst und Scherz abwechseln, dann muß er natürlich beide Gradeinteilungen benutzen, und bei Schauerdramen lommen noch Aeutzerunaen dazu, wie Cntsetzenschreie oder in Ohnmacht fallen. Der Berid)t des Drifallzählers wird dem Direktor übermittelt und von diesem sorgfältig mit den Schauspielern durchgegangen. Bisweilen nimmt auch der Verfasser an diesen Sitzungen teil und macht dann die überraschende Beobachtung, daß Stellen, bei denen nach seiner Meinung das ganze Haus „aus dem Häuschen" geraten sollte, unbeachtet vorübergehen, während ein paar faule Witze, denen er eigentlich nicht viel zutraute, „Gebrüll" Hervorrufen. Die Schauspieler erfahren aus diesen Angaben, welche Szenen und Bemerkungen sie besonders unterstreichen müssen, denn ihre Aufgabe besteht ja darin, aus einem einfachen Gelächter ein lautes Lachen und aus einem Lachen ein „Schreien vor Vergnügen" zu Londoner Theaterdirektoven. die . mit der Theatermüdigkeit des Publikums ringen und über seine Wünsche möglichst genau unterrichtet fein wollen, haben einen, neuen Beruf geschaffen: den Beifall-Zähler. Diese Leute werden. wie wir den Angaben einer Londoner Wochenschrift entnehmen, von dem Theaterdirektor und manchmal auch von dem Verfasser mit einem Text deS Stückes und einem Bleistift ausgerüstet: sie nehmen an den Vorstellungen auf einem Platz teil, von dem man das ganze Publikum beobachten kann, und haben die Aufgabe, an den Stellen eine Bemerkung zu machen, an denen das Publikum lacht oder sonst Beifall M Tju, n . M. .w -e 1 n b e r n ♦ i.b, gebrauchten Pianos | von P.m. 350.-an. 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Der heute r?- mrchberatene Housholtr 1927 schließt in Einnahme^ M ab gegenüber 38 M " > Schullasten infolge der zur Landesschulkasse um M mußte die Umlage gegeM- : Prozent steigen- 6$ 9” Umlage auf die «Mfflg iie Gewerbesteuer zur l Ätg iarÄS SSt» ss lemeinde vor omi rLSZ schein U-LL !ing mit her I011, ine Forderung ^ .es eine 3ull ich soll?e,rf - Beseitigung- aa - ohne Umbau - ?acarl -10jähr.GARANTIE« WEBER - Frankfurt a/M. Sandweg 6 -Tel. Carolus 46666 WW Vereid. Sch warn miacheerstflndlger ■0ujjr einoersta"^ schliß h Öüö0abe M fln V Do W Hoite" Stier- und Bockanlage 500 Mk. von der Gemeinde guzufchießen sind, weiter die Steuern und sonstigen Abgaben von dem Gemeindebesitz um 350 Mk. , höher einzusetzen waren, die Schullasten um 300 Mark gestiegen sind, für die Holzwerbung 350 Mk. mehr vorgesehen werden inußten, während der Ein- j nahmeüberschuß des Vorjahres sich gegenüber dem , letzten Etat verringert hat, war der Gemeinderat ; genötigt, eine Umlage von 360 Prozent auf die Grundvermögenssteuer und Gewerbesteuer zu beschließen. OO Odenhausen, 22. Juli. In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde den Sportvereinen das Gemein de gelände auf b e r Au zu ihren Hebungen zur Verfügung gestellt — Sodann wurde der Etat für 1927 Lurchberaten und in Einnahme und Ausgabe auf 35 760 Mark festgesetzt. Zur Deckung des Feylbe- träges wurde eine Umlage von 360 Prozent auf Me Grundvermögenssteuer und 200 Prozent auf die Gewerbesteuer beschlossen. Es tritt damit gegenüber dem Vorjahr eine Ermäßigung der Grundvermögenssteuerbelastung um 40 Prozent ein D es war nur dadurch möglich, daß der Haushaltsplan sich in den bescheidensten Grenzen bewegt. __Aus dem Kreise Wetzlar, 22. Juli. Während die O b st e r n t e im Vorjahre nur teilweise die Obstzüchter befriedigte, dürfen die diesjährigen Ernteaussichten als sehr günstig bezeichnet werden. Ramentlich sind es die Apfelbäume, die nach einigen Jahren wieder eine Vollernte bringen werden. Die Birnbäume zeigen trotz der reichen vorjährigen Ernte einen recht guten Behang, in besonderem Maße ist dies bei dem Spalierobst zu beobachten. Seit der letzten Rekordernte im Jahre 1923 wollen die Zwetschenbäume nicht mehr recht tragen, ihr Fruchtansatz ist ja nach Lage und Alter der Bäume verschieden, als Durchschnittsergebnis wird eine Mittelernte zu erwart eia sein, während Mirabellen- und Pflaumen- bäume wieder reichlich tragen. Kirschbäume, die nur in einigen Gemarkungen des Hüttenbergs und in nördlichen Gemeinden unseres Kreises in größerer Anzahl vorhanden sind. brachten auch recht befriedigende Ernteerträge. Kreis Marburg. sch. Marburg, 22. Juli. Der hiesige Magistrat hatte bekanntlich einen Preis auf das beste Marburglied ausgeschrieben. Es stnd 345 Einsendungen erfolgt. Das Preisgericht hat seine Tätigkeit nunmehr beendet. Den Anforderungen, die es stellte, hat keines der Lieder voll entsprochen. Dem Preisausschreiben zufolge muhten die drei besten Lieder prämiiert werden, deren Autoren Miversitätsprofessor Dr. Ion- svn Köln, Hans Ludwig Lirkenbach, Mainz, und Paul Warnke. Reu-Babelsberg, stnd. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 22. Juli. Ein zur Zeit im Städtischen Krankenhause befindlicher 44 Jahre alter Kellner hat sich rn der vergangenen Rächt gegen 4 Mr nrorgens aus dem zweiten Stock des Krankenhauses auf dre Straße gestürzt. Er war sofort tot. — Dor einer Wirtschaft in der Kronprinzenstraße entstand in der vergangenen Rächt zwischen mehreren Personen eine schwere Schlägerei, bei der es blutige Köpfe gab. Schsteßlich schritt das äleberfallkommando ein und stiftete zwischen den Kampfhähnen Frieden. — Auf dem Wiesenhüttenplah wurde gestern eine 28jährrge Frau in hilfslosem Zustande angetroffen. Da anscheinend Lhsvlvergistung vorlag, wurde sie durch die Rettungswache ins Städtische Krankenhaus eingeliefert. Groß - Wiesbaden. Wiesbaden. 22. Juli. Der 31jährige Schlosser Ludwig Urbanaus Erbenheim rutschte auf dem hiesigen Hauptbahnhof, als er sich gerade zu seiner Arbeitsstätte nach Rüsselsheim begeben wollte auf dem Trittbrett des Eisenbahnzuges nus. Als er sich festhalten wollte, schlug er so heftig gegen ein Wagenfenster, daß er sich die Pulsader durchschnitt. Er mußte in bewußtlosem Zustande ins Krankenhause eingehefert werden. • undfist" W T !tDcrMteii<>r •0011200 0U D-r RUer mit 400qi,;roi - sin J! gegenüber fiB « ein $t* Mtra9 von 20 /io,,,''»''M'» 6, ÄbÄ ,em™b'X'2±: « Steuerarten mit 300$’ Äft™ M i i lveiterder, Mftgjot für den rette Genienideteil wurde Z en m i 07.1 . vr Pianohaus Körb e yol k Eie r ^bjlhjerFulteruns^rmF^ Musfefor das anerkannt erfolgreichste Geflügel futter ist unentbehrlich für jeden Geflügelhalter, der eine Zucht gewinnbringend gestalten will. Ohne Möshalor-Fülterang keine Lfeistungszutiil! Verlangen Sie kostenlos die Broschüre .Rationelle Geflügelzucht“ bei der Raiffeisen - Hauptgenossenschaft Frankfurt a. M. oder dem nächstgelegenen Raiffeisen-Lager. 6495 das beste für d/e pMsthe Hausfrau Generalvertrieb und Auslieferungslager: Raebel&Beisenkötter Frankfurt a. M. Fichardstraße 38. “""sl Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 24. Juli. 6. Sonntag n. Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 : Psr. Wahr. Zugl. Christenl. f. d. Reukonfirmierlen a. d. Olkatthäusgem. 91/,: Pfarrvikar Hertel. Johanneslirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Reukonfirmierten aus der Lukasgcnieinde. ",10: Pfarrer Ausfeld. Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Fohannesgemeinde. 8: Bibel- besprechung im Iohannessaal. Pfarrvikar Hertel. - Großen-Linden. Rachm. 1: sPfarrvikar Hertel- Gießen.) - Sich. 9'/,: Pfarrer Ködding-Eberstadt. 2: Stiftspfarrer Schorlemme^ - Wieseck. 97,: lPfarrassist. Geih-Lollar). — Kirchberg.|10. Rachm. 17,: Missionssest. Pfarrer Staubach. 2. Missionar Lauf. Kollekte. — Watzenborn-Steinberv. 9. Hausen. 9' ,. - Garbenteich. 1: (Pfarrer Krämer- Steinbach). Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 23. Juli. 47, und 7: B. ichte. Sonntag 24. Juli 7. Sonntag nach Pfingsten. 6V, Beichte. 7 Meße, Korn, der Trauen, 8 Korn., 9 Hochamt m. Pred., 11 Meße m. Pred., 2 Andacht. — Grünberg. 97, Messe mit Predigt. — Hungen. 97, Hochamt mit Predigt. — Lich. 77, Hochamt mit Predigt. _______________________________ Sorintnasfirnst o.Per.ttc N- Apotdcken am 54.7.27 Dr. Ptoch. Dr. Schaffer. Enaelavotbeke. Zaduarzt: Dr. Gonter '-“D Sprechstunden der Nedaktior:. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen Für unverlangt eingcsandte Al a n u s k r i p t e ohne beigefügtee Rückporto wird keine Gewähr übernommen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschästsstelle zu richten. CYxXOV Schuhfabrik Bu/zbach Die Que/itaismarke ..........iiiiiiiiiiiii/iiiz^ !o 'vKZ jf ii Solidität 68371 das ist: Preis Würdigkeit Dauerhaftigkeit sparsames Arbeiten leichte Bedienbarkeit bequeme Wartung aufs beste vereinigt im Gas-Gerät Bahnhofs-Restaurant Gießen Sonntag, den 24. 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Wohnungsbeschaffung d.den Verkehrsverein WiirArMWM Mtn-Meii! Kirmes eaö, dteFraareaS grüß Ihr Leut ean Leanne eas woaS luS. Wann die Musikannte blonse Wird fnn Maadche stleh gelousc. Junge Leulcher dou sich iroc Bei„Baienzta"Foxlrotlschiwe. Ean die Liesbeth merrem Balser Dnazk de Polka ean de Walzer, Dann de Aalt tarn Knewtl- boat Kanns näit nooch de naue Oat. All die Küche sei geroure... Hei! WoaS richl's nooch Wascht ean Groure. Harr ich m'sch doach gleich gcdoacht, Use Wirt hot fresch geschloacht. „Jhrtng-Dielchor-Bäter, Ltch" Last aach aus em Fatz fir Dich. Doarim goarnäit lang besonne. Viel V'rgnige, hibsche ©tonne 5kannste vlus bis Sonndoag seanne: »Os de KirmeS hät ean Leanne." ES laden freundlichst ein: Die Men öer MtWsk „M Betiftof und der Kirmeswirt. 05423 Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Die Musik wird auSgesübrt von der Reichswehr - Kapelle Gieken. Reise ohne Bargeld mit dem Reisekreditbrief der Bezirkssparkasse (iiefien 5972 D Palast-Lichtspiele Bis einschließlich Sonntag: lädchenhandel Eine internationale Gefahr in 7 Akten auf Grund bisher noch nicht veröffentlichter Dojjtmtitte mit Unterstützung des Nationalkomitees z* Bekämpfung des Mädchenhandels. Die Aufnahmen erfolgten im Orient, Konstantinopel, Balkan,Budapest,Athen und anderen Städten Griechenlands u. bieten landschaftl. nicht zu überbietende Reize. Alle Eltern und Erzieher müssen diesen Aufklärungsfilm sehen! — Jugendliche haben keinen Zutritt! Außerd.Das reichhalt.,lustige Beiprogramm Astoria-Lichtspiele -- Bis einschließlich Sonntag wieder ein erstklassiges Programm: Der Liebling aller Kinofreunde, TOM MIX, in Der Kampf im Pulverturm Großer Abenteurerfilm in 6 Akten. — Ferner: Das Schloß der einsamen Menschen Spannendes Sensationsdrama in 7 Akten. ________ __ 6838c Drucksachen aller Art KöÄ die vrühl'sche UniverfitSls-Vrockerei, R. Lange, Eiehen, §chulftr. r Cale Ernst Ludwig Heute abend 830 Uhr TANZ bis 4 Uhr geöffnet 6850c Saalbau Sauer Morgen Sonntag 05417 ij-C-Ploekstr- 5-iLr. W ILC- Plodcstr. 5.I LC, Kurverein Braunfels Sonntag, den 24. Juli 1927, BRUNNENFEST in der Lindenallee des Schloßgartens KONZERT TANZ Beginn nachmittags 4 Uhr Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle Huppfeld, Weilburg. 666 5D Heute abend TANZ 6864 D KSlIMWl Mrti Bringe meine Lokalitäten sowie Gärten in empfehlende Erinnerung. MT61 Die neue KLEIN-ADLER Modell 2 tonn zu Mark 190.00 bedeutet eine Umwälzung auf dem Schrei b m aschin en m ar k t Verlangen Sie bitte unverbindliche Vorführunff und Prospekte der neuesten ADLER-Modelle. Generalvertreter f. Gießen u. Umgebung HEINRICH NOLL,Gießen IHänabarg 7 / Bnreanbedar! Telephon 273 Beachten Sie meine Auslagen! Nach Wiederherstellung von den Folgen eines Unfalles halte ich wieder regelmäßig Sprechstunden ab. Dr. Mß. Walter Nalech Neuen Bäue 22. 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Angebote sind verschlossen und postfrei mit entsprechender Bezeichnung versehen, bis Samstag, den 30. Juli 1927, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst Eröffnung in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber erfolgen wird. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 22. Juli 1927. Hess. Hochbauamt, Zweigbureau Hautklinik. I. 2L: GeibeL Arbeitsvergebung. Für das Universitäts-Versuchsgut „Unterer Hardtaut" soll die Herstellung von etwa 7700 lfd. Meter Drainagen in einem Los öffentlich vergeben werden. Pläne, Kostenanschlag und Bedingungen liegen auf unserem Amt, Frankfurter Straße 29, offen. Angebote sind in Prozenten der Voranschlagspreise schriftlich zum Eröffnunostermin am 30. d. 21t, vormittags 104 Uhr, bei uns einzureichen. Freie Auswahl Vorbehalten: Zuschlagsfrist 3 Wochen. 6825D Gießen, den 19. Juli 1927. Hess. Kulturbauamt Gießen. H. Steinbach, Reg.-Baurat. Arbeiisvergebung. Unter Hinweis auf die Verdingungs- oorsckriften sollen nachstehende Arbeiten bei dem Neubau des Med.-wissenschaftl. Instituts in Bad-Nauheim vorbehaltlich der Genehmigung des Zuschlags durch das Ministerium der Finanzen vergeben werden: 6851C 1. Zimmerarbeiten: 48 cbm Tannenholz zu liefern, 2800 m Tannenholz zu bearbeiten, 110 m Dachbruchgesims herzustellen usw. 2. Dachdeckerarbeiten: 1200 qm Dachflächen mit Ziegeln als Kronendach einzudecken usw. 3. Spenglerarbeiten: 130 m Hängekandel und 50 m Abfall- rohre aus Kupferblech, 12 m Standkandel und 12 m Hängekandel aus Zinkblech, 30 St. Dachgauben aus Kupferblech usw. 4. Blihableiteranlage: 3 Kupferspitzen, 70 m Leitungsdraht, eine Erdplatte usw. 5. Zentralheizungsanlage: (Anschluß an die Fernheizung) 315 qm Heizfläche in Form von Radiatoren, 1500 m Heizungsrohre, 2 Gegenstromapparate usw. 6. Jnslallationsarbeiten: 200 m DNA-Rohre, 330 m Wasserleitungsrohre, 6 Klosetts, 150 m Gaslei- ttmgsrohre usw. Die Angebotsformulare sind von unserem Zweigbureau in Bad-Nauheim, Badehaus 8, zu beziehen, wo auch die Zeichnungen und Bedingungen eingesehen werden können. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote über Zimmer-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten, sowie der Blitzableiteranlage bis Mittwoch, den 3. August d. I., und über Heizungsanlage und Jnstalla- tionsarbeit bis Samstag, den 13. August d. I., jeweils vormittags 10 Uhr, an unsere Zweigstelle in Bad-Nauheim, Bade- haus 8, erbeten. Eröffnung in Bad-Nau- Heim im Beisein der erschienenen Bewerber vormittags 11 Uhr. Zuschlagsfrist 5 Wochen. Friedberg, den 20. Juli 1927. Hess. Hochbauamt. I. V. Metzger. Statt Karten! Die Verlobung unserer Meine Verlobung mit Frau- Tochter Hildegard mit lein Hildegard Schußler #errn Gerlchtsreserendar beehre ich mich anzuzeigen Wilm Hauck geben wir hiermit bekannt Wilm Hauck Louis Schüßler Gerichfsreferendar u.Frau Smma geb. Stein Gießen, im Juli 1927 6833D Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Minni Herrmann Eugen Kuhn Dresden, Weißer Hirsch Lich Lich, Gießener Str. 1 Iuli 1927 Weckesheim ....................ämi. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Studienassessor Or. August Bläßer und Frau Gertrude geb. Trabert 23. Iuli 1927 Gießen, Wilhelmstraße 53 i i t:.................r......, M1D Statt Karten! Pfarrverwalter p. König und Frau Annemarie geb. Schmidt zeigen die Geburt eines gesunden Töchterchens an Groß-Sichen/Gießen, 22. Iuli 1927 ...........................................................NU..- Für die uns zu unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Ludwig Schäfer und Frau Margarete geb. Will Häusermühle, im Iuli 1927 LMM ofenferttg, von 5Ztr an, liefert äußerst billig frei ans HauL I.Wellhöfer Marburg. Str. tlllllllllllllÜUIIIIIIIIIIIIIIIID la Handkoffer Achtung t Herren-Sohlen und -Absätze 4.2L) M Damen-Sohlen und -Absätze 3.2C M Genahte Sohlen . . meyr l.OLl M. 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Er kommt ins Abteil gestolpert, seine sämtlichen Gepäckstücke fallen au den Boden, rasch liest er sie zusammen, verstaut eines unter dem Sitz, zwei auf dem Neben- plalz, drei im Gepäcknetz, eines fallt herunter und zerbricht ihm den Zwicker, wie von der Tarantel gestochen faust er hinaus und durch die Sperre, weil er einen Koffer dort stehen ließ, eilt wieder zuruck, hatte vergessen, den eigenen Platz zu belegen, so daß jetzt ein anderer draus sitzt, er sängt einen Mordskrach an, der Schaffner kommt, er soll den Fahrschein vorweisen, der ist nirgends, nicht im Portemonnaie, nicht in der Brieftasche, in keiner Tasche, am wenigsten in der Billettasche, die zitternden Finger tasten umher, endlich steckt er hinten im Hutband, er lautet aber auf 3. Klasse, und hier sind wir zweiter, Umzug in den anderen Wagen, jetzt fehlt der Schirm, der Zugführer pfeift, rasch noch eine Zeitung kaufen, schwitzend und atemlos wieder ins Abteil, der Zug fährt, „hier erstickt man vor Hitze!" Fenster auf, „hier zieht es!" Fenster zu, „hier kann man vor Zigarrenrauch nicht atmen!" Fenster auf---. Diese Reisenervosität hat schon jeder miterlebt, von einem einzelnen, von einem oder beiden Teilen eines Ehepaares, und erst recht von Bater oder Mutter mit den drei Kindern. Sie ist subjektiv sehr unangenehm und erschöpfend, auf den Zuschauer wirkt sie freilich meist belustigend, — wenn er nicht etwa selbst angesteckt wird. Es gibt aber eine andere spezifische Reisekrankheit, die viel ernster zu beurteilen ist und auch unter Umständen weitertragende Folgen mit sich bringt als einen zerbrochenen Zwicker und ein stehengelassenes Gepäckstück. Das ist das eigentliche Reisefieber. In den medizinischen Lehrbüchern wird man es weder unter Reise noch unter Fieber finden, aber seine Nichterwähnung schafft es nicht aus der Welt. Im Grunde ist es nur ein stärkerer Grad des soeben geschilderten Leidens. Es spielt sich aber im wesentlichen nicht während, sondern vor der Reise ab. Im Gegenteil: wie die Seekrankheit verschwindet, sobald der Patient wieder festen Landboden unter den Füßen spürt, so schwindet das Reisefieber in der Reael, sobald die Reise begonnen hat. Eine gewisse Aehnlichkeit des Reisefiebers mit der Examens-, Premierenangst usw. ist unverkennbar. Wissenschaftlich ausgedrückt, kann man von einer E r w a r t u n g sN e u r o s e sprechen. Verstärkt und kompliziert wird die Krankheit dadurch, daß sie zeitlich meist mit der allgemeinen nervösen Herabstimmung zusammenfällt, wie sie dem Ende der Arbeitsperiode und dem Beginn der Urlaubszeit naturwendig entspricht. Die Anzeichen des Reisefiebers sind leicht zu erkennen. Bei dazu disponierten Personen treten in den Tagen vor der Reise Erregungs-, seltener Depressionszustände auf. Sie steigern sich, je näher die Reise kommt und erreichen ihren auffallenden Höhepunkt am Tag und in der Nacht vor der Abreise. Eine fieberhafte Geschäftigkeit sticht zunächst hervor. Die Furcht, etwas Wichtiges unerledigt zurückzu- lassen, treibt den bedauernswerten Patienten rastlos von Ort zu Ort. Die Angst, Unentbehrliches zu vergessen, läßt ihn Tag und Nacht grübeln, aufschreiben. fragen, telephonieren, disponieren, ein» kaufen. Ihr folgt zuletzt im Höhestadium der Krankheit, die Befürchtung, trotz aller Bemühungen mindestens ein Fünftel des Notwendigen oergeffen zu haben, und nach Beginn der Reife die sichere Entdeckung, daß man drei Fünftel vergessen hat. (Jetzt ist es allerdings in gesundheitlicher Beziehung gleichgültig, denn die Krankheit ist abgelaufen.) Vor dem erhitzten Gehirn steigen wechselnd Bilder aller erdenkbar unangenehmen Reiseunfälle und .zufälle auf. Der Zug wird sicher versäumt, — so wird befürchtet. Drei Wecker werden übereinstimmend auf die bestimmte Stunde gerichtet, aroci dienstbare Geisler müssen wecken, aber die Angst zu verschlafen, läßt den Kranken trotz allem kein Auge schließen. Schmerzen verschiedenen Ursprungs stellen sich ein: quälende Blinddarmschmerzen, Schluckbeschwerden, Ohrenschmerzen, Magenverstim- mung mit Erbrechen und heftigen Durchfällen, die Körperwärme ist vielleicht wirklich, wenn auch nicht fieberhaft, so doch leicht erhöht, der Puls jagt, die Augen brennen. In schwierigen Fällen macht das Reisefieber die Ausführung der Reise in der Tat zunächst unmöglich und verzögett sie um mindestens ein oder zwei Tage. Zweifellos werden mehr Männer als Frauen vom Reisefieber und auch von der sonstigen Reisenervosität ergriffen. Ob das auf einer natürlichen Veranlagung beruht, bleibe dahingestellt. Mindestens in nervöser Beziehung sind ja die Männer das schwache Geschlecht. Aber vielleicht tritt die Krankheit beim Manne nur deshalb mehr in Erscheinung, weil ihm auf der Reise meist die Führerschaft und damit die Verantwortungsangst zu- sällt. Im Augenblick des Reisebeginns, ja gewöhnlich schon auf der Fahrt zum Bahnhof, ist die Stran^eU vorbei oder sie geht in die mildere Form der gewöhnlichen Reiseneroosität über. Die Behandlung des Reisefiebers ist nicht einfach, in schweren, chronischen Fällen fast aussichtslos. Häufig erweist es sich von Vorteil, die Abreise auf den Abend zu verlegen. Dann fällt wenigstens der nächtliche Krankheitsanfall oft weg. weil der Kranke nicht auf das Wecken wartet und auch die Empfindung hat, Versäumtes am nächsten Tage noch nachholen zu können. Das läßt sich indes nicht verallgemeinern, individuelle Behandlung ist oberster Grundsatz aller Hilfsmaßnahmen. Wichtig ist das Verhalten der Umgebung, namentlich des anderen Ehegatten. Mit brüsker Ablehnung ist nichts geholfen. Am besten ist es noch, auf die schrullenhaften Ideen einzugehen, sie bis zum Ende mit durchzudenken und durchzusprechen. Dabei ergibt sich ihre innere Haltlosigkeit meist von selbst. Gut ist möglichste Ablenkung durch angespannte andere Tätigkeit. Unmittelbar vom Bureau, von beruflicher Tätigkeit zur Bahn zu eilen, bewährt sich als gute Hilfe. Ein Beruhigungspulver in der Nacht vor der Reise hilft in den seltensten Fällen, wie überhaupt derartige Mittel dem Reisefieber gegenüber in der Regel versagen. Ein empfehlenswerter Trick ist es, die Wartezeit möglichst abzukürzen, also im letzten Augenblick einen Tag früher zu reifen, als ursprünglich geplant war. Im übrigen sei folgende Ordination für den nervösen Reisenden — unter ständiger Befolgung des Leitspruches „Ruhe! Ruhe! lieber Freund! — zu gewissenhafter Beachtung und Befolgung eindringlichst empfohlen. 1. Schreibe dir alles vorher genau auf: Züge, Anschlüsse, Hotels, Reiseplan usw. Auch wenn Aenderungen eintreten, wird das Gerüst des schriftlich Festgelegten gegenüber nervöser Beunruhigung immer Halt und Hilfe bieten. 2. Zähle die Anzahl deiner Gepäckstücke (einschließlich Mantel, Schirm und kleiner Kinder). Du brauchst dann dein Gedächtnis nur mit der einen Zahl zu belasten und bist jederzeit in der Lage, festzustellen, ob du alles bei dir hast. 3. Gib Gepäck am Vorabend auf und nimm dir da auch die Fahrkarte. Die Fahrkarte bewahre immer (i m m e r!) an der gleichen Stelle auf (immer!). 4. Gehe so frühzeitig auf die Pahn, daß du a) im Fall eines Trambahnaufenthaltes auch noch zu Fuß hinkommen kannst, b) einen richtigen Platz wählen kannst, c) dir in Muße noch die Zeitung kaufen kannst. 5. Laß' dich ruhig wegen deines Frühkommens auslachen: du brauchst dann auch nicht zu meinen, wenn andere am Schlüsse sich recht abhetzen müssen. 6. Nimm dir Schokolade in die Tasche, damit die Angst vor etwaigem Verhungern schwindet, 7. und letztens und bestens: Wenn der Zug anfährt, dann laß deine eingebildeten Sorgen los und wirf die Nervosität über Bord. Denke dir: alea jacta est — jetzt ist.die Reise begonnen, jetzt kommen alle Ueberlegungcn doch zu spät! — und jetzt wollen wir mit Lust und Ergebung und Neubegier auf die vielen schönen Abenteuer warten, die unser auf der Reise harren — wie auf des weiland Herrn Dr. Katzenberger abenteuerumgürteter Badereise. Schwabenfahrt. Don Hans Dege. Wir waren dep ganzen Tag gewandert durch das schöne Schwabenland. Sonne und Wind hatten uns durchleuchtet und durchweht. Es war wunderbares Wetter. Wie aus hellblauer leuchtender yeide gespannt, hing der Himmel hoch über der grünen Erde. Die Sonne lachte hernieder und ein leichter frischer Wind macht« das Wandern zur Lust. „Augen, meine lieben Fensterlein, trinket was die Seele hält von dem goldenen älebersluh der Welt." Durch saftige Wiesen und fruchtbare Felder, durch dunkle Nadelwälder, untermischt mit hellgrünem Laubholz, geht der Weg. 2m Hintergrund die sanften Wellen von Berg und Tal. Vorbei an Burgruinen, die in romantische Täler hinabschauen, Samstag, 25. Juli (927 über träumende Waldwiesen, in das Tal der Kocher, die zwischen den Limpurger und Mainhardter Bergen rauscht und ihr altes Lied von Freud und Leid uns singt, nach Hall, der uralten Sckhstadt. Arnphithcatralisch baut sich die alte Reichsstadt zu beiden Seiten der Kocher auf und macht mit ihren vielen Türmen, mittelalterlichen Baudenkmälern, stattlichen Kirchen, tiefen Gassen mit alten Häusern, eingebettet in das Grün der Gärten, einen heimlich schönen Eindruck. Durch allerlei Funde ist es erwiesen, daß schon die Kelten im Jahre 400 v. Ehr. die Salzquellen kannten und ausnutzten. Später zur Zeit des Kaisers Julianus Apostata erwähnt der Schrift steiler Ammianus eine Saline, die er Capella- tium vel Palas nennt und um deren Besitz die Burgunder mit den Allemannen in Streit lagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich hierbei um die Hallquelle. Im Laufe der Zeiten ist dann die Kenntnis von dem Vorhandensein der Salzquelle in Vergessenheit geraten und erst im 9. Jahrhundert hat Graf Heinrich von Westheim sie wieder entdeckt, auf seinen Jagden im Walddickicht des Kochergrundes. Jetzt liegt das Soolbad reizend anmutig mitten in Hall auf einer Insel im Kocher. Erhöht über der Stadt sieht man die wiederausgebaute Ruine der Feste L i rn p u r g liegen, wo einst die Schenken von Lirnpurg hausten. Weiter ging die Wanderung und nun haben wir nach einigen schönen Wandertagen durch das gesegnete Land Tü b i n g en,'die alte Musenstadt, erreicht. Eine der herrlichsten Perlen des an landschaftlichen Schönheiten so reichen Schwabenlandes liegt da am grünen Neckar. Eine Bergstadt — ein Auf und Ab der Gassen, die sich in allerlei Formen und Linien dahin? schlängeln und ein wundervolles malerisches Durcheinander geben. Köstliche barocke Bilder sieht man, und dann wieder eins, daß wie überflutet erscheint von innigsten tiefsten Stimmungszauber, tiefe grüne Gartenwildnis, vergessene Winkel. Immer wieder ein anderes Bild, immer wieder ein anderer Eindruck. Llhland grüßt uns. — Ein leidvolles Sinnen will uns überkommen, da wir in tiefer Garteneinsamkeit den Hölderlinturm entdecken! wo der unglückliche Dichter vierzig Jahre durchlebt. — Doch zu strahlend ist der Tag, so reich und lockend das Leben--und es behält wieder einmal recht gegenüber der leidvollen Vergangenheit, die uns in ihren Bann ziehen will. — — Bald sitzen wir in einer traulichen Schenke am Neckar, vor uns einen guten Schwabenwein, und halten Rast. Oben auf der Höhe liegt das Schloß mit seinem prächtigen alten Vortor und der verwunschenen Tiefe seiner verwachsenen grünen Gräber. Herrlich ist auch der Ausblick in das belebt« fruchtbare Neckartal, in das liebliche Steinbachtal. Weiter geht es. In Blaubeuren machen wir Rast. Blaubeuren ist berühmt durch den alten Blaubeurer Altar aus dem Jahre 1500, 2645 D Kloster Anisbmg bei Lich 3893D tags) 9.48. ab Londorf 19.32 62481) O8610 bild 5764V Schlofe Wildberg anatoritim Luftkurort Waldeck Luftkurort, Sommerfrische k tr Belesen an der iröfitenTalsperre Europas u. Sdiloß-Waldedt Mdhaus„hudenus Hotelu.KurhausHöhle Benekestr. 6—8 (Dir. Armin Hanke) Telephon 2096 aSkaMche- CoUBoöio ’ Oberhestea Frankfurt a. M. Schönster Ausflugsort Auskunft erteilt der Verkehrsverein (Sin altertümliches, idyllisch gelegenes Äurgstädtchen. Verpfl. von 4 Ml. an. Näh. durch den Verkehrsverein. Luftkurort Dillenburg 250 m ü. M. Herrlicher Ansllnasort Im Dill- tal. Preiswerter Wochenaufenthalt für Touristen und Kraftfahrer. Waldreiche Umgebung; lohnende Ausflüge; schöne Aussichtspunkte. Städt. Kurhaus dir. am Walde. Wilhelmsturm mit oranischem u. Altertumsmuseum. In Hotels und Gasth. anerkannt gute Verpflegung. Mäßige Preise. Autogaragen. Sonntagefahrkarten. 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Bon unvergleichlichem Lenzeszauber umwoben bietet sich auch Heuer wiederum, und diesmal, dünkt es uns, in ganz besonderer Schönheit, das Kleinod unter Deutschlands Bädern, Bad Salzhausen, den Blicken des Besuchers dar. Worte vermögen den Liebreiz dieses Bildes nicht zu schildern. Die Saison hat begonnen. Die Fülle der Vorzüge des einzigartigen Dadeidylls, Natur- herrlichkeit, Heilkraft seiner Quellen, köstlichste Lust, vortreffliche ilnte-rfunft und Verpflegung, wundervoller alter Park, Waldreichtum, interessante Umgebung, haben durch wesentliche Verbesserungen. Erweiterung des Kurhauses, Neu- gestältung des Badehauses, Erneuerung des Kon- »«. i ■ p-. .tm. ■ i«n.» i»ir Hei von kauch. qitrudi Ohne iSihlaclce, ohne wenden wir uns rechts zum Bahnhof f e l s, von wo wir heimfahren. Dauer derung ungefähr 5 Stunden. Neiseroinke. Bad Salzhausen. Großstadt wirklich erholen, sich Stunden wahrer Erquickung verschaffen will, komme nach Salzhausen. Er wird's nicht bereuen. die etwas kürzere Strecke (blaues Dreieck): beide enden in Leun. Nach Ueberschreiten cP feil2 .; ■Whr 1926 erbrachte 'M '£> <283 9Z1) Dari. benr chmbungen von 632 Bit 15 Mein Si® 18020) CfHart verbleibt 3i von 1133194 (107969’ e Debitoren haben sich flv art erhöht- Aus der Dassii. von 914183 (614376) Stahlwerke. Die IG roreitete Äachricht, daß di, irrige Doselsche Palet v°i en Königs- und Laur-lhüt! id unzutreffend. Die Qkt haben Aktien der König» er aus dem früheren 2ofe! n anderer Seile erworbei । alle an diesen angebliche Kombinationen, fkundenvergütung ii 3m Konflikt zwischen ter DMeitungen und den c t das deutsche Bankgeld tenorganisationen Ker tii ,, mein Herr, mein fflient b- nen Diebstählen verloren. sc rSer höchst merkwürdig, ^ icht abläßt", °»rs der Pol'zr hat es nicht den 3*” Men in Christlania JiJJrH Wollen Sie l° lreunblid’ ich wirklich mt-relMn,"^ otiZblock hcrvolZickvd 'M SMs SS&SS wird die Pdi'-k n* di *!* sä«’*: 1'AmA* v autrafl und sagt! erte den D43,5 148.5 154 242.25 177 75 235 164 5 160 25 168 184 1197,25 284.25 137 86,5 294 17,25 118.2: 215,5 135 102 187,5 86 144.5 225,5 223 143,75 148.75 153,75 244 177.75 236,5 164.75 161 168.25 246 144,5 170,75 Nagendes Geheul erschallen, das dem des „tas- manischen Wolfes" ähnelt. Unter den Säugetieren gibt es auch so manche, dessen bezeichnende Laut- gebung noch wenig erforscht sind. Die Klippdachse z. CB., die gegen einen Feind mit Zischen vorgehen, haben als Freudenäuherung ein sanftes Gescknurre, das fast wie ein Singest sich anhört; des Nachts klingt ihr Geschrei bisweilen wie der Ruf böser Geister. Alle Antilopen grunzen, haben aber in der Freiheit auch noch andere Laute. So gibt es auf diesein Gebiet noch vieles aufzullären. 119,25 157,25 170.5 169 206.5 182 272 167.75 180.5 192.75 131 103,5 98 5 126,65 267,25 220 25 182 l 139 4 I 27 j 178.5 1 184 • i 235 318 152.75 135.5 100.5 144.9 148.75 153.5 178,6 «37 165 161 170.25 253 170,5 Trancradio. . . . . Labrnever & So- ■ ■ BuderuS . Deutsche Ervöl . . Essener Steinkohle Gelsenkirchener . Harvener ... Hocsch Eisen . . . . Ilse SBetobau . . . Klöcknerwerke . . . Köln-Neuessen . • ManneSmann ■ • ■ I börle (18.25 . 163 1 — I 167,5 | -05 272.8 ! 166.75 । 189.75 I 125,75 263,5 176 139.13 175 183.13 110.25 213 134 99,5 87.5 145,76 227 224.75 145,13 149 152.5 -45.5 178 -36 165 161.5 169.76 251 144 169. ! Auflösungen. Lruchsiückausgabe. Plural, Island, Stubbe, Esra, Kreide, Kasein. — Urlaubsreise. — Dortspielrätsel. — Der Rock. — Logogriph. — Steuern — teuer. — SilbeN'Sapselrätsel. Glückliche Reise, gute Heimkehr. Kreuzworträtsel. sich im Zeitmarkte teilweise etwas zu befestigen, das Geschäft hielt sich aber in erheblich engeren Grenzen als bei Roggen. Während Rrggenmehl für prompte Lieferung besserer Rachfrage begegnete, blieb Weizenmehl weiter still und für Herbstlieferung behielten beide Sorten schleppenden Absatz. Hafer und Gerste waren nur wenig angeboten, während sich ziemlich lebhafte Rach- frage geltend machte. Auch Mais entwickelte bei wenig veränderten Preisen gröberes Begehr. Es notierten für je 1000 Kilo' Weizen, märk. 294 bis 293, 272, 270, 271 bis 270,50; Roggen, märt 251 bis 253, 240,50 bis 250, 233 bis 232,75 bis 231,50, 233,75 bis 232,50; Wintergerste und Futtergerste 196 bis 202 (fest); Hafer, märk. 264 bis 265 (fest). 201; Mais, La Plata 187 bis 188; Raps 300 bis 305; für je 100 Kilo: Weizenmehl 35,50 bis 37,50; Roggenmehl 33,50 bis 35,50; Weizenkleie 13,75; Roggenkleie 15,25; Biktoriaerbsen 44 bis 58; kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21 bis 22,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24 50; Lupinen, blau 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 20,70 bis 21; Trockenschnitzel 25 bis 23; Torfmelässe 19,30 bis 20,20; Ka.t off elf lockest 86 5 .95.5 17 118 134.75 168 168 10,75 179.5 273 165,25 (78.25 190,75 130 103 95.65 125 75 263,5 115,75 176 139,13 175.5 183.5 233.5 310.7.“ 149,75 132.5 99.75 (27 '67. ö 220.5 182 (39 177,5 184,5 Bilderrätsel 1. Ohne Brot im Haus / Zieht die Liebe aus. Bilderrätsel II. Die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand. 183,25 195 197.5 135 168 198.5 '85.5 178 120.25 167.5 (69 105,5 273 167,5 193 130 Dresdner Bank - t" Mitteldeutsche Creditbank . 9 Metallbau!. •«•••*•• MichSbank..... lü 8 5 8 ‘ V. * 's'/, .f. I 4 241,75 , ----- 162,5 162,75 166.5 : 169 . . . .8 ... 10 . . . 10 . . . . 6 . . . 10 ... 10 . . . . 8 ... 10 ' '. '. 16 . . . .8 . .. .9 . . . .0 . . . .6 . . . .8 9- 4 , Sdxufjh 5Ä>“' 2. 33 o n oben nach unten: 1. italienische Münze; 2. .gegerbte Tierhaut; 3. Kreisstadt in der Mark Brandenburg; 4. Derwal- tungsbeamter im alten Rom; 5. komisches Lustspiel; 6. unterirdischer Gang; 8. gute Auskunft; 10. seemännischer Ausdruck; 13. Papageienart; 19. Himmelsrichtung; 20. Dorbild; 21. Halbedelstein; 22. Ackerfläck)?; 24. wie 13 senkrecht; 25. Stadt in Bra- ilien; 27. Volksstamm; 28. kleiner Meerbusen. Rätsel. Er gab dem Freund ein Rätsel auf Und sagte die drei Wörtchen drauf. Fügst nach dem ersten Wörtelein Du ein bestimmtes Zeichen ein Und fassest nun die drei sofort In ein bestimmtes einz'ges Wort. So blickt aus alter Zeit dich an Ein hochberühmter weiser Mann. Mein Rätsel rietest du im Ru. Rief ich dir die drei Wörtchen zu. Synonym. An Stelle eines jeden der nachstehenden Wörter soll ein synonymes, sinnverwandtes Wort gesetzt werden. Die Anfangsbuchstaben dieser ergeben alsdann, aneinandergefügt, ein modernes Verkehrsmittel. , 1. Banner; 2. Anmut; 3. Zeitvertreib; 4. Zorn; 5. Hader, 6. Mitleid; 7. Spesen; 8. Schaum. Wortbildungsrälscl. Zeit — Brei — Ort — Bau — Brett — Gau — Wind — Stahl — Sack — Stein" — Sekt — Fatz — Land Jedes der vorstehenden einsilbigen Wörter soll durch Versetzen eines der nachfolgenden zu einem «neuen, zweisilbigen Wort umgewandelt werden. Ist die Ergänzung richtig erfolgt, ergeben die Anfangsbuchstaben, aneinandergereiht, eine setzt sehr beliebte Erholungsreise. War — Dieb — Dom — Eck — Ei — In(n) — Lauf — Nacht — Nord — Obst — Ruck — Ruhr — Salz Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RevaktionStisch. Naturwunder. Graf SP. bevölkerte 43 Jahre lang die Reichsmetropole. Seine Dase^nsäuherungen vollzogen sich jedoch, waS den Raum anlangt, innerhalb der 26 Wände des Splendid-Klubs, was die Zeit betrifft, zwischen 10 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Da geschah es, daß der Klubarzt dem Grafen einen mehrwöchigen Aufenthalt an der See empfahl. Gegen 8 Uhr abends erschien Graf Sp. am Strande. 3m Westen sank glutrot der Sonnen- ball ins Meer. Und der Graf wetzte sein Monokel und sprach zu einem Eingeborenen: „Hähä — ulkich, wo bei Ihnen so die Sonne rumfliht!...“ (Lust. Dl.) Ostwerke.......... Ver. GlaNzstoff Bemberg.......... Zellstoff Waldbof. . . . . Zellstoff Aschaffenburg • . Charlottenburger Wasser. nähme des tasmanischen „Wolfes" und des tas- manischen „Teufels" als schweigsame Geschop.e. Diese beiden seltsamen australischen Tiere haben ihren Ramen erhalten wegen der merkwürdigen Laute, die sie ausstoßen: der „Wolf" läßt ein langgezogenes, melancholisch auf und absteigendes Geheul erschallen, während der „Teufel mit gräßlich grellem Schreien sich seinen Genossen vernehmbar macht. Die Känguruhs, die selbst beim Kämpfen und beim Werben keinen Laut von sich geben, lassen, wenn sie erschreckt werden, ein Vergütung der Heberstunden nach dem neuen Olt- I beitszeitnotgesey hat der vom Reichsarbeitsmiui- ster bestellte Schlichter nunmehr seine Entscheidung gefällt. Danach wird für die 49. und 51. Wochenstunde ein Zuschlag von je 23 vom Hun- bert von ein Zweihundertstel des tarifmäßigen Monatseinkommens festgesetzt, ferner muß der im Reichstarisverlrag von der 55. Wochenstun!^ an voraesehene besondere Zuschlag von 25 vom Hun- bert berätä von der 52. Wochen stunde gezahlt merben Diese Entscheidung gilt als bindende Regelung mit Wirkung vom 1. 3uU 1927 und lauft bis zum 31. März 1928. Zra. rrter V-enMförie. Frankfurt a. M., 22. 3uli. Nachdem fpute mittag Deckungen in größerem Ausmaße die Tendenz etwas belebt hatten, war das Geschäft an der Abendbörse wieder außerordentlich klein und die Stimmung lustlos. Infolge der zweitägigen cklnterbrechuNg des Börsengeschäftes oe° stand allgemein keine Reigung zu neuen Eagage- ments. doch blieben die Kurse gut behauptet. Renten umsatzlos. Im Verlaufe trat keine De- -lebung ein. Ablösungsschuld 17,10, Schutzgebiete 10 30 Lärmer Dank 153.50, Commerzbank 178,oO, Danöcham 237, Deutsche Dank 165, Disconto 161, Dresdner Dank 170,25, Duderus 120,25, Gelsen- lirchen 1(9. Harpener 205,50. Aschersleben 177.50, Westeregeln 184,50, Mannesmann 193, Mansfeld 130. Phönir 127, Rheinische Braunkohle 267,50, Rheinstahl 220,50, Adlerwerke 118, AEG. 185,75, Bergmann 195, Daimler 126,50, Erdöl 157.50, Scheideanstalt 215,50, Licht u. Kraft 197, 3 -G - Farben 318,25, Goldschmidt 135. Holzmann 190, Lahmayer 178. RSstl. 123, Rütgerswerke 102 Schuckerl 193,50, Siemens & Halsce 28o,50, asxrofo & Frehtag 170, Zellstoff Aschaffenburg 206. Hapag 146,50. Ävrdd. Lloyd 1447/s. Berliner Br;v Buntes 'Allerlei. Die Wissenschaft vom Tierlaut. Das „Singen" der Regenwürmer, das ein deutscher Gelehrter beobachtet haben wollte, hat in der letzten Zeit die Wissenschaft und die Allgemeinheit beschäftigt. Plötzlich wurden diese bisher so wenig beachteten Geschöpfe zu kleinen Musikwundern; man erzählt sogar, daß sie sich durch „geigende Töne" anlocken lassen und daß man sich diese Eigenschaft zum Fangen von Regenwürmern in den Vereinigten Staaten zunutze macht. Die Rachprüfungen des Entomologen Dr. Walton haben aber nun gezeigt, daß man von einem „Singen" nicht sdrechen kann, daß es sich nur um ein merkwürdig raschelndes Geräusch handelt, das sie vielleicht durch das Reiben ihrer seinen Dorsten auf dem Boden beim Fortbewegen erzeugen. Jedenfalls ist dieses Problem noch nicht gelöst, aber seine Behandlung eröffnet überhaupt ein weites Gebiet, mit dem sich die Zoologie noch wenig beschäftigt hat: den Tierlaut. Der Vogelgesang ist zwar eingehend beobachtet und beschrieben worden, doch von den anderen 'Tieren, mit Ausnahme der Haustiere, dec großen Fleischfresser und einiger anderer allbekannter Arten, hat man bisher wenig auf die Lautgebung der Tiere geachtet. Selbst innerhalb der Haustiere klaffen noch Lücken. So weih man z. D., daß die siamesischen Katzen ganz andere Laute von sich geben als die gewöhnlichen Katzen, und es ist fraglich, ob diese Stimme einen verschiedenen Ursprung verrät. Bei den wirbellosen Tieren ist mit Ausnahme der 3nsekten fast'nichts über die Laute bekannt, die sie erzeugen; daß man die von ihnen hervorgebrachten Geräusche nicht hört, ist kein Beweis dafür, daß sie nicht auch welche von sich geben, denn man hat mit sehr kräftigen Laiitver- stärkern in allerneuester Zeit mancherlei Töne in der Tierwelt vernommen, die vorher unbekannt waren. Die frsüher sprichwörtliche Schweigsamkeit der Fische ist heiite in das Reich der Favel verbannt. Manche Meerfische, besonders solche mit offenen Schwimmblasen, erzeugen Geräusche, wenn sie an die Oberfläche kommen; diese werden vielleicht durch das Entweichen eines Gases aus der Schwimmblase hervorgerufen, aber genaues ist darüber nicht bekannt. Die „Orgelmusik" der Frösche bietet oft einen stimmungsvollen Akkord in der Sommerlandschaft; diese Töne sind so genau beobachtet, daß man aus iynen sogar die verschiedene Art der Frösche angeben kann. Von den schwanzlosen Amphibien heißt es, daß sie keine Laute von sich geben, aber man hat neuer- dings bei dem gewöhnlichen Wassermolch ein zartes Pfeifen vernommen, wenn er fernen Kopf über die Oberfläche des Wasstzrs steckt, und so dürften verschiedene Molcharten Laute von sich geben. Die Stimme der Reptilien wird allgeniein als ein zorniges Zischen bezeichnet, und das scheint auch bei Schlangen zu stimmen. Aber es gibt manche Echsenarten, z. B. dir scharf schreienden Geckos, die ganz andere Laute von sich geben. Schildkröten zischen in der Art der Reptilien, aber die größeren Arten lassen in der Brutzeit sehr laute Töne erschallen, die an das freudige Gegacker einer Henne erinnern, die ein Ei legt. Krokodile und Alligatoren begnügen sich auch nicht mit einem bloßen Zischen, sondern man kann des Rachts oder früh am Morgen von ihnen ein lautes Gebrüll hören, das an ben Ruf des Löwen erinnert. Schon mancher Reisende ist durch diese Laute erschreckt worden, bis er ihre wahre Ursache feststellte. Die Beuteltiere gelten mit Aus- 5% Dl iP.etrtlviuKeibe i). 1927 Ti Will Wbloi. SAUld mit Au-los -Nccincu ... Tcsal. oQ.ic AuSl^s-Rkchtcn 7".. Franks Hnv.-Bk. Goidpl imtÜKbbar dis 1932 . . . 4'/," y :)i(ieiniid)e Hnv -Bank i!iau Äoldpi . - . S! ' - Eilbenwechselrai^el. Gepäck — Archiv — Obdach — Servis — Troja — Montag — Logik — Balsam — Elend — Darlehn — Basar — Urlaub Die lShte Silbe vorstehender zehn Wörter soll durch eine der nachfolgenden derart ausgewecbselt werden, daß deren Anfanasbuchstaben, aneinandergefügt, uns sagen, was wir für die Tage des Urlaubs und der Ferien erhoffen. ban — mann — man — no — pe — re — rich — st ei — fun — tue — wächs — zac Bilderrätsel. q*IuF-.ISdW i Mittag fiurs | bSrse M. 7. | 22. 7. Berlin. 2' Juli. Amerikanische Noten. Belgische Noten . - - Dänische Noten . . . Englische Noten . . . Dessauer Gas . . . Daimler Motoren. Demag . ..... Adlerwerke Klever. Ludw. Loewe . . Nat- Automobil . . Orenstein n-fuh rPrrzenb Frankfurt a.M. Berlin Schluh- Nur» Schluhk. Abend» borle Schluß ftuts Schwh» Mittag bSrle 21 7. 22. 7. 21.7. 22.7. 191» 196 195 196,75 153 154,25 — —- 190 188 — — 169 170 — — _ 444,5 450 427.5 431 —- — 705 725 — 557 555 315.5 j25,5 317 325 206 — 204,25 — 154,75 157 — — 205,13 209,75 124 126,5 124.5 126 95 96.5 117,25 118 117 117.25 _ 273 278.25 _ — 124.5 124.75 — — 134,25 135,75 — _ 168 167 45.5 45.5 45 — 80 79 79,75 79,75 122 121 — — 25,25 — 122.5 124.5 124,5 120 121 75 1 3,75 — ■ 127,25 129.75 -— —- 143.5 145.5 141 142 123 123 25 121,25 126.75 120 119 121 121 141 — 136.5 138 137,13 137 148.5 148,25 148 148,25 21. Juli. 22. Jllli. Amtliche W— stoticrung Briet Amtliche 9 Geld Dotierung Brief 168,77 1,786 68,53 108,76 112.65 112,77 10,605 22,92 Amst.-Ron Bmn.-Aires Brss.-Antw ILhrtsttania Kopenhatlcn StoNholm . Helsingfors. 9taUen . . 168,05 1,784 58,454 108,63 112/9 112,64 10,59 22,87 168,34 1.788 °8,574 108,85 112,71 112,86 10,61 22,91 168,43 1,782 68,4 ■ 108,54 112,43 112,55 10,585 22,88 London. . . .0,414 20,454 20,405 20,445 NetWork . . 4,2055 4,2135 4,2035 4,2115 Paris. . . . 16,46 16.50 16,45 16,49 Schweiz . . 50,975 81,135 t0,93 01,09 Spanien . 71,85 71,99 71,88 i J,U2 Japan . . . Rio be9an 1,975 0,496 1,979 0,498 1,977 .496 1,981 >.498 Wien in D- £eft. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon - - Danzig. . . 59,17 12,46 7,400 73,25 »037 20.78 81,40 59,29 12,48 7,414 73,39 3,043 20,82 81,56 59,16 12,47 7,393 73,23 3,042 20,76 81,34 59,28 12,49 7,407 73,37 5,048 20,80 81,50 Konstantin. 2,151 ',155 2,153 5^646 4,208 Athen. . . Canada . . 5,594 4.196 5,606 4.204 5,634 1,200 Uruguay. • Tatro . . - 4,136 20,95 4.144 20.99 4,136 '0.93 20.97 nol armehtergeist. 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