Montag. 21. März 1921 irr. Jahrgang Nr. 6Z Erster Matt |tn dm 27 mm ftr 2 ? »ö: E FI -c §. 5 ihm 3m wie Öen uni) t? ’q z s. 3-3-2, 2. 2.03 = Erscheinet täglich.autz« Sonntags und Feiertags. Beilagen; •ießener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle Konai$-Bt}ti($pttU. 2 Netchsmark und 20 Reichspfenntg für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsfe: 51, 54 und 112 Anlchnft für Drahlnach» richten; Anzeiger rieste«. Postscheckkonto: Sranhurt am Main 11686. 33- 2.0 er Bereitungen Südslawiens an bet albanischen und italienischen Grenze, sowie die offenbar aus gleicher Quelle stammende Information der Londoner „Times" über angebliche Absichten Südslawiens, einen Slaatsstreich in Albanien herbeizuführen und die gegenwärtige Regierung von Tirana zu stürzen, in allen Stücken erfunden sind. Die Rolle Frankreichs. Starte Erregung in Italien. Rom. 21.Mörz. (TU.) Die nach italienischer Auffassung in allen Einzelheiten verbürgten Rachrichten über militärische Rüstungen Jugoslawiens an der albanischen Grenze haben ganz allgemein große Beunruhigung und Empörung gegen d i e französische Politik hervorgerufen. die man für das .jugoslawische Abenteuer" verantwortlich macht. Bezeichnend für die Stimmung der offiziellen italienischen Kreise ist eine Veröffentlichung des offiziellen Verordnungsblattes der faszistischen Partei, in der es heißt, das faszistische Italien verfolge mit absoluter Ruhe die Agitation der Belgrader Klique, wie der mUitärifd)en Kamarilla, an deren Spitze einige Größenwahnsinnige als Verantwortliche stünden, die zu jedem Verbrechen bereit seien. Italien sei sich seines Rechtes und seiner Krast bewußt, es werde seine Kaltblütigkeit nicht verlieren und verfolge mit derselben Kaltblütigkeit die Solidarität, die sich am politischen Horizont abhebe. Italien wisse, woher für Belgrad Hilfe und Ratschläge kämen. Die ganze Welt wisse trotz aller antisaszistischen Agitation, daß Italien den Frieden wolle, aber sie solle auch wissen, daß Italien keine Drohungen und keine Attentate dulden werde. „Dir werden." so heißt es zum Schluß, „nicht mit leeren Worten wieder auf dieses Thema zurückkommen. Untere Parole heißt: Schweigen und handeln." Besorgnis in England. London, 21. März. ($11.) Der jugoslawisch- italienische Konflikt wird in London im allgemeinen ruhig beurteilt, ohne dach die sich aus 0 0 % u nisch-albanische Freundschafts - und Sicherheitspakl vom vorigen Jahre berge gewisse Gefahren in sich. Italien garantiere darin Albanien seinen politischen und territorialen Statusquo und man glaube, daß auf Grund dieses Vertrages bereits alle Vorbereitungen fürTruppenentsendungen nach Durazzo und Balona getroffen würden. Daß Italien Sonderinteressen in Albanien und an der al- 52. llt •**9p o 0 Eine Mitteilung dentalienischen Negierungin Berlin. Berlin, 19.März. (WB.) 3m Zusammenhang mit der Spannung auf dem Balkan ist ein diplomatischer Schritt der italienischen Regierung auch bei der deutschen Regierung erfolgt. Die italienische Regierung hat dabei daraus hinge- wiesen, daß nach ihren Beobachtungen in Jugoslawien starke militärische Vorbereitungen mit bezug auf Albanien getroffen würden. Die italienische Regierung beabsichtige nicht, hieraus mit militärischen Gegenmaßnahmen zu antworten. Sie werde aber der deutschen Regierung ebenso wie den übrigen am Balkan» interessierten Mächten zur Entkräftigung der im Zusammenhang mit diesen Rüstungen gegen Italien eingeleiteten Kampagne alsbald ausführliches Material vorlegen, da« die tatsächliche Lage aufkläre. Die Pariser Presse. Paris. 20. März. (XU.) Die französische Presse versichert, die französische Regierung werde Belgrad zur Mäßigung raten, hofft aber andererseits, daß Frankreich dabei, wie es sich für eine Großmacht zieme, mit größter Mäßigung vorgehen werde. Die Anschuldigungen italienischer Blätter, daß französische Persönlichkeiten in Jugoslawien gegen Italien agitierten, werden als unbegründet zurückgewiesen. Die italienische Regierung habe bereits entsprechende Dersiche- nmgen durch den französischen Botschaster in Rom erhalten. ergebenden Gefahren unterschätzt werden. .Observer" wird darauf hingewiesen, daß, auch die Situation an sich fei, etwas an sich widersprechenden Berichten aus Rom Belgrad wahr fein müsse. Der i t a l i e • Breite örtlich 8, 4rts 10 Reichspfenmg, für Reklameanzeigen von 70 mm Breit« 35 Reichspfennig. Dlatzvorschrifl 20', mehr Ehefredaktenr Dt. Friede Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wich Lange- für Feuilleton Dr H.THtzriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein,- für den Anzeigenteil i.Derir. H.Beck. sämtlich in Gießen Annahme Mi Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm HS he V» s 55 ■ AS- 6 - 2._ n "F 3M Um Albanien. Die italienisch-jugoslawische Spannung Die ttantonttuppen in Schanghai Ausbruch des Generalstreiks. Schanghai. 21. Würz. (IBIB.-luuffprud).) Die Südtruppen find in die Lhinesenfiadl von Schanghai eingedrungen. Der Kommandeur der Schontung-Truppen in Schanghai hat sich in die französische Konzession geflüchtet. 3n Schanghai ist der Generalstreik ausgebrochen. Die Rordarmee hat nunmehr sowohl 5 u n f i a n g als auch 2Baf Ian g Sechzig Jahre nationalliberale Partei Reichsminister Stresemann auf der Feslversammlung in Hannover. 9 1. n iO -iS 2 v--) 3 '».TT* rt 7° 2 £ 3? 9 er- 2. 2 2."' Am Sonntag mittag fand am Bennigsen- Denkmal die Gedächtnisfeier für den Gründer der Partei statt. Dazu hatten sich mehrere tausend Personen eingefunben. Um 12 Uhr begann die Feier mit dem feierlichen Glvckengeläute der Marktkirche. Reichslagsabgeordneter Albrecht hielt die Gedächtnisrede, in der er das Wirken Bennigsens als des erfolgreichen Wegebereiters für Deutsch lands Einheit und Freiheit umriß und die nationale Arbeit der Partei in dem 1871 endlich entstandenen geeinten Deutschland würdigte. Zu den Problemen der Gegenwart überleitend, führte der Redner dabei u. a. auS: Das Erbe Bennigsen haben feine Rachfolger treu behütet. In schwerster Zeit hat Dr Stresemann das Steuer ergriffen und zugleich mit unserem Partcifchiff auch das Reichsschiff hervorragend geführt. Daß er in der wildesten Inflation die Zügel fest- hielt, daß er den Ruhrkampf abbrach, die rheinische Bevölkerung stützte und Reichswehr nach Sachsen einmarschieren ließ, das Reich beruhigte, wird ihm in der Geschichte nicht vergessen werden. Auch jetzt kommt er aus Gens zu uns nicht mit leeren Händen, sondern bringt uns die Befreiung der Saar von französischer Besetzung nach einer kurzen, fest vereinbarten Frist. Wir haben keinen fehnlicheren Wunsch, als daß Dr. Stresemann dem Reiche und unserer Partei als Führer noch lange erhalten bleibt. Rachmittags fand dann die Feier mit einem Festmahl ihren Abschluß. Geheimrat Kahl hielt die Begrüßungsrede. Reichsminister Dr. Stresemann gedachte der um die Partei verdienten Persönlichkeiten und verlaß die eingegangenen Telegramme, u. a. das des Reichspräsidenten von Hindenburg. Hieran schloß sich eine Ansprache des Ehrenvorsitzenden der Deutschen Volkspartei. Geheimrat Vogel, Dresden, der besonders die Bedeutung des 60- jährigen Jubiläums unterstrich und mit einem Hoch auf die Partei schloß Fä|| ÄS-.- FF? § > 2 - £4 ä. _.» dänischen Unabhängigkeit habe, sei durch Frankreich. Großbritannien und Japan in einer Erklärung der Botschafterkonferenz vom 9. Olr- vember 1921 anerkannt worden und alle dr Mächte hätten sich verpflichtet, ihre Vertreter beim Völkerbund anzuweifen, daß im Falle ir gendwelcher Grenzstreitigkeiten in Albanien d.. jrage der italienischen Schiedsgerichtsbarkeit überlassen bleiben soll-.' Der kürzliche Abschluß des italienisch-albanische Vertrages gehe aber wesentlich über diese Er flärung hinaus, indem Italien neben der pol'- tischen und territorialen Unabhängigkeit Alb-. nienS auch jeden Schutz gegen Angriff, aus seine gegenwärtige Regierung zusage. In dieser Tatsache sieht man in Londe: offenbar gewisse Gefahren. Man weist da raut hin. daß eine italienische Intervention leicht zu einer Periode der Unrast führen könne, wie h nach der Annexion Bosniens und der Herzes toi na durch Oesterreich-Ungarn im Jahre 19 erfolgt fei. Obwohl die Hände Grvßbritannic. und Frankreichs durch die Erklärung vom Iah 1921 in verschiedener Hinsicht gebunden K - lege man Wert darauf, daß die Haltung (Brot britanniens nicht, wie das offenbar auch u Belgrad geschehe, als unbedingte Unter stüyung Italiens aufzufassen fei. 'Bei den ernsten Konsliktmöglichkciten und der heikl juristifchen Lage auf der anderen Seite toür?. man es nicht ungern sehen, trenn der Völker bundsrat aus Grund des Artikels 11 sich der Angelegenhrit annehmen und zunächst Italien und Jugoslawien verpflichten würde, jede militärische Aktion zu unterfallen, bis eine Sonderkommissivn des Völkcrb u n- des den Konflikt an Ort und Stelle geprüft habe. Die Voraussetzungen deS Artikels 11 für einen entsprechenden Antrag für ein Eingreifen des Völkerbundes werden als sofort gegeben erachtet Der Völkerbund. Paris, 21. Mär;. (DTV.-Funkspruch.) Die Agentur haoas berichtet: (Sestern hat Botschafter o. h o e s ch mit dem Generalsekretär Im Außenministerium, Bert Helokh. in Abwesenheit Brlaub darüber verhandelt, ob angefldjts der stallenlfch-jugo- slawischen Spannung die (Einberufung des Völkerbundes erforderlich fei. Brianb wird heute nach Paris zurückkehren und den italienischen Dotfchafter empfangen. Ls hat auch ein lebhafter Meinungsaustausch zwischen den Großmächten im Verlause des gestrigen Tages ftattgefunden. Die jugoslawische Regierung hat sich übrigen- bereit erklärt, sich einer Lnguette der alliierten MilitarattachLs zu unterwersen. die genau prüfen könnte, was an militärischen Vorbereitungen an der albanisch-serbischen Grenze vorgenommen werde. Rach dem „Journal“ soll jedoch die Belgrader Regierung beschlossen haben, die Angelegen, heil dem Völkerbunde zu unterbreiten. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Probe, die der Völkerbund in diesem Fall zu bestehen habe, ernster sei als die anläßlich des bulgarisch-britischen Konfliktes. « <7 2.0 S’s 2 59- r. P g, " M 5?c fr ?£3S tu •3 X h n 'i h eJ- ' .»= 3= 2 Hannover, 19. März. (WTB. > Als Auftakt zu den Feiern aus Anlaß des 60jährigen Jubiläums der Deutschen Volkspartei sind aus allen Teilen des Re.ches und auS den abgetretenen Grenzgebieten zahlreiche Führer und Veteranen der alten Rationalliberalen Partei und der Deutschen Vollspartei eingetroffen. Lebhaft begrüßt wurden Geheimrat Vogel aus Dresden, der Ehrenvorsitzende des Zentralvor- standeS, der der Partei seit der Gründung an- gehört, ferner Senator FuchS aus Danzig, der Abg. K a l l i n a von der Deutschen Rationalpartei der Tschechoslowakei, Staatsrat Dr. Langenhahn von der Großdeutschen Volkspartei Oesterreichs, sowie die Vertreter aus dem Saargebiet. Rach einer kurzen Beratung des Parieivorst an des. die sich mit organisatorischen Fragen befdjvltigtc. trat der Zenlralvor- ftand der Deutschen Volkspariei heute nach- mittag zu einer Sitzung zusammen, in der nach kurzer Aussprache einmütig folgende Kundgebung beschlossen wurde Der Zentralvorstand der Deutschen Volks- Partei, zur Feier deS 60jährigen Bestehens der Rationalliberalen Partei in Hannover versammelt, bekennt sich an diesem Tage erneut z u den alten Zielen und Bestrebungen des deutschen nationalen Liberalismus. Die Deutsche Dolkspartei ist durch den Beschluß des Zentralvorstandes der Rationalliberalen Partei vom 15. Dezember 1918 die Fortsetzung der Rationalliberalen Partei geworden. Deshalb wünsch! die Deutsche Dolkspartei zu bekunden, daß die unzerstörbaren Ideale nationalen und liberalen Denkens und Wollens in ihr forileben und die Grundlage ihrer Bestrebungen sind und sein werden. Die Deutsche VolkSPariei glaubt, der nationalen Idee, die sie allen andern voranstellt, am meisten au nutzen durch öle Zusammenfassung der Kräfte, wissend, daß Deutschlands Wiederaufbau nicht das Werk einer Partei, sondern nur das Werk des zusammengefaßten nationalen Willen S der dazu bereiten Kräfte des deutschen VvlkeS sein kann. Unverrückbar ist und bleibt die liberale Grundeinstellung der Partei. Aus dem Gebiete der Entsaftung der geistigen Kräfte innerhalb des christlichen <8r- ziehungs- und Bildungsideals wird sie das hohe Gut des liberalen Gedankens, der Du 1 ds a m - feit gegenüber andern Gesinnungen, als ihre Aufgabe bewahren und neben dem Willen der Eltern Hüterin der Freiheit der Lehrerpersönlichkeit und der Hoheitsrechte des Staates sein. Die Freiheit derPersönlichkeit wird sie als ein ganz besonderes Gut schätzen gerade in einer Zeit, in der Massenwillen und Masseninstinkte sich dem Willen und der Erkenntnis einzelner entgegenstemmen. Frei von jeder berufsmäßigen Ern- ftellung, jedem Klaffenvorurteil widerstrebend, ist die Versöhnung der Stände, der Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit, die Sicherung selbständiger Existenzen inmitten der Zusammenballung großer Wirtschastsbetriebe. die Wiriberherstellung eines lediglich dem Staat ergebenen Beamtentums, ihre Aufgabe. Im Kuppelfaal der Stadlhalle fand dann die große Festlundgebmig statt. Der riesige Saal ist bis auf den letzten Platz befeht. Unter reichem Grünschmuck sind unter den schwarzweißroten Farben die Düsten von Bismarck. Bennigsen und Basser mann ausgestellt. Rach einem Dorspruch aus dem ersten Satz aus der „Eroiea" nahm Reichsauhenminis^er Dr. Stresemann das Wort zu seiner Festrede, in der er u. a. auSfÜhrle: Wenn die Deutsche Dolkspartei heute das 60jahrige Bestehen der Rationalliberalen Partei in Hannover begeht, so weiß sie sich auf geschichtlichem Boden, denn hier in Riedersachfen toar die Geburisstätte Rudolf v. Bennigsens, somit hier auch die Geburtsstätte der Rationalliberalen Partei, denn die großen Schöpfungen gehen Don den Persönlichkeiten aus. Hier in Hannover war auch die 'Geburtsstätte der Deutschen Dolkspartei. als anderwärts alles wankte und mancher vielberufene Wann unsere Fahne verließ. Der Rame hat sich geändert d i e G e - danken sind geblieben. Wir waren, find und werden bleiben eine nationalliberale deutsche Volkspartei. Sin lieues Deutschland ist entstanden als Folge eines unglücklichen verlorenen Krieges. Wir alte, die wir das alte Deutschland kannten und in dem neuen Deutschland leben, find, um ein Wort von Walter Fier zu variieren, Wanderer zwischen zwei politischen Welten. jür uns gilt das wort eines partcitrcunbes oon dem alten Deutschland, das wir lieben und dem neuen Deutschland, für das wir leben. Vir werden uns dem Ruf, an unscrm Staat im republikanischen Deutschland mitjuarbeifen, nie versagen, und werden lieber Unpopularität in gewissen Zetten auf uns nehmen, als billige Agitationspolitik treiben. Aber wer mitarbeitet, der sei sich klar darüber, daß wir weder den nationalen noch den liberalen Gedanken jemals aufgeben werden, daß wir vielmehr wirken und weben dafür, daß der Liberalismus gerade in der Gegenwart das Trennen de über- windet und die gemeinsame Kulturauffassung Die Lage an der Grenze. Rom, 20. März. (WTB.) Giornale d'Italia meldet aus Tirana: Die albanische Regierung trifft im Hinblick auf die Vorbereitung Südslawiens D e r- teidigungsmaßnahmen. Pläne für eine Zusammenziehung von Streitkräften im Norden werden mit Beschleunigung geprüft. Die Vorbereitungen Südslawiens treten besonders sudlichoon Djakova in Erscheinung. Sie begannen mit der angeblichen Fahnenflucht von Offizieren, die die Bergbewohner zum Aufstand und zur Bandenbil« düng aufreuen. Die südslawische Regierung ließ an der albanischen Grenze ein Plakat anbringen mit der 2Uifforberung an alle Gegner der Regierung von Tirana, sich von der Grenze zu entfernen. Damit will die Regierung Europa beweisen, daß sie alles getan Hai, um einen Aufstand oder einen Marsch von Aufständischen gegen Tirana zu verhindern. 3n Belgrad. Rom. 20. März. iWTB) „Secolo“ meldet aus Belgrad, die südslawische Regierung habe von der Kammer außerordentliche Dollmachten verlangt, und die Erledigung des Kriegsbudgets auf dringlichem Wege gefordert, das eine fünffache Erhöhung gegen bisher bedeute. Da die Opposition Schwierigkeiten machte, habe ein Ministerrat einige kleine Abstriche vorgenommen, um die schleunige Erledigung des Budgets zu ermöglichen. Die Kammer halte drei Sitzungen am Tage ab. Es sei auch die Bildung einer nationalen Konzentrationsregierung in Dorbereitung, der auch die beiden nationalistischen Führer P r i - itschewisch und Davidowitsch angehören sollen, die einander nicht mehr bekämpften, und nun angeblich vor der Berföhirung stehen. In der Skupschtina führte Außenminister P e- ritfch über die außenpolitische Lage u. a. aus: Die Politik gegenüber Italien gründet sich auf den ehrlichen Wunsch nach guten nachbarlichen und freundschaftlichen Beziehungen, gegenüber Frank- re i ch besteht eine vollständige Heberrinftimmung der Anschauungen und 3ntereffcrL Wir hoffen, daß Großbritannien uns immer in unseren Bemühungen, den Frieden zu erhalten, unterstützen wird. Zu Deutschland sind untere Beziehungen sehr gut und Handrisvertragsver- handlungen werden bald beginnen. Es ist schwer, zu bestimmen, ob der gegenwärtige Zustand Sow- jet-Ruhlands hinreichend geklärt ist. Unter Bezugnahme auf jugoslawische Rüstungen erklärte der Minister: Wir versichern feierlich, daß unsere Derteidigung nicht den Charakter des normalen Standes übcrfd&rcitct. Wan soll Jugoslawien nicht die Schuld an albanischen Unruhen zuschreiben. Die Agentur Avala meldet. Wir sind ermächtigt zu erklären, daß die vom römischen Giornale b’3talia veröffentlichten Rachrichten über angebliche militärische Dor- Ms 7= 'O 3 n -rrr ~ zur Geltung bringt. Wir tasten uns nicht cinjpanncn in das enge Bett der parteipolitischen Schlagworte. Wir sind keine Rechtspartei und wir sind keine Linksvartei, sondern gehen selbständig unfern Weg auf Grund selbstgewonnencr Erkenntnis, und unser Fuhlen und Denken bleibt die-nationalliberale Gedankenwelt unserer Vater. Wir neigen uns in Ehrfurcht vor den Männern, die einst mit dem fchwarz- rot goldenem Bande der Burschenschaft zuerst die Gedanken von Einheit und Freiheit verkündeten, als engherziger Fürstengeist es nicht zur Einheit Deutschlands kommen lieft. Wir wissen, daft Staatskunst, verbunden mit militärischen Siegen, den Freiheitstraum der Deutschen erfüllte, daft die Nationalliberale Partei ihre Entstehung B i s mord verdankt, weil sie ihin folgte, oorahnend, daß sie der Vollender sein werde seiner Ideen. Aber mir bcgrüften auch in Ehrfrucht die Männer der P a u l s k i r ch e, die die Vorarbeit für die Einigung Deutschlands getan haben, und die in ihrem Idealismus dem Tage des 18. Januar 1871 vorgeleuchtet haben, als es in andern Hirnen noch dunkel war. Immer war Deutschland am größten, wenn es kampsen muhte um feine beffcrc Zukunsl. Der großen Periode der Kämpfe um das Ideal der deutschen Einheit folgte die große Zeit der Ausgestaltung des Reiches. Ihr folgte eine Soturiertheit und ein 21 b ft i e g von der Zeit Wilhelms I. Vielleicht war uns diefe Prüfung auferlegt, um vor der Welt zu zeigen, daß wir doch die Kräfte in uns haben, wieder zu einer besseren Zukunft aufzusteigen. Geschichtlich gesehen, wird man einst bewundern, was das deutsche Volk nach tiessteni Fall in wenigen Jahren für seine innere Konsolidierung geleistet hat. Wir wißen, haft der Wiederaufbau nicht von einer Partei geleistet werden kann. Wir lehnen es ab, dos deutsche Volk zu zerfleischen in angeblich nationale und nichtnationale Kreise. National ist für uns, wer feine Pflicht tut gegen sein Land. Möge die Zeit kommen, in der ein großes Volk, einig in seinen Stämmen, sich verbindet in Mitarbeit am deutschen Volkstum, in dem Bekenntnis zur Einigkeit und Recht und Freiheit? o 5 »E. 3.' ? 9?- Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Umversilät5-Vuch- und Stcmöruderei B. Lange in Sietzen. Schriftlenung und Seschästrftelle: 5chlllstratz« V rtPj Hfl $ ch-r-k-r □ > < & 4 rt t- P P rl * •_ '« < f'-sQ-Z - 2 - = ?? n - -ne. ■ i »n " ^=4 Treue zum ..Mutterland" Polen gelobt und versichert. dah man die Unmrtaft barfeit der polnischen Grenze mit dem Blute verteidigen wolle. Die ..unter deutscher Fremdherrschaft leidenden Brüder" werden auch nicht vergessen, und aufgefordert. Weiler treu zu ihrer ..nationalpolnischen Lieberzeugung" zu halten. Lum Schlüsse heißt eS, daß der Minderheit die Minderheitsschule nicht obgesprochen werde, daß man aber eine Auslegung der Genfer Konvention nicht zulafsen werde, die zur „Entnationalisierung der polnischen Kinder und damit zu einem Handel mit polnischen Kinderseelen" führen könnte. den Südtruppen überlaste». während S a t f ch a u , das als Knotenpunkt der Eisenbahn Jlanling— Schanghai der wichtigste Punkt für die Einnahme Schanghais ist, von der Schantung-Armee seinem Schicksal überlassen wurde. Die Rodtruppen haben ihre Stellungen, ohne ernstlichen Diderftond zu leisten, preisgegeben. Aks Begründung für den überraschend geringen widerstand der Tferdlruppen wird angeführt, dah verschiedene Untergenerale Tschang- tsuntschangs sich nur mit halbem Herzen für die Sache der Jlorbarmto einsehen. .Zwei Generale und ein Admiral sollen zu den Südkruppen über- gegangen sein. Die Truppen Tschonglsolins gehen nach ihrem Erfolg von Tschengtschau längs der Eisenbahnlinie Peking—hankau vor und treiben die Streitkräfte w u p c i s u s vor sich her. Dec christliche General Feng befindet sich mit seinen Truppen westlich von Tschengtschau. Eine fianfon- Armee rückt mit größter Beschleunigung von Süd- ost auf die huoeh-honan-Grenze vor, um dem Borgehen der Bordtruppen Einhalt zu gebieten. 3m Rechtsausschuh des Reichstags erklärte am Samstag Abg. Keil . dah die jetzige Regierungsvorlage nicht zur Beruhigung der Bevölkerung beitragen werde. Anscheinend werde die Anregung nicht weiter verfolgt, die eine Erhöhung des Mindestsatzes vorsieht, zu dem die Gemeinden ihre Anleihen aus- werten müssen. Eine mclhvvlle Individualaufwertung sei heute noch möglich, z. B. wo offensichtlich der Schuldner sich auf Kosten des Gläubigers bereichert habe. Es wäre wichtiger gc- w^en. den Reichsgläubigern ein verzinsliches Papier in die Hand zu geben. Abg. Schäker (entrZ.) meint, die Borschläge des Abg. Best verewigten den Streit zwischen Schuldner und Gläubiger und bringen zum Teil eine unerträgliche neue Betastung und Berschvldung. Die Daweslasten würden nicht dadurch aufgehoben, dah wir etwa eine künstliche innere Verschuldung neu schaffen. Manche Gemeinden würden Wohl zu höherer Aufwertung in der Lage fein. Abg. Freiherr v. R i ch t h o f e n (Dem.) nennt die Vorlage ziemlich dürftig. Die Frage des Restkaufgeldes müsse einer gerechteren Lösung entgegengeführt werden und es sei weiter zu prüfen, inwieweit den durch die Inflationsverkäufe Geschädigten durch Verleihung gewisser Rechtsansprüche geholfen werden könne. Für die Aufwertung 6et Sparkassen müsse eine einheitliche Regelung im ganzen Reiche erfolgen. Für die Werksparkassen und Werlpensionstassen müsse ein Mindestsatz der Aufwertung festgesetzt und dieser eventuell durch staatliche Zuschüsse garantiert werden. Der Znnenetat im Reichstag. Berlin, 19. März. (V. D. Z.) Der Reichstag seht die zweite Lesung des Haushalts des Reichsministeriums des Innern beim Bildungswesen fort. Abg. Löwenstein stschuhes und forderte die Jugend auf, dem Beispiel dieser Tapferen nach» zueifern und verlieh dem Glauben an den Wiederaufstieg Deutschlands beredten Ausdruck. Zum Schluß der eindrucksvollen Kundgebung wurde folgende an den Reichspräsidenten gerichtete Entschließung gefaßt: ,Heute sind sechs Jahre verflossen, daß die oberschlesische Bevölkerung mit dem Stimmzettel in der Hand ihre Treue zu* Heimat und Reich be» wi'scn hat. Die Bevölkerung der Stadt Gleiwitz, i ie sich in der Totengedächtnishalle versammelt he. um die gefallenen Helden des Selbstschutzes au eh'.en, protestiert erneut gegen den 5ef)l- sprach der Botschafterkonserenz vom ? Oktober 1921 und bittet die Reichs- und •L ao -l ebörhen. alles tun zu- wollen, damit der c-rau?te Teil Oberschlesiens wieder mit seine m deutschen M utterland bereinigt werde. Bei dieser Gelegenheit bitten wir unteren Reichspräsidenten, unseren Heros Hin- ' । o u v g. recht dringend, auch einmal Ober- , chlcsien besuchen zu wollen, and uns Ge- legenheit. zu geben, untere unwandelbare Treue persönlich zu geloben." In Gleiwitz fand schließlich auch nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Oberregierungsu ratev Dr. Wehrmeister in Vertretung des (tiranffen Oberpräsidenten Dr. ProSke die Uraufführung des Deulig-Films „Land unter m Kreuz" statt. In seiner Festrede sprach der frühere deutsche Abstimmungslommis'ar Land' icht ab Ul 1 7/e er e v., '“X'n aus vielen haben i-nd ab. "?°n herze Willst du, Jlrme her. zitternd,'?' u die nb ni)ei Die letz e- .■ 2(auftbc|n ^hresjriü in 'ircfeN A- «rrer Mivets'tc ■m Wer von ' W W -Menen vor trerken M'« fine. eM Arthur Don u eine persönlich. iüi; Bonus to bis H. Tas flenberinnetong [eibet nur für aus dem Gyml ächt ist es, de reiigionsunterr bin, immer ton aionsuntewcht bie alte M Wgemeinsähe voll Liebe und mtier uns geb jungt 2lenschei rdigiöfe Fragei zuhoren. S5 wc daß hier ein 2 tettffe für uns uns emgetoirfl, «eftalt aus ju heil aus dem (ich erinnere n falls. Die Ztois war noch nicht c nmgen wurden gefüllt 6o schi' Ta erhob sich Zinne der pa1 und sagte. ,3: einzig«, der ur wir ihm gegen ?aS ist e Cn lchlafemn.; c i - igenem ß 'M mit 5'erbst MI. : flitr zum 6tc in 6t. Avold lung eines H Gehenden Stu ' ü Strahbu -!'n die ein», abreden, wur! bem stolzen j dunkelgctäfelte^ Hefter der 6 b’rütät, Emil eine besonders Angelegenheit, zu fvrechen hüt miauslöschlich ii ÄHräsentalive fflleit seines T« ™ ünterha Jer unmwvhnte ”n gestaltete 1 die Höhe . QTW tebattt nt. W\to Mdelt 1)^ Mtt Dr. Äülj als Arichj! nonale Pttssvws. °r wird in nLchtzn chskmmissar auf- au t>. Ofirimb. ebneten d. Rat» Kt Hiettntniym. bunfl btf Jttntge am 16. Mai einer, len. Welt. Bltn. lentenarfeitt toutik rin gestiftete Scan der Dien Srftduffühtung ton n“ ftatlfand. Air ;etetbdHRmn .rtreter her übri- ICT in "Berhthniq il v. Sitbenot le„ der jjJSJ °« vij^r Es istwirtsmest«. am Kaiserdam» » ttoirtimefk eromui begannen mit em« rrmcifteri e der Branche I« dehnung wn M* -den let * M Mdesga' ist iw bCT Dtr - rÄ ru*»**« 0 bahre all aul König, der wSH b der Blockade bot lanb1 nach Amerile der zuräckbrachle, du . Kapitän König br 891, tarn später zm )f hier zum Äapüan -5 war er kurze jfü tb kehrte 19» in dir jb zurück, wo er setzi S'& S*tt es* borksabrik. ’Sf®“ ’WäÄ 'b'Ä 2 b na4> oder en. 2^'A a^ «r »ES inne ^gcn.^..; ch! Ä oh°cL ihlNikN uu ** - Gori» KA 2tus der Provinzialhauptstadt. (Sieben, den 21 März 1927 E. W. Mayer t- D.e letzte Hummer bei „(Sieh. Lutz." bat uns die ZrauerboHd>afi gebracht, Dafi der leU etwa 3abte*lti|l im Ruhestand lebende ordentliche IkoMlor Der systemaiischcn 5bccU>gie an un- fercr Unioerfität D. l'r. Emil Walter Mayer im 211 ter von 72 Jahren Reim gegangen ist Indem ich versuche, DaS Bild Des Ent- Ichlafenen vor dem inneren Auge wachzurasen, Kerben zwei Erinnerungen in mir lebendig, die eine, eine Hom in einem Aussatz bei Dichters Arthur Bonus aus dem Jahre 1924. die andere eine persönliche Begegnung aus dem Kricgsiahr 1917. Bonus kommt eines der Bücher Mayers in die Hand. Das berührt ihn wie .eine liebe 3u- «enderinnerung". .Emil Walter Mayer war eider nur für kurze Zeit mein Rcliqionslehrer auf dem Gymnasium, und dieser Religionsunter- richt ist es, der mir die Berwerfung des Schul- religionsunterrichtes, über die ich mir sonst klar bin, immer wieder erschwert. Denn dieser "Religionsunterricht war doch etwas! Es ist eben die alte Erfahrung, dah Persönlichkeiten alle Allgemeinsähe um ft cf)en Hier war ein Mensch voll Liebe und Leben ohne alle Sentimentalität unter uns getreten. Mayer verstand es, uns hinge Menschen mit wirklichem Interesse für religiöse Fragen zu erfüllen. . Da lohnte es zu- zuHoren. ES war eben die merkwürdige Tatsache, daß hier ein Mensch war mit menschlichem Interesse für uns als Menschen. Das Hal so aus unS eingewirkt, dah kaum einer von uns bis Gestalt aus jugendlicher Feurigkeit und "Reinheit aus dem Gedächtnis verloren haben wird. Ich erinnere mich eines charckfteristischen Bor- salls. Die Zwischenstunde war zu Ende Mayer war noch nicht gekommen. Solche Pausenverlängr- rungen wurden gewöhnlich sehr lärmvoll aus- gefüllt. So schien es auch jetzt werden zu wollen. Da erhob sich einer unserer Schwierigsten — im Sinne der passiven Resistenz Schwierigsten — und sagte: .Jungens, ich meine, Mayer ist der einzige, der uns anständig behandelt; da sollten wir ihm gegenüber das gleiche tun." DaS ist ein Bild aus der Frühzeit des Ei 'chlafenen. Ich stelle daneben ein zweites Bild an. eigenem Erleben, die erste Begegnung, die ic. (clost mit ihm gehabt habe. ES war im Heibft 1917 Ich war vorübergehend alS Offizier zum Stabe des Generals von Mudra in S:. Avold kommandiert. Es war die Einrich- hing eine- Hvchschulkursus für die an der Front stehenden Sludenten geplant, die dazu für 14 Tage i .■Strastburg zurückgenommen werden sollten, iiin die Einzelheiten mit dem Rektorat zu verabreden. wurde ich nach Straßburg gesandt. In dem stolzen Universitätsgebäude. in einem der dunkelgetäfelten hohen Zimmer, empfing mich der Rektor der Strastburger Kaiser-Wilhelms-Uni- bedität. Emil Walter Mayer. Es war weder eine besonders schwierige noch besonders wichtige Angelegenheit, über die ich mit der Magnifizenz zu sprechen halte. Gleichwohl ist mir von da her unauslöschlich in Erinnerung das im besten Sinne Repräsentative seiner Persönlichkeit, die Lebhaftigkeit seines Temperaments, die gewinnende Art seiner Unterhaltung, die Leichtigkeit, mit der der ungewohnte Vorgang sich unter feinen Händen gestaltete. Diese- Straßburger Rektorat war Wohl die Höhe seines Lebens. an Lächerlichkeiten, von denen ein Reisender in einer englischen Zeitschrift plaudert. In Gibraltar ist eS ein Verbrechen, wenn dort jemand geboren wird, der nicht britischer Untertan ist. denn ein Bericht des englischen Kolonialamtes erklärt, daß ..nach den gesetzlichen Bestimmungen kein Fremder ;n der Kolonie geboren werden darf ". Unter den Verordnungen in Los Angeles befinden fich i ie Verbote Schlangen auf der Straße zu verkaufen, zwei oder mehr Babys zugleich in einer Wanne zu waschen. M.?ed Pickles auf den belebten Straßen herzuftellen und Kinder unter 16 Jahren Schnupftabak anzubieten. Wenn jemand im Serie Zennor in Cornwall stirbt, fo darf er sich nicht unter einem marmornen Grabstein beerdigen lassen; es ist nur die Verwendung von Schiefer oder Granit gestattet. Die französische Abgeordnetenkammer erklärte es im vergangenen Jahr für ein Verbrechen. Gummi- pupven von Babys herzustellen. Uur.l Walter Mayer war e.Mt uou Den seltenen Menschen, die sich ihr Vaterland selbst erwählen. 1854 in Lyon al- Sohn erne« deutschen evangelischen Pfarrers geboren, war er ganz in französischer Umgebung ausgewachsen und ausschließlich in französ llchrä Schulen gebildet. Der französischen Sprache wie feiner Muuersprache mächtig das Zeugnis eines ba- ch6liier in der Tasche, hätte er in Frankreich einen ebenen Weg ins Geben gefunden. Er sprach gern davon, daß es die Schönheit und Gröhe der deutschen Literatur gewesen ist. die ihn mit allem Bewußtsein daS Vaterland feiner beiden Eltern als das eigene erwählen ließ Er ging zum Studium nach Berlin und wurde dann dort Religionslehrer am Friedrich-Wil- Helm-Gymnasium Und diesem Vaterland, in dessen Sprache er die Gedichte feiner Jugend geschrieben hat hat er auch im Alter die Treue bewahrt Als die Kaiser-Wilhelm-Universität in Straßburg, der Mayer seit 1892 als außerordentlicher. seit 1900 als ordentlicher Professor angehörte, vor. Franzosen mit Beschlag belegt wurde, ergab es sch von selbst, daß die Verhandlungen mit dem französischen General der Prorektor E. W. Mayer führte. Man fragte ihn erstaunt über die Sicherheit seiner Beherrschung der französischen Spruche ob er nicht als französischer Professor in Straßburg bleiben wolle, und warum nicht? Gr wählte den Weg in das niedergeworfene, armgewordene Vaterland, in dem cs zunächst sehr ungewiß war. wo er ein WirkungSfeld und ob er ein gesichertes Alter finden werde. Wer ihn gekannt hat, der weiß, und auch jene beiden Bilder, die hier aus seinem Leben stehen, lassen eS erkennen, daß dieser Deutsche nach dem Blut und aus Wahl gleichwohl aus der französischen Umwelt feiner Kinderjahre edle Züge feines Wesens übernommen hat: die un- gemein geistvolle und lebensprühende Art. wie wir ihn zu uns sprechen hörten, die graziöse Form auch seiner wissenschaftlichen Bücher, die , politessc de coeur", die ihm eigen waren, berührten unS nordische Menschen wie ein Hauch aus jenem Land einer südlichen Sonne. Und nun noch ein kurzes Wort von dem reichen Lebenswerk dieses Gelehrten. An der Schwelle seines Schrifttums stehen zwei an Umfang kleine Arbeiten, die aber bereits die Linien erkennen laffen, in denen sein Forschen und Gestalten gegangen ist: die erste ist seine Schrift über das ..Verhältnis der Kantischen Religionsphilosophie zum Ganzen des Kantischen Systems" — wohl die Dissertation, mit der er als 25jähriger promoviert hat, die zweite. »Die christliche Moral im Verhältnis zum Recht" ist eine Schulprogrammarbeit, die ihm — wahrscheinlich ein Fall ohne Analogie und ein beredtes Zeugnis ihrer Bedeutung — die Berufung in das EriraorDinariat für systematische Theologie an der Universität Straßburg eintrug. Zeigt ihn die erste Schrift auf der Bahn in diejenige Richtung der Theologie, die. von Kant und Schleiermacher her kommend, ihren Führer in Albrecht Ritsch! gesunden hat und der eigentümlich ist. die Religion abgewandt von aller Metaphysik und Spekulation, nicht als ein Wissen, sondern als im Unmittelbaren wurzelnd und als Kraft des sittlichen Lebens zu verstehen, so mag man die zweite Schrift als ein erstes Wort über das Thema feines letzten hier in Gießen geschriebenen Buches „lieber die christliche Ethik" betrachten. Die vielen Denkmäler aus dem Zriedhos in Gießen, die die Erinnerung an bedeutende Männer in uns wachhalten, werden durch einen Stein mit einem im Geistesleben leuchtenden Rainen vermehrt. Uns, die wir den Entschlafenen gekannt und mit ihm gearbeitet haben, wird dieser Rame immer wieder das Bild eines edlen und liebenswerten Menschen in das Gedächtnis rufen. Hans Schmidt. LZornotizen. — Tageskalender für Montag. Evangel. Stadtrnission: 8'.. Uhr. Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Unsere Emden". Astoria-Lichtspiele: „Die Gespensterfarm". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Herrn T e l e k y s Verhinderung hat eine vollständige Aenderung des Spiel- planes nötig gemacht. Am kommenden Dienstag wird .Einsame Menschen" gegeben, am Mittwoch neueinstudiert Halbes „Jugend". In dieser Ausführung führt Herr Schubert, der auch den Pfarrer Hoppe spielt, die Regie. ^11 uxiKten Hauptrolle» sind beschäftig: Sri Scherer und hte Herren Eisig. Hanke und Gerhart •• Der Dammrutsch auf der Bahn- t r e d « Lang-Göns Großen-Linden. ViS heute ist dre Bewegung der Erdmassen an dem Eisenbahn-Dammrutsch bei Lang-Göns immer noch nicht ganz zum Stillstand gekommen, wenn sic auch an Umfang crhebltch nachgelassen lat Sie Wvderherftcllungsarbeitcn sind in Tag- und Nachtschichten jetzt soweit gediehen, daß die mit Erbe zum Auffüllen belaßenen Güterwagen aut daS außer Betrieb gefetzte GlerS geschoben werden können wodurch die Entladung der Wagen wesentlich rascher als bisher mögllch ist. Durch die Wiedermanspruch- nähme deS von dem Dammrutsch berührten Gleises werden nun die Zugpausen auf dem Rach- borgtet* entbehrlich, der Verkehr wird hierdurch wieder flüssiger gestaltet. Die Stützmauer am Fuße der Rutschstelle ist jetzt zum größten Xctl fertig, die arbeitenden Erdmassen haben dadurch Halt bekommen. Wenn keine neuen Zwischenfälle eintreten, dürfte von etwa Mitte dieser Woche ab das GleiS Frankfurt-Gießen für den durch- gehenden Zugverkehr wieder verfügbar sein •• Vorsicht bei der Mitnahme von Hunden in Feld und Wald! Rach Art. 25 des Hell. Iagdstrafgesctzes vom 1«. Juki 1S5S macht sich derjenige ftrasbar. der einen Hund in fremdem Jagdgebiet bei sich hat und diesen außerhalb der erlaubten Verbindungswege über hundert Schritte von diesen entfernt frei herum- laufen läßt. Das KreiSamt Gießen hat die OriS- polizeibehörden und die Gendarmeriestationen des Kreises beauftragt, alle Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. " Friftadlaus für Lohnsteuer- Erstattungen am 31. März. Das Reichs- f inanAminifterium weist nochmals daraus hin. daß die Anträge der Arbeitnehmer, die wegen Verdienstaussalls oder wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse Erstattung der Lohnsteuer für 1926 beanspruchen. biS zum 31. März 1927 be: dem Finanzamt eingereicht werden müs- sen. in dessen Bezirk die Arbeitnehmer am 31. Dezember 1926 ihren Wohnsitz gehabt haben Zristversäurnr.is hat Ablehnung der Erstattungs- anträge zur Folge. Merkblätter, aus denen sich die Einzelheiten ergeben, uni) Vordrucke zu Erstattungsanträgen. die auf VerdienftauSsall gestützt werden, sind bei den Finanzämtern unentgeltlich erhältlich. " Einbruchsdiebstahl. Ein Äiingeljabrer Hal gestern in unserer Stabt eine Gastrolle gegeben Der Dieb ist in eine Mansarde eines Hauses in der Goethestraße durch Zertrümmerung der Gkasjcheibe in der Korridortür eingeb rangen und hat bann, drei Servelatwürste, zwei Seiten Speck und zwei Stücke Dörrfleisch entwendet. Die Beute verpackte er in einen an Ort und Stelle vorhandenen alten i)anb- kosjer von brauner Farbe mit weißem Beschlag und doppelt-einfachem Verschluß Der Koffer ist etwa 60X4*1 Zentimeter groß. Bon dem later fehlt noch jede Spur. Wahrnehmungen zur (fnnilrtung des Spitzbuben und zur Wiederbcschaffung der gestoh lenen Sachen werden an die Kriminalpolizei (fließen erbeten. •• Schlllerferientarten und Personalausweis. Dcu» Hcsf. Landesamt für das BilDungswefen bat den Schulleitungen folgende Mitteilung der Reichsbahndirektion Mainz zwecks Belehrung der Schüler zur Kenntnis gebracht Rach der besonderen Aussührungsbestimmung zu § 12 des Eisenbahn-'Verkehrsordnung hat der Benutzer von Schülerferienkarten einen Perfonen- ausweis bei sich zu führen, Der mit Lichtbild versehen und eigenhändig unterschrieben fein muß. Der Ausweis ist bei Lösung der Fahrkarte und auf Verlangen auch sonst vorzuzeigen. Aus Verlangen bat der Schüler feine Unterschrift zu wiederholen. Der Personen ausweis muß von der Gemeinde- (Ortspolizei-» Behörde oder von der Schulleitung ausgestellt fein. Von Der Schulleitung ausgestellte Personenausweise müssen neben dem Stempel der Schule die Unterschrift des Schulleiters tragen. Der Personenausweis für Schüler von Blinden- und Taubstummenanstalten braucht nicht mit Lichtbild versehen zu sein, wenn aus ihm hervorgeht, daß der Inhaber blind oder taubstumm ist. Obwohl die Tarifbestimmung schon feit Jahren besteht, ergeben sich oft Weiterungen an den Schaltern, weil die Schüler keinen Perfonenausweis bei sich führen. Die ünAutTäati4trtint betreffe* haepri ächt ich die Schüler von Gymnasien. Realschulen ufte. und von Fachschulen weniger die Besuch« nem Hochschulen. Du werft ohnehin einen d«rionenauSweiS besitzen müssen Wir bitten, Die Schulen aus di« Rotwendigkeil der Mitführung eine# Personen- au-weises aufmerksam zu machen und txionders die auswärtigen Schüler unterrichten zu lasse». ee Der Konsularbezirk des polnischen Konsulate - in Köln, zu Dem bisher nur das Desatzungsgebiet gehörte, ist jetzt aus die ganze Provinz Hessen-Rassau sowie aus den gesamten Freistaat Hessen erweitert worden. Demgemäß ist vom 1 April ab daS polnische Konsulat in Köln allein für Den Freistaat Hellen und die Provinz Hessen-Rassau zuständig •• Auftrieb auf Dem heutigen Frankfurter -»chlachtviehmorkt: Ochsen 243. Lullen 42. Kühe 593. Fresser 274, Kälber 471. Sdjafe 457. Schweine 5381. Kundgebung für die Frankfurter Messe. WSA. Frankfurt a M.. 19. März. In einer Eingabe an da- RrichswirtfchastSministe- rium nimmt Die Industrie- und H^i n d e l S- fatumer Frankfurt a. M.-H a ß a u als Vorort des Verbandes Heffen-Rafsauischer In- dustrie- und Handelskammern Stellung zur and fef rage und präzisiert ihren Standpunkt Segen über der Frankfurter Melle in folgenden emerkenSwerien Ausführungen Die Stadl Frankfurt hat mit Der Erneuerung ihrer Messen *an eine fast zehn Jahrhunderte alte Tradition angeknüpft. Die fünfzehn Messen, die seit der Erneuerung der Frank- furtcr Messen stattgefunden. haben ihre Lebensfähigkeit durchaus erwiesen. Die Frankfurter Messen haben auch nach und nach einen besonderen Charakter angenommen, in Dem He sich stark aus Die Gebiete der Tertik- w i r t s ch a s t und der Lederwirtschaft stützten. Dafür liegen die Ursachen zu Tage. Der Teztilhandclsplatz Frankfurt hat seine alte und begründete Bedeutung. Für Die LeDerwirlschast ist es das gut gelegene Zentrum wichtigster Produktionsgebiete Von anderen Industriezweigen. die aus Grund der StandortSbedingun- ,-en sich für die Frankfurter Messe besonders eignen, sind zu erwähnen Die Möbel- und Holz- bearbeitungSindustne. die Rahrungs- und ®enuß- inittclinDuftrie und die Edel- und Schmuckwaren- inbuftrie. Darüber hinaus ist Frankfurt als Der- lehrszentruin ersten Grades und als Im AuS- lande in besonderem Ansehen stehender Platz anziehuitgSkräsfig. Die Beschickung der Messen i aus Dem AuSlande. zum Teil offizieller Form i durch kollektive Beschickung seitens amtlicher 3!eilen, zeigt welche Bedeutung Frankfurt als Markt für Den internationalen Aus tausch gewonnen bat. Eine Ration a.1 isierung des deutschen Messewesens, die von ver- lchiedenen Seiten gefordert und gefördert wird, muß Frankfurt daS kommt auch namentlich ni der hieraus beaüglicben Denkschrift de« AuS- ltellungs- und Messeamt- der Deutschen Industrie zum Ausdruck — feinen Charakter als Internationale Messe, Die sich vorzüglich auf die bei Den genannten Gebiete Der Teetil- und Leber» wirtschaft stützt, erhalten und schützen. Die Frank- furtcr Messen find nicht nur eine gesunde und ausbaufähige Einrichtung, die der deutschen Wirtschaft gute Dienste zu leisten vermag, sie wird im besondeven auch von den wirllchastlichen Kräften unsere- Bezirke- getragen. Die auf diese« wichtige Mittel geschäftlicher Aufbauarbeit nicht verzichten Kimen. Briefkasten der Redaktion. B. D. Im allgemeinen sind die Sitzungen öftent» lich, nur auf besonderen Beschluß sind sie für ge wisse Punkte nichtössentlich. h. B. in U. Wenden Sie sich an die Alice.Schule in Gießen. Dort tonnen Sie alles Nähere erfahren. Lprrchstnttdeti der WrDnfHon. 12 bi» 1 Uhr mittag9. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Sa.nstag nachrnitlag geschlossen. Für unverlangt eingefandte Manuskripte ohne beigcsügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Unzeigenausträge sind lediglich an die Gejchästsstelte zu richten. Märtyrer der Liede. Roman von I. Schneide'-Förstl. 29 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Reichmann mußte zur Morgensprechftunde nach Hause und sand, zurückgekchrt, die Kleine noch immer in tiefem, ruhigem Schlaf, (fr nahm dessenungeachtet den Verband ab und befühlte die Achseldrüien. Sie waren bedeutend zurückgegangen, die rote Linie begann abzublassen. Sorgjam tauchte er Derbandwatte und Gaze in eine frische Lösung von essigsaurer Tonerde, wickelte den kranken Arm Darein, legte Pergament Darüber und umhüllte ihn noch einmal mit trockenem Verbandstoff. Nella ließ den Blick nicht von seinem Gesicht. Aber sie las keine Sorge mehr in ieinen Zügen. Damit noch nicht beruhigt, legte sie ihre Hand auf seinen Arm und zwang ihn, sie anzusehen. „Du wirst dein Kind behalten!" tröstete er. Sie hob beide Arme an seine Schulter und drückte aufweinend ihr Gesicht hinein. Er schütelte sie nidjt ab und ließ sie ruhig gewähren. Zu Ren kell sagte er erklärend: ..Ihr Frau und ich kennen uns schon aus der Jugendzeit und haben uns vor vielen vielen Jahren sogar einmal liebgehabt. Später haben wir uns Dann aus den Augen verloren. sind aber gute fiameraben geblieben. Wenn Sic gestatten, möchte ich das Du der Kinderjahre beibehalten „Don Herzen gerne." „Willst du. Nella?" frag Reichmann und zog ihre Arme herab. Sie nickte ftumm unter tränenschweren Lidern, seine Rechte umspannend. Er hob ihre schmale, zitternde riand an 'eine Lippen, sie sollte wisien, daß die Vergangenheit keinen "charten mehr warf, daß das Häßliche der gestrigen Noch» aus seinem Gedächtnis gelöscht fei. Beim Abschiebnehmen leuchteten ihre großen, blauen Wunderaugen, die ihn sahrelang in feinen Iräumen verfolgten, an. Ich danke dir für alles, was Du mir getan hast," sagte sie schlicht. „Grüße deine Frau von mir und bitte sie für mich um ihre Freundschaft." ,Lch werde dir Elisabeth schicken, sie weiß alles! Du brauchst keine Angst vor ihr zu haben." Noch einmal hob er ihre Hand an seine Lippen. Nenkell begleitete ihn trotz des strömenden Regens zum Wagen. Sein Dank an den Doktor war ohne Maß und Grenzen. Annemarie lebte würde wieder wie sonst sein Heim mit ihrem Lachen und kindlichen Plaudern erfüllen. Wenn Reichmann die Hälfte feines 'Vermögens als Honorar gefordert hätte, würde er es ohne Besinnen gegeben haben und sich trotzdem noch immer als dessen Schuldner betrachten. Es waren seinerzeit die kostbarsten der Gobelins aus dem Merkener Ahnenbesitz in das Herrenhaus nach Regendach gewandert. Die sollte die junge Frau des Doktors als Geschenk bekommen. Nella würde schon Wege finden, wie sich das am besten machen ließ, ohne gegen Reichmanns Man- nesstolz und Elisabeths feines Fühlen einen verstoß zu machen Renkell war jo allen Glückes voll, daß er beide Hände gegen die Brust stemmte, ehe er wieder zu seiner tfrau ins Zimmer trat, oie erhob sich und ging ihm entgegen. Das hatte sie bis heute nie getan. Er schritt eilig auf sie zu uni) fegte fernen Arm um sie. . Weine nicht mehr, mein Liebes, es wird ja alles wieder gut", mahnte er, zärtlich ihre Finger streichelnd. Sie sah erst nach Annemarie und horchte, sich meberbeugenb. lange auf Deren Atemzüge: dann faßte sie ihren Mann bei der Hand und zog ihn neben sich in einen der tiefen Stühle nahe dem Kamin, in welchem ein leises Feuer knisterte Ihre Beichte mar alles umfassend, den Irrmm ihrer ersten Che. die stets wieder auilodernde Liebe zu dem (fle- spielen ihrer Jugend, jenen letzten Abend vor seiner Hochzeit, nichts sollte ihm ,zu wissen oorenthalten jein. „Ich weiß, daß cs dir bitter wehe tun muß," bemerkt» sie in aufrichtigem Bereuen. „Denn ich dir den Vorschlag mache, dich von mir zu trennen, muß ich dir noch eine größere Wunde schlagen. Denn — Annemarie kann ich dir nicht lassen. Ich würde sie mit mir nehmen ober ihr selbst die Dahl laßen, ob sie sich für dich oder für meine Person entscheidet. Ich fürchte nur zu sehr . . ." „Daß sic keines von uns beiden missen will", unterbrach sie Renkell. „Dos du da übrigens vom Trennen sprichst, ist barer Unsinn. Du wirst doch nicht onnehmen, daß ich dich so ohne weiteres freigebe. Wir sind Mann und Frau! Da sprich: man doch wegen gewesener Dinge nicht einfach vom Scheidenlasien. In intimere Beziehungen bist du ja, soviel ich deiner Erzählung entnommen habe, zu Reichmann nie getreten?" „Stein, das nicht!" „Nun also! Nachdem ich nun schon einmal dem Beichtvater geworden bin, steht mir ohnedies das H m b. lunger SmsdnW „wie KctTÄ Amerikanische Expreß Dampf-Biigel-Anstalt für Herren- und DamenkleidungSstücke. Bügeln । p.Anzug Dämpfen 1 — Aufsrischen j Hlir Mk. Reparatu eu prompt und billigst Abliolen nud Buienden kostenlos ßüt fachmännische, lorgtaltigeAusführung übernehme volle Garantie. Lieserungsoergebung Die Lieferung des Jahresbedarfs im Rj. 1927 an Fleisch- und Wurstwaren, Backwaren, Butter und Eio, sowie des Bedarfs an sonstigen Berzehrungsgegen- staoden und an Reinigungomäterial (Seife usw.) für ein halbes Jahr soll 1. für die medizinische Klinik, »Trauen- klinik und Hautklinik, 2. für die chirurgische Klinik und Lhreu- klinik, 3. für die Augenklinik und Kinderklinik, 4. für die Alinit für psych. und nerv. Krankheiten vergeben tverben. jüt die unter 1. und 3. genannten Kliniken ist außerdem die Abgabe des ttespüls und für die Kliniken unter 1. bis 3. die Entleerung der Müllgruben zu vergeben. Die Lieferungsbedingungen und die Bedarfslisten können bei der Verwaltung jeder Klinik nachrn. von 3—5 Uhr eingesehen und die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, find an die zuständigen Verwaltungen bis zum Eröffnungstermin, Montag, den 28. März 1927, vorm. 10 Uhr, einzureichen. Zu- chlagsfrist 3 Tage.2666D Neu ausgenommen: ÄiöamnI-SWI- 6:ff einem tzohr -an» ich Alle 'Tutel waren erfolglos. Da mochte ich Schaumouflagen mit r t. n f * Odermeyer« Medizinal in kürze waren dieselben verschwunden. Bleickxr, Durglengenselb. 6t. M. -.65. 30’/« t>erildrft M. 1- Zur Nachbedondlung ist 6er. ba-Lrcme besonder» zu empfehlen. Zu haben in allen Apotheken. Drogerien und -üerfümenen. Untverutats-Aootheke, Peltkan-Slvothefe. Hirsch-Apotheke, Drogerie Otto Winterbost. Krenzdrog. A. Noll, Parfümerie Mövs, Parfümerie Plank. f526id Möbelfabrik ffl.BRÜCK INH. TH. WEINERT (giessen, Brandplaii (ALTES SCHLOSS) * [t'Ö SCHAUFENSTER^ Jfäbel in einfachster bis feinster Ausführung Teppiche/ Dekorationen Bequeme i Teilzahlung Dienstag, Den 22.1. 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G grandlome Akte 6 unter Mitwirkung bekannter Emdenoffiziere und Mannschaften in ihren historischen Rollen. L Offizier der „Emden“: Kapitänleutnant a. D. Hellmuth von Mücke Der berühmte Kaperoffizier der „Emden“: Kapitänleutnant a D. Lauterbach Korvettenkapitän R. Witthoeft, Oberleutnant a. D. Dietrich Benzlcr, Obermaschinistenmaat Erfurth, Obermatrose K. Werner. Obermatrose Bednors. Weitere Darsteller: Louis Ralph. Fritz Greiner. Jack Mylong-Münz, Marie Mlzenti, Charles Willy Kayser. Das gewaltige Werk wurde mit der ausdrücklichen Unterstützung des Reicbsmarineamtes und Reichsmarine-Archivs hergestellL Dieser größte deutsche Film ist ein Ebrendenkmal für das ganze deutsche Volk, dessen Mütter ihrem Lande solche Söhne schenkten! Diesen Film können wir ganz besonders d. Gießener Jugend empfehlen, und zahlen Jugendliche in den Nachmittags-Vorstellungen ermäßigten Eintritt Wegen des zu erwartenden großen Andrangs zu den Abendvorstellungen bitten wir höflichst, nach MöglichkeltdieNachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen.Trotz derhohenÄnschaflüngskosten keine erhöhten Eintrittspreise. Musikalische Illustrationen Herr Stork. Freikarten und alle Vergünstigungen aufgehoben. — Ferner: Die neueste Ufa-Wochenschau und das interessante Beiprogramm Astoria-Uchtspiele Ab heate bl» clnechl. Mittwoch: Die Gespensterfarm Ein Wildwest-Sensaiio 'sschauspiel in 6 Akten. In der Hauptrolle* Hoot Gibmon. Ferner: Na wenn schon Lustspiel in 3 Akten 2767« (Stellengesuche] Blolotlflö- UDO MlMWl sucht Stellung. SchrifiL Angebo.e unter 02071 an den Gtest Anz. erbeten. Tüchtiges solides Fräulein 22 Jahre alt, i. Koch ii. all Hausarbeiten bewandert sucht bis 1. IV. Stellung mir in gut. Hgjife. Sehr gut. Zeug, irnd vord Schr. Ang u. 02004 an den Gieh Anz. 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(Alte Herren) L0vllelSl0g.7l.Mkr. abends 1 ,9 llbr, im U.-C.: Vorbesprechung für dre Jobres "" nounlnerlommlüDg Stadttheater TienStag SS März 24.Dlen5tafl-lib.-BrfL v. 7'/, b. geg. 10'/, Uhr Bum lebten Male: ßlDfame fflenfdien Drama in 5 Akten v. Gerh.Hauvtmann. Nr. 67 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, 2b März 1927 Neuwahlen in Oesterreich. Der österreichische Nationalrat rüstet sich langsam zum Abschluß seiner Tätigkeit Sein Mandat läuft zwar erst am 20. November ab, aber bk Parteiverhältnisse haben sich auch hort so Augespitzl, bah die Volksvertretung eines natürlichen Todes nicht sterben wird, sondern vorher aufgelöst werden must, und zwar wahrscheinlich sehr bald aufgelöst wirb. Ei« hat noch eine groste Ausgabe zu erfüllen, die Sozialversicherung, und Herr Seipel, der Ministerpräsident, hat den Sozialdemokraten im vergangenen Iahre versprochen dast er diele Versicherung noch in Der lausenden Legislaturperiode erledigen lassen wolle Die Sozialdemo- kralen machen chm das aber unmöglich, sie verlangten sofortiges Inkrafttreten der Versicherung, während die Christlich-Sozialen und Grohdeulschen mit Rück icht auf die wirtfchastliche Lage des Landes erst eine Karenzzeit von einigen Jahren durchführen wollten, damit die Versicherung, wenn hc in Kraft tritt, schon einen starken Äeservefond hat. der ihr die Erfüllung ihrer Ausgaben ermöglicht. Damit sind die Sozia- listen nicht einverstanden, sie glauben in diesem Gesetz eine wunderbare Handhabe zu besitzen, die ihre AgitalionsbcsugniS befriedigt und drückten de-holb schon seit längerer Zeil auf Neuwahlen. wofür sie den Sommer in Aussicht genommen hatten. Mit gutem Grunde, beim ihre Stärke liegt in den Städten. Der Bauer aber wird mitten in der Erntezeit nur recht schwer an die Urne zu bringen sein. Sie rechneten also sich sehr hübsch aus, dast Neuwahlen im Sommer eine schwache Wahlbeteiligung auf dem Lande zeitigen würden, worunter die Christ- lich-Sozialen in erster Linie zu leiden hätten. Dadurch hat ihnen Dr. Seipel, der ihnen als Taktiker immer noch überlegen ist, einen dicken Strich gemacht. Er will den Wahltermin weiter nach vorne schieben, und während ursprünglich vom 15. Mai die Nede war, ist jetzt mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, dast die Wahlen schon am 2 4. April, also in sechs Wochen, vor sich gehen werden. So weit sich übersehen lästt, sind allzu groste Lieberraschungen nicht zu erwarten, wenn auch die Sozialdemokraten so tun, als ob sie groste Nosincn im Sack hätten. Ser ganze Kampf geht eigentlich nur zwischen den Christlich-Sozialen und den Sozialisten. Don den 165 Mandaten entfallen 82 aus die Christlich-Sozialen und 68 aus die Sozialisten, während die Groß- deutschen mit 10 und der Landbund mit 25 Abgeordneten nur eine nebensächliche Rolle spielen. Den Christlich-Sozialen fehlen also nur drei Mandate an der absoluten Mehrheit, die Sozialdemokraten müßten 17 Mandate erobern, um allein regieren zu können. Daß sie daS Ziel erreichen werden, ist sehr unwahrscheinlich, obwohl sie in den letzten Jahren, eben weil die Möglichseiten für sie in den Städten auSgefchöpft sind, eine starke Agitation auf dem Lande entfaltet haben. Dazu hoben sie ein eigene- Agrarprv- qramm auSgearbeitet, daS auf Stimmenfang bei den Kleinbauern und den Landarbeitern berechnet ist. Die Christlich-Sozialen haben aber, obwohl einige Skandalgefchichten ihnen fehr unbequem gewesen sind, bk Wähler noch f eft genug in ber Hand, um den Angriff abschlagen zu können. Die Großdeutschen kommen in ihrer Entwicklung nicht weiter. Obwohl -ihr Programm, die Vereinigung mit Deutschland, von ber weit nbertoicaenben Mehrheit Oesterreich- geteilt wirb, ist ihr Einfluß feit ber Gründung deL Staates sehr wesentlich zurückgegangen, und es wäre dringend wünschenswert, wenn es ihnen gelänge, bei den Neuwahlen einen Mandatzuwachs zu erzielen. Wenn nicht lieber- raschungen eintreten, wird im übrigen die Entwicklung innerhalb Oesterreichs sich durch die Wahlen nicht verschieben. Die Mehrheit zwischen Christlich-Sozialen und Grostdeutschen wird auch weiterhin am Ruder bleiben und nach wie vor den Versuch machen, den Torsostaat über Wasser zu hallen. Ob ihnen daS gelingt, ist immer noch eine offene Frage. Wir glauben nach wie vor. dast trotz Völlerbundsunterftützung dieses Staatsgebilbe erst gesunben kann, wenn es über alle Trennungsstriche des Versailler Vertrages hinweg zu Deutschlanb heimgefunden hat. Zollpolitik und Handels- verlraqsverhandlunqen. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 20. März. Wahrend die deutsch- französischen Hanbel-vertragSverhandlungen in Pari- laufen, beginnen in Berlin neue Verhandlungen mit dem Ziele, einen Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei zu- standezubringen. Bereits vor etwa vier Wochen hat eine erste Lesung ber beiberfeiligen Vorschläge in Prag ftattgefunDen. Die gegenwärtigen Verhandlungen werden wegen ber außervrbentlichen Kompliziertheit bes tschechoslowakischen Zolltarifs auf 5 bi- 6 Wochen oemefkn. Da bic Tschechoslowakei bi- heute ein System aufrechterhält, da- unferm System der Zwangswirtschaft ziemlich nahekommt und die Einfuhr für eine Reihe von Erzeugnissen an besondere Bewilligungen bindet, ist da- nächste und hauptsächliche Ziel deutscherseits eine Revision ber bestehenden tschechoslowakischen Einfuhrverbote. Damit wird eine Frage berührt, die auch in den deutsch-französischen Handelsvertragsver- banMungen eine erhebliche Rolle spielt und von grundsätzlicher Bedeutung für die internationale Handelspolitik ist. 3m allgemeinen gilt — und gatt vor Dem Kriege — als ein einziges zulässiges und gebräuchliches Mittel zur Der- yinderunq unerwünschter Einsuhr eine tarifliche Differenzierung solcher Waren, ihre ZolldelastuLg in einer Höhe, die die Einfuhr praktisch au verhindern gestattete. 3m Zusammenhang mit Den Notmaßnahmen des Krieges und der 3nslationszeit, die das sogenannte Valutadumping untervalutarischer Länder brachte, traten die Valutazuschläge als weiteres Abwehr- mittel gegen die unerwünschte Einfuhr hinzu, ferner aber auch das mehr oder weniger überall angewandte System einer Zwangswirtschaft, die mit Hilfe von Ein- und Ausfuhrbewilligungen die nationale Wirtschaft bis zu einem gewissen Grade diktatorisch gegen das Ausland abriegeln konnte. 3n der Tschechoslowakei, die als neugeschasfener und in hohem Maße industrieller Staat den freien Wettbewerb zunächst nicht ertragen zu können glaubte, besteht dieses System in feinen Heberrcftcn bis auf den heutigen Tag. 3n Frankreich begegnet man feinen letzten Auswirkungen in dem Kampf, der um die Kontingentierung der verschiedenen Waren des deutschen und französischen Ausfuhrinteresses zur Zeit ausgefochten wird. Cs ist inDeS zweifellos, daß dem sreihänd- lerischen Ideal nicht mir ein weitestgehender Abbau der Zollmauern, sondern vor allem die Beseitigung solcher vermeintlich regulieren- ber Zwangsmaßnahmen erst zur Darstellung seiner befruchtenden Wirkung verhelfen kann. Das Bestreben, grundsätzlich einen möglichst regen Warenaustausch In der ganzen Welt herbeizuführen, zugleich aber mit unzähligen Sonderbestimmungen den Schuh dieser oder jener Interessen gegen die Konkurrenz des Auslandes zu betreiben, zeugt von völliger Verkennung der Möglichkeiten, die ein mindesten- innereuroväischer ungehinderter und weitgehend zollfreier Warenaustausch für alle Länder. auch die vermeintlich dadurch benachteiligten, mit sich bringen würde. Die theoretische Erkenntnis dieser Lebensnotwendigkeit für die europäische Wirtschaft liegt allerdings zur Zeit in einem schweren Kampfe mit ber praktischen Bemühung fast jeden einzelnen Landes, für seine Industrie ober doch für bestimmte Teil« dieser Industrie besondere Schutzmaßnahmen zu erkämpfen. In diesem inneren Gegensatz wurzeln die sämtlichen Schwierigkeiten, denen der Au-bau unseres HandelsvertragSnetzeS zur Zeit noch ausgesetzt ist. Die soeben vereinbarten Der- handlungSgrundlagen für den deutsch-französischen Handelsvertrag zeugen von ber richtigen Erkenntnis: ob sie sich bei dem Ringen um die Tarifpositionen in ber Praxis durchsetzen wird, steht aber leibet noch durchaus dahin Stand her Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen. Am 20. Oktober v. 3s hat bei den Verlor- gungdämtem wiederum eine Zählung der rentenbezugsberechtigten KrtegS- beschädigten und der versorgungS- berechtigten Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer stattgefunden, deren Ergebniffe für den Bereich deS HauptversorgungS- a m t S Kassel, das die Provinz Hessen- Nassau, die Länder Thüringen. Hessen und Waldeck und den Kreis Wetzlar umfaßt, im folgenden kurz wiedergegeben feien: 3m Iahre 1923 wurden im Gegensatz zur Unfallversicherung die Kriegsbeschädigten. bei denen die durch bic Folgen der Dienstbeschädi- gung verursachte Minderung der Erwerbsfähigkeit weniger als 25 v. H. betrug, abgefunden: ihnen wird feither zwar in gewissem Umfang noch Heilbehandlung, nicht mehr aber Rente gewährt Durch diese Abfindung ist die Zahl der rentenbezugsberechtigten Kriegsbe- fchädlgten stark, nämlich im ganzen Reich von rund 1 275 000 auf rund 721 000 gesunken, so daß bei der Zählung im Oktober 1924 im Bereich des Hauptversorgungsamts Kassel noch 67 425 kriegsbeschädigte Rentenempfänger festgestellt wurden. Bei ber Zahlung vom 20. Oktober v. 3s. ergaben sich nun 68 176 rentenbezugsberechtigte Kriegsbeschädigte: ihre Zahl hat sich also in den letzten zwei 3ahren nicht vermindert, vielmehr überstiegen die Zugänge den Abgang durch den Tod und Wegfall der Rente infolge Besserung des BerforgungsleidenS. Bon den 68 176 Kriegsbeschädigten sind 29 921 schwerbeschädigt, d h um wenigstens 50 v. H. in der Erwerbsfähigkeit gemindert. Zu der Rente wird unter gewissen Voraussetzungen eine Ausgleichszulage gewährt, durch die das frühere Arbeitseinkommen des Beschädigten berücksichtigt werden soll: sie stuft sich je nach der Bedeutung des früheren Beruf- in eine einfache und eine erhöhte Ausgleichszulage. Nach der Zählung beziehen 7002 Beschädigte keine, 791 die erhöhte. 60 393, also die überwiegende Mehrzahl, die einfache Ausgleichszulage. 25 300 Beschädigte beziehen eine Frauen- zulage: versorgungsberechtigte Kinder, das sind im allgemeinen die Kinder unter 18 Iahven, sind 101 786 vorhanden. Die Zahl der versorgungsberechtigten Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer r heimatkundlichen Forschting für das A m t des Seelsorgers Charakter und Eigenart eines Ortes und feiner Bevölkerung lerne man nur kennen, wenn man rückwärts in Die Vergangenheit schaue. Für die Behandlung der Pfarrkinder er geben sich daraus wichtige Fingerzeige. Aus feiner reichen Erfahrung heraus konnte der Redner man chen praktischen Wink über das Wie der Arbeit Qcben. Der heimatgeschichtlict)en Ausgestaltung dcr Heimatblätter, die als „Heimalglocken" jetzt in vielen Gemeinden und Kirchspieler erscheinen, und der Gemeindeabende galten besonders wertvolle Rat schläge. Die Geschichte der Heimatkirche, die Betrach tung alter Grabmäler und die Geschichte einzelner Familien seien besonders dankbare Behandlung, gegenstände. Auch im Unterricht des Geistlichen fei es angebracht, an das Heimatliche anzuknüpfen, mir auch Die Predigt bei Höhepunkten des kirchlichen Lebens von einer heimatgeschichtlichen Begebenheit ausgehen könne. Das Material sei jedem zugänglich, denn es gäbe kein Land, in dem soviele Quellen erschlosten seien wie in Hessen. Die Tagung hat sich als öußerft truchtbar er wiesen und jedenfalls gezeigt, daß die praktische Unterweisung in der Heimatforschung der einzig gangbare Weg ist, der zu einem Erfolge führen kann. Reden und Artikel und selbst dicke Bücher können allein nicht für das Werk der Heimatfor fdjung anregen; dem Strebenden muß auch einmal gezeigt werden, wie man mit dem Material arbeitet, wie man vor allem über die Schwierigkeiten hinweg- Beethoven in der Schilderung eines Zeitgenossen. Mitgeteilt von Dr. jur. et phil. Karl Esselborn. Die titanenhafte Erscheinung Beethovens tourDc uns in Den letzten Iahren in bcDeuteftDen Kunstwerken, vor allem Durch Klingers gewaltige Statue, Dargestellt. Lebendig hat ihn Der Franzose Rens F a u ch o i s in Dem Dramatischen SeelengemälDe „Beethoven" Der Gegenwart vor Augen geführt. Der aus Gießen gebürtige FneD- rich Kraft (geb. 21. März 1869, gest. als Ober- stuDiendirektor a. D. zu Heppenheim am 13. Mai 1925), ein Enkel Des Verfassers Der .Geschichte von Gießen", hat Das Werk meisterhast ins Deutsche übersetzt. Seine Uebersehung. kurz vor Kriegsausbruch beendet, wurde aber infolge Der großen Weltbegebenheiten wenig beachtet. Auch auf Den Maler L. B a 11 c ft r i e r i sei hier hin- aewiesen. Der im Iahre 1900 in Paris auf Dem bekannten BilDe .Die Kreuzersonate" Die bezaubernde Wirkung Der Deethovenschen Musik meisterhaft gefdjilDcrt hat. Neben Den moDemen künstlerischen verklärenDen Darstellungen Des Meisters behalten Die zeitgenössischen Darstellungen ihren Wert, ja erst sie lehren die neuen Kunstwerke richtig verstehen. Es kommen hier aber nicht nur bildliche Darstellungen, sondern auch erzählende Schilderungen von Zeitgenossen in Befracht. Eine solche, bei Der man Die Anschaulichkeit DeS eignen Erlebens durchsühlt. soll hier geboten werden. Sie rührt von einem englischen Advokaten namens Iohn Russell her. Der in Den Iahren 1820 bis 1822 eine. .Rciie Durch Deutsch- land und einige südliche Provinzen Oesterreichs" unternahm und seine Eindrücke und Erlebnisse in Dem zweibändigen Werk „A Tour in Gcrmany and somc of the Southern Provinccs of the Austrian Empire in the Years 1820. 1821. 1822" nicDerlegtc, das im Iahre 1824 in (SDinburgb erschien, mehrere englische Auslagen unD im Iahre 1825 eine, freilich nicht von Irrtümern freie, deutsche Uebersehung erlebte. WaS er über Beethoven sagt, beruht zwar zum Teil auf Hörensagen, doch schildert er treffend Den EinDruck, Den Die äußere Erscheinung DeS einsamen Meisters im Leben DeS AlltageS machte, zum Teil aber zeigt es ihn — unD hier liegt Die eigne Wahrnehmung DeS Erzählenden zu Grund — wie er am Klavier, an das ihn eine Heine List eines Freundes zu bringen verstanden hatte, phantasierend in das himmlische Reich der Töne verseht und allem Irdischen entrückt ist, indem hier seine eigne Musik auf ihn dieselbe Zauberwirkung ausübt wie Die Kreuzersonate auf Die weltentrückten Zuhörer auf Dem ‘Balleftrieri* fchen Bilde. Beethoven ist der gefeiertste unter Den lebenden Komponisten in Wien und in gewissen Fächern auch Der erste seiner Zeit. Obgleich er noch fein alter Mann ist, so ist er Doch für Die Gesellschaft verloren infolge feiner oollftänDigen Taubheit. Die chn fast ganz ungesellig macht. Die Vernachlässigung feiner Person, die er zur Schau trägt, verleiht ihm em etwas wildes Aussehen. Seine Züge sind kraftvoll und hervorstechend. Sein Haar. DaS seit Iahren weder Kamm noch Schere berührt zu haben scheinen, überschattet seine breite Stirn in einer wirren Fülle. Die nur in Den Schlangen um ein Gor- gonenhaupt ihresgleichen hat. Sein Benehmen paßt im allgemeinen nicht übel zu Dem nicht viel versprechenden Aeuhem. Außerhalb des Kreises seiner auserlesenen Freunde gehören Freundlichkeit und Gesprächigkeit nicht zu seinen bemerkenswerten Eigenschaften. Der gänzl.che Verlust seines GchöreS hat ihn des ganzen Vergnügens beraubt. DaS gesellschaftlicher Verkehr bieten kann. unD ihn vielleicht verbittert. Er besuchte gewöhnlich einen befonDercn Keller, wo er Den AbenD in einer Ecke fernab von Dem GeplauDer unD Der Unterhaltung eines Wirtszimmers Damit zubrachte. Daß er Wein und Bier trank, Käse unD Bückinge aß unD Die Zeitungen ftu- Dierte. Eines Abends sehte sich jemand neben ihn, Dessen Aussehen ihm mißfiel. Gr sah Den Fremden scharf an und fpie aus. als wenn er d*nc Kröte gesehen hätte: Dann warf er einen Blick auf die Zeitung. Dann toieDer auf Den Eindringling und fpie wiederum aus, dabei sträubte sich fein Haar nach und nach in immer zottigerer Wildheit, di- er das abwechselnde Ausspeien und Anstarren mit dem schönen Ausruf Welch schusttge Fratze!" beschloß und aus Dem Zimmer stürzte. Selbst unter seinen ältesten FreunDen muß ihm sein Wille geschehen wie einem eigensinnigen Kinde. Er hat stets ein kleines Schreibheft bei sich, unD jegliche Unterhaltung, die stattfindet. wird schriftlich geführt. In DiefeS Heft fkizziert er, wiewohl es nicht liniiert ist, im Nu jeden musikalischen Gedanken, der ihm kommt. Diese Noten würden selbst für einen andern Musiker durchaus unverständlich (ein; Denn sie haben so keinen verhältnismäßigen Wert: er allein besitzt in seinem Gedächtnis den Faden, womit er aus dem Labyrinth von Kreisen unD Pünktchen die reichsten und überraschendsten Harmonien herausbringt. In Dem Augenblick, wo er sich ans Klavier setzt, ist er sich offenbar nicht bewußt. Daß es noch etwas außer ihm und feinem Instrument auf Der Welt gibt: und wenn man be- Denft. wie arg taub er ist. so scheint eS unmöglich. Daß er alles hören sollte. waS er spielt. Demgemäß bringt er. wenn er ganz piano spielt, ost nicht eine einzige Note heraus Er hört sie selbst mit seinem geistigen Ohre Während fein Auge und die fast unmerkliche Bewegung feiner Finger zeigt, daß er die Weife in seiner Seele Durch alle ihre sterbenden Abstufungen verfolgt, ist Das Instrument tatsächlich so stumm wie Der Spieler taub ist. Ich habe ihn spielen hören; aber um ihn so weit zu bringen. erforDert es einige Geschicklichkeit, so groß ist fein Abscheu Davor, der Gegenstand einer Schaustellung zu sein. Wäre er geradeheraus gebeten worden. Der Gesellschaft Diesen Gesallen zu tun. so würde er es rundweg abgelehnt haben. Er mußte durch eine List dazu gebracht werden. Iedermann verließ das Zimmer außer Beethoven und Dem Herrn DeS Hauses. einem seiner allemcrtrauteften Bekannten. Diese beiden führten in dem Schreibheft eine Unterhaltung über Bankkapital. Gleichsam zu- fällig berührte der Herr die Tasten Des ossen- ft eben Den Klaviers neben Dem sie saßen, und begann allmählich eine von Beethovens eignen Kompositionen Durchzuspielen, machte Dabei tau- senD Fehler unD verpfuschte hurtig einen Laus so vollständig, daß Der Komponist geruhte, feine HanD auszustrecken. um ihn zu berichtigen. Das genügte, seine Hand war an Dem Klavier; fein Gefährte verließ ihn gleich Darauf unter irgendeinem Vorwand und begab sich zu Der übrigen Gesellschaft. Die in dem nächsten Zimmer, von wv aus sie alle- sehen unD hören konnten, geDulDtg Den Ausgang dieser langwierigen Beschwörung abwartete. Beethoven, allein gelassen, setzte sich an Das Klavter. Zuerst schlug er nur Dann und wann einige hastige unD abgebrochene Töne an, gleichsam, als besürchtete er, bei einem Verbrechen ertappt zu werben; aber allmählich vergaß er alles sonst unD phantasierte eine halbe Stunde lang in einer äußerst abwechslungsreichen Weise. Die sich vor allem durch ganz plötzliche Hebet- aänge au-zeichnete. Die Kunstliebhaber waren Oingenffen. Für Den Hneingeweihten war es noch interessanter, zu beobachten, wie Die Musik Der Seele DeS Mannes über sein Antlitz glitt. Er scheint mehr DaS Kühne. DaS Geb;etende und Hngeftümc zu fühlen al- DaS Schmeichelnde und Schmelzende. Seine Gesichtsmuskeln schwellen an unD seine Adem treten hervor; das wilde Auge rollt Doppelt wild; Der MunD bebt unD Beethoven sieht aus wie ein Zauberer, überwältigt von Den Geistern, Die er selbst herausbeschwor. A AA A AA A A A A A A BJet fnöjt Geld auhunefeinen gegen nur gute Sicher denen auf Grundstücke. Gebäulichkeiten nftu. Cfici len unter S P '38 2H!r2Dl an den Gte: Anz. aaaaa^aaAaaa WVvW VW V ▼▼ tommt, die sich jedem Anfänger in den Weg stellen. Dekan Vogel (Bruchenvrücken) hotte daher recht, als er in seinen Dankesworten an die Vortragenden dem Wunsche Ausdruck gab, des öfteren solche (Ein* führungskurse zu veranstalten. Oberhessen. Landkreis Gießen. Alten-Buseck. 19. März. Gestern verstarb nach längerem Krankenlager die ä l t e st e Einwohnerin unseres Ortes, Witwe Margarete Balser, im 9 3. Lebensjahre. Dis vor wenigen Jahren war die Verstorbene körperlich und geistig noch sehr rüstig. — Die Zahl der Erwerbslosen, die hier stets einen verhältnismäßig hohen Stand hat, ist erfreulicherweise in letzter Zeit stark zurückgegangen, und zwar von etwa 50 aus 18 Personen. L Großen-Buseck, 19. März. Unser Tal ist reich gesegnet mit Mühlen. Die zwischen hier und Reiskirchen gelegene Leppermühle gehört feil kurzem als Mühle der Vergangenheit an. Der vorletzte Desitzer war ein aus Eupen-Malmedy Vertriebener. Er hat die Mühle neuzeitlich umgebaut und auch den Mahlbetrieb einige Jahre lang ausgeführt. 3m vergangenen Herbst ist die Mühle mit dem dazu gehörigen Grundbesitz an einen Bürger von hicr käuflich übergegangen. Dieser hat nun neuerdings das Wasserrecht an die Gemeinde Reiski rchen verkauft. Der Mühlgraben zweigt nämlich in dem Wiesengrund Gtebenhausen von der Wieseck ob. Die Stauung durch das Wehr hatte zur Folge, das; der Wiesengrund nach und nach versumpfte. 3n nassen Jahren konnte das Heu kaum herausgefahren werden. Um die Wiesen vor der Versumpfung zu retten, muhte das Wehr beseitigt werden. Aus diesem Grunde hat die Gemeinde Reiskirchen das Wasserrecht gefaxt, und die Lcppermühle ist dadurch aus dem Busecker Tal als Mühle für immer beseitigt. Wie man hört, soll sic zu einem Erholungsheim, ähnlich dem Bibelheim bei Flensungen, umgebaut werden. Hierzu dürfte sie sich durch die sonnige Lage und durch die Rahe des Waldes auch gut eignen. £ Mainzlar, 19. März. Die starke Nachfrage nach ihren Erzeugnissen oeranlaht die hiesige Fabrik für feuerfeste Steine der Firma Scheidhauer & Bleking, ihren Betrieb zur Zeit st a r k zu vergrößern. Es konnte in den letzten Monaten eine größere An,zahl Arbeiter eingestellt werden, die meist in dem Fabrikbetrieb selbst Beschäftigung fanden. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Belegschaft weit über 400 Mann. Bis jetzt stehen vier Ocsen unter dauerndem Feuer, von denen der letztere erst vor wenigen Wochen in Betrieb genommen wurde. Wie verlautet, soll auch noch der fünfte und letzte Ofen bald seiner Bestimmung übergeben werden. Die Erzeugnisse der Fabrik werden zum großen Teil nach dem Auslande verfrachtet, ein geringer Teil verbleibt in Deutschland. Auch in dem Quarzit st einbruch, der der Firma gehört, aber in der Gemarkung Daubringen liegt, ist die Belegschaft verstärkt worden. a. Reiskirchen, 19. März. Donnerstag abend hielt Direktor Trautmann vom Land- wirtschaftSamt tn Grünberg hier einen Vortrag über pflanzliche und tierische Schädlinge beim Getreidebau. Weiter verbreitete sich der Redner noch über die Hederichbekämpfung und üher die Säurekrankheit. Zur Bekämpfung der letzteren empfahl er die Kalkdüngung, die in unserer Gegend noch viel zu wenig angewandt wird. 3n der Aussprache wurden einzelne Fragen noch näher besprochen und geklärt • Reiskirchen, 20. März. Sine wunderbare Submissionsblüte trat bei der Vergebung des Baues zweier Eisenbetonbrücken über den neuen Wieseckbach zutage. Spinozafeier im Haag. Von Dr. E. v. Aster, o. Professor der Philosophie an der Universität Gießen. ' In außerordentlich schönen und würdigen Formen ist die Feier verlaufen, die im Februar die Societas Spinozana anläßlich des 250. Todestags Spino - zas unter Teilnahme von Gelehrten aus aller Welt veranstaltet Hot. Im Mittelpunkt dieser Feier stand die Einweihung des Spinozahauses, des Hauses an der Pavjljoensgracht 72, in dem der Philosoph von 1671 bis zu seinem Tode 1677 gewohnt hat, in dessen kleinem Gieoelzimmer er gestorben ist, und in dem die „Ethik" niedergeschrieben worden ist. Der Erwerb dieses Hauses, das nun in Zukunft, würdig wiederhergestellt und ausgestattet, nicht nur eine Statte der Erinnerung, sondern vor allem auch ein Zentrum der Spinozastudien werden soll, ist der Arbeit dreier Manner zu danken, die sich damit ein hohes Verdienst um die Philosophie und um alle diejenigen erworben haben, die aus persönlichen, wissenschaftlichen, religiösen Gründen mit besonderer Verehrung zu der Gestalt des Weisen im Haag auf- blicten: Dr. Carl Gebhardt in Frankfurt a. M., der Herausgeber der wissenschaftlich mustergültigen Spinozaausgabe, die jetzt bei Minter in Heidelberg erschienen ist, hat den Plan entworfen und mit unermüdlicher Hingabe für ihn gearbeitet, Professor Adolphe S. Oko in Cincinnati hat in tatkräftigster Weise die reale Basis geschaffen und der Holländer I. H. Carp hat an Ort und Stelle für die Idee gewirkt, die ohne die Unterstützung der holländischen Behörden kaum Wirklichkeit hatte werden können. Lebhaften Anklang hat der Plan bann vor allem in Frankreich gefunden, französische und deutsche Gelehrte waren setzt im Haag weitaus am zahlreichsten vertreten, unter den Franzosen vor allein Löon Brnnschwicg, heute neben Bergson wohl der bedeutendste Philosoph an der Sorbonne, der mit Gebhardt und dem Italiener RcwL (Padua) am Eröffnungsabend sprach, während dann am zweiten Tage die kurzen Ansprachen sämtlicher vertretenen Gesellschaften und Universitäten — eine stattliche Zahl — folgten. Der Empfang in den wunderbaren Repräsentationsräumen des Bürgermeisters vom Haag zeigte das Interesse der Stadtverwaltung, während am 23. und 24. Februar dann das wissenschaftliche Interesse und die philosophische Spezialarbeit in einer Rcihc von Vorträgen zu ihrem die im Rahmen der Wiefeckregulierung und Teil-Feldbereinigung Reiskirchen-Lindenstruth geschaffen werden sollen. Der Wenigstfordernde will den Bau für 3855,60 Mark ausführen, der Höchstfordernde dagegen für 7482 Mark. Wer von den beiden da wohl richtig kalkuliert hat? t Grünberg, 19. März. Der Anbau an unserer Oberrealschule ist rege im Gange. Rachdem der Rohbau vor einiger Zeit vollendet wurde, wird gegenwärtig an der Um« zäunungsmauer und an der Herrichtung des Schulhofes gearbeitet. Die Inangriffnahme der Inneneinrichtung soll in Kürze erfolgen. Die neuerbauten Schulräume fallen zum Beginn des neuen Schuljahres zur Verfügung stehen. Auch die Wohnungsbautäligkert beginnt sich wieder zu regen. Bis jetzt find bereits fünf Reubauten in Angriff genommen, dazu kommt die Fertigstellung der Inneneinrichtung in einer Anzahl Wohnhäuser, die Ende vorigen Iahres im Rohbau fertiggestellt wurden. Unserer Geschäftswelt kommt diese Arbeitsbelebung sehr willkommen. Kreis Büdingen. WSR. Büdingen, 20. März. Ein mit Basalt beladener Lastkraftwagen einer hiesigen Baufirma kam infolge Terfagenä der Bremse an einer abschüssigen Straßenstell.' ins Rutschen und stürzte eine etwa 35 Meter hohe Böschung hinab in den Seemenbach. Die beiden Fahrer konnten sich noch rechtzeitig durch Abspringen retten. Der Wagen ist trotz des hohen Sturzes nicht nennenswert beschädigt. Ridda, 19. März. Die auf ministerielle Anordnung gepflogenen Verhandlungen über die Verschmelzung der Zweckverbände Ridda-Ulfa und Schotten- Hungen sind gescheitert. Bei den vorhandenen Interessegegensätzen bot sich keine Möglichkeit, aus einer mittleren Linie zusammenzukom- men. so daß die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen wurden. Ab 1. Avril übernimmt die Äutolinie Ridda Ulfa gegen eine jährliche Pauschalsumme von 720 Mk. die Beförderung der Postsachen, die seither nach Ober-Schmitten liefen und von dort mit dem Milchwagen weitergeleitet wurden. Mit dieser Rcuordnung ist eine wesentliche Verbesserung erzielt, da die Postsachen jetzt früher in Ulfa ein» treffen und rascher von dort weggebracht werden können. — Infolge der vorausgehenden sonnigen Tage ist der Boden so abgetrocknet, daß man in der ganzen Umgebung mit der Aussaat begonnen hat. Vorerst beschränkt man sich auf die Sommerseite, vereinzelt werden aber auch schon Aecker auf der Winterfeite bestellt. Die Landwirte sind entgegen den Gepflogenheiten früherer Iahre, eifrig darauf bedacht, einenWechsel im Saatgut vorzunehmen und mehr künstlichen Dünger zu verwenden. [D Nidda, 19. März. Aus dem Gemeinde- rat: Da das Landesfinanzamt sich mit dem Gedanken trägt, in Ridda ein neues Finanz- amt mit Vorsteherwohnung zu errichten, wird zu diesem Zwecke der vor einiger Zeit von L. Staffel erworbene Bauplatz in der Bismarckstraße unentgeltlich zur Verfügung gestellt. — Das seinerzeit beschlossene Preisausschreiben für die Ausarbeitung von Projekten für den Real- schulneubau wird fallen gelassen und das Hvchbauamt Büdingen mit der Ausarbeitung von Entwürfen beauftragt, da die Angelegenheit im Hinblick auf die vorgeschrittene Jahreszeit keinen Aufschub mehr verträgt. Hinsichtlich der von der Bezirkssparkasse Ridda geforderten Aufwertung der seinerzeit ohne Vorbehalt zurückgezahlten Darlehensbeträge kann sich der Gemeinderat, so lange eine einheitliche Behandlung dieser Fälle innerhalb des Bezirks der Bezirkssparkasse Ridda nicht erreicht wird, freiwillig nicht verpflichten. Die Fischerei- Rechte kamen. Es war eine besondere Freude für jeden Teilnehmer, diesen Vorträgen in dem einfad) und doch stilvoll hergerichteten Saal im Erdgeschoß der domus Spinozana zu lauschen, der einstigen Werkstatt des Malermeisters van der Spijck, des Wirtes Spinozas, zu dem der Philosoph hcrabzu- steigen pflegte aus seiner Giebelkammer, wenn er, von der geistigen Arbeit ermüdet, fid) in einem Gespräch erholen wollte. An den Vortragssaal schließt fid) ein Raum, der die Anfänge der zu schaffenden Spinozabibliothek und der Sammlung der Spi- nozabilder und -dokumente enthält und durch die riidmärtigen Fenster öffnet sich der Blick auf den kleinen Garten im Stil des 17. Jahrhunderts, den man mit liebevollem Verständnis jetzt an der Stelle des häßlichen Hinterhauses errichtet hat, das mit manchen anderen Verhäßlichnngen im Laufe des letztvergangenen Jahrhunderts das einstige freundliche Heim des Haager Handwerkers und seines Gastes aus dem Reiche des Geistes verunziert hatte. Diese unteren Räume sind zur Zeit noch die einzigen, Über die die socielas Spinozana, obgleich Besitzerin des Hauses, frei verfügt, das obere Stockwerk, später zu Bibliotheks und Arbeitsräumen, sowie zur Wohnung des Bibliothekars und Verwalters bestimmt (das Giebelzimmer soll natürlich als Erinnerungsraum erhalten bleiben), ist gegenwärtig noch vermietet. Hoffen wir, daß bald das Geld beisammen ist, um den vollen Plan zu verwirklichen! Eiaentümlich war der starke Eindruck, der ans allen Vorträgen und Diskussionen sprach, daß nicht nur die Verehrung des Menschen Spinoza die zahlreichen Teilnehmer einte, sondern daß in der Tat die Philosophie Spinozas einer Renaissance entgegengeht. Namentlid) in Frankreich hat der „Neu- spinozismus" viele Anhänger, aber auch in Deutschland gewinnt er an Bedeutung, eine Erscheinung, die natürlich zusammenhängt mit der steigenden Neigung zur Metaphysik, der auf der andern Seite der Rückgang des Kantianismus entspricht. Die weitere Entwicklung dieser Dinge muß die Zukunft zeigen, auf alle Fälle ist cs erfreulich, daß diese Bestrebungen einen Mittelpunkt von so internationaler Bedeutung gefunden haben. In dem Wiederaufbau der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen bedeutet der Spinozakongreß eine wichtige Etappe: französische und deutsche Forscher hoben hier in einer jo freundschaftlichen und wissenschastlid) fruchtbaren Weise zusammengearbeitet, wie es nicht vorbildlicher hätte geschehen können. Und in keinem Geist kann sich ja diese Zusammenarbeit besser voll- p a ch t wird für 1927 ebenso wie für 1926 auf 172 Mark festgesetzt — Der Zinsfuß für die in den letzten Jahren zur Förderung der Reubautätigkeit aus allgemeinen Mitteln gewährten Darlehen wird ab 1. 4. 1927 auf 8 Prozent pro Jahr ermäßigt. — Die Vergütung für das Einfangen von Maulwürfen, die in diesem Jahre besonders stark auftreten, wird aus 25 Pfennig pro Stück festgesetzt. — Durch feldpolizeiliche Anordnung soll bestimmt werden, daß das Befahren des Stehfelderweges mit Verbindungsweg bis zur Ranstädter Chaussee, des Feldweges auf der Herrenbreit und des Verbindungsweges zwischen der Kreis» straße Ridda—Kohden und der Krötenburgstraße für ortsfremdes Fuhrwerk, das nicht rein landwirtschaftlichen Zwecken dient, verboten ist. — Zu dem Verkauf des Kraft'schen Saalbaues auf Abbruch ist nur ein Angebot eingegangen. Vor der Beschlußfassung über die Art der Verwertung des Saales soll eine Besichtigung durch den Gemeinderat vorgenommen werden. — Gegen die Herstellung von unterirdischen Telegraphenlinien in Ridda bestehen keine Bedenken, vorausgesetzt, daß der ursprüngliche Zustand der Straßen und Fußsteige wieder hergestellt wird. — Der Gemeinderat stehl der G r ünd ung einer Obstverwer- tungsgenossenschaft für den Kreis Büdingen sympathisch gegenüber, kann sich aber zu einer Beteiligung an dem Unternehmen nicht entschließen. nd. Ridda, 19. März. Gestern abend veranstaltete die Madrigalvereinigung Darmstadt in der hiesigen Stadtkirche ein Passionskonzert, das sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen hatte, ein Beweis, daß die Vereinigung noch von zwei früheren Konzerten her im besten Andenken stand. Auch diesmal waren alle Zuhörer aufs höchste befriedigt und tief ergriffen von der Aufführung der Lukas-Passion von Heinrich Schütz. Man hofft, die Künstler hier noch öfter zu hören. -/- Aus dem RidderIal. 19. März. Mit großer Freude wurde hier allenthalben die Rach- richt ausgenommen, daß nun endlich mit dem Sommerfahrplan wesentliche Der- befferungen des Eisenbahn verkehrt auf der Strecke Frankfur t—S tockhei m— Gedern -Lauterbach in Kraft treten sollen. Besonders wird die Frühverbindung nach dem Vogelsberg und die Spätverbindung nach Frankfurt bzw. Gießen, sowie der verbesserte Somkags- fahrplan begrüßt. Hoffentlich verschwinden mit dem kommenden Sommerfahrplan auch die langen Aufenthalte mancher Züge in Stockheim und anderen Stationen, die bei einzelnen Zügen über eine halbe Stunde betragen, und wird dadurch die immerhin noch zu lange Fahrzeit wesentlich herabgesetzt. Vielleicht läßt sich auch späterhin noch eine Frühverbindung nach Frankfurt an Montagen erreichen, die sehr im Interesse der Geschäftswelt von Gedern und Umgebung, Ortenberg usw. liegt Auch eine Spätverbindung von Gießen und Frankfurt her, etwa wie in früheren Zeiten mit einer Ankunft in Gedern um 10.30 Uhr, ist noch erstrebenswert. Wenn infolge der mächtig aufbluhenden B a f a 11 i n b u ft r l e, die heute schon unserer Strecke einen sehr starken Güterverkehr gebracht hat, der Verkehr sich weiter so steigert, dürfen wir wohl bald auf weitere Verbesserungen auch im Personenverkehr hoffen. ■+• Unter-od) mitten, 19. März. Dor 14 Jahren vertauschte der Besitzer des Rein- Häuser Hofs fein bei Glashütten gelegenes Wiefengelände, die fog. Schmidtswiesen, gegen eine gleichgroße Fläche des Herpwaldes. Der hessische Staat ließ im vorjährigen Winter das Tauschgelände abholzen, während der neue Desitzer die Kosten für die weitere Bearbeitung des Stockfeldes zu tragen hatte. Inzwischen wurden Baum- ,ziehen, als in demjenigen Baruch Spinozas, der in einer Zeit, die noch tiefer als die unsrige zerrissen roar vom haßerfüllten Kampf der Religionen, der Völker und der Klassen, unbeirrbar und unerschütterlich an das ewige Reich der Vernunft glaubte und seine ganze Seele zum Tempel dieses Reichs des Ewigen machte. Tiere in der Musik. Die großen Musiker aller Zeiten haben versucht, gewisse Züge des Tierlebens in der Welt der Töne widerzuspiegeln, und eine Zusammenstellung solcher Kompositionen, wie sie Dr. James Simon in der Leipziger „ Illustrierten Zeituny" bietet, gibt einen anmutigen, bisher zu wemg beachteten Ausschnitt der Musikgeschichte. Ratür- lich waren es zunächst die Vogelstimmen, die zur Rachahmung in der Musik reizten. So verwerteten bereits die alten Holländer das lustige Gezwitscher in ihren Motetten, und Rameau gab in einem Klavierstück das Gackern der Henne humoristisch wieder. Das Krähen des Hahns wird in den verschiedenen Passionsmusiken, wenn Petrus den Heiland verleugnet, naturalistisch an* gedeutet Beethoven verwebl in der „Pastorale" drei Bogelstimmen reizvoll miteinander: den Triller der Rachtigall, den Schlag der Wachtel, den Rus des Kuckucks. Schubert übersetzt in einem Liede den Wachtclschlag mit den Worten „Lobe Gott, fürchte Gott". Natürlich erscheint die Sangeskönigin. die Rachtigall. besonders häufig im Liede. Doch auch andere Tiere als Vögel werden musikalisch verwertet, so von Schubert die Forelle, deren Bewegung in einer emporschnellenden Sex- tclenfigur angedeutet ist, und in feiner „Winter- reife*1 der Hahnenschrei, der Unglückston der Krähe und das Bellen der Hunde. Brahms' launiger Salamander windet sich durch die Töne, her Galopp eines Röhleins formt ein ganzes Lied von Hugo Wolf. Schmetterlinge flattern luftig durch die Lieder Schuberts, Schumanns und mancher anderer. Auch der Floh darf nicht vergessen werden, denn es gibt mehr als 20 Kompositionen des Mephistoschen Flohliedes im „Faust'. unter denen Beethovens derb grotesker Humor, des kecke Witz der springenden Geigenfiguren bei Berlioz und der urwüchsige Spott Mussorgskis hervorragen. In dcn Oratorien hat man besonders gern das Tierleben angebeutet; vor allem ist Haydn darin ein Meister sowohl IM.IIMII--------■ r» T — ftrünte und Wurzetwerk beseitigt, die ganze Fläche umgerodet, so daß sie jetzt zur Aussaat erstmalig als Kulturland in Benutzung genommen werden kann. Da dos 30 Morgen große Ackerland in unmittelbarer Räh« des Hofes liegt und besten Boden aufweift, hat der Hof, was Geschlossenheit und Produktion anlangt, eine WeNfteigerung erfahren. Naturfreunde bedauern aber, daß der schöne Waldwinkel, durch den ein Pfad nach den Herpteichen führte, dem Pflug zum Opfer fallen mußte. L Schweickartsbousen, 19. Marz. Die Arbeiten an unserer F e l d d e re i n i au n g haben bei dem milden Winter einen guten Fortgang genommen. Gegenwärtig wird eine Drainage angelegt Kreis Schotten. Ober-Schmitten, 19. Marz. Die Arbeitslosigkeit brachte es mit sich, daß zum erstenmal feit etwa zehn Jahren das Amt eines Gänsehirten van der Gemeinde wieder vergeben werden konnte. Seither waren keine Liebhaber auszutreiben. Auch die sonstigen Gemeindearbeiten waren lebhaft begehrt und wurden gegen die Vor fahre stark unterboten. Die Festsetzung b e r Gehälter durch den Aemeindetaf" vollzog sich reibungslos und wird kaum einen Stachel im Herzen der daran Beteiligten zurücklassen. 4 Köddingen, 19. Marz. Die hiesige Leh rerwohnung wirb zur Zeit einer grünblichen Herstellung unterzogen, ba Lehrer Schmanbt, bet bisher in Stumpertenrob wohnte unb von ba täglich bisher zur Schule fuhr, mit Beginn bes neuen Schuljahres bei uns Wohnung nehmen will. Der balbige Einzug bes Lehrers wirb allseitig begrüßt, da ber häufige Wechsel ber Schuloerwalter im letzten Jahre nicht ohne Einfluß auf ben Geist ber Iugenb geblieben ist. — Seitbcm unser Dorf nun auch an ben Postautoverkehr im Vogelsberg angeschlossen ist, herrscht hier ein ganz anberes 2eben. Man fühlt sich nicht mehr so abgeschlossen wie bisher, (onbem in Verbindung mit dem Verkehr der großen ÜB eh. Das Postauto verkehrt bis jetzt nur zweimal wöchentlich, unb zwar Dienstag und Freitag. Kreis Lllsfclv. > Alsfeld. 19. März. Auf Einladung ber hiesigen Dürergefellfchaft hielt am Frettaa abenb Professor Lus aus Prag im Physiksaale der hiesigen Oberrealschule einen sehr lehrreichen Lichtbilberoortrag über .Amerika vom Meer zum Meer". Der Dortragenbe, ber ein genauer Kenner ber Bereinigten Staaten von Nordamerika unb hort groß geworben ist, wuhtc eine sehr fesselnbe Schilberung imb ein gutes Atld des Lebens ber neuen Welt und ihrer zum Teil grandiosen Naturschonheiten zu geben, indem er die Zuhörer an der Hand einer großen Anzahl von Lichtbildern durch die ganze Union von Neuyork bis zum fernen San Franzisko unb burch bie Süd floaten hindurch wieder zum Ausgangspunkt ber Reise nach ber Weltmetropole Neuyork zuruckführte. Bejonberes Interesse fanben bic Lanbschast br- Icllowstone-Naturfchutzparkes unb bie gewaltigen Gebirgsstaaten Colorado unb Utah mit ihrer groß artigen Gebirgswelt. Die zahlreichen Zuhörer dankten durch lebhaften Beifall. --- O b e r - O h m e n , 19. März. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden bie elektrischen Strompreise wie folgt neugeregelt: Licht 40 Pf. je Kilowattftunbe, bisher 50 Pf.. Kraft 30, seither 40 Pf. — Der Saaten ft anb zeigt tn un serer Gegenb ein erfreuliches Vilb. Der Roggen ist gut burch ben Winter gekommen, ber Welzen gibt an Einheitlichkeit bes Staubes bem Roggen nichts nach. Wintergerste, Klee unb Raps zeigen ebenfalls eine günstige Entwicklung. L Ober-Ohmen. 19. März. Unser« Gemeinde besitzt, wie wohl nur wenige andere Gemeinden, eine soziale Einrichtung, die jedem Ortsbürger zugute kommt. Schon seit alten I Zeiten wird jedem OrtSbürger ein Allmend- Ivs zugeteilt. Dieses besteht in 1.25 bis 1,5 in her „Schöpsung", wo er die Bilder des Adlers, der Lerche, der Rachtigall, des Tauben- paarcs vor unsere Augen zaubert, da» Brüllen des Löwen durch einen lauten Triller, den Sprung des Tigers durch eine lebhafte Figur. daS weidende Rind durch ein Andante, das kriechende Gewürm durch schleppende Bässe andeutet. Die „Jahreszeiten" geben zu allen möglichen Tier- schilderungen Anlaß, und ebenso wimmelt es in Händels „Israel in Aegypten" von drastischen Wiedergaben der Tierllagen. Eine Tonspielerei ist ScarlattiS ..Katzenfuge", die sv entstanden sein soll, daß seine Katze über das Klavier lief und dabei die Tone g, h, cs, fis, b. cis berührte. Die „Wilde Jagd" mit ihrem Tiergeheul stürmt nicht nur im „Freischütz", sondern auch in Rafss Waldsymphonie vorüber. Richard Strauß Hut in feinem „Don Quichote" nicht nur ben Trott des Dosinante und des Esels, sondern auch das „Mäh" her Schafe unb Hämmel unverkennbar gemalt, unb besonders herzlich ist das Verhältnis Mahlers zu den Tieren, vor allem im Scherzo her dritten Symphonie, bie nach feinem Bekenntnis „bei ber leblosen Ratur beginnt und sich bis zur Liebe Gottes steigert". In der Oper dürfen natürlich die Tiere nicht fehlen. DaS rauhe Gebell der Cerberus in Glucks ..Orpheus" hat Berlioz besonders gerühmt. Zu Beginn der .Zauberflöte" erleben wir da- unheimliche Auftreten der Schlange, im „Freischütz" das grausige Dorüberziehen ber Gespenstertiere. Wagners Lindwurm ist im .Rheingold" durch bas Dierton-Motiv ber Tuben zwingenb veranschaulicht. Der .Waldvogel" beS „Siegfried" ist ein lichter Sopran. Besonders Hot Wagner unter den Tieren den Schwan bevorzugt, bet nicht nur ijn „Lohengrin" so stark hervvrtritt. sonbers auch im „Tarfifal" seine Rolle spielt. In Busonis „Brautwahl" ist die Froschlaich- Szene mit dem Ehoral ber Quakenden von komischer Phantastik. In Rimskys „Goldnem Hahn" erscheint dieser auf der Bühne; in GalS komischer, tn China spielender Oper wird eine Ente feierlich zum Tempel getragen. Eine richtige Tieroper Hal Braunfels in seinen „Vögeln" (nach Aristovhanes gegeben, zu denen sich nur zwei Menschen gesellen. Wahrend hier die gefiederten Sänger bk Bühne bevölkern, sind in Strawinskys Burleske „Renard" die Sänger, die den Fuchs, den Hahn. Kater und Dock verkörpern, ins Orchester gestellt, während die Tiere stumme Rollen haben. Die chemische Reinigung wirkt Wunder, denn nicht nur Schmutz, Flecken und. Krankheitskeime werden aus Ihier Kleidung beseitigt, die meisten Gegenstände werden auch wieder wie neu. Denken Sie an die Erhaltung Ihrer Garderobe, Gardinen. Vorhänge, Decken, Teppiche, auch durch Umfärben. Alle modernen Plisseerormen. Färbenei ee ____ Laden: Marktplatz 8 _>473id Telephon Nr. 1459 für onntamikarfen m Besuch der. rr 27-30.» ÄIIBoii cmoncUh i?2U ß „ 1459 Mai-Lieferung 29.75. für inl. Roggen 26,75 - 27, qu*I. Roggen 27.50. Weizenmehl Spezial 0 40. Weizenmehl Spezial Mürz-Mai 39,75 big 40. Weizenbrotmehl 32, Roggen mehl 36 bii 38 Ml Gerste hat sich wenig verändert u. das ÖXl-Mft 3n btt jüngfltn eltfiriften Mttgklt: Cidj: h. faft y. i S jelgt In un- Vr Skoggen ist t Drizto M livtzM M» zützNi MA* rz. ilnltrt ®e* tntnige andere Achtung, die Schon leit allen n Allmend- n 1.25 bi« 1.5 Gutlig ab Samstag mittag 2 M - Rückreise muß ▼ ^lilontagfriihQUhr ^getreten &in HA.LPAUS-PAPJTKT >ro 200 derweisseRabe unter den 4 Pfg. Cigaretten Warum? W?il Hainaus seit Jahren nurein Ziel kennt: Den 4 Pty. Rauchern Etw» Besonderes zu bieten für ihr Geld. Wirtschaft. Süddeutscher ProduKtenmarKI. SWD Die überseeischen Märkte nerfebrten LLand (am Land'. 421 qm AToh. ;u verkaufen. .311 er raaen (»bet strakc 15 II. non 12-3 11 br rA.ii HALPAUS RARITÄT ist die meist gerauchte,weil weitaus beste 4 Pfg.Cinarette Deutschlands Einladung d«l if am Ireltag. ™ vhystkjaal, lehmlch» rtragend«, btt Staaten von )en ist. wühlt em gutes M hrer jum Im indem er bk 'n Anzahl von on Neunork bii durch bit 6üb jangspuntt btt >rt jurikffütrtf. Land chast btt die gewolligt!' mit ihrer ort^ i Zuhörer dank. «leie grob unb fein, sowie Weizensuttermehl zur sofortigen bzw. prompten Lieferung sind sehr gefragt und kaum auf fl ul reiben. WaS nn den Markt kommt, wird bei guten Preisen schlank ausgenommen. Dagegen begegnen Mai-Juni-Der- mine Zuruckhaltung Antti die übrigen Futtermittel sind in vorderen Siebten gut gefragt. Wenn auch das Geschält hierin nicht allzu umfangreich ist und die Preise eher etwas nachgiebiger sind Weizennachmehl Marz-Apnl 23 bis 23,50, Wei» zcnsuttermehl Dlärz 15,75 bis 16,25. per später 15 biS 15,50, Weizenkleie fein 13,75 bis 14, grob 14,50, spätere Lieferungen billiger. Ocffudpen liegen ruhig Erdnußkuchen 20,75 bis 21. Rapskuchen 17 biS 17.25, Biertreber 16,25 bis 17,25 Malzkeime 16,50 bis 17. Drockenschnttzel 11,75 bis 12 Mais war diese Woche etwas nachgiebiger und hatte das übliche BedarfSgeschäst. Die Preis, stellten sich für Plata auf 18,50, Dirginlasaat- mais auf 32,25 bis 32,75. Si Sä s.* V» 'M MSrz. orfflana flll fl|nagf fl* % Ht *t ,^'Leh T Snrnblich!» "nanbt.b,; Don ha täg||* *■ balblg, flÄ-h 4 1 letzten Jods, 'M« btn SNm ist licht! U !t. |onbtm in iSchmt. Säcmaschtne 1*, Mir. bi. («ras müder. 1-3> Mrr. Stbniuflädjc leicht' tüflia, gut erhallen. *:i oerk. t*. Bender. ToriCliU. 'M Gerste hat sich wenig verändert u. das Geschäft liegt sehr ruhig. Beachtung finden lediglich fest. Qualitäten zu Drauzwetten Braugerste 25.50 bi» 30. Futlergerste 20.50 bis 21,50. 3n Haser isi süddeutsche Ware kaum angeboten. Das Geschäft hierin dient lediglich der Deckung des normalen DedarseS Süddeutscher Hafer 21,50 bis 22, Plata- Haser April-Lieserung 21.50 bis 22. schwerere Qualitäten 22.50 bis 24 Futtermittel, prompte le Mdcr M l, des Saubtn- -t, das Imitat ler, den Sprung anbcuttL Sie möglichen $ia- Bjinnnelt es m von drastilchen int Xonlpiekrn so entltünPtn >as Älafitr M fi$, \as M Äerg^ sondern auch m Hicharst Sttauh nicht nut bm i sondern aud) )amMl jnwj >m, wt «2 * * "2 * W« W«1, di, . Aespenstert'^ ihringolb'.^ des .S'eg^ ; h°t bevorzugt' "7 r« sL erteu ° ‘*1- Afe 91 Bekanntmachung. Die gemeinschaftliche Nutzholzoersietge- rung der (Benwinden Grog-Rcchtenbach. Hörnsheim. Klein-Rechtenbach, Lützelbn- den. Münchholzhausen. Reiskirchen. Solln kirchen, Bolpertshausen und Weibenhau |cn oam 26. Februar d. Z. ist genehmigt. Grotz-Rechlenbach. den 18. März 1927. Der Bürgermrifler. Schneider 26U6D Meßausweise zum Vorverkaufspreis bei K. Loeb, tiieflen. Bahnhof«trabe .*2a. oder durch da» MeOamt. Frank fort a. H.__________268V, Literatur, aus her die Geschichte de» Dreißtgsätznge« Grieger studiert werden kann Reicher Beimll unb der Dank der Vorsitzenden lohnten die lehr lehrreichen Ausführungen Rach kurzer pause sprach Umoersitotsproiessor Dr (B o t ß t über „Dos Märchen und blc Märchenforschung". Angeregt durch Element von Brentano widmeten sich die in Hanau geborenen Bruder Jakob Grimm (1785—1863) unb Wilhelm Grimm (1786—1859) ber Ersorlchuna ber Märchen Beider Name warb mit einem schlage volkstümlich, als sic an Weihnachten 1 Hl 1 ihre ..Binder- unb Hausnmrchen" herausgab' i ber 2 Band der Märchen erschien an Weihnachten 1814. Die Grimmschen Märchen werden als Muster volkstümlicher Darstellungen wohl für olle Seit unübertrefflich bleiben. Die Märchen sind nicht von ber Masse des Volkes aelchai'en sondern von einzelnen Er ohlern Wilhelm, der jüngere ber beiden Brüder, gestaltet bii beim Volke erlauschten Märchen zur oolksmätzigen Runft um. Der Rcbncr gab noch eine Menge Literatur bekannt, die in die Märchen einführt. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Profesior Dr. Alles sprach den Dank ber Versammlung aus unb schloß barouf die sehr anregende Tagung. Einspruch erhoben, well der bestehende Vertrag diese Übertragung nicht zulahi <> Oberkleen, 19 März. Die diesige Se meinde verkaufte auf dem Lubmiisionswege einen abgängigen Vogelsberger Bullen ber ein Lebendgewicht von runp 14 Zentner hatte. Der Zuschlag wurde dem -öchstbietenden. Viehhändler (rmil Simon- vohlgon» auf sein Gebot von 55 Äk je Zentner Lebendgewicht erteilt Ersatz für den Bullen wurde aus dem ^aselmorkt zu Butzbach beschafft <> ’)t i c be r 11 e c n . 19. Marz. Aus dn» regung des Pfarrers Sulke wurde hier «in f i t rt)- lidjer tirauenoereln gegründet, dem bis eßt über 4b Mitglieder beigetreten find. Zum vor- itzendcn wurde Pfarrer Äulte oewählt Der Verein hält alle 14 Tage in dem hiesigen Bathausfaale Versammlung ab. in denen die grauen yandarbei ten verrichten und von dem Lorsitzenden Lelestunden abgehalten werben (•: Volpertshausen 19. Mörz. Der Zweigoereln vom Roten Ä r r u ) zu Wetz- lar hat in der hiesigen Gemeinde einen c a n i t ä t e f rt) r □ n k aufgestellt dessen Verwaltung Pfarrer Pfaff übernommen hat. Maingau. WSA. Frankfurt a. M.. 19 März. Heute vormittag Haden 'ich hier wiederum z wei schwere Uiifllüdifälle dadurch ereignet, dah Potlagiere in verkehrter Richtung aus noch nicht haltenden Straßenbahnwagen auiftieger. An der Hauptwache geriet eine ältere Frau, als sie im Begriff war. von der Hinteren Plattform des ersten Anhängewagens abzufteigen. unter den zweiten Wagen, wobei ihr ein'Sein abgeq uet fcht wurde. Sie muhte im Hofpitol dngeliefcrt werden 21m Hauptbahnhol trug sich ein ähnlicher Dorsall zu. Dort geriet eine etwa 30 Jahre alte junge Frau ebenfalls unter den Anhänge- wagen und erlitt schwere Beinver 1 e tzun- flen. Auch sie muhte bewußtlos in» Krankenhaus verbracht werden. 3n einem Haufe in der Günthersburgallee vergnügte sich heute vormittag ein etwa sieben Jahre alter Knabe damit. dah er nach Kinderart sich Im vierten Stock auf da- Treppengeländer setzte und hinunterrutschtk. Unterwegs bekam er an- scheinend einen Schwindelanfall. It ii rzt e vom Treppengeländer und kugelte durch das gan»e Treppenhaus bi« zur Kellertür hinab, wo er bewußt los liegen blieb. Mit einer schweren Schad elverlehung mußte ber Knabe im Krankenhaus eingeliefert werden Äs besteht Lebensgefahr Lehrerkonferenz in Giehen. i Unter dem Vorsitz des Stadtschulrats Pros. Dr. Alles sand am Samstag In der Turnhalle bet Schillerschule eine Versammlung ber zum Stadt jdjulamt Giehen gehörigen Lehrer statt. Nach herzlichen Begrußunasworten des Dor- sitzenden hielt Universitätsprofesior Dr. Koloss einen Vortrag über: „Die Iolgen des Drei hlgjährigen Wriegee*. In den einleitenden Worten verwarf er die in Lehrbüchern oft stark übertriebenen Schilderungen ber Folgen bes langen Krieges. Dann gab er em getreues Bild über die am Kriegsende tatsächlich bestandenen Verhältnisse auf finanziellem Gebiet, in der Landwirtschaft, in ber Beoölkerungszahl, Im Handel unb Verkehr und auf sittlichem unb geistigem Gebiet. Furchtbar waren die Verluste auf wirtschaftlichem Gebiet. Die deutsche Wirtschaft war weit überholt von anderen Nationen. Der Ausbau ging verhältnismäßig rasch vor sich. Mit dazu beigetragen Haden die Erstarkung der Staatsautorität unb der unermüdliche Wille des deutschen Volkes zur Arbeit. Anschließend an feinen Vortrag gab der Redner noch Mitteilungen über Morgen Atter land »6er Wiele, baJ vollständig yachtfrei ist. Hebe Familie kann nur ein ,.Ge- meinbetetr wie das Allmend los landläufig heißt befinm In ber Familie vererbt sich bat ..Teil“ meist öom Tatet auf den Sohn Heu hinzu- ziehend« Ortsbürget müllen erst da» DrUbutgcr- «chr erwerben, inbtm sie 75 Mark in die De- »emdekasse zahlen und aufjtrbem einen Betrag für einen Zeuerermer geben. Dann werden die Anwärter auf ein „Gemeindeteil" in eine Liste eingetragen und müssen nun mit bet Zuteilung eines Loses warten bis bi« Aeihe an fie kommt, was je nach bet Anzahl ber Bewerber »«hn bis fünszehn Jahre bauern kann Belonders für weniacr bemittelte Leute war und ist noch beute dieses pachtsreie Gemeindeland von großem Auycn Kami doch darauf bas nötige Futter für einige Ziegen, sowie ber für ein Jahr nötige Borrat an Kartoffeln und Gemüse gezogen wrr- den. So kommt cs, bah In unserer Gemeinde auch die geringsten Leute eine Ziege halten unb ein Schwein mästen können, und in den meisten Fällen sogar ihre Brotfrucht selbst ziehen Wenn bann auch ber Ernährer ber Familie einmal arbeitslos ist, so kann doch von einer Qlot tote in den Städten nicht geredet werden. Dieses Dortecht in unserer Gemeinde hat in früheren Zähren manchen Austoärtigen bewogen, sich hier medetzulassen. Denn die Dot- leile, die eineinhalb Morgen pachtfreies Land bringen, liegen auf der Hand. DaS Land ist teil- weife recht gut uind eignet flch zu jeglichem Anbau soweit eS nicht Wiese ist. Insgesamt hat die Sinwohnerschast aus diele Weise von ber Gemeinde etwa 200 Morgen pachtfreies Land. Aechnet man den Morgen Durchschnittlich mit 25 Mark Pacht, so ist dron- fcinten iLahti' im Schlafzimmer der Frau eine große wertvolle Perlenkette von 190 Perlen unbeachtet gelassen Der Diebstahl wurde erst am Samstagvormittag um 11 Hhr entdeckt, als die Frau erwachte. Aus demselben Wege, auf dem der Dieb gekommen war. hatte er das Haus wieder verlassen. Er hatte seine Kletterpartie barfuß unternommen. werten gewannen: Goldschmidt 3,5 Prozent, Gebr. Jung Hans 2,25 Prozent. Der heimische Anleihemarkt war im Verlaufe schwächer Anleiheablösung 23,13. Der weitere Börsenverlauf war wieder etwas schwächer, da außenpolittsche Betrachtungen auf traten. Besonders terftimmt die Kriegsgefahr auf dem Balkan, wodurch vor allem ausländische Renten schwächer lagen. Eisenbahn-Bosnier 25 Brief, Investigationsbosnier 23 Brief. Der Geldmarkt zeigte eine leichte Anspannung. Tagesgeld 4,5 Prozent, Monatsgeld 6 bis 7,75 Pro^., Warenwechsel 5 Proz., Privatdiskvnten 4.5 bis 4,63 Prozent. Am Devisenmarkt notierte Paris gegen London 124,03; Zürich 25,245. Sie italienische Lira 'gab gegen das Pfund erheblich nach, da die politische Lage Besorgnis erregte. Mailand-London 108,50. Berliner Börse. Berlin, 21. März. Rach dem freundlichen Wochenschluß lieh sich das Geschäft heute angeregt und bei festen Kursen an. Man beurteilt die Lage am Geldmarkt unter Hinweis auf das ausländische Geldangebot optt- mistisch und glaubt, daß der Quartalsultimo infolge des bis jetzt vorliegenden reichlichen Angebotes von ausländischem Geld einen glatten Verlauf nehmen wird. Da außerdem aus der Wirtschaft eine Anzahl günstiger Meldungen vor- Der eure Demi 51 Europas M der ien Zeit vor regelmäßig uv M Lchneeschm honien die Diese Prvphez cingetreten ur innig als euo M Einleitm gab es den ti bulgarischen - beute hat es Man ist ud kommen. 2EO31 und in allen di Komitatschis. > geschieden, da i nur noch sehr Bulgarien iwd Krieges, wähl an ihren ®rtn mit dem 6tani eigentliche üi bunten. Augenblick!! öie allerdings lallen, das) i aus die leichte Zwischen fälle ' wirren stehen im H'mtergrw Gefahr. Surd iich nicht. Di Rumänien, w arabien garan Italien u Itinmftän M worden il Iain erMen, lains delyhis genheiten m sein soll. Dc wesen fein fi Zweifellos h Englands be geben und a auf dem Ba 1 damals da rau gen werde, t ftänbnjffeS du bemerkbar ma >st eingetroffer Der alte • !fl Ougofk vuf Albanien 1 S^ftfetjung It< beunruhigt fein m als vor oNtling 2H6 ben Vertrag vo lm feinem al a9jc. Das lief t«t.orat üb( ^'ländlich ^8 ziemliche Ke Dinge in i J2J® crnftcn AEgen, Ang m Als jehi ^6 eine 71 $ ^ung bc1 -Sfr /ytwien vl unter te l°nnt. Tast ( SfJMctun tzrden Jinb.i ff« umso ^.^Verativ bnrke ^enfo 6or6tteitunge < Ob sich j J“ °d«°b -n Dir odw ''Jflonotoien L'sun nnt Sj*»en, QreilingzAuslefe ^«,5^ Jeder Raucher von fefreilinq-fLuslefe ftrahlt J-telterkeit'aus undmachtfchon dadurch das Dafein feiner 'Idmgebung lebens wer ter. ‘"Wer diefe 'vorzügliche /dar ke konfurniert', erweckt den Eindruck eines Jrcudenbringers. Cjceilcnq-fuslefe verbannt alles Dufere und Verforgte aus einem, fnllih., fee macht freundlich;, liebenswürdig und gütig, fie erwirbt dem feaudier schastüchen Gesellschaft, in der fast das ganze Ak- Itenkapital von 2,5 Will. Mark vertreten war, genehmigte den Abschluß für daS Jahr 1926. 6tne Gewinnverteilung erfolgt deshalb nicht, weil dieses Jahr ein reines Baujahr war. • Die deutschen Inlandanleihen von Mitte Februar bis Mitte März. Rach einer Aufstellung der Deutschen Bank über die inländischen Anleihen in dem obenangeführten Zeitraum wurden 851,15 Mill. Rm. an den Markt gebracht, woran das Reich und die Länder mit 620 Mill. Rm., Städte und Gemeinden mit 42,50 Mill. Rm., öffentliche Unternehmungen mit 87 Mill. Rm. und private Unternehmungen mit 101,65 Mill. Rm. teilnahmen. Vermutlich ist hierbei die große Reichsanleihe von 500 Mill. Rm. noch mit enthalten. Wenn man diese ab- zieht, weil sie schon in der oorangegangenen Aufstellung ausgeführt wurde, so kommt man auf Inlandanleihen von Mitte Februar bis Mitte März in Hohe von rund 351 Mill. Rm. gegen rund 720 Mill. Rm. in der Zeit vom Januar bis Mitte Februar. Die bedeutendste Emission brachte der Bayerische Staat mit 75 Mill. Rm. heraus. • FortschreitendeBelebung am inländischen Eisenmarkt. Die Belebung des Geschäftes am deutschen Elfenmarkt rührt vom Baumarkt her. Da der milde Winter und die Witterung des Vorfrühlings es erlaubt haben, die Bautätigkeit fast überall durchzuhalten, so bestand eine anhaltend gute Rachfraae, die angesichts der großen Zahl der in Aussicht genommenen Bauprojekte sich augenblicklich sogar lebhaft gestaltet. Die Werke verfügen Über einen Auftragsbestand, der für zwei bis drei Monate in den einzelnen Eisenforten ausreichende Beschäftigung sichert. Das Anziehen der Verkaufspreise auf dem Weltmärkte hat natürlich auch vom Auslande her eine bessere Rachfrage bewirkt unb es konnten verschiedentlich Abschlüsse zu günstigeren Preisen getätigt werden Frankfurter Börse. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M 21 März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 28,50 bis 28,75, Ro-g-- gen. inländ. 26,75 bis 27, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 27, Hafer, inländ. 22,25 dis 22,50, Mais, gelb 18, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 36,75 bis 37, Weizenlleie 14.25 bis 14,50, Roggenkleie 14,50 bis 14,75, Erbsen" 32 bis 60, Linsen 40 bis 80, Heu, süddeutsches, gut, trocken 8 bis 9, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 4,75 bis 5. Treber, getrocknet 16,75 bis 17, Tendenz matt orankfurter Lchlachtviehrnarkt. Frankfurt a.M.. 21.März. Auftrieb: 1220 Rinder (darunter 243 Ochsen, 42 Bullen, 593 Kühe, 274 Färsen), 475 Kälber, 75 Schafe, 5381 Schweine. Rinder (Ochsen): Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 64 Mk., (ältere) 57 bis 60, sonstige voll- fleischige (jüngere) 52 bis 56, fleischige 46 bis 51; (Dullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 55 bis 58, sonstige vollfleischige oder aus- gemästete 50 bis 54; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 54. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 42 bis 48, fleischige 34 bis 41, gering genährte 25 bis 33; (Färsen — Kalbinnen, Iungrinder -): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 65. vollfleischige 53 bis 59, fleischige 46 bis 52. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 70 bis 77, mittlere Mast- und Saugkälber 60 bis 69, geringe Kälber 48 bis 59. — Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 55. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 61 bis 62. vollfleischige Schweine von ca. 160 bis 300 Pfund Lebeird- gewicht 62 bis 63, fleischige Schweine von ca. 120 ist nur halbe Arbeit und in hygienischer Hinsicht ohne großen Wert wenn Sie nicht Ihre Teppiche. Portieren, Vorhänge, Decken usw. chemisch reinigen lassen. Denn die chemische Reinigung wirkt keim tötend. Ebenso falsch wäre cs, die Winterkle'