I Nr. 45 Erster Blatt 177. Jahrgang Mittwoch, 25. Zebrnar 1927 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Ä:m höhe für Anzeigen do.i 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Ne» klameanifiqen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschritt 20", mehr. Thefiedaliteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwort!,ch für Vohith Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.Tdynol; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein- für den Rn« aeigenteil l Vertr h. Deck, lämtlid) tn Gienen Er Icheint täglich, auhei Sonntags und Feiertags Beilagt«: Metzener Familtendlütter Heimat ,m Bild Die Scholle Dloeais*Etj«girreli. 2 Berchsmark und 20 Retchspfenittg für Trüge» lohn, auch bei Nichte» scheinen einzelnerNummem infolge höherer Gewalt. Fernfprechanl chlüss«: 51. 54 und 112 Anschrift für Drahtnach» richten: »njtlger »letze«. Dr.Reinholdverteidigtfich Tie Verwendung bco Lchliebenschen Reservefondd. Berlin, 22. Febr. Qm ,,v. T." führt der frühere Relchssinanzmlnister Dr. Nein hold in einer umfassenden Rechtfertigung feiner Finanzpolitik u. a. ans: Worum geht der otreit? Ms ich im Februar 1926 die deutsche Steuerlast um eine halbe Milliarde erleichterte, stellten das die Deutichnationalcn als eine Banferottpolitik hin, die spätestens im Herbst 1926 zum Zusammenbruch der Reichsfinanzen führen und uns in eine heillose Defizitwirtfchast hineintreiben müßte. Seit das prophezeite Defizit nicht eingetreten ist, hat man ein neues Schlagwort gefunden: Ich hätte nur deshalb das Budget im Gleichgewicht halten können, «teil ich d i e angesammelten Reserven von 500 Millionen aufgebraucht hätte. (Eine völlig unwahre Behauptung! Wenn sie wiederholt werden sollte, werde ich vom jetzigen Reichskabinett Befreiung von meiner amtlichen Schweigepflicht erbitten, um Mark für Mark nachzuweisen, welche Reserven ich vorgefunden habe und wie cs bei meinem Ausscheiden aus dem Amte damit stand. Für heute sei nur das eine gesagt: Ich habe keinen Pfennig dieser stillen Reserven zur Deckung von Ausgaben des offen!» > ichen Budgets benutzt. Dagegen habe ich etwas anderes getan: Ich habe die angesammelten Gelder, die nntzlos' dem flapitalmarft entzogen waren und lediglich dem Geldmarkt in durchaus nicht immer erwünschter Weise zur Derfügung standen, wieder dem wirtschaftlichen Kapital- markt zugeführt. Alles in Form verzinslicher »nd rückzahlbarer R e i ch s d a r l e h e n für den Wohnungsbau, für das Investigation?programm der Reichsbahn, für landwirtschaftliche Kredite und andere produktive Zwecke. Ansammlungen von Heferoen in der öffenl- llchen Hand müssen bei unseren parteipolitischen Verhältnissen im Innern jur unsoliden Aus- gabenwirtschaft führen, nach außen aber täuscht sie eine Prosperität und ceislunassähigkeil vor. die nur scheinbar ist. Mit Rücksicht auf die steigenden Daweslasten wird die Forderung nach Rescroeansammlungen im Munde der Deutschnationalen gerade zum Protest. Der Etat für 1927 ist noch dem Grundsaj> aufge- stellt, hart an der Grenze des Defizits hinzustreifen. Ich bekenne mich rückhaltslos zu dem Gedanken, daß cs bei der Vage unserer Wirtschaft erträglicher ist, einmal in schlechten Jahren ein mäßiges Defizit in Rauf zu nehmen, als dauernd mit hohen Ueberschüssen zu arbeiten. Nur eine h e - bung der allgemeinen Wirtschaftslage, auf die alle meine Maßnahmen hinarbeite- ten, bringt allmählich eine gesunde Steigerung der Einnahmen des Staates. Steigende Steuerertragnisse Dürfen nicht zur Deckung nicht unbedingt zwangsläufiger Neuausgaben benutzt werden, sondern zurErniedrigung derSteuersätze, zur Forlsührung des Stcuerabbaucs. ohne den sich Deutschland auf die Dauer wirtschaftlich nicht behaupten kann. Keine Reserven des Staates, sondern Reserven der Wirtschaft, keine Neuausgaben, sondern Abbau der Konsum- ft e u c r n , damit die Lebenshaltung und der Kul- iurstand der breiten Masse unseres Volkes steigt. Ich unterscheide mich von meinem Nachfolger dadurch, daß ich die Organische Reform unseres deutschen Steuerwesens fordere und nicht starr festhalte an dem fetzigen Steuerwirrwarr. Wir sind noch sehr weit entfernt von einer sozial gerechten und wirt- schafllich tragbare Form der Besteuerung. Wird die Reichsregierung das Problem der Steuerreform meistern können? Die Etatrede Dr. Köhlers gibt wenig j)offn.'tng darauf. Die S’ebiunq. '.HcirfionrbcUeminiftcr Tr. Branns über den Kompeten^konslikt zwischen 91 ei4 und Ländern. ‘Berlin, 22 Febr. (Wolfs.) ReichsarbeitS- Minister Dr. Brauns hielt vor Vertretern der Presse einen Dortrag über das Siedlungswesen und gab einen kurzen Alebcrblid üier das gesamte SiedlungSwerk, das mit dem Rcichsf.edlungsgcfeh vom 11. August 19-19 seinen Anfang nahm. Erst im Ilahre 1926 hat das SiedlungSwerk in größerem Umfang seinen Anlang genommen. Zunächst setzte Preußen selbst'ndig einen ‘Ertrag von 40 Millionen für LandcSkulturzwecke 'üt die Jahre 1926 und 1927 ein. Ein Sied- ’ungäwer? in großem und befriedigendem Umfange ist aber nur möglich, wenn des Reich von sich aus größere Mittel für diese Zwecke cinscht 3m Ra^tragShaushalt des Reiches für 1926 wurden deshalb 50 Mil.ionen für die Zwecke der landwirtschaftlichen Siedlung in dünnbevölkerten ®eük:en zur Derfügung gestellt. Rach dem Dillen des Reichstages soll zunächst die gleiche Summe fünf Jahre lang bereit gestellt werden. Für die OftfieMung werden auf Antrag des Arbeitsministeriuins 15 Millionen bewilligt, wovon 5 Mickior-en sofort abgesondert irurbcn, um für die Ansiedlung von entlassenen Reichswehrloldaten Dervcndung zu finden, und schließlich wurden auf Antrag Preußen- sieben Millionen Mark Reichsgeldrr der Flüchtlingsliediung zur Derfügung gestellt. Die nunmehr einfezende 2IuS ?irander- ketzung -wischen Preußen und dem Reich dreht sich um die Frage, wie diese Gelder verwandt werden sollen. Preußen machte den Vorschlag, eine Ministeriallommission e.nzu'etzen, die die Richtlinien für die Verwaltung d.eser Gelder aufstellen sollte. Zum Schluß betonte der Minister noch, daß in Zukunft das Reich wahr- \ Beschießung Schanghais. Meuternde chinefische Kriegsschiffe bedrohen die fremden Konzessionen. Conbon, 22. Febr. (IDIB.) wie die Blätter melden, hat die Besatzung eines chinesischen Kriegsschiffes gemeutert und ble Außenbezirke von Schanghai beschaffen. Lin Dutzend Granaten Ist im französischen Konzessionsgebiet eingeschlagen. Die Jreiroil- ligen in den Fremdenkonzessinen sind mobilisiert worden. Bei der Beschießung wurden zunächst Häuser von Amerikanern und Engländern sowie der sranzösische Klub getroffen. Zwei Chinesen wurden getötet. Die Besatzungen der Schiffe „Schanghai- und „fiianfang“ wurden von den Kantonesen bestochen: sie beabsichtigen, sich diesen anzuschlietzen. Rach der Beschießung richteten die französischen Kreuzer „Marne- und „MKrtc“ ihre Geschütze aus das chinefische Kanonenboot, feuerten aber nicht. Line ungeheure Aufregung griff besonders unter den Ausländern um sich, die sich so- ?iar teilweise auf die ausländischen Schisse im Hasen lüchtelen. Die ausländischen freiwilligen Korps und die britischen Lxpeditionstruppen verkündeten sofort die Alarmbereitschaft, zumal noch In der französischen Konzession Unruhen ausbrachen. Die französischen Behörden haben THarinctruppen mit Maschinengewehren In allen Straßen, die zur (£hi- nefenftabl führen, ausgestellt. Die Verluste burch die Beschießung können noch nicht festgestellt werden, es steht aber fest, daß feine Ausländer getötet ober verletzt worden sind. Line allgemeine Mobilisierung der Polizei- und verkeidigungs- fräfte In der französischen Konzession ist ungeordnet worden. Das Echo in London. London, 22. Febr. (WB.) Die Beschießung Schanghais durch ein chinesisches Kriegsschiff erregt in der Abendpress« größtes Aufsehen. Die Blätter melden, daß sich die Ausländer in der Hauptstraße konzentrieren. Di« Engländer halten sich bereit, d i e Niederlassung ^u oertet- bi gen. „Star" sagt, die Meldung über die Beschießung habe in London wie eine Bombe eingeschlagen. Das Blatt bemerkt, angesichts der großen internationalen Flotte vor Schanghai werde jede Aktton der unbedeutenden chinesischen Flotte sofort ausgehalten werden. Die Gefahr liege darin, daß der Angriff des chinesischen Kriegsschiffes einen Konflikt in Schanghai selbst aus- lösen könne. Weiter wird gemeldet, daß Unruhen in dem Chinesenviertel ausgebochen sind, das an die sranzösische Konzession grenzt. Die chinesischen Polizisten, die bisher Sutschuansang ergeben waren, lehnen sich auf. Erregte Menschen- mengen ziehen durch die Straßen imd versetzen die Behörden, die für die vielen Hinrichtungen oer- antwortlich sind, in Schrecken. Streikposten in Itschang griffen die Befehlshaber zweier britischer Flußschiffe an und verletzten sie leicht. Verschiedene Matrosen wurde über Bord gestoßen. Der Genera streik. Paris. 22. Febr. (WTB.) Wie die Agentur 3id)o Pacific aus Schanghai meldet, herrscht in der französischen und internationalen Zone vollkommener Streik. Unter dem Streik leiden am meisten btc japanischen und britischen Industrien. Die Streckenden sind vor Ausschreitungen nachdrücklich gewarnt worden. Infolgedessen ist in der internationalen Riederlassung, wo auch einige Straßenbahnwagen verkehren, der Streck ohne besondere Zwischenfälle verlausen. Die chinesischen Zeitungen haben ihr Erscheinen eingestellt. Die ausländischen Zeitungen haben gegenwärtig noch nicht unter dem Streik zu leiden. Am schlimmsten macht sich der Aufstand im Postamt bemerkbar, wo durch Streikposten jeder Dienst unmöglich gemacht wird. Die Konsularvertreter planen, falls heute der Postdienst nicht wieder ausgenommen wird, einen internationalen Postdienst zu schaffen. Wer ist der christliche General Feng? Preßburg, 22. Febr. (211.) Der in Ka- schau (Rordungarn) wohnende Tafelrichter Dr. F e n g h a hatte kürzlich in einem deutschen Wochenblatt den sog. christlichen General Feng der chinesischen Armee gesehen, in dem er seinen vor Jahren auSgewonderten D r u ö e r wiedererkennen will. Aus Grund von Originalphotographien behauptet nun Dr. Fengha, daß der General mit seinem Druder identisch sei, der vor Jahren nach Amerik'a ausgewandert und es im amerikanischen Heer bis zum Kapitän gebracht habe. Später fei sein Druder nach China gegangen, wo er ebenfalls in das Heer eintrat und sich mit der Tochter eines chinesischen Prinzen verheiratet habe. Dr. Fengya versucht nun, mit seinem in China kämpfenden Druder auf diplomatischem Wege in Verbindung zu treten. England und Rußland. Litwinow über die Ursachen der sowjetfeindlichen Stimmung in England. Moskau. 22. Febr. (Wolff i Aus der Ta- gung des Zentralexekutivkomiiees der Sowjetunion führte der Stellvertreter des Dolkskom- missarS des Aeußern, Litwinow, über die Beziehungen zwischen England und Rußland auS: AuS authentischen Dokumenten, die von der Sowjetpresse veröffentlicht wurden, geht hervor, daß hinter der sowietfeindlichen Strömung in England ehemalige zaristische Beamte stehen, die in London leben, dort ihre alten Beziehungen aufrechterhalten sowie eine Gruppe sogenannter Gläubiger Rußlands, die nicht zahlreich ist, jedoch über beträchtliche Geldmittel verfügt. Dieser Kampagne schließen sich offen einige Mitglieder der englischen Regierung an. indem sie unbegründete, allgemein gehaltene Erklärungen über die Verletzung des Vertrages vom Jahre 1921 seitens der Sowietregierung abgeben. Sämtliche Anträge der Sowjetregierung, die Beschuldigungen durch wirklich konkrete Dor- fälle zu begründen, werden jetzt wie auch zuvor stets abgelehnt. Die Sowjetregierung verhehlte weder jetzt noch jemals zuvor die aufrichtige Sympathie für die Freiheitsbewegung des chinesischen Dol- k e s. Eie ist stets zur Erörterung einer friedlichen Beilegung der Konflikte und Differenzen bereit Man muß hoffen, daß England den Bestrebungen der Sowjetregierung um die Herstellung wirklich normaler Beziehungen zu England entgegenkommen wird, was nur dann möglich sein wird, wenn die nervöse Stimmung verschwindet, die durch die Tätigkeit aggressiver sowjetfeindlicher Elemente in England erzeugt wird. scheinlich noch größere Mittel zur Derfügung stellen müßte, um das Siedlungswerk in großzügiger Form durchzuführen. Selbstverständlich sollen die Einrichtungen der L ä n d e r in der Verwaltung der Gelder mit yereinbezogen werden. Praktisch liege also die Durchführung bei den Ländern, und es wäre zu wünschen, daß die Aus- einanderleyung über die Grenzen der Kompetenzen baldigst auf dem Wege der Derständigung beseitigt werden. Eine honftitutionelle Monarchie „Vereinigtes Syrien". London, 23. Febr. (TTl.> Das Außenamt soll den größten Teck der vom französischen Obertomnüffar in Syrien, Ponsot, gemachten Dorsackäge in der Frag: der Lösung des syrischen Problems gebilligt haben. Der Hauptteil der Vorschläge sieht die Errichtung einer konstitutionellen Monarchie in Syrien unter Einschluß von Libanon als autonome Provinz mit der Hauptstadt Beirut vor. Beirut soll Freihafen werde:'.. Als Kandidaten für den syrischen Thron werden gewisse prominente Aegypter erwähn: Die Nachricht hat in Syrien erhebliche Erregung hervorgc- rufen. Tie Aufforderung einiger Zeitungen an die Regierung, ein Dementi zu veröffentlichen, war bislang ergebnislos. Neue französischeUebergrrffe im besetzten (Bebtet. Speyer, 22. Febr. (DSN.) Am 22. Februar, vormittags gegen 10.30 Uhr. fuhr ein französischer Personenkraftwagen und ein französisches ficf’auto, besetzt mit einem Offizier, einem Gendarm, beide in Uniform, einem Beamten in Zivil und einem Dolmetscher aus Lachen bei Neustadt a. d. ch. vor der Gendarmerie Linden vor. Dort verhafteten sie den Stationskommandanten. Die Station besetzten sie mit einem französischen Gendarmen, der im Dienstzimmer verblieb, bis ein deutscher Wachtmeister von seinem Dienstgang zurückkam. Die Tur wurde von dem französischen Gendarmen von innen zugssperrt. Der französische Kraftwagen fuhr nach Steinfeld weiter, wo der dortige Stativ n s k o m m a n d a n t ebenfalls verhaf. tet wurde. Auf dem Rückweg nach Linden holten sie den französischen Gendarmen wieder ab. Dies geschah mittags 12.30 Uhr, so daß die Gendarmerie- flation Linden 2 Stunden von Franzosen besetzt gehalten wurde. Die Gründe, die zur Verhärtung der beiden Stationsfoinmanbanten geführt haben, sind nicht bekanntgegeben worden. Die Ausbreitung des Roh- stcrhltzartells auf den Osten. Berlin. 22 Febr. (Wolff.) Wie die .Dosf. Ztg." erfährt, hat das polnische Eisen- Hütt e n s y n d i k a t eine offizielle Einladung des Präsidenten May risch zur Teilnahme an der Dollsihung des Roh st ahlkartells am 4. März nach Düsseldorf angenommen. Mit der tschecho-slowakischen Eisenindustrie als Führerin der mitteleuropäischen Markte glaubt man gleichfalls nunmehr eine Derständigung erreichen zu können. Das polnische Ellenhütten- lyndikat glaubt, daß es gelingen muß. im Rahmen der Rohstahlgemeinschaft bezüglich des eigenen Inlandsabsatzes und Derbrauchs eine besondere Behandlung zu erfahren, ferner, daß es sowohl nach Deutschland wie auch nach den südosteuropäischen Absatzmärkten hinreichende Kontingente zugcstanden erhält. Die deutschen und französischen Kapitalien. die in der polnischen Eisenindustrie investiert sind, sollen zu einer solchen Lösung der Frage treiben. DerIustizetatimReichstag Berlin. 22. Febr. (DDZ.) Der Reichstag beendete die zweite Beratung deS Haushalts für DersorgunaS- und Ruhegehälter und wandte sich dann der Beratung des Etats deS Reichspräsidenten zu. Abg. Hörn le (Komm.) beantragt Streichung des GchaltS deS Reichspräsidenten. Der Raine Hindenburg fei verbunden mit der Zeit höchster Schmach, die daS deutsche Volk durchgemacht habe. (Stürmische Psuirufe bei der Mehrheit.) Der Redner schlteht mit Angriffen gegen daS Reichsbanner Schwarz-Rot-GoId und gegen die Sozialdemokratie, die vor Hindenburg in die Knie gesunken sei. Hindenburg habe sich als Vertreter der Reaktionäre erwiesen. Reichsjustizminister Hergt gibt darauf, durch lärmende Kundgebungen der Äom- munisten unterbrochen, folgende Erklärung ab: Es ist seit langen Jahren zum ersten Male vorgekommen, daß die Person und der Dame unseres allverehrten Reichspräsidenten in einer so unerhörten Weise in die Debatte gezogen worden ist. wie sie dem tiefsten Empfinden weiter Kreise deS deutschen Dolke« widerspricht. Ich stelle das mit schmerzlichem Bedauern fest. ES ist eine Ungeheuerlichkeit, wenn das Staatsoberhaupt in einer solchen "34fe in den Staub zu ziehen versucht wird. iDeckall rechts. Lärm bei den Kommunisten.) D.c un- geheuerlichen Dorwürfe des Abg. Hörnle reichen an die Person des Herrn Reichspräsidenten nicht heran. Ich würde eS für unter meiner Wurde halten, überhaupt darauf einzugehen, aber ich muß die Pflicht erfüllen, namens der ganzen ReichSregierung diese ungeheuerlichen Angriffe schärfsten» z u r ü ck z u w e i s c n. , hi.i rechts. Lärm bei den Kommunisten.) Das ganze deutsche Dolk ist dem Reichspräsidenten zu tiefstem Dank verpflichtet. Wir wissen, wie er durch sein Verhalten beim Kriegsende und durch seine Amtsführung als Präsident für d i e Konsolidierung unseres StaatS- w e f e n S beigetragen und wie er daS Ansehen Deutschlands in der ganzen Welt durch sein Der- halten befestigt und gehoben hat. (Beifall rechts. Lärm bei den Kommunisten.) Der kommunistische Streichungsantrag wird darauf gegen die Antragsteller abgelehnt und der Haushalt des Reichspräsidenten bewilligt. Es folgt der haushalt des Reichsjustizministeriums. Iuftizminister Herat erklärt: Die Ver- trauenskrife in der Justiz wird vielfach überschätzt und als eine ganz besonders deutsche Eigentümlichkeit betrachtet. Wir können dagegen sicher darauf rechnen, daß wir bald zu einer Stabilisierung auch auf diesem Gebiet kommen werden. Gerade die Selb st verantwort lichkeit des Richters läßt es natürlich erscheinen, daß dieser Stand nicht so schnell wie andere Streife sich von heute auf morgen auf die neue Zeit umgestellt hat. (Zuruf links.) 50ir verkennen keineswegs, daß viele Einzelsälle m ihrer richterlichen Erledigung nicht befriedigt haben, daß gewisse Härten und Ungleichheiten oorgekoinmcn sind. Das Reichsjustizministerium geht in stiller Arbeit diesen Fällen nach. Andererseits hat das Ministerium aber auch die Pflicht, sich schützend vor den Richterstand zu stellen, wo Lügenhaftigkeit und leidenschaftliche Hetze bei den Kämpfen gegen die Justiz Dorliegen. Ein gefährliches Spiel wird getrieben mit Dem Gedanken einer Aushebung der Unabhängigkeit des Richterstandes. Man verweist da auf das französische Beispiel. Romanische Derhölt- nisse sind aber nicht deutsche Verhältnisse. Die Unabhängigkeit des Richterstandes ist der monarchi- schen Regierung oft genug unbequem geworden, wenn die Monarchien einen unabhängigen Richter- stand ertragen konnten, dann sollte auch die deutsche Republik dazu stark genug sein. (Beifall recht.) 3m Namen der ganzen Reichsregierung kann ich erklären, daß sie niemals daran denken wird, irgendwie die Unbhängigkeit des Richterslandcs zu beschränken. Sie will nicht die Politisierung der Richter und wird sich mit aller Energie dagegen wehren. Um die Vertrauenskrise schnell beheben zu können, brauchen wir die Hilfe der Richter, der Presse, des Publikums und des Parlaments. Die Beschlüße des deutschen und preußischen Richteroereins haben au unserer Freude bewiesen, daß die Richter in dieser Beziehung auf dem Plane sind. In Staffel bat der Richtertag d i e absolute Versos- (ungetreue des Richter st andes deklariert. Das ist ein erfreuliches Zeichen für die Ent- Wicklung der Dinge. Ich werde bemüht sein um die .Heilung des Richterstandes von politischen und materiellen Sorgen. Ich werde für die Hebung des Ansehens des Richterstandes eintreten. Abg. Dr. Levi kSoz): Man Imin den Richt er stand nicht beurteilen nach der Erledigung der vielen normalen Fälle, sondern den Gradmesser bilden jene schwierigen Fälle, in denen der, Rich er zeigen soll, daß sein Gerechtigkeitsgefühl feine persönlichen Empfindungen überwiegt. Das Dersagen in solchen Fällen Hot die Vertrauenskrise hervor gerufen. Es ist anz-, erkennen. daß sich in letzter Zeit besonders in der preußischen Justiz die Derhäl: nisse wesentlich gebessert haben. Wesentlich schlimmer aber sind die Verhältnisse geworden beim Reichsgericht. Es ist erfreulich, daß die Presse in wachsendem Vkaße die Posten der Gerichtsberichterstatter mit qualifizierten Leuten beseht, in der Erkenntnis, daß hier der Presse eine neue wichtige Ausgabe erwächst. Die Presse bckdet über die Gerichte hinaus eine neue Höch st in stanz, die in vielen Fällen angerufen worden ist, nicht zum Schaden der Gerechtigkeit. Die Richter emp- Frau namens Carrara aus dem Frauengefäng- nl8 in Rennes, wo sie 30 Jahre verbracht hat. Die Frau hat im Jahre 1897 mit ihrem Manne eine Untat begangen, die als ..Katakomben- Mord" berühmt geworden ist. Am 30. Rovem- ber 1897 verschwand ein Dankbote Lamarre. ^Reiseeind rücke in England". 3m ersten Delle seines Dortrages wird der Redner eine Anzahl von Problemen behandeln, deren Studium ihn besonders aus seiner Reise durch England angezogen hat, und deren Klärung dazu beitragen dürfte, das Bild, da- der Zuhörer von der eng- lischen Art hat. au vervollständigen. 3m zweiten Teil wird dann der Vortragende Aus aller Welt. Auherdienstsiellung des Linienschisses „Hannover". Am 1. März scheidet das Linienschifs.Hannover" aus dem Dienst und wird durch das umgebaute Linienschiff „Schlesien" ersetzt. Am Sonntag wird die Mannschaft in einem Gottesdienst von dem alten Schiff Abschied nehmen. De Pinedo in Brasilien gelandet. De Pindo ist Dienstag nach einem geglückten Fluge über den Atlantischen Ozean in Port Äatal in Brasilien gelandet. Schneeverwehungen in Lappland. Seit Sonntag tobt im nördlichen Lappland ein schwerer Schneesturm, so daß der Verkehr f a st l a h m g e l e g t ist. Ein Erzzug, der in den Schneemossen steckengeblicben war, konnte nur nach mehrstündiger Arbeit freigemacht werden. Die Züge kommen trotz der Verminderung der Wagenzahl nur langsam vorwärts. Die Temperatur ist auf 27 Grad Kälte gesunken. herrlol kommt zum Wiener Veethooenfest. Unterrichtsminister Herriot ist, da Justiz- minister Varthou verhindert ist, beauftragt worden, die französische Regierung bei den in Wien stattfindenden Feierlichkeiten anläßlich der Deethovengedächtnisfeier zu vertreten. verkauf russischer Staatsjuwelen in London. Eine bedeutende Juwelensammlung, deren größter Teil aus dem 18. Jahrhundert stammt und einen Teil der russischen Staatsjuwelen bildete, wird in London zum öffentlichen Verkauf gelangen. Die Juwelen waren in England von einem Syndikat gekauft worden und werden nun- 120 Millionen Menschen entspricht, die einen halben Kontinent einnehmen, und die größte Macht darstcllen, die die Welt je sah, so können wir den Umfang und die Kraft von Washingtons Staatskunst ermessen. Die Rede des Präsidenten wurde in Königs- wusterhausen und Zehlendorf auf Welle 32 vernommen. Sie wurde anfangs nur undeutlich gehört, wurde mit fortschreitender Dunkelheit jedoch immer besser und war im Schlußteil der Ausführungen ausgezeichnet zu verstehen. Auch die Deifallskundgebungen und das Spielen der Nationalhymne waren gut zu hören. Ein amerikanisches Protektorat über Nicaragua. Paris, 22. Sehr. (IDB.) wie havas aus Nicaragua berichtet, soll Präsident Dia; einen Vectra g zwischen Nicaragua und den vereinigten Staaten in Vorschlag gebracht haben, durch den letztere sich verpflichten, Nicaragua gegen Angriffe von außen und gegen inner- politische Unruhen, die durch andere Länder verursacht würden, zu schützen. Die Verwirklichung dieses Anerbietens würde einem Bündnis zwischen den beiden Staaten gleichkommen. Jedoch räumt der Vertrag Amerika eine Kontrolle des Heerwesens und bestimmter Regierungsge- schäfte ein. Das Zustandekommen des Schiedsvertrages würde wahrscheinlich in aller Kürze den Zwischenfall mit Nicaragua beseitigen. sind, waren indessen kein persönliches Eigentum der letzten Zarenfamili«. Gebirgssorscher — Reisen am Balkan. Weil in Dergsteigerkreijen wieder Expeditionen in die Anden und den Kaukasus geplant werden, ist es auch an der Zeit, daß die A o r d- albanischen Alpen, das letzte fast unerforschte und unerschlossene Hochgebirge Europas, bei Bergsteigern, Raturwissenschaftern unö Raturfreunden die gebührende Beachtung finden. Um die Vereisung dieses schönen Gebietes zu erleichtern, wird der Höhlenforscher L. Weiralher aus Innsbruck, der zur Erforschung der Höhlentierwelt alljährlich 6 Monate die Karstgebiete des Valkans bereist, den Vergsteigern, Wissenschaftern, Raturfreunden Anschluß an das Höhlen- forscherzelt der Pflegschaft für Höhlentierkunde und Gebirgsforscherreisen bieten. Außer der Sommerfahrt in die Rordalbanischen Alpen werden im Frühling Korfu, Südalbanien und füd- slavische Gebirge, im Herbst voraussichtlich die Rordmontenegrinischen Alpen (Durmitor) und die gewaltigsten Schluchten des Volkans, die der Tara und Piva besucht. Die Katakomben-Mörder. Die Erinnerung an einen der erstaunlichsten Wordsälle in der Kriminalgeschichte von Paris wird wiedererweckt durch die Freilassung einer an Hand zahlreicher Lichtbilder eine Schilderung feiner Reise geben. Auch dieser Vortragsabend wird sicherlich bei dem aktuellen Thema allseits Interesse finden. (Siehe gestrige Anzeige.» — Oberhessische Gesellschast für mehr wegen Auflösung des Geschäfts wieder verkauft. Die Juwelen, deren größter Teil während der Regierungszeit der Kaiserinnen Elisabeths u. Katharina der Großen von französischen und russischen Juwelieren hergestellt worden linden diese höchste Instanz unbequem aber die Hresse wird sich die Erfüllung dieser hohen Aufgabe sichern müssen. Der Redner beantragt zum Schluß die Wiedereinführung der alten Schwurgerichte. Weiterberatung Mittwoch. Reichswehrsragen im Haushaltsausschuß. Verlin, 22. Febr. (D.D.Z.) Der Haushaltsau, schuß des Reichstages setzte die Veratung des Reichswehretats für 1927 fort. '.Seim Kapitel „Bildung" ging Abg. Dr. Moses (Soz.) auf das Problem der Selbstmorde in der Reichswehr ein. Er machte darauf aufmerksam, daß 1926 an Krankheit verstorben sind 109, eines unnatürlichen gemalt* 'amen Todes dagegen 163 Soldaten. 1924 feien in Preußen unter 473 351 Gefangenen nur 67 Selbstmorde zu verzeichnen, bei der Reichswehr von 100 000 Mann im gleichen Jahre 132, also doppelt soviel, obwohl die Zahl der Gefangenen fünfmal so groß ist als die der Soldaten. Unter den Ursachen sei alles Mögliche angegeben worden, dienstliche Behandlung aber nur in vier Fällen. Hier setze das Mißtrauen des Redners ein, insbesondere, wenn man an be- stimmte Bataillone denke, so an das Jagerbataillon in Ulm, wo allein in der letzten Zeit fünf Selbstmorde zu verzeichnen sind. Dr Moses 'am dann noch auf S o l d a t e n rn i ß h a n d - (ungen zu sprechen, insbesondere auf die Zu- stände im Reiterregiment in Ludwigslust, Vorgesetzte, die solche Zustände dulden, müßten rücksichtslos aus der Reichswehr entfernt werden. „ m , Reichswehrmini st er D r. Gehler. Die Selbstmorde wolle die Heeresleitung durchaus unterdrücken. Er warne aber vor sensationeller Ausmachung der Selbstmords weck das immer suggestiv wirke. Wenn Mißhandlungen vorkämen, so sei, darin stimme er den Krittlern zu, der Kompagniechef nicht die Mutter der Kompagnie. ___ Abg. Vrüninghaus (D.D.) beschwerte sich über die geradezu jammervolle Bezahlung der Hilfslehrer. Ferner wünschte er eine bessere Anrechnung der Militärdienstzeit der Mililäranwärtcr, und zwar bis zur Höchstgrenze von acht Jahren. Eine dementsprechende Entschließung wird angenommen. . „ Abg. Hemeter (Dn.) trat dafür em, daß in erster Reihe den verabschiedeten Soldaten eine Siedlung ermöglicht werde. (Der Reichs- wehrminister rief dazwischen: „Aber die Bubi- köpfe wollen nicht aufs Land.) Redner gab zu. daß bei der Siedlung die Frau ein gewichtiges Wort mitzusprechen habe. Angenommen wurde eine Entschließung Dr. Schreibers (Zentr), wonach den Schülern der Wehrmachtfachschulen Gelegenheit gegeben werden soll, eine Abschlußprüfung abzulegen, die als gleichwertig mit den Abschlußprüfuw gen der höheren Maschinenbauschuler anerkannt wird. — Angenommen wurde auch eine Resolution Ronneburg (Dem.), die eine b e s s e r e B e - Zahlung der nebenamtlich beschäftigten Hilfslehrer bei den Wehrmachtschulen verlangt. Schließlich wurde noch folgende Resolution Künstler (Soz.) angenommen: „Die Heeres- und Marineleitung haben bei Dergebung von Aufträgen an Privatunternehmer Vorsorge zu teffen, daß die Austräge gemäß den tariflichen Abma- chungen ausgeführt, insbesondere der Achtstundenarbeitstag eingehalten wird. Die Auftrage smd so rechtzeitig zu vergeben, daß Ueberftunben ver- ' mieden werden." Die Arbeitslosenversicherung. Verlin, 22. Febr. (VDZ.) Der sozialpolitische Ausschuß des Reichstages setzte heute die Beratung des Arbeitslosenversicherungsgesehes beim § 36, der die Landwirtschaft betrifft, fort. Der Ausschuß nahm eine Entschließung an, die die Reichsregierung ersucht, Vorschläge für eine Regelung der Arbeitslosenversicherung in der Landwirtschast zu unterbreiten, die unter Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Arbeits- verhältnisse eine Sonderversicherung im Rahmen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes vorsieht. oder in anderer Weife den Bedenken gegen tz 36 Rechnung trägt. Eine längere Aussprache rief die Einbeziehung der Lehrlinge in die Arbeitslosenversicherung hervor. Der Gesetzentwurf sieht vor, daß Lehrlinge, mit denen ein schriftlicher Lehrvertrag von mindestens zweijähriger Dauer abgeschlossen ist, versicherungsfrei sind. Gin sozialdemokratischer Antrag, alle Lehrlinge in die Versicherung einzubeziehen, wurde abgelehnt. Natur- und Heilkunde. Die für morgen an« gesetzte Versammlung mit Vortrag ist auf Freitag abend verlegt worden. (S. heutige Anzeige.) e — Vorsicht auf der Lahnbrücke bei Heuchelheim! Das Kreisamt Gießen oeröffent« licht im neunten Amtsocrkündigungsblatt die nach- ftehendk wichtige Bekanntmachung: Infolge des außerordentlich zunehmenden Verkehrs und der Steigerung der Verkeyrslasten ist die Tragfähigkeit der Straßenbrücke über die Lahn bei Heuchelheim nachgeprüft worden. Nach dem Ergebnis der Prüfung ist es unzulässig, die Brücke mit Fahrzeugen, welche schwerer als neun Tonnen sind (max. Raddruck 3000 Kilogramm) x u befahren. Dampfwalzen dürfen die Brücke überhaupt nicht passieren. Die Fahrgeschwindtgkest ist zur Verhinderung von Unfällen auf 6 Kilometer Äd. einzufchränken. Das Hessische Wasserbauamt Mainz har bereits durch Warnungstafeln auf diese Beschränkung btngemiefen. Wir machen die Deffent» lichkeit ausdrücklich auf diese Beschränkung nochmal» DersozialdemokratischeEntwurf zum Pensionskürzungsgesetz. Berlin, 22. Febr. Der Pensionskürzungs- gesctzcntwurf der fozialdemokratischen Reichs- tagsjraktion behandelt zunächst die Erfassung der Privateinkommen. Unberücksichtigt soll das Privateinkommen bei der Kürzung bleiben bis zur Höhe deS Betrages, der dem Gehalt der Cingangsstufe der Besoldungsgruppe A 10 entspricht. Das Ruhegehalt einschl. des Kür- zungszuschlags soll um die Hälfte desDe - trages gekürzt werden, um den das Privatem kommen das kürzungsfreie Privateinkom- men übersteigt. Als Pensums höch stbe - trag werden in dem Entwurf 12 000 Mark jährlich festgesetzt. Das R e p u b l i k s ch u tz g e - s c tz soll dahin abgeändert werden, daß im Falle der Erkennung auf Gefängnis oder Festungshaft zugleich auf Verlust der bekleideten öffentlichen Aemter, bei Militärpersonen auf Dienstentlassung,. sowie den gänzlichen oder teilweisen, den dauernden oder zeitweiligen Verlust des Gehalts, Wartegeldes oder Ruhegehalts zu erkennen ist. DieLockerungderWohnungs- zwangswirtschastinPreuhen. Berlin, 22. Febr. (VDZ.) Das preußische Staatsministerium beschäftigte sich mit der Verordnung des preußischen Wohlsahrtsministers über die Lockerung der Wohnungszwangswirt- schast in bezug auf die gewerblichen Räume, und kam zu dem Beschluß, daß es aus den vom Wohlfahrtsminister angeführten Rechtsgründen nicht angängig sei. die Inkraftsetzung der Verordnung entsprechend dem Beschluß deö Landtag- hinauszuschiebe u. Auf die Reichsregierung soll aber dahin eingewirkt werden, bei Aenberung deS Mieterschutzgesetzes die obligatorischen Zwangs- t eilen zum Schuhe der Mieter einzu- arbeiten. Außerdem wurde der Justizminister beauftragt. die Staatsanwälte anzuweisen, allen Fällen von Mietwucher bei der Reufest- setzung der Ladenmiete ihr besonderes Augenmerk zuzuwenden. Die Grund- und Gebäudesteuer in Preußen. Berlin, 22. Febr. (VDZ.) Das preußische Staatsministerium hat im Landtag den Entwurf eines Grund- und Gebäudesteuergesetzes eingereicht. Danach wird von den in Preußen gelegenen Grundstücken mit Wirkung vom 1. April 1927 eine Grund- und Gebäudefteuer erhoben. Sie wird nach dem auf Grund der Vorschriften tes Reichsbewertungsgesetzes festgestellten Einheits- Werte der wirtschaftlichen Einheit und den im 8 38, 3 des Reichsbewertungsgesetzes bezeichneten, zu einer wirtschaftlichen Einheit des Betriebsvermögens gehörigen Dermögensgegenstanden berechnet. Die Steuer beträgt jährlich: a) bei den landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Vermögen für die ersten 100 000 Mark des Einheitswertes 3 und für die Mehrwerte 3,60 für je 1000 des Einheitswertes. b) Bei dem übrigen Grundbesitz 3,60 für je 1000 Mark des Einheitswertes. Preußischer ßanötag. Berlin, 22. Febr. Der Preußische Landtag verabschiedete in feiner Dienstagsfitzung zunächst die Gewerbesteuervorlage für 1927. Hierauf setzte das Haus die allgemeine Aussprache zum Landwirtschaftshaushalt fort. Landwirtschaftsminister Dr. Steiger teilte u. a. mit, daß er beim Reich beantragt habe, daß der Gerstenzoll am 31. März nicht erhöht wird, sondern seinen gegenwärtigen Stand beibehalt. Der Minister äußerte sich auch über Siedlungsfragen und teilte mit, daß mit Reichsmitteln bereits 44 Objette in einer Große von 104112 Morgen und zu einem Kaufpreis von rund 22,3 Mill. Ml. für landwirtschaftliche Siedlungszwecke gekauft worden seien. Mit preußischen Mitteln seien 47 Objekte in einer Große von 43 452 Morgen gekauft worden. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 23. Februar 1927. Ueber den Stand der Grippe erfahren wir auf unsere Erkundigungen bei zuständiger Stelle folgendes: Heber die Schwere und Häufigkeit der derzeitigen Grippeepidemie laufen in der Bevölkerung ganz unzutreffende Gerüchte um. Die Tatsache ist unbestreitbar, daß um die Jahreswende die mit Kopfschmerzen. Gliederschmerzen und hartnäckigen Katarrhen ein- hergehenden Erkältungskrankheiten in erheblicherer Starke und häus.ger, als es in anderen Jahren zu dieser Zeit der Fall zu sein pflegte, aufgetreten sind. Ein großer Teil von ihnen, wahrscheinlich der größte, ist der Grippe zur Last zu legen, die jetzt wieder durch Europa zieht. Aber nicht jede Erkältung kann als Grippe bezeichnet werden, tote es nur zu oft geschieht. Es handelt sich, wie bereits in einem Aussatz im .Gießener Anzeiger" vor kurzem ausführlich bargelegt wurde, bei den diesjährigen Erkrankungen nicht um eine mit voller Wucht einsetzende frische Epidemie, wie wir sie 1918 erlebt haben, sondern um einen sogenannten „Rachstoß" dieser Pandemie vom 1Ü18. der ja auch in den Vorjahren schon beobachtet wurde. Von der Krankheit werden nur solche Personen ergriffen, die bisher nicht von ihr befallen waren, oder trotz früheren UeberstehenS der Krankheit keinen ausreichenden Schatz mehr besitzen Sie zeigt sich durchweg in milder Form. Gerüchte, wonach die Grippe zur Zeit eine große Sterblichkeit ausweiscn soll, sind direkt unwahr. Unter 59 Todesfällen in der Stadt Gießen im Monat Januar 1927 ind nur drei infolge der Grippe eingetreten. Für Februar sind bisher 34 Todessällc gemeldet, darunter zwei wegen Grippe und deren folgen Vergleichen wir damit die Zahlen des Vor- jahres, in dem man von einer Epidemie nicht sprechen konnte, so zeigt sich, daß auf 194 Sterbefälle im ersten Vierteljahr in der Stadt Gießen sechs an Grippe erfolgt sind. Im Landkreis Gießen fielen in dieser Zeit auf 205 Todesfälle zehn an Grippe. Die Zahlen für den Landkreis liegen für dieses Jahr noch nicht vor. Es besteht aber dem Ver- nehmen nach keine Befürchtung, daß sich das Ver- hältnis für dieses Vierteljahr sehr wesentlich ändern wird. Wie gutartig und relativ h a r m l.o s der diesjährige Grippe„nachstoß' verläuft,' zeigt sich beim Vergleich mit den Zahlen des Grippejahres 1918, die nicht mehr in aller Gedächtnis zu sein scheinen. Hier sind in Stadt und Kreis Gießen im Monat November, also in der Zeit des hessiasten Wütens der Seuche, von 495 Verstorbenen 208 der Seuche zum Opfer gefallen. Auch über die Erlrankungshausia- feit werden unzutreffende Gerüchte weitergegeben. Die Gesamterkrankungsziffer in einem ganzen Kreis festzustellen, stößt auf große Schwierigkeiten. Aber ein repräsentativer Ausschnitt aus ihr, wie ihn die S t a t i st I k einer Krankenkasse bietet, gibt ein reckt gutes Bild. Wir stellen fest, baß eine große Kranken- taffe des Kreises im Monat Dezember 1926 einen Krankenzugang von 415 Kranken, darunter 87 „Grippeerkrankungen" hatte. Die gleiche Kasse hatte im Monat Januar 1927 auf 745 Krankenzugänge 177 Grippekranke (29.5 Proz.). Demgegenüber hatte die gleiche Kasse im Januar des Vorjahres auf 550 Zugänge 107 Grippeerlran- kungen (20 Proz.), also rund 2,5 Proz. weniger als in diesem Jahre. Man hat nach dem Vorstehenden wohl allen Grund, den Verlauf des Grippenach- st oh es als relativ gutartig zu bezeichnen Wenn auch in einer Familie oder einer kleinen Gemeinde die Krankheit schwerer verläuft, so darf daraus noch kein Schluß auf Öen allgemeinen Verlauf gezogen werden. Dies kann nur an zentraler Stelle für einen größeren Bezirk geschehen. Lornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 7.30 Uhr, „Einsame Menschen* (Ende 10.15 Uhr). — Deutscher Bund Jür christlich^vam gelische Erziehung in Haus und Schule, Ortsgruppe Gießen: 8 Uhr, Hohanneskirche, Familienabend — Evangelischer Arbeiterverein: 8 Uhr, Iohannessaal, Beethoven-Abend. — Licktspelhaus, Bahnhofstraße: „Ben Hur". — Astoria-Lichtspiele: „Der Schrei aus den Stiften". — Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet heute, Mittwoch, abend im JohanneS- faal einen Beethoven-Abend. Außer dem Franz Bauer fchen Streichquartett, werden Frau Dr. Fischer (Klavier), sowie der Frauenchor des Vereins Mitwirken. Studienrat Dr. Krauß spricht über „Beethoven und feine Werke". (Siehe gestrige Anzeige.) — DieDortrags-Vereinigung veranstaltet, wie man uns schreibt, noch ei .en sechsten Vortragsabend, um damit einem allseits geäußerten Wunsche nachzulommen. Oberstudienrat S e i- 1 e r wird einen Lichtbildervortrag halten über Darmstadt, 22. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags setzte heute seine Beratungen über das S o n de rg ebä u be- steuergeseh bei Artikel 5 fort. Die zu diesem Artikel gestellten Anfragen wurden von der Regierung beantwortet und die vorgetragenen De- ! denken von der Regierung größtenteils zerstreut. Zu einer lebhaften Aussprache führte Artikel 15, der von großer Wichtigkeit für hilfsbedürftige Personen ist. Der Artikel 15 sieht nunmehr vor, daß an dem Aufkommen der Sondergebäudesteuer dem Minister für Arbeit und Wirtschaft 10 vom Hundert der veranlagten Steuer zu übertoeifen sind, um Fürsorgeverbänden die erhöhten Kosten, | die sie infolge Erhöhung der gesetzlichen Miete | zur Unterstützung hilfsbedurf tiger Mieter und sonstiger Llnterstühungsberechtigter aufwenden müssen, decken zu Helsen. Es kam von verschiedenen Seiten zum Ausdruck, daß wie seither die Feststellung der Bedürftigkeit und die Regelung der Unterstützung, nicht einer aus dem Ausschuß hervorgegangenen Anregung entsprechend, vom Finanzminister, sondern von den Fürsorgeämtern geprüft und entschieden werden soll. Abgeordneter Ritzel und Genossen überreichten folgenden Antrag: Wir beantragen die Regierung zu ersuchen, die Regierungsdrucksache Rr. 790 dahin umzu- änbem, daß an Stelle des in Artikel 2 vorgesehenen gemeinen Wertes der Ruhungswert des bebauten Grundbesitzes als Grundlage angenommen und zu diesem Zweck ein Mietkataster angelegt wird." Die Regierung steht diesem Antrag nicht unshmpathifch gegenüber, hält denselben aber für das Jahr 1927 aus technischen Gründen nicht für durchführbar: sie bittet deshalb, den Antrag erst nach Besprechung in den Fraktionen bei der zweiten Lesung zur Er- ledigung zu bringen. Damit war die erste Lesung des Gesetzes beendet. Es folgte nun die erste Lesung des Grundsteuer g e s e tz e s. Artikel 1 sand keine Beanstandung. Der Artikel 2 bestimmt, welche Vermögen der Grundsteuer unterliegen; es fand darüber eine eingehende Aussprache statt. Der Abg. Haury ljat einen Zusatzantrag zu Absatz 4 dieses Artikels mit folgendem Wortlaut in Aussicht gestellt: „Unter grundsätzlicher Anlehnung an das Reichsgesetz im Einvernehmen mit dem Finanzaus- schuß des Landtags" (sc. ist die Steuer au erheben). Derselbe Abgeordnete wünscht zu Absatz 5, daß nicht nur als Wald, sondern auch als Weide angelegtes Oedland für das zur Zeit der Anlage laufende, sondern auch für die nächsten 10 (nicht wie in der Vorlage 5) Steuerjahre grund- steuerfrei bleibt. Von anderer Seite wurde angeregt, daß die dem öffentlichen Unterricht und der son- terHxä nfe LTLL4ÄEZ iHih te'£ rood) wirb di- zweit- Äsung d-e Gonbcrflcbänbe. -tzWr- hattet ibn cini SmT mi' b°S" SC,teU“n ”°r' Sen in «im Woh^ng eilJ 8u tid) 8u neb- genommen. _________ „len, und ihn bann umgcbracht. Da bald danach • die Kinder aus der Schule zurückkamen, versteck- (Fine Waikinaton-Nede teu bic untcr eine Decke, und als die lElllv WUJlJlIiyIVBl Jivuv Kinder zu Bett gegangen waren, schleppten sie des tDräfibenten dooliboc. den Körper in die Äatabombcn wo sie ihre Ehampignon-Deete hotten, ließen hn an einer Washington. 22. Febr. (WB.) In Kette in den Ventilationsschacht herunter und einer gemeinsamen Sitzung beider Kongreßhäuser zündeten darunter ein Feuer an. Die ganze Rächt hielt Präsident Coolidge eine Ansprache, die hielten sie das Feuer in Hellen Flammen, bi« den Auftakt zur Verwirklichung der Pläne für nut noch ein Aschenhausen übrig war. Der Mann eine großzügige Feier von Washingtons wurde zum Tode verurteilt, die Jrpu zu lebend» 200. Geburtstage im Jahre 1932 darstellt Eoo- länglichem Zuchthaus. Sie ist jetzt wegen guten lidge pries Washington als Selfmademan, tüch» Venehmens sreigelassen worden und will sich tigen Geschäftsmann. Idealisten, Patrioten, z» ihren Kindern nach Amerika begeben. Staatsmann. Heerführer und von Rationalaeist __________ erfüllten Kämpfer. Weil Washington ein her- I vorragender Amerikaner war, wurde er. so sagte Wettervoraussage. Coolidge, für die ganze Welt eine hervor- ragende Persönlichkeit Seine Feldherrnkunst Anfänglich noch milde, trüb und leichteRie- wankte niemals. Sie sicate über ein auf der verschlage: bei späterer DewölkungSabschwächung Höhe feines Ruhmes stehendes Doll, das 700 Temperaturfall. Jahre lang leinen Besieger anerkannt hatte. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 3,4 Brenn wir bedenken, daß die von ihm mitbc- Grad Celsius: Minimum: 0,4 Grad Celsius, gründete Regierungssorm im Laufe der Zeit in Diederschläge 1,1 Mil.imeter. sicd erstarkte und den Anforderungen von nahezu | Heutige Morgentemperatur: 3 Grad Celsius. Handschuhe fidi unferer schmiegsam L.jjift b.6' nbru -$K»nb flocken werden nie lofe verkauft. uns geworden. L120 Weiterstadt {ter auf einem t o f f c I m i e te. ftartotfeln von müssen, denn her entdeckte der Gemeindeför- Waldgrund stück eine kor- einem Diebstahl herrühren Eigentümer des Wald^rundstückcs LUX - Schaum erhält sie und farbenprächtig. Wildlederhandschuhe sind zu waschen und nicht zu Zu Ihrem Schutz: an der Hand spülen. LUX Seifen- als einzig möglichen Sorgenbrecher zu bedienend. 7m (genoß ihres fabelhaften Aromas wird das (jemufr Man trägt und sieht sie gerne, wenn sie rein sind. Ein kurzes leichtes Waschen im milden echte Sodener Päshllen gegen Heiserkeit, Verschleimung Aus dcm Amtsverkundigunflsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 13 vom 22. Februar enthalt. Die Brücke über die Lahn bei Heuchelheim. -- Kanalisation in Daubrmgen. — Feilholten und den Verkauf von Weidenkätzchen. - Maul- und Klauenseuche in Odenhausen. - Behüten der Wiesen. Hes- sische ländliche Fortbildungsschulen — Heimatbuch von Glenz und Lutz. -- Dienstnachrichten Bedrücktheit nicht dem uerftlgungswahn anheim oralen worden, LUX SEIFENFLOCKEN Starkenburg. Darmstadt. J2- ijebr. 3n der Wabe von . ch do» rciienbe Publikum über die Fahrzeiten der Züae an übersichllichen Zusammenstellungen unterrichten können, die auf den t. für MiUwoY k Menschen' , für Schule, Ortsgruppe 5amllienabfni( - Uhr, E, W* U-Atj W aue iteröcrein oct- >nZ> im örhanneS- 7n» 2ub«l^em nvcherenlaM • Ä, L-uahl “fS «'■ UI? srDs MMS L sich-' »** kehrt da, wo der Qeldbeutelft^t, völlige Beruhigung ein Seit dem fuggeftiven. Einfluß deefer beglückenden, fdarke^ Cf VQ^lttfLCf "'g^LUsLcJC-— fehen wir fortan keine Stcuci hat dort keine Kartoffelmiete angelegt. Der Dieb wird sich wohl schwerlich ermitteln lassen. Höchst t. O., 22. 3ebr. Bei der am Sonntag hier stattgesundenen Bürgermeister wähl fiepte der sozialdemokratische Kandidat und bisherige Bürgermeister Wolf mit >62 Stimmen über den Kandidaten des Bürgerblocks, Philipp Pogt, auf den 421 Stimmen entfielen. Die Wahlbeteiligung betrug stl Prozent. Rheinheffen. WEN. Mainz, 22. Febr. Der hiesige evangelische Verein hat dos in der Bahnhofstraße gelegene altbckannteT a u n u s h o t e l käuflich erworben und wird dasselbe unter dem Namen ..Christliches Hospiz Inunushotel“ wei terfübren. VW M BV nenbe 2ierkchrsstcigerung wird vom 1. ober 15. Mörz d. I ab eine.Reihe der Züge wieder c i m gelegt werden, die im vergangenen Jahre au» Anlaß der notwendig gewordenen Einschränkungen beseitigt werden muhten. Do diese neuen Züge In den Kursbüchern und Taschenfahrplänen nicht ent- halten sind, wird fit' aufmerksam. (Gemeint ist hier, um dos zweifelsfrei klarzustellen. die Lohnbrücke im Zuge der Strohe von Heuchelheim nach Dutenhofen. D. Red.) h. Autolinie Giehen Annerod. Nachdem die zuständige Behörde zu der schon seit Monaten gebienten Autolinie Gießen Annerod die nachgeluchte Genehmigung eticiU Hot, traf der Unternehmer Earl Hoos -Gießen mit seinem neuen Autobus gestern gegen Abend in Annerod ein. Aach einer Rundfahrt durch cos Dorf suhr die dortige Gemeindevertretung auf Einladung des Unternehmer- zu einer Pro'?:fahn nach Dietzen und turüd. Das Auto Wir von ieyt ab zwischen Dietzen und Annerod reg.i.nasjig versehren. " Aufgehobene Strahensperre. Wie das Krersamt Q>leben bdannt gibt, ift die '-Legen Äanallfat;on6arbcitcn angcoroncte Sper- i ui g der KrelsstratzenortSdurch'ahrt in Bau- '«ringen j.tzt wieder aufgehoben worden '* Auswärtige Borträge eines ■’ i e b e n c r Gelehrten. Die man uns gut» U. har Unioer'ttät-proscssor Dr. Messer am d M:- in Koblenz aus Ltnladung dcS enralinftitulS für Erziehung und Unterricht l et ..WerLphilosophie und Pädagogik", am 18. । Mts. in WorrnS auf Einladung der borst! en Lehrerschaft in einer groben Pestalozzlfeier im Festhause über .Pestalozzis Bedeutung jur die Gegenwart gesprochen 20501. Freigabe des deutschen Ei- gentums in den Bereinigten Staa - t c n. Wie die Hessische Industrie- und Handelskammer Darmstadt mitteilt, liegt ihr Material Über die Freigabe des deutschen Eigentums in den Bereinigt, n Staaten von Nordamerika vor. Interessenten, insbesondere Inhaber von beschlaa- nahmten Patenten, werden gebeten, das für sie wichtige Material eitrzusehen, damit sie im Falle der Annahme des zur Zeit dem amerrkanischen Senat vorliegenden Freigabcgesetzes ihre Ansprüche geltend machen können. RVV. Derstörkter Zugverkehr der Reichsbahn. Im Hinblick auf die sich anbah« Bahnhöfen zum lllushang kommen. Die wiederein- gelegten Züge können nur bei ausreichender Be irtzung bcibebahyi werden. •' Gärtnerische Borträge mit Filmvorführungen veranstaltete die Be- urksgruppe Diesten des Landesverbandes Hessen- Darmstadt im Reichsverband für den deutschen Gartenbau am Montagnachmittag im groben Hörfaest dcS ^lniversitätSgebäudes. Die Beran- ftallung wies einen recht guten Besuch aus. Bach den Degrüstungsworten des Vorsitzenden Budolf S ch n e i d e r - Diesten, der u. a. die grobe volkswirtschaftliche Bedeutung des Gärtnerberufes betonte, forberte Handclsgärtner Ziegenbalg- DreSden in einer kurzen Ansprache zur stärkeren Beachtung beS DeboteS der wirtschaftlichen 6eTbft- hilfe auf. Anschliestend wurden aus dem Betriebe dieses Redners Filmaufnahmen von Dresdener Sonberkulturen gezeigt, welche die Entstehung der Pflanze aus dem Samenkorn bzw. dtedling bis zur vollen Entwicklung zeigten. Hieraus führte der Vorsitzende Bilder auS der staatlichen Blumenbindekunstschule in Weihen- ftephon bei Freising vor. in benen bie Leistungsfähigkeit blcfer Schule bei bet Verwendung von lebenden Blumen zu wahren Kunstwerken bar- qelcgt wurde. Als letzter Redner sprach Uni* versitätS-Darteninspektor a. D Rehnelt* Diesten über .Kakteen in ihrer Heimat und in der Kultur". Der austerordenllich fesselnde Vortrag war ebenfalls von einer langen Reihe erlesener Lichtbilder belebt und fand groben Beifall. Zu bedauern war nur. baft offenbar infolge erheblicher Mängel am VorführungSapparat bie Tag verdorben ift. Und wieviel Tage im Jahr find duft' diefc ‘TOeifc dem armen Staatsbürger vergällt'! rl£)er iß f 'ch in all den fauern Terminen zurecht zu fin> Preußen. Mvcie Wetzlar. L Krofdorf. 22. Febr Die Bürgermeistereien Oltzbach und Launsbach haben bei dem preust. 03erfid)erungdvcrbanb für Gemeinden und Gemeindeverbände in Köln eine Schülerunfallversicherung abgeschlossen. Die Versicherung gewährt den Kmdern Versichern rigs- schuh gegen die Folgen von Unfällen auf beni Schu la rundstück, d h. im Schulgebäude und auf dem Schulhof, beim Unterricht, bei dem von der Schule beaufsichtigten Turnen und Spielen, sowie bei Veranstaltungen der Schule, z. B bei gemeinsamen Ausflügen, bei Spazierfahrten und Spaziergängen, Fahrrad', Buder-, Rodel- und Schlittschuhpartien. Besuch von Ausstellungen, Museen, Fabriken usw. sowie während des Aufenthalts in Schülerheimen unter Aufsicht der Lehrer. Eingeschlosseu sind auch Unfälle, bte sich auf dem Wege zu unb von der Schule ereignen, gleichviel ob unb welche Beförderungsmittel benutzt werden. Erstattet werden die Kosten des Heilverfahrens. Daneben kommen Kapitalentschädigungen in Frage, die sich )e nach Den Folgen des Unfalles richten Die Unfallversicherung ist auf 10 Jahre abgeschlossen. ± Gleiberg, 22. Febr. Der vom Gemeinde- rat gewählte und von dem Vorsitzenden des Streb- ausschusses In Wetzlar bestätigte Bezirlsoorstcher Wilhelm Laucht In Gleiberg ist vereidigt unb in fein 21 ml cingefübrl worden. O b c n b a u f c ii. 22 Febr Der vom Krcis- verein vom Roten Kreuz hier ausgestellte 0 a- nitä tss chrank ist unter Mitwirkung her Gemeinde wieder a u f g c f ü H t worden und steht bet Bevölkerung bei eintretenben Unglücksfällen Der Erfinder des Kreuzworträtsels. Wer hätte je gedacht, dast man durch Rätsel Millionär werden kann, unb doch gibt es einen Mann, der eS dadurch zum Dollarmillionär gebracht hat. Es ist dies Gefeit Bürgest, der amerikanische Erfinder deS Kreuzworträtsels, der Schöpfer dieser Mode, heute einer der bekanntesten und volkstümlichsten Männer der Vereinigten Staaten. Wie so viele Ersinder nicht auf ihrem eigentlichen Schaffensgebiet erfolgreich sind, sondern gleichsam im Rebenberuf, so ift auch Bürgest nicht gleich auf die Rätsel gekommen, sondern oat sich zunächst als Maler unb Schriftsteller versucht. Er war Zeichenlehrer an einem Gymnasium unb wollte es durchaus zum berühmten Mann bringen. Doch weder seine Bilder iwch leine humoristischen Geschichten hatten rechten Ersolg Da gab er vor etwa drei Jahren eine Sammlung von Kreuzworträtseln heraus, in der er diese wohl schon früher hie und ba angewandte Rätsel- form systematisch ausbildete. DaS Buch hatte einen ungeheuren Erfolg, war in wenigen Wochen In Hunderttausenben von Exemplaren abgefetzt unb leitete so recht bie Kreuzworträtselmvbe ein. die noch heute anbauert. Er wurde dadurch zum Millionär unb wird es auch vielleicht jetzt noch zu Schriftstellerruhm bringen, benn ein grober amerikanischer Verlag hat ihm ben Auftrag erteilt, einen Roman zu schreiben, in bellen Mittelpunkt ein Kreuzworträtsel steht. als erste Hllse zur Verfügung Er ift bei Karl Ufer untergebracht, der als Sanitäter ausgebildet ift. Kinzenbach. 22. Febr. Im Hinblick aul bie Bedeutung des Handarbeitsunterricht s für bie weibliche Schuljugend bat der Gemeinderat beschlossen vom 1. April ab allwöchentlich vier Stunden diesbezüglichen Unterricht in der Volksschule erteilen zu lassen. Die Zahl der Kühe unb bedfäbigen Rinder hat m den letzten Jahren erheblich zu- genommen unb betrag: jetzt über 300 Stück. Der Dernemderat hat deshalb c.ner Forderung der Aufsichtsbehörde entsprechend, die Ausstellung eines bi tten Lullen beschlossen Der Vemeinberat hat im Interelfe der Schaffung von Riftgelegenheit für untere nützliche Voge 1 welt einen Betrag zur Beringung gestellt. Das Anbring.n der Kästchen erfolgt durch die Schule - Dorlar. 22. liebt Wie im Vorjahr so veranstalteten auch diesmal die Turn- verefne Atzbach Dorlar unb Kinzenbach Gl cd t d s' h -Dünsb rg T rn rbunb C* unter r.jer ln.>.! 'alnne h.erictbst einen D c - ratewettkamp'. Vor ib endet Reinstädt- l e r. Dorlar, hob in feinet Degiühungsan'prache hervor es gelte durch diesen Wettbewerb nicht Gipfelleistungen zu erzielen, sondern es fei zu zeigen, beft auch im Winterhalbjahr selbst in beschränkten Räumen das Derüteturnen eifrig betrieben werde Als Ucbungsfolge waren solche an Reck. Barren unb Pferd vorgesehen, dazu kam eine selbstgewählte Freiübung Die Leistungen waren gcrabonu überraschend. Dorlar schnitt am besten ab. es hegte mit der Punktzahl 946 Atzbach mit 826 unb Kinzenbach mit 277. Die Höchstpunktezahl errangen: Geier, Atzbach mit 191; Brü ck. Dorlar, mit 187; Bepvler. Kinzenbach, mir 178: Beppler. Dorlar, mit 178. Die vom hiesigen Turnverein vorgeführten Reigen erweckten grobes Interesse. Wi der Cfdeuerfieftel uns ins riaus gc/cknaif- kommt; oder der (jclialts- acker' ®riPpe *«=« hi M be . ««!•» Ätz? im SV1 e’ vu IU ®“'h" tojrtn ,r oeRben. ft, form .,M 3tit eine loll, finb '°d'ss°llkli 01 .'Wnuar 1927 »*PPt ein». 'W unb btttn Wen bts <ßot. '"K Nicht |pre- I cicrbefälle ®i^en Ich Qn ®>tfeen fükn in n on ©rippe. 9cn für hitft? I aber dem «6 sich das -er. wefenllich äadmi harmlos der MU W s'ch Tripp,jah. er Tebächmis yi mb Kreis (Sicken 3tit des tjeftiaflen Itorbenen 208 bet Das Bauunglück in Frankfurt. ®63L Frankfurt a. M. 22. Febr. Zu dem entsetzlichen Bau ungluck im Hause Mainzer Vanburafje öS erfahren wir weiter das, auch noch der üirbnur Duo Vordach au» Eschersheim seinen schweren ^erletzunyen im ürankenhause erleg en ist. Er ist der vierte Tot e. Mebtere andere Schwerverletzte descnden sich immer noch in L'cver.i-gcfdbr. Per für den Bau nerantwottliche Architekt M a u f f m a n n ift gestern abend im Polizeipräsidium vernommen und daraus vorläufig wieder auf freien Fug gesetzt worden. Die Städtische '.Nachrichtenstelle teilt aus einem Bericht der Baupolizei mit: Für den fraglichen Umbau wurde am 3. Januar ein Baugesuch emgereicht und in Behandlung genommen. Grund- sägstch war nach Verhandlungen mit der Verkehr»- Polizei. ber_ Branddirektion, dem Gewerbeaussicht»- amt und Siedlungsamt gegen den Umbau nicht» einjuroenöen E» mann eite aber die statische Berechnung, die wiederholt angefordert wurde und deren Fehlen die endgultiae Behandlung be» Baugesuches verzögerte. Inzwischen sollte da» Pro sekt der Regierung in Wiesbaden befürwortend vor- gelegt werden. Die statische Berechnung ist auch heute noch nicht eingereicht. Da trotz der fehlend en Berechnung und trotz münd sicher 'ßermarnung mit den Umbauarbeiten ohne Bauerlaubnio begonnen wurde, ist am 10. d. M. schriftliches Bauoerbot eingelegt worden. Die unmittelbare Ursache des Unglücks kann nicht feftgcftcUt werden bevor nicht die tlufräu mungsarbeiten durchgefuhrt sind und bevor nicht eine statische Berechnung vorgelegt und geprüft ift In die Angelegenheit hat jetzt die Staat»- an wallschaft eingegriffen; sie ift zur Zelt mit der Feststellung der edjulbfrage beschäftigt. Lichtbilder zum grohen Bell schlecht auf die Lern- ward gebracht werden konnten. Der La n i tätSver«in Diehen hielt am Montagabend im Kaufmännischen Der- einshauS seine 42. Deneralpersam.-nlung ab Der Verwaltun^bericht hob d'.e hohe soziale Einrichtung deS Vereine gebubtenb hervor. Bet der Vorstandswahl wurden die turnusmähg aus- scheidenden M;tglleber K. Bender. A Lehr und A Meister c.nstim n.g wiedergewählt Die Herren Löb und Bauer wurden ar.lählich ihres ZC- bzw tö.ühr.gen Depurt-tagcv zu S .et- Mitgliedern ernannt. Ferner wurde beschlo sen. in Zukunft den H.merblieben.n verstorbener Mitglieder e.ne De;räbn'.sunlerstuyung in Höhe non 50 Mar. zu zahlen Dte;e E.nrcchtung ltellt eine ttc.tcre Form ter Vereinsbetängung da: •* Die Maul- unb Klauenseuche ist n Ode.thausev. Stvae Diebeni. Vadenrod rnden wohl allen Trippenach« tartig zu bf Familie oder einer fchtvcrer dciM hluß auf den all- •erben. Ti« ^nn inen großem Df dclsve^ Iah«' 1811V 21. Februar 1927. Gießen (Am Kugelberg 13), Frankfurt langten Gießen, den 23. Februar 1927. 01313 Derhai fNti'1 1793V 1793D öortjd) Voranzeige Alter von 80 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Faschingsdienstag, den 1. März, 8 Uhr 11 Minuten Große berfeitl j |Wohnungstausch[ erbeten. uid lMSU etlebint Avachsj 01317 ueifnuit | Kaufgesuche | 1804c Ferner Sowie; Groteske in 2 Akten Familie Familie Familie Familie Heu und Haferstroh förfttt da s- einem trenn Vreden einen ? den. S fchrani frieges klärt, i tümlid dah bi bei den nahmen Dollftöni Gebiete anher t die Am im Lar Brann ennäh Attike! 20 bis das ni Ltto Leib 21 Ob ad). | Vermietungen 4 - Zimmer Wohnung Karl Hammel Simon Theisebach Isidor juda Jakob Theisebach wiewe sucht l ministe gen in ?t, das oerzwe 1795 D Teleph. Olt. 1662 Nach kurzem Krankenlager starb heute nacht unsere innigst- geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Äordfeeware: Seelachs o. Kops Rotbarsch o.K. Grüne Heringe Kirchgöns, Frankfurt am Main, Gießen, den 23. Februar 1927. im 7L Lebensjahre. 'onen Ardech At.AttlÄskmi f. melnManusaltur- roaren* und Slonfet« itonSgefch. s. 1 Avril nei. £?fi- m. Vtctitbtlb, 3euont5nbfd)r. und («cbnlteauivr. erd. Perfönl Borstellung vorerst nicht crw. iw»D Cm. •’öind), Nsinnen l. TannuS. cntfpiertjcnöe Stelle. Schr. Ana u. 01313 an den Gieh. Anz. Staat, die Dc Ichoifer oerträg der 91 der Ei dnban m. de-iehbarer Wohnung. bei 11—15 000 Mark Anzahlung so fort zu faufen gesucht. Lchrtiil. Angebote unter 01383 nn den Giefi. Anz Die Beerdigung findet am Samstag, dem 26. Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes ans statt Steuer - Beratung BuchsübrungS- Nachtragc Bilanz Ausstellung Vergleiche mit Gläubigern Biichcr-Reviior Neiffcrt Bad Wanheim Vinbenitr. 3 Tel. 331 yinn veriange um oerbindlichenBesuch Srbcntl. aiiäödicn mit Zeugnissen juckt Stelle in eine Backerei, etwas Mltdille tm Geschält tu erw. Zu erir. t d. Gefchäftsst. d. Gieh.Anz 01342 Außerdem in feinster Schellfische o. Kops Dratschellfische Cabliau ohne Kops 1 fliiininniiiiyiiiiniiiiiiiiiiD Amalie Theisebach geb. Meier geb. Langsdorf In tiefem Schmerz die trauernden Hinterbliebenen: Familie Hermann Muhl Familie Hermann Hahn Familie Hartmann Loth. Gießen, den 22 Februar 1927 Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Februar 1927, mittags 1 Uhr, in Kirchgöns statt. I8'°D mit noch größeren Ueberraschungen in sämtl. Räumen 3 Tanzsportkapellen 3 Sektzelt! Likörbüfett! Eintritt nur gegen Karten, die im Hotelbureau unentgeltlich zu haben sind. Tischbestellungen rechtzeitig MM verloren Sonnlaa narbtGroci Uhr» L d. ’Jinbe dcS Kuufm.Veretnehau- ies. Wiederbrtuger erh. g. Belohnung. eim. Labnnr. 3 I. Danksagung. Für die beim Hinscheiden unserer lieben Mutter und Tante erwiesene innige Teilnahme, für die Blumen- und Kranzspenden und die Nachrufe am Grabe sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Geschwister Hopfeld Marie Oreitmann. Bestellungen frei Haus. August Wallenfels Feinste blutirische SWW Cabliau Goldbarsch Vratschellfische Grüne Heringe Vückmge,Sprotten Lachrheringe empfiehlt 0134a zmi fielen au verkaufen 01338 Scbiifenberg. Weg 16 Heute abend 8 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Philippine Loth Ww. Molly fährt Auto Lustspiel in 2 Akten. Außerdem Aufnahmen FilmZaUbOF vom Künstlerfest nllllliAau^vi Gießener Konzertverein Sonntag, den 27. Februar 1927, nachmittags 5 Uhr Universitätsaula NEUNTES KONZERT Klavierabend ProfessorCarl Friedberg I Klavierwerke von Chopin, Fantasie F-Moll, Sonate H-Moll, Impromptu As, Mazurka B-Moll Walzer Ges-Dur, Etüden, Scherzo H-Moll Der Steinwav Flügel ist aus dem Pianolager August Förster in Gießen Eintrittskarten 4, 3 und 2 Mk. boi EmstChallier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1— bei Herrn Sekretär Ritter gegen Au-weiskarte._____n^4c WMM-KIlW. Die Uebungsstunden werden regelmäßig Dienstag u. Donnerstag, abends von 7—9 Uhr, in der Goetheschule (Westanlage), abgehalten. Stutidier BMulbund (A.B.) LrtSWMMtzcn 01352 Innigsten Dank sagen wir für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die Kranzspenden und das letzte Geleite beim Heimgänge unseres heben Entschlafenen. j e l. Frau Anna Otto und Sohn. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Jb’ur noch heute und morgen: BBW HUR Der Welt gewaltigster Film. Ferner: Der mit großer Spannung erwartete Lok al-Film des Gießener Künstlerfestes in den h-eslgeen Klubräumen vom 19. Februar: Film zauber auf der weißen Wand sehen. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurden uns durch einen Unglücksfall entrissen Schwester Lisel Egelhof Fräulein Frieda Haas und Fräulein Frieda Steinbach Sie starben in treuer Pflichterfüllung bis zum letzten Augenblick. Allg. Verein für Armen- und Krankenpflege (Ev. Schwesternhaus). Gießen, den 22. Februar 1927. Die Beerdigung unserer Schwester Lisel findet Donnerstag, den 24. Februar, nachmittags l1/, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Frieda Haas und Frieda Steinbach werden in ihrer Heimat bestattet. MW grob, o. Psd. 38 Milin o. 5t, Psd. 24 SeeiM o. St., Psd. 22 LkMkWA Psd. 25 Pf. Moorn BolKnoiii Brntljeiinge Sniöinen SMnsel. Gelee 1 Ltr -Doie 95 Pf- Uastee- woche aus eigener Rösteret! pfd. 4.10, 3.60, 3 20, bei Entnahme von 1 pfd. l Nüchenhand- tnch gratis Bfutmbio! 4 Pid. - Vatb 75 Ps. fiolosleti 1 Psd -Tafel 55 Ps. MweizeNgie echter, Psd. 1.50 MM 1 Psd. 1.00 *™8 MUM Elegante Marien - fohüme ZU verleihen. Löberstr. 11 p. ,1unae,aueinnehe»de Wuwe nicht, da passende Gelegenheit f.-hlt, ans dies Wege die Bekannitchasi ein.'S anständigen Mannes zwecke- Herrat. Lchr. Ang n. 01336 an den (Miet; 21 tu. Schellfische Cabliau Seelachs Goldbarsch Schollen Hechte Salm Schleien [ieec eniofiedlt Hamburger Fisch Handlung 2l. Noch Nachfolger Schulstr Id Tel 1612 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ÖrchesienereiD. Morgen Donners tag 8 Ubr pünttl.: Probe, ß und damit eine Kril- tiguof des r»«xen Nervensystems eriielcn Sie our durch den echten .Baldravin* PeteaUmtlid, n-diültf UBt«, Nr. 342681. Er cathill eimlhdx Ei- traktivetoHe dir Bal- dnunruJ io kraftirto Südwtie ftlöat All« Nadiahmuofen. di« ab «beeaogut angebot «n werden, wri« mee ent- •diieden «urück. Zo heben in Apothekrn und Drogerien, oeehmml in der Löwen - Drogerie. AstoriaLichtspiele Heute letzter Tag: Der Schrei aus den Lüften Ab morgen Donnerstag bis einscblieflUcl Strailag: HOOT GIBSON Amerikas verwegenster und bei iebte et er - darsteller in seinem neuesten Wildwest-Sensations Schauspiel In 7 Akten Hoot der Teufelsreiter Matratzen Federbetten / Eiserne Betten <£. NSHr & So. 1788a Buoerläfitnc», au aller Slrbett wllligeö Mädchen k. tagsüber oef. 0|IM Fronlfucter Str. 31 u Luche Ainu l. 'Dlava ein gläubiges Mädchen für» Hau». Nähere» Damen» Maskenkostüme au verleihen. 01625 Damen-Stiller-Salon E. Steh Uns, Gnauthstrafie 34. QlllllilllllllllllllllllllHIIIIID SWöetin nimmt nodi Kunden an, tnnnd auüerbem Hause. Lchrtltltche Angebote unt. 01341 an den Greg. Anzeig. gi|Wli»llllIIIII>!I»I>IIlI>v Sache kornvl einger. Metzgerei nut beztehb. 2—3-ß.- Wohng-, au taufen vd. zu pachten.Ueb r- nehnie auch bei älterem Ehepaar Ber- trauenöposten. Lvä- teret .Stauf nicht ausgeschlossen. Schriitl. Angebote nm. 01292 an den (Sich- Anz. gegenüber der Engelav'otheke. Zu vergeben bis zu 1000 Mk. als Darlehen anBc» amte, Ai beiter und Privatpersonen tn sich Stella, geg. reale Sicherheit,män Zins bet ntonatL Raten. Schr. Ang. u. 01347 an den Gies;. Anz eeeoeeeeeeee Am 21. Februar, aoends 10‘lt Uhr. entschlief plötzlich und unerwartet nach kurzem Krankenlager unser innigstgeliebtes Kind, mein liebes Brüderchen, Enkel und Neffe Rudi im zarten Alter von 1', Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Flacher 1L Familie Heinrich Lnh III. Familie Lodwig Flacher. Großen-Lioden. Lang-Göns, den 2L Februar 1927. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 24. Febr, nachmittags 3' Uhr. vom Steinehause Steinweg 34 aus statt. Uld4, 6 - Zimmer-Wobn. tn schöner'rett r Vage zu in 1. IV. 27 Geboten: Kleine 5-Zimmer Wolin, in guter Vage. Schr 9lnneb. un er 01346 an d. Gieu.Anz erb. Tausche 2 Zimmer m. Kani. u. ein StückGartengeg 2*31e«re Zimmer evtl m.Stüdie Cif. u. 1605 an Her so, fließen. D. H. V. Vcbrltng'i'abtcilita. Donnerstag, den 24 ß-ebtw b' ,Ubr tm ZUnt.BcreinobauS: Lichtbildervortrag ö. Hrn. Ingen Ertel über -Dir P.-irtfchast deS Bolschewismus l. Theorie u-PrariS-. Artillerie- Verein Zusammenkunft der 01M7 Damen LomStag,26.Febr bet Köwinger. Hessischer Hof Suche ein in allen Haus- arbeiten erfahrenes MUK Mit Zeugnissen au melden 1812 D SreuzM 10 > 8teitengesuche^ 3lWt HlöDD iuchtBeichästiguna gleich welcher Art, gegen geringe Per- giitung. Näheres in der GefchästSst. deS (»iefi. Anz (01316 Sobn achtbarer Eltern, derdieAivei- jahriae staatliche Handclöfchule besucht hat, lucht Lehrstelle in einer hiesigen Grokdandlung Derselbe iü in Maschinenschreiben und Lieno- graphie gut bewandert. Schr. Angeb. u. 01319 ad.Gb.AnA. üilllllllllllllllUIBIIIIIIIiniD Baiislocliier 19 Jahre, VpACiim«» , biidung und 1 Jahr Haushalt ungsschule, sucht Heute und morgen frisch eintreffend: Cabliau eis | Verkäufe | Gefchüsts- haus im Mittelpunkt der Stadt, mit sreiwer- dender Wohnung, zu verkaufen. Schr. Ang. ti. 17911) an den Gies;. Ani jjowasms Wohnhaus mit freier Wcr-KaMmi Uithttti bei gtöß. ÄnAablung zu verkaufen. Schr. Ang. u. 01318 an den Gieb- Anz. ttliekgesuelie^ Beiüjiagnühmel[ric 3-5-Simmer- TOobnung tauch nttiüctc) um allein Komiort tn bester Vaae (Liebens ncacn ein für. Aitete, tefu. Abftand, für miigl bald gesucht. Zahle Miete evtl ein Jahr voraus. Schr.Angeb.n LUD an den Gieb- An\ yrlnry irnrr r < tum Laden in W'cieck von gut. fXttma Attnucien gcf. Schr An geb. u 01344 an d- Gieb-Anz erb. geg. DringlichkettS- schein au wnrneten. Zu eifraflcn 17901) NeuitaLt 50. 2 Zimmer leer od. teilro. mifbl.. evtl. tu. beschrankter Äiichenben., Keller-, Wafchkitchenant. au vermieten z. 1 4. 27. Alletnst. Dame be- vorzugt. L-ttimibt, Wartweg 3>> iai- 2 schön möbl. Iu* Zimmer mit Küche au vertu. ZklMNlltt.«. btt. 58 0. 5WW! frei Marltitr. 1A. 2 leete älmmet in gutem < ufe zu uetmteien. Schriitl. Angebote unt. 01340 an den Gteli -luA. {Stellenangebote) Tüchtiger junger Mann, oerb, al6 Zäpfer gesucht. Kautio'i erforderlich. Schriitl. Angeb. unter 01308 an den Gies; Anz. Oiedegew., stadtkund. Damen u. Herren bei hoher Provision gesucht. BorzufteUen 1-2 Uhr. 17971) (Emil Simon Credneriirafze 29 I. Telephon 213 ICMWHH«« Tüchtiger, ehrlicher MWWk sofort gesucht. 01329 Bäckerei Weitzel, rfang-Göns. gesunden Schlaf Gut erhaltene UM mit ob ohneSchraub- stöcke zu kaufen ge- fuctit. Schr. Ang. u. 01343 an d. G. Anz. MM ZU kaufen gesucht. Gröge 2-2'/, Meter Schr. Ang. u. 01334 an den Gtefi. Llnz. Wm ll^5Uhr end: •egelmöfeig 7-9 Uhr, Malten. are: chs o. Kops trsch o.K. e Heringe 1H5D IC,®Hl1662 ntKtjti oim M Monate M Wal!er toll ^Put Förster artKbtlH^n Carl JüNKl It- 0' in m 8'. in tl iH 13 ! sämtl.Räumen m3 fett! elbureau unent- lgen rechtzeitig oi m r 11 Minuten: Tsir M- lvoche •ni ’:(l; pf -äm» t'L4 hM’** .«alt M« 'is$e >- M "will*’ ft jl sid." .Ä Wl« . 56ÖWS Nr. 45 Sroeites Blatt Gießener Anzeiger IGeneral-Anzeiger für Gberhessens Mittwoch, 23. Februar 1027 Der deutsch-polnische Nonslitt. Ban Dr. Dito Lo« ning, ehemaliger Vizepräsident des Danziger Parlaments. Deutschland und Polen besinden sich seit dem 26. Juni 1925 im Wirtschaftskrieg. Die j)an- dclsvertragsoerhandlungen zwischen beiden Ländern sind schon älter. Sie sind oom wirtschaftlichen Stand- punkt aus betrachtet, besonders dadurch erschwer, worden, daß Polen seinen Zolltarif in den lebten Jahren mehrmals geändert hat, daß Polen für eine groh« Anzahl von Waren Einfuhrverbote erlief, di« sich hauptsächlich gegen die Einfuhr von Waren aus Deutschland richteten. Deutschland antwortete selbstverständlich mit gleichen Maßnahmen. Auch von deutscher Seit« wurden Einsuhroerbote erlasien und ZoUcrhohungen für wichtige polnische Exportartikel oorgenommen. Schließlich legten beide Staaten ihre genau formulierten Wunsche vor, beide verlangten für eine gewiss« Anzahl von Waren starke Herabsetzung der in den gegnerischen Aufstellungen festgesetzten Zollsätze. So hat z. B. Polen für wichtige ^rportartikel wie Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Dohnen, Erbsen und einzelne Gemüsearten, für Rartoffeln, Vieh, Fleischwaren, für Eier, Zucker, Branntwein, al» auch für einzelne Hölzer eine Zoll- ermäßigung oon 80 Proz. gewünscht, für andere Artikel sind durchschnittlich Zollermäßigungen von 20 bi» 6ü Prozent verlangt. Aus deutscher Seite war da« nicht Diel ander». lieber all dies liehe sich verhandeln, und wurde auch seit ungefähr Februar 1926 zwischen beiden Staaten de» längeren und breiteren geschrieben, geredet, verhandelt, zum Teil eine Einigung erzielt, »um großen Teil noch nicht. Es ist selbstoerstand- sich, daß in diesen wirtschaftlichen Fragen jeder oom anderen im Interesse seiner Wirtschaft so viel herauszuholen sucht als es nur geht. Da» ist bei allen Handelsvertragsoerhandlungen so. Bei den Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen sind jedoch auch in diesen mehr ober minder rein wirt- schastlichen Fragen vielleicht größere Schwierigkeiten ;u überwinden, als bei Verhandlungen mit anderen Staaten; auch das ist erklärlich. Daß die beiderseiti- gen Wirtschaftskreise von der langen Dauer der Verhandlungen nicht gerade entzückt sind, läßt sich bei den von beiden Staaten ergriffenen Rampfmaß- nahmen oerftehen. Immerhin lag und liegt eine vollständige Einigung auf dem wirtschaftlichen Gebiete der Handelsoertragsoerhandlungen nicht außer dem Bereich der Möglichkeit, Im Gegenteil, die Annäherung der beiderseitigen Forderungen hat •m Laufe der sich überaus lang hinziehenden Der- Handlungen schon gewisse, nicht zu unterschätzende Fortschritte gemacht. Die Bereitwilligkeit zur Beendiguna des Zoll- friegc» wird auch von beiden Seiten o|t genug erklärt, von polnischer Heile mit der den Polen eigen- tümilchen Emphase, wobei last stets betont wird, daß der deutsch-polnische Zollkrieg die Wirtschaft»- tage Polen» so gut wie gar nicht berührt habe. In- wieweit letztere» richtig ist, soll hier nicht untersucht werden. Möglich, daß der oolnische Handel». Minister Ruriatkowski bei seinen jüngsten Erklarun- f|en im polnischen Sejm dabei davon ausgegangen st, daß die Wirtschaftslage In Polen sowieso schon verzweifelt ist, und daß sie auch durch eine Beend!- guna de» Zollkriege» kaum gehoben werden könnte. Handelsoertrogsoerhandliingen haben aber nicht nur eine rein wirtschaftliche Seite. Sie bezwecken auch, die Möglichkeit zu schassen, daß zwischen den vertragschließenden Ländern die Vorbedingungen für einen Austausch oon Gütern geschossen werden. Selbst menn zwischen zwei Ländern die Zoll- schranken ganz gesallen lein sollten, kann unter den heutigen Verhältnissen ein wirklicher wirtschaftlicher Verkehr nur bann ftattfinben, wenn auch den bei- beseitigen Staatsangehörigen bie Möglichkeit ge- feben wirb, durch direkte Runbenauf« u d) u n g , durch Aufenthalt In dem anderen Staat, durch ungehemmte Einreise und dergleichen bie Dorausfetzung für einen lohnenben Umsatz zu schaffen. Daher enthalten alle modernen Handels- oerträge eingehende Bestimmungen über das Recht der Niederlassung, de« Gewerbebetriebe», der Einreise in da» andere Land. Ohne solche Vereinbarungen Haden heute Hanbelsvenragsoetein- ba rungen nur sehr problematischen Sinn. Gerade In dieser Frage, die also mit einem deutsch-polnischen Handelsvertrag untrennbar verbunden ist und fein muh. werden aber von den Polen die allergrößten Schwierigkeiten gemacht und zwar a u S politischen Erwägungen heraus. Polen bat bisher auf dem Standpunkt gestanden, daß daß vertragsmäßige Riederlaffungsrecht der Deutschen in Polen auf« äußerste beschränkt werden müsse. Selbst wo Deutschland sich grundsätzlich bereit erklärte, ein vertragsmäßiges Rieder- lassungSrecht nur für wirtschaftlich tätige Personen in Anspruch au nehmen, hat Polen da« Riederlassung-recht für die gesamte Landwirtschaft. für alle Angestellten und für fast alle freie De rufe abgelehnt. Ebenso waren von Polen irgendwelche Garantien für eine einwandfreie Handhabung der Einreisebestimmungen bei vorübergehendem Aufenthalt nicht zu erlangen. Auch in dieser Beziehung hatte Deutschland von seinen ursprünglichen Forderungen viele« fallen gelassen; trotzdem zeigte aber Polen nicht doS mindeste ®ntgegen!ommen. Denn heute polnische Stellen und polnische Zeitungen eS so darzu- ftellen belieben, al« ob Polen in Fragen deS Niederlassung-rechtes weitgehendes Entgegenkommen gezeigt hätte, so ist daS mit den einfachen Tatsachen nicht in Liebereinstimmung zu bringen. Es ist also dem Deutschen Reiche nicht zu verdenken. daß e« von Polen zunächst einmal ganz bestimmte Zusagen auf dem Gebiete de« RlederlalfungSrechtes verlangt. Denn gerade während der Derhandlungen über dieses Rieder- lasfungSrecht haben die polnischen Behörden, insbesondere in Prlnisch-Oberschlelien systematisch Deutsche in wirtschaftlichen Unternehmungen durch Nichtverlängerung der Aufenthaltsgenehmigung zu verdrängen gesucht und sie a u « g c id i c I e n. S'afo diese polnischen Maßnahmen mit den letzten Wahlen in dielen Gebieten in Zusammenhang stehen, ist unverkennbar. Diese Ausweisungen Deutscher stehen außerdem im Widerspruch zu den bisher geführten Verhandlungen und auch zu der b'sheriaen deutsch-polnischen Abrede, unter welchen DorauSseyungen Ausweisungen verhängt werden sollten Au» ben obengcnanten Grünbcn ist e» aber für Deut|d)lanb so gut wie unmöglich, die wirtschaftlichen prägen eher zum Abschluß zu bringen, als bie Fragen bes Niederlassung»- unb be» ^»Weisungsrechts. E» ist baher mehr als naiv, wenn ber polnische Außenminister Za 1 eski sich über bie letzte beutsche Note, bie zu bem vorläufigen Abbruch geführt hat. erstaunt zeigt. Niemals hat Deutschland in ber Niederlasiungssrage von Polen mehr verlangt, al» auch in anderen deutschen Han- delsoerträgen gcgenfeltifl bereitwilligst zugestanden worden ist. Wenn oon polnischer Seite es jetzt jo dargestellt wird, al» ob Deutschland in den 'iWr- hanblungen Schwierigkeit mache, so vergißt man auf polnischer Seite, und will es oerge'sen, daß Polen f e l b ft es gewesen ist, da» sonst bei den Verhandlungen als auch in ber Praxis dauernde Schwierigkeiten in Hinsicht auf das Niederlassung», recht und die Ausweisungvfroge gemacht hat. Ohne eine Einignug auf diesen Gebieten haben aber Verhandlungen wirtschaftlicher Natur keinen Sinn. Da Polen sich in Fragen de» Niederlassungsrechts bisher intransigent gezeigt hat, so wird jeder, der die dis- herigen Verhandlungen aufmerksam verfolgt hat. es nur gerechtfertigt finden, daß Deutschland zunächst die Niederlasfungsfroge bereinigt zu sehen wünscht, um nicht nutzlos Zeit und Mühe zu verschwenden. Da aber Polen gerade diese Nieder- lafiungsfragen nicht erledigen ober wenigsten» keine Zugeständnisse machen will, so muhte e» zum A b - bruch ber Derhanblungen kommen. Sie könnten heute wieder ausgenommen werben, wenn Polen dem Reich zugesteht, da» andere Staaten unter einander für fast selbstverständlich halten. Die nächsten Aufgaben ber deutschen Landwirfichaft. Die äußere Lage der deutschen Landwirtlchast ist durch die Bildung der staatsbürgerlichen Reichsregierung natürlich nicht geändert. Aber die Stellung der Landwirtschaft im Staat ist doch eine andere geworden. Die neue Reichsregierung ist die erste nach der Revolution, die in ihr Programm ganz offen bie von der Landwirtschaft seit der Revolution stets vertretenen grundsätzlichen Forderungen ber Wirtschaftspolitik ausgenommen hat. DaS bedeutet natürlich noch lange nicht, daß nun etwa die Regierung eine einseitig lanbwirtschaftsreund- liche Politik treiben wird. Aber e« bedeutet, daß die Landwirtschaft dieser Regierung gegenüber, solange sie sich zu ihrem Programm hält, nicht in ber Rolle des Fordernden und Mahnenden auf treten wird, sondern baß sie mit ihr gemeinsam al- einer der stärksten Träger der Regie- rungSkoakition an die Verwirklichung eines allgemeinen volkswirtschaftlichen Programms auf der Grundlage der Bobenkräfte und des Binnenmarktes Herangehen wird. Damit ist nicht- gegen die bisherige Haltung der Landwirtschaft gesagt. Sie hat nach bestem Rönnen ibre Pflicht zu erfüllen versucht. Sie ist aber bisher teil« von ben Regierungen, teils auch von den anderen Berufsständen in dem Ziel ihrer wirtschaftspolitischen Forderungen mißverstanden worden. Jetzt dars sie auf volles Verständnis rechnen. Richt nur bei der Regierung, sondern auch bei den anderen Berufsständen, wie die vielfachen Erörterungen in den Kreisen der Industrie und des Handels über die Zusammenarbeit an der Förderung der Canbtoirt- fchaft und des inneren Marktes beweisen. Die Reichsregierung hat in ihrer programmatischen Erklärung der inneren Verbundenheit der verschiedenen Wirtschaftsschichten und der Abhängigkeit der Sozialpolitik von den Erfolgen derWirtschastSpolitik Ausdruck gegeben. DaS ist die Uebertragung der Theorie deS englischen Rationalölonomen David Hume auf den inneren Markt. Humes Theorie, daß Die Zunahme des Wohlstandes bei irgendeiner Ration dem Wohlstände aller ihrer Rach- barn nicht schade, ihn vielmehr fördere, hat gerade in der RachkriegSzeit mit ihren verworrenen Weltwirtschaftsverhältnissen allgemeine Anerkennung gesunden, wie schon allein die Bemühungen um die Weltwirtschaftskonferenz beweisen. Dasselbe gilt aber auch für den Bin - nenmarft. 3e mehr sich die Lage eines Wirtschaftszweiges hebt, um so mehr muß sich auch Preisausschreiben in der zweimal wöchentlich erscheinenden Unterhaltungsbeilage des Gießener Anzeigers Giehener Famrttenblätter offen für alle Bezieher des Gießener Anzeigers und für Neubesteller zum 1. März, sowie für deren Familienangehörige. Bedingungen Das Preisausschreiben erstreckt sich über die Ausgaben der Gießener Familien- blätter Nr. 17 bis einschließlich 22 in der Zeit vom 1. bis 19. März 1927. 3n jeder dieser Nummern der (Siebener Familienblätter werden je zwc Ausschnitte aus den Werken und Briefen deutscher Dichter und Denker der Vergangenheit veröffentlicht werden. Das Fiel der Teilnehmer am Preisausschreiben soll sein, die Namen der zwölf Verfasser möglichst lückenlos zu ermitteln und in der Reihenfolge der Deröffentlichungen aufgeführt schriftlich bei der Redaktion der Gieffener Familienblätter, Gieffen, Schulstraffe 7, einzureichen. Die Anrahmezeit für die Losungen beginnt am 20. März 1927. Der Schlufftag ist auf den 26. März festgesetzt. Spätere Eingänge bleiben unberücksichtigt. Sämtliche Lösungen muffen an der Spitze Namen, Stand, Wohnort, Straffe und Hausnummer des Einsenders tragen. Die Beifügung der Märzquittung über den Bezug des Gieffener Anzeigers ist Bedingung. Die Teilnehmer erkennen die Entscheidung über die Preisverteilung als endgültig an. Preise Die Preisträger werden nach Vollständigkeit und Richtigkeit der einlaufenden Lösungen ermittelt. Es kommen zur Verteilung die nachstehend aufgeführten Werke zeitgenössischer Schriftsteller: Theodor Fontane, Effie Briest Theodor Fontane, Stechlin Bruno Frank, Trenck Gustav Frenffen, Otto Babendiek Ricarda Huch, Der groffe Krieg in Deutschland Ludwig Huna, Der Kamps um Gott Bernhard Kellermann, Das Meer Hans Leip, Godekes Knecht Hermann Löns, Der Wehrwolf Thomas Mann, Buddenbrooks Thomas Mann, Der Fauberberg Walter von Molo, Der Schiller-Roman Waller von Molo, Roman meines Volkes Alfred Neumann, Der Teufel Wilhelm Raabe, Der Hungerpastor Albrecht Schaeffer, Helianth Jakob Schaffner, Das groffe Erlebnis Hermann Sudermann, Der tolle Professor Jakob Waffermann, Das Gänsemännchen Ernst Jahn, Die Hochzeit des Gaudenz Orell. Die Bücher werden nach auswärts verpackungs- und portofrei zugestellt. Verlag und Redaktion des (Siebener Anzeigers. Friebrich Cubroig Weibig. 3km Dr. 6. W albrach. 2rn 15. Februar 1791 wurde dem Oberförster 35kibia In Oberkleen als erstes Kind ein Sohn geboren, der bi« 3lamen Ludwig Friedrich Alexander erhielt. Die Erziehung des Knaben war gut, aber wertvoller das. was er im Elternhaus sah und lernte. 3n Gießen, wo er Da« Gymnasium besucht hatte, studierte er von 1808 ab Theologie. Besondere Anziehungskraft übte Professor Weicker auf den Jüngling aus, der bereits 1812 zum Konrektor an der Butzbacher Lateinschule ernannt wurde. Er gab sich feinem Berus al« Bildner der her- anwachsenden 3ugenD mit Liebe und Freude hin. Rach Ernst Moritz ArndtS QlorbilD gründete er im Rovember 1814 in Butzbach eine Deutsch« Gesellschaft- und führte in der Schale das Turnen ein. ..Auch er glaubte mit vielen, daß Die Verheißungen, welche in den Jahren 1813 und 1814, nachdem Da« Zoch der Franzosen durch unglaubliche Anstrengung der Völler abgeschüttelt worden war, gegeben wurden, nicht erfüllt worden seien, und er strebte stets dahin, daß dasjenige zur Erfüllung gebracht werden möge, was in den Verhandlungen des Wiener Kongresses, ja, was selbst in der BundeS- alte den deutschen Böllern versprochen worden war. Er dachte, daß nun bei der entwickelten Kraft des Volles Die Fürsten den widersprechenden Einflüsterungen ihrer Ratgeber nicht ferner Gehör geben, sondern den Völkern das bewilligen würden, was denselben verheißen, aber nicht erfüllt worden war, und zu dessen Forderung er Die Doller berechtigt hielt. Er wirkte daher ht Wort und Schrift in Metern Sinne." Rach Der deutschen Einheit zu streben, galt bei Den herrschenden Männern als staatsgesähr- lich, hochverräterisch. Darum nimmt eS nicht wunder, daß Weidig bereits 1819 in eine Untersuchung verwickelt wurde Man toarf ihm vor, er habe feine Schüler in revolutionärem Sinn beeinflußt und wirke überhaupt „Im Geist der Llnzusriedenen und Reuerungssüchligen". Das Ergebnis dieses Verfahrens wird durch WeidigS Beförderung zum Rektor (1826) genügend gekennzeichnet. 1822 hatte er sich in Gießen den philosophischen Doktorhut erworben. 1826 verheiratete er sich mit Amalie Hofmann, Die ihm eine treue, sorgende und verstehende Gattin wurde. Daß er die politischen Ginge in Hessen aufmerksam verfolgte, versteht sich ebenso wie seine Begeisterung für den Zreiheitskamps der Griechen und Polen. Die Einführung der Verfassung im Jahre 1820 hatte er freudig begrüßt; aber seine Erwartungen sollten zum geringsten Teil in Erfüllung gehen. 3e stärker Der Druck von oben wurde, desto kräftiger die Opposition. WeidigS Stellung zur Regierung wurde immer schroffer, je mehr er sah, daß man nicht dem Dolle geben wollte, was des Dolles war. Rach dem granljurter Wachen sturm des Jahres 1833 wurde er abermals in eine äloterfuchung verwickelt. Die ebenfalls erfolglos verlief. Unb schon ein 3ahr später glaubte man wiederum Gründe zum Dorgehen gegen ihn zu haben. Zwar hatte diese Untersuchung denselben Erfolg wie Die früheren, aber Die Regierung hatte doch nun kein Vertrauen mehr zu ihm und versetzte ihn als Pfarrer nach Oberfleen bei Alsfeld. Ss war aber ein Irrtum, wenn man meinte, einen Mann wie Wcidig durch solche Maßnahmen unschädlich und mürbe zu machen. Die Verbindung rmt seinen Gesinnungsgenossen riß nicht ab. Die Zeit für einen getoalt)amen Umsturz hielt er noch nicht für gekommen, und warnte mehr als einmal davor, aber er meinte. Die Agitation durch Flugschriften müsse lebhafter betrieben werden, um daS Doll auf^urütteln. lieber diese Dinge wurde auf einer Versammlung von Gleichgesinnten aus der Badenburg am 3. 5uli 1834 verhandelt. Schon vorher war der .Leuchter unD Beleuchter für Hessen" und andere Flugschriften verbreitet worden; nun erschien Georg BüchnerS .Der hessische Landbote" mit dem Wotu>. ,.Friede den Hütten, Krieg den Palästen", an dessen Bearbeitung Weidig beteiligt war. Die Denunziation Eingeweihter hatte seine Verhas- tung am 22. April 1835 zur Folge; er kam ins Friedberger Gefängnis und bald ins Darmstädter ArresthauS, das fein TodeShauS werden sollte. Die Untersuchung gegen Weidig in Dem geheimen Verfahren lag In den Händen des Hof- gericht-rats Georgi, eine« offenbar nicht einwandfreien Richters. Was man Weidig vorgeworfen hat, war Streben nach Einheit des Reichs und innerer Freiheit des Volles; daß er durch den Weg geheimer Umtr.ebe, Den er zu diesen Zielen ging, eine gewisse Schuld auf sich geladen hat, ist nicht zu beftteilen. Es war selbstverständliches Recht des Staates, gegen einen Beamten, der sich an einem gegen Den derzeitigen Bestand des Staate- gerichteten Geheimbund beteiligte, vorzugehen. Daß das Verhalten Der reaktionären Staatsleistungen letzten Endes selber das Zu- standekommen von Verschwörungen verursachte, spielt in dieser Hinsicht keine Rolle. Es ze gt nur. daß sich die Grenzlinie polirischer Verbrechen verwischen muhte, es erklärt nur menschlich Wei- dias Haltung. Der begabte, leidenschaftliche, edelgesinnte Mann wollte wohl den bestehenden Staat untergraben, aber lein Ziel war so groß, daß noch mehr als 30 Jahre schwerer Kämpfe vergehen sollten, ehe es am 18. Januar 1871 erreicht wurde. In Den Verhören wußte er mit solcher Gewandtheit und Vorsicht zu antworten, daß man ihm eigentlich nichts nachweifen tonnte Mehr als einmal wurde er wegen Leugnens disziplinarisch bestraft, d. h. man legte ihm Ketten an ober fesselte ihn an die Zellenwand, ja Der Richter hat wiederholt Den Antrag auf körperliche Züchtigung gestellt, und eS ist behauptet worden, diese sei entgegen dem Verbot insgeheim auSgeführt worden. So viel ist sichere De beinahe zweijährige Haft bei solcher Behandlung zermürbte ihn seeli'ch. Denn nur so läßt es sich erklären, daß Weidig, ein liebenbet Gatte, ideal- gelinnter Patriot und gottver'.rauender Mensch, in der Rächt zum 23. Februar 1837 Hand an sich selber lcgt£ So wurde Friedrich Ludwig Weidig, „ein Mann, desjen Geist und Tugend und Tatkraft ihn zu einem der Besten seiner Zeit stempelten, der von feuriger Vaterlandsliebe beleelt, von feinen Mitbürgern geliebt wurde und zugleich von energischem, opferfreudigem Charakter war, daS eigene Ich hinzuwerfen zum Besten der Menschheit", zum Märtyrer Der guten S^che. Sein Streben war nicht umsonst; er hat sich einen Platz erworben unter den Vorkämpfern Deut- fcher Einheit und Freiheit, wenn auch fein Rome nur noch von wenigen gekannt wird. Lind auch fein Tod war nicht vergebens: fein in Der Ge» sängniszelle vergossenes Blut hat mehr als sonst irgend etwas Dazu beigetragen, daß das geheime Strafverfahren in ein öffentliches umgewandelt wurde. die Lage anderer Wirtschaftszweige bessern. Gerade von der Landwirtschaft sind die anderen Stände schon darum in ihrem Wohlstand abhängig, weil die Landwirtschaft direkt und indirekt etwa 2/a der gesamten niHtlandwirtschaft- lichen deutschen Produktion aufnunmt. Damit ist iwch die andere Erfahrung verbunden: Zeiten eines steigenden Wohlstandes und steigenden Exportes waren für Deutschland stets zugleich Zeilen der Hebung der Kaufkraft auf dem inneren Markt. Jede Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage kann sich bei der deutschen Wirtschaftsstruktur nur auf dem inneren Markt aufbauen also kann eine Exportsteigerung zur Desserung der Wirtschaftslage nur dann gesund sein, wenn der Anteil des inneren Marktes am Gesamtumsatz der Volkswirtschaft gleichzeitig in entsprechend höherem Grade steigt. Der der Bedeutung der Landwirtschaft für den inneren Markt liegt die Schlußfolgerung auf der Hand. Damit ist die neue Situation für die Landwirtschaft gekennzeichnet. Man muß bei einem Rückblick auf die landwirtschaftlichen Tagungen der letzten Wochen, die ihren Abschluß in der großen ‘Berliner landwirtschaftlichen Woche fanden, zugestehen, daß die Landwirtschaft dieser Situation Rechnung trägt. Soweit cs sich um wirtschaftspolitische Fragen handelte, sind diesmal nicht die F o r d e r u n- gen in den Vordergrund getreten, sondern der Appell zum Pflichtbewußtsein und zur Pflichterfüllung. Soweit die Wirtschaftsführung in den Betrieben in Betracht kommt, sind es dieselben Aufgaben, für welche die Landwirtschaft bisher gearbeitet hat. Es ist die Nationalisierung und Steigerung der Produktion mit dem Ziel der A a h r un g s f r eih e i t, der Deckung des wesentlichen deutschen Lebensmittel- bedarfs aus der heimischen Produktion. Daß die Landwirtschaft dabei niemals nur an das jetzige Reichsgebiet gedacht hat, sondern von vornherein auch die vom Deich losgerissenen und die auslanddeutschen Gebiete Europas mit einbegriffen hat, ist bekannt und hat sich gerade in der Stellungnahme der verantwortlichen Führer der Landwirtschaft zu den Han.dclsvcrtragsverhandlungen mit den hier besonders in Betracht kommenden Staaten gezeigt. Wie die Landwirtschaft in unermüdlicher Selbsthilfe von der Seite der De- triebsverbesserung vorwärtSkommen will, haben auch diesmal wieder die rein fachlichen Verhandlungen auf den rund 150 Sitzungen der Wintertagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft bewiesen. In erster Linie der 40jährigen Arbeit der D. L. G. ist es ja auch zu verdanken, daß die deutsche Agrarproduktion in dieser Zeit eine nur durch die Kriegsjahre unterbrochene aussteigende Linie genommen hat, wie sie kein anderes europäisches Land aufweist. Aber die Landwirtschaft denkt nicht nur an diesen rein wirtschaftlichen Fortschritt der Produktton. Wir sind heute soweit, daß man davon sprechen kann, daß die Wanderarbeiterfrage nicht mehr wie bisher eine ständige drohende Gefahr ist. Mtt Hilfe des Staates ist heute die Zahl der ausländischen Wanderarbeiter soweit herabgedrückt, daß eine weitere Verringerung sich vielleicht für die deutschen Grenzgebiete unangenehm bemerkbar machen könnte, während die frühere hohe Zahl mtt Recht auch al- nationale Gefährdung empfunden wurde. Vicht anders ist es mit der Siedlungspolitik, bei der eigentlich nur das Bestand gehabt hat, was von der Landwirtschaft selbst in die Hand genommen ist. Wenn jetzt in der inneren Kolonisation weitere, durchaus notwendige Fortschritte gemacht werden sollen, so wird man das nur mit der Landwirtschaft erreichen können, zumal jede Sied- lungstätigkeit nur Bestand haben kann, wenn die allgemeine Lage der Landwirtschaft die Rentabilität der Betriebe sichert. So arbeitet die Landwirtschaft gemeinsam mit der Veichsregie- rung in erster Linie an der Lieberwindung der durch halbe Maßnahmen immer wieder verschleppten Agrarkrise, um den Weg frei zu machen für die Lieber Windung der allgemeinen Wirtschaftskrise. Die studentische Selbstverwaltung Der Konflikt zwischen dem Preußischen Kultusministerium und der Deutschen Studentenschaft, der durch Besprechungen zwischen den Bertretemi der preußischen Einzelstudentenschaften, den Vektoren und dem Ministerium zunächst beigelegt Wörben ist, lenkt die Aufmerksamkeit auf das Fragengebiet der studentischen Selb st ver- waltung und die großdeutsche Organisation, die in der deutschen Studentenschaft nach dem Kriege erstanden ist. Worum es bei diesen Konflikten, Kundgebungen, Verhandlungen und Pro- letten, die oft das 'Wesentliche nicht klar zum Ausdruck kommen lassen, geht, wird im Lleber- schwang der Meinungen vielfach übersehen. Mit der Ansicht, daß sich der Student nur mit seinem Studium beschäftigen und um andere Dinge nicht kümmern solle, ist die Sache allein nicht abgetan. Die positiven Leistungen, die die studentische Selbstverwaltung, wie sie nach schweren inneren Derfassungskämpfen jetzt besteht, aufzuweisen hat, reden eine deutliche Sprache von dem tatsächlichen Wert studentischer Selbstverwal- tungs- und Selbsthllfearbeit. Vicht allein, daß die Deutsche Studentenschaft in ihrer Deutsch- Oesterreich, Sudentendeutschlaiid und Danzig mit» umfassenden Organisation ein starkes 211- tivum des großdeutschen Gedankens und des Anschlusses Deutsch-Oesterreichs ist, auch die w i r t s ch a f t l i ch e Selbsthilfearbeit mit eigenen, von der Studentenschaft aufgebrachten Mitteln kann volle Anerkennung für sich in Anspruch nehmen. Die Fürsorge- und WohlfahrtLeinrich» tungen an allen deutschen Hochschulen werben heute von der Studentenschaft sewst verwaltet und die Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft als Zentralorganisation sorgt dabei mit LInterstühung aus Reichsmitteln für eine planmäßige, geordnete Durchführung der dringenden Aufgaben. Die Beziehungen zwischen der Deutschen Studentenschaft und den ausländischen Studentenschaften, insbesondere dem Internationalen Stubentenverband (C. I. E.) haben durch das Auslanbsamt ter D. St. eine geschickte Behandlung erfahren, die erst kürzlich zu dem Abschluß einer Arbeitsgemeinschaft mit der C. I. E. auf der Grundlage der Gleichberechtigung geführt hat. Gerade im Interesse einer geordneten und ruhigen Fortführung dieser Arbeit der Studentenschaft, die noch zahlreiche andere Gebiete umfaßt, ist es zu bedauern, wenn Fragen der inneren Organisation zu Konflik- t en führen, die in der Oeffentlichkeit und bei den maßgebenden Faktoren eine Beurteilung erfahren. die nicht immer frei von parteipolitischer Engsichtigkeit ist. Die Verhandlungen im Kultusministerium haben den einen Streitpunkt, die Bestimmung der Zugehörigkeit auslanddeutscher Studenten zu den Einzelstudentenschaften, bereits zur Befriedigung beider Teile erledigt. Wett schwieriger ist die zweite Frage, die dadurch entstanden ist. daß der Preußische Landtag eine 2Ienöe- ru n g des preußischen Studenten- rechtS verlangt, die den preußischen Studentenschaften eine Koalition mit den auslanddeutschen, nicht nach dem Staatsbürgerprinzitz zusammengesetzten Studentenschaften verbietet. Die preußischen Studentenschaften haben sich zu Verhandlungen mit den österreichischen Studentenschaften zwecks Änderung der dortigen Organisation bereit erklärt, und es wird von den Verhandlungen der nächsten Monate abhängen, ob es gelingt, eine befriedigende Lösung und damit die Einheit der Deutschen Studentenschaft zu erhalten. Oberhesfen. Landkreis Gießen. L Wieseck. 22. Febr. In unserer Gemeinde sind gegenwärtig zwei Veueinrichtungen in Vorbereitung. die von privater Seite unternommen werden. In dem einen Falle hat eine Gießener Fachsirma den Saal des Gastwirts Philipp Walter gepachtet, um in diesem eilte 'Badeanstalt einzurichlen. Eine Reihe von Wannenbädern und sonstige Einrichtungen (Höhensonne usw.) sollen nicht nur dem reinen Badebedürfnis dienen, sondern auch den ärztlichen Verordnungen für Kassenmitglieder uird sonstige Kranke gerecht werden. Diese Einrichtung dürfte nach ihrer Fertigstellung lebhaft begrüßt werden, hilft sie doch einem langempfundenen Mangel ab. Die früher angelegten Bestrebungen, die in der Schule am Lichtenauer Weg eingerichteten Brausebäder auch für die Allgemeinheit zugänglich zu machen, führten damals nicht zu dem gewünschten Ergebnis, so daß die jetzige Lösung angenehm empsunden wird. — Im zweiten Falle richtet eine Frankfurter Firma im Braunschen Saale ein K i no ein, die erforderlichen baulichen Veränderungen sind bereits vorgenommen bzw. noch im Gange. Mit der Eröffnung ist in Kürze zu rechnen. Ob hierzu in Anbetracht der Vähe der Stadt ein besonderes „dringendes' Bedürfnis vorliegt, mutz die Zukunft lehren, obwohl die steuerliche Einnahmequelle der Gemeindekasse sehr zu statten kommen wird. * Wieseck, 23. Febr. Sein 90. Lebensjahr vollendet morden unser Mitbürger W i l- helm LotzI. in seltener Rüstigkeit. Doch immer nimmt er an wichtigeren politischen und häuslichen Tagesfragen regen Anteil. Er Pflegt mit schöner Stimme den Gesang im Freundeskreise und mit seinen Enkeln, selbst Festlichkeiten erwecken fein Interesse, seine Kirche nicht vergessend, der er stets ein treuer Anhänger war. 1. Burkhardsfelden, 22. Febr. Vor einem Jahr wurde hier eine Wassergeil o s s en schäft gegründet zu dem Zwecke, einzelne Fluren der Gemarkung, die besonders naß gelegen sind, zu entwässern. Mit den damals entwässerten Gemarkungsteilen hat man gute Erfahrungen gemacht. In diesem Jahre wurde das Feld nach Albach hin entwässert, weitere Teile nach der Gemarkung Oppenrod hin werden noch in Arbeit genommen. Die Ausführung der Arbeiten wurde dem Unternehmer Keil von Hattenrod übertragen. Die Arbeitslosen der Gemeinde finden dadurch für einige Zeit Beschäftigung. Viele Einwohner hätten es begrüßt, wenn mtt der Entwässerung zugleich die Feldbe reinigung durchgeführt worden wäre. t Treis a. d. Lda., 22. Febr. Der „auf dem Busch" angelegte Sportplatz der Gemeinde ist nun von der Firma Gotthard Am end dahier fertig planiert worden, so daß er im Frühjahr mit Gras ausgesäl werden kann, um bann feiner Bestimmung zugeführt zu werden. : Aus der Rabenau, 22. Febr. Bei der Holzversteigerung in beit Freiherrlich von Rabenauschen Waldungen. Distrikt Eichwald, wurden bei nicht allzugrotzer Beteiligung von Steigerern folgende Preise bezahlt: Buchenscheiter 11 bis 13,50 OHL, Buchenknüppel 8 bis 10 Mk., Buchenstock 6 bis 7,50 Mk. und Buchenreisig 2 bis 3 Mk. per Raummeter. Cichenscheit und --knüppel kosteten 5 bis 6 Mk., Eichenreisig 1 bis 2 ML. Eichennutzknüppel (2 Meier lang, für Gartenpfosten geeignet) kosteten 8 bis 11 Mk. pro Raummeter. Eichen- und Tannenstöcke wurden mit 4 bis 6 ML pro Raummeter bezahlt. is. Steinbach, 22. Febr. Das Verkehrs- uuto Gieße n-Steinbach-Albach wird dermaßen stark in Anspruch genommen, daß cs zur Beförderung der Arbeiter für die fernere Dauer kaum noch ausreicht. Von Montag ab wurde morgens und abends noch eine Fahrt eingelegt, aber auch dies wird nicht mehr genügen, wenn erst — was wohl bald der Fall ist — sämtliche Bauarbeiter die Arbeit wieder aufnehmen. Nur die Einstellung eines größeren oder eines zweiten Wagens kann hier Abhilfe schaffen. Denn es gibt mit der Zett Mißstimmung, wenn Arbeiter entweder zu früh oder zu spät morgens in Gießen ankommen oder abends wegen Platzmangels vor dem überfüllten Auto stehen und warten müssen, bis der Wagen wieder zurückkommt. Es ist dies bann für jeden eine Verzögerung von einer Stunde, bie er zu Hause gut ausnutzen kann, wenn bie Felb- und Gattenarbeit beginnt. Die Arbeiter von Steinbach werben auch morgens benachteiligt, da ber Wagen bereits besetzt ist, wenn er von Akbach eintrifft, und die meisten Steinbacher nur noch einen Stehplast bekommen. Wenn der Betriebsfirma daran gelegen ist, den Verkehr in der Hand zu behalten, dann muß sie Abhilfe schaffen, da sonst mancher wieder zum Fahrrad greift. t Grünberg. 22. Febr. Hier fand unter Leitung des Oberforstmeisters Schneider eine große Vutzholzversteigerung statt, bei der sich die Handwerker des vorderen Vogelsberges ihren Bedarf zum größten Teil fteigerten. Bei sehr reger Kauflust wurden außerordentlich hohe Preise erzielt. Es wurden im Durchschnitt bezahlt: je Festmeter Kiefern-Schnittholz 1. Kl. 90 VIL. 2. Kl. 73 Mk.. 3. K 64 Mk. Kiefern- stammholz 2. Kl. 64.50 ML. 3. Kl. 47,70 ML, 4. Kl. 34 ML. 5. Kl. 33 Mk. Eichenstammholz 3. Kl. 104.60 Mi.. 4. Kl. 74.40 ML, 5. Kl. 64,50 Mark, 6. KL 59,80 Mk. Lärchenstammholz 2. KL 55,40 ML. 3. Kl. 39.40 ML, 4. KL 32,90 ML. 5. Kl. 30,60 ML Fichtenstammholz 2. KL 37,50 Mark. 3. KL 34.78 ML. 4. Kl. 29.70 ML. 5a-Kl. 28,70 ML. 5b°Kl. 2920 ML Derbstangen: Fichte 1. Kl. 21.80 ML. Lärche 1. Kl. 25 ML Vuhschetter: Lärche 1. KL 25 ML je Raummeter, Eiche 2. Kl. 20.50 ML je Raummeter, Fichte 2. Kl. 15,20 Mk. Vuhknüppel: Eiche 2. Kl. 27.80 Mk. Vuyknuppelreisig: Fichte je Raummeter 4.30 021L * L i ch. 22. Febr. Am Samtagabend versammelten sich die Kameraden der 4 8. Reser v e d i v i s i o n bei Gastwirr Ernst Häfner dahier. Der Abend bezweckt hauptsächlich. die Kameraden all.ährlich zu ammenzurufen und die Liebe zur Heimat zu pflegen, wie es in den Tagen war. als sie an die Front gingen. Lehrer Meckel hielt eine kurze Ansprache, gedachte der Gefallenen und wies dann darauf hin, daß die 48. Reservebivision hauptsächlich aus Kriegsfreiwilligen zusammengestellt worden sei. die mit Liebe und Begeisterung hinauszogen und dieses hohe vaterländische Empfinden bis zum Ende bewahrten. Die Kameraden blieben einige Stunden in bester Stimmung zusammen. I) Lich, 22. Febr. Der Geflügelzucht- b e re in Lich und Llmgegend hielt dieser Tage im Hotel „Holländischer Hof" unter dem Vorsitz von Bürgermeister Völker seine diesjährige Hauptversammlung ab, die sehr gut besucht war Aus dem Geschäftsbericht und aus den Ausstellungsberichten geht hervor, daß im abgelausenen Jahre durchweg gut gearbeitet worden ist und datz der Bzrein, dessen Mit» gliederzahl sich auf 66 erhöht hat, sich auf einer recht erfreulichen Höhe be.inde.. Auch dieKasfen- verhättnisse des Vereins sind als gut zu bezeichnen. Der Vorstand wurde in der bisherigen Zusammensetzung wiedergewähtt. Für den Herbst dieses Jahres ist eine Ausstellung geplant. Vach Erledigung des geschäftlichen Teils wurden noch Zuchtfragen, Fütterungsmethoden und dergleichen besprochen. Der Versammlung wohnten auch drei Mitglieder des Vereins Hungen bei, was auf gute nachbarliche Beziehungen chlietzen läßt. C Muschenheim, 22. Febr. Don einem tragischen Geschick würbe bie Familie O. Reif heimgesucht. Als bas breijährige Söhnchen gestern abenb vom Schlittenfahren hemkehrte, fiel es im Hofe, rückwärts gehend, in einen Zuber kochen dH eißen Viehfutters. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe starb bas Kinb noch in ber Nacht an den erlittenen ft arten Verbrühungen des Rückens. tt jungen, 22. Febr. Eine Konferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanates Hungen, die gestern hier im »Solmser Hof" ftattfanb, beschäftigte sich nach der Eröffnung durch Pfarrer Baumann -Melbach in eingehender Aussprache mit der Frage des „Lebens nach dem Tode". Pfarrer B e ck e l - Södel hielt über dieses Thema einen sehr gründlichen Vortrag. Autzerdem wurde unter Vorsitz des Dekans Engel-Obbornhofen eine Reihe amtlicher Fragen besprochen. bt. Hungen, 22. Febr. Alte Kamerabentreue veranlaßte am Sonntag bie ehemaligen Angehörigen des Hessischen Garde-Dragoner-Regiments Nr. 23 und Leib-Dragoner-Negiments Nr. 24 zu einer Versammlung dahier im „Prinz Karl". Eine stattliche Anzahl Kameraden, insbesondere auch ältere, hatte dem Rufe Folge geleistet. Eingehend wurde ber bevorstehende Kavallerietag in Gießen und die Denkmalsweibe für bie gefallenen Kameraden in Darmstadt besprochen. Schließlich gründete man eine Ortsgruppe für Hungen und Umgegend. Ferner wurde beschlossen, als solche geschlossen an den bevorstehenden Feierlichkeiten ber Regimenter teilzunehmen. Der Tag der nächsten Zusammenkunft wurde auf den 3. April festgesetzt. Kreis Friedberg. 4 Bad-Vauheim, 22. Febr. Aus Anregung deS hiesigen AerztevereinS wurde eine Kurbrunnenbäderanlage geschaffen, die es auch im Winter ermöglicht, Brunnen- bäder zu verabreichen. Die im Badehaus 5 befindliche Anlage, die dieser Tage dem Betrieb übergeben wurde, gestattet, durch entsprechende Mischung auch jede Zwischenform von Kur- brunnenbad und Sprudelbad zu bereiten. — Zum Rektor der hiesigen Fortbildungsschule wurde der seitherige Rektor der Volksschule zu Heldenbergen, S p i e l m a n n, ernannt. Rektor Spielmann steht in der Beamtenorganisatton wie auch im Hessischen Landeslehrerverein an führender Stelle. — In den beiden letzten Wochen hat sich die 2 a g e auf dem Arbeitsmarkt hier langsam gebessert. Am Samstag standen insgesamt 204 Personen in Fürsorge. An der Zusammensetzung dieser Zahl sind das Hotelgewerbe mit 43 und die ungelernten Arbeiter mit 41 Llnterstühungsempfängem prozentual am stärksten beteiligt. ± Kirch-Göns, 22. Febr. Der De legi e rt e n t a g zu dem im Juni hier stattfindenden Gesangswettstreit des Gesangvereins „Germania" war sehr stark besucht. 30 Vereine hatten ihre Vertreter geschickL Am Wettsingen beteiligen sich 21 Vereine. Die Besetzung der einzelnen Klassen kann man als sehr gut bezeichnen. Es ist eine scharfe Konkurrenz vorhanden. Okreine aus der Gießener, Frankfurter und Hanauer Gegend werden sich in ihrem Können messen. Kreis Büdingen. △ Aus der Oöetterau, 22. Febr. In den letzten Jahren ist der Bestand an Feldhasen und Hühnern in einzelnen ©emarfungen stark zurückgegangen. Wenn auch das ungünstige Wetter im Vorfrühjahre dazu beigettagen hat, so ist doch der enorme Rückgang des Haar- und Federwildes zum größten Telle auf das starke Üeberhandnchmen des Raubwildes zurückzuführen, besonders in denjenigen Gemarkungen, die an Hoch- und Olicbertoälber anstohen, in denen die Räuber unzugängliche Schlupfwinkel haben. Auch der sonst der Landwirtschaft nützliche Mäusebussard hat stark unter den Junghalen aufgeräumt: jetzt ist man auf diesen Jagdschäd- ling aufmerksam geworden. Cs ist Häher das Bestreben der Jagdgesellschaften, dies n Raubvogel vor Beginn der Brüteze t durch die Iagd- hüter etwas zu vermindern. Gerade in der südlichen Wetterau zeigt dieser Vogel ein gehäuf» teres Auftreten, da ihm auch durch die überschwemmten Wiesenniederungen hin ä glich Rah- rung an Mäusen, Maulwürfen usw. zur Verfügung stehL a. Ober-Mockstadt, 22. Febr. In seiner jüngsten Sitzung beschloß der ®emeinberat, ein Doppelwohnhaus zu bauen. Dazu gibt die Markkasse ein Darlehen zu billigem Zinsfuß, während der fehlende Lett durch ftaat- lichcs Baudarlehen gebetn wird. — Dcr Mark- Wald hatte durch starke Olbholzungen im Distrttt Au bei Rieder-Mockstadt bedeutende Einnahmen. Man trug sich mit dem Gedanken, auf jeden Ortsbürger der vier Marlgcmeinden eine bestimmte Summe zu verteilen, dies schetterte aber an dem Widerstand der kleineren Gemeinden Hergheim und Staden, die zu gleichen Teilen geteilt haben wollten. Run hat man sich so geeinigt: Jeder Ortsbürger bekommt zu feinem bereits zugewiesenen Losholz noch 2 Meter Cichenknüppel bzw. 2 Meter Stöcke bzw. 5 Meter Reisig. Kreis Schotten. □ 2 au bad», 22. Febr. In diesen Tagen stand unser Städtchen im Zeichen des Theater-. Im „Solmser Hof" führte die hiesige Theater- Vereinigung die Posse »Pension Echöl- l e r“ auf. Die Aufführung zeigte sehr beachtens» toerte Leistungen: wohlgelungen waren auch die Bühnenbilder. Der Gesangverein .Eintracht" führte im .Schützenhof" .Die Lore vom Schwarzwald" auf. Das Stück wurde mit Verständnis gegeben. — Wie bereits mitgeteilt, war die Ausstellung des hiesigen Geflügel- und Vogelzuchtvereins im .SolrnserHof" sehr gut beschickt (mit über 300 Tieren, die durchgängig mit Sorgfalt auSgewählt waren). CS konnten deshalb auch 51 Ehrenpreise und eine Reihe von Geldpreisen erteUt werden. Wir fügen heute noch bei, daß auch das finanzielle Ergebnis der Ausstellung ein sehr günstiges gewesen ift — Von den drei ältesten Leuten unserer Stadt, drei Frauen, die im 90. Lebensjahr standen, ist die eine, Frau Dr. Eckel, am Sonntagnwrgen 4 Llhv-vcuHorben. Sie war die Witwe des 1837 verstorbenen Rechtsanwalts und Olotars Dr. Christian Eckel und eine Tochter des gräflichen Reci'orsS ch a a b. ber über 90 Jahre alt geworden war. Auch der Bruder ihres Vaters, der Konrektor S ch a a b, dem feine dankbaren Schüler aus dem Ramsberg ein Denkmal errichteten, war 90 Jahre all geworden. Der bekannte Frankfurter Klaviervtr- tuose Christian Eckel ist ihr Sohn. Die Ofcrftor» bene war am 5. Oktober 1837 geboren. Die älteste Frau ist jetzt FrL Marie Kolb (im hiesigen Stift), geb. 25. Juni 1837, bann folgt Witwe Lorenz Löwer, geb. 15. August 1837. Der älteste Mann unserer Stadt ist Schreiner- meister Arnold Ahbach, geb. 20. Oktober 1839. Geradezu ungewöhnlich ist der Llmstand, daß Frau Dr. Eckel bis in ihre letzten Tage ihre völlige Geistesfrische bewahrt hatte. Sie hatte ein getreues Gedächtnis für alle Ereignisse ihres langen Lebens, fogat für bie der neueren; Zeit, nahm an allem Anteil und sprach klar und verständig über alle Verhältnisse, wie jemand in den besten Jahren. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 22. Febr. Hier findet am 28. und 29. Mai eine große Tagung des Bezirks Oberhessen des Landjugendbundes statt. Die Veranstaltung wird von den Ortsgruppen des Landjugendbunbes der Provinz Ober» Hessen und der benachbarten kurhessischen Bezirke beschickt werden. Man wird voraussichtlich mit einem Besuch von mehreren lausend Personen zu rechnen haben. ck. OBettfaafen, 22. Febr. Hier wurde der letzte ehemalige Kriegsteilnehmer von 1 870/7 1, der Schuhmacher und AuS- zügler Konrad Erb, unter großem Trauergefolge z u Grabe getragen. Erb war am 6. Oktober 1848 in Rieder-Ohmen geboren und machte im Dragonerregiment zu Darmstadt den Feldzug 1870/71 mit. — Die Grippe hat hier in den letzten Tagen starkzugenommen. Fast in allen Häusern liegen Kranke, ja manche Familien sind fast vollständig ans Bett gefesselt. Die Zahl ber Schüler war biefer Tage bis säst zu einem Drittel gesunken. Wirtschaft. Subvention der Filmindustrie? Fast unmittelbar nachdem sich ber ReichS- finanzminister Dr. Köhler im Reichstag sehr unmißverständlich gegen bie Fortsetzung der in letzter Zeit ziemlich üppig in bie Halme geschossenen Politik ausgesprochen hat, bestimmte Industriezweige aus Reichsmit ein mittelbar oder unmittelbar zu unterstützen, ist bie Spitzen» organifation ber deutschen Filmindustrie mit Llnterstühungsforde- rungen an bie Oefsentlichleit getreten. Dabei wird auch bestätigt, daß schon seit geraumer Zeit Verhandlungen zwischen einigen Tellen der Filmindustrie und der Reichsregierung über bie Angelegenheit schweben. Was die Filmindustrie in ihrer Gesamtheit verlangt, ist einmal eine erhebliche Steuererleichterung und zweitens ein Ausfuhrkredit. Was die Steuererleichterung anbetrifft, fo scheint allerdings die alte Klage der gesamten Filmindustrie über bie zu hohe Anspannung ber Lustbarkeitssteuer berechtigt zu sein, unb hier wäre ber Punkt, wo man den Hebel ansehen könnte, wenn man der bedrängten Filmindustrie helfen will. Freilich steht auch hier wieder daS absolute Bedürfnis ber Gemeinden im Wege, aus den wenigen ihnen noch verbliebenen Steuerquellen so viel wie irgend möglich herauszuholen, um ihren Haushalt in Ordnung zu halten. Es ist sehr einfach und bequem, über die Finanzpolitik ber Gemeinden unb die unerträgliche Steuerlast, namentlich über die Anspannung der Gewerbesteuer, ein großes Lamento anzustimmen. Bknn es aber sich als notwendig erweist, die Gemeindeste erschraube anzuziehen, dann will niemand mttmachen. Gerade diese Erwägungen, die anläßlich der Klagen ber Filmindustrie angestellt werden, machen es besonders Har, wie notwendig ein endgültiger Finanzausgleich für Reich, Länder und Gemeinden ist. Erst bann sind die Gemeinden imstande, eine weitsichtige Finanz- unb Steuerpolitik in bie Wege zu teilen, wenn sie genau wissen, woran sie sind unb was für Steuerquellen ihnen zur Verfügung stehen. Daß sie in immer steigendem Maße auf die Uebertocifungen aus dem Reich auf dem Llmwege über die Landesregierung angewiesen sind, ist die eigentliche Llrsache für bie übergroße Ausschöpfung der Gewerbesteuer, der Lustbarkeitssteuer unb ähnlicher 6 teuer» quellen. Für die Forderung ber Gewährung von E? - portkrebiten ist offenbar bie Maßnahme des Reichswirtschaftsministeriums vorbildlich gewesen, unserer Industrie für die Ausfuhr nach Rußland einen Exportkredit von mehreren Millionen zu erschließen. Das ist nun freilich etwas ganz anderes, als die Filmindustrie verlangt. In bezug auf den Handel mit Rußland liegen bet ber Art, wie das Handelsmonopol von der Sowjetregierung auSgenutzt wird, die Dinge so eigenartig, daß man sie mit dem Handel nach anderen Ländern nicht vergleichen kamt. Hier 1 gilt wirklich nicht der alte Satz, daß dem andern bUlifl sei. was bcm einen recht ist. Eher könnte die f-ilizinhuftrie daraus verweisen, bef) z 3 unsere Schiffswerften im Wege non di retten Subventionen sowohl wie im W^gc non Tau» krediten von drr RclchSregierung unterstützt Dor- den sind. Dabei ist aber zu brrücklrcht:grn. dast unsere Wersten und Rerderc.cn dura) die 2‘.?• flabe saft der gesamten Handelsllotte an den -eind ungeheuer geschädigt worden lind uni) nicht imstande waren, all.« au2 eigener Ärajl von ne cm autLUbauen Ä!so auch solche Gründe kann die Filmindustrie nicht für sich geltend machen, und c5 will uns daher scheinen al- ob die Aussichten auf Befriedigu ng ihrer Dünlche angesichts der beftimmten Erklärung de» Reichs» sieanzministerS nicht allzu viel Ausfickr auf ffr- süllung haben. H crbei must die Frage crörhr »reiben ob . l Die schwierige Lage in der sich «die Film» ndustNe gegenüber der ausländischen onkurrenz. namentlich der amerikanischen. :,indet, -um Teil von ihr selbst verschuldet orcen ist Es mag sein, dast schließlich mir .Saagmann enßßjLig zu entscheiden vermag. 'j ci richtig war, Filme herau-zudringen. dc n.l.'.i.en t>:cic*lur.gen haben, ntr um dem amc» .en Wettbewerb zu begegnen, und die dann auf dem Weltmarkt als Tltelcn heraus» gc Jh haben Sollte da nicht vielleicht drr ' edankr im Hintergrund gestanden haben, dah liestl ch im Äotsall boi) des Reich einfpringen ."ülse und werde, wenn es ltch nm die Rettung eh;:ä grasten Inbuftriczwe grS handle? Wenn da- zulriftt, dann würde nicht« stärker die Rich» liglei' der Auffassung de- Rcichsfinanzministers bewci len, denn es geht wirklich nicht an. dah auf Äoft-n der Steuerzahler wirtschastUche Fehler einzelner ^nlernchmnngen. und weim sie naa) so grast sind, ausgeglichen werden. Wenn die Leiter der Filmindustrie nicht so gute Dc- schäst-leute sind, dah sie zu übersehen vermögen, wie sich der Filmmark: gestalten wird, dann müssen sie auch da« Risiko selbst tragen. 0o viele Gründe also Dagegen sprechen dast das Reich der Filmindustrie hilfreich beispringt. lo läßt fia> einer dafür geltend machen, der nicht ohne weitere« von der Hand zu weisen ist. Ob mit ober ohne Schuld der deutschen Filmindustrie ci besteht die Tatsache, dast die Gefahr der Uebctftembung unser er Filmindustrie durch Amerika ungeheuer grost ist. Die lulturelle und politische Bedeutung de« Film- ist heute sa gewaltig, dast wir nid)l tatenlos zusehen dürfen, wenn Amerika unsere eigene Filmindustrie vollständig unkrbrüdl und untere Tyratrr mit seinen F>l, men unumschränkt beherrscht. Die Werbetätigkeit des deutschen Films im Auslände kann man gar nicht hoch genug veranschlage?' Und eS würde für uns eine schwere politische und [ullurellc Ein buhe bedeuten, wenn wir auf diesen Faltor verzichten mühten, namentlich, wenn .» lick um die Abwehr ausländischer Angriffe handel. Französische Hetz- silme schaden uns heute noch im Auirlande ungeheuer. und Ihnen können wir am besten durch ausgezeichnete deutsche Filme begegnen. Auw m.S:.".uS nicht am Platze, aber auch keine Sorge ' Daimler-Benz AD.. 20 Millionen Mark Anleihe. Der Aussichtscat der Dairn- ler-Bcnz AG. Berlin-StuttLart-Mar.nh<'n.'bc- schloft die Aus ahme einer eprozent.gen Anleihe in Höhe von 20 Mill. Mk. und die Erhöhung des Kapitals um 14 Mikl. M! auf 50 Mill. Mark. Die Abschluhzifsem für das Jahr 1926 hegen noch nicht vor doch läßt sich schon jetzt überleben, dast die Gewinn- und Beriustrech- nung sich ungesähr auSgieichen bürste Als Ergebnis der Reorganisationen im Betrieb, kann, un'.er Berücksichtigung bei gegenwärtigen hohen Auslragsbestanbcs, für das laufende Jahr ein weiteres Erstarken der Gesellschaft erhofft werden, falls die in den letzten Monaten eingelrctcne günstige Entwicklung der Automobikindustrie an- Rheinische Stahlwerke. Die Generalversammlung der Rhein. Stahlwerke A-D genehmigte die Bilanz und die Gewinn» und Ber- lustrechnung und erteilte Borstand und Aussichtsrat Entlastung. Die Reduktion der Verwaltung sei soweit wie möglich durchgesührt worden. Das Geschäftsjahr wirb auf ben 1. April bis zum 31. März unb her Sitz der Gesellschaft nach Essen verlegt. Die Satzungsänberungen bet reff enb die Einziehung von Aktien mittels Ankaufs, unb zwar von 10 Millionen Dorralsaktien. wovon 8.9 Millionen gegen 7L Millionen 3.-®.- Farbeninbustrie-Aktien eingetaujcht werben sollen, wurden genehmigt. Die Interessenverbindung mit der I.-D - Farbenindustrie werde hierdurch noch enger gestaltet. Die alten I.-G -Zarbenindustrie- 2lluen hätten gute Verzinsung unb ein BezugS- recht von 2 Millionen gebracht. Die Geschäftslage habe den erwarteten Verlauf genommen. Die Rheinstahlzechen seien voll beschäftigt. Der Absatz ist infolge des lallen Wetters belebter. Mannesmannröhrenwerke. Die außerordentliche G. D. der Mannesmannröhrenwerke genehmigte den vorgesehenen Kopitalsrr- hi'hungsplan durch die Ausgabe von 4.8 Mill. Am. Inhaberstammaktien zum Rennbetragc, serner neuer Inhaber-Stammaktien zum Reinbetrag von 20 Millionen und die Ausgabe von neuen In» habervorzugsaktien zu 7 Prozent mit einfachem Stimmreckt im Rennbetrag von 20 Millionen Am. Bei den neuen Stammaktien ist das Bezugs» recr-t ausgeschlossen. Der plcbernahmekurs der Vorzugsaktien beträgt 105 Prozent. Das neue Grundkapital beträgt 163 263 600 Rm. Die neuen Mittel werben verwendet zur Rückzahlung geborgter Stücke unb zur Beteiligung an der British »Mannesmann-Tube unb ;um Aklienerwerb ber Firma Dedr. Meer-M.-Dlabbach. sowie zum Ausbau ber Rheinanlagen der Gesellschaft und zum Bau von Hochöfen, die Ende 1928 fertig werden. Kranksurter Börse. (Eigener Drahtbericht dc-K ..Diestener LnzetgerS'.) Frankfurt. 23. Febr. Tendenz: crbolt.— An der Effektenbörse trat zum amtlichen Beginn ein Tendeuzumschwung ein. bei der die Hausse- Partei wieder die Führung übernahm. Vorbörs- tich war die Haltung weiter matt gewesen, wobei sich 2-G -Farben bis auf 308 Prozent senkten, bann aber tricbcr auf 312 unb später aus 313 Prozent anzogen. In der Hauptsache waren die Kurserholungen auf Deckungen her Baissespekulation zurüazusühren. Am Montan- markt gewannen Stahltrust 1.5. Rheinisch: Brauntohlen 6. Harpener 2.4. Rh.-.istahs 2 Proz. Kaliaktien lagen sehr freundlich. Manssclder plus 4 Proz.. Westeregeln plus 1 Proz. Auch Deutfche Erdöl trotz der neuesten Dividenden-Verslon von nur 6 Proz. um 2 Proz. höher. In Elektro- teerten wurden auch Me' ingskausc des Pu- blikums getätigt. Licht und Kraft plus 2 Proz Siemens plus 3. Vchuckert plus 1. AEG pluS 1.13 Proz. Bon Bankaktien gewannen. Commerz 3. Deutsche 2. Disconto 1 Prozent. Mitteldeutsche Credit fast umsatzlos unb unverändert. Die Werte der Metall dank gruppe konnten sich befestigen Melallbank pluS 2 Proz.. Metall- gesellicha'1 plus 1.75 Proz Scheideanstatt lagen zunächst 1L5 Prozent fchwächer im Verlause -kdrch um 3.75 Prvz. beseftigt. Hol^destlllatimS- werte unverändert Autoaktien. letcht gebessert. RSU pluS 1.5 Proz. Kletzer p!uS 1.5 Prvz. nur Daimler minus 0.75 Proz aus daS Brzugrrccht von 4:1 entg-gen den b.Shengen Erwartungen von 3:1. Anleihen sehr still und ohne besondere Tcräntcrungen. Anleiheablösung 26. S. utzgcbi:» 13.2. Don fremden Renten la- gen Türken fteunölidb. Im weiteren Verlaufe hielt die günstige Strömung ar bei Kursgewinnen bi» zu ein Prozent. Rach vorübergehenden 6a. wantungen stellte sich unter Führung von Vrcunkohlenwcrten abcrmali eine Auswärts- betDcgu n g ein. wobei Ilse 5 Proz. Rbrm- braunkvhlen noch 4 Pro- und 2 -G -Farben weitere 1.5 Proz gewannen Anleihe-Ablösung zog aus 26,75 an Am Geldmarkt zeigte sich eine leichte Verknappung für Tagesgelb JHo- natsgeld blieb starker gefragt Tagc»grld 4.25 Bro; Monatsgeld 5 5 bis 7 Proz PrivatdiS- konien 4.33 Pzt. ImDevilenverkehr notierte Paris gegen London 123.94: Mailand 110.65 London-Kabel 4 85 Die Reichsmark stellte sich aus 20.4640 gegen bat Psunb und auf 4.2185 gegen Kabel Börsenkurse. (Obne Gewähr.) Inlrtiw-flbldfimQ iJ?r l-yioon de Sir. Ul-4N»'Xn!auo Kur« Mure «er» i«tr S X. s r. a. 2. 2i. ; X»? 333 718 3X1 3 14 336 27.4 •26 27.3 •26 H.43.5 • 101 — S5 — — 16.5 - — — 44.5 ! - — — — | 290 2*4 5 .*ir, .-V9 217 211 •9C 2X2 5 2'7 2 >.!' I3d 2t*. f 17.5 3111 117 ♦12 216 5 218 17» * 176 129 S _ 14fi 146 146 75 145 — 162 166 162,5 151 149 150.5 147.5 165,85 161 183.5 182.62 1M5 184 — - 12.3 152,75 149,5 153 149 Hl ‘Ml — 317.25 12 317 313 132 1.35 131.25 2« 1 241 25 - - 166 165 165.25 164 ><- 1X2 178.75 19b d, - 193.5 192 191 75 191 1X9 19U 125 — 174 170 5 169 171.5 .32 120 231.25 <31 131 128.5 130 127.25 120 5 HS.75 12V. 5 116.1 36 - — 76,75 — 73 M- — — 3H — — , — ■ _ 75 5 ' — * _ tue1 19C.5 — 128.5 | — — 77 — S3 — —— , — — 175 173 176 27» 261 263 266,25 Berliner Börse. (Eigener Drahlberichl des ..Giehener Anzeigers-^ Berlin. 23. Febr. Die Börse war nach den scharfen Kursverlusten de- Vortages noch auster- ordentlich nervös und unsicher. Die Tendenz gestaltete sich allerdings zunächst teilweise freundlicher, da die Baifsefpeku» latwn gröstere Deckungskäufe vomahm. Rhcim'che Braunkohlen eröffneten etwa 7 Prozent fester. Das Publikum setzte fast ausfchlieb- lich die Realisationen fort, die vielfach nicht ganz freiwilliger Art gewesen sein dürften. Die ersten Kurse zeigten daher noch überwiegend weitere Rückgänge. Einen empfindlichen Verlust erlitten Mitteldeutsche Eveditvank. da der 5)u>ibcn» benvorfchlag und die Mitteilungen über salsche TranSaklions gerächte verstimmten. Besonders stark gedrückt waren aufjerbem Deutsch-Ätlan- tt».bu 56.74 56 Ql 56 74 Ctrifnanü IU9.26 IV* 56 10».M 109.1.? VoyntKieri HS.'u 112.66 111.31 113. 9 GiMtolm 112.4' 112.72 142.4, 113.73 dririr.fifcrS iv. ta 10.64« 10.601 10.,44 ;n*n . . .6,49 16.53 16.465 14.1.4 '1. 2 »1.IU5 ?l,r<5 epo'trn 71 71 7U.6V iv.w, 71.40 Japan ■*Ho dr 3cn •’.U5S ;.i*t 8.056 8.1*3 495 l.ldU '.«> , MD Sten tu T CtQ. abar'i >9.83 «.46 50.35 59.43 «raq . . . K.474 13.514 M,47fl 13,646 7.419 7..W 7.419 »uvapr-z 73.1* 73.64 73.4i3 78.Kl dul arten j.u4j >.Uk «.045 3.V55 riRoben « 54J 21.»9. 21.545 81.595 Tanria . M.55 >1.73 61.TU M.'>; Oonfiuiitin 146 .15- 8,145 8.155 fllkxn . . 5. 6 5,5ii 5.47 6 4'.' (Ecnobc Ilm nav <.2U6 4.25 4,216 4.2T. 4.806 4.232, 4.816 4.Ä > Cairo 2«. «6 1 Ulk SV. 966 il.hJR Banknoten (Ohne Gewähr.) Berlin. W ^#br u»elh fr i< flmrrfranilrtic ..... 4.197 4 *l. «teiflildw *Jr. Bürker lat auf Freitag, 25. Februar, 8 /4 Uhr, verlegt worden »m 1. Marz beamnt ein neuer Nähkursus ?lUc vorkan,'»endeii Arbeiten wie Htribcr», 2Setfzzeullna!-en und Haodarveuen können -----tzltch erlernt werden. Anmeldungen nimmt entgegen S. Bornemann Tnmcnidtucibcrmciftcrln ■ -kqi^cr jjcnmiegjt G, oster L-einweg!4 Friedrich-Wilhelm cebeosversuvekulllls ANjeogeseUsilM errichtet 1866 331t stellen In unsere Werbegruppen Noä, eine grö ere Anzahl illwitge. oei- rehrSgewandte und arbeitsfreudtge Akquisiteure ein. Wir zahlen auch Nlchtsachleuten wiort fettes Emkommcn 2c6tifilnif Bewerbungen mit Vebraftlouf unb Referenzen erbittet die 1801A Lubdirektion Frankfurt a. Main Wettl. kVürttenberger Straste 218. Märtyrer der Liebe. Roman von I. Schneide^-Förstl. 1 Fortsetzung. Nachdruck verboten Reichmann gab keinen Laut von sich. Wie ein Raubtier umfaßten seine Augen ihre Gestalt, hingen an dem feuchtroten, sinnlichen Munde und der schwer atmenden Brust, welche das tiefausgeschnit- rene Kleid nur ungenügend verdeckte. .Laufen! Laufen, soweit die Füße nur immer tragen!" schrie es in Reichmann. Aber es war längst au spät. Er war ihr verfallen wie immer, wenn er sie au Gesicht bekam. Seit er mit Elisabeth Merken verlobt war, hatte er sie gemieden, auch nicht versucht, ihren Weg zu kreuzen. Und nun, einen Tag vor seiner Hochzeit, stand er hier, wie ein verliebter Sechsklassist, der auf sein erstes Stelldichein wartet. Was hatte er um dieses Weibes willen nicht schon alles gelitten! Nachbarskinder waren sie ge- wesen in der Jugendzeit, hatten Blindekuh gespielt und sich hinterm Holoerbusch am Pfarrhaus heimlich geküßt und ewige Treue geschworen. Hatten zusammen im Ententeich des Elterngutes nach Krebsen und Muscheln gesucht, er mit aufgestülpten schmutzigen Kleinsungenhosen, sie mit hochgehobenem, verwaschenem Röckchen. Immer schon Dame, trotz ihrer nackten, dornzerkratzten Füßchen, die nur Sonntags in dünnen, etwas zu großen Zeugstiefeln steckten. Während seiner Studienjahre hatte sie sich krank nach ihm gesehnt und ihn immer schon am Waldrand mit Jubel und Küssen empfangen, wenn er in die Ferien kam. Auf der Hochschule büffelte er Nacht für Nacht, die Tageszeit, welche er nicht im Kolleg verbringen mußte, zu Stundengeben verwendend. Er war nicht aus begütertem Haufe und durfte kein Semester verlieren. Sie hatte versprochen, sich niemals einem anderen als ihm zu schenken, aber nach dem Tode ihrer Eltern — sie war die Aelteste von sechs Geschwistern — wurde ihre Verbindung aussichtslos, zumal sie grenzenlosen Ehrgeiz besaß und hoch hinaus wollte. Auf den Knien hatte er damals um ihre Treue gebettelt, warten sollte sie, bis er sich eine Existenz gegründet hatte. Aber sie mar einer langen Brautzeit abgeneigt und verlobte sich, noch während er sein letztes Semester machte, mit einem schwerreichen Gutsbesitzer in den sechziger Jahren. Damals war er beinahe zum Mörder an ihr geworden. Er hatte sie bei einem ihrer Spaziergänge abgefaßt und sie in wahnwitzigem Zorn und Schmerz gezüchklgt, bis sie um Erbarmen flehte. Da kam er zu Sinnen und bat um Verzeihung. Und sie vergab. Sie liebte ihn noch immer, hatte ihn noch nie so maßlos geliebt, wie in jener Zeit, da sie an den alternden Mann gekettet war. Aber Reichmann nahte sich ihr niemals mehr. Sie sollte keine Ehebrecherin werden durch ihn. Nach kaum dreijähriger Ehe wurde sie Witwe. Da erneute er sein Werben. Sie versprach sich ihm. Nur das Trauerjahr sollte er abwarten. Der große Weltkrieg kam dazwischen. Während er zu Öen Vermißten ge» zählt wurde, ging sie eine zweite Ehe mit dem Hüttenkönig auf Regenbach ein. Er kam zurück, erfuhr es und griff nach dem Revolver. Die Hand Hilbertts entwand ihm denselben in der letzten Sekunde. Aus dieser Zeit datierte ihrer beider Freundschaft, die Reichtum bisher noch keinem geschenkt gehabt. Und er hatte es bisher noch niemals zu bereuen gehabt. Und nun sah er nach eineinhalbjähriaer Pause diese Frau wieder, die so tiefe Runen in |ei$> Leben geschnitten hatte. Zuweilen haßte er sie mit wilder, ohnmächtiger Wut. In seinem innersten Herzen aber saß noch immer die Liebe. Er hätte sie würgen mögen wie damals, als er sie züchtigte, und hätte doch, wenn ihr Leden in Gefahr gewesen wäre, das seine lachend dafür gegeben. Eine Welle von Fliederduft schwang sich wie ein kosender Hauch zu ihm herüber. Sie stand reglos und lehnte sich schwer atmend gegen einen Pfeiler, der das Sonnendach der Terrasse trug. Ihr Atem schien auszusetzen, eine fahle Blässe zog über ihr Gesicht. Die Lippen spielten ins Blaue. Die fein- geschwungenen Brauen senkten sich über die angst- geöffneten Augen. „Luft! — Luft!" — Ihre Hände streckten sich, Schutz suchend, ins Leere. Schon im Gleiten fingen Reichmanns Arme sie auf. Sie war keine geringe Last, aber er fühlte sie kaum und trug sie nach dem Ruhebett, das quer an einem Fenster des Terrassenzimmer stand. Ihre Augen öffneten sich. Sie erkannte ihn. „Georg!--Hilf mir!" „Warum singst du, wenn du Herzkrämpfe bekommst", sagte er barsch. „Hilf mir, Liebster!" Er bewegte keine Hand. Seine Stirn war eine Furche, und seine Augen bohrten sich unbarmherzig in die ihren. „Laß mich nicht sterben!--Um unserer Liebe willen!" „Ich schicke dir Hilbertt!" Ihre Hände tasteten empor; in ihren Augen stand ein einziger Schrei nach Hilfe. Dann fiel ihr Kopf gegen die Ecke des kleinen Tischchens nebenan. Er beugte sich hastig über sie, griff mit schreckenssteifen Fingern nach seiner Brusttasche und entnahm ihr ein Fläschchen, das er entkorkte und einige Sekunden unter ihre sich blähenden Nasenflügel hielt. Sie atmete freier. Er benetzte auch ihre Lippen etwas mit der intensiv riechenden Flüssigkeit. Ein mattes Rot schimmerte auf ihren Wangen, nur die Augen blieben geschlossen. Reichmann bog sich mit zusammengekniffenen Lippen herab und legte sein eines Ohr an ihr Herz. Es schlug langsam aber fest. Die Augen nicht von ihr wendend, setzte er sich in den Klubsessel nebenan und wartete, bis sie die Lider aufjchlug. Große blaue Augen waren es, mit denen sie ihn umfaßte. Er sah von ihr weg in die Nacht, die zu den Fenstern hereinstarrte. „Gib mir deine Hand", bat sie matt. Er erhob sich nicht. „So wie dich, hab' ich noch keinen geliebt." Sie sog mühsam den Atem ein, während er hohnvoll auflachte. „Du weißt, wie ich dich liebe", sagte sie ge- öemütigt. „Laß die Komödie", warf er grob dazwischen. „Wenn du dich wohl genug fühlst, dann kannst du dich aufsetzen/ Sie gehorchte und versuchte sich aufzurichten. Er sah, wie sie sich verfärbte. „Bleib liegen!" befahl er. Ihre Augen bettelten ihn an. Er wollte sie nicht verstc!)en. „Sag' mir ein liebes Wort, Georg! — Ein einziges nur!" „Ich weiß keines!" „Keines mehr von all den Koseworten aus der Kinderzeit?" „Nein!" stieß er hervor. — „Für dich nicht!" „Nur noch für die kleine Merken?" Ihre Augen weiteten sich forschend in unoerhüllter Dual. „Ja!" Ein leiser, zischender Ton entschlüpfte ihren Zähnen. „Ihr paßt nicht zusammen. Du, der Riese, und sie, so voll Aartem Schmelz wie eine Eintagsblume. Nur zum Ansehen, nicht für Männerhände. Die sind yi roh." „Schweig!" schrie er sie an. „Sie wird nicht lange dein sein! Du wirst sie bald zu den Toten zählen müssen." „Was geht dich mein und meines Weibes Leben an?" bonnerte er. Er fühlte falten Schweiß auf feiner Stirn. Elisabeths Gesichtchen hatte Ihn angesehen. Starr und blaß. Seine Hände fielen herab und hingen ohne Semegung. Nclla Renkell sah, wie seine Brust ar- beitete. Ein Aechzen kam aus seinem Mund. „Du hast mein ganzes Leben verpfuscht", stöhnte er. „Du bist schuld an allem! Meine Jugend hast du zerschlagen! Belogen hast du mich, betrogen! Ich habe das Glauben verlernt und das Hoffen, und meine Liebe zu Elisabeth ist besudelt durch dich. Schlecht hast du mich gemacht durch deine Liebe! Es wäre besser gewesen, ich hätte dich Jemals vollends erwürgt!" Sie glitt vor ihm in die Knie. Ihre Hände tasteten an seiner Brust herauf. Ihr Kopf wühlte sich an feine Schulter und suchte Platz an seinem Herzen. „Ich komme mit dir, wenn du es haben willst? Die Wege, die du gehst, will ich dir nachbetteln! Ich will alles für dich dulden!" Sein Körper bog sich zusammen in schüttelnder Erregung. ,La, tu’s noch ganz! Halb hast du mich schon zugrunde gerichtet!" sagte er lallend. „Wir wollen uns in einen Winkel verkriechen!" sprach sie hastend auf ihn ein. „Nur du und ich. Niemand soll uns finden! Alles will ich dir sein!" „Schweig!" Sie reckte sich an ihm empor und krallte die Hände an seinem Rock fest. (Fortsetzung folgt.) t JtonrfranrR -Kohlen - KarFoFfeln üO(jüü □□□□□o □ □ ü □ jü üüQ 3 OOg sind 3 Dinge, die man zum Leben braucht Davnn ish mir Jwmfrancfi doch das liebst^ er verschaff) mir stets durch Seinen guten, feinen Geschmack einen ungetrübten Genuss. Mjrein Esslöffel auf 115er oder VifionrfrancA. und % Bohnenkaffe* {Zubereitung in Jedem Folie wie Bohnenkaffee) Gar. retn Bienen- Bliiten «Schleuder» la Qualität, 10 Pkd. - Dole •*10.— franfo.5Ufö - Dole 5.-50 franko Nachnahme 30 .-mehr Prooaaandavackchen äl'/,Md. Ji 1.70 frf□. bei Voreinsendung. Gar.ZiirücknLebrcr i Niicher, uber- nenland 70 bet Bremen. Poslscheckkonio Hamburg 5625. IOW,id ff gflr zastnachl \ ( Sdfmteten, patter A i[ in grtt&ter 11 U Auswahl. j Drogerie WlnterholfW V krruzplatz M • su.ro Jr ■■HTM i inserieren bring, Gewinn 1 hü—änMM Bekanntmachung. . Der Voranschlag der israelitischen Reli- 1 gionSgemeinbe Gießen für das Rechnungs- y jahr 1927 liegt zur Einsicht der Beteiligten ad)t Tage lang auf dem Bureau des Unter- zeichneten (Alicenstraße 2) offen. Nur während dieser Frist können Einwendungen gegen den Inhalt erhoben werden. Gießen, den 22. Februar 1927. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Louis MarcuS. 1786D Holzsubmission. AuS den Waldungen der Gemeinde Annerod soll folgendes Holz auf dem Wege deS schriftlichen Angebots verkauft werden: Abt. 19 LoS 1 Kiefernstämme 2. Klasse 1 Stück 0,98 fm Schnittholz Abt. 19 LoS 2 Kiefernstämme 3. Klasse 2 Stück 0,94 fm Schnittholz Abt. 19 Los 3 Kiefernstämme 3. Klasse 2 Stück 1,88 fm Bauholz Abt. 14 u. 19 Los 4 Kiefernstämme 4. Kl. 10 Stück 6,70 fm Bauholz Abt. 19 LoS 6 Kiefernstämme 5. Klasse 1 Stück 0,28 fm Bauholz Abt. 3 Los 6 Fichtenstämme 3. Klasse 1 Stück 1,54 fm Bauholz Abt. Verschiedene Los 7 Fichtenstämme 4. Klasse 10 Stück 8,56 fm Bauholz Abt. 8 LoS 8 Fichtenstämme 5a-Klasse 40 Stück 18,59 fm Bauholz Abt. Verschiedene LoS 9 Fichtenstämme 52-Klasse 53 Stück 20,83 fm Bauholz Abt. 8 LoS 10 Kiefernstämme 5d-Klasse 114 Stück 26,43 fm Bauholz Abt. Verschiedene Los 11 Fichtenstämme 5d-Klasse 46 Stück 13,97 fm Bauholz Abt. 5a Los 12 Fichten-Derbstangen 1. Klasse 184 Stück 15,20 fm Abt. 6a LoS 13 Fichten-Derbstangen 1. Klasse 183 Stück 16,50 fm Abt. 8 u. 4 LoS 14 Fichten-Derbstangen 2. Klasse 56 Stück 6,73 fm. Angebote sind pro Festmeter, nach Losen, Sortiment und Klassen getrennt, bis zum Dienstag, den 1. März 1927, nachmittags 2 Uhr, oei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzuretchen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt. Tie Verkaufsbedin- gungen werden vorher bekannt gegeben, auch liegen dieselben vor dem obengenannten Zeitpunkt bei unS zur Einsicht offen. Vorherige Besichtigung deS Holzes wird empfohlen, da spätere Einwendungen nicht berücksichtigt werden können. DaS Schnitt- und Bauholz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Annerod; am 21. Februar 1927. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 1787 D NutzholzversteigeiMg Freitag, den 4. März 1927, werden im Saale des Gambrinus zu Nidda, von vormittags 10 Uhr ab, nachstehende Nutzhölzer aus verschiedenen Distrikten des Staatswaldes öffentlich versteigert: Schnittholz fm: Buche 3. 7 St. 5,80; Kiefer: 1. 1 St. 0,98; 2.3 St. 1,81; 3. 7 a, ganze Abschnitte zusammengeftellt. Dagegen wäre nichts zu sagen, aber auf das W i e kommt es an. Ludwig hat sich die Belege für feine feststehende Auffassung hergeholt, wo er sie fand und zusammen, gestellt, wie sie ihm paßten, ohne jede Rücksicht auf Zeit und Umstände, in denen diese Aussprüche ge» lallen waren, diese Sätze geschrieben wurden. Ja, rr gibt nicht einmal dem Leser die Möglichkeit, den Zusammenhang sestzusteUen, den Quellen der Zitate nachzugehen. (Ein sehr lückenhaftes Literaturverzeichnis steht ohne jeden inneren Zusammenhang mit dem Werk.) Wir müssen es uns verfaaen, im Rahmen einer kurzen Besprechung die unzähligen Mißgriffe und Mißdeutung^ aus,zuzählen, die sich der Dichter bei der Abiasiung dieies Luche- geleistet bat. Sie sind noch nicht einmal oerrounbcrlid' wenn man bedenkt, in welcher kurzen Zeitspanne eine solche Riesenardeil bewältigt werden mußte. Schlimmer sind schon die totalen Verzeichnungen, die sich eine Reihe von bedeutenden (Fbarahcren von Emil Lud roig bat gefallen lasten müssen. So — um nur wenige zu nennen — Friedrich tVilhelm IV.. der alte Kaiser, Moltke. Ludwig steht alles unter einem bestimmten Gesichtswinkel, der ihm bei der Beui teilung der großen Zusammenhänge lomobl, wie bei der Charakterisierung der Persönlichkeiten als Ira ger der Geschichte manch fatalen Streich gespielt hat Da» Buch ist, wie seine Vorläufer ..Goethe'. „Rem brandt", „Napoleon", „Wilhelm II.“ ftfielnd und anregend von der ersten bis zur letzten Seite, aber nichtsdestoweniger eine gefährliche Lektüre in der Hand dessen, der aus ihm eine Auffassung von der Geschichte gewinnen will, „so wie sie gewesen ist*. — Es ist eine schnellebige Zeit. Jagende Hast kennzeichnet die Politik unserer Tage, orfidt auch der literarischen Entwicklung ihren Stern- pdl auf. Aur aus diesem furchtbaren Tempo wird e- erklärlich, daß Fünfzigjährige, die ein Jahrzehnt oder noch nicht einmal da-, im Brennpunkt des öffentlichen Leben- gestanden haben, sich alt genug fühlen. Memoiren zu schreiben, ober zumindest Ihre Reden und sonstige Gelegenheitsarbeiten zu sammeln. Gustav Str es emann fett fünf Jahren Reichsminister bei Auswärtigen und gewiß der erfolgreichste seit den Tagen von Compiegne, legt nun auch zwei starke Bände „(9 ef a m m c ft c Reden und Schriften' der Oeffentlichkeit vor firn Verlag von Carl Rei-ner in Dresden). Es ist manches darunter, waS sehr nach Gelegenheit schmeckt und waS man in einer solchen Sammlung gut und gern hätte entbehren mögen Aber so manche Rede, so mancher Aufsatz find Marksteine auf dem Wege deutscher Politik, auf dem Martergange deS deutschen Volke- auS den Tagen de- Weltkrieges über Versailles und RcparationSkonferenzen nach Locarno und in den Genfer Völkerbund geworden. Manch feine Charakteristik — wir nennen nur die des unglückseligen Erzberger, de- Fürsten Bülow, des ersten Reich-Präsidenten Eberl gehören gewiß zum Besten, was über diese Männer je gesagt wurde. So ifkbiefees Werk trotz mancher Schlacken, die eine neue Auflage hoffentlich abstößt, für die Geschichte unserer Tage gewiß eine- der intereffanteften. und wird für die Erkenntnis der Persönlichkeit Stresemanns einmal eine sehr wesentliche Quelle fein. 8 Spiero bietet, zu einem literarischen Genuß und menschlichen Erlebnis. Wir haben unfern Lesern bereits an anderer Stelle eine Probe aus dieser ebenso knappen wie gediegenen Monographie über den Schweizer Dichter zugänglich gemacht. 36 — Ludwig van Beethovens Sämtliche Briese. Herausgegeben von Emerich Kastner. Völlig umgcarbeitetc und wesentlich □erm. Neuausgabe von Julius Kapp. Leipzig, Hesse & Becker, Verlag. In Leinen 6 50 Mk. — lieber die Bedeutung von Beethovens Briefen braucht man kein Wort zu verlieren: Es sind Urlaute menschlichen Leidenschaft, Zeugnisse eines dämonischen Mannes und Künstlers, Zeugnisse auch feiner oft rührend hervorbrechenden Liebebedürftigkeit. Die vorliegende weitaus vollständigste Volksausgabe ist von dem bekannten Musikgelehrten Julius Kapp ganz neu bearbeitet: etwa 100 Briefe sind hinzugekommen; Text und Datierung entsprechen den neuesten For» schungen. Der großen Menge der Musikfreunde wird das Buch zum 100. Geburtstag des Meisters eine willkommene Gabe fein. 33 Neue Romane und Novellen. Gin großer, gottbegnadeter Dichter war Jeremias G 0 11 h c l s, seine dichterische Kraft war unerschöpflich, in dem kurzen Zeitraum von 18 Jahren treibt sie in drängender Fülle ein herrliches Werk nach dem andern hervor. Reben der von Hunziker und Bloesch vorbildlich be- sorgten Gesamtausgabe (im Eugen Rentsch Verlag. München) liegen nun die Hauptwerke dieses gewaltigen Dichters und Botts'chriftstellers in einer ebenso gediegenen wie billigen Volksausgabe vor Zu den acht Bänden, auf die wir früher schon hingewiesen haben, sind jetzt noch sechs Bände dazugekommen. Da ist in zwei Bänden Anne Däbi Iowäger. dieses grandiose Eharakter- und Sittengemälbe, mit der reichen Bauersfrau im Mittelpunkt, eine Frauen- gestalt, die ganz einzig dasteht und mit der größten Genialität in all ihrem seltsamen und widersprechenden Wesen entwickelt ist. Dann in einem starken Band D i e Käserei in der Vehsreude. bewegt und vielgestaltig, reich an Charakteren. Verwicklungen. Str;-en. 6,i oben, der Humor des Dichters unerschöpsl.ch. der Witz verschwenderisch und das Ganze von einem unerhörten Eprachreichtum. Weiter IakobSWan- derungen in der Schweiz. Don der trefflichen Großmutter, einem Bild deutscher bürgerlicher Kernhastigkcit. wird Jakob in die weite Welt entlassen, er muß die Schule der herbsten Prüfungen durchwachenden Becher des Irrtums bis auf die Hefe Iwrcn ehe er aus einem liederlichen, charakterlosen, jedcstn Winde preis- gegebenen Gesellen ein mannhafter und achtungswerter Bursche wird, älnd endlich erleben wir in den zwei Bänden Leiden und Freuden eine - Schulmeisters die wechselnden Schicksale des Peter Käfer, neben den Gottheks das Mädeli gestellt hat. die Frau Schulmcisterin. eined jener herrlichen Frauenbilder voll Weiblichkeit und Zartbeit und innerer Schönheit, von gleichgewogenen Gemüts- und Verstan^eskrä'ten, wie Gotthelf noch mehrere geschaffen hat. Ein unverlierbarer Schah teutfd}:r G"’äplungen liegt so in dieser in Papier, Druck und Einband mustergültigen Au-gabe vor. (Pres in schmuckem Halb- leinenband 4.20 Mk. der Band ) 91 — Wilhelm Weigand: Wendelin- Heimkehr. Eine Erzählung. Reclam» llni- versalbibliothek ^Ir. 6729 30. Heft SO Pf., Band 1.20 Mk. — Einer der bed:u!endsten deutschen Erzähler schrieb diele Rovekle. die so beschaulich anheb!, sich zu erschütternder Tragik steigert und in gelassener Harmonie auslkingt. Wendelin Krummholz, ein Herrenmensch in schlichter Hauslehrerstellung, liebt feines Brotherrn Tochter, wirb vom Vater, einem kuriosen pensionierten Major, überrascht und beleidigt und geht davon. Rach zehn Jahren kehrt er wieder heim, nun ein ernster, gefestigter Mann. Der Vater der Geliebten ist längst tot; die drei Brüder, Wendelins ehemalige Zöglinge, sind zu Richtstuern und Schmarotzern geworden, die von der Arbeit ihrer Schwester leben. In diese leidvolle Unordnung tritt Wendelin und erzählt die Geschichte seiner Abenteuer in der Fremdenlegion, schwere, traurige, schicksalsbeladene Erlebnisse. Die Vereinigung der Liebenden bildet den Schluß dieser meisterhaften Rovekle. 54 — Die schönsten Erzählungen von Ernst Zahn. 218 Seiten Oktav. In Leinen gebunden Mk. 4.50 (DeutscheDerlagsanstalt. Stuttgart). — Der vorliegende Band ist als eine Festgabe zu Ernst Zahns 60. Geburtstag gedacht. Zahn, der Deutsch-Schweizer, gehört zu den volkstümlichsten Dichtern der Gegenwart im ganzen deutschen Sprach- und Kulturgebiet. Was ihm diese Volkstümlichkeit erwarb, sind vor allem seine Romane gewesen. Aber die wohlverdiente Schätzung, die seine Romane dank ihrer kraftvollen künstlerischen Gestaltung, ihrem tiefen sittlichen Gehalt gefunden haben, ist noch nicht im selben Maß feinen Novellen und Erzählungen zuteil geworden; es ist wohl noch nicht hinreichend bekannt, daß wir in Zahn auch einen Meister der Novelle besitzen. Wie er den inneren Forderungen dieser vornehmen Kurstform gerecht wird und dabei immer der im schönsten Sinn volkstümliche Erzähler bleibt, das sollen die in dem Auswahlband vereinigten sieben Meisterstücke einmal auch weitesten Kreisen recht anschaulich machen. Zwischen der still verklingenden Novelle .Der Tag der Perpetua" und der zu dramatischer Wucht ansteigenden Erzählung .Die Mutter" ist die ganze Welt seiner Gestalten und Stimmungen eingespannt, wirken sich, trotz dem engeren Rahmen, in voller, zwingender Kraft alle Gaben feiner dichterischen Persönlichkeit aus. Die verlegerische Ausstattung des schönen Buches ist vortrefflich: ein Schmuck jeder Bibliothek. 37 — Heinrich Nuppel, Helle Herzkammern, A. Dernecker Heimatschollen Verlag, Melsungen. — Wir die »Geschichten vom inneren Leben" lieft, dem ist, als führe ihn ein Menschenfreund durch Täler von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus, von Schicksal zu Schicksal. Ergreifende Bilder menschlicher Liebe. Sünde, Armut und Irrsale werden ihm gezeigt. Aber nicht um das rauhe Dasein, börsliche Welt und bäuerliche Gestalten, die wie aus Stein gemeißelt kernig und echt vor ihm stehen, zu erkennen. nicht um Teilnahme oder Abscheu zu empfinden, sondern um selber zu wachsen am inwendigen Menschen. Jede Geschichte ift eine realisiert« Predigt, ohne enge Moral, ohne Dogma und Kircylichkett. eine Predigt, die erschüttert, die die Tiefen, menschlich^, Glückes und Fluches ausdeckt. Hier öffnet ein Gott- sucher die Hintergründe des Lebens, zeigt wahre Güter Ehr urcht vor dem kleinsten Wunder her Schöpfung. Liebe zum Aermsten. Dankbarkeit für Geringes. Schlichte Weisheit wird unserer verflachten Welt verkündet. Gestalten, wie „bic Dulderin" auf dem Schmerzenslager, .die taubstumme Maria", .der Stümpelsuchcr" könnten dem nachdenklichen Leser als Symbole erscheinen die Leid in Liebe wandeln wollen. Die ringende große Seele des Dichters lebt in jedem Wort. Dazu ift Ruppe! ein Kenner hessischen Bauerntums. aufgewachsen im Dori, verwoben mit bäuerlicher Tradition und bäuerlichem Gemütsleben. Leine Gestalten sind bei aller Poesie realistisch geschaut. So vereint dies wertvolle Buch, das auch allen Getftltcher. und Lehrern zu Volks- tümltchcn Leseabenden empfodlen fei. schllchte Lebei-schilderung und dichterische Schönheit und ewiges Ziel. (56) Marola Strauch-Bock Germania-Bücherei. Lesestoffe für Knaben. und Mädchen. He rau-gegeben von Kari Bechtoisheimer. Otto Kinkel. Wilhelm Seibert. Elisabeth Schifimacher Verlag Emil Roth. Prel- ieber Nummer 25 Pf ;ir 14 ,Reihe I. Heft 51 vereinigt unter dem Gesarnttit-k .Hessische Erzähler" vier Prosaftücke Das Kar.enhauS" von Jlfreb Bock' .Die Häfner aus dem Erbfeneck". ein Romankapitel von Nikolaus Schwarzkopf (dem Verfasser des .DomkindeS". ketten sich die Leser unterer Unterhaltungsbeilage sicher gern erinnern werden), »Der Kräutersammler" von Philipp Bur- i'aunt. und Das Letdanfaqen" von 5>r. Otto B-ckel. Nr 15 < Reihe VII. Heft 3k .Von Arbei- :ern des Geistes und der Hand" enthält geschickt ausgewäblte Abschnitte aus Mar Eyth. Bruno Vürgel. Hcnrv Ford. Lerich. Barthel, Engelke und der Ina Seidel. In Nr 16 (Reihe VI. Helt 1>. überschrieben Deutsche Frömmigkeit", sind die verschiedensten 'Beiträge au- altem und neuem Schrifttum zu finden, etwa da» Wessobrunner Gebet. Augustin unb Schleiermacher neben HXb- rife. Rilke und der ßulu i*on Strauß und Tomay - Die angeführten Proben au» den drei Heften ieigen, daß die Sammlung gediegene, vielseitige und für ein jugendliches Publikum wohlgeeignet? Lektüre bemittelt. 60 — Dpa Mümmelmann» Freuden- 1 n d A läge töne. Plattdütsche Snakerie von |on ölen (Bren’bafen. Vom Heidejorster. 128 Seiten 8*. Verlag Gustav Jacob &• Co.. Hannover. 1926. — Wer Fritz Reuter versteht, wird auch an den hier erzählten „Lebensläufen", Taten und Meinungen eines Grenchasen aus dem Geschlecht der durch Hermann Löns berühmt gewordenen Mümmelmänner einigen Spaß haben, hessischen Ohren wird freilich die -snakerie nicht immer mit allen Fein beiten eingehn. 874 Aus fremden Literaturen. — Der Schotte Robert LouiS Stevenson, der im Jahre 1894 int Alter von 44 Jahren auf Ubolu der größten Insel der Samoagruppe gestorben ist, gehört ohne Frage zu den Meistern des exotischen RomanS. Er ist aber auch ein Seelendeuter ersten Ranges. Er hat endlich Geschichten erzählt, die an Phantastik und unheimlichem Grausen denen Edgar Allan Poes oder E. Th. A. Hoffmann- nichts naebgeben Die bedeutendsten Romane und Erzählungen dieses noch lange nicht nach feinem wahren Werte geschätzten Dichters hat der Verlag Hesse V- Becker in Leipzig soeben in trefflichen Meberfeßungen ftnit einer Einleitung von Käthe Briefe» erscheinen lassen. Der erste Band enthält die drei Erzählungen .Der Strand von Falesa", .Flaschen- teufelchen" und .Die Stimmentnsel". Alle drei spielen unter Südseeinsulanern und sind ebenso eigenartig wie spannend. Es folgt das bekannteste Werk des Schotten der Abenteuerroman .Die Schahinsel". Diese- Buch, für Jugendliche wie für Erwachsene in gleicher Weise geeignet, übertrifft die besten Erzählungen Brei Hartes oder Gerstäckers bei weitem: Stevenson ist ein bedeutender Psycholog, und feine Darstellung wirkt bei aller Abenteuerlichkeit durchaus wahrscheinlich Der dritte Band umfaßt vier Erzählungen, von denen .Di. Iekyll und Mr. Hhde" die berühmteste ist. Die beiden Romane „David Balfour" und „Der Junker von Ballantrae", die je einen Band füllen, spielen in Schottland und Haden zum Hintergründe den Aufstand deS Prinzen Charlie, des Enkels Jakobs II.. de- letzten Stuart auf dem englisch schottischen Thron, gegen Georg II. „Der Junker von Ballantrae". ohne jeden Zweifel Stevensons bestes und tiefstes Werk, schildert den Zwiespalt zweier ungleicher Brüder. Den Junker James dessen freche Roheit der Lack feiner Manieren nicht verdecken kann, seinen vornehmen, charaktervollen Bruder Henry. Alison Graeme, eine Frau mit all den Widersprüchen ihres Geschlechts den treuen Verwalter Mackellar — diese Ge stallen und viele andere vergißt man niemals wieder. Der sechste Band enthält zwei größere Novellen: die Detektivgeschichte .Des Rajahs Diamant" und die unheimliche Erzählung „Der • Selbstmordklub". Die sechs Bände geben einen guten Ueberblid über da- Schaffen de- bedeutenden und gewissenhaften Erzählers. 90 — Rudyard Kipling hat man gern den literarischen Vorkämpfer des anglo-indischen Imperialismus genannt. And wenn man nun die Neihe der schmucken blauen Leinenbändchen an» schaut, in denen der Leipziger Verlag Paul List eine deutsche Ausgabe Kiplings von HanS Rei- siger veranstalten läßt, fo ist dies unentwegt Gintreten für die in ihrer Brutalität häuftg schwer zu verteidigende Politik Englands in Indien gewiß besonders in die Augen springend Aber daneben sehen wir doch ganz außerordentlich starke literarische Wer e. Wohl kaum jemand hat es verstanden, sich so wie Kipling in die berauschende Schönheit der mannigfaltigen Na ut Indien- einzufühlen. Und in kaum einen andern Werke finden wir so treffende Schilderungen des modernen indischen Volkslebens wie bei Kipling. Dazu kommt, daß stets ein feiner, auch in den au-gezrichneten ilcberfefcungen gut h raus- fommenber Humor daS glänzende Erzählertalent des Dichters un'erstüht. Sv ist jeder Band dieser au-gewählten Werke eine neue Aeberraschung .3n Schwarz und Weiß" ist eine Sammlung von Novellen, von denen einzelne wahre Stabt- nettftücke genannt zu werden verdienen. Es seien nur erwähnt die humorvolle Geschichte .Aus der Stadtmauer" oder die prächtigen Erzählungen, die unter dem ©amneltitel .Drei Soldaten" sich um lehr charakteristische Gestalten der angloindischen Armee friftalli'ieren. die t'.efc Einblicke in Öa8 Golöatenleben dieser Verteidiger englischer Machtstellung in den Grenzgebirgen de- Irans geben. 31 — »Der Scheich", Roman von E. H. Hüll Deutsche Bearbeitung von Martin Proskauer. Verlag Ernst Keil- Nachfolger «August Scherl, G. m. 6. H.. Berlin SW 68. mit 8 Illustrationen nacb Szenen aus dem Dalentino-Film .Der Sohn des Scheich". Brosch. 3.50 Mk., Ganzleinen 4.50 Mk. — Mit diesem Roman hat e- seine besondere Drwandmis. Rudolf Dalenlin.o machte daraus seinen letzten Film, die Verkörperung der Hauptgestalt des Romans öxir leine letzte Rolle. Es ist eine exotische Atmosphäre um ein Paar von Herrenmenschen und ihren Liebes- roman, die Schwüle morgenländischen Zaubers, Gift, Dolch und Frauenraub, dann wieder die freie Luft Europas. Sport, Spleen und Ritterlichkeit, kühne Kontraste, absurde Gegensätze, aber das alles glaubwürdig. Exzentrisch, sehr, sehr abenteuerlich, aber Wirklichkeit, spannende, unterhaltsame Wirklichkeit. Eine freche Mischung aus Romantik und Rüchternheit, viel Phantasie, viel Farbe und ein handfestes Talent zu schildern. 43 Philosophische Schriften. — Jnahat Khan: Der SeeleWoher und Wohin. Zürich, Rotapfel-Verlag. — Meister Jnayat Khan begleitet die Seele, die Trägerin unserer Empfindungen und unserer Willenshandlungen, auf ihrer Fahrt über die Erde bis hinauf in die himmlischen Gefilde. Die Seele ist eine die physische Bedingtheit durchbrechende Kraft. Cs ist nicht leicht, sich in die Gedankenwelt Jnayat Khans zu versetzen. Die Seele wirft am Ende ihrer irdischen RÄse ihre Hülle ab, erlebt durch die Anziehungskraft des göttlichen Geistes ihr „Daka", ihre Auferstehung. Die Freude wird so groß sein, das; nichts, was die Seele in ihrem Leben je erfahren hat, sie ihres eigenen Selbst so unbewußt »nacht, tote dieser Geistesfrieden es tut. Aber dieses Un- bewuhtsein des Selbst wird in Wirklichkeit zu wahrem Selbstbewuhtsein erweckt. Die Seele manifestiert sich als die Quelle, der Wanderer, das Ziel des ganzen Lebens. Drei Abschnitte umfaßt das Werk: „Der Offenbarung entgegen", „Offenbarwerdung", „Dem Endziel entgegen". 3m Grunde stellt 3nahat Khans Betrachtung der menschlichen und göttlichen Dinge die absolute Polarität der Weltanschauung Lao-Tses dar, er ist sich voll bewußt, daß er an die letzten Dinge rührt und seinem Philosophen! nach Pforten öffnet, die sonst den Sterblichen, so oft sie auch daran pochen, verschlossen bleiben. 669 — Bedeutende Männer. Charakterologische Studien. Bon Professor Dr. R. Michels. 3n Leinenband Mk. 6,60. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Es mehrt sich erfreulicherweise die Zahl biographischer Darstellungen, die uns durch das unmittelbare Medium starker Persönlichkeiten in ein Wissensgebiet mit all feiner Vielgestaltigkeit einführen. So macht uns diese Sammlung sprachlich erlesener, inhaltlich ungemein fesselnder Essays mit den hervorragenden Theoretikern und Praktikern der Politik des 19. Jahrhunderts bekannt. Den Verfasser hat offenbar an diesen großen Gestalten vor allem die psychologisch-soziologische Seite ihres Wesens, das charakterologische Element, angezogen. Er ging von der Erkenntnis aus, daß in mehr als einer Hinsicht das Eindringen in den Charakter wichtiger sei als die Darstellung des Lebenslaufes und selbst dessen theoretische Verbrämung. Amicis, der große italienische Volksschriftsteller, dessen politischer Weg vom Offizier zum überzeugten Sozialisten führte, Vilfredo Pareto, der bedeutende Rationalökonom, zu dessen Füßen ein Mussolini saß, wichtige Anregungen von ihm empfangend, Max Wärer, der tiefschürfende Heidelberger Gelehrte, dessen früher Tod ein unersetzlicher Verlust für die deutsche Wissenschaft bedeutet: mit tiefem Verständnis und feinster Einfühlungsgabe weiß Michels den Kern ihres Wesens blohzulegen. Wir sind heute gewiß nicht überreich an solchen meisterhaften Charakterbildern, um so dankbarer wollen wir für diese Gabe sein, die, ihrem Inhalt entsprechend, in ein so ansprechendes Gewand gekleidet ist. 747 — Kimmerische Krankheit. Phantastischer Roman von Alexander Amfiteatrow. Einzige . autorisierte Uebersetzung aus dem Russischen von Karl Richter. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. (Rott mone der Weltliteratur.) 264 S. 8°. In Leinen geb. 4 Mk. — Die erste und einzige Uebersetzung eines V fesselnden Romans aus der Feder des in Rußland sehr geschätzten Erzählers Amfiteatrow, der noch • unter den Lebenden weilt. In das Buch spielen die Probleme des Okkultismus hinein, doch ist der Der- sasser, der in der einschlägigen Literatur gut Bescheid weiß, kein Anhänger der Geheimlehren: er Iö|t alle Verwicklungen auf rein menschliche Weise. Die kimmerische Krankheit (genannt nach dem sagenhaften Volke der Kimmerier, in deren Londe immer - währende Finsternis herrschte) ist die Schwermut, die den Nordländer, der einen großen Teil des Jahres naßkalte Nebel einatmen muß, so leicht überfällt. Wie ein zur Grübelei neigender Russe auf- dem herrlichen Korfu an dieser Krankheit dahinsieht, schildert Amfiteatrow mit einer Eindringlichkeit, der sich der Leser nicht entziehen kann. Die Uebersetzung ist sehr gut, die Ausstattung des Buches gediegen und geschmackvoll. 79 Verschi denes. — Forstlicher Jahresbericht f ü r das Jahr 192 5. Reue Folge des Jahresberichts Über die Fortschritte, Veröfsentlichungen und wichtigeren Ereignisse im Gebiete des Forst-, Jagd- und Fischereiwesens. Herausgegeben von Dr. Heinrich Weber, o. Professor der Forstwissenschaft an der Universität Freiburg i. B. 20 Mk., in Ganzleinen 23 Mk. — Rascher als erwartet, konnte der „Jahresbericht" wieder wie vor dem Kriege international gestaltet werden, indem acht ausländische Beiträge ausgenommen wurden. Bedauerlicherweise lehnten aber die Vertreter einiger Länder, die früher am Jahresbericht mitgearbeitet hatten und die zur Wiederaufnahme ihrer Mitarbeit aufgefordert worden waren, diese ab. Es ist jedoch zu hoffen, daß für den nächsten Jahrgang auch Berichterstatter für die noch fehlenden Staaten Europas gewonnen werden können. Von den vorjährigen Mitarbeitern ist Prof. Dr. Cieslar-Wien auf seinen Wunsch ausgeschieden. Die Berichterstattung über den Waldbau tdeutsches Sprachgebiet) hat an seiner Stelle Prof. Dr. Hausrath-Freiburg i. Dr. übernommen. Die ausländischen Beiträge wurden geliefert von: Forstmeister Dr. C. A. Schenck-Darmstadt für das englische Sprachgebiet, Professor Anton Te We- chel-Wageningen für das holländische Sprachgebiet, Forstrat Jng. Jos. Klimesch-St. Pölten (Riederösterreich) für Jugoslavien, Erling Eide, Direktor der forstl. Versuchsanstalt Rorwegens in Aas für Rorwegen, Jägmästare O. Eneroth- Stockholm für Schweden. Jng. Eduardo Herbella, Professor an der spanischen forstlichen Hochschule in Madrid für Spanien, Jng. Rud. Friese, Professor an der höheren Forstlehranstalt in Pisek, Böhmen, für die Tschechoslowakei, Professor Julius Roth in Sopron für Ungarn (Verlag I. C. B. Mohr in Tübingen. 860 - Viftor Bibl: D i e Wiener Polizei. Eine kulturhistorische Studie. 337 Seiten 8° mit zahlreichen Tafeln. Stein-Derlag. Leipzig, Wien, Reuyork. Brosch. 9,50 Gin. — Das Werk gibt zuerst einen kurzen Aufriß über das Probleni und den Gegenstand, der zum Vorwurf diente. So führt der Verfasser von den Uranfängen der städtischen Entwicklung durch das Mittelalter, in dem sich der Begriff und die Cinrichtungerl der bürgerlichen Freiheit erweitert und deshalb einen erhöhten Schuh des bürgerlichen Eigentums und der städtischen Rechte erfordert. Man liest, wie sich die Verwaltungs» und Wohlfahrtspolizei entwickelt, die Bettler und „freie Töchter" ebenso unter ihren Schuh nimmt, wie sie Straßen-, Bau- und Verkehrswesen überwacht und regelt und die öffentliche Sicherheit normiert. Wir verfolgen die Tätigkeit der glaubensstrengen Habsburger Ferdinand L, Ferdinand II., Ferdinand HL, die das Leben der Bürger sozusagen in „spanische Stiefel" schnürten. Es wird die Aufstellung der verschiedenen Wachen: Tag- und Rachtwachen, Stadtguardia, Rumorwache und der Rachtwächter geschildert. Das ganze Buch, aus dessen vielseitigem Inhalt wir hier nur einige Einzelheiten herausheben können, ist sehr interessant geschrieben und stellt eins Fundgrube wenig bekannten kulturhistorischen Materials dar. 76 Eierhändlerschicksale im Vogelsberg. Jeder Stand und Beruf hat seine Tragik, sagen wir besser, seine Tragikomik. In ganz besonderem Maß gilt dies von den Eierhändlern im Vogelsberg. Wer lennt sie nicht, die Männer mit ihren großen Kiezen auf dem Rücken! Die einen machen ihre Touren zu Fuß, keuchend unter der Last des schweren Korbes auf dem Rücken, rechts und links noch einen Henkelkorb am Anne tragend: die anderen sitzen ebenso beladen auf ihrem Stahlroß — schwankend, balancierend. Denn sehr empfindlich ist d'ele Ware. Ein Butterweck kann ja schon mal eine x Puff vertragen — aber diese Eier! Richts ist so zerbrechlich, nichts ist so empfindlich, nichts so unangenehm als zerbrochene Eier. Dazu kommen in einem Cxtrakorb lebende Hühner und Hähne. Frech streckt manchmal so'n „Gickeler" seinen Kopf aus dem „kaputnen" Korb: er ahnt nicht, was ihm blüht. Aber es soll ja von der Tragikomik dieses Standes die Rede fein! Jeder Eierhändler könnte da manches Geschichtchen erzählen, teils heiterer, teils ernster Ratur. Wer Gelegenheit hat, mit mehreren Eierhändlern öfter eine Eisenbahnstrecke nach der Stadt zu fahren, der wird schon einen Vorgeschmack von dieser Tragikomik bekommen haben. Sehr bekannt in den Dörfern des Vogelsberges war ein Cierhändler aus F. Einmal kam er zu Fuß, ein 'andermal per Rad, wieder ein andermal per Wagen. Stets hatte er guten Humor, und dieser ließ ihn manches Mißgeschick leicht überwinden. So kam dieser Händler einst die steile Straße von Z. her zu Fuß, schwer beladen. Die Straße war gefroren und deshalb Vorsicht am Platze. Doch „mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten — und das Unglück schreitet schnell." Pardauz?, da lagen Mann und Korb inmitten der zerbrochenen Eier! Alle Donnerwetter und Flüche helfen nichts. Hier heißt's retten, was zu retten ist! Rasch hat er sich vom ersten Schreck erholt. Die wunderbarerweise noch ganz gebliebenen Eier werden in einen Henkelkorb gelesen, die angestoßenen in den anderen. Die große Masse liegt auf der Straße — ein Bild des Jammers, den Vögeln zum Fraß. Ich sehe ihn noch ins Dorfwirtshaus kommen, schimpfend, räsonierend. „Lisbeth, back' uns einen Eierpfannkuchen, Es gab einen recht ansehnlichen Cierpfannkuchen, denn vierzig Eier kann sich nicht jeder auf einmal leisten. Ein andermal kommt derselbe Händler schwerbeladen auf seinem Fahrrad angefahren, ganz langsam und vorsichtig: denn die schlüpfrige Straße ist voller Tücke. Da, an einer scharfen Kurve passiert das Unvermeidliche. Kopfüber geht's mitten auf die Straße. Da liegt nun die Ernte des Tages zerbrochen — ein Bild zum Heulen! Doch der Mann hat nie seinen Humor dabei verloren, wenn auch der Verlust mitunter ein sehr großer war. Richt ohne Tragik ist auch das Mißgeschick, das einer wohlbeleibten Händlersfrau passierte. Sie ging zum Frühzug mit ihrem Eierkorbe auf dem Kops. Es war gefährlich, denn Glatteis bedeckte die Dorfstraße. Doch es ging gut bis an die Stelle, wo die Straße ziemlich steil bergab geht. Da hieß es nun, den Korb vom Kops herunternehmen und ihn vorsichtig vor sich herschieben. Doch ehe man sich's versah, drehten sich Cierfrau und Korb im Kreise herum, immer schneller, immer schneller bergab. Auf einmal war's geschehen: die dicke Frau saß mitten in dem Korbe. — Ob der Eierbrei noch zu einem Pfannkuchen zu verwenden war? In R. kaufte ein Händler drei Gänse. Er bezahlt sie gut, wie s recht war und verstaut sie in einem Sacke. In der Dorfwirtschaft werden ob des gelungenen Geschäftes noch einige hinter die Binde gegossen, dann geht's schwankend, den Gänsesack auf dem Rücken, auf den Heimweg. Doch die Last drückt, der Alkohol macht sich bemerkbar, und bald findet sich unser Händler am Straßenrain in tiefem Schlummer. Erst der an- brechende Morden weckt ihn. Sein erster Griff ist nach den (9än|en; doch, o Schreck! Der Sack ist leer. Links der Straße, etwa 500 Meter seldein, liegt ein Teich. Dort schwimmen vergnügt die drei Gänse, sich der goldenen Freiheit freuend. Wie nun die Tiere einfangen? Kurz entschlossen eilt der Mann heim, holt die Flinte und erlegt die drei Gänse mit wohlgezielten Schüssen. Das war die Gänsejagd auf der „Blauen Pfütze", die noch lange nachher oben im Vogelsberg viel belacht wurde. Manches Mißgeschick verfolgt diese Leute: aber sie lassen sich dadurch nicht irre machen in ihrem Berufe. Allwöchentlich sieht man sie an bestimmten Tagen ihre Touren machen, um am Abend schwer beladen zurückzukehren. Auch das Postauto weiß manches Geschichtchen zu erzählen. Wurde doch einem Händler die große Krage durch einen Baumast vom Auto gerissen. Da die Post nicyt schadenersatzpflichtig für derartiges Gepäck ist, bedeutete das einen großen Verlust für den Händler. Ein rechtes Vogelsberger Original ist eine Eier Händlerin aus O. Schon über 70 Jahre alt, macht die rüstige Alte jede Woche ihre viele Kilometer weite Tour. Auf einem alten Kinderwagen fährt sie ihre Ware zusammen und verpackt sie bann in Körbe, um bann abenbs mit bem Auto nach Mücke und von ba nach G. zu fahren. Manche Leute behaupten, bie rüstige Frau würbe 100 Jahre alt. Wir wollen's ihr gönnen und wünschen. Die Stäbter, bie bann auf dem Markte ihre Eier und Butter einkaufen, ahnen nicht, weich' mühselige Arbeit der Beruf eines Eierhändlers ist. Gar mancher hat in der Inflation einen „Eierhandel" angefangen. Aber wie in vielen anderen Geschäftszweigen ist auch hier nur der gute, alte Stamm übrig geblieben, der mit Gewissenhaftigkeit sein gar nicht leichtes Gewerbe betreibt. Der Stand der Eierhändler ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Stadt und Land, und er wird auch so rasch nicht verschwinden. Noch vor 50 bis 60 Jahren fuhren Butterhänd- ler auf Schubkarren 150 bis 200 Pfund Butter jede Woche nach Frankfurt und machten denselben Weg zu Fuß wieder zurück. Wahrlich, eine gewaltige Leistung, jede Woche, 150 bis 160 Kilometer zu Fuß zurückzulegen, und den einen Weg noch dazu schwer beloben! Das war auch die gute, alte Zeit! S. Buntes Allerlei. Do Agnes Sorma starb. Agnes Sorma, die unvergessene und unvergeßliche Königin der Bühne, deren Anmutszauber in so vielen Rachrufen gepriesen wird, ist fern von den Schauplätzen ihrer einstigen Triumphe in Amerika gestorben, im Staate Arizona, da wo noch der „toilöe Westen" herrscht. Aus Prescott kam die Rachricht von ihrem Hinscheiden. Das ist eine Stadt hoch oben im Gebirge, der Mittelpunkt des Bergwerksbezirkes, durch ben das sonst noch vielfach unberührte Arizona zum „Kupferstaat" geworden ist. Sie selbst aber hat nicht in Prescott gewohnt, sondern noch viel höher oben in den Bergen, in der einsamen Minenstadt Crown King, wo sie sich vor noch nicht einem Jahr ihr Heim erbaut hatte. Die viel Umhergetriebene war endlich in der weltabgeschiedenen Stille einer jungfräulichen Ratur zur Ruhe gekommen, als fie der Tod zum ewigen Schlummer rief. In dieser Gebirgswelt Arizonas gibt es noch keine Eisenbahn. Die Verbindung mit der großen Welt hält nur die „Post" aufrecht, ein alter Kraftwagen, der in lebensgefährlicher Hast die steilen und engen Gebirgspfade hinauf und hinunter rast. Die Bewohner sind mit ihren Pferden verwachsen, auf denen sie über Stock und Stein jagen: es sind Cowboys und Goldgräber, romantische Gestalten in malerischer Tracht, Weiße und Indianer, Mexikaner und Mestizen durcheinander. Agnes Sorma, die mit ihrem Sohn hierher kam. als er Chicago verließ und sich in Arizona ansiedelte, hatte sich in ihrer Erscheinung und in ihrer Lebenshaltung den Wilden Westen ganz angepaßt. Den wenigen Besuchern, die sie in ihrem neuen Heim in Crown King empfangen hat, trat sie in Reithosen entgegen, in hoben Stiefeln, grünem Hemd und Buntem Halstuch, aber frisch und fröhlich und noch immer strahlend in dem alten Liebreiz. Das verlassene Oerleben in der großartigen Gebirgswelt. das einst ein abenteuerliches Leben gesehen, als die Bergwerke noch in Betrieb waren, beherbergt heute nur noch wenige Familien, die als Viehzüchter und Bergarbeiter leben. Aber Agnes Sorma fand hier die Ruhe und den Frieden, die sie ersehnte, fünf Stunöen zu Pferde entrernt von der Ranch ihres Sohnes, den sie oft besuchte. Unter großen Mühen mußte sie sich ihr Häuschen erbauen; ihre Möbel wurden auf einem Karren von Pferden auf den verlassenen Gleisen der Eisenbahn aus dem Tal heraufgezogen: jede Anordnung traf sie selbst und lebte mit den Arbeitern, bis der Bau fertig war. ..Alles, was ihrem Leben Freude und Inhalt gibt, ist ihr Sohn und find ihre Enkelkinder," fo schilderte Ricolas vanTaack, der sie besuchte, ihr Leben. „Mit ihnen zog sie mutig aus in den Wilden Westen, und mit ihrer bewundernswerten Energie hat sie ihn bezwungen. Sie hat reiten gelernt und erschloß sich damit das Land und die Menschen." (Eine liebe Familie. Der englische Menschenfreund Lord Knuts» fort, der feit langem die Verwaltung des Londoner Haupttrankenhauses leitet, erzählt in einem vor kurzem veröffentlichten Erinnerungsbuche, daß er seit einiger Zeit infolge eines Reitunfalls den Geruchs- und Geschmackssinn verloren hat. „Dieser Verlust fjaffeine Vorteile und seine Rachteile," schreibt er. „Ich kann es z. B. nicht riechen, wenn das Gas ausströmt oder ein Feuer ausbricht. Auch kündet mir nur eine innere Revolution an, ob das Ei, das ich gegessen habe, gut ober schlecht war. Meine Familie macht sich das zunutze. Wenn ein schlechtes Ei im Hause ist. bann kommt sicher einer und überreicht es mir mit liebevollem Lächeln? „Hier, Papa, ist etwas für dich zum Frühstück!" Eisenbahnbeschwerden im südlichen Vogelsberg. -s- Herchenhain, 23. Febr. Am Sonntag fand hier eine zahlreich besuchte Dersamim- lung von Abgesandten der Gemeinden, Dehörden- vertretern und sonstigen Interessenten an der Eisenbahn st recke Lauterbach—Stockheim statt. Unter dem Vorsitz des Regierungsrates Dr. Helmreich-Schotten beschäftigt« man sich in eingehenden Verhandlungen mit der Frage der Eisenbahn«Fahrplanver- b e f f e r u n g auf der Strecke Lauterbach—Stockheim. Das Ergebnis der mehrstündigen Beratungen besteht in der Wahl einer Kommission, die bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. die Fahrplanwünsche der Gemeinden im südlichen Vogelsberg. Vorbringen soll. Der Abordnung gehören an: Regierungsrat Dr. Helmreich - Schotten, Landtagsabgeordneter Jost- Hirzenhain, Direktor Weber- Hirzenhain. Bürgermeister Walz- Lauterbach, Bürgermeister Müller- Gedern, Landwirt Fischer-Sichenhausen und Prof. Dender- Frankfurt, letzterer als Vertreter des VHC. Obwohl in der Versammlung mehrfach vor allzu großem Optimismus gewarnt und dringend empfohlen wurde, in Anbetracht der bisherigen Praxis der Reichsbahnverwaltung die Hoffnungen nicht allzu hoch zu spannen, glaubt man doch, durch die persönlichen Bemühungen der Kommission wenigstens ein einigermaßen befriedigendes Ergebnis erreichen zu können. Rundfunk-Programm deS frankfurter ScnderS. (Aus der .Radio-Umschau".) Donnerstag, 24. Februar. 1.30 bis 2.30 Uhr: Ueberlragung von Kassel. Mittagskonzert der Kasseler Hauskapelle. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Reue Operettenmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die ßefeftunbei 6.15 bis 6.45 Uhr: Stadtmedizinalrat Dr. Keding vom Stadtgesundheitsamt Kassel spricht über „Arbeitslosigkeit und Volksgesundheit". 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortragszklus des Bischöflichen Kommissariats Frankfurt a.TI.: „Vom Sinn des Konkordats", Vortrag von Pater Gierens. 7.15 bis 7,45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr. Russische Lieder. 9.15 bis 10.15 Uhr: Übertragung von Kassel: Heiterer Abend. „AuS der Faschingszeit". Anschließend bis 12.30 Uhr: Tanzmusik. Sprechstunden der Nevaktiou. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittag«. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingefandte Manuskripte ahne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge find lediglich an dl« G e f ch ä f t s st e l l e zu richieu. Puddingpulver 15 Pfg., Schokoladenspeise Dr. Oetkers Backpulver Ladenverkaufs Vanille-Mandel 8 »reise: Backpulver »Backin' Pfg., Vanillin-Zucker 5 Pfi V \ sind seit vielen Jahren die allgemein bekannten und beliebten g f) Oetker-Fabrikate. Als zuverlässig, erstklassig und preiswert sind sie in der einfachen I und feinen Küche hochgeschätzt Sie sind stets am Platze, wenn es gilt, die Lebens- und Genußfreude zu erhöhen. — Viele gänz- " lieh neue Anregungen zum Backen von Kuchen, Torten und Kleingebäck aller Art und zur Herstellung von Süß- und Geleespeisen finden Sie in dem neuen farbig tllustr. Oetker- Rezcptbudi, Ausgabe F, das Sie für 15 Pfg. in den Geschäften erhalten. Sie erfahren darin auch Näheres über den vorzüglichen Backapparat „Küchenwunder“, mit dem Sie auf kleiner Gaskocher- Flamme backen, braten und kochen können. Ist das Buch vergriffen, dann erhalten Sie dasselbe gegen Einsendung von Marken von Dr. A. Oetker, Bielefeld. 1 Sick. 10 Pfg., 3 Sick. 25 Pfg., Puddingpulver ,, Vanille-Soßenpulver 5 PfgH Oala• Schokoladen- gehackten Mandeln 20 Pfg. Dr. Oetker's Pudding-Pulver VANILLE^ Ge schm Z,1. Frankfurter Kranz Z.Marmprku ch e n LKof.omkh k GALA Puddingpu