Dienstag, 22. März 1927 177. Jahrgang llr. 68 Erstes Blatt Der Balkankonflikt und die Mächte (Ein neuer britischer Abrüstungsplan f t|d)etnt rügl'L, autzer Sonntag» und Feiertag» Beilagen. Vtetzenri 5amittenblätter Henn al im Bild T>te Scholle Konati-Beiiesprels; 2 Reich»mark und 20 Relchrpsennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen et rij einer Summern infolge höherer Gewalt. Fernsprechern! chlüfse: 51, M und 112. Snldjrifl für Drahtnachrichten Anzeiger «letzen. Postscheckkonto. gronffurt am Main 11688. land wird daher als Mitglied de- Völkerbundes alles hm. was in feinen Kräften steht, um das AuSbrechen eines FeuerS auf dem Balkan zu verhindern und. falls eS doch dazu kommen sollte, dabei mitzuwirken. daß eS sich nicht auSbreitet. Lm Iwischenfall in der Skuptschina. Angriffe auf Italien. Belgrad. 22. März. lWolft. Funkspruch.) 3n der gestrigen Sitzung der Skuptschina erklärte der ehemalige Außenminister Trumbitsch (Kreetisch-Föderativ) in Besprechung deS italienisch-jugoslawischen Konfliktes, die Italiener seien in ihrer Politik Jugoslawien gegenüber niemals aufrichtig gewesen. Auch während des Weltkrieges, als sie Verbündete Serbien- waren, hätten sie sich nicht charaktervoll benommen. Wenn die Italiener ihre gegenwärtige Politik fortsehten. so werde eine- Tages an der Adriaküste neben Italien. Jugoslawien und Albanien auch ein vierter Staat erscheinen und dies werden die Italiener bereuen. Während der Rede TrumbitschS rief der Abg. Wilder lPribicewic-Partct). zur Diplomatenloge gewandt: Unser Gesandter Palugdzic mußte Rom verlassen, und Brodrero (der italienische Gesandte in Belgrad) ist noch immer hier mit seiner ganzen Bande.' In dem hierauf entstandenen Lärm hob der Vorsitzende die Sitzung auf. Rach Wiederaufnahme der Sitzung erklärte der Minister deS Aeustern, die Regierung bedauere, daß sich ein Abgeordneter derartig vergast, das; er den Vertreter einer be- freundeten Macht gröblich beleidigte. Der lenaDmt hi lajetae» für die lagtenumtner di« jum Nachmittag vorher Ptd« für | »m HSHe für Anzeigen do.i 27 mm Breite örtlich 8, aus märt» 10 Neichspsenntg: für Ne- klameanteigen von 70 mm Breite 35 Neichspftnnig. Platzvorschrift 20'. mehr Chefredakteur Dr Friedr Wilh Gange verantwortlich für Polittk Dr Fr Wilh Lange, fü, Feuilleton Dr H Thyriol: für den Übrigen leil Ernst Diumschein: für den Anzeigenteil i vertr H»Dcch. sämtlich in Dietzen. Abg. Wilder wurde vorn Präsidenten der Skuptschina von den drei folgenden Sitzungen ausgeschlossen. Arn Rachmittag stattete Außemninistcr P e r i t s ch dem italienischen Gesandten B o d r e r o einen Besuch ab. Briands Politik. Bcruhigungövcrfuchc in Rom und Belgrad. Paris. 22. März. (WTB Funkspruch.) In politischem Kreisen scheint man die italienischjugoslawische Krise nicht mehr als besonders beunruhigend anzusehen. Rach dem .Malin" bestehen gute Gründe zu der Annahme, dast die italienische Regierung bestrebt sei. eine beunruhigende Situation auszuklären. Deshalb habe auch der italienische Botschafter im Verlause der Unterredung, die er geftem mit Erlaub hatte, anscheinend keinen grundsätzlichen Einspruch gegen den jugoslawischen Vorschlag einer internationalen Enquete an der jugoslawischen Grenze erhoben. „Journal" betont, dast die Einberufung deS Völkerbundes nur von einer dritten Macht auSgehen könnte. Die Methode mit den beruhigenden Interventionen, die mit guten Diensten beginne und sogar biS zum Schiedsspruch gehen könne, sei die raschere und wirkungsvollere, besonders in einer Angelegenheit, in der der Völkerbund nicht vollkommen freie Hand habe, denn man dürfe nicht vergessen, dast das Abkommen der Botschafter von 1921 Italien verpflichte, die Verteidigung Albaniens zu übernehmen. Hier liege der Knotenpunkt des Problems, dessen beste Losung vielleicht doch in einer Auseinandersetzung der Interessierten unter dem Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin. 21. März. Die französische Presse zeigt in den letzten Tagen eine erhebliche Besorgnis über eine bevorstehende Wendung in der Frage der Abrüstungsgrundsätze, die nun seit annähernd Jahresfrist in zahlreichen Genfer Kommissionsberatungen durchgehechelt, ausgestellt und ausgebaat worden sind, ohne indes eine für den gesunden Menschenverstand brauchbare Formel zur Bekundung eines tatsächlichen Ab- rüstungswillens zu ergeben. Der britische Delegierte Lord Rooert Eecil hat nun, wie die unten wiedergegebene Meldung auS Gens besagt, den Vorentwurf einer Abrüstungskonvention ein- gebracht. dessen Einzelheiten noch nicht bekannt sind. Gr soll jedoch Anträge enthalten, die mit den ganzen Kommisfionsbefchlüssen tabula rasa machen wollen und neue Grundsätze aufstellen. in denen nicht nur die Effektivbestände der Friedenszeit, sondern auch die Mobili- sierungsmöglichkeiten berücksichtigt wer- den. Das sieht aus den ersten Blick so aus. als ob es sich um eine Auswärmung der französischen Formel von den potentiels de gucrrc handle — jener Formel, durch die man Deutschland mit Einbeziehung von Polizei und Gendarmerie, Forstbeamten und Sport verbänden eine mächtige militurische Rüstung anzudichten, die tatsächliche französische Rüstung aber zu verschleiern gedachte. Indes handelt es sich bei dem englischen Vorgehen, das sich angeblich auch auf einen Antrag zur Aushebung der militärischen Dienstpflicht überhaupt erstrek- ken soll, um einen durchaus anderen Plan. Räm- lich um em Parieren der Wendung, die die Dinge in Frankreich durch den Reorgani- sationsplan fü r d i e Armee angenommen haben, in dem der Bestand an aktiven Truppen herabgesetzt zugleich aber jederzeit schlagfertige Reserven in säst unbegrenzter <)ahl und weitere Mobilisierungsmöglichteilen geschaffen werden, die nach von vornherein festgelegtem Plan das ganze französische Voll und alle leine technischen und industriellen Hilfsmittel umfaffen. Der ursprünglich französische Gedantengang kehrt sich also jetzt unter der Anwendung durch die angelsächsischen Mächte aus Frankreich selbst g e - gen seine Urheber. Paul Doncour. der eifr.gftc Vers echter der sinnwidrigen Formel von den potentiell gegenüber Deutschland, sieht sich in eine Defensive gedrängt. Er kündigt bereits an. wie er mit einer geschickten Wendung aus der Klemme zu kommen hofst: die bisherigen Bemühungen um die Auffindung von Abrüstungsformeln haben kein praktisches Ergebnis gebracht: es besteht die Gefahr, dast die ganze Aktion scheitern wird: deshalb wird Frankreich sein Uebriges tun und seinerseits neue Vorschläge machen die eine Beschränkung der Abrüstnngsgrundlagen auf die sichtbaren und unmittelbaren militärischen Bestände, alfo auf die aktiven Heeres- und Warinemannfchasten und den Lutt- fiottenbeftanh bcyrfcden. Außerdem soll eine zc l- lich begrenzte Verpflichtung zur Unterlassung von Feindseligkeiten für eine bestimmte Anzahl von Wochen, während deren jeweils der Völkerbund wirk'am in Aktion treten könnte, die Bedeutung militärischer Reserven soweit ab- schwächen, dast man sie für eine Abrüstungsaktion anher Betracht lassen könn'e. Das sicht auf den ersten Blick ganz plausibel aus. wirkt sogar wie ein französisches Entgegenkommen, wird auch Der europäische Wetterwinkef. Wenn Frühlingsahnung durch die Völker Europas zieht und wenn man mit Siegmund In der Walküre fingen möchte: .Winterstürme wichen dem Wonnemond", dann kommen als erste LenzeSboten auS dem Balkan Rachrichten über kriegerische Vorbereitungen. 3n schöneren, besseren Zeit vor dem Weltkriege war es sogar regelmäßig üblich, davon zu sprechen, dast nach der Schneeschmelze in AlbanienundMaze- bonicn die Gewehre losgehen würden. Diese Prophezeiungen sind ja auch häufig genug ringeltet en und haben dem Balkan die Bezeichnung alS europäischer Wetterwinkel eingetragen . Als Einleitung und Vorboten deS Weltkrieges | gab eS den türkisch-griechischen und den türkisch- bulgarischen Krieg. Rach dem Weltkrieg bis heute hat es unausgesetzt gegärt und der ganze Balkan ist überhaupt nach nicht zur Ruhe gekommen. Mazedonien ist In drei Teile zerrissen und in allen dreien befehden sich die verschiedenen Komitatschis Zwar ist die Türkei nunmehr auS- geschieden. da ihr Gebiet auf europäischem Boden nur noch sehr klein ist. Dafür leidet besonders Bulgarien noch schwer unter den Rachwehen des Krieges, während Rumänien und Jugoslawien an ihren Grenzen Rachbarn hadert, die ebenfalls mit dem Stand der Dinge unzufrieden sind. Der eigentliche Unruheherd jedoch ist heute Albanien. Augenblicklich liegen Rachrichten von dort vor, die allerdings ernsthafte Befürchtungen aufsteigen lassen, dast man diesmal nicht die Unruhen auf die leichte Schulter nehmen, sondern auf böse Zwischenfälle vorbereitet sein muh. Bei Balkan- wirren stehen ja immer europäische Mächte im Hintergrund, und darin liegt die eigentliche Gefahr Durchsichtig und klar ist die Lage sicherlich nicht. Die Ratifizierung deS Vertrages mit Rumänien, wodurch diesem der Besitz von Bessarabien garantiert wird, zeigte, bah zwischen Italien und England ein volles Einverständnis über die Balkanpolitik erzielt worden ist. Man darf darin die Folge der Zusammenkunft zwischen Mussolini und Chamberlain erblicken, bei der allerdings nach Ehamber- lainS delphischem Ausspruch von Balkanangele- genheiten nur nebenbei gesprochen worden sein soll. Dast daS nicht so ganz nebenbei gewesen fein kann, wird heute deutlich erkennbar. Zweifellos hat fich Italien in das Fahrwasser Englands bei dessen antirussischer Politik begeben und als Gegenleistung dafür freie Hand auf dem Balkan erhalten. Wir hatten schon damals darauf hingewiesen, dast eS fich bald zeigen werde, ob sich die Folgen dieses Sinver- ftändn-ffeS durch größere Rührigkeit in Albanien bemerkbar machen würden. Diese Prophezeiung ist cingetroffen. Der alte Gegner Italiens aus dein Balkan ist I u g o s l a v i e n. das einmal selbst Absichten auf Albanien hat. jedenfalls durch eine dauernde Festsetzung Italiens in Albanien auss äußerste beunruhigt fein würde. Diese Beunruhigung trat ein, alS vor kurzem Italien mit dem neuen Häuptling Albaniens Aschmed Zogu Pascha den Vertrag von Tirana abschloh, in dem Mussolini seinem albanischen Rachahmer Schutz zu- fagte. DaS lief schon auf ein verkapptes Protektorat über Albanien hinaus, und es ist verständlich, baß fich der jugoslavischen Regierung ziemliche Erregung bemächtigte. Run sind die Dinge in das Stadium getreten, bas meist einem ernsten Zusammenstoß vorausgugehen pflegt, indem sich beide Teile gegenseitig beschuldigen, Angriffsabfichten auf den anderen zu hegen. Als sehr ernster und bedeutsamer Schritt muß eine Rote der italienischen Regierung betrachtet werden, die in London übergeben und in der behauptet worden ist, daß Jugoslawen plane, sich in Albanien einzumifchen. was unter keinen Umständen geduldet werben könne. Daß England Italien unterstützt, geht aus Aeußerungen der „Times" hervor, die zweifellos vom englischen Auswärtigen Amt inspiriert worden sind. Gleichzeitig bringen die italienischen Blätter umfangreiche Meldungen aus Belgrad über jugoslavische Rüstungen mit voller Angabe der Operationspläne. während die jugoslavische Prasse ebenso ausführlich von italienischen Krirgs- vorbereitungen zu melden weiß. Ob sich die ©emmer wieder beruhigen werden oder ob es wirklich zum Kriege kommt, müssen wir abwarten Jedenfalls sind Italien und Jugoslawien Mitglieder des Völkerbundes und dieser könnte nicht einfach tatenlos zuschauen Er würde eine ernste Probe seiner Leistungsfähigkeit abzulegen haben. Für Deutschland kann es in diesem Streit nur eine Stellungnahme geben, nämlich die größte Zurückhaltung und Unparteilichkeit Bei der engen Veti loch lend eit der wirtschaftlichen und polin'chen Interefftn der europäischen Völker ' würden auch wir selbstverständlich davon betroffen werden, wenn es tatsächlich und wider Erwarten auf dem Balkan Kr-eg geben sollte, denn man wckß heute noch weniger als. früher, wohin die Kriegsflamme überschlagen w .rde. In c-ncm gewissen Sinne und in gewissen Grenzen gilt für uns heute wieder das Goethesche Wort: „Wenn hinten weit in der Türket die Völler cufcinanderfplagen . . ." Aber die Gefahr, daß Hann bald wieder nicht nur der Balkan, sondern Europa und die ganze Welt in Hellen Flammen stände, ist riesengroß. Auch DeutschSchutz ihrer Vertreter in London und Paris sein würde. Wie HavaS berichtet, hat Briand dem französischen Gesandten tn Belgrad Instruktionen übersandt, in denen er ihn aussordert. der ,üb- slawischen Regierung während der gegenttnirtigcn Krise eine maßvolle Haltung und Dorlicht anzuraten. Der Generalsekretär am uuai d Orsay. Philippe Bert Helot, hat den südslawischen Gesandten in ParrS empfangen und ist bei diesem in gleicher Weise vorstellig ge- worden. Die in der Pariser Presse verbreitete Rachricht. Botschafter v. Hoesch habe gestern in irgendeiner Form eine Anregung der Reichsregierung über bie Einberufung des VölkerbundSrateS am Quai d Orsay überbracht, entbehrt jeder Grundlage. Der deutsche Botschafter hat lediglich mit dem ©cncralfelretär am Quai d'Orsay. Philippe Bert he lot. eine Unterredung übet die augenblickliche Lage. Auch die Rachricht der »Chicago Tribüne", baß baS serbische Kabinett bereits beschlossen habe, sich an ben Völkerbund zu wenden, wird in unter* richteten sranzösischen Kreisen alS unbegrün- d c t bezeichnet. Die Auffassung in England. London. 21. März. (Amt!. Funkdienst.- Hier wird betont, baß es nicht ratsam wäre, bie Völkerbunds Maschinerie ohne zwingenden Grund in Bewegung zu setzen, und eS wird zum Ausdruck gebracht, daß die Angelegenheit auf dem gewöhnlichen diplomatischen Wege erledigt werden könnte. In vielen Kreisen ist man der Aussassung. daß dec Belgrader Vorschlag einer internationalen Untersuchung zweckmäßig erscheint, und baß bie Militärattaches ber verschiedenen Mächte an Ort und Stelle gemeinsam die Tatsachen nachprüfen sollten. Die .Times" schreibt: Ss ist nicht anzunehmen. daß die augenblickliche Spannung zwischen Italien und Sudllawien au einem Krieg auch nur in kleinem Maßstab führen wird. Rir- gen bis kennt man besser die augenblickliche militärische Stärke Italieits alS in Südslawien. DaS ganze MißverstäirdniS könnte sofort durch den guten Willen Südslawiens und Italiens auS dem Wege geräumt werben. Angesichts der Verstimmung, die durch den Vertrag von Tirana ausgelöst wurde, ist es vielleicht tn Rom für MDcdmäßig erachtet worden, eine herausfordernde Haltung einzunehmen, um die Erörterung und Regelung lange ausstehender abriatifcher Probleme zu beschleunigen. Eine solche diplomatische Methode ist gefährlich. Die Aufrechterhaltung dec Unabhängigkeit Albaniens liegt, io zerbrechlich sie auch sein mag, unter den augenblicklichen Umständen im allgemeinen europäischen Interesse. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vm« »nd vrrlaz: BrfiNW Uniotrfitau.Bid). end Stetiöruderd H. lange in Sietzen. Sdjriftleitung und Seschüfirltelle: Schnlittatze 7. Deutschland und der Barkankonflikt. Berlin. 22. März. (Eigener Drahtbericht.) Unter dem Hinweis daraus, daß Reiä-sminister be- Aeußern Dr. Otrefemann im laufenden Vierteljahr der Vorsitzende des Völker- dun bsr als ist, ist in der englischen und ber französischen Oeffentlichkcit die Anregung aufgetaucht. Deutschland bei einer Beilegung des italienisch-südslawischen Konfliltes eine führende Rolle zuzuweifen. Deutschland hat ,edoch einen solchen Ehrgeiz, ber seine strikte Neutralität in der Angelegenheit gefährde,' würde, nicht. ES ist Sache der unmittelbar beteiligten Länder, den Völkerbund als Schiedsrichter anzurufen und sich mit einem entsprechenden Ersuchen an den Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummond zu wenden, ber dann nach Artikel 11 ber Völlcrbunbssanung den R a t r'.nzu- berufen hat. Daß Deutschland keinerlei Interesse daran hat, sich in den Konflikt zwischen Italien und Jugoslawien einzumischen, ist ron ber beut- schen Preise mit Recht immer toi eher betont trorben. \Senn ber Korrespondent eine- englischen BlatteS behauptet, die deutsche Presse nehme für Jugoslawien Partei, so ist dem entgegenzuhalten, daß ein anderer englischer Berichterstatter seinem Blatt aus Berlin meidet, daß Deutschland sich für Italien ein- sehe. Beide Stimmen lind Bewe > gclug dafür, baß bie deutsche Preise die riebt c Hallung in dieser Frage eingenommen bar Es liegt schli.'ß- lich auch keinerlei Veranlassung für Deutschland vor. für die eine ober bie ander-? Seite Partei zu ergreifen, denn mit Italien verbindet D.utsch- lanb ein Freundschaftsoertrao während andererseits bie Beziehungen zu Sudslavicn, wo ' ch in letzter eint deutliche Abkehr von dem deulfchfetn^^ren Kers bemerkbar macht, nicht schlechter futib Der itallertische Botschafter Graf Aldro- vandi-MareScotti stattete geftem abend Dr Stresemann einen Besuch ob Der Botschafter hat tm Anschluß cn b : ber Reiche- recicrung am Samstag überreichte italienische Albaniennote dem Außenminister daS angetan- bigte ausführliche Material : i der Form Botschafter in Rom, Freiherr v. Reurath eines Aide mrmoire überreicht. Der deutsche wird heute in Berlin erwartet. von ber Redegewandtheit Paul Boncours sicherlich alS solches klargemacht werden, aber im Grunde handelt es fich um eine Defensivmaßnahme, die zwar die Abrüstungsfrage plötzlich auf ein ganz neues Gebiet schiebt, aber bei den andern, vor allem angelsächsischen Mächten kaum auf Gegenliebe stoßen dürfte. Deutschland wird sich dieser Auseinandersetzung gegenüber als in jedem Belang entwaffnet neutral verhalten können 3m Genfer Abriistungsausschuh. Der britische KonventionLcntwurf. G e n f, 21. März. (WTB.) Bei der Eröffnung der dritten Tagung deS vorbereitenden Ausschusses für bie Abrüstungskonferenz führte ber Präsibent, ber holländische Gesandte in Paris. Loudon, aus, baß bie Tagung zu einem positiven, einfachen und verständlichen Ergebnis gelangen müsse. Der Begrifs .Abrüstung" erwecke im jetzigen Zeitpunkt Hoffnungen, die n i ch t v erwirk l i ch t werden konnten, weshalb der Rachdruck auf die Herabsetzung ber Rüstungen gelegt werben müsse Die erste Ausgabe müsse fein, bem verhängnisvollen Wettrüsten Einhalt zu gebieten. Wir haben, so erklärte er, eine allgemein gültige Konvention im Auge, bie, wie wir hollen, auch durch bie Sowjetrepublik und durch andere Staaten, bie dem Völkerbund nicht angehören. unterzeichnet wirb, und müssen deshalb für bie Konvention eine Form suchen, um allen Staaten den Beitritt möglich zu machen. Den Vorbereitungen muß daher diegrößteElasti- zität gegeben werden. Allzu Harle und allzu schroffe grormeln müßen vermieden werden. Der englische Delegierte Lord Robert Eecil äußerte bie Ansicht, baß bereits grundsätzlich über fünf Punkte ein Ein vernehmen erzielt fei, unb zwar darüber, baß die Land-, Lust- und Seeabrüstung a l S gemeinsames Problem behandelt werden soll, daß die Herabsetzung ber Rüstungen auf -die Friedensrüstungen beschränkt Meißen fet' k»a- gewisse öidjcryer.en geschaffen werden müß cn, baß hinsichtlich her Canbrüftungen nur noch begriffsmäßige Unterschiede bestehen und daß in gewissem Sinne das Budget als VergleichSmaßstab in Frage komme. Im zweiten Teil seiner Rede brachte Lord Eecil im Ramcn der englischen Regierung einen Konventionsvorentwurf vor, ber in fünf Teile zerfällt. Der Dorentwurf vermeidet cs. irgendwelche Iahlen zu nennen. Ihre Einfügung soll ber Abrüstungskonferenz selbst Vorbehalten lein. 2crb Cecil gab schließlich die Anregung. daß auch andere Delegationei'. Vorent- tourfc einrc.chen sollen, bie in einem Unterausschuß zu einem gemeinsamen Dorentwurf verarbeitet werden teilen, der bann im Vollaus- schuß zur allgemeinen Diskussion gestellt würde. Paul Boncour - Frankre-O) crtlärtc. er werde seinen Gegenentwurf am Mittwoch bem Aus'chuß unterbreiten. Der italienische Delegierte be'onte. bie Abrüstung sei in Italien in sy großem -Umfange vorgenommen worden, daß Italien heute gegenüber anderen Ländern in einer unterlegenen Stellung sich befinde. Andere Länder hätten dagegen sofort nach bem Kriege mit ber Reurüstung b ?er einen. Unt e r Berücksichtigung dieser beiden To. i achen müsse man also des Abrüstungswerk mit einer Revision der Rüstungen unb nicht mit einer Etabili'ierung ber ledigen Rüstungsverhältnilfe beginnen. Der Fall Schanghais. Die Stellung Deutschlands zu den chinesischen Ereignissen. GiqcFWt Drahtbericht öee ..Gießener Anzeigers". Beginn des Gießener Fememordprozesses. Der Gerichtshof. - Die Angeklagten. - Das Verhör bis zur Mittagspause. Berlin, 22. Marz. Was jeder .Chinalenner seil Monaten voransgejagt halte, ist gestern emge treten: Schanghai ist in den Händen der 5t a n 1 o n t r u p p c n. Und auch die Vorhersage über das Verhalten der sremden, besonders der englischen Truppen dürste sich vollkommen bewahrheiten. Man wird sich auf den Schulz des ausländischen Eigentums, besten Falls, der mit Stari/eldraht geschützten englischen und französischen Niederlassungen beschränken und versuchen, von den Vorgängen in der Chinesenstadt möglichst wenig Kenntnis zu nehmen. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Denn es gärl schon lange unheimlich in der gratzten Hasenstadt des Ostene. deren Millionenbeuöllerung aller- Hand Gründe hat, um die Fremden, insbesondere die Engländer nicht gerade zu lieben und sich der neu errungenen nationalen Einheit und Freiheit, die ihnen die Kuominpartci verspricht, etwas geräuschvoll und exzessiv zu freuen. Mit dem jüngsten Erfolg der Kantontruppen ist also die Lunte an das Pulverfaß gelegt, über dessen mögliche Sicherung seit Monaten verhandelt wird und sich die Kabinette von London, Washington und Tokio mehr oder weniger erfolglos die .Köpfe zerbrochen haben. Es scheint, daß die Nationalbewegung — die trotz ihres ein wenig bolschewistischen Hintergrundes ein echtes Gewächs des Reiches der Mitte mit seinem ja traditionellen Kommunismus am Gemeindeboden, am Innungcbesitz und -Ertrag ist — nicht mehr aufzu- hasten ist. Daß auch die einzige noch entgegen- stehende Macht, diejenige Tschangtsolins, aus den sich Engländer und Japaner nacheinander und gleichzeitig lange Zeit stützten, vor dem siegreichen Vordringen einer Idee auf die Dauer die Flagge wird strecken müssen, erscheint mehr als wahrscheinlich. Vom deutschen Standpunkt aus wird man da gegen kaum irgendwelche Einwendungen haben können. Denn die uns zugedachtc mindere Stellung gegenüber den Chinesen, die der Vertrag von Ver sailles uns mit dem Verzicht auf Kapitulationen, Konuilargerichtsbarkcit, eigene Niederlassungen usw. freilich zugleich auch auf den erheblichen Vorkriegsbesitz aufzwang, hat sich im Verlauf' der Zeit zu einem Privileg für die Deutschen umgestaltet. Das, was w i r bereits 1919 China zugestehen mußten und zugestanden, müssen sich die übrigen Großmächte jetzt stückweise entreißen lassen, mit dem Odium der Unterdrücker behaftet, und nach einem endlichen Siege des chinesischen Nationalismus auf lange Zeit durch die Hartnäckigkeit und den Wider stand lahmgelegt, die sie dem Selbständigkeits- streben des alten chinesischen Kulturvolks in der Zeit seiner Ohnmacht entgegengesetzt haben. Der junge deutsche Handel, der unter den schwierigsten Vcr hältnisjen nach dem Kriege wieder aufgenommen wurde, ernährt schon heute über 2000 wagemutige Kaufleute und Unternehmer in Schanghai und den Nachbarplätzen, wo die Deutschen im Gegensatz zu den übrigen Europäern chinesischer Gerichtsbarkeit und chinesischer Oberhoheit unterstehen. Ohne jede Schadenfreude wird man die berechtigte Erwartung hegen dürfen, daß mit einem Erstarken und mit einer Wiedervereinigung des chinesischen Volkes weitere Entwicklungschancen für die deutsche Uebersee- wirtschaft verbunden sind, die sich auf die besonderen Verhältnisse immerhin sieben bis acht Jahre früher haben einstellen können und müssen, als ihre Kon kurrenten, die das jetzt erst widerwillig versuchen werden. Nach dem Siege 1 der Kantontruppen. -Schanghai im Zeichen des Generalstreiks. % Schanghai, 21. März. Aus Wunsch der (Be- meindeverwaltung der internationalen Niederlassung sind nunmehr auch holländische, spanische und italienische Seesoldaten gelandet worden. 3n der sran- zösischen Konzession wurden sranzösische Seesoldaten an Land gesetzt. Ferner sind 1500 amerikanische See- soldalen mit Maschinengewehren gelandcl worden. 3m Norden der internationalen Niederlassung wurde ein gegen plündernde chinesische Soldaten vorgehender Panzerwagen unter anhaltendes Maschinen- gewehrseucr genommen. (Ein englischer Offizier und drei Manu wurden verwundet. Gestern nachmittag tarn es in einem der gröhtcn chinesischen Warenhäuser in der internationalen Niederlassung zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Streikenden. Sikhs zerstreuten hieraus die großen Menschenansammlungen, die sich in der Umgebung gebildet hatten, und die Ruhe wurde wiederhergestellt, nachdem die Lage zeitweilig sehr bedrohlich erschien. Ein ausländischer Polizist und ein Hilfspolizist wurden leicht verwundet. Auch aus der Hanking-Straße kam es zu Zusammenstößen. In der Chinesensladt kam es zu starken Ausschreitungen. Vie Streikenden und 150 000 Mann der Schan'ttmgstreitkräste plündern die Chinesensladt, wo eine vollkommene Schreckensherrschaft besteht. Dagegen herrscht in den ausländischen vierteln Ruhe. Die Bewohner bleiben zu Hause: die Straßen find leer. Die Räumung von Nanking durch die ausländischen Frauen und Kinder hat bei Tagesanbruch begonnen. Heeres-„Resormen". Das Anschneiden der Abrüstungsfrage gel vor-, dieser war Wagner. Kern nannte mich mit meinem Spitznamen Pfeffer. Weigel (also Wagner) renommierte allerlei, rühmte sich ausgezeichneter Beziehungen zum besetzten Gebiet, zeigte mir einen Ausweis der Interalliierten Kommission und einen Ausweis auf „Schlosser Weigel". Auf Einzelheiten kann ich mich nicht mehr besinnen. Wir trennten uns gegen 6 Uhr, wollten uns abends 8 Uhr wieder treffen. Wagner ging mit den Damen, die bei uns waren, voraus. Ich äußerte Kern mein Erstaun en über diese Bekanntschaft, da brach Kern los, Wagner sei ein „Schwein" usw. Er habe alles ver- pulve r t unbnun schreibe erErpresser- briefe mit der Drohung, d i e D i 11 m Ursache der Polizei zu verraten. Jetzt will er den Mann los werden, es sei chm unangenehm, mil diesem zusammen zu sein. Wagner stehe auch in Spitzelverdacht, ich solle zurückhaltend sein. Wir trennten uns, tarnen Freitag, 3. März, abends 8 Uhr im Trocadero wieder zusammen. Wagner bestellte Wein, lud die Damen ins Tanzlokal ein. Wagner beschäftigte sich mit den Barmädchen. Stern nahm mich beiseite, sagte, „ich muß nach Nauheim fahren", Wagner kostet mich zuviel Geld, ich muß ihn hier wegbringen. Er, Salomon, kannte Nauheim nicht. Wagner sollte nicht willen, daß die Einladung von ihm (Sern) komme, deshalb lud ich ihn ein. Kern gab mir Geld, ich bezahlte. Wagner lebte auf Kosten des Kern, Wagner war e i n äußer st kostspieliges Vergnügen. • Der Besuch in Nauheim Samstag, 4. März 1922, nachmittags, sind wir nach Nauheim gefahren. Ich war mir nicht im Klaren darüber, ob mir übernachteten. Ich überließ das ganz Kern. Schwing kannte ich vorn Sehen. Ich sah dort schwing an einem Auto arbeitet!, ging auf ihn zu und stellte mich vor. Ich bin allein nach Nauheim vorgesahren. Ich bat Schwing, mir Nauheim zu zeigen. Er ging darauf ein,war sehr zuvorkommend, wir gingen in Nauheim spazieren. Sprachen über Orgnnifationfragen, Saalschutz mit Gummiknüppeln, welche letztere ja verboten waren. Ich wurde nicht recht klug daraus, was Kern in Nauheim wollte. Ich hatte den Eindruck, daß Schwing nicht überrascht war üher mein Kantinen, daß er etwas wußte. Ich frug Schwing, was Kern vorhabe, aber er konnte mir nichts Bestimmtes sagen, sah mich scheu an, aber tarn nicht recht mit der Sprache heraus. Ich wußte, Wagner war für uns eine teure Sache, in Frankfurt war auch ein gefährliches Pflaster, da Wagner vielleicht den Damen, die bei ihm waren, etwas sagen konnte. Ich hatte den Eindruck, daß Kern etwas mit Wagner vorhabe, was aber, war mir nichl klar. Gedanke an Mord lag mir deshalb nicht so nahe, weil Kern und Wagner schon eine Taunus- tour zusammen gemacht hatten und nichts geschehen war. Der Vorsitzende erinnert daran, daß nach srüherer Aussage Salomons „Mord in der Luft lag". Salomon: Auf dem Spaziergang tarnen wir an den Teich. Wir kamen auch an die tiefe Stelle, die mich als Wassersportler interessierte. Wir (Schwing und ich» sahen hinein, tote tief das Wasser war. Wir sind dann wieder zurückgegangen. Ich hatte Schwing gesagt, abends würden wir im Hupfeld fein; er solle auch dabei fein. Schwing und ich trauten uns gegenseitig nicht. In der Hupfelddiele traufen wir nach dem Spaziergang noch einen Kognak Abends in der Dämmerung tarnen Kern und Wagner in Nauheim an, ich war am Bahnhof. Wagner hakte sich bei mir unter. Wir gingen ins Marlepartus zum Abendessen. Lieberzieher haben wir m. C. in den Garten gehängt. Ob die Lieberzieher da hängen geblieben sind, kann ich nicht mit Bestimmtheit Tagen. Dors.: Hat keiner von ihnen zum Portier gesagt: .Hängen Sie den Lieberzieher in die Dar- derobe, da ist ein Revolver drin." Angekl.: Weines Wissens ist davon bestimmt nicht die Rede gewesen. Die Zeche habe meines Wissens ich bezahlt, das Geld ha» mit Kern gegeben, der etwa 5000 Mk. bei sich hatte. Dann gingen wir zu Hupfeld, dort war es mir ziemlich leer. Bei Hupfeld haben wir Sekt und Wein getrunken, meines Wissens auf Vorschlag Wagners, wir waren animiert, trb nicht betrunken. Dis gegen 12 Lihr saßen wir dort. Lieber die Frage, ob wir übernachten oder nicht, war ich mir nicht im klaren. Zimmer hatten wir nicht bestellt. Kern bat mich in die Garderobe und frug mich: ..Hast du eine Waffe bei dir?" Nun mußte ich, daß ftern Wagner ermorden wollte, darüber war ich mir nun klar. Ich hatte keine Waffe. Da kam mit Tillefsen in den Kopf und ich frug mich, was wird $; Heften dazu tagen, denn er hatte unmittelbar vor feiner Abreise in Urlaub gesagt: .Daß mir nichts vorkvmmt. Ich warnte Kern und riet ihn. zu warten bis Tillefsen wieder komme, mit dem et sich besprechen sollte. Kem wurde unschlüssig. Ich kam au dem Ergebnis, mitzulaufen und möglichst Schlimmes zu verhindern. Ich hatte Kern gebeten. alles zu unterlassen und auf Tillesfen zu warten. Ich hatte Schwing nicht benachrichtigt. Kern hatte Schwing verständigt, worüber weiß ich nicht. Don Kern hatte ich keine Kenntnis, daß er Schwing benachrichtigt hatte. Als wir herauskamen. sah ich Schwing vor uns hergehen. Am Nauheimer Teich. Kern. Wagner und ich gingen, Wagner in der Mitte. Als wir an den Teich kamen, sagte Wagner kläglich zu Stern: „'Du willst mich doch nicht in den See werfen?' Kern sagte mit abgebrochenem Lachen: „Du meinst wohl, weil ich ein Seemann bin." Es war stockdunkel. Den Weg sind wir mittags schon ein Stück gegangen. Ich trat mal aus. die andern gingen weiter. Da hörte ich einen Schlag, einen Schrei, bann einen Fall. Ich lief darauf zu. Es war an einem Angelstand Gegenüber war ein Licht, das auf den See schien. Da sah ich Wagner vor Kern mit erhobenem Totschläger stehen, ich versuchte Wagner den Totschläger zu entreißen, das gelang mir aber nicht. Ich schlug Wagner mit der Faust ins Gesicht. Dann schlugen Kem und ich auf Wagner, es war eine wüste Schlägerei Ich bekam einen Schlag auf die Nase und blutete stark. Die ganze Gruppe drängte sich an das Geländer. Wie weit Schwing sich beteiligt hat. weiß ich nicht. Wagner klemmte sich an das Geländer des AngelstandeS. um um sich zu treten und zu stoßen. 'Als Wagner zutrat, packte Kem den Wagner am Bein, hob es hoch und warfWagnerindasWasfer Ich habe nicht mitgeworfen. Ich kam gerade baju. als Kern Wagner allein über das Geländer ins Wasser warf. Dors.: Schwing hat bisher anders auS- gesagt! A n g e k l.' Wagner lag öfter am Boden. Während er am Boden lag. wurde gerufen: „Der Stein, der Stein!" Damals wußte ich nicht, was bamit gemeint war. Was mit dem Stein geworden ist, weiß ich nicht. Der Dor- gang war in der Nacht vom 3. znm 4. März 1922. Ich stolperte, da hörtt' ich drei Schüsse. Ich lief hinzu und sah Kem dastehen, Hand ausgelegt und aus das Wasser schießen. Ich rief: „Kem. was machst Du!" Ich entriß Kern die Pistole. Wagner watete dem Ufer zu und rief: ..Bitte, bitte nicht schießen, ich will nichts mehr verraten." Da rief ich Wagner zu: „Mensch, mach daß du fortfonunft.“ Lieber die Schlägerei habe ich mir keine Gedanken gemacht I ch habe nicht geschossen. Dors.: „Schwing bat eine Auslage gemacht, die anders zu deuten ist." Ange kl.: Ich bestreite entschieden, geschossen zu haben. Es war ein durchaus ernsthafter Kamps, meinem Gefühl nach. Also nicht nur ein sogen „Abzug".' Dann gingen wir weg zum Schwing aufs Zimmer. Schwing war voll- ordnung das Osfizierskorps erhöht und erhält Ersatz für den Mobiimachungssall durch die Möglichkeit zur Ernennung von Absolventen der Offiziersschulen schon währeird ihrer aktiven Dienstzeit. Nimmt man hinzu, was der britische Luftfahrtminister Hoare auf einen Antrag zur Verminderung der Luftstreitkräfte erwidert hat und auf die Stellungnahme des Llnterhauses. das mit 197 gegen 21 Stimmen den fraglichen Antrag Ponsonbys abgelehnt hat. so ersieht man aus dem ganzen Zusammenhang, baß bie Furcht vor aggressiven Rüstungen anderer Mächte nahezu jede einzelne europäische Nation wieder einmal zur Erhaltung des Höch st en Rüstungsstandes bestimmt, und daß d:e sog. Hecresresormen mehr oder weniger Pillen sind, die man der Weltöffentlichkeit als Ersatz für eine wirkliche Abrüstung vorsetzt. Kein Volksbegehren über die Aufwertung. Die Ablehnung der '.Ucichsregicrung. Berlin. 21. Wärz. «Wolff. 1 Der Reichsminister des Innern har. wie schon kurz gemeldet, aus Beschluß der Reichsregierungen von der Reichs- arbeitegemänfebaft rür Auswertung . Geschädigten- und Miettrveganisat.onen gestellten Antrag auf Zulassung eines Volksbegehren» zugunsten eines @etei;c-> über die Wiedeiherstellung des Bolisvermögens a 5 g e ehnt Dieser Geseke.:.wurl liebt die W i e d c r h erst e 11 u n g i*l vor dem 1. Januar 1924 gcgrü.i- beten vermögens rechtlichen Ansprüche | aus Hypotheken, Schuldverschreibunge i privater Schuldner usw. vor und läßt die Wiederherstellung der Rechte der früheren Grundstückseigentümer zu. Die wieberl-ergestellten Ansprüche sollen zu 4-’_. v. H. verzinst werden. Indessen sollen die Zinsansprüche, soweit sie 2> 4 v. H. jährlich übersteigen, bis zum 31. November 1936 nicht den Gläubigem, sondern einer „Heber- leitungsftelle" zustehen. Diese Zinsbeträge sind vom Schuldner unmittelbar an die Lieberleitungsstelle zu zahlen. Diese ist befugt, die Beträge im Dcrwaltungszwangsversahrcn cinzutrei« ben. Der Gesetzentwurf regelt ferner die Verwendung der der Lieberleitungsstelle zufließen- den Zinsbeträge. Diele sollen verwendet werden zu 60 v. H zur Förderung des Wohnungsneu- baues. zu 14 v. H. zur Entschädigung notleidender Gläubiger, zu weiteren 14 v. H. zur Gewährung von Beihilfen an die Inhaber notleidender Haushaltungen. zu 10 v. H. zur Tilgung und Verzinsung der Reichsschulb. zu 2 v. H. zur Deckung der Derwaltungslosten der Lieberleitungsstelle. Die der Lleberleilungsstelle zufließeiiden Zinsansprüche sind öffentliche Abgaben. Sie sollen zum überwiegenden Teile mittelbar und unmittelbar zur Erfüllung öffentlicher Zwecke bienen. Hiernach sind die Leistungen an die Lieberleitungsstelle zu zahlen, die den Gesetzentwurf zu einem Abgabegeseh machen. Aach Ark. 73 der Reichsverjassung kann über Abgaben« geletze nur der Reichspräsident einen Volksentscheid veranlassen. Damit ist auch cm Volksbegehren für Abgabengesehe ausgeschlossen. Hiernach mußte der Antrag der Reichsarbeitsgemeinfch.U aus Rechtsgrün- den abgetoiden werden. ständig erledigt Kern wollte bann noch einmal hingehen Schwing Hal aber entschieden cb- gelehnt. Kern erfunfhgtc sich bann nach dem Weg nach Bad Homburg Kern und ich 'mb losgegangen Da wollte Kern noch einmal hin. 3d) sagte, das hat keinen Zweck und wir gin- gen durch 1 en Taunus nach H bürg. Lw' bezeichncl eS als sehr mertoarbig. dast sie in ter Rächt zum Sonntag noch iu Fun nach Homburg gingen, um die erste Zlk: risch« zu erreichen. Warum blieben Li: nichi in Rau he im?) Angell 3d> war mir darüber llar. bah eine strafbare Tot vorgelegen hat Heber B:- -lchunge.' z " tchen Kern und Heinz will er nicht viel willen Kern soll von Heinz mcht viel gehalten ha^en gerichtet bann aus Ersuchen de» er'itzenden über einen Aufenthalt in Elgershausen im Juni 1622. Mit Lanitätsroi Dr * icbe war id> bekannt und . esuchle ihn in Elgers- .'■■■.uir: Dori ist auch über den Aauhei-.-.ec Bor- jjv i:. bei: i.gi war '.'n' 'rhaltung. weih ich n t. Wir bauen • 7 -g'i alte Elinnerungen ausgetauscht über 06 < 'en lieber die Beziehungen zwischen . und c : toing weist ch gar nichts, mit t i'.i / 18 bekannt, bist 5)einz dem Kern C ’fl ’u■ 'Berfüqurg geteilt hat R- m ter Ruck, ehr sei Tillessen sofort V);. tem Rauheimer Vorgang unterrichtet worin > er habe das als . verfluchte Schweinerei" z-'id ne' und als Vorzcllan. das flc zcrtöp- perlen" urtb er es immer wieder flicken könne. Anfd'ltehend richten b fen hat, roific er nicht. (£r crüärc offen, dast er die Au.tagen in her Voruntersuchung nicht aufred)terballen könne Ueber die Dcz.ehungen ;.u Heinz äußerte er fich. dast er eine Ausxnanderieyung mit Heinz über Fragen der nationaltozialistischen Partei gehabt habe. 1923 will er sich mit Heinz nur über organisatorische Fragen unterhalten haten Uebcr die Stellung St Helfen» sagt er au£ dast Silldicn Führer bei Vereins nationaler Soldaten in Frankfurt gewesen fei. jedoch habe er von .absolutem Gehorsam" und .Ferne' nichts gehört. Hierauf trat Mittagspa.lle ein. Der Ausgleich des Etats. Berlin. 21. TUäry (VDZ.f Der Interfraktionelle Ausfchnst des Ueichslagcs. der sich mit der Balancierung des Etats beschäftigt, hielt heute eine ö.tzung ab. an der auch der Reichssiuanz- m i n i ft e r leilnohm. Die Vcjprechungkn iutzr'.en bis auf einen kleinen Rest zum gewünschten Resultat des Aubgieich» des Etats, teils durch höhere Anlegung der Einnahmen, teils durch Einfchränkung bei den Ausgaben. lieber das Ergebnis berichtet die -Tägl. Rundschau noch, t-afj die Erhöhung der Be- amicnbelolbung, die Ausbesjernng der striegsbefchä- bigtenfürforgcT und die Berücksichtigung der £i- quibütion&gcfd>äbigtcn, alles Ausgaben, die nichi im Rahmen des Voranschlags behandelt werden follcn. nicht zuruckgestellt worden find. Die Regierung wird vielmehr eine entschiedene Erklärung in dem. Sinne abgeben, dast sie für diese Ausgaben die Mittel in einem Rachtragsetat anfordern wird, selbst auf die tvesahr hin. dast eine sofortige Deckung dafür nicht vorhanden sein sollte. Der Finanzausgleich. Tic Ucberwcisungcn. Tic Lenkung der calfteuer Berlin. 21. März «DDZ., 3ni 2 teuer - aus'chust des Reichstages wurde ein Antrag der Regierungsparteien, derr vorläufigen Finanzausgleich auf zwei Jahre zu verlängern, mit 15 flogen 13 Stimmen angenommen 6in demokratischer Antrag, die Garantie von 2.6 auf 2.4 Millu-cden herabzu'eyen. wird a b- gelehnt, desgleichen ein Antrag her Wirtschaftlichen Vereinigung, bei der Verteilung der 450 Millionen Rm., die zur Unterstützung leistungsschwacher Länder und Gemeinden verwendet werden sollen nicht ausschließlich nach dem ynifattfieucrfd;Iüfiel sondern zum Teil a u ch n a ch dem 6 i n l o m ir c n fi e u c r i d) I ü i f c I zu verfahren 8 4 des Finanzausgleichs erhält folgende Fassung 1 um die Länder und Gemeinden ' Gerneindei>erbände) inftandzuhaltrn. ihre Aufgaben, insbesondere aus sozialem und kulturellem Gebiete zu erfüllen, werden den Ländern und Genie.nten lGemeindevcrbänden), wenn sich ihre Anteile ar der (Sinitnnmcnftcuer. der Körper- schastss»euer und der Umsatzsteuer insgesamt in den Rechnnr.gSjahren 1927 und 1928 je auf toc- n i g e r als 2600 Mill. RM. belaufen, die daran kV tonten Ve träge aus M tteln des Reichshaus- halts zur ^Verfügung gestellt werden. 2. aus dem Auskommen an Cinlommensteuer. Kvrperlchastssieuer und Umsatzsteuer wird für die Rechnungs.ahre lc27 und 1928 je ei n 'Bef wg von 450 Millionen Reichsmark nach oe i Vorschriften über die Dert . i ung der U m f a h - steuer verteilt. 3. die Lander sollen bei der Beteiligung ihrer Gerne nden an ter Einkommensteuer, der Körperschaftssteuer and der ilmfohr:euer insbesondere die Lage der kleineren steuer- schwachen Gemeinden «Ee einteverbande) berücksichtigen. Es cntspinnt sich dann eine längere Debatte über den von den Regier ngSparteien beantragten Zwang zur Senkung der Realsteuern durch die Länder. 2Ibg. Dr 5 ifröer iDem.1 beantrag: diele . S.l."-Bestimmung in eine ..M uh" -Best .mmung zu verwandeln Der Antrag Dr. Fischer (Sem.) wirb abgelehnt Annahme finde! baaegen ter Antrag der Regierungsparteien, der fDigenter. § 4a einfügen will 1. die Länder sollen in ihren Bestimmungen über die eigene Realoesteuerung. über die Bemessung der Gemeinteanteile an den R:ia;ssteuern sowie übet die eigenen Steuern der Gemeinten Vorsorge dafür treffen, dast die Mehrerträge der lleberweifungen aus den Relchssteuem, die über den T-etrag von 2.4 Mil- hatten Mark hinausgehen. in erster LlN« zur Senkung der Grund- und Gewerbesteuern unter das am 31. März 1927 gegebene Mast verwendet werten 2. bis zum 1 Oktober 1927 wird die Rciche- rcfl.cnmg den Entwurf eines Rahmenge- letze s zur Regelung ter Realsteuern und des Geldentwertungsausgkichs bei be.au. en Grundstücken vorlegen Qi bleibt ferner bei ter Regierungsvorlage. die die erhöhten Grunderwerbssteu- erzu Ich läge der Gemeinten nur noch bis zum 1. April 1 92 7 in Ärafi lasten will. Deutscher Reichstag. Berlin. 21. März. Die zweite Lesung des Haushaltes des Reichvininisteriums des 3nncm wird fortgciehi und zwar bei den Abschnitten über die vflentlichc Oronung. die Volizei und die Technische RolHilfe. Abg Dr. Mittelmann (D. Dp.) warnt vor einer Politisierung ter Schutzpolizei, wie sie in Preusten von gewißen Parteien angeftrebt Werte. Der Redner empsiehll die Schafsung eines zentralen Reichsktiminalvolizeianns Abg. Dcgmann (3 * be pricht dann die Frage der eventuellen Rückkehr deS früheren Kaisers Er erklärte Wir find ter Meinung, dast eine Rückkehr des früheren Äai- 'ers von erheblicher politischer, auch austenpoli- tilcher Bedeutung sein kann, und wir wünschen, dast die Ratgeber des früheren Kaisers die politische Einsicht und ben politischen Takt besitzen, ter deutschen Politik und dem deutschen Volke die schwere Beunruhigung zu ersparen, die ein konkreter Plan der Rückkehc aller Wahrscheinlichkeit mit sich bringen würde. (Zustimmung im Zentrum. Zurufe bei ben Sozialdemokraten: Sie verlassen Nch also aus die Einsicht ter Ratgeber?) Wenn biefc Einsicht nicht vorhanden ist. bann werden Sie unsere Stellungnahme klipp und klar erfahren. (Zuruf der Sozialte-nolralen. Warum nicht fchon jetzt?) Der Redner fordert beschleu- mgte Vorlegung teS A u s f ü h r u n g s g e s e t- z e s zu A r l i k e l 4 8. Die bisherige Anwendung habe eine Ausdehnung erfahren, die man unmöglich gutheisten könne. Die neue Vorlage zum 2ickpublikichutzgesetz müsse so zeitig eingebrach: werden, dast die Parteien dazu Stellung nehmen können. Abg. Lemmer (Dem.) bedauert die geringe Einwirkungsmöglichkeit deS Reiches auf die Polizei her Lander Die Besoldung ter Polizei- beamten müfjtc verbessert, ihre iintünftbntc Anstellung früher gewährleistet werden als noch dem gegenwärtigen Regierangsentwurf. Dm Ka- sernierungszeit sei zu verkürzen. (Segemuer dem Kaifer könne die junge Republik niemals liberal sein. Bei der Ungezogenheit vieler Monarcl'i^^ - würde her ehemalige Monarch zu leicht dao '? ekt staatsteindlicher Demonstrationen werten Neichsminister von Äeudell beantwortet Interpellationen. Wegen ter Grundsätze für die politische Betätigung der Polizeibeamten hat der frühere Snnenmtnifie. 'chon die Länder befragt Das Recht der Beamten, 'ich Parteivereinen anzufchliesten. soll nicht angetastet werten. Es kann aber nicht geduldet werten, dast sich solche .Kreise innerhalb der Polizei bilden. Diefc'a Standpunkt habe. die Lande, zugestimmt. 3n der Praris ist stets so verfahren worden Wenn Deschwerden Vorlagen, hat lie das Reich nachgeprüst. Sie Richtlinien verlangen von den Ländern Mahnahmen. dast der unpolitische 6ha- rafter der Schutzpolizei gewährleistet ist Heber die Rotwendigfei! einer Reichstriminalpolize:- udle sind wir uns alle einig Es soll aber kc n Eingriff in die Polizeihoye.t der Länder vorgenommen werten. Die seit 1920 bestehenden Richtlinien für die Technische Roihilfe find in der Umarbeitung begriffen Sobald sie abgeschlossen ist, dürften Sinwände gegen die Technische Rothilfe ausgeschlol'en iem Wir hoffen, dast fick) die Technische Rothilfe auf ffiingreikr bet Naturereignissen beschränkt. Volles Verständnis hoben wir dafür, dast die Gewerkschaftengegen ein Eingreifen bei Lohnkämpfen Einspruch erheben. Fiir den Idealismus, mit dem diese jungen Leute sich im Interesse der Allgemeinheit eingesetzt haben, müssen wir ihnen aber Dank aussprechen Cs folgt die zweite Beratung des Post- Etats. Neichspostminister Schütz! verspricht, das Wirtschaftsprogramm seines Vorgängers im Interesse der Allgemeinheit svrtzu- setzen. Sd'ematjcte Beamteuarbeit soll- vermieten werden. Man könne es nickt jedem recht machen, aber gerecht solle jeder behandelt werten. Wirischastlichkeit des Betriebes eriertere Disziplin und Autorität, aber nicht mechanischen Abbau, sondern Steigerung der Qualität und der Quantität der Leistung des Personals, also Ausbau des Verlehrs und der Derkehrsanstalten, namentlich auch auf dem Lande, immer ater mit dem geringstmöglichen Aufwand an baulichen und BetriebSein- richtungen. Der Minister verspricht Rationalisierung des Betriebs. Vereinfachung ter Arbeitsvorgänge. Verkürzung des Arbeitsweges. Ersatz der 2Nenschenkraft durch Mechanisierung. Der Aufsichtsd.enst fall aue- gebaut werten zur Förderung wirtschastlicher Be- rriebsführung Für 1927 habe die Post erhebliche Mi:1ei für Lieferungen bereitegef eilt, die dem Hoch Baugewerbe, der eleftroucbnU J en und der Kabelindustrie zugute tarnen. Dabei sollen die verschiedenen Wirtschaltszweige und Landesteile. sowie das ortsansässige Gewerbe berücksichtigt werden. Trotz der fchwlertgeu Wirtschatt^lage weist ter Chat kein Defizit auf Auch d.e 70 Millionen Lleberschust für die Reichs- lafse sollen abgcl.eiert werten Zur Befriedtgung des Geldbedürsntsfes für Anlagen soll 1927 «ine Anleihe von 3X* Millionen aufgenvimnen werten. Von der 170-M Ilwnen-Anleihe des Dor- labtcü- s.nd noch 20 Millionen aufzunedmen. Auch die Ausgaben nie turzlebtae Gegenstände müssen btt ter gespannten Finanzlage diesmal zum $c:l auf Anleche übernommen werden Künftig soll das bann nicht mehr ftattfinten. Die Ablieferung von 70 Millionen an da» Reich enckpricht einer Rente von 3* - Prozent Rechne man aber noch die 120 M Inonen hinzu, die die Post al< Reparationsleistung an die Reichs bad n zahlen müsse, fo betrage die Gesamtlast von 190 Millionen ein Zehntel der Substanz. Der 3inbera- Hd ter Pflicht müsse gelten für den Minister für den Beamten und den Arbeiter Für das feine Pflicht erfüllende Personal will ter Minister mit seiner ganzen Person eintreten Do- gelte für Körperpflege, reinliche Dienst räume. Wohlfahrt-einrichtungen. geistige Förderung, dienstliche Fortbildung. Anerkennung und Belohnung selbstlos tätiger Beamter ufw Den H d f - lichkeitSerlah seines Vorgängers will ter Minister auch innerhalb deS Personals durch- führen, vor allem auch im Verhältnis des Vorgesetzten zum Untergebenen. Der Redner verspricht. dafür einzutreten, dast seine Beamten dieselbe Fürsorge und Förderung geniesten wie diejenigen anderer Reichsverwaltungen. (Beifall.) Abg. Seppel (Soz.) bedauert, dast 2000 neue Beamtenstellen in Gruppe IV abgekfcnt Worten seien, während die Länder ihre Beamten nach einer Reihe von Jahren ohne erneute Prü- sung höher einftufat 8r beklagt sich ferner über zu lange Dienstzeit in manchen Postämtern und tritt für die Ermäßigung bei Rundfunkgebühren ein. Abg Bruhn iDn.) erblickt in dem Etat doch einen gern; ff* finanziellen Aufstieg ter Poft DaS Land sei nicht zufrieden mit ter Postbestellung. ES werte gegenüber den Städten benachteiligt Die sogenannte Verkrastung der Landbestellung müsse vor ihrer Einführung genau geprüft werten Der Redner verurteilt die Mehrbelastuna bei Wenigsprecher durch die neue Fernsprechgebührenordnung Abg 21 lief otte (Zentr.) erklärt, ter Eta. zeige, das; die Post zu sparen entschlossen sei. denn die ®cfamt(un.mc sei um 12 Millionen niedriger als die oorjayrige Dabei halte Deutschland heute noch als einziges Land an den Vor- trieasaebühren feft. Da-< Defizit im PostnStag,-6 HL. abdS. 8 Uhr. in der Vieiien Aula d. Universität. (rtnirius- tnrtcn zum er mäst. Ureis von 1 x sind bi? Donnerstag nut der Geschäftsstelle. Wolfstr. 10. au haben. Todee-An teige. Gott dem Herrn hat es gefallen, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Luise Otto Witwe geb. Belloff im 66. Lebensjahre in ein besseres Jenseits ab- Vernickeln und Emaillieren von Motor- und Fahrrädern. sowie Autowobilteileli u. dergl au den billigsten Preisen 2187a Aßmann & Schneider Seit. Mann. .7' I, alt. sucht n her cs, au« verlässiges M adligen oder Witwe zwecks Heirat kennen au lernen. Besitze etwas Land- wirtschaft, datier Kenntnisse in d Land- wirtfchaii erwünscht. 6dir. Antrag, unter 0 082 an den Uhr). Evang. Etadtmission: 8>.. Uhr, Vortrag. - Lichtspielhaus, Bahnhof- Grenze zu erreichen. Sylvain hat dort auf einsamer Höhe die im Dorfe verachtete Rose in ihrer Hilfsbereitschaft schätzen gelernt und will sie am andern Tage zum Altäre führen. Belamy, zu dem die Kunde von dem Entgehen der Flüchtlinge gelangt ist, schickt ihnen seine Scharen nach, und das Gerüche von der Umzingelung der Verfolgten läßt Sylvain glauben. Rose habe, um des Kopfgeldes willen, die Flüchtlinge verraten. Er wendet sich darum von ihr und wird erst durch die Rachricht, daß die Flüchtlinge die Grenze überschritten haben, versöhnt. Belamy. der gehofft hatte auf Grund der Gefangennahme öum Leutnant befördert zu werden, sieht sich getäuscht und will sich durch die Erschießung Silva ine rächen. Durch die Ankunft seines Leutnants in die Enge getrieben, sieht er von der Vollstreckung des Urteils ab, da Rose mit einer Anzeige wegen Pflichtversäumnis droht. So gibt es ein glückliches Paar, und der Zuschauer lächelt über den geprellten eifersüchtigen Gatten Thibaut. Diese an sich klare Handlung gibt durch die Fülle seiner Situationen reiche Gelegenheit zur Entfaltung: einmal in den Auftrittsliedern der einzelnen, dann in den lyrischen Höhepunkten des 2. Aktes, wo sich zwei liebende Paare gegen- überstehen. Rose und Sylvain, Belamy und Georgette, in dem En'emble der Flüchtlinge, im 3. Akt in Roses großer Arie und in den durch die Mißverständnisse geschaffenen Szenen. Die Oper steht und fällt mit der Partie der Rose Friquet. Adele Kern vom Opernhaus zu Frankfurt a. M. kann schlechthin als eine ideale Vertreterin dieser Rolle bezeichnet werden. Richt nur. daß ihr prächtig ausgebildete Stimmittel zur Verfügung stehen, mit denen sie den größten Anforderungen des Kolvraturgesanges gerecht wird und darin die Vertreterinnen ihres Faches überragt, daß sie imstande ist. den sonst in der Koloratur üblichen Kopfton selbst in höchster Höhe zum strahlenden Fortissimo zu weiten. Auch als Darstellerin hatte sie große Momente, die Wandlung von der verachteten Ziegenhirtin zum erwachenden Selbstgefühl im Lieveserleben. zur künftigen Madame, führte sie lebenswahr durch. Als zweiten Gast hatte man Benno Ziegler, auch vom Frankfurter Opernhaus, verpflichtet. straße. .Unfcrc Emden". — Astoria-Lichtspiele .Die Gespensterfarm". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Rach dem großen Erfolge, den MaillariS Oper .Das Glöckchen des Eremiten" am Sonntag errungen hat. nicht zuletzt durch die Mitwirkung der beiden Gäste Adele Kern und Benno Ziegler vom Frankfurter Opernbaufe. fei besondere daraus hin- gewiesen. daß das Werk nur noch am nächsten Freitag und nicht weiter im Abonnement gegeben werden kann. Eine Rose Friquet. wie sie Adele Kern die die Rolle eigens für die zwei Gießener Aufführungen cinftubiert hat geboten und einen gleichwertigen Belamy. wie den von Benno Ziegler wird man so keich, nicht wieder zu hören bekommen Da zudem Operettenpreife gelten, ist der Besuch dieser Vorstellung auch auf Operettengutscheme möglich — Wiederholt sei auf das Gastspiel der Äammcr- tanzbühne Laban am SamStag. 26. März, hingewiesen. Rulolph Laban ist mit seiner Schule zweifellos ein Bahnbrecher des modernen TanzeS. Allen Sbeaierintereffenten steht ein hochinteressanter Abend in Aussicht. — Der Goethe-Bund lädt im heutigen Anzeigenteil zu seiner am Samstag, 26. März, stattsindenden Beethoven-Gedenkfeier ein. Die Feierrede, die Beethoven alS den großen Erzieher der Menschen schildern wird, hält der Dichter und Schriftsteller Dr. Richard P l alte n st e i n c r aus Wien. Rach seiner Gedenkrede -- so schreibt man uns wird Dr. Plat- tenfteiner aus seiner Beethovendichtung vorlesen, die Beethoven zeigt als Entsager im Danite häuslichen Elends, als Kämpfer, als Sieger und schließlich alS Lleberwinder. Die Feier wird umrahmt von Beethoven-Gesängen des Bauer- schen Gesangvereins. Gin Teil des Reinertrags soll der Volksspende zur Errichtung einer Beethoven - Gedächtnis - Tonhal e zugewiZen werden. Ein allseitiger 'Besuch dieser vielversprechenden Veranstaltung ist zu wünschen. — Die Volkshochschule Gießen empfiehlt ihren Hörern und Mitgliedern den Besuch der am 26. März ftaltfinbcnben Beethoven-Gedenkfeier des Goethe-Bundes. Karten zum ermäßigten Preis von 1 Mk. find auf der Geschäftsstelle zu haben. (Siehe heutige Anzeige.) Leipziger Soloquartet l für Kirchengesang. Es sei auch an dieser Stelle auf das Konzert des Leipziger Soloquartetts für Kirchengesang hingewiesen, das am Freitag, dem 25. März, in der IohanneSklrche stattfindet. (Siehe heutige Anzeige, l ** 60jahriges Sc ft eben der Nationalliberalen Partei. Am Sonntagnadjmit- tag feierte die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei im vollbesetzten Saale der Giebigshöhe das 60jährige Bestehen der Nationalliberalen Partei. Nach herzlichen Begrüßungsworten dcs Vorst änden, Prof. Dr. Ärausmüller, und einem von Frau Dr. Fischer und Herrn Franz Bauer jr. feinsinnig Dorgetragenen Musikstück sprach Fraulein Kleber-Friedberg in eindrucksvoller Wetz« den Prolog: „Zum Gedächtnis der Nctionallideralen Partei". Hierauf hielt Oberstudiendirektor Dr. R i n- gek - Wctzlar die Festrede. In etwa einstündigem Vortrag ging der Redner ein auf die Geschichte der Nationalliberalen Partei, verbreitete sich insbesondere in längeren Ausführungen über das Wefen des Liberalismus und zeigte, wie die liberalen Ideen des Freiherrn vom Stein den Ausgangspunkt zur Gründung des Nationalvereins, des Vorgängers der späteren Nationalliberalen Partei, bildeten. In überzeugender Weise legte er bann dar, daß zu dem liberalen Gedanken der nationale hinzukommen mußte, denn der Liberalismus muß dort Halt machen, wo er den Interessen des Vaterlandes zu nahe tritt. Die Forderung: „Bürgerliche Frei- h«it und nationale Einheit" wurde zur Parole der Nationalliberalen Partei und ist heute die der Deutschen Volkspartei. Starker Beifall dankte dem Redner für feine tiefgründigen Ausführungen. Im Anschluß an die Festrede beschloß die Versammlung, an den Parteiführer Dr. Strefcmann ein Huldigungstelegramm zu senden. Ein Atueites Musikstück, das ebenfalls von Frau Dr. Fischer und Herrn Franz Bauer jr. in gleich ansprechender Weise oorgclragen wurde, leitete über zu dem Theaterstück: „Der Herr Doktor", das von den Da- Als Velamy zeigte er echten Dragonerschneid, frisches, siegbewußles Draufgängertum. Im Trinklied des letzten Aktes (»Soldatenart" von Fran- Abt als Einlage) entfaltete er fein in der Mittellage glänzendes Organ. Auch in den anderen Rollen war zum Teil recht Erfreuliches zu erkennen. Eine Kabinettfigur gab Kurt Hampe als Thibaut. Sein Spiel verlieh dem Pächter die typische Bauernschlauheit, dem der Hörer gern die Untreue feiner Frau gönnte. Heinz Steinbrecher als Sylvain hatte namentlich im letzten Akt sehr beachtbare Augenblicke. Hedda Burger gab der Pächtersfrau einen Zug ins Vornehme und einen Zug von naiver Frische in Spiel und Gesang. Theo Kaiser war ein Prediger voll Würde und Wärme. Die Chöre zeigten stimmliche Frische, besonders im 2. Akt klangliche Abrundung. Dem Orchester fiel vielleicht die schwierigste Ausgibe zu. denn gerade in der Oper muß der Orchesterllang auf das Feinste abgetönt werden, da er den Untergrund für die Solisten abgeben muß. Das erfordert ausgiebige Routine, und wenn hier und da noch nicht alles nach Wunsch sich einfügen konnte, so werden die Kräfte und Fähigkeiten im Laufe weiterer SeftcIIter Anforderungen wachsen und sie steigern. 'n Kapellmeister Eugen Reff steht bem (Sanken eine anscheinend zielbewuhte Persönlichkeit vor. 3n Anbetracht der zur Verfügung stehenden Mittel führte cr die an musikalischen Schönheiten und charakteristischen Wendungen reiche Oper sehr geschickt durch. Für die Zukunft mühten die Blechinstrumente recht gehörige Dämpfung erfahren. Die Spielleitung hatte für eine abgerundete Durchführung der Handlung Sorge getragen. Die Stimmung der Flüchtlingsszene kam nicht einheitlich zur Geltung durch die Fußsreiheit einiger Choristinnen Karl Löffler und Ludwig Keim hatten stimmungsvolle Szenenbilder geschaffen, die jeden Vergleich mit größeren Bühnen aushalten können Für die Zuiunft wäre es zu wünschen, daß sich d.e Theaterleitung der Pflege der Spiel- cper und besonders des Singspiels des 18. Jahrhunderts annehme, denn es gibt da noch eine Reihe von Schätzen zu heben, die durch die Entwicklung der Zeit unverdienterweise in Vergessenheit geraten sind und die gerade aus den fernen Tetzlafs und Maternus und von den Herren Richter und Schirmer ganz vorttcfllch gespielt wurde. Um die Einübung des dazu gehörigen Kinderreigen» batte sich Ftt. v e l k c verdient gemacht. Die Begleitung der im Lustspiel vor- kommenden Gesangspartien geschah von Frau Professor Rolofs in feinsinniger Weise. Zum Schluß trug die Heimatdichterin Frau Dr. irroh - weinBuchner-Ebsdorf mundartliche Märchen und Gedichte vor und erntete damit starken Beifall. Vorbereitung und Durchführung des geselligen Teils lagen in den Händen von Frau Landgerichts- direktor S ch u d t und Frau Pros. R o l o s f, denen der Vorsitzende besonderen Dani aussprach. " Krüppelbeim-Baulotterie. Wie uns die Deamtenbank Damiftabt mitteilt, sind nun die letzten Lose au der Mannten Krüppel- beimbaulottcrie zum Verkauf ausgelegt. Es sind bereits weit über die Hälfte der Lose abgesetzt, woran die Schulkinder, die ihren bedrängten Kameraden mit unermüdlicher Opserwilligkeit immer und immer wieder Helsen wollen, daS Hanptverdienst haben. Die wegen der vielen karnevalistischen Veranstaltungen nur .bestellten Lose werden größtenteils jetzt fleißig abgcbolt. ein schöner Beweis dafür, daß trotz der Vergnügen der armen Krüppel gedacht wird Wer jetzt immer noch keine Lose hat. der kaufe recht bald davon, zumal cr neben der Förderung eine- idealen Zweckes auch noch ganz außergewöhnliche Gewinnchancen hat. Die Lose sind überall zu haben, wo die bekannten Schilder mit der Glücksvilla auShängcn. •* ReichSverband deutscher Ton- künstler und Musiklehrcr. Ortsgruppe Gießen. Man berichtet unS: 3n der Ortsgruppe des RDTM. gab Sri. Elisabeth Decker einen kurzen llcberblia über die Tonika Do Lehre, als ein Erziehungsmittel zum musikalischen Denken und bewußten Hören. Sie bewies die Vorzüge und die Anwendbarkeit dieser Lehre an einigen kleinen Mädchen. Diese acht- bis zehnjährigen Kinder, die vor vier Monaten musikalisch noch vollständig unerfahren waren, leisteten in Gchörübungen, Trcfsübungen unb im Absingen ganz Erstaunliches. Die Tonika Do Lehre ist in England entstanden und von der ausgezeichneten Musikerin Frau AgneS Hundoeg- aer vor etwa 20 Jahren nach Deutschland gebracht worden, wo sie gerade in den letzten Jahren lebhafte Anerkennung und Ausbreitung findet. Der Pestalvzzische Grundsatz: .Anschauung ist das absolute Fundament jeder Erkenntnis", liegt auch der T. D. Lehre zugrunde, denn sie verwendet zu ihrem lückenlosen Ölnfbau lebendige Anschauungs- und älebungSmittel. Eie regt ferner in hohem Maße das Selbstschaffen deS Schülers an und entwickelt die flcinfte musikalische Anlage T. D. gibt den elementaren Unterbau für jede Art einer späteren speziellen Musikbetätigung Wie man Buchstabieren-, Lautieren-. Lesen- und Schreibenlernen als Dorstusc deS deutschen Unterrichts verlangt, so fordert die neue Musikerziehung jeglichen Musikunterricht mit Hebungen zur Bildung deS Tonbewuhtseins. des Gehörs und des rhythmischen Gefühls zu beginnen. Da die T. D. Lehre, wie schon erwähnt, von den primitivsten Anschauungen und Vorstellungen ansgeht, so sollte man diese einfache Kunst deS Musizierens unsrer ganzen Jugend zukeil werden laHcr. •• Grundsätzliche Entscheidungen deS Großen Senats deS ReichSver- sorgungSgerichts. Die Kriegerkamerad- schaft „Hassia" teilt uns mit: Der Große Senat des Reichsversorgungsgerichts fällte, wie der Verband der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser" mitteilt, am 16. März Entscheidungen in drei wichtigen Versorgungsfragen Alle Fälle wurden zugunsten des Reichsfiskus und zuungunsten der Kriegsbeschädigten entschieden. Zunächst wurde die rückwirkende Kraft der durch die 4. Rovelle zum Reichsversorgungsgesetz cingeführten Ausschlußfrisk für Beantragung deS Beamtcnscheins endgültig festgelegt. Ferner wurde entschieden, daß Offiziere, die während des Krieges eine höhere Dienststelle innegehabt haben, für ihre Penfionsbezüge dann keine Vorteile aus der hieraus folgenden höheren Eingruppierung mehr haben sollen, wenn sie auf Grund ihre- Dienstgrades in der unteren Besoldungsgruppe dürfnissen der deutschen Schauspielbühne hervorgewachsen sind. — in— ..Unsere Emden". Lietzener Lichtspielhaus. Der Film von Glück und Errde des berühmtesten Schisses der alten deutschen Kriegsmarine. Roch einmal erlebt man in diesen Bildern, die aneinandergereiht wie eine Chronik deS Marinearchivs wirken, die phantastische 90tägigc KriegS- sahrt des Schisses, dessen Raine 1914 in der ganzen Welt bekannt und in allen Gewässern wie der .fliegende Hollander" gefürchtet war. 3m fernen Osten, vor Tsingtau, beginnt die Kaper- sahrt. bei den Keelingsinseln im einsamen Ozean findet sie ein ruhmreiches Ende. Von der weit überlegenen Artillerie des englischen Kreuzers .Sidney" furchtbar zusammengeschofsen, läuft die .Emden", in Brandwolken gehüllt, mit letzter Kraft auf den Strand: alle Geschütze sind unbrauchbar geworden, aber noch immer weht über den Rauch!chwaden die Kriegsflagge am Mast. Ilnb Kapitänleutnant Mücke, der mit dem Can» dungslorps auf den Kokosinseln zurückblkeb. rüstet sich schon zur neuen Fahri mit der kleinen .Ayelha" Was zwischen Anfang und Ende liegt, gewaltige Kapercrfolge. siegreiche Treffen mit feindlichen Kriegsschiffen, Beschießung von Madras. Zerstörung der britischen Grohfunl- Ration, ist wohl noch in aller Gedächtnis und braucht nicht erzählt zu werden 3n starken, sehr sachlichen Bildern, unter der planvollen Regie von LouiS Ralph geschaffen. wird dies alles der Rachwelt überliefert : der Film, den die Emclka ins Leben rief, ist ein historisches Dokument, auf das wir stolz fein dürsxn. Schauspielerisch ist das Werk, seiner ganzen Anlage nach, nicht übermäßig n giebig, aber es erhält eine besondere Rote durch die Mitwirkung einer Reihe von Angehörigen der aftiven Kreuzerbelatzang u. a. der Offiziere v.Mücke. Lauterbach Witthoefl und Benzler. Ralph, der Recnlleur. gibt taft- voll die Rolle des inzwischen verstorbenen Kommandanten Carl von Müller. -r- bereits eine entsprechende Pension erreicht baten. Schließlich wurde bestimmt, daß Schwerbeschädigte, die sich bereit- in einer Beamtenstellung befinden, den Beamtenschein nicht mehr erhalten können. --d. StadtischeHolzversteigerung. Bei der gestrigen Rutzholzversteigerung der Stadt wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenschnittyolz 1 bis 4. Kl. 35 bis 54 IE!., Eichenschnittholz 1 bis 4. Kl. 58 bis 136 Mk, Kies ern schnitt Holz 2. bis 3. Kl. 50 bis 74 Mk., Fichtenschnittholz 1. Kl. 73 Mk., Buchenbauholz 2. bis 4. Kl. 30 bis 38 Mk., Hainbuchenbauholz 4. bis 6. Kl. 36,50 Ml.. Eichenbauholz 3. bis 6 Kl. 25 bis 57 Mk., Kiefernbauholz 2 bis 5. Kl. 28 bis 47 MI., Fichtenbauholz 2. bis 4 Kl. 40 bis 50 Mt. je Fstm., Eichen-, Eschen-, Ahorn- Fichtenderbstangen 1. und 2. Kl. 30 bis 49 Mk. je Fstm.; Eichennuhscheiter 38 Mk.. Kieserunuy- scheit er 20 Mt., Kiefernrundscheiter 20 Mk. je Am. Oberhesten. Landkreis Gießen X Klein-Linden. 21. März. Die hiesige Spar- und Darlehn skasse hiel! am Samstagabend ihre diesjährige Generalversammlung ab. Einleitend erstattete der Direktor Fey den Geschäftsbericht, dem folgendes zu entnehmen war Der Sparverlehr ergab Ende 1926 insgesamt 7000 Mt.. gegen über 1900 Mt. im Jahre 1924; die Spareinlagen beliefen sicy>Endcl926 auf 57 500 Mt. gegenüber 8000 Mt. Ende 1921. Dank dieser Zunahme bet Spareinlagen tonnten alle Kreditgesuche der Möglicher aus eigenen Mitteln der Kasse befriedigt werden. Der Gesamtumsatz belief sich im Fahre 192C aus 400 000 Mark. Während d e Kosse 1923 bei der Gründung 20 Mitglieder zählte, ist die Mitglieder- zahl bis Ende 1926 auf 126 gestiegen Aach der vom A.chner Jung verlesenen Bilanz belaufen sich die Altiven auf 69 205,43 Mk die Passiven auf 67 827,23 Mk. her Reingewinn, somit aus 1378.20 Mt. Die Geschäftsanteile werden mit 12 Prozent verzinst, der verbleibende Rest des Reingewinns wird der Reserve und der Be-- triebsrücfiage zugeführt Dem Borstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt und die satzungsgemäst ausscheidenden Dorstandsund Aufsichtsratsinitgleder wiedergewählt. 3m weiteren Verlaufe der Versammlung hielt Oberrevisor Hartmann einen interessanten Vortrag über Zinsvolitik und gegenwärtige Finanzlage d. Heuchelheim, 21. Mär^. an unserem Orte wird gegenwärtig mit graftem Eifer für das im Juli hier stattsindende G a u i u r n s e st des Turngaues Hessen der D. T. gerüstet. Die vorn Turnverein gebildeten Ausschüsse bemühen sich eifrigst, für das volle Gelingen der Veranstaltung die besten Vorbedingungen zu schassen. 3n der Einwohnerschaft finden diese Bemühungen weitestgehendes Cntgegmkom- men. Dem Wohnungsausschust ist es jetzt schon gelungen, für fast sämtliche auswärtige Turner Privatquartiere sicherzu- [teilen. Die Gemeindeverwaltung hat im Hinblick auf das Fest vor kurzem die A erg rotze- rnngdes Sportplatzes und den Ausbau der dorthin führenden Straßen in Angriff genommen, jetzt beginnt sie. dem Abhang des Geiersberges ein würdiges Aussehen geben zu lassen. Dieser soll zu einer Anlage hcrge- richtet und mit einer Treppe zum Sportplatz versehen werden: ferner werden dort Blumen- und Ziersträucheranpflanzungen geschaffen. Die Arbeiten werden von Erwerbslosen ausgeführt 0 Lollar. 21. März. Einen öffentlichen Kolonialvvrtrag vermittelte die Orte* gruppe Lollar des Deutschen See Vereins. Am Samstagabend sprach im Saale „Ium KSchwancn" her Gouvemeiaentssekrelär a. D Dietz aus Darmstadt über „Deutsch-Ostafrika und ' seine Bedeutung für das deutsche Volk". Der Vortrag war belebt durch etwa 100 vom Vortragenden selbst ausgenommene farbige Lichtbilder. Der Redner war von 1895 ois 1919. zuerst als Pflanzer, bann als Kaufmann, schließlich als Beamter im Schutzgebiet tätig, das er infolgedessen gründlich kennt Reicher Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen. die den Zu- börern die kolonisatorische Eignung des Deutschen und die Rotwendigleit des Besitzes von Kolonien für unser Volk in klarer Weise erkennen Hetzen. Am Rachmittag ging der Vortrag für die älteren Schulkinder voraus. Ende dieses Monats scheidet der Kreisftraftenwart Heinrich E r t e l, wohnhaft im benachbarten Ruttershausen, nach 33jähriger Tätigkeit infolge Erreichung der Altersgreirze (65 Jahre) aus dem Dienst aus. Ein Rachfolger ist bis jetzt nicht bestellt. - Vor einigen Tagen wurde an dieser Stelle von der beabsichtigten Linienführung der Hasraba (Auiomobilstratze Hamburg Mailand) durch unsere Gegend berichtet. Danach mutzte angenommen werden, datz die Strafte, von Odenhausen kommend, entlang der rechten Lahnseite, hen Ort Ruttershausen links liegen lassend, also oberhalb des Friedhofs vorbeiführend, an der Landesgrenze der Strafte Ruttershausen - Witzmar in die Gemarkung Witzmar eintretend und durch diese in Richtung Wieseck- Gietzen geplant sei. Für den Kenner des Geländes war das einigermaßen zweifelhaft, bildet doch das etwa 30 Meter hohe seksige Gelände (Steinbrüche) an der Strafte Ruttershausen Oben» hausen (Hallermark), das durchstochen werden müfttc, grotze Schwierigkeiten für eine derartige Linienführung. Dazu kommt noch, datz dieser tiefe Einschnitt in eint Kurve zu liegen käme, hie gleichfalls nicht den Voraussetzungen und Be- dinaungen, die an den Bau dieser Strafte gestellt sind 'Radius nicht unter 500 Meter) entsprechen würde Es wird nun neuerdings bekannt. datz man von dieser Darstellung abgekommen ist und nunmehr beabsichtigt. die Auto- mobilstratze bereits in der Rühe des Haltepunktes Friedelhausen auf einer zu erbauenden Brücke die Lahn und durch eine Heber* füftrung die Main-Weser-Bahn überqueren zu lassen. Der weitere Weg führe bann durch die Gemarkung Staufenberg in Richtung Wieseck— Gietzen. ch Daubringen, 20. März. Gestern abend bot die hiesige Ortsgruppe be£ Raiffeisen- verbandes im Saale des Gastwirts Schäfer ihren Mitgliedern und Freunden einen Z a m i • lie nabenb, bet überaus stark besucht war. Rach den Begrützungsworten des ersten Vorsitzenden. Förster Braun, gab dieser ein anschauliches Bild des abgelaufenen Gcschäflsjahres und erläuterte in kurzen Zügen das wichtigste Geschäftsprinzip und die Bedeutung der Raifs- eisenvereinigung. Alsdann wurde Kaffee und Kuchen gereicht. Der unterhaltende Teil des Abends war Lehrer Henkel übertragen, der seiner Ausgabe ausS beste gerecht wurde. 11. a. wurde ein L i ch t b i ld e r v o r t r a g geboten, der die Anwesenden in 68 Raturaufnahmen im Geiste an die See führte Die Veranstaltung fand allgemeine Anerkennung f Grün berg, 21. März. Auf dem Gute Wart Hof ist man gegenwärtig damit beschäftigt, weite Flächen Ackerlandes als Viehweide anzulegen und einzuzäunen. Der Land- wirtschastskammerausschutz für Oberheffen. dem her Betrieb untersteht, beabsichtigt in diesem Jahre bedeutend mehr Jungvieh als bisher hier auf die Weide zu schicken. Der kleine Rest des verbleibenden Ackerlandes wird in diesem Zähre zum letztenmal mit Gerste und Klee bc= stellt, vom nächsten Jahre ab wird auch diese Fläche als Viehweide 'Verwendung finden. Als Ackerland sollen bann nur 5 bis 6 Morgen bewirtschaftet werden, während der übrige Teil, ungefähr 350 Morgen, als Weideland Benutzung findet. Man hofft, vom nächsten Jahre ab etwa 400 Stück Rindvieh hier zur Weide bringen zu können. 1- Harbach. 21. März. Der Gemeinde- rat hat den Betrag von 600 Mark zur Vornahme oon Schürfungen nach Basalt am Spielberge. 1 Km. von her Haltestelle Hqrbach entfernt, bewilligt. Die Arbeiten sollen von den 18 Erwerbslosen des Ortes ausgesichrl werden. Man hofft ein abbauwürdiges Basaltvorkommen anzutrefsen Falls das Ausmaß des Basaltes lohnend ist. will man zum Abtransport her Steine bis zur Hciltestelle der Butzbach Sicher Bahn eine Schmalspurbahn erbauen. -- L i ch. 21. März. Die hiesige Vruder- schaft des I u n g d e u t s ch e n Ordens veranstaltete am Samstagabend in der Turnhalle einen sehr gut besuchten Vortrags- und Familien ab end. der sich in seinen Darbietungen auf beachtlicher Höhe zeigte. Durch die Mitwirkung des hiesigen Posaunenchors und des hessischen Voltsdichters Wilhelm Reuter erhielt die Vortragssolge inhaltlich eine wertvolle Bereicherung. Die Ansprache des letzteren über ..Passionszeiten des deutschen Volkes" und seine Vorträge aus eigenen Werken fanden ungeteilten Beifall. Sehr wirkungsvoll wurde von Mitgliedern der Bruderschaft Th. Körners „Detter aus Bremen" gespielt. Dechant Lenz sprach ein wirkungsvolles Schlußwort. Lich, 21. März. Einen seltenen Kunstgenuß bot der Gesangverein „Eäcilia". der für gestern zu seinem diesjährigen Konzert in die erweiterte Turnhalle ctngelaben hatte. Recht zahlreich hatte das Publikum von Lich und älmgegend der Einladung Folge geleistet-, namentlich hatten sich die Brudervereine von Gietzen stark eingesunden Der konzertgebende Verein hatte ein erstklassiges Programm zusammengestellt. das von hohem volksbildendem Geist getragen war. Stimmungsvoll fügte fich der erste Teil des Programms in die gegenwärtige Pas- sionszeit ein. galt er doch dem Gedächtnis unseres größten deutschen Meisters der Musik. Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Mit dem machtvollen Choral: ..Dir, dir, Jehova, will ich fingen" wurde das Konzert eingeleitet. Es wechselten Bach'sche Musikstücke für Cello und Bariton ab. Den Höhepunkt, vielleicht deS ganzen Programms, bildete das für Männerchor ausgearbeitete, auf höchster musikalischer Stufe stehende Lied: „Bist du bei mir." Der zweite Teil brachte Mujikstücke von Mozart. Loewe Lassen. Henschel und Bruch und Chöre von Curti, Mendelssohn-Bartholdy, Abt, Hegar und andere. Datz der Verein auch schwierige Werke neuerer Komponisten ganz vorzüglich wiedergehen kann, bewies der hervorragende Vortrag von Hegars: ..Schlafwandel". Auch die übrigen Chöre fanden dankbarste Ausnahme. Als Cellist war Bruno H e r r m a n n - Gietzen gewonnen worden, der sein Instrument meisterhaft beherrschte. Sein Larghetto von Mozart war ein Kunstgenuß ersten Ranges, wie auch seine übrigen Vorträge stürmischen Beifall auslösten. Der Baritonist Wilhelm Schmidt von der Mainzer Oper, Sohn eines geborenen Lichers, fügte sich mit seinen Liedern passend dem Ganzen ein. Mil seiner machtvollen, klaren Stimme wurde er seiner schweren Ausgabe gerecht. Besonders gefiel die Ballade von Loewe: ..Der Röck." Herr Schmidt sowohl wie Herr Herrmann wurden durch starken Beifall zu einer Beigabe genötigt Die Leitung des ganzen Konzerts, wie auch die funftfinnige Begleitung des Cellisten und des Sängers, lagen in der Hand des Chormeisters, Lehrer Karl Stein von Lich. Ihm besonders gebührt das Verdienst, den Verein auf diese hohe gesangliche Stuse gebracht zu haben. Aus der nördlichen Wette rau. 21 März. Die teuren Kanosselpreise und der Preissturz für fette Schweine haben nun endlich einen merklichen Rückgang der Ferkelpreise gebracht. Es kostete das Ferkel, vier Wochen alt. 26 bis 29 Mk. für knappere Darc wird entsprechend weniger gefordert. Die Ferkel- Händler wollen sich mir zögernd an biete 'Ereife gewöhnen. Kreis Friedberg Zriebberg. 21. März. Sine interessante Zusammenstellung hat bas hiesige S k a n b e s • am t her Oesfentlichkeit übergeben: Es hantelt sich um eine älebersicht über die G eb u r t s -, H c i - rats - und Stcrbefälle im Jahre 1913 und in den Jahren 1916 bis 1926. Das Jahr 1913 wies 204 Geburten, 71 Heiraten und 158 Sterbefälle auf, während für das Jahr 1926 die entsprechenden Zahlen 161. 74 und 137 lauten. Die Kurve, die die beiden Jahre 1913 und 1926 verbindet, zeigt merkliche Schwankungen. 'Die Geburtenzahl erreicht 1918 mit 103 ihren riessten Stand, wäh- rend sie mit 207 in 1923 den eianh von 1913 übersteigt. Die Zahl der Eheschließungen fäfi: 1916 auf 34. steigt dann langsam wieder, um 1920 ihren höchsten Stand mit 131 zu erreichen, und von da ab wieder aus die Durchschnittszahl der Vorkriegsjahre zu fallen. Die Zahl der Sterbesälle erreichte mit 260 im Grippejahre 1918 ihre größte Höhe, sie war mit 127 am geringsten 1925/ DSR. Friedberg, 21. März. Der Fuft- ballverein Olympia in Friedberg-Fauerbach weilte gestern in Assenheim zum Ausirag eines Spieles mit dem dortigen Verein. Im Verlause des Spiels zeigte sich Olympia überlegen. Das ver- anlaftte mehrere junge Leute von Assenheim. tätlich gegen die technisch bessere Mannschaft vorzugehen. Im Verlause der Schlägerei wurde die Situation für Olympia sehr bedrohlich. so haft das lleberfallfommanbo der Schutzvolizei eingreifen und die Olympianer unter feinem Schutz aus Assenhci.n herausführen mutzte. Auch das Messer spielte bei der Keilerei eine traurige Rolle. Zwei Personen wurden erheblich v erlebt inS hiesige Bürger- Hospital eingeliefert. y. Wölsersheim, 21 März. Vorige Woche hat sich hier aus Mitgliedern des M t l i- tärvereins eine Schützenabteilung gebildet. Dieser können als aktive Mitglieder nur gediente Soldaten beitret en. Die Schießübungen /ollen mit kleinkalibrigem Gewehr (c Millimeter) vorgenommen werden Vorstand ist Landwirt Heinrich Schmidt. In der Gemeinberars- sihung ist u.a. auch die Vergebung der G e m e i n d ea r b e i t e n genehmigt worden. Danach erhält der Gänsehirt 173 Mc.. für Fütterung und Pflege Dreier Bullen werden 1418 Ml, für das Halten zweier Eber 500 Mk., für das Halten dreier Ziegenböcke 600 Mk. und für das Vorführen der Bullen 550 Mk. gewährt Für das Reinigen der drei Echulsäle wurden 450 Mk., für die Säuberung der Gemeindepkäye in der Dors- stratze 523 Mk. und für Bereithalten her Pferde zum Fahren der Feuerspritze 15 Mk. bewilligt. Die Vergütung des Schweinehirten und Totengräbers wurden von 120 auf 150 Mk jährlich erhöht SUTie Büdingen. WSR. Büdingen, 21. März. DeimSpielen fiel das dreijährige Söhnchen ves Forst ersKreu her in den hochgehenden Seern en- bach. Das 13jährige Töchterchen des Försters Faust, das den VoHall bemerkte, sprang dem Kinde, daS schon über 60 Meter von der Strömung fortgerissen worden war. nach und rettete e s mit eigener Lebensgefahr unter großen Anstrengungen vom Tode des Ertrinkens. * Büdingen. 21. März. Am Samstag fand in der Walther'schen Gastwirtschaft zu Stockheim eine Versammlung von Vertrauensmännern der Kreisgruppe Büdingen der Deutschnationalen Volkspartei statt. Satzungsgemätz wurde die Reuwahl des Vorstandes vorgenommen. Hieraus hielt Studienrct Dr Lenz-Gietzen einen mit grotzem und verdientem Beifall aufgenommenen Tort tag über „Po- litische Zeit- und Streitfragen" Eine rege Aus' spräche schloß sich an. ow. Ober-Widder Sh ei m. 2i März In den letzten Tagen kamen die Grund ft ü d c der Pfarrei Ober-Widders heim zm Reuverpachtung für die nächsten 9 Jahre. Dabei wurden in der Gemarkung Ober-Widders heim für den Morgen Ackerland durchschnittlich 35 Mk., für Wiesen pro Morgen durchschnittlich 60 Mk. geboten. In der Gemarkung Ilnter-Wih- derSheim kam Ackerland pro Morgen auf 36 Qllf .. Wiesen auf 43 Mk. zu stehen. Die Preise in der Gemarkung Ober-Wibcersheim entsprechen etwa den Preisen im Jahre 1914. während in her Gemarkung Ünter-Wi doersyeim nur etwa drei Viertel des Pachtpreifes von 1914 erzielt wurden. Die Pächter übernahmen nach den Verpachtungs- bedingungen auch die Verpflichtung, zu dem Pachtpreis noch einen Zuschlag von 20 Proz. zu zahlen zur Abgeltung der auf den Grundstücken lastenden Abgaben, die dann von der Verpächterin entrichtet werden. Ranientlich die in der Gemarkung Ober-Widdersheim gebotenen Preise zeigen, datz unsere landwirtscdasttreibende Bevölkerung doch immer noch mit ihrer treuen fleißigen Arbeit aus dem Grund und Boden Werte zu schaffen sich zutraut. :. O b e r - W i d d e r s h e i m , 2l. März. In der Gastwirtschast Friedrich Schneider sprach am Samstagabend Diplom-Landwirt Gräber von her Landwirtschastskammer über das Thema: „Die Bedeutung der Grünlandwirtschasl". Seine Ausführungen fanden bei den Erschienenen lebhaften Beifall. Starkenburg. WSR. Offenbach. 21. März Die alle, nicht auszurottende Unfitte, Schalen von Obst und Sübsrüchten achtlos auf hie- Stratze zu werfen, hatte hier einen schweren Unfall zur Folge In der Bieberer Stratze trat ein 75 Jahre aller Herr beim Spazierengehen auf eine Orange- schale. glitt aus und stürzte lo unglücklich auf das Pflaster, datz er sich schwere Verletzungen an Kops Händen und Beinen zu- zog. Der Verletzte mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen WSR. Heppenheim a. d. Bergstraße 21. März. Der Frühlingsanfang hat fich an der Bergstraße in echter Frühlingsweise aus- gewirkt. Rachdem schon 'eit einigen Tagen Bäume und Sträucher ein l.chles Grün tragen, zeigen sich seit gestern nach schon die ersten Frühobstblüten. Den Beginn machen die Mandelbäume, die feit gestern und heute fast an der ganzen Bergstraße, von Gtoingcnbera über Bensheim und Heppenheim bis nach Weinheim. in voller Blüte tzehen und ein wunderbares Bild bieten. Hoffentlich gibt es während der Blütezeit feinen Kälterückiall Rheinhessen. WER. Bingen. 21. März. Durch .... Baufachmann wurde dem hiesigen Stadtv.7 a in t vorgeworfen, daß bei den zur Zeil im K begriffenen SiedlungSbauten Der fchwc düng getrieben werde. Gleichzeitig- MtirD h . Verdacht ausgesprochen, datz ein hiesiger ■ Werker und Stadtverordneter unc laubte Abrede vor der Submission gc troffen habe. Die Stadtverordnetenver^ammlu! hat jetzt an die Verwaltung eine Anfrage gerichtet. in der sie verlangt, daß diese Vorwü-. amtlich geprüft werden und datz. falle fich hie Vorwürfe bewahrheiten die nötigen Schrill unternommen werden sollen. Zur Klärung bei Sachlage hat der beschuldigte Ltadtverordn bereits seinenrils Privatklage angestrengt. Preußen. Sivciö Wetzlar. | Wetzlar, 21. März. Zur Behebung ö c r Hochwassergefahr laßt die Stadt unlc halb des großen Wehres bis zur Etarkenweid. eine erhebliche Verbreiterung des Flußbettes der Lahn vornehmen. Von der großen Bleiche werden große Erbmassen abgetragen und zur Auffüllung des verbleibcnben Geländes benutzt. Auch soll ein Hochwasserdamm um dv ganze Insel gezogen werden Erfreulicherwei' können bei diesen Arbeiten eine große Zahl von Erwerbslosen beschäsligt werde! die hierdurct' für mehrere Monate lohnenden Verdienst erhallen. - Die seit einiger Zeit eingerichtete Autobuslinie vom Bahnhof bis um ft ä h : Krankenhaus erfreut sich einer steigender Beliebtheit. Die Linie, die die H. uptverkehrs ft raßen der Stadt etwa halbstündlich passic' hat Anschluß an die meisten von hier abgehend, und anlommenden Züge. Da ein Bedürfnis g für weitere Stadtteile besteht, so ist mit ein Vermehrung der Linien und einer Bei stärkung des Wagenparks in nächster Zeit rechnen. Der Wunsch einiger in der Rähe liegen der Orte, wie Rauborn usw aui Einbeziehung in diese neuen Verkehrslinien dürste oloh.n ebenfalls in Erfüllung gehen O Dornholzhausen. 21. Marz erste Schnepfe im Distrikt . Brand" des ftieft gen Gemeindcwaldes schoß der Landwirt A n i r Althen von hier. Zur Hebu> g der Sctzw. in zücht, d. h. zur Verbesserung der nt und mi-z lichst hoher Verwertung der gezüchteten Tic«- gründete sich hier eine S ch w e i n e z i. h ' a - nossenschaft Als Zuchtrichtung hat b> e- nossenschast die des veredelten 9c«r5fc^tDeiii2e q.- wählt Ein Eber, der demnächst ancA'öc' uerben ’Tolt, ist bereits beschafft und einem Mitglieds hei Genossenschaft in Haltung gegeben. ES ipär? zu wünschen, wenn der Genossenschaft auch von h< Gemeinde eine Unterstützung in Gestalt einer B' - Hilfe zuteil würde Zu Vorstands'' tgli 'fern vo-.w den die Landwirte Anton Alt bei. T'-iIMt Braun und Anion Vogt 5 Großrechtenbach. 21. Mai> /. h; Lehrer der Bürgermeister, i Rechte r buch fand in der hiesigen Schule unter Leitung von Lehrer Gaß- Dutenhofen ein Turnkursu c- stall In dem Kursus wurde das neuere Turnen behau beit, das auch bei den diesjährigen Reichejugenbweli kämpfen norgeführt werden soll. kreis Marburg. WSR. Marburg. 21. März^ Auf wiederholte Eingaben der Dreihäuser Basalnndustrie hat jetzt der Kteisausschuß Marburg bei ber Marburger Kreisbahn den Tarif für Pflastersteine von 17 auf 15 Mark vorläufig aus ein Jahr ermäßigt. Um die Steigerung des Güterverkehrs auch der Allgemein' heit durch Verbesserung des au sich unrentablen Personenverkehrs zugute kommen zu lassen, beschloß der Ausschuß ferner, vom 1. Rkai b. I ab Mittwochs und SamstagS einen weiteren gemischten Zug von Marburg nach Dreihausen und zurück verkehren zu lassen. Weiter ßlaubtc der Kreis, ber Basaltinbustrie nicht entgegen- kommen zu können, da die Marburger Kreisbahn an sich schon die niedrigsten Tarife für Basaltmatertal habe. Maingau. W-SR. 5 r a n t f u r t a. M., 21. März. 9m Be triebe der Radiowerke Schneider-Opel A.-G. im Vorort Eschersheim hat sich am Samstagmiltag ein schweres Branbuugliikk ereignet. Der sechzehnjährige Lehrling Theodor Vogel hatte in der Neizungsanlage zu arbeiten und zum Reinigen un befugterroeije Benzin genommen. '21 uf bisher noch nicht aufgetläne Weise entzündete sich dabei ein Benzinbehälter, wodurch eine Erplosion erfolgte Der junge Mann erlitt dabei so schwere Brand wunden am ganzen Körper, daß er im Kranken Haus verstorben ist. . um» c—mwi ihiiw i i ■■■ CREME Creme Mouson heilt rauhe, rissige Haut in wenigen Stunden, schafft einen gleichmäßig schönen, zarten Teint und bewirkt dadurch jugendliches Aussehen. MOUSON Der gleichzeitige Gebrauch der milden, selbst empfindlichster Haut zuträglichen Creme Mouson-Seife ergänzt die Creme Mouson-Haulpflege in der günstigsten Weise. 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Mrz ?■ ranb“ bte hiefi Mitt Ante her&1)Mm udjt imb ir.e; .chtrten Ticr nezi.t.lyi - ig Hal d> L Schwein ■. q.- intA'btl ivrrbvr n Äilgüebe bet :n. ß« lobte ju sl auch von bc eflalt einer "V" iilgliebfiii w|r hei Til-Ii M Man io immer und Schwimmerinnen auf dem Internationalen Schwimmfest des *Kot>al BrusselleL Swimming 64ub zu Gaste Den ersten Kampf hatte D e r i ch S - Köln zu bestehen gegen Arne Borg Er wurde im f 00-Meter - Freistilschwimmen von dem schwedischen Meisterschwimmer in 1.01.4 geschlagen. Die Zeit von Derichs betrug 1.02.0. Erich Badem acher- Magdeburg ver- bes s e r t e im 200-Meter-Drustschwimmen seine n eigenen Rekord um 2 Sef. aus 2.48. Die übrigen Ergebnisse deS ersten Tages waren 200 Meter Brustschwimmen: Erkens- Oberhausen 3 28.6. 100-Meter-Hückenschwimmen Erster Fröhlich- Magdeburg 1.16.2; 200-Meter- Brust schwimmen: Erster Rademacher -Magdeburg 2.48 (neuer Rekord. 100 Meter beliebig für Damen Erste Frl. Braun- Rotterdam 1.17.2). Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Zu einer öffentlichen Kundgebung hatte der Reichsbund die striegsbe'chädigten am Sonntag- nachmittag in den Saal des Gewerkschaftshauses eingeladen. Schon vor Beainn ter Bersammfung war der Saal überfüllt; besonders zahlreich waren die Ärieflerroitmen erschienen. Der Bezirksleiter Benner eröffnete die Versammlung mit der Begrüßung der Erschienenen und Bewillkommnung der Vertreter der Behörden und Beamten der Dersorgungsämter. der Vertreter ter republikanischen Parteien und ter Presse. Zweck der Versammlung sei die Aufklärung ter Allgemeinheit über die Sage der Kriegsopfer und die Behandlung ter Fragen der Fürsorge in den gesetzgebenden stör perschaften. In die Behandlung der Tagesordnung: „Reichstag und Kriegsopfer" und „Die Zukunft ter Kriegs- opferoerforgung- teilten sich die (Bauleiter stlerx - stöln und M 0 m b e r g e r - Darmstadt. Der Referent Momderger betonte einleitend, daß man sich nicht nur mit der Versorgung der Mil-tä.ang. hörigen, sondern mit der Fürsorge im ganzen hr •dläftiflcn müsse. Wenn der letzte Krieg roirfhu der legte bleiben tolle, so wollen wir, sagte bei . Redner, die Lasten gern tragen, wenn nur unsere .'Unter von einem weiteren Kriege verschont blei bett. An Hand amtlichen Zahlenmaterials über bi- 'Lkriorgungsberechkigten vertrat Redner die For ' derung, daß mit allem Rachdruck die berechtigter Ansprüche der Kriegsopfer und ihrer Hinterblie i -nen verfochten werden müßten; die Menge von Gesetzen, die zudem in der Auslegung oerschieben unb oft zu ungunften der Beschädigten gehandhabt würden, brächte keine Abhilfe, so daß grundsätzliche Aenberungen nötig seien. Die WidetitLnde, die ben daran geübt worben, baß von einer Seite, auf die der Felbderaausschuß keinen Einfluß hat. Plätze für Schaubuden und Spielzelte vermietet wurden. Mit Bedauern wurde festgestellt, daß hierdurch das älteste deutsche Beratest in seinem Anlehen her abgemindert wird. In diesem Jahre soll das Fel dbergfest am 2 6. Juni veranstaltet werden. An Hebungen für die einzelnen Wettkampfgruppen wurden fcftgelegt: Vierkampf der Männer: Wettspringen (4 bis 6 Meter), Steinstoßen, 15 Kilogramm (4,30 bi» 7B0 Meter). Lausen, 100 Meter (16 bis 12 Sek.), Freiübung (2. ter Äreiefeftübung). Vierkampf der Jugend: Weitspringen (3,40 bis 5,40 Meter). Kugelstoßen, 5 Kilo aus dem Kreis (6,60 bi» 10,60 Meter), Laufen, 100 Meter (168 bis 12z Sek.), Freiübung (wie oben), After» kl affe, Iahrg. 1 8 8 2 —89 • Hoch- springen (1 bis 1,50 Meter, mit eingelegtem Brett), Kugelstoßen 10 Kilo (5 bis 9 Meter), Laufen. 75 Meter (14 bi» 10 Sek.). Freiübung (wie oben). Altersklasse. Iahrg. 1881 unb älter Hochsprlngen (0,90 bis 1*40 Meter, mit eingelegtem Brett), Kugelstoßen 10 Kilo (4 bi» 8 Meter), Laufen. 50 Meter (10 bi» 6 Sek.), Freiübung (wie oben). Turnerinnen: Weitspringen (2,40 bis 4,40 Meter), Kugelstoßen 3} Kilo (6 bis 10 Meter au» dem Kreis), Laufen, 75 Meter (14? bis 10? Sek.). Feiübung (wie oben). Der Mannschaftskampf um das Hölsu n- genhorn umfaß: Weitspringen. Kugelstoßen (71 Kilo aus dem Mrd»), Kugelschocken 5 Kilo (10 bis 16 Meter), ciulauf (Körperschule), während der Mannschastskarnps um den Jahnsch 11b einen 5mal lOO-Meter-Lo i' und der Turnerinnenkainps um ben Brunhittenschild einen 4mal 75.Meter>Lauf vorschreibt. S. V. Darmstadt 98 süddeutscher Handballmeister. rm Da« Elückspiel bet süddeutschen Hand- ballmeisterschast zwischen ben beiden Gruppen- mriftrru C 8 M Darmstadt und Ppielvereini- = Frankfurt a. M., 20. Mär Turnhalle der Turngesellschost Frank Bornheim fand heute d er 8 6. F e l b I In der t a. M , ------rgfeft lurntfla unter der umsichtigen Leitung de» Bor- sitzenden des Foldbergsest-Äusschusses, Kaufmann Ph. R ö b i g , unter zahlreicher Beteiligung von Ser- freiem au» dein ganzen Mittekrheingebiet. auch aus Oberhessen, statt, .herzlich wurde des verstorbenen Kreioertreters Schulrat schmuck, eines eifrigen Förderers des Felddergsestes, gedacht. Die Berichte gingen rajch vonstatten, da durch die bereit» oorgenommenen Veröffentlichungen falt alles bekanntgegeben war unb auf dem lurntag nur noch Ergänzungen technischer Art notwendig mürben. Mit Freude und (Genugtuung wurde die Er- richNina des Turnerheims auf dem Feldberg begrüßt, dessen Räume bei der Durchführung des Festes sich als überaus nützlich erwiesen und den Festau»sck)uß in die Sage versetzten, in Zukunft die Deranstattung immer mehr auszubauen. Das Fest nahm im vergangenen Jahre einen würdigen IBer lauf- Wettkämpfer unb Zuschauer nahmen in einer so gewaltigen Anzahl teil, wie bei keinem Feld- bergfefte zuvor. Mit Recht ist scharfe Kritik fiung Furch, das am Sonntag ;n Furch statt- anb, endete unentschieden 1:1 (0:0). Damit hat der S. 23. Darmstadt die süddeutschc Handvall- Meisterschaft gewonnen, da er das erste Spiel am vorigm Sonntag in Darmstadt mit 5:1 als Sieget beendet hatte. Neue Weltrekorde Wider. Philadelphia, 21. März. (2VDB. Fund- sprach.) 2vide brach gestern hier zwei Weltrekorde im Lausen, und zwar über 1,15 Meile in 7 Minuten 53' -, Sekunde und über 3000 Meter in 8 Minuten 22?/, Sekunden. Um die westdeutsche Fuhball- me sterschaft. Arminia Bielcfelb geschlagen — Schalle 04 Favorit. vo. DaS interessanteste Spiel in der Runde der westdeutschen DezirkSmeister bildete am Sonntag die Gelsenkirchener Begegnung Arminia Bielefeld gegen Schalke 04. in ter ter bisher ungeschlagene Westsalenmeister QIrminia durch den RuhroeAirlSmeister mit 3:0 geschlagen wurde. Damit ist Schatte 04, im zweiten Meisterschasts- spiel siegreich, Favorit für die 23erbandsmeister- fchaft; denn auch Duisburger 6.23. verlor einen Punkt — im dritten Meisterschaftsspiel — durch ein 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf. Alm daS Dabeileitende ging es in der Hagener Begegnung Hagen 05 gegen E. f. 2L Köln. Hagen bleibt nach der 0:3-Riederlage auf dem letzten Labellenplay. Vie Hunde ter westbeulschen Zweiten sah B. 23. Alkenessen erwartungsgemäß gegen Sportfreunde Siegen siegreich, fo daß der Ruhrbezirksvertreter hier zusammen mit Turu Düfsel- 3m Berliner Fußball brachten die bandsspielc am Sonntag Favoriten! lege ... Hertha mit 4:0 gegen Alemannia und Tennis- Borussia mit 8:1 gegen Meteor Eine lieber- raschung bildet der a:2-Sieg von Corso im 23er- Kriegsbeschädigten bereitet wurden, seien bewieiev durch dir Prozeße vor den Spnichkammem. van denen im (Beu Helsen allein monatlich 200 burdiyi- fechten seien; über 2000 seien noch anhängig. Redner stellte den Bezügen der Offiziere diejenigen ter Mannschaften gegenüber und erwähnte weiter eine größere Anzahl von Mängeln in ter Rrieg»fur iorye. Er forderte u. a. liebe mahnte ter Berus»- fursorge für ftriegerfinber. Zuweisung von Bescha« ti^ung»|teUen für Kriegsbeschädigte usw. Am Schluß sem.-l Ausführungen trat er für energische Wetter arbeit in der Richtung der nötigen Fürsorge zum Vesten ter Kriegsopfer unb ihrer Kinder em Gauleiter Ä l e r y hält es für notwendig, eine Seite ungelöster (fragen in ter Kriegssürwrge an diejenigen zu nchten. die an den Gesetzen maberaier. £er Reichstag sei sich einig, daß den Forderungen ter Kriegsbeschädigten nicht so entgegengekommei- lei. wie ev gerecht sei. Reichskanzler Marx selbst habe gesagt, daß die Bersorgung ter Kriegsopfer besondere Aufgabe de» Reiche» lei. Die gestellten Hoffnungen battenjid) nicht erfüllt. Dagegen seien Abstriche an ter Fürsorge vorgenommen wortei deren Beträge für Zwecke verwendet würden, bic mit der Versorguna nicht» zu tun hätten. Auch die Einsteiluna von 100 Millionen weniger in den Etat sei zu beklagen. Eine voraussichtliche Erhöhung bc Rente um 3 Proz. sei alles, wobei noch die öffent litte Meinung, die Erhöhung betrage 22 Proz., irr. führe; in der lat fei die Rente nur um 3 Proz., d. h. von 19 auf 22 Proz. erhöht worden. Die heute fr- zahlten Zusatzrenten sollten allen zugute kommen. Die jetzigen Zusatzrentner aber einen besonderen höheren Zusatz erhalten. Ss müsse aushören, daß die Rriegsrente der Armenuntcrstnnung gleichgestellt werde. Auch die Dreiteilung der stnegerwitwenrent.- in 40-, 50 -und 60prozentige. müffe verschwinden weil Frauen selten in Arbeitsstellen unteezubringe, feien. Redner führte Beilpiele an, nach denen die Witwenrenten nicht nur um die Hälfte gekürzt, in Zum Teil ganz gestrichen wurden. Der Rachwei» der Verschlirnmeruiia des Leiden» der Kriegsbe,chädigten sei infolge der Abweichung der ärztlichen (Gutachten von einander schwer zu erbringen. Die Elternrenten erforderten dringend Ausbesserung. Den ’teftrebun acn ter Gesetzgeber, auch hier eine Klasfisizierunq 6iiicinvibrmgen. müsse entgegenoetreten werden Ferner sei zu fordern die Heilbehandlung der striegshinterblietenen. weil diese nicht gegen Kraut keil versichert seien. Berechtigt sei weiter der An spruch auf Berufs- unb Wohiiungssürsorpe (Sieb luna), auf gesunde Wohnungen unb schliesslich B- schätigungsmögfichkeiten. da die Umstellung dei Wirtschaft die Beschäftigung von Kriegsbeschädigte!' erschwere. Der Masse derjenigen, die nicht zu ben Kriegsbeschädigten gehören, müsse die Berechtigung deren Forderungen klar gemacht werten. Rednei schloß mit der Aufforderung an die Unorganisierten zum Eintritt in den Reichsbund, es gehe nur bann weiter, wenn alle ein geschlossenes Ganzes bildeten Die Derfammlung zollte den Ausführungen bei der Redner großen Beifall. Außer einigen Deiner fungen des Herrn Sernmler Hungen, der eben falls eine ausreichende Versorgung der Kriegslu schädigten und der Hinterbliebenen forderte, rourh der vorgerückten Zeit wegen von einer Besprechung abgesehen. Der Vorstand wurde ermächtigt, gegen die beabsichtigte Schließung der Eifenbahnwerkstätte in Friedberg, in der Kriegsbeschäbigte beschäftigt werden, bei ter Reichseisenbahnbirektion unb im Hessischen Landtag verstellig zu werden. Zu Abge ordneten zur Haiiptversammlung des Bundes hr Homburg wurden die Herren Benner, Schneider, Scheibet imb Frau Korfchel gewählt Äirthlich** Und)ti(fiten. Evangelisch« Gemeinde». Stadtkirche. Mittwoch, den 23. März. 0:Paf- fionSgottesdienst. Pfarrvikar Hertel. Tvrcchffunden ber Nedaktion. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags. 5-omslog nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte TNanuskripte ohne beigefögfe» Rückporto wird keine Gewähr übernommen Unzeigenaus träge sind lediglich an die e s ch ä s t» st e l l e zu richten KiOS REGATTA X EINE ZiGARETTE f MiLDcocnWORZiG Nachdruck verboten 30 Fortsetzung «SET F WR1GIEYA.G. FRANKFURT o.MAlN MINI 2735V gebracht werben. Nächste Woche für nur 1 NM 24861) in der 02117 fiefudjt -Taubendünoßr 02064 lauft -BONBONS Ich habe ja alles in mir, was für 6 Teil er gute, nahrhafte Suppe not- ©ättnerei Moser, Wiesecker Weg io. S *** 20 Min. kochen lassen und schon bin ich fertig. Sie sparen Arbeit, Zeit und Kohlen, lMZenlkWMtMMM Mindestens zwei Schaufenster. Schriftliche Angebote unter 02118 an den Gießener Anzeiger Der Voranschlag der Gemeinde Stangenrod für Rj. 1927 liegt von Mittwoch, den 23. Mär; ab, eine Woche lang aus dem Amtszimmer der Bürgermeisterei offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vor- Es ist eine Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Stangenrod, den 20. März 1927. Hess. Bürgermeisterei. Knau ß. und andere Suppen in Wurstform. wie Blumenkohl. Reis mit Tomaten. Grvnkere ww. Motorrad sehr gut erhalten, vretSwert zu verk. Anzusehen bei OT leise konn's gehen!" Sie wischte sorgfältig ihre von Butter etwas fettigen Hände an einem graugestreisten Handtuch ab und fuhr dann liebkosend über Annemaries Wangen. Ein gehäufter Teller Nafch- werk baute sich mit verblüffender Geschwindigkeit vor dem Kind auf. Die getreue Alte hob es auf den breiten Hocker, rückte ihn an die Wand und ermunterte die Kleine zum Zugreifen. „Such' dir aus, mein Schnuckelchen, was dir am liebsten ist, und wenn du dich sattgegesien hast, darfst du mir helfen. So viel Arbeit habe ich für dich! Allein kann ich s fast nicht mehr erkraften!" Annemarie nickte bedächtig und aß, als habe man sie seit Tagen hungern lassen. Wenn Hanna ihr über die Locken strich, hielt sie deren Hand fest und druckte sie gegen die Wangen. „Nun Helf ich dir aber viel!" versicherte sie und säuberte sich Finger und Mäulchen mit einem Mundtuch. Sie hatte unter Hannas Anleitung schon die mannigfadjften Künste gelernt: das Besteck zusam- menjurichten, Brot auf Teller zu ordnen, Bier in Gläser zu füllen, ohne daß es überschäumte, und was derlei kleine Handgriffe mehr sind. Als die Klingt im Flur anschlug, lief Annemarie eilends, um zu öffnen. Es war Hilbertt. Sie knickste höflich. Er hob sie auf den Arm und trat mit ihr in die Küche. Hanna wandte sich halb nach ihm zurück unb nickte anerkennend: „Sie wissen gar nicht, wie gut Ihnen das steht, Herr Doktor! Jawohl! — Aber Sie haben's übersehen!" „Oho!" entfuhr es ihm. „Annemarie, sieh einmal nach, wieviel graue Haare ich schon habe!" Sie besah mit größter Genauigkeit seinen Kops, strich sogar den Scheitel etwas auseinander. „Gar keins, Onkel Doktor! Wirklich nicht!" bekräftigte sie. „Sehn Sie wohl. Sie böser Prophet!" lachte er. „Ich will mir's aber zu Herzen nehmen." Er stellte das Kind zu Boden und trat vergnügt in den Garten. Er hatte sogar noch ein Lächeln um Brauer 3onge von 18—20 Jahren als zweiter Hausdiener neiucbt fri«1* Hotel Prinz Carl. Intelligente MWH INI 2111er von 16 bis IS Zobren gefuchi. Borzusteilen Mitt- ivorb AiDifd’cn '•> unb 10 übt vorm. [02096 Wettaulage 56 1 2—4-Zimmer- Wohnunff beschlagnahmefrei, gegen Ab stand ße« flicht. Miete kann für einige Zett im voraus befahlt werden. Sebr. Angeb. n. 02100 a. d. Gien. An» Kinderloses Ebep. fucht in gutem Haufe schöne 2-Zlmm.- Wolinnne mit Küche u. eicftr. Lickt. Gr. Tauschwohnung Vorhand. Schr. Angeb. unter 02119 a. d Gieß. An». Großes möbl. Schlafzimmer m.Küchenben. sofort nef Schr. Ang unter 02t'i5 a. d. Gieß, An». Akademiker sticht auf fo'ort nut möbl. Zimmer mögL mit eigenem Ei"gnng. Schnick Sinneb m Preis u. 020S6 a. d. Gieß. An» Schürze abgefegt hatte, ffie sie herab kam, schob er seinen Arm durch den ihren und ging mit ihr nach Der Laube. Hanna sah den beiden nach. Ach, was hatte sie von dieser Ehe nicht alles gefürstet, und war nicht halb so schlimm geworden. Reichmann war in seine Frau verliebter, als er es in die Braut gewesen. Und die Liese brauchte nicht mehr zu knausern und zu darben und hatte Geld in den Händen, so viel, daß ihr manchmal ganz bange war, ob auch kein Pfennig unnütz aus- gegeben werde. Reichmann war im Grunde genommen doch ein recht guter Mann. Er hatte auch für Friedrich gesorgt. Der saß nun geborgen als Pförtner in dem großen Krankenhaus, hatte zwei nette, behagliche Stübchen, sein gutes Essen und ein ausreichendes Monatsgehalt obendrein. Wenn er nicht mehr schaffen konnte, war ihm das Bleiben gesichert worden. Es war alles ganz recht und schön, wenn nur die Freundschaft mit den Regenbachern nicht gewesen wäre. Aber die Liese war wie Wachs in ihres Mannes Händen und tat alles, was und wie er*s haben wollte. Sie jedoch würde schon die Augen offenhalten und eingreifen, wenn Gefahr drohte. Das Kindchen ließ sich am Ende übertölpeln und glaubte alles, was die Blonde ihr vorschwatzte. Hanna hörte das Rattern eines Kraftwagens und wie derselbe vor dem Garten hielt. Dann klang die so verhaßte Stimme der Regendächer Herrin durch das geöffnete Küchenfenster. Jedes Wort, das Nella sprach, konnte sie ohne Mühe aerftefjen. Hanna hätte sich am liebsten die Ohren zugehalten. „So eine Gerissene," brummelte sie. „Und war doch alles verlogen, was die sagte." Sie brachte es einfach nicht fertig, gerecht zu fein. Sie fühlte, daß kein ehrlicher Christenmensch solchen Haß tragen sollte. Aber sie hatte ihn doch. Wer konnte dawider?" Zwei Kinderfüße schlichen sachte über die Diele, zwei braungebrannte Aermchen schlangen sich um ihren Hals. Snnncnftr. 12 v. Braves, ehrt., sletß. Mädchen nicht nnt. 20Jabren, für Küche unb Haus »um 1. Avril b gutem VoUn in dauernde Stellung aef. w ftran M vier. Wieder Wen 10. Bauplatz zu lausen izesutt. Schriftliche Angebote unter 2740D an den Gießener Anzeiger._________ MW und fÄn- MWM sowie eine gebrauchte Teigteilmaschine zn kaufen aeiuckt. 301). £008615, Lauterbach tvenen) Am Schober Nr. A) «'Jut erhaltenes Damenrad zu kaufen odudjt. Schr. Ann u. 02104 an den GtestAnz. MM N. S. U , 4 P. 8-, Umstände halber preiswert zu verkaufen. 02106 Nordanlage 3 p. Gur erhalt., tetchrer jaaoiDoaen ein- unb zmetlpann, zu verkaufen. 02107 Südanlage IQ. Zweiflanrnnger Gasherd mit Gestell 11. kleiner weißer Küchenherd au verkauf. Anzufeh. Mittwoch Awtfchen 10 u. 11 ob. 3 u. 4. HobanneSttr. 15 V. Zll oeilo'iien: 1 ciicrnc Kassette, 1 Spaten, 1 Hacke. »2101 Liebigttttr. 75 Hl. Nutzholzverkauf. In der Nutzholzversteigerung vom 10. d. M. — erschienen im Gießener An- «iger vom 12. d. M. — ist insofern ein Fehler unterlaufen, als die Holznummern 50—56, 58, Gemeindewald.Ehringshausen nicht zu Los 4, sondern zu Los3 gehören. 2734D Ehringshausen (Kreis Wetzlar), den 21. März 1927. Der Bürgermeister. Wttkö MWcn IN allen HanSarb. u. Nähen durchaus erf, sucht f. balbSiellung in bürgerlich. Hanse Schr^ Angeb. u.02110 an d. Gletz. Anz. erb. | Verkäufe | Gm tjährtgeS Clbenburacr Hengstfohlen bat abzugeben ro‘D Hch. Liebermann, L«tt>t>»«t»rab.Gtes,en Etnenmttielichweren Tovveliväuuer- tlVaocn säst neu, bat preiswert abzugeben Vnnbrottt Melchior Wistncr, Cilebeefc, KreiS Gteßen. W~*D Elisabech stand vor dem großen Anrichttisch, schnitt Braten und legte Sardellen und Geräuchertes darauf. Auf der ziselierten Platte häuften sich die leckersten Dinge: Eier in seinen Schnitten, aus Formen gepreßte Buter, Steinpilze und Aspik waren dazwischengemengt. Die junge Frau öffnete die Tür, welche zum Garten führte, und lief nach den Gemüsebeeten, wo sie frisches Grün von Petersilie und Pastinak brach. Erst als sie zurückkam, erhielt Hanna eine Erwiderung. „Georg hat mir alles erzählt. Es ist nichts in feinem Leben, was ich nicht weiß", sagte sie unb strich ruhig ihre Brote weiter. ,,3d) sprech' auch nicht von deinem Mann Kindchen! Ich sprech' von ihr! Ich mag wetten, wenn du ihr einen Spiegel vorhältst, guckt sie jedesmal anders draus hervor! Probier's einmal, kleine Liefe!" Diese lachte hellauf. „Aber, Alterchen, was du alles an Einfällen hast! Was hat sie dir denn getan, daß du sie so gar nicht leiden magst?" ,Zch mag sie nicht!" kam es störrisch. „Aber ihr Kind, das hab' ich lieb, und ihn kann ich auch ganz gern haben!" „Nur mich nicht!" sagte eine lachende Stimme durchs offene Fenster. „Alle Heiligen! . . . Herr Doktor, daß Sie einen ober auch so erschrecken müssen!" „Nun wird's gut!" spottete er. „Wenn Sie auch noch Nerven bekommen, mach' ich ein Sanatorium auf. Wen Sie meine Frau nicht brauchen, dann lassen Sie mir die Liesl ein bißchen ab!" „Nehmen Sie s' nur, Herr Doktor! Ich werd' ganz gut allein auch fertig!" Reichmann blieb unten an den Steinstufen und wartete, bis Elisabeth ihre Kleiner Laden mit Zimmer zu mieten gesucht. 02116 Carl Geismar, Uhrmacher, Sonnenitraste 31. Wohnungstausch) ;!=3iintncr=$ol)n. gegen Z-Mnier-Mhn. zu tauschen gesucht. Schr. Ang. U. 02092 an den Gieß. Anz. Stellenangebote} sylir vornehme Reife- täugkeit suchen wir tüchtige Kraft, ebenfalls einige junge Herren oder Damen für unsere Propaganda-Abteilung. Borznstellen Mittwoch nachmittag 1 bis 4 Uhr bet Buß, Goelhestr. 29. [Stellengesuche) Braver, kräftiger Junge mit guten Schulzeugn. sucht auf kausmänn. Bureau Lehrstelle. Schriftl. Angeb. unt 02088 a. b. Gieß Anz. 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(Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten./ Dach dem kürzlich zwischen dem Deich und der türkischen Republik abgeschlossenen Rieder- loslungSvcrtragc, dessen Ratililationsurkunde nach der bereit- erfolgten Annahme im Reichstag und nach der Billigung durch die Ausschüsse des Parlaments in Angora in Kürze auSgetauschi werden dürsten, ist eS deutschen Staatsbürgern gestattet, in der Türkei Grundbesitz zu er- werben. Die wirtschaftliche Dot innerhalb Deutschland-, die in zahlreichen Deutschen den Wunsch auskeimen läßt, ihr Glück im Auslände zu versuchen, wird nun auch manchen von ihnen auf den Gedanken bringen, da- Land unserer ehemaligen Bundesgenossen alS Auswanderung S z i c l zu wählen. Gewist bietet das reiche und teilweise sehr fruchtbare Kleinasien günstige LebenSbedingun- gen für mindesten- die dreifache Anzahl von Menschen alS jetzt dort wohnen. Da- Gebiet der heutigen Türkei, da- etwa 7.11 Millionen Menschen beherbergt, ist großer als Deutschland und. wenn auch in großen Strichen al- Ackerland nicht verwendbar, klimatisch erheblich bevorzugt. ES würde also fremden Ansiedlern, besonder- wenn sie kulturell und in bezug auf Tüchtigkeit und Arbeitskraft den anatolischen Bauern überlegen sind, gewiß nicht allzu schwer fallen, nach Erlernung der llimatischen und WachStumSbedingungcn ihr gute- Fortkommen zu finden. Gerade da- aber ist es, was einer Ansiedlung und Seßhastmachung in Thrazien oder Anatolien die größten Schwierigkeiten in den Weg legf. Die heutige national« türkische Republik hat mit den größten Opfern und unerhörter Tatkraft unD Zielsicherheit, mit dem Schwerte in der Hand, sich ihre Unabhängigkeit erstellten. Sie verlangte alS Preis des Sieges nicht nur ihre äußere Selbständigkeit, sondern auch Kleinasien alS rein türkisches Land. Der verhaßte Armenier und der noch verhaßter« Grieche, die sich trotz jahrhundertelanger Unterdrückung durch das Groberervolk auf Grund ihrer größeren Geschäftstüchtigkeit und Emsigkeit zur wirtschaftlichen Oberschicht aufgeschwungen hatten, muhten hinaus. Und die Türkei ist peinlich darauf bedacht. keinen dieser fremden Keime Wurzel fassen zu lassen. Sie verzichtet daher bewußt auf eüte «schnelle und gründliche Erschließung des Lande- mit Hilfe ausländischen Kapitals und einzelner selbständiger ausländischer Unternehmer. Die läßt Dodenflächen unbebaut und Bodenschätze ungehoben, nur au- Scheu vor Abhängigkeiten irgendwelcher Art. Don diesem Gesichtspunkt aus gesehen, kann der Türkei naturgemäß nicht- daran liegen, einzelne srcmde Ansiedler, die sich hier eine neue Heimat gründen wollen, oder gar ganze Kolonien bei sich aufzunehmen, wenn sie sich im voraus Tagen muh, bah die Ueberlegenheit der Fremden über den einfachen Anawuer ihn in Kürze auf ein« wirtschaftliche und damit auch gesellschaftliche Stellung heben wird, die nicht im Interesse Angora- liegt. Selbstverständlich sind aber, wie oben gesagt, Ansiedlungen möglich. und vereinzelte deutsche Landwirte haben sich auch bereits nach vielen Mühen eine Existenz schaffen können, doch bleiben da- Ausnahmen, und e» ist woyl noch keinem gelungen, sich nennenswert mehr als den Lebensunterhalt zu erwerben. Man darf auch nicht vergessen, dah es selbstverständlich jederzeit in der Wacht der örtlichen türkischen Behörden und vielleicht auch der türkischen Bevölkerung liegt, Druckmittel aller Art anzuwendcn, um unbequemen Gästen das Leben zu verleiden. Außerdem wird man in der Wahl dieser Druckmittel hier kaum so zartfühlend sein, wie vielleicht in Europa Mancher bedauerliche Fall dieser Art hat sich hier abgespielt. Es ist für einen Europäer nicht leicht, sich dem Leben im Orient anzupassen und mit der umgebenden Bevölkerung mitzuleben. wie eS der Landwirt muh. Die Seele deS Orientalen, bcfon- ders des Türken von heute, ist ungeheuer emp- findlich und unbedachte Aeuherungcn oder Handlungen aus Unkenntnis können und werden tiefer verletzen. alS man gemeinhin im Abendland« annimmt. Die von der Regierung erstrebte Emanzipierung und die Lockerung religiöser Fesseln sind im Innern Anatoliens durchaus noch nicht so weit vorgeschritten, wie es von außen den Anschein hat. Im Grunde genommen bleibt der Europäer im Land« immer noch der ..Giaur". waS bei irgendwelchen Zwischenfällen sofort zum Durchbruch kommt. Es muh hier auf alle technischen, klimat lchen und sonstigen Schwierigkeiten verwiesen werden, von denen sich der mit heimischen Verhältnissen vertraute Landwirt kaum eine Vorstellung machen kann. Völlig ungenügende Verkehrsweg«, das Fehlen von Reparaturwerkstätten für landwirtschaftliche Waichinen. Heuschreckengefahr und kli- matische Überraschungen sind eine dauernde Quelle der Unsicherheit. Dazu kommt der Mangel an Arbeitskräften und vor allem die bislang völlig ungenügende Gesetzgebung und Rechtsprechung. der Mangel an gut geführten Grundbüchern und oft klarer Festlegung des Gigen- lumsrechtcs. Gute Aerzte oder Tierärzte sind im Innern Anatoliens nur sehr feiten anzu- !reffen und oft nur nach tagelangen Wagen- fahrt en zu erreichen. Eine Entschädigung für Kriegs- oder Manöverfchäden ist so gut wie ausgeschlossen. In einem Streit um Mein und Dein oder sonstige Gerechtsame wird sich die öffentliche Meinung in der heutigen Türkei, wenn auch das gerichtliche Urteil gerecht ausfällt, stets auf die Seite des Türken stellen. Und schon ist der Anlaß zu Reibereien gegeben. Man soll sich auch alS Deutscher hier keinerlei Illusionen hingebcn. Der Deutsche wird alS Tvurist oder Reisender im Inneren Anatoliens stets sreubig ausgenommen und gut bewirtet werden. Man hat in der Bevölkerung. daS muß gesagt fein, für Deutschland nach wie vor mehr Sympathien, alS für jede- andere europäische Land. Die- ändert sich aber, sobald der Deutsche als Konkurrent des Einheimischen auftritt. Und je mehr er vorbildlich und mustergültig wirkt, desto größer wird da- Mihtrauen und desto stärker die Gegensätzlichkeit. ES gibt wohl in der Türket eine Möglichkeit, als Landwirt vorwärts zu kommen und auch für später etwa- zurückzulegen, bann aber nicht al- Kolonift oder Siedler, sondern als Beamter. ES ist verschiedenen Deutschen gelungen. alS Verwalter größerer türkischer Güter sich durchzusetzen und durch zähe Arbeit und mustergültige Organisation die ihnen anvertrauten Betriebe auf eine verhältnismäßig hohe Stufe zu bringen und relativ ertragreich zu machen. Man follte aber als Verwalter darauf bedacht fein, dah man nicht mit bar Geld, sondern mit einem Prozentsatz der Ernte bezahlt wird. Brr allem aber ist es wichtig, sich vorher durch persönlichen Augenschein zu überzeugen w o nf a n bin gebt, und keine Bindungen ohne vorherige persönliche Orient.erung «inzugehen Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Türkei, die örtlich so verschieden sind, lassen sich meist nur an Ort und Stelle erkennen und verstehen. Gerüchte und Angaben anderer, vielleicht daran interessierter Persönlichkeiten sollte man mit der nötigen Zurückhaltung ausnehmen, jedenfalls sie nicht entscheidend werden lasten Es kann dem freundschaftlichen Verhältni- zwifchen Deutschland und der Türkei nur dienlich fein, wenn man in Deutschland weih. waS die heutige Türkei in landwirtschaftlicher Beziehung dem deutfchen Auswanderer zu bieten vermag. SS wird die deutsche Sympathie für da- türkische T'df erheblich ziehen, wenn die Zahl der Enttäuschten zunimmt; und es wird die türkisch« Zuneigung zu Deutschland nicht fördern. Denn man bei uns Maßnahmen entgegenstrebt und fie verkennt, die man in Angora aus völkifchen Gründen für geboten erachtet Die Ferngasversorgung. Don August Steding, Direktor d«S städtischen Gaswerkes in Gießen.'s Die Frage der Ferngasversorgung ist in letzter Zeit wiederholt Gegenstand eingehender Erörterungen in der Tages- und Fachpresse gewesen. Die Ferngasversorgung erstrebt die Zentralisierung der Herstellung von Gas in Kokereien und seine Verteilung durch Fernleitungen über ganze Länder. Die Gasversorgung der Kommunen soll somit nicht mehr durch eigene Gaswerke. sondern durch weitentfernte Zentralstellen gehandhabt werden. — 3m Gegensatz zu dem gegenwärtigen Riefenprojekt find FerngaSversor- gungsanlagen in fieinerem Ausmah mit geringerem Betriebsdruck schon feit Jahrzehnten auS- geführt, z. B. in Lübeck, Heidelberg, in Thüringen, in Riederschlefien, im Dolksstaat Sachsen und namentlich im Ruhrrevier, aber die jetzigen, in ihrer Großzügigkeit überraschenden Pläne über die Ferngasversorgung der rheinisch-westfälischen Kokereien tauchten erst vor einigen Monaten auf und werden merkwürdig forciert betrieben. Rach den Ausführungen der von Mitgliedern des rheinifch-westfälifchen Kohlenfyndikats gegründeten Aktiengesellschaft für Kohleverwertung (A. G. K.) in Essen, die das großzügige Fern- gasversorgungSprojekt zur Verwirklichung bringen will, soll in erster Linie eine produktive Ausnutzung der Ueberfchußgasmengen der Ruhrkokereien. ferner eine rationelle Verwertung minderwertiger Kohle und nicht zu allerletzt eine Absatzsteigerung der Ruhrkohle erreicht werden. Der Bergbau will nicht wieder wie in den letzten Jahren die geförderten Kohlen, welche durch Minderverbrauch der Industrie, der Haushaltungen und Elektrizitätswerke, die größtenteils von Wasser- oder Braunkohlenkraftwerken den Strom beziehen, unverkäuflich waren, auf bi« Halde bringen und verwittern lassen, sondern frisch verwerten. Rur infolge des vorjährigen englischen Bergari>eiterstreikS war es möglich, die Kohlenhalden im Ruhrrevier, die einen Bestand von nahezu 10 Millionen Tonnen aufwiesen, zu räumen. Der Generaldirektor der A G. K. hat in bet letzten Sitzung des Reichskohlenrates er- flärt: , Falls Gewähr für vollen Absatz der Kohlenförderung in den nächsten Jahren bestehe, denke man an der Ruhr nicht daran, auch nur einen einzigen Gasverforgungsvcrtrag abzuschließen." Hiermit ist wohl Har ausgesprochen, daß lediglich die Kohlenabfatzfrage den Anstoß zu dem Ferngasversorgungsprojekte gegeben hat. Die Versorgung der Gaswerke mit entsprechenden Kohlen stößt heute noch oft auf Schwierigkeiten, denn nur wenige Zechen fördern gute Gaskohle. Fettkohlen und andere Kohlensorten find in Mengen vorhanden und zeitweise schlecht verkäuflich Es wird nun beabsichtigt, in den Kokereien hauptsächlich solche Kohle zu verarbeiten, die schwer unterzubringen ist. Diese Kohle muß selbstverständlich aufbereitet fein; fie wird gesiebt, gewaschen, gemahlen und mit anderen Kohlensorten entsprechend gemischt. Rur eine aufbereitete Kohle gibt Gewähr für ein gutes Gas und einen festen Koks Die meisten Gaswerke können sich den Luxus einer kostspieligen Aufbereitungsanlage nicht erlauben und würden deshalb gern von den Zechen aufbereitete Kohle beziehen, wenn sie solche m der nötigen Menge und Sorte regelmäßig erhalten konnten. Ist es daher den an den Küsten und Wasserstraßen liegenden Gaswerken zu verdenken. wenn fie auf di« gute und billige englische Gaskoblc zurückgreifen, weil die englischen Lieferanten sich den Wünschen ihrer Abnehmer besser anpassen als die- durch das Ruhrkohlensyndikat zuweilen geschieht? Richtig ist der Einwand. daß es für die deutsch« Volkswirtschaft nicht tragbar ist. ausländische, besonders englische Koble zu verwenden, während für die in deutschen Bergwerken abfallende Feinkohle keine ausreichende Verwendung vorhanden ist. Die deutschen Gaswerke, die heute noch englische Kohlen verwenden, würden s-lbstverständlich auf deutsche Kohle zurückgreifen, wenn fie zu einem Preise geliefert würde, der ein wirtschaftliches Arbeiten der Werke ermöglichte. •) Herr Direktor Steding hat am Freitag in einer nichtöffentlichen Sitzung des Stadtparlaments und der Vertreter der Prelle einen außerordentlich fesselnden und lehrreichen Vortrag über die bedeutsame Frage der Ferngasversorgung gehalten. Dem Vortrag geben wir hier in seinen Hauptzügen Raum und empfehlen ihn der allgemeinen Aufmerksamkeit D. Reb. Die in sehr großer Zahl vorhandenen Heineren Gaswerke, namentlich Werke, die ohne Gas- fauger arbeiten, wirtschaften fehr unvorteilhaft, denn fie können mit ihren kleinen Oefen die Kohle nicht vollständig entgafen und benötigen eine zu große Unterfeuerung, sie verschwenden somit Kohle und Koks. Werke bis 1.5 Millionen Kubikmeter Iahreserzeugung verarbeiten auch meistens das unverkäuflich« Gaswasser nicht, sondern lassen es fortlaufen oder versickern. Hierdurch geht viel Stickstoff verloren, welchen die Landwirtschaft so dringend benötigt Richtig ist es. daß nach Verschwinden der kleineren Gaswerke die Kohle rationeller verwertet wird, mithin einer Ferngasversorgung in kleineren Ausmaßen nur zugestimmt werden kann. Der Gasverbrauch pro Kopf und Jahr beträgt in England 178 Kubikmeter und im Deutschen Reich im Durchschnitt nur 51 Kubikmeter; der Verbrauch kann somit noch wesentlich gesteigert werden, wenn Gas in allen Gemeinden eingeführt und wenn es billiger geliefert werden konnte. (In Gießen beträgt der Verbrauch pro Kopf und Jahr rund 100 Kubikmeter.) Die Gesamt-GaSerzeugung im Deutscheii Reich ist mit rund 3.5 Milliarden Kubikmeter festgestellt und soll nach den Berechnungen der AG. K. auf 8 diS 9 Milliarden gesteigert werden können. Die A. G. K. will nun die im Ruhrgebiet anfallenden Ueberfchußgasmengen, für welch« eine produktive Verwendung nicht vorhanden fein soll, der Allgemeinheit zuführen und. tote sie jetzt mitteilt, vorerst die bis jetzt noch nicht mit Gas versorgten Gebiet« erschließen und ungünstig arbeitende Gaswerke beliefern, fotoie die Spihen- deckung der an der Leistungsgrenze stehenden Gaswerke übernehmen. Die Ueberschuhmengen sollen nach den Angaben der A G. K etwa 9 Milliarden Kubikmeter betragen; Kenner der Kokereiverhältnisse schätzen jedoch die Meng« auf nur 2 biS 3 Milliarden Kubikmeter. Die QL G. K. hat die FerngaSpreife noch nicht bekannt gegeben, fie sollen aber so bemessen werden, daß sie frei Gasbehälter und Verbrauchsort etwas niedriger sind als bei der Eigengaserzeugung. Würden die Gaswerke auch von der Svndikatsabgabe. die für die Tonne Kohle 5 Mk. betragen soll, befreit, so könnten fie das Gas billiger Herstellen — immer frei Gasbehälter verstanden als die Kokereien berechnen wollen, die für sich die Eelbstverbraucherrechte in Anspruch nehmen und daher die Syndikatsabgabe sparen. Eine Reih« von Städten im rheinisch-westfälischen Industriebezirk bezieht Zechengas billigst aus der schon bestehenden Heinen Ruhrversorgung. Aber auch in diesen gewissermaßen auf der Kohle liegenden Städten sind die Verkaufspreise nicht geringer als in den entferntesten Mittelstädten Deullchlands mit eigenen Gaswerken. So beträgt der Verkaufspreis in Hamborn und Oberhausen 17 Pfennig, in Bochum und Essen 18 Pfennig, in Gelsenkirchen 19 Pf. und in Reuh 22 Pf. je Kubikmeter Gas von nur 4200 Wärmeeinheiten, während in Gießen für ein Gas von 5000 Wärmeeinheiten nur 20 Pf. für den Kubikmeter erhoben wird. — Zwischen dem Selbstkostenpreise des Gases frei Gasbehälter und den Olbgabepreisen an di« Gasverbraucher liegt noch ein langer Weg. Die Amortisation und Instandhaltung des Ortsrohmetzes, die QEb- tragung der übrigen auf einem Gaswerk ruhenden Lasten, z. B. Steuern, die heute nahezu 1 Pfennig je Kubikmeter GaS betragen, die Kosten der Verteilung einschl. Gasverluste im Rohrnetz, die Messung d«S Gases, die Ausgaben für die Einkassierung der Gasbeträge, überhaupt der ganze Verwaltungsapparat bleibt derselbe, einerlei. ob das Gas selbst erzeugt wird ober ob Fernbezug stattfindet; eine Verbilligung des Gases wird durch Fernbezug kaum eintreten. (Fortsetzung folgt.) Aus Dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt R r. 2 0 vom 18. März enthält: Bildung einer öffentlichen Waffergenoffen'chast der Gemarkung Annerod — Forst- und Waldfchutz. — Gesuch um Erlaubnis zur Erbauung eines neuen Schlachthauses in Allendort a. d. Lahn. — Territorial- geschichte der Wetterau. — Vergütung für den nebenamtlichen Fvrtbildungsschulunterricht. — Antreisung der Vergütung für die nebenamtlichen Handarbeitslehrerinnen. Dienstnachrichten. Tierpsychologische Beobachlungsstation Dietzen. Man schreibt unS Wie im vergangenen Jahre, so kann man auch in diesem Jahre beobachten. toi« sich täglich von 5 Uhr nachm. an zahlreiche Krähen vor dem Schiftenberger Weld« in der Gegend der GaUschen Tonwa> rtfldrtirfen......... 5% «volbmerikaner berliner J£>anbef«qcfe(lltijaft. Commerz und Privat Bank. Darmft. und Jiatioimlbant . Teimche Bank.........■ LiStonko Kommanbit Dresdner Bant...... Metall bank........... Miueldeiikiche Lreditbank. . Lcste reichischc Lveoiianstalr Neichtidonk...... Bochumer Guß Buder 'S............ DeiMch-Lnrembnrti..... (Actfentivfiirirer Bergwerke. . Hnrpencr Bergbau . . Stnlirotrfe LscherSiebeu. . . . .Kaliwerke Westeregeln Xmitolniile........... 'JJ.nmwäinann ........ ManS'elder Lbecbedars . Bhonir Bergbau....... Rneiutschc Äraunkoblen . . . Nuetnnahl........... iHieberf Montan Tclluö Berabau Bereinigte Stahlwerke .... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher rssoyv..... Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Analo Kent. Guano «Äotdlchmtdt.......... Holzverkohlung isarbcn Jnduktrte. . . NütgerSwerke......... Echeideanftalt......... Ass«. ElektnzttiitS-Gesellschaft Bergmann........... Elektr. Lieferungen...... Licht und Kraft Niainkrattwerke ..... Schuckerl . . . Siemens Jt Halske ...... Adlerwerke.filetier ..... Duimler Motoren. ..... Heyligenftaedt »Meguln Mannheimer Motoren . . . . FR-ianlfuriet Armaturen . . . Ao'.tfcrocnrabrif Braun . . .MetallgeseN'chaft Frankfurt. ' ‘Vct. Union A.-G Lchuh'adrlk Herz ...... Sichel.............. .leIHtoff Aschaffenburg. . . Wellston Waldhoi 3 21 ili.4 — 320 120,5 23.5 821 22,9 89 — 90.75 — 16 13.62 15,75 — 42,5 43.25 — — _ 255 — >1(1 206 210 207,12 377,5 276 280 278.62 ibx b jK5.fi 187 62 185.5 181.75 lö!l 181.4 179 5 (83 180.5 ■ 8°, 75 160,5 158.5 156 157,25 — 242 242 5 246 240 8 8 8.05 — 185 185,75 I86 186 6 2 185 — 185 188 123 121 122 120.6 183,5 — 184 183 1X5.5 183.72 184.13 184 224 5 281 223 — 2U2 — 200.25 199.5 »1)2.75 * . 260,6 19HJ6 93.5 92.6 04 91 5 14.76 113 213,9 212 MH 25 116 148.25 146,6 119.75 JIM 116.5 — 135 134 134.4 131.25 LSV 287 290 287,5 221,5 220 221.5 220.5 ItiH 9 166 168 165.6 127 — — 1'5,11 1*4,5 145,6 144,62 150 75 147.5 149.75 147,4 H5 142.6 14.1.6 141.75 161 K — — - 190,25 — 190.75 189 - eee 114 _ 149,9 140 149 147 73,6 — 298,5 297 298,25 286,5 189.5 137,75 159,75 137,75 238,6 281.6 w — 160.5 159,5 160,18 160.25 183 184.6 184.5 — — 198 195.25 196.6 196 196 197 182.25 — — — 173.76 * 174,6 171,76 .61 262 260,4 261,6 130 128 130 127 116 — 116 115,26 88 — — * 57,6 56,5 — — * 35 *> 20 — — 76 — 186 184 — 12Z.5 »- — — 77 — 78 — 5 —— 176,5 176.6 175 62 175 265,5 cGi 264 260.5 Deviseumar!t Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 21. März. 22. Mär;. Amtliche (Mdb Kotierung Brirr . Amtliche Notierung (Slctö Bricr ?(nifk» No» 168.49 168,91 166,48 168,90 Äuen. Brss-Ankw 1,778 58.63 160,91 1,782 1,778 58,51 1.782 oH.tiT 58.65 dhrisliania 110,19 109,81 110,29 5top.*nbaflen 112,23 112,51 112,26 112,66 112,54 <5to(tbo(m 112,64 112,98 112,94 HelsingforS 10,695 10,645 10.594 10,631 Stallen . . >8,9» 19,00 19,17 l».2i üonboit - - . 20.42! 20,493 20,4:9 20,491 Neutiork . . Tarl-3.... 1,209) 4,2195 1,299 4.219 16,4S 16,52 16,48 16,52 Sdjlveu . ■ 60,95 M ,12 80,94 61,14 Sva»i:n. 73,8J 74,01 74.07 .',060 74,25 Japan 2,070 2.074 2.073 sWto de R’ftn Dien in D 9.497 1.489 ,497 0.499 r?est. aboeff 69,20 59,54 >9.21 60,35 Pran . . . 12,462 12,502 12.465 12,605 Schrot) ■ 7.8H7 7,417 7,865 7,407 Budcipci! . 73.4b 73,04 78,46 78,61 a?ultiaricn MHZ 3,052 J.042 6,052 Lissabon . Danäa- . 21,555 21,615 21,555 21,60, bl,02 61, b2 81,57 81.77 fionftintin 2,113 8,123 4,11 ,12 At den . 5.54 5.56 6,49 fi.fil danaba 4.2'4 4.214 4.201 4,211 Uruuuaö 4.235 4,216 4.235 4.24.) Cairo ■ . 20.974 41.010 20.974 21.026 Berlin, 21 Mär» Geld Brie' Slnnrifanlldit Not«» ..... 4,196 4,216 *-5e1ainlif 'Jlolfit . ....... 5ö.t>0 53,.'•ü Tuiiiichc 'Jtoicn ...... 111,89 112,45 Gnglllrt)i‘ Diolen . ....... 20,416 .'0.515 Frainoiiiche .'loten ...... 16,51 16,50 potländilch7 'Jtoicn ..... 168.10 t68,91 itliilicnifcftt Noten...... 19,17 19,27 ■Jlorlocfltfdit Vlottn...... 109,77 UU.3.1 Tcmtdi CcftciT .ü ivv Kronn, 59.18 »9.49 Nuutattiichc ‘Ji’otcn..... 2,54 2.58 Cchlvcdiichc '.tioten...... 112 32 112,8h fitfiroeirer Vloirn ... ... Ml, 83 81,43 Svoitikche Noten....... 74.01 74..19 Tlch.cha'lowakilch-. Noten ■ . 12.456 12.49b Ungarischr Noten 78.27 79.69 Reichsbanldislont 5 Prozent. LombardzinSsuh T Prozent. Berliner Bürjc. Berlin, 22. März. Die starke Passivitül der deutjchen Außenhandelsbilanz im Monat Februar und die außerordentliche Gejchäftsstille führte zu- nächst zu einer 23 c r ft i m m n n g aus den Aktienmärkten. Die matte Tendenz, die gestern auf der Frankfurter Abendbörse hcruortrat, verstärkte die Verkäufe der Spekulation, so daß die ersten amtlichen Kurse durchschnittlich 2 Proz. niedriger lagen. Norddeutsche Wolle minus 6 Proz., Vereinigte Glanzstoff minus 9 Proz. Die Bnnkenkundschatt stand dem Effektenverkehr weiter abwartend gegenüber. 5pater hatte die Kursbewegung einen unregelmäßigen und schwankenden Charak- t e r. Die Umsätze erfuhren im werteren Verlaufe eine merkliche Einschränkung. Die Geldverhältnisse wurden nicht ungünstia aufgesaßt. Monctts- geld stellte sich auf 6? bis 7| Proz., doch soll zu diesen Sätzen nicht viel umgegangen sein. Im allgemeinen wurden für Moiwtsgeld 7 bis 83 Prozent verlangt. Demgegenüber blieb Tagesgeld zu Zj bis 5A Proz. angeboten. Warenwechsel mit Großbank- fiiro 47 , Proz. Im D e v i s e n v e r k e h r tret nach den wesentlichen Veränderungen, die sich zum Wochenbeginn einstellten, eine Beruhigung ein. Mailand erholte sich gegen London auf 106,60, dagegen lag Madrid eher weiter niedriger mit 27,61 gegen das Pfund. London gegen Kabel 4,8585. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,8547. Kram ...»^cr Börse. F r a n t f u r t a. M, 22. März. Tendenz: Ruhig und behauptet. Die heutige Effekten.- böric war gegenüber der Abendbörse nur wenig verändert. Die Vorgänge auf dem Balkan wurden etwas ruhiger beurteilt, wobei man auf diplo- malifctze B-uegung des Konfliktes hofft. Infolge- de!sen schritt die üpdulotion vorsichtig zu Rcu - e i n d e d u n g e n und einigen Meinungsläufen, so daß sich an den Hauptterminmärkten leichte Besserungen cinstell'en. Publikumsausträge lagen so gut wie keine vor. Der Geldmarkt zeigte ein unverändertes Bild. Tagesgeld war weiter leicht mit 3' . bis 3 i Prozent, Monats- geld 6 bis 73 4 Prozent gesucht. Privatdiskonten 4' 2 bis 4 „ Prozent. Olm heimischen Anleihemarkt war die Lage unverändert. Anleiheablösung 22.8. Von fremden Renten waren Besnier und Serben leicht befestigt, dagegen Türken erneui abgeschwächt. II. Bagdad 21. Am Effektenmärkte standen 2. G. Farben im Vordergründe des Interesses und zogen um 2 Proz. an. Gut befestigt waren ferner Siemens & Halste plus 3 Prozent. Don M o n t a n w e r t e n gewannen Mannesmann 2,5 Prozent und Rhein- stahl 1,25 Prozent. Schwächer setzten ein,: Buderus minus 0,5 Proz., Mansfelder minus 2.5 Proz., Riebeck minus 2,9 Proz. Bankaktien zumeist unverändert. Dresdner und Darmstädter etwas schwächer. Mitteldeutsche Credit wurden exklusive Dividende notiert und waren um 0.5 Prozent erhöht. Holzverkohlung bei ruhigem Geschäft plus 0.75. Scheidcanstalt bei lebhafter Nachfrage um 2 Prozent gebessert. Maschinen- und Metallwerte wieder eher schwächer. Bingwerke minus 2 Proz. Von Autoaltien waren RSäl. leicht beiestigt, dagegen gaben Kicher 2 Proz. nach. Gebr. Iung- hanns verloren 3,5 Proz. Der weitere Dörsen- Derlauf blieb zurückhaltend ohne erkennbare Tendenz. 3m Devisenoerkehr stellte sich Paris gegen London auf 124. Mailand 106,75. Zürich 25.2425. London-Kabel 4,8550. Die Reichsmark notierte gegen London 20,4675. gegen Kabel 4.2147 KrarrkfurLer 8 7 6 5 4 3 2 1 a b c d e t >4 h Weih Weih am Zuge getomnt. Weih 4 Steine Kc2; Ld3; Sg2: Be3 Schwarz: 3 Steine Keo: Bb4, h2. Lösung des Problems Ar. 97. Don Ed. Mazel. 1. Sh7-g5!, h6xg5 2. Ddl-d5H , Ke5xi4 3. Ld8Xg5 matt. 1 Sg2xf4 2. Dd’ -al-f-, Ke5 -f5 3. Dal -f6 matt. 1.. .Ke5xf4 2. Ddl-d4+, Kf4-f5 3. Dd4-fo matt. 1 Sg2-c3 2. Ddl 8 6 5 3 2 -d44-l Ke5xd4 3. Ld8 - f6 malt. !• . . LeS- f7 2 Ddlxdö-}-', Ke5xd6 3. Sg5xf7 matt. Anderes einfach. Richtige Lösungen zum Problem Rr. 97: Lehrer Dreidecker. B. Loos bis auf einige Varianten). Frankfurter Meisterschaft. Am diesjährigen Turnier um die Schachmeisterschaft der Stadt Frankfurt a M., welches am 21. Marz begonnen hat, beteiligen sich folgende 11 Spieler. Berlin, Haar. Holzberger, Keill. Klatte, Kort, Dr. Raumann, Riemann. Schiller, Spinat. Unger. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedatttonStisch. Manöver im Odenwald. In der „Tägl. Rundschau" erzählt P. v. Z.: Eine hessische Division hielt ihre Manöver im Odenwald ab. 3m Dorfe Dcrlich lag ein Bataillon im Quartier. Die Truppe hatte einen anstrengenden Tag hinter sich, am nächsten Tage sollte es wieder früh losgehen, also kroch alles frühzeitig in die diversen „Pennmollen". Rur in der ^Post" ging es lebhast zu In der „besieren" Wi'tsstube sahen die „Kvnoraischiore". Man unterhielt sich laut und lebhaft über die militärischen Tagesereignisse. Heber dem »Honoratschiorestibbche" versuchte der Bataillonskommandeur einzuschlafen. Es gelang nicht bei dem Lärm dort unten. Deshalb erschien der Bursche des Majors in der besseren Gaststube: »Der Herr Major lähl die Herren um etwas mehr Ruhe bitten, da er bei der lauten Unterhaltung nicht schlafen kann." Für wenige Minuten flaute die Unterhaltung ab, bald ging es wie bisher. Rach einer Diettel- ftunbe erschien der Bursche wieder mit demselben Anliegen. Der Erfolg war bet gleiche. Da kam der Bursche zum drittenmal: „®er Herr Major lässt sagen, wenn die Herren sich jetzt nicht ruhig verhallen, läßt der Herr Major die Wache holen und alle rausichmeistenl" Kriegserklärung! Peinliches Schweigen. Einem der Gäste stieg der Zweifel an der Berechtigung des Herrn Majors zu einem derartigen Verfahren auf. „ Herr Bürgermeister, kann der Major denn das?" Das Oberhaupt des Dorfes gab die weise Antwort: „Könne kann er'sch net. Wann er'sch atoer dut, liefe mer brauste." Der Fahneneid. Am Tage nach der Rekruten-Vereidigung ging der Dienst natürlich in den alten Gleisen weiter. Das Wetter war umgeschlagen, die Schneedecke fortgetaut, und groste, schwarze Lachen bildeten nun den Schauplatz der Handlung. Schant Schwob machte seinen Rekruten „‘Beine". „Hinter die Daumreihe marsch-marsch! — Ihr Kadetten, wollt ihr wohl laufen! — Zurück marsch- marsch!" Die Leute kommen angefchnauft, nehmen schnell durch Armausstrecken voneinander Zwischenraum und stehen dann stramm. Schant Schwob tritt vor die Mitte: „Ich glaube gar, da sind welche von euch um die Pfützen herumgelaufen. Seid ihr denn ganz des Deubels?! Jestern erst habt ihr geschworen: zu Wasser und zu Lande ...!“ (Tägl.Rundschau.) unterbrochen: hier kann die Verbindung, wie sie jetzt bestehl, kaum wiederhergestelll werben. Die geplanten Haftzellen im Kellergeschoß sind nicht zeitgemäß, sie können beim besten Willen nicht den heutigen Anforberungen entsprechend hergesiellt werden. Man hätte bei dieser Sache den Denkmalschutz ausschalten und das Gebäude abbrechcn sollen, wie dies jeder vernünftige Bausachverständige macht, wenn er einen alten, abbruchreifen Ban vor sich hat. Die Denkmalpflege hat ihre Berechtigung, aber auch ihre Grenze. Für einen tüchtigen Baumeister muß es eine Freude sein, wenn er — wie hier — an einem historischen Platze, wie der Landgraf- Philipp-Platz, einen Neubau errichten kann, der sich in das Ganze harmonisch .einfügt. Ein derartiger Neubau, direkt an die Ecke in die Front des Kreis- amtsgebäudes gebracht, hätte eine weit bessere Wirkung erzielt, als der Neubau einer alten baufälligen Scheuer. Jetzt ist es noch Zeit, die Sache zu ändern, die geringen Kosten, die bis letzt entstanden sind, noch zu verschmerzen. Es wäre zu wünschen, daß die sachverständigen Herren des Landtages fick) die Sache raschmöglichsteinmal ansehen, öie werden dann selbst zu der Ueberzeugung kommen, daß man hier keine so hohe Summe mehr verbaut, um so mehr, als bei uns Sparsamkeit dringend erforderlich ist. Mehrere Bausachverständige. Letzte Nachrichten. Ein schauerlicher Leichenfund in Bleichenbach. rl. vleichenbach, 22. März. Gestern früh wurde unser Dorf in große Aufregung verseht. Aus der etwas außerhalb des Dorfes liegenden Barfftein- unb Kalkbrennerei des Johann Michael D e s ch kamen dessen jugendliche Söhne verzweifelt und hilseslehend ins Dorf gelaufen. Sie waren wie gewöhnlich nichtsahnend aus ihren Schlasräumen im oberen Stockwerke des Hauses gekommen und hatten unten die lür zum Mohn- und Schlafzimmer der Eltern noch verschlossen oorgesunden. Als sie auf Rufen und pochen keine Antwort erhielten, erbrachen sie die Türe und sanden in der Schlas- kammer ihren 70jährigen Vater, ihre junge, 36 Jahre alte Stiefmutter und deren etwa 3jShriges Töchterchen tot vor. Der alte Vater lag kniend vor seinem Lett, den Kops in die Hände vergraben, die Stiefmutter halb augekleidet quer über dem ihrigen, das Kind aber friedlich in feinem Kinderbettchen. Man steht vor einem Rätsel. Der dicht neben dem Wohngebäude befindliche, zur Feit beschickte Kalkofen gibt zu der Vermutung Anlaß, es könne Kohlengasoergiftung oorllegen. Die Sektion der Leichen, die zur Stunde noch im (Bange ist, hat bisher auch noch keine weitere Auf- , flärung gebracht Rundfunk-Programm. Mittwoch, 23. März: 3.30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45: Konzert des Hausorchesters: Reue Operetten. 5.45 bis 6.05: Die Bücherstunde. 6.15 bis 6.30: Uebertragung von Kassel: Die Stunde der Frau. 6.30 bis 6.45: Denckenbergviertelstunde: ..Beantwortung von Briesen" durck Prof. Dcevcr- inann. 7.15 bis 7.45: Funkhochschule: „Altdeutsche Tafelmalerei XXIII.", Dortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städclschen Kunstinstitut. 7.45 bis 8.15: „(Junge russische Dichter", Vortrag von Dr. Walter Benjamin. 8.15: „Wer weint um Iuckenack?" Tragikomödie in 3 Akten von HanS Iose Rehfisch. Ä?ettcrvorausiage. Bei langsamer Zunahme der Bewölkung milde und später allmählich Neigung zu Niederschlägen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 16 Gr. Celsius. Minimum: 2,3 Grad Celsius. Heutige Mor> gentemperatur: 0,8 Grad Celsius. Vücherlisch. D Hauszins st euer auf Grund Der Preußischen Hauszinssteuerverordnung vom 2. Iuli 1926 l bärgest eilt und kommentiert von Rechtsanwall Drumbh, Berlin, Stadtrat D.) (Industrieverlag Spaeth u. Linde. Berlin Vp 10. Preis geh. 3 Mk.) — Das Büchlein ist ein guter Berater, den man ernster Beachtung empfehlen kann. 435 Doppelte Federung Ihres Wagens erzielen Sie durch den Niederdruck-Reifen. Er wirkt wie ein weiches Kissen, dämpft alle Stöße der Straße und leitet sie nicht auf den q Wagen weiter. Ihr Wagen läuft selbst auf schlechtesten Straßen ruhig mit: 9 „Fahr' Conti, und Du bleibst dabei 1“ Präg' Dir in's Gedächinis ein: 2726t» Schuhe müssen vom Schuhhaus Baer sein s = ä2 $ «HL v- S§E&; S<3 ; •ju 2 - R2 Mst ö' - E Sv ts h **. i 'E shs toi /KiAfcAitAt» CAtntrsMlKVÄÜAV