vormerrtag, 21. Zull 1927 177. Jahrgang Nr. 168 Erster Blatt Die Thronfolge in Rumänien Der Exkronprinz Carol. Die Beisetzung der Opfer in Wien ent. i Wie dem ErscheinttSglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienbiälter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr'vezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger riehen. Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686. Yr^. 168.57 £S « ft! ;i,9 12.182 73.3? flS 18'1 112.38 112.« 10,5! 1,786 48,» 108,61 111,60 1,°« ■11/ fiS s lO,9t< Paris, 21. Juli. (W. T. B. Funkspruch.) aus Bukarest gemeldet wird, hat die Regierung Prinzen Carol zugleich mit der Anzeige vom Hinscheiden des Königs Ferdinands mitgeteilt, daß der Staat fest entschlossen sei, den am 4. Januar 1926 gefaßten Beschluß über die Thronfolge zu beachten. Der Exkronprinz, der sich am Mittwoch- oormittag auf einem Ausflug in die Umgebung von Paris befand, ist heute nacht ttt seine Pariser Billa zurückgekehrt, wo er die Nachricht vom Tode des Königs, seines Vaters, erhalten hat. Man nimmt an, daß er bis auf weiteres in Paris verbleiben wird. -i- 167,89 22,80 108,18 09,13 2,53 112,24 80,8 71,63 12,172 73,07 dem der verstorbene ! bekräftigt, daß d i e v e r s Regelung der Thro vollem Umfange beachtet werde. 20,<2 16,185 >1,01 72,01 1,916 /J97 7,<2 Ku !0“ Das deutsche Beileid. Berlin, 20. Juli. (Wolff.) 3n Vertretung desReichspräsidentenhat heute vormittag der Stellvertreter des Staatssekretärs beim Reichspräsidenten, Ministerialrat Dr. Döhle, in der rumänischen Gesandtschaft das Beileid zum Ableben des Königs von Rumänien ausgc- sprachen. Ramens desReichskanzlers sprach Staatssekretär P ü n d e r und namens des A u s - wärtigen Amtes Staatssekretär v. Schubert bei der Gesandtschaft vor. Die Dienstgc- bäude des Auswärtigen Amtes werden auf drei Tage Halbmast flaggen. Der deutsche Gesandte in Bukarest, v o n M u t i u s . ist angewiesen worden, an den Trauerfeierlichkeiten in Bukarest teilzunehmen. 1,201 IS.«! ,0,8J 71,V, 1,97 .,19-) /9.JJ |2,1' Wien, 20. Juli. (Sonderbericht des WTB.) Auch nach vorsichtiger Beurteilung der Lage kann man heute, an dem Tage, wo 60 Opfer der Unruhen zur letzten Ruhe gebettet werden, feststellen, daß der Nervosität der letzten Tage eine gewisse Beruhigung gefolgt ist. Das kommt auch m dem Straßenbilde zum Ausdruck. Man steht bereits weniger Wachleute mit Karabinern. Die Retter- patrouillen machen noch ihre Runden, doch haben sie meistens die Gewehre schon abgelegt. Auch das Ueberfallkommando der Polizei wurde wesentlich vermindert. Gestern vormittag kam es allerdings noch einmal vor der L e i ch e n h a l l e des Wiener Allgemeinen Krankenhauses zu stürmischen Szenen. Als zahlreiche Kränze eintrafen, staute sich vor dem Gittertor eine große Menschenmenge. Außerdem waren viele Leute erschienen, die ihr e vermißten Angehörigen unter den Toten suchen wollten und, wenn sie sie fanden, in laute Wehklagen ausbrachen. Als die Leute vor dem Tore diese Ausbrüche hörten, bemächtigte sich ihrer Erregung und Unruhe, so daß das Tor geschlossen wurde und die Wache die Straße räumen mußte. Neue Erregung entstand, als vor dem Tore em Wagen mit ungefähr 30 Särgen vorfuhr. Erst nachdem die Särge in die Halle getragen worden waren, trat Ruhe ein. Während im Zentrum der Stadt von der Beisetzung der Opfer, die heute nachmittag 14 Uhr auf dem Zentralfriedhof erfolgte, wenig zu bemerken ist, setzt gegen Mittag auf der Zufahrtstraße zum Friedhof ein Riesenverkehr em. Gegen 13 Uhr fährt ein Straßenbahnzug hinter dem andern, überfüllt mit Angehörigen der Gewerkschaften und sozialistischen Parteiorganisationen An den Seiten der Wagen hängen Kränze, meist mit roten Schleifen. Bon den Dächern, aus den fenstern der Häuser hängen schwarze lange Trauertücher, die städtischen Gebäude haben Trauerfahnen gehißt. Die Trauerfeierlichkeit findet auf dem großen Platz vor dem Hauptportal des Friedhofes statt. Die Zahl der Teilnehmer ist beschränkt worden. Die Mauern rechts und links des Portals, überragt von den beiden riesigen Obelisken, sind mit schwarzem Tuch ausgeschlagen. Davor auf einer ebenfalls schwarz ausgeschlagencn Empore die lange Reihe der 57 silbergrauen Särge, von denen jeder den Namen des Toten trägt. Zunächst sprach in Vertretung des ertränkten Bürgermeisters Sei h der Stadtcat Speiher. Er sagte: Hier an dieser Stelle wollen wir nicht von den Verantwortungen der Vergangenheit reden, hier wollen wir das Gelöbnis ablegen, daß wir, die Zurückbleibenden, alle Kräfte einsehen werden zum weiteren Aufbau unserer Stadt. Wir wollen alle zusammenarbeiten, daß sich niemand mehr rechtlos und schutzlos fühle und in unserem Wien nie mehr ein so schreckliches Unglück wiederiehrt. Die Stadt wird sich der Hinterbliebenen nach Kräften annehmen. Für die sozialdemokratische Partei sprach Abgeordneter Dr. Ellenbogen. Er sagte: Was auch einzeln Verurteilenwertes begangen fern möge, die Volksmasse sei doch vom edelsten De" streben beseelt gewesen. Recht müsse Recht bleiben. Die ganze Bevölkerung der Stadt, soweit sie Rechtsgesühl in sich trägt, sowie die ganze internationale Arbeiterschaft trauere mit den Angehörigen. Ein Vertreter der komm uni st t» schen Partei befaßte sich mit dem Schattendorfer Urteil und den ganzen Vorfällen. Seine Rede gipfelte darin, daß die kommunistische Partei sich ohne Vorbehalt zum 15. und 16. Juli bekenne. Als nächster Redner hob Dr. Adler hervor, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft Deutschlands und ebenso das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold ihre Kränze gesandt haben. Auch für die Sozialisten Frankreichs, der Tschechoslowakei und anderer Länder, wie überhaupt der sozialistischen Arbeiterinkcrnationale. drückte Dr. Adler der Stadt Wien das Mitgefühl aus. Aus den Ereignissen müsse die Lehre gezogen werden, den bisherigen Weg weiter zu gehen mit Besonnenheit und Verantwortungsgefühl. Während ein Männerchor das Lied von der „Arbeit" sang, neigten sich über den Särgen die Fahnen. Dann wurden die Särge unter den Klängen der Trauermusik einzeln zum Kirchhof oder zum Krematorium getragen. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. Eine Erklärung der christlichen Gewerkschaften Gegen den Streik als politisches Kampfmittel. Wien, 20. Juli. (Wolff.) In einer gestern veranstalteten Verlrauensmännerversommlung der Christlichen Gewerkschaft en kam eine sehr starke Stimmung gegen die sozialdemokratischen und die Freie Gewerkschaft und eine warme Verteidigung der Haltung der Regierung und der Polizei zum Ausdruck. Der Hauptrefecent betonte, daß der Schattendorfer Spruch kein Klassenurteil gewesen sei, weil die Geschworenen zum großen Teil Arbeiter waren. In einer Entschließung wurde von einem Mißbrauch der Gewerkschaften durch den Generalstreik gesprochen und die Auflösung der Gemeindeschuhwache und Bestrafung der Schuldigen am Streik gefordert. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten richtete an die Privatangestellten eine Aufforderung, „sich in ihren Gewerkschaften nicht länger zu politischen Machenschaften mißbrauchen zu lassen". Die Frontkämpfer- Vereinigung versendet eine Erklärung, die in ähnlichem Sinne gehalten ist. Die Riederösterreichische Landwirtschaftskammer hat der Bundesregierung in einer Kund- gebimg versichert, daß sie die gesamte Bauernschaft und das übrige Landvolk geschlossen hinter sich habe. EinRepublikschutzgefetz gefordert Großdeutscher Antrag im Grazer Landtag. Graz. 20. Juli. (Wolff.) In der heutigen Sitzung des steiermärkischen Landtags wurden von den Vertretern der Parteien Erklärungen zu den Vorfällen in Wien abgegeben und darauf der Präsident ersucht, die heutige Tagung z u m Z e i - chen des Protestes wegen dieses Vorkommnisses sowie der Anteilnahme für die unschuldigen Opfer derselben zu unterbrechen und den Landtag für die nächste Woche behufs Erörterung der Ereignisse einzuberufen. Der Dor- sihende beraumte die nächste Sitzung für Montag an. Don den großdeutschen Abgeordneten wurve ein Antrag unterbreitet, worin es hellft: Es entspricht der einmütigen Auffassung der erhaltenden und ordnungswilligen Vevöl.ernng unseres Landes, daß auf dem Wege der S. c Produktenbörse. Der Produktenmorlt nah: iljigen Verlauf. Obwohl ü: nein ungünftig lautete 3reije jiemlltf/ unnette LlvMnidr vorhin h aeMen, unb TeMr )ie Werten W Woifc niedriger! Abschlüsse kam n Niveau nicht zustande. L- oggenonbienungeu für blesv rtungen von weiteren achgeben der Preise in » ur Folge. Auch Juliweizü infl. Wenn auch nur nxnk so blieb doch das N st. Das RoggenmehlgeM loggen hergestellten Mehte •M Ehrend sichdie U» lasten Grenzen M «n. S weiter M Auch ft Mehlnurlte noch lein zur Hafer und neue Winte einem Angebot un ere Nachfrage geltend. M ■te für gutlerjaierfe W pro lOOOW®«^ jig); Wn-m®Ä pg 315 bis KZ-__ als die geschiedene Griechenprinzessin rst vielleicht noch die Exkönigin Maria von Jugoslawien. Diese jüngere Tochter Ferdinands von Rumänien ist auf ihren Bruder Earol nicht gut zu sprechen und versucht, auch die Königin Maria von Rumänien gegen ihren ältesten Sohn aufzuhetzen. Die Witwe des soeben verstorbenen Ferdinand von Rumänien, die am Gründonnerstag des vorigen Jahres zum orthodoxen Glauben übergetreten rst, würde zweifellos selbst gern die Regentschaft übernehmen. Ob ihr liebertritt zur Landesrelr- gion freilich genügt hat, um ihr die Sympathien wiederzugewinnen, die sie durch ihr reklamema- higes Auftreten bei ihrer letzten Amerikareise verscherzte, muß dahingestellt bleiben. Zahlreiche Skandalgeschichten sind über diese Coburgerin, die sich selbst bis vor wenigen Jahren noch immer .Prinzessin von Großbritannien und Irland' genannt hat, die aber im eigenen Land kurz die „Schöne Marie" genannt wird, überall in Umlauf. Hinter der Königin 'Maria von Rumänien steht der mächtigste Mann des Landes, Zone! B r a t i a n u , der ungekrönte Herrscher. Carol hat nie einen Zweifel daran gelassen, daß er diesen Mann beseitigen würde, sobald er an die Macht kommen sollte. Auf Carols Seite stand das Volk, das auch nicht durch die Flugschriften gewonnen werden konnte, die der Ministerprasv- dent in Siebenbürgen verbreiten lieh, um Carol blohzustellen. Aber Dratianu konnte sich auf die Führer der Wirtschaft stützen, und Bratianu ist auch der Schwiegersohn eines der einflußreichsten rumänischen Aristokraten, des Fürsten S t i r b e Y . der vor ihm Ministerpräsident gewesen ist. Die letzten Wah len hat dieser Mann, der, ebenso.wie sein Vater, in Paris erzogen worden ist, rigoros in seinem Sinn zu beeinflussen verstanden. Es ist wohl möglich, daß ec der Königin Maria zur Regentschaft verhelfen wird, um selbst an der Macht zu bleiben; sollte ihm aber die Königin-Witwe irgendwelchen Widerstand entgegensetzen, so wird er sicherlich auch nicht davor zurückschrecken, eine Diktatur zu errichten. Schon in diesem Augenblick sind die rumänischen Grenzen geschlossen, und selbst Rachrichten gelangen nur auf Nimwegen ins Ausland. Vor einem Jahr soll ihn auch der General Ave- re s c u bei dem König Ferdinand gegen den ehemaligen Thronfolger Carol unterslliht haben. General Averescu soll auch damals einen Schritt bei der jugoslawischen Regierung veranlaßt haben, um der ' jugoslawischen Königin zu verbieten, sich für ihren Bruder Carol bei ihrem Vater Ferdinand zu verwenden und also in innere rumänische Angelegenheiten einzugreifen. Inzwischen ist Averescu, der Führer der liberalen Partei, in so große Gegnerschaft zu Brcr- tianu geraten, daß er vielleicht doch für Carol Partei ergreifen wird. Sollte es aber zu ernsten Kämpfen unter den Kronprätendenten kommen, so könnten die inneren Gegensätze zu ähnlichen Ereignissen führen wie im Jahre 1907. Damals zündeten rebellierende Bauern die Schlösser an und nagelten die Gutsbesitzer an die Tore ihrer Häuser. Das mit Sorgen beladene Europa hat einen neuen Unruheherd. Dis Thronbesteigung König Michaels. Der Eid des Negentschaftsrats. oternno *1,788 8> 108,9 112,66 112,70 IO,6W -*■2,855 MS ■SS 71,9? 1,97? 0,498 J9/-5 Bukarest, 20. Juli. (TU.) Auf dem Bukarester Bahnhof traf heute um 15 Uhr der Sonderzug aus Sinaia ein, der den zukünftigen König Michael, die Königin-Witwe Maria, Prinzes- fin Helene, die Mutter des jungen Königs, und Prinz Nikolaus zur Hauptstadt brachte Die Mitglieder der Regierung hatten sich zum Empfang der königlichen Familie auf dem Bahnhof eingefunden. Eine Stunde später hat die Nationalversammlung in feierlicher Sitzung den Prinzen Michael zum König ausgerufen. Dem Akt wohnten sämtliche Mitglieder des Königshauses, sowie die Regierung und das diplomatische Korps, darunter auch der deutsche Gesandte o. M u t i u s, bei. Sämtliche Kirchenglocken läuteten, die Artillerie feuerte Salut. Im Anschluß an die Sitzung der Nationalversammlung legten die Mitglieder des Regentschaftsrates, Prinz Nikolaus, der Präsident des Heiligen Synods Mgr. Cristea, Patriarch von Bukarest, der erste Präsident des Kassationsgerichtshofes, Budzugan, vor dem Metropo- üten der Moldau den Eid auf die Verfassung ab. Gleichzeitig wurde die Armee auf König Michael vereidigt. 'Donnerstag vormittag findet in Sinaia ein Trauergottesdienst statt, im Anschluß daran wird die Leiche des Königs in einem Sonderzug nachBukare st übergeführt werden. Der Leichenzug wird von den Ministern begleitet. Auf der ganzen Strecke von Sinaia nach Bukarest werden die Schulkinder Spalier bilden, um dem König den letzten Gruß darzubringen. Am Freitag wird die Leiche des Königs für die Besichtigung durch das Publikum in Eotrocend zugänglich gemacht Am Samstag wird dann der Leichnam nach Eurtea de Arges gebracht werden, wo das Begräbnis in der königlichen Gruft stattfindet, in der auch König Carol und Königin Elisabeth begraben sind. Zur Beisetzung werden der Bruder des Königs, Prinz Wilhelm von Hohenzollern, und König Alexander von Jugoslawien in Vuka- rest erwartet. In der Hauptstadt steht alles unter dem Eindruck der Todesnachricht, äleberall weht die Trauerflagge. Alle privaten Veranstaltungen sind abgesagt worden. Die rumänische Regierung veröffentlicht eine Proklamation, in der die Verdienste des verstorbenen Königs gewürdigt werden. Ferdinand I. werde immer der König bleiben, der den Zusammenschluß des ganzen rumänischen Volkes und die großen Reformen durchgeführt habe, die Rumänien zu einem Staat des Rechts, der Macht und der Ordnung hätten werden lassen. Die Proklamation schließt mit den Worten: Mit unerschütterlicher Ergebenheit gegenüber der Dynastie, mit Achtung vor der Konstitution und den Gesehen des Landes müssen wir voll Vertrauen in die Geschicke des Landes König Michael dienen und alle Kräfte zusammennehmen, um die Grenzen und die Zukunft Groß-Rumäniens zu sichern. Am Sterbelager König Ferdinands. B u k a r e st, 20. Juli. (WTB.) Der Zustand des Königs, der sich in den letzten beiden Tagen zu- ehends verschlechtert hatte, war gestern abend rasch n das kritische Stadium getreten. Gegen Mitternacht erhielt der König die S t e r b e s a krame n t e. Er verschied morgens 2.30 Uhr. Am Sterbelager befanden sich die Königin von Rumänien, die Königin von S ü d s l a w i e n, der ehemalige König und die ehemalige Königin von Griechenland, der rumänische Kronprinz Michael, Prinz Nikolaus und Prinzessin I l e a n a. Der König war bis zum letzten Augenblick bei vollem Bewußtsein und hatte einen sanften Tod. Morgen wird in Sinaia in Gegenwart der Königin Maria und der königlichen Familie das T e st a m e n t König Ferdinands eröffnet werden. Es wird zusammen mit einem an den Ministerpräsidenten gerichteten Brief veröffentlicht werden, in dem der verstorbene König von neuem seinen Willen ..... fassungsmäßige onsolgefrage in Sell einem halben Jahr wartete man in Bukarest fast stündlich auf das Ableben des letzten regierenden Monarchen aus dem Hause Hohenzollern, des unglücklichen Königs Ferdinand von Rumänien. In seiner Ehe mit der englischen Prinzessin Maria von Coburg hat er sich niemals glücklich gefühlt; ferne letzten Jahre waren aber besonders durch fein Zerwürfnis mit dem ältesten Sohn, dem ehemaligen Thronfolger Carol und durch feine völlige Machtlosigkeit in allen entscheidenden sragen der Regierung getrübt. Denn der wahre Herrscher des Landes ist schon lange der Ministerpräsident Ionel Dratianu, der seine Machtstellung gewistermahen ererbt hat. Er ist der älteste Sohn des rumänischen Staatsmannes Joan Dratianu, und da auch seine Brüder Dinu und Dintila einflußreiche Stellungen innehatten, sprach man in Rumänien mit Recht von einer „Dynastie Dratianu", deren Einfluß den des Königshauses weit überragt. Der Tod des Monarchen laßt nun alle inneren Gegensätze in diesem nördlichsten Valkan- staat so heftig aufflammen, daß man für die Ruhe und Ordnung in Rumänien Schlimmes befurchten muß. Der Reisende, der rumänischen Boden betritt fühlt sich noch heute ins Mittelalter verseht' Wo in der Welt außer in rumänischen Städten gäbe es noch Polizisten, die neben den üblichen Waffen auch eine Reitpeitsche trügen? Alle führenden Rumäneii sind der festen ileber- zeugung, daß die Prügelstrafe noch immer das beste Dolkserziehungsmittel ist, und niemand findet es entwürdigend, daß der Polizist von feiner Peitsche Gebrauch macht, um das Dolk zum Gehorsam gegen die Gesetze zu bewegen. Der scharfe Klassengegensatz zwischen den Bauern, den Kleinbürgern und den Arbeitern auf der einen, den Bojaren auf der anderen Seite, das Fehlen jeder bürgerlichen Mittelschicht bedroht den inneren Frieden. Der Krieg hat Rumänien mit einem großen Gebietszuwachs auch schwerwiegende nationale Probleme beschert. In dem indu- strielisierten Siebenbürgen wohnen neben den Rumänen Ungarn und Deutsche, deren Kultur weit entwickelter ist als die des alten Rumänien. Im Osten des Königreichs bedeutet Bessarabien, auf das Rußland noch immer Anspruch erhebt, eine ständige Gefahr, und im Süden broTyen die Balkanvölker, die niemals Sympathie für das rumänische Dolk empfunden haben. Die dünne Schicht der rumänischen Machthaber wird also von einer Volksmasse getragen, zu der sie aus keinen Fall besonders viel Vertrauen haben kann. Ein Thronwechsel ist nun für jedes Land ein kritischer Augenblick, der aber ohne Zwischenfall verlaufen kann, wenn die Rechtverhältnisse eindeutig sind und nicht mehrere Prätendenten auf die Krone Anspruch erheben. Rach- dem vor anderthalb Jahren der Thronfolger Carol scheinbar freiwillig, in Wirklichkeit aber unter dem Druck Brcttianus, auf die Krone verzichtet hatte, ist durch den sog. „Pakt vom 4 Januar 1926“ der jetzt sechsjährige Sohn Carols, der Prinz Michael, zum Thronerben ernannt worden. Bis Michael großiahrig sein wird, also volle vierzehn Jahre, soll ein ^Regent- schaftsrat die Siaatsgeschäfte leiten. Die Zu- sammenschung dieses Regcmtschaf srates ist aoer so merkwürdig, daß man ihn mit Recht ganz allgemein in Rumänien für völlig regierun gs- unfähig halt. Ihm gehören nämlich Ferdinands jüngerer Sohn Rikolaus, ein neunzehniay- riger, an Epilepsie leidender Lebemann der 'Patriarch M i r o n C r i st e a und der Prast-dent des Kassationshvfes Budzugan an. Rikolaus hat sich niemals für Staatsgeschäfte begeistert und Miron imö Buzdugan sind zwei unpolitische Greise. Wenn nun aber auch fein regierungsfähiges Staatsoberhaupt vorhanden ist, so fehlt es doch nicht an Männern, die die Regierung gern an sich reifen möchten. Da ist zunächst Carol, der seit langem verbannt ist und nicht einmal an das Sterbebett seines Vaters eilen durfte. Seine Liebesabenteuer mit Zizi Lambrino, mit ber er im Jahre 1918 eine morganatische Ehe eingegangen war, die aber später für nichtig erklärt wurde, mit der Gattin des rumänischen Majors Tampanu und einigen anderen Damen der rumänischen Hofgesellschaft haben in der ganzen Welt wohl diel Aufsehen erregt, ilym aber nicht die Sympathien in breiten Schichten des rumänischen Volkes, besonders aber in der Armee und bei den jüngeren Offizieren verscherzen können. Außerdem seht sich für ihn seine Schwester, die KöniginMaria von Jugoslawien, mit großem Eifer ein. Maria von Jugoslawien, Ferdinands älteste Tochter, ist vor ungefähr einem Jahre nach Bukarest gefahren und hat dort versucht, König Ferdinand wieder dazu zu bestimmen, Carol nochmals zum Thronfolger zu ernennen. Sie stieß dabei aber auf den Widerstand des früheren griechische nKönigshauses dessen Mitglieder sich ebenfalls in Bukarest auf halten. Prinzessin Elena von Griechen/, land ist die geschiedene Gatttn Carols von Rumänien und die Mutter des Prinzen Michael, der nun der offizielle Thronfolger ist. Das griechische Königshaus hat allen Grund zu der Annahme, daß cs in Rumänien nichts mehr zu sagen haben würde, wenn Carol auf den Lchron käme. ,. . Dies ist aber nicht die einzige Unilimmigkeit In der rumänischen Königsfamilie. Einflußreicher 6i«5ey 4 3 !; fiteren J 4r ruhig tehj, - 4 mt. at!1 stellte i cr ^uvje. ss -Menet Hn,eiß„. (Ä ®CUnb angL;. * 3ut ?aussiW.7!k ttagsverkehr ‘nöfon l. nct> eii i5g?| , -^merkenswert w $SSw »K Surfe g* •5t minus 1,5 3 Prozent. D., 20. Juli. Das Geschä' -hig. In Mehl deckt dn e Dorräte mehr hat, Irch sten Mengen ein. Mhreit trn nur 0,25 Mk. schwäche irf abgeschwächt. Weiz^ 'verändert,' pwmpte Da« gab 0,25 M. nach. Futter Herst knapp und sehr star notiert: Weizen, Wetten m, inländischer, 21 nom wf«, ausländ., 23.50 bi' ,t5 bis 19; Weizeninch' bis 40,25; Aoggenmehl 3l, genkleie 14 Mk. Tenden- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworttich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. GietzenerAMger General-Anzeiger für Gberhesien Vrvck und Verlag: vrühl'iche Unlverfitätr-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange in «letzen. Schristleitung und Seschästiftelle: Schulftratze r. gebung eine Wiederholung solcher Ereignisse ein fiir allemal unmöglich gemacht wird. Der Landtag wolle die Bundesregierung ausfordern, ein Gesetz zum Schutze der Republik einzubringen, durch welches der Streik in den lebenswichtigen Betrieben des Staa- tes unter schwere Ahndung gestellt wird und der Bundesregierung jene Machtbefugnisse erteilt werden, um Anschläge auf die Sicherheit und Ordnung des Staates, in welcher Form sie auch auftreten, erfolgreich abzuwehren. Die Arbeit der Kommunisten. Wien, 20. Juli. (Wolff.) Bekanntlich bewegen sich die Antersuchungen der österreichischen Staatspolizei in der Richtung, ob bei den Anruhen ausländischer kommuni st ischer Einfluh im Spiele war. Wie die „Stunde" meldet, ist der Beweis ausländischer Beteiligung an den Anruhen bisher noch nicht erbracht worden, doch steht einwandfrei fest, das; mindestens an den Demonstrationen ausländische kommunistische Elemente aktiv teilgenommen haben. Es wurden insgesamt 23 Personen aus dem Par- teisckretariat'der Kommunistischen Partei Oesterreichs verhaftet und auherdem 50 Mitglieder der sogenannten bulgarischen Mensa. Bei dem verhafteten kommunistischen preußischen Landtagsabgeordneten P i e ck fand man verschiedene Aufzeichnungen, in denen die Polizei Anhaltspunkte für einen Organisationsplan für die nächste Zukunft erblicken zu können glaubt, ohne daß jedoch von einem vollendeten Putschplane gesprochen werden könnte. Das SchicksaS des IustizpaLastes. Wien, 20. Juli. (Sonderberichterstatter des W. T. D.) Der Bundeskanzler und der Handelsminister gabelt ihre Zustimmung zu dem Vorschläge der Zentralvereinigung der Architekten Oesterreichs, im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Justizpalastes einen Wettbewerb aus- zuschreiben, der eine vollständige Amge° staltung des Schmerling-Platzes vorsieht. Die Morgenpresse spricht davon, daß in Erwägung gezogen werde, den Jusinzpalast überhaupt nicht wieder aufzubauen, sondern einen öffentlichen Park an der Stelle anzulegen. Deutschlands Antwort. Keine Fortsetzung der Polemik mit Brocqnevitle. Berlin, 20. Juli. (2BB.) Die heute übergebene deutsche Antwort auf das zweite, bereits kurz veröffentlichte belgische Memorandum hat folgenden Wortlaut: Oie deutsche Regierung beehrt sich, auf das 2Ne- morandum vom 19. Juli, in dem die königlich Bel- ! gische Regierung die Stellungnahme ihres Wehrmini st ers zu den Aeslslellungen des deutschen Memorandums vom 18. Juli übermittelt hat, folgendes zu erwidern: Der königlich Belgische Herr Dehrminister glaubt zwar, seine früheren Behauptungen über die Entlassungen aus der Reichswehr a u s r e ch t erhalten können, ist aber nicht in der Lage, den amtlichen deutschen SeftfleUungen, die die genauen Zahlen für die letzten Jahre anführen, irgendwelche konkreten Angaben oder Beweise entgegen zustellen. Damit erübrigt sich für die deutsche Regierung ein weiteres sachliches Eingehen aus diesen punkt. Was die Aufwand ungen des deutschen Reichshaushalts für militärische Zwecke anlangt, so genügt es, zu wieder- folen, daß diese Aufwendungen durch den ver- niller Vertrag nicht eingeschränkt werden, und daß Deutschland daher hierüber den Signatannächten des Versailler Vertrages keine Rechenschaft schuldig ist. Im übrigen enthalten die sachlichen Ausführungen des Grafen de Brocqueville über diesen punkt nichts, was die Darlegungen des deutschen Memorandums vom 13. Juli entkrästigte. Die deutsche Regierung muh hiernach die Bet- ! Wahrung, die sie gegen das Vorgehen des königlich Belgischen Herrn Wehrminisiers eingelegt hat, in ' vj'Jem Umfang aufrecht erhalten. Pariser Pressehetze. Paris, 20. Juli. (WB.) Zum deutsch-bel- gischen Rotenaustausch schreibt der „Temps", was besonders bei dieser Kontreverse im Auge L29 allen werden müsse, sei, daß doch nicht eine von der B o t sch a f ter kvn f er enz> e r te i Ite Entlastung genüge, um zu bestätigen, d<) die Entwaffnung Deutschlands W i r l l i ch k ei t fei. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge könne weder Gens noch Locarno Frankreich und Belgien dessen enthalten, die solide Organisierung ihrer Verteidigung gegen jeden neuen Angriff zu überwachen. Das sei die erste Bedingung für chre Sicherheit. Das sei auch die erste Bedingung für die Aufrechterhaltung des Friedens im Westen. — Dos „Journal des Debots" schreibt, die französische Regierung habe die Pflicht, diese Angelegenheit sehr genau zu verfolgen. Poincare habe im Senat am 17. März erklärt, die Aufmerksamkeit der Regierung fei durch die von Senator Eccard auseinandergesehten Tatsachen ernstlich geweckt worden, und die Regierung werbe olle notwendigen Maßnahmen für die Ausrech terhaItung des Friedens und die Wahrung der nationalen Sicherheit ergreifen. Wir nehmen an, so schreibt das Blatt, d'ß Poincare nicht verfehlt hat, sich hierüber mit dr belgischen Regierung zu verständigen. Französische RiWchtslofigieit. Schießübungen in wci wollen ronfeldern. -Stier. 20.Juli. (Wolff.) Auf dem ftanzö- st,cd,en Schießplatz auf dem Salemer Binz b e i S ch m i k> i {) e i m in der Eifel finden auch in diesem Jahre wieder Schießübungen statt, die nicht nur für i)ic dortige Landwirtschaft, sondern^auch für die vor drei Jahren neu ange° legten Tongruben von großem Rachteil sind Da letztere im Mittelpunkt des Schieß Platzes liegen. Schon im Vorjahre ist durch Schießübungen der französischen Artillerie in den Aonfclbern großer Schaden entstanden so daß ein Schade nöersahanspruch von 80 000 Mark angemelbet wurde. Die Tonselter enthalten wertvollen Farbenton, der nach fachmännischem Urteil zu dembesten in ganz Deutschland gehört. Sie umfafTcn eine Fläche von mehreren tausend^Quabratmetem. Durch eine weitere Beschießung der Tonfelder ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Rentabilität der Anlage in Frage gestellt ist. Durch An° brauchbarmachung der Tonfelder würde e i n Schaden von mehreren Millionen 1 Mark entstehen. Die Schießübungen der französischen Artillerie finden gerade während der trockenen Sommermonate statt, die in den Tongruben dieeinzigeZeitzur Arbeitsmvglich- teit darstellen. Der deutsch-japanische Handelsvertrag. Unterzeichnung desBertragswcrks inTokio. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 21. Juli. In Tokio ist am Mittwoch der Handelsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Japan von dem japanischen Ministerpräsidenten Tanaka und dem deutschen Botschafter Dr. S o l s abgeschlossen worden. Damit ist der vertragslose Zustand zwischen beiden Staaten beendet, der seit dem Friedensschluß andauerte. Schon 1920 bemühte sich die Reichsregierung, zu einem vertraglichen Verhältnis au kommen, doch erst 1924 konnten in Berlin ernsthafte Verhandlungen ausgenommen werden, die sich allerdings äußerst schwierig gestalteten. 1926 wurden sie nach Tokio verlegt, wodurch sich jedoch an der Gesamtsituation nichts änderte. Erst als es auf dem Umwege über private Abmachungen zwischen der deutschen und der japanischen Farbenindustrie gelungen war, die Einfuhr deutscher Farben so zu regeln, daß einige japanische Farben, die die Tokioer Regierung besonders geschützt wissen wollte, von ihr nicht betroffen werden, konnte man erleichtert aufatmen. Die schwierigste Klippe war umschifft. Es ging nun recht flott vorwärts, zumal sich der japanische Ministerpräsident Tanaka entschloß, auf Zollvereinbarungen zunächst zu ver- zicyten und sie besonderen Verhandlun- g e n vorzubehalten. Infolgedessen konnte jetzt der Handelsvertrag a u f d e r Basis der uneingeschränkten Meistbegünstigung abgeschlossen werden. Er geht sogar noch weiter als der Vertrag vom Jahre 1911, da er auch die Konsular f r a g e n regelt. Im übrigen hat sich die japanische Regierung dazu verstanden, deutschen Staats- angehön'gen alle Freiheiten zuzugestehen, die erforderlich 'sind, um den deutsch-japanischen Warenaustausch in zufriedenstellende Bahnen zu lenken. Für unsere Industrie ist das Abkommen insofern außerordentlich wertvoll, als es zum Teil ganz neue Absatzgebiete erschließt, mindestens aber mit der Vorzugsstellung gewisser ausländischer Industrien aufräumt. Daß es jetzt endlich zu einem glücklichen Abschluß gekommen ist, ist nicht zuletzt das Verdienst des japanischen Ministerpräsidenten Tanaka, dann aber auch unseres Botschafters Dr. S o l f, für die der Handelsvertrag entschieden einer der besten Erfolge ihrer diplomatischen Tätigkeit ist. Um den deutsch-französischen Handelsvertrag. Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers*. Berlin, 21. Juli. Aeber das weitere Schicksal der deutsch-französischen Handelsvertragsverhandlungen war es in letzter Zeit recht still geworden. Glaubte man noch bis zum 15. ö. M. zu einem Aebereinkomm en gelangen zu föimen, so ereignete sich gerade in tnefen Sagen nichts, was auf einen günstigen Ausgang schließen ließ. Das Ermächtigungsgesetz, das die französische Kammer noch in ihrer letzten Sitzung erließ, und das dem französischen Handelsminister Bokanowski die notwendigen Vollmachten gab, um mit Deutschland auch während der Ferienzeit zu einem Aeber- einkommen zu gelangen, hat auch noch kein Resultat zeitigen können. Trotz alledem wird immer noch mit dem größten Hochdruck von den beiderseitigen Delegationen gearbeitet. Meinungsverschiedenheiten bestehen allerdings auch noch außer. in zolltarisarischen Fragen in anderen Punkten, doch ist im allgemeinen auch auf französischer Seite ein positiver Wille vorhanden, zu einem Abschluß zu kommen. Wir glauben zu wissen, daß sich die Lage auf jeden (jalt immer günstiger gestaltet, und die Verzögerungen nur auf Schwierigkeiten technischer Statur, wie es sich ja auch in Anbetracht der äußerst komplizierten Materie denken läßt, zu- rückzusühren sind. Man nimmt auf jeden Fall an, daß ein Abschluß noch im Laufe dieses Monats erreicht werden kann, verschiedene Kreise hoffen sogar, noch in dieser Woche das Provisorium abschließen zu können. Die deutsch-polnischen WirtschuftsverhandSungLN. Berlin, 21. Juli. (TA.) Der deutsche Gesandte in Warschau, Alrich Rauscher, hatte gestern mit dem Vertreter des erkrankten Außen- Salefh., Ges andten Knoll, eine Be- In diesem Zusammenhang weiß die polnische Presse zu berichten, daß in der Siedlungsfrage ein Weg gefunden worden sei, um »u einem Kompromiß zu gelangen. Auch bezüglich der Tarif- und Zollfrage soll eine Einigung der beiden Standpunkte zu- standegekommen sein. Im Herbst dürften die diplomatischen Besprechungen bereits so weit gediehen fein, daß dann schon die normalen Verhandlungen unter Teilnahme der Delegationen auf genommen werden können. »er uet ameri» ebende Gecrolt Das Ualisyndiiak ,n Amerika, französisch-amerikanische Tpannung. y Aeuhork 20. Juli. (Wolff.) Die ameri- tanische Bundesregierung hat vor einiger Zeit ourd) ten Genercustaatsanwalt vor dem zuständigen amerilanischen Gericht eine Klage gegen baS deutsch-französische Ka° or » rü>€9'en Der letzung des 1 hÜ U V s anhän ig gemacht. Run reichte der Anwalt des französischen Botschafters einen Schriftsatz ein, in dem erklärt wird der Prozeß gegen die französischen Kaligesellschaften fei in feiner Wirkung gegen ein oefreun- öeteß Staatsoberhaupt gerichtet unb eine ö/anLng in den fteundsc^ftttchen Beziehungen herbeiführen und sie möglicherweise zerreißen. Die amerikanische Regierung habe mcht geschickt gehandelt als fi<* die Beilegung des Konfliktes. ter auf diplo matifchem Wege hätte bchanbelt werden tallcn burd) geruchlich? Entscheidungen sucht? Die Kaligesellschaften bezögen ihre Produkte aus dem Elsach Sie wurden unter der Leitung der französischen 0? «> n i » . irgendeines Landes hätte jemals versucht, ihre Gerichtshöfe mit einer Jurisdiktion auszu statt en, die es dem Generalstaatsanwalt gestattet, e i n befreundetes Staatsoberhaupt gegen feinen Willen der Gerichtsbarkeit zuzuführen und es dort unter der Anklage ungesetzlichen Verhaltens a b z u u r t e i len. England und die Seeabrüihing. Genf, 20. Juli. (Wolff.) Die britischen Delegierten zur Dreimächtekonferenz, an ihrer Spitze der erste Lord der Admiralität, Bridgeman, sind zu Besprechungen mit dem Kabinett nach London abgereist. Die plötzliche Abreise ist begründet durch die Meinungsverschiedenheiten, die noch immer zwischen der britischen und der amerikanischen Delegation in wichtigen Fragen bestehen. Die amerikanischen Marine- sachverständigen haben sich besonders hartnäckig geweigert, entsprechend dem britisch-japanischen Vorschlag alle mittleren Kreuzer von 7500 Tonnen nur mit sechszölligen G e - schützen zu bewaffnen. Sie erklären, daß durch eine solche Lösung dem britischen Reich die endgültige Vorherrschaft zur See eingeräumt würde, da nämlich Großbritannien und seine Dominions über ungefähr 60 moderne Handelsschiffe verfügen, welche im Kriegsfall gleichermaßen mit diesen Sechszoll- Geschützen ausgestattet werden könnten. Die amerikanische Kriegsmarine sei deshalb gezwungen, nicht nur die 10 000-Tonnen-Kreuzer, sondern auch die mittleren Kreuzer mit Acht- z o l l - Geschützen zu bewaffnen. Auch mit einer weiteren Verwendung einer gewissen Anzahl Kreuzer, die eine bestimmte Altersgrenze überschritten haben, sind die Amerikaner nur unter gewissen Bedingungen einverstanden. Wie verlautet, haben die Engländer den Japanern vorgeschlagen, daß je nach dem von der Konferenz noch festznsetzenden Dienstalter ein Viertel oder ein Fünftel der überalterten Kreuzer weiter verwendet werden kann. In den Kreisen der Marinekonferenz ist man allgemein der Aeberzeugng, daß die Besprechungen, welche die Führer der brittschen Delegatton, Bridgeman und Lord Cecil, mit ihren Ministerkollegen in London haben werden, auf den Gang der Verhandlungen einen guten Einfluß ausüben dürften. Schon vor ungefähr einer Woche war von London und von Wachington aus angeregt worden, die Beratungen nicht zu überstürzen. Cs wurde dabei besonders darauf hingewiesen, daß es gelte, die Fragen, deren befriedigende Lösung für die künftigen freundschaftlichen Beziehungen der drei Rattonon von der größten Bedeutung seien, aus der Atmosphäre der rein technischen Beratungen herauszuheben und sie von einem höheren Standpunkt de r politischen Erwägungen aus zu prüfen und zu entscheiden. Man glaubt daher, daß der Beschluß des britischen Kabinetts, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, von großem Ruhen für den Erfolg der Konferenz fein könne. Rach Meldungen aus London wurden in der heutigen KabinettssitzMg die Vorgänge in der Genfer Dreimächtekonferenz erörtert. Bridgeman wird heute abend aus Gens erwartet. Es heißt, daß abends noch eine Sondersitzung des Kabinetts zusammenberufen werden soll, da Baldwin, der am Samstag nach Kanada abreist und morgen von London abwesend sein wird, dringend wünscht, den Bericht Bridgemans persönlich zu hören. In gut unterrichteten Londoner Kreisen wird nachdrücklich erklärt, daß die Reise Bridgemans durchaus nicht bedeute, daß die Konferenz zusammengebrochen fei. Ungarn. Die Revision des Trianon-Bertragö. London, 20. Juli. (WTB.) Kürzlich hatte der bekannte britische Zeitungskönig Lord R o - thermere, dec Bruder Rorthcliffes, in einem Budapester Blatt sich entschieden für eine Revision des Friedensaectrages von Trianon zugunsten der ungarischen Grenzziehung eingesetzt. Heute veröffentlicht nun die „Daily Mai l" einen Brief des vormaligen Generalsekretärs der Kommission für die Festsetzung der ungarisch- tschechoslowakischen Grenze Alexander Gordon- A o ß. Es heißt darin: Dec ungarischen Regierung sei in dem Mantelbrief Millerands versprochen worden, es werde eine Revision der Grenzlinie stattfinden, wenn die Grenzkommission sie als unbefriedigend erachte. Als aber die Grenzfestsehung durch die Kommission begann, hat es sich sehr bald ge- zeigt, daß sie nur für diesen Zweck ernannt war, nämlich die Grenze festzufetzen, genau f o wie es im Vertrag bezeichnet war und daß Überhaupt keine Absicht bestand, die ursprüngliche Linie zu ändern. In dem Leitartikel sagt die „Daily Mail" u. a.: Die Angarn haben einen besonderen Anspruch auf britisches Wohlwollen. Ungarn ist durch den Vertrag von Trianon Anrecht geschehen. Es ist ein? Ehrens), licht für Großbritannien, das Anrecht wiedergutzumachen in einer Zeit, wo die Rachfolgeftaaten ihre Verträge dazu gebrauchen, um die ungarische Bevölkerung, die sich unter ihrer Herrschaft befindet, die größten Angerechtigkeiten zuzufügen. DaS Blatt legt der britischen Regierung ans Herz, wie wichtig es sei, die Ungarn gemachten Bett rcchungen zu erfüllen. Gegenwärttg lebten 3' ? Millionen Ungarn unter fremder Herrschaft. Solange dies der Fall fei, könne jede künftige internationale Krise in Europa zum r * * S ■ f übten. Es liege ebenso im Interesse der Rachvarländer' Angarns, wie der Westmächte, dicie Gefahr in ziel, ewuhter und staatsmännischer Weise auszuschallen, bevor eine Katastrophe emtrete. „Az Est veröffentlicht ein Schreiben Lord ■ r^nicmn ihr abwenden ujprfcen. Förderung der landwirtschaftlichen Flüchllingssiedlung. Berlin, 20. Juli. (WTB.) Der Reichstag hat mit Zustimmung des Reichsrats ein Gesetz betreffend Bürgschaften des Reichs zur Förderung landwirtschaftlicher Flüchtlingssiedlungen angenommen. Durch dieses Gesetz wird die Reichsregierung ermächtigt, Bürgschaften bis zum Gesamtbeträge von 70 Millionen Reichsmark zu übernehmen, jedoch nur für Hypotheken und Renten-Darlehen sowie für Anleihen inländischer Anstalten des öffentlichen Rechts, die zur Gewährung eines Dauerkredits an solche landwirtschaftlichen Siedler ode'r an ihre Angehörigen dienen, die ihre frühere Stelle infolge des Krieges auf geben mußten und neuangeseyt sind oder angesetzt werden sollen. Hierdurch soll eine end gültige Gesundung der wirtschaftlichen Verhält nisse der Flüchtlingsfiedler erreicht-, werden, die zu einem erheblichen Teil unter ungünstigen Darlehensbedingungen leiden. Ferner wird die Ergänzung des Inventars und der Ausbau und die Ausbesserung der Gehöfte dieser Siedler vorgenommen werden tonnen. Aus aller Welt Glückwünsche an Liebermann. Berlin, 20. Juli. (WTB.) Der Reichspräsident hat dem Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste, Prof. Dr. h. c. Max Liebermann, zu seinem 80. Geburtstage den Adlerschild des Reiches verliehen und mit nachstehendem Schreiben zugehen lassen: Sehr geehrter Herr Profesior! Zu Ihrem 80. Geburtstage spreche ich Ihnen meinen Glückwunsch aus. Sie blicken am heutigen Tage auf ein Leben, reich an Arbeit und an Erfolgen, zurück. In ununterbrochenem Schaffen und Wirken haben Sie als Maler und Graphiker ein Werk aufgestellt, das in der Geschichte der Kunst von bleibender Bedeutung ist. Neue Wege haben Sie gebahnt, einer ganzen Zeit die malerische Form gegeben. Als Zeichen des Dankes, den Ihnen das deutsche Volk schuldet, lasse ich Ihnen hiermit den Adlerschild des Reiches zugehen. Meine besten Wünsche gelten Ihrem weiteren Schaffen und Ihrem persönlichen Wohlergehen. In vorzüglicher Hochachtung gez. v. Hindenburg. Der Ehrenschild des Reiches mit dem Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten ist dem Iubllar heute durch den Reicbsrninister des Innern, Dr. v. Keudell, überbracht worben. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Prof. Dr. Becker, begleitet von dem Direktor der Berliner staatlichen Museen, überbrachte Max Liebermann die Glückwünsche des preußischen Staatsministeriums und überreichte das erste Stück der vom preußischen Staate wieder neu geschaffenen, goldenen Staatsmedaille und außerdem als Ausdruck der Glückwünsche seines Ministeriums einen silbernen Ka sten, dem der Preußische Adler in Stahl ausgeprägt ist und der auf der Innenseite des Deckels eine Widmung des Ministers trägt. Der Kasten enthält die Photographien der aegenwärtig in der Akademie der Künste und der Liebermann-Ausstellung gezeigten hundert Gemälde des Künstlers. Auch der preußische Ministerpräsident und der Reichskanzler sandten dem Künstler herzliche Glückwunschtelegramme. Der Oberbürgermeister von Berlin überbrachte.die Glückwünsche der Stadt Berlin und die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Berlin. Bäumers Beisetzung in Hamburg. Am Mittwochnachmittag wurde au$ dem Ohls- borfer Friedhof unter großer Teilnahme der Bevölkerung der abgestürzte Pour°le-m6rite-Fl:e- ger Bäumer beigesetzt. Vorher fand auf dem Flugplatz in Fuhlsbüttel eine ergreifende Trauerfeier statt, worauf sich ein unübersehbarer Trauerzug nach dem Friedhof in Bewegung setzte. In den Lüften kreisten zahlreiche Flugzeuge mit langen Traucrwimpeln, von denen eines über der Grabstätte ein Dlumengcbinde abwarf. Am Grabe hielt Pastor L ö r tz e r, ftüher selbst Flieger, eine zu Herzen gehende Trauerrede. Hierauf gab ein Konnnando der Schutzpolizei drei Ehrensalven ab. Schwere Verkehrsunfälle in Berlin Ein siebenjähriger Knabe wurde Mittwoch abend von einer Kraftdroschke überfahren. Auf der Rettungsstelle ist er seinen schweren Verletzungen erlegen. Kurz danach wurde ein Blinder von einem Privatkraftwagen überfahren und getötet. Dem Verunglückten dürfte selbst die Schuld treffen, da er ganz alllrin über die Straße ging. Auf dem Bahnhof Hohen- zvllerndamm wurden heute mittag nach Ausfahrt eines Zuges zwei Arbeiter in schwer verletztem Zustand zwischen den Gleisen liegend aufgefunden. Der eine ist seinen Verletzungen erlegen. An der genannten Stelle waren verschiedene Arbeiter mit den Erhöhungsarbeiten für den Bahnsteig beschäftigt. Wie die Verunglückten unter den Zug gekommen sind, konnte noch nicht aufgeklärt werden. Verhaftung eines Medikamentenfälfchers. In D e u t h e n kam man umfangreichen Fälschungen von medizinischen Fabrikaten der J.-G. Farbenindustrie in Leverkusen auf die Spur. Durch den eigenen Ermittlungsdienst der Firma wurde festgestellt, daß der Kaufmann Pollack in Deuthen in einer dorttgen Druckerei Originalpackungen mit dem Warenzeichen der J.-G. Farbenindustrie Herstellen ließ und sie mit verfälschten Medikamenten füllte; von Beuchen aus haben barm die Fälschungen' ihren Weg in die Ostländer gefunden. Gegen Pollack liefen in den letzten Tagen auch aus Warschau. Lemberg, Krakau und anderen Städten Anzeigen von belieferten Firmen ein, die sich durch die äußerst minderwertige Ware in den Originalpackungen betrogen fühlen. Pollack, der bereits einmal wegen Sal varsan-Schmuggel bestraft worden ist. wurde jetzt verhaftet. «IttCVUOL -5C. Zeitweise stärker bewölkt, Temperaturen zunächst wenig verändert, einzelne Riederschläge teilweise gewitterhafter Art. Gestrige Tagesteinperaturen: Maximum 22,6 Grad Eelsius, Minimum 12,8 Grad Celsius, Sonnenscheindauer I2V4 S;unden. Heutige Morgentemperatur 16.8 Grad Celsius. Witterungs aus ächten für Samstag. Fortdauer des herrschenden WitterunaZchara! ers mit lokalen Gewitterstörungen. v VIEL MMWHü W i § ^rmarLtprerje. Gustav Schneider zu Gie- Gesetzes über die Altersgrenze Stelle. Eine Lehrerstelle für Lehrer an der Volksschule zu Kreis Friedberg, ist erledigt; der Oberforstmeister ßen auf Grund des der Staatsbeamten. ** Erledigte einen evangelischen Nodheim v. d. $)., verdanken. Jener Vorgarten gehört einem Pedanten. Genau abgezirkelt steht hier ein Goldlack, da ein Goldlack, hier ein Nelkenbusch, da ein Nelkenbusch, und in der Mitte im geschorenen Grün eine steife Aloe. Ich glaube, hier ist selbst das Betreten der Wege verboten, weil es die korrekten Furchen der Harke im Kies zerstören kömtte. Dafür ist es nebenan inn so gemütlicher. Da steht eine grüne Holztaube, in ihrem Weißgedeck- 1 ter Tisch, und hinter der Kaffeekanne und selbstgebackenem Napfkuchen sitzen Sonntags Dctter, Mutter und zwei kleine Mädchen. Ihre Puppenwagen haben tiefe Furchen in den Kies der Wege gegraben, und ein Ball liegt zwischen den Tausendschönchen, die den kleinen Grasplatz einfassen. Nücken an Rücken lehnt die Laube des Nachbargartens. Dadurch Hot man zwar keine ge- meinsame, aber doch seine Unterhaltung, wenn . man so hübsch zuhören kann, was Nachbars sich vertraulich erzählen. Hier ist der Garten auf Nützlichkeit eingestellt. Küchenkräuter, ein paar Reihen grüne Bohnen, drei Tomatenstauden, Stachelbeer- und Johannisbeersträuche, und an der Wand sogar Spalierobst, dos sicher stückweise gezählt ist. In den eleganten Straßen hat nur die Hand eines bezahlten Gärtners gewaltet. Englische Nasenstücke, Farren, eine Douglastanne in der Mitte, hochstämmige Rosen an den vier Ecken, oder rote Geranien, von blauem Lobelienband umschlungen. Es gibt auch traurige Vorgärten, in denen nichts zu sehen ist. Verstaubtes, ausgefvanstes Gras, längst kein Rasen mehr, vielleicht eine alte Rhabarberstaude irgendwo, sonst Papierfehen, Apfelsinenschalen, Zigarettenstummel, achtlos in den lieblos gehaltenen Platz geworfen. Aber das smo zuni Glück nur Ausnahmen. Meist sind die Gärtchen eine Freude und Erholung für das Auge des Städlers, und geben dem glücklichen De-- siyer ein Gefühl von Naturverbundenheit, nach her die deutsche Sehnsucht trotz allem immer noch strebt. <3- v. M. E nthüllung einer Gedenktafel für Prof. Friedrich Gottlieb Welcker. Am gestrigen Mittwochvormittag wurde die Gedenktafel für den Professor Friedrich Gottlieb Welcker am Haufe Ecke Sonnenstraße uird Neuen Bäue feierlich enthüllt und der Oeffentlichkeit übergeben. Im Vestibül des Gesellschaftshauses in der Sonnenstraße sammelte sich ein kleiner Kreis geladener Teilnehmer, unter denen man als Vertreter der Stadt Gießen ** Personalien. Ernannt wurde am 1. Juli der Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, Dr. Ernst Jungk, zum Senatspräsidenten beim Obcrlandesgericht in Darmstadt. — In den Ruhestand tritt am 1. August Deruß, ausfuhrre. Die mächtigen Eindrücke Roms und die beginnende Freundschaft mit Wilhelm v. Humboldt, Thorwaldsen, Rauch u. a. führten ihn dem Reu-Humanisnrus zu und ließen ihn seinen innersten Beruf erkennen. Dein 1808 Zurückgekehrten trug man ein Ordinariat in Gießen an, das er aber ausschlug, weil er nach Rom zurückwollte. 3m folgenden Jahre kam es aber doch dazu, daß er Professor „für griechische Literatur und Archäologie" wurde. Er war der erste Inhaber dieses Lehrstuhls und ist der Begründer des Philologischen Seminars (1812). Welcker war in der Universität wie im Paedagogium ein beliebter Lehrer. Zu seinen Fulen haben die meisten der Jünglinge gesessen, die später die Gründer der Gießener Ur-Burschenschaft geworden sind, Karl Folien und seine „Schwarzen". Als 1814 ein freiwilliges Jägerkorps errichtet wurde, zog Welcker als Offizier seinen Studenten und Schülern voran. 1816 sah er sich veranlaßt, um seine Entlassüng zu bitten, da er sich durch Aeußcrung seiner liberalen Ansichten mißliebig gemacht hatte. Er erhielt aber alsbald einen ehrenvollen Ruf nach Göttingen und dann nach Bonn. Dort hatte er 1819 die Ehre, zusammen mit C. Ä!. Arndt 5 Reiches mit dem ®lüd= ’m Reichspräsidenten ist dm ' Reichsminisler des 3nnern erbracht worden. Ser preiL ienschost, Kunst und Solfshil Xus der ProvinzialyauplMdi. Gießen, den 21. 3uli 1927. Vorgärten. Mchl nur Menschen haben ihre Gesichter. Duck die Dinge haben sie, ganze Städte und einzelne Häuser, und sie sind uns, wre dre mm ch- licken Gesichter, fremd oder vertraut, sympathisch oder unsympathisch, leer oder vielsagend. Die Bilder, die wir uns von ihnen machen, werden besonders in den Städten belebt und ergänzt durch die Vorgärten, und ich sehe manchmal mir auf sie, wenn ich so durch die Straßen dahrngehe, und versuche, mir ihre Bescher nach ihnen stellen. Manche stehen in gar keinem Derhaltnrs zueinander. Ein bißchen Rasen, em bchchen Kies ein paar offizielle Geranien m emem Mcktelbeet - das ist alles. Vielleicht steht noch em kümmerlicher Fliederstrauch in einer Ecke. Aber nebenan blüht und dritte es das ganze Jahr hindurch. Hier erscheinen die erstenShnee- aV-v eben und Krokus, Osterlilien und Pftngst- rosei/ erzählen von biefen Festen, der Flieder blüht weit über den Zaun in die Straße hinein, sorgfältig gebundene Rosenstöcke wetteifern mit Stockrosen an der Hauswand, und noch im Herbst leuchten die Astern in nebelgraue Tage. Dort wohnt ein Freund von Stiefmütterchen. Sie blühen ununterbrochen vom Frühling bis zum Sommerende, tragen weiche dunkle Sammetkleider- chen oder haben, wie besonders die gelblich-llla gestreiften, direkt böse Gesichter, denen sie und ihre Artgenossen sicher ihren wunderlichen Namen ler West. von denen 250 Jugendliche waren. XX Aus dem oberenDilltal, 20. Juli Die täglichen Regenschauer lassen es nicht zu. daß in unserer Derglandschaft die S) eu ernte glücklich vollendet werden kann, äleberall in den Wieseiigründen an der Dill, vor allem aber im Rehbach- und Scheldetal gilt es noch, viel Hev ernzubringen. Infolge der furchtbaren Gewitterregen, welche vorige Woche über unsere Gegend niedergingen, wurden die Talwiesen überschwemmt und erhebliche Zerstörungen an den Fruchtfeldern angerichtet. Kartoffel- und Gemüsefelder zeigen durchweg einen üppigeil Wuchs und fast lückenlosen Stand, aber das Unkraut breitet sich mächtig aus und erschwert dem Landmann seine mühevolle Arbeit. Die starke Verunkrautung erfordert ein mehrmaliges Behacken der Gemüsefelder. Oberbürgermeister Keller bemerkte, zu einer kleinen, würdigen Feier, in deren Verlaufe die Vorstände des Oberhessischen Geschichtsvereins und des Vereins der Freunde des humanistischen Gymnasiums die Takel der Obhut des Gesell- schaftsvereins ü6eramtoorteteix. Prof. Dr. Herzog von der Universität hatte eS übernommen, der Versammlung ein Lebens- und Dchaffensbild Weickers zu vermitteln und führte in feinsinnigen Darlegungen etwa das Folgende aüs: Eine Universität ehrt sich selber am meisten dadurch, daß sie die großen Männer ehrt, die ihr angehört haben. Zu diesen Männern in Gießen ist einer zu rechnen, der zu Beginn des vorigen Jahrhunderts hier wirkte: Friedrich Gottlieb Welcker. Durch die von Prof. Dr. Kalbfleisch angeregten Vorträge wurde die Beschafsung von zwei Gedenktafeln — in Gießen und in Ober-Ofleiden — ermöglicht. Welcker wurde am 4. November 1784 in Grünberg gebären. Er wuchs als drittes von 13 Geschwistern im Ober-Ofleidener Pfarrhaus auf. Den ersten Unterricht genoß er bei dem Vater, der bald die außerordentliche und glänzende Begabung des Knaben feststellen konnte. Mit 16 Jahren sollte er das Gießener Pädagogium besuchen, aber dessen Leiter erllärte nach kurzen Prüfung, Welcker solle lieber gleich ©tu- h'-ui werden. So studierte er denn Theologie, hörte aber auch andere Vorlesungen. 1803 wurde er Lehrer am Pädagogium und später auch Do- zent an der Hochschule. 1805 besuchte er auf einer Fußwanderung u. a. Goethe und scheint durch ihn auf den Gedanken einer Jtalienreise gekommen zu sein, die er 1806, meist zu Fuß wan- Berliner Börse. Esfekten-Friihverkehr. Berlin, 21. Juli. (W. T. B. Funkspruch.) Bei ruhiaem Geschäft war die Tendenz des heutigen Fruyoerkehrs mehr abwartend. Kurse sind noch nicht zu hören. Farben taxiert man auf 310. Auch die Lage am Geldmärkte ist undurchsichtig. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124.02, Mailand 89.35. Dienstwohnung ist vorhanden. ” Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde. Am Freitag, 22. Juli, hält Prof. Dr. Rauch im Hörsaal 2 der Llniversität einen Vortrag über Mittelrheinische Kunst unter besonderer Be ücksichtigung i er Darmstädter Ausstellung. Die Ausstellung im Landesmuseum in Darmstadt gibt zum erstenmal eine breitere und geschlossenere Anschauung der gewaltigen Kunst, die in unserem allen Kulturgebiet am Mittelrhein und Main durch die Jahrhunderte hindurch zur höchsten Blüte emporstieg. (Siehe heutige Anz.) ** Das erweiterte Darmstädter- h a u s. Mit dem 45jährigen Stistungsfest der Landsmannschaft Darmstadtia, über deren Festkommers der „Gießener Anzeiger" berichtete, war auch die Uebergobe bes. Erweiterungsbaues des Darmstädter Hauses verbunden. Das vor zwanzig Jahren erbaute Haus der Landsmannschaft zeigte im Laufe der Jahre in der Raumverteilung mancherlei Mängel, die seine Benutzungsfähigkeit sehr beeinträchtigten. Dank der Opferwilligkeit der 260 Alten Herrn der Darmstadtia war es möglich, in einer Bauzeit von Dezember bis Pfingsten neue Räume zu schaffen, alte glücklich umzugestalten und so ein Heim zu erstellen, das die Freude und der Stolz seiner Besitzer sein darf. Der Borsitzende des A. H.-Verbandes, Dr. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 190, Matte 30 bis 35, Käse 60 bis 140, Wirsing 25, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 biS 15, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen, grüne 35 bis 40, Bohnen, gelbe 40, Erbsen 30 bis 40, Mischgemüse 15, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 20, Rhabarber 15 bis 20, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 8 bis 9, Birnen 50 bis 90, Kirschen 50 bis 60, Heidelbeeren 45 bis 50, Stachelbeeren 15 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 50 bis 100, Himbeeren 60 bis 70, Zwetschen 70, Mirabellen 90, Honig 45 bis 50, junge Hahnen 100 bis 120, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 12 bis 13, Blumenkohl 20 bis 100, Salat 5 bis 10, Salat gurken 30 bis 60, Ober- Kohlrabi 10 bis 15, Rettich 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Abonnements-Konzert der Reichswehrkapelle: 8 Uhr „Liebigshöhe". — Palast-Lichtspiele: „Mädchenhandel". — Astoria-Lichtspiele: „Der Kampf im Pulverturm". med. Reinewald, der Schöpfer des Hauses in seiner früheren Gestatt, fand bei dem Umbau kn Architekt Ernst Schmidt einen Helfer, dem es sti der glücklichsten Weise gelang, die Ideen und Wünsche der Bauherrn zur Tat werden zu lassen. Aussästieh- lich Gießener Handwerker und Geschäftsleute arbeiteten zum Gelingen des Ganzen Hand in Hand. Durch den Umbau war es möglich, alle Rebenräume wie Küche, Garderobe ufw. aus dem alten Haus herauszunehmen und dadurch in diesem Gesell- chafts- und Kneipräume zu schaffen, die bei dem tarten Besuch des 45jährigen Stiftungsfestes ihre Eignung auch für größere Veranstaltungen aufs beste erwiesen. Durch den Neuerwerb eines Grund- tückes war es möglich, den gärttxerischen Rahmen für den größern Bau zu erweitern und so auszugestalten, daß das ganze Anwesen an der Klinikstraße sich heute als ein geschlossenes und freundliches Bild dem Auge des Beschauers darbietet. WSN. Hihschlag und Sonnenstich. So sehr sich Hihschlag und Sonnenstich in ihren Erscheinungsformen gleichen, so verschieden sind sie doch in ihrer Entstehungsursache. Der Hitz- schlag kommt durch eine Art Wärmestauung im Körper zustande, die besonders durch angestrengte Arbeit und eng anliegende oder dunlle Kleidung entsteht, zumal wenn dem Organismus zu viel feste und zu wenig flüssige Nahrung zugeführt wird. Der Hihschlag entsteht also durch Hemmung von Wärmeabgabe. Beim Sonnenstich handelt es sich um eine starke Erhitzung des Körpers durch direkte Sonnenbestrahlung; besonders zur Mittagszeit, wenn man den entblößten Kopf zu lange den Sonnenstrahlen aus- seht, kann Sonnenstich eintreten. Er besteht darin, daß bei abnormer Steigerung der Körperwärme die Hirnhäute stark gereizt werden. Der vom Sonnenstich Befallene verliert das Bewußtsein, und es kann sogar der Tod eintreten. Vor dem Sonnenstich schützt man sich am besten durch Bedeckung des Kopfes während der Mittagszeit. *' D i e landwirtschaftliche Landesausstellung in Darmstadt wird nicht nur das rein landwirtschaftliche Gebiet umfassen, sondern auch über den Stand des hessischen Obst-, Gemüse-, Garten- und Weinbaues ein sehr vielseitiges Bild geben. 3m Gemüsebau werden die bewährtesten und auch neueren Sorten vorgeführt. Säften, Obstweinen und Konservon von Obst und Gen'.üse ist ebenfalls Raum gegeben. A uftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 860 Kälber, 137 Schafe, 353 Schweine, 66 Stück Großvieh. ** Briefe an die Redaktion. Ilm unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir alle für die Redattion besttmmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an t>ie Redattion" zu richten. Rur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. und seinen Bruder Karl, der als 3urist in Bonn lehrte, in eine Untersuchung wegen demagogischer Umtriebe verwickelt zu werden. 3n Bonn leistete er als Wissenschaftler Hervorragendes und brachte die Universitätsbibliothek, die er leitete, von 30 000 auf 115 000 Bände. 1859 konnte er unter außerordentlichem Glanz fein 50jähriges Professorenjubiläum begehen. Er war — zuletzt erblindet — rastlos tätig, bis ihm der Tod am 17. Dezember 1868, 84jährig, die Feder aus der Hand nahm. Die am alten Pädagogium nunmehr angebrachte Tafel ehrt sein Andenken als Sohn unserer oberhessischen Heimat, als Gelehrten, als Jugenderzieher und Vaterlandsfreund. Im Anschluß an die Darlegungen gedachte Prof. Herzog mit Worten herzlichen Dankes aller derer, die am Zustandekommen der Gedenktafel mitgeroirft haben, und übergab diese der Obhut des Gesell- schastsvereins. Nachdem ein Vertreter des Gesellschaftsvereins die Tafel übernommen hatte, begab inan sich auf die Straße, worauf alsbald die am ersten Stockwerk des Eckhauses angebrachte Tafel enthüllt wurde. Sie ist nach Entwürfen der Bildhauer Ködding und Schmidt gearbeitet und zeigt in schlichten Lettern folgende Inschrift: Friedrich Gottlieb Welcker, am 4. November 1784 zu Grünberg geboren, am 17. Dezember 1868 in Bonn gestorben, wirkte in diesem Hause seit 1803 am Pädagogium, 1809 bis 1816 als ordentlicher Professor der griechischen Literatur und Archäologie an der Universität, getreu ihrem Wahlspruch „litteris et armis ad utrumque parati". Preutzen. Krc:s Wetzlar. IS Wetzlar, 20. Juli. Das Kreistier- schaufest für den Kreis Wetzlar, das zeitlich fast zusammenfiel mit der großen Kurhessischen Tierschau in Fulda und dem Bauerntag in Idstein, hat den Beweis geliefert, daß weite Teile der heimischen Bauernschaft gewillt sind, an einer kraftvollen Aufwärtsbewegung unserer Landwirtschaft und im be- sondern unserer Viehzucht m.tzuarbeiten. Die bei dem diesjährigen Kreistierschaufest gezeigten Z u ch t- ergebnisse, besonders bei der Rindviehrasse, haben bewiesen, was für eine glänzende Aufwärts- entwicklung trotz mancher Hemmnisse die Viehzucht in den letzten drei Jahren genommen hat. Dasselbe gilt auch für die Schweine, von denen ebenfalls Prachtexemplare vertreten waren. Leider scheint der Wille auf Erzielung von Höchstleistungen noch nicht in alle Kreise der Landwirtschaft übergegangen zu sein. Das dürfte wohl in erster Linie darauf zurückzuführen sein, daß bei dem vielen bäuerlichen Kleinbesitz das Geld für solche immerhin mit Unkosten verknüpften Arbeiten fehlt und das gehaltene Pieh in erster Linie für Gespanndienste gebraucht wird. Dazu kommt, daß die weiter abseits gelegenen Dürer bei der Wetzlarer Schau wegen der großen Ent- ernungen nur wenig vertreten sein konnten. Den tärfften Auftrieb an Vogelsberger Vieh hatte Hörnsheim mit 29 Stück aufzuweisen. Ihm folgten Griedelbach mit 11 Stück, Reiskirchen mit 10 Stück, Hochelheim mit 9 Stück, Nauborn mit 7 Stück, Lützellinden und Garbenheim mit je 5 Stück, Niederkleen mit 2 Stück, Oberkleen mit 1 Stück ufw., während Dornholzhausen, Ebersgöns, Groß- und Klein- Rechtenbach mit Großvieh überhaupt nicht vertreten waren. Neben dem Rotvieh war auch die Simmentaler Rasse mit einigen Exemplaren, und zwar aus Hochelheim, Niederkleen, Lützellinden und Schmalbach auf der Ausstellung erschienen und konnte ebenfalls mit einigen Preisen den Heimweg antreten. Zu wünschen wäre, daß auch größere Güter im Kreise, die sich bei der diesjährigen Ausstellung mit Großvieh überhaupt nicht beteiligt hatten, künftig, wie vor dem Kriege, der Zucht erstklassigen Rvtviehs ihr Interesse zuwendeten, nicht allein wegen der Zucht selbst, sondern auch als Führer und Wegebereiter für die Kleinlandwirtschaft. Es wird Sache der beteiligten Kreise sein, aus den Erfahrungen der diesjährigen Tiersck)au die praktischen Schlüsse zu ziehen. -t- Tiefenbach, 20. Juli. Die Gemeinde beabsichtigt, bei unserem Orte eine neue Lahn- brücke zu erbauen. Die bereits bestehende, der Kruppschen Dergverwaltung gehörige Brücke kann nur von Fußgängern benutzt werden, so daß der Fuhrverkehr nach dem nahegelegenen Stockhaufen große Umwege erfordert Die projektierte Brücke dürftt auch für den A" wdurchgangsveickehr von Bedeutung sein. — Am oberen Ortsausgange nach Braunfels befindet sich ein reiches Vorkommen des seltenen Diabas-Grün st eins. DaS bisher bvachlieaeade Vdetnkwer ist fett kurzem etnem oberhessischen Unternehmer zur 2Uis- Wartung überlassen, der di« schwereren rohen Grünsteinblöcke direkt mit der Bahn zur weiteren Verarbeitung weiterbefördert. Lützellinden, 20. Juli. Dieser Tag? fand in dem in der Gemarkung Grohen-Linden, also auf hessischem Gebiet« gelegenen Markwald der hiesigen Gemeinde eine Hol zv e r st e i g e - rung statt, bei Wucher folgende Durchschnitts- preise erzielt wurden: Kiefernknüppel 8 bis 9 Ml., Mchlenknüppel 7 bis 8 Mk., Kiefernwellen 6 bis 7 Mk., Fichtenstöcke 2 bis 3 Mk. je Raummeter, Fichtenwellen 5 bis 6 Mk., Kiefernwcllen 6 bis 7 Mk. je 50 Stück. Für Fichten- und Kiefern- stammholz der höheren Klassen wurden im Durchschnitt 35 bis 44 ML je Festmeter bezahlt. O Aus dem Kreise Wetzlar, 20. Juli. Es ist vor einiger Zeit im „Gießener Anzeiger" (vgl. Nr. 98) auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, die noch aus dem Jahre 1920 her be stehende Polizei Verordnung, bett, den Schutz der Maulwürfe, aufzuheben, da in vielen Teilen des Kreises diese Tiere durch den jahrelangen Schutz, den sie genossen haben, geradezu zu einer Plage für d i e Landwirtschaft geworden seien. Der Regierungspräsident zu Koblenz hat nunmehr eine Polizeioerordnung erlassen, nach der der Landrat ober mit deren Ermächtigung die Ortspolizeibehörden (Bürgermeister) berechtigt sind, auf begründeten Antrag und nach Anhörung des Direttors der Landwirtschafti. Schule den Fang und das Töten von Maulwürfen auf eigenen Grundstücken zu gestatten. Die Erlaubnis darf aber nut für eine bestimmte Zeit erteilt werden. Die Polizeiverordnung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. 0 2lu s dem Kreise Wetzlar, 20. Juli. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat eine für den Kreis Wetzlar gültige Polizeiverordnung erlassen, die die Regelung des Schießsportes betrifft. Nach der Polizeiverordnung darf der Schießsport mit Handfeuerwaffen (Ue° bungs-, Kleinkaliber-, Preis- und Wettschießen), abgesehen von dem ortsüblichen und volkstiim- lichen Vogelschießen auf Schützenfesten, nur auf Schießständen ausgeübt werden, die von der Ortspolizeibehörde genehmigt und abgenommen sind. Dillkreis. M. Dillenburg, .20. 3uli. Das Unwetter der letzten Wochen hat auch an einigen Orten des Kreises Schaden angerichtet. Insbesondere litten die Kartoffeläcker und das Getreide, wie auch die Heuernte beträchtlich geschädigt wurde. In Driedorf überschwemmte das Wasser ben halben Ort und sammelte sich, Heu und Gebälk mit sich führend, an der neuen ^Talsperre. Mancher Landwirt erlitt beträchtliche Verluste. bl. Herborn, 20. 3uli. 3n der Zeit vom 1. April bis zum 1. 3u.Ti wurde der Wohl fahrtsdienst des Dillkreises von rund 1300 Wanderern besucht, die fast alle mittellos und Sä1, - Ä'ArD dird 5«Nliche"'ts o? be6 ÄrV6t( ! «LkKL I srZK I ors und bz/oLy 6le *-* s.* -* über- ourden Arbeitern ges 3»e.ltZ fen <2)W Island M n *ncn n der i* * werden. bestellen füllt: Sri 'S'1* . »W J Gilgen- f r, begleitet von bem Diret itiidjen Museen, überbiadjl; Glückwünsche bes preußisch:: ib überreichte das erste 6tüd Staate wieder neu geschaffene? smebaille unb auherbm ckwünsche seiner Tlmifteriim? a ft e n, bem her Preußisch geprägt ist und der auf ber eine Üöibmung bes Ministec- tyält bit Photographien k 'cbemie ber ffünfte unb btt gejagten bunter! (Bemüh' Ä preußische MinistcrpmM 8 sandten bem Künstler her;. ,nune. Der vberdürgenneista > bie Glückwünsche bet Etck itnnung zum Ehren bt Berlin. isehung In Hamburg. Mag würbe auf bem 0hl'- i unter großer xeilnabme her eftünte Pomt-leM^rüL'M- Locher sand auf dm MN°l OT. t worauf sich ein unüberl h kreisten zahlreiche Flugzeug- ^In, von tenenem^ Blumuigebinbe abwars j iÄStS,; Vermischtes. Lin vierjähriges Musikgenie. Ein vierjähriges Mädchen, Dorothy Johnson, die Tochter einer Musiklehrerin aus Hawaii, hat kürzlich die Lehrerschaft der Musikhochschule von Chicago in das größte Erstaunen Bei einem Wettbewerb, bei dem die Dichter hinter einem Vorhang verborgen waren, so daß sie die Spielenden nicht sehen konnten, trug die kleine Dorothy die Mondscheinsonate von Beethoveir, ein Präludium von Bach und andere klassische Musik vor. Die Richter hielten ihr Spiel für das eines erwachsenen und ausgezeichneten Pianisteir und gaben ihr einen der Preise. Sie erllärten diese Leistung nachher für den „erstaunlichsten Fall eines Nachahmungstalentes". Das kleine Musikgenie, das besser spielt als die besten Schüler der Hochschule, ist bisher von ihrer Mutter nur wenig unterrichtet worden, .hat aber mehr als 30 schwierige Klavierstücke durch bloßes Zu- hören gelernt. ___________________________________ Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen Anzeigenaustrüge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. V. Dr. Hans Thyriot. Herr Professor! burtstage spreche ich «tKner '« d°-AW° MSN 5en Al bie malerische Forn. ■ in bcn ^nen ba; laffe ich Ihnen hiermit ben M-Hen. Meine besten weiteren Schaffen unb Ären. )en. In vorzüglicher hoch gez. d. hinbenburg. WWW KevniW W W WÄ Z V öträcnktnöcnfiaitiftau W' *. v .®i, r ■v.'.- w-t:, .-■•■ ■• '‘■■■».'^ .v-4? r t möb(. Ammer yon iünst. Beamten Ans. 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Juni 1847 gestorben sei: er teilte außerdem weitere Todesfälle mit und lieh erfemten, daß sich die Expedition entschlossen hatte, die beiden Schiffe, da sie im Eis festlagen, zu verlassen. Man verfolgte noch weitere Spuren, fand Schlitten und Boote, Kleider und Werkzeuge, Taschenuhren, sogar drei aufgeschlagene Bücher, ein Reues Testament, ein Gesangbuch und einen kleinen Gedichtband. Ebenso erschütternd war das letzte Lebenszeichen eines Offiziers der Franklin-Expedition, dessen Leiche 1878 von dem Amerikaner S ch w a d t £ a auf King-Williams-Land gefunden wurde. Dieser entdeckte in einem offenen Grab ein Skelett und stellte an einer silbernen Medaille fest, daß es Leutnant Jrvin vom „Erebus" war: daneben, unter einem Stein, lag ein Papier, auf dem eine mit dem Finger zeigende Hand gemalt war, und das Papier tag so, daß die Hand nach Süden wies. Vielleicht hatte es einer von der Mannschaft hingelegt, der nicht schreiben konnte oder keine Kraft mehr dazu hatte. Richt minder ergreifend war das Schicksal der „Jeanette"-Expedition, die der amerikanische Leutnant De Gong im Jahre 1879 von San Francisco aus nach dem Rordpol führen wollte. Diese, von Gordon-Benett finanzierte Unternehmung sollte sich nach Rordenskjöld umsehen, der gleichzeitig mit seiner „Vega" unterwegs war. Diese Expedition ist eine der unglücklichsten in der Geschichte der Polarfahrten gewesen. Zwei Jahre war die „Jeanetie" unterwegs, und als sie zum 77. Grad nördlicher Breite gekommen war, barst das Schiff unter der eisernen Umklammerung des Eises. De Long wollte nun nach Süden wandern, bis zum offenen Wasser, dann in den Booten zum Lena-Delta fahren, und von hier flußaufwärts menschliche Ansiedlungen zu erreichen suchen. Sie kamen niemals an. Die Expedition teilte sich, die einen ertranken, die anderen verhungerten und wurden vom Schnee begraben, und was eine auf die traten und vornehme Bürger ist dem Kunstein- bcrnd eine Tradition gewachsen bis in unsere Tage hinein. Die Inflation nach dem Kriege hat dem Kunstbuchbinder viele Gönner^gebrachl. Leider erleben sie heute das Unerfreuliche, daß viele jener Gönner nur Spekulanten waren, die heute ihre Schätze in Auktionen gewissen und ungewissen Schicksalen aussetzen. Allerdings kommen dadurch die Bücher wieder einmal an die Oeffentlichkeit, um vom Antiquar in ein neues Liebhabergefängnis zu wandern. Hieraus ist zu ersehen, daß nicht immer "bet Besitzer eines Kunsteinbandes zugleich ein Kenner ist. Die Liebe des Kenners wird in vielen Fällen verhindern, das kostbare Gut zu veräußern, weil ihm der Geldeswert Rebensache bleibt. Die Siebe zum schönen Buche und seinem schönen Einband geht über alle Werte hinaus I Die Kunsttechniken eines tüchtigen Buchbinders sind mannigfacher Art und der Strahlungen aus ihrer Peripherie zum Zentrum sind es viele, die dann in ihrer Geschlossenheit Kunstwerke vor stellen. Der Liebhaber weih das und er legt sehr viel Wert darauf, individuell gearbeitete Bucheinbände zu besitzen und er kann sogar ärgerlich und neidisch werden, salls sein Buchbinder ein ihm lieb gewordenes Werk zum zweiten Male für einen anderen Liebhaber anfertigen wollte. Damil wird der Wert eines Buches auf den Ausnahmeplatz gehoben, denn der Druck kann oft vorhanden fein, aber der Kunsteinband existiert nur einmal! — Und das zeichnet den Kunstbuchbinder vor allen übrigen Buchbindern aus. Sagte einmal . ein Universitätsprofessor von seinem Buchbinder, daß et der Schwanz der Wissenschaft sei, so spricht der Dücherliebhaber respektvoller vom Kunstbuchbinder! Weil der Wissenschaftler viele Büchet gebraucht, ist fein Verhältnis zum Buchbinder mehr das eines Brotherrn: während bei dem Düchetsammlet das Mäzenatentum seinem Buchbinder gegenüber zum Ausdruck kommt. Der Bücherliebhaber ist in der Werkstatt des Meisters heimisch. Er kennt die Techniken und die Materialien genau und wirkt mitbestimmend auf seine Einbände, in der Art sowohl als auch beim Entwurf. Bei den Ziertechniken spielt das Gold eine wichtige Rolle, besonders auf dem Leder, welches für die Bucheinbände durch besondere Gerbe- und Zurichteverfahren einen prächtig wirkenden Charakter erhält. Der Kunsteinband wird immer aus einer Lederart geschaffen. Die Technik des Golddruckes ist als eine seht schwere zu betrachten, weil sie mit der Hand ausgeübt wird, und wegen des mehrmaligen Druckes auf gleicher Stelle bei dem Handvergoldsr eine sichere, ruhige Hand und scharssehende Augen vorausseht. Dir Ornamente sind in Messing geschnitten und ein individuell arbeitender Kunstbuchbinder verfügt heute genau so wie die alten Meister über einen eigenen Formenschatz, der seiner Kunst einen festumrifsenen Charakter gibt. Die Kenner wissen ohne Ramen- nennung sofort, aus welcher Werkstatt und von welchem Künstler dieser oder jener Kunsteinband stammt. Bei bestimmten Geberarten werden die Stempel ohne Gold eingedruckt, teils aus ästhetischen Gründen, tells aus Zweckmäßigkeiten: diese Technik wird mit .Blinddruck bezeichnet In jedem Falle werden die Stempel erhitzt. Dazu treten die farbigen ©viele durch OeberaijfTagen und Mosaik Ein wechselreiches, unerschöpfliches Gebiet eröffne! sich dem künstlerisch schaffenden Buchbinder damit! Aber auch der Buchkünstler, der Richtbn^' binder, unterzieht sich heute der geistigen Arbeit am Kunsteinband. Es sind dies Schöpfungen, die In Verbindung mit dem Ne Techniken beherrschenden Buchbinder entstehen Sehr instruktiv zeig- der Vertin deutscher Buchkünstler dieses Gebiet in der gegenwärtig stattfindenden Intern. Buch kunstausstellung in Leipzig, zu der auch der künstlerisch schaffende Kunstbuchbinder mit seinen besten Vertretern zugelassen ist. Welche Kulturnotwendigkeit das handgebundene Buch und der künstlerische Bucheinband ist, zeigen die Großbetriebe, die in der Hauptsache dem Masseneinbanb dienen, in dem sie es als unerläßlich empfunden haben, auch dem Kunsteinband ihre Aufmecksamkeit zu widmen. Es bestehen in Deutschland zwei Fach- vertinigungen, die „Meister der Einbandkunst" und der „Jakob Krause-Bund", welche die Handwerkskünstler zusammenfassen, deren Dernfsauf- gabe es ist, durch künstlerische und qualitative Duchbinderarbtit das Ansehen ihres Standes zu ^hMtltnn, 2e»r. d. Bucher S?ul?'$tön Englisch, lvMBureauarb Eigene äHalMne, veimarbelt oder •pfle-ujhniienni ZA- Angeb. un. Ea-d.GK.Anz ^ÄeäitetVonb wnlSsobn, mit oder, mdw. Arbeiten und Maschinen vertraut iucht Vertraue«: Stellung jur Leitung einer kleineren landw. Betriebes. Auch wird Stellung aiß Lager- oo. Magazi'noerwal- terangenommen.stch bin jederzeit 'zum Ltellenantriubereit und werde mich auf Wunsch persönlich vorstell.Schr.Ang.ii. 05340 an d. G. An Ein junges MieWÄ mit Ferkel, unter zweien die Wall zu verkauien. n* i) Karl Jüngcl, Ac/strsbeim. Haus mit groß hv'. karte zum 400jährigen Jubiläum der hiesigen Universität ist soeben erschienen. Sie zeigt einen alten Stahlstich von Marburg. Der amt- liche Jubiläumspoststempel wurde heute zum erstenmal verwendet. — Die städtische Rodelbahn ist endlich fertiggestellt. Dieser Tage fand eine Besichtigung der Neuanlage am Spiegelslustberg dukch Sachverständige statt in Anwesenheit des Stadtbaurats ch i l l m e r und des Direktors des Instituts für Leibesübungen der hiesigen Universität, Professor Dr. Iae ck. Die Bahn fand den vollen Beifall der Sachverständigen. — In unmittelbarer Nabe des alten, bekannten Elisabethbrunnens bei dem benachbarten Dorfe Schröck wurden durch Zufall vor eini gen Jahren die Grundmauern der alten Elisabethkapelle aufgefunden. Sie wurden damals notdürftig freigelegt. Jetzt hat der Minister für Volksbildung einen namhaften Geldbetrag bewilligt, damit die Ausgrabungsarbeiten fortgesetzt werden können, deren Leitung Geh. Rat Prof. V. Kiich übernehmen wird. Man darf auf das Ergebnis gespannt fein. JE Wetter, 20. Juli. Gelegentlich der Weiterlegung der Wasserleitung bei der Burgruine Melnau stießen die Arbeiter auf ein altes treppenartiges Kellergewölbe, in dem Menschen- und Pferdeknochen, sowie irdene Geschirre usw. gesunden wurden. Es sind Bestrebungen im Gange, die aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stamm n Burg, von der man einen prachtvollen Blick über die Gegend des ChristenberaS und ba8 WetschastStal hat, nicht ganz verfallen zu lassen. Kreis Biedenkopf. bl. Biedenkopf, 20. Juli. Am 25. Just veranstaltet der Landwirtschaftlich» r’ e = zirksverein hier eine Tierschau. den Rindvieh, Schweine, Schafe und Siege geführt und prämiiert. Maingau. WSR. Bad Homburg, 20. Juli. Heute morgen gegen 4 Uhr geriet der praktische Arzt Dr. M. aus Gonzenheim mit seinem Kraftwagen in eine schlechte Stelle des Stratzenpflasters in der Rahe der „Reuen Brücke". Es brach eine der Federn des Wagens, und der Arzt, ein Schwerkriegsbeschädigter, verlor die Herrschaft über sein Fahrzeug. Er rannte gegen einen Laternenpfahl und der Wagen schlug um, den Arzt unter sich begrabend. Hilfe war schnell zur Stelle. Der Arzt dürfte erhebliche innere Verletzungen davongetragen haben.______ der gestrigen Stadtvorstandssitzung wurde der Voranschlag der Oberrealschule für das Rechnungsjahr 1928 verhandelt. Danach beträgt der Zuschuh der Stadt zu den ungedeckten persönlichen Kosten 28 010 Mk., für die sachlichen Ausgaben 10 600 Mk., der Gesamtbeitrag mithin 38 610 Ml. Der Voranschlag wurde in der vorgelegten Form entsprechend dem Vorschlag der Finanzkommission ohne Debatte genehmigt. — Alsdann gelangte der Voranschlag der Höheren Bürger-(Mädchen-) Schule für das Rechnungsjahr 1928 zur Beratung. Dieser sieht einen Zuschuß der Stadt in Höhe von 4890 Mk. vor, wozu die Eltern freiwillig einen Bettag von 3Mk. pro Monat für jedes Kind außer dem gesetzlichen Schulgeld leisten. Der Voranschlag wurde gegen die Stimmen der Linken genehmigt: an den sachlichen Ausgaben wurden nach dem Vorschlag der FiMnz- tommission 600 Mk. ab gestrichen. — Die gegen die Einschätzung zum Wassergeld von mehreren Reklamanten erhobenen Einsprüche wurden im Sinne der von der Finanzkommissivn gemachten Vorschläge erledigt. — Die Erd- und Chaussre- runaSarbriten für die Verbreiterung der 3 ah nstratze, die nach dem Voranschlag vorgesehen ist, werden dem Unternehmer Kurt Steinbach zu seinem Angebot vom 21. Juni 1927 übertragen. — Befreiung von Wohnungsbauten von Grundsteuern. Das Hessische Finanzministerium hat angeordnet, daß Wohnungsbauten, die im Kalenderjahr 1927 begonnen werden, fünf Rechnungsjahre von der staatlichen Grundsteuer befreit sind, und angeregt, daß die Gemeinden bezüglich der Gemeindegrund* fteuer dieselben Maßnahmen treffen mochten. Dieser Vorschlag jedoch wurde mit großer Mehrheit im Hinblick auf die sich dadurch ergebenen weittragenden Konsequenzen abgelehnt. — Verschiedene Mietverträge mit Mietern m städtischen Häusern wurden genehmigt und die Mieten in den beiden städtischen Reubauten in der Siedlung Rambach entsprechend den Vorschlägen der Baukommission festgesetzt. Die Bürgermeisterei wurde ermächtigt, die entsprechenden Mietverträge abzuschließen. — Der St r o m - preiS für die Firma A lt deut s ch e Weberei Stein für den Stromverbrauch in der ehemaligen Heidelbachschen Fabrik wird vvn Eröffnung des Steinschen Betriebes dortselbst ab auf 15 Pfennig für die Kwst. festgesetzt, unter der Voraussetzung, daß die monatliche Stromab- nähme mindestens 700 Kwst. beträgt, andernfalls der Preis 18 Pfennig für die Kwst. ist. — Zu dem Gesuch der Mechanischen Weberei C. Grünewald und Sohn um Abgabe von elektrischem Strom für die Zeit der Reu- einmauerung ihres Dampfkessels wird beschlossen, diesem Gesuche stattzugeben, falls die Firma die Kosten für die zu diesem Zwecke zu bauende Kraftstromleitung bezahlt. Der hierüber borge* legte Vertragsentwurf wurde genehmigt. — Benennung neuer Straßen. 5>er Oter* bindungsweg zwischen Mellenbergsttatze und Ro- denbergsttahe soll „Sandweg" genannt werden. — Die Kosten der Einfriedigung zwischen der Turnhalle und dem Fest- plah im Betrage von ca. 100 Mk. sollen ver- ttagsweise von der Stadt übernommen werden, wenn sich der Turnverein verpflichtet, diesen Betrag in jährlichen Raten von 40 bis 50 Mk. der ©tobt Kurückzuerstatten. — Der Dresch - gesellschaft Alsfeld wird der Platz am „Kies" rechts der Hersfelderbrücke gegen ^eine Anerkennungsgebühr von 5 Mk. für das Jahr 1927 überlassen. — Unter Mitteilungen am Schlüsse der öffentlichen Sitzung gab der Vorsitzende bekannt, daß die kürzlich von der Oberrechnungskammer vorgenommene Revision der Stadttasse ein sehr günstiges Ergebnis ge- > habt habe, und daß dem Stadtrechner für seine ,SUN LICHT* MANNHEIM. tadellose Buchführung die vollste Anerkennung ausgesprochen worden sei. Oef Alsfeld, 20. Juli. Eine für die Hebung der hiesigen Verkehrsverhältnisse wichtige Vereinbarung hat der hiesige Verkehrs» und Verschonecungsverein mit der Kurverwaltung unseres benachbarten Bades Salzschlirf getroffen. Es wird nämlich, um den Kurgästen den Besuch und die Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten der Stadt Alsfeld in bequemer Welse zu ermöglichen, eine zunächst wöchentlich einmal stattfindende Autoverbindung zwischen Alsfeld und Salzschlirf erfolgen, wozu ein Postauto zur Verfügung gestellt wird. Das Auto fährt abends zwischen 6 und 7 älhr wieder nach Bad Salzschlirf zurück. Damit eine Gewahr für die Rentabilität dieser Fahrten geboten ist, werden sie auf die Tage gelegt, an denen abends im Kurpark Salzschlirf eine besondere Veranstaltung (Theater, Konzert usw.) angesetzt ist. Die erste Fahrt findet bereits am nächsten Donnerstag nach Alsfeld statt. Man hofft jedoch, die regen Beziehungen der Vorkriegszeit zwischen der Stadt Alsfeld und den Dalzschlirfer Kurgästen, welche die Stadt früher regelmäßig zu besuchen pflegten, wieder herzustellen. Tb’enw '„Sonltag^iliguno und &»« in" befassen wird. Die Konferenz wird dem Dekanattaus chuß den Beitritt zp dem Evangelischen Nachrichtenverband empfehlen. Noch einige andere m dififlc Fragen, wie Wanderersursorge, f^^g6’ rische ^Behandlung der Lebensmüden u. a. tarnen <»flnber9, 20. Juli. Am 6. und 7. August kann der hiesige F u Hb al lklu b ,,G e r - mania" das Fest seines 20,ahrigen Bestehens Lin Für den 6 Äugust abends ist eine akademische heler im Mauergartcnsaale vorgesehen, am Sonntag wird ein großes Sportfest a»gehalten werden. — Die Arbeiten unserer Feldb er ein tqu n g Jdire - ten wegen des schwierigen Geländes leider nur sehr wnaiwn vorwärts. Die Arbeiten des zweiten Abschnittes sind nunmehr beendet; die Auflegung der Lonitierungskarten, der Ausnahmehandrifse, der Be- sitzslandsverzeichnisse und der Gutergescyosse si D0m)2i,-^I^aa?U62!>t.,3uh. wem nach, mittag stürzte eine junge Srau, öie auf einem Herrnrad in großer Geschwlndigkett die Ü^r das Rad verlor, an einer scharfen Kurve in den Bach. Durch den Sturz zog sie sich erhebliche Verletzungen an Arm und Hand z^so daß der Arzt geholt werden muhte. Kreis Schotten. --Schotten, 19. Juli. Die Gündervd- sche Verwaltung hier sah hch genötigt, die Mehr »ab l ihrer in der Gemarkung Schotten liegen- den^Wiesm (etwa 70 Morgen) selbst Zu bewirtschaften, da sie die in der letzten P^perrode erzielten hohen Preise nicht wehr erzielen konnte^ Olur einige Wiesen fanden Liebhaber für etwa 50 Mk. pro Morgen, währ^die der zuletzt stattgefundenen Verpachtung im Jahre 1924 für ben Morgen 80 bis '20 M geboten hatten und seither bezahlten, weil ße sich offenbar des stabilen Geldwertes nicht bewußt waren. = = Gedern, 20. Juli. Ausgehend von Freunden des Bade- und Schwimmsportes bereitet sich hier die Gründung ei ne s B a d e- n e r e i n 8 vor, der seine Hauptaufgabe darin lebt, Jugendlichen sowohl als Erwachsenen Schwimmunterricht zu erteilen. In zweiter Linie henkt der neue Verein an den weiteren Ausbau imf >rer Badeanlagen. Der etwa 20 Minuten von v, c-*r Stadt entfernte „Große See nut 60 Morgen Flächeninhalt bildet für die Bestrebungen neuzugründenden Vereins em ideales Betätigung^ e^ dem Dvgelsber g, 19.Juli. In diesem Jahre scheint sich wieder einmal bad etwas boshafte Wort, das über den Vogelsberg ungeht, bewahrheiten zu sollen daß es in dem- Mnen 2/. Jahr Winter und Vi <5ahr kalt sei. Eine geradezu herb st liche Kühle ist nun schon seit längerer Zeit, abgesehen von einigen kurzen Unterbrechungen, die Begleiterscheinung der fortgesetzten Riederschläge. Die Heuernte, die in fÄheren Jahren um diese Zett so ziemlich ÄUt® Ruf-Nr. 1790 eeeeeeeeÜHHi Lirschränte Eismaschinen empfiehlt 5930a Edgar Borrmann Eiicuwaren.Werk- zcuge, Gießen. xlx Ruppertenrod, 20. Juli. Am neuen Schulhaus, wo die Straße von Wettsaasen auf die nach Mücke stößt, ereignete sich gestern abend ein Zusammenstoß zwischen Auto und Motorrad. Ein Lackierer, der die Dapolin- Pumpstellen neu anstrich, kam mit seinem leichten Motorrad von Wettsaasen daher. Als er in die Kurve an der Drückenmühle kam, kreuzte ein Auto aus Büdingen seine Bahn. Obwohl der Wagenführer seine Bremsen blockierte, konnte ein Zusammenstoß nicht mehr verhindert werden. Das Dad ist zertrümmert, der Fahrer kam mit einigen Hautabschürfungen davon. Starkenburg. * Darmstadt, 20. Juli. Gestern abend wurde in der Heidelberger Straße ein Mann, der neben einem unbeleuchteten Handwagen herging, von einem Motorradfahrer angefah - ren und schwer verletzt. Er muhte ins Krankenhaus eingeliefert werden. — Vergangene Rächt stießen in der Soderstraße zwei Autos zusammen. Die Ehefrau Winkel wurde gus dem Auto geschleudert und erlitt einen Schädelbruch — Hier ist eine Hochschul- gruppe der Deutschen Dolkspartei gegründet worden, die sich dem Reichsausschuß der Hochschulgruppen der Deutschen Volkspartei anschloh. — Dor einigen Tagen hatte ein Landwirt in Eberstadt freiwillig den Tod im Main gesucht. Jetzt hat sein 24jähriger Sohn Selbstmord begangen, indem er sich vom Zuge überfahren ließ. — Sn Ober-Deerbach ri .0 durch den Kirchenmaler Kienzle wertvolle Malereien aus dem 14. Jahrh undert in der dortigen Kirche entdeckt worden. Lpd. Darmstadt, 20. Juli. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat einen Antrag eingebracht, den durch das Hagelwetter in Rhei,nh essen geschädigten Landwirten und Winzern zu helfen, indem die Schwergeschädigten von jeder Steuerlast entbunden werden, die geschädigten Winzer von der Rückzahlung eines Winzerkredites befreit und denselben unentgeltliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, sowie daß allen Geschädigten zinslose Darlehen gewahrt und die Saatfrucht zur Herbst- und Frühjahrsbestellung zur Verfügung gestellt wird. Lpd. Darmstadt, 20. Juli. Heute vormittag entstand in Radheim bei Babenhausen auf den Anwesen der Landwirte Adam Boll VIII. und Seb. Geisenhos II. Feuer, dem sowohl die Wohnhäuser, wie auch die Scheunen zum Opfer fielen. Die aus den Rachbarorten herbeigerufenen Wehren hatten Mühe, das Feuer auf seinem Herd zu beschränken. Da die Flammen an mehreren Stellen der Anwesen zu gleicher atm Drückenbau beim Neuwirtshaus ausgehoben - Die Gemeinde Nidda Meßt sich dem rnnrnehen des hessischen Staates an, wonach W o h ° nunasbauten, die im Kalenderjahr ^027 aus- oeführt oder begonnen werden, für das zur Zett der wertig tellung laufende und für die nächst folg eichen NÄechLsjohre auf Antrag grundsteuer- * rsfe der einzelner rben soll. Die llntechltunt 'M Steinbruch erchtzt aui _ ffialbioiri- ler Voranschlag dti 1928 werden genehmig1 üt eine Reineinnahme .n in» schlich-» N™ il“ u, h-i d» » mirl «u|«ni"W N ’wTÄ”"”# l Layr >m Cinmündung^.^., fein 2ropfea s, oa dr.M M das ssfe** an' aS«* ikt-Ste Falle geh - «4. jemand glaub^ rietet? ^mmen >! KG Bekanntmachung. Auf Anordnung des Landesamts für Arbeitsvermittlung in Hessen, Hessen-Nas sau und Waldeck, Frankfurt a. M., vom 29. Juni 1927 ist eine Fachabteiluna für das Musikergewerbe bei dem Oefsentlichen Slrbeitsnachweis für das nördliche Ober- Hessen, Gießen, Liebigstraße Nr. 16, Fernsprecher 254, mit folgendem Geschäftsbe- I reich errichtet worden: 6776V Kreis Gießest? Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Friedberg, Büdingen, Wetzlar, Dillenburg und den südlichen Teil des Kreises Biedenkopf. Gießen, den 20. Juli 1927. Oeffentlicher Arbeitsnachweis für das nördliche Oberheffen. Der Vorsitzende. I. V.: Dr. S e i b. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Mainzlar für das Rj. 1927 liegt von Freitag, den 22. Juli d. I. ab, eine Woche lang, täglich von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags, zur Einsicht auf dem Bürgermeistereibureau offen 6788D Mainzlar, den 21. Juli 1927. Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. Dränen-, Darm- und Zuckerkranken mitaro- ßem Erfolg gegessen, sondern auch von Sportlern u. Touristen beionders bevorzugt. Kasseler Strnonk- brot regelt die Verdauung in der angenehmsten Weise und verhindert laut gen Fettansatz. Für die Jugend ist Kaueler Simonsbrot unentbehrlich, weil m ihm alle Vitamine und Nährstoffe deö Getreide- korns unzerstört enthalten und. ,Dt»2A Echt und frisch erhältlich bei: Kräuter und Trnäbrungs-Retorm- band Herm. Jung, Schulftrakc w* i MM • >- $><■ W . U s M ,v ■ ■ ■x< E M E W fit. 1^8 *ttal die Süj... durch £ eine einige Gegensatz? leit wild d in der ®e gierung hl in den N Haltung d ivaltungsL Industrie stark darni scheu Hand nenätoerte Man Ä genau toi xung 2v' nachdem Güter gi eine sollt gierung, ÖDoIfftanl nu& biefeä druck Mir uninterelJar Thina, i land ausw« ganz glei weiter enft auf so zuve fönten, dm einer nicht der russisch fung einen dings bete tert. Ae vollauf b'u tv. iVringei regietung scheu Gesl l'che Reg gewesen h toenöung , Gewaltmit der Sowjk gen wird, «Ä; Vs ^fienben ei..,j'lie d «y« Viel Diei' Äus »M5 landsch binnen W wA» werde. 1 «gierung f brr Du fein. ’{ fchem'en • Aonservai' als eine J schnell abe nicht v/ S' Schon binge®ie5 und der den W könnte. Tagen aus die aus z- men, darf । 'M W land» mehr vielleicht bi bedeutet \t\ naher 3' mit einem gerechnet \ Sovei stets unbi in Ruhla- wohl in 1 anfing, f1 zulehnen, auferlegt Jevölkenu ren eurö. Westens, Zerschlagm n°rf) brau Äi, bei Mwilii' Ws Bef K in ’0,5 ta ufe Cf SB "1-?. Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Stadt Die Preise haben nur Freitag und Samstag Gültigkeit! Bei einem Einkauf von Mark 1.50 ein Ballon! kscminmlkMM, «Siesten, Lahnhofstraste 14 we8a Gießen (Löberstraße 8), den 20. Juli 1927. Die Beisetzung findet am Samstag, dem 23. Juli, nachmittags V24 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt; das feierliche Seelenamt am Samstagvormittag 7V4 Uhr. Von Beileidsbesuchen wolle man Abstand nehmen. Aus langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden entriß uns heute der unerbittliche Tod meinen über alles geliebten, herzensguten Gatten, unsern innigstgeliebten, treusorgenden Vater, Schwiegervater und Großvater Herrn Martin Abermann Bauunternehmer im Alter von 59 Jahren. In großem Schmerz namens der trauernden Hinterbliebenen: Frau Henny Abermann geb. Moll. 6792D Heute vormittag entschlief nach einem arbeitsreichen Leben unser allseits beliebter Chef WMnMmerMrtÄriMß Heute vormittag verstarb unser verehrter Chef Herr Martin Abermann S AH STAG Frau Margarete Mandler geb. Mankel im 42. Lebensjahre. 6793D 6797D Herr Martin Abermann heute morgen von seinem Leiden erlöst wurde. Heute nachmittag 2% Uhr verschied sanft nach langem schweren Leiden meine innigst- geliebte Frau, unsere liebe gute Mutter,Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Mandler. 05341 Wir verlieren in dem Entschlafenen einen Vorgesetzten, der uns durch seine Gerechtigkeit, sein offenes Wesen und seine zielbewußten Anordnungen stets vorbildlich zur Seite stand. Seine hervorragenden Charaktereigenschaften und sein edeldenkendes Wesen machten den Verstorbenen nicht nur bei seinen Angestellten, sondern auch bei allen Geschäftsfreunden und den übrigen Mitmenschen beliebt Als leuchtendes Vorbild wird er uns unvergeßlich sein. Die Angestellten der Firma Martin Abermann Baugeschäft für Hoch-, Tief- und Betonbau. Gießen, den 20. Juli 1927. Er war uns während seiner langjährigen Geschäftsführung stets ein vorbildlicher, gerechter und wohlwollender Vorgesetzter. In hervorragender Weise hat er es verstanden, alle seine Untergebenen stets in Zucht und Ordnung zu halten, ohne das Wohl eines jeden aus dem Auge zu verlieren. Als meisterliches Vorbild wird er uns unvergeßlich bleiben. Die Poliere und Arbeiterschaft der Firma Martin Abermann, Baugeschäft. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unseren Mitgliedern mitzuteilen, daß unser langjähriges Vorstandsmitglied und II. Vorsitzendei Gießen, den 20. Juli 1927. Der Gesamtvorstand, 6777D; Damenstrümpfe "t KL la Seidenflor, gut verstärkt I B nur moderne Farben.......1.65, JL • JL Damenstrümpfe ß feinster Seidenflor, gut verstärkt, I in den neuesten Modefarben.... Damenstrümpfe feinste -* fV künstl. Waschseide, größte Ausw. P | Ä 1 in Modefarben, mit kleinen Fehlern Damenstrümpfe & K feinste Waschseide mit Flor P plattiert, aparte Farben........ Gießen (Buddestraße 11), den 19. Juli 1927. Bauunternehmer. Gießen, den 20. Juli 1927. Herr Abermann war seit 1. April 1905 Mitglied des Vorstandes und II. Vorsitzender und während dieser ganzen Zeit jederzeit ein guter Berater im Dienste der Krankenversicherung und insbesondere der hiesigen Allgemeinen Ortskrankenkasse. Sein Andenken wird stets von uns in Ehren gehalten werden. Heute morgen verschied nach längerem Leiden Herr Martin Abermann H.Vorsitzender der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen Die Beamten und Angestellten der Allgem. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt Inserieren bringt Gewinn , Herrensocken la Seidenflor, in bester Ausfüh rung, modern gemustert........ Die Beerdigung findet Freitag, den 22. Juli, nachmittags 2V2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Altersvereinigung 1868-1918. Unser lieber Alterskollege Martin Abermann ist heute morgen von seinem schweren Leide., eriöst worden. Wir werden sein Andenken stets in .Ehren halten. -f./ZT^drerc^RSnaamStaS' 23. Juli, nachmittags 3 /, Uhr, stattBndenden Beerdigung bitten wir um zahlreiche Beteiligung. Der Voretand. Gießen, den 20. Juli 1927. 6778 Erfahr. rZilialleiier der Zigarrenherstel- lung. nut eigenen der Vorschrift entsprechenden Räumen lNähe Gienenö». ist in der Lage, für Zigarre itfabrik monatlich bis zu 60 Mille Zigarren herzustellen. Näher, nach Vereinbarung Zu erfragen in der (Geschäftsstelle deS Wien ?lnx R794D Fantasiesocken kräftige Qualiät...... 0.85 Fantasiesocken aparte Muster gut verstärkt.................. 1.15 Herrensocken la Kunstseide plattiert modernes Karo....... 1.35 Herr Abermann hat in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied u. a. auch stets mit warmem Herzen die Rechte der Beamten und Angestellten der Kasse vertreten. Sein Hinscheiden bedeutet für uns einen schweren Verlust und werden wir sein Andenken in Ehren halten. Gießen, den 20. Juli 1927. Donnerstag, 2\. Juli 192? Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) Rr.M Drittes Blatt a n.id)» Nachdruck verboten 36 Fortsetzung. (Fortsetzung folgt.) könnt?" rief der Aerger. „Wir wissen," Leiter der Bande Ich glaube sogar, zu haben." „Ohne ihn zu „Ja." erwiderte Krag, „daß sich der noch hier in der Stadt aufhält, ihn gesehen, mit ihm gesprochen verhaften?" Tagung des Süddeutschen Verbandes der Ruhestandsbeamten. DerSübbeutscheVerband berRuhe- standsbeamten. Wartegeldbeamten und deren Hinterbliebenen hielt am Dienstag im Fürstensaal in Darmstadt eine Tagung ab, zu der auch Vertreter aus München, (Stuttgart und Karlsruhe erschienen waren. Die Versammlung leitete der zweite Vorsitzende des Hessischen Pensionärvereins, Häuser- Darmstadt. Er begrüßte die auswärtigen Gäste, sowie den anwesenden Landtagsabgeordneten Kindt. In dem Süddeutschen Verband, so führte der Vorsitzende dann aus. werde Bedeutendes für die Pensionäre geleistet: namentlich wäre schon vieles in bezug auf Einigung erreidyt worden. Der Verband habe schon viele Eingaben an die hessische Regierung gerichtet, aber nie sei von dieser Stelle aus eine Antwort erteilt worden, auch nicht auf persönliche Nachfragen hin. Der Redner erinnerte an verschiedenen Forderungen, die dringend der Re- gelung bedürften, wie die Frage der A l t - Pensionäre. Warum sollten die Altpensionäre andere Verhältnisse erhalten, als die sind, wie sie ihren Dienst antraten. Die Mark habe heute nicht mehr die Kaufkraft wie früher. Die Ruhestandsbeamten wüßten, daß der Staat in Geldnöten sei, aber wenn der Staat Industrie und Landwirtschaft Steuern stunden körme, so könne er auch den Ruhestandsbeämten helfen. Diese wären heute noch die Stützen des Staates und wollten auch nicht, daß er untergehe. Da man in einem Rechtsstaat lebe, so müsse man auch die Anerkennung der wohlerworbenen Rechte verlangen. Zu der heutigen Tagung hatte die hessische Regierung versprochen, einen Vertreter zu senden, es ist aber niemand erschienen: auch das Finanzministerium hat keinen Vertreter entsandt, weil die Geschäftslage dies nicht gestatte. erster Hypotheken zum größten Teil sich crmög- lichen lassen werde, und daß deshalb die Mittel aus der Hauszinssteuer im großen und ganzen für nachstcllige Hypotheken Verwendung finden ... - - • * - ■ • gewesen, solider Türschlösser gelang es dem Verkleideten, zu dem Italiener hineinzugelangen. Unter seinen Kleidern trug er eine vollständige Ausrüstung für eine Scheuerfrau versteckt. Der Italiener legte sie an, und mit einem großen Tuche um den Kopf, das die Hälfte des Gesichtes verbarg, mischten Ferro und seine Helfer sich unter die anderen Reinmachefrauen und nahmen an dem allgemeinen Gerassel mit Eimern und Scheuergerätschaften teil. Um welche Zeit beide Verbrecher aus dem Polizeigebäude entkommen waren, ließ sich nicht feststellen. Daß sie aber in ihrer Verkleidung nicht das geringste Aufsehen erregt hatten, zeigte das Resultat: beide waren spurlos verschwunden. „Und nun stehen wir ungefähr wieder am Anfang", sagte der Polizeichef. „Wir haben freilich den dummen Iuwelendieb und den rothaarigen Kellner, aber aus denen ist nichts herauszubringen." „Wir haben auch noch andere Anhaltspunkte", meinte Krag. „Welche?" fragte der Polizeichef. „Erstens haben wir die Spuren des Besuches, den der Dieb mir abgestattet hat. Sie können von Wichtigkeit sein, wenn ich jetzt Zeit finde, eine gründliche Untersuchung anzustellen. Ferner haben wir die Wohnung in der Wasserstraße, wo die Scheuerfrau festgehalten worden ist. Wer hat sie gemietet? Wie sah der Mieter aus? Woher kam er? Endlich haben wir die falsche Scheuerfrau. Wie hat sie sich die Geräte der richtigen verschafft? Hat jemand sie gesehen? Und wie sind die beiden verkleideten Reinmachefrauen durch die Stadt gelangt? Sind sie niemandem ausgefallen? Alles das sind Dinge', die zu Resultaten führen können, wenn wir sie mit anderen uns schon bekannten Umständen Zusammenhalten." „Aber was ist uns denn eigentlich schon be- Chef mit leicht verständlichem „Es war gestern abend", begann sie schluchzend. Der Ehef unterbrach sie: „Ihre Erklärung ist sehr wenig zusammenhängend. Aber ich verstehe letzt doch so einigermaßen, was vorgefallen ist." Krag sah ihn fragend an. Er war wirklich gespannt, zu erfahren, wie die dreiste Flucht bewerkstelligt worden war. „Sie erinnern sich des dummen Iuwelendiebs," jagte der Posizeichef, „ihn haben wir Gott fei Dank noch. Sie halten recht, er ist doch nicht so dumm. — Und dann haben wir den rothaarigen Kellner." Krag nickte lächelnd. „Dem Herrn Thollon haben wir's zu verdanken, daß Ferro unterrichtet gewesen ist. Thollon muß dem Italiener geheime Zeichen gegeben haben, als sie gegenübergestellt worden sind, wie Sie richtig vermutet haben. Sonst kann ich mir nicht erklären, wie Ferro von allem unterrichtet jein konnte. Das war er nämlich. Er war heut morgen fünf Uhr vollkommen bereit in seiner Zelle. Er wußte, was geschehen würde. Und er kann die Mitteilung nur von Thollon erhalten haben." „Darüber war ich mir längst klar," erklärte Krag, „daß Ferro eine Mitteilung von Thollon bekommen hat." „Nun gut," fuhr der Polizeichef fori, „nun erzählt diese arme Frau hier, gestern abend sei ein fremder Mann zu ihr gekommen und habe ihr zwanzig Kronen angeboten, wenn sie sofort mitkommen und eine Wohnung reinigen wolle, die Sache habe Eile. Die Frau macht im Untersuchungsgefängnis rein und ist jeden Morgen um fünf Uhr mit ihren Scheuergeräten2zur Stelle." Krag nickte und lächelte, als ob er schon verstände, was bann geschehen war. Sie ging mit dem Fremden mit," erzählte der Chef weiter, „und er führte sie in ein Haus in dcr Wasserstraße, in eine Wohnung, wo man ihr Kaffee zu trinken gab. Es ist wohl nicht notwendig, darauf aufmerksam zu machen daß sie von dem Augenblick an, als sie den Kaffee trank, bis zu ihrem Wachwerden heute morgen um acht Uhr sich an gar nichts erinnert.' Ganz recht," warf Krag ein, „und es ist auch unnötig, darauf aufmerksam zu machen, daß ein anderer hier im Gefängnis statt ib-rcr erschienen 'st. hin wird man gut tun, für die nächste Zeit auf der Hut zu sein. Es scheint wenigstens eine Entwicklung in der Richtung sich vorzubereiten, daß Rußland von der Herrschaft dcr Kommunisten sich befreit und nicht etwa zu einer Rückkehr des Zarismus sich vorbereitet, sondern daß die nächste Regierungsform in Rußland, wenn es überhaupt au einem Umsturz kommt, die einer vorwiegend von Bauern beherrschten Republik sein wird. Die englischen Meldungen dürften wohl auch auf solchen Rachrichten beruhen, nur eilen sie sicherlich der möglichen Entwicklung der Zeit weit voraus. Eine Gefahr für die künftige Entwicklung Rußlands würde in der vor- * eiligen Einmischung europäischer Mächte, namentlich Englands, in die engeren Verhältnisse Rußlands liegen. Denn auf diese Weise würden die verschiedenen Volkseiemente zum Widerstand gegen den äußeren Feind versammelt und vereint werden. Das läge nur im Interesse der Sowietregierung. nicht aber im Interesse einer [riebfertigen Entwicklung Gescnnteuropas mit Einschluß Rußlands. Deshalb wäre es den Engländern sowohl wie den anderen Mächten in Europa anzuraten, eine vorsichtige und zurückhaltende Politik zu betreiben, um mögliche Entwicklungen in Rußland selbst zu unterbrechen. Wie sich aber auch England und die anderen Mächte verhalten mögen, für uns muß die unbedingte Richtlinie maßgebend fein: völlige Neutralität und Richteinmischung in innere russische Angelegenheiten zu beobachten. Kommt es zu einer Aenderung im angedeuteten Sinne, so wird das für uns keiv Rachteil sein, denn in einer bäuerischen Republik mit geordneten Verhältnissen würden unsere Handelsaussichten zweifellos besser fein als heule. Durch eine bestimmte Stellungnahme nach der einen oder anderen Seite aber würden wir uns nur schaden können. Kurdirektor Laffert-München führte in einer Rede etwa aus: Rotwendig ist für uns vor allem Einigkeit, andere Machtmittel fehlen uns: nur durch Zusammenhalt können wir erreichen, das uns zuteil wird, was uns versprochen worden ist. Es muß vermieden werden, daß einzelne Organisationen verschiedene Forderungen stellen. Wir müssen uns auch die Hilfe der aktiven Beamten sichern: die aktiven Beamten indessen, namentlich in jüngeren Jahren, denken vielfach nur an die zunächstliegenden Forderungen, darum müssen die Pensionäre ihre Forderungen in erster Linie selbst vertreten. 3n Berlin ist jetzt ein Pensionärausschuß des Deutschen Beamtenbundes gebildet worden, der die Interessen der Pensionäre, Wartegeldbeamten und deren Hinterbliebenen "Vertritt. Der Vorsitzende teilte mit, daß von 1600 Beitritt sauff orderungen, die an Ruhestandsbeantte geschickt wurden, nur 26 Erfolg hatten: wenn es jetzt nicht gelinge, die Organisation zu stärken, so wäre viel verloren. Eine Lehrerswitwe aus Worms schilderte ihre außerordentlich schwierigen Lebensverhältnisse als Kriegerwitwe: wenn sie nicht ihre Eltern hätte, könnte sie nicht leben. Der Vorsitzende sprach dann über die schwierige Lage der Unfallpensionäre und Über die Fälle, in denen Pensionäre niedriger eingestuft wären, weil, wie man sage, es damals diese Stellen noch nicht gegeben habe: es handle sich jedoch nur urii andere Benennungen. Kurdirektor Laffert- München meinte im weiteren Verlauf der Verhandlungen, es sei nicht tunlich, die Friedenspension zu verlangen, sondern besser wäre die automatische Mitnahme bei Besoldungserhöhungen. Er forderte insbesondere die Witwen auf, den Unterstützungsweg in Anspruch zu nehmen: in heutiger Zeit sei die Ditte um eine Unterstützung keine Schande. Der Redner gab auch die Schritte an, die in Rotfällen zu tun sind. Landtagsabgeordneter Kindt gab denselben Rat; wohin die Gesuche zu richten sind, sage die Pensionszahlstelle. Die abschlägig beschiedenen Gesuche sollten gesammelt werden, dann tonne bem Landtage nahegelegt werden, den Unterstühungs- sonds zu erhöhen. Die weitere Aussprache schloß mit der einstimmigen Annahme der nachstehenden Entschließung: Die heutige Versammlung der hessischen Pensionäre, die sehr zahlreich besucht war, hat einstimmig folgende Entschließung angenommen: 1. Baldige Herbeiführung einer ausreichenden und durchgreifenden Besoldungserhöhung, um die. unerträgliche Lage der Ruhestandsbeamten zu bessern. 2. Gleichstellung der Alt- und Reupensio- näre. 3. Reuregelung der Unfallfürsorge und Besserstellung der Unfallpensionäre. 4. Besondere Berücksichtigung der Kriegerwitwen, deren gefallener Ehemann Beamter war. 5. Gewährung einer einmaligen Beihilfe, im Falle die neue Besoldungsregelung vor dem 1. Oktober nicht zustande kommen sollte. 6. Gerechte Regelung des Wohnungsgeldzuschusses. 7. Automatische Mitnahme der Pensionäre bei den bevorstehenden und späteren Besoldungsregelungen. könnten. Diese Ansicht i»st aber irrig g> da der Pfandbriefabsatz außerordentlich getafien hat, so daß jetzt auch für erste Hypotheken die Beträge herangezogen werden müssen, die eigentlich den nachstelligen Hypotheken Vorbehalten bleiben fönten. Ein Ausgleich in Gestalt der Heranziehung größerer Daueranleihen zur Finanzierung der Wohnungsbauten (vor allem aus dem Ausland) hat sich bisher als unrnög- Wirtschaft. Finanzierungs- und EntwiAlungsmöglichkeiten auf dem Baumarkt. Die Entwicklung auf dem Daumarkt ist lediglich eine Kapitalfrage, da der Wohnbedarf nach wie vor vorhanden ist. Das Eigenkapital der Baulustigen ist aber in der Regel nicht so groß, daß sie ohne nachstellige Hypotheken zu günstigen Bedingungen auskommen könnten; diese können aber in ber Regel nur von öffentlichen Stellen zur Verfügung gestellt werden. Aus diesem Grunde sind die hauptsächlichsten Träger des Baumarktes die Länder und die Gemeinden, die auS der Hauszinssteuer die Reubautätigkett weitgehend finanzieren. 3n zweiter Linie kommen in Betracht die Grundkreditanstalten, die aus ihrem Msah an Pfandbriefen für Bauvorhaben Hypotheken begeben können. Da bis in das Frühjahr dieses Jahres der Absatz an Pfandbriefen ziemlich gut war, war man vielfach der Ansicht, daß aus d-m Pfandbriefabsatz die Beschaffung Darauf unterjuchte er in aller Geschwindigkeit die. Wohnung. Durch nähere Prüfung der oer|chie- denen Schlösser wurde ihm klar, wie der Dieb zu Werk gegangen war. Zuerst hatte er mit einem gewöhnlichen Hauptschlüsfel die Haustür aufgemacht. Dann war er auf den Hof gegangen, hatte eins der Hoffenster eingeschlagen, nachdem er es mit Seise überschmiert hatte. Durch das zerschlagene zensier war der Mann auf die Küchentreppe gelangt, hatte die Küchentür mit dem Dietrich geöffnet und war durch die anderen Zimmer bis in Krags Schlafzimmer gekommen. Der mystische Punkt war das Schreibtischschloß. Obwohl cs gavz besonders gearbeitet war, zeigte sich doch nicht die geringste Spur von Gewalt daran. Der Dieb mußte irgendwie in den Besitz eines passenden Schlüssels gelangt sein. Alle diese Resultate sammelte Krag im Laufe einer Viertelstunde. Erst dann erklärte er sich bereit, mit zur Polizei zu gehen. Das Automobil des Kriminalbeamten wartete noch draußen, und beide stiegen ein. An der ungewöhnlichen Unruhe, die in der Krimi - nalabteilung herrschte, konnte man merken, baß etwas Besonderes vorgefallen war. Polizeibeamte in Uniform und Zivil rannten hin und her. 3m Zimmer des Polizeichefs fand Krag eine der Scheuerfrauen des Untersuchungsgefängnisses. Krag läd>cltc, als er die Fran erblickte. Weinend stand sie vor dem Chef und stammelte immer von neuem, sie fei unschuldig wie ein Kind im Mutterleibe, sie könne nichts dafür, sie sei selber mißhandelt worden, und so weiter. Der Polizeichef stampfte ungeduldig mit dem Fuße auf. „Das meine ich auch," rief er, „Sic haben es nicht mit Willen getan, aber Sie haben ihm doch zur Flucht verhalfen." ...Können wir nicht eine Erklärung bekommen? fragte Krag, sich vor der Frau niedersetzend und sie betrachtend. • Der deutsche Außenhandel im Juni. Der deutsche Außenhandel zeigt im Juni im reinen Warenverkehr einen Einfuhrüberschuß von 449 gegen 340 Millionen Reichsmark im Mai. Diese Steigerung ist zurückzuführen auf den Rückgang ber Warenausfuhr um 85 und die Steigerung der Einfuhr um 24 Millionen Reichsmark. An der Abnahme der Ausfuhr sind alle Gruppen beteiligt. Der Haupt- rückgang entfällt auf fertige Waren mit 63 Millionen Reichsmark. Die Ausfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren ist um 16 und die von' Lebensmitteln um 6 Millionen Reichsmark zurückgegangen. Die Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken ist um 16, die von Rohstoffen und halbfertigen Waren um 10 Millionen Reichsmark gestiegen, die von Fertigwaren um 2 Millionen Reichsmark zuruckge- gangen. * Dom Reichsverband der Deutschen Industrie. Der Reichsverband der Deutschen Industrie wird seine diesjährige Mitgliederversammlung unter bem Vorsitz von Geheimrat D u i s b e r g am 2. und 3. September in Frank- Die innere Lage Rußlands. Aus London werden Alarmnachrichten gemeldet nach denen die öffentliche Meinung Englands mit der Möglichkeit rechnet daß schon binnen sehr kurzer Zeit in Rußland em-entscheidende Staatsumwalzung ftattf mben werde die in der Beseitigung der Sowietregierung gipfelt. Da scheint uns denn ooch der Wunsch der Vater deS Gedankens zu sein Es ist verständlich, daß man in Den Herr sehenden Kreisen Englands, namentlich in der Konservativen Partei, nichts eifriger herbeisehnt, als eine vollständige Umkehrung der Dinge. So schnell aber wird sich die Entwicklung wohl doch nicht vollziehen. . Schon vor längerer Zeil haben wir Darauf hingewiesen, daß das Schreckensregiment, das die ©Dtrietregtcrvng in Rußland neuerdings euv geführt hat, wohl als ein Zeichen der Schwache und der Besorgnis vor einer starken zunehmen- | den Bewegung in Rußland gedeutet werden könnte. Rach Privatnachrichten, die in diesen Tagen aus Rußland hierher gekommen sind, und die aus zweifellos zuverlässiger Quelle stammen, darf man allerdings annehmen, daß eine solche Bewegung in verschiedenen Teilen Rußlands mehr an Boden gewonnen hat, als man vielleicht bisher anzunehmen geneigt war. Das bedeutet jedoch keineswegs, daß schon in so naher Zukunft, wie man in England glaubt, mit einem Erfolg einer derartigen Bewegung gerechnet werden darf. Soweit man von hier überhaupt über die stets undurchsichtigen und unklaren Verhältnisse in Rußland urteilen kann, liegt die Entwicklung wohl in der Richtung, daß der russische Bauer anfing, sich gegen den harten Steuerdruck auf- zulehnen, der von der jetzigen Regierung ihm auferlegt wird. Die große Masse der russischen Bevölkerung besteht im Gegensatz zu den anderen euröpäischen Staaten, namentlich des Westens, aus kleinen Bauern, die nach Zerschlagung und Aufteilung des Großgrund- Lesitzes in den Genuß von kleinen Bauerngütern gelangt sind, Die ihnen mit ihren Familien eine einigermaßen erträgliche Lebenshaltung im Gegensatz zu früher ermöglichen. Diese Möglichkeit wird durch die Abgabe von Steuern, vielfach in der Gestalt von Naturalien, durch die Re»- gierung herabgedrückt, die nur auf diese Weise in den Besitz der erforderlichen Mittel zur Cv° hattung des gesamten Regierungs- und Der- waltungsapparates gelangen kann. Die russische Industrie und der russische Handel hegen so stark darnieder, daß aus ihnen trotz des russischen Handels- und Aussuhrmonopols kaum nen-. nenswerte Erträgnisse herauszuziehen sind. Man darf also in ber neuen Bewegung, gegen die Sowjetregierung in Rußland die Aeu° ßerung des Unwillens der Bauern erblicken, die genau wissen, daß sie von der Sowjetregierung Vorteile nicht mehr zu erwarten haben, nachdem sie mit deren Hilfe in den Besitz ihrer Güter gelangt sind. Raturgemäß richtet sich eine solche Bewegung gerade gegen die Regierung, die ihnen zu dem verhältnismäßigen Wohlstand verholfen hat, wenn sie in dem Genuß dieses Wohlstandes durch überharten Steuerdruck behindert werden. Es ist übrigens nicht uninteressant, dabei zu bemerken, daß sich in China, das ja manche Aehnlichleit mit Rußland aufweist, die revolutionäre Bewegung m ganz gleicher Richtung abgespielt hat und weiter entwickelt. Wenn diese Annahmen, die auf so zuverlässigen Berichten beruhen, zutreffen sollten, bann läßt sich wohl vermuten, baß in einer nicht zu fernen Zukunft die Gegnerschaft der russischen Bauern gegen die Sowjetregierung einen Umfang annehmen wird, der allerdings deren Fortbestand aufs schwerste erschüttert. Die Erkenntnis dieser Bewegung wurde vollauf die Nervosität sowohl wie bas hieraus en hmngenbe Schreckensregiment ber öotojet- reg.erung erklären. Wir haben ja in ber russischen Geschichte immer wieder erlebt, baß ieg- liche Regierung, gleichgültig welcher Art sie gewesen sein mag, versucht hat, sich unter An- wenbung auch ber schärfsten und rücksichtslosesten Gewaltmittel in ber Macht zu behaupten. Ob der Sowjetregierung bas aus Die Dauer gelingen wirb, muh abgewartet werden, ^tnrner- Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München Lanbtagsabgeorbneter Kindt machte in seiner Erwiderung auf die Begrüßung darauf aufmerksam, daß der Landtag die Gleichstellung der Alt- Pensionäre mit den Reupensionären verlangt, die Regierung dies jedoch abgelehnt habe. Die Neuregelung ber Neamtenbefolbung werde diese Frage wieder aufrollen, und es werde wieder Kämpfe darum geben. Einem Staate, der für seine Ruhestandsbeamten nicht ausreichend sorge, fehle die moralische Grundlage. lich erwiesen, so baß auf biefe Weise ber Ausfall nicht gedeckt werden konnte. Letzthin haben sich die Möglichkeiten des Verkaufs von Pfandbriefen noch weiter verschlechtert, so daß viele Grundkreditanstalten bereits wieder (genau wie 1924 25) Sperren in der Kredithergabe eintret en lassen mußten. Diese Sperren machten sich um so unangenehmer bemerkbar, als die Sparkassen, die ebenfalls stark angespannt sind, weil sie vielfach auch noch für Finanzierung des Handwerks, der kleinen Landwirtschaft usw. Sorge tragen müssen, größere als die bisherigen Mittel für Wohnungsbaufinanzierung nicht aufbringen können. Alle diese Umstände haben zur Folge gehabt, daß fast überall die Bauvorhaben wesentlich eingeschränkt werden mußten. Vielfach mufften sogar bereits in Angriff genommene Bauten stillgelegt werden. Sogar industrielle Bauvorhaben sind wegen ber Kapitalbeschaffungsschwierigkeiten zurückgestellt worden. Es ist nicht anzunehmen, daß in dieser Dausaison noch ein Umschwung zmn Besseren eintreten wird; viel eher ist mit einer allmählichen Zunahme ber Verschlechterung zu rechnen, ba auch bie Steigerung der Materialpreise, Löhne usw. sich jetzt beutlicher auswirkt unb baburch manches Dauprogramm, das bei normalen Preisen unb Löhnen ohne Schwierigkeiten zur Durchführung gelangt wäre, nunmehr ernstlich bebroht ist. Als Lehre sollte man aus diesen Vorgängen entnehmen, bah auf keinen Fall Bauten in Angriff genommen werden dürfen, deren Finanzierung nicht schon vorher restlos sichergestellt ist. 3rt Deutschland muß ganz allgemein bas Tempo des Bauens bem Tempo der Kapitalbildung ange- paht werden. Jede künstliche Förderung ber Bautätigkeit — ohne Rücksicht auf ben Umfang des zur Verfügung stehenben Kapitals — ist vom Hebel unb sie muh schon in relativ kurzer Zeit zu Rückschlägen führen. Das gilt besonbers für Die Baupläne ber öffentlichen Hand. Man braucht nur an die Vorgänge beim Arbeitsbeschaffungs- Programm zu denken, bas auch nur zum kleinsten Teil verwirtlicht werden konnte, das aber schon durch seine Ankündigung den Baumarkt (durch Steigerung der Preise und Löhne, durch Zurückhaltung der Geldgeber, durch Anziehen ber Zinssätze usw.) erheblich beunruhigt hat. Auch wenn die Schwierigkeiten der Kapitalbeschaffung in diesem Jahre nicht den jetzigen Umfang angenommen hätten, wären alle Bauvorhaben, die am Jahresanfang projektiert waren, doch nicht ausführbar, da sie von einem olfaugro&en Optimismus hinsichtlich ber künftigen Entwicklung getragen waren. Diese Lehre sollte man nicht vergessen In diesem Augenblick brach die Scheuerfrau abermals in verzweifeltes Schluchzen aus, und es dauerte eine Weile, bis man sie beruhigte.--- Die Volizeibeamten, die jetzt in der Kriminal- ableilung des Amtsgebäudes versammelt waren, ahnten nicht, daß gerade um diese Zeit ein Fremder die breite Treppe des Polizeigebäudes hinan- stieg. Dieser fremde Mann, offenbar ein Ausländer, trug eine große Mappe unterm Arm. Er hatte große Eile. Es war ein noch junger Mann. Er glich weder Ferro noch dem dummen Iuwelendieb noch dem Gelehrten d'Albert. Er hatte noch den Reisestaub auf den Kleidern. Offenbar war er soeben mit dem Zuge angekommen. Dieser Mann sollte die Lösung bringen. Eine Lösung, die keiner der Polizeibeamten, auch Asbjörn Krag nicht, ahnte, XI. Bevor aber der Fremde durch das Gewühl in der Vorhalle des Polizeigebäudes zu seinem Ziel, der Kriniinalabteilung, gelangte, war dort von den mit der Angelegenheit beschäftigten Beamten, die von dem Anmarsch des Herrn nichts wußten, die Untersuchung der Flucht Ferros zum Abschluß gebracht worden. Die Scheuerfrau mar in der Wohnung in der Wasserstraße gefangengehallen worden. Inzwischen hatte einer der Bande sich ihrer Remedien bemächtigt, des Eimers, der Besen und der anderen Dinge, die notwendig waren, und hatte sich am Morgen kurz vor fünf Uhr im Polizeigebäude eingefunden. Der Betreffende hatte sich mit überlegenem Talent als Scheuerfrau verkleidet, und der diensthabende Schutzmann hatte nicht das geringste Bedenken gehabt, sie wie gewöhnlich einzulassen. Sie rumorte eine Weile in der Vorhalle mit ihren Eimern und Gerätschaften; doch als die anderen Scheuerfrauen sie anredeten und eine Morgenunterhaltung mit ihr an fangen wollten, bekam sie auf einmal einen Hustenanfall und entfernte sich auf einen ber Korridore. Gerade an diesem Tage sollte der Gesängnis- jlur ausgewaschen werden. Dcr als Scheuerfrali verkleidete Gauner mußte die Zelle Ferros kennen. Durch einen sinnreichen Mechanismus zum Oeffncn Staatsminister von Brentano f trockener m Frankfurt a M. Berlin Frankfurt a.M. BerNn Schlub-l 1-UH?7 Schluh., Anfang ^urs Kurs Kurs I Kurs Schluß l.Uhc. Kur, ! Kurs Schl,«h. Anfang Kur» ! Kurs Dalum: 20- 7. j 2t. 7. 20- 7. I 21. 7. 20. 7. 20. 7. | 21. 7. 21.7. 195,75 196 239 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt Telegraphische Auszahlung. 124,25 Banknoten. 101 | 99,5 Die hinter den 125,5 117.5 136,75 148.25 141.25 123 183,25 190 192 138 193,5 279 136 141.5 123 121 137 148.5 45.5 80 26 122.5 J14.75 205 125 119 317.25 204 13 10 . 0 .8 .0 10 118.75 155 167,75 05 273,25 167,75 19'1,5 130 102.4 >25,9 266,5 217 177 139,5 176 183,65, 182 193 70 138.25 239 162 5 184.5 194.5 276.75 147,5 196,5 189,5 17013 183 19; 194,5 137 sh 11 10 120 155 169 168,5 205 180.75 266 166.5 178.5 189,5 131 98 125,4 267 215 5 139 5 37.25 177 185 5 236,1 310 149 133,5 10,75 211 133.5 442.75 424 712 561 314 205.75 154.5 206.25 125 95 117,5 275,25 125 135 167 45.25 8t 143 1-3,5 121,4 137,75 150 25 45.75 79.5 123 26 1 3 123 127 145 123 121 142 137,5 149.5| 15 8 12 10 8 0 0 0 1( 6 4 0 6 0 0 c c 8 6 10 8 k 10 6 195.5 155 189.5 169 D a r m st a d t, 21. Juli. (Wolff-Funkspruch.) Heute morgen verstarb der hessische Staatsminister des Innern und der Justiz von Brentano, Mitglied des Reichstags und des hessischen Landtags. Der Minister, der sich schon seit Monaten unwohl fühlte, war vor einigen Wochen ernstlich erkrankt, so daß in den von ihm verwalteten Ministerien die Einrichtung einer Stellvertretung sich notwendig machte. Der im 72. Lebensjahr Verstorbene entstammt einer alten oberitalienischen Familie, die seit Ende des 12. Jahrhunderts bis zum heutigen Tage am Comersee ansässig ist. Im Jahre 1282 war Giovanni de Brenta ein Führer der Ghi- bellinenpartei. im 14. Jahrhundert hatte die Familie ausgedehnten Grundbesitz in der Tre- mezina, wo noch heute Kastelle der Familie Brentano di Tremezzo erhalten sind. Ende des 17. Jahrhunderts wurden einige Angehörige der Familie, die bislang namentlich sich den Berufen des Priesters und des Offiziers gewidmet hatten. Großkaufleute. Als solche gründeten sie bedeutende Handelshäuser. Import- und Bankgeschäfte in der Schweiz, in Wien, Nürnberg, Augsburg, Frankfurt a. M., Bebra und Amsterdam. Berühmte Mitglieder der Familie sind der Dichter der Romantik Clemens von Brentano und seine Schwester Bettina, ferner der bedeutende Münchener Rationalökonom Lujo von Brentano. Der verstorbene Minister wurde am 9. Dezember 1855 in Darmstadt geboren. Er besuchte das Gymnasium zu Gießen und Büdingen, legte 1874 seine Reifeprüfung ab und studierte dann an den Universitäten zu Gießen und München die Rechtswissenschaften. Ms Referendar Papier als Handelsartikel nach Westeuropa. Die älteste europäische Papierurkunde, von der wir wissen, stcnnmt aus dem Jahre 1109 und befindet sich im Staatsarchiv zu Palermo. Die älteste Papierurkunde aus Deutschland wird im nächsten Jahre ihren 7 0 0. Geburtstag feiern können; es ist eine Urkunde Kaiser Friedrichs II. aus dem Jahre 1228, die im Staatsarchiv zu Wien ruht. Wann zuerst in Deutschland Papier angefertigt wurde, ist nicht genau bekannt. Wahrscheinlich geschah dies 1290 zu Ravensburg. Die ä l t e st e d e u tsche Urkunde auf Papier stammt aus dem Jahre 1302. Es ist dies ein in deutscher Sprache abgefaßter Fehde-Dries des Ritters Johann von Büren an die Stadt Aachrn von 1302. Die erste sichere Nachricht von einer 1 Papiermühle in Deutschland stammt aus dem Jahre 1389. Damals ließ der Nürnberger Ratsherr illman Stromer durch Italiener in der Nähe von Nürnberg eine Papiermühle errichten, die am 24. Juni 1390 das erste Papier herstellte. Nach dem neuen Stoff war bald große Nachfrage, und so wurden denn gegen hohe Abgaben Privilegien zur Errichtung von Papiermühlen an einzelne erteilt. Das erste deutsche Privileg wurde 1398 vom Markgrafen Wilhelm I. von Meißen den Benediktinern zu Chemnitz gewährt. . .8 ,. io > . 10 . .6 > . 10 . . 10 . . 8 . 10 . . 7 . 16 . .8 . .9 . . 0 . .6 - .8 I. 4 . .8 . • 8 . .5 444 427 705 317 153,5 205,5 124.5 94.75 117,5 272,25 123.5 135 168 Buntes Allerlei. Das älteste Papier. Die Dresdner Papierausstellung offenbart in anschaulichster Weise die außerordentliche Bedeutung, die dieser Stoff heute in der Wirtschaft und im Leben einnimmt. Wir können uns heute gar nicht vorstellen, daß die Welt einmal ohne Papier ausgekommen ist, und doch war es im ganzen Altertum unbekannt und ist erst seit wenigen Jahrhunderten in allgemeinerem Gebrauch. Heber die Erfindung des Papiers und die erste Einführung in Europa schwebte lange ein Dunkel, das erst jetzt durch neueste Funde und Forschungen belichtet worden ist. Genauere Angaben darüber macht der bekannte Geschichtsschreiber der Technik, Dr. Franz M. Feldhaus in der Leipziger „illustrierten Zeitung", die ihr neuestes Heft dem Papier gewidmet hat. Man nimmt heute an. daß das älteste Papier in China auf die Weise erfunden wurde, daß man dünne Gewebe durch Stampfen so auflockerte, bis sie in getrocknetem oder gepreßtem Zustand eine gleichmäßige Oberfläche bekamen. Chinesische Papierfunde reichen etwa bis zu dem Jahre 265 n. Chr. zurück. Kriegsgefangene brachten die Technik des Papierschöpfens, d. h. des Aufsangens breiiger Fasermassen auf einem Stück Leinwand, im Jahre 751 nach Persien zu den dort lebenden Arabern Die älteste arabische P a p i e r h a n d s ch r i ft, die bekannt ist. stammt aus dem J.-chre 866; sie wird in der Universitätsbibliothek zu Leiden aufbewahrt. Erst viel später kam das arabische furt a. M. abhalten. Die Verhandlungen werden diesmal unter dem Zeichen der deutschen Produktion als Qualitätsleistung stehen. * Der Erzbergbau i m Juni. Beim Siegerländer Erzbergbau sind Veränderungen nicht eingetreten. Förderung und Absatz bewegten sich auf der Höhe des Vormonats. Die für Mai geltenden Verkaufspreise blieben für Juni unverändert bestehen. — Im Eisensteinbergbau des Lahn-Dillgebie.es und Oberhelfens war während des Junis die Nachfrage muh Roteisenstein wie nach Brauneisenstein verhältnismäßig lebhaft, so daß der Absatz sich ohne Störung vollzog. * D i e deutsche Kohlenförderung. Im Monat Juni wurden in den meisten deutschen Revieren insgesamt gegenüber dem an Tagen längeren Mai etwas weniger Kohlen gefördert, doch war die arbeitstägliche Förderung eine Kleinigkeit höher. Im Ruhrgebiet wurden insgesamt 9,2 (gegenüber 9,48 im Mai) Mill. Tonnen Steinkohle gefördert, und zwar arbeitstäglich rund 389 300 (379 200) Tonnen. Dagegen ist die Koksproduktion auf 2,15 (2,24) Mill. Tonnen, und zwar arbeitstäglich von 72 300 auf 71 700 Tonnen zurückgegangen * Keine Aufträge der Balkanländer bei der Firma F. Krupp. Zu dem angeblichen 40-Millionenauftrag aus den Balkanländern an die Firma Friedrich Krupp wird auf Anfrage mitgeteilt, daß der Firma von einem solchen Auftrage auf guß- und schmiedeeiserne Maschinenteile nichts bekannt ist. Es liegt offenbar eine Verwechslung vor mit den Verhandlungen, die mehrere Werke mit den Balkanstaaten führen, deren Ergebnis noch sehr fraglich ist. * Neuer Grundpreis f ü r Kupferblechfabrikate. Der Entwicklung des Rohkupfermarktes entsprechend hat die Verkaufsstelle des Kupferblechsyndikats in Kassel den Grundpreis für Kupferblechfabrikate mit Wirkung vom 21. Juli ab auf 169 per 100 Kilogramm festgesetzt. Eine internationale Außen- pandelskonferenz in Frankfurt. Zur Zeit sind maßgebend« Kreise des deutschen und ausländischen Ausfuhrhandels mit den Vorarbeiten für eine internationale Außenhandelskonferenz beschäftigt, die während der Herbstmesse in Frankfurt a. M. stattfinden soll. Das Interesse . der Handelskammern, der Reichsbahndirektion und ausländischer Eisenbahnbehörden, sowie anderer Verkehrsinstitute des In- und Auslandes für den Plan ist sehr stark. frankfurter Bör,. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". 117,75 154.6.1 169 167,25 204 179 273.5 167.25 178,5 190 130.5 103 97 125 4 265 216 jiow - : 184.5 I 232 i 310.5 149 ! 133.65 127 I • 177 I 139,5 | 176 ! 182,5 | 10,13 I 212 i 138 99 5 | IHR Büchertisch. — Die ersten fünf Bände des „Gelben 1HI- steinbuches" für 1 Mk. fanden viel Beifall. Nun kommen zwei neue „Allsteinbücher" heraus, denen man den gleichen Erfolg prophezeien darf. Cathe- rina Godwin verdichtet in ihrem „Hotel der Erfüllung" einen originellen Einfall zu einem geistreichen Roman, voll Humor und grotesker Phantastik. In „Frau Petra und ihre Töchter" von Fr. W. v. Oesteren stehen vier schöne.- Frauen und ihr wechselreiches Schicksal im Mittelpunkt der Handlung. Ein anmutiges Buch: sein interessanter Konflikt ist meisterhaft gezeichnet. 393/394 Hochschulnachrichten. vom Würzburger Sfubenfenfag. Der deutsche Studententag in Würzburg schloß gestern mit der Annahme eines Antrages des Vorstandes, in dem etö heißt: „Der Studententag hält an der völkischen Würzburger Verfassung von 1 922 unbedingt fest." schäft berichten können. Hafer behielt bei kleinem Angebot gute Nachfrage. Neue Wintergerste ist in trockener Ware hier noch wenig offeriert und aus diesem Grunde erstreckt sich die Nachfrage weiter in der Hauptsache auf alte Sommergerste. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märk. Juli 292,50; September 271,50 bis 272; Oktober 270 bis 270,50; Vcr. Glanzstoff .... * Bembcrg Zellstoff Waldhof.... Zellstoff Aschaffenburg . Charlottenburger Waller 7cllauer Gas Daimler Motoren.... Demag Adlcrwerke Klcyer. . . . Ludw. Loewe Nat. Automobil Orenstein & .stoppel . . . Linke Hofmann .... Leonhard ließ Bamaa-Meguin n-rontf. Maschinen ... Gritzncr Hcyliaenstaedt ..... siunghans....... Lechwcrke. ....... Mainlraftwcrke .... Miag Nelarsulmer ...... Peters Union ..... ’ Gcbr. Roeder .... . Voigt & Hacffncr Eudd. Zucker Bereinigte Ctahlw. f. ft.'3 Otadi Minen . Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Zustände am Schiffenberger Weg. Die Zustände am Schifsenberger Weg sind noch immer dieselben, wie vor einem Jahr. Der Aufbau des sogenannten „kleinen Schiffenberg" vor den Häusern der Heimstätten G. m. b. H. ist im vorigen Jahr zum Stillstand gekommen und harrt nun seiner Fertigstellung. Trotz den vielen Versprechungen, daß in diesem Jahr die Fertigstellung des ganzen Straßenzugs durchgeführt werden soll, sieht man keinen Anfang. Wann wird hier mit dem nötigen Ernst begonnen? In dem diesjährigen Haushalt-Pk^n ist doch ca. eine Million Reichsmark ausgeworfen für Straßenbau. Bleibt hiervon nichts für eine Hauptverbindungsstraße übrig? @. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senderö. (Aus der .Nadtv-Umschau*.) Freitag, 22. Juli. 13 bis 14 Uhr: Neue Schallplatten. — 16.30 bis 17.45 41hr: Hausfrauennachmittag. Programm u. a.: „Geburtstagsfeiern mit einfachen Mitteln", Vortrag von Frau Heer-Mehnollo. Hierauf: Wochenschau. — 17.45 bis 18.05 Alfjr: Die Lesestunde. — 18.15 bis 18.30 Uhr: „Die Stunde Haus und Garten", Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. — 18.30 bis 19 Uhr: „Das Musikchronometer, ein neues technisches Mittel zur Analyse und Synthese rhythm^sch-künstleri- scheu Geschehens", Vortrag von Carl Robert Blum. — 19 bis 19.25 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. — 19.25 bis 19.30 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. — 19.30 bis 19.50 Uhr: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissensch^t und Tech- nik: „Wasserverkehr in Uebersee". Vortragender: Jng. Randewig. — 19.50 bis 20 Uhr: Film- Wochenschau. — 20 Uhr: Uebertragung aus der Musikausstellung: Zweiter Abend für mechanische Musik. Anschließend: Abschiedsabend von Marta Schanzer, Aida Stuckering und Käthe Winher. — Darauf: Uebertragung von Kassel: Unterhai. tungsmusik. Berliner B'irzc. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers- Berlin. 21. Juli. Die heutige Börse ist ganz von technischen Momenten abhängig Reue Anregungen lagen nicht vor; die Außenhandels- bilanz w:rkte nach. Da die Publikumsbeteiligung Hem ist und eine stärkere Nachwirkung der ae- strrgen Schwache nicht zu beobachten ist, schreitet die Spekulation, besonders in den gedrückten Werten, zu Deckungen. Die ersten Kurse haben keine l$C ^-n n3' auch sind die Umsätze sehr gering. Die Lage am Geldmärkte bUeb undurchsichtig. Lagesgeld 6,5 bis 8 Prozent, A. E G....... Bergmann....... Elektr. Lieferungen . . Licht und straft . . . . gelten & Guilleaume . Ges. f. Sicht. Untern. Hamb. Elektr. Werke . Rhein. Elektr..... 192 -'78 179,5 121 155 169.5 VÜ5 268 168,25 190,25 131 und Assessor war er von 1878—1893 in Mainz und Friedberg tätig und ließ sich in diesem Jahre als Rechtsanwalt in Friedberg nieder. 1891 siedelte er nach Offenbach über, wo er im Jahre 1900 auch Notar wurde. Größere wissenschaftliche Reisen führten ihn nach Frankreich, England. Italien, Belgien und Holland. Seine politische Tätigkeit begann er als Mitglied der Zweiten Karniner des Hessischen Landtags im Jahre 1897. Dein Landtag hat er bis zu seinem Tode als Mitglied der Zentrumsfraktion angehört. Auch als Stadtverordneter war er drei Jahre hindurch in Offenbach tätig. Als sachverständiges Mitglied gehörte er auch noch dem juristischen Beirat der Hessischen Länd- wirtschaftskammer an, ferner war er Mitglied des Denkmalsrates für Hessen und Mitglied des Aufsichtsrats einer Reihe wirtschaftlicher Gesellschaften Hessens. Seine politische und charitative Tätigkeit trugen ihm neben dem Ritterkreuz erster Klasse des Ordens Philipps des Großmütigen und dem hessischen Verdienstkreuz für Verdienste während des Krieges namentlich eine Reihe päpstlicher Auszeichnungen ein. So war der Verstorbene Marianer des Deutschen Ritterordens, Inhaber des Kreuzes pro papa und des Komturkreuzes des Ordens St. Gregors des Großen. Ferner war er Inhaber des Offizierskreuzes des Ordens della corona d’italia. Nach der Revolution wurde Brentano im November 1918 als Ministerialdirektor Leiter des hessischen Justizwesens und im Frühjahr 1919 nach der endgültigen Bildung der neuen Regierung Staatsminister des Innern und der Justiz, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtministeriums und Bevollmächtigter Hessens zum Reichs- rQJ-, ^.e^r. die politischen Auswirkungen feiner Tätigkeit in diesen verantwortlichen Aemtern wird noch zu sprechen sein. etwas fester; Roggen, märkischer, 250 bis 252; Juli 246,75 bis 246 bis 246,50; September 232,50 bis 233,50 bis 233; Oktober 232,50 bis 232,75, fester; 2ßintergerfter 193 bis 199, boh.; Futkergerste 193 bis 199, bet).; Hafer, märkischer, 255 bis 262, fest; Juli 219; September 200; Oktober 201 bis 200; Mais, La Plata, 187 bis 188, stetig. (100 Kilogramm): Weizenmehl 35,75 bis 37,75 (ruhig); Roggenmehl 33,50 bis 35,50 (ruhig); WeizenUeis 13,50 (fester); Roggenkleie 15 (beh.); Raps 30,50 bis 31,50; Viktoriaerbsen 44 bis 58; kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21 bis 22,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24,50; Lupinen, blau, 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb, 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 20,40 bis 20,80; Trockenschnitzel 12,50 bis 13; Soya schrot 19 bis 20; Kartoffelstocken 34,85 bis 35,25 Mk. Frankfurt, 21. Juli. Tendenz : Uneinheitlich. — Die Börse eröffnete weiter zurückhaltend. doch war die Grund st immung e t w a s f r e u n d l i ch e r. da die Außenhandelsbilanz teilweise nicht mehr so ungünstig beurteilt wird. Ferner wurde die Nachricht, daß die Bank von England ihren Diskontsatz unverändert gelassen hat, mit Befriedigung ausgenommen. Am Geldmärkte ist das Angebot von Tagesgeld größer geworden. Da aber wieder Verkaufs- orders des Publikums vorlagen und bei Festsetzung der ersten Kurse Material herauskam, wurde die Kursgestaltung uneinheit- li ch. Die Mehrzahl der Montanwerte, a Unternehmungen und Bauaktien eröffneten bis 1 Prozent schwächer, während I. G. F a r 6 e n und Elektrowerte bis zu . 2 Prozent anziehen konnten. Heimische und fremde Renten hatten kaum Geschäft. Türken neigten zur Schwäche, da in den Schulden- Verhandlungen zwischen Gläubiger- und Schuldner-Angebot noch ziemlich weitgehende Differenzen bestehen sollen. Im Verlaufe schrumpfte das ohnehin kleine Geschäft noch mehr zusammen. Vereinzelt drückten Berliner Abgaben auf die ^urfe. "3um Schluffe stellte sich auf der ermäßigten Basis etwas Deckungsbegehr ein Im V konnte sich "die Festigkeit der deutschen Reichsmark nicht behaupten, da die Nachfrage nach Devisen stärker geworden ist. ,-L.ie Reichsmark notierte gegen Kabel 4.2103 20,4390. Paris gegen London 124,04, Madrid 28,40, Mailand 89,30. Wörter 4 205 58,77 112,55 •-U 4 5 2 Weib 16.49 167,98 22,82 I68,28 59.13 2,48 112,21 80,93 71.61 12.452 73,00 182.25 I 183 191 192,25 183.25 193- 194,25 1 136.5 Brief iöTöF 168,66 22.92 108,72 59,37 2.50 112,67 81.25 71,89 12,512 73,80 a. M. Geld 4 185 58,53 112,09 0.373 Schief. Elcklr. . . . Schlickert ..... Siemens A- Halske Transradia Labmcver L To. . . BuderuS Deutsche Erdöl . . Essener Sieinkohle Gelsenkirchener . Harpcner... . Hoesch Eisen .... «Ifc Bergbau . . . Klöcknerwcrke . . . Köln-Ncnessen Mannesmann . . .f. >/, ft. i Manseldcr - Oberscklcs. Eiscnb. Bedarf 0 r_bcrschles. Kolswerle . . ,o Phönir Bergbau. f. '/, I 3 Rheinische Braunkohlen . io Rheinstayl Riebcck Montan fin(i Aschersleben KaliWesteregcln Kaliwerk Salzdetfurth . . ?• G. Farben-ftndustrie. vnamit Nobel Echcideanslalt Goldschmidt RülgerSwcrke Meiallgelell'chaft Slmcrikanische Noten. Belgische Noten . . . Dänische Noten . . . Englische Noten . . . eher etwas leichter. Monatsgeld 8 bis 9 Prozent. Lebhaftes Geschäft herrschte heute nur am Farbe n m a r k t e ,' besonders, als im Verlaufe bekannt wurde, daß der englische Diskontsatz unverändert bleibt. Auch sonst setzten sich daraufhin leichte Erholungen durch. Heimische Anleihen unverändert. Fremde Renten fast ohne Geschäft. frankfurter L Frankfurts. M., 21. Juli. Die höheren amerikanischen Notierungen haben nicht vermocht, das Geschäft zu beleben, wenn auch die Grundtendenz durchweg als fester bezeichnet werden muß. Der Fortbestand der günstigen Witterung verhindert weitgehende Engagements und so versorgt sich der Konsum nach wie vor nur von Hand zu Mund. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 31 nom., Roggen (int.) 27 nom„ Hafer (inl.) 26, Hafer (ausl.) 23.50 bis 26, Mais (gelb) 18.75 bis 19, Weizenmehl (inl.. Spe- zial ö) 40 bis 40.25, Roggenmehl 37, Weizenkleie 13, Roggenkleie 14. Tendenz: Fester. orankfurtcr Schlachwiehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 21. Juli. Auftrieb: 66 Rinder, 860 Kälber, 137 Schafe, 353 Schweine Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kalber. Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 78, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71, geringe Kälber 55 bis 64. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 48 bis 52, Stallmast 40 bis 47. Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht und vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. 63 bis 64, voll- fleischige von ca. 160 bis 240 Pfd. 63 bis 65, Ne'schige von ca. 120 bis 160 Pfd. 62 bis 63. Marktverlauf: Kleinvieh bei ruhigem, Schweine bei lebhafterem Geschäft ausverkauft. Berliner Produttenbörsc. Berlin, 20. Juli. Noch immer wird die Lage von der Witterung beherrscht, und da aus der Provinz günstigere Nachrichten vorlagen, herrschte am JJtarfte etwas lebhaftere Stimmung. Besonders macht sich für Jilli-Roggen lebhafte Deckungsfrage geltend, so daß Julisicht 2 Mark höher einsetzen konnte. Die Offerten für Auslandsbrotgetreide lau- clen Ziemlich unverändert» doch machte sich sowohl sur Roggen als auch für Weizen bessere Nachfrage seitens der Mühlen bemerkbar und es sollen auch einige Abschlüsse erfolgt sein. Für Brotgetreide für Herbstlieferung war das Angebot bereits'in den letzten Tagen sehr klein, aber auch die Nachfrage war kaum bestimmend. Weizen vermochte sich am Zeit- marfte um eine halbe Mark zu befestigen, bei Rog- gen profitierten die Sichten eine Mark. Am Mehl- martte blieb die Situation hier unverändert, wäh- rend die Provinzmühlen wieder über bessere« Ge- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. 3iffern g-b-n i>ie 4°h° der ,ulct)l beschißenen Dividende an. - Deichzbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinssuh 7 Prozent. Berlin, 20 Juli.________ französische Noten...... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Ocstcrr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Notdn . . Ungarische Noten....... _______________Dalum: BMUvp Holzmann Heidelberger Eement . . s Gement Karlstadt. . . . e Watch i„ ftrankf. Hyp.-Bk. Go dpf. unlunddar bis 1932 . . 296.5 17.35 296,25 17,1)5 297 17.1 -96 16.-J A, E. G dbg. Borkriegö-Ob- \ - — ligationcn. rückzahlbar 1932 _ 4% Schweiz. Bundcsb.-Anl. 4% Oelleretchischc Goldrte. . _ 27,9 — 4.2u»/x Oellerr. ich. Cilberrle . 4Jo Oesterreich, einbeitl. Rte 6 — — 4°/0 Ungarische Goldrle. . . 25,65 4% Ungarische ©laatSr. v. 1910 — 4‘/a% deögl. von 1913 . . . VA 75 — Ungarische Kronenrtc . . 14,25 — 4 !> Turl. Zollanlcihe v 1911 4°/°. Türk. Dagdadbahn-Anl. 14 2 —- 14 13,75 4°/n dcsgl. Serie 11. . . . — 18 16 4° 0 Rumänen convcrt. Rie — 16 — i'ii.o Rumänen Goldanl. . - *— von 1913 ......., 8lUq Deutsche Eisenbahn .4'/, Hamburg-Amerila Paket. .6 4)amb.-Südam.Dampssch. .« Hansa Dampfschiff.....e _ 81 5 144.5 -44 144.5 223.75 14/-* 144 25 225 Norddeutscher Llovd . . . 6 144,75 145 224 2111g- Deutsche Credttanst.. 10 149.5 Bann r Bankverein . . 10 153,5 153 Berliner Handclsgesellsch. 12 242.9 154 243.25 177,75 Commerz- und Privat-Bk. H 179,5 178.75 Darmit. u. Nationalbank. 12 238 237 Ü? 165,25 161.13 Deutsche Bank.......10 Diskonto-Gesellschaft Ant. 10 164.4 161.75 164 25 161 5 236,25 164,25 Dresdner Bank......10 169.75 168.75 161 Mitteldeutsche Credirbank . 9 216 145 17 .51 2'6 144.25 170.5 247 145.5 170.75 168 245 Reichsbank..... . . lü 144 170,75 20. Juli. 21. Juli. Amtliche Geld Nottcrung Brief Amtliche Notierung Geld ! Brief Amst.- Rott 168,52 168,86 168,05 168,34 Bucn.-Aires 1,782 1,786 1,784 1,788 Brss.-Antw 58,. 8 58,50 58,454 68,574 Ehristtania 108,39 108,01 108,63 108,85 Kopenhagen 112,38 112,6U 112,49 112,71 Stockholm 112,64 10,577 112,86 112,64 112,86 Helllngfors. 10,597 10,59 10,61 ftlalien. . . 22,85 22,89 22,87 22,91 London. . . 20,393 20,433 -0,414 20,454 Neuyork . . 4,201 4,209 4,2055 4,2135 Paris. . . . 16,445 16,485 16,46 16,50 Schweiz . . '0,85 *>1,01 72,02 80,975 81,135 Spanien . . <1,88 71,85 71,99 Japan . . . 1.972 1,976 1,975 1.979 Rio de Jan Wien in D-- .495 1.497 0,496 0,498 Ceft. abgcit »9,14 ^9,26 59,17 69,29 Prag .... Belgrad . . 12,47 12,49 '2,46 12,48 7,393 7,407 7, .00 7,414 Budapest. . Bulgarien 73,18 73,32 73,25 73,39 >.042 3,048 3,037 3,043 Lillabon . >0,78 10,82 20.78 20,82 Danzig. . . 81,32 81,48 81,40 81,56 Konstuntin. Athen. . . 2,148 2,152 2,151 •2,155 5,634 5,646 5,594 5,606 Canada . . 4,200 4,208 4.196 4.Z04 Uruguay. . 4.136 4.144 4,136 4,144 Eairo . . . .0,915 .-0 955 20,95 20,99 die ihm all die Stälun pirtschostsk mm als " der Zweit konnte. Sei scheidungen beeinflußt Werkes vor wohl in sei obgevrdnetl zehnte, von Landtags $ Denn Ott Lationalve ist er doä widmete \ Parteiorgl im Dvrst hessischen er Minis! schen Zei Als kam, toai Führer öc fidfay in auch einen massen des Sn ige hing des mit dem 2 wurde et n ernannt D brachte ihn Innern, bei Weit gab; hielt er bei ott Ser hei derE tag in y schlafen >lt MischSs Iahrenbra -MltanM bindung, ur Partm. na geben eing vertrauen in das 0s GelegeW lernen, mi sich selbst dann im ' Hessischen, gleich zu 1 trumsparii Minister i feierte, tot Parteien i gen zuteil. 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