Freitag, 22. Zuli 1927 177. Jahrgang Nr. 169 Erstes Blatt Kulturgemeinschaft eine y. übrig? Dr. it. 21. A°li- TinW Das Verleid des Reichspräsidenten. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig i für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° »mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dietzen. sandt. iller unter dieser Subtil mmt die Aedaliion dem inerlei ScranftoDthmg.) Menberger Weg. : 1,784 !L 10,59 fftlb _ Im; 167,98 22,82 IU8,2< 59,13 2.48 nr.ri 60,93 71.61 12.452 73,0«' 59,17 >2,46 1.* s Ä i:S «.>* al ts iS 9 » 26 12,49 l£ k <446 1,2® :S dah in diesm Jahr die izen Sttahenzugs durch- eht man feinen Ansang, cm nötigen Ernst begonnen Hausholl-Mn ist Xeifismarf ausgelvorsen hiervon nichts für ei« Als Persönlichkeit nahm Minister von Brentano bei allen Parteien und im gesamten öffentlichen Leben Hessens eine angesehene Stellung ein Sein persönliches Wesen war getragen von einem konservativen Zug, der sich u. a. in einem ausgesprochenen Familiensinn äußerte Er war geradezu ein Spezialist auf genealogischem Gebiete besaß viel historischen ©um uni) war ein Liebhaber von Antiquitäten, namentlich Bildern ' und Möbeln brachte er großes Interesse ent- flCflSas Ableben des Ministers kam überraschend. Vor einigen Monaten war er an einem Gallenleiden erkranktz doch besserte sich fern Befinden so, daß er wieder aus dem Krankenhause entlassen werden und nach seiner Wohnung übersiedln konnte. Bald darauf trat jedoch wieder eine Verschumrnerung ein, der Minister erlitt einen Schlaganfall, so daß man in unterrichteten Kreisen mit seinem baldigen Tode Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vr»S »nd Verlag-, vrühl'jche Universiläls-Such- und Steindruckerei «. Lange in Sieben. Schriftleitung und Seschäftrftelle: Schnlftraße 7. ben, dank ausländischer Eingriffe noch nicht im Leben der chinesischen Aation, besonders noch nicht in ihrer politisch wirtschaftlichen Verfassung ausgewirkt haben. t , Die im Weltkriege unterlegenen Machte haben in diesem sich in alle Welt auswirkenden Prozesse eine merkwürdig gute Stellung inne. Was ihnen sonst zum Verderben gereicht hat, ist ihnen im Reich der Mitte zum Vorteil geworden — die Friedensschlüsse. Die Verträge, die zwischen den Gegnern vor dem Kriege bestanden, hat der Krieg zerrissen und der Friede nicht wieder hergestellt. Don den Tagen von Versailles, St. ©crnrnm. Trianon, Neuilly und Sevres an sieht also China in den Deutschen, Oesterreichern, Ungarn, Bul- qaren und Ottomanen keine Feinde mehr, die es im Wege ungerechter Verträge, durch Anleihen und Konzessionen vergewaltigten. Es sieht sie aber in seinen einstigen Bundesgenossen die es ia auch in der Frage der Schantunghalbinsel betrogen haben. Mit jenen wurden neue Verträge auf dem Fuße der Gleichberechtigung geschlossen ihnen strömte aus diesen Verträgen die besondere Gunst Chinas zu. Wohl hatte man auch ihnen Handels- und Viederlassungsfreiheit nur an den dem Handel und der Riederlassung freigegebenen Plätzen garantiert. Das war aber nur geschehen, um nicht die anderen Machte auf Grund ihres Meistbegünstigungsrechtes an Orte kommen zu lassen, die ihnen bisher verschlossen waren; den Unterlegenen im Kriege wurde — nicht vertraglich, aber praktisch - die vollste Handlungs- und Bewegungsfreiheit eingeräumt. In eine gleiche Lage waren die Russen gekommen. Die Bolschewiken hatten alle zaristischen Verträge für null und nichtig erklärt und damit das Herz der Chinesen gewonnen. Die Besitzer einer utopischen Kultur konnten den Russen gegenüber nicht anders als naiv sein. Die Russen traten (im Bereiche der nationalistischen Regierungs- gewalt) an die Stelle der früheren cnglifdjen. amerikanischen und sonstigen Reorganisatoren. Die Jünger Lenins haben diese Vertrauensseligkeit schlecht gelohnt. So ist denn neuerdings das Problem „China in Aufruhr" durch den Abweh r- kampf gegen Moskau kompliziert. Die Losung des chinesischen Problems von der tofung des russischen abhängig machen zu müssen heißt die erstere auf unabsehbare Zeit hinausschieben. Für uns — nicht für die Chinesen! Gewohnt, m den Vorstellungen von Jahrhunderten, also nach geschichtlichen (und weniger nach politischen) Gesichtspunkten zu denken, kann Jung-Chma vertrauensvoll warten. Ihm sind ja Tage ganze Lebensalter!... Programm cter Senders. M-llmschau'.) 22. Sufi. Seuc SchallMten. - uäfrauennadjmiftag. Prv< itogsseiern mit einfachen i firau Heer-Mehnollo. bis 18.« W [5 bis 18.30 Hr. > >n“ Dortrag von Tarten- - 18.30 bis 19 Uhr: Dos neues technM M Lese rhyth^ch-funstlen- Sag von Carl W 19.30 llhr: • 3 Insa Mr: ätvaW ?Mfsenfch^i und Tech- tieAee'/?°rE 1 za bis 20 W r llebertragung aus ter Abend für mechanM Wie aus einer China in Ausruhr: das bedeutet einen Bürgerkrieg, denn verschiedene chinesische Politiker und Parteien, Generale und Heere ringen um die Macht im Staate; das ist aber auch em nach außen gerichteter Krieg, denn er wird um und gegen den Einfluß fremder Mächte m China geführt; endlich wird um eine neue (teilweise die alte) gesellschaftliche Ordnung und um die wirtschaftliche Unabhängigkeit gekämpft. Die Vielfältigkeit des Charakters dieser blutigen Wirren, die Buntheit der erkennbaren, die Undurchsichtigkeit vieler anderer Ziele, dazu die Entlegenheit des Schauplatzes und die Fremdartigkeit der Rasse, die in einem denkwürdigen geschichtlichen Prozesse steht, lassen den Europäer nur schwer das Dunkel durchdringen, in dem sich für ihn die chinesischen Ereignisse abspielen Die Sache haben diejenigen nicht durchsichtiger gemacht, die über China schreiben. Gewiß es gibt hervorragende Sinologen, die sich lahr- zehntelang an Ort und Stelle mit dem Studium der chinesischen Geschichte und Kultur des Landes und seines Volkes besaht und uns dann wertvolle Werke über das Reich der Mitte beschert haben. Die uns so vermittelten Erkenntnisse sind i aber von den Darstellungen jener anderen I „Chinakenner" verdorben worden, die man — mit dem Kanzler der Pekinger Rationalen Universität — in drei Klassen emteUen kann: Vor allem in die der Reisenden, die aus Abenteuer ausgehen; sie vertrauen gerne ihren ersten Eindrücken und beschreiben einen dreitägigen Aufenthalt in China in dicken Bänden, wahrend ihre ersten Eindrücke in nichts zerstoben waren, wenn sie ihren Aufenthalt auf drei Monate ausgedehnt hätten. Dann die M i f I'i.0 n a_r e, Jne ausgezogen sind, um den heidnischen Chinesen ihrer Religion zu gewinnen, und w ihrem religiösen Eifer manchmal auf China hinabblic^n; hierin haben sich vor allem die angelsächsischen Missionare hervorgetan, die unter anderem auch ausgezogen sind, um den „unzivilisierten Chinesen mit den „Segnungen der Kultur zu be» glücken, das heißt mit dem Stahl, der Baumwolle dem Petroleum und den Rauschgiften ihres Landes. Endlich die Imperialisten deren Feder eine bestimmte politische Absicht führt entweder die auf territoriale Vergrößerung ober auf Entwicklung des Handels, wobei wett eher ein Handel auf Kosten der Chinesen als mit ihnen gemeint ist. In dem Maße, als China für den Europäer aktuell und aktueller wird, nimmt auch diese verwirrende Literatur zu. Sie ist vielfach Propagandaliteratur geworden. Es bedurfte* der «Zeder Sritf. 168,66 & Ä 71JJ 12,512 73,» Samoa liegt in Händen des» Administrators. Der Gesetzgebende Rat besteht aus sechs Zivit- beamten und drei von der weihen Bevölkerung gewählten Mitgliedern, so dah der Administrator einen entscheidenden Einfluß auf die Beschlüsse des Rats besitzt. Das Eingeborenen- Parlament, dessen Mitglieder (Faipules) vom Administrator ernannt werden, soll das T^r- trauen der Bevölkerung haben. Eine Akte der neuseeländischen Regierung bestimmt, dah kein Eingeborener Faipüle werden kann der nicht in Übereinstimmung mit den bestehenden samoanischen Bräuchen dazu geeignet ist. Ueber diese Bestimmung hat sich der Administrator nid» sichtslos hinweggeseht, indem er die durch Erbrecht und Brauch berufenen Vertreter der Eingeborenen ihrer Stellung und ihrer Rechte enthob und an ihren Platz käufliche Puppen fegte, die von der eingeborenen Bevölkerung entschieden abgelehnt werden. Es ist bekannt geworden, dah die Eingeborenenvertreter gegen die Ernennung von 30 unter 33 Faipules bet der neuseeländischen Regierung Einspruch erhoben Haven. Unter der Weißen Bevölkerung Sa- mvas herrscht begreifliche Mißstimmung gegen den Administrator. General Richardson stellt diese Kritik an seiner Mandatsverwaltung ui feinen Berichten an die neuseeländische Regierung als das Werk einer übelwollenden weihen Minderheit hin. 3n Wirklichkeit lehnt die Mehrheit der Weihen auf Samoa feine Mandatsmethoden entschieden ab, und sie findet, daß zwischen seinen selbstgefälligen Berichten über die Erfolge seiner Verwaltung auf wirtschaftlichem 'Gebiä und dem, was er wirklich geleistet bat, ein großer Gegensatz klasse. Wenn sich Samoa in den letzten Jahren wirtschaftlich erholt hat, so ist es nicht das Verdienst des gegenwärtigen Administrators, sondern seines Vorgängers und der weihen Devölkeming Samoas, die da wieder angeknüpft hat, wo die deutsche Ko- lonialwirtschaft aufhören muhte. „Alles, was General Richardson tat," so heiht es in dem Bericht des früheren Bezirksinspeltors auf Samoa, Rewton Rowe, „geschah u m de r Wirk ung willen, nicht in Samoa selbst, sondern nach außen" bei der neuseeländischen Regierung und beim Völkerbund. Die kürzlich wiedergegebene scharfe Kritik einer so angesehenen und unparteiischen Persönlichkeit wie des früheren Ministers Sir Joseph Carruthers sollte die neuseeländische Regierung veranlassen, dah sie ihre bisherige Dertuschungspolitik aufgibt anch Der Völkerbund sollte sich mit diesen Zustanden endlich einmal beschäftigen, zu deren Kritik und Abstellung doch eigens der Mandatsausschuß ge- , schaffen wurde. Darmstadt, 21. Juli. Reichskanzler M ar? hat der Gattin deS verstorbenen hesftfcheu Staatsministers von Brentano namens der Reichs- regierung telegraphisch seine aufrichtigste Teilnahme ausgedrückt. R e i chs p r ä si de nt v 0n Hindenburg richtete an den hessischen Staatspräsidenten Ulrich nachstehendes Beileidstelegramm: Zu dem schweren Verlust den die W sische Regierung und ganz Hessen durch das Ableben des Staatsministers von Brentano die Tre- mezzo erlitten hat, spreche ich 31)neu meine herzliche Anteilnahme aus. Die hervorragenden Verdienste des Dah'.ngeschiedenen sichern ihm ein dauerndes, ehrendes Andenken, von Hindenburg, Reichspräsident. eines vaterlandsliebenden, mit der uralten Kultur der Heimat verwachsenen, nicht europäisierten, dabei aber an westlichen Hochschulen gebildeten und im westlichen Leben mit europäischer Gesell- chaft und Zivilisation vertraut gewordenen Chinesen, um uns einen Wegweiser durch die Rächt der chinesischen Ereignisse zu liefern. Tang Leang-Li, ein Freund Dr. Tsai Buan-Peis (eines der geistigen Führer der chinesischen nationalen Bewegung), hat uns in seinem jüngst herausgegebenen „China in Aufruhr' (eine von Else Baronin Werkmann besorgte deutsche Uebersetzung erschien soeben im Verlage von C. Weller & Co. in Leipzig) einen solchen Führer an die' Hand gegeben. Er zeigt uns in geradezu packender Weise, wie eine wesentlich friedliche und utopische Kultur durch die nichtgewollte, aufgezwungene Berührung mit einer nach Chinas Meinung unzusagenden und erkünstelten (der westlichen) Kultur manches von ihrem bewundernswerten Charakter verloren hat; wie darum nur Chaos und Verwirrung entstand; wie sich diese hohe Kultur nun zu einem bewußten Rati 0 nalgefu hl entwickelt hat; wie aus einer Kulturgemeinschaft eine Ration wurde, die nun ihr Recht auf Eigenleben, auf Selbstbestimmung vertritt. Die Verbrennung von 20 291 Kisten englischen Opiums am 16. Juli 1839 im Hafen von Kanton durch Lin-Tse-Hü war an sich ein politisch unhellvoller All gewesen, denn er hatte die wirtschaftliche und politische Knechtschaft Chinas ausgelost. Er hatte aber doch dieselbe symbolische Bedeutung gehabt, wie die (modernen) Streiks, mit denen die Chi- nesen in den letzten Jahren in Schanghai, Kanton, Hongkong und anderwärts auf die Ueserheblichkett der Engländer, Japaner und anderer Bedrücker reagiert haben. China will seine politisch» und wirtschaftliche Unabhängigkeit, will also die Aufhebung der ungerechten, ihm aufgenötigten Vertrage, die Beseitigung der fremden halbsouveranenRieder- lafsungen, das Ende fremder Gerichtshoheit will wieder im Besitze seiner Zollhoheit sein, will nicht mehr dulden, daß chinesische Generale und Banditen von den Fremden gekauft werden. Um Chinas gegenwärtige internationale Lage richtig zu verstehen, muß man sich allerdings vor Augen halten, daß sich China in elftem inneren llmfor» mungsprozesse, in einer Re v 0 tuti 0• n befindet, fcie auch eine revolutionäre Losung erheischt. Uas ist unter anderem eine Folge der Tatsache, cxth sich die Prinzipien des Umschwungs, die der Revolution im Jahre 1911 ihren Sinn gegeben ha- gen zuteil. . . Als Parlamentarier hat v. Brentano vielfach tm Gegensatz zur Sozialdemokratie gestanden. Die Staatsumwälzung hat ihn in Hessen in eine Negierung gebracht, in der die Sozialdemokratie die Führung bat. Seinem inneren Wesen nach hat diese meri>en. Konstellation kaum seinen Anschauungen entsprochen und er war es auch, der innerhalb feine- Partei stets mehr einen Anschluß nach rechts suchte. In all den Jahren, in denen die gegenwärtige Koalition in Hessen regiert, lassen sich Versuche des Ministers erkennen, die Parteiverbindungen so zu gestalten, daß der Schwerpunkt der Negierung mehr nach der Mitte zu verlegt würde. Er.erkannte, daß das Zentrum, namentlich seitdem es in den letzten Landtagswahlen zwei Mandate "Floren hatte einen immer schwereren Stand habe, sich gegen bte beiden Linksparteien innerhalb der Regierung^ koalition zu behaupten. Im Januar des Jahres 1925 trat feine Taktik, die Regierungsbasis zu verbreitern, sehr deullich in die Erscheinung, es hat nur an wenigen Stimmen gefehlt, so wäre dmnals der Rücktritt der Regierung erreicht und 0. .Brentano mit der Bildung des Kabinetts betraut worden Die Rechtsparteien hatten ihm bekanntlich ihre Stimmen gegeben. Das Zentrum ist aber dieser Richtung der Politik nicht treu geblieben, der hnfe ftlüqel gewann die Oberhand. Im Parlament war ?5 auffallend, wie geschickt sich der Minister oer- teidigte; wenn er z. B. Angriffe der Linken gegen die Justiz abwehrte, so zeigte sich besonders deutlich sein lebhaftes Temperament. Er machte ma)t viele Worte, sondern rückte seinen Gegnern mit kurzen, sachlichen Gegenerklärungen zu Leibe, wo ihm sein juristischer Scharfsinn sowie seine langjährige politische und parlamentarische Erfahrung zustatten rechnete. Donnerstag vormittag gegen elf Uhr ist er dann sanft entschlafen. Finanzminister Henrich hat im Namen der hessischen Staatsreglerung Frau von Brentano das Beileid ausgesprochen. Staatspräsident Ulrich hat ein Beileidstelegramm aus Bad-Nauheim gesandt. Die Beisetzungsfeierlichkeiten sind auf Sonntagvormittag 11 Uhr festgesetzt. Der Sarg wird im Vorhof des Waldfriedhofs aufgestellt ^«jnlfurt a- * Otto von Brentano. Der hessische Staatsminister des Innern und hör Justiz Otto von Brentano, der am Donnerstag in Darmstadt nach schwerer Krankheit ent- schlafen ist, konnte auf eine lange Tätigkeit un Attischen Leben zurückblicken. Schon m jungen Jahren brachten ihn Abstammung, Tradition und Weltanschauung mit der Zentrumspartei in Verbindung. und er gewann bald in den Kreisen dieser Partei, nachdem er einmal in das offentllche Leben eingetreten war, eine Mhrerstellung. Das Vertrauen seiner Mitbürger benef ihn zunächst tn das Offenbacher Stadtparlament, wo er gute Gelegenheit hatte, das Parteiwesen kminenzu- lernen, im öftentlichen Interesse zu wirken und sich selbst parlamentarisch zu schulen. Ms er dann im Jahre 1897 in die Zweite Kammer des Hessischen Landtags gewählt wurde, zahlte er Wh zu den führenden Abgeordneten Der Zen- trumsPartei, deren Belange er ftets in rhetorisch geschickter Weise zu verfechten verstanden hat. Er besaß ausgezeichnete juristische Kenntnisse, die ihm als Anwalt zugute kämm, die chm: auch die Stellung eines Beirates der Hessischen Land- wirtschaftskammer verschafft hatten und die er nun als Mitglied des Gesetzgebungsausschusses der Zweiten Kammer vortrefflich verwerten konnte. Sein Wirken war derart, daß viele Entscheidungen des Ausschusses von chm maßgebend beeinflußt waren. Der Schwerpunkt des Lebens- Werkes von Brentanos öffentlichem Wirken lag wähl in seiner Tätigkeit als hessischer Lankllags- abgeordneter, denn nicht weniger als zwei Jahrzehnte, vom Jahre 1896 bis zur Auslösung des | Landtags gehörte er der Zweiten Kammer an. Wenn Otto von Brentano später auch in. Der Rationcllversammlung und im Reichstag saß; so ist er doch hier nicht mehr hervorgetreten. Er widmete sich auch eingehend dem Ausbau der Parteiorganisation; er war z. B. viele Jahre im Vorstand (zuletzt zweiter Vorsitzender) Der hessischen Landespartei des Zentrums und, bis er Minister wurde, auch Vorsitzender der hessischen Zentrumsfraktion. Als im Jahre 1918 die Staatsumwalzung kam war Otto von Brentano der »gegebene Führer der Zentrumspartei. Er sprach damals vielfach in öffentlichen Versammlungen und hatte auch einen bestimmten Einfluß auf üwZWahler- maffen des Zentrums. Bei der Neubildung der hessischen Regierung auf parlamentarischer Grundlage wurde Brentano zur Leitung des Justizministeriums berufen zunächst mit Dem Titel eines Ministerialdirektors dann wurde er nach wenigen Monaten zum Mimster ernannt. Die Regierungsbildung un Jahre 1922 brachte ihn auf den Posten des Miwsters des Innern, der ihm eine viel Wetter reichende Tätigkeit gab; die Stellung als Iustizminister behielt er bei. Deine Amtspflichten versah er mit großer Pflichttreue, bis ihn Krankheit zwang sich von den Geschäften zuruckzuziehen. Als! per Minister im Jahre 1925 seinen 70 Geburtstag feierte wurden ihm von den Angehörigen aller Parteien des Landtags außerordentliche Ehrun- Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monats-Bejagspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger-- lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Krankfvrt am Main 11686. Samoa. Die Vorgänge auf Samoa haben die Aufmerksamkeit auf dieses kleine Mandatsland gerichtet, das unter deutscher Verwaltimg eine Stätte friedlicher wirtschaftlicher Entwicklung und besten Einvernehmens der deutschen Schutzherren mit den auf ihre alte Kultur stolzen Samoanern gewesen war. Die R i ch t e i n h a 11 u n g der verbrieften Rechte der Eingeborenen und ihre bisher erfolglosen Einsprüche bei Sem Inhaber des Mandats, der Regierung von Reuseeland, beleuchten scharf die Schwachen des Mandatssystems und der Aufsicht DeS Dolker- bunöe3 dessen Mandatsausschuß die schongefarb- 7en Berichte der neuseeländischen Regierung kri- 'iklos entgegengenommen hat. Die Samoaner haben es nie verwinden können daß Samoa nach der Wegnahme der deuten Kolonie unter neuseeländisches Mandat und nicht unmittelbar unter engllsche Oberhoheit gelangte, und auch heute wieder for Dew Sie Vertreter der Eingeborenen von der englischen Regierung H.ch u h g e g e n d M ih, wir t s ch a f t des von der neuseeländischen Re- tierung gestellten Gouverneurs, General Richardson, der in seiner Eingeborenenpoliti bisher volle Rückendeckung bet der neufte-andi schon Regierung fand. Die gesamte Gewalt auf China in Aufruhr. Nation wurde -sfM 1,788 108,Ö 112,71 112,8® 10,6 22,91 10,454 'S 81, 11# i.Z 0,49» 69,19 Ä § J.104 w ein infSmi & fcwaSJs "S YÄ * Mss "ifch. ______ 393'394 Nachrichten. ct Slubentenfag cnlentag in Dür», &er Annahme eines in dem c8 heU an der vvlkischrn Dürz- '9 von 1 922 unbe- Für Neutralität des Beamtenbunves. Berlin, 22. Juli. (Prio.-Teh) Die dem Deutschen Beamtenbund angehörenden Mitglieder der Reichstagsfraktion der Deutfchnationalen Volkspartei, des Zentrums, der Bayerischen Volkspattel, der Deutschen Dolkspartei und der Wirtschaftlichen Vereinigung haben an den Vorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes, Flügel, gemeinsam ein Schreiben gerichtet, in dem sie un chmblick ciuj Die Tätigkeit der innerhalb des Bundes entitandenen sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft Maßnahmen zur Wahrung der Neutralität des Bundes fordern. In dem Schreiben heiyt es: Wir betonen in aller Offenheit, nicht länger mit einer öffentlichen Kritik des Bundesvorstandes zurückhalten zu dürfen, wenn nicht endlich die notwendigen Maßnahmen getroffen werden, um die p a r - teipolitische Neutralität des Deutschen Beamtenbundes sicherzustellen. Trauerseier für die getöteten Yofizeibeamten. Wien, 21. Juli. (WTB.) Heute nachmittag fand unter großer Beteiligung der Bevölkerung m der Lueger-Gedächtniskirche des Zentralfriedhoses die T r a u e r f e i e r für die am vergangenen tireb tag getöteten vier Beamten der Polizei- d i r e k t i 0 n sowie des ebenfalls erschossenen Leutnants des Bundesheeres, Binder, statt. Die Särge waren nebeneinander ausgebahrt und 'mit zahlreichen Kränzen geschmückt. An der Trauerseier nahmen u. a. Bundespräsident Hainifch, Bundeskanzler Seipel, Polizeipräsident Schober, der Heeresminister und die übrigen Mitglieder des Kabinetts teil. In der Fried- hosskapelle und vor derselben hatte sich eine groye Menge von Abordnungen eingefunden. Bor der S'tn= pelle war ein Bataillon des Bundesheeres sowie zahlreiche dienstfreie Polizeiabteilungen ausgestellt. Eine Rede Grünbergers« Paris, 21. Juli. (Täl.) Der ehemalig-: Außenminister und jetzige österreichische Gesandte in Paris Dr. Grünberger sprach heute aus einem vom Amerikanischen Klub veranstalte.en Frühstück über die politische, wirtschaftticye^unD finanzielle Lage Oesterreichs. Er kam dabei auch auf die letzten Wiener Ereignisse zu sprechen und stellte fest, dah die am 15. Juli statt- gefundene Kundgebung von den woziai- dernokraten veranstaltet toorten fei, deren frühere Kundgebungen stets fnedlia) mr laufen wären. Auch die letzte Veranstaltung war. I zweifellos ohne Zwischenfälle vorubergegangen, wenn nicht die Arbeitslosen, deren Zahl in Wien außerordentlich groß sei, die Gelegenheit ergriffen hätten, um einen Aufstand zu t>erfucf>CTt. Oesterreich sei aber für eine Devolution nicht der geeignete Boden. Das Land sei ruhig geblieben, als rund herum in Ungarn und BÄern Devolutionen im Gange waren, und dies trotz aller Entbehrungen seiner Bevölkerung. Bei den letzten Ausschreitungen habe das Privateigentum keinerlei Schaden erlitten. Auslcinder seien nicht belästigt worden. Nachdem der Gesandte es als shmtomatisch bezeichnet hatte, daß die Unruhen auf Wien beschränkt blieben, betonte er weiter, daß die Bewertung der österreichischen Devise im Verhältnis zum Dollar keinerlei Veränderungen erlitten habe. Dr. Grün- berget schloß mit dem Hinweis darauf, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse Oesterreichs noch immer äußerst schwierig seien. Das dürfe man nicht vergessen, wenn jetzt auch dank der Energie Dr. Seipels und der Klugheit des österreichischen Volkes das Leben in Wien wieder seinen normalen Lauf nähme. Verlegung der Bundeshauptstadt verlangt. Innsbruck, 21.Juli. (Wolfs.) Die Vertrauensmänner der Tiroler Bauernschaft haben in einer Versammlung anläßlich der Ereignisse in Wien die Verlegung der Bundesregierung in eine andere Stadt gefordert, um die Unabhangig- k e it der Regierung zu sichern Der Fall Piecn. Wien, 21. Juli. (Wolff.) Die strafgerichtliche Untersuchung gegen den während der Unruhen im Flugzeug von Berlin nach Wien gelangten kommunistischen Abgeordneten des Preußischen Landtags Pieck, der gestern vormittag bem Landgericht eingeliefert wurde, wird nach Mitteilung von unterrichteter Seite wegen Störung der öffentlichen Ordnung durchgeführt. Außerdem liegt von polizeilicher Seite gegen.Pieck wegen Vergehens gegen die Cinreisevorschriften ein Ausweisungsbefehl vor, da er nicht im Besitz eines Reisepasses war. Der preußische Landtags- Präsident Bartels hat an das Auswärtige Amt einen Dries gerichtet, in dem von der Verhaftung des Aba. Pieck offiziell Mitteilung gemacht und auf die Abgeordneten-Jmmunität von Pieck hingewiesen wird. Die Neichsregierunh gegen Hörsing. Berlin , 21. Juli. (TU.) Amtlich wird ge- meldet: Der Vorsitzende des Reichsbanners Schwar;- Rot-Gold, Oberpräsident h ö r s > n g , hat in diesen Tagen einen Aufruf veröffentlicht, der sich mit den letzten Ereignissen in Vien befaßt. Der Aufruf enthält scharfe und beleidigende Angriffe gegen österreichische Behörden und gegen die österreichische Regierung selbst. Die Reichsregicrung sieht sich veranlaßt, ihrem lebhaften Bedauern über diesen Aufruf Ausdruck zu geben, der geeignet ist, die herzlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich zn trüben. Tüchern behängt. Ueberall war die Bevölkerung scharenweise herbeigeeilt, um dem König die letzte Ehre zu erweisen. Der Zug traf um 5 Uhr nachmittags im Bahnhof Bukarest- Cotroceni ein. Dor dem Schlosse wurden 101 Schüsse gefeuert, um die Ankunft des Zuges zu melden. Auf dem Dahnsteig warteten die Mitglieder des Regentschaftsrates, die Mitglieder der Regierung, der Metropolit, die Vertreter aller Zivilbehörden und der Chef der Armee. Zwischen dem Dahnhof und dem Schlosse Cotro- ceni bildeten Truppenabteilungen Spalier. Der Sarg wurde von den Adjutanten des verstorbenen Königs getragen und im Goldenen Saal des Schlosses aufgebahrt. Den geschlossenen Sarg deckt die rumänische Flagge und die königliche Standarte, darauf Säbel und Hut eines ©enerald der Dergiäger. Ringsum zerstreut Weiße Lilien. Von den fremden Missionen, der Regierung und dem Parlament sind Dlumenkörbe aufgebaut, darunter ein Korb weißer und roter Rosen mit den Farben des Deutschen Reiches und einem weißen Band mit der Inschrift: „Der deutsche Reichspräsident." Vier hohe Offiziere halten die Ehrenwache. Roch in der Rächt fand unter Teilnahme der Königin, der Prinzessin Jliana, des Prinzen Nikolaus, der Prinzessin Elisabeth und des Prinzen Hohenlohe ein Gottesdienst statt. Die irische Krisis. Der Kampf gegen de Balera. London, 21. Juli. (Wolff.) Wie die Blätter aus Dublin melden, hat die Regierung des irischen Freistaates im Hinblick auf d i e Ermordung des Vizepräsidenten O'Hig- gins gestern nachmittag im Parlament drei Gesetzesvorlagen eingebracht. Die erste erteilt der Regierung neue Machtbefugnisse zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit^ Der Wortlaut ist noch nicht bekannt. Es wird aber angenommen, daß der Regierung darin die Befugnis zur Einsetzung besonderer Ge - richtshilsen im Falle von politischen Morden und revolutionären Umtrieben erteilt wird. Der Atocite Gesetzentwurf verbietet den Deputierten, die keinen Cid auf die Verfassung abgelegt haben, Unterschriften für Petitionen zu sammeln, worin die Regierung zu neuen Gesetzesvorlagen aufgefordert wird. Hierdurch würde die Petition der Partei de V aler a s, die eine Volksabstimmung verlangt, verhindert werden. Nach Artikel 47 der Verfassung müßte nämlich die Regierung eine Volksabstimmung veranstalten, wenn dies von 70 000 Wählern gefordert wird. Die dritte Gesetzesvorlage legt den Kandidaten für beide Kammern des Parlaments die Verpflichtung auf, bei ihrer Nominierung eine eidliche Erklärung abzugeben, daß sie beabsichtigen, die Verfassung zu bevbach- t e n und den Eid abzulegen. Es wird darin ferner eine Zeitgrenze vorgeschrieben, in der die ^wählten Deputierten den Eid abzulegen und ihre Sitze einzunehmen haben, widrigenfalls die Sitze frei werden. Diese dritte Vorlage würde die Wirkung haben, die Sitze de Valeras und der anderen Republikaner, die Öen Cid abgelegen sich geweigert haben, wieder freizumachen. König Ferdinands Testament. Sinaia, 21. Juli. (WB.) Heute wurde in Anwesenheit der Mitglieder der königlichen Familie und der Mitglieder deS Regentschaftsrates das T e st a m « n t König Ferdinands durch den Justizminister eröffnet. Das Testament wurde am 2. Juli 1925 geschrieben. Ein Kodizill trägt das Datum des 11. Januar 1926. Das Dokument beginnt mit einer Betonung der Vollendung des Nationalwerkes uni) dankt dem Himmel, der den Patriotismus des Königs durch den teuersten Preis der nationalen Einigung belohnt habe. Es folgen Ratschläge an den Thronerben und Wünsche für die Königin, dann die Verteilung der Legate an die Mitglieder der Familie und an vnschicdene Körperschaften. Im Kodizill siebc folgende Erklärung: „Gott hat es gefallen, das Land, mich und dir Königin durch einen großen Schmerz zu betrüben, indem Prinz Eoral auf die Thronfolge verzichtete. Ich werde nie den Schmerz überwinden, dem ich in dem Augenblick empfand, wo ich gezwungen wurde, diesen Entschluß zu billigen, der leider unvermeidlich war." König Ferdinand hinterläßt seinen Töchtern je ein Landgut und ein Haus in Bukarest mit Ausnahme der Königin von Jugoslawien, die ihr Erbteil in Effekten und Geld erhält. Seiner Witwe Königin Maria wurde das Palais Kotroceni und das Schloß Pelosch bei Sinaia zugesprochen, welch letzteres sie ihr ganzes Leben lang bewohnen soll, Der frühere Kronprinz Carol erhält nur fein Pflichtteil, das ihm in Geld und Effekten ausgezahlt wird. König Ferdinand hinterließ ferner dem Ministerpräsidenten ein Schreiben, worin es heißt: „Gott hat gewollt, daß die Krone auf das Haupt meines Enkels, der nochein Kind ist, übergeht. Ich bitte alle guten Bürger, die Ruhe und Wohlfahrt des Landes fördern zu helfen, eine Ausgabe, die in erster ßlitie dem Prinzen Nicola und den anderen Mitgliedern der Regentschaft zufällt. Ich kann die Zukunft nicht ins Auge fassen. ohne dabei mit väterlicher Liebe an meinen geliebten Sohn Carol zu denken. Ich zweifle nicht, daß er, wie jeder gute Rumäne, der fein Vaterland liebt, sich bemühen wird, während der Regierung seines Sohnes und seiner Nachfolger den Fortschritt Rumäniens zu erleichtern. Was mich betrifft, so habe ich mir nur deswegen, weil ich d:e Ruhe des Landes nicht stören wollte, die väterliche Genugtuung versagt, ityn wiederzusehen. Sn dem gleichen Gefühl bitte ich ihn, seiner Verpflichtung gemäß nichtindasLandzurück- z u k e h r e n . außer wenn die Behörden es ihm gestatten sollten. Des Königs letzte Fahrt. Sinaia 21. Juli. (WTB.) Während des Vormtttags besuchten Tausende das Schloß wo die sterbliche Hülle König Ferdinands ausgebahrt war. Die Wände des großen Saales waren schwarz bcz gm. Aus dem Katafalk lagen rote Wen. Der tote König trug die Uniform des Jägergeiierals. Um 12 Uhr mittags wurde der Sarg auf einer Geschützlafette zum Dahnhof gebracht. Hinter ihm schrttten die königliche Familie und die Mitglieder der Regierung Eine endlose Mensci emne.xge, Schulen und Abordn n- gen aus dem ganzen Lande bildeten Spalier Der Zug mit dem Sarg verlieh um 1 UFr mittags den Dahnhof Sinaia. Alle Stations- gpfvhj.v bis D' k"7?st ‘."'--e i T’i' . Russische Flottenmanöver. Moskau, 21. 3üli. (WTD.) Die bal- tische Flotte lief heute aus Kronstadt zu Manövem im Finnischen Meerbusen aus. An Bord des Flaggschiffes, des Dreadnoughts „Marat", befanden sich der Volksmarinekommissar Woroschilow, die« Mitglieder des Revolutionären Kriegsrats und der Kommandant der baltischen Flotte. Bei der Insel Seiskari veranstaltete die Flotte einen Schlachtalarm. Hoover Pr rstdenLschas:s^ andilat? Washington, 21. Juli. iWTB.) Die meisten Zeitungen betrachten den gestrigen Besuch des Handelsmunslers Hoover bei Präsident Coolidge, der ihn durch persönliches Abholen von der Dahn außergewöhnlich ehrte, als ein Anzeichen dafür, daß Coolidge Hövers Kandidatur empfehlen werde, falls er sich nicht entschließen sollte, selbst zu kandidieren. Hoover erklärte, er werde aus Loyalität nicht gegen Coolidge kandidieren. GegendleKriegsschuldlüge Professor Barnes spricht in Berlin. Berlin, 22. Juli. (WB.) Gestern abend sand im Edenhotel auf Einladung des Arbeitsausschusses deutscher Verbände ein Abendessen zu Ehren der Anwesenheit des amerikanischen Professors Barnes statt. Gouverneur a. D. Dr. Schnee begrüßte die Gäste und hieß Professor Barnes willkommen. Professor Barnes betonte, daß seit seinem letzten Aufenthalt in Berlin sich auf dem Gebiet ber Kriegsschuldfrage nichts geändert habe, daß vielmehr die inzwischen veröffentlichten Dokumente nur den Beweis für die Richtigkeit hes von ihm vertretenen Standpunktes erbracht hätten. Als Ergebnis feiner Forschungen stellte Professor Barnes fest, daß man drei Staaten, nämlich Serbien, Rußland und Frank- reta), eine gewisse Schuld am Kriege nach- wer.en könne, während England jedenfalls nicht das zur Verhinderung des Krieges Notwendige getan habe. An- lch"-ßend hieran trat Reichsminister a. D. Dr Zolen für ein aktives Vorgehen der Re gi c r u n g in derKriegsschuldfrage ein Reichs- Minister a D. Dr. Wernburg hob sodann her- vor, daß die gegen Deutschland geltend gemachten Vorwurfe, insbesondere der Vorwurf des Imperialismus, heute schon als lächerlich bezeichnet werden müßten. Neichswirrschaflsminifter und Vorloerhöhung. » m^rlin 22. Juli (Priv.-Tel.) Das „Derl. Ta gebt, glaubt annehmen zu dürfen, daß der RelchLwlrts^.attsministrr Dr. C u r t i u s im Rah- men feiner gesamten Preispolitik gegen die $ La.n e, p 1$ R e i ch s p o st m i n i st e r s Schahlauf ErhohungderPo st gebühren Stellung genommen habe Wie das Blatt weiter hört, wird in der heutigen 93 Ilversamm- cung ves Derwaltungsrates der R-ichs- post die sich mit der vorgrschlagene.i (Scbiißren- erhohung beschäftigen wird, dec Antrag gestellt morden, die *2Rei'erben'ur-i zu vertagen, da die Stellung des Reichswirtschaftsministers zu der Gebührenvorlage von einschneidender Bedeutung fei. Der Sport bei der Reichswehr. Berlin, 22. Juli. (Priv.-Tel. des G. A.) Gerade in den nächsten Tagen wird die Reichswehr zu beweisen haben, in welcher Weise ihre sportliche Durchbildung fortgeschritten ist. So finden in den Tagen vom 3. bis 7. August auf dem Berliner Sportstadion in Moabit die Kä m pse d e r R eichsweh r un d d er Martine um die Sportmeisterschasten des Heeres und der Marine statt. In den Tagen vom 30. Juli bis 3. August wird beim Lehrgang für Leibesübungen in Wünsdorf ein Fünfkampf auögetragen, an dem sich 6 schwedische und 6 deutsche Offiziere beteiligen. Die Vorübungen zu all diesen Sportkämpfen dauern schon seit Wochen an, so daß man mit außerordentlich interessanten Kämpfen rechnen kann. Aus dem Publikum dürfte gerade diesen Kämpfen deshalb auch das größte Interesse entgegengebracht werden. Mus aller Welt Reichsminister Köhler Dr.-Jng. h. c. Rektor und Senat der Technischen Hochschule in Karlsruhe haben dem Reichsminister der Finanzen Dr. h. c. Heinrich Köhler auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Elektvi- zitätstechnik die Würde eines Doktor Ingenieur ehrenhalber verliehen in Anerkennung der tatkräftigen Förderung der technisch-wirtschaftlichen Entwicklung des Landes Baden um) insbesondere seiner Elektrizitätswirtschaft. Die Berliner Mujeumsbauteu. Die gewaltigen Neubauten auf der Berliner Museumsinsel, deren Hauptteil oekanntlich das Pergamon-Museum mit dem weltberühmten Pergamon-Al^ar bilden wird, sind in biefen Tagen im Rohbau vollendet worden. Schon im 9ahre 1907 hatten nach den Mefselfchen Plänen Geheimrat Hoffmann und Regierungs- und Bäumt Wille den Bau begonnen, der dann durch Krieg und Inflation jäh unterbrochen wurde. Die Neubauten gruppieren sich um ein riesiges Forum, das vom Kupfergraben aus durch eine Brücke zugänglich gemacht werden soll. Die beiden Flügelbauten enthalten das „Deutsche Museum" und die „Vorderasiatische Abteilun g". In dem Rückenstück wird die antike Abteilung untergebracht, mit dem Pergamon-Mtar als Mittelstück. An den Uebevgang über di« Stadtbahn, der in Form einer Brücke das Deutsche Museum im Nordflügel mit dem Kaiser Friedrich-Museum verbinden soll, wird zur Zeit emsig gearbeitet; nach Ueberwindung der sehr erheblichen Fundierungsschwierigkeiten ist mit der Fertigstellung im Spät- herbst zu rechnen. Die (Eröffnung der Gesamtanlage findet 1930 statt. Der älteste Pfarrer Deutschlands. Am 10. August d. I. kann Pfarver Münch- Mingolsheirn (Baven) sein 70jähriges Priesterjubiläum ferem. Der Jubilar wurde am 9. Januar 1831 hx Gerichtsstetten geboren, ist also über 96 Jcchre alt. Am 10. August 1857 erhielt er die Priesterweihe. In seiner langen Lebensbahn wirkte der Priester in segensreicher Weise in Rastatt, Heidelberg, Waibstadt, Schwetzingen und zuletzt von 1889 bis 1916 in Mingolsheim, wo er in den verdienten Ruhestand versetzt wurde. Die Norwegenfahrt der ersten Torpedoboot»- Halbflottille. Die Offiziere und Mannschaften der ersten Torpedoboots-Halbflottille, die in der letzten Zeit eine Reihe nerwegischer Häfen besuchte und jetzt in Drammen liegt, statteten dieser Tage Oslo einen Besuch ab. Zu Ehren der deutschen Gäste veranstaltete die deutsche Kolonie zahlreiche Ausflüge und Festlichkeiten. Der Besuch der deutschen Schiffe erweckte hier überall großes Interesse. Zahlreiche Festlichkeiten wurden von xrorwegi- scher Seite veranstaltet. Die Zeitungen, die sich alle mit dem Besuch der deutschen Gäste aus- K beschäftigen, hoben die ausgezeichnete Haler deutschen Mannschaft rühmend hervor. 3ttlernafionale Licchenkonferenz in Winchester. In Winchester (England) wurde die Internationale Kirchenkonferenz zur Fortsetzung des von Stockholm ausgehenden christlichen Einü- gungswerks eröffnet. Den Vorsitz führte der Bischof von Winchester. Vertreten waren fünfzehn Länder. Unter den Vertretern befanden sich Der Präsident des deutsch-evangelischen Kirchenausschusses, Dr. Kappler, der Landesbischof I h m e l s , Reichsgerichtspräsident Dr. S i - mons und Professor Dr. Deihmann -Berlin. In den Berichten, die zur Beratung stehen, kommen die Fortschritte zum Ausdruck, die das ökumenische Einigungswerk gemacht hat. Jubiläum des Hauses Ullstein. Aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Verlages Ullstein fand im Derlagshaus eine Feier statt, in deren Verlauf bekanntgegeben wurde, daß der Verlag für das Gesamtpersonal einen Pensionsfond von 1 000 000 Mark stifte, der im Laufe der nächsten Jahre auf drei Millionen Mark erhöht werden soll. Außerdem soll jedes Mitglied des Gesamtpersonals einen Geldbettag als Jubiläumsspende erhalten. Des weiteren erhöht die Firma die Leopold - Llllstein - Gedächtnis st iftung um 50 000 Mark, woran die Organisattonen der Presse, der Buchhändler und Duchhandlungsge- hilfen, der Buchdrucker und die Deutsche Gewerkschaft für K auf in an nserhvlun g sheime beteiligt sind. Deutsche Zuchtschafe für Rußland. Eine deutsche landwirtschaftliche Kommission weilt zu Verhandlungen mit der Sowjetunion in Moskau. Die Reise erfolgte auf Einladung der russischen Regierung. Die Verhandlungen, die auf lange Jahre hinaus den Export deutscher Zuchtschafe und Böcke in größtem Umfange nach Rußland zum Inhalt haoen, nehmen, wie dem Blatt nv.fgeteilt wird -inen befriedigenden Verlaus Uebciffunb2nvsrgüiung im Bankgewerbe. Zwischen dem Reichsverband der Bantleitungen und den am Reichstarifvertrag für das deutsche Vankgewerbe beteiligten Angestelltenorganisationen war ein Konflikt entstanden über die Vergütung der Ueberstunden nach dein n®ien Arbeitszeitnotgesetz. Nach Anregung des Reichsarbeitsministeriums wurde von diesem Ministerialrat Dr. Goldschmidt als Schlichter bestellt, der nach mehrstündiger Verhand- Hna fofn-'i-hp Entstbeidung fällte: „Es gelten die Bestimmungen des Reichstarifoertrages mit der Maßgabe, daß für die 49. bis 51. Wochenstunde ein Zuschlag von je 25 o. S). von 1/200 des tarifmäßigen Monatseinkommens festgesetzt wird, und daß der von der 55. Wochenstunde an vorgesehene besondere Zuschlag von 25 v. h. bereits von der 52. Wochenstunde an zu zahlen ist." Diese Entscheidung gilt ab 1. Juli 1927 und läuft bis zum 31. März 1928. Drahtloser Telephonverkehr Berlin—Buenos Aires. Seit einiger Zeit sind Versuche unternommen worden, auf dem Funkwege eine direkte Tele- phonverbindung zwischen Berlin über den Ozean hinweg mit der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires herzustellen. Die Vorbereitungen sind so weit gediehen, daß das erste direkte Telephongespräch mit Bu^xos Aires vor sich gehen sollte. Leider sind im letzten Augenblick Störungen aufgetreten, die erst beseittgt werden müssen. Jedoch ist anzunehmen, daß schon in den nächsten Tagen diese Störungen beseittgt sind. Die Verbindung mit Buenos Aires soll durch kurze Anfragen eines Vertreters des Postministeriurns und des Geheimrats v. Daligand vom Auswärtigen Amt eingeweiht werden. Qlijf der Gegensette sind ebenfalls Begrüßungsan,'-rachen behördlicher Der- treter vorgesehen. Schweres Bauunglück. Auf der Zeche „Ewald-Fortsetzung" in Recklinghausen, auf der man zur Zeit mit der Errichtung eines 3000 Tonnen ssffenden K o k s - turmes beschäftigt ist, stürzte au8 bisher unbekannter Ursache ein sechs Meter hoher Be° tvnpseiler nach innen um und riß die auf dem Gerüst stehenden Arbeiter in die Tiefe. Ein Arbeiter wurde auf der Stelle getötet und fünf andere zum Teil schwerverletzt. Gin Verunglückter liegt noch unter den Trümmern, der aber auch nur tot geborgen werden kann. Flugzeugabsturz. In Metz ist infolge einer Motorpanne ein Militärflugzeug während einer Nachtübung ab- gestürzt. Der Flugzeugführer, dessen Fallschirm sich beim Abspringen nicht entfaltete, kam ums Leben. Nach 2i Stunden wieder lebend ausgegraben. In Mannheim wurde die Feuerwehr nach einem Anwesen i n der Lenaustraße gerufen. Dort war, vermutlich infolge ungenügendenWsprießgns, ein ca. fünf Meter tiefer Kanalschocht ein» gestürzt, wobei zwei Arbeiter verschüttet wurden. Während der eine sofort befreit werden konnte, muhten zur Befreiung des andern umfangreiche Grabarbeiten und Absprießungen vorgenommen werden. Nach zweieinhalb Stunden anstrengendster Arbeit konnte der Verschüttete, welcher in einem durch die einstürzenden Hölzer gebildeten H o h l r a u m lag und dadurch wie ein Wxmder von schweren Verletzungen befreit blieb, durch die Feuerwehr und anwesende Arbeiter befreit werden. Zwei Todesopfer einer Explosion. Am Montagnachrnittag ereignete sich in einer chemischen Fabrik in Thalkirch§n (Bayern) eine Explosion, durch die 5 Arbeiterinnen schwere Brandwunden erlitten. Den Verletzungen sind gestern zwei Arbeiterinnen erlegen. Beim Rudern ertrunken. Lin »mit fünf Damen besetztes Ruderboot kenterte auf der Höhe von Bad Schachen am Bodensee, als zwei der Damen die Plätze wechseln wollten. Die Opernsängerin Volkmar und die Gattin des Opernsängers Bert, beide aus Breslau, sind ertrunken. Mutter und Kind bei einem Autounfall getötet. Bei Rheinböllen fuhr das Automobil eines Kreuznacher Kaufmanns in einer Kurve gegen einen Stein. Die Frau und das Kind des Wagenbesitzers wurden so schwer verletzt, daß sie bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus starben. Der Kaufmann wurde nur leicht verletzt. Drei Mädchen vom Blitz getötet In Sitzerath (HunSrück) suchten drei Mädchen, die von einem Gewitter überrascht wurden, unter einer Eiche Schutz. Der Blitz schlug jedoch in die Eiche und tötete zwei Mädchen auf der Stelle, während das dritte etwas später an den Folgen der erlittenen Brandwunden starb. Hochwasser der Warthe. Das „D. T." meldet aus Landsberg a. d. W.: Die Ländereien im Warthe- und Netze - bruch stehen unter Wasser. Die Ernte ist zum größten Teil vernichtet. Auch die Ober führt Hochwasser. Ueberfaü durch chinesische Seeräuber. Der norwegische Dampfer „Soloiken", der am 19. d. M. Hongkong mit dem Ziele Saigon verfassen hatte, wurde gestern von Seeräubern, die sich unter die Passagiere von Hongkong gemischt hatten, über- fallen. Sie überrumpelten die Offiziere und verwundeten den Kapitän schwer. Der Zweite Offizier wurde von zwei Seeräubern Überwä. gt und erschossen. Der Führer der Bande, der fließend englisch sprach, gab dem Ersten Offizier den Befehl, nach der Bias-Bucht zu steuern, wobei er drohte, alle Offiziere zu töten, wenn seinen Weisungen nicht Folge geleistet würde. Als der Dampfer gestern abend in der Bias-Ducht anlangte, legten zwei Schaluppen längs des Schiffes an und übernahmen zwei Kasten mit Goldbarren im Werte von 20 000 Dollar und das Paffagiergeoäck. Den eingeborenen Schiffs- agenten, die chinesischen Passagiers und einige Kna- ben verschleppten sie. Darauf ergriffen die Räuber mit Hilfe von Schiffsbooten die Flucht. Mischehen im Deutschen Reich. Das Statistische Reichsamt veröffentlicht die Zahl der Eheschließungen und Mischehen im Jahre 1925. Es heirateten 285 025 evangelische Männer evangelische Frauen, 26 099 evangelische Männer vermählten sich nsit katholischen Frauen. Anderseits nahmen sich 212 848 katholische Män- ner Katholikinnen zu Frauen, während 26 848 katholische Männer evangelische Frauen heirateten. Im Verhältnis zur Stärke des Bevölkerungsanteils heirateten also viel mehr katholische Männer evangelische Frauen als umgekehrt. Wettervoraussage. Anbeständig, wechselnd wolkig mit Aufklären, einzelne Regenfälle, zum Teil mit Gewitter, allmählich geringer Temperaturrückgang, westliche bis nordwestliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 24,5 ®raö Celsius, Minimum: 16,4 Grad Celsius. Niederschläge: 17,3 Millimeter. Sonnenscheindauer: 4% Stunden. Heutige Morgmtemperatur: 18,2 Grad Celsius. Wiltcrungraussichten für Sonntag: Lieber- gang zur Wetterberuhigung mit zeitweiser Be- wöllungsabnahme, lolale Störung? ieboch nicht ausgeschlossen 'auungifijf • feff 5** ^»“ÄV fcSin’Vtu t Stell» „L-,*’e' ®a chtver hV ? *1 und ^"vrgen tonben Absturz. b V^VMe «h fÄ "** Wt», (* * Hn|inypfa. ? ? .*«5$ «°ch Eiltratze gerufen. Dor! 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Neber' Tew»* **wsS 'äuMlfeÄb ,Nn Tq, 'Lbd ?' kttt/S M i iStSSpS Ä?B^ Zeriums i5h“fit’T*! 'm AusÄ- Sr. *" bch-V'L Vermietungen] stu Nur Schulstraße 6 Nur SchulstraBe 6 66V.D Gründlicher Neue weihzeugnäherin Kartoffeln Miet- UDO empfiehlt sich in G!etzen. Seltersweg 58.11tpope und n. nüber dem Hause. BlonnunietrliDl ♦Teilt t'flbcn. Einaana Erke VofkSbad W DvurkevSt LV. Aevv DDA Wegen xesparnlz dotier Ladonmicio 1 Trapp« hoch Alle Hände w greifen zu! 4. 5. Auch in Kinder- und Slubenwnaen A»ß» schlagen. Badndof- strafie 64 IL 05380 lausend au baden. Wiederverk.» Groß- abn. VorzugSprelse. H. Trechsler. Slelnstr.7LTel.1581. wird erteilt. Sdir. Anfragen uni. 05362 an den Gieß. Anz. B($in größeres Parterrezimmer zum Bureaubetrieb geeignet, zu vermiet. Schr. Angeb. u. 05368 an d. Gieß. Anz. erb. der am Heidelberger Druckautomat riegel nachweisbar Gutes leistet, findet sofort Stellung bei 6799D Niäoher toeFkatall angenehmes Kräftigungsmittel für schwache, skrofulöse und blutarme Kinder. Tas Beste vom Besten. Lebertran wird im Sommer leicht ranzig. Wörlshofener Halarhellversanfl, Biberleid. Niederlage und Alleinverkauf für Gießen Kräuter- u. Ernährangsrelormhaos H. Jncg, SchulstraBe 5.6241D Dsmkee igrner Maschinenkenner'. Berliner Börse. Effekten-Frühvcrkehr. Berlin, 22. Juli. (W. T.B. Funkspruch.) Auch zmn Wochenschluh bleibt bie Tendenz ge- schäftslos. Das Publikum beteiligt sich Weiler sehr wenig und wartet ab. Reportgeld scheint zu dem erhöhten Satz in genügender Menge vorhanden zu sein. Man taxiert Farben 309/310. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,02, Mailand 89,25/89,30, Madrid 28,40 und das Pfund 4,8545/4,8550. Turnen, Sport und Spiel. Gauturnfest des GauesWetterau Der Austrag der Gerätemeisterschaften in Utphe hatte folgendes Ergebnis: Reck: Meister Karl Glaum, Oberkleen mit 77 Punkten, 1. Preis Heinrich Koch, Melbach, 61 Punkte, 2. Preis Hermann Geßner, Burg- Gräfenrod, 57 Punkte. — Barren: Meister Hermann Geßner, Burg-Gräfenrod, mit 71 Punkten, 1. Preis Wilhelm Rühl, Oberkleen, 69 Punkte, 2. Preis Heinrich Koch, Melbach, 64 Punkte. — Pferd: Meister Karl Klöppel, Glauberg, mit 72 Punkten, 1. Preis Max L i - lienfeld, Leihgestern, 66 Punkte, 1. Preis Wilhelm Dietz, Leihgestern, 66 Punkte, 2. Preis Wilhelm Schmidt, Leihgestern, 64 Punkte. Siebenkampf der Turnerinnen: Marie Wagner, Rieder-Florstadt, 125 P., 1. Preis: Käthe ©et)6, Eichen, 113 P., 2. Preis; Else Kautz, Bieder-Florstadt und Susanne Kitz, Eichen, 112 P., 3. Preis: Kätchen Michel, Klein-Karben, 110 P., 4. Preis: Marie Wolf, Bieder-Florstadt, 106 P., 5. Preis: Lina Bau, Klein-Karben und Emmy Roth, Bieder-Flor» stadt, 105 P., 6. Preis: Kath. Kitz, Eichen, 104 P., 7. Preis: Milli Treut. Bieder-Florstadt, 102 P., 8. Preis: Dora Musch, Bieder-Flor- stadt, 101 P., 9. Preis: Hilda Herzberger, Echzell, 97 P., 10. Preis. Zwölfkampf für Turner. Männerstufe: Karl Hetz, Burg-Gräfenrod, 204 P.. 1. Preis: Karl Heller, Bieder-Florstadt, 109P., 2. Preis: Wilhelm Will, Leihgestern, 185 P., 3. Preis: Theo Pflüger. Echzell, 178 P., 4. Preis: Wilhelm Rau, Berstadt, und Hch. Wien, Holzhausen, 177 P., 5. Preis: K. P f a nn- kuch, Berstadt, 168 P., 6. Preis: Rudolf Holler, Echzell, 149 P., 7. Preis: Friedrich Stock, Berstadt, 148 P., 8. Preis. — Oberstufe: Karl Klöppel, Glauberg, 192P., Ehrenpreis: Karl Glaum, Oberkleen, 186 P., Ehrenpreis: Hermann Geßner, Burg-Gräfenrod, 182 P., 1. Preis: Wilhelm Jäger, Glauberg, 175 P., 2. Preis: August Appel, Glauberg, 162 P., 3. Preis: Heinrich Koch, Melbach, 161 P., 4. Pr.: Hermann Werner, Bisses, 158 P., 5. Preis: Rudolf Wenzel, Glauberg, 151 P., 6. Preis: Heinrich Schuch. Klein-Karben, 148 P.. 7. Pr., Karl Kliehm, Bieder-Florstadt, 135 P., 8. Pr., Rudi K o h l m e i e r, Fauerbach, 135 P., 8. Preis. — Mittelstufe: Wilhelm Weitz e l, Kaichen, 206 P., 1. Preis: Heinrich Völker, Glauberg, 196 P., 2. Preis: Heinrich Kliehm, Bieder- Florstadt, 191 P., 3. Preis: Walter Geist, Wohnbach, 187 P., 4. Preis: Walter Beisel, Fauerbach, 184 P., 5. Preis: Wilhelm Dillasch, Fauerbach, 178 P., 6. Preis: Georg Kohl- meier, Fauerbach, 177 P., 7. Preis: August Luh, Leihgestern, 176 P., 8. Preis: Ludwig Größer, Berstadt, 175 P., 9. Preis: Albert Heß, Bleichenbach, 165 P., 10. Preis. — Unter- MöblZimmer zu vermieten 05369 W'ldelmstr. 14. Bureau oö. Woönuno 1 schönes Zimmer nute Vnge, zu rerm Schr. Angel). u..L22.— an. Spert-Aaififle von Mk. 2ö.— an. Lollen- Hüntel von Mk. 16.— an. Gnmmi-HIüntil von Mk. 12.- nn. Frack- and Smoking-Anaüge äußerst preiswert. Sommer-Joppen v. Mk. 5.— an. Lüster-Böcke, schwarz und blau Mk. 10.—. Windjacken in allen Preislagen 31ane Arbeits-Anzüge von Mk. 7.— an. Weißbinder- Anzüge Mk. 10.—. Banehester-Hesen von Mk. 8.50 an Gestreifte Hosen in allen Farben und Größen von Mk. 6— au auck f. korpulente Herren. Schwarze Hosen für Kellner von Mk. 10.- an. Kinder-Anzüge n. -Hosen, Größe 3-12, zu Schleuderpreisen. 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Immer, wenn die Hundstage nahen, ist sie 6a, die liebe, schöne Reisezeit. Man hat schon lange vorher über die Wahl der Sommerfrische verhandelt. Schließlich ist das Reisezrel einstimmig beschlossen worden, d. h., mtt der einen Stimme der Frau des Hauses. Dafür aber eröffnet sich dem Hausherrn ein reicher und ver- lockender Pflichtenkreis. Erstens namlrch hat er das ganze Unternehmen gründlich zu finanzieren, und zweitens hat er auch die Garderobensragen zu lösen. Daher empfiehlt es sich, Dadetrikot und Rraxellostüm zugleich anzuschaffen, da man vor einer plötzlichen Sinnesänderung nie ganz ti^er ist. Sodann beginnen aber die eigentlichen, zum Teil recht schmerzlichen Abreisefunktionen. Die Hintertür, die beliebte Einfallspforte der Einbrecher, muß verbarrikadiert werden, und dem Herrn des Hauses fällt die Aufgabe zu, sie sachgemäß zu vernageln, verriegeln, verrammeln, verlöten, verkitten. Er tut es, in dem Dewußt- sein, daß er damit ungebetene Sommereindring- ling'e zwar nicht abschreckt, jedenfalls aber sie ärgert und kränkt. Ist die ganze Wohnung so in Verteidigungszustand verseht worden, sind die Rouleanx überall herabgelassen, so daß es auch von außen jedermann merkt, daß die Herrschaften verreist sind, dann fängt die Zeremonie der Kofferverstanung an. Denn inzwischen sind ja auch die Koffer gepackt worden, wobei sich besonders die teure Gattin hinreichend betätigt hat. Und nun schleppen die Dienstmädchen, der Portier, der Dienstmann an den zum Platzen gefüllten Koffern. Auf der Treppe gibt es ein Intermezzo. Einer der großen Koffer ist aufpegangen. Zehn Wäschegarnituren, drei Hüte, eine Kaffeemühle kullern lustig die Stufen hinab. Zu Hilfe! In dreißig Minuten fährt der Zug! — Deim Wiedereinpacken merkt man es: der weiße Pliss^rock ist vergessen worden, und gerade den weißen Plisserock muß man doch unbedingt mitnehmen. Schnell wird er geholt, hineingestopft und dann: Kofferzu. „Chauffeur, fahren Sie mit 120 Kilometer!" — Die Kinder stimmen Abschiedsgeheul an. Sie haben ihren überaus musikalischen Tag. Auch werfen sie einen Hutkarton zum Autofenster hinaus. Hübsches Zwischenspiel: Der Vater muß den Hutlarton wieder holen. Der Schupomann vorn hebt die Hand. Der Verkehr stockt ... In 10 Minuten geht der Zug! Endlich Bahnhof. Menschenschlangen an den Schaltern. Hoho! So klug ist man natürlich gewesen und hat die Fahrkarten im voraus gekauft. Dor Gepäckträger ist da und bringt die Koffer an den Zug. Man klettert in das Abteil. Alles drangt zum Fenster, denn in diesem Augenblick setzt sich der Zug auch schon in Bewegung. Ein Winken und Flattern der Taschentücher. Zwischendurch: Warnungsrufe, Klapse auf die Hände der Kinder, Duell mit den Mitreisenden, Stürze aus dem Gepäcknetz, und schließlich allgemeine Besänftigung. Denn man hat inzwischen festgestellt, daß man riesigen Hunger hat. Seltsam, daß jeder Eisenvahnreisende bereits beim zweiten Kilometer Schwächeanfälle bekommt, und Berge von Broten, Würsten, Apfelsinen, Schokolade und Bonbons vertilgen muh ... Olussteigen! Wie ein paar Stuirden Fahrt du ch die Landschaft doch verfliegen können ... Daß man am Ziele ist, merkt man an der Legion der r tc(Portiers, die sich auf einen stürzen. Sie r 'en, nein, sie schreien eine unverständliche Sprache, reißen alles Gepäck an sich, dessen sie ha hast werden können. Der eine schleppt den Rohrplattenkoffer von Herrn T. in den „Grauen Bären", der andere den Hutkarton von Frau T. zum „Erbprinzen Jonathan". Aber endlich ist doch alles in schönster Ordnung. Man hat das Gepäck sorgsam im Quartier verstaut. Und draußen scheint die Sonne. Die Crholungszeit beginnt! M. P. Gründung einer Akademischen Turnverbindung. Am 16. Juli wurde hier die Akademische Turnverbindung „R h e in f r a n fen“ im Akademischen Turnounde (A. T. B.) gegründet, die die Tradition der im Jahre 1906 suspendierten A. T. V. Cheruscia übernimmt. Unter Leitung von cand. rer. pol. Schaff fand ein Gründungskommers statt, an dem auch Vertreter der Universität, befreundeter Korporationen und der bürgerlichen Turn- und Sportvereine teilnahmen. Zahlreiche Alte Herren und Bundesbrüder aus den benachbarten Hochschulen waren vertreten. Professor Kuhn (A.H. A.T.V. zu Berlin, Großer Umsatz! Kleiner Nutzen! Wenig sagen, viel leisten! Scheuerpulver 'm handlicher Streuflasehe 6816V 1103D Kenner trinken Wozu sich so quälen lassen ? tasArMafc Säle la 6808D RASSOL LLG-W 3.60 FLIT ■r/'iWä. 4890SS HlOosüBtg 3 LelevUsli 829 gesucht. 05374 68O4V (Emmericher Kaffee - M.'Ä Ankauf von Aufwer- tungs - Hypotheken zugünstigenSätzen. lästige5 A/ückenvo/^, Stellengesuche 20|. Ium. INMeu IN allen Zweigen des tzaushaltS, sowie im Wöben u. Handarb. eriahr, sucht Auf- nabmc als Haus tochtcr ob. Stütze der HauSsrau.Gefl. 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Allen, die uns während des Krankseins und beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen beigestanden und ihr Beileid in -so wohlempfundener Weise bekundet haben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Namens der Hinterbliebenen: Marie Neumann geb. Woelke Gießen, den 21. Juli 1927. HJT l/j Blechpackung nnt Mundzerstäuber R.M. 2.50,'/, Blechpackung R.M. 3.75, Doppelpackung R. M. 0.50, Großpackung R.M. 19.-, HandzerstÄuber ILM. 1-, Kombnuerte Packung (enthalt Vi Blechpsckung nebst Handzerstäuber) R.M. 5.50. Wegen Grlruulung meines Mädchens suche sofort tücht- nicht äu junges Mädchen mit nur gut. Zeugn. Frau Tb. Müller, Krenzvl. 14 I. Erledigung aller Bankgeschäfte N 3n der Frankfurter „Fackel" wurde in den Nummern 50 und 51 vom 10. bzw. 17. 9. 1926 ein Artikel veröffentlicht, der die gehässigsten Angriffe gegön unsere Firma enthielt. Wir haben daraufhin Klage gegen den Verleger des Blattes „Die Fackel" und deren verantwortlichen Redakteur angestrengt, in welcher folgendes Urteil erging: Sm Kamen des Volkes! Geschaftsnurnrner: 15 0.356/26 Verkündet am 14. Mai 1927 gez. v. d. Heydt Ä. H. A. als Gerichtsschreiber 3n Sachen der Firma Botkina Schuhgesellschaft mit beschrankter Haftung rn Berlin C 2, Königstr. 43/44, vertreten durch ihren Geschäfis- suhrer daselbst, Klägerin,- prozeßbevollrnachtigter: Rechtsanwalt Marx in Frankfurt a. M. 5 Segen 1. den Verleger des Blattes „Oie Fackel", Albin Wiegand, Frankfurt a. M., Eschersheimer Landstraße 12, 2. den Redakteur Bruno (Sifin, ebendaselbst, Beklagte- Prozeßbevollrnachtigter-. Rechtsanwalt Or. Srich Kahn, Frankfurt a. M. ©egen unlauteren Wettbewerbs hat die vierte Kammer für Handelssachen ™/a"?9er,d?fe! m Frankfurt a. M. auf die mündliche Verhandlung vom 30. April 1927 unter Mitwirkung des Landgerichtsdirektors Deschauer und der Handelsgerichtsrate Or.Hohenemser und Or.Schleusner für Vecht erkannt: L Den Beklagten wirb unter Androhung von Geldstrafen bis zu unbe- lchrantter Höhe ober Kaststrafen bis zu 6 Monaten für jeben Fall ber SuwiberbanNung untersagt, mit Äezug auf bie Klägerin unb die von JSL,JJ"? Zweiggeschäfte in irgend einer Weise in .ble Behauptung aufzustellen oder zu verbreiten, die n* T6 ln elnIm Geschäftsbetriebe Lockware zu auffallend bie bwarfk.» in *m S»aufenster aus verweigere aber dann Kunden, oie derartige Ware kaufen wollen, unter Vorwänden den Ankauf. Wir bringen dies deshalb befonders in Gießen zur Kenntnis weil B-ttwa «Kttzuh-Ges.m.v.S. Die Ereignisse in China! Bitte aufbewahrim / 4. Fortsetzung fpigt f Wir haben in China eine Verfassung und das dazugehörige Parlament. Unsere Parlamentarier treten für die Rechte des Volkes und einander gegenseitig die Bäuche und die Schattenseifen ein. Sie werfen mit Aktenbündeln. Wassergläsern und Tuschefässern. weshalb es verboten ist, die ParlamenissHzungen im Film aufzunehmen, und reden einander mit „Herr Lump" und „Herr Schuft" an Deshalb werden die Sitzungen auch nicht im Rundfunk aufgenommen n,_, Sie bewilligen dem Volke neue Gesetze und sich selbst neue Diäten. Wenn sie sich über ein Gesetz solange unterhalten haben, daß keine Gegenstände zum Werfen mehr da sind, so verweisen siees ln ®,n® and eine sokhe hineinkommt, bezieht Exlradldten- Was dann dabei herauskommt, das sind gewöhnlich neue Steuern. Den Aussdilag gibt immer das Zentrum, darum h„C,^mnZ‘,r °nl-Kurpad 'ftenen 7 stund ii-i, 2-5.*»»» ~ ; “y1 x?auc • Ostanlaae 30 II. I Teleph. 612. Fortaoiiiäis am SamStag der loren v. Konoitorei Huber bis Robert HaaS Nachfolger. Seltsrsweg. Abzug, geg. Belohn, bei 063,1 Huber.SelterSweg ♦♦♦♦♦♦♦HW QCÖtlb. Lang, Weibbindermetfter Lang-Göns. Kräftiger, zuverltzss. Mitt gesucht. Persönliche Vorstellung bet Fr. 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Wenn nun noch die teilweise schon herbeigeschafften Maschinen aufgestellt sind, kann der Betrieb eröffnet werden, da die Außenanlagen, wie Wasserzuführung von der Gewerkschaft Elisenburg, die Abführung und die Schlammteichanlage so ziemlich beendet sind. Bei Eröffnung des Betriebes werden wieder eine Anzahl Arbeiter eingestellt werden. Steinheim, 21. Iuli. Während die umliegenden Ortschaften Unter- und Ober-Widders- hcim Dorsdorf, Rvdheim, Inheiden, Langd, Trais-Horloff und Utphe schon vor dem Kriege ihre Wasserleitung bauten und teilweise mit Inflationsgeld bezahlten, mangelte es hier noch an einer Wasserversorgung. Das Fehlen fried, der in der Gegend von Worms an einer großen Iagd teilgenommen hatte. Der Elch, der aus Deutschland ziemlich verschwunden ist, wird jetzt in Ostpreußen gehegt und dürste uns also in einer Anzahl von Exemplaren erhalten bleiben. Der Ur oder Auerochse ist zwar ausgestorben, doch hat er zweifellos die Gestalt unseres Hausrindes beeinflußt, zu dessen Ahnen er gehört. Der spanische Kampfsster hat von allen gezähmten Rindern vielleicht die meiste Aehn- lichkeit mit dem Auerochsen. Niemals ist es dagegen gelungen, den Wisent zu einem Haustier zu machen. Zwar hatte ein erheblicher Teil der über 200 Wisente, die es vor dem Krieg m Europa noch gegeben hat, schon damals viel "von seiner ursprünglichen Wildheit eingebüßt: auch ist unser Wisent im Gegensatz zum amerikanischen Bison, dem einst gefürchteten Beherrscher der endlosen Prärien, ein friedlicher Waldbewohner: doch ist das mächtige Tier mit dem grimmigen Kopf und den starken Hörnern für nützliche Arbeiten niemals zu verwenden gewesen. Heber 700 Wisente hielt sich der ehemalige Zar in dem urwaldartigen Forst von Bialowiez. Den Tieren stand ein Waldgebiet von nahezu 20 Quadratmeilen zur Verfügung: außer dem Zaren durfte niemand einen Wisent abschiehen. Nur wenn ein Tier wild geworden war und Menschen bedrohte, fiel es der Kugel des Iägers zum Opfer. Als im Herbst 1915 die deutschen Truppen Bialowiez besetzten übernahmen es deutsche Forstbeamte sofort den unersetzlichen Wildbestand dieses einzigartigen Urwaldes zu schützen: doch konnte nicht verhindert werden, daß die Zahl der Wisente schließlich auf vierhundert zuruckging, die dann nach dem Abzug der deutschen Besatzung im Iahre 1913 ebenfalls zur Strecke gebracht wurden. Auch im Kubangeb-et des Kaukasus gab es noch vor einem Iahrzehnt vierhundert wildlebende Wisente, die aber während des Krieges und des darauffolgenden Bürgerkrieges im Feuer der Maschinengewehre ihr Leben lassen mußten. Schließlich such auch die 70 Exemvlare, die auf der oberschlesischen Herrschaft Pleß gehalten wurden, hungrigen Wilddieben zum Opfer gefallen. Um die letzten Wisente vor dem Aussterben zu bewahren, hat man vor drei Iahren die „Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents" gegründet, die auch wissenschaftliches Material über das letzte europäische Wildrind einer Wasserleitung wurde hier als ein besonders schwerer Mißstand empfunden, zumal außer dem sogenannten Gemeindetrinkborn und dem Schulbrunnen kein einwandfreies Trinkwasser vorhanden war. Bereits im Frühjahr beschloß der Ortsvorstand mit allen gegen eine Stimme die Erbauung einer Wasserleitung und war auch für gleichzeitige Ausführung der Kanalisation, da das Unterdorf einen sehr hohen Grundwasserstand hat. Im Zweifel war die Gemeindeverwaltung, ob das Wasser dem Provinzialwasserwerk Inheiden, dessen Leitung durch die Hauptstraße des Dorfes geht, zu entnehmen sei, oder eine Eigenversorgung durch Errichtung eines Pumpwerkes über dem Trinkborn anzustreben sei. Obwohl die Eigenschaft sowohl in Anlage, als auch in Betrieb teurer zu stehen kommt, neigte man mehr zu diesem Projekt, bis dann in der gestrigen Sitzung des Ortsvorstandes nach den Ausführungen des als Sachverständigen zugezogenen Baurats Steinbach vom Kulturbauamt G eßen mit allen Stimmen — drei Gemeinderatsmitglieder fehlten — beschlossen wurde, die Wasserentnahme beim Provinzialwasserwerk vorzunehmen. Die Anlagekosten betragen für die Wasserleitung 51000 Mark, bei Errichtung einer Pumpstation kämen sie auf 59 000 Mark, wozu noch jährlich etwa 1000 Mark für entstehende Personal- und Energiekosten kämen. Für Kanalisation sind 40000 Mk. vorgesehen. Das Kulturbauamt Gießen wurde gebeten. einen ausführlichen Plan mit genauem Voranschlag vorzulegen und die Vorarbeiten so einzurichten, daß mit Ausgang des kommenden Winters mit der Ausführung des Beschlusses begonnen werden kann. — Aus dem mittleren Lumdatal. 21. Juli. Das diesjährige unbeständige Wetter ließ die Heuernte fast 14 Tage später beginnen als in den Vorjahren, aber auch langsamer beenden, so daß heute noch nicht alles Heu unter Dach und Fach gebracht ist. Die Arbeit daran wurde durch die fortwährenden Regengüsse stark behindert und das Heu dadurch zum Teil in seiner Qualität beeinträchtigt. Was den Ertrag der Heuernte anlangt, konnte man fest- stellen, daß die feuchten Wiesenteile nicht die Menge der trocken gelegenen Wiesen erbrachten. Letztere hatten eine gute Ernte aufzuweisen. Bei den in fast allen Gemeinden unseres Tales ab» gehaltenen Grasver st eigerungen konnten sich die Preise im Vergleich zum Vorjahre nicht halten. Einen herrlichen Stand weisen eben die Getreidefelder auf, soweit sie noch von Hagel und Unwettern verschont geblieben sind. Besonders sticht das Wintergetreide stark hervor, das mit seinen gut entwickelten Aehren und Kolben eine reichliche Körnerernte verspricht. Ebensolche gute Aussichten sind für eine vorzügliche Obsternte vorhanden, da sich jetzt endgültig übersehen läßt, welchen Schaden die Maifröste angerichtet haben. Die Aepfelbäume zeigen einen reichen Behang, ganz besonders sind dies die Lokalsorten, die schon gestützt und gebunden werden müssen. Nur die spätblühenden Birnbäume haben wiederum gut cmgeseht, obgleich sie erst im Vorjahre gute Erträge geliefert haben. Kaum nennenswert ist allerdings der Behang der Zwetschenbäume, deren Blütezeit gerade mit den Frühjahrsregen zusammenfiel. Vorzüglich entwickelt haben sich auch die Hackfrüchte des Feldes, die infolge der regelmäßig sich einstellenden Regengüsse einen selten schönen Stand zeigen, so daß auch von ihnen eine recht ansehn - Itd>e Ernte zu erwarten ist. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 21. Juli. Der gestrige Schweinemarkt hatte einen gutenAuftrieb zu verzeichnen. Die Preise waren sehr niedrig, vor allem für kleine Tiere, die kaum beachtet wurden. Für mittlere Ferkel wurden 16 bis 18 Mark bezahlt. — Die Friedberger Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr hielten gestern abend ein Probeausrücken ab. Auf der Kaiserstraße wurde ein Geräte-Exerzieren veranstaltet, an das sich unter Vorantritt der eigenen Musikkapelle ein Zug durch die Stadt anschloß. O Gambach, 21. Juli. Am 16., 17. und 18. Juli feierte der hiesige Radfahrer-Ver- Die Woche der Landesverteidigung. Don unserem 8-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, Mitte Juli 1927. In keinem Lande werden so viel Wochen fr Jahre zu „Wochen" erhoben, wie in der titojetunion. Dabei ist der Charakter dieser spellen „Wochen" ein ganz origineller, einzig in iiet Art. bahnbrechend in seiner Wirkung. I Ehrend man in Europa nur Derby-Wochen, „ort- oder Turnwochen kennt, trägt diese Ein- htung in Sowjetrußland einen ausgeprägt po- i lisch en bzw. kulturpolitischen oder sozialpoli- iqen Charakter. Obwohl erst die erste Hälfte (5 Jahres verstrichen ist, sind bereits eine 51n- -j|t „Wochen" veranstaltet worden, so die 5od)e der Roten Armee", die „Woche des Kom- rol", die „Woche des Aviachim", die „Woche re Roten Flotte", die „Woche der Mutter", i- „Woche des Kindes", die „Woche des BucheS", N „Woche der Internationalen Arbeiterhilfe", ne „Woche der obdachlosen Kinder", die „China- V«)che" u. a. m. All diese Wochen sind mit großen Paraden, Init Aufgebot aller zur Verfügung stehenden Wrvpaganda- und Aufklärungsmittel, mit be- iSchtlichen Zuschüssen aus Staats- oder Partei- hpen durchgeführt worden, und haben sämtlich hre Wirkung nicht verfehlt. Den Gipfel der 3nitiatibe und Stimmungsmacherei erreichte je- !o«f) die eben begonnene „Woche der Lan- icsverteidigung“. Sie kehrt zwar lahrlich zurück, ist aber nie so aufgezogen worden wie ieSmal. Die ersten Vorbereitungen begannen sä)t>n vor einem Monat, nud ununterbrochen wurde iaian gearbeitet, diese Woche zu einer mächtigen Kundgebung der im Lande herrschenden Stimmung — wenn auch zum Teil künstlich herbei- tführt — zu gestalten. Die Voraussetzungen für >cn sicheren propagandistischen Erfolg dieser iandesverteidigungs-Woche sind dadurch geschaf- *|ert, daß man vorher einem jeden das bestimmte Bewußtsein der Bedrohung durchäußere und innere Feinde einprägte, daß man tirim jeden bis auf den kleinsten Nerv anspannte und die verborgensten Brocken des in jeder musischen Seele schlummernden Patriotismus zu- laoe förderte. Die Presse hat naturgemäß bas ihre, das Wichtigste, getan. Die knallenden Überschriften, die herausfordernden Artikel, die nach einem bestimmten Rezept zurechtgemachten Telegramme, haben für einen gut vorbereiteten fruchtbaren Boden gesorgt. Den Rest haben die Massendemonstrationen, deren suggestive ftraft anerkannt ist, ferner der auf das rein politische eingestellte Rundfunk, sowie die nicht zu unterschätzende Klubarbeit, getan. Im letzten Augenblick wurde noch der große Soup, der anscheinend seit langem bekannt, jedoch als Schluheffekt gedacht und zweckentsprechend ;u rückgehalten war, in die bereits elektrisierte Lust geschleudert. Die G. P. 51. veröffentlichte eine Mitteilung, aus welcher hervorgeht, daß sie die ganze Maschinerie der gegen das Sowjet-Regime m der letzten Zeit eingesetzten Terror-Tätigkeit rn Näselt haben will. Als faktischer Urheber des ganzen Hebels wird Finnland bezeichnet, als gcNiger England. Im Foreign-Office und brr Kabinett des Ministers Hicks werden die > Pläne ausgearbeitet und in Auftrag gegeben. Churchill hat die Ausgabe, die Rechnung zu de den während die Ausführung all dieser Pläne Grimland überlassen wird. Die strategische Zen- trole befindet sich in Helsingfors und wird einem gewissen dort lebenden ehemalig kaiser- IiÜ-russischen General Katepow geleitet. Als ' A-ntrauensmann der englischen Regierung ist dem General Katepow der englische Militärattache in Reval, Oberst Roß, zugeteilt. Die Aktivns- Mirale dieser Organisation dagegen befindet sicy au.) sowjetrussischem Territorium, und zwar m Smolensk und ist, wie die Mitteilung ver- iichert, bereits restlos ausgehoben. Es wurden Ifrort von England gelieferte Explosivstoffe ge- himben, darunter Granaten von Lehmannschmn System, ferner englische Pfunde und finnische Ein großer d eutscher Naturschutzpark Bon Arnold K ö l l n e r. In kurzer Zeit wird in dem alten Saupark Springe, 20 Kilometer südlich von Hannover, der erste deutsche Natur, chutz- park für Wisente eröffnet werden. Unerbittlich ist der Kampf der Zivilisation gegen alles Naturwüchsige, gegen alles^was sich nicht zähmen und nutzbringend für die Menschheit verwerten läßt. Unbarmherzig haben die^ euro- rischen Iäger der Urzeit den Höhlenbären und tarn Höhlenlöwen ausgervttet: das Mammut und dec Riesenhirsch sind von der Erde verschwunden und auch die letzten Wildrinder gibt es nur nwf) bi wenigen Exemplaren. Einst wanderten Herden bon Auerochsen und Wisenten durch die deutschen Urwälder, sie streiften in den Dalkanländemi, im st oukasus,' in Rußland und Polen umher, ßangft Ift der Auerochs, der „Ur" der Bollssagen, aus- aerottet worden: aber der Wisent konnte dutch bl? sorgsame Pflege der Zoologischen Gärten sein Dasein noch fristen so daßwir heute in Europa immerhin noch 60 bis 70 dieser mächtigen Wild- rinber besitzen, die mit ihren wuchtigen Nacken, ihren zottigen Mähnen und ihrem bärtigen Kinn ar die Riesen der Vorzeit erinnern. Der amen- wische Vetter der Wisents, der Bison, wäre bei großen Bahnbauten der vordringenden Zivi- Nation erbarmungslos zum Opfer gefallen, wenn man ihm nicht ein großes Gebiet eingeräumt hätte in dem er, vor jeder Verfolgung sicher, ein ,r-.ies Leben führen kann. Auch der Wisent würde dem Schicksal nicht entgangen sein, das so viele Erfahren unserer Haustiere und so viele Iagd- Here der ersten Menschen dahingerafft hat, wenn ntnt durch besondere Bemühungen der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalspflege und durch die Unterstützung des Finanzministeriums auf Anre- aurtg des Berliner Zoologischen Gartens die Mog- Ulichkeit geschaffen worden wäre, die Wisente in einem in der Nähe von Hannover neu geschaffenen Naturschutzpark auszusetzen und in Freiheit weitenzuzüchten. „Darnach erschlug er einen Wisent unb einen SIf>, vier starke Uren und einen grimmen Scheich , 1 ,ingt das Nibelungenlied von dem Helden Sieg- Der Sonntag ist verstrichen, er wird aber vielen in Erinnerung bleiben. Er endete mit einem Konzert der Roten Armee, das durch sämtliche Sender der Sowjetunion übertragen wurde, und als der letzte Ton verhallte, war der festliche pompöse Teil dieser eigenartigen Feier zu Ende und die Woche der zähen Arbeit, die vom Geist der gegebenen Parole — „Landesverteidigung" getragen wird, begann mit man dabei freilich nicht Vorgehen können: in Bialowiez hatten achtzig Familien, deren Mitglieder militärisch organisiert waren, für den Forstdienst zu sorgen, und weitere hundert Familien waren an der Grenze des Waldes an- < gesiedelt, um Heu für die Futter Plätze der Wisente herbeizuschaffen. Doch war das Revier und die Zahl der Wisente in Bialowiez wesentlich größer, und dann wurden die Tiere im russisch-polnischen 51rwald von weit größeren Gefahren bedroht als in Deutschland. Man braucht nur daran zu denken, daß in den russischen Wäldern im Winter der Wolf in Rudeln umherstreift und Mensch und Tier ansällt. In Deutschland fürchtet man nur Krankheiten, die die Tiere befallen konnten, besonders die Leberegelseuche: um diese Gefahren auszuschalten, werden einige Wassergräben zugeschüttet oder abgeleitet, die bisher das Schutzgebiet durchzogen. Für Trink- wasser will man dann auf künstlichem Wege sorgen. Mit der Errichtung des neuen Naturschutzparkes ist ein erster Schritt auf einem außerordentlich wichtigen Wege getan worden. In Deutschland gibt es nicht so riesige Freiflächen wie in den Vereinigten Staaten, und man muh daher hier mit dem Grund und Boden sparsamer umgehen. Gewisse Gebiete, so a. B. ein großer Teil der Lüneburger Heide, Dürfen in ihrem natürlichen Charakter nicht verändert werden. In Bayern gibt es am Karwendel und am Kö- mgssee gut gehegte Naturschutzparks. Von einer rühmenswerten Schönheit ist auch das Naturschutzgebiet in der Nähe des brandenburgischen Klosters Chorin. Dort gibt es in dem sog. Plage-Fenn noch viele Wildschweine, und die maiknshohen Schilfe dienen zahllosen Wasservögeln als Unterschlupf. Es ist nicht ungefährlich, in das Plage-Fenn einzudringen: weicht man vom Wege ab, so kann man in ein elf Meter ttefes Moor geraten; auch haben sich in dem Gebiet, in dem keinerlei Iagd und keinerlei Fisch' fang erlaubt ist, noch Kreuzottern erhalten. Doch sind alle diese Parks nicht mit den entsprechen- Den Einrichtungen in Amerika, in Schweden und in der Schweiz zu vergleichen. Man kann nur hoffen, daß dem Wisentschuhgebiet bald anoere Naturschutzparks folgen werden, in Denen Dafür Sorge getragen wird, daß Deutschlands Schätze an seltenen Tieren nicht zugrunde gehen. ein „W anderlust" sein 15. Stiftungsfest, womit das Gaufest des Gaues II des Radfahrer- Bundes 1922 verbunden war. Die Gesamtleitung lag in den Händen des tatkräftigen Ehrenvorsitzenden Nack, und es kann gesagt werden, daß Leiter, Vorstand und Dereinsmitglieder ifjre Schuldigkeit getan haben, und das Fest als voller Erfolg für den Verein gebucht werden kann. Eröffnet wurde das Fest am Samstag mit einem Fackelzug durch die Ortsstraßen mit anschließendem Festkommers, wo der Festpräsideni nach Worten herzlicher Begrüßung das Gausest an den Vertreter des Gaues, Bopp-Steinfurth, übergab. Bemerkenswert waren die Reigen- Vorführungen der Mannschaften des feftgcl^nDcn und des Dundesvereines „Teutonia"-Wölfersheim. Der Sonntagmorgen brachte zwei würdige Gedenkfeiern für die gefallenen Vereinsmitglieder am Denkmal vor der Kirche und für die vcr- torbenen Mitglieder auf dem Friedhöfe. Der Festpräsident legte am Denkmal und an den Gräbern Kränze nieder. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Sttahen des Dorfes, womit ein Preiskorsofahren verbunden war. Auf dem Festplatz -begrüßte der Fest- präfident Gäste, Bundes- und Gauvorstände mit markigen Worten und legte nach einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte Zweck und Ziel der Radsahrerbereine dar. Auch der Montag versammelte noch eine große Festgemeinde zusammen, die in schöner Harmonie das Fest zu Ende brachte. Alles in allem war das Fest für den Verein, Gau und Bund ein voller Erfolg. — Der Preiskorso hatte folgendes Ergebnis: Den Gaupreis erhielt Radf.-Derein Ilbenstadt. In Klasse A erhielt den Ehrenpreis „Teutonia" Wölfersheim, 1. Preis „Flottweg" Steinfurth. In Klasse B erhielt den Ehrenpreis Radf.-Derein Ilbenstadt, 1. Preis Radf.-Verein Nieder-Weisel, 2. Preis Radf.-Verein Hoch-Weisel, 3. Preis Radf.-Verein Friedberg-Fauerbach, 4. Preis Radf.-Verein Kirchgöns. In der Klasse C erhielt den Ehrenpreis Radf.-Derein Langgöns, 1. Preis Radf.-Verein Niederwöllstadt, 2. Preis Radf.-Derein Oberroßbach, 3. Preis Radf.-Derein Kranzberg. Gastvereine. 'EhreüprÄs Radf.-Derein Griedel. 1. Preis Radf.-Verein Eberstadt. Kreis Büdingen. I! Büdingen, 21. Iuli. In seiner letzten Sitzung genehmigte der Gemeinderat weitere 6000 Wk. zur Erweiterung des neuen Marktplatzes. Einem Antrag verschiedener Einwohner, die nach 1918 erbauten Wohnhäuse r von den Gemeindeumlagen zu befreien, wurde stattgegeben. Genehmigt wurde die Submission . des im Gemeindewald lagernden Fichten- stammholzes. Der Antrag eines Hausbesitzers auf Ersah der Kosten für einen Wasser- leitungs-Hausanschluß wurde abgelehnt. Wegen Mangel an Mitteln muhte der Antrag einer Bühnengesellschaft auf Gewährung eines Zuschusses abgelehnt werden., lieber öle Abdeckung eines Darlehens, für welches die Gemeinde die Bürgschaft übernommen hat, gibt der Bürgermeister Aufschluß. Einem Antrag des Hauensteinbundes um Heber!assung von Gelände am Erlenküppel wurde stattgegeben. Nidda, 27. Juli. Die heimischen Frühkartoffeln. die bekanntlich leichtem Verderb ausgesetzt sind, haben unter der Einwirkung des Regenwetters bereits gelitten und zeigen vielfach Fäulnisansätze inmitten der Knollen. Die Produzenten suchen, um größere Verluste zu vermeiden, sie bei stark gesenkten Preisen an den Markt zu bringen. Dieser Tage wurden auf dem hiesigen Maätplah vom Schleifelder Hof Frühkartoffeln schon zum Preise von 4,50 bis 5,50 Mk. pro Ztr. abgegeben, so daß gegen den Anfang der Vor- tooebe eine Preissenkung von 60 bis 70 Proz. eingetreten ist. — Das Aeußere des hiesigen Bahnhofsgebäudes wird zur Zeit einer gründlichen Reparatur und Erneuerung unterzogen. Die Bahnhofswirtschaft wird in nächster Zeit neu verpachtet. Kreis Schotten. = Unter-Seibertenrod, 21. Juli. Als ein Mangel und eine Gefahr für das Leben der Schüler wird es empfunden, daß hier k e i n S ch u l ° Zur Höfling aus Chmosol verhütet Katarrhe und Entzündungen, Fouquieres seit langer 3dt, Diktator £>cr Weltmode werden, und ihm ist es zweifellos zuzuschrnlen. daß der elegante Parlier Klubmann seine Wäsche nicht mehr zum ^einigen nach London schickt, und auch darauf verzichtet, Mr. Poole aid den Gott dec Mole, dec keine Aevsngötter duldet, ehrfürchtig zu verehren. Mr. Poole, der seinen Wellruhm dem Hmstand verdankt, daß Eduard VII. sich clß Thronfolger von ihm bekleiden ließ und ihm gern gestattete, den englischen Kronprinzen als freiwilligen, unbesoldeten Mannequin zu benutzen, nahm allerdings niemals einen jeden unter seine Kundschaft auf; doch verleugnete er nirgends, tue er als Gentleman unter Ge.it- lemen verlehrte, das Metermaß, die Radel und oas T-ügeleisen, durch Ja ec reich und berühmt wurde. Soeben hat ein ' " t’sr Umgebung Eduaro it Lui M ■hur - Ablv 7, fL ohne a Hn 41 ^"uudvar b ' w aba. ivnen, ri \ 2chwrtz. 5 < -SStflerr j 4. n‘"eM. , .‘'"Mriid), 4 ypßprif'^ ' ZÄ ■=- s*« SS®’“’1 HKö UW fe&e Ttk <11. 8rfl i„c Mrast StS 1° len. obrr W a£ wito. i-jtut W vähmd bie fjirh'tg'M “ Ar Die I'igung ri. @ r ü n lutherisch vorgestcm um tufammen. zu einige Pfarre fünfen fMn ersten läge an Üaudach. 2>e 1 Psarrcr Aus 'Tage sprach einem reichha! si her siiiiichen < lcgenhcii zur darüber om wurde. Nach legenheiten, ui über die hoch hielt Gtiftsp Ab.'ud.induchi. e in der Hand bürg. Die ’) isistchbM. N dos Thema d> 1 Tchoriem^ scheu Mstior . d Misstvl I D. audt -N V" weit» ' d Ncligi'o, I Pforr < vn iowo!)l -:bcil5ld)iile i Frankfurter Theater. Das Schauspielhaus beendet seine Spielzeit mit Georg Büchners Lustspiel „Le- once und Lena". Es ist etwas Eigenartiges um dieses Lustspiel, zu welchem ein Preisausschreiben der Coktaschen Buchhandlung Anlaß >,c ’, und das durch verhängnisvolle Hrnstände erst ..ach dem Tode Büchners seinen Weg zur Bühne sand. In Gärten, sonnenbeglänzten und mondbeschienenen, spielen viele Szenen, und die parodistisch-satirischen Borstöße des Dichters zum -ustspicl werden mit den Schleiern der Sentimentalitäten (die trotzdem dichterisch sind), längst verllungener Zellen verhängt. Es teilt sich das LMspiel in spöttisches Scherzen über Kleinlebensgefährlichen inneren Ber, le Hungen konnte der Unglückliche aus seiner schrecklichen Lage befreit werden. Man verbracht« ihn in das Krankenhaus, wo es der Kunst der Aerzte nicht gelang, den Verletzten zu retten. Nach etwa zweistündigem Lüden verstarb et an den schweren Quetschungen. WS2i. Mainz, 21.3uii. Ein französisches Auto mit sechs Personen erlitt an der Heber, sühruug bei Riederolm einen schweren H n. fall. Es fuhr mit aller Wucht gegen dir Brückenrampe und erlitt schweren Schaden. Vor, den Insassen wurden vier schwer verletzt Gtoei befinden sich in lebensgefährlichem Zu« stände im Mainzer Krankenhaus. Preußen. ä»rets LSetzlar. WSN. Wetzlar, 21. Juli. Wohin Brief, tauben oft verschlagen werden, beweist eii Fall, der sich im Kreise Wetzlar zugetragen ha!. Am Abend des 14. Juli griff ein Schmied in Erda, Kreis Wetzlar, eine flügellahme, blutend Brieftaube auf, die nach einem in französische Sprache gehaltenen Zettel am Fuße om gleiche Tage mittags in Lomme, Departement Bord. Arrondissement Lille, aufgelassen war. T^s Sier. eben hat die mehrere hundert Kilometer weil? Strecke in wenigen Stunden zurückgelegt. - o. Wetzlar, 21. Juli. Die Altenber ger Straße wird gegenwärtig auf einer mehre! c hundert Meter langen Teilstrecke neu aus- g e b a u t. Durch größere Ausfüllungsarbri.rn sucht man das dort sehr niedrig» Stvaßennideau nach Möglichkeit zu heben, so daß auch bei Hoch, wasser kein Hebersluten der Straße durch dir am unteren Ende vorbeifließendr Dill zu befürchten ist. Der Straßenzug wird jetzt auf beiden Seiten Fußsteige erhalten. Auch die Braunfelfet Straße wird augenblicklich neu instand gesetzt Diese für den Autodurchgancpzverkehr sehr wichtig! Straße erhält jetzt Kleinpflasterung. Die Fuß. steige werden auf beiden Seiten der Fahrbahn angelegt. - 5- Garbenheim, 21. Juli. Dieser Tage wurde einer der letzten Altveteranen unfern Gemeinde, Ludwig Bamberger, im Alter vor 82 Jahren zur letzten Ruhe bestattet. Der Ber- storbene hatte den Feldzug 1870/71 als Garde- grenadier mitgemacht. - & Groß-Rechtenbach, 21. Juli. Qlr der Straßenabzweigung Groß-Rechtenbach der Straße Hörnsheim—Lützellinden, der für unsere Einwohner in Frage fommeuben Haltestelle ber Kraftpost Gießen—Hochelheim, hat man endlich eine kleine Wartehalle errichtet, die den don wartenden Fahrgästen Schutz vor unfreundlich-! Witterung gewäyrt. Dillkreis. bl. Dillenburg, 21. Juli. Es sind Besin- bungen im Gange, den sogen. „Hickegrund" mit ber Gemeinden Lützeln, Holzhausen, Ober- und Rieder dresselndors, die bislang noch bem Landkreis Siegen angehören, dem Dillkreis anzugliedern da man der Ansicht ist, daß die territoriale Lage bei Gemeinden eher dem Dillkreis zustrebe, und anderer feits die Bevölkerung auch eher unserem Kreise zu- neige. Der Kreis Siegen ist zwar anderer Ansich: und bleibt bemüht, das Gebiet für sich zu behalten. Eine Kommission wurde nunmehr eingesetzt, die i,m Einvernehmen mit dem Siegener Kreis die Frorp einwandfrei prüfen soll. — Bei Ausbesserungs- arbejten am Hessen-Nassauischen Landgestüt stürzte ein Maurer vom Gerüst ab und war sofort tot Es handelt sich um den 51 Jahre alten Maurer Fritz Würtz von Ulm (Kreis Wetzlar). Der Tote hinterläßt Frau und Kind. bl. Dillenburg, 21.Juli. Im Regierungsbezirk Wiesbaden wurden zwei Landjägerei- Inspektionen gebildet, von benen eine bt.i Sitz in unserer Stadt erhalten hat. Der Inspektion Kosten, die das Kostüm verursachte, und dann weil manche Leute befürchten mußten, mit ihren zu dick oder zu dünn geratenen Gehwerkzeugen Heiterkeit bei den Beschauern zu erregen. Gegen zu dicke Waden war nichts zu machen; man munkelte aber, daß die Besitzer dünner Beine häufig in den Berliner Geschäften für Maskengarderobe nach falschen Waden nachfragten. Falsche Waden haben aber die heimtückische Reigung, in den feierlichsten Augenblicken auf die Wanderschaft zu gehen und von dec ihnen angewiesenen hinteren Seite des Beines auf das Schenbnin zu rutschen. Wenn unsere Hrgroßvätec sagten, daß sie zu einem Fest „in Schuhen und Strümpfen" gegangen seien, so bezeichneten sie damit den feiertäglichen Charakter ihrer Gewandung; die 2111* tagskleidung bestand nämlich aus enganschließenden, unter der Fußsohle mit Bändern befestigten Beinkleidern und hohen Stulpenstiefeln, die bei dem Hnrat in den ungepslasterten Straßen unentbehrlich waren. Auch Goethe, ber sich sehr sorg- fältig kleidete, Hal den Ausdruck „in Schuhen und Strümpfen" verwendet. Sicherlich waren die Kavaliere des Rokoko in ihren bunten, bestickten Röcken, mit ihren Halskrausen und Man- schetten, ihren Schnallenschuhen und Eskarpins wohlgefälliger anzusehen als die schwarz befrackten Herren unserer Tage. Sollte sich jedoch der moderne Mann zur Abkehr vom schwarzen ürack und vom langen Beinkleid entschließen, so wird weniger die wiedererstandene Freude an krassen Farben dazu beitragen, als der Sport, der schon lange heftige Angriffe gegen die un- prackische Männerkleidung richtet. Keine zarte Erinnerung an die Zeil der Gavotte und des Me- nuetto, sondern Bedürfnisse des praktischen Lebens werden auch auf diesem Gebiet sich durchsetzen. - . H-, Percy Army - ‘9 c. amüsante Erinnerungen an Hof und llte^lschafi veröffentlicht, die in London unter Stiel „Klänge aus den St. James Palast" ecichicnen sind. In diesen Erinnerungen, die sich U 4 Jahrhundert erstrecken, kommt auch Mr. Pome vor, und Percy Armytage berichtet, wie Poole einmal bei Freunden in einem Landhaus mit einem Jüngling unter eurem Dach weilte, dec zu der nie aussterben- ben Gattung dec Snobs gehörte. Als man nach uv Billardzimmer beisammen war, ckagte der Jüngling darüber, daß der neue, bei Poole angefertigte Frack, den er gerade trug, völlig verpfu.cht sei. Ohne ein Wort zu ver- äs W $ooLe die Kreide vom Billard, un8?f1 am Aufschlag seines Fracks K fbn mit breiten, festen, verbessery- ließ ec ihn los u.id --Ge^n Sie so in mein Londoner Ge- Ichast, Dann wird man den Frack ändern'" Der beschämte Jüngling hatte nun die Wahl, sich auf nni Äm,ner öurückzuziehrn oder den Rest des Abenos einen lächerlichen Anblick zu bieten. Eur.öe.i Kniehofen und die langen «TwrSZP °xd) 621 m den Salon und den Ballsaak Lindringen sollten, so wird man sich an öen Ausspruch Den Akibas erinnern, daß alles einmal dagew'ese.i ist. Hat doch Wilhelm II bald nach feiner Thronbesteigung eine Ordre erlassen, in der er anordnete, die schönen Trachten der Decgangenheit wieder zur Geltung zu bulngen. Für die unbeamteten „Herren ^vom fchcieb die Ordre ein schwarzse.dcnes Gala- kletd, seidene Weste, Kavalierdegen mit Perl- muttergr'ff, Spitzeniabo', 5^niehosen, Seiden- strump.e und Schnallenschuhe tut. Diese Anordnung erweckte keineswegs Beifall und Entzücken bei den „Herren vom CivÜch einmal wegen der Hof vorhanden ist. Um sich in den Dausen ergehen $u können, müssen die Schüler die Straße und den lenseits der Straße gelegenen kleinen Gemeindeplatz benutzen. Der schnelle und häufige Autoverkehr der Ohmtalstraße macht deren Betreten für die Kleinen fast unmöglich. Um diese Gefahr herabzumindern, hat Lehrer B u t t e r 0 n Warnungswfeln aufhängen lassen (!) Köddingen, 21. Juli. D.r hiesige Männergesangv erein hat einstimmig beschlossen, ein: Bereinssahne aazuso-affen. Er gehört der Schwalm-Antrift-F:lda-S ingenweceini- gung an und ist bei dieser Bereinigung schon um das Dundessest für kvin.'inndes Jahr eingekvmmen. Dirigent des Bereins ist Lehrer S ch m a n b t. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 21. Juli. Am vergangenen Mittwoch fand hier bie Feier des 25jüh- rigen Jubiläums des Kreisziegenzuchtvereins Alsfeld statt. Mit dieser war eine Ziegenschau verbunden, welche ein Bild über den Stand der Ziegenzucht des Kreises Alsfeld, sowie einen Heberblick über die vom Verein geleistete Arbeit geben sollte, und mit welcher eine Prämiierung von Zpegen verbunden war, für welche zahlreiche Ehrenpreise gestiftet waren. Es wa^en im ganzen etwa 150 Tiere zur Prämiierung aufgetrieben. Diese fand auf dem städtischen Festplatz und in der neuen Unter» stellhalle statt. Rach deren Beendigung und der Vorführung der prämiierten Tiere fand in der Turnhalle ein gemeinsames Festessen statt, woran sich die Hauptversammlung des Vereins anschloß, w.lche von dem Vorsitzenden, Oekonomierat K 0 r e l l - Angenrod, mit einer Begrüßungsansprache eröffnet wurde, worin dieser einen Heberblick über die im Verein während seines 25jährigen Bestehens geleistete Arbeit gab. Die Vertreter des Kreisamls, der Landwirtschafts- kanimec, der Stadt Alsfeld, des Reichsverbandes der deutschen Ziegenzuchtvereinigangen, sowie der anderen oberhessischen Kreisziegenzuchtvereine Überbrachten die Glückwünsche zu dem Jubiläum. Alsdann folgte die Verleihung von Auszeich- nuugen, wobei der Vorsitzende des Vereins, Oelonomierat K 0 r e l l - Angenrod, mit der goldenen Medaille der Landwirtschaftsrammec ausgezeichnet wurde. Ehrenurlmwen und Medaillen des Reichsverbandes erhielten eine Anzahl Mitglieder des Vereins für langjährige Mitgliedschaft, darunter der Gcschäfissührec und Zucht- Wart des Vereins, Joha.ines Martin in Angenrod. Die Feier wurde beendigt mit einer Vorführung des Films über die deutsche Ziegenzucht, welcher von dem Reichsverband der deutschen Ziegenzuchtvereinigung hergestellt worden ist., Gleic^eitig fand am selben Tage der gu: = besuchte sogenannte Alsfelder Kicschenmarkt statt, ber, wie immer, auf die Landbevölkerung * eine große Anziehungskraft ausübte. = Ober-Ohmen, 21/ Juli. Der hiesige Turnverein beabsichtigt, im Septemln r ein Werde- und Schauturnen abzuhalten, das den Charakter eines Schülerfestes tragen soll. (!) Groß-Felda, 21. Juli. In ber letzten Generalversammlung der hiesigen Molkerei- Genossenschaft hielten der hiesig» Molk.rei- Derwalter und Käse ober meister je einen Docicag über „praktische Winke zur sachgemäßen Behandlung ber zuv Molkerei bestimmten Milch zwecks Butter» bzw. Käsebereitung", welche den Erfolg hat!en, daß die Versammlung einstimmig beschloß, eine Kalk.pritze anzuschaffen, um sämtliche Ställe öer Milchlieferanten sachgemäß zu desinfizieren. Gestern wurde nun dieser Apparat für 80 Mk. angeschafft und wird gegen eine kleine Benutzungsgebühr jedermann zur Verfügung gestellt. (I) Zeilbach, 21. Juli. Die hiesige Gemeindevertretung ließ in diesem Jahr: dreimal das Heu gras ber Gemeindewiesen zur Vec - st ei gern ng bringen. Wenn der jrw.il^g Erlös mit jeder B.csteigerung auch immer etwas fti:g, |o l leibt der Gesamterlös gegenüber dem letzten 0'thre weit hinier der Hälfte zurück, eine Erscheinung, welche Heuer vielerorts gemacht wirv. Kirschenversteigerung dageg.n 3 ve lchenvlaue ' FraÄ. Von Renate Fels. Als die Saison in Paris mit dem Rennen um ken Grand Prix ihren Höhepunkt und zu- gleia- ihren Abschluß erreichte, hatte man sich osn sa-warzen Frack als Gesellschaftsckeid des Herrn endlich ubergesehrn und verlangte seine Verbannung aus dem Salon, dem Tanzsaal, dem Theater. Die Hrheber dieser Fehde gegen ■ den Frack brachten und bringen diesmal den aaitunggcbletenben Mut auf, es nicht bei einer Propaganda durch Wort und Schrift bewenden zu lassen, sondern gehen tapfer mit eigenem Beispiel voran. Sie erscheinen bei festlichen Gelegenheiten im farbigen — veilchenblauen, gras- grünen, weinroten, teerosengelben, kafseebiaunen — Frack, den glänzende Metallknöpfe zieren. Statt mit einem steifen Kragen und einem kleinen Schlips aus gestärktem Weißen Getuen umwinden fie ihren Hals mit einem Spitzenjabot, das infKS nicht |o umfangreich zu sein braucht und auch weniger kunstvoll geknotet sein darf, als es George Brummel, der klassische Dandy, einst in London zur Mrde erhoben hat. George Brummel, zu dessen Morgentoilette !ich die vornehmsten jungen Stutzer, mitunter sogar der P"nz von Wales und spätere König Georg IV. vvn England, als stumme, lernbegierige Bewunderer einfanden, brauchte ja häufig eine ge» fcolagene Stunde, bis die Schleife seiner Kra- watte seinen Ansprüchen an Elegwiz genügte. e)ie Beine des modernen Herrn sollen zum farbigen Frack nicht wie bisher in röhrenförmigen langen Pantalons stecken, sondern in •J;t;i:$°'en . yu8 schwarzem Atlas und in Weißen .nsminipfen erscheinen, während die Fuße mit ckledemen Halbschuhen bekleidet weci. en Wird ich diese Mode wirklich durchsetzen? ^nt>. 'JKoben zunächst auf den zähen Widerstand der alteren Generation gestoßen, die gern vergißt, daß auch ihre eigene Mode bei ihrem Entstehen revolutionär wirrte und von den unentwegte Lobrednecn der Vergangen- ^itcn gegeben hat, miß- acht«t und verschmäht wurde Auch mag es den ergraute Herren der Schöpfung widerstreben bunt wie exotische Papageien im Salon oder aus ^rm Tanzparkett zu erscheinen. Ein schwerer ^d wiederum gilt das gleiche vom Bühnenbildner; man hcktte von Ludwig Sievert andere Bilder erwartet; es fehlte je^ec Dust, jeder Stimmungi« zauber, die Szene baute sich lieblos um die Spielenden. Die Darsteller selbst ragten nicht toett über gutes Mittelmaß, außerDaneggers Prächtigem Valerio einer Gestalt aus einem Guß bpll überlegener Lustigleit. Schillers Leonce, liebenswürdig schwankend zwischen sentimentaler Altklugheit, sehnsüchtiger Jugend und philosophischem Selbstspott. Marcella Salzers Lena ein etwas ängstlich wirkendes, piepsendes Mond- scheinprinzeßchen. Die anderen: mehr ober weniger gut ausgefüllte Episoden. Der Beifall zuin Sck'uß zeichnete sich nicht durch übermäßige Stärke aus. L. W. - oscer'M e n? Mcksch i“ beiben H p tblifyn Mkcn unb t-'.i beu‘,lüH t u'.Uen Cf 9 ü Ölungen Jpp, intoi SüeJitgcnoffi Plenen prneljmen kotige und b'Nvandeln. pfteHung l Wt- hat de fingen v "sichtlich m. eint ^-n";!virtschl Ltzus zusti brachte bedeutend mehr ein. so daß hierin nur cintz einmalige Versteigerung erfolgt . Z Erbenhausen, 21. Juli. Der im letz.en Winter hier gegründete Sriegeroerein hat auf dem Platz neben ber Maschinenhalle an ber Straße nach Kirtorf seinen Schießstand erbaut. Dec junge Verein will am fomrnenben Sonntag sein erstes Preisscheibenschießen abhalten. Die schönen Preise bestehen in lanb- unb hauswirtschaftlichen Geräten. Infolge der günstigen Derkehcslage unseres Ortes wirb bei ber jetzigen günstigen Sommerwitterung mit guter auswärtiger Beteiligung gerechnet. c/ Kirtorf, 21. Juli. Infolge bes Ablebens unseres oerbienten Bürgermeisters Lubwig Hahn ist in unserem Slabtchen Neuwahl nötig geworben, bie am Sonntag, 24. Juli, stattsinbet. Es wurden zwei Kanbibaten vorgeschlagen: ber seitherige Beigeordnete Gast- und Landwirt Karl Stumpf unb ber jetzige Gemeinderechn.er und Landwirt Wilhelm L a t h e r. = Aus dem Ohmtal, 21. Juli. Gegenwärtig wird bie kurz nach bem Kriege gebaute lieber- lanbleitung von Ruppertenrod talaufwärts ber alten eisernen Leitungsdrähle enthoben. An ihre Stelle kommen nunmehr bie besseren Kupferdrähte. — Die Dreschmaschine ist in Tätigkeit getreten, seitdem nunmehr seit einigen Tagen ber Raps eingeheimst wirb. Zwar fällt bie Zeit der Rapsernte durch bas ungünstige Wetter spater als sonst. Aber aerabe biese Erscheinung ist es, welche infolge der Zusammendrängung der Arbeiten auch diejenigen Landwirte, welche in den letzten Jahren ihren Raps noch mit den Flegeln gedroschen haben, veranlaßt, den Rops ber Dreschmaschine anzuvectraue? Lauterbach, 21. Juli. Aus der jüngsten Stadtvorstandssitzung i,i foigenosä zu berichten: Bürgermeister Walz verlie,t zunächst ein Gesuch des Kaufmanns Heinrich Stoppler um Ausbau der neu projektierten Straße neaen dem Finanzamt. Da in dftser Straße bereits mehrere Bauplätze erworben wurden, und der Antragsteller noch im Herbst mit seinem Wohnhausbau beginnen will, wird beschlossen, die Herstellung der Straße im Laufe des kommenden Winters durch Rotstandsarbeiten vorzur.ehmen. Bei diesem Punkt der Tagesordnung wird auch beschlossen, die Alexander-, Stöpler- und Schille.- straße im Laufe des Winters durch Rotstands^ arbeiten restlos sertigzustellen. — Das Kreis- gesundheilsamt hat beim Kreisamt beantragt, die Gemeinde anzuhalten, eine moderne bzw. neue Kläranlage zu errichten, da eine genügende Klärung der Abwässer nicht stattfinde. Rach den Ausführungen des Bürgermeisters wurde die Kläranlage ums Jahr 1912 errichtet und mit den modernsten Einrichtungen aus- gestattet. Die Hrsache einiger ÜÄißstände sei darin zu suchen, daß die Anlage seither täglich nur etwa 12 Stunden im Betrieb war und während der Kriegsjahre überhaupt stillgelegen habe. Es sei aber eine Besserung dec Verhältnisse zu erwarten. Der Stadtvorstand beschließt hieraus, von der Erbauung einer neuen Kläranlage vorerst Abstand zu nehmen, jedoch bei der Erbauerin derselben Vorschläge über die Modernisierung unb neuzeitliche Ausgestaltung einzuholen. — Rach den Mitteilungen des Bürgermeisters beabsichtigt die Mitteldeutsche H a r t st e i n i n d u st r i e an die Stadt mit dem Ersuchen heranzutreten, den jährlichen Pachtpreis zu ermäßigen. Der Gemeinderat beschließt, an dem seitherigen Pachtbetrag von 15 000 Mk. nach wie vor sestzuhalten. Weiter wird beschlossen, eine Besichtigung des Bruches vorzunehmen und sich davon zu überzeugen, ob dieser auch tatsächlich den vertraglichen Bestimmungen entsprechend abgebaut wird. — Die im Dezember 1926 beschlossene Ortsbausatzung und Baupolizeiordnung hat 'dem Ministerium zur Genehmigung Vorgelegen. Dieses hat verschiedene und zwar durchweg redaktionelle Aen. e.u .gen vorge.iomme.!. Der Gemeinde- rat stimmt innen ohne weiteres zu. — Der Voranschlag der Realschule für 1928 toirb nach Dur bb:ratung devattelos angenommen bzw. genehmigt. Der van der Stadt zu leistende <5 l^ebaui ' 5t d-' hr-^L-rnöl A entstand L 5ud^cn'1 n :H her P1CI I \>eronft«J ri®" . fr»n 2001 VW S M M M PH 35,25 Mark. JflC. und linosol Reifen Berlin 22. 7. 21.7. Datum Devisenmarkt Derlm—Zranksurl Telegraphische Auszahlung. 315.5 154 124,25 124.5 149,25 Vanknoten. Die hinter den Papieren 126 117,25 196 154 190,5 170 bis bis 141 121.25 121 137.13 148 8 .81 10 15 12 15 8 12 10 8 0 0 0 »20,75 204,75 124 ■17.25 205.5 125 96 117,5 278 124.5 Auf eine v . . -. R.ihZwirtschaftsminister hat dieser sich in einem Durchaus zustimmenden Sinne zu dem Vorschläge Des Reichsverbandes geäußert. Er teilt mit, daß 136.5, 137.25 148 5 | 149 jahr 1926. Die Gewinn- und Derlustrechnung gibt auf der Habenseite Dortrag, Kupons und Sorten, Effekten, Wechsel und Zinsen mit 185953 Ml. und dem gegenüber Spesen mit 95 001 OTlu an, so daß sich ein Gewinnsaldo von 93 953 Mk. ergibt. — In der Bilanz per 31. Dezember 1926 erscheinen Kreditoren mit 599 945 Mk., Debitoren und Effekten mit 633 133 Mk., Kasse, Kupons und Sorten, Wechsel, Bankguthaben mit 964 714 Mark, Immobilien mit 43 000 Mk. und Mobilien mit 1 Mk. * Erhöhung der Diskont» und Lom- bart^ätze in Oe st erreich. Die Oesterreichischc Nationalbank erhöhte die Diskont- und Lombartsätze non 6 auf 7 Prozent. Die Sätze im Darlehensgeschäft erhöhen sich gleichfalls um 1 Prozent. Frank, l'.rter Börse. lEtgenei Drahtbertcht des „Gießener Anzeigers",) 45.75 89.5 123 1'4.5 127.5 145.5 124 144,5 427.5 705 557 317 154,75 205,13 124.5 95 117 273 124.5 134,25 168 45 79,75 Rundfunk-Programm des Frankfurter SenßerS. (Ans der .Radio-Umschau''.) Samstag, 23. Juli: 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchasters: Josef Strauß. — 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. — 18.15 bis 18.45: Der Brieflasten. — 18.45 bis 19.40: Durch die Stimmen und Musik der Völler. Lautbilder-Dortrag von Professor Wilhelm Dve- gen. — 19.40 bis 19.45: Wirtschaftsmeldungen. — 19.45 bis 20.15: „Die Entstehung des Taunus". Vortrag von Dr. Walter Schuckmann. — 20.15 bis 21.15: Übertragung von Kassel: Kompo sitionen für Blasmusik. — 21.15 bis 22.15: lieber- tragung von Kassel: Volkstümliche Musik. Anschließend bis 0.30 Tanz-Programm. rntstellung der erforderlichen Mittel zu ermög» suchen, hat der Reichsverband des deutschen Handwerks angeregt, die gesetzlichen Destimmunge:' Hinsichtlich der Sparguthaben zu ändern. dahin zielende Eingabe an den 45,5 1 KO 122 ! 122.5 121.75 127,25 ! 143.5 । 123 120 । Pyilwp Hvlzmann . . . Heidelberger Cement . . tement Karlstadt Wanß k ssrritaa Schultheis Patzenhofer. . Oitwerke . Per- Glanzstoff Bemberg.......... Zellsto ' Waldbof. . . . ZeUstofi Aschaffenburg . . Tharlott-nburger Wasser Dessauer l8as . . .. . . Daimler Motoren Demag.......... Adlerwerke Klever Ludw- Loeire ....... Rat Automobil Lrenstein k Koppek . . . Linke Hofmann Leonhard Tietz ...... Bamaa-Megum Srantf. Maschinen . .. . ritzner . . > Hcvligenslaedt Junghans - ..... Lecbwerke . . . Mainkraftwerke ..... Miaa Nckarsulmer ..... Pete eß Union ffiebr. Roeder . ..... Böig» k Haestner . . , . tzüdd Zucker 417 711 320 1,75 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ld-'-n 3lfi«rn geben die Höhe der wietzl belchiostenen Dividende en. - ReichSb°n!disI°nI S PrnzeM. Lombordzin« r P-°»eM werte. Frankfurter G 3rief 16.,17 l68.96 22,97 108,96 59,41 2,57 112.68 81.31 71.89 12.52 73,10 0. TL Wirtschaft. Zur Kredilversorgung ües Hcrndwrr^s. D.2 S: i',enorgairisation des Handwerks, der " ysver-and des deutschen Handwerks, ist, um e ne Wiederherstellung der norma.en Funktion beiden Hauptträger der Krediiwirtschaft des «:w?rbl:chen Mittelstandes, der Kreditgenosse <- l< .'Len und der S >arkasse.i, zu fördern, mit d i deulschen Genos'enschastsverband und dem d ulschen Sparlassen- und Giroverband in Der- he idlangen eingetreten, um gemeinsam zu er- tn"igen, inteicw i b'e S/arlassen die von den S.reditgenossen'cl asten gewährten, aber illiquid g wordenen hy! .... .arisch gesicherten Kredite iü. ernehmen könnten, um sie in wirtliche lang- f listige und niedriger verzinsliche Realkredite zu verwandeln. Um nun den Sparkassen die Be- dieser Werte und auf Wochenschluß-Deckungen hin lagen die ersten Kurse durchschnittlich um 1 b i s 2 Prozent höher. Ludwig Löwe plus 5 Prozent. Glanz st off plus 6 Prozent. Die Umsohtätigceit blieb klein, da auf Seiten des Publikums eher Abgabeneigung bestand und etwas Ware heraustam. Der Geldmarkt ist etwas leichter. Tagesgeld 6 bis 8 Pxozent, Monatsgeld unverändert 8 bis 9 Prozent. Heimische Anleihen ruhig. Ausländer unverändert. Im Verlaufe wurde die Geschäftstätigkeit etwas lebhafter. Man verwies auf die Besserung der A r b e i ts m a r k t l a g e und die Angaben des Stahltrustes über die Umsätze in den ersten sechs Monaten, dir einen deutlichen Aufschwung der Wirtschaftslage erkennen lassen. Bevorzugt wurden weiterhin Spezialteerte, u. a. Mitteldeutsche Credit, Dessauer Gas und Glektro- sich aus den Antworten aller Länderregierungen aus die an sie gestellte Frage ergebe, die Länder- regierungen legten besonders Wert auf die För- derung des mittelständischen Reallreditgeschäfts durch die Sparkassen, und die Sparkassen pflegten überall wieder in zunehmendem Maße diesen Geschäftszweig. Der Minister weist weiter darauf hin, daß noch der letztzährige Sparkassen- und Kommunal-Bankentag einstimmig den Sparkassen empfohlen habe, eine Verwendung von 40 Prozent ihres Anleihebestandes zur Gewährung von Krediten nachdrücklichst anzustreben. Der deutsche Sparkassen- u. Giroverband hat demgemäß grundsätzlich seine Bereitwilligkeit erklärt, zu einer Lösung der in der Kreditversorgung des Handwerks entstandenen Schwierigkeiten in der vorgeschlagenen Weise nach Möglichkeit beizutragen. Es ist zu hoffen, daß sich diese Aktion des Reichsverbandes des deutschen Handwerks als ein Mittel erweist, das dem Mittelstand in wesentlicher Weise zu Hilfe kommt. chtenbach, 21. Juli i lW Hroh°Aechie,ibach z -Vutsdlinben, der süc m'- e kommenden SjalteMe i Hochelheim, Hai man en!'. 3 a lle errichtet, dir den k ?n Schutz vor unfveEj illkreis. 8. 21. Juli. Eg sind m sogen. „Wegrund" mjl I hoi.chausen, Ober- und Niid nfl noch 'jtm Landkreis 5iti illheis anjugliebet: st, da'g die territoriale La« I DilUreir zustrebe, und andrn z auch cher unserem Kreis« । legen ist zwar anderer ms Tebiet für sich au behob« irbt nunmehr eingesetzt, di: r em Siegener Kreis Die ftr oll. - 3ei Ausbessen: tossaulschen Landgestib ist ab imb war svsori u n 51 Ächte alten Maum go, :eis We^ar). Der lote hm :g, 21.M Im Regier mrdui zwei Landjöyeu gebildet, con denen eine '< it erhalten hoi- Hn Snjpthj Sctzluij-! Anfang Kurs Kur, 21.7. [ 22. 7~ Auslandweizen und -Roggen, die heute zu böheccu Preisen offeriert wurden, stärkeres Interesse. au Juli-Weizen und -Roagen machte sich wieder Deckungsfrage geltend, so daß beide Artikel h-.ch-. einsetzten. Weizen- und Roggenmehl für prompte Lieferung haben bei ziemlich unveränderten Preisen kleines Bedarfsgeschäft, Herbstlieferung ist zwar gefragt, aber die gebotenen Preist bieten den Mühlen keinen Gewinn. Hafer und Gerste sind nur sehr knapp angeboten. Bei guter Nachfrage ließen fick ür das spärliche Material höhere Preise erzielen. - Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkifci:er Jutt 293; September 271,50; Oktober 270, (ruhig) Roggen, märkischer, 250 bis 252; Juki 247,25 bi-: 246,50 bis 247,25; September 232,50 bis 231,50. Oktober 232 bis 231,75, (ruhig), Wintergerste 194 bis 200, (behauptet); Futtergerste 194 bis 200, (behauptet); Hafer, märkischer, 257 bis 264, (fest); September 200 bis 200,50; Oktober 201, (fester). Mais, Frankfurt a.M. Sd)lub -Uhr- Kurs | Kur» euben. 6 Keniat. ff. einem bärtig «.»"As», ^den Seiten der eim 21. JE Dieser T Äeterfl.nen^ Bamberger, im Att-r - ^ Sulje Hattet Zrr fr ^Idzug 1870 71 aU Sa>- beiben Part ien angenommen worden. • Amerika-Änlei he der Provinz Hannover. Das^Landesdirektorium der Provinz Hannover bestätigt, daß Verhandlungen mit Rcuhorker Vanksirme.i wegen Abschlusses einer Dollaranleihe schwelen. * Eine öjprozentige Dresdner Pfundanlsihe. Die Stadt Dresden hat, nachdem die jüngsten Auslandanleiheverhandlungen bestätigt wurden, nunmehr eine 5jprozentige Anleihe im Betrage von 1 Mill. Pfund in London mit der Londoner Filiale der amerikanischen Banlsirma Bernhard Scholle & Co. abgeschlossen. Der Auszahlungskurs wird mit 87 Proz., der Auflegungskurs mit 91$ Proz. gemeldet. Die Anleihe hat eine 25jährige Laufzeit, ist die ersten fünf Jahre unkündbar und von da ab zu 100 Proz. * Dom hessischen Tabakbauoerband. Der ifn Frühjahr d. 3. gegründete Tabakbauverband Hessens hielt in Weinyeim a. d. B. eine Sitzung ab, in der er endgültig über die Satzungen beriet. Zum Do.sitzenden des Verbandes wurde Landwirt- schaftsdireltor Dr. Schül aus Heppenheim gewählt. Der Verband bezweckt die Förderung des Tabakbaues in Hessen unter besonderer Berücksichtigung der Produktion hochwertiger Qualitäts- waren. ' A. Merzbach Vankgsschäft G. m. b. H.. Frankfurt a M. Das mit einem Stamm- I kapital« von 1 Mill. Mk. arbeitende Dankinstttut | vs öffsntlicht feinen Abschluß für das Geschösts- D i? Tagung der evangelifch-lukherischen Konferenz । für Oberhesfen. I ri. Grünberg, 21. Juli. Die e v a n g e l i s ch- , lutherische Konferenz sür Oberhessen kam , oorgeftem und gestern hier zu ihrer Sommertagung z,,lammen, zu der sich anher den Mitgliedern auch einige Pfarrer aus dem Marburger Land e,nge- birben hatten. Die Verhandlungen standen am «Fiten Tage unter der Leitung von Pfarrer Rebel- üeubach. Die Eröffnung der Konferenz wurde von Piarrer A u sf e l d - Gießen gehalten. Am ersten 'T)ge sprach Pfarrer Schneider- Butzbach in einem reichhaltigen Dortrage über das Problem d'.r sittlichen Freiheit, ein Thema, das so viel Gelegenheit zur Erörterung bot, daß die Aussprache herüber am folgenden Morgen noch fortgesetzt mürbe. Rach der Erledigung von Konferenzangelegenheiten, unter denen eine eingehende Aussprache ii*cr die hochkirchliche Bewegung zu erwähnen ist, hielt Stiftspfarrer Schorlemmer-Lich Die Abendandacht. Am zweiten Tage log die Leitung in der Hand von Pfarrer D. Fritsch-Ruppertsburg. Die Morgenandacht hielt Pfarrer E l o tz - Fäschborn. Rach Beendigung der Aussprache über Dos Thema des ersten Tages erstattete Stistspsarrer Sch orte mm er den Jahresbericht des lutheri- ic’-en Missionsvereins für Oberhessen. Die Leitung ti Missionsvereins übernahm Pfarrverwalter | Taubt -Niebererlenbcich. Schließlich brachte bie- | l- weite Tag eine eingehende Aussprache über I h Religionsunterricht in der Arbeitsschule, über Pfarrverwciltcr Weimar- Gonterskirchen ;-!i lowohl die Theorie als auch die Praxis der !l:bcit5f(f)ule klar darstellenden Dortrag hielt. Norwegische Noten ..... Teulscy-Desterr., ä 100 Kronen Rumänische Nolen...... Schwedische Noten Schweijer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . - Ungarische Nolen....... Berlin 2i Juls iranjosnme -a.'oien . wUändische Noten. italienische Noten . (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"! Frankfurt a. M., 22. Juli. Die Produktenbörse verlief ruhig bei schwachem Besuch. Man glaubt, daß sich durch die jetzige schlechte Witterung die Cm.e noch verzögern wird. Roggen- mehl blieb gesucht. Futter- und Rachmehle weiterhin stark begehrt. Kurzfristig zu liefernde Futtermittel nach wie vor knapp. Es notierten: Weizen (Wetterauer) 31 nom.. Roggen (tnL) 27 nom., 5-afer (inl.) 26, Hafer (ausl.) 23.50 bis 26, Mais (gelb) 18.75 bis 19, Weizenmehl (in!., Spezial 0) 40 bis 40.25, Roggenmehl 37, Weizenkleie 13. Roggenkleie 14. Tendenz: Fester. Berliner SV Berlin, 21. Juli. Der Markt wird weiter völlig vom Wetter beherrscht. Die Meldungen aus der Provinz sind sehr uneinheitlich, für das Wochenende wird aber heiteres Wetter vorausgesagt. Die Herbstsichten von Brotgetreide erfuhren daraufhin trotz des immer noch spärlichen Angebotes einen leichten Preisrückgang. Inländischer Weizen und Roggen in alter Ware werden kaum umgesetzt, das wenige vorhandene Material findet auf unverändertem Preisniveau bei den Provinzmühlen Unterkunft. Die Provinz bekundet auch für im Lande befindlichen La Plaw 187 bis 188, (ruhig); Raps 305 bis 315; (100 Kilogramm): Weizenmehl 35,50 bis 37,50, ruhig); Roggenmehl 33,50 bis 35,25, (ruhig); Weizenkleie 13,50 bis 13,75, (etwas fester); Roggenkleie 15 bis 15,25, (etwas fester); Biktoriaerbsen 44 bis 58; kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21 bis 22,50; Ackcrbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24,50; ßqpinen, blau, 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb, 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 " 15; Soyaschrot 19 bis 20; Kartoffelflocken 35 • , - Ewed^einttä^j gerecht M l^6L j Tlactio. auch e§c - WR i &,telart das W n, uicw . d starke \ t (iegi eim t en. WJÜ W. w# äw s k-rKE i« VÄ'TD: ie baute ^^bst rafl«n • D *v' >5 41 | W« ..«ät' $* w Dillenburg unterstehen sieben Kreise und zwar die fvirdlichen, dem Bezirk Wiesbaden die südlichen rsise. bl. Herborn. 21. Juli. 2m nahen Hirsch- vea soll eine alte Kapelle zu einem 2uge n b- I (;m umgebaut werden. Das Haus eignet sich ■f.r zu einer derartigen Einrichtung, die irn 2n- ■ feste der Landjugend nur begrüßt werden kann. H den Kosten sollen sich Stadt und Land be- riCtgen. Kreis Marburg. sch. Marburg, 21. Juli. Eine Sch la- «rei entstand hier gestern abend zwiso>en iun- cn Vurschen, in deren Verlauf einer der Beter- ,tten schwer verleht auf der Straße meder- als ein Auto heranfauste. Rur durch das te'rzte Eingreifen eines Unbeteiligten wurde ^hindert, daß der Verletzte auch noch über- ctr-n wurde. — Die Marburger Frauen stifteten i Universität zu ihrem Jubiläum ein Frei- । 211 in der hiesigen Frauenklinik. Die zu diesem 2-ce veranstaltete Sammlung hat bisher die ; .-mr: von 2000 Mk. erbracht. Maingau. WSR. Frankfurt a M., 21. Juli. Frank- -t hat seit mehreren Wochen wohl einen Tarif - Kleinkraftdroschken, aber es hat noch 'ne Kleiutrastdroschken. Dis 1. September dieses |o fir.-S sollen nunmehr endlich 50 bis 60 Klcin- \V. .sidcoschlen in den Verkehr gebracht werden. war geplant, zu diesem Zeitpunkt allePserde- !löschten in Kleinkraftdroschken umzuwandeln. Da oder nicht alle Pscrdedroschkenbesitzer umwandeln t eilen, werden 13 Konzessionen an die (trant- iiirtcr Automobildroschkengesellschaft vergeben, n-ihrend die restlichen Konzessionen zur freien Wfügung des Polizeipräsidenten bleiben. Kirche und Schule. a“8' töa bettS t" '3mi & «JtÄI i ■ö,?t sckrn^deg. < Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschafl. Sabbatfeier, den 23. Jult 1927. Freitag abend 7.40, Samstag vvrm. 8.00, na hm. . 4.30, Sabbatausgang 9.15. Wochengottcsdienst: morgens 6.15, abends 7.15. Isr. Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge iSüdanlage). Samstag,den 23. Juli lLr.7. Vorabd. 7.45, morg. 3.30, abds. 8.35 u. 9.15. Eprcchstundcn der Nedaktio::. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandke M a n u f k r i p k e ohne bcigefügte? Rückporto wird keine Gewahr übernommen. Anzeigenauflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten___ Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtfchast i. V. Dr. Hans Thyriot. Frankfurt a. M., 22. Juli. Tendenz: sefter. Ohne daß nennenswerte Anregungen Vorgelegen hätten, konnte sich die Tendenz der Börse zum * Die deu tf cheR oh st ahlgewinnung. I Wochenfchluß, namentlich für einige Spezialwerte, Die Rohfiahlgewinnung im Monat Juni ist mit befestigen. Kundenorders dürften kaum vorge- 1 327 976 Tonnen um 49 743 Tonne:? niedriger als legen haben, doch schritt die B a i s s e f p e k u l a- di" d's Mai und lieg! arbeitstäglich mit 53119 t i o n in stärkerem Maße zu Deckungen. Am Geltz- Tonnen um 1990 Tonnen unter der Maileistung, markt war Tagesgeld weiter starker angeboten, Sie entspricht 92,36 Prozent der durchschnittlichen trotzdem bleibt die zukünftige Entwickelung des arbeifdtäqlicbcn Rohstaylgewinnung im Jahre Geldmarktes undurchsichtig, wenn auch weiterhin 1913 "für das Deutsche Reich damaligen Umfangs, deutsche Anleihen im Auslande aufgelegt werden. * Schiedsspruch in der rheinisch. Lcdhnfteres G-schöst könnt« sich nur in verschied-, ff i(iin£ H n h K t n h (i n h u = ncn Spezialwerten entwickeln, so in I. - G. - !n. ?e.c jJfxrn 1 ync^bisheriae Arbeit-^ieitab- übrigen Papiere verzeichneten nur Besserungen bis inbuftne Qeaüt. 1. Jto ^nge Arbeitszettaw Heimische und fremde Renten pr,hker^Sa!r ii'ift3 6?« 25 5u[i 1927 -In her Kurse im allgemeinen behauptet. Am Geldmarkt kündbar. Erklarungssrist bis 25. Juli 1927 ^n Der Taaesaeld auf 5 Droient Woche vom 4. bis 10. Dezember beginnt die Der- 'teUte l1(9 -r-«gesgew auf o prozeni. Handlung der Parteien über die Regelung für die Berliner »e j 3eit ab 1. 3anuar 1928. , ; Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". i t a n iVtMi st'r i e^ In be.i5 dieser Berlin, 22. Juli. Rach einem sehr ruhigen Tage ab geeilten en Verhandlungen zwischen d»n ^ormittagsverkehr hatten sich S^mlich^ ube^- Arbeitgebern und den Arbeitnehmern der ober- refd enb S pe z l a l b ew e g u n 6 « n in Rhein schlesischen Montanindustrie über die Frage der st ah l undF ar be n h^ra^sgebddetdcidle Burfc Arbeitsbereiischaft konnte eine Einigung nicht wissen wollte, daß die Verhandlungen der I. G. cr-ielt teerten. Der Schlichter machte darauf von mit der Standard-Oil-Coinpany zu einem Ergeb dem in der ArbeitszeiNotverordnung gegebenen ms gekommen (Rach unseren Erkmidigun. Recht Gebrauch und fällte eine Entscheidung, nach gen eilen D'.qe Gerüchte jedoch wieder ^n ~at der unter den Begriff der Arbeitsgemeinschaft fachen voraus.) Ausgeheno von der ^est gkeit folgende Arbeiterfalegorien zu zählen sind: 1 — Wächter, Pförlner, Boten. Bureaud'ener. Ausläufer, Feuerwehrleute, Führer und Begleiter von Kraslwagcn, Wtiehenstelfer, Mirk nkon rol- Icure, Den'ilator- und F.mkwär e , Maschinisten an Umio.mern, Aufseher und Arbeiter an Umspannwerken, Anschläge: und Fördermaschinisten an reinen Seilsahrtschäch'.en. * Schiedsspruch für d i e deutsche Papierindustrie. In dem Manteltarifstreit in der deutschen Papier-, Pappen-. Zellstoff- und I Holzindustrie wurde am 12. Juli d I. unter einem Dem Reichsarbeitörn:nister bestellten Schlichter ein Sch'.edsfpmich gefällt, der die Umwandlung der zum Teil noch bestehenden zwei Schichten auf drei Schichten vorsieht. Der Schiedsspruch ist von Frankfurt a M. Berlin -'chluh- 1 Uhr. Schluß. Anfang Kurs Kurs Kurs Kurs Darum: 21- 7. 24. 7. -21. 7. 22. 7. L. L (I....... . . / 182.5 183,25 181 183.25 Bergmann .........8 - 195.0 192 195 Eleklr. Lieferungen • . . lu — — 183,5 Licht und .Urart......10 194.5 197 185,5 197.5 iteften k ynvli nunte ... 6 138 138 138 135 Ges r. 6lcfir Uiiiern . . 10 — — 139,4 241.<5 Hamb. Elekt Gerte . . 10 — 162 162.5 16? 168 166,5 schiel, (rlcktr.......io — r * Sl^uctert ..... 7 Siemens k HalSke .... 16 192 195.5 193.5 195.6 478 481 179.25 — Tranvradic>..........8 — 136,25 — Labmever k 6o.......9 - — — Buder> S -.......0 Deutsche Erdal .......6 Essener S einkohle.. . • • • 8 tSclsenlirchener . f. 9 4 Harveuer • . ..... 118.25 153 167.5 iüö 119,5 155.5 168 205,6 118 I54.7o 168 168 401,7a 179.5 173 165,25 118,75 155 169.25 166.76 204,6 Hoeseti Eilen.........5 Ilse Bergbau........8 Kloekii'rwcrke.......•» mTh1 106,75 275 166.5 274 Kölu-N-uessen . . . . - - Mannesmann -f- V, 3 ■» Mans eldcr.....- Oberikble«. Eisend. Bedarf 0 18!'.75 191,5 128.2. 164.5 178,25 190,75 136 103 191 129,25 Oberfchlci. Kolswerle ... 0 Pbonir Bern van f */« 9 4 Rbeinische Braunkohlen . 10 Rheinitahl • • ......0 Rtcbccl Montan.......b .25,75 265,5 215.5 176 125.75 67 219 6 180 95,6ö 125 75 263,5 115,75 176 266- 418 i Vereinigte Stadlw. f.3 3 Olavi Minen.....1 sh Kali Aschervlebc i . . 10 139.13 175 58.65 37 179 139,13 37 175.5 139 75 37 178 6 KaliWesiereqem ■ • 10 185.13 185 183.5 184. ■ Kaliwerk Salzdetfurth 12 — — 233,5 9 ® Farden'9ndustrte 10 Ttmamit Nobel.....0 10,25 14 310,7: 149,75 316.25 112.6 Scheidcanslalt........° Goldschmidt.........b Rntgeröwerke ....... . 0 213 134 69,5 214 134.65 106 5 132.5 99,75 133.75 100.5 MeraNge>ell>chaft.....U 187 r-r«nlf»rt a.M. Berlin SchlUft-, Kur» 1 i-Ubf Kur» Schluß.Anfang Kur» 1 'iure Datum: 21.7. | 22.7. 2L7. | •22. 7. 9io D> ReichSanleihe o. 1927 51 Anl Adlöf. Schuld mit - 86 5 — Auslol -Rechten . ... <^eSgl- ohne Äusles.-Rechten 295,5 ! 296 .95.5 — 17.13 17,1 17 16.9 ~ irranit Hnp.-Bl-Go.dpf unkiiudbar Oiu 1932 .... 4 Rheiutich« Hvp -Bant — — - — . .,u »tSolbpf - ■ - • ' ./ 0 abg. Vorkriegs-Ob- - — • .,-itionen. rückzahlbar 1932 «; Schweiz Bundesb.-Anl- — -* — — — C''itereld)ifd)e Goldrte. — — — — - o Ccflcrr ich. Silderrte 5.75 — 5,5 — -< . Ciiierreid). ein: eili- Rte — - v Ungarische Goldrie .Uigorische Sloaisr. v 1010 — — — — — — 22.65 4‘ .J. ucSfll. von 1913 . . - — — 24/25 — ■* Ungarische Kroncnrte . . — — 2.13 2 zur'. 3o(lanlcibt v 191J 14,25 14 13 13.75 — 4 Türk. Bagdadbahn-Anl 4 •Mtffll- Serie II . . - 16,13 15,5 19 16 14.9 i „ Rumänen conoert. Rte. 4 Rumänen Goldanl. - -* - — .'0N 1913 . - — — lug Deutsche Eisenbahn -41/, Aumbura-'timerita Palci. -6 -vamb -Siidam Damvncv 8 144.5 145.5 86 144.5 145 5 — 224 25 4anfa Dampfschiff . - 6 «arddeutfcher Lloyd - 6 143.5 144.75 223 143,75 144.75 4llg. Deutsche Eredilanst- - 10 8arm r Bankverein . 10 berliner HandelSaesellsch- 12 Commerz, und Privat-Bk- 11 148.5 154 242,25 177.75 154 245,5 178,6 148.75 153.75 244 177,76 149 153 «46 177,75 Darmst. u. Nationalbank 12 235 236,6 235.5 2.35.5 Deutsche Bank.......10 164 5 164.75 (<>4.75 164•25 DiSkonto-Gesellschaft Ant. 10 Dresdner Bank......10 160 25 168 160.5 169 161 168.25 160,'5 168 So Mitteldeutsche Ereditbank - 9 Metalldank..........8 —- 245 144 246 144.5 245 M4 »eichSbank ...... 10 170.25 171 170-75 170 21. Juli 22. Juli. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief _ Amkl.. Ron Buen.-AireS Brsi.-Anlw EbriMania Kov'nbagen 168,05 1,781 1 58.454 108,63 112,49 168,34 1.788 58,574 108,85 112,71 168,43 1,78: 58,4 108,54 112,43 168,77 1,786 58,53 108,76 >12,65 Slockdolm 112,64 112,86 112,55 112,77 HeUingforS Italien. . 10.59 -2,87 10,61 22,91 10,585 22,85 16,665 22,92 London - - - -0,414 4,2055 26,451 :O,4O5 '.0,445 Ncuyork . - 4,2135 4,2035 1,2115 Paris.... 16,46 16,50 16,45 16,49 Schwei; . - ■>6,975 81,135 t0,93 51.09 Svanien - 71.85 71,99 71,88 72,02 Japan . . 1,975 1,979 0,498 1,977 1,981 iltio de Jan Wien in T- Oest. abgei't Prag .... i),496 .496 ■■498 59,17 ‘2,46 ->9,29 ‘2,48 19,16 12,47 39,28 12,49 Belg'rad - - 7,400 7,414 7,393 7,407 Budapest. . Bulgarien 73,25 ;.O37 73,39 1,043 73,23 .,042 13,37 .„048 Lissabon • - 26,78 20,82 20,76 20,80 Tanzt« • • ■ 81,46 81,56 81,34 81, nü Konstantin- 2,151 2,155 2,153 2,1-5 7 Athen. . . 5,594 4.196 5.606 5,634 5,646 Tanada . . 1.204 4,260 1,268 1.141 Unrnan • - 4.136 4.141 1.135 Tatro • . - 209" <0 99 1093 10.97 Benin. 21 Juli. | Geld :önei Amerikamiche 'Noten..... 4,189 4.209 Lelgiichc Oloten ....... 58.50 58,74 Dänische Noten ....... 112.22 112,68 Englische Noten ..... 20.38? 26.46? NMmLeMkMWMle Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München. 37 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Warum?" „Es besteht eine Möglichkeit, daß ich mich irre," sagte Krag, „und diese Möglichkeit ist sehr gefährlich. Ich kann erst zur Verhaftung schreiten, wenn ich meiner Sache vollkommen sicher bin. Aber ich kann den Herrn, um den es sich handelt, jeden Augenblick wieder treffen. Er kann keinen Schritt tun, ohne daß ich Nachricht davon erhielte." Nun trat ein langes, peinliches Schweitzer, ein. Alle hatten das Gefühl, daß die Situation sich stark dem Punkt näherte, wo sie anfing, komisch zu werden. Schließlich sagte der Polizeichef: „Es ist, als befänden wir uns Leuten gegenüber, die uns fortwährend in den April schickten. Ich habe das bestimmte, widerwärtige Gefühl, daß wir keine wirklichen Verbrecher vor uns haben." „Da sind wir der Wahrheit gewiß einen Schritt nähergekommen", entgegnete Krag. „Auch ich habe die Ueberzeugung, daß mir es nicht mit wirklichen Verbrechern zu tun haben." Wieder folgte eine lange Pause. „Was sollen wir mit dem rothaarigen Kellner und Thollon anfangen?" fragte der Polizeichef plötzlich. Da wandte Krag sich lächelnd nach ihm um: „Lassen Sie sie frei!" „Freilassen! Was sagen Sie? Dann haben wir ja keinen von der Bande mehr in unseren Händen." „Ich meine," erwiderte Krag, „wenn wir sie freilassen, so haben wir die Möglichkeit, dasjenige zu erreichen, was wir doch nicht erreichen, indem wir sie gefangenhalten." „Nun?" „Den wirklichen Zufluchtsort der Bande kennenzulernen. Laßen Sie die beiden frei, so bürge ich dafür, daß wir sie nicht wieder aus den Augen verlieren werden. Von dem Augenblick ort, wenn sie die Treppe dieses Gebäudes hinuntersteigen, soll jeder ihrer Schritte beobachtet werden. Und ich werde sie nicht in Unruhe versetzen. Sie sollen eingelullt werden und sich schließlich so sicher fühlen, daß sie die Höhle der Bande aufsuchen. Sie geben mir zu, es ist sehr wahrscheinlich, daß dieser Plan gelingt. Jedenfalls bringen wir nichts aus diesen Menschen heraus, solange sie eingesperrt sind." Der Polizeichef schüttelte bedenklich den Kopf über diesen Plan. Er war der Ansicht, daß die Polizei in dieser Sache schon so viel verloren haste, daß er nicht das letzte riskieren wollte. Aber gerate während man dies erörterte, meldete der Diensthabende, ein ausländischer Herr wünsche den Herrn Polizeichef zu sprechen, und zwar in einer sehr eiligen Angelegenheit. Es war der Mann im Reisekostüm, ter vor wenigen Augenblicken in so großer Hast die Treppe erstiegen hatte. „Was will er denn von mir?" fragte der Chef. „Er spricht Französisch", meldete der Diensthabende. „Soweit ich ihn verstehe, will er eine Mitteilung in der Sache machen, die augenblicklich die Polizei am stärksten interessiert." Die Herren im Zimmer sahen einander an. „Lassen Sie ihn eintreten", sagte der Polizeichef. Der Diensttuende ging hinaus. Die immer noch weinende Scheuerfrau wurde von Schutzleuten aus dem Bureau gevracht. Der Polizeichef und Krag blieben allein. Krag erhob sich. Beide blickten gespannt zur Tür. „Nichts wundert mich mchr", iagte Krag eifrig. „Was meinen Sie?" „Es würde mich nicht wundern, wenn wir jetzt gleich Äug' in Auge dem Führer der Bande gegen- überstehen würden." Der Polizeichef fuhr zusammen: „Sollte er wirklich die Verwegenheit haben . . Da ging die Tür auf. Der fremde Herr erschien auf der Schwelle. Es war eine hohe, hagere Gestalt von typisch südländischem Aussehen. „Nein, der ist es nicht", sagte Krag. „Habe ich die Ehre, den Herrn Ches der Kriminalpolizei von Christiania vor mir zu haben?" fragte der Fremde. Der Polizeichef gab sich zu erkennen. Der Fremde verbeugte sich vor Asbjörn Krag. „Und vielleicht ist dies der Herr, der ein Telegramm an die Fünfte Abteilung der Pariser Polizei ab- gesandt hat, wegen eines Aegyptologen d'Albert?" Krag sperrte die Augen auf. „Das bin ich", sagte er. Da verbeugte der höfliche Fremde sich wieder. „Das freut mich", sagte er. „Mein Name ist Che- oillard, und ich bin der Rechtsanwalt des Aegyptologen." „Er existiert in Wirklichkeit?" fragte Krag. „Ja, und er, hält sich gegenwärtig in Christiania auf." Man bat den Fremden Platz zu nehmen, und er setzte sich, wobei er mit bedeutungsvoller Geste die Advokatenmappe vor sich auf den Tisch legte. „Ich nehme an," begann er, „daß die Herren vor einer Reihe rätselhafter Verbrechen stehen." Krag nickte: „Das ist richtig/ Erkennbare Unruhe prägte sich auf dein Gesicht des fremden Mannes aus. „Bevor ich fortfahre," sagte er, „möchte ich gerne wissen, worin diese Verbrechen bestehen. Natürlich handelt es sich in erster Linie um Eigentumsvergehen." ,J3a * „Einbrüche?" .Za." „Fälschungen?" „Auch." „Falsches Spie§?' „Möglicherweise." „Ueberfäüe auf Personen?" „3a." Der Fremde machte eine Pause, bann fragte er leise: „Mord?" „Nein", antwortete Krag. , Der Fremde seufzte erleichtert auf. „Gott sei Dank, daß es sich im wesentlichen nur um Eigentumsvergehen handelt. Wieviel mag es sein? Hunderttausend?" „Sicher." „Nun gut." Der Fremde Öffnete die Mappe und zog ein längliches Stück Papier hervor. „Ehe ich mich weiter über die Sache äußere," erklärte er, „mochte ich, daß Sie dieses kleine Papier ansehen. Es wird meinen Worten gewiß mehr Gewicht verleihen." . Es wckr ein Check auf den Crödit Lyonnais über zweihunterttausend Franken. Die beiden Herren starrten zuerst äußerst verdutzt auf den Fremden, der behauptet hatte, Chevillard zu heißen und d'Alberts Advokat zu fein, und dann starrten sie einander an. Der Advokat schwieg. Er wollte seinen Triumph mit dem Scheck auskosten. Nachdem die beiten den Scheck geprüft hatten, legten sie ihn wieder auf den Tisch vor den Fremden. Der Sck-eck war in Ordnung- wurde er im nächsten Augenblick der norwegischen Zentralbank vorgelegt, so zahlte diese Bank zwei, hunderttausend Franken darauf aus. Aber was sollte das ganze bedeuten?" Der Polizeichef war vollkommen verwirrt. Dies, Angelegenheit nahm einen Umfang an, wie er ihn nicht gewohnt war. Und nun kam hier ein neuer Mann und sagte: ich bin der Advokat dieses kühnen Bandenführers. Mein Name ist foundfo. Hier ist ein Scheck über zweihunterttausend Franken. Ich habe die Absicht, mit Ihnen zu verhandeln, meine Herren/ Der Chef sah wieder zu Krag hinüber, um a« dem Gesichtsausdruck des Detektivs feine Meinu« zu erraten. Um die Wahrheit zu sagen, auch Asbjörn fireg war in ter größten Derwirvung. ... Sein erster Gedanke war: Ist dus Erscheinen dieses geheimnisvollen Fremden ein neues Glied m dem Feldzug? Das Signal zu einem neuen Angriff? Eine kühn? Attacke? Aber worauf sollte dieser Angriff hinauslaufen? Krag betrachtete den Fremden sehr genau. Nein, es war kein Zweifel möglich. Dieser Mcnn kam wirklich von der Reise, bas konnte nicht gr: macht fein. Krag fragte: „Sind Sie eben angekommen?" Der Fremde schien erstaunt über die Frage. „Ja," erwiderte er, „mit dem Zug vor einer halben Stunde. Ich habe mir in aller Eile ein Zimmer im Hotel genommen. Aber Sie entschuldigen wohl, daß ich noch nicht dazu gekommen bin, Toilette zu machen. Ich glaubte, die Sache habe Eile." „Sie haben recht," sagte Krag, „bie Sache eilt sehr. Aber da Sie eben mit dem Zuge gekommen sind, Haden Sie vielleicht no chdas Fahrscheinheft?' Der Fremde griff sofort in die Tasche und zog den Rest des Heftes Paris—Christiania heraus. Krag warf einxn Blick auf die Stempel. Sie waren in Ordnung. (Fortsetzung folgt.) Wunsch gratis Fabrikverkaufstelle Gießen, Neuen weg 4 Leiter: J. P. Mono 59 - 64 - 79-90 - 100 M usw. Bequeme Wochen- and Monatsraten Internationaler Fliegerkampf M. ®jgl Sieger: Kauftmmm iTw MlUllosW gelbfieischig,Zir. mit Sack, lieg. 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Anforderungszettel werden den Umlagepflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. 68108 Gießen, den 19. Juli 1927. Der Oberbürgermeister. Keller. ss; SeM Die Sa und Me Tei Paris, ich. M $r wntetln Paris bchnd eine Prinz Caro überreicht r Rumänien, seines Baik fühl der E Souverän blick der P iu können. Erklärung । Gr l)at gest dem der k Wunsch ZU setzungss ters bei Abfassung d dah Prinz Rechten nung cerlii steigen. Del suchen, der seiner M>t gegangen. I die Komplil in Rumänie tonnte. Ser des „Matir meines^Bat Meine Ged ftadt zu, v nale Einh wiesen wv veröfsenUi fühle, die ten. Es fii den irgend Mhldfi fii SeifeWf s Kö 2uka Palais Co Ferdinands Menschmn« ziehen will, halten die höchsten Kr versammelt gestellt, ox Md der 8 geöffneten ralsmühe roten Lilie der von Minister Parlament erwartet. 1 Präsident« «isehungs berlain « erklärt, Möglich geh ^.Herzog ^igs nad ^sandte in Vertretung Dutmsnä EinTh Par 'n einem d°s $tu' flltcbei lahltch b< t'.unti dl N'sterp ten. 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