Nr. m Erstes Blatt 177. Jahrgang Samstag, 20. August <927 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11KS6. vnltk «nd Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Buch' mtö Steindruckerei L Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats.Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: »T, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Ehefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hilimann, sämtlich in Gießen. Der Kampf um den Vesatzungsabbau. Der internationale Charakter der Besatzung gefährdet? Wirtschafts-Locarno. Die abgelaufene Woche hat als Ereignis von überragender politischer "Beben tung den Abschluß des deutsch-französischen Handelsvertrages gebracht. Nahezu drei Fahre harter, zum TÄl sogar äußerst schwieriger Verhandlungen gingen diesem bedeutsamen Schlußakt voraus. Wenn es trotz dieser langen Derhandlungsdauer nicht gelungen ist, neben anderen deutscben Forderungen auch noch einigen weiteren, für üns wichtigen Belangen, wie dem Aiederlassungsvecht für Deutsche in Marokko und dem sofortigen und ungehindertenKvnsulatsrecht in Elsaß-Lothringen, sogleich Erfüllung zu verschaffen, so stehen diesem Minus doch aüf der andern Seite Ergebnisse gegenüber, die für uns so bedeutsam sind, daß man ein Scheitern der Verhandlungen an den beiden erwähnten Forderungen auch vom deutschen Standpunkt aus nicht hätte vertreten können. Man muß sich eben vor Augen halten, daß derartige Vertragsabschlüsse immer Kompromißlösungen darstellen, bei denen auf beiden Seiten stets manches zu wünschen übrig bleibt. Unb man muß dabei seine Hoffnung auf die, Zukunft sehen, die über kurz oder lang doch wohl die Möglichkeit bieten wird, auch noch die Forderungen durchzusetzen, die man heute wähl' oder übel im Interesse größerer Gesichtspunkte zurückstellen mußte. Von diesem Standpunkt aus betrachtet können wir mit dem jetzt vorliegenden Ergebnis dieser langwierigen Handelsvertragsverhandlungen vorerst zufrieden sein. Obwohl map in Ermangelung des noch nicht vorliegeirden amtlichen Wortlauts des Abkom- mens von einer Besprechung im einzelnen zur Zeit absehen muß — darüber wird später wohl noch einiges zu bemerken sein — läßt sich doch schon sagen, daß die Unterzeichnung dieses Vertrages nach zwei Richtungen hin von großer Wichtigkeit auch für uns ist: Wirtschaftlich schafft er zunächst für die kommenden zwei Fahre stabile Verhältnisse in den deutsch-französischen Handelsbeziehungen, wobei man aber beachten muß, daß die Verlängerung des Vertrages über die jetzt vereinbarte zweijährige Geltungsdauer hinaus schon heute als sicher anzusehen ist; darüber hinaus erschließt er unserer Fndustrie und dem gesamten deutschen Außenhandel durch die Einräumung des Meistbegünstigungsrechtes seitens Frankreichs neue und wertvolle Absatzgebiete, von denen man eine Belebung unserer, gesamtdeutschen Wirtschaft erhoffen darf; und endlich schs-ft er feste Bindung der französischen Zölle für unsere Exportwaren, während anderseits durch die Beschränkung des französischen Weineinfuhrkontingents eine Ueberflutung Deutschlands mit französischem Wein, die sehr zum Schaden unserer ohnehin schwer ringenden Winzer, darunter auch der rheinhessischen, gewesen wäre, verhütet wird. Es wird also durch diesen Vertrag für die deutschen Exportinteressen eine wesentliche Verbesserung der Wetibewerbsbedin- gungen auf dem französischen Markt geschaffen. Zur gerechten Würdigung dieses Ergebnisses muß man vor allem beachten, daß die Einräumung der Meistbegünstigung und die tarifarische Bindung der Zollsätze ein völliges Aufgeben des früheren, strikt ablehnenden französischen Standpunkts gegenüber dem deutschen bedeutet. P o l i t i sch schafft dieser Vertragsabschluß eine Atmosphäre in den Beziehungen der beiden Länder, die zunächst für diese selbst, daneben aber auch für die ganze Welt von Vorteil sein wird. Mancher Giftstoff wird dadurch abgetötet. Vor allem bringt die Vereinbarung endlich Frankreichs Verzicht auf den skandalösen, berüchtigten § 18 der Anlage zu Kapitel 8 des Versailler Diktats, wie er von den meisten unserer ehemaligen Kriegsgegner schon viel früher ausgesprochen wurde. Mit diesem Verzicht auf den § 18 wird die Rechtssicherheit des beut- schen Privateigentums auf französischem Boden bestätigt, hört nunmehr auch in formeller Hinsicht die Differenzierung aus. die eine besondere ^Ingehenerlichkeit von Versailles war: die vorherige und einseitig gebundene Anerkennung aller politischen und finanziellen Maßnahmen durch Deutschland, die von einem der früheren Kriegsgegner zu irgendeinem Zeitpunkt einmal hätten ergriffen werden können, um gegen uns wegen Vichterfüllung oder mangelnder Erfüllung des Versailler Diktats vorzugehen. Die'e Ungeheuerlichkeit in den Beziehungen zweier großer Völker ist also durch den französischen Verzicht aus der Welt geschasst. Ferner sind als Besserungs- mvmente in dem künftigen politischen Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich die durch diesen Vertragsabschluß getroffene Veuregelung des Niederlassungskchts, mit Ausnahme von Marokko, der Schiffahrts- und Handels echte der Freizügigkeit des Verkehrs der Handlungs- reisenden und die Schaffung von Konsulaten zu erwähnen. Das sind allerdings samt und sonders 2lbmachungen, die im Leben und Wirken von Volk zu Volk eigentlich gcr^ selbst o>7ständlich linö. auch nach einem so schweren, die Völker Io tief aufwühlenden Ringen wie es der Welt- Irieg war. Man erinnere sich nur. daß ber Frankfurter Friedensvertrag zwischen Deutschland und Frankreich vom 10. Mai 1871 den Franzosen sofort die unbeschränkte Meistbegünstigung einräumte, ein Zugeständnis, das Ton dem staatsmännischen Weitblick und der rieisen Mäßigung Bismarcks eindrucksvoll Zeug- ris ablegte. An das Frankreich nach 1918 mußte man jedoch einen ganz anderen Maßstab an- legen, denn die französische Mentalität war bis Tor kurzem, und ist zum Teil auch heute nnch Ticht eingestellt auf das große politische und wiri- Ichaftliche Format eines Bismarck von 1871. I Man hat in Deutschland mit.verständlicher Zurückhaltung die Entwicklung beobachtet, welche die zwischen London und P a r i s hin und her laufenden Verhandlungen über eine Besatzung s- m i nd e r u n g genommen hoben. Letzten Endes find wir ja nur, wenigstens nach Ansicht der Alliierten, „Objekt" dieser Verhandlungen. Das allerdings bedarf, wenn man sich an die Z u s a g e n halten will, die inLocarno gegeben worden sind, selbstredend einer starken Einschränkung. Man hat Deutschland unzweifelhaft eine erhebliche Erleichterung der Be- satzung zugesagt, man hat auch sonst reichlich lockende Verheißungen gemacht, so daß die deutsche Regie- rung nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich die Forderung, daß diese Zusagen erfüllt wer- den, erheben darf. Dabei soll die Frage nicht weiter angeschnitten werden, welche Möglichkeiten für die Durchführung einer vorzeitigen Gesamt- räumung des besetzten Gebiets uns durch den Versailler Vertrag gewährt sind. Wenn Frankreich heute nach wie vor an dieser eine beson- ders schwere Belastung des besetzten Gebietes darstellenden starken Besatzung festhält, so weiß man ja zur Genüge, wie sehr die französische Generalität als Schildhalter des Prestiges ihres Heimatlandes immer wieder neue Gründe geltend zu machen pflegt, um die Rheinlandbesetzung aufrechterhalten zü können. P o i n c a r e ist ber Führer unb Sprecher bi es er Kreise im Pariser Ministerrat. Mit seinem Einverständnis haben Marschalk F o ch unb P 6 - t a i n , sowie General ©uitlaumat ihre Vorschläge in einer Denkschrift niebergelegt, die den Gedanken einer völligen Räumung, ja sogar einer erheblichen Verminderung bet Besahungstruppen als absurd hinsteklt. Gleichzeitig sind es diese Kreise, denen der internationale Charakter der Besahungsarmee in mancher Hinsicht ein D o r n i m A u g e ist. Wenn jetzt der französische Ministerrat sich an die in der französischen Rote England gegenüber gemachten Vorschläge hält, bei denen das Mißverhältnis zwischen der Herabsetzung der Stärke ber französischen, der belgischen unb der britischen Truppen mit aller Deutlichkeit hervortritt, so kommt er eben den Wünschen der Generalität entgegen, die das Besahungsgebiet am Rhein als ihre eigenste Domäne behandelt zu sehen verlangt. Die Herausrrahme von 5000 Mann aus ben Beständen der französischen „Rheinarmee" würde letzten Endes nur eine geringwertige Erleichterung für uns, für Frankreich aber hähstens eine wenig ins Gewicht fallende Umgruppierung der Truppen bedeuten. Dagegen würde eine Herabsetzung der belgischen oder britischen Truppenstärke auf die Hälfte des gegenwärtigen Bestandes das französische Llebergewicht im besetzten Gebiet mittelbar noch weiter erhöhen. So könnte der Fall eintreten, daß bei einer erneuten Besatzungsverminderung, wenn die gleiche Verhältniszahl festgehalten wird, Belgien unb England völlig vom Rhein verschwinden. Hat De u t s ch l a n d nun von seiner Seite aus ein besonderes Fnteresse daran, bah ber internationale Charakter der Besat- öung aufrechterhalten bleibt? Alle bisherigen Erfahrungen, die wir feit dem Tage des Einrückens der französischen Truppen im Rheinland gemacht haben, belehrten uns zur Genüge, daß die französischen Machthaber ursprünglich mit ber Besatzung ganz andere Zwecke verfolgt haben, als sie angeblich im Friedensvertrag zum Ausdruck gelangten. Das Rheinland sollte ein französisches Sicherungs-Glacis werden, sollte das Aufmarschgebiet für eine in ständiger Bereitschaft gegenüber Deutschland stehende Armee sein. Vielleicht hat man, als seinerzeit in Versailles die Deshalb muß man die obenerwähnten Selbst- verständlichkeUen hier besonders vermerken. Immerhin sei mit Genugtuung festgestellt, daß die politische und wirtschaftliche Vernunft nun endlich auch in dem großen westlichen Vachbarlande sich mehr und mehr durchsetzen kann. In Frankreich hat man diesen Abschluß als „Wirtschafts-Locarno" bezeichnet. Wir nehmen dieses Wort auf, weil auch wir in diesem Abkommen ein Dokument des beiderseitigen Willens zum anständigen Frieden, zur Wiederherstellung des Vertrauens und Rechts im wirtschaftlichen Leben der beiden Völker, zur Beseitigung des unseligen Hasses und Neidergeistes im wirtschaftlichen Wettbewerb Deutschlands und Frankreichs erblicken. Aber neben diesem Wirtschafts-Locarno steht auch ein politi- ches Locarno, dessen Auswirkungen uns bisher noch herzlich wenig befriedigen. Ist es nicht geradezu eine Ungeheuerlichkeit, daß Deutschland, das in der Erfüllung des furchtbaren Versailler Diktats bis heute schier Uebermenschliches geleistet hat, und dem von der Botschafterkonferenz schon vor vielen Monaten neben der Anerkennung der Reparationsleistungen insbesondere auch die restlose Er- üllung der Abrüftungsbestimmungen bescheinigt wurde, heute noch — trotz des Versprechens der Gegenseite — auf die selbstverständliche Gegenleistung in Gestalt der Räumung des besetzten Gebietes durch die fremden Truppen warten muß? Statt dessen ist die Welt gegenwärtig Zeuge eines kläglichen Feilschens zwi- chen Frankreich und England um den Abbau der militärischen Besatzung im Rheinland! Wahrhaftig, für Frankreich ist dieser Vorgang, bei dem sogar starker Druck des englischen Außenministers zur Anwendung kommen muß, um einigermaßen das Bestimmungen über die Besatzung, bie Reparationen unb bie für Deutschland vorgesehenen Strafen festgelegt würben, sich von dem Gedanken leiten lassen, bah aus bem Gesamtkomplex aller dieser Voraussetzungen sich womöglich noch ein Anlaß ergeben könnte, die französische Grenze bis zum Rhein vorzuschieben. Die Entwicklung ist in ber Nachkriegszeit eine anbere gewesen, als man sie wohl von feiten ber eroberungslustigen französischen Heerführer vorgesehen hatte. Schritt für Schritt mußte Frankreich von seinen anmaßenden Plänen zurückweichen — nicht zuletzt ist es ber starke nationale Widerstand der Bevölkerung des Rheinlandes selbst gewesen, der unsere Gegner zwang, loyaler, als sie es wohl von vornherein im Auge gehabt hatten, ihre Besatzungsaufgabe zu erfüllen. Fn diesem Zusammenhänge war für Deutschland die Mitverantwortlichkeit ber britischen unb der belgischen Regierung für eine korrekte Durchführung der Besatzung von entschiedenem Wert. Es ist nicht zu verkennen, daß dies heule noch, nachdem Deutschland im Völkerbunds- rat zusammen mit diesen Staaten Sitz und Stimme erhalten hat, von gleicher, vielleicht sogar erhöhter Bedeutung ist. Solange wir also bie nur schwer ertragbare Minderung unseres Prestiges und unserer Souveränitätsrechte am Rhein dulden müssen, bleibt es eine Not Wendigkeit, bah ber im Versailler Vertrag vorgesehene internationale Charakterber Rheinarmee erhalten bleibt. Mit dem letzten Franzosen soll auch der letzte Engländer und Belgier verschwinden. Daß dieses möglichst schnell erreicht wirb, bleibt natürlich unser dringendster Wunsch. Keine Mitteilung über den Pariser Ministerrat. Paris, 19. Aug. (Wolff.) Hebet das Ergebnis des heutigen Mini st errate s, der sich in der Hauptsache mit ber Frage der Verringerung der Rheinlandbesahung zu beschäftigen hatte, ist amtlich nichts bekannt gegeben worden. Wie Havas mitteilt, erklärte Kriegsminister Painleve nach Beendigung des . Ministerrates den Journalisten, bah. da der Meinungsaustausch zwischen London, Paris und Berlin noch andauere, hinsichtlich der Stärke der alliierten Besatzungsttuppen des Rheinlandes kein Beschluß gefaßt worden fei. Wie ber »T e in p s" berichtet, erklärten nach Beendigung des heutigen Ministerrates Außenminister Brian d und Kriegsminister Painleve, dah demnächst eine Einigung zwischen England unb Frankreich erfolgen werde. Die französischen Saboteure. Paris, 19. Aug. (Wolff.) Zu ber Be- sahungsf rage schreibt der „P a r i s M i d i": Poincare hat im Laufe ber Unterredung, die er gestern mit Herrn v. Hoesch hatte, bem deutschen Botschafter zweifellos keine unbegründeten Hoffnungen gelassen. Wir wissen, dah in dieser Frage der Ministerpräsident auf Grund seiner besonderen Informationen über die militärische Lage in Deutschland nach wie vor unerschütterlich entschlossen ist. die Achtung vor dem Vertrag und die Wahrung unserer Sicherheit zu gewährleisten. In dem gleichen Sinne schreibt die „Informativ n“: Wenn bie französische Regierung sich zu einer kleinen Verringerung unserer Streitkräfte im Rheinlande bereit erklärt (vor- ausgesetzt, dah bie von Painleve im Einvernehmen mit Marschall Petain unb Gene- Gesicht der westlichen Siegermächte Deutschland gegenüber wahren zu können, kein Ruhmesblatt. Wenn wir auch nicht so optimistisch sind, anzunehmen, daß der Locarno-Geist in Frankreich bereits so tief in bas Volk eingedrungen ist, um uns völlig zufrieden- stcklen zu können, so müssen wir aber doch dringend wünschen, daß nunmehr Locarno auch in der Politik sich viel weitgehender als bisher uns gegenüber auswirkt. Frankreich hat dazu die Möglichkeit, indem es durch Zurückziehung seiner bewaffneten Macht dem deutschen Lande am Rhein und dem Saargebiet die Freiheit widergibt, die jetzt in wirtschaftlicher Hinsicht durch die Unterzeichnung des deutsch-französischen Handelsabkommens zum Nutzen beider Teile geschaffen worden ist. Hoffentlich ist der Tag nicht mehr fern, an dem wir dem politischen Locarno ebenso sympathisch gegenüberstehen können wie jetzt dem wirtschaftlichen. Don Briand unterzeichnet. Paris, 19. Aug. (WTB.) Außenminister B r i a n b, ber einige Tage von Paris abtoefenb toar, hat, nachdem ber deutsche Botschafter von Hoesch bas deutsch-französische Handelsabkommen bereits unterzeichnet hatte, heute dieses Abkommen seinerseits unterzeichnet. Serruys über das Handelsabkommen. Paris, 20. Aug. (W. T. D. Funkspruch) Ministerialrat Serruys erflärte einem Vertreter des „Echo de Paris", bas deutsch-französische Handelsabkommen sei der Ausdruck der finanziellen Gesundung Frankreichs und der wirtschaftlichen Gesundung ral G u 111 a u m a t( vorgesehene Neugruppierung ber Truppen enbgultig angenommen wird», so geschieht dies deshalb, uni zu zeigen, bah sie immer noch von bem Geist von Locarno unb dem Geist bes Friedens und der Verständigung beseelt ist. (Ermäßigung um 12000 Mann? Paris, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Zur Frage der Verringerung der Besatzungstruppen am Rhein schreibt der „Mat in": Obgleich bie Verhani lungen mit England noch nicht vollständig beendet sind, scheint es doch festzustehen, dah die interessierten Regierungen, ausgehend von einer jeh igen Desahungsstärke von 72000 Mann, sich auf eine Gesamtziffer von 60000 Mann geeinigt haben. Es bleibt also nur noch die Verteilung auf die alliierten Heere übrig. Deutschlanb wird so eine berechtigte Genugtuung erhalten, benn es könnte nicht behaupten, bah eine Herabsetzung um 12 000 Mann bei einer so geringen Gesamtstärke eine unbebeutenbe Geste wäre, und Frankreich wird im Rahmen der Verträge weiter seine Sicherheit gewährleistet sehen. In dem gleichen Sinne äußert sich „Reuyork Heralb'. Demgegenüber sprechen andere Blätter davon, daß P a i n l e v 6 gestern im Ministerrat die Ziffer von etwa 4000 genannt habe als die Höchstzahl der nach Ansicht der militärischen Kreise in Frankreich vorgesehenen Verminderung. „Avenir" will wissen, daß ber Ministerrat eine zwischen 4000 und 5000 liegcnoe Zahl angenommen habe, und daß die Minister ihren Beschluß nur deshalb nicht offiziell be- tanntgegeben haben, weil Briand noch die englische Antwort erwarte. Verschiedenen Zeitungen zufolge soll Briand gestern nach Beendigung des Ministerrates geäußert haben, man könne die Angelegenheit als erledigt betrachten. Ein vernünftiges französisches Urteil. Paris, 19. Aug. (WTB.) Wie man in französischen linksstehenden Kreisen über die Frage der Rheinlandräumung und der Verringerung der Besatzungstruppen im. Rheinlande denkt, kommt in folgenden Ausführungen des „S o i r" zum Ausdruck. Die völlige Räumung der Koblenzer und Mainzer Zone ist eine dringende Notwendigkeit. Durch eine Verlängerung' der Besetzung verlängert man die internationale Spannung. Die französischen Nationalisten reichen den deutschen Nalio- nalisten die Hände, denen sie Waffen liefern, und es wird keine Aussickst für eine ernsthafte Wiederm-r- söhnung geben, solange mehr als 100 000 Franzosen und einige Tausend Belgier und Engländer am Rhein stehen. Unglücklicherweise beabsichtigt man in Frankreich nichtdie Räumung. Jeder weiß, welcher Widerstand, beseelt von dem Geiste eines anderen Zeitalters, fortgesetzt zum Vorschein kommt. Wenigstens aber diskutiert man die Möglichkeit einer Verringerung. Einst wurden Deutschland Versprechungen gegeben, die man erfüllen muh. Aber in Frankreich sind Elemente vorhanden, die den Tag der E r f ü l l u n g soweit als möglich h inausschieben wollen. So erklärt sich der Notenwechsel zwischen London und Paris. In französischen Regierungskreisen findet man den englischn Vorschlag übertrieben und weist auf die Berichte des * Generals Guillaumat und die Emhüllungen der „Menschheit" hin, die man geschickt aus- Deutschlands. Die durch den Versailler Vertrag geschaffene einseitige Regelung des Austausches zwischen Deutschland unb ben alliierten Ländern konnte die Periode der juristischen Liquidierung des Krieges nicht überleben. Man müsse sich darüber Har sein, daß ber Abbruch der Verhandlungen im Jahre 1925 genau mit ber Finanzkrise im Juni zusarnmenftel und daß die Bemühungen im Frühjahr 1926 wegen der raschen Entwertung ber französischen Währung unfruchtbar geblieben sind. Die in dem Abkommen gewährte Meistbegünstigung sei nur bie natürliche Folge d es Eintritts Deutschlands in den Völkerbund und seines bisweilen-hervortretenden wirtschaftlichen Tlebergewichtes. Dee Zeitpunkt der Veröffentlichung. Berlin, 19. Aug. (Wolff.) Wie bie Blatter erfahren, wirb ber Wortlaut des deutsch- französischen Handelsvertrages auf Grund einer nachttäglich mit ber französischen Delegation getroffenen Vereinbarung nicht vor dem 25. August veröffentlicht werden. Die deutsche Delegatton fährt morgen aus Paris nach ^.^rlm . zurück. Wie besonders hervorgehoben wird, ist das im deutsch-französischen Handelsver- ttag vorgesehene außerordentliche Kündig ungsrecht zweiseitig. Entgegen anders lautenben, Zeitungsmeldungen wird ferner darauf aufmerksam gemacht, baß wir sowohl für den Waren-, als auch für ben Schiffsverkehr in Marokko das Meist begun st igungs- rech t genießen. gebeutet habe. Es ist nicht zu leugnen, daß die deutschen Nationalisten wie die französischen handeln würden, denn die Mentalität ist hüben und drüben die gleiche. Aber gerade um den Pangermanismus seines Hauptargumentes zu berauben, muß man so schnell wie möglich zur völligen Räumung schreiten. An dem Tage, La Köln und Mainz nicht mehr besetzt sein werden, werden die wahren Anhänger Des Friedens diesseits des Rheins und jenseits des Rheins an Boden gewinnen. Jetzt handelt es sich um eine Annäherung oder um eine Verewigung des Kriegsgeistes. Die öffentliche Meinung in England. London, 19. Aug. (Wolff.) Die Blätter berichten im Sinne der bereits gestern mitgeteilten Reutermeldung über den Stand der englisch-französischen Verhandlungen über die Herabsetzung der Truppenstärke im Rheinland. Die „Time s" führt aus: Verhandlungen find im Gange zwischen den Regierungen der Rheinlandbesetzungsländer zur Durchführung des V e r f p rechens, das Ende 1 925 von der Botschafter- Konferenz gegeben wurde, dah eine merkliche Verminderung der Zahl der Truppen im Rheinland nach der Unterzeichnung des Locarnovertrages stattfinden würde. Die britisä)e, die französische und die belgische Regierung sind nicht abgeneigt, dem deutschen Ersuchen entgegenzukommen, aber beträchtliche Erörterungen über die entsprechende Zahl der Truppen der drei Länder, die zurückgezogen werden sollen, sind entstanden. Es ist der Wunsch der britischen Regierung, daß insbesondere der internationale Charakter der Besatzungstruppen aufrechterhalten werde. Die Verschiedenheit der Zahl ist bereits groß, und die letzten französischen Vorschläge zu dieser Frage machen, wie verlautet, das Mißverhältnis noch ausgesprochener. Die britische Regierung erwägt jetzt ihre Antwort zu diesem Vorschlag. Der diplomatische Korrespondent des „D a r ly Telegraph" schreibt: Während gewisse heftige Aeuhepungen des deutschen Politikers v. Kar - dorff in London stark mißbilligt und bedauert würden, sei man jedoch der Ansicht, daß sie nicht zur unbegrenzten Verschiebung des Versprechens einer wesentlichen Verminderung berechtigen, da man der Ansicht sei, daß sie teilweise das Ergebnis der bitteren Enttäuschung seien, die sich in Deu tschland durch die Verschleppung der Durchführung des Versprechens der Botschafter-Konferenz entwickelt habe. Die französische Antwort, die lang und teilweise technischer Art sei, werde jetzt, dem Korrespondenten zufolge, sowohl von den diplomatischen als auch den militärischen Sachverständigen eingehend geprüft, die darüber dein Kabinett Bericht erstatten werden. Dies werde zweifellos zu weiteren Besprechungen oder einem weiteren Rotenaustausch zwischen London und Paris führen. Der Korrespondent bemerkt: Die französische Bote befasse sich in der Hauptsache damit, die französischen Anstände gegen eine wesentliche Verminderung zu erklären auf Grund der französischen militärischen Sicherheit im Rheinland, des drohenden Tones deutscher öffentlicher Aeußerungen. der immer noch unerfüllten, wenn auch untergeordneten Bestimmungen der deutschen Entwaffnung und verschiedener anderer Fragen dieser Art. Die französischen Militärbehörden seien anscheinend nicht einmal mit einer so geringen Herabsetzung von 5000 Mann eint*> standen. Paris würde gerne die Gesamtfvage den Befehlshabern im Rheinlands überlassen, so sehr Drkand auch persönlich bereit sein würde, das Problem Von, einem politischen Gesichtspunkt aus, nämlich dem der deutsch-französischen Versöhnung, zu behandeln. Poincare sei aber nach Paris zurückgekehrt und sei von neuem der wirkliche Kontrolleur dieser internationalen Frage. Die Zeitung „Spectator" schreibt: Es werde keine Möglichkeit einer Versöhnung geben, solange die Beibehaltung der französischen Truppen am Rhein deutsche Generale a.D. dazu veranlasse. Drohungen auszustoßen und solange diese Drohungen in Frankreich als Beweis für die Notwendigkeit der Beibehaltung i er französischen Besatzungstruppen angesehen werden. Der sicherste Weg für jedermann würde die Zurückziehung aller fremden Truppen aus Deutschland sein. Deutschlands Stellung als Vollmitglied des Völkerbundes und als besetztes Land sei I vollkommen anormal. Untersuchungen über den belgischen ßrünktireurkrieg. Berlin, 19. Aug. (WTB.) Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Die letzten Veröffentlichungen des Pintersuchungsausschusses des Reichstages über gewisse Ereignisse des P) e l t k r i e g s haben die belgische Regierung veranlaßt, der belgischen Kammer drei Memoranden über die Frage der Reutralität, des Franktireurkrieges in Belgien und der Arbeiterdeportativ- nen vorzulegen. Zwei von diesen Memoranden sind bereits veröffentlicht und den anderen Re- I gierungen, darunter auch der deutschen Regierung, zur Kenntnis gebracht worden. Das dritte Memorandum über die Arbeiterdeportationen wird demnächst veröffentlicht werden. 2n ihrem Memorandum über die wegen des Franktireurkrlezes gegen Belgien erhobenen Vorwürfe hat die belgische Regierung daran erinnert, daß Belgien im Laufe des Krieges eine Enquete verlangt und daß es gegen eine solche, wenn auch verspätete Enquöte nichts einzuwenden habe. Die belgische Regierung hat bei der Hebersendung der Denkschrift die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung auf diesen Passus gelenkt. Die deutsche Regierung hat darauf der belgischen Regierung mitteilen lassen, daß sie die belgische Erklärung begrüße und damit einverstanden sei, alsbald in Verhandlungen über die Einsetzung einer unparteiischen Anter, suchungskvmmission einzutreten. Herr Vandervelde hat Herrn v. K e l l e r diese Mitteilung bestätigt und hinzu- oefügt, daß er davon seine Kollegen in der belgischen Regierung, von denen mehrere auf Urlaub seien, alsbald verständigen werde. Die belgischen Denkschriften über die Frage des Franktireurkrieges in Belgien bzw. über die belgische Reutralität sind, wie verlautet, von der Reichsregierung ohne Kommentar an den Untersuchungsausschuß des Reichstags weitergeleitet worden. Beide Denkschriften beschäftigen sich fast ausschließlich mit den von dem AniversitätSprofessor Meurer mrd Reichstagsabgeordneten Professor Dredt dem Untersuchungsausschuß erstatteten Gutachten über den Franktireurkrieg in Belgien bzw. die Stellung Belgiens im Weltkrieg, und stellen einen 'Versuch dar, diese Gutachten zu entkräften. Die Reutralitätsfrage selbst, die in dem Gutachten des Prof. Dredt nur ganz flüchtig gestreift wird, ist bekanntlich vom Untersuchungsausschuß des Reichstags noch gar nicht behandelt worden. Die dritte belgische Denkschrift zur Frage der Arbeiterdeportativnen wird von der Reichsregierung, sobald sie ihr vorliegt, ebenfalls sofort dem Untersuchungsausschuß des Reichstags zugestellt werden. Die Mitteilung über die deutsch-belgischen Verhandlungen wird, wie wir erfahren, in identischer Fassung auch in Brüssel veröffentlicht. Die belgische Anregung auf Einsetzung eines solchen Ausschusses wurde naturgemäß bei der Reichsregierung g ü n st i g ausgenommen. Sie hat bekanntlich in der Erwägung, daß ähnliche Streitfragen nur durch unparteiische Untersuchungen geklärt werden können, wiederholt selbst die Schaffung solcher Ausschüsse angeregt. Auf deutscher Seite würde es man nur begrüßen, wenn die Arbeiten des einzusetzenden Untersuchungsausschusses, dessen Befugnisse in den bevorstehenden Verhandlungen erst festgesetzt werden müssen, sich soweit als möglich ausdehnen. Preußischer Aufruf zur Hindenburgfpende. Berlin, 19. Aug. (Wolff.) Das preußische Staatsmini st erium hat unter dem 17. August den folgenden Aufruf beschlossen: „Am 2. Oktober begeht Reichspräsident v. Hindenburg seinen 8 0. Geburtstag. An diesem Tage vereint sich das deutsche Volk, um seinem erwählten Oberhaupt seine Glückwünsche darzubrinaen. Aber nicht in geräuschvollen Feiern darf diese An- teilnahme ihren Ausdruck finden — sie würden dem Ernst der Zeit so wenig entsprechen wie dem schlichten, sachlichen Sinne des Jubilars. In dem Bestreben, die dem Reichspräsidenten zu erweisende Ehrung seinem eigenen Wunsche gemäß in eine Form zu kleiden, die dem Ernste der Lage des deutschen Volkes Rechnung trägt und über den Tag hinaus fortwirkt, sind Reichsregierung und Länderregierung übereingekommen, aus Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten zu einer Sammlung aufzurufen. Ihre Erträgnisse sollen den Volksgenossen zugute kommen, mit denen sich der Reichspräsident aus der Kriegszeit in besonderem Maße verbunden fühlt, den Kriegsbeschädigten-und Kriegerhinterbliebenen. Jeder Deutsche betrachte es als seine Ehrenpflicht, zu diesem Hilfswerk nach besten Kräften bei- zusteuern und damit nicht nur die Person des Reichspräsidenten zu ehren, sondern auch dem Danke an die bei der Verteidigung des Vaterlandes Gefallenen und Verwundeten opferwilligen Ausdruck zu verleihen." Saccos und vanzettis Berufung abgelehnt. Boston, 19. Aug. (Wolff.) Der Oberste Gerichtshof von Massachusetts hat die Einwände der Verteidigung gegen die Entscheidungen der Richter Sanderson und Thayer für nichtig erklärt und die Berufung Scrc- cvs und Vanzettis abgelehnt. Zu der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes wird ausgeführt: Der Antrag für einen neuen Prozeß ist zu spät gekommen, da das Urteil bereits verkündet war. Weder der Richter noch einer seiner Beisitzer hätten die Befugnis, einen Antrag auf Zurücknahme eines Urteils zu bewilligen. Än bezug auf das Ersuchen auf Erlaß eines Revisionsediktes sagt die Gntscheiduirg: „Die gesetzlichen Bestimmungen sind klar und müssen dahin ausgelegt werden, daß der Erlaß eines - Revi- sionsergebnisfes in der Hauptsache im freien richterlichen Ermessen eines Ginzelrichters liegt, dem das Ersuchen vorgelegt wird. Das Ersuchen ist mit Recht abgelehnt worden, weil nach gemeinem Recht der Erlaß eines solchen Revisionsdeliktes hinfällig geworden ist un blick auf den ausdrücklichen Text des Gesetzes, wie er in ben Statuten offenkundig gemacht ist." Als Vanzetti der ablehnende Besct-eid des Obersten Gerichtshofes mitgeteilt wunde, schrie er fortwährend: „Das wußte ich!" Er habe nach einem Radiofender verlangt, um der Welt seinen Fall schildern zu können. Sa c c o dagegen nahm die Entscheidung gefaßt auf. Auch er erklärte, er habe eine solche Entscheidung erwartet. Das Essen schob er weg und erklärte, er wolle seinem Sohn einen Brief schreiben. Der Verteidiger Vanzettis erklärte heute früh nach seinem Besuch im Gefängnis, sein Klient sei verrückt geworden. Die drei Gefangenen S a c c o, Vanzetti und Manerros wurden im Lause des Tages in das Totenhaus übergeführt. Es wurde erklärt, daß die drei Gefangenen keine Anzeichen einer körperlichen oder geistigen Krankheit aufweisen. Von der Polizei wurden besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um nerbre- cherisck)e Anschläge gegen öffentliche Gebäude zu verhindern. Der Hauptverteidiger Saccos und Vanzettis, Hill, besuchte heute den Oberrichter Hall von dem Staatsgerichtshof, um um Aufschub des Strafvollzuges nachzusuchen. Die Verieidi- i ger teilten mit, dah sie sofort bei dem Oberlandesgericht Berufung einlegen würden, um den Fall vor diese oberste Instanz zu bringen. Wie die Verteidiger Saccos und Vanzettis In später Rächt stunde bekanntgeben, ist einer von ihnen auf die Sommerbesihung des Richters Morton vom Bundes-Appellation s- g e r i ch t gefahren. Er beabsichtigt, Richter Morton zum Eingreifen zu veranlassen, indem er den I Befehl erläßt, Sacco und Vanzetti dem A p - pellationsgericht vorzuführen, womit gleichzeitig die vorläufige Hinausschiebung der Hinrichtung verbunden wäre. Eine Aeutzernng der Schwester Banzcttis. Reuhork, 19. Aug. (WB.) Die Schwester Vanzettis, Luigia Vanzetti, wurde bei I der Ankunft des Dampfers „Aquitania" am Pier von zweihundert Freunden Saccos und Van- zettis empfangen Sie erklärte durch einen Dolmetscher, es sei nicht ihre Absicht, persönlich einen Appell an den Gouverneur Fuller zu rich- ten, sondern sie fei gekommen, um ihren Bruder z u sehen. Sie wisse von dem Gouverneur nichts, wisse auch nicht, ob es richtig wäre, I zu ihm zu gehen. Wenn er sie aber zu sehen I wünsche, so werde sie zu ihm hingehem War Die Wetterlage Die um* Der Weitere Verschärfung der Lage in China. London. 19. Aug. (WB.) Einer Qlgentup- Meldung aus Hongkong zufolge treffen weitere Truppen in Banking ein. Bei einer Schießerei wurde der britische Zerstörer „W i v e r n" verschiedentlich getroffen, erlitt jedoch Feine Verluste. Aus Tsingliang verlautet, daß Sun Tschucm-fang den großen Kanal ent- nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen. 33 Iahre alte Ehefrau wurde von einem stürzenden Baume auf der Stelle getötet. Mann wurde am Knie verletzt. Wiehe, und dem Studenten Bernhard Schröder, den Aermellanal zwischen Cap Gris Rez und Dover im Faltboot „Klepperbub Braunschweig" trotz Regen, starkem Wind und Wellengang zu Überqueren. Die Leistung ist um so höher ein* zuschähen, als die beiden Faltbootfahrer auf ein Begleit- oder Dchuhboot verzichtet hatten. Reuyorks Bürgermeister Mittwoch in Berlin. Wie wir erfahren, wird am Mittwoch nächster unternommen, um den Motor auszuprobieren und dabei festgestellt, daß er einwandfrei arbeitet. Damit stehen die Maschinen nun für den neuen Start bereit. Wann er erfolgt, das ist allerdings weiter eine Frage des Wetters: die Junkerswerke vertreten den Standpunkt ruhigen Abwartens bis zu einer gründlichen Besserung. Aus aller Welt. Schwere Unwetterkatastrophe im Murgtal. Die Gemeinde Au im Murgtal wurde gestern abend von einem schweren Unwetter heimgesucht. Eine Viertelstunde lang fiel wolkenbruchartiger Regen. Die Aöfluhkanäle konnten die Wassermengen nicht fassen, die Straßen, Wege und Felder überschwemmten. Die deinen Bäche der Seitentäler wurden zu reihenden Gebirgsbächen und führten Holz, Steine usw. mit sich Heber das Fullenbachtal, wo die Auer Bürger zum größten Teil ihre Wiesen haben und einen beachtenswerten Obstbau treiben, brauste eine Windhose hinweg. Riesenhafte Ruhbäume und reich mit Fruchten beladene Birnbäume wurden wie Streichhölzer geknickt oder entwurzelt. Zahlreiche, mit beträchtlichen Futtervorräten angefüllte Scheunen wurden abgedeckt und die Vorräte fortgeschleudert. Heber 200 Obstbäume sind vernichtet. Die Leute konnten nur noch die halbreifen Früchte Heimbringen. Der Schaden läßt sich noch nicht überschätzen. Ein auf der „Roten Lache" zur Kur weilendes Ehepaar konnte sich Bombenexplosion in Pittsbnrg. Pittsburg. 19. Aug. (WB.) Durch eine Explosion wurden zwei Gebäude in der Vorstadt We st-Elizabeth zerstört. Menschen wurden nicht verletzt. Polnisch-russische Verhandlungen. ) □ u, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) i empfing am Freitag im Badeort London, 19. A"g (WB.) Eine Gruppe 86 000 Mk. veruntreut. Er wurde festgenommen von Stadträten und anderen aktiv an der M u n l* und der Staatsanwaltschaft zugeführt. Der un- zipalverwaltung interessierten Persönlich- getreue Beamte ist voll geständig. Feiten wird morgen zu einer Studienreise Aufhebung einer Falschmünzerwerkstatt. nach Westdeutschland von London ab* In Döbeln (Sachsen, wurde gestern eine fahren. Die Reisegesellschaft, in der auch Edin- I Falschmünzerwerkstatt mit reicher technischer Aus- burgh und zahlreiche Provinzstädte vertreten sind, ftattimg sowie einer Anzahl halbfertiger Einsteht unter der Führung von Aldermann Herbert uni) Zweimarkstücke ausgehvben. Gleichzeitig Morrison vom Londoner Country-Councrl. wurde der Inhaber des Ateliers in Berlin fest- Es wurden Vorkehrungen getroffen^ um ihnen genommen, wo er offenbar beabsichtigte, seine zu ermöglichen, die Methoden deutscher Verwal- Erzeugnisse abzusetzen. tung zu studieren. Sie werden u. a. Köln, Düssel- $in Rittergut abgebrannt dorf, Duisburg, Elberfeld, Solingen besuchen. Das dem deutschnationalen Reichstagsabge- Militärverschwörung in Athen, ordneten Fromm gehörende Rittergut Rieder- Uöuneckes letzte Vorbereitungen. Köln, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Flieger K ö n n e ck e ist heute früh 6.15 Uhr jju seinem vermutlich letzten Belastungsprobeflug mit einer Vollbelastung von 3800 Kg. aufgestiegen. Der Start war zu seiner Zufriedenheit, obwohl nur geringe Windstärke herrschte. Das Flugzeug wird nunmehr von seiner Nutzlast entleert, alsdann wird die Funkentelegraphenanlage eingebaut, und es soll gegen 11 Uhr mit den Probeflügen zur endgültigen Prüfung der Funker begonnen werden. Könnecke will, wenn nicht ein nahe bevorstehender Umschwung in der augenblicklich über dem Ozean herrschenden Windströmung zugunsten der ursprünglich beabsichtigten Route den nördlichen Weg nehmen, der über Irland, Neufundland, Boston nach Neuyork und Philadelphia führt. Der Londoner „Daily Mail" zufolge sind Versicherungen in Höhe von etwa 8 0 0 0- Pfuntz bei Lloyds für das Leben Kömreckes und seines Begleiters auf dem transatlantischen Flug mit dem Flugzeug „Germania* aufgenommen worden. Probeflüge der neuen Iunkers- Ozeanmaschine. Dessau, 19. Aug. (Wolfs.) Der Motor der „Europa" ist in den letzten Tagen in die Maschine „2.98“ eingebaut worden, die ursprünglich als drittes Ozeanflugzeug in Frage kam. Sie ist bereits auf den Ramen „Europa" getauft und damit an die Stelle ihrer in Bremen beschädigten Schwestermaschine getreten. Die Piloten haben bereits Probeflüge mit ihr Athen, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter melden die Verhaftung von zwei Offizieren und 30 Unteroffizieren der Garnison Athen, die beschuldigt werden, eine Bewegung zugunsten von Pan g a l v s organisiert zu haben. Russische Rachejustiz. Moskau, 19. Aug. (WB.) Telegraphenagentur der Sowjetunion. — Das Leningrader Kriegsgericht hat den früheren Oberst Otto, der während des Vormarsches von Judenitsch auf Leningrad im Jahre 1919 in der Roten Armee diente, zum Tode verurteilt, wegen vorsätzlicher Auslieferung eines ihm unterstellten Truppenteiles an die vor- rückenden Weißgardisten und wegen seines lieber- trittes in die Dienste der letzteren. Owolkenlos.O neuer. QnaiD oeoenci ® woixiq. eoedeext «KeoeH * Schnee ex Graupeln a Nebel K Gewitter.©Windstille. O leichter Ost missifler Südsüdwest (5 Stürmischer nordwesl Die Pfette (liegen mit dem winde Die oeioen Stationen stenenden Zafr len gehen die Temperatur an. Die Linien verDmden Orte mit gleicher* aul Meeresniveao umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Wieder Bewölkungszunahme, mäßig warm und erneute Regenfülle, südliche bis westliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 17,7 Grad Celsius, Minimum 11,7 Grad Celsius. Riederschläge: 10,6 Millimeter. Svnnenscheindauer: 7 Stunden. Heutige Morgentemperatur: 12,5 Grad Celsius. — Witterungsaussichten für Montag: Veränderlich, wechselnd wolkig, Tempera* turen wenig niedriger und zeitweise Aieder- schläge. Pilsud, .. ____ Druskenik den stellvertretenden Leiter des Ministeriums des Auswärtigen, Raman Knall, zum Bericht. Nach der Rückkehr Knolls nach Warschau begab sich der russische Gesandte Patek auf seinen Moskauer Posten zurück. Er soll, wie die Warschauer Presse meldet, mit Tschitscherin einleitende Besprechungen über den geplanten polnisch - russischen N i ch t a n g r i f f s v e r - trag aufnehmen. lang vor rücke. Reuter berichtet aus Schanghai, daß die Lage in Tsingkiang unsicher ist und die Einwohner von einer Panik ergriffen sind. Die Stadt ist von Südtruppen überlaufen, von denen 60 000 das Rordufer des Flusses geräumt haben. Man rechnet damit, daß Sun Tschuan- fang das Rordufer besetzen wird, aber' trotz der Demoralisierung der Südtruppen werde erwartet, dah das liebersehen derRordtrup- p e n nicht so bald stattfinden wird, well alle Schiffe weggebracht worden sind. Dem Schanghaier Korrespondenten des Amsterdamer „Allgemeen Handelsblad" zufolge macht man sich in Schanghai in der dortigen holländischen Kolonie wegen der Folgen ... . der Riederlage der südchinesischen Truppen Woche der Neuyorker Bürgermeister Walker mit große Sorge. Dem Korrespondenten zufolge hat die dortige holländische Handelskammer bei der niederländischen Regierung um unverzügliche Entsendung eines holländischen Kriegsschiffes nach Schanghai zum Schuh der holländischen Untertanen und Inter- Gemahlin und Freunden in Berlin eintreffen. Automobilgeschäfte mit gefälschten Schecks. In einer Autemobilhandlung am Kurfürftendarnm in Berlin wurde gestern der 28jährige Kaufmann August Hofer aus Rappoldskirchen in Niederöster- . reich festgenommen, der in Wien, Prag, Paris, ßon- essen ersucht. don und Brighton als angeblicher Vertreter einer ---------- Transite Maatschappij in Amsterdam Autos mit ge- Komuniften-Demonstralion fälschten Schecks und Wechseln an sich gebracht und •M verschoben hat. Der elegant gekleidete Mann wußte 151 -Ovriiii. sich in Autohandlungen geschickt einzuführen. Er be- Berlin, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach zahlte meistens mit gefälschten Schecks auf die Pa- Schluß einer Funktionärversammlung der Korn- riser Filiale einer Neuyorker Bank. Am liebsten munistischen Partei, die gestern abend im brachte er lombardierte Autos an sich. So hatte er Herrenhause zum Protest gegen die Hinrichtung auch bei feiner Festnahme versucht, drei Autos, deren Saccos und Vanzettis tagte, versuchten etwa Lagerscheine er sich verschafft hatte, mit falschen 600 Personen in die W i l h e l m st r a ß e einzudrin- Wechseln über 6000 und 12 000 Mark m seine Hände gen, um vor der amerikanischen Botschaft ju bringen. zu demonstrieren. Als die Kommunisten versuchten, Unterschlagungen bei der Dresdener Reichsbankstelle, die Polizei kette zu durchbrechen, kam es zu Größere Unregelmäßigkeiten wurden beider einem Handgemenge, wobei mehrere Demon- Reichsbankftelle In Dresden aufgedeckt. Der [tränten verletzt wurden. Es wurden verschiedene Reichsbankkafsierer Max Schubert beging Verhaftungen vorgenommen. durch betrügerische Manipulationen seit längerer (Enaliiche Studienreise Zeit Unterschlagungen, um seine von der 2n- flattonszeit her gewohnte luxuriöse Lebensweise ttQd) WCjtöCUIfCylunUe I fortzusehen. Rach und nach hat er insgesamt fianalüberquerung mit dem Faltboot. Am Donnerstag gelang es dem Direkter deS Braunschweiger städtischen Verkehrsvereins, Dr. o •ifi-y; puoCrapicn ;SOV: iTÖ^TlbTTDbV^P'bL^ o\ lOJ Dqumy j;; OH) füllbach bei Kvburg ist gestern nachmittag völlig abgebrannt. D.e Daldbrände in Lüdfrankreich. Die Waldbrände in der Gegend von Cannes und Toulon, die man als beendet angesehen hatte, sind aufs neue ausgcbrochen. Militär steht zu» Hilfeleistung bereit. Bei Gassin sind mehr als 500 Hektar Wald verwüstet. Das Feuer soll auf Brandstiftung zuriickzuführen fein. Man hat eine Untersuchung eingeleitet, um die Schuldigen festzustellen. Das Pariser „Journal" meldet aus Ajaccio, die Polizei habe einen Schäfer verhaftet, der beschuldigt werde, die Waldbrände auf Korsika verursacht zu haben. Er soll seine Schuld eingestanden haben. 37 Arbeiter ertrunken. Aus Manila wird gemeldet: In der Mündung des Possig,Flusses auf der Insel Luzon kenterte ein Schleppdampfer. Es wird angenommen, daß 37 Ar beiter ertrunken sind. 56 Personen wunden gerettet. uiis der proviirzialhcmptstadt. Gießen, den 20. August 1927. Der Zwischenfall bei der Versassungsfeier. Die die Berliner Blätter berichten, hat sich der Reichswehrminister am Donnerstag mit den Berichten über die Zwischenfälle bei den Berfassungsfeiern in Gießen und Donaueschingen, w-o in beiden Fällen Angehörige der Reichswehr die Feiern verließen, be» schäl rigt. Die Entscheidung des Reichswehrministers ist gestern ergangen: sie wird von der Berliner Presse und vom W->lsf-Dureau in gekürzter Form inhaltlich veröffentlicht, von dec „Frankfurter Zeitung" dagegen in nachstehendem Wortlaut mitgeteilt, Ben wir bei dem besonderen Interesse für diese Angelegenheit hier folgen lassen: „Rach den Richtlinien der Reichsregierung sollten überparteiliche Feiern zu Ehren des Derfassungstags stattfinden. Der Reichswehrminister hat, als er diese Richtlinien den Truppenteilen belanntgab, besonders auf diesen Punkt hingewiesen. Deranstal- tungen, auf denen die Redner auf parteipolitisches Gebiet übergehen, haben die Reichswehrangehörigen bestimmungsgemäß zu verlassen. 3jj Gießen sowohl wie in Donaueschingen wurden parteipolitische Reden gehalten und nicht Ausführungen gemacht, die überparteilich am Gründungstag der Republik der deutschen Volksgemeinschaft dienen sollten. In Gießen machte der Redner eine absprechende Bemerkung über den Herrn Reichspräsidenten und kritisierte Mitglieder der Reichs- rr icrung. Der Bericht des hessischen Polizeiamtes Gießen sagt über die Rede: „Don einem großen Teil der Festteilnehmer wurde die Rede des Professors Hüter als eine einseitige, parteipolitisch auf reizend wirkende Rede bezeichnet, die für eine Der- fassungsfeier durchaus unangebracht war und m i stb i l l i g t wurde." In Donaueschingen griff der Redner die Reichswehr auf das heftigste an und sprach u. a. von einem Vorge- sehteuuppacat, der nicht aus lieber«eugung, sondern um des Mammons willen der Republik diene, und dehnte diese Art der Kritik auch auf den Reichswehrminister aus. Da beide Reden unzweifelhaft parteipolitischen Inhalt haben, hatten die Offiziere bestimmungsgemäß die Feiern zu verlassen." Wir können dieser Entscheidung des Reichswehrministers nur voll und ganz z u st i m m e n. denn sie wird dem tatsächlichen Sachverhalt in Gießen in ausgezeichneter Weise gerecht. Erweiterung des städtischen Wasserrohrnetzes. Um den mancherlei Klagen über unzureichende Wasserversorgung in verschiedenen Stadtteilen, hauptsächlich in den Außenbezirken, wirksam abzu« helfen, wird die Stadtverwaltung in den nächsten Mönaten eine umfangreiche Erweiterung des städtischen Wasserrohrnetzes vor nehmen lassen. Nach die>er Erweiterung werden dann überall gute und ausreichende Druckverhältnisse herrschen, die ein befriedigendes Funktionieren der Wasserlieferung gewährleisten werden. Nach dom jetzigen Stande der Anlage sind in unserer Stadt drei Dr u ck z o n e n der Wasserversorgung vorhanden, und zwar eine Niederdruck-, eine Mitleid ruck- und eine Hochdruckzone. Die Niederdruckzone wird mit Wasser aus den Quellen bei Gro- ßen-Bufeck und im Schiffenbergerwald versorgt, die Mitteldruckzone bekommt das Wasser aus dem Hochdruckbehälter bei Annerod, der von Queckborn her gespeist wird, die Hochdruckzone wird aus der Leitung von Queckborn unter Umgehung des Hochdruck- behälters direkt versorgt. Die Leitung von Queckborn nach Gießen wurde im Jahre 1893 verlegt, also zu einer Zeit, in der an das Wasserwerk infolge der geringeren Einwohnerzahl unserer Stadt usw. noch nicht so hohe Anforderungen gestellt wurden wie heute. Das Wachstum der Einwohnerzahl und die Wasserlieferung an Großabnehmer führten dazu, daß in den Jahren 1913/14 die Zuleitung von Queck- born bis zum Hochbehälter bei Annerod erweitert, d. h. eine zweiteLeitung neben die bereits vorhandene verlegt wurde. Dadurch mar es möglich geworden, die Wasserversorgung der Stadt bisher hn großen und ganzen zufriedenstellend durchzuführen. Jedoch haben sich in der jüngsten Zeit derart starke Anforderungen an das Wasserwerk eingestellt, daß mit der jetzigen Rohrleitung dem Bedarf nicht mehr zu jeder Zeit voll entsprochen werden konnte. Um ausreichende^ Abhilfe zu schaffen, soll nun von dem Hochbehälter bei Annerod aus eine neue Zuleitung zur Stadt mit Rohren von größerem Durchmesser geschaffen werden. Hierzu werden Rohre mit einer lichten Weite von 400 Millimeter verwandt. Die neue Zuleitung wird durch die Kaiferallee, Moltkestraße, Dftanlaae geführt, von der Ecke Ostanlage-Walltor aus wird dann eine 200- Millimeter-Rohrleitung durch die Marburger Straße zum Wiesecker Weg gelegt werden. Die neue Ablage wird es ermöglichen, daß alle Straßen an der Peripherie der Stadt das Wasser künftighin durch Hochdruck zugeleitet erhalten, während gegenwärtig die Wasserrohrleitungen in diesen Straßen unter Niederdruck stehen. Der Niederdruckbezirk, der jetzt die ganze Innenstadt und die Außenbezirke im Norden, Nordosten und Nordwesten umfaßt, wird nach der Fertigstellung der neuen Rohrleitung auf die eigentliche Innenstadt verkleinert werden. Die Folge davon wird sein, daß dann in allen Bezirken gleichermaßen ausreichende D r u ck oe r h ä l t n i s se herrschen, durch die eine ausreichende Wassermenge im Vorrat stehen und die Versorgung in zufriedenstellender Weise gewährleistet wird. Das umfangreiche Projekt ist dieser Tage von der Feriendeputation der Stadtverordnetenversammlung genehmigt worden. Mit der Durchführung dieser begrüßenswerten Erweiterung wird alsbald begonnen. Man hofft, die neue Zuleitung bis zum 1. M a i nächsten Jahres fertigzustellen. Dann werden unsere Hausfrauen selbst an heißen Tagen über mangelnde Wasserversorgung nicht mehr zu klagen hab«,. Gicßcner Wochemnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 200, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 130, Wirsing 12 bis 20, Weißkraut 10 bis 20, Rotkraut 20 bis 25. gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 25 bis 40, Römischkohl 10 bis 15, Dohnen (grüne) 10 bis 20, (gelbe) 15 bis 25, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 100, Rhabarber 10. Pilze 25 bis 30. Kartoffeln 6, Frühäpfel 12 bis 40, Falläpfel 6 bis 8. Birnen 12 bis 30. Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 35, Brombeeren 50. Preiselbeeren 55, Pflaumen 10 bis 20, Zwei schon 20. Mirabellen 40 bis 65, Reineclauden 30 bis 40, Honig 45 bis 50. junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 13 bis 14, Blumenkohl 20 bis 120, Salat 10, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken 3 bis 5, Endivien 10 bis 30. Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20. Radieschen (Bund) 10 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: 224er: 8V2 Ähr, „Auerhahn", Svnnenstraße, Versammlung. — Palast-Lichtspiele: „Die lustige Witwe". — Astoria-Lichtspiele: „Das Todeslasso". — T a g e s k a l e n d e r für Sonntag: Dafcnllons-Weltkämpfe: 3.30 llfjr nachm. Universitäts-Stadion, 8 Ahr: Volkshalle, Militär- konzert und Tanz. — Ruderklub „Hassia" 1906: 4 Ahr nachmittags auf der Lahn bei der Schüßler- sch-en Bleiche Wassersport. — Lichtspieltheater wie Samstag. ** Der neue G ießener Pvlizeichef. Regierungsrat Wolf vom Kreisamt Gießen hat nach seiner durch das Hessische Staatsministerium erfolgte Ernennung zum Pvlizeiches im« feret Stadt am 15. August sein neues Amt angetreten. •* D i e Hindenburg-Spende. Es bestehen, wie beobachtet wird, vielfach noch Zweifel über den Zweck der Hindenburg-Spende. Ihnen gegenüber wird festgestellt: D.e Ehrengabe, wie sie in Gestalt der Hindenburg-Spende dem Reichspräsidenten aus Anlaß seines demnächstigen 80. Geburtstages dargebracht werden soll, will er ungekürzt und ausschließlich zugunsten von Kriegerwcrisen und Veteranen verwenden. Diese schon vor längerer Zeit belanntgec;ebene Erklärung des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg schließt die Verwendung der Mittel der Hindenburg-Spende oder auch nur eines Bruchteiles von ihnen zu einem anderen Zweck als dem angegebenen aus. Der Verwendungszweck der Hindenburg-Spende dürfte damit endgültig feftgestellt fein. Die Geschäftsstelle der Hindenburg-Spende, Berlin NW 40, Scharnhorststraße 35, hat sich der dauernden Aeberwachung durch die Deutsche Re- visions- und Treuhand-A.-G. unterstellt. Sie ist im übrigen bereit, jedem sachlich Interessieren an der Hand ihrer Unterlagen alle gewünschten Auskünfte zu geben. Sie fühlt sich zu diesem Angebot um so mehr genötigt, als bedauerlicherweise auf Grund unkontrollierbarer Angaben in der Oeffentlichkeit der Versuch unternommen wird, die eingangs gekennzeichneten Zweifel über den Wohlfahrtszweck der Hinden- burg-Spende zu nähren. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Hausanschlußarbeiten wird die Goethestraße zwischen Südanlage und Löberstraße von Montag, 22. August, ab bis auf weiteres gesperrt. ** Zur Hilfeleistung für die An- wettergeschädigten im Vogelsberg haben die Abg. Dr. von Helmolt, Fenchel, Glaser usw. im Landtag folgenden Antrag eingebracht: „Am Mittwoch dem 2. Juli d. I., ist im Vogelsberg ein schweres Hagelwetter niedergegangen. Betroffen wurden weite Strecken der Kreise Schotten und Lauterbach, z. B. die Gemarkungen Eichelfachsen, Wingershausen, Eschenrod, Dusen- born, Frischborn, Dirlamen, Eichenrod u. a. Das Wetter hauste furchtbar. Die Hagelkörner, die an manchen Orten ein Gewicht von 50 bis 70 Gramm hatten, zerschlugen nicht bloß die Fruchternte und das Obst, sondern fügten auch den Gebäuden in den Dörfern erheblichen Schaden zu. Die Betroffenen sind zum weitaus größten Teil nicht versichert. Wir beantragen daher, die Regierung zu ersuchen: 1. den Schaden amtlich so rasch als möglich feststellen zu lassen, 2. das betroffene I Gebiet zum Rotstandsgebiet zu erklären und dem- entsprechcnd steuerliche Erleichterungen cintrctcn 3U lassen, 3. den Schwergeschädigten mit Gewäh- mng von Saatgut oder in sonstiger Weise zu helfen." _ **■ Gegen d i c D e c k e h c s 0 c d n u n g im Scltersweg wandte sich am Mittwochabend eine Zweite, von dem in dec ersten Versammlung gewählten Ausschuß einberufene Versammlung der interessierten Anwohner des Selterswegs. In der sehr gut besuchten Versammlung wurde mitgeteilt, daß die Mehrheit des Ausschusses den Beschluß gefaßt habe, mit allen zulässigen Mitteln die Aufhebung der Polizeiverordnung zu betreiben. Die Versamm- lung wollte auch bei der Stadtverwaltung in der Angelegenheit vorstellig werden; für den zur Zeit beurlaubten Oberbürgermeister ließ sein Vertreter erklären, der Oberbürgermeister sei bereit, nach feiner Rückkehr den Ausschuß zu empfangen. Die Versammlung war mit dieser Verzögerung, aus der ihr geschäftliche Nachteile erwachsen, nicht einverstanden und beauftragte den Ausschuß, eine ein- stimmig gefaßte Protestentschließung bei der Stadt einzureichen und dabei die tatsächlich eingetretene Schädigung der Geschäftsleute am Seltersweg erneut vorzutragen. Es wurde darauf hingewiesen, daß man mit der Verhandlung der Angelegenheit an zuständiger Stelle nicht bis zur Rückkehr des Oberbürgermeisters warten könne. *• Das zweite und letzte Sonderkonzert unserer Reichswehrkapelle findet am Dienstag, 23. August, abends 8'/» Ahr auf der Liebigshöhe statt. Es sei d'.eferhalb nochmals darauf hingetbiesen, daß dies das letzte Konzert vor dem Abtransport 3um Truppenübungsplatz ist. •• Der Strahenbahnverkehr am morgigen Sonntag. Für die Teilnehmer an der Rheinfahrt stehen morgen früh von 6.15 Ähr an drei Sonderwagen ab Marktplatz zur Verfügung; abends 10 Ahr werden vier Wagen am Bahnhof bereitgestellt. — Ebenso werden morgen abcnd nach Schluß des Konzertes in dcr Volkshalle Sonderwagen der Straßenbahn zur Verfügung gehalten. ♦* Probealarm. Wie uns mitgeteilt wird, findet in den nächsten Tagen ein Probealarm der Feuersirene statt. Ein Grund zur Beunruhigung liegt also beim Ertönen der Sirene nicht vor. ** Bürgervereinigung Gießen- Sachsenhausen. Der in weite» Kreisen der Gießener Bevölkerung bekannte „Sachsenhäuser Verein", der im Jahre 1888 gegründet wurde und durch den Krieg bis vor kurzem nur noch als Spielklub bestand, ist wieder unter tatkräftigem Werben einzelner Männer, im besonderen des Polizeibeamten Karl D i r l a m m, zu neuem Leben erwacht. Der Verein ist parteipolitisch vollkommen neutral und betätigt sich nur kommunalpolitisch. Die Mitgliederzahl hat heute schon 100 weit überschritten. In der letzten Generalversammlung wurde die Restauration „Zum Fischerhof" in der Schützenstraße als Vereinslokal bestimmt und der Vorstand, dem Herr Di Hamm als 1. Vorsitzender angehört, gewählt. Auch wurde noch beschlossen, daß in diesem Jahr, nicht wie in früheren, eine Kirmes, sondern ein Ausflug auf „Textors Terrasse" stattfinden soll. Mit dem Aufleben des Vereins dürfte wohl wieder ein Stück Alt-Gießener Vereinstätigkeit zu neuem Leben er» wacht sein. * Baulnspektor Heinrich Matheis feiert heute fein 25jähriges Dienstjubiläum beim hiesigen Stadtbauamt. Seit der Anlage der Straßenkanäle vorn Jähre 1902 beschäftigt ist er auch heute noch tn der betreffenden Abteilung verdienstvoll tätig. Außer In seinem Beruf wirkt Herr Matheis tn verschiedenen dem öffentlichen Interesse dienenden Vereinigungen, und bet seiner Rüstigkeit ist zu hoffen, daß er noch lange seine Tätigkeit ausüben kann. Weitere Lokalnachrichfen im 2. Blaff. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. Fehlt Ihnen die kaufmännische Ausbildung ? Dann verlangen Sie sofort kostenlos unsere aufklflrende Druckschrift Neue Korse 17. Oktober 1927 Vogtache Handelsschulen (Heften Herborn Alsfeld Direktion Dr. Reukauf, Gleisen Goctheetrafce 32 GoethestraBe 32 7584 ? Ab Dienstag, 23. August verreist Dr. Ploch Vertreter die Herren: Dr. Kiewitz Dr. Meyerhoff Dr. Steinreich 7583 D am* wird geboten ordemlich, Iwrilll/Ill strebst Lernen, welche sich HIieIlH I f«g Löberstr. 19 11. MbstZimmer Schreibtisch, el. Licht, Balkon z. verm. 0604« Wetzlar.Wcal7ll Schlafstelle evtl, mit Mittags» tisch, an Fräulein ob. Herrn z. verm. Kavlansaasse 18 ll Großer Raum auch getrennt, z. vm. »wu Bergstr. 9 p. tagen Modern einge- | richtet, mit Wasch-, gelegenheit zu ver- ; mieten MG7d Marburger Str. 7. Schöne »roße Bureau- und Lagerräume mit elektr. Licht,Gas. Wasser, evtl. Tete- vbon, ab l.Sevl. zu verm Zu er fr ns.-s Zu Den Wühlen nr. 2. Wä Patent WßMiLMW einzig dastehend in Ausführung und Leistung. Wende- und Zweischarpflüge sowie alle Landmaschinen und Geräte Fernsprecher 17 .. ________________________________ 7621D 1 sicher nnö 2 Heine Mine zum EmsteUen von Möbeln z vermieten. Schr. Angeb. u. 06034 an d. Gieir. Anz. erb. Mietgesuche Suche zum 1. 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Gebrüder Hoehl Sektkellerei / Geisenheim am Rhein Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden anläßlich des HinscheidenB meiner lieben Frau, unserer guten Mutter sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Hch. Dechert und Kinder. Mathilde Reinhardt Wwe. geb. Repp In tiefer Trauer Frieda Reinhardt Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Jacob Kopp Lokomotivführer Klein-Linden, den 20. August 1927 Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. August, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Frankfurter Straße 78 aus statt 06033 Montag, SS.Nug., abends SV, Ubr: yWMNNg Antreten 8'/. Uhr pünktlich am Gerätebaus. Uniform: Dieniran-ug. Helm. DaS Kommando. Geltem morgen %8 Uhr entfchlief fanft nach langem fchweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe, gute Frau, untere liebe Tochter, Schwerer, Schwägerin und Tante Frais Marie Laogsdorf im blühenden Alter von 28 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Langsdorf. Gießen, Leihgeftern. Rödgen. Annerod, Harbach, Frankfurt a. M., den 20. Auguft 1927. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 7,2 Uhr statt. 06062 S$raBenschuheg Tanzschuhe, Reformschuhe Jagd- und Tourenstiefei Der billige Dr. med. Löffler-Schuh für kranke und empfindliche Füße Alleinverkauf für Gießen und Umgegend: Sektvertretung Wir haben unsere Vertretung für Gießen — Marburg und zugehörigen Bezirk sofort zu vergeben. Tüchtige und fleißige Herren mit besten Beziehungen zu der Wiederverkäufer-Kundschaft werden gebeten, Angebote mit Aufgabe von Referenzen und möglichst Weidemanns Schuhe sind elegant und dauerhaft — vorzüglich in Paßform Vertreter zum Äesuche der Landlundschaff in Seifen, techn. ölen u. Ketten gegen gute Lezüge gesucht. Äewerber in der Branche erhalten den Vorzug. Angeb. unter 05992 an die Geschäftsstelle d. Gießener Anzeigers. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Jöst geb. Bein und Kinder. Mehrere IW Für hies. StudentenhauS wird geeigneter ~ c .r. Hausverwalter ® gesucht,- Tauschwohnung erwünscht. Aor-ustellen vcn 11 Schriftliche Angebote unter 7613D an bis 3 Ubr 0602b den Giestener Anzeiger.| Nordanlaae 29 1. LEBEWOHL lindert sofort jeden Druck und beseitigt Böhneraoien und Hornhant Blechd. (8 Pflaster) 75 Pfg , Lebewohl-Fefchad »eßen empfindliche Füße und Fußschweiß. Schachtel (2 Bäder) 50 Pfg., erhältlich In Apotheken u. Drogerien. Sicher ru haben bei: H. Noll. Ludwignlatz-Drog. und Neustadt-Drog., O. Wlnterhoff, Drog.. Kreazplatz 9/10. Direklionövertrag Erprobten Fachleuten m. ernklass. Erfolgen in Werbeiä igkeit, sowie Gewinnung von Mitarbeitern, bleien sich aussichtsreiche Eristenmiöglichkett. Diskretion wird zugesichert. Nichtfachleute aus bess. Kreisen, die den Beruf wechseln u. sich eine neue Ertsten- gründ, wollen, werden fachmännisch ausgebildet. Ansführl. 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Eoiiter.Breel&aNh Mkkttk s. autogene Schwetst- 11. Lchneidanlagevon lcistungSsadiaer Fabrik sofort ges. 7 Delegierten für den letzten Mittwoch zur Ausschußversammlung (Jahresversammlung) in das . Erholungsheim „Zur Post" in Jugenheim an der Bergstraße eingeladen. Auch Gießen hatte seine Vertreter, 7 an der Zahl, dorthin entsandt. Da ab 1. Januar 1927 die neuen Aerztelarife in Kraft getreten sind, so war eine Erhöhung der seitherigen Beiträge nicht zu umgehen. So wurden die Beiträge der Pflichtmitglieder von 6l/t auf 7 Prozent und die der freiwilligenMitglieder, 'das heißt solcher, bei denen im Falle einer KranEeit die Kasse keine Barleistungen gewährt, von 3 auf 4 Prozent erhöht. Um die Erweiterung des Erholungsheims vornehmen zu können, wurde beschlossen, pro Kopf und Woche siir ein Mitglied einen freiwilligen Beitrag von 3 Pfennig zu erheben. Man nimmt aber an und hofft dringend, daß auch der Arbeitgeber, der hessische Staat, der Kasse eine Unterstützung gewährt, wenn auch nur pro Mitglied und Woche 1 Pf. Dient doch das Erholungsheim in erster Linie der Erholung und Gesundung der beim Staate angestellten Personen. Man hofft, in nächster Zeit etwa 160 Betten im Heime auf stellen zu können. Auch die Beratung neuer Statuten wurde vvrgenommen und diese genehmigt. Die Besichtigung des Heims verlief zur allgemeinen Zufriedenheit. •* Zinsverbilligung für Boden- verbesserungsdarlehe n. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat nach Benehmen mit den Landesregierungen Richtlinien für die Verbilligung des Zinssatzes von Bodenverbesserungsdarlehen herausgegeben. Danach stellt die Reichsregierung in den Jahren 1927 bis 1931 je sechs Millionen Mark zur Zinsverbilligung zur Verfügung. Zinsverbilligung können erhalten Genossenschaften oder Einzellandwirte. Die Verbilligung erfolgt derart, daß der Landwirt für fünf Schonjahre nicht mehr als vier v. H. Zinsen neben einem Verwaltungskostenzuschlag von höchstens 0,5 v. H. für das aufgenommene Meliorationskapital zu zahlen hat; der darüber hinausgehende Zinsbetrag wird ihm aus Reichsmitteln vergütet. Die " Zinsverbilligung wird nur für Darlehen gewährt, deren Zinsfuß, Auszahlungshöhe usw. angemessen ist. Welche Kreditanstalten der Meliorationsunternehmer für Die Darlehnsgewäh- rung in Anspruch nehmen will, bleibt ihm überlassen: evtl. ist die Rentenbankkreditanstalt bereit, Meliorationsdarlehen zu gewahren. ** Pvlizeischießen. Zum erstenmal wird in diesem Jahr mit Genehmigung des Ministers des Innern ein hessisches Polizeischiehen, offen für alle Polizei-, Gendarmerie-, Kriminal- und Kommunalbeamre Hessens durch den Hessischen Polizeifftortverein durchgeführt. Schon jetzt liegen zahlreiche Meldungen aus ganz Hessen vor. Durch wertvolle Strftungen von Ehrenpreisen der Behörden und der Industrie wird allen Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, sich in den Besitz dieser hohen Auszeichnungen zu setzen. Meldungen zu diesem Schießen können näh bis zu den Schteßtagen abgegeben werden. Oberhessen. Landkreis Gietzen. * Lang-Göns, 19. Aug. Die Ernte- arbeiten sind hier durch das anhaltende Regenwetter noch sehr im Rückstand. Von den einzelnen Fruchtarten ist bis jetzt nur ein Teil Gerste ernge- fahren, wahrend der getarnte Roggen noch auf dem Acker steht. Weizen uno Hafer steht noch größtenteils auf dem Halm und liegt wie gewalzt am Boden; bei der anhaltenden Nässe sind die Aehren schob gekesmt. Auch bei den Kartoffeln tritt schon viel Fäulnis auf. :—: Aus dem Busecker Tal, 19. Aug. Die Ernte arbeiten sind durch das Einsehen der derzeitigen schlechten Witterung vollständig zum Stillstand gekommen. Die Früchte einer Jahresarbeit stGen auf den Feldern und können nicht eingebracht werden. Hier tmö da fangen die Körner bereits an zu keimen und auszuschlagen: Korn und zum großen Teil auch Weizen stehen auf Haufen, Gerste liegt geschnitten auf dem Acker und der größte Teil des Hafers steht noch auf dem Halm. Ein gebracht ist fast noch nichts. Die Dreschgarnituren stehen an ihren Standorten wasserdicht abgedeckt und harren der Zufuhr. Hoffentlich hat Der Wettergott bald ein Einsehen und schickt den so nötigen Sonnenschein. t Treis a. d. Lda., 19. Aug. Heute nachmittag entlud sich über unserer Gemarkung ein schweres Gewitter mit starkem Sturm un-D mit Hagel untermischtem Regenschauer, so daß die Landwirte, die mit dem Ausrichten der um» gefallenen Kornhausten beschäftigt waren, eiligst dem schützenden Dorf zueilten. Dabei rannte eine ältere, schwerhörige Frau mit über dem Kopf gehängten Rock an einem Eisenbahnübergang blindlings gegen den letzten Wagen des gerade vorüberfahrenden Zuges, wurde umgestoßen und zur Seite geschleudert, kam aber wie durch ein Wunder mit zwei geringfügigen Kopfwunden davon. :—: Beuern, 19. Aug. In der jüngsten G e - rneinderatssihung lag Dem Gemeinderat Plan und Kostenvoranschlag betreffend Erbaue ung eines Denkmals für unsere gefallenen Krieger zur Beratung vor. Seitens des Hessischen Hochbauamts war Daurat B r ü ck e l anwesend. Rachdem dieser alle technischen Fragen an Hand der vorliegenden Pläne eingc : j dargelegt hatte, beschloß Der Gemeinderat, das Denkmal zur Ausführung zu bringen und die Pläne in unveränderter Form airzu- nehmen. Die Arbeitsvergebungen waren bereits vom Hochbauamt ausgeschrieben: die Maurer- unD Erdarbeiten erhielt Der Maurermeister Friedrich Wagner von hier für den Pauschalpreis von 1330 Mk. Die Steinhauerarbeiten werden von Den hiesigen Meistern Fuhr und Damm ausgeführt unter Verwendung der hiesigen Lungsteine. Die Dildhauerarbeit wurde unserm hiesigen jungen Künstler W. Arnold (Schöpfer des 116er-Denkmals in Gießen) übertragen für 4100 Mk. Dankbar wird anerkannt, daß der Künsller für die vier großen Figuren- Reliefs nur zwei in Bezahlung nehmen will. Die übrigen zwei will er seiner Heimatgemeinde! kostenlos ausarbeiten und Herstellen. Der Gesamtkostenvoranschlag beträgt rund 10 000 Mk. Die Arbeiten sollen nächstes Frühjahr in Angriff genommen und so gefördert werden, daß mit der Fertigstellung und Einweihung des Denkmals zu Pfingsten 1928 gerechnet werden kann. 53 Kriegsopfer hat unsere kaum 1000 Einwohner zählende Gemeinde zu beklagen. — Unsere Badeanstalt in der Michelbach wurde vor etwa drei Wochen fertiggestellt und erfreute sich eines regen Zuspruchs. Für die Schulen soll demnächst auch Schwimmunterricht erteilt werden, den Lehrer Kahle vorläufig übernehmen will. — Unser Verkehrsautvbe- trieb regelt den Verkehr nach Station Großen-» Buseck zu fast allen Zügen und erfreut sich einen immer zunehmenderen Benutzung. Y Lich, 19. Aug. Wie Der Vorstand Des Vereins für Volksbildung nritteilt, wird Die Gießener WalDbühne, unter Der Leitung von Prof. Bernbeck - Gießen, am 3. September hier einen Goethe-Abend veranstalten. Reben deklamatorischen und musikalischen Darbietungen werden zwei Einakter („Die Geschwister" und „Die Laune des Verliebten") auf Der Vortragsfolge stehen. Man sieht Dem Abend hier mit großem Interesse entgegen. * Lich, 19. Aug. Am nächsten Dienstag, 23. August, wirb hier ein Orgelkonzert dä Konzertorganisten Adolf Wieder aus Halle a. d. S. stattfinden. Man beachte die Ankündigung im Anzeigenteil. 5p Lich, 19. Aug. Der hiesige Mannergesangverein „Ccicili a", der am 9., 10. und 11. Juni n. I. anläßlich seines 90jährigen Bestehens einen großen Gesangswettstreit plant, hat jetzt den Delegiertentag für dieses Fest festgelegt. Es ist der 8. Januar 1928 dazu ausersehen. # Hungen, 19. Aug. Gestern unternahmen die beiden Oberllassen der hiefigen gewerblichen P f licht f vrt bil du ng s- schule unter Führung der Gewerbelehrer Geiger und Hübner von Ridda einen Lehr- ausflua nach Frankfurt a. M. Angeschlossen hatte sich auch Der letzte Jahrgang Der Gewerbeklassen Der Fortbildungsschule La ubach: insgesamt waren es 54 Schüler. Reben Der Besichtigung moderner Wohnungsanlagen wurde dem Stadion ein Besuch abgestattet und sodann noch der Zoologische Garten und der Römer besucht. Wegen Zeitmangels mußte Der vorgesehene Besuch Der Musikausstelllmjg unterbleiben. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 19. August. Vorgestern sand eine Stadt verordneten! ihungstatt. Der eine Besichtigung des Wasser- turmneubaues vorausging. Hier erläuterten Baurat Lorenz vom Kulturbauamt und Daurat Metzger vom Hochbauamt die technischen und architektonischen Anlagen an. Hand von Plänen und Skizzen. Der Turm, der ein prachtvoller Aussichtspunkt werden wird, wird eine Höhe von 38 Meter haben. Zum ersten Male wird bei der Anlage Wasser aus den Werken von ßouterrt und Inheiden zusammen verwandt. Eine umfangreiche Schieberkammer ermöglicht es, die beiden Leitungen bei etwaigen Störungen sofort auszuwechseln. Die Stadtverordnetensitzung wurde vom Beigeordneten Kommerzienrat Langsdorf geleitet. Ein Gesuch um Strvmzu- führung zu einigen Häusern der Ockstädter Straße wird genehmigt. - 'Sie Rieself eld- anlage in der Glckch wird an den seitherigen Pächter auf drei Jahre weiterverpachtet. — Die Klärbrunnen sollen noch in diesem Jahre errichtet werden. — Ein Geländetausch mit der Reichsbahn wird vom Kollegium genehmigt. Auf Wunsch der israelitischen Gemeinde wird David Krämer in die Friedhofskommtssron hinzugewählt. Der israell tischen Gemeinde werden zukünftig zu Llnterhaltungsarbeiten auf ihrem Friedhöfe 40 Proz. Der von ihr zu zahlenden Begräbnisgebühren vergütet. — Das Rathaus, das zur Zeit von innen und außen neu hergerichtet wird, soll nach Vorschlägen des Denkmalpflegers, Geh. Rat Walbe, durch einige Aenderunaen an der Fassade verschönt werden. — Für Die Landesausstellung, die die Landwirtschaftskammer demnächst in Darmstadt veranstaltet, stiftet die Stadt einen Ehrenpreis im Werte von 100 Mk. — Die Schutzpolizei hat in diesem Jahre die Stellung von Hilfsfeldschützen für die Zeit der Obsternte ab- gelehnt Dte Stadt mußte deshalb selbst einen solchen für zwei Monate verpflichten. — Die Angelegenheit der Zementlieferung für den Reubau des städtischen Wasserturms, Dte schön öfters die Oeffentlichkeit beschäftigt hat, ist durch Vergleich erledigt. — Für das Hess. Künstlerthea ter wird eine Unterstützung genehmigt. sf. Friedberg, 19. Aug. Am Mittwochabend fand hier eine Besprechung statt unter Leitung des Stadtverordneten Rektor Koch zwischen Vertretern der hiesigen Schulen uno verschiedener Vereine und dem Direktor des Hess. Künstlertheaters, Sitz Frankfurt am Main zwecks Maßnahmen zur Förderung dieses älnternehmens. Nachdem Direktor Hans Meißner seine Pläne in längerer Ausführung entwickelt hatte, entspann sich eine sehr lebhaft» Aussprache. Es soll eine Theatergemeinde, möglichst unter Anschluß an Den VolksblldungA- verein, gegründet werden. Endgültige Beschluss« wurden noch nicht gefaßt. 4 Bad-Rau heim, 19. Aug. Zugunsten Der durch Unwetter Geschä digten in Hessen fand gestern abend tm Großen Hause eine Sonderveranstaltung der Bad- und Kurverwaltung statt. In den Dienst Der guten Sache hatten sich Der Gesangverein „Frohsinn" und der Turnverein von 1860 gestellt. Den musikalischen Teil hatte das Frankfurter Harmonie-Orchester übernommen. Der Gesangverein „Frohsinn" bot unter der bewährten Leitung von Oberreallehrer Dechtols- Heimer trefflich wiedergegebene Lieder von Hein, I. Werth, Zöllner, Brahms, Grippekoven und Hansen. Der Turnverein 1860 führte unter seinem Turnlehrer W. Sinn well rhythmische und gymnastische Hebungen der Turnerinnen und Turner und einen Säbelreigen der Fechter vor. Großen Anllang fanden auch die Darbietungen Der Knaben- und Mädchenabteilung des Vereins. Der gute Zweck der Veranstaltung und Die Güte Der Vorführungen hätten einen besseren Besuch verdient. Kreis Büdingen. Ridda, 19. Aug. Der Umsatz von Heu Der diesjährigen Ernte ist noch immer sehr gering, das Geschäft ist lustlos. Es werden 1,80 bis 2 Mk. pro Zentner bezahlt. Rach altern Heu, das sofort verfüttert werden kann, ist Rachfrage vorhanden. Es werden dafür 3Mk. pro Zentner geboten. — Mit Der zunehmenden! Einführung von Kohlenöfen und -her- Den in den ländlichen Haushaltungen hat das Brennholz seine Bedeutung von ehemals ziemlich verloren. Daran sind auch die Holzpreise, Die Das Doppelte Der Friedenszeit übersteigen, nicht unbeteiligt Selbst für das Losholz, dessen Preis kaum unter Dem Der freien Verfiel gerungen liegt, ist nicht mehr allgemeines Interesse vorhanden, zumal es meistens in entfernten ®iftraten angewiesen wird, wo Der hohe Subrlopn OerteuemD wirkt Da anzunehmen ist, Daß em Jahrzehnte bewlhrt Rasch und mild wirkend. 5 Polr-Pckg. Mk. 1.15. 10 ObL-Pckg. Mk 139. rspekte kosienlraL Otto 4 Co. Frankfurt, M ila-SOA CY^Of. QVtf\e W / ,oSs: IDAS Menpukr IDAS Bleich-Soda IDAS StheuermiHel IDAS Feinborax IDAS tarntet IDAS feiÄÖ das beste fiir die. ffreUiAbsfnm Generalvertrieb und Auslieferungslager Rasbslfö Beisenköiter Frankfurt a. fifl. 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In? ^e- Jahrgang der ^ngsichul, e® 54 Schwer. W Dvhnunaü n, besuch abge. ^vgtsche Gatten Mangel ntttftfe ^usikousstellmg d-m Revolver losge-gangrn war, niederge- s chossen. Die nähere Untersuchung wird er» xeben müssen, wie Krämer zum zweitenmal ir den Besitz einer Schußwaffe gekommen ist. l.Di-7' S®ti Sie 'SS» :,sK sgiSte •Ä» * >9ä Grippe^ «führte Jl 18 °( r Mlhuu'ö der ^' ««tzter & s> Sdun$? aTt)6er Teil der früheren Losholzbezieher unter btefen Umständen auf das ihm zustehende Los- hvlz verzichten wird, werden in diesem Jahr nur diejenigen berücksichtigt, die ihren Bedarf anmelden. Eine allgemeine Belieferung der Los- holzberechtigten ist nicht mehr vorgesehen. Kreis Schotten. Schotten, 19. Aug. Dem Kranken- Haus-Baufonds, dem bereits 600 Mk.. eine Spende der Deutsch-Amerikaner anläßlich ihres Besuches überwiesen wurden, sollen auf mehrfach.' Anregung hin weitere Geldmittel dadurch jugesührt werden, daß anstatt den Kranzspenden entsprechende Geldbeträge für das Kranken- Saus gezeichnet werden. Ob dieser Vorschlag Aus- lid": auf Verwirklichung hat. bleibt abzuwarten. Laubach, 19. Aug. Heute tritt m körper- lic: und geistiger Fri'ch- Frau Marie M o- '> >. ö die Witwe des 1902 verstorbenen Grckk- Tlic en Rentmeisters Konrad Möbus, in ihr 9 0. :v evensjah r. Sie ist die Tochter des ver- . .>nen Gräflichen Haushofmeisters Fran- , kus Die Familie Miivus itammt aus * ;i ii b 2 r g: dir Familie Franziskus sind im । "aaq Les 13. Jahrhunderts in Laubach em« .änderte Waldenser. Die älteste De- r oßiierin unserer Stadt ist Frl. Marie _'i o f b. geb. 23 Juni 1837. Sie erfreut sich eben- 1(111-3 noch geistiger und körperlicher Frische. Helpershain, 18. Aug. In diesem (zDiiUlicr treten f'er die Füchse in großer Zahl auf. Mancher Hühnerbesitzer mußte das zu feinem Leidwesen erfahren. Mehr als eine Glucke mit Läicu Jungen ist den Räubern schon zum Opfer lU _ heidi)1-1- *253*219 -S'LS auch L 5‘ti -Mr« t unb außen neu Plagen des Senk' re, torch einige VÄM verton, ellung, tte t* chst in AmnkM einen EhmMs ie SchuhM h -t ng von tzUst- der Obsternte ab« Shalb selbst emec rpslichten. - JJ tliefetuttig DassertinM," beschäftigt^^ Für das äne MterfillMg eines dez tn der die d bÄ«t Preuhen. Der Mädchenmörder Krämer im Gefängnis erschossen. LPD. Limburg, 19. Aug. In der vergangenen Rächt wurde, wie bereits in einem . i der gestrigen Auflage gemeldet, der im Freiendiezer Zentralgefängnis in» hüfiierte, zum Tode verurteilte Mädchenmörder Robert Krämer, der in seiner Zelle wiederum ;r den Besitz eines Revolvers gekommen war, beim Versuch, ihm diesen gewaltsam abzunehmen, tPD n einem Beamten, auf den Krämer mit c/1 Erbenhausen, 19. Aug. Seit einigen Tagen ist die D r e s ch in a s ch i ne, die unserer Treschgenossenschaft gehört, in Tätigkeit, um den !Koggen, der hier Infolge früherer Reise eher geschnitten und heimgefahren werden konnte, auszn- dreschen. Geaenwärtig beschäftigt man sich in der regenfreien Zeit mit dem Schnitt von Weizen und Hafer. Garbenteich: Hausen 97«, Garbenteich: 1. - Watzenborn - Steinberg: 1 (Pfarrer Krämer, Steinbach.) Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 20. August. 47, u. 7 Beichte. Sonntag 21. August. 11. Sonntag nach Pfingsten. 67, Beichte, 7 Messe, Kom. der Jungfrauen und Hausangestellten, 8 Kom.» 9 Hochamt m. Predigt 11 Messe m. Pred., 2 sakramentalische Bruderschaftsandacht, 3: Jungftauen-Kongregation. - Grünberg. 97, Messe m. Pred. — Hungen. 8: Hochamt mit Pred. - Laubach. 10: Messe m. Pred. - Lich. 10: Hochamt mit Predigt. üunntac* hci ;t ). .1 erste u. ^ivocueteii am 21.8.27 Dr. Block, Dr. S. Klein. 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M Drittes glatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) 7^«.'JV rmgTrg.T7gyei ber (Eröffnung der Brücke vor allen anberen zugegene Prinz von Sßales hielt, war noch farbloser. Die Brücke sei das Symbol freundlichen Kontaktes für die beiderseits der Grenze Lebenden. Das ist wirklich etwas mager. Denn inzwischen ist der Oelkrieg zwischen England unb Amerika ausgebrochen. Wohl dem, der jetzt Auto fährt: seit gestern kostet Autobenzin einen Penny per Gallone weniger. Es ist vielleicht nicht unintereffant zu wissen, was der englische Automobilist an Betriebskosten für sein Benzin zahlen muß. Normalbenzin, beste Qualität, kostet 1 Schilling 1* Pence per Gallone, Geschäftsbenzin 111 Pence, Benzolmischung 1 Schilling 21 Pence. Benzol kostet 2 Schilling 1 Penny. Eine Gallone sind 41 Liter, ein Penny rund 8 Pf. ‘Den Rest der Rechnung überlassen wir getrost dem Aus Dem Amtsverkü::vigungsblatt. • Das Amts Verkündigungsblatt Ar. 61 vom 19. August enthält: Erlaß einer Oris- satzung über die Erhebung von Qkrgnügun;^* steuer in der Gemeinde Geilshausen; Ergebnis der Hauptkörung im Körbezirk Gießen-Grün-- berg im Jahre 1927; Jahresberichte der Schulvorstände; Dienststunden des Polizeiamts; Dicnst- nachrichten. um die Rheinlandbesetzung ober richtiger um bie Fortführung ber Locarnopolitik unb ben Ausbau bes mit bem Bölkerbunbe beabsichtigten Völkcrfriebens hanbelt. Davon ist hier in Lonbon nicht viel zu spüren. Seit bem Zusammenbruch ber Genfer Flottenkonferenz muß man selbst hier politische Neuigkeiten von allgemeiner Bedeutung mit der Laterne suchen. Aber es ist doch deutlich, daß sich unter der scheinbar beruhigten Oberslache ein großer Unzufriedenheitenkomplex ausbreitet. Man ist allen deutschen Fragen gegenüber außerordentlich kühl. Die eingangs heroorgehobene unterschiedliche Behandlung der französischen und der deutschen transatlanttschen Flugpläne zeigt deutlicher als manches andere den wahren Stand der westeuropäischen Beziehungen. Wir wollen heute keine tiefgründige Untersuchung darüber anstellen, ob inzwischen bie beutsch-amerikanischen Beziehungen eine entsprechenbe Verbesserung aufweisen. Es wäre bas zu hoffen. Aber naturgemäß ist bie englische Berichterstattung in biesem Punkte sehr zurückhal- tenb. Es muß freilich zu benfen geben, daß in London die Frage der Dawesplanreyision neuerdings in eine recht eigentümliche Beleuchtung gerückt worden ist. Im „Economift" wurde neulich autoritativ die deutsche Finanzwirtschaft einer herben Kritik unterzogen. Man fordert Neuordnung der Beziehungen zwischen Reich und Ländern. Geschähe bas nicht, so müsse man Deutschland die bona fides absprechen, wenn es jemals eine Revision des Zahlungsplanes beantragen sollte. Das klingt wenig erfreulich. Von der kommenden GenferTagilng schweigt die Höflichkeit der politischen Sänger. Wieder tauchen die stabilen Elemente der Rheinlanb- kontrolle auf, und seltsamerweise hat man daran gar nichts auszusetzen. Briand, nimmt man an, wird das Thema wieder in Genf anschneiden. Das sind vorläufig nur Mutmaßungen. Aber nach unseren Erfahrungen genügt ein kleines Symptom wie das genannte, nämlich die kommentarlose Islam in Jugoslawien Von unserem 8-Sonderberichterftatter. Londoner Vries. Schlechtes Weller und der „Erste sihende Adler". — Oelkrieg unb Benzinpreise. — Wettrüsten. Don unserem Londoner Mitarbeiter. London, 17. August 1927. Auch nach London ist inzwischen die Nachricht gedrungen, daß deutscherseits der Versuch zu einer dleberfliegung des Atlantik unternommen ist. Aber in den englischen Blättern spielte das französische Unternehmen bisher eine ungleich größere Rolle als das deutsche. So stand beispielsweise in der „Times" ein langer Bericht aus Le Bourget, aber kaum ein Wort über das deutsche Unternehmen. Das ist keine Ausnahme. Für jede Zeile über bie deutschen Flieger finden f i d) 10 Seilen über bie f r a n zö s i - s ch e n R i v a 1 e n , auf ben Durchschnitt ber Tagespresse berechnet. Nur der Wetterbericht hat erhöhtes Interesse. Daß das Wetter miserabel ist, merkt man auch so. Aus sämtlichen Badeorten tönt das Lied: Und der Regen regnet jeglichen Tag. (Ein Tiefdruckgebiet ist vorgestern über England roeggeroanbert. Ein zweites hat uns gestern besucht. Naß kann man auf tiefen gesegneten Inseln stets werben. Im übrigen muß sich ber geneigte Leser klar darüber fein, daß in England um diese Jahreszeit zwar nicht bie Seeschlange, wohl aber ber Kanal- Tunnel seine alljährliche Wieberauserstehung als Projekt erlebt. Das ist ber Gipfelpunkt ber Ereig- nislosigkeit. Das Haupt ber englischen Regierung, Balbwin, ist bekanntlich in Kanaba. Er hat es bort Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Sarajwo, im August 1927. Die Türkei Kemal Paschas hat sich in letzter Zeit bekanntlich soweit europäisiert, baß bort in ben Stäbten, namentlich in Konstantinopel unb Angora, kaum noch etwas von eigentlich türkischem Leben iju bemerken ist. Fez unb Turban haben burchweg Üsilz- unb Strohhüten Platz gemacht, auch ber Schleierzwang für bie Frauen ist längst aufgehoben. Die jüngeren Frauen unb Mäbchen, mit Bubikopf, kurzer Gewanbung unb ©eibenftrümpfen, gebärben sich höchst emanziviert unb scheinen mit der alten türkischen Gewanbung alles abgestreift zu haben, was an den alten Orient erinnerte. Um fo überraschter ist man, wenn man heute aus der Türkei und den benachbarten Balkanländern kommt, nach Bulgarien, der rumänischen Do- drudscha ober Jugoslawien, unb bas Leben ber bärtigen mohammedanischen Minderheiten beobachtet. Es scheint fast, als habe das Alttürkentum sich in die christlichen Balkan st aatdn gefluchtet, denn das alte orientalische Leben geht hier, unverändert und unberührt von allen Neuerungen in der Türkei, seinen Gang, und es scheint hier wirklich alles beim Alten geblieben zu fein. Es ist wohl allgemein bekannt, daß im südwestlichen Teil des heutigen Jugoslawiens, in Bosnien und ber Herzegowina, bie Zahl ber Mohammedaner — sie wurde bei der letzten Volkszählung auf 1620 000 geschätzt — eine besonders große ist und für Bosnien etwa 38 Prozent beträgt. Weit weni- ger bekannt ist die bedeutende, ja ausschlaggebende Nolle, die die bosnischen Mohammedaner im wirtschaftlichen Leben des Landes spielen. Die Tatsache, daß die Mohammedaner bis heute gerade der wirtschaftliche Wert des Landes sind, findet ihre ausreichende Erklärung in der historischen Entwicklung dieses Gebietes. Im Jahre 1463 kam dieses Gebiet endgültig an bie Türkei, nachdem es erstmalig schon 1401 von den „Wir alle gehen über ben Jordan, o Jerusalem!" sang Bucephalus mit lauter Stimme, indem er das alte Baptistennegerlied benutzte, um seinen schwarzen Mitbruder außer sich zu bringen. Aber auch er tanzte vor Wut auf dem Tender, als seine Maschine wirklich langsam zurückblieb. Es war für den Augenblick nicht zu ändern. Parkers Dampf war um etwas gesunken, während bei Stone beide Sicherheitsventile abbliesen wie toll. Der weiße Jem unterbrach die nutzloses Wutausbrüche seines Heizers mit einer gelinden Ohrfeige und stieß ihm den Kopf gegen das Feuerloch. Diesen Wink billigte der Schwarze und begann wie wütend Kohlen in die Feuerbüchse zu schaufeln. Sally war zum erstenmal seit Beginn des Rennens still geworden und starrte mit weit aufgcrisse- nen Augen dem Unheil entgegen, das ihren Jem betroffen hatte. Jetzt riß sie ihren prachtvollen Feberhut vom Kopf unb schwenkte ihn an ben Bän- bern wie ein Rab in ber Luft, um ben (Beliebten auf» zumuntern. „Hurra, Jem! Schnell, schnell! Vorwärts! Hurra!" Der Chor ber Blauroten, der etwas schwächer geworden war, brauste unter diesem Ge- sühlssturm seiner Führerin wieder auf, die sich durch das Hutschwenkcn rasch Platz verschafft hatte und jetzt auf der Tribünentreppe eine hervorragende Stellung einnahm. Aber Jonathan gewann noch immer. Fünf Minuten mußten vergehen, ehe Parker Dampf genug hatte, um das verlorene Terrain roieberzugeroinnen. Nun aber war es an mir, etwas bange zu werben. Mein Opernglas war gut, so daß ich die Bewegungen der zwei Leute auf jeder Maschine genau beobachten unb fast sehen konnte, was sie sich sagten. Es war klar, sowohl Stone als Parker hatten bas Programm vollia vergessen. Vielleicht hatte ber erstere ben Hohn seiner Lanbsleute nicht länger ertragen können, vielleicht war ber Stoizismus Parkers ben leidenschaftlichen Ausbrüchen seiner hitzigen (Beliebten erlegen. Tatsache war: die Maschinen liefen nicht mehr hintereinander her, wie es der Würbe eines braven Dampfpflugs entspricht; sie stießen zornige Rauchwolken aus, sie rannten, sie suchten sich zu überholen. Beide Maschinenführer hatten die eine Hand auf den Sicherheitsoentilhebeln — ein böses Zeichen —, die erregbaren Heizer drohten sich mit den Kohlenschaufeln und stimmten jauchzend in das Geschrei der Menge ein. — Das Wettrennen war ernst geworden, und von allen Beteiligten wußte eigentlich nur Parker genau, was er tat. Wenn es so fortging, konnte ber Spaß jeden Augen- Wirtschaft. Wochenbericht ocn der Frankfurter Börse. An der Frankfurter Börse konnte in dieser Woche die Besserung der Stimmung zunächst weitere Fortschritte machen. Sowohl oie Börsenlage selbst als auch die Nachrichten i.u8 Industrie und Politik schienen für eine weitere Aufwärtsbewegung der Kurse günstig zu ein. Zury erstenmal seit längerer Zeit kam das ublikum wieder an den Markt. Aus Süd- . eutschland sollen Orders vorgelegen haben, aber euch das Ausland schien sich zu beteiligen. 2m ,-egensatz zur Berliner Börse nahm jedoch der Ordereingang aus privaten' Kreisen in Frankfurt niemals größeres Ausmaß an, um die Tendenz entscheidend beeinflussen zu können. Vielmehr hatten vielfach größere Käufe den Zweck, die Stimmung für kommende Veuemtssionen zu bereiten. 2m wesentlichen beschränkte sich das zeitweise recht lebhafte Geschäft auf die Tätigkeit der Spekulation, die größere Deckungen vornahm. Es zeigte sich jedoch deutlich das Bestreben, von der jetzt schon einige Zeit beobachteten Beschränkung auf einige wenige Spezialwerte abzugehen, denn der Kreis der lebhafter gehandelten Papiere hat sich beträchtlich erweitert. An anregenden Momenten sind die lange erwartete Llnterzeichnung des deutschfranzösischen Handelsvertrages, die weitere erhebliche Besserung derArbeits- Marktlage, der Bericht über die g ü n st i g e Lage der deutschen Maschinenindu- st r i e und verschiedene größere Aufträge des Auslandes für die deutsche 2nustrie anzu- sühren. Namentlich der Auftrag der französischen Post- und Telegraphenverwaltung an die Siemens & Halske A.-G. über die Legung des Fernkabels Paris—Bordeaux auf Reparations- i'oiÜd wirkte günstig. Die gesamte Elektroindustrie soll gut beschäftigt sein, und die erwarteten Kapitalerhöhungcn bei A. E. G. und Gesellschaft für elektrische Lieferungen wurden beschlossen. Elektrowerte standen daher im Mittelpunkt des 2nteresses und konnten teilweise neue Aekordkurse erreichen. Auf die Montan- r. c r t e übte die englische Kohlenkrise und die ' rterzeichnung des Vertrages über die Wieder ufnahme der Veparationskohlenlieserungen nach 'elgien durch das Kohlensyndikat eine stimu- -ierende Wirkung aus: günstige Lage und Aus- ichten der Kaliindustrie verursachten Käufe in en K a l i a k t i e n, und erneute Meldungen von .'.er beschleunig:«/! Regelung der Freigabengelegenheit in Amerika hatten lek>- '.afte.es Geschä't in den Schiffahrtsaktien ur Folge. Stärler verlangt waren außerdem ie Z e l l st o f f w e r t e, die Banken, Auto- > k i i c n und Deutsche Erdöl. 2. G. Far- • c n blieben stets stark vernachlässigt. An ver- ie'.enen Tagen ergab sich jedoch die Tatsache, aß nach sehr festem und lebhaftem Beginn die Spekulation sich als kurzatmig erwies und auf stärkere Realisationen die Kursgewinne Widder verloren gingen. Die zuversichtliche Stimmung machte dann auch schließlich einer gewissen iln- licherheit Platz, die die Spekulation benutzte, um größere Blankoabgaben vorzunehmen. Zur Zurückhaltung genötigt sah sich die Börse angesichts der am Mittwoch abgehaltenen Besprechung der Reichsbank mit den Großbanken, hinter der man wieder RestriktionsmQhnahmen vermutete. Als sich diese Befürchtungen als grundlos erwiesen, da nur eine Erleichterung der Lombardierung der Reichsanleihen beschlossen wurde, blieb doch die unsichere Stimmung erhalten, da man die Absicht, die Zweimonatsbilanzen der Banken weiter auszugestalten, ungünstig kommentierte. Verstimmend wirkte daneben die Erwartung einer stark passiven Außenhandelsbilanz für den Monat 2uli. Die teilweise erheblichen Kursbesserungen gingen daher Ende der Woche fast allgemein 'wieder verloren und stellenweise traten bar» übet hinaus neue Abschwächungen ein. Für Daimler, Deutsche Erdöl, die Bauunternehmungen, Zellstoffaktien, Harpener, Siemens, Felten & Guillaume und einige Banken blieben Kursgewinne bis 6 Prozent erhalten. 2. G. F a r b e n verloren dagegen 6 Prozent, auch Scheidean- st a l t lagen etwas schwächer. Am Renten markt lagen deutsche Anleihen vorübergeheird etwas belebt und merklich fester, angeregt durch die Erhöhung des Zinsfußes für die neue Deichsanleihe von 1927 von 5 aus 6 Prozent. 2m Verlaufe gingen diese Kurssteigerungen jedoch wieder verloren. Ausländische Renten blieben dauernd stark vernachlässigt. Am Geldmarkt trat infolge des Medio- Zahltages etwas stärkere Nachfrage auf, es stand jedoch stets genügend kurzfristiges Geld zur Verfügung. Monatsgeld bleibt ziemlich knapp. Später trat wieder eine Entspannung ein. Am Devisenmarkt bleibt das Geschäft weiter ruhig. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt konnte sich gegenüber der vergangenen Woche etwas reger gestalten. Aber schon im Verlaufe des Marktes flaute das Geschäft wieder ab. Es verblieb sogar etwas Aeberstand. Am Nebenmarrt waren Kälber und Schafe lebhaft gehandelt und ausverkauft. 2n Schweinen konnte sich nur schleppendes Geschäft entwickeln, da in der Berichtswvche der Auftrieb enorm größer war als in den vorausgegangenen. Der Gesamtauftrieb bestand in dieser Woche aus/ 263 Ochsen, 98 Bullen, 653 Kühen, 369 Färsen. 1480 Kälbern, 386 Schafen und 6497 Schweinen. 2m Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche waren 250 Rinder, 350 Kälber, 162 Schafe und 1077 Schweine mehr dem Markte zugeführt. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht / Ochsen A. 1. 64 bis 68, 2. 59 bis 63, B. 1. 55 bis 58, 2. 50 bis 54; Bullen A. 53 bis 61, B. 50 bis 57; Kühe A. 53 bis 56, B. 4’ bis 52, C. 39 bis 46, D. 30 bis 38; Fär'en A. . bis 67, B. 57 bis 61, C. 50 bis 56; Kälber B. bis 91, C. 70 bis 75, D. 60 bis 69; Schafe A. 1. 50 bis 54, B. 42 bis 48, C. 36 bis 41; Schweine A. 64 bis 66, B. 64 bis 66, C. 64 bis 68, D. 65 bis 66, E. 60 bis 63. Verglichen mit den Notierungen der vergangenen Woche erfuhren R nder eine Preiserhöhung bis zu einer Mart, mit Ausnahme von Bulle/., die bis zu 2 Jftari nachgeben konnten. 2n Kälbern und Schafen konnte sich trotz des größeren Auftriebes eine Preiserhöhung von je 1 bis 3 Mk. durchsetzen. 2n Schweinen gaben die Preise durchschnittlich, da auch größerer Lieberstand zu verzeichnen war, bis zu 2 Mark nach. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Haltung am Frankfurter Produktenmarkte war in dieser Woche als fest und freundlich zu bezeichnen. Stimulierend wirkten die erhöhten Auslandsnotierungen, die sich aber nur in sehr geringem älmfange auswirken könn en, da die Zurückhaltung der Käufer weiter anhält und die Meldungen über das schlechte Wetter in allen Teilen des Reiches verstimmten. Die Verfrachtung von 2nlanbg«treibe schrumpfte im Verlaufe erheblich ein, so daß sich größerer Bedarf bemerkbar machte. Weizen und Roggen zogen im Preise daraufhin etwas an. da sich auch von feiten der Mühlen und Händler Nachfragen einstellten. Roggenmehl mußte infolge Angebotes im Preise nachgeben, während Weizenmehl unverändert blieb. Futtermittel sind weiter gesucht, in denen auch zeitweise größere älmsahe getätigt wurden. Zum Schluß der Woche konnte sich die Stimmung weiter befestigen. Beunruhigend wirkt das anhaltend schlechte Wetter, da die Ernte noch teilweise aussteht und das auf dem Felde stehende Getreide auswächst. Das Angebot in Weiten und Roggen wurde inrmet knapper. Roggen konnte per spätere Lieferung anziehen, da besonders von den rheinischen Mühlen höhere Preise genannt werden. Weizen- und Roggenkleie unverändert, nur Roggenkleie wurde etwas gesucht. Hafer (inländischer) ist in dieser Woche zum erstemnal notiert worden. 2m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche waren die Preise für Weizen, Roggen und Weizenmehl eine Viertelmark teuerer; während Mais eine viertel Mark und Roggenmehl eine halbe Mark nachgeben konnten. Die übrigen Getreidearten hatten keine Preisveränderungen aufzuweifen. Es notierten: Weizen 23 bis 28,25, Roggen 23 bis 23,25, Sommergerste 25 bis 27, Hafer (inländ.) 21,50 bis 22,25, Hafer (ausländ.) 23,50 bis 25, Mais (gelb) 19,25, Weizenmehl 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 34,50 bis 35, Weizenkleie 13,25, Roggenkleie 13,50. ♦ * Zur Finanzierung der Ge trei de- ernte. Die Preußische Zentral-Genossenschafts- kasse hat den Interessenten folgendes mitgeteilt: „tim die drückenden Rückzahlungsverpflichtungen der Landwirtschaft, die insbesondere durch das im November ds. 2s. fällig werdende letzte Drittel der Rentenbank-Abwicklungskredite bedingt sind, möglichst zu erleichtern, hat sich die Preußische Zentral-Genofsenschaftskasse bereit erklärt, auch in diesem Jahre eine Lombardierung von Getreide durch die Genossenschaften zuzulassen und die daraus resultierenden Wechsel hereinzu- nehmen Die allgemeine Verknappung des Geld- Kurszettel der Berliner Marktes macht es jedoch notwendig, die Auktion im Gegensatz zum Vorjahre auf den Namen der bisher schon von der Preußenkasse eingeräumten Kredite zu begrenzen Irgendeine Erhöhung der Kredite für den erwähnten Zweck kommt nicht in Frage. * Mäßige Medioentlastung der R e i ch s b a n k. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. August hat die gesamte Kapitalanlage der Bank um 145,5 Millionen auf 2 332,5 Millionen NM. abgcnommen Der Bestand an Wechselst und Schecks hat sich um 163,4 Millionen DM. vermindert, wäch.estd der Lombardbestand um 16,9 Millionen auf 46,4 Millionen RM. angewachsen ist. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 195,4 Millionen RM. in die Kassen der Bank zurückge- flössen. Die in diesen Zahlen zum Ausdruck kommende Entlastung der ReichZbank ist um so Wichtiger, als der Stichtag des Ausweises in die Zeit der Erntefinanzierung fällt- Man kann annehmen, daß die Ansprüche der Landwirtschaft zur Erntefinanzierung keine größeren Schwierigkeiten mehr bereiten werden. Umfang und Tempo der Rückflüsse sind, im Ganzen betrachtet, als mäßig zu bezeichnen. * Englischer Goldexport nach Deutschland. Die Bank von England exportierte dieser Tage 8000 Pfund Sterling Münzgold nach Deutschland. * Gute Beschäftigung der Kraftwagen-Industrie. Wie aus Kreisen der Kraftwagen-Industrie bekannt wird, sind die Werke zur Zeit im allgemeinen in sehr zufriedenstellender Weise beschäftigt. Seit einigen Monaten befändet sich di «'Entwicklung der Kraftsahrgeug- industrie in aufsteigender Linie. Die Höhe des Einfuhrüberschusses für Kraftfahrzeuge aller Arten zeigt eine, wenn auch langsame, so doch stetige Abnahme. Der Beschäftigungsgrad hat immer noch eine steigende Tendenz aufzuweisen. Die Anforderungen an einzelne Werke sind teilweise so grofj, daß führende Werke dazu übergegangen sind, Teilarbeiten ihrer Fabrikation von kleineren Unternehmungen ausführen zu lassen. Auch im Auslande finden deutsche Kraftfahrzeuge eine günstige Aufnahme und sind absolut konkurrenzfähig. Dies gilt insbesondere für die deutschen Lastkraftwagen. * Aus der Zigarettenindustrie. Auf Einladung des Geheimen Kommerzienrates Z e n tz , München, dem bisherigen Dorfitzenden des Verbandes der Deutschen Zigarcttenindustrie, haben dieser Tage in Berlin etwa 40 Zigarettenfabrikanten, die dem Schutzverband des Deutschen Zigarettengewerbes nicht angehören, unter Beteiligung von sieben Delegierten der 80 Firmen umfassenden Reichsgemeinschaft der Deutschen Zigarettenfabriken über Maßnahmen zur Gesundung des Zigarettengewerbes beraten. Die Versammelten waren darin einig, daß die Schwierigkeiten im Zigarettengewerbe, abgesehen von den Mängeln des Steuersystems, vor allem durch die Aufnahme übermäßiger Steuerkredite seitens einzelner Betriebe und deren ungesunder Verwendung zur Expansion verursacht feien. Cs müsse daher eine neue gesetzliche Regelung gefunden werden, die solche spekulativen Mißbräuche für alle Zukunft ausschließt und dem Grundgedanken einer gerechten Steuerbelastung Rechnung trägt. Die Ausarbeitung genauer Vorschläge wurde einem von der Versammlung gewählten Ausschuß übertragen. * Süddeutscher Eisen- und Metalltrefftag. Der vom Verband süd- und südwestdeutscher Eisen-, Metall- und Schrottt- großhändler in Heidelberg abgehaltene Trefftag war schwach besucht. Es herrschte wenig Kaufstimmung. Die Lage am Schrottmarkt ist nach wie vor weiter rückgängig, auch für spätere Termine. Preise: Stahlschrott 63, Kemschrott 61, Blech abfall 52, Eisenguß 50, Schmelzeisen 41, alles per Tostne ab Revier. * Gebrüder Himmelsbach A. - G.. Freiburg i. Br. In einer Gläubigerbeirats- fitjung wurde ein Bericht des Konkursverwalters entgegengenommen und einige schwebende Fragen besprochen. Irgendwelche Entscheidungen sind nicht gefallen, da sie schon ihrem Charakter nach als vorbereitende Sitzung zu endgültigen Beschlüssen über die Abwicklung des Konkurses nicht in der Lage war. * Raab- Kahenstein Flugzeugwerke G. m. b. H., Kassel-Bettenhau- s e n. Die Gesellschaft hat mit einer englischen Flugzeugsabrik einen Vertrag geschlossen, der den Bau von englischen Flugzeugen für den Passagierdienst und für Kunstflugvorfüh-rungen in Kassel vorsieht, während die nötigen Motoren in London hergestellt werden, da diese nach dem Versailler Vertrag nicht in Deutschland ange- fertigt werden dürfen. Die Nachfrage nach leichteren Flugzeugen für den Paffagierverkehr ist sehr dringlich und umfassend; in der vergangenen Woche allein sind 23 Flugzeuge nach auswärts geliefert worden. Für die nächsten Monate lie- und Frankfurter^Börse. gen noch sehr umfangreiche Aufträge vor. Di» Belegschaft wurde in jüngster Zeit wieder verstärkt. so daß jetzt 200 Facharbeiter beschäftigt werden. ' Gebrüder Stollwerck Aktiengesellschaft in Köln. Die Ergebnisse des am 30. Juni abgelaufenen Geschäftsjahres 1926/27 der Gebrüder Stollü>erck Aktiengesellschaft in Köln, haben sich im Rahmen des Vorjahres gehalten. Heber die voraussichtliche Dividende (im Vorjahre 9 Prozent auf d'.e Stamm- und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien) läßt sich zur Zeit noch nichts sagen, da die Abschlußarbeiten noch im Gange sind. Ein besttmmter Termin für bte Bilanzsitzung ist noch nicht in Aussicht genommen. Frankfurter Abcndbörse. Frankfurt a. M., 19. Aug. Die Abendbörse hatte nur minimale Umsätze, die Kurse blieben im allgemeinen aber behauptet, da zum Wochenschluß noch vereinzelt Deckungen vvrge- nommen wurden. I. G.-Farben und-.Siemens & Halske waren bis 1 Prvz erholt. Scheideanstalt lagen 1’ 2 Proz. schwächer, ebenso Nordd. Lloyd abgeschwächt. Renten still und abbröckelnd. Abl.- Schuld 16, Schutzgebiete 9,60, Barmer Dank 152, Commerzbank 180, Danatbcmk 238,50, Deutsche Bank 164, Diskonto 160, Dresdner Bank 169,50, Buderus 115,50, Gelsenkirchen 162,50, Harpener 208, Ilse Berg 270, Aschersleben 182. Westeregeln 192, Mannesmann 186,50, Phönix 119,75, Rheinische Braunkohlen 263,50, Rheinstahl 211, Stahlverein 133, Adlerwerke 117,50, AEG. 189, Daimler 126. Scheideanstalt 219, Licht und Kraft 208, 2. G.-Farben 309, Felten 144,50, Goldschmidt 135,50, Holzmann 203, Lahmeyer 180, NSäl. 117, Rütgerswerke 100, Siemens k Halske 296,50, Wahß &' Frehtag 170,25, Zellstoff Aschas- fenburg 210, Waldhof 346, Hapag 154, Nordd. Lloyd 155. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Aug. Die heutigen Auslandmeldungen zeigten keine einheitlici-e Tendenz. Auch bei den Cifosferten waren die Forderungen für Weizen etwas ermäßigt, während sie bei Roggen unverändert und eher fester lauteten. Liverpool brachte schwächere Notierungen. Hier fehlt infolge des reg- nerischen Wetters in Brotgetreide das Angebot fast vollkommen. Die Verkäufer haben Schwierigkeiten, ihre Schlüffe zu erfüllen. Die Preise für ganz nahe Ware waren etwa um 2 Mark erhöht. Auch am Lieferungsmarkt waren die Preise um 1 bis 1,75 Mark höher. Das Mehlgeschäft aber bleibt bei gestrigen Preisen unverändert, wobei Roggenmehl wieder leichter zu verkaufen ist, Per Herbst beginnt sich Interesse zu zeigen. In Hafer ist das Angebot kleiner geworden. Die Forderungen lauten entsprechend höher. In Mais hat sich heute in Erwartung der Erhöhung der Spritpreise ziemlich lebhaftes Geschäft entwickelt. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, Sept. 276,50 bis 277, Oft. 275, Dez. 275; Roggen, mariischer, 222 bis 226, Sept. 236,50 bis 235,75, Ott. 23^,50 bis 225, Dez. 235 bis 234,25; Sommergerste 220 bis 265; Winter- und Futtergerste 202 bis 208; Hafer, märkischer, 210; Mais, La Plato, 192 bis 194; Raps 280 bis 285, (100 Kilogramm): Weizenmehl 35,25 bis 37; Roggenmehl 31,10 bis 32,85; Weizenkleie 15,25 bis 15,50; Roggenkleie 15; Viktoriaerbsen 40 bis 46; kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 14,75 bis 15,75; Rapskuchen 15 bis 15,20; Leinkuchen 21,10 bis 21,30. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Aug. Die Stimmung an der heutigen Börse war äußerst zurückhaltend. Trotz des geringen Angebots in Inland- weizen erhöhten sich die Preise nicht. Das schlechte Wetter rief eine gedrückte Stimmung hervor. Das Auslandweizengeschäft ist äußerst still. Mehl von der zweiten Hand wird etwas lebhafter gehandelt. Es wurden notiert: Weizen, 'Wetterauer 28 bis 28,25, Roggen, inländ. 23 bis 23,50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 27, Hafer, inländ. 21,50 bis 22,25, Hafer, ausländ. 23,50 bis 25, Mais, gelb 19,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39-75 bis 40,25, Roggenmehl 34,50 bis 35, Weizenkleie 13,25, Roggen kleie 13,50. Tendenz fest. (Hessen) 7593D Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin strankfurta M Berlin strankfurta.M Berlin Berlin. 19 Ana ust. Äeld Brief Schluh. NUr» ScrduH Qlbtnö- Schlich. Nur» Schluß» Wittag b^rl« schlutz- Kurs Schlußk Abend- bSrse Schluß- Kurs Schllltzkl Mittag dürfe Schlich sturs Schlicht, i Abend- börle Schluß Kur, Schluhk । Mittag tiörlc ti-raiijoinaic »loten . - . Holländische Noten . . Italienische Noten . . . OlnrhK'rtifrfi» OlnfPTt . . . IO,»3 167,81 22,95 108,68 59.11 2.68 112,37 ib.aa 168,49 23,05 109,17 59,35 2,60 112,83 Datum: 18 8. 19. 8. 18.8. 19 8. Datum: 18. 8. 1 - 8. 18. 8. 19. 8. Datum: 18. 8. ; io. 8. 18. 8. ; 19. 8. Tcutsch-Oestcrr.,äioo Kronen iininntfrfip 'Ylnfrn ...... 5% Dk. ReichSanlclhe v. 192? 87 — 87.5 87,5 A. E G..........7 188 180 188,5 188.9 Btulipp Hol;munu - 202 203 2 Schwei;. Bundcsb.-Anl. 4% Lestcrelchischc (Solbric i,20°/o Ecftcrr. ich. Silberne < 70 Oesterreich, einticitl. Rtc 26,5 26.75 5,5 26,6 5,3 26,6 5,3 Siemens & Halske ... 16 Transradio..........8 295 296,5 296,25 137,25 295,65 135 178 116,5 162.5 10 < 210 212 153.25 153 18. August. 19. August. Labmever L To.......9 BuderuS.........0 Deutsche Erdöl......6 115.5 180 115,5 161,5 179 115,5 8 0 (, 127 126 212.5 126,65 9.5 120,75 213 126,25 94,25 118,5 Amtliche Geld Notr.rung Brief Amtliche Notierung tÄeld । Brief _ 4% Ungarische Goldrte 24 24.25 —- 22,6 161 162,25 0 119 117,75 Ltmst.-Rott, 168,28 168,62 >68x21 w 4% Ungarische StaatSr. v 1910 22,6 22,75 Essener Steinkohle.....8 — 175 171 5 11 490 287 Buen.-Aires 1,794 1,7 J8 1,791 1,795 4‘/i0/.. deSgl. von 1913 . . . 4% Ungarische flronenrtc . . 23,4 23,65 24,25 24.4 Gelsenkirchener - f. »/, I. 4 Harpener ... ......8 >61 162,5 161.75 161.5 Ludw. Üoeire...... - — Brst.-Ankw 58,44 108,92 18,56 58,41 58,55 206,5 u08 208 207,75 Rat- Automobil...... 6 — — 125,75 123.75 Ehristiania ■ 109, 4 108,99 100,21 4°/ Türk. Zollanleihe v 1911 4D/0 Türk Bagdadbahn-Anl. 14,13 14,18 13,9 — Voesch Eisen.........5 Alse Bergbau .....8 270 •270 185,75 183.5 270 Crrnftein & doppel . . . . Linke Hofmann . . . . 4 l> — 142,25 141 Kopenhagen Stockholm . 112,52 112,71 112,74 112,93 112,47 112,61 112,49 112,90 Serie i..... iV/o deSgl. Serie II ... 14.9 17 14,9 17,4 15 16.13 lß.4 Älöckmrwerke........5 Köln-Neuessen ......5’,s 165,5 164,5 165.65 180 165 179.5 Leonhard Tietz. . . . . Bmnaa°R egum...... 6 0 51 49,5 154 50.5 152 48 75 HelsingforS. (italten. . . 10,588 22,905 10,608 22,945 10,579 22,89 10,599 22,93 4°/o Rumänen couvert. Rtc. Mannesmann ■ -f. V, I 4 Mans cldcr..........7 Obcrschles- Eisenb- Bedarf 0 Oberschlel. KokSwerke . . .0 Pbönip Bergbau. f V, I 3 Rheinische Braunkohlen - io Rhelnstahl.........o Ricbcck Montan.......6 Bereinigte Stahlw. f. % I 3 Olavi Minen......1 sh .stali Aschersleben ... . io KaltWesteregein ... 10 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 185 134.25 103 120 261 210,5 173 186,5 135 5 101 119.75 263.5 211 177 186,5 135.65 102.5 104.13 119.5 265 212 176.25 187,25 136,25 100 103.65 120.6.5 263 -10.25 174 Franks. Maschinen .. . . v 76 76.5 76,5 79.5 London. . . Reuhork . . Paris.... Lchwetz . . Svauien . . Japan . . . Rio de Ian. Wien in D.- Ceft. abgest Prag .... .0,417 <-0,427 20,406 20,446 4':3°/a Rumänen Goldanl. . von 1913 • • . , . Ällg Deutsche Eisenbahn vambura Anierila Polet. . 6 vnmb -^udat'i Tampisch. L Hansa La.ntischiss ... .6 ^'ordvcii!scher Vlcnb . . 6 Ulg- Deulschc Eredilanst.. io Barm r Bankverein 10 Berliner HonbclSgcsellsch. 12 Lommerj- und Pnvat-Bk. li Tarmst- u. Nanonalbank. 12 Grivncr ..... , . » , 118 119,5 117 5 117,13 1,1995 16,465 10,97 71,00 l,9b0 0.4965 59,145 <2,446 7,395 73,33 3,037 20,715 4,1975 16,445 60,925 70,97 1,987 .4965 09,14 12,442 4,2075 16,485 61,1'85 71,11 1,991 0,4985 59,26 12,462 16,5 91 154,5 155,5 15,75 154 155 90 154,25 22«, 5 228,5 155 25 89.13 163.75 229 228.6 165 Hcyliaenstaedt ...... ttungbans - ...... Lechwerke. ........ Mainkraftwerke ...... Miag .......... Nekarlulmer ....... . Peters Union ....... 0 C 8 8 10 8 s 24 9 117.5 126 130 14 J 117 118 24.5 116.5 123 128 139 117 119 118,13 138 118 119 117.5 137 Ji 118 119 16,105 61, U 71,14 1,994 0,4985 59,265 12,466 149.5 150 256 ,79 -'37,5 148,75 148.25 147,5 131.5 133 132,5 35.13 183.5 192 250.25 133 Gebr. Roeder ....... 10 142 141 152 251.5 ,80 38,25 150 252 179,25 237.25 149,4 251,25 179.5 233 75 182.6 192.5 182 192 34 182.5 192 248,5 Borgt L Haefsner . . . . 6 Glldd. Zucker..... o Boni 161.5 146 noten. 159.75 145,75 163 147.25 158 5 144 Belgrad . - Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . 7,409 73,47 1,043 20.7 j5 7.391 73,40 3,0o7 -0,70 7,405 73,54 3,043 20,74 Deutsche Bank......10 Tkkonlo Gesellschaft Ant. 10 Dresdner Bant.....10 Mitteldeutsche (Kreditbank 9 Metallbau! .....8 164 lb4 164.5 164 I G starbcn-Industrle. 10 09.75 09 310.5 308 148.5 Danzig. . . .stonstantin. 81.37 2,098 ->3 81,35 2,103 81,51 159,5 169 161) 169.5 250 147 160 160 Dynamit Nobel ..... o 150 Berlin. 19 August. | OSeld Bnei 2,102 2,107 169.25 254,5 147.5 169.5 250 147.5 Scheideanstalt . .......8 220 137 100.6 219 135.5 100 — — Amerikanische Roten..... i 4.182 4 .202 Athen. . . 5,515 5,526 6,494 6,406 4,206 4.214 147.5 Rütgerswerke ....... .0 Mckallgelellichafl.....W 136.5 100 135,25 101 »cttitiaje vioten..... Dänische Noten...... • 1 58,>3 112,20 58,57 112,66 Eanada . . Uruguay. . 4.196 4,2(1 4.2 a- 94 19 4,198 4.206 Rcichsdank........ lu 175 173 175 172,25 190 — Englische Noten...... 4 | 20,385 20.465 Tatro . . . 20.945 20.985 20.93 20.97. Volkstümliche Nheinfahrt ; Sonntag, den 21. August 1927 Äbfahrr- 6.52 41hv, Bahnsteig i. Die bereits bezahlten oder bestellten Kartei, sind heute auf unserem Reisebureau Äahnhofstraße abzuholen, eine Ausgabe an der Bahn erfolgt nicht. Straßenbahnverkehr abö.isllhr vomMarftplatz, ebenso abends Bereitstellung mehrerer Wagen am Äahnhof bei Ankunft. Näheres und Anmeldung durch Reisebüro Loeb, Telephon 366 Vertretung der Hamburg-Amerika-Linie. Z 2 I iwn -m—n—a—a—p» - * Übernommen und führe sie in demselben Sinne weiter. Ich bitte, das meinem Vorgänger entgegengebrachte Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen. oeo84 Gg.Strauh, Heilkundiger Gießen, Westanlage 27. Homöopathie, Augendiagnose. Sprechstunden: 9—12 und 3—6, Sonntags 10—12 Uhr Hausfrauen | kocht, bratet und backt elektrisch! £> Fuji IpiW'I Von ganz befonderemlntereffe dürften für die Küche sein: Heifewafferfpeicher, welche ftets heißes Walter von 85 Grad zur Verfügung halten, elektrifcbe Herde, Kochplatten, Oekonom-Kleinküdien, direkt beheizte Töpfe, Back- und Einkochapparate, Waffeleifen, Ventilatoren, Kühlfchränke, Küchenmotore nebtt Mafchinen ufw. Stete Betriebsbereitfchaft, Sauberkeit, Gefahrlotigkeit und Wirtfchaftlichkeit. Auskunft erteilen die zugelassenen Inftallateure und das Städtifdie Elektrizitätswerk, Gießen. 7630a 4/20 PS 6/30 PS M.4500.- M.5950.- Auf Wunsch werden auch obige Typen mit einer kombinierten Last- und Personenwagen- Karosserie, für Geschäftszwecke geeignet, geliefert Besichtigen Sie unsere Ausstellungsräume und verlangen Sie bedingungslose Vorführung! Aßmann L Schneider Kaiserallee 45 GIESSEN Telephon 1248 7636 D Drucksachen aller Art Wt VrLhl'fche UniversttSts-Vrvckerei, R. Lange, Siehrn. Lchnlstr. 7. Bekannhiknihnng. In unser Handelsregister 'Abteilung B wurde am 10. August 1927 bezüglich der Firma Eisenwerk Haiger, Gesellschaft mit beschrankter Haftung in Gießen, eingetragen: Die Firma ist erloschen. 7580C Gießen, den 17. August 1927. __Hessisches Amtsgericht.__________ Beiannlmachuttg. Beim städtischen Volkskindergarten zu Gießen sind die Stellen ' 7493C einer geprüften Kindergärtnerin und einer geprüften Kinderpflegerin (Kindergärtnerin 2. Klasse) zu besetzen. Die Anstellung erfolgt auf Grund Privatdienstvertrags. Bewerbungen sind schriftlich unter Beifügung eines Lebenslaufs und von Zeugnisabschriften über seitherige Beschäftigung und der bestandenen Prüfung und unter Angabe der Gehaltsansprüche bis zum 25. Augu't 1927 bei dem städtischen Wohlfahrtsamt einzureichen. Gießen, den 15. August 1927. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Dr. Fre y. AWMlMliS'MWMM m » MW. Montag, den 22. August, und Dienstag, den 23. August 1927, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: 7501B Montag, den 22. August 1927: a) vormittags 9 Uhr Zusammenkunft am Schlachthof, von den Wiesen beim Schlachthof (fr. Haubach Erben), im Neustädter Feld, Hohleiche und auf der Insel; b) vormittags 10J Uhr in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee 4, von den Wiesen am Wetzlarer Weg und „Am Weiher", am Ohleberg, im Heegstrauch und am Alten Steinbacher Weg (Rußland): c) nachmittags 2 Uhr in der Restauration „Philosophenwald" von den Wiesen im Wiesecktal, am Fürstenbrunnen, in sechs Abteilungen, an der Eselswiese und von den Wiesen in der Schwarzlach in sechs Abteilungen. Dienstag, den 23. August 1927: a) vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle an der Änneröder Straße, von den Wiesen am Altentisch und Utersbrun- nen anschließend an der Rödger Straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgen; b) nachmittags 1 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck und Rödgen. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister Klos, Am Rodtberg 5, wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht. Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekanntmachen zu lassen. GießeN, den 15. August 1927. Der Oberbürgermeister. I. L.: Dr. S e t b. Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: 7578B Dienstag, den 23. August 1927, Rlndvieh- (Nutzoieh-) Markt, Mittwoch, den 24. August 1927, Schweine- und Schlachtoiehmarkl. Gießen, den 20. August 1927. Der Oberbürgermeister. I. V.: Kling spor.________ Bekanntmachung. Auf Grund der Reichsverdingung sollen die Erd- und Maurerarbeiten für die Erweiterung des Faselstalles der Ziegenzuchtstation vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns assen, und sind An- aebotsformulare daselbst zu haben. Die Angebote sind verschlossen, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin 7579B Freitag, den 26. August d. 3. vormittags 10 Ahr bei uns einzureichen, und erfolgt die Oeff- nung der Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bieter. Zuschlagsfrist: drei Wochen. Gießen, den 18. August 1927. _____Stadtbauamt: Braubach._____ Arbeitsvergebung. Für die Wassergenossenschaft Annerod sollen Freitag, 26. August 1927, 11 Uhr, auf dem Rathaus zu Annerod Fuhrleistungen, veranschlagt zu 240 Rm. Dränagearbeiten, veranschlagt zu 2019 Rm. 7576V in einzelnen Losen vergeben werden Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Erösfnungs- termin am 26. August 1927 einzureichen sind. Zuschlagsfrist: drei Wochen. Gießen, den 15. August 1927. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Bullenversteigerung. Die Gemeinde Göbelnrod verkauft im Wege öffentlicher Versteigerung Dienstag, den 23. August, nachmittags li Uhr, einen fetten Vogelsberger Bullen. Bedingungen werden vor Beginn der Versteigerung bekanntgegeben. 7616D Göbelnrod, 19. August 1927. Hess. Bürgermeisterei Göbelnrod. Weber. AusnahmesAngebot Herren-Wäsche JWJU/U«’! II ii || M—mBHEJM Elnsahhemden, kräftiges Trikot, mo- a berne Farben................. 4.95 6.20 Oberhemden, karierter Zephir, mit Kragen und Manschetten ....... 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Aus meiner Resteabteilung offeriere ich: Kretonne, Finette, Da- maste, Handtücher, weiß und farbig, Schürzenzeug, Fackendruck, Waschseide, weiß Panama usw. zu staunend billigen Preisen Peter UGZAWH/ Gießen Bismardcstraße 6 Manufakturwaren Bismardcsfraße 6 ____________________, 7624a 0 VergebungVonAanal-und Wasserieiiungsarbeiten. Für die Gemeinde Hausen bei Gießen sollen nachstehende Lieferungen und Arbeiten vergeben werden: 7567V Los 1. Lieferung von Steinzeugröhren von 15—35 cm l. W. = 274 lfd. m, Straßensinkkasten usw. Los 2. Erd-, Maurer- und Rohrverlegungsarbeiten für 274 lfd. m Kanal und Lieferung von 113 lfd. m Gußröhren, von 125 mm l. W., Armaturen, Graben- und Rohr- ocrlegungsarbeiten für Wasserleitungserweiterung. Pläne und Bedingungen liegen bei uns offen. Angebotsvordrucke find für Los 1 und 2 zu je 1,50 Mark von uns zu beziehen. Eröffnung der Angebote Sams- iag, den 27. Augusi d. 3., vormittags 10^ Uhr, auf unserem Bureau, Frankfurter Straße 29. Freie Auswahl vorbehalten. Zuschlagsfrist: drei Wochen. Gießen, den 16. August 1927. Hessisches Kulturbauamt. I. V.: Mangold, Regierungsbaurat. lederner Augustmartt. Dienstag, den 23. August I. 3., findet der diesjährige Auguflmarkt, und zwar Rindvieh-, Schweine- und Ziegenmarkt statt. Der Austrieb beginnt um 8 Uhr und muß um 9 Uhr beendet sein. Die Bedingungen sind wie bei den früheren Märkten. 7239D Der Krämermarkt findet am Sonntag, dem 21. August, und Dienstag, dem 23. August, in seiner althergebrachten Weise statt, wozu die verehrlichen Einwohner von Gedern und Umgegend freundlichst eingeladen werden. Hess. Bürgermeisterei Gedern. Bekanntmachung. Die Gemeinde Bersrod verkauft Montag, den 22. August 1927, nachmittags 2 Ahr, auf dem Bürgermeistereibureau einen abgängigen Eber. 7563V Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. Weiter beabsichtigt unsere Gemeinde, einen wegen Inzucht abzuschaffenden erstklassigen zweijährigen Ziegenbock mit einer Gemeinde zu tauschen. Gemeinden, welche beabsichtigen, einen Ziegenbock ebenfalls zu tauschen, wollen sich mit hiesiger Gemeinde in Verbindung setzen. Bersrod, den 17. August 1927. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. _____________Becker._____________ Bekanntmachung. Durch den unterzeichneten Hessischen Notar werden in freiwilliger Versteigerung öffentlich zu Allendorf a. d. Lda. am Ortsgericht am 7569V 27. August 1927, abends VA Uhr die zum Nachlaß Heinrich und Christine Schäfer Eheleute gehörigen Grundstücke meistbietend versteigert, nämlich: die Hof reite Fl. I, Nr. 64, 65, Meder, Wiesen, Grabgarten Fl. II, Nr. 105, Fl. III Nr. 79 und 223, Fl. X, Nr. 93, 144, 159, Fl. XI, Nr. 48, Fl. XV, Nr. 30, 35, Fl. XX, Nr. 14, zusammen ca. 8 Morgen. Dr. Kurt Spohr, Hessischer Notar. U. C. Plodwtr- 5-U.C. PI Heute abend ° TANZ | 7622 D U. C. Plockstr. 5. C. MM" '" I" ' . O. Eintritt frei!_______ Freiwillige Gaben! Cale Erisf Uriwü I Heute abend 8.30 Uhr TANZ bis 4 Uhr geöffnet 7612c LBERNARD Manufakturwaren und Reste - Lager seither Bismarckstraße 6 jetzt nur 7614a PLOCKSTR.16 Ausflugsort ,W2D Heuchelheimer Mhlchen Empfehle meinebekanntenLokaiitäten, kalte und warmeSpeisen zu jederTages- zeit. Schön geschützter Garten Beuern Sonntag, den 21. und Montag, den 22. August 1927 Kirmes Es ladet freundlichst ein Karl Sommevlad Gastwirtschaft und Metzgerei Autohaltestelle 06049 4 Bahnhofs-Restaurant Gießen Sonntag, den 21. August 1927 MITTAGESSEN zu Mk. 2.20 Kraftbrühe Alexandra Gefüllte Schweinekotelette Florian Apfelschaumspeise zu Mk. 3.50 Kraftbrühe Alexandra Feines Kalbsmilcherragout in Pastete mit Spargel Toumedos nach Heinrich IV. Apfelschaumspeise ABENDESSEN zu Mk. 3.50 Eier nach Villeroi Seezungenfilet in Weißwein Junger Hahn Marengo Tausendblätterkuchen Vorausbestellung von Tischen erwünscht! 7591a Einladung zur Zahrestagung des Verbandes der evang. weiblichen Lugend in Hessen am Sonntag, dem 21. August 1927, in Gießen. Ordnung der Tagung. Losung: Freisein in Gott mit Seele und Leib. SamStag, den 20. August, abends 8.30 Uhr: Abenbfeicr in der Fohannislirche (Landesjugendpfarrer Lic. v. b. Au). Sonntag, den 21. August, vormittags7—8 Uhr: Kurrendesingen der Vereine in den Straßen und auf den freien Plätzen von Gießen, vormittags 10 llhr: Festgottesdlenste in d. Stadstirche u.Johannis- lirche. Festprediger: P. D. Feep, Braunschweig (Stellvertret. Vorsitzender des deutschen Verbandes) und Professor Gersten- mal er, Friedberg. Mittagspause (Aufenthalt in den Gemeinbesalen und im Garten des evang. Schwesternhauses). Rachm. 1.30 llhr: Festzug (Aufstellung an Oöwaldsgarten). 2.30-4.30 Uhr: Festwiese auf dem Trieb. 1. Begrüßung durch den Vorsitzenden, Pfarrer Strack, Pfungstadt. 2. Grußworte. 3. Spiele, Reigen, Singen usw. der Vereine an mehreren vlähen. 4.30 Uhr: Kurze Berichte von der Gothaer Tagung (Pfarrer Benrich,Frl. W. Hein, Frau pfr. Frle, psr. Roth). 5 Uhr: Schlußfeier auf dem Trieb (P. D. Jeep). 7589 d Für den Festausschuß: 3- A. Äeyrich, Pfarrer, Münzenberg Achtung! Achtung! Wo gehen wir am Sonntag, dem 24.,unb Montag, dem 22. August, Hin? Nach R-dgerr Mv MLNtzöS Esladet freundlichst ein Gastwirt Wilhelm Wagner Gastwirt Heinrich Balßer Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Kimes „MeW am 21. und 22. Mgusl 1927. ($6 loöen ein öle Gasswirle Mlhelm Blnn. „Zum SSimuueu" Iieöriis BoitmüM Allktl» Stötf, „Zur £uöraig56urg" znöiuuuv Stelling, „Zum Iteppfflen" Av 3 Uhr lMlWillnlis olle 20 miauten Autoverkehr nü Dsroalösgarten. B 7586D Geschäfts-Eröffnung? Den verehrlichen Einwohnern von Gießen und Umgegend zur gefälligen Kenntnis, daß ich am 20. August die früher von meinem Vater geführte fiastwiristhall 11. Metzgerei mit Ausspann zu Gieben, Neustadt 78, neu eröffne, Es soll und wird mein eifrigstes Bestreben sein, mir das Vertrauen der werten Gäste und Kund schäft dadurch zu erwerben und zu erhalten, daß ich nur voretigllch© Fleisch- und Wurst- waren sowie ausgezeichnete Getrttnke und Speisen bieten werde. Gleichzeitig empfehle ich vorzüglichen mittag- und Abendtisch. Heinrich Rausch Gastwirt und Metzgermeister. _______________________7564 D Geschäitsverlegung Meiner werten Kundschaft sowie der Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend die gefl. Mitteilung, daß ich mein Lack- und Farben-Spezialgeschäft von Walltorstraße 12 nach 17 Bahnhofstraße 17 (gegenüber von Hermanne 2 Gustavsburg bei Mainz Oel- • Wadis- Beize Wachstuche Wandschoner Tiscfallnoleum Linoleum-Läufer Fußmatten Bohner-Besen Wollbesen O-Cedar-Mop Möbel-Politur Ofenlack, geruchlos Erka- Loba- Büffel- Mohren- z c 1 v> fr c s 4 u 0 Privatdozent Or. v. d. Hütten und Frau Margarete Parkett- u. Linoleum- Reinigungsmittel Bohnerwachs Stahl Späne A. Wehrheim Löberstraße 17 Or. Oeiß und Frau Zngeborg geb. Molay Carl Oaupert Marie Oaupert geb. Oeibel Vermählte Stettin 10, Hans-Hoffmannweg 3i Friedberg i. H. Gießen, 20. August 1927 Oie Geburt eines gesunden Mädels geben bekannt Erna Paul Heinrich Schneider Betr.-Ingenieur Verlobte Hauptkämpse Sonntag, den 21. 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M BH ■ IH 2 Bahnstunden von Frankfurt a. M. Bekannt durch seine MS idyllische ruhige Lage. Ausgezeichnete Unterkunft und «>«b Verpflegung bei mäßigen Preisen. Vorzügliche Sommer- Staatliches Sol-Bad 7568 D Höhenluftkurort Hv vZ > im württemb. Schwarzwald. , 720 m ü d. M., zwischen Wildbad u. Wo vevlsSeu Gis Lhv Wochenend? Sonntag -Abendessen, für längeren Aufenthalt 5.50 pro Tag. öuflwtttnbunfl ab Gießen 'Umsteigen Wetzlar oder AlbShausen» >2.00.014. 9MrFfr.Firt nh <-s .A,, . rv~ Das ganze Jahr offen. 31580 2.00, f,i4, Rückfahrt ab Station Braunsels-O.1023. 44140 plußbabem in der Jlz und dein großen „Bavariabad , ein reizendes, ländliches Städtchen, gekrönt von der Burg Hals, die einst der berüchtigte Pandurenoberst Trenk in eine malerische Ruine verwandelt hat. Bon Danzig erreicht man in kurzer Bahnfahrt die Marienburg. Ein Besucher Ostpreußens muß sie gesehen haben, wie man Rom nicht verlassen darf, ohne den Heiligen Later gesehen zu haben. Es ist die imposanteste Burg des deutschen Reiches, deren Westseite von der Nogat, einem Weichselarm, bespült wird. Sie wurde 1274 gegrün- bet aber erst nach einem halben Jahrhundert in allen Teilen ausgebaut. Als bic Herrschaft bes beut schen Ritterorbens nach zwei Jahrhunderten zu- sammenbrad), geriet bic Burg in bie Hänbe ber Polen, bie sie schonungslos verunstalteten. Die hohen Spitzbogenfenster wurden zugemauert, die pracht- vollen Gewölbe durch Decken geteilt und als Korn- boden oder Pferdeslälle eingerichtet. Im Jahre 1803 starke deutsche Landschaftsbild ein, daß es hell und deutlich einst wiederauferstehe im Gedächtnis, wenn wieder die Enge der Stadt die Wanderfehnfucht bannt. Verpflegung bei mäßigen Preisen. Vorzügliche Sommer- frische. / Wundervoller Park. / Neuzeitliches Badehaus. Erholung in Schlitz Öin altertümliches, idyllisch gelegenes Äurgstädtchen. Verpfl. von 4 Mk. an. Näh. durch den Derlehrsverein. 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Am grünen Ufer der Donau, zu Füßen des Bayernwaldes wandernd, kommt man an der großen, sonnenfarbenen Ruine der Hildegards- b u rg vorbei nach Pl a tt li n g, einem einfachen, altmodischen Landstädtchen. Wie Straubing liegt es an der Hauptstrecke Regensburg—Passau. Unfern Plattling, gleich hinter Ruine Nattern berg, liegt Deggendorf an der Donau, nahe der Jsar- mündung, der Haupteintrittspunkt für das Bayerische Waldgebirge — von Süden —, ein Städtchen voll der Anmut der Patina vergangener Zeiten, behaglich und von ländlichem Frieden. Hier beginnen die vielgestaltigen Berge, staffelartig sich aufbaucnd, bis zu über tausend Meter Höhe, durchschnitten von glitzernden Forellenbächen. Nur winzige Dörfchen und Einödshöfe inmitten smaragdgrüner Wiesen, umgeben von rauschender Waldeseinsamkeit. Leicht von Deggendorf geht es hinauf zum Hirschen- stein, zum Drei ta nn riegel, Gaisrie- gel und dem Vogelsang mit dem Regcnsburg- stein, von dem man weit über die dunklen Bergrücken bis zur alten Reichsstadt sieht. Bequem ist Deggendorf mit der Reichsbahn erreichbar; ein Ferienort mit dörflicher Stille und den Vorzügen einer Stadt. Nicht weit — ein Stündchen über Berg und Tal durchs „Himmelreich" — und der Wanderer trifft auf etwas Seltsames. Da wächst aus hellem Laubgrün der Buchen und dunklem Grün der Tannen eine altersgraue Burg empor — keine Ruine, eine vollkommen erhaltene gotische Burgfeste mit allen ihren Attributen: wuchtigem Turm, tiefem Graben, Zugbrücke und zierlichem Altan, auf dem einst vor 600 Jahren die Schloßherrin gestanden hat. Es ist S ch l o ß E g g. Unb weiter geht es durch Walb unb Au, vorbei an schroffen Felsen unb über rauschenbe Bäche. Bergab halb ber gewunbene Weg. Da blitzt zwischen hohen Stämmen plötzlich bie breite Donau auf, weit öffnet sich ein enbloses Tal mit blauen Fernen, von ben Schneebergen ber Alpen überstrahlt. Da bleibt man stehen, zögert mit dem Abstieg, saugt erst in die Kammer der Erinnerung dieses große und Luftkurort Waldeck Gelaßen an fier iröfllen Talsperre Europas u. Schloß-Waldeck Hotel u. Kurhaus Höhle Fernruf 40 Bes. Friedf. Höhle Fernruf 40 Erstes Haus am Platze. Neuzeitlich eingerichtet. Zentralheizung. Bäder im Hause. Gro&er Parkettsaal Bierhalle mit Frühstückstube. Eig. 6 sitz. NAG-Wagen sowie Luxus-Fuhrwerk. Große Autohallen und Tankstation. Pension mit Zimmer u. Nachm.-Kaffee von 4 Mk. an für Monat Juni. 4419D am Bayerischen Wald. Von Willy Norbert. Wer aus den Schluchten des Bayerischen Waldes hinaufsteigt auf die Höhe der Feste Oberhaus, die sich aus schroffem Fels erhebt, blickt hinab auf ein überraschendes Stadtbild zu Füßen. Da liegt auf schmaler Insel die Altstadt Passaus. Aus dem Gewirr von altertümlichen Gäßchen, von Häusern mit niederen italienischen Dächern wachsen edle Türme empor, manche zierlich und nadelspitz wie der bunte Turm des Rathauses, andere wuchtig wie die des Domes. In den eilenden Fluten der Donau spiegelt sich dies alles wider in zitternden, verschlungenen Linien. Auf der anderen Seite rauscht der Inn an der Stadtinsel vorüber, unten stürzt aus dunklen Tälern die Jlz hervor. Drei Ströme umfluten so die Stadt, tragen sie wie ein kostbares Schiff. Und über dem stillen Bild schwamm an jenem Frühlingstage die Ferne in leisem Glanz: die schneebedeckten Kuppen der Salzburger und Berchtesgadener Alpen. Purpurne Schatten füllten die tiefen Täler, flüssiges Gold rahmte den Firnschnee der Berge und spiegelte sich gleißend auf den drei Strömen. Der Fremde beginnt bald die Stadt licb- zugewinnen, wenn er in dem meisterhaften gotischen Bauwerk des Domes gestanden, vielleicht hier der dunklen Stimme der Orgel, der größten Bayerns, ergriffen gelauscht hat. Oder wenn er in dem kostbaren Festsaal des Rathauses an der Donau gewesen ist, der lebhaft und anschaulich von den versunkenen Tagen Passaus spricht, der großen Zeit, da hier Eonrad von Alzey sein „Lied d e r Nibelungen" geschrieben. Ein unvergeßliches Bild der ©tobt hat er auch im Herzen bewahrt, als er, durchs Felsentor der Feste Niederhaus schreitend, in zackiger dunkler Umrahmung die Insel mit der Altstadt erblickt. Durch Passaus Schatzkammern kann man viele Tage wandern, ohne müde zu werden ihrer ernsten Gotik und ihres strahlenden Barock. Würdig und voll feierlicher Größe der Rahmen um dies alles: die Ausläufer des weiten Bayerischen Waldes — ein ungebrochenes Landschaftsbild. Auf dunklen Waldeshöhen viele Burgen, Klöster und Kapellen. Ganz nahe der Stadt Kurort Hals mit Unter mir blanke, schlanke Türme und moosbewachsene Ziegeldächer. Da lag das Kloster Metten. Es sollte das größte künstlerische Wandererlcb- nis des Bayernwaldes werden! Nie vergesse ich die berauschende Nokokopracht der Klosterbibliothel. Sie sdjien von Goldschmieden geschaffen aus Email, Elfenbein, Gold und bunten Steinen. Freundlich führte durch diese schätze ein kundiger Benediktinerbruder. Schwer fiel der Abschied. Meine Wanderung sollte ja heute in Straubing enden. In später Abendstunde brachte der Zug mich hin. Vom Bahnhof führte eine schmale Gasse mich unmittelbar ins Herz der Stadt. Hoch, im dunkelnden Himmel sich verlierend, stand die markige, herrische Silhouette des Stadtturms, des mittelalterlichen Bel- frieds. Am Morgen blickte ich von ihm hinab auf die Stadt mit ihren rauschenden Brunnen und ragenden Säulen auf breiten Plätzen, sah am Donauufer das Schloß der Herzöge von Bayern, in dem einst Agnes Bernauer, der „Engel von Augsburg", ihre kurze Liebesidylle als Gemahlin Herzog Albrechts erlebt hat. Sah das alte Türmchen, in dem (ie vor 500 Jahren als „Liebeshcre" geschmachtet, I sah die eilenden grünen Donauwellen an ihm vorbeifluten, die ihren zarten Körper zuletzt gebettet. Ging von hier zur „Agnes Bernauer-Kapelle" am Donauufer, wo ihr heißes Herz, der Sage nach, ruht. ; vuus» uer Raupeure, oe|onoers >eyenswert. Daß der Und sah auch ihr Bild darin: ein lächelnd Gesichtchen 1 Ratskeller noch einige sehr gute Tropfen an alten auf opalnen Schultern, umglänzt von blonden Bot- ra-‘ - ticellilocken. Mit tiefblauen, wissenden Augen, im königsblauen Mantel, verbrämt von herzoglichem Hermelin. Neben diesem Wallfahrtsort aller unglücklich liebenden Straubingerinnen lag die weitberühmte „T o t e n t a n z k a p e l l e". Auch ihr altes Gebäude düstergotisch wie das der Agnes-Bernauer-Kapelle, aber im Innern an den Wänden eine unvermutete Schlofe Wildberg w sollte die schon halb zur Ruine gewordene Burg abgebrochen werden. Da erhob der Dichter Max von Schenkendorf einen flammenden Protest dagegen. Er drang damit durch und gab den Anstoß zu einer Restauration, die einige Teile wiederherstellle. Aber erst von 1878 bis 1895 erstand die Burg in allen ihren Teilen in neuer Schönheit zur alten Herrlich- leit. In stiller Andacht, von den Schauern der Vergangenheit umweht, wandert jeder Besucher durch das Hock^chloß, den großen und kleinen Remter, dessen Spitzbogen auf einer einzigen schlanken Säule ruhen, durch die Hochkirche, unter der die Hochmeister beigesetzt sind, durch das Mittelschloß und die Kon- oentsremter. Tiefere Eindrücke von vergangener Pracht und Macht kann man nicht, mitnehmen. In einigen Stunden Bahnfahrt, auf der man öfters einen Ausblick auf das Frische Haff gewinnt, gelangt man zu der alten Krönuntzsstadt Königsberg. Ihre größte Sehenswürdigkeit ist das auf einem die Stadt überragenden Berge liegende gewaltige Schloß. In seinen Kellern befand sich die Richtstätte mit den Folterwerkzeugen, die von der Justiz vergangener Jahrhunderte angewendet wurden. Jetzt sind die Räume von den Lagerfässern und Trinkstuben einer Weinhandlung eingenommen, deren Name „Das Blutgericht" noch an die alten Zeiten erinnert Darüber liegt die Sckloßkirche, in der sich der erste König von Preußen selbst krönte und darüber der Moskowiterfaal, in dem die Hoffestlichkeiten abgehalten wurden. Fürwahr, eine seltsame Zusammenstellung! Don Königsberg aus beginnt man die Wanderung durch die landsckaftlichen Schönheiten des Landes. Auf kurzer Bahnfahrt erreicht chan Palm- nicken, wo das Gole der Ostsee, der Bernstein, in bergmännischem Betrieb gegraben wird. Die Stollen dringen in das Steilufer der Küste ein und folgen einer mehrere Meter dicken, blauen Tonschicht, in welcher der Bernstein in kleineren oder größeren Nestern lagert. Früher wurde er auch durch Bagger aus dem Kuriscken Haff geholt, docy ist dieser Betrieb als unrentabel aufgegeben. Auch die auf dem Grund der Ostsee ruhenden Schätze scheinen erschöpft zu sein. Früher zogen bei jedem Nordweststurm die Männer an den Strand, hielten ihre großen Käscher jeder heranrollenden Woge entgegen und machten oft reiche Beute. Jetzt werfen die Wel- len nur noch winzige Stucke auf den Strand, die aufgelesen und zu Lack verarbeitet werden. Von Palmnicken führt die Wanderung an dem Nordrand der samlänoischen Küste bis Cranz, von hoher Düne aus sieht und hört man die Meeres- mogen auf den Strand rollen. Dabei stößt der Weg 3ft an eine tief einschneidende bewaldete Schlucht, der man bis zum Meer folgen muß. Uralte Buchen ragen wie die Säulen eines Münsters, überwölbt von einem dichten Blätterdach. Von Cranz aus sollte unbedingt der K u r i - schen Nehrung ein Besuch abgestattet werden. Eine zweite Landschaft von dieser Eigenart gibt es wohl auf der aanzen Erde nicht. Ein schmaler Land- streifen, aus hohen im Sonnenschein hellgelb gleißenden Sanddünen scheidet das Meer vom Haff. Früher war die Nehrung bewaldet. Als sie im achtzehnten Jahrhundert abgeholzt wurde, ritz der Sand die Herrschaft an sich. Der Wind türmte ihn zu Dünen auf, die langsam aber unaufhaltsam aum Haff wanderten und darin verschwanden. Aber das Meer warf unaufhörlich immer neue Sandmafsen auf den Strand, die sich zu neuen Dünen formten. Sie ver- schlangen große, am Haff gelegene Dörfer, deren Ruinen erst nach vielen Janren wieder zum Vor- fdjein kamen. Jetzt sind mit vielen Kosten groß« Strecken der Nehrung wieder aufgeforstet, aber im- rtwt noch mehr als zuviel Wanderdünen vorhanden. In die aufaeforsteten Gebiete find vom Ostufer des Haffes zahlreiche Elche eingewandert die man bei einer Wanderung leicht zu Gesicht bekommt, weil sie den Menschen nicht ängstlich fliehen. Man kann den größten Teil der Nehrung im Dampfer abfahren und nur von den einzelnen Stationen kürzere Wanderungen über die Dünen antreten. Sehr zu empfehlen ist ein Besuch der Vogelwarte Rossitten. Non Königsberg führt der Schienenweg südwärts nach Masuren, dessen Bewohner im Jahre 1920 bei der aufgezwungenen Abstimmung ihre völlige Eindeutschung und unwandelbare Treue für Deutschland bekundet haben. In den ersten Monaten des Krieges in Trümmer gelegt, ist es jetzt wieder aufgebaut und weist wieder schmucke Städtchen und freundliche Dörfer auf. Seine Schönheit beruht auf der innigen Verbindung von stattlichen Bergen, großen Waldungen und zahllosen Seen. Am leichtesten lernt man ste auf einer Dampferfahrt kennen, die von Lötzen am 1. Tage über den 106 Quadratkilometer großen Mauersee nach Angerbrrrg und zurück führt. Unterwegs landet man in Steinort, um die gewaltigen, uralten Eichen zu bewundern, wie es keine anderen von gleicher Stärke in Deutschland gibt. Die meisten waren schon Niesen, als die ersten Ritter vor 600 Jahren in ihrem Schatten lagerten. Am zweiten Tage führt der Dampfer seine Fahrgäste mitten durch die masurische Wildnis, die gewaltige Johannisburger Heide. Diese Fahrt durch das schöne Ostpreußen schafft Eindrücke, die jedem Besucher zur lieben, im Gedächtnis haftenden Erinnerung werden. Wanderfahrten. Marburg—Rimberg—Gladenbach. Don unterem Ausgangspunkt Marburg folgen wir roten Strichen, die uns durch das als Sommerfrische bekannte freundliche Marbach führen. Hinter dem Ort kommen wir zunächst durch ein schönes Wiesentälchen und dann durch Wald auf die Kälberner Straße, auf der wir bis Dagv- bertshLusen, einem kleinen Ort von vier Bauernhäusern, weiterschreiten. Die Straße verlassend nimmt uns alsbald hinter D. wieder der Wald aus, Der uns bis auf die Höhe begleitet. Wald- tid, hingen ermöglichen unterwegs prächtige Blicke auf die benachbarten Berge. Aach einem kräftigen Anstieg erreichen wir nach dreistündiger Wanderung den 500 Meter hohen Rimberg, von dessen Aussichtsturm wir eine weite, entzückende Rundschau haber^ Aunmehr folgen wir roten Dreiecken, die uns erst nach dem am Fuße des Berges gelegenen Damshausen und hierauf auf guter, aussichtsreicher Straße, abwechselnd durch Feld und Wald über Diedenshausen und Sinkershausen in 2' _■ Stunden nach unserem Endziel, dem reizend gelegenen Städtchen Gladenbach bringen. rr/r- ------------ !■■■! m jii ........—im iiii i || Nidda—Eichelsachsen— 5 chatten. Wir fahren mit Sonntagskarte Schotten nach Aidda, durchwandern das schöne Städtchen und folgen roten Strichen, die uns zunächst nach Michelnau und hieraus durch prächtigen Wald über den Breitenstein bis zur Straße Glashütte— Eichelsachsen bringen. Hier verlassen wir das Wegezeichen und gehen auf der Straße über Eichelsachsen nach dem lieblich gelegenen Wingershausen. Hier treffen wir weihe Kreuze, die uns in kurzer Zeit auf den Haselberg oder Schönen Stein führen. Oben haben wir einen herrlichen, freien Rrmdblick auf die Höhen des Taunus, die Berge des Westerwalds und den hohen Vogels- berg. Beim Wettermarsch führt uns die Markierung durch Wald und Feld, das Läunsbach- tal, später das Michelbachtal überschreitend, kurz vor unserem Endziel Schotten beim Gasthaus Luginsland, früher Lehrerheim, gegenüber der Alte- burgskopf auf die Staatsstraße. Gesamtdauer der Wanderung 4'.2 Stunden. Reisewinke. Moserfahrt. Die Schönheiten einer Moselfahrt sind beim rheinischen Reisepublikum eigentlich noch reichlich wenig bekannt. Wochentags fahren die kleinen weißen Dampfer meist mit Gütern beladen den Strom hinauf und hinab. Aber auch dann, und vielleicht gerade dann, ist es schön, dem Fluh seinen vielhundert Windungen zu Tal oder zu Berg zu folgen. Man hat hier wohl die beste Gelegenheit, das Tal in seiner ganzen Schönheit fenuenguletnen. Aichts ist dem Auge verborgen, wenn man auf den kleinen Dampfern sitzt, da kommen von den Bergen zur Rechten und Linken die Weinreben bis dicht ans Ufer heran. Hier hat sich eine Schlucht gebildet, in die die Felsen jäh Imd tief hinabstürzen. Da liegen dann die kleinen Moseldörfer in ihrer Ruhe eines herrlichen Sommertages. Oder aber der Berg tritt zurück und läßt am Ufer noch ebensoviel Platz, daß man eine Straße daherziehen kann, daran die Moselaner ihre spitzgiebligen Häuschen, mit Weinlaub bekränzt, gebaut haben. Burgen stehen auf schwindelnd hohen Festen. Und unten im Dorfe manch altes Kirchlein mit denkwürdigem Innern. Was stt es wohl, was dem Reisenden eine solche Moselfahrt so anziehend macht? Das Schönste wohl stt die Ruhe einer solchen Fahrt durchs Tal. Aivgends wird dieses Bild gestört durch das laute Getöse einer moDernen Fabrik. Man sieht nur Winzerdörfer und Städtchen in geruhsamem Frieden an den Ufern liegen. Aus schwerem Rebel löst sich der heitere Sommertag, ein betauter Morgen, dem der heiße Mittag folgt, den man in kühlen Gaststuben verträumen mag. Und am Rachmittag lockt es wohl, über die Berge zu streifen, in Burgen und Klöstern dem Wirken vergangener Jahrhunderte nachzu- spüren. Schön aber ist es am Abend, wenn Der Mond drüben über die Bergs steigt und leiser Ruderschlag über Die Wasser gebt Das ist MoselzaubÄ, der jeden gefangen nimmt, der seinen Retz einmal kennenlernte. Und soll man da noch viel vom Moselwein sprechen, der froh macht und leichten Herzens? — Man trinkt ihn bester, als daß man davon spricht. Und das ist dann die Krönung der Moselfahrt. Wiedereröffnung der Schwarzenberg-Klamm. Bor saft 100 Jahren (1830) wurde durch baS bayerische Saalachforstamt Unkental die Schwarz- bergklamm zum Zwecke der Holztrift für die Saline Reichenhall erschlossen. Sie erwarb sich durch ihre eigenartige Schönheit trotz ihrer 2lb- gelegenheit von allen damaligen Verkehrswegen den Ruf eines feiten en Raturschauspiels. König Ludwig I. von Bayern und Kaiser Franz Joseph von Oesterreich besichtigten und bewunderten sie im Jahre 1837. Der bayrische König widmete ihr sogar ein lateinisches Gedicht, das, in Kupfer getrieben, heute noch auf einer ehernen Tafel am Eingang der' Klamm zu lesen ist. Infolge des Krieges und der Geldentwertung konnte die Klamm nicht mehr instand gehalten werden. Die Stege und Geländer verfielen, man fonnte sie jahrelang nicht mehr besichtigen. Die Wiederinstandsetzung der gleicht alte in Verfall geratenen Vvrderkaser- und Seisenbergklamm, sowie der Lambrechtsvfenloch-Höhlen ließen jedoch. den Wunsch aufkommen, daß auch die hochinteressante Schwarzenberg- oder Uni euer Klamm wieder zu- gängig gemacht werde. Mit Hilfe der beiden Regierungen von Oesterreich und Bayern, sowie einiger Gemeinden und Vereine ist es gelungen, die erforderlichen Mittel dazu aufzubringen. Am 14. August konnte die Klamm, die einen Anziehungspunkt für die benachbarten Gebiete des Traun-, Achen- und Saalachtales bildet, wieder eröffnet werden. Die Schwarzbergklamm ist zwischen die Ge- birgsstöcke des Svmttägshorn, Der Kammer-- köhralpe und der Loserer Alpen eingebettet und von der Waldbahn Ruhpolding—Reit i. Winkel, sowie von den Postautolinien Traunstein oder Salzburg—Reichenhast—Loser und Löfer—St. Johann leicht zu erreichen. Tie Autoftratze Frankfurt— Wiesbaden. Don der neuen Großverkehrsstraße Frankfurt—Wiesbaden, die in der Rähe der Frarck- furter Festhalle bei der jetzigen Musikausstestung auf dem Messepark ihren Ausgang nimmt und ent die breite Bismarck-Allee anschließt, wurde der erste Teil soeben fertiggestellt. Von Der dreiteiligen Straße ist die mittlere Bahn für Den beschleunigten Durchgangsverkehr, Die Seitenbahnen für langsam fahrende Automobile und Pferdefuhrwerke bestimmt. Die Fortsetzung des Straßenbaues nach dem Rhein wird sich in Kürze anschließen. Dampfbootverkehr auf der Lahn Rachdem in allernächster Zeit die Staustufen und Schleusen Der unteren Lahn fertiggeftellt sein werden, ist Die Einrichtung eines Personenverkehrs mit Dampft- und Motorbooten auf der Strecke von Limburg bis zum Rhein mit Anschlüssen an Die Rheinschiffahrt beabsichtigt. Die Natsel'Ecks. Silbenrätsel. Aus den 18 Silben: band — bei cel — el — gei — ib — ko — lap — le — li — pe — ran — rei — tut — sen — ser — sig — un sind neun zweisilbige Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. heiße Quelle: 2. Lolksstamm: 3. umherjagender Knabe: 4. weiblicher Personenname: 5. Stadt in Hannover: 6. mohammedanisches Erbauungsbuch: 7. Stadt in Syrien: 8. geschnittenes Brennholz: 9. nordischer Dichter. — Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben deren Anfangsbuchstaben, von vorn nach hinten, und Endbuchstaben, von hinten nach vorn, sofern man diese aneinanderreiht, ein Sprichwort. Kreuzworträtsel. Vt 15 13 16 18 20 21 \2*f 12 MI7 Ml9 Mb Tio Taeeeee Ta Men L 1. Von links nach rechts: 1. Lasttier: 2. namhafter Rechtsgelehrter (f); 7. gepolstertes Möbel: 9. biblische Person: 1L natürliches Wasserbecken: 13. geistiges Getränk: 14. unkultivierter Baumbestand: 16. Stadt in Schleswig-Holstein: 17. wie 13; 18. biblische Person; 19. Gesangslaut: 20. altpersische Winterresidenz; 23. Universitätsdiener; 24. junger Wein. 2. Von oben nach unten: 1. Griechische Göttin; 2. Majordomus im alten Japan; 3. Zahl; 4. weiblicher Personenname; 6. unterirdische Vorratskammer; 8. amerikanischer Staatsmann; 9. großes Zimmer, 10. weiblicher Personenname: 11. Fruchtkorn; 12. andere Bezeichnung für Paradies: 15. altägyptischer König: 20. wie 9, wagerecht; 21. männlicyer Personenname; 22. Singstimme. Gegensätze. Für jedes der nachfolgenden Wörter suche man ein im Gegensatz zu ihm stehendes Wort. Die An- sangsbuchstaben dieser ergeben dann, zu einem Wort vereinigt, ein Verkehrsmittel. 1. fest; 2. artig; 3. langsam; 4. unbrauchbar; 5. zierlich; 6. selten; 7. ungenau; 8. flach. Berwandlungsaufgabe. Ried fasfl J Huld In vorstehender Verwandlungsaufgabe soll das Wort „Fang" durch stufenweise Umänderung in die Wörter Huld — Gest — Ried — Sued umgewandelt werden, und zwar darf immer nur ein Buchstabe durch einen anderen ersetzt werden; auch darf jedes Wort nur einmal vorkommen. Scherzrätsel. Errate mich: Ich diene täglich dir. Zu schauen war ich einst als der Geliebten Zier, Auch wandelst gern du im Gebtrg' auf mir. Und dann: Wie heißt der Anfang von dem Lied, Das der kann singen, der dies Rätsel riet? Rundflug. ST IXart» «en Scljtsw. Das Ergebnis des Rundflugs ist ein Fischerkopf. (Es kann ein Ort auch öfter berührt werden.) Umslellungsrälsel. Warna — Ekel — Tapir — Tadel — Essen — Reim — Lende — Epos — Urban — Chok — Horst — Tibet — Ebro — Nische. Wette^euchten. E/bleil. Auflösungen. Silbenrätsel. 1. Gastein; 2. Eveline; 3. Sittich; 4. Christine; 5. Herodes; 6. Ironie; 7. Cherbourg; 8. Kolon; 9. Turnier; 10. Egge; 11. Hallig; 12. Amsel; 13. Narwal; 14. Dogma; 15. Idar; 16. Stunde; 17. Tragkorb; 18. Unke. Geschickte Hand ist überall gern gesehen. BälüaaQd Kreuzworträtsel. pH r H ■ HfflS_________ IflBBBBG] | I1BQBBB rTHJaTr ISlTlElRlNI [DlAlNT zziEkJi C TjliqI' •|O|Rf~|S|T|U|R|zn ra- I3Q raffl o o o o o d m Füllräksel. m | a | t Bilderrätsel. SledründerbewahrcmstaL. Die Narrenkappe. Splitt« unD Sparren Dom RedaktionStifch. Amerikanisches. „Ick möchte gern von Ihnen das Geheimnis der faoelhaften Erfolge erfahren, die Sie im Ge- ichäftsleben errunaen haben", bedrängt der Aus« fraget den neuaebadenen Millionär. „Bitte sehr, einen Augenblick , wehrt der andere ab. „Da müssen Sie mir zuerst lagen: kommen Sie von einer Hei« hing ober von der Polizei?" furchtbare Drohung. Der Pleitegeier schwebt über Meiers Haupt. Da kommt sein Buchhalter Müller und bittet um Ge« haltszulaae. „Nehmen Sie sich in acht, junger Mann," schreit Meier, „noch ein Wort und ich mache Sie zum Teilhaber!" Entfernung Limburg—Lohnst ein beträgt 56 Km. Auf Der Strecke werden als landschaftlich bevorzugte Punkte u. a. Diez. Obernhof, Rassau und Bad Ems berührt. Fünf Boote für Den Lahnverkehr mit einem Fassungsverrnögen von je 120 bis 150 Person^ befinden sich im Bau. Nachsaison in Bad Tölz. Immer noch verbreitet sich das alte Vorurteil, daß nur die Monate 3uni bis August für einen Kuraufenthalt im Gebirge geeignet seien. Tatsache ist jedoch, daß alle Bade- und Luftkurorte des bayerischen Hochlandes in der Zeit der größten Sommerhitze am meisten frequentiert sind. Würden viele wissen, daß die Vorgebirgslandschaft um Bad Tolz bis lange in Den Oktober hinein ein sommerliches Bild bewahrt, besonders regen- und windarme, warme Tage im September und Ottober mit einer Stetigkeit vorherrschen und die ultraviolette Son- nenbesttahlung im Herbst wie auch im Frühjahr besonders stark und doch erträglich ist, so würden sie Die Rachsaison zum erfolgreichen Kurgebrauch wählen. Ein Vorzug Der Rachsaison ist auch die Ruhe in den Badeorten. Das Fehlen des geräuschvollen Kurlebens der Sommermonate ist für den wirklich Erholungsuchenden, insbesondere Den Rervösen, von gewaltigem Einfluß. Die Heilerfolge Der Tölzer Jodkur bei Arterienverkalkung, Rückständen von Entzündungen und Verwundungen, Skrofulose, Erkrankungen Der Harn- organe, Hautleiden, Frauenleiden sicherten Bad Tölz in Der Kurzeit 1927 eine Frequenz, die mit Der Anzahl von über 9000 Gästen am 6. August Die des Vorjahres um 1500 Personen überschreitet. Die reine ozonreiche Gebirgsluft bei 670 Meter Meereshöhe gilt im Verein mit Dem Brunnen und den Bädern als wirksames Kurmittel und übt auf Die Rervenstärkung Wunder aus, wie sich überhaupt die Heilkraft Der Jodquellen erst im Rahmen der anmutigen und klimatisch günstigen Gebirgslandschaft besonders auswirkt. Infolge der erfolgreichen Kur in Bad Tölz sind seit einigen Jahren die Bäder, Hotels und Pensionen das ganze Jahr hindurch geöffnet Von Bedeutung für eine Kur in der Rachsaison ist auch des llmftanb, daß ab 11. September eine 50prvz. Ermäßigung der Kurtaxe und eine teilweise Gr- mähigung auf die Trink- und Bäderkartenpreife eintritt. Auskünfte erteilt das Verkehrsbureau in Bad Tölz. Erweiterung der Bodenseeschiffahrt. Den Motorbooten „Konstanz" und dem der Reichsbahndirektion Karlsruhe gehörenden Boot „Stadt Radolfzell", das im Dienst der Reichsbahn Den Verkehr zwischen Radolfzell und Oeh- ningen ausführt und 200 Fahrgäste aufmmmt, ist als drittes Boot der gleichen Werft jetzt die „Frauenlob" gefolgt. Es bietet Raum für 70 Fahrgäste und dient dem Verkehr aus Dem Uebcrlinger See. Für Den Untersee wird in den nächsten Tagen das bisher größte Doot in Betrieb gestellt. Es hat eine Länge von 38 Meter, Dieselmotoren von 500 P. S. und erreicht eine Stundengeschwindigkeit von 25 Km. bei einem Fassungsvermögen von 300 Ihhrgästen. Es erhält den Flamen „Höri" und soll in Den nächsten Tagen den Verkehr zwischen Oehningen, Langen, Gaienhofen, Reichenau und Radolfzell aufnehmen. Eprcckistuuden der Mevaklion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingesar.dtc Manuskripte ohne beigesügte? Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Höhe, tieizkraii; akbzwähri-, iSauber, Lilli6, allLzAzkyh""* = e = 'M 19 X? £ c Cv c^.2 i MM; : 0^2. ? 233