Mittwoch, 20. jun 1927 177. Jahrgang lt. 167 Erstes Blatt ti 2 *5^® Belgiens Polemik gegen die Reichswehr »SG gegen die Weilerverwendung von Schiffen, die eine gewisse Altersgrenze überschritten haben, weil durch diesen Vorschlag die britische Marine statt 500 000 Tonnen Kreuzer und Zerstörer 650 000 Tonnen erhielte. Dies würde die Vereinigten Staaten zwingen, bedeutende Schis ssbauten aussühren zu lassen. Die Amerikaner sind jedoch in ganz beschränk te m Umfange bereit, einer Verwendung der Schiffe zuzustimmen, die eine bestimmte Altersgrenze bereits überschritten haben. Die amerikanischen Marinesachverständig en erheben ferner gegen dieVestückung der mittleren Kreuzer von 7500 Tonnen mit nur sechszölligen Geschützen und gegen die Gleichstellung Englands, Japans und Amerikas in bezug auf die Gesamttonnage an Unterseebooten Bedenken. bie Höhe des Rentenbezuges erreicht, der ihnen nach dem Rentenvcrsorgungsgeseh zusieht, und wenn die Erwerbsfähigkeit um 50 Proz. gemindert ist. Bei Kleinrentnern über 60 Jahren bedarf es der verminderten Erwerbsfähigkeit nicht. Der Versorgungsanspruch besteht in Rente, Krankenfürsorge und Sterbe» aelb Zu einer Grundrente, die sich je nach den Ortsklassen auf 45 bis 60 Mk. beläuft, treten Zusatzrenten für Ehefrau und Kinder. Amerika in Genf. Widerspruch gegen das britisch-japanische Kompromiß. Genf, 19. Juli. (Wolff.) Rach Erkundigungen der Schweizer Depeschenagentur sind die amerikanischen Marinesachverständigen in verschiedenen Punkten mit der provisorischen englisch-japanischen Einigung nicht einverst a n d e n. Insbesondere sind sie grundsätzlich ziehung veranlaßt. Hundert Todesopfer. Dien, 19. 3ull. (DV.) wie der Sonderberichterstatter des DTB. erfährt, ist die Zahl der loten nunmehr aus hundert angewachsen. Es ist damit zu rechnen, daß noch eine Reihe von verwundeten sterben. Die Gesamtzahl der Verwundeten wird erst, nachdem die Feststellungen genauer find, auf etwa 1000 angegeben. Wiederaufbau des Wiener Iustizpalastes. Wien, 20. Juli. (WTD. Funkspruch) Wie die Blätter berichten, wurde in einer gestern in der Bundesgebäudeverwaltung abgehaltenen Sitzung beschlossen, den nieder gebrannten Justizpalast wieder aufzubauen. Dem Beschluß ging ein mehrstündiger Lokalaugenschein voraus. Wie die „Reue Freie Presse" dazu meldet, äußerte sich ein Fachmann, daß der Wiederaufbau 5 Jahre in Anspruch nehmen dürfte. Wie die Blätter weiter melden, befinden sich unter den im Justizpalast vernichteten Alten Tausende von Ehescheidungsakten. Der Schaden ist deshalb groß, weil zum großen Teil die Personaldvkumente der Parteien verbrannt sind. Der deutsche Gesandte beim Bundeskanzler. Berlin, 20. Juli. (Tel.-U.) Der deutsche Gesandte in Wien, Graf Lerchen seid, hat am gestrigen Dienstag beim Bundeskanzler vorgesprochen, um dem Bedauern der Reichs - regierung über die gefallenen Opfer Ausdruck zu geben. Gleichzeitig sprach der Gesandte namens seiner Regierung die Genugtuung aus, daß die Wiener Regierung die kritischen Tage s o rasch beenden konnte. Eine peinliche Anfrage. Berlin, 19. Juli. (Wolff.) Wie das DDZ.- Bureau meldet, fjat die Deutsche Volkspartei im preußischen Landtag eine kleine Anfrage eingebracht, die sich gegen den Aufruf des Oberpräsidenten Hörsing an das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold wendet, in welchem der österreichischen Regierung „Untüchtig leit" vorgeworfen wurde. Die Staatsregierung wird gefragt, ob sie damit einverstanden sei, daß ein hoher preußischer Beamter in dieser Weise Urteile über eine befreundete Regierung fälle, die den Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich schaden könnten. Hindenburgspende! -Don Ministerialrat Dr. Oskar Karstedt, chrenamtlichem Leiter der Hindenburgspende. Wir Deutsche sind von Hause aus skeptisch Jtriefl und Nachkriegszeit waren wahrhaftig nicht Dazu angetan, uns davon zu h^lem Liegt aber dieser Neigung zur Skepsis nicht letzten Endes -nur die Sehnsucht, die Hoffnung auf das Große -und das Suchen nach einem einigenden Halt juarunbe, der Stützpunkt und Ziel in unserer Zcwrissenheit fein kann? Ist es nicht so, daß wir ^her und leichter als viele andere Volln die iZröße anerkennen, wenn sie uns men schlich «itgegentritt? Liegt nicht, um vom Allgemeinen zum Besonderen zu kommen, der Gmrnd für die Alle und schmucklose Verehrung Hindenburgs gerade darin, daß sich uns in ihm die Eigen- fchaften widerspiegeln, die uns über Zett und -Raum, über alle Unterschiede der Schichten und JMaffen hinaus allen als das Wertvollste am SS getten;Würte. Taktgefühl, Pflichtbewuht- lein und die uneigennützige Treue, die nichts lür sich selber will? Weil der Aufruf der Relchsregierung und Der Regierungen der Länder zur Hindenburg- Spende aus Anlaß des bevorstehenden 80. Geburtstages Hindenburgs diesen Eigenschaften gerecht wird, ist es erklärlich, daß er Widerhall! cud) dort gefunden hat, wo man aus diesen oder jenen Gründen gegen derartige Ehrungen ist. Gewiß: man ist in Deutschland „sammlungsmude . Oft, wahrscheinlich sogar zu oft, zwangen schwere Notzeiten zur Inanspruchnahme der Gebefreudig- leit, und man empfand einen Zwang, wo nie und nimmer Zwang hätte herrschen sollen. Und Loch Sammlung? Aus dem einfachen Grmrde, toeil Beweise genug dafür vorliegen, daß in den weitesten Kreisen der Wunsch besteht, Hindenburg zu seinem 80. Geburtstage auch äußerliche Zeichen der Verehrung darzubringen. Der Reichspräsident lehnt aber, getreu seinem Standpunkt zu derartigen Dingen und aus der äleberzeu- eung heraus, daß persönliche Zuwendungen an ihn mit der Rot der Zeit nicht vereinbar sind, ulle geplanten äußeren Ehrungen ab. So galt r- men der Geldaufbringung genommmi werden lann, die die Grenzen des guten Geschmacks nur zu häufig außer acht lassen. Die bereitwillige Zustimmung, die führende Manner der Wirt- fchaft, der Finanz, der Presse, des Kommunal- Desens, der Landwirtschaft, des Handwerks, der freien Berufe, der Gewerkschaften, der Dcwmten- fchaft usw. dem Gedanken entgegengebracht haben, überhebt uns der Rotwendigkeit, den „yCUngeL- beutel" in Anwendung zu bringen. Wer sich auch auherhelb der genannten Kreise^ an der Ehrung für den achtzigjährigen Hindenburg beteiligen will, hat dazu reichlich Gelegenheit. Hindenburg hat es selbst ausgesprochen. »Wer mich äußerlich ehren will, der wähle den Weg über die Hindenburgspende, aber keinen anderen Weg! Jeden Beitrag zu ihr sehe uft bant*- tar als Zeichen der Verehrung meiner P^son! Damit ist uns allen, die wir in Hindenburg den tief im Volksbewußtsein verankerten Mann sehen, den Hüter des Volkstums, den Mann, der immer im Sinne des Einig enden Weg vorgezeichnet. Sorge zeder, daß alles Weitere in einer Weise geschieht, die des Ramens und des Amtes unseres Reichspräsidenten Hindenburg würdig ist! Zum Schlüsse ein Wort der Aufklärung: Sammlungen sind eigentlich immer Gegenstand der Kritik, einer Kritik sowohl des Zweckes als auch her Durchführung. Bei den vorbereitenden Der. Handlungen wurde angedeutet, das Reich solle und müsse se.'ä»st für seine Notleidenden ausreichend sor- Ipem ist entgegenzuhalten: allein das. Reich bj jährlich in Gestalt von Renten für Kriegs- 88?!cha)igte und Kriegerhinterbliebene, für Hciloer- fn usw. 1300 Millionen Mk. auf. In dieser feunffi von 1,3 Milliarden Mk. liegt der Beweis, daß m._, der Ertrag der Hindenburgspende noch to aroß sein, er nie und nimmer eine Ent- laftunq des Reichs darstellen kann. Und was die zu erwartende Kritik an der Durchführung der Spende betrifft, so kann ich nur die eine Bitte aussprechen: Helfe jeder an seinem Teil für einen würdigen Verlauf, getreu der Erkenntnis, daß Hindenburg dem ganzen deutschen Volke gehört! Die Geschäftsstelle der Hindenburgspende befindet sich in Berlin NW. 40, Scharnhorststraße 35. Beiträge werden an allen durch Aushang gekennzeichneten Stellen angenommen; es sind deren im ganzen über 160 000. In Verlegenheit, seinen Beitrag niederzulegen, kann also niemand kommen. Ein Reninerversorgungsgesetz. Berlin 20. Juli. (Priv.-Tel.) Die demokratische Reichstagsfraktion hat den Entwurf eines Rentnerversorgungsgesehes im Reichstag eingebracht und will mit allen Mitteln versuchen, die erste Lesung des Gesetzentwurfes noch in der Septembertagung des Re i chs t a g s Durchzusehen. Der Entwurf will sämtlichen im Jnlcmde wohnenden deutschen Kleinrentnern einen Rechtsanspruch auf Versorgung verschaffen, sofern ihr regelmäßiges Einkommen nicht Der im Tempo ziemlich scharfe Rotenwechsel zwischen der deutschen und der belgischen Regierung über die Angriffe, die der belgische Kriegsminister de Brocqueville gegen Deutschland erhoben hat, ist vorläufig zum Abschluß gefommen. Es darf kurz daran erinnert werden, daß Herr de Drocqueville gegen Deutschland schwere Vorwürfe erhoben hatte in der Richtung, daß wir auf alle Art die Destimmun g e n des Versailler Vertrages umgingen, um unsere Rüstungen auszubauen. Die deutsche Regierung hat leider nicht das erstemal sofort eingegriffen, sondern erst als der Minister diese Vorwürfe wiederholte, um eine nähere Aufklärung gebeten. Rach längerem Zögern hat Herr de Brocqueville in einem Memorandum die Unterlagen, die er für seine Behauptungen zu haben glaubte, uns zugehen lassen. Es ist aber der deutschen Regiemrng sehr leicht gewesen, an der Hand von Zahlen nachzuweisen, wie falsch der Minister die Zusammenhänge gesehen hat. attennuibigen Feststellungen kommen zu dem Ergebnis, daß wir weder, soweit die Zahl der Mannschaften noch soweit die materiellen Rüstungen in Frage kommen, irgendwie über die Grenzen der Versailler Bestimmungen hinausgegangen sind. Arr de Brocqueville hätte durchaus die Moglichk^t gehabt, sich davon vorher zu überzeugen. Er hat also zum mindesten sehr le ich t- fertig gehandelt, wenn er ungewisse Behauptungen in die Wett setzte, die, gerade weil sie von einer amtlichen Stelle kamen, erhöhten Anspruch auf Glaubwürdigkeit beanspruchen konnten, die zudem von der französischen Presse dazu ausgenuht worden sind, die Friedensliebe Deutschlands zu verdächtigen. Der internationale Pressezusammenhang ist eben seit dem Kriege immer noch so stark, daß alle derartigen Aeußerungen sofort nach Amerika gekabelt und, weil die Gegen- toirhmg f^hlt, auch geglaubt werden. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fflr 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den Übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Deutschland hat also durch diese Rede sehr schweren Schaden erlitten und kann mit Recht den Anspruch auf Wiedergutmachung erheben. Das wenigste, was erfolgen mußte, war die sofortige Veröffentlichung des Notenwechsels, eben um an der Hand der offiziellen Angaben im einzelnen nachzuweisen, wie die Irrtümer des belgischen Kriegsministers entstanden sind. Die deutsche Regierung hat auch auf eine Veröffentlichung der Noten in Brüssel gedrückt, hat sich aber leider damit nicht durchsetzen können und muß sich formell in den diplomatischen Gebrauch fügen. Die belgische Regierung hat die Ausrede gebraucht, daß sie von ich aus noch eine Erwiderung beabsichtige und leshalb einer Veröffentlichung erst zustimmen könne, wenn durch diese Entgegnung der Notenwechsel abgeschlossen fei. Tatsächlich aber ist das nur eine Ausrede; Belgien hätte es in per Hand, die Duplik nach Belieben lange hinauszuzögern und so die Bekanntgabe des Materials um Wochen zu verschieben, bis die Entstellungen Broc- quevilles ihre propagandistischen Wirkungen bis in den letzten Winkel der Wett erreicht haben. Gerade deswegen aber ist es ausgeschlossen, daß die deutsche Regierung sich den in Brüssel geäußerten Wünschen fügt. Sie hat auf die in der deutschen Pre/se herrschende Erregung hingewiesen und Herrn Vander- velde nochmals nahegelegt, daß er seine Zustimmung zur Herausgabe der Akten geben sollte. Die deutsche Politik darf hier keine Rücksichten auf diplomatische Gepflogenheiten- kennen, sie muß unter allen Umständen darauf bestehen, daß der Schleier des Geheimnisses fällt. Wir haben schließlich kein Interesse daran, die persönlichen und politischen Ehrgeize des Herrn Brocqueville, die wohl der eigentliche Anlaß zu seiner Rede waren, mch einer schweren Einbuße unseres moralischen Ansehens zu behandeln. Und nur, wenn aktenmäßig die handgreiflichen Unrichtigkeiten nachgewiesen werden, besteht einige Aussicht, den Schaden wettzumachen, den der Minister uns zugefügt hat. Der Notenwechsel. Berlin, 19. Juli. (WTB.) Der Rotenwechsel, der aus der Rede des belgischen Wehr- ministers de Droqueville vor dem Parlament zwischen der 'Deutschen und der belgischen Regierung entstanden ist, ist nunmehr veröffentlicht. Die letzte deutsche Rote, die gestern in Brüssel überreicht wurde und deren wesentlicher Inhalt von uns gestern mitgeteilt wurde, stellt zusammenfassend fest, daß die Rachrichten, auf die sich Hein: de Broqueville beruft, jeder Grundlage entbehren. Sie stehen mit dem offenkuickügen Sachverhalt und überdies auch mit den Feststellungen der Interalliierten Mili- tärkorttrollkommission und der Botschafter konse- renz im direkten Widerspruch. Die deutsche Regierung muh es auf das lebhafteste bedauern, daß Herr de Broqueville sie trotzdem öffentlich vor dem belgischen Parlament verwertet und damit ganz allgemeine schwere Verdächtigungen Deutschlands verbunden hat. Es ist geradezu absurd, ein Land, das bis zur Wehrlosigkeit abgerüstet ist, in der von Herrn de Broqueville beliebten Weise militärisch als eine Gefahr hinzustellen, die zu besonderen Rüstungsmahnahmen zwänge. Die deutsche Regierung muh hiergegen auf das entschiedenste Verwahrung einlegen. Sie muh dies um so mehr, als die Verdächtigungen von dem Wehrminitzer eines Staates ausgehen, dessen Beziehungen zu Deutschland durch die Verträge von Locarno und den Völkerbundspakt auf die Grundlage des Friedens und der vertrauensvollen Verständigung gestellt worben sind. Darauf hat die belgische Regierung durch die „Agence belge" folgendes erklären lassen: »Man barf sich darüber wundern, daß die Reichsregierung Belgien vorwerfen zu müssen meint, zu Friedensgefühlen nicht kommen zu wollen, während neulich vor dem Reichstag veröffentlichte Dokumente die Legende wieder ins Leben zu rufen versuchten, nach welcher Belgien die Neutra- lität verletzt hätte und die belgische Regierung, sowie die belgische Bevölkerung Verbrechen gegen baS Völkerrecht und die Menschlichkeit beschuldigten. Die Quellen, die der belgische Kriegsminister für seine Behauptungen benutzt hat, sind sicher sorgfältig geprüft. Wir müssen also die angeführte Zahl der Entlassungen und der Einstellungen aufrechterhalten. Wir bemerken, daß der Minister schon am 15. Februar 1927 seine Befürchtungen der Kammer mitteilte und daß ihre damalige Veröffentlichung der deutschen Regierung nicht Anlaß gab, zu protestieren Zum zweiten Teil i>er deutschen Antwortnote, der die Entwaffnungsoerpflichtungen behandelt, sagt die belgische Regierung: „Es genügt den Fachmännern, das Militärbudget des Reiches zu prüfen und festzustellen, daß die Rüstungsausgaben außer jedem Verhältnis zu den Be- dürfnissen eines 100 000-Mann-Heeres stehen, das den Rüstungsbedingungen unterworfen ist, die das Reich in Versailles angenommen hat. Außerdem hat 1 schon im Jahre 1926 die deutsche Presse darauf hingewiesen, daß die Gesamtausgaben der Reichswehr 62 Prozent der Ausgaben der preußischen Armee im Jahre 1913 ausmachten." Die belgische Regierung erwähnt noch den amtlichen Bericht vom 13. März 1925, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, daß die allgemeinen Ausgaben seit dem Kriege vermindert werden sollten, da der Friedens- oertrag gewisse Einrichtungen, wie den Großen Generalstab, und gewisse Rüstungsformen, wie schwere Artillerie, Feldartillerie, Flugzeuge usw., untersagt. Geteilte Ansicht in Brüssel. Brüssel, 19. Juli. (SU.) Die belgische Antwortnote ist heute abend in den Brüsseler Blättern veröffentlicht worden. Die belgische Regierung weigert sich, ihre direkten und indirektes Informationsquellen anzugeben. Zudem stützten sich die Anoaben Brocquevilles auf den Etat der Reichswehr^und auf Artikel deutscher Zeitungen, aus denen er seine Schlüsse gezogen habe. Die Veröffentlichung der Rote ist in Brüssel init gemischten Gefühlen aufgenommen worden. In bestimmten Kreisen erklärt man, daß die Ausführungen Brocquevilles unzweckmäßig gewesen seien und sich auf weit zurückliegende Dokumente stützen, die durch Entscheidungen der Botschasterkonferenz überholt seien. Die belgische Antwortnote wird als eine Polemik und nicht als eine Antwort, die sich auf Beweise stützt, angesehen. Auch in Regierungskreisen soll über die Zweckmäßigkeit der Rote 1 eine geteilte Ansicht herrschen. Poincare und Locarno. Eine britische Kritik der Brüsseler Nedc. London, 19. Juli. (Wolfs.) Die liberale „Westminster Gazette" schreibt in einem Leitartikel: Das französische Parlament ist am 11. Juli in die Ferien gegangen, ohne Briand Gelegenheit zu geben, irgendwelche Demerkunc^n zu ter erstaunlichen Rede Poincar 6 s in Lune ville hinzuzufügen. Dies würde von den meisten Staatsmännern als genügend erachtet worden sein. Aber der französische Premierminister läßt es sich bei einem Male nicht genügen. Er hat jetzt die Hm in Brussel ge- Untersuchung in Wien. Einberufung des NationalratS. Wien, 19. Juli. (WTB.) Dom Sonderberichterstatter des WTB. Wie die „Stunde" meldet, hat der Polizeipräsident ungeordnet, daß alle zur Anzeige gelangten Fälle von Beschuldigungen gegen Mitglieder der Bundespolizei strengstens untersucht werden. Auf Grund der Anzeigen der Polizei hat die Staatsanwaltschaft nach der gleichen Quelle die Untersuchung gegen zahlreiche Personen, die des Aufruhrs schuldig sind, eingeleitet. Bisher befinden sich mehr als 300 Personen in Untersuchungshaft. Von den während der Straßenun- ruhen verhafteten Personen sind bis gestern abend dem Landgericht I insgesamt 75 Beschuldigte eingeliefert worden. Die Anklage lautet auf die verschiedensten Delikte, auf Verbrechen der öffentlichen Gewalttätigkeit gegen die Polizei, Aufruhr, Aufreizung gegen die Staatsgewalt und Brandstiftung. Die Gingeüefertcn wurden noch gestern verhört und die wegen geringfügiger Delikte Verhafteten wurden später freigelassen. Heber die anderen wurde die Untersuchungshaft verhängt. In politischen Kreisen wird von den heute bereits gemeldeten Pressestimmen vor allem der Leitartikel der der Regierung nahestehenden „Reichs- p o st" stark beachtet. Das Blatt schreibt sehr beruhigend und hoffnungsvoll über die Aufrichtung der parlam arischen Verhandlungen. Es heißt, daß nun die jüngsten schweren Auseinandersetzungen auf Öen ordentlichen Weg der parlamentarischen Derhandlun gen gewie- s e n worden seien. Es wird auch ausgesprochen, daß trotz allem, was vorgefallen ist, die Mehrheitsparteien und die Opposition im wiederzufammentre- tenden Nationalrat ohne Erbitterung miteinander sprechen können. Der Verband der sozialdemokratischen Abgeordneten Hot in einem Schreiben an den Präsidenten des Nationalrates die Einberufung des N a t i o n a l r a t e s für Montag, den 25. d. M., 3 Uhr nachmittags, verlangt. Der Präsident hat im Sinne dieser Eingabe der Einberufung der Sitzung zugestimmt. Mit Rücksicht darauf, daß die Bewachung des Parlamentsgebäudes durch Abteilungen des Bundesheeres weiterhin nicht mehr als notwendig erscheint, wurde durch das Polizeipräsidium deren Zurück- Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oderheffen Drud unö Derlag: vrühl'iche Umvekfitäts-vuch- und Steindruderri B. Zange in Siegen. SchnstleNung und Seschästrftell«: Schulftrag« T. Q a.5.2 3 »S3 H-r-aä. 0-2-to 2 C 9 ä=2.£a gs ~§3 § 3 tz--3 3 3 2,' .= 2.|®$= = ?&p -£■5 7 §3 -»SuS 2 13 a 2. o & ■'•0 3-^ erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Benagen: Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-vezugLpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. der ■n für vorgesehenen Strafen für Art bestimmen für Europäer für die Dauer von nicht mehr und für Eingeborene Verbau- bestiinmten Ort in Samoa für Die in der Akte Vergehen dieser Verbannung cld fünf Jahren r.''.'g nach einem nicht mehr als Der verstorbene König Ferdinand war ein Reffe des ersten Königs von Rumänien Karl von Hohenzrilern, dem aus seiner Ehe mit Carmen Shlva keine Söhne entsprossen waren, Ferdinand war als Sohn des Fürsten Leopold von Hohenzollern 1855 geboren, war Offizier gerechter und tüchtiger Mann bekannt. Neun Zehntel des großen Fortschrittes von Samoa fei seinen Bemühungen zu verdanken. Was auch immer geschehe, seine Autorität dürfe nicht geschwächt werden. Er fügte hinzu, die Deportationen seien dringend notwendig gewesen. Der Ernst der Lage sei zugegeben, aber die Regierung beobachte sie aufmerksam. 7- Ts ist kaum anzune,)men. dast mit derartigen Mitteln die begreifliche Erregung unter Bevölkerung Samoas beschwichtigt wird. Var Mandatsregime aus Samoa. London, 19. Juli. (Wolff.) 2m Zusammenhang mit den schon gemeldeten Verhaftungen auf Samoa berichtet die „Morning Post" aus Auckland (Reu-Seeland): Der von einer Reise nach Samoa zurückgekehrte vormalige Premierminister von Reu-Süd-Wales, Carruthers, erklärte: Die Handlungsweise des Verwalters von Samoa, der zwei weitere eingeborene Häuptlinge verhaften liest, hat nahezu eine bewaffnete Revolte herbeigeführt. Zum Glück waren die Häuptlinge imstande, das Volk zu beruhigen. Carruthers verurteilt energisch das Vorgehen der Verwaltung, die Leute ins Gefängnis stecke, ohne ihnen die MöglichLeit einer Gerichtsverhandlung zu geben. Die mastgebenden S.cllen sollten diese Fehler schleunigst wieder g u t m a ch e n. Sonst könnte leicht eine Lage entstehen, die den Kredit des britischen Reiches in den Asugen des Völkerbundes in Mitleidenschaft zieht. Dre Regierung von Reuseeland, der die Mandatsverwaltung Samoas untersteht, scheint anderer Meinung zu sein: sie hat im Repräsentantenhaus in Wellington eine Vorlage eingebracht, durch die die Samoa- Akte von 1927 abgeändert werden soll. Der Administrator soll weitergehende Befugnisse den Personen gegenüber erhalten, die die Durchführung der Aufgaben und Pflichten der neuseeländischen Regierung unter den Be- stimnmngen der Völkerbundsmandate behindern. zwei Fahre. Premierminister C 0 a t e s erklärte, der Administrator sei als das nur 110 läge zu ver- den lausenden sonderlich Juni dieses Jahres hat für ganz Deutschland über 50 Proz. mehr Regen gebracht als bas Durchschnittsquantum des letzten halben Jahrhunderts. Das niederschlagreichste Gebiet im Juni ist Westfalen gewesen, wo die Regenmenge nicht weniger als 193 Proz. der normalen Menge betragen hat. Dann folgen Berlin mit 160 Proz., Hannover mit 158 Proz. und Hamburg mit 128 Proz. Günstiger lauten die Zahlen aus Süddeutschs ' ' günstig, da bisher allein schon 20 Proz. über den Durchschnitt an Regen niedergegangen ist. Ein Veteran des Films. 3n München ist der Generaldirektor Paul Davidson an einem Herzschlag gestorben. Mit ihm ist einer der Wegbereiter des deutschen Filins aus dem Leben geschieden. Die ersten deutschen Filmgesellschaften gehen aus seine Gründung zurück. An dem ungeahnten Aufschwung der deutschen Filmindustrie hatte er einen grosten Anteil, da er mit den ersten Grundstein für tne H f a legte. In den zwanzig Iah-reu seiner Filmtätigkeit hat Davidson nicht weniger als 218 Filme her ausgebracht, unter denen die größten deutschen Erfolgfilme, z. B. Carmen, Dubarry, Der Golem und viele andere zu nennen sind. Davidson ist es ferner gewesen, dem viele heutige Filmgrösten ihren Ausstieg verdanken. So entdeckte er die Pola Regei. Ernst Lubitfch und Emil Jannings für den Film. Auch viele andere, heute große Filmstare, erlangten unter seiner Führung Ruhm und Ansehen. Steigender Ausländerbesuch in Deutschland. Die im Laufe der letzten' Wochen aus einer Reihe großer deutscher Kur- und Badeorte und Städten eintrefsenden Nachrichten bestätigen die Erwartungen, die man für die diesjährige Sommersaison hinsichtlich der Steigerung des Auslandbesuches hegte. Fast überall hat sich die Zahl der Auslandsbesucher — namentlich der A m e r ik a ne r — gegen das Vorjahr bedeutend gehoben. In vielen deutschen Badeorten ist die Zahl der Amerikaner im Vergleich zum Vorjahre auf das 2,5fache gestiegen. Dast auch die Engländer wieder mehr als bisher Reisen nach Deutschland unternehmen, beweist das Ansteigen der Zahl der z. B. in London für die Einreise nach Deutschland erteilten Sichtvermerke. 1 Dieses zunehmende Interesse an Deutschlandreisen dürfte in England hauptsächlich auf die intensivere Werbearbeit zurückzusühren sein, für deren Durchführung im vergangenen Jahre ein eigenes Bureau von der Deutschen Reichsbahngesellschaft errichtet wurde. Die Zahl der von der Londoner deutschen Botschaft erteilten Sichtvermerke für die Einreise nach Deutschland ist bisher um rund 14 Prozent höher gewesen als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Tagung des Westdeutschen Schulgeographenlages. Der Westdeutsche Schulgeographentag wurde unter zahlreicher Beteiligung aus dem Rheinland, aus Westfalen, der Pfalz und ausHessen in Koblenz abgehalten. Im Mittelpunkt der Tagung standen verschiedene Dorträge über schulgeographische Fragen, in denen betont wurde, dast grundlegende Heimatkenntnis dringende Erfordernis des Unterrichts sei. Ermordung und Beraubung eines deutschen Kapitäns in Finnland. Als Zollbeamte das in der letzten Woche bei E n s l a e r vor Rystadt vor Anker gegangene deutsche Segelschiff „Ingeborg" aus Swine- münde revidierten, fanden sie den Kapitän des Schiffes, Schütz, ermordet auf. Die Polizei wurde alarmiert und stellte fest, dast der zu der Besatzung des Schiffes gehörige finnische Matrose Galminen am Tage vorher nach Ry- stabt gefahren und von dort aus wieder ab- gereist war. Salminen wurde bald darauf ermittelt und in der Nähe der Stadt Björneborg verhaftet. Die Besatzung der „Ingeborg" bestand nur aus Schütz, Salminen und noch einem anderen Matrosen. Dieser befand sich während des Mordes nicht an Bord der „Ingeborg". ©al» ininen hat, wie festgestellt wurde, die Schis fs- lasse mit einem Betrage von 163 000 Mk. g e ° stöhlen. Von der Spr.tladung der „Ingeborg", die im ganzen 125 000 Liter betrug, waren an Dord des Schiffes nur noch 180 Liter vorhanden. Die „Ingeborg" wurde nunmehr nach Abo gebracht. Raubmord. In dem Dorfe D u g k bei Storkow in der Mark wurde di' 60 Jahre alte Frau des Ge° I meindevorstehers von unbekannten Tätern et« I mordet Etwa 500 Mk.. di: der Gemeindevorsteher kürzli b für den Verkauf einer Kuh • erhalten bat'e, fielen den Tätern in die Hände. griffen war. kam gegen 9 IHjr abends nach Bingen. Kurz vor Kempten, wo die Straße am Steinbruch eine Krümmung macht, kam dem mit etwa 40 Kilometer Geschwindigkeit fahrenden Wagen ein in schnellem Tempo fahrendes Motorrad, auf dem ein englischer Offizier namens Martin saß, entgegen. Das Motorrad fuhr auf das linke Vorderrad des Wagens auf und klemmte sich zwischen Vorderrad und Motorhaube ein. Dem Motorradfahrer wurde ein Bein weggerissen und er selbst 10 bis 15 Meter weit in einen Graben geschleudert. Bei seiner Auffindung gab er noch schwache Lebenszeichen von sich, starb aber bald nachher. Das Auto, das durch den Anprall die Steuerfähigkeit verloren hatte, durchbrach das Strahengeländer und fiel auf das Gleis der Eisenbahnstrecke nach Mainz, auf dem es noch zehn Meter weiterfuhr, ohne weiteren Schaden zu nehmen. Der Autolenker hat nur geringfügige Verletzungen erlitten. Der „Hessen" Dank an Danzig. Der Kommandant des Linienschiffes „Hes- s e n“ hat an den deutscher Generalkonsul in Danzig ein Telegramm gesandt, in dem es u. a. heißt: „Ich bitte Sie, Herr Generalkonsul, der Mittler unserer Dankbarkeit zu sein und dem Herrn P r ä-- sidenten des Senats, den Regierungsstellen und allen Kreisen der Bevölkerung, die uns mit offenen Armen entgegenkamen, den Dank für die in unvergeßlicher und schönster Eintracht verbrachten und vom deutschen Geist getragenen Tage, sowie für die überreichliche Gastlichkeit und den erhebenden Verlauf aller Festlichkeiten zu übermitteln. Die Herzen schlugen in wärmster Liebe zum deutschen Volkstum unD wissen sich eins in dem Gedanken: Auf Wiedersehen!". Ministerpräsident Braun Ehrendoktor der Kölner Universität. Die Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Köln verlieh dem preußischen Ministerpräsidenten Braun die Würde eines Doktors der Staatswifsenschaften ehrenhalber. Wichtige Römerfunde in Hannover. In Haltern bei Hannover fanden spielende Kinder in einer Baugrube Reste aus der Römerzeit. hinzugerufene Wissenschaftler miesen aus den Funden ein von Brutus im Jahre 12 v. Chr. an dem damaligen Laufe der Lippe errichtetes b e - feftigtes Lager nach. Cs handelt sich dabei um eines jener Kastelle, in die die römischen Truppen jeden Abend zum Schutze gegen UeberfäUe gebracht wurden. Allerlei Funde von Waffen und Gebrauchsgegenständen geben in Gemeinschaft mit den auf Grund der Fundamente versuchten Rekonstruktionen der Befestigungs- und Unterkunftsbauten ein anschauliches Bild von dem Umfang der Baulichkeiten. In Haltern ließen sich drei verschiedene Lager scftsteUen, von denen das größte einen Raum von 35 ha umfaßt. Bei quabratijd^r Form hat es eine Seitenlange von 600 Meter, war von einem, später von zwei Spitzgräben von je drei Meter Tiefe und Breite umgeben, die schließlich mit einem Wall aus Erdplatten mit vier turmbewohnten Toren abgeschlossen wurden. Dazu kam noch ein Anlegeplatz. für die römischen Frachtschiffe mit einem UferfafteU, ein Lazarett und ein Magazin. In dem Lager konnten zwei Legionen (eine Legion = 6000 bis 8000 Mann) untergebracht werden. Seit 50 Jahren der niederschlagreichste Sommer. Die statistischen Zu ar.;,,-...■ .eliungen über die Riederschlagsmengen der ergangenen 50 Jahrs haben ergeben, daß der jetzige Sommer in seinem bisherigen Verlaus als der niederschlagsreichste der letzten 50 Jahre anzusehen ist. Der Monat von Rumänien f. Oer preußischen Garde und wurde 1839 durch Parlamentsbeschluh zum Prinzen von Rumänien ernannt. Vier Jahr« später heiratete er die Prinzessin Maria von Großbritannien und Irland die älteste Tochter des Herzogs Alfred von Sachsen-Koburg und Gotha, der selbst einer der jüngeren Söhne der Königin Viktoria von England war. Die Mutter der Prinzessin Maria war eine Großfürstin von Rußland. Diese verwandtschaftlichen Beziehungen sind deshalb von Bedeutung, weil die spätere Königin Maria, die schönste Frau auf einem Throne, m der Vorkriegspolitik und während des Weltkrieges die erbittert ftc Gegnerin des Bündnisvertrages war derRumänien müDcutschland undOesterreich verband. Rach dem Tode König Carols im Oktober 1914 bestieg Ferdinand den Thron Dem Wirken der Königin Maria und Der ihr damals poltisch nahestehenden liberalen Partei unter der Führung Bratianus und Take Ioneskus gelang es, das rumänische Volk in den Krieg gegen die Mittelmächte zu stürzen. Im August 1916 erklärte Ferdinand an Oesterreich-Ungarn den Krieg. Doch m schnellem Ansturm warfen die verbündeten Armeen unter der Führung Falkenhayns und Mackensens Rumänien zu Boden. Schon im Mai 1917 wurde der Friede von Bukarest geschlossen, über dessen Vorgeschichte wir vor wenigen Tagen interessante Berichte des damaligen österreichischen Außen- ininisters, Grafen Czernin, veröffentlichten. Der Zusammenbruch der Mittelmächte im Herbst 1918 und die Pariser Friedensverträge brachten Rumänien unverdientermaßen eine ungeheure Vergrößerung seines Besitzstandes durch die Angliederung Siebenbürgens, der Bukowina und Bessarabiens. Im Jahre 1922 fand dieser Erfolg auch seine äußerliche Dokumentierung durch die feierliche Krönung Ferdinands zum König des neuen Groß-Rumänken. Diel Glück hat dem König die neue Krone nicht gebracht. Er selbst verfiel bald in schweres Siechtum, sein ältester Sohn, der Kronprinz Carol, der nach einer Lösung seiner strebte, verzichtete auf den Thron und verließ Rumänien, die Königin Maria spielte auch weiter eine verhängnisvolle Rolle in den innerpolitvschen Wirren, unter denen das Land neben einer schweren Wirtschaftskrisis litt. □ebene Gelegenheit benutzt, um noch einmal Europa zu verkünden, daß er nicht an eine Der» söhnungspolitik glaubt. Er ist nach seinen Worten bereit der Locarno-Politit zu folgen, wenn die französische Sicherheit garantiert ist. Eine solche Erklärung klingt beinahe wie ein Scherz. Denn was hak Locarno getan, wenn es nicht die französische Sicherheit gewährleistet hat? Durch den Locarno-Vertrag hat Deutschland die französischen Grenzen anerlannt und sich einverstanden damit eiklärt. auf Waffengewalt gegenüber seinem Rachbarn zu verzichten, und dieser Vertrag ist von Großbritannien und Italien gegengezeichnet worden. Wenn das nicht genügt, kann es niemals eine öia/er^ heitsgarantie geben Wenn Poincare wünscht, im Rheinlande zu verbleiben, sei cs in der gegenwärtigen Form oder in irgenoelner anderen, etwa als Agent des -Volker buno es. dann untergräbt er tatsächlich die Sicherheit, die er wünscht. Denn von D.".itso>- laird kann nicht erwartet werden, daß es eine solche Politik durchführt und es braucht taum gesagt zu werden, daß k e i n e r der Burgen des Locarno-Paktes dafür zu gewinnen Jem wurde. Wenn Frankreich Locarno akzeptiert, kann es einer Periode friedlicher Entwicklung entgegen- [eben; wenn es Locarno als ungenügend behandelt, dann lairn es lediglich Deutschland und die Welt davon überzeugen, daß es k c i n e Politik der Befriedung wünscht. Vie Referviftenmeutereien n Hransteich. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" Berlin, 20. Juli. Die französische Heeresleitung hat wieder einmal schwere Sorgen, in fast allen Garnisonen häufen sich die Fälle: Der Gehorsamsverweigerung, ja, verschiedentlich können sogar offene Meute reien. registriert werden, Hnd das, nacydem es vor einiger Zeit mit vieler Mühe gelungen war, die unzufriedenen Reservisten zu beruhigen. Ebenso, wie man damals nicht in Erfahrung bringen konnte, was sich eigentlich hinter den Kasernen- hosmauerii und in Den Lagern tatsächlich abgespielt hat, wild man auch heute nur wenig Zuverlässiges -über die jüngsten Meutereien in den einzelnen Gaimisonen hören können. Was durch die kommunistische Presse geht, ist entschieden dick aufgetragen, ebenso unglaubwürdig ist aber auch das, was Die andere Presse zur Beschwichtigung oder Verkleinerung der Vorkommnisse mitzuteilen weih. Am besten unterrichtet über die Stimmung in der Armee ist immer noch Die französische Fachpresse. WieDerholt konnte sie in Der letzten Zeit Artikel veröffentlichen, m Denen auf Die gelockerte Disziplin und das Umsichgreifen bolschewistischer Ideen bis in DieOsfizierskreise hin- c i n geklagt wurde. Das alles bedeutet aber noch keineswegs, daß sich Die französischen Regimenter in Zersetzung befinden. Sie haben aber doch in, Der Rachkriegszeit und durch die Schuld dev herrschenden Parteien an Qualität verlo- r e n. Wir wollen nicht nach ihrem Gefechtswert fragen, obwohl angesichts der brenzlichen Situation in Europa diese Frage durchaus am Platze ist, wir wollen aber daran erinnern, daß auch Frankreich trotz seines Reichtums in seiner Bevölkerung ein nie gekanntes Elend sieht, das'die. Lust des Reservisten am Heeresdienst gerade nicht fördert, besonders wenn er stzine Familie unversorgt zurücklassen muh. Die Pariser Regierung Hot aber aus Der Vergangenheit nicht gelernt, Denn sonst wäre es nicht zu neuen Gehorsamsverweigerungen und Ausschreitungen gekommen. Koma Zerdinand B u f a r e ft, 20. Juli. (Agentur havas.) (Funkspruch.) König Ferdinand von Rumänien ist heute nacht 2 Uhr gestorben. Die Nachricht vom Tode des Rumänenkönigs kommt überraschend, obwohl fein Ableben seit vielen Monaten erwartet wurde. König Ferdinand litt an einer schweren Krebserkrankung, die ihn schon Anfang dieses Jahres an den Rand des Grabes führte. Doch den ärztlichen Autoritäten, die aus aller Welt an das Krankenbett des Königs gerufen waren, gelang es, noch einmal das Leben des Königs zu retten. Es schien sogar, daß der König wieder in die politischen Geschäfte seines Landes, das gerade in der letzten Zeit unter schweren inneren Krisen zu leiden hatte, wieder einzugreifcn vermöge. Nun sollte es doch -nicht mehr sein. Die Sorge um die Zukunft seines Hauses, um die Zukunft des Hohen- zollernthrones, dessen Erbe fern von der Heimat in freiwilliger Verbannung lebt, die Sorge um fein Land, das in schweren Parteikämpfen zerrissen wird, hat die Krankheit des Königs gewiß beschleunigt. Was nach seinem Hinscheiden kommt, ist völlig ungewiß. Eben erst hat in den Parlamentswahlen Bratta n 11 .und die liberale Partei einen vollkommenen Wahlsieg errungen. Auf ihrer Seite stehl Königin Maria als heftige Gegnerin einer Rückkehr des Kcorrprinzen Carol Rach dessen Thronver-.icht im .ergangenen Jahre soll sein Heiner Sohn aus der Ehe mii Der Prinzessin Helene von Griechenland. der sechs Jahre, alte Prinz Michael den Königsthron von Rumänien besteigen. Aus D e vorgesehene Reichsverwesung für Den unmündigen König hofft die ehrgeizige Großmutter. Königin Maria, durch ihren Günstling Bratia.u maßgebenden Einfluß zu gewinnen. Es wird nun daraus ankommen ob die breiten Massen des rumänischen Volkes, in Denen Der Exkronprinz Carol außerordentliche Sympathien genießt, mit dieser Herrschaft Der Königin sich zufrieden geben werden. zeichnen hat. Die Auss Juli ffe'fcn sich eben! Aus -ilJer Welt Schwerer Autounfall bei Bingen. Dienstagabend stieß auf der Steaße Dingen Kempten ein Automobil mit einem ihm auf einem Motorrad entgegenkommenden englischen Offizier zusammen, wobei dieser getötet wurde. Der Autoführcr wurde von Der englischen Militärpolizei nach dem Militär- gefängnis in Wiesbaden gebracht. Zu dem Autounglück erfahren wir noch folgendes: ? Chau> feur des MerceDes-Benz-Wagens. Der auf der Rückfahrt vom Rürbnrir'na nach Str • s- Die 5rau ist mit einem Gewehrkolben erschlagen worden. Aus Unvorsichtigkeit erschossen. Der 15 Jahve alte Sohn Josef Der Rottmeisterswitwe Durchholz in Lohr, war mit einem Freunde, dem Tüncherlehrling Bruno Schmitt-Rechtenbach in der eigenen Wohnung. Schmitt nahm ein Gewehr von Der Wand,^ das Josef Durchholz für ungeladen hielt, aber in Wirklichkeit eine Schrotladung enthielt. Schmitt druckte ab und Die Ladung ging seinem Freunde rückwärts in den Hals. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch Den Tod feststellen. Ueber zwanzigmal verpfändet. In Leipzig ist man einer großen Detrugs- affäre auf die Spur gekommen. Auf Antrag Der Staatsanwaltschaft wurde Der 31 Jahre alte Kaufmann Heinrich B r e n j e s verhaftet. Er wird beschuldigt, in Gemeinschaft mit seiner Mutter Warenschwindeleien und Betrügereien verübt zu haben. Es wird behauptet, daß das Mobil ar von Brenjes über'zwanzig- mal verpfändet worden ist, ohne daß er überhaupt ein Verfügungsrecht über das Mobi- lar hatte. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen sollen Brenjes und seine Mutter über 1 00000 Mark erschwindelt haben. Schwere Unwetter in Bommern. Heber Pommern sind schwere Hntoetter niedergegangen Besonders schwer wurde die Stadt Bütow betroffen. Der Bütowfluh über- schwemmte ganze Stadtteile. Die Technische Rot- Hilfe mußte eingreifen. Mehrere Häuser sind eingestürzt. Diel Vieh ist umgekommen. Auf dem Bahnhöfe wurden in einer Böschung große Sandmassen heruntergerissen. An einer Stelle steht das Eisenbahngeleise Drei Meter hoch frei in der Luft. werkbundausstellung „Die Wohnung" in Stuttgart Am 16. Juli ist in Stuttgart eine bedeutsame Ausstellung eröffnet worden. Sie behandelt ein Gebiet, das in den letzten Jahren immer mehr zu einem Hauptproblem des Tages geworden ist: Wohnung und Siedlung. Der Deutsche Wcrkbund hat es unternommen, unter Dem Motto „Die Wohnung" eine Schau zu- sammenzustellen. Die zur Lösung aller mit Dem neuzeitlichen Wohnungsbau zusammenhängenden Fragen beitragen soll. Besondere Sorgfalt ist dabei der Gestaltung der Kleinwohnung zugewandt. Einen wesentlichen Teil der Ausstellung stellt Die von der Stadt Stuttgart nach den Plänen des Deutschen Werkbundes errichtete Weitzenhof-Siedlung dar, die etwa 60 Wohneinheiten aufweist und nach den Grundsätzen größter Vereinfachung und Zweckmäßigkeit, unter Fortlassung alles Hnn öligen, gestaltet wurde. Sie soll eine Versuchskolonie zur Prüfung der Grundlagen für Den moDernen Wohnbau bilDen. Hm das BilD zu vervollständi- gen, ist eine Hallenausstellung angegliedert, die Bauteile, Wohnungsausstattungen, hygienische Einrichtungen, technische Hilfsmittel für Den modernen Wohnungsbau usw. darstellt und vorführt. In einer internationalen Plan- und Modellaus st ellung neuer Baukunst werden an Hand Der Arbeiten namhafter Baukünstler Lösungen zu einer Besserung des Wohnungswesens gezeigt Die Ausstellung wird bis zum 25. September 1927 geöffnet bleiben. was die „Grüne Woche 1928" bringen wird. Die Vorbereitungen für die im nächsten Frühjahr in Berlin stattfindende große Ans- fteHung „Grüne Woche 1928" haben bereits begonnen. Da nach den Ergebnissen der bisher in Berlin stattgefundenen „©rünen Wochen" der Beweis erbracht ist, daß es sich hier um eine Veranstaltung handelt, die sowohl in wirtschaftlicher wie auch in propagandistischer und auf» klärender Beziehung einen Erfolg durchaus sicherstellt. Hm Die Bestrebungen und Aufgaben der : interessierten Behörden und Verbände wirksam | zu unterstützen, findet in jeder Abteilung Der „Grünen Woche" eine Svnderaus st ellung statt, Die von Den Fachorganisationen selbst auf- gebaut wird unD Dem fachmännischen Besucher etwas Sel'e-.iswerles und Beachtliches bieten wird. I In Der Landwirtschaft sollen alljährlich einzelne Gebiete herausgegriffen und ausgebaut werden. Für das Jahr 1928 ist insbesondere das Gebiet der „Kartoffel" und der „M i l ch" vorgesehen. In der Forstwirtschaft werden die einzelnen Holzarten Des deutschen Waldes, sein Anbau, seine Pflege, seine Aufforstung und verschiedenartigen Verwendungsmöglichkeiten gezeigt werden. Der deutsche Weidenbau wird seine Bestrebungen ebenfalls in dieser Abteilung zeigen. In der Fischerei will man sich hingegen auf das Gebiet der Binnenfischerei beschränken, Dafür aber um so größeren Wert auf die Absatzpropaganda Der billigen Fischnahrnna legen. Durch BilDung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Allgemeinen deutschen Jagdschutz- Verein und Der Deutschen Iagdkammer für Die kommende Iagdaus st ellung ist damit zu rechnen, daß man eine Ausstellung zu sehen bekommt. die Beachtung weit über die Grenzen Deutschlands hinaus finden wird. Besonderes Interesse Dürfte Die Abteilung „Die historische Entwicklung des Deutschen Weidwerks" beanspruchen. In Der Abteilung „Gartenbau" werden zwei Sonderausstellungen zu sehen fein, Die d->n Titel führen: „Moderne Detriebsführung im Garden" und „Dein Heim dein Garten, Dein Galten $ in Heim". In der Propagandaausstellung „Dev.ftche ; landwirtschaftliche Erzeugnisse" werden unter dein Gesichtspunkt der sachgemäßen Verwendung im Haushalt die Erzeugnisse l er einzelnen Abteilungen zusammengefaßt werden. Reue französische Briefmarken. Die französische Regierung hat beschlossen, anläßlich des Besuches Der ameri* konischen Legionäre in Paris im September zwei neue Briefmarken drucken zu lassen, und zwar eine über 0,90 Franken für Auslands- Postkarten und eine über 1,50 Franken für Ausländsbriefe. Aus diesen Marken soll die Verbindung zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten durch die beiden Rattonalheldeir George Washington und L a f a y e t t e ver- sinnbildlicht werden. Die Briefmarken sollen nur im September Gültigkeit haben. T5cttervor«;u4sage. Vielfach aufheiterndes, warmes und trockenes Wetter. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16,5 Grad Celsius. Minimum 12 Grad Celsius, Son- nenscheindauer 4 Stunden. Heutige Morgentemperatur 15,1 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Freitag: Wolkig, warm, zunächst noch trocken, später Reigung I zu Riederschlägen gewitte-hafter Art \ & acneni Wen aus ö kenö ' Ttaifu o, öen ?! find- " iW" nissrch ist m 1 das D allem ' Ä ftanDci Gewvl K immer Denn (ehe wnnen ist ty durch! zutn! zettel selbst moder, Werder industr zu schl gehäuf der g rung der V keine Deck leide Erha! num A r QU tzrfchäd Dijlenj unserer Immer unsere nach nu ergebt vrogno sucht r chemisch Erll> die Fe lern, e aus cu landw fläche der I wie ui Mensc fressen feine t läufig« E; baut : «hr a Vechh begnch Mittel 1 Der A Milli wid sei Wx le' Wt M Amm die J erst) hohen io neues \ 2llche XgltCT ÄS Zur? e 1 20" M?±...Nowack Damen-Mäntel ißso Kostüme la Herrenstoff, gute Verarb., 36. - , Herrenstoffjacke« Herrenstoff.Jacke a.Seide gearbeit. 6767 a Seltersweg 81 r Statt ff arten! ühneraugen Jhre Fernsprecher 2509. Fernsprecher 2509 Wehlar (frankfurter Straße 63), 3uli 1927 LEBEWOHL Or. med. Paul Walter Andreae Lotte Andreae geb. Schön geben ihre Vermählung bekannt Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf. Lebewohl-Fußbad gegen emph. d ■iche Füße und Fußschweiß. Schachtel (2 Blder) 50 PL. erhälthch i Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben bei: H. Noll Ludwigsplaiz Drogerie und Neustadt-Drog., O. Winterhoff Drog. Kreuzplatz 9- 10. Der AmtLveterinärstelle Grünberg gehörigen Gemeinden finden an nachfolgenden Tagen statt: 1. Samstag, 23.3u(i, 7.30 Uhr vormittags beginnend, in den Orten Grünberg, Stangenrod. Stockhausen, Weickartshain. 2. Montag, 25. Suh, 7.30 Uhr beginnend, in Lauter, Ettingshausen, Queckborn, Münster. 3. Donnerstag, 28. Suli, 8 Uhr beginnend, in Röthges. Dillingen. Rönnen- roth, Ober- und Rieder-Bessingen. 4. Freitag. 29. Suli. 7.30 Uhr beginnend, in Göbelnrod, Saasen, Lindenstruth, Hattenrod und Harbach. 5. Samstag, 30. Suli. 7.30 Uhr beginnend, in Weitershain, Lumda. Odenhausen, Rüddings- Hausen, Geilshausen. Montag, 1. August, 8.30 Uhr beginnend, in Kesselbach, Londorf, Allen- dors a. d. Lda , Treis. 7. Dienstag. 2. August, 7.30 Uhr beginnend, in Beltershain, Reinhards- (Biebener Jugendgericht. Als Sugendschöffen wirkten August Friedrich Rinn von Heuchelheim und Georg Klingel- Hofer von Großen-Linden mit. Der 16 Jahre alte Kaufmannslehrling E. B. von Gießen ging am Abend des 15. Mai 1927, einem Sonntag, vom Bahnhof kommend, durch die Südanlage und schlug hierbei vorsätzlich mit einem Stocke am alten Bürgermeistereigebäude den dort angebrachten Feuermelder ein. Das Gericht erachtete ihn für seine Tat für vollkommen verantwortlich. Bei seiner Derstandesreife erkannte er das Ungesetzliche und Strafbare feiner Tat und hätte seinen Willen dementsprechend be- DRUCKSACHEN ALLER ART liefert In jeder Ausstattung stilrein und preiswert BrQhPsche Unlversltlts-Druckerel R. Lange, Gießen schaffen. Einige Bewohner der Kleinen Mühlgasse. Vermischtes. Die Fruchtbarkeit der Tiere. Die Zahl der Rachlommcn im Tierreich ist außerordentlich verschieden, und man kann eine Stufenreihe der Vermehrung aufstellen, die vom Elefanten bis zu den Parasiten führt. Die Durchschnittszahl des Rachwuchses beträgt beim Elefanten 3, beim Sperling 30, beim Stichling 80 bis 100, bei der Wanderratte 250, bei der Forelle 2000 bis 3000, bei der Bienenkönigin 40 000 bis 50 000, bei dem Hering 200 000, bei dem Karpfen 500 000, bei der Aalraupe eine Million, bei dem Spulwurm 30 bis 40 Millionen, bei dem Bandwurm 200 Millionen, beim Drehwurm der Schafe 800 Millionen. Diese scheinbar so willkürlichen Zahlen folgen aber doch einem festen Gesetz, aus das Dr. Seide in der Leidziger „Sllustriertcn Zeitung" hinweist. Die Rachkommenzahl steht bei jeder Tierart im engsten Zusammenhang mit ihren Lebensbedingungen. Se ungünstiger die Lebensverhältnisse sind, um so größer muß die Zahl des Rachwuchfes sein, da ja nur wenige Aussicht haben, mit dem Leben davonzukommen. Die Fruchtbarkeit steht also in direktent Verhältnis zur Größe der Gefahren, denen das einzelne Tie» ausgesetzt ist. Starke, gut bewehrte Tiere können den Kampf mit ihren Feinden leicht aufnehmen. Daher genügen für den Elefanten zur Erhaltung seiner Art wenige Kinder, denn dieser riesige Rüsselträger hatte vor dem Erscheinen des Menschen kaum einen ebenbürtigen Feind und fand fast überall genügend Nahrung. Andererseits aber gibt es auch Tiere für die die starke Vermehrung das einzige Mittel ist, um bei der Vernichtung, der sie ausgeieht sind, nicht auszusterben. Dazu gehören manche Fische, in der Hauptsache aber Snsekten und Parasiten, die dem erbarmungslosesten Dernich- tungskampf unterliegen. Berliner Börse. Effekten-Frühverlehr. Berlin. 20. Suli. (W. T.D. Funkspruch.) Sm heutigen Frühvertehr herrscht vollkommene Geschäftssftjle. Die Lage am Geldmarkt ist unverändert. Farben taxiert man auf 316. Am Devisenmarkt hört man Paris 124,02, Mailand 89,25/89,35, Madrid 28,35 und das Pfund 4,8550. Durch Entschließung des Hessischen Justizministers bin ich als Nachfolger des verstorbenen Notars Justizrat Hermann Katz in Gießen mit dem Amtssitze in Gießen ernannt. Bureau: Bahnhofstrafee 54II. Gummi-Mäntel 2©00 in aparten, kariertenDessins, 32. —, 7 ein äußerst günstiges Souder-Angebot Bornottzen. — Tageskalender für Mittwoch: Palast-Lichtspiele, Kirchcnplatz: „Das war in Heidelberg in blauer Sommernacht". — Astoria-Licht- spiele: „Die Erbin des Holzkönigs". ---Dom Liebig-Museum. Am vergangenen Sonntag hielt der durch frühere Betätigung im Liebig-Museum rühmlich bekannte Sanitätsrat Dr. med. et Phil. M. Kranz- Busch aus Wiesbaden im Hörsaal des Liebig- Feldbahn- gleise iflOic Weichen Ersatzteile Muldenkipper Drehscheiben Geräte f. Steinbrüche für Ziegeleien liefert aus Vorrat Curt Weissgerber Frankfurt a. M. 1. SohanneSstr atze 3, der zur Zeit getätigt wird, verschwindet außer einem, in den Bau- farmen gut gehaltenen, sonst aber baufälligen Gebäude, auch ein Stück LSkalgeschichte. Das Gebäude, das zu Anfang des vorigen Sahr- hunderts als Privathaus gebaut wurde, zeigt merkwürdigerweise über dem Eingang einen Schlußstein mit Wappen und der Sabreszahl 1562. Sn späteren Sahren wurde das Anwesen für einen Restaurationsbetrieb mit Gartenwirtschaft umgebaut unb diente der hiesigen Bürgerschaft als einer der ersten derartigen Betriebe; I noch kurz vor Ende des vergangenen Sahrhun- derts wurde das Erdgeschoß als Kneipe für eine hiesige Studentenverbindung benutzt. Rach 1900 erwarb die Stadt das Haus von Herrn Löb. Die Absicht, das Anwesen für andere Zwecke dienstbar zu machen, scheint große Schwierigkeiten bereitet zu haben, da das Gebäude vor einigen Tagen noch teilweise bewohnt war. Der Reubau, der als K u l is s e n h a u s für das Stadt- theater an Stelle des beseitigten Gebäudes errichtet wird, nimmt Erd- und erstes Obergeschoß für Kulissen in Anspruch, während im Obergeschoß außer Rebenräumen noch eine Wohnung ausgebaut wird. Sm Hof wird als Rebengebäude ein Malersaal errichtet. •* Drunnenfest in Braunfels. Am kommenden Sonntag feiert der Kurverein Braunfels fein Drunnenfest. Die Terrasse der Lindenallee in den Parkanlagen des fürstlichen Schloß- gartens mit den anschließenden rosenurnwachsenen Spazierwegen ist ein auserlesenes Plätzchen, um Sommerfeste zu begehen Prangt doch Braunfels jetzt im herrlichen Sommerschmuck. Die Stadt besitzt mit ihren Sehenswürdigkeiten (Schloß und Museum) gerade soviel, daß ein Sonntag völlig ausgenutzt ist. Shre Fülle an Raturfchönheiten ist nicht so schnell zu erschöpfen; sie erschließen sich vorwiegend dem, der länger dort weilt. Die Heilquelle „Karlssprudel", die in der Lindenallee kredenzt wird, erfreut sich immer stärkeren Zuspruchs und zeitigt beste Heilerfolge. (Siehe heutige Anzeige.) . . Hauptkörung 1 927. Die diechahri- gen Hauptkörungen in dem zum Dienstbezirk Eine Militärperson, die wegen Fahnenflucht angeklagt ist, war trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde Dorführungsbefehl erlassen. Ein in Strafhaft befindlicher Bergmann wird beschuldigt, an einem Mädchen unter 14 Sahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Trotz seines hartnäckigen Leugnens wird er aber nach eingehender Beweisaufnahme des Derbrechens für überführt erachtet und zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ein rückfälliger Betrüger stand in der Person eines Reisenden W. vor Gericht. Mit Rücksicht auf sein Geständnis nimmt das Gericht, obwohl es sick) um acht Betrugssälle handelt, milderte Umstände an und setzt die Strafe auf 1 Satyr Gefängnis fest. „ Ebenfalls wegen Betrugs im Ruckfall hat sich ein schon mit Zuchthaus vorbestrafter Schreiner von Elberfeld zu verantworten. Auch bei ihm werden noch einmal, da es sich nur um einen geringeren Betrag handelt, mildernde Umstände angenommen. Strafe: 6 Monate Gefängnis abzüglich 1 Monat 3 Wochen Untersuchungshaft. Stts der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 20. Suli 1927. Das Ich in Ferien. Schließlich ist es einerlei, ob man un De- Eftige oder an der See sein ausgeschirrtes Sich aus der vitaminehaltigen Weide des innen Richtstuns grasen läßt, nach dem alten Wahr- sprach daß das Gegenteil von Arbeit die ©lieber stärkt ’ Oder ob man als notgedrungener Heimurlauber Entdeckungsfahrten in die Umgegend macht, die man wie seine Westentasche zu kennen glaubte und die nun (wozu in die Fnneschwei- f»n?) täglich neue Reize bietet. Gleich alten Kunstgegenständen, denen man sich mit unbefangenem Auge und mft vorurteilslosem Herzen nähert. Denn der Sinn alles Herausgehobenseins aus der engen Umfriedung des täglichen Wirkens ist weniger das Rachprüfen einer Korper- ^cwicktszu- oder -abnahme. als vielmehr das Rachsül'en des Akkumulators mit Energien, die ben Leerlauf der Maschine in den kommenden Monaten verhüten sollen. Den seelischen und den physischen, die beide durcheinander bedingt sind. Weil nur in einem gefestigten, widerstandsfähigen Körper ein wacher, umsichtiger und toag- n iss roher Geist wohnen kann. Der Geldbeutel ist in dieser Hinsicht belanglos. Denn mit ihm mä die Gefahr de« Gegenteils. Daß nämlich da? Vergnügen Haupt- und die Rerven, die an allem schuld sein sollen, Rebenzweck werden. Das Sch in Ferien zu schicken, will verstanden sein. Weil es nicht erst seit Schiller „die Gewohnheit seine Amme nennt“. „Ausspannen“ ist theoretisch leicht gefügt x unb Praktisch schwer durchführbar. Das Telephon oder „Kommen Sie zum Diktat, Fräulein Sowieso", oder der Kurszettel ober bas Hauptbuch sink) Geister, bie selbst im Meeresbranden unb Waldesrauschen !wischen den Gebanken spuken. Wer sie los wirb, iat sich gefunden unb wirb gesunden, wie auch mmer fein Bedürfnis nach Erholung geartet sei. Demi das „Sch" muß es selbst, muß frei fein vpn Zwang und Druck, muß sich selbst in allem Tun erneuern können, um, ohne heihzulaufen, feine Leistungen eigenschöpserisch gestalten zu können. Wer sich unter bie Knute der Materie beugt, wird auch in den Ferien die Sklavenketten des Dienstes oder Berufes unsichtbar mit sich herum - Meppen. Der rettende Abfaü. Bedeutende Stadtgemeinden schaffen sich je£t moderne Müllverwertungsanlagen an. Richt mehr werden die Abfälle unserer Haushaltungen und industriellen Unternehmungen abseits vom Wege zu schwellenden Schandflecken in der Ratur an- gehäuft, nicht mehr achtlos die Absonderungen des großen Derbrauchsprozesses der Verwitterung anheimgegeben, nein, auch sie werden wieder in seinen Kreislauf zurückgeleitet, es gibt teine Reste mehr, der Müll ist ein wirtschastlicyer CCert geworden. Glas, Bausteine, sogar Kunstseide gibt er her, daS Gesetz von der ewigen Erhaltung der Materie ist dank der Wissenschaft n"nmehr auch in ihm sinnfällig geworden Es gibt Philosophen, die in diesem Vorgang Ans vcn A. .^svcrkündillungsblatt. Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 54 vom 19. Suli enthält: Falsche Reichs- banknoten und Rentenbanischciae. — S^a.ttsange- hörigkeitsangaben in den Meldercgistern — Hauptkörung 1927. — Dienstnachrichten. Frühmorgens an Sonn- unb Werktagen müssen es sich die Anwohner der Kleinen Mühl- ... —, . . । gaffe gefallen lassen, durch andauernd eilig durch- durch eine beschleunigte Bereitstellung der Wagen < r Milchwagen aus dem Schlaf geschreckt .... ----------------- or. I ' ^bexv. Der Verkehr in der Straße wird im übrigen dadurch außerordentlich erschwert und teilweise gefährdet, daß bie Kleins Mühlgasse nach der Neustabt zu sehr eng zuläuft und ohne Bürgersteig ist. Es sollten hier Maßnahmen zum Schuhe der Passanten getroffen werden, der gestalt, daß man entweder den Durchgangsverkehr von Fuhrwerken ganz aufhebt oder doch nur in langsamem Tempo gestattet. Sn der vorderen Mühlgasse können Fußgänger bei Wagenverkehr überhaupt nicht durchkommen. Dieser Tage fielen in der engen Passage einer älteren Frau leere Kisten von einem Fuhrwerk auf den Kopf; sie kam mit einigen Beulen noch gut davon. Es scheint dringend geboten, an dieser Stelle bessere und weniger gefährliche Verkehrsverhältnifse zu stimmen können. Die lat selbst verlangt eine exemplarische Bestrafung, da der Unfug, die Scheiben von Feuermeuxim einzuschlagen, in Gießen so häufig verübt wird, daß bie Gerichte nur durch strenge Strafen diese Roheit au6rotten können. Der Angeklagte erhielt beSfjalb nach dem Anträge des Sugendstaatsanwalts eine G e - fängnisstrase von zehn Tagen bei vierjähriger Bewährungsfrist. Außerdem toutben Erziehungsmahregeln ungeordnet, beten Anwendung unb Auswahl dem Vormundschaftsrtchter überlassen wurde. Erschöpftheit der materiellen Welt erblicken. Die Wissenschaft von der Natur unb Beschaffenheit unserer Erde scheint ihnen Recht zu geben Immer wieder liest man zum Beispiel, daß unsere Kohlenvorvommen in absehbarer Zeit, nach nur noch so unb soviel Generationen, völlig cus gebeutet sein werden. Ern ähnlich tristes Prognostikon stellt man dem Petroleum. Darum sucht man fieberhaft, auf physiEAm unb chemischem Wege, nach Ersatz für sie. Auch das Gold der Erde wird einmal versiegen, aber die Forschung scheint auf bem besten Wege zu sein, es, allen bisherigen Theorien zum Hohn, aus anderen Stoffen wieder herauszuziehen. Die landwirtschaftliche Debauungs- und Besiedelungsfläche hält nicht mehr Schritt mit der Zunahme der Sndustriegelände unb der Devölkerungsziffer, wie uns zahlenschwangere Statistiken lehren; der Mensch hat sich überall in den Boden eingefressen, um ihn seiner Schätze zu berauben, bis feine mehr da sein werden. DaS ist bte Zwangsläufige Entwicklung im Maschinenzeitalter; Ersah, Ersatz! so ruft es von allen Seiten; Platz, Platz! ist der Schrei der neuen Menschheit. Man baut Wolkenkratzer in den Himmel, um den Boden zu sparen, man legt den Fußgängertxr- febr auf Straßenüberbrückungen. um an der Peripherie der Stadt nicht einige Hafe^elder wegnehmen zu müssen, man legt die Verkehrsmittel unter die Erde, um Terrain zu gewinnen Der Mensch der Zukunft wird sein Mittagessen in Pillenform in der Westentasche mit sich tragen unb sein Abendbrot aus dem Flakon schütteln, wir leben heute von der Substanz, und diese nimmt dauernd ab. Was von ihr übrig blieb, war bis heute Kehricht, von bem man in den verächtlichsten Ausdrücken unb Bildern sprach. Müllkasten und Rumpelkammer waren das Ende. Heute wandern die Ueberreste in neue stolze Fabrikbauten, ihre ... hohen Schlote rauchen, aus dem Staube wird - neues Gut geboren Phönix steigt neu aus der 'S: Asche, der Abfall wird die Stoff Welt davor reiten, gänzlich ausgepowert zu werden. Z. " Ferien-Reise e Peters Rechtsanwalt und Notar. 6697 iJ Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen $üt unverlangt e'mgesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen • Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Verantwortlich für Lokales, Provinz unb Wirtschaft i. 23. Dr. Hans Thyriot. Kasha-Kostüme -3 Koo .............. Jacke auf Seide gearbeitet ... R s75 Gleisen l€m H.. ÄWV* "WnXW „bai W9®”,.,ei"a "" “♦ ^enjes 1 »jl alte ^eien unb Ä ö,rö bchaiuM W da. lvvrben ist ranÜfl- rfbiegelung fni«™, ’n Pommern. " 2, «IM Mschu,. !fe,e d--> Akt 5, ™““ "EZZr Nnang" in Stuttgart Stuttgart ernt S 15? ■ Ä* irnrna ♦tofifan beS Lages getoor« 1 und Sieb! ung. Dei I« e« unternommen, unter "ognung eine Schau w. jur Lösung aller mit bem gjpau zusammenhär.genber. II- oesvnberc Sorgfalt ijil ber Klemwohnung zuge- i.chen Teil bet Ausstellung Äadl Stuttgart nach ba ct Derkbunbes errichtet: Hung bar, bie etwa 60 J ist unb nach ben Grunb- achung unb Ztoeämähigkeit illes Unnötigen, gestalte! 3 Dersuchskolonie zui. : lagen für ben mobemen i bas ’bilb zu vervollständig M .Umstellung angegliedert, bit ■ isauiftattungen, hygienisch«» che Hilfsmittel für ben mt u ufto. barstellt unb vvrführ! itionalen Plan« unb ung neuer Baukunst teer- Arbeiten namhafter Dau> rner Besserung des Doh Die Ausstellung Wirb bä Q27 geöffnet bleiben. lod)c 1S2S" bringen wird, gen für bie im nächst V stattfindende große de W W en ErgMistm derbtshn [>enen Grünen Wochen w . es sich M M M :[i die sowohl m virtM propagandistischer unb rirni Erfolg rZgen mi «9** - H un6 SerW * » i6t,r "ÄS« ä-S'M Jahr Id!» u mrad) ten Aufforstung 'w' pflege9 - dieser Äbtsilu!-.- ebenfalls in fid) p er um ^.E^Aschnahn'l ,ng em« ■ine *’lel* bi« ung tneit u.D^onbete8 i finben M ' leben fein, tickv^ tuarm^ L .nltuten\ ir* J Museums einen außerordentlich interessanten Dortrag über „Die leuchtenden Tiere und Pflanzen". Ausgehend vom Meeresleuchten, das er in packender Weise schilderte, gab der Redner zunächst eine Darstellung der t -.....,____ Licht * produzierenden milroskopischen Lebewesen h^n, Winnerod, Bersrod, Climbach und Allerts- aus dein Reiche der Protozoen unter eingehender hausen MWftm ter ^ZtnaiOHtie, Mhki°l°gi° Ulü> $ e| unig te 'S c f ö r b « tun g b on Entwicklungsgeschichte dieser Dertreter des nie- 7-xn b k a r t of f eln Die Deutsche Reichsbahn- bersten Tiertreises^Sm Schluß daran stellte er » t f f D $ deu Erzeu- in umfassender Weise die fesselnden Leucht- Händler- und Derbraucherverbänden umfäs- phanomenen bei den betreffenden Vertretern in penbe Maßnahmen getroffen, um eine gute urib allen $ierttan«t .bjs zu den Warb^tteren hmaus yd)ncT[e c&efBrberung der deutschen Frühkartvs- Eingesandt, in ihrer Mannigfaltigkeit und phhsiologis<^n cf sickerxustellen svür die Zeit des schwächeren I , 7. , s. , ... Eigenart dar. Ferner behandelte er ausführlich Kartofselr^rkehrs sind an Hand der regelmäßigen (Tur H-orm und Snhalt aller ^er dieser Rubrik die Leuchterscheinungen bei den Pflanzen. Don Deförderungsmöglichleiten besonders günstige De- stehenden Arttkel übernimmt die Reda.tion dem den Bakterien und höheren Pilzm bis zu d«i sörderungspläne ausgestellt. Sm eigenen Snteresse Publikum gegenubei lemerlei ^>..a itiJDitung Blütenpflanzen. Der 1^/zstündige Vortrag wurde I Versender und Empfänger liegt es, die gün- I Anhaltbare Derkehrsberhallnisie in der durch Dorführung einer großen Anzahl von ftlgen Deförderungspläne durch rechtzeitige Auf- Kleinen Miihlgasse. prächtigen und sehr instruktiven Diapositiven er- I sieferung der Sendungen auszunutzen. Auch wird läutert. Die biologische Bedeutung der Leucht- bur urger lichen, überführte den Verunglückten in die Chirurgische Ehrenrechte auf ^e Dauer von 2^>ahren Klinik. Der Zustand des Verunglückten gibt keinen ^pertem erkannte das Gericht .aufdiedauernde Anlaß zu Besorgnissen. älnfahigkeit des R. als Zeuge erblich vernommen - Mil dem Abbruch des Hauses ] ö" __ Schöffengericht Gießen. Gießen, 15. Suli. • Flausch-Mäntel Voile-Kleider weiß, elegante Promenaden-Jacke, ** reiche Ausw., in nur mod. Dessins, ab es eig« Öligen 6737D 6758 D | Empfehlungen | Wäsche wlllt 672 ID gesucht. 6749D empfiehlt 5930a 6754 D Statt Karten BAD-WEIM HUPFELD-CASINO ekchäftL Gießen (Bleichstraße 36 I), den 19. Juli 1927. 05325 Blei M di. Schaumweine Mk. 6.50 und 8, Eintritt frei! Die Preise sind ausgestellt im Zigarrenhaus Maag 6757V Bad-Nauheim, Parkstrabe 10. 6756V Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem allzuschnellen Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, für die vielen Blumen- und Kranzspenden und die Hebevolle Pflege im Evangel. Schwesternhaus, Tür die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Krankenlager, sagen wir auf diesem Wege unseren allerherzlichsten Dank. DesvndrrS c der Ferien^ an. Kein $ unbesetzt. 5 fleh KaraL Fernpaß 6a ivgcirnmten, einen 2tädji aufzustellen, i Grenze gezi Die trauernden Hinterbliebenen: Anna Wallbott geb. Burk Familie Ludwig Wallbott Familie Heinrich Briegel VL Familie Hermann Haupt Familie Jacob Wallbott III. und alle Angehörigen. gevittei Wird es nie Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Kinzenbach nebst Kindern. Vertreter der HaushaltunaS- artikel rührt und ge- Ziehen! sranz A, Ä Für die f warme Iahretzeit^ \ Fjimbeerfprup Sttronen- und iGrnngensast empfiehl, l Drogerie Winterhoffi \ Kreuzplatz 10 / X. 5852a V f Gummistoffe hygienische Artikel sämtliche dummlrocrcn Drog. Winterhoif Kreuzplah 9/10. . 3311a V Gesang Reiterkeil Donnerstag abend 8 Ubr pünktlich: Singstunde bei Mitgl J-aulstich, Babnhosstratze Vollzähl. Erscheinen dringend eriorderl. 07,34D Der Vorstand. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. Juli, nachmittags 3 Uhr statt. MW M«! Provision. ......... Inhaber kommt zw. Rücksvr. nachGietzen. Autogene §chweitz-, Schneid und Lötanlagen gespenMu uisammeK' unerinebA jetzt die 2ek! S Kälte c auf eimn-u -ie eben Jetzt »• Witz, es ist n zoWchtiom Fragen gehen und daß man HiMMyiil ernpile« MiMeil in mittleren Zähren, die sich für den Außendienst der Lebensversicherung eignet, eine Persönlichkeit, die entweder schon Fachmann ist, oder aus einem anderen ähnlichen Gewerbe stammt, unter günstigen Bedingungen anzustellen. Die Tätigkeit wird wesentlich dadurch erleichtert, daß eine bereits bestehende,weit verzweigteOrganisation vorhanden ist. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Lenz, Stiftsdechant Gießen, KleiivLinden, Lieh, Ober-Mockstadt, Münster i. W, Hitzkirchen, den 19. Juli 1927. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, den 21, Juli, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe. Statt etwa beabsichtigter Blumenspenden wolle man nach dem Wunsche des Entschlafenen entsprechende Geldbeträge an die Herren Pfarrer Bechtolsheim er oder Ausfeld aushändigen. Bureau evil mit Lagerraum, Wilbelmtzratze 45, zu vermieten. btmD Näheres b. Becker, Verwandten. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß heute nachmittag 5 Uhr unser guter, treusorgender Gatte, Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Pate Herr Ludwig Wallbott IV. Landwirt und Müller langjähriges Mitglied der hiesigen Orts- und Kirchenvertretung im Alter von 72 Jahren nach langem, geduldig ertragenem Leiden in dem Herrn sanft entschlafen ist. , ... , aus la Indanthrenfarbigem Leinen Das moderne und praktische y|0%BV|sB|V|Uga oder Zephir, kariert, gestreift u. einfarbig Haus-, Garten-und Servier- bes.geeignetfürdieFerienzeitp.St.Mk.5.-, Gestern entschlief sanft nach langem Leiden meine innigst: geliebte Frau, die treusorgende Mutter ihres Kindes, meine Hebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Enkelin und Tante Fran Emma ValkioaHH leb. Frnitag im 23. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Rudolf Volkmann und Kind Familie Ferdinand Freitag Wwe. und Großmutter Familie Georg Volkmann nebst allen Angehörigen. Heuchelheim, den 20. JuH 1927. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. Juli, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Brauhausstraße 50 aus statt. 67660 SlnioriLMer Höchst a. M. Baustelle: Kinderschuhfabrik floomri 1 !'U H!VJLXnO Vermietungen Herrschaft!. Uimiu.-Mng. möbliert, m. Küchen- bennizung f. 1. Okt. au vermieten. Schr. Angeb. u. 6739D an den Gien. Anz. erb. Zwei unmöblierte Zimmer in der Nähe der Kliniken au verm. Näh. durch G. Katz, Ludwigstr. 45. nsm Mietgesuche ] Beschlagnahmesreie 4-5 - Jimmer- Wohnung iür bald gesucht. Schrift!. Angebote mit Preisangabe u 05333 n. d Gien Anz. Vom 16. bis 31. Juli 1927 die Gro^Fest-nTainwedien Täglich Gastspiele in- und ausländ. Tanz-Attraktionen. Täglich finden Prämiierungen von einzelnen Tänzen statt. Außerdem Abhaltung von lustigen Tanzkonkurrenzen, u. a. der neueste und beliebteste Scherz: Duck-Tanz. Am Donnerstag, dem 21. Juli, abends 81/, Uhr: GesellschaEtsabend, verbunden mit Prämiierung, 1. der elegantesten Abendtoilette, 2. der schönsten Dame und 3. des solidesten aber trotzdem feschesten Abendkleides. Am Freitag, dem 22. Juli, abends 8’/2 Uhr: Prämiierung 1. des schönsten Damenbeines, 2. des kleinsten Damenfußes und 3. des schönsten Bubikopfes. Am Montag, dem 25. Juli, abends 8 Uhr: IV. Bäder-Tanz-Turnier um die „Goldene Medaille“ und den „Großen Preis" des „Hupfeld-Kurpark-Casino" und weiteren wertvollen Preisen. Am Mittwoch, dem 27. Juli: Rosensonderschau, veranstaltet von der Rosenzüchterei Ludorf, Karlstraße. Beginn morgens 10 Uhr, Ende abends 7 Uhr. Anschließend abends 8 Uhr I. diesjähriges Rosenfest, verbunden mit Wahl der Rosenkönigin. Prämiierung der Rosenkönigin. Die Wahl erfolgt durch Stimmzettel aus dem Publikum. Am Donnerstag, dem 28., und Freitag, dem 29. Juli, abends 8 Uhr: 2 Werbetage „Trinkt Deutschen Wein“. Jede Flasche Wein Mk. 3 - und Unabhüng, ansebnl. Danien, die täglich hinaus können, bei schr.Angeb. u. 6762 D a. d.G.Anz.z. senden. Suche p. sof. ob. spät, in gut. Hauöh. gut empfotH, fand., fleitz. Mädchen das Kochkenntnisse Hai. Hausmädchen vorhanden. 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Heute schon, und heute erst recht, liegt sie nicht mehr zwischen München und Innsbruck — heute schon ist sie zwischen Innsbruck und Wien aufgerichtet und diese Grenzscheide wächst, wächst bis sie höher als alle Berge ist, so das; kein Gewitterschwaden mehr über sie hinwegkommen kann, das heilige Land Tirol zu bedrohen. Edgar Borr mann Saus-und Acken- jcröt^JiciKK Frische MN erlebt für lo- Zirma -eichen , Evil. abgeb. teil b. mit unter i.$ln lein-- feie-, bah, iah von abl« iajj-- vor- eten latf n. ter 42ss Walter teil, ferner Vertreter der Dieburger Stadtverwaltung, Vertreter der Handwerkskammer usw. Bei der von musikalischen und deklamatorischen Darbietungen umrahmten Feier begrüßte Landtagsabgeordneter Lautend acher die außerordentlich zahlreich besuchte Dcrsamm- lung und machte darauf aufmerksam, daß in den gemeinsam hier anberaumten Sagungen der verschiedenen Fachverbände die Einigkeit des Handwerks zum Ausdruck kommen solle. In der Hauptversammlung des Verbandes der Schneiderinnungen, die am Samstagnachmittag zusammentrat, führte K. K l i p p e r t - Offenbach den Vorsitz. Geschäftsund Kassenbericht sowie der Voranschlag wurden genehmigt, und Worms zum nächsten Tagungsort bestimmt. In den Verhandlungen wurde auch die Lieferung von älniformen für Äe Schutzpolizei zur Sprache gebracht, worüber bereits Vorstellungen im Landtag erhoben worden waren, weil das Handwerk von der Lieferung ausgeschlossen war und nur Großlieferanten berücksichtigt wurden. Es wurde eine Entschließung gefaßt, in der das Ministerium aufgrfordert wird, bei der nächsten Auftragvergebung der Uniformen auch das Handwerk zu berücksichtigen. In einer Versammlung am Sonntag sprach der Syndikus des Reichsverbandes der Schneidermeister Dr. Menninger über verschiedene das Schneiderhandwerk gegenwärtig bewegende Fragen: er empfahl u. a. eine Zentralisierung des Einkaufs. Dem in der Versammlung anwesenden neunzigjährigen Altmeister Rikolaus Graf (Dieburg) wurde sodann derEhrenmeister- brief der Hessischen Handwerkskammer überreicht: Direktor Schüttler von der Handwerkskammer erstattete Bericht über die gegenwärtige Lage des Handwerks. Der Hessische Schuhmache rmei st erver- band hielt seine Hauptversammlung unter dein Vorsitz des Obermeisters Rhode (Darmstadt) ab: die Handwerkskammer war bei den Beratungen durch Dr. Lindemann vertreten, ferner waren Vertreter der Fachverbände aus Kurhessen, Rassau und Baden erschienen. Geschäfts- und Kassenbericht des Verbandes, sowie der Voranschlag tourten genehmigt und der alte Vorstand wietergetoählt. Auch wurde die Gründung einer Sterbekasse beschlossen. Der nächste Verbandstag soll in Worms abgehalten werten. Den Verbandstag ter hessischen S chr eine rmei st er leitete als Vorsitzender Landtagsabgeordneter Lautenbacher: die Handwerkskammer war durch ihren Ersitzenden R o h l und Dr. K o l l b a ch vertreten. Obermeister Schmu hl, ter 25 Jahve Obermeister ist, tourte einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Weil die steuerliche Belastung sich besonders scharf im Schreinergewerbe äußert, wurde der Vorstand beauftragt, bei den maßgebenden Stellen wegen Erleichterungen vorstellig zu werden. Geschäftsbericht und Voranschlag wurden genehmigt und ter Vorstand wietergetoählt. Die nächste Tagung soll in einem noch zu besttmmenden vberhessischem Ort ftattfinten. Im städtischen Schlohg arten, wohin die Organisationen in geschlossenem Zuge sich begeben hatten, fand eine große öffentliche Handwerker-Kundgebung statt, ter außerdem Vertreter von Behörden, der Handwerkskammer und anderen Korporationen beiwohnten. Schneitermei ster Steinmetz (Dieburg) erklärte in einer Begrüßungsansprache, daß es sich hier nicht um eine Protestkundgebung handle, sondern es sollten hier einmal vor der breiten Oefsent- lichkeit die Röte des Handwerks dargelegt werden. Dr. Menninger, Syndikus des Reichs- verbandes des deutschen SHneitergewerbes, sprach dann über die Beziehungen der Wirtschaft zum Staat. Die Regierung müsse dem Handwerk den ihm in der Reichsverfassung zugesicherten Schutz gewähren. Landesgewerbcrat und stellvertretender Derbandsvorsitzender der Schuhmachermeister Müller (Reustadt a. H.) sprach über Gegenwartsfragen des Handwerks, sowie über Steuerfragen. Landtagsabgeordneter Lautenbacher (Dieburg) forderte in einer Ansprache mehr Berufsstolz für den Handwerker, ferner Zusammenschluß in den Organisationen und eine stärkere Betätigung der Handwerksmeister im öffentlichen Leben und in den politischen Parteien. Die Nassenfrage. Die Amerikaner machen ihre Idioten unfähig zur Zeugung, die Russen beten ihre Idioten an. Die Amerikaner dringen offenbar auf Erhaltung ter Rasse um jeden Preis, die Russen scheinen darauf zu verzichten. Hier werden äußerste Gegensätze der Rassenfrage sichtbar, jenes heute so umstrittenen Problems. Für die einen ist der Begriff der Rasse das schlechthin Befreiende und Rettende aus aller völkischen Rot, für die anderen haltloses Hirngespinst. Das Unfruchtbare bei diesem Streite ist, daß sich die Parteipvlikik dieser an sich zeitlosen, allerdings heute besonders brennenden Frage bemächtigt hat. Sleberaus selten ist eine wissenschaftliche, überparteiliche Stellungnahme anzutrefsen. Gar ein gleichzeitiges Zuwortekommen von hervorragenden Vertretern verschiedener Anschauungen dürfte Wohl erstmals im neuesten Sonterhaft „Die Rassenfrage" ter Süddeutschen Monatshefte (München) in vorbildlicher Weise erfolgen. Die Gegensätze kommen deutlich zum Ausdruck, und mancher von den landläufigen Begriffen über Rasse erweist sich dabei als Illusion und Schema, um so stärker erwächst aus dem Ganzen die ent- W-vl l0t|ehaus chu|straBe Gießener Stadttheater Franz Arnold und Ernst Bach: „Hurra — em Junge!" Daher muß diese Schrift der Süddeutschen Mo- als neue aufklärente Tat bezeichnet vev oöer Mb- wieder emgel* UM Te'evbon w__- -ss"Wctteraucr SS* 7 AR HS- Der Mann im Fenster. Don Rikolaus Gogol. Ich kann jede Wette eingehen, daß der geschätzte Leser, falls er mal durch das Städtchen P... kommen sollte, im Fenster eines soliden Holzhäuschens mit Atoei weihen Schornsteinen ein Gesicht sehen wird — ein ziemlich fettes Gesicht mit Blatternarben, welches in seiner Farbe einer neuen, noch ungetragenen Stieselsvhle sehr nahe kommt. Dieses ist, wenn Sie die Bemerkung gestatten, Ssemjon Ssemjonowitsch Batjuschek — Gutsbesitzer und Edelmann, und überdies im Range eines Gouvernementssekretärs. Er hat es zu seiner festen Gewohnheit gemacht, auf schlechthin alles zu gucken, was auf der Straße nur vorgeht. Fährt, sagen wir, irgendein durchreisender Gutsbesitzer — vielleicht ebenfalls ein Gouvernementssekretär — in seinem geruhigen Wagen vorüber, ter dickbäuchig ist wie eine Wassermelone, und aus welchem Brote, Kindermädchen In den Tagen von Samstag bis einschließlich Montag trafen sich in ter Kreisstadt Dieburg die Mitglieder des Landesverbandes Hessen der Schreinermeister, die hessischen Schneiterinnun- aen und ter hessische Schuhmachermeister-Ver- band. Im Verlauf des Samstags wurden von ten einzelnen Körperschaften Vorstands-/ und Ausschußsihungen abgehalten, abends war eine gemeinsame Begrüßungsfeier. Daran nahm als Vertreter des Kreisdirektors Regiecungsrat ■—MW« den eine Jacke mit Slniformfragen trägt) — und befiehlt ihnen, die beiden Bauern auf dem Fleck durchzuhauen, wobei er die Vorübergehenden noch dazu anfeuert, sie kräftig festzuhalten. Rur für zwei Stunden des Tages verschwindet dieses Geftcht vom Fenster, Sind zwar greift die Pause Platz in der Zeit während und nach dem Mittagessen, wo er ißt, schläft oder auch zur Erfrischung persönlich in den Hühnerstall steigt, um das Huhn, das für die Suppe bestimmt ist, mit eigener Hand zu befühlen und zu betasten. Aber auch in dieser Zeit braucht nur irgend etwas auf ter Straße zu passieren — und Ssemjon Ssemjonowitsch läuft bereits wie eine Spinne, ter eine Fliege ins Retz geraten ist, aus seinem Winkel hervor: und das deen Städtchen P... so wohlbekannte Gesicht von der Farbe neuer, noch ungetragener Stiefelsohlen prangt bereits * mit seiner ganzen Fülle im Fenster ... (Aus Gogols nachgelassenen Papieren überseht von S. v. Radecki.) MtzM . Zchneid- unü Einlagen empfiehl« M» / Fü' dir X I fiimbteriiruP ' Sltiontn-en0 . \ KttuM1U/ X 5S521 y KL chr» -S e'* schreckliche Junge. . . Arnold und Dach werten natürlich denken, fr-cW.. Ratten *fie gar nicht nötig, wo doch der bcrühmke ^chido Lhielscher in Berlin wochen- Icng, allahTWIich,' einen Bombenerfolg mit ihrem jiingften Erzeugnis auf die Bretter gelegt hat. Dies ist zwar nicht zu bestreiten, spricht aber nur gegen einen gewissen Teil des reichshaupt- stLdtistKn Premierenpublikums, keineswegs etwa Argen unsere eingangs geäußerte Meinung von ter Güte dieses Stückes. Wir haben es, aus laüben Erfahrungen, seit geraumer Zeit aufge- pten, ten Berliner Erfolg eines Stückes für nuhgeblich und das dort erzielte Ergebnis für feststehend und endgültig zu halten. Und wenn auf dem Theaterzettel beziehungs- ö»n auf die Autorrechte ter beiden Verfasser am der „Spanischen Fliege" hingewiesen wird, so kann ter Referent die betrübende Berechti- gnmg solcher Anmerkung nur aufrichtigen Herzens bekräftigen. . Dieser Junge gibt in ter Tat jener fliege nichts nach: das Ganze ist genau wie damals ein Shwank mit allen Mitteln und um jeden Preis; ten Verfassern ist alles recht, sie nehmen sich nichts übel und scheuen vor keiner noch so alten Vünte zurück, weder vor dem beliebten, ach Io wohlbekannten Wandschrankversteck, noch vor tarn Schielen nach zarten Dessous; vor keiner D-schmacklosigkett ist man sicher, nicht vor dem Juckpulver im Bett, und auch nicht vor den mit grinsenden Genauigkeit ausgekramten Einzelheiten von ter Jagd nach dem Vater und der Flucht vor dem Sohn. Ä M nadjmJ Zy^iäiün Der Sohn war in Berlin Herr Thielscher — in Gießen ist es Goll; und man hat, was immerhin nicht alle Tage geboten wird, Gelegenheit, ihn als Frau zu bewundern, in einer Rockrolle. Wer nicht da war, hat etliches versäumt. Dabei ist zu sagen, daß er stellenweise wirklich erheiternde Dinge zu tun und vorzubringen) wußte; aber es gibt — das sollte denn doch gesagt werden — auch für ihn gewiße, vom guten Geschmack zu bestimmende Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Wir sind beispielsweise der Meinung, daß man selbst in einem Schwank nicht minutenlang damit aus- kommt, sich zu kratzen, um zu zeigen, tote es ist, wenn man in einem Iuckpulverbett übernachten mußte. Im übrigen waren unter Lelekhs Leitung alle Mitwirkenden mit einem hoch anzuerkennen- den Spieleifer bei der Sache. Bor allem Jan« nert und Geffers bemühten sich sehr; auch die Damen Scherer, Baumann, Schröder und Jüngling seien nicht vergessen. Es gab rauschenden Beifall. Dr.Th. ZochschulnachrichLen. Der berühmte Münchener Chirurg, Geheimrat Professor Dr. Sauerbruch, yat den Ruf an die Universität Berlin endgültig angenommen. — Der Lehrstuhl für Indologie und allgemeine Religionsgeschichte in ter philosophischen Fakultät der Slniversität Tübingen an Stelle von Prof. v. Garbe ist dem Professor Dr. Jakob HauermMarburg angeboten worden. Hauer ist ein geborener Württemberger (geb. 1881 zu Diehingen), wirkte früher in Britisch-Jndien, habilitierte sich später in Tübingen, wo er 1925 zum a. o. Professor ernannt wurde. — Der ordentliche Professor der Physik an ter Universität Rostock Dr. Walter S ch o 11 k h scheidet zum 1. Oktober 1927 apd dem Mecklenburg-Schwerin- schen Staatsdienst aus, um eine Stellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Berater bei der Zentralabteilung der Siemens & Halske A G., Berlin, zu übernehmen. — Dem Professor Dr. Eggen von Terlaan ist ein Lehrauftrag für vergleichendes Recht, insbesondere französisches Zivilrecht, an der Slniversität Bonn erteilt worden. Macht ergriffen, Wien bestehlt Generalstreik! Plötzlich ist die Grenze wieder da. Plötzlich weiß man, man ist in Oe st erreich; plötzlich ist es nicht mehr möglich, aus dem einen Land in das andere hinüberzuwechseln. Plötzlich liegen die Staatsbahnen still, plötzlich braucht man Paß und Ausweis und plötzlich ist kein Automobil mehr zu haben, um einen Rachmittagsausflug von gestern zu einer Flucht von heute zu gestalten. Wie sinster auf einmal die Mienen aller dieser Menschen sind. Das ist nicht mehr der behäbige freundliche Wirt, nicht mehr der dienst- toillige Bauernjunge, die auf jede, auch die unnützeste Frage eine freundliche Antwort hatten. Das sind auf einmal Männer geworden, die karg mit Worten sind, städtischen Kleidungsplunter abgeworfen und die alte Landesttacht angezoaen haben und mit zusammengekniffenem Auge den Lauf des Stutzen prüfen, ob ein tödliches Geschoß aus ihm auch ins Schwarze trifft. Vom Hochgebirge kommen sie herunter. In der umgehängten Tasche ein Stück Brot, eine Ecke Käse und Munition. Erst Heine Gruppen, dann Züge schon, die festen Marschtritt nehmen und einem vorbezeichneten Ziel zuströmen. Schweigend, ohne merkbare Aufregung, verbissen hinter den Zähnen eine Verwünschung, so marschieren sie Schulter an Schulter ihrem Ziel entgegen, dem Sammelpunkt, um sich zum Schuh der Heimat in den freiwilligen Dienst zu stellen. Jetzt bekommst du kaum eine Auskunft mehr von ihnen. Jetzt ist es ihre eigenste Sache, die sie treiben, eine Sache, bei der der Fremde nichts mitzureden hat, und ist er tausendmal ein lieber Gast. Plakate an den Straßenecken. An die Scheuern werden sie angeklebt; an der Maut, dem Wegzollhaus, Heben sie gleich drei- und vierfach. Ein Aufruf der Landesregierung, des Landeshauptmannes, der hier ein Herzog ist, wie eS die Herzöge im alten Germanien waren — der Mann, der führt und dem man folgt, was er auch befiehlt. Die Heimatwehr ist aufgeboten und aus den Seitentälern marschiert sie auf Innsbruck zu. Innsbruck ist die Stadt, eine Ansammlung von Menschen also, wo es Elemente gibt, die nicht so mit der Erde, mit ter Heimat verbunden sind, wie es jeder dieser Tiroler Dauern, dieser Hirten, dieser Waldleute ist. Dort gibt es gewerkschaftliche Organisationen und dort hat auch jenes Wiener Erzeugnis, der Republikanische Schutzbund, eine bisher mehr lächelnd angesehene Gruppe erstellt. Man hört, daß diese Gruppe, mit breiter, roter Armbinde versehen, den Bahnhof beseht hat, daß dort eine Streikleitung tagt, die. entgegen dem ausdrücklichen Befehl der Landeshauptmannschaft, den Eisenbahnverkehr stillegte und den Generalstreik auch hierzulande organisieren will. Das ist ein Spuk, der schnell sein Ende findet. Die Landesregierung hat Bundestruppen zusammengezogen, die, hier aus Landessöhnen bestehend, verläßlich sind, verläßlicher, als es je die Gewerkschaftstruppe ter Wiener Garnison zu werden vermag. Die Heimatwehr marschiert auf und stellt sich Schulter an Schulter mit den Soldaten. Bald werden die Bahnen wieder fahren, wenn es auch Verbrecher gibt, die Sabotageakte versuchen, bald wird ter Telegraph wieder spielen und bald wird daS tägliche Leben sein altes Antlitz wieder gewonnen haben. Gewitter über Tirol. Schnell kommen solche Hochgebirgsgewitter, wild vorstoßend über den Schutzrand der Berge hinweg, um sich auszutoben und dann so schnell zu verschwinden, wie sie gekommen sind. Wie wird es mit diesem Gewitter sein? Hat der Blitzstrahl irgendwo gezündet? Schlagen irgendwo Flammen empor und brennt irgend etwas nieder? Wer will das jetzt schon sagen, wo immer noch Feuerschein den Himmel färbt, wo immer noch der Donner jenseits der Berge rollt und wo noch immer Bereitschaft ist gegen drohende Feuersgefahr. Wien, Wien! Wenn hier etwas niederbrennt, dann ist es dein Besitz, ein Besitz, der ohnedies schon morsch war; ein Besitz, den du in deinen schwachen Händen nicht mehr zu halten vermochtest, ein Besitz, in den du selbst ten Feuerbrand schleudertest. War einmal dieses Land auf das engste, auf das treueste mit Wien, mit Oesterreich verbunden — heute schon fühlt es sich nicht mehr verbunden, sondern nur gefesselt an diese Hauptstadt, die ihm fremd geworden ist, seit sie ten Kaisergedanken aufgab, seit statt des Kremes ter rote Stern regiert und seitdem dort eine Po- 'ÄrK"6tn,etf8 iuveitausei!. «uir. Kurad Michel, 'WÜT' MlertzwM iu verkaufen, Karl Jüngel, — Bellersheim, 13u verlausen 1 großer weiger i kmaillebrrd «säst neu) 1 kleiner Wasch, : tllch , 1 Nachttisch , J bbaijelonaue 1 fltohtii Sofa : 1 Tisch mditedig) . 1 groner Kleiber ichrank und Kissen dichtgestopft hervorlugen: so schaut ter Mann im Fenster sehr aufmerksam hin. Schaukelt ein schwarzhaariger Fuhrmann, schief und krumm auf dem Bock sitzend, daher mit seinem langen, schmalen Bart, an welchem allerhand durchreisende Herrschaften in Uniform und Zivil nur noch wenig Haare übriggelassen haben, — Ssemjon Ssemjonowitsch verfolgt ihn mit toeitgeöffneten Augen. Und rasselt auf einer Troika im Staubwirbel ein Rementour, ein fürchterlicher Raufbold und Schnapsvertilger vorbei, — so wird er sich auch hier alles anschauen und genau merken. Und wenn niemand vorbeifahreu sollte, und der Sttatzenmist sozusagen sich selbst überlassen bleibt — tut nichts, das ist noch kein Unglück —: so betrachtet Ssemjon Ssemjonowitsch eben ein Huhn, daS einsam die staubigen Büsche entlang pickt, oder auch den Gänserich, der gerade vorm Fenster vorbeiwandelt — und zwar aufmerksam, vom Kopf bis zu ten Füßen. Wenn zwei Fuder mit Heu zusammenstoßen, so gibt er gleich vorn Fenster her sehr vernünftige Ratschläge: wer zurückfahren soll und wer vorfahren, und gibt auch dem nächsten Vorübergehenden strenge Anweisung, nicht faul zu fein und doch zu helfen. Wenn eines seiner flinken Mäuseaugen gewahr wird, daß ein Junge über den Zaun in einen fremden Gemüsegarten klettert, oder daß er mit Kohle an die Wanst eine unanständige Figur herkrihelt, so ruft er den Jungen mit freundlicher, milder Stimme zu sich heran, fordert ihn auf, doch näher ans Fenster zu kommen, darauf noch näher und noch, — bis er plötzlich blitzschnell seinen Arm ausstreckt und den Sin- glücklichen derart am Ohre zupft, daß dieser brüllend sein Ohr, nur noch am letzten Faden hängend, nach Hause trägt, wie einen sehr lose angenähten Knopf. Wenn sich zwei Bauern in die Haare geraten, so hält er sofort, gleich vom Fenster, über sie Gericht ab: er inquiriert genau, von wo sie kommen und wer sie sind. Dann ruft er seine beiden Leute herbei, den Koch Pettuschka und den Diener Pawluschka (der aus unbekannten Grün- fahrungsergebnissen warnt er besonders auch vor ten Irrtümern einer toeitergehenden Slnterschei- dung Verschietenrassiger auch in ter psychischen Beschaffenheit, ebenso wie er das Bestehen einer einheitlichen nordischen Kultur verneint. Wenn hier der bekannte Schwede F. K. Günther in ferner großen Abhandlung „Der nordische Gedanke" andere Wege geht, so ist den beiten doch gemeinsam der Grundgedanke der Rassen- Hhgiene oder Eugenik oder „Erbgesundheits- pflege". Diesen beiden Grundabhandlungen reihen sich nicht minder wichtige an. Die hochbeteutsamen Zusammenhänge von Rasse und Sprache, zweier sich ursprünglich vollkommen deckender Begriffe, erklärt ter Wiener Anthropologe Reche, diejenigen von Kunst und Rasse Prof. Schultze- Raumburg, während Förtner bei der„Entstehung der europäischen Rassen" den europäischen Ursprung und die beiten Elternrassen der Indogermanen nachweist. Der Münchener Rassehygieniker Lenz stellt durch Beantwortung ter Frage „Rordisch oder deutsch?" gewisse auch im Hinblick auf das bekannte Günthersche Werk mögliche Irrtümer richtig und betrachtet weiterhin die „Zukunft unserer (ter nordischen) Rasse", die ihm vor allem von Osten her bedroht erscheint. Abseits jedes Parteistandpunktes und sachlich wird Rasse und Sozialismus von Val. Müller (Zwickau) untersucht und dabei der ftarfe nordische Einschlag gerate im lebensvollsten Teil unserer Arbeiterbewegung festgestellt. Aller Oberflächlichkeiten und Siebertreibungen ungeachtet bringt das Bewußtsein von der Bedeutung ter Rassenfrage in immer weitere Kreise. Es steht gerate für uns Deutsche zweifellos viel und für die Zukunft Entscheidendes in Frage. ttrin öetzrl s. den itllaii. w. acs. pöch«' chM- ii t »w. lieben- Mnl laglllt n, bei ,67620 [enben- d.M h. g"l „fle'B- >en Misst idcben Lorru- rtlöu* 411&r auch7 V »W» 13H; 1 Bügelbrett mit 2 Böcken. / ftWitate Marburger Sir. 7 Televb. 1519. C5'D Brennabor Hnnemleuer-Limou- sine. 6/20 P. 8., gut erhallen, zu vert. Lchr. Ang. u. fö‘286 an den Äen. Anz. 'Empfehlungen i Aus-. _ ■s* v«- Urt-U lief ixien mgr- itlhL usw. leien. ter mgs' iö ge- iscbe- Me mit egen von ges. iimt Eine sehr schwache Angelegenheit — Tleuerscheinung. Die Herren Arnold und Bach wurden gut tun, sich nach einem leistungsfäh Mitarbeiter mit recht frischen Kräften für ihre Firma umzusehen, damit endlich einmal pttoaä. Brauchbareres zustande kommt als die „Spcml^e Fliege" oder „Der wahre Jakob" oder dieser Gewitter Über Tirol. Don unserem 8°Sonterberichterstatter. Reutte, ten 18. Juli 1927. Ein Blitzstrahl aus heiterem Himmel, so etwas «bt eS eigentlich nur im Hochgebirge. Sttah- Itnte Sonne liegt über den Firnen, die im edel- slken Weiß erglänzen. Kein Wölkchen zeigt sich am blauen Himmel, und in dem zitternden Glast, ter über den Wiesen dunstet, scheinen die un° j ihligen Blumen und Blüten heller und freudiger ihre Sterne zu offnen. Da auf einmal I l riecht ein Schwaden erst weißlich zart, kaum temerfbar, dann sich grau verdunkelnd an den FelSzacken sich anklammernd über einen Berg- . sattel herüber. Roch hat man ihn kaum ge- s.Hen, pfeift ein Windstoß los — und plötzlich quillt es von allen Seiten wie ein dränendes. Mspensterhaftes Heer von Wolkenrcitern, die sich . z^sammenballen und mit einer Attacke über das | unermeßliche blaue Feld daherfegen. Wie drohend H jerfjt die Berge sind! Wie die Schneegipfel Plötz- fl stch Kälte ausströmen, und welch fahles Licht «uf einmal scharfe Konturen hervortreten läßt, !! freie eben noch wie weiche Rundungen erschienen. Jetzt wird der Himmel schwarz und dann 1 z ickts hernieder, Blitzstrahl auf Blitzstrahl. Dazu fi rollender Donner und platzender Regen, der jxte Ferne verhängt und Mensch und Vieh zu- simmentteibt, sich gegenseitig gegen die entfes- sxlten Clemente zu schützen. Gewitter im Hochgebirge. Wer es je erlebte, wird es nie vergessen. Wer es je erlebte, wird raie dieses Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber e-.ner entfesselten Ratur vergessen, dieses Gefühl, das doch irgendwie automatisch fast den Willen gebärt, sich gegen die Ratur zur Wehr z u setzen und mit Zähigkeit Errungenes sestzuhal- t*m, und immer wieder Zerstörtes aufzubauen. 9Kur wer im Hochgebirge ein Gewitter erlebte, ■ wird ten Charakter dieser Hochgebirasbevölke- rung, wird dieses Tiroler Volk und seine Geseichte verstehen können. War es nicht ein Gewitterschwaben, der g.anz plötzlich am hellen Mittag über die schühen- ten Gebirge kroch, war es nicht ein Blitz, der e-mschlug aus heiterem Himmel, als der Tele- xiaph die ersten Rachrichten von ter Wiener Revolte brachte, und als dann die Slnglücks- irietöungen, vermischt mit wilden Gerüchten, sich einander jagten? Ein solches Fremtenjahr wie dieses hat Tirol lemge, vielleicht überhaupt noch nicht gehabt. Lies herzliche Bergland scheint neu entdeckt zu 3 fein, und die größere, aber nicht schönere Schwe- 1 fter, die Schweiz, mußte viele von ihren Stammgästen diesmal an das österreichische Gebiet abtreten, das endlich begonnen hat, mit einer groß- . ziigigen Fremtenpropaganda sich einem großen Strom Erholungsbedürftiger zu erschließen. Sie tarnen in Hellen Scharen und sie fanden ein Idyll — mehr als ein Idyll, ein Paradies. Besonders aus Deutschland wuchs mit Beginn fr-er Ferienzeit der Strom der Besucher gewaltig an. Kein Plätzchen in der Mittelwaldbahn blieb unbesetzt. Das andere Ginfallston bei Kufstein lieft Karawane auf Karawane ein. Auf dem Fernpaft hat der Autoverkehr in einer Weise zrigenommen, daß es fast schon notwendig wäre, einen Derkehrsschuhmann auf 2000 Meter Höhe aufzustellen. Saft eine Grenze, eine politische Dr enze gezogen ist zwischen dem Land Tirol und Oberbayern, kaum einer merkt es noch. Ge- toift, es ist noch Paßkontrolle, und auch nach zLllpftichtigen Waren wird gefragt. Aber diese Fragen gehen vor sich, daft man sie kaum hört und daft man sich kaum die Mühe einer Ant- toort zu geben braucht. Das Gefühl der Einheit ist so stark, daß Eigentlich nur noch der Dalutenunterschied, ja nur die Geldbezeich - n u n g daran erinnert, daft die Staatshoheit hier m Tirol eine andere als drüben in Bayern ist. Gleich diese sonnenbestrahlten Matten, gleich die schweigenden Tannenwälder, gleich die heilige Andacht ter HochsPitzen und gleich die liebenS- txrte Art und das kernige Wesen ter Menschen diesseits und jenseits der Grenze. E i n Doll und eine Heimat und ein Paradies für alle, '■ die kommen aus ter Slnraft ter großen Städte, hier Ruhe, Frieden und Raturfveute zu finden. Ein Paradies, und über diesem Paradies teilt sich plötzlich ein Gewitter zusammen. Plötzlich aus heiterem Himmel ter Blitzstrahl. I n Dien ist Revolution, in Wien wird ae- schvssen, in Wien hat der rote Terror die W eingel Referat. Die anschließende AuS- 35 Fortsetzung. Nachdruck verboten. na (Fortsetzung folgt.) Als er einige Minuten darauf mit seinem Bad fertig war, klingelte es heftig an seiner Korridortür. Er lauschte: zuerst hört Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München. Da hatte Krag also die Erklärung dafür, waruir er so schwer und lange geschlafen hatte. Er verstan. jetzt auch, wie ausgezeichnet und bis in die geringste' Einzelheiten genau die kühne Band« ihre Pläi" entwarf. , , , „ -orte er die erschrockene Stimme der Haushälterin und dann eine brum- - ' öogo Straß- Mi-f BI. ® Tagen ke Sandgei Sand toiedt bl. Si Gtanbe vom noi) 143 it ertoerbsl Mgsmpfä 112 Mann t fonen. 51. ®i( .baulgrund" am Montag obstürzer litt der derart schw des Trans'- Der Tod b: mm Antei Monaten d Hal. und i dere Denin davon. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm. 19. Juli. Dieser Tage fand hier eine größere Hebung unserer Sanitätskolonne gemeinschaftlich mit der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Gießen, statt. Der Hebung lag folgende Annahme zugrunde: ein mit Ausflüglern besetzter Leiterwagen wird an einem Bahnübergang vom Zuge erfaßt: 15 bis 20 Personen sind schwer oder leicht verletzt, einige tot. Die Hebung verlief in allen Teilen befriedigend, die Maßnahmen der Sanitäter erwiesen sich als sachgemäß und zweckentsprechend. Die hiesige Kolonne stand unter Leitung des Kolonnenführers Strauch und des ausbildenden Arztes Dr. Luft. Die Gießener Freiwillige Sanitätskolonne wurde von den Ko- lvTrnenführern Kratz und Graulich geleitet. Preußen. Kreis Wetzlar. 6 Wetzlar, 19. Juli. Wie schon kurz berichtet, fand gelegentlich der Kreistierschau im Finsterloh erstmalig eine Prämiierung von Zugleistungen der Rindvieh gespanne statt. Als Preisrichter fungierten Prof. Dr. K n e l l - Gießen, Direktor Hopp- Erndtebrück und Tierzuchtinspektor B i n k e r t - Bad Kreuznach. Es wurden folgende Gespanne ausgezeichnet: 1. Bullenklasse: Wilh. Schnorr und L. Däu- mer, Garbenheim, ein Gespann 1.Preis und ein Ehrenpreis: C. Müllich, Garbevheim, ein Gespann 2. Preis. 2. Kühe und Rinder: 1. Preis Fr. Will, Ahbach: 2a°Preis Wilhelm B e p l e r, Hörnsheim; 2b-Preis 3. Staudt, Raunheim: 2e°Preis K. Hinkel, Raunheim. Reben diesen Preisen erhielten sämtliche Preisträge Ehrenpreise, gestiftet von Firmen des Kreises Wetzlar. 8 K r v f d o r f, 19. Juli. Am 12. d. M. tagte hier die Bürgermeistereiversammlung Atzbach und am 15. d. M. in Wißmar die Bürgermeisterei-Versammlung Launsbach. Beide Bürgermeistereien mit ihren fert, oh: zu erzählen. l'W. ' wünsche des Bezirksknegerverbandes Butzbach-Bad- Nauheim: schließlich übermittelte der 2. Bundes- vorsitzende der Kriegerkameradschaft Hassia, Medizinalrat Dr. Bogt (Butzbach) dem Jubeloerein einen goldenen Fahnennagel und forderte in markigen Worten zur Einigkeit und Kameradschaftlichkeit auf. Geschenke wurden weiterhin von den beiden Kriegervereinen Lang-Göns und Friedberg in Gestalt von Fahnennägeln, von den hiesigen Vereinen in Form von Bandeliers, überreicht. Ehrenurkunden erhielten der 88jährige Mitgründer Konrad Geißel sowie weiter« sechs Altveterane und Gründer des hiesigen Kriegeroereins. Kreis Büdingen. # 21 i ö i) a, 19. 3ull Auf Doscküuß des Deka°_ natstages ist für das Dekanat Ridda die Krankenpflege neu eingerichtet worden, welche während der Zeit der Geldentwertung aus Mangel an Mitteln eingegongen war. Mit Wirkung vom 15. d. M. ist als Dekanatskvanken- schwester die Schwester Elisabeth F e i k angestellt worden, die längere Zeit als Operationsschwestek' tätig war. Ihr Sih ist Ridda, doch steht sie bei schweren Krankheitsfällen, die eine geschulte. Pflege bedürfen, allen Dekanatsgemeinden zur Verfügung. Die Gebühren für die Pflege sind, um auch Minderbemittelten die Wohltat geordneter Krankenpflege zu ermöglichen, sehr genüg. Sie betragen für eine Tag- und Rachtwache nur 1- Mk., wozu für jede Rachtwache noch ein Zuschlag von 1,50 Mk. kommt. Kreis Schotten. ld.. S ch o t t e n , 19. Juli. Das Hagelwetter, das sich am Samstagmittag über dem zwischen Eichel und Ridda liegenden Höhenrücken entlud, hat weit größeren Schaden angerichtet, als sich zunächst Übersehen lieh. Betroffen sind die Gemariungen Breungeshain, Busenborn, Eschenrod, Wingershausen, Eichelsachsen und Eichelsdorf. Sommerfrucht, Hackfrüchte, Winterraps und Heuernte haben schwer gelitten. Ein großer Teil des Körnerertrages ist verloren. Dickwurz- und Kartoffelpflanzen sind ihrer Blätter beraubt und werden Mindererträge liefern. Der Winterra.ps, der in diesem Jahre ganz besonders geraten war, wurde zum großen Teile ausgeschlagen. Große Mengen Heu sind weggeschwemmt und noch nicht gemähtes Heugras an vielen Stellen verschlammt. Der Schaden, der in die Zehntausende geht, ist nur in ganz wenigen Fällen durch Versicherung gedeckt. spräche ergab, daß die Einrichtung von Mädchen« fortbildungsschulen wohl begrüßt wird. Wenn trotzdem die Bürgermeistereiversammlung von Atzbach ihre Einführung ablehnte, so waren dafür die hohen Kosten maßgebend, die diese Schule» im Gefolge haben und die nach der Auffassung der Dürgermeistereiversammlung von den Bürger- meistereien und Gemeinden nicht getragen werden formen. In der Bürgermeistereiversammlung von Launsbach indessen bedauerte man lebhaft die 2L- lehnung der Vorlage durch die Bürgermeisterei' Versammlung Ahbach und vertagte die Sache, um durch persönliche Fühlungnahme mit den Mitgliedern der Bürgermeisterei Atzbach zu versuchen, die Pläne zur Verwirklichung zu bringen. - Punkte 8 betraf die Beratung und Fest- stellung des Haushaltsplanes der Dürgermeistereiverbände für 19 21 Der Etat von Atzbach wurde schließlich auf 50 725 Mark, und der Etat von Launsbach auf 21 800Mk. festgestellt. — Punkt9 hatte die AS. nähme der Bürgermeistereirechnungen von 19 2 2 bi s 1 92 5 zum Gegenstände Der Vorsitzende trug die Abschlüsse der Rechnungen vor, erläutert sie und begründete die entstandenen Reste. In Abwesenheit des Vov sitzenden wurden sodann die Rechnungen abge- nbmmen. — Die Dürgermeistereiversammlung voi Launsbach hatte sich sodann noch mit der endgültigen Besetzung derPolizei-Betriebs- A s s i st e n t e n st e l l e zu befassen In geheim« Abstimmung wurde der seit Jahresfrist auf Prob« tätige Pol.-Detr.-Ass. Rüger endgültig gewählt Die Versammlung war zugleich damit einverstanden, daß Rüger im Wege der Beförderung zum Polizei-Assistenten ernannt und nach Gruppe V besoldet wird. — Die von den Düraermev stereiversammlungen beschlossene V i e haus- st e l l u n g tonnte im verflossenen Jahn nicht ftattfinben, weil das Auftreten da Maul- und Klauenseuche sie verhinderte: in diesem Jahre fand das Ochsenfest it Wetzlar statt: es soll aber im nächsten Jahr d:< Ausstellung stattfinden. Dafür ist Wißmar ir Aussicht genommen! — Die meisten Gemeind« buben sich dahin ausgesprochen, daß die Bullenhaltung in den Händen der Gemeinde^ verbleibt. Es soll deshalb der Gedanke der Heber-I nähme der Dullenhaltung auf die Dürgerm«-! stereiverbände, die im Interesse des besseren Auö-I tausches der Bufllen und der Kostenverminderunst das richtige gewesen wäre, unterbleiben — De: Vorsitzende gab Kenntnis von einer Besichtigung der durch die Rheinische Wohnungsfürsorge-Ge- sellschaft finanzierten Bauten durch Vertreter da Gesellschaft. Er wies dabei darauf hin, daß in Herbst Bauberatungstage für die Dau- lustigen des Jahres 1928 abgehalten würden, im dangen Ci S Arbeit^! tS Wat.! de« s" Ha GS und »«fS SZ» gemeinden ' empfang Arist r;icn(ll9 6" in i iD in de" - Ao Ist &"in derS ■ uni) 60 «ns /nemeinucn o und 18 aus münden w allgemeinen ÄSA. hat in Des Ziehung uni fahrt du der sch J vorwiegend Stadt Del: liche Aufno anftaltunger Gießen ii Lahntales, Biebrich die gebiete bessn ein Vortrag Leulschlands Rei chenb Goethes, bi< mendem Ei) Sonntag un an der Fa haus, den ' alten Prär bei Wehlar Besuch ab. 1 Direktor de reisten die i weiteren De lirchen, Lin Eins und 1 nach einem die Studiei Oberhessen. Landkreis Gießen. ch Kl«in-Linden, 19.Juli. Die Dolksschule von Allendorf (Lahn) und die hiesige Volksschule trafen sich heute auf dem hiesigen Sportplatz mim Austrag der von dem Landesamt für das Dildungswesen für Hessen angeordnetenR eichs- jugendwettkämpstz. In der Oberstufe (7. und 8. Schuljahr) traten 31 Knaben zu einem Fünfkampf an. Dieser setzte sich zusammen aus einer Pflichtübung am Barren und Reck, bei der je 20 Punkte erzielt werden konnten. Ferner waren an volkstümlichen Hebungen vorgeschrieben: Weitsprung 2 b is 4 Meter, Ballwurf 30 bis 50 Meter und 100-Meter-Laus 19 bis 15 Sekunden. Für die volkstümlichen Hebungen wurden Heberpunkte gewährt. 14 Teilnehmer erreichten die zu einem Siege nötige Punktzahl von 67 Punkten. Als die fünf ersten Sieger gingen aus dem Kampf hervor: 1. Preis Ludwig Ulm (Allendorf a. d. Lahn) 101 Punkte: 2. Preis Wilhelm Müller (Klein-Linden) 94 Punkte: 3. Preis Erwin Watz (Klein-Linden) 92 Punkte: 4. Preis Hans Becker und Wilhelm Jung (beide von Klein-Linden) je 89 Punkte: 5. Preis Heinrich Rau mann (Klein-Linden) 87 Punkte. In der Unterstufe (6. Schuljahr abwärts) wurde ein volkstümlicher Dreikampf ausgetragen, bestehend aus Weitsprung 1,80 bis 3,80 Meter, Ballwurf 20 bis 40 Meter und 75-Meter-Lauf 16 bis 12 Sekunden. Von 49 Schülern, die in der Unterstufe turnten, erreichten 13 die Punktzahl, die zu einem Siege berechtigte. Die fünf ersten Sieger sind: 1. Preis Heinrich Reuschling (Klein-Linden) mit 60 Punkten: 2. Preis Hans Lenz (Klein-Linden) mit 56 Punkten: 3. Preis Karl Wagner und Wilhelm Gärtner (Klein-Linden) mit je 53 Punkten: 4. Preis Friedrich Jung (Klein-Linden) mit 50 Punkten: 5. Preis Emil Luh (Klein-Linden) mit 49 Punkten. Es wurde zum Schlüsse noch eine 6xl00-Meter-Staffel gelaufen, zu der die Schüler von Klein-Linden 97 Sekunden und die Schüler von Allendorf a. d. Lahn 105 Sekunden benötigten. :: Utphe. 19. Juli. Hier wurde am Samstag und Sonntag das diesjährige Gauturnfest des Gaues Wetterau (Allgem. Deutscher Turnerbund) abgehalten. Das eine sei vorweg- genommen: wenn seinerzeit vereinzelt Bedenken bestanden hatten, das Gaufest in eine kleinere ländliche Gemeinde zu verlegen, so mußten diese durch den glanzvollen Verlauf des Festes widerlegt werden. Zumal die Hauptbedenken, ob man die Wetturner und Kampfrichter unterbringen könne, wurde durch die überaus gastfreundliche Gesinnung der Bevölkerung zerstreut, die es ermöglichte, fast sämtliche Turner in Dürgerquar- tieren unterzubringen. Den Anstatt des Festes bildete eine eindrucksvolle Feier am Gefallenendenkmal, wobei Pfarrer Webe« von Trais-Horloff eine Ansprache hielt. Eins Abordnung des Turnvereins „ Frischauf" legte am Grabe der verstorbenen Turner Kränze nieder. Anschlleßend fand ein Hmzug durch die Dvrs- strahen statt, wonach auf dem Festplah die Begrüßung bet Gauleitung und der Wettumer durch Lehret Arnold erfolgte. Dann begann die Austragung der Gaumeisterschaften an den Geräten. Dabei konnten besonders am Reck wirkliche Glanzleistungen beobachtet werden. Am Sonntag früh begann um 6 Hhr das Wetturnen, ba£ sich bis etwa Mittag hinzog. Hm die Mittagszeit setzte ein ungeahnter Zustrom von Fremden ein. Auch die Vereine erschienen zum Teil in größerer Stärke als gemeldet. Sie wurden durch Bürgermeister Dietz und den Ortsvorstand empfangen. Mittags bewegte sich ein glanzvoller Festzug: durch das Dorf zum Festplatz. Hier hielt der Vorsitzende des Turnvereins Htphe, Lehrer Arnold, die Festrede. Alsdann weihte Pfarrer Weber die neue Fahne des Turnvereins Htphe, worauf Bürgermeister Dietz eine von bet Gemeinde gestiftete Doppelschleife überreichte. Der Gauvvrsihende Dietz-Friedberg banfte für die Vorbereitungen des Vereins und der Gemeinde Htphe. Bald setzte ein festlich-frohes Treiben ein, begünstigt vom herrlichsten Sommerwetter. Auch wurden Keulenübungen und Vollstänze durch Turnerinnen vorgeführt. Am Montag fand für die näheren Rachbardörfer und die einheimische Bevölkerung noch einmal Vollsfest statt. Alles in allem kann der Gau Wetterau wie auch unser Dorf auf ein glanzend verlaufenes Gaufest zurückblicken. , , _ ihm nachgelauh und rief, «r habe verkehrte Waren bekommen. D' Mann bat, den Korb untersuchen zu dürfen, wob« er sich als Gehilfen des Kaufmanns ausgab. De'I Korb wurde untersucht und die War« nachgezMIi Nein, es sei doch richtig, sagt« der Ladengehilfe bart und bat um Entschuldigung. Der Bursch« hatte nichts Besonderes bei der Sache gedacht, sondern tao' ch Hause gegangen und hatte die Waren abgclie rt, ohne der Wirtschafterin etwas von dem Dorsal Krag ließ den Burschen kommen, der die Ware» geholt hatte. Er erzählte eine sonderbar« Geschich» Als der Kaufmann ihm die Waren ausgeliefek hatte und er auf dem Wege zu Krags Wohin»? war, kam ein barhäuptiger Mann ihm nachgelaufS 11 Gemeinden werden bekanntlich feit vielen ren in Personalunion verwaltet und besitzen fjier ihre gemeinsame Verwaltung. Die umsangreiche Tagesordnung wies für beide Bürgermeisterei. Versammlungen ungefähr die gleichen, z. T. seh^ wichtigen Gegenstände auf. Zu Punkt 1 handelt, es sich um den Beitritt z u dem neuen! Kassenprüfungsverbande, den der Dr, I zirkstag Koblenz des Preußischen ßaubgemein\, | tages-West für seine Mitgliedsgemeinben eing?. ] richtet hat. Die beiden Bürgermeistereiversamm-1 lungen lehnten den Beitritt zu dem Verbandel ab. — Ein weiterer Punkt betraf die Vertei.I lung der Bürgermeistereila st enaull die einzelnen Gemeinden. Beide Bürger.! meist ereiversammlungen beschlossen nunmehr, ez! vorläufig bei dem bisherigen Verfahren bewenbe»D zu lassen. — Der Vornahme von B a u a r b e i'.l ten am Cbürgermeiftereibienftge.l bäube stimmten beide Bürgermeistereiversamm. lungen zu. — Ferner hat der Kreislehrerrat di? Einführung der Schulzahnpflege durch die einzelnen Bürgermeistereien drs Kreises angeregt. Heber die Zweckmäßigkeit der ZahnbchanL. lung der Kinder waren sich die Versammlunge!i einig. Während indessen die Dürgermeistereiver. sammlung von Atzbach die Einführung der Schul, zahnpflege aus finanziellen Gründen ablehnte, beschloß die Bürgermeistereiversammlung 2aur& bach, den Vorschlägen des Vorsitzenden zu folgen und alljährlich drei Jahrgänge der Kinder zahn- technisch behandeln zu lassen. — Mit der Einnih. rung einer Bier st euer konnten sich beide Der- „Und die anderen?" fragte Krag. „Sind die auch geflohen?" „Nein," entgegnete der Kriminalbeamte, „der rothaarig« Kellner und Thollon sind noch da." „Aber wie ist denn der Italiener geflüchtet?" „Er hat die Zellentür geöffnet." Krag lächelte. „Kann man denn die Zellentür von innen öffnen?" fragte er. "Nein, das ganze ist ein Rätsel. Aber die Tür ist geöffnet worden, bas steht fest." „Gesprengt?" „Nein, es ist keine Spur von Gewalt zu sehen. Die Tür ist einfach aufgemacht worden, das ist das ganze. Ja, es hort sich sonderbar an; aber was ich sage, ist Msächlich wahr." „Wann ist es geschehen?" -Es muß nach der zweiten Runde geschehen fein, um halb vier Uhr diese Nacht." Krag lächelt wieder. „Mit der Tür mag's bim gehen," sagt« er, „aber wie ist der Mann bann weiter durch den Gefängniskorridor gekommen, die Treppen hinunter und zum Haustor hinaus?" „Das wissen wir eben nicht. Es hat sich nicht die geringste Spur entdecken lassen. Gesehen und gehört hat ihn niemand. Die Untersuchung ist im Gange, man wartet auf Sie." Krag dachte einen Augenblick nach. Dann sagte er: „Sie entrinnen sich des Verhörs, dem der Italiener unterworfen wurde, nicht wahr?" ,,Ja. „Enffinnen Sie sich auch seiner Drohungen?" Der Kriminalbeamte blickte Krag fest ins Auge: „Wenigstens einer davon." „Worauf lief die hinaus?" „Er werde binnen drei Tagen auf freiem Fuße lern. "■R$e ®ro^unS er also wahrgemacht. Und ferner? „Ferner drohte er, sobald er auf freiem Fuß sein werde, wolle er einen Diebstahl bei Ihnen ausführen." „Ganz recht. Und was wollte er stehlen?" „Ihren Ordensstern." „Nichttg. Erinnern Sie sich, wo der Orden liegen (elfte?" Kreis Friedberg. WER. Bab-Rauheim, 19. Juli. Der hessische Staatspräsibent Hlrich, der fett länger als drei Jahrzehnten die heilkräfttgen Quellen Bab-Rauheims aufsucht, ist wieber zu mehrwöchigem Kuraufenthalt hier eingetroffen unb hat, wie in früheren Jahren, in der Villa Hubertus in der Goethestrahe Wohnung genommen. 4 Bab-Rauheim, 19. Juli. Der Stadtverordnetenversammlung sollte heute der Beschluß vorgelegt werden, 1000 Mk. für die Wetter- geschä digten im Erzgebirge zu bewilligen. Mit Rücksicht darauf, daß nun auch die Bevölkerung Rheinhessens stark unter Wetterschäden gelitten hat, wurde di« vorgesehene Summe geteilt, d. h. für Sachsen und f ü r unsere rheinhessischen Landsleute wurden je 500 Mk. als einstweilige Zuwendung der Stadt bestimmt. B u h b a ch , 19. Juli. In den letzten Tagen gingen eine ganze Anzahl schwer e^Gewitter über unserer Stabt und der Umgebung nieder. An verschiedenen Stellen schlug der Blitz in die Hochspannungsleitungen ein, ohne diese zu beschädigen. Das in der Gemarkung Griedel liegende, der Stadt Butzbach gehörende Wasserhäuschen geriet durch einen Blitzstrahl in Brand. Der Dachstuhl brannte vollständig ab. Der städtische Rohr- meister Schmidt war gerade dort beschäftigt, als der Blitz einschlug. Durch die Einwirkungen des Blitzes blieb er einige Zeit bewußtlos, ohne jedoch sonstigen körperlichen Schaden zu erleiden. — In den benachbarten Taunuswäldern ist gegenwärtig die Heidelbeerernle in vollem Gange. In großen Scharen sammeln Kinder unb Erwachsene, die oft stundenweit aus entfernt gelegenen Dörfern gekommen sind, die durch die feuchte Witterung tadellos entwickelten Beeren. Die Sträucher sind reich behangen, so daß die Sammler meist mit gefüllten Gefäßen heimkehren können. L Dorheim, 19. Juli. Am Sonntag fand hier das 5. Bundesfest des Wetterau- Sängerbundes, verbunden mit dem Wertungssingen anläßlich des 80jährigen Jubiläums des Gesang-Vereins „Ger mania",Dvr- heim, statt. Dem Feste ging am Samstag eine Gedenkfeier für die Gefallenen auf dem Fried- Hofe voraus, in der Prof. Keller (Friedberg) die Gedächtnisrede hielt. Rach dem Festzuge am Abend wurden einer größeren Anzahl von Ver- einsmitgliedern Ehrenurkunden überreicht: ferner wurde der seitherige Dirigent, Lehrer Haber, der den Verein 25 Jahre geleitet, zum Ehren- Dirigenten ernannt. Gesangliche, musikalische und turnerische Darbietungen wechselten in rascher Folge. Am Fesffonntag begann um 9 Hhr in zwei Sälen das Wertungssingen, an dem sich 20 Vereine beteiligten, und das ein beredtes Zeugnis ablegte von fleißiger Arbeit und zielsicherer Führung. Die Chöre, die von Studienrat Kuhn (Friedberg) unb Kantor Samper (Darmstadt) gewertet wurden, standen alle auf beachtenswerter Höhe. Bei der dem Wertungs- fingen folgenden Kritik wurde betont, daß die Leistungen sämtlicher Vereine mindestens mit der Rote „Gut" zu bewerten seien. Am Rach- mittag bewegte sich ein imposanter Festzug durch die schon geschmückten Dorfstr aßen, an dem rund 35 Vereine teilnahmen. Auf dem Festplatz hiell der Dundesvorsitzende, Lehrer Schenk (Melbach) die Festrede, die er in ein Hoch auf das deutsche Lied ausllingen ließ. KreisdirettorGebhard (Friedberg) überreichte dem feftgebenben Verein die Iubelgabe der Hessischen Regierung in Gestalt einer Silcher-Liedersammlung. # Langenhain-Ziegenberg, 19. Juli. Das Kricgerfest des Hassiabezirks B utz bach-Bad-Nau heim, mit dem zugleich die 5yjährige Jubiläumsfeier des hiesigen Kriegervereins verbunden war, wurde hier am Fuße des so reizend gelegenen Schlosses abgehalten. Eingeleitet wurde das Fest durch gemeinsamen Kirchgang des Vereins und Kranzniederlegungen an den Gräbern der verstorbenen Gründer auf dem Friedhof, sowie an den beiden Kriegerdenkmälern. Der Orisgeisiliche wußte in seiner tiefempfundenen Rede für den Tag die entsprechenden Worte zu finden. Am Nachmittage bewegte sich ein stattlicher Festzug, an dem sich etwa dreißig Kriegervereine des Bezirks beteiligten, durch unser schmuckes Doppeldorf. Eine kernige Ansprache und Festrede hielt der 2. Vorsitzende des Vereins; alsdann überbrachte der Bezirksvertreter, Strafanstaltsdirektor Stumpf (Butzbach) die Glück- rnende Männerstimme, die er zu kennen glaubte. Er konnte nicht verstehen, was gesprochen wurde, aber er meinte, daß vom Telephon die Rede war. Einen Augenblick später stand der Besucher selbst in seinem Zimmer. Es mar ein Kriminalschutzmann. Er wollte soeben atemlos Bericht erstatten, als Kraq ihn daran hinderte. Krag hatte sofort erkannt, daß nun endlich das geschehen war, worauf er die ganze Zeit gewartet hatte. „Bevor Sie beginnen," sagte Krag, „muß ich wissen, warum Sie persönlich kommen, warum Sie nicht telephoniert haben." „Ihr Telephon antwortet nicht," erklärte der Beamte: „die Leitung muß unterbrochen sein." „Gut", jagte Stag. „Dann rücken Sie heraus mit bem, was Sie auf dem Herzen haben! Ist ein neues rätselhaftes Verbrechen passiert, oder hat sich etwas anderes Fürchterliches ereignet?" „3a/ erwiderte der Schutzmann ernst, „es hat sich etwas Fürchterliches ereignet." Srag stutzte über den fast tragischen Gesichtsausdruck des andern und fraat« erschrocken: „Es handelt sich doch wohl nicht um Leben oder Tod?" „Nein." „Was ist cs also?" . Italiener," sagte der Kriminalschutzmann, »her Italiener ist heute nacht geflohen." Asbjörn Krag blieb steif und stist stehen. Die unglaublich klingende Nachricht traf ihn wie ein Geschoß. Er sah den Mann an, und in seinem Gesicht mußte eine Frage liegen, denn jener wiederholt« stotternd: „Es ist wahr. Er ist geflohen." fammlungcn nicht befreunden unb lehnten sie einst, weilig ab. — Z u Punkt 7 der Tagesordnung, „Errichtung von M ä b che ns ort bil- b u na s schu l e n", erstattete bet Vorsitzende ein Boses. Im Grunde war es eine liebenswürdige Gesellschaft, und Krag mußte hier vor der Schublad wieder einräumen, daß es eine Bande mit Humoi war. Einige der Mitglieder wagten offenbar alles für einen guten Witz. Aber jetzt fiel Krag ein, wie wunderbar es boä war, daß er während des Besuches nicht wach geworden sei. Er hatte sonst einen so leisen Schlcr War ihm darum der Kopf heute so schwer? Er spürv ein seltsames Murren in den Ohren, das barair deuten konnte, daß sein Nervensystem nicht in Ort mng war. Er klingelte seiner Wirtschafterin unb ließ von ih> eitvas Milch und Abendbrot von gestern hereinbringen. Eiir« schnelle Untersuchung im Laboratorium er gab, daß Feinem Dtobedjtigen Stoß' in der Mil§ waren, daß aber bas Salz Verm^verhältnismäßig großer Meng« enthielt. Nun verstand er das ganze. Irgendein gehemm's- voller Besucher hatte ihm ein Schlaspuloer zu verabfolgen gewußt. Die Wirtschafterin erzählte ihm, sie hab« gerat» am gestrigen Tage Speiftsalz holen lassen, und zwei zusammen mit anderen Waren in dem benachbarter Kolonialwarenladen, wo sie immer kaufte. „In Ihrem Schreibtisch, in der linken Schublade." Krag nickte. „Das ist alles richtig", sagte er. „Glauben Sie nun, daß der Mann auch diese Drohung verwirklicht bat?" „Das halte ich für unmöglich." Asbjörn Krag griff sich an den Kopf. „Sind Sie krank?" fragte der Kriminalschuhmann. „Sie sind ungewöhnlich blaß." „Sie Haden vielleicht recht", erwiderte Krag. „Dex'l Kopf ist mir so schwer. Ich habe heute nacht me$r geschlafen, als mir gut ist. Ich bin erst um acnt\ aufgewacht." „Ihre Hände zittern." Krag streckt« die Hände aus. Ditz Fingerspitzen bewegten sich hin und her. „Seltsam," sagte der Detekttv, „mir ist, als ob ich Morphium genommen hätte. Und dabei habe ich seit einem Monat kein Morphium angerührt." Dann gi. er an den Schreibtisch. Er winkte dem Beamten. „Kommen Sie her", bat er. Krag rasselte mit seinen Schlüsseln. Endlich fand er den richtigen unb steckte ihn ins Schloß. „Dies ist die linke Schublade", sagte er. „Ich mochte Ihnen nur mitteilen, bevor ich sie aufmache, daß der Ordensstern gestern nachmittag an seinem Platz mar." Er öffnete. Der Ordensstern war fort. Wie gelähmt standen di« beiden Männer vor dem Schreibtisch. Es mar kein Zweifel möglich. Der verwegene Taschendieb hatte seine Drohung wahr- gemacht, und sein Unternehmen mar gelungen. Er mar aus der Hast entflohen, hatte Krag in der Nacht einen Besuch abgestattet und ihm den Orden gestohlen. Krag bebte an allen Gliedern. Er mußte immer wieder daran denken, daß der Dieb vor einigen Stunden, während er selbst schlief, ihm so nah« gewesen mar, daß er ihn hätte anrühren können, indem er die Hand ausstreckte. Krag war in Lebensgefahr gewesen. Und doch hatte der Vettirecher die Gelegenheit nicht benutzt. Das war ein Beitrag zur Charakteristik dieser merkwürdigen Verbrecheroande: ihre große Freundlichkeit gegenüber den Menschen. Diese Leute raubten gerne, neckten und drohten, taten aber nichts schafft für zehn Becker aus Elnhausen kamen unweit unseres Ortes mit der Maschine infolqe der sehr schlechten Straße ins Schleudern und stürzten. Der Führer I WM den Verletzten Dr. Zürnst« in aus -250-21. war, soweit wir feststellen e n Gießen, den 16. Juli 1927. 05298 in Werkstatt und Ge- Sunlicht" Mannheim VH* und greift nichts an. will’s nimmer missen. Hilfe leistete Elnhausen. Küche und Haus, schäft. VIM kratzt nicht Wer VIM kennt, 5ireis Ltmbnrq. Diez, 19. Juli. Hebet den Ort- Diez herum hat sich ein neues wenn Sie sich bei Ihrer täglichen Putzarbeit durch VIM helfen lassen. Mühelos putzt, scheuert und poliert VIM alles und bringt strahlende Sauberkeit in feit in China und schloß mit beherzigenswerten Worten der Mahnung zur geistigen und materiellen Unterstützung und Förderung der Missions- arbeit. In dem Händelfchen Siegesmarsch aus Judas Malkabäus, der von den Chören in gutem Zusammenspiel wuchtig zum Dortrag kam, klang das Jahresfest wirkungsvoll aus. erlitt schwere Verletzungen während der Begleiter mit kleinen Hautabschürfungen davonkam. Die Maschine wurde stark beschädigt. Die erste Das Iahresfest der oberhesstichen Posaunenchöre Neubauleitung der Baugruppe des Landesfinanzamts. >ach wurde Westlich ; r Etat von Launsbach : ■ ~ Punkt 9 hatte die 2 ;crmeistereirechnti s 1925 zum Tegrnsta- z die Abschlüsse der A? t sie und begründete die c Jn Abwesenheit des D bann die Aechnungen ob: rgermeiftereivkrsanmlung. Mnn noch mit der cnbc. )erPoIizei'Aetriek le zu befassen 3n gcheis der seit Jahresfrist auf Pu . Aüger endgültiggelvü nichtet wurden. Doch nach Stunden mußten die Graupeln aus den Straßen geschaufelt werden. In Allendorf wurde infolge Blitzstrahls eine Scheune eingeäschert. Der Schaden ist überall sehr bedeutend. (Groh - Wiesbaden. WSD. Wiesbaden, 19. Juli. In der Dacht zum Montag kam es im Stadtteil Biebrich in der Adolfstraße zu einer schweren Mess er« stecherei, wobei dem Arbeiter Eckermann aus der Dunkelheit heraus plötzlich z w e i S t i ch e deigebracht wurden, an deren Folgen er bald daraus verstarb. Der Täter konnte in der Person eines gewissen Bernhard ermittelt und festgenommen werden. Buntes Allerlei. Der falsche Chorstuhl. Dor einiger Zeit besuchte ein junger Kunsttischler eines der Pariser Museen und entdeckte unter den Möbelstücken der Denaissanzeabteilung einen Chorstuhl im Stile des 16. Jahrhunderts, den sein Lehrer in Orleans vor einigen Monaten im Auftrage eines Pariser Antiquitätenhändlers angefertigt hatte. Er benachrichtigte seinen Lehrer, der sofort nach Paris kam und der Museumsleitung die Mitteilung machte, daß der Chorstuhl nicht echt sei. Die Kommission, die den Ankauf damals entschied, erklärte bei der noch einmal vorgenommenen Untersuchung das beanstandete Stück dennoch für echt. Daraufhin löste der Kunsttischler zwei Schrauben, hob ein Brettchen ab und zeigte den Herren, daß die untere Seite des Brettchens seinen Damen und das Datum des Lieferungstages trug. Dun ging man der Mystifikation auf die Spur, und es ergab sich, daß der Chorstuhl dem Museum von dem Antiquitätenhändler, der ihn für 600 Franken von dem Tischler erworben hatte, für 9000 Franken verkauft worden war. Eine Betrugsanzeige erfolgte, und schleunigst nahm der Händler den Stuhl für 9000 Franken zurück. Jedoch der Mann hatte Glück; wenige Tage später verkauste er ihn für 12 000 Franken an einen amerikanischen Händler. kuriose Hochzeitsreisen. allgemeinen Fürsorge. WSD. Wetzlar, 19. Juli. Am Samstag hat in Wetzlar eine vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht veranstaltete Studien- fahrt durch das Lahn tol begonnen an der sich 39 Teilnehmer aus ganz Deutschland, vorwiegend weibliche Pädagogen, beteiligen. Die Stadt Wetzlar bereitete den Gästen eine freundliche Ausnahme. Im Rahmen der örtlichen Der- anftaltungen behandelte Prof. Dr H u m m e l- Gießen in einem Dortrage die Geologie des Lahntales, während Lehrer Stück rat h aus Biebrich die ethnologische Struktur des Lahngebiets besprach. Don besonderem Interesse war ein Dortrag wohl des besten Goethekenners Deutschlands, Geheimrats v. Oettingen- R ei ch e n b e r g, der sich mit der Wetzlarer Zeit Goethes, die für feine Entwicklung von bestimmendem Einfluß gewesen ist, beschäsUgte. Am Sonntag und Montag besichtigten die Teilnehmer an der Fahrt das Jerusalemhaus, das Lotte- Haus, den Deutsch-Ordenshof und statteten dem alten Prämonstratenserinnen-Kloster Altenberg bei Wetzlar sowie dem idyllischen Braunfels einen Besuch ab. Unter Führung Von Prof Dr. K utsch, Direktor des Landesmuseums in Wiesbaden, reisten die Teilnehmer am Dienstag weiter. Im weiteren Derlauf der Fahrt werden Runkel, Met- kirchen, Limburg. Diez. Kloster Arnstein Dad Ems und schließlich Diederlahnstein besucht, wo nach einem Besuch der Marksburg bei Braubach die Studienfahrt ihren Abschluß findet. Dillkrcis. bl. Dillenburg, 19. Juli. In diesen Tagen kehrte das H e ss e n - D a s s a u i s ch e L a n d g e st ü t von den Meditationen un Kasseler Land wieder in die Heimat zurück. bl. Dillenburg, 19. Juli. Dach dem Stande vom 16. Juli befinden sich im Kreise noch 143 männliche und 7 weibliche Vollerwerbslose. Dazu kommen noch 279 Zuschlagsempfänger. Bei Dotstandsarbeiten werden 112 Mann beschäftigt; ausgesteuert sind 64 Per- f°nCbI. S Ulenburg, 19. Juli. Aus der Grube „Saulgrund" bei Eisemroth verunglückten am Montag abend zwei Bergleute durch he r - ab stürzende G e st e i u s m a s, e n. Dabei erlitt der Bergmann Emil Greeb von Oberndorf derart schwere Derletzungen, daß er während des Transportes in das Krankenhaus starb. Der Tod des jungen Menschen ruft um so wärmere Anteilnahme hervor, da erst vor einigen Monaten der Daker den Bergmannstod erlitten hat. und die Mutter nun alleinsteht. Der andere Derunglün..' kam mit leichteren Derletzungen davon. Sanögnibe!t-Derpad)tung. Die Gemeinde wieseck beabsichtigt, die Sandgrube auf der Urjulum auf drei Jahre zu verpachten und sind die Offerten bis zum 25. Juli d. 3., vormittags 10 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei pro cbm Erdmasse einzureichen. Der Sand eignet sich besonders für Weißbinder und ist von guter Qualität. Abhub von Bauerde kommt nicht in Frage. 6750D Die näheren Bedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen wer- ieseck , den 19. Juli 1927. Hess. Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r. ar jugfäd) damit eiMch: ■ Dege der Befördere > iiamti unö nach Grup' )ü m dm Bürger« Ausschreibung. Zur Ausführung des Neubaues eines Finanzamts in Gießen, Goetbeftrakc Ecke Lessingstrake, sollen in öffentlicher Verdingung vergeben werden ' Los I die Erd». Maurer- und Asphattarbenen: Los II die Etsenbetonarbeiten,- Los 111 die Steinnietzarbetten Die Bauzeichnungen und Bedingungen liegen in den Geschäftsräumen der Neu- baulcttimn Gießen. Zenglmuskaierne CKactityebäubei, Landgraf-Vbilivv-Viatz 4, während der Dienststunden zur Einsicht auö. Die Verdingungsunterlagen können, soweit der Vorrat reicht, von der Neu- bauleitung Gießen gegen gebührenfreie Voreinsendung von 3.00 Rm. für Los 111 bezogen werden. Dl? Angebote find verschlossen und mit entsprechender Slnfdirlit versehen biö zu dem öneiulidjen Ber- dingultgstermin am 30. Juli 1927, und zwar für Los I vorm. 12, für Los II vorm. 12* 4. für Los 111 vorm 12* 3 Uhr, au die Neubauleiiung Gießen cinzus.nden. Gießen, den 16. Juli 1927. f05299 Ncnbauleitung der Baugruppe des Laudeöfinanzamts. schäften um „ , . , schweres Hagelgewitter entladen, durch das die Feldsrüchte zum größten Teil Der« AnrM., M31 Utz ,chon bei Aufstellung der Pläne nach Möglichkeit Fehler zu vermeiden. Der Dorsitzende legte Wert darauf, daß sich auch die Dürgermeistereiver- sammlungen möglichst an den Beratungen betei- stg^moch^n.^ Kreise Wetzlar, 19. Juli. Die Z a h l der Erwerbslosen un Bezirke des Arbeitsnachweises Wetzlar hat auch im ~aufc des Monats Juni wieder einen Rückgang erfahren. Während zu Beginn des Aonats *25 Hauptunterstühungsempfänger mit 6d0 grauen chid Kindern als Zuschlagsempfangem 'n der Erwerbslosenfürsorge standen, betrug die Zah der Unterstützten zu Beginn des Monats Jutt nur .roch 284 Hauptunterswhungsemp anger und 455 Zuschlagsempfänger. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 165 Hauptunterstuhungs- empfänger und 223 Zuschlag-enipfanger, d .e Landgemeinden des Kreises 10a Haup Unterstützungsempfänger und 219 Zuschlagsempfanger und die zu dem Arbeitsnachweisbezirk gehörigen Gemern- ben des Kreises Biedenkopf 13 Hauptunterstut- zv -'scmpfänger und 13 Zuschlagsempfanger. In de - K r i s e n s ü r s o r g e standen zu Beginn des Monats Juli: in der Stadt Wetzlar 91 ^rupt- u. ^rstühungsempfanger und lob Zuschlagsemp- (•; in den Landgemeinden 82 Hauptunter- -unösLMpffinger und 193 Zuschlagsempfanger r; iD in den Biedenkopf scheu Gemeinden 4 Haupt- n - e stühungsempfänger und 2 Zuschlagsempsan- Dotstandsarbeiter wurden beschaf- \\ct in der Stadt Wetzlar 15 aus der allgemeinen und 60 aus der Krisenfürsorge, in den Laird- ^gemeinden des Kreises 28 aus der allgemeinen und 18 aus der Krisenfürsorge und in den Gemeinden des Kreises Biedenkopf 11 aus der den ersten Ehekuh gegeben hatte, begab er sich mit ihr auf eine gefahrvolle und langdauernde Reise durch den dunklen Kontinent. Das Ehepaar verbrachte viele Wochen unter w kl den Zwergvölkern, die noch niemals eine weihe Frau g - sehen hatten, und es gab so viele Abenteuer und Gefahren, dah die Deuvermählte sich doch schließlich gar sehr nach dem „heimischen Herd" zurücksehnte. Romantische Flitterwochen verlebten auch der Graf de Lesdain und feine Frau, die von Peking aus durch die Wildnisse von Tibet nach Indien reiften. Die beiden sahen einmal 50 Tage lang fein menschliches Wesen, wurden ab.r dadurch belohnt, dah sie die nur von wenigen Reisenden bisher gesehenen Quellen des Bangtsc- fiang erreichten. Beim Lleberschreiten eines angc- schwollenen Flusses verloren sie alle ihre Dorräte und mußten wochenlang von dem Leben, was ihnen die Jagd oder das Sammeln von Früchten bot. Im Herzen des Llrwaldes verbrachte ein Beamter auf Ceylon, Le Mesurier. feine Flitterwochen. „Die ganze Dacht über sahen wir. wenn das Wetter trocken war, an der Tränke, um den Bären und anderen wilden Tieren auf- zulauem," erzählte die junge Frau. „Aus Händen und Knien schlichen wir uns heran und genossen den Zauber der Jagd. Am aufregendsten und gefährlichsten aber war die Jagd auf Ele fanten, von denen ich einen erlegte." Die originellste Hochzeitsreise hat Wohl Kapitän Andrew , gemacht, der an seinem Hochzeitstage von b:v amerikanischen Ostküste auf einer nur 12 Fuß langen und 2 Fuß breiten „Nußschale" die Fahr übet den Atlantischen Ozean antrat. Das Schiffchen hat aber niemals Europa erreicht. *** I 6- «”">"\rge*n8e»* e ihm ei" '■ rSM hi« ^fldrUÄc Ä 16 in Derbindung bringt, sei feit der Reformationszeit eine Brunnenstube evangelischen Glaubens gewesen. Die Prediger Wilhelm Wippenfurth und Konrad Roßbach, die im 16. Jahrhundert zu St. Johannisberg unverzagt ihres Amtes walteten, wurden vom Redner vor allem als Beispiel tapferen Glaubensmutes hingestellt, an denen sich auch jeder Gegenwartsmensch aufrichten unb stärken könne. Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburg), der Dorsihende des Derbandes der oberhessischen Posaunenchöre, dankte allen, die an der Dorbereitung und an dem schönen Derlauf des Jesusfestes tätig mitgeholfen haben. Die Posaunenbläser, von Weißbindermeister Bolle (Lang-Göns) umsichtig dirigiert, sorgten mit Motetten von Mozart und Mendelssohn- Bartholdy für den würdigen Rahmen der Berg- feier, die ftarlen Regens wegen leider abgebrochen und in der Dankeskirche fortgesetzt werden mußte. Missionar Lauck erzählte noch von seiner Tätig- Las junge Ehepaar, dos eine wirklich neue Form der Hochzeitsreise durchführen wollte, dürfte in Verlegenheit geraten, denn Deuvermählte haben schon die allermerkwürdigsten Expeditionen unternommen, auf die eisigen Gipfel der Alpen und in die Schneewüsten der Polargebiete, in die glühend heißen Wüsten am Aequator und in die phantastische Unterwelt der Höhlen. Daß die jungen Eheleute zur Tigerjagd nach Indien oder in die Urwälder des inneren Afrika reifen, ist in gewissen Kreisen der englischen Hocharisto- kratie geradezu Mode. Datürkich bleibt man jetzt auch nicht mehr auf der Erde, sondern unternimmt die Fahrt ins junge Glück durch die Luft. Zm den seltsamsten Hochzeitsreisen, die je unternommen wurden, rechnet eine englische Zeitschrift die Ballonfahrt, die vor einiger Zeit ein Schweizer Astronom mit seiner jungen Frau unternahm Direkt vom Altar weg bestiegen sie den Ballon und ließen sich nun 13 Stunden hoch über dem Wolkenmeer durch die Lüfte treiben. „Mein Entzücken war unbeschreiblich," erzählte die junge Frau. „So neben meinem Gatten zu sitzen, ganz einsam in den Höhen, während der Dacht von einem Baldachin von Sternen bedeckt, versetzte mich in einen Rausch, und als am Morgen die Sonne aufging und die majestätische Alpenwelt bestrahlte, war es ein unvergeßliches Schauspiel. Eine Hochzeitsreise ganz anderer Art hat der Millionär Max Fleischmann mit feinet Frau unternommen; sofort nach der Trauung begaben sie sich auf eine Expedition ins Polargeb.et und verbrachten glückliche Monate auf der Jagd nach Eisbären, Robben und Renntieren, führten das abenteuerreiche Leben der Dordpolsahrer. Als der englische Major Powell-Cottvn seiner Frau Donnerstag, d. 21 Juli, versteigere ich im Löwen, Neuenw. 28, ab 2Uhr 1 Speisezimmer, 1 Küche, 1II. Zierschrank, 1 Harmonium, 2 Tische, Sofas u. Sessel, 1 Eisschrant, 1 Waschmaschine. 4 Ölgemälde. 1 Schreibtisch, 1 Sportwagen, ein Kinderstühlchen, Herren- und Damenstoffe, Herren-, Damen-, Kinder- u. Fußballschuhe, Herren- und Damenräder, 2 Motorräder (NSU) 4 u. 8 PS mit Beiwagen, u. n. v. a. 4 m weihet Marmor, 58 breit 6760 d Versteigerung bestimmt Ludwig Harlmetz Auktionator u. Taxator, Deuenweg 28 Telephon 1414 z< Bad-Dauheim. 18. Juli. Die Posaunenchöre unserer Heimatprovinz, die sich zu dem Der band ober hessischer Posaune n ch ö r e zusammengeschlossen haben, hielten gestern hier ihr 2 2. Iahresfest ab, das aus allen Teilen Oberhessens, besonders auch aus dem Dogeisberggebiet, zahlreich besucht war. Der Kreis Gieß... ------ " konnten, durch die Chöre aus Lang-Göns, Klein-Linden, Lich, Bersrod, Oppenrod Dertreten. Eine reichhaltige Festfolge gab den Chören wiederholt Gelegenheit, in wohlgelungenem Zusammenspiel ein sicheres Können zu zeigen und Zeugnis abzulegen von den mit jedem Jahr deutlicher mertbaren Fortschritten in der schönen und erbauenden kirchlichen Festmusik, deren Pflege sich die Posaunenchöre in erster Linie als Ausgabe gestellt haben. Dach einer Morgenandacht der Chöre in der Dankeskirche und der anschließenden Probe im Zusammenspiel begann um 10 Uhr in der Dankeskirche der große Festgottesdienst, der einen erhebenden Derlauf nahm. Pfarrer Knodt sprach zu den von den Posaunen begleiteten Liedern der Gemeinde den verbindenden Text. Die Dor- und Zwischenspiele aus den klassischen Werken von Händel, Bach und Mendelssohn-Bartheldy, die von den etwa 120 anwesenden oberhessischen Posaunen- bläsern gemeinsam geblasen wurden, durchbrausten mächtig den großen Raum und hinterließen starke, nachhaltige Eindrücke. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Festpredigt, die Missionar Lauck hielt. Für den am Erscheinen verhinderten Superintenden von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, hielt Präsident Dr. Spieker von der Berliner Missionsgesellschaft eine Ansprache, die mit der segensreichen Tätigkeit der deutschen Mission in Afrika bekannt machte. Der Redner verstand es trefflich, mit feinen Ausführungen die Herzen der großen Festgemeinde zu erwärmen und für die großen Zukunftsaufgaben der Mission zu begeistern. Den würdigen Abschluß und zugleich eindrucksvollen Höhepunkt erreichte der Festgottes- dienst in dem großen Tedeum von Ambrosius „Herr Gott, dich loben wir", das im Wechsel zwischen Schülerchor (Leitung Lehrer D i e h l) und Gemeinde mit kraftvoller Posaunenbegleitung gesungen wurde. Dach einem stattlichen F e st z u g der Posaunenchöre auf den Johannisberg fand dort nachmittags das Fest auf kirchengeschichtlich bedeutsamer Stätte seine Fortsetzung. Prälat D. Dr. Diehl, der gründliche Erforscher der Geschichte der einstigen Johannisbergkirche, war der berufene Festredner für diesen Waldgottesdienst an geweihter Stätte. Er überbrachte den oberhessischen Posaunenchören zunächst den Gruß des Landeskirchenamtes und der hessischen Kirchenregierung, um dann in interessanten, fesselnden Ausführungen das hervorzuheben, was die Ge- ySt’S II e Einn^^bende Qfc eeumchtung von Aädckk vvhl begruht wird S ^r^rfawung 6 Zehnte, lotoambe Hebend, die diese SG "d die nach der Sammlung von dmM.-. imneistereiversaimluna Quecke inan lebhaft die 2 ■ durch die Diirgermeisw und vertagte die Sache aungnahme mit den Mw ftcrei Ahbach zu versch ivicklichimg zu bringen ■Beratung und aushaltsplanes l (Verbünde für 191 Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der ^Radio-Umschau''.) Donnerstag, 21. Juli. 13.30 bis 14.30 Uhr: Übertragung von Kassel: Mittagskonzert der Kasseler Hauskapelle. 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Karl- Zeller-Operetten. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.15 bis 18.45: „Das Flugzeug im Dienste des deutschen Verkehrs- und Handels", Dortrag von Gerhard Hehm. 18.45 bis 19.10: „Die soziologische Richtung in der Philosophie: Max Weber, Emile Durkhcim", Dortrag von Privatdozent Dr. Heine» mann. 19.10 bis 19.15: Wirtschaftsmeldungen. 19.15 bis 19.45: E. Becker: „Aus der Geschichte der drahtlosen Telegraphie und Telephonie". 20.15 bis 21.15: Konzert des Rheinischen Kornett- Quartetts. 21.15 bis 22.15: Bunter Abend. Anschließend Spätkonzert: Beethoven. Kreis Marburg. * Dagobertshausen, 19. Juli. Aus der Straße Michelbach—Dagobertshausen ereignete sich Turnen» Sport und Spie). V. f. B. Dem D. f. R. Butzbach war für vergangene Sonntag vom Gaujugendausschuß die Deranstal hing eines Jugendwerbetages genehmigt worden. Einer Einladung des gastgebenden Verein folgend, beteiligte sich die Jugend und Schüle: abteilung des V. f. B. mit drei Mannschaften c ’ den Wettspielen. Die erste Jugendmannschaft hatte die er" Jugend des Platzvereins zum Gegner und nah Gelegenheit, die beim hiesigen Jugendwerbett erlittene l:0-Diederlage durch einen glänzend 4:1-Sieg wieder wett zu machen. D. f. B. zem' sich ttoh mehrfachen Ersatzes feinem körperl. stärkeren Gegner während des ganzen Sp:ci überlegen und errang verdient den vom D. F.' gestifteten Siegeswimpel. Die zweite Jugendmannschast mußte insel zahlreicher Absagen (Ferienzeit) sogar ein" Schüler als Ersatz einstellen. Um so höher ist d unentschiedene 1:1-Resultat gegen die spielsta- zweite Jugend des Sportvereins Wetzlar zu - werten. Da der Gegner in seiner Mannsch' mehrere Spieler vom Jahrgang 08, die berc;: als Aktive zu gelten haben, eingestellt hat; wurde der D. f. B.-Mannschaft von der ße - hing Sieg und Wimpel zugesprochen. Das Spiel der ersten Schülermannschast gegen die gleiche der hiesigen Spielvereinigung fiel leider dem einsetzenden Gewitterregen zum Opfer. Die zweite Schülermannschast errang über die gleiche von Gießen 1900 einen knappen aber verdienten 1:0-Sieg. Ausschreibung. Zur Ausführung des Aeubaues eines Der- sorgungsamts in Gießen, Lesfingstr., sollen in öffentlicher Verdingung vergeben werden. £061. Oie Erd-,Maurer- und Asphaltarbeiten. Los 2. Oie Eisenbetonarbeiten. Los 3. Die Gteinmeharbeiten. Oie Bauzeichnungen und Bedingungen liegen in den Geschäftsräumen der Neubau- leltung Gießen, Zeuqhauskaserne (Wachtge- bäude) Landgraf-Philipp-Plah 4 wahrend der Oienststunden zur Einsicht aus. Oie Verdingungsunterlagen können, soweit der Vorrat reicht, von der Neubauleitung Gießen gegen gebührenfreie Voreinsendung von 3. - &1L für Los 1, 2. - JUt für Los 2 und 1.- für Los 3 bezogen werden. Oie Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrist versehen bis zu den öffentlichen Derdingungsterminen am 30. Juli 1927 und zwar für Los 1 vormittags 11 llhr, für Los 2 vormittags 11'/. Llhr, für Los 3 vormittags 11'/, tthr an die Neubauleitung Gießen, posifrei einzusenden. mußte hier j * it **' mimderbor es - >ni> des öt te sonst e,nen.jLr? Er iP- lbendbrol von ein Motorradunglück. Der Motorfahrer gentoart aus bet Dergangenheit lernen könne. Weber aus Dutenhofen sowie der Kaufmann Der Johannisberg, den die Sage mit Bonifatius im veMmen 3ü weil das Auftreten ! uensenche sie vechim« fand das, O-ysenfest ll aber im nächsten Jahr! den. Dafür ist Mbmr j - Die meisten w®’ gesprochen, daß dm Händm bet ®enuj zhalb der Gedanke der hastmg m Interesse des MkrenJ und der KosteMMlnder. : ti wäre, unterbleibe - ‘ -s » abgehalteuwürde^ Samstag, den 23. Juli, nachmittags 31/» Uhr findet auf dem „Unteren Hardthof" in Gießen, An der Hardtl (früher Union-Brauerei) eine freiwilligeversteigerung von landwirtschaftlichem lebendem und totem Inventar statt. Zur Ausbietung gelangen unter anderem: 2 Oldenburger Stuten <9jährig) mit Fohlen, verschiedene Arbettspierde. 0-12iährig und 1-2' ^jährige Fohlen. Ferner Elektromotoren: 1 Benzinmotor O P. b.) faljrbar. von Motoreniabrtk Darmstadt, Trieure, Wtndiegen, Schrotmühlen. Häckselmaschinen, kleine Dreschma,chtnen, 2 S)xill- Maschinen (V/-—3 Meter breit' 2 Hackmaschinen (21/, u. 3 Meter bretn, Düngerstreuer, verschiedene Pfiüge, 1 3schariger Vkotor- nnbäiinevfhtfl, 1 komplette 2 seldrige Zimmermannsche Darre. 1 komplette Neuhausreiuignngsanlage (zirka 10 Ztr.-Stunden- leiftunnl 1 kompletter Lanvermeyer-Strohschnetder mit Geblase und zirka 100 Meter Rohrleitung, 1 Jauchepumpe, Apselwetn- faner, 1 Grudeherd usw VorberigcBefichtignng am VersteigeruugStag ab SUbr nachmittags gestattet.______________________________66350 Rudolf Rüdiger, Walltorstrsße W Großes Lager aller Gaggenauer Herde Volksherd Badenia offen nur .... 95.— RM. geschlossen nur 98 — RM. Prima Referenzen! Bequeme Ratenzahlungen! 6012a Drucksachen aller Art ftattung" stttrein unb^preisroert die Srühl'sche Univerfitfits-Vruckerri, R. Lange, Sietzen, Schulst? 1 MW-MWÄS Mil» Alle Eltern und Erzieher müssen diesen Aufklärungs- film sehen! — Jugendliche haben keinen Zutritt! Außerdem: Das reichhaltige, lustige Beiprogramm! Balkan, Budapest, Athen und anderen Städten Griechen.-, landsund bieten landschaftl. nicht zu überbietende Keiz^°^"' So lockt es immer und immer wieder in den Spalten der Zeitungen und kein Mensch weiß oder ahnt auch nur, was oft hinter diesen schönen Anerbietungen steckt, die nachgewiesenermaßen oft nur dazu dienen, um junge Mädchen durch Versprechungen und scheinbar glänzende Aussichten ins Ausland und dort mit tausend Tricks, mit Gewalt und List infam an internationale Mädchenhändler auszuliefern! Mit Unterstützung des Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels und unter Mitwirkung der türk, und griech. Polizei wurde ein Film hergestellt, der eindringl. vor den Gefahren der Mädchenhändler warnt Besonders beachtlich ist bei diesem Film der Umstand, daß er auf Grund bisher noch nicht veröffentlichter Dokumente und amtlich beglaubigter Vorfälle hergestellt wurde. Er schildert mit raffinierter Spannung das Schicksal zweier deutscher Mädchen, die sich durch verlockende Angebote dazu verleiten lassen, ins Ausland zu gehen und dort den Schleppern von Mädchenhändlern in die Hände fallen. Rudolf Klein- Rogge (der bekannte Darsteller des Dr. Mabuse der Spieler) spielt in fünf Masken den großen levantischen Mädchenhändler, Mary Kid und Wera Engels sind die beiden verschleppten Mädchen, Mia Pan kau, Rehkopf, Trude Hesterberg usw. die Helfershelfer der Mädchenhändler, Charis Lincoln, Erich Kaiser-Titz die Stützen der Polizei und Wilh. Diegelmann und Sophie Pagay ein trauerndes deutsches Elternpaar. Die Aufnahmen erfolgten im Orient, Konstantinopel, Heute letzter Tag: Es war in Helberg in blauer Sommernacht Ab morgen bis einschließlich Sonntag: MättnMel Eine internationale Gefahr in 7 Akten auf Grund bisher noch nicht veröffentlichter Dokumente mit Dnlorstätzunß des Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels Ein trübes Kapitel sind die Lock-Inserate, über die das Nationalkomitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels sagt: „Nimm keine Stellung im Auslande an ohne sichere Erkundigung. Wende Dich in Not und Gefahr an das Komitee. Weltumspannend ist die Gefahr des internationalen Mädchenhandels“. Astoria-licMspiele Ti , mit ?ranlfeit?n kn a Innern Abnahme, ^rnholtunc sw t?enkn e. KL 11,11 to Jetzt ' ,ufii mW trumpf ÄÄ Bt be^ daß £ Neigung ff leicht dab Blume M unterbrech^ neu Viliterabc^ sr»« PLS die MM lichM E -nb&nt den buntger Mederum Sommers,'- Blumen. gleich hm. (■ was eine < m SSX Side ganz b die üPPig a: Daren es tr lind es di ffii Ao srtßj man kam be ßen eingeher heit fonftatv zu virderhol ltcr sechs- i Zaröcnzusai dende Tesül haften. Soviel i in der Fon nicht viel v dies/a-nM schätzende Äi Stoss wie dm gebunden, od Sache des A übrigen sind augenblicklich '-ich M Klei gigantischen T ten Bauerngi herum. M sich auch der Ihimcr noch lind säst dur 9degt und 1 kürzesten. Ir im brtvach« Sommerkleid PraxiZi , Heute, ir wirklichen 6 Don Hhwell stvecklos. langen Aern len? Dan ■ Mckgekchtt' Uoätts, or p schr f[t ^NMosigke "“/•nee, folgt Sf! wi Ab morgen bis einschließlich Sonntag wieder ein erstklassiges Programm: Der Liebling aller Kinofreunde, TOM MiX, in Der Kampf im Piilveriunn Großer Abenteurerfilm in 6 Akten. - Ferner: Das Sdilofe der einsamen Menschen Spannendes Sensationsdrama in 7 Akten. \4 (?; auf Seidenstoffe, Kleiderstoffe sowie Damenkonfektion Während des UmbausbedeutendePreisermäßigung Meyerhoff & Goslar / Gießen Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung A wurde eingetragen: 6740L Am 6. Juli 1927: Die Firma L. & W. Menges in Großen-Linden. Gesellschafter sind: der Kaufmann Ludwig Menges und der Kaufmann Wilhelm Menges, beide in Großen-Linden. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Mai 1925 begonnen. Am 7. Juli 1927: Bei der Firma Ferdinand Nennstiel in Gießen: Dem Kaufmann Gustav Sommerlad in Gießen ist Prokura erteilt. Am 11. Juli 1927: Bei der Firma Kasseler Schirmfabrik Th. Budde & Co. zu Marburg mit Zweigniederlassung Gießen: Die Zweigniederlassung in Gießen ist erloschen. Gießen, den 18. Juli 1927. ___________Hessisches Amtsgericht.__________ Die Borstandsstelle de§ städt. Hochbauamts soll mit einem GtÄdtbtmvat mit abgeschlossener Hochschulbildung in Architektur baldigst besetzt werden. Feste Anstellung mit Ruhegehaltsberechtigung und Hinterbliebenenversorgung erfolgt nach einer Probedienstzett, deren Dauer besonderer Vereinbarung unterliegt. Anrechnung der auswärtigen Dienstzeit ebenfalls nach Vereinbarung. Dienstwohnung steht nicht zur Verfügung. Bewerber ist auf Wohnungstausch angewiesen. Bewerber muß sehr energisch und ziel- bewuht, organisatorisch und städtebaulich vorgevildet fein. Mehrjährige Praxis unbedingt erforderlich. Kommunale Ver- waltungStttttgkeit erwünscht. Bewerbungen mit Lichtbild, Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Nachweisen über Tätigkeit und Leistungen, Zeichnungen oder Lichtbildern ausgeführter Bauten und Angabe der Gehaltsansvrüche sind bis zum ‘20. August an den Unterzeichneten erbeten. 67528 Gießen, den 15. Juli 1927. Der Oberbürgermeister. ________I. V.: Dr. Hamm.________ la Zement bester Qualität, unter Syndikatspreis. C. Rüdsamen, Gießen ___________Fernsprecher 1659.____________ Zn SmemkweMW empfehle 6682D neue Korbflaschen, Demijohns und SSure-Ballons sofort ab meinem Lager zu Original- Hüttenpreisen lieferbar. Eduard Gondner, (Liehen Flaschen, Korbflaschen und Korkeu- Großbandlung, Kellereibedarf Telephon 326,:: Telegr. Gondner, Steinstr. Donnerstag, den 21. Juli 1927, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im ,^öwen", Neuenweg 28 dahler, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Äücherschrank, 1 Klavier, 1 Eisschrank, 2 Äüfetts, 1 Diwan, 2 Schreibmaschinen, 2 Vertikos, 1 Nähmaschine, ein Chaiselongue, 2 Sofas, 1 Kleiderschrank. einen Waschtisch, 2 Schreibtische, eine Wäschemangel, 1 Spiegel, 1 Violine, 1 Schrank mit 2000 Papiertüten. 6765D Dssm Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstraße 13. Freitag, den 22. Juli 1927 versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, ab nachmittags 2 uhr: 1 Drehbank, 225 x1200 mm, mit zentrischspannendem Futter, 80 Spiralbobrer mit Schaft, 8-60 mm stark (fabrikneu), 20 Handreibahlen von 13-36 mm, Bohr- knarren, schw. Stahlhalter, Gewindestrehler, 6Zweibackenbohrsutter,10-13 rnrn, m.Dorn, 8 Meter Kreissägenblätter, 135-200 mm, 16ScheibenfräserlNutenfräser),60-70mm, 76 diverse Stahlstemvel, 150 Gashahnen, 2 Werkbänke, 11 Schraubstöcke, 2 Trans- misstonshängelager, 400 mm Ausladung, 4 große Stehlager, 34 2teilige Holzriemen- scheiben in allen Größen, 40 Kernleder- Treibriemen in allen Größen u. v. a. Versteigerung bestimmt. L«dwlg ^avtmetz Auktionator und Taxator, Neuenweg 28, Telephon 1414. 6759D 5. erhältlich. 6753C Dullen. 6755V 1. 2. 3. Drucksachen al lerArt liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brüh fache Univ.-Druckerei, R. Lange. Angebote pro Ztr. Lebendgewicht sind bis zum Montag, dem 25. L 2H., nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Weiter wird um Angebote sprung- fähiger Vogelsberger Bullen gebeten. Staufenberg, den 19. Juli 1927. Bürgermeisterei. Meyer. Kurverein Braunfels Sonntag, den 24. Juli 1927, BRUNNENFEST in der Lindenallee des Schloßgartens KONZERT TANZ Beginn nachmittags 4 Uhr. Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle Huppfeld, Weilburg. 6665D Verdingungsunterlagen und Angebots- formulare find im Bureau des Architekten Baurat Meyer. Frankfurter Str. 5, ; Liebigshöhe Maurerarbeiten, Zimmerarbeiten, Spenglerarbeiten, Dachdeckerarbeiten, Trägerlieferungen. der Reichswehrkapelle < > 6748D < > Die Angebote find versiegelt, in einem Briefumschlag ohne Firmenaufdruck, mit entsprechender Aufschrift versehen, spätestens zum Eröffnungstermin am Mittwoch, dem 27. Juli d. 3., vormittags 11 Ahr, bei dem Stadtbauamt, Asterweg 9, abzugeben, wo die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bewerber erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 3 Wochen. Gießen, den 20. Juli 1927. Direktion des Städt. Elektrizitätswerkes. Die Gemeinde Staufenberg verkauft auf dem Submissionswege einen zum Sprunge untauglichen Vogelsberger Arbeitsverftebung. Nachstehend aufgeführte Bauarbeiten zur Errichtung eines Direktor-Wohnhauses für das Städtische Elektrizitätswerk, Hammstraße, dahier, sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 5 Donnerstag. 21.1nli, abends 8'/< Dbr: ;; ♦ ir e i al t * ' Cafe Astoria Heute Militär-Konzert ausgeführt von Mitgliedern der Kapelle des I. R. 15. geöffnet bis 4 Uhr. 05334 Markt 16 Zweiggeschäfte: Bahnhofstraße 45, Hlllebrandstraße 2 AchtungI Fürs Auslandl Junges, hübsches Mädchen, am liebsten blond, mit guten Manieren und gesellschaftlicher Bildung, als Gesellschafterin zu vornehmer, alter Dame gesucht. Komfortable Stellungl Hohe Entlohnung! Zuschriften zu richten an M. H. 12335. Hemdchen 1.15,0.90.0.75, o.eo, 0.55 Leibchen i.oo, 1.40,1.20,1.10, 1.00 Strickhöschen 1.90,1.40,1.20,1.10, 0.95 Strümpfchen i.so, 1.50,1.20, 0.95 Schühchen 2.25, 2.00, i.so, 1.50, 0.95 Jäckchen 1.80,1.60,1.20,1.00, 0.80, 0.65 Ueberzieh-Jäckchen .. .5.00, 4.50,3.50, 3.10 Windel-Höschen 2.40, 2.20 Windeln 1.20,1.00, o.eo, 0.75, 0.60 Wickeldecken 2.35,2.00,1.70, 1.45 Wickelbänder 1.25,1.00, 0.85,0.75, 0.50 Nabelbindchen 0.35 Durchsteck-Kleidchen 4.25, 3.40, 2.25, 2.00 Taufkleidchen 7,25, 4.50, 3.50 Strick-Röckchen 0.95' 0.85 Steppdecken 6.00,5.00, 3.75 Kouverts e.oo, 4.50, 3.50 Wagenkissen 4.25, 3.75, 2.50, 1.40 Große AuswahlI — Gute Qualitäten! spiele 'tamrit Sonntag: tiel i Ml veröffentlidiler Doku- ipfnDi des NidtieabMdels pitel Nationalkomitee zur dels sagt: de an ohne sichere und Gefahr an das Gefahr des inter- iels“. idt -baten blond, mit ;her Bildung, als >r Dame gesucht. iungl Zuschritten 335. n Spalten der Zeitungen )ft hinter diesen schönen oft nur dazu dienen, um id scheinbar glänzende iend Tricks, mit Oewal ihändler auszubefem. litees zur Bekamp- ^Mitwirkung der jkHiergesteMer chenhändler warnt W-W Sa, gss ershelfer der die Stutzen^ d utsChes in trauerndes aeu w°6ramffl fern^ cde" «s cflMe»s 5 AM» Mittwoch, 20. Zuli 1927 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Nr.167 Drittes Blatt Aus dem Reiche der Frau vor em- sich Ge- verrichten. Es ist aber in neuerer Zeil in bezug auf die Wäsche nicht gar so schlimm mehr als ehedem. Da gibt es Dampf-Waschanstalten, die uns manche Mühe ersparen. Die geweichte und geseifte Wäsche wird hineingebracht und im Danipfkessel in ein bis zwei Stunden fertig gewaschen. Man wartet gleich darauf, nimmt die reine Wäsche wieder mit und spült und trocknet dann wie gewöhnlich zu Hause. Bei genauerer Berechnung kommt man sogar in Selbstverständlich steht bei der gegenwärtigen Jahreszeit Las Jackenkleid unt> der Mantel im Hintergrund der Interessen, aber im steten Wandel ist der Himmelsbogen und das Wetter auch, und wer weih, wie bald man wieder auf die von augenblicklichen Sonnenstrahlen Verdrängten zurückkommen wird. Als Sommermantel steht an erster Stelle der natur- und buntfarbene Kasha- Mantel, natürlich ist der weihe Flauschmantel wie jeden Sommer beliebt, auch das weihe Jackenkleid ist für hochsommerliche Zwecke äußerst elegant. Im übrigen sind die schneeweihen Tennis- Neider und bunten wasch- und lichtechten Leinenkleidchen neben den Chiffon-, Crepe de Chine- und Voile-Kleidern zweckmäßig, kleidsam und jugend- lich, denn die Sommersonne fragt nicht nach Eleganz und Modevorschrift, unter ihrem Kuh zer- flieht die schönste Linie, und nur die wirklich zweckmäßige Gewandung hält ihrer Strahlenglut stand. Darum ist bei der Wahl der neuen Sommerkleider immer daran zu denken, daß man sich auch gegebenen Falles in der Hihe darin bewegen kann, die Kürze allein machts nicht! - suchungsmethode können die lästigen Absperrungsmaßnahmen. Unterbrechung des Schulbesuches usw. bisweilen bedeutend abgekürzt werden. Waschtag. (Nachdruck verboten.) Der Waschtag braucht kein Umsturztag zu sein, ... dem sich Baler und Kinder verkriechen- es liegt nur an dem „wie", an der ganzen Einteilung dieses Tages, damit er nicht zur Quai wird. Wohl jede Hausfrau wendet eine andere Waschmethode an, und jede meint, gerade diese sei die allerpräktischste, sei es nun. daß sie selbst die Arbeit besorgt, oyne daß sie eine Hilfskraft dazu in Anspruch nimmt. Letzteres ist leider in vielen Familien nicht mehr möglich, da die teure Lebenshaltung Sparsamkeit zur Pflicht macht. So muß manche Frau, die sonst nie zu waschen brauchte, jetzt selbst am Waschfaß stehen und die unangenehme Arbeit Buttermilch. Von Marie Reuter. Buttermilch ist wohl das gesündeste Getränk, was wir besitzen und sollte darum, daß es nach dem Volksmund neunerlei Krankheiten zu heilen vermag, besonders im Sommer, wo heiße Suppen sowieso wenig 'Anklang finden, auch für die Gesunden ausgiebigst auf den Tisch kommen. Zum Mittagessen nach dem Fleisch und Gemüse getrunken, zum Abendbrot zu Bratkartoffeln, statt süßer Milch zu Butterbrot, gibt.es kein besseres, durststillenderes und kühlender^s Getränk. Buttermilch hält sich außerdem, falls nicht sogleich alles verbraucht werden kann, tagelang im kühlen Keller frisch. Für Hausfrauen auf dem Lande, die die Buttermilch von einer oder mehreren Kühen verbrauchen müssen, gibt es noch so viele andere Verwertungsmöglichkeiten für diese, daß es jammerschade ist, wenn nur ein Teil davon — gerade so viel zum Frischtrinken nötig ist — im Haushalt verwandt wird, während alles übrige zum Schweinefutter geschüttet wird. Zum Anrühren von Bratensaucen, von Kochklops, Frikassee und Aehnlichem ersetzt sie vollkommen die saure Sahne: zum Anrühren von Kochfischen (Hecht, Aal, Schlei, Karausche), von Brot- und Sauerampfersuppen ist sie der Sahne sogar vorzuziehen, da sie die Speisen nicht so fett und unverdaulich macht. Nach dem Stampfen dem Kartoffelbrei statt süßer Milch beigefügt, zu Schmor- und Zwiebelkartoffeln, zu Heringssauce, in Ermangelung von reichlicher Sahne als Zusatz zum Salat, zum Anteigen von Buttermilchpliusen, der Butter- milchkuchen, die, als dicker Pfannkuchenteig in der Setzeierform in etwas Butter gebacken, ganz vorzüglich schmecken, und schließlich noch zu Buttermilchspeisen findet sie eine ausgezeichnete Verwendung. Sollte man aber noch einen Rest alter Buttermilch übrig behalten, so dient er zum Einlegen von rohem Kalb-, Rind- und Hammelfleisch für einen Braten, das sich dann, in einen Topf gelegt und mit kleinen Tellern beschwert, so daß die Flüssigkeit übersteht, selbst im heißen Sommer tagelang frisch erhält. Ein gutes Butter Milchspeisen - Rezept ist folgendes: Zwölf Gramm rote Gelatine wird in einer Tasse mit zwei Eßlöffeln kochendheißen Wassers vollständig aufgelöst, in dem man die Tasse Praktische Winke fürs Wochenende. Von Käthe V r u n s. Mit dem Einsehen der warmen Jahreszeit drängt es den Großstädter unwiderstehlich ins Freie. In Berlin fand eine große Wochenend- Ausstellung statt, auf der man all die verschiedenen Möglichkeiten studieren konnte, billig und ausgiebig die karg zugemessene Freizeit anszu- nutzen. Durch die Einführung der Sonntagsfahrkarte. ausgedehnt von Samstag mittag vis Montag früh, sollen die Transportmittel entlastet werden und vor allem den Familien mit Kindern ermöglicht werden, schon früh am Sonntagmorgen draußen zu fein. Vach und nach werden sich viele irgendwo ein bescheidenes Wochenendhaus, eine solide Wohnlaube zum Uebernachten oder dergleichen errichten, andere werden bei Freunden oder Verwandten für den Samstagabend Unterfunft finden, wieder andere versuchen es mit dem romantischen Zelte, das in Amerika so beliebt ist. Immer aber entsteht für die Hausfrau die Frage: Wie verpflege ich meine kleine Gesellschaft während dieser 36 Stunden. Diese Frage entsteht schon, wenn man draußen nicht übernachtet, sondern nur am Sonntag früh für den ganzen Tag ausfliegt. Soll die Hausfrau am Sonntag etwa schon bei Morgengrauen aufstehen, um eine unglaubliche Menge Butterbrote zu streichen und zu belegen? Das ist eine teure Verpflegung! Außerdem werden belegte Brote schon nach wenigen Stunden trocken oder matschig. Das Fett zieht ein und man braucht viel Flüssigkeit, um sie herunterzuspülen. Das bedingt also eine große Quantität mitzunehmender Getränke. Trotz märchenhaster Brotberge hat man nach einem solchen Tag im Freien an Der Butterbrotmahlzeit nicht genug. Soll nun die Mutter ettoai wenn sie selbst redlich ermüdet am Abend nach Hause kommt, sich mit Tischdecken und Kochen oder Aufwärmen plagen? Diel praktischer, nahrhafter und billiger ist ein großes Eintopfgericht: Bohnensuppe mit Speck, Erbsensuppe mit Schweinefleisch, Gemüsesuppe mit Veis usw., am Samstag früh gekocht und in einer der neuen praktischen Kochkisten mitgenommen. Voraussetzung ist natürlich, daß keine Wanderschaft be- absichtigt ist, sondern daß man mit der Bahn ins Freie fährt und es bis zur Unterfunft oder dem Lagerplatz nicht gar zu weit Han Diese Kochkisten, auch Speisenträger genannt, sind so leicht, haben Bezüge aus wasserdichtem Stoff, Riemen zu Tragen, so daß der Vater oder eins der größeren Kinder sie bequem transportieren kann. Sie halten das Essen 8—12 Stunden warm. Gibt es dann noch einen kalten Pudding, je nach der Jahreszeit, weiß, rot oder grün, in der Dlechform mitgenommen, mit Saft oder draußen gekaufter frischer Milch, so ist der Magen gut versorgt und bedarf abends bei der Sjeimfefjr höchstens noch etwas Kartoffelsalat oder dergleichen. Die Ergänzung der Koch- lifte ist die überall bekannte Thermosflasche für Kaffee oder Kakao. Man soll sie nicht zu klein wählen. Wenn dann noch etwas Butterbrot und Kuchen vorhanden ist (das Brot am besten angeschnitten, die Butter in gut schließender Dose mitgenommen), so ist die Verpflegung billig, bequem und ausreichend, dabei leicht transportabel. beschränkt. Die nächste Ausgabe der Serumforscher wird es sein, eine Methode auszuarbeiten, die wie die Pockenschutzimpfung, jahrelang, oder am besten zeitlebens, vor Ansteckung schützt. Die Vorbeugung der Masern hat insofern geringere Wichtigkeit, als diese Krankheit nach ihrem ganzen Verlauf wesentlich leichter und ungefährlicher ist, als der Scharlach. Trotzdem kann es von Wichtigkeit sein, Kleinkinder von weniger als vier Jahren oder an sich schon schwächliche und kränkliche Kinder vor Masernansteckung zu schützen. Auch hier ist im Rekonvaleszenten-Serum ein Mittel zur Lösung dieser Aufgabe gegeben. Der Schwierigkeit, die zur Herstellung des Schutzmittels notwendigen Blutproben Genesener zu erhalten, ist man an einigen Orten auf dem Wege des Tauschverkehrs Herr geworden: Jeder Arzt, der von einem bakteriologischen Institut das Vorbeugungs-Serum entnimmt, verpflichtet sich, dafür eine kleine Menge Blut von einem genesenen Patienten abzuliefern. Für die Fälle, in denen ein Rekonoaleszentenserum nicht zu beschaffen ist, ist man auf einen sinnreichen Ausweg gekommen: Unter dem Gesichtspunkt, daß schließlich ziemlich jeder Mensch einmal eine Masern- ansteckung durchgemacht hat, kann man auch im Blute eines jeden Schutzstoffe vermuten. Es genügte daher, irgendeiner gesunden Person Blut zu entnehmen und dieses dem gefährdeten Kinde einzuspritzen. Jede Mutter wird selbstverständlich gern bereit fein, der gebotenen Gesunderhaltung ihres Kindes dieses kleine, vollkommen harmlose Blui- opfer zu bringen. Diese Bluteinspritzung bietet keinen vollkommenen Schutz gegen die Ansteckung, jedoch ist in allen Fällen, in denen trotzdem eine Erkrankung eintritt, ihr Verlauf ein ganz außergewöhnlich milder, und ist weiter für das gan’.e fernere Leben ein Schutz gegen erneute Ansteckung geboten. man von ihm verlangen und ertoarten kann: Genügend früh und in richtiger Dosierung an» gewendet, führt es schnell und sicher Entfieberung und Abklingen der übrigen Krankheitserscheinungen herbei und beugt, indem es die im Körper kreisenden Krankheitserreger und ihre Giftprodukte niederringt, dem Auftreten gefährlicher Komplikationen vor. Der sogenannten Anaphylaxie, der durch frühere Einspritzung andere Poren tterischer Herkunft erworbenen lieber- empsindlichleii. einer unangenehmen Begleiterscheinung aller Serumbehandlungen, kann durch leicht auszuführende Vorsichtsmaßnahmen vorgebeugt werden. Wenn auch für die verblüffend sichere Wirkung des Serums die frühzeitige Anwendung Bedingung ist. gelang es andererseits bisweilen noch, zu spät in einem trostlosen Zustand eingelieferte Kinder in überraschend kurzer Zeit zu vollkommener Genesung zu bringen. Interessant ist es, daß die bakteriologisch- Erforschung der Scharlacherkrankung auch neue, praktisch wichtige Gesichtspunkte über die Dauer der Ansteckungsgefahr gegeben hat. Man nahm bisher ganz allgemein an, daß ein scharlachkrankes Kind noch lange Zeit, mindestens aber bis zur vollkommenen Beendigung der. im Verlauf der Heilung auftretenden, Hautabschuppung als ansteckend zu betrachten ist. Jetzt hat sich heraus- qe stellt daß dieses Zeichen der absoluten Sicherheit entbehrt, und an seine Stelle die bakteriologische Untersuchung der Rachenhöhle zu treten hat. Fällt die Untersuchung der von dort gewonnenen Abstrich-Präparate dreimal hintereinander negativ aus. so ist damit unabhängig von der Dauer der Krankheit oder dem Zustand der Schuppung ein sicherer Beweis erbracht, daß der Patient nicht mehr die Krankheit weiter übertragen kann. Durch diese sichere Unter- Anders sind die Voraussetzungen, wenn eine Familie ein kleines Wochenendhaus hat., mit bescheidener Einrichtung, das sie regelmäßig aufsucht. . Hier muß eine gewisse Organisation einsehen, um mit Gedankenarbeit unnötige Lauferei zu ersparen. Man macht sich eine Liste, auf der alle diejenigen Dinge vermerkt sind, die in größerer Menge angeschafst werden können, im Wochenendhaus verbleiben und nur nach Bedarf ergänzt werden: Kaffee, Tee. Kakao, Zucker, Salz, Seife usw. Außerdem hat man einen kleinen eisernen Bestand an Konserven: Milch, Würstchen, Fische. Keks, Reis, Hülsenftüchte. so daß man jederzeit ohne Vorbereitung hinaus- sahren kann, und auch ein paar unvermutete Gäste die Hausfrau nicht in Verlegenheit bringen. Dann hat man allwöchentlich nur das Eintopfgericht mitzubringen sowie den frischen Proviant, Brot, Butter und Aufschnitt. Alles was man an alter Wäsche hat, findet draußen Verwendung. Ebenso alte Kleider und altes Schuhzeug. Dann braucht man sich draußen nicht in acht nehmen. Die Kinder werden am liebsten barfuß laufen und das ist auch unbedingt das beste, denn Luft und Sonne sollen möglichst ungehindert an den Körper kommen. Im übrigen aber hüte man sich, andere alte Sachen, ausrangierte Gebrauchsgegenstände, Vippsachen. die zu Hause übrig sind, nach draußen zu bringen. Sie tragen nicht zur Gemütlichkeit bei. sondern machen nur Arbeit. Das Wochenendhaus soll eben nur Zweckmäßiges enthalten, nichts^ als was man unbedingt zum Uebernachten gebraucht. Es braucht nicht luxuriös zu fein, nicht alles fo wie in der Stadtwohnung oder wie man es in einem teuren Hotel findet. In dieser Beschränkung liegt ein großer Erziehungsfaktor — nicht nur für die Kinder! Das Wochenende, wie es auch immer gestaltet wird, bedeutet für die Hausfrau eine ganze Menge Arbeit! Sie muß im voraus alles bedenken. besorgen und einpacken, was an Vahrung und Kleidung für die Familie nötig ist. Sie hat also fast eine zweite Wirtschaft, viel Kopfarbeit, manchen Extraweg. Denn wenn die Kinder aus der Schule, der Mann aus dem Geschäft kommt, soll alles fix und fertig dastehen. damit es gleich, losgehen kann. Draußen aber muß es Ehrensache sein, der Mutter die Arbeit abzunehmen. Tischdecken. Abwaschen, mit möglichst wenig Geschirr, ist von vielen Händen rasch getan. Papierservietten und Pappteller verringern die Arbeit, Stiefel putzt sich jeder selbst, auch Betten und Waschgelegenheit werden sofort nach Gebrauch wieder in" Ordnung gebracht. Vach dem Einpacken am Sonntagnachmittag ist das kleine Haus schnell ausgefegt und aufgewischt und versucht in beschauliche Ruhe bis zum nächsten Samstag, wo dann nur Staub zu wischen ist. Eine zweckmäßige. Lüftung, die auch bei Regen und zuge- schlosfenem Haus geöffnet bleiben kann, verhindert den muffigen Geruch, der sich sonst so leicht in verschlossenen Räumen festsetzt. Gazefenster verhindern die quälende Mückenplage, und ein paar gute Bücher, einige Gesellschaftsspiele sorgen dafür, daß auch an Regentagen nicht die gute Laune verloren geht, die ein Hauptfaktor des Wochenendes ist. heutiger Zeit mit dieser Waschmechode nicht einmal sehr teuer fort, da das Feuerungsmaterial doch and, gerechnet werden muß. Wäscht aber die Hausfrau selbst, so darf sie nicht von dem Standpunkt aus- gehen, „so oder so hat es meine Mutter gemacht" oder „ich bin es nun einmal fo gewöhnt", wie das vielmals Frauen sagen, sondern sie mögen das Waschen in der Weife auffassen, wie es wissen- fdjaftlid) als praktisch und leicht fördernd erprobt und erwiesen ist. In erster Linie möge sich die Hausfrau den Tag von allem Störenden freimachen, das Effcn vor- richten, einholen und vor allem zeitig zu Bett gehen, damit sie am frühen Morgen frisch und rüstig ifi. Und nun ist zu beachten, daß ein möglichst gutes Einweichen des Schmutzes das beste Wafchmittel ist. Man weicht am Tage vorher die gut sortierte Wäsche in lauem Sodawasser, läßt sie so einige Stunden stehen, windet aus und seist die Stücke einzeln ein. Dann legt man sie in den Kessel, gut sortiert, damit schmutzige Küchenwäsche usw. gesondert bleibt, gibt Waschpulver und reichlich Salmiakgeist hinzu und feuert an. Doch soll die Wäsche nicht lange kochen, ein kurzes Aufwallen genügt. Man decke zu, lasse das Feuer abgehen und die Wäsche über Nacht in der Lauge ziehen. Am andern Morgen wasche man heraus, wobei man icht mehr zu reiben braucht, denn der Schmutz ist fast ganz aufgelöst. In der selben Lauge kann man unterdes die Küchenwäsche ankochen, dann reinige man den Kessel, setze eine frische Lauge auf, in welcher man die gewaschene Wasche noch einmal kocht. Große Aufmerksamkeit wende man dem Spülen der Wäsche zu, denn davon hängt deren Frische und Weiße bedeutend ab. Man brühe noch einmal mit reinem, kochendem Wasser und spüle in klarem Wasser gut nach. Hat man einen Garten oder Trockenplatz, so hänge man recht naß auf; natürlich muß das Spülwasser ganz rein fein. Hat man im Hause keine Trockengelegenheit, jo gibt es freie Trockenplätze genug, wo man die Wäsche der Sonne und den frischen Winden preisgeben kann. Auch bleichen sollte jede Hausfrau mindestens einmal im Sommer. Freilich gehört Fleiß und viel Aufmerksamkeit dazu. Besitzt aber eine Hausfrau diese Tugenden, dann wird ihr und den Ihrigen der Waschtag kein Schreckenstag fein! N.B. Sommer und Mode. Bon Leni Wüst. Jetzt ist die Zeit da, wo Schwimmanzüge oder Lum mindesten schleierdünne Gewänder Mode- r rümpf sind. Ist der Pullover noch so schon, ein» ! xal muß man ohne ihn gehen! Der plötzliche I Sommerausbruch bedingt fein teilweises Ber- chwinden. An seine Stelle tritt der ärmellose leichte Jumper, meist bunt geflickt. Es ist überhaupt bemerkenswert, wie jeder Sommer die Mode der gestickten Kleider mitbrmgt. Vielleicht. Daf3 das allgemeine Buntwerden der Erde die Neigung zur bunten Stickerei entfacht, viel- ' i ächt daß die geschnorkelte Arabeske, die gezackte ! 25[ume das Weiß des Sommerkleides belebend unterbrechen soll? Es ist, als ob beim ersten schv- ■ nen Sonnenwetter alle Handarbeiten der langen ! Winterabende machtvoll ans Licht drängten. Der Jumper ist bestickt, das leichte Laufkleidchen, die i Linse, die Ueberziehweste und sogar der Weiße ^Mantel trägt an den Taschen Stickereiornamentik. / Im Winter herrscht an der Llbendtoilette die Perl- und Pailettestickerei, im Sommer am Tages- mizug (auch am abendlichen Stilkleid) die Woll° oder Seidenstickerei. Also ist geschickten Händen die Möglichkeit gegeben, den Anzug nach persön- itchcin Geschmack und Kunstgefühl zu verschönern ixnb zu bereichern. Aehnlich wie den Stickereifleibern geht es mit den buntgemusterten Voile- und Chiffon-Kleidern. Wiederum eine Kopie des draußen waltenden Sommers: Frau Erde schmückt sich mit leuchtenden Blumen. Frau Eva muß es ihr selbstverständlich gleich tun. (Was überhaupt gibt es auf der Welt, was eine Frau der anderen nicht nachmachen - möchte!) Also trägt man Blumenkleider, Kleider in einer so farbig flammenden Buittheit, daß die armen ecyken Blumen auf dem Kleid der Mutter Erde ganz blaß werden von all der Phantastik, die Üppig auf allen Stoffen blüht und prangt. Waren es im vorigen Jahr Streifen und Karos, f® find es diesmal Blumen wohin das Auge sieht; «großblättrige Rosen. bunt zusammengesetzte Sträuße. Ranken, die sich um irgendein ganz groß angelegte^ Karo, wie um ein Spalier schlingen isw. Diese Kleider sind mitunter sehr reizvoll und dusttg in ihrer wirklich sommerlichen Leichttgkeit und Lustigkeit, hauptsächlich, wenn sie von einem der großen Florentinerhüte ergänzt werden, die sich weich und glockig um den Kops bauschen. Aber man kann bereits, wenn man das Bild der Straßen eingehender betrachtet, ein Zuviel an Dunt-- ? heit konstatieren: die Muster beginnen sich stark zu wiederholen, man kann ein und demselben Muster sechs- und mehrmals in der verschiedensten Zarbenzusammensehung begegnen und das ermüdende Gefühl einer blumigen Uniformierung bleibt haften. Soviel über die augenblicklichen Kleidermuster: 1 in der Form hat sich vom Frühjahr bis jetzt noch nicht viel verändert. Der Gürtel spielt bei den diesjährigen Sommerkleidern eine nicht zu unter» schätzende Rolle. Entweder ist er aus gleichem - Stofs wie das Kleid und wird schärpenartig Umgebungen, oder er stimmt mit der abweichenden Farbe des Rockbesatzes und Kragens überein, im ihrigen sind Ledergürtel (Lack- ober Wildleder) augenblicklich große Mode. Man wählt sie färb» sich § um Kleid stimmend und in ihrer mitunter gigantischen Breite erinnern sie an die alten, breiten Bauerngürtel der Tiroler Dauern um 1700 herum. Mit dieser starken Gürtelneigung macht sich auch der Gedanke der betonteren, allerdings immer noch tiefen Taille bemerkbar. Die Röcke find fast durchschnittlich plissiert ober in Falten gelegt und vor allen Dingen kurz, kürzer, am kürzesten. Im Frühjahr, da die linden Lüfte erst ;,m Erwachen waren, hieß die Modeparole noch: Sommerkleider mit langen Aermeln: Theorie und Praxis! Heute, wo wir nach langem Warten endlich wirklichen Sommer haben, wo man sogar schon oon Hitzwellen munkelt, wird dieses Modegebvt zwecklos. Wer will bei 26 Grad im Schatten mit langen Aermeln bis zum Handgelenk herumlaufen? Man ist zur allgemeinen Aermellosigkeit zirrückgekehrt: anders veHält es sich mit den hohen rückwärts, oder seitlich gebundenen Kragen: sie sind sehr flott, und gerade ihr Gegensatz zur Aermellosigkeit ist eine reizvoll amüsante Mode- Nuance, folglich wird die Trennung von diesen Strogen schon bedeutend schwerer, vielleicht erfolgt sie erst bei 31 Grad im Schatten, ober auch nicht, Frauen dulden ja gerne für eine große Idee! Schutz vor Mnderlrankheiten. Don Dr. Th. A. Maaß. Die mit Haut ausschlag auftretenden Kinder- Irankhetten, wie Scharlach und Masern, gehören zu den ansteckendsten Krankheiten, die wir Icnnen. Haben sie erst einmal in einem kinder- aeichen Hause Eingang gefunden, so kommen alle Maßnahmen, die nicht erkrankten Kinder durch 'Fernhaltung und Trennung von den Erkrankten Dor Ansteckung zu schützen, meist zu spät. So hat Lei vielen Eltern ein gewisser Fatalismus Platz gegriffen, der darin gipfelt, keine besonderen Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen, sondern es dem Zufall bzw. der Ansteckungsempfänglichkeit der einzelnen Kinder zu überlassen, „ob sie die Ge- Ichichte gleich abmachen" oder nicht. Mag dieser Standpunkt bei Masern, die wenigstens für Kinder über vier Jahre meist eine durchaus harmlose Krankheit sind, hingehen, so kann er dem Scharlach gegenüber, der namentlich durch seine leider so häufig auftretenden Komplikationen stets als schwere und bedrohliche Erkrankung zu bettachten ist, keinesfalls gebilligt werden. Cs ist daher mit Freude zu begrüßen, daß die Eerumforschung. die schon einst durch Auffindung res Diphterieserüms dem gefährlichsten Würgeengel unserer Kleinen erfolgreich entgegenge- treten ist, nun auch in Bekämpfung und Vorbeugung der anderen Kinderkrankheiten euren großen Schritt vorwärts gekommen ist. Das erst verhältnismäßig kurze Zeit bekannte inb verwendete Heilserum gegen Scharlach hat. fcäe Prof. U. Friedemann, der Leiter der Infektionsabteilung des Virchowkrankenhauses, feststellt, im weitesten Umfang das gehalten, was Bedeutungsvoller noch als die Aufgabe des Heilens ist die des Vorbeugens. Wieweit diese in bezug auf die Scharlacherkrankung gelöst ist, mögen nachfolgende Zahlen beweisen: Don achthundert mit dem gleich näher zu besprechenden Mittel behandelten Kindern erkrankten insgesamt zwei an einer ganz leicht verlaufenden Scharlachinfektion. In Friedemanns eigenen neuesten Versuchen kam unter 100 gefährdeten Kindern nicht ein zjger Fall oon Ansteckung vor! Das Mittel, das diese ausgezeichnete Schutzwirkung besitzt, ist das Rekonvaleszenten-Serum. Bekanntlich bilden nach jeder ansteckenden Krankheit im Blut des nefenen Schutzstoffe, die ihn, auf mehr oder minder lange Zeit, vor einer neuen Ansteckung mit der überstandenen Krankheit schützen. Unter Ausnutzung dieser Kenntnis wird das Vorbeugungs- ferum gegen Scharlach, dessen ausgezeichnete Wirkung eben beschrieben wurde, aus einer kleinen, dem genesenen Patienten vollkommen schmerz- und gefahrlos zu entnehmenden Blutprobe gewonnen. Nachdem dieses von einem bakteriologischen Institut auf ihre Freiheit von irgendwelchen Ansteckungsstoffen geprüft worden ist, stellt sie, in geeigneter Zubereitung, bas sichere Vorbeugungsmittel bar. Auch hier ist eine schleunige Anwendung notwendig, da die Zeitspanne zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit oft schr kurz ist. Es soll daher im allgemeinen die ebenfalls auf bakeriologi- schem Wege mögliche Feststellung, ob das gefährdete Kind überhaupt ansteckungsempfänglich ist, als zeitraubend unterbleiben, und zur sofortigen Einspritzung des vollkommen ungefährlichen Rekon- valeszenten-Serums geschritten werden. Die Schutzwirkung dieser Maßnahme ist nur auf eine kürzere, jedoch für den Einzelsall ausreichend lange Zeit, noch in hcißes t ::..b d'r latine s,::t rührt. Dann wird in einen halben Liter saurer Buttermilch ein viertel Pfund Zucker geschüttet, schnell schaumig gequirlt, etwas abgeriebene Zitrone nebst dem Saft und der aufgelösten Gelatine gut durchgerührt, in eine Schüssel gegossen und kalt gestellt. Danach bereitet man die dazu gehörige Danillen- sauce. Reichlich ein halber Liter süße Vollmilch wird mit kleingeschnittener Vanille (für 10 Pf.) oder einem Päckchen Vanillezucker (für 10 Pf.), einem Eßlöffel Zucker und einer Prise Salz zum Kochen gebracht, mit zwei Teelöffel Kartoffelmehl (mit etwas kalter Milch verrührt) gut bündig gemacht und zuletzt mit einem Eigelb abgerührt. — Diese Sauce braucht nur einige Stunden zum völligen Abkühlen; die Speise muß man am Tage vorher bereiten, damit sie recht steif ist. Wirtschaft. Die Auswirkungen der neuen Gülertarifreform. Auf der letzten Tagung des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahngesellschoft sind Maßnahmen beschlossen worden, durch bie gärten im Gütertarif gemildert werden sollen. Mit dieser Reform ist zwar in einigen Punkten den Wünschen der Verkehrsinreressenten Rechnung getragen worden; in anderen sehr wesentlichen Punkten hat man ihnen jedoch keine Folge geleistet. Die jetzt beschlossene Neuregelung ist also keine „Neuregelung" im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern nur eine Art „Bereinigung" des Tarifs; sie hat nicht allgemeine Erleichterungen mit sich gebracht, sondern nur einen Ausgleich geschaffen für einzelne besonders ausgesprochene Tarifhärten. Auch nach der neuen Regelung liegt in sehr wichtigen Positionen die Frachthöhe immer noch weit über der Preishöhe. Das läßt sich besonders anschaulich darstellen für den sehr wichtigen Lebensmittelverkehr. Der Berliner Großhandelspreis für Weizen beträgt z. B. 135; dagegen liegt der Frachtindex auf 186 bei 50 Kildmeter, auf 156 bei 150 Kilometer, auf 147 bei 300 Kilometer und auf 132 bei 500 Kilometer; auf alle Entfernungen bis zu 450 Kilometer ist also die Frachtsteigerung im Verhältnis zur Preissteigerung größer; es hat daher bei allen Verfrachtungen unter dieser Entfernung der versandte Weizen eine höhere Fracht als vor dem Kriege zu tragen. Beim Roggen ist der Preisindex 117; auf allen Entfernungen bis etwa 700 Kilometer ist eine höhere Fracht zu tragen. Noch ungünstiger liegen die Verhältnisse beim Hafer, der nur einen Preisindex von 111 auf weist; infolgedessen ist hier bis nahezu 800 Kilometer eine teurere Fracht als vor dem Kriege zu zahlen. Auch die Industrie kann sich in wichtigen Teilen mit der jetzt getroffenen Neuregelung nicht einverstanden erklären. Insbesondere ist der Nahverkehr immer noch nicht genügend entlastet; dieser Umstand ist besonders für das zwei Drittel des gesamten Frachtverkehrs der Reichsbahn aufbringende Ruhrrevier wichtig, in dem ungefähr | aller Güter der Rohstoffklaffen im Nahverkehr befördert wird. Die für Rohstoff- und Massengüter hauptsächlich in Frage kommende Klasse F hat überhaupt keine Ermäßigung erfahren, während für die für Massengüter ebenfalls sehr wesentliche Klasse E nur eine ganz geringfügige Ermäßigung eintreten soll. Dagegen sind für die sogenannten oberen Klassen A bis D, in denen hauptsächlich die Fertigfabrikate befördert werden, teilweise recht beträchtliche Erleichterungen beschlossen worden. Das sehr wichtige Prinzip der Rohstoffoerbilligung durch Frachten- senkung hat also keine Berücksichtigung erfahren, obwohl Rohstoffe für alle Zwecke der Verarbeitung verbraucht werden, Herabtarifierungen auf diesem Gebiet also von besonders großem und nachdrück- u.chen Einfluß gewesen wären. Zum mindesten in diesem Punkt ist also eine „Bereinigung" des Gütertarifs nicht eingetreten; die Nachholung dieses Versäumnisses muß für die nächstmögliche Gelegenheit gefordert werden. Diese Forderung ist um so nachdrücklicher zu erheben, als die finanzielle Lage der Reichsbahn sich in den letzten Monaten nicht unerheblich gebessert hat. Das geht nicht nur aus den steigenden Ziffern des Güterverkehrs hervor, der gegenüber den entsprechenden Monaten des Jahres 1926 m den letzten Monaten eine Steigerung um ungefähr i aufweist und der sogar den Güterverkehr des Jahres 1913 aus das jetzige Reichsgebiet bezöge^, übertroffen hat. Auch die finanziellen Er- gebniffe sind recht günstig; die Ueberschüsse der Reichsbahn betrugen letzthin monatlich bis zu 50 Millionen Mark, obwohl gleichzeitig so hohe Sum- >nen für Erneuerung der Anlagen bereit gestellt werden konnten, daß eine Inanspruchnahme der Reichsbankkredite oder eine Verwertung der Reichs- bohnvmzugsaktlen nicht notwendig war. Angesichts dieser Sachlage wäre es zweckmäßig, wenn die Reichsbahn n.öglichft bald anstatt einer „Bereinigung" eine wirkliche „N e u r e g e l u n g" ihres Gütertarifs vornehmen würde unter Berücksichtigung der hier wiedergegebenen Gesichtspunkte und unter besonderer Berücksichtigung der Tatsache, daß jede Ware hohe Frachtanteile enthält, deren Höhe für den die breite Masse der Konsumenten in höchstem Maße angehenden Warenpreis von ausschlaggebender Wichtigkeit ist. Die 30-Millionen-Dollar-Anleihe der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt. Landwirte, die aus der neuen 30-Mill.°Dol- lar°Anleihe der Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt einen Kredit zu erhalten wünschen, wenden sich an ihr Realkreditinstilut unter Mitnahme der notwendigen Unterlagen (Grundbuchauszug, berichtigter Wehrbeitragswert, Taxe u. dgl.) bAto. zunächst an ihre Genossenschaft. Sind auf oas zu beleihende Grundstück bereits Dorlasten eines Realkreditinstitutes eingetragen, so ist zu empfehlen, sich an dieses Institut zu wenden. Im Vertrag über die zweite Qlmerifa» Anleihe ist vorgesehen, daß Vorbelastungen (Auf- wertungs- und Hypothekarbelastungen) desjenigen Vealkreditinstitutes, das die Veleihung vornimmt, bestehen bleiben dürfen. Die Veleihung darf, sofern das Reälinstitut . cinwilligt, einschließlich der eben erwähnten Vorlasten bis zu 40 Prozent des berichtigten Wehrbeitrages betragen. Die Auszahlungsbedingungen sind die folgenden: für je 100 AM. aufgenommene Schuld erhält der Landwirt 90,50 RM. bar ausgezahlt, bei Beträgen bis zu 5000 RM. 90 RM. Die Schuld ist mit 6 Prozent jährlich zu verzinsen, außerdem ist ’/o Prozent Verwaltungskostenbeitrag und 1 Prozent Tilgung zu zahlen, also jährlich in zwei Halbjahresraten am 1. Mai und 1. November zusammen 6,5 Prozent plus 1 Prozent Tilgung = 7,5 Prozent der im Grundbuch eingetragenen Hypothek. Die Darlehen sind seitens des Landwärts zu jedem Zinstermin kündbar, und zwar zum Nennbetrag in bar ohne Aufschlag oder durch Rückgabe von Schuldverschreibungen der Anleihe (Bonds) zahlbar. Ie nach der zukünftigen Entwicklung des Geldmarftes ist es also dem Landwirt stets möglich, innerhalb von 33 Iahren seine Hypothek zurückzuzahlen, und zwar, falls der Kurs der Bonds im Auslande (in Deutschland dürfen die Bonds an der Börse nicht gehandelt werden) unter 100 ist, durch Einreichung solcher gekaufter Bonds zmn Nennwert. Der Landwirt kann also jederzeit sich von seiner Schuld befreien, falls er bei zukünftiger günstiger Entwicklung des Geldmarktes ein billigeres Darlehen erhalten kann. Der Darlehensgeber, also das Real-Kreditinstitut, darf das Darlehen dem Landwirt dagegen nicht kündigen. Behält der Landwirt dasselbe bis zum Ablauf, d. h. 33 Jahre, so ist die Schuld getilgt. — Das Geld darf bekanntlich nur für produktive Zwecke, d. h. zur Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung oder zur wirtschaftlicheren Gestaltung des Betriebes benutzt werden, u ,a. auch zur Umwandlung drückender, kurzfristiger Verbindlichkeiten. * Erläuterung zum Reichsbankausweis. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Iuli hat sich die gesamte Kapitalanlage der Dank an Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 36,4 Mill, auf 2446,1 Mill. RM. verringert; und zwar haben im einzelnen die Bestände an Wechseln und Schecks um 81,0 Mill, auf 2236,6 Mill. RM. abgenommen während die Lombardbestände um 44,6 Mill, auf 116,5 Mill. RM. angewachsen sind. Die Anlage in Effekten ist mit 93,0 Mill. RM. nahezu unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 175,1 Mill. RM. in die Kassen der Dank zurück- geflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten verminderte sich um 158,2 Mill, auf 3518,3 Mill. 2^M., derjenige an Rentenbankscheinen um 16,9 Mill, auf 965,9 Mill. RM.; dementsprechend sind die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen auf 82,8 Mill. RM. gestiegen. Die fremden Gelder zeigen eine Zunahme um 158,5 Mill, auf 746,4 Mill. RM. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen sind um 22,1 Mill, auf 1897,8 Mill. RM. angewachsen; die Zunahme entfällt auf die Bestände an deckungs- faljigen Devisen, welche sich um 22,7 Mill, auf 96,2 Mill. RM. vermehrten, während die Bestände an Gold um 590 000 auf 1801,5 Mill. AM. abgenommen haben. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 49,0 Prozent in der Vorwoche auf 51,2 Prozent, die Deckung durch Gold und deckungsfähige Devisen von 51,0 Prozent auf 53,9 Prozent. ' Tagung des R e ich s e i se n b a h n- ratä. Der Reichseisenbahnrat nahm in seiner Sitzung vom 19. Iuli zu verschiedenen wichtigen Aenderungen des Eisenbahnnormalgütertarifs Stellung, deren Durchführung für die nächste Zeit in Aussicht genommen ist. Insbesondere sollen die Frachten der oberen Wagenladungsklassen A bis D, in denen die hochwertigen Der- kehrsgüter enthalten sind, herabgesetzt werden, weil diese Klassen die höchsten Steigerungen gegenüber der Vorkriegszeit aufweisen. Weitere Ermäßigungen treten in den Entfernungen bis 100 Kilometer durch eine Abstaffelung der Abfertigungsgebühren in den Tarisklassen A bis E ein. Zwischen den jetzigen Klassen O bis E soll ferner eine neue Klasse Dl für Wagenladungsgüter eingefügt werden. Endlich werden für alle Güter die Sähe der Nebenklassen für 10-Tonnen- Sendungen nicht unerheblich gesenkt. Die der Eisenbahn entstehenden rechnerischen Einnahmeausfälle belaufen sich auf jährlia) 70 bis 75 Millionen Mark. Der Reichseisenbahnrat stimmte den Vorschlägen einmütig zu. Da die Aussprache ergab, daß weitere Erleichterungen namentlich zugunsten der Rohstoffe gewährt werden müßten, wurde in einer Entschließung der Reichsverkehrsminister ersucht, die organische Neuordnung der Gütertarife weiter zu treiben und insbesondere die Frage einer durchgehenden Ermäßigung der Abfertigungsgebühren auf nahe und mittlere Entfernungen im ständigen Ausschuß des Reichseifenbahnrats zur Erörterung zu stellen. * Dom süddeutschen Daumarkt. Die in den letzten Wochen eingetretene leichte Abschwächung hat sich nicht fortgesetzt. Vielfach ist ein scharfes Zusammendrängen der Dauausfüh- tungert erfolgt, so daß z. B. in Westdeutschland das Baugewerbe mit Doppelschichten arbeitet. In Süd- und Südwestdeutschland stößt die Materialbeschaffung auf Schwierigkeiten, weniger durch die Nachfrage, als durch die durch das Wetter ungünstig beeinflußte Baustoffherstellung verursacht. Am Baugeldmarkt ist die Erstarrung um einige Nuancen flüssiger geworden. Die Sparkassen zeigen sich bemüht, ihr auf längere Sichtanlage fähiges Kapital in ihren örtlichen Bezirken im Wohnungsneubau anzulegen. Dagegen bleibt die Ausleihungstätigkeit der Hypothekenbanken noch immer sehr unbefriedigend. Auch vom Ausland her sind nur wenige Gelder hereingeflossen. Am Baustoffmarkt war das Geschäft nicht einheitlich. Die Mauersteinpreise hielten sich auf bisheriger Höhe, dagegen zeigen die Dachziegelpreise anziehende Tendenz. Schwemmsteins notierten bei flottem Absatz etwa 36 bis 40 Mk. pro 1000 Stück. Der Zementabsah ist weiter sehr rege. Die Abrufe in Baukalk blieben weiter sehr lebhaft. Am Bauholzmarkt waren die älm- sähe schwächer und die Tendenz zeigt Nachgiebigkeit. Am Baueisenmarkt hat sich das Geschäft gegenüber der Vorwoche nicht wesentlich verändert. * Teneriffa A.-G., Zigarettenfabrik, Gießen. Die Geseflschaft, die bereits im Vorjahre mit einem Verlust von 23 079 Mark arbeitete, schließt auch 1926 mit einem Verlust von 20 816 RM. ab. In der Bilanz erscheinen folgende Posten: Postscheckkonto Mark 2381.24, Kassakonto 1084.17, Wechselkonto 4536.60, Bankkonto 13 324.34, Maschinenkonto 19 000, Inventarkonto 5600, Debitoren 79 274.54, Warenkonto 120 942, Verlust bis 1926 23 079.86, Verlust pro 1926 20 816.81, Delkredere-Konto 10 046, Aktienkapital 50 000, Kreditoren 229 993.56. * Golo-Schuhfabrik-A. -G., Frankfurt a. M. Die im Vorjahr durch Zusammenlegung des A.-K. von 4 Mill. RM. auf 350 000 DM. und Wiedererhöhung auf 1.35 Mill. RM. sanierte Gesellschaft schließt 1926 mit einem Ge- toinn von 86 485 RM. (i. V. Verlust 2.91 Mill. DM.) aus dem 20 000 RM. dem Reservefonds und 20 000 RM. für zu erwartende nachträgliche Hypothekenaufwertungen überwiesen werden sollen, während die restlichen 46 425 RM. vorgetragen werden. Frankfurter Börfc Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". F r a n k f u r t a. M., 20. Iuli. Tendenz: still und schwächer. — An der heutigen Börse war die Unlust und Geschäfts stille außerordentlich groß. Die Spekulation blieb vollständig ohne llnternehmungslust, da bisher alle Bemühungen, das Publikum wieder am Börsengeschäft zu interessieren, erfolglos geblieben sind. Infolgedessen konnte die Tatsache, daß der Geldmarkt zum ersten Male feit längerer 3ett eine Entspannung erfahren hat, auf bie Stimmung keine anregende Wirkung aus- übcn. Verstimmend wirkte besonders für M o n- tan werte die pesfimistifche Beurteilung der Marktlage in dem Communique des Rheinifch- Westfälifchen Kohlenshndikates und die Meldungen über Einlegung von Feierschichten im Ruhrgebiet. Gegenüber den Kursen der gestrigen Abendbörfe ergaben sich Abschwächungen von 1 b i s 3 Prozent. Harpener Rhein stahl, Rheinbrau, I. G. Farben' Scheideanstalt. Siemens und 3eI[J ft d f f to e r t e lagen 3 bis 5 Prozent schwächer. Holzverkohlung etwas fester. Hammer- s e n konnten 5,5 Prozent anziehen. Heimische und fremde Renten ftill. Im weiteren Börsenverlaufe blieb die Stimmung sehr ruhig. Gerüchte, daß die zu erwartende Außeichandelsbilcmz für den vergangenen Monat recht ungünstige Ziffern ausweisen werde, veranlaßten weitere große Zurückhaltung, doch blieben die Kurse im allgemeinen gehalten. Gegen Schluß konnte sich dann die Tendenz auf Deckungen hin wieder etwas befestigen. Am Geldmarkt (teilte sich Tagesgeld auf 6 Prozent. Berliner Börfe. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". ' Berlin, 20. Iuli. Auf Grund allgemeiner Wirtfchaftsnachrichten (Besserung -der Arbeits- marftlage, deutscher Bergbaubericht für Iuni 1927, Verhandlungen der I. G. Farben mit dem Chemietrust, günstige Ernteaussichten usw.) wurde im heutigen Vormittagsverkehr noch ein freundlicher Grundton hervorgerufen. Das Geschäft war jedoch zu klein, als daß sich die freundliche Stimmung nennenswert in den Kursen ausgedrückt hätte. Zum offiziellen Beginn wurde die Tendenz ziemlich einheitlich schwächer, da die Spekulation Abgabeneigung bekundete in Erwartung ungünstiger Außenhandels-Bilanzzifsern, die in der Tat um über 100 Millionen RM. schlechter sind als im Vormonat. Die Kurse gaben durchschnittlich um 2 bis 3 Prozent nach. Spritwerte, Ludwig Löwe und Zellstoff Waldhof waren bis zu 8 Prozent abgeschwächt. Bemerkenswert fest lagen Hammerfen im Zusammenhang mit der neu einberufenen Generalversammlung. Heimische Anleihen ruhig, Ablösungsschuld fester. Ausländer wenig verändert. Tagesgeld ist etwas leichter, die Sähe blieben jedoch unverändert. Man erwartet eine Erhöhung des Reportgeld- sahes. Im weiteren Börsenverlaufe blieb die Amsahtätigkeit gering, die Kurse gaben erneut 1 bis 2 Prozent nach. Spritwerte minus 2 Prozent, Rheinstahl minus 1,5 Prozent, Glanzstoff minus 3 Prozent. Frankfurter Ä^r^t-eLürfe. Frankfurt a. M., 20. Iuli. Das Geschäft ist im allgemeinen ruhig. In Mehl deckt dec Konsum, der zwar keine Vorräte mehr hat, trotzdem nur die notwendigsten Mengen ein. Während Weizenmehl gegen gestern nur 0,25 Mk. schwächer lag, ist Roggenmehl stark abgeschwächt. Weizenkleie blieb im Preise unverändert; prompte Ware ist gesucht. Roggenkleie gab 0,25 Mk. nach. Futter" und Nachmehle sind äußerst knapp und sehr stark verlangt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31 nom.; Roggen, inländischer, 27 nom.; Hafer, inländ., 26; Hafer, ausländ., 23.50 bis 26; Mais (gelb) 18,75 bis 19; Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 40 bis 40,25; Roggenmehl 37; Weizenkleie 13; Roggenkleie 14 Mk. Tendenz: Stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Juli. Der Produktenmarkt nahm heute einen durchaus ruhigen Verlauf. Obwohl die Wetternachrichten allgemein ungünstig lauteten, blieb Herbstgetreide im Preise ziemlich unverändert. Wo Angebot im neuen Brotgetreide vorhanden ist, sind die Preise zu hoch gehalten, und Geschäfte kamen kaum zustande. Die Cifofferten für Auslandgetreide lauteten wieder niedriger; Abschlüsse kamen auch auf dem niedrigeren Niveau nicht zustande. Die heute erfolgten ersten Roggenandienungen für diesen Monat und die Erwartungen von weiteren Andienungen hatten ein Nachgeben der Preise in Juli- roggen von 1 Mark zur Folge. Auch Juliweizen erlitt einen Preisrückgang. Wenn auch nur wenig Andienungen erfolgten, so blieb docy das Kaufinteresse ziemlich lebhaft. Das Rvggenmehlgeschäft speziell in aus Jnlandroggen hergestellten Mehlen blieb in der Provinz lebhaft, während sich die Umsätze hier weiter in engsten Grenzen yielten. Das Weizenmehlgeschäft war weiter still. Auch für Herbstlieferung ist am Mehlmarkte noch keine Belebung zu beobachten. Für Hafer und neue Wintergerste machte sich bei kleinem Angebot und leicht anziehenden Preisen bessere Nachfrage geltend. Auch für neue Sommergerste für Futterzwecke besteht Begehr. Es wurden notiert (pro 1000 Kilo): Weizen, märkischer, Juli 291 bis 292, September 270,75 bis 271, Oktober 269,5 (ruhig); Roggen, märkischer, 250 bis 252, Juli 245,5 bis 244,75, September 231 bis 231,5, Oktober 231,5 (Juli matter); Wintergerste und Futtergerste 192 bis 198 (beh.), Hafer, märkischer, 251 bis 261 (fester), Juli 216 bis 218 (fester), Mais 187 bis 188 (fester), Raps 315 bis 325. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. --------------------21i!)lnkt fcn nn8cWen ZiNern neben di- M>e der zuleh, besoffenen Dividende an. - Deichsbankdisiont 6 Prozen!, Lombardzinssub 7 Prozem. Dalum: ifranrntrt a.M. SerhM Frankfurt a M Berlin Berlin. 19 Iuli. Geld Brief kur» 19. 7. '-uv" flute 20. 7. Schlich- flwre 19.7. Anfang fturs 20 7 Schlichs l'Uhr- Kurs Kurs Schluß Kurs j Anfang ! Kurs Schlich Kurs 1 -Uhr. 1 Kurs Schlich Kurs 1 Anfang 1 Kur» Französische Roten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... 16,5 1 167,89 22,80 IO« 168,57 22.90 5% Dl NeichSanleihe v. 1927 *-'* Aul. Ablos Schuld mit Au-loi Rechten . ... Desal. ohne Ausles-Rechten ivratiir Hnp.-Bk. Go dvf unlundbar bis 1932 4,/..u/o Rheinische Hyp «Bank Viqu ’Q)o;bvf . . 91 ® abg Borkriegs-Lb itgntiontn, rückzahlbar 1932 4° > Schwei; Bundcsb.-Anl. ■*% Lcstcreichischc Goldrte. 4.20°/« Ccftcrr ich. Silberne . Leftemid). cmbelil. Rtc 4" Ungarische Goldrte Ungarische Staatör. v.1910 4V/ desgl. von 1913 4’ • Ungarische Kronenrie . 4 / iiirl. ^ollanleihe v 1911 4 >_ iiirf. Bagdaddahn-Anl. 5! TIC 1. 4°, o desgl. Serie 11. . . ' 4° 0 Rumänen eonvcrl. Rte 4 . Rumänen Goldanl. . non 1913 Hllg Dcuischc Eisenbahn 4V, Hamburg-Amerika Vale, . o Liainb -Sudam Dantpisch s Hansa Dampfschiff .e Norddeutscher vioub . g Allg Deutsche Ereditanst.. io Bann r Bankverein 10 Berliner HandclSaesellsch. 12 Commerz und Privat-Bk. 11 Dannst. u. Ra:ionalbank. 12 Deutsche Bank.....10 Diskonto-Gesettschaft Ank 10 Dresdner Bank . . . . lo Mitteldeutsche Eredilbank u Metallbank...... .8 Rcichsbank .... . 1 298 17,5 i 2' 2 ii8 147 5 150.5 i;5,5 183 4'.5 168 163 5 172 147 17« 5 297 17.25 14,25 — 146.5 146 »54 180,25 -39 166,25 162.5 169 147,25 298 17,5 29.9 25 7~> 2 14 18 16,5 86.5 147.5 229 229 147 150.75 155,5 250.5 183 242 168 163,75 172,5 253,75 148.5 - 297 17 - 14 J 146 228 226 145.5 150,5 154.75 <48.5 181.25 239 162.75 169,5 261,25 147.5 17(1. : A. E G...........7 Bergmann........... Eleitr. Lieferungen .... 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume . . . . o Ges. f. Elckir. Untern. . . 10 Hamb. Elektr. Werke . . . io Rhein. Elektr......... Schles. Elettr.......... Schlickert............ Siemens L Haltzke .... ig TranSradio...... 8 Labmever L Co......... BudernS...... . n Deutsche Erdöl......... Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener . f. I. 4 Harpener ... .......s Hoesch Eisen.......... Hlse Bergbau...... . .8 Klöcknerwerke ....... .5 Köln-Ncuessen .....51/.. Mannesmann . .f. I. i ManS-elder....... .7 Oberschles. Eisenb. Bedarf 0 Lberschles. Kokswerke . . . 0 Rheinische Braunkohlen . in Rheinstahl.......... Ricbeck Montan...... (, Vereinigte Stahlw. f. V- ff 3 Otavi Minen......1 sh Kali Aschersleben.....10 KaliWesteregeln ... 10 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 Scheideanftalt . ......g Goldschmidt..... . 5 RutgerSwerke......... Metallgesellschaft.....10 188.13 195 198 170 87,5 181 122,5 171,5 11 271 194.75 1,2.5 104 129 273,25 222,75 139- 179 188 16,25 217 138 102 187.5 186 194 185.25 197.25 139 17(1 — 282,5 122,13 156 25 170 208 167,75 192,75 131.25 128 -70 19,5 ,39 312,5 21J 135.75 IUI 187 19. 7. 187,5 196.5 189,25 196 142 24:. 5 165 170.75 186 199,5 287,25 138,13 122.75 159,5 172.5 171.5 211 183.5 270,5 171.4 188.5 195 133,5 103.5 103 128.5 272,5 221 181.25 139,5 37.25 179 188.5 242,5 1 314.5 I 152.25 13775 102 1 7- 185.25 194.25 185.4 197 139,25 240 188.5 185 197 283 1 >8 122 157 170.5 169.5 207.5 183 168.5 182.75 191 131.5 103 100.13 128,H 271 220 139 25 37.4 239,7 313,5 152 135.65 101 _______________Datum: Ponipp Holzmann .... Heidelberger Cemcnt . . s Zement Karlstadt..... « Wayß & ff re (tag......10 Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwerke............ Per. Glanzstosf........ Bemberg......... 8 Zellstoff Waldhof.....ra Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Charlottenburger Wasser. 7 Dessauer Gas . . . . . n Daimler Motoren.... 0 Demag ............ Sldlerwerkc Klever. .... 0 Ludw 1'oeu e........ Rat. Automobil .... p Orenstein & Kovvel . . . 4 Linke Hofmann...... Leonhard Tietz. ..... r Bamaa-Meguin....... Franks. Maschinen .... 0 Griyner ..........- Hehliaenstaedt........ Iunghaiw ....... Lechwerke..... 8 Mainkraftwcrke ...... r Miag........ .... in Rckarsulmer........ « Peters Union ....... Kebr. Roeder . ...... 10 Deigt & Haeffner...... Südd Zucker........ Bank Berlin, 19 Iuli. Amerikanische Roten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten....... 19. 7. 1 20. 7. 200.25 I 197,75 157,5 190 1 174 I 173,75 - 324 1 119,25 <09 6 , 206 - 1 129,25 126,75 119,75 | 119 - 2 — 1 — 47 81.5 SO 124 24.75 4.5 124 1 3 123 123 129,5 127 144 145 (24.5 123 121 121,5 137 180,5 noten. I Geld TTsl 58,48 112,07 20,365 19. 7. 201 459 438 129 579 125 158,25 211 128.25 99 119 283 129.95 139 169 46 80 — 124,25 145 125 121.5 138 151 B 1 | 20. 7. 1453,25 434.5 727 315,5 157 207,65 127.13 96,65 275,25 126,5 136,75 167 137 151 riet 204 ,72 ,53 445 'Jiorroegtiaie Dentsch-Oel Rumänische Schwedische Schweizer 9 Spanische 9 Tschechoslow Ungarische DevH Tel Amst.-Roli Buen.-SlireL Brss.-Antw Christiania Kopenhagen Stockholm . Helnngfors. Italien. . . London. . . Reupork . . Paris.... Schweiz . . Spanien . Japan . . . Rio de Jan Wien in D-- Ceft. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . Uruguay . Cairo - . . ucoten • - terr.älOO.sti Roten . . Noten . . loten . . . . oten . . . . akische Note loten emnarkt e g r a p h lS.J Amtliche Geld 11)8,22 1,784 58,365 108,37 112,34 112,48 10,585 <2,815 10,39 4,200 16,44 '.0,8j5 11,83 1.973 0,496 J9.13 12,45 7,390 13,25 3,037 20.78 81,30 2,151 5,594 4.191 4,136 20.917 onen n . . Berlin ische ult. Notierur Brief 168,5 1.78 '8,48 108,5 112,5 112,7 10,60 22.85 <0,4 4,20 16,4 ^0,99 11,9 1.97 0,49 59,2 >2,4 7,40 13,3 3,04 10,8 81,4 2,15 5.60 4.19 4,14 20.95 —3 A g 6 l > i 1115,15 59,13 2,53 112,24 80,84 71,63 12.422 73,07 rtanlfuti uszah 20. I Amtliche Geld 168,62 1,782 58,1.8 108,39 112,38 112,64 10,577 22,85 20,393 4,201 16,445 >0,85 71,88 1,972 ,495 »9,14 12,47 7,393 73,18 1,042 <0,78 81,32 ',148 5,634 4,200 4.136 20.915 108,62 59,37 .',55 112,70 81.16 71,91 12.482 73,37 a. M. 1 u n g. uli._____________ Notierung 1 Brief 1 168,86 1,786 58,50 1 108,61 112,60 . 112,86 i 10,597 <2,89 ! 20,433 4,209 16,485 1 ’l.Cl 12,02 . 1,976 '.497 »9,26 >2,49 7,407 73,32 7,048 . 20,82 81,48 1 ',152 5,646 4,208 4.144 J '0.955