Dienstag, 20. September 1927 177- Jahrgang Nr. 220 Erstes Blatt ton bi* 49,15 iM*? ,'1,36 lig* 5'^ Graf Bernstorff Verlangt beschleunigte Einberufung der AbrüftungskonferenZ iS s r«i ,211 !0'*’ Annah»« von Anzeigen für die üagesnummtr bis zum Nachmittag vorher, preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrtst 20 % mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. DerantwortNch für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot: für den übrigen,Teil Ernst Blumfchein,- für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Biegen. Erscheint täglich, außer Somitags und Feiertags Beilagen: Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. »anatS'Bezvgspreis: 1 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Bewald Fernfprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Bietzen. Postscheckkonto: zranksnrt am Main 11688. nigten Arbeiten auf der Basis der gegenwärtigen Sicherheitsverhältnifse geben. In einer zweiten Entschließung könnte dann die Auffassung der Der- fammlung zusammengefaßt werden über die Anregungen, die ihr von verschiedenen Seiten gemacht worden sind. Der von Graf Bernstorfs eingebrachte Ent- schliehunasentwurf über die Einberufung der Ab- rüstungstonferenz vor der nächsten Völkerbunds- versammlung wurde auf Vorschlag des Kommis- sionspräsidenten Benesch dem älnteraus- schutz überwiesen, dem auch Gras Bernstorff angehört und der sich auch mit dem französischen und dem holländischen Sntschlietzungs- antrag zu befassen hat. Der ungarisch-rumänische Konflikt vertagt. Genf, 19. Sept. (Wolff.) Bach zweitägiger Verhandlung fiel im Völkerbmrdsrat die Entscheidung im ungarisch-rumänischen Konflikt über die rumänische Agrarreform mit der V e r t a - gung bis zur Dezembersession. Das ist in der Form geschehen, daß der Bat einstimmig, jedoch mit Stimmenthaltung der beiden Parteien, den ersten Teil des Vorschlages des Dreier-Komitees mit einer Erläuterung des Präsidenten Villegas angenommen hat, die diesem Teil den Charakter einer Empfehlung an die beiden streitenden Parteien verleiht. Der Beschluß des Rates wird dahin ausgelegt, daß man der ungarischen Regierung Gelegenheit geben wolle, ihren Standpunkt in einem Memorandum an den Rat genauer zu präzisieren und damit die Basis für die Verhandlungen des Rates im Dezember zu schaffen. I65jf 1,79» 58.0 112, 112.° Gens. 19. Sept. (Wolff.) 3m Abrüstungsausschuß wurde heute vormittag derpolnische Antrag zur Diffamierung des Angriffskrieges nach kurzer Aussprache auf Vorschlag des Grafen Bernstorfs, sowie der Vertreter Frankreichs, Italiens, Finnlands und anderer Staaten durch Akklamation e i n st i m - mig und unverändert angenommen. Graf Bernstorfs brachte dann eine Entschließung ein, in der gefordert wird, daß der vorbereitende Abrüstungsausschuß die technischen Arbeiten derart beschleunigt, daß die Abrüstungskonferenz noch v o r der nächstjährigen Dölkerbundsvcrsamnüung einberufen werden kann. -Zur Begründung seines Entschließungsentwurfes führte Graf Bernstorfs u. a. folgendes aus: Für die A b r ü st u n g ist bisher praktisch nichts erreicht. Auf diesen Punkt müssen wir daher unsere Bemühungen konzentrieren. Einem weiteren Ausbau der Sicherheit und der Schiedsgerichtsbarkeit stehen wir aber in keiner Weise ablehnend gegenüber. Es muß klar unterschieden werden zwischen 1. Abrüstung auf der Basis des hohen gegenwärtigen Standes der Sicherheit und 2. Förderung des Problems der. Schiedsgerschtsbar- keit und Sicherheit über den gegenwärtigen Stand hinaus. Wir können nicht mit der allgemeinen Abrüstungskonferenz warten, bis wir eine absolute Sicherheit geschaffen haben, sonst würden sich beide Bestrebungen behindern und praktische Ergebnisse nicht zustande kommen lassen. Abrüstung und Sicherheit müssen sich gegenseitig befruchten, dürfen sich aber nicht gegenseitig hindernd im Wege stehen. Mein Vorschlag geht dahin, die diesjährige Versammlung solle in einer ersten Entschließung dem vorbereitenden Abrüstungsausschuß eindeutige Richtlinien für seine weiteren und beschleu- 16.0° 167,8b 22.90 110,68 69.05 2.595 112,64 80,79 71,36 12.40 73,25 »St?***» « ®w. “ft und wird 8,*6 111.1* 112,60 113,0« 10,60, 42,91 1,203s 16,19-’ »1.09 Frankreichs Zollftreit mit den Vereinigten Staaten. Deutschlands Interesse an einem Abbau der Zollmauern k bis 26,50; ml -omrnergerste für H Mst« und SüuMer last- uni) Saugkälber 74 r 65 bis 73. Schafe: re Mosthümmsl (Weibe- lere Wasklämmer, allere mährte Schafe 44 bis 49. e üba M M Lebend 'fleißige 6d)Wc, von ebenbgewichl 74 bis 76, k ca. M M Himd tottfWge bchwem ßfunb LebendzewM 73 ine ton «l 120 M 1« 5 bis 70; Sauen 63 w ibet ruhig. Kälber ur? H Schweine ruhig m tschweine geluchl. IN' igt Programm. ■ Frau. ,.(. Was uns M» 72, ftb • .([.li gint oftro len erzählt . w I osol Hörst. Nd A ,n'IW. ?en,unbi Ma« t blieb Tn 0 n f ° n ■ SN flut n£ bis ur die bie S )r'e 9ule ®e|SeralDer" beitnii* lflUn9 >n ^ö|un Slnatotler unb lieb die 1:tPtaner wst bet ®?itcr PS • iS Ä. 59,9 ü,6l 73.55 |;| ’deen •Part$ a 7^ 2 heute noch die Deutschnationale Bolkspartei den Anschluß Deutsch- Oesterreichs als eines der Hochziele nativ naler Politik betrachte. Graf Westarp wdst auf die Hindernisse hin, d.e dem Anschluß zur Zeit entgegenstehen, der als ein ideales Zukunftsziel bezeichnet wird, das gegen den feindlichen Willen durchzusetzen uns die Macht fehlt, das wir aber gemeinsam in nüchterner Erkenntnis aller Schwierigkeiten und in zäher realpolitischer Arbeit vorzu bereiten haben. Den Artikel der Kreuzzdtung vom 22. 3uni, in dem vielfach die Ablehnung des Anschlußgedankens durch die Deutschnationalen erblickt worden war, kennzeichnet Graf Westarp als »eine in Abwesenheit des Hauptschriftleite rs aufgenvmmene Privatarbei t". Zum Schluß seiner Ausführungen gibt Graf Westarp den Bedenken Raum, di« sich aus gewissen Unterschieden der Stammeseigenarten der politischen konfessionellen Parteien und den politischen Verhältnissen gegen die unitaristische Reichspolitik bei dem Anschluhgedanken geltend machen lassen und empfiehlt die Erwägung, ob nicht ein föderalistischer Aufbau nach dem Muster Bismarcks fördersamer sei. Amerikareise General Heyes. Berlin, 20.Sept. (Priv.-Tel.) Eine in Berlin verbreitete Meldung, daß der Ches der Heeres- leituna, General Heye, auf Einladung der amerikanischen Regierung demnächst nach den Vereinigten Staaten reisen werde, entspricht, wie die „Tägl. Rundschau' von unterrichteter Seite erfährt, insofern nicht den Tatsachen, als General Heye tatsächlich keine derartige Einladungerhalten hat. Er wird vielmehr 'Zlnfang tagsreden und in der Erörterung Absichten in der Presse stand fest, welches Aussehen die Vorlage erhalten Ihren Zweck, und das hat Köhler mit Recht Hntften des Völkerbundes war der deutsche Außenminister ostentativ friedfertig und versöhnlich. Der günstig« Eindruck seiner Worte wird beträchtlich geschmälert werden durch die rhetorische Kundgebung von Hohenstein. Präsident von Hindenburg hat eine Frage aufgeworfen, die besser in Ruhe gelassen würde. 3n England wenigstens besteht kdn Wunsch, auf die Feind- fdigfdten von vor 13 3ahren zurückzukommen. Wir bemühen uns, zu vergeben, aber das bedeutet nicht, daß wir völlig vergessen. — Die liberale »Westmin ster- Gazette' vermag keinen Grund zu entdecken, Klage darüber zu führen, daß die Deutschen in ihrem Protesten fortfahren. DaS Blatt sieht in diesen Protesten nur die natürliche Folge der »plumpen Anmaßung" der Alliierten, die versucht hätten, in Versailles das Urteil der Geschichte vorauszunehmen. Entrüstung in Paris. Paris, 20. Sept. (TU.) 3n seinem Kommentar zur Rede Hindenburgs erflart »3our- nal des D 6 bats", der Reichspräsident habe di« polittsche Unschuld Deutschlands in Ausdrücken versichert, di« an Kühnheit alles überträfen, was bisher in Deutschland gesagt worden sei. Rach der Behauptung, Deutschland fei ein Opfer des Weltkrieges gewesen, bleibe nur noch übrig, daß man Wilhelm II. wieder auf seinen Thron sehe. Es sei sicher, daß Dr.Stre- semann mit dem Reichspräsidenten der gleichen Meinung über den Ursprung und di« Verantwortlichkeit am Kriege fd und nur bedauere, daß Deutschland durch sdn« Riederlage di« Gelegenheit verloren hab«, sdne Hegemonie zu «rnchlen. Das Blatt meint zum Schluß, man könne fein Vertrauen in Männer haben, bi« der Ansicht seien, Deutschland habe im 3ahve 1914 keinen Fehler begangen. Unter diesen Umständen sei zu be- Hirchten, daß die heut« geschlossenen Pakte gegebenenfalls nicht mehr respektiert würden als der Garantiepakt für die belgische Reutralität. — Die nationalistische »La Presse" sieht in den Worteit Hindenburgs eine Drohung. Wenn Deutschland nicht für den Wahnsinnsakt verantwortlich sei, der Europa im Fahre 1914 in Brand gesteckt habe, so fd auch die territorial« Amputation, die das Reich erlitten habe, zu Unrecht geschehen und müsse wieder gutgemacht werden. Die Welt fd dann Deutschlands Schuldiger und die Schuld müsse freiwillig oder mit Gewalt geregelt werden. Ein Mahnwort des Reichskanzlers. Hindenburg als Borbild des Ausgleichs der innerpolitsichen Gegensätze. Königsberg, 20. Sept (IDIB. Funkfpruch.) Reichskanzler Dr. Marx führte in seiner Rede bei einem ihm von der Stadt Königsberg in der Stadthalle gegebenen Essen tua. aus: „Politik heißt, nicht nur das Mögliche zu erreichen, sondern in unserer jetzigen Zeit Gegensätze ausznglelchen: Gegensätze anszngieichen gegenüber unseren Gegnern, Gegensätze auszugleichen aber auch im inneren Laaer. Daß das nicht ganz angenehme Stunden verschafft, liegt ans der Hand. Es läßt sich, wenn wir unsere Verhältnisse Übersehen, auch nicht (engen, daß wir innerpolitisch vorangekommen find. Der Gegensatz der Parteien ist gemildert, ich wage es zu sagen, daß nicht nur bei denjenigen Parteien, die sich verantwortlich kühlen, weil sie an der Regierung teilnehmen, die lleberzeugug immer lebendiger wird: auch die Opposition muß staatserhaltend wirken. Sie darf nicht nur Opposition sein, sie muh mitwirken, vielleicht in anderen Bahnen, vielleicht mit anderen Zielen, aber der Gedanke des Staates muh im Vordergründe stehen. Denn ich die über alles Mah ehrwürdige Gestalt unseres Herrn Reichspräsidenten sehe, so habe ich die veberzeugung: Das ist der Mann, der uns von der Vorsehung in unserer schweren Zdt gegeben ist, dn Mann von so edler Gesinnung, von einem Ansehen in der Welt, wie es nicht höher gesetzt werden kann, von einer Opfer- sreudigkelt, einer Selbstlosigkeit, wie es von uns allen als leuchtendes Vorbild geschäht werden muh. Wenn wir der ehrwürdigen Art unseres Herrn Reichspräsidenten folgen, dann wird es gut um unser Vaterland bestellt sein. Das ist mdne seske lleberzeugnng." Rückreise des Reichspräsidenten. Königsberg, 19. Sept. (WTB.) Mildern sahrplanmäßigen Zuge von Allenstein kommend traf der Reichspräsident gegen 11 Uhr hier «in. Mit dem gleichen Zuge trafen Reichs- kanzler Dr. Marr und Reichsminister Dr. von K e u d «11 dn. Sie wurden auf dem Bahnhof« vom Oberpräsidenten, dem Regierungspräsidenten und dem Ol«bürgerme st«: empfangen. Dr. Marx und Dr. v. Steubell verabschiedeten sich im Salonwagen vom Reichspräsidenten. Dem Reichspräsidenten wurden Blumen in den Salonwagen gereicht: das auf dem Bahnhof befindliche Publikum bereitete dem Reichspräsidenten bei der Wdterfahrt des Zuges herzliche Kundgebungen. Gegen 12 Uhr traf der Reichspräsident mit dem Sonderzuge in P illau ein, um sich zur Rückreise nach Swinemünde auf den Kreuzer „B e r l i n" einzuschiffen. Trotzdem von einer Aufstellung der Vereine auf Wunsch des Reichspräsidenten abgesehen worden war, hatten sich die Schulen Pillaus zur Begrüßung des Reichspräsidenten geschlossen ausgestellt. Der Rdchspräsi- dent wurde auf dem Bahnhof« von dem Bürgermeister von Pillau empfangen und zum Schiff geleitet, wo ihm der Landrat des Kreises Fischhausen di« Wünsche feines Landkreises vortrug. Dann begab sich d«r Reichspräsident in Begleitung seines Gefolges auf den Kreuzer, dessen Ausfahrt unter lebhafter Anteilnahme de Bevölkerung Pillaus um 14 Uhr erfolgte. Der Präsident von Liberia in Berlin. Berlin, 19. Sept. (WTB.) Heute um 16.03 Uhr traf aus Hamburg kommend der Präsident ber Regercepublik Liberia, King, in Berlin ein, wo er a l s Gast der Reichsregie, rung einige Tage verbringen wird. Zur Begrüßung waren auf dem Bahnsteig erschienen der derzeitige Leiter des Auswärtigen Amtes, Mini, stenaldirektor Dr. Köpke, der den Präsidenten zugleich im Ramen des abwesenden Reichspräsidenten begrüßte, vortragen, der Legationsrat Horstmann, die Gesandt- Aula l erblind- sum.Ae gliederv berg un Plättnio "ächte a Es Butter Käse ( Weihst Aüben Aömifch 20 biß l Tomaten reitich = Kartvfst äpsel IC Zwetsch« Hähne dos Pfi 130, 6a gurten < 5 bis 1 beließe doz CBi Sine Oer h ielephr» mich V her b« anM empfän licherw qeitrüd rurLc Der 3 es gal auch e konnte. 6id perftän Aheich öcm u der Hi Zeichen des Kl Schnitts Mlichei Mensche Heil noch ger uns als kennen sie sich der mol hinweg, dazu, , den M Dem < ja zu wir sie werden 5äi kam ö< mehr. C sich im hoben g junges' Dewegu Frage: bvnder' ihren Wen. leit, di mit chi Di die R Kleidet das K mal f( Kleid zurücks 4 Marke Jetbinöi nonen ö toirb, st A toei Am Fr den 2! Kri< tenen b Ambe driefmai rum qjf, zum H Am 3, Marie j toirö ei karte rr bfiestna ?usgeg« haltend Zacken Artige Jom 26 •'$ zu *1?^ v ai 30 "nJnl Oktober nach Deenkgung der Manöver seinen Ur- laub zu einer privaten Reise nach Am«, rita benutzen. Abschiedsgesuch des Generals Reinhardt. Berlin, 19. Sept. Wie die „Boss. Ztg." meldet, hat General der 3nfanterie Rein - Hardt, Oberbefehlshaber des Gruppenkomman- dos II, der als Oberst der letzte preußisch« Kriegsminister war, sein Abschiedsgesuch eingereicht. Eine Entscheidung über das Gesuch kann erst erfolgen, wenn der Reichspräsident und der Reichswehrmini st er nach Berlin zurückgekehrt sdn werden. Es ist jedoch anzunehmen, daß das Abschiedsgesuch genehmigt wird. Als voraussichtlichen Rachfolger des Gene- rals Reinhardt nennt man den Kommandeur des Wehrkreises VII in München, Generalleutnant Frh. Kreß von Kressenstein. Die irischen Wahlen. Keine Entscheidung zwischen Cosgrave und de Balera. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 20. Sept. Die Wahlen in Irland, deren Ergebnisse erst jetzt oorliegen, haben eine Klärung der Verhältnisse nicht gebracht. Der bisherige Ministerpräsident Cosgrave konnte zwar die meisten Stimmen auf sich vereinigen, sein Gegner, der Republikaner de Dalera ist aber aus dem Wahlkampf gestärkt heroorgegangen und steht hinter ihm nicht weit zurück. Ueberrascheird ist allerdings 'bas fast völlig« Verschwindender kleineren Parteien. Sie, die oielldcht im Parlament in Zukunst das Zünglein an der Waage hätten bilben können, sind zwischen der Regierungspartei und der Valera-Opposition dermaßen aufgerieben worden, daß sie heute nicht mehr ins Gewicht fallen werden. Fraglich ist, ob nach diesem Wahlergebnis ein arbeitsfähiges Parlament zustande kommen wird. De Valera wird nicht wieder der Regierungspartei Cosgraves das Feld überlasten. Er hat vor der Auflösung der Dolksvettretung den Eid auf die Verfassung abgelegt und vor kurzem zu erkennen gegeben, daß er sich von nun ab an den parlamentarischen Arbeiten beteiligen werde. Dadurch kompliziert sich die Situation wesentlich, vor allem aber bann, wenn de Valera dazu übergehen sollte, der Regierungspartei alle erdenklichen Schwierigkeiten zu bereiten, um sie zu zwingen, seine Partei zu den Regierungsgeschäften heranzuziehen. 3n Londoner Blättern wird erklärt, daß die Regierung sich auf jeden Fall mit einen kleineren Partei verbinden mühte, um dne Mehrheit zu erlangen. Aber auch wenn ihr das gelingen sollte, würde ihre Stellung noch äußerst schwierig fdn. Andererseits sei auch mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Republikaner durch Zusammengehen mit der Arbeiterpartei an die Macht gelangten. Endlich bestehe auch die Möglichkdt, daß die Dinge völlig auf einen toten Punkt kämen. — Rach den letzten Zählungen erhielt die Regierungs- koalitivn 67 Mandate, von denen 53 (63) auf die Regierungspartei, 10 (17) auf die Unabhängige Partei und 4 (15) auf den Landbund entfallen. Die Opposition gewann 63 Sitze, bi« sich folgendermaßen verteilen: Republikaner 49 (44), Arbeiterpartei 11 (14). Rationale Liga 2 und Kommunisten 1 Sitz. Aus Aller Welt. Tagung der Geschichtsforscher und Geschichtslehrer. In der Aula der Universität Graz wurde die diesjährige Versammlung Deutscher Historiker und Geschichtslehrer sowie der landesgeschichtlichen Publikationsinstitute im Beisein von fast 500 Personen aus allen deutschen Gauen feierlich eröffnet. An den Bundespräsidenten Dr. Hainisch und an den Reichspräsidenten von Hindenburg wurden Begrü- ßungstelegrarnrne cbgesandt. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien, Hofrat Prof. Dr. Redlich, hob die Pflid)t des Forschers hervor, sich von Tendenzen, die die Wahrheit der Forschung entstellen, fernzuhalten, um jenen unrichtigen Behauptungen und Entstellungen entgegenzutreten, die heute die Welt erfüllen. Den Geschichtsforschern liege die besondere Pflicht ob, in der Kriegs- schuldfrage der Wahrheit zum Siege zu verhelfen. Nur eine Oeffnuna der Archive könne die Wahrheit in der Kriegsschuldfrage an den Tag bringen. Deutschland sei in dieser Richtung < mit seinem großen Monumentalwerk über die äußere Politik der letzten Jahrzehnte in rühmlicher Weise oorgegangen. Die Einäscherung Isadora Duncans. Montagvormittag wurde in Paris die Leich« der 3sadora Duncan eingeäschert. Der Sarg ruhte auf dem Teppich, auf dem 3sadora Duncan das letzte Mal getanzt hatte. Dem Sarge folgten der Bruder der Verstorbenen und die Schüler der Duncan-Schule in Sandalen und Tunika gekleidet. Der Trauerfeier wohnten ferner zahlreiche^ Freunde der Künstlerin bd. Wäh- ! renö der Einäscherung wurde einem Wunsche der Künstlerin gemäß das Bachsche „Concerto in O-Dur" gespielt. Die Güterzugberaubungen bei Bebra. Die von der Mfenbahn-Kriminalpolizei fortgesetzten Ermittlungen in der Angelegenheit der Güterzugberaubungen bei Debra haben in ihrem weiteren Verlaufe zu aufsehenerregenden Entdeckungen geführt. Rachdem, wie berichtet, aus dem Versteck des Haupttäters Pforr in Braun- Hausen dne ganze Wagenladung an Raubgütern herausgeholt worden war, sind drei wei- tere große Diebeslager festgestellt worden. unZ> zwar bei einem Fahrradhändler und dnem Hotelbesitzer in Rotenburg a. b. Fulda, sowie bd dnem Gastwirt in Sontra, die einen schwunghaften Handel mit dem Diebesgut nach Kassel, Eisenach und Eschwege betrieben haben. -Unter den beschlagnahmten Gegenständen, die mehrere Wagenladungen umfassen, befinden sich außer Schuhen, Gebend- und Genußmitteln, auch Fahrräder, große Mengen Autoreifen, Spielwaren, Teppiche, Leder, 3agdflinten usw. Zum Teil war das Diebesgut von den Räubern und Hehlern schon zur Wohnungsausstattung verwandt worden. Die Zahl "bet Verhafteten ist bereits auf vier gestiegen. Ein Auto vom Zuge ersaßt. Montag gegen 14,30 Uhr überfuhr der v- Zug der Strecke Bremen — Wunstorf kurz vor Wunstorf einen Personenkraftwagen von dessen 3nfaffen drei getötet und zwei schwer verletzt wurden Alle Getöteten und Verletzten stammen aus Hannover-Linden ©Wolltenloj.O neurr. O neio Deaecxt »woimo. eMdccxi eltcgcs, * Schnee a Oreupem « «eoei "K 0ewiuer.@wtndstiiie.-O' s<* leichter 0$l y massioer SüdsOdwcsi Q stürmischer nordvesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde. Oie oecen Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Oie Linien eeroindeo One mit gleichen» auf naeresniveau umgerechneten Lvttdruci LvcLLervoraussage. Der gestrige Südwest-Luftdorstoß führte ein Regengebiet mit sich, das in den Rachmittagsstunden unseren Bezirk Überquerte und sich über Hannover bis Borkum erstreckte. Dabei sind die Temperaturen sehr rasch um etwa 5 Grad an- gestiegen. Das Regengebiet hat sich östlich tod- terbewegt und war beute morgen von München in nordöstlicher Richtung über Dresden—Danzig au erkennen. Unter der noch alTgemdn herrschenden Weststromung ist mit der Weiterbildung von Störungsgebcheten zu rechnen, die immer noch den herrschenden Witterungscharakter aufrecht eichalten. Wettervoraussage: Zeitweise stärker bewölkt, mäßig warm und verdnzelte Riederschläge: westliche Winde. Witterungsausfichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig und zeitweise regnerisch. Lufttemperaturen am 19. September: mittags 15,1 Grad Celsius, abends 14 Grad Celsius: am 20. September: morgens 13,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 19. September 14,5 Grad Celsius , am 20. Septembg» 12,5 Grad Celsius, Maximum 16,2 Grad Celsius, Mini- mum 12,5 Grad Celsius. — Niederschläge 5 Millimeter. vier Die Wetterlage. man Legden an, daß er nicht sofort - tot war, sondern, sicher Hilfe beraubt, dem Hunger und Unbilden der Witterung erlag. Pilzvergiftung. Im Krankenhaus zu Wriezen starben wird nach Landau in der Pfalz übrrgeführt, woher Munzinger stammt. Der Verunglückte stand im 19. Lebensjahre. Da der Verunglückte nur ein Dein gebrochen hatte, nnunt 3m Gebirge umgekommen. Rach dner Meldung aus Bagneres-deuDi gorre wurde die Leiche des Studenten Hellmuth M u nz i n g e r, der in Bonn studierte und im Gebirge abge stürzt war, geborgen. Sie Schweres Autounglück. Bei Ostrath (Bezirk Krefeld) fuhr ein Auto in eine Gruppe von a ch t Personen. Dabei wurden der 26jährige Sohn und die 13jährige Tochter eines Landwirts getötet. Der Vater selbst wurde schwer verletzt und soll bereits seinen Verletzungen erlegen sein. Seine Frau kam mit leichteren Verletzungen davon. Das Auto fuhr, ohne sich um die Verunglückten zu kümmern, weiter. Die Wagennummer konnte nicht festgestellt werden. Sechs Opfer eines TDarenfjausbranbes. 3n einem Warenhaus in Londonderrh (Rord- irland) brach dn Brand aus. Eine Frau und fünf Kinder, von denen das jüngste vier Monate alt war, kamen in den Flammen um. Schwerer kraftwagenunfall. Zwischen Königsfeld und Wranau bei Brünn in Mähren fuhr der Chauffeur dnes Autos, auf dem Kinder von einer Wallfahrt heim- kehrten, an einem Bahnübergang mit voller Wucht gegen die Lokomotive dnes Güterzuges. Ein mitfahrender Erwachsener wunde getötet, die Kinder verletzt. Absturz eines Passagierflugzeugs. Eine Fokkermaschine der dänischen Luftfahrt - gesellschaft ist, kurz nachdem sie vorn Kastruper Flughafen nach Hamburg aufgestiegen war, in unmittelbarer Rah« des Flughafens ab gestürzt. Das Flugzeug, das mit Passagieren voll besetzt war, geriet in Brand. Sowdt bisher bekannt geworden ist, gelang eS allen Passagieren, sich aus dem Flugzeug zu retten. Der Pilot wurde mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht. verunglückter Start von Freiballons. Heber der Ballonwettfahrt um den Frei- ballonwanderpreis des Deutschen Luftfahrtverbandes in Barmen schwebt ein Haftern. Rachdem durch das Wetter bisher drei Startversuche abgesagt werden mußten, fiel auch der am Montag geplante endgültige Start den Gewittern und Regenböen erneut zum Opfer. Die Ballons »Köln", »Elberfeld" und „Karl Bammler" waren bereits gefüllt. Durch den Sturm wurde der Ballon »Köln" auf den Ballon »Elberfeld" getrieben, der durch den Anprall ebenfalls ins Treiben kam. Di« drei Ballons wurden aufgerissen. Es ist nunmehr fraglich ob noch ein Startversuch gemach! wird. Angehörige einer Familie infolge Pilzvergiftung durch selbstgefammelte Pilze. Zwei weitere An gehörige der Familie liegen noch schwer krank do nieder. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Die spinale Kinderlähmung in Leipzig. Die Zahl der Erkrankungen an spinaler Kinderlähmung hat in den letzten Tagen wieder angenommen. Augenblicklich beträgt die Zahl der Kranken 73. Die Todesfälle sind auf 12 gestiegen. Aus der Provinzialhauptstadt. Vieh en. den 20. September 1927. Kleider machen Leute. Eine alte Sache, dah Kleider Leute machen. Aber Horen Sie. was mir ein Handwerksmeister «zählte: »Gin größeres Geschäftshaus verständigte mich telephonisch davon, dah es einen Auftrag für mich habe. Unsereiner hat nicht viel Zeit. Daher die Arbeitsschürze herunter unb im Arbeitsanzug hin zu dem Auftraggeber. Ein Fräulein empfängt mich fragt nach meinem Begehr. Möglicherweise habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt. jedenfalls verstand sie mich nicht, ging zur Ladenkasse und reichte mir fünf Pfennig hin. Der Irrtum klärte sich natürlich schnell auf, und es gab ein Helles Gelächter darüber, dazu aber auch einen Geschäftsabschluß, der mich befriedigen konnte. Aber ist das mcht bezeichnend?'' Sicher. Aber auch wieder nicht. Denn selbstverständlich haben wir Kulturmenschen gewisse Abzeichen nötig, damit wir den einen vom andern unterscheiden können, da uns der Instinkt der Urzeit verloren gegangen ist. Und welche Zeichen sonst sollten wir anwenden'als eben die des Kleides. Ein gepflegter Anzug modernen Schnitts, die geschmackvolle Wahl der andern „anzüglichen" Kleinigkeiten, imt) wir sind andre Menschern Rein, das stimmt auch, wieder nicht. Wir sind noch genau dieselben, nur die andern schätzen uns als andre «in, solange sie uns nicht näher kennen gelernt haben. Dann allerdings, wenn sie sich näher mit uns befaßt haben, hilft auch der modernste Anzug über gewisse Mängel nicht hinweg. 3m allgemeinen jedoch dient er schon dazu, „Leute" zu machen. Bon den Leuten zu den Menschen aber ist noch ein weiter Weg. Denn auch der Hochstapler und Poseur gehört ja zu den Leuten Aber als Menschen, wie wir sie im Sinne edleren Menschentums ansehen, werden wir sie kaum gelten lassen. Täuschung und Hilfsmittel zur Täuschung kann das Kleid sein. llnb es ist doch auch mehr. Wem wäre es noch nicht begegnet, daß er sich im Bewußtsein, gut angezogen zu sein gehoben gefühlt hätte. Sehen wir nur einmal ein junges Mädchen im Sonntagsstaat. Ist nicht jede Bewegung ihrer Glieder eine Bejahung auf die Frage: Bin ich schön? Rur einige wenige Sonderling« mögen es fertig bringen, sich in ihren alten, abgetragenen Kleidern wohl zu fühlen. Hub dann ist es oft genug erst recht Eitelkeit, die sie dazu veranlaßt, eine Art Koketterie mit ihrer Eigenart. Die Welt von heute legt großen Wert auf die Kleidung, weil sie sich der Wirkung des Kleides wohlbewußt ist. lind das ist gut. Aber das Kleid ist noch nicht der Mensch. Unb manchmal kommt es einem vor, als ob man vor bem Kleib bi« Pflege ber inneren Werte recht weit zurücksetzt. S—r. Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf bem heuttgen Wochenmarkt: Butter 200 bis 210 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 130, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15. rote Rüben 10, Spinat 25 bis 35, Römischkohl 15, Bohnen (grüne) 18 bis 25, (gelbe) 20 bis 25, Unterkohlrabi 5 bis 8, Feldsalat 100, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 100, Kürbis 8, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 4 bis 5, Falläpfel 4 bis 6, Frühäpfel 10 bis 20, Birnen 10 bis 15, Pflaumen 20, Zwetschen 10 bis 15, Brombeeren 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120 das Pfund; Eier 15 bis 16, Blumenkohl 20 bis 130, Salat 10, Salatgurken 10 bis 70, Einmachgurken 4 bis 6, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Lauch 10 bis 15, Sellerie 20 bis 40 das Stück; Radieschen 15 Pf. das Buick». Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Aula des Realgymnasiums: 8 Uhr, Konzert des erblindeten Flötenvirtuosen Rudolf Thies. — Konsum-Verein: 8 Uhr, Restaurant „Germania", Mit- gliederversammlung der Verteilungsstellen Kugelberg und Kaiserallee. — Palast-Lichtspiele: „Gräfin Plättmamsell". — Astoria-Lichtspicle: .^Liebesnächte am Nil".- ** Hindenburg-Wohlfahrtsbriefmarken. Während die Hindenburgspende in Verbindung mit den großen Spitzen-Organisa- tionen des Wirtschaftslebens usw. durchgeführt wird, sollen Hiirdenburg-Wohlfahrtsbriefmarlen auch weiteren 'Bevölkerungskreisen die Möglichkeit zur Beteiligung an der Geburtstagsspende für den Reichspräsidenten zur Verwendung für die Kriegsbeschädigten und Krieger-Hinterbliebenen bieten. Zu diesem Zwecke werden, wie schon berichtet, folgende Hindenburg-Wohlfahrtsbriefmarken zur Ausgabe gelangen: 8 Psg.-Marke zum Verkaufspreis von 15 Pfg., 15 Pfg.-Maicke zum Verkaufspreis von 30 Pfg., 25 Pfg.-Marke zum Verkaufspreis von 50 Pfg. und 50 Pfg.- Marke zum Verkaufspreis von 1.— Mark. Ferner wird eine künstlerisch ausgestattete amtliche Postkarte nrit eingedruckter Hinten hzirg-Wohlfahrts- briefmarke zum Verkaufspreise von 15 Pfg. herausgegeben, weiter kommen Markenheftchen, enthaltend vier 8 Pfg.-Marken und drei 15 Pfg.- Morken, zum Preise von Mark 1.50 zur Ausgabe. Die Hindenbura-Wohlsahrtsbriefmaicken sind vollwertige amtliche Postwertzeichen; sie gelangen vom 26. September d. I. bis 31. Januar 1928 bei sämtlichen Postämtern, wie auch auherpvsta- l.sch zum Verkauf. Die Gültigkeit zum Fran- f e;>n von Postsendungen erlischt für diese Marken cm 30. April 1928. Die Marken gelten nicht nur im Jnlande, fentern auch im Verkehr mit dem AuSlante. Man darf hoffen nick) wünschen, daß dies« Marken recht regen Absatz finden, damit auch auf dies« Weise umfangreiche Mittel der Hindenburgspende für die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen zugeführt werden können. ** Hohe Auszeichnung der oberhessischen Pferdezucht. Auf der Landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt wurde bei dem Provinzialwettbewerb in der Pferdezucht die Provinz Oberhessen mit dem Ehrenpreis des Staatspräsidenten ausgezeichnet, während die Provinzen Rheinhessen und Starkenburg je einen Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer erhielten. •* Die Obsternte an den Landstraßen des Kreises Gießen. Ein reicher Obstsegen ist diesmal an den früheren Kreis- straßen zu erwarten. Die ausgezeichnete Ernte ergibt in den drei Bezirken Gießen, Hungen und Lumdatal-Grünbevg rund 8000 Zentner besten Tafelobstes. Auf den Bezirk Gießen, als auf den obstreichsten, kommen davon allein 3000 Zentner. Don den Apfelsorten versagt keine Sorte ganz, nur trägt die graue französische Reinette wenig. Dagegen tragen vorzüglich. Goldparmäne, Boskop (in erster Linie), Landsberger-, Baumanns - und Harberts-Reineite, Rheinischer Dohnapfel und Jakob Löbel. Die Birnbäume tragen Heuer iveniger, nur Reue Porteau und Gellerts Butterbirne machen eine Ausnahme, auch Pastorenbirne geht noch ** D i e Ob st v er st eigerungen an den Provinzial st raßen im Kreise Gießen finden vom 26. September bis 3. Oktober statt. Die Beträge für das ersteigerte Obst müssen sofort bezahlt werden. Man beachte die heutige Bekanntmachung. ee Evangelisch-kirchliche Personalien. Durch die Kirchenregierung wurden über- ttägen: dem Pfarrer Wilhelm Fresenius zu Rodenbach bi« evangelische Pfarrstelle zu Liß- berg, Dekanat Bübingen; bem Pfarrer Karl Frank zu Crainselb bi« evangelische Pfarrstelle zu Reiskirchen, Dekanat Gießen; bem Pfarrver- toalier Paul Clotz zu Frischborn bi« evangelische Pfarrstelle zu Frischborn, Dekanat Lauterbach; tem Pfarrer Lubwig Wörißhoffer zu Rieder-Gemünden die evangelische Pfarrstelle zu Hangen-Weisheim. Dekanat Alzey. ** Eisenbahner-Jubiläen. Am heutigen Dienstag, 20. September, kann der Lokomotivführer Karl Stork, Crednerstraße 29 wohnhaft, und am 23. September der Lokomotivführer Wilh. Eckhardt, Frankfurter Straße 72, auf eine 25jährige Fahrdiensttätigkeit zurückblicken. Herr Stork war bis 1920 in Metz und wurde dann, wie so viele seiner Kollegen, ausgcwiesen, während Herr Eckhardt früher in Laubach tätig war. ** E i n folgenschwerer Familienzwist spielte sich gestern gegen Abend in einem Hause in der Löwengasse ab. Dort entstand zwischen einem Vater und seinem Stiefsohn eine Auseinandersetzung, die so heftig wurde, daß der Vater dem jungen Menschen einen Stich in den Leib versetzte. Der Verletzte wurde nach der ersten ärztlichen Hilfe durch die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt, wo er mit einer Bauchverletzung, über deren Ausgang zur Zeit noch nichts gesagt werden kann, darnieder- liegt. Der Vater wurde vorläufig festgenommen, nachdem er sich selbst der Polizei gestellt hatte. WSR. Reuer Expreßguttarif auf ber Reichsbahn. Am 1. Oktober treten im Bereiche ber Deutschen Reichsbahngesellschaft neue Exprehgutsähe mit neuen Berechnungssäyen in Kraft. Der Frachtbevechnung wirb ein Mindest- gewicht von 5 Kilogramm zugrunbe gelegt. Gewichte bis 20 Kilogramm werben auf volle fünf Kilogramm aufgenmtet, bei höheren Gewichten wirb bie Fracht für je 10 Kilogramm berechnet, wobei Zwischenkilogramme auf voll« 10 Kilogramme auf gerundet werden. Z. B, beträgt bas Gewicht ber Senbung 11 Kilogramm, so wirb bie Fracht für 15 Kilogramm berechnet (statt bisher 20 Kilogramm), bei einem Gewicht ber Sendung von 21 Kilogramm kommen 30 Kilogramm in Ansatz. Statt bisher 35 Stufen gibt es künftig nur noch 22 Stufen. Diese Reueinteilungen haben für die Versender keine finanziellen Rachteile, di« Abferttgung wird dagegen beschleunigt. "Deutschnationale Volkspartei. Man berichtet uns: Am Samstag fand im Eifenbahnhotel Hopfeld eine Sitzung der Vertrauensmänner des Kreises Gießen imb anschließend eine solche des erweiterten Provinzialvorstands statt. Rach ®rlcbii..ug ter Dorstandswahlen wurde unter Leitung des Provinzialvorsihenden Dr. Lenz- Gießen die Kandidatenfrage eingehend besprochen und eine Liste ausgestellt. Die endgültige Entscheidung fällt demnächst in einer erweiterten Lantesvorstandssihung. * Die Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums zu Gießen hält am nächsten Freitag, 23. September, abends 8 Uhr beginnend, im „Hessischen Hof", Frankfurter Straße, ihre diesjährige Generalversammlung ab. An den gesc^ftlichen Teil wird sich ein gemütliches Zusammensein anschließen, bei dem wieder das Schülerorchester des Realgymnasiums mitwirtt und zu dessen Beginn ein netter Schwank zur Ausführung gelangt Die Vereinigung, bie sich die. Wiederbelebung und Pflege der in ber Iugenbzeit begründeten kameradschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen zur Aufgabe gesetzt hat, hofft, daß neben ihren zahlreichen Mitgliedern auch mancher ihr noch fernstehender ehemaliger Angehörige des Gießener Realgymnasiums sich zu der Veranstaltung einfinden wird. Man beachte die heutige Anzeige. " Der BezirkElehrerverein Gie- Hen-Land hatte für Samstagnachmittag in den Saal des Restaurants Kobel dahier eine Versammlung einberufen, die sich mit den gegenwärtig schwebenden Desoldungsangelegenheiten befaßte. Die Versammlung war überaus stark besucht, namentlich auch aus den benachbarten Bezirksvereinen. AIS Vortragender war ber zweite Vorsitzende des Hessischen Landeslehrervereins, Lehrer Kaufmann, Atzenhain, ber auch zugleich Vorsitzender des Besoldungsausschusses ist, gewonnen worden. Lehrer Hofmann, Lang- Göns. eröffnete als Vorsitzender des Dezirks- lehrervereins Gießen-Land mit kurzen Degrü- ßungsworten bie große Versammlung und gedacht« in ehrenden Worten bes vor einiger Zeit verstorbenen Mitgliebes Rektor i. R. Soll, Wieseck, ber viele Jahre lang bie Geschäfte des Bezirkslehrervereins Gießen-Land als Vorsitzender geführt hatte. Rach einigen Mitteilungen geschäftlicher Art nahm Lehrer Kaufmann, Atzenhain, das Wort zu seinem sehr ausführlichen und tiefgründigen Vortrag über bie gegenwärtig brennendsten Fragen in der zu erwartenden Defoldungsreform, über die der Reichsfinanzminister Köhler in Magdeburg den Beamten referiert hatte. Dem Vortrag, der mit größtem Interesse ausgenommen wurde, schloß sich ein« eingehende Aussprache an. Lehrer Hofmann, Lang-Göns, schloß mit Dankesworten an den Vortragenden und alle, die sich an ter Aussprache beteiligt hatten, die Versammlung. * * Landsturmtag in Gießen. Für den 8. und 9. Oktober ist hier eine Zusammenkunft der Kameraden des ehemaligen Landsturm-Infanterie- Bataillons Gießen XVIII/9 vorgesehen. Das Bataillon rekrutierte sich aus Oberhessen, den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf. Vorgesehen sind eine Gedächtnisfeier auf dem Neuen Friedhof und eine gemeinsame Feier im Cafs Leib. " Zur Herbstmode des Herrn. Das Modeamt ter Hut- und Mützenbranche veranstaltet in ter Zeit vom 20. bis 26. September eine Reichsmodenschau des Herrenhutes, eine Veranstaltung. deren Zweckmäßigkeit auf der Hand liegt, wenn der Sommer flieht und die Witterung selbst diejenigen zwingt, die der Hutlosigkeit huldigen, an den Kauf einer Kopfbedeckung zu denken. Die Modeschau wird «ine Eigenart dadurch erhalten, dah afle tem erwähnten Modeamt angeschlossenen viertausend Geschäfte im ganzen Reich die Reu- heiten bet Branche gleichzeitig unb unter besonderer Ausschmückung ber Läben zur Schau stellen wetten. So entsteht gewissermaßen eine dezen- tralifierte Herrenhutausstellung. Kirche und Schule. Dom hessischen Kindergollesdienst-Derband. <£ Bad-Nauheim, 18. Sept. Der vor zwei Jahren ins Leben gerufene Verband derhessi- schen Kindergottesdienste, der vergangenes Jahr erstmalig in Mainz erfolgversprechend tagte, hielt heute hier seine zweite Landes- Versammlung ab, die aus allen drei Provinzen, besonders aber aus Oberhessen, recht zahlreich von Geistlichen, Helfern und Helferinnen besucht war. Die hiesige evangelische Gemeinde hatte in entgegenkommender Weise gastliche Aufnahme aewährt. Einen erhebenden Auftakt zu der Tagung bildete der Ha u p t g o 11 e s die nst in der Dankeskirche, in dem Pfarrer Knodt aus Wimpfen in feiner gedankentiefen Festpredigt dem Grundgedanken und der Bedeutung des Tages in feiner Weife Rechnung trug. In dem anschließenden festlichen K i n d ergo t t e s d i e n st, der wie der Hauptgottesdienst ein überfülltes Gotteshaus sah, versah Pfarrer Glock (Mainz), der Derbandsvorsitzende, die Liturgie, während Pfarrer Schmidt (Augsburg), einer der bekanntesten Führer auf dem kirchlichen Arbeitsfelde der Kindergottesdienste, die Juaendansprache im Anschluß an das Wort „bienen" hielt. Es war ein seltener Genuß, dem mit einem seinen pädagogischen Können begabten Geistlichen in Red« und Zwiesprache lauschen zu bürfen. Die Hauptversammlung füllte am Nachmittag ben Sitzungssaal bes neuen evangelischen Gemeindehauses (alte Wilhelmskirche). Nach der Begrüßung durch ben Verbandsvorfitzenden, Pfarrer Glock (Mainz) wünschten Oberkirchenrat Wagner (Gießen) im Auftrage des Lanbeskirchenamtes und Pfarrer Knodt (Bad-Nauheim) namens ber Gastgemeinde ben Verhandlungen einen gesegneten Verlauf. Der vom Vorsitzenden erstattete Jahresbericht zeigte, daß die Arbeit des noch jungen Verbandes, dem sich schon 80 hessische Kindergottes- bienfte angeschlossen haben, allenthalben Wurzel gefaßt hat und zu der Hoffnung berechtigt, daß sich auch bald Früchte für das gesamte kirchliche Leben zeigen werden. Zu erwähnen ist die Gründung einer Geschäftsstelle, bie von Pfarrer Schmidt in S ch l i tz mit viel Opferfreude geleitet wird. Das Hauptstück der Tagung bildete dann der Vortrag von Pfarrer Schmidt (Augsburg) über: „Die Erziehung zum praktischen Christen- tum durch den Kindergottesdienst . Der Redner stellte an die Spitze seiner bedeutsamen Ausführungen den Satz: „Die Welt kann für Christus gewonnen werden durch das Kind". Die Gegenwart mit ihren vielen sozialen Nöten rufe mehr denn je nach praktischem Christen - t u m. Bei der (Erziehung der Kinder im Gottesdienst sei die Frage des Persönlichkeitswertes der Helfer und Helferinnen das Entscheidende. Der Helfer müsse ben Kindern ein Vorbild sein und immer daran denken, daß die Jugend einen starken Nachahmungstrieb in fick habe, auch in sittlichen und religiösen Dingen. Äuszunuhen und in den Dienst des praktischen Christentums zu stellen fei der dem Kinde eigene Wille zur Aktivität, der nur darauf warte, vor Aufgaben gestellt zu werden. Warm trat der Redner auf Grund seiner reichen Erfahrung für L e b e n s o e r s u ch e auf der Grundlage des Elternhauses ein. An die Ausführungen, die ganz auf bie schwierige Erziehungspraxis eingestellt waren und sich fernhielten von Theorie und Dogmatik, schloß sich eine rege Aussprache, an der sich u. a. Missionsinspektor Held (Wiesbaden) von der Sudan-Pionier-Mifsion und Pfarrer A u s f e l d (Gießen) beteiligten. Mit Gebet beschloß Pfarrer Glock gegen 6 Uhr nachmittags die Tagung. Strafkammer Gießen. • Gießen, 16. Sept. Ein hiesiger, mehrfach vorbestrafter Gewerbetreibender hakte bei einer auswärttgen Firma für etwa 1000 All. Warenbestellung aufgcgeten, wobei er ein Firmen- fvnnular benutzte, bas durch seine großsprecherische Art seine wirkliche ZahlungsunfÄigk«it verbergen sollte. Als Referenz hcftte er seinen ebenfalls zahlungsunfähigen Schwager auf gegeben, der auch eine dementsprechende unwahre Auskunft gab. Die Firma wurde noch rechtzeitig von anderer Seit« gewarnt und führte den Auftrag nicht aus. Der Angeklagte, ter in der ersten Instanz wegen Betrugsversuchs zu drei Wochen Gefängnis verurteilt worden war, verfolgt« hiergegen Berufung, während sich sein Schwager bei der Strafe beruhigt«. In ter heuttgen Verhandlung kam das Gericht zu demselben Ergebnis wie die Dorrn stanz und verwarf kostens äflig die von dem Angeklagten eingelegte Berufung. In ter Reujahrsnacht hatte in Romrod ein Angetrunkener durch seine aufreizenden Redensarten einen Zusammenlauf einer ter artigen Menschenmenge verursacht, dah sich die Gendarmerie zwecks Vermeidung von Tätlichkeiten zum Einschreiten genötigt sah und gegen alle, di« sich nach der dreimaligen Aufforderung bin nicht entfernt hatten, Anzeige erstattete. Mit Ausnahme von drei Deranzeigten wurden sämtliche Beschuldigte durch das Amtsgericht Alsfeld zu Geldstrafen verurteilt. Insoweit Freisprechung erfolgt war, verfolgte di« Staats» anwaltschaft Berufung. Auch heute sah das Gericht einen ausreichenden Beweis nicht für erbracht an und verwarf die Berufung. Die Verhandlung gegen den Arbeiter F. K. von Büdingen wegen Beleidigung des dortigen Bürgermeisters dehnte sich btS in die Abendstunden aus, da eine sehr große Zahl Zeugen geladen war. Durch das Amtsgericht Büdingen war K. wegen übler Rachrede in zwei Fällen zu einer empftndlichen Gefängnisstrafe verurteilt worden. In der heutigen Verhandlung gelangte daS Gericht in einem Fall zur Freisprechung, da es den Wortlaut der Aeußerung nicht mit Sicherheit feststellen konnte. In dem anderen Fall wurde K.. da ter von ihm angetretene Wahrheitsbeweis vollkommen mißglückt war, zu vier Wochen Gefängnis verurteilt und dem Kreisamt Büdingen die Publikationsbefugnis zugesprochen. Kunst und Wissenschaft. Uraufführung in Hamburg. 3m Hamburger Deutschen Schauspielhaus erlebte Bernhard Blumes dreiaktiges Schauspiel „Treibjagd" unter der Regie des Intendanten Erich Ziegel seine Uraufführung. Das Stück bringt Szenen aus der jüngsten russischen Revolution und erwies sich unterstützt durch eine hervorragende Aufführung, als äufcrft büljnen- wirksam. Der Dichter konnte sich viele Make an der Rampe zeigen. Berliner Börse. Berlin, 20. Sept. (WTD. Funkspruch) Bei sehr stiflem Geschäft und noch nicht ausgesprochener Tendenz halten sich die Kurse etwa auf gestriger Schlußbasis. Sachliche Momente werden außer acht gelassen. Die Spekulation ist unter sich unb scheint heute eher wieder etwa- zu decken. Für I. G. Farben nennt man einen Kur- von 297. Am Devisenmarkt hört man Paris mit 124,02, Mailand 89,25, das Pfund 4,8655 unb Madrid 28,05. Rundfunk-Programm. Mittwoch, 21. September. 15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Operetten von Waller Kollo. 17.45 bis 18.05 Uhr: Die Bücherstunde. 18.30 bis 19 Uhr: Stund« des Süd- westdeutschen Radioklubs; E. Becker: „Deutsche Funkausstellung". 19 bis 19.30 Uhr: Stunde des Kulturkartells der modernen Arbeiterbewegung: „Deutsches Geistesleben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts", Dorttag von Konrad Broßwitz. 20 bis 20.15 Uhr: „Die Derdauungsoraane", Dorttag von Dr. T. Edinger. 20.15 Uhr. Cyrano von Bergerac, Versdrama von Edmond Rostand. .Kaiser-Borax" das hygiemfehe Hautpflegemittel medtt das Wasser weich und antiseptisch. 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Gießen—Gleiberg und Rod- heim 27. ee 7,30 ff an der Hardt Heud)elheim—Allendorf 27. 15 ff bet Heuchelheim 6. Gießen—Steinbad) ab Wald 27. ff 8 ff Waldausgang Garbenteich—Watzenborn— Schiffenberg 27. 14 bei Garbenteich 7. Gießen—Rödgen 27. 8 am Flughafen Gießen—Annerod—Grün- berg 27. ■ 9 anschließend Gießen—Reiskirchen— (Oppenrod) 27. e» 14 ff an der Ganseburg 8. Treis—Mainzlar 27. 7,15 bei Treis Daubringen—Alten-Buseck— Wieseck 27. ff 8,30 ff bei Daubringen Wieseck—Trohe—Rödgen 27. ff ansck)ließend 9. Lich—Colnhausen 27. ff 7 ff bei Lich Lich—Steinbach (Wald) 27. n anschließend Lich—Albach—Burkhardtsfel- den 27. ans chließ chließ end Albach—Steinbach 27. ans end Steinbach—Lich (Wald) 27. w 15 M bei Steinbach 10. Klein-Linden—Großen-Lin- den—Lützellinden 28. 8 ■ bei Klein-Linden 11. Gießen—Steinberg—Leih- gestern 28. nächst Steinberg Grüningen—Lang-GönS 28. w 12 ■ bei Grüningen 12. Gießen—Reiskirchen (von Kilometer 9 an) 28. 8,30 M Abf. nach Oppenrod Reiskirchen—BerSrod und Hattenrod 28. ff anschließend 13. Langsdorf—Rieder-Bessingen (Wald) 28. — 7 ■ bei Lang-dorf Langsdorf—Hungen 28. w anschließend 14. Ettingshausen—Queckborn 28. 8 ff bei Ettingshausen Steinmühle—Grünberg 28. w anschließend Grünberg—Lindenstruth (Kilometer 18) 28. ans chließend Göbelnrod—Beltershain 28. ans chließend Göbelnrod—Grünberg 28. ff anschließend Grünberg—Beltershain 28. ■ 13 ff Bahnhof Grünberg 15. Gr.-Linden—Lang-Göno - Hochelheim 29. w 8 bei Großen-Linden Lang-Göns—Kirch-Göns— Butzbach Beuern—Bersrod 29. n anschließend 16. 29. 8,30 9,30 am Wald Beuern—Allertshausen 29. w ff bei Beuern Beuern—Climbach—Men- dorf 29. ff anschueßend 17. Lumda—WeiterShain—Rüd- dingShausen 29. ff 9,15 * bei Lumda RüddingShausen—Deckenbach (Krsgr.) 29. 14 bei RüddingShmlsen 18. Dorf-Glll—Hof-Gill—Eber- stadt 29. 7 ■ bei der Seemühle Eberstadt—Ober-Hörgern (Abf. Münzenberg) 29. ff 12 ■ bei Eberstadt 19. Hungen—Inheiden—Utphe- Berstadt 29. — 7 ■ bei Hungen 20. Grünberg—Lehnheim—Atzen- Hain—Bernsfeld 29. 8 ■ Schiebst, b. Grünberg Atzenhain—Rieder-Ohmen und Merlau 29. anschließend 21. Gießen—Wißmar 30. M 8 ■ Stadtgrenze Gießen—Lollar—Daubrin- gen—Gießen 30. 10 M Karlsruhe 22. Allendorf—Londorf—Nordeck 30. ■a 7,30 ■ An der Weidmühle Londorf—Kesselbach—Geils- Hausen (Wald) 30. anschließend 23. Garbenteich—Lich 30. 7 ff bei Garbenteich Lich—Rieder-Bessingen 30. ff 11 ff bei Lich 24. Rieder-Bessingen—Langs- dorf—(Wald)—Nonnenroth 30. ff 7 ff bei Nieder-Bessingen Ronnenroth—Willingen 30. ff anschließend Röthges—Nonnenroth— Hungen (ab Kilometer 9) 30. ff anschließend 25. Grünberg—Weickartshain 30. ff 8 ff bei Grünberg Grünberg—Stangenrod— Kreuz 30. 12 ff Abf. n. Stangenrod 26. Gießen—Leihgestern—Lang- Göns 1. Okt. 8 ff am Magazin 27. Reiskirchen—Lindenstruth 1. ff 8 ff bei Reiskirchen Lindenstruth—Grünberg (Wald) Saasen—Bollenbach 1. 1. anschließend anschließend 28. Nied.-Bessingen—Münster— Kreuz 1. 7 bei Nied.-Bessingen 29. Münzenberg—Ober-Hörgern —Butzbach 1. 7 Bahnhof Münzenberg 30. Beltershain—Gellshausen 3. ff 8,30 ,1 bei Beltershain 31. Muschenheim—Trais-Miln- zenberg 3. 7 ff Bahnhof Muschenh. Muschenheim—Bettenhausen 8. ff anschließend Bettenhausen—Bellersheim —Bahnhof 3. Stelle anschließend. Die Steigbeträge sind sogleich an Ort und zu entrichten. Gießen, den 17. September 1927. 8499V Provinzialdirektion Oberhessen / Tiefbau. WUllii aller RatierKlingen aller MM! und alter Apparate Die größte Spezialfabrik der Welt für hohlgeschllflene Dauerklingen, das Mulcirto-Werk, Solingen, nimmt alte Klingen und Apparate in Zahlung gegen die Patent-Apparate mit den geschmiedeten and hohlgeschliffenen Di.-.mon-Danerklineen (D.R.P.), welche den stärksten Bart rasieren u. Jahre ohne Schleifen haarscharf bleiben. Umtauschangebot gratis und franko. Nr. 220 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Merheffen)Dienstag, 20. September 1927 Eindrücke in der neuen Türlei. Don v. Feldmann. Dach herrlicher dreiwöchiger Fahrt auf einem Frachtdampfer kam ich in Konstantinopel an. 3m hellsten Sonnenschein lag die prachtvolle Stadt vor mir, in der ich fünf schöne, wenn auch schwere Jahre in großer Zeit verlebt hatte. Sie wiederzusehen, war mir seit 1918 ein ewiges Bedürfnis, das sich steigerte, seitdem sich die alte mir bekannte Türkei in eine neue um gewandelt halte. Bekanntlich sind in der Türkei, nachdem sie sich die Freiheit wiedercrkämpft hatte, Umwälzungen vorgenommen worden, die niemand früher für möglich gehalten hatte. Sultanat und Kalifat beseitigt, die Hodschas zu Tausenden ab- gebaut und in ihrem Einfluß und in ihren Rechten sehr beschränkt, der Fez abgeschafft, den Frauen Freiheit in Kleidung und Umgang gegeben, kurz, man hat sich auf der ganzen Linie europäisiert, aber die Hauptstadt aus Europa fortgelegt in das heute noch kleine Angora, fern inmitten Anatoliens, von Konstantinopel mit dem V-Zuge in 18stündiger Bahnfahrt zu erreichen. Den ersten Eindruck von den neuen Der- hältnissen bekommt man an Bord, wenn die Hafenbehörden zur Gesundheits-, Zoll- und Paßkontrolle erscheinen. Seeleute und Polizei in Dienstmüyen, Zivilbeamte im Hut. Trotz des Feiertags arbeiteten die Behörden pünktlich. Die Erledigung ihrer Geschäfte war höflich, ordentlich und schnell. Bei der Zollrevision meines Gepäckes an Land wurde ich besonders freundlich behandelt. Das Straßenbild Konstantinopels hat sich vollständig verändert. Das liegt schon an dem Fehlen des Fez. den man nur noch ganz vereinzelt bei Aegyptern findet, und der alten türkischen Frauenkleidung. Bezüglich letzterer liegt ebenso wie bei der Verschleierung kein Verbot vor, sondern man hat die moderne Kleidung und Entschleierung gestattet. Tatsächlich sieht man aber Tscharschaff und Schleier kaum noch. Dur das Haar der Frauen ist mit einem seidenen Kopftuch umhüllt, das sehr kleidsam wirkt und ebenso wie bei uns die Hüte den verschiedenen Dioden unterworfen sein soll. Es fehlen im Straßenbild auch die malerischen Gestalten der Araber, die ja nicht mehr zur Türkei gehören, es fehlt auch die elegante levantinische Damenwelt, nachdem die Griechen fast restlos ausgewiesen, es fehlt auch die elegant' europäische Welt und natürlich jedes Hosleben. Das Straßenbild ist zweifellos ein einfacheres, farbloseres geworden. Daß die türkische Damenwelt in ihrer Kleidung Mißbrauch triebe mit der neuen Freiheit, ist nirgends zu bemerken. Einen gewaltigen Fortschritt hak der Verkehr aufzuweisen. Eine große Zahl von Personenkraftwagen steht außer den elektrischen Straßenbahnen und der guten alten Tunnelbahn von Galata nach Pera zur Verfügung. Die Autos sind mit Preisanzeigern versehen, so daß man nicht mehr notig hat, nach jeder Fahrt einen langwierigen Handel mit dem Fahrer über sich ergehen zu lassen. Derkehrsschutzleut» mit knallroten Helmen, auf kleinen Erhöhungen stehend, regeln den starken Verkehr. Der Lärm auf der Straße ist unvermindert, oder besser durch die Autos noch gesteigert. Obst- und Gemüsehändler befinden sich dauernd im Schrei-Wettstreit mit Zeitungsträgern und Limonaden träger n. Dazu erklingt alle paar Schritt aus offenem Laden die dauernd läutende elektrische Klingel, die auf Verkauf von Wasser, Limonade und Eis aufmerksam machen soll. Die Straßenüettelei ist in vollem Schwünge — kein Wunder bei der Armut der Bevölkerung in der jetzigen Zeit der Geldentwertung, die aber Konstantinopel keineswegs billiger gemacht hat als früher. Qtllgemein klagt man über die Teuerung, namentlich über die hohen Mieten in den vielen neuen, zum Teil sehr hübsch gelegenen vier- bis sechsstöckigen Etagenhäusern, die mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen sind. Dem Fremden wird das Leben durch die polizeilichen Meldevorschriften sauer gemacht. Wer nach Konstantinopel will, nehme zwei Dutzend Vatzbilder mit. wenn er sich nicht dauernd wieder typen lassen will. Sechs braucht man zur Anmeldung, drei zur Abmeldung. 3e sechs, wenn Diplomaten bei Tisch. Don L. v. D o r d e g g. 3n diesen Tagen beginnt wieder die Saison der diplomatischen Diners: unser Mitarbeiter schildert aus der Fülle seiner Erlebnisse den Wandel, der sich in den letzten Jahren auch bei diesen gesellschaftlichen Ereignissen vollzogen hat. „Es ist geradezu phantastisch, wieviel in Berlin gegessen wird. Dach einer Soiree sagt man nicht: Das war gestern sehr amüsant oder sehr langweilig: man sagt: Es war ein gutes Busett, ein schlechtes Bufett." So liest man schon in dem in der Mitte der achtziger Jahre erschienenen Buch „La Societe de Berlin“ („Die Berliner Gesellschaft"), das von einem angeblichen Grafen Paul Dassili verfaßt ist und ein ungeheures Aufsehen, ja geradezu einen Skandal verursacht hat. da es seinerzeit den maßgebenden gesellschaftlichen Kreisen der Deichshauptstadt, namentlich dem Hof. der Diplomatie und der Hochfinanz unter voller Dennung aller Damen die unangenehmsten Wahrheiten sagte. Als Verfasser galt ein Franzose, der der alten Kaiserin Augusta als Vorleser diente, und der nebenbei, wie behauptet wurde, dem französischen Ministerium des Auswärtigen fortlaufend Geheimberichte aus Berlin gesandt haben soll. Zur Belohnung wurde er dann bi den diplomatischen Dienst übernommen, in dem er es bis zum Botschafter in Tokio brachte. Monsieur Auguste Gerard, so hieß der Vorleser, hatte eine böse Zunge, aber zweifellos auch eine scharfe Beobachtungsgabe. 3n der Berliner Gesellschaft hat man stets auf gutes Essen großes Gewicht gelegt, und in ganz Dorddeutschland sind Geselligkeit und Essen zwei voneinander schwer zu trennende Begriffe. x Aber der Weltkrieg räumte doch so gründlich mit allem auf, was als Schlemmerei bezeichnet werden kann, daß die alten üppigen Festessen heute auch bei den wohlhabenden Schichten aus der Mode gekommen sind. Gerade die an hervorragender Stelle im öffentlichen Leben stehenden Männer scheuen sich in unserer Zeit, selbst wenn sie mit dem Geld nicht ängstlich um» »ugehen brauchen, prunkvoll aufzutreten und be° man eine andere Stadt besuchen will, wozu eine besondere Erlaubnis gehört. Es ist wohl eine einzig dastehende Erscheinung, daß die Botschafter. wenn sie nach der Hauptstadt fahren wollen, einer Erlaubnis bedürfen. Mit diesem polizeilichen Unfug sollten die Türken Schluß machen, wenn sie den Fremdenverkehr nicht noch mehr herunter- brüden wollen, im Abnehmen ist er jetzt schon. Die Reinlichkeit der Straßen ist bis m die entlegensten Gassen hinein tadellos und föimte mancher deutschen Stadt als Muster dienen. Die Sensation Konstantinopels ist heute für den Fremden der Vi 1 diz. Hier war einst der Sih Abdul Hamids, dann wurde der Vildiz zum Empfang und auch zur Unterbringung hoher kaiserlicher Gäste verwendet. Don hohen Mauern umschlossen, hat er etwas Feierliches und Geheimnisvolles. Ich betrat ihn einmal, als Feldmarschall Mackensen dem Sultan den preußischen Feldmarschallstab überreichte. Heute rasen Autos durch den Park hinauf zum Kasino und den Spielsälen, in die man den größten Pavillons umgewandelt hat. Ich habe mir das Leben dort auch einmal Dachmittags angesehen. Eine wenig elegante Gesellschaft — sehr viel türkische Frauen — bemühten sich, ihr Geld an die Bank los- zuwerden, was ihnen auch „spielend“ gelang. Ich konnte mich nicht entschließen, ein zweitesmal hinzugehen. Die Entweihung gegen früher war mir zu widerlich. Auch der neuen Hauptstadt Angora konnte ich einen Besuch abstatten, nachdem ich mich bei meinen alten Freunden, dem jetzigen Ministerpräsidenten und dem stellvertretenden Generalstabschef, angemeldet hatte. Ich wurde auf das herzlichste empfangen und konnte mich vier Stunden mit I.s m e t Pascha sehr interessant unterhalten. Er sprach mit großem Ernst von der Lage seines Landes, namentlich von dem Dk angel an Geld. Angora hat sich fabelhaft entwickelt. In der alten Stadt entstehen große neue Häuser und draußen sind neue Vorstädte mit Hunderten von Deubauten fertig. Alles in zwei Jahren gemacht: vorläufig hat man noch den Eindruck der Planlosigkeit. Mit mir reiften aber zwei Professoren, die nun Bebauungspläne fertigstellen sollen. Ich fürchte, sie sind weder die ersten noch die letzten, die sich mit solchen Vorschlägen beschäftigen müssen. Die fremden Botschafter und Gesandtschaften sind alle im Vorort Tschankey vereinigt, ihre Häuslichkeiten allerdings meist noch im Bau. nur die russische Botschaft ist fertig, ganz in Vteiß in einem übermodernen Stil erbaut. Sehr im argen liegt noch das Hotel- wesen in Angora. Man hat gegenüber dem Parlament ein neues Hotel gebaut, es findet aber wegen der Pachtbedingungen, die die Regierung stellt, keinen Pächter. Der größte Gasthof jetzt ist nach unseren Begriffen ein solcher dritten« Ranges, aber reinlich und mit einem vorzüglichen russischen Restaurant im Erdgeschoß. Verkehr und Strahenleben in Angora sind ungeheuer lebhaft. Alles in allem hat man den Eindruck, daß ein ernster Wille in den Regierungskreisen besteht, wirklich eine neue Türkei zu schaffen und in ihrer nationalen Freiheit zu erhalten. Daß viel geschafft ist, läßt sich nicht leugnen. Kritik zu üben ist Leicht, man soll sich aber darüber klar sein, welche Zeiten die Türkei durchgemacht hat u:tf> mit Welch geringen personellen und materiellen Mitteln die Reformen und der Ausbau durchgeführt werden müssen. Zum Schluß seien mir noch einige Worte über das Deutschtum in der Türkei gestattet. In Konstantinopel ist die deutsche Kolonie die stärkste von allen. Sie zeichnet sich auch durch großen Zusammenhalt aus, der durch viele gemeinsame Unternehmungen, Ausflüge, Vorträge und dergleichen nach außen in Erscheinung tritt. Ich erlebte einen wunderhübschen Dachmittag und Abend in der Kolonie. Weit draußen am Bosporus hatte ein Deutscher seine wunderschöne Parkpachtung zur Verfügung gestellt zur Vereinigung der Kolonie. Deroter Wander- schüler führten im Freien die Schweizer Tell- Bauernspiele auf und erfreuten die Landsleute draußen mit alten deutschen Volksliedern. Es war ein ungemein stimmungsvoller Abend. Daß der deutsche Dame 'heute in der Türkei noch einen guten Klang hat, merft man auf Schritt und Tritt. Der deutsche Kaufmann, Ingenieur und fleißigen sich eines soliden Maßhaltens, das nicht zu unliebsamen Vergleichen, zu Deid und Eifersucht herausfordert. Es liegt vielleicht an dem rauhen Klima, daß der Deutsche im allgemeinen über einen gesegneten Appetit verfügt. Graf Paul Vassili oder, wie man ihn wohl richtiger nennt, Monsieur Auguste Gerard, stellte seine Studien in Berlin zu einer Zeit an, in der Bismarck die Geschicke des Reiches lenkte. Der große Kanzler hatte auch einen großen Magen und verzehrte einen Riesenhummer und einen halben Kapaun im Handumdrehen: bei seinen diplomatischen Diners wurden zwischen die auf dem Menu angegebenen Gerichte, deren Menge nicht klein war, noch allerhand Überraschungen eingeschoben. die auf der Speisekarte nicht mehr untergebracht werden konnten, aber doch recht nahrhaft waren: es gab da getiäffelte Leber- und Wildpasteten oder fallen Schweinskopf, Gerichte, die eigentlich nicht mitzählten, sondern bloß die Pausen aus- füllen sollten. Dis zum Krieg hatten die eleganten offiziellen und privaten Diners der Berliner Diplomatie und Hocharistolratie mitunter mehr als zwölf Gänge; dabei war es unerläßlich, daß außer dem weihen und roten, in Karaffen gegossenen Tischwein fast zu jedem Gang eine besondere Sorte Wein kredenzt .wurde. Zu den Dorspeisen, Austern oder Kaviar, trank man einen leichten, rötlichen Sekt; zum Fisch gab es älteren Rheinwein: edler Bordeaux oder purpur funkelnder Burgunder verschönte den Braten: dann trän* man möglichst trockenen Champagner, und als Abschluß wurde ein Gläschen Marsala zum Dessert gereicht. Die jenseits der deutschen Grenzpsähle unbekannte Sitte, sich vor dem Essen „Gesegnete Mahlzeit“ zu wünschen, war bei solchen Diners keine leere Zeremonie. Wer eine Dinersaison restlos durchgekostet hatte, machte sich im allgemeinen schleunigst auf nach Karlsbald oder Marienbad, um fein Inneres ordentlich durchzuspülen Das alles klingt heute wie ein Märchen aus uralten Zeiten. Der erste Reichspräsident, Friedrich Ebert, brach mit der alten Tradition, daß schon durch die Fülle der Gerichte repräsentiert werden müsse; auch bei offiziellen Empfängen gab es, der Rot der Zeit entsprechend, nur ein Seefahrer sind unermüdlich tätig und auf keinem Gebiet will man deutschen Rat entbehren. Leicht haben es die Deutschen allerdings nicht immer, denn das türkische Selbstbewußtsein ist nach den politischen und militärischen Erfolgen ungemein gestiegen. Die Zukunft der Türkei wird davon abhängen, ob sie das Bev ölkerungsprv- b l e m lösen kann. Mit 8 bis 9 Millionen Einwohnern kann die Türkei nicht lebensfähig bleiben. Der anatolische Bauer hat durchschnittlich 10 Kinder, von denen aber im allgemeinen nur zwei groß werden. In der Bekämpfung der Kindersterblichkeit scheint mir eine der wichtigsten oder die Frage zu liegen, die chre Antwort finden muh. Abschliehend möchte ich nicht unerwähnt lassen, dah es der deutsche Botschafter und seine liebenswürdige Gattin verstanden haben, unserer Botschaft in jeder Beziehung eine ganz besondere Stellung in Konstantinopel äu schaffen. Mit der Türkei verbindet uns langjährige Freundschaft und im Kriege bewährte Waffenbrüderschaft. Mögen auch heute einzelne nationalistische Kreise von unserer deutschen Tätigkeit in üjrem Lande nichts mehr wissen wollen, so wissen wir, es sind nur vereinzelte, die so denken. Sie sollen uns nicht hindern, mit den besten Wünschen das Ringen des neuen Staates um seine Selbsterhaltung zu verfolgen. oder zwei gute Speisen und niemals Sekt. Auch im Hause Hindenburgs sind so üppige Essen, wie sie in früheren Zeiten bei offiziellen Persönlichkeiten selbstverständlich waren, ausgeschlossen. Der Reichspräsident ist bestimmt kein Kostverächter; Essen und Trinken munden dem Achtzigjährigen vorzüglich, der sich durch seine kräftige Ernährung eine große Rüstigkeit bewahrt hat. Doch in vorgerückten Jahren hat sich Hindenburg in eine Lebensversicherung eingekauft und muhte sich dazu einer gründlichen ärztlichen Untersuchung unterziehen; auf die ängstliche Frage seiner Frau, was der Arzt gesagt habe, antwortete er in seinem tiefen Bah: „Ich bin kerngesund!" Aber kein Luxus waltet bei den großen und kleinen Diners des Reichspräsidenten, bei denen seine Schwiegertochter Margarete von Hindenburg ihm, der Witwer ist, an Stelle der Hausfrau gegenüber sitzt. Reichspräsident Hindenburg verleugnet in seinen Gepflogenheiten niemals den Abkömmling eines alten, mit irdischen Glücksgütern nicht überreich gesegneten Soldatengeschlechtes, und er wurzelt noch in einer Zeit, in der man nicht „zum Diner", sondern „zu einem Löffel Suppe" einlud. Oft verbarg sich freilich hinter der bescheidenen Redensart ein luxuriöses Festessen, bei dem nichts fehlen durfte. Aber es machte sich nett, dieses bescheidene Wort: „zu einem Löffel Suppe". Datürlich wurde niemand durch eine solche Einladung getäuscht, und es verstand sich ebenfo von selbst, daß man in solchem Falle ein Diner zu erwarten hatte, wie im allgemeinen auch ein Ball bevorstand, wenn „zu Tee und Tanz" eingeladen wurde. Das größte Maß von Repräsentationspflichten ruht nicht auf dem Reichspräsidenten von Hindenburg und nicht auf dem Reichskanzler Dr. Marx, es ist dem Außenminister Dr. Stresemann aufgebürdet, den seine Gattin mit der Gewandtheit der vollkommenen Weltdame unterstützt, und der sich seinen Pflichten auch gern unterzieht, wenn er nicht gerade an den Gestaden des Genfer Sees mit Chamberlain und Briand tonferiert Bei ihm trifft sich die internationale Diplomatie, die die kulinarischen Traditionen vergangener Zeiten hoch- zuhalten gewußt hat. Wenn man an einem Diner bei dem französischen Botschaster in Ber- Geschichten aus aller Welt Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tas Aufsatzthema. Den Wirklichkeitssinn in der Jugend zu wecken und zu festigen, ist eines der Hauptprinzipien moderner Erziehung. Junge Menschen, die nur in klassischen Idealen und schwärmerischen Dorstellungen leben, erleiden beim Eintritt in den brutalen Daseinskampf leicht Schiffbruch, und deshalb muß schon die Schule sie durch geeignete Erziehung gegen ade Widrigkeiten des Geschicks zu wappnen suchen. Diese bemerkenswerte pädagogische Wandlung ist auch an den Aufsatzthemen festzustellen, die man heutzutage in den Schulen von Jungen und Mädels bearbeiten läßt. Stellte man früher noch solche Aufgaben wie: „Inwiefern nimmt Dante auch in der italienischen Metrik eine Sonderstellung ein?“ ober „Der Weltschmerz Leopardis, an seinen schönsten Gedichten dargestcllt", so behandeln die heutigen Schüleraufsähe lebenswarme Fragen wie: „Warum braucht Italien Kolonien?", „Der Duce, eine Kampfnatur". „Die Vorteile des Flugverkehrs" usw. Ein ganz realpolitischer Lehrer an der Mädchenschule in Ancona jedoch gab in der Aufsatzstunde kürzlich seinen vierzehnjährigen Schülerinnen folgendes eigentümliches Thema auf: „Gedanken eines Familienvaters, der in einen Brunnen gefallen ist." Das Ergebnis war überraschend. Es erwies sich, daß sämtliche jungen Damen mit der blühendsten Phantasie begabt waren und die erschütterndsten, tränenseligsten, Ieremiaden in packenden Worten aus der Feder strömen ließen. Bis auf eine, Fräulein Aida Agostini, — deren Damen man sich vielleicht merken muß! — die das gestellte Thema einfach folgendermaßen löste: „Mein Gott, muß das fein? Muß das sein?" Punktum, Schluß. Sie bekam die beste Dote, was beweist, daß nicht nur in Aida Agostini vielleicht ein kommender Mark Twain steckt, sondern auch in den Lehrern ein praktischer Humorist. Ein Lieferant für Tote. Gemeinhin pflegt man von gerissenen Geschäftsleuten zu sagen: „Ja. die nehmens von den Lebendigen!" Daß das nicht immer der Fall zu sein braucht, beweist das Beispiel William H a r d h s in Deuhork, der es nicht von den Lebendigen nahm. William Hardy besitzt ein kleines Iuwelier- geschäft in der großen Stadt Deuyorl. Sein Geschäft ging herzlich schlecht, und er marterte seine Phantasie, um auf eine „Idee" zu kommen. Im gesegneten Amerika braucht man nämlich nur eine „Idee" zu haben, dann kommt alles andere von selbst: im guten alten Europa haben die Leute neben der Idee immer noch etwas, was sie „Gewissen" nennen, und verhungern dabei: Es wäre mit dem Teufel zugegangen, wenn William Hardy nicht eines Tages eine „Idee" erschienen wäre. Sie war plötzlich da, und als er sie gefaßt hatte, abonnierte er sämtliche Deu- yorker Zeitungen. Zeit ist Geld. So laufet das amerikanische Glaubensbekenntnis, und wer ein Geschäft hat, kann sich daher nicht stundenlang mit Zeitunglesen beschäftigen. William Hardy schlug diesem geheiligten Prinzip ins Gesicht, und seine Freunde sahen ihn auf einmal zu ihrem unbeschreiblichen Schrecken in seinem Laden fast den ganzen Tag über Zeitungen gebeugt, in denen er ab und zu etwas mit dem Rotstift anstrich. Und über etwas anderes wunderten sie sich mit Recht noch mehr: Jeden Abend expedierte William Hardy Dutzende von kleinen Paketchen, und mit der Zeit erschien regelmäßig jeden Morgen der CB.'’cf träger bei ihm mit einer Anzahl von „Postwechseln" (die unseren deutschen Postschecks entsprechen. D. Red.). Die Freunde wurden neugierig und wollten gerne wissen, wie es käme, daß sich Williams Verhältnisse so gebessert hätten. William kniff stets ein Auge zu und erwiderte schmunzelnd: „Es ist wahr, ich habe toll zu tun. Und meine Kundschaft? Die beste, die man sich denken kann. Kein Wort des Tadels und der Beschwerde! Sie nehmen schweigend und zufrieden meine Dienste entgegen!“ Doch William hatte auch Deider, und so konnte es nicht ausbleiben, daß seine „Idee" eines Tages an das Licht der Sonne kam. Und diese „Idee" war wie alle, die was taugen, verblüffend einfach. Er war auf den eigenartigen Gedanken gekommen, seine Ware an eine Kundschaft — jenseits des Grades — losHuschla- gen, und darum war er so eifriger Zeitungs- lefer geworden. Las er da z. B., daß der eine oder der andere reiche Kaufmann gestorben war, so übergab er der Post sofort ein kleines Paket- chen mit Pretiosen an die Adresse tzc-s Toten. Je nach der wirtschaftlichen „Wertigkeit" des Verstorbenen betrug der Wert der Sendung fünf bis zweihundert Dollar. Dein Paket war ein Schreiben beigefügt, worin er seinem „Kunden" mitteilte, anbei folge die bei ihm gekaufte und umgeänderte Ware, über die er Rechnung beizufügen sich ergebend erlaube, — und diese Rechnung ist in neunzig von hundert Fällen von den Angehörigen des Toten aus Pietät umgehens bezahlt worden. Kein Wunder, daß heute William Hardy in Deuhork der Mann des Tages ist. Und die Andacht vor der „Idee" ist bei den Amerikanern so tief eingewurzelt, daß noch nicht einmal die Polizei öder die Staatsanwaltschaft sich William Hardhs und seines „Verkehrs mit Verstorbenen“ angenommen haben. Film und Wirklichkeit. Wie oft haben wir nicht im Fißn Mary Pickford oder richtiger Herrn Douglas Fairbanks bewundert, wenn er mit heldenhafter Aufopferung seine von Räubern entführte, ach, so süße Mary, aus den Armen irgendwelcher Räuber befreite — meist natürlich ohne Revolver, allerhöchstens mit einem Lasso ober einem höchst unzulänglichen Gegenstand bewaffnet. In Wirklichkeit scheint es ihm aber anders zu gehen. Denn als vor einiger Zeit tatsächlich die Gefahr bestand, daß seine Frau von irgendwelchen Räubern geraubt würde, da verhielt er sich ganz anders als in den schaurigen Filrnge- fahren. Er bewaffnete sich nämlich nicht nur mit einem leichten Maschinengewehr, er ließ auch sein Haus und sogar sein Auto wochenlang vom bis an die Zähne bewaffneten amerikanischen! Geheimpolizisten bewachen. Er zog also dem waffenlosen Kampf seiner Filme, im Leben durchaus die reale und offenbar verläßlichere Macht der Gewehre und der Polizei vor. Wie schön wäre es gewesen, wenn er wirklich einmal bewiesen hätte, daß seine bewundernswerte Ge- lin, dem Marquis de Margerie, teilnimmt, lernt man die Vorzüge dieser Tradition schätzen. Die Frau des Botschafters ist, wie man weiß, eine Schwester von Edrnond R o st a n d . dem frühe- verstorbenen Dichter des „Cyrano de Bergerac“ und des „Aiglon“, aber sie scheint nicht nur über gute Beziehungen zur französischen Literatur und Kunst zu verfügen, sie muß auch das Muster einer Hausfrau sein, denn die klassischen Meister der gallischen Kochkunst, die Grimod, de la Rehnieres und Brillat-Savarin, dem T a r d i e u soeben eine Büste enthüllt hat, würden zweifellos mit Entzücken an den Tafelfreuden der fran- zösischen Botschaft teilnehmen, wenn sie aus dem Grabe auferftünben. Aber die französische Küche hat die Qualität stets höher geschätzt als die Menge und den für deutsche Ohren sehr merkwürdigen Sah geprägt, daß man von einem guten Diner hungrig aufstehen müsse. Das konnte bei einem deutschen Festessen nie geschehen; man muß nicht gerade an den Frankfurter Bankier denken, der als letzten Gang auf seiner Speisekarte Datron verzeichnete, man konnte vor dem Krieg auch bei einem diplomatischen Diner einen alten betitelten und besternten preußische-« Würdenträger beobachten, der nach dem Dessert ungeniert eine Düte aus der Tasche zog und einen Löffel voll doppelkohlensaures Datron verschluckte; dieses Verfahren ist freilich immer noch besser als die berüchtigte Pfauenfeder der römischen Prasser. Der Zwang zur Repräsentation, der früher auf allen im öffentlichen Leben Stehenden unbarmherzig lastete, ist mit der Zeit teilweise aufgehoben worden, zumindest ist er aber erheblich gelockert. Wer nicht regelmäßig prunkvolle Diners veranstaltet, wird nicht mehr sofort auf den gesellschaftlichen Index gesetzt. Man zieht es heute sogar im allgemeinen vor, zu einem „Teller Suppe" und nicht zu einem Festessen eingeladen zu werden, nicht nur wegen der schlanken Linie, sondern auch deshalb, weil bei den bescheideneren Diners die Gastgeber meist sympathischer sind. Abgesehen vom diplomatischen Korps, werden allzu luxuriöse Essen eigentlich nur von Emporkömmlingen veranstaltet, die sich kranipfhaft bemühen, die vornehmen Traditionen der Zeit vor dem Kriege aufzunehmen. fchickftcUeit tatsächlich die Waffe ist, mit der er über alle bösen Gegner triumphiert I Für mißtrauische Leser aber sei bemerkt, das) es sich hier nicht um eine erfundene Geschichte handelt, da vor einiger Feit in Los Angel-'-s zwei Personen zu mehreren Fähren Zuchthaus verurteilt worden sind, weil sie sich verschworen hatten, die süße Mary zu rauben. Ern Einsatz von 2v60ÜVMark Beim Bakkarat-Spiel in dem französischen Modebad Deauville hat neulich ein amerikanischer Millionär den höchsten Einsatz, der in der Geschichte des Bakkarat^Spiels in Deauville vorgekommen ist, gewagt. Er verlor vor kurzem zwei Millionen Franken und beschloß, denDer- lust wieder wettzumachen. Er spielte entschlossen weiter und gewann mehrere Stunden lang. Als er 1 250 000 Franken zurückgewonnen hatte, setzte er den ganzen Betrag, nämlich rund 206 000 Mark, auf eine Karte — und gewann. Als er sich vom Tisch erhob, Hatte er den Verlust von zwei Millionen Franken wieder gutgemacht und dazu noch weitere zwei Millionen gewonnen, im ganzen also rund 640 000 Mark! Aber zunächst, scheint uns, bestätigt diese Erfahrung den alten Sah, daß man, uni Geld zurückzugewinnen, noch genügend übrig behalten muß, um den Versuch riskieren zu können. Die Rache des Verschmähte». Als kürzlich in der besten englischen Gesellschaft eine große Hochzeit gefeiert werden sollte, wurde im letzten Augenblick durch die Polizei ein riesiger Skandal verhindert, der beinahe anläßlich dieses Ereignisses zustande gekommen wäre. Dem Sohne eines Lords, der eine ebenso ehrenwerte Lady heiratete, wurde zu seiner äleberraschung kürz vor der Trauung plötzlich mitgeteilt, daß ihm der ehrenwerte Hei-r Premierminister, verschiedene andere Mitglieder des Kabinetts und sogar der Prlnce of Wales zu seiner Hochzeit die Ehre geben würden. Die Eltern der Braut, denen er dies schleunigst mitteilte (denn auch in England loden die Eltern Der Braut zur Hochzeit ein), waren jedoch auf Das äußerste erstaunt, da sie — keine einzige von Diesen hohen Persönlichkeiten eingeladen hatten. Sie dachten vielmehr an eine Feier im kleinen Kreise zu höchstens 40 Personen: um so größer war natürlich ihr Entsetzen und die Peinlichkeit ihrer Lage, denn die bereits bis aufs letzte festlich hergerichteten Räumlichkeiten würden in keiner Weise für die plötzlich große Ausmaße annehmende Feier ausgereicht haben. Da ihnen die Angelegenheit trotz aller Ehre aber doch etwas mysteriös vorkam, wandten sie sich, wenn auch reichlich schüchtern, an die Geheimpolizei, die in kurzer Zeit feststellte, daß die Einladungen keine Einladungen waren, sondern daß eine dritte Person sich den „Scherz" erlaubt hatte, einige Hundert Personen des öffentlichen Lebens zu einer Hochzeit zu bitten, zu der sie ursprünglich nicht eingeladen waren. Mit Mühe und Rot gelang es der Polizei, im letzten Augenblick die Persönlichkeiten zu benachrichtigen, und ihnen die wahre Sachlage mitzuteilen, d. h. sie wieder „auszuladen". — Eine Aufgabe, der sich die Polizei mit großem Takt entledigte. Bei der Nachforschung stellte eS sich heraus, daß der Hrheber dieses Scherzes eine durchaus nicht unbekannte Persönlichkeit war, die sich an dem Bräutigam rächen wollte, weil dieser ihn bei Der Braut ausgeftochen hatte. Die frankfurter herfimeffe. WSR. Frankfurt«. M., 19. Sept. Heber den Verlauf des ersten Messetages auf der Frankfurter Herbstmesse läßt sich folgendes sagen: Die Zahl der Aussteller ist gegenüber Der Frühjahrsmesse um etwa 20—25 Prozent gestiegen. Am ersten Messetag war Der Besuch außerordentlich stark. Reben den Besuchern aus Hessen und Hessen-Rassau waren auffallend stark vertreten die Einkäufer aus der Pfalz und dem Saargebiet. Aber auch Baden, Württemberg und Rordbayern hatten erhebliche Kontingente von Einkäufern entsandt. So machten Nürnberger Kaufleute eine Gesellschaftsfahrt zur Frankfurter Messe. Auch das Ausland war bereits am ersten Tage vertreten. Schätzungsweise beträgt die Besucherzahl des ersten Tages 15 bis 18000. Sippach, der kürzlich wegen Anstiftung zur Gläubigerbegünstigung mit einem Fahr Gefängnis bestraft und sofort verhaftet wurde, sich des mit Schwierigkeiten kämpfenden Müller „angenommen", indem er Gefälligkeitswechsel in nicht unbedeutender Höhe akzep- trerte. Diese Wechsel konnte Müller dann nicht einlösen und wurde gepfändet. Hm die Ver- Heber das wirtschaftliche Ergebnis des ersten Tages ist mitzuteilen, daß im HauS Offenbach, in dem die Offenbacher Lederwarenfabrikanten diesmal wieder ausgestellt haben, das Geschäft im allgemeinen a-S befriedigend zu bezeichnen ist. Gut lagen Koffer: Lederwaren vormittag mäßig, nachmittags besser. Galanteriewaren leidlich zufriedenstellend. Dagegen hatten Spielwaren und Christbaumschmuck auf der ganzen Linie ausgezeichnetes Geschäft, besser als seit Jahren. Auch in Musikinstrumenten war der Hmsatz gut. Parfümeriewaren lagen ausgezeichnet. In Haushaltungsartikeln war das Geschäft uneinheitlich. Während Bürstenwaren gutes Geschäft zu verzeichnen hatten. lagen Holzwaren mäßig und Glaswaren leidlich. Neuheiten waren gesucht und stark gefragt. Im Hause „Schuh und Leder" war in der Abteilung Schuhe das Geschäft nöch schwach, trotz starken Besuchs. Dagegen hat sich der Oberledermarkt wieder vollständig erholt und zu einer Börse vereinigt. Gut gearbeitet haben die Hausschuh- und Kinderschuh-Fabrikanten. In Lederschuhen waren die Erwartungen nicht allzuhoch gespannt. Gegenüber der Frühjahrsmesse ist jedoch eine leichte Besserung zu verzeichnen. Die M ö b e l m e s s e hat sich diesmal räumlich um fast die Hälfte vergrößert: das Geschäft, das schon im Frühjahr gut war, verbesserte sich noch bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität: Insbesondere hob sich die Nachfrage nach hochwertigen Erzeugnissen Rur in schweren Sitzmöbeln war das Geschäft still. Der Besuch dieser Abteilung war außerordentlich stark, trotzdem nur Fachleute dazu Zutritt haben. Einen außerordentlich starken Besuch hatte die T e x 1 i l m e s s e zu verzeichnen, die ja bekanntlich das Rückgrat der Frankfurter Messe bildet. Herren- und Knabenkonfektionsartikel im allgemeinen zufriedenstellende, besonders mittlere und billigere Preislagen. Imprägnierte Regenmäntel und Gummimäntel stark gefragt, zum Teil Hausse. Herrenoberwäsche ruhig. In Krawatten herrschte starke Nachfrage nach besseren Sorten. Hüte besserer Qualität wurden gut abgesetzt. Mützen dagegen müßig. Auch Schirme und Stocke waren stark gefragt. Bemerkenswerte Hmsätze wurden in Herrenstruinpfwaren getätigt. Auch die Damenkonfektion arbeitete gut. Stark gefragt waren Damenmäntel mittlerer Preislage. Strickwaren, besonders Damenstrümpfe wurden stark umge- seht. Damenwäsche zufriedenstellendes Geschäft. Baumwoll-, Druck- und LeineNwaren gut. In Teppichen, Gardinen und Kurzwaren hat am ersten Tage das Geschäft noch nicht voll befriedigt. Starke Nachfrage herrschte nach Wolldecken. Auch Dekorationsartikel und Puppen teilweise recht gut. Abschließend läßt sich sagen, daß alle Aussteller der Textilmesse zufriedengestellt sein dürften, zum Teil sehr zufrieden. Von der QlbteUung „CBturnen und Früchte" läßt sich sagen, daß die ausländischen Aussteller (Holland und Italien) bereits in der Lage waren, wertvolle Geschäftsverbindungen anbahnen zu können, die sich jedoch erst in den nächsten Tagen realisieren dürften. Auch die Sonderausstellung „Der Herr von Morgey bis Mitternacht" fand starken Zuspruch. Ihr Einfluß machte sich besonders bei der Textilmesse bemerkbar Die Messe hatte auch am heutigen zweiten Tage lebhaften Besuch aufzuweisen, der allerdings hinter dem ungewöhnlich starken Andrang deS ersten Messetages zurückblieb. Er übertrifft aber den zweiten Messetag der Frühjahrsmesse wesentlich. Die Hmsätze blieben heute aus einer im Durchschnitt zu friedenstellen den Höhe. Zur Verhaftung des Rechtsanwalts Müller. MSN. Frankfurt a. M.. 19. Sept. Zu den Verfehlungen des verhafteten Rechtsanwalts Müller hören wir noch aus zuverlässiger Quelle, daß Müller das Opfer seiner Umgebung geworden ist. Müller war bis zum Sommer dieses Jahres associiert. Sein Associe soll ihn ewig gedrängt haben, Geld herbeizuschaffen. Aber auch andere Leute setzten ihm zu. So der frühere elsässische Rechtsanwalt und Notar Dr. Klein, her vor einigen Monaten wegen Betrugs bestraft wurde und seitdem flüchtig ist. Auch der Diplomingenieur Sanne stand mit Müller in „Geschä tsverbindung". Ec wurde ebenfalls vor einer Woche in Haft genommen. Desgleichen hat sich der angebliche Dr.-Jng. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. find zu richten an die Schachvedaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 127. Don I. Drown. Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 3 Steine. Kb3; Dg2; Fel. Schwarz: 3 Steine. Kd3; Bd4, h5. 2 3 6 5 4 3 7 h 7 3 3 2 8 1 d e Weiß. 3 b ■6 Partie Nr. 86. In der 7. Runde des internationalen Tur niers zu Bad Homburg gespielt. Daw.engambit. Weih: E. Bogoljubow. Schwarz: Dr. S. G. Tartalowrr. 1. d2-d4 2. c2-c4 3. Sgl - f3 4. Sbl-c3 5. Lei - f4 6. e2-e3 7. Lfl-d3 8. 0-0 1. d7-d5 2. e7-e6 3. Sg8-f6 4. Lf8-67 5. c7-c6 6. 0-0 7. Sb8-d7 Mit solchen Kleinigkeiten, wie Erhaltung des Danrenläusers durch h3 gibt sich Bogoljubow nicht ab. 8. .... 8. Sf6-h5 9. Lf4-e5 9. Sd7xe5 10. Sg5! 10. ^4xe5 Wohl am besten, denn aus 10. S e5 würde Schwarz nach g6 usw. ein günstig zu verteidigendes Spiel erlangen und außerdem och im Besitz des Läuferpaares ohne jegliche K. inpensation fük Weiß bleiben. 10..... 10. g7-g6 Wegen der Drohung g4. 11. Ddl-e2 il. f7-f6 12. Tal -dl 12. Dd8-c7 Der sofortige Tausch auf e5 nebst Ld6 ist hier empfehlenswerter. U. De2-c2 13. Dc7 - b8! Durch diesen eigenartigen Rückzug stellt sich Schwarz wieder sicher. Zum Verlust hätte folgende Spielweise geführt: 13. fxe. 14. cxd, exd (oder auch 14....., exd, 15. Sxd5!, Dd6 16. Lc4!!, die Pointe, während 16. Sxe7, Dxe7 ein verteidigungsfähiges Spiel für Schw. ergeben hätte! 16......Kh8, 17. Sb6 und Weiß geto. 14. Dc2-b3 Ein abwartender Zug, auf welchen der Nachziehende nicht die richtige Erwiderung findet. In Nachteil hätte das Opfer auf g6 geführt 14..... 14. fbxeb 15. c4xd5 15. e6xd52 Der entscheidende Positionssehter, der den weiteren Angriff wieder auffrischt: nach cxd hätte Schwarz das bessere Spiel erlangt. A. B.. 16. e4, d4 17. Sb5, ab 18. Sa3, b5 19. Tel, Ld7 20. Tc2, De6 21. Tfcl, Tac8 und der Mehrbauer wird wohl auf die Dauer die Partie entscheiden. 16. e3-e4! 16. Kg8-g7 17. e4xd5 17. Lc8-g4 18. Ld3-e4 18. Sh5-f6 19. H2 —h3! am besten. 19..... 19. Sf6xe4 20. H3xg4 20. Se4 —co 21. Db3 - c2 21. Tf8-f4 22. Dc2-e2 22. Le7-d6 23. Sf3-g5 23. h7-H6 Zu 23. ... Dd8 hat Schwarz leint Zeit, da Weih durch Sce4 im Zentrum durchdringen würde. 24. g2-g3 24. Tf4-d4 Besser war wohl der Rückzug jiad) f8. 25. Sg5 — f3! Beide Spieler führen die Partie äußerst verwickelt. 25..... 25. Td4Xg4 26. Sf3xe5 26. Tg4-g5 27. Se5-f3 27. Tg5-h5 Dies ist besser als Tf5, denn danach wäre b4 für Schwarz unangenehm geworden: dagegen käme jetzt auf b4 28.....Dc8 (drohend DH3). 28. d5xc6! Bogoljubow zertrümmert nun mit wenigen kräftigen Zügen die ohnehin schon zerrüttete schwarze Position. 28..... 28. b7xc6 Natürlich geht nun 28.....Dc8 nicht mehr wegen 29. Txdö, Dh3 30. De74-, KhS 31. SH4 usw. 29. b2-b4! 29. Sc5-b7 Falls 29......Dxb4 30. Txdö, Dxc3 31. Dc7+, KH8 32. TXg6 usw. 30. Sc3-e4 30. Th5-d5 31. Tdlxd5 31. c6xd5 32. De2-b2+ 32. Kg7-g8 33. Se4-f6+ 33. Kg8-f7 34. Sf6-g4! Das entscheidende Schluhmanöver, dagegen hätte der Rachziehende auf 34. Sd5 dem Weihen durch 34..., Dh8 noch einigermaßen Widerstand entgegensetzen können. Run entfalten die beiden Springer im Verein mit der Dame eine ungeheure Kraft. 34 ... . 34. Db8-h8 35. Db2-b3 35. Kf7-f8 36. Db3xd5 36. Ta8-b8 37. Sf3-e5 37. Dh8-g8 38. Dd5-f3+ sofort entschieden hätte. 38. Sd7~h Ke7 39. Tel+ mit Damengewinn. 38..... 38. Kf8-g7 39. Se5-d7 39. Tb8-c8 40. Df3xb7! 40. Tc8-c7 41. Db7-e4! 41. Tc7-c4 Auf 41.....Txd7 gewinnt 42. Dd4+, Kf8 43. Sf6 nebst Sxd7 + . 42. De4-e3! 42. g6-g5 Falls 42....., Txg4 43. Dc34~! usw. 43. Sg4-f6 43. Dg8-f7 44. Sf6-e8+ aufgegeben. Eine von Bogoljubow vom 16. Zuge an ausgezeichnet durchgeführte Partie. Lösung des Problems Ar. 124. Don K. Erlin. 1. Da6-a5, b4 2. Dd8! usw. 1...... Txf6 2. Del 4- usw. 1...... Kg4 2. Dc3 usw. 1...... bxc4 2. Del -f- usw. Eine richtige Lösung zum Problem Rr. 121 sandte ein: Herr Kappes, Langsdorf. Lösung des Endspiels Rr. 38. Don H. Keidanski. 1. Kg3—f2 (drohend Sg3 +, Kh2 3. Lg2) Kh2 (Schwarz sucht das Ziehen mit dem Bauern so lange als möglich hinzuhalten): 2. Lg2, Le2 (am besten): 3. Sd2, h4 (der Bauernzug ist nun erzwungen): 4. Le4 (dies führt am schn.'listen zum Gewinn: denn auch 4. Sb3 mit folgendem 5. Sd4; 6. Sf5 resp. Sc2 und 7. Se3 gewinnt wegen der doppelten Mattdrohung: 8. Sg4 + +: oder 8 Sfl -}—|-. 4..... Lh5 (auf andere Läuferzüge des Schwarzen setzt Weiß entweder Matt oder gewinnt den Läufer). 5. Lf5l und das drohende Matt ist jetzt nur durch Läuferopfer des Schwarzen aufzuhalten. Zwischen Ws md sieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er hatte in feinem Studierzimmer Licht ange- zündet und ging auf und ab. Immer denselben Weg, vom Fenster nach der Tür ... Die Türen zwischen ihnen waren geschlossen. Man hörte die Uhren tiefen, die Nacht war still, nur von dem gleichmäßigen Rauschen des Winterregens erfüllt. Rasch glitt chre Feder über das Papier. Sie zögerte oft beim Schreiben. Zuweilen wischte sie mit dem feinen Tuch die Tränen ab, die immer wieder funkelnd aufftiegen. Erlöst! Wir sind frei! Komm • •. komm ... schreib' mir, wann ich Dich erwarten darf. Ich bin Dir nicht böse, ich zürne Dir nicht. Niemals ... aber komm ... komm bald. Wir haben nichts mehr zu fürchten. Ich muh Dich sprechen. Ich werde Dich morgen nachmittag von vier Uhr ab er- roarten ... Solltest Du verhindert sein, so komm, sobald Du kannst, um fünf, wie immer, dorthin. Es wird das letztemal sein, daß wir uns dort sehen. Sei versichert, daß niemand Dir zürnt, ajn wenigsten er ... Er gab mich frei, ohne Vorwürfe. Mein Leben gehört nun Dir.. Sicher sind in diesem Briefe viele Fehler, dachte sie, als sie ihn schloß. Weshalb baue ich vor, „wenn Du verhindert sein solltest ...?" Niemand ist verhindert, zu kommen, wenn er liebt ... Sie gab dem Diener den Brief. Sie sah ihn im Regen über die einsame Straße gehen und hörte das Klappern des Briefkastens . . . Nun wa/s geschehen . . . Mein Schicksal liegt In diesem blauen Kasten . . . Eine Tür fiel ins Schloß . . . Aus, dachte sie . . . Es ist — gu Ende ... Sie kühlte sich plötzlich von allen Menschen verlassen. Auch von ihm . . . Etwas Unvermeidliches, das man zu sehen immer gefürchtet hat, stand plötzlich dicht vor ihr ... Die Handbewegung vorhin hatte entschieden . . . Du hier, ich dort ... Als sie ihr Schlafzimmer betrat, fand sie die Tür zwischen ihnen Zimmern verschlossen. In der Nacht, in der sie beide nicht schliefen, hörte sie ihn drüben das Fenster öffnen und das Licht anzünden, er schien zu lesen. Was mag er lesen in so einer Nacht? dachte sie . . . * Sie war erst gegen Morgen eingeschlasen. Als sie erwachte, war es heller Tag. Die Köchin brachte ihr den Tee ans Bett. „Der Herr Doktor ist schon lange fortgegangen", sagte sie und zog die Vorhänge auf. „Und die Post?" „Nichts für gnädige 5rau." Natürlich, der Bries konnte ja noch nicht in feinen Händen fein. Jetzt war es elf. Um zwölf Uhr kam die zweite Post ... In einer Stunde hatte er Ihren Brief. Vielleicht rief er sie an. Aber das Telephon rührte sich nicht. Die Mittagspost brachte nur die Zeitung . . . Zu Tisch hatte Manfred abgesagt, er äße in der Stadt. Ich werde in den Wald gehen, beschloß sie. Sie zog ein Sportkleid an und hohe feste Stiesel und ging In den leise rieselnden Regen hinaus. Die Dogge trabte neben ihr her. Eine alte Frau kam ihr an dem Kreuzweg entgegen und sagte: „Gehen Sie nicht weiter, gnädige Frau ... es ist hier ^erum nicht geheuer. Es ist viel passiert In letzter „Unglück?" „5a, letzte Woche haben sie erst hier jemand um= gebracht ... eine alte Frau wie ich ..." Sie trippelte neben ihr her und schwatzte. Das war gut, man brauchte nicht zu denken, nicht zu rechnen ... Der Regen tat so wohl, die Luft erfrischte sie. Oben im Walde tarn sie an der roten, langen Kirchhofsmauer vorbei. Das Tor stand offen, und sie dachte an ihren Vater, der hier lag. Sie war lange nicht mehr hier gewesen .. . Sie wollte ein paar Blumen kaufen und klopfte mit dem Schirm ans Fenster des Friedhofsgärtners, aber niemand war in dem kleinen Haus. So ging sie zwischen den Gräbern entlang weiter. Da sah sie einen alten Mann, der mit einer Schivpe vor ihr herglng durch den nebligen Garten, in dem die Bäume leise auf die gepflegten, geschmückten Gräber tropften ... Der Mann blieb stehen ... „Sie kommen wegen der Gräber, gnädige Frau?" sagte er und rückte an seiner Kappe. „Wollen Sie sie feljen?" „Welche Gräber?" „Nun, die der Herr neulich bestellt hat ... Ihr Mann ..." „Mein Mann?" „5a, der Herr war neulich hier und bestellte ein Doppelgrab ... dort unter der schönen Traueresche ... zwischen den Blutbuchen ... Ich hab' es abgesteckt." Und er ging ihr voran und wies ihr zwischen anderen Grabstätten, die meist noch ganz frisch waren, eine grasbewachsene Stelle unter zwei hohen, schlanken Blutbuchen, von denen der Nebel troff ... „Das war die beste Stelle, die wir finden konnten ..." sagte der alte Mann. „Es gibt Leute, die haben nie Zeit zu so was, und nachher kommen die Hinterbliebenen angelaufen ... cs ist doch besser, wenn man das vorher besorgt ..." Sie schwieg, betroffen von dem Gedanken, daß er, Manfred, der nie ans Sterben dachte, wenigstens nie davon gesprochen hotte, wohin er einmal kommen wollte, der diese Gegend nicht einmal als Heimat empfand, darauf gekommen war, in diesen Tagen an seine künftige Ruhestätte zu denken ... an sein Grab ... Und das ihrige hatte er gleich ... es war sonderbar ... Und daß er es heimlich getan hatte, ihr kein Wort davon gesagt ... Sie erinnerte sich, wie ungern er auf Kirchhöfe ging. Das Grab ihres Vaters hatte er nicht einmal gesehen ... Sie hatte ihm einmal den Stein zeigen wollen, aber er hatte Vorwände gehabt ... er wollte nicht ... Sie hatte Verlangen nach diesem Grab. Sie ging mit dem Friedhofsgärtner nach dem Treibhaus und suchte ein paar Blumen aus „Nehmen Sie doch diese weiße gefüllte Erika," sagte der Mann, „die hält am besten ..." Auf dem Grab, das dicht mit Efeu überwuchert war, hals er ihr, den großen Blumentopf einstecken ... Unter ihres Vaters Namen ... Und diesen Namen f(baute sie an, während sie auf der kleinen weißen Bank saß. „Franz Joseph Eberwyn von Wegemar ..." Er lag einsam hier oben ... Fremde Grabstätten um ihn herum ... Sie hatten damals auch nicht vorgesorgt ... Und nachher hatte man ihn begraben, am Weg, unter fremden Leuten, wo gerade Platz war. Ihre Mutter ruhte nicht an seiner Seite, diese Frau, die er so geliebt ... Sie hatte gewünscht, verbrannt zu werden, die Urne sollte in einem mit Holzstäben vergitterten, in die Wand ihres Schlafzimmers eingelaffenen Schrank aufge- tellt und dieser ausgeschlagen werden mit dem blau- eibenen Schal, den sie in ihren letzten Tagen immer getragen hatte ... Und so war's geschehen. Ihre Irne stand in diesem abgeschlossenen Zimmer, in dem die Läden herabgelassen waren, in das ihr Vater zuweilen (fing, um Dort am Echrelbtisck zu sitzen ... in Erinnerung an diese zarte, geliebte 5rau ... Siehst du, fo ist sie immer bei uns geblieben, sagte er. Uno sie ist nicht alt geworden, sie war so schön, als sie starb ... ganz mädchenhaft jung, und lächelte wie im Schlaf ... Aber sie war aus ihrem Schlaf gestört worden, als die Fremden in die Stadt tarnen ... und von dem Haus Besitz nahmen. Als sie vor das abgeschlossene Zimmer kamen, rüttelte einer der Offiziere an der Klinke. „Und hier?" fragte er ... Der alte Diener, dem die Knie zitterten, gestand, dieses Zimmer sei das Zimmer der verstorbenen gnädigen Frau. „Nun aut, öffnen Sie, öffnen Sie ... es wohnt ja niemano mehr darin!" „Nein," sagte der Hilfe, „aber es darf nie bewohnt werden." „Wer befiehlt das?" fragte ein kleiner dunkelhaariger siamesischer Offizier ... „Es ist in ihrem Testament so bestimmt, Herr Capitaine ..." Da steckte der kleine gelbhäutige Siamese den Daumen zwischen feine Nockknöpse und lächelte ... „Le sont nous, qui faisons les testaments niainte- nant“, sagte er mit einem Siegergesicht, und er befahl: „Deffnen Sie die Tür!" Die TÜr flog auf, und sie betraten das Zimmer der Toten ... der Diener mußte die Läden offnen und das helle Tageslicht quoll herein ... Der Raum mar wohnlich und elegant ausgestattet. „Da steht ja ein Bett." Der Offizier stach mit feinem Säbel in das weiche Federkissen. „Es ist sogar sehr gut", meinte er. „Ich werde es nehmen ..." Und am selben Tage zog her kleine gelbe Siamese in das Zimmer der Toten ein ... Melitta nahm die Urne aus dem Schrank und trug sie in bas Zimmer des Vaters ... der wehrlos und machtlos diesem Einbruch gegenüberstand ... (Fortsetzung folgt.) soll a u« Mie \ nicht olt S467D om<* txin- )om IS. Zug« an aui- irtie. ms *81.124. tlin. DdS! ulte. Del+ u|in. Dc3 uff. Del* ufto. Oberhessen. Landkreis Gtetzen <1418 leichtlaufende Plarkenrad Wirrta mft WeyvmamiSbüchsen auf etne ®nt« fernung von 175 Meter. Den 1. Preis mit iJiiultD. . Dg8-n gkeitswechlrltn «r>he a*i«V tfanjeL UmblkM, 34 505 dem UkR -emahen MttW m Problem Ur. 121 UW *81.38. Lavsti. 3+, Kh2 3. Lg2) Kh2 mH dm Amern Io len); 2.Lg2. Le2 (am auernW iß nun rt am lchl-.'M M mit folgendem 5.5d4 j Winni wegen m 8U++; o5tr 8 rf ander« MW entweder 51 und das drohende jferoiiler des Db8-h8 KH-18 Ta8-b8 Dh8-g8 len hätte, t Damengewimi. Kf8-g7 . Tb8-c8 Tc8-c7 Tc7-c4 t 42. Dd4+, Kf8 43. Gießener pferdemarst Lose a 1 Reichsmark sind bet allen bekann- len Lose-Verkttusern m habe». General» Vertrieb Buchecker, Iteuen Bäue 11. Da- lelbst 11 Vofe für 0 Rm., 28 Lose für 6 Rin. 2881D schäftsjahr eto tritt Für tkt8 ausgetretene Dor standsmitglied Decker (Lardenbach) wurde Mie lewer Ke A.6i. Gütersloh / Westfalen______ Zu beziehen durch die Fohrrodhond unqen Zu verkaufen: 8/20 PS Benz, 2-Silzer, Notsitz 10/30 PS Benz, 4-Silzer 8/18 PS Simson, 4-Sitzer 4/16 PS Mannesmann, 2-Siizer 1171 Tonnen Chevrolet Sämtliche Fahrzeuge befinden sich in einwandfreiem Zustande und sind mit Bosch-Licht und Anlasser-Anlage ausgerüstet. Ernst Faber Automobile Südanlage 7 Telephon 1341 •en, in D . „X, SÄ* äS cf. Heuchelheim, 19. Sept. Rege D tdtigteit herrscht gegenwärtig in der Heine« strafte und in dec Gießener Strafte. Acht neue Häuser sind hier in Entstehen begriffen. Die Bauherren sind sämtlich Mitglieder der Dau« und Siedlungsgesellschaft. Ortsgruppe Heuchelheim. Ein Neubau, der Don der Darmstädter Bau« und Siedlungsgesellschaft mit zinslosem Gclde ausgeführt wird, ist im Rohbau fertig. Auch in der Ernst- und der Wilhelmstrafte ist je ein Reubau Im Rohbau fertig, so daß in diesem Jahre 11 neue Häuser hier gebaut werden. Rach deren Fertigstellung dürfte die Wohnungsnot, die hier nicht mehr so stark fühlbar ist. fast vollständig behoben fein. is. Steinbach. 19. Sept. Wir berichteten 34 Ringen erhielt Wagnermeister Johannes Schäfer von hier,- 2. Preis Wilhelm Lepper (Alten«Dufeef) 33 Ringe! 3. Preis Dr. med. Arthur Dieh (Lollar) 33 ‘Äinge; 4. P Rudolf Müller (Launsbach) 32 Ringe: 5. P Konrad Pfeffer (Lollar) 32 Ringe; 6. P inodell 71. Die Schuftleistungen sind durchweg als gut zu bezeichnen. Es erzielten: 1. Preis mit 36 Ringen Karl Keller, 2. Preis, ebenfalls 36 Ringe: Wilhelm Grölz (Reisckoffer): 35 Ringe schossen: Johannes Reif, 3. Preis: Karl Weimer 4., Heinrich Dierau 5, Ludtyia Mohr ll. 6. PreiS: 7.. 8., 9., 10, 11. und 12. Preis erhielten nachei nmrder mit 34 Ringen: Schönau (Giehen), Konrad Löws (Frohnhausen), dafob Reif, Zecher (Staufenberg), Ludwig Grölz, Ludwig Mohr 1., Sieger mit 33 Ringen waren: Wilhelm Mohr, Ludwig Euler, Wilhelm Riedel (Frohnhausen), Heinrich Mohr, Karl Schneider, Ludwig Jung. Heinrich Preis, Ludwig Weimer. • Alten-Buseck, 19. Sept. Auf der Landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt hat unsere Gemeinde für dort ausgestelltes Obst die grofte silberne Medaille erhalten, ein Deweis für Lc8—p4 SKx« fr« ’ÜCt8Ufl stz ' *** äuhekft Dtr. Uxri Tg5-h5 Än6h3)8!eih,ä* Lnu" ™« tenigm ) n ^on -müttele b7xc6 (d6'DXc331. Dc7+, Th5-d5 ctixdS w Masa» von: Reichardt, »an ßouten, Tfiaufion usw. zu Originalpreisen * Ferner sehr gut und preiswert: Kakao, lofe,pf.1.50 Keinvich Dvkesch Geltersweg 70. die hervorragende Güte und Schönheit des hiesigen Obstes. 3n diesen, Fahre ist unser Obst ausnahmsweise schön entwickelt. Während vielerorts darüber geklagt wird, daß die im Sommer ausgiebig ntebergegangenen Regenfälle dem Obst erheblichen Schaden zugefügt haben, ist hier da« von nichts zu bemerken. 8 A l t e n - D u s e ck, 19. Sept. Bekanntlich betreibt die Firma H. Klingspor, G. M. b. H. im hiesigen Opperschen Saale seit vorigem Jahre eine Zigarrenfabrik, die einen erfreulichen Aufschwung genommen hat. Da der Opper« sche Saal der einzige am Ort ist, der zu Der- anftaltungen größeren Ümsanges sich eignet, so sind die hiesigen Dereine durch den Ausfall des Saales der Möglichkeit zur Abhaltung ihrer Festlichkeiten usw. verlustig gegangen. Sn dankenswerter Weise hat die Firma diesem Mangel bisher Rechnung getragen und sowohl dem Der- Pächter. wie auch ben Vereinen den Saal bei Bedarf zur Benutzung üüerlaffen, was auch in diesem Winterhalbjahr wieder der Fall sein dürfte. Das Entgegenkommen der Firma wird hier dankbar anetfamit. ffnen M .... Slaniel< bt" SM M««* n V reiS , reis -------- Pfeffer (Lollar) 32 Ringe: 6. Preis Otto Ruhn (Lollar) 31 Ringe: 7. Preis Otto Rorwig (Lollar) 31 Ringe, 8. Preis 3osef Uhrberg (Lollar) 31 Ringe: 9. Preis Wilhelm Grölz (Daubringen) 31 Ringe; 10 Preis Heinrich Brück (OoIIar) 31 Ringe; 11. Preis Werner Jakobi (Lollar) 30 Ringe; 12. Preis Heinrich Geiftler VIII. (Lollar) 29 Ringe; 13. Preis Adam Hahn (Lollar) 29 Ringe; 14. Preis Heinrich Klinke! (Lollar) 29 Ringe § Daubringen, 19. Sept. Der hiesige Kriegerverein beendete nach mehrmaligem Schiehen gestern sein diesjähriges Preisschieften. Geschossen wurde mit Gewehr- fteigerungen hinauSzuschieben, versuchte et immer wieder. Gelder aufzutreiben, und es. erscheint nicht ausgeschlossen, daft er dazu die unterschlagene Summe verwandt hat. Müller soll sehr bescheiden gelebt und für sich nichts Besonderes beansprucht haben. Sein Eigentum ist bis auf das Lebensnotwendige gepfändet worden und unter den Hammer kommen. Wer einmal einen Versuch mit unseren 7IJ0c preiswerte 5 HA Cigarette! MWi hin, Marken gemacht hat, der bleibt dabei und raucht — je länger je lieber — HALPAUS MOCCA. Bade-Einrichtungen kauft man am besten bei l Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 <5s fi&yt am (Jabak! Darum sindJäafpausCigarettQn besser aß andere. -i, !lk. Man verlange ausdrücklich MAGGI8 Würze Steinstraße 13. 8490D 8106D Mil kollegialem Grub 06800 Odenbausen Kcsselbach Vost Londorf. Oberh PostLondorf, Oberh. maschine (Adler), 1 Vertiko. ImoiD keiner Erklärung mehr. Wer zum 7665 D ist in der Anschaffung kaum teurer als Einzel-Kohlenöfen mit Kaminen. Wegen der Vorteile und der Annehmlichkeiten einer Zentralheizung bedarf es heute kommenden Winter noch eine solche Anlage anschaffen will, dem sei eine baldige Entschließung empfohlen — Beratung. Projektierung und Ausführung durch: ro Er- Be- Garantie der Echtheit Achtung auf unversehrten Plombenverschluß! yanz~J£efäK-3imstäi.tw£ WÄZsM« Mitglied des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer-Verbandes E. V. Wolf Straße 21 * Ecke Lieber Straße » Telephon 1055 Niem Wilenskis öennann Mn Schuhmachermeister Schubmachermeister Günstigste Zahlungsbedingungen I Vorführung jederz. durch d.Generalvertretung: Automobil-Verkaufsgesellschaft m.b.H. Gießen, Marburg. Str. 68, Fernspr. 1000 1500 Mk. (vorher 1500 QHL), Faselvie» värter 1800 HU. (vmHeo 1800 QHt), Äe durch das Streitverfahren entstandenen Kosten wurden zu i/s der Gemeinde und zu Vs den Reklamanten auferleFt. Obftvrrsteigernng Jreifag, den 23. September, vormittags 9* Uhr. soll das der Gemeinde Harbach gehörige Dbft, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen an Ort und Stelle versteigert werden. 8492D Anfang am Ortsausgang nach Hattenrod. Harbach, den 20. September 1927. Bürgermeisterei Harbach. Schomber. Jönter, Gerichtsvollzieher in Gießen Goethestraße 29. trat, Spiel Unsere diesjährigen Winter- Tanzkurse itir Anfänger und Fortgeschrittene beginnen am 1. Oktober. Neuer Deutscher Walzer, Yale, Charleston, Black-Bottom, Tango, Slow-Fox und Engi. Waltz werden in vornehmem Stil unterrichtet. Einzel-Unterricht zu jeder Tageszeit. Gefl. Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen. To daß unser Schäfer Wenzel jun. jetzt eine Herde von über 450 Stück zu betreuen hat. Bei den engen Feldbereinrgungswegen ist jedoch eine so große Zahl von Weidevieh für einen Schäfer zuviel. Die Gemeinde plant deshalb die Anstellung eines zweiten Schäfers unter gleic^eitiger Teilung der Herde. Bei dem reichlichen Weidefutter in diesem Jahre und dessen guter Qualität stehen unsere Schafe in bestem Zustand und werden von den Händlern sehr begehrt. Für fette Hammel wurden in diesen Tagen je nach Große und Fleischanfatz 50 bis 65 Mark bezahlt. Kreis Alsfeld. 0^ Alsfeld ,19. Sept. In der Rächt auf Montag gegen 1 Uhr wurde die hiesige Freiwillige Feuerwehr durch die Feuersirene zwecks Hilfeleistung bei einem Brande in dem benachbarten Dorfe Heidelbach alarmiert. Dort war in der zum Pfarrhof gehörigen Pfarreischeune Feuer ausgebrochen, das an den in der Scheune lagernden, zum Teil noch nicht aus- gedroschenen Getreidevorräten reichliche Rahrung fand und sich zu einem gewaltigen Brande entwickelt hatte, als die Motorspritze der Stadt Alsfeld eintraf. Rachdem eine mehrere hundert Meter lange Schlauchleitung bis zu der in der Rahe vorbeifliehenden Schwalm gelegt worden war, ging man an die Bekämpfung des Feuers, das nach etwa vierstündiger Attöeit gelöscht war. Die Scheune brannte weder und war nicht mehr zu retten. Dagegen gelang es, das in unmittelbarer Rähe liegende Pfarrhaus und die Kirche, die vom Feuer ernstlich bedroht waren, dank der hervorragenden Leistung der Alsfelder Motorspritze zu retten. Kleber die Entstehungsursache des Feuers ist nichts bekannt geworden. Der Land', der seine Getreidevorräte in der abgebrannten Scheune hatte, erleidet einen empfindlichen Schaden. Auch dieser Branöfall hat wieder bewiesen, wie notwendig die Anschaffung der Alsfelder Motorspritze gewesen ist. Homberg a. d. Ohm, 19. Sept. Im benachbarten Wäldershausen fand jetzt die erste diesjährige Obstversteigerung statt. Die Preise konnten durchschnittlich als verhältnismäßig billig angesehen werden. Es wurden bezahlt für einen Korb voll Aepfel am Baum ungefähr eine Mark: Birnen konnte man den Korb voll schon für durchschnittlich 25 Pfennig bekommen. )( Kirtorf, 19. Sept. Das Obst kommt nun allmählich zum Reifen. Der Ertrag von Dirnen und Aepfeln ist gering, besonders aber der der Zwetschen. Infolge mangelnden Sonnen- scheins in diesem Sommer ist zwecks besserer Ausreise und längerer Haltbarkeit ein späteres Abernten als sonst dringend nötig. Bessere, haltbare Sorten, die unserem rauhen Klima angepaßt finb, dürften hier mehr vorhanden sein So sei denn auf eine Apfelsorte hingewiesen, die nach einem kleinen Dornröschenschlaf jetzt Z.-U. 0 mtifa netrn beide Harle hing am für i M idjfljl Schi' liche- - s> eines Pim! Teile A üben kam Tore legen eeHi noch j Io öaß luertor Di« Ramp| jahrelc mehr wäre immer Hessen erste f probe sie ha $um wie i Iprecr kehrt Mitt! och, den 21. Sept. 1927, nachm .ags 4.30 Llhr, versteigere ich auf "5t chnung dessen, den es angeht, a. Bal, chofAbendstern einen Waggon Geirer-estroh gegen Barzahlung. Dem» Gerichtsvollzieher in Gießen. zum Ausdruck zu bringen. Die weitere Feier verlief im Kreise der Familie des Jubilars. Doch hatten es sich der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, und der Dekan des Dekanats Grünberg. Pfarrer Schmidt, nicht nehmen lassen, zu der Jubiläumsfeier zu erscheinen und ihre herzlichen Glückwünsche persönlich zu überbringen. Der Jubilar, Pfarrer Friedrich Schick, wurde geboren am 15. Oktober 1863 zu Laubach als Sohn des dvrttgen Pfarrers Friedrich Schick. Rach Absolvierung des Gymnasiums studierte Schick auf den Universitäten Marburg, Greifswald und Gießen Theologie, besuchte das Friedberger Pre- frigerfeminar und wurde nach bestandenem Staatsexamen am 18. September 1887 Pfarrverwalter zu Stumpertenrod im Dekanat Alsfeld. 3m März 1890 wurde ihm die Pfarr- stelle zu Burg-Gemünden (Dekanat Grünberg) übertragen, und am 27. September 1905 wurde er P farrer von Queckbvrn 3n allen seinen Gemeinden erwarb sich der bescheidene und treue Mann bald das Vertrauen und die Liebe seiner Pfarrkinder. Von seinen Kollegen im Dekanat, dessen dienstältester Pfarrer der Jubilar ist, wird er wertgeschätzt als treuer Freund und lieber Amtsbruder, wie ihm auch seine offene Art und sein gerader, echt deutscher Sinn in weiteren Kreisen Hochachtung verschaffte. Wirberg, 19. Sept. Die 50er- Feier der im Jahre 1876/77 im Kirchspiel Wirberg Geborenen fand am Sormtag hier statt. Ein Festgottesdienst vereinte die Konfirmanden des Jahres 1891 mit ihrem alten Seelsorger Pfarrer A h l h e i m - Münster und einer zahlreichen Gemeinde aus allen Dörfern des Kirchspiels. Die Liturgie, bereichert durch zwei Sologesänge, hielt der jetzige Pfarrer des Wirbergs, währerrd die Festpredigt von dem früheren Pfarrer Ahlheim, der vor 31 Jahren vom Wirberg nach Münster zog, gehalten wurde über Matth. 7, 24—29. In herzbewegenden Worten sprach der Prediger über „unser Leben ein Bauen". Zum Schluß sangen die beiden Solisttn- nen, Frl. Ahlheim mti) Frl. Vogt, beides Schülerinnen von Frl. Ida Stammler- Giehen, das Duett: „So nimm denn meine Hände". Der Ortspfarrer schloß die Feier mit dem Segen Eine schlichte Rachfeier mit harmonischem Verlauf fand bei dem Alterskameraden Weihensee in Reinhardshain statt. ch G r ü n i n g e n, 19. Sept. Gegen die im Hcnühaltsplan unserer Gemeinde (760 Einwohner) vorgesehenen Gehälter der Gemeindebeamten war durch einige Landwirte Einspruch erhoben worden In der letzten Kreisausschuhsitzung des Kreises Gießen wurden die Gehälter mrnmehr wie folgt festgesetzt: Bürgermeister 1600 Mk. (vorher 1600 Mk.), Rechner 1400 Mk. (vorher 1740 Mk.), Flurschütz 1200 Mk. (vorher 2150 Mk.), Polizei di euer 800 Mk. (vorher 960 Mk.), Gemeindeschwester Io. 3: nannte 3n bi gliche Spiel botang . §e sehte ( der A Wn erste. W, 9' sich n und | folger Io. Käst Pstich das I ?l8fe' bnnti Mr °ie n kett » i tonnte Ke 3 schenri Aren, ft", d öQtrne D Än 27 m Abfallrohre). Die Angebotsoordrucke werden vom 21. September ab auf unserem Amte, Stephanstraße 18, Zimmer 4, abgegeben, woselbst auch die Zeichnungen und Bedingungen einzusehen sind. 84973 Die Angbeote sind verschlossen, mit enb sprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum 27. September, norm. 11 llhr, bei uns einzureichen, wo sodann die Öffnung in Gegenwart erschienener werber stattfindet. Obstversteigerung Nächsten Mittwoch, den 21. September, mittags 1 Uhr, wird das Obst der Gemeinde Münster, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert. Münster, den 19. September 1927. Heß, Bürgermeister. 8479D H. Scballstaedt G.i.b.B. / Gießen Schanzenstraße / Fernsprecher Nr. 844 und 845 / Schanzenstraße AGA derWagen, dessen Wartung und Pflege die geringste Zeit erfordert. Mittwoch, den 21. September 1927 nachmittags 2 Llhr versteigere ich im „Cötoett", Neuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: 3 Sofas, 1 pianino, 1 Büfett, 2 Schreibtische mit Aufsatz, 1 Nationalregistrierlasse 50 Mrtsstühle, zwei Nähmaschinen, einen doppelten Eisschranl, 1 Wäschemangel, ein Chaiselongue, 2 Staubsauger (Cleltto-Lur), 1 Nastersessel, 1 4für. Klelderschronl, zwei Chaiselongues, 1 Spiegel, 1 Zimmerteppich, 1 Ciswagen, 1 Grudeherd, zwei Kassen- schränle, 1 Labentheke, 1 gelb scheckige Kuh, 1 Küchenschranßi Rauchtisch mitStehlampe, 1 Personenkraftwagen (4-Siher), 1 Schreib- besonders nut und preiswert. OttfriestsrbeMischung '/.Pf. 1.25 (5ettton Orange Pekoe' «Pf. 1.50 Kettwtth Dvtesch Selteröweg 70. (7898 a WoenWeu! Bitte roeltergeben! MWllW! Alle Schuhmacher der Stadt und des Landkreises Gienen, welche mit der Schuh- macherzwangSinnunn für die Stadt und den Landkreis Gießen nichts mehr gemein haben wollen, werden hiermit höflichst ersucht, bis zum 28. Sept. 1927 Unterzeichneten diesbezügliche Mitteilung zugehen zu lasten, damit die Auflösung der Schub- macherzwangStnnung für die Stadt und den Landkreis Gießen baldigst eingelcitet werden kann. Um unnötige Zeit zu ersparen, wolle man seine Unterschrift von der Bürgermeisterei am Orte beglaubigen lasten. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, am 19. September 1927. Hess. Hochbauamt Gießen. B e r t h. Bau- und Möbelbeschläge in großer Auswahl empfiehlt 6879a Edgar Borrmann HanS- und Küchengeräte, Gienen. Kreis Friedberg. WSR. Ober-Erlenbach, 19. Sept. Der Gemeinderat beschloß in seiner letzten Sitzung einstimmig, sich an der durch die Frankfurter Gasgesellschaft durchzuführenden Gassernverso rgung der oberhessischen Orte im Kreise Friedberg zu beteiligen. Kreis Büdingen. # Echz ell, 19. Sept. Das Abturnen des hiesigen Turnvereins, der eines der rührigsten Mitglieder des Gaues „Wetterau" ist, nahm unter Leitung der beiden Turnwcrrte Hermann Reih uni) Wilhelm Christ einen glänzenden Verlaus. Es wurden von der aktiven, der Damen-, der Schüler- und Schülerinnenriege für unsere ländlichen Verhältnisse hervorragende Leistungen erzielt. Besonders gefielen das Keulenschwingen und der glänzend vorgeführte Reigen, sowie der gut einstudierte Volkstanz. Im Drei- kampf der Schüler waren Sieger: 1. Wilhelm Müller und Rudolf Sargt, 2. Heinrich Scheuermann: 3. Ernst Müller, 4. Heinrich Boß: 5. Willi Stoll: 6. Willi Beider. Im Reun- und Zwölftampf errangen: 1. Heinrich Scheuermann; 2. Wilhelm Müller: 3. R. Sargk; 4. E. Müller. Sieger der Schülerrnnenriege im Sechskampf waren: 1. Hedwig Dinding und Alice Schultheiß; 2. Hertha Mögt; 3. Irene Weil und Luise Heller; 4. Ida Muth; 5. Hilde Jung; 6. Pauline Wehrum. Bei den Turne- rhmeit erhielten: 1. Preis Hertha Stoffel; 2. Erna Reih und Marie Graf; 3. Erna Mogk; 4. Hllde Stoll; 5. Maria Herchenröt'her und Hilda Sauer; 6. Dellt Rotschild; 7. Frieda Magel, Erster Sieger in der Oberstufe der Turner im Reun- und Zwölfkampf war Heinrich Mogk. Er erhielt eine vom Turnverein gestiftete Plakette überreicht, die als Wanderpreis gedacht ist und nach dreimaligem ersten Siege als dauernd an den Preisträger übergeht. Im Dreikampf erhielt Heinrich E i ch e l m a n n den 1. Preis, der auch im Siebenkampf 2. Sieger wurde. In der Turner-Unterstufe wurde Gustav Präfried 1. Preisträger. Kreis Schotten. # Ulfa, 19. Sept. Bei der Uebergabe der Feldbereinigung vor nahezu zwei Jahren mußte wegen Urbarmachung größerer Ländereien, die seither als Schafweide dienten, eine der beiden Schafherden aufgelöst werden. Auch hatte die Leberegelkrankheit damals viele Opfer gefordert. Zugleich wurde der über 40 Jahre im Dienst stehende Schäfer Wenzel pensioniert. Im letzten Jahre hat nun die Schafzucht hier wieder einen guten Aufschwung genommen, jug< der gestei abJ gestl ©au' Lehr fer. mit die i Jen Witte Muh mell sprach von L Areisj beschäl Jagen das; sprach Mra stchen 6t(mi Kasir die k Dolk- W nacha Fried Jugei ner Obstversteigerung der Stadt Gießen. Mittwoch, den 21. September, und Donnerstag, den 22. September 1927, soll die diesjährige Obsternte öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: 8422B Mittwoch, den 21. September 1927: a) vormittags 8% Uhr beginnend von den Bäumen an den Kläranlagen am Wetzlarer Weg, im früheren Throm- scheu Garten am Leihgesterner Weg und am Allen chardtweg. Zusammenkunft findet um 8% Uhr vormittags an den Kläranlagen stall. Die Birnen am Allen Hardtweg werden an denKläranlagen mitversteigert. b) Nachmittags 2‘/, Uhr beginnend von den Bäumen am Alten Steinbacher Weg, am Lutherberg, an der Licyer Straße, im Lärchenwäldchen und an der Sandgrube bei der Liebigshöhe. Zusammenkunft in der Licher Straße an der Wirtschaft „Zur Stadt Lich". Donnerstag, den 22. September 1927: Vormittags 8% Uhr beginnend, von den Bäumen im städtischen Obstbaumstück hinter der Kaserne. Zusammenkunft vormittags 8% Uhr in der Licher Sttaße an der Wirtschaft „Zur Stadt Lich". Gießen, den 14. September 1927. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. MWUWMMM Die bei Erbauung eines Rathauses für die Gemeinde Garbenteich vorkommenden Rohbauarbeiten sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben werden: 1. Erd- und Maurerarbeiten (u. a. 25 cbm Erdaushub, 31 cbm Bruchstein-, 112 cbm Backsteinmauerwerk). 2. Zimmerarbeiten (u.a. 31 cbm Bauholz, 1600 m Verzimmerung). 3. Eifenlieferung (1400 kg Träger). 4. Grobschlosferarbeiten (180 kg Anker, Schrauben usw.). 5. Dachdeckerarbeiten (280 qm Ziegeldach). 6. Zpenglerarbeiten (45 m Hcingekandel, Eine ZenMieM Wir liefern Merien u. Motorrad - Seitenwagen. Reparw turen billigst Karosseriefabrik Schotten. Telepb. 68. ™lD wieder mehr hier zur Geltung kommt. Durch ehren früher hier wohnenden Junggesellen (genannt „Dürbecks Onkel") wurden viele gute Sorten eingeführt. Unter diesen befand sich auch eine Sorte, die von Besitzern der Bäume mehrfach auf Obstausstellungen gezeigt und dort prämiiert wurde. Jedoch konnte der Rame des Apfels nicht festgestellt werden. Daher wurde die Einführung eines Lokalnamens empfohlen der mit „Onkel Theodor" gewählt wurde.' Der Baum ist gesund, hat schönen Wuchs, die Früchte zeigen bei vorzüglichem Geschmack große Haltbarkeit bis zum Rachwinter. Die Sorte „Onkel Theodor" eignet sich besonders zur Wei- terverbreittmg in unserer Gegend. <5 Erbenhausen, 19. Sept. Da in unserem Orte der Roggen vor der Regenzeit eingeerntet werde konnte, ist dieser besonders als 'S a a t r o g - g e n geeignet. Daher suchen auswärtige Landwirte hier Roggen zu kaufen und bezahlen für den Zentner 14 Mark. h- Ehringshausen, 19. Sept. Dieser Tage wurde ein 54 Jahre alter verheirateter Mann aus Maulbach unter der Anschuldigung des Sittlichkeitsverbre- chens an einem 1 3j ährigen Mädchen verhaftet. Als die Gendarmerie aus Homberg zu seiner Festnahme schreiten wollte, hatte er es vorgezogen, zu verschwinden. Am anderen Morgen stellte er sich aber selbst der Polizei, die ihn sofort verhaftete. Rheinhessen. WSR. Mainz, 19. Sept. Die Ausstel lung „Haus, Herd, Garten" hat fick) eines außerordentlichen Erfolges zu erfreuen. Am Sonntag wurde bereits die Besucherzahl von 100 000 überschritten. Preußen. Der Frankfurter Iuwelendieb verhaftet. WSR. Frankfurt a. M., 19. Sept. Als Dieb der in der Villa des Bankiers Hvmber - ger.in der Friedrichstraße gestohlenen Juwelen im Gesamtwerte von rund 80000 Mark konnte der 19jährige Otto Preß ermittelt und fest genommen werden. Der jugendliche Dieb ist geständig. Er gibt an, daß er in Abwesenheit der Hausbewohner mittels Rach- schlüssels in die Villa eingedrungen ist. Die gestohlenen Juwelen will er jedoch nicht mehr besitzen, sondern sie, in einen kleinen blauen Sack verpackt, an einem kleinen Teich in der Rähe der Zeppelinallee fortgeworfen haben. Seitens der Polizei glaubt man jedoch nicht an die Gc schichte von den fortgeworfenen Juwelen. Die Vernehmung des Einbrechers dauert noch ar llfHiMevÄ I” iraSen Originalflasclsen zu fflll 6.50 RS vT&ä "S Wk EM gl M fl&B besonders vorteilhaft. Man füllt daraus das M WW MM M kleine Maggi-Fläschchen selbst nach und hat außer Geldersparnis noch die McheKsche Mittwoch früh 9 Uhr eintreffenb: Pa. Schellfische. 2-4pfünb, o. 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September (9zl —uw-hj—ju—i||»»iii—ii■■■■miiwiiio 11 n iiimiiiiiihl ■- -wi—.. Turnen, Sport und Spiel. Tagung der GaujugendwarLe des Mittelrheinkrerfes D. T. - Friedberg. IS. Sept. Die Gaujugendwarte des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft hielten gestern hier ihre diesjährige gutbesuchte Tagung ab. die mit wichtigen Beratungsgegenständen an- gefüllt war. Der Gau Hessen war durch den Gauschwimmwart Franz Sauer. Gießen, und Lehrer O h w a l d. Bad--Rauheim, vertreten. Der Houptsiyung wohnte auch Kreisvertreter Pfeif, fer, Wehlar. bei. Eine weihevolle Morgenfeier mit Gesang. Andacht und Körperschule eröffnete die Tagung, die vom Kreisjugendwart Professor Bender. Frankfurt a. M., geleitet wurde. 2m Mittelpunkt der Berhandlungen stand im Anschluß an ein Referat von Kaufmann R ö m - m e l t. Aödelheim-Frankfurt a. M.. eine Aussprache über die Freizeitbewegung. Der von Lehrer Hotz, Rüsselsheim, als Mitglied des Kreisjugendausschusses erstattete Jahresbericht beschäftigte sich eingehend mit dem Problem der Jugendbewegung. Das inhaltreiche Schlußwort, das „Vater Dender" in jugendlicher Begeisterung sprach, gab der Tagung einen würdigen Abschluß, älmrahmt war die Tagung von einer gesellschaftlichen und einer turnerischen Veranstaltung. Stand der Begrüßungsabend am Samstag im Kasino, bei dem Studienrat Schuchmann für die hiesige Turngemeinde willkommen hieß, mit Volkstanz, Reigen und frohem Sang mehr im Zeichen des Frohsinns, so galt der Sonntagnachmittag ganz ernster turnerischer Arbeit. Die Friedberger Turnerjugend zeigte dabei, daß der Jugendturner in erster Linie wirklicher Turner sein muh. Handball in der D. T. Z.- u. Spo. Butzbach I — IHto. Giehen I 4:3 (2:2). 0 Den Reigen A?r Handballspiele um die Gau- meisterschaft des Turngaues Hessen der DT. eröffneten am Sonntag die genannten Mannschaften beider Verein«. So schön das Handballspiel auf hartem Boden und besonders unter sicherer Leibung ist, so entstellend wird das Bild, wenn, wie es, am Sonntag der Fall war, alle Vorbedingungen für ein unschönes Spiel erfüllt sind. Schlüpfriger, glatter Boden, Regemoetter, aufgeregte Mannschaften und zu allem Unglück noch ein unfähiger Schiedsrichter, der beide Parteien durch sein gänzliches Versagen vollkommen gleich in Nachteil brachte — führten zu einem Spiel, das ganz der: Charakter eines Knmpffpieles zeigte, worin die Jagd nach den Punkten den Ausschlag gibt, und das in keinem Teile befriedigen konnte. Anfangs konnte Butzbachs Elf die Führung übernehmen und zweimal erfolgreich sein. Gießen kam erst langsam in Schwung und konnte beide Tore aufholen. Nach der Pause blieb Gießen über- legen und drückte okme Unterbrechunb. Butzbach war gefährlich in flotten Durchbrüchen. Gießen brachte es noch xu einem, Butzbach xu zwei gültigen Toren, so daß Butzbach mH 4:8 Toren Sieg und Punkte zuerkannt erhielt. Die siegende Mannschaft ist eine erprobt« Kampfmannschaft, die ihr Können und ihre Arbeit jahrelang im Gau erfolgreich sah: tte ist zwar nicht mehr auf alter Höhe, etwas reichlich Verjüngung wäre sehr von Vorteil, doch wird ihre jetzige Form immerhin genügen, ihren Ruf als beste Elf des Hessengaues erfolgreich sicherstellen zu können. Die erste Mannschaft des Mto. Gießen hat ihre, Feuerprobe für die kommende Derbandsrunde bestanden: sie hat nicht nur guten Widerstand geleistet, sie hat zum mindesten genau so viel vom Spiele gehabt wie ihr Gegner, und dem Verlauf des Spieles entsprechend hätte das Ergebnis gerade sö gut umgekehrt lauten können. Was jedoch am deutlichsten in Erscheinung trat, war die wenig imponierende Leistung des Spielleiters, der dem Spiel in keiner Weife Rechnung tragen konnte. Hat der Gau Hessen tatsächlich keine besseren Schiedsrichter für die Spiele Der Meisterklasse? Io. Heuchelheim I — IlTfo. Gießen II 4:6 (2:2). 2n Der A-ÄIaffe standen sich die beiden genannten Mannschaften als Gegner gegenüber. 2n vielen Punkten und vielleicht von einigen kihlichen Kampfmomenten abgesehen, tonnte das Spiel der A-Klässer besser gefallen, als das vorangegangene Spiel der Meisterklafse. Heuchelheim ging zuerst prächtig los und setzte zwei Tore. Es sah fast nach einem Sieg Der Heuchelheimer aus. Doch die zweite Elf der Männerturner wollte besser aöschneiden als die erste. Sie fand sich in schönem Zusammenspiel, zog gleich und ging in der zweiten Spielzeit in Führung, die zum Schluß bis zu einem 6:4-Sieg sich gestalten konnte. Heuchelheims Spieler ließen sich nie ganz einschnüren, hielten das Spiel offen und kamen zu vier, zum Teil sehr schönen Erfolgen. Io. 1846 Gießen I — Io. Alsfeld 1 8:1 (4:0). Am Sonntag trug die erste Handballmann- fchaft des Tv. 1846 Gießen in Alsfeld ihr erstes Pflichtspiel der diesjährigen Verbandsrunde aus, das sie mit 8:1 für sich entscheiden konnte. Die Alsfelder Mannschaft spielte sehr eifrig und konnte das Spiel auch ziemlich offen halten. Doch fehlte ihrem Sturm vor dem gegnerischen Tor die nötige Durchschlagskraft und Entschlußfähigkeit zum Torschuß, und zersplitterte sich auch zu sehr durch Einzelspiel. Bei dem Gießener Sturm konnte nur die linke Seite restlos befriedigen. Die Tore fielen in ziemlich gleichmäßigen Zwischenräumen, und in der letzten Minute konnte auch Alsfeld durch einen Strafwurf das verdiente Ehrentor für sich buchen. Die Flüssigkeit des Spiels litt auch hier wieder start durch den schlüpsrigen Boden. Turner Weisel von Butzbach leitete zu aller Zufriedenheit das Spiel, das von beiden Mannschaften forsch und mit Fairneß durchgeführt wurde. Die Schlag- und Fauftball- meisterschasLen der D. T. Die Meisterschaftsspiele Per Deutschen Sumer» schäft im Faust- und Schlagball, die am Samstag und Sonntag in Apolda zum Austrag kamen, gestalteten sich zu einem großen turnerischen Erfolg. Die Ergebnisse waren: Schlagball der Männer: Männertumverein München 1860 gegen Turnverein Borsig 59: 39. Schlagball der Frauen: Tumklub Hannover gegen Turnverein Kiel 91:56. Faustball der Männer: Turnverein Hamburg gegen Turnverein Licht- imd Luftbad Frankfurt a. M. 23:20. Faustball der Frauen: Turnverein Gera gegen Turnverein Krefeld 1855 59:33. Faustball der älteren Männer: Turnverein Erfurt gegen München-Gladbach-Waldhausen 37:20. Neuer Weltrekord im 110-Meter-Hürden;auf. Bei den internationalen leichtathletischen Wettkämpfen in Stockholm gelang es dem Schweden Sten Petterson, den Weltrekord im 110-Meter- Hürden laufen auf 14,7 Sekunden zu verbessern. D. f. B. Liga — „Borussia" Fulda 2:4. — Ligareserve — Herborn Ligareserve 0:1. — Dritte — Spielvg. Gießen III 2:5. — 1. Fügend — Spielvg. Gießen 1. Jgd. 6:2. — 2. Jugend — Spielvg. 2. Jgd. 0:1. Mit diesem Treffen hat die Ligamannschaft erneut bewiesen, daß ihr spielerisches Können immer noch an das guter Gegner heranreicht, ihr jedoch jegliche physische und geistige Ausdauer fehlt, um einen anfangs mit Erfolg geführten Kampf bis zum Ende durchzustehen. Was der D. f. B.-Mannschaft fehlt, ist die innere Kraft, erzeugt aus dem unbeugsamen Willen des Einzelnen, sein Letztes herzugeben und durchzukämpfen bis zum Schluß. Was man bei nur wenigen der Elf sieht, ist der restlose Einsatz Der ganzen Kraft unter Entfaltung aller Energie. — Fulda war in stärkster Ausstellung erschienen. Rach 20 Minuten vollkommen verteilten Spiels, in dem Fulda diejenigen enttäuschte, Die etwas besonderes von ihm erwartet hatten, ging Gießen durch prächtigen Kopfball des Halbrechten in Führung, ohne jedoch auch bis dahin forderlich überzeugt zst haben. Durch den Erfolg angefpornt, wurde B. f. B. sichtlich besser. Sein Zuspiel wurde genauer und seine Aktionen erfolgversprechender durch planmäßigeren Ausbau durch die Läuferreihe. Borussia konnte sich noch nicht so recht finden, das Zuspiel, besonders das der Läuferreihe, war reichlich zerfahren. Um so energischer waren Die Versuche Der rechten Sturmseite Des Gegners, Den Ausgleich herzustellen, was ihr Denn auch gelang. Von diesem Zeitpunkt bis zur Pause konnte das Spiel begeistern. Beide Mannschaften kamen nun recht gut in Fomr und lieferte sich einen ausgeglichenen, durch Den ständigen Wechsel Der Situationen interessanten Kampf, der bei der Halbzeit V. f. D. zum zweitenmal in Führung sah. Halbrechts war wiederum der glückliche Schütze. Rach dem Wechsel kam Borussia etwas auf und stellte das Resultat nach einiger Zeit auf 2:2. Dieser Erfolg Fuldas, den Der Torhüter bei etwas besserem Stellungsvermögen hätte verhindern müssen, war das Zeichen für die gesamte Platzmannschaft, mit Ausnahme Der Verteidigung, zur Kapitulation. 3n demselben Maße, in Dem V. f. B» nachlieh, steigerte Fulda seine Leistungen, um schließlich das Heft ganz In die Hand zu nehmen. Daß bei der drückenden Heberlegen- heit des Gegners nicht noch mehr als zwei Tore fielen, ist das Verdienst der Gießener Verteidigung, Die sich ganz hervorragend hielt. Mit Dem Endresultat von 4:2 für „Borussia" Fulda büßte Gießen zwei weitere wertvolle Punkte ein. Fulda hat das Spiel verdient gewonnen, schon allein deshalb, weil es, obwohl zweimal im Hintertreffen, durch seine zähe Ausdauer und seinen Siegeswillen sich Die Erfolge erkämpfte, während V. f. D., zweimal in Führung liegend, schon bei einem 2:2 jeglichen Kampfwillen vermissen ließ und das Spiel verloren gab. Die Ligareserve lieferte eines ihrer schlechtesten Spiele, indem sie infolge der Schuhunfähigkeit des Stürmers nach dauernder, zeitweise drückender lleberlegenheit gegen Herborns Ligareserve mit 0 :1 Sieg und Punkte verschenkte. Durch zwei Platzverweise geschwächt verlor die Dritte gegen die spielstarke Dritte Der hiesigen Spielvereinigung mit 2 :5, nachdem sie schon mit zwei Toren geführt hatte. Der Lokalkamps Der Jugendmannschaften von V.f.D. und Spielvereinigung sah V.s.B. mit 6 :2 als Sieger. Wer die Entwicklung der Jugend- abteilungen bzw. Mannschaften beider Vereine in den letzten Jahren verfolgt hat. konnte diesen Sieg, allerdings nicht in dieser Höhe. Voraussagen. Durch Den jetzigen Sieg hat V.s.B. wieder die Vorherrschaft an sich gerissen, Vird es aber bei Der anerkannten Spielstäicke Des Lokalgegners nicht geraDe leicht haben, sie für Die Dauer zu behaupten. Der Spielverlauf war in Der ersten Halbzeit recht spannend, verlor aber nachher bei Der ständigen äleberlegenheit Der Platz elf an Interesse. Kurz nach Beginn ging Sp.-Vg. überraschend nach forschem Angriff in Führung. V.f.D. glich bald Darauf aus und erzielte trotz der tapferen Abwehr Der Hintermannschaft bis zum Schluß noch fünf Tore, Denen Der Gegner nur eins entgegensehew*konnte. Bei V.f.D. klappte es bei allen Mannschaftsteilen, besonDers lobenswert war Das präzise Zuspiel, gegen das Sp.-Vg. nicht auszukommen vermochte. Das Tressen wurde beiderseits fair Durchgeführt, bis aus einige Ausnahmen eines Sp.-Vg.- Spielers, Derzufolge er nach mehrmaliger Verwarnung vom Schiedsrichter des Spielfeldes verwiesen wurde. Die zweite Jugendmannschast verlor ihr erstes Dipl'm iel gegen Die gleiche der Sp.-Vg. knapp mit 0 :1. SpielDereinigung 1900 Metzen. o. Die 1. Els der Vereinigten eitttäuschte am Sonntag ihre Anhänger sehr. Hatte man auch im voraus nicht mit einem Sieg gerechnet, so Dachte aber auch niemand an eine so hohe Riederlage, die auch nicht gerechtfertigt war. Hervorheben muß man allerdings, daß der „Verein für DewegungsspicH Kurhessen 05", Marburg, in kompletter AiHstellung eine ganz vorzügliche Partie lieferte, Der Die Gießener, Die abermals auf vier ihrer besten Kräfte verzichten mußten, in keiner Weise gewachsen waren. — Gleich von Anbeginn zeigte sich Die Elf des Gastgebers als einheitliche, äußerst schnelle Mannschaft, die bei guter und reichlicher Kombination über einen gesunden Schuh verfügt. Fast bis zur Halbzeit setzten die Gießener den ungestümen Marburger Angriffen heftigen Widerstand entgegen. Cs waren nur noch einige Minuten bis zur Pause, als Marburg kurz hintereinander nach zu kurzer Abwehr des Tor^ warts zwei Treffer buchen konnte. Das Spiel wurde eine Minute verlängert, und in dieser Zeit erzielten Die Platzleute einen Dritten Treffer, allerdings aus klarer Abseitsstellung. Mit 3:0 wurden die Seiten gewechselt. Gießen stellte um. Mittelläufer und Mittelstürmer, Halblinks und Linlsauhen, Halbrechts und rechter Verteidiger wechselten die Plätze. Aber 1900 war weiterhin vom Pech verfolgt. Der Torwart lieh einen hohen scharfen Ball, nachdem er ihn famos gefangen hatte, ins Retz springen, Dann ließ Der rechte Verteidiger einen Bombenschuß absichtlich passieren. Der Torwart war aber Darauf nicht gefaßt und muhte auch diesen Treffer, Der in Die äußerste Ecke ging, aus Dem Reh holen. Run raffte sich Gießen auf. Seine Bemühungen hatten enDlich Erfolg. Ein gutes Zusammenspiel aus dem rechten Flügel ergab eine schöne Flanke Des Rechtsaußen. Enders verwandelte unhaltbar. Angefpornt durch diesen Erfolg Drängte 1900 eine Zeitlang. Aber Marburg verstärkte Die Verteidigung, so daß alle Akttonen Der Gießener im Sande verliefen. Mehrmals rettete Marburgs Hüter hervorragend. In dieser Zeit verstand es Gießens Hintermannschaft durch geschicktes Abseits stellen, auf das die Platzherren zehnmal hereinfielen, Marburgs Angriffe niederzuhalten. Erst als der sonst vorzügliche Schiedsrichter eine so krasse Abseitsstellung des Marburger Sturmführers übersieht und Dieser Dadurch ein Tor erzielte, protestierte Gießen und ließ in seinem Kcmrpfgeist nach, so daß der Plahverein noch mit Leichtigkeit zwei weitere Treffer erzielen konnte, das Endresultat somit auf 8:1 stellend. Das Spiel war fair und reich an spannenden Momenten. Durch Den mitunter blitzschnellen Wechsel Der «Situationen würben an Den Spielleiter in punkto Schnelligkeit große AnforDerungen gestellt, so dah ihm in Anbetracht Der DoDenglätte, kleine Fehler unterliefen, Die aber nicht von BeDeutung für Den Ausgang Des Spieles waren. Das Spiel Der Ligareserve gegen Den Verein für Rasenspiele Butzbach kam nicht zum Austraa, da sich für das Spiel kein Schiedsrichter auftreiben ließ und Der angesehte audb'ieb. Die 3b verlor gegen Heuchelheims 2. 3: 1, Da die Mannschaft mit acht Spielern begann unD sich später auf neun ergänzte. Die 1. Schäle reif konnte gegen Die 1. Schüler Klein-Lindens mit Dem knappsten aller Ergebnisse (1: 0) erfolgreich fein, Heuchelheim. Fußballklub Burgsolms I gegen Spo. 1920 Heuchelheim I 3:0. Auch in Burgsolms muhte die erste Elf Dem Heuchelheimer Sportverein am Sonntag die Punkte taffen. Obwohl die Glf mit zwei Mann Ersatz an treten muhte, hatte man doch ein besseres Abfchnetden erhofft. Der Mannschaft fehlt es an Dem nötigen Zusammenhang und vor allen Dingen an Kampfgeist. Burgsolms konnte in technischer Beziehung bei weitern ittcht an Die Heuchelheimer heran, jedoch ist Die Mannschaft äußerst stink und verstecht vor allen Dingen zu kämpfen. Das Spiet ftanD bis zur Halbzeit 0 :0. Auch Die Schüler mann schäft ist in sehr guter Form. Rachdem sie am «Sonntag vorher gegen Kleinlinden 8 :0 gewonnen hatten, konnten sie am Sonntag gegen Die sehr spielstarke Els vorn Wetzlarer Sportverein 1 :0 gewinnen. Fuhball im Bezirk Main-He^en. Die Verbandsspiele der Bezirksliga Main-Hessen blieben in der Gruppe Main am Sonntag frei von allen Ueberraschungen. (Eintracht, die ohne Punktverlust immer noch die Tabellenspitze hält, hatte allerdings große Mühe, um sich auf eigenem Platze des Sportklubs Rotweiß zu erwehren. In einem spannenden Spiele fiel die Entscheidung erst ganz kurz vor Schluß urtD brachte für Eintracht einen knappen Sieg von 2:1 Toren. Fußballfport- verein, auch noch immer ohne Punktein'ouhe, schlug Sport 1860 Hanau sehr hoch mit 9:0 Toren, wie man es ungefähr ermattet hatte. Auch Hanau 1893 brachte gegen den Verein für Rasenspiele Offenbach ein 7:0 zustande. Dagegen trennten sich zwei alte Sigogegner, Kickers Offenbach und Union Niederrad, 2:2 unentschieden. Aschaffenburg Viktoria gegen Viktoria Hanau sicher und verdient 4:2. Bemerkenswett bleibt daß Germania 1894 Frankfurt auch gegen den Liganeuling, Spielvereinigung 1903 Fechenheim 2:3 verlor und immer noch punktlos dasteht. In der hessischen Gruppe erfuhr die Lage insofern eine wesentliche Klärung, als Sportverein Wiesbaden gegen Mainz 05 mit 1:4 Toren verlor uni) aus der Spitzengruppe ausschied. Worrnatia Worms liegt weiterhin an erster Stelle, denn sie schlug Hassia Bingen 3:0, während Sportgemeinde Höchst gegen Alemannia Worms nur ein 2:2 erzwingen konnte. Verein für Leibesübungen sicherte sich die zwei Punkte durch einen sehr knappen Sieg über Germania Wiesbaden mit 4:3 Toren. Spielvereinigung Arheilgen erregte neuerdings Aufsehen, denn sie schlug den Sportverein 98 Darmstadt 4:3. 5pfeloeremigung Fürth - 1. F. C. Nürnberg 0:0. Vor runD 15 000 Zuschauern lieferten sich am Sonntag in Nürnberg beide Mannschaften einen erbitterten Kampf, Der torlos ausging, woran jeDoch einzig und allein Die großartig schaffenden Hintermannschaften jeder Partei schuld sind. Der Klubsturm erwies sich vor dem Tore als der gefährlichere, was schon durch sieben bis zur Halbzeit erzielte Ecken Dokumentiert wird, doch hätte et zumiirdest eine davon zu einem zählbaren Erfolg verwandeln müssen. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen. Das Llnentschieden entspricht durchaus dem Spielverlauf. Rach der Halbzeit wurde der Kamps etwas schärfer, hielt sich aber in den Grenzen des Erlaubten mit einer einzigen Ausnahme: Wieder wurde von dem sehr energischen Schiedsrichter llllmann aus Wiesbaden wegen eines Fouls vom Platze verwiesen. 3n den letzten Minuten des Spieles setzte Der Klub zu einem kräftigen EnDspurt ein, Der von Den Kleeblättern sofort ertoiDert wurde, doch keiner Der Parteien gelang es, zum Erfolge zu kommen, so daß der typische Punktestreit torlos endete. Die Derdandsspiele im Arberter-Turn- und Sporlbund. Die kreisklassr. £ Giehen schlägt Friedberg 4:1. Dies ist ein in seiner Höhe unerwartetes Resultat, es bringt Gießen in der ersten Gruppe auf den Dritten Platz. Dies dürste das hervorstechenoste Moment des Spieles am Sonntag gewesen sein. 'Wenn man bei dieser Begegnung auf ein scharfes Spiel gefaßt war, so bewahrheitete sich dies, wenigstens in der ersten Halbzeit in vollstem Maße: beide Parteien gaben Dem Schiedsrichter sehr oft Gelegenheit zum Eingreifen. Mit dem Winde im Rücken drückte Gießen leicht, erhielt in der 9. Minute einen Elf- meter, der in ganz selbstverständlicher Weise verwandelt wurde. Zwei Minuten später schoß der Halb" linke Gießens das zweite Tor. Dieser Vorsprung Gießens war für Friedberg das Zeichen, massiver zu werden, aber auri) energischer im Angriff, konnte jedoch die Gießener Hintermannschaft nicht über winden. Hierbei zeigte sich, daß Friedberg nicht mehr das ist, was die Mannschaft war. Gießen lag auch weiter im Angriff, die Mannschaft machte einen recht guten Eindruck. Nach 25 Min. «Spielzeit spielte sich der Halbrechte Gießens sehr gut durch, gab uneigennützig nach Halblinks, der prompt zum dritten Tor einsandte. Eine Verletzung des Friedberger Mittelläufers und das Herausstellen eines Spielers brachte die Friedberger Mannsck)aft auf nur 9 Mann. Kurz vor Schluß der ersten Halbzeit erzielte Gießen durch Halblinks, allerdings aus einer übersehenen Abseitsstellung heraus, das vierte Tor. — Zeigte Friedberg in der ersten Halbzeit ein völlig systemloses, auf Zufälligkeiten aufgebautes Spiel, fo flaute das Spiel nach dem Wechsel auf beiden Seiten sehr stark ab. Friedberg spielte zwar eine halbe Stunde lang mit nur 9 Mann und konnte sich deshalb kaum recht durchsetzen. Aber auch Gießen hatte in seinen Leistungen sehr stark'nachgelassen, vor allem der in der ersten Halbzeit vorzügliche Sturm. Bis zum Schluß ließ das Spiel immer mehr nach, es war kaum noch als Kreisklaffespiel anzufprechen. Eine Minure vor Schluß erzielte Friedberg durch einen verwandelten Strafstoß sein Ehrentor. Das Spiel wollte nun wieder etwas lebhafter werden, aber es war zu fpät, der Schlußpfiff machte dem Spiel ein Ende. Heuchelheim I — Lollar I 4:3. Den knappen Sieg der Heuchelheimer in diesem Gesellschaftsspiel verdanken sie ihrem outen Stern, Denn in Der ersten Halbzeit roch es sehr stark nach einem «sieg der Lollarer. Eine Viertelstunde lang war Lollar sichllich überlegen, Die Ausbeute war nach zehn Minuten das erste Tor. Bei ausgeglichenem, flottem und fairen «Spiel erzielte Heuchelheim bis zur Pause Den Ausgleich. Nach dem Wechsel ließ Lollar merMch nach, fo daß Heuchelheim nach und nach das Uebergeroiqjt bekam. Bei einem Durchbruch Lollars verschuldete Heuchelheim einen Elfmeter, der der Mannschaft zum zweiten Male die Führung brachte. Nun war Heuchelheim tonangebend und stellte in kurzer Zett das Resultat auf 4i2. Kurz vor Schluß gelang es Lollar, ein Tor aufzuholen und obiges Resultat herzuftellen. Dte reffe Klasse. «Ließen Ib, das di« Reife nach Alsfeld unternahm, holte sich gegen Die Dortige Erste Mannschaft eine empfindliche Niederlage. Alsfeld hat sich die Lehren, Die ihr im Spiel gegen Wieseck mit auf den Weg gegeben wurden, scheinbar zu Herzen genommen, Denn das Spiel am Sonntag ließ nichts zu wünschen übrig. Bereits in Den ersten fünf Minuten erzielte Alsfeld durch Den Mittelstürmer fein erstes Tor, Gießens Tormann war hierbei nicht ganz ohne Schuld. Ein weiterer Fehler Desfelben Spielers brachte Alsfeld bald darauf einen weiteren Erfolg. Vom Mittelanstoß zog Alsfeld vor Gießens Tor, und nach 11 Minuten Spielzeit führte Alsfeld 3:0. Gießen wurde merklich besser, konnte das Spiel offen halten und erzielte nach 30 Minuten durch eine verwandelte Ecke sein erstes Tvr. Nach dem Seiten« wechsel war Alsfeld säst während der ganzen Spielzeit tonangebend, erzielte in regelmäßigen Abständen drei weitere Tore und sicherte sich einen 6:l*Sieg. Gießen mußte sich auf einzelne Durchbrüche beschränken, die durchweg verpufften. Daß die Chancen Wetzlars I gegen Marburg I keine schlechten waren, wurde vorausge- sehen, aber weniger, daß Der Sieg Wetzlars in so eindrucksvoller Weise erfolgen würde. Das ^O-Re- sultat für Wetzlar läßt ein völliges Versagen der Marburger Männerturner vermuten. Andererseits muß sestgeftellt werden, daß Wetzlar gerade in letzter Zeit außerordentlich an Svtelstärke gewonnen und dies durch die erzielten Resultate in recht gutem Maße für sich ousgewettet hat. Die zweite klaffe. Burkhardsfelden I tarn zu zwei recht billigen Punkten, denn Leun I trat nicht an und verschenkte demzufolge die Punkte kampflos. Das Spiel Daubringen I gegen Großen- Linden I sollte um den zweiten Platz entscheiden und beanspruchte deshalb stärkeres Interesse. Gro- ßen-Linden blieb diesmal zwar Sieger, aber da Daubringen einen allem Anschein nach berechtigten Protestarund hat, muß erst der Spruch des Bezirks- ausfchuffes abgewartet werden. Sofort nach Dem Anstoß entwickelte sich ein recht flottes Spiel, bei dem Daubringen zumeist im Vorteil war und auch zunächst einige Ecken erzielte. Nach einer Viertelstunde ging Daubringen durch feinen Halblinken in Führung, Dem bis zur Halbzeit ein zweites Tor folgte. Nach dem Wechsel hatte Großen-Linden den Wind als Bundesgenossen und konnte bis zum Abpfiff vier Tore erzielen und Damit einen 4-2-Sieg, Der allerdings dadurch in Frage gestellt ist, als durch übereinstimmende Feststellungen nachgewiesen wurde, daß der Schiedsrichter das Spiel zehn Minuten zu früh agepfiffen hatte. Eine Wiederholung wird also kaum ausbleiben. Das Eckenverhältnis 9:2 für Daubringen läßt einen starken Drucf auf das Tor Gro- ßen-Lindens vermuten. Die unteren Mannschaften. Die Jugend Klein-Lindens hielt, was man sich von ihr verfprach, denn es gelang ihr, im Spiel gegen Wiefecks Jugend sich einen weiteren Punkt zu sichern. Stand des Spiels bei Schluß: 2:2. Das Spiel Gießen Jugend gegen Heuchelheim Jugend kam nicht zum Austrag, Da Gießen nicht anwesend mar. Erwartungsgemäß holte sich Die Jugend Hachborn im Spiel gegen Oppenrod Die Punkte. Resultat: 0:2 für Hachborn. Ein interessantes Spiel zeigten, wie vorausgesagt, die Schülermannfchasten Gießens und Wiese ck s. Bei Halbzeit stand das Spiel noch 1:1. Nach Dem Wechsel war Wieseck eine Klasse besser und erzielte in kurzen Zwischenpausen drei weitere Tore. Resultat: 4:1 für Wieseck. Ein knappes Resultat brachte das Spiel der Schüler Wetzlars und Lollars. Hier blieben mit 1:0 die Wetzlarer die Glücklicheren. Frankfurt gewinnt den Fünf- Städtekampf im Schwimmen. vo. Am Sonntag brachte der Frankfurter SV. den Schwimm-Fünf st ädtekampf Frankfurt — Darmstadt — Mainz — Offenbach — Wiesbaden zur Durchführung. Ausgetragen wurden nur vier Staffeln, die Wasserballspiele muhten wegen Einbruch der Dunkelheit ausfallen. Da Frankfurt und Darmstadt auf Punktgleichheit kamen, gab die bessere Gesamtzeit Frankfurts 63:40,7 gegenüber der Darmstadts 64:21,7 den Ausschlag, tzomit siegte Frankfurt 18 P. vor Darmstadt 18 P.. Mainz 11 P, Offenbach imb Wiesbaden je 5 P. Deutschland gewinnt den Radländerkampf. Der am Sonntag vor etwa 6000 Zuschauern auf der Stettiner Westendradrennbahn ausgetragene Radländerkampf Deutschland—Dänemark endete mit einem Siege der Deutschen mit 144 gegen 125 Punkte. HleinKaUberschietzsport. Das Kreisschießen der dem Verband Hess. Kleinkaliber-Schützenvereine angeschlossenen K.-K.- Vereine des Kreises Gießen fand in diesem Jahre auf den neuen Ständen am Bergwerkswald statt. Es beteiligten sich hieran 8 Vereine eine recht geringe Zahl im Vergleich zu den im Kreise bestehenden 37 Vereinen. Ausgeschossen wurden: 1. die Kreismeister- schaft im Mannschaftsschießen für alle Klassen gemeinsam, die E i u z e l m e i ft e r s ch a f t der Klassen A, B und C (gemeinsam). Eine Mannschaft bestand aus 5 Schützen, von Vereinen über 50 Mitglieder waren 2 Mannschaften zugelassen. Im E i n ze l s chi e ße n kam auf je 10 Mann der betreffenden Klasse ein Schütze, wöbei 5—9 als volle 10 gerechnet wurde, 1—4 unberücksichtigt blieben. Die Bedingung war für olle Teilnehmer gleich: je drei Schuß liegend freihändig, kniend (nicht sitzend), stehend freihändig. Wenn auch die Teilnahme besser hätte sein können, so waren doch die Ergebnisse z. T. recht gut. Besonders hervorgehoben muß werden, daß sich zum erstenmal Vereine mit jugendlichen Schützen mit Erfolg beteiligten. Die Ergebnisse waren: Mannschaftsschießen: 1. Mannschaft Steinbach (alter Kreismeister), 373 Ringe: 2. Mannschaft Holzheim, 305 Ringe. Einzelschießen: Klasse A: 1. Schlosser, Lauter, 92 Ringe: 2. Becker, Mainzlar, 74 Ringe. Klasse B und C: 1. Port, Steinbach, 78 Ringe: 2. Gerhard, Steinbach, 77 Ringe. Wer von den genannten Siegern an dem am 2. Oktober (Hindenburgtag) stattfindenden Landesschlußschießen des Hess. Verbandes, zu dem auch der Herr Reichspräsident einen Preis gestiftet hat, teilnimmt, steht noch dahin. Hieran nehmen nach den Bestimmungen nur die zehn besten Kreismeistermannschaften des Verbandes und die zehn besten Kreismeister jeder der Klassen teil. Die vorjährige zweite Mannschaft im Verbände, Steinba ch, Kreis Gießen, wird in diesem Jahre den herrlichen silbernen Pokal verteidigen müssen. Anschließend wurde noch ein Preisschießen, drei Schuß stehend freihändig, abgehalten, das sehr anregend verlief und bei dem sehr hübsche Preise ausgeschossen wurden. Die bei schönstem Wetter abgehaltene Veranstal- tting hat gezeigt, daß der Kleinkaliberschießsport immer neue Freunde findet, und daß mit gut fortschreitender Arbeit auch Lust und Liebe zu ihm wachsen. V. Ld. Wirtschaft. Der deutsch-polnische Außenhandel. Aach den zuletzt veröffentlichten Außenhandelszahlen ist der deutsche Wertanteil am polnischen Außenhandel im ersten Halbjahr 1927 gegen die gleiche Zeit des Vorjahres von rund 21,2 Proz. auf rund 24,5 Proz. bei der Einfuhr von Deutschland nach Polen und von rund 25,7 auf rund 29,7 Proz. bei der Ausfuhr von Polen nach Deutschland gestiegen. Dies bedeutet, daß Deutschland im erfteii Halbjahr 1927 im Rahmen des deutsch-polnischen Zollkrieges — dem Werte nach — ein Viertel der polnischen Gesamteinfuhr nach Polen geliefert und nahezu ein Drittel der polnischen Gesamtausfuhr aus Polen bezogen hat. 3m Außenhandel Polens stand Deutschland im ersten Halbjahre 1927 — trotz Zollkrieg — sowohl als Lieferant, wie als Abnehmer an erster Stelle. Mit seiner Regierungsverordnung vom 11. August 1927 hat Polen nun einen Maximaltarif für Waren aufgestellt, die aus Ländern stammen, mit denen Polen keinen geregelten Handelstarif hat. Dieser Maximaltarif bedeutet für seine Positionen eine lOOprozentige Zollerhöhung, also einen offenkundigen Kainpftarif. Dieser soll am 26. Dezember 1927 in Kraft gesetzt werden. Inzwischen erheben sich in der polnischen Presse bereits Stimmen, die mahnend darauf Hinweisen, daß Polen sich mit diesen neuen Maximalzöllen einen „Verhandlungstarif" von solcher Höhe geschaffen habe, wie sie nach den volkswirtschaftlichen Bedürfnissen Polens überhaupt nicht gerechtfertigt werden könne. Diese neue Zollpolitik derteure die Einfuhr von Waren, die in Polen überhaupt nicht oder nur unzureichend hergestellt würden. Auf deren Einfuhr könne Polens Volkswirtschaft nicht verzichten. Polen wird also diese Waren auch dann kaufen müssen, wenn die lOOprozentige Zollerhöhung in Kraft getreten fein wird. Wer davon den größeren Schaden haben werde, z. D. bei der Einfuhr deutscher Maschinen, die Polen notwendig brauche, darüber könne kein Zweifel bestehen. Derartige Kampfzollshsteme mit Vor- und Aufschlägen hätten sich längst überlebt. Es dürfte an der Zeit sein. Zolltarife gleich in den gewünschten Zustand zu bringen und auf solcher Basis fallweise wegen Ermäßigungen gegenüber anderen Staaten zu verhandeln. Ein Einarbeiten auf ehrliche Verständigung wäre jedenfalls zweckmäßiger als ein so primitives, auf Verblüffung und Täuschung berechnetes System, mit dem man sich selbst mehr schade als nütze. Es ist anzunehmen, daß der Abschluß des deutsch-französischen Handelsverirages auch auf Seite Polens die Erkenntnis wird reifen lassen, daß Wirtschaftsverständigung vorteilhafter ist als Wirtschaftskrieg. W—r. Von den Schlachtviehmärkten. Der ihnfang des Geschäfts hielt sich an den Schlachtviehmärkten der ocrigen Woche im allgemeinen im Rahmen der letzten Derichtsperiode, wovon jedoch die Schweinemärkte trotz der kühlen Witterung eine Ausnahme bildeten. Hier ist nach der konstanten Aufwär'sbewegung fast auf der ganzen Linie eine gewisse Verflauung fest- jU1 leiten, zumal der Austrieb eine weitere Steigerung erfahren hat (89 000 gegen 87 000 in der Vorwoche). DK Rindern war das Geschäft als mittelmäßig zu bezeichnen, während Kälber zum Teil etwas lebhafteren ^Imsah hatten. Die Schafmärkte verliefen im großen und ganzen ruhig. Die Preisgestaltung war für Rinder nicht einheitlich, jedoch wurden die Aorierungen der letzten Woche durchweg behauptet. Bullen zogen vereinzelt um Kleinigkeiten an. Bei Kälbern überwogen geringe Aufschläge im Rahmen von ein bis zwei Pfennig, wobei mittelschwere Mast- und beste Saugkälber, die nicht zu reichlich vorhanden waren, den Vorzug hatten. Schafe verkehrten auf letzter Basis: gesucht waren besonders gering genährte Schafe und Stallmastlämmer. Weidemastlämmer gaben durchweg etwas nach. Bei Schweinen betrugen die Rückgänge durchschnittlich 2 bis 5 Pfennig, was sich auf leichtere und geringere Ware am fühlbarsten auswirkte. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert: Rinder Kälber Schafe 1 Schweine Berlin 24-63 60-90 35-69 61-74 Bremen 25-58 50-85 40-62 50-71 Breslau 18-62 55-80 30-62 60-75 Chemnitz 25-65 65-87 52-62 60-75 Dortmund 30-63 60-96 40-56 64-75 Dresden 25-65 65-88 45-68 58-76 Düsseldorf 25-65 55-90 — 64-79 Elberfeld 25-63 50-90 — 60-74 Essen 34-63 60-120 34-57 60-75 (HranksurtM. 30- 65 60-82 28-55 65-75 Hamburg 16-58 34-90 22-60 58-73 Hannover 20-60 45-90 40-63 60-74 Husum 20-60 — 42-55 — Karlsruhe 20—63 61-83 — 70-79 Kassel 30-63 50-75 — 64-78 Kiel 21-56 39-78 36-60 50-72 Köln 24-66 60-120 40-60 60-77 Leipzig 25-63 60-87 42-69 63-79 Magdeburg 25-63 45-127 28-57 60-75 Mannheim 16-64 58-82 42-43 53-76 München 23-64 70-86 — 66-74 Stettin 15-60 40-82 20-60 55-77 Stuttgart 15-65 67-86 — 57-75 Zwickau 20-63 60-80 45-60 67-78 • Generalversammlung der AEG. Die außerordentliche Gsneralversammlung der AEG. genehmigte gestern die vorgeschlagene Kapitalerhöhung. Darnach wird das Grundkapital um 30 Millionen Mark Stammaktien auf 186 250 000 Mark erhöht. Die neuen, ab 1. Oft. dividendenberechtigten Aktien werden von einem Konsortium zu 135 Proz. übernommen mit der Maßgabe, daß den alten Aktionären ein Bezugsrecht im Verhältnis 6: 1 und den Dorzugsaktio- nären von 10: 1 zu 140 Proz. eingeräumt wird. 6 375 000 Mark Aktien bleiben zur Verfügung der Verwaltung. 3n der Diskussion bemängelte ein Aktionär den Bezugskurs und errechnete einen tatsächlichen Dezugskurs von 175 Proz. Er stellte den Antrag, den Aktionären ein Bezugsrecht von 120 Proz. einzuräumen. Ein Vertreter der Dorzugsakttengruppe B fühlte sich dadurch benachteiligt, daß dieser Aktienkategorie ein entschieden schlechteres Bezugs recht als den Stammaktionären gewährt würde. Von anderer Seite wurde angeregt, die Dividendenberechtigung der neuen Aktien auf das ganze Geschäftsjahr 1926/27 auszudehnen. Ein Angestellten vertret er forderte unter Hinweis auf die günstige Lage der Gesellschaft eine Erhöhung der Löhne und Gehälter. Die Verwaltung ging über sämtliche Anträge und Anregungen zur Tagesordnung über. Die vorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden darauf einstimmig genehmigt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Geheimrat Deutsch, machte über die allgemeine Lage der Slektri- zitätsindustrie und über die jüngste Entwicklung der AEG. längere Mitteilungen. * Klöckner 21. G. Rauxel. Wie die „Deutsche Bergwerkszeitung" erfährt, beabsichtigen die Klöck- nerwerke, ihr 2lklienkapital um 16 bis 18 Millionen Reichsmark zu erhöhen. Die neuen Mittel sollen für den Ausbau und Verbesserungen, hauptsächlich für die kostspielige Stickstoffgewinnungsanlage, verwendet werden, die man nach den bisherigen befriedigenden Erfahrungen größer ausbauen will. Ob ein Bezugsrecht für die 2Ütionäre und in welchem Umfange in Frage kommt, ist bisher noch nicht bekannt. Frankfurter Börse. Frankfurt, 20. Sept. Tendenz: Unsicher. — Nachdem im Dorbörsenverkehr die Tendenz eher etwas fester gewesen war, da die Spekulation ver- schiedentUch zu Deckungen schritt, wurde die Stirn, mung bei Beginn des offiziellen Verkehrs wieder recht unsicher bei nicht einheitlicher Kursentwicklung. Der Geschäftsumfang Ist nach wie vor klein. Die Spekulation kam mit Abgaben an den Markt, die bei dem herrschenden Äufttags- mangel nur schlecht aufgenommen wurden. Die Gerüchte, daß die demnächst erscheinende Außenhandelsbilanz ungünftig sei, verstärkten sich. Kursstützend wirkte die Erleichterung am Geldmärkte. Tagcsaeld war wieder reichlicher ar.ge- boten. Eine gewisse Anregung brachte auch die Meldung, daß die 3. G. Farben die Vorarbeiten zur Herstellung des synthetischen Kautschuks abgeschlossen habe, und daß eine Erklärung der Verwaltung zu erwarten fei Bei Festsetzung der ersten Kurse war die Kursgestaltung bei geringen 93er- anderungen uneinheitlich. Bis zu 1,5 Proz. niedriger eröffneten Schlffahrtswerte und die Mehrzahl der Montanpapiere, Zellstoff-Waldhof, Scheideanstalt, Goldschmidt und Schuckert. Bis zu 2 Prozent anziechen konnten dagegen 9. G. Farven, Bauunternechmungen, Riugerswerke imb die meisten Elektropapiere. Stärker g-ftcigert waren Siemens mit plus 3,5 und KaUwerte plus 2,75 Prozent. In Voigt & Haeftner wurden die Käufe auf die morgige Besprechung der Verwaltung mit der Gum- pelgruppe in verstärktem Maße fortgesetzt. Der erste Kurs war 17 Prozent höher. Am heimischen Renten markt ist das Geschäft wieder sehr still geworden bei abbröckeln-den Kursen. Im Verlaufe konnten die Ktirse .zunächst weiter etwas anziehen, später jedoch verstärkten sich die Abgaben und die Haltung wurde allgemein schwächer bei andauernden Schwankungen. Besonders in I. G. Farben ft.m ziemlich Material heraus. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 5* Prozent. Im Devisen- oerkehr lagen die Reichsmark und das englische Pfund sehr fest, auch Madrid weiter anziehend.'Man hörte die Reichsmark gegen Kabel mit 4,1980, gegen London mit 20,4320, London gegen Kabel 4,8660, Paris gegen London 124,01, Mailand 89,25 und Madrid mit 28,08. Berliner Börse. Berlin, 20. Sept. Die Spekulation hatte sich schon vorbörslich und im heutigen Vormittaasverkehr gedeckt. Dadurch genügte zu den ersten Kursen schon geringes Angebot, um Kursabschwächungen von 1 bis 2 Prozent herbeizuführen. Kunden - orders fehlen fast ganz, so daß Die Geschäfts- lositzkeit immerstärker in Erscheinung tritt. Verstimmt wurde die Börse durch die Vorgänge bei der Deutschen Waffen-A.-G. Rach den strikten Dementis vor einigen Monaten kamen die heutigen Pressemeldungen über die Kapitalreduktion bei die- ser Gesellschaft sehr überraschend. Im allgemeinen haben sachliche Momente bei der gegenwärtigen Einstellung der Börse keine ausschlaggebende Bedeutung mehr, trotzdem ist daraus hinzuweisen, daß verschiedene schwebende Anleiheoerhandhungen mit dem Auslande günstig zu werten sind. Andererseits verweist man auf die Geldsorgen auf allen internationalen Märkten. Sogar in Reuyork wurde die gestrige schwächere 93eran(agung damit begründet. Sehr schwach lagen Schubert & Salzer, die 11 Prozent verloren, dagegen konnten Voigt & Haeftner 10 Prozent anziehen. Anleihen lagen ruhig. Ausländer überwiegend schwächer. Österreichische Eisenbahnen weiter fest, Pfandbriefe ohne Geschäft. Im 93erlaufe setzten Voigt & Haeftner ihre Aufwärtsbewegung fort und gewannen weitere 9 Prozent. Auch Spntwcrie konnten 3 Prozent anziehen. Die übrigen Werte lagen dagegen schwankend und eher niedriger. Elektro- werte trotz lebhafter Umsätze kaum verändert. Deutsche Waffen taxiert man auf 73 bis 75 Proz. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Sept. Die Stimmung ist etwas freundlicher geworden. Es herrscht mehr Rachfrage nach Landweizen. Landroggen wurde zu erhöhten Preisen von Mannheim gekauft, lieber Fäulnis der Kartoffeln hort man neuerdings Klagen. Das Mehlgeschäft ist weiter still. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 26,25 bis 26,50; inl. Roggen 24,75 bis 25; Sommergerste für Brauzwechr 26 bis 28; inl. Hafer 22,75 bis« 24; ansl. Hafer 24 bis 25; Mais (gelb) 19 bis 19,15; Weizenmehl, inl.. Spezial 0 39 bis 39,25; Rvggenmchl 35,25 bis 35,75; Weizenkleie 13 bis 13,25; Rvggenkleie 13,75 Mk. Tendenz: befestigt. Rindviehmarkt in Gießen. * Gießen, 20. Sept. Auf dem heutigen Rindermarkt waren 786 Stück Großvieh und 394 Kälber aufgetrieben. Der Handel ging flott. Es wurde ausverkauft: zum Schluß bestand noch Rachftage. Bezahlt wurden für Milchkühe 1. Qual. 600 bis 700 Mk., 2. Qual. 450 bis 500 Mk., 3. Qual. 200 bis 300 Mk ; Schlachtkühe 200 bis 350 Mk. Kälber kosteten 70 bis 75 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Frankfurter Kartoffclmarkt. Frankfurt a. M.. 19. Sept. Sorte: Industrie. norddeutsche, weißschalige, weißfleischige Kartoffeln 2,50 Mk., Industrie, hiesiger Gegend, runde gelbfleischige Kartoffeln 3 Mk. Tenhenz: ruhig. Letzte Nachrichten. Die gestohlenen Frankfurter Iurve'en aufgesunden. Frankfurt a. M., 20. Sept. (WSN.-Drahr- Meldung.) Nach einer Mitteilung der Kriminalpolizei hat der unter dem Verdacht des Juwelendieb- stahls in uner Villa in der Friedrichstraße feftge» nomrnsne 19 Jahre alte Fürsorgezögling Otto Preß hfure morgen ein volles Geständnis abgelegt. In Gegenwart seines herbeigeeilten Vaters wurde er nochmals eindringlich ermahnt und verwarnt, worauf er sich schließlich bequemte, einziige- stehen, daß er die Juwelen im Sie g w aide bei Rödelheim vergraben habe. Die Kriminalpolizei begab sich darauf mit dem Verhafteten nach dem Wald, wo er in Gegenwart des bestohlenen Bankiers genau die Stelle bezeichnete, an der er die Juwelen versteckt hatte. Unter einem Busch wurden die Juwelen bann auch in der Erde vergraben aufgefunden. Sie waren sehr forqräii g in einen Strumpf verpackt, dieser war in einer Bi büchse und darüber war wieder der bewußte L Sack gezogen. Soweit bis jetzt feststeht, waren nach alle gestohlenen Wertgegenstände vorhanden. Rur die beiden Münzen fehlten. Wie weiter bekannt wird, hat der Dieb sich übrigens s e l b ft verraten. In einem Bankgeschäft im Stadtteil Bockenheim suchte er eine der beiden gestohlenen Jubiläumsmünzen nebst einem F ü n f - L i r e s che i n flüssig zu machen. Der Beamte schöpfte Verdacht und benachrichtigte tue Polizei, der es bann auch in ungewöynlich kurzer Zeit gelang, den jungen Mann ausfindig zu machen und festzunehmen. (Vgl. die Meldung auf der vierten Seite des Zweiten Blattes dieser Ausgabe. D. Red.) Evrecivftn den der Wcnnftion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügfee Rückporto wird feine Gewähr übernommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Frankfurta M Berlin Frankfurt n. Ri Berlin Schlich» ! l'Ubr- Schlich- ‘Hnjang Schlich I 'Uhr- äa,iut> Ansang Kurs Kur» Kur» Kurs i Zur» 1 Kur» Kur» Kurs iatum: 19. 9. , 20. 9. 19 9. 2v. 9. Dalum: j 19. 9. 20. 9. 19. 9. 20. 9. Vl o Dl Reichsanleihe o. 1927 87.1 — S7.o — W. (£ (S........ .7 181.H 181.23 183.25 1M1 Dl. Anl. Ablös. Schuld mii Bergmann . . ..... Elektr. Lieferungen . . . .8 — 190 190,5 190,25 Auskos »Rechten . Desjil. ohne Auülos »Rechten 51.75 — 55 55 10 — 181.5 185.5 15.5 15.4 15,9 15.5 licht und Krair...... 10 — 2(16 203.5 7°/.- «vraiitf. Hyp.-Ll. ldo.dv» unkündbar btj 1932 . 'selten & Guilleaume • . . . 6 136 —. 136.75 (36-13 — — — Acs f. Elcklr Untern. . . bamd- Elektr. Werke 10 267 268 267,75 267,5 Schwei;. Bnudesb.°Anl. — _ - — 16 289 292,5 291.4 290 5 «°/o Oestereichischk Goldrtc 29 — 28,65 - Tran rabio. . ...... .8 178 — 130 5 129,13 4.2»'j Oeslerr ich. Silberrte v.ü 7 - Ladmever & So. - ... v — 179.75 — «7» Ccfietreid). einheitl. Rte 4% Ungarische Goldrie. — — Luder's ..... 08 107,5 109 107,75 26.5 — 26.65 _ Deutsche Erdöl...... . | 146,5 148 4°/ö Ungarische SlaakSr- v 1910 23 4 — 23 2.i — Ellener S'einkoble .... . 8 — 157 156 4'/,°/. desgl- von 1013 — - 24.4 — 15t 151 152.5 150 4' > Ungarische Hroncnrte . — — 2.9 —« üarpener . . . 7 . 0 204 203.5 203.25 4°/ Turk. 3ollcmkil)e u 1911 40,n Turk. Bagdodbahn.?lnl 14.13 — 14 — voesch Eisen ........ jhe Bergbau ....... .5 176,25 175 s.rie 1. — — —— klocknermerke ...... .5 155,5 _ 157,25 157.25 4°.desgl- Serie 11. 15,9 — 15,75 —- Köln-Neuesten ......51/. — 176,25 175,5 4"» Rumäne« convcrt. Rte 6,2 - — — Mannesmann ■ .f. I 4 ,70 170.5 171.25 170.65 4', Rumänen Goldanl. Manö eldcr....... - 130 129 130.5 129,4 uon 1913 17 — 17,65 — Lberschles. Eisend. Bcdart 0 100 102.75 SUg Deutsche Eisenbahn .4«/- H5 - 88 _ Oberschlcs. Jtoftfroerte Pdönir Bergbau f '/, I Rheinische Braunkohlen - . 0 — 101 25 101 13 Hamburg-Amerika Palet. . o Hamb-Sudam Damplsch .8 49 148.5 148 5 222 25 148 221.5 3 10 12 247 — 112 248 5 110 244.25 Hansa Dampfschiff • • 6 — — 228 227 Rheinstahl ....... . 0 192 192.75 194 192 Norddeutscher Llohd .6 5111(0. Deutsche Creditanst.. 10 120 144,75 149,25 15U 144.73 149.23 144 Ricbcck Montan...... Bereinigte Ctahlw- f. */» Olavi srHnen . ... 1 Kali Aschersleben . - KaliWesteregeln ..... Kaliwerk Salzdetfurth . . . 6 2 124 9 123,25 179 124 177 •24 Barm r Bankverein 10 Berliner Handclsaesellsch. 12 Commerz- und Privat-Bl. li Tarmst. u. Ncuwualdank. 12 173 2 0 143,75 172,5 144,5 248 173.5 <30.25 144.23 245 173 u 229 .) sh 10 10 12 168 180 170.75 .33.65 170 75 160,65 244.25 ■3.6 170,5 1*0.4 253 Deutsche Bank.....10 Diskonto.Gesellschaft An«. .0 164.75 155 165 156 185 155.75 165 155 5 f G starben-Jndnstrie Dnmuntt Nobel .... 10 .0 297,25 297,75 299 II 298 5 161.75 Dresdner Bant.....10 162.25 161.75 163 162 Scheideansialt ....... .8 .10.5 210 MuteldeuNche Creditbanl 9 24" — 10 2411 o oldschmidl ...... j 129 128 97.5 127,5 96,5 127.65 97 pictallbank........8 14" 140 >41 140 Rutgrrewerke....... .0 104) 5 tsteichtbanl......1 ■ 171.5 - 172 171 Mclallgesell'chaft..... 10 191 5 192 - i Berlin. 19 e'ü.rr. (Selb i ' feriel Franjcisiscbc .VinfffinSiirhi IGÜJ 16.51 Schlug fiuts : i.Ubr. 167.86 22.89 168,54 22,99 1 Kur» Kur» 1 Italienische Noten • - . Datum-. 19. 9. 1 20. 9. 19.9. | 20. 9 Norwegische Noten...... Deutsch-Qesrcrr.. i 100 Kronen 110,63 59.05 111,07 59,29 vbiltDv Holzmann . . . Hcidelberiicr Gement . . Temcnt Karlstadt..... * Nreitaa..... Schultheis Payenhofer. . Ostwerke........ Ber. ö.lanzstoff...... Bem berg.......... ÄcUfto:- Waldbof..... Zellstoff Aschaffenburg . . Charlottenburger Waller. VtiTaitcr GaS . Daimler Motoren . . . . Demag ...... 12 8 . 8 1( 15 12 15 8 12 1 1 . gS I 196.5 143 161,75 310 198,2.") 158 6 198.25 414 396 720 593 31.',5 198 410.5 392.2i 716 585.25 310 199 194.75 .99 85 105,5 270 115.5 Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... Devisemnartt Derlm- Telegraphische 2.595 112,62 80,74 71.91 12.395 73.22 —Frankftrr Aus,ab 2,615 113,08 81.06 72.19 12.4d5. 73,52 a. an. ung» 7 8 0 0 — 140.25 196 119,75 83.25 109 4 273.5 117 19. Scptbr. 20. Septbr. 118 118,75 Amtliche 6skld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld Briet Adlcrwerke Klevcr..... üubto. Loeire . . , . . Nat Automobil . 0 1 1 108 105,5 Lmft.»Roti Buen.»AireH Brff.»«nkw Christtanta Kopenbogen Stockholm . Helfingforö. Atalten. . . London. . . Ncuport . . Baris. . . . Schweiz . . svanirn. . yavan .. . Rio de Ian. Wien in D-» Ctft. abgest Prag .... Belzrad . - Budapest. . Bulaarieu . L'llabon . . Danzig. . . .stonstauttn- Tlilxn. . . Canada . Uru,nav. . Latro 168.18 1,794 ■>8,44 110,89 112,39 112,89 10,581 22,86 20,415 4,196 16,465 50,935 72,18 1,954 0.4995 69,15 12,435 7,395 73,38 3,032 20.53 81,36 2,139 168,52 1,798 »8,56 111,11 112,61 113,11 10,601 22,90 20,455 4,204 16,505 81,095 72,32 1.958 0.5015 59,27 12,455 7,1)9 73,0. 4,038 .0.57 81,52 2,143 168,17 1,793 58,43 110,81 112,37 112,86 10,579 42,865 0,413 1,1955 16,46 10,89 72,71 1.94b .,4991 »9,115 12,414 7,395 73.40 >,033 40,56 81,37 140 5,644 1,196 4.22h 10.935 168,51 1.7; 7 ■>8,j)5 Hl. 01 112,(9 113.08 10,5 9 Z2,Mto 20,453 1,2035 16,50 »1,05 72,87 1,9 2 1,5011 59,235 12,454 7,409 . 73,54 3,03-1 20,60 81,53 -144 Orenstcin X- Flovvel.... 4 Linke Hofmann .... < Leonhard Tiey. . ..... Bamaa.Meyinn...... o Franks. Maichinm . . . . o lhriyner . ...... Hevligcnstaedt ...... v Qunoban« - ...... Lcchwerke. ........ > Mainkrastwcrke ...... k Miag . . ....... iv Nekarsulmer ........ k PeterS Union........ Kebr. Roeder ...... 10 Veig, A Haeffner .... 6 Eudd Zucker ....... Boni 47 25 74,5 116 31 108 122,5 135 113 25 3 "6 3 140 | r:l noten. 134 168 45.75 74,25 110,25 108,5 136,25 114,13 117.25 231 140 3 1^111)111111.Sie; Berlin, 19 Sevtvr. (Weift Bnr- Amerlkanische 'Ji'oten . . . . Belgische Noten..... Dänische Noten ...... Englische Noten ..... • 4.183 58.30 112,13 'O.:i9u 4.2U3 58,54 112,57 " 473 1 6,594 4.198 4,206 20-945 5.606 1.206 4.214 20.985 5,656 1,204 4.234 10,975